erletzuv iife d«i »orlcq't llte ßc »ll zum ne da« andhsit lurchill't �hur-dill ht habe, t, wenn re, d-i ist seien, daS in n sollte, Leinst« on L-kd cn, um ii irisch« nmen in aus den etreffenb ige von i»weit« St-att« IfS ll wurde Presse'! dieselben Maur« nied» ieinha?» ueiwo? Milit« ist fob Zinanz« Auw« »eodora» isten.� 119 smmtaS, de« ÜB Wai 188«. III. A-chrO. Krgan für die Interessen der Arbeiter. 4 »a«„«-»lt»»» Soltfilatr er nach Sonn» und Festtagen. Udom,e»>ent»»r«it für Berlw frei 4 Dlad, monatlich 1,86 waü,»öchentkich 66 Pf. Postabonnement Pf. Tonntags.Pum»n, mit illustrier Betlag» lS Pf. in de» Pcstz»itu'gS»rer»!ist« für 166: unter Rr. 768.) A»fertion«gebShr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. ZlrbeitSmartt 10 P errstg». Bei größeren Austragen hoher Radast nach Uebereinlunft. Inserate werden dtS 4 titz» Nachmittag« w der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Am i Bureaux, ohne Erhöhung de« Preise«, angenommen. Aed«kti»»: Ks«ttyh»K< S»— Grpedtti««: Ai««erSr«tze 44* Sit IntcyMuui im Knchsliigk Zl b« Esteikerlaß de« Hura v. Puttkamec, die ja for- �.resultatlo, verlaufen mußte, da die Regierung die teiB preußische auffaßt, ist doch"wohl" von kW m, für die Arbeiter gewesen, als man auf den Ä�u glauben geneigt ist. W.�st � die Bedeutung de« Erlaffe» von de» sozial« �schea Rednern in aller Schärfe klargestellt worden. w. � die Wirkungen, die er erzielen kann und leider l!l>,i�ö'rle» wird, die thatsächliche Beschränkung de« * uronsretbt« her ÄtbeHet Ulli» die dadurcb entstehende i mdM 3% ii ift legtZ J* tSh; ÄÄTffÄU'iS-SS e9neT und wo seine Freunde find. K inge t* •fej 1 reilend« W B rd du'-» M ( folg'' Hl-u� i K"- S-' "p. rei ittiijj:->»»« vir JHHlfCUU.lUH, U,«<|>D|1VU> uuiy §Hjfe 7«.''" gescheitert, weil sich bei dem schwach besetzte» WiL» i die genügende» Unterst ützungSstimmen zur Be« «beras. derselben fand««, da die Konservativen, Rational» W'«Und auch da« Zentrum die Unterstützung ver- bnj«o» de» Konservativen und Rastonalliberalen war L,," selbstverständlich— sie find keine selbstständige» %.;r" wehr, sondern beuge» fich einfach dem Wille« der kir k"8' Da«„arbeiterfreundltche" Zentrum aber? Doch %«» recht, wenn wir scho» mehrfach behauptete«, daß zj�i�ttndigung de« Kulturkämpfe« da« Zenstum für die immer zu haben sei» würde. %»dennoch wurde durch eine dahmzielende Bemerkung UoBtfi; H�se« clever da« Zenstum hervorgelockt. Zn richtiger Beschluffe« bei heiligt« sich an der Be« »»iiovali��, ei» Mitglied de, konsevativen,«och der hm«»,«„ öien Partei. Trotzdem aber da« Zentrum gegen tast eiB,»cJtt*B gestimmt hatte, hielt Herr Windt. tirsucki» d«. Obwohl der Redner sich aalglatt zu winden �ußte er doch eingestehe», daß der Erlaß de« ilb bot" �tkamer zu vielen Mißdeutungen Anlaß gebe wlstbaf? Pstuht de« Minister« sei, die Polizeibehörde» die di. �"�weisen, daß sie nicht weiter geh?n sollte«, �bere.*' erlaubte« und die Situation e« er« giben nun auf solche Ermahnungen weaig, % r wohl kaum Beachtung finden dürfte«. M di. 3, daben in soweit eine Bedeutung, daß �iinistn��hs�� Polizeibehörden und auch � war eine Bemerkung de« Abg. Bamberger, S dea,�«?B�ehmer» doch gewiß i« gutem Rufe steht % tt"u* �ath dieselben eigentlich befolgen müßte«. Der- � �""dertt fich nämlich darüber, daß fast gar keine '"«rtotoL] IseuitLeton. B I 'off ' p <, wie er seit lange«, lmrgm Jwj? Gabt, und rastlo«»arf er fich auf seinem Lager Wi' d'S sich de, Himmel scho» wieder IM Osten zu far» und er jetzt erst in eine« kurzen, traumgequilte« P5K Aber sonderbarer Weise hatte der Traum nicht S«m f und Nordamerika, und alle fatale« Lage«, m J? stA je in seinem Lebe« befunden, spiegelten sich �Äk B�suhr und dadurch de« arme« Hautknecht, der Wommen war. um seine Kleider zum Reinige» ab» ' lxi zum Tod erschreckte. poppen>' -hieben Uhr vorbei- Sie habe« wohl geträumt?" 7* Hautk?�i«che«." gestand Jeremias, der sich jetzt vor l. �isie» schämte und nur verstohlen unter sein jMe e, ob seine Brieftasche noch da wäre. Dann u�.wted« auf die andere Seite, al« ob er noch h'« ihl. wolle. Aber er schlief nicht mehr; jetzt »uf � nicht möglich gewesen, und um acht Uhr stand seine» Kaffee und lief dann mit schnelle» .Arbeitgeber" fich gegen de« Erlaß auflehnten, daß diese sich nicht die polizeiliche Einwirkung zu ihren Gunsten ver» bitten, denn nicht« könne da« Berhältniß zwischen Arbeiter« und Unternehmer« mehr störe», al« derartige polizeiliche Einmischungen. Wir kö«ne» kovstatiren, daß man bi« jetzt in Unternehmerkreise« diese Auffassung de« Abgeordnete» Bam» berger durchaus nicht therlt. Im Gegentheil wurde der ministerielle Erlaß von dcn Organen der„Arbeitgeber" mit großer Freude begrüßt. Besonders war ei die„Bau« gewerkzeiwng", welche in hellen Jubel ausbrach. Der Er» laß hat auch in der That de» Widerstand der Bauunter« nehmer gegen die Arbeiter in Berlin gekräftigt. Wir glaube» auch nicht, daß der Wunsch de« Abgeord« «eten Bamberger erfüllt wird, da die Unternehmer allzu kurzsichtig und egoistisch find, um fich nicht gern die Polizei» lrche Einmischung gefalle« zu laffe», aber das eine Gute hat di« Bamberger'sche Bemerkung doch gehabt, daß durch sie die Verantwortlichkeit auch der Unternehmer bei Streik« er» höht wrrd. Die Situation für die Arbeiter, welche w eine« Streik eintreten, ist aber dieselbe geblieben. Die größte Vorficht muß geübt werden, um der behördlichen Unterdrückung eine« Streiks au« dem Wege zu gehe«. Besonnenheit und Umficht haben die Arbeiter bei allen Verfolgungen zu zeigen. Aber eins darf nicht au« dem Auge gelaffen werden, daß durch Streiks keine dauernde Besserung für die Arbeiter geschaffen werde» kann, deshalb muß«ach wie vor das Hauptaugenmerk der Arbeiter auf eine gesunde volkithüm» liche Sozialreform gerichtet werde», auf die Hilfe durch die Gesetzzebung, die aber schließlich nur gewonnen werde» kann durch die richtige Anwendung de« Reich«wahlg«setze» durch da« Volk._ zlolMsche Ueberficht. Die Aeusiernngen de« Herr« v. Putttamer in der letz» ten Rktchslagssttzung findet selber bei ven Nationalliberalen eine ziemlich scharfe Verurtheilung. So schreibt die„Natztg.": „Die Anfrage an den BundeSrath bezog fich nur auf den Streike� laß des Minister« von Puttkamer, während die Be» schränkuna deS Versammlungsrechtes in Berlin und der davon in der Lohnbewegung gemachte Gebrauch nur gestreift werden konnte, da der deziigliche Rechenschaftsbericht erst in einigen Tagen zur Verhandlung kommen wird. Aber schon bei dieser nur unvollständigen Erörterung deS Gegenstandes hat die Regierung, hat insbesondere Herr v on Pütt« kamereine eklatante Niederlage erlitten, die nicht darum geringer erscheint, weil bei Debattm über Jnte'pellationen keine Anträge gestellt und daher keine Be- schlüffe gefaßt werden. Diese Niederlage drückte fich in der Schriften in seinem etwa« langen, aber schmalen Zimmer auf und ab. So schnell er aber auch lief, so langsam verging ihm trotzdem die Zeit; hundert Mal sah er nach der Uhr und hielt diese dann a"« Ohr, weil er glaubte, sie müsse stehe« Sebliebe» sein, sö wenig wollte der Zeiger von der stelle. Endlich, endlich war es halb zehn Uhr und er begann fich anzukleiven, wa»'ihm aber auch nicht viel Minuten wegnahm, und noch fehlte« zehn Minute» an der bestimmte« Zeit, al« er schon in Sicht de« Hause« war, dem er aber noch nicht zu nahe« wagte. Zehn Minute» vor zehn Uhr stand Pfeffer oben in der Stube seiner Schwester fertig angezogen, denn er mußte wieder hinüber in die Probe. Die Kranke fühlte sich heute bedeutend besser, aber sie sah leidender au«, al« je, denn die Erregung dieser Stunde hatte alle« Blut au« ihre» Wange» getrieben und ihre» Augen eine» fast überirdischen Glanz verliehe». „Höre'mal, Guste", sagte Pfeffer, während er sie kopfschüttelnd betrachtete,„Du gefällst mir heute gar nicht, und wenn ich wüßte, daß der Patron, der Stelzenhammer, Dich am Ende durch sein Wiederkomme« noch kränker machte, wie damals durch sei» Fortlaufen, so wartete ich lieber»och ein klein bischen da draußen auf dem Gang und schmiß ihn dann, wen» er sich oben blicken ließe, einfach die Treppe hinunter— steil genug ist sie." „Mir ist viel besser heute, Fürchtegott," sagte lächelnd die Frau; ich sehe nur«in bische» ange» griffen au«.' „Da« weiß Gott!" brummte Pfeffer—„und wen» i nur eigentlich wüßte, wa« er wollte? Geschieden se Ihr und müßt geschieden bleibe«..." .Und kannst Du e« ihm verdenken, daß er Sehnsucht nach seinem Kinde hat?' „Hm," knurrte ihr Bruder ärgerlich in de« Bart,„hat dann verdammt lange Zeit gebraucht, bi« sie zum Durch» bmch kam!" „Fürchtegott..." Thatsache aus, daß in der vierstündigen Verhandlung Niemand aus dem Hause für die Regierung das Wo.t ergriff... Einer allgemeinen Verficherung, daß sein Erlaß nicht gegen die Stoa- litionssreiheit gerichtet sei, ließ Herr»on Puttkamer die sofort jede Bedeutung dieser Verficherung aufhebende Bemerkung folgen, daß„hinter jeder Lohnbewegung jetzt die Hydra der Gewaltthat und Anarchie lauert." Bei solcher grundsätzlichen und momentanen Auffassung von Streiks find die gehäuften Verbote von Versammlungen zu Zvecken der Berliner Lohn» bewegung, welche in den letzten Tagen hier erfolgten, ja be» greiflich. Aber wir glauben nicht, daß die öffentliche Meinung selbst durch die ernsthafteste Auffassung der sozialen Lage bei unS und in anderen Kulturstaaten zu bewegen ist, Alles, wa« Herr von Puttkamer deweisloS für nothwendig zur„Rettung der Gesellschaft" erklärt, als dafür erforderlich anzuerkennen. Eme solche Abdankung der öffentlichen Meinung zu Gunsten des preußischen Ministers deS Innern zu verlangen, dazu fehlt diesem denn doch die Legitimation; und alS Warnung davor erhebt fich die geschichtliche E.inne- rung, daß schon oft Gefahren durch die Mittel vergrößert wor» den find, durch welche man fie zu beseitigen glaubte." Herr Eugen Richter hält eS für möglich, daß dem Kanzler bei der Einschränkung der Versammlungsfreiheit weiter» gehende Ziele vorgeschwebt haben, meint aber unseren anderen Aeußerungen gegenüber, eS sei„ebenso unwahr, daß die „Freis. Ztg." tagtäglich nach dem Streikerlaß mit den Bau» gewerkSmeistern charmirt, die Arbeiter aber links liegen ge» lassen habe, wie es eine Verleumdung ist, die Arbeitgeber ir nerhald der freifinnigen Partei alS Anhänger der Puttkamer» schen Maßregeln zu bezeichnen. Im übrigen thäten d!« Sozialisten gut, fich nicht den Kopf deS Herrn Eugen Richter zu zerbrechen."— Wir haben dazu nur daS folgende za dt> merken. Einmal ist eS leicht, auS der„Freis. Ztg." nach>u> weisen, daß Herr Richter die Kundgedungen der Baugewerks. meister stet« bereitwilligst und ganz einseitig verbreuet und dadurch Stimmung für die Unternehmer gegen die Arbeiter gemacht hat. Die„Arbeitgeber innerhalb der freifinnigen Partei" haben wir ferner niemals al« Anhänger der Pütt» kamer'schen Maßregeln bezeichnet, vielmehr nur behauplet, daß letztere geeignet seien, eine Spaltung und Trennung in den Reihen der„bisher" fortschrittlichen Unternehmer hervor zu rufen. Endlich fällt eS un» nicht ein, den Kopf deS Herrn Eugen Richter zu zerbrechen, schon deshalb nicht, weil zu wenig dabei heraus käme. So lange Herr Eugen Richter aber noch im öffentlichen Leben steht, muß er uns schon gestatten. daß wir seiner öfter gedenken. Er nimmt daS gleiche Recht unS gegenüber ja auch in Anspruch. Beim Erlaß der letzten Ministerialbekanntmachung hat man fich vielfach darüber gewundert, daß nicht« davon bekannt war, der BundeSrath habe fich mit der Maßregel be. schästigt, und daß trotzdem die preußische Regierung„mit Genehmigung des BunvesratheS" vorging. Dt« Auskiäiung liegt jetzt vor. Es wird in der Denkschrift gesagt, daß der Bundesrath seine Genehmigung in der 32. Sitzung deS?lahreS 1885, d. h. also vor etwa einem Jahre gegeben hat. Selbst» verständlich kann dem BundeSrath damals nicht der Erlaß vrm .Na meinetwegen, da« macht Ihr jetzt mit einander ab — ich muß in die Probe, aber recht ist mir'« nicht, da« kann ich Dir versichern, und viel lieber wär'« mir gewesen, wen» ich dem Herrn erst einmal hätte auf den Zahn fühlen dürfe«— Windbeutel der— Herr Goft, jetzt ist'« scho« r» drei Minute« Zeh», und ich fange an...— na also, halt' Dich tapfer, Alte," sagte er, indem er der Schwester mit mehr Herzlichkeit, al« er sonst gern zeigen mochte, die Hand reichte—„reg' Dich nicht zu sehr auf, Jettche», Dir bind' ich fie auf die Seele— na, da« wird ein bi«» che« Heulerei werden, und ist mir doch lieb, daß ich nicht dabei zu sein brauche,"— und seine« Hut aufstülpend, ver» ließ er rasch da« Zimmer. Unten auf der Straße ging er, den Hut in die Stir« gezogen, die linke Hand auf dem Rücke«, die rechte vor» in de» zugeknöpfte« Rock gesteckt, rasch seines Wege«, als er einem kleine», wohlbeleibte« ältlichen Herrn begegnete, der kein bestimmte» Ziel zu haben schien, auch ein paarmal stehen blieb und an de« Häuser» hinaufsah, al« ob er eine Nummer suche. Al« ihm Pfeffer begegnete, sah ihn dieser mißtrauisch über die Brille an. War das etwa der Schwager— so dicht am Hause und unmittelbar vor zehn Uhr? Der Fremde hatte ihn jedenfalls aus dem Hause komme« sehen und betrachtete ihn ebenfalls, und als Beide sich paffirt hatte«, sahen fie fich gegenseitig noch ein» mal um. Aber er konnte e« doch nicht sei«, er ging an de, Thür vorbei. Pf.ffer hatte sich ihn auch ganz ander« ge» dacht, aber augenblicklich keinen Moment Zeit mehr zu verliere», um darüber nachzudenken, eben schlug e« vom Rath. hausthurm zehn Uhr, und wie er stet« außerordentlich püakt» lich war, haßte er nicht« so sehr auf der Welt— außcr eivem schlechten Gla« Bier— als Strafe wegen Versäum» niß zu zahle». Es war aber trotzdem Jeremias gewesen, dem er da begegnete, und dieser hatte ebenfall« einen starke« Verdacht, daß der Herr, der ihn so aufmersam betrachtete, mehr von ihm wußte, al« ihm augenblicklich angenehm war. Er ging deshalb an dem Hause vorbei— richtig, er sah sich»ach "11. Mai 1886 vorgelegen Jabot, dessen Begründung auf an» gebliche Vorgänge und Beobachtungen der allerletzten Zeit fich stützt und zum Theil mit dem Rechenschasttbericht in Wider- spruch steht, der beim Beginn dieser Session dem Reichstage zugegangen ist. Der Bundesratb hat vielmehr in jener Sitzung v-s Jahres 1885 der vr> ussischen Regierung eine Art General- vollmacht zur Anwendung sammtlicher 4 Bestimmungen deS§ 28 des Sozialistengesetzes gegeben, und darauf stützt fich der neueste Erlaß, von welchem der Bundesralh nicht früher als die Zeitungsleser Kenntniß erhalten hat, dessen Begründung und Nothwendigkeit er weder geprüft noch ged lligt hat. ES entspricht, bewerft hierzu die„Franks. Ztg.", das ganz der Haltung, die der BundeSrath von Anfang an zu der Hand- habung dei Sozialistengesetzes eingenommen hat. Er betrachtet dasselbe als eine vorwiegend preußische Angelegenheit und girbt, so oft es fich um Verlängerung deS Gesetzes oder um Verhängung