1*183. Freitag, den 88. Mai 188«. Hl. Jalsr«. MerVÄsliliill Krgan für die Interessen der Arbeiter. % UHt_ f* feaaf tirtWi 1 wasi. »ollfilatr nach Bonn- und Feßtagen. Adonne»««»! öi-MMKch 4 Mar!, monatlich 1..S6 Mari,»öchmtlich S6 P, Ruatrctt s_Bf. BonntanS-Xum»«�«tt illuUrkter vtilaa« Ik M fürverlin f«i ostadoniiemmt d« fßt!We unter*?. 789.) Xoch iuttaut» ahm Erhöhung de» Preise», angenommen. Kedmttt«»: K— SKPedttüm; Ii««erNratze 44. r�i Abonnements-(Einladung. Jj® dem 1. Juni eröffnen wir ein neue» Ädonnement »Derliner Nolksblatt" mit der Gratisbeilage »»Kvsstrirtes Sonntagsblatt". � �donnementSpreis deZ h„Kerliner Uolksblatt" bf(rj5 wölt�nti. Gratisbeilage„Illustrirtes Konntagsblatt" Berlin pro Monat 1 1K. 35 Pr., pro Woche 3S Pf. svwi. Hungen werden von sänmtlichen ZeitungS Spediteuren. �»Mmen Expedition Zrmmerstrahe 44 entgegen- Hh Ä�«?�krhalb nehmen alle Postanstalten Abonnements � Monat Juni gegen Zahlung von 1 M. 34 Pf. an. Srdedttioa de»..veeltner Volksblatt", W« soll's hitmos? ,w.r�°usgns tandem? Wo soll's hinaus? Diese Frage h mu Recht aufgeworfen bei der letzten Berathuag der tinsteuer im Reichstage. Die Herren Mi- iqi lagen dem Lande immer, daß sie Geld brauche», ig gewöhnlich sehr viel Geld. Dem gegenüber wohl die Frage angebracht, wie weit da» v9®®9fJem stch so weiter entwickeln soll. Wen« h wr� �StaatSauSgabe» in dem bisherige» Maße steige«, lang anUm.n 8«* schließlich zu einem so ungeheuren Um- Z'rd, wie«n�. �ß man rathlo» vor der Frage stehe« "spruch mackt Littel aufzubringen find, auf die e« �ir sag?» ° ßehöre». An kleine« Summen in den Staats. iliraee... r!£m zu mäkeln, da« überlassen wir dem Spieß. Weißbierphilisterthum, da» es für eine gewaltige ganz nicht zu de» ti,e. J)** ansteht, wenn Herr Eugen Richter an irgend theii seine Zähne wetzt. Wir wünsche« im Gegen- dtß'»,.° sstr gewisse Dinge, für WohlfahrtSeinrichtungea kr, m7.te Kulturzwecke, mehr ausgegeben werde als bi»- Iis, tjlr!' wenig geschieht verhält« tßmäßig z. B. für öffent- F�efundheltspflege! �dtd»» oor alle» Dingen wünschen wir dazu eine grund- �te� �oordouog de» ganzen Fmanzwesen». Die indirekte» likch, wüßten fortfallen und an deren Stelle eine einzige *%. progresfive Einkommensteuer trete«. Sodann '"len•etö�e'n de« Fällen, wo heute der Staatssäckel am Anspruch genommen ist, die genaueste Spar» '»"»«N«.] JeuMeton. Mue Mutter Aoman von Friedrich Gerftäcker. (Fortsetzung) kLT'd Henriette— durfte er jetzt wage«, ihr wieder zu «%' wo et selber sogar brodlos geworden und ihr nicht«, bei weiten Gotte»welt biete« konnte, als seine Rt.' hätte ihn nicht verschmäht, da? wußte er; aber �lbg.?®'a solches Opker annehme«. Nie. Er hätte ferne ��Atung verloren für immer und keinem Menschen o ln'« Auge sehe« können. « selber mußte sich erst wieder eme Stellung im S wußte selbstständig dastehen, und dann- Sa i. 8004 auch noch so bescheiden war, das er der Ge- konnte dann erst durfte er ihr wieder " st-«ahe» und seine Werbung erneuern. Jetzt b.Jui ihn verloren, unerreichbar verloren. wem verdankte er dies alle«? Wem anders, al» Ntzt%% gewöhnt hatte und da, Frauenvolk r°,% msrn *w e vicki n. vorüber lasse», da« sah er selber er», die gestöit werde», aber dann konnte er ihm auch bkt VCTlft«»#.«- /»«r- -,Ha_- I-"-~vvv»»wy*Mv* vvirHiu/iC» UTW Anstalt, JVWP Q* �4 chw wurde— od er jetzt ganz verdarb � wu**8 verfehlt? O, er hätte bittere Thränen °' wen» et daran dachte, mit welcher Liebe s a m k e i t eintrete«. Dan« käme man dazu, auch Mittel für wahre Kulturzwecke flüssig machen zu können, ohne die Massen durch deien Au>bli»guvg zu drücken. Die herrschende« Steuersysteme find so eingerichtet, daß die Hauptlast de» armen und arbeitende« Massen auf die Schultern fällt. Ohne auf näher liegende Beispiele eirzu» gehen, wollen»ir als treffendste« Beispiel die Finanzlage der Stadt Bremen heranziehe». Bremen ist eine der.reichsten Städte, die große« Rheder und Importeure haben dort geradezu kolossale Kapitalien angehäuft. Würde man dort eine entspr echend progressive Einkommensteuer einführen, so müßte da« Finanzwesen dieser Stadt eines der glänzendste» der Welt fein. Da« ist aber nicht der Fall, sondern Bremen hat gewaltige Schulden und befindet sich in unaufhörlichen Finanzkalamitäten. Das kommt von dem falsche« Besteueruvgssystem, durch das die große» Kapitalien nicht genügend herangezogen werde«. So ist's in Bremen; so ist'S anderwärts. Es ist einmal von ervem bekannten Staatsmann der Satz aufgestellt worden, die Steuern auf oothwendige Lebens- mittel, als da find Brod, Bier, Schnaps u. s. w., brächten am meisten ein. Da« mag eben richtig sein insofern, als man keine Lust hat, die hohen Einkommen entsprechend zu belasten. Wenn man dies aber thäte, so könnten die direkten Steuern er« giebiger werden, al« die indirekten. Warum man dies nicht will, liegt auf der flachen Hand. Die Besitzer großer Ka« pitalien werden natürlich stets Alles daran setze«, um die Staatslasten auf die Lebentmittel der Masse abzuwälzen. Sie komme» so am besten weg. Wen» sich nun die Siaa'SauSgabe« ohne Unterlaß steigern, welche Mittel werden die Herren geheime» Finanz- räihe wohl noch aushecke», um da« Stamseinkommen zu erhöhen? Giebt e« noch mehr Lebensmittel, die man besteuern kann? Schwerlich, den« da dürfte denn doch wohl nicht» mehr zu hole» sei». Mit neuen Zöllen ist wohl auch nicht mehr viel zu mache«. Da« dringendste Interesse gebietet, mit neuen Auflage« ein- zuhalten, damit die Preise der Lebensmittel nicht noch mehr in die Höhe getrieben werde«. Das Einkomme« der Masse hat sich verringert, ihre Konsumtionsfähigkeit ist in Folge der gesunkenen und»och finkevdea Löhne in steter Abnahme begriffe«. Run«och die Lebensmittel zu vertheuer» ist auch insofer« sehr gewagt, indem eS dem gavzz« Finanzwese« nicht möglich ist, mit diese« Besteuerungsforme» eine gesunde Grundlage zu gewinne«. E« giebt nur ei» Mittel— äußerste Sparsamkeit und andere Besteuerungsforme«, um da» Finanzwesen gedeihlich zu gestalten. Wen« man dazu keine Lust hat, so werde» die Finaazkalamitäten sich bald berghoch aufthürmen. und Leidenschaft er alle» hinter sich geworfen, wa» ander« Mensche« für ihn aufgebaut, nur um sich ganz und aus- schließlich der Kunst in die Arme zu werfen l Hatte denn die blinde, urtheilslose Menge re�t, wen« sie auch das nur einen„Broderwerb" nannte? Gab es denn wirklich kein höheres, ideale« Ziel dabei, und war auch da« Gefühl, da« er in seine« eigenen Herze« für einen Funke» himmlischen Feuer« gehalten, der ihn entzückte und begeisterte, nicht« al« Lüge, nichts als eine Täuschung seiner selbst, ei« matte«, wärmelose« Irrlicht gewesen, da« nur allein dazu gedient um ihn vom rechte» Wege abzu- lenken? Da« war der bitterste Gedanke, der ihn quälte— alles andere hätte er leicht und gern erttagen, Mangel, Sorge», Zurücksetzung— lieber Gott, sie gehörten dazu, und jede« Talent hatte sich durch sie hin die Bahn zu Licht und Frei- heit öffne«, oft erzwinge» müsse«— aber besaß er wirklich da» Talent? Hatte Handor recht, der ihm erst gester» wie- der mit kalte«, höhnischen Worten gesagt, daß er es nie weiter als bis zum Stühletragen auf den Brettern bringe» würde? Oder war e« nur Bosheit, nichts« würdige, tückische Bosheit von ihm gewesen? Er selber fühlt« die Begeisterung, fühlte die Kraft in sich, da« Schwerste zu unternehme» und zu überwinden— aber besaß er sie auch, und würde ihn der Direktor, der, wie er recht gut wußte, sich die größte Mühe gab, junge und tüchtige Kräfte heranzuziehen, so leicht entlassen haben, wenn er selber auch nur eine Spur davon in ihm entdeckt? O, diese Zweifel an sich selbst, wie sie ihn peinigte« und seineu sonst so frischen Muth niederdrückten l Und Ketner, Keiner war da, der ihn aufgerichtet Härte nur mit einem einzigen Wort de» Tröste«; keine» Freund hatte er, in dessen Brust er sein warme« Herz nur ein einzige« Mal hätte ausschütte» dürfen! Wo sollte er ihn auch finden? — Ihre Gelage feierte er nicht mit. Wirthshänser zu be- suche», Bier- oder Weinstuben, verstattete« ihm seine dürftige» Mittel nicht; sei» Mittagessen verzehrte er in einem ganz abgelegenen, obskure» Lokal, wo eine verhältnißmäßig gute Kost zu einem mäßige« Preis verabreicht wurde. Er selber besuchte Niemanden, au» Furcht, Jemandem zur Last zu Politische Ueverstcht. Belagerungszustand aus Wunsch. Die in Neu« Münster erscheinende gouvernementale„SchleSw.> Holstein. Ztg." kündigt an, daß über Neumünster im Laufe der näch» ften 4 Wochen der kleine Belagerungszustand dürfte verhängt weiden. Es stehen nämlich dort die Former im Streik.„In betheiligten Kreisen hat die Befürchtung Platz gegriffen, daß durch eine Arbeitseinstellung in den hiestgen Fabriken größere Unruhen entstehen würden, zu deren Nieverhaltung von den Interessenten die Verbängung de» kleinen Belagerung»»»« stände» nachgesucht sein soll.— Also die Unternehmer ver» langen nach dem BelagecungSzustand, um nicht durch Lohn« forderungen„beunruhigt" zu werden. Wenn irgend etwnS geeignet ist, den Klaffenhaß zu schüren, so ist eS gewiß eine solche Forderung. AuSschrettunge« vo« Stellungspflichtigen. Au« Duisburg wird der„Rheinisch W stfälischen Ztg." berichtet: „Einige heute Mittag von der Ziehung kommende junge Leute haben stch wieder arge Ausschreitungen zu schulden kommen lassen. An der Königsstraße vergriffen ste sich thätlich an einem fie zm Ordnung weisenden Polizeibeamten, und als nachher letzterer den Hauptschuldigen arretiren wollte, setzte dieser offenen Widerstand entgegen. Da auS der Menge der Zu- schauer niemand Miene machte, den Beamten zu unterstützen, so mußte vorläufig von einer Verhaftung Abstand genommen werden." Die„Freis. Ztg." bemerk! hierzu: Nack dem Epremberger Vorgange und der neuen Theorie von der Staat»- retiung, soll es un» nicht Wunder nehmen, wenn nächstens auch über Duisburg mit Rückficht auf„den revolutionären anarchistischen Geist der Bevölkerung" der Belagerungszustand verhängt wird._ ... arme« Abgeordneten! Die Branntweinsteuer« Kommisfion, welche vorgestern über die Regierungsvorlage zu brüten hatte, gewährte einen eigenthümltchen Anblick. In- mttten der hufeisenförmig aufgestellten Tische zwiichen den Abgeordneten standen drei groß« Kübel, welche mir Ei« gefüllt find, um die Temperatur möglichst soweit abzukühlen» als eS bei Steuerdebatten nöthig ist. Auf Schließung de» Fachvereins der Maurer hat das Schöffengericht in Magdeburg erkannt auf Grund de« § 8 de» VereinSgesetzeS vom 11. Mai 1850. D»S Gericht dielt eS für ei wiesen, daß der Verein politische Zwecke ver« folgte und mit anderen Vereinen gleicher Art zu gemeinsamen Zwecken, insbesondere mit Hilfe der von dem Kongreß der Maurer Deutschland» zu Hannover in der Sitzung vom 25. März 1885 eingesetzten Zentralkommisfion zu Hamburg durch gegenseitigen Schriftwechsel in Verbindung getreten sei. AuS dnn Versammlungsprotokolle deS FachveieinS ginge zur Genüge hervor, daß er auf öffentliche Angelegenheiten einzuwirken beschloffen bade, und daß die sozialen Fragen stets in der Richtung auf Beeinflussung der staatlichen Einrichtungen und Anordnungen erörtert wären. Gegenstand der Vereins« thäiigkeit wäre vorzugsweise die Vcrdefferung der Lage der Maurer gewesen und zur Erreichung dieses Zweckes hätten die stattgefundenen Versammlungen Abänderung der bestehenden fallen— und wer sollte ihn besuche» in seiner dürftige« Bodenkammer? Er stand allein, ganz allein in der Welt, und da« einzige Wesen, da» ihn nicht verachtete und auf ih» herabsah, das einzige Wesen, wa» ihm rn Liebe und Treue ergeben war und ih« so glücklich, so selig hätte mache« können, da« mußte er meiden, durfte ihm nicht wieder nahe», und fühlte selber, wie sich unübersteigliche Schranke« zwischen ihnen aufgethürmt. Mit untergeschlagenen Arme« und zusammengezogene« Brauen ging er raschen Schritte« in seinem kleinen Gemache auf und ab, alt e« heftig an die Thür klopfte. Eh« er aber nur Herein! rufen konnte, öffnete sich diese schon, und da» spitze, rothe Gesicht de« Soufleur Mauser erschien mit einem,. laut herausgeschrienen„Guten Morgen, Herr Rebe l" auf der Schwelle. „Guten Morgen, Herr Mauser," sagte Rebe,„und wa« bringen Sie mir?" „Bringen?" lachte der Eintretende, indem er die Thür hinter sich zuzog und e« auch nicht der Mühe werth hielt, seine Ztgarre ausgehe» zu lassen—„habe ich schon Jemandem etwa» gebracht, ausgenommen zu Neujahr eine» kleinen Repertoirschwindel? Fällt gar nicht vor, aber— ein paar Worte im Vertraue« wollte ich mit Ihne« rede», Herr Rebe, und deshalb bi» ich hergekommen." „In der Thai?" sagte Rebe kopfschüttelnd—„aber dann bitte, setzen Sie sich— und wa« ist e«, wa» Si« mir vertrauen wollen?" «Ja, sehn Sie, Herr Rebe," rief Mauser und unter« brach seine Rede wieder, denn die Zigarre war am Aus« gehen gewesen und er mußte eine Zeit lang heftig ziehe«, um sie wieder in Gluth zu bringe»,„zu venraue« habe ich Ihnen eigentlich nicht«, sonder« wollte Ihnen nur...— die verdammte Zigarre hat gar keine Luft— habe« Sie nicht ein« andere?" „Ich rauche gar nicht, Herr Mauser." ,,Ja so— ich wollte, ich thät's auch nicht; e» kostet jährlich ei« schmähliche« Geld. Ich wollte Ihnen nur eine« guten Rath geben, wenn Sie ihn nämlich annehmen, denn die Herren Künstler habe« gewöhnlich ihre Spanen für stch, und glaube«, Sie könnten e» allein— was aber wäre«. Gesetze zum Ziel gehabt. DaS Kongref Protokoll st'lle außer Zweifel, daß die sog. Zentralkommisston in Hamburg ein- gesetzt wäre, um durch deren Vermtttelung unter Umgehung de» Gesetze» eine Verbindung der Fachvereine zu gemeinsamen Zwecken zu ermöglichen. Ebenso wird gemeldet, daß au» den> selben Gründen da» Gericht zu Altona auf Echließuna de» Altonaer Maurerfachverein» erkannt bat. Man geht offenbar ganz systemaiikch gegen die Maurerfachvereine vor. Die schärfere Handhabung de» Eoztaltftengesetze» macht stch Tag für Tag bemerkbar. So schreibt man der „Franks. Ztg." au» Main, den 26. Mai: Gestern fand wieder bei mehreren Sozialdemokraten Haussuchung statt, angeblich nach verbotenen Schriften. Die Haussuchungen sollen auf Grund einer anonymen Anzeige erfolgt sein.