lk. 129 Sonnabend, de« 3. Juni 1889. III. Intzy. SMerWMtl Brasn für die Interessen der Arbeiter. 4 »a<„«»-li»-»»olllilatr UchsÄi tSzltch Roraenk aujer nach Sonn« und Festtag«?. M s?mr«enN»:«i< für Berlin frei y* hau«»ierteljährttch 4 Mar!, monatlich 1,SS Mark,»Lcheattich M yf.«ostadonnemmt « Start 0w.--!m Niunmet§ yf. ToairtagS-Nmm«?r tttt illustrier Beilag» 13 Hf. lStngetragen In der Post»«itunaS,r«»list« fft? tMI unter Nr. 708) J»f»rtio»»gebühr deträgt für We 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bei größerem Aufträgen boher Rabatt nach Uebereinlunft. Inserate werden bis 4 Lp» Nachmittags in der Exvedmon» Berlin SW-, Zimmerstraße 44, sowie von allen Siauraes«. Bureaux, ohne Erhöhung de» Preises, angenommen. Aedattw«: KenttzKrnß»%— Myedttio«: Aimmerstraße 44* Diu SrMiut. .»Li vis pacem, para bellum"— wenn Du den Frieden willst, bereite Dich auf den Krieg vor. Das heißt: die �»ige Kriegsbereitschaft. Leider huldige» die meisten moderne» Staate« diesem �wahren, unseligen Sprichwort. Gerade da» Tegentheil ist Wenn Du de» Friede» willst, so rüste ab, daß auch '"cht mehr ein KriegSzeiche« zu sehe» ist. Würden die Mturnationea, was ihre Pflicht und Schuldigkeit wäre, wmntlich alle KriegSoorbereituvge» abschaffe«, so wäre in That der ewige Friede« vorhanden. . So aber rüste» sie sämmtlich, die eine aus Furcht vor 7� ander» und manchmal auch deshalb, um eine Ärt Hege» T�uie zu erlangen. Natürlich schiebt eine Regierung der Ederen die Schuld am Kriege zu, aber wen» man !* Sache genau betrachtet, so waren sie meist «T Schuld. Und diese gegenseitige Schuld wird M Wohl solange bleiben, solange die Kulturstaate« im r»? � eine fortwährende Kriegsrüstung anhabe», die ge» zum Kriege auffordert. „.. Trotzdem die großen Rüstungen oft genug zum Kriege ?°'%t haben, kann aber auch bei den Nationen gerade GM dieselben eine Erschlaffung einttete», weil sie ermüdet ""ttde» durch die allgemeine Last, durch den ungeheure» �Nick, welcher ihnen eben durch die schwere« Rüstungen auferlegt wird. Und diese Zeit scheint uaS gekomme« zu sein. Trotz« dem Europa in Waffe» starrt, trotzdem in verschiedenen Länder» von Berufene» und Unberufenen, um allerlei Rebenzwecke zu erreiche«, lustig auf die Kriegipauke loSge« 2 wird, haben wir vorläufig keine« großen Krieg zu vtwrchte«. Daß in einige« Kolonien immerwährend mit a,D0�Bet« gekämpft wird, daß einige halbzivilifine «Ü* ,1 � aufeinanderschlagen, die« wird allerding« «och längere Zeit z» de« alltäglichen Erscheinungen gehören, Eicht�' Kriege aber, wir wiederhole« e«, find nicht in , Aber das Kriegsgeräusch, welche« besonders in der offi» e« deutsche» Prche jetzt gemacht wird, die„dunklen unkte, welche die Diplomaten am politischen Himmel sehen, * jedes anderen Sterbliche» Auge unstchtbar— was soll «n das bedeuten? Als nach dem letzte» franzöfisch-deutsche» Kriege der :mw Präsident der französische» Republik Thier« im Jahre ->»73 durch de«„kriegerischen' Marschall Mac Maho» ersetzt ?urde und derselbe gar auf siebe« Jahre sei» Amt zuge< Mwt erhielt, da fühlte sich die- Regierung des Deutsche« Wichet bedroht, alle offiziösen Blätter erklärten, Mac Maho«, % Held von Wörth, würde das Deutsche Reich mit Krieg t Ei ttkw »«rtotai] Ieuilletorr. Mne Mutter. Roman von Friedrich Gerftäcker. (Fortsetzung) Die Junge» hatten in ihrer Unschuld recht. Diebeide« chneten Individuen gliche« heute Morgen auch nicht im Weste» ihrem gestrigen Ich und sahen ruppig genug Der Man» ging in großkarrirten Hose», trug eine !te Mütze mit einer wohl eine halbe Elle langen 2)lUke mn emer tuvyi v'dbfl von unechter Quaste, und war in eine grüne, abge» Mte Pekesche gekleidet. Da« Mädchen ttug eine« zerfetzte« v�unrock und darüber ein altseidene«, von Fettflecke« �N««des Tuch— und wie unbeschreiblich prächtig waren W und darüber ei» altseidene«, von Fettflecke« .--de« Tuch— und wie u«bes «i»« enen Kästen mit Matten Mto'J0 daß nichts frei blieb,... ß. Atta«, die aber von keinem Jatereffe warm iust S°«ze« Markt über außen an der Bude zur Schau» °der war nicht gut genug befestigt und glitt, da« �rs Käfig, enthüllend, nieder.. ".ADer Eisbär!" ging dann der Ruf durch d'e em .Hast Du ih» gesehen? Und 1 ausstoßende Jugend. der eine Löwe!' "«ch bewahre, da« war ein Leopard." '!Za, Du weißt's— ich habe de«. Schwanz und das �«e Hinterbein gesehe«." 'Du, da ist der Seehund— hurrah l" schrie» die überziehe«, er werde siebe« Jahre lang die französische Armee einheitlich autbilden und dann losschlagen. Dem müsse begegnet weiden durch Feststellung der Frieden«» Präsenzstärke des deutschen HeereS auf siebe« volle Jahre. ES war im Jahre 1874. Der Deutsche Reichstag fand sich willig; er opferte den Haupttheil sei»»« Budgetrechts, indem er auf die jährliche Feststellung des HeereSetatS in seine» wichtigsten Punkten verzichtete. So entstand das Militärseptennat im Deutsche« Reiche. Der natiovalliberale Abg. Latker mit ca. 27 Abgeordneten, die später die Sezession bildeten und dann in den Fortschritt eiutrate«, gab de» Ausschlag. Er stimmte dem Gesetzentwurf mit seine» Getreuen zu, trotzdem er zwei Tage vorher sich mehreren Abgeordneten gegenüber in verneinendem Sinne ausgesprochen hatte. Diese Heldenthat hat den Liberalismus, der sich gerade und hauptsächlich auf da« Budgetrecht zu stütze» hat, völlig wehrlos und ohnmächtig gemacht und seit jenem Tage ist auch der deutsche parlamentarische Liberalismus zu Grabe getragen worden. Er fürchtete sich zugleich vor dem Stirn» runzeln de« deutschen Reichskanzlers, der daß Septennat mit aller Energie verlangte und vor der Kriegskunst des Präsi» deaten der französische» Republik, de« Herrn Mac-Mahon —„hat ihm schon", wie eS in einem Soldatenliedchen heißt.— Im Jahre 1881 wurde, trotzdem Herr Mac»Maho« sei»e sieben Jahre al» Prästdent der französischen Republik garnicht ausgehalten hatte, da« deutsche Militärseptennat wieder er- neuert. Der Prästdent von Frankreich, Herr Grevy, der damals schon.regierte", ist bekanntlich der ftiedliebevste Mensch unter der Sonne. Aber auch dieser Systemwechsel in Frankreich wurde von unsere» Offiziösen ausgebeutet, welche der Welt und vor alle» Dinge» de» deutschen Reichsbote» verkündeten, daß Grevy schwach sei und dem Dränge« der Kriegspartei in Frankreich»achgebe» müsse. Auch stehe ei« Bündniß zwischen Frankreich und Rußland bevor. Solche« schlagenden Argumenten konnte der Reichstag nicht widerstehen und so wurde da» Militär- Septennat in Deutschland verlängert bis zum 31. März 1888. Wir sagte» aber schon, daß kein KriegSwölkchcn gegen» wärtig de» europäischen Himmel trübe; auch ist eS männig» lich bekannt, daß des deutsche» Reichskanzler« Lob in alle« Tonarten erklingt deshalb, weil er eS wie kein Anderer ver« stehe, den Friede» in Europa anstecht zu erhalten. Wen» dem so ist, möge der Reichskanzler dabei beharre«. Dan« braucht er aber die Verlängerung des Militärseptennat« nicht; dann könnte er sogar abrüsten, zum allerwenigste» aber mit einjähriger Bewilligung des Militäretats zufrieden Jungen, als da« stagliche Thier, durch dieungewohnte Bewegung vielleicht, au« seinem Faß oder Kübel hinausschnellte und von dem zuspringenden Eigevthümer wieder zurück in sei« nasses Element geworfen wurde. E« gab so viel zu sehen, da» kleine Volk wußte gar nicht, wohin eS sich zuerst wenden, was et zuerst anstaunen sollte, und doch starrte das nackte Elend fast aus all' diesen halbzerriffenen Schaubude» dem Sonnenlicht entgegen. Bleiche, überwachte Gesichter, schlecht und ärm- lich gekleidete, aber trotzdem mit unechtem Schmuck bedeckte Gestalte«, widerliche rohe Kerle, die brennende Zigarre im Mund; abgelebte, verdrossene Frauen oder steche Dirne«, die mit den Vorbeipassirende» ihre nicht» weniger als zarte» Scherze triebe«. Und dabei, hämmerten die Zimmerleute, warfen die Dächer der Bude« hinab, wo die bisherige» Inhaber derselben sie«och nicht einmal vollständig geräumt hatte», und allerlei wunderliches Fuhrwerk hielt dabei mitten zwischen den verschiedene» Haufen von„Künstler«', Kindern, Hunde«, PonieS und Affe», um ihre bunte Fracht aufzunehmen und dann eine» andern Platz, eine andere Stadt zu suche», wo sie ihr trauriges Geschäft fortsetzen und ihr Leben fristen konnte«. Und wie stoh waren die Insassen der benachbarte« Häuser, daß dieses wüste Tobe» und Treibe«, dem dem sie eine volle Woche hatten still halte» müffea, nun doch endlich einmal seinen Abschluß gefunden 1 Wie weggefegt waren die Drehorgelspieler und Mord» geschichten, Autschreier, die Flcckenreinigung»» und GlaSdiamanten-Männer, die blinden BergwerkSbefitzer und Luftballon- Jungen. Kein Kameel drückte mehr der nordischen Promenade seine Fährten ein, kein Bärenpaar balgte sich unterwegs zum Entsetzen harmloser Kindermädchen. E« war vorbei, da» Vogelschießen beendet, und die Stadt lag wieder still und ruhig wie immer, die Bewohner der» selben ginge« auf'« Neue ihren gewohnten Beschäftigungen Ultch. Und doch bereitete sich schon wieder eine neue Auf» regung für die Stadt vor, die aber diese» Mal in bestimm» ten und bevorzugten Kreisen blieb: die Ankunft des Erb- prinze«, die am ersten Abend eine Festvorstelluug im Theater sei«, wie die« in allen konstitutionellen Staate» Brauch ist und bei uv« auch Brauch war. Aber weit gefehlt. Die Offiziösen sehen jetzt„schwarze Punkte", wiederum wird die alte Mär von einem russisch» frauzöfische» Bündniß aufgetischt. Alles, um das Militär» septennat in der nächste» Session de? Reichstags wieder unter Dach und Fach zu bringe». Des Erfolges sind die Offiziösen sicher. Auch ohne solche durchfichtig« Experimente stimmt die vereinigte reaktionäre Mittelpartci(Deutsch- und Freikonservative und Natioaalliberale) selbstverständlich für da» Septennat, weil e« der Reichskanzler will und dann finde« fich soviel Mitglieder des Zentrums, um die Majorität her» beizuführen. Dr. Windthorst ist aber immer dann«och ein tapferer OppofitionSmann geblieben. So wird«» kam- —— Auch für Deutschland wird dann weiter gelte» der ver» derbliche lateinisch« Spruch: „81 vis pacem, para bellum." Politische Urberstcht. Unrecht, ja sündlich scheint e« der„Magdeb. Ztg.", zu streike« und„die schöne Arbeitszeit so nutzlos zu ver» geuden, aus der Streikkaffe ein müheloses Stipendium zu dezichen oder Zeit und Geld auf der Landstraße zu verlaufen, um Arbeit zu suchen, die hier reichlich vorbanden ist". Ob die Arbeitszeit in Magdeburg so schön ist, wissen wir nicht, jeden- falls beziehen die Maurer aber keine„Stipendien", sondern lediglich da», waS fie und ihre Genoffen stch früher mit viel Ueberwindung abgedarbt haben. Und wa« den„abscheulichsten sozialdemokratischen Lehrsatz" anbelangt, von dem die„Magdeb. Ztg." welterbin spricht— daß nämlich jeder Ardeiter gleichen Lohn verdienen soll— so ist dieser Lehrsatz durchaus nicht so neu und sozialdemokratisch, al« er der„Magdeb. Ztg." er- scheint. Er ist z. B. in allen Beamtenhierarchien stark und vielfach überwiegend in Anwendung gekommen. Oder giebt e» im Kirchen», im Schul-, im Verwaltungsdienst keine festen Gehaltsstufen, in die jeder. nicht nach seiner Leistung, sondern nach seinem Alter einrückt? Erhalten die Lieutenants nicht alle den gleichen Gehalt? und doch find fie, wie uns auch dle„Magdeb. Ztg." zugestehen wird, nicht alle von demselben Genie deseffen. Aber die Ar- beiter beanspruchen nicht einmal eine solche Lohnregelung, son- dern lediglich einen festen Min im als atz, den allerdings Jeder mindestens erreichen soll. Darüber hinau« mag der Tüchtige noch so viel verdienen, wie er will. Ist das„unrecht, ja sünvlich"? Die Geistlichkeit für die Finanzreform zu gewinne», versucht da«„Deutsche Tageblatt", indem eS„in erster Livie eine auskömmlichere D o t i r u n g der geistlichen Stellen und die Auswirkung einer größeren Zahl derselben" ver» spricht.