de« kleinen BelagerungSiustandeS handelt, ohne längere Prüfung den preußischen Antragen seine Zustimmung. ES zweifelt ja auch Niemand daran, daß die preußische Regie- rung die Verantwortung für daS Sozralistengesitz und seine Handhabung trifft. Bei der Verhängung de« Belagerungszustandes über Sp-emberg scheint es darauf abgesehen, ein Excwpel für diej-nigen kleinen Städte zu statuiren, tn welche fich Sozialdemokraten auS den Bezirken deS Belagerungszustandes zurückgezogen haben. So meldet man der„Franks. Ztg." au» Berlin. Der VolkSwtrthschaftsrath lebt noch I Aus dem Um» stände, daß nicht alt bald beim Ablauf der AmtSperiode der Mitglieder deS VoikswirthschastsralheS neue Ernennungen resp. neue Wahlen erfolgt waren, hatte man geschloffen, daß der VolkswirthschaftSrach, der materiell freilich nichts bedeutet, auch formell aufgegeben werden iolle. Diese Annahme erweist fich alS unbegründet: der„ReichSanzeiger" publizirte die neuen Ernennungen. Ueberblickt man die Liste, so läßt fich der Ein« druck etwa dahin zusammenfassen: viel jkommerzien» rüthe und Rittergutsbesitzer, aber wenig „Voll"! Ein einziger Fabrikarbeiter hat fich unter die 7S Mitglieder verirrt, nämlich Herr stähding zu Itzehoe. Arbeiter könnten ferner noch sein Carl Meck«(Wagenbauer) zu Nordhausen und Bernhard Fritsche(Stellmacher) zu Hildes- heim. DaS ist aber auch alles. Aufforderung zum Staatsstreich. Die„Freis. Ztg." schreibt: Wahrend in Berlin Ardeiterversammlungen auf Grund deS Sozialistengesetzes verboten werden, welche fich in AuS- Übung de» KoaliiionSrechteS mit Lohnfragen beschäftigen wollen, ist eine antisemitische Versammlung unbeanstandet geblieben. Wie wir einer Berliner Korrespondenz der„Kölnischen VolkS- zeitung" entnehmen, hat in dieser Versammlung Herr Lieber- mann von Sonnenderg den Vorschlag gemacht, daß der Thron- solger in Deutschland, wenn er»um Throne gelange, eine An- zabl Vertrauenr männer au« allen Berusskreisen de« Volle« be- rufen möge, um von diesen eine neue Verfassung ausarbeiten zu lassen, die dann ohne weiteres gelten solle. Revolutionen von oben dürfen also von konservativen Rednern empfohlen werden. Gege« das Branntweinsteuergesetz. Eine in Nord- hausen abgehaltene Versammlung von Branntwein-Jnter» effenten hat den neuen Branntwein.Gesetzentwurf für unannehm- bar erklärt und ausgesprochen, derselbe bedrohe da« Gewerbe bis zur Vernichtung. Für Dissidenten. Vor Kurzem hat da» Schöffengoicht !, welcher fich zu keiner sogenannter Dissident ist» zu Leipzig entichteden, daß derjenige, Religion! gesellschast bekennt, also nicht berechtigt sein soll, seine Kinder jedem Religionsunterricht zu entziehen. Der Fall de- traf einen Tischlergesellin, der vor Gericht«llärte, er sei Atheist. Er behauptete, weil er auS der Landeskirche ausgeschieden und zu keiner anderen vom Staate anerkannten Reli- gionsgesellschaft übergetreten sei, so habe er nach dem Gesetz nicht nöthtg, seine Kmder an dem Religionsunterricht irgend welcher ReligionSgesellschaft Theil nehmen zu lassen. Da« Schöffengericht war aber anderer Meinung, indem eS fich da- bei auf den§ 6 deS Volksschulgesetzes stützte, in welchem e« ausdrücklich heißt, daß Kinher von solchen Dtsstdenten, welche keiner ReligionSgesellschast angehören, an dem Religion«- untereicht einer anerkannten oder bestätigten ReligionSgesell- schaft Theil zu nehmen haben. Der Angeklagte wurde wegen seiner Auflehnung gegen die staatliche Ordnung— er hatte thatsächltch seine Kinder mehrere Monate von jedem Reli- gionsunterricht zurückgehalten— zu einer Geldstraf« von 30 M- veruri heilt und auch daS königl. Landgericht, an wel- cheS fich der Angeklagte im Berufungiweg wendete, hat eS bei der Vourtheilung bewenden lassen. Nach dem zttirten sächfischen Paragraphen konnten die Gerichte allerdings kaum anderi u theilen. Dem sozialistischen Gesangverein„Frischauf" zu München wurde die Ädhalung seines SliftungstesteS verboten und auch nicht einmal die Veranstaltung einer Familienunterhaltung gestattet. ihm um— immer noch«in Stück die Straße hinab, bis jener um die Ecke verschwunden war. Dann erst kehrte er zurück. Es schlug gerade zehn Uhr vom Thurm; das war die Zeit, und jetzt der Augenblick gekomme», de» er ersehnt und gefürchtet, Jahre lang— und auf de» Hacken drehte er um und bettat festen Schritte« das wohlgemerkte HauS. Auf der ersten Treppe ging«S auch so ziemlich; er schritt Stufe nach Stufe rasch empor, ja, er zählte die Stufen, während er sie betrat, vergaß aber, eben so rasch die Zahl, und wie er de» dritten Absatz erreichte, mußte er stehen bletbe», denn der Athem ging ihm aus und er schnappte«ach Luft wie ei» Fikch auf dem Trockenen. Und wie ihm dabei da« Herz schlug— er hätte e» nicht für möglich gehalten, daß e« im Leben so klopfen könnte. Aber was half e«— er war aagemeldet, die Zeit verstriche», und je länger er hier zögerte...— die Zähne zusammenbeißend, nahm er eine» frische« Anlauf, und jetzt war er oben. Drinnen im Zemmer hatte» sie fetne» Schritt schon gehört. Jetzt stand er an der Thür und hob de» Finger zum Anklopfe». Die Adern pochte» ihm in der Stirn, als ob sie ihr zähe« Gewebe zersprenge» wollte«— e« mußte sei». Langsam öffnete er die Thür— mitte» im Zimmer stand bleich und zitternd ein liebliche», jugendfrische« Kind, auf dem Sopha saß eine ernste und doch freundliche Frauengestalt— er sah aber ihre Umnsse nur, die düster wie in einem Nebel, mit Regenbogenrändern zusammen- � � Er ttat in'« Zimmer und drückte die Thür wieder hinter fich in'S Schloß, und keinen Schritt wagte er weiter hiaein zu thu«. .Uns bist Du das wirklich, Jeremias— bist Du wirklich endlich zurückgekehrt, um Dein Weib, Dein Kind noch einmal zu sehe»?" sagte die Frau mit ihrer milde», aber jetzt schmerzbewegte» Stimme. Jeremias war nicht im Stand zu antworten, sein Hut fiel auf de» Bode« nieder, mit beiden Händen deckte er sei« Gesicht, undThränen, heiße, brennende Thränen quollen ihm au« den Auge».. Oesterreich Ungar»». Im österreichischen Abgeorvnetcnhause hat, wie wir schon meldeten, die Debatte über die Unfallversicherung der Arbeiter ihren Anfang genommen. Referent der Majorität ist Prinz Alois Liechtenstein, der schwarze Weltverbesserer und Sozialreformer. Die deutsch-liberale Minorität hat einige einschneidende Amendement« gestellt. Die Mino- rität will die Gruppirung nach Handelslammerbeziiken, die föderalistische Majorität nach Kronländern; die Minorität überwälzt die Verficherung? beiträgt auf den Untonehmer, während die Majorität einen»ebuprozenttgen Beitrag von den Arbeitern o hebelt will, wobei schon die Regierungsvorlage gemildert ist, denn dieselbe fixitt den Beitrag mit 25 pCt. Endlich schlägt die Minorität eine Resolution vor, wonach auch die forst- und landwirthschaftlichen Arbeiter in die Unfallver- ficherung einzudeziehen seien; von diesem Projekte will die von den Feudalen dominirte Majo ttat nichts wissen. Die Debatte wurde von dem deutschnationalm Prade eröffnet, der auch in dieser Frage den extremen Standpunkt festhält und meint, daß die Deutschöster- reicher im Anschlüsse an Deutschland die beste und stcherste Stütze für alle Zukunft erblicken. Dann sprachen noch ein Czeche und ein Liberaler, ohne die Aufmerksamkeit deS Hause« fesseln zu können. Mit einiger Spannung wird nur dem Kampfe zwischen den Berichterstattern Liechtenstein und Neuwirth(von der Minorttät) entgegengesehen. Behufs rascher Erledigung soll die Debatte gedrosselt werden, so daß nur die wenigsten der massenhaft eingetragenen Redner zum Motte kämen. Da» Sozialisten-Gesetz wird Heuer nicht mehr verhandett werden, sondern nur eine Novelle, wodurch an« archistische Delitte der Rechtsprechung der Geschworenen ent- zogen werden. Der Ausschuß beendigte hierüber die Bera- thung. Er eliminirte einstimmig die Bestimmung, wonach verurthttlte Anarchisten die Begünstigungen politischer Sttäf- linge nicht genießen sollen und setzte die Giltigkeit auf fünf Jahre fest. Die Zollkonferenz stellte folgende Zölle gegen Ru- m ä n i e n fest: für Weizen 4 fi., Kukurutz 1 fl., Schweine 12 fl.; an Bulgarien und Serbien sollen auf die Dauer eineS Jahre« für ihre Zufuhrartikel die für die Fabrikation nöthigen außerordentlichen Begünstigungen gewähtt werden. R u k l a« d. In einem Tagesbefehl deS Kaisers von Rußland an die rusfische Flotte des Schwarzen Meeres, welcher gegenwättig seitens der rusfischen Regierung eine besondere Aufmerksamkeit Sewidmet wttd, war gesagt worden, die Umstände könnten trotz ffner fttedliebenden Abfichten zur bewaffneten Ver- t heidig un g(!) der Würde de« Reiches zwingen. Dieser Satz hat in Enland sofort Anstoß erregt, und die„TimeS" und einige andere englische Morgenblätter vom Freitag begleiten den Tagesbefehl deS Kaisers von Rußland mit mißttauischen Aeußerungen im Hinblick aus etwaige Eventualitäten in der bulgarischen Frage. Schwede»«ud Rorwege». Die Stadtoeriielung von Malmö hat versuchsweise 1000 Kronen zu einem Leseinstitut für Arbeiter bewilligt. Beantragt war der doppelte Betrag. Frattrreich. Das„Journal des DebatS" glaubt versichern zu können, daß die Regierung in der Frage der Ausweisung der Pttnzen die Initiative zu ergreifen entschloffen sei und wahrscheinlich mtttelst einfachen Dekret« die Ausweisung verfügen werde, doch würden endgiltige Entschließungen erst in dem Ministerrathe gefaßt werden. Der„Tempi" schreibt, nur gewiffe Journale trügen die Schuld, wenn der Person des Grafen von Pari« eine Wichtigkeit beigelegt werde; eS sei zu hoffen, daß die Re« gierung kalte« Blut behalte, und fich hüte, die ganze Ange- legenhett tragisch zu nehmen. Da« Bppellgericht zu Montpellier bestätigte die Kompttenz deS korrettionellen Gerichts zu Villeftanche im Prozeß gegen Roche und Qaercy(Lecazeville). Lockroy und Baihaut werden demnächst der Kammer ein Gesetz vorlegen, wonach die MaireS verpflichtet find, auf Ver- langen die Anträge auf ein Schiedsgericht der Gegen« pattei zu übermitteln. Der Marineminister A ube hatte vor einiger Zeit eine Schrift veröffentlicht, welche mit barbarischer Kaltblütigkeit den See- krieg derZukunft— einer vielleicht ganz nahen Zukunft— als einen erbarmungslosen Vernichtungskneg gegen die Handelsflotte de« Feindes darstellte. Torpedoboot«— so schreibt die„Voss. Ztg."— würden fick an alle Waaren-, Post- und Paffagierdampfer heranmachen, die fie nur irgend entdecken könnten; in der schweigenden Nacht würde an der Seite des unglücklichen, dem Verderben geweihten Schiffes ein Tmpedo befestigt werden; ein Blitz, ein Knall und mehrere hundert Menschen, begleitet von mebreren Millionen Werthen, gehen ungewarnt zuerst in die Luft und dann an den Meeresgrund. Derselbe Gedanke wird in einer Broschüre ausgeführt, die soeben Admtral Aber da hielt sich Henriette nicht länger.— „Vater!" rief sie, flog an seine» Hal« und legte ihre Arme um ihn—„Vater, lieber, lieber Vater k o, daß ich de» Namen endlich gefunden habe—»un darfst Du nicht wieder fort von unS— nie, nie, darfst die Mutter nicht wieder, darfst Dein Kind nicht mehr verlassen!" Da» brach das Et«. Jeremias»ahm die Hände von den Augen, und fei« Ktvd umfassend und an sich drückend, schluchzte er unter Thränen:„Jettchen, Jettchen, kennst Du den» Deinen weggelaufene» Vater noch? „Mein lieber Vater— und wie hat sich die Mutter auf de» Augenblick gefreut! Komm zur Mutter I" und ihn leise führend, zog fie ihn zum Sopha, wo die Frau, ihre Augen von Thränen überströmend, saß— aber e« waren Freudenthränen, wen» sich auch mancher Tropfe» Weruutth hineinmischte. Jetzt hatte er die Stelle erreicht- sehe« konnte er kaum, denn wie«in Netz schwamm es ihm in farbige« schillernde» Lichter» vor den Auge», aber er fühlte eine sich ihm entgegen streckende Hand, und ehe er selber recht wußte wie ihm geschehen, saß er auf dem Sopha»eben der Gattin d,e ,hr Haupt wie müde an seine Brust lehnte und leise weinte. .'.Meine gute, gute Auguste- und kannst Du wirklich de« schlechte« Menschen verzeihen, der zu feige war, Roth und Mangel mit D,r zu tragen, und hinaus m die Welt lief wie et» richtiger Vagabund? „Mein armer Jeremias, wtt habe» Beide recht viel ausgestanden!" � „Das weiß Gott, da, weiß Gott I" stöhnte der klein. »SM BourgoiS unter dem Titel ,, Die Torpedos und daS Völltt« recht" veiöffentlicht hat. Der Verfasser sucht nachzuweisen, dtt der Torpedo, diese entscheidende Waffe deS neuen SeekriA nicht nur die Methoden de» letzteren, sondem auch die in*. hettgen Anschauungen des Völkerrechts vollständig uwaestaUeii werde. Bisher sei der Gerechtigkeit und Mensch' lichkeitimSeekriegnocheingewiZsserPlatzzU' gestanden worden. DaS werde mit dem Tor» pedo aufhören; derselbe werde die ganze Flotte ein« GegnerS, Kriegsschiffe und unbewaffnete HandelSfahrzeuge,»» der See wegzufegen suchen und solche Schrecken verbreiten, solch! Verwüstungen anttchten, daß der schwächere Theil alsbalb M Nachgeben gezwungen sein werde. Herr DeSjardinS leg« diese Broschüre der Akademie der moralischen und poliliichtf Wissenschaften vor und begleittte fie mit einigen kttttschen rv merkungen. Ali NichtmtluSr kann er fich nicht zur Höhe d« Anschauung erheben, von der au, die Admiräle Aube uv» BourgoiS die Vertilgung ganzer wehrloser Handelsflotten ml vielen Tausenden von Menschenleben al, etwaS natürliches un» durch den KriegSzweck gerechtfettigte« darstellen.„Wie",\w er,„Sie verurtheilen Handelsmatrosen, Reisende, Kinder Frauen, Greise zum Tode, selbst wenn fie Unterthane« r.eutw ler Staaten, selbst wenn fie zufällig LandSleute de« Angreife find? Ein Volk würde viel wagen, da« dieses blutige 59* begänne. Es würde vielleicht grausame Vergeltung heroß. rufen und Niemand hätte diese so zu fürchten wie Franknia dessen Handelshäfen zugänglicher find, alS die Englands M Deutschlands. Man muß die Erfindungen der Wiffenschasti® Kriege zu verwertben verstehen, gewiß, aber darum ist eS nicht nöthig, die Torpedo, gegen Handelsschiffe zu oerwenden Die Fottschtiüe der Kriegstechnik eröffnen wttklich die recht*' ruhigendsten AuSfichten für die Zukunft! Grotzbrita»«ie� In der Freitags> Sitzung dei englischen Unterhauses klärte Gladstone, er könne noch nicht sagen, wie lange ß Debatte über die irische VerwaltungSbill dauern werde; J hoffe, in nächster Woche Aufschluß darüber geben zu leg Am nächsten Montag müsse die Regierung eine Kreditbeim' ligung i conto deS Ausgabenbudgets, sowie die BeratW» eineS Posten» vom Heeretbudgtt und eineS Postens vom rinebudget beantragen, darauf solle die Vpezialdebatte""j die Bill, betreffend die Verlängerung deS irischen gesetze« folgen, nach Erledigung dieser Berathungsgegenst�? werde die Regierung die Debatte über die ittsche VerwaltarS bill nicht weiter unterbrechen. Labouchere zeigt an, daß Dienstag vor dem Eintritt in die Tagesordnung den stellen werde, am Derbytage keine Sitzung abzuhalten 3 Montag und Dienstag nächster Woche wird demnach ilder� ittsche Verwallungsbill nicht drbattitt werden können."3 der hierauf fortgesetzten Berathung der irischen Verwaltung� gelangte zunächst McCarlbv zum Wort....» Vor der Fabrik von Ward and PayneS in S h e f t i< w welche gedroht hatte, deutsche Arbeiter anzustellen, f'y.ri,) englischen Arbeiter fich leine Herabsetzung der Löhne tfK,. ließen, versammelte fich, nach der„Fr. Ztg.", am Donnm'. ein Haufe, um die angeblich berttt» angestellten Deu#"L bedrohen. Fenster wurden ttngeworfen und andere Zni� gen verursacht..pl Ein neues agrarische« Verbrechen wird auev ittschen Grafschaft Cläre gemeldet. Pattik Ouigley, cin fl teler Pächter in Knockjames, wurde am Sonntag. schössen, während er vor dem Kamin in seinem eigenen* � saß. Es wurden mehrere Schüsse durch das Fenster am(fi abgefeuert, wodurch der Unglückliche tödtliche Verletzonfl'.