Kottnabend» den SS. Mai 1886. m. Zahrz. cllmrVMlM Brgan für die Interessen der Arbeiter. Abonnements�(EinWung. �®W dem 1. Juni eröffnen wir ein neue« Abonnement »»KerUner Polksblatt" mit der Gratisbeilage „Ill»strirt-s Koaatagsblatt". AdonnemeniSvreis deS „Berliner Uolksblatt" «Öchentl. GrattSdetlage„IUustrirte» Kountagsblatt" M kür Berlin pro Monat 1 ik. 3S Pr., pro Woche 35 Pf. so«,? �""Ken werden von sämmtltchen ZeitungS. Spediteuren, �vmo�n Expedition Zimmerstra�e 44 entgegen Htt � imtzerhalb nehmen alle Postanstalten AbonnemmtS Monat Juni gegen Zahlung von 1 M. 34 Pf. an. Expedition de»„Berliner Volksblatt". - Berlin SW., Zimmerstr. 44. Wchnhimdel. Vi,%*»n man die« Wort hört, so denkt man zunächst an armen Geschöpfe, welche durch Agenten mit Per- Eichungen und Vorspiegelunaen, manchmal auch, wenn die groß ist, mit klingender Münz« verführt, noch fremden Sa 8 verschleppt werden, um dort in den Dienst der Wol- � ä« treten. w. Diese Mädchen find tief zu bemitleiden, deren Körper i 8 deren Ehr« verkauft wird. Die Gewinnsucht Frem- IchthSs**"grne Roth sind meist die Triebfedern dieser Ab�'Ä�nnung. taotänl,� schlimmer erscheint un» der Handel, welcher EÄ unter unseren Augen mit den Mädchen Unter anständiger Familien getrieben wird. Imio». � ähnlichen Anzeigen fällt un« folgende Zn» J. amem nationalliberalen Blatte auf: sehr» schöne«, junge« Mädchen au« inj«.,?8!™«diger Beamtenfamilie, jedoch unbe- '«i*.'m"'tb durch deren Verwandte eine Partie gesucht. Alte, vermögende ' welche sich eine wirklich liebevolle, jugendliche y. 8 wünschen,»erden gebeten, ihre'Ad reffen unter kt* 1*n der Exp,d. d. Bl. niederzulegen. Doch wer« v??Ugemeinte Anttäge berücksichtigt." �Ii-d..u°.�st weinen wir. daß eine Familie, die ein« ihrer preift'ärmlich auf öffentlichem Markt zum Verkauf an« ffarade nicht auf da« Prädikat:„Sehr anständig" wachen kann; dann aber ist e« eine ganz be t� we Erscheinung in unserer Gesellschaft, daß anständig besonder« ' solche IeuitLeLon. Eine Mutter. Roman von Friedrich Gerstäcker. (Fortsetzung) �'wia« mochte aber wohl fühlen, daß er den jungen Ml Verlegenheit brachte, wenn er noch länger zurück« Wen ii,. deshalb, jetzt wirklich mitten in ven ftag- . hineinspringend, nur im Anfang noch ein wenig »vvy»( VMp „ brachte, wenn er noch länger zurück« lb, jetzt wirklich mitten in ven fta' . ,.neinspringend, nur im Anfang noch ein wen fort: tnöA,?®'e' Horr Rebe, ich bin Henrietten» Vater und fenllLi Kind gern glücklich wissen, wa« Sie be- ?skife» L' r""«"-v wM,v~,——.. i'i«88,7�*®— und nun hat mir Pfeffer, mein Schwager, bin« Skstern Abend erzählt, und NUN mochte »ch Herrn Pfeffer'« Hau« nicht wieder betreten > wahr, Herr Stelzhammer?" sagte Rebe bitter &**.seien Sie unbesorgt, e« hätte deshalb % b,»�iuchet nicht bedurft, denn ich fühle selber, daß ich m**-*-f-— 11——.-- � W iß W 7« VI■ r• T I— T--«' t St S, au, meiner Stellung selbst geschoben und kaum �Wt �' wich allein am Lebe« zu erhalten, n# de« ffv yGOP Vha* n&.rjr'ji-i___» m««« ♦fremrtftt»lupfp«« " sei, tr?*'«IJ'fl sauen weroe,—----.,. kietJS wohin ich komme. Sowie mein Kontrakt Monat abgelaufen ist. verlaff« ich Haßburg, und �u«, daß Sie dann je wieder von ma hören ?Ä%%%% _ v ti» r««;«*•. enc-�w— w nnA MfUMWW ' Vnr Rebe, und ich glaube, ich habe einen«u«weg Waarenanpreisungen gar nicht« Seltene« find, und danach keinerlei Anstoß erregen. Ganz unbefangen nimmt fast die gesammte Puffe derartige Verkaufsanzeigen in dem Inseraten« theile auf. Niemand aber stößt sich daran, bi« ab und zu ein Arbeiterblatt sich mit solchem Zeichen ungesunder gesell« schaftlicher Zustände beschäftigt. Dann ist Alle, wieder ruhig. Die Arbeiterpreffe aber will keine Systphutarbeit verrichten und kann sich auch nicht immer mit demselben Gegenstande beschäftigen. Uebrigen» nicht genug, daß die Verwanden gebildeter Mädchen au«„sehr guter" Familie solche Mädchen zum Verkauf anbieten; diese Mädchen selbst scheuen sich nicht, sich anzupreisen und öffentlich zur Schau zu stellen. Da lesen wir folgende Anzeige in einem konservativen Blatte: „Ein junge«, gebildete«, anspruchslose« Fräulein, 21 Zahre, au» guter Familie, und mit gedie« ,««, praktischer Erziehung, welche« ftühzeitig gelernt, äutlich und wirtschaftlich zu walten und ohne in jugend« für Sie gefunden, oder— wir können doch wenigsten« erst einmal sehen, od wir keinen finden." „Ich weiß nicht, wa« Sie meinen..." „Ja, wenn ich aufrichtig sein will, weiß ich e« eigent« lich selber noch nicht recht," sagte Zeremia», sich hinter dem rechten Ohr kratzend,„denn ich— ich möchte Ihnen doch nicht gern weh thun, und— und sehe auch keinen andern ��.BUte, geniren Sie sich nicht," lachte Rebe bitter— „we»halb sollen Sie gerade der einzige Mensch in der Welt sein, der Rücksichten auf mich nimmt?" Jetzt gehen Sie wieder durch," nickte Jeremias,„aber e« kann nicht« helfen— so kommen wir nicht zu Ende. So will ich Ihnen denn sagen, wa« ich mit meine« Schwager Pfeffer besprochen habe— Zettchen weiß natürlich kein Wort davon—, und nachher wollen wir hören, wa« Ihre Meinung von der Sache ist." „Ich bin in der That begierig!' .Pfeffer meint," fuhr Jeremias fort,„daß Sie ber« Theater außerordentlich wenig Autsichten hätten, e« je zu etwa» Vernünftigem zu bringen, und daß e« schade um Sie wäre, wenn Sie Ihre Kräfte dabei vergeudeten." .Da« ist sehr liebenswürdig von Herrn Pfeffer..." „Glauben Sie nicht, daß er etwa« auf Sie hat!" rief Jeremia« rasch—.er meint e« wahrhaftig gut«it Ihnen und sprach nur Gute« von Ihnen, und daß Sie sonst ein braver unv anständiger Mensch wären I" „Sonst?" „Ja,— nur zum Theater taugten Sie nicht— Sie — Sie wären zu...- Hunjeh," unterbrach sich Jere« mia«..e« ist eine ganz verfluchte Geschichte, wenn man e» mit Jemandem gut meint und soll ihm dann Grobheiten sagen, aber e« geht ja nicht ander«, und wenn Jemand einem Andern einen kranken Zahn ausziehen soll, so muß er ihm auch weh thun, und man weiß doch dabei, daß e« eben nicht ander« angeht I Wenn Sie da« nur wenigsten« auch L« �fl0)e R«be kalt,„habe ich nur au« Ihren Reden ersehn', daß Sie, auf Herrn Pfeffer'« Urtheil hin, mir den guten Rath geben wollen, einer Laufbahn zu eut« anzeige, in der eine Violine angepriesen wurde. Aller ding« gehören sie auch dahin.— Wie gesagt, wendet sich gegen derartigen Mädchen« und Menschenhandel fast Niemand. Man findet solche Sache ganz natürlich, den Verhältnissen ent« sprechend. Gewiß! Wenn die Arbeitskraft eine Waare ist, wenn Alle« nach bestimmten Preisen festgestellt wird, we«halb sollt« der Mensch nicht gleichfall» al« Waare fungiren? Aber man möge sich hüten, angesicht« solcher Zustände L.___- nnr».'■—-— lichem Berkehr gestanden zu haben, sucht(zwar zaghast) Verhältniffe halber sich zu verehelichen. Gebildete ehren« werthe Herren in sicherer Lebensstellung, auch ältere(Wittwer mit Kind), welche auf Vermögen ver« zichten und mit eine« blühenden, gemüthsreichen, reinen, herzigen Mädchen in Korrespondenz zu treten wünschen, mögen u. s. w." Wir wissen nun wohl, daß manche solcher Annonzen von albernen Scherzbolden verfaßt werden, jedoch find die meisten derartigen HeirathSgesuche völlig ernst gemeint.— Wa» ist da« immer für ein wüste« Geschrei unter der sogenannten gebildeten Klaffe, wenn Mädchen au« den untersten Ständen ihre Ehre für Geld preisgeben, wa« giebt da« für ein Hollah, wenn Mädchen au» reiner, glühender Liebe einen sogenannten„Fehltritt" thun; wenn aber Fräulein« und Mädchen, wie in obigen Anzeigen, sich selbst zum Kaufe anbieten und ohne Liebe sich preisgeben, so findet man da« in der heutigen Gesellschaft ganz natürlich, wenn nur der Standesbeamte dabei ein Wort mitzureden hat. Ader auch Männer von.ansehnlicher Figm", von schönem Wuchs«, vom Adel, gewesene Offiziere u. f. w., selbst« verständlich ohne Vermögen, bieten sich zum Kauf bei älteren reichen Damen an. Dabei berührt e« fast komisch, wenn die Sache nicht allzuernst wäre, daß man derartige Heirath«anzeigen meist mitten zwischen den übrigen Verkaufsanzeigen findet. So stand eine von den oben mitgetheilten Anvonzen unter einer Auktionsanzeige, in welcher Pferde feilgeboten wurden und über einer Gelegenheitsverkauf«« --------- jj-|— y ir- y"" u~|—|—-"v rvy von der.Heiligkeit der Ehe" zu reden. Die Ehe, wie sie vielfach heute existirt, ist mehr oder weniger ei u G e s ch ä f t und wie wir oben gesehen haben, nicht einmal immer ein reelle« Geschäft. Ein äußere«, formelle« Band hält da» Ehepaar zusammen, von gegenseitiger Liebe und Achtung aber kann kaum bei den Geschäft«ehen die Rede sein und noch viel weniger bei solchen Verbindungen, denen ein Handelsgeschäft vorausging, ein Mädchenhandel. Gksihrliche HrilmiM Unter dieser Uederschr'.st bringt vie gemäßiat liberale„Saale» Zeitung" über die Haltung der preußischen Regierung in Be« zug auf die Arbeiterbewegung in Deutschland folgende inter« effanten Betrachtungen: Wenn wir kürzlich an dieser Stelle behaupteten, daß die im Land« gegen die Beläirp'una der Lohnbewegung durch da» Sozialistengesetz herrschenden Bedenken durch die neuliche ReichStagSrede des Ministers v. Puttkamer noch erheblich ver« mehrt würden, so ist die Richtigkeit dieser Behauptung durch die Erfahrungen der letzten Tage vollauf bestätigt worden. Selbst so durchaus maßvolle Bläller, wie die„Naltonalzig erklärten lakonisch, der preußische Minister deS Innern habe sich selbst eine„eklatante Niederlage" bereitet uns wo man immer hinhörte im politischen Gespräch, vernahm man ähn« liche, gewöhnlich sogar noch schärfer formulirte Kritiken. JnS« desondrre ist e« in sehr vielen Kreisen peinlich empfunden wor« den. daß Herr v. Puttkamer kurzweg erklärte, die„ganze Ge« schichte", nämlich die sozialdemokratische Agitation nicht nur, sondern die Lohnbewegung der heutigen Ärbeiterwelt, beruhe darauf, daß gewissenlose Agitatoren, kattlinartsche Existenzen» faulenzende Arbeiter, die große Masse der ruhigen Ardeiter „verführten". Der peinliche Eindruck einer deroriigen Bemerkung ist auch sehr leicht zu erklären. Bor zwanzig Jahren konnte man ähn« liche Beificherungen ziemlich häufig hören. Und damals hatten fie, wenn auch natürlich keinen wirklichen, so doch einen schein» ••- r"■-----——...... jv ww# VMIVI»|V»�VM|P baren Sinn. Laffalle'S Agitation hatte einen so plötzlichen und unvermutbeten Ursprung, fie stieß auf einen solchen Widerstand in den Arbeitermassen selbst, fie schien nach dem plötzlichen Tode ihre« Urheber« so gänzlich erloschen, daß eS sagen, die bi« zu diesem Augenblick mein ganze« und einzige« LebenSglück ausgemacht hat. Wovon ich nachher leben soll, darüber wird Herr Pfeffer wohl selber im Unklaren sein, ganz abgesehen davon, ob ich nachher überhaupt leben konnte." „Aber da« ist e« gerade, weshalb ich hergekommen bin I" rief Jeremia« rasch.„Glauben Sie denn, ich wollte mich blo« unangenehm bei Ihnen machen, um Ihnen etwa« zu sagen, wa« Sie doch wahrhaftig nicht erfteuen kann?" „E« ist mir wenigsten» lieb, daß Sie da» selber«in» sehen," sagte Rebe ruhig,.und ich bin Ihnen dankbar für Ihren guten Willen— mit wa» kann ich Ihnen sonst noch dienen?" „Na ja, nun werfen Sie mich lieber gleich'nau- ntsterium deS Innern ihre AuZweisungSordre, binnen drei bis acht Tagen daS Land zu verlaffen, zugestellt: der Holzhändler und Dampfschneivemühlenbesttzer M. Vollmer, sein Geschäfts- führer Wanzel und ein Schneivemüller Morenz, sämmtliS deutsche Staatsangehörige. E« wurde weder irgend eint Untersuchung geführt, noch ein Grund angegeben. Die hiesigen deutschen Befitzer, bei welchen der Vorfall ungeheure Sensa« tion hervorrief, find in äußerster Besorgniß, da man annimmt, daß nun auch sämmtltche deutschen Unterthanen, wenn wo» erst mit diesem einen Falle angefangen hat, schnell hinter ein- ander ausgewiesen werden. Tie Ausgewiesenen waren ruM Leute, hatten ihre Paffe bestens in Oivnung und standen m keinerlei Konflikt mit den Sirafgcsetzen oder Behörden. Ma» ist sehr neugierig, waS daS Generalkonsulat in Warschau unv die deutsche Botschaft in Petersburg, an welche fich die Aus» gewiesenen sofort wandten, in der Sache werden thun könne»- Die Freude der hiestgen polnischen Bevölkerung über dte» energische Maßregel gegen die von ihnen in letzter ZA heftig angefeindelen und geschädigten hiestgen Deutschen ist � Ein Exzeß!? Aus Crimmitschau wird dem„Lei? ziger TagedtaU" vom 24. Mai folgendes berichtet:„Gestew Nachmittag fand im Harihwald zwischen hier und W rva», dezw. Zwickau eine Versammlung von Sozialdemo' traten auS allen umliegenden Städten und Ortschaste» etwa 400 Mann, statt. Dt« Gendarmerie erhielt davon»o» rechtzeitig Kenntniß. Der Odergendarm und ein Gendarm««' brigadier begaben fich nach dem VersammlunaSort, wurdt» aber sehr tumultuarisch, mit Schimpf- und Drohredm emviav- gen. Der Gendarmeriebligadier wurde auch durch einen Sie»" wurf im Geficht verletzt, während ein Theilnehmcr der sammlung von einem dem Odergendarm zugedachten wurf getroffen und im Geficht schwer verletzt wurde."— D# „Leipziger Tageblatt" ist nun bekanntlich eine sehr unlautw Quelle, besonders dann, wenn eS fich um die Sozialvemokrave handelt. Deshalb glauben wir, daß der hier erwähnte Bf» fall, wenn nrcht erlogen, jedoch sehr übertrieben DargeM, worden ist. Sollte er aber doch wider Erwarten auf WahrM" beruhen, so würven wir den Vorfall im Interesse der Arbetltt fache lebhaft bedauern, und Sache der Arbeiter wäre eS, artige skandalsüchtige Menschen, derartige Exzedenten, die»» die Geschäfte unserer Gegner besorgen, so rasch ali mög'"" aus ihrer Gemeinschaft ,u entfernen.„ Sozial, sttscheS. Alan schreibt der„Franks. Zig- Mam,, 26. Mai. Unsere Polizei ist eben duich jagd sehr in Anspruch genommen. Von einem€*4*�% zurückkommend, kehrte der Reichstaztabgeordnete v. Bollmm heute Abend mit mehreren Freunden in einer hiesigen schaft ein. Kaum hatte man ei fich gemüthlich gemacht, F erschien der Polizetkommiffär Schüler und erklärte, daß v« eine geheime Versammlung stattfinde, die er auflö en mufl' Eine Stunde später wurden alle Wirthihäuser abgesucht," zu-rmitteln, od die aufgelöfle„Versammlung" stch nütt', deriwo niedergelassen. Die Nachforschungen sollen resultv" gewesen sein. Zum AuSwanderungSwest«. Die Hamburger schalt nahm ein Gesetz an, nach welchem Auswanverer" sogenannte AbarbeitungSlontrakle von Hamburg nicht mehk fördert werden dürfen. Belgien«„> Als jüngst der Deputirte Fröre.Oiban in der Kammer., Anschauung autsprach, daß die Reichen in Belgien nur' verschwindende Minderheit bilden, wurde» lU manche zweifelnde Stimmen laut. Und doch hat derselbe R-» Jetzt hat, nach der„Voss. Ztg.", die permanente Depvta- � der Provinz Brabent, zu der Brüssel gehört, die Zahl D'V dieser Provinz für den belgischen Senat Wähldaren au'flO'„ und da zeigt eS fich, daß t« in dieser reichen Provinz im Menge Pläne durch de« Kopf, und Sie sollen ei»�, sehen, in Zeit von vier Wochen habe ich Sie da so h'" gearbeitet, daß Sie selber Ihre Lust und Freude finden werden.".j) „Herr Stelzhammer," sagte Rebe freundlich, aber fest und bestimm»,„die Zeit nur, d>e Sie hier mit M" � geuden, ist verloren, den» mich ziehen Sie nicht ciu vorgezeichaetev Bahn." „Aber, mein bester Herr I", w«t „Bitte, lasse» Sie nun auch mich reden. J9 Jp Herrn Pfeffer genau; ich weiß, daß er von Herzen nvd sonst braver und ehrlicher Mensch ist, aber er 9-% � verbissene Natur und sucht besonder« etwa« darin,»"Lgw Theater zu schimpfe». Wenn man ihn reden hört,>"-A» man glaube», er wäre bei jeder neue« Rolle d«r"Jl»$ seligste Mensch, so raisonirt er und mit solcher Uvlu? er jedesmal daran, sie zu lernen; aber nehme« g-k*# einmal eine oder fordern Sie ihn einmal auf, vom w zu gehen, so hören Sie, was er Ihnen sagt." „Pfeffer?— Lieber heute, als morgen.". ad» „Ich kenne ihn besser. Er redet grundsätzlich J#? w zur Bühne zu gehen, und was sein Uetheil über m � trifft— ein so guter Schauspieler er in seinem mag,— so kann das für mich keine« entscheidende j is haben; den»— hat er mich nur erst ein einziges einer wirklich gute«, ja, selbst in einer msttelmäß'. gesehen? Habe ich den« hier am Theater—«jJ ,* wenH nicht, weshalb— auch nur ein einzige« RW„nog" bekommen, zu versuchen und zu zeige», wa«*9 a> i* Nie— nur zu Statisten- oder, kaum wehr als\t kleine«, erbärmliche» Rolle» bin ich verwandt w w denen ich kaum ei« paar Worte zu spreche» ha»' vra»� selbst schämte, wenn ich, meiner unwürdig,... Küdfi vor dem Publikum stand. Und jetzt sollte'ch.. da» verlasse»— jetzt, mit dem nagende« Gefühl im- ich da« Zeug zu etwa« Besserem in�mir �age?