Ib. 114, H-imt-g. de« 16. Mai 1886. III. Jetse». tllimrVÄMI Krga» für dir Interrsftn der Arbeiter. 4 Ach«« t�tich � y* feoui»ittttiji • Rttrt Da» ttiBcrltacr ivoltsblatt gcnü außer noch Conn« und Lefttagen. WonnoBemiwet» für Berlin frei monatlich 1,35 Marl,»Schentlich% Pf. PoKadonnement Pf. DonntagS-Pummer mit illufkirter Beilage 10 Pf. liAr kür 1*8» unter Hr. 769.) Jusertionsgebühr Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Zlrbeitimartt 10 beträgt für die 4 aelpaltet«............. Lei größeren Aufträgen boher Rabatt nach Uebereinlunft. Inserate weichen dt» 4 Rachmittag» in der Tirpedition, Berlin»W., Zimmerstraße 44, sowie von allen Imwwe«» Bureaux, ohne Erhöhung de» Preise», angenommen. Ke»*Ktts«: Ke»ti»Sr«H» S.— SsPetttto: Ii««erKratze 44. [C y, Wir machen alle Arbeitervereine, welche bis- der nicht jede einzelne Versammlung anzumelden rauchten� weil„deren Zeit und Ort im Voraus instand", darauf aufmerksam, dast fie nach der festen Bekanntmachung deS Ttaatsministcriums � jede Versammlung zwei Tage vorher eine Ge- �hmignug werden einholen müssen. Sonst ver- fie einer Geldstrafe bis zu 1000 Mark. „Nsunz dn soziilw Fnze." großer Tevugthuuug berichtet die herrschende e, baß ab und zu ein Fabrikant bei feierlicher Gelegen- üah ü" �4 veranstaltet, wo er sich mit seiner Familie A.« �Seladeaen Freuaden mit dem Arbeiterpersonal„ver» v>»,5' wird gemeinsam Bier getrunken, Deklamatioi-ea zirt? gelassen, Lieder gesungen, die Stadtkapelle musi- sich bi/» aa#htt er kam, um stch nach Auguste« zu er» g«ir?' rief die Frau. "U»d zu Dir?" sagte Pfeffer. Nt.«*' iu mir, Ueberklug, weil er mich für meine Schwester d«. Perrücke?" ®ott, der Mensch bringt mich«och zur Ver« ioff.»" kr so laß ste doch nur einmal erzählen, Fürchte» >�'>d«« ich fie etwa daran? Aber bringt fie denn .M..W*u«, wie Unsinn? Wenn e« der kein >%"."blast, wird fie nie fertig I" A da« einmal wieder Deinen liebenswürdige« iiru.» niuß wahr sei»; ober ich will mich heut« nicht "X&Vf-llt. denn der Graf von mir?" sagte die Frau, cäulein solchen Neuigkeit . kam er, wie er war? Herr Stelz» Me. mein Gott!" sagte die kranke Frau und wurde �g�lich•.da« Hab' ich 'Vi? sein. bH und da» wird ein sauberer Gras " besucht hat; vielleicht ein Photo— gras »raf— ei» Freund von dem Lump—«a, die Kinder der Arbetter beschenkt und auch die Arbeiter selbst. Nach Schilderuva eine» solchen Vorgang» wirst fich dann die Fadrikavtev-Presse in die Brust und erzählt der stau- »enden Welt, daß hier wiederum ein Stück sozialer Frage gelöst sei. Um Mißverständnisse zu vermeide», wolle» wir h-er erklären, daß wir nicht» gegen derartige„Ablösungen" ein- zuwende» haben, da dieselben ja doch nur eine Rückgabe de» übermäßige» Unternehmet gewinn» an die Arbeiter bilden. Auch sind diejenigen Fabrikanten zu loben, welche diese Rück» gäbe leiste», denen gegenüber, welche verstockten Herzen» ihre» Arbitter» eine derartige kleine Freude nicht bereiten— aber ei» Siück sozialer Frage dadurch lösen zu wollen, da» ist mehr al» naiv.— Vor gar nicht sehr langer Zeit glaubte man, daß ei« große» Stück sozialer Frage'gelöst sei, al« die in zahlreichen FabrikationSzweide« durchgeführte Theilung der Arbett die Einführung der Akkordarbeit ermöglichte.„Nun erhält jeder Ardeiter de» Ertrag seiner Arbeit!" Prosit die Mahl- zeit! Die Arbeitskraft wurde nur«och mehr ausgebeutet und der Loh» der gesammten Arbeiter sank in demselben Maße, je mehr sie leisteten. Der Eine oder der Andere erhielt auf Kosten schnelleren Schwinden» seiner Arbeitskraft einen höheren Loh», während zahlreiche Arbetter weniger sich er» warben, al» vorher beim Tageloh». Da da» Angebot und die Nachftage von„Händen" und nach„Händen" de» Loh« regelt, so wurden selbstverständlich hiernach auch die Akkord» preise festgestellt und anstatt der Lösung eine» große« Stücke» der sozialen Fragen hört man in allen gebildeten, aufgeklärten Arbeiterkreisen den Ausdruck:„Akkordarbett, Mordarbett I" Es war also wieder einmal nicht» mit der Lösung dieser schlimme» Frage.— Daun tauchte die Betheiligung am Unter» «ehmergewin« auf. Und hier ist ganz genau da«- selbe zu sagen, wie bei den Arbeiterfestev, den Gratifikationen für Arbeiter, de» Weihnachttgeschenke» u. s. w. Jede« Geschäft schlägt all' diese schönen„Lösungen der sozialen frage" aus da» Ausgabekonto und regulirt demnächst de« ohn»ach Angebot und Nachftage. Da sich bei solchen Geschäften aber, in denen Gratifikationen gezahlt werden, in denen sogar eine Betheiligung am Unteraehmergewinn festgesetzt wird, da» Angebot von„Händen" riesig ver- mehrt, so wird der Lohn, wen» auch nicht auf einmal, so doch nart und nach um soviel sinke«, al» die Trattfikatione» «. s. w. ausmachen. Und so ist«» einmal wieder nicht» mit der Lösung der sozialen Frage.— Strenge Gesetze regeln da» wnthschaftliche Lebe«, diese Gesetze« regeln die ProdukttonSweise und wen» auch nur nun bitt' ich aber zu grüßen— Herr Jesu», wa» da» für ein verückte» Frauenzimmer ist!" „Du redest, wie Du e» verstehst I" rief Fräulein Basfini gereizt„Der Stelzhammer ist in Amerika ei» großer, reicher Herr geworden, und da» Gewissen schlägt ihm jetzt; er hat de» Herrn Grafen gebeten, fich«ach Dir zu erkun- dige«, wie c» Dir geht, wa« Du machst und ob c« Dir an etwa» fehlt?" „Nein, wo» da« für ein sorgsamer Gatte ist," rief Herr Pfeffer, sich mit der rechten Hand auf sei» Knie schlagend, „ist erst achtzehn Jahre abwesend und erkundigt sich wirklich schon einmal, wie e« seiner Frau geht!" „Und sind sie nicht vor Gericht geschieden?" rief Fräu» lein Bassini, die merkwürdiger Weise nun, da ihr Bruder die Partei nahm, welche sie selber bi« jetzt gehalten, auf die entgegengesetzte Seite übersprang.„Ist er denn ge- setzlich verpflichtet, sich überhaupt«och um sie zu be- kümmern?" „Jetzt hör' Einer da« Frauenzimmer an!" rief Pfeffer entrüstet.„Hat e» denn Jemand von ihm verlangt, he? Hab' ich etwa Deinen Herrn Grafen ersucht, hicher zu kommen? Aber ist ein Man», wenn er fich von ferner Frau scheiden läßt, nicht etwa doch verpflichtet, noch für sie zu sorgen? Oder glaubst Du etwa, daß da jeder Lump her» komme» lund Heirathen, und sich dann wieder scheide« lassen kann und weglaufen darf wie die Sau vom Trog?" „Du bist und bleibst ei» Grobiaa— und wen« er e» «un bereut?"... „Zeit wir'«," brummte Pfeffer;„ober nun erzähle einmal vernünftig, wenn Dir da« irgend möglich ist, wa» der Fremde wollte und weshalb er zu Dir kam." Eigentlich waren e» Zwer," berichtete Fräutem Bassini, aber au« dem Zwette« bi« ich nicht klug geworden; ich alaube. e» muß der Kammerdiener gewesen sei«. Er hat auch den Mund die ganze Zett nicht oufgetha»- ei» Ilcttiet, dicker Mensch mit einer Glatze wie der Tisch Henriette. willkürliche find.„Freie Konkunenz",„Angebot und Nach» ftage", da« sogenannte„ehern, Lohngesetz'— fie beherrsche« da» gegenwärtige sozialökonomische Leben. Die sozial- ökonomische Erkenntniß aber sucht solche willkürliche« Ge» setze abzuschaffen und organisatorische, durch Staat und Gesellschaft beschlossene Gesetze an deren Stelle zu setze«. Eivzelwohlthätigkeiten werde« immer durch die ftei« Konkurrenz durch die planlose Produktion wieder aufge» hoben, die Gesammtwohlthätigkeit— man verzeihe den Ausdruck— muß für die Gesammthett eintreten und diese Gesammtwohlthätigkeit kann nur zum Au«» druck kommen durch sozialpolitische, ver» nünftige und volksthümliche Staat«- g e s e tz e. Nur dadurch kann eine Lösung der soziale« Frage er« folge»._ Urb« die Krkniiiitmchiinz des Stuats- miiiistrriums, die Verkürzung de» Versammlungsrechte» betreffend, urtheilen die Blätter, je nach ihrer Parteiftellung, natürlich sehr ver» schieden. Aber seldst konservative Blätter befällt ein Zweifel, ob ein so ungeheurer Einfluß, wie er nunmehr in den Händen der Polizei liegt, immer in„richtiger" Weise werde gehandhadt werden. So schreibt die freikonservative„Post":„Der Polizei ist mit der ihr übertragenen Befugniß die denkbar schwerste Aufgabe gestellt. Die richtige Grenze zwischen richtigem Gebrauch und Mißbrauch zu treffen, ist an stch mehr al» schwierig, fie im Borau» zu treffen aber vielfach beinahe un» möglich. Dabei kommt es zugleich für den Eifolg der Maß» »gel vor Allem darauf an, alle Betheiligten mit völlig gleichem Maße zu messen(!), insbesondere von politischen Sym- oder Antipathien bei der Handhabung der Zulassung oder de» Verbot» der Versammlungen fich röllig frei zu halten(!). Wie die politischen Parteien, so werden aber auch die wirthschattlichen Gruppen, Ardeiter und Arbeitgeber, durchaus gleichmäßig zu behandeln und e» wird auch der Schein deS Verdachte« zu vermeiden sein, in die Lohnbewegungen zu Gunsten der einen oder der anderen eingreifen zu wollm.(Die liebe Unschuld!) Die Aufgabe, welche der Polizei und zwar nicht bloi dem hiefigen Polizeipräfidenten, sondern auch den nach Maßgabe der KreiSordnung organifirten Polizeidthöcden der Nachbarorte zufällt, ist eine überaus schwere und verantwortliche. Möge ihnen Kraft und Weisheit beschieden sein, ihre» AmteS mit strenger Gerechtigkeit, Niemandem zu Gunst oder Leide, zu walten und unter der Beseitigung der Auswüchse deS Versammlungsrechts dessen nützlichen Gebrauch nicht zu» verkümmern I" Die„Nationalzeitung" hatte vorgestem ihr nationalliderale» Gewissen damit beruhigt, daß die Verordnung gewiß nicht der „Wa« ich Dir sage, Kind, hier habe ich noch seine Karte," fuhr Fräulein Bassini, in ihrer tiefen Tasche danach suchend, fort;„da, da steht'«: Felix Raadolph, Graf von Rottack— da steht'S gedruckt, und nun wirst Du'« doch glaube», Bruder Thomas?" Pfeffer«ahm die Karte, besah sie, schüttelte tntt dem Kopf und warf sie dann auf de« Tisch.„Und wa« wollte er eigentlich?" fragte er hierauf. „Weiter nicht», al» sich«ach Augusten erkundige». Er Auftrag, wie er sagte, von seinem Freunde Stelz» Hammer in Amerika, hier Nachforschungen anzustelle«, und wie er erfuhr, daß ich nur die Schwester wäre— den» e» scheint, daß er mich für Auguste hielt—, stand er auf und sagte, er würde selber hieher gehen." „Zu un» hieher?" ftagte die Frau erschreckt. „Na, er wird un» auch nicht beißen," brummte Pfeffer; „neugierig wäre ich aber doch, wa« der Patron, Dein saube» rer Mann, eigentlich will. Sollte mich gar nicht wunder», wenn er Geld brauchte, und un» anpumpen möchte." „Aber Onkel l" „Liebe» Kind," brummte Pfeffer,„e» find schon närri» schere Dinge in der Welt vorgekommen, da» wäre nicht da» Tollste; komisch wär'S aber, so viel ist richtig, und ei» Hauptspaß dabei, denn dem Grafen wollt' ich heim» leuchten I" „Wie kannst Du nur so reden, Fürchtegott," bat die Frau,„weist Du nicht, daß Du mir entsetzlich weh damit thust?" „Ach wa«," sagte der Man», aber doch jetzt mtt mehr Gutmüthigkeit im Ton,„ich weiß wohl, daß Du immer seine Partie genommen hast." „Er war auch von Herze» gut," sagte die Frau,„recht gut und brav, nur entsetzlich leichtsinnig, und wir Beide«och damals so jung; Gott nur weiß, wie schlimm e« ihm auch vielleicht in der Welt ergange» ist." „Nicht schlimmer, wie er'» verdient hat!" polterte Pfeffer herau«.„Aber wann war denn der Graf eigentlich bei Dir, Life?" „Ach, vor kaum einer halbe» Stunde," rief Fräulein Basfini, und denke Dir nur, ich war«och gar nicht aog«, Lohnbewegung gelten könne. Tie„Kreuzzeitung", der man gute Fühlung mit dem Minister v. Putttamer nach« sagt, jeiftört� auch diese Llluston deS OrganS_ dei Herrn Miquel.„Wenn die„Nationalzettung"— äußert da« konservative Blatt— in der wohl nicht umichtl >Hgen Am nähme, daß diese Einschränkung de« Versammlungsrechtes in einem Zusammenhang stehe mit der augenscheinlich größere Dimensionen annehmenden Lohnbewegung, die Meinung ver> ficht, ein Streik sei keine„öffentliche" Ange« l e g e n h e i t, er könne nur unter Umständen dazu werden, drch da« sei„eine Frage für fich", so nimmt fie damit einen Standvuntt ein, der un« unter den augenblicklichen Ver« hältniffen ziemlich sonderbar erscheint. Wer fich an die Folgen deS Mißbrauch« der Koalitionsfreiheit in Belgien und Amerika erinnert und auf die drohenden Zeichen international fich vor- bereitender sozialdemokratischer Stürme achtet, der wird ficher- lich nicht wünschen können, daß die Behörden erst ruhig zu- sehend warten, bi« aus dem Streik fich eine„öffentliche" An- gelegenheit entwickelt hat." Die„Nat.-Ztg." erwidert darauf fteilich: es hieße„denn doch auf die äußeiste U-theilelostgkeit rechnen, wenn man meint, es genüge, auf die belgischen und amerikanischen Vorgänge zu verweisen, um jede Maßregel, die fich unter der Devise deS Schutze? der Gesellschaft vorstellt, zu rechtferttgm." Die Unheilslofigkeit ist hier ganz auf Seite de« nationalltberalen BlatteS; eS verräth die größte politische Unfähigkeit, wenn man glaubt, eine Regierung werde nicht alle Machtmittel ausnützen, die man ihr in die Hand gegeben hat. Die Lohnkämpfe find der Regierung ein Doin im Auge und da fie auf Grund des EoziaUstenge« setzes die Macht hat, die Streiks zu unterdrücken, so wird fie eS thun. Die nationalliberalen Einreden werde" ihr gewiß nicht genug imponiren, um von dem betretenen Wege zurück» zuweichen. Die„P o st" hat schon beute mideckt:„Wer die Verhandlungen, welche zur Erörterung öffentlicher Angelegen- Helten in Berlin und seiner nächsten Umgebung abgehalten find, verfolgt und beobachtet hat, wird keinen Zweifel darüber hegen, daß daS Versammlungsrecht arg gemißdraucht und vielfach weniger zu ernster Erörterung praktischer Fragen deS öffentlichen Levens und insbesondere der Interessen der Arbeiter, ali zur Erregung der Unzufriedenheit, Klaffenhaß und zur Ver- h-yung der Staatsbürger gegen einander und gegen die Staat«- und Gesellschaftsordnung benutzt worden ist. Nur zu oft dienten die Versammlungen nur dazu, unter der Firma von Lohn- und anderen wt rth sch aftlt chen Fragen den sozialdemokratischen Führern Gelegenheit zu bieten, ihren Einfluß auf die Massen zu erhalten und zu stärken und für die Sozialdemokratie neue Rekruten anzuwerben. In neuerer Zeit nahmen diese Versamm- lungen überdies zum Theil einen Charakter an, welcher die Gefahr einer der belgischen oder amerikanischen ähnlichen Bewegung nahe legte.(! I) Kurzum, die thatsächliche Entwickelung deS Versammlungswrsens zeigt allerdings eine ganze Reihe von Momenten, welche ein straffe« Anziehen der Zügel rechtferttgm können. Eine Beseitigung der unleugbaren Auswüchse derstlben kann im Interesse de« rechten und nütz« kichen Gebrauchs dieses wichtigen Grundrechts der konstitutionellen Staatsordnung nur erwünscht sein." „Am 17. Mai- schreibt die„Franks. Ztg."- tritt der Reichstag wieder zusammen, dem die Regierung von der «den getroffenm Anordnung sofort Kenntniß geben muß. Ihm wird eS obliegen, fich über dieselbe zu äußern und hier wird die Regierung auch über die Molioe, die fie zu dem Schritte bestimmt haben, fich aussprechen müssen. Aendern kann kein Beschluß deS Parlament« an der Sache etwas, aber die R ickS» Vertretung bat es in ihrer Hand, die Verantwortlichkeit für eine solche Art der Handhabung deS Ausnabmegesetzri klar und bestimmt von fich abzuweisen und der Regierung allein auszulasten. DaS ist Alles, waS fie thun kann und da« muß fie thun, wenn fie gleich unS überzeugt ist, daß die Regiemng einen Samen ausstreut, der in Sturm aufgehen muß." Nolitifchr Urberstcht. Die amerikanischen Soziausten und die amerikant- schen Tumulte. Als die Nachrichten von den Ruhestörungen m den Vereinigte» Staaten über den Ozean herüderdrangm, da waren sofort gestnnungStüchtige Blätter zur Hand, um gegm die„Sozialisten" zu hetzen, welche das Volk zu Gewaltthaten aufstachelten. Wir hadm sofort auf daS Lächerliche dieser Beschuldigungen hingewiesen, und find in der Lage, aui einem Aufruf de» offiziellen Organ« der amerikanischen Sozialistm heute folgende Stelle mittheilen zu können, welche die ganze Verlogenheit und Gehäsfigkeit der gegnerischen Presse entbüllt. Zum ersten Mai, dem großen Streiktage der Vereinigten Staaten, mahnte da« Zentralorgan der sozialistischen Arbeiter- partei Nordamerikas:„Wir dürfen, soweit unser Einfluß reicht, den Gegnern keinen Vorwand zum gewaltsamen Angriff geben. Soweit wir organifia find, müssen wir vermeiden, daß unsere Achtstundendewegung zu gewaltsamen Zusarr m-nstößen mit der ■b that be führe. Wir müssen unsere Polizei und den powera. Disziplin zeigen und im Stande sein, die gewohnte Ordnung zogen; ich hatte den ganzen Morgen studirt und»och keine Torlette gemacht, saß am Klavier und phaatafirte ein wenig — auf einmal geht die Thür auf und der Graf guckt herein. Zch dachte, der Schlag sollte mich auf der Stelle rühren." „Ein Wunder nur, daß er den Grafen nicht gerührt hat, wenn er Dich im Neglig» gesehen I" lachte Pfeffer. „Aber Onkel I" „Dein Negligö ist freilich schöner/ rief Fräulein Bassiai,„mit dem Schlafrock, der klebe» bleibt, wenn man ihn an die Wand wirft, und Deinem alte», ekelhafte« Ta- baksgeflank! Aber um mich ärgern zu lassen, bin ich nicht hergekommen, rief fie, von ihrem Stuhl aufstehend;„nur Augusten wollte ich die Nachricht bringen— mit Dir habe ich werter nicht« zu thun!"