— Ein vor Wochen wegen Verbreitung sozialistischer Schritten in Haft ge> nommener Schreiner von hier wartet im Gefängniß noch immer seiner Aburtheilung. Um den Hetrathikonsen» zu erwirke« sollen künftig die Lieutenant» statt 1800 Mark ein Privateinkommen von 2500 Mark nachweisen, und Hauptleute zweiter Klaffe statt der bisherigen 600 Mark ein Jahreseinkommen von 1500 Mark. Diese Osfieiere oder ihre Frauen müffen also ein Vermögen von 43000 dezw. 71000 Mark b-fitzen. Die ExklufioitSt der militärischen Kreise wird hierdurch noch mehr gesteigert «erden.. � Et««euer Erfolg der preußische« Waffe«! Der preußi che Helm ist in Portugal al» Kopfbedeckung für die Haupiwaffengattungen angenommen und eine erste Lieferung von 3000 Helmen ist von der Berliner Militär> Effekten Firma Mohr und Sperer bereit» dortbin abgesandt worden. Angestcht» de» demnächst i« München stattfindenden Monstre-Soziallsten-Prozesse«, in den 45 Ar better verwickelt find, macht dir„Elberf. Ztg." folgende Mittheilungen über die Organisation der Münchener Sozialdemokraten. An der Spitze steht ein fünfgliedriger Ausschuß, der zugl-ich Mittel- glied zwischen der Zentralleitung der sozialdemokratischen Partei , Deutschland und den fich in München aufhaltenden Mit gliedem dieser Zentralleitung ist. Unter diesem Ausschüsse stehen dl« Klub», mindestens 25, von denen jeder durchschnitt lich 12 Mitglieder aufweist und denen speziell die Verbreitung der sozialdemokratischen Literatur mittelst einer sehr umfichttg gegliederten, über die ganze, in drei Bezirke eingetheilte Stadt ausgespannten Organisation obliegt. Jeder Bezirk defitzt einen Obmann, der dem erwähnten AuSschuffe angehört. Letzterer ist der Mittelpunkt für Alles; er besorgt die Ablieferung der ge- sammelten Fonds rc. Die KlubS haben ihre Vertrauens- männer; diese halten regelmäßige Versammlungen ab, während die Klubs in der Regel einmal wöchentlich durch ihre Ver- trauen smänner in verschiedene Lokale zusammenderufen werden. Zur möglichsten Geheimhaltung der Organisation werden die Klubmitglieder nur alS„Bürger N. N." bezeichnet und geben fich unter stch verschiedene Spitznamen— so behauptet wenig, stens die„Elberf. Ztg.", der schon sehr viele„Bären" aufge- Hunden wurden. Belgien« In Brüffel haben am Sonntag wieder 22 V e r s a m m» lungen von Arbeite rn stattgefunden, um die Organi- sation der Brüsseler Arbeiterkundgedung fortzuführen. Die Versammlung in Dampremy. an der 2000 Arbeiter sich bethei- ligten, ist erwähnen swerth, da der Führer dleser Bewegung, Advorat VolderS, einiges Licht über deren Ziele verbreitete. Er sprach fich energisch gegen die Zerstörung der Werkstätten aus, denn dann fehle eS den Arbeitern an Arbeit und da die Werke über kurz oder lang doch in den Besitz der Arbeiter übergeben würden, sei dai ein doppelter Schaden. Feste Or» ganisation. allgemeines Wahlrecht, das zu erstreben, sei da» Ziel der Arbeiter. Er schilderte ihnen alle diesem Rechte enr- springenden Vortheile und deshalb die Pflicht für alle Arbei- ter, fich an der Kundgebung, die zur Erlangung dieses Rechts organistrt werde, thetlzunehmen. Aber nur solche, die fich streng gesetzmäßig zeigen wollten, dürften mitziehen. In Brüffel strenge Gesetzlichkeit! Stoße man� aber die Ardeiter zurück, so werde man w'itere Schritte erwägen.„Ihr seid", so schloß er,„mehrere 100000 Arbeiter, da werdet Ihr schon Weg wiffen. Wir fordern nur unser Recht." Die Nachricht, daß Bismarck sein Befremden über die laxe Praxis der belgischen Behörden ausgedrückt habe, wird demen. tirt. Jedoch zeigt fich in letzter Zeit entschieden eine größere Schärfe gegen die Arbeitervereine. So hat der Bürgermeister Buls von Brüssel nunmehr die für den 13. Juni angesagt« Ardeiterversammlung untersagt. In einem an den Sekretär der Arbeiterpartei gerichteten Schreiben sagt er, daß er die seiner Verwaltung unterstellte Gemeinde den gefahrvollen Evintualitäten nicht aussetzen dürfe, welche durch Ansammlung einer so zahlreichrn Menschenmenge in der Stadt entst'hen könnten. ES sei nicht erwiesen, daß die Veranstalter der Versammlung genügende Herrschaft über die VoltSmaffen besäßen, welche fie am 13. Juni in der Hauptstadt versammeln wollen, um durch ihren Einfluß jede Unordnung vermeiden zu lönnen. Er könne nicht zulassen, daß die deadfichtigte Mani- sestation einen Umfang annehme, welcher außer Verhältniß sie ohne Souffleur, he? Wenn ich einmal mein Buch da unten zumache, so hört die Geschichte da oben auf, wie eine abgelaufene Spieldose, und sie könne« nur den Vorhang falle« lassen." „S e dürfe» wohl recht haben," lächelte Rebe weh- müthig—„bei Vielen ist das in der Thar der Fall." „Ob ich recht habe! Glaube« Sie mir, lieber Rebe, ein Souffleur guckt nicht umsonst dai ganze Zahr hinter die Koulisse« und peitscht alle Probe» mit durch. Der Di- rektor und der Regisseur— bah, wen» die da obe« an ihrem Trsch sitze« und das große Wort führe«, glauben oft, daß sie allein die Weisheit mir Löffel« gefressen haben 1 Ich könnt'« Ihnen sage», alle Nase» long, wo e« fehlt und wo'» hapert, de«» ich habe die ganze Geschichte am Fädchen! Aber Mauser ist klug, Mauser hält'« Maul und denkt: wo'» Dich nicht juckt, da kratz' Dich nicht— so denk ich I" „Wa» aber hat da» mit dem guten Rath zu thun, de« Sie mir gebe« wollten, Herr Mauser?" sagte Rebe, der sich heute grade nicht i» der Stimmung fühlte, da» Ge- schwätz de» Manne» mit anzuhöre».„Ich begreife nicht recht..." „Da« will ich Ihnen sagen," unterbrach ihn Mauser, indem er die jetzt wirklich ausgegangene und halb zerkome Zigarre ärgerlich und ziemlich rücksichtslos i« die nächste Ecke schleuderte, wie er da» in der Bierstube zu thun gewohnt war—„ich bia Ihr Freund, Rebe, ich meine e» gut mit Ihnen, ich kenne auch den ganze« Schwindel und die Geschichten, die Sie hier gehabt haben, aber wen» sie meinem Rath folge» wolle», so mache» Sie einfach die Bude zu." „Die Bude zu?" „Ja wohl, da« heißt: werfen die bunte» Lappen fort und trete««icht wieder auf!" „Nicht wieder auf?" „Nein, gehe» vom Theater! Sie passe«»icht dazu! Sie habe» nicht de» rechten, genialen Wurf,«s fehlt Ihnen — mit Emern Worte, S e sind kein Schauspieler I" „Wen» Sie nur so freundlich sein wollten, das Alle» ein klein wenig leiser zu sage«, mein lieber Herr Mauser," bemerkte Rebe, dem es aber doch wie ein eisige« Gefühl stehe zu den Kräften, über welche er verfüge. In Gemäßheit seiner verfassungsmäßigen Befugnisse werde er alle Maßregeln ergreifen, welche er für nothwendig halte, um einem Verbote Achtung zu verschaffen. In Lüttich empfing der Gouverneur der Provinz alle Stetnarbeiter und sicherte ihnen fein« Vermittlung bebufs Verminderung ihrer Arbeitszeit und Erhöhung ihre» Lohnes zu. DaS anarchistische Journal„Ni Dieu ni Maitre" bat sein Erscheinen eingestellt, da e» keinen Drucker in Brüssel finde« konnte. H o l l a» v. In Erwiderung auf verschiedene Petitionen, betreffend die Einführung von G e t r e i d e z S l l e n, hat stch die Regierung bestimmt gegen eine solche Maßregel ausgesprochen. FrK«rreich« Ein weiterer Schritt für Trennung von Staat und Kirche ist geschehen. Die Budgetkommisston hat mit 12 gegen 9 Stimmen und einer Stimmenthaltung stch für die Besei« tigung deS Kultuibudget» ausgesprochen. Von dem radrkalen D-vutirlen Guyot ist ein Antrag angekündigt, dem zufolge die Fonds de» KuliuSbudgetS zur D Spofition der Ge» meinden gestellt werden sollen, welche über dieselben zu KultuS« zwecken oder zu anderweitiger Verwendung verfügen können. Auf die Bemerkung deS„Journal de» D-bats", dem Grafen von PariS könne nicht« vorgeworfen werden, als daß er seine Tochier verhetrathet, seine Freunde bei fich em- pfai'gen und einen Extrazug genommen habe, entgegnet heute die„Justice":„Die„DSrntS" lassen woblweiSlich unerwähnt, daß der Graf von PariS 1871 an dem Versuche, daS König- thum wieder herzustellen, rheilgenommen hat, denn Die,„Döbati" hatten jenen Versuch seiner Zeit begünstigt." Der Gerichtshof von Montpellier hat die beantragte vor« läufige Freilassung von Duc-Quercy und Roche verworfen.— In einer der vorigen Nächte erfolgte wieder in Decazeville eine Dynamit> Exploston vor der Wohnung eines derjenigen Arbeiter, die nicht gestreikt haben. Im Bergwerk P-ychagnard(Departement Jföre) ist ein Streik ausgebrochen. Ursache ist die Anstellung piemon- testscher Ardetter. Großbritannien. Man schreibt der„Voss. Ztg.": DaS OberhauS hat stch nochmals ali die feste Burg aller englischen Vorurtheile be- währt, indem rS wie schon so oft zuvor den seit 40 Jahren mindesten? j'deS dritte Jahr einmal eingebrachten Gefetzent- wurf zur Gilttgerklärung der EheeineS Manne» mit der Schwester seiner verstorbenen Frau mit 22 Stimmen Mehrheit verwarf. Nichtenglischen Ohren klingen die auf einigen mißverständlichen Weiihettlsprüchen de» altm T«stamentcS beruhenden Ausführungen der Gegner dieser Neuerung geradezu unglaublich. Der Herzog von Argyll, der den Hauptkampf im Interesse der Theologen führte, sagte, ein Mann dürfe deshalb die Echwister setner verstorbenen Frau nicht beirathen, weil er nach der Bibel„ein Fletsch" sei mit seiner Frau.„Ein Fleisch" mache die beid-n Gatten in ihrer Persönlichkeit vollkommen identisch. Der eine Gatte stehe den Geschwistern deS andern deshalb eben so nahe, wie dieser selbst. Ein« Ehe obiger Art wäre also Blutschande. Eckön! erwiderte dem schottischen Herzog der liberale Lo.d Bromwell, wenn die beiden Gatten so sehr„ein Flrisch" find, dann darf auch mein eigener Bruder nicht die Schwester meiner Frau Heirathen, denn, da ich mit meirer Frau„ein Fleisch" bin, daß deren Schwester meine Schwester ist, ist ste folgerichtig auch meines B'urerS Schwester. Theologen und tbeologifch er» zogene Grlster lassen fich aber durch logische Gründe nicht überzeugen und so ging denn der sündige Gesetzentwurf den Weg alles FleischeS. Zur Erläuterung der Folgen, die dieser Zustand herbei'ührt, mag nur erwähnt werden, daß in den australischen Kolonien diese in England verpönte Art der Ehe gestaltet ist, daß aber Kinder, die dieser Ehe entspringen, in England, dem Mut'erlande. selbst nicht al» eh liche angesehen werden und deshalb auch dort nicht erbberechtigt find. All- jährlich entstehen daraus Unzuträglichkeiten für heimkehrende Kolontstenfamilien. Schließlich werden dlese Unzuträglichkeiten nothwendig machen, waS daS Gerechtigkeitsgefühl und Denk- veraögen der englischen Theologen nicht zugestehen will. Es bestätigt fich, daß daS Kadtnet stch trotz de« Wider- standes Moiley's(des OdersekreiärS von Irland) schlüssig ge- macht bar, behufs Besetligung des Widerstandes der Radikalen in der H o m r r u l e v o r l a g e die Klausel fallen zu lassen, welche die irischen Vertreter aus dem Reichsparlament aulschließt. Die Regierung hofft jedoch nicht durch diese» Zuge- ständniß den Anhang Harllngton's zu versöhnen. Gladstone wird in einer liberalen Parteiversammlurg nähere Aufschlüsse geben und zugleich erk'ären, daß er, fall» kein Ausgleich zu Stande komme, die Genehmigung der Königin zur Auf« löfung de» Parlament» besitze. Drese Genehmigung hat er in Windsor vor der Abreife deS Hofes nach Schottland eingeholt. durch'» Herz schoß—„hier nebenan wohnt ei» junger Mann, den Sie doch nicht in da» Gehermnrß gezogen haben wolle«?" „G-Heimniß? Verdammt wenig Geheimniß ist dabei, R,bel" schrie Mauser—„die ganze Stadt weiß et! Aber Sie wissen auch, daß ich»icht leiser sprechen kann— ich muß schreien, wenn ich nicht in dem verfluchten Kaste» fitze, und dort.fitze ich lange genug, da» weiß der Himmel, Morgens vier, fünf Stunde», und Abends beinah' eben so viel!" „Dann wolle» wir lieber einen kleinen Spaziergang machen." „Danl' Ihne»— jetzt will ich erst esse» gehe» und nachher schlaf' ich— bin auch nur heraufgeklettert, um Ihnen da« zu sage«. Glaube» Sie mir, Rebe, ich meine e» gut mit Ihnen, Sie passen nicht in die Lumperei— Sie sind ein anständige, Kerl, aber ein anständiger Kerl ist»och immer kein erster Liebhaber und der werden Sie im ganzen Lebe« nicht." „Ich danke Ihnen, Herr Mauser," sagte Rebe kalt, denn er fing an sich über den Mensche» zu ärgern,„ich werde mir die Sache überlegen." „Ja, das kenne» wir schon," brummte der Souffleur —„überlegen, da» heißt, es noch eine Weile so hingehe» lassen und dann doch rhu», was Sie freut— Alte Geschichte! Aber meinetwegen— wer«icht hören will, muß fühle», und da« seh' ick» jetzt schon; Sie geben keine Ruh', bi» Sie ein- mal eine größere Rolle irgendwo kriegen und dann richtig von der Bühne heruntergepfiffen werden— nachher ist Friede." „Sie urtheilen sehr hart." „Ich bin weiter nicht» al» Souffleur, aber ich kenne den Schwindel, Herr R-be— ich kenne den Schwindel, mir brauchen Sie kein X für«in U-u machen, und ich habe schon Manchem auf de» richtigen Weg geholfen— da« ist mein Geschäft." „Aber Sie werden mir doch zugestehe«, daß eine wahre und aufopfernde Liebe zur Sache.. .Papperlopopp. rede» Sie mir»icht von Aufopferung und Liebe! ruf der Soufflrur—„Sand in die Augen, Italien. DerMaurerstreitlnTurtn dauert fort und w>» den dort neuerdings Verhaftungen vorgenommen. Dem% langen der Streikenden nach Abkürzung der Arbeitszeit mW wahrscheinlich stattgegeben werden. Vom 25. bi» 26. Mittag kamen in Bari 3 Choleraerkra» kunaen und 1 Todesfall, in Venedig 22 Erkrankungen un» 12 Todesfälle vor. Spanien. Madrider Zeitungen melden, daß die Polizei dieser!W in Madrid eine Niederlage revolutionärer Proklv' m a t i o n e n aufgefunden habe. Der Besitzer de» Hauses, m dem die Proklamationen saifirt wurden, ist verhaftet worden. Rußland. Die Anwesenheit der rus fischen Kaiserfamilie in... W hat offiziellen Persönlichkeiten Gelegenheit zu nationalen Kund- gedungen gegeben, welche im Auslande nicht ohne BeachtM bleiben werden. So sagte daS Stadthaupt von Moskau m einer Ansprache an den Kaiser mit Hinficht auf die VerstäckuA der Flotte des Schwanen Meeres, der Glaube befestige st» daß„daS Christenkreuz auf der h eiligen Sofia erglänzen werde., Es verlautet, eine Anzahl Petersburger Fadrikardci' ter hätte det dem Stadthauptmann eine Bittschrift um nehmigung der Bründung eine» Ardettervereini nachgc sucht. ES erfolgte sofort die Verhaftung sämmtltcher Ui# zeichner der Bittschrift! So weit find wir doch nicht, daß du Bitte um eine Genehmtguna schon geahndet wird.—% leicht in Zusammenhange damit steht folgende» Telegramffldf „Franlf. Ztg." aus Petersburg, 26. Mal. Unter den Arb«' tern hiefiger Fabriken find Verhaftungen vorgenommen den. In einer großen Baumwollenfadrik wurde ein Schrnd« NamenS Alexandrow verhastet, weil derselbe in einem Ecb«£ lokal aufrührerische Reden vor Arbeitern gehalten hatte.$ einer anderen Fabrik find acht Arbeiter durch die GeheimpoW verhastet worden. Balkauländer. Die„TimeS" wirst die Frage auf, ob eS nicht angC# erscheine, durch Einstellung derBlokade anzuerkeni»«' daß in Griechenland eine friedliche Wendung der Dinge n'' getreten sei. Es sei zwar noch zu früh für die europäisflj® Mächte, ihr gemeinsames Handeln aufzugeben und die kombinw- Flotte aufzulösen, gleichwohl wäre unter den jetzigen Umstand� lein Grund abzusehen, weshalb die Flotte nicht nach£ Sudabai zurückkehren und den Griechen nicht die Freiheit W1 Bewegung zurückgeben sollte. Letztere dürste schwerlich g«®1? braucht werden. Uebereinstimmend hiermit schreibt die ofstM Wiener„Polit. Korresp.":„Ein diplomatischer Schritt � englischen Kadinet» bei den Mächten, welcher die AufhedM der Blokade an den griechischen Küsten und die Konzmttinm der Flotten in der Sudabai anregt, sei unmittelbar 0� stehend.". Die Nachrichten aus Griechenland bringen fortg� neue Details, welche die Pazifizttung deS Landes betrest®' Nach einer Athener Meldung von gestern wird fich der nach Korfu und alSdann nach dem Auslände begeben.* Entlassung der Reservisten begann gestern.— Tritupi» gestern in der Kammer einen Gesetzentwurf einbrtn«�. nach welchem die Zahl der Deputirten auf 150 herabg»!� werden soll..,-z DaS ostrumelische Wahlresultat ftW"* L nach einem Wolff'schen Telegramm auS Sofia sehr güm>>8'. den Fürsten zu stellen. Von 30 definitiven Wahlen find" 4 für die Lvvofition ausgefallen. In sämmtlichen üdw. Wahlkreisen hal dir Regierung zwar nicht die absolute MaM. jedoch Majoritäten, welche den Sieg bei der Slichwabl o0ta sehen lassen. Der türkische Gesundheitsrath beschloß. Provenienz"®°, italienischen Kontinent und zwar von der ftanzöfischen i bi» zum Kap Leuca, einer fünftägigen Q u a r a n t a i n e» unterwerfen und die bisherige zehntägige Quarantaine g«» die italienische Adriaküste aufrecht zu erhalten. Anterika. Die Möbelfadrikanten von St. LouiS schloffen am ihre Fabriken, nachdem fich die Arbeiter geweigert hatssid einen zehnstündiam Arbeitstag einzugehen. 