�� »WKWMA «och immer in mir gährt und»reibt und die nut 121 Personen giebt, die den gesetzlichen Steuersatz— 2116 gtonte— zahlen, also in den Senat gewählt werden dürfen. wt Höchstdesteuerte lö der Graf Flandern, der Bruder deS Honigs, der 11029 Fran» Steuern zahlt; nach ihm zahlt vöchstbesteuerte 7789 Franks. Da nun aber nach dem Ge- Ai ein Senator auf 6000 Einwohner kommen soll, so hat die Ovulation fich genöthigt sehen, die noch weiter erforderliche iiahl aui den die nächsthöchsten Steuern zahlenden Bürgern W entnehmen. Das fürstliche Haus von Arenberg, das streng klerikal ge« ftnnt ist und den größten Grundbesitz in Belgien hat, hat seinen lammtlichen Pächtern einen Pachterlaß von lOpCt- zugesichert; w sollen fortab statt 180 Franks per Hektar nur 162 Franks Wen, aber— sie müssen gut katholisch wählen! Man steht, we der Einfluß des GeldsackeS alle Wahlfreiheit zu nicht« »acht. In Gent find scheußliche Sittenskandale an'S Licht pomatn. Ein unmoralischer Klub, genannt Cravatee noires, wt dort lange bestanden. Viele hochstehende Personen der nderalen und klerikalen Partei find schwer kompromittirt. Be« »us find 57 Personen in Untersuchung gezogen worden. Eine »eihe Selbstmorde ist die Folge davon. Wie verlautet, deabstchtigen die Arbeiter, da die Mani« '«staiion in Brüssel untersagt wurde, einen Ardeiter« Kongreß nach Gent einzuberufen. „ Infolge des vom Bürgermeister BulS amtlich angekündigten Notes der geplanten großen Arbeiter» Demonstration in Mstel ist die Gährung unter den Sozialisten bedenklich im Sachsen. Der„Peuplc", das Organ der belgischen Arbeiter« M, erklärt in seiner heutigen Nummer, den Arbeitern bleibe übrig als die Revolunon. Do* Blatt kündigt ferner an, Arbeiter würden fich das allgemeine Stimmrecht nöthigen fiallS durch Gewalt verschaffen. Sraurreich. _. Die franzöfische Regierung hat fich zu kräftiger Gegen« �hr gegen die Wühlereien der orleanistischen Prinzen auf« und den Gesetzentwurf, betreffend die Ausweisung, in V Devutirtenkammer eingebracht. Fm ersten Artikel wird der «mister des Innern ermächtigt, den Mitgliedern der Familien, »eiche srüher in Frankreich geherrscht haben, den Aufenthalt �Frankreich zu untersagen. Im zweiten Artikel find die xüafen festgesetzt, auf welche im Falle einer Uebertretung des Nlenthallsverbots durch das Zuchtpolizeigericht zu erkennen 2?. die höchste Strafe deträgt 5 jähriges Gefängniß. Justiz» b«»* Demole verlas den Gesetzentwurf in der Kammer. In bi. m 0" geknüpften Erläuterungen erinnerte er daran, daß «5 A fr�.-'«h. sä"» und tanzte meine« Stiefel weg %iQq«ur immer auf den ersten, weil da der �-NoK�«*** d» Bühne auch keine "N°. wahrhaftig nicht," bestätigte Jeremias-„eh'r bezüglich der Bestimmung, welche von der Thellnahme irischer Deputirter am ReichSparlament handelt, vorzuschlagen. Wenn das Parlament die zweite Lesung der Vorlage annehmen sollte, so würden die Einzelheiten nur in der KommisfionSderathung vor dem Herbst in Erwägung gezogen werden. Zu dieser Zeit soll ein« Sveztalsesfion für die irischen Vorlagen berufen wer« den. Inzwischen könnten in die Homerulevorlage neue Be« sttmmungen bezüglich der Theilnahme der irischen Deputirtm am ReichSparlament eingefügt werden. Chamderlain und Harttngton blieben der Versammlung fern. Elfterer bezeugt jedoch in einer den Blättern übersendeten Zuschrift sein Wohlwollen dem Streben, die liberale Partei wieder zu einigen. Jtetlien. Vom 26. zum 27. Mai, Mittag«, kamen in Venedig 20 Cboleraerkrankungen und 13 Choleratodessälle vor, in Bari 2 Choleraerkrankungen und 1 CholeratodeSfall. Balkauläuder. Die griechische Blokade gilt auf mancher Seite als so gut wie beseitigt. Dagegen meldet ein Telegramm deS„Pester Lloyd", daß die Blokade auch nicht einen Tag früher auf« gegeben werden wird, bevor die griechische Grenze nicht frei von Truppen und die vollständige Abrüstung durchgeführt sein wird. Selbst wenn die griechischen Truppen parallel mit den türktschm bereits von der Grenze abziehen werden, wird die Blokade aufrechterhalten bleiben, bis die DemobilistrungS» Ordre in ihrer Durchführung beendigt ist. Erst wenn der letzte Mann des Kriegsaufgebotes die Entlassung erhalten, werden die Gesandten auf ihre Posten zurückkehren und dann die strenge Spene aufheben, obgleich die Demonstration«- Flotte selbst dann noch beisammen bleibt. „DelyanniS wird vom griechischen Parlament in Anklage« zustand versetzt werden"— so meldet die„Pol. Korr." aus Athen. Vor etwa anderthalb Wochen verbreitete die„Agence Havas" ein Telegramm mit der Nachricht, die kretenfische Landesversammlung habe die griechischen Brüder in einer für diese wenig schmeichelhaften Weise verleugnet und fich mit fast verblüffender Deutlichkeit für ein fernerei Verbleiben unter türkischer Herschxst erklärt. Heute berichtet dieselbe„Agence Havas" auS Athen, eine Privatvcrsammlung kretenstscher De« putirter in Canea habe fich entschieden gegen die Behauptung verschiedener Blätter ausgesprochen, daß die Kretenser die Ver- einigung mit Griechenland nicht wünschten. In einer Reso« lution werde hervorgehoben, daß die verschiedenen in den letzten Monaten stattgehabten öffentlichen Kundgebungen, in denen die Vereinigung mit Griechenland verlangt wurde, Ausdrücke de« freien Willens de« kretensischen Volkei gewesen seien, dessen unabänderlicher Wunsch stets die Vereinigung Kretas mtt Griechenland sein werde.— Wenn der letztere Wunsch auch gewissermaßen allen Kretensern im Blute liegt, so wird ei ficherlich auck verständige Männer geben, welche einsehen, daß die erhoffte Union zur Zeit ein Ding der Unmöglichkeit ist, ab- gesehen davon, daß dieselbe jetzt und für längere Zett indirett mit einer Verschlechterung der Finanzen Kretas verknüpft sein müßte. Amerika. Das NationalzuchthauS, welches Heine einst für Deutsch« land forderte, dürfte nun doch zu Stande kommen, aber— in Nordamerika. Der Abgeordnet« JameS von Brooklyn ver» wendet fich lebhast für die Gründung eines BundeSzuchthauseS. Er dringt darauf, daß dem jetzigen System der Unterbringung der von Bundesgerichten Verurtheilten in Zuchthäusern der Etnzelstaaten ein Ende gemacht werde, namentlich da diese Sträflinge in den verschiedenen Staatszuchthäuscrn verschieden behandelt und oft auf Kontrakte hin ausgemiethet werden. Er wünscht außerdem, in einem Bundeizuchthause und in einer Besserungsanstalt eine Musteranstalt von BundeSwegen zu schaffen und zugleich die Kosten zu verringern. In einer von ihm ausgearbeiteten Bill wird zunächst die Ernennung einer Konmisfion vorgeschlagen, welch- Pläne für den Bau eineS BundeSzuchthauseS mtt den nöthigen Werkstätten u. s. w. für 1000 Gefangene und einer Besserungsanstalt für 600Ö Sträflinge ausarbeiten soll. Die Kosten beider Anstalten sollen nicht mehr als zwei Millionen Dollars betragen. Ali ein Haupteinwand gegen ein BundeSzuchthauS werden die großen Kosten geltend gemacht, welche der Transport der Sträflinge au« oft riesigen Entfernungen nach der einzigen Strafanstalt verursachen würde._ Gerichts-Zeitung. ReichSgertchts-Eutscheidung. Leipzig, 27. Mai.(Belei- digung durch die Presse.) Die„Kölnische VollSzeitung" in Köln enthielt in ihrer Nr. 194 vom 17. Juli v. I. unter der Ueberschrtst:„Eirenenstimmen" einen Artikel, durch welchen fich der Kultusminister von Goßler beleidigt fühlte. Derselbe stellte deshalb am 31. Dezember(er hatte erst einige Zeit vorher Kenntniß von dem Artikel erhalten) Strafantrog gegen den verantwortlichen Redakteur des BlatteS, Herrn Dr. Her« im Gegentheil. Ich war seelenfroh, au» der Bude heraus« zukommen— Kunst— ja Kunst I Ich habe keine Kunst darin entdeckt." „Und tadeln Sie mich deshalb, weil ich dabei aushalte, daß ich mein ganzes Leben, mein Glück, mein Alles daran setze, um mein Ziel zu erreichen? Ich kann aber nicht anders, lieber Herr— ich fühle, daß ich in jede« anderen Fache, so freundlich Sie mir auch zur Seite stehen würden, eine unselbstständige, gedrückte Stellung einnehme« müßte, während ich hier ein wette«, offene» Feld vor mir sehe,, neiner Kraft, meinem Ehrgeiz zu genügen. Bring' ich es dann zu'was, so verdanke ich bei Gott alles nur mir selbst, was ich er» strebt, und kann dem Besten stolz in« Auge sehe«! War es ein Mißgriff, dann wird der arme Rebe Niemandem mehr lästig fallen— Niemand wird mehr von ihm hören und— Niemand auch wohl mehr nach ihm fragen," setzte er leise hinzu. „Und ist das Ihr fester und letzter Entschluß?" sagte Jeremias kopfschüttelnd. „Ich kann nicht anders, lieber Herr," sagte Nebe herz» lich;„ich müßte mich selbst verachten, wenn ich ander« handeln wollte." (Fortsetzung folgt.) Aus Kunst«nd Sehen. Et« Mönch als Hochstapler. Vor einigen Woche« fand man in der Nähe des KlosterS von Monleau am Strande eine Dominikanexkutte und andere Kleidungsstücke. S-ne genauere Untersuchung ergab, daß dies die Hülle deS Dominikanermönchs Brochard sei, der in der That vermißt wurde. Die Einen sprachen davon, daß er beim Baden ertrunken sei, die Anderen flüsterten fich zu, daß er einen Selbstmord begangen habe. Ein klerikales Blatt,„La Croix", widmete ihm einen bewegten Nachruf.„Brochard." schrieb fie,„war ein Heiliger und ein gelehrter Professor der Theologie. Wir thetlen den Schmerz, welchen der Orden empfindet." Wahrend nun in Aranchon für die Seele deS vermißten Mönches, dessen Leichnam fich merk» würdiger Weise nicht finden lassen wollte da»„De profirnckis" gesungen wmde. spazierte derselbe gemüthlich durch die Straßen wann Kardauns und wurde letzterer deshalb vom Landgerichte Köln am 17. März d. I. zu 300 M. Geldstrafe verurthetlt. Eine PubltkattonSbefugntß wurde dem Beleidigten vom Ge- richte nicht zugesprochen und zwar unter Berufung auf§ 200, 2, well danach ein Antrag deS Verletzten auf Publikation vor- liegen müsse, was hier nicht der Fall war. Der Staatsanwalt hatte hiergegen Revision eingelegt und darin ausgeführt, daß die Lefugniß dem Beleidigten nach§ 200, 1 ohne Anüag hätte zugesprochen werden müssen. Das Reichsgericht(l. Straf» senat) erachtete diese Beschwerde für begründet und hob am 27. Mai da» Urtheil insoweit, jedoch unter Aufrechterhaltung der thatsächlichen Feststellungen, auf, indem es folgendes ausführte. Die Auslegung, welche das Landgericht dem§ 200 des Etr-G-B. gegeben hat, kann nicht gebilligt werden. Der Absatz 1(Wird wegen einer öffentlich... begangenen Be« leidimmg auf Strafe exkannt, so ist zugleich dem Beleidigten die Beiugniß zuzusprechen, die Verurthellung auf Kosten des Schuldigen öffentlich bekannt zu machen...) und der Absatz 2 (Ecfolgte die Beleidigung in cinerZeitung..., so ist der verfügende Theil deS Uttheils auf Antrag deS Beleidigten durch die öffeni- lichen Blätter bekannt zu machen...) find nicht selbstständig nebeneinander bestehende Maßnahmen, die jede für fich erkannt werden, sondern fie stehen mit einander in Zusammenhang. Absatz 2 ist auS Absatz 1 zu ergänzen und auch für 2 ist die nothwendige Voraussetzung, daß auf Strafe erkannt wurde, und als solche ist die Bekanntmachung anzusehen. Solange die Publikationsbefugniß nicht ausgesprochen ist, kann diese Nebenstrafe nicht zur Vollstreckung gebracht werden. Für beide Absätze ist maßgebend, daß das Urtheil die öffentliche Bekannt- machung aussprechen muß.— Der Angeklagte selbst hatte auch Revifion eingelegt und Verjährung behauptet, da die am 16. Januar, dem letzten Tage vor Ablauf der Frist, von einem Assessor am Amtsgericht erlassene Verfügung zur Ladung deS Angeklagten keine rechtSgiltige Amtshandlung des zuständigen Richters gewesen sei, weil der Assessor nicht zur Vertretung deS zuständigen Amtsrichters berufen gewesen sei. Diese Be- schwerve deS Angeklagten wurde vom Reichsgerichte unter folgender Begründung verworfen. Die Verfügung ist aus- gegangen von einem GerichtSaffeffor, der namens des Amti- aerichteS. welches zuständig war, gehandelt hat. ES kommen hier die Bestimmungen deS preußischen AuskührungSgesetzeS zur Anwendung. In diesen ist gesagt, daß die Gerichtsassessoren bei den Amtsgerichten zur Wahrnehmung richterlicher Geschäfte im allgemeinen befugt find, und im Gegensatz dazu ist nur in § 5 desselben Gesetzes gesagt, daß bei den Landgerichten die Affessoren nur dann, wenn fie Hilfsrichter seien, amtiren können. Bezüglich der amtSgerichtlichen Geschäfte desteht eine derartige Einschränkung nicht. Der hier in Frage kommende Assessor war vom Justizminister und dann dieser vom Präfidenten des Landgerichtes dem Amtsgerichte in Köln zugewiesen und der aufsichtführende Amtsrichter hatte ihn demjenigen Amtsrichter zur Aushilfe zugewiesen, dem die vorliegende Strafsache übertragen war. Demnach war er defugt, alS Richter zu handeln. Die Revifion nimmt Anstoß an§ 23 de« Ausführung« gesetzeS und glaubt dadurch d'e Be- fugniß deS Assessors ausgeschlossen, daß dieser Paragraph aus- spricht, daß seitens de» Prästdenten die Geschäfte verthcilt werden in Amtsgerichten, wo mehrere Amtsrichter fungiren. Diese Annahme ist unhaltbar. Der§ 23 hat nur Bedeutung für den inneren Geschäftsgang bei den Amtsgerichten, was daraus hervorgeht, daß der Absatz 2 bestimmt„ jeder AmtS- lichter sei trotz der Zuweisung auch die Geschäfte eine» ander:» Amtsrichters zu führen ermächtigt, weil nur daS Amts« gericht und nicht ein einzelner Richter Handlungen vornimmt. Die Giltigkeit eines Geschäftes ist nicht davon abhängig, daß dem Richter die betreffenden Geschäfte zugewiesen seien. Ist nun der Assessor zu allen am'.Srichterlichen Geschäften befugt, so ist er auch zur Vertretung eineS anderen Amtsrichter», dem bestimmte Geschäfte zugewiesen find, berechtigt. ES war also anzunehmen, daß die Verjährung unterbrochen war und daß deshalb eine Verurthellung erfolgen konnte. Soziales%$& Arveitervemegnng« Kampf gegen die freien Htlfstaffen. EmigeS Auf- sehen erregt in Erfurt, wie dem«Berl. Tagebl." geschrieben wird, folgende Bekanntmachung der Polizeiverwaltung:„Nachdem der Vorstand der in Altona domizilirten Zentralkranken- kaff- der Maurer, Gipser und Stukateure Deutschlands, benannt „Grundstein zur Einigkeit", eingeschriebene Hilfskaffc Nr. 7, durch Vermittlung deS Polizeiamte» zu Altona angezeigt hat, daß er eine örtliche Verwaltungsstelle mit dem Sitze in Erfurt errichtet habe, wird hierdurch bekannt gemacht, daß diese Kasse nach Maßgabe ihres Kassenstatuts vom 17. November 1884 und nach Maßgabe der hierorts geltenden Beftimmungeg über die Höhe des ortsüblichen Tagelohnts gewöhnlicher Tagearbeiter, den Anforderungen des§ 75 des ReichSgesetzeS vom 15. Juni 1883, betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter, nicht ent- spricht, und daß deihald die Mitglieder dieser Kasse von der Verpflichtung, einer der nach Maßgabe der Vorschriften deS KrantenverficherungSgesetzeS errichteten Krankenkassen anzuge- von Bordeaux. Er hatte am 31. de» vorigen Monats plötzlich daS Kloster der Dominikaner zu Lille, welchem er angehört hatte, verlassen und reiste in Begleitung von zwölf Stück österreichischer Rente, die er in frommem U-berschwange seinem Oberen gestohlen, nach dem Kloster von Monleau, wo er alS Gast Aufnahme fand. Am jüngsten Donnerstag kam ein hochgewachsener, dreißigjähriger Mann, welcher sorgfältig rafirt und elegant gekleidet war. in da» Komtoir de» Geld- Wechslers Moline zu Bordeaux. Er präsentirte mehrere KouponS der österreichischen Rente. Die Ecriennummern der KouponS stimmten auffallend mit gewissen Ziffern, welche von der Polizei den Wechselftuben zugesandt worven waren. Moline bat den Fremdm höflich, in einiger Zett wiederkommen zu wollen, da die Kasse noch nicht eröffnet sei. Ali der Herr in der That zurückkehrte, wünschte ein Polizeiagent mtt ihm nähere Be- kanntschaft zu machen.