ib. 116 Mtttnwch. d-« 19. Mai ISS«. III. Z«l»r». MnVÄsdlii» Krgan für die Interessen der Arbeiter. 4 WP gilf S l ?\ f.'«? Nntnbtznchiiiliztii. ». Troßner Unfug mit den Parteibezeichnungen als in �kulschlavd wird wohl nirgends gemacht. » sangen wir von rechts an. Dort befindet fich eine Mei, die fich deutsch-koaservativ nennt. Ihr ,*?k zeigt au, da» Bistehende erhalten zu wolle« und den« M S'ebt fich diese Partei alle mögliche Mühe, da« Bs. tat£«umzustürzen". Eo sind z. B. die Bemühungen tat- Partei belannt, die Tewerbeordnung aufzuheben. Bis «mu P* allerdings nur verschiedene Einbrüche in dieselbe doch ist sie mit ihre» weiteren Bestrebungen in Bc- LA**! de» ZnvungSschwmdel noch nicht durchgedrungen, P�d der Ansturm auf die Selbstständigkeit der Arbeiter Uvrisch« Arbeitsbücher) und die viele» Attacken auf «ta. �izkeit bi» jetzt noch zurückgeworfen worden— 11*1"J guten Willen hat's nicht gefehlt. Dann regt e» M.�Mrend in dieser Partei, daS bestehende allgemeine »u beschränken oder ganz aufzuheben. Und Preß- 3m n V.116 Versammlung-recht sind ihr et» Dorn im Auge. lul t �e» aber stimmt sie bedingungslos mü der Regit- c?»: Und diese Partei nimmt de» Namen deutsch-konservatio für 2* Anspruch? Regierungspartei muß man fte nenne» �"auch reaktionäre Partei. Warum die Partei aber vor d,, Bezeichnung konservativ das Wort deutsch gesetzt hat, j, weiß wohl selbst kein Mitglied der Partei. Wir haben W. �cher Weise im Deutschen Reichstag«och keine ruf- �'konservative Partei. Spielart von dieser Partei ist die f r e i k o v s e r- �..'.U e. die fich in politische» Frage« gar nicht und in «Min.?»che« Frage« nur dadurch von der deutsch-konser- ttwa««x unterscheidet, daß sie mit dem Agrarierthum >»r Kant« k°bbtrthum verquickt. Wa« da» Wort.Frei" «tdnd"Le!D?'>D bedeuten soll, darau« ist bi« jetzt auch Nie- »ob! 2 n�ug geworden— die Mitglieder der Partei selbst lüde N? �?wtwe»igsten. E« gebührt der Partei also die» tzu* rWchuung, wie der eigentliche» konservativen Partei. tei.'Jlfich zur Abwechselung dieselbe.Deutsche Reich«- tickt dieser Name bedeuten soll, das versteht erst Txr Reichsparteien find sämmtliche im Deutsche» �elck» 5'l"rendev und agitirenden Parteien. Und diejenigen, >»ti|L°u» Deutsche Reich für fich gepachtet zu habe» Ww' w Pud meistens auch diejenige», die durch ihr Ver- fyfot. �diche und dem Volke de» größten Schade» �Rationalliber ale Partei! Wer lacht da? Alle, Alle!„National"? Di« deutsche % sich längst abgewendet von einer Partei, welch« •W»?. durch ihre schwächliche, erbärmliche und ewig ����Haltungfortwährende�Verlege� JeuMelon. Gi«e Mutter. �uman von Friedrich verstäcker. (Fortsetzung) AmaltenWartthurm. �1." dem Nachmittag war e« recht still im Monford'schen Mt und Gräfin hatte» eine Einladung in die .iW,"8en0Bim,B, der sich Paula durch vorgeschützte Kopf- �»er QUiei,?SO0' und Georg ritt schon gleich»ach dem K'MautU'l benachbarte« Gut— angeblich um ein dort trüLfu. Plerd zu sehe«, in Wirklichkeit aber, um die �'hm befreundete» Gutsherrn zu der . Vorstellung am Verlobungsabend zu erbitte«. f.... lobung war nämlich fest bestimmt worden. allerdings noch, selbst an dem Morgen, einen k«*114 die Elter» wenigsten» um Aufschub eines «i��Mdende» Schrittes zu bitte», aber umsonst. Die J Atz»n dsute finsterer und unnahbarer al« je— hatte iHtn zn�wtese», und der Vater sie einfach gefragt, Und r ,Pe sür einen solchen Aufschub angeben Wl1*« nicht gewagt, Handor'« Namen zu tJMR(. L 0eB stolren Sri-m morden wäre. V Sliff 8 er ra™ ote der Graf fewer— M? I'ifite d-m Fortschritt der Zeit ver- �ta�We lwmer al« eine untergeordnete so daß H sogar damals Schwierig. vieler zu& m"1 Trlaubniß zu erhalte», w.rkliche de« Probe» ihre« kleine» Liebhabertheater« und ihr Schande gemacht hat. Oder ist da« am Ende national, wenn man allezeit de» Willen der Regierung über da» Wohl der Nation setzt? Und.liberal"? Liberal im guten Sinne de« Worte« bedeutet den gesunden Fortschritt auf alle« Gebieten, es bedeutet steiheitliche Eatwickelung und umfaßt auch alle Humanitären Bestrebungen. Und die „Liberalen", die Verächter de« Liberalismus, mache« Au«- nahmegesetze gegen religiös und politisch Andersgläubige, Ausnahmegesetze, die mit großer Wacht de« Nebenmenschea bedrücke», sie stimme» der Beschränkung der Pceßfreiheit, de« Versammlungsrecht« zu, fi« opfern da« Budgetrecht der Volksvertretung— nur da entwickel« sie«inen ge> wisie»„Freisinn", wo e» gilt, de» wirthschafllich Mächtigen die Freiheit zu lasten, die wirthschaftlich Schwachen immer mehr zu übervortheilen. Diese Partei verdient gleichfall« zu de« Reaktionären gezählt zu werden. Wir sind auch der Ueberzeugung, daß sie sich im Znner» zu denselben rechnet und ihren ftüher stolzen Namen nur noch in der Oeffentlichkeit trägt, um politische Gimpel zu sangen. Außerdem blüht da« Streberthum unter solcher unwahre«, allgemein gehaltenen Bezeichnung recht Üppig. Wir kommen zum Zentrum. Der Name ist so unrichtig nicht. Das Zentrum auf jeder Scheibe ist schwarz, kohlrabenschwarz. Aber die Devise, welche sich diese Partei giebt:.Für Freiheit, Recht und Wahrheit'— diese Devise ist falsch, ihr wird durch die Handlunge« der Partei geradezu Hohn gesprochen. Da wir aber vor wenige« Tagen noch diese Partei in einem Artikel mit der Ueberschrift:.NanenSposten" genügend und gebührend ge- kennzeichnet haben, so wollen wir, um Wiederholungen zu vermeide«, einfach auf jene» Artikel hinweisen und unser« Leser ersuche«, einer solche» heuchlerische» Partei selbst de» entsprechende« Name« beizulege«. Wir gelange« nun zur d e u t s ch- f r e i s i«» i g e« Partei. Zunächst wolle« wir auch hier bemerken, daß da« Wort deutsch vor fteifinnig eben so albern ist, als da« Wort deutsch vor konservativ. Oder fürchtete man fich vor dem kindischen Spott der Reaktionäre, die den Freisinnigen vorwerfe», die Polttik des Auslände« zu betreibe» und hat man deshalb im Segensatz zu einer auslSndisch.freisinnige« Partei den Titel deutsch-freisinnig gewählt? Auf alle Fälle ist die Bezeichnung„deutsch" bei der Benennung einer le- diglich in Deutschland fuogirendev Partei, wen» man keine« Gegensatz zu anderen Nationen«uSdrücken will,«benso überfiüsfig als inkorrekt. Die„deutsch- freisinnige" Partei «aante fich früher Fortschrittspartei und vermengte fich dann mit nationalliberalen Elemente«, die den Charakter des Fortschritt« im Zeiche»!deS Krebse« wesentlich beeinflußte«. Be- denkt man, daß diese Partei eigentlich au« demokratischen Ele- heranzuziehen. An den betreffende» Abende« durfte» sie aber nie eingeladen werde«. Paula war recht unglücklich und erwartete unter Zittern und Bangen de» Abend: wußte sie doch schon im Borau», in welcher Verzweiflung ihr Rudolph sein würde— und wa« konnte sie ihm sagen, wie ihn tröste«. Draußen im Park schaffte und arbeitete der alte Gärtner Jona», der al» Knabe, ja, fast al« Kind in de» Dienst de« Vaters der Gräfin gekommen und dann später mit ihr hierher übergesiedelt war. Er galt als eine Art von altem Inventar im Hause, und so stolz die Gräfin selber auch nur die geringste Unterhaltung mit ihren Dienstboten vermied, mit dem alte« Jona« plauderte sie oft, wen» sie in de« Park kam und ihn bei ferner Arbeit traf, fragte ihn, wie e« ihm ginge und wa« er treibe, und gab ihm auch wohl manchmal ei» Stück Geld, um fich eine Extragüte daran zu thu». Der alte Mann hing deshalb auch mit großer Liebe und Verehrung an ihr. Jona« war heute beschäftigt, die aufgeblühten Blumen- trauben von de« verschiedene» Büschen und Rosensträuchen abzuschneiden und die Wege unmittelbar um da» Schloß herum wieder auszurechen, den» die Aufsicht im Park selber hatte sei» Untergebener, ein Gärtnerbursche. Wie er noch daran war, kam der Förster Mäder, die Flinte auf dem Rücken, die kurz« Pfeife im Mund, mitte« durch die Büsche heraufgestiegen und sah sich hier,«he er den Alte« be« merkte, überall in de« Wegen selber aufmerksam um. Aber da war schon jede, sonst vielleicht mögliche Spur durch den Rechen de« alte« Manne« verwischt und ausgeglichen worden, und der Förster verbiß eine« Fluch Über semer Pfeifenspitze. Eben wollte er sich auch wende» und de» Weg hinunter- gehen, als er den Alte« entdeckte, der mit seiner kurze» Letter oben in einem Busche emfia beschäftigt war. .Heh, Jona«," redete er diesen an,.Ihr kriecht doch manchmal»och«ach Dunkelwerde« im Park herum, habt Ihr den« nie etwa» bemerkt, daß sich hier noch Gesindel nach der Zeit in de« Büsche« aushielt?" „Guten Abend. Herr Förster!' nickte ihm der Alte zu; „ja, ein«cht schöner Abend heute." .Tauber Esel I" brummte der Förster ergrimmt in mente» entstanden ist, daß sie au« einer gewissen Furcht, oder nennen wir's au» Opportunismus, de» Namen Demo- kratie so zu sagen unter den Tisch falle« ließ, so kann man über den Rückschritt de» Fortschritt« nur bevenklich de« Kopf schütteln. Da die Partei aber gegenwärtig gleichfall» mit der Reaktion im Kampf steht, wollen wir unser wei- tereS Urtheil über dieselbe unterdrücken. Sie hat bi« jetzt in alle» schöne» Namen geschillert, ohne daß für de« Volkes Freiheit und Wohlfahrt etwas Erkleckliche« abge« fallen wäre. Die gegenwärtige„demokratische Partei' kann ihre» Namen schon deshalb nicht behaupten, weil da» Haupt derselbe«, Herr Lenzman«, von der Demokratie un» aefähr so viel versteht, wie die Kuh vom S-iltanzen. Da« hat er durch seine jüngste» Expektorationen zur Eoidenz ge- zeigt. Im Uebrige» aber wollen wir die„demokratische Partei" ihrer Ruhe überlasse». Die.Volkspartei verdient diese Bezeichnung wahrlich nicht eben weil sie eine Partei ohne Volk ist. Bleibt nur noch eine Partei Übrig, die sozialdemo« k r a t i s ch e oder Arbeiterpartei. Sie allein trägt ihre» Name« mit Recht. Allerdings hat das Wort„sozial", „sozialistisch" eine« unangenehme« Beigeschmack, da Herr Stöcker fich ja auch christlich-sozial und Herr Dr. A. Wagner sich gar sozialistisch nennt. Sozialistisch heißt, für die w i r t h s ch a f t l i ch e n Interesse« de« Volke« ein- treten, demokratisch für die politische« Volksinteresse». Die« thut die sozialdemokratische Partei. Und eine Ar- beiterpartei im eminenteste» Sinne de« Worte ist sie, weil gerade in Deutschland die zielbewußte«, aufgeklärte» Arbeiter ihr sämmtlich angehören. Der Ministwiilerliiß und dir bürgerliche HWsitirii. § WaS hat die Regierung veranlaßt, so unerwartet plötzlich alle Lebeniregungen der Arbeiter zu verhindern? Diese Frage läßt alle Blätter, mit Ausnahme der offiziösen, nicht zur Ruhe kommen. Ist man in der Stellungnahm« zu dieser Frage auch größte,>thnl« auf Vermuthungen angewiesen, so läßt fich doch unsere» Trachten« eine« mit absoluter Sicherheit behaupten: Daß sei'en« der Arbeiter und gerade der Berliner Ardetter auch entfernt nicht etwaS ähnliche« wie ein Putsch oder eine isolirte Gcwaltthat zu erwarten steht', daS weiß die Regierung so gut wie wir e« wissen und wie eS die gesammte Ardetter» schast Deutschlands weiß. Eine feile, zu allem fähige Presse mag fich noch so sehr in dunklen Andeutungen darüber gefallen, daß auch Berlin seine Most und Schwab berge— die Regierung ist überzeugt, daß daran nichts Wahre« ist. den Bart, den» er schien«be« nicht besonder« guter Laune, und wiederholte dann die Frage mit lauter, fast schreiender Stimme, wobei er dicht unter die Letter trat. gar---------„-----,...------------------ hinaus habe«. Der Einzige, der manchmal noch Abend», wenn ich hier durch ging, herumkroch, war der alte Fritz, welcher«ach seinen Fallen sah." „Ja, das ist gerade der Rechte." .Ja, der hatte da« Recht dazu," nickte der alte Gärtner,„und weiter weiß ich Niemand. Dem hat e» der Herr Graf aber auch heute verboten, wie er mir mitge- theilt, eh- er fortfuhr. Er soll nach Sonnenuntergang nicht mehr auf herrschaftliche Gmndstücke, wa« den Maulwürfen wahlscheinlich sehr angenehm sei» wird- wie es nachher aber de» Wiesen ergeht, ist eine ander« Sache." „Da« ist aber gerade der Lump, der mir meine Fasa»«n wegfängt!" rief der Förster. Der alte Man» schüttelte mit dem Kopf. „Nein," sagte er,„die Fasanen thun den Wiesen nicht»; im Gegentheil fange« sie die Grashüpfer weg und sind auch sonst artige Thiere." „Herr Gott von Davzig," fluchte der Forstmann still vor sich hin,„ob das nicht gerade genug ist, um de» Verstand zu verliere»!'— Und um sich nur nicht länger zu ärger«, fuhr er wieder zurück in das Gebüsch und schritt an dem Bergabhang hin der Wiese zu. Der Förster hatte in der That heute einen ganz in- grimmigen Zor», und auch vielle-cht mit Recht, denn er konnte e« fich nicht verhehlen, daß auf seinem Revier ge- wildert wurde, und war doch auch nicht im Stande, den Frevler zu erwische», so vrel Mühe er fich deshalb schon gegeben. Er wohnte freilich auch dazu entsetzlich unbequem, den« die eigentliche Jagd de» Grafen, ein große», sehr be- deutende« Waldgchege, stich nicht einmal an die Stadt, sonder« begann erfi an dem nächsten Dorf, dessen Ge- Wenn trotz alledem die BlStter, welche mit der Regierung Fühlung baden, fortfahre«, die schlimmsten Befürchtungen bei ihren Lesern wachzurufen, so lann da» nur einen Zweck haben. nämlich den, die Konservativen als Retter der Gesellschaft erscheinen zu lasten. Soweit, glauben wir, lassen die Thatsachen keine andere Er- klärung zu. Mit dieser Erllärung stimmt auch überein' die durch nichts begründete Häufung von VersammlungSverdoten. Warum mußte man geradezu jeglicher Versammlung die Genehmigung versagen, warum zwang man selbst den konservativen Herrn v. Ubtsch, seine Vertheidigung der staatlichen Feuerverficherung zu Unterlasten? Weil man dmch die Maffenhaftigkeit der Ver- böte den Eindruck erwecken wollte, daß eine große dunkle Ge- fahr über dem Reiche und der Reichihauptstadt schwebe, daß auch hier die„starke, konservative Regierung" allein die Gesell- schaft vor ei»er drohenden Katastrovhe dewahre und daß die sreifinnige Oppofition mit ihrem Kampf f ü r KoalitionSfreibett und gegen Sozialistengesetz auf dem besten Wege gewesen wäre, die Gesellschaft in den Abgrund zu führen. Und hier scheinen unS die letzten Abstchten der Regierung hindurchzuschimmern, mag ste dieselben in ihrem RechenschaftS- vericht auch noch so sehr verhüllen. WaS ste erstrebt, daS stnd nicht die heute hervortretenden nächsten Wirkungen, die Ver- fammlungSverbote, die Streikverhinderungen. Diese Wirkungen find ihr vielmehr nur Mittel zu einem viel ausgreifenderem politischen Zweck: st« will daS Unternehmerthum, soweit S noch mit der bürgerlichen Oppofition zusammengeht, die ganze Menge der kopfscheuen Wähler an die Fahnen der konservativen Politik feffeln und den Heerbann der Opposition auseinandersprengen. WaS man mit Sozialistengesetz und Schutzzoll einst begann, daS wird jetzt, aber energischer und zielbewußter, fortgesetzt. In die�eine OpposttionSpartei ist heute' schon durch die Beendigung deS Kulturkampfes der Zwte- fpall hineingetragm— hier hat ................... der Staat sogar ein Stück feiner Souveränetät geopfert, um auf anderen Gebieten ganz freie Hand zu bekommen. In die andere Oppofition tpartet wird durch den Streik- und VersammlungSerlafstder Zwiespalt hineingetragen, indem Herr Eugen Richter mit seinem Anhang gezwungen wird, für die KoalttionS« und Versammlungsfrei- ....."" e g e n das Interesse der Unter- der Arbeiter und damit g„_ nehmer aufzutreten.