2000 Arbeiter>»• den auf diese Weise beschäftigungslos._>. J Auch in St. LouiS hat die Polizei jetzt eine RiM« � anarchistische Agitatoren begonnen und es st" V reit» vier Führer verhaftet und gefänglich eingezogen A f ri k a..... � ES scheint, daß der englisch« Gcneralstab angtfiemf pi offenbar immer näher rückenden Grfahr eimS abermangr« � griffeS der Aufständischen im Sudan 8(8%# egyptische Grenze wieder dem beliebten Vertuschu�!?� 't bat. Dtt■"(«< tsi »st hulbigt, welches schon so oft Fiasko gemacht hat. D' fache, daß in Kreisen der Eingeborenen, welche surgenten bisher Fühlung hatten und immer gut waren, an eine derartige im Zuge befindlich« da« ist der Schwindel— mit einem Ohr unteo»m drin, und doch immer dabei thun, als ob man keine»v � hätte, daß überhaupt ei» Souffleur auf der Welt � Liebe zur Sache! Frage» Sie einmal Pfeffer' Sie wissen doch, daß der Mann von Pfeffer'» � der dicke Stelzhammer, steinreich von Brasilien J gekehrt ist und die Jette jetzt einen Grafen heirathe»* „Einen Trafen?" t»e» „Gewiß— der Alte hat ihn fich besoads«»„n Zwecke mitgebracht. Waren auch bei mir uvd ha° einen Besuch gemacht und den ganzen Schwindel erz da» ist ein Glück, wa» da» Mädel macht!" „Aber da» ist ja gar nicht möglich I' i i# „Möglich? Sage» Sie mir einmal,_ wa» au, � verrückten Welt nicht möglich ist— ich weiß nicht ich habe schon zu lange mit Ihnen geschmatzt weiter, fünf Miauten über Zwölf— meine S? kalt! Also folgen Sie meinem Rath, Rebe- prW Sie das Mimen anderen Leute«, die da» besser. gtm und die de« Pfiff weghaben— am besten, S'« ö 9# unter die Millionäre; sollte aber da keine Stelle, M »a dann irgend ein ehrliche» Handwerk, liebe S zirer oder ein Riemer, wie ein schlechter Schautt� �4 ij aufgreifend und sich dabei Rebe war empor» uoer va» ruapq>»-'' � Menschen, und wer weiß, ob er zu jeder an hochnäsige Unverschämtheit desselben l* 9 tzer � hätte. Jetzt war er gebrochen, und w � ad. üi kaum die Thür hinter sich zugeworfen, san. u»b«r Stuhl, deckte sei» Aatlitz mit der s dort still und regungslos eine lange, lang«»» � arbeitete in glück». ihm: da» Gefühl seine» SCubontfen fest geglaubt wird, ist ein zu bedenMchei mptom, um ei unbeachtet zu lasten. Der NU ist thatsäch- im Steigen begriffen und seit Monaten wird der Bor« «aisch der Sudanesen für diesen Moment vorausgesagt. Der mldzug soll nach einem vom falschen Propheten hinterlassenen «lane ausgeführt werdtn. Glänzende Erfolge werden von den Emirs ihren Gefolgschaften in AuSficht gestellt, der Rück- W# der Engländer wird alS Beweis ihrer Schwache auSge« deutet und die fortdauemde Ollupation zum Vonvonde ge« Ummen, um dm fanatischm Schaaren die RothwmdigteU der Befreiung deS islamitischen Territoriums vom fremden Ein« Mngling verzudemonstriren. Kapitän Stuart, welcher über Wady Hülsa hinaus RekognoSzirungen unternahm, ist in «tro eingetroffen und seine Berichte sollen lonform den von «vionen überbrachten, wenig beruhigendm Nachrichten lauten. apostolische Bilar Monfignorr Sogaro, welcher kürzlich N oberen Nil zurückkehrte, wo er vergebliche Versuche zur Erforschung der momentanen Lage der gefangenm katholischen Priester und Europäer macht«, scheint nur die Bestätigung der W zum letzten Oktober reichenden Nachrichten erhaUen zu Mden. Abermals wird ein Franzose alS VertraumSmann des Nachfolgers deS Mahdi bezeichnet. Unter Leitung dieses ormzosen wurden tzinterladerkanonen im neuerrichteten Alse- M« von Khartum geaoffm. Um in den Kampf zu ziehen, slwen die meisten EmirS die Austragung ihrer inneren Zwiftig- «iten vertagt und stch bereit erklart, die Führerschaft deS dlhalifen El Ncjumi anzuerkennen. In Berber sei der Sammel« «otz und von dort werde der große Zug nach Dongola deginnen. Kommunales. Sw. Das Kuratorium der städtische« Markthallen ist am Mittwoch eine Sitzung ad, in welcher der deffnitioe dschluß deS Vertrages mit den Werderschen und Glindower �Händlern stattfand. Wie bereits gemeldet, werden für die« lüden die an die Markthalle angrenzenden Bauplätze zu Ver« WlSstSnden hergerichtet werden und zahlen dieselben eine x°chtsumme von 20 000 M. Behufs Abstellung der vielen in Bezug auf die mangelhafte Ventilation in den �»rnhallm ist eine Sudkommisston eingesetzt worden, welche dem Etadtbaurath Blankenstein in Berathung treten soll üb« die Mittel zur Beseitigung diese» UebelstandeS. Bisher Sft mit Ausschluß der Zentralmartthalle für die übrigen drei Mkthallm die Zufuhr nur diS 6 Uhr Morgens gestattet. i-üser Zeitraum hat stch indessen als nicht ausreichend erwiesen, �«aß das Kuratorium in der Voraussetzung der Zustimmung 7>??,1- Polizeipräsidiums beschloffen hat, die Zutuhrzeit biS Jt Uhr auszudehnen. Die Butterhändler in der Markthalle in Blnotheenstraße haben stch beim Kuratorium über die un- «q�Mbetm zu geben, ihre Verkaufsstellen in der Markthalle Gerichts-Zeiwng. k,_+ Et« Nachspiel zur letzte« Etadtverordneteuwahl ZI Kommunalwahlbezirk(Pickenbach> V ortmann) blldete der Mß, der gestern vor dem hiestgen Schöffengericht gegen den -übakteur der„Staat«b.'ZMSvvrstehtr Windeck und Plüschke nicht erweislich wahre vetjfW&L" behauptet zu haben, die geeignet find, diese Herren zuiewn-N machen und in der öffentlichen Meinung herab. sich um bt, 3��" gegen§20 deS PreßgesetzcS) Es handelt Antls,m!» �eproduzirung jenes bekannten WahlprotesteS der betanntti� c�'M die Wahl des Forlschrittlers Vortmann, der Nittn.R.5 L. dem WahlprüfungSauischuß der Stadtverord. sätlickf.rt ��iunßLVeranlaffung zu einer Prüfung der That- die A-r.-" vorgebrachten Behauptungen gab, die ein für Dies,nai"g� Bickenbachs sehr unerwünschtes Ergebniß hatte. mit Brotest hatte die„StaatSd�Ztg." veröffentlicht und ihn ««tckK,,« c5�iligen Bemerkungen über die gegnerische Partei demselben war u. A. behauptet, daß die Wahl- im". P* müste Agitation sogar von Nichtwahlberechtiaten selbst geduldet hätten", daß den Wählern Vort- bei Eintrittskarte zu einem Feste mit„Freibier" am Abend «litt-if. V8 in Altermann'S Saal, Dennewitzstraße 13,„un- «orfin-n�"eben dem Wahltische unter den Augen der Wahl« leibt in Gegenwart vieler Wähler, die erst ihr Wahl- RmbC, tP. rvollteu," verabfolgt worden wäre, daß diese kzr,,"»vielleicht al« Legitimation zur Gtlderhebung" gedient %Uln L �r„Wahlvorstand der Unterabtheilung in der Neu,». esrS Ehrenamt nicht hätte ausüben dürfen, da er in iwJyl Zeit wegen Betrüge« zu Gefängnißstrafe verurtheilt »��st��aßebenderselbeseine��� � iinb wieder wurden draußen Schritte laut— ti mußte ki19"« Fremdes fein, denn sie gingen herüber und hinüber. tz.i horchte auf— links von ihm, an einer verschlossenen »j,"'ammerthür, wurde angeklopft. Er stand auf und si��Thür, die er öffnete, den-, der kleine Vorsaal war »N Jemand da?" »Sie entschuldige», wohnt hier Herr Rebe 1" »Da« bin ich selber— bitte, treten Sre näher." "U störe doch nicht?" ~ llut wem Hab' ich die Ehre?" be»»k?ch muß mich selber vorstellen, bester Herr," lächelte Fremde etwa» verlegen,»und— und komme Sathir jjn— im Interesse einer uns Beiden befreundete» ue. Mein Name ist Jeremias Stelzhammer." i» Stelzhammer?" rief Rebe und fühlte, wie ihm Änt,!? r�ug«l> blick da» Blut in einem wahren Strom in'S Sie 5 Ich«»—»von— von Brasilien— aber wollen A' Platz nehmen?" ,~~ ja," sagte Jeremias, der überhaupt nicht »tick wie er beginne» sollte.„Sie— Sie kennen ss« und haben von mir gehört?" S%'cf a' m bunden und nach einer Besprechung mit dem Henn Doktor, wurde das„Arbeiterschutzgesetz" auf die Tagesordnung gesetzt. Daß dieses Vorgehen des Vorsitzenden für die Belheiligten schon überraschmd war, läßt stch denken, umsomehr, da über daS betreffende Gesetz schon dreimal referirt war.— Dr. Schnei« der führte nun, nachdem er stch über die Schutzzölle des län- geren verbrettet, in echt freifinniger Weise etwa folgmde« auS: „In letzter Zeit habe bei allen Parteien ein Wettlauf um den Schutz des Arbeiters stattgefunden, hauptsächlich seien eS das Zentrum und die sozialdemolratische Partei, die stch in diesem Wettlauf hervorgethan hätten. Die freifinnige Partei habe daran nicht Anthett genommen, weil fie nicht Gesetze schaffen wolle, die stch in der Theorie gar gut anhörm, aber in der Praxis undurchführbar seien. Die deutschfreistnnige Partei gehe von dem Grundsatz auS, wenn Gesetze zum Schule des Arbeiter« geschaffen werden sollm, man darauf bedacht sein müffe, daß die Vortheile, die die Arbeiter dadurch erzielen, dm Andern keinen Schaden verursachen.(Mit andern Worten, der Profit der Unternehmer dürfe dadurch nicht geschmälert werden.) Die Gewerbeordnung mthalte bereit« Bestimmungen, durch welche der Arbeiter genügend geschützt sei, auch durch die Koalitionsfreiheit sei der Arbeiter in der Lage, seine ma- tertellen Jntereffen jederzeit verbessern zu können; daS Heber« gewicht des Arbeitgebers mittelst des Kapitals würde durch die Koalitionsfreiheit der Arbeiter ausgeglichen, überhaupt detrachte er eS als einm Eingriff in die Rechte der Arbeiter, wmn ihre materielle Lage mittelst ReichSgesetzeS ge- regett werden sollte. DaS ReichSarbeitsamt und die ArdeitSkammern sollen die Differmzen zwtschm Arbeit- {eber und Arbeiter, sowie die Minimallöhne regeln: er(Redner) alte dieS für unausführbar und bez ichnet ei als eine Utopie; erst müßten stch Arbeitgeber finden, die für Mtnimallöhne arbeiten laffen. Die freifinniae Partei sei für Vermehrung der Fabrikinspektoren eingetreten, da dieselbm ihre volle Schuldig- kett gethan hätten. Durch die Errichtung von Gewerdeaerichten würdm die Differenzm zwischm Arbeitgeber und Arbeitnehmer gelöst, doch sei die deutschfreistnnige Partei nicht für obliga- torisch« Gewerbegerichte, denn in vielm Provinzm, zum Beilpiel Pommern, seim solche Gerichte unzulässig, da dort solche Gerichte nichts zu thun haben würdm, die Beamtm ihr Gebatt umsonst beziehen und den Strebem Thor und Thür geöffnet würde. Redner geht zur Kinder« arbeit in den Fabriken über; seine Anficht sei, daß e« wünschenS- werth wäre, dieselbe einzuschränkm, doch sei die Einschränkung wieder ein Eingriff in die Rechte der Arbeiter, da dre Kinder den Eltern in der Erwerbung der Nahrungsmittel Hilfe leisten müffen. Auch die Frauenarbeit dürfe nicht in solchem Um- fange verboten werdm. Die Nachtarbeit in den Rübenzucker« fabrikm hält Redner für die Fraum für unschädlich, wie er überhaupt Gegner der Abschaffung der Nachtarbeit ist. Nach- dem Herr Dr Schneider sich noch über den Streiterlaß im Sinne Bamberger'S ausgelaffen, erklärte derselbe, die deutsch- freifinniae Partei würde stet« am Platze sein, wo eS stch um daS Wohl dec Arbeiter handelt. Ein kläglicher Beifall, wie er wohl noch in keiner Versammlung dagewesen, be- lohnte den Redner; nämlich im Ganzen zwei Personen llatschtm ihm wüthend Beifall zu.(Man muß daS lange Gestcht des Herrn Dr. S. gesehen haben, um fich einen Begriff zu machen, wie sehr er fich durch dm unendlich großen Beifall geschmeichelt fühlte.) Doch eS sollte noch beffer kommm. Herr Dr. Schneider hatte fich wohl nicht vermuthet, in der Person deS zweitm Vorfitzenden einen Gegner zu finden. In der Diskusfion wies Herr Wille darauf hin, daß die Schutzzölle nur durch die gegenseitige Unterstützung der interesstrtm Parteim zu Stande gekommen seien. Obwohl man dm Ar- beitem versprochen, die Löhne würden durch die Zölle steigen, hätten dieselben jedoch biS heute vergeben« darauf gewartet. In Betreff deS Arbetterschutzgesetze« erklärt Herr Wille, daß es von zwei Seiten betrachtet werden könne, von der Seite der Interessenten de« Kapitals und von Seiten der Arbeiter. Der denkende Ar better wisse sehr genau, daß er mtttelst der Gewerbeordnung seine Lage nicht verbessem könne. Die freie Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeit« nehmer könne jeden Augenblick wieder gebrochm wer- dm. Die Harmonie zwischen Kapital und Arbett sei nur eine Phrase, die nur dazu diene, dm Arbettem Sand in die Augen zu streuen. Der Arbeiter sehe in der ge- setzlichm Regelung der Arbeit daS einzige Mittel, seine Lage zu verbeffern und zu seinem Rechte zu tommm. Weshalb ge- ladt die fteifinnige Partei diesen Forderungen schroff gegen- über stehe, sei dm Arbettern vollständig klar, da die Deutsch- freifinnigen die Vertreter de« mobilen Kapitals seien; würdm fie dem Arbeiter daS Recht zugestehen, auf gesetzlichem Wege seine Lage zu verbessern, so würden dadurch vielleicht die Pro- fite und Dividenden geschmälert. Die Eiawmdungen gegen das Arbetterschutzaesetz seien lächerlich. Die Kinder sollten in Fabriken nicht arbeiten, fie würden dadurch in der Entwicklung zurückgehalten, auch leide die Sittlichkeit darunter» wenn fie mit Erwachsenen in denselben Räumm beschäftigt würden, da dort oft Worte gesprochen und Thatm ausgeführt würdm, welche auf daS Gewüth der Kinder deprimirend wirken müffm. Auf die Frage des Abgeordneten Baumbach: wa« humaner sei, die Kinder zur Arbeit oder betteln schicken, müffe er(Redner) antworten, daß die Arbeiter beides nicht wollen. Ersten« mache daö Kind mit seiner Ar- beit dm Eltem selbst Konkurrenz: zweitens müßten die Ar- beiter soviel verdienen, daß fie rbre Kinder allein ernähren können. Die Einwendung, daß der Normalarbeitstag die Löhne zum Sinken bringe und dieJndustrie schädige, sei ebenso lächerlich, wie die Einwendung gegen die Kinderarbeit; ein denkender Arbeiter laffe sich dadurch nicht irre führen. Die Arbeiter sollten fich die Herren ansehen, die solche? umbringen und eS wird ihnen einleuchten, in welchem Interesse dieselben handeln. Wenn überhaupt erst jeder Ardeiter anfangen würde nachzudenken, dann würde die deutschfreistnnige Partei bald auS dem Reichs- tage weggefegt werden, da fie nur auf den Stimmenfang der Arbeiter ausginge. Hier erhob fich der Vorfitzende Herr Russow und entzog Herrn Wille daS Wort; gleichzeitig löste er die Versammlung auf, angeblich weil, wie er meinte, über Politik gesprochen wurde, und doch war der ganze Vorttag deS Herrn Dr. Schneider ein politischer. Nachden konferirte der Vorfitze de mit dem überwachenden Beamten, dann forderte erden Wirth auf, da« Lokal zu räumen. Obwohl die Versammelten höchst empört waren über diese Handlungsweise ihre« Vor« fitzenden Herrn Russow, verließen fie doch in aller Ruhe da« Lokal. * Allgemeine Stuhlarbetter-veretnigung. Dm Rtt» gliedern zur Nachricht, daß die Generalversammlung am o>- d. MtS. ausfällt. Am Sonntag, den 30. Mai soll eine Partie nach Wannsee, NowaweS und Potsdam stattfinden, wozu Mit- glieder und Freunde eingeladm find. Abfahrt vom Scklefische« Bahnhofe früh 6 Uhr 29 Minuten. Abmarsch von Wannsee 9 Uhr. Diejenigen, welche erst MUtagS fahren, werden voa Bahnhof Neuendorf abgehott. I« der kretreligiöse« Gemeinde spricht am Sonntai Vormtltag 10 Uhr, Rosenthalerstr. 38, Herr Schäfer über d» Thema: DaS Recht auf Arbeit und daS Recht der Arbetl Zutritt Jedem frei. * Berliner Turngenossenschaft(6. Lehrlings- Abtheilung) jeden Dienstag und Freitag von 8—10 Uhr Abends t« der Turnhalle, Zehdenickerstr. 