„Mein Name ist Berthier; ich bin ein in Nancy wohlbekannter Kaufmann." Die AuSrede wollte nicht verfangen. Vor dem Polizeikommissar war der vorgebliche Berthier gezwungen, einzugestehen, daß er Brochard heiße und bisher Dominikaner gewesen sei. Nach dieser unfreiwilligen Beichte wurde der Mönch in eine Zelle gebracht, welche keine Klosterzelle ist. Der„gelehrte Theologe" wird fich vor dem Gerichte in Lille zu verantworten haben, weil er daS„Du sollst nicht stehlen" so ganz und gar vergessen hat. Durch Elektrizität getödtet. Im Eremitagegarten zu Moskau, welcher elettrische Beleuchtung defitzt, fand dieser Tage ein Schaulustiger, der aber kein Entree bezahlen wollte, aus unerwartete Weise einen plötzlichen Tod. Derselbe, ein Bauer Matwejew, hatte mit Hilfe einiger Kameraden ein Brett aus dem Zaune genommen und Kopf und Arme schon durch die Oeffnung gesteckt, alS er plötzlich, ohne einen Laut von fich zu geben, todr zu Boden sank. Er war mit der Hand an einen der Leitungsdrähte für die elektrische Beleuchtung gekommen und mit einem Schlage getödtet worden. Bekanntlich, schreibt die„M. D. Z.", trug fich schon vor zwei Jahren ein ähnlicher, wenn auch weniger tragischer Fall daselbst zu, daß beim Ueber» klettem des Zaunes einem Bauern bei Erfassung de» Leitung»- drahte» die Hände so konvulstvisch zusammengezogen wurden, daß er vor Schreck und Schmerz biüllte und fich wie wahn- finnig geberdete, bis man die Leitung unterbrach. Jetzt deab« fichtigt man, die Drähte entweder auf Pfosten fortzusühren oder durch Guttapercha k. so zu isoliren, daß Niemand verunglücken kann. Hören, nicht befreit find.*— Welch einschneidend« Folgen diese Poltitiverordnung für die übrigen Zentral« Krankenkaffen« Mit« olteder haben kann, liegt auf der Hand. Dt« Erfurter werden den Beschwerdeweg betreten. Au» Bayer« wird un» geschrieben: Wie recht ich hatte, «ll ich vor einiger Zeit bei Besprechung de» Wachtthum» der Srohproduklion im Brauereigewerbe betonte, daß die A k t i« n- oesellschaften die herrschende Organisation de» modernen Wirthschafttsystem» werden, und daß die wmigen Einzelaroß« drauer München» immer mehr den Aktiengesellschaften Piav machen müßten, da» zeigt fich an der Uebernahme der Brauerei der Gebr. Schmederer in München durch eine Aktien- geseüschaft. Der Gesammtübernahmeprei» beträgt 3800000 M. Die durchschnittliche Produktion der letzten Jahre war zirka 90 000 Hektoliter Bier; doch ist die Brauerei, welche fich im besten technischen Zustande befindet und namentlich im ver- gangenen Jahre durch Bauten, maschinelle Einrichtungen, eine große Eismaschine mit Gähr- und Echenkkeller-Kühlung, elek- frische Beleuchtung ic. vergrößert, erweitert und verbessert wurde, für eine wettau» bedeutendere Produktion leistung»« fähig. Nach dem technischen Gutachten gestattet die Mälzerei in Bezug auf die vorhandene Keimfläche eine Produktton von 45000, in Bezug auf die Danfläche eine Produktion von 62000 Hektoliter Mal,, da» Eudhau» und der Gährkellcr eine Erzeugung von 120 000 Hektoliter, die Winter« und Lagerkeller eine Einlagemng von 120000 Hektoliter Bi»r. Die Brauerei ist renommirt und genießt durch ihr Valvator-Bier einen Weltruf. Zur Beachtung! Da» Reichsgericht hat am 5. Januar 1886 folgende Entscheidung getroffen:„Die Falzer und Packer in Buchdruckereien, welche die gedruck- ten Schriften zur Versendung fertig stellen, find g e w e r b« liche Arbeiter im Sinne der Reich»- Gewerbeordnung, und die Beschäftigung jugendlicher Personen mit Falzen und Packen in einer großen, mit Maschinen und zahl« reichtn Arbeitern funktionirenoen Buchdruckerei ist den Bestim- mungen der ReichS-Gewerbeordnung über die Beschäftigung jugendlicher Fabrikarbeiter(88 135 ff.) unterworfen." Die Handel»» und Gewerbekammer sür Nieder» bayer« sagt in ihrem Jahretbericht für 1885:„Die Lag« der Industrie und de» Kleingewerbe»«eist im Vergleiche zu der« jenigen deS Vorjahre» kerne bemerkenSwerthen Veränderungen auf. Wenn auch aus einer Anzahl Branchen, wie z. B. dem Berg- und Hüttenwesen, der Bierbrauerei, der Maschinen-, Papier-, Porzellan-, Pulver-Steinzeugfabrikation, Granit, und Säg«. Industrie, die Berichte normale Verhältnisse konstatiren, so fehlen in denselben doch nicht häufige Bemerkungen über schleppenden Geschäftsgang, Störungen de» Betriebe» durch abnorm kleine Wafferstänve und Zurückgehen der Preise. Weniger befriedigend lauten die Nachrichten au» der Tabak- und Ziganenindufirie, welche den Absatz ihrer Fabrikate durch den in Folge allgemein verringerten Arbeit»« Verdienste» geminderten Konsum beeinträchtigt sieht, der Leinenindustrie, welche eine Vcrtheuerung der Rohftcffe bei zunehmender Konkurrenz der schlefischen Leinen konfiatirt, ferner au» den Kreisen der GlaSfadrikanten. GlaSschletfm-, Hammer- werls-, Kunflmühlen» und Zigeleibefitzer, endlich der Holz- waarenindustrie. Die GlaSfadrikanten, und GlaSschleisenbefitzer klagen, je nach der Spezialität, welche fie kultiviren, über flauen Geschäftigang, Ueberproduktion, drückende Konkurrenz deS Auslandes, Erhöhung der Zölle in Oesteireich-Ungarn u. s. w. Die HammerwerkSdefitzer» äußern fich dahin, daß ihre Erzeug« ntsse, bezüglich deren fie hauptsächlich auf den Absatz an die ländliche Bevölkerung angewiesen find, in Folge der u n b e» friedigeuden Lage der Landwirihschaft nur theilweise Abnehmer finden,«eil die Oekonomen genöthigt find, ihre Einkäufe allenthalben auf doS Nothwendtgste zu beschränken. Die Ziegeleien und Holzwaarmfabrikanten heben in ihren Mittheilungen insbesondere da» Zurückgehen der Preise für fertige Fabrikate hervor, welchem in der Holzwaaren« industrie gleichzeitig noch eine Preiserhöhung des Rohmaterial» gegenübersteht."— Uederall dasselbe Lew!„ES ist eine Lust zu leben," sagt Herr von Eynenr. Ei« Schuhmackerlehrlivg in Dretde« klagt im Brief« kästen der„DreSdn. Nachr.", daß er allabendlich bis 11 oder 12 Uhr arbeiten müsse, ohne dafür die geringste Entschädigung zu erhalten. Man fieht, welche Ausbeutung der Arbeitskraft gerade auch im Kleingewerbe getrieben wird. Sicherlich ist der betreffende Meister auch ein Jnnungtmeister. Wie der Lehr- ling weiter mittheilt, ist ei die Frau Meisterin, welche nicht nur in der Küche, sondern auch in der Werkstätte das Szepter führt. Epremberg hat bekanntlich kur, vor dem Belagerung»« zustande auch einen Streik gehabt. Die Arbeiter der Förster'« schen Webefabrik, 160 an der Zahl, stellten Freitag, 7. d. M., die Arbeit ein. weil der Fabrikant den geforderten Lohnzuschlag veiweigerte. Trotzdem Herr Förster bei seiner Weigerung ver« harrte, traten am Montag, den 10. schon 160 Weber wieder in Arbeit. Von den 20 noch Feiernden traten 15 am folgenden Mittwoch wieder ein und nur 5 Personen haben die Fabrik vollständig verlassen. Nicht die geringste Unmhe ist vorge- kommen; mit einer gewissen Ergebung in ihr Geschick haben die Arbeiter den Streik fallen lassen. Und dennoch der Be« lagerungSzustand I 16 000 Webstühle in 98 Fabriken find in den« l s a s s i« schen Kreisen Kolmar, Gebweiler und RappoltSweiler in Thätigkeit. An 3000 fallen fich außer Thäiigkeit befinden. Nach einem Bericht der Handelskammer zu Kolmar finken die Waaren»reise immer mehr und die Arbeitslöhne find gedrückt. Ja der Weberei stehen die Löhne zwischen 1,20 Mark und 2,40 Mark. Die Preise der nothwendigen Bedürfnisse find im Elsaß hoch. Au» Apolda berichtet die konservative„Weimar. Ztg.", daß die Gischäfte in den dortigen Fabriken gegenwättig besser gingen, alt fest her. Ueber die Arbeitilöhne aber würde noch immer geklagt. Der Berichterstatter meint, daß die Vervoll« kommnung deS Maschinenwesen» Schuld an dem Sinken V« Löhne sei. Da» ist an fich nicht richtig, wohl aber, wenn man die Ueberproduktion und daS dadurch entstehende Sinken der Waarenpreise mtt dieser Vervollkommnung in Ver bin- dung setzt. Die Industrie« und Arbeitsverhältnisse in Ungar« liegen sehr darnieder. Im Elsen« und Metallgewerde ist eine erschreckende Stockung eingetreten, Ardeiterentlassutigen finden massenhaft statt, die Arbeitszeit und der Lohnsatz werden redu- zirt, die Einfuhr der billigen, unorganifitten Arbeiter aus der Provinz, und dadmch die systematische Lohndrückerei wird ea gros betrieben. Tont comme che* nove, Alles wie bei ur.S, nur daß die Magyaren noch an keinem Streikerlaffe fich er- freuen. Berbote« wurde die Tapezirer- Versammlung vom 25. d. in Leipzig. Die Essener Maurer, welche soeben einen Fachoerein gegründet Haben, verlangen: Normalarbeitstag von 10 6iun» den, 40 Pfg. Arbeitslohn pro Stunde, für Putzer und Stucks« teure Lohnerhöhung von 20 xCi. und Zuschlag von 2ö pCi. bei Ueberstunden. Außerdem soll die Lohnzahlung auf der Bau« stelle vor Schluß der Arbeit bewirkt und soll Sonnabends eine Stunde, und vor den großen Ktrchfesten zwei Stunden früher Feierabend, und zwar ohne Lohnabzug, gemacht werden. In Lübeck habe« die vereiuiaten Töpfermeister eine eklatante Niederlage gerade in dem Augenblick erl tien, als ste den Gesellen einen reduzirten Lohntarif ausoktroyiren wollten. Die vereinigten Töpfer setzten durch sofortige Arbeitseinstellung ihre schon seit langem vorbereitete Lohnerhöhung nach kurzem Kampfe durch. Auch in Hannover haben die Töpfer fast ohne Kampf ihre Forderungen dewilligt bekommen. In Potsdam haben fast sämmtliche Meister nach kurze« Sträubm den Gesellen-Lohntarif unterschrieben. th. Et» Streik der Töpfergeselle« Berlin» wird auch in diesem Jahre unvermeidlich werden, da die vereinigten In« nungSmeister und Arbeitgeber des TöpfergewerbeS den durch die Gesellenlohnkommisfion vorgelegten Lohntarif pro 1886/87 ab 1. Juli nicht allein gänzlich verworfen, sondern auck mit der Lohnkommisfion der Gesellen keine Verhandlungen mehr zu pflegen beschlossen haben. Maßgebend soll nur der von der MeisterloHnkommilfion festgesetzte Lohntarif sein, auf welchen fich der größte Theil der Meister verpflichtet haben soll. Auch bat, wie verlautet, der Vorstand der htcfigen Innung mit den Fabrikanten in Velten ein Abkommen getroffen, wo»ach letztme vom 1. Juli d. I. ab nur noch solchm Arbeitgebern Kachel» Material verabfolgen sollen. welche die Zustimmung deS In« nungSvorstandeS haben. Was saat die wirthschaftstundtgr „Nordd. Allg. Ztg." zu der letzten Bestimmung? Theater. Sonnabend, den 29. Mai. vperuhau». Violetta(La TraTiata). Schausptelhau». Adrirnne Lecouvreur. Deutsche» Theater. DaS Urbild de» Tar« Be/ 1-Älliauee-Theater. Namenlos. Posse mtt Gesang in 3 Asten von Kaiisch und Pohl. Mufik von A. Conradi. Wallner-Theater. Im Au»tragstübchen. Kriebrich'WUHelmpädtis che» Theater,»er Zigeunerdaron. �.... «»lhalla- Theater. Der kleine Herzog. lvReud-Theate». Entehrt. «sutral-Tbeater. Der SLadS« Trompeter. B Moria- Theater. Amor. Tan» Poem von Luigi Manzotti.__,. Adrienne Lecouvreur. GauftKim«'»»artete. Große Spezialitäten« Vorstellung.___________ .»assage 1 Tr. B 28.- 10 A. '®r Eine Wanderung durch Rom. Di« malerische Schweiz, n. Adth. Hertha>«eise. Earoitue«> Inseln. Ein« Reis« 20 Pf. Kind« nur 10 Pf.__ Täglich: Geselliges Zusammensein in den„zaud»b«r»-r Oimchatteu", g-andiberaerstraße 82. Saal u. Zimmer für Vereine u. Versammlungen. 1727]_ Jncoby. Unserm Kollegen Plach ein dreifache» Hoch zu seinem heutigen Geburtstage.[1788 W. H.®. F. G. W. E. K. Säle für Vereine und Versammlungen»c.»Sa- »ich. auch K-uutag- Vormittag» zur freien Benutzung empfiehlt[ B. Rieft, Kommandanten strahe Kr. 72, _ f»f parterre._ _ Idn-ltMk"WA CU Sctaamow, --- zu allerdilligsten Preisen: Silb.Zylinder-Uhren 15, 18,20, 24 M.; filb. Zylinder-Uhrenmit Remontoir-Aufzug 24— 30M.; filb. Anker-Uhrenm-Remontorr» �Aufzua36.40,4ö.50M.;gold. j Damenuhren 30, 33, 36, 40, 45 fMotl; gold. 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MtS. nach langrm Leiden gestorben ist- Die Beerdigung findet Sonntag, NschmsttapS 6 Uhr, von der Leichenhalle des ThomcS' Kirchhofs au» statt. Um zahlreiche% t Heiligung ersucht Ml Der Vorstan d. Theatervorstellung de» Possen« und Lustspiel- Personal». eäiS: Leichte Cayallerie. Operette in 1 Akt von Fr. v. SuppS, Im Felsensaal: Tanzkränzche«. Volksbelustigungen aller Art. Elevrische Eisenbahn u. dergl. m. Abend» elektrische Kel-uchtuug und groß- Illumiuatio« durch ca. 10(00 Lampion». aw Entrie 30 Pf."M» 1734 [1806 i Allen Freunden und Bekannten zeige hiermit an. daß daS i--— Cigarren- tu Tabakgeschäft Weinbergsweg 15 b mit dem 1. Juni in die Hände deS Herrn ZjAichels-« übergeht. Indem ick für da, mir in so reichem Maße bewiesene Vertrauen danke, ersuche, dasselbe auch auf meinen Nachfolger zu über- tragm. Achtungsvoll A. Bremer. Bei meiner Abreise von hier sage allen Freunden und Bekannten ein herzl, Lebewohl. D.O. Maurer Lerlws u«d Umgegend! Kamerade«:. � � Mit kameradschaftlichem Gruße lade ich, der Unterzeichnete, jeden von Euch, Kameraden, der Lust und Neigung dazu hat, ein, am Sonntag, den 30. d. MtS-, von der neunten Vormittags- stunde an. zu einem gemSthliche« prioate« Zusammeusei« bei« FrLhschoppe« im Garten dt! Tivoli-Krauerei auf dem Kreuz- berge fich einzufinden. An gutem„Stoff" wird es unS bei der dekannten Qualität des Tivoli- Biere» ebenso wenig fehlen, als an gutem Unter- �„Gctn' frische» Lied, ein munteres Wort Ist beim GlaS Bier am rechten Ort." Also kommt, Kameraden! Ich zähle auf Euch. Berlin, 29. Mai 1886. Einer für Viele: 1805] Karl Pfeil, Nostizstraße 23. Geuerai-Persammltmg de« Faqvereins sämmtlicher im Krechslergewerk beschäftigten Arbeiter Berlin» am Sonntag, den 30. Mai, Vormittag» 10 Uhr, bei Gratwetl, Kommandantenstr. 77/79. Tagesordnung stehe im redaktionellen Theil dieser Zeitung.[1602 Der provisorische Vorstand. Beret« z. Wahr, der Interesse« der Lacktrer aller Brauchen. Montag, den 31. Mai, Abends 8l/> Uhr, Pevsammlnus in Feuerstein'» Salon, Alte Jakobstraße 75. Tagesordnung; 1. Vortrag deS Herrn M e tz n e r. 2. Diskusston. 3. Wahl von 3 Re. oisoren. 4. Vorlegung der umgeänderten Statuten. 5. Verschiedenes und Fragekasten.— Gäste willkommen. Mitglieder werden auf- genommen.[1798 1 Der Vorstand. Am Sonntag, den 30. Mai, außerordentliche Mitglieder-Nersammlung deS Fachoerews der Töpfer Lerlius und Pmgegrnd in«ratweil'» Kierhalle«, Kommandanlenstraße 77/79. TageS- Ordnung: 1. Besprechung dei neuen Tarifs. 2. Verschre- deneS. Zur Deckung der Unkosten Eatree nach Belieben. Gäfie find eingeladen. 1792] K. Kemnitz, Bernauerstr. 50. Kachveret« für Schlosser und BerufSge«. Heute, Eonnadend, Abends 8'/, Uhr, im VereinSlokal: Große Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag de» Herrn Dr. Benkendorf:„Die Leichenverbrennung". 2 Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Vereins- angelegenheiten.— Diese Versammlung findet bestimmt statt.— Zahlreiches Erscheinen ist dringend nothwendlg.[1798] Der Vorstand. Ack-Ktsirlm i>. MtsttllS! Da unS durch den ministeriellen Erlaß vom 11. d. M. jedenfalls auf läng-re Zeit jegliche Versammlung verboten wird, so machen wir darauf aufmerksam, daß die Verleihung von Büchern au» der Ver-iaSbibliothek, sowie die Aufnahmen neuer Mitglieder jeden Montag Abend von 8—10 Uhr im Lokale deS Hmn Schmarl, Blumenthalstr. 5, bis auf Weitere» stattfinden. Daselbst werden auch die rege!« mäßigen Beiträge der Mitglieder vom Kaifirer entgegengenommen.[1794 Der V or fiand. I. V.: W. Schweitzer. Arbeiter-Le).-verein im Westen. Außerordentliche Nereino-Uerfammlung am Dienstag, den 1. Juni, Abend« 8V« Uhr. in Grunder'o Salon, Echwerinstraße Nr. 26. Tagesordnung: Statutenänderung. Die Mitglieder werden gebeten, volltählia am Platze zu sein.[1795 Vereinigung deutscher Schmiede. Heute, Sonnabend, den 29. d. MtS., tu«ratweil's Bierhallen, Kommandanteu» Straße 77/79, Bersammlung mitKraue«. Tagesordnung: Vorfrag des Herrn Redakt. Stein über„Feuerbestattung".[1806 Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Re« Reu gegründet I Hocheleaante Lerrni' und llna6ni--<ßacd(Co6tn Gr« Frankfurterstrasse 115. Die geehrten Handwerker und Arbeiter erlaube ich mir auf mein großes Lager ganz besonders aufmerksam zu machen. Mew Prmzip ist, nur reelle, gute Maaren zu liefern u. die Preis- 33'/,'/o billiger, ol» in allm anderen Geschäften zu stellen. Sachet. Rock-«. Jaquet-Anz. v. 18 M- an ommer-Ueberiteher...„ 15„ Knabe»»« Burschen-Anzüge„ 6„ Reinwollene Hose«....„ 4.50 Um gest. Zuspruch bittet[IJ®? M. Jacoby«t Co., Gr. Fiankfurierstr.l 15 Ich empfehle mein Schnhwaaren-Seschüft von selbstgefertigten Kerren-, Kamen» und Kinder-Stiefeln zu soliden Preisen. Be- stellungen nach Maaß, desonderS für Fußleidende, sowie Reparaturen jeder Art werden in kürzester Zeit prompt ausgeführt.[1772 Anton Woyaok,mn(rffr. 12a lSopha,mahag., neu aufp., bll.Admtralstr.21 II l. Verantwortlicher«edakreu,». tzronbei« in«nliu. Druck uod Verla, von««-«,di»g in Berlin 8W� Aibkl, Spiegel». Dolsiemwkl eigener Fabrik von C. Kertel, Tischlern�" Linienstr. 180, dicht a. d. Friedrichs Große Auswabl. und ganze 3i»mec- wirklich reeller und guter Möbel, � in Nußbaum und mabagont, Garnituren� Plüsch. Rips und Phantastestoff. Stoffe% zur AuSwahl bereit.__ 1 BW Theilzahlung gestattet. Weint»itilfn fiim Wei»1 vom Hause I. Lanoire, Eil» u. Co., Bord«� Empfehle als ganz besonder« preiSwer'»�. edüto.» Serbntj�% SUfeS Ij. Hahn, Lager Forster straße Frdl. Logi» fflrl Hm. 