„Einem anderen Wilde gilt ihr Jagen!" — um mit Herrn v. Puttkamers LiebltngSkünstler zu reden. Herr Eugen Richter hat viel von StaatSstreichSgelüsten deS deutschen Kanzlers gesprochen, vielleicht steht der neueste Ministerialerlaß damit in Zusammenhang und vielleicht braucht ver eiserne Kanzler, wenn er erst die Unternehmerschaft für sich gewonnen hat, nicht mehr davor zurückzuschrecken, auch fortschrittlichen Versammlungen die Genehmigung zu versagen. Vielleicht glaubt er aber auch, durch seine Politik die Oppofition so zu schwächen, daß er ohne Staatsstreich, ohne Verfassungsbruch Alles durchsetzt, waS er wünscht. AlleS, bis auf die Aenderung deS Wahlrechte? und die SuSpendstung des Reichstages herab. Vielleicht steht er die Zeit schon nahe herangerückt, wo die bürgerliche Oppo« sttion„nicht mehr lacht", well ste in alle Winde zer« stoben ist. Den„letzten Schlag" nannte ein Berliner freistnnigeS Blatt den Streikerlaß de? Minister? v. Puttkamer. Wir glauben, eS war der erste Schlag in einem ganz neuen Feld- zug. Der zweite Schlag war die Beschränkung der Versamm- lungSfreiheit. WaS der dritte sein wird, wagen wir nicht zu prophezeien. Vielleicht gilt er uns selbst, der Arbellerpreffe, fowett ste noch ihr Dasein fristet,— oder den Arbeiterfachver- »inen. Der letzte Schlag aber wird nicht die Ardeiterpartei treffen, sondern weit darüber hinau? diejenige Partei, welche noch heute davon träumt, dmch einen baldigen Regie rungs- Umschwung an? Ruder kommen zu können. *** Nachbemerkung. Rascher, al? wir e? hoffen konnten, finden wir unsere Austastung von offiziöser Seite bestätigt. Die„Nordd. Allg.Ztg." ftägt in ihrem Abendlatt offen heraus, ob denn die freifinnige Presse noch Anspruch darauf erheben dürfe, die„B o u r g e o i s i n t e r e s s e n" zu vertreten, da daS Ergebniß der Lohnbewegung doch„kein andere? sein könne, al» daß die Unternehmer gezwungen werden, höhere Quoten ihre? Umsatzes auf Arbeitslohn zu verwenden." Die RegierungSpreste klagt also berettS die freistnnigen Blätter und damit die freistnnigen Führer bei den Unternehmern an! Ganz, wie wir«S kommen sahen. Wir werden noch Gelegen- heit nehmen, den Artikel der„Nordd. Allg. Ztg." ausführlicher zu berühren. Politische Ueberstcht. In dem SiechenschaftSberrcht über die vom preußischen StaalSmintsterium verfügte Aufhebung de? Versammlungsrechts für Berlin, Potsdam und Umgebung heißt eS, daß die An- ordnung fich au? folgenden Gründen al« nothwmdig erwieS: Schon seit längerer Zeit hat die Erfahrung gezeigt, daß bei der großen Anzahl von Versammlungen, welche in der markuvg allerdings an die Stadtflur grenzte. Dort befand fich ein sehr bedeutender Rehstand und ei» Thiergarten mit Roth- und Dammwild. Nur eine kleine Fasanerie war unmittelbar am Schloß in einem Kieferndickicht angelegt, und die Fasanen machte» dem Förster mehr Mühe und Arbeit, al« sein ganzer übriger Wildflaad zusammen; denn der Fasan ist«in zutraulich dummer Vogel, der leicht dem vi« beinigen wie zweibeinige» Raubzeug zum Opfer fällt. Heute hatte er wieder einmal ganz unleugbare Be- weise gefunden, daß ihm irgend Jemand mußte eine« Besuch bei den Fasanen abgestattet habe», denn nicht allein daß er schon seit einiger Zell bedenklich viel Feder« i» dem kleinen Dickicht gefunden, wo sie hauptsächlich Abend» aufbäumten,»ei«, heute traf er sogar eine« augenscheinlich kranke« Zsabellenhahn, der nicht mehr fort konnte und de« ihm sein Hund apportirte, und als er ihn untersuchte, hatte er eine große Fstchangel im Körper sitze», an der noch ei« abgerissene» Stück Bindfaden befestigt war. Wenn er sich nun auch vergebe«? de« Kopf zerbrach, wie um Gottes willen Jemand Fasane» mit der Sngelruthe fange« könnte, so blieb es doch keinem Zweifel unterworfe», daß irgend ei« nichtsnutziger Geselle hier die Hand im Spiel habe.— Und nun gerade eine« Zsabellenhahn, von denen der Graf nur drei Stück um thenre« Geld gekaust und die ihm selber auf die Seele gebunden waren, well die Frau Gräfin sie so gern hatte I Aber wa«, um'» Himmel« willen, ließ fich bei der Sache thu»? Er suchte allerding« da« ganze Gehölz auf da? sorg- fältigst« ab, ob er nicht irgend etwa» finde« könne, wa« ihm einen Anhalt gebe« mochte— den» daß der nichtSwürdtge Maulwurfsfänger dazwischen stecke, glaubte er sicher—, aber umsonst. War der eS gewesen, so fing er die Sache auch überhaupt viel zu schlau an, um fich so leicht ,u verrathen, und e« blieb ihm nicht» andere« übrig, al« von jetzt an sein« Wachsamkell zu verdoppeln und doch vielleicht einmal den Frevler auf frischer That zu ertappe«.—„Aber«ach- her freu' Dich!" dachte er bei sich und ballte dazu i» Ge- danke« die Faust nach der Wiese zu, auf welcher der Man» Stadt Berlin und den umliegenden Orstchasten zum Zweck der Erörterung oder Berathung öffentlicher Angelegenbeiten abge- ballen werden, die Vorschriften der im Z 9 de? Gesetzes vom 21. Oktober 1878 in Verbindung mit dem im§ 1 ff. des preußischen Gesetze? über.die Verhütung eineS die gefetz- ltche Freiheit und Ordnung gefährdenden Mißbrauch? de« VersammlungS« und VereinigungSrechti vom 11. März 1850 enthallenen landesgesetzlichen Bestimmungen nicht ge- nllgen, und der Abhaltung von Versammlungen, welche zur Förderung sozialdemokratischer und sozialistischer, auf den Um- stürz der bestebenden Staat?» und Gesellschaftsordnung ge- richteten Bestrebungen bestimmt find, mll Erfolg entgegen- zutreten. Die Bestimmung de? Gesetze« von 1850, daß zur Anmeldung einer zum Zwecke der Erörterung öffentlicher An- gelegenheiten beabstchtigten Versammlung eine Frist von nur 24 Stunden vorgeschrieben ist, erschwert die Feststellung dar- über, ob Thatsachen, welche nach§ 9 de? Sozialistengesetzes das Verbot der Versammlung rechtfertigen, vorhanden stnd. Ein solche? habe demnach nur in seltenen Fällen erfolgen können. Die Auflösung von Versammlungen aber fübre in jedem ein« zelnen Falle eine Gefährdung der öffentlichen Ruhe und Sicherhell in mehr oder minder großem Umfanae herbei. In den 4 ersten Monaten deS Jahres 1886 find 2513 Versamm lungen angemeldet worden, an einzelnen Tagen biS auf 93, ein Verbot ist nur in 3 Fällen erfolgt, dagegen hat fich die Zahl der auf Grund de«§ 9 de? Sozialistengesetze? aufgelösten Versammlungen auf 41 gesteigert, während im Jahre 1885 von 7461 Versammlunaen nur 68 aufgelöst worden find. Tie fortdauernde Steigerung der sozialdemokratischen Agitationen, welche in diesen Zahlen ihren Ausvruck findet, lasse e? nothwendig erscheinen, der Ortspolizeidehörde durch eine Ausdehnung der Frist von 24 auf 48 Stunden, und durch die Einräumung der Befugniß zur Ertheilung der Genehmi- gung der Versammlung eine eingehendere Prüfung der Frage: od von der Versammlung eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit zu befürchten sei, zu bewirken und event. durch Ver- sagen der Genehmigung, die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und Ordnung zu fichern. Insbesondere sei diese Maß- rege! durch den Charakter, welchen hier neuerding? die Lohn« bewegung unter der Arbeiterdevölkerung angenommen hat, zu einer unabweisbaren Nothwendigkeit geworden. Die unausgesetzte und sorgsame Beobachtung dei Vereint und Versammlungswesens habe zu der Erkenntniß geführt, daß die in Berlin unter den Arbeitern destehende Lohnbewegung ihren rein wirthschaftlichen Charaller zu verlieren begonnen habe, indem fie vielfach von den Führern der sozialdemokratischen Partei zum AgllationSfeld für ihre Bestrebungen mißbraucht werde. Die wirkungsvollsten und zur Anfachung revolutionärer Leidenschaften am meisten geeigneten Reden in einzelnen Arbeiterversammlungen wmden von sozialdemokratischen Agi« tatorm gehalten, welche dem Arbeiterstande gar nicht angehören. Die Gewöhnung der Rrdeller an diese Führerschaft lege die Besorgniß nahe, daß dieselben eventl. auch Anregungen zu Gewallthatigkeiten Folge geben würden, wie da? in Frankreich, Belgien und Nord Amerika geschehen. Von ganz besonderer Bedeutung sei die Bewegung, welche in neuester Zeit im Be- reiche der öffentlichen VerkehrSanstalten entstanden, und in schnellem Wacht thum begriffen sei. ES liegen ganz bestimmte Anzeichen dafür vor, daß die unter den bei diesem VerwaltungSzweige beschäftigten Arbeiter- bevölkerungen neuerding« bemerkbar gewordene Bewegung unter fortgesetzter sozialdemokratischer Aufreizung eine Jntensttät und einen Umfang anzunehmm im Stande ist, als deren Konsequenz unter Umständen unüderseh« bar verhänonißvolle Folgen für die öffentliche Sicher- hell und Ordnung, und für die Erhaltung der ge- sammten Verkehrsverbindungen nach und von der Reichshaupt- stadt eintreten können: durch die B .....................,... Benutzung der Arbeiterversammlungen für die sozialdemokratische Agitation sei hiernach die öffentliche Sicherheit der Reichshauptstadt mit erhöhter Gefahr bedroht, wie auch die bei der Auflösung von Ver« sammlungen mehrfach vorgekommenen tumultuarischen Austritte deutlich zeigten. ES sei deshalb geboten erschienen, die Zu« laffung von Versammlungen für das Gebiet öffentlicher An- gelegenheiten von der Ertheilung einer Genehmigung ab« hängia zu machen. ES war dabei unvermeidlich, das Ver« sammlungSrecht für Berlin und Umgebung zeitweise einer weitergehenden Einschränkung zu unterwerfen, welche jedoch nur den drohenden Gefahren für die Aufrechterhaltung der öffent« ltcken Sicherheit und Ordnung auf alle Fälle entgegenzutreten bestimmt ist, und dei ihrer thatsächlichm Handhabung der Ab- Haltung aller legitime Zwecke verfolgenden Versammlungen„zur Berathung öffentlicher Angelegenhellen" keine Schwierigkeiten bereiten wird. Die sozialdemokratische Fraktion de» Reichttage» hat gestern durch die Abgeordneten Hasenclever und Meister folgende Interpellation eingebracht: Am 11. April dieses Jahres hat der puußifche Minister deS Innern, Herr v. Puttlamer, in Bezug auf da» Verhalten der Behörden bei Arbeitseinstellungen eine Zirkularversügung an die ihm unterstellten amtlichen Organe erlassen, welche da» gewöhnlich wirthschaftete und wo er ihn auch«och vor kaum einer Stunde gesehe» hatte. Den Weg herüber vom Schlosse kam Paula, langsam und da» liebe, sonst so sröhltche Antlitz in recht ernste, schmerzliche Falle» gelegt. Sie betrat die kleine Terrasse, ohne de« alte« Gärtner, der noch immer da oben in seinem Busche steckte, nur zu sehe«, und schritt auf die niedere Mauer zu, al» dessen freundliches:„Gott grüße Sie, gnä- dige Komtesse!" sie ordentlich zusammenfahren machte. „Ach, Jona», wie habt Zhr mich erschreckt!" sagte fie lächelnd..Wa» macht Zhr denn da oben?" „Ja, ich bin gleich fertig, gnädige Komtesse", sagte der Alte, freundlich sei» Mützchen dabei rückend;„da? Uebrige mag bis_ morgen bleibe«, denn ich muß auch»och die Blumenstöcke am Schlosse»achseheu und die abgeblühten fortnehmen." Dabei stieg er von seiner Leiter herunter und hob fich diese auf die Schulter, um«ach vorn zu gehe»; aber er blieb doch noch einmal«eben der jungen Dame stehen, für die er all' die Zärtlichkell empfand, welche nur ei« alter Diener eine» Hause« für ei« Kind empfinde« kann, da« unter seinen Auge« aufgewachsen ist. „Und wie geht e« sonst, Zonai?" fragte Paula freundlich. ..Ach ja, zu thu» giebt'« immer, gnädige Komtesse," nickte ihr der alle Mann lächelnd zu;„in einem so großen Garte» reißt'« nicht ab, da» ganze Jahr lang, Winter und Sommer." „Aber ich dächte, mll dem Gehör ging e» recht schlecht Jona?," sagte Paula, indem fie fich dicht zu seinem Ohre bog und sehr laut sprach. Förster eine ganze Werle unterhalten und jede« Wort ver. MMUMZ de« der gnädige Herr Graf damal« durch die Reichsgesetzgebung gewährleistete KoalitionSrecht(»«» BeHufe der Eilanguvg günstiger Lohn- und Arbeits bedingun- gen,§ 152 der Gewerbeordnung für daS Deutsche Reich) ge« fährdet und geeignet ist, dasselbe für große Klaffen der Bevölkerung aufzuheben. 1) Ist diese Zirkularveriügung de» preußischen Minister? de? Innern dem BundeSrath bekannt! 2) WaS hat der BundeSrath gethan oder wa» gedentt er z» thun. um diesem Angriff auf ein Reichsgesetz entgegenzutreten» Berlin, den 18. Mai 1886. lieber die Branutweinsteuervorlage, wie fie nunmehr dem Reichstage vorliegt, schreibt die„Freis. Ztg.": ES wird also wirklich in einer Zeit deS Rückgänge» der Erwerb»- verhältniffe, wie er lange nicht stattgefunden hat, an die V»' tretung deS Volle? daS ungeheuerliche nie dagewesene An- stnnen gestellt, die Eteuerlast deS Volkes um 210 Millionen Mark jährlich zu erhöhen in Form einer neuen Verdrauchtad- gäbe(K o n f u m st e u e r) auf den Branntwein, welche in drei Jahren fich steigernd 40 Pf., 80 Pf., 1,20 M. pro Liter Alkohol betragen soll. Die Bestimmungen, durch welche die de- st-hende Maisch: aumsteuer und Brannlweinmaterialstmer ab- geändert find, zeigen gegen den preußischen Entwurf erhebliche Abänderungen. ES sollen von der geltenden Maischraumsteuer und Materialsteurr allgemein künftig nur 90 Prozent erbobw werden. Da die Nuifuhivergütung in Höh« von 16 W- unverändert bleibt, so bedeuter dieS mittelbar auch eine E»' höhung der AuSfuhrvergütung um ein Neuntel od« pCt. In Wahrheit steckten schon in der bisherigen 16 11%.................................... Ausfuhrvergütung pro Hektoliter(dei Annahme von 10 M Ausbeute aus dem Maischraum) nur 13 M. Steuervergütung und 3 M. Ausfuhrprämie, künftig wird in Fo!f Ermäßigung der Steuer von 13 M. auf 11 M. 70 Pf. dit!» Prämie 4 M. 30 Pf. statt bisher 3 M. betragen, als» doch um ein Drittel erhöbt sein. Die Konttngentirun» der Brennereien hat der BundeSrath angenommen. Also vo» 1. Juni 1887 ab dürfen mehlige Stoffe(also Kartoffeln uv» Kmn) für Melasse nur gebrannt werden von Brennereien. welche vor dem 1. April 1886 vorhanden waren, und zwar W Umfang ihre? bisherigen Betriebes. Nur Brennereien, welch« im Jahr nicht mehr als 1500 Hettoliter Bottichraum demaifche» wollen, also nicht mehr als etwa 150 Hektoliter B anntw!� brennen, find von der Beschränkung freigelaffm. Neue Brw' nereien und Erweiterungen von Brennereien bedürfen em» Konzesston, welche nicht versagt weiden soll,„sofern da? W dürfniß zum Brennen im landwirthschastlichen Jntereff« na» gewiesen wird. Neue Anlagen find also vom Guttünlen»» Verwaltung abhängig.— In der Hauptsache also wird sw Monopolrecht der vorhandenen Kartoffel- und Kombrennen� eingeführt ähnlich dem bestehenden Apolhekenrecht und ähm« den Zwang?- und Brennrechten von Mühlen, Brauels und Brennereien früherer Jahrhunderte, wie fie im neu«' zehnten Jahrhundert mit großer Mühe und vielem Gew»' gelöst worden stnd. In der Einführung deS Monopol? für» vorhandenen Brennereien liegt eine Schädigung der S ammten Landwirthfchaft, soweit ste nicht schon Brennereien itzt, und zugleich eine Schädigung der gefammten Volttww» chaft, wodurch die Nachtheile aus der Belastung mit der neue" Konsumstcuer noch verstärkt werden.. Der Cohn de» Reichskanzler«, Graf Herbert BiSnt»� ist zum Staatssekretär deS Auswärtigen ernannt worden ■-,-JP----.-r-----,--- ,,,,--- V ß", WO tt tut noch im Zivildienst eine so jugendliche Persönlichkeit in ein boheS StaatSamt berufen worden fein. Selbst WMfLw tönigllchem Geblüt find in solchem Alter nur zu EhrenstellUNS von mehr nomineller Bedeutung berufen werden. � Der Magdeburger Fachverein der Manrer st�.j, verflossenen Sonnabend tn den Personen seiner Mitglieder vor dem Schöffengericht. Der Verein soll �£« gesetzlichen Vorschriften zuwider mtt Polltik befaßt angeklagten Vorstandsmitglieder wmden mtt je 30 M' angetlagten Vorstand, Mitglieder wurden mtt je 30 ZW"%aß 6 Tagen Haft belegt. Außerdem wurde dabin erlaW� derV er ein ,u schließen sei._ m 0i»«»tritt au» der Landeskirche. Der„N*#« in Ztg" schreibt man au« Barmen, 16. Mai: Wie unserer Schwester stadt Elberfeld, so wollen nun auch So�aldemokraten den Austritt au» der evangelischen die lirche vollziehen.„Um den Att lu'räeforfaLen". hHÄ. i» äufgtlk� in FaiseurS in einer Spezereihandlung eine Liste welche Austrittslustige fich einzeichnen können. Versammlungsverbot. Eine für Sonntag schweig anberaumte Versammlung, in welcher der adyeordnite Bio»(Vertreter des 1. braunschwetgisch-n� � krerseS) Bericht über feine Thätigkett erstatten wollte, (Stunti ��Sozialistengesetzes verboten worden.. m„Auf Gruud des Sozialistengesetze- ist F Volktfnmme, herausgegeben von den Herren v. Lödenderg. durM�'W�g'v�O»YMt* den. Die diesmal sehr gründliche Motioirung. Seiten. Eine große Rolle in ihr spielt die reoolutron�»� lung deS Herausgeber», ReichStagiabgeordneten dort drüben unter dem Goldregenbusch haben graben! Ja, wie die Zeit vergeht, und jetzt sin° groß und hübsch herangewachsen und eine vornehm«� fI> geworden; aber ich sehe Sie immer»och, was Sie> � liebe», herzige» Kindchen waren, mtt de« lange«,- jj» Locke», und manche« gesegnete Mal Hab' ich Öie.... jU»* Arme« gehabt»nd bin dann hier mtt Ihnen um � Thurm herumgaloppirt.". „Mein alter, guter Jona» 1" sagte Paula S fcc „ja ich weiß«ich selber«och recht gut aus T?ra» finaen." „Na," lacht« der alte Mann,„die gnädige W hatte e» freilich manchmal nicht gern, wenn w»� jfi mitsammen tollten, aber dann hat fie doch auch über gelacht."_# Paula sah wohl, daß mtt dem alte« Mae« spräch mehr zu führe» war, mochte ihm aber tbun, nickte ihm freundlich zu und schritt daa gta» Mauer, an der sie stehe« blieb und sinnend«ach hinuntersah. Nur manchmal drehte sie fich"a#. her»? um. her noA immer mit fei«m X ll? um, der noch immer mit seinem HandwerkSgerwa � u» wirthschaftete, bi» er die Leiter endlich wieder W mit einem:„Na, Gott behüt' Sie, gnädige Kow KieSireg hinabschrttt.„ Z-tt«li Kaum war er fort, al« fie wieder ei« klem» au» ihrer Tasche«ahm, dasselbe zusammenfaiw- fichtig noch einmal überall umschaute und*». selbe Stell« schob, von der fie heut« Morgen Papier genommen. Dann schritt fi« lanflsa recht schwer aufseufzend in da« Hau» MÜ"' Der Nachmittag verging so, der Abend um da» Hau» im Park begannen die Bogel fi � g« gj Nachtruhe vorzubereite«. Di« Amsel, Tag geschwiegen� und mit eisernem Fleib�u««O' und die jungt Brut zusammengesucht, —..» L----- rin pWSr' «Ä Gesährti» httbeizmusen"und'«tt jfo. schützte« Platz in irgend einem Gesträuch L M tanttjolb bet deuischen Sozialdemokraiie, bU auS feinet THStia» «it unb feinen Reben feit dem Jahre 1891 im einzelnen nach- !