17. Verein sämmtlicher BernfSklasse«, Berlin L(E. H Nr. 2.) Sonnabend, den 29. d. M, Abend« 8 Uhr, Münf straße 5, Versammlung. Gäste find willkommen. Neue Mit- glieder werden in der Versammlung, sowie beim KasfiM Schilling, Koppenstr. 48, aufgenommen. Kleme Mittheilungen. Catania, 23. Mai.(Vom Aetna.) Der Aetna entfaltet eine unheilverkündende Thätigkeit. Der Ausbruch hat, abge- sehen von den voraufgehenden Erderschütterungen, damit de- gönnen, daß der Zentralkrater am 18. d. von 11 Uhr Moraev» an Rauch, Flammen und Asche emporwirdelte. In der Naflj vom 18. auf den 19. scheint fich dann gegen 1 Uhr Morgen« der Krater von 1883 wiedergeöffnet zu haben, au« dem auck schon bald Lava auszufließen begann. Zur Zeit sollen nim' weniger al« 11 Kratermündungen, darunter 3 von außerordentlicher Größe, thätig sein. Od die Ziffer elf zutreffend ist, mW bei der Erregbarkeit der Phantafie deS Süd-Jtalieners dahingestellt bleiben. Soviel ist ficher, daß fich die vulkanische Thä- tigkeit, abgesehen von dem bloS Asche und Steine schleudern- den Zentralkrater, bisher auf den nach Catania# abfallenden Eüdabhung des BergeS beschränkt# Der Nicolofi zunächst gelegene Krater soll achteinhalb Kilometer von diesem Orte entfernt sein. Ein ander« Krater sei, so heißt eS, in dem Thal zwischen Monte N«« und Monte Grosso entstanden. Der hauptsächlichste Lavastrvojj der ungefähr zweihundert Meter breit ist, soll von Nicaloß noch fünf und von Belpaffo neun Kilometer entfernt sein. Wr her find ihm bloß einige kleine Kastanienwüldchen, die Flammen aufgingen, zum Opfer gefallen. UebrigenS madj«1 fich die Bewohner der meistbedrohten Ortschaften Pedal«, Nicolost und Belpaffo auf daS Schlimmste gefaßt. Trotzdei» in Biancavilla einige Bauernhäuser einstürzten, find Menschefl- leben bisher nicht zu beklagen gewesen. Gefahr droht, nS® Professor Silvestri, bloß von den südlichen Seitenkegeln, n'®1 aber vom Hauplkrater, der fich vorausfichtlich auch fernerhw mit dem unschuldigen Scherz deS SteinewerfenS begnüg«' werde. Von Catania aus, wo die andauernden wellemörrtfj gen Erdstöße daS Volk in Schrecken und Aufregung halten, w vaS Schauspiel in seiner ganzen Großartigkeit wahrnehmbar- Dichte Rauchwolken bedeckten einen großen Theil deS mels, und der kanonenschußähnliche Knall der verschieden� ÄuSwurfSkrater war deutlich hörbar. Die Zahl dec Neugü rigen, welche herbeiströmt, um da« Naturschauspiel zu detra® tm, ist sehr groß. Et. Veit(an der Triesting). 25. Mai.(Vom Blitz«- schlagen.) Durch daS Triestinglhal zog gestern Nachmittag em schweres Gewitter; dreimal schlug der Blitz ein. Der Blttzstrahl fuhr in die Krupp'sche Villa auf dem KrewelSb/rgr bei Berndorf; der zweite zerschmetterte bei der Kllnaer �u ,« in EnzeSfelv einen Nußdaum; in beiden Fällen ward« wetterer Schaden angerichtet. Schlimmer ging eS beim Schlage. Ferdinand Rupsch, welcher in der Berndorfer fongwaarenfabrik als Arbeiter bedienstet war, ging mit srmf? Weide in die Wälder nächst Veitsau, um Holz zu holen, an» seine Mutter war bei ihm. Die drei Personen wurden dem Heimwege vom Gewitter überrascht. Rupsch, ein vierzig jähriger Mann, welcher in der Mitte ging, wurde vom Blitze getroffen und war augenblicklich tobt; die beiden Frau« wurden zu Boden geschmettert, kamen aber mit dem@*rem davon. Theater. Freitag, den 28. Mai. Opernhaus. Rodert und verkam. «chanspielhaus. Ter Bidltochekar. mit Gesang in 3 Akten von Kaiisch und Pohl Mufik von A. Conradl «allner-Zheater. Im Austragstübchen. Krtevttch-Wtthelmstitdttsqes Theater. Der Zigeunerbaron. «eZhalla- Theater. Der kleine Herzog. Dstead-Theater. Die Grille. U kukrat-Theater. Der StadS- Tromveter. Viktoria» Theater. Amor. Tan» Poem von Luigi Manzottl «efiden,- Theater. Letzte« Auftreten der russtschen Tragödin Elisabeth Goreva. Adrknne Lecouvrmr. KsnsMann's Variete. Große Spezialitäten- Lorstellung._ Schweizer Garten. Am FriedrichShain u. Haltestelle der Ringbahn. Täglich: Hr. Honcert uForfielluug Specialitäte«. Theatervorstellung. Tanzkränzchen. VoUsbelustigungen aller Art.[1734 Abend« elettrische Beleuchtung. Entree SO Pf. 8 M.- 10». er-Pa«ora«a. dieser Woch«! '- Eine Wanderung durch Rom Die malerische Schwei», U. Adth. Hertha• Reise. Carolinen- Inseln. Eine «eise 20 Pf. Kinder nur 10 Pf. Tätlich: Geselliges Znsammensem in dm„zanp-b-rs-r Ki-rhaUen", Landsbergersliaße 82. Saal u. Zimmer für Vereine u. Versammlungm. 1727]_ Jacolty. Unserm VereinSkoll. Gustav Kotheuburg zu sein. beut. Wiegenfeste ein dreim. donnerndes U«tuu iCDitgtiiitr** vui. T >och, daß bei Reinmann det olle Bierfaß platzt. !.P. W.R. H. L. L.D. A. R. E.B. F.L. Freunden und Bekanntm zur Nachricht, daß unser Kollege[1783 Messerknecnt 26. Mai gestorben ist._Die Beerdigung am findet Sonnabend, den 29. Mai, Nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Sophien- tirchhofei auf dem Gesundbrunnen aui statt. ZM« Arbeiter der Kechstein'schen Kof-pianofortefabrist. DanstsaLung. Allen Fitunden, Verwand- ten und Kollegen, nammtlich den Mitgliedem deS FachvereinS der Metallschleifer sagen wir für die liebevolle Theilnahme a« Begräbnisse unsere« ManneS und VaterS, Carl Abel, unserm besten Dank.[1789 Uta*. M. Adel, geb. Polenz, nebst Kindern. Fachverein der Rohrleger. Uer sammlung Sonntaa, den 30. Mai, Vormittag« 10 Uhr, dei ItUft, Kommandantenstraße 71/72. T.-O.: 1. Vortrag des Professors Herrn Dr. Petri über Kanalisatwns-Anlagen. 2. Diskus- fion. 3. Wahl eineS 2. K-sfi.erS. 4 Verschie- deneS u. Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Die Kollegen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen.[1784] Der Vorstand. Fachverein der Former nnd Bernfsgenosie«. Große UiigKecker-llersammlnna Sonntaa, den 30. Mai, Vormittags 10 Uhr, in den Zandsb. Kiorhallen, Landtbergtlstr. 82. Vorirag des Herrn Dt. Benkendorf über Feuerbestattung. Diskusston, Verschiedenes u. Frage- kästen. Neue Mitglieder werdm aufgmommen. Gäste willkommen.[1787] Der Vorstand. am Große außerordentliche Mttgliedev-Not" Silber's Leitung abgedeckt, das„Waffen- ch gefunden und und unter militätischer Eskorte � Die Untersuchung begann unverweilt. der P'.ozeß «sz.» 5 StaatSgerichtihof j'doch erst am 16. Oktober, ein �„iZahc und sieben Monate nach dem Tage der Ent« L Mn den vierzig Personen mußten alle fteigelassen wer- auf die neun Unglücklichen, die mit Hentze in.B-ruh. Cg Ottnm«.—----....... ..... waren. Der Untersuchungsrichter Echlötike «ute bald die Mache und weigerte fich, die Unter. "Iiii 8 fortzusetzen; er wurde durch eine verwendbare Kraft L, Der OoetstaalSanwalt Hörner weigerte fich, eine An- T Ms Grund der hentze'schen Kunststücke zu erheb n; die wurde deshalb einem Anderen zugewiesen. Die panloffrla lies Kalifen. _ Novelle von Maru» Z ü k a i. h�Ueberfttzung von Ludwig Wechsler, Budapest.) H Sl r �bderam, der über Safi herrschte, machte ein- «Uj�Mderbare Entdeckung, daß die Hand seiner Lieb- steter, der schönen Zehira, rn einem Tage warm, am ��alt ist. wen« sie ihrem Vater am Abend dre h � nvtnte fich die Tage, da die Hand warm, und jene, ,C H-wd kalt war, dann brachte er d.e gewonnene» «"deren Umständen in Verbindung und gelangte V�zu einer Entdeckung, die er aber Niemandem gegen. schÄ?Z?A war mstdemMohrenfürsten Abdallah mm tz ibhl* trQtn allnächtlich zu träumen pflegte. r); ber«•"achte die Wahrnehmung, daß, to oft dre > �Nachtwache auf Aliben fällt, Zehira's Haav < Handkuß heiß ist. i? �end« schenkte der Kalif dem jungen Altbe» �$a»toa,®olk Spickte Pantoffel«. Auf den Sohlen (WW o«aren mit goldene« Nägeln in schöne» � die Worte ausgeschlagen:„Meide die Schlafgemach des Kalifen fühlte ei« langer Schloffermeister Hömer ging frei auS, weil nichts gegen ihn vo-lag, als daß er für Hentze zwölf Raketen hülsen verfertigt hatte, ohne fich um deren V-rwendung zu dekümmern. G-rcke, Faikenthal, Ladendorf wanderten j: auf fünf, Kollmann. Nio, Leey und Geisler je auf vier, Pape und Wetvle je auf drei Jahre inS Zuchthaus. Falkenthal und Kollmann übet lebten das Ende ihrer Strafzeit nicht, ste starben alS Zuchtyäusler; W-tdle verließ die Zelle nur, um draußen zu steaben; Lavendorf, der bereits während der Untersuchungshast einen Anfall von Wahnfinn gehabt hatte, duldete mehrere Jahre die Marler eines Haft lingS, bis ein Gnadenakt deS Prinz Regenten seine Strafe ad kürzte. Aber in der Heimath vol fich d-m Hochverrälher kein Wtlkung! kreiS und Ladendorf fand einen solchen in der Schweiz; er wirlte lanae Zeit am Beust'schen Institute in Zürich und redigirte eine Weile gemeinsam mit dem damals in Genf wohnen den Ämand Goegg das„Felleisen", das Organ der in d.'l Schweiz lebenden deutschen Ardeiter, ein Blatt, da?, demokratisch gehaltm, den nationalen Standpunkt vertrat und bei dem rapiden Vor- dringen deS SopaltsmuS in die Schichten, kür die es destimmt war, natürlich bald das Terta'n verlor. Nach den Ereignissen von 1870 kehrte Lodendorf noch Berlin zurück, wo er fich kümmerlich durchlchlug. Die Opfer deS französtichen Staats> streiches find durch ein Gesetz entschädigt ward-n.— diejenigen der deutschen Reaktion baden stch mit der Erinnerung an ihre Leiden zu begnügen. Ladendorf wurde schließlich arbeitsunfähig, ' die Semen'".-- er und leiteten einige_. fteifinnige Männer eine Sammlung von darbten und erst vor wenigen Wochen der Bevrängniß dieser Familie höiende ne Sammlung ein, die ein erfreuliches Ergebniß hatte. Aber nun umnachtete Jrrfinn den Geist des armen Lazarus, man brachte>hn nach einer Anstalt und dort hat ihn der Allei darmer Tod erlöst. Und H-ntze? Er hatte als braver Diener der O.vnung eine gute Versorgung de» kommen; in seinem Tbaiendrange aber deging er eine Unter schlagung, die ihn dahin führte, wo Lodendorf und Ge noffrn ihre„Pläne" verbüßten. Auch er weilt nicht mehr unter den Lebenden, er ist vor etlichen Iahten gestorben und verdorben._ U arlamentsberichte. »bseorduetenha«». 84. Sitzung vom 27. Mai, 10 Uhr. Am Ministerttsche: v. Boetticher, Bronsart v. Schellendorff, Maybach und Kommissarim. Erker Gegenstand der Tagesordnung ist die zweit« Be- rathung deS Gesetzentwurfs, betreffend die Heranzie- hung von Militärpersonen zu Abgaben für Gemeindezwecke. Referent Abgeordneter v. Neumann bemerit, die Krnm misfion sei allseitig destrebt gewesen, den Gesetzentwurf zu Stande zu bringen, st: habe die einzelnen Paraaropden, sowie das ganze Gesetz einstimmig angenommen; daher bitte er auch daS Haus seinerseits, den Gesetzentwurf möglichst ein« stimmig anzunehmen. Ab. Zelle(zur GeschättSordnung): Die an unS gerich- tete Bttte wird um so leichter zu erfüllen sein, alS ja die Kom> misston einmüthig In der Annahme deS von ihr verbesserten Gesetzentwurfs war. Unter diesen Umständen glaube ich mir den Antrag gestatten zu dürfen, über die einzelr.en Paragraphen, Einleitung und Ueberschrtft zusammen zu berathen und diese ganzen Paragraphen en bloo anzunehmen.(Lebhafter Beifall) Da fich hiergegen kein Widerspruch«hebt, so verfährt der PiäfidkNt demgemäß und elkiärt, da fich Niewand zum Worte meldet, den Gesetzentwurf in zweiter Lesung für ange» nommen.(Bravo!) Bei der dritten Berathung deS Gesetzentwurfs, betreffend den Bau neuer vchiffahrtskanäle und die Verbesserung vorhandener SchiffkahrtSstra- ß e n, melden fich zur Gen« alditkufston drei Redner für und elf gegen die Vo.Iage zum Wort. Abg. V o v e l i u S wendet fich gegen die Aeußerung deS Ministers v. Boetticher, daß da» einzige Motiv der Geaner der Vorlage in engherziger Interessenvertretung bestehe. Da- gegen müsse er mit aller Energie protestiren. Die Gegner fürchteten erster s ein Anwachsen der Staatsschulden um eine un- zu jenen verschlossenen G-mächern, in welche» die Sklavinnen und jenseits welcher die Prinzessin Zehira wohnte. Der Gang und die Schlafgemächer wurde« durch auf hohen Füße« stehende Lampen erleuchtet, deren wollenem Docht Ambra beigemengt war, damit eS den Oelrauch durch s.inen angenehmen Duft mildern und die Flamme bläulich er» scheinen lasse, auf daß die Augen der Schlummernde» nicht gereizt werde«. Als der Kalif bei dem zweite» Märchen au« Tausend» undeiner Nacht eingeschlummert war, schlich Aliben den Korridor entlang, durch daS Gemach der schlafenden Odaliskea bi» Zehira'« Schlafzimmer und gewahrte gar nicht, daß der lange Gang und da« Gemach mit weißem Tastet bespannt und daß aas der Schwelle von des Kalifen Schlaf» gemach feines schwarze« Kolophoaiumpulver in dicker Schichte gestreut war. Die Auge« der Liebenden sehen stets schlecht. Sie gucken in die Sterne, die doch gewiß nicht auf sie lauern und um die Sterne der menschlichen Augen kümmern ste fich nicht. „Geliebter Aliben, wen» mein Vater erführe, daß Dein Kopf jetzt so in meinem Schooße ruht, was würde aus diesem schönen Kopfe werden?' „Em Kopf— ohne Rumpf.' „Fürchtest Du nicht für Deine« Kopf?' „Er wird auch dann Dein sein." „Aliben weißt Du, daß wir n«S im Schatten des Todes küssen?" „Dann bestehle« wir da» Paradies. Das ist auch ein vom Tode verdeckter Kuß." „Uns aber beschützt der Tod nicht, sonder« er bedroht unS. Sieh, ich habe bereits oft daran gedacht, daß, wenn mein Vater da« Geheimmiß unserer Liebe erführe, er Dich lödte» ließe. Er würde Dich insgeheim lösten lassen, denn Niemand dürste erfahren, daß die Verlobte des Sultans Abdallah eine« Geltebte» hatte, der hingerichtet wurde. DieS dütfte» nickt einmal die stummen Henker erfahre«. Dick wird mein Vater mit eigener Hand tödten und da« werde ich erfahre», den» dann wird er mich eigenhändig in gemesieneZahl vonMllionen und eineLckädigung bez G fäbrdung deS StaatsetsenbahnsystemS. Allerdings seien jetzt die Würfel gefallen und nichts mehr zu ändern, aber gegen den Vorwurf engherzigen LokalpartilularismuS müsse er fich und die ihm zu» stimmen doch in Schutz nehmen. Abg. Dürre erkennt in der von größeren Gesichtspunkten als der Regierungkvorschlag ausgehenden Kommisstonsvorlage, welcher im Wesentlichen die Beschlüsse zweiter Lesung entkprä« cken, mit Freuden einen Foitschittt an. Der Dortmund Ems« Kanal allein hätte bei ihm keine Zustimmung finden können, dagegen sei dat Proj-kt einer Verbindung der großen deutschen Westftröme ein wirtdschaftlich bedeutsames und verhelßungs» volles. Er hoffe auch auf die Auisührung deS binnenländischen Kanal? nach der wittleren Weser und Ecke mit Zuverstckt, dmn die Regierung werde fich derselben nach ihren Ecllärungen schwerlich iniziehen können. Unter diesen Gestchtspunktm nehme er die Vorlage an. Abg. I m w a l l e protestirt gleichfalls gegen den Vor» wucf, als fühlten die Gegner der Vorlage unzulässiger Weise Partikularintereffen inS Gefecht, im Gegentdeil zeige die Zu» lammensetzung der dem Projekte freundlichen Majorität, daß sie nur durch Gewährung und Gegen gewährung der einzelnen Theilpiojekte zusammengeführt sei. An die zu erwartenden finanziellen und wtrthschafilichen Voithetle glaube er nicht. daS iei AlleS nur Zukunftsmustk; er wünsche dem Projekte alleS Gute, aber er werde auch nicht anstehen, mit Freuden auf leine Warnungen zurück.