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ES find dieS Titel 16» des Kap. 119 »out Ergänzung deS Fonds Tiiel 16 für Dtudirende deutscher Herkunft»um Zweck späterer Verwendung der» Pen in den Piooinzen Westpreutzen und Posen, sowie im SkftierungSbezirlOppeln"l()6 000 M., und Kap. 120, tutl 8a„Für Schüler deutscher Herkunft auf höheren Lehr» Balten tn denselben Landeschrilen" 50 000 M- Abg. Motty: Meine politischen Freunde und ich werden Um die Vorlage, insoweit ste stch als Antipolrnvorlage darstellt, WMen. Sie verstößt gegen die preußische und zugleich gegen L« deutsche Versaffung, nach welcher alle Preußen vor dem «lsetz gleich find und zu allen Aemtern gleichmäßig Mlaffrn werden sollen. Dazu gehören auch wir Polen als Psehörige Preußens und Deutschlands. In Folge dessen Pm auch die polnischen Studrrenden denselben gerechten An» Mch auf Unterstützung wie die Deutschen. Auf die bei den Ssueren Polendebatten mehrfach an die Polen gerichtete 22®'. od ste noch an die Wiederherstellung des polnischen S"chlS dächten, müssen wir jede Antwort verweigern. Wir zu einer solchen Antwort nicht gezwungen wer» NÖw" �temon� das Recht, nach unseren Gedanken zu s.i��dg. Dr. P o r s ch: Ich will auf die Polenftage als dicht mehr eingehen. ES handelt sich hier um die do». ,?"on Beamten zu antipolnischen Zwecken. Nun ist ei von � die so abgerichteten Studirenden resp. Beamten „ Polen mst dem größten Mißtrauen werden aufge. iS** werden und keine segensreiche Wirksamkeit entfalten n||A,r Die Bevorzugung deutscher Kandidaten vor den pol» ein nothwendigcS Korrelat der Verleihung von deS � d. Nun ist diese Vorsorge für eine Beförderung tbeir..��chen Beamtenthums in den polnischen Landes» fcöw durchaus üb«, flüssig. Bei der Urberfüllung der lein KarriSren werden die deutschen Beamten froh Ulm!« wenn sie im Osten bald Anstellung finden. Er» man ste noch durch kleine Zulagen dort zu der n' wäre S nicht nöthig, durch dieses Gesetz die Zahl bi. ia!WboUn zu vermehren. BcachtenS werth ist auch, daß IL'ipendien nicht für gute Leistungen oder als Ansporn 3: Segeben werden, sondern, um eS vulgär auszudrücken, fr die Studenten in der Wahl ihrer Eltern vorfichlig waren, J>-'.deutscher Herkunft" find. Diese letzten Worte will ich Vorlagt entfernt'aiffen. Wie will man im Regie- Ift auf welchen leider dieses Gesetz ausgedehnt *». wrUntettAUfc-- Machen 1%%� zwischen deutscher und polnischer„Herkunft" WSWSMW liQgtn J. �vpeln sendet. DaS wäre tief zu be- bis*.], lnrnnere Sie zum Schluß an daS Urtheil, .Kardinal- Fürstbischof Melchior Freiherr von l?btt die Oderschiester gefällt hat. Mit tiefer hat er stch davon überzeugt, von welchem tief- K'vil%%«XÄÄi'obS welche durchweg von den Gefinnurgen beseelt Wch„. Alchen dieser Bischof dieS Volk angesehen hat. Dann als durch diese Vorlage, um deren Ab» ., bitte.(Beifall im Zentrum.) M nnJu-}'J* b®'(Pole) bekämpft die Forderungen. ES L ldie Polen durch ihre Steuerleistung mit zu klagen sollten, welche auf ihre Verdrängung und ��ung�gerichtel wären. Diese Fonds würden auch bei � ich eine Jttluiij für junge faus- frantn ikdizirle. — Sehr frei nach Mark Twain.— Von Julia« Weiß. g, iN-chdruck«tCotut] ifi jjP jwei Wochen fachte mich einer meiner Freunde, Wtt« Saht und Tag eine»Zeitung für junge Haus- ■tytft,.�'vigirt, auf und bat mich, ihm einen Freundschaft«- >» bfe iL ften- Seine Schwiegermutter, so sagte er, liege Mbfn. �en Zügen und er wolle ihr die Augen zudrücken, � selbst bei ihren Lebzeiten so oft die Augen zu- � S*J2ttple- Heute mir, morgen Dirk Sofort, nachdem de°z �ltttmutter ihren Geist aufgegeben, was ihm keines- % a'ne schwere Aufgabe zu sei« schien— wolle er nach zurückkehren. Bis dahin möge ich seine �ur�uvge Hautftaue» redigire». Freund", warf ich ei«,»ich verstehe vom HauS« �Mal&"'cht«. Ich war niemals Hausfrau, leider nicht . i,�?®herr." s®„ besser. Du wirst einfach auk den deutsche» 8�n®lle Notizen, welche«eine zweihundert Abonnen- k k können, ausschneiden, die einlangenden °®er Korrespondenz der Redaktion pünktlich beaat. �kib«,» dann und wann selbst einen kurzen Artikel % uav," swei, höchsten« drei Wochen bin ich wieder �Miea»,� boffe' Dir dann da» Erfteulichste über meine . tz???Uttrr mittheilen zu können." �P>»Ne»�n-""4 mit seinen zweihundert Abov» der ,A'°- Sch /am mir Anfang« wie Mark Twain a° Selbe«5 k�dwirthschaftliche Zeitung redrgiren sollte, und Mk; ql e D°n einer Ananas nicht zu unterscheiden ver- S»l« �.�« kürzesten Zeit hatte ich mich in meine 4 daran, die«ste Nummer fertigzustelle». Ich den Deutschen in den betreffenden LandeSiheilm Unzufrieden- hiit«wecken, weil Ansprüche an dieselben von allen Seiten erhoben werden würden, aber nur zum kleinsten Theile«füllt werden könnten. Die Polen würden ja grundsätzlich von dem Genuffe dieser Fond« ausgeschlossen. KultuSminift« von Goßler: Die Berufung d« Mit» glted« d« polnischen Fraktion auf die Verfassung ist mir zwar sehr sympathisch, indessen muß ich die Auslegungen, die ste ihr geben, doch durchaus als Abwege ansehen. Ueber den Sinn deS Art. 4 kann ja gestrstten werden, aber so viel steht doch fest, daß« besagen will, daß nicht wie vor d« Verfaffungs» zeit Standesunterschiede, politische Unt«schiede, Unt«scbird« vor dem Gesetz staiuirt w«den dürfen. Daß ab« bei Ver- Wendung von Staatsmitteln jeder Staatsbürg« gleichen An- sprucb auf dieselben hat, ist dl« jetzt nicht behauptet worden: der Etat wirst doch für gewisse Berufsatten, für gewisse Be- zitte, für gewisse Konfesfionen ganz bestimmte Mittel auS, welche nach der Anficht der polnischen Abgeordneten auch zur Bedrückung der andnen, nicht bedachten Staattdürg« ver» wendet wären. Ebenso vnhält e« fich mit dem obnscdlefischen NothstandSgesetz. Ich stelle übrigen« fest, daß Herr Motty auf wied«holte Anfragen, auch aus dem Zentrum, e« adge- lehnt hat, darauf zu antworten, ob die Mitglieder der polni» schen Fraktion den Gedanken der Wiederherstellung deS polni» schen Reiches fallen ließen; Niemand sei berechtigt, die Gc» stnnung zu erforschen. Wenn der Abgeordnete Porsch den größten Wettb darauf legt, daß die Be- amten der utraquistischen Landestheile Eharalter, Sitten, Sprache d« ihnen anvettrautm Bevölkerung genau kennen, so muß« da« Gesetz auch für Oppeln wünschen. Nicht eine Prämie für das Deutschthum sollen die Stipendien sein, sondern ihr Zweck ist die spät«« Verwendung der Stipendiaten als Beamte in jenen LandeStheilen. Hat hingegen die Vorlagt dm Zweck, zu germanifiren, und will man dies hindem, so belasse man doch die Worte„deutscher Herkunft" im Text, dann ist jede„Gefahr" der Germanifirung ausgeschlossm. Wir haben eS«leben müssen, daß auf den Univeifitäten stch polnische Studentenvnbindungen gebildet haben, die ganz ausgesprochen polonifirmde Zwecke verfolgen. Aus ihren Festen wird KraSzewski gefeiett, die Gemeinsamkeit der Slavm betont, in Breslau hatte der Verein polnisch« Studmten stch mtt den nihilistischen Verbindungen in Paris in Beziehung gesetzt; ebenso haben wir Beziehungen, die bi« nach der Schweiz Myrten, entdeckt. Im vorigen Jahre hat in Gnesen eine Delegiitenversammlung aller dieser Vereine statt» gefunvm, und eS ist ein Bund beschlossen worden, der alljähr» lich Ansammlungen abhatten soll, während die Vermittelung durch eine eigene Rubrik im„Dzimnil Poznanski" besorgt wird. Hieraus«giebt fich klar, wie zielbewußt die Propaganda vor- geht. Dem soll die Vorlage entgegenwtrkm; unsere polnischen Mitbürger müssen fich daran gewöhnen, daß e« auch noch andere Interessen giebt aiS zu agitiren. Abg. S z m u l a: Ich muß trotz d« Ausführungen d«S Ministers gegen die Porlage stimmm, weil die Tendenz, nur Studirende und Schüler deutscher Herkunst zu unterstützen, von mir gemißbilligt wird. Die Aufregung innerhalb der polnischm Bevölkerung OberschlefienS über das Gesetz ist groß; wie kom men wir dazu, al« Heloten und al« Preußen zwett« Klaffe de trachtet zu wnden? Daß fnn« die Sozialdemokrat e bei uns noch keinen Eingang gefunden hat, liegt zum großen Theil daran, daß die Agitatoren fich bisher mit der Bevölkerung nicht verständigen konnten; daS wird anders w«den, je mehr man der polnischen Sprache Abbruch thut und gewaltsam die Ger» manifirung betreibt. Man täusche fich nicht; durch all' diese drakonischm Maßregeln wird wenig oder gar nichts erreicht werden: im Z.itall« der Presse ist man nicht mehr im Stande, durch solche Gewaltmaßrcgeln eine Sprache zu unt«- drücken. Abg. Windthorst: Auch wenn Engel vom Himmel kämen, fie würden nicht im Stande sein, die augenblicklich vor- hrrrschende Rücksicht zu ändern; e« giebt Strömungen, die man ausströmen lassen muß, biS«in Wehr kommt, stark genug, fie zurückzudämmen.(Zwischenrufe.) Natürlich nicht der Abg. Dr. Wehr.(Große Heiterkeit.) Auch im Kulturkampf ist daS Wehr gekommen.(Sehr gut! im Zentrum.) Die heutige Vorlage enthält eine flagrante Verfcssungsvcrletzung; dte Re- gierung scheint fich offenbar bei der Ausarbeitung der Gesetzt um deren Verfassungsmäßigkeit gar nicht zu lümmern: eine recht sehr bedenkliche Thalsache, wie fie ja auch bei dem Lehr«- la« die angekommenen Briefe und Zeitungen, aber ich fand nichts Geeignetes und so entschloß ich mich den», die ganze Numm« selbst zu schreiben. De»«sten Artikel betitelte ich:»Die Kunst, mit Säuglingen umzugehen." Ich führte in diesem int«essa»ten Essay au«, daß man über die Elfis» dung der Säuglinge»«schieden« Ansicht sein könne, wenn- gleich die Zweckmäßigkeit d«selbi» in einer Zeitung für jnnge Hausfrauen am allerwenigsten angezweifelt w«d«» sollte. Obwohl ich die Kind« im Allgemeinen liebe, mußte ich doch gestehe», daß mir d« Gesang d« Säuglinge ein Gräuel ist. Einem solche» Schreihals gegenüber denke ich oft daran, daß nur da» Geschrei d« Säuglinge de« König H«odeS zu dem entsetzlichen bethlehemischen Kindermord animirte. Ich fühtte diesen Gedanken sehr diskret aus und tteth schließlich den Les«iane» folgendes: Ist ein Säugling nicht zu b«uhigen, so lege man denselben auf den Bauch und v«grabe den kleinen Mund in großen Bettkissea. Der kleine Schreihals wird glaube«, an dem Busen ein« Riesenamme zu liege« und in Folge dessen schweigen. Sollte jedoch d« Säugling wider Erwarte« mit diesem Fedeibuse» unzufrieden sein, so ist e« da« Einfachste, man erfaßt de» kleine« Kerl an den Beine» und läßt ihn einige Sekunden(wie ein Huhn), mit dem Kopfe»ach abwärt«, in d«Luft hängen. Er wird sofort schweigen und sehr glücklich darüb« sei», daß er fich selbst nicht mehr schreie» hött. Zum Schlüsse bat ich die Leserinnen, mir mitzutheile«, ob sie meine« Rath befolgt hätte«, und ob fie mtt dem Erfolg zufrieden wäre». Einen zweiten Artikel schrieb ich üb« die Karnevals- modeu. Ich bin leider ganz unerfahren in diesen Dingen, und einige Schneid«rechnuvge» abgerechnet, die ich vor Jahren bezahle» mußte, habe ich nicht« mit Damenkleidern zu schaffe» gehabt. Aber frisch gewagt ist halb gewonnen, dachte ich, und schrieb den« auch frisch darauf los. Ich erzählte von braune« Sammtkleid«« mtt Volant« und geidcm Atlas und grünen Knöpfen. Die Tournüre sollt« etwa« tiefer getragen werden und an der erhabensten Stelle mit einem goldenen Schmetterling geschmückr sei«. Bunte Falben sollte» das Ganze ziehe«. Schließlich ritth ich, da» Kleid anstellungSgesetz zu Tage trat. Die Ungleichheit'der Behand« lung preußischer Staatsbürger durch diese Etatsforderuna widerstreitet dem gleichen Recht der Staatsbürger und somit auch dem Art. 4 der Verfassung. Leider aber ist auch für die Auslassung deS Ministers bereits wied««ine nationale Majo« rität fich«. Die Anariffe auf die polnischen Studentenver« eine, wie fie der Mmister heute auS seinen Kollektanten heraussuchte, illustttctm recht deutlich die„BildungS- freihett" in unserem Staate. Sollten die Vorträge und Gesänge zum Beispiel im KorpS d« Saxo-Borussen nicht auch Anlaß zu driattigen Stipendien geben können, wie fie hi« bewilligt w«den sollen?( Heiterkeit.) D« Kontrekoup wird nur zu bald eintreten; schon jetzt macht fich in d« polnischen Ltteiatur eine immer intenfioere Bewegung bemerkbar. Da« Geld wird zum größten Tbeil an die Söhne der Beamten und Pastoren der betreffenden Gegenden gegeben werden, darüber habe ich nicht den gningsten Zweifel; die jungen Leute wnden dresstrt auf den Gymnasten, dressttt auf den Universtläten; werden dir in die richtige Stimmung eines echten Staats de- amten hineinkommen? Rein, fie wnden ihre Aufgabe gan, in dem Sinne und Geiste auffassen,-in welchem ihnen die Sti» pendien gegeben find, und sie werden mtt dem Beginn ihrer Thätigleit tn den Augen d« Bevölkerung, die fie lenken sollen, stigmatifitt sein. UebttgenS werven dte hier geforderten Sum- men lange nicht ausreichen. Wenn wir die Vorlage kurzer Hand ablehnen, thun wir etwas dem Staate und seinen wohl- �erstandenen Interessen wirklich Nützliches und Dienlich: s. (Beifall und Zischen.) Abg. v. Tiedemann(Labischin): Von einem geistreichen Manne wie dem Abg. Windthorst hätte ich schwer zu parkende Angriffe erwartet. Statt dessen haben wir eine Reihe von sehr schönen Phrasen gehört.(Oho! im Zentrum.) Ja eS etwaS anderes, wenn er sagte, wir würden mtt dies« Vorlage dte Polen uns adw-ndig machen? Wäre er nm kurze Zett in Posen gewesen, so würde ihm bei seinem Scharfsinn nicht ent- gangen sein, daß von einem Adwendigmachen der Polen gar keine Rede mehr sein kann. Die Polen fühlen fich als wid«- wältige Glied« unseres Staates und leugnen auch gar nicht, daß fie absolut keinen Zusammenhang zwischen ihnen und den Deutschen wollen aufkommen lassen. Noch vor 20 Jahren war «s nicht Seltenes, daß auf einem Kreistage polnische und deutsche Mitglieder zusammentraten und gemeinsam dinitten, oder daß Polen und Deutsche zusammen und an einer Jagd thrilnahmen. Jetzt ist daS eine v«schwindendt Ausnahme. Die Polen vermeiden jeden Umgang mit den Deutschen. Ge« wiß ist nicht physt che Gewalt, sondem Treue die Grundlage deS Staates. Ader diese Treue vermisse ich bei den polnischen Uttnthanen. Zweck auch dieses G-s-tzeS ist, die polnischen LandeStheile mit deutschen gebildeten Elementen zu durchsetzen. Was hilft eS, wenn in Bosen und Westpreußen viele Ritterguts. defitzer D utsche find? Die Masse ist roch polnisch geblieben. G:- rade in diese Massen deutsche Bildung und deutsches Wesen hin- einzutragen ist die Aufgab,.„Dressur" nennen dir Herren charak- teristisch« Weise daS Streben der Regierung, dte nach jenen Gegenden Beamte sch'ckm will, welche loyal die S�aatSgesetze ausführen sollen! Wissen Sie nichts von den Einflüsterungen in den Beichtstühlen und Salon«? In Bromb«g haben bei den letzten Wahlen nur 2 von 70 katholischen Lehrern re- ai«ungtfreur.dlich zu wählen die Kourage gehabt. Diese« Gesetz hat nur den Zweck, vre Gegensätze zwischen Polen und Deutschen zu verwischen und möglichst die Einflüsse zu be- seittgen, welche auf eine Vertretung dieses Gegensatzes hin- arbeiten. Der Abg Windthorst hat fich die Sacke wirklich sehr leicht gemacht. Er hat den Marczinkowki'ichen Verein mtt dem Verein der Soxo-Boruffm verglicken. Als od der erster« nicht Leute herangezogen hat, welche die Führung der Agitation übernommen haben! Ich bitte Sie, den Nachtragsetat anzu- nehmen.