«Um die« zu erreichen, ist vor allem eine Besserung in der Finanzlage des Staates dringend erforderlich. Von wo daS Heil in dieser Richtung zu erwarten sei, sollte Geistlichen, eröffne« und am zweiten ein Ball beschließe« sollte, zu dem der größte Theil der haute volee und sogar auch sehr viele bürgerliche Familien geladen waren. Wie viele Hände setzt aber ein solcher Ball in Bewegung, den»»a» für eine Masse von Putz und Staat wird für einen solchen Abend aufgespart und zur Schau gestellt, und wie viel unsagbare Aiühe kostet e», bis alle die nothwendigen Ingredienzien, vom weiße» Atlasschuh hinauf bis zum dominirendea Haar- schmuck, ausgewählt, geprüft, verworfen, verändert und end- lich für brauchbar gefunden, zusammengetragen und zur wirkliche« Benutzung hergestellt find! Und wie wird da geschneidert und gestärkt, gewasche», aufgeputzt und abgemessen, und wa« für große Berathungen finden— bei geschlossene« Thüre« und im Korsette— statt, und mit welcher Wichtigkeit wird da« Alle« betrieben, al« ob da« Wohl der einzelne« Familienglieder davon abhänge — und wie wünschen fich die Töchter, daß der Abend schon da— und Vater und Mutter, daß er erst vorüber wäre! Dieser Hast de« Zusammenbauen« stand aber da« Theater nicht«ach, den« es hatte sich herausgestellt, daß „Hamlet" als Festvorstellung nicht genügen würde. Der junge Prinz— oder der alte Hoftneister vielleicht— liebte nämlich auch Ballet, und da es sich doch nicht gut in de« „Hamlet" einlege« ließ(obgleich einige Direktoren doch viel» leicht eine« Geistertavz in der Kttchhofsszeae möglich ge- wacht habe« würde«), so war beschlossen worden, in de» Zwischenakte», und zwar nach dem erste« und dritte« Akt, eine besonders zu dem Zweck herbeigerufene Balletgröße springen zu lasse«. Da« gab jetzt Probe». Der Theaterdiener kam gar nicht mehr von den Füße», ausgenommen wenn er unter- weg« einmal au« Versehen i« ein BierhauS hineinfiel, wo er dann wunderbarer Weise fast jedes Mal den Souffleur Mauser traf. Dieser benutzte nämlich die verschiedene» Zwischenpausen auf das geschickteste, um sowohl seine» Durst wie Aerger mtt eine« oder verschiedenen Gläser» Bier hinunter zu wasche». Jede Probe und Vorstellung erfüllte ih» aber auch mit neuem Gift, denn er konnte«och immer nicht die Zeit ver- die auf der Höhe ihrer Zeit stehen(!), nicht verborgen geblieben sein. Sie mögen also die Bestrebungen der verbündeten Re» gierungm, soweit ste auf Weitersührung der Reichssteuerreform gelichtet finv, was in ihren Kräften steht, nach Möglichkeit unterstützen." Die Geistlichen werden sich das nicht zweimal sagen lassen. Wenn aber bereits im Voraus alle Neueinnah- wen für Kirche, Heer und Beamtenschaft vergeben find, wo bleibt da die virlgerühmte Entlastung der SeldstoerwaltungS« körper und der kleinen Leute? Zwischen der Bismarck'schen Politik gegen die So» zialiften, die die zu immer neuen Repressalien greift, und dem Verfahren Gladstone's, der die Iren durch Versöhnlich« keit zu gewinnen sucht, zieht der„Pester Lloyd" eine ganz intereffante Parallele. Nachdem das ungarische Blatt die Groß» artigkeit der Gladstone'schen Versöbnungspolitik hervorgehoben hat, meint eS:„In Berlin find in diesen Tagen wieder ein paar tüchtige Schritte auf dem entgegengesetzten Wege vorwärts gethan worden. Zuerst find die Berliner Polizei» dehörden angewiesen worden, den an fich gesetzlich durchaus erlaubten Streiks entgegenzutreten und namentlich die zu die- fem Zwecke anberaumten Versammlungen auf Grund deS Sozialistengesetzes zu verhindern, wenn fie durch sozialdemo- kratische Agitatoren angestiftet find, oder ihrer Leitung verfallen, — eine Anweisung, welche an freiem Spielraum für die ge- wünschte Thätigkeit der schneidigen" Berliner Polizei nichts zu wünschen übrig Iaht. Dann ist eine sett dem achtjährigen Bestehen dei Sozialistengesetzes und kleinen BelagerungSzu« standeS noch nie für nöthig befundene Anwendung deffelden §«macht und die Abhaltung von Versammlungen zur Erörterung ffertlicher Angelegenheiten in Berlin an die vorgängige Er> laubniß der Polizei geknüpft worden— weil noch etwai weiter als hinten in der Türkei die Anarchisten und die Poli» zisten auf einander geschlagen haben, und endlich ist über Spremberg, ein kleines, im Verborgenen blühendes Land- städtchen, der kleine Belagerungszustand verhängt worden, weil einige junge Leute bei der Rekrutenmustemng rothe Tücher getragen, der Flasche etwas zugesprochen und dann ein kleines Handgemenge mit der Polizei, von welcher fie durch arödiiche Schimpfworte schwer gereizt worden waren, entrirt haben. Man muh gestehen, der Gegensatz zwischen den Iren, welchen trotz nicht geringer, weder an Zahl noch an Art ge- ringer Miffethaten ihr volle? natürliches Recht zu Theil werden soll, und dm Hundetttausenden von harmlosen deutschm ReichSdürgern, denen ihr Recht genommm und von dem Be- lieben der Polizei abhängig gemacht wird, weil irgend Jemand irgendwo irgend etwas begangen hat, ist ein recht fichtlicher." Ei» sehr bezeichnender Wunsch. DaS Generalkom- mando de» 6. Armeekorps zu Breslau richtet die Bitte an die Gutsbefitzer und andere Herrschaften der Provinz, daß fie bei den bevorstehenden Manövern die ihnen inS Quartier gelegten Herren Offiziere nicht allzu splendid ttaktften sollten.--- In beiderseitigem Interesse läge eine gewisse Einschränkung der Gastlichkeit.— Wer nur haidwegS die DinerS und Souper« kennt, welche dei solchm Gelegenheiten gastfreundlich verab- reicht werden und dann fich die obligaten Katzmjammer vor- stellen kann, der wird über diese Bitte gar nicht erstaunt sein. ES hat oft einen komischen Eindruck gemacht, wenn ein wein« dekaterter Olfizter einem schnapsbekatertm Soldaten in früher Morgenstunde einen Anschnauzer gab wegen nicht reglemmt- mähiger Haltung, obwohl der eine so wenig wie der andere «aaS den Augen sehen" konnte.— Somit ist die Bitte deS Generalkommandos nach einer Richtung hin gewiß gerecht« fertigt.— Aber daß auch den„GutSbefitzern" nahegelegt wird, daß die Belastung der Quartiergeber wesentlich erleichtert würde, wenn man der auSgesprochenm Bitte nachgebe, das ist äußerst bezeichnend in Hinficht auf die ewigen Klagen, welche S:ade die Herren Gutsbefitzer ausstoßen, daß die Landwirth- aft so sehr darniederliege und daß die Grunddefitzer fast dmben müßten. Wir haben schon mehrfach in diesen Blättern gesagt, daß gerade die großen Grunddefitzer des Ostens der preußischen Monarchie vielfach ein Prafferleben führten, anstatt auf ihren Gütern ordmtlich zu arbeiten. Die Bitte des Ge« neralkommandoS des 6. Armeekorps steht dieser unserer Be- hauptung ähnlich, wie ein Ei dem andern. Eine sonderbare Auflösung. Wie Herr Ferdinand GilleS in der„Freien Presse für Berg und Mark" mtttheilt, ist in dem Wahlkreis d«S Herrn Eugen Richter, in G e v e I S» berg, eine Arbeiterversammlung polizeilich aufgelöst worden, weil der Referent„von der Tagesordnung abwich." Die freisinnige„GevelSberaer Zeitung" aber erklärt selbst, daß der eigentliche Grund der Autlösung in der„grellm Beleuch- tung" zu suchen sei, die der Redner der fortschrittlichen und nationalliberalen Partei habe angedeihen laffm. Der Beige- ordnete Herr Mennenöh ist ein gar freistnniger Herr— er war'S, der unter derartigen nichtigen Vorwänden eine Arbeiter» Versammlung auflöste, da da« Gesetz„ein Abweichm von der Tagesordnung" gar nicht kennt. WaS sagt dazu der Herr ReichStagSabgeordnete des Kreise« Hagm? E« wäre sehr wün- schenSwerth, wenn derselbe fich über derartige Vorkommnisse in seinem Kreise, die seine Partei nahe berühren, genau infor- gissen, wo er selber da oben auf dm Brettern gestandm und seiner Lunge freien Lauf gelassen hatte. Aber e« war nicht gegangen— Chikaue natürlich arbeitete dagegen an; das Publikum zeigte sich in dm ernstesten Szmen heiter, und der Direktor behauptete, daß er seine Rolle» zu Echan- den schrie. Da wurde er au« Rache Souffleur, und der Zn- grimm kochte mit ihm im Kaste» drin. Und heute erst— heute war der Erbprinz angekommen, und Alles drängte auf de» Straßen zusammen, um ihn vor- überfahre« zu sehen; nur in dm düsteren Theatenäume« hatte man keine Zeit dazu, den» dort wurde die General» probe für dm heutigen Abend abgehalten, und Handor wußte lein Wort mehr von seiner Rolle. Zehnmal wmigstenS mußte er den„Hamlet" schon ge» spielt haben, aber so zerstreut wie heute war der Unglück- selige Mevsch noch in seinem ganze« Lebm nicht gewesm, und Mauser hätte ihn erwürgen können. Der Direktor selber ging in Todesangst hinten auf der Bühne auf und ab, dm» Handor ließ sich nie etwas sagm und war im Stande, wenn er icgmdwie geärgert wurde, heute Abend statt seiner Garderobe ei« ärztliches Zeuzniß auf die Bühne zu schicken, daß er nicht spielm könne. Er wollte wie ei» rohes Ei behandelt werde», und wm» er heute stecke» blieb— und«ach der Generalprobe mußte er stecke» bleiben—: der Direktor trug eine Penücke, aber er hätte fich möge» die Haare ausreißen. Rebe hatte die Rolle des Güldmstern, und i» der Szene mit ihm und Rosenkranz wußte Handor in der That kein einziges Wort mehr; er mußte vor dem Souffleurkasten stehen bleibe« und dem Souffleur nur eben nachspreche», was er ihm vorsagte. Es war eine peinliche Situation für die übrige» Schauspieler, und«ach der Szene, als Handor in das KonversattonSzimmer ging, wo er eine Flasche Wein stehe» hatte, folgte ihm der Direktor. .Mein bester Herr Handor 1' „Herr Direktor?" .Nicht wahr, Sie memorirm heute noch tüchtig? E»— e« haperte ei« wenig; denn wm« wir uns heute Abmd blamirm sollte«...' miren und da? Resultat seiner Information in seinem Blatte, der„Freifinnigen Zeitung" veröffentlichen würde. Autschluß der strafrechtltche« Verfolgbarkeit jugeud» ltcher Personen. DieS Thema beschäftigte die Jahresver- sammlung des Nordwestdeutschen Vereins für Gefängniß» wesen, welche vor einigen Tagen in Hamburg stattfand. Der bekannte, humane Landgerichtsdireltor Föhring auS Hamburg führte den Vorfitz. Der Gefängnißdirettor Streng auS Hamburg beantragte den Ausschluß strafrechtlicher Ver- folgung nicht nur, wie da« jetzt der Fall ist, auf die jugend« lichm Personm biS zum vollendeten 12. Lebensjahre, sondern dt« zum vollendeten vierzehnten auszudehnen. Die von dem Antragsteller in längerer Rede vertheidigte These lautet: „Die Bestimmungen des§ 55 deS St.