überweisen, wenn fich die sanguinischen Hoffnungen nicht verwirklichen. Die Kanalfreunde meinten durch dm Kanalbau dem Arbeiterstande zu Hilfe kommen zu sollen und zu können, die wahren Arbeiterfreunde seien aber die Gegner der Vorlage, denn so schlimm sei es um die Industrie denn doch noch nicht bestellt, daß der Staat für Beschäftigung feiernder Arbeitskräfte sorgen müsse. Der jetzigen Nothlage der Industrie könne durch die Herabsktzung der Eisenbahntarife geholfen werden. Wenn die großen Kanäle nach acht Jahren gebaut sein würden, weide der Ardeiter erst recht schiecht dran sein, wenn er über» Haupt dabei beschäftigt werde, mos er noch sehr bezweifle. Der italienische Arbeiter sei weit nüchterner, zäher und auSgiebiger alS der deutsche und werde deshalb dem letzteren meist vor« gezogen. So stände es denn um die AuSstchten des deutschen Arbeiters bei den großen Kanaldouten sehr traurig. Er schließe mit der Hoffnung, daß seine Befürchtungen fich nicht bewahr« heilen möchten. Minister von Boetticher: Auf einen bei Gelegen« heit der zw-iten Berathung vom Vorredner gegen mich ge» lichteten Vorwurf habe ich damals nicht geantwortet, well ich eS nicht für richtig halte, daß alle kleinen Beschuldigungen und Vorwürfe, die gegen einen Minister ge» schleudert weiden, Abfertigung finden(Sehr wahr!) und weil ich dem Eifer der Diskussion gern etwas zu Gute halte. Allein der Herr Vorredner hat den Vorwurf heute wiederholt: ich hätte gesagt, die Kanalgegner führten unzuläsfiger Weise partikulare Interessen ins Gesecht. Ich habe aber nur gesagt, daß ich der Meinung sei, daß bei vielen IKaralgegnetn tie Rückficht auf ihre partikularen I tereffen in die Anschauungen ihrer Dlstritte ihr Votum dtkttren. Daß eine solche Ärgumen- tation unzulässig sei. habe ich nicht behauptet und behaupten können.>Zch verdenke ei keinem Herrn, wenn er sein Volum, des er für daS richtige hält, an der Hand der Anschauung von den Interessen seines Wahlkreises abgiedt, aber mir dürfen Sie es nicht verdenken, wenn ich den Werth dieser pari kularen An» schauungen in da» rechte Verhältniß s-tze zu dem Werthe der allgemeinen Anschauungen, von denen der Abgeordnete stch vor« wiegend leitm lassen soll. Ich verzichte darauf, die voikswirth» schaiillchen Anschauunzen deS Herrn Vorredners zu widerlegen, ich hoffe, die Thatsachen werden zeigen, wie fich dort ein neuer Aufschwung ergiebt, der zum Wohle des ganzen Landes gereicht. (Beifall.) Abz. Natorp: Nachdem wir vorgestern die Verlage mit V, Majorität angenommen haben, ist eS wiiklich üderflüsfig, auf alle Einwürfe einzugehen. Diese große Majorität dedeutet eine prinzipielle Zustimmung zur wetteren Ausbildung deS Wafferst-aßennetzet in unserer Monarchie. Dieses Resultat ist w r-hooller, alS die Zust mmung zu beiden Kanalprojekten. Soll ich noch eingehen auf die Einwendungen des Herrn Im« walle?(Rute: Nein!) Auf die muthmaßliche Rentabilität der Projette(Rufe: Siein! Nein!), auf ihre technische Schwierig» den Palast mit dem silbernen Thore einsperren, damit ich Dir keine Nachricht gebe« könne. Ich aber werde Dich trotzdem davon in Kevvtnrß setze», daß Dich Gefahr bc» droht, wenn ich auch nicht mit Dir sprechen kann. Stehe, in diesem kleinen Fiäschchen befindet sich ein Parfüm, welche« hier bei uns noch Niemand kennt. Man findet dasselbe in den Eingeweide» de» Sägefische« in kleine» Krystallstückchen; es ist äußerst selten und nur beim tausend» ste» Fisch zu finden. Rieche daran. Es ist ein eigenthümlicher Geruch, wer ihn ciamal empfunden, vergißt ihn nicht«ehr. Ein Tropfen davon auf die Hand oder auf da« Kleid genügt für einen ganzen Tag. Höre mir also aufmerksam zu. Wenn mein Vater unser Geheimniß entdeck», wird er mich Hinwegschleppen und in den Kerker werfen; ich werde mich aber vor ihm auf die Kaie stürzen und während ich seine Hände küsse, eine« Tropfe« dieses Parfüm« auf den- selben verreiben. Dann wird er Dich rufen lassen und voll Güte und Freundlichkeit mit Dir sprechen. Doch wen» D» seine Hand küssest und auf derselben diese» Geruch empfin« dest, so wisse, daß Du die Hand Deines Todeiengels geküßt hast und fliehe." „Lächerlichkeiten I" sprach der Jüngling; da» Uebrige besagten die Küsse. Früh am nächste« Morgen erwachte der Kalif und«ahm seine religiöse« Waschungen vor. Aliben war da schon wie» der bki ihm und er goß da« kryflallklare Wasser über da» Haupt des Kalifen, er reichte ihm das trocknende Hand'uch und half ihm, de« Turban in den vorgeschriebenen Falte« um den Fez legen. Hierauf entließ ihn der Kalif wie gewöhnlich, damit auch Aliben die vom Thüharet vorgeschriebene« Waschungen vornehmen und dann zwückkehren solle. Al« sich Aliben entfernt hatte,'zog Abderam de« Vor» hang bei Seite, welcher die de« schmale» Gang verschlie« ßenbe Thür verdeckte und blickte forschend auf den weiße« Ueberzug de« Fußbodens. Und stehe! auf dem weiße» Toffet fanden sich in schwar» zen Lettern die auf Al'ben« Pantoffetsohlen auSzeschlagene» Buchstaben, nur in verkehrter Reihenfolge vor:„Meide die Weiberl" Itlttn(Rufe: Nein! Nein! Nein!), auf die Tariffrage?(allge« meines Nein I Große Heiterkeit). Alle diese Einwendungen find Wide» legt und in unserem vortrefflichen» umfaffendrn Ke- richt zusammengestellt. Nur den Abzg. v. Rauchhaupt und v. Minntgerode will ich bemerken, daß wenigstens die west» fSlische Industrie fich solidarisch fühlt mit den Jntereffen deS Handels und der Landwirthschaft. War dieS früher nicht so, wie eS wünfchenSwerth war, so kam dies daher, daß von der Gegenseite etwaS stark in den Wald hineingerukn war. Die Industrie wird gern bereit sein, fernerhin die Jntereffen der Landwirthschaft zu berückfichtigen. Die Abgeordneten Letocha und Szmula beantragen folgmde Resolution: Die königliche StaatSregierung zu ersuchen: Die Vorarbeiten für die Verbesserung der Schiffahrt auf der Oder in deren oberen Laufe von derNeiffe- Mündung bei Stieg bis Kofel stromaufwärts und für«ine Hafenanlage bei Kofel, sowie für den Umbau der Brücken und Schleusen in Brieg, Ohlau und Breslau baldthun littst zum Abschluß zu bringen und demnächst dir auf die Ausführung dieser nothwendigen weiteren Oder- Regulirung bezüglichen Vorlagen dem Landtage zu unterbreiten. Abg. Szmula empfiehlt die Annahme dieser Resolution. Der Minister habe zwar bereitwilligst dem Hause zugesagt, daß die Regulirung der Ober- Oder in BuS ficht genommen sei. Zwischen seinen und den Erklärungen deS RegierungSlommiffars bestehe aber ein aewlsser Widerspruch. Der KommtffariuS habe gesagt, daß die Vorarbeiten bereits fertig seien und nur der Superrevifion bedürften, der Minister aber, daß man sofort an die Arbeit herangehen werde. Ministerialdirektor Schultz: ES ist bereits auf daS Be« stimmteste zugefichert worden, daß die Vorarbeiten mit thun- lichster Beschleunigung zu Ende geführt werden würden, sobald diese Vorlage angenommen ist. Geschieht dies nicht, so ist fteilick an eine Fortsetzung nicht zu denken. Die GeneralSiSkusfion wird geschloffen. In der Spezial- diSkuifion zu 8 1 nimmt daS Wort Abg. Graf K a n i tz, nicht um, wie er selbst sagt, über den Kanal zu sprechen, sondern um seine allgemeinen wirthschaft« lichen Anschauungen vorzubringen, die er bei der zweiten Be» rathung vorzudringen durch dm Präfidenten verhindert wurde. Redner führt auS, daß er bereit sein werde, neue Steuem zu bewilligen. Er bedaure die Ablehnung deS Branntweinmono- pols, denn auch er sei ein Mann deS Monopols, er würde nicht bedauem, wenn die jetzt dem Reichstage gemachte Steuer» vo läge abgelehnt würde(hört! hört! links), denn er hoffe, daß die Regierung in nächster Zeit ein besseres Steuer- odjett finden werde, als die Kartoffel, nämlich die Massenprodukte des Auslandes.(Hört! hört! Heiter« kett.) Leider könne er jetzt auf diese Frage nicht spezieller eingehen.(Sehr richtig! Heiterkeit.) Im nächsten Jahre werde er mit stärkeren Argumenten hervortreten.(Heiter- keit.) Er sei kein extremer Aararier, aber die Agrarier in diesem Hause seien seine bestm Freunde.(Heiterkeit und Bei» fall rechts.) Mit ihnen wolle er weiter arbeiten zur Realifirung der großen wirthschaftlichen Ziele.(Beifall rechts.) Abg. B o e d i k e r: Nur ein Wort. Ein Mann aui Hol- land schreibt mir: wir spitzen hier die Obrm und verfolgen daS Kanalprojekt mit Aufmerksamkeit, fast wie eine eigene An« aelegenheit, nur in umgekehrtem Sinne, in der Hoffnung der Verwerfung und in der Furcht der Annahme. Z 1 wi'd hierauf mit erheblicher Majorität angmommen. Dagegen stimmt der größte Theil der Konservativen, einige Nationalliberale und Zentrumsmitglieder, und von den Frei» konservativen u. A. die Abgg. Stengel, v. Bitter, Wehr, Wessel, Graf Hu« de GraiS, v. Langermann, Arendt, Schreiber(Nord» Hausen), Gerlich, Muhl. Christophersen. Der Rest des Gesetzes, sowie daS Gesetz im Ganzen und die Resolution Letocha-Szmula gelangen ebenfalls mst beträcht» licher Mehrheit zur Annahme. Ohne Debatte genehmigt daS HauS in dritter Berathung definitiv und unverändert die Gesetzentwürfe» betreffend die Gewährung eineS besonderen B e t t r a g S von 50000000 M. im VorouS zu den Kosten der Herstellung deS N o r d- O st» f e e- K a n a l S und betreffend die Beseitigung der schwebenden Schuld von 30 000 000 M. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Schluß 12 Uhr. Nächste Sitzung Freitag 11 Uhr.(Zweite Berathung deS NachtragSetats)_ Parlamentarisches. Branntweinkommission. Sitzung vom 27. Mai. Graf C h a m a e r ö(Zentr.) ist für den Entwurf unter Fest- stellung deS Betrages, welchen jede Brennerei verarbeiten darf, d. h. Garantirung der gegenwärtigen Höhe deS Um» fanges der Fabrikbetriebes.(Kontingentirung.) Kayser(Soz.): Leider müffe er die Jllufion deS Herrn FinanzmrnisterS, daß die Sozialdemokraten für den Entwurf eintreten werden, zerstören. Er fei nicht in der Lage, Steuern zu bewilligen und die Verwendung der Einnahmen dem preußischen und anderen Landtagen zu üderlaffen, da in diesen Eine Fußspur nach der anderen mahnte in deutlich leser- lichen Buchstaben:„Meide die Weiber!* und er hatte sie doch nicht gemiede«. Abderam rollte den ganzen Taffet auf, dessen zweites Ende vor dem Schlafgemach seiner Tochter lag und trat mit demselben bei ihr ei«. „Meine geliebte Tochter/ sprach er dort sanften Tone« zu Zehira..Gester« Morgen« ließ ich ein Stück weiße« Eeidevzeug über den Fußboden Deiner Gemächer und Dei- ne» Vorzimmers spanne«. Gestern Mittag bestreute ich die Schwelle meiner in de» schmale» Gang mündenden Thür mit schwarzem Kolophoniumpulver. Gestern Abend« schenkte ich meinem LieblingSpagen Alchen ein Paar Pan» toffeln, auf deren Sohle» mit goldenen Nägeln die Worte auSgeschlage« find:.Meide die Weiber." Und heute Mor» gen, steh' doch, ist da« Taffetzeug mit schwarzeas Buchstabe» vollbedruckt, die inSgesammt dasselbe besagen-.Meide die Weiber!" Zehira stieß eine« Schrei au«. „Geliebtes Kind I vor meinem Palaste stehe» dreißig Kameele mit HochzeitSgeschenken beladen; fünfhundert gute Reiter sitze» zu Pferde, die dieselbe« begleiten werde». Morgen wirst Du auf hoher See sein, wo Dich Dein Ver- lobter Abdallah erwartet,— ich entbiete ihm meinen herz- lichen Gruß. Und von dieser Geschichte wird Niemand Nie» mandem sprechen." Voll Verzweiflung warf sich Zehira ihrem Vater zu Füße». .Vater I erbarme Dich! verzeihe mir!* Abderam lächelte. Zürne ich denn? Gebe ich Dir nicht meine« Segen? Hab' ich Dir ein Leid zugefügt? Hab ich Dich bedroht?" Aber Allben?' .Aliben wird auf meine« Befehl kein Haar gekrümmt werden." „Gelobst Du mir die«?" »Ich schwöre e« bei Allah." Zehira wußte schon, wa« dieser Schwur bedeutete. Auf Abderam's Befehl wird Allben kein Haar gekrümmt werden; Körperschaften die Arbeiter keinerlei Vertretung besäßen. Wenn Graf Chamaerä Kontingentirung beantrage, so wäre auch nöthig Gewinnbetheiligung oder wenigstens Feststellung eine« MinimallohneS für Arbeiter in den Brennereien. Wenn daS Bedürfniß nachgewiesen würde, so würde er fich jedoch der Bewilligung solcher Steuern nicht»«erschließen. Frege(kons.): Wenn die Ardeiter in den Brennereien am Gewinn bei heiligt worden wären, so würden fie in den letzten Jahren aar keinen Lohn erhalten haben. Ein Echankwirlh, zum Beispiel Reichslaps- abgeordneten Stolle, stehe fich besser als ein Rittergutsbefitzer(?) Buhl(nat. lib.) spricht für die Vorlage und Verwen- dung der Erträgniffe, um die Hälfte der Echullasten staatlicher- seit« zu übernehmen. Brömel(deutschfr.) bedauert, daß der Herr Finanz- minister gestern Rickert nicht geantwortet habe. Er schenke dem Tadleau dei Finanzministers keinen Glauben. Rickert stellt den Antrag, daß die Regierung bezüglich da« Reichskanzleramt zuerst Auskunft ertheilen solle, ob im Reiche nothwerdige Forderungen(für Militär und Marine) zu erwarten find,— welche Einzelstaaten Zuwendungen gebrauchen und wieviel und wozu— insbesondere für Preußen. Ferner, ob solche Zuwendungen in Preußen für die Kommunaloerbände(Kreise) in Ausstcht genommen seien. Ich verlange offen«? und klares Spiel bei den Regierungen. Im Jahre 1879 vernahmen wir die lockendsten Versprechungen, um ein Jahr später zu sehen, wie die Riesenposten der Militär- vorlagen die ganzen Einnahmen der neuen Verbrauchsteuem verschlangen. Die Versprechungen find nicht gehalten. Unser Vertrauen haben fie verloren. Mirbach(kons.) ist für die Vorlage und Ueberweisung der Einnahmen an die Kreise, um vor allem die Gut«- bezirke und kleinen Gemeinden in Bezug auf die Schul- lasten zu erleichtern. Ein Verlangen, daß die Brenner genau angeben sollten, wieviel fie verarbeiteten und SpirituS gewönnen» sei ein unbillige« Verlangen. Heine(Sozialdem.) sucht nachzuweisen, daß die arbeiten- den Klaffen den ganzen Druck der neuen Steuern allein tragen müßten. Die Erleichterung der beiden unteren Steuerstufen be:rage auf jeden Steuerzahler 3-6 M. jährlich. Da jeder Steuerzahler wöchentlich IV, Liter Branntwein verzehre,— wie die Statistik ergäbe— und jeder Liter 1 M. 20 Pf. Steuer bringen solle, so würde diese Steuer allein 100 M. jährlich mehr Belastung ausmachen. 