(Lerfall rechts.) Abg. v. Schorlemrr: Der Herr Minister hat heut« wieder in der ihm eigenthümlicken Weise kleinliches, unstchne« Matettal vorgetragen, statt fich auf die großen Seiten der Fragen einzulassen. ES ift ihm doch schon zwanzigmal bei aonlichen Anlässen daS Gegcntheil! nachgewiesen. Allerdings trifft den Minist« weniger eine Sckuld. als seine Rache und Berichterstatt«. Eine sonderbarere Auilegurg der Verfassung ist mir noch nickt vorgekommen. Er sagte, der Sinn deS Ärl.4 der preußischen V«fassung wäre nicht, daß bei der Verwendung von Staatsmitteln jeder Staatsbürger gleiche Ansprüche haben sollte. Jeder Gymnafiast weiß, daß nicht Jeder auS dem nach Belieben zu dekolletire«, denn man kann nicht wisse», was den Männer» gefällt. Doch damit war die Arbett nicht beendet. Ich schrieb noch eine Notiz üb« de« Werth de« Klavierunterrichts bei Köchinnen, zumal dann die vornehme« Dame» das Klavier ebenso hasse» würden, wie den Spar- Herd und die Sparbüchse. Schließlich«ledigte ich die Korrespondenz d« Re- daktio». Da« war die wichtigste Rubrik d« Zeitung für junge Hausfrauen. Ich beantworte deshalb alle Anfrage» nach bestem Wissen und Gewissen. Hi« folgt die wöttlrche Wied«gabe eines Theile« mein« Antwotten: Ein« treue» Abonnentia: Sie frage», wa« Sie thun solle», damit d« Rostbrate» weich wird? Geben Ste ein Pfund Soda dazu, lassen Sie das Garze drei Stunden bei 70° R. kochen und der Braten zerfließt wie Butt« auf Ihr« schönen Zunge. Luise v. K.: Ihr kleine« Söhnche« ist unartig? Gräme» Sie fich nicht. Da« kommt in d« besten Familie vor. Für alle Fälle legen Sie ihm ei« großes Stück Löschpapi« in die Windeln. Abonnenti» Nr. 72: Wenn ich Ihnen auf. richtig rathe« darf, so wäre die schönst- GebuttStag«üb«. raschung kür Ihre» Gatte»«ine— Scheidungsklage. Da« ist da« Modernste. Fräulein Ursula: Sie wolle» weiße Hände habe«? Wasche« Sie dieselbe« von Zeit zu Zett. Ein« Beamtin: Wie mundtt der Spinat am besten? fragen Sie. Wen» man denselben nicht in den Mund nimmt, antworte ich. Fritzi KI«»: Wen Sie heirathea sollen? Ja, mein liebe« Fräulein, da» ist schwer zu rathe«. Am besten ist's, Sie nehme« den Ersten, den Sie bekommen. Heutzutage thut, in solche» Fälle«, Eile drinaend voth. Einer Wtttwe: Kohl oder Kohlrüben, auch Kelch oder Sprossen, und zwar Sommersprossen genannt, ist ein Ge» müse da« schon im Aiterthume verhaßt war. Diese» Ge» mttse kommt sogar im Evangelium vor und eS heißt dort klar und deutlich:„Herr, lasse diese« Kelch an mir vor» übergehen!" .... Ja dieser Weise beantworrete ich die Anftage» und al» die betreffende Nummer der Zeitung für junge Hau«ftauen vor mir lag. war ich nicht wenig stolz auf mer» Werk. E« war erstaunlich, welch' gründliche Kenntnisse ich Staatssäckel dieselben M'ttel deanspruchm darf. Ader darauf lommt es an, dah Konfesston und Sprache leine Ungleichheit vor dem Gesetze statuiren. Der Abg. v. Tiedemann hat von dem Abg. Windthorst schwer zu parirende Slngtiffe nicht gehört. Vielleicht hat Herr Windthorst an seinen Nachfolger gedacht und ist deshalb nicht mit so schwerem Geschütz vorgegangen. (Oh! rechts.) Sollen eS etwa Phrasen sein, wenn Windthorst schwerwiegende VerfaffungSdedenken vorbringt? Gott sei Danl, daß Herr Windthorst nicht in Posen war. Er steht wenigstens den Verhältniffen unbefangener gegenüber als Herr v. Tiedemann. Ob seine Bemerlungen über gemeinsame Diner« und Jagden irgendwie beweiSträftia waren und nicht die Grenze der Phrase streiften, überlaste ich Ihrem Urtheil. Hat er auch nur den Beweis versucht, daß die Polen die Treue gegen den preußischen Staat gebrochen haben? Dem gegenüber ver. weise ich auf eine Rede deS Fürsten Bismarck vom Jahre 1867, worin er den Polen da? Zeugniß auSstillte, daß fie ihre An« hänglichkeit an daS Königshaus bei jeder Gelegenheit bewiesen, und daß an der Jnsurrertion fich nur die Minorität betheiligt hätte. Wie kann der Abg. v. Tiedemann sprechen von Ein« flüsterungen im Beichtstuhl. Ist er etwa jemals darin gewesen? Es handelt stch hier lediglich um einen Korruptrons« fondS der schlimmsten Art. Wer am besten denunziren, die Polen am meisten mißhandeln kann, der ist für die Regierung der richtige Mann. Daß eine solche Politik die Polen dem Vaterlande entfremden muß, liegt auf der Hand. Dazu kommt aber noch, daß die Polen diese Gesetzgebung zugleich alS eine Art der Protestantin«»« empfinden— damit machen Sie aber einen Ansturm gegen einen Fels, an dem schon so mancher andere Schädel zerschellt ist.(Beifall im Zentrum.) Abg. v. Rauchhaupt: Wir auf dieser Veite deS Hauses würden in die Debatte über diese so eingehend ventilirte Frage nicht eingreifen, wenn unS nicht die Haltung de« Zentrum?, feine Unterstützung der polnischen Aspi.ationen uni da,u veranlaßte. Den Polen gebe ich immerhin ein gewiffe« Recht, fich gegen die Maßregeln zu wehren, aber Sie müffm doch dem preußischen Staate auch daS Recht zuerkennen, Mittel gegen Sie anzuwenden, so lange Sie fich wehren, preußische Untertbanen zu sein und al« solche fich zu fühlen. Sie sagen, eS sei Niemand befugt. Sie hier über Ihre«virklrchen Ge« £, nungen zu ftagen. Daß Sie die» durch einen preußischen mtsgerichtsrath haben erklären lasten, hat für mich den Schleier gelüftet.(Sehr gut! rechts.) Es bleibt nun eben nichts anderes übrig, alS Sie zu germanifiren, da Sie fich nicht ajstmiliren wollen.(Sehr wahr! rechts.) In den Reden der Herren vom Zentrum liegt ein Mißtrauen, es liegt die Furcht darin, man werde in den Provinzen protestantifiren. Hätten Sie diese« Mißtrauen nicht, stellten Sie fich rückhaltlos auf nationalen Boden, so wäre diese Besorgniß nicht von Nöthen. Der Herr Abg. Szmula hat gesagt, wir machten Gesetze gegen Oberschlefien. Da muß ich doch konstatiren, daß die» durchaus unwahr ist, nicht eines der Gesetze bezieht stch auf Oder« schlesten. Als die Herren vom Zenttum dei dem kirchenpolttischen Gesetz die Polen nicht mehr unterstützten, glaubten wir. eS sei dadurch ein Definitivum gegeben. Heute sehen wir, daß dem nicht so ist. Ich beschwöre Sie, geben Sie diese Haltung auf.(Beifall rechts.) Abg. v. JazdzewSki protestlrt gegen diese AuSführun« «en und nimmt für fich und seine Freunde in Anspruch, daß e von Niemandem und in keiner Form verpflichtet werden können, auf alle beliebige Fragen, die man ihnen vorlegt, zu antworten. Wie könne fich der Abg. von Tiedemann über die Haltung der polnischen Bevölkerung beklagen. Bei der Be< Handlungsweise, welche fie in der letzten Zeit erfahren, sei eS doch nicht zu verlangen, daß fie der Regierung mit offenen Armen entgegenkämen. Der Kultusminister beschuldige den MarczinkowSkischen Verein ganz zu Unrecht staatSgefährlicher Tendenzen; er gebe lediglich sein Geld an tüchttge, durch Leistungen ausgezeichnete junge Leute zum S'udiren bezw. Vorwärtskommen, und damit sei seine ganze Tbätigleit er« schöpft. Würden späterhin solche vom Verein Unterstützte zu nattonalpolnischen Agitatoren oder sonstwie nationalpolnisch hervorragend, so könne der Verein dafür nicht verantwortlich gemacht werden. Minister v. G o ß l e r: Ich ergreife nur da» Wort, um einer Legendenbildung vorzubeugen. Herr Abg. Motty war von mir durchaus nicht herausgefordert, die Frage über die wahre Gestnnung der Polen»u beantworten, sondern er hat spontan als erster heutiger Redner die Frage behandelt, ob e» richtig sei, daß die Henen von ver polnischen Partei fich über ihre Pläne in Ansehung der Wiederherstellung eine? polnischen Reiches erklärten. Erst als er selbst fie beantwortet hatte, hielt ich es für nothwendig. ewzugreifrn. Au» der Erklärung deS Herrn v. JazdzewSki ergiebt fich, daß fich die Henen hier nicht als Abgeordnete des preußischen Volkes betrachten. Erkennt Herr v. JazdzewSki rund und voll Attikel 1 und 2 der Verfassung an. welche die Integrität deS preußischen SiaatSgebleteS gewährleisten? Und daß nur im Wege der Gesetzgebung die Aenderunq de» preußischen Staatsgebiete» herbeigeführt werden kann? Darauf uns die Antwort zu er« bitten, haben wir doch auch ein gewiffeS Recht. Nach Schluß der Debatte und einer Reibe persönlicher Bemerkungen werden die beiden Titel unter Ablehnung deS Antrages Porsch auf Streichung der Motte„deutscher Heikunst" im Hauswesen entwickelt hatte, und ich war nahe daran, vor mir selbst de» Hut zu ziehen. Ach ging nun an die Arbeit, eine zweite Nummer zu schreibe«. Diesmal wollte ich gegen den Luxus ankämpfe«, daß kleine Kinder am Morgen gewaschen werde«, zumal dieselben am Abend stet» so aussehen, al« ob fie nicht gewaschen worden wären. Während ich die erste« Zeilen de« neuen Artikels schrieb, wurde die Thüre aufgerissen und bald darauf trat eine Dame in da« RedaktionSzimmer, die zu tief in da« Reispulver ge« griffen zu haben schien. „Ich bin die Wittwe," sagte fie ernst und feierlich. „Wer war der beneidenSwerthe Gatte?" fragte ich höflich, denn Höflichkeit ist die Pünktlichkeit der Redakteure. Sie würdigte mich keiner Antwort, sondern fuhr mit der Hand über die Rertpulvirniederlage auf ihrem Gefichte und wiederholte düster:„Zch bin die Wtttwe, die Sie ge« fragt hat, wie man Kohl zuberette« soll." „Sie waren hoffentlich mit meiner Antwott zufrieden,' lispelte ich. Sie sah mich mit ihren große« Auge» durchdnngend an und fragte:„Glauben Sie wirklich, daß Kohl und Kohl« rüben, Kelch. Sproffen und Sommersprosse« nur verschiedene Namz» für eine Sötte Gemüse sind?" „Gewiß; ich bin überzeugt davon."_ „Und Sie wollen der Redakteur einer Zettung für jung« Hausfrauen fein?" schrie fie mit einem To«, al» ob ich ihre Zungen und ihre» Alte« gestohlen hätte.„Sie wolle» Redakteur sein und wiffe» nicht einmal, daß Kohl mtt Pfeffer, Kohlrüben mit Zucker und Sproffen in Butter gekocht werden?" „Und Sommersprossen?" fragte ich, den» die Gelegen» heit war günstig, um meine Kenntnisse z« bereicher«. „Sommersprossen?" rief sie wüthend.„Wenn man Sommersprossen kochen könnte, so würden Sie dieselben nicht unbenützt auf Ihrer Nase liege« lasse».... Sie Hunger« leider, Sie l" Damit war fie aber auch schon zur Thür hinaus. Auf und„sowie im Regierungsbezirk Oppeln" gegm die Stimmen de» Zentrum», der Polen und der Freifinnigen genehmigt. In Tit. 9a werden zur Förderung deS höheren Mädchen« schulwesenS in den Provinzen Westpreußen und Polen sowie im Regierungsbezirk Oppeln von der Kommisston 50000 Mk. zu bewilligen vorgeschlagen. Die Regierung forderte 100000 Mark. Abg. Mitboff(rat.-Iib.) hält die ursprünglich geforderte Summe von 100000 Ml. für erfor Verlich, um den Kampf gegen den Polonismui wirksam zu führen. Die Forderung sei zum Mindesten ebenso gerechtfetttgt, wie die übrigen. Es würden deihalb er und seine Freunde gegen die von der Kommisston bewilligten 50000 M. und für die doppelte Summe stimmen. Abg. Schreiner(Bromberg) spricht fich in demselben Sinne auS. Geh. Reg.' Rath Schneider plaiditt gleichfalls fürBe« willigung der ganzen Summe. Abg. Schlaeger: Nachdem die Begründung diese» Gesetze» gerade nach der Richtung hin anerkannt worden ist, daß die Schule der wichtigste Fakror für die gestellte Aufgabe sein wird, so begreif« ich nicht, wie man gerade diesen Posten hat kürzen können. In diesem Falle werde eS stch empfehlen, die Regierungsvorlage wieder herzustellen. Ada. Windthorst hält eS für ganz verkehrt, daS höhere Mädchenschulwesen in solcher Att zu unterstützen. Die Räthe deS Kultusministerium» sollten lieber Untersuchungen darüber anstellen, ob daS jetzige sogenannte höhere Mädchen« schulwesen auch der ttchtige Weg der Erziehung für junge Mädchen sei. Vor allen Dingen sei tüchtiger ReligionSunter- richt und wahre Herzensbildung der Mädchen anzustreben, alle» Andere nütze nichts. Die von der Regierung geforderten 100000 M. werden mit den Stimmen de» Zentrum», der Polen, der Freifinnigen der Konservativen und einiger Nationallideralen abgelehnt, da« gegen die 50000 M. bewilligt und zwar gegen die Stimmm de» Zentrum», der Polen und der Freifinnigen; auch der Abg. Kropatscheck stimmt dagegen. Die Forderungen für da» Elementar- UntenichtSwesen in Höhe von 650000 M., da» Medizinalwesen von 3600 M. werden ohne Debatte bewilligt; desgleichen 700000 M. zur Vervollständigung der Hafenanlagm in Geestemünde, 67 000 M. zur Wiederinstandsetzung der Oderbrücke dei Tschicherzig und 7500 M. Bettrag zur Statistik der Armenpflege. Endlich werden im Exlraordtnattum de» Kultusministeriums 2 Millionen Mark„zu Elementarschulbauten dehufS besonderer Förderung deS deutschen Volks schulwesenS in den Provinzen Westpreußen und Posen, sowie im Reg.-Lez. Oppeln" verlangt. Abg. Dirichlet stellt den Antrag, auch Ostpreußen in den Titel aufzunehmen, wo daS Bedütfniß für Vermehrung der Schulbauten mindestens in demselben Maße wie in den« jenigen Landettheilen herrsche, die der NachttagSetat bedenken wolle. Minister v. G o ß I e r erklärt, daß er dei aller Sympathie für den Antrag diesen Nachtragsetat und dessen besonderen politischen Charafter nicht für die geeignetste Stätte hafte, dem kundgegebenen Wunsche zu entsprechen. Abg. Windthorst tritt für den Anttag Dirichlet ein, mit dem Vorbehalte, daß er seiner prinzipiellen Auf« faffung durch Verwerfung deS ganzen Titels Ausdruck geben würde. Nachdem Abg. v. Z e d l i tz fich gegen den Antrag aui- gesprochen, wird der Tttel unter Ablehnung des Antrags Dtttchlet angenommen. Damit ist der NachtraoSetat in zweiter Lesung erledigt; nach dem dazu gehörigen Anleibeaesetze soll der im Ganzen er- forderliche Betrag von 3 628 100 M. im Wege der Anleihe aufgebracht werden. Schluß 3'/« Uhr. Nächste Sitzung Sonnabend, 11 Uhr. (Dritte Berathung deS Gesetze», betreffend die Kommunal- desteuerung der Offiziere, zweite Lesung deS AnttageS Kro- patschek, betreffend die Gleichstellung der Lehrer an staatlichen und städtischen höheren Unter richtSanstalien.) Kommunales. Interpellation. Die Stadtverordneten Görcki, Tutzauer, Herold, Mrtan und Löwe haben in der letzten Sitzung der Stadtverordneten Versammlung folgende Interpellation an den Magistrat gettchtet: 1) Ist dem Magistrat bekannt, daß die inneren Einrich« tungen der städtischen Martthallm in Bezug auf Ben- tilatton und Stände ungenügend sein sollen? 2) G-denkt der Magistrat in dieser Hinficht baldige Abän« derungen eintreten zu lasten? Nach Mtttheilung de» Stattstischen Amt» der Stadt Berlin sind bei den ht-figen Standesämtern in der Woche vom 16. Mai bis inkl. 22. Mai er. zur Anmeldung gekommen: 225 Eheschließungen, 850 Ledendgeborene, 24 Todtgeborene, 615 Sterbefälle. w. Wasserhebestatio» auf dem Tempelhofer Berge. Der von den Baumeistern Hugo Härtung und Richard Schulze in Folge des vom hiefigen Archtteltenveretn ausgegangenen der Treppe ttef sie mir noch freundlich zu:„Streichen Sie mich au» der Liste Ihrer Abonnentinnen!..." Dieser Vorfall war nicht geeignet, mein Selbstbewußt» sein zu erhöhe«. Mir wurde— aufrichtig gesagt— vor meiner Gottähnlichkeit bange... Eine Abonnentia weniger! Wa» thutS, es bleiben»och immer hunderundveunundneunzig und alle diese solle» durch meinen Artikel über den Luxus der Reinlichkeit für alle Zeiten an da» Blatt geknüpft wer« den. Kaum hatte ich jedoch die Feder wieder in die Hand genommen, so wurde die Thür abermals aufgerissen und mein Freund stürzte m die Stube. „Schon zurück?" fragte ich ihn.„Zst Deine Schwieger« mutter schon todt?" „Nein; aber ich wäre beinah« vom Schlage gerührt worden, al« ich gester» meine Zeitung sah." Jetzt war ich gerührt.„Nicht wahr; ich habe meine Sache gut gemacht?" fragte ich freudig erregt. „Gut?" brüllte er wüthend,„und Du fragst«och,«ach« dem Du mein Blatt zu Grunde gerichttt hast?" „Zch habe Dei» Blatt auf ein anständiges literarisches Niveau erhoben." „Mensch!" schtte er. „Ich verbitte mir jede Beleidigung", sagte ich ernst. Merne Ruhe imponirte ihm. Er setzie fich nieder, nahm die letzte Nummer der Zeitung für junge Hausfrauen in die Hand und begann plötzlich ei» Hohngelächter auszustoßen „Ah, da« ist«och nicht dagewesen I" rief er.„Weißt Du' was ein Volant ist?"'*' „Nein", sagte ich aufrichtig. m>. ÄÄ'Ä%,% .Man hat schon seltsamere Kleider getragen" �„Damit dieselbe auch von kleine» Leute» gesehe« Preisausschreibens angefertigte Entwurf zur Erbauung einer Waff-rhebestatwn auf dem Tempelhofer Berge, welcher den erste« Preis erhalten hat, ist vom Magistrat zur Ausführung ange- nommen und hat letzterer beschloffen, mft der Jnangriffnaha« deS Bauei möglichst schnell vorzugehen. zokale«. er. Der Berliner„Arbetter"-Veretn, ein KonventiW, von dem schon seit langer, langer Zeit im öffentlichen Lebe» nicht mehr gesprochen wird, und der auch in Folge der übev auS gettngen Anzahl derjenigen seiner Mitglieder, die wirklich dem Arbetterstande angehören, kaum erlangen kann, daß seine Ideen und Tendenzen ernsthaft genommen werden, ergrnft freudig eine Gelegenhett, um von fich reden zu machen. 3» geschickter Weise geschieht daS gerade nicht, aber da» kann ma« auch nicht verlangen. Der Berliner Arbeiterverein hatte eS nämlich auch für nothwendig gehatten, eine Protestoersammluni gegen den bekannten Erlaß des preußischen Staat» mini steiiuoi» einzuberufen. Selbstverständlich ist das sein guteS Recht, u«> wir wären die letzten, die ihm daffelde strellig machen wollten Jene Versammlung zeitigt aber Folgen, die es unS geboten«' scheinen lassen, hier auf einzelne Vorgänge zurückzukomme«- Im Laufe der DtSkusfion äußerte nämlich der Echneidermeistel Rattnitz: „Ich muß zunächst bemerken, daß, obwohl bieg Verein ein Arbeiterverein sein soll, bisher nicht d» einziger Arbeiter, sondern lediglich Doftoren und Rech»' anwalte gesprochen haben." Soviel wir uns erinnem, hatte übrigen» auch ein ftüheg* Major und jetziger Reichstags-Abgeordneter gesprochen,%- seine etwaS veraltete KriegSschulen-Weißheit dazu benützt, lg militärische Artikel, die wegen ihrer unfreiwilligensKomik im«g eine durchlagende Wirkung erzielen, indem sogenannten polittwj Theil de»„Berl. Tagebl." zu schreiben. Doch davon abgesehen!