-G-B. über den AuS- schluß der strafrechtlichen Verfolgbarkeit jugendlicher Personen vor dem vollendeten 12. Lebensjahre find bis zum vollendeten 14. Lebensjahre auszudehnen, weil vor Vollendung des Unter- richtS in der deutschen Volksschule, bei der vielfach mangel- hasten häuslichen Erziehung die allgemeine Annahme bedingter strafrechtlicher Zurechnungsfähigkeit nicht begründet und so daS vorzeitige Eingreifen der bürgerlichen Strafgewalt der Aufgabe der Schule und den destrasten, für bürgerliche Strafen un- reifen schulpflichtigen Kindern schädlich ist."— Bekämpft wurde diese humane Anschauungsweise durch den bekannten Herrn Staatsanwalt Dr. Stellmacher, früher in Altona, jetzt in Ham« bürg, und noch durch mehrere andere Etaatianwälte, während der Gefängnißdirektor Krahne aus Berlin seinen Hamburger Kollegen warm unterstützte. Der Antrag fiel mit geringer Majorität. Die staatsanwaltschaftliche An- jchauung hat noch einmal den Steg davon getragen. Ein Stück Kulturkampf. In Rheinbrohl hat der Bürgermeister am 28. Mai wiederum— zum vierten Male— die Thüre der katholischen Kirche gewaltsam öffnen lassen, um da« Leichengeläute für eine verstorbene Protestantin zu erzwingen. Die Prozesse wegen der ftüheren Vorgänge schweben noch. Die Lage der in Russisch-Pole« ansässige« Deutschen verschlimmert fich von Tag zu Tag. Die Zahl der Auswanderer unter ihnen wächst denn auch, diesen Zuständen entsprechend, immer mehr. So haben zahlreiche schon seit Jahren in den Kreisen Konin und Slupce des Gouvernements Kalisch ansäsfige deutsche Kolonisten ihren Grundbefitz verkaust und fich dieser Tage thefls nach Deutschland, theilö nach Amerika begeben. Die überseeische Auswanderung a«S dem Deutschen Reiche über deutsche Häfen und Antwerpen ist nach dem neuesten„Monatsheft zur Statistik deS Deutschen Reichs" er- freulicherweise im April er. wiederum erheblich geringer gewesen, alS in den Vorjahren. ES wanderten nämlich nur 10 442 Per- fönen auS gegen 20022, 28 391, 27 338, 33194, 32 807 und 16 367 in dem entsprechenden Monat der Vorjahre biS 1880 zurück. Die Zahl der seit Beginn dieses Jahrci bis Ende April ausgewanderten Personen beträgt 22333, wogegen in den ersten 4 Monaten des Jahres 1885 37347, des Jahres 1884 58173, deS JahreS 1883 55 629 und des JahreS 1882 74 787 Personen auswanderten. Von den Auswanderern deS laufen- den Jahres entfallen 16 318 auf Preußen. 2175 auf Bayern. 911 auf Württemberg, 626 auf Baden, 622 auf Sachsen, 424 auf Hamburg, 374 auf Hessen u. s. w. Unter den preußischen Provinzen stehen obenan Pommern mit 3198, Westpreußen mit 2896 und Posen mit 2319 Auswanderern. Diese drei dünn. bevölkerten Provinzen, deren Einwohnerzahl nicht ganz lOpCt. der Bevölkerung deS Deutschen Reiches ausmacht, nehmen mit« hin fast 37 pEt. der gesammten deutschen Auswanderung für fich in Anspruch. Verboten wurde eine Arbeiterversammlnng in Schmiedeberg(Schlefien), in welcher Abg. v. Vollmar sprechen sollte. Oesterreich-Ungarn. Das Abgeordnetenhaus nahm das Gesetz, betreffend die Arbeiterversicherung in der Spezialdedatte an, und gmehmigte ohne Debatte den NachtragStredit für die korpora« tive Betheiligung der Genossenschaft der bildenden Künstler WienS an der JubiläumS-Kunstausstellung in Berlin. Das Wiener„Vaterland" ist zum vierten Male seit drei Jahren jetzt wieder in dem Falle, auf Grundlage der JahreS- berichte der Brünner Arbeiter� Kranken- und PenfionSkaffe nach- zuweisen, welche entsetzlichen konsequenten Fortschritte die Verelendung der Brünner Ardeiterschaft macht. Die L ö h n e der Brünner Ardeiter find seit einem Jahre wieder um 20 biS 35 p Ct. gesunken(man bedenke, was dieS bei Wochenlöhnen von 2 bis 5 fl. und bei vierzehn- biS sechzehnstündiger Arbeitszeit heißt) und eS ist schon so weit gekommen, daß die Ardeiter ihre Kinder betteln schicken und dei Sonntag« selber betteln gehen, um nicht sofort hungern zu müssen. Gewisse Fadlikantc!!, welche die Löhne schon so tief herabgesetzt haben, daß ihnen eine weitere Herabsetzung gegenwärtig noch nicht rathsam erscheint, find demnach bestrebt, noch einen Nebengewinn herauszuschlagen und betrügen ihren Arbeiter „Glauben Sie, daß ich mich blamire» werde, Herr Direktor?" sagte Handor. „Sie— o Gott, nein, gewiß nicht, lieber Handor! Aber schon ein Zögern im Dialog— der Erb» prinz kennt den„Hamlet" durch und durch, und Sie können sich doch denken, daß ich eine Art von Stolz darein setze» würde, wenn Sie ihn so recht packten und hinrisse» I" „Haben Sie keine Furcht", sagte Handor gle>chgiltig— „ich— bin heute Morgen etwa« zerstreut— ich erhielt gerade vor der Probe einen«»«»genehme» Brief— die Todesnachricht eine« Verwandte»; ich kann meine Rolle, Sie werden heute Abend sehen." „Das gebe Gott!" sagte der geplagte Direktor mit einem au« tiefster Brust herausgeholten Seufzer;„Sie wisse« ja auch, Herr Handor, daß ich Zhne» überall gern gefällig bin, wo ich nur irgend kann." „Ich weiß e», mein lieber Direktor; Sie werde» heute Abend keine Ursache haben, fich über mich zu beklage». Mauser soll mir kein einziges Wort souffliren." „Mein lieber Herr Handor!" „Gewiß, mein bester Direktor; kommen Sie, nehmen Sie ein Gla« Wein mit mir. Mir ist die Kehle wie aus» gebrannt." „Ja, mir auch," stöhnte der Direktor, indem er der Einladung Folge leistete,„und hier wollen wir auf eine gute und zusammengreifende Vorstellung anstoße»- Hamlet lebe!" „Hamlet der Däne lebe," lachte Handor,„wenn Sie ihn auch heute Abend umbringen lassen." „Ach, Du lieber Gott, wen« nur der Abend erst vor» über wäre I" sagte der Direktor, wischte fich de» Schweiß von der Stirn und griff dann seinen Strohhut auf, um nach Hause zu gehen.—_ � Draußen im Schlosse des Grafen Monford ging e» fast noch unruhiger zu. als im Theater, den« einige dreißig Gäste waren auf heute Abend angesagt, und die Vorbereitungen dazu wurde» im großarttgsten Maßstabe getroffen. Allerding« genirte dem Grafen die Festvorstellung im Theater, und er würde die Verlobung seiner einzige» Tochter durch falsches Maß.(Die bekannten„Schwitze".) Klagen, welck hierüber berm Gewerbeinspektor geführt wurden, find fruchW und dieser entschuldigt fich wieder damtt, daß seine Berichst die er über Uederschreitung der Arbeitszeit und Sonstige« W der kompetenten Stelle macht, einfach unberückstcktigt bleidt»- „Wohin es führt", fagt da« zitirte Blatt,„wenn Institution� die auf parlamentarischem Wege mühsam zu Stande komme»- dann auf dem Wege der praktischen Ausführung»ä»bmiilm geführt werden, wird die Folge lehren. Um so größer pp dann die Verbitterung werden. Wir glauben, die Zeicht» herannahender, sozialer Stürme wären wohl ernst genug, f maßgebenden Ortes die Erkenntniß hervorzurufen, daß eS wahr' hastig höchste Zeit ist, dai Wohl und Wehe von Zehntausea' den braven Arbeitern, Familienvätern, Söhnen deS Land-s mehr zu berückstchtigen, als daS schmutzige Interesse gewiss«» loser Spekulanten." Klagenfurt, I.Juni. Eine gestem abgehaltenes zahlreich besuchte Arbeiterversammlung veruttheilte w entschiedener Weise die Haltung der offiziösen Presse und spr»« fich gegen den Antisemitismus aus. Eine verbotene Arbetterversammlung in Wien. Die Haltung der von dem Drechsler Franz Kropf für den 6. d.$■- Vormittags 9 Uhr, in den Saal„zum Stadtgut" in Se$' Haus einberufenen Versammlung wurde auf Grund der% ordnung des Gesammtministeriumi vom 30. Januar 1884 nis' bewilligt. Rußland., Nach einer Meldung der„Daily News" soll Odelft befestigt werden. Gcneral-Gouverneur Roop verfügte W Ausweisung von sieden Personen, welche die Urheber der# Odessa zu Ostern stattgehabten Exzesse waren. Dem„Petersdurger Herold" zu Folge steht im Monat eine Erhöhung deS Tarif« auf ausländische Weine w einer Höhe von 35 Prozent bevor, so daß demnach für ein Bruttogewicht 15 Rbl. an Zoll zu zahlen sein werden. Belgien. Uiber die Arbeiterbewegung wird der„Frankst Ztg." dem 2. Juni telegraphirt: Die Glasarbeiter in Charleroi?»' bis jetzt ruhig. Gleichwohl findet eine lebhafte Agitation 0' die Verbote der Manifestationen auch in der Presse# Morgen, am Himmelkahristage, werden zahlreiche Meetings/ den Kommunen des Charleroi« Gebiets stattfinden. Dai ritale„Journal de BruxelleS" brachte einen Artikel gegen Verbot von Buls, worin eS sagt, daß die Hinderung beitrr, ihr Recht zu gebrauchen, die Arra der Unruhen eroM habe, die nicht so bald geschlossen werden dürfte. In LW haben die Petitionen für Einführung dei persönlichen W? dienstes bereit« 4700 Unterschriften erlangt.— Gestem Luttre(Henegau) eine Schwadron Lancier« eingetroffen, fr Erstaunen dort war groß, da die Ruhe vollkommen und w;; Symptome einei Streiks zu bemerken find.— In Lobbe«®-' gestern das Gerücht verbreitest franzöfische Trupps seien gegen die Grenzen Henegaus echelonitt au« Vorstcht gw11 daS mögliche Uebergreifen einer Bewegung. � Die Führ« der Arbeiter mahnten säwmtlich zur 91 j1.', und Besonnenheit. Nur trotz aller Ungerechtigkeit w* Revolte, damit die Regierung ihren Herzenswunsch, die?' beiterbervegung durch Gewalt zu unt«drücken, nickt eistw' könne! Mich die große Manifestation in der Louvisre, an»; 10000 Arbeit« Tyril nahmen, verlief ruhig. Hier kunw der Führer VolderS den Plan der Partei an: Der A» Weigerung de« Wahlrechts folgt die V«weigerung der Awl Erhalten die Arbeiter dai Recht nicht, fo wird eine allß meine Arbeitseinstellung in allen Fächern in S?. Belgien herbeigeführt!" Unter dm Klängen der Marstilla� mit rothen Fahnen durchzogen die Arbeiter die Stadt, aber Ruhe blieb ungestört. Aus Brüssel wird gemeldet: Der Angeklagte® smissen wurde deS absichtlichen Todtschlags für schuldiS Vi« A usdehnuna deS Wahlrechts betrifft: ,M% »aar&zÄ'rlaä die keinen Zenws ,ablen. denen mir i, selb» da« Wahl" die keinen Zensus zahlen, denen wir ja selbst da« m für Provinz und Gemeinde erthettten. Ader dezügit-V � «ammerwahlen steht unS die Verfassung im W-ge,» Augenblick, wo wir über die erforderliche Z-oeivrittel-Meh»� nur id i«£4-t hlllfthCtl»... zur Reoiston der Verfassung verfügen, ist nicht abzusehen-_ Radikalen handeln schon deshalb thöricht, wenn fie"tt forttg« Revision fordern. Außerden find die Ansichten Liberalen üb« die Frage, ob die Wähl« durch„Capoc»» vemikhrt werden sollen oder ob fich die Einführung deS° � meinen Stimmrechts empfiehlst noch getheilt." Das ist sehr lahme Stellungnahme. Sra«rreich._. Die Kammer hat fich wieder einmal mit dem A r Bjw, buch beschäftigt. Der Senat hat vor der letzten «Neuerung im Jahre 1883 daS ganz veraltete Gesetz obligatorische Dienstbuch der Arbeiter, wodurch eS einem. gern verlegt habe«, wenn fich nicht gerade an diese" Jl)( eine besondere Erinnerung knüpfte. Aber eben Heu- � achtuvdzwanzig Jahren halte« fich mit sein« eigenen v„ verlobt, und e< war schon sett langer Zeit sein«!