23 Millionen Mark Klassensteuer erlerchtern, und 200 Millionen neue Branntweinsteuer! Die Lage deS arbeitenden Volkes habe fich fest 1878 wesentlich verschlechtert und eS sei den Ardeitern fast unmöglich gemacht, ihre Lage auf gesetzlichem Wege zu beffern. So sei es auch mit den Schullasten. In seiner Vaterstadt erfordere jedeS Kind der Volksschule 20 Mark jährlichen Zuschuß, jeder Schüler der Ober- realschule 180 Mark jährlichen Zuschuß; vor einigen Jahren sogar 210 Mark. Auch bei dieser Vorlage handele fich um eine Bedrückung der Arbeiter und eine Unterstützung der GutSdefitzer. Solche AuSfuhrvergütigungen, wie dei Zucker und SpirituS belasteten daS deutsche Volk zu Gunsten de« AuSlandeS. In Deutschland wird 7 Pfund Zucker per Kopf der Bevölkerung verzehrt, in England 30 Pfund. Das mache unsere deutsche AuSfuhrvergütigung, wodurch der deutsche Zacker in Deutschland theurer sei, rn England aber m. M spottwohlfeil. Noch weniger wie dem preußischen Landtag, könne er den kommunalen Verbänden die Reichseinnahmen überweisen, denn da sei der Arbeiter stand ganz von der Mitwirkung ausgeschloffm. DaS Schlimmste an der Vorlage sei aber, daß die Schank- wirthe, welche heute schon polizeilich bedrückt seien, in eine noch größere Abhängigkeit kämen. Er sei für eine Steuer auf die Fabrikate, weil der in Qualität bessere Kornbranntwein durch die Maischraumsteuer von dem Kartoffelschnapi unterdrückt sei. Eisendahnzüge von halbreifen Pflaumen gingen zu Brennerei- zwecken nach England, da die Maischraumsteuer nicht gestattet, solche in Deutschland zu verarbeiten. Selbst bei dem einfachenVersprechen, daß die Steuer zu solchen WohlfahrtSzwecken verwendet wird, würde er doch eine nach oben stark steigende Einkommen- steuer vorziehen. Reiche auch solche nicht auS, um die Kultur- misfion des Staate« auf dem Gebiete der Altersversorgung für Arbeiter zu erfüllen, so solle man nach dem Muster dei alten Bremer Freistaates einen Schoß vom Vermögen vorneh- men. Im Uebrigen schließe er fich dem Antrage Rickert an. Leider müsse er bedauern, daß sein Freund Stolle, welcher anwesend sei, ihm soeben verfichert habe, daß seine Lage nicht so beneidenSwerth sei, al« fie von Herrn Frege geschildert ist. Barth(deutschfr.) findet in der neuen Besteuerung nur die Abstcht. alle Lasten auf den arbeitenden Stand abzuwälzen und die Reichen zu begünstigen. Finanzminister Scholz tritt den Ausführungen Heine's entgegen, wobei er von den Herren Mirbach und Frege unter- stützt wird. V-rtagung bii Montag Mittag, damit die Konservativen ihren Gegenentwurf ausarbeiten können. — nur Abderam allein, der sich nicht zu beherrsche« vermag, wird daS Amt de« Henkers übernehmen. .Reiche mir Deine Hand zur Bekräftigung Deine« Ge- löbnisses." .Hier!" Und während Zehira dankerfüllt Abderam's Hand mit Küssen bedeckte, verrieb sie mit de« Fingern auf derselbe« de» Parfüm, der sich von alle« anderen so sehr unter- scheidet. Abderam begab fich in sei» Zimmer zurück. Alibe» erwartete ihn dort bereit». „Tritt doch näher mein treuer Diener." Älibea trat hin zu ihm. „Vor viele» Zahren that ich berei'S da« Gelübde, daß ich an dem Tage, da fich meine Tochter zu ihrem Verlobte» begiebt, das Schwert, mst welchem ich bei Tanger kämpfte, jenem Diener schenken werde, der an dem Abend jenes Tage« bei meinem Lager wache» würde. So komm' den» und vertausche da« Schwert mit dem Deinigen." Alibe« vermochte sich zu beherrscht». Er erbleichte nicht einmal, al« er vernahm, daß Zehira heute nach Gibraltar aufbreche, wo sie vo» Abdallah erwartet werde. Er warf sich vor Abderam nieder und küßte dessen Hand. Da lief aber ei« Schauder über seinen ganze» Körper. Er verspürte den verrätherische« Geruch, der ihm sagte ,1 daß er jetzt die Hand de« ToveSengel» geküßt habe. Abderam aber klopfte voll Milde und Güte mit der Hand auf die rosige Wange de» Züngling«, wie um ihn seines besondere« Wohlwollens zu versicher». „Und nun nimm den Koran und trage ihn mir»ach- wir wollen an Amadin's Grabe beten." Aliben erzstterte an allen Gliedern. Sr wußte bereits, wa» die Warle bedeuteten: an Amadru's Grabe beten". Zehira hatte eS ihm einst unter furchlsamem Flüstern anvertraut. Amadi» war Abderam'« Onkel und regierte vor ihm über Safi. Abderam ließ seinen Onkel meuchlings tödte« Kommunale«. Ctadtverordneten-Versammlung. Sitzung vom Donnerstag, den 27. Rai. Der Stadtverordneten-Vorsteher, Herr Büchtmann, eröffnet die Sitzung um 5V« Uhr mit geschäftliiden M'tlhei« lungen. Die feierliche Einführung dei neugewählten Stadt' verordneten Wohlgemuth geschiebt in der üblichen W ise. De« verstorbenen EbrenbürgerS der S�adt, Prof. L. v. Ranke ge- denkt der Vorsteher mit warmen Worten und feiert seine Ber» dienste; zur Ehre de« Dahingeschiedenen erhebt fich die Ver« sammlung von ihren Plätzen. Auf der TageSo dnung steht das zeitraubend« Geschält der Wahl von 10 unbesoldeten Stadträthen. Bevor die Ver« sammlung hierzu schreitet, erledigt fie, einem Wunsche de» Magistrats nachkommend, zunächst die Vorlage betr-ffend die Erwerbung deS Grünen Grabens von der Wall« drücke ouiwärtS bis zur Spree. Der für dies« Vorlage einge- setzte Ausschuß beantragt, den Ankauf de« ca. 6510 Quadrat« meter umfassenden Tcrrair s zum Preise von 600000 Man Diesem Antrage stimmt die Versammlung zu. ES folgen die StadtrathSwahlen und»war für die Stelle deS Herrn Kunz(Wahlperiode bis Ende 1889), Herrn Loewe(bis Ende 1886), und desselben Herrn(1. Januar 1887 bis ultimo 1892); Herrn Haack; Herrn Sorte; Herrn W o l f f; Herrn H a l i k e; Herrn M a m r o t h; Herr« Krause und Herrn Schmidt; für die fieben letztgenannten Herren läuft die Wahlperiode vom 1. Januar bi« ult 139K Die beiden„befreundeten" Fraktionen der Versammlung, die Fraktion der Linken(Stryk) und die Fraktion von 1833(Kürten) machen hierzu folgende Vorschläge, die gedruckt vorliegen: Mr Herrn Kunz den Generalarzt der Landwehr, W a s s e r f u brl für Herrn Löwe bi« Ende 1886 und bis zum 1. Januar 1892 den Stadtverordneten de Nene; für Herrn Schmidt ve» Stadtv. Schäfer und zu den üdrigm 6 Stellen die Wieder« wähl der bisherigen Etadträthe. Die Wahlgänge ergeben folgende« Resultat: An Stelle deS StadtrathS Kunz wird mit 90»ej 107 giltigen Stimmen Herr Wasserfuhr gewählt? Die übrigen Stimmen zersvlittern fich; es fallen au' Dr. Weigert 8, Simon 4, Dr. LangerhanS 2, Dr. Stryk t (Heiterkeit), Stöcker 1(große Heiterkeit) und Picken da» 1 Stimme(stürmische Heiterkeit.) Bei der Wahl für den Herrn Löwe(zunächst biS dieses Jahres) werden 113 Stimmen abgegeben, von denen 1 ungiltia find. Die absolute Majorität delrägt 56 Stimmen ES erhalten: de Näoe 55, Dr. Weigert 43, Simon tü Schück 1, Dittmar 1 Stimme. Es ist also Stichwahl zwar weil das LooS gegen Dittmar entscheidet,»wischen de» vier erstgenannten Herren erforverlich. El werden 115 Stint®' zeltel abgegeben, von denen 2 unbeschrieben, aso ungiltia Die absolute Majorität beträgt also 57. ES erhalte«' de Nene 53, Weigert 50, Simon 9 und Schück 1 Stim®': Wiederum ist die absolute Majorität nicht erreicht, es M ein dritter Wahlgang zwischen de N-ve und Weigert. H-«� werden 114 Stimmzettel abgegeben, von denen 9 unbeschriede" find, de Neoe wird mit 59 Stimmen gewählt, auf Weigert falle» 46 Stimmen.... ES folgt die Wahl an Stelle des Stadtrath» Löwe t* die Zeit vom 1. Januar 1887 bis 1. Januar 1892. ES den 107 giltige Stimmen abgegeben, davon entfallen De N s v e 60, auf Dr. Weigert 36. Simon 10 und©5? 1 Stimme. Auch für die nächste Wahlperiode ist dewn»" de Nsve zum Stadlrath gewählt. Dann wird der bisherige Stadtrath Haack mit 91 men wiedergewählt. Auf den'Sladto. Hoffmann 0 � fallen 3 Stimmen. Ebenfalls wiedergewählt werden mit großer Matariw' j»' bisherigen Stadträthe Sarre, Wolff, Halste. roth und Krause. An Stelle des Etadtrath! Kchwtm wird der Stadtv. Schaefer gewählt.__ u, Diese Wahlen haben einen Zeitraum von 2 Stunden Anspruch genommen. ES wird deshalb beschloffen, die nicht erledigten Sege/sta"' auf die Tagesordnung einer außerordentlichen Versammlung r setzen, welche am nächsten Dienstag stattfindet.. Der Vorsteher th;ilt noch mit, daß von den Görcki und Genoffen angefragt wäre, ob dem Magistrat, Mißstände in der Ventilation der Markthallen dela» wären und waS derselde zur Abhilfe zu thun gedenke? Schluß der Sitzung 8'/, Uhr. ikkn v Handel »«lizei iAn iWgi und hie sjne zie uuabra vamm dm Br Reffun ttid de "«ung, tag eir lauster «• f. w mit An in Pco, worden� «omme uifitagei pie auc sunden &ed diesen Z «'sttzt. Kgeme' die Del *«u Käfidi Sfc «Ndertz S? Sri uionl u .«htblick k b-n® ÖS « f lr O'fißelli te fäon vi. IS »i c Zokalr«. Die amtlichen Berichte der meiste« Prüfa«s statiouen für Baumaterialien laffen, wie Architekt eint heim(Köln) in einem Fachblatte feststellt, durchweg eine i ,, wichtige Probe auf die Feuerbeständigkeit de« Gestein» � ....... be{ plötzM missen, nämlich diejenigen über da« Verhalten Abkühlung im erhitzten Zustande. In den großen und btstieg sodann den Thron. Dem Ermordeten war Palaste ei» Grabmal errichtet, doch wußte Niemand, w» dasselbe befinde., � Wenn nun Abderam eine« oder den anderen jungen Pagen im Verdacht hatte, mit einer seiner � n» verliebt« Blicke zu wechseln, so pflegte er diesta v � besonder» auszuzeichnen. Es gab solche EiofaltSpmiei � ihnen, die fich dessen vor ihren Kollegen rühmten. � größte Auszeichnung war es, wenn fie mit dem KoW Grabe eine« unsichtbar Verschwundenen, eine» als P� hi® verschrienen Heiligen, von dem Niemand wußte, wo 81 gerathen, bete« konnte».. Jsf Von Amadin's Grabe aber kehrte auch kernt» zurück. ui* Aliben folgte dem ihm voranschreitende« �'«chei� versuchte, da« von ihm erhalten« Schwert au« der zu ziehen. Diese« Schwert aber hatte die Gewoh°�'� nicht au« der Scheide ziehen zu lassen. E» war fests in derselben.„ d" Der Jüngling sah, daß er wehrlos sei, währ�. Kalif ein mächtige« Schwert an der Seite hängt« Der Zünglmg war eine schwache Gestalt, wa« Kalif eher einem Riesen glich und jene» mit ve Hand hätte zermalmen können... Neun matsive Säule» stützte» die Decke de» mache«; die letzte war von ZaSpi«, alle übrigen oder minder kostbarem Material....-*«1« Abderam befahl dem Züngling, die ZaSpwI Seite zu stoße». � �„je Die Säule gab nach und darauf hob, derselben befindliche breite Marmorplatte, durch g? � j••' r Sklavinnen flochten ihr Perlenschnüre toUhi'f'" der Hand hielt sie zwei Fläschcheo; das einen LiebeStrank, welcher da« Blut rascher (S{1 Ader» rollen macht, da« zweite ein schnell wirken- biese« wovon das Blut erstarrt. Jenes war roth, '".grün. i>iter�.H°fe de« Palastes erhob sich ei« großer Lärm; ei« «der J? Eunuch« stürzte herein, sein Gesicht war schwarz, �chte£. �'ppe» weiß vor Schreck, und voll Entsetze« �g-ln entführten de« Kalifen in de« Himmel; k."om Volke zum neue« Kalifen ausgerufen!" . empor, schleudert» da» grüne Fläschche» g«nb leerte da« ro»he: "' Übe der neue Kalif!« K eine der Firma Warschauer für 80 M. gekauft worden sei, so daß also R. sür diesen einenGegenstand einen Verdienstanspruch von 74 M. machte. N. erklärte dem Gerichtshof ganz geloffen, daß bei dem Risiko, was er trage, der Verdienst doch gar kein so großer sei! In dem gestrigen Termin fand die Sache noch §ar keine Erledigung. Es soll erst der gerichtliche Sachoer- ändtge vernommen werden, od der Preis ein angemeffener war. Die Abzahlungsgeschäfte, welche angeblich die Waaren zu denselben P'tisen verkaufen, wie die Ladengeschafte und so die kleineren Leute heranlocken, stellen fich immer mehr als Institute heraus, welche die ärmeren Leute auszubeuten suchen. Et« Blick auf die Karte von Berlin zeigt, wie wenig die Oranienburger Vorstadt öffentliche Parkanlagen aufzuweisen hat, und wie ihr die Benutzung des Jnvalidenparlt fast unent» bchriich ist. Dieser wird vom Gouverneur deS Invaliden» Kaufes verwaltet, und früher wurde sein Besuch während einiger Monate des Job res in den Tagesstunden gestattet. Mit Freude vernahm die Nachbarschaft vor einiger Zeit die Nachricht, daß die städtischen Behörden den Jnvalidenpark übemehmen wollten; man hoffte es würde den Wünschen nach erleichtertem und ausgedehnterem Verkehr Rechnung getragen werden. Während aber in anderen Jahren der Park am 15. Mai eröffnet wurde, kann man ihn in diesem Jahre nur von außen bestchtigen; nur einigen Wenigen ist der Besuch gestattet. Zweifelsohne steht der Verwaltung deS Jnvalidenparks daS formelle Recht zur Seite, ob eS aber billig ist, den Park verschloffen zu halten, möchten wir der Beurtheilung Unparteiischer avh'.im stellen. Geschädigte werde« gesucht. Eine Schwindlerin, welche fich bei Bermietbern mödlirter Zimmer unter der Vor- fptegelung, solche für Verwandte miethen zu wollen, einlozirte und fich von denselben biS zu ihrem meist am nächsten Tage erfolgenden heimlichen Verschwinden verpflegen ließ, auch die» selben bestahl, ist von der Kriminal-Polizei in der Person der unverehel. Schwarz aus Dresden ermittelt und festgenommen worden. Dieselbe ist 56 Jahre alt, 1,50 Meter groß, vo.n untersetzter Gestalt, mit dunkelblondem Haar, blaugrauen Augen und spricht den sächsischen Dialekt. Da die tc. Schwarz in zwei Fällen deS Betrüge« und in einem Falle deS schweren Diebstahls üb-rführt und anzunehmen ist, daß dieselbe noch andere Schwindeleien ausgeführt hat, so wollen Personen, welche glauben, durch die Thäterin geschädigt zu sein, fich auf dem Kriminal Kommifiariat, Zimmer 79 melden. Die Passage i» der Gertraudteustraße ist jetzt geradezu gefährlich N.cht allein, daß man den Fahrdamm für den Ver» kehr gesperrt hat, auch da« Troftoir, welches freigeblieben ist, wirb jetzt für Arbeiten zu Hilfe genommen, die selbst auf der breiten Chaussee nicht ohne Sicherheitsschirme ausgeführt werden. Hier werden ohne eine solche dringend nothwendige Schutzvorrichtung inmitten eineS schmalen, sehr belebten Wege« die Steine behauen, und da die Splitter nur so herumfliegen, ist eS wunderbar genug, daß man von einem Unglücksfalle noch nicht? g hört hat. Poltzeiltche Haussuchungen fanden in den letzten Tagen noch bei den Damen Kreutz, Jagert, Hofmann, Ihrer, Cantius, Blechschmidt und Pötting statt. Allem Anschein nach haben die Durchsuchungen nirgends ein besonders be» merkenswertheS Resultat gehabt. Et« Betrug wurde am 25. Mai im Wartesaale deS Pols- damsr Bahnhofes gegen einen durchreisenden polnischen Arbeits- burfchen von einem unbekannten etwa 17 Jahre allen Burschen dadurch verübt, daß fich letzterer für den Sohn deS BilleteurS ausgab und unter dem Vorgeben, ein Billet zu besorgen, fich das Portemonnaie mit 7 Mark Inhalt von dem Arbeiter geben ließ und damit spurlos verschwand. Eine Razzia wurde in einer der letzten Nächte von der Rixdorfer Gendarmerie an der Lifiere der Hasenhaide, sowie in der angrenzenden Herrmann» und Wanzlickstraße veranstaltet. Es wurden eine Anzahl verdächtiger Individuen aufgegriffen und in daS Rixdorfer Gefängniß eingeliefert. Eine zweite Razzia wurde gleichzeitig von der Gendarmerie aus Stralau, RummelSburg und Treptow im sogenannten schlefischen Busch veranstaltet, auch hier wurden zahlreiche Verhaftungen vorge- nommen. Dem Uhrmacherlehrltug F. a«S Rußland, welcher fich auf der Durchreife nach Amerika befand, wurden am 24. d. M. von einem unbekannten jungen Manne 60 M. abge. schwindelt. F. traf den Unbekannten im Wartesaal IV. Kl. des Lehrter Bahnhofes und machte mit demselben Bekannt- schaft, nachdem er gehört hatte, daß letzterer auch Uhrmacher sei und nach Amerika zu reisen deabfichtige. Nachdem fich Beide einige Zeit beim Glase Bier unterhalten hatten, machte der neue Reisegefährte dem F. den Vorschlag, ihm eine billige Schiffskarte zu verschaffen, worauf letzterer auch einging. Beide fuhren nun mit der Stadtbahn bis Bahnhof Alexander- platz und gingen nach dem Sedan-Panorama. Vor dem Ein» garige zu Restauration, wo fich der Herr mft der billigen Schiffs karte befinden sollie, ließ fich der Unbekannte 60 51. von dem F. einhändigen, mft der Aufforderung, vor der Thür seine Rückkchr zu erwarten. Nach längerem Warten sah F. ein, daß er einem Betrüger in die Hände gefallen war. Nach der gegebenen Beschreibung ist derselbe etwa 19 Jahre alt, ca. 1,60 Meter hoch, hat rothblonde» kurz geschnittene Haare, war mit grauem Sommerüberzieher und braunem Hut betleidet und sprach den jüdischen Dialest. Der frühere Kammerdiener Zingler hatte im Monat Dezember 1884 einen im Nordwesten der Stadt wohnenden Schmicdemeister B. zu überreden gewußt, für ihn Börsenge- swäfte zu machen, und zu diesem Zweck anfänglich ein Depot von 1500 51. erhalten, welches später auf 2000 51. erhöht wurde. Anfänglich waren die Geschäfte einträglich, nahmen jedoch später einen immer schlechteren Ausgang, so daß bedeu- tende Summen verloren gingen. Der Gesammtverlust für B, stellte fich auf 9000 M, welche Z. fich verpflichtete zu erstatten. AlS derselbe seiner Verpflichtung nicht nachkam, machte B. Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Die von der Kriminal- polizei hierauf veranlaßten Recherchen haben ergeben, daß Z., welcher fich dem B. gegenüber als gewandter Börsen> Kauf- mann vorgestellt, fich der Untreue schuldig gemacht halte, weS- halb derselbe gestern verhaftet wurde. Z. soll noch sür mehrere Personen Börsengeschäfte besorgt haben und Hegt die Vermu- thung nahe, daß er dieselbe« ebenfalls geschädigt hat. An- zeigen gegen drnselben werden bei der Kriminalpolizei ent- gegengenommm. Ueber einen schweren Unglücksfall wird uns berichtet: Gestein Nachmittag wurde am Kreuzungspunkte ber Breslauer- und Andreasstraße die 5'/, Jahre alte Tochter de» Arbeiters K. von ein-m einspännigen Bierwagen überfahren und auf der Stelle geiöStet. Die Schuld an dem Unglücksfalle wird dem Kutscher R. zur Last gelegt, welcher, da er bereits einmal wegen fahftä-figer Körperoerl-tzung bestraft ist. verhastet wurde. Der zweiten von den Buchdruckerei-HilfSarveitern zu Sonntag, den 30. Mai, einberufenen Versammlung ist die polizeiliche Benebmigung ebenfalls versagt worden. Amtlicher Markthallenbericht der Dtrektton. Berlin, Zentral MailthaUe, den 26. Mai. See- und Flußfische im Ganzen im Preise unverändert; Elblach» 2,40—2,60, Ostsee lach» große 1,40—1,60, mittelgroße 1,20-1,40, Steinbutte gr. 0,90-1,20, mittelgroße 1,40-1,60, Seezungen gr. 2 bi« 2 20, mittel 180-2,00, Kleist(Tarbut) 0,40-0,50, Schellfisch. große 0.18-0,20, mittelgroße 0,10-0,14, Hecht 0,60-1,00, Zandir 0,90-1,40 M., Alle» pro Kilogramm. Krebse, mittel, 3 51. per Schock. Der Absatz in Butter ist gegenwärtig recht schwach, da täglich GraZbuttler erwartet wird und Jeder nur den noihwendtgsten Bedarf deckt; rs stellen stch die Preise da- der au» etwas niedriaer. ES wurde bezahlt I. Ostgreuß. mit 200-210, II. mit 2,00, III. mit 1.90, Mecklenburger, Hol- steiner, Pckgnitzer, Pommersche und Schlefische 1. 1,90, ll. 1.84, in. 1,70-180, Landbutter, Netzbrücher 1,40-1,44, Polnische 1,50—1 56 M. per Kilogr. Eier, hochprima 2,10, prima 2, ll. 1,92'/%, kleine 1,60 M. per Schock. Käse: Kamember, in» ländtscher, 1,20—1,50 per Dutzend. Quadrat-Sahnenkäse (Centrifugen) 0,15—0,20 per 100 Kilogramm, Westvreußischer Schweizerkäse 0,80-1,20, Edammer echter 1,20—1.40, Tilstter 100-130, Holsteiner 36 51. per 100 Kg. Die Zufuhr von Gemüse blieb stark, Salat wurde mit 1—2 M. per 100 Köp�e bezahlt, Spargel 70-90, ll. 30—50, Suppenspargel 20 Pf. per Ktlogr. Kohlrabi 1,70-2,00 M. per Schock. Möhren 4 M. per Schock, Zwiebeln, Braunschw. 6 M., Egnvtische und Algierische 18—20 M. per 100 Kg. Geräucherte Fisch:: Ostseelachs 3-4,40 M. per Kg. Bücklinge 100-1,50 M- pro Wall,- Flundern 2—2,50 M. pro Stiege. Wild etwaS knapp, Böcke 1,00—1,40 per Kilo. Lebendr Hühner und Hähne dri 2 05 51. Rindfleisch. Vorderviertel. I. 0,90-1,00, IL 0.60 bis 0,80 M., Hinterviertel I. 1,10, II. 0,80-0.90 51., Kalbfleisch ca. 1,20 51., Schwein« fleisch 0,92-0.94 M-, Hammelfleisch 0,80—0,90 M. pro Kilogramm. Die Betheiltgung der Händler, Rcstaurateure und Großkonsumenten an den Einkäufen hebt den Verkehr. Für Freitag dürften größere Zufuhren nöthrg sein, um den zunehmenden Bedarf am Schluß der Woche zu befriedigen.,, Polizei Bericht. Am 26, d. M. früh wurde der obdack.» lose Schloffer Land von einem Nachtwächter betrunlen in der Bmnnenstraße liegend aufgefunden und zur AuSnüchterung nach der Polizeiwache gebracht, wo er einige Stunden später plötzlich starb. Die Leiche wurde nach dem Leichenschauhouse- gebracht.— Zu derselben Zeit fiel der Arbeiter Metzker, wäh« rend er mit einem zweispännigen, mit Heu beladenen Wagen über den Oranienplatz fuhr, vom Wagen herab und brach das rechte Schulterblatt. Er wurde nach der nächsten Sanitätk» wache und von dort nach Anlegung eine« Verbandes nach seiner Wohnung gebracht.— Am Vormittag deffelben TageS wurde ein 6 Jahre altes Mädchen in der HreSlauerstraße von einem vom Kutscher Rieck geführten Wagen der Berliner UnionS-Braueret überfahren und so schwer verletzt, daß eS trotz sofort herbeigeholter ärzllicher Hilfe bald darauf starb. Die Leiche wurde nach dem Lrichenschauhause gebrockt.— Am Vormittage desselben TageS fand in dem Hause Feilnerstr. 8, in der zu ebener Erde belegenen Wohnung der Wittwe Thäle eine GaSexploston statt, durch welche die Zimmerdecke und mehrere Thüren und Fenster der Wohnung beschädigt und eine Tochter der WUtwe Thäle am Kopfe leicht verletzt wurde. Wahrscheinlich ist daS Gas auS einer schadhast ge» wordenen Leitung in die Wohnung geströmt und dort durch ein angeründeteS Streichholz zur Explofion gebracht worden. — Am Nachmittage deffelben TageS wurde eine Frau vor dem Haufe Rosenthalerstr. 36 von einer vom Kutscher EtlerS ge» führten Equipage überfahren und am Kopf und rechten Arm leicht verletzt.— An demselben Tage Vormittags wurde eine Fcau in der Brüderstraße und Nachmittags ein nn bekannter, etwa 40 Jahre alter Mann auf dem Alexanderplatz von Krämpfen befallen. Beide mußten nach der Charitee gebracht werden.— In der Nacht zum 27. d. M. brach auf dem Futterboden eines Pferdestalles im Hofe deS Grundstücks Pappelallee 103 aui biiher unaufgeklärtrr Ursache Feuer auS» welches daS Gebäude und die dorm lagernden Futtervorräthc zerstörte. Die Feuerwehr war etwa 2 Stunden in Thätigicit. Gerichts-Ieiwng. Unter der Spitzmarke„Die kleine Handschuh. machert«' schildert die„N. Fr. Pr." folgende launige Pariser Gerichtiszene: Angellagt ist die Handschuhmacherin Gabriele Mertens, eine hübsche, niedliche Blondine, und als Kläger er- scheint der nicht mehr ganz jugendliche Baron Loui» Fontange. Er erzählt, daß er der der hübschen Blondine drei Paar tauben- graue Handschuhe für den letzten Empfang beim Präfident-n Grevy gekauft, und so oft er seine Finger mit dem Leder in Berübrana brachte, platzten sämmUicde Nathe; er sei in bitterster Verlegenheit gewesen und habe fich gezwungen ge- sehen, um nur im Elysee erscheinen zu können, dem Lakaien deS Prästdenten ein paar weiße baumwollene, die ihm viel zu groß waren, um den Prei» von 10 FrkS. abzukaufen. Er- bittert ruft der Kläger:„Als ich der Prästdentin die Hand küßte, lachte sie beim Anblick meiner Hände, biS ihr die Thränen kamen." Mademoiselle Gabriele nimmt nun da« Wort zu ihrer Vertheidigung. ste sagt:„ES ist Ihre Schuw; warum haben Sie nicht besser gewählt* Als ich Ihnen daS erste Paar hinlegte, kneipten Sie mich in die Wange und riefen, ohne hinzusehen:„Es ist schon gut!" Beim zweiten Paar gaben Sie einen Kuß und sagten:„Legen Sie'S dazu", beim drttten nahmen Sie mich um die Taille, baten um ein Rendezvous und meinten:„Packen Sie da» Zeug ein" und weigerten stch entschieden, die Dinger zu probiren. Vermuthlich find unter diesen Umständen die Handschuhe zu klein grwähit worden, so viel ich heute sehe, haben Sie ja unsere Kutschernummer." Der Richter sagte strenge zum Kläger; „Sie haben stch allerdings nicht als ernste Kundschaft benommen und mußten darauf gefaßt sein, schlechte Waaren zu empfangen." Endlich erbietet fich Älle. Gabriele, dem Baron für seine drei Prar zerrissenen Handschuhe ein ordentliches Paar zu liefern und sagt schnippisch:„Ich profitire nichts dabei, denn, wie ge- sagt, ein Paar Handschuhe für Sie kosten so viel Leder, als drei Paar für einen Anderen." c. EchressungSVersuch. Aus Prag wird gemeldet: Die Ätt halten, die ihr nicht geringen Schrecken verursachten. In den Briefen verlangten nämlich die Schreiber, welche fich hochach- tungSvollst„Der Anarchistenverein deS Bezirkes Aussig" unter. schrieben, ihnen Gelbbeträge von 5000, 4000, 3000, schließlich nur 2000 fl. an einen bestimmten Platz zu senden, widrigen- fallS ihr Haus in die Luft gesprengt würde, und AehnlrcheS. Lange konnte man den Thätern nicht auf die Spur kommen' &%%%%' «t&iis a Äivai Landes- als Strafgericht nach Prag eSkortirt. E« stellte stch aber heraus, daß es ein gewöhnlicher ErprefsungSoersuch war, wie rhn die Burschen vielleicht in irgend einer Zeitschrift oder in einem Roman gelesen hatten. Bei der Hauplverhandlurg wurden beide Burschen deS ihnen zur Last gelegten Verbrechen« schuldig erkannt und zu vier Wochen schweren Kerkers, per» scharst mit vier Fasttagen in dunkler Zrlle, verurlheilt. Uereine und Versammlungen. _, Spremberg. 24. Mai. Der hier vor kurzer Zett inS Leben getretene Fachverein der Tischler und verwandten Be- lusSgenoffen hielt heute in Kilchhos'» Restaurant seine erste öffentliche Versammlung ab. Die Beiheiligung war nur mäßig zu nennen, woran namentlich die tropische Hitze, die jetzt herrscht, vielleicht auch die neuen Zustände, unrer denen wir un» jetzt befinden, beigetragen haben mögen. DaS Referat hatte Herr Apelt übernommen mit dem Thema über VergangenhUt und Zukunft deS Handwerk«." Der Referent beleuchtete zunächst die Entwicklung des Handwerl« Jahre, von welchen Zeitpunkt an vaffelbe rapid im Niedergänge begriffen ist und die Zeit nicht mehr allzufem sew, wo daffelb« der Großindustrie den Platz gänzlich geräumt haben wird. Die steinen Handwerksmeister aber werden, dem Drange der Zeit folgend, wenige glückliche abgerechnet, welche zu Troß« industriellen eo-porstiegen, in die Reihen der Lohnarbeiter ein« treten� Der Referent hob ferner die Mißstände der heutigen Produvionkweise hervor, wie namentlich die immer mehr um fich greifende Thetlarbeit den Arbeiter zu größeren Leistungen befähigt, und dadurch bei der jetzigen langen Arbeitszeit die Ueberpiodustion fördert, wodurch Tausend« von Ardestern arbeitslos werden, welche ihren Mitarbeitern verderbliche Kon« lurrenz machen oder dem Vagabundenthum anheimfallen, die KonsumtionSlraft des VolkeS aber lahmlegen und demzufolge immer weitere Mißstände im Gefolge haben. Diesen Hebel« ständen der heutigen ProdustionS weise mit allen den Ardeitern gesetzlich zu Gebote stehenden Mitteln entgegen zu treten, sei Pflicht jedeS denkenden Arbeiters, dieS zu erreichen, könne nur durch eine feste und starke Organisation geschehen und diese fände ihren Ausdruck in den Fachvereinen, weshalb er jedem Arbeiter anS Herz legt«, einem derartigen Verein beizutreten. Zum Schluß forderte er noch auf, den Muth unter keinen Umständen sinken zu laffen, welcher Art auch die Schwierigkeiten seien, die in den Weg gelegt würden. Nach beendigtem Vortrag forderte der Vorsiyende zur Diskussion auf, worauf jedoch der schwachen Betheiligung halder verzichtet wurde. Nur sei noch erwähnt, daß ein An« trag gestellt wurde, beim Magistrat um Eintührung gewerd« licher Ecbievsgerichte zu petitiontren, waS auch in nächster Zeit in Auc ficht gestellt wurde. Der vorgerückten Zeil halber wurde vom Vorfitzenden, nachdem derselbe dem Referenten seinen Dank für den von der Versammlung mtt Betfall aufgenom« menen Vortrag ausgesprochen, die Versammlung geschloffen. Magdeburg, den 26. Mai. Am Eonnabend, den 22, fand hier wieder eine von ca. 3000 Personen besuchte Maurer- und Zimmerer. Versammlung in EttelS Etablrffement statt, um den Bericht der Lobnkommisfion in der Strestangelegenhett entgegenzunehmen. Die Zahl der am Sonnabend Streitenden hat fich bis auf 230 vermehrt; ferner wurde ein Beschluß der Meister bekannt gegeben, wonach dieselben fich verbunden haben, die Forderungen der Gesellen entschieden abzulehnen— wie wir nachträglich erfahren, haben dieselben für denjenigen, welcher die Forderung von 40 Pf. pro Stunde bewilligt, eine Kon» venttonalstrafe von 1000 M. beschlossen.(Siehe den Aufruf: An die Arbeiter Deutschlands, in dieser Nummer.) In An« schluß hieran wurde eine Resolution angenommen, welche lautet: „Die heute im großen Saal von Eit-l'S Etablissement tagende Versammlung der Maurer und Zimmerer Magdeburg« und Umgegend hält an der gestellten Forderung von 40 Pf. pro Stunde fest und will mit allen gesetzlichen Mitteln diese Forderung durchsetzen." E« wird ferner bekannt gegeben, daß die Zimmermeister da« Verborgsystem einführen, und da bis jetzt die Gesellen fich regelmäßig weigern, auf einen Bau geschickt zu werden, wo ihre Kameraden streiken, so werden ste von den Meistern entlaffen. Im Anschluß hieran wurde folgender Antrag, jedoch nur für die Zimmerer, eingebracht und angenommen:„Die heute versammelten Zimmergesellen von Magdeburg und Um« gegend stellen Montag, den 24. d. M, die Arbeit überall da ein, wo ein Lohn von 40 Pf. pro Stunde nicht gezahlt wird." Hiernach ist ein allgemeiner Ziarmererstreik deschloffen. Nach einrr kurzen Pause wird für die Maurer folgender Antrag ein« gebracht und angenommen:„Die streikenden Maurergesellen dürfen auf keinem anderen Bau Arbeit nehmen, wo nicht 40 Pf. gezahlt werden, sondern sie müffen abreism oder unter- stützt werden." ES wird noch mitaetheilt, daß auf dem Bau Fehs« in der Prälatenstraße beim Richten nicht die gehörigen VorfichtSmaßregeln angewandt find, so daß leicht ein Unglücks- fall pasfirm kann. Die Mamer dieses MetsterS erllSrrn, unter diesm Umständen dort nicht weiter arbetten zu wollen. E» wird über die beiden Bauten deS Herrn Fehse, Prälatenstraße und Ebendorferstraße, sowie über den Bau Petkert, Große DteSdorferstraße, die Bausperre verhängt. ES streiken demnach vom Montag, den 24 ad sämmtliche Zimmerer auf den Bauten, auf welchm nicht 40 Pf. bezahlt werden: die Maurer auf dem Bau Deumeland, Friedrichstadt, Hoppe, Buckau, Wimert, Neustadt, Heffe, Fehse und Peikert hier und Etlenstein Gr. Werder hier. Der Stand der Streiks ist folgender: ES hadm am Montag Morgen von den Zim- merem ca. 750 die Arbeit eingestellt, ungefähr 60 arbeiten für den alten Lohn weiter: abgereist find bt» heute 250 Zimmerer. Von den Maurern streikten am Montag 223, davon find biS heute Mittwoch abgereist 100, durchgereist 15 und 1 ist verhaftet. Die Forderungen der Gesellen haben bis heute bewilligt von dm Zimmerern a. Bauunternehmer Behne, Füllner, Schlüter, Schumitz, Michaeli«, Fischer und- Schröder; b. Zimmermeister Fröber, Frohnccke, Brinthmhahn und R. Mair; von den Maurern Hoffmann, Jordan, Koch, Krüger, Hahn, Wiegmann und Kurt«. Hierbei ist zu bemerken, daß sämmt« liche, welche dewilligt haben, nicht zu dem Bund der Maurer und Zimmermeister gehorm. Wie e« jedoch scheint, ist etlichen die eingegangene Verpflichtung, bei Bewilligung der Gesellen- forderung eine Konventionalstrafe zu zahlen, bereits leid ge« wordm, denn obgleich fie deschloffen, nicht zu bewilligen, haben, wie gesagt, schon Angebote von 3,90 M. pro Tag und— eine Flasche Bier stattgefunden. Wir brauchm wohl nicht erst hinzuzufügm, daß die« thatsächlich eine Anerkmnung und Be- willigung der Gesellenforderung ist, und wenn letztere nur fest stehen bleiben, so dürfte ei nicht lange dauern, bis fie ihre Forderung bewilligt sehen, trotz Festsetzung von Konventional- strafe gegm dieselbe. Von dm 9 Zimmermeistern, die den gefordertm Lohn zahlen, haben drei gleich bewilligt, die übrigen sechs haben thetlS Dienstag, theilS Mittwoch b«> willigt und habm in Folge deffen ca. 80 Mann die Arbeit wieder aufgenommen. Ncch bemerken wir, daß in voriger Woche auf verschiedmm Bauten und Strecken die Nachricht auSgesprmg- wurde, die gesammte Lohnkommission sei ver« haftet— allerdings würde da« den Herrm Meistern daS Allerangenehmste gewesen sein—, jedoch find die Magdeburger Bauhandwerker so geschult, daß sich dieselben die viellercht sehnlichst erhofften Ungesitzlichkettm nicht zu schulden kommen laffm. Burg, 