— Und wirklich böse gemacht, schoß fie der Thür zu. „Vergiß da« nächste Mal die Schnupftabaksdose nicht!* rief ihr der Bruder nach, und Fräulein Basfiai riß, verächt- lich den Kopf zurückwerfend, die Thür auf alt fie plötzlich eine« tiefen, ehrfurchtsvollen Knix nach außen machte und dann flüsternd, aber deutlich genug in da« Zimmer zu- rückrief: „Der Graf!"___ Traf Rottack bei Pfeffer». „Und was nun", sagte Felix, al« fie mirsamme« die Straße hinabschritteu und Jeremias noch eine« scheuen Blick hinter sich warf, al« ob er fürchte, daß ihnen diese entsetz« liche orangefarbene Dame folgen könne—„wollen wir zu Pfeffn«?". „Herr Graf", stöhnte der kleine Man»,„ich bin es jetzt nicht im Stande— ich gebe Ihnen mein Wort, ich habe in der Viertelstunde da oben bei dem schreckliche« Frauenzimmer, meiner Fräuleia Schwägerin, mehr au«ge- standen, als ob ich die ganze Zeit über auf einer Folterbank gesessen hätte!" „Aber wußte» Sie denn nicht« von dieser Schwester?' „Zch wußte, daß meine F. au eine Schwester hatte, habe fie aber nie gesehen, denn fie war damals schon lange beim Theater und irgendwo im Preußische» an einer der Dinge aufrechtzuerhalten. Wir müssen da« große Publikum zwingen, fich mit der Frage der Verkürzung des Werktages und der Mittel zur Orpaniurtion der Arbeiter zu beschäftigen, anstatt mit Straßenkrawallen, Polizet-Hel- denthaten und anderen von dieser Frage ab- lenkenden und die Gemüther verwirrenden Nebenfragen. Wir müssen unS im Stande zeigen, die Abfichten der Gegner zu vereiteln, welche unsere ganze Le- wegung in'i Stocken dringen möchten. UnS gilt eS gegen- wältig um nichts, alS um die Verständigung mit der arbeiten- den Klasse, daß die Veikürzung jedeS Werktage« nothwendig, daß fie durch die planlose Produktionsweise, die Handelikrifis und den Brbeitsmangel einer Million Menschen erzwungen, daß fie im Interesse des Gemeinwohls, nicdt bloS in unserem eigenen Jnte-esse sei. Dazu brauchen wir den Bürgerfrieden, und nichts kann un« so unwillkommen sein al« jede gewaltsame Friedensstörung. Wir find eine auf wissenschaftlichem, beweisbarem und bewiesenem Grunde stehende und so lange alS möglich propagandistische Partei, welche Gewaltanwendung vermeidet."— Wir glauben, das ist unzweideutig gesprochen. Was kümmern fich aber die deutschen Blätter darum, welche vor jedem Hochgestellten schweifwedeln, dem Manne im ArdeitSrcck aber jeder, ett die Zähne zeigen. Eine bedenkliche Preßunterstützung feiten« der Sie- gierung deckt die„Frets. Ztg." auf.& dem die Regierungsvorlagen in der Regel zuerst durch die Korrespondenz deS Henn Sckweinburg in die O ffentlichkeit gelangen, werden alle größeren Berliner Z itungen gezwungen, für ihre Morgen- ausgabt zu einem hoben Preise(?ierteljäyrlich 100 Mark) aus die Korrespondenz des Herrn Sch wein bürg zu adonniren. Ohne die Zuwendung des amtlichen Material« für diese Korrespon« Venz würde schwerlich ein Blatt daran denken, für diese Korre« spondenz irgend elwai zu dezablen.—„Die Leser erhalten hieraus ein Beispiel, wie die Minister in der Lage find, von AmtSwegen auch ohne Baaraufwendungen Korrespondenzen und Zeitungen ihrer Richtung aeldwerthige Zuwendungen zu machen.— Soweit überhaupt Vorlagen, welche für den Land- tag oder für den Bundesratb bestimmt find, vor ihrer Zusen- dung an diele Körperschaften veröffentlicht werden sollen, wäre unsere» ErachtenS der„ReichSanzeiger" die einzig richtige und würdige Stelle, durch welche solche Veröffentlichungen zu erfolgen hätten." Gegen dte bekannte Rechnung des Fürsten Bismarck über den hohen Verdienst der WrrtHe tuhit die Emgade der Hannoserichen Kornbrenner an die Hanno serschen Adgeord- neten folgendes aus:„Das Beispiel deS Reichskanzlei S von dem hinterpommerichen und lauenduraischen Schankwirthe, dem er einen Verdienst von 1000 bis 3000 xCl. nachrechnet beim glasweisen Verkauf des BianntweinS, paßt durchaus nicht auf unsere Verhältnisse, weil bier vorzugsweise guter Korndrannt- wein und kein gesundheitsschädlicher, schlecht reltifizirter oder nur mit Wasser verdünnter KartoffelspirituS getrunken wird. Kornbranntwetn kann der Wiith nicht, wie der Hinterpommer seinen Kaitoffeldraantwein, für 30 Pf. da« Liter zu 100 pCt., sondern erst iür 100 Pf. da« Liter zu 100 pC. kaufen. Auch solche hohe Verkaufspreise, wie fie in Lauenburg gängig sein sollen(10 bis 15 Pf. per GlaS), kennt man hier nicht. Beim Verkauf in Gemäßen ist der Verdienst in unserer Provinz eben- fallS bescheiden, indem der Wirth für 36 bi« 38 Pf., welche er ausgeben muß, nur 45 biS 50 Pf. wieder bezahlt erhält. Schwund und Verluste nicht zu rechnen. Wenn man nun den meistens geringen Umsatz bedenkt, so kann man fich nicht wun- dern über die Tdatsache, daß die große Mehrzahl der Wirthe eben das Auskommen hat, viele fich kaum über Waffer halten können, so daß der Brennereibefttzer wohl auf setner Hut sein muß, oft mtt Mühe sein Geld erhätt und da, wo er Kredtt giedt, häufig betiogen wird." Resolution. Der Kontrolrath der deutlchen Gewerkver- eine hat gegen den bekannten Ei laß deS preußischen Minister« de« Innern folgende Resolution beschloffm:„Der Zentral- rath der deutschen Gewerkoereine, als Vertteter von 50000 organifirten. Ardeitern der gemäßigten Richtung, erklärt dezüg- lich der Verfügung deS köntgl. preußischen Ministers deS Innern, betriff nd die Arbeitseinstellungen, vom 11. April d.J. folgendes: �uch die deutschen Geweikvereine find von jeher gegen jeden Mißbrauch deS Koalition« rechte«, gleichviel od von der einen oder von der andern Seite, entschieden eingetreten, uud ihr ganzes Bestreben geht dahin, daß der Lohnkampf so« weit irgend möglich auf dem ftiidl'chen Wege der Verein- harung, am besten duich Einigungsämter, ausgeglichen, wenn aber unveimeidlich geworden, jedenfalls nur durch gesetzliche Mittel geführt und alle Autschrettungen vermieden werden.— Um so mehr verwahren wir un« dagegen, daß die Ministerialverfügung die Anwendung der gesetzlichen Mittel durch die Verquickung mit dem Sozialistengesetz in hohem Grade einseitig dedroht. Das gesetzliche Koalitionsrecht darf, auch wenn Sozialistm fich deffelden bedienen, unbedingt nicht mtt den durch daS Aus ahmegis-tz verbotenen Handlungen in ein« Reihe gestellt werden, wenn nicht eine Parteir ahme der Regiemng für die Unternehmer und eine Schädigung der ohne- kleine» Bühne engagrrt, hatie fich auch nie mit ihrer jüngeren Schwester verttage» können." ,Uvd der Bruder?'' „War Komiker an unserem Theater, entzweite sich aber ebenfalls mit meiner damaligen Frau, weil er gegen unsere Heirath gerathen, und hielt keinen Verkehr mtt uns." „Sie müssen damals ein sauberer Zeisig gewesen sei», Jeremias?" „Reden wir nicht davon," sagte der kleine Man» mtt einem au« tiefster Brust herausgeholten Seufzer;„aber es ist ja nun vorbei und ich brauche doch wenigsten« nicht mit einer Schwägerin gestraft zu werden, wen« ich nicht einmal eine Frau habe." „Aber wa» wolle» Sie jetzt thun? Zene Dame wttd unfehlbar ohne wetteren Zettverlust zu ihrer kranken Schwester laufen und fie alarmtten." „Die wär's im Stande." „Darauf können Sie sich fest verlassen," sagte Felix, „und ich bin überzeugt, daß fie selbst in diesem Augenblick in aller Hast ihre Toilette macht. Wa« dann?" „Und wenn ich selber hingehe, jage ich der armen Frau vielleicht den Tod vor Schrecken ein, denn— hübscher bin ich nicht gewvtden." „Hören Sie, Jeremias," sagte Graf Rottack,«ach seiner Uhr seh-nd,„ich habe etwa«och eine halbe Stunde Zeit und die Sache einmal begonnen. Ich werde allein zu jenem Herrn Pfeffer hinaufgehen und sehe», wie Alle» steht." „Ach, mein bester, herrlichster Herr Graf, wenn Sie da» für mich thun wollten— sehen Sie, schicke» Sie mich nachher durch die Hölle, wie den seligen Tamiro durch Feuer und Wasser, wohin Sie wollen, ich springe mitten hinein!" „Aber Alles kann ich doch nicht thun. Jeremias." sagte Rottack,„ja. im Gegentheil würde meine Gegenwart späier nur störend sein— nachher müssen Sie allein ßCyiGtl, >r• Öen,i!'"J4 JI56len Vergnügen I" rief der Hetne Man«, dem der Angstschweiß auf de, Stirn stand- hin bedrängten Verhältnisse großer Arbetterkreise Platz greif» toll."— Aus dieser Resolution wird der Herr Minister so» Puttkamer die Wirkung seine« Erlasses ersehen, die sehr S» eignet ist, alle nickt sozialistischen Arbeiter allmältg in M sozialistische Fahrwasser zu treiben.— UediigenS wird auch« neueste Bestimmung deS preußischen G-sammtministerium«, s» Versammlungsfreiheit betreff-nd, ihre erzicheril» Wirkung auf daS gesammte arbeitende Volk in Berlin nw verfeblen. AnSstelluugtdefizit. Wie der„Fränkische Kurier" bf richtet, ergiebt dte Abrechnung der vorjährigen Nü nberc« internationalen Metallausstellung einen Fehlbetrag von 103 515 Mark; eS ist somit der volle GarantiefondS im Betrage so» 100 500 Mark heranzuziehen.,■! Nach dem Verbot der„Freien Presse" t» Elberfeld hatte bekanntlich die Polizei die ersten Nummem von M reuen Blättern, der„N- Bürgerzeitung" und de«„Berg# Märkiichen General-Anzeiger" al« Fortsetzung jener verboten» Zeitschrift beschlagnahmt und die Herausgabe derselben als et» Vergehen gegen daS Sozialistengesetz dem Gerichte zur W1 strafung überwiesen. Das Elber,'elder Landgericht hat dies» Antrag zurückgewiesen. Oesterreich- Uugaru. Behufs Führung des Zollkrieg« mit Rumänie» find Zollaufschläge von mindesten« 30 pCt. devorftebend. ungarischen StaatSbahnen planen eine bedeutende TariserM ßigung, um mtt Umgehung Rumäniens und Zuhilfenahme so Donau den Export nach Bulgarien zu ermöglichen., Angefichts VeS bevorstehenden Sozialistengesetze' belchloffen alle Arbeitervereine in Graz freiwillig, fich rn# lösen, da nun ein gedeihliches Wirken unmöglich sei. � Die ungemein übertriebenen Journalmeldungen über«e in Lemberg erfolgte Aushebung eine« geheimen V e r e i»' find ans die Au'deckung einer von jungen Leuten gepianj»' übrigen« noch nicht in« Leben gerufenen Verbindung zulW" führen, in deren Statuten keine Umsturzdestrebungen, sonsä» die Pflege de« nationalen Bewußtseins durch VeranstaM von nationalen Feierlichkeiten und die Versendung von vis düchem unter daS Landvolk als VcreinSzweck bezeichnet o scheinen. Die Sozialistenriecher haben fich also wieder ein«« blamirt. Schweiz.. ,, Die„Franks. Ztg." meldet au« Zürich, den 14. Mai:» Folge der durch den Schlofferstreik verursachten Straße» tumulte und der vorgekommenen ungesetzlichen NücholP); find außerordentliche behördliche Maßregeln in AuSfickt f nommen. Die Meister haben fich durch hohe Konvention� strafen zum Widerstand verbündet. Schwede« uud Rotzwege«.. DaS schwedisch-norwegische„Zwischenrei ck s"-Gesetz, dm Erzeugnissen deS einen Landes Zollfteiheit in dem anve� Lande verleiht, hat bekanntlich seit längerer Zeit den GofP stand heftiger Bekämpfung seitens der Schutzzöllner � bildet. Nachdem die Angelegenheit vor dm Reichstag ß(%;, worden, beschloß die Majorität deS SteuerauSschusseS, die Hebung des Gesetz s zu beantragen, währmd die Minors,, eine Reoistsn desselben vorschlug. Der Reichstag hat gegen allen bisher gehegten Erwartungen in letzterem entschieden und in seiner gestrigen Sitzung in der eis, Kammer mtt 57 gegen 47, in der zweiten mtt Hk f 0 82 Stimmen die Revifion deS Gesetzes deschloffen. Frankreich. Ein« gewisse Anzahl revolutionärer Gruppm von und der�Umgedung haben, wie der„TempS" meldet�w�� 1 durch w ßnifreie FiankS 'in I. - DaS tzaupt nl tzewesen .Der «elcheS iheilt eil Pravent Susiizmi sei von faßt! Z «n gan » Die sason, Amifes �ufstanl Jahin a ceomlei Nicht eii Wirte Ä? wnblur Vorlegt M mc mff in der Rue du Temple gehaltenen Versammlung auS Anlaß deS Jahrestage« der Niederwerfung der 5lsw?,K eine Kundgebung am Pire.Lachaise zu veranstalten. paß wird am 27. Mai stattfinden. Man kam dahin ül>trtin' rfne die Gruppen fich nach dem Friedhofe begeben wOff' cMn Zttchen Aufzustecken oder Fahnen zu entfalten; M erst im Friedhofe gezeigt werden. Aus diesem Anlasse desÄ die Veranstalter der Kundgebung, ein Schreiben � y Minister deS Innern zu richten, in welchem ste crllaren- die Gruppen für die Aufiechterhaltung der Ordnung»vi wenn man fie nur im Innern des Friedhofes die Asz» tragen lasse, welche die einzelnen Gruppen kennzeichnen-.� � Wie der Korrespondent der„TempS" meldet, W dem ersten Tage der Eeemanöver zu Toulon, bei das Verhältniß der Panzerschiffe zu den TmpedoS u.0 werden soll, die vollständige Ueberlegmheit der Pavz» herausgestellt. Belgieu«_..../ In der Sitzung des Kommunalrathes zu Charte��, der Bürgermeister ein überstchilicheS ExvofS über die gel® jz# im Basstn staltgehabten Unruhen. Neu war nur die v zv vorgetragene Thatsach«, daß er selbst, begleitet von ein � putirten, am 24. Mörz— wo noch nicht die geriNgPL�i' gung gewesen— nach Brüssel gereist war und den minister persönlich um Verstärkung der „erzähle» Sie nur vorher die Geschichte; sagen wie ich geschafft und gearbeitet habe und ei» wie uy www jjemueiiw yuue www*•••-- Kerl geworden bin, und bitten Sie, daß sie ihr** böse auf mich ist und mir wenigsten« erlaubt, helfen." „Sie hatten ei» Kind, Jeremias?" „Ja, ei» Mädchen," sagte dieser kleinlaut. „Sie wird Herangewachse» sein— und kennt v nicht einmal.", „Lieber, bester Herr Graf, thun Sie mir de»„ z» „Lieber, bester Herr Graf, thun Sie mir° Gefalle» und rede« Sie nicht« wetter, ich verliere 1, kleine bischen Verstand— es ist wahrhastig uich>. � mir«och übrig geblieben ist— gehen Sie hinaus, werde indessen hier unten auf und ab laufen. „Aber wo ist den» da» HauS?" 'Hier muß e« Irgendwo sti«, dieS�ist- Straße, und— holla, sehen Sie wohl, Sie � �ei»«. da brennt meine orangefarbene Schwägerin eW»* � i> ich kenne fie an der Haartour— glücklicher®tl. un« nicht gesehen."..iw, „Gut, dann will ich ihr wenigstens Zeit las! Ei« zu brechen, lächelie Rottack;„kommen wolle» erst noch einmal die Straße hinab und«„ gehen, und nachher besuche ich Ihre Verwandte«.� „Und .Das ich laufe unterdessen hier Spießruth'®- � 0 fällt zu sehr auf. Dort drüben 0* g#' lokal," gehen Sie da hinein und setzen Sie sich**. iS«,* w.,* crwiM Im* aT�am"- daß Sie die Thür im Auge behalte».«>-.z .Das ist recht," sagte Jeremias, mit A j n, wa« ihm nur da» erste Bahnbrechev f.. Schrittes ersparte, und al« fie Fräulein Bas„„»ubr�JÜ Zeit gelassen zu habe« glaubten, ihre Neuigkei � i «•mW knM«(JriYt � kaJ# A aA LßW�'*'__.«ifl**» standen, wa» und zu dem Eingang de« Hause« zurücklehrte«,��, a � Rottack seine« nicht eben leichte» Gang an. � � dem erlassene« Rath zufolge, posttttt � Fenstir de« benachbarte» WirthShaust» u« beiJl a« Vmnfi?«» IIhW AoffawKm#* a A n«M iRlCV TtUlv danken und Herzensangst ei» GlaS Bier»ack Jfl ..f.%%%%%'&% � Pfeffer im zweite» Stock wohne, und wie er »»«Neris ZUenor &,'! jj»«8' Ht � tttoibtt Mnkn daran «.'S % i g KanM «ntmoi & Kolon! mit Ar ES Zmnki �onli '«ranki fiui I ß..36 I % % w »iiie a hi/ W k Minister versprach sie, aber eS geschah nichts. Am Jüinrz begannen die Unruhen. Die Kammer hat dai Gesetz, «mch welchtS den durch die Unruhen geschädigten Industriellen gn»f»it Darlehne auf 5 Jahre in Gesammthöhc von 1 Million ojanlS gewährt werden, genehmigt:eS hat sich aber nur "".Industrieller kür ein Darleben gemeldet. Da# beweist unseres EcachtenS, daß den Industriellen über- paupt nicht viel geschehen ist, sonst würden fie gewiß»ur Hand Vwesen sein. Der Bericht der Kommisston über daS Provokationsgesetz, «S», � Verleitung zum Aufruhr u. s. w. bestrafen will, JJ™«n geradezu unglaubliches Faktum auS den Kommisfiont- "«Handlungen mit. Die Kommisfion hatte, wie berichtet, die Praventivhaft abgelehnt, auch die Rechtsprechung durch Ge- ichworene wieder hergestellt. Daraus erklärte wörllich der jWttzminister, das wolle auch die Regierung, der ganz Text ??"on ihm eingebrachten Gesetzes sei auS Versehen falsch ge« '"BJ! DaS war der Kommisston denn doch zu stark; fie strich iwzen Paragraphen. w �ie Regierung erhielt, nach dem„Pest. Lloyd", Kenntniß o°voi,, daß Eozialisten am kommenden Sonntag eine große Manifestation in Roux veranstalten und die Gräber der beim Wand« gefallenen Arbeiter bekränzen werden. Militär wird Min abgehe?, überdies bewaffnen die GlaShüttenbefitzer ihr« Samten mit Gewehren. * Großbritannien« . yn Mr. Chamderlain'S Wohnung fand am 12. d. Nach- flnü00.estrvtn.