«»tefen wirb. Belgien. h Wflifthen Reßietuna stehen jetzt 106 Millionen Franks T vmntliche Ätbeilen zm Verfügung. Im September finbet P' außerordentliche Kammersesfion zur Berathung bet Cor« «tm statt, die bie Regierungskommisfion für die Arbeiterfrage 'otbetetiet Nach bet klerikalen„Gazette de Liege" defürchtet am 1. Juni in allen Arbeiterzentren den Ausbruch eines «uen allemeinen Streiks: schon dringen bie Werkdirektoren wf Familien und Habe in Sicherheit. Worauf diese Mit« �uung beruht, ist nicht»u übersehen. Sraurreich. . Abgeordneten Michelin und Planteau haben dem �autenminister Baihaut angezeigt, daß fie ihn nach den Ferien mtbeiuo, übet bie Arbeitseinstellung von Deca- ftim"* iur Rede zu stellen wünschen. Die Gesellschaft bet Wtenwerke hat nämlich daS Schiedsgericht, besten Annahme für sicher gast, schließlich dennoch abgelehnt. Darüber M die Strikenden um so erbitterter, als der Streikfonds in .j�Wille zu Ende geht und bie Arbeiter also genöthigt find, »«in �'olentes bie Arbeit wieder aufzunehmen. Bus Deca- Ae wurde unter dem 14. Mai gemeldet:„Gestem Nach« zeigte bie Berg Gesellschaft an, daß fie den Abgeord« »!? �ur a'8 Schiedtrichter nicht annehme. In Folge dieser �„Mt ist der Direktor der Gesellschaft, Petitjean, sofort nach Ver-valtungsrath abgereist. Die Versammlung der «.N'eutt, der der abschlägige Bescheid deS VerwaltungSratbs »m wurde, nahm denselben sehr stürmisch auf. Es ernannt hatten, zurückzuziehen."— Im letzten Minister- -N, machte der Minister des Innern Mittheilungen über den ;"N der schwebenden Brbeitseinstellunaen. Der Ver« Mungsrath der Bergwerke von Dccazeville hat Vie Ab« des vom Abgeordneten Laut angebotenen Schieb«« Ms in einem Schreiben an denselben folgendermaßen be. N-t:„Die Gesellschaft kann nur über die eine Frage die «wischung eines Schiedsrichters zu lasten, ob die am 26. Hatten mir ein vollständiges Mandat gegeben, die .».Mchaft giebt mir nur ein unvollständiges. Ich weise es c v34 danke den Bergleuten für da- unbed ngte Ver« N��lchließlich gezwungen fein,,# einem nach. Ihrer inzueBitO) gezwungen lern, na, einem naaji. einet gefräßigen und lichtscheuen Eule Jetzt flatterte ein größer, schwe» s war ein Fasanen Hahn, der sich in einen der me hinaufschwang und dann mit thörichtem ."ist, �"'« Schreien und Glucksen der Nachbarschaft verkün« jie».?. er glücklich oben angekommen wäre, und wo et schlafen würde. Er hörte auch nicht eher mit r*" L— r? Jt__ i—•- mm— Feh, S fehle auf, bis et sich ordentlich zurecht gerückt und vebern gehörig aufgeplustert hatte. �iilu9nn lam ein anderer und noch ein anderer, wie e» «setzten Bergab hange hinüberstrich. ien?5. wurde« still, ganz still. Nur die Grillen ...» i—~ ftiU. E�auf r1 � Säumen uvd unten vom Schloßteiche ft�itn nie?°s monotone, schläfrige Quaken der Frösche. Uisch v.w östlichen Himmel aber hob sich voll und maze» N Unt».«albslühende Mondscheibe herauf, und während % w? a,k'«i««-«-»„gl, sich. (Fortsetzung folgt.) An» Knust und Leben. kg Kslls»tss lagftt find, lettisten' indische ��blikuw Ä�r Mr. Sidey Said das größte Erstaunen ttzSMSäfe! Hsten Elf* dei den Engagements« Abschlüssm den uner« -�Aer an den Tag gelegt. GoTerament Board) Stansfelb auf die gestem erwähnte Rebe Lorb Salitburys(f. Letzte Nachrichten) zu sprechen. Er er» klärte, dieselbe übersteige an berechneter Rücksichtslosigkeit Alles, waS je in der Rede eines Mitgliedes der National. Liga ent« halten gewesen sei. Redner dankt Salitbury für dessen Ruf zum Kampf, der in den Reihen der Liberalm Entrüstung, Entschlossenheit und Einigkeft erwecken werde. ES sei thöricht, zu glauben, daß nach weiterem zwanzigjährigen Besteben von ZwangSgesetzm Irland versöhnt sein werde. Bei der Behand« lung der irischen Frage seim auch die Jrländer in Amerika nicht zu vergessen. Die irische Nation sei von der Zuverficht erfüllt, daß fich ihre Forderungm als unabweisbar heraus« stellen würden. Die Bill sei bestimmt, den Frieden herbei- zuführen und die Union zwischm Irland und England zu stärkm, weil dieselbe alsdann auf moralischeren Grundlagen benchen werde. Jt al ie«. Mehr alS je regen fich die A r b e i t e r in Italien, um bei den nächsten Wahlen ebenfalls einige Sitze in der Kammer zu erobern; da? Hauptzentrum ihrer Agitation ist Mailand. Ein Manifest, daS von der„Fratellanza Garibaldi beider Geschlechter" unterzeichnet ist, verkündet unter anderm, daß die soziale und polftische Frage nicht getrennt werden könnten; die soziale Gerechtigkeit müsse mit der politischen Freiheit gleichen Schritt halten. Ein anderes Manifest fordert die Arbeiter auf, nur Arbeiter zu Deputirten zu wählen,«Fabrik- oder Feldarbeiter"; und es fügt bei:„Die Arbeit hat daS Recht, in der Regierung des Lande« vertreten zu fein." In der Wahlbewegung in Italien hat am Sonntag der Handelsminister Grimaldi bei einem in Catanzaro stattgehabten Wahlbankett Gelegenheit genommm, die von den Gegnern des Kabinets DepretiS vielfach bekämpfte auswärtige Politik der Regierung zu rechtfertigen, indem er fich einem Wolff'schen Telegramm auS Rom zufolge U.A. äußerte: In der ostrumelischen und in der griechischen Angelegenheit find wir immer vollkommen im Einvernehmen mit den drei Kaiserwächten und mit England vorgegangen, die Fieund« schast Englands ist werthvoll für unsere maritimen Jnter« essen im Mittelländischen Meere. Die den Kammern vor- zulegenden diplomatischen Aktenstücke werden ergeben, daß wir ohne Zögern und ohne Schwäche den doppelten Zweck verfolgt haben, zur Aufrechterhaltung des allgemeinen Friedens und zum Wohle jener Bevölkerung mitzuwirken. Ein Zaudern von unserer Sette hätte uns daSAnseheri im Konzerte der Großmächte kosten und eine verhänißrolle Evaltu« zwischen den Mächten herbeiführen können. Die Politik der Regierung in Afrika anlangend, so ist zu bedenken, daß die Wirkungen kolonialer Unternehmungen nothwendigek Weise fich nur lang- sam einstellen können. Maffauab ist ein wichtiger Stapelplatz, wenn wir denselben jemals verlassen sollten, würde ihn gewiß eine andere Macht okkupiren. Zeigen wir also auch hierin, daß wir ein ernste« Volk find, das an seine Zukunft glaubt. Bevor wir für die Niedermetzelung der Expedition des Grafen Porro die verdiente Rache zu nehmen suchen, müssen wir uns Rechenschaft geben über die Lpfer, welche die« erheischen könnte, sowie über die Gefahr, die wir laufen könnten, in ei tern Augenblicke, wo die höchsten Interessen alle unsere Kräfte in Europa in Anspruch nehmen, uns weitab von Europa in eine schwierige Expedition verwickelt zu finden. Wir werden ruhigen Bluts unseren Entschluß fassen, wenn wir es ohne Gefährdung höherer Interessen tbun können. Vom 16. bis 17. d. Mittag kamen in Venedig 4 Choleraerkrankungen und 4 Cholera-Todesfälle vor, in Bari 6 Er- krankungen und 4 Todesfälle. Balkauläuder. Nach einet Meldung der„Pol. Corr." aus Philipp pel ist St stein ein Versuch der bulgarischen, russenfreundlichen Oppo« tions-Fraktionen, ein gegen die Regierung gerichtetes Meeting zu veranstalten, gescheitert. Unpefähr 5000 Personen erschienen, verjagten die Einberufer und beschlossen, ihre Anhäng« lichkett dem Fürsten gegenüber und Vertrauen für dessen Re> gierung auszusprechen. Wie die„MoSk. Wjed.", da« Organ Katkow'», berichten, hatte der rusfische Gesandte in Athen, Herr Bützow, vor seiner Abreise nach Livadia eine längere Konferenz mit DelyanniS, welcher hierauf Jede mann erzählte, er sei der Hilfe Rußlands vollständig sicher. Hmn Bützow begleitete bis Konstantinopel der russische Milttäragent in Athen, Herr Protopopow, welcher die nölhigen Auskünfte über den Stand und die Schlagfertigkett der griechischen Armee ertheitte.— Für die Befördetung der Deputirten aus den griechischen Inseln Syra, Euboea, Volo und anderen Distrikten nach Athen zu den Kammerverhandlungen ist dem„Reuttr'schen Bureau" zufolge ein englischer Dampfer au» Spezta gechartert worden. — Die Blokade zu durchdringen ist nach einer Athener Mel- dung während des Sturmes vom 17. b. M. neun Barken und kleinen Segelschiffen gelungen. Dieselben find auS dem Hafen von PiräuS nach Aegina, Po:oS und den Inseln entkommen. Unmittelbar nach der Ankündigung der Blokode trafen vier türkische Kriegsschiffe an der Mündung de» Peneus in Aydanni ein und nahmen daselbst Sondirungen vor. Wahnwiß der Eitelkeit. Italienische Blätter melden auS Pisa: Als Angeklagte erscheint Signora Rofina Pabooani, welche geständig ist, am 10. Februar d. I. ibre fiibenzehn« jährige Tochter Emilia, die eben aus dem Penfionate ins Elternhaus zurückgekehrt war, ermordet zu haben. Frau Pado- vani, eine ebenso schöne als eitle Dame, sollte am 11. Februar einen Ball besuchen und auf demselben zum erstenmale die Rolle der„Garde Dame" bei ihrer Tochter spielen. Je näher der Tag heranrückte, desto nervöser wmde die Dame; fie bat ihre Tochter, diese möge daheim bleiben, doch das junge, leben*« lustige Märchen erklärte nachdrücklich:„Papa hat es erlaubt, ich gehe mft." Fräulein Emilia richtete vor dem Schlafen« gehen noch die Blumen auf ihrem Ballkleide zurecht, die Mutter stand daneben und sagte wüthend:„Maiglöckchen und Rosen— daß ist die Jugend." Am nächsten Morgen fand man das Mädchen mit verzerrten Gefichtszügen todt im Bette; in der Limonade, die fie vor dem Schlafengehen auf Anrathen der Mutter getrunken, erwiesen die Chemiker das Vorhandensein von Arsenik. Frau Pabooani, die im Gefängnisse bereits drei Selbstmordoersuche gemacht, wurde zu 15 Jahren Kerker verurthcilt. Zum Kapitel„Heiligkeit der Ehe". Ein arger Skandal in den höchsten Adelssphären macht in Rom seit einigen Tagen viel von fich reden. Wie der„Caffaro" ver stchert, handelt es fich um eine Römische Prinzessin, welche hin- sichtlich ihrer unvergleichlichen Schönheit als erster„Stern" in der dortigen Gesellschaft glänzt. Ihr Gimahl überraschte fie, al« ihr der Kammerdiener einen Brief von einem fijilionischen Fürsten, mit dem st« ein intimes Verhältniß angeknüpft hatte, zusteckte. Der Herzog— diese Würde haftet dem hinter- gangenen Gemahl an— bemächtigte fich des ominösen Schriftstückes und versetzte, als er es gelesen, dem Domestiken eine solche Ohrfeige, daß er ohnmächtig zu Boden taumelte. Die ungetreue Gattin aber sandte er umgehend ihren Eltern zurück. Die Folge dieses Skandals dürften mehrere Duelle sein, in welchen der Bruder der Verführten eine Rolle spielt. Die verliebte Dame galt bis jetzt im Latikan al« ein Ausbund von Frömmigkeit und Tugend, und Leo Xllt beehrte Jke trotz ihrer Jugend mit seiner persönltchm Freundschaft. Wie sich jetzt herausgestellt hat, benutzte fie ihren täglichen Kdchengang zum SteUvlchein mit ihrem Amoroso. Ueber die Ermoednng eines Kaufmann« wird aus M-«Äi. ÄÄ? zu ihren Ostern des Blutes von Nichtjuden, so geschah es Amerika. Ueber'die Aufstände in Chikago und Milwaukee sowie> über die Ardeiterbewegung schreidt bie„N.-f). Hdlsztg.": Die traurigen Vorgänge, welche im Laufe dieser Woche in Chikago und Milwaukee stattgefunden haben, find die Folgen der Wühlereien und Hetzereien seitens der anarchistischen Agitatoren Most, Spieß und Genoffen. Es steht zu erwarten, daß die Behörden kurzen Prozeß mit den Anarchistenführern und ihren Anhängern machen und ihnen ein für alle Mal das Handwerk legen werden. Mit der Ardeiterbewegung haben diese anar« chistischen Verbrechen nichts zu thun; alle Arbefter-Organisa» tionen und Gewerkschafts-Veceine verdammen die Ausschreitungen in Chikago und Milwaukee auf daS Entschiedenste und die Arbeiter in Chikago sollen sogar gedroht haben, die Anstifter und Verüber der dortigen Mordthaten summarisch abthun zu wollen. Die englich-amerikanischen Zeitungen ohne Unterschied der Parteischattirung rathen aus Anlaß ver dies» wöchentlichen Schandtaten im Westen schärfstes Vorgehen legen die anarchistischen Umtriebe an. Die hiesige„Times" der Anficht, daß die Arbeiter-Organisationen keine Verantwortung für die Ausschrei» tun g en im Westen hätten, und meint, der Aufstand in Chikago sei ein direkt in das Herz der Arbeiterbewegung gefeuerter Schuß. Am 25. d. M., schreibt die„N.«N. Hdlsz." weiter, findet in Cleveland, Ohio, eine Generalvertammlung von Delegaten der verschiedenen Organisationen des Ordens ver ,, K n i g h t S of Labor" statt und wie ein Mitglied des Exekutivkomitees des O dinS, Herr Hönes, erklärt hat, werden in dieser Versammlung Maßregeln oesp.ochen werden, um solchen Streil'S, wie der an dem Gould'sch-n Eisenbahnsystem, in Zukunft vorzubeugen. Es soll zu diesem Zwecke die Bestimmung getroffen werden, daß das Exekutivkomitee allein die Befugniß haben soll, einen Streik anzuordnen. Da nun die Mitglieder dieses Komitees sämmtlich der Anficht ihres Vorfitzenden Powderiy in Bezug auf Arbeiter« Ausstände find, kann man mit Sicher« heit annehmen, daß von nun an seitens des Ordens der „KniohtS of Labor" nur noch im äußersten Falle, b. h. wenn alle Mittel, Differenzen zwischen Arbeitgebern und Arbeitern auf schiedsrichterlichem Wege beizulegen, fehlgeschlagen find, zu einem Streik gegriffen werden wird. Herr Powderly und seine Kollegen find so davon durchdrungen, daß in Zukunft jeder Disput zwischen Arbeit und Kapital auf gütlichem Wege geschlichtet werden kann, daß fie erklärt haben, ihrer Anficht nach werde der soeben beendete große Eisendahnsteeik der letzte sein, welcher seitens des Ordens der„KaightS of Labor" inaugurirt worden sei. Wie vorauszusehen war, Hot die von den verschiedenen Äewertschafivereinen des Landes am 1. Mri inaugurirte Bewegung betreffs Reduzirung bei täglichen Arbeitszeit, die sogenannte Achtstunden- Bewegung, viele Arbeitsein- stellungen im Gefolge gehabt und dürfen wir uns in nächster Z U noch auf eine Zunahme derselben gefaßt machen. In den östlichen Städten beS Sandes find die Streiks nicht so zahl» reich wie im Westen, da in elfteren viele Arbeitgeher die Angelegenheit als ein Experiment betrachten, welches fie zu machen geneigt find. Afrika. Ueber eine Araber-Revolte unweit Jeddah wird dem Reuter'schen Bureau von dort unterm 10. Mai derichtet:„Ein Sudanese schnitt an der Spitze von fünfzig Arabern den Tele» araphendroht nicht weit von hier ab und proklamirte fich zum Mahdi. In einem Scharmützel zwischen den Rebellen und einer Adtheilung türkischer Soldaten verloren die letzteren mehrere Tobte und Verwundete. Später hatte eine vom Kai» makam befehligte Trupp-nabtheilung mit dem Mahdi einen Zusammenstoß und nahm sieben seiner Anhänger gefangen. Dieselben wurden enthauptet und ihre Köpfe auf Stangen an den Thoren Jeddah's ausgestellt. Es ist nicht bekannt, ob es dem falschen Propheten selbst gelang, zu entkommen." Gerichts-Zeitung. tReichSgerichts-Entscheidungen. Leipzig, 17. Mai.(Hausfriedensbruch und strafbarer Eigennutz.) DieBarbtersleute An« versöhn in Großgörschen lagen im Sommer v. I. im Ehe- scheidungSprozeß und die Ehefrau hatte die Wohnung ihres Mannet dauernd verlassen. Um die von ihr in die Ehe eingebrachten Sachen, Nähmaschine, Kommode, Sopha und Kleider» schrank wieder in ihren Bcfitz zu bringen, erschien fie am 5. September in der Wohnung des gerade abwesenden Ander» söhn mit zwei Arbeitern namens Schmeißer und Schmidt. Ohne fich an daS Verbot einer Angehörigen des Anderfohn zu kehren, ließ fie die Sachen aus der Wohnung hinaus- und fortschaffen Am 23. September drang fie noch einmal in ihre frührere Wohnung ein um ihre Betten zu holen und zwar de» werkstelligte ste dies, indem fie mittels einer Leiter einstieg. Später wurde die Ehe der beiden Leute gerichtlich getrennt. Am 17. März d. I. standen nun die A. und jene beiden Arbeiter vor dem Landgerichte in Naumburg unter der Anklage deS Eigennutzes und HauSfriedendruches. Was das erster« diese? Jahr auch hier in Rustschuk. Der Hergang war fol» gender: Ein reicher Kaufmann aus Tropezunt kam, wie all» jährlich, im Monat April hier an, um mit feinen hiesigen und rumänischen Geschäftsfreunden Handelsangelegenheiten zu ordnen. Er verkehrte auch viel mit jüdischen Wechslern. Plötzlich ver» schwand dieser Kaufmann, alle Nachsrnschungen nach dem Verschollenen blieben erfolglos. Da lenkte fich der Verdacht auf einen perfischen Hadschemar(Südfrüchtenhändler), mit welchem der verschwundene Kaufmann auch viel verkehrte und der ihm einen bedeutenden Geldbetrag schuldete. Der Hadschemar wurde verhaftet, allein er betheuerte, er wisse nicht, wo der Kaufmann binqekommen sei, heuchelte großen Schmer», daß einer seiner besten Freunde verschwunden und wahrscheinlich von den Juden ermordet wurde, welche fich seines Geldes und seines Blutes bemächtigen wollten. Er that ganz entrüstet, daß man gewagt habe, ihn, den Unschulvigen. zu verhaften, und drohte, beim rusfischen Konsulate, unter dessen Schutz die hier wohnenden Perser stehen, über seine un gegründete Verhaftung Beschwerde zu führen- Da keine gravirerden Anzeichen gegen ihn Vortagen, wurde er enthastet. Am andern Tag fand man im Viertel-der Spaniolen in der Nähe deS Tempels einen Menschenkopf und zwei Hände, welche«örpertheile als die des verschwundenen Kaufmanns agnoszirt wurden. ES entstand eine ungeheure Aufregung, Bulgaren und Türken bezeichneten die Juden als die Mörder, da fie daS Blut zu rituellem Zwecke gebrauchemiEö wäre gewiß zu Thätlichkeiten gekommen» wäre die Polizei nicht energisch eingeschritten. Ader anstatt die Juden zu verhaften, ver- haftete fie abermals den verdächtigen, erst Tags zuvor auS der Haft entlassenen perstschen Hadschemar. Diesmal wurde er einem strengen Verhöre unterzogen und er legte bald ein umfassendes Gestandniß ab. Er habe den Kaufmann, so erzöhfte er, zu Sch ins Hau* geladen, um ihm die Schuld zu bezahlen, habe >n bann mit Hille seines Schwiegersohnes ermordet, da fie vermutheten, er habe wenigstens 300 Lire bei fich, indessen fanden fie nur 96 Lire. Nach feiner EntHaftung habe er den Kopf und die Hände deS Ermordeten in bie Nähe des Tempels gelegt, um den Verdacht auf die Juden zu lenken. Der Körper definde fich im Keller seines HruseS. Diese Angaben fanden volle Bestätigung. Bei der Hausdurchsuchung fand fich der balbve: weste Rumpf im Keller vor. Die beiden Mörder sind verhastet und wurde dem rusfischen Konsulate von der Verhaftung An'eige gemacht. Auch dem Justizministerium in Sofia, sowie nach Konstantinop-l wurde diese Mordthat telenraphisch angezeigt. Der ermordete Kaufmann hinterließ in(einer veimath zwei Frauen und zwölf Kinder." Bergeh«n anlangt, so konnte die Andersohn nachweisen, daß ste sich im guten Glauben befunden Hab«, da ein Rechtsanwalt ihr gesagt hatte, fie könne, ohne sich strafbar zu machen, ihr Eizentbum fortholen. Das Gericht erachtete zwar objektiv ein Vergehm deS Eigennutzes als vorliegend, da der Ehemann ein NießbrauchSrechr an den Sachen hatte, sprach aber die Angeklagte wegen mangelnden Dolus frei. Auf die beiden Mitangeklagten indefi war nach Anficht des Gerichts der gute Glaube der A. ohne Einfluß und wurden ste deshalb verurtheilt. Wegm HausfriedenbrucheS wurden jedoch alle drei Angeklagte verurtheilt, und zwar nahm daS Gericht dezllglich der am 5. September begangenen Handlung Gemeinzefähilichkeit an.