� Kopfe erhielt. Sein Pergehen bestand darin, daß er# eine doycottitte Weide. Farm übernommen hatte. Jtalieru Vom 20. bis 21. Mai, Mittag» 12 Uhr, kamen 3 Cholera Erkiankungen und 1 Cholera Todesfall, un»' 6 Cholera- Erkrankungen und 1 Cholera Todesfall ott- Balkaulauder., 'Daran, daß da« neue griechische Kabintt rü stun g in einem schnellen Tempo durchfühlen ßg|*lii* kaum zu zweifeln'denn tn Griechenland macht(ich schwer fühlbar. So heiß eS in einem Briefe der Zeitung" au, Korinlh:„Ein schwererer Schlag konnte lanb nicht treffen, al« die von Europa verhängte ua � ersten Augenblicke an mit ttserner Strenge durdtgeW,# lade deS ganzen ausgedehnten gttechischen Küstengebn� �|« andere« Land Eropaö ist für seinen Handel und überwiegend auf den Seeverkehr gewiesen, wie Tyi,!# Di« Beförderung von Personen, Gütern und Briefen g ja selbst für dai Innere noch immer zum weitarw,-�.� Theil mit den Küstendampfern, weil die wenigen Fav � r im Jnnetn entweder nicht genügen, oder häufig geM'z« � zu Zeiten größerer Regen, den Dienst versagen.®* wo die neuen Eisenbahnlinien den Verkehr bat fich der Dampfer beinahe in seiner allen Mach'-j»j; So legt z. M. der Dampfer von Piräu, nach ,5.ürilcki Jsthmu« von Korinth die Fahtt in derselben Zeit 8°", 9% küßte ihre Stirn, und rascher al» je rollte« ihm bi« über die Wange« nieder. � Jeremias war aber keine Natur, die sich r fühlseindrücke» lauge gutwillig hingegeben hatte- t$ — er wußte sich zur Zeit nicht zu erinnern, datz � � Thräne in', Auge gekommen wäre, u»d jetzt paK ei» kleine« Kmd! DaS ging nicht. Mit ein � Energie faßte er fei» rothe«, schon ganz«äffe � Taschentuch auf, wischte sich entschiede« bi« Aug � bai ist Zu>ch„!»°»>» %% �% mir da«! Ich bin nie schlecht, aber leich-pfI leichtsinnig gewesen, und jetzt habe ich nichis ss Gott«, meß zu thu«, all da, wieder gut zu mac? «S nämlich t» meine» Kräften steht...:.«orauf der Vorstoß gegen die egyptischen Bußen« -llt ,�S'f-dieht. Man fürchtet, daß ste sogar in größerer Zahl lua m 1* iU kommen beabfichtigm und einen ernftitchm Ver« loi.».?owen werdm, Wady Haifa zu nehmen. Wahrscheinlich Hz»."«bmalS britische Truppen dm Nil hinauf nach Wady »n, N* egyptischen Truppm zu verstärken. Man nimmt �.�um Mttte August»ine Entscheidungsschlacht gegen die �'")( und ihre Anhänger zu schlagen sein wird. ihkiT' über die Reue kam»och dazu, die Reue, daß ich lichi?.*" Euch gehandelt, und nur erst, als ich die Mög« 1*9, daß ich da« jemals wieder, wenigsten« zum «lich'% machen könnt«, wurde es bester. Da habe ich 'N bv no� Starbt, aber gespart dabei, jeden Rei« g«» >»> zurückgelegt, und da wurde t» mir auch wieder -«»b i,�*n wohl, da wurde ich wieder froh und glücklich, %«Ott sei ewig Lob und Dank!— jetzt ist itib,, j? überstanden, und Ihr sollt nun keine Noth mehr � Zj���ben»och keine Roth gelitten, Jeremias," sagte «« freundlich. Auguste, doch!" rief Jeremias, indem er»och Mab 1..?u0en abwischte und sich dann im Zimmer big i,I.. W. 61 an allem— kümmerlich habt habt Ihr .°«on behelfe» müsse«— und der Tisch da drübm? � Rä?d da« Kind da so blasse Wavgm und so ,*-«m die Auge«?" "I wir S Vater— vor lauter Freudenihräne», glaub'« doch nicht- Graf Roitack hat mir�S Z°m»?ch%% L.Et in � fast da« Herz abdrücken!" le�Muß so schlimm," lächelte Henriette,.ar« >"(her, und ich möchte gar nicht ohne Arbeit $ �ft.«U"'• Dir, was Du an Deiner Mutter ge« jfbi gut»« SJ?b« wird's auch, er wird'S auch— � den» der Schwager?" ■'Wt Altt« um 10 Uhr Probe, Vater, und ging kurz �** wir nicht beinah« gedacht habe", nickte fair' u* stch hft,—„darum guckte er mich so a«I Hag A aber nicht wiedergekannt... W �'hr gesehen. Jeremias?" Kommunale«. Zweite höhere Bürgerichule. Die städtische Schul- Deputation hat beim Magistrat die Errichtung einer zweiten höheren Bürgerschule beantragt, welche genau nach dem Muster der ersten in der Alexandrinenstraße eingerichtet werden soll. Dieselbe soll vorläufig in den Parterreräumen der Gemeinde- Schule in der Weißenburgerstraße untergebracht werden. Der Magistrat hat dem Antrage zugestimmt.— Nach unserem Dafürhalten hätte man schon die Errichtung der ersten höheren Bürgerschule unterlaffen sollen. Durch Vermehrung dieser Institute dürste die Volksschule nach und nach vollends zm Armenschule degradirt werden. . Die�Deputation für öffentliche Gesundheit, pflege unter Vorsitz de« Herrn Oder- hielt am Donnerstag Mi« dürgermeisttts v. Forckenbeck eine Sitzung ab, in welcher seitens deS Magistrats in erster Reihe die Slizze zum Neubau de« Hosottals nebst Männerstechenhaus auf dem zwischen der Prenzlauer Allee und der Straße 25a belegenen städtischen Grundstücke vorgelegt und nach Erläuterung durch den Stadt- baurath Blankenstem genehmigt wurde. Demnächst wmde in die Berathrmg des BauprogrammS für das im Süden der Stadt auf Schlag 9 deS Urbans zu errichtende Krankenhaus getreten. ES ist beschlossen worden, den Magistrat zu ersuchen, der städtischen Bauoerwaltung den Austrag zur Ausarbeitung der Bauskizzen für dieses Krankenhaus zu ertheilen und da der Flächeninhalt deS Schlag 9 für die gestellte Aufgabe, ein für 500 Kranken daselbst zu errichten, als nicht ausreichend erachtet wurde, den städtischen Behörden zu empfehlen, bei Erörterung der Frage wegen Anlegung de« dort projektirten Hafens zugleich auf eine Vergrößerung deS Bauplatzes für daS Krankenhaus hinzuwirken. Nach Mittheilung de« Stattstischen Amts der Stadt Berlin find bei den btefizen Standesämtern in ver Woche vom 9. Mai bis inkl. 15. Mai er. zur Anmeldung gekommen: 270 Eheschließungen, 857 Lebendgeborene, 30 Todtgeborene, 648 Sterdefälle. Gerichts-Zeiwng. RetchSgertcht»« Entscheidung.(Nachdruck verboten.) Leipzig, 21. Mai.(Stöcker-Prozeß.) Der Beleidigungsprozeß, Dm der Hofpredtaer Stockei gegen den Buchdruckereide st tzer und Redakteur Emil Bommert in Siegen angestrengt halte, kam beute in der RevifionSinstanz vor dem IV. Strafsenate deS Reichsgerichts zur Verhandlung, da der alS Nebenkläger auf« getretene Hofprediger gegen daS freisprechende Urthell der Straf- kammer Beschwerde eingelegt hatte. Der Sachverhalt der An« klage war in kurzem folgender: Im Oktober 1884 vor der ReichStagSwahl und im November vor der Stichwahl wurde im Kreise Siegen je ein Flugblatt verbreitet, auf welchem Herr Bommert al« Drucker und Verleger dezeichnet war. DaS erste Flugblatt enthielt eine Empfehlung deS liberalen Kandidaten Fanrikant Schmidt und beschäftigte stch dann mtt der Person StöckerS, des„christiich-sozialen" Kandidaten. Von Diesem wurde gesagt, eS sei ihm mehrfach nachgewiesen, daß er in einer für seinen Stand erst recht traurigen Weise von der Wahrheit abgewichen sei. In dem zweiten Flugblatte, welches für die Stichwahl ebenfalls Herrn Schmidt empfahl, wurde von Herrn Slöcker gesagt, er bade die antisemitische Bewegung ins Leben gerufen, die vom Kronprinzen eine Schmach für Deutschland genannt sei. Ein Mann, von dem unser Kronprinz so denke, den dürfe man nicht wählen. Wetter wurde gesagt, daß die fromme theologische Fakultät der Univerfität Jena ein nieder» schmetterndes Gericht über Stöcker abgehalten habe und daß der von Slöcker gegründeten christlich sozialen Partei auch die KöniaSmörSer Hövel und Nobiling angehört haben und daß besonders elfterer fich noch am Tage vor seinem Attentate in einer Etöcker'schen Versammlung erbaut habe. Slöcker strich auf den Flugblättern diese vier Punfte an und ttellt« wegen derselben Strasantraa. Der Staatsanwalt erhob öffentliche Anklage und Stöcker schloß stch dem Verfahren als Nebenkläger an. Während der Verhandlung beantragte der Vertreter StöckerS, die Anklage auf folgende Stelle des zweiten Flug« blatteS auszudehnen:„Stöcker bat in Berlin den deutschen Protestantenverein öffentl-ch ein Mistbeet genannt; ist daS die christliche Liebe und Duldsamkeit eineS Pastors? Für«inen solchen Mann sollte niemand stimmen." Der Gerichtshof lehnte aber diesen Antrag ad, hauptsächlich deshalb, w il die drei« monatliche AnttagSfrist nicht innegehalten sei. Die stattgehabte Beweisaufnahme hatte ein derartige« Ergebniß, daß das Gericht zu einer Freisprechung deS Heren Bommert kam. In dem UrtheU wirte in der Hauptsache folgendes ausgeführt. Der Angeklagte will zwar von ver Verbreitung der Flugblätter nichts gewußt haben, übernimmt aber die Verantwortlichkeit für viiselden. Er hält die Anklage für unbegründet und beruft fich auf den§ 193. Die von ihm behaupteten Thatsachen seien in vielen Zettungen und theologischen Fachzeitschriften vorgebracht und Etöcker habe ste nie widerlegt. Eine Absicht der Beleidigung, so sagt daS UrtheU, geht weder au» der Form „Ich glaube ja, unten am Hause— und wann kehrt er zurück?" „Er kann nicht lange bleibe«: es ist nur Probe von .«einem einaktige» Lustspiele. Er wird bald wiederkommen." Jeremias hatte die Frau jetzt zum ersten Male auf« merksamer betrachtet, und ein eigene«, wehe« Gefühl zuckt« ihm durch'« Herz, al« er in die bleichen, abgehärmten Züge schaute, auf denen ihn da« augenblickliche Roth der Erregung nicht täuschen konnte.—„Aber, Auguste", sagte er leise, „Du bist wirklich krank— was fehlt Dir nur? Hast Du keine« Arzt?" »Ja, Jeremias", nickte lächelnd die Frau,„ich habe einen Arzt, aber er kommt nur selten, dm« er kann mir ja doch nicht helfe». Jetzt ist der beste Arzt mtt Dir einge- zogen: da« Gefühl, daß Du uv« doch nicht ganz vergessen hattest und daß ich, wenn ich einmal von hier scheide, daS arme Jettchen nicht ganz schutzlos in der Welt zurück- lasse."(Fortsetzung folgt.) Aus Kuust uud jebeu. Im„Deutsche« Theater" wird heute, Sonntag,„Da« Käthchen von Heildronn" und morgen, Montag,„Natban der Weise" gegeben. Die nächste Ausführung von„Don Carlo»" findet am Donnerstag, den 27. d. M., statt.— Außerdem bringt daS Repertoire dieser Woche noch Wiederholungen von «Ein Tropfen Gift",„Der Widerspänstigm Zähmung" und „Da« Urbild dei Tartüffe". Wallner-Theater. DaS Gistspiel der München er neigt fich seinem Ende zu, der unverwüstliche„HeirgoUSschnitzer" nimmt heute, Sonntag, endgilttg Abschied, um der morgen, Montag, stattfindenden ersten Aufführung der Novität„HanS im Glück" den Platz im Gastspiel-Rkpertoir der Münchener einzuräumen. Am 30. Mai beenden die Münchener ihr die«. jähriges Gastspiel, demzufoßge kann die Novität„Hani im Glück" nur an drei Abenden zur Aufführung kommen, denn kontraftliche Verbindlichkeiten bedingen außer einer Aufführung de« hier schon gegebenen„AuSlragstüberl" noch die Dar« stellung der Noottät„Der Geizenmacher von Mtttenmald." Projekttrte« Repertoire der Königliche« Schauspiele vom 23. bis 30. Mai 1886. Im Opern hause. Sonntag. Den 23: Siegfried; Montag, den 24.: Der Freischütz(Frl. noch au« dm Umständen hervor. Der Angeklagte gehört dem Wahlkeeise Siegen an und war al« Wähler berechtigt, die Per« sönlichkeit Stöcker'S öffentlich zur Sprache zu dringen und an« zuführen, wa« ihm denselben al« Kandidaten ungeeignet er« fcheinm lasse. Auch in der Verbrettung der Thatsachm durch ein Flugblatt kann nichts Ungehörige« gefunden werdm. Durch die Umstände ist der gute Glaube deS Angeklagten von der Wahrhett der behrnvteten Thatsachm gerechtfertigt gewesm. Der Angeklagte hat behauptet, Slöcker sei von der Wahrheit abgewichen: objektiver konnte er fich gar nicht ausdrücken. Au« dem Wortfinn ergiebt fich nicht einmal, ob ein wiffmtlicheS, oder fahriäsfige«, oder nur irrthümltcheS Abweichen von der Wahrheit behauptet werdm wollte. Die behauptete Aeßerung de« Kronprinzen ist, wenn auch nicht dem Wortlaute, so doch dem Sinne nach als festgestellt zu erachten gewesm. Der An« gellagte konnte mtt Recht diese Aeußerung auf Stöcker an» wenden. In der Form war auch nichts BelerdigendeS»u finden. Od daS Urtheil der Jenaer Fakultät wirklich den Charakter De« Niederschmetternden hat, kann uneröttert bleibm. die Form geht aber nicht über die Grmzm einer erlaubten MeinungS« äußenmg. Die Behauptungen, betreffs der KönigSmörder, baden fich wenigstens bezüglich Hödel« als wahr herausgestellt. Der Nachdruck fällt nur auf KönigSmörder; eS kann daher nicht in Bettacht kommm, daß die Behauptung bez. NobilwgS nicht voll erwiesm wurde.— Die Revision de« Nebenklägers Stöcker rügte zunächst formelle Verstöße, die bei der Verband« lung über das vom Vertreter StöckerS gegen den Amtsrichter S. gerichtete AblehnungSgrsuch vorgekommm sein sollm. So« dann beschwerte stch Stöcker darüber, daß sein in Bezug auf die Mistdeet-Aeußerung gestillter Sttafanttag abgelehnt wor« den ist. Er habe zwar nur die vier Stellm in den Flug« blättem angestrichm, aber Gegenstand der Anklage seim die ganzm Druckschriften gewesen und deshalb hätte auch der Passui vom Mistbeet mit zur Aburtheilung gezogm werden müssen. Außerdem bestritt er die Anwendbarkeil de«§ 193 und rügte Verletzung deS BeleidigungSparagraphen.— Herr Reichsanwalt Treplin führte im wesmtlichen folgende« auS: Die Revision wird seitens der Oderreichsanwaltschaft nicht»er« treten. Bei der Prüfung deS AdlehiungigesucheS ist kein Ver» stoß begangen, denn der Amtsrichter S. hat an der Berachung darüber nicht, wie behauptet wird, theilgenommm. Der Amts» richter S. gehört nicht, wie der Nebenkläger behauptet, der Fortschrittspartei, sondern der natw.iallideralm Partei an, er hat ausdrücklich erklärt, nicht befangen zu sein und durfte daher auch, wie eS geschehen ist, an der UriheilSfiitdung thetlnehmm. Di« politische Gegnerschaft allein kann kein AblebnungSgrund sein, sonst hätten die Menschen überhaupt kein Recht. Daß S. einen dem Hofprediger Slöcker gegenüberstehenden Kandi« Daten gefördert hat, genügt nicht zur Ablehnung. In der Ab« lehnung deS Antrages betreffs der Mistbeet Angelegenheit ist kein Verstoß zu finden. Zwar ist der Grund, daß die Frist zur Stellung de« SttasantrageS abgelaufen sei, nicht durch- schlagend, aber ein anderer trägt die Entscheidung, nämlich daß mit dieser angeblichen Beleidigung daS Gericht nach dem Eiössnungöbeschluffe fich garnicht zu befassen hatte. Da» Reichsgericht hat wiederholt mtschieden, daß in einer Druckschrist ver« schiedme seldstständige BeleidigungSakte begangen werden kön« nm; inkriminirt warm aber nur jene vier Punkte. WaS die Rüge auS§ 193 betrifft, so kann von einer strafbaren Beleid!