— Am nächsten Tag fand in der Wohnung (ntü S 0na eine Versammlung von 130 liberalen und radt- VarlamenSmitgliedem statt, welche der Homerule-Bill -n� ch Kestnnt find. In derselben wurde eine Resolution in welcher erklärt wird, daß die Rede de« M°>SltkretärS deS Krieges Bannermann nichts in ihren An- "Wen bttüali� h-T hrnk. m der Bill geändert habe. der-»« Woolwich stnd heute 2 Millionen Patronen und an- sieKt«iV�uieiial«ach Dublin gesandt. Die Regierung °lso für unerwartete Ereignisse in Irland vor. UnterstaatSselretär der Kolonien, OSdorne Morgan, &%%%* owf eine Anfrage im Unterhaus?, die Vorschläge die in Bezug auf die N e u e n H e b r i d e n enthielten dreck« der französischen Regierung, daß st« keine Per« daran?"br nach dem Stillen Meer senden wolle, und knüpften setzun» x Ersuchen um die Zustimmung Englands zur Be- ÄaM-,,"Seutn Hebriden durch Frankreich. Das englische dem W der Anficht gewesen, daß ein Vorschlag, welcher Ende m 0:iktn von Verbrechern nach dem Stillen Meer ein zu Str. yb"' volle Erwägung verdiene, habe eine Zustimmung iulaiR eichs Vorschlägen aber nur unter der Bedingung für an»,'� gehalten, daß den Neuen Hebriden vollständiger Schutz sicke?5 ndige Freiheit der Religion und d«S Handel« ge- on£."�rde, daß ferner die Uederlaffung der Neuen Hebriden sei'."ireich von der Abtretung der Insel Ropa begleitet ft.rJftd daß endlich vorher die Anficht der australischen Der �ber die sranzöfischen Porschlage eingeholt werde. Rosebery habe in Folge dessen den fintwo/r Botschafter Wadvington benachrichtigt, daß eine die Ende deS Monats April nicht möglich und daß schlägen der australischen Kolonien zu Frankreichs Vor- Kolonien-?«? besten nicht wahrscheinlich sei. Die von den «it Ausnn�0�""K"VkN telegraphischen Antworten lauteten, land, unonÜrn bersenigen von NewEüdwaleS und Neu-See- habe dj. /ür Frankreichs Vorschläge. Lord Rosebery Worten'�fische Regierung von dem Charakter dieser Ant- ynt eme formelle Antwort. �»nkuno% yb'?- �tittagS kamen in Ostuni 1 Cholera- �lankuvn.n v EboleratodeSfall, in Venedig 7 Cholera« «krantunn!»"ffb 3 Choleratodesfälle, in Bari 3 Cholera« nßtn und 9 Choleratodesfälle vor. . Jnm,,, Rußland. bei Ten«„? wurden, nach dem„Berl. Tagebl.". feiten, kalk«. bie gleichen Sicherheitsmaßregeln für " y"�Äbalt angeordnet, wie zur KrönungSzm: Beauf- ______________.. Die Polizei jeglichen Zusammenlauf des Publikums, sowie »3�".«'chte, CT" habe, als.....-. r.... Testalt der Dame i« der frerlrch wußte er augenblicklich, wohin er fich zu er da« überraschte Geficht und die orange« Dame i» der freilich gleich wieder zu- Jlwen Thür entdeckte. ®isia70tta(* war aber nicht der Man», um schüchtern eine 0„°bzllwarten. Er ging ohne Weiteres auf die ?wez i'«opfte an und öffnete dieselbe auf da« laute, ((in, 7�sche„Herein!' Pfeffer'«. Dieser hatte nämlich Jlten ei, Schabt, in sein Zimmer zu gehen und de« %ll( �Alafrock auszuziehen, da er jvorher erst de» Vorsaal müssen, und drückte fich nun, als der Fremde w>Ick' volsichtig an der Wand hin, um diese« Fehler so "ch in: Abglich zu verbessern. Der Schlafrock war wirk' fct, J« fo desolaten Umständen. ? Hobe daS N-,an« "hen? 3nfe iaä Ae-gnüge«, mit Herrn Pfeffer zu «b- meru Fräulein, ich hatte schon vorher die Sn'�.Shre Frau Gemahlin? Ml'ch möchte um Aue« m oer-wer» "hne u"b muß so schon um Verzeihung bitte«, Bitte, bleiben Sie um Alles i« der Welt Sie f wohl WMM iiele��ue. fifte .uA« Sie fich nicht setzen. Herr Graf? ""«n und schritt»ach dem Fenster zu, , Stuhl zu holen.. 'ptttNo z?bvn. Mein gnädiges Fräulein 1" rief Rottack und � zuvor, während Pfeffer ew fauer-komische« Ge« rief um dort daS Erscheinen zu Pferd« zu verbieten. Zuwiderhandelnd« setzen fich einer Strafe von 500 Rudel resp. Arrest bis zu 3 Monaten auS. Die Bestimmungen stnd jetzt bereits in Kraft getreten. Balkauläuder. Nach Meldungen auS französischer Quelle wurden vom 11. bis 13. d. durch die Blokade der griechichen Küste elf Schiffe genöchigt in ihre AuSlaufShäfen zurückzukehren und fünf Schiffe wurden gekapert; österreichische Torpedoboote brachten zwei Kauffahrer an der Küste von Eudoa auf. Amerika. Die Chikagoer Polizei will Beweise dafür erlangt haben, daß die Anarchisten den Plan hatten, eine möglichst große Polizeimacht auf einen Punkt zu ziehen, um fie vermittelst Dynamit und anderen Waffen zu vernichten. Wäre die Ab- ficht gelungen, so würde man darauf zu Brandstiftung und Plünderung geschritten sein. Nur daS tapfere Verhalten der Polizei und einige wider Erwarten eingetretene Zufälle haben den teuflischen Plan vereitelt.— Die Legillatur deS Staates New Norl hat ew Gesetz genehmigt, welches die New- Korker Polizei um 500 Mann vermehrt.— In Milwaukee stnd nur noch zwei Kompagnien Miliz zur Aufrechlerhaltung der Ord« nung zurückgeblieben, daS übrige Militär ist zurückgezogen.— In einer in Chilago abgebaUcnen Versammlung der„Sicht« Stunden-Assoziation" bemerkte einer der Beamten de« Verein?, daß im Ganzen 60 000 Arbeiter ihre Forderung auf einen acht« stündigen Slrbeitttag durchgesetzt hätten.— Der Streik in dm Zuckerfiedereien in Brooklyn ist zu Ende, nachdem die Arbetter nachgegeben haben.— Die„KnightS of Ladour" haben an ver- schievenen Orten Beschlüffe angenommen» worin fie die Hand- tungSweise der Chikagoer Dynamttbolde verurtheilen. Der§451 des Kriminalkodex de« Staate« New Kork, auf Grund dessen der Anarchist Most verhaftet worden ist, lautet folgendermaßen:„Wenn drei oder mehre Personen fich ver- sammeln 1) mit der' Abficht, einen ungesetzlichen Akt mit Ge- walt durchzusetzen, oder 2) ihre Adstcht in einer Weise auSzu« führen, welche die Störung deS öffentlichen Friedens Herbeiführen kann, oder 3) damit drohen, oder Handlungen verüben, die zu einem Friedensbruch oder zur Schädigung von Personen oder deS Eigenthums führen können: so ist eine derartige Versammlung ungesetzlich und Jeder, der fich an derselben betheiligt, ihr Vorschub leistet oder fie an- geregt hat, ist eine? Vergehens schuldig. Dieser Paragraph soll jedoch nicht so ausgelegt werden, daß dadurch die Versammlung friedfertiger Personen zu gesetzlichen Pwecken, Protesten oder Petitionen verhindert wird." In einer am 23. April abgehal- tenen Versammlung deS„Internat! oralen Schützenbundes" hatte Most eine s wer üblichen Brandreden gehalten, in welcher er zu Mord und Blutvergießen aufforderte und den Arbeitern anrteth, fich Hirterloder, Revolver und Repetirgewehre zu kaufm, welche für 6— 10 Dollars resp. für 2'/, und 12'/, Dollars zu haben seien. Noch billiger sei e«, fich mit Knüppeln, die einen Halden Fuß länger als die Polizeiknüppel seien, zu be- waffnen u. s. w. Daraufhin hatte die Grand Jury, welche die Anklagen vorzubereiten hat und deren Verhandlungm geheim find, be schloffen, Most verhaften zu lassen. Dieser Beschluß wurde bekannt und Most versteckte fich; auch scheint der mit der Verhaftung desselben betraute Polizist sehr ungeschickt ver- fahren zu sein, wenn auch das, waS der„N K Herald" über die varmlofigteit dieser Geheimpolizisten erzählr, auf Erfindung oder Uebertreidung beruht. Vorgestern nun ist, wie bereits ge« meidet wurde, Most verhaftet worden. In dem Zimmer, wo er fich verstrckt hatte, fand die Polizei ew Gewehr, einen Polizei- knüppel, eine leere Dynamitdombe und ewige Bücher über die Fabrikation und den Gebrauch deS Dynamits. Ja Folge eine« von der New Kolter Zollbehörde w allzu« großem AmlSeifer gegen ein deutsches Schiff begangenen Ueder« griffeS ist auf Antrag deS deutschen Gesandten in Washington die Untersuchung eingeleitet worden. «sie«. Den„Nowosti" zufolge sollen dU Beziehungen zwischen Rußland und China wegen Feststellung der Grenzen sehr gespannt sein. DaS Blatt schreibt: Der partielle Erfolg der chinefischen Truppen in dem blutigen Drama in Tongking und besonders die entschiedene Niederlaae, welche fie dem Ge- neral Negrier bei Langsong beigebracht baden, haben drrchine« fischen Regierung eine übertrieben Hohe Meinung von der Kampffähigkeit der Armee des himmlischen Reiches beigebracht, den gewöhnlichen Stolz und den Dünkel derselben wieder gehoben und die Furcht, welche fie bei aller Selbstüberhebung doch stets vor der europäischen Kriegsmacht hatte, verscheucht. Die Franzosen konnten, trotz aller ernstlichen Bemühungen, fich nicht mit den chinefischen Milizen messen und der Frieden war keine Folge einer Niederlage der Chinesen, sondern der glän« zenden Siege der letzleren. Der franko- chinesische Krieg hat dem europäischen militärischm Einfluß in Peking einen ent« schievenen Schlag versetzt; dazu kommt noch der von Jeder- mann«ingestandene Erfolg, den die deutschen Jnstruktoren hinsichtlich der Organisation und Einübung der ckwestschen Truppen gehabt haben, und daß die chwestsche Regierung fich ficht bei de« Worte„gnädiges" zog, den Moment aber auch benutzte, zur Thür hinaus zu fahren—„Sie. erlaube« mir wohl... Er hatte den Stuhl erfaßt, als fei« Blick auf die Ar- beit Henrietten« fiel, die«eben ihrem Arbeitstisch in Sagst. licher Spannung aufgestanden war. „Ah, mein liebes Fräulem, wie reizend und gefchmack- voll Sie arbeite« l Die Blume« könnte« wahrhaftig eben so gut in Pari« gemacht sei«— der Kranz ist prachtvoll I" „Sie sind zu gütig, Herr— G-af," flüsterte Henriette beschämt und tief erröthend—„ich habe sehr rasch daran arbeiten müssen." „Wirklich vortrefflich," fuhr Rottack fort, de» Schmuck aufnehmend und gegen das Licht haltend. „Nicht wahr, Zettche» arbeitet hübsch?" sagt« Fräulein Basfini, die ebenfalls zum Tisch getreten war und sich in dem Lobe der Nichte mit geschmeichelt fühlte—„ja, da« macht ihr Keine hier nach— und so rasch, Sie glaube» es gar nicht!" (Fortsetzung folgt.) An« Kunst«ud leben. Im Deutschen Theater wird heute, Sonntag,„DaS Ur- blld de» Tartüffe, und morgen, Montag.„Die Räuber" gegeben. Den„Kail Moor" spielt an diesem Abend Herr Karl Ernst vom Deutschen LandeS heater in Prag als»weite Gastrolle. Mittwoch, den 19. d. M. blewt da« Theater de« Bußtags iffi- ÄÄ dringt das Repertoire dieser Woche noch Auffübrungen von „Ew Tropfen Gift" und„Der Widerspenstigen Zabmung". Projekttrte« Repertoire der Königlichen Schansptsl« vom 16. bis 23. Mai 1886. Im Opern Hause. Sonntag, den 16: Di« Jüdin; Montag, den 17.: Marie, die Tochter deS Regiments. Wiener Walzer; Dienstag, den 18�: Johann von Lothringen: Donnerstag, den 20.: Die Zauberflöte(letztes Auftreten des öerrn Kicke); Frertag, den 21.: DaS hübsche Mädchen von Gent; Sonnabend, den 22.. Rrgolet o; Sonn« WWÄWMK »■.«. äää ß die Dunganen in der Nachbarschaft von Kuldscha gegen die Chinesen erHoden haben. Gerichts-Zeiwng. t Ein Diebstahl, der kein zu wetthvolle« Objekt detraf, hatte doch eine empfindliche Strafe für die Diebe zur Folge. Am 21. März d. I. war dem Fouragehändler Sch. ew P'erde» geschirr gestohlen worden. AIS Diebe wurden zwei vieldestrafte Menschen, D. und K., ermittelt, die auch in der gestrigen V i« Handlung vor der Strafkammer Ii deS Landgericht« vollkommen geständig waren. K. hatte auS dem offenen Pferdestall daS Geschirr herausgeholt und eS über den Zaun des Gru'id« stücks seinem Genoffen gereicht. Außerdem hatte fich K. noch gegen die Anklage zu verantworten, ein leeres Petroleumfaß im Werthe von 4 M. einem Kaufmann in Moabit gestohlen zu haben. Diese That stellte K. in Abrede und behauptete, das Faß am Norvhafen mitten auf der Straße eines AbendS ge- funden zu haben. DaS Gegentheil konnte ihm nicht bewiesen werden und so erfolgte bezüglich dieses PuekteS seine Frei- sprechung. Für die erste gemeinschaftlich verübte Tbat wurden K. und D. zu je 2 Jahren Zuchthaus und den Nebenstrafen verurt bellt. Ei« eigeuthümlicher Fall von SountagSentheiltgung lag der 96. Abtheiluna des hiesigen Schöffengericht« zur Beur« theUung vor. Der Angeklagte, Bierfahrer Miel«, war an einem Sonntag Vormittag während der Kirchzeit mit seinem mll leeren Flaschen gefüllten Wagen die Memelerstcaße entlang gefahren und hat dadurch ein stärkeres Geräusch verursacht. Die Polizeibebö.che und die Amtsanwaltschaft erblickten in diesem Fahren die Ausübung eines geräuschvollen Gewerbebetriebs, welcher an Sonn- und Festtagen verboten ist, und beantragte die letztere eine Strafe von 1 M. Der Gerichtshof«kennte auf Freisprechung deS Angeklagten, da er in dem bloßen Fahren deffelben nicht die Ausübung eines GeschästSdetriedS «blicken konnte. Wichtig für Mitglieder von Krankenkasse«. Der Tischteraeselle B. wurde am 28. Mai 1885 in Folge einer Ver» letzung der Hand mittelst eine« SchuffeS in daS städtische Krankenhaus zu H. aufgenommen, daselbst verpflegt und Srzt« ltch dehandelt, wofür 56 Mark Kosten erwuchsen. Die O ts- krankenkaffe der Tischler« und Stuhlmachergesellen zu H. oer» weigerte der Stadtgemeinde daselbst die Erstattung der 56 M., und klagte daher letztere gegen dieselbe auf Erstattung diese« Betrage«. Die Beklagte wandte hiergegen ein. daß der v. fich vorsätzlich die Hand verletzt habe, und die Aufnahme deffelben in da» Krankenhaus nicht auf Anordnung ihres Kassenarztes und Kassenvorstandes erfolgt sei, hiernach auf Grund der§§ 13 und 15 threS KaffenstaiutS thr eine Verpflichtung zur Er- stattuna des in Rede stehenden Betrages nicht obliege. Der Bezirksausschuß zu Magdeburg erkannte am 19. De« zemder 1885 dem Klageantrag« gemäß au« folgenden Gründen: Nicht aus Vorsatz, sondern durch unvorstchtige Handhabung einer Schußwaffe habe fich der B. verletzt. Nach§ 28 deS KrankenkrssengesetzeS vom 15. Juni 1883 behalten Kaffenmitglieder, welch: erwerbslos werden, für die Dauer der ErwerbSlostgkeit, jedoch nicht für einen längeren Zeitraum als fie der Kasse angehört haben, und höchstens 3 Wochen ihre Ansprüche auf die gesetzlichen Mindestleistungen der Kaffe. Der infolge der Verwundung erwerdSloS gewordene B. gehört der beklagten Kasse noch als Mitglied an, mi.hin steht demselben hiernach ein Unterstützungsanspruch an dieselbe zu, welcher nach§ 57 Abs. 2 a. a. O. auf die Stadtgemeinde H. im Betrage der geleisteten Unterstützung, gegen deren Höhe ein Einspruch nicht erhoben, übergegangen ist. Die Bestim« mung de»§ 13 deS KaffenstatutS, wonach ein Kaffenmttglied nur Anipruch auf freie ärztliche Behandlung und Verpflegung im Krankenhause hat, wenn die Aufnahme desselben auf Ver« anlassung de« KaffenomstandeS und Kassenarztes erfolgt, ist für die Klägerin ohne Bedeutung. Zur Erstattung der 56 M. ist hiernach die Beklagte gesetzlich verpflichtet, und muß daher deren Verurtheilung hierzu erfolgen. Auf die auf Verletzung reS§ 13 deS Kaffenstatuts gestützte Revifion der Beklagten ertanote daS Ober- Verwaltungsgericht(Ii. Senat) am 25. März 1886 unter Zurückweisung derselben auf Bestätigung der Vorentscheidung._ soziales«nd Arveiterbemegnng« Zur Unfallverstcheiung. Mit Rücksicht darauf, daß e» in der letzten Zeit mehrfach vorgekommen, daß BerufSgenoffcn« fchaftsoorstände bei dem Ei laß von Strafverfügungen die gesetzlichen Bestimmungen außer Acht gelassen hatten, hat dai Reichs-VerficherungS Amt ein Rundschreiben erlassen, in welchem eS u. A. heißr:„das R-V. A. steht fich demnach ver« anlaßt, den BerufsgenoffenschaftSrorständen nochmals zu empfehlen, unter strenger Wahrung der gesetzlichen Vorschriften, Waldemar: Freitag, den 21.: WaS ihr wollt; Sonnabend, den 22.: Die Journalisten(Herr Droescher als Gast); Sonntag, den 23.: Ttlli. Sperl— Treptow. Heute findet in diesem an de: Spree so schön gelegenem Elabliffement die definitive Eröffnung dir Sommersaison statt. Die umfassendsten Vorkehrungen stnd ge« troffen, um die Saison zu einer glänzenden zu restalten. Van den hier auftretenden Spezialitäten wollen wir nur daS urkomische Duettistenpaar 81. Gclvner nebst Frl. Bochmann, den indischen Jongleur und Gaukler Sidy Said, die Gymnastiker- truppe Wallini- CorteS, welche im römischen Ringen-! Vor« treffliche« leisten sollen, sowie der lyrischen Sängerin Frl. Fanny Hertel und deS Duetiftenpaares Moritz und Frl. Rosfi er- wähnen. Am Montag, den 17., wird die Luftgymnastiker- gesellschast BcotherS, Charles und Maximilian gastiren. Der Eintrittspreis ist durchaus niedrig normirt und wird so dem größeren Publikum die Gelegenheit geboten, für ein Billige» fich amüfiren zu können. Schweizer Garten. Durch Beschleunigung der Einrich- tungSarbeiten ist«8 ermöglicht worden, daß die diesjährige Sommcrsaison im Schweizer- Garten schon am heutigen Sonn» tag beginnen kann und treten die theilwetse schon eingetroffc» nen Spezialitäten zum ersten Male auf. Militär. Konzert und Theatervorstellungen wechseln mit ihnen in bunter Reihenfolge ad, während die Zwischenpausen durch Tanzkränzchm im Felsen« saal sowie allerlei Volksbelustigungen ausgefüllt werden. Die interessante Reise durch Algier im Kaiser-Pano« rama, Passage, erregt solch vielfache Bewunderung von Jung und Alt, von Hoch und Niedrig, daß in den Abendstunden oft kaum ein Platz zu haben ist; neben diesen Sehen» würdigkellen gelangt der zweite ZykluS von der malerischen Schweiz zur Autstellung. Die soeben erschienene Nr. 10 von„Mode und Hau«", praktische illustrirte F.