— Auf die Revifion der Angeklagten hob der m. Strafsenat des Reichsgerichts das Urthell auf und verwies die Sache in die erste Instanz zurück. In den EntscheidungSgründen wurde ausgeführt, daß die UrtheilSgründe in Beziehung auf die Gemeinschastlichkeit des Hausfriedensbruches nicht ausreichend seien und daß die Fest» stellungen bezüglich deS Eigennutzes insofern der Vollständig. keit entbehrten,!alS es nicht über alle Zweifel erhaben sei, ob der gute Glaube der Hauptangeklagten den Mitangeklagten nicht zu Gute kommen durfte. Leipzig, 17. Mai.(Fahrlässige Tödtung.) Der Maurer» geselle Friedrich Holtz in Malchin wurde am 6. März von der Strafkammer in Güstrow von der Anklage der fahrläsfigm Tödtung fteigesprochm. Er führte am 29. September v. I. bei dm Bautm an dem Bahnhofe in Lalendorf die Oberauf» ficht und hatte fich vor Beginn der Arbeit davon zu über» zmgm ob die Gerüste alle in gutem Stande seien. Die ve- stchtigung fiel jedoch nur sehr oberflächlich aus, weil ihm zu einer eiirgehenderm die Zeit fehlte. So übersah er, daß ein Gerüst fehlerhaft gebaut war, und als der Maurer L. auf dem» '" keit begann, brach eS durch und ließ dm "" Ohne wieder zur Befinnung selbm seine Thäti. Unglücklichen in die Tiefe stürzen. iLJyne wreoer zur nefinnung kommen verstarb L. am nächsten Tage. Das Gericht vemetnte Frage, ob tzoly an dem Tode deS L. verantwortlich sei, weil "............" w- alle Gerüste gewesen sei, im.— Die zu die Frage, ob Holtz a..-----------..., w �„ für denselben die Zeit nicht ausgereicht haben würde, alle Gerüste r untersuchen und deshalb er nicht vei pfli ■suchung diS in die kleinsten Details auszr gegen daS Urtheil eingelegte Revifion deS StaatsanwalleS wurde in der Sitzung deS Ui. Strafsenates deS Reichsgerichts vom 17. Mai von dem ReichSanwaU für begründet erklärt. Die Beweisführung des erstm Richters ist nach Anficht des letzterm eine durchaus irrige. Wenn der Angeklagte nicht die Zeit zur Untersuchung gehabt habe, so entschuldige ihn daS keineswegs, er bätte eben eine solche Arbeit nicht übernehmm sollen.— Das Reichsgericht hob darauf daS Urtheil auf und verwies die Sache in die erst« Instanz zurück. Halle a. S., 15. Mai. Ein braunfchweiger Loosehändler klagte bei biestgem königl. Landgericht gegen einen Schneider- meister in Schkeuditz auf Zahlung eines Betrages, dm ihm Beklagter für Loose der Braunschweiger LandeSlotteiie schuldig geblieben war, welche er für ihn verkaufen sollte. DaS Gericht wteS indeffen die Klage ab, da die Forderung auS einem Ver» trage über Handlungen resultire, welche sowohl auf Seiten deS Klägers, wie deS Beklagten unerlaubt waren, da fie eine Der» letzung de!§ 1 der Verordnung vom 5. Juli 1847 mthalten. Der Vertrag war nach§§ 68, 51 T- 1 d«S Alla. L.-R- nichtig und aus einem nichtigen Vertrage findet keine Klage statt. Soziales«nd Arbeiiervewegnng« Die Berliner Zimmerleute haben am Montag auf vielm Plätzen die Arbeit eingestellt. Man steht in allen Stadtvierteln die Zimmerleute truppweise zusammengehen. Ihr Verhalten ist musterhaft, ruhig und gesetzt. Erfreulich ist die Thatsache, daß viele Arbeitgeber, darunter eine Anzahl Jn.nungSmeister, die Forderungen der Gesellen anstandslos bewilligt haben. Nur ein kleimr Bruchtheil verweigert jede Unterhandlung mit den Gesellen. Gestern wurden mehrere Fälle lonstatirt, wo letztere Arbeitgeber in daS Krankenkassenbuch der OrtSkasfe bei der AuStrittsbescheini» gung bedenkliche Zeichen gemacht haben. Der Streik der Berliner Steinträger hat nur sehr ge» ringe Dimensionen angenommen. Bis Montag Abend 6 Uhr hatten fich bei der Streik Kommisfion erst M streikende Kollegen gemeldet. Den weiter eingegangenen Nachrichtm zufolge sollen die Meister resp. Bauunternehmer den neu ausgearbeiteten Tarif der Steinträger bewilligt hadm. Die Klavierarbetter, früher mit zu de« am besten gestellten Handwerkern zählend, gehen gleich dm anderen Branchen immer mehr in ihren Lohnveihältnifim zurück. ES find nur noch wenige Fabriken, in denen eS bei dm alten Sätzen verblieben ist und wo Differenzen zwischen Arbeitgebem und Aideitnehmem auch für die nächste Zell nicht in AuSstÄ stehen. ReuerdingS hat in der Pianofortefabrik von Balina«, Mariannmplatz, derm Inhaber ein Kaufmann ist, eine Lob» Herabsetzung von 15 pCt. stattgesunden. Daß die Arbester da detreffendm Fabrik davon nicht erbaut find und eS nicht«> Protesten haben fehlen laffm, ist klar. Die bisherigen gütlich» Verhandlungen einer Kommisfion d«S Klavierarbeiteroereili» mit Herrn Balinger habm leider noch kein Resultat gezeitizt. Vielleicht wird aber doch noch etwaS Positives erreicht. Dal ste�Mowohl im Interesse deS Fabrikanten, als auch sein« Die Braunschweiger Zimmergeselle«. etwa 400 an da Zahl, streiken jetzt sämmtlich, auch ist ein allgemeiner Maur«' streik in Busficht; ein kleiner Theil der Maurergesellen finM schon. Die Streikenden verlangen drestägige gegmsesttge Kü» digung und bei zehnstündiger Arbeitszeit einen Minimalloh» von 35 Pfennig pro Stunde; die Meister wollen dies» Lohn nicht durchweg, sondem nur für tüchtige Gesellen stehen. Auf fünf Magdeburger Zimmerstrecken haben 52®(' sellm und auf sechs Bauten 48 Maurer die Arbeit ei» gestellt. Aut Sachse« wird uns mitgetheilt, daß ein starker ZuM böhmischer Arbeiter, wie Maurer, Zimmerleute, Handlang»' meist aus den Gegenden von Kartsbad, Pilsen rc. hier anlangt. An manchm Tagen hat der Zuzug dieser Ardeiter nicht wenig» als 200 bis 300 bei einem einzelnen Eisenbahnzuge betrag»- Dieselben haben in Chemnitz, Zwickau, Reichenbach, Pl°u» und noch vielen anderen Ortschaften Arbeit gefunden. OK sollen allerdings in der Mebrzabl einfache, bescheidene uw fleißige Leute sein, welche, wenn sie im Herbste nach der£» math zurückkehren, gute Erspamiffe mit nach Hause nehme» Hierzu demertt daS amtliche„Dresdener Journal" folgend». „Von der hierländischen Arbeiterbevölkerung werdm sie greiflicherweise meist mit scheelen Augen angesehm: i» wünschen wäre aber, daß die fremden Arbeiter» o» den einheimischen entbehrlich gemacht und!» auch die Arbeitselsvarniffe im Lande erhalten werden könnte» — Diese Redensart heißt nichts welter, als daß j» sächsischen Arbeiter ebenso unterwürfig, ebenso bedürfnißloS und gegen einen ebenso niedrigen Lohn arbeitm sollm, die böhmischen Arbetter. 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Ndsud-Aheater. Der Glöckner von Notre» Dame. Kriedrich-Wilhelmstädttscheß Theater. Der Zigeunerbaron. Wrihalla» Theater. Das lachende Berlin. Heiteres aus der Berliner TbeatergeschtSte «st Gesang und Tan, in einem Vor stiele rnd 3 Asten von Jakobson und Willen. ««»ral-Theate». Der Stabs» Trompeter. V ttoria- Theater. Amor. Tan, Poem von Luigi Manzotti. Wallner-Zheater. Der Heirgottschnitzer. Refide«»- Theater. Familie Hörmr. Hierauf: Zimmer Nr. 18. LoutsenstädtischeS Theater. Künstlerleben. »««fWauu'S Bartete. Große Spezialitäten» Porstellung.______ .«äw«äff»«* 1 Tr. 0 M.- 10«. %nPPjf Kutsts.Panora«a. VflSr Zweite Reise durch die Schweiz. Neu! Z. ersten Male: Algier. Hertha« Reise. Karolinen> Inseln. Eine Reise 20 Pf. Kinder nur 10 Pf. Abonnement. Uns. Vereinskollegen Hermann(üffltr zu seinem morg. Wiegenf, ein dreimal donnerndes Lebehoch, daß die Spinnmaschinen zittern. J.P. W.R. G.R. L.D. E.B. F.L. A.R. W- sp-is-u Sie? 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Tagesordnung: Innere Vereins- Angelegenheiten. Ver- schiedenes und Fragekasten.[1702 Gäste, durch Mitglieder eingeführt, find willkommen. Neue Mitglieder werden auf- genommen. Um zahlreiches, pünktliche? Erscheinen bittet Der Vorstand. Kauisenstädtischer Se)irks-Vereln„Vorwärts". Die zu heute Abend auge- kündigte Versammlung kann nicht stattfiudeu. 1703] Der Vorstand. 182. Schönhauser Mce 182. Omvibuk Haltest, am Schönb. Tbor. Im Hause d. Badeanst. part. 15000 Sommer-Paletots, neu unb � 8, 10, 12, 15- 25 Mk«(Pracht-Exemplare). 12000 elegante Bock- u Jaqnett-Anzäg» b-ft« Sioff«, von 10— 36 Mk. 6000 Damen-Mänt-l und Kpitzen-Mantelet» vom einfachsten bis ,. elegante» ?«aben-«nd Kurschen-Auzüge in gediegenen Stoffen v. 4 Mk. an. 6*»'# uch» und Kammgarn. Anzüge, Röcke, Hosen(auch getragene), Lustre. u. Drell Salbe"' goldene u. filbe.ne Herren- u. Damm-Uhre?. AlleS spottbillig. Abrahlung ist St stattet. Auch für korpulente Personen paffende Sachen M Omnibus und Pferdedahn wird vergütigt. gl* Perwaltuns- Arb.-Bez.-Vereiu der Orauien- burger Vorstadt u. d. Wedding. Außerordeutl. Versammlung am Donnerstag, de« 20. Rai, Abd« 8 Uhr, in Kleine» Kalo«, Gerichtistraße Nr. 10. Tagesordnung: 1. Vorlesung über:„Die moderne Menschenjagd." 2. Verschiedenes(An> trag auf Auflösung des Verein»). 3. Frage lasten.— Zahlreiches Erscheinen nothwendig. 1692]_ Der Vorstand. 4k\ [//�v Elegante\ M Herren- u.\ h Anzüge. Damenkleider) A im Tuchgeschatt|» »S? �eiMlpp testattet!| g 1671 Cigarren- u. Tabak-Handlung en«tom en detail Fritz Goerckl Berlin so., Admiralstraße 40(frühere.Linde'»- Import echter Havanna, Lager aller Sorten Rauch- und Schnnpf-Tab»� ...- Augrust Herold Berlin SO., 113 Skalitzerstrasse 113« Eigene ll. Polßem Preise, Prompte Bedienuno. 784 Mheler Ä Wilson-, sowie Kinger- Niiymaschinen, wenig gebraucht, verkauft sehr billig 1653] E Franh-C, Saarbrückerftr. 6. Arbettsmarkt. Maschinenmeister. 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N�l�tel. in welchem er den Ruf:„Akkordarbeit, Mordardeit", � Cdlintt Arbeiter kriiifirt und am Schluß seiner national» «anomischen Betrachtungen zu der tieffinnigen Behauptung %8|, daß die„sozialdemokratische Gegnerschaft der Akkord- Mi in ihren Konsequenzen zur Bekäinpfung jedes technischen MchdtteS führe, welcher eben in der Erzielung größerer vorhandenen Kapital und den vorhan» Zunächst ist hierauf zu er» y htfieltt aus dem voiyanver ''M Ar deiiskr ästen besteht."........... daß der Kampf gegen die Atkordarbeit keine„sozial- -M�aiische" Erfindung ist. Der Kampf gegen dieses Ar» um' v ist vielmehr so alt, als Akkordarbeit überhaupt be- kk*' vicnuegt|ü aur uiü viiiüiiutucxi uuciyuuvi w und wurde zuerst in England von den in den Trades- b»,-m vrganifirlen Arbeitern inszenirt, die früher in . � iK/n f I rtlä ff n»f{AlInYh�mfVf R�gel all muffet gilt Ige Engel den sozialdemo- 'd gesinnten deutschen Arbeitern entgegengehalten Hieraus ergäbe fich nun von selbst, daß Mtttch die englischen Arbeiter daS Karnickel find, welche die -VelSmp-ung jedes technischen Fortschrittes" geweckt und die Zjtn Arbeiter eigentlich diese Kapitalsünde gegen St. Man« xJ,, con Eogland überkommen haben, woran die Sozial- SjM 018 solche ebenso unschuldig ist, wie daS ganze der Kfi k Religion anhängende Menschengeschlecht an dem >U d,nt„n m»"» n.°i nik— vi.e. �MaU ÄdamS und EoaS. Ader diese D hat fache wird und z/I der Manchestertheorie anhängender Zeitungikorrespon- , n*— ih** nh�rKAtmt h#. daß ihm dies überhaupt de« Diesen Leuten genügt vorläufig und „�ohl auch ihr Zweck, der Sozialdemokratie ein? anzuhängen ... ai für alle etwa vorkommenden Arbeitseinstellungen ver- w-klZnT olle etwa vorkommenden»rdcitSeinstellungen ver- iu machen, womit natürlich auch der Zweck erreicht Pütt" M der hochehrsame deutsche Spießbürger den texifMlchen Erlaß nicht nur erNärlich, sondern sehr zeit- % und angebracht findet. toQiZ" Jjst Akkordarbeit dem freundlichen Leser recht plaufibel zu N.tüm der Artckelschreiber ein Beispiel auf:„Wenn, sagt N.>»l»"rrueriwreloer ein r>eeip>r» uu,.„zuTiiii, in oder Ablohnung nachLeistung eine destimmte Mauelstäche ?ousaison von 10 G sellen aufgeführt werden kann, bm bi.i.rt Tagelohn vielleicht 15 Gesellen erfordert werden, Bau nnM Arbeit zu bewältigen, so finden aus diesem einen seilen mSSlül08 5 Gesellen weniger Verwendung; die 10 Ge- wie aber leicht in dem einen Fall so viel verdienen, Mseitz■'m anderen Fall �verdient hätten, und werden ge« ver- s>ii„,»..'dst diesem ihrem Mehrverdienst durch ihre >bekVe. w�ousumtionsfähigkeit anderen Gewerbetreibenden ver- �rsp�i« eitSgelegenheit verschaffen, oder der Bauherr wird ' ff« machm und mit dem Gelde mehr oder Keffer Cp* »itl �Behauptung, daß ,chie 10 Gesellen aber leicht so °>el Ii» k"0lluvlung, oa«„u« iu wcieutii uui»»hui. iw «tbeft der Akkordarbeit verdienen, wie sonst 15 bei Lobn- »>- oerdi»«.« verdient doch einige Beleuchtung. Wo »'"dient hätten W. �arbeit, d. h Stücklohn, existirt, ist eS natürlich, da, KinÜ Jntereffe deS Ardeiters, seine Arbeitskraft möglichst wmnen, waS dem Unternehmer seine ihm natürlich 5 den Ausgabe,„Ersparniffe zu machen," sehr erleichtert, indem I- d die d.?�od der Arbeitsleistung nach Beliedm erhühm, Mche für hn« ikUn8 einer grüßet en oder lomplizirteren Mauer- »ach dieser M-i! Geld verlangen kann. Der Stücklohn wird »ad Wt.im»*? bin zur fruchtbarsten Quelle von Lohnabzügen -m......—■ e 2 überall>M�ößeren Lohn bei Akkordarbeit verdienen, ist SthuJ' K-yeh daß der vorher gezahlte Preis für das � bitqUÄ' hier für dir Mauerfläche, so herabgesetzt wird, «tu find ,u immer nr'Aitrtr Sraftanstrenauna aerwun- I bestim�"?�rofitsucht. Er bietet demUuiernehmer ein Arbeit?»- Maß der größtmöglichsten Krastanstrengung Sobald aber von einer Gruppe Ardeiter einer zu immer größerer Kraftanstrengung gezwun- verdienen. Dieses Ad- Nlfoft.l den früheren Lohn zu w Atkordn?s.Ä nun 1° lange fortgesetzt, bis die Arbeiter trotz m.kff hfit und trotz der allergrößten Krastanstrengung d,-,h� l? viel verdienen, als der Lohn für Tage« �'Una-n. in derselben Branche beträgt. Diese Er- xtt haben wohl alle Arbeiter längst gemacht. r'tottnis i*r' das wiffen alle Ardeiter, wird in demselben »ffirlden a henrntergesetzt, in welchem die Zahl der während * üfl«..Mi Probuzitten Stücke wächst, aljo die auf daffelde N 5on? ,f Arbeitszeit abnimmt. Der Stücklohn, früher 0(ixi_'i rjfn or�k-ii___ ra. aD.t». % .den deutschen Arbeitern als Gelegenheit eines Mehr- v./ fteudig begrüßt, hat durch da» vorstehend geschil« - dnadzugSsystem, den deutschen Arbeiter ebenso wie rn»,! �"»ugsiynem, oen oeui,qen Aroener eornio W" die Akkordarbeit als AuSbeutungimaßregel � jiz,?.en,)>nd ruft eben deshalb beständige Kämpfe z ii�Äq?ü?list und Arbeiter hervor er- zwi- ß'hl aber hervor, daß die gesteigerte Konsum- k"ftbeg m der 10 Maurergesellen, welche anderen Gewerbe- ?!ber� Arbeitsgelegenheit verschafft, eine eitle Phrase ist. 0 Best�! rlschrriber den Lesern der„BreSlauer Alrg.-Zig." ber � Siebt, wobei derselbe aber die Konsumtionsfähig- �(tn 6 durch die Atkordarbeit außer Tbärigkeit ge- CJW jUt.V.N'ütben, wenn ste dmch die Akkordarbeit Q»gen" veruftheilt wären, doch wahrhaftig mehr dazu IJ.•*» V» MVtyV»»» M/U i. Vi> f VWUf M/U�V�fV»)»•»v y• O S'fNtbet ,®nnen» die Arbeitsgelegenheit anderer Gewerbe- . iu oetmebren. nU»« den 10 Arbeitern mit dem . ilaSnbifJ.» Erwehren, als« den........