>*♦ m Dienstag» de« 1 Juni 18811. in. z»i.'�Uh. Muth, mein Herz.' rief ihr Felix fröhlich zu; w,.•Ü!f« jetzt dem Augenblick, de« Du so lange herbei» Ln:' easch entgegen, und da« Glück selber hat uns darin — willst Du jetzt de» Muth verlieren?' �«lix." sagte Helene freundlich;»zürne mir nur öaB mich eben da« so schnelle Nahe« deS Augenblicks und_ Du weißt, ich bin ja manchmal wie ei« hxb» Rind— mit Angst erfüllt. E« ist aber doch viel» nur die Unruhe der Erwartung.' '°�wiß.»»cht« weiter, liebe« Herz.' W'jytt wie wolle« wir e« möglich machen, die Mutter st» de» viele» fremden Mensche« allein zu spreche»? »trtx uicht angehen, und wir werden den Moment wieder , Neue lange, lange hinausschiebe» ist mir auch schon im Kopfe herumgegangen," sinnend.„Zuerst hatte ich gedacht, daß Du �i»>w. Vorwand fändest, sie in Dein eigene« fei>u führen, aber ich hatte dabei gehofft. Dich ruhi» jk al« Du wirklich bist; ich darf Dich nicht mit isiibe»* lasse» � and e» wird mir nicht« Andere« übrig t>»e» i°l« sie direkt zu bitte«, nach der Leseprobe«och Augenblick ,u verweilen." wird tt«ich» thun.' ü M Revifiu« an, oder aber der Fabrikherr erfährt de« Tag >«r Revision auf ander« Weise. E« wird für de« bettefferr- den Tag Alle« in Ordnung gebracht, die Schutzvorrichtungen werden geprüft und ausgebessert, welche längere Zeit in verwahrlostem Zustande sich befanden. Die Arbeitszeit für Kinder und jugendliche Arbeiter wird dann plötzlich streng inne gehalten, um nach der Revision wieder willkürlich ge» handhabt zu werden. Die Arbeiter sehen dies Alles. Sie sehen auch, wie der Fabrikherr oder der Gesellschaftsdirektor de« Herr« In» spektor durch die Räume führt, sie höre« die Erklärungen, sehe« die freundlichen Gesichter, ab und zu wird auch der Herr Inspektor zu einem Imbiß eingeladen und die Rem» fron ist fettig. Die Arbeiter haben nichts davon weiter er» fahren. Spezialberichte werden nicht herausgegeben und au» dem Jahresbencht, der bekanntlich nach dieser Richtung hin ganz summarisch gehalten und den Arbeiter« deS hohe» Preises halber auch nicht zugänglich ist, erfährt man über die einzelnen Fälle gar nicht«. Deshalb haben die Arbeiter kein Vertraue« zu dem ganze» Institut und auch kein« zu den Fabnkinspektoren, wodurch ja einem oder dem ander« Herr» bitter Unrecht geschehe« mag. So beklagt sich auch einer derselbe», daß im ganzen Jahre nur vier Arbeiter sich an ihn mit Beschwerde« ge» wandt hätte«. Wir beklagen da« gleichfall« aufrichtig und möchten den Arbeitern den Rath geben, sich öfter an den Fabrikinspektor zu wende«. Dazu gehört aber, daß diese Herren selbst de« Arbeiter« mehr Aufmerksamkeit schenken, daß sie und zwar allein in Abwesenheit des Fabrikherr», de« Direktors oder eines andere« Beamte» die Arbeiter an» sprechen, dann werden sie Vertrauen erwecken und Aus» kunft erhalten, wie da« jetzt nicht vorkommt und auch nicht vorkommen kann. Dabei müsse» die Herren auch de» richtigen Ton treffe«. Eine falsche Herablassung, wie da« viellercht einmal ei« Offizier seinen Soldaten gegenüber zeigt, ist bei vernünftigen Arbeitern nicht angebracht; die» selbe« wolle» keine Schmeicheleien, sie«ollen ihr Recht. Deshalb solle« keine Abweichungen von dem speziellen Falle, keine allgemeinen Besprechungen über soziale Frage», wie die« jetzt manchmal geschieht, zwischen dem Fabrikinspektor und den Arbeiter« stattfinde», sondern jeder einzelne Fall ist scharf in» Auge zu fasse« und jede einzeln« Beschwerde ist umsichtig und gerecht zu prüfen. Auch muß der Inspektor die Arbeiter und ihr ganze« Wesen kenne« oder doch kenne« ler«en. Die Beschwerde wird manchmal nicht in gewünschter Präzision vorge» bracht. Anstatt nun durch einige geschickte Frage« den Kern der Beschwerde zu entHalle«, verweist der Inspektor de» Arbeiter ungeduldig ans den schriftliche« Be» „Doch, mein Herz,' nickte Felix,„sie wird e« thun, den» sie keunt jetzt unser Teheimniß— sie muß e» kenne» nach dem Namen, den ich ihr genannt, und wer weiß, ob sie sich nicht selber danach gesehnt hat, Dich aufzusuchen, und nur«och nicht wußte, auf welche Weise da« am beste« und am wenigste» auffallenb geschehen könne. Wir komme« ihr damit auf halbem Weg entgegen, und sie wird die Ge» legenheit nicht vorübergehen lassen, sich mit Dir auSzuspre» che«, darauf kannst Du Dich verlassen, wie auch immer sie gesinnt sei» möge.' „Meine Mutter!" flüstette Helene, indem sie beide Hände gegen ihr Herz preßte. „Ich bin fest davo» überzeugt, Schatz,' sagte Felix, dem jetzt alle« daran lag, seine Frau zu beruhigen;„denke doch nur, wie peinlich für sie ein solcher Zustand auf die Länge der Zeit werde« würde, uns in ihrer Nähe zu haben und da»» immer nur zu scheine«, als ob sie un« ftemd wäre. Sie wird die Gelegenheit mit Freuden ergreifen, Dich allem zu spreche«, und wenn sich die Gatti» auch jetzt noch viel» leicht dagegen sträubt, die ihr ftemd gewordene Tochter an» zuerkennen, die Mutter wird der Umarmung ihre» Kindes nicht widerstehe« können." „Da« gebe Gott, Felix," sagte Helene leise,„den» wen» sie ei thäte, würde e« mich recht, recht sehr unglück- lich mache».' „Sie thut e» nicht, Herz— aber wahrhaftig, da kom» me» scho« die ersten unserer Gäste!" „Papa,' ttef der kleine Günther, der da« Herumtanze» auf dem Teppich satt bekomme« hatte,»spiel' ei« bische« mit mir.' „Ja, jetzt hätt' ich Zeit. Du Schlingel," lachte sein Vater—.spiel« mit Dir, nicht wahr? Hinüber zu Eurer Bonne I Bitte, Helen«, laß die Kinder hinüber bringe«— und daß Ihr mir artig seid, das rathe ich Euch, sonst dürft Ihr heute Abend nicht mit un« eflen k'— Und sich von dem kleinen Bursche», der sich a« ihn anhänge» wollte, lo«- machend, eilte er in das Empfangszimmer, um die eben ein» gettoffeneo Herrschaste» zu begrüße». Gleich danach fuhr George mit der Gräfin Monford vor, und Helene war jetzt selber so i» Anspruch genommen, schwerdeweg. Dazu versteht sich nun der meisten» im Schreiben ungewandte Arbeiter nicht leicht; er würde die Beschwerde schnftlich auch»och weniger klar begründe«, al« mündlich unb die Sache bleibt auf sich beruhe«. Der Fabrikinspektor aber hat a« Vettrauen verloren.--- Die« find so einige Punkte, die wir aus der große« Zahl von Einwände«, die man gegen da« heuttge Fungire» de« Fabrikinspektorats mache» kann und die auch vielfach gemacht werde«, herausgreife» und welche wir wohl für die wichtigste« halte«. Auch liegt e« bei den Fabttkiospektore» selbst, besonder« wen« die i» Aussicht gestellte Vermehrung derselben in Wirklichkeit erfolgt, den eben gerügte« Uebel» ständen ei« Ende zu mache«, oder doch a» den Regieruage», die solche Personen für ei» so ungemein verantwortliche» Amt anstellen sollen, welche demselbe» auch völlig gewachsen sind unb besonders die Arbeiterverhältvisse kenne». Dan« wirb auch das Mißtrauen der Arbeiter bald schwinden, sie werde» sich ger» mit den Jnsprktor«» in Ver» bindung setzen, und Abhilfe für manche Uazulräglichkeite» kan» dann im Interesse nicht nur der Arbeiter, sonder« auch der allgemeine» Zustände gefchaffe» werde». E» dürfte da»« auch da» Institut der Fabttkiufpektore», fast die einzige fozial-politifche Errungenschast auf dem Weg« der Gesetzgebung t« de« letzte« 15 Jahre», für die soziale Entwickelung unserer Zustände vrel segensreicher wirken, al« die« seither geschah und geschehe» konnte. Dolitifche Urberstcht. Hebet die vrauntwetusteuerreform. wie sie dt« Kon» servaliven erstreben, weiß die„Freis. Ztg." folgende» mitzu« theilen: Die Brennereien sollen darnach kontingentirt und die derart monopolistrten Brenner bezirksweise zu Monopol Ge» noffenschaften vereinigt werden. Alle Mitglievcr solcher Monopol-Genossenschaften find verpflichtet, ibren RohsptrituS in ein am Hauptotte deS Bezirk» angelegte» Monopolbasstn ein- zuliefern. Sie erhallen über den eingelieferten Spitttu« eine Empfangsbescheinigung, welche fit verkaufen oder veipsLnden können. Der Befitzer eine« solchen Scheines ist berechtigt, au« dem Basfin daS entsprechend« Quantum Rohspiritus zu ent- nehmen gegm Zahlung der neuen Konsumsteuer. Die Bassin« werden von den Vorständen der Monovolgenossenschatten in Verbindung mit der Steuerbehörde venvallet. Diese Organi- sation bietet den Monopolgenoffenschasten der Brenner eine bequeme Handhabe zur Bildung von PreiSkoalitionen und Preisbestimmungen für den SpirituS. Die au« dem Basfin kaufenden SpirlluShändler werden diesen hohen Preis zahlen müssen» find aber ihrerseits in der Lage, den Detatlltsten und Wirthen noch höhere Preise zu stellen, da die Verpflichtung zur Zahlung der Konsumsteuer bei der Abnahme au« dem Basfin den KrelS der SpirlluShändler auf wenige Großkapllaliften verengern und somit auch unter diesen die Konkurrenz wesent- lich ausgeschlossen sein wird. Vielfach hört man die Meinung daß sie sich scho» gewaltsam fasse« mußte, um keine Störung zu verursache«. Und die Gräfin selber erleichterte ihr da« sehr, den« viel fteundlicher war sie heute, wie»och je; sie reichte Helenen die Hand, wa» sie bis ietzt»och nicht getha«, und sagte, wie sie bedauere, sie auf solche Att i« ihrer Häuslich» kell zu störe« und ihre Hilfe gleich, kaum nach der erste» Beka»»tschaft, i« Anspruch zu nehmen; ihr George habe aber einmal an die Sache sein Herz gesetzt, und der sei vo« einer Zähigkeit, die einmal Erfaßtes nie im Lebe» wieder loslasse, und wenn er deshalb alle seine Mitmensche« bis zum Tode quäle« sollt«. George war aber ihr Liebling, und sie sagte da« mit einem so zuftiedenea Blick auf de» ebe« Angeklagten, daß man recht gut sehe» konnte, wie wohl e« ihr selber thue, da« einmal Begonnene mit Erfolg gekrönt zu sehe». Helene war bei der fteundliche» Anrede feuerroth ge» worden, während die Grifi» ihr ganz unbefangen gegenüber stand; Felix aber, der,»ährend er mit George sprach, sei»« Frau»rcht au» de» Auge» gelassen batte, kam ihr rasch zu Hilfe und übernahm selber die Er»ider»ag, indem er der Gräfin nochmal« versicher'e, wie sehr es sie fteue, etwa» mit zu dem glückliche« Tag, der Verlobung ber liebe»«- würdige» Komtesse, beitrage« zu könne«, und ihre einzige Furcht jetzt sei nur die, daß sie, zum ersten Mal etwa« Derartige» unternehmend, am Ende ihrer Verpflichtung nicht ordentlich würde« genüge» könne». Gräfin Monford möge deshalb auch seiner Frau die Befangenheit zu Gute halte», die sich aber jedenfalls»ach der erste» Szenenprobe geben werde. Da« Gespräch wurde jetzt allgemein, und«ährend die Diener Kaffee, Limonade, Wei» und Backwerk herumtrugen, sammelten fich die verschiedene» Gäste, da«och nicht alle beisammen waren, i« kleinen Gruppen, bis endlich der Wage» mit den letzten Säumige« vorfuhr und Georg« jetzt darauf drang,.an die Ardell' zu gehen. Die Leseprobe verlief, wie all« derartige« Dinge, ziemlich glatt und ohne besondere Störung. Durch Teorge's Eifer, die Sache zu fördern, wäre» mehr al» hinreichende äußern, daß einfacher, oll solche monopolartigen Organisationen dal RobspnituSmonopol sein würde; auch hört man noch Zweifel äußern, ob die Zentrumlpartei, soweit nicht ihre Mitglieder selbst Kartoffeln brennen, bereit sein würde, derart in dal Netz deS Monopol! zu gehen. Andererseitl gewinnt es immer mehr den Anschein, daß die Rrgierung vollständig im Bunde mit den konservativen Antragstellern steht. Die Re» gierung, meint man, glaube auf diese Weise leichter die Zen- trumSpariei einsangen zu können, all wenn fie den konser» vattoen Antrag, dem die Monopoladfichten so deutlich auf der Stirn geschrieben stehen, selbst all Gesetzentwurf eingebracht hätte.(Vergl. auch„Parlamentarische!". D. R.) Folge« der deutsche» Schutzzollpolitik. Der„Pester Lloyd" erklärt in einem gegen Dentschtand ungemein scharf gehaltenen Artikel ganz offen, daß„die beantragten österreichischen Zollerhöhungen, wenn ste überhaupt eine Raison haben, nm die Raison befitzen können, als Retorsionszölle gegen Deutschland zu dienen."„Thätsächlich, schreibt dal ungarische Blatt, find unsere Tarifposten in den meisten Fällen auf die Höhe der entsprechenden deutschen Posten ge> bracht und der Gedanke» gegen die deutschen Angriffe eine Waffe zu erhalten, durchzieht fichtb�rer all irgend ein anderer Vorsatz die ganze Vorlage... Der Werths einer Waffe ist aber darnach zu bemeffen, wie groß ihre Wirkung auf den Gegner ist und wenn unser Zolltarif nur einigermaßen dazu beiträgt, dm bereits im Zuge befindlichen Prozeß der Ernüch terung bei den verbündeten deutschen Jntereffenkliquen zu beschleunigen, so«ollen wir mst Refignation alle seine Lasten tragen. Ein Anderes ist«I um die politischenFolgen, die fich aus dem neuen Zustande eraeben. Jeder Sieg des Protektionismus in Deutschland, jeder Schlag, der die handelS' politischen Verbindungen der Nachbarländer trifft, er lichtet zugleich die Reiyen der Anhänger des deutsch- österreichisch-ungarischen Bundes... Die durch Deutschland inaugurtrte Politik— es wäre, wie gesagt, eine Stupidität erstm Ranges, dal zu leugnm— fie hat die Re- torfion von Seite Lesterreich.Ungams gezeitigt; unsere Zoll- Novelle wird vielleicht dahin führen, daß Deutschland nun wieder seinerseits in der Adschließung noch mergischer fortfährt und seine disherigm Kampfmittel verschärst. Dann bleibt uns wahrlich keine andere Hoffnung als die, daß der wirthschast« liche Vertheidigungskrteg aller Nachbarländer endlich den Bann del Protektionismus in seinem HeimathSdodm brechen und Deutschland auf die Wege eines geordnetm Verkehrs zurück- leiten werde. Bis das geschieht, mag man fich in Berlin nicht wundern, wenn die europäischm Völker auS dm Steinen, die ihnen zugeworfen werden, fich dm Damm bauen, der fie o o n der deutschen Freundschaft unabhängig und für die deutsche Gegnerschaft unerreichbar macht. Das ist auch der Sinn der österreichisch-ungarischen Zollnovelle, und wir nehmen gern das Verbrechen auf uns, ganz laut gesagt zu haben. waS alle anderen Leute fich ganz im Stillen denken."— Unsere Schutzzöllner mit Fürst Bismarck an der Spitze werden viel- leicht noch einsehen, daß man nicht immer selber bloß schießen kann, sondem daß, stüher oder später, auch von der andern Seite geschossen wird. JedmfallS hat der„Pester Lloyd" soweit vollständig Recht, daß neben einem wtrthschastlichen Kampf nicht eine polittsche Verbrüderung bestehen bleiben kann. Die offiziöse Presse gefiel fich bekanntlich vor kmzem darin, die Berliner Arbeiterinnen, die ihre Lage durch eine Lohnbewegung verbessern wolltm, als„elegante Damen" darzustellen, die fich gut genug stehen. Jetzt gesteht selbst daS «Centraiblatt für Textilindustrie", ein Unternehmerorgan, die traurige Lage der Arbeiterinnen der Bekleidungsbranche zu. Darnach ist eS besonder! schlimm um die Schürzennäherinnm bestellt. Eine große Anzahl derselbm erziett bei einer täglichen Arbeitszeit von 11 bis 15 Stunden wöchentlich nur 2-3.50 M.; andere dagegen, in guten Geschästm und auf bessere Muster thätig, verdienm in den gleichen Zetträumen etwa 10 M. Eine Kravattenschildernäherin heimst bei 12 stündiger Arbeitszeit einen Wochengewinn von etwa 4 M. ein. Das Gros solcher Schilder wird mit 1,80 M. bezahlt. Zwei Stunden find nölhig, um ein Dutzmd fertigzustellen, sodaß fich der Stundenlohn auf 7V, Pf. beläuft. Von diesem Verdienst hat die Näherin noch die Auslagen für den Zwirn ,u tragm. Beffer steht eine Tricotnäherin, die, wmn fleißig, doch mit einem Wochenlohn von 8 M. nach Hause geht. Um so trostloser find dagegm wieder die Verbältniffe der Knopflochnäherinnen. DaS GroS wird wtt 23—25 Pf. bezahlt. Sitzt solch arme Näherin Tag für Tag 12—14 Stunden, Sonntags 4—6 Stunden, so kann fich ihr Wochenvndienst auf 2—5 M. belaufen. Eine Handschuhnäherin kann es bei 12 stündiger Arbettszeit(Sonntag? auch) auf 6 M. wöchentlich bringen. Der Verdienst der Näherinnen auf Knabensachm schwankt bei einer Arbettszeit von 8—10 Stunden zwischen 3—10 M. Bekanntlich find auch in der Schirmfabrttation zahlreiche Näherinnm deschästigt. Dieselben verdienm wöchmtlich 6—7 M., allerdings nur bei 12— 14 stündiaer täglicher Ardeitezeit. Für da! Nähen von einem Dutzend Regenschirmen(bessere Sorte) giedt eS M. 1,40 dt! 1.50; 16 angestrengte Arbeitsstunden find nur Fertigstellung Exemplare gedruckt, um jedem Mitwirkenden ei» Heft zu ficherv, so daß die verschievenm Herrschaften schon Zeit ge- »ug gehabt hatte«, das ganze Stück für sich dittchzulesm und sich die Stellm, an denen fie selber einfalle» mußtm, «nt Rothstist anzustreichm. Wm» el trotzdem ein paar junge Damm möglich machten, noch unbesangm in ihrem Hefte nachzulesm, wäh» rmd ihr Stichwort schon gefalle« war, und dann, als sie namentlich aufgerufen wurvm, ganz erschreckt an einer natür» lich verkehrte» Stelle einzusetzen, so amüsirte dal nur die kleine Gesellschaft, setzte die betreffmden junge« Damm in Verlegenheit und hatte weiter keine Folgen, als daß die Stelle, mit einem kleinen Stück voraus, noch einmal durch« genommen«erde« mußte. Endlich war Alle! glücklich zum Schluß geführt und die Gesellschaft hatte sich dabei mit dem aufgegebenen Stoff befreundet. Es»ar eines jener reizenden klemm franzöfischm Lustspiele, die, eigentlich ohne innerm Gehalt, aber mit einem liehmSwürdigm, piquantm Dialog und glücklich erdachtm, überraschende» Situationen, nicht allein de, Zrzschauer fesseln, sonder» auch gewöhnlich mit ganz besonderer Vorliebe von dm Mitspielmdm, die fich selber für ihre Rollm interesfire«, ausgeführt werdm. Einzelne Equipage« fuhren schon wieder vor, all Graf Rottack, der eine« Moment berutzte, wo er fich der Gräfin Monford, von Andere««»gehört, nahen konnte, zu ihr trat und mit halblauter Stimme sagte, während er da» bei ei« dort liegendes Album aufschlug, all ob er ihr die Kupferstiche zeige« wollte: „Dürfte ich Sie ersuchm, Frau Gräfin, Jhrm Wagm bis zuletzt warte» zu laffen; es ist eine Sache od» höchster Wichtigkett, die ich Zhnm, aber nur Zhnm allem, mttthei- lm möchte." „Ein Geheimniß?" lächelte die Dame, aber mtt einer Ruhe«nd Unbefangmheit, die de» junge» Grafen»irklich erschreckte, dm« zum ersten Male zuckte ihm der Gedanke durch'! Hir»:„Hast Du Dich vielleicht geirrt? Ist da! am Ende gar nicht jme Gräfin Monford? Diese Ruhe und Geifiesgegmwart wäre ja, wenn seine Andeutung«mlich auch nur mtt dem leisesten Hauch verstandm wordm, rein nöthia. Näherinnm auf Wäsche, wie Kragm u. f. w., find verschieden gestellt. Während der eine Ttzeil in 54 Wochen» stunden einen ArdeitseilöS von 10— löM. zu erzielen vermag, dringt es der bei weitem größere Theil bei Tag- und Nacht- arbett auf 6—7 M. wöchentlich Wenig lohnend ist die Thätigkeit einer Perlarbetteiin, welche bei 12 Stunden täglich selten über 5—6 M. die Woche hinauskommt. Das find die „eleganten Damen" der offiziösen Preffe I Fabelhafter Blödstn«. In der„Badischm Landes- zettung" wird folgende Paiallele gezogen:„Die gut geheuchelte Entrüstung der Deutschfreisinnigen, Demokraten und sozialisti- schm BunveSbrüder über die Spremderger Vorstchtsmaßregel erfährt eine grelle Beleuchtung durch einm Vorgang, der fich im Lande der demokratisch- republikanischen Freiheit, in der Schweiz, gerade abspielt. Dort hat der Züricher Stadtrath Ansammluvgen und geschloffen vorger ommene Spaziergänge den Arbettern verboten, um sozialistischm AuSschrettungen vor» zubeugm. An dem RepublikaniSmuS der Züricher Sladträthe wird wohl selbst ein Hasen clever nicht zweifeln wollen; es geht daher au! Allem hervor, daß der Berliner Minister des Innern genau auf demselben Etandpuntte steht, wie der repu» blikanische und demokratische Züricher Stadtrath. Der Spremberger Erlaß ist demnach glänzend gerechtfertig t." Der Verfasser dieser Notiz hat offenbar unter der drückenden Hitze der letztm Tage Schadm an seiner Logik gelttten. UnS wenigsten! ist unerfindlich, wieso eine üderflüsfige Maßregel des Stadtraths in Zürich den Belagerung!