« gungShandluna nur da die Red« fein, wo die Handlung selbst eine rechtswidrige war. Rechtswidrig ist ste aber dann nicht, wenn nach§ 193 berechtigte Interessen wahrgenommen wer» den. Wenn der Richter annahm, daß derjmige Wähler, der von dem Kandidaten der Gegenpartei derartige« behauptet, an fich in der Wahrnehmung berechtigter Interessen sei, so kann darin kein Rechtsirrtbum gesunden werten. Da dem Wähler der Schutz deS§ 193 zugebilligt wird, weil ethische, polttische, rechtliche und soziale Momente ihn zu einer solchen Aeußerung veranlaßt haben können, so ist Da« Gesetz nicht verletzt. Od d-r Angeklagte innerhalb der durch da« Gesetz ge- zogmen Schrankm von dieser Erlaubnis Gebrauch gemacht bat, daS unterlag der Prüfung de« SttaftichterS. Wenn der Richter obne Rechtiirnhum zu der Urberzeugung kommt, daß eS dem Manne ernstlich darum zu thun war, den Hofprediger Slöcker als einen Mann zu schildern, der nach seiner Ueber» zeuaung al« Mitglied de« Reichstage» dem Wohle de« Vater- landei nicht gedient haben würde, so ist Da« eine thatsSchliche Feststellung. In den Feststellungen bezüglich der KönigSmör- der, der Jenaer Fakultät und der Aeußerung DeS Kronprinzen ist auch kein Rechtsirrtbum zu erblicken. Ebenso ist eS mit dem eisten Anklagepunkt« bezüglich der Behauptung, daß Stöcker von Der Wahrhett abgewichen fei. Der Richter sagt aber, die Umstände seien so gewesm, daß der Angeklagte wohl diese Be- bauptung habe ausstellen können, und daß man ihm nicht den Vorwurf machen könne, er habe Dem Stöcker nur ein» ver« setzen wollen.— Dem Antrage deS ReichSanwalteS entsprechend verwarf da« Reichsgericht die Revision StöckerS und legte ihm die Kosten auf. Die Gründe warm dieselben, welche der Reichsanwalt vorgebracht hatte. Tamay, Herr Schinkel, als Gäfie); Dienstag, den 25.: Pr eiosa; Mittwoch, dm 26.: Jobann von Lothringen; Don« nerstag, den 27.: Der schwarze Domin«: Feeitag, dm 28.: Robert und Berttand; Sonnabend, dm 29.: Vtoletta; Sonntag, den 30.: Der Trompeter von Säckingen.—Im Schauspielhaus«. Sonntag, dm 23.: Till!; Montag, den 24.: Roderich Heller; Mittwoch, dm 26.: Die zärtlichen Verwandten; Donnerstag, den 27.: Ein Sommernachttttaum; Freitag, den 28.: Der Bibliothekar: Sonnabend, Dm 29.: Adrienne; Sonntag, den 30.: Die Märchentante. Der„Sperl" tu Treptow ist dei der anhaltmden echt sommerlichen Witterung der Rendezvouiort aller VergnügungS- zügler.— In der That ist da» Pcoaramm in dieser Saison aber auch ein so reichhaltige», baß wir mtt Recht dm fleißtgm Besuch diese» Etablissements, weiche« alle landschaftlichen Reize in fich vereinigt, auf DaS Beste empfehlen können. Außerdem ständiarn Personal, wie die Dueittstm Frl. Bachmann und Herr Geldner. der Jongleur Mr. vidy-Said, die Luftgym- nastiker Brotheri King, welche in ihren römischm Rtngspielen Vorzügliches leisten, die Sängerinnen Frl. di Clairmont und Fanny Heckel, wird der berühmte Neger- Komiker Mr.«lberton ein einmaliges Gastspiel adsolotten. Dem Publikum werdm also Genüsse in Hülle und Fülle geboten. Montag und die folgendm Tage finden ebenfalls große Konzerte und Vor« stellungm statt, auch find bereit» größere»uSstattungsfeste geplant. Am heutigen Sonntag beginnt der Schweizergarten de« fintttv mtt der Sommersaison und finden von nun ad daselbst Konzerte und Vorstellungen tätlich statt. In dem in der heutigen Nummer unserer Z-iiuna sich defiadendm Inserat find die neu engagirten Speziali.äten namenttich aufgeftibrt, so daß wir uns hier darauf beschränken, der nm angelegten elettrtschm BeleuchtungS- Anlage sowie der verschiedmm neu aufgestellten Gai> JlluminalionStörper Erwähnung zu thun. Diß wie in den vorhergegangenen Jahren Alle» im Garten rmovirt worden ist, verstcht steh von selbst, und ist demnach diese« im engeren Weichbilde, dicht an der Pferv«. Ringbahn gelegene größte Sommer> Etablissement Berlin» allen Sinhei« mischen und Fremden al« Vergnügung«' Aufenthalt auf« ange« leg ntlichste zu empfehlen. In dem Institut der optische» Reise« wird in dieser Woche neben der malerischen Schweiz— IL Abtheilung— eine Wanderung durch Rom au- gestellt sein. Nicht nur der nieter« Eintrittspreis, sondern die Vorzüglichkeit de« hier Gedotenm dewirft, daß hier außero dentlich viel gereist wird. Theater. Oven» Sonntag, den Siegfried. 23. Mai. »tag: Der Freisckütz. spteihav». Tilli. Schau.._________ Montag; Roderich Heller. Deutsche« Theater. Da« Käthchm von Heil- dronn. Montag: Nathan der Weise ve le-Alltauee-Theater. Namenlos. Poff« mit Besang in 3 Alten von Roiisch und Zohl. Mufik von A. Conradi- tag: Dieselbe Vorstellung. Walluer-Zheater. Der Herrgottschnitzer von Ammergau. Montag:„HanS im Gluck." Krievrich-Wilhelmstädttsche« Theater. Der ende Berlin. atag: Dieselbe Vorstellung. WalHalla« Theater. Da« Heitere« au« der Berliner mit Besang und Tanz in einem Vorsriele und 5 Akten von Jakobson und Willen. Montag: Don Cesar. DKeud-Thearer. Don Cesar von Bazan. Montag: Dieselbe Vorstellung. Seuzral-Theater. Der Stab«> Trompeter. Montag: Dieselbe Vorstellung. v.Norta» Theater. Amor. Tan» Poem von Luigi Manzottt. Montag: Dieselbe Vorstellung. «efibenz. Theater. 2. Austreten der russischen Tragövin Leeouvrem. Montag: Dieselbe Vorstellung. ««asurauu'» Variete. Brotzr Spezialitäten. Vorstellung. Elisabeth Goreva. Avrienne _»assage 1 T-. 0 3».- 10». ww-Ä'.'.'-f-'-ÄÄ?'- Eine Wanderung durch Rom. Die malerisch« Schweiz, ll. Adth. Hertha-»eise. Caroline«- Jaselu. Ein« vlets« 20 Pf. stinver nur 10 Pf. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten sagen wir für die liebevolle Theilnahme an der Bestattung unsere« lieben Sohne« und Bräutigam« Cart ZÜoldruKe, bes. den Mitglied« n der Sittenfeld schen Offizin u. d. Hm. Prrd. Hoßbach für die trostreichen Worte unseren innigsten Dank.[1839 Die tiefgebeugte Mutter und Braut. Allen Verwandten, Kollegen und Bekannten, sowie dem Herrn Pastcr Kreidig sage ich hiermit meinen herzlichsten Dank für die Theilnahme bei der Beerdigung meine« verstorbenen Gatten. 1725] Wwe.«aroline Ktege geb. Hanschke. W- speise« Sie? 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Mai, 11 Am Ministertische: v. Boettichcr, ». Ech o l z, L u e i u S und KommUarien. . Prästvent v. Kölker macht dem Hause Mittheilung von "GR e«ftem erfolgten Tod des Abg. Jacobs(Bentheim); da? haui ehrt sein Andenken in der üblichen Weise. . Auf der Tagesordnung steht lediglich die zweite Berathung »tr Kanalvorlage. ...§ 1 lautet nach dem Borschlag« der Kommission: Die «toattreeierung wiid ermächtigt, zur Ausführung ei« ?iS S chifffa h r tSkanaleS, welcher bestimmt % den Rhein mit der EmS, mit der unte« sin Weser und Elbe zu verbinden, sowie zur ?irstkllung einer leistungsfähigen Wasser» ?iasu auch im oberen Laufe der Oder von �trNkissemündung btS Kofel stromaufwärts einem Umschlagehafen bei Kosel, und >«°r zunächst: .. 1. zum Bau der Kanal strecke von Dortmund be,w. Herne M Henrichenburg, Münster, Bevergern und Papenburg nach unteren EmS, einschließlich der Anlage eine« Seiten- Mals aus der EmS von Oldernsum nach dem Emdener Binnenhafen nebst entsprechender Ecweilerung deS letzteren; _ 2. zur Verbesserung der SchifffahrtSverbindung von der Mieren Oder nach der Oberspree bei Berlin durch den unter Mweiler Benutzung deö Friedrich- Wilhelm Kanals zu bewir» Uen Neubau eines Kanals von Fürstenberg nach dem KerS- durch die Regulirung der Spree von da btS unter» M Fürftenwalde und durch den Neubau eine» daselbst Winnenden Kanals bis zum Seddin-See M Maßgabe der von dem Minister der öffentlichen A> besten Mustellenden Projekte die Summe von»u 1. 58400000 M. mJ" 12 600000 3»., im Ganzen 71000000 M. zu ver» (Die Worte von:„zur AuSfühmng" bis„und im Eingang des§ 1 find von der Kommtsston tlnr �S- S t e p h a n S(Linden): In der Kommisfion hat fich 7«?-�'Ausgestellt, daß die beiden Kanalstrecken, für welche ml«"tonen Mark gefordert werden, erst dann Bedeutung ge- y' n'nr wenn für den Oder-Spreetanal auch eine Regulirung ~"—-■'----- 1 Westen die Strecke hinzugefügt wird. ..... Anschauung bin ich mit den Freunden der Regie- vorläge in Uebereinstimmung. DaS würde die Kosten h#* L' wenn für oen*Jöci«�prcciamu www Loderen Oder stattfindet, und wenn im Westen die M.chenburg bis zum Rhein, bii Ruhrort hinzugesüj «ieser..........~ ;"nfik»otIuHc...........................—.............. 5 HO bis 112 Millionen Mark erhöhen. Die Regierung muß »i.? von der Ueberzeugung durchdrungen sein, dab Kanäle öligste Verkehrsstiaßen dem Lande nothwendig L'Salb wünschte.....■"•* ang dem i 'S, nicht ir rtn®esai «ncIliÄ~«ftogt, oer myern rsmsranar, wru oer-verorangung aber viel° dienen, unstreitig einer wichtigen Aufgabe, von der Ueberzeugung durchdrungen sein, daß Kanäle ' tzrSstraßen dem Lande nothwendig find und g.-�>i�unWe ich so bald als möglich eine so segensreiche lkni»?tong dem ganzen Lande. Ich bedauere, daß die Staati- itf{*""6 nicht in Konsequenz ihrer Erkenntniß dazu gelangt Besammtkanalney vorzulegen. Der Hauptgegen» L�toge, der Rhein EmSkanal, will der Verdrängung steht mir die materielle Wohlfahrt deS die Aufhilfe der dinnenländischen und Industrie mit den davon abhängigen unter der 'Äs, Nack ÄsAtoaft und �nounne WU oen oaoon avyang S-S Än ße fl_Jat.1dto landwirthschaftlichm Produkte die Konsumenten, die Jndustrieerzeugniffe dagegen lheuer: daS lehi� A�V ist in den großm Industriezentren der Fall. Es »rot.«-.billigen ausgleichenden Verkehrswege. Aufgabe eines mXitI0#'8 eS, hier rechtzeitig einzugreifen, um die sticht«�. �""gs» und exportfähiger zu machen; daS ist viel- wichtiger als die Verdrängung von 2 Millionen Srb.ting.scher Kohle durch deutsche, deren Gewinnung 7000 �enk!� �beschäftigt. Die StaatSregierung hat in ihren Sa«., totsten die Ausbildung eine« großen deutschen lai,»/. bi« mit kleineren Sertenstrecken vollkommen aner- Jlitnii! ustdem hat fie aber geschwenkt und 1883 sagte der M der öffentlichen Arbeiten:„Um 112 Millionen Mark »iev». i Male aulzugeben, müßten wir warten, biS wir erst iiachttLr. die Fülle des Geldes kämen. Außerdem sei eine Verschiebung der wirthschaftlichen Verhältniffe dq»,. L? su besorgen; e« sei zu erwägen, od nicht vorab eine Sei,.«.Wafferoerbindung zwischen Berlin und Schlefien herzu- Jlete J.. denke aber— so schloß er— wir können das bewirken, daS eine thun und daS andere nicht laffen." .bkilev. bat Haus. dieS heute zu befolgen. Die Befürchtung l%i M, welche bei aller Sympathie für den Binnenland vfvn, nicht zustimmen, weil die Regierung nach Ab (toickr®. btof« Vorlage leine fernere bringen würde, ist völlig v8- die Regierung erkennt Kanäle für nothwendig für Derliver Sonntagsplauderei. % kL®to Hihe! Von welcher andere« Sache sollte iß bi. spreche«? Gegen da« aagevblickliche Berlin ich» einfach ein kühler Keller, und die Bewohner »Ii mi. Savdfläche könne» sich heute glücklicher schätze», �»«n»®tme schwitzende Berliner e« find. Nicht nur die stRk»bw mst ihre« Gluthstrahlen schließlich auch den här« >« stau.�alt erweicht, macht u»S da« Lebe« heiß, o»ein, N fii,.®emeinfchafi mit einer kühlen Blonden würde "fc» Yi?0* darüber hinwegsetzen können, daß unter unseren auch der beste sizilianische Asphalt wankt und �ivell-«? baß wir in den feinen Straßen wie auf einem °st!«r Mm' elastischen MooSteppich dahinwandel«, nur daß Zitze b-sier duftet als der Asphalt bei d.r jetzigen �»Ur�b�s enorm hohen Thermometerstandes find bis C* Fälle von Sonnenstich ksnstatirt worden. � �eiff x« Meint sich in diesem Zahre in ganz beson» g,.'* U;"ustern ,u wollen. Die Bocksaiso« ist vorder PtlSstan,» b'e Auferstehung de« Antisemitismus! Herr v°n Sovnenberg ging wie«in Tragöde auS dem A zum ä" j? Tivoli, nachdem er öffentlich ei» klein »Zt Wüstem ��"ih aufgefordert hatte, und hinter ihm um diese gesangliche Leistung gebeten. daS Land, fie würde also vst chtwidiig handeln, würde fie(»ine Vorlage mehr bringen. Die finanzielle Lage kann keinen Ein wand abgeben, denn Kanalanlagen find provukttoer Natur, im Gegentheil muß man gerad. durch fie auf die einheitliche Wasserstraße kommen. Aus diesen Gründen bedauere ich den Mangel eines großen Plane«, die Vorlage eines StückweikeS. Ich bitte Sie, dastelbe abzulehnen, auch den Kommisstonsvor- schlag, da auch dieser nicht voll erfüllt, waS dem Lande noth Ihut. Abg. v. Rauchhaupt: Ich habe NamenS meiner politi« schen Freunde zu erklären, daß wir für den Ooer- Spree- Kanal geschloffen stimmen werden, daß wir das Pur«. daS in der Kommtsston zu der Regierungsvorlage hinzugekommen ist, ebenso einmüthig ablehnen, dagegen gegenüber dem EmS Dort« munder Kanal petheilier Anficht find.(Heiterkeit.) Bei dem Ober-Spree-Proj-kte kann dir Summe zu keinen Bedenken gegenüber den Bortheilen Vcranlaffung geben. DaS, waS die Kommilsten hinzugefügt hat, ist ganz eigenthümlich zu Stande gekommen. Wie auf Kreistagen Einer dem Andern immer eine Chaussee zulegt, bis daS Cbauffeenetz fert'a ist. so wurde erst der oberschlefische Kanal bewilligt, um die Oberschlefler, dann der Rhein. EmS-Kanal, um die R heil länder zu gewinnen, und als noch eine Srimme fehlte, wurde noch der mittelelbische Kanal zugelegt.(Heilelkeit.) Einer objekiiven Prüfung gegen- über dürfte die Vorlage, wie fie j-tzt aut steht, schwerlich stich- halten. WaS den obcrschlestschen Kanal betrifft, so hoffe ich, wird fich ote Etaalsregierung heute in einer bindenden Form für die Ausführurg erklären, daß die Herren auS Oder- schlefien keine Bedenken mehr haben. Ich kann Namens der» jenigen, welche von unS für ErS- Dortmund stimmen werden, erklären, daß fie, sobald eine Vorlage für den oderschl-filchen Kanal dem Hause zugehen wird, dieselde im Interesse Oder- schlefiens dewilligen werden.(Beifall.) Was den Rhein EmS- Kanal betrifft, so hat Abg. B rger neulich schon angedeutet, daß die Hauptschwierigkeit darin liegt, daß die R chtung der Kanallinie nicht feststeht. Ich betrachte dieseS Projekt als eine Art KampfeSmitlel gegenüber dem Umstände, daß Deutschland nicht die Rheinmündungen hat. Was den mitteldeutschen Kanal betrifft, an dem ich al« mittelländischer Angeordnete daS meiste Interesse haben müßte, so stelle ich mich nie auf den Boden, daß ich, weil meine Interessen nicht dedacht find, mich denen anderer entgegenstelle. Wir find verpflichret, die Ge- sammtintereffen der Nation inS Auge zu fassen, wenn diese etwas erheischen, so folge ich, wir wollen unS nicht in einseitigem Par» tikulariSmuS aufreiben.