— Iii!'»baft,?" durch die Akkordarbeit überhaupt möglich ist, j�b davon, daß der Mehrverdienst, wie oben gezeigt, ftÄÄ M.M W Ote A. l'/i oder 2 Männern, so befähigt die dadurch L b% murren, unter den Arbeitern den Kapitalisten, den k;,�bei({Jbeit herabzudrücken, während der fallende Preis KiÄ?« m »ÄS? KOMMZ *«•"■■■ jxim der Arbeiter durch da» Kapital ver« eist der Exploitation de» Arbeiter» Der Herr Korrespondent auS Berlin hat, wie oben schon wörtlich zitirt, auch zugegeben, daß bei dem AkkordarbeitSsystem„der Bauherr Ersparniffe machen und mit demselben Gelve mehr oder besser bauen wird." Hieraus geht nun unzweifelhaft beroor, daß selbst dieser, in die Manchefter» theori« versessene Mann, eine Ahnung davon hat, daß der Stücklohn den Bauherrn mehr als sonst in die Lage setzt, „Ersparnisse zu machen". Jedoch hat er auch hier wieder die alte Entschuldigung, daß andere Gewerbetreibende dadurch Arbeitsgelegenheit«halten, bei der Hand. Nachdem cr aus- geführt, daß der Bauherr nicht bauen läßt, um den Maurer- gesellen und Schieferdeckern Arbeitsgelegenheit zu verschaffen, sondern um sein eigenes oder sein« Mttmenschen Wohn« bedürfniß zu befriedigen, fährt« fort:„Jede Mark, wi lche infolge zweckmäßiger und intensiver Arbeitsleistung bei Befriedigung des vorhandenen Wohnbedürfnissrs«sparr wird, kommt d« Befriedigung deS Bedarfs an besserer Kleidung, Ernährung u. s. w. zu Gute..." Wem kommt aber diese Befriedigung zu Gute? Dem, der bei zweckmäßiger und intensiver Arbeitsleistung, bi« der Atkordarbeit, so und so viel Markstücke jährlich erspart! Wer aber«spart diese Markstücke, bei der zweckmäßigen und intensiven Arbeitsleistung? Wie d« Artikelschreib« selbst sagt, d« Bauherr, od« allgemeiner gesprochen, d« Unter- nehmer! Nun kann wohl der Unternehm« reichlichere und bess«e Nahrung zu fich nehmen;« mag bessere Kleidung tragen;« mag besser, bequem« und demgemäß auch aesünd« wohnen, aber er kann da» alleS nur für feine eigene Pnson thui-, während die Arbefter wie gezeigt, beim Stücklohn nach und nach auf die niedrigste Lebenshaltung herabgedrürkt wttden, wenn ste nicht, in Organisationen v«einigt, dieser Heraddrückung einen Damm entgegenzusetzen im Stande find. D« einzelne Unternehmer wird demgemäß trotz besserer Nahrung, Kleidung und Wohnung zur Vermehrung der Arbeitsgelegenheit anderer Gewerbetreibender wenig« bei« tragen, als wenn die Arbeit« einen Lohn zu «halten oder zu erzwingen suchen, d« ste in den Stand setzt, ihre, dem jeweiligen Kulturstandpuntt ent- sprechenden Bedürfnisse, auf ehrliche und anständige Weise zu befriedigen. Mit der Akkordarbeit wird das aber früher oder später immer wenig« der Fall sein können, weil dieselbe tmm« mehr Arbeiterhände übnflusstg macht, und die Konkurrenz unter den Ardeitern in» Ungemeffene vermehrt, wamst wird« ein Sinken deS Lohnes im Akkord- sowie im Tagewnk die un- auibleibliche Folge ist. Atkordarbeit ist also„Mordarbest"! Uarlameutsberichte. Deutscher Reichstag. S9. S i tz u n g vom 18. Mai, 1 Uhr. Am Tische deS BundeSratheS von Boetticher und Kommissorien. Eingegangen ist die Darlegung der Anordnung, welche vom preußischen StaatSministerrum auf Gruud des§ 28 des Sozialistengesetzes unt« dem 11. d. M. mit Genehmigung de» BundeSrathS getroffen worden ist. D« Abg. Graf v. Bismarck hat in Folge fein« Er« nennung zum Staatssekretär sein Mandat niedergelegt. Nachdem das Haus den Bericht der Reichslchutven-Kom- misfion ohne Debatte der RechnungSkommisston überwiesen, tritt e» in die«ste B«athung de» Gesetzentwurf», detreffend die Besteuerung de» ZuckerS, ein. Abg. Witte(vft.): Nachdem die frühere Regierung»- vorläge der eingehendsten sachlichen Prüfung unterzogen ist, kann es heute keine» Rednn» Aufgabe sein, auf» Neue in alle Einzelheiten dn Frage einzugehen. Außerdem ist dem Reichs- tage insofern ein« Genugthuung �widerfahren, alt man mit dem vorliegenden Gesetz den Beschlüssen de» Haust» entgegengekommen ist, denn von diesen unterscheidet fich die Vorlage nur in einem, allndinaS wesentlichen und grundlegenden Puntte, d« Höhe der Rübensteuer. Auch in dem gegenwärtigen Entwurf findet fich eine E-höhung der- selben, allerdings mit einem gewissen Entgegenkommen gegen- über den Beschlüssen deS Reichstage», indem nicht d« früb«e Satz von 1,80 Mark, sondern als Endziel der von 1,70 Mark empfohlen wird. ES berührt mied einigermaßen seltsam, wenn e» in d« kurzen Begründung heißt, man wolle einmal einen der Steuerfähigkeit de» Artikel» mehr entsprechenden Reinertrag haben und ein Gesetz von läng«em Bestände mit dem Reich»- tage vereirbaten, und wenn andererseits gesagt ist. daß daS vom Reichstag beschlossene Gesetz die Erreichung eine» solchen Zieles vneiteln und zu weiterem Verfall der Zuckersteuer fuhren müsse. Diesen AuSvruck kann ich weder im Zusammen- hange mit dem Gesetz, noch überhaupt begreifen. Ich bin bis- her imm« d« Meinung gewesen— und die Thatsachen haben ei bestätigt—, daß da» Festhalten an d« Materialsteuer, daS hartnäckige Hinziehen jed« wirksamen Reform dmch die Reicht- re gierung die Ursache von dem Verfall der Zuckersteuer ge- we'en ist. Jede Erhöhung der Rüdensteuer muß eine Belastung de» inneren Konsum», d. h. also eine Verringerung in dem V«HSltniß der eingetretenen Erhöhung hervorbringen und ebenso durch Anwachsen die nicht konsumirten VorrätheZ im Jnlande eine Verstärkung de» Export». Mit jedem Export ab«, wenn daS Ertrag» verhältniß unrichtig gegriffen— und daS ist bish« in«schreckendem und mit den Jahren steigendem Verhältniß der Fall gewes n- ist unausbleiblich ein wachsender V«lust verbunden, und dieser hat die finanziellen Mißngebniffe diesrS wichtigen und bis zu einem gewissen Grade vollkommen mit Recht zur Besteu«ung viel Zuck« au» d« Rübe hnauSzuziehen, dahn auch die AuS- iubrplämie; der G- sammtsteuererli ag muß demgemäß stnken. Ich habe in einem Organ, welche» mit Recht al» der Ausdruck der Meinung in der gesammten deutschen Zackerindustrie angesehen werden kann, die volle Uedereinstimmung mit den von mir wiederholt entwickelten Anschauungen g-'unden. in der neuesten Nummer der„Deutschen Zuchrmdustrie". Da find alle Bedenken in voller«larhett und Schärfe nach den Wir- kungen, welche fie ausüben müssen, charakterifirt. Der Ver- brauch- heißt et dort- wird um ungefähr drei Millionen Mark mehr delastet, die weniger günstig arbeitenden.'Fab-iken wnden stärker belastet, die Verschiedenheit zwischen den einzelnen Fabriken also dadurch«höht, die schwächeren in un- günstigere Lage gebracht. Außttdem wird d« Steuergewtnn der besonderen Melasse- Entzuckerungßanstalten weniger er« Zuckersteuer wird die Regierungen zu ein« definitiven Rege« lang der Zuckersteuersrage führen. Meine Freunde und ich l setz auch Anwendung finden solle auf die gegenwärtig anhän- gigcn Proz-ffe, erklärt ein BundeSkommiffar» daß eine Be- Kimmung, wonach ähnlich wie im G.'setz vom 15. März 1881 die Anwendbarkeit d«S Gesetzes auf die gegenwärtig schweben- den Prozesse ausgeschlossen bleiben solle, nicht mit aufgenom- wen sei, weil es fich bei dieser Vorlagt um ein Gesetz handle, daS in der ganzen preußischen Monarchie in Geltung sei und in Bezug auf welches fich sowohl beim Reichsgericht, alS auch bei den OberlandeSgerichten eine ständige Rechtspraxis heraus- gebildet habe. ES stehe daher der sofortigen Inkraftsetzung deS Gesetzes nichts im Wege. Abg. Rintelen erklärt seine Zustimmung mft dem Gesetze. Die Debatte wird geschlossen. In zweiter Lesung, zu welcher daS HauS sofort übergeht, wir der einzig« Paragraph deS Gesetzes ohne Debatte mit großer Majorität angenommm. ES soll nunmehr die Berathung deS Gesetzes wegen Abänderung des s 22 deS Preßgesetzes folgen. Abg. Meyer (Halle) beantragt jedoch mit Rückstcht auf die schwache Be- setzung deS Hauses, diesen Gegenstand von der Tagesordnung abzusetzen. Derselbe ist nicht von besonderer Dringlichkeit. Auf der anderen Seite ist eS wohl kein unbilliges Verlangen, daß über eine Vorlage, bei der Grundrechte der Presse in Frage kommen, vor einem beschlußfähigen Hause verhandelt werde. ito Da fich Widerspruch gegen diesen Antrag nicht erhebt, wird der Gesetzentwurf, betreffend Abänderung de» Preßgesetzes, von der Tagesordnung abgesetzt. Schluß 2/, Uhr. Nächste Sitzung: Donnerstag 1 Uhr.(Zweite Lesung deS ZuckersteuergesetzeS. Wahl» Prüfungen.)_ NbgeorduetenhanS. 77. Sitzung vom 18, Mai, 11 Uhr. Am Ministertische: v. Puttkamer und Kommiffarien. Die Epezialberathung des Entwurfs einer Kreis ord» nung für Westfalen wird fortgesetzt mit dem dritten Titel„Von der Vertretung und Verrvallung deS KreiseS". §§ 33—88, Erster Abschnitt„Von der Zusammensetzung des Kreises"§§ 33-59. § 33, nach welchem der Kreistag in Kreisen mit 35000 und weniger Einwohnern auS 20 Mitgliedern bestehen, bei 35—70 000 Einwohnern auf je 5000, über 70000 auf je 10000 je ein Vertreter hinzutreten soll, wird ohne Debatte angenommen. § 34 schreibt nach der Analogie der östlichen Provinzen Sr die Wahl der KreiStagsabgeordneten die Bildung dreier iahlver bände der größeren Gcundbefitzer und Industriellen, der Amtsverbände und der Städte vor. Abg. Uhlendorff beantragt, von der Bildung dieser Wahlverdände Abstand zu nehmen, die KreiStagsabgeordneten auf Städte und Land- gemeinden nach dem BevölkerungSmaßstab zu virthetlen und die städtischen durch Magistrat und Stadtverordnete, die länd- lichen durch die AmtSoersammlungen wählen zu lassen. Abg. Uhlendorff bedauert, daß man die Kreis« o-dnung nicht zuerst im Westen statt im Osten eingeführt hat. Dann würde man nicht dazu gekommen sein, für Wtstfalen den Wahlverdand der Großgrundbesttzer und Industriellen vorzuschlagen, dessen Einführung sehr vieles böses Blut machen würde. Die Vertretung nach dem Ver- haltniß von Stadt und Land, wie er ste vorschlage, sei entschieden vorzuziehen der Gliederung nach einer Steuer- quote. Abg. v. Heede glaubt, daß die Eliminirung deS Großgrundbesitzes, welche der Antrag Uhlendorff unzweifelhaft zur Folge haben werde, eine ungerechte, der Einheitlichkeit der VerwaitungSorganisation widersprechende sei und ledig.ich auf dem fortschrittlichen Prinzip der sozialen Gleichmacherei und Parteischadlone beruhe. Abg. Richter: So spricht ein Mann, dessen Freunde noch 1874 einstimmig mit den Freikonservativen und unS ganz denselben Antrag für Rheinland und Wtstfalen ge- stellt haben. ES giedt tn Westfalen gar keine verschiedene Fnteressengruppen und überhaupt nur 20 GuISdezirke. Wir wollen die Rechte der Großgrundbesttzer nicht schmälern, aber diesen keine Vorrechte vor dem Kleinbefitz geben. Ich weiß, daß wir mit unseren Warnungen jetzt doch keinen Erfolg haben werden. ES wird aber hoffentlich eine Richtung der Politik eintreten, unter welcher diese Vertretung wieder beseitigt wird. Geh. Rath BraundehrenS bittet, den Antrag Uhlendorff abzulehnen. Die Vertretung der Großgrund hefitzer auf ziffernmäßiger Grundlage sei allerdings eine mangelhaste, aber auch in den anderen Provinzen geltende Einrichtung. Abg. v. d. R e ck erklärt fich für die Regierungsvorlage und gegen den Anttag Uhlendorff. Ada. v. Schorlemer: Unter den heutigen Verhältnissen ist eS dringend erforderlich, daß auch der Großgrund- befitz und die Industriellen fich auf den Standpunkt der gemeinsamen Vertretung ihrer Interessen stellen und demgemäß organistren. Ich finde eher die Zahl der G-oßgrundbefitzer tn der Vertretung dieses neu konstruirten Wahlverbandes der Großgrundbesttzer und Industriellen zu gering. Herr Richter bestreitet mit Unrecht das Vorhandensein wirtschaftlicher Gruppirungen tn Westfalen. Wir s-hen unS im Gegen- theil nur zu stark verbundenen wtrthschaftlichen Gruppen in den Jndufiriedezitken gegenüber. Die AmtSoersammlungen, die nach dem Antrag Uhlendorff die K-eiS oe, tretung wählen sollen, find in den früheren fteifinnigen Anträgen als ein ganz ungeeigneter VertretungSkörper dezeichnet worden. ES liegt hier offenbar eine Inkonsequenz vor. Wir können dm Großindustriellm eine Vertretung auf dem Kreistage nicht versagm. Allerdings sollte man einen so kombtnirten Wahlverband nicht mehr ausschließlich alS einen Wahloerband der Großgrundbesttzer bezeichnen. Abg. v. Ltebermann ist für Annahme deS§ 34 nach der Vorlage, den Herrenhaus und Kommisfion angenommm haben, tn Gemäßhttt d«S der ganzm VerwattungSorganisatwn zu Grunde liegendm Gedankens: eine möglichst für die ganze Monarchie gleichmäßige Form zu schaffen und nur dort abzu- weichen, wo die ergentbümlichen E.nrichtungm einer Pro vinz dieses erheischen. Hier liege eine solche Nothwendigkeit nicht vor. Abg. v. E y n e r n verwahrt die nationalliberole Partei gegm die gegen ste gerichteten Angriffe deS Abg. Richter. Bezüglich des vorliegenden Paragraphen trieben er und seine Freund« praktische Politik, ste wünschten zwar etwas Anderes, nähmen aber daS Erreichbare, weil sonst gar nichts zu Stande kommen würde. Die Anträge des Abg. Richter und seiner Freunde würden zerstörmd, nicht aufbauend wirken.(Oho I bei dm Freistnntgen. Beifall bei den Nationalltderalm.) Abg. Richter giedt nochmals dem Gedanken Ausdruck, daß die Verhältniffe in Westfalen total verschieden von denen im Osten seim und darum andere Maßnahmen erheischten. Die Nationalliberalm seien nicht einmal unter fich einig; Herr v. Heede sei begeistert für die Kretsordnung, Herr v. Eynern gehorche nur der Roth bei Annahme der Vorlage. Bei solcher Sachlage solle man doch nicht die Gegner so befehden, daß man sage, ste zerstörten, wenn ste G-s-tzesbestimmungm nicht annehmen wollten.(Heiterkeit.) Die Z tt würde auch noch kommen, wo der Reichskanzler keinen Nalionalliberalen mehr babm wolle. Die Lrndrälhe und Bürgermeister von Lennep- Solingen brauchten nur einen Wink zu erhalten und mit dem Nationalliberalrn sei eS dort alle(Heiterkeil); Herr von Rauchhaupt brauche nur noch einen Husarenritt nach Hannover zu machm, und die ganze Hochburg der Nationalliberalen stürze zusammen, ste werde doch nur noch künstlich gehatten.(Große Heiterkett.) Ab», v. Eynern erklärt dem Hause, er habe tn den letzten Worten die Rede deS Abg. Richter gehört, die er dem» nächst in Westfalen gegen die Nationalliberalen halten wolle. (Heiterkeit.) Die vom Freifinn gewünschte Zweitheilung lasse fich sehr gut dadurch verstehen, daß die Partei selbst dauernd bei den Abstimmungen tn zwei Thette zerfalle.(Große Hetterkeit.) Der Antrag Uhlmdorff wird abgelehnt,§ 34 in der Fassung des Herrenhauses angenommen. § 35 behandelt die Bildung deS Wahlverbandes der größerm Grunddefitzit. Ein Antrag RichterEprin- gorum will außer der Grund« auch die Gebäudesteuer hier» bei in Rechnung gezogm wissen. Nach kurzer Debatte wird daS Amendement verworfen, der Beschluß deS Herrenhauses angenommen.lk«> K#)« §38 handelt von der Vertheilung der KreiS- abgeordneten auf die drei Wahlverbände der größeren Grundbefitzer» der AmtSverbände und der Städte. Nach dem Beschlüsse der Kommisfion(bezw. Herrenhauses) soll die Zahl der städtischen Abgeordneten die Hälfte Aller(wo nur eine Stadt im Kreise vorhanden, ein Drittel) nicht übersteigen. Von dm übrigen Sttmmm erhäll jeder der beiden anderen Verbände die Hälfte. Unter Ablehnung eineS Amendements Uhlendorff ge- nehmigt daS HauS den Vorschlag seiner Kommilfion. § 50 strifft über die Wählbarkeit zum Wahlmanne und zum Kreistagsabaeordneten Bestimmung. Abg. v. Pilgrim beantragt die Streichung deSjenigm PaffuS der HerrenhauSbeschlüffe zu diesem Paragraphm, wonach die besoldeten Amtmänner von der Wähldarkett auege- schloffen werden. Man möge doch endlich daS ungerechtfertigte Mißtrauen gegen diese sehr tüchtige Kategorie von Beamten fallen laffm. Die Abgg. v. Bitter und Gen. wollen die Wählbarkeit in den Wahlverbänden der Gioßgrundbefitzer und AmtSverbände auf alle Personen auSdehnm, welche seit einem Jahre in dem Kreise einen Wohn fitz haben.