«->$ wünsch gewesen, Paula'S und spät« George'« Verlob« dem nämlichen Tag zu feiern. Selbst die Avku«l Erbprinzen konnte deshalb keine Aenderung in sew� � sprüngliche» Plan hervorrufen, hätte er sich selbst regierenden Hause besser gestanden, als n wirklich stund. das war eine alte Geschichte, und der regierende 9" einmal in eine; Rangsache zu nahe getreten, was Monford nie v«gab; weshalb also sollte er jetzt ficht auf de» Thronfolger nehmen I Ei geschah rechst wenn er den ersten Rang»ur spärlich beft?.� den» die Herrschaften hatte» den Adel überhaupt läffigt und mochte« es sich selber zuschreibe», wenn Gleiches mit ihnen that. b Um so mehr fühlte fich ab« der Graf Monso »«pflichtest heute jede» Glanz zu entfalten, den ft � bot, und während das glänze Schloß von oben o � in einen blühenden Garten verwandelt worden die Tafel fast unt« d« Last de« Silbers, die ste i hatte, und immer noch schleppten die Disner Ballen herbei, deren Inhalt die hier schon ifj Pracht»«mehren sollte. Dadurch ab« glrch da« der Blume» und der ausgestellten Heulichke» � Packkamm«, als ein« Festhalle. -bwesend,%#*. .er Znsze Lrioatbüt stattfand ich. als er hörte, daß die junge GM'- � Graf George»ar de« ganze« Taz abwestn, —-J„Ts mm W« kr# iuttae w erschrak er freilich, gleich nach der Les gar nicht gewöhnte» Grafen«och da-ei zu ttoHttibtn Arbeitgeber In die Hand gegeben ist, den besten Ar» «eiter um jede Anstellung zu dringen, nicht ganz abschaffen zu dürfen geglaubt, sondern dasselbe dloS für fakultativ erelSrt. wiese Fassung gelangte nun endlich am Sonnabend und am Montag in der Kammer zur ersten Berathung� LuonnaiS, der weputirte der Seine-JnfSrieure, der in diesem Departement die meisten daselbst bestehenden Ardiitergenoffenschaften ge- gründet hat, betonte nun, dajj dai fakultative Dienstbuch ebenso nachtheilig sei, wie dai obligatorische, denn daS Fehlen desselben werde den Arbeiter ebenso verdächtigen, wie ein obligatorisches Dienstbuch mit ungünstigen Angaben. Die Kommission machte i-'yonnaiS von Sonnabend auf Montag die Konzession, in dem fakultativen Dienstbuch solle der Arbeitgeber, der den Arbeiter rntläßt, keine lobende oder tadelnde Bemerkung zu den Daten Uber Name, Herkunft und Dienstdauer hinzufügen dürfen. Die Kammer aber entschied sich, wie LyonnaiS wünschte, für die «ollständige Abschaffung einer Institution, die in andern liberal regierten Ländern, wie Belgien, Schweiz und Amerika, Won längst überwunden ist. Der vom HandelSministrr Lockroq eingebrachte Gesetzentwurf über Einsetzung freiwilliger Schiedsgerichte de» »weckt, Streitigkeiten zwischen Arbeitem und Arbeitgebern über l- Lohnsätze, 2. Löhnungi weise und»Zeit, 3. ArbeilSdauer und Bevingungen der Gesundheit und Sicherheit der Arbeiter schiedsgerichtlich beizulegen. Diejenigen Parteien, welche ein Schiedsgericht herbeiführen wollen, benachrichtigen nach Ar» nkel 2 schrifllich den Bürgermeister der Gemeinde, damit dieser bie Gegenpartei davon verständige. Diese muß binnen drei wagen antworten und im Ablehnungsfall ihre Gründe an» gtdm; Ausbleiben einer Antwort wird alS Ablehnung ange» sthen. Im Annahmefall bezeichnet die vorgeladene Partei in «wem verschlossenen Schreiben eben so viele Schiedsrichter, wie d e Beschwerdeführenden bezeichnet haben. Die offene oder stillschweigende Ablehnung wird den letzteren vom Bürger» weister bescheinigt und außerdem an das Ministerium berichtet. Die Thätigkeit deS vom Bürgermeister im Fall der Annahme unverzüglich zu versammelnden Schiedsgerichts ist unent- gelllich. Die Entscheidung erfolgt mit Stimmenmehrheit. yw Fall einer Stimmengleichheit wird ein anderweitiger Schiedsrichter gewählt. Der Bürgermeister fertigt das Urtheil unentgeltlich auS. trägt eS in ein Register ein und berichtet darüber an den Minister. Das von den Parteien angenom» wene schiedsrichterliche Erlenntniß hat für st« die Wirkungen «nes RechtSvertrageS. In der Frage der Ausweisung der Prinzen 5# Frankreich ist, wie wir schon kurz meldeten, ein �vurpromiß zwischen den gemäßigten und radikalen Mit» »stidern deS KabinetS zu Stande gekommen, wrlcheS eine ?bttgatortsche Ausweisung der direkten Prätendenten, aber eine Uutaltive Ausweisung der übrigen Prinzen bezweckt. Ter �Merprästdent Freycinet selbst hat gegen seine noch am März d. I. vor der Kammer vertretenen Anschauungen "ve nicht unerhebliche Schwenkung nach links gamacht, damit gG gleich, ei, ig eine sonst unausbleibliche MinisterkrifiS ver- Mit. Im Gegensatz zu diesem Uedereinkommen des KabinetS »Wvß die Kommission für den Gesetzentwurf, betreffend die »,/Umsung der Prinzen, nach langer Debatte mit 6 gegen 5 Spnntn in drei getrennten Abstimmungen, daß die AuS» Mung eine obligatorstche und allgemeine sei und durch tplvtz erfolgen solle. Nach den drei Abstimmungen setzte die Zvmmisfion die Sitzung auS. Der Vorsitzende begab sich zu !?.'Ucinct. Frevcinet erklärte, er müsse jede bindende Erklärung Johnen und werde dem Ministerrathe über die Beschlüsse »G Kommission berichten.— Die Kommission hat sich auf »reitag vertagt. G r o tz b r i t a u« i e«. Das Schicksal der irischen Homerulevorlage ist entschieden. Die Abstimmung ist, wie der„Voss. fffinrfu._ Privattelegramm auS London meldet, bis nächste zu weil wieder Aussicht ist, daß ein Kompromiß diese Chamberlain bat in der vorgestrigen Rede TorieS Man er« n«lm oder wenigstens viel- Dissidenten veranlassen werd., nch der Stimmabgabe zu enthalten. sicher zur Zeit der jüngsten ParlamentSwahlen allgemein von derung, von Anderen mir Furcht alS erster baldiger Nachfolger Gladstone'S in der ein, sul• ,cu UKl lungfll »f.üen mit Bewunderung. Mvertreter und baldige Hörerschaft der radikalen Parier oettalvier wurve, yau ncy von seinem früheren Chef und macht leine Miene, �Gftjrlttn Banner zurückzukehren. Wir möchten lieber nicht Neimrißvoll mußte daS Alles betrieben werde»! Was für Jchi hatte es außerdem gekostet, das kleine, schon lange M mehr benutzte Privattheater im Schlosse selber wieder � Stand zu setze», ohne daß Paula etwas davon merkte .und nur der geringste Verdacht würde ja die ganze Gerraschung zerstört haben. Paula schien ihm aber dabei «entlich selber in die Hände zu arbeiten, denn sie sah JP)* von Allem, wa« um sie her vorging, und war nie >b»,, als wenn sie ungestört und allein in Zimmer bleiben oder im Garte« auf und ab gehe» sritj�cht bleich und a» gegriffen sah sie aus, da» konnte tr w em jungen, leichthe'zige» Grafen uicht entgehen, und oft gefragt, ob st- sich unwohl fühle aber L?.vine entschieden verneinende Antwort erhalte«. Sollte sich wirklich in der Verbindung unglücklich fühlen? SsW�Hubert war solch ei« herzensguter und tüchtrger C*'ch. sie mußte glücklich an feiner Seite werden, noch Jl' wenn sie sah, wie glücklich sie die Eltern dadurch �a» gab sich auch gewiß schon nach de» ersten » n. sjjeue � Situation, nur der Gedanke, m vTTf._. /-\ r r< r m n»« L. I._... >4»>»•»•—---- r-----,' -"-iommen fremdes Lebe» selbflständrg elnzutrete«, � sie jetzt so befangen und zerstreut und raubte iht« MKWA ® konnte. Die Schwester hätte thm auch wnk» 5 k«««, größere« Gefallen thu« können, als daß sie r1 u»d abgeschlossen hielt. r,i1?ula war in der Zeit viel im Garten und ihr liebster j on®?"® war nach dem alte» Thurm, u>o sie Stunden j},.,,G» und träumend saß und nach de» fernen Bergen t G'chaute. War sie doch auch sitzt von ihrer Gouver» >i*** Gesellschafterin vollständig erlöst, die sich aller- n hal� ,m Hause befand, aber alle Macht über sie vsr» llxfl �onford wollte, daß seine Tochter sich ftei und ö'S fühlen lerne« sollte, ehe sie da« elterliche Hau» viel über Mr. Chambnlciin'S gegenwärtige Haltung sagen. Er hat sich selbst ernstlich, vielleicht unheilbar geschädigt, indem er persönliche Empfindungen, ungemäßigte Reden und unwürdige Handlungen an Stelle eines ehrenwerthen Protestes gegen da?» waS er an Gladstone'S Homerulevorlage wirklich branstandet, treten ließ." Der Zusammenstoß am Sonnabend zwischen Sozia» listen und Schutzleuten in Stratford kann nicht schlimm gewesen sein. Heute melden die Blätter: Schon seit einiger Zeit war, wie es scheint, ein Platz hinter der Stratforder Kirche von zugereisten sozialistischen Agitatoren zu VersammlungS» zwecken benutzt worden. Letzten Sonnabend stellte sich eine Schaar Londoner Sozialisten mit einer Fahne auf dem Platze auf. Bald kam eS zu Störungen der Ordnung, und da der Redner nicht zu sprechen aufhören wollte, wurde er verhaftet. Hierauf redeten noch 10 oder 11 Andere, welche gleichfalllS unter großer Verwirrung verhaftet wurden. In dem Hand- gemengt wurde daS Pf-rd eines Polizisten milteist eines scharfen Instrument» verwundet. AlS Nachspiel wurde gestern im West Ham Polizeigericht gegen 11 Sozialisten die Anklage wegen Wegvrrspenuna, Befreiung aus den Händen der Polizei und unordentlichen Benehmens erhoben. Nach langer Ver- Handlung wurde einer der Angeklagien freigesprochen, während die übrigen Geldbußen in Höbe von 2'/*— 10 sh. zu entrichten hatten.— Bußen von 2'/,— 10 Mark werden nicht für schlimme Ausschreitungen auferlegt. Heber die aufstandSlustige Ulsterarmee der irischen Protestanten werden bereits zahlenmäßige Angaben gemacht. Die ganz« Armee soll 55 366 Mann Infanterie, 2392 Mann Kavallerie, 4626 Mann Artillerie, 2736 Mann Genietruppen und 971 Scharfschützen, im Ganzen 66 001 Mann umfassen. Dazu gesellt sich die nicht klasfiflzirte vierte Brigade von 7560 Mann, so daß sich das gesammte Orangistenheer auf 73 561 Mann beziffern soll. Ob diese Armee wirklich oder nur auf dem Papiere desteht, muß vorläufig dahingestellt bleibm. Italien. In Cuneo sind kürzlich Mannschaften dritter Klaffe, welche im Kriege als Ersatzmannschaften dienen, zu einer vierwöchent- lichen Uebung zusammenderufen und in einer, wie ei scheint, ungesunden Kaserne einquartirt worden, denn«8 find zwanzig Mann an einer Krankheit plötzlich gestorben, welche Aehnlich» keit mit der asiatischen Brechruhr hatte. Die oppo- fitionellen Blätter schlagen Lärm wegen dieses Vorfalls, be» hanpten, die Soldaten seien auch schlecht verpflegt worden, und melden, daß die Regierung deshalb interpellrrt werden würde. Der Kriegsminister Rieotti hat eine Untersuchung einleiten lassen. Balkaulcinder. AuS dem Verhalten der türkischen Regierung in den letzten Tagen geht nach der Wiener„N. Fr. Pr." hervor, daß die Pforte die Herstellung enger freundschaftlicher Beziehungen mit Griechenland anstrebt. Auserika. AuS Panama wird der„Voss. Ztg." vom 25. April ge. schrieben, daß die Regierung von Kolombia ihren Erlaß, der das Branntwein-Monopol einführte, wieder aufge. hoben hat, weil die Schwierigkeiten der Durchführung de»- selben in gar keinem Verhältnisse zu den vorausstchtlichen Er- trägen stehen. Am 1. Juni starb in New. Nor! John Kelly, der bekannte langjährige Führer der Tammany Hall Demokraten. Asien. Die„Nowoje Wremja" berichtet auS Teheran: NuSred Pascha überbrachte dem Schah einen Brief des Sult�nS, worin ein Schutzbündniß aller Mohamedaner gegen die christliche Welt befürwortet wird. Der Schah lehnte das