-auenzellung(Deutsche Verlags-Gesellschoft Dr. Ruffak u. Ko. in Berlin, QaartaiSabonnement 1 Marl), bietet sowohl in dem mit Modeabdildungen und Handarbeiten« DesstnS reich illustrirten Hauptblatt al» in der belletristischen Betlage eine Fülle von Neuem und Interessantem. Letztere bringt alS Titelbild in einem auS dem Atelier des Verlage« hervorgegangenen vorzüglichen Holzschnttt.Charlotte Frohn al« Theodora", ferner eine hamoristische Original-Zeichnung „Im wunderschönen Monat Mai" und ein effektvolles Genre« btld nach dem Gemälde von Otto Horn„Gute Nacht". Dem praftischen Hauswesen ist in„Mode und Haut" wiederum eine hervorragend« Stelle eingeräumt. all» nm in solchen Fällen von ihrer Eirafgewalt Sc uch zu machen, in welchm die Mitgliedschaft de» betrefftn» den Unternehmer» durch vorherige eingehende Ermittelungen festgestellt oder durch eine ntchl angefochtene Eintragung in S GenossenschastSkataster konstatirt ist.(Vergl.§ 106 Absatz 1 a. a. O) Dabei werden die Genoffenschasttvorstände wohl daran thun, ihre Strafbefugnis nur mit weiier Be- fchiänkung zu handhaben und im Allgemeinen nur da Strafen zu verhängen, wo die Pflichtoersäumniß auf bösem Willen ober grober Nachläsfigkeit beruht. Die» gilt tntdesondere auch von der Verhängung von SKafen gegen Betriebsunternehmer, welche den ihnen obliegenden Verpflichtungen in Betreff der Eir reichung der Arbeiter- und Lohnnachweisungen, sowie hin« fichtlich der Erstattung der Unfallanzeigen nicht rechtzeitig nach« tommen. Die SektionSvorstände und Vertrauensmänner find gefälligst, soweit nöthig, dahin zu verständigen, daß fie fich bei ihren Anträgen auf den Erlaß von Strafverfügungen von den gleichen Gestchtspunkten leiten laffen und die Vermögen»»«« hältniffe der zu Bestrafenden bei ihren Etrafoorschlägen jede»« mal mit in Rechnung ziehen. Mit welcher Brutalität die BaugewerkSmeister gegen ihre Ardeiter vorgehen, da» zeigt ein Verband der Baumeister tn Dresden. Nach der„Freis. Ztg.", die in dieser Richtung nicht» weiter al» da» Sprachrohr der„Baugewerkszeitung" ist, verpflichten fich die Mitglieder gegen eine Konventional« strafe von 1000 R., nicht über die vom Verbände festgestellten Moximallöhne(für Maurer und Zimmerer 35 Pf. pro Stunde) zu gewähren. Arbeitnehmer, welche fich al»„wühle- risch" erweisen oder durch Worte oder durch ihr Verhalten die übrigen Arbeiter gegen Verbandsmitglieder aufreizen, oder welche ohne kontraktmäßige Kündigung den Arbeits oerttag brechen, find in eine schwarze Liste einzutragen, und dürfen von keinem anderen Verbandsmitgliede wieder in Arbeit genommen werden, bezw. find nach erhaltrner Anzeige zu ent- lassen. Bei partiellen Streiks ist den davon betroffenen Ver- bandtmitgliedern von den übrigen die nothwendigste AuSHUfe durch die Zuweisung eigener Arbeitnehmer zu gewähren.— Was sagen die Regierungen gegen solche planmäßige Auf- Hetzereien den Arbeitern gegenüber?! Weibliche Bahnwärter werden versuchsweise bei den preußischen Staatieisendahnen angestellt. Vorläufig fungiren Zu Kreiburg i. B. soll die Stteikkomi gehilfen vom Polizeianwatt wegen— V i zu stebentägiger Haftstrafe verurtheilt wordl dieselben nur bei den Ntveauübergängen, bei denen ste die Barrieren schließen und öffnen. ES sollen meist Wittwen von Eisenbahnbeamten sein. Wenn diese Wittwen Kinder haben, so dürfte diese Einrichtung durchaus gegen daS soziale Staat»- interesse verstoßen, da die Kinder unerzogen heranwachsen müssen und somit keinesfalls tüchtige Mitglieder der Gesellschaft werden. Stteikkommisston der Glaser- rn— Vagabondireni stebentägiger Haftstrafe verurtheilt worden sein! Fünf der ktreffenden traten die Strafe sofort an, während einer die gerichtliche Entscheidung angerufen hat. DaS ist ja eine äußerst bequeme A:t, die Streiks zu Gunsten der Unternehmer zu wenden. Die Adpretnrgehilfen und Eammetscheerer in Cre- seid habm in einer ungemein zahlreich besuchten Versammlung folgende Resoluttonen gefaßt: 1. Ei wird mit dem 1. Juni d. I. ein Normalarbeititag von zehn Stunden pro Tag eingeführt. 2. Der M i n i m a l l o h n s a y für den Avpreturgehilfen sowie für dm Sammetscheerer deträgt 18 M. pro Woche. 3. Der Lohn für die Uederstunden richtet fich nach dem Wochenlohn. Er wird mtt 5 Pf. pro 3 M. berechnet. Femer soll die SonntagSarbeit gegen den Lohn der Woche doppelt berechnet weiden. 4. Um Lohnunterbietungen von Seiten junger unerfahrener Appreteure und Sammetscheerer vorzubeugen, fordern wir die dreijährige Lehrzeit. Die Resolu« tionen fanden bei den Anwesenden einstimmige Annahme.— Eine Kommisfion soll diese Beschlüffe den Ardeitgebern unter- breiten. Die Forderung unter 4. berührt übrigen» merkwürdig, da fie den allen Zunftzopf bei dm übrigen so zeitgemäßen Forderungen noch verräth. Crefeld ist katholisch und so mag der Biehl-Schorlemelsche Einfluß noch nicht vollständig dort gebrochen sein. Doch auch dafür wird die Zeit bald kommen. Eämmtlrche Schrauben- und Faeondreher der Firma Erdmann und Groß, Brandendurgstr. 80, habm die Arbeit niedergelegt und ersuchen die Kollegm, den Zuzug fern zu halten. Der Streik der Zimmergeselle« in vrauuschweia ist jetzt ein allgemeiner geworden; sämmtliche hier in Arbeit stehm- den Gesellen, 400 an der Zahl, beflndm fich im Ausstand. Streik» in Nordamerika. Nach einem Bericht vom ZensuSdureau zu Washingten betrug die Zahl der Streiks im Jahre 1880 in Nordamerika 762, davon entfielen auf Pennsyl» vanien 304, auf New-Aork 104, Ohio 93.— Die Stahl- und Eismindustrie betrafen 236 Ausstände, Kohlenbergwerke 158, Textilindustrie 46 Zigarrenfabr km 42, Baufach und Transport je 36, Presse 28, Glasindustrie 27, Pianofabriken 14, Schuh- und Stiefelfadriken 11.— 503 Ausstände bezw ckten eine Lohnerhöhung herbeizuführen, 77 richteten fich gegen bead- fichtigte Lohnheradsetzungen. Uereine und Uersammwnge«. * Fachverein der Tischler. Heute(Sonntag) findet ein gemeinschaftlicher Auiflug mit Damm nach Königs« Abfahrt ftüh 8 Uhr 30 Minuten Diejenigen Theilnehmer, welche »o« de« von Berlin adgehmdm Zug benutz« fterhausen ad- Wusterhausen statt. GSrlitzer Bahnhofe. 12 Uhr 30 Minuten wollen, werden vom Lahnhofe in Kör.tgS-Wll geholt. * Fachverei« der Böttcher. Montag, den 17. SM Abends 8V» Uhr: Versammlung bei Heise, Lichtenbergerstr.A. Tagesordnung: 1. Die Arbeitseinstellung in Hamburg und Itzehoe. 2. Verschiedenes. Neue Mttgliever werden aufgv nommen. Zentral- Kranken« und Sterbekasse der Tischler (OerUtche Verwaltungsstelle Berlin G.) Sonntag, den 16. SM Vormittags 10 Uhr, Mitgliederversammlung in Keller'S Lokal, AndreaSstr. 21(oberer Saal). Tagesordnung: vom 1. Quartal 1886. 2. Verschiedene».—! legllimirt. ♦ Berein zur Wahrung der Interesse« der Tischler. Montag, den 17. Mai, Abend» 87« Uhr, Naunynstraße Ü Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Vereineangelegen- hellen und Verschiedene». Aufnahme neuer Mitglieder. HlU» (Sonntag) veranstaltet der Verein eine Herren Fußpartie im® dem Grunewald. Abfahrt Morgens 5 Uhr vom Schlestsü« Bahnhof. Für Nachzügler Abfahrt früh 8 Uhr vom 8«! balter Bahnhof.— Treffpunkt und Rendezvous Bahnhai Grunewald. * verband deutscher Zimmerleute, Loksloerdand Berlin West. Montag, den 17. Mai. AdendS 8 Uhr. sammlung in Gründet'» Salon, Schwerinstr. 26. Tag«' ordnung: 1. Vortrag. 2. Wahl de« 2. Vorfitzendm. 3.2)* schiedene» und Fragekasten. Nur Zimmerleute halben Zutriu — Der Lokaloerband Berlin-Moabit hält ebenfalls am SRa1" tag Abends 87, Uhr tn Donath'« Lokal. Alt-Moabit 90. Versammlung ad mtt folgender Tagesordnung: 1. Die bewegung. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten.— Der verband Berlin-Ost tagt am Dienstag, dm 18. d. M, Aden» 8'/, Uhr, im Lokale ProSkauerstr. 37/33. Tagesordnung- 1. Vortrag. 2. Geschäftliches. 3. Verschiedenes und Frag!' kästen. Neue Mitglieder werden in allen Versammlungen aat' genommen. * Oessevtliche Versammlung der Maler Berlik Sonntag, den 16. Mai, Vormittags 9 Uhr, in Gratwtil' Bierhallen, Kommandantmstraße. Tagesordnung: 1 f4* Vorgehen der neugewählten Lohnkommisfion und Stelluw nähme der Maler Berlins zu derselben. 2. Verschiedenes. * Arbeiter« Bezirksverein für den Osten BerM Heute(Sonntag) gemülhlicheS Beisammmsein der MitalWss mit FamUie bei Jacobi(Landsberger Bierhallen), LandSI straße 82. « £ L < 0 K 1. Geschäft: Zimmcrstraße Rr. 3». Die von Mitgliedern des Fachvereins der Schneider gegründete UrMtiv-ii. RlWffgklchtlisW der Schmidn zu Berlin(E. GK) reichhaltiges Lager nd Knöpfe. Kerren-Harderoöeu empfiehll ihr Lager fertiger Aerreu-Garderobe, sowie ihr in- und ausländischer Stoffe, ebenfalls Futter, Borte und 1245 jeder Art werden nach Maaß angefertigt. Der Dorstaud«nd" 2.# c f dj Bf Schönhauser Alice 182. 'Omribuk Haltest, am Scbönh. Tbor. Im Hause d. Badeanst. pari. 15000 Sommer-Paletots, 8, 10, 12, 15- 25 Mk.(Pracht Exemplare). 12000 elegante Rock- u. Jaqnelt-Anzttge, beste Stoffe, von 10— 36 Mk, 5000 Damen-Mantel«nd Spitzen-Mantelets vom einfachsten bis z. eleganten. Knaben-«nd Knrfchen-AnzSge in gediegenen Stoffen v. 4 Mk. an. Schwarze Tuch- und Kammgarn. Anzüge, Röcke, Hosen(auch getragene), Lustre- u. Drell Sachen, Restaurant Ferd. Milan, Wiener- Straße 31, empfiehlt allen Freunden und Bekannten sein neu rerovirteS Weisn- und BalriHch-Bler-I.okal. 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Auf der TageSoidnung steht lediglich die zweite Berathung brr«reit- und P rovinzialordnung für die Provinz Westfalen. Beim§ 1, welcher bestimmt, daß die«reife in ihrem �Sen Umfange alt Verwaltungtbezirke bestehen bleiben, Abg. v. Lchorlemer: Wir haben hier eine radikale out Westfalen vom Osten ber gebrachte Vorlage vor unt. uch habe mich bei der Stellung von Amendements auf �".Minimum beschränkt, denn ich weiß, daß ste doch nicht Auistcht auf Annahme haben. Der Westkalc ist lönigs- .reu, konservativ, dem Neuen auch nickt abgeneigt, oder ein Feind allen ExperimentirenS. Run ist ja richtig, N die alte ständische Gliederung in Wist'alen in die Zeit �cht mehr paßt. Eine größere kommunale E-ldstständigkeil ist N» von den Vertretern der Provinz häufig gewünscht worden. 'neilich ist nicht zu verkennen, daß dieses Geiey, indem eS die ti sche Gliederung beseitigt, doch gewisse Privilegien auf- «cht erhält oder neu einführt. Die Vorlage beschneidet unsere Mmunale Selbstständigkeit. Wenn die Krcikordnung so G«. n? wird, wie fie fich nach den Beschlüffen der Kommisston oder z�Lttrenhauset gestaltet hat, so wird dieselbe in der Provinz «»Walen mit großem Mißtrauen aufgenommen werden. Diese bringt nur eine Schein-Selbstoerwaltung. Selbst die 'Mührung deS allgemeinen Stimmrechts wäre nicht so radikal ?den worden wie diese Vorlage. Unsere bisherige Pro- zdiialoidnung hat fich als mustergtltig und sparsam bewährt. Li"iue Vorlag: dagegen verkümmert die bisherigen Frei- E??.0tr Provinz und enthält außerdem einen systematischen ' M in die bestehende Landgemetndeordnung. VoriT v. Puttkamer: Bei der Beurtheilung dieser sond»? M man fich nicht auf den Standpunkt deS Westfalen, fcerr Gesetzgebers stellen. Außerdem bestreite ich, daß unb>, in lchorlemer die Mehrzahl seiner LandSleute vertritt f°l,» � dies Gesetz, wie er durchblicken ließ, ein gegen West- Mm*.J�chlete««ampfgesetz sei. Aehnliche Einwendungen ja auch früher bezüglich Hannover und Heffen-Naffau • Wer zweifelt denn an der KönigStteue der West Diese Eigenschaft kann fie doch nicht hindern, für dieS fg zu stimmen und selbst eingewurzelte Eigenthllmltchketten »u Gunsten der Einheitlichkeit auf dem Altar deS Vaterlandes L�lern. H«rr v. Schorlemer sprach mit Unrecht von gesetz- h.,?schem Experimentiren. Nach der Meinung der Regierung 6im.l i Kreit- und Provinzialordnung in den alten Pro- derri ni» AW* eines Jahrzehnts nicht als Erperiment, son- wiesen �- wohldewährter, staatSmännischer Gedanke auSge- nur tonl.n,>?."�erc Ausgestaltung für die anderen Provinzen Westfalen»�? Daß die bisherige Provinzialverwaltung bestritten 4., wustergiltige und sparsame war, wird nicht und wirk.-- ja nur die Organisation verändert werden, Auf de«» ffen? die bisherigen Beamten für diese zu gewinnen. bie MtWV, des Herrn v. Schorlemer, daß diese Vorlage doch sg?>5° kommunale Selbstständigleit beschneide, bin ich »altuna»,! LvezialdiSkusfion sehr neugierig. Die Selbstver. �eitert Gegeniheil in den wesentlichsten Punktm er- . NüttWungm deS Herrn v. Schorlemer al �erbandes der Großgrundbefitzer und Industriellen bezflaUrf,§ ebenso unbegründet erweiien, wie die früheren AW vamwverS. Auch hier bat man fich im Laufe der her, n t daß die neue Selbstverwaltung kein Schein ist. lürcht.:, �aelemer, der sich so sehr vor der RegierungSgewalt iXluer J doch anerkennen, daß die Vorlage eine Schutz- «»gM etwaige Willkürlichkeiten aufrichtet. Daß die o%uS% ST'il systematischen Einbruch in die Landgemeinde- Wk«1 Westfalens enthält, bestreite ich. Der Herr Redner biele.% j�er über die fteifinnige Partei beklagen, welche in bitten q.�bung Amendements gestellt hat. Ich kann Sie nur & hl, Ä«» Bedenken nicht allzuwesten Raum zu geben und Vorlage im Jnterefie der kommunalen Selbstständigkeit �°l«NS w stimmen.(Beifall rechts.) Ucn? KerUner Sonntagsplauderei. C. Wenn draußen die Kastanie« in ihrem weiße« W �schmuck sprangen und selbst die saftig grüne» Bäume �t<».i? Straßen noch nicht mit der monotone», graue« überzogen find, dann blüht für die barmherzige« sei». 5�? der Werzc«. dann feiert der WohlthäiigkeitSfia« dann zeigt der Reiche, daß er ei» Herz hat für «rteo,,®*" seiner Mitmenschen, welche nicht mit TlückSgüter« �Nfiftd.„Ferienkolonien- heißt da« große Aitfo, m Landpastoren und Rittergutsbesitzer, wohl- Rentier» und andere Hungerleider gleichmäßig in L. Z«ei dasselbe thun, ist es«och lang« mcht °— so lautet ei« alter Spruch, und wer heute em «ber Jl8®* besonderen HerzeoSgüte erscheinen will, sammelt .'»ea.�.wwmcln für arm« Kinder, damit auch sie sich er» Utters�?? ssiirken an der freie» Natur, damit auch sie de» einem lernen, der da herrscht zwischen der Luft Hinter hause und de« wellenumspülten, {blin&®le" Gestaden der Nordsee. Daß der Name der m in? und Veranstalter der Sammlungen so neben» gitn aiJlBe�nBlen Zeitungen genannt wird, thut der Frage Kelief ii A' suuder» e« giebt ihr höchsten« das«öthige Alle, u.» dennoch! Die Zeiten liege« nicht allzuweit �inw löblichen Zweck, t« sollte eintge« Geld, ab'u WcikV bre Zuthaten der Reklame, zu einem an sich &« L6!WPeueti w.rden; nun. der Mensch denkt- W,i tticS« o manchmal ander«. E« ist eben etwa« alle« dasselbe thun. Man will dem Arbeiter tvö 8 kann-«.