� obige Aeußerung des Herrn Rattnitz hatte der„Nordd. M Zig." Anlaß zu folgender Bemerkung gegeben:.. „Damit dürfte dieser fortschrittliche Arbeiterverein ug dessen Vorgehen die zutreffendste Kritik au» seiner eige»� Mitte heraus gefunden haben."' Ob dieser Aeußerung natürlich höchster Unwille bei J*; „Ardeitern" deS Berliner Arbeiterverein». Herr Rattnitz fich höchstwahrscheinlich selbst recht sehr für die Ehre bedang- dem Berliner Arbeiterverein zugezählt zu werden, und g Verein— seine Mitgliederzahl soll, einer wohloerbürgten v»? nach, im letzten Jahre biS auf neun gestiegen sein— deeiu g denn auch, Herrn Rattnitz möglichst schnell von fick abzuschuv� Was ist natürlicher, alS daß er das„Berliner Tageblatt seinem Sprachrohr macht, und in der Abendausgabe „brillanten" Montteur» findet stch denn auch eine aller W»-, fcheinlichkeit nach vom Berliner Arbeiterverein inspirirte 9% in welcher die Motte„Verfälschung" und„Unwahrheit � Hauptrolle spielen und mit diesen, recht demetten» weflP Motten schließt:',. ,m> „Herr Rattnitz ist nicht Mitglied deS Verein« Ä gehött, soweit au» ieiner höchst konfusen und wirkenden Rede entnommen werden konnte, der demokratie an, welche im Berliner Arbeiterverein � Stätte findet.".. m WaS hat denn nun Herr Rattnitz eigentlich gefaßt? L das, wa» wir oben zititt haben, oder noch mehr? ZlitungSdettchten stand nicht viel mehr, vor allen nichts, waS irgend wie konfu» oder komisch war. Die o»*, Motte find doch unanfechtbar ttchttg, denn wenn fich der de» Tageblatt« AttikelS nur ein einzige» Mal in einen � liehen Arbeiterverein bemühen möchte, so würde er merken, daß hier immer in der rühttgsten Weise von selbst da»�zur Dtilusston gestellte Thema besprochen n�'�strv » Va«.l»nen» Berliner Arbeiterverein ist bekanntermaßen da» der hiefigen FottschrittS'Matadore, welche» bei jeder heit, wo man mit„Ardeitern" prunken will, oorgelittn» � Herr Eugen Richter leitete ja auch vor andetthalb J�-«w freisinnige Reichttag». Wahlkampagne mit einer Rede tw � liner Arbeiterverein ein, und der Erfolg, den die jene» Verein» damals in Berlin hatten, dürfte die Her«« � ohne ihre hochnäsige Erklärung,„daß die Sozialdemon ihrem Verein keine Stätte findtt", durchaus davon haben, daß fich die sozialdemokratischen Arbetter gerav � schaarenwetse zum Berliner Arbefterverein drangen- Ucbttgen aber glauben wir, daß der Berliner Arbeit» � seinen Zweck erreicht hat: man hat wieder einmal r>o gesprochen.. Von genereller Bedeutung für die»riespov'ft. lang tn Berlin ist ein Bescheid de» kaiserlichen©"!'> amteS, datirt vom 25. d. M., den wir unten folgen tan. � einen hiefigen größeren Fabrikanten liefen bei btt»® amt täglich eine Anzahl Briefe ein, von denen bei ANW die Wohnung nicht angegeben war. Obgleich der Aa jf# eine gerichtlich eingetragene Firma hat, so wurden vre erst an andere, im Adreßbuch verzeichnete Personen 9�, Namens gesandt, welche dann aber auf dem Kouvett vern'M daß fie nicht die richtigen Empfänger seien. Nachdem et � auf diese Weise vier Personen zugestellt worden, Empfänger waren, gelangte der Brief erst an die � „So," meinte er ironisch,„und wa« willst Da Falben? Du sagst,„bunte Falben sollen da« Ganze z%» Falben find aber Pferde und Du scheinst dieselbe» „Falbeln" zu verwechseln." � vtf „Nein." rief ich,„ich habe Falbe« gemernt. den» � muß ei» Pferd sein, um die neueste» Damenmo ziehend zu finden." rt c# Jetzt war er geschlagen, er sprach kern W« setzte fich an den Schreibtisch und schrieb folgende v nieder: „An unsere theure» Leserinnen: Die A. g* unsere» Chefredakteur» hat ei» junger Mitarbeiter nützt, um eine FaschiagSnummer unseres Blatte» v*[er geben. Wir bitten unsere schönen Leserin»«». �j,stlg Nummer unseres Blatte« nicht ernst zu»ehme». � j war ein Karnevalsscherz und wir werde» vo»» v* verhindern wissen, daß ähnliche Scherze vorkom Redaktion der Zeitung für junge Hausfrauen. „Diese Erklärung werde ich an der Spitze meine ernste Arbeit vor Derne» huadertneua Leserinnen..* „Zweihundert," warf er er«. „Nut hundertneunundaeuvzrg, den» hat berett» abgesagt.".....„ „Auch dieser Schlag noch!"«rmmerte � „Vor Deinen huvdertneunundneuvzig �' WWAW soll mich hole», wenn ich jemals wted junge Hausftauen redigire. |btef|e. Auf eine Eingab- an die obere Postbehörde. die Briefe ohne WshnungSangabe zunächst an die ringe» «agenm Firmen ju bestellen» ist nachstehender Bescheid «gangen:„Der Brief, deffen Umschlag anliegend zurück- folgt, ist insofern nicht ordnungsgemäß dehandelt wor» «n, alS derselbe, da er weder eine Angabe deS «tandeS noch der Wohnung dei Empfängers enthält und Mthrere Personen des gleichen Namens im Adreßbuch ver» Zeichnet find, sogleich nach dem Eingange, ohne daß Bestell« oersuche angestellt würden, hätte zurückgesandt werden müssen. xaß dies nicht geschehen, ist entsprechend gerügt worden. «hrem Antrage, ohne Wohnungsangabe hier eingehende Briefe Zunächst an die eingetragenen Firmen, selbst wenn noch andere Personen gleichen Namens hierseidst wohnen, zu bestellen, läßt nch nicht entsprechen. Die Behandlung derartiger Briefe muß sich immer nach den jedesmaligen Umständen richten und eS werden fich Fälle, wie der vorligende, ergeben, in denen mit Briefen, um dieselben nicht in unrechte Hände kommen zu lassen, Bestellungsversuche überhaupt nicht vorzunehmen, sondern die Briefe als unbestellbar an die Absender Mückzusenden sein werden. Kaiserliche? Stadt« Postamt Thier» Asssl. Durch den Neuen Berliner Thierschutz- Bnein ist mit den Zaeckcn einer Pflege-, Heil- und TödtungS- «nstall ein sogenanntes Thier-Asyl eröffnet worden. Dasselbe sliht unter Leitung eineS Thierarztes 1. Klasse und nimmt pgen Vergütung, und zwar zu geringeren Sätzen, als die Knigliche Thierarzneischule, bei Unbemittelten auch unentgeltlich, Niere(besonders Hunde) in sorgfältige Penfion oder Kur. �ie Vergiftung eineS ThiercS kostet in der Thierarzneischule Z Pfennig. Im Asyl Haus deS neuen Berliner Thierschutz- w?9 ioll die möglichst schmerzlos ausgeführte Tödtung fik«, geschehen, um der rohen Unfitte entgegenzuwirken. uonflüsstgk, krank« oder unbrauchbar gewordene Thiere einfach Mzujagen und fie jedem Wetter, jeder Verfolgung und dem Msamen Hungertode oder dem mattelvollen Tode in der ,, odeckerei preiszugeben. Man dringe also künftig solche Thiere ju einer EinlieferungSstelle deS Thier-Asyl». Bei gefundenen, o- D- hilflos verlassenen oder ihren Eigenthümern abhanden »Nommenen Thieren müssen aber die Vorschttsten äf", die Fundsachen beobachtet werden, um den ««ein vor den Ansprüchen der etwaigen Eigenthümer zu N«n. Der Finder eineS Thiere« muß den Fund bei der Polizei anzeigen. Meldet fich dann der Eigenthümer nicht, so jguß der Finder beim Amtsgericht beantragen, ihm die freie Msügung über da» Thier zuzusprechen. Diese Formalitäten w* i15"«W zu umgehen. Der Verein erleichtett fie aber Assw Erstattung der Gebühren, wenn solches verlangt wird. M Thieren, welche dem Asyl von ihren Eigenthümern zuge- werden, fallen diese Formalitäten selbst-erstandlich fort. in.. �tef«ungisttllen de» Thier. AsylS find zunächst: Plan- effi 71—75 bei Herrn Schulz und Dresdenerstraße 52/53 bei w" Palmi«. Weitere Sammelüellen sollen eingerichtet wer- dtt» und nimmt der neue Berliner Thierschutz Verein Mel- hierzu entgegen. Den Inhabern von Sammellisten aa?, ouf Verlangen für jedes einaeliekette Thier ein Kopfgeld Di- Vorstandsmitglieder Musttdirettor Rockicki, Geor« N'chsiraßt 2l, und Thierarzt I. Klaffe Henze, Schöneberger- «Sfo«, enheilcn Auskunft. Der Verein, welcher nur wohl- Migen Zwecken dient, bittet die Bewohner der Reichshaupt- ihn thatkräftig zu unterstützen. . Auf drm Moritzplatz ist einer der neuen Feuermelder �"Wstrlit worden, welche ohne besondere Beleuchtung an jedem «unkte der Straße unabhängig von der Bebauung aufgestellt ?«o«,(Annen und jeder Unfug mit dem Apparat un« wöglich ist. imk Sum Einzug der sauren Gurke. Wie der Aberglaube bÄ» Tespensterfurcht noch in der Stadt der Intelligenz fich kxÄ Mcht, beweist folgender Vorfall: Seit einigen Tagen dort da« ��Lmerstraße«roße Aufregung. Es zirlulirte spuke es ai$' dem Hause Rüzenerstr. 39 Hof im Keller kmrn mit"» ssBecher wollten Rufe wie:„Minna haben sn, m 4 und sogar verschiedene Gestalten gesehen mit ei'n-m L oinen Mann und zwei Frauen, eine bekleidet Taae 9Ur~?utn Kaisermantel, welche stillschweigend, am hellen WtenÄ» 9 Uhr und Mittags 1 Uhr. in den Keller Tin ebenso stillschweigend und spurlos verschwanden. »uiben%,,oIoer und ein Zigarrenetui mit Zigarren und die Thür �-ischloffen. Die gegenstände sollen ebenso spurlos verschwunden fein, wie vre Malten. Diese Wahrnehmung verursachte unter der mann- Men wie weiblichen Bevölkerung der Rüg-nerstlaße ungeheure Aufregung und veranlaßte endlich zwei„beherzte" Manner, in �kgletsung zweier großer H �o« das schreckliche Gespenst ?onommene Geräusch nichts Ä.R& zweier großer Hunde den Keller zu durchsuchen, wurde nicht gefunden. Da das a.,-".M.vnv w�.uuiiv juuyi abnahm, die Panik aber immer �»r zunahm, wurde am Mittwoch die Feuerwehr requirirt. Gielde fand endlich nach längerem Suchen daS Gespenst und o Grausen— in Gestalt eine« Stachelschweins, welches .J,,. iedenfalls von dem naheliegenden Felde in den Keller Ii,.«! hatte!— Diese Mordszeschichte lesen wir in der„Berl. »S-. Wi: es scheint, kann Vre verehtte Kollegin die ttchtige �Ulegurkenzeit gar nicht abwarten. L Der Hausfriedensbruch ist, wie unsere Gerichtsserhand. hUkN fan täglich beweisen, ein äußerst dehnbarer Rechtsbegriff, lr«, türmen Fälle in unserem großstädtischen Verkehr ein- in denen eine Erweiterung wünscheniwerth erschiene. »»»WWWWWWWW. �«tihrer eineS Kahnes, welcher zur Beförderung von Per- auf der Havel zwischen PichelSwerder, Schtlvhorn und IS jü denutzt wird, hatte vor einiger Zttt eine Gesellschaft tb»„dren, unter welcher fich zwei Personen befanden, die durch U f�BtlafftneS Wesen im Kahn da» kleine Fahrzeug in ein s�?«tcheS Schwanken brachten, und auf die Bitten der Mit- fübtpU?Crt ebensowenig hörten, wie auf die Befehle deS Kahn- «er rv l diesem blieb nichts weiter übrig, als beim Aussteigen i Personen � �***««•csttim.« � �t.�J'iontn die Namen derselben durch den zufällig an- «Ä? Gmdarmen feststellen zu lassen. Um den Bitten der kL. V-tten Mi>fnk?-nN«n na-kiiltommen. den Mitfahrenden nachzukommen, brachte der Schiffer fihtid k � Zur Kenntniß der Behörde, erhiett jedoch den Be- hw&,da6 für diele kein Grund»um Einschreiten vorläge. Bei der K.daß für diese kein Grund zum Einschreiten vorläge sy�ichtiglett der Frage aber, angefichtS der vielfach vor- 0--"'Cr. 1t-•• i.. L_:... t\ ,u„ ► � u 'MenDen Unglücksfälle beim Kahnfahren, beauftragte der �unternebmer«inen RechtSanwatt mit der Verfolgung der '0- Di,,*«.-c.i- Einschreiten der Behörde .---------------------- zu erwarten fein dürfte. dem Sachverhalt am nächsten kommende strafrechtliche �riff x.g m Sachverhalt am nächsten tvlliuirnt>r .?°sstz:bum.°»?�edensbrucheS habe immer ein umfttedeteS h-tra*!.�., Voraussetzung, und ob der Kahn als ein solches Je' i'» �"ne t'vch sehr zweifelhaft. Die einzige Ab- Wjetver„,>""ebelstände beim Kahnfehren wäre mit einer � Zu schaffen, welche allerdings nur diejenige n,.»— e.nr.�.n fÄnn««. di, für SSPäÄäÄ«' "l'UUl imM *,..M'wi» r»www, m/i «ußerdem wird in dem Rechnung getragen werden Bescheide demerkt, daß der _____ 0__________—.. ' Angewiesen worden, daß trotz der erwähnten Anleitung der TranSpott von Kranken häufig in öffentlichm Fuhrwerken erfolgt, in denen die späteren Passagiere in die Gefahr ge- rathen, angesteckt zu werden und unbewußt den Krankheitsftoff weiter zu tragen. Eine fröhliche Arbetter-Familien-Laudpartie veran- staltete am Sonntag der einer stets regen Berheiligung zahl- reicher Mitglieder fich erfreuende Loursenstädtische Arbeiter. BezirkSverein„Vorwärts" nach dem nahen Johannisthal. Schon am frühen Morgen um 7'/, Uhr versammelte fich ein beträcht- licher Thell der den gemeinsamen Ausflug unternehmenden Mitglieder mft Familie und Freunden aus dem Göilitzer Bahn- Hofe. Im Laufe des Tages dtS gegen Nachmittags 2 Uhr hatten fich ca. 300 Vereins- Touristen eingefunden, die fich tn schönster Harmonie trotz der Anwesenheit von vier Landgen- darmen und etlichen Geheimen an volksthümlichen Spielen, mufikalischen und bescheiden ländlich- fittlichen, kulinarischen und Naturgenüffen der verschiedensten Att zu ergötzen wußten. Die Stimmung war eine ungetrübte vom Anfang bis zum Ende deS gcmüthlichen Festes, daS nur die Sehnsucht nach einer thunlichst baldigen Wiederholung desselben in den Herzen der Vereinsgenoffen und ihrer Angehörigen zurückließ. Ueber die Geheimnisse der Kinderseele und die Ge- dankenwelt unserer Kleinen weiß ein Mitarb« iler der„Presse" höchst amüsante Geschichtchen zu erzählen. Es«xistitt«ine ganze Fülle von Aussprüchen, welche einen Schluß zulassen auf die Tiefe und Schärfe, mit denen unsere kleinen Leute die All- tagsooraänge beobachten und bemtheilen. Das ergiebigste Feld dafür bleibt natürlich die Schule. Wie oft ereignet eS fich, daß ein Kind eine Äntwott gab, welche den Lehrer geradezu verblüffte. So fragt einer unserer modernen Pädagogen seine jugendliche Schaar in einer naturwissenschaftlichen Stunde, wo man eben auf den Klee zu sprechm kam:„Wer von Euch kann mir von den Blättern desselben etwa» erzählen?"— Michel: Sie find sehr sauder!— Lehrer: Wie so denn?— Michel: Man sagt doch oft:„DaS ist ein saubere» Kleeblatt!"..... Oder was soll ein Lehrer erwidern, wenn seine Frage, die gleichfalls einem naturwissenschaftlichen Thema galt, folgende Antwort findet:„Ich habe Euch jetzt von der Klapperschlange erzählt! Wer kennr ein ähnliches Thier, welchem man gleich. fall« nicht trauen darf?'— Fritzchen:„Der Klapperstorch!" ... Mindesten« in Verlegenheit aber kam der Lehrer, welchem folgendes pasfirte:„Hoffentlich", sagte er in einer Grammatik« stunde,„habt Ihr jetzt die drei SteigerungSgrade begriffen: schön, schöner, am schönsten; schwer, schwerer, am schwersten. Also, Brcnzelhuder:„Leer, leerer......—„Was stockst Du denn, Brenz-lhuber? Du wirst doch den höchsten Grad von„leer" wissen?"—„Der Herr Oberlehrer!"— Meist ist solcher Antwort ein gut Stück HumorS bei- gemischt; schon durch das unvermuthete Gebiet, tn welche» fie hinüberspielt, wird das erreicht.„Welche» Vergehens haben fich Josef'S Brüder schuldig gemacht, als fie ihn für zwanzig Stlberlinge verkauften?" fragte da ein würdiger Religioniprofeffor in der untersten Klasse deS Gym- nastumS einen seiner Schüler. Und dies enfent tenible, welche« zu Hause häufiger von Banknoten und Börsenkursen, als von der heiligen Geschichte sprechen gehört, erwidert ganz ge- mächlich: Sie haben ihn viel zu billig verkauft!"— Um eine Antwort ist so ein eniant terxible der Schulstube überhaupt niemals verlegen, selbst wenn er noch die Bank in einer der untersten Klassen drückt. Lehrer:„Fritzchen? Dellinire mal „rnensa"!"— Fritzchen schweigt.— Lehrer:„Nun, Ftttzchen, kannst Du's schon nicht mehr? Dann sage mir wenigstens, welches Geschlecht �wenva" hat?"— Fritzchen(mit Ueber- wtiujiv„incuoa yui r— �UiU UCOCl* zeugungStreue):„Neutrum r— Lehrer-„Neutrum! Wie kommst Du denn darauf?"— Fritzchen:„WaS man nicht dekliniren kann, daß steht man als ein Neutrum an!" Selbst die Politik ist vor dem Kindermund nicht mehr ficher. So examinirte ein Lehrer in der naturwissenschaftlichen Stunde:„Wer kräht?"— Schüler:„Der Hahn!"— Lehrer: „Wer zirpt?"— Schüler:„Die Grille 1"— Lehrer:„Wer zischt?"— Schüler(der Sohn eines Abgeordneten):„Die Linke!"... Besonders charakteristisch find die Auslegungen. welche die Zitate unserer großen Dichter von so einem enfaut tenible fich gefallen lassen müssen.„Weißt Du wohl. HanS", fragt ein Lehrer,„wer daS gesagt bat:„Die schönen Tage von Aranjuez find nun zu Ende?"