unter Hinweis auf die Freundschaft PerstenS mit Rußland jedoch ab. In den Tischreden bei den DinerS der perfischen Minister vertrat NuSred Pascha die Idee eines Bündnisses zwischen der Türkei, Perfien und Rußland, die in England ihren gemein» samen Feind hätten. Afrika. AuS Kairo, 31. Mai, wird dem„Reut. Bureau" gemeldet: „Der Agent dcS Ex-Khedive ISmail Pascha hat ein Rund» schreiben an die hiefigen Generalkonsuln gesandt, worin er fie ersucht, in Kairo ein Meeting abzuhalten, um über einen modus procedendi betreffs der Regelung ver Ansprüche Ismail Pascha'« schlüsfig zu werden. Es vei lautet, daß diese Forde« rungen, welche eine Summe von 5 000 000 Lstr. betragen, außer einer permanenten Post im jährlichen Budget in Höhe von 150000 Lstr„ auf Dokumente dastrt find, welche der Liqui» dationSlommisston niemals unterbreitet worden find." Der Er.KheVioe hat dem Lande genug gekostet, so daß Egypten die neue Ausgabe hoffentlich erspart bleibt. GertchtS'ZeiwnS. � ao6onn Der Fürstlich Müller, welcher zu fast allen eheimmitteln, so auch zu der verließ, und Paula dankte ihm das wenigstens au« vollem Herzen. Auch heute Morgen war da» junge Mädchen erst lang- sam auf der Terrasse eine Zeil lang auf und ab und dann ihrer LicblingSstelle zugegangen, und George hatte mit Schmerze» auf den Augenblick gewartet, wo er sie in de» Büschen verschwinden sah, den» eine neue Dekoration, mit deren Anfertigung sich der Maler verspätet hatte, lag schon seit zwei Stunde» im Hinterhalt und konnte nicht in da« Schloß geschafft werde«, so lange er jeden Augenblick der Gefahr ausgesetzt war, daß die Schwester plötzlich au« ihrem Zimmer trete» und ihm die ganze Freude stören möchte. Jetzt war sie fort, und eben wollte er den Befehl ge« be», die etwas unbehilfliche« Versetzstücke rasch herbei» zuschaffen, als Mademoiselle BeautempS auf dem Schauplatz erschien. Daß die nicht schweigen konnte, wo sie nur die Ahnung hatte, daß e» ein Geheicmiß galt, wußte er aus Erfahrung, und die mußte deshalb ebenfalls unter jeder Bedingung entfernt werde«. „Ah, Mademoiselle." rief er ihr zu,„wo haben Sie den» gesteckt? Paula hat Sie schon seit einer Viertelstunde gesucht." „Die Komtesse mich?" rief die Französin, nicht ohne Grund erstaunt;„da» wäre wunderbar." „Ja gewiß, fie ist in den Garten gegangen, um sie dort zu suchen. Im Park oder am alte» Thurm werde» Sie fie fiaden." Mademoiselle schüttelte mit dem Kopf, folgte aber doch der Weisung und»ahm ebenfalls die von Paula einge« schlagen« Richtung. „So, nun aber rasch," lachte Georg fröhlich vor sich hin;„tummelt Euch, Ihr Leute, in zehn Minuten muß Alles im Hause und hinter verschlossenen Thüren sein, damit uns die Damen»ich wieder in den Weg kommen, den« das Fräulein wird bald wieder abgefertigt werden. Was Paula nur deoken wüd," schmunzelte er dann leise vor sich hw,„daß ich ihr die alt« Französin über den Hals schicke; aber heut Abend erzähl' ich ihr, weshalb." (Fortsetzung folgt.) von dem bekannten Wunderheilkünstler Mohrmann errichteten „Deutschen GesundheitS-Kompagnie", in den intimsten Beziehungen steht, deutet seinen klingenden Titel auS, um in der Provtnzialpresse seine Wunderkuren per Distanz zu empfehlen. Und es find nicht wenige, welche fich durch den„Medizinalrath" kaptiren lassen und diesem Herrn, welcher früher„Apotheker" war und seinen Titel nur für seine Thätigkeit nach dieser Rich« tun« erlangt hat, in die Hände fallen. DaS B'iliner Polizei» prästdium, welches der G:schäft?praxiS dieses neuen LichteS auf dem Gebiete der Heilkunde seine volle Aufmerksamkeit zuwen» det, vermag leider nur sehr wenig dagegen anzukämpfen. Vor einigen Monaten ist eS ihm indcß gelungen, zu ermitteln, daß Dr. Job. Müller seinen Patienten auch Medikamente über« läßt, deren Verkauf nur konzesfionirten Apothekern ge» stattet ist. Eo hat Dr. Müller dem Lehrer Ledermann in Köln alS Hrilmittel gegen DiabethiS zwei Medikamente übersandt, eins zum einreiben, daS zweite zum einnehmen, und fich dafür 10 M. bezahlen lassen. Der gerichtliche Chemiker Dr. Bischof hat begutachtet, daß das eine Medikament auS Perubalsam und SpirituS bestand, das andere einen Dekott von Glauber» salz und Salyzilsäure enthielt. Der Werth beider völlig in» differentrn Medikamente ist au? ca. 60 Pf. taxirt. Die 96. Ab» theilunz des hiefigen Schöffengerichts nahm den Heiikünstler mit dem hochtönenden Titel wegen dieser Ueberlassung von Medikamenten in eine Strafe von 50 M. eo. 10 Tagen Haft. Da in dem erlassenen Sirafbefehl aus Jrrthum die von Dr. Bischof verwendeten Reagentien als Bestandtheile der Medikamente mit aufgeführt waren, erhoffte der Angeklagte durch Einlegung eines Einspruchs ein günstiges Resultat, ali er aber aus der Beweisaufnahme seine bedenkliche Situation erfuhr, zog er schnell den Einspruch zurück, wethalb ei der Ge» richtt Hof hierbei belassen mußte. Sonst wäre wahrscheinlich auf eine Haftstrafe erkannt worden. Ei» sehr bemerkenSwerthe? Eckenntniß über Kontrakte gewisser Abzahlungsgeschäfte fällte vor einigen Tagen daS Ge« richt m Hamburg. Von einem AbzahlungSbändler in Altona hatte ein Handwerker einen Hausstand geliefert erhalten unter der Bedingung, daß der auf 900 Mark festgesetzte Preis in monatlichen Raten von 100 Mark abgetragen werden sollte; fall« die Abzahlungen aber nicht regelmäßig erfolgen sollten, hatte der Handler daS Recht ausbedungen, sämmtliche Sachen tofort wieder an fich nehmen zu können, und zwar ohne jede Rückerstattung der etwa geleisteten Abzahlung. Der Hand« werker hatte auch stehen AbzahlungStermine innegehalten, ver« mochte aber, durch Krankheit verhindert, die achte Rate nicht rechtzeitig zu entrichten. Diese Gelegenh'it wollte ohne alle Rückficht auf die Bitten deS Handwerkers der AbzahlungS» Händler nun sofort benutzen, um die Sachen wieder an fich zu nehmen, und würde auch wahrscheinlich seine Abficht erreicht haben, wenn nicht der Hauswirlh fich in« Mittel gelegt und die Fortschaffung ver Sachen verhindert hätte. Der Händler klagte in Folge dessen gegen den letzteren auf Auslieferung der Sacken, ist jedoch mit setner Klage abgewiesen worden. DaS Gericht erklärte nämlich, daß der mit dem Handwerker abge» schloss-ne Vertrag ein unmoralischer und daher unwirksamer sei. Der Händler se, wohl berechtigt, den noch ausstehenden Rest von 200 Mark in Anspruch zu nehmen; dagegen sei er durchaus nicht berechtigt, die bereits gezahlte Summe einfach für verfallen zu erklären. B. C. Zwickau, 2. Juni 1886. Vor der ll. Strafkammer des Landgerichts Zwickau gelangte heute(Dienstag) gegen den Journalisten Gustav Meyer aus Berlin, welcher bekanntlich eben erst wegen Veröffentlichung eine« kurzen, angeblich in einigen PunUen mit der Anklageschrift in dem unter Aus- schlug der Oeffentlichkeit geführten Prozeß Sarauw-Röttger übereinstimmenden Vorbericht von d-r Strafkammer in Dres» den zu 400 M. Gildstrafe eoent. 40 Tagen Gefängniß verur» theilt worden war, auf Gr'.md desselben in diesem Falle an daS„Zwickauer Wochenblatt" übermittelten VochectchtS eine Anklage wegen PceßvergehenS zur Verhandlung. Letztere währte etwa 3 Stunden und fand unter Ausschluß der Oeffent« lichkeit statt. Die Sentenz lautete dahin, daß der Angeklagte de« Preßvergeben» schuldig und deshalb zu 100 Mark Geldstrafe eoent. 10 Tagen Gefängniß zu verurtheilen sei. Auf den Einwand des Angeklagten, so wurde in den Entscheidung�» gründen auig-sührt, daß er auf die Aufnahme deS Artikels keinen Einfluß gehabt und deshalb nicht als Mitthäter gelten 1 könne, sei keine Rückficht zu nehmen, da er eingestandener- maßen der Verfasser gewesen. Auch komme nicht in Betracht, daß der Angeklagte, wie er behauptet und wie ihm nicht widerlegt werden könne, den Artikel nicht auS der Anllageschrift selbst. sondern aus ande- ren Zeüungen, welche vorher Notizen über die Anklage enthielten, zusammengestelli habe; entscheidend sei allein der Umstand, daß einzelne Siellen desselben mit der Anklageschrift übereinstimmten. Wenn der Angeklagte ferner einwende, daß er den qu. Bericht seinerzeit heklographirt und wörtlich völlig übereinstimmend zu gleicher Zeit an die Zeitungen versandt habe und somit event. nur ein einzige« Vergehen be- gangen habe, wegen dessen er übrigens schon einmal bestraft sei und deshalb nicht mehr wiederholt anderweit bestraft wer» Aus Kunst nnd Leben« Die Eommersaisou für Oper im Louisenstädtischm Thrater wird auch in dirsem Jahre nicht trübe vorüberziehen. Sonntag, den 6. Junl, wird mit einem auierwählten Ensemble mit Webers unsterblicher Oper Freischütz die Eröffnung statt- finden. DaS Repertoir wird tagtäglich seinen Fortgang haben. Die Zahl der Blinden tu Europa. Man zädlt in Europa 300000 Blinde. Nach Abzug der Kinder und Greise bliebe ein Rest von 200000 erwachsenen Blinden, deren Pro- duktionikraft also verloren ginge. Die Statistiker berechnen einen Blinden auf 1000 Einwohner; dai Verhältniß würde fich noch ungünstiger gestalten, im Falle dabei die mit schweren Sehtehlern Behafteten in Betracht kämen. Nach der Zählung in Italien 1881 betrug die Zahl der Blinden 21 078 oder 76 auf 100000 Einwohner. Indessen mag diese Zahl die Wahr» heit nicht ganz erreichen. England, Oesterreich, Uigarn, Nor- wegen, Spanien, Portugal, die Vereinigten Staaten Amerikas, die Argentinische Republik berechnet man mit einer größeren, dagegen Holland, Kanada mit einer geringeren, die Schweiz, Dänemark, Schweden, Belgirn, Frankreich, Preußen fast mit derselben Zahl, wie Italien. Die Blinden find unter den Männern zahlreicher veriretrn, als unter den Frauen. Nach dem„KolmoS" giebt eS mehr Blinde in den großen Städten a'.S in den mittleren, und hier wieder mehr als In den Markt« flicken und Landfitzen. Etlberne Hochzeit— im Gefängniß. Am Sonnabend, d«n 29. Mai, beging der Prästvent de« dänischen Reichstags (Folkething), Berg, der bekanntlich»egen„Widerstand«« gegen die Obrij-keit in einer politischen Versammlung" zu einer sechi» monatlichen Freiheitsstrafe verurtheilt worden, im Gefängniß seine filbernc Hochzeit. Man hat« ihm zu verstehen gegeben, daß die Regierung ihm einige Tage Urlaub bewilligen wolle, wenn er darum nachsuche. Berg verschmähte eS jedock, vi« Gnade deS Minister« Estrup anzusprechen. Dagegen waren die Familie und zwei Deputationen darum eingekommen, den Gefangenen an diesem Tage besuchen zu dürfen. Die eine Deputation über» reichte ihm NamcnS der liberalen Partei einen FondS von 45 000 Kronen, einen silbernen Tafelaufsatz und zwei silberne Armleuchter. Die andere Deputation überbrachte von der von Berg zu Bögö gegründeten Navigationsschule eine silberne Weinkanne. Nach kurzem Verweilen mußten die Familienmit» gliever wie die Deputationen aus Befehl deS Arresi-JnipektorS daS G�ängnrß verlassen. btn könne, so sei dem gegenüber darauf hinzuweisen, daß hier nicht ideal sondern reale Konkurrenz der Handlungen vorliege und daß der Angeklagte überall da Mitthäter und alS solcher zu bestrafen sei, wo sein Bericht in einer Zeitung Aufnahme gefunden. In Anbetracht der obwaltenden Umstände sei tndeß nur auf eine Geldstrafe in der erwähnten Höhe zu erkennen. Die Entscheidungtaründe in der Verhandlung, welcher der An» geklagte persönlich beigewohnt und in welcher er sich selbst ser- gt hatte, wurden öffentlich publizirt. Soziales«ud Arbeiterbewegung« Europäischer Menschenhandel.»100 Mark Belohnung! Ein Wittwer ohne Anhang, hoher Dreißiger, fein gebildet, sehr solid und häuölich, Inhaber eine« hochfeinen Engro! Ge> schäfts, mit Vermögen von ca. IOC 000 M.,«van gel., bittet, ihm die Bekanntschaft einer Dame entsprechenden Alters und Vermögens zu vermitteln, und wird bei Verhelrathung obige Belohnung zugefichert."