« zustand in Svremderg„glänzend rechtsertigt". Vielleicht weiß es aber die Redastion des»Hamb. Korr.", welche das Urtheil der„Bad. LandeSzeitung" oerbreiten hilft. Vom Standpunkt del Liberalilmul aus macht die „Nation" über den Spremberger BelageiungSzustand folgende zutreffende Bemerkungen:„Ohne Belagerungszustand hätten gleichfalls die Spremberger Tumultuanten ihre Strafe erhalten, und diese Strafe hätte fie vorauSfichtlich für die Zukunft vor» fichtiger gemacht. Sie wären je nach Verdienst für einige Wochen oder Monate als rauflustiger Pöbel unschädlich gemacht worden; heute find fie politische Helden, vielleicht in kurzem politische Märtyrer, die fich nicht etwa auf der Straße mtt der Polizei herumgeprügelt hadca, sondern die sür die Sache der Sozialdemokratie kämpften und litten und die daher der sozialdemokrattschen Bewegung einen neuen werthoollen, wirkungsvollen Agitationsstoff liefern. Bis vor wenigen Tagen war da!, waS fich in Spremberg zugetragen hatte, fast völlig unbekannt, und daher auch für da! politische Leben Deutsch- landS ohne alle Bedeutung; Herr von Puttkamer bat mit staatsmännischer WeiShett gegen diesen bedauerlichen Zustand Abhilfe geschaffen: er gewährte den Piügelszenen zwischen Polizei und Arbeitern da! nöthige Relief und ermöglichte e! so, daß fich die sozialdemokratische Phantafie auch außerhalb Sprem- bergs an jenen Vorgängen erhitzen konnte; er gewährte der Partei also wiederum das, wa! fie zu ihrer ferneren AuS- dreitung dringend von Nöthen hat, ein die Aufmerksamkeit an« ziehende!, erregendes Ereigniß. Die Verhängung deS Be- lagerungszustandes über Spremberg ist dann wetter ganz ge- eignet, wie eine nie verfiegende Quelle dauernd befruchtend auf die sozialistische Agttation zu wirken. Daß der Belagerung!- zustand die sozialdemolratische Bewegung nicht zurückzustauen im Stande ist, bat fich allerorten erwiesen; Berlin ist hierfür ein stasfischeS Beispiel: also Spremberg bleibt vorauSfichtlich was es ist, wahrsch-inlich wird aber dort die sozialistische Lehre nur um so ergebenere Anhänger finden, und wenn man dann schließlich auch zur Ausweisung seine Zuflucht nimmt, so wird man nur genau so weise handeln, als wenn man bei einer Ertdemie au! der ivfizirten Stadt die schwersten Kranken in da! Land hinauSireidt, damit fich außerhalb neu« Brutstätten für die gefährliche Pest dllden können."— Der Vergleich der sozialdemokratischen Agitation mtt der Pest ist»war nicht ge- schmackvoll— wird derselbe von konselvativen Blättern ja auch in Bezug auf die deutschfreifinnige Agitation angewandt—, aber der vorstehende Artikel ist hauptsachlich zur Aufklärung sür den Herrn Minister von Puttkamer geschrieben und dieses Versuch! wegen wollen wtt un! den Vergleich gefallen laffm. Die Retchltaglwahl ist etwa!«npolitifchel. Wer sagt daS? Ein Verrückter? Nein, ein Berliner Offiziöser. Dtt„Post" meint, daß die Kriegerveleine allerdings keine Politik treiben dürsten; gleichwohl findet ste da! Benehmen jener thüringischen Kriegervereine, welche den„Kameraden" Zeitz vor der ReichStagswahl empfehlen, gcrechlf-rtigt. Das sei eine Privatangelegenheit, deren Bedeutung jedem Staatsbürger, also auch jedem„Kameraden" freistehe. Außerdem stellt dtt „Post" den Kriegervereinen„zur Aufgabe, VaterlandSfeinde aus den Vereinen fem zu halten. Zu diesen rechnet ste„in erster Reihe" die Sozialdemokraten. Wer in zwetter Reihe dazu gehört, sagt die„Post" nicht. Bekanntlich find nach der Auf« faffung solcher gouvemementaler Blätter alle diejenigen Vater« landlfeinde, die nicht da! wollen, waS jeweilig der Reich!« kanzler will.— Polittk treiben dürfen die Vereine also nicht, aber die Allmacht des Fürsten fördem, indem ste dessen Gegner unmöglich, unbegreiflich gewesen!—„Und bezieht es fich auf unsere Vorstellung?" fuhr die Gräfin fort, als Rottack, ordentlich bestürzt, schwieg, indem fie sich zu dem da« Bild be» Album niederbog«nd mtt ihrer Lorgnette trachtete. „Nein, gnädige Gräfin," sagte Felix, der in dem Augen» blick selber seine Fassung kaum bewahre» konnte,„und trotz« dem ist e! vielleicht wichtig genug, Ihre Aufmerksamkeit für einm Moment zu fesseln; tch bitte Sie dringmd darum I" „Eh dien!" lächelte die Gräfin, indem fie fich wieder aufrichtete;„ich weiß überhaupt nicht, ob mein Wagen so pünktlich vorfahre« wttd, da ich nicht glaubte, daß wir unsere Probe so rasch beendm würden— wahrlich, wtt habm erst halb fiebm Uhr." Ei« paar Damm kämm jetzt oiuf fie zu, um fich bei ihr zu verabschiedm; eine von diesen hatte ein paarmal kleine Zrrungm beim Vorlesm verursacht. „Nun, meine liebe Consta» ce, lernen Sie brav," sagt« die Gräfin,„daß Sie uns am nächsten Freitag nicht steckm bleibm— George würde unglücklich sein." „Gewiß, Frau Gräfin, ich werde recht fleißig lern»," sagte da! junge Mädchen tief erröthmd,—„ich habe mich hmte so geschämt." „Weshalb geschämt? Wtt find keine Schauspieler, liebes Kind, und die Sache ist nicht halb so wichtig, wie sie George macht," lächelte die Gräfin.„Sorgm Sie fich nur deshalb nicht, es wttd schon Alle« gut gehm." Wage« nach Wagm fuhr vor; nur der der Gräfin Monford war»och nicht darunter, und George hatte sich schon vorher verabschiede, um noch Einiges zu besorge« und dann Paula abzuholen. Jetzt»ahmm die Letztm Ab- schied. „Die Gräfin Rottack wttd mich noch kurze Zett beherbergen müssen," lächelte Gräfin Monford, als fie dm fich ihr Empfehlmden die Hand reichte; mein Kutscher versäumt wieder einmal die Zeit» es ist kem Verlaß mehr auf die Leute." Helme war mit ihrer Mutter allein im Zimmer, aber fie wagte nicht, fie anzuredm; el war ihr, als ob ihr die unterdrücken, daS dürfen(ja sollen) ste, denn das ist nicht politisch. Wie wahr! Die Arbeitsmüdigkeit de! Reichstages. Sowohl»o» den Reichsboten als von den Mttgliedem der Presse, welche bei den Reichjtagsarbetten betheiligt find, hört man nur aus da! Schwerste darüber seufzen, wenn immer wieder Gerücht« auftauchen, daß die Reichtregierung den Reichstag noch mit neuen Anträgen zu befassen gedmkt. In einigm Monattn, meint auch die„N.-L. C.". werde ja der Reichstag ohnehin wieder zusammentreten. Es sei eine vollkommene Unmöglich- keit, die Abgeordneten auck nur in einigermaßm genügender Zahl länger als bis zur Entscheidung über die Branntwein« stmer deisammm zu halten; schon jetzt läam Gegmstände genug vor, denen gegenüber der Reichstag seine Leistungsfähigkeit und Arbeitskraft einfach für erschöpft erkläre. Zu welche« Zweck unter dttsen Umständm der Arbeitlstoff noch erweitert werdm sollte, sei nicht erfichtlich. Man mache jetzt, sobald das Schicksal der Branntweinsteuer entschieden sei, dem grausames Spiel ein Ende. Der Reichstag sei mtt kurzm Unttrbrechunges seit Mitte November oelsammelt. Niemals seien auch nur an» nähernd so große Ansprüche an seine Ardeitsttast gestellt wor- den, wie in diesem Jahre. Staix, Q ibkmirei «aßreg« wein den Oesterreich-Ungar«. Da! Abgeordnetenhaus beschloß eine Resolution auf Aus» dehnung der Unfallversicherung auf die landwirth- schaftlichen Arbeiter und dm Eisenbahn-, See« und Binnen« schtfffahrt!. Betrieb. Iveziatt bürgern und dtt Sftf »ollen f festation Um «um 13. tteibungl eoing u flriptionj oon Arb fiü! minister dicht fiel Schweden nnb Rorwege». Aus verschiedenen Strettigkeiten unter den Stockholmer Sozialisten ist der linke Flügel, mit dem Schneider Pal« an der Spitze, all Sieger hervorgegangen. In Upsala find in den letzten Tagen anarchistisch< Aufrufe verbreitet worden, in denen zu verschtedmm(&* waltthätigleiten aufgefordert wird. Die Anstifter diese! Unfugs find bisher nicht ermittelt. Ruhla« d.„ Man schreibt der Wiener„N. Fr. Pr." au! Odessa: einigen Tagen Tagen zirkulittm httr Gerüchte, daß in 6**' stobol während der Anwesenhett de! Kaiserpaare! in Fov der die freie Bewegung der Bevölkerung beschränlmdm W regeln der Behörde fich unter den Arbeitern eine starke UnK friedenheit geäußert habe, daß dieselbm eine öffentliche begannen und sogar Plünderungen versuchten, woran fie je»w vom Militär verhindert wurdm. Man erzählte, daß bf Stapellauf der Panzerfregatte„Katharta II." in Nikolajew halb um einen Tag verschoben wurde, weil der Kaiser M nickt entschließen konnte, Sebastopol zu verlaffm, bevor dasew vollkommene Ruhe hergestellt sein«erde. Daß dttse Grrüa� nicht au! der Luft! gegriffen waren, beweist eine hmte* Od. Westnik erschienene Korrespondenz auS Sebastopol foW' den Inhalt!:„Am 21. Mai(also gerade an dem Tage,? welchem der Stapellauf in Nikolajew hätte stattfinden solle« hat in unserer Stadt ein Exzeß stattgefunden, welcher grofl Dtmenfionen angenommen haben würde, wenn nicht die � mintstration rechtzeitig energische Maßregeln ergriffm HoM; , Die fei..! publik «»nastie % �richten, BT" eser dw.~ -msprüch te Ste* Amtlich en 5000 Arbeiter der Bahn und de! Hafen!, sowie ändert N de Maden wild L 2:: Z»den." �publik 55 Volk rotteten fich in ca. 15 Minuten auf dem Bazarplatze,# wtt in den umtiec enden Straßen zusammen und stürzten p* auf die dekannte Traiteurie„Votum" mit dem Geschrei:„ViU die Juden I" Die Traiteurie verschwand fast im Nu vow Erdboden. Thülen, Fenster, Tische, Stühle wurden aus d Straße geschleudert und da! ganze Haus demolirt. Die tobni„„p, Menge fiel hierauf in mehrere Läden ein, welche fie plündefl Fo woraus jedoch sofort Kosaken zu Fuß und zu Pferde, eine-W 1 2% Berf Infanterie und sämmtliche au« anderen Städten httr zur I Dotation stärkung weilende Polizisten herbeieilten, welche die ExzebflL Me Ko» auseinanderjagten. Auf dem Platze warm sofort f e Gouverneur, der Polizeimeister und der Bürgermeister erfött". lations.ri welche die Menge aufforderten, auseinanderzugehen, von � selben aber verhöhnt und ausgepfiffen wordm sein Erst gegen 8 1% Abends soll die Ruhe wieder worden sein." AlS Ursache dieser Revolte wird i«% angegeben, daß zwischen dem Tratteriebesttzer Bierfelv. � einem Hafenardeiter ein Stteit entstanden sei, wobei Bt», seinem Gaste mit einer Bierflasche einen Hieb auf he" versetzt habe, so daß der Arbetter bewußtlos hinausgetr» wurde. Belgien. � Man meldet der„Franks. Ztg." auS Brüssel den 29-»', Im B ortnage und im Charleroi'er Gebiet find für w% zahlreiche Protestmeeting Ider Arbeiter in fast � ---•-- egm daS 83«#%, großen Gemeinden ongekündigt, die fich gegen oas Brüssettr Manifestation wendm sollm. Die Regierung i heute früh Morgen! das 5 Linttnregimmt in drei zögen au« Antwerpen nach Charleroi. DaS 6. Linttnrea u ist marschbereit, da« 4. konstgnirt. Von Arlon werdm eve.� Truppen gesandt und in La Louvtere installirt. Chart � uno m«a Louvrere rnfiauw...m tu Depeschen sagen: DaS 5. Regiment wurde sofort � -----•«z„„h ar,,,«,«. mtw. fruvoen we> GoffelieS, Charleroi und FleuruS; andere Truppen Lust zum Athmen fehlte, und ihr Herz schlug der Brust. Auch die Gräfin sprach nicht— hatte er liche! Gefühl sie erfaßt? Ihre Züge verriethen»«?" von, und waren kalt und unerforschtich wie immer. Felix, der die Dame» an den Wagen geleu konnte fich de»km, in welcher Stimmung seine arnu- fich befinden würde, und flog rasch zurück.#4' „Ich bin sür Niemanden jetzt zu spreche», Bedimten im Vorzimmer noch zu,„für Niemanv, stehen Sie?" :S s I?. e«. Ä Gräfin Monford, als er dal Zimmer wieder Zs habe» den Zeitpunkt jedenfalls glücklich gewähr- �tif — ich weiß nicht, ob Ihre Frau Gemahlm# � � 1 �„Hrtene wird u»! einm Auamblick Felix, der, so keck er jeder ihn selbst betreff j » r_ TirtnitCf» irft! der Ree »Erfolg" In K>m Ki �caz pößerun ichinen b Ztti Arb den I 'wenft Huebti sei« gewöhnlicher froher MuiH, seine c! sich um da! Wohl und Wehe de»'v-•{,„ m» handelte und da! Bmehme« der Gräfin Mh*, mrr mebt Anofl und der Abnuna eines uvglv gavgl erfüllte. .Also unter vier Augen, sagte die "SsZ fast spöttisch lächelnd, während Helene fich"i- die beufeungj» das Nebengemach zurückzog, 0�.( Zachen wetter Notiz von ihr gmommm hätte: ft, Ä K sä ästä sräf S „Es ist in der That etwa! Wlchttges, ßg dt« hier handelt, Frau Gräfin, dm« da! H theuersten Wesens auf der Welt, dg! ji< Gräfin kalt und fiol� indem fie dabei fest. «Tz..->-«» 8n< f»£ Sf r dÄ-, :I1 Q 1» N sine "'"dn b i 1011 5S «A (ij»Fr Sie Mt Billy, Chatelet, Marchimn« und Couillet btsetzm. Ei wnutren die widersprechendsten Gerüchte üder den Zweck dieser Raßregeln. Di« ArdeiterchefS find friedlich gestimmt. Die Ge- finden dort hadm fast alle die Büraerwehr einberufen und «pezialwachen organifirt. Morgen VormÜtag werden die «lirgermeister der Provinz hier im EtadthauS zusammentreten und die Frage prüfen, ob die Manifestationen in den Pro- Hinzen zu xestatten find. Die Bürgermeister der Vorstädte von Rüssel, die von Bürgermeister Buli nicht beftagt wurden, wollen schleunigst gemeinsam berathen, ob auch fit der Mani- stfiation stch widersetzen sollen. Um daS Verbot der Arbeiteriundgedung ««m 13. Juni zu begründen, werden jetzt die«lösten Ueber- lretbungen verbreitet. Darnach lagen in Pari», Roudaix, Tour» ">ng und in anderen nordftanzöfischen Fabrikstädten Sud« implionSlisten aus, um eine möglichst große Maffenbeförderung "on Arbeitern an jenem Tage nach Brüssel zu ermöglichen. »nus dem Hennegau kam die Nachricht, daß ausländische Ar« unter stch betbeiligen würden, au» Charleroi die Mtttheilung 5 einer massenhaften Vertheilung von Revolvern an die Ar» unter. Die Leiter der Kundgebung hatten vom Eisenbahn- winifter Spezialzüge für 80000 Mann verlangt, die derselbe U'cht stellen konnte." Fr anr reich« , Di« Vorlage der Regierung, betreffend die A u» w e i« Zung der Prinzen, lautet:„Meine Herren, bei der �rlchiedenhcil von den monarchischen Regierungen hat die Zupublik stch verpflichtet geglaubt, die gegen die gestürzten Mastim erlaffmen Verbannungsgesetz« aufzuhedm, indem fie M Mitglicdem der Familim, die in Frankreich gehenscht oaven. gestattete, auf ihrem Gebiete zu wohnen und stch ein» juuchtm, indem fie jene» dieselbm Rechte wie allm andem Würgern einräumte. Die Republik durfte darauf rechnen, daß L diiser Politik der Mäßigung und d«S Verträum» durch Mung vor der bestehenden Staat» einrichtung entspiechm wür» y"; Die Erden der alten Dynastien haben keineswegs ihm» «nsprüchm mtsagt. Weit mttemt, dieseldm zu verheimlichen, Mtn fie offm alle Gelegmheitm auf, um die Einrichtungm, utu.da» Land stch freiwillig gegebm bat, zu stürzen. Erst vor "N'gen Monaten hat die Regierung stch noch geweigert, gegen k« Maßregeln zu ergreifen, welchr ein großer Thetl der Amtlichen Meinung verlangte. Diese Haltung scheint nur die gehabt zu haben, fie zu neuen HerauSforderungm zu �uthigen. Der Beweis ist demnach vollständig und wir er- »Jwn, daß der Augenblick gekommen sei, einer Sachlage ein i.r* M machen, die nicht fortdauern konnte, ohne dem An- *-"\.der Verfassung und dem Wohle de» Lande» schwerm MUen zuzufügen. In Folge dessen habm wir die Ehre, tiu?n Agenden Gese,cntwurf vorzulegen: Art. 1. Die Re» SuSjHfi ist bevollmächtigt, da» Gebiet der Republik jedem Mit» t.,,* der Famllim, die in Frankreich regiert haben, zu ver» Da» Verbot wird durch Erlaß de« Minister« de» nach Anweisung de« Ministerrath» ausgesprochen. -villi ßtoTS Urverreroepurlrien«aviy, �»umcuu, v»uuio- Itfu' Met, Michelin und Prudhon hadm sogleich nach Ver» tx Regierungsvorlage einen Gegenantrag einge- ****« verlangt wird, daß die Prinzen nicht auSgewiesm Ren?.?.',, sondern daß man fie verurtheile. wenn fie gegen die worb,„!,« Da aber diese Prinzm„ungerecht er» fall«. Tüter besitzm, welche wieder an die Nation zurück- �mtn.fchlagenMtfe Bürger vor. daß„die beweglichen ,nvu�eweglich.n Güter der ehemal» königlichen und kaiser- ..��amtltm der BourdonS und BonaparteS aller Linien r Verfügung der Nation gestellt werdm und eine erste #0# D« c a z e v i l l e. Laur tadelte die Kompagnie. � Die i« Pößerung de» Grundbesitzes und die Erneuerung der w w### I nicht zum % der Kompagnie verwende. Ohne ein Schiedsgericht sei -»""(ÄÄft-ii ar« i» ZS * Ä -'i n § & t t w»»- Ä-i de» S- de--" eine von Baihaut gebilligte, einfache Tagesordnung mit gegen 171 Stimmen an. Lockroy reichte die Vorlage eine» a�gericht» zwischen Arbeitern und Ardeitgedem em. u,. /bekanntlich wurde vor einigen Monaten durch dm Zu- ZiMnstoß zweier Eisendohnzüge zwischm Monte Carlo und �Uedrune ein furchtbare» Unglück herbeigeführt. Da» Gericht dah jetzt die Zeit zum Handeln gekomme« sei und ,,-itde andere Rücksicht bei Seite lasim müsse.„Bitte. 