«» etwa« schenke«, damit man nachher Undankbarkeit ist ein« sehr schlechte Eigenschaft, PräfiZent v. Köller macht darauf aufmerksam, daß in der zweiten Berathung eine G-neraldiSkusfion nicht mehr statt- finden dürfe. Er bittet deshalb die folgenden Redner, fich auf den Inhalt der Paragraphen zu beschränken. Die Adgg. Richter und v. Heereman glauben, daß es doch wohl gestattet sein müßte, auf die allgemeinen Aus- sührungen de« Herrn v. Schorlemer und des Ministers zu antworten. D-r Präsident ist bereit, auf Wunsch deS Hauses für diesmal eine Ausnahme zu gestatten, wogegen jedoch Zu- rufe von den Nationalliberalen und Konservativen Widerspruch erheben. Abg. Büchtemann: Meine politischen Freuude stehen der Ausdehnung der Selbstverwaltung auf Westfalen günstig gegenüber und würden gern für dieses Gesetz stimmen, falls unsere in der Kommisfion abgelehnten, aber von unS im Plenum erneuerten VerfaffungSanträge angenommen würden. Falls die'elben aber abgelehnt werden sollten, müßten wir gegen das ganze Gesetz stimmen. Abg. Brüel bestreitet dem Minister, daß die Ausführung der Selbstoerwalmng in Hannover fich so leicht habe dewerk- stelligen laffcn. Vom Prästdenten zur Sache gerufen, verzichtet Redner auf« Wort. § 1 wird angenommen, ebenso ohne DiSkusfion die§§ 2 biS 7, welche von der Veränderung der KreiSgrenzen und Bil- dung befondrrer Stadtkreise handeln. Zu§ 8, welcher die Bestimmung trifft über die Verpfl-ch. tung zur Annahme von unbesoldelen Aemtern und die Gründe der Ablehnung, liegt ein Antrag deS Abg. G n e i st vor, wel- cher bezüglich der Ehrenämter des AmtmannS und des Beigeordneten auch die Giöße des GeschäftSumfangeS des betreffenden Ehrenamtes al« Ablehnungsgrund anerkennen will, wenn nach dem Ermessen deS KreiS- Ausschusses der Ge> schäftSumfang die an ein Ehrenamt zu stellenden Ansprüche übersteigt. Der Antragsteller führt auS, daß durch eine solche Bestimmung am besten verhindert würde, daß die Ehren- Smter von ehrgeizigen Personen, denen e« weniger um die amt- liche Pflichterfüllung, als um die Befriedigung ihrer Eitelkeit zu thun ist, angestrebt werden, auch wenn die amtlichen Geschäfte über daS Maß hinausgehen, welche« man von einer ehrenamt- lichcn Verwaltung dilligerweise verlangen könne. Bei einem solchen Verfahren könnten die allzu umfangreichen Aemter au« dem Kreise der Ehrenämter ausgeschieden und in besoldete verwandelt werden, während für die übrigen die unbesoldete ehrenamtliche Verwaltung die Regel bleiben würde. Minister v. Puttkamer erkennt an, daß in den östlichen Provinzen die Verpflichtung zur Uebernahme ehrenamtlicher Amtsvorsteherschast allerding« günstig gewirkt habe, denn in den östlichen Provinzen habe diese» Amt nicht einen solchen Umfang, daß e« nicht ein GuiSbefitzer eS neben der AuSübnng feine« bürgerlichen Berufs versehen könne. In Folge dessen sei auch in den östlichen Provinzen von den Strafen, welche die Ablehnung eines solchen Ehrenamtes zur Folge haben soll, fast niemals Gebrauch gemacht. Anders aber liege eS in Westfalen, wo im Laufe der Jahre den Amimännern, die außerdem viel größere Bezirke unter fich hätten, al« die AmtSvorsteher in den östlichm, eine Menge von lästigen Geschäften aufgebürdet worden seien, die nicht im Nebenamte von jedem Privatmaune erledigt werden könnten. Der An- trag deS Abg. Gneist würde deshalb nur auf dem Papier stehen bleiben. Abg. v. Liedermann spricht fich gegen den Antrag Gneist auS. Abg. v. d. Reck spricht fich für den Antrag aus. Abg. R i ch t« r: Od da« Amendement Gneist angenommen oder abgelehnt wird, scheint mir gleichgilttg. AlS die muster- Haft reaktionäre Landgemeindeordnung für Westfalen, eines der schlechtesten Gesetze der LandrathSkammer(Heiterkeit recht«), berathen würde, äußerte schon der Abg. v. Mallinckrodt, daß er praktisch sehr wenig Werth auf die Institution der Ehrenamtmänner lege. Nach oben bin find die Amtmänner dem Landrath gegenüber nicht seldstständig genug, sondern mehr nur Kommiffarien desselben, zumal durch den KreiSauSschuß die Macht deS Landrath« demnächst noch gestärkt wird. Nach unten ist der Am mann auch mit den Geschäften der einzelnen Gemeinden in Folge eben dieser schlechten Landgemeindeordnung geradezu überlastet und trägt noch dazu für alle Einzelheiten der kommunalen Verwal- tungen innerhalb seine« AmteS die Verantwortung. Dar- man vergißt dabei nur, baß sich auch unter der Arbeiter« bluse etwa« regt, rra« man bei„gebildete« und feinen" Leute» Ehrgefühl nennt. Man hat e« aller Wahrscheinlich. keit nach nicht gern, daß auch der Arbeiter seine wenigen Groschen mit beiträgt zu einem Werke, welche» auSschließ» lich seine» Kindern zu Gute kommt. Vielleicht macht eS sich nicht schön, wenn w den Listen unter de» Namen der Kommerzienräthe, Bankier», Rittergutsbesitzer und Kon- fistorialräthe die Bezeichnung eine« ganz gewöhnliche« Ar» beiter-BezirkSverein« figurirt; da« giebt der Sache nicht die gehörige Weihe, im Tegentheil, so etwa« di«kreditirt nur ein wirklich„feine«" Unternehmen. Aber dafür habe» auch jene Herren die Genugthuung, daß ihre„Wohlthaten" in der richtige» Weise gewürdigt werden, und daß sich kein Mensch über ihre eigentliche« Ziele täuscht. So geht e« in der Welt; wa« dem Einen Freude bereitet, ist dem Andere» bitterer Verdruß. Wer an gewisse Vorkommnisse Betrachwngen knüpft, die dem Hofprediger Stöcker nicht gefallen, der muß esüberj fich ergehe« lassen, daß man in christlich-soziale« Versammlunge» durchgehechelt wird; e« ist so billig, faule Witze zu reißen, und weshalb soll man sei- neu Nebeamcnschen diese« billige Vergnüge» nicht gönne»? Der Herr Hofprediger ist immer so gewählt in seinen Au«- drücke»,«kr versteht eS, seine liebenswürdigen Vorwürfe in ei« Gewand zu kleide«, welche« von wirklichem Seelenadel, von einer tiefen Bildung de« Geiste« und de« Herzen« zeugt. Müsse« wir e« nicht als ei» Geschenk des Himmel« betrach» te», wenn dieser erleuchtete, wahrheitsliebende Mann uns da« Prädikat der.Dummheit' beilegt? Kaum wage» wir e«, h,«gegen zu remonstrire»; w,e Schuppe« fiel e« un« von den Auge», als nur jene» Hof» prrdigerlichen Erguß lasen; ja, wir sind wwkl.ch Sünder. denn wir sind dumm; so dumm, daß e« sogar dem Hofpredig« Stöcker aufgefalle» ist. Sollte aber der H«r Hof- predig«, wenn er un« mit duser Eigenschaft kaufe« wollte, nicht sei» Geld umsonst au«gebe«? Wer kann'« "�Er schmollt mit un«. d« geistliche H«r, er will nicht» nach kann man versteben, weShalb dieses Amt als Ehren« amt so wenig begehrt ist, und so wird c« bleiben, wenn nicht die ganze Grundlage der Kreisordnung, die Landgemeinde» ordnung, von Grund au« geändert, den Gemeinden die größere Selbstständigkeit gewährt wird, wie fie d'.e östlichen Provinzen seit 1872 haben. Ohne diese fundamentale Aenderung würde eS fich immer um einen vnfehltm Versuch bandeln. Abg. v. Schorlemer: Ich finde doch, daß dem An» trag Gneist eine prinzipielle Bedeutung betwohnt. Daß die Gemeindeordnung von 1856 einS der schlechtesten Gesetze sei, kann ich meineriettS nickt behaupten, wenigsten« ist die allge» meine Stimmung in Westfalen im Ganzen nicht so sehr da- gegen. UebrigenS hat Mallinckrodt fich in seinen letzten Lebensjahren sehr günstig über das Institut der Ehrenamt» männer ausgesprochen. Eingewurzelte Vorurtheilc der West« falen bestehen in Betreff der Ehrenamtmänner nicht, auch nicht in den Jndustriebezirken mit fluktutrend« Arbeiterde- völl«ung. Ag. v. M e y e r(ArnSwalde) polemifirt gegen die allge- meinen Zuführungen de» Abg. Gneist. Die KreiSordnung von 1872 ist in den Gang gekommen, fie geht zwar aber fie könnte schnell« gehen, und namentlich geht fie sehr kostspielig. Wer einmal in seinem Leben bis anS OderverwaltungSgericht gegangen ist, thut e« gewiß in seinem Leben nie wieder(Große Heiterkeit.) Abg. Richter: Die Berufung auf die KreiSordnung von 1872 ist ganz ungerechtfei tigt; in den Provinzen, welche fie haben, besonders in Brandenburg, ist in liberalen Kreisen die Stimmung der Kreisordnung nicht besonder» günstig. Herr Gneist vermißt bei seinem Antrage, daß man durch größne Verkiausulirung in den Bestimmungen über die Annahme eines Ehrenamtes die Neigung zur Uebernahme eines solchen nicht« weniger als steigert. Der KommisstonSantraz wird mit dem Amendement Gneist angenommen. Die§§ 10 biS 16, welche von den Grundsätzen der Ver- theilung und der Feststellung des VertheilungSmaßstabe« für KceiSabgaben handeln, werden nach kurzer DiSkusfion an» genommen. Die§§ 17 biS 19, betreffend die Befreiung von den KreiS« abgaben, werden ohne DiSkusfion genehmigt, ebenso§ 20, be« treffend die Kreisstatuten und Reglements. Es folgt der zweite Titel d-S Gesetzes. Der«ste Ab» schnitt dieses Titels,§ 21 und§ 22(Von den Bestandtheilen deS Kreise«), wird obne Debatte angenommen. Der zweite Abschnitt,§§ 22 bi« 29, handelt von der Vertretung und Verwaltung der Landgemeinden, Gut»- und Amtsbezirke. Nach§ 23 sollen die Vorrechte der Rittergüter aufgehoben werden, die vorhandenen seldstständigen Gulsbezirke ad« be» stehen bleiben. Abg. Uhlendurff will die selbstständigen GutSbezirke fottfallen lassen. Referent Graf Hue de GraiS bittet Namen« der Kommisfion den Antrag abzulehnen, weil eS fich nicht empfehle. in einer KreiSordnung Vorschriften zu erlassen, welche mehr in die Gemeindeordnung gehören. § 23 wird unter Ablehnung de« Antrages Uhlendorff an» genommen. §24 bandelt von den AmtSversammlungen. Die Abgeordneten Springorum und Richter wollen die Zahl der AmtSverordneten auf mindestens 12 festsetzen und die Sitzungen der AmIS- und Gemeindeversammlung öffentlich machen. Referent Graf H u« de GraiS spricht fich gegen die Amendements au«, weil eS fich nicht empfehle, Vorschriften bezüglich der Gemeindeordnung in die KreiSordnung aufzu» nehmen. Abg. Richter: ES wird doch wohl nothwendlg sein, daß da« Hau« den Bureauvorfteher beauftragt, einen Leitfaden für Referenten herauszuaeben, damit nicht ein solcher Mißbrauch mit der Stellung de« Referenten getrieben werden kann, wie seitens deS Grafen Hue de GraiS geschehen ist. Die beiden Anträge, für deren Ablehnung er im Namen d« Kommission plaidirt hat. haben d« Kommisfion überhaupt nicht vorgelegen. Der Herr Referent konnte deshalb auch die Meinung der Kom- misston gar nicht zum Ausdruck bringen. Minister v. Puttkamer glaubt, daß eS nur eine Folge d« politisch-radikalen P-inzipien de! Abg. Richter sei, daß er hier Lenderungen der Gemeindeordnung, die mit der KreiS» mehr von u«S wisse«, selbst unsere Leser sollen»icht« mehr au« de« Slöcker'sche« Versammlunge« erfahre». Freilich da« beste Mittel, um dieselbe» vor derjenige« Eigenschaft, die er u»« nachsagt, zu schütze», aber unser Berichterstatter darf je»e Versammlungen«icht mehr besuche»,— bei Strafe de»„RauSgeschmissenwerdevS!" Diese Drohung ist entsetzlich, den» seitdem der Herr Hofprediger die Salonmode bei sich eingeführt hat, daß er sich bei ganz««schuldige» Anlässe» schon die Hemds- ärmel aufkrämpt, wie ängstlich muß da einem schmächtigen Berichterstatter werden, wenn'S an« wirk» liche„RauSschmeißen" geht I E« hat i» der That den An- schein, al« ob da« veredelnde Betspiel der„Rausschmeißer' der christlichen Herberge zur Heimath«icht ganz ohne Sin» fluß geblieben ist. Er hat Schule gemacht, wer kann'« ihm verdenken? Jeder Mensch muß zusehe«, daß er etwa« Tüchtiges lernt, de«» ma» ka«» nie wisse», wie«an manche Fertigkeiten später einmal verwerthen kann. Seine Freunde hatte« sich ja vor längerer Zeit mit ihm erzürnt, auch sie schmollte». E« ist so reizend, wen« Liebesleute schmolle». Kürzlich war'». Bei Paepk« in der bekannte« Weiß- bierkneipe saß an einem Tische ei» Liebespaar, da« schmollte auch. Sie machte bitterböse Auge» und kniff de» Mund zusammen, er runzelte die Stir« und seine Augen schösse« Blitze. Vor ihnen stand eine perlende„große Weiße" un» berührt. Und so saßen sie und saßen, und kein« von ihnen sprach ein Wort. Schließlich sagte er zu ihr:„Nun trink au«, wir wolle« gehen I" So sind die Liebesleute, fie verlange« Unmögliche«,— wen« sie schmolle». Hat ma» nicht auch schon zum Herrn Hofprediger gesagt:„Iß die Suppe au«, die Du eingebrockt hast, dann wolle« wir wieder zusammengehen?" Sie schmollen, die braven Konservative«, und ob Herr Stöcker seine Suppe wird ausessen könne»? Wahlscheinlich wird'« ihm ebenso unmöglich sei» wie der unglücklich liebende» jungen Dame, die eine große Weiße in einem Zuge aus» trinken sollte.— vrdnvng absolut nichts zu thun haben, die auch im Allge» meinen als übeiflüsstg und schädlich bezeichnet werden müssen, vorschlägt. DieAbg.v.Schorlemer und Lieb ermannsprechen sich ebenfaVS gegm den Antrag Richter auS.. �, Adg. Richter macht darauf aufmerksam, daß im Jahre 1850 eine einheitliche Gemcindeordnung für Etadt und Land in Westfalen erlaffen wurde, erst fpältr trat eine besondere Städteordnung in Kraft. Diese Gleichheit der Behandlung wolle er bezüglich der Landgemeinden sevt wieder heröeiführen. Wenn die Gemeindevorsteher geborene Vertreter in der Amt«. Versammlung seien, so würde nur allzubald die Oberherrschaft dee Amtmannes ftch herauSiiellen, wie fich jetzt in den Pro- vtnzen Heffem Nassau und Hannover die Henichaft der Land rälhe auf den Provinzial- Landtagen bemerkbar macht. Die AmtSausschiisse in den östlichen Provinzen baden die Leffent- keit, deren Ausführung auch in Westfalen keine Schwierigkeit bieten würde. Minister v. Puttkamer glaubt, daß die Ausführungen Richters nur darauf zurückzuführen seien, daß er in Westfalen als Verthetdiger der Rechte der Landgemeinden gellen wolle. Die für Stadt und Land gemein chaftliche Gemeindeordnung für Westfalen, von der Richter gesprochen und die allerdings auf unpraktischen und undurchführbaren Ideologien beruhie, sei überhaupt nicht ausgeführt worden. Die Anwesenhrit der Landrälhe in den Provinziallandtagm sei allerdings Herrn Richter sehr unangenehm.„ Abg. Richter macht den Minister darauf aufmerksam, daß die Gemeindeordnung von 1850 vollständig durchgeführt worden ist und bii 1856 in Kraft bestanden bat. Das ollte doch der Minister auS der Geschichte seines ReffortS mindestens wiffen, die Sistirung begann erst 1856 bei der Kreisordnung, die allerdings nur in einem eirzigen Kreise, dem Kreise Soest, zur Einführung gelangt ist._, Nachdem noch die Abgg. Schreiber(Marburg) und v. d. R e ck fich gegen den Antrag Richter ausgesprochen, wird derselbe abgelehnt und§ 24 nach den KommisfionSdeschlüssen 8 richtung von Regrnbavern in drei Gem�inde-Doppelschulen, dm Stadtverordneten zur Beschlußfassung vorlegte. ES war damals der Stadtverordnete Kreitling, den ein gelindes Gruseln bei dem Gedanken überlief, daß arme und reiche Kinder zuiammen badm sollten. Heute ist nun die Frage der Vollsbäder wieder akut geworden, und beute versucht man wieder nach dem altin Schlendrian zu versah en, welcher der Majorität in der Stadt- Vertretung schon so häufig recht empfii.diiche Schlappen beige- bracht hat. Vor einigen Tagen ging ein längerer Arrtkel durch die gesammte Press« der R-ichshauplstadt, der fich mit der Errichtung eines„VoltSbrausedadeS" in der Louifenstadt auf dem Wasserthorplatze beschäftigte und genau von de, P.inzipim ausging, welche bisher fast alle Maßnahmen der Kommunal» Verwaltung gekennzeichnet haben. Boa allen Seiten wrrd ein« stimmig zugegeben, daß vre Errichtung von Bädern eine Forderung der äußersten NothwendigkcU ist, Niemand kann fich dem ver'chlußen, und die Herren der Majorität aut Em rihizes Zimmr. (Aufzeichnungen eines„Zimmerherrn'.) (Schluß). Ich machte einmal eine Anspielung und rieth Herrn Starkberger, doch der Sternwarte näher zu ziehee; da wurde er feucrroth und stammelte:„Man hat Verpflich- tungm." Sein Fall schien mir hoffnungslos. Zch wundere mich jrtzt, warum ich mich damals so sehr um meine Nachbarn kümmerte. Niemals vorher hatte ich es gcth-rn, ich war zu sehr absorbirt gewesen durch die störenden Geräusche. Aber die Stille um mich machte mich empfänglich für alles menschliche Leben in meiner Nähe. Ich lebte auch damals wegen meiner Studien sehr zurück- gezogen. Eines TazeS wurde es laut bei meinen stummen Nach- bar«. Irgend e«e Havdelsjübi» war grkommea, und Frau Mühlberg verkaufte ihr etwa«. Ich entnahm aus dem Ge- spräch, daß eS er« Brautklerd mit Schleier war. So lange hatte die arme F-au dies letzte Kleinod aufbewahrt! Das Feilschen der Jüdin brachte m'ch auf— ich konnte kaum mehr zuhören. Da ging fie. Wieder Grabesstille I Ha t« sie das Kleid mitgenommen oder nicht? Auf einmal hörte ich ein herzzerreißende« Schluchzen. Da» Kleid war also fort. Am selben Abend erzählte mir Frau Hawpel. Mühl- berg's hätten ihr einen Thnl der rückständigen Micthe de- zahlt. Es war ein Glück, denn fie mußte ja selbst für die Miethe sorgen.