(Beifall) Darnach hin ich über- zeugt, daß eine Verbindung der Elbe— ich will einmal sagen— über Wilhelmshaven mit der EmS nach dem Bau deS Nord-Oftsee Kanals eine Nothwendigkeit werden w'rd, wenn dieser letztere seiner großen maritimen Bedeutung Ge» nüge leisten soll. Auch von diesem Standpunkte auS kann ich nicht so parlikularistrsch sein, daß ich um der Interessen der Provinz Sachsen willen, welche durch ihre Flüsse doch recht glücklich situirt ist, ein»« Einwand daraus herleiien sollte, weil der mittelländische Kanal nicht gleich mit aufgenommen wird. Die Provinz Hannover sollte nicht vergessen, daß fie flankirt wird in Zukunft von der Elbe und dem neuen Kanal im Westen. Es ist für den preußischen Staat unmöglich, nachdem er daS SlaalSbahn System inauauiirt hat, di-seS vuich ein Ka- nalnetz ertragloS zu machen. Nur, wo Massenproduktion, wie in den Montandistrikten Rheinlands, Westfalen und Schlesiens dazu nöthigt, nur do-t darf der Staat Kanäle anlegen. Durch den Dortmund Ems-Kanal ist eine Gefährdung de« Staats» bahnfystemS nach den Worten deS Ministers Maybach nicht zu besorgen. Die Kommisfionsbe'athung hat bei einer Anzahl meiner politischen Freunde dir Bedenken wesentlich gemildert, wenn nicht vollständig zurückgedrängt, welche fie nach der finanziellen Seite, nach der Entw ckelung unseres Staatseisendahnsystems und in Rückficht darauf hatten, daß eine Verschiedung der Verkehrs» interessen dadurch stattfinden möchte. Dieser Theil meiner Freunde wird also für den Dortmund- Em«- Kanal stimmen. Die Vertreter der östlichen Provinzen, deren Rethen wesentlich die Gegner der Kanalvorlage stellen, sollen nur ja nicht glauben, daß fie auf diese Weise zu Eisendahn- Tarifermäßtgungen ge- langen. Der Ausfall, der, wenn allen Wünschen genügt wer- den sollte, für die StaStskasse etntret-n und von den Steuer» zahlcrn zu decken wäre, würde 70 Millionen Mark betragen. DaS ist doch gar nicht denkbar. Ich bin überzeugt, daß durch die Annahme der Vorlage die Gemeinsamkeit der Interessen, welche stch zwischen Lanvwirthschaft und Industrie herange- bildet hat, gefördert werden wird. Sollten die Herren kein Verständniß haben für die Nothlage der Landwirthschaft. dann dürften ste stch allerdings auch nicht wundern wenn fie auf dieser Seite kein Gehör für ihre Roth und«lagen finden, ste würden stch keine Freunde erwerben, welche nörhig find, um unsere neue WirlhschaftSpolitik voll zur Ausführung zu bringen.(Beifall recht«.) Minister Maybach: ES ist über diese Projekte so viel Wie sich doch die Zeiten ändern I Wa« liegt nicht Alle« zwischen dem erste« Ehrenscheia, den Herr von Lieber» mann einlöste, und jene« AbschiedSgesange seiner GesinnungS- genoffen. Eine verkrachte ReichStagSkavdidatur, eine ver» krachte Zeitung, verkrachte Kolomalunternehmu-ge» seiner Freunde— lauter Ach und Krach. Und»u» noch dieser traurige, weinerliche Abgang. Daist doch der Apollo. Cunow ein ganz anderer Mann I Der versteht'S I Der kommt wenigstens mit greifbaren Vorschlägen; er weiß, wa« un« fehlt, wo un« de? Schuh drückt! Eine„Mutelstandspartei" ist e«, die wir haben müsse», selbstredend, wir habe« eben noch lange nicht Parteien genug, und Apollo-Canow bietet seine» Leuten doch wenigsten» etwas. Em paar Hundert M llionen bringt er der neu zn gründenden Partei gleich al« Morgen» aabe- wenn die„Mitielstaadspartei' die SträflingSaibeit gehörig ausnutzt, fallen ihr jährlich 300 Millionen anheim. Ist e« da ei» Wunder, wenn fich ganz Berlr» mit fanatischem Jubel auf diesen Erlöser der Menschheit stürzte, daß man ihn erst garnicht zu Worte kommen ließ, denn was braucht man die Worte, wo man die Millionen für fich sprechen lasse« kann?, �......... Und dennoch, die wahre Größe wird n,e in der nchtlge» Weise gewürdigt. Kennt unsere Obrigkeit die Pflichten der Dankbarkeit? Ganz gewiß nicht, den« sonst müßte man einen Mann, wie Apollo-Cunow rst, gleich von vornherein »um Ehrenbürger von Dallvo-f ernannt habe«, und die Di. rektion der städtischen Sommerwohnungen m Dalloorf hätte es fich ganz gewiß zur besonderen Ehre angerechnet. den seltsame« Gast ständig m ihren Mauern beherberge» zu bÜt*e?ju« e« schadet nichts; was nicht ist, kann noch werde«, und wen» Herr von L.eberman« e« ernes Tage- doch«och geschrieben und gesprochen worden, baß eS schwer sein dürfte, noch etwa« Neues da über vorzudringen. Ich glaube, die Sache ist spruchreif. Hätten wir es als einen Fehler zu betrachten, daß wir die Wasserstraßen verNssern neben den Eisenbahnen, dann haben wir Viesen Fehler schon seit Dezennien begangen. Wir haben kolossale Summen hineingesteckt in die Regulirung von Oder, Weichsel, Elve, Weser und Rdein, unbeirrt davon, daß die Eisendahnen vielleicht in ihren Erträgnissen geschädigt würden. Die Eisenbahnen, ebenso wie die Wasserstraßen und Cvauffeen sollen nur Mittel sein zur Hebung der Landes« wohlfahrt, nicht aber Selbst,«eck. Ich glaube sogar, daß diese« Proj kt tür die Staatseisenbohnverwaltung eine sehr wünschenS« werihe Erleichterung sein wird. Ww streben an, die Probukte unserer großen Montanindustrie in Rheinland und Westfalen an die Küste zu dringen. Wir haben aber die Erfahrung machen müssen, daß wir da« mit der Eisenbahn nur können, sofern wir die Anlagen noch ganz bedeutend erweitem, die Geleise vermehren, die Bahnhoftanlagen vergrößem ic. Wir find um so mehr an der Grenze der LeistungStäbigkeit an» gelangt, alt unS gerade dort Rückfrachten in sehr erheblichem Maße fehlen. Wenn niemals das Geld so billig, daS Be> dü'.fniß nach Arbeitsgelegenheit so stark gewesen ist, wie gerade jetzt, dann würden wir unS einer Pflichtverletzung schuldig machen, wenn wir eine an stch verständige Anlage jetzt au« finanzielle Gründen zurückstellen wollten. Die Gefahr des fremden Import« ist mcht von Belang, wir können ste unS auch durch Zölle vom Halse schaffen. Was nun speziell den Emskanal betrifft, so haben wir ihn zunächst vorge>chlaa«n, weil er einen durchaus selbstständtgen Charakter hat. Wir hätten noch weiter geben können, wenn wir nur die Vor» arbeiten schon fertig hätten und sagen können: diei ist die erste Sektton de« Kanals, der vom Rhein an die Ems, Weser und Elbe führen soll; dieS kostet so und so viel, und dies hier ist die erste Forderung. DieS Stück ist nur ein Taeil det großen KanaljystemS, das wir wünschen, nach der Eide, und ich füge hinzu, nach der mittleren wie unteren Elbe. (Hört, hört!) Diese Frag« bedarf noch der Regelung; ebenso find auch die Vorarbeiten für die Regulirung der Oder von BreSlau aufwärts bis Kosel noch nicht beendigt. Sobald sie beendigt find, werden wir mit einer Gesetzcsvorlage an Sie herantreten. Wir haben übrigens an diese Projekte schon früher gedacht alS fie hier angeregt wurden. Ich gebe zu, daß der Kanal nach der unteren und mittleren Elbe nothwendig ist. Die Regierung ist deshalb auch mit dem Ziel deS Kommission«» Vorschlages einverstanden, dagegen haben wir ein Bedenken gegen die Fassung der KommisstonSbeschlüffe, daß wir gewisser» maßen zwei Kanäle nach der mittleren und nach der unteren Elbe bauen sollen. DaS wäre für den Augenblick zu viel. ES genügt, wenn man sagt: einen Kanal nach der Eide. Bei der Unklarheit deS Passus, den die Kommisston vorschlägt, würde ich e« für bedenklich halten, einen solchen Dorschlag an Aller» höchster Stelle zu befürworten. Lassen Sie fich durch keinerlei Rückfichten abhalten, für die Vorlage zu stimmen. Es muß im Interesse der Volksvertretung selbst liegen, daß die Auf- faffung im Lande nicht Platz greift, daß andere Dinge für fie entscheidend find, als das warme Interesse für diese wichtigen Aufgaden zum Besten deS LrndeS.(Beifall.) Abg. Graf K anip: Obwohl kein prinzipieller Gegner von Kanälen, auch nicht der vorgeschlagenen Kanäle, muß ich doch gegenüber dem Rhein EmSkanal eine abwartende Stel» lung einnehmen. Dazu bestimmte mich wesentlich die wirth- schaftliche und finanzielle Lage unseres Land-s. Die Adjazen» ten find nicht im Stande, den Grund und Boden unentdehr- lich derzugeben. E« ist auch kein Zweifel, daß die Interessenten die Zinsen deS Baukapitals durch höhere Frachtsätze werden aufbringen müssen. WaS die wirthschaftliche Seite der Frage anlangt, so glaube ich nicht, daß die westfälische Kohle durch den Kanal billiger al« die englische Kohle an die Küste ge- bracht werden kann. Ich glaube auch nicht, daß die westfäliscte mit der engliscden Kohle konkurriren kann. Dann habe ich sehr ernste B denken darüber, od der Anschlag der Baukosten mit der Wirklickkeit übereinstimmen wird. Ich fürchte, wir werden erhebliche Etatsüderschreitungen bekommen. Dann bestimmt mich auch der Umstar-d, daß Vergünstigungen nach der Ostsee hin Schlesien und nicht Westfalen gebühren. Die Ostsee gehört der schlefiichen Kohle. Eine der Hauptaufgaben der westfält- schen Industrie ist die Eisenverarbettung. BiS jetzt wird dort neben den spanischen Eisenerzen auch das einheimische Erz EchlefienS und im Lahn- und Si»ggediet verwertyrt. Es ist sehr zu besorgen, daß mit dem Bau dieses Kanals die Etsenproduklion im Sieg- und Lahngebiet noch mehr einge« schränkt wird oder absolut aufhört. Diese Distrikte möchte ich dem Schutze der Regierung empfehlen. Alles in Allem, glaube ich nicht, daß bei dem herrschenden ungeheuren Preitdruck die Steuerzahler so viel Geld haben, um fich für so umfassende und kostspielige Anlagen zu interesfiren. Die Erwägung möchte ich auch dem Zentrum ans H-r« legen. wahr macht und zu seine« Freunden nach Süd-Amerrka geht, um dort auf dem unentweihte« Bode« ei« Neu-Germanien nach seinem Sinne zu gründen, so wird sich vielleicht auch dort für den antisemitischen GesinnungS» genoffeo Apollo-Canow ei» bescheidene« Plätzchen finden. Augenblicklich fi'hr'S»och etwa» trübe au« bei de» Uc- germanea. Herr Stöcker ist auch hineingefallen, seine Re» viston wegen de» Sieaeaer Prozesses ist vom Reichsgericht verworfen worden. Der arme Mann hat Pech mit de« Gerichten; nun, da» Reichsgericht kann sich gratulire». Herr Stöcker wird sich jedenfalls in einer seiner nächsten Versammlungen— Herr Stocket darf ja reden— mit der Verwerflichkeit eine« J- stitutS, wie es da« Reichsgericht ist/» beschäftigen. Dana wird es sich ja herausstellen, daß die Justiz üherhaupt überflüssig ist, und daß eS eine vollstän- dige Verkennuag der rrchurliche» Pflichte» bedeutet, wen» ei» Mann, wie Herr Stöcker. in irgend einem Prozesse Unrecht kriegt. Wenn e« Recht und Gerechtigkeit gäbe, müßte immer der Andere brummen oder bei der ganz überflüssigen Milde unserer Gesetze mindestens blechen. Allzuweit allerdings scheinen wir von diesen idealen Zustände» nicht mehr evtlerot zu sein, und vielleicht wird auch einmal der T-rg anbrechen, an welchem Herr Stöcker Recht bekommt. Dann nehmt Euch in Acht, Leute mit schwarzen Haaren und unvorschriftsmäßigen Nasen, dann wird man Euch mit Gewalt bekehren, oder Ihr müßt Herrn Lieberman« von Sonnenberg in Brasilien Gesellschaft leisten, wen« Ihr e« nicht vorzieht, Euch«ach Palästina zurück- zuziehe».— Ab». Dr. Windthorst: Wenn wir so lange warten wollen mit diesem Kanal. Kit diese Ideale des Borrednns in Bezug auf die Landwirthschaft erfüll» ftrb, dann würden wir die I dustrie Westfalen?>odt finden. Wober kommt auf ein mal Ihre Sparsamkeit, nachdem Sie vor Kurzem mehr als 100 Millionen für ganz unproduktive Zwecke sehr leichten HerzenS bewilligt haben?(Abg. v. Below ruft: Da? find Mo? Kriegiloften!) Wenn Sie für den Nord Ostsee Kanal find. müffen Sie nothwenvig auch für diesen Kar at stimmen, der die Aulfindung neutr Absatzwege für die westfälischen Pro- dukte bezweckt. Auch die Herren von der Rechten müffen für diesen Kanal schon deSbalb stimmen, weil Sie dadurch die In- dustrie kauf' und fvnsumtionSfähfg erhalten. Ich bestreite, daß die westfälische Kohle mit der englischen nicht konkurriren kann; die Löhne in England find höher und außerdem muß ste auch zum Theil den Landweg zum Transport denutzen. E? geben jetzt swon mindesten? 20 Millionen Zentner Kohl« nach Bremen und Hamburg; sollte diese? Verhältniß nicht nach dem Ausbau de? Kanal? noch günstiger wcmn? Natürlich muß auch dm neben die oberschlefische Montanindust' i« noch Keffer in den Stand gesetzt werden, ihre Kohle n,ch der Ost- und Nordsee zu drin» gen. Die Regterung ist ganz auf dem richtigen Wege. Ich würde auch meines Theil? gar kein Bedenken haben, zu erilären, daß ich Alles, was der Herr Minister gesagt hat, ohne Weitere? unterschreibe; denn e? wird dadurch der Ausbau der Kanäle ge- stchert. Jndeffen kann ich zunächst nur für meine Person sprechen und muß mir vorbehaUen, mich mit den anderen Herren in? Benehmen zu setzen. Jedenfalls können nach den Erklärungen de? Ministers die Differenzen nicht so groß sein, daß dadurch diese? große Werk in Frage gestellt werden könnte. (Brrfall im Zentrum.) Minister Maybach: Der Abg. Gras Kanltz hat durch- blicken lassen, daß die westsätrsche Kohle zu dill'geren Tarifen nach dem Osten geführt wird, als die oberschlefische. Diesen Vorwurf muß ich als unzutreffend entschieden zurückweisen. Abg. C i ck e n s ck e i d t(Zentrum) kommt auf seine schon früher gegen daS Projekt der Vorlage geäußerten Bedenken zurück; er hält es für völlig verfehlt, daß der Kanal einstweilen bei Henrichenburg feinen Abschluß erreichen und erst später von dort nach dem Rhein- fortgeführt werden soll; nach An- ficht de? Redners ist gerade die Strecke Henrichenburg. Ruhr- ort da? Hauptstück und müßte zuerst in Angriff genommen werden. Auch dezweifelt er noch jetzt, daß der Kanal, wie er projekiirt ist, genügend Waff r haben werde. AIS praktischer Landwirth müsse er leugnen, daß die Landwirthschaft irgendwie bedeutende Vortheile von der Anlage zu erwarten habe. Trotz seiner zahlreichen Bedenken aber werde er doch für die Vorlagt stimmen, damit den ewigen Vorwü-fen ein Ende gemacht werde, als ob durch die Ablehnung der Kanalvorlage der Re- gierung die Bethätiaung ihrer Fürsorge für die wiith fchaftltchen Jnfereffen de? Westen? unmöglich gemacht werde. Abg. v. Rosen berg-GruSzinSki(freikoni) erklärt, daß er im Interesse der rheinisch' westfälischen Industrie nicht nur. sondern auch im Fntereffe de? gesammten Staat? für die gesammte Vorlage stimmen werde, denn, sei diese Industrie kaput, dann gehe e? auch mit dem Staat überhaupt zu Ende. Abg. Tramm(Hannover, nationallib.): Ich werde gegen beide Kanäle stimmen, und zwar hauptsächlich in Folge der B'sorgniß daß der Ausbau des Dortmund Ems-KanalS für absehbare Zeit die Herstellung de? Binnenlandkanals verhindert. der einzigen Wafferstraße, von welcher fich Stadt und Provinz Hanrover wirklichen Nutzen versprechen kann. Der Osten und der W sten de? Staats find mit dm nothwmdigen künst- lichen Waffe- straßen v.-rsoigt. nur daS Binnenland zwischen Raein und Elbe nicht, und kommt da» vorliegende Projekt zu Stande, so bleibt der Rhein Weser- Elbe- Kanal wahrscheinlich auf Menschenalter hinaus ein frommer Wunsch. Unklar bleibt, warum, entgegen dem 1883 ausgesprochenen Wunsche beider Häuser deS Landtage?, über die Förderung dieses Binnenland- kanal Projelts nicht daS mindeste verlautet, zumal nach der Ausführung de? Ministers, daß finanzielle Bedenken gegen Kanaidauten im großen Styl nicht vorliegen. Hiernach wird Vertagung beschlossen. Auf Antrag Windihorst wird die Fortsetzung der Be- rathung mit Rückfich« auf die am Montag stattfindende erste Berathung der Brmnsteuer im Reichstage er» am Dienstag ftat! finden, während auf die Tagesordnung für Montag weniger umfaffende Vorlagen genommen werden. Schluß 3 Uhr. Nächste Sitzung Montag 10 Uhr.