— Und die Kindesseele bekennt mtt einer verrätherischen Offenheit:„Jawohl! DaS hat mein Vater gesagt, als die Mutter von der Badereise zurückgekehrt ist!" Die Anekdoten find zwar zum Theil schon oft erzählte, aber fie verdienen daS auch. Gegen eine Anzahl hiesiger Redakteure ist eine An- klage wegen Mittheilung aus ver Anklageakte in dem Prozeß Sarauw, der bekanntlich vor dem Reichsgericht in Leipzig unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, erhoben worden. ES find u. A. angeklagt die Redatteure der„National Zig.", der „N. Pr. Ztg.", deS„Reichtboten":c. Als Kuriosum erwähnt die„VolkS'Ztg." hierbei, daß fämmtliche Redatteure, mit Au» nähme eines einzigen, bereits wegen PreßvergehenS und wegen anderer Delitte vorbestraft find; der einzige Unbestrafte ist der ebenfalls angeklagte Redakteur deS„Berliner Volksblatt".— Ein noch größeres Kuriosum ist e» gewiß, daß ein unbestraft«! Mensck alS Kuriosum betrachtet wird. „Pferdehimmel". Im christlich-kvnseroalicen„Deutschen Tageblatt" finden wir unter„Sport und Turf" folgende AuS- lassungen:„Graf W. Redern-GörlSdorf wird vom Schicksal sehr verfolgt; nachdem erst kurz vor Schluß deS Jahres 1885 die Mutterstute„Unerkannt" v. Buccaneer a. d. Anonym» demselben eingegangen war. folgt- dieser im neuen Jahre „Lady SaliSbury" v. Lord of the JSleS a. d. Selina in den Pferdehimmel nach und hat schon wieder hat den Gestütsherrn ein recht fühlbarer Verlust getroffen.„Her Majesty" brachte am 5. April ein Stutfohlen nach„Cbamant" oder„Dread nought", welche» einige Tage nach der Gebutt«inging."— Vielleicht giedr'S im„Menscheshimmel auch besondere Plätze für Kon- servattve, Adlige und Lieutenants. Auf der Müggel ist am Donnerstag Abend während deS heftigen Gewittersturmes ein großer, mit Steinen beladener Oderkahn untergegangen. Zwei Personen, die sich auf dem selben befanden, vermochten mit einem kleinen Boote fich zu Bei Moorlake wurde eine weibliche Leiche anS Ufer geschwemmt. Auf der Brust trug fie einen Zettel, auf Grund dessen Ermittelungen angestellt wurden. Dieselben haben nach der„P. Ztg." ergeben, daß die Todte mit der Tochter eines Potsdamer RestaurateurS identisch ist. ES war ein blühendes, junges Mädchen, das auS Liebeskummer den Tod tn den Wellen gesucht hat. Eine verhänguißvolle Ohrfeige, so wird unS berichtet. applizirte gestern Vormittag der Lehrer einer Schule tn der Orantenstraße einem 13jährigen Mädchen, dessen Ellern in der Walvemarstraße wohnen. DaS Mädchen fiel nach dem wahr- schetnlich zu stark geführten Schlage in heftige Kopfkrämpfe und konnte erst nach Verlauf von etwa vier Ernnden soweit hergestellt w-rden, daß keine Gefahr für die Gesundheit der Schülerin vorliegt. Die Eltern beabfichttgen die Sache weiter zu verfolgen, wenn fich herausstellt, daß nicht andere Ursachen bei dem Krampfanfalle mitwirkten. In der entsetzlichen Gefahr, der Länge nach gerädett zu werden, schwebte am Donnerstag früh halb 8 Uhr der zirka iOjährige Knabe P. auS der Potidamerstraße, welcher von dem Vorderperron eines Pferdedahnwagen! der Linie Moritzplatz— Moabit beim Pasfiren de» Potsdamer Platzes auf den daselbst befindlichen Jnselperron springen wollte, dabei stürzte und mtt den Füßen der Fahrrichtung entgegengesetzt liegen blieb. Ter vor dem Vorderrad« angebrachte Raumer klemmte den rechten ronf der Knabe unverletzt seinen Schulweg fortsetzte. Große« Lob gebührt dem Kutscher, welcher mit großer Geistesgegenwart den sofortigen Stillstand de» WagenS zu Stande brachte. Nur noch eine halbe Drehung der Räder halte den Knaben zum Krüpvel, wenn nicht zur Leiche gemacht. Ein hiesiger Strumpfwirkermeister hatte gegen seine Heranziehung als Arbeitgeber zur Unfallversicherung Beschwerde beim ReichSverficherungSamt erhoben; er wurde jedoch von dieser Behörde abschläglich beschieden, und zwar unter der Motivirung, daß in seiner Werkstatt neben den Strumpfwirker» Stühlen auch noch Strickmaschinen zur Anwendung kommen. Die mit keinerlei handwerksmäßiger Geschicklichkeit verbundene, rein mechanische Herstellung von Waaren auf diesen Maschinen verleibt dem in Rede st-henden Betriebe einen fabrikmäßigen Charakter und ein solcher fabrikmäßiger Betrieb ist gesetzt ch unfalloerficherungSpflichtig.— Wenn dieses Prinzip überoll konsequent zur Anwendung gebracht wird, so dürfte bald ein großer Therl deS mittleren und kleinen Gewerbebetriebes eben« falls zur Verficherungspfltcht herangezogen werden. Augenscheinlich vom Hitzschlag getroffen wurden, wie ein hiesiges Blatt hört, an einem der letzten Tage gegen zweieinhalb Uhr zwei Ardeiter der Echwarzkopff'fchen Mo- fchinenbau- Anstalt. Sie waren in der Dreherei der Fabrik beschäftigt, woselbst, da die Lokalität unter dem Dache liegt, eine unetträgliche Hitze herrschte, und fie stürzten mitten in der rrbeit plötzlich bewußtlos zu Boden. Sie wurden sofort mitt tels Droschke nach ihren Wohnungen befördert. Während der eine fich bereits auf dem Wege der Besserung befindet, ist d?r andere schon in der Droschke gestorben. Derselbe hinterläßt Frau und Kinder. Au« dieser Mittheilung erhellt leider nicht, ob in der Fabrik selbst Vorkehrungen existiren, um dei einem solchen Unglücksfalle sogleich den Betroffenen wirksame Hilfe leisten zu können. Verzögert fich eine Hilfeleistung nur um wenige Minuten, so kann fie fich unter Umständen al» erfolg- lo» erweisen und ein Menschenleben ist dahin» welches viel« leicht hätte gerettet weiden können. Verhafteter Betrüger. Der Goldarbeiter G. aus Galizten, welcher auf der Reise nach London vor mehreren Tagen im hiestgen Zentral- Hotel logirte, machte dort die Be» kanntschaft eineS angeblichen MalerS Bogdanoff auS Rußland. Letzterer tbeilte dem G. mtt, daß er gleichfalls nach London zu reisen beadfichtige, hier aber noch Geld au« seiner Hcimath er- warte, und verabredeten beide, die Reise gemeinschaftlich zu machen. Nach einigen Tagen lündtgte B. seinem Reise« gefährlen an, daß daS erwartete Geld nunmehr eingetroffen sei und er dasselbe bei einem Bankier wechseln wollte. Gleich« zeitig fragte er, od G. Geld zum Einwechseln mitgeben wolle, und erhielt von letzterem 200 M., mit welchen er auf Nimmerwiedersehen verschwand. Nach einer auS Beuthen O./S. hier eingegangenen Depesche ist Bagdanoff am 25. d. M. in Rußland verhaftet worden. Wege» schwerer Kuppelei wurde gestern die 32 Jahre alte unverehelichte Weber verhaftet, welcher zur Last gelegt wird, daß fie ihre 16 jährige Nichte zu einem unfitUichen Lebenswandel verleitet habe. Bezüglich de« Frsehhandel« i« der Zentralmarkt- Halle wird der„Goth. H. Ztg." von einem schwedischen Fisch» exporteur, der fich einige Zeit hier aufgehalten bat, um daS Berliner Fischgeschäft kennen zu lernen, geschrieben:„DaS hier angewandte System der Ftschauktionen ist noch neu; ge« wohnt, an Bultionen nur zu Schleuderpreisen zu kaufen, zögern die Händler mit ihren Geboten und die größeren Fisch« importeure, welche die Maitthalle a!S einen gefährlichen Kon« lurrenten bettackten, arbtiten der Sache entgegen und treiben wahrscheinlich auch Jntriguen. Die Preise find sehr schwankend: theilweise beruht dies aus der Zufuhr, theilweise auf der Nach« frage an verschiedenen Tagen, und da Fische bisher sehr theuer in Berlin waren, so haben die Mittelklassen und die ärmere Bevölkerung selten oder nie diese Maare gekauft. Das ganze Martthallensystem ist noch zu neu; eine vollständig praktische Organisation wird erst nach und nach erreicht werden. Ein Hauptzweck dieser Institution ist, dem Publikum Gelegenheit zu billigen Einkäufen von F-schen zu geben und ein Gegen- gewicht gegen die größeren Fischimporteure zu bilden, welche den Fischhae.del beinahe monopoltstrt halten. Anfänglich wird der Kampf hart sein, denn diese Fischhändler find vermögend und nicht bange, einige Tausend Mark zu opfern, wenn e» die Durchführung eines Gedankens gilt, aber mit der Z-tt dürfte doch der Magistrat der Sieger sein. Der Konsum an Lebensmitteln ist freilich in Berlin großartig, aber eS wollen auch alle ihre Produkte hierher senden; dadurch stellen fich die Preise hier oft niedriger alS am AbsendungSorte und die Zu- fuhren übersteigen den Bedarf. Im eigenen Interesse habe ich fett Eröffnung der Markthalle jeden Tag das Geschästk« leben in derselben studirt und glaube wohl, daß in der Zu- kunft ein rationeller Fisch« xport auS Schweden ganz lohnend werden kann, aber vorläufig darf man fich nicht überstürzen und fich keine Jllufionen von großem Gewinn machen."— Die„Voss. Ztg." dringt diese, wie man steht, mit äußerster Vorstcht abgefaßte Mtttheilung. Der schwedische Fischexpotteur, welcher der„Goth. H.-Ztg." obige« schreibt, scheint einer von den SicherheitSlommiffaren zu sein, welche im Nachsatz daS zurücknehmen, was fie im Vordersatz zugeb,». Es ist in dem obigen Artikel absolut nichts gesagt, waS für die Markthallen spricht, die„Voss. Ztg." reptoduzirt die Auslassungen aber doch, weil in denselben auch ttchtS gegen die Markthallen gesagt wird die schwedischen Ausführungen können bei dem frommen Spießbürger immerhin ad majorem gloriam magiatratua ausgenützt werden. Amtlicher Bericht der Markthalle«- Verwaltung. Mitgei heilt von I. Sandmann, stärtifchrm VerkaufS-Ver- mittler. EngroS- Markt tn der Zentral- Markthalle am 27. Mai 1886. Die Zufuhr in Fischen war genügend. Elb« lach» per Kilo 2,40 Mk., OstseelachS, große 1,40, Steinbutte, große 1,00-1,25, mittelgroße 1,50-1,75, Seezunge, gr. 1,80 oi» 2,40, mittel 1,60-2,00, Kleist(Tardut) 0,30-0,50, Schal. len, groß 0,20—0,40, Schellfisch, große 0,20—0,24, mittel« große 0.08-0,10, Dorsch 0,10—0,20, Zander, groß 1,40 bis 1,80, mittel 080-1,20, Hechte, groß 075-1,00, mittel 0,70 bi« 0,90, Schleie, 0.40, Hummern 2,20-2,60. Bulter unverändert. Ost- und Westpreuß. I. mit 2,00-2,10, II. mit 2,00, III. mit 1.90, Mecklenburger. Holsteiner, Priegnitzer, Pammerfche und Ecklefische l. 1,90, II. 1,84, III. 1,70—180, Landbutter, Netz« brücher 1,40-1,44, Polnische 1,50—1,56 M. per 100 Kilo. Käse: Kamemder. inländischer, 1,20—1,50 per Dutzend. Quadrat- Sahnenkäse(Centrisugen) 0,15—0,20 per 100 Ktlogr., Westpreußischer Schweizeriäse 0,80—1,20, Edammer echter 1,20 diS 1,40, Tllfite: 100-130, Holsteiner 36 M. per 100 Ktlogr. Gemüse, bedeutende Zufuhr, besonders in Spargel und Salat; Salat wurde mft 1—2 M. per 100 Kopfe bezahlt, Spargel la. 70-90, n. 30-50, Suppenspargel 20 Pf. per Kilogr. Kohl« i CA 4 t p ltt« f» oni-it.___ o err». radi 1,50-1,75 M. per Schock. Möhren �3 M. per Schock, Zwiebeln. Magdeburger 12-14 M.. Ausfische 16 M.. Egyp« lisch« 18—20 M. per 100 Kg-, Gurken in Körben von 30 vt. 6-7 M.. Blumenkohl 60 Pf. pro Kopf. Wild zu gestrig-m Preise: Rehdöcke 1—1,10 pro Kilogr., ledende Hühner 1,60 bl» 2,00 pro Stück, Enten 2-2.50 M. pro Stück, Brüsseler Pou« ��Brttter unv Käse werden in großen Quantitäten fortgesetzt zugeführt, während der Bedarf abnimmt; dementsprechend ist bereits eine bedeutende Preiireduktion eingetreten, dir noch fort« »u'chreiien droht, wenn die Absender nicht für einige Zell die Wuare zurückhalten. Hosbutter bringt I. 2—2,10, U. 2—, Iii. 1,70-1.90, Landbutter 1,60-1,90. Geräucherte Fische und Fleischwaaren wurden nur in klei« neu Posten zugesührt, obwohl der Bedarf stets selbst die größten Zufuhr zu angemessenen Preisen aufnehmen kann. ES dringt Ostseelachs 3—4,40 M. per Kg. Bücklinge 1 30— 1,50, Heringe», Flundern 10-30, große biS 75 per 100 Stück. Wild und G-flügel knapp und gut bezahlt. Reh« 1,90 bis 1 50 per Kilo, Hühner 2,—, Enten 3,50, Gänse diS 9 M.. Poularden 6-8 M. Polizei Bericht. Am 27. d. M. Vormittags wurde ein Mann in seiner in der Boyenstraße belegenen Wohnung er» hängt vorgefunden.— An demselben Tage Mittags schoß fich ein Mann, welcher schon längere Zeit an Echwermuth litt, im Vorgarten deS HauseS Thiergarten str. 20 mittelst eineS Revolvers in die Echläfe. Er wurde noch lebend in die Charitee gebracht, starb aber bald nach seiner Ankunft daselbst.— An vemsclben Tage Nachmittags fiel der Kaufmann Maretzly in der Ziegelstraße plötzlich zu Voden und starb unmittelbar darauf in einem nahegelegenen Hautflur, wohin er von vor- übergehenden Personen gebracht worden war, am Echlagfluß. Gerichts-Zeitung. t Der Redakteur der„Demokratische« vliitter", Herr Georg Ledebour, stand gestern vor der Strafkammer deS hiesigen Landgerichts l unter der Anklage der öffentlichen Be- leidigung der Frankfurter Polizeibehörde, begangen durch einen Artikel in Nr. 30 der unter seiner Verantwortung erscheinenden Wochenschrift, der„Die Schmach von Frankfurt" überschrieben war. In diesem Artikel war die bekannte Szene auf dem Friedhofe zu Frankfurt a. M. bei dem Begrädniß deS Ziseleurs Silier in scharfer Weise krttistct und als Sühne für dat retgntß die Aufhebung des Sozialistengesetzes gefordert worden. Nach Verlesung deS Artikels gab der Angeklagte die Erklärung ab, daß ihm die Abstcht und das Bewußtsein, eine Beleidigung zu begehen, gefehlt habe. Der Vorfitzende, Land- Serichtsrath Brausewetter, machte hierbei darauf aufmerksam, aß der Angeklagte wohl berechtigt gewesen sei, seine Meinung über den Vorfall zu äußern, daß es fich aber hier um die Schimpfworte handele, die angewendet worden wärm. Sodann wurde zur Vernehmung deS von der Vertheidigung, die in Händen deS Rechtsanwalts Lmzmann ruhte, vorgeschlagenen Zeugen, Reichstagsabgeordneten Karl Frohme, geschrittm. Derselbe gab eine ausführliche Darstellung der Vorgänge beim Bcgräbniß des Ziseleurs Htller.— Nach einem längeren In- quifitorium, welches der Vorfitzende und der Verthrtviger mit dem Zeugen anstellten, beantragte der Staatsanwalt Oover- mann, dm bisher unbestraften Angeklagtm zu einer Geld« strafe von 300 M. zu oerurtheilen. Der Vertheidiger, Rechts- anmalt Lenzmann suchte in längerer Rede die Unschuld seines Kiimten nachzuweism, der in Wahrung berechtigter Jntereffm die That der Schutzmänner öffentlich kritifirt und so bezeichnet hätte, wie fie eS verdienen.— Nach längerer Berathung sprach der Gerichtshof den Angeklagten schuldig, verurtheilte ihn zu einer Geldstrafe von 200 M.und verfügte die Einziehung und Vernichtung der noch vorhandenen Exemplare und Druck- platten. Eine Streikkarte als Objekt eines Diebstahls. Vor der 87. Abtbeilung deS hiesigen Schöffmgerichts hatte sich gestem der Maurergeselle Joseph DolinSkt auf ein« Diebstahls- anklage zu verantworten. Währmd des vorjähiigm Maurer- streikS gerietb der Angeklagte Menck über dl« Dauer der Theil- nähme deffelben an dem auSgeblochenen Streik in Differenzen und holte letzterer zum Beweise der seinerseieS aufgestellten Behauptung seine Streikkbrte herbei. Der Angellagt? nahm ihm dieselbe ab, gab fie aber nicht mehr zurück, sondern steckie fie zu fich. Nach seiner Behauptung hätte fie ein anderer Ar- beitSkollege zerrissen. Auf die von Menck erstattete Anzeige erhob die Staatsanwaltschaft gegen DolinSki Anklage wegen DtebstahU, indem diese Behörde nach den von Menck erhaltenen Mittheilungen der Karte wegen der Möglichkeit deS mit der- selben zu treibenden MißbrauchS einen gewissen materiellen Werth beilegte. DolinSki war im vorigen Jahre auS Berlin gegangen und konnte sein Wohnort nicht ermittell werden. ES wurde deshalb ein Haftbefehl gegen ihn erlassen. Am 24. d. zog man ihn auf G und desselben gefänglich ein. Der Staatsanwalt hielt die Anklage wegen Diebstahls auftecht und beantragte einen Tag Gefängniß, der Gerichtshof nahm aber nur Sachbeschädigung als erfüllt an und verurtheilte den An- geklagten zu 1 Tag Haft, welche er durch die erlittme Unter- suchungShaft als verbügt erachtete. büßt Vereine und Uersammlungen« * Zentral-Kranken- und Sterbekasse der Maurer, (Grundsttin zur Einigk-il), ör liche Verwaltungsstelle Berlin i. Am Sonnabend, d-n 29. d. M., Abends 8.Uhr, findet im Kaffenlokale,„Salon zum Deutschen Kaiser", Lotbringerstr. 37, ein vom Vorstand(nur für Mitglieder) arrangirteS Tanzkränzchen statt. Das Mitgliedsbuch ist bei der Kontrole vorzuzeigen. BilletS für Herren a 50 Pf., für Damen»25 Pf. part.: Lehmann,—....------------------—, lich, Manteuffelstraße 86; A. Sprenger, FrIedrichSftldtrstraße8; S. Schulze, Wederstraße 9 l. und im Kaffmlokal, Lothringer- straße 37. * Juteressenverein der Kisten- und Koffermacher. Montag, den 31 Mal, Abende 8Vi Uhr, in dm„Armin- hallen", Kommandantmstr. 20, Mitgli-derversammlung. Tagesordnung: 1. Wie verbessern wir unsere Lage. Referent Herr Metzner. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste find will- kommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. * Ärbeiter-BezirkSveretn des Westens. Außermdmt- liche Vereinsoersammlung am Dienstag, dm 1. Juni, Abends 8V> Uhr, in Gründers Salon, Schwerinstr. 26. Tagesord- nung: Statutenänderung. � Fachveretn der Luxus-Papier.Prager und Pavier- Schlager. Sonntag, ttn 30. d. M.. Vormittag 10'/, Uhr, in Metznn'S GisellschaftshauS, LandSbergerstr. 