(Nach den unverändert von der Kommisfion angenommenen Herrenhausbeschlüssen soll die Wählbarkeit auf den KreiS Derjeniaen erstreckt werden, die dem Kreise seit einem Jahre durch Wohnfitz oder Grundbefip angehören.) Abg. v. d. Reck bekämpft dm Antrag und die AuS- führungm des Abg. v. Pilgrim; der besoldete Amtmann sei in erster Linie Kommissar des Landratbs und von diesem mehr abhängig, als für die Jnterrffm des Kreises unter Umständm erwünscht sein möchte. Abg. v. Schorlemer erklärt fich gegen bride Ammde» ments, während seitens des RegierungskommiffarS Geh. Rath BraundehrenS der Antrag v. Bitter empfohlen wird. Abg. v. B i t t e r detont, daß sein Antrag nickt, wie Herr v. Schorlemer ausgeführt, eine Eiweiterung, sondern vielmehr eine zweckmäßige Verengerung deS Kreises der Wahlfähigen beabstcktige. Gegen den Abg. v. d. Reck müsse er bemerken, daß seiner Anficht nach die besoldeten Amtmänner wenigstens in den KreiSauSschuß wählbar seien. § 50 wird mit dem Amendement v. Lttter ange« nommen. § 76 besagt, daß für die Wählbarkeit zum KreiSautschuß die im§ 50 gegebmm Bestimmungen über die Wählbarkett zum KretStagiadgeordneten gelten sollen. Die Abgg. v. B i t t e r und v. P ilgrim bringen zu diesem Paragraphen ein Amendement eln, durch welches auch die Wahl der besoldeten Amtmänner in den KreiSauSschuß er- möglicht werden soll. Für diesen Antrag tritt in längerer Ausführung auch der Minister deS Innern v. Puttkamer ein, der die unveränderte Annahme der Herrenhausbeschlüffe zu§ 50 sehr bedauert und mit Entschiedenhett die in Rede stehende Beamtenkategorie gegm daS ihr von verschiedenen Seiten mtgegmgetragene Mißtrauen in Schutz nimmt. Im Osten hätten fich die AmtSvorsteher als geradezu nothwendig für die KreiSausschüffe erwiesen. Abg. v. Schorlemer: AmtSvorsteher und Amtmänner find nicht schlechtweg vergleichbar. Außerdem werden durch daS Amendement v. Bitter auch die Kretssekretäre und ähnliche Beamte, die daS Herrenhaus ausdrücklich ausschließen wollte, wieder wahlfähig gemacht. Ich bitte,§ 76 unverändert zu laffm, zumal ja nichts entgegensteht, daß in Städten wohnende Amtmänner von dm stävtischm Wahlverbänden in den Kreit» auSschuß gewähtt werden. An der wetteren Debatte betheiligen fich noch die Abgg. Dr. Scheffer, Dr. Wehr, v. Rauchhaupt und Frhr. v. H e e r e m a n; daS Amendement v. Bttter wird gegen die Stimmen der Freikonservativm und weniger Konservativer ad» »elehnt,§ 76 unverändert genebmigt, ebenso der Rest des IreisordnungSentwurfS(§§ 89—104) nach den KommisfionS- vorschlägen. Ebensowenig wird da» beigefügte Wahlreglement beanstandet. ES folgt die Spezialberathung deS Gesetz Entwurf, betr. die Einführung der Provinzialordnung von 1875 in der Provinz Westfalen. Hierzu liegt«tn Anttag deS Zentrums vor, welcher auch für die Wahlen zum Proatnziallandtag die Bildung dreier Verbände der Grundbefitzer, Städte und Aemter und für diesm Zweck die Beibehaltung der bisher in Westfalen bestandenen sechs ständischen Wahlbezirke vorschlägt. Abg. v. Heereman kommt beider Befürwortung dieses AnttagS auf die Thatsache zurück, daß schon in der RegierungS- vorläge ohne irgendwelche nähere Begründung die Virilstimmen der ehemal» ReichSunmittelbarm beseitigt warm. Obwohl Redner hierin ein schwere» Unrecht findet, enthäll er fich der Stellung eineS desonderen Antrage» angestchtS der völliam AuistchtSlofigkett eine» solchen in beiden Häusern. Abg. v. Ey n« r n kann zwar daS Bedauern theilm. daß die reichSur mittelbaren Familien nicht mehr die Standschait Abg. v. Schorlemer: Wenn die Rechte d.'r Reichsständischen von der Regierung und dem Herrenhaus« preiSge- geben find, können wir uns zur Stellung besonderer Anträge in dieser Richtung nickt veranlaßt fühlen, so sehr ich persönlich da» Jenen zuaefügte Unrecht mitfühle. Nachd m der Piovinzial- landlag die Provinzialordnung abgelehnt hat, soll mein An- trag zwischen dem Stadpunkt deS ersterm und der Regierung vermitteln. Eaentuell schlage ich vor, die Landkreise zu Wahl' bezirken derart zu verbinden, daß jeder Wadlkreis mindestens 3, höchstens 5 Abgeordnete zu wählen hat. Von den Gewählten muß mindestens je ein Wablberechtigter auS dem Wahiott' bände der Grundbefitzer, Städte und Aemter genommen werden. Abg. v. d. R e ck beantragt, für jeden Kreis mtt wenig« als 35 000 Einwohnern 2, für jeden mtt 35—80000 Einwohnern 3, für jeden mit mehr alt 80000 E nwohr.ern 4 Abgeordnete zu wählen. Die Vorlage will für die Wahl von 3 Abgeordneten die obere Grenze der Einwohnerzahl schon bei 70 000 ziehen, und auf jede femere Vollzahl von 50 000 Einwohnern einen Abgeordneten hinzutreten lassen. Die Zusaa» menlegung von Kreisen, welche nur einen oder zwei Abgeordnete zu wählen haben, bleibt noch der Vorlage dem Provinziallaitd- tag überlassen. Abg. Uhlendorff beanttagt die Aufnahme einer de« sonderen Vorschrift in daS Einführungsgesetz, wonach v« Oderpräsident, die Regierungspräsidenten und dieLandräthe vonderWählbarkettauigeschloss«» sein sollm. Abg. v. Eynern erklärt stch gegen dm ZwangSauSschlui dieser Beamten von der Wählbarkeit, der nur wiederum ein« Parteischablone zu Liebe deantragt werde; denn was hätten die westfälischen RegierungSprästdenten v. Ltebermann und 9.W grim dem Abg. Uhlendorff gethan? Nachdem auch Abg. v. Schorlemer erklärt hat, für den Antrag Uhlendorff in der eingebrachten Fo:m nicht stimmen zu könne», werden unter Ablehnung sämmtlicher Anträge Artikel 1 und 2 der Vorlage unverändert angenommen- deSgleichm mit unerhedlichm Amderungm der Rest d« Vorlarc. Die von der Kommisfion beanttagt« Resolution:. die Staatsregierung aufzufordern, ein« Veröffew- ltchung der Landgemeindeordnung für West'alen, rv» solche stch nach dm durch die nachfolgende Gesetzgebung eingetretenen Aenderungen gestaltet hat, vor dem lF krasttteten der Kreitordnung zu bewirken,... wird angenommen, die eingegangmm Petitionen werden F erledigt erklärt. Schluß 3V« Uhr. Nächste Sitzung Donnerstai 11 Uhr.(Dritte Berathung der Vorlage, betreffend dm 3°"- anschluß von Altona, dritte Berathung der KretSordnung f* �Am Sonnabend oder Montag wird die zweite BerathrMä der Kanalvo.lage stattfinde». Kommunales. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordnete Versammlung am Donnerstag, den 20. Mai cr„ Nachmitt«' 5 Uhr. Vorschläge deS Ausschusses für Petitionen— Wah'l eines Mitgliedes in die Bau Deputation, in daS Kurators für die Markthallen und in die Deputation für die Pj®, anlagen tc.— Berichterstattung über die Vorlage, betr. Abbruch der Baulichkeiten auf dem städtischen Grundflum Münzstraße 6, die Regulirung und Pflasterung der Rochmai' »wischen Münzstraße und Kunowski-Brücke, den Verkauf � KunowSki-Brücke zum Abbruch und den Verkauf einer Parze an der Ecke der Stadtbahn- Parallelstraße und der Rochsts°°. — Berichterstattung über die Vorlage, bett. den Anschluß«'s. GedietSlheUeS der Gemeinde Schöneberg an die Ranali Mj*» von Berlin— Vorlage, betr. die Ski,, e zum Ncubau e'm der an zum Neubau 19* Gemeinde Doppelschule in der Derfflingerste. m» betr. den Verkauf der Buulichkeitm auf den Grundstufen Ackerstr. 23/26 und Jnvalidenstr. 158 zum Abbruch- betr. die erfolgte Bauabnahme der Zentral» Martthaüe in Neuen Friedrichstraße- desgl., betr. den Verkauf einer»a«; stelle neben der Martthalle in der Zimmerstraße- desgl.-"f.' die Neuwahl eines Mitgliedes für die Kommiifion ,um der Erwerbung von Grundstückm auf der Südseite des dämmet— drei Rechnungen— Vorlagen, betr. die — vier Unter stlltzungssachen—«ine Remunerationssache. � Der Turuvart Naucke, welchem von dm Behörden die Konzesfion zur Anlegung einer Badeanst-u»' Frauen und Männer in zwei Stadtbahnbögm oderhai» � Michaelbrücke ert heilt worden ist, hat fich nun auch n"*, Stadtverordneten-Versammlung mtt der Bitte gewandt, mögltchung des Zugänge» zu der Badeanstalt ein Gel feld der Michaeldrücke fortnehmen und dasselbe durch ein � S«rechtes Billethäuschm ersetzen zu dürfen. Der Petitions'« huß ver Stadtverordneten. Versammlung hat in UeberewA« mung mit der Baudeputation zu dem Gesuch«ine ablegt, Stellung eingenommen, da eS ihm nicht gerechtfertigt eri»�, im Interesse eines PrivatunternehmenS den Monumen«� der Michaelbrücke anzugretfm. zokale». Nachdem die Markthallen kaum 14 Tage erössn"� ruht bereits ein nicht undeveutmder Theil de« Nahrung� 0 verkehrS in der Hand der städtischen Verkaufsvermitti«. ist aber noch viel zu thun, um da« Geschäft derart wie eS der offiziellen Vertraumistellung, welche dem stn � VerkaufSverwtttler übertragen ist, entspricht. D« Großhandel kann nur dann für den Produkten Wiozyanoa rann nur vann für den Provu�nre»-r« sein, wenn er gewiß ist, seine gesammle Produktion � schnell und vorlh-ilhaft zu verwerthm. Bither##2, M in beschränktem Maße der Fall; denn in der Hauptsa«�-' Jetten alle Bemühungen weniger an der Konkurrenz �i«s- herigen Großhändler. alS an der Zaghaftigkeit der die nur versuchsweise kleine Posten, die den Konsum X selbst wenn fie noch"so groß"'stnd."zu" mäßigen P"%W| «Ä r°. bereit» beim Verkaufsvermittler. Hierdurch hören ttkten Bezüge dieser Leute au'- aber der.P�d�j�n«JJ Stellung deS städtis�'VnkauIsVe�ittlert.' die � trole der Geschäftsführung und seine bei der S>ao„ äRß hinteittgte�Kaution�on'Ä) 000 Marl bürgmfür�st�� SA Handels in Seefischen in dm Marfthallm V � MJJj, wenigen Tagen wesentlich geändert.. �«ufa�w � Tagen nach der Eröffnung waren großr* wenig Käufer vorhanden. In dm Vers jedem Preise zugeschlagm und daS lockt« ÄS- k«n«pctt Abrechnungen, welche für die Absender verluübiin» xend waren, verwinderten sich die Zufuhren und die Waare wurde knapp und theurer alS im G.obhzndel üblich. Zur -vermindrrung der Zufuhren trugen die hiisigen Großhändler «eflntiich be«, welche, da sie sich durch die Vrrsteiaerungen in Absatz bedroht sahen, den Absendern höhere Preise boten ste selbst erziehen und hier mit Schaden und ohne Nutzen pausten in der Hoffnung, dadurch die Versteigerungen zu festigen. Bei großem Fang, den die Ftschgroßhändler nicht Mi übernehmen können, kommen aber naturgemäß wieder große Sendungen für den Vermittler an, die durch Versteigerung kafch abgesetzt werden können. Die Fischer sehen nun ein, daß de im Vortheil find, wenn fie ihren ganzen Fang stets dem «erkaufSvermittler übertragen; fie wissen, daß der Bedarf der jploßhändler ihnen auch in diesem Falle zu Gute kommt und f?o tu den wüßten Fang selbst auf die Weise gut verwerthen uanm. Hoffemlich wird auch in andem Branchen diese Ueder« «iugung bald allgemein werden. Ueber de« Verein zur Förderung der gemeinsamen Jvtcresseu der Blinde« enthielt ein hiefigeS Blatt vor «Wreren Monaten unrichtige und entstellte Angaben. Indem ««richt jenes Blatte? hieß eS, daß nach Beseitigung det alten ForstandeS unter Leitung deS Herrn Lehmann der Verein seine Mcke in erfreulichster Keife gefördert hat und stch einer regen �hetlnahme in wehen Kreisen erfreut. 4979 Mark seien Fah« �einnähme, 12 Kinder in der Anstalt deS Vereins in Pan« !°w u. s. w., jedoch ist in der Generalversammlung 1885 nur «ttt Lehmann, der Gründer des Vereins, auS demselben ge» jUlen, da, nachdem Herr Langenducher schon am Gründung?» 14. April 1883, obwohl er Gegenkandidat des Herrn Leh- wann war, gegen die Wahl deffelden alS Vor fitzen« welche nach zweimaliger Abstimmung definitiv folgte auftrat und der 1884 versuchte Umsturz Vorstandes durch Hcnn Lehmann verhindert, ztrr Langerducher in der Generalversammlung 1885 sich der «ttung der Versammlung bemächtigte. Die Jahreseinnahme «trug damals ungefähr 16 500 M. Nach Abzug der erheb- «pen Verwaltungslostm, der EinrichtungS- und ErhaltungS« Uen der Blindenanstalt in Pankow verblieben ungefähr 7000 «Ak. Zwölf Kinder waren in der vollbesetzten Anstalt. Jetzt nnd dort nur 10 Kinder. Unter Herr LangenbucherS Vermal- find in der Anstalt 12 Kinder, wie in dem Bericht vom c März d. I. fälschlich gesagt wurde, niemals gewesen. Seit 2 uebernahme der Verwaltung durch Herr Langenducher br- die Anstalt kein zur Erzrchung und Ausbildung blin» Kinder qualifizirtes Personal. Den erfordeilichen strich? erhalten'die' Kinder nicht. Die Thätigkeit ei«... Lehmann in der Anstalt ist durch die von zwei Re« o.!""üb'Kommiffaren vorgenommene Inspektion der Anstalt s,,,...?!* durch 3 Stunden während« Prüfung der Zöglinge 'S-N-llt. HinfichUich der von ihm gemachten Vereins» lick?"??, verstcherter, daß dieselben statutenmäßig bezw. gesetz» «».JWlllfig waren. Seine dem Vereine 2 Jahre lang fast y,z-?�ltch gewidmete Thätigkeit war unentgestlich. Statuten« «Ä"? dem Vorstande ausgeloost, hielt er es für richtig, Wiederwahl in den Vorstand mehrseitig vor- durck wurde, nachdem ein neuer Wahlmodus angenommen, BefiW,, st'ne direkte Wiederwahl alS Vorsttzender nicht a'''de Wiederwahl von vornherein abzulehnen. k*«. Kartoffel« Schwindel werden jetzt noch That« de?»*?kannt, welche darauf schließen laffm, daß dieser »�"'Zmeig der NahrungSmilteloerfäl chung in unserer Stadt (.„« G»lanmäßig betrieben wird. Seit mehrerm Wochen CÄ) Händler in den benachbarten Dörfern sogenannte Futter« km& welche die Landleute zum Füttern deS VieheS auf» kmf Diese billigen und schlechten Kartoffeln werden »t"6n in Berlin in solchen Räumen, wo Speisekartoffeln in k» Quantitäten lagern, unter diese eingeschaufelt und für k>.„z?°Ucn Preis der besseren Kartoffeln mitverkauft. Die Rotfi,wautn daben dann ihren Verdruß über die vielen zum flno. sclsliurit, wuwKaw wie uiivcicu uviv vwiv ivv CcheffelfÄrf,,®"" früheren Verkauf der Speisekartoffeln in t?Qr dieser Schwindel nicht möglich, erst der Leute h,t i ihn ermöglicht zum großen Schaden kleinerer . Die �e Kartoffel ein Hanptnabrungkmittel ist. itch iy,«.?'idgesqäfte mit dem Janusgesicht, wie fie kürz. iichea M�iavunt geschildert wurden, die stch heute mit freund- »UStaae Geldbedürftigen anbieten, aber am Fällig« wf.k'WS A TÄi- selb mit h% 2 iuKen berehS seh längerer Zeit ihr Erwerbs« ?Mtrn n iLorliede in den Kreisen der kleinen Be- °°len unt, i»eu Leuten werden Darlehne und Kredite ange« Leute h" gewöhnlichen wirthschaftlichen Situation dieser �nn �.?°.b"ich kein Uebermaß von Begehrlichkeit dazu, %°"f solche willkommenen Angebote eingehen. lick strafrechtlichen Sinne find diese Geschäfte Ii».' da eine Notblaac der Schuldner»ur Zeit Wucht- gewöhn- MM Ss 'in« bessere Stellung, bei Vertheilung von Gra« JaiuA? bf' riner ähnlichen Gelegenheit ausübt. Die Är wobi, v.l"' diese Eigenthümlichkett solcher Anzeigen » d man Ü?, Riffen mit denselben sehr geschickt zu verfahren. ja unter Umständen für den Chef einer Behörde u k-Nn-n l sein, die pekuniären Verhältnisse seiner Beamten %°ber unter den Verhältnissen, wie fie fich für diese SMrfL,?'"%hruna der Wuchtigrsetze durch da? Geschäfts. ? in der Ä�'icher kleiner Gelvmänner geftastet haben, wäre ßtsen jv. gut, wenn die Behörden fich grundsätzlich mit kern jK?0jn garnicht einließen, sondern solche Gesuche einfach �fieich. m � zurückschickten. Es würden dann in Zukunft * btmaw den verführerischen GeschästSaneroietun- �sch«N,dleiben. die stch heute unter der MaSke der 'den a,»*« Hilfsbereitschaft an fie herandrängen und bie 5WMZWD **■ n- j«i b" worden ist wagj.?E'Njilnm nicht viel ausmachen und er fie wohl 'den. Auf alle Fälle muß vor diesem Schwindel gewarnt Ei« überaus fesselndes Bild bieget jetzt in den Morgen« stunden das Leben und Treiben auf einem der nach Berlin führenden größeren Wasserstraßen, wie der Havel, der Dahme, Oberspre« u. s. w. Schon in der drttten und vierten Morgen« stunde, wenn noch ein dichter Nebel auf der wetten Wasser- fläche lagert, beginnt eS stch hier zu regen. Meistens find eS Fischer, die zuerst ihre kleinen und größeren Fahrzeuge flott gemacht baden, vom Ufer abstoßen und weh hinaus fahren, um daS Garn auszuwerfen, die Aalkörd« zu sondiren u. s. w. Dann wird eS auf den oft in langen Reihen hinter« oder neeeneinander hallenden Spree« und sonstigen Transporttähnen ledendig. Die Schifferknechte kommen aus ihrer Kabuse heraus- gekrochen, gähnen in die Morgenluft hinein, schauen nach dem Wetter aus und nehmen dann einen Schöpfeimer, um hier unter freiem Himmel gleich auf Deck ihre Morgentoilette zu be- wirken. ES vergeht nur noch kurze Zeit, dann werden die Segel aufgehißt und die Fahrt nach dem Bestimmungsort wird fortgesetzt. Ein langer, heiser klingender Pfiff unterbricht die Stille; eS ist die Signalpfeife eines Schleppdampfers, aus deffen Schornstein pechschwarze Dampfwolken qualmen, welche der herzerquickenden Szenerie einen wenig vortbeilhaften An- strich geben. An starken Tauen oder Ketten defestigt, zieht der Dampfer drei, vier auch fünf beftachtete Kähne hinter sich her; für die Schiffer und deren Knechte ist di S«ine leichte Fahrt, aber der Verdienst für die Fracht erleidet auch eine erhebliche Einbuße, denn das Schleppen ist ziemlich theuer. Aber was Hilft'S! Tie Ladung muß an einem bestimmten Termine (meist find eS Baumaterialien) hier sein, denn die Bauherren haben fich ebenfalls zur Fertigstellung von Gebäuden zu einer bestimmten Zeit verpflichtet und da heißt es, alle Hebel w Bewegung setzen, um die Oidres pünktlich zu effektuiren. In- »wischen ist auch die Vogelwelt munter geworden. Ruhig und stolz steht man die Schwanenpaare die Fluth durchfurchen, von den Schilfufern her ertönt das Geschrei der Kriekente, deS Rohrsperlings u. s. w., und mit langen Schwingungen»er- theilt der Reiher die Lüfte. Wenn die stedente oder achte Morgenstunde herangerückt, dann ist AlleS in voller Thä- tigkeit und der Zauber, den daS Erwachen bietet, ver« schwunden- Bescheidenheit ist eine Ziere. Für die nun zu er« wartenden Akttendroschken hat die Gesellschaft die drei besten Halteplätze an der Viktoriastraße, am Kaisir Hof und am Hotel de Rom(die sogenannte Thaler. Ecke) ausschließlich beantragt. Da jeder Droschkcnsührer gleiche Rechte hat, so isi fteiltch an eine Gewährung deS Antrages kaum zr� denken. Eine originelle Konzertauzeige macht ein Gastwirth der Umgegend zum Bußtage: Nachtigall, Fink, Grasmücke und Kukuk konzertiren. Entree ftei. Der Gerichtsvollzieher verschmäht nichts. Gestern versteigerte einer der Herren ein angefangenes Velozipedrad, we!