(Nord- Ostsee Kanal; Befestigung der schwebenden Schuld von 30 Millionen.)_ Lokales. Trunkenheit und Haftpflicht. Einer der beliebtesten E.nwände gegen Ansprüche aus Grund deS HaftpflichtgesetzeS gegen einen Unternehmer ist der Vorwurf, daß der betreffende Arbeiter fich die Verletzung durch sein eigenes Verschulden zu- Sezogm habe, da er sich bei der betreffcndm Arbeit im Zu ande der Trunkenheit defand. Wie e? nun mit dem Nach« «eise der Trunkenheit unter Umständen ergehen kann, beweift folgender Fall: Der beschäftigungslose Handlungskommi? Emil R., der kurz vor Weihnachten odvach« und ardetislo? in den Straßen der Stadt umherlief, wurde von dem Werkführer eines hiestgen Strins-tzerS zum Abladen mehrerer Granitplatten aufgefordert, welche Arbeit er mit noch vier anderen Personen verrichten sollte. In SSolge irgend welcher Unvorfichligkeit stürzte eine der Platten vorzeitig herab und zer- schmettert« dem K. daS Bein. Nach längerer Kur im K ankenhause verlangte er von dem Steinfetzmeister Entschädigung nach dem Hastpflichtgesetz, da beim Abladen der Graniiplatten nicht die erforderlichen VorfichtSmaßregeln geiroffen seien. Der Verklagte wendete ein, daß der Kläger bei dem Ableben betrunken gewesen sei und durch feine Urvorfich. tigkett den Unfall verschuldet habe. Der Werkmeister de« kündete dann alS Zeuge, daß unter den angenommenen vier Arbeitern eine gefüllte Schnapsflasche berumgereicht worden sei und daß der K. beim Anheben des Steine? heftig gezittert bade; der Zeuge folgert da- aus, daß K. detrunken gewesen, denn sonst hätte er beim Fallen d-S Stein«? noch zur Seite springen können. H. ist denn auch mit seinem Ansprüche ad- gewiesen. Er will nun durch Zeugen in einer weiteren Instanz nachweisen, daß er von dem herumgereichten SchnapS nur sehr wenig getrunken und da? heftige Zittern beim Anheben d-s schweren Steinen lediglich eine Folge der ungewohnten Arbeit und seine? durch mangelhafte Ernährung beiu' tergc- kommrnen KräftezustandeS gewesen ist. Gelingt e? dem K. nicht, den Richter zu überzeugen, so geht er al?«in dejam- mernSweriheS Opfer unserer EiwcrbSverhältniff« mst seinem verkrüppelien Beine herum. Die verronsperre auf dem Anhalter Bahnhofe wird j tzt auch von der„Nord. Allg. Ztg." und der„Pos?' abfällig deuitheilt. So schreibt da? erstgenannte Blatt:„E? ist jetzt ausschließlich dem Ermeffen de?«affendeamten üb-rlaffen, über die Dringl'ckkeit d«S Falles zu entscheiden; von ihm hängt es ob. od den Begleitern de: Reisenden der Zutrstt zu dem Perron gestattet wird oder nicht. Bei der Schnelligkest, mit welcher das Kassengeschäft in der Zeit vo: Abgang eine? Zug-? fich abwickelt, bei der Vielgestaltigkeit der Falle, über deren Dring» lickkett der Beamte zu entscheiden hat. werden manche Härten urveimeidltch sein. Die Blätter plädiren demzufolge nicht mst Unri cht iür Auegabe bezahlter Perronkarten, wie solche auf ö tcrreichischen Bahnen üblich find, und die vielleicht auch auf den anderen Bahnhöfen eingefühlt werden können, um die Friquenz in crwünschter, den Betrieb nicht hemmender Weife zu reguliren." Dazu bemerkt die„Post":„Wir können un? den Ausführungen des genannten Blatte? nur anschließen und bemerken bei dieser Gelegenheit, daß, wie man uns crzähtt hat, hohe Beamte nur mit Mühe die Erlaubniß erlangen konnten, Frau und Tochter bis an da? Koupee begleiten zu dürfen. Natürlich haben auch Männer und Väter, die nicht hohe Beamte find» dasselbe Bedürfniß. Wenn man ferner bedenkt, welche Unannehmlichkesten speziell für Damen, welche des Reisen? ungewohnt und noch mit Packeten ausgerüstet find, die auf dem Anhalter Bahnhof getroffene Verordnung im Ge- folge haben muß, kann das Verlangen nach eine Modifikation derselben ficherlich nur als ein gerechter und billiger Wunsch angesehen werden."— Wie un? übrigens ein Freund unsere? Blatte? au? Wien schreibt, find auch auf den meisten dortigen Bahnhöfen die Penonkarten seit längerer Zeit bereit? abge- schafft und der Verkehr auf den Perron? völlig freigegeben worden. Eine Kirchhofsgeschichte, für deren Wahrhest die Be- theiligten eventuell Zeugniß ablegen wrrden, wird un? in fol- genvem erzählt. Vor einigen Wochen wollten die Angehörigen eine? im August vorigen Jahres verstorbenen Beamten da? Grab auf dem Georgenk-rchhofe in der Landsberger Allee mit Epbeu belegen lassen und wurde ihnen von dem Kirchshof?- Inspektor der Bescheid, daß da? Belegen de? Grades entweder eigenhändig oder auf seine(deS Inspektors) Veranlassung er- folgen müsse, waS im letzteren Falle 15 Mark kosten würde. Da ein ehemaliger Unterbeamter de? Verstorbenen gern da? Grub schmücken wollte, die Angehörigen auch nichts dagegen hatten, so begab fich der aufmerksame Mann mit einer Anzahl von Epheutöofen nach dem Kirchhofe. Am Kirchhofs- Portale trat ihm der Inspektor mit dem Bemerken entgegen, daß er kein Recht bade, das Grab eine? Nichtangehöiigen zu delegen. Trotz de? Hinweises de? Manne?, daß er weder Gärtner sei noch für die Arbeit bezahlt werde, er vielmehr nur seinem ehemaligen Vorgesetzten noch nach dessen Tode seine Ver- ehrung bekunden wolle, duldete der Inspektor nicht, daß der Arbester den Kirchhof mit dm Blumen- töpfen betrat. Nun begab fich derselbe zu der Gattin deS Ver- stordenen, der er den Vorfall mittheilte. Am letztm Sonntag ging die Familie selbst in Begleitung de? gedachten Arbeiter?, der die Epheutöpfe trug, nach dem Kirchhofe, um die Belegung de? Grade? auszuführen. Am Eingange deS Kirchhofe? trat ihnm wiederum ver Inspektor mit der Erklärung entgegen, daß er dem Arbeiter nicht gestatte, den Kirchhof zu betreten. Wenn fit, so setzte er hinzu, da? Grab selbst belegen wollten, so müßten ste fich auch die Blummtöpfe allein hineintragen. Trotz des Proteste? de? gleichfall? anwesenden SohneS und Schwieger- söhne? verharrte der Inspektor bei seiner Erklärung, so daß der Familie nicht? anderes übrig blieb, als die Töpfe zum Grabe hinzutragen und einzugraben. Der Sachverhalt ist be- reil? dem Kirchenrathe von St. Georgen schriftlich mitgetheitt, und derselbe um Aeußerung darüber gebeten worden, od der Ki'chhofSinspektor nach Instruktion gehandelt oder ob er die der Familie de? Verstorbenm und dem Arbeiter gegenüber ge- machten Erklärungen eigenmächtig abgegeben hat. Die Ant- wort steht noch au?. Ein Extrazug, mit welchem Personenbeförderung der 3. Wagenllaffe staufindet,'wird heute vom Schlestschen Bahn- Hof nach Lichtenberg- Friedrichshaide am Nachmittage für den Hin- und Retourprei? von 20 Pf. abgelassen. Abfahrt 2 Ubr, Ankunft 2.13, Rückfahrt 9, 11 Abends, Eintteffen Berlin 9.24. Seit gestern studirm unsere schulpflichttgm Kleinen mit Emst und Eifer— da? Thermometer. Da am Freitag die Hitze über 24 Grad gestiegen war, wurde der Unterricht in ver- schiedenen Sckulanstaltcn ausgesetzt. Um fich über die Mög- lichkeit einer Wiederholung diese? fröhlichen Ereignisse? zu ver> gewissem, steht man an jeder Queckfilderröhre die kleinen Gefichter mst offenem Munde und ernsten Augen. Meist können ste den dunkelgrauen Queckfilberstreifen von der hell- grauen GlaSröhre noch nicht unterscheiden, aber das Resultat der Betrachtung ist allemal:„Au ja! gleich an die 25! denn giebt? frei!" Und in dieser fröhlichen Hoffnung gehtS hurtig fort in die Schule. Ei« Beispiel krasse« Aberglaube»?, wie man e? in unserer Zeit und in unmittelbarer Nähe der Stadt der In- telligen, kaum noch für möglich hallen sollte, spielt augenblick- lich»n Chailottenburg. Im Hause Bismarckstraße 82 daselbst wohnt eine, allerdings vor einiger Zeit vom Lande zugezogene Familie, deren zwei Kinder kürzlich an Diphtheriti? erkrankten. WaS die Kleinen von ihrem Essen übrig ließen, waren die Eltem,„um e? nicht umkommen zu lassen", so unvemünftig selbst zu verzehren. Natürlich lagen fie nach wenigen Tagen ebenfalls an Diphtheriti? fest, und zwar trat die Krankheit bei ihnen so heftig auf, daß beide nur durch eine sehr riskante Ogeration zu retten waren. Jetzt befinden fie fich ja auf dem Wege der Besserung. Statt nun aber einzusehm, daß fie ibre Erkrankung ihrem eigenen Unverstand zuzuschreiben haben, de- schuldigen fie allen Ernste? einen in demselben Hause wohnen« den achibaren Bürger, er habe fie— behext! Wirklich und wahrhaftig behext! Und wenn ste wieder gesund find, wollen fie zu einer„klugen Frau" gehm und mit ihrer Hilfe dem Manne seine Hexerei heimzahlen. Er soll ebenfalls behext werden. Wie jeves, auch da? albernste Geschwätz seine gläudt« gen Nachbeter findet, so hat auch dieser Klatsch eine solche Ver- bnttung gefunden, daß der„H xenmeister" fich gezwungen ge- sehen hat. zur Wahrung seine? guten Rufes Strasantraa zu stellen. Es ist also beste AuSstcht auf eine amüsante Gericht?. Verhandlung vorhanden. Beim Kgl. Amtsgericht I, Abtheilung 49, lagert wiederum eine Anzahl von Fundgegenständen, für deren Be- stimmung nach d-m Gesetz ein Termin auf den 7. Juli d. J?., Bormittag? 10 Uhr vor dem kgl. Amtsgericht I, Saal 32, anberaumt worden ist. Unter diesen Gegenständen befinden fich mehrere Portemonnair? mit Geldinhalt, und zwar: ein? ent- haltend 49,71 M., bestehend au? 2 Doppelkronen, 1 Einmarkstück, 16 Fünfzigpfennigstücken, 5 Zehnpfennigstücken, 3 Füns- Pfennigstücken und 3 Zweipfennigstücken, gefunden am 31. De- zember v. IS. Abends 8V« Uhr neben dem Bürgersteige vor tu Garnisonkirche; ferner ein Portemonnaie, enthaltend 23,10 M., gefunden am 28 März v. IS. gegen Mtliag vor einem Laden dt? Haufe? Spittelmarkt 14; endlich ein Portemonnaie mit 15 28 M. Inhalt, bestehend au? 3 Fünfmarkstücken in Gold, 2 Zehnpfenniastücken, 1 Fünfpfenniastück und 3 Pfennigen in Kupfer, gefunden am 28. März v. I?., Abend? 7 Uhr, in der Prinzenstraße zwischen Moritzvlatz und Ritterstraße. Abermal» ei« durchgesagtes Hau». Das Hau? Heilige- geiststraße 40, welches mit der einen Front zirka 40 Fuß über die neue Fluchtlinie der Kaiser-Wilhelmstraße hinausragte, wird nunmehr vermittelst großer Sägen bis auf die ent- sprechend« Grenze durchgeschnstten,— eine Manipulation, die praktisch und schnell zum Ziele führt. Diese offene Seite soll durch eine neue, dem Glänze der zukünftigen Straße ent« sprechende, elegante Fassade verkleidet werden. Et« gefährlicher Besuch drohte in der Nacht zum Sonn- abend voriger Woche den Uhrmachern in Schöneberg. Der im vorigen Jahre erst bestohlene Uhrmacher L. gebrauchte seit- dem die Vorficht, hinter seinem Schaufenster den Lehrling schlafen zu lassen. Wie zweckmäßig diese Maßregel ist, da? sollte er in der fraglichen Nacht erfahren. Gegen 2 Uhr wurde der Lehrling durch ein verdächtige? Geräusch am Fenster ge- weckt, und sah er, daß Licht durch da? Fenster schien. Er sprang aus dem Bette und bemerkte nun, heraussehend, daß zwei Männer eilig davonliefen. Eine Halde Stunde später kam der Nachtwächter Buchwald durch die Kolonnenstraße. An dem Hause Nr. 3 beobachtete er von weitem einen Menschen, der über den Gartenzaun sp ang und mit einem anderen, der fich ihm anschloß, davonlief. Auf da? Nothstgnal de? Wächter? kam«in zweiter Wächter hü-zu, und beide verfolgten die Ein- b-echer bt? zur Grunewaldstraße, wo fie ihren Blicken ent- schwanden. Bon der Schmiede hatten fie einen Bock nach dem Vorgarten Kolonnensttaße Nr. 3 getragen und, auf diesem stehend, einen Einbruch in da? Schaufenster de? hier wohne» den Uhrmaches L. versucht. Auch in diesem Falle ruht der Verdacht auf den beiden berest? oerhafteten Einbrechern Z-ifil und Pohl. Der Zimmerma«« Kitziug, einer der bei dem Feu»' werk im Schweizergarten Verungtückten, ist an den erlsttenfli Verletzungen und Brandwunden im flädttschen Krankenhausc am FriedrichSbatn gestorben. Ja die Spree gestürzt. Gestern Morgen 7'/, Ubr kfl» der Kutscher de? Bau Fuhiherrn Schänitz au? der Greift walderstraße 8 mst seinem mit zwei Pferden bekannten deitswagen nach dem ReichstagSufer, hinter der Markthalle st der Dorotheenstraße, gefahren, um daselbst Steine aufzulade«. Beim Umwenden de? Wagen?» welch«? er in d r engen PaM dadurch bewerkstelligte, daß er die Pferde beim Zaum fühlte, kam der Wagen in? Rückcollen, und Wagen, Pferoe und tf verzweifett festhaltende Kutscher stürzten über die Böschung st die Spree. Mit Mühe rettete fich der Kutscher ans U'er, rm rend die Pferde nur mst dem Kopfe auS der Strömung he? vorragten. Durch dm Markthallen-Telegraphen wurde M Feuerwehr requirirt, der e? gelang, die Pferd« dem nasse» Element zu mtreißen. Dm Wagen herauszuschaffen jedoch nicht, derselbe soll vermittelst Dampfer? gehode« werden. Ueber zwei jugendliche Berltuer Abenteurer—, die in Landsberg a. W. erscheinende„Neum. Ztg." folge»»' Geschichte: Zwei etwa 13 Jahre alte Knaben au? Woadst R. M. und O. R., elfterer der Sohn einer Wittwe, letzte«! der Sohn eine? Bierverlegers und Restaurateurs, hatten, wap scheinlich angeregt durch Bücher abmteuerlichen Inhalts,<*» Entschluß gefaßt, heimlich durchzubrmnm. R. entwend» seinem Vater zunächst mehrere hundert Mark. Die Ja»S? tauften fich sodann zwei Taschmuhrm und traten am 9.».> ihre Exkursion über Küstrin nach Frankfutt a. d. O. an,»' fie fich zwei billige Veloziped? kauften und nach LanvSderl. wandten. Dort logirten fie fich bei einem Gastwirth»»>» falschem Namm ein und machtm viele AuSflüge nach Tiebisch, Schwerin a. W., Frankfurt a. O. rc. Durch st'. fortgesetzten Spazierfabrtm erregten fie natürlich große?«»' sehen; und als nun M. im Auftrage seine? Kameraden»; 16. d. M. fich durch Verkauf einer Uhr Geld machen erregte er dermaßen dm Verdacht de? Uhrmacher?, daß w selbe einen Polizeibeamten herbeiholte und dm Knaben hasten ließ. R. hatte fich noch rechtzeitig au? dem 6� gemacht. Ueber die Todeskandidaten Maruuge wird von p' unterrichteter Seite geschrieben: Die Meldung eine? durger Blattes, daß die Hinrtchtungm der zum Tode urtheilten nahe bevorstehend seien und daß die Kinder � Frau Marunge bereit? von derselbm Abschied genoK dätten, ist durchaus unrichtig. Thatsache ist nur, daß der fest- Zeit freigesprochene Hermann Marunge, welcher heiralhen®r und dazu des Konsmse? der Mutter bedarf, nach dieser � tung hin eine Unterredung mst derselben hatte. Falsch ist st� verständlich auch, daß Frau Marunge im Z-llmgefänSv, fitzt; dieselbe behält dt? zur definstiom Entscheidung üb« w6 Schicksal ihren Aufenthalsort im UntersuchungSgesängnt« r Moabit. Zentral-Markthalleu-Bericht vor» I. SandM� städtischem VerkaufSvermtttler, Berlin, dm 22. Mai 18öb,.. Zufuhr war heute ziemlich umfangreich: die Kauflust aber»' in entsprechenden Maaße vorhandm. E? brachten StctU, per Pfund 45 Pf., Barsch 14, todte Bachforelle 1,30 Pf-,% der grün 5—10 Pf„ geräucherter Goldfisch pro Schock j>Z. Bücklinge 1-1,85 pro Wall, Flunder 4-5,50 pco&zi Kirschen wurden mit 3—4 Mark pro Korb bezahlt. � 40-50 Pf.. Gurken 20 Pf. Rehe kosten 60-70 Pf. p" ffl Obst steigert fich der Bedarf bei guten Preisen, währenv konservirte der Preis zurückgeht. Polizei-Vertcht. Am 21. d. M.. Vormittag?. der Lützowdrücke die Leiche eine? unbekannten etwa 40 S, alten Manne? au? dem Landwehr- Kanal gezogen un» dem Leichenschauhause gebracht.