2*0» Sie Platz, Frau Gräfin, hörm Sie mich geduldig h? wenig« Minutm an, und dann— wen» Zhr eigene« (ttA ficht jetzt schon für un» spricht— mögen Sie selber j, Heiden, od die Sache— wichtig genug war, Ähre Zeit �»spruch zu nehmen." te(»60 reden Sie," sagte die Gräfin,«dem fie auf dem gebotene» Fauteuil Platz nahm. w.»Erinnern Sie sich. Frau Gräfin," begann der junge MAMilSl *®uf hielt, vielleicht noch da lebt?" � jct•. CIe#et Frau, die sich dort in ihrem albernen Stolze vennt iL Wl fe Ä MZ.!"" untergehenden Sonne ... ruhig und regungslos ver» RT1', als 4 r r®'eIlM,,8 und erwiderte auch«och kein % W �ret abgemessene», leidenschaftslose« Www» ach erster Instanz in Nizza wälzte die Schuld auf dm Station»» Vorsteher in Roquebrune, Didelot, und verurtheitte diesen zu 15 Monaten Gefängniß. Auf die vom Verurtheitten eingelegte Berufung wurde Didelot vom Berufungsgericht in Aix von Strafe und Kostm freigesprochm, und zwar unter einer für die Paris-Lyon- Mittelmeer- Gesellschaft geradezu vernichtmdm Begründung. Man höre:„In Anbetracht, daß die Paris» Lyon-Mittelmeer- Gesellschaft ihrenAngestellten über» menschlich« Anstrengungen auferlegt; in Anbetracht. daß die auf dieser Strecke so häufigm Verspätungm dieser Verwaltung zur Last fallen und daß gerade durch fie die Gefahr mtfteht, die in diesem Falle zum Zusammenstoße der Züge geführt; in Anbetracht, daß die unter dm odwaltm- den Umständm nöthigm besonderen Vorfichismaßreacln in ganz besonderer Weise vernachlässigt worden find und daß man, um eS mit einem Worte zu sagen, mit dem Lebm der Reisenden ein Spiel aetriebm hat..." in Anbetracht dieser Erwägungen sprach der Gerichtshof Didelot frei, ja, er erklärt an einer andem Stelle seiner Begründung nahezu in dürren Wortm, daß er bedaure, den wahren Schuldigen an dem Tode so vieler Menschen, die Eisenbahn» ge feilsch aft, nicht zur Verantwortung ziehen zu können. Recht zu beherzigen, auch östlich Frankreich», dieser Richter- spruch!... Grohbritauuie«. Ein Korrespondent der Wiener„N. Fr. Pr." hatte eine Unterredung mtt einem hervorragenden Anhänger Gladstone's. Derselbe verficherte, daß der größte Theil der bisher unzu- friedmen Radikalen, sowie einige Hartingtonianer, vollständig durch Gladstone's gestrige Rede befriedigt, nunmehr für die zwette Lesung der irischen Ve rwaltungS- Bill stimmen werdm und daher die Majorität für die Bill ge- sichert sei. Gladstone werde,«rilärte der Gewährsmann, nach der zweiten Lesung d'e jetzige Bill gänzlich rekonstruiren und dieselbe in ganz neuer Fassung mit vollständiger Berück- fichtigung aller von dm Radikalen gegen die Ausschließung der Jrländer erhobmen Einwendungen im Herbste einbringm. Da» englische Parlammt solle vollständig die Suprematie de- halt n und die irische gesetzgebende Versammlung blo» An» gelegmheitm Irland» behandeln. Dem englischm Parlammte, al» souveräner Versammlung, solle auch daS Recht zuerkannt werden, gegenüber Beschlüssm der neuen irischen Körperschaft da» Veto- Recht auszuüdm und Alle», was jetzt der neuen Körperschaft zugeftanvm»vird, wieder zurückzunehmm, fall« Irland nach wie vor stch stSrrtg zeigt. Die Land-Bill sei vollständig eingesargt.— Au» vielfachen Aeußerungen anderer liberaler Parlamentsmitglieder ist zu entnehmen, daß dieselbm für die zweite Lesung der irischm Verwaltunps-Bill stimmen werdm, um der Gefahr einer Auflösung de» Parlaments und einer etwaigm Rückkehr der TorieS ins Amt vorzubeugen. Die Parnelliten, welche mtt dm odmangeführtm Modifikationm Gladstone's unzufriedm sein sollen, können jedoch noch einen Strich durch die Rechnung machm.— Nach einem Telegramm der„Franks. Ztg." habm die Anhänger Lord Hartington'S be» schloffen, gegm die Home-Rule-Bill zu stimmen, während die Anhänger Chamberlatn'S übereingekommen find, stch der Ab- ftimmung zu enthattm. Damit wäre die zweite Lesung ge- sichert» In Belfast hat die Polizei an Bord eine» nach Armagh bestimmten DampferS eine Anzahl Gewehre, Bajonette und Säbel mit Beschlag belegt. Der Verband der Landarbeiter faßte in seiner am Mittwoch abgehaltmm JahreSkonferenz eine Resolution, welche die irische Politik der Regierung dilligt und Herrn Gladstone die Versicherung ertheilt, daß er die unbedingte Unterstützung tiner üderwälttgmden Mehrheit der Wähler in den ländlichen Kreism genieße. Italien« Kundgedungen für den ehemaligen Kommunard und jetzigen Galeermsträflltg Cipriani warm eS, welche am 27. d. M- In Turin und Livomo zu Kämpfen mit dem Militär geführt. Der Wiener„Presse" wird darüber be» richtet: Demonstranten zogen mtt rother Fahne unter dm Rufen:„Es lebe Cipriani! Hoch die Galeere!" durch die Straßen; auf dem Corso Dante kam e» mtt dm Soldaten zu kurzem Kampfe um die Fahne, welche erobert wurde, worauf fich die Menge zerstnute. Jn Livorno fand eine gleiche Kund- gebung mtt den Rufen statt:„Hoch Cipriani, Galeeren- sträfling I Hoch die Pariser Kommune! Hoch die Revolution!" Auch hier schritt daS Militär ein, welches mit einem Stein» baael empfangen wurde. Der Kampf dauerte lange, unent- schiedm auf und ab wogend, da die Demonstranten durch Arsenalardeiter eine Verstärkung erhielten. Auch Weiber mischten stch in den Kampf. Zwei Soldatm blieben todt. 17 Arbeiter wurden schwer verwundet. Ueber hundert Ver» Haftungen wurden vorgenommen. Balkauläuder. Die griechische Regierung hat von dm Groß- mächten noch keine MUthetlung erhalten, daß die Blokade der griechischen Küstm demnächst aufgehoben werden soll. Dieser hier mit einem Wortspiel; Sie müsse» Alles wissen vernehme« Sie denn, daß Helene erst vor unserer Ver- mählung erfahren hat, wer ihre wirkliche Mutter ist— daß fie dabei fühlt, wie fie nie von ihr erkannt werden kann und wird, e» auch nicht verlangt. Da« Geheimniß soll bleiben, wie e» bi» jetzt gewesen, fest und undringlich und nie gebrochen von unseren Lippe«— aber Helmen» Seele drängt«ach dem Auamblick, wo fie nur einmal an dem Herzm der Mutter liegm, nur einmal den thiuren Name« nenne« darf, dm sie bi» jetzt nur von einem Wesen gekannt hat, da« sie nie geliebt. O, wenn Sie wüßte», wa» da« arme Kind gelitten," fuhr der junge Mann lebendig fort, al» die Gräfin schwieg und leise mtt dem Kopf schüttelt« —„wenn Sie ahne» könntm, wie e« fie mtt allm Faser« de« Herzm» hieher gezogen, nur einmal ihr müde» Haupt a» ihre Brust legen zu dürfen, Sie würdm Mitleid mit ihr habm...l"• „Herr Graf, nicht weiter, wmn ich btttm darf", unter- brach ihn die Gräfin,„denn irgend ein Geheimniß liegt hier zu Grunde, das Sie im Begriff find, einer völlig unbethelligie» und demselben fernstehmden Person zu mt- hüllm. Hier muß ei« Zrrthum obwalten, und ich— will nicht weiter nachforschen, in wie weit Sie mich selber da hineingezogm; daß e« mir aber nicht angenehm sei» kann, werden Sie einsehe», und ich ersuche Sie deshalb, kein Wort darüber mehr zu verlierm." lFortsetzung folgt.) An« Kunst«ud lebe«. SchSei, ergarte». Die in diesem Etabliffement stattge- %%%% Umstand erscheint um so auffallmder, al» nicht blo» fünf Klassen der Reserve entlassen find, sondern auch alle Truppen bereit» von der Grenze zurückgezogen sein sollen, so daß nicht die geringste Gefahr eines ZusammmstoßeS mebr vorhanden ist. Von englischer Seite wird verstchert, daß da» Londoner Kabinet bereit sei, die Blokade aufzuheben, allein Deutschland und Oesterreich— nach einer Version sogar Deutschland allein— seien dagegen, weil daS Ministerium TrikupiS den Mächten noch nicht die Abrüstung der griechischm Armee angekündigt habe. Da» wäre doch nur eine Frage der Form, an welcher den Mächten nicht viel liegen soMe, da e» auf die Abrüstung, nicht aber auf die Ankündigung derselben ankommt. Völlig unverständlich aber wäre e», warum gerade Deutschland, welches an der ganzen Angelegmhett ein so geringe» Interesse hat und daher in der Blokade-Flotte auch nur mit einem einzigen Schiffe vertreten ist, ein so große» Gewicht auf eine bloße Formfrage legen und dadurch unnützerweise die Erbitterung der Hellenen gegen stch erregen sollte. ES wird von anderer Seite schon genug getban, um die Völker de» Orient» nicht zur Ruhe kommen zu lassen. Erzählt man fich doch ganz ernst» Haft, daß die Reise de» rusfischen Kaiser» nach dem Süden sammt dm damtt im Zusammenhange stehendm Ansprachen lediglich dm Zweck gehabt hat, daS rusfische Volk in eine national- patriotische Hitze zu bringen, welche für jede größere Attton nothwendig ist. Die russische Press« defiadet fich bereit» in einem vollständigm Delirium und damit die in einem solchm Zustande geäußerten Bemerkungen nicht die Griechm wieder in Verwirrung bringm, sollte man Alle» thun, um die letzterm so schnell und so leicht al» möglich wieder in den nor« malen Zustand zurückzuversetzen. Amerika. Der gmenwärtige Konflikt zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten von Nordamerika ist nicht der erste seiner Art. Die bezüglichen Verhältnisse Hattm früher dm Washingtoner Vertrag von 1818 zur Grundlage. Ihm zu Folge war dm amerikanischen Fischerbooten die Be- nutzung kanadischer Häfm, ausgenommen für Notheinlauf, Schadmausbefferung. Holz- und Wassereinnahme, untersagt. Al« trotzdem im Jahre 1871 die Amerikaner in Kanada Fische verkauften, bildeten die Kanadier mit Hilfe englischer Kreuzer eine Schutzflotte und drachtm Vertragsbrüchige amerikanische Schiffe auf. Gladstone, welcher damal» in England am Ruder war, machte aber diesem strmgen Einschreiten ein rasche» Ende. Im vorigen Jahre nun haben nach Ablauf de» Vertrage« die Amerikaner einen Eingangszoll auf alle in kanadische« G> wässem gefangenen Fische gelegt und damit den kanadischen Absatz auf amerikanischem Markte erschwert. Die» hat die Kanadier sehr aufgebracht, und diesmal dürfte Gladstone kaum in der Lage sein, fie zum Nachgeben zu bewegen, wenn nicht gleichzeitig die Amerikaner ihren Zoll deseitigm oder herabsetzen. Im Repräsmtantenhause kam eS anläßlich der Berathung über die Oleomargarin(Kunstbutter). Bill zu einer sehr lebhaften Debatte, da die Vertreter der Landwirthe die Tariffrage in die Verhandlung zogen, die Industriellen stch dem aber widersetzten. Die Oteomargarin-Bill belegt mit hohen Steuern alle Surrogate für Butter(auf Oleomargarin 10 c. per Pfund) sowie die Produzenten und Händler.— Da» Hau» hat die S ch i f f» h i l l sammt dem Amendement de» Senat» angenommen, wonach der Präsident autorifirt wird, allen fremden Schifft» diejenigen Privilegien zu ver« sagen, welche den Amerikanem in den betreffenden Ländern vor- enthalten werden. Asien. Die Zeitungsnachrichten von der V-rstärkung der chinesischen Garnisonen an der russische« Grenze find nach einem Petersdurger Telegramm der offiziösen„Nordischen Telegraphen-Agentur" auf die dereit» am Anfang diese« Jahre» mit Wissen der rusfischen Regierung be- gönnen« Aufstellung von chinefiichen Piquet» läng« de» Argun- und des Amurfluffes zum Schutze der chinefischen Gold- felder vor räuberischer Ausdeutung zurückzuführen. Nach einem Telegramm au» Nertfchinsl von gestern beträgt die Gesammt- stärke deS chinefischen PiquetS gegenwärtig etwa» üder 1000 Afrika« E» wird über einen Angriff OSman Digma» auf Eualim berichtet: doch heißt e», daß derselbe zurückgewiesen worden sei._ Parlanumtarische». Sitzung der Branntweinsteuerkommission vom 31. Mai. Den Mitgliedern der Kommission ist in der Zwischenzeit der Gegenentwurf der Konservativen zugegangen. Der Entwurf behält die Maischraumsteuer bei, legt aber dem Branntwein außerdem noch eine Extraabgabe von 80 Pf. per Liter Alkohol aus. Sämmtliche Branntweinbrennereien sollen zu einer Genossen» schast vereinigt und das hergestellte Produkt an bestimmte den Darstellern find Fräulein Berning, Walden und die Herren Albertt und Michaelis zu nennen, welche durch schöne Stimm- mittel, eleganten Vortrag und gewandtes Spiel fich auszeichnen. Ein Besuch d«S SchwrizergarkenS ist daher wirklich lohnend, denn eS wird eine große Fülle de» Interessanten für ein äußerst mäßiges Entree geboten. Auch nicht Übels Man schreibt der Wiener„Allg. Z." au» Pari»:„Eine ehemalige Tänzerin, Mlle. D., die einstmals in ihrer Blütbezeit zu dem gegenwärtig hier weilenden Groß» fürsten Wladimir Beziehungen unterhalten, schrieb demselben ein duftendes Billet, in welchem fie ihm mittheilte, daß fie sich „momentan" in einer etwas bedrängten finanziellen Situation befinde und um die freundliche Zuweisung einer größeren Geld- summe bat. Nach einigen Tagen erhielt fie folgenden Brief vom Sekretär deS Großfürsten:„Se. kaiserliche Hoheit Großfürst Wladimir von Rußland thellt Ihnen mit, daß er seit einigen Jahren sämmtliche Wohlthäligkeitsakte, die von seinem Hause ausgehen, seiner Gemahlin überlassen Hai. Die hohe Frau prüfte auch Ihr Gesuch und hat nicht befunden, demselben stattzugeben, da Ihrerseits kein Anspruch auf eine Unterstützung vorliegt." „Edle Damen." AuS Paris wird geschrieben:„Bei dem großen Rennen in Vincenne» stürzte die Stute„Margot" und der Reiter, Jockey Turmbul, wurde auf der Stelle gelödtet. Einige der anwesenden Damen klatschten in die Hände und riefen:„Gott sei Dank, daß nur dem schönen Pferde nicht« geschehen." Diese Aeußerung rief bei den massenhaft anwesm- den Ardeitem einen solchen Sturm hervor, daß die Kutschm dieser Damm umringt wurden und eS stcherlich zu Szenen ge» kommen wäre, wenn nicht Herr v. Tupell, Sekretär de»KluoS, den glücklichen Einfall gehabt hätte, laut zu rufen:„Trumbul hat eine Wittwe und drei Waisen hinterlaffm, wer spendet etwas für fie?" Die zttterndm Damen warfen ihre Geldbörsm in den Hut, im Stillen froh, daß fie ihre Hirzlofigkeit nicht theurer bezahlen mußten." Zweihundert Doktoren in einem Semester. Wie au» Leipzig gemeldet wird, wurden an der dortigen Universität vom 1. November vorigen Jahre» bis zum 1. Mai dieses Jahre» zweihundert Doftordiplome ausgestellt. Darunter find 3 theologische, 40 juristische, 85 medizinische und 71 philosophische Diplome. Von Ehrendiplomen waren darunter ein theologisches und ein philosophische» Doftordiplom. LaaerrSume ju dn«t» festzustellend«' Dmchschnittkpreii abgeliefert werden. Der Preis wird alle 6 Jahre durch daß Gesetz festgestellt. Für die ersten S Jahre gilt der Durchschnittspreis fett 1876. Die Kosten der Einrichtung und Erhaltung dies« Lagerhäuser trägt daS Reich, die Kosten der Verwaltung die Brennereigenoffenschaften, denen daS Reich daS BetrirbS- lapital zinsfrei vorschießt. Von den Lagtthäusern wird der Branntwein dem freien Verkehr übtrgeben. Die Ver- brauchSabgade trägt der Abnehmer, fo weit der Branntwein nicht für die Ausfuhr bestimmt ist. Neu zu enichtende Bren- nereien dürfen nur für daS Ausland arbetten. B r ö m e l(dfr.): Dies« Entwurf bildet keinen Abände- rungSantrag, sond«n einen selbstständigen Antrag,« hätte deshalb nicht unmittelbar in die KommisstonS- berathung, sondern zur öffentlichen Berathung in den RrichStag gehört. Allein dies« Entwurf mit seiner rückfichtSlosm Jnt«effenpolitik zu Gunsten d« großen Kartoffclbrenner hat daS Licht einer öffenttichen Be- rathung gescheut und steht das ganze Verfahren einer Ueber- rumpelung so ähnlich, wie ein Ei dem anderen. Die Kosten dieser Lagerhäus«, Sammelgefäße, Meßapparate u. s. w. und die dauernde Unt«haltung soll daS Reich tragen. Dieses System deS AnsammelnS deS RohbranntweinS, um damtt den Preis zu bestimmen, ist als ein Manöo« zu betrachten, welches man in Börsenkreisen„Echwenze" nennt, hi« mtt Unter- stützung auS ReichSmitteln. D« Patriotismus dieser Antrag- steller kenntzeichnet fich als reine Jntereffenpoltttk zu Gunsten ihres Gewerbes. Wir haben heute eine Prämie auf auS- geführten Sprit. Diese Prämie wird nach diesem Antrage nicht unwesentlich erhöht. Hinzu kommt der Reichszuschuß— SinSfreie Vorschüsse für noch nicht vnkauften SptrituS— »arantie eineS gesicherten Absatzes— Feststellung einet lohnenden Preises, unabhängig vom Preise deS WellmartteS. ES wird sehr tief in die Taschen d« Steuerzahl« gegriffen und zwar wesentlich zu Gunsten der Kartoffelbrenner. ES ist Pflicht, die ganze V«lverflichkeit dieses auf kleinlichste Jnteressentenbegünsttgung auf«bauten Planes aufzudecken, vor welchem die weitgehendsten Vorschläge der Sozialdemokraten be- deutend den Vorzug««dienen. Beff« zu Gunsten der All- gemeinheit eine Regelung d« Produktion als zu Gunsten ein« winzig kleinen Zahl von Jntereffenten. Diese Anschauung wird fich Bahn brechen und gewiß sehr bald in der poltttschm Agitation öffentlich zu Tage treten. Wir bestretten auch, daß der Reichstag»«faffunpSmäßig be- rechtigt ist, durch Steuern Gelder aufzudringen, um Ueb«schüffe an die Einzelstaaten abzugeben. Freiherr v. Mirbach(kons.): Der Antrag lehnt fich eng an die Vorschläge d« StaatSreginung an, dnen Schattenseiten nach Möglichkeit vermieden wnden. Die Besteuerung pro L. mtt 80 Pfg. ist für unS nicht unumstößlich, doch scheint unS diese daraus refultirende Einnahme für uns« Vaterland notb- wendig zu sein. Die Feststellung deS Preises deS Branntiveins durch den Reichstag bildet für unS eine drohende Gekahr, doch haben wir keinen and«n Weg zu finden gewußt. Wenn Sie üb«haupt eine höhere Steuer auf Branntwein wollen, und darin scheinen alle Parteien einig zu sein,(Heine, Soz.: Wir nicht!) auch ein« Ihr« Herren Redn« hat unter gewiffen Bedin- gungm fich dafür erklärt— so bildet unser Vorschlag den einzigen konsequenten Weg. Von einem finanziellen Verdienst kann bei d« Brmnnet wed« btSh« noch nach diesen Vor- schlügen die Rede sein. Wenn Sie nichts in dieser Fiage thun, so wnden die Brennereien zum Schaden der dabei beschäftigten Arbeit« zu Grunde gehen. Rickert(dfr.): Noch nimm« hat man ei gewagt, eine solche auf 2 Monopole, nämlich daS Monopol der Brenner und dai d« Gioßhändl« bastrte, so mangelhaft und lücken- Haft hergestellte, d« niedrigsten Jntnefsenpolitik dienend« Vorlage einzureichen.§ 1 spricht fvon einer Entschädi- au n g. Ich hoffe, daß die Zentrumspartei nicht mit dem Entwurf stch einverstanden«klärt. Die Annahme dieseS Ent- wurfeS würde ein Gefchenk von jährlich über 30—40 M t l- lionen Mark an einige wenige Brennnetbefitz« aus der Tasche der Steuerzahler sein. Wie denken Sie fich die Durch- führung des Z 1, soweit Spritfadriten für In- und Ausland arbetten? Ich finde w dem Entwurf nur Rechte, ab« keinerlei Pflichten d« Lrennereibefitz« und erwarte vor allen Dingen, daß fich die MUgliedn deS Zentrums über den Entwurf äußern. Der Arbeit« in Norddeutschland verbraucht tag- Itch nahezu V, Liter oder durchschnittlich für 15 Pl. SchnapS. Diese Aermsten der Armen sollen für Sie, die nothleidenden Brennereibefitz« bezahlen. Wenn die Regierung diese Mittel zu Reichszweckcn gebraucht, w«ven wir nach«- folgt« Vorlage diese Frage im Sinn« d«S Patriotismus prüfen. Sine gnechte Vertheilung d« Uedttschüffe an Kreise und Ge- meinden, ist nach keiner Seite hin praktisch durchführbar. v. Wtdell-Malchow(kons.)