— So zu lesen in einem nationallibcialen Blatte.— Wie steht es denn eigentlich mit der„Helligkeit der Ehe" in unserer heutigen Gesellschaft auS, welche ja bekanntlich gerade vom Liberalismus als„die beste der Welten" titulirt wird? U. A. W. G. Die Lage des BreSlauer DrechSlergewerkS wurde kürzlich von Herrn Jungfer, dem Vorfitzenden de« BreSlauer Fachvereins, sehr trübe geschildert. DaS DrechSlerhandwerk sei eineS von denen, welche von Jahr zu Jahr zurückgingen. Die Lage sei heute eben so schlimm, wie nach den Gründerjahren. Die Kollegen verdienten im Großen und Ganzen 12 M- pro Woche. Ja, eS seien sogar Ausgelernte mit 7 M. pro Woche dezahlt worden. Aehnlich verhalte eS fich in der Knopf- und Stockmacher. Branche. Es sei vorgekommen, daß Knopfmacher mit einem Wochenlohn von 3-4 M. nach Hause gingen. DaS mögen zwar Ausnahmen sein, aber was solle ein Vrrheirathe« ter auch mll 12 M. pro Woche anfangen? Nothwendig müffe in der Haushalluna ein Defizit entstehen. Und wer decke dieses Drfizit? Die Frau. Die Frau müffe durch ihre Arbeit den Verdienst vermehren, oder wohl gar den Hauptverdienst liefern. Darunter müffen natürlich die Familienverhältnisse leiden. Wer ist nun aber Schuld daran, daß das Handwerk so heradgekommen sei? Einmal der Großbetrieb, der planlos darauf losarbeiten lasse, dann aber auch die Kleinmeister, welche fich untereinander die schamloseste Konkurrenz machten und die Preise herunterdrückten. Mit Gesellen könnten solche Meister far nicht arbeiten lassen, fie hielten fich eben nur Lehrlinge. Zäher die Ueberproduktion an Gesellen. Das Drechslrrhand- werk werde ferner geschädigt durch die gewohnheitsmäßige Akkordarbeit. Jeder Arbeiter, sage man, werde dabei nach seinem Werthe bezahlt. Verdiene aber der gute Ardeiter etwaS mehr, so werde der Arbeitslohn sofort heradgedrückt. So könne der beste Arbeiter kaum das Nothwendige erwerben, viel weni- ger natürlich der mittlere und schwächere, die auch ein Recht zu existiren hätten.„Akkordarbeit— Mordardeit", daS sei ein wahres Wort. Man sollte nun meinen, daß unter solchen Ver. hältniffen fich jeder für die Organisation interesfiren müßte. Dem sei aber nicht so. Von 620 in Breslau arbeitenden Drechslern seien nur 130 Mitglieder deS Fachvereins, und von ihnen sei noch die Hälfte zu streichen. Uno doch sei die Ver- einigung jo nöthtg. Die Maurer BarmeuS haben in einer gut besuchten Ver« sammlung beschloffen, von einer Arbeiseinstellung in diesem Sommer abzustehen. 5000 Arbeiter hat die ManSfelder Gewerkschaft trotz der Schutzzollpolitik des Deutschen Reichs seit dem 1. Januar dieses Jahres entlassen. Der Direkter dieser großen Bergwcrksge- nossenschaft, Herr Geh. Bergrath Leuschner, ist bekanntlich ein großer Schutzzöllner vor dem Herrn. Nun fitzt er, trotzdem seine Bestrebungen in Erfüllung gegangen find, tief in der Dinte. In Bezug aus de« Magdeburger Maurer- und Zimmererstreik läßt�die„Saale Ztg." fich schreiben, �daß der ....... ike Sieg fich auf die Eilte der Streikenden neige. Bis jetzt haben 372 Gesellen die Arbtit niedergelegt, 5i find von den Metstern entlassen worden und 473 find abgereist. Der Streit- Ausschuß hatte in vergangener Woche nur 16 Maurergesellen zu unterstützen, da die übrigen die Annahme jeder Unter- stützung abgelehnt hatten. Eine am Eonnabend abgehaltene Versammlung nahm folgende Resolution an:„Die heute im großen Saale des EchloßgartcnS tagende Versammlung der Maurer und Zimmerer Magdeburgs und der Umgebend hält an der gestellten Forderung von 40 Pf. die Stunde Minimal« lohn fest und beschließt, dieselbe auf dem bisher eingeschlagenen Wege durchzusetzen." Der Ttschlerstreik tu KottbuS dauert fort', bereits 4'/, Wochen find seit Beginn der Arbeitseinstellung verflossen und noch immer ist die Situation unverändert. Die Meister weigern fich entschieden» mit den Vertretern der Streikenden zu unterhandeln und find unabläsfig bemüht, unter allerlei Versprechungen Gesellen auS anderen Städten nach KottbuS zu locken Der Bahnhof soll stets von mehreren Meistern de» setzt sein, um durchreisende Tischlergesellen zu angeln; trotzdem geht keiner auf diesen Leim: auch nicht ein Geselle soll bisher von auswärts gekommen sein. Die Streikenden bitten, den Zuzug wie bisher streng fern zu halfen und machen bekannt, daß die Lohnlommisston zur Zeit noch 41 verheirathete und 6 ledige Gesellen zu unterstützen hat. Nähere Auskunft er- theilen gern F. Schiemenz, Neustädterstr. 333, und der Kasstrer der Lohnkommisfion, G. Kalläne, Gr. Mauerstr. 166, in Kottbus. Die Maler tu Kiel haben eine elsstündige Arbeitszeit durchgesetzt, fie arbeiten jetzt von 6 bis 6 Uhr, mit einer Stunde Mittag: dieselbe Arbeitszeit gitt bei den Maurern. Uerewe und Uersammwngeu« Gauveret« der Maler. Der Vorstand steht fich ver- anlaßt zu elklärcn, daß die vielfach verbreitete Anficht, daß nur solche Berufigenoffer, dem Verein als Mitglieder beitreten .önr.en, welche zugleich Mitglieder der freien Hilfskasse find, eine völlig irrige ist. Jeder Maler und verw. Berufsgenosse, gleichviel welcher Kasse er angeiört, ist berechtigt, ja moralisch verpflichtet, dem Gauoerein beizutreten. Der Verein gewährt seinen reisenden Mitgliedern in den Wintermonaten eine Reise- Unterstützung, auch unterstützt er seine verhetiacheten Mitglied« in Fällen der Roth. Der Verein hat ferner in dem Lokale von Sodtke, Ritterstraße 123, eine Herberge und Zentral- Arbeitsnachweis errichtet. Die ArbeitSvermittelung geschieht unentgeltlich. Der Vorstand erwartet, daß alle Kollegen, welche für die Verbesserung ihrer Lage eintreten wollen, fich dem Verein alS Mitglieder anschließen werden. Weiter werden alle Mitglieder ersucht, ihre Karten abzuholm, da dieselben bei d« nächsten außerordentlichen Generalversammlung, in welcher die Neuwahl des gesammten Vorstandes stattfindet, alS Legitimation dienen.— BilletS zu dem am 20. Juni stattfindenden erste« Stiftungsfeste find zu haben bei Sodtke, Ritterstraße 123, und beim Kasfirer Herrn Käßner, Grenadierstraße 13. * Tischler-Verein. Heute Abend 8'/, Ubr, Kottbus«« straße 4a, Versammlung. Da seit dem 21. v. Mts. die neue« Krankenkaffenstatuten genehmigt find, ist der Vorstand ver« pflichtet eine ausführliche Milgltederliste anzulegen. Der Vor- stand ersucht die Mitglieder, von Sonnabend, den 6. d. Mts. ad, die alten OuiltungSbücher beim Kasfirer abzugeben und I« dieselben einen Zettel hineinzulegen, worauf die Wohnung. Vor- und Zunahme deS Mitgliedes verzeichnet find. Außerdem wird darauf aufmerksam gemacht, daß bei Aushändigung d« neuen Bücher die sechste Auflage dezahlt werden muß, weil diese als die erste Auflage bei der neuen Kasse gilt. * Vereiv zur Wahrung der Juteressen der Berlin« Dachdecker. Sonntag, den 6. Juni er., Vormittags 9'/, Uhr, im Restaurant Eahm, Annenstr. 16, Versammlung. Tagesordnung: 1) Wie stellt fich der Verein zur gegenwärtige« Lohnforderung der Berliner Dachdecker? 2)....... über das diesjährige Stiftungsfest. 3) Verschiedene Vereins« ift angclegenheiten. Auch find Kollegen als Gäste willkommen. * Loutsenstädtischer Bezirksverein„vorwärts". D« Vorstand hat nachstehende Zahlstellen zur Entgegennahme der Beiträge der Mitgiicd-r eingerichtet: 1. bei Herrn Bunge, Prinzenfir. 96, pari.: 2. bei Decker, Holzmarktgaffe 3, pari, jeden Sonnabend von 8—10 Uhr ÄdeudS, außerdem So««' tags von 9—11 Uhr Vormittags bei dem Kasfirer Herr« Sünder mann, Gitschinerstr. 61, L Neue Mitglieder werde« dort ebenfalls aufgenommen. Außerdem macht der Vorstand bekannt, daß am 2. Pfingstfeiertage eine Familien-Landpartie nach Lichterfelde stattfindet. Näheres durch Annonzen in der nächsten Woche. * Fachverein der Putzer. Ordentliche Mitglieder-Ve» sammlung am Sonntag, den 6. Juni, Vormittags 11 Ubr, da Scheffcr, Jnselstroße 10. Tagesordnung: 1. Ein Uateo stützungsgewch. 2. Ein Antrag um Rechtsschutz. 3 Antrat zu einem Vergnügen. 4. Besprechung über unsere Lohn«# hällniffe. * Verein zur Wahrung der Interessen der Klavi« arbetter. Heute, Sonnabend, Abends 8 Uhr, in Gratw'iu Bierhallen, Kommandantenstraß-: 77/79(oberer Saal), 2$ sammlung der Mitglieder. Tagesordnung: 1. Vortrag v« Herrn Dr. Sandmann über:„Die Nase in ihrer Beziehw zum Organismus. 2. Abrechnung vom Maskenball. 3. Verein» angelegenhctten und Fragckasten. !* Theater. Sonnabend, den 5. Juni. Opernhaus. Wilhelm Tell. HchanspielhauS. Keine Vorstellung. Deutsches Theater. Die Anna Life. BeZe-«lltance-Theater. Das ParadieS. Gr- sanaspoffe in 4 Atten von Leo Treptow und L. Herrmann._._ Krtedrich-«tlh-l«ftSdttsche» Theater. Der Zigeunerbaro"..,• «««all«- Theater. Der Herne Herzog. »WÄ-ater. Urtel Acosta. vittori«- Theater. Amor. Tan». Poem von Luigi Manzottt._ �...... Ksofitiaas'i Variete. Große Spezialitäten LorKellung._ .__ Vassage i Tr. 9 M.— 10 A. my Japan- China. Neu I Ein« Wanderung durch Rom. Hertha-Netse. Carotinen-Jnselu. Eine«eise 30 Pf. Kinder nur 10 Pf. Tft Irlich: Geselliges Zusammensein in den„zandab-rg-r Kierhatteu, l-andebe'.gerstraße 82. Saal».Zimmer für Vereine u. Versammlungen. 1727] Jueohy. Ich empfehle mein Schuhwaareu-veschSft von seidstgefertigten Drrreu-, Dame«» und Kiuder-Ktieseln zu soliden Preisen. Be- stellungen nach Maaß, besonders für Fußleidende, sowie Reparaturen jeder Art werden in kürzester Zett prompt ausgeführt.[1772 Anton Woyaok,3»auetftt. 12a _ Nhrei-jtdttik__ O. Scharnow, besteht fett zwanzig Jahren. Aertw 3«, Oranieuftr. 158, Ecke MmfttzpU. empfiehlt unt. Zjährig. 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WM- KntrCe 30 Pr.