— An demselben Tag»- o\e> tags, fiel der Kutscher Hühlle während der Fahrt in der O a merstraße von dem von ihm gefühttm Ardeitswagen uff®„jj durch dm Fall anscheinmd schwere Verletzungen am Li am rechten Arm. Er wurde msttelst Droschke nach Vi Wohnung gebracht.— Am Nachmittag desselben Tage» y plötzlich der mst PflasterungSardesten in der Ponksttao, � schäftigte Arbeiter Ltesecke. Die Todesursache konnte dura � sofort herbetgerufmm Arzt nicht festgestellt werden. Dre- � wurde nach dem Leichmschauhause gebracht.— 8" zum 22. d. M. stürzte fich ein Mann in einem Anfa � GeisteSgkstöltheit auS einem Fmster seiner in der Sol» 4 Treppen hoch belegenen Wohnung auf da? Straße»' und verstarb auf der Stelle. Gerichts-Zeitung. f Unschuldig. Vor dem htefigm Schöffetgeff™ p gestern der Maurer B. unter der Anklage de? Betieln�.� vorgeladenen Zeugm, eine Frau und drei Kriminalschu» vermochten jedoch nicht zu erklären, daß B. mst dem V beim Beiteln angetroffenm Manne identisch sei. jjr kündete der Maurerpolier Sch., daß B. an den Tage»-. j# gebettett hadm sollte, bei ihm ununterbrochen gearbtt. So beantragte der AmtSanwalt selber Freisprechung.([ v erfolgte. Bevor B. von der Barre zurück trat, wende an den Vorsitzenden Richter mst der Frage, wer w»% Zeit entschädige, die er in Folge der Verhandlung 9 j i versäumt habe. Es konnte ihm nur erwidert werden- jj, Kasse für solche Entschädigungen„leider noch niat � Im Uedrigen mög« er dm guten Freund herauSzust»® der fälschlich seine Personalien angegebm habe. Koziales und Arketterkew*& Schlechter Geschäftegaug. Au? KönigShmte,��. wird der„Schleftschm Vollsztg." geschrieben: überau» schlechten Lage der Etsenindustrie hat fich° tung unsere? Hüttenwerk? gcnölhigt gesehen, l?.! einzuschränken, einen Theil der Arbeiter Z u» und auch den Lohn ,u kürzen. So wurde«L Puddlem gekündigt, im Räderwerk der Betr.eb ff. tm per Woche reduzirt und im sogmannfen Nmm. erste Strecke, auf welcher in Tag- und Nachtschicht z � lfr Mann beschäftigt waren, Anfang vergangmer. w j außer Betried gesetzt; die Leute wurden in an» � A ver! hellt. Als nun gestern die Löhnung fii»»'• Werk noch beschäftigten Arbeiter niedriger als i.. stellten die Arbeiter von zwei Stteckm die V Lesen löschten aus, da nicht geheizt wurde, Ms?«„r legte Eisen wurde herausgmommm. Herr gst versuchte vergeben» die Leute zu beruhigen. $4 ist alsbald nach Berlin an die GmerMdsteftirM worden und wird Herr Generaldirektor Richter»» ßgtfäJ dessen hierher kommen. Man glaubt indessen,®» f v-l/ i'ÄÄ ÄÄ«» ä i Ausnahme der Bergmannswittwm im Laufe®»/ kündigt. Femer ist seit gestern ang-orv»� an alle Wochen eine Schicht gefeiert werden> 9Üch Hütten- und Bergleute nicht? verdtenen, ta I ckSfttmann nichts lösen. Daher ist etfWrHdb, daß hierselbst fit JuTüft Zeit 5 jtaufleute Bankrott gemacht haben." Betrug seitens der Unternehmer? In einer Barmer Tchuhftoff-Aabrrl stnv die Aroetter tahtnter gekommen, daß won längere Zeit beim Bermeffm der feitizen Etticke falsch- S Maß angewendet wird, so zwar, daß statt einei Metermaßes «on 100 Zentimeter ein solche« von 115 Zenlimeter gebraucht ttuib«. ES ist in ssolge dessen von Seilen einei Arbeiters Zivilklage auf Schadenersatz gegen die detreffende Firma er« «oben worden. Der Kläger wurde jedoch mit seiner Klage ad- Sewiesen, da der Meister der Fabrik beschwor, den Ardett-r von °em größeren Maß vorher in Kcnntniß gesetzt zu baden. Der �schädigte Arbeiter wird nun die Firma wegen Betrugs der vtaatSanwaltscha't denunziren und so die Angelegenheit zur masrechtlichen Entscheidung bringen. Dem Zeugniß dei Meisters gegenüber behauptet eine ganze Anzahl Arbeiter, von der Anwendung des größeren MaßeS biSber richtS gewußt zu haben. Auf den Ausgang der Sache darf man mit Recht ge Irannt sein, wie derselbe auch sein möge, das, so demerkt die »Fr. Preffe", möchten wir auch heute schon konstatiren: od die eeschilverte Manipulation mit odir ohne W.ffen der Arbeiter vorgenommen wurde, jedenfalls ist dieselbe einer anständigen ffuma unwürdig und verdient öffentlich gebrandmarkt zu werden. Auch auf der Buckauer Ortskrankenkasse steht es nicht zum Besten aus. Es beträgt nämlich die Einnahme: «affendestand 15083 M., EintrtttSaeider 222 M, durch Ar» oeitgeber eingezahlte Beiträge 311996 M., durch Mitglieder Angezahlte Beiträge 29,64 M., sonstige Einnahmen 58,64 M., Mammen 8581,07 M. Die Ausgabe: Für ärztliche Behandlung 441,50 M.. für Arznei)C. 39971 M., Krankengelder on Mitglieder 1467,45 M., Sterbegelder 160 M., BerpflegungS- tosten an Krankenanstalten 1143,09 M., Verwaltunpskosten 491,65 M., sonstige Ausgaben 5 M., zusammen 4108,40 M., «ithin Mehrausgabe 527,33 M-«m Schlüsse deS «orjahres betrug daS Stammvermögen 256.61 M.; demselben «urdm im Laufe d-S FahreS zugeführt 453,95 Dr., dagegen '-«mselben entzogen 700 M., so daß ein Stammoermögen 10,56 M. »«bleibt! a Die Züricher Schuhmacher besprachen neulich ihre Lage. -tn eine zehnstündige ArbeitSzett denken dieselben noch nicht, IT ste stnv eist bei der vier ze hn stü n d t g e n angelangt. «s wurde überhaupt nicht von der Reduttion der Arbeitszeit Mprochen und im Allgemeinen auch nickt von der Erböhung »et Löhne, obsckon diese sehr niedrig stehen. Ein Arbeiter, der »itNehn Stunden arbeitet, erhält für die Stande 18—20 Et?. i°«aß er in einer Woche 15 Fr. verdient; viele dringen eS ader nicht einmal soweit, besonder? die Fl>ciardeiter. Es wur- N». daher von einigen Rednern die Anwesenden ermahnt, dem »ochverein beizutreten, um in Folge besserer Organisation mit 2'«, Erfolg gegen die U: beistände ankämpfen zu können. Die «Neiter ermatten offenbar, daß ihre Bestrebungen gtößeten , s'o>g haben werden, wenn fie einstweilen maß g« Ansprüche »hkottt und daher verlangten fie zunächst nur Abschaffung der »Ä Huergelder und ununterbrochene Beschäftigung. ES kommt häufig vor, daß Arbeiter halbe Tage b-schättigunglos I??' weil der Meister keine Arbeit für fie zugeschnitten hat; k"? herrscht noch der sonderbare Gebrauch, daß die Arbeiter .o'ur, daß fie die oft spelunkenattigen Boutiquen der Meister "nutzen dürfen, eine Entschädigung zu bezahlen haben. Die «NtDe'enden Meister waren übrigens alle mit diesen höchst ge« »chten Forderungen ihrer Gesellen einverstanden und stimmten ?*$ folgendem Beschluß: In E'wägung. daß die Be- !?osligung der Schuhmacherarbeiter eine unregelmäßige ist und Aibertszeit dadurch bis auf fünfzehn Stunden dauert; 'i-ner, daß Werkstätten bestehen, die nicht nur den Gesund- Vttzustand der Schuhmacher, sondern auch andere Kreise ge- JSfcden; im Weitern, daß es höchst ungerecht ist, daß fich die «rbeitgeder von ihren Arbeitern den Betrag dit zu 2 Fr. für ?7"tstatt und Fournituren bezahlen lassen, beauftragt die Ver- den hiefigen Fachverein, energische Mittel zu er- zv.ift"' bieten Uebelständen ein Ende zu bereiten und mtt dem ml°erein in Verbindung zu tteten. 'HUrerstreik» in London. Auf verschiedenen großen so z. B. am Chartng Croß und in East End, ist ein Di, siT) ii QU' gebrochen, welcher immer mehr um fich greift. 1 N.? verlangen, daß ihnen eine Lohnerhöhung von ist �(10 Pfennig) pro Stunde zugestanden werde. Man «"Sil, daß die Streikenden ihre Forderung durchsetzen und /»mal noch viele große Gebäude im Rohbau stehen »urif*®*0?* OrdriS noch auszuführen find. Verhandlungen lwen den St eilenden und den Baumeistern find im Gange. zn„.?u die Ttsqler und BernfSgenossen Deutschlands. til�) Kollegen! Da trotz aller unserer Bemühungen eS unS Iii?. 9klungen ist, mtt den Meistern eine Einigung auf güt- « Wege betreffs unserer gerechten Fmderungen(10 pCt. der Akkord ätze und 15 Dt. Mmtmallohn) zu er- »ie �.!�badm fich die hiefigen Kollegen veranlaßt g-sühlt, 256 a% 0m 3- Mai niederzulegen. Bis heute haben �»�rgen die Ardett eingestellt, wovon 54 abgereist find. SelANi w um so mehr thun müssen, weil der letztgefaßt« l 1 Hutten Jnnungsmeister fast ein Hohn war gegen- hat. tva« unS ftüber versprochen morden ist. Nicht genug, au» � Me 10 pCt. Erhöhung abgeschlagen wurden, selbst 5 noch die von den Herren Meistern bereits bewilligte hiii.t'"höhung ist rückgängig gemacht worden. In Folge LJ.'»»n den Herren Innung«. Meistem gefaßten Beschlusses oiffi?, die bis jetzt in Arbeit stehenden Kollegen veranlaßt eher Gleichfalls die Arbeit niederzulegen und dieselbe nicht slnb?'d'r auszunehmen, bis unser« Forderungen bewilligt lei»',«»» nur auf diese Weise ist's möglich, etwaS zu er- Ten!,?'.�ofikgen. Arbeiter! So sehr wir in Stettin auch latnwr, deS Streiks find, welches fast in allen unseren Ver- RdtT-W" detont würbe, so glauben wir doch. daß. wenn e« alz w,mt die Ehre deS Arbeiters handelt, er nicht anders kann, fowi' b« vttthridigen, und zwar mit allen ihm zu Gebote behn�den gesetzlichen Mitteln. DteS wird, wie wir sicher an. Eure ganze und volle Anerkennung finden. In Und diesei treten wir zu Euch mit der Bitte: Ueberlegt nicht* unsere Sache, und wenn vielleicht Dieser und Jener jetzt n,Lan, mit unserem Vorgehen einverstanden war, klar? autd der letzte Zweifel gehoben sein. Wenn dat Euch stur',«L? unterstützt un«, und dedenkt, daß unsere Sache ißttch Su ist, und daß, wenn wir den Sieg erringen, auch «»S ,« l»»liem Recht ein Anthell an demselben zusteht. Zeigt, Aiit Solidarität üben! Siettin. den 19. Mai 1886. und ll� Iischem Elruß die Kommitston der TischUr Stettins G. SißnJi'G'Nd. Briefe und Anfragen find zu richten an EiNll ew' Steittn, Neu- Tormy, �lleestraße, 18 oder Stettin. Fort Preußen 5. mh Versammlungen an an L MM öÄS' K smss«x hervorgehoben wurde, Arbeiter geben, welche fich mit einem Lohnsatz von 10,50 M. pro Woche begnügen müssen. DieS sei jedenfalls nicht geeignet, die Sympathien der Arbeiter für diese Firma zu erwecken. Hierauf wurde einstimmig beschloffen, von der Entsendung eines Delegirten zum Kongreß der Mechaniker, Oplike-, Uhrmacher und chirurgischeJnstrumentenmacher, welcher am 12., 13. und 14. Juni zu Jena stattfindet, auS sachlichen wie finanziellen Gründen Abstand zu nehmen.— Beschlossen wurde ferner noch, eine Wafferparti« per Dampfschiff nach Schmökwitz zu veranstalten, an welcher Freunde de« Vereins als Gäste theilnehmm können. Arbeiter- Bezirk« verein der Oranienburger Borstadt und des Wrdding. Die VorstandSmitgli-der verwahren fich ganz entschieden dagegen, eine solche Tagesordnung, wie fie in Nr. 115 deS„Berl. VolkSdlatt" publtzirt ist, beschlossen zu haben. ES war dieS, wie uni der Vorstand deS Vereins mit- theilt, eine eigenmächtige HandlungSweife de« ersten Vorfitzen- den Herrn Kunkel gewesen, welch.r, nebenbei bemerkt, sein Amt niedergelegt bat.— Am Montag, den 31. Mai, soll in Kleine's Salon, Gerichtsstr. 10, eine außerordentliche General- Versammlung stattfinden mtt folgender Tagesordnung: 1. Wahl eineS ersten Vorfltzenden. 2. Vortrag des tzenn Canitz über „die Lunge". 3. VerfchiedeneS. 4. Fragekasten.— Den Mitgliedern zur Nachricht, daß Sonntags Vormittags von 10 bis 12 Uhr dei Schramm, Hochstr. 32»(woselbst auch der Bücher- Umtausch stattfindet) Beiträge vom Kasstrer Eillier entgegen- genommen werden, ebenso in dessen Wohnung Triftstr. 46», parterre. * Fachverein sämmtlicher an Holzbearbeitungs- Maschine« beschäftigter Arbeiter. Die Veretnsversammlung am letzten Dienstag konnte wegen einei Fehler? bei Nachsuchung der polizeilichen Genehmigung nicht stattfinden— Um die Bei- tiäge bequemer entrichten zu können, hat der Vorstand drei Zihlstellen errichtet: 1. Mariannenufer 4 dei Jahn, jeden Wochentag Abend von 8 bis 9 Uhr; 2. FriedrichSbergerstr. 25 bei Christ, jeden Sonnabend Abend von 8 bis 9 Uhr; 3. Chnstinenstr. 9, Ecke Teutoburgerplatz, bei Völker, jeden Sonnabend Abend von 8 bis 9 Uhr. Die nächste Vereins« Versammlung findet am 8. Juni bei Säger, Grüner Weg 29, statt. Tages Ordnung: Innere Vereinsangelegenheiten, Rege- lung deS Arbeitsnachweises und der Zahlstellen, Wahl eineS Arbeitsnachweis Komiteemitgliedes. * Berichtigung. In Nr. 89 unseres Blatte«(Beilage) vom 15. April befindet fich ein Attikel über eine Versammlung der Berliner Bauarbeitaeber bei Buggenhagen. Der Bericht enthält insofern eine Unrichtigkeit, als dem Herrn Maurer- meister Frankel Aeußerungen in den Mund gelegt werden, die derselbe thatsächlich nicht gethan hat. Herr Frankel soll nach dem Bericht gesagt haben:„Er halte eS unter seiner Würde, mit den Gesellen zu verhandeln." Herr Frankel behauptet da- gegen, daß es ihm nie in den Sinn gekommen ist, fich der- artiger Auslassungen zu bedienen. Herr Fränkel hat mit den Herren Behrendt, Wille und Bock, den Delegirten der Lohn- kommisfion der Maurergesellen, während im Saale die Be- schlüffe der Meist-r gefaßt wurden, ziemlich dreiviettel Stunden diskutirt. Es ist also unmöglich, daß Herr Fränkel jene Aeuße- rungen im Saale gethan haben kann. Zentral-Kranken» und Sterbekasse der Tischler u. s. w. Oertl. Verwaltungsstelle Berlin B.(innere Loutstnstadt). Mitgliederversammlung am Montag, den 24. Mai. AbendS 8 Uhr, bei Marquardt, Alexandrinenstraße 110. T.-O.: 1. Rechen tckaftSbericht vom 1. Quartal 1886. 2. Neuwahl sämmtlicher OrlSbeamten. 3. Verschiedenes. Die örtliche Verwaltungsstelle Berlin G(Hallesches Thor) hält ebenfalls am Montag, den 24. Mai, Abends 8 Uhr, bei Rotbacker, Teltowerstr. Nr. 3, eine Miigliedeiversammlung ab mit folgender Tagesordnung: 1. Adrechnunz vom ersten Quartal. 2. Wahl des OrtS-Vor« standeS und der Beitragssammler. 3. Wahl der Aerzte für Medizinirende. 4. Bericht über die am 16. Mal im Hamburg ftattgefundene General-Versammlung und Verschiedenes.— Die QutttungSbücher müssen in beiden Versammlungen vor« gezeigt werden. * Oeffentliche Tischlerversammlung Sonntag, den 23. Mai, VormUtagS 10 Uhr, in Keller'S Lokal, Andreas- straße Nr. 21. Tagesordnung: 1. Die OrtSkrankenkaffe ver T'-schler und Pianofortearbeiter Berlins und die Unter- schlagungen der früheren drei Kasstrer. 2. Die Beschwerden im Medtzinwesen.(Beschwerden werden in der Versammlung entgegen genommen.) 3. Der Vorstandsbeschluß. Referent: Herr W. Schmitz. * Freie Vereinigung der Graveure, Ziseleure und BernfSgenossen. Versammlung am Montag, den 24 Mai, AbendS präzise 8V, Uhr, im Restaurant Sahm, Annenstr. 16. Tagesordnung: 1. Geschäftliches, Aufnahme neuer Mitglieder, Bericht deS Nachweifebureaux. 2. Vortrag deS Herrn Rektor Prulick über die Bedeutung der Judiläumt-AuSstellung für die Berliner Kunstindustrie. 3. Verschiedene«. Gäste stet« will- kommen. Die Bibliothek ist geöffnet.— Heute, Sonntag, Nachmittag'/,2 Uhr: Ausflug mit Damen nach Friedrichs- felde(Abfahrt Schlefischer Bahnhof.) * Arbeiter- BezirkSveretn für de« Westen Berlin«. Montag, den 24. Mai. Abend? 