«sucht um Annahme deS GrsrtzeS. Eine Schwankung sd bci einem feststehenden Preis ausgeschloffm. D« verlangt« Preis für Spiritus sei ein reell« und wenn wirklich ein klein« Vortheil dabd sei, so sei« nothleidenden Brenn«eien zu gönnen. Ein Monopol d« Großhändler liegt absolut nicht in der Vorlage. Wenn die Brenner« dngehe, werden hundert von Quadrat- meilen nördlich d« Elbe d« Unkultur wieder anhdmfallen. Barth(dfr.): Wenn man bedenkt, daß die 25000 Großgrunddefitz« ein Viertel deS gesammten Grund und BodenS defitzen, und die Grundsteu« durch dieses Gesetz ge- mäßigt wnden soll, so wird wird« der Arme für die Reichsten die Lasten tragen- Wir find von diesem Entwurf nicht üb«- rascht, die Jntnessentengruppen der Brennereidefitz« wollen dne Kontingatton, d. h. ein Monopol für fich zur alleinigen H«- stellung deS in Deutschland verbrauchten Branntweins, und eine Vertheuerung de» Preise» de» Branntwein» um üb« 50 Prozent. Denken wir unS solches Prinzip auf and«e Ge- w«be gldchmäßig fortgeführt, so werden wir da» Aufhören all« freien Konkurrenz sehen.§ 47, wonach einzelne Brennerden ihre Rechte zur Ablieferung de» RohbranntweinS an andere Brennereien überttagen können, beweist, daß da» Gesetz dn reines Monopolgesetz ist. G a m p(fteikons.): W« Branntwdn täglich trinkt, ist ein Säuf« und ist zu wünschen, daß dieser übermäßige Konsum dngeschräntt wird. Dr. M e y e r- H a l l e(dfr.): Dieser Anttag hat kdnen andern Zweck, als die Menge derjenigen, welchc den Monopol- Regierungsentwurf abgelehnt, wied« zu diesem Entwurf zurück zu graulen, da er schlimmer ist alS jen«. M o S l e(Zentrum): Wir hallen e» für unsere Pflicht, bd diesem Gesetz zum Segen der Landwirthschaft und zum Wohle de» Staate» mitzuwirken. Wir stellen den An- trag, die Höhe der Steuer von 80 Pf. auf 25 Pf. herabzusetzen. Dem Antrag Rickert um Auf- klärung über die für Reich und Staat noth« wendigen Mittel schließen wir un» im Tanzen a n. Wir deHalten unS vor, zu morgen dnen speziellen Antrag dnzureichen._ Kommunales. w. Zur Regulirung der Spree. Nachdem der Magistrat fich mit den bneitS de» Ausführlichen mitgethdlten Leschlüffen der gemischten Deputation über da» staatlichersett» geplante Projekt, betreffend die Schiffbarmachung der Spree und die Betheiligung der Kommunen an dem Unternehmen ein- verstanden erklärt hat, beantragt d«selde jetzt bei der Stadt- verordneten-Versemmlung, dieselbe möge den Magistrat«mäch tigen, d« königl. StaatSreginung gegenüb« die B«ettwilllgkeU zu«klären, gemeinschaftlich mit dnselbm die Spree-Regulirung in Beilin nach dem vorgelegten Projekt und dm Erläuterungm zur Durchführung zu bringen und städtischnsett» als dne feste Bd- Hilfe zu dem gemeinschaftlich auszuführenden auf 6 400 000 M. veranschlagten Unternehmen die Summe von 3 200000 M. zu gewähren, wenn 1. die geplante Spreereaulirung obnhalb und unterhalb Berlins staatlicher sdti zur Ausführung gelangt; 2. d« Stadt, nach Pertektwerden diese» Abtommeni mtt dem Staate, auch schon vor Senkung de» Wafferspiegelt der Spree die Errichtung fester Brücken noch d« Höhenlage deS Regu- lirungSprojekt»(Wiebe'sche Denkschrift) gestattet wird; 3. die Ausführung all« eigentlichm Waff«bauten nach dem Projett alS Schleusen, Wehre, Baggerungen, Etromprofilirungen, Ufermauern jc., der baulichen Leitung der königl. StaatSregierung, die Ausführung all« durch die Spreereguiirung bedingten, ad« dem Landverkeyr dienenden Bauten, wie namentlich all« Brücken, der städtischm baulichen Ldtung unterstem wird. Die Stadtverordnete«- Versammlung hält beute, (Dienstag), Nachmittag» 5 Uhr, eine außnordentliche Sitzung ad mit folgend« Tagesordnung: Einige Penfionirung»- und Anstellunpifachen— Vorlage, betr. die Verleihung de» evan- gelischen Säkular. Stipendium»— de»gl., betr. die Aufnahme von 5 Personen in das Nikolaus- Bürgerhospital und die Ver- leihung des Benefizium» an» d« Stiftung d« Bürger Reffource — deSgl., betr. die Einladung zu der König Ludwig». Fei« in München— Wahl eines Mitgliedes für die Park-Deputatio» — Vorlage, betr. die erfolgte Bauabnahme der Zenttal Markt« halle in der Neuen Friedrichstraße— desgl., betr. den Verkauf dn« Baustelle neben d« Marktballe in der Zimmerstraße- deSgl., betr. die Neuwahl dne» Mitgliedes für die Kommtsfio» zum Zweck der Erw«bung von Grundstücken auf der Südseite de» MühlendammeS— Elf Rechnungen— Berichterstattung über die Vorlage, bdr. die Skizze'zum Neubau ein« Ge> meinde-Doppelschule in der Perleberger-Straße— deSgl. üb« 8 Rechnungen, sowie üb« die Finalabschlüsse pro 1. April 1884/85 d« Stadt Haupttasse, der KanaIisationSv«waltung und dn Verwaltung der Wasserwerke, fern« über den Finalabschluß pro 1. April 1883/84 d« Verwaltung dei Zentral« Vichmarktcs— Vorlage, betr. die Verlegung deS Beginns d« Rechnungslegung für die Vorspannverwattung auf den 1. Apnl — deSgl., betr. die Vnbrdterung der Pankebrücke am Treff« punkte der Chaussee, und Müllerstraßef— deSgl� betr. den Ge- schäftSbetrieb der Sparkasse pro Oktod«. Dezember- Quartal 1885 und den Jahresabschluß der Kasse ult. 1885— leSgl, betr. den Verkauf von Baustellen an d« Böckh, Dieffenbach- und Urbanstraße— deSgl., betr. die Herabsetzung d« von der Btl« linn Pserdensendahn-Aktiengesellschaft, Kommandit-Gesellschast auf Aktien, I. Lestmann u. Ko. zu Charlotten dmg für da» Kalend«jahr 1885 zu entrichtenden prozentualen Abgabe o# d« Bruttoeinnahme— deSgl, betr. die Ski»« zum Neubau eln«2 Hospital« nebst Siechenanstalt an der Prenzlau« All« — deSgl., betr. den Verkauf der Grund stückt parzelle an d»k nordöstlichen Ecke d« Nork- und Möckernstraße— deSgl., bek die Einrichtung von Gartenanlagen auf dem DönhofSplatz deSgl., betr. den Abbruch der Baulichkeiten auf den Grund- stümn Uscherstraße 49 und Mühlendamm 12 dt» jj und 22 bi» 28— deSgl. ,x betr. die Erw«bung de« von dem Grundstücke Spandau« Brücke 4/5 sf Stadt bahn-Parallelstraße«forderlichen Terrain«— BerM «stattung üb« die Vorlage, betr. die Ued«nahme de» im Zuge d« Belle-Alltancestr. zwischen d« Kreuzbergstrrtj und dem Tempelhofee Felde belegenen KolonnenweaeS in WJ Eigenthum der Stadtgemeinde.— Vorlage, betr. die«W» Bauabnahme d« Radialsysteme VI. und Vll. d« Kanalisa:� — desgl.» betr. die Anwendung d« Etträge der Fried» Wilhelm-Stiftung pro 1885/86— deJgl, betr. die Erwertm de» von dem Grundstücke Schiffbaundamm 8 zur Sttaßenw- lirung erforderlichen Terrain»— desgl., betr. dm Stands Arbdlm bei der Kanalisation und bei dn Apttrung d« 9% felder im I anuar März- Quartal 1889— deSgl., betr. die � Währung nn« Beihilfe zu dm Kosten der Ausführung Jf. SvrettegulirungSprojekt»— deigl, betr. die Errichtung% höheren Bürgerschule vor dem Schönhaus« Thor«— betr. dm Anlauf deS Grundstücks Kommunikation am Thor zu Gemeindeschulzwecken— deSgl� betr. den Vnkauk ss, Baulichkeiten auf dem Gemeindeschul-Grundstücke D«ff%g straße 18a zum Abbruch— Berichterstattung, betr. die i-,~! son 7 Vertrauensmännern für den bdm königl. BmtSger- Berlin I zu dttdenden Ausschuß zur Buswahl der HUfsschöffen und Geschworenen— Vorlagm, betr. vre. wähl je dne» Bürgerdepuliitm für die Schub Deputation für die Steun« und Einquartierung». Deputation— UnterstützungSsachm— Eine Remuneralionisache— erstattung über ein Naturaltsationsgesuch— Vorlage, den- Bewilligung dne» Gnadengehalt«. Kriefkasten der Kedaktto». ®. St. Skat. Nur Grand mtt Zweien geht über onvort, joqä auf 9t. H. Dn erste PfingstfeUttag fiel im Jahee 1 dm ersten Juni.-„«n L. L., Zossenerstratze. Sie sprechen von x« Verein", sagen ab« nicht, welchen Verein Sie Sie also den V«ein nicht nennen, können wir J»1 nicht beantworten. Smdm Sie die Berichte«in.»o» Et« Abonnent. Die zehnstündige Arbeitszeit Jp" güli dm Maurern BnlinS im Jahre 1871 durch einen?»ä begonnenm sechSwöchentlichen Streck errungen.(�7 3°! Zimmerer arbettm fett dies« Zett täglich 10 Stunden-t�jl Jahre 1872 versuchtm die Meister die elsstündige Ar» wieder dnzufübrm; fie kamen aber damtt nicht durch. � dm Gesellen vielmehr noch einm Lohnzuschlag bew'.ü'Sr'' Theater. den 1. Juni. oder; Die Wunder« Diensta Dpernhan». Ala! lampe. «chaufpielhau». Da» Stiftungsfest. Deutsche» Theatee. DaS Käthchm von Heil- »est«»llianee-Theater. sstamenlo». Posse mV Gesang in 3 Aven von Kalisch und Pohl. Mufik von A. Conradi. Keieortch-Wilhelmstädtische» Theater. D« «Äalla- Theatee. D« kldne H«zog. AK�-Theatee. Entehrt. «mttkat-Theatee. D« Stab»- Trompet«. Bcktort»-Ämter. Amor. Tan, Poem von �Variete. Große Sveztalitäten- »orfiellung._________ Schweizer Garten. Am FriedrichShain u. Haltestelle d« Ringbahn. Täglich: Hr. goncert«.Vorstellung Auftreten der neu maagirten SplcialttStm, der engl. Gymnastiler Legiere, d« Dudtifim Gejchw. femifen, de» humoristischm Komiker Trios Jona», «SSsSSF- Theater Vorstellung. Im Felsensaal: VoUSbelustigüngm all« Art.(1734 AbdS.: gr. Illumination u. elettrische Beleuchtung. . A-staa» 1 Ze. S M.- 10«. wr"'UVi-.rA'dSir Japan— China. Neu! Sine Wanderung durch Rom. Hertha-Reife. Saroltnen-Jufelu. «ine Rdf« 20 Pf.«inv« nur 10 Pf. Tlflleh: Geselliges Zusammensein in den Saal u. Zimmer 1727] Kierhatte«� 82. Versammlungen. Jacoby. 1838] Grosse Landpartie sammtlicher Maurer Berlins und Umgegend, am Donnerstag(Himmelfahrtstag), den 3. Inn« nach Grünau. Abfabrt vom€iörlltzer Bahnhof Morgens 7.5, 8, 8.30, 10.30 M Zu reger Betheiligung ladet die Kameraden ein. Carl Behrend, Steinmetzstraße �' Unterm Freunde 11836 Werschke zum heutigen Tage dn ckmfM llonnernckes Ao* senden Die Freunde von der Zentral-KaN« der Tischler und Kerufogenossen Kerlin A. Mitglieder-Vers ammlung Zentral KranktU. u Sterbekasse im der Töpfer und BerufSgeuossen Deutschland» am Dienstag, den I.Juni, AbendS 7'/, Uhr, im Lokale deS oerin Keefeldt, Grenadierstr. 33. Tagesordnung: 1. VorstaichSwahl. 2. Verschtedcircs. 1835] Der Vorstand. WeinI Dicdtec Lezng Wein! vom Hause I. Lanoire, fil» u. Co.. Bordeaux. Empfehle al» ganz besondn» preiSwenb: };;;% W J:« L. Mahn, Lag« F-rsterfirass» 57 parterre. ZirbeitsmarKt. .,.fächilfl* Schneider werden für die Dauer verlangt _ Charlottenstraße 67 lll. > Aterbedasse der o. Bnlin C.(Halle- sammlung am Mitt- Eentral-KrauKeu- und Titchler u. s. w., OrtSverw scheS Thor). Mttglttdirversammlung woch, den 2. Juni, AbdS. 8 U., Teltownstr. 3 bei Rothacker. Tagesordnung: Fortsetzung der Tagesordnung vom 24. Mai. Buch muß vor. gezeigt werden. sl837] Die Lrtiverwallung. Gute getragene Herren- u. Knaben-Garderod« in groß« Auswahl. Gute getr. Hosen v. 2 M. an. D. Kommerfeld, Oranienstr. 199.[1872 ««t» K-fe«. und zpeften-Kchneid-r werden dauernd beschäftigt bei 1839]_ S-ckinokq. Taubenstraße 54. 10 Korkmachergeselle« auf grün und weiß Geschlagen und Gestellarbett finden dau«nde Veschäfligung bd[1807 "ttgot u. Benzin, AndreaSstraße 21. Der«-entgeltliche Arbeits- Nachweis der Klavierarbeiter befindet fich Stalitzerstr. 18 bei Stramm. 11750 Die Buchdruckerei MAX BADIB' Beuth-S*1' BERLIN 8 W., empfiehlt sich*tir Anfertigung von Druckar jeder Art bd prompter und billiger gfd" Ko»ten-An«ehläge und P«plerProb and franco. .„ÄSS-t# männischen Bnchführo»» """"" T.nfe»"". if«tat urt Verla« von Blrdwa in«erltn 8W.«euthstraßc 2. putatio» ■.3Raät< SSetfouf kaße- nmtsstoa ölldseitt stattung ,er@c f:S waltung KI dw Z-ntral- nnS da 1. Apttl n Trrff' den Gt» tal 1885 Jl, d--c. ih» und VerBw sellsch-ff für d-i tbe von Neuba» er m an M gl..d-t-. ipjtt» r Beilage zum Berliner Bolksblatt. r. 1S6 Dienstag, de« 1 Inni 18M. [II. IatzM Die AfllhrKeii Aksiirm im Dnilschw Reiche. (Eingesandt.) . Seit längerer Ruhepause ist die leidige Apothekenfrage, veren glückliche Lösung trotz der vielen an maffgedender Stelle Machten Versuche und Ar strengungen noch immer nicht ge» will, gleich der derühaiten Seeschlange wieder einmal U der Oberfläche unseres potttischen LedenS erschienen. Tiefes �tal war«i VaS prcufftiche Abgeordnetenhaus, welches stch mit Melden zu beschäftigen Gelegenheit hatte. Demselben war »« einer Anzahl konditionirender Apotheker in Köln 5% Petition wegen Freigabe deS Apotheken« « e w e r b e S unterbreitet worden. Wie es wohl auch nicht �derS zu erwarten war, ist, dem Antrage der PetitionS- Koin- °ninon gemäß, über dieselbe zur Tagesordnung übergegangen forden,„weil eine derartige Freigabe, °ln damit in anderen Landern gemachten Zdfahrungen gemäß, dem öffentlichen «.�«resse keineswegs entsprechen würde". und bgg öffentliche Jntereffe ganz allein nur, Ächt etwa die oft sehr weit auseinandergehenden Sonder- �Weffen der Apotheker, kann für dieffStaatSregierung bei Mung dieser für daS VollSwohl so wichtigen Angelegenheit �ßaebrnd sein. Während die besitzlosen Apoiheler für cd reigabe eintreten, halten die Apolhen d e s i tz e r an M irtzigen. einer längst verschwundenen Kulturepoche ange Mnden Nrivileaium ref». Real konzesfionssysteme x?«nden Privilegium resp. R e a l konzesstonssykeme Umpfh-ft fest. Ist aber ein solcher besitzloser Apotheker, entweder durch eine reiche Heirath und andere GiückS« le, oder durch Verleihung einer Konzesfion, in den Besitz Apotheke gelangt, dann tritt derselbe sofort in dai f e i n d- «ilger über, und zwar mit einer Unduldsamkeit, die ihres �tt�ein®{- �",U � dall in Breslau ____■-______ w. x vor einiger recht schlagenden Beweis darbot. uu Pst Gelegenheit der Verhandlungen im Schooße der Pe> Knmmtsfion über die Kölner Petition nahm der Herr MMt Dr. Graf fElberteld) Veranlaffung auf die vielen ffST"«"tjunHiftn. Ztamemua, ,e»"«urw mw« licht. icWl, 6Ü6 vie seitens deS SiaateS verlirhenen Konzesstonen, («kl 1_____»am P.f\_ QA AAA STR ronrAI Sfy (J., fe&t ott einen Werth von 60- 80000 M. repräsenttren, Rlr" verkauft werden dürfen. Die auf diese Weise vom luiic in den letzten zwanzig Fahren verschenkten Werthe be» stch auf wett über 10 Millionen Mark. Hier wäre --«dgeo' W DB königliche StaatSregierung (Ar flü) all, WCll UÖCl iV ZHlUUmCIl I/IUU. U/ U v t cleunige Abhilfe nöthig und stellte er den von M Abgeordnetenhaufe auch einstimmig akzeptirten Antrag, iÜ ung verwmden, daß der Apothekenfrage zu ersuchen, ihren Einfluß eine baldige reichigesetzliche stattfindet und bis zu dieser li� üblichen Regelung in Preußen nur noch persön vollen unveräußerlich« Konzesstonen ettheilen zu tun vner die KANN s Kamegichmi. Von A. brück verboten. I von Euttner. . Jeder ist nachgekommen, V'°arf er wohl in« Tasthau« fchlenvern und W« 5(1 v�e und Zigarre gut sei» lasse». � Die Gehrra- bffe»' e volle zwölf Stunde» hindurch in Thättgkert ge» % gv�onge»»ach Ruhe,— volle Ruhe soll ihnen erst fyttiins � bringe»,— aber wenigstens möchte» sie»u» de» vermindert haben, der fie ununterbrochen während ßes i, erhalten. in v®int Partie Würfel?- Warum nicht,- da giebt« nicht« «Ii dabei; gut also, schnell Becher und Würfel her; '"iah gilt ei» Liier Bier. StSl b?de» Erstgekommene». der Aktuar und der � hstft PW am Tisch und lasse» die Knoche» raffeln, de, Doktor ein:„Tuten Abend, meme Herren I" �-te»»b-nd." Mt gestellt ei» TlaS Bier, nähert sich dem Tisch und e, wJPQ"ie ein paar Minuten hindurch zu,-.dann ?« Eck. ÄeiwngSblatt von der Wand lo«, setzt sich i« \ ih. ist bald in seine Lektüre vertieft... Wa» "ttarirl(v besonder« ivteressiren?— Etwa die Rubrik fc Äafc?'-£*".Wissenschaftliche.",- oder„Kunst?" Äe, w 3* Krähwinkel hat e« Reibungen gegebe» &i A�.?�4i(5e»M Parteien, und da der Doktor zur Nfirt'� �deutsch, Fraktion Lemmermeier" gehört, so in- �lio» t> i» erfahre», wa« die Partei.Hochdeutsch, * hat mann'''.die Angriffe seiner Genosse» er» unhaltbarm Zustände gezwungen, auf allen wög- lichen Erwerb zu finnen, zu sehr oft fit auch auf den so sehr lukrativen Geheimmittelschwindel zu legen, welcher doch der öffentlichen Wohl ahrt nur argen Schaden zufügt. Dieser Kräme.« und Schacherposten nimmt über den amtlichen Charakter des Apothekers immer mehr die Oberhand, so daß die deutsche Pharmacie ihren eigentlichen Zwecken auf dem Gebiete der öffentlichen Gesundheitspflege immer mehr entfremdet wird. Bei der beooistehenven Reform wird daher vor Allem darauf Bedacht amommen werden müffm, diese amtliche Eigenschaft deS Apotheker« wieder mehr zur Geltung zu bringen und zu befestigen. Der Apotheker steht im öffentlichen Dienste. Seine Stellung für die Zukunft wird daher eine derartige werden müssen, daß er seinen amtlichen Verpflichtungen auf dem Gebiete der öffentlichen Gesundheitspflege auch strenge nachkommen kann. Hierzu gehört vor Allem aber auch da« Fernhalteni alle« Humbugs und alle» Schwindels auS den dem Volkswohle gewtd- meten Hallen der deutschen Pbarmacie. Die« dieS wird unter gegenwärttgen Verhältniffen aber wohl nie und nimmer mehr der Fall sein, vielmehr nur mit Hilfe der Personal'Konzession emicht werden können. Dem Apotheker wird eS für die Zukunft nicht wehr gestattet sein dürfen, mit dem ihm in der Form der Kom Mission verliehenen Amte, kraft dessen ihm nach strengihm vorgeschriebenen gesetzlichen Bestimmungen der Arzneidebit für einen be stimmten Bezirk übertragen wird, Schacher zu treiben und eS in seinem Interesse auszubeuten. Derartige Zustände können erfahrungsmäßig schließlich nur zu einer grenzenlosen Korruption des ganzen Standes führen. Die Ein führung der Personal- Konzesfion in Preußen Anfang« der vierziger Fahre war daher seitens der Staatsregierung eine ganz richtige Maßnahme. Wenn dieselbe mittelst KadinetSordre vom 5. Oktober 1846 ihrer großen Härten wegen wieder rück gängig gemacht wurde, so fand dies seinen Grund lediglich nur darin, daß das Gesetz mit rückwirkender K aft eingeführt wurde. In Folge dessen wurden alle die für die bis dahin in Kraft gewesenen Real konzesstonen gezahlten Kapitalien mit einem Fiderstriche vernichtet und zahlreiche Familien vollständig an den Bettelstab gebracht Diese Unzuträglichkeiten wären nicht zu Tage getreten, wenn bei Einführung der Perso�alkorz-Ifion an eine Entschädigung der betreffenden Konzesfion« inhaber gedacht worden wäre, um welche Entschädigung der Staat, da er an den gegenwärtigen Zuständen erfichilich sihr große Schuld srägt, bei seiner Apothetemeform, wag dieselbe ausfallen nie fie wolle, niemals herumkommen wird. Und diese Entschädigungsfrage birgt ausschließlich wohl die so großen Schwierigketten in stch, die stch dem Staate bei Lösung dieser so sehr verwickelten, gleichsam zu einem gordischen Knoten verschlungenen Frage entgegenthürmen. Diese Schwtertakeiten wütden, ohne dem Staate irgend welcheOpfer aufzuerlegen, vermöge Einführung der Per sonalkonzession mit gleichzeitiger Ablösung der Apotheken« werthe, wie solche an maßgebenden Stellen schon zu wiederholten Malen, so auch gegenwärtig dem RUch.tage in Form einer Petition in Vorschlag georacht worden ist, leicht und stcker zu überwinden sein. Bei der gegenwärtigen Lage de« Geldmarktes würden dem Staate die zu dieser Ablösung erforderlichen, durch eine Anleihe zu beschaffenden Kapitalien zu 3'/,— wenn nicht etwa gar zu 3 pCt.