37, Mrtglieeer Versammlung. Tagesordnung: 1. Unl-re Organisation. Re- serent Herr Schröder. 2. Diskussion. 3. Beschlußfassung über die am Himmelfahrtstage stattfindende Herrenpartte. Beiträge nimmt entgegen Herr Schmidt, Rheinsbergerstr. 55. Der Tischler-Verein veranstaltet am Sonntag, den 30. d. M. eine Männerpartie nach den Rüdersdorser Kalk' b-rgen. Ab'ahrt von dem Schlesiche,'. Bahnhof früh 6 Uhr 31 SRitt* * Kachverein für Schlosser und BerufSgenosse«. Heute, Sonnabend, Abends 3'/, Uhr, Versammlung im Vererns- lokal. Tagesordnung: Vortrag de« Herrn Dr. Benkendorf über Fmerbestattung. Aufnahme neuer Mitglieder. Vereins- »�Verew der Taubevfreunde jeden Sonnabend, Abmd» 8'/, Uhr. im Restaurant Kleemann, Laufitzerstr. 41. » Fachverei« fämmtlicher im DrechSlergewerk be- schäftigtm Arbeiter Berlins. General Vt'.sammlung am Sonn- tag, den 30. Mal, Vormittags 10 Uhr, bei Gratweil, Kom. mandantenstr. 77—79. Tagesordnung: 1. Der Bescherd deS königlichen Polizei- Präsidiums. betrefft der eingereichten Statuten; Beschlußfaffung hierüber. 2. Wahl deS Volstandet. 3. Verschiedenes. Aufnahme der Mitglieder. GewnkSgmoffen, welche sich als Mitglieder einz-.ichnen lassen, haben Zutritt. * Qeffmtliche Versammluna� fämmtlicher Stuhl» De« Vereinigung dentscher Stellmacher wurde die polizeiliche G-nebmtgung einer zu heut«(Sonnabend) ange- setzten Versammlung, in welcher Herr Dr. Lütgenau einen Vortrag halten wollte, nicht ertheiit. Arbeiter- BezirkSveret« der Rosenthaler Vorstadt. Der Vorstand macht bekannt, daß der Umtausch oer BidliothekS- bücher jeden Sonntag Vormittag von 10—12 Uhr bei Schayer» Jnvaltdmstraße 153(Ecke Ackerstraße), stattfindet. Diejenigen Mitglieder, welche verzogen find, werden dringend ersucht, die Veränderung ihrer Wohnung so schnell wie möglich beim Kasstrer Vick, Swinemünderstr. 146, oder beim Vors. Ball» müller, Veteranenstr. 28, anzugeben. * Kachveret« der Stetnträger. Außerordentliche MU- gliederversammlung am Sonntag, den 30. Mai, Vormittags 11 Uhr, in Scheffer'S Salon, Jnselstraße 10. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu der am 20. Juni stattfindenden Wahl des gesammrm Vorstandes. 2. Innere Vereintangelegenhettm. Neue Mitglieder werden aufgenommen. * Fachverei« der Rohrleger Versammlung Sonntag, dm 30. Mai, Vormittags 10 Uhr, bei Niest, Kommandantm- straße 71/72. T.'O.: 1. Vortrag des Professors Herrn Dr. Petri über KanalisationS Anlagen. 2. Diskussion. 3. Wahl eineS 2. KasstrerS. 4. VerfchiedmeS u. Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. * Fachverei« der Former und BerufSgenosse«. Mit- glieder- Versammlung am Sonntag, dm 30. Mai, Vormittags 10 Uhr, in den Landsberger Bierhallen, LandSdergerstraße 82. Tagesordnung: Vortrag des Herm Dr. Bmkmdorf über Feuer» destattung, Ditlusfion, Verschiedenes und Fragelasten. Nme Mitglieder werden aufgenommen. Gäste willkommen. * Fachverei« der Tischler. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß sich die Zahlstellen deS Verein? in folgmden Lokalm befinden: 1. Blummstr. 56(Tischler- Herberge). 2. Skalitzer- straße 18 bei Stramm. 3. Belle- Allianceplatz 6 bei Hilscher. 4 ZionSkirchplatz 11 bei Hohn, und 5. Müllerstraße 184 bei Hähring. Daselbst werdm jeden Sonnabend von 8'/, bis 10 Uhr Abends Beiträge von den Mitgliedern entgegengenommen und neue Mitglieder aufgenommen. Der monatliche Bei- trag beträgt 40 Pfennige.— Die statistischen Fragebogen wer- dm ebenfalls auf den Zahlstellen, sowie von dm Mitgliedern der Fachkommission ausgegeben.— Der Zentral Arbeitsnachweis für Tischler befindet fich Blumenstc. 56 auf der Tischler- Herberge. Die ÄrdeitSvermittelung geschieht sowohl für Arbeit» geber alS auch für Arbeitnehmer unentgeltlich, an Wochentagen von 8'/, bis 9'/, Uhr AbendS, Sonntags von 9 bis 1 Uhr Vormittag«. Gesuche um Zuschickung von Gesellen können zu jeder TageSzeit in den am Eingange zum Lokal befindlichm Briefkaftm gelegt werden. Kleine Mitcheilnnge«. Wetzlar(Nassau), 24. Mai. lieber die bereits in unserer letzten Donnerstaginummer gemeldeten Verwüstungen durch eine Windhose wird weiter derichtet: Die alte Stadt Wetzlar ist gestem von einem verheerenden Unwetter helmgesucht wor- den, welches in seinm Einzelheiten lebbatt an die Katastrophe zu Crossen erinnert. Dasselbe trat in G-stalt einer von Süd- osten nach Nordwesten gebenden Windhose auf, nahm unter Donner und Blitz seinen Weg über einen Theil der Wetzlarer Gemarkung, überall Trümmer und andere Spuren der Zer- störung zurücklassend. Jenseits deS LahrflusseS wurde ein ganzer mit einem jungen Tannenwalde bestandener Bergadhang entholst; ein am rechten Lahnufrr liegender Nachen wurde wie eine Feder durch die Luft über da? Waffer geiragen und an der jenseitigen Böschung z-rschcllt. Ein schreckliches Bild der Verwüstung bietet die Umgegend de« Bahnhofes. Trümmer von Balken. Dächern, Ziegeln und Dachschiefer bezeichnen die Vehemenz, mit welcher die Elemente ihr VemichtungS- werk vollzogen. Die Dächer deS Lokomotivschuppens und der Magazine find abgetragen und weit fortgeführt: nur die Eisen- Konstruklion dat Stand gehalten. DaS WiegehäuSchen ist voll- ständig vom Erdboden verschwunden, nur die schweren Ge- wichte lassen seinen früheren Standort erkennen. Mehrere Bahnwärterhäuschen, theilweise mit den Möbeln und Insassen, wurden umgerissen und mehrere Meter weit fortgeschleudert. Waggon«, darunter schwer beladene, wurden au« dem Geleise gerissen und in die Ausschachtung geworfen. Schwer heimge» sucht wurden femer da« Walzwerk Wetzlar und die Marmor- fabrik. Mehrere hohe FadrikSschomsteine wurden vollständig abgedreht und in Trümmer gelegt. Schwere Dachtheile wurden weit in« Feld geworfen, Hinterwände der Häuser eingedrückt, Mauern umgerissen, alle Bäume wie Strohhalme geknickt u. s. w Geradezu alS«in Wunder ist es zu betrachten, daß keine Menschenleben verloren gingen. Dagegen ist der Schaden an G-däu'.tchkeiten ein ganz enormer; viele verselden müssen vollständig niedergelegt und von Grund auS neu aufgeführt werdm. Pest, 26. Mai. In Könnend ereignete fich gestern ein traurige« Familienunglück. Der Architekt Emil Czofal ging mit seinen Töchtern in den Raabfluß baden. Er und seine beiden jüngeren Töchter waren bereits angelleidet, während die zwanzigjährige Tochter Marie noch im Waffer schwamm. Ein Krampf erfaßte plötzlich ihrm Fuß und fie sank unter. Der Vater stürzte ihr in d-n Kleidern nach und konnte deshalb nicht schwimmen. Beide haben den Tod in den Wellm gefunden. Marseille, 22. Mai. Aus Korfika wird folgmder Ban- ditenstreich berichtet: Die ttalieniiche Barke„Jnoidia" lag im Hafen von Porto- Vecchto vor Anter und zwei Mattosen lan« Veten gegen 8 Uhr Morgens, um Hol, zu fällen. Kaum am Lande angelangt, wurden fie von zwei Unbelanntm, von denen jeder mit einer Doppelflinte dewvssnet war, überfallen und ge- bunden. Die Angreifer erklärten ihnen, daß fit 300 FrtS. de- dürften, welche der Eine der Gefangenen an Bord zu holen hätte, während der Zweite indeß als Geißel diene. Der eine Matrose kehrt zurück, seinen nur wenig beruhigten Genossen in dm Händen der Banditen zurücklassend. Der Kapitän war jedoch nicht im Lefitz der verlangten Summe und hißte die Nolhfiagge auf, um die Aufmerksamkeit der militärischen Be- böcven»u erweck- n. Die beiden Banditen verfolgten vom Ufer uriii Vir Bewegungen des SchiffeS und erkannten daS Alarmzeichen. Der Eine brachte sofort die Mündung seiner Waffe an deS Gefangenen Ohr und streckte ihn todt nieder. Catania, 25 Mai.(Vom Aetna.) Die Eruptionen de» Aetna find im Steigen begriffen. I» der letzten Nacht wurde öfters heftige« unterirdisches Gciöie vernommen. Die durch die vereinigten Krater gebildeten Kegel erreichten eine Höhe 200 Meter, der Durckm-ss-r d-s Kraters beträgt 250 Meter. Die Lava fließt sehr sehr reichlich und ist r.uometzr fünf Kilo- meter von den Häusern entfernt; die dieherigen Schäden find unbeträchtlich.— Unterm 26. Mai wird wetter gemeldet: Die Lava rückt 70 Meter per Stunde vorwärts, bat berett« den Monte Nocilla üderfchrittm und ein Kloster in N'colofi erreicht, sowie viele Weingärten dedeckt. Die Auswanderung yimmt zu. — Einem Berichte vom Donnerstag, dm 27. d. M, zufolge, ist der Lavastrom in Nicolofi eingedrungm. Bon Cantania und Me'sira wurden Munizipalgarden, PompierS und Karrm zur Hilfeietsiung abgesandt. Es werdm Unterstützungen und Wohnungen zur Aufnahme der Flüchtlinge vorbereitet.— Ein Korrespondent des„Fanfulla" bringt folgende Schilderung de» Aetna- Ausbruche«:„Der Aetna verhielt fich in den letzten drei Jahren relativ ruhig; w den Nachmittags- stunden des 18. Mai ließ der Zmtralkrater viele Dämpfe auS, die fich«IS ein riestger Federbusch darstellten. In der folgm- den Nacht um 2 Uhr öffnete fich der südliche Abhang in einer Höhe von zirka 1000 Metern über See zwischen dem Monte Grosso und den sogenannten„Hirschgeweihen" in einer Eni- fernuna von acht Kilometern vom nächsten Orte N-colofi mit 3000 Einwohnern. Die AuS bruchSmün dringen vereinigten fich zu einem großen Krater von konischer Form, aus dem der Lavastrom in einer Breitmausdehnung von 200 Metern in kurzer Zeit fich vier Kilometer weit ergoß und gegm Nicolofi hin bewegte. Diese Distanz, bei einer Fortbewegung der Lava» maffe um 20 Meter per Stunde, reduzirte fich nach den letzte» Nachrichtm auf 3 Kilometer. Anfänglich schien zufolge der Terrainbedingungen Belpaffo mit 8000 Einwohnern noch mehr bedroht; doch lenkte fich nachgerade der Sttom wieder gege» Nicolost ab. Am 21. Mai Mittags kündigte ein donneräyn« licheS Getöse» daS weithin hörbar war, den Aufbruch neuer Kratermündungen an. Diese find mehr gegen Osten und tiefer als die ftüherm Otffnungen, die schon einm 50 Meter hohe» Krater gebildet haben, und ergießen eine geringere Ecuptivmaffe. Die Lava stießt in drei Hauptarmen ad; fie ist schon zwei KUometer über die Guardtola hinaus und hat dm Muliweg durchbrochen, der zum Aetnahause führt. Trotz der großen Entfernung vom Aetna hat man von Catama aus ein schreckhast schönes Schauspiel des Ausbruches. D« Hauxtherd glüht in der Nacht rofig wie eine Rtesenfmergarbe, und die ungeheure Dampfsäule, die fich auf eine dreifache Höhe deS Berges erhebt, erscheint in den warmm Reflexm der Flammen, AuS der AuSbruchSöffnung steigt fortwährend eine glühende Masse auf, die in einem förmlichen Sprühregen von Bomben, Schlacken und Brandköip-rn niederfällt. Der iiavv ström wälzt stch wie eine rothe Schlange fort, und im näch- tigm Schweigm erdröhnen ab und zu dumpfe Schläge, Brüll- laute wie von einem fernen Gewitter. Schon nach der erst« Nachricht von dem Ausbruch de? Aetna wurden Militär, K»- rabinieri und EicherhettSmannschast dahin mtsmdet, die zwischen Belpaffo, N colofi und dem Berge den Dienst zur Aufrecht» Haltung der Ordnung versehen. Die arme Bevölkerung ist i« dauernder Auflegung. Man spricht von massenhafter AuS- Wanderung."_ Ketzte Nachrichten. Die belgische Arbeiterpartei hat laut telegraphisch» Mittheilung auS Brüssel beschloffm, am 13. Juni in allen Provinzial Hauptorten Kundgebungen zu veranstalten. Sollten diese untersagt werdm, so würde ein großer Sozialistmkongret zum 13. Juni nach Brüssel einberufen werdm. Die Priuzenausweisung in Frankreich. Die„Voß- Ztg." erfährt, daß der Mtnisterrath zu seiner schließlichen Ein- stimmigkeit erst nach langen und stürmischen Debatten gelangt Die ravikalm Minister fanden dm Gesetzentwurf zu lau# wollten, daß derselbe die Ausweisung der Prinzen nicht des Beliebm der Regierung anheimstelle, sondern anbefehle. Grer? nahm entschieden Partei gegen diese Gruppe, die zuerst m« ihrem Rücktritte drohte, fich aber zuletzt von Frcycinet«»' söhnen ließ. Auf die Kammer wirkte der Gesetzentwurf höchst ungünstig. Die äußerste Linke beschloß nach der Sitzung, ein* schärfere Fassung zu fordern. Duchö will seinen Antrag a»! obligatorisch: Ausweisung der Prinzm wieder eindringen! thut er daS nicht, so hat Clömenceau seinen Entschluß bekannt gegeben, fich den Antrag anzueignen. Vielfach wird Freycin» die Abstcht zugeschrieben, absichtlich eine Gelegenheit zu ߣ räuschvollem Rücktritt herbeizuführen. Die Ausweisung soü außer dem Grafm von Paris den Herzog von Chart«» treffen. Freunde und Gönner der Homerule-Vorlage stimme» in der Anficht überein, daß GladstoneS letzte Erklärungen un» Zugeständnisse die zweite L-sung drS Entwurfs gesichert habe»! doch dürste die Majorität keine dedrutende sein. Unter Um- ständen wird auch Ehamberlain dafür stimmen, da es sich nm um eine Prinzipienflage handelt; doch baden er und seine An- Hänger fich über ihr Verhalten noch nicht schlüsstg gemacht. D» Haltung der Anhänger HartingtonS bleibt unverändert. N»® der zweiten Lesung wird die Vorlage zurückgezogen. Die Pak» lamentSsesston wiro Ende Juli geschlossen und Ende Oktober tritt daS Parlament zu einer neuen Session zusammen,(»®_ cker die Homerulevorlage mit den von Gladstone angebeunren Abänderungen wieder eingebracht wird. Die so v-iänverle Bor« läge muß alsdann abermals erst die zweite Lesung passt«»- Zur griechische« Frage. Nach den vorliegenden Na®' richtm au« Konstantinopel soll Griechenland wegen der Ent- waffnung direkt mit der Türkei ohne Vermittelung der Macht« in Verhandlung getreten sein. � Polizeiliche Schließung der Berliner Arbeitertnnen» vereine. Der„Reichsanzeiger" bringt folgende Bekannt- machung: ES wird hiermit bekannt gemacht, daß der„Verein zur Vertretung der Interessen der Arvetterinnm", der„Vtiem der Arbeiterinnen Berlins" und der„Fachverein der Berlin» Mänt lnäberinnen" Hierselbst gemäß§ 8 des LrieinsgestV� vom 11. März 1850 vorläufig geschlossen find. Jede ferner« Betheiligung an diesen Vereinen oder etwaigen Neudildunge»- welche fich sachlich als Fortsetzung jener Vereine darsteller' wird nach§ 16 a. a. O. mit Galdstrafe von 15 bis 150 M- oder Gcfängnißsirafe von 8 Tagen brS zr 3 Monaten delen- Berlin, den 28. Mai 1836. Königliche» Polizeipräfiviu-n- Freiherr v. Richthofen. Kriefkaften der Redaktion. R. S. Der beireffende Abs. 9 des§ 360 deS Strafgell'. buche« lauiet:„Mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mir% wird bestraft, wer gesetzlichen Bestimmungen zuwider ohne nebmigung der Staatsbehörde Aussteuer., Lierde- oder WittS� lassen, VerstcherungSanstalten oder andere dergleichen Gest-' schaften oder Anstalten errichtet, welche bestimmt find, gW, Zahlung eineS EinkaufSgeldeS oder gegen Leistung von Gy' beitragen betn Eintritt« gewisser Bedingungen oder Zahlungen an Kapital oder Rente zu leisten." C. V. Wenn Ihr Wirlh, nachdem Sie wegen Ni*. zahlung von Miethe rechiSkräflig zur Exmission verurrheilt st»' die betreffende Miethe von Ihnen annimmt und darüber od- Vorbedal' quittirt, so können Sie bei demselben Gericht, der erste Prozeß schwebte, darauf klagen, daß der Wiith m®, mehr derechtrgt ist, jenes Erkenntniß zur Vollstreckun» J. bringen. Fügen Sie, falls Sie klagen, die Quittung bei beantragen Sie den Erlaß einer einstweiligen Verfügung- A. H., Kochstraße. Die von Ihrem Schwitgervm gegen Sir angestrengte Klage scheint ganz falsch begrünver' sein und wird daher wohl auch in zweiter Instanz adgew»'. werden. Da Sie ebenfalls Erde Ihrer Frau geworden P- kann gegen Sie nicht auf Herausgabe der einzelnen Sa« sondern nur auf Rechnungslegung und Thellung geklagt wero. Verjährung ist noch nicht eingetteten. Die KrankheitS- Beerdigungskosten können Sie nicht ersetzt verlangen, weniger, als Sie diese Kosten durch die Sterbekasse thellw schon ersetzt erhalten haben. W. H. Ihre Anflagen lassen fich in der für diesen» lasten erforderlichen Kürze nicht wohl beantworten..-g, 100 R. Da Ihnen Ihre Schwagerin Geld schul. können Sie dm Jhnm geschuldeten Betrag natürlich vo» an Ihre Schwägerin herauszugebenden Lolteriegewinn in zug dringen...me H. S. 17. Wahrscheinlich enthält der Kaufkontralt' � Bestimmung, wonach Sie den ganzen Kaufpreis auf � zahlen müssen, falls Sic eine Ratenzahlung nicht pünktli« gehalten haben.,,„„ foA G. Ein im Jahre 1881 gewähtteS Dackhn Ion». zurückgefordert werden, die Tarlchnescbulv verjährt � 30 Jahren. Doch muß daS Darlchn vorher aelünvigt m und zwar wenn der Betrag nicht über 150 M. ist, m» wöchentlicher, andernfalls mit dreimonatlirder Frist. ,, Alter Abonnent. Ter Pächter Ihres Ernndstütt-s � sowohl daS durch den Wind schadhast gewordene Da« a die zerbrcchknen Scheiben auf seine Kosten repariren.___' «eranw-rtt?»«». SmsMm i» AlZirs. Äwrck und La-laz«« R«»etziSi i% Verl« 8W, SnttBfeo*« 3