8'/, Uhr, in Gründer's Saal, Schwennstr. 26, ordentliche Mitgliederversammlung. Tages- Ordnung: Die Stellung de« Antisemitismus-um Judenlhum. Referent Herr Dr. Lütgen au. Gäste find willkommen, neue Mitglieder werden aufgenommen. * Fachverein sämmtlicher im DrechSlergewerk be- schäfttgten BernfSgenossen. Die zu heute(Sonntag) an- gekündigte Versammlung in Gratweil'« Bierhallen findet nicht statt, da die polizeiliche Genehmigung hierzu nicht ertheilt wurde. * Fachverein der Metallschleifer und verw. Beruf». genossen. Versammlung Dlontag, den 24. Mai, AbendS 8 Uhr, in Grat weit'» Bierhallen(untere Säle), Kommandanten- straße 77—79. Tagesordnung: Vortrag deS Herrn Gottfried Schulz über Werth und Mehrwerth". DiSlusston. Verschiedenes. Fragekasten. * Verband der Möbelpolirer Berlin«. Heute Sonn- tag Ausflug mit Familien nach Nieder-Schönhausen(CasS Tdiele, BrSmarckftraße). Abfahit vom Schönhauser Thor um 1 Uhr Nachmittag». * Oeffentliche Versammlung sämmtlicher in der Pcrlmnttbranche beschäftigter Arbeiter Dienstag, den 25. d. MtS., Abend» 8 Uhr, in Säger'« Lokal, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Vorlegung de« von ver Kam- mtsston ausgearbeiteten Lohntarifs. 2. Verschiedenes. * Zentral-Kranken- und Sterbekasse der Dachdecker Deutschlands,„Einigkeit"(E. H 69 Berlin). Außerordent- liche Generaloersammlung heute, Sonntag, Vormittags 9 Uhr, im Restaurant Sahm, Annenstr. 16. * Kranken- und Sterbekasse Berliner Hutarbeiter und verw. Berufsgenossen(E. H Nr. 62). Am Montag, den 24 Dtai, Abend« 8 Udr, im Lokale deS Herrn Seefeld, Grena- vierstr 33. Dtitglieder-Versammlung. Tagesordnung: 1. Sta- tutenabänderung. 2. Verschiedenes. QuittungSbuch legitimtrt. * Verein Berliner Hausdiener. Montag, den 24. Mai, Atends 9 Uhr, Neue Grünstr. 28, geschäftliche Versammlung. TageScrsnung: 1. Mittheilungen. 2. Bekanntmachung ve» Programms zu Landpartie. 3. Verschiedenes. 4. Aufnahme neuer Mitglieder und Fragekasten. Der Bezirksverein der arbeitenten Bevölkerung de« Südwesten Berlins deabfichligt am Donnerstag, den 27. d. M-, in Habel'« Brauerei Bergmann str. 7- 9, eine außer- ordentliche Versammlung einzuberufen, mit der Tagesordnung: 1 Vortrag des Reichstagsabgeordneten Herrn Viereck über Soziale Fragen und soziale Reformen". 2. Verschiedene». Kleine Mittheilungen. Krakau, 21. Mai Hier ist die Nachricht eingettoffen, daß heute Morgens auf der Karl- Ludwigbahn bei der Einmün- dung in den Tarnower Bahnhof der gemischte Zug Nr. 7 auf den Lastzug Nr. 33 gestoßen ist. Bei der dadurch herbeige- führten Entgleisung ist der Bremser Lainz getöbtet und find mehrere Personen, darunter ein Maschinist, schwer verwundet worden. Lemberg, 17. Mai. Heute um 9 Uhr früh stürzte in der Krakauer Gaffe der Flügel deS dreistöckigen Haust« von Aron Fillps ein. Der Einsturz zerstörte total einen Traft vom dritten Stocke bis herunter. Aach die Treppen wurden zerstört. Feuerwehrleute delogirten daS ganze HauS, in welchem Hundert« wohnten. Die Feuerwehrleute trugen durch dl« Fenster über Leitern die bedrohten Personen und ihre Sachen in's Freie. Da« ganze HauS droht einzustürzen; dasselbe wurde durch einen Kordon abgesperrt. Viele Kinder wurden unter den Trümmern noch lebend herausgezogen. BiS jetzt ist kein Todesfall kon- statirt. Seit einigen Wochen machten schon die Bewohner den Haußeigenthümer auf die Gefahr aufmerksam. München, 20. Mai. Nr. 39 der in Wien erscheinenden humoiisttschen Zeitung„Kikeriki" ist auf Grund de«§ 95 deS R. Et. G.-B.(MajestätSbeleidigung) beschlagnahmt und di; Beschlagnahme gerichtlich bestätigt worden. Wilna, 22. Mai.(W. T. B.) Der ZirkuS Ferroni ist Nachmittag» nebst allen Kostümen und Rcquistten abgebrannt. Frankfurt a. M., 20. Ma\ Gestern Nacht zwischen 1 und 2 Uhr verließ der Barbiergehllfe Heinrich Lepp auS Darmstadt mit seinem Freunde eine in der Gegend der Schnur- gösse und der Ecke der«ornblumengaffe belegene Wltthschaft und begleitet? diesen, wobei er Englisch sprach. Die fremde Sprache enegte daS Mißfallen zweier Vorübergehender derart, daß der Eine mit den Worten:„Wart', ich will Dir Englisch geben!" ein Dolchwesscr zog und eS dem Manne dergestalt von hinten in den Hals stieß, daß die linke Schlagader durch. schnitten wurde. Man brachte den tödtlich Verletzten zu einem Barbier. Sehr bald darauf erschien ein Arzt, welcher indeß nur noch das Hinscheiden zu konstatiren oermochte. Ein dieses Mordts dringend verdächtiger Mensch wurde heute früh verhaftet; auch soll ein dolchartigeS Messer, daS man verfleckt am Matnufer gefunden, ihm gehören. Verhaftet wurden noch Leute, welche mit dem Ermordeten vorher in der Wirth« schaft gesehen würben, indeß, da fich ihre Unschuld herausstellte, wieder auf freien Fußgesttzt- New- Kork, 19. Mai. Eine neue Serie Wirbelstürme hat am Freitag in Ohio und Indiana gewüthet. In dem Städtchen Forrest, Ohio, wurden 5 Personen getödtet und 18 verletzt; in Meridian, Kansas, verloren 2 Personen ihr Leben und 20 wurden verwundet. Ein Wirbelwind, welcher gestern Morgen auf dem Eriesee entstand, raste in einer Brette von 500 Said« über 100 englische Meile'' durch die Bezirke von Mercer, An- glair«, Harbin, Hancock und Seneca, wobei 41 Personen getödtet und 100 verletzt würben. Der durch die Stürme ver- ursachte Gesammtschadm wird auf 5 Mill. Doll. geschätzt. Letzte Nachrichte». Tumult. In Haore suchte vorgestern eine Versammlung die Börse zu überfallen; die Polizei zerstreute die Angreifer und nahm Verhaftungen vor. Dte Prtnzenauewetsung tn Frankreich. Außer dem Journal„Pari»" erklärt fich jetzt auch ver„TempS" entschieden gegen die Ausweisung der Prinzen. Von mehreren Seiten wird oerstchert, daß unter den Ministern in dieser Frage Un- einigkeit herrsche. In Bezug auf die Haltung de« Konseil» präfidenten Freycinet find widersprechende Nachrichten ver- breitet. Da wahrscheinlich nicht sämmtliche Minister in Pari« anwesend sein werden, wird die Entscheidung wohl erst am Dienstag erfolgen. Englische« Unterhaus. Die Berathung der irischen VerwaltungSbill am 22. d. verlief ohne bemerkenSwerthen Zwischenfall und wurde schließlich auf Dlontag vertagt. Zum kanadtsch-amerikantschen Konflikt. Eine New- N orker Depesche auS Washington von oorgestem meldet, Staatssekretär Bayard habe, nachdem ihm nunmehr der Be« richt deS amerikanischen Konsuls in Halifax, betreffend die Beschlagnahme des amerikanischm Fischerbootes„David Adami" durch die kanadischen Behörden, zugegangen, die Thatsachen der englischen Regierung unterbreitet und die Freilassung diese» Fischerbootes verlangt. Dte griechische Regierung hat ein Rundschreiben er- lassen, in welchem gegen die Blokade protesttrt wird, welche Griechenland erhebliche Schwierigkeiten bereite, der Türkei aber volle Aktionsfreiheit belasse. Verschwörung gegen den Fürsten von Bulgarien. Die Nachrichten üoer die Verschwörung gegen den Fürsten von Bulgarien und den Minister Karawelow tn Ostrumelien nehmen allgemach festere Gestalt an. Ein Privattelegramm aus Wien meldet der„Voss. Ztg.": In der Nacht vom 17. auf den 18. Mai versammelten fich im Hause eine» hervorragenden Mitglied:« der russischen Partei, eineS gewissen Garunow in Burpas, ach» Verschworene, darunter ein russtscher Osfizier NamenS Nobokow, zwei Griechen und drei Montenegriner. Der Fürst sollte zwischen AtdoS und Bürge« überfallen und wenn möglich ledendig gefangen genommen werden. Dreißig Verschworene unter Führung Nobokow« sollten den Anschlag bei Kamtschik ausführen. Karaw-low sollte ermordet, die Re- volution proklamirt und dadurch die russtsche Ollupation vor» bereitet werden- Die Verschworenen waren durch montenegri« ntsche Popen vereidigt. Der Bauer Mthalow verrieth die Verschwörung und alle Theilnehmer wurden eingefangen. Der „Köln. Ztg." wird noch gemeldet, daß der russtsche Konsul in Burga« gegen die Verhaftung deS rusfischen Offiziers Ver« Währung eingelegt hat. Polizeiliches Vorgehe« gegen die Berliner Maurer. Auf Grund de« Sozialistengesetze« find der„Verein zur Wah- rung der Interessen der Berliner Maurer" und die mit Heraus« gäbe de« Fachblatte«„Der Bauhandwerker" befaßte„P r eß k o m- misston" nach§ 8 deS Vereinsgesetz:« vom 11. Mär, 1850 vorläufig geschlossen- Jede fernere Betheiligung an diesen Ve. einen oder etwaigen Neudttdungen, welche fich sachlich als Fortsetzung jener darstellt, wird nach§ 16 a. a. O. mtt Geldstrafe von 15 btS 150 M. oder Gefängniß von 8 Tagen bis zu 3 Monaten belegt. Wege« LandfrtedenSbrucheS wurden am 20. d. in Kiel sechi streikende Malergesellen verhaftet» welche Kollegen von der Arbeit gewaltsam abhielten. KriefkaSen der Redaktion. W. M. 10. Der Stadtrath Hübner ist unbesoldeter Etadtrath. � zgenn, nachdem Sie di« WirthschaftSgegen- stände Ihre» Sohne« wegen einer Ihnen zustehenden oollstreck- baren Forderung haben pfänden lassen, ein anderer Gläubiger durch den G.-rich:soolljieher eine sog. Anschlußpfändung vor« nehmen läßt, so kann dieser Gläubiger den Verkauf der ge- pfändeten Sachen verlangen und muß Sie nur au« dem Erlöse vorweg g�g��zborftrstraße. Der Landrath ist berech- tigt, eine derattige baupolizeiliche Anordnung zu treffen und für deren Nichtdefolgung Geldstrafen bis zu 30 Mark festzusetzen, jedoch nur nach eingeholter Zustimmung d«S KretS- auSschuffe«. Wenn der Anordnung nicht genügt wird, so können die vorgeschriebenen Baulichketten auch von der Be- Hörde aus Kosten deS HauSeigenthümerS vorgenommen werden. Invalidevstraße 159, nahe der Brvnnenstraße, Gustav Sabor Invalidenstraße 159, nahe der vrnnnenstratze, empfiehlt zm Frühjmhrm SalNom sein reichdaltlgtS Lager garnirter und«nsarnirte» Strobhöte von SS Pf. an, Knabenhüt«, garnirt, von 40 Pf. an, von 10 Pf. an, Eorsett», hochschnürend, von 7S pf. an. Aandfchuh- in grofier Auswahl, sehr dillig. Tülle und Spitzen, sämmtl. Artikel mm«arniren der Hüte, als wie: Klume», Feder«. 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Austreten der neu engagiiten Svezialitäten: der englischen Gymnastikerfamiiie Feglere(5 Personen); deS b-Iiedten Komiker Trio Erosch, Jona» u, Gläser; dti I st'.ume! tal Komikers Hern Jachtau; der Duetlisten Geschw. Hause«.[1734 sowie deS Tenoristen Herrn Alberti. Theatervorstellung. Im Saal«: Tanzkränzchen. Abmds Gr JUnminatio« tlnfrÄA RA Pf und elektrisch» Keleuchtung. �Uirvv 0\J n. Volksbelustigungen aller Art.— Täglich: Concert und Vorstellung. Sperl-Treptow. NZ%%| f ÄsJFÄ'; Hr. ßoncert«. Spq,arrtät.-Worst«ll««g. z � Einmaliges Gastspiel des 2. Debüt der stutteynnastikcr DeS mdischen Jongleurs g ilr.iltotoiiÄS. Brotliers KU. I Mr. SiJj-Saii, 5 � Steiaender Beifall der Dudt'.sten Auftreten d. de!iedten Sä�.aertn und det Tenoristen � - Irl Badnam 0. A. Moor. Irl. Faoaj Eeclel Em Ml Lelmlsr, k � Anfang 4 Uhr- Enste j 25 Pf. Kinder unter 10 Jähren frei.[1742 g 6t Montag und folgende Tage: Di-selbe Vorstellung. Eatree 20 Pf. � Große Schneider-Versammlung am Montag, den 24. Mai, Abends 81/« Ubr, in Gratwett'« Bierhallen. Kommandantm» straße 77-79. T.-O.: 1. Die jetzige Lage in unserer GewertkchastSvewegung. Ref.: Herr R. Rochnitz. 2. Die Antwort dei Herm Hoff« mann und daS Neueste aus der Werkstatt von Sohni u. Huhfeld. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet die Lohnkommisfion. NB. Zur Deckung der Kosten wird Entree erhoben.[1718 „Unverzagt. Versammlung Dienstag, den 25. d- M, bei Iaeobq, LandSdergerstraße 82, Die Nachtpartie finvet am Sonnabend, den 29. d. M., statt. Treffpunkt vahnh. Al xander- platz Abends V,10 Uhc.— NB. Heute Abend gemüthlicheS Brisammensein im obigen Lokale. ]731j Der Vorstand. Unterstützungsvereiu der Buchbinder:c. Montag, dm 24 d. MiS., AbendS 8'/, Uhr, Versammlung in Aeuerstetn'S Restaurant, Alte Jakobstr. 75. T. C-: 1. Der Niedergang der Industrie unseres GewerkeS. 2. Anstag der VenrauenSmänner-Versammlung. 3. Verschiedenes und Fragekasten.[1732 Ärdeiter-Le).-Vtrew im Westen. Montag, dm 24 M i, AbmdS 8V1 Uhr, GrdnlUilhe Mttsliewvtrsmmlllig in Gründer'« Kalo«, Schwerinstraße Nr. 26. Referent Herr Dr. Lütgen au über die Stellung des Antisemitismus zum Judenthum. Gäste find sehr willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen.[1745 Mehl»«• Vorkoktgeschäft mit, auch ohne Waare billig z vrrk. Pllcklerstr. 15.[1747 Central Krankenkasse der Maurer:c. „Grnndstein znr Einigkeit". Oertliche Verwallun abstelle Berlin M. Am Sonnabend, den 29. Mai, Abends 8 Uhr, findet im Kassmlokal(Salon zum Deutsche« Kaiser, Lothrinxerstr. 37) ein vom Vorstand nur für Mitglieder arrangirtcS[1716 Tanzkränzchen statt. DaS MitaliedSbuch ist bei der Kontrole vorzuzeigen. Killet« für Herren ä 50 Pf., für Damen ä 25 Pf. find zu haben bei I Pfarr, WilSnackerstr 20, H. III. H. Raschle, Reinicken« dorferstr. 184, E. Pfeiffer, Zietmstr. 7 part., Lehmann, Nc-stiz, u. Marienvorferstraßm Ecke, Flölich. Manteuffelstr. 86, A. Sprenger. Frie« vrichSfelVerstr. 8. S. Schulze. Weberstr. 9 1, u. im Kaffenlokai Lothringerstr. 37. Der Vorstand. Versammlung des verbanckes ilmMer Immerleute Lokalverband verlm 0. am Dienstag, den 25. Mai, Abends 8 Uhr, '« Gratweil'« Bierhallen. Kommandanten- Straße 77/79, Tages-Ordnung: 1. Der Lohntarif der Hamburger Zimmerer. 2. Verschiedenes und Fragetasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Kameraden haben als Gaste Zutritt.[1744 Geffentliche KöttchergesellenoersammlnnL »on Keriin und pmgegend Montag, den 24. Mai, AbmdS ö1/» Uhr, im Lokale der Wtttwe Heise, Lichtenbergerstr. 21. T-O.: 1. Der Stand des Streiks im Hamburg und Itzehoe. 2. Bietet die Organisation Vor« theile für den Arbeiter? 3. Werden die Ar» feiten nach dm Tarif bezahlt? Eämmiliche Kollegen find zu dieser Versammlung freundlichst eingeladen. NB Der Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.[1746 Selbstunterricht » in der einfachm und doppelten kauf' männischen[°� Bachführaog und Darstellung eines neue« abS-' kürzte« System« zur doppelten Bück' Methode von G. Schmidt, Lehrer der _ Handelswiffmfchaft.. Prei« 1 M. 50 pf. Su beziehm d. d. Exped. d.„Kerit»� >«ik»biatt", Berlin, Zimmerfttaße 44 Soeben erschien: Die----------- �. vor dem veutscheu veichsills Stenographischer Bericht der Verm.'-?,". deS Deutschen Reichstages am 2. Ap"' Fünftes(Schluß.) Heft- � Zu beziehen durch die Grpebttio« ltner N-Umbiatt". Kerli» SW., 3**� straße 44. Bildereinrahm. fand, u. bill. Fülfienstr�. �Frdl. Schlfst,, sep. Etng.. s. o. sp- straße 14, v. 4 Tr. l.__ E.Schlfst.�v.f.H. b.Münster, LaufiyerstrLO� E. frdl.Schlfst. z.v,mAdmiralstr.l6, 0.22*� MöblirleS Zimmer f. Herren b. vermi-th«� Mehnert, Waldemarstr. 72._______— Arbeitsmarkt. Junge Mädchen können die,M l>� lernen Küstriner-P�atz 2. 3 Tr. linlS� Ein Sohn achtbarer Eltew, welcher� � ArssÄ" .8.«»»Im ----— ,a TH.Magler. Post-Fadrik. Lindenf «ierantevortiichn«adaktW- U. SZontzet» w Serlt« Druck und B«tag°us m%t Subwst i» Sttliu SW,»euchstlatz« ll.