— ohne jegliche Schwierigkeit zu Gebote stehe», während die Apotheker für die auf ihren Apotheken bestandenen Hyvoth kenschulben fast durch weg ü— ja in vielen Fällen selbst auch 6 pCt. zu zahlen baden. Diese ZInsenersparniffe von IV«— 2 pCt.. die der Staat durch Hergäbe seines Kredtte« erzielen würde, würden vollständig dazu ausreichen, um auf dem in qu. Petition in Vorschlag gebrachten Wege die gesammten Apotheken« werthe in Deutschen Reiche binnen wenigen Dezennien auS der Welt zu schaffen, so daß der Staat, dem natu, gemäß nach vollendeter Amortisation die Apotheken al« freies ver ügdoreS Eigenthum zufallen würden, s. Z. vollständig freie Hand haben würde,«uf dem Gebiete unsere« ApothekenwesenS dtlieniaen Einrichtungen treffen zu können, die ihm alSdann mit Rücksicht auf daS effentliche Fnteiesse am zweckentsprechendsten er- scheinen würben. Daß eine solche Regelung de« ApothekenwesenS im Deut» schen Reiche von den besten Erfolgen für da« Voikswohl in mehr al« einer Beziehung begleitet sein würde, dürste nur all- zusehr auf der Hand liegen. Die gegenwärtigen KonzesstonS. werthe repräscntiren die respektable Summe»on ca. 200 Mill. .Lächerlich!"—.Zu dumm!"—„Ein wahrer Tropf dieser Kaldman»!'— Diese Ausrufungen entschlüpfte« seinen Lippe», je weiter er in der Lektüre fortschreitet. Der Aktuar spitzt die Ohre»:.Kalbmann ei» Tropf? — Ich muß sehr bitte»; sein« Antwort auf die kopflose» Angriffe Lemmermeier« ist vortrefflich erdacht und stilisirt. — Daß er die Temüther zu packe» versteht, beweist doch die augenblickliche Fusion mit der Fraktion Wurmzirl." „Ach lasse» Sie mich mit Ihrer Fraktion Wurmzirl. Wie können sich die Leute„hochdeutsch" nennen, wenn fie gegen da« Angra.Pequena-Profttt sind!... Diese Fraktion hat fett jeher da« Prinzip gehabt, sich«tt dem, der zuletzt aesproche». zu fusionire».-- Warten wir ab, wa» Lemmer« meier sagen wird, und Sie sollen sehe», wie ihm Wurmzirl und Genosse» in die Arme stürze» werden!" Auch de, Apotheker hatte die Würftl bei Seite ge» schoben;— er lächelte selbstbewußt vor sich hin, und murmelte laut genug, um von de« Andere» gehört zu werden:„Ja, da sind wir Mitteldeutsche ganz andere Leute!" „Andere Leute I" braust der Doktor auf. „Natürlich, da wir doch in der Hauptsache einig sind." „Weil Sie im Tanze» zwei Dutzmd Mttglieder zählen. Wa» Übrigens Ihre Einigkeit betrifft, so ist'« nicht sehr wett damit her: stehen Sie sich nicht in zwei Fraktionen gegen. ��Die aber in der Hauptsache nicht auseinandergehen!" wiederholt der Apotheker stolz. Der Doktor zuckt mttleidig die Achtel:„Hauptsache— �nÖU©ahS ÄÄ-re?/' immer heftiger wird, trttt der Mark, und ebenso viel die realen W'rthe. Die Zinsen für diese 200 M U. Mark an Konzesstor sw rthen, die vom Staate zum allerg? ößten Ttetle verschenkt wmden find, bet? agen also 10 Millionen Mail, so daß also unter dem gegenwärtigen Systeme, wie oieS auch schon an anderer, hierzu sebr kompe» tentei Stelle hervoigehoben wornen ist, die Arznei zu Nutz und Frommen einiger weni.e: Bevorzugter im Apoihekertache einer nicht unbedeutenden Steuer, so zu sagen einer Krank» heitssteuer. unterworfen ist, die namrn'lich für die weniger gut fitutrten S aaiSangrhörigen, bei denen in KrankbeitSfällen nur allzu oft an und für stch schon die allergrößte No h ein» t ttt, am drückendsten ist. Daß die Arzneien für die Zukurft, wenn wir eist diese sämmtlicheo Werthe im Betrage von 700 Millionen Mart abgelöst u?0 die Apotheken Staat»« resp. Kommunal'Eigenthum geworden sein werden, um vrele« billiger w-rd-n sew tönn-n, dürfte hier noch auS« zuführen wobl höchst üd-ifl nstg fek. Auch nürde die verschärfte amtliche Ehllurg d»S'Apotheke, S rurd izu dcilrazrn, die Sicherheit im Arzneivebtl zu erhöhen und so bcffere Arzeneten zu deich iffm. Ei wä:e daher nur ,u wünschen, daß diele>ür da« Volkewohl so wichtigen R-formoorschläge an maßgebender Stelle die ih? en gebührende Beachtung finden möge. Der S?aat dürfte aber wohl alle U sache baden, seine Apothen-eform zu be» schl'unigen, nicht allein im Jniereffr der öffentlichen Wohlfahrt und w.g'N der zu einer solwen Finanzoperation für ihn gegen« wältig io günstigen Lage de« G ldmarkie«, sondern auch ichon um de« halb, wett naturgemäß durch ein noch längere« stuf« schieden dieser brennenden F age die Schwirrigketten stch zu immer größeren gestalten muffen. — 6— (Anw. v. R. Ohne uns mit dem Vorstehenden vöttta ein» verstanden zu erkären, haben wir der Zu endung doch Rium gegeben, weil in Vers. Iben einige sehr diskutable und akzeptable Gedanken zu finden find.) Lokale». Jedermann werden die großartigen Schlachthaus» anlagen auf dem städtischtN Zentrat-Biehhofe b könnt sem, welche durch die immer zunrhaendc e-'vö leiungSziff« Berlin« eine stetige Erweiterung»ifahr-n müff n. Auch jetzt soll stch wieder ein derartige« Bedürft iß geltend wachen, od» gleich erst seit kurzer Zeil mehrere Anbauten outgeführt worden find. Jntereffam dürfte daher eine tur,e R-mtntSzenz über die Schtawlverhältmffe BerlinS au« dem Ai fanp deS rorigen Jahrhundert»>«tn. Fm Fahre 1725 wurde die Flerscherzunst beim Magistrat wegen E-richtung erneS neuen rrchiachihauie« vorstellig, da— so heißt c« in der Bittschrift wör.lrch— „unser Schlachthaus durch die Länge der Zeil rn einen solch n Baufälligen Zustand geralhm ist, daß wir nebst u- s-r-m Ge» finde de« Leven« drinnen nicht mehr stcker find. I n Schlackt» hauß, wenn ein OckS geschlagen oder nicderge'ellt wird, grebt eS eine solche Drehnung. weil unten die P ähle nebst den Helmen und schwellen veri-rulr stnd, daß Jeoetmännigltch die Haare zu Berge stehen." D e Prtttton hatte denn auch den Erfolg daß im Fahre darauf in de? Pavdengoffc ein neues Rinderschlachthaus erbaut wurde. Em»weites und drittes wurde tn den Jahren 1749 und 50 an der Waisenhaus und an der Marschall« brücke, und zwar auf Pfählen üdrr die Sp-ee errichtet. Mrt dem Unrath wurde kurzer Prozeß ge- macht; man warf ihn einlach unten ins Wasser vre Gedärme reinig e man von einer Wa-chvank aut tn der Soree. Der im Jahre 1326 e, öffnete und im Fahre 1871 gescirtosseire Bich« markt mit Schlachranlagen vor dem LandsSerger T-or, wrlchm Kläger erbaute, dürfte allsettig b- ka mt sein, ebenso Vre Gr« schichte und das Ende der Berliner Prehriarkls» Attrengesell- jchaft in der Brunnenst-aße. Auf dem Perron des Görlitzer Bahnhofes und zwar der Adfah�tseile wird gegen warug längst oer AusgaogSthüren der Wartesäle ein Gftler gezo en, um dieselbe Einrrchtuna der» zustellen, wie fie auf den NorddahnperronS für den Lokal» verkehr besteht. Da mit dem 1. Juni die Fernzüge der Gär» litzer Babn sämmlltck vrn der Sradtbahn aus deiörde« wer» den. so find« vom Görlitzer Bahnhof auS nur noch der Bor» ortoerk-hc statt, und die hierzu ei, gestellten Züge sollen, wie die Stadt ahnzüge so organiftrt w-rden, daß die Begleitung von Schaffnern fortsälll und daS Koupiren der LilletS beim Betreten de« Perroni erfolgt. Die Halleftelle der Hamburger Bahn am Span» daner Bock schaint ntwt zu Stande zu kommen. Wie schon früher, so na: auch vor Kurzem wied.r von der Dtr,tt,on der Svandauer Bergdrauerei VaS Gesuch um diese Haltestelle ein« gebracht worden. Die Bahnverwallung macht zur Bedingung, pinfiovirte Hauptmann in Gesellschaft de» Baumeister« ein; Guten Abend, meine Herren/ „Guten Abend." Der Hauptmann war, solange er in Aktivi ät ge> standen, streng konservativ geweftv, seitdem er aber um» wartet zeitlich pensiooirt worden, hat er sich zu, gemäßigte» liberale» Partei hingeneigt, um jedoch für sich eine eigene Fraktion zu bilden,— nennt et sich:„Dmtschsp echender iesterreicher."— Vor eimr Woche ungefähr hat rhn der jüdische Pferdehändler mit einem alten Gaul Über de» Löffel barbiert— nnd da ist er nun obendrein zu de» Antisemile« Übergefteten. Er hört jetzt eine Weile schadenfroh zu, wie die An» deren sich mtt Worten balgen, dann ruft er plötzlich: „Meine Herren, Sie wisse»' doch alle wstrinarder nicht, woher diese Uneivigkeiten kommen I— Soll ich« Ihne» sage»?— Von dtn Zubcn; die sind an Allem Schuld!" „Wahr ist'«," bestätigt der Baumeister, dir heute Morgen den Kontrakt betreff« Renooirung des Ki chthurm» mtt dem Stadtpfarrer abgeschlossen hat, uno selbstverständlich zur ultramontanen Partei hmüberschtett.—„Der Herr Pfarrer—" „Lassen wir den Pfarrer au« dem Sp'el," entscheidet der Hauptmann.„Ich betrachte den Jude» einfach vom Standpunkt de« Staatsbürger«, und da muß ich kage», daß er sich allenthalben al« Krebsschaden— sozusagen al« Batterie"— „Bakterie", verbessert der Dek or. „Nennen S>e'S, wie Sie wollen,"— der Hauptmann thut eine» ärgerlich-n Schluck und wischt stch den st üppigen Bart—„aber, wo viele Juden sind, da muß der Staat langsam zu Grande gehen.— Warum ist in Berlin die Misere so groß? Wnl"— „Odo I"— von Seite» der hochdeutschen Partei— „die Berliner Börse beherrscht de» Weltmarkt!" daß die Brauerei> Gesellschaft daS Terrain unentgeltlich her« gebe, die Kosten der ganzen Anlage und der Wartehalle trage, endlich auch die Beamten besolde. Auf die l-tz?« Forverung sind die Petenten nicht geneigt, einzugehen. Die Forderung seitens der Bahn, auch noch die Besoldung der Beamten zu übernehmen» ist ein« zu weit gehende, denn die Verwaltung darf nicht, waS sie augenscheinlid) gethan hat, vergessen, daß der Betrieb der Strecke mit Eröffnung dieser Etatwa tovodl durch den Berliner, wie auch durch den Epandauer Verkehr «wen bedeutend erhöhten Nutzen abwerfen wü de. Für Berltn ist der Bock nicht bloß allein alS VeranügungSlokal in Betracht zu ziehen, sondern besttzt noch vi-l mehr eine nicht zu unterschätzende Wichtigkeit als einziger EtnbiuchSpunkt i" den nördlichen Grunewald und geeignetster V rmitrl-r deS Verkehrs der Ortschaften Picheltberge, PichelSwerder. Echildhorn mit der Hauptstadt, und deshalb würde die Anlage einer Station, welche die Erreichung deS BockeS leichter möglich macht, als eS jetzt unter den bestehenden erschwerenden Umständen geschehen kann, ein Verdienst speziell um die minderdegütcrte erholungS- bedürftige Bevölkerung Berlins sein. Der reiche Mann nimmt sich, wenn er nach dem„Beck" will, gewöhnlich einen Wagen, der weniger gut Lituirte kann stch diesen Luxus nicht leisten, er muß mit seiner Familie die Vermitrelung der Etadt- und Pferdebahn benutzen, und dies« Verkehrsmittel find im Som- nur an dm Tagen stärkeren Verkehrs steti so überfüllt, daß fie für den Verkehr gefährlich werden und deshalb dürfte eine Entlastung nicht nur erwünscht, sondern sogar nöthig er- scheinen. Die großartige FenertbrunK» welche am Sonnabend an der südöstlichen Umgebung unterer Stadt ausbrach, und die wir bereits in unserer SonniagSnummer kurz meldeten, war nach der übereinstimmenden Meinung aller Augenzeugen die furchtbarste und verheerendste, die seit Menschengedenken hier gewütbet hat. Der Schrecken, den fie verbreitete, und die Schnelligkeit, mit der fie um fich griff, machten einen so mäch. tigen und erschüiternden Eindruck auf den Zuschauer, daß eS diesem schwer wird, schon jetzt, so unmittelbar nach der Rata- strophe seine Empfindung in Worte zu kleiden.— Au' der zur Rixdor'er Gemarkung gehörigen Seite deS Kottbuser DammeS liegt die Schinkestraße, welche vom Maybach- Ufer nach dem Kottbuser Tamm führt und auf ihrer Süosrite vom Schiff- fahrt! kanal aus die Maschinmölfabrik von Otto und Büttner, dann die Stallungen deS Fuhrunternehmers Schöneberg, hierauf die Dachpappenfabrik von Wolffhrim und die Holzfärbe« fadrik von Auff-rmann nach einander in der Straßenfront mt- hält. An die Auffermann'rche Fabrik schließt stch ein etwa drei Baustellen enthaltendes Gartenterrain an urd den Rest der südlichen Straßenfront nehmen große Wohrge- däude ein. Hinter den gerannten Fadrikgrundstücken ziehen fich, parallel neben einander laufend, die Stätteplätze der Firmen Howeyer u. Siegelkow und Fischer u. Colberg bis zum Kottbuser Damm hin. In der Wagenfettfadlik war am Sonnabend bis 6 Uhr gearbeitet worden. Zwei zur Be- wachung zulückgeblieben« Arbeiter entdickten gegen 8 Uhr unter den neben dem Fabrikgebäude aufgestapelten Fäff-rn, welche Wagcnfett enthielten, einen aufsteigenden Qualm und ehe noch irgend welche Maßnahmen getroffen werden konnten, schlug bald eine mächtige Flamme hervor, die von dem heftigen Winde auf da» nur durch eine Mauer von den Fabrik- räumen getrennte Scköneberg'sche Stallgrundftück getrieben wurde. H er entw'ckelten fich furchtbare SchreckenSszenen. Der ohne wesentliche andere Hilftkräfte auf dem Etallgrundstücke anwesende Fuhrunternehmer stürzte fich in die bereits vom Feuer ergriffenen Ställe, um die Pferde von den K ippen zu lösen, was ihm auch mit größster Anstrengung bei den vor- bandenen einigen fünfzig Thieren gelang. Während dieser Zeit war die Schwiegermutter de» Herrn Sck., trotz der aus- drücklicken Warnung desselben, in ihre zwei Treppen hoch de- legene Wohnung emporgestiegen. Diese lag in einem thurm- artigen Bau, der die übrigen Gebäude des Grundstücks weit überragte und deshalb von den inzwischen hochauflodern den Flammen der in Brand gerathenen Wagenfettfäffer sofort ergriffen wurde. Die Pferde waren kaum in Sicherheit ge« bracht, alS fich auf diesem Grundstück eine furchtbare Szene abspielte. In dem thurmartigen Gebäude begann der innere Autbau, die Etagendecken zu wanken; in den einzelnen Woh- nungen brannten die Fensterkreuze und die Fußböden. Von dem einen Fenster der drei Treppen hoch belegenen Wohnung ertönte ein pellender Schrei und eine dort wohnende jung« Frau stürzte fich au» dieser Höhe auf den Hof hinab. Sie fiel auf die Beine und wurde anscheinend leblo» fortgetragen. (Später erfuhren wir, daß die Aermste lebt und ihr Zustand nicht hoffnungslos fein soll.) Unmittelbar hierauf stürzte daS Innere drs Tburmes zusammen, die Schwiegermutter deS Herrn Sch. unter fich begrabend. Die alte Frau hat vermuth- lich die in einem Schranke ihrer Wohnung aufbewahrten Er- sparniffe holen wollen und ist von der Katastrophe überrascht wo den. Von dem gesammten WohnungStnventar auf diesem Grundstücke ist auch nicht das Mindeste gerettet worden, Alle» wurde ein Raub der Flammen. Nun verbreitete fich daS Feuer nach zwei Richtungen. die brennenden Wagenvonäthe deren düsterrothe, haushohe Flammen eine versengende Gluth auf weite Entfernung hin erzeugten und mit ihren schwarzen Qualmmafien einen schauerlich großartigen Anblick gewährten, setzten über eine Mauer hinweg, die südlich von der Wagen- fettfadrit auf den Holzpätzen lagernden Bretter- und Balken- vorräthe in Brand und zwar in so großer Ausdehnung und so plötzlich, daß in den dort stehenden Stallungen und Be- „Sauberer Weltmarkt!"— Was brauchen wir über- Haupt einen Weltmarkt und eine Börse?— Habe ich eine Börse nöthig, um meine Peufio» zu beziehen,— oder Sie, Doktor, um Ihr Honorar eivzustreichea?' „Ich glaube"— wagt de? Baumeister schüchtern— „daß doch auch die Freimaurer einen gute» Theil zum großes Durcheinander beitragen.— Nach der päpstlichen Eacyklopädie"—(Niemand fühlt fich zu einer Verbesie- rung berufen)—„zu schließen, die mir heute der Herr Pfarrer gezeigt ha», müssen da» recht gefährliche Menschen »Pah,— ganz ohne Bedeutung heutzutage;— reine Komödie," versichert der Hauptmann bestimmt.„Ich habe vor mehrere« Jahre» einen Freimaurer gesehe»,— der war gerade derselbe Mensch wie ich." Ei» neuer Gast tritt ein und wird allseitig begrüßt: der Herr Lehrer.— Während er die angelaufen« Brille wischt, durch dieselbe gegen daS L-cht blivzelt, und eine» Lcter bestellt, geht die Diskussion fort.— Mittlerweile kommt noch ein Nachzügler: der Eigenthümer der ersten und einzigen Großhandlung von Schilda,»in auSge- sprochever Gallowane, da er angeblich alle Noviiäten au» Paris bezieht.„Meine Herren,— schlechte Nachrichten\" — unterbrlcht er die Dislussio»—„die Unterhandlungen zwischen China und Frankreich drohen eine» schlechten Ber- lauf zu nehmen." Der Hauptmann wehrt ablehnend mit der Hand:„Ver- schone» Sie uns mit diesen dumme» Chinesen." „Die Chinesen sind gar nicht so dumm, wie mau glaubt," — ergreift der Lehrer das Wort—„fie habe» lange vor «n» da« Pulver erfundeu." „Und was die Flanzoscn betrifft, so ist es auch nicht so»eit mit„ihnen her"— ergänzt der Aktuar—„da haben"— amtenhäusem ebenfalls die größte Panik entstand. Zweifelhafte Gestalten, wie fie leider täglich zum Aerger jedes soliden Arbeiters in jener Gegend stch umhertreiben, nahmen die gute G- legen heil wahr und„retteten" Taschenuhren und andere Wirtbschastsaegenftände, all-rdmat nicht für dm Eigenthümer derselben. Auch hier ist der Schadm der meist nicht ver- fieberten Leute an ihrem verbrannten Mobiliar ein bedeutender. Zu gleicher Zeit wurde die Dachpappenfabrik an der Straße vom F-uer ergriffen, welches hier in den Pappe« und Tbeer« Vorrälhm von Neuem Nahrung fand und sodann die unmittel- bar daran stoßende Holjfarbefabrik ergriff, wo die lagernden Fomnnvonäihk in kleinen Stücken von den ungebändigten Flam- men bis über die ganze Stadt geschleudert wurden. Gegen Villi Uhr Abends glich die ganze Fläche von der Wagenfettfaorik bis zum Kottbuserdamm einem furchtbwen Feuermeer, dos an der äußersten Ecke mit den blutrochen und schwarzqualmmden Flammen der Fettfabrik bcgann und am anderen Ende mit dem hellen lustigen und werßdawpfenden Feuer der gezimmerten Balken und tzolzvorräthe auf den Stätteplätzen abschloß. Hier auf den Plätzen hüpfte daS Feuer vom Winde getrieben mit der BehSndigkeit einer Katze von einem Ballenhaufen zum andern und von einem Bretterstapel zum andern. An eine Rettung der Vorräthe war nicht zu dmken; selbst die deladenen Holzwagen verbrannten mit ihren Lastm auf der Stelle, auf der fie standm, und nur die eisernen Ketten, die eisernen Achsen Radreifen und Beschläge, die genau in der richtigen Entfernung am Boden lauen, gaben Zeugniß von ihrem frühiren Dasein. — Daß dir R xdorfer freiwillige Feuerwehr der ihr hier zu- fallenden Au'gabe nicht gewachsen war, ist ohne Weitere» ein- buchtend. AlS die eisten Holzvonäthe von den Flammen er- griffen wurden, erschien die Berliner Feuerwehr am Platze. Vier Damp'spritzen und mehrere Handdruckipritz-n üderichüttelen die brennend-n Fettvorräthe mit Wasser! Vergebliches Bemühen! Auf dem Waffer schwamm daS brennende Fett in die Kellcriäume deS MaschinengebäudeS und brannte hier weiter. Die Gluth» welche die Fettflammen ausströmten, wirkte selbst auf wettere Entfernung betäubend. Die Feuerwehrleute, die unter dem Schutze abgebrochener Zaunplanken fich dem Feuer zu nähern suchten, um demselben mit dem Waffer bei- zukommen, ermatteten in der glühenden Atmosphäre und mußten Schutz suchen. Hier beim Drnchschlagen eines P ppdacbe» stürzte ein Feuerw'hrman» in den darunter brennenden Raum und würbe nur mit Mühe und schwer verletzt von seinen Kameraden ber ausgeholt, sofoit in nasse Leinenlück-r gehüllt und sein Transport nach Bethanien angeordnet. Mehrere andere Feuer- wrhrmänner wurden durch die Hitze betäubt und sanken auf ihren Plätzen um, und alS nun auch noch bas Feuer an den Fettfaffun fich gegen den henschenden Wind rückwärts ver- breitete, zog stch die Feuerwehr in eine geschütztere Stellung hinter den Zaun deS Nachbargrundstücks zurück. Bis gegen elf Uhr trafen die Feuerwehren von Schöneberg, Rudow und Johannisthal ein, von denen stch die letztere durch ihr wackeres Eingreifen demerlbar machte; fie hatte das einzige posttive Ergebniß deS AdendS zu verzeichnen; ihren Anstrengungen g-lang ei, ein auf dem Platz errichtetes Schmiedege- bäude vor dem Feuer zu schützen.