-M» 1842 Heute: Große» Concert und UorsteUnug. Seit dem 1. Juni werden bei uns bis auf Weiteres [1871 Kleiderstoffe viel billiger ! verkaust. Waschechte Cattuue jetzt Mtr. nur 25 Pf. Waschechte feine Percals jetzt Mtr. nur 30 u. 40 Pf. Hübsche helle Wollstoffe für Stratzenkleid jetzt Mtr. nur 25 Pf. Sehr kräftige Wollstoffe für Hauskleider jetzt Mtr. 30 Pf. Doppelt breite Cachemirs, � broun' ÄÄS unbfi, die Gefindeverhältniffe im deutschen Zivilgesetzbuche zu ttgeln. m Abg. Gerlich wirft den Gegnern vor, daß fie von den Zerhältniffen auf dem Lande nicht# verständen. DaS Gesetz W gerade ,um Schutze der kleinen Landwirthe, nicht dei A�fgrundblsttzeS bestimmt. Für den Landwirth handele eS V bei einem Kontraktbruche de# GefindeS um weil höhere F'jjÄmen als bei Ksntraktbrüchen im Handwerkerstände. DeS- ra? wüßten auch die Landwirthe mehr geschützt werden. DaS befriedige ein dringendes Bedürfniß. Abg. Dirichlet: Diejenigen Landwirthe, welche erst der Mi, etlichen Hilfe bedürfen, um die Dienstboten zur Pflicht- Aüllung zu zwingen, find überhaupt von vornherein„aufge. schrieben". Der Weizen wird durch polizeiliches Eingreifen Wahrhaftig nicht vor dem Verregnen geschützt; ehe die Polizei 0% Dienstboten zurückbringt, ist der Weizen längst verfault udrr ausgewachsen. DaS Verbältniß zwischen Herr und Gefinde Zuß gerade bei der Landwirthschaft auf anderen Haltdareren Grundlagen beruhen als auf Polizeigewalt. ,§ 1 wird hierauf von einer auS Konservativen und National« »dttoten bestehenden Majorität angenommen; desgleichen der «est de, Gesetzes rH»HH " e de# Regierungsbezirks Kaffel auszudehnen. Schreiber(Marburg) bemerkt, daß fich der Abg. Äscher einen Wahlkreis des Regiemnakbezirls Wie#- aven vertrete, für daS Gesetz auSgesprochm habe. , �dg. CahenSly erklärt, daß der vom Abg. Bork ver- Wahlkreis Biedenkopf ein uralt hesfischer sei, der erst in /� setzten Zeit dem Regierungsbezirk Wiesbaden zugetheile sei. fveiterteit.) UÄ. �eruhigunl Ah tgung de# Herrn Bork: um für Wenn die Eigenschaft dieses Gesetz zu stimmen, Abg. CahenSly nur »ine geodrene Naffauerin zugetheile sei. alS Naffauer so will ich zur bemerken, daß war.(Große Ne rothe Ich its Haro i. Kmdij. (Schluß aus Nr. 127.) , Ihr Lebtag hatten die Bewohner von SaroSlak ei» Mez Brautpaar nicht gesehen. Margit war still und Huch wie ein Gespenst im Hause umher, man hörte sie ptoze Tage lang kein Wort spreche» und Herr von Keudy 0> ihr auf Schritt uvd Tritt wie ei» treuer Hund, ohne .7 er es ei» einziges Mal gewagt hätte, das Wort an fie Uchte». Nur Nachts, wenn Alles schlief, schien neuer i'"Uh in ihn zu kommen. Da saß er stundenlang vor r/U" Fenstern, und der alte Pato, welcher ihn einmal de« �scht hatte, war so erschrocken, daß er auf und davon Er hatte seinen Herrn mit fich selbst spreche» und *7 lache» gehört. Er war vor Margit'# Fenstern m die in sn gcsunken, als ob ihn da# Uebermaß seines Glückes om u» ziehe« würde. Und das ging lang« Zeit so 5 trotzdem fie schon längst verlobt waren und die Hoch- sticht mehr in weiter Ferne stand. Einmal hatte er »ohl aufgerafft, aber dann waren fie Beide wieder so »>,( geworden wie früher. ES war am späten Abend ge- »v» k im Kastell hatte bereits alles geschlafe», nur er war y>n«.trn Garte» ruhe« und rastlos umhergegangen. Endlich tzi,, rr den Garten verlasse», da sah er Margit vor fich. und ergriff ihre Hand. Sie entzog eS ihm mcht, CJLMafi nicht de» Muth, ihm ins Antlitz zu blicke«. eine lauge Weile, bis er z» spreche« wagt, schwerer Seufzer kam da# erste Wort über seine biit r,'.»Ich weiß, daß fie mich nicht liebe», sagte er K.. Veoen� c:.:.___' ix Zr.fis«» emen s w"r vurfte, wen« fett Nicht mern We,o Ä uuge Zh« Liebe nicht, aber erlaube« Sie i r»rf biene als Ihr tteuester Sklave, daß ich..., Mcs y..fir weilen. Ich will mich bemühen, jeden Tag il Z°b«ns ,u«schönen, ich und Alles, wa» ich besitze, �azu da sein, jede# Wölkchen von Ihrer Stirn zu Unter Ablehnung des Antrag# Crher.Sly wird die Ueber« schritt unoerändert genehmigt. ES folgt die zweite Beratung dek Gesetzentwurfs, detr die Kantongefängnisse in der Rheinprooinz. Nach der Vorlaae soll den Gemeinden die Verpflichtung, die Kantongefängniffe zu bauen und zu unterhalren und für die tarin unterzubringenden Strafgefangenen zu sorgen, abgcnom men werden. DaS Eiaenthum an den bestehenden Gefäng niffen grht auf den Staat über. Nur da, wo die Gebäude gleichzeitig anderen Gemeindezweckcn dienen, bleibt da# Eigen- thum den Gemeinden, während der Staat nur die Mitbe� Nutzung der Gefängniffe behält. In Konsequenz dieser Aenderung sollen nach§ 5 der Vor läge die wegen Vergehen und Uedertretungen gerichtlich festge- setzten Geldstrafen nicht mehr den Gemeinten oder dem Polizei- und Zuchtpolizei-Strafgelderfonds, sondern der Staatskaffe zu» fließen. Während die Kommission im Uebrigen den Entwurf ohne wesentliche Veränderung angenommen hat, will fie diesen§" streichen. Die Abgg. Barth, Eberty und Freiherr v. L y n ck e r beantragen die Wiederberflellung de#§ 5, während der Abg. L e h m a n n für den Fall de: Annahme der RegierungSvor läge als Ersatz für die dem Provinzialverbande entzogenen Strafgelder eine jährliche Rente von 120000 M. diesem zu- weisen will. Ministerialdirektor v. Z a st r o w besürwcrtet die Wieder Herstellung der Regierungsvorlage; in demselben Sinne äußern fich die Abgg. v. L y n ck e r und v. Benda unter Hinweis darauf, daß die Ablehnung des§ 5 in der Kommisfion nur mtt Stimmengleichheit erfolgt ist, während die Abgg. I o r dan, Lehmann, Menken und o. Ey nern Üderein stimmend ausführen, dnß die Strafgelder keineswegs lediglich zur Unterhaltung der Gefängniffe seitens der Gemeinden ver- wendet seien, der Fiskus also auS den aufkommenden Summen auch nur soviel mit Reckt beanspruchen könnte, als er zur Unterhaltung der G-iängnisse bedürfe. Geh. Justizrai h Starke verwahrt die StaatSrezierung gegen die Insinuation, als od eS mit dem§ 5 auf eine widerrechtliche Bereicherung des FiSkuS auf Kotten der Ge- meindm abgesehen sei. D r bauliche Zustand der Kantongefäng niffe in der Rheinprovinz sei schauderhaft! bestehe eine Unter- baltungSpflicht, so müffe die Unterhaltung auch eine ordentliche sein. Unrecht solle den Gemeinden nicht geschehen; könnten über die Unterhaltungskosten hinaus gegründete Ansprüche geltend gemacht werden, so würden diele auch anerkannt wer- den. Die Regierung wolle keine Begünstigung, aber auch keine Benachlhelligung. Die Rbtinprooinz fasse die Natur der ihr mtt diesen Etrafgelvern überwiesenen Dotation irrthümlich auf. Der Herr Kommissar schließt mit einem Appell an den Patrio- tismuS der fämmtlichen Mitglieder de# HaufeS, der Rhein. länder wie der andern:„Seien Sie alle gute Preußen und nehmen Sic die Vorlage an!"(Heiterkeit und Beifall; Abg. K a n t a k ruft dem Abg. v. Eynern zu: Sehen Sie, Sie find auch kein guter Preuße! Große Heiterkeit.) § 5 wird unter Ablehnung de# Antrages Lehmann ent. dem KommisfionSbeschluß wieder hergestellt. Gegen den eft de# Gesetzes, die§§ 6 und 7, wird ein Widerspruch nicht erhoben. ES folgt die zweite Berathung deS Antrage# des Slbg> Seer, betr. die Abänderung der königlichen Verordnung vom 17. März 1839, betr. den Verkehr auf den Kunst- st r a ß e n und der königlichen Verordnung vom 12. April 1840, detr. die Modifikation des§ 1 der Verordnung vom 17. März 1839 wegen deS Verkehr# auf den Kunststraßen. Nach dem Beschluß der xix. Kommission soll für die Provinzen Westpreußen und Posen für Lastsuhrwerke bei einer Ladung von mehr alS 1000 bis 2000 K'loar. einschließlich auf vierrädiigem Fuhrwerk, bez. mebr alS 500 bis 1000 Kilogr. einschlrcßiich auf zweiräSrigem Fuhrwerk eine Breite der Rad- felgenbeschläge von weniger alS 4 Zoll(10,46 Zentimeter) bis herab zu 6,5 Zlm. einschließlich gestattet sein. Abg. v. Huene deaniragt die Ausdehnung dieser Be stimmungen auf die Provinz Schlesien. Abg. v. Minnigerode«ill den Geltungsbereich de# vom Abg. Seer beantragten G. E. auf die Provinz Posen be« schränken und die Aenderung teS in Westpreußen bestehenden scheuche». Ich bin reich und ich liebe Sie wahnsinnig, grenzenlos...." Sie war aufgesprungen. Einen Augenblick sah sie ihn an, als ob sie plötzlich irre geworden wäre; sie heftete ihre großen blauen Augen mit einem starre», befremdende» Ausdruck auf sei» Antlitz und dan» eilte sie, wie gehetzt, aus dem Garten in ihr Zimmer hinauf, wo sie sich ein- schloß. Er hatte fie nicht aufzuhalte» versucht. Siavcod sah er ihr eine Weile nach und er fühlte, daß zwei schwere Thränen über sein« Wavgen rieselte«. Was wußte er be- ginnen, um sich mirdestevS die Freundschaft dieses Mädchen# zu erwerben? Er wußte keiven Rath. Er konnte sie nur mit seinem Reichthum überhäufe«. Ec war reich, sehr reich, aber um Margit'# Tage zu verschönen, wollte er»och reicher werden, so reich, daß er rm Augenblicke selbst ihre weitest« gehenden Wünsche zu befriedigen vermöchte. In seiner Familie hieß eS seit vielen, vielen Jahren, im Kastell zu SaroSlak sei ei» reicher Schatz verborgen und wer den zu heben vermag, der wird so reich, wie ein König. Ei» Ahne der Kmdy'S hatte de« Schatz vergraben, als die Türken ins Laad gezogen kamen und der Schatz blieb vergraben, denn jeuer Ahnherr fiel unter de» krummen Säbeln. Er wollte dtefe» Schatz suchen und wenn er ihn gefunden, Margit zu Füßen legen. Ec begann auch die Suche schon am andern Morgen. Da# Suchen nach dem verborgenen Golde schien ihn einigermaße» zu beruhigen. Er zog seine Gedanke» theilweise von Margit ab und es kam wie eine ruhige Be« friedigung über ihn, wen« er mit de« Hammer in der Hand im Keller umherwaadelte und nach den verborgene« Schätzen suchte. Es war den ganzen Tag über nicht zu sehen, er suchte da# von seinem Ahnherrn verborgene Gold und nur wen« eS Nacht wurde, konnte man ihn vor Margit'# Fenster» stehen und sehnsüchtig hinaufstarren sehe«. DaS ging viele Woche« so. Endlich rückte der Tag der Trauung heran. Es waren nur mehr wenige Tage bis dahin und die glänzenden HochzeitSgescheuke, welche er Margit zugedacht hatte, waren bereits alle angekommen. Ein Lächeln der Befriedigung war über fein Antlitz geglitten, als er die Zustande# der für die nächste E-ifion in Nur ficht gestellten generellen Reformgefetzgebung auf diefim Geviel üd-rlaffen. Nach kurzer Debatte wird der Antrag v. Hueve angenom» men, der Antrag v. Minnigerode verworfen, mtt dieser Modi» fikatton gelangt der KommisfionSbeschluß zur Annahme, des- gleichen folgende Resolution, weiche die Kommisfion gleichfalls vorschlägt: Die königliche StaatSregierung aufzufordern: soweit fich da# Bedürfniß herausgestellt hat, die noibwendiq gewordenen Abänderungen der Verordnung vom 17. März 1839 und der KabinetSoidre vom 12. April 1840 im Wege der Provinzlal« gefetzgebung, eventuell, soweit erforderlich, durch ein allgemeine# Landekgesetz schleunigst herbeiführen zu wollen. Hierauf vertagt sich da# Hau#. Schluß 4 Uhr. Nächste Sitzung Sonnabend 10 Uhr. (Nochmazige Abstimmung über da# LehreranstellungSgesey für die polnischen LandeStheile. Dritte Berathung de# An» trage# Seer.)