„Der liebe Gotr verläßt Einen doch u>cht% sagte Fiau Hampel, so erfreut über ihr Geld, daß ich ihr von dem Brautkleid nichts erzählte. Ei» vndereS Mal verweilte ich in der Küche, während Frau Hampel mein Zimmer auskehrte. Die Thür, welche zu Mühlberg'« führte, stand ein wenig offen, und ich konnte dem rothen Haufe thun eS selbst am allerwenigsten, mindestens verfichern fie in ollen Tonarten, daß fie durchaus von derBr- «chttgung jener Forderung überzeugt find. Man sollte nun aber füglich ei warten können, daß man nach allen den bitteren Erfahrungen, die man bisher gemacht hat, endlich auf den ge> tunden Gedanken gekommen wäre, die Errichtung und den Betrieb diefer Bäder von vornherein in die städtische Berwal- lung zu übernehmen. Weit gefehlt— die Privatspekulation muß fich zunächst auch dieses ganz unzweifelhaft höchst rentablen Unternehmens demächtigen, die Kommunalvei waltung befindet fich auch in diesem Falle wieder in der äußeist angenehmen Lage, ,u Gunstm einioer besonders gewichtiger Mitbürger auf den Uederfchuß der VolkSbäver verzichten zu können. Zu ver- dienen ist bei der Sache nicht nur etwas, sondern viel, und wenn die Vollsbäder, die wir bis jetzt hatten, nicht in der ge- wünschten Weife rentirten, so halte da« andere Gründe alt daS mangelnde Reinlichkeitsbedürfniß derjenigen BesölkerungS- klaffen, für welche die VolkSbäver auifchltcßlich berechnet find. Freilich stößt man hierbei auf recht fonveibare Begriffe in ge- wissen Kr isen, der Herr Stadverordnete Kreitling 5 ßeite beispielsweise in jener Sitzung in welcher über die Regenbäver in den Schulen b-rathen wurde, wörtlich;„Ich bin der Meinung, daß dieEltern, die fich beute um lieReinigung VerKinder nicht kümmern, die Kinder 13 Tage lang im Schmutz umkommen lassen werden, und dann sagen: am 14. badet die Stadl die Kinder." Nach diesen Worten verzeichnet der stenograpbijche Bericht„Heiler- keil", ei mußte also in jenem Saale noch mehr solcher Herren geben, denen eine so tief gehende Kenntniß der Arbelterver- hältniffe eigenthümlich ist. Soviel geht aber aus jenen Worten hervor, daß man die Ardeiter als eine tieferstehende Klasse be- trachtet, vre nicht dazu berechtigt iü, für das Gelb, welches fie selbst zur Allgeweinheit beisteuert, Einrichtungen zu fordern, die unbedingt nothwendig find- Das Bedürfniß der Volks- däver ist ohne alle Frage vorhanden, die Majorität der Stadt» verordneten- Versammlung nimmt jedoch nicht die Haltung an, welche für den minder begüterten Theil der Bürgerschaft die allein wünschenswertbe wäre. Statt jetzt gleich von Anfang an mit städtischen Mitteln die Vollsbäder zu errichten, die» selben nur annähernd so prächtig auszustatten, wie die Markthallen, geht man mit dem Bettelsack herum, und sucht auf dies« Weise die r öchigen Mtttel aufzudringen. Nach dem oben angeführten Ze-tun.sariikel hat nämlich der Vorstand deS 42. Polizeireviers v-r Polizellieutenant Hauptmann a. D. Solbad), und Vorsitz- nbc ver 42. Polizeirevier SanitätS-Kom» miffion, Dr. med. C«stw Echultze, mit Genehmigung des Po- lizeipräfi iums das P ojelt zur Errichtung eines VolkSdrause- dades in der Louisenstavt auf dem Wafferthorplatze in die Hand genommen.— Das Polizeiprästdium als solches bat mit der Sache also nichts zu thun, und es gewinnt fast den Anschein, alS ob die Titel der genanten Herren dem Ganzen einen amtlichen Anstrich geben sollten. DaS ist jedoch kemeSwegS der Fall, denn der Aitilel schließt mit der nicht mißzuverstehenden An» deutung, daß„die nothwendigen Vorardeilen für die Auifüh- rung deS in Rede stehenden Projekts fast abgeschlossen find, und es daher dringend geboten erlcheint, daS wärmste Interesse unserer Mitbürger für daS fgemeinnützige Unternehmen anzu- reg-n."„DaS wärmste Jntelefft"dtljlnigen unserer Mitbürger, welch« die Sache am meisten angeht, ist bereits in einer Weise angeregt, daß un« diese Mahnung vollständig übeiflüsstg erscheint. Man faß! aber die Sache ganz anberS auf, denn der Schlußsatz jener Ausführungen lautet:„Freiwillige Beiträge r-fp. Zeichnungen behufs Ausbringung der Kasten werden im Kowtoir des Ban- lrerS Leopold Frtedmann, Oranienstr. 69, wo eine Sammelliste ausgelegt weiden wird, dankend angenommen werden." Hier liegt der Hase im P'-ffer. Die Mtttel, die zur Herstellung einer absolut nothwendigen Einrichtung erforderlich find, sollen durch den Betlelsack autgebracht werden. AlS ob die Ardetter auf die Mtldthärrgkeit der übrigen Bewohner der ReichSbaupt- stadt angewiesen wären, ali od fie nicht ebenso gut und nach ihren Kräften noch viel mehr alS alle übrigen Bevölkerungi» klaffen zu den Lasten der Kommune beitrügen, als od fie nrcht ein gutes Recht hätten, zu fordern, daß man bei Verwendung der städtischen Mittel nicht auch auf fie Rückficht nimmt. WeShalb hat man Millionen übrig für Prachtbauten, die in erster Linie den besitzenden Klaffen zu Gute kommen, und weshalb geizt man in wiikl-ch gaunertger Weise mit erner Bagatelle, die auf den städtischen Etat eigent- Itch von gar keiner Wirkung ist? Es ist und bleibt das alte Lied: eist müff-n Prioa'leute kommen, viell-icht lauert auch hier schon im Hi,'-teigrur.de eine Aktiengesellschaft, und wenn die Stablvei Wallung, von der Beoöikerung gedrängt, durch Privatkapital geschaffene Einrichtungen üdrrnehmen möchte, dann ist eS zu spät, dann stehen wohl verklausulirte Ver- tläg« K. dem im Wege. DaS haben wir gesehen und sehen eS noch bei den Pfervedahngesellschaften, bei der GaSfabrika- lian, beim Zoologischen Garten u. s. w. Die Herren Aktionäre dieser gemernnützigen Anstalten lachen fich inS Fäustchen und stecken den Profil rn die Tasche, welcher zur Erleichterung der vieueizahl-r in die städltichen Kassen fließen müßte. Und so wird eS auch mit den VoikSbädern werden, wenn nicht die Vertreter der Arbeiter im rolhen Haufe rechtziitig hier rin energisches Vew einlegen. Ein Angriff auf den VolkSunterrtcht. Die„Kreuz. zeitung" dringt an der Spitze ihrer Ausga e vom 13. Mai unter der Ucberschri't„Die Ueberschätzuna de« Wissens" einen Leit- ariilJ, welcher von den plumpsten Angriffen auf daS Bestreben, in die Kammer blicken. Der kleine Erich faß unbeweglich auf einem Schemel neben dem kalten Ofen und glotzte vor sich hin. Wahrscheinlich saß er den ganze» Tag dort, darum hörte ich ihn nie. Frau Mühlberg packie eben buntfarbig gehäkelte Wolltücher zusammen, ihre Arbeit, um fie abzu- liefern. Sie häkelte den ganzen Tag und hatte dann etwa 25 Kreuzer verdient. Jetzt ging sie fort, ohne Mann und Kmd einen AbschiedSgruß zu sagen; auch an mir ging fie ohne Gruß vorbei, die Thür hatte sie hinter sich zugezogen. „Nun gehe ich einmal hinein und spreche mit dem Mann', sagte ich mir. Gedacht, gethan! An einem kleinen Tische saß müßig, den Kopf in die Hand gestützt, ein hagerer, blonder Man» mit intelligenten Zügen. Seine Stirn war kahl, sei» Anzug beinahe in Lumpen. Zch stellte mich als Nachbar vor und sagte freundlich: „Es ist immer so ruhig bei Ihnen. Sie geniren sich gewiß vor mir. weil wir nur durch eine Thür getrennt find. Aber nehmen Sie doch gar keine Rücksicht auf mich- ich höre sehr undeutlich du-ch die Thür uud mache mir auch gar nicht« aus ein wenig Geräusch.' Der Man» schien weder überrascht, noch erfreut, noch unwillig. Er bot mir einen Sessel an und erwiderte gleich« müthig: „Wir sind stumpf geworden durch unser Elend. Wir reden nicht« mehr, was solllea wir reden? Darum ist«s so stille bei un»." Mir wurde e« ganz kalt. .ES wird doch b.ffer werden, Herr Mühlberg. Sie werden wieder eine Sülle bekomme».' „Nein; ich finde keine mehr: ich bin schon zu sehr herabg- kommen, e« ist zu Ende mit un»'— und er saate diese schrecklichen Worte so ruhig, so selbstverständlich Bestürzt und erschüttert wandte ich ktniges ein Er erwiderte mir in kurzen, hing-wotfene» Sätzen: Nein— »er»— ,ch habe schon Alle« versucht. Unsere Habe ist zu- gesetzt, verkauft, verpfändet bis auf einige Fetze».- Die der Jugend eine höhere geistige Bildung ,u verschaffen,«W unsere Vorfahren für nöthig und angemessen erachtet Hab«, strotzt und das Thema vartirt„die Kinder lernen zu viel- Der Forderung entsprechend, daß die Volksschule den Kinde« nur so viele Kenntnisse beibringen soll, wie fie im später« Leben einmal als„Knechte und Mägde", ali Tagearbeiter K- brauchen, schämt fich die„Kreuzzeitung" nicht, auS zusamw«' gerafften einzelnen Beispielen d«e Behauptung aufzustellen, M höhere geistige Bildung vor Vergehe» und Verbrechen m4 allein nicht schütze, sondern dieselben eher fördere, wobei fie st! wohlweislich stellt, als w-rde diese höhere geistige Bildung i" der Regel ohne Verbindung mit der religiösen angestrebt. D die„»nlellektuelle Bildung", welche die Volksschule bietet, nm tief genug geben kann,„um den Menschen eine wirkliche ficht in den Zusammenhang der Dinge zu gewähren", ist«w* her nichts verkehrter, alS die BilaungSziele der Volksschule überspannen"; da aber, fügen wir hinzu, auch die auf den höheren UnterrichtSanstalten und den Univerfiiäten erwarb«« Bildung leine Einficht in den„Zusammenhang der Dinge' p gewähren im Stande ist, sondern trotzalledem Stückwerk blem wird es am besten sein, auch die Ziele dieser Anstalten«uil das P aktrsche zu beschränken, damit Lehrer und Lernende vc! dem Hochmulh deS BefferwiffenS, welches doch einmal i# „klug" macht, bewahrt werden. Wie daS viele Lernen in d« Volksschulen nach ver Argumesitatio» des ArttkelS nur de» Sozialdemokraten, Anarchisten und Nihilisten Vorschub f leistet hat, woraus fich ergirbt, daß die Kinder auch in Volksschulen Rußlands, Oesterreich», Belgien», FrankreM Spaniens und Italiens zu viel lernen, so dient nach d« selten Aulorität auch da«„erwetterte Wissen der Massen� nächst nur dazu, ihnen ihre traurige Lage im Vergleich»w den höherm Klaffen zu zeigen und fie darüber zu erbitietti. Dann sehen fie, daß fie die große Mehrzahl der Nation dild«- man dewirbt fich bei den Wahlen um ihre Stimmen, folM glauben fie, fie müßten auch den Gang der Politik bestimni«, und lassen sich von den Demagogen einbilden, daß Elend und Ungleichheit der Menschen durch Gesetze auS% Welt geschafft werden könnten, wenn nur die rechten L«" an« Ruder kämen." Plumper ist wohl niemals für die Zw» Haltung der„Massen" in der Unwissenheit zu Gunsten Konservatismus pla,dirt worden, während die„Kreurreitung" demselben Athemzuge dem ehemaligen Ministrr Chambers im Widers» uch mit ihrer eigenen Ausführung �7 der Ausdehnung des Wahlrechts auf die% wirthschafllichen Arbeiter deshalb einen Vorwurf weil dieselben im Gegensatz zu den städtiß welche konservativ wählten, unwissend genug waren, um die ihnen gemachten Versprechungen anzubeißen. Also sott dem Wissen! Um keinen Zweifel zu gestatten, waS die zeitung" will, zieht ste selbst out ihren Ausführungen � Schluß,„daß für unsere VoltSschulen nicht* nöthiger ist, eine gesunde Beschränkung, und daß eS Thmheit ist, lünfiWr Landarbeitern und Handwerkern(!!!) eine Menge J.j Wissensstoff einzupfropfen, für den ste vorauSfichtich nn�g Verwendung haben werden und den ste deshalb auch vergessen. Religion, Lesen, Schreiben, Rechnen und künde, in der dre Hauptpunkl« der vaterländischen und Geographie eingeprägt werden, daS ist Alle?, was Schüler der Volksschule Roth thut; aber in diesen Gegei-P, den sei der Unterricht gründlich, während mit der Steige�. der Ziele nur die Schwierigkeit und die Kosten wachsen, � rer zu erhalten, welche den Anforderungen entsprechen,»n Halbwissen erzielt wird, daS die künftigen EiaalSdürger, frieden, anspruchsvoll und untüchtig für ihren Beruf# Regt fich aber in einem Kinde ein ausnahmsweise» i._*.i � JL CT.ia ki. am. � ajt irt Tlfn f... 1 hat"ein solche« noch stets die Wege gefunden, fich in 0*% der nöthigen Btlvungimiitel zu setzen und wird ste au« w � fünft finden." Forderung aufgestellt worden. Mit brutalerem CyniSmuS ist wohl die Volksschulen im Kl-N � N®. h,t 'o' wvvvw», vsv-OVStDIUtfUltn IUI JW'L c.hfl est« zu AbrichtungSanstalten herabzuwürdigen. Daß solche Brutalität ungescheut hervorwagt ist, auch et»■$' Zeit! vet etner letzthin gezogene« Lotterie �bai�ein i rjuki stratShilfSardeiter emen hündeüflammigen.'zn 750 ttn Kronleuchter und zwei alle Junggesellen, die 1)%, alS Astermielher in einem Zimmer wodnen, jeder** 5,#« Schlafzimmereinrichtung gewonnen. Die beiden werden fich zu helfen wiffen, aber der arme ein Zimmer miethen, um seinen Kronleuchter unter»um u bis er einen Käufer findet, denn der Fabrik«*' x, ihm einen Schundpreis geboten. Dauert so wird er noch seufzen:„O weh. ich habe in d« � P gewonnen!"- So lesen wir in einer hiestgen Allgemeinen dringen über Lotterien, in welchen auSzespiett werden, nur selten Mittheilungen in die �7 gesperrt gedruckten Motte.„Der F a b r i k a n n t d 0 Gewinner einen SchundpreiS." ES ist Wunder, daß fich der Fabrikant überhaupt zur Anna? � KionleuchterS bereit erllätt hat. Im Allgemeinen nämlich bei allen derattigen Lotterien Gegenstan gespielt, für die ein gewöhnlicher Mensch Leben fast niemals Verwendung hat. �.Wer* � V mal die ausgestellten Gewinne, B. bei Silberlottn � fi> trachtet, der wird ohne Weiteres zugeben müffen�w��� Verwandten meiner Frau thun vichiS mehr für � ich habe keine. Die deutsche Gesandtschaft hat JL itl' schon unterstützt und thut nicht» weiter. Wir si* �/ lönder, und die Gemeinde kann unS nicht verforv � Eine Stell«?— Ich bin jahrelang herumgelaul � gebettelt und petitionirt— es war umsonst- nicht sei«. Zweimal war ich bei Bankinstitute», dirten; einmal in einem Bankinstitut«, dess«„lB durchbrannte. Ich hatte immer Unglück.# lief. Immer vergeben«. So lange lief ich, � ujlt K Sttefel noch Kleider mehr hatte. Nun ist'S aU�'■ j, � � haben bessere Tage gesehe»— meine Frau und® v.» in_____ A*«itö r»'':M 1 haben bessere Tage gesehe»— meine Frau,. � a waren glücklich, aber da» ist mir nur noch tote*, � �ai tch �voch sagen.wollig einmal�.� jg auf einem Phoiographen zur"Aushilfe beim war mein Glück— ich Hab' mir etwa» gebracht." .Sie konnten da etwa» ersparen?*, „Gtlb? Nein! Aber Cyankali für drei wisse« wir wenigsten» was beginne», wen» we ihre Arbeit verliert, den» e» geht auf'» � oi«* Wollarbeiten hören dann auf.' Ich starrte de» Mann entsetzt an..■. hött I Und et sagte da« so ruhig, al« � � Meine Wohnung ist feucht, ich muß« packte den Mann am Arm:.Herr Mühtbe z, nicht Ihr Ernst?»'..,,9» »Haben Sie auch solche Vorurthelle t „Et« elende« Lebe» ist nicht» werth, glaube»##1� es ist ein Trost. ,u denke» daß-« ein E-de- � Lächerliche VorurtheUe I Meine Frau befceu'.�- als ich das graue Papier«ach Häuft � I i? 0 Zä IttNln praktischen Bedarf jene Sachen niemals gebrauchen kann. w Gewinner wird also gezwungen sein, den Gewinn zu ver« »ufen. Wenn der Fabrikant nun auch nicht ein solcher ist, %% ihm einen„v ch u n d p r e i S" bietet, so wird er ihm höch- fteni den Eilberwerth bezahlen, da so seltene Sachen im Handel W niemals begehrt werden. Und gewöhnlich macht bei den �Übergewinnen die Arbeit den Haupttheil aus. Man denke fttnet an die Unzuträglichkeiten bei den Pferdelotterien. Wer wi Pferd oewinnt, muß daffelbe, wenn er nicht ein wohl- Wender Mann ist, sofort zu jedem Preise verkaufen, und der Pterdehandel ist bekanntlich nicht Jedermanns Sache. Wir wollen hier gänzlich von den äußerst geringfügigen Chanzen laweigen, die der Bestyer eines einzelnen Looses ba'. Ge- wohnlich ist daS Geld weggeworfen, und man kann Jedermann nur rathen, stch niemals an einer Lotterie zu bethetligen, in welcher Gegenstände ausgespielt werden. �.3« der Strafsache gegen den Schriftsteller Christense« «Ad den Tischler Berndt ist der Termin am 17. d. M. Mgehoden worden. Die Verfügung, durch welche dieses ge« Wh, ist den Verthewigern am gestrigen Nachmittag zuge- «angen, nachdem denselben am Vormittag deS genannten lWeS die Ladung zum Termine nebst der Benachrichtigung, XfB die von ihnen vorgeschlagenen Entlastungszeugen zum "Miunn geladen find, zugestellt worden ist. m Der Verein berliner Restanratenre hatte vor einigen Monaten beim Polizeipräsidium deantragt, für Berlin die Po> Wftunde bis 12 Uhr zu verlängern. Ferner wurde um Ad- Merung deS Verfahrens bei KonzcsfionS-Ertheilungen gebeten, und schließlich beschwerte fich der Verein darüber, daß Nestau- wteuren über Häuser, in welchen fie Schankstätten errichten wollen, von der Polizei die erbetene Auskunft darüber, ob diese vauser einen unfittlichen Charakter an fich tragen oder nicht, oiis verweigert werde. Der Polizeipräfident hat hierauf dem Ersitzenden deS Berliner Nestaurateur-VereinS, Herrn Kehr- wieder, folgende Antwort ertheilt: v.