— Der vom Feuer ange« richtete Schaden entzieht fich zur Zeit noch jeder auch nur an- nähernden Schätzung; jedenfalls beträgt er viele hunderltau- sende von Mark. Besonders schwer betroffen ist der Lefitzer der Gärtnerei in der Schinkrstraße, dessen Gärten völlig ver« wüstet find, ohne daß er gegen Feuerschaden verstchert war.— ES kann hier nicht verschwiegen werden, daß daS Vorzehen der F verwehr von vielen Seiten recht abfällig beurrheilt wurde; so wurde namentlich behauptet, daß eS möglich gewesen wäre, elren giößeren Theil der Holz�orrälh« zu retten, wenn die Dampfspcitzen dort mit größerer Energie eingegriffen hätten, statt auf daS ziemlich unersprießliche Unierwaffersetzen der leicht brennbaren Fettstoffe so aroßeS Gewicht zu legen. Wir mögen ein Urtheil hierüber nicht fällen; wohl aber verdient diese Frage angeregt und beantwortet zu werden; denn eS darf nicht die Meinung aufkommen, als gälte für unsere Feuerwehr die FeuerSgefahr auf dem Rixdorfer Territorium weniger ernst, al» die FeuerSgefahr in Berlin. Daß die Feuerwehr für solche Dienstleistungen außerhalb ihreS eigentlichen Wirkungskreises entschädigt werde, und daß namentlich unsere braven Feuerwehrleute in solchen Fällen besonders gut entschädigt werden, dafür wollen wir gern eintreten. In F-uerSnoth zu helfen ist Menscher Pflicht und wir möchten eS doch nicht erleben, daß fich ein gefühllose» bureaukratischeS Verwaltungkprinzlp mitten auf dem Kottbuser Damm zwischen den Berlinern und den Rix- dorfem festsetzt, wenn diese schleuniger Hilfe bedürfen. Wahr- hast skandalös ist der Fakrum, daß die Leiche der auf dem Sch achen Grundstück« verunglückten Frau ncch am Sonntag Abend unter dem Schutt lag und noch keine Hand fich ge» funden hatte, um die erforderlichen Ausräumungsarbeiten vor- zunehmen.— Ganz Berlin, Alt und Jung, pilgerte am Sonn- tag nach der Brandstätte. Etwa ein Dutzend glühende Haufen auf den Holzplätzen standen noch in hellen Flammen und bilden am Abend«ine schaurige Beleuchtung zu den Ruinen der Fabrikgebäude. Die Großartigkeit des Schauspiels in der Nackt zum Sonntag aber wurde erhöht durch da» schwere herauf- ziehende Gewitter, deff-n Blitze kaum die lodernden Flammen zu übertreffen vermochten und veffen anhaltender Regen spurlos an dem Flammenmeer vorüberging. An ihre« Früchten sollt ihr ste erkeunen. Im Verein für häus.iche Gesu dhntspflege machte Sladlsyadikus Dr. Eberty amEonntag Vormittaz. folgende die„Wohlthäligkeit der Reichen" äußerst charakterifirenve Bemerkung:„Es sei b.kannt, daß „Bitte jehe", erwidert der Handelsherr—„wir reichen «och lange nicht den westlichen Nachbarn daS Wasser." „Lächerlich!"— au« alle« den auderen Kehlen gleich« zeitig. „Gar nicht lächerlich I"— haben wir etwa einen Sirousberg, der den Suez-Kanal gebaut hätte,— oder— „Le Schöps!"— verbessert der Baumeister, glücklich, einmal sein Wisse« zeigen zu könne»—„Le Schöps,— nicht SttouSberg;— übrigens, dem Name» nach, auch eher ein Deutscher, al« ei« Franzose!" Ei» eisiger Blick von Seite« des Kaufmann« trifft den Architekten.„Und wa» den ftanzöstsche« Patriotismus an- belangt— „Schöner Patriotismus!"— bemerkt der Aktuar achsel« zuckend—„das hat man während der Kommune gesehe», wie fie in ihrer eigene» Stadt gewüihet haben." „Na, hätten wir'« Anno 48 nicht gerne auch so ge- macht?"— meinte der Apotheker. „Ja, wenn wir nicht dagewesen wären!"— ruft der Hauptmann, au« seiner freifinnige« Rolle fallend. „Meine Herren, ein frisches Faß ist angeschlagen wor- den?"— melset der Wirth diensteifrig. Der Lehrer hatte sich bereit» erHobe», um zu gehe«. Seine Frau hat ihm vorgerechnet, daß monatlich neun Gul« den mehr in der Kasse bleiben würden, wenn er e» über sich brächte, seinen Bedarf an Abendbier und Zigarren etwa» eiazuschränke«.— Neu» Gulden monatlich, das macht 108 Gul- de» jährlich,— ein nettes Sümmchen, welche» die Erziehung»- koste« de« Aeltestev fast vollständig decken dürfte. Er hat die Richtigkeit eingesehen, und versprochen, Punkt zehn Uhr zu Hause zu sein.— Aber gerade jetzt kommt die Rede auf da« Zahr 48,— da giebt's ja so viel über feine Erlebnisse als Studentenlegionär zu erzählen, und noch dazu— frisches augenblicklich eine Haukkollekte für die Zwecke der Fertenkolonie im Umlauf fei. Dieselbe habe daS devauerltche Resultat er- geben, daß während im sogenannten Weber-Viertel fast jede Familie ein kleines Scheifl-.in betgesteuert, in den reicheren Stadttheilen, wie z. B. in der Behrenstraße, wo zumeist die Aristolratie und großen Bankiers ihr Domizil aufgeschlagen haben, der Ertrag äußerst gering ausgefallen fei. letzterer Straße fei in vielen Häusern überhaupt nicht! gezeichnet worden. Er(Redner) wolle ob dieses Verhalten! keinerlei Vorwurf erheben, da er glaube, daß nur die Unkcnnt- niß über die Zwecke der Kollekte diese» beklagenSwerthe Er« aedniß herbeigeführt.(?) Allein die« Faktum führe zu der Rothwmdigkeit, dm Verein auf der Bast» der breiten Schicht« der Bevölkerung immer mehr aufzubauen. Es müsse desHalt die Kenntniß über die Zwecke deS Verein» in die weitesten Kreise getragen und darauf aufmerksam gemacht werden, daß die Ferien- Kolonien die Thättgkett des Vereins keineswegs schöpfen und daß somit ein« Unterstützung de» Vereins einl allgemeine soziale Pflicht sei. Der Verein müsse durch seineTM«' lett den Beweis liejern, daß eS zwifchm Arm und Reich keinen RT sondern ein festes gemeinsames Band gab. Andere StA« seien in dieser Weise bereits mit leuchtendem Beispiele vow� gegangen. Frankfurt a. M. habe durch eine Kollekte 88 000#' Köln durch die Veranstaltung eineS sogmannten Jahrmärkte!' innerhalb drei Tagen 106000 M für vie Ferim-Kolonien zielt. Allerdings habm fich bei diesem Jahrmärkte alle 0'' völkerungsklasscn durch Veranstaltung der verschiedmstm 5% stellungen dethetligt. In Berlin soll die Kollette ca. 25000# ergeben haben. Hebet daS Seelenleben der Thier« konnte man to der großen Feuersbrunst in der Schinkestraße interessante odachtungen anstellen. Noch ehe das Feuer seine verbcerend Kraft mtwickclt hatte, zeigten fich die Pferde in dm zahlreich� theils innerhalb der Brandstätte, theils nahe bei derselben i'! legeren Ställen auffallend unrtih'g, und als fie der Reihe nc» von den Halftern loSgeschnittm wurden, stürzte jede»# weitere Führung sofort hinaus in» Freie. Ein besonders W scheS Pferd zeigte am Sonntage, als es in dm unverschrttf Stall zurückgeführt wurde, alle Zeichm der Angst und Schr-ckm» und verfiel, al» man es an seiner allen Krippe festigte, in heftige, krampfartige Zuckungen, die erst nachließ als man das Thier wieder ins Freie brachte.— In[f Wagenfettfadlik, dem Ausgangspunkt de» Brande« ganz«%' befand stch ein Hundtstall, in welchem fich fünf Hofhunde � geschloffen befanden. Unter diesen Thieren befand fich#" große Neufundländer-Hündin, mit noch zwei augenlosm fauflf. den Jungen. Di« Hündin weigerte fich, den Stall, al» er geiM wurde, trotz der furchtbaren, sofort einströmendm Gluthitze jj verlaffm und biß selbst nach den ihr bekannten Personen, oM ste hinauStreiben wollten; erst alS man ihr die Jungm vora>» trug folgte fie willig nach auf die benachbarte Wiese.% scharrte de» treue Thier ein Loch in dm Rasm, legte � Jungen hinein und blieb während de» strömenden Gennttw regen» die ganze Nacht hindurch unbeweglich auf dem LoOj fitzen.— Eincn nicht minder bemitleidmSwetthen Ewvl-° machte ein Dachshund, der am Sonntage durch die aum brannten und arg verwüsteten Wohnräume feiner He:rsSap kläglich winselnd umherschlich.— Da auf den HolzplätzM den tott beschäftigten Leuten viele Tauben gehalten wuro«, so hatten die Zuschauer beständig da» mtsetzliche Schaissj»; ganze Flüge ihr brennendes Heim umkreisen und schließlich' die Flammm stürzen zu sehen. Einzeln« dieser Thier«, die c entfernteren Stellen zur Erde fielen, fand man mit glimmeno� Gefieder und total verbranntm Füßen. Die Anhänglichkell° Thier« an ihre Heimstätte, von welcher Eiamschaft Vit PllWa loaen auck den bekannten Ortssinn der Tauben ableiten. � daß Ili" Pf. loaen auch den bekannten ÖrtSfinn der Taudm ableiten, nicht neu; dagegen war«» jedenfalls merkwürdig. auch«in Stößer, der schon fett Wochen unter dm Toew seine Räubereien verübt hatte, plötzlich hoch an dem«lüb, h,r Hmizcni erschien und nachdem er hier eine Zrit lang bekannten Art dieser Raubvögel wie unbeweglich fi a Umfange» in einen sog. Dtebetrock, der eine weite Ta!«�, Bier!— Ei, was,- ein Mal ist kein Mal; er HW Hut auf dm Hakm und fetzt fich. � Die Gemüther werde« immer erhitzter. Der Hau?' uji kann sich die Gelegenheit nicht entgehe« lassen, mllua � Reminiszenzen heraufzurufen: wie er„da» Gesindel pulvert",—„zusammengehaut" und die„Bagage zu i getrieben!"— Die Worte„Gesindel" und„Bagage den vom Lehrer und Doktor Übel aufgenommen,"T wird persönlich,—„verkappter Jesuit',—„rothe nisten",—„Landsknechte" und andere Worte fi((r«« einem Lager zum andere« hinüber,— Fäuste donne � de» Tisch,— die Stirnadern schwellen, die Auge» aus den Höhle» und—„meine Herren, wen» darf: die Polizeistunde I"— Dieser Ruf bringt das Meer wieder zur Ruhe.„„„„«f V* A Der Lehrer wackelt bedenklich; er hat hat � gar einen Extraliter, und dann noch einen Sji Ebenso der Doktor; der Hauptmann steht übertriebe'nflfi* während er in der Geldbörse wühlt und mit d«n nicht fertig wird, weil er die Sechser von den-o nicht zu unterscheide» vermag. Endlich greife» alle nach de» Hüten. Der„ pi«. lang«, denn morgen heißt e« doch wieder spreche", heute werfe» fie sich kurze, gemessene Blick«»u,„ J* hat jeder etwa, Selbstbewußte», Triumphst--d«- dm» jeder fühlt, daß er heute mannhaft für � J,,n Gesinnung eingestanden.... lieb Vaterland m-i» Za, ja, so ziemt es fich für dm deutsche« Die Frau gehört zu Kaffee, Strickstrumpf««*...#| -- der Mann: zu Bier, Pfeife und- P«" i ««schwinden ließ. Der Diebstahl wurde aber noch rechtzeitig entdeckt und die Person einem herbeigeholten Schutzmann Cr weiteren Vnanlaffung übergeben. Derartige Dtcdebröcke stehen auS zwei unten und oben zusammengenähten Röcken, in welche ein« Unmenge selbst großer Gegenstände geborgen ««den lönnen. Gewöhnlich ireten zwei auf einem„Raubzug" «stndliche Personen inS Geschäft und während die eine die «ufmerlsamkeit deS VnläuferS auf fich zu lenken weiß, indem ste stch diese oder jene Gegenstände auZ dem Lager reichen «ßt, denützt die andere Gaunerin die Gelegenheit, einen Gegen« stand nach dem anderen in ihre weile Kleidertasche verschwin- den zu lasten. Die GeschästSinhader und die Angestellten derselben werden daher gut thun, wenn ste ihr: Aufmerksamkeit gerade aus�rauenZversonen lenken, auf welche obig« Schilderungen De««achfolgenden Bericht von dem Tode eines Knabm entnehmen wir einer Lokalkorrespondenz. E< scheint stch um «n außergewöhnlich trauriges Mißgeschick zu handeln, bei dem oufall und Schuld kaum auseinander zu halten find. Wir Reden die Darstellung daher, wie wir ste finden, ohne für die Einzelheüen Verantwortung zu übernehmen oder ein Urtheil zu äußern. Der Berichterstatter schreibt: An der Eck- der Ali xan- dlincn' und Guschinerstraße versuchte gestern Nachmittag ein sechsjähriger Knabe mit einem Pferdcbahnwagen um die Wette »u laufen und scheint dabei die Pferde beunruhigt zu haben. Um dieS zu verhindern, schlug der Kutscher mil der Peitsche «ach dem Knaben, wobei fich die Peitschenschnur so fest um besten Körper schlang, daß der Laufende zu Boden qeriffen wurde und gerade vor die Räder zu liegen kam. Ehe ein «remsen möglich war, waren ihm die Räber veS schweren Wagens über beide Beine gegangen. Er starb, ehe noch ärzt« »che Hilfe zur Stelle geschafft werden konnte. Die Leicke deS «indes wurde von Augenzeugen in die Wohnung der Eltern, «mer in der Neuenbürg« Straße wohnenden Arbeiterfamilie geschafft. Wegen BerbrechevS gegen die Sittlichkeit ist vor- M«n der 16 jährige Kaufmannslehrling S. verhaftet worden. derselbe hat mit Kindern im Alter von 3—10 Jahren, welche ? mit dem Versprechen, ihnen BondonS zu schenken, in den %R&«kll« seines Prinzipali gelockt hatte, unzüchtige Hand« «lngen vorgenommen. m Gewarnt wird vor den beiden Schlafßellenmardern Carl Ponath und Hermann Wettkamp. Dieselben find, nachdem ste furze Zeit bei ein« armen Wittwe in der Elisabrthstraße 8.-9 «wohnt, bei derselben auch gegeffen, Nachti durch daS Fenster R«ucft, natürlich ohne vorher Wohnung und Esten bezahlt zu „* Ertrunken. Am Sonntag Vormittag um 11 Uhr unter- Mmen die Arbeit« Otto Behnke, Franz Pietack, Adolph fMIchel, Rudolph Cbarnikow und andere, die all« bei Dansch, �?oizstraße, in Arbeit stehen, eine Waffnpartie. In dn Mitte «vree wechselte, angeblich H«r Pietack, seinen Platz, um an ein Ruder zu setzen. Hinbei gerirth daS Boot ins in? nSn'en' kenterte und sämmtltche Insassen des KahncS fielen „. Waster. Trotzdem Pietack geübter Schwimmer war, ertrank b-i'J�so alle übrigen, mit Ausnahme eines einzigen, deS Ar- u'lnl Henschel, d« gerettet wurde. Pietack ist verh-irathet hinterläßt eine Frau, welche stch in g-.segneten Umständen gMoet und eine S jäbrige Tochter. Alle Ertrunkenen find ""»ige und nücht«ne Menschen gewesen. i>„ Wasserstand der Spree in der Woche vom 16. bii 22. Mai 1886.(Angabe in Metern.) Tage 16./5 �wL-berbaum 2,58 2,54 1,0 17./5. 2,59 2,55 1,07 3%.%% 18V5. 2,62 2,58 1,04 19./5. 2,64 2,61 1,04 20,-5, 2,66 2,63 1,10 21./5, 2,64 2,59 1,12 22./Ü. 2,62 2,58 1,10 ..... der Markthallen- Verwaltung. I. Sandmann, städtischem VerlaufS-V«» �ooll in der Zentral- Markthalle am -----1,50, mittel 120 mittel 1,40-1.60, ;(.--...-.......-1,80, Kleist 0,50, § Aa, Ära Giä 5 ,latffn de» gestrigen Preis. Eier nach Qualität 1,75 p» Schock. Butter schleppendes Geschäft. Rapider �ersrückgang in Hamburg scheint die Käufer hier zurückhaltend d'bm.??' indeffen wurden die gestrigen Preise noch mir Mühe «firfi V 1 List- und Westreuß. I. 1,05, IL 1,00, III. 90-95, Holstein« rc. L 1,90, II. 1,64, in. 1,80, Land. Netzbrucher 140-144, Polnische 150-156 MI. per So Uo- Käse Edammer 1,40, Westpreußischer Echweiz«käse 1, 120Quadrat> Sahnen käse L 18-25, II. 14, Centrifugen 10 �12 Mj. ptt 100 Kilo. Gemüse, Salat 1,00-1,50 M. per iij x�opi«, Spargel I*. 0,80—1,00 Mk., geringere Sorten 20 Pf. per K'lo, Zwiebeln 17-20 Ml. per 100 Kilo. Äb't, frisch 12,50 Ml. per 100 Kilo, Kartoffeln 38 Mk. 30 tf,(Sit., frische Malta 16-18 Ml. per 50 Kilo, Gurken ®lütf 6 Mk. �olizet, Bericht. Am 28. v. M. AbendS schlug ein ede�s rlräg« an der Ausladestelle in der Fruchtstraße einen Wl? dort beschäftigten Arbeiter in Folg« eines Streites Qh mit einem Stück Hol,, daß derselbe einen Armbruch - Um dieselbe Zeit fiel ein Tischler bei ein« eW toei vor dem Hause Lützowstr. 56 zu Boden und«liit WJ. oindruch. so daß er nach der Charilee gebracht wnden Wob». Am 29. v. M. vergiftete fich ein Mann in sein« faju Ate tn der Luckauerstraße mittelst Cyanlali.— Um die« be, Ä!» sprang ein Mann in selbstmörvnischer Abficht von �id,, �rti brücke auS in den Louisen städtischen Kanal, b.»...i�boch van dem Sergeanten d« 9. Kompagnie deS ...■�''mtflimen» zu Fuß. Schwaß, welcher sofort nachge. �ls» mar,«twa 5 Minuten über Wasser gehalten und mit ßtij Schiffers an da» Ufer gebracht.— Zu derselben utttft. y in der Hofbäckerei von Schindler, Alte Schon» s. <.75 �ungenügend« Befestigung auS einer Höhe von S dttt.iiL1 ynab und traf den Trommer so heftig, einen Bruch de« Unken Oberschenkels davontrug Wno«) dem St. Hedwigs Krankenhause gebracht werden Alfter C,. An demselben Tage Miltags stürzk der Schnür. fn, cLuthuff im Viktorim Theater aus Unvorstchtigkeit durch xrumn�ung d.S Schnürbodens auf die etwa 13 Meier � Ä«n dr�Ä"? Un!) wlm sämmtlich ir.S Waffer. Dabei UKMM m""PPBmten d«S HauseS Lützowsttaße 95 die Leiche einei unbekannten, anscheinend dem Arbeiterstand« angehörigen ManneS gefunden und nach dem Letchenfchauhause gebracht.— Zu derselben Zeit fiel ein unbekannter, etwa 30 Jahre alt« Arbeit« vor dem Hause Koppenstraße 50 plötzlich zu Boden und starb auf d« Stelle. Die Leiche wurde nach dem Leichen- schauhause gebracht._ Gerichts-Zeitnng. Für eine Uichtferttge Denuntiatio«, in deren V«- folg d« Arbeitet«rix wegen strafbaren Eigennutzes, vorsätz- licher Sachbeschäsigung und Bedrohung unter Anklage gestellt wo:den ist, erhielt der Urheb«, HauSelgenthümer Müller, Kolbergerstr. 3, eine kleine Lektion. Nach d««statteten An- zeige sollte der Angeklagte eine in seiner Wohnung befindliche Thür vorsätzlich beschädigt, den Eigenthüm« Müll« mit dcm Verbrechen des TodtschlagS bedroht haben und auS dem Hause Koldergerstr. 