« cheS er gepfändet hatte. Od die Kosten dabei herausgekommen find, erscheint fraglich. Eine komische Nachtszene spielle fich vom Sonntag zum Montag im Hause Lichteifelverstraße 4 ad. Etwa gegen 1 Uhr kehrte ein jungeS Ehepaar nach Hause zurück. Kaum hatten fie daS große Portal betreten, fuhren fie auch schon erschreckt zusammen. Ein heftiges Geräusch schlug an ihr Ohr. Die junge Gattin drückte stck voller Angst an ihrem Beschützer und deschwor ihn, in seine Parterre- Wohnung zu treten und nicht dem unheimlichen Brausen nachzuforschen. Aber ein Unheil fürchtend beschloß der Mann, erst sein Weibchen in Sicherheit zu dringen und dann einen Schutzmann herbeizuholen. Die» geschah denn auch. Mit einer Lampe bewaffnet, stiegen fie die Treppen hinauf und fanden bald den Unruhestifter, einen über« mäßig dicken Mann, im tiefsten Schlafe. Jetzt begann die schwere Arbeit des ÄufrüttelnS; man erkannte, daß man es mit einem schwer Betrunkenen zu thun hatte. Endlicy gelang es den kräftigen Armen des Schutzmannes, den„Dicken" auf die Beine zu dringen; aber schwer wurde das Wetterdringen. Der Nachtschwärmer glaubte in seinem Bette zu ruhen, denn er wollte dem Diener des Gesetzes folgen, wenn er ihn ankleidete oder im Bette fortschaffte. Kein Beweisen, kein Demonstrtren, daß er voll und ganz in seinem Eonntagistaat steckte, fruchtete; man redete ihm nun vor, ihn im Bette nach Hause bringen zu wollen. Langsam ging es nun die Treppen hinab, nach dem Polizei. Bureau. Was weiter aus dem nächtlichen Jrrfahrer geworden, wissen wir nicht, sicher hatte er stch vorher in der Trunkenheit in daS offene HanS begeben und war auf der dritten Treppe umgefallen und in tiefen Schlaf versunken. Durch sein furchtbares Schnarchen aber hat er nicht nur die Familie des Schreibers dieser Zeilm, sondern die sämmtlichen Bewohner deS HauseS in Schrecken versetzt und um den Schlaf gebracht. Zwei Unglücksfälle habm fich am Sonntag in Folg« deS verabrutschen» von Kindern an Treppengeländern ereignet. Der eine Unglücksfall betraf einen etwa 5 Jahre alten Knaben» welcher am Vormittage an einem Treppengeländer deS Hauses Koitbuser Damm 11 herabrutschen wollte, hierbei hinunter« fiürzle und fich den Unterkiefer zersprengte, mehrere Zähne auS« schlug und das Backenfleisch erbeblich verletzte. Der dedauerns« werthe Knabe wird zeitlebens ein entstelltes Gestcht als traurig« Erinnerung an dm Unglücksfall haben.— Der zweite Fall er- eignete stch am Abend in dem Etablissement„Sanssouci". Da« selbst stieg ein kleiner Junge die nach der Galerie führend« Freitreppe hinunter, und wollte fich ein Stück an dem Gelän« der hinabrulschen lassen, wobei er ausglitt. Um ihn am Fallen zu hindern, griff der Schriftsetzer R. mh den Händen zu, brach sich aber durch die Gewalt des Falles»den Handtnochen der linken Hand, eine sehr schmerzhafte Verletzung. Der Knabe wurde dadurch vor einem Unfälle behütet. Beiden Verletzten wurde die erste Hilfe in der Sanitätswach« in der Adalbert- straße zu Theil.— Es ist nur zu verwundem, daß die wieder« holten Warnungen in der Presse vor dem Treppenhinabputschm ° Jn unverzeihlich leichtfertiger Weise schließen die wie Pilze aus der Eide wachsenden Abzahlungsgeschäfte, beziehent« lich Waaren-Kredithäuser vielfach Geschäfte ab mit solchen Per« sonen, die fich in momentaner Geldverlegenheit dorthin wmdm und später ihren Letchtfinn im Gesängniß zu büßen haben. Ein 21jähriger ardeilSlos« Mensch, welcher in Schlafstelle wohnt, und nichts sein eigen nmnt alS einen ziemlich adge- traaenen Anzug, den er auf dem Leibe trägt, entnahm auS einem solchen Geschäft in der Naunynftraße am 12. April d. I. eine silberne Taschenuhr zum Preise von 60 M. und versetzte dieselbe. Am 26. deffelden MonatS kaufte er dort wiederum auf Abzahlung eine filberne Zylinderuhr zum Preise von 45 M. und als daS durch den Verkauf derselben gelüste Geld aufge« zebrt war, in demselben Geschäft am 3. d. M. eine goldene Dammuhr zum Preise von 75 M. Natürlich wurden die Ratenzahlungen nicht innegehalten und hat nunmehr der Ver- käufer, welcher daS Eigenthumtrecht an den Uhren bis zur vollftändigm Tilgung sich vorbehalten hatte, wegen Unter« ��Ueber'ewen Unfug beim Kahnfahre«, der die leicht« »SffWMW- »Vif MM» V«»•.--- 7-----„_ wei Herren und drei Damen mit einem Boot auf daS hier sehr breite Wafier gewagt und als fie in die Näh« deS Tegeler See'S gekommen waren, wo der Wind besonders stark war, spannten die Herren die mitgenommenen zwei Regenschirme auf, um so dieselben gleich Segeln zu benutzen. Die Fahrt ging auch ganz vottrefflich, bis das kleine Boot auf den T-gcler See kam, wo der Wind äußerst scharf pfiff und die Wellen sehr hoch gingen. Hier war es, wo stch ein starker Windstoß in die beiden Regenschirme legt« und das Boot derartig ins Schwanken kam, daß einer der Herren, den Regenschirm fahren lassend, über Bord fiel. Glücklicherweis« hatte er stch festge« klammett und gelang eS ihm auch, wieder in's Boot'zu kommen. Die Angst, welche die Damm ausgestanden, kann man stch denkm. Vor dem Rufspannen von Regenschirmm in Bootm bei stürmischem Wetter ist jedenfalls dringend zu warnm. Abhanden gekommenes Kind. Die Kriminalpolizei stellt Nachforschungen nach einem sechS Wochen alten Kinde an, welches der Mutter— einem hiestgen Dienstmädchen— auf dem Bahnhofe in'Lichtenberg auf ver Reise nach dersHeimath abhanden gekommm ist. DaS Mädchen wollte daS Kind, welches hier in Pflege war, ihrer in Mohrungen wohnmdm Mutter überbringen. Nach ihrer Angabe stieg st« an der ersten Station Lichtenberg aus und übergab das Kind einer in demselben Wagen fahrenden Frau auf kurze Zeit. AlS fie zurückkehrte, war die Frau mit dem Kinde verschwunden. Die unbekannte Frau erschien etwa 40 Jahre alt, hatte dunkleS Haar und war von untersetzter Statur. EpnrloS verschnnde« ist di« fünf Jahre alle Tochter deS Kaiserin Augufia-Allee 15 zu Charlottenburg wohnhaftm Schiffbauers Bedürftig seit dem 12. d. M., Nachmittags. Biß heute ist eS den betrübten Eltern noch nicht gelungen,«ine Spur deS Kindes zu entdecken. Am genanntm Tage um 6'/» Uhr Nachmittag« bat das Mädchen mit anderen Kindern aus der Straße gespielt und fich von denselben unbemertt mtfernt. Es ist auch dir Möglichkeit nicht auSgeschloffm, daß fich daS Kind an die nahe Spree, zu welcher dott zwei fteie Weg« führen, begeben hat und ins Waffer gefallen ist. Die Ver» schwundme hat dunkelblonde Haare und schwarze Augen. Sie war bekleidet mit einer ponceau Eammetjacke, blaugedrucktem kattunlleid, schwarzer Schürze, weißm gettngelten Strümpfen und Tuchschuhen mit Lederbesatz. Markthallen-Bericht von I. Sandmann, städtischem Verkaufsvermiltler, Berlin, Zentral-Marfthalle, den 18. Mai. In den Mattthallen waren heute reichliche Zufuhrm an Fleisch, so daß der Preis für Rindfleisch fich auf 45—60, für Kalb« fleisch auf 30—50 Pf. stellte. Geflügel wurde gern gekauft mit 75-90 für junge, 125—180 Pf. für alte Hühner. Reh» böcke 65 Pf. pro Pfunv. Die Fischzufuhr war heute sehr de» deutend. Schellfisch brachte 6-8 M., Dorsch 7 M-, Rauchdorsch 1 M-, Bücklinge, Flundern 4—5 M., Aale 5,50—6 M. Butter und Käse war in mäßigen Quanten zugefühtt rund zu üblichen Preisen verkaust. Die Eierzufuhr war gering. Von Obst waren nur Kirschen und Aepfel vorhanden und gut de» zahlt. Zwiebel brachten 3—5 M. pro Zentner; Bohnen 10—12 M. Spargel war wenig vorhanden und wurde mit 60 für l., 30-40 Pf. für lt. Qualität bezahlt. Gurken mtt 20 Pf. pro Stück, Schoten mit 15 Pf. pro Pfund. Polizei-vericht. Am 17. d. M. Vormittags wurde an der Kteleistraße eine bereit« bis zur Unkenntlichkeit in Ver- wcsung übergegangene Leiche einer FrauenSperson aus dem Spandauer SchifffahttS-Kanal gelandet und nach dem Leichen« schauhause gebracht.— An demselben Trg« Mittags stürzte auf dem Hofe deS Grundstücks Oranienburgerstr. 5 ein etwa 1 V, Meter hohes Bockgerüst, auf welchem stch der mh Aus» führung von Maurerarbeiten beschäftigte Arbeiter Fell befand, in Folge Brechens eineS Zapfen» zusammen und riß denselben mit zu Boden. Er erlitt dabei eine Verletzung am Hinterkopf und mußre mittelst Droschke nach seiner Wohnung gebracht werden.— Am Nachmittage wurde ein Mann in seiner Wohnung in der Oranienstraße erhängt vorgefunden. t Louisenstädtisches Theater. Künstlerlebm. Genre» Bild mit Gesang in 3 Atten von William Köhne. Mufik von Felix Jäger. Den Mangel einer guten Volksbühne und eine? vernünftigen Schauspiels haben wir niemals so lebhast empfun» den, alS bei der gestrigen Premieren-Vorstellung deS Theater? in der Dresdenerstraße. Wir gestehen, daß wir nicht mtt allzu großen Erwartungen jenen Tempel der Kunst betraten, wir waren milde gefinnt und entschlossen, kein überstrenges Maß der Kritik an da» Stück zu legen, dos geboten wurde. Man kann nicht bescheiden genug sein, wenn man ein deutsch«? Theater der Geger.wattZhesucht. DaS„Künstlerleben", wie da? Stück, welches vorgestern im Louisenstädtischen Theater aufge- führt wurde, fich nennt, ist typisch für di« ganze Att. E? fehlt unS an einem Worte, um dm Eindruck zu be» zeichnen, den die Vorstellung im Louismstädiischen Theater in ihrer Totalität auf uns gemacht hat. Diese? „Genrebild" ist der lächerlichste Unstnn, dm man fich denkm kann. Von einer Handlung ist keine Rede, daS Stück besteht au? einer Reihe unmotivitter Szenen, von denen jede einzelne di« andere an fader Thorheit zu überbitten sucht. Da? „Künstlei leben" soll geschildett werden. Titel und Text scheinm aber nur erfunden zu sein, um den Vorwand zu allerlei Sing- sang zu liefern. Ein„Entreelied", ein„Duett", ttn„Männer» chor", ein„Ensemble" u. s. w- werden vorgetragen. DU Mufik, welche von Felix Jäger herrührt, ist gar nicht übel, e? ist aber unmöglich, bei den Tönm die Motte zu über» hören, welche gesungm werden. Zwei Proben, welche ttnen Einblick in die Dichterwerkstatt William Köhne'? gestatten, werdm genügen: Allgemeiner Chor. Hai Donner und Blitz— Aus ist unser Witz! Die Winde blasen— O, wU fie rasen; Vom Himmel gießt daS Waffer— Wir werden immer nasser! u. s. w. und_ Ensemble. DaS Veilchen lehrt Bescheidenheit, Der Rittersporn die Männlichkeit. Gar prächtig ist daS Farrenkraut, Die Myrlhe schmückt die junge Braut, Der Epheu lehrt Beständigkeit, Die Georgin' das Herz erfreut, Die Lil'je weiß, der Jungfrau glttch, Der Mohn führt uns ins Freudenrttch. Da? giedt fich als Poesie aus. Nehme man noch hinzu, daß das patriotische Register bei verschiedenen passenden und nicht paffenden Gelegenheitm gezogen wird, daß ein Dutzend junger Mädchen in schwarz- weißen Strümpfen über die Bühne marschirt, daß die Haupt- fzem— Ehepaare zanken zuerst und versöhnen fich dann, wttl ttn Gewitter losbricht, unter den gemeinschaftlichen Regen- scht men— au» einer Idee hervorgegangen ist, die schon in „Münchener Biiderdogen" Verwendung gefunden hat, daß einem Barbier etwa fünfzehnmal derselbe Witz in verschiedmer Form in den Mund gelegt wird und daß schließlich einige unvermeidliche aber fürchterlich langweilige Verlobung?- szenen das Ganze krönen, fo hat man Inhalt und Form d«S Stückes erschöpft. Die Schauspieler warm etträglich, jedmfall? viel besser al? da? Stück, welches fie spielten. Der Regiffeur. Herr Reuter, gab ttnen in Maske und Spiel ganz vottrefflichen Theater» direktor. Die beiden Gäfie, FdWttn Freiheim auS Düsseldorf und FräuUin Stadthaus, find sehr hübsche Damen, die fich redlich Mühe gaben, ihren Rollen gerecht zu werden. DaS Publikum, welches nur spärlich fich ttngefunden hatte, fällte ttn anderes Urtheil, alS wir. Es klatschte stürmisch Beifall und ttef schließlich den Dichter heraus. Wieviel hier» von auf Rechnung der FretbtlletS zu setzen ist, möge unentschieden bleiben.__ Soziales und Arbeiterbewegung. An? Evgland berichtet da»„Sachs. Wochenblatt": Auf dem ArdtttSmarite sehm di« Verhältnisse sehr traurig aus. „Reynolds NewS Paper" schrttbt:„Gegenwärtig existiren über vrtt Millionen Mmschen in England, von denen Niemand wkiß, wovon fit leben." Noth und Elend würde noch viel größer sein, wenn nicht ein großer Theil der Arbeiter die TradeS Union? als eine Zufluchtsstätte hätte. Der jährliche Bericht von der„United Society of Boilermakers and Lron Shipniidera" zeigt, wie schwer ste daS letzte Jahr mit der Ar- beitslostgkeit zu kämpfen hattm. Diese Union hatte Anfang deS JahreS 1885 ein Kassenvermögen von 60 066 Lstr. 10 sh. 6 p.(1201380 M. 50 Pf.) und endete mit 138 317 Lstr. 3 sh. 6 p.(766 343 M. 50 Pf.). Zeigt einen Verlust von 21 749 Lstr. 7 sh.(434987 M.). DaS Einkommen für daS Jahr betrug 70703 Lstr.(1414060 M.) Oder 7400 Lstr.(143000 M.) mehr als 1884. Diese Mehreinnahme entstand durch die Erhöhung der Beiträge von 50 Prozent. Die GesammtauSgabe für 1885, für Kranken- und Sterbe- aeld, Arbeitsunfähigkeit und ArbeitSlofigkeit. belief fich auf 77000 Lstr.(1540000 M.). An Arbeitslose wurden nicht weniger als 42 921 Lstr.(858 420 M.) dezahlt. Die Union hat 28 500 Mitglieder. Der Bericht von der„Amalgamated Society of Carpenters and Joiners" lautet nicht günstiger. Diese Union hat 25 750 Mitglieder. Das letzte Jabr war für die Union daS schletteste seit 1879. Anfang 1885 war der Kassenstand 63 270 Lstr. 6 sh.(1260406 M. und am Ende de« JahreS 50 850 Lstr. 17 sh. 5 p.(1017017 M. 40 Pf.). Also ein Rückgang von 12419 Lstr. 8 sb. 7 p.(248 388 M. 60 Pf.). Trotzdem jede« Mitglied 2 M. 50 Pf. Extrasteuer für daS Jahr bezahlte. Die Einnahme betrug 63 121 Lstr. 10 lh. 7 p. (1 262 430 M 60 Pf). Die GesammtauSgabe war 75 663 Lstr. 9%. 3 p.(1 513 269 M. 25 Pf.). Für Arbeitslose wurde die Summe von 34909 Lstr. 18 sh. 10 p.(638198 M- 80 Pf.) de- zahlt. Eine DurchschnittsauSgabe von 27 M. pro Mitglied, gegen 18 M. 75 Pf. für 1884 Solche Resultate hat ziemlich jede Union aufzuweisen. Ein Zeichen wie schlecht die Verhält- nisse find. Auf allen Gebieten find die Ardeiter tbättg. um so gut als möglich die Pofition zu behaupten.— Die Berg- arbeUerbewegung ist wieder im vollen Fluß. Besonders lenkt fie ihr Augenmerk auf die Gesetzgebung und treibt ihre Ver- treter zur Thätigkeit im Parlament an. Durch den verlormen Streik im vorigen Jahre find die Bergleute im Lohnveihältniß auf den niedrigsten Standpunkt gedrückt worden. Allem An« schein nach wtiden fie dieses Jahr für eine Lohnerhöhung ein- treten. Im Jahre 1874 wurden 125067916 Tonnen und 1884 160 757 779 Tonnen Kohlen zu Tage gefördert. Um die Arbeiterbewegung widerstandsfähiger zu machen, wird für den Plan agilirt, die TradeS Union« mit den„Xnigbta of Labour" (Ritter der Arbeit) in Amerika in engere Verbindung zu bringen, was von großer Wichtigkeit sei« dürste.— In Dublin spielte fich vorige Woche eine Szene ab, welche die ganze öffentliche Meinung auf fich lenkte. Seit dem 1. März streiken die dortigen Glasmacher gegen eine Lohn- erniedrigung von 20 Prozent. Die Firma King v. Komp. glaubte so ohne weitere«, wie in Schottland, billige Flaschen- machet von Schweden zu holen. Neun Schweden kamen auch an, wurden aber gleich von der Union wieder zurückgesandt. Die Firma wandte fich dann nach Dänemark nnd brachte eine Karavane von 79 Personen an. Diese Leute wurden im Magazin untergebracht und 6 Personen schliefen zusammen in einem Flaschenfach. Die Polizei verbot dirs aus Gesundheit?- rückfichten. Die ganze Bevölkerung stellte fich auf die Seite ihrer Landsleute. Die„National League" nahm die Sache in die Hand. Eine öffmrliche Versammlung von 8000 Personen verurlh eilte da« Vorgehen der Fabrik und drohte mit„Boykott". Der dekannte irische Agttator Michael Daoitt fungirte als Redner und sagt«:„ES ist nicht blos eine Frage für die Flaschen- machet, ob wir eS zugeben, daß billige Arbeitskräfte ein- geführt und unsere Arbeiter drodloi gemacht werden, sondern es ist eine Frage für die ganzen irischen Arbeiter und Hand- werter." Herr Schumann, welcher als Dolmetscher handelte, überzeugte die Dänen mit seiner Beredsamkeit, daß eS unter solchen Umständen rathsam sei, nicht zu arbeiten. Auch gelang «S ihm, die Firma zur Deckung der Reisekosten zu bewegen. Durch die Macht der öffentlichen Meinung sah die Firma fich ginöchtgt, von ihrem Vorhaben abzulassen. Den Dänen wurde die Reite bis Hamburg dezahlt und die Verheiratheten mit starker Familie dekamen 160 M. Entschädigung, die Ledigen 70 M. So reisten fie am Mittwoch, um eine bittere Erfahrung reicher, wieder nach ihrer Heimatb ab. Vielleicht Haben fie erkannt, von welchem Werth eine Organisation ist. Bemertt sei Nock, daß ihnen von Seiten der Jrländer nicht« unrechtes ge- schihen ist; wie e« aber auSgefallm wäre, wmn ste die Arbeit d-gonnen hätien, läßt fich schwer sagen. Die Firma King u. Komp. hat diesen Versuch mit 20.000 M. bezahlt, ohne den Verlust vom Stillstand det Geschäfts. Dem Werkmeister Little, welcher die fremden Arbeiter brachte, um die einbeimischen mürbe zu machen, ist die Belohnung nicht ausgeblieben. Ueber sein Milchgeschäft wurde der Boycott verhängt und Niemand kaufte seine Milch mehr. Die Solinger Scheerenschletfer haben sämmtltch die Arbeit eingestellt. Sie beanspruchten eine geringe Lohnerhöhung und da die langen Verhandlungen mtt dm Fabrikantm zu keinem Ziele führtm, wurde der Streik proklamirr. Dieses Vor- gehen hatte insofern einm Erfolg, al« eine der größten Firmen die vom„Scheerenschleiferverein" festgesetzten Lohnforderungen bewilligte. Dagegen verharren neun der Fabrikbesttzer auf ihrer Ablehnung und lassen ihre Fabriken stillstehm. Vereine mh Versammlungen. Wir machen alle Arbeiterverciene, welch bis» her nicht jede einzelne Versammlung anzumelden brauchte», well„deren Zell und Ort im Voraus feststand", darauf, aufmerksam, dast fie nach der neuesten Bekanntmachung des StaatSministeriumS für jede Versammlung zwei Tage vorher eine Ge, nehmigung einhole» müssen. Sonst verfallen fie einer Geldstrafe bis zu 1000 Mark.