--Dem Vorstand deS Verein» Berliner Rcstaurateurc erwidert .Polizeiprästdium auf die gefällige Zuschrift vom 16. v. M. rrgebenst Nachstehendes: El liegt kein ausreichender Grund � von der durch die Polizeiverordnung vom 9. März 1866 � Berlin bestimmten Polizeistunde(11 Uhr) abzugehen und allgemein zu verlängern, vielmehr erscheint es in der Mwäitlgen Zeit im Jntereffe der öffentlichen Ordnung und «mlichkeit geboren, daß es bei der ordnungsmäßig- n Zeit von „uhr delaffen bleibt, und daß die Verlängerung der Polizei- tzde von einer durch längere Zeit konstatirten guten GesttästS- dei KonzesfionarS, beziehungsweise von dem Verkehr in w,?. i ff�den Lokale abhängig gemacht wird. Es wird des- in h � oinem Lokalwechsel, wenn auch die Geschästsfürung ? a�en Lokale zur Genüge als eine gute bekannt ist, und°uf die Lage, die Einrichtung deS neuen Lokals Verkehr in letzterem ankommen, um danach zu er- »b eine Verlängerung der Polizeistunde angezeigt er- " nicht. Bei ordnungsmäßiger Geschäftsführung und PiZ�i �ehr in dem bezüglichen Lokale wird daS Polizei- Iarin,r?."m nach wie vor keine Bedenken tragen, eine Ver- üdrfa.�� Polizeistunde eintreten zu laffen. Bemerkt wird daß wie eS schon seit längerer Zeit nachgelassen ist, öÄter endla n Verfahrens dei Konzesfions Ertheilungen sei fol- J r angeführt: Nach den bestehenden gesetzlichen Vorschrift-.n rrlanz di-figen Stadtbezirke über Anträge auf Elth-ilung der � zum Betriebe der Schankwirthschaft der EtadtauS- dir'?*n«' im Verwaltun gSftreitver fahren in höherer Instanz !KrStf� klSauSfdjujj ausschließlich zu befinden. Das Polizei- wird bezüglich gemäß§ 114 deS ZuständigkeitS- Uni? vom 1. August 1888 vom Stadt- Ausschuß requirirt S>,,��bt letzterem Auskunft über sämmtliche einschlägige Wendet fich ein Antragsteller an das be- Echnn,�.�°Äeirevier, in welchem daS in AuSficht genommene solcher«nf* et!(o ist daS Revier nicht die richtige Stelle zu sich um vj. mİnSeinholung, besonders aber nicht, wenn eS Wanvl»iii?i. i voiizripra>u»»u> kÄ&F'K ä'ä oh das M"" verneint wird. Betreffs AuSkunftSerthcilung, w. in welchem eine Schankstätte errichtet werden knrst baS««r Ii Charakter an fich trägt, oder nicht, ver- daß die c» �olrzeiprafidtum nicht, wie eine Harte dann liegt, ''halten a, I�nten eine Auskunft in dieser Beziehung nicht %t(,, TNi.fÄ diesem Falle ist daS Polizeirevier nicht die solchen A�nststelle zur AuSknnstSetnholung, vielmehr wird in Avt-re«�». � denen ein zur Berückfichtigung geeignetes $(b(nkn X �vstagstillers nachgewiesen ist und auch sonstige « Umstanden nach auSgeschloffen erscheinen, ein ta ti4,75. Antrag an daS PolizeipiäfiStum(Sitten Polizei) wn. Bemerkt wird jedoch, daß nicht Jedem, der solch, s?'Uung einer Schankerlaudniß vorstellig geworden ist, S-Ichloa� unft ertheilt werden kann oder darf, da nicht auS- �s'iebl« daß ein Mißbrauch mit einer derartigen Auskunft v. SRi-ch�den würde. Königliches Polizeiprästdium. hat �kl Otto. Wer öfter größere Vesammlungen besucht - vas dort versammelte Publikum aufmerksam betrachtet, �.wirso stumm nebeneinander sitze», denke« wir Beide Hilst.«' das graue Papier dort im Kaste», das ist die letzte der ÜJr jetzt deutlich, wie diese Unglückseligen fich in .�dei»».- 1» und Monotonie ihre» Lebens in die Idee Hien. hatten, so daß ihnen die Sache ganz natürlich �äubt kehrte ich in mein Zimmer zurück.— oiij»i-ch, länger seine Grabesstille zu ertrage. Zch ziehe doiw''f.fttof kleine Kinder oder Mop» und Kanarien- zum Polizei- M beiTm»1110 vrzaylte rhm den Fall Mithiverg. Er merkte ,"»t« n an. zur Arbeit oder Untersuchung. Zch Mschj. 4i mehr schlafen in dem ruhigen Zimmer— ich e"hlbfi-ü?'wmer, bis Herr Mühlberg hustete oder Frau Ua,®J'afzte. Gott sei Dank, er hustet, fie seufzt— ß. ?d»d« komme ich«ach Hause. Da steht Frau !�nr«S*" vltn av's HauSlhor gelehnt und fiant so son- 5�tt,ia« �.d«n Blechtopf, den Frau Pospischill eben vor- \ G?'' a„Beuschel" oder„Gollasch* für die Schneider jtolie z>o�!.?ach. Da fällt mir ein, daß Frau Mühlberg fk««U ihren Wolltüchern fortgivg und j-tzt � �»kalt h- ohne neue Arbeit zurückkommt. Mir -"'"«ich keine Arbeit mehr. Zch gab der MWMK AB-WUM Mühlberg sofort ohne Kaution engagirt». dem wird gewiß die Figur eineS älteren ManneS aufgefallen fein, der, gewöhnlich etwa» abseits oder im Hintergrunde deS SaaleL ponirt, dem Gange der Verhandlunaen mit einer fast leider schaftlichen Aufmerksamkeit folgt. Wer dann an einem schönen Morgen an den Ufern eines im Süden der Stadt gelegenen Kanals entlang geht, trifft denselben alten Herrn wieder, dort herumwandelnd, mit den Händen oftmals wild berumfuchtelnd und abgeriffcne Sätze laut ausrufend. Der alte Mann, eineS der interessantesten Originale unserer Stadt, ist ein vrrfehlter Kandidat der Theologie, der, obwohl er die erforderlichen Examina bestanden, dennoch zu keiner Anstellung kam, sondern von einem eigenthümlichen Mißgeschick verfolgt wurde. Ali er, noch ein jugendlicher Kandidat, an einem Weih- nachisabend seine erste Predigt in der Kirche einer kleinen Stadt hielt, blieb er schon nach wenigen Sätzen stecken und mußte zu dem vorfichtiger Weise mitgenommenen Manuskript seine Zu- flucht nehmen; nicht viel bester erging eS ihm ein zweites Mal, wo er trotz des sorgfältigsten Auscoendiglernens seiner Predigt durch den sanften Schlummer sehr vieler seiner andächtigen Zuhörer so irretirt wurde, daß er abermals aus dem Konzept gerieth. Seine dritte Predigt, eine Probepredigt in einer kleinen Dorfgemeinde, brachte er zwar glücklich zu Ende, aber — man denke den Schrecken der Gemeinde— mitten im Vaterunser blieb der junge Kandidat stecken. Von da an gab er seine Predigtversucht auf, zog nach Berlin, wo er in der Fa- milie eines BruderS von den Zinsen eines kleinen ererbten Vermögens lebt, als Onkel Dito von seinen Neffen und Nichten verehrt wegen seiner allezeit bereiten Hilfe dei den Schul- arbeiten. Seine einzige Zerstreuung find die großen Vrrsamm» lungen; hier bewundert er die Kunst der freien Rrd: schlichter Ardeiter, die eS meist ohne wissenschaftliche Vorbildung gelernt haben, ihre Gedanken frei und öffentlich in fließender Rede auszudrücken, eine Fertigkeit, die ihm, dem gebildeten Manne, trotz allen Bemühens versagt blieb. Die vorgestern festgenommene ehemalige Choristin Marie Hönisch, geborene Fritsche, scheint eine gefährliche ge- werdsmäßige Lavendicdin zu sein. Folgende Gegenstände, die fie von Verehrem geschenkt haben will, die aber wahrscheinlich aus Lndendiebstählen herrühren, find bei ihr vorgefunden worden: ein Bernstein-Ärmband und eine Bernstein Brache— zwei Granaten- Armbänder, 6- und 2-reidig— ein Granatbroche- Medaillon, darin eine blonde Locke— zwei Granat- Brachen, eine mit Perlen, eine Aehre darstellend— ein silbernes Armband, eine Trense mit Kinnkette darstellend, an letzterer eine kleine irdische Münze— ein Doublü Armband mit vier Gra» naien und 2 Schleifen, ein filderner Ring, 5-rethiger Garnirung mit filberner Platte, auf letzterer die Buchstaben E. G. ein- gravirt,— eine alte goldene Damcnuhr Nr. 69 459 mit Jetkette. Anzeigen werden im Kriminal- Kommissariat Molken« markt 1, Zimm r 77, in den Vormittagsstunden von 9-12 Uhr entgegengenommen. Daselbst können auch die vorstehend de- ziichneten Sachen in Augenschein genommm werden. Die Hängegktüste bleiben ein gefährlicher Apparat und richten viel Unglück an. Um so peinlicher sollte man auf beste Beschaffenheit alles Material» sehen. Ein derartiger Mangel führte gestern wieder in der Bülowstraße ein groß-S Unglück herbei. Zwei Maler waren auf einem Hängegerüst mit dem Anstrich eines HauseS beschäftigt. Daffelbe hing an zwei Rund- hölzern, die auf einem Balkon aufgelegt waren. DaS eine Holz muß aber nicht mehr taklfest gewesen sein, denn eS brach und beide Maler stürzten aus der Höhe hinab. Der eine schlug da- bei noch mit dem Kreuz auf die eiserne Laterne eineS im Hause befindlichen Restaurants auf. Schwer verletzt wurden beide nach einem Krankenhause gefahren. Polizei-Bericht. In der Nacht zum 14. d. M. wurde in der Mehlmühle von Beltheim und Komp., Michaelirchstr. 23, der Müller Dallach in Folge seiner eigenen Unvorfich'igkeit von einem Treibriemen erfaßt und einige Male um die Welle geschleudert. Er erlitt mehrere R ppenbrüche und schwere Ver- leyungen an der linken Hand und am linken Arm und mußte nach dem Krankenbause Bethanien gebracht werden.— Am 14. d. M. Nachmittags wurde ein 13 Jahre alter Knabe in der Nostizstraße von einem gleichaltrigen Knaben ohne jede Veranlaffung mit einem Taschrnmeffer in den Kopf gestochen. Er wurde nach Anlegung eines Nolhverbandes ,u seinen in der Nostizstraße wohnenden Ellern gebracht. Der Thäter entfloh und ist noch nickt ermittelt.— Zu derselben Zeit gerieth in der Titei'schen Kunstlöpferei, Stetnstr. 26, der Ardeiter Krüger auS eigener Unvorficktigkeit mit dem rechten Arm unter eine durch Dampf betriebene Kreissäge und erlitt dadurch so schwere Verletzungen, daß er nach Anlegung eineS Nothoerdan- des in die Univ-rsttätsklinik gebracht werden mußte.— An demselben Nachmittag wurde der Buchdtnderlehrling Just in der Nähe des Denkmals Friedrichs des Großen durch ein scheu gewordenes durchgehendes P erd üderrannt. Er erlitt einige unerheblich? Quetschungen und Hauptadschürfungen und wurde mittelst Droschke nach der elterlichen Wohnung gebracht.— An demselben Tage AbcndS wurde ein Knabe, welcher mit einem zweirädrigen Haizdwazen über den Koppenplatz fuhr, von einem hinter ihm hetkommenden, von dem Kutsche- Lampe gefühlten Rollwagen erfaßt und zu Boden geworfen, wo- durch er einige Quetschungen an der linken Seite und am Kopf erlitt. Außer mir vor Freude, stürzte ich zu Mühlberg'S. Aber sie freuten sich nicht einmal, ich glaube, sie hätte» ebenso gern ihr Cyankalr genommen. DaS verminderte ober nicht meine Freude und Erleichterug.„Küß' dem Herr» die Hand/ sagte Frau Mühlberg zu dem kleinen Erich. Er rutschte von seinem Schemel, ließ sich von mir liebkose» und kroch dann wieder auf seinen Platz zurück. Da saß er wieder unbeweglich und starrte vor sich hin. Zch zog aus. Frau Hampel weinte, obgleich ich ihr einen anderen Miether, einen Kollegen verschafft hatte. Herr Starkberger sah mit stillem Neid auf meine» Koffer; er durfte nicht au»ziehe», er wurde geheiiaihet. Zrö lümmelte am Treppengeländer und nannte mich ohne jeglichen G-und ei»„Rindvieh". Sie hat mich nie geliebt.--------- DaS Verhängniß war unaufhaltsam. Mühlberg verlor seine Stille wieder, weil sein Chef ewe Kaution brauchte und weil die Leute den Magazineur für eine» Vaganten hielten. DaS alte Elend begann von Neuem, und eine» Morgen» fand man sie tcdt in ihren Bette». Da» graue Papier lag leer auf dem Tische. Nur den kleine« Erich ließen fie am L-bcn; er kam in ei» humanitäres Kinderasyl, und dort hat er hoffentlich da» Lärme« und Herumspringe» erlerrjt. Frau Hampel einmal. Sie war sehr trostlos, den» die Geschichte war i» allen Zeitungen ge. wesev, und Niemand wollte ihr K-abinet wwheo. Zos, die auf der Stiege stand, reckte mir die Zunge heraus. Herr Starkberger und Fiäulei« Poldi waren schon kirchlich aufgeboten, und die Frau BeindrechSleri« hatte ein Kleines bekomme«. � � � ap f f- E s s en t h er in der Wiener„Deutsche« Wochenschrift". Pereine nnd Uersammlnugen. l>r. I« der außerordentlichen Generalversammlung der Stetnträger, die am Freitag, Alte-Jakodstraße 37, bft sehr»ahlreicher Betheiligung tagte, empfahl Herr Wallenthin im Namen der Lohnkommisfion die folgende Resolution:„Die heutige Versammlung der Sleinträger Berlins und Umgegend verpflichtet fich, die früheren Beschlüsse aufrecht zu halten wie folgt: 1. auf denjenigen Bauten, wo die Meister nicht gewillt find, unsere gerechten Forderungen laut Tarif zu bezahlen, am Montag, den 17. d. M., die Arbeit niederzulegen. 2. Dies der Kommisfion, Lindenstraß« 54, dei Huth, anzuzeigen. 3. Daß andere Kollegen auf den Bauten, wo die Arbeit eingestellt ist. nicht unter den Preisen deS Tarifs die Arbeit aufnehmen. 4. Daß die Kollegen, welche die Arbeit eingestellt. Unterstützung «hatten. 5. Daß die Kollegen, die nach dem Tarif bezahlt be» kommen, wöchentlich 2 Mark zum UuterstützungsfondS zahlen. 6. Daß die Kollegen, die ihr gegebenes Wort nicht halten, auf künftige Unterstützung keinen Anspruch zu machen haben."— Herr Rennthaler wies darauf bin, daß von der Mehr hell'der Meister die geforderten Löhne schon bezahlt werden, legte dar, daß die Kollegen, welche laut Tarif bezahlt bekommen, vir» pflichtet seien, im Interesse der Gesammtheit zur Untnstlltzung der streikenden Kollegen beizutragen, und gab Anweisungen, wie man vorzuaehm habe, um nicht mit dem§ 153 der G. O. in Konflikt zu kommen. Herr Kranckemann(Maurer) schilderte die Taktik, welche die JnnunaSmeister den Maurern gegenüber nun bald ein Jahr hindurch befolgen, um zu verhindern, daß die gerechte Lohnbewegung ihr Ziel erreiche. Die Arbeiter müßten auf Grund des in§ 152 gegebenen Koalltionsrechts ihre gerechten Forderungen durchsetzen. In Rückficht auf den § 153 müßten fie zeigen, daß ihnen auch die G-isteSkra't innewohne, fich in den Schranken deS G-fetzeS zu halten. Redner schloß mit dem Rothe, der Resolution zuzustimmen und der Zustimmung die entsprechende That folgen zu laffen.— Ein Antrag, dahin gehend, für unorrheiratheie Kollegen den Beitrag zum UnteistützungS- fonds auf 3 Mark wöchentlich festzusetzen, führte zu einer längeren Debatte und zu dem Beschluß, zuerst über den Punkt 5 der Resolution abzustimmen. Die Abstimmung ergab tinstimm-ge Annahmt. Darauf wurde die ganze Resolution ebenfalls mit Einstimmigkeit angenommen.— Der Vorsitzende thcilte mit, daß die nächste öffentliche Versammlung am Montag in demselben Lokale stattfinden und die Lohnkommisfion der- seiden in Betreff der Unterstützung der streitenden Kollegen Vorschläge machen werde. Herr Rennthaler sprach die Mahnung auS, daß die Kollegen stch nicht einschücht-rn lassen möchten durch die Drohung der Meister, fie würden die Aibcit miitelS Maschinen verrichten lassen. Die Frage, ob nur solche streilende Kollegen, welche M-tglieder deS Fachvereins find. Unleistützung erhalten sollen, wurde mit dem Hinweis« darauf erledigt, vaß bei einer allgemeinen Lohnbewegung selbstaerstandlich alle stch an derselben betheiligenden Kollegen gleichberechtigt seien. Nachdem dann noch für einen rerunglllckten Kollegen eine Tellersammlung beschlossen wo. den war, schloß der Vorsttzenve mit einem dreimaligen Hoch auf da» Wohlgelingen des be» schlossenen gerechten Kamvfes die Versammlung. Die LuxuSpapier- Präger und Papier-Schläger hielten am 10. d. M., Landsbcrgcrstr. 82, eine Gcneralv« sammlung ad. Der Kasstrer erstattete den Kaffenbeticht, welcher von den Revisoren jür richtig befunden wurde. Dem Ka'firer wurde Decharge ertbeitt. AlSdann wurde zum Beisttzer Herr Speiiel gewählt.— Hierauf hielt Herr Bötcher einen mit großem Bei- fall aufgenommenen Vortrag. An der DiSkuiston betheiliaten sich die Herren Büchel, Seidel, Caspcr und Schröder. Jnsd:- sonvne war ein Meister eingeladen, welcher auch erschienen war; demselben wurde vorgehalten, daß in der detreffenden Fabrik eine wahre ZachihauS-Fabrilordnung existire. Auf Be- fragen deS Herrn Büchel, ob der Meister etwas dagigen zu thun gedenkt,«klärte der Ictztne, daß er, so viel in seinen Kräften stehe, bei dem Prinzipal dafür Sorge tragen weise, daß die größten Uebelftände beseitigt werden. Er«klärt« ferner, daß er gegen den Fachverein nichts einzuwenden habe, er habe sogar seine Arbeiter gefragt, ob fie nicht in die Ver- sammlung gehen. AlSdann äußerte er fich noch dahin, daß die Zuchthausarbeit die Papier-Schläger am meisten schädige.— ES wurde noch beschlossen, eine H-rrenparti: zu veranstalten und zwar am HiwmelfahnStage; wohin, wird noch näher be- stimmt weiden. * Freie Vereinigung fämmtlicher in der chirurgischen Branche beschäftigten Berulsgenosscn. Dienstag, den 18. d. MiS., Abend» 8Vi Uhr. Versammlung. Tagesordnung: Die PreiSdifferenzm verschiedener Werlstäiten, namentlich der Werk» stätlerr, in denen Gummiartikel fadrizirt werdtn. Der Vorstand bittet alle Kollegen, entsprechendes Material zu sammeln, um die Diikusston zu einer recht lebhaften zu gestalten, da es auch in dieser Branche verschiedene Werkstellen geben soll, welche sogenannte Schundwaaren fadriziren. Meister und Gäste find willkommen. * Oeffentliche Arbeiteriunrn-Versammlung am 17. d., Abend» 8'/, Uhr, im Lokale LandSbergerstr. 82. Tagesordnung: Die LohnverhLllnlffe und deren Aufbesserung. 2 DiSkusfion. 3. Verschiedenes.— Hierzu sind speziell die Arbeiterinnen auf Knaben-Anzüze und Herrenhosen eingeladen. Herren haben Zutritt. * Savitätsverei« für Arbeiter beiderlei Geschlechts. Dienstag, den 18. Mai. Abends 8Vj Ubr, im Lokale VeS Herrn Schcffer, Jnselstr. 10 Mitgliederoersammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über„KiantheilSerfcheinungen und deren Ver- hütung". 