_ Parlamentarisches. Da# Branntweinmonopol ist todt, e# lebe die Brannt» wetnsteuer. So lautete der Schlachtruf, mit dem die Regierung und die ihr verbündeten Parteien den Feldzug nach Ostern er» öffneten. Und heute ist nun auch, unter feierlicher Bethttligung de# Herrn FlnanzmlnisterS, in der Kommisfion die Beerdigung de# Gesetzentwurf#, welcher den Branntwein bluten lassen wollte, erfolgt. Herr v. Scholz eröffnete der aushorchenden Kommisfion, daß er die neugierigen Fragen nach der Verwendung der au# dem Schnap# zu erzielenden Einnahmen erst beantworten könne, wenn die„vcrehrliche Kommisfion" fein artig sein und ein Gesetz dem Reichstage zur Annahme vorschlagen würde. Darauf erfolgte ein Geplänkel zwischen dem Herrn Minister und den Wottführem der freifinnigen und Zentrumtpartei, welche# keinen anderen Zweck hatte, alS dem Minister Ge- legenhcit zu der Erklärung zu geben, er fei mißverstanden worden, und die bösen ReichSdoten verlangten immer nur von der Regierung Ausgaben, ohne ihr die nothwendigen Em» nahmen zu gewähren. Der Abg. Singer wie# darauf hin, daß e# sehr leicht sei, die Einnamen deS Reiche#, wenn nöthig, zu vermehren, man solle nur dazu schreiten, eine vernünftige und gerechte Be» steuerung de# Einkommen# vorzunehmen, nicht aber, wie bei dem vorgelegien Gesetzentwurf, auS den Taschen der Aermsten die Ausgaben deS Reiches decken wollen, Die„Heidelberger", die doch gar zu gern„etwaS" fertig machen wollten, um ihre seit dem„Monopol" wacklig gewordene Po» fition zu festigen, hätten für die zweite Lesung eine Besteuerung von 60 M. pro Hektoliter beantragt, während da# Zentrum die luchenpolitischen Gesetze mit 25 M. pro Hektolitcr vczahl! hielt. Der Verirrt« der Palm vertheidigte die„Brennereigerwffen» schaften" und„den höheren Steuersatz", so daß die Regierung bei d« Erneuerung ihrer Bemühungen wohl ihren Stützpunkt in der„polnischen Fraltion" suchen wird. Bei der Abstimmung fiel, nachdem Herr v. Mirbach dem konservativen Entwmf einige AdschtedSworte gewidmet hatte, alles durch; RegierungSentwurf, konservativer, Zentrums« und nationalliberaler Antrag gingen sang- und klanglos in den OrkuS und die Kommisfion kehrt mir leeren Händen auS dem Foyer, in dem die Sitzungen stattfanden, zurück. Nachdem noch beschlossen wurde, am 22. d. MtS. zur Fest- stellung deS Kommissionsberichts wieder zusammenzutreten, trennte man sich froh der beendeten Arbett, und auch die „letzten de# hohen Hausei" gingen in die Ferien, in denen wir ihnen„vergnügte Feiertage" wünschen. Zokales. er. Endlich zeigt sie etnmal ihr wahre# Gesicht, die Paitei der Christlich- Sozialen, die Gefolgschaft der Herren Slöcker und Kompagnie. Und wahrhaftig, christliche Liebe und Duldsamkeit ist eS nicht, was auS diesen Zügen hervorleuchtet, es ist im Gegentheil daS fanatisch verzerrte Äeficht des D?nun« zianten, der in ohnmachtig«, hilfloser Wuth die höhere Gewalt Herrlichkeiten vor sich ausgebreitet sah, aber plötzlich ver» finsterteii sich seine Züge wieder. ES schien ihm, als ob all' diese# Gold und Geschmeide für Margit zu ärmlich sei, daß er ihr mehr, viel mehr biete» müßte— und er stieg wieder zum Keller hinunter, um den Schatz seine# Ahnhen« zu suchen. Während er aber unten herum hämmerte, befand sich oben im Kastell Alle# in Angst uvd Schrecken. Tante Kata schrie und jammerte und raufte fich verzweiflungsvoll da# Haar. Margit war plötzlich v«schwu»de», spurlos verschwun« de». Sie hatte ihre geringen Habseligkeiten zusammengepackt und war auf und davon. Wie sollte man da# Herrn von Kendy mittheilen? Wer besaß de» Muth? Er erfuhr e# auch erst am späten Abend, als er in da# Kastell trat uvd die bestürzten Gesichter sah. Er wollte e# ansang# nicht glauben und lief hinauf in Margif# Zimmer. Dort herrschte große Unordnung. Auf dem Sopha fand er einen kleinen Zettel. „Ich gehe zu Derö und kehre nie wieder zu Euch zurück," stand von Margit'# Hand darauf geschrieben. Da war es, als ob plötzlich alle Lebensgeister aus Herrn von Kendy weichen würden. Er stand da mit stanen Auge» und tobt- bleichem Gesichte. Nur zuweilen griff er fich mechanisch an die Stirne.„Sie ist fort, fort," flüsterte er vor sich hin urd sein Aussehen glich dem eine# Wahnfinnige». War er wirklich wahnsinnig geworden? Tavte Kata fürchtete e# und sie wagte nicht, ihn aus fein« Lethargie zu wecken. Be- wsgungSloS stand« viele Stunde» oben in Margit'# Zim- m« und erst am späte» Abend verließ er es wieder. Er ging aus dem Kastellhof hinaus, schritt die Dorfstraße ent- ang uvd wanderte aus dem Dorfe. Wohin« in der instern Nacht schritt? Niemand wagte ihn zu fragen. Ec ging fort, bis er vielleicht irgendwo auf dem Wege zu- ammen brach. Lange Zeit hörte man nichts mehr von ihm; viele Monate war er fern, bis« eine# Tage#, e# war mitten im Winter, wieder im Kastell«schien. Man wollte ihn ortjagen, den« Niemand erkannte ihn. Sein Anilitz war gebräunt und durchfurcht, Kopf- und Barthaar verwildert und die Kleidung hing ihm in Fetz«« vom Leibe. Er sprach kein Wort mit sein« Umgebung. Viele Tage lang saß er auf den Andersdenkenden hetzt oder weniaflenS zu Hetzen ver« sucht. Auf den Kampf mit sachlichen G.ünden hat Vre christ« Nch.soziale Partei schon lanne verzichtet, im G-unde genommen hat fie denselben auch thatsächlich niemals geführt, und da augenblicklich ihr odirster Leite: von der ewigen Schimpferei endlich einn-al heiser geworden ist, und persönlich nicht mehr Hetzen und schüren kann, so benützt er seine und de»„Kollegen" Aschc-.drenner reinliche Fever, um im„Christlich. sozialen Kor» respondenzblalt" seine geheimen Wünsche und Begierden zum NuStrag zu bringen. Wie mutz cS in dem Herzen eines ManneS cuSsthen. der stch nickt enrblövet, öffentlich dazu aufzufordern, andere Leute in die V-r sannung zu jagen, rigorose Gesetzes- bcstimmungen auf Männer in Anwendung zu bringen, die auf ein durchaus makelloses Leben zurückblicken und denen nichts zum Vorwurf gemacht werden kann, ali datz fie ti verschmähen, Herrn Elöcker und seinen Trabanten Gefolg« schaft zu leisten! WaS würde jene Meute dazu sagen, wenn man darauf dringen würde, daß die Gesetze, die doch für Jedermann gemacht find, auch einmal auf fie selbst angewen- det würden, wenn man ihr nachwiest, datz fit eS ist, die einzig und allein Hätz und Verachtung unter die Bürger unseres Staates trä i? Man würde zetern über den verwegenen An» stürm irrearleittter Mass n, die daS Höchste nicht achten, waS unser Volk und Vaterland defitzt, und man würde bei der Staatsgewalt Schutz suchen und ihn vielleicht auch finden. G ebt eS etwa? KchmähllchereS und Feigeres auf der Welt, als aus stckerem Hinterhalte Andere zu verleumden und zu verhetzen, fie inS Unglück zu stürzen und fich gewiffermatzen noch über rieselben lustig zu machen? Kein Mensch, der über« Haupt noch einer edleren Regung sähig ist, würde fich zu solchem Thun herbeilaffen, nur Einer von all' den Leuten, die in Berlin eine politische Rolle gespielt haben, schämt fich einer derartixen Handlungsweise nicht, und daS ist der Mann, der seine Hände segnend über eine an« dächtige Geweiude ausbreiten darf, deffen Lippen überströmen von Worten der Liebe und der Sanftmuth. Herr Etöcker lätzt einen seiner Lobvschreiber in dem gestrigen„Christlich, sozialen Korrekpondenzblatt" folgende Infamie begehen:„In Berlin liegen, wie man ja weiß, die sämmtlichen Fäden der sozial« demokratischen Bewegung sammt ihren vielfach noch bedeut- sameren Seitenverzweigungen zur Zeit in den Händen dei Herrn Singer, so zwar, daß Arbeiterführer, die fich materiell und in ihrer politischen Richtung unabhängig halten wollen, von dem Ko ybantenchor dieses jüdisch-sozialdemokratisch« kapitalistischen Parteiführers vollständig an die Wand ge» drückt werden. Der kleine BelaaerungZzustan.d, der über Berlin schwebt, hat schon mancher. Mann, der nicht weiß, waS er morgen in die Suppe brocken soll, zum Abmarsch genölhigt; der„Bourgeois. Sozialdemokrat" Singer aber erfreut fich je! er nur wür schmswerthen Bequemlichkeit in der Heranbildung eines neuen GeneralstabeS behuf? Unterwüblung unseres christ- lichen und monarchischen Staatswesens. Wie lange wird dieser Krug noch zum Brunnen gehen?"— Also soweit find wir doch lchon gekommen! Selbst ist man machtlos gegen einen Mann wie Singer, nun soll das Ausnahmegesetz zu Hilfe kommen, eS soll dazu dienen, den politischen Gegner zu ruiniren, über den niedergemachten Feind glaubt Herr Stöcker zu Erfolgen gelangen zu können, und rückfichts« IoS und fanalt, ch, wie«S in der Natur eines unduldsamen Pfaffen liegt, fordert er von der Behörde die Beseitigung deS ManneS, der ihm in Berlin allerdings am meisten im Wege ist. ES liegt uns ferne, mit Herrn Stöcker rechten zu wollen, wir verschmähen es togar, ihn noch besonders auf die feige Niedertracht feiner Prctztrabanten aufmerksam zu machen, aber da? mag fich Herr Stöckcr gesagt sein laffen: WaS auch die Folge setner und anderer Leute Denunziationen sein wird, es wird st-tS in Berlin Männer aeben, welche die Arbeiterschaft davor dewahren werden, datz Leute wie Stöcker und Genoffen irgend einen nennenSwerthen Einfluß auf die wirklichen Ar« betterverhältniffe Berlins erlangen. Wie begründet die laut gewordtuen Klagen über die neuen Vrrhältniffe im Perionenverkehr der Berlin« Gör« litzer Eisendahn durch den am 1. Juni d. I. in Kraft getrete« nen neuen Fahrplan find, deweist der Umstand, datz fich auch die Zahl ver kurstrenden Züge zwischen der sehr stark frequen« tirtcn Route Berlin- König»' Wusterhausen ganz bedeulend verringert hat. Denn während früher von Berlin nach Königs- Wusterhausen Züge um 5,15, 8,0, 8,40, 12,30, 2,30 6.30, 7,10 und 8,20 gingen, geben jetzt nur Züge um 5.5, 8,0, 12,35, 2,20, 6,35 und 7,55. Umgekehrt von Königs. Wufterdausen nach Berlin gingen früher Züge um 6.49, 9,20, 1034, 2,10, 4.54 lSchn.'Z.). 8,5, 9,26(Schn.'Z.) und 9,45, dagegen jetzt um 6,42, 10,45, 1,42, 5.0, 7,43 und 9,29, und zwar, was noch besonders erwähnt werden mutz, etnlchlietzlich der Stadlbahn« Anjchlußzüge. Die früheren Erwartungen der Jntereffenten, datz ti mit Aenderung des Fahrplans Keffer werde, haben fich daher nicht nur nrcht erfüllt, sondern die Aenderung bat noch eine bedeutende Verschlechterung gebracht. Vor allen Dingen ist eS bei dem alten Mißstand geblieben, datz zwischen 2,30 und 6,30(also vier Stunden) kein Zug nach in seinem Zimmer, als ob er stumnr wäre. Taute Kata und die ganze Umgebung hielt ihn für verrückt. Erst al» der Schnee zu schmelze« begann und das erste Grüa aus der Erde sproß, ging er wieder unter die Leute. Er suchte Taute Kala auf.„Margit ist verheirathet," sagte er zu ihr so {seichgrlligeu Tones, als hätte er Margit kaum jemals ge« annt. dann griff er wieder zu seinem Hammer und schritt in den Keller hinunter, de» Familienschatz der Kendy's zu suchen. Er hämmerte wieder an den Mauern herum, wie er ei in früherer, Zeiten getha», als er noch de» Schatz für Margit suchte. Er verbrachte de» ganzen Tag auf der Suche und erst am späten Abend stellte er sich todtmüde im Kastell ei». Das ging so«ine lange Zeit hin. E« war wieder Sommer geworden und nun bemerkte man im Antlitz des Herrn v. Kendy etwas wie eine leise Hoffnung schimmern. Er war dem Schatze auf der Spur. Er mußte im Keller liege«. Er durchsuchte jede« Winkelchen und grub die Erde auf; endlich fand er eine hohle Stelle in der Mauer, eine ganz kleine hohle Stelle. Er ließ den Hammer nieder- sausen, Stück für Stück hieb er die Ziegelsteine herau» und sah sich endlich eine finstere Lücke«»tgegeagähne». Er erweiterte sie und kroch hindurch. Er wäre beinahe erflickt. Er befand sich in einem kleinen Gewölbe, in welchem eine dicke Moderlust herrschte. Er wartete eine