— Die bisher üblichen Bescheinignnge« über die regelmässig stattfindenden Versammlungen der Fachvereiue u. s. w. sollen, wie wir hören, von der Polizei zurück« gefordert werden. th. Eine ungewöhnlich stark besuchte öffentliche Stuhl- arbeiter-Vetsammlung nahm am 17. d. M. unter Vo> fitz deS Heim Klösteiletn in Büß' Salon, Gr. Frankfurt« rstr. 87, Stellung zu dem Vorgehen S»r Lohnkommisfion der vereinigten JnnungSool stände. Herr Jnnungkmriste Wagner senior machte zunächst die Versammlung mit diesem Vorgehen bekannt. AlS einer d«r größten Hebel stände in der Weber« wurde von jrhrr die unentgiltliche Anfertigung erforderlicher Nebenarbeiten be- trachtet und, bislang jedoch ohne jeden Erfola, dahin agitirt, daß die Fabrikanten diese N.bemabeiten bezahlen iollen. Um nunmehr diese, daS allgemeine Interesse tief berührend« An- gelegenheit zu regeln, haben fich neuerdings die Vorstände der drei hiefigen Innungen vereinigt und eine Lohnkommisfion ein- gesetzt, welche ihr« Forderungen in Form eineS von den Fabri» kanten fortab zu zahlenden„Tarifs für Nebenarbeiten" präzistrt hat. Dieser Tarif wurde der Versammlung vorgelegt. Da fich die Innungen allein nicht statt genug fühlen, den Tarif zur Durchführung zu bringen, eS vi-tmehr für erforderlich halten, daß die Allgemeinheit, namentlich dt«„Allgemeine Stuhl- arbeit«- Vereinigung" fie in ihrem Vorgehen thatkräftig unterstützen, so war die öffentliche Versammlung einberufen worden, um die Meinung der Allgemeinheit zu«forschen. In Anbetracht der gegenwärtigen Verhältnisse, wo den Innungen «ine srettre Lewegur-.g cru-.ögllcht ist, als aadaen gewerkschaftlichen Vereinigungen, nahm die Versammlung mtt groß« Ma- jorttät folgende Resolution an:„Die heutige Versammlung «klärt fich mit dem Vorgehen der vereinigten Innungen ein- verstanden und vnspricht, für die Dmchführung d« Forderungen derselben nöthigenfallS daS äußerste Mittel zur Anwendung bringen zu wollen." Am Donnerstag findet in dies« Ange- legenheit eine kombinirte Sitzung d« Fabrikanten und d« Lohnkommisfion statt. t Eine öffentliche Versammlung der Lacktrer Berlins fand am Montag, den 17. d., im„Königstadt Kafino" unter Vorfitz des Herrn Lettt statt. Herr Schweitzer hielt einen sehr beifällig aufgenommenen Vottrag üb« die„Geschichte der ge- werkschafttichen Bewegung." Der Redner empfahl die Bildung und den Beitritt zu einer festen Fachorganisation.— Nachdem in der DlSkusston verschiedene Redner in Ued«etnstimmung mit den Ansichten de« Referenten fich geäußert, wurde folgende Resolution angenommen: Die heutige Ver- sammlung erklärt fich mit den Ausführungen de« Re- f«enten einverstanden und««pflichtet fich, nach Kräften dafür einzutreten, daß sämmUtche Lackir« B«linS dem Fachvttein zugeführt werden, um eine Besserung ihr« mate- riellen Lage herbeizuführen. Der provisorische Kasfirer Herr Schulz, gab hinauf eine Abrechnung üb« die laut Liste ein- gegangenen Beiträge zur Gründung de« FackvereinS. Elnge- gangen fivd 160 M. 10 Pf„ ausgegeben 97 M. 95 Pf.; der Bestand 62 M. 15 Pf. wird der Kasse de« FachvneinS über« wiesen. Beigetreten find dem Verein bis jetzt 128 Personen. Herr Stellmach« Glaubitz bat in warmm Wollen sodann um Unttrstützung sein« Kollegen in ihrem Lohnkampf. Von allen Seiten wurde diese Unterstavung auf daS freudigste zugesagt. Mit einem Hoch auf daS Gedeihen deS jungen Fachvereins schloß d« Vorsitzende die Versammlung. * Kachverein der Eteindrucker und Lithograhhe«. Vereins- Ansammlung Donnerstag, de« 20. d. Mts., Abend« 8 Uhr, im Königstädtischen Kafino, HolzmmLstr. 72. Tage«- ordnung: Inn»« Vereinsangelegenheiten, Verschiedene« und Fragekastm.— Gäste, durch Mitglieder eingefühll, find will- kommen: neue Mitglieder w«den aufgenommen. I« einer öffentliche« Arbeiterinnen-versammlung beabstchtigt Fräulein Jagert am Donnerstag, den 20. d. MS., AbendS OV, Uhr, in den„Landib«ger Bterhallen", Lands- bergerstraße 82. einen Vortrag zu halten über daS Thema: „Die Nothwmdigteit d« Aufklärung der Frauen." Dem Vor- trage soll fich eine DIskusfion anschließen. ' Verein zur Wahrung der materiellen Interesse« der Fabrik- und Handarbetter. Vellammlung am Freitag, den 21. Mai» AbendS 8V» Uhr, bei Malitz, AndreaSfiraße 26. Tagesordnung: 1 Monatsbericht. 2. Errichtung eines A-beitS- Nachweise-Burrau«. 3. Abänderung der Statuten. 4. Ver- schieden«». Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste find willkommen. Vermischtes. KraSzewßkt. Einem aui Sun Nemo üb« den Gisirnd« heitSzustand und die Abfichten KraSzewSktS in Warschau«in- getroffenen Priaatschreiben entnimmt dn Warschauer Kor- respondent dn„Pos. Ztg." folgende»:„Obgleich der Gesund- HeitSzustand KraSzewSki« bereit« eine bedeutende Besserung er- fahren hat, so kann doch von ein« Rückkehr nach Magdeburg, wo ihm noch zwei Jahre Aufenthalt bivorstehrn, nicht die Rede sein. Bemertt sei, daß der dem Nestor uns«« Schllftstell« gewählle U lrub berett« mit dem 15. Mai zu Ende geht. Kürzlich find durch Vermittelung deS deutschen Konsulates in San Rrmo mehrere ärztliche Zeugnisse hier ansässtg« deutsch« Aerzte nach Bnlin abgegangen, die inkgesammt gegen die Möglichkett ein« Rückkehr KraSzewSki« in das Magdeburg« Ge- fängniß steh aussprechen. Im Falle ein« Nichtgewährung deS Gesuches wird die hintmlegte Kaution von 22000 M. zweifelsohne korfijzill w«den." D« Dichter ist gegenwällig mit der Vol- lendung eine« ZylluS historischer Erzählungen beschäftigt. Seit dem 15. Mai ist also KraSzewSki für die preußischen Behörden ein Flüchtling. Am 15. Mai lief der dem Gefangenen der Magdeburger Festung ellheilte Urlaub ab, und nun müßte er fich wieder in Magdeburg einfinden. Aber d« wegen Lande»- veirath« verurtheilte greife polnische Dichter weilt noch ruhig in San Remo, er hat fich sogar seine gesammte WohnungS- Einrichtung und feine große Bibliothek auS Dresden dahin nachkommen lassen,— was nicht wohl alS ein Zeichen der Ab- ficht pünktlicher Rückkehr anzusehen war. Etwa» gewichttg. Von wahrhaft wuchtigem unfrei- willigem Humor ist die nachstehende„Schiffsnachricht" einer kanadischen Zeitung:„Der Stapcllauf der„C.ythia" ging glücklich von statten. Der Teufatt wurde unter den üblichen Zeremonien von Miß Jsabell Campdell vollzogen, welche dabei eine entzückende Straßentotlette trug. Ihr Gewicht ist 1200 Ton» und fie kann sechs schwere Geschütze unter Deck haben. Die Reise um die Welt. Au» Sn.yrna berichtet man dem„Neuen Wiener Abendblatt", daß daselbst ein junger Eng« länder Namen« JameS Edward Clayton eingetroffen ist, welcher fich auf d« Rückkehr nach London von ein« Reise um die Welt befindll. Mr. Clayton hat gewettet, die Reise um die Welt in nicht länger alS drei Monaten zurückzulegen und dabei nicht mehr alS hundert Pfund Sterling für Fahr- gelegenheiten und zwanzig Pfund Sterling für Verköstigung auSzugebm. Mr. Cloyton ist im Begriff, feine Wette zu ge- Winnen._ Kleine Mittheilnngen. Krossen a. O., 17. Mai. Ueb« die schrecklichen Ver« Wüstungen durch die Windhose entnehmen wir dem„Kr. Wbt." folgende Einzeihnten:„Kaum 4 Minuten hat daS Unwetter gewüthct, ab« diese kurze Spanne Zett wurde zu einer Ewig- keit allen, die die Katastrophe mit«leben mußten. Wer in sein« Behausung war, konnte nur daran denken, fich und der Seinen Leben zu schützen, alle», waS um ihn her stürzte und fiel, mußte er seinem Schicksal üderlaffm, war es doch, al» od die Häus« in fich zusammenfallen wollten, um alle» unt« ihren Trümmern zu vergraben. Daß dabei nicht noch mehr Menschenleben als wie schon gemeldet zu Grunde gegangen find, ist al» ein Wund« zu betrachten, Vnletzungen giebt e» genug, auch Arm- und Schenkelbrüche find zu verzeichnen. Menschen, die fich im Fretm befanden, wurden hoch emporgehoben und dann wied« zur Erde gesetzt, ein Junge, der in der Nähe deS BobnS Vieh hütete, wurde in d« Luft mehrere hundert Schritt weit weg- getragen, Leute, welche die Brücken pasfirten. mußten fich platt auf den Boden legen und an da» Geländ« anklammern. Den furchtbaren Knall, d« den«tut, deS«irchthurme» begleitete. haben nur die Nächstwohnenden vernommen, allen übrigen Sjng �ttelbe tn dem schrecklichen Getöse der Luft verloren. Nicht bloß Dach« wurden abgedeckt, sondem ganze Balkenlagen niedeigeriffen, welche in ihrem Fall da» Unglück noch v«. großetten. Kur, ein Erdbeben kann nicht toll« wüthen, al» dttjeS Wetter. Wie da» Wetter seinen Weg genommen, läßt sich nicht sagen, da oft zwischen starkdes tädigten Gebäuden solche stehen, die nur wenig Schäden aufweisen. ES schetnt, al» ob d« mtttlere Theil der Stadt, d« Maitt und die von Nord nach Süd laufenden Straßen, die mtt ihren Hausttfronten dem Wett« entgegenstanden am meisten gelrtten haben. Manche» HauS wäre fein« gedeckten Stellung weam vom Sturm verschont geblieben, wenn eS nicht vom Rachbmihause in Milleiden schalt gezogen wäre. So ist e» (Ä%%%% MÄ Biandgiebel, welch« dai Nachbarhaus um ca. 13 überragte, Al« d« Sturm daS obere Sparrwnk vom Hause 64 abriß, verlor der Brandgiebel seinen Halt und schlug mit seiner ganzen Wucht und Last auf da« Ketter'sche Hau», zertrümmerte dessen Dachstuhl total und durchbrach die Stuben- und Küchendeck-n der od«en hint«en Wohnung, verschüttete dabei 2 Kind« und die Frau de« Arbeiters Schulz, sowie auch die beiden Bäcknburschen, welche auf dem Boden schliefen; die Betten d« Burschen standen aber so glücklich, daß die gebrochenen Balken neben dem Bette st» aufstemmten; der eine Bursche kam ganz ohne Schaden, der andere mit blutigem Kopf davon. Die Kinder wurden nach einig« Zett auch glücklicher Weise ohne Schaden, die Frau ab« mit viel« Mühe, am Kopf erheblich verletzt, hervor» gezogen. 8 Ardetter hatten am ersten Tage und 12 am zweiten mit allem Fleiß gearbeitet, um die Last eimgnmaßen vom Hause zu entfernen. Drei Familien mußten aul ziehen. Ueb« die Gestalt d« Windhose wird verschieden berichtet, wir halten folgende Schtlderuna, die uns von einem Augenzeugen gemacht wurde, für authentisch. Danach muß fich dn Wirbel' stürm nicht wett vom Dorfe Alt-Rlbfeld gebildet haben,« zo« daher in Gestalt einer ungeheueren schwarzen Woikenmaffe, dl« an den Seiten von kleinen weißen Wölkchen, auS denen fort- während elettrifche Entladungen er'olgten, umsäumt vor. Krossm, welche« von zwei Flüffen und wett« von großen Berg- lehnen begrenzt wird, ist also rine Wetterscheide und dadurch wurde entwed« die Windhose gebildet od« zu solch ungeheuerer Vehemenz ausgebreitet." Nordhausen, 14. Mai. Eine Dame auS Mühlhausen, welche vorgestern Abend fich vor die Lokomotive des Personen» zug» zwischen Dachrieden und Ammem gestürzt hat und von d« Maschine getödtet worden ist, war krank und defand fich auf dem TranSpott nach Halle, um fich opniren zu lassen. 6% fürchtete diese Operation und zog eS vor, ihrem Leben frei» willig ein Ende zu machen. Frankfurt a. O., 17. Mai. Der Gewitterf-unn, welch« in dem Odnstadtchen Kroffin so arge Verwüstungen ang«» richtet hat, hat in dem größten Thetle deS RegierungSbezir» Frankfurt a O. seine Spuren hinterlaffen. Es liegen Nach» richten auS den Kreism Kalau, Gaden, Epremderg, W«fi» Strrnberg, LandSberg, Frieveberg u. a. vor, welche erkenn«! laffm, daß überall daS Unwett« verhenend aufgetreten ist. In einzelnen Orten beispielsweise-fielen Hagelköm« in d« Größe von Wallnüffen nieder und zeittümmertrn viele Fenster scheiden. In den Obstgärten ist gewattig« Schaden angerichtet und Blüthen und Fluchtzweige find zu Tausenden abgeschlage» worden. Wahn, 15. Mai. Gest«« Abend expiodirte in d« Barackenwohnung eineS OifizierS auf dem Ariillertesch'eßvlabe eine Granate, welche den Burschen dek OtfijierS in Stücke riß, sodaß der Tod augenblicklich eintrat. Der Offizier selbst- d« zur Schi'ßüoung tommandtrt war und au« dish« r.iw unermittelten Gründen die Granate mit in seine Wohnung g« nommen hatte, wurde schwer verletzt, ein Auge ging ihm dura einen Granatsplitter vnloren. Ten Verwundeten schaffte wo» gestern Abend noch nach Drutz in« Lazareth. Ketzte Kachrichte«. Dem„Reuter'schen Bureau" wird aus Eanstbar gem-lset, daß Frankreich sämmtliche Inseln der Komorogruppe w Brfitz genommen hat. Der bezügliche Vertrag ist am 21. Apw in Johanna unterzeichnet worden._ AuS Anlaß de« am Sonnabend im PalaiS de« Gräfe« von Paris vor dessen Abreise nach Pottugal stattgehadtt» Empfanges soll, wie auS französtschen Deputtrtenkreisen ort» lautet, von den Radikalen in der Kammer eine JoterpellatU» eingebracht und zugleich die Ausweisung der Prinzt» deantragt werden. In der UnterhauSfitzung in London erklärte Unltiff?!;,, sekretär B'yce, die Regierung sei nicht abgeneigt, die SBw'J üb« die Nolhwendtgteit der irischen Bill zu Dänemark habe fich im Beste« JilandS erhalten, weil eS'-«w eine besondere parlamentarische V-rttetung gegeben habe! v»' gegen hätte Holland Belgien und Dänemark Schleswig Hol!»'? verloren, weil diesen Ländern mäßige Zugeständnisse oerw-izerr worden seien. Die Demokratie könne nicht nach despotrs«'» Grundsätzen regieren, und die irische Partei wisse jetzt d e neugeboren« englische Demokratie auf ihrer Seite. Er hoffe- jv: irische Partei werde in friedlich« Haltung v.'rharren, b!S Gerechtigkeit werde.— Die weitere Berathung wurde vow achtstündiger Debatte vertagt. In Brüssel findet z vischen den Liberalen und%% kalen ein außerordentlich hefiiger Wahlkampf statt,-o-' dem„Bnl. Tgbl." dcpeschiit wird, rrfcheinen die. Bautt haufenweise, geführt von ihren Pfarrern. Die Stadt ist lich überschwemmt von Kaplänen, Kapuzin«n und sorfl'S? Geistlichen: trotzdem g lt die Wahl des liberalen Kandidaten- des BürgermeistttS Bu'S, al« gesichert._ Gegen den Abg. Heine- Halbe: stadt, in Vcffen Saal'! wegen des geringen Objekts keine Reoisson zulässig ist, w.fc.v'1 vv« �v«»»iiUv«»»vet.v i/avv-.|avtk FiskuS jetzt beim Landgericht Halberstadt die neue Klage% durch welche vre Höhe der empfangenen Diäten werden soll. FiskuS, der den Bewei» zu führen hat, beiur fich auf mehrere sozialdemokratische Abgeordnete und auch dem Beklagten den Eid zu. Kriefkasten der Redaktion.. P.®. Langenöl». Wenden E.e sich an den Röhrse kanten Herrn Malchow, Bnlin S O., Adalbettstr. 6. W. N. CbristuSorden. I. Seit 1876 nicht mehr. Etifabeth-Ufer 11. Wenn eine nicht durch gerirbtli». od« notariellen Vertrag abgeschloffene Verlobung wieder» gehoben wird, so steht in der Regel keinem Theile ein � schäd'.gungSanspruch zu: nur können die gemachten Soeni, gen, wie auch sonst, binnen 6 Monaten widerr»' werden. 2. Wenn Jemand Geld derartig ru," � daß dasselbe nicht mehr verausgabt werden so macht er fich ein« Sachbeschädigung schuldig, vorarrSgfi,�. daß daS Geld einem Anderen gehörte, und daß die Bei« gung vorsätzlich und rechtswidrig war... «. H. Köpenick. Wenn Ihr MiethSkontrakt%& stimmung enthält, daß dnselbe. wenn nicht rechtzeitig gekuo wird, als auf ein wettere« Jahre verlängert gilt, so orao„� Sie fich zum 1. Juli d. I. eine Steigerung nur ßtt � lassen, wenn entweder ordnungsmäßig gekündigt ist over�.� 1. April schriftlich ein höh«« Miethsvret« vereinbart ist- eine Kündigung erfolgt, so hört der alte Konttakt am s- auf, und der Wirth kann für die Zukunft soviel fordern» « will; Sie können aber natürlich ausziehen._ B. 57. Sie drarichen das Kleid nur g'gen Bei« Ihr« Auslagen und Ihre« Arbeitslohnes berautzugeben. �,>1 d« Besteller trotz Ihr« Aufforderung Ihnen Zadlung leistet, so verklagen Sie denselben und lassen Sie dmw den GerichtSvollzieh« daS in ihrem Beste defindlichk pfänden und versteigern. O. P. M. Ein« Sage nach soll zwischen dem nitzer Keller" und Schweidnitz, jen« Stadt, wo die? � daS famose„Schöpibier" brauten, eine unterirdische Berd s. 3- bestanden haben, die jetzt verfallen ist.„Wrt rve-v- wabr ist!" steht übrigen» bekanntlich an einer WaN°„ � berühmten RathhauSkellerS. Zwischen dem ,.F?rcded«rs dem„Schweidnitz« Keller" ist kein gehermniß- oller»n � scher Gang vorhanden. Da» wäre zu romantisch 1»' d«ne Zett. B«°m--rUtch« Rabatt«»#. SwuMw W«alt».«rd««lag w»«o—»i- �