2. VereMSangeltge-iheiten. 3. Regelung der Ver« Irauentmänner und d-r Beitragsammlung. Gäste haben Zu'.ritt. * Arbeiter- Bezirkeverei« der Oranienburger Vor» stadt und des Wedotng. Montag, den 17. Mai, Abend» 8 Uhr, Versammlung in Kleine'» Lokal, Gedchtsstraß« Nr. 10. Tagesordnung: 1. Vortrag deS Sladtoero-dneten Herrn Gölcki über:„Die neueste Verfügung deS Ministers von Puttkamer. 2. DiSkusfion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. — Gäste willkommen. Neue Mitglieder weiden aufgenom« men.— Am Mitiwock(Büß- und Bettag) Nachmittag 2 Uhr findet ein Aueflug mit Familie statt. * Lacktrer aller Branche« Berlin» und Umgegend. Oiffentliche Versammlung am Montag, den 17. Mai, Abend» 8 Uhr, im Königstadt-Kasino, Holzmarttstr. 72. TageSord- nung: 1. Vortr. de» Hrn. Schweitzer. 2. Abrechnung de» pro- vtsoriscken Kasstrer». 3. Wahl von 3 Revisoren. 4. Wahl einer Kommisston. 5. Verschiedenes. * Oeffentliche Versammlung der Sluhlarbetter und BtlufSgenoffen Montag, den 17. Mai, Abends 8 Ubr, in Büß' Solan, Große Frankfurtccftr. 87. T. O.: 1. Der Kongreß der deutschen Manufaklurar bester in G«a. 2. DaS Vorgehen der Lohnkommiifion der v«ein. Jnnungsvorstände. * Gauverein«erltuer Bildhauer, Annenstraße 16, Dienstag, den 18. Mai, Vortrag. Ferner liegen einige Gegen» stände für die Ausstellung zu Frankfurt a. M., von hiefigrn Kollegen angefer.igt, zur Anficht guS. BilletS zum Stiftung». fest des Vereins find noch zu haben. Dasselbe findet am 22. Mai in Laumback's Kafino statt. Die Zahlstelle für den Osten befindet stch jetzt bei Herrn Kappisw, Markusstr. 25, pari,(bei Rauschardt). Sprechstunde täglich von 12—1 Uhr. * Arbetter-BezirkSverein der Roseuthaler Vorstadt. Montag, den 17. Mai, Abends 8 Uhr, Hockstraße 32a Ver» sammlung. Tagesordnung: Vortrag üb« Lelftng's Leben und Wirken. Referent Herr Gerisch. 2. VerschiedeniS. 3. Frage- tasten. Gäste willkommen, neue Mitglieder werdet» aufae- nommen. * Fachverein der Schneide*. Montag, den 17, Mai, Abend» 8Vj Uhr, in GratweiVS Bierhallen, Kommandanten- .. 77—79(unterer Saal) Versammlung. Tagesordnung: rag deS Herrn Dirk über Zuschneidekunst. 2. vericht der Ardeitsnachwett'Kommisston. 3. Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. * Große öffentliche Versammlung der MöbelHolirer, Montag, den 17. Mai, Abends 8 Uhr, Köpnickcrstr. 150/151. Tagesordnung: 1. Vortrag deS Herrn Liefländer über Minimal- lohn und Moximal-BrbeiiStaa. 2. Wie stellen wir unS zu einem neu ausgearbeiteten Lohntarif? 3. Abrechnung vom Streik in der Ptaff'schen Möbelfabrik.— Die Versammlung des Verbands fällt an diesem Tage der öffentlichen Versamm- lung wegen aus. � �_ * Untersttttznngkverei« deutscher Schuhmacher. Mon> tag. den 17. d. M., AbendS 8'/» Uhr, in Mundl's Lokal, Köp- nickerfir. 100, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag diS Herrn Harmsen über„DaS Naturhetlverfahren". 2. Vereins» angelegenhciten. Gäste willkommen, neue Mitglieder werden aufgenommen._. Berichtigung. In dem Bericht über die letzte Versamm» lung des FackvereinS der Former in der Nummer 112 unseres BlatteS hat stch ein Fehler eingeschlichen.— ES wurden ge» wählt die Herren: Albin Körsten zum ersten, Ludwig Etoppsack zum zweiten Kasstrer: Paul Jakudowski zum ersten, Adolph Müller zum zweiten Vor fitzenden. Kleine Mittheilunge«. E Krofse«, 14. Mai Heute Nachmittag ist die Stadt Kroffen von einer smchtbaren Windhose heimgesucht worden. Gegen 2V» Uhr bildeten fich, der„Voff. Ztg." zufolge, im Westen der Stadt gewaltige Wolkenthürme, die ein starteS Gewitter ankündeten. Um 3 Uhr halte daS Gewitter die Stadt erreicht, stark« Donnerschläge erschütterten die Luft. Plötzlich erhielt der Wind, der bisher von Westen kam, eine andere Richtung. Er verstärkte fich schnell zu einem fürchterlichen Brausen. Die Wolken hingen niedrig, einer Rauchwolke gleich, wurden fie, anscheinend kaum in der Höhe unser Kirchthürme, von dem Sturm hin und ber gepeitscht. Dann hörte man plötzlich ein unbeschreibliches Toben, daß man an ein Erdbeden denken konnte. Die Dächer der Häuser waren im Nu fast vollständig abgedeckt, die Vogel flogen wie trockenes Laub durch die Luft und zertrümmerten unzählige Fensterscheiben. Dabei erfüllte ein Staub die Luft, daß man kaum hundert Schritte weit sehm konnte. Bäume von 3 Fuß Durchmeffer wurden geknickt und entwurzelt. Der Kirchthurm, auS festem Stein werk massiv aufgebaut, wurde umgeworfen. Im Fallen begrub er auch ein ihm gegenüber stehendes Wohnhaus und in seinen Trümmern deffen Bewohner und die Gäste der in diesem Hause befindlichen Restauration. Biß jetzt, 7 Uhr AbendS, find 2 Leichen aus dem Schutt herausgegraben, die Frau deS WirthS ist schwer verwundet und hat eine innere Verletzung davongetragen. Die Kellnerin und mehrere Gäste, die man in dem Lokal vermuthet, find noch nicht aufgefunden. Der Eindruck, den die Stadt nach dem Q.kan machte, ist fürchterlich. Die Sonne scheint friedlich hernieder auf daS Werk der Zerstörung. Eine Unzahl Häuser ist mehr oder weniger zerstört, die Schornsteine der Fabriken u. s. w. find fast sämmllich vernichtet, eine Tuchfabrik ist fast vollständig zerstört: daS Gesammtbild giebt den Eindruck, alS habe der Feind die Stadt beschoffen; die Straßen find kaum wezsam wegen der Trümmer der Dächer. Unsere herrlichen Anlagen find fast vollständig vernichtet. An der Stelle, wo früher ein kleiner Buchenhain stand, steht nur noch ein Ueberbleibsel von einigen Stämmen und Aestm, auf den Promenadm find von den meist mehr als mannstarken Bäumen fast alle gebrochen. Mehrere jenseits der Stadt auf der Oder ankernde Kähne find umgeschlagen und mtt Bemannung und der Familie des SchiffseigenthümerS untergegangen. Rettungsversuche find fruchtlos gewesen, auch find bisher die Leichen noch nicht auf» gefunden._ ßetzte Nachrichten. Die„TimeS" glaubt, daS Ergebniß der vorgestrigen Versammlung bei Harlington habe das Schicksal der irischen Vorlage Gladstone's befiegett. 194 liberale Abgeordnete härten fich vervflichtet, gegen die Homerule-Bill zu stimmen, wodurch deren Ablehnung mtt einer Majorttät von 41 Stimmen ge» fichert sei. Der Antrag Jenningi' zu Gunsten der Einführung von EingangSzöllen auf fremde Fabrikate behufs Herabsetzung der Zölle auf Thee, Kaffee und Kakao wurde nach sechsstündiger Debatte im englischen Unterhause abgelehnt. Fm Laufe der Berathung erklärte fich der Schatzkanzler Harcoutt gegen jeden Antrag auf Einführung von Schutzzöllen und hob hervor, der Handel leide überall Roth, selbst in Deutschland, daS durch die Geschicklichkeit und den Fleiß seiner Bevölkerung der mäch» tigste Rivale Englands geworden sei. Die Arbeiterklaffen hätten den unschätzbaren Werth deS Freihandels erkannt wünschten deffen Aushebung nicht.— Die Bill, betreffend% Einnahmebudget, wurde in dritter Lesung genehmigt. J Die amerikanischen Behörden haben, wie ein New?)«* Kabeltelegramm besagt, Johann Most gegen Hinterlegung e» Kaution von 1000 Dollars provisorisch wieder in Freihett gm Dieses Verfahren entspringt einer jenseits des Ozeans lande üblichen Sitte, doch versteht eS fich wohl von selbst, daß»d Herrn Most scharf auf die Finger passen und ihm die y heckung weiterer Dynamitfrevel sobald kaum gestatten wird.! Anläßlich einiger Zeitungsnachrichten, wonach die& ziehungen Chinas und Rußlands fich zuzuspitzen schienen, nm das„Journal de St. PeterSbourg", daß diese V-rmuthm� durch nichts mottvirt seien. Möglicher Weise habe die lache, daß die beiden Regierungen eine Grenzregulii Uffurigebiete vornehmen, irgend einem Korrespondenten ruhtgungen eingeflößt. Es sei aber nicht der mindeste vorhanden, zu glauben, daß bei dieser Demarkatw irgend welche Störung vorkommen könnte. »».Ii Krieflmsten der KtboMion. P. W. Martendorf. Die Ort« polizei ist nicht bt..-� einem Vereine daS Tragen von rothgrünen Schleifen zu ui>i? sagen. Wir können aber nicht wissen, ob nickt dort eine£ aemeine Polizeioerordnung«xisttrt, welche der Polizei ein M Recht giebt. Straßen-Abounent Lausttzerstraße. Den Rechtis watt des Gegners müffen Sie bezahlen, auch wenn 6«' A'menrecht geklagt haben und verurlheilt find. Die GedW Ihres eigenen Rechtsanwalts müffen Sie zahlen, fällig ohne Beeinträchtigung Jhrei und Ihrer Familie Unter»® dazu im Stande find. Wenn Ihnen daher Ihr RechtSanS® seine Liquidation zuschickt, so brauchen Sie dieselbe nur&•' der pedechten Voraussetzung zu begleichen... R. D. Ekalitzerstr. Darüber find dt« Anstchten sehr � schieden, eine bestimmte Regel existirt in dieser Hin ficht"ik eS kommt also ganz darauf an, wie eS die Spieler unters ausmachen.„ Stratzeuabbonnent Maler. Ihre Anfrage ist so mein gehalten, daß eine zutreffende Beantwortung derse� unmöglich ist. Thetlen Sie unS doch den Fall mit,»w es fich handelt. W Wi, her nich braucht, seststau! «ruestc» kür jede Uehmigr einer(§ übliche« sivbeude s°lleu, geforde, Theater. Tar- Herr Der Sonntag, den 16. Mai. Opernhau». Die Jüdin. Montag: Marie, oder; Die Tochter des Regiments. Schauspielhaus. Auf der Brautfahrt. Montag: Faust. Deutsches Theater. Da! Urbild deS Montag: Die Räuber.(Karl Moor: Ernst als Gast.) Be> e-Alltance-Theater. Namenlos. Montag: Dieselbe Vorstellung. OAenp- Theater. Die Lorelty. Montag: Dieselbe Vorstellung. K»ieartch»«tlhel«ftavttschkS Theater. Zigeunerbaron. Montag; Dieselbe Vorstellung. W tlhalla- Theater. DaS lachende Berlin. vettere» au» der Berliner Theaieraeschichte «U Gesang und Tan, in einem Vorspiele und 8 Akten von Jakobson und WUlen. Montag: Dieselbe Vorstellung. £«»rai-Theater. Der Stabs» Trompeter. Montag: Dieselbe Vorstellung. Bitton»»Theater. Amor. Tanz. Poem von Luigi Manzotti. Montag: Dieselbe Vorstellung. LoatseuitädtischeS Theater. Da» lachende Deutschland. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kaasmsm,'» Variete. Große Spezialitäten. Lorstellung. «affage 1 Tr. o M.- 10«. tratkee-Lanora«» Zweite Reis- durch die Schweiz. Neu! Z. ersten Male: Algier. J Reise. Caroline«- Insel«. Eine Reise 20 Pf. Sinder nur 10 Pf. Abonnement. rffir | Schweizer Garten. Am Friedrichsbain. Haltestelle der Ringbahn. SÄ. Großes Concert und Vorstellung. Elftes Auftreten der franzöfischen GymnastikerfamUie deS Mr. Leglere(bestehend aus 5 Personen), sowie deS Duettisten- PaareS Frl. Karnowsky und Herr Esadwell, W sowie des GesangShumoristen verin Fukat. ■Theatervorstellung, menw: Elektrische Beleuchtung.] Tolhklosüpp aller Art«» Tamlrmkn. Anfang de» CorceriS 4 Uhr. der Vorstellung 5 Uhr. Entre« 30 Pfg.[1666| 1 Sperl— Treptow. Eröffnung ...._* der Somv-rfaifon. : Ä SÄ: Hr. Zoncert». SPeziaritSt.'Uorkelruug. s? Auftreten der urkom. Duettinen Hrn. Moritz u. Frl panla Kosst,# n. Geldner u. Frl. ll Fachmann. Gastspiel deS indischen Jongleurs und GaullerS Kidy-Kaid. fs der Gymnastiler-Truppe in ihren großartigen Produkt, auf der Bravour-Sängerin r Wallini-Cortes Fanny Heckel« Ansang 4 Uhr. Entree 25 Pf., Kinder unter 10"Jahren frei. Kaffeeküche ist geöffnet. Montag, 17. Mai: Corcert und Vorstellung. Gastspiel der Gymnastiker BrotherS Kina. sowie der Liedersängertn Frl. Clairmont. Anfang 4'/, Uhr. Entree 20 Pf.[1678 [1676 Arbeiter-Bezirks Berei«..Süd Oft Mitglieder.versammluug av. i», TageS Ordnung: 1. Portrag. DiSkusfion. 2 Kommunale». 3. Verschiedene» und F-agekasten. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Große öffentl. Versammlung sämmtl. Maler Berlins heute, K-nntag, Uormitta mandantenftraße.[l~ 9 Uhr, in den Gratweil'sche« Kterhallen, Kom- Die Lohnkommission. Will mtt meinem älteren Lager von Sumatra!! räumen. Dir Preise habe|1670 sehr billig gestellt. in. DMliilt-SiiltirWtu au- Deli Matcheppy-zawm von250Pf.pr.Pfd.an. Klemm Öolltilatt-Kortiruagra Deli Ba. My.: 150 Pf. pr. Pfd. St. Gr. DeÜ: 150 Pf. m. m. A. Goldschmidt, Aleranderstr. B8a, Kruuuenstraffe 155. Dm Mitgliedern des Verein» zur Wahrung der Interesse« der Klaoierarbeiter »ur Nachricht, daß am Bußtag eine Herren- Partie«ach Erkner(RüderSdorfer Kalk- berge) ststifinvet. Abfahrt vom Schles. Bahn- Hof 6 Uhr 31 Min. srüh. Um zahlreiche Be- theiliauna wird gebeten. NB. Di-jmigrn Mitglieder de? Vereins, welche die Billeti vom Maskenball noch nicht abgerechnet haben, werden dringmd ersucht, die» selben dl» Montan Abend bei dem Kasstrer Nagel, Wienerstr. 62, v. 4 Tr., statifinden zu lassen. 1659] Der Vorstand. der Aoß-Habak. Sämmtliche in» und ausländische Tabake offe» rirm in Ballm und ausgewogen.[1660 Sumatra von 110— 500 Pf Deutsche Tabake no« 50-75 Pf. Berthold Frank&Co. N., Brunnenstraße 7. Arbeiter- Lestrks. verein vofenthaler Vorstadt. Montag, den 17. Mai, Abends 8 Uhr, Hochstraße 32 a, Versammlung. , Tagesordnung: I.Vortrag:„Lesfing'S Leben und Wirk n". Ref.: Herr Gerisch. 2. DiS' kusfion. 3. V-rschiedeneS 4. Fcagekasten.[1674 Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlr. zu erscheinen. Neue Mitgl. werd-n aufgenommen. Kez.-V. d. arb. Kenölb. d. SW. Kertins. Die ordentliche Versammlung findet morgen nicht statt, dafür findet am Donnerstag, den »7. Mai. eine außerordentl.Vers. statt. Nähere« wttd». Z. bekannt gemacht.[1664 Freie Vereinigung r r&mmff. in ller lkimrgiscken Lestp' beschäftigte« Kernfsgenosse« Dtmstag, den 18 d. MS: Ktatutenmäßige Mitglieder- Verfam«'" bei Seefeld, Grenadierfiraßc Nr. _ Näheres im redakllonellen Tbell. Jx" Centrai-kranken- und Sterbeka� der Tischler 1662](Verwaltungsstelle Berlin A.), Versammlung am Montag, den 17- � Abends 8 Uhr, Manteuffelstr. 9.> Tagesordnung: 1. Abrechnung.� 1. Quartal. 2. Wahl eine» Krankmkoim� tlnltebAhurb IrolttmltL'JW Z> Mitgliedsbuch legitimttt. Der Bevllma 1675] Vers ammlung sämmtlicher an KilzbkarbeituuMisW b-schSftiglw � am Dienstag, dm 18. Mai. Ab-nb� � in Sager'« Fokal, Grüner Tagesordnung; Vortrag und Fachvereind. Schneid? Verfammlnng Montag, den�i?' Utal'Ädend! S'/'A in Gratmeil'« Bierhallm(unterer v � T. O.: 1 Wissenschaftlicher erein'� n< Gäste willkommen. Der Zuschneide. Lehrers Hrn. Dirk. 2. Arbeitsnachweis- Kommisfion. 3. Verem b,/ 7UüaiynaiBruc,0'HOuiini(jxor. o, genbeiten, Verschiedenes. Aufnahm« glieder.-1"'----- �'r �> Gewerkschaft der Metallarbeiter Berlius und Umgegend. Mitgl.- Vers, sämmtl. Metallarbeiter Dienstag, den 13. Mai, AdmdS 3 Uhr, im Wedding.Parl, Müllerstr. 178. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Rechtsanwalt Freudenthal. 2. DiSkusfion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Neue Mit- glieder werden aufgenommen. Gäste babm Zutritt._[1663 IlcGrifeC'fiqictanmn„vmmzagt". Diensta?, den 18. Mai, Abend» 8V> Uhr: bei Iarobi, Landibergersttaße 82, Uer famminng. „ Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. DiSkusfion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten.— Gäste willkommen.— Aufnahme neuer Mital'edrr.[1690 Der Vorstand. «essrntltchr Versammlung ller steiniräger Lerlins n- vmgkgkml am Montag, den 17. Mai, AbendS 8 Uor, im F-nif-nst.«onrerthan». Alte Jakobstr. 37. Tagesordnung: 1. Der Beschluß der letzten Versammlung und w:e weit ist derselbe zur Durchführung gelangt? 2. Verschiedenes.[1673 Die Lohn-Kommission. I. A.: Ernst Gutsch, Opp-lnerstr. 21. Dm Mitgliedern deS Fachv. d. Metallarb. in Gas-, Wasser- u. Dampf-Armatureu zur Nachricht, daß am Bußtag, den 19. Mai, eine Herrenpartte nach dm RüderSdorfer Kalkbergen stattfindet. Abfahrt Morgm» 6 Uhr l8 Minuten vom Bahnhof Alexanderplatz nach Erkner. Um zahlreiche Beihcilr�ung wird ae» b-tm._[1658 Versammlung be» Verein« de» Tapeztrer verliu» bei SratwetI, oderer Saal. Der Vorstand. «-«-vereia der Maler«erlw«. Straße 77/7», Verems-Vers ammlung. i« er Tagesordnung: Wmr Roh Tabak!! 1-irt w ÄÄS-TÄg volles Uwbl.. 90 u. 95 Pf. Carrnen A,«» mit Decke 105 Pf. Carmen UmW-�ft St. Felix Brastl Umbl. und Ewl. � Pfälzer Umbl., weiß brennend. 7 � f Pf. Aufarbeitet 58 Pf- Emlag« Gebr. Kukofzer, Lothringers L. «Ä �»rulch � Laus Havbel n W löge» w, lehnen die Land w?°r ..�chei W Wehler& Wilson-, sowie 51 nk Maschine�- � wenig gebraucht, verkaust sehr billig g, VLUUUII, UCllUU i«v*""' ei» l E. Frenke, s»a.nM� kC Mödiirte Stube für Hemm(. miethm Waidemarstr. 72 bei M« Parteig.f.Schlfst.b.Bartsch. Steinaw»�>� Ein Familienvater bittet um Ve Derselbe ist seiner Gesinnung b�° entläffm worden. Stetumetzsttdo[y 3 Treppm. Himburg.— Zigarren- und GabaK-H� Thurmstraße Rr. % K-s «schw», d, Sit vor dem veutscheu de, Deutschen Reichstage-°m ViertesHe�d� .�V'MbSM�' «kratze 44.___ ÄrdM«a»rV-...pl ffniliüfir«ckrilllbM Ii '»•'«üwtisMnlßärs? Ä. �sestkZßi».»? fe« i S/jrf � Anka las,*3bW 1 �«Toj ar, Z