24. Mai. Schon lange wurde es hier von einem großen Theil der Arbefter sehnlichst gewünscht,«inen Verein zu haben, in welchem die gegenseitigen Jntereffm besprochen und berathen werden könntm, dmn in dm beiden hier beste- hmdm Organisationen, dem Fachverein der Tischler und Un- «rstützungSverein der Schuhmacher, konnten die übrigen Arbeiter keine Aufnahme finden. Auf mehrfache Anregung hat ffch nun am 17. Mai hier ein Arbefterverein gebildet, welcher da» Bestreben hat, so weit diei möglich, in den verschiedmen �agen, welche die Arbeiter berühren, Aufllarung zu schaffen. ögen daher die Arbefter von Burg fich diesem Verein recht hlreich anschlirßm; je zahlreicher dies geschieht, desto früher : der Verein im Stande, die fich gestrllte Aufgabe erreichen zu können. Aufruf an die Arbeite, DeutschlaudS. Seit dem 17. Mai liegen wir Maurer und Zimmerer Magdeburg« im Streit wegen eingetretener Lohndifferenzm. Wir find seiner Zeit mit der Forderung von 40 Ps. Minimallohn pro Stunde an die Arbeitgeber berangetretm. Der Lohn schwankte bisher zwischen 2,50—350 M. pro Tag bei lOstündiger ArbeftSzeit. Daß dieser Lohn für eine große Stadt wir Magdeburg nicht genügend ist, wird ein Jeder einsehen. Um die Kampffähigtett der Kameradm zu erproben, beschloffm wir in einer von 2000 Personen besuchten Versammlung den partiellen Streik. So- fort verbanden fich die Herren JnnungSmeister mit den größeren Unternehmern zu einem Bund. Jeder, der unsere Ford-rung I1 bewilligt, sollte eine hohe Konvmtionalstrafe zahlen, außerdem führten die Herren bei den Zimmerern daS Vcrdorgungsipstem ein. Die Gesellen waren fich aber einig und erklärten, fich nicht vrrborgen zu laffm, worauf fie dann von dm Meistern mtlaffen wordm. Wir waren in Folge deffen gezwungen, in einer am 22. Mai von 3000 Personen besuchten Versammlung den Generalstreik der Zimmerer zu beschließen, der nunmehr auch eingetreten ist. Bei den Maurern soll vorläufig partiell wetter gestreift werden, doch mtlaffm die Maurermeister theil- weise ihre Gesellen, so daß auch bei dm Maurern der General- streik eintreten wird. Wir erwarten nun von den Arbeitern Deutschland«, daß fie unS in unserm schweren Kampfe nicht verlaffen werden. Denn wir find fest enlschloffen unsere For« derung durchzusetzen. Nähere Auskunft ertheilt Ad. Schulze, Kathrinenstr. 5, Magdeburg. Uermischtes. Die Wtrbelstürme in de« Vereintgte« Staate«. Anläßlich der durch die jüngstm Wirbelstürme in dm Ver« einigten Staaten angerichtetm Verheerungen schreibt der in Baftimore erscheinende„Deutsche Korresp.": Wir Bewohner der atlantischen Küste, besonders in der mittleren Gegend, find bis jetzt von verheerendm Wirbelstürmm, wie ste dm Westen in jedem Jahre immer häufiger he msuchtm und mft der zunehmen- den Bestedelung immer verheerender auftretm, verschont ge« blieben; e« scheint östlich von den Appalachm kein günstiges Gebiet für solche Windhosm zu sein. Im Westen, Süden und Südwesten ist man dagegen nirgends sicher; bald fegt eine solche Trombe über die Prairien von Indiana und Illinois, bald rast fie durch die Wälder Michigan? und WiSlonfin«; der sonnige Süden, Georgia, Alabama und Tenneffe« bleiben nicht verschont, doch die eigentliche Heimath scheinen die großm Ack-rbaustaatcn w:ftlich vom Mississippi zu sein, wo der Zyklon alljährlich seine Verheerungen anrichtet und seine Oos« fordert. Seit etwa fünf Jahren habm die Meteorologen diese Erscheinung beobachtet und studirt, und die Bundesregierung hat verschiedene Flugschriften veröffentlicht; der Sache ganz auf den G�und ge« kommen ist man aber noch nicht. So viel steht fest, daß die Elektrizität viel mit dieser kreisenden trichterförmigen Sturm« erscheinung zu thun hat. Man will beobachtet haben, daß in der Nacht vor einer solchen Verheerung regelmäßig Nordlichter fich einstellten. Der Wirbelfturm führt die unglaublichsten Thaten aut; er sagt Teiche mit sammt dm Fischen im Nu auf und trägt daS Waffer meilenmeit fort; Menschen und Thier« wer« den durch die Lust geführt und nicht selten sanft in einer ganz fremden G.gmd niedergesetzt, meist jedoch zerschmeittert. Vor vier Jahren fand man im mittleren Illinois Hypotheken und Werthpapiere, welche der Wtrdelsturm einem Farmer in west« lichen Missouri entführt und über zwei große Ströme hinweg getragm hatte. Bei Ost St. Louis wurde vor mehreren Jahren eine Lokomotive durch einen Zyklon vom Bahngeleise gehoben und mehrere Schritte weit fortgetragen. Es ist mitunter, als ob ein denkender Dämon in der schwarzen Wolke stäke und die Bahn deS Unheils vorzeichnete: hier hebt fich der Trichter über einem Saatenfeld, um dasselbe nicht zu beschädigen, dort stößt er plötzlich wie ein gieriger Raubvogel auf eine menschliche Wohnung, ein Knacken und Knistern, ein dumpfes Rollen und daS We>k der Zerstörung ist gethan. Die näheren Berichte über die Verheerungen, welche der letzte Wirbelsturm in Minnesota, Iowa, Miffouri, Nebraska und Dakota angerichtet hat, find erschütternd. Die Frage, ob eS ein Zyklon war, der dieses Unheil verschuldete, oder ob sich mehrere Windhosm bildeten, ist noch nicht ganz klar: wahrscheinlich war letztere« der Fall. Die Sturmwolke, die St. Cloud und St. Rapids verheerte, ist jedenfalls nicht nach Missouri gelangt, indem fie eine Nordwest« liche Bahn nahm und ihre ersten Anfänge genau beobachtet wurden. Ergreifend ist das Schicksal der HochzeitSaäste in der Wohnung des deutschen Farmers Schultz, dreizehn Mellen von St. Clouv. DaS Paar war soeben getraut wordm und nahm die Gratulattonm der Anwesendm entgegen, man sang, trank und freute sich, als plötzlich das HauS von seinem Fundamente gehoben wurde, alle Balken krachten; das Geschrei der Ver» letzten mischte fich mit dem dämonischen Heulen des Sturmes, in wenigen Augenblicken war das Unheil geschehen. Von den 20 Personen blieben wenige unverletzt, Pfarrer Schmidt und der Bräutigam Httniich Freitag waren unter den Todlen. Letzterer war gegen eine Eich- im Hofe geschmettert worden, und seine Leiche wurde 30 Dards vom Hause entfernt gefunden. Die Braut war schwer verletzt. In der Nachbarschaft des Schultz'schen Hause« sah ein Kmd die schwarze Wolke kommen; eS lief eilend« zu seinem Vater, dieser trug es in den Keller, und so wurden beide gerettet, daS Haus wurde zerstört. Im Postamte zu Et. Csoud wurde die Thür des verschloffmen Eismspinde« loSgeriffen und fortgeführt, man fand fie eine Strecke weit vom Gebäude. Die Opfer dieser Katastrophe sind fast ausschließlich Deutsche und Schweden. Das einzige Mittel, solchen Kata strophm zu entgehen, besteht in der Anlage von Höhlen und Kellern, in die man fich bei dem Nahm einer solchen verderd- lichen schwarzen Wolke flüchten kann; dies scheint aber von den westlichen Bauern noch nicht genug verstanden und beachtet zu werdm. Bon de« vier Kometen, welche gegenwärtig noch auf den Sternwarten beobachtet werden, ist der Fadry'sche Komet auf die südliche Haldkugel übergegangen, während der Komet von Larnard, nachdem er in der Andromeva stationär war, nun in da« Eterndlld des Widders tretend, ebenfalls schneller nach Süden geht. Seine Helligkeit ist jetzt, wie der„Post" mitgetheilt w.rd, an 300 Mal größer als zur Zeit der Ent- deckung und eS könnte vielleicht gelingen, ihn ausnahmsweise noch am Tage tcleskopi'ch zu beobachten, während sein ungünstig tiefer Stand zur Nachtzeit und in der Nähe der Sonne einst- weilen die Beobachtung verhindert. WaS die beiden zuletzt von Brook« am 27. und 30. Apttl entdeckten Kometen betrifft, so wird die Helligkeit det etsteun nicht seh: erheblich größer werden, so daß er t ut teleskopisch, wenn auch mit jedem beliebigen Fernrohr, fichtdar ist; die Helligkeit drS andern ist aber schon jctzi wieder abnehmend. Die Bahn deS ersten dieser Kometm wurde von Dr. Kreutz avS drei Beobachtungen zu Rom, Hamburg und Kiel mit nur je 2 Tagm Zwischmz.ft bestimmt, wonach der Komet um die Zell d«S 7. Juni seine Sonnennähe erreicht und fich in einer starken Neigung von 88° gegm die Erdbahn be. wegt. Die Bewegung de« letzten, helleren Kometen ist rück« läufia. indem die Neigung seiner Bahn zufolge der Rechnung von Dr. E. Lamp an 100 0 deträgt, welcher schon auS den Beobachtungen vom 2., 3. und 4. Mai ein- Bahn Bestimmung erhielt, wonach dieser Komet dereitc am 4. Mai seine Eon- nmnähe erlangt hatte. Absonderliche Bestimmungen enthält das Testament eineS vor einigen Wachen in St. Peteisdurg vtlstorbenen wohlhabenden Junggesellen, welcher seinem einzigen Neffen seine Häuser in Petersburg und Moskau, sowie seine Werth. vapiere vermochte. Von den letzteren soll der Erbe jedoch im Laufe einer bestimmten Zeit nur die Zinsen beziehen, wie er auch nicht berechtigt ist, vor Absauf einer g-wiffen Frist die Jmmobilim zu verkaufen. Femer enthält da« Testament, wie der„Peterburgskij Listok" berichtet, folgende Bestimmungen: Der Erbe muß fich mit seinem Ehrenwort verpflichten 1) nie mehr Tabak, seien eS Zigarren oder Zigarretten oder Pfeifentabak zu rauchen; 2) nie in seinem Leben Karten zu spielen und 3) im Verlaufe von 6 Monaten nach Bestätigung de» TestammtS rnsa# Karten, so liefern die drei Testamentsvollstrecker, die ihn dieser- halb stet« im Auge zu behalten und zu kontrolirm haben, ih« dm ganzm Nachlaß zur unumschränltm DtSpofition auS. Erve merkwürdige Ueberraschung wurde kürzlich einigen Etsenbahndedtmstetm zu Theil. AuS einem in Reser»« stehenden Gepäckwagen zogen dieselben einen durch Hunger, Durst und Kälte erschöpften Solvaten der hiesigen Garnison hervor. Derselbe hatte schon eine Reihe von Tagen in sein« Versteck geweilt. Nachdem er mit Speise und Trank gestärlt wordm, wurde er seinem Truppenthetle wieder zugestellt, wo ihm zunächst wohl keine Rosen blühen werden. Wa« den Mann oeranlaßte, sich auf so eigentümliche Art in die% samkeit zurückzuziehen, ist nicht recht aufgellärt. JedmfallS war eS nicht die Lust, Soldat zu sein. Bischof i» einer Dorfschule zu einem Mädchm:„Kind, sage mir, ist die Firmung zur Seligkeit notwendig?" Da? Kind antwortet getreu seinem Katechismus.„Nein, aber wenn man dazu komwm kann, muß man die Gelegenheit dazu er- greifen." Der Bischof lobt die Antwort und geht die Sakra- mente durch, bis er zu der Ehe kommt.„Nun, Kleine," wettd« er fich an daS früher aeftagte Kind:„Ist die Ehe zur Selig' keit nothwendig?"„Nein," antwortrt das Kind, voller Eifer- wieder gelobt zu werven,„aber wenn man dazu kommen lann, muß man die Gelegenheit ergreifm." Kleine Wittheiwnge«. Darmstadt, 22. Mai. Vor einiger Zeft stellte ein Ptioai- mann in Wiesbaden eine bedeutende Summe zur Versüguas- um in Darmstavt oder einer anderen hessischen Stadt eint Leichenverbrmnungtanstalt zu errichtm. Von der Staat»' regierung wurde die Genehmigung dazu jcvoch nicht ertheilt- Wie e« scheint, haben hauptsachlich Einflüsse der Geistlickktn zu dem abschlägigen Bescheide geführt, wmn in demselben auch daS meiste Gewicht darauf gelegt wurde, daß bei 9#' brrnnung der Leichen die Nachforschung nach Verbrechen er» sckwert würde. Die Abgeordneten Ohly, Wohlskehl, Mz (Gießen), Reinhart, Böhm und Jöckel haben nun w« der„Vosstschen Zeitung" geschrieben wird, einen Antrag bei der zweiten Kammer eingebracht, wonach die Staat»' Regierung ersucht werden soll, alSdald die ersorderli Bestimmungen zu treffen, um die Feuerbestattung im G:«»! Herzogthum zu ermöglichen. In den Motiven wird dar« hingewiesen, daß in Hessen keine gesetzliche Bestimmung b-M welche die Beerdigung der Leichen vorschreibe und andere»t» stattungSarien, namentlich die Feuerbestattung, ausschließe. Dal letztere Bestattungsart den Gefühlen und Wünschen zahlreit� Staatsangehörigen aller Konfesstonen entspreche, werde vur» die zahlreichen Grsuche um Ermöglichung dieser Bestattun?' weise, welche in letzter Zeit an die Staatsregierung gern"' worden seien, genugsam bewiesen. In einem deutschen% deSstaaie, Koburg. Gotha, sei die Feuerbestattung seit Jahls» fakultativ eingeführt und in Uebung. Dasselbe sei der Fall einer Reihe nickttdeutscher Staaten, namentlich auch in JtaM Jn letzterem Staate sei die Angelegenheit durch ein Gest regelt, welches auch die vom kriminalpolizeilichen Standvua' au« erhobenen Bedenken beseitigt habe. Dfts weide auch in H'% ohne Schwierigkeiten zu ermöglichen sein. Es sei für ein der dürgeiliehen Glttchbetechtizung und der Toleranz 1» achten, d.ß das StaatSintereffe gar nicht berührenden WW*a zahlreicher Staatsangehöriger für die Folge keine tzinderaw entgeaengesetzt würden._ Achtmal um de« Erdball. In Cseshire ist dieser ein würdiger alter Staatsdiener in seinem 81. LebenSl� gestorben. Adam Shaw— gemeinhin„Old Adam" genannt_ hatte unter allen Postbrietträgern in England die Dienst, eit, da er im Jahre 1843 in Altrinchsm, bei Mü«%' angestellt und erst im Jahre 1884 penfionftt wurde, oi'1 iL, wie bei seinem Rücktritt konstattrt wurde, auch nur<2*/% »ig« Beschwerde gegen ihn zur Bnzeiae gelangt war. einer achtmaligen Pilgerfahrt um den Erdball glcichkoMwr- letzte Nachrichte«._ Der Prozeß gege« Johann Most wegen AufreizuvS� Aufrubr hat am 26. v. in New Port begonnen.. Cholera. Dem„Reutn'schen Bureau" wtrd au» hama vom 27. d. M. gemeldet, daß die Cholera in Sudjap im Zunehmen degr.ffen sei, Ostrumelische Wahle fttat der Wahlen in -.inisteiiell Sonntag finven noch tn 16 Kanton« Way»"m Homerule. W.e in malischen parlamentarischen Klc verlautet, wird Chamberlain dem Meeting nicht beiwohnrn-i welchem diejenigen Liberalen eingeladen find, die für stellung einer Legitlatur in Dublin zur Beschlußfaffung" rein t'.tsche Angelegenheiten stimmen wollen.. � lieber die Arbetteraufstände tn Italien wird � „N. Wien. Tagebl." unterm 25 d. M. über Rom auS„ wefter gemeldet; Heute(Dienstag) wurde über 6%% der Belagerungszustand verhängt. Jede Familie«hieU" quartirung. Ueber 300 Verhaftungen wurden vorgenomu. Die Haupträdelsführer wuidcn unter starker militärischer L?| noch Bari gebracht, da die Befürchtung nahe lag, daS ttv. Volk werde suchen, dieselben zu befreien. Thatsätlich von einem Volks Haufen die Eskorte angegriffen und der Hof zu stürmen versucht, jedoch ohne Erfolg. Der Trupj" von Foggia und Bari dauert fort, ebenso die AuSwatwn g vieler Familien zur Grenze. Auf den Bürgermeister«uw* Attentat verübt, jedoch wurde derselbe nur leicht veiuii'-.� Gravina(Provinz Terra dt Bari in der alten ff- Apulien).brach eine ernste Insurrektion au». Voluw Apulien).brach eine ernste Insurrektion au»,»"'{„„ne zogen vor dai Munizlpium, Brod und Arbeit"in- � Beim Ei scheinen des Bürgermeister» auf dem empfing denselben ein Steinhagel. Eämmtlich« 6 fcheiben wurden zertrümmert. Da« schnell verdang Thor wurde gesprengt. Ein eindringend« ,� Haufe, welcher die über das Dach«flüchteten Mf i »noeinanv, da die Ardeitnführer vorber schon ni# Soldaten zu schießen, da dieselben auch Söhne de» ge seien und der Tag nicht mehr fein sei, wo fie*1,, meinsame Sache machen würden. Man befürchlet du wng der Bewegung über ganz Apulien.„j ... Jhring Mahlow. Wie man der„Franks. ist der belannteZKriminalpolizist Jhring Mahlow gegen$ Frankfurt a. M., wo er eine Anstellung am Klakw Gefängnißbeamter gefunden haben soll..„ ,.*«((% Ate Leipziger Klernpaergehilfe« haben faß W die Arbeit eingestellt; die Streikenden verlangen t mallohn von 32 Pf. pro Stunde. 397 Mitglieder. � ««anteortltchc IXcäa&cin R.