3„getücki" sein, ohne vorher seine kontraktlichen Verpflichtungen erfüllt zu haben. In letzteren Beziehungen hatte der Denunziant behauptet, daß sein Mtether die kontratt- lich stipulirte Entwäffnungsabaabe von monatlich 75 PI. nicht entrichtet hatte; auS diesem Grunde hätte er dem Miether gegenüber sein R-tentionkrecht geltend gemacht und dem- selben untersagt, beim Fortzuge seine Sachen mitzunehmen, ehe er die für die EntwäfferungSabgabe schuldigen Beträge nicht entrichtet hätte. Im Te'min vor der zweiten Straf« kammer hiestgen Landgerichts l legte d« Angeklagte seinen Kontratt und sein MiethSquittungSbuch vor; auS ersterem ging hervor, daß die EntwäfferungSabgabe in der Gesammlmiethe stipulirt war, auS letzterm, daß die Miethe in voller Höhe stets vrompt bezahlt worden. Betreffs d« ihm zur Last gelegten Beschädigung der Thür erbrachte der Angeklagte den Beweis, daß diese Beschädigung schon vor seinem Einzüge vorhanden Sewesen ist. Der dritte Anklagepunkt beruhte nur auf dem leugniß deS Denunzianten, dem selbst der Staatsanwalt keinen Glauben schenkte. Nachdem der Vor fitzende dem Zeugen Müller die ernsteste Vnwarnung«theilt,«kannte der Gerichtshof dem Antrage de« Vertheidige.S entsprechend auf Freisprechung. t Kann eine vom Vorfitzenden für geschlossen er» klärte Versammlung polizeilich aufgilöst werden? Diese Frage lag allndings nicht in so einfacher, sondern in kompli- zirterer Form der Strafkammer V deS Landgerichts I gestern zur Entscheidung vor. Der Schriftsetzer Rodert Schultz- hatte als Vorfitzender deS Vereins für daS wnkthätige Volk vei 29., 30. und 31. Kommunal- Wahlbezirks(Arbeiter- BezirkSoerein „Unverzagt') eine Versammlung geleitet, die am 29. September v. F. in einem Lokale der Neuen Friedrichstraße stattfand. In der Diskussion über dm Vortrag:„Die Mtlitärverhältnifse Deutschlands" nahm der Schriftsetzer Kunkel daS Wort und setzte in scharfer Weise die Kritik des Refermten fort. Der Vorfitzende unterbrach dm Redn« und erklärte kurzer Hand die Versammlung für aufgelöst. D« üde.wachende Polizei- deamte, Polizeilieuienant Schmidt erklärte hierauf seiner- settS die Versammlung für aufgelöst und ließ den Kunkel vnhaften. Mit Schultze gerieth er in einen Wortwechsel, im V«laufe dessen er ihn, wie er behauptet, mehrfach aufforderte, dai Lokal zu verlaffen, da die Versamm- lung, wie er hinzusetzte, auf Grund des§ 9 des Soziallsten- gesetzrS aufgelöst fei. Schließlich wurde auch Schultze vnhastet und zur Wacke gekrackt. Es wurde Anklage gegen ihn auf Grund der§§ 9 und 17 deS Sozialistengesetzes erhoben. Das Schöffengeiickt sprach aber in seiner Sitzung vom 24. Februar d. I. den Angeklagten frei. Gegen dieses Uriheil hatte die StaatSanwaltsckast Berufung eingelegt, die gestern vor der Re- vifionsinstanz zur Verhandlung stand. In der RechtfertigungS- fchrift war ausgeführt, daß Schultze in frandem legis gehandelt habe, d. h. die Versammlung rasch für geschloffen«klärt habe, um dem Polizeideamten ein Schnippchen zu schlagen. Der Anordnung, fich zu entfernen. hätte der Anqe- klagte unbedingt nachkommen müffen. War er der Meinung, daß die Auslösung zu Unrecht«folgt sei, so hätte ihm der Beschwerdeweg offen gestanden. Er habe aber dem Polizeilieutmant nicht allein daS Recht, sond«n auch die Thai- fache der Auflösung destritten. Deshalb fei« zu bestrafen.— Die Zeugenvernehmung ergab folgmdeS: Zeuge Polizeilieutmant Schmidt sagt aus, daß« im Begriff stand, dm Helm zu er» greifen, um ihn aufzusetzen und die Versammlung aufzulösm, alS Schultz«, d« mit der Klingel in der Hand und stehend ihn fortwährend beobachtete, ihm zuvorkam und in schneller Wort- folge in die Versammlung hineinschrie: Die Versammlung ist geschloffen. Darauf habe«(Zeuge) noch rasch die l-tztm Worte Kunkel'S fixirt und dann, als er stch übcrz-ugte, daß dt- Anwesenden keine Miene machten, fich zu entfernen, die Auflösung ausgesprochen. Schultze habe fich nicht entfemt, sondern ihm daS Recht der Auflösung bestritten. ES sei mög> lick, daß einige Minuten veraaugen seien, bevor«. nachdem d« Vorsttzmve die Ansammlung geschloffen, aufgelöst habe. — Die Zeugen Steindorff und Franke stellen den Vorgang so dar, als habe der Polizeilieutenant durch nichts seine Abstcht kunvgegedrn, die Versammlung aufzulösen. Es habe vielmehr geschienen, alS wenn er selber überrascht gewesen sei.— D« Staatsanwalt deantragt bi-rauf 1 Monat Gefängmß.— Der V-rlheidiger, R-chtianwalt Fl«s, hob besonders hervor, daß Schultz: durch seine Handlung durchaus nicht daS Gesetz um- gangen, sondern«füllt habe. ES sei doch nicht die Abstcht deS Sozialistengesetzes, der Polizei Gelegenheit zum Einschreiten zu geben, sondetn eS wolle nur in drstimmtm Fällen die Fortdauer einer Versammlung verhindern. Dem gesunden Mensch-nv-lstand müsse eS überhaupt so erscheinen, alS könne eine geschlossene Versammlung nicht aufgelöst wnden, weil ste eben nicht mehr bestehe.— Nach kurzer Berathung sprach der Gerichtshof den Angeklagten für schuldig und oerurtheilte ihn zu ein« Grldstrafe von 100 M event. 10 Tagen Gefängniß. In der Begründung heißt es, daß die Versammlung ibalsäch- lich fortbestanden habe, als die Auflösung erfolgte.— Wie wir hören, wird gegen dieses Urtheil Reolfion beim Kammergericht eingelegt w«den. München, 30. Mai.(Privatmittheilung d«S„Berliner VolkSbl.") D« Monstre Soztalistenprozeß wegen Vergehen die§§ 128 und 129 des Etr.-G.B.(„Geheimbündelei") kommt hier am 11. Juni zur Verhandlung. Von den 46 Angeklagten find 10 außer Verfolgung gesetzt worden, von den 36 find 3 (Dr. Weiß, Wilhelm, Polh) flüchtig, so daß 33 Mann, davon 21 Verheirathete, auf die Anllagebank kommen werden. ES befinden stch darunter 1 Vergolder, 8 Metallarbeiter, 6 Schneider, 4 Sckuhmacker, 5 Schrein«. 1 Schrift, etzer, 1 Kaufmann, 1 Gastwirth, 1 Buchdruckereidefitz«, die Frau eines gleichfalls angeklagten Spenglermeist«, 2 Maurer und 2 Journalisten. Zwei d« Angeklagten, Ausländer, der eine Familienvater, fitzen in SichcrheitShast. Jetzt, da die Reaktion tn Deutsch lar d Oberwasser hat, ist der AuSgang dieses Pro-effeS von doppelt hohem Interesse. Die von dem Revolverjournalisten Bergschmidt gegen daS Unheil der zweiten Strafkammer hiestgen Land- gerichtS l vom 20. Februar d. I. eingelegte Reviston gelangte gestern vor dem zweiten Strafsenat deS Reichsgerichts zur Ver- Handlung. Der Angeklagte ist bekanntlich durch das gedachte Uriheil wegen theilS vollendet«, th-ils versuckter Erpressung in sechS Fällen zu einer Gefammlstrafe von 3 I ihren Gefängniß und 3 Jrhren Ehrverlust verurtheilt worden. In der von seinem Verthridig« eingelegten Reviston war voinehmlich maiertelle Gesetzes Verletzung durch Verkennung deS Begriffs der Rechtswidiigkeit deS«langten resp. deS erstrebten Ver- möaensvorthetl« und durch unzuläsfige Annahme verschieden« selbstständiger Handlungen gnügt worden. Im Termine vor dem Reichsgericht vertrat Rechtsanwalt Wreschner aus Betltn die Revision und stützten fick seine Auisührungen hauptsächlich auf den letzteren Angriff. Er erachtete in einzelne« Fällen die Feststellung der verschiedenen selbstständigen Handlungen ohne hinreichende Grundlage getroffen; es sei vielmehr, die Schuld deS Angeklagten vorausgesetzt, an- zunehmen, daß die Mehrzahl der Zeitungsartikel und sonstigen Handlungen auS einem einzigen Entschluß hervor gegangen find. Aus diesem Grunde beantragte er Aufhebung deS ange» fochtenen UrtheilS und Zurückverweisung zur andeiweitigen Verhandlung und Entscheidung tn die Vormstanz. Der Reichs« anwalt«achtete die thaisächlichen FeWellungen für unangreif« bar und jeden RechtSirrthum für ausgeschlossen. Er müsse da- hn die Verwerfung der Reoifion deantragen.— Der Senat verwarf diesem Antrage entsprechend die Reviston, indem er zwar dem Vertheidig« darin beipflichtete, daß die Thatsachen, aus denen der erste Richter die verschiedenen seldstständigen Handlungen konstrutrte, nicht angeführt seien, aber annahm, daß das Gesetz dieS auch nicht erfordere. Im Uebrigen lasse stch die Feststellung selbst nicht anfechten. Somit hat daS Urtheil gegen Bergschmidt Rechtskraft«langt. ReichsgerichtS-Eatschetdnng. Leipzig, 27. Mai.(Von d« Anklage des Vergehens gegen die öffentliche Ordnung war der Kaplan Gerhardt Nachtigall in Duisburg am 18. März von der Strafkammer doitselbst freigesprochen worden. Er hatte am 29. November o. I. im Sonntagsblatte, Beilage zu der von ihm verantwortlich redigitten„Duisburger VollSztg" einen Artikel über Klöster veröffentlicht und darin u. a. fo!° gendeS gesagt:„Nichts ist widerlicher als die Heuchelei der Gegner, der katholischen Kirche. Man sagt. die Klöster seien nicht nöthig. Ader wer hat die romanischen und germanischen Völker bekehrt? Die Mönche! JedeS Klost« war ein Vor dtld zivilisatorischer Arbeit. Aus den faulen Germanen, die im Somm« Krieg führten und im Winter nichts thaten, haben die Mönche«st Menschen gemacht!"— Nachdem den Mönchen noch manche? and«e Löbliche nachgesagt war, schloß' der Artikel mit der Versicherung, daß all' das gegenwärtige und zukünftige Elend, welches von oben verhängt wird, die Strafe dafür sei, daß die alten Wege verlassen find. Die Staatsanwaltschaft erblickte in diesem Artikel erdichtete Thatsachen, welche veröffentlicht wurden, um Staatieinrich» tungen und Anordnungen der Obrigkeit(G-setze üb« die Aufhebung der Klöster u. s. w. und Anordnungen der Obtigkftt zur Ausführung derselben) verächtlich zu machen. Der Ange» klagte weigerte fich, den Verfasser des Artikels zu nennen, de» stritt jedoch, daß der Artikel(obgleich darin verschiedentlich auf Deutschland Bezug genommen war) fich auf die deutschen V.-r» bältnisse beziehe; es sei vielmehr an— Frankreich gedacht. Der Gerichtshof erachtete erhebliche Zweifel für vorliegend, od die preußisch.deutsche«irchengesetzgedung wirklich gemeint sei und sprach deshalb den Angeklagten frei. Die hiergegen von der Staatsanwaltschaft eingelegie Reviston wurde a n 27. Mai vom I. Strafsenat deS Reichsgerichtes auf A- trag des RetchSan- waltes verworfen, weil ste nur gegen die thatsächlicken Feststellungen ankämpfe.______ soziales und Arbeiterbewegung« — Von der schädlichen Wirkung der neueste« Ver« sammlungs- Verbote auf die Erwerbs- und sonstigen Jntcr» essen der Arbeiter gewinnt man eine annähernde Vorstellung, wenn man die fast alltäglich bei der Lohnkommisston der Berliner Maurer einlaufenden Anzeigen, Klagen und Beschwerden der Arbeiter erfährt über Mißstände, welch-, wenn die Verfügungen nicht erlassen worden wären, jedenfalls p-n Gegenstand von Verhandlungen sofort einzuberufend« öffentlicher Arbeiter-Versammlungen bilden würden, um über geeignete Mittel zum Zweck ihr« Abstellung zu berathm. Wir wollen hier nur aus zwei Fälle aufmerksam machen. welche zu unserer«enntniß gelangt find. Bei dem ersten d« beiden Fälle handelt eS fich um eine leider nicht vneinzelt dastehende unsolide Geschäfts- prakiik bauführender Poliere beim Auszahlen der Wochenlöhne, die ihnen z-var vom detreffenden Bauherrn oder BaugeschäftS« inhaber ohne jedweden Abzug ausgezahlt wurden, die ste aber keineswegs voll und ganz an die beim Bau beschäftigten Hand- werker auszahlen, sondern von denen sie diesen einstweilen nur Abschlagszahlungen von etlichen Mark machen zu können de- haupten, um st- bezüglich deS ResteS auf den nächsten oder einen späteren Tag zu vertrösten. Nach dem diesbezüglichen uns vorgelegten, von den geschädigten 9 Arbeitern(8 Maurern und einem Bauarbeiter) eigenhändig unterzeichneten Schriftstück hat der vom Bauherrn, Rentier TrcwS, mit der BauauSfüh- lung auf dem Grundstück Gürlitzerstraße 57 beauftragt: 3«0'ft«PoIier Rudolph Flafchenträger(Petersburgerstraß- 23 bei Richter wohnhaft), der als beauftragt« Bauunternehmer sämmtltche von ihm beschäftigte Maurer ,c. unmittelbar und selbstverantwortlich in Arbeit genommen resp. engagirt hatte. am Sonnabend, den 23. d. M, der Hälfte seiner Arbeit«(acht Maurern und einem Bauarbeiter) anstatt deS fälligen ganzen Wochenlohnes nur eine Abschlagszahlung von 5 bis 6 Mark gemacht und ihnen deng eschuldetm„Nachschuß" resp. den bei weitem größeren Reftthetl für den nächstfolgenden Sonntag. den 23. d. MiS., versprochen, aber nicht gezahlt, sondern ste orrgebrnS 5 Stunden auf dem Vau hoffen und harren lassen, um sie schließlich abermals auf den andern Tag. Montag Morgens 6 Uhr, zu vertrösten, und zwar zum zweiten Male mit genau demselben negativen Resultate, nachdem er ste zuvor bis?'/, Uhr vergebens hatte warten lassen. Nun aber riß endlich auch den genannten Arbeitern die Geduld und ste wandten fich an den alS ebenso humanen wie solid belanntrn Bauherrn selost, der ihnen den restircnden. vom Polier eigen- mächtig und ganz ungerechtfertigter Weise einbehsttenen Wochenlohnb-trag ohne weiteres auszahlte. Demnach hielten stch die betreff-nden Maurer für berechtigt, gegen den genannten Polier eine ihnen auf Verlangen auck polizeilich bestätigte EnischadigungSfordkr�ng von ü M. für InSgrsammt 10 Stunden a"l dem Tempelhoferderge regelmäßig übliche, bekanntlich ge. WUMMK �.Auebeutung der jugendlichen Kräfte. Aus Bram. stad t, einem Nachbarmt von Bremerhafen, wird dem dorti» gen„Tageblatt' geschrieben:„Der Mangel an Dienstboten, zum großen Theil hervorgerufen durch die in hiesiger Gegend immer ftärker werdende Auswanderung, hat eine größere Heran« ziehung der noch schulpflichtigen Jugend zu den ländlichen Ar- besten zur Folge. Hüte« und Dienstjungen find daher sehr bc- gehet, namentlich wenn denselben ein tbeilwetser Erlaß des Sommerschulunterricht« gestattet werden kann. In Anerkennung deS BedürsniffeS ist daher auch in den sogenann« ten Nebenschulen unsere* Bezirkes für diesen Sommer nur ein Vmmittagsuntcrricht vorgesehen, so daß säm mtl i che Nach» mittags frei sind. Diese in mehrfacher Hinstcht zu empfehlende Einrichtung wird von der Ackerbau treibenden Be» völkerung gewiß mit Genugthuung begrüßt werden. wenn auch die 5 vormittäglichen Unterrichts» stunden für Kinder und Lehrer wohl etwas an. greifend sein bütften."- Also„mit Genugthuung" begrüßt die dortige Bevölkerung, daß oie Schulkinder fünf Stunoen hintereinander in der schwülen Schulstube fitzen müssen, müde und trage werden und deshalb nicht» lernen können;..mit Genugthuung" wird begrüßt, daß der Lehrer aus eben n«n. selben Gründen nichts Ordentliches lehren kann. Des Nach- ss? s oauerlichen Dienst eintreten, der manchmal recht sauer ist. Und «uf tiner solckxn Jugend, die man systematisch geistig und töiperiich zu Gmnde richtet, soll die Zulunft Deutschland? de« ruhen? WeShalb aber begrüßt„m a n" deraitige Verordnungen „mit Genugthuung?"— Weil man dadurch dillige Ardeut« käste erhält. Also sdei lieben Mammons wegen! Und alles das wird noch dazu„gesellschaftliche Ordnung' �genannt. Mit de« Innungen lebt der Jnnnagsgeist wieder ans. Vor einigen Wochen antwortete die hannoversche Bau« gewertS-Jnnung auf das Gesuch der Gesellen und Arbeiter, ie willkürlich vurch Entziehung der Vespenmuse auf lO'/i Stunden verlängerte Arbeitszeit wieder auf 10 Stunden herabzusetzen, kurzweg mit der Erklärung, die Innung habe mit der Lohnkommisfion der Arbeiter nichts zu schaffen. Jedem Meister sei eS überlassen, stch mit seinen Leuten zu einigen. Ali hierauf einige Meister die Vesperpause gewährten und so dem fest einem Jahre mehrfach wiederhollen Gesuch der Ge« sellen mehrfach entsprochen, forderte der Jnnungsvorstand diese Meister unter Androhung von 200 Mark Strafe auf, die Be« willtaung rückgängig»u machen. Er wurde nun darauf auf« merkjam gemacht, daß diese Androhung gegen die Gewerbe« Ordnung verstößt! auch fand das ganze Verfahren der Jnnungt« meister durch die Preffe eine begründete Vcrurtheilung, und da fie gegen dieselbe nichts einwenden können, sehen ste stch jetzt aenöihigt, die erst schroff zurückgewiesenen Gesellen um eine Wiederanknüpfung der Verhandlungen mit dem Innung?« vorstände zu ersuchen. Die Gesellen haben stch auch dazu bereit erklärt, und so ist die Lohnbewegung unter den Maurern in Hannover in ein neues Stadium getreten. Hoffentlich führen die Verhandlungen zu einer Einigung. Nach einem Bericht haben die Göttinger Meister eine Arbeitsordnung erlaffen, welcher ebenfalls nachgesagt wird, daß fie mit der Gewerbe» ordnung im Widerspruch stehe und die den Gesellen gewähr« leisteten Rechte mehrfach verletze. In Folge dieser Arbeits- ordnung hat stch auch in Göttingen ein Äaugewerkt-Fachverein gebildet. De« Echnahsbreuner«, Monopolschwärmern und ver« wandten BerusSgenoffen, den MäßigkeitSaposteln öl» Lammers kann nicht ost genug der goldene Spruch Justus v. Liebig's wiederholt werden, der die weiteste Verbreitung »erdient und der da lautet:„Man hat die Verarmung und da? Elend in vielen Gegenden dem überhandnehmenden Genuß von Branntwein zugeschrieben,— vieS ist ein Jrrthum. Der Branntweingenuß ist nicht die Ursache, sondern eine Folge der Roth. Es ist eine Ausnahme von der Regel, wenn ein gut genährter Munn zum Branntweintrinker wird. Wenn hingegen der Arbeiter durch seine Arbeit weniger verdient, als er zur Erwerbung der ihm nothwenvigen Menge von Speise bedarf, durch welche seine Arbeitskraft völlig wieder hergestellt wird, so zwingt ihn eine starre unerbittliche Naturnothwcndigkeit, seine Zuflucht zum Branntwein zu neh- men; er soll arbeiten, aber eS fehlt ibm wegen der unzureichen den Nahrung täglich ein g-wiffes Quantum von seiner Ar- beitskraft. Der Branntwein, durch seine Wirkung auf die Nerven, gestattet ihm, die fehlende straft auf Kosten seines Körpers zu ergänzen, diejenige Menge heute zu verwenden, welche naturgemäß erst den Tag darauf zur Verwendung kommt; der Branntwein ist ein Wechsel, ausgestellt auf die Gesundheit, welcher immer prolongirt werden muß, weil er auS Mangel an Mitteln nicht eingelöst werden kann; der Ardeiter verzehrt das Kapital anstatt der Zinsen, daher der unvermeid- licht Bankerott seines Körpers."— Diese goldenen Worte sollten in jede? Politikers— und Politiker soll heute jeder Staatsbürger sein— Kopf und Herz eingeprägt sein. Zur Unfallverstchernng. In den letzten Tagen haben die Vorstände der Unfallberufsgenossenschaften in Berlin eine Versammlung dehufS Verständigung über die Wahl zweier nich. ständiger Mitglieder des ReichSverficherungS. amti und deren vier Stellvertreter gehabt. Hierbei ist der Gedanke angeregt worden, zur Vertretung der gemeinsamen Angelegenheiten aller Beiufszenoffenschasten einen Zentral« a u s s ch u ß zu bilden. Der Gedanke fand allgemeinen Beifall und eS wurde beschlossen, eine Zentralstelle einzurichten, in welche die deutsche Buchdruckereiberufsgenoffenschaft, die nord« deutsche TextilberufSgenoffenschaft, die chemische BerufSgenoffen- schast, die Knappschastsberuftgenoffenschaft und die nordöstliche Baugewerktberufsgenoffenschaft resp. ihre Vertreter gewählt wurden. Mit der Leitung der Zentralstelle ist vorläufig der Vorfitzende der deutschen BuchdruckereiberufSgenoffenschast, Heir Dr. Eduard BrockhauS in Leipzig, gewählt worden. Die Lage der württembergtschem Korsettweber wird trefflich durch eine Mittheilung im„Schwäbischen Wochenblatt" deleuchtet. Danach beträgt die wöchent« liche Ausgabe einer Magstadter Korsettwederfamilie (die Familie zu 5 Köpfen geiechnet): für Brod 2,40 M, Butter, Schmalz, Eier 1,70 M,. Frühstück, destehend in einer Suppe, a 20 Pf.. 1,40 M, Gemüse. Mehl.-c. zu Mittag. essen 1,70 M., 2 P'v. Fleisch 1,12 M.. Seife. Soda, Stärke 35 Pf.. Taschengeld für den Mann 1 M. täglich 2 Schoppen Bier oder Most zu Vesper, a 20 Pf., 1,40 M., macht zu» sammen 11,7 Mal 52 Wochen 575,7 M.- Jährliche AuS« gaben für: MiethzinS 60 M., Steuer an Staat und Gemeinde M, Krankenkassen und sonstige Vereinsbeiträge 15 M., Brennmaterial, für solche, die Bürger find, 20 M., für Nicht- bürger entsprechend böher, weil diese keine Bürgergaben erhalten, Beleuchtung 12 M., Kleidung für die ganze Familie 45 M„ Schuhwert 30 M, Bett« und Weißzeug«. 15 M, Ersatz für zerbrochenes Küchengeschirr 3 M.. Tünchen der Wohnung, Kaminfeger 4 M., Schulgeld für 2 Kinder, Bücher ,c. 4 M, Zettungsabonnement 6 M, sonstige kleine Ausgaben 5 M., hierzu obige 572,7 M., macht zusammen jähr« lich 797,7 M. Die sorgfältige Notirung der Einnahmen eines Webei S, welcher da» ganze Jahr gewoben hat, beträgt vom 1. Januar bis 31. Dezember 1885 466,97 M., ergiebt somit eine Defizit von 330,10 M.- Daß diese wirthschaftliche Lebenshaltung keige hohe ist, leuchtet ein. Nichtsdestoweniger wollen die Fabrikanten einen Lohnabschlag vornehmen. Und wo bleibt daS praktische i5h.islcnthum? Die Einführung einer vtersteuer, als einer Verbrauchs- steuer, welche das unrere Volk am meisten delostet, ist von dem Stadtverordnetenkollegium zu Z w i ck a u abgelehnt worden.— Wir halten diese Ablehnung angefichts der drohenden Reichs« konsumsteuer auf Branntwein ganz besonders für richtig, damit der Arbeiter nicht zu dem verschlechterten SchnapS auch noch schlechteres Bier erhält. I« Leipzig haben auch die sogenannten Steinetreiber (Pflasterer) einen Fachveretn gegründet, um bessere Arbeits. dedingungen zu erhalten. Bitlang galten diese Arbeiter für die am wenigsten gebildeten städtischen Arbeiter: um so wohl« wollender wird eine derartige Vereinigung wirken. Die«ppreturgehtlfen in Krefeld haben nach kurzer Arbeitseinstellung eine Lohnerhöhung, dagegen keine Arbeit». zettverkürzung erreicht._, Der Schreiner ftrett von Lausanne ist nicht, wie inthümlich von verschiedenen Blättern gemeldet wurde, deendet, er dauert vielmehr fort.._ Der Streik der Ptanofortearbeiter in Reitze«, der wegen Lohnabzüge und unbilliger Behandlung entstand, ist nach einer neuerm MUtheilung,„zur vollständigen Zufriedenhett der Arbeiter" beendet. Doch sollen Maßregelungen im Laufe des nächsten Monat» bevorstehen. Zvjuo fernzuhalten. Briefe an A. Wille, Meißen an der Elbe, Sendungen an B- Petzhold, Kastanienallee. An die E-einträger Berlins und Umgegend. Kollegen! Wir theilm hierdurch mit, daß nur noch Wenige find, die den Tarif nicht voll und ganz bezahlt bekommen, und da dteselbm Ausficht haben, in nächster Zeit da Arbeit zu erhalten, wo der Tarif gezahlt wird, so ist Ver partielle Streik vorläufig al» beendet zu betrachten. Wir erklären deshalb hiermit die Thatigkeit der Lohnkommisston für beendet, zugleich machen wir auf folgendes aufmerksam. Sollten Mitglieder de? Vereins gezwungen werden, durch Ntchtbewilltgung deS Tarifs die Arbeit einzustellen, so ist dieS nicht mehr Lrndenstraße 54 bei Huth zu melden, sondern dirett dem Vorstand anzuzeigen- Meldungen nimmt noch fernerhin entgegen Ernst Gu'sch, Opvelnerstr. 21 vorn 4 Tr., an den Wochentagen von 2 bis 4 Ubr Nachmittags. Mit kameradschaftlichem Gruß! Berlin, dm 30. Mai. Die Lohnkommisfion. I. A.: Ernst Gutsch. Zum Töpferstretk in Berlin. Die Töpfer Berlin? haben beschlossen, am 1. Juni(nicht, wie es in der letzten Nummer hieß, am 1. Juli) einen Generalstreik zu proklamtrm und erlassen nachstehenden Aufruf an die Töpfer ic. Deutschlands: Kollegen! Indem alle unsere angebahnten friedlichen Verhandlungen betreffs Durchführung eines konetten, den heutigen Verhältnissen entsprechenden Lohntarifs mtt unserm Arbeitgebern scheiterten, haben die Töpfer Berlins und Um« aegend deschloffen, nunmehr daS letzte Mittel deS gesetzlichen Weges, einen Generalstreik vom 1. Juni er. ab hier selbst in Kraft treten zu lassen. Kollegen und Ardeiter Deutschlands! Da wir daS Bewußtsein hegen, daß daS Solidaritätsgefühl der Arbeiterschaft stch auch uns gegenüber bewähren wird, werden wir den gerechten Kampf mit der größten Ruhe und Umstcht aufnehmen.— Briefe jc. find zu richten an Herrn Otto Splitt, Restaurant Seefeldt, Grenadierstr. Nr. 33 in Berlin. Im Auftrage der Töpfer Berlins und Umgegend: Hermann Bormann, Schriftführer, Langestr. 62. Uereine nnd Uersammlungen« hr. Die autzerordeuUtche Mitglieder-Versammlung des Fachvereins der Töpfer, wtlche am Sonntag bei Gral» weil tagte, beschäftigte fich mit der Frage, wie der von der Gesellen-Lohnkommisston für 1886/87 vcm 1. Juli aufgestellte neue Lohntarif zur Geltung zu bringen sei. Herr Kemnitz» der das Referat erstattete, begann mit dem Hinweise auf den von der öffentlichen Versammlung am Donnerstag gefaßten Be« schluß, welchem zufolge am 1. Juni sämmtliche Töpfer Berlin? die Arbeit niederzulegen haben und der Generalstreik so lange foltzusetzen ist, biS die Lohnkommisfion eS an der Zeit finden wird, zu erklären, daß bei den Meistern, welche inzwischen fich durch NamenSunterschrift auf den neuen Lohntarif verpflichtet haben, die Arbeit wieder aufgenommen werden dürfe. Dieser Beschluß— meinte Referent— sei auch den Meistern gegen- über, welche schon setzt ihre Unterschrift gegeben haben oder noch vor dem 1. Juni geben werden, nicht auftecht zu erhalten!; die Gerechtigkeit gebiete eS, daß bei diesen Meistern die Arbeit nicht niedergelegt werde. In einer später von Herrn Görlitz eingebrachten Resolution war dieser Anficht Rechnung getragen. In der sehr ledhaften Diskusfion sprachen stch alle Redner dahin auS, daß dem in der öffentlichen Versammlung am Donnerstag gefaßten Beschluß gemäß der Kampf mit Prokla« mirung des Generalstreiks eröffnet werden müsse. ES wurde hervorgehoben, daß das einmüthige Zusammen ballen der Ge- sellen, welchts am besten durch den Generalstreik kundgegeben werde, die Atbeitgeder, da fie gegenwärtig ihre Arbeiter sehr nöthig brauchen, sehr bald dahin bringen werde, den neuen Lohntarif anzuerkennen; daß diejenigen Ar« beitgeber, welche fich schon vor dem 1. Juni auf den neuen Lohntarif verpflichtet haben, den geringen Schaden, welchen der wahrscheinlich nur wmige Tage tauernde Generalstreik auch für ste mit fich bringe, leicht bagen können, und daß dieselben bei ihren Kollegen dahin wirren werden, daß auch diese stch beeilen, der gerechten Forderung der Gesellen Genüg« zu leisten, damit der Generalstreik von der Lohnkommisfion in möglichst kurzer Zeit für beendet erklärt werde. Das Ergebniß der Verhandlungen war die einstimmige Annahme des Antrages, daß dem in der öffentlichen Verfamm- lung arti Donnerstag gefaßten Beschluß gemäß der General« streik vom 1. Juni ab voll und ganz aufrecht erhalten werde, ti! die Lohnkommisfion es für gut hält, dm partiellen Streik zu proklamiren. Herr Przitulskt thcilte mit, daß vom 1. Juni ab zur Entgegennahme der Berichte der Delegirten einige Mit« giieder der Lohnkommisfion täglich in Seefeldt'S Lokal, Gre- nadierstraße 33, anwesend sein werden. Die Werkstubenar- deiter wurden von der Verpflichtung, fich an dem Generalstreik zu bethetligen, entbunden. Die Bescklußfvffung über den An« trag Thieme, daß nach Beendigung deS Gmeralstr-iks die in Ar best stehenden Kollegen von ihrem Verdienst 15 pCl. zur Unterstützung der streikenden Kollegen abgeben sollen, wurde der nächsten öffentlichen Versammlung vorbehalten. Den un- verheirathcten Kollegen wurde zur Pflicht gemacht, Berlin zu verlassen, wenn ihnen auSwärtS Arbeit nachgewiesen morden sei. hr. Im Fachveretn der Schloffer(bei Gralweil) durfte der angezeigte Vortrag über„Die Leichenverbrennung" am Sonnabend nicht gehalten werden. Herr Dr. Benkendorf, der den Vortrag zugesagt hatte, aber am Erscheinen verhindert war, hatte dem Vorstand geschrieben, daß Herr Redakteur Stein an (einer Stelle den Vortrag halten werde. Der überwachende Polizeideamte erklärte es für unzuläsfig, daß ein Anderer als der im AnmeldungSschreiben Genannte den Vorttag halte.— Vom Vereti-Smitgliede Gödel wurde der Antrag gestellt, die VereinSversammlungen biS zum Oktober auszusetzen. Nach lebhafter Debatte wurde beschloffen, daß der Antrag auf die Tagesordnung der nächsten am 26 Juni stattfindenden VereinS« versammlung gesetzt werde. * Der LonisenftSdttsche BezirkSverein„Vorwärts" gedenkt am Mittwoch, den 2. Juni, bei Krieger, Wafferthor» straße 68, eine VereinSversammlung abzuhalten. Die Tagrs- oidnuna wird in der nächsten Nummer bekannt gemacht. Gaste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Dem Arbeiter-Bezirksveret«„Süd-Oft" ist die Ge- nehmigung zur Abhaltung seiner regelmäßigen Versammlung am Mittwow, den 2. Juni, nicht erih�lt worden. Auf der Tagesordnung stand: Vortrag deS ArchitekturmalerS Herrn Bechtholdt über den Werth der Schwemmkanalisation und die Rieselfelder. * Fachveretn der Former«nd Bernfsgenoffe«. Da die letzte Versammlung nicht gen hmigt wurde, beadstchtigt der Vorstand die nächste Versammlung mtt unveränderter Tages« ordnung am Montag, den 7. Juni, AdendS 8 Uhr, in Weict'S Salon, Alexanderstr. 31, einzuberufen. Die Zahlstelle defindet fich bei Sovile. Ritterstr. 123; jeden Sonnabend Abend von 7—9 Uhr geöffnet. Näheres Inserat am Sonnabend. Fachveretn der Drechsler, Knopfarbetter und verw. Beruftgenoffen. Die zu heute(Dienstag) nach Säger's Lokal, Grüner Weg 29, einberufene Versammlung de« Vereins findet nicht statt. * Rauchklnb„Zum Wränget" jeden Dienstag Abend 8'/, Uhr im Restaurant Wrangelstr. 32. * Zitherklub„Südost" jeden Dienstag, Abends 8 Uhr, bei Schmidt, Manteuffelftr. 71. Kleine Mittheilungen. Rüdersdorf, 29. Mai.(Schiffsuntergang auf dem Müggelsee.) G- stein Nachmittag gegen 7 Uhr segelten drei Kdkstemtäyr-e— zwei hoebbordige pommersche, die«ach Swine« münde fahren, und ein Rüderivorser, der nur etwa 10 Zoll Bord hatte— vom Rahnsdorfer Gemünde aus in denMüggel- see. Trotzdem das Gewitter ringsum schon länger als zwei Stunden drohend stand, glaubten die Schiffer doch noch vor Ausbruch des Unwetters da? Gemünve in FriedrichShagen zu erreichen, zumal der Wind für die Fahrt günstig aus Osten wehte. Die drei halten den Müggelsee erst etwaS über die Hälfte passtrt, als da? Gewitter in Begleitung von heftige« Sturm mtt aller Macht losbrach. Die Schiffer vermochten die Segel nicht mehr zu halten und mußten dieselben werfen. Auch die Anker warfen alle drei aus; die der beiden Pommern hielten, so daß ihre Kähne mtt dem Lordertheil in den Wind zu liegen kamen, wo ihnen die hochtteibenden Welle« nicht viel anhaben konnten. Die Anker deS Rüderidorfers hielten dagegen nicht, sein Kahn kam quer vor die Wellen, fing furchtbar an, von der Seite zu rollen und übernahm Welle aus Welle, so daß es keine fünf Minuten dauerte und daS schwer« deladene Fahrzeug schoß mit dem Vorderende zuerst in die Tiefe. Der Mannschait gelang es, stch vermittels deS Hand« kahneS zu retten. Da? gesunkene Fahrzeug liegt in einer Tiefe von etwa 30 Fuß, und die hervorragende Mastspitze kenn« zeichnet die Stelle, an welcher ei in den Grund eingebettet ifi Aus Echleste«. Ueber einen Raubmord wird der„Voss. Ztg." nachstehendes berichtet: Der Droschkenbesttzer Asstg aus Goldberg ist am Mittag deS 22. d. M. mit einem Fremden von Golvderg abgefahren und jedenfalls noch an demselben Tage von seinem Fahrgast, ansideinend mit einem Hamm«, ermordet und beraubt worden. Die Leiche deS Asstg ist aui 25. Mai in der Nähe der Lüben-Steinauer Chaussee in eine« Roggenfelde aufgefunden worden. D-r Schädel war zertrüm« mert. Uhr und Laarschaft fehlten. Der Fahrgast, zweifellos der Mörder, ist am 22. Mai AdendS gegen 6 Ubr in Rüstern, an der Liegnitz-Lüdener Chaussee, ohne K'ttscher ein« aetroffin, bat dort gerastet und die Fahrt üb« Lüben nach Steinau sortgesetzt. Dort hat er die blutdefleck» Droschke deS Asstg gegen einen leichten einspännigen Wage» (»um Viehtransport denutzt) vertauscht und ist am ander« Morgen(Sonntags) in der Richtung nach Winzig abgefahren- Seine Spur ist bis nach Seifroda, Kreis Wohlau, verfolgt, da« er am Abend des 23. oder am Morgen des 24. Mai ver« lassen hat. Der Mörder Hit fich bald für einen Viehhändler, bald für einen Gutsbesitzer ausgegeben und geäußert, er sei auS Rauschwitz bei Glogau, man nenne ihn de« tollen Bater. Er sprach viel und renommistisch und nannte stch auch Asstg. Sein Alter ist 36-40 Jahr. G-p 5 Fuß 4-5 Zoll, eher schlank als untersetzt, kräftig, dün«s langer HalS, gebräunies Geficht, starker kurzer(chwarf Schnurrbart, dunkle Augen, große Nase, dunkles kurzgeschnive' neS spärliches Haar, starke Platte. Er hat eine tiefe StimB- dreistet Wesen und nannte HauShalter und Händler stet«„Du'' Seine Kleidung bestand aus neuem dunkelgrauen Somw«' Überzieher, Jacket und Hose von blauem Stoff, grauer Stoß' mütze mtt großem graben Schirm, Stehkragen und nerrtt Stiefeln. Der eingetauschte Wagen ist braun gestrichen, W rothe Deichsel, schwarzen gepolsterten Sitz in vier Riemen hä«'i gend. Das Pferd war braun, ohne Abzeichen und woWl nährt. Der Erste Staatsanwalt zu Liegmtz ersucht um Nald'I richt, falls der beschriebene Mörder betroffen wird. Chrtsttauia, 25. Mai. Die norwegischen Seeleute%«'' dersen und Christensen haben gestern von hier eine Reise üb« din Atlantischen Ozean in einem kleinen offenen Segclboo» angetreten. DaS Boot ist nur 19 Fuß lang, 5'/, Fuß breo und 2'/« Fuß tief; für 60 Tage find die Reisenden mit Pro« sunt und Wasser versehen. Trieft, 28. Mai. Die hiesige Bevölkerung wurde Heu» durch einen Akt furchtbarer Rohhett in große Aufregung ven setzt. Die Ballettänzerin Katharina Giusti, ein blühend schön» Mädchen, wurde von ihrem Geliebten, NamenS Baldo We>» in entsetzlicher Weise ums Leben gebracht. Weiß hatte raa einer heftigen Szene mit der Mutter seiner Geliebten in auf geregter Stimmung seine Wohnung verlassrn. Auf der so- genannten Riescntreppe, die zur Kavuzlncrkirche führt, oe- meitte er seine Geliebte, die ihm, Unheil ahnend, gefoW war; er stürzte fich wüthend auf da» Mädchen, wat' ti zu Boden und würgte eS mit den Händen. Bei dem ver» zweifelten Kampfe, welcher stch zwischen Beiden entspann. kollerten fie Ober die Treppe hinab, an deren Fuße die GW« ttbloS liegen blieb. Damit aber noch nicht zufrieden, reffte fich Weiß auf und trat auf dem Körper des Mädchens herum, wobei er dessen Schädel mit den Füßen förwlra zertrümmerte. Weiß, welcher in einer ht-figen Zuckerbäckeri' bedienstet ist, wird al» ein exaltirter Mensch geschildert; er leidet auch an epileptischen Krämpfen. In den niederen Klaffe« der Bevölkerung Trieft? spricht man von nichts Anderem, a» der furchtbaren That.. Catania. 29. Mai. Die Eruption deS Aetna ist im Ad' nehmen begriffen; die Lava durchläuft nur noch 2 Meter'« der Slunde, so daß dieselbe daS Innere der Stadt N ccu« nicht erreichen dürfte. S'tt gestern fällt auch kein sw warst! Sanv mehr. Der„N. Fr. Pr." geht ebenfalls unterm 29. M nachstehende Meldung zu, welche.zugleich zeigt, OX'% sonderbare Mittel die katholische Geistlichkeit anwen� um die drohende Gefahr abzuwenden:„Reichlio� Aschenregen bedeckt die Siraßen. Die Priester forde-' daS Volk auf, Bittgänge zur heiligen Agathe, der& schützerin der Stadt vor dem Feuer drS Aetna, zu veranstast? Der Erzbischof pilgerte mit dem Schleier der Heiligen 1% Nicolofi, um die Lava von der Ortschaft abzuwenden. R Nachrichten von heute Nacht lassen die Vollendung des Unglr', binnen wenig m Stunden als unvermeidlich erscheinen. Nico� wurde von allen Einwohnern rechtzeitig verlaffen. Auch% Vorräthe an Flüchten und Wein wurden gerettet. Die äußr� Grenz« der Lava befindet fich in einer Höhe von 802 von Catania entfernt. letzte Nachrichte«. Zur Frankfurter Friedhofsaffäre. AuS Frankfurt Main läßt stch die„W. Allg. Ztg." von ihrem ständigen Ko'? spondenlen folgendes mittheilm:„Der in dem Friedhof prozcß veruriheilte Polizerkcmmiffar Mry-r(er erhielt s" Monate Geiängniß) hat bekanntlich seiner Zeit gegen die W zudtltirte Strafe Reviston eingelegt. Wie ich bestimmt hat aber Meyer— und zwar auf einen deutlichen Winl Regierung— in den letzten Tagen die Reviston zurückgezop,, und fich außerdem bereit erklärt, sämmtliche verletzte Styy demokraten zu entschädigen." Wir müssen die Verantwortl'� für die Meldung dem zttirten Blatte überlaffen. t Auf Grund de» Sozialistengefetze« wurde verbo> das mir den Worten:„Nürnberg, im März 1886. Die' j, einigten Schuhmacher Deutschlands entbieten allen allen>•, legen, die diese? Blatt empfangen, dm besten Gruß I" de?, nende, im Verlag von W. Bock in Gotha und Druck W. Vockrofh daselbst erschienene Flugblatt. Aus der Schweiz. In der gestrigen Volksabstimo"� von Basel-Land wurde das Gesetz über die Einführung � Impfzwanges abgelehnt, da» JnttiattobegehreN � Freiaebung der ärztlichen Praxis angenommen.— o"«(< Volksabstimmung im Kanton Scloihurn wurde die oirn. Konservativen vorgeschlagene Revision derVerfasi11 mtt 7166 gegen 3459 Stimmen abgelehnt. Cholera. Vom 29. zum 30. Mai Mittags Venedig 32 Cbolrraerkrantungen und 12 Chole vor; von den Gestorbenen waren 11 bereit» früher In Bari kamen 1 E krankung und 2 Todesfälle vor. ,,(iit Beftechungsaffäre. In New-Vork ist aberma'« � Mitglied der Stadtverwaltung, Alderman Duffy, ver» � worden. Derselbe wird beschuidiqi, dem Alderman die Erlangung der Konzesfion für die 34. Ellaßenei!««.,� eine Bestechung angeboten zu haben. DieS wird alS bebe � erachtet, da es die Autficht erhöht, erreichen, welche dir Geldmittel zu den geliefert haben. kawip DieS wird alS beoeu' � endlich die Person� zahlreichen Beste*" SerammitUichci AttaQw* Nu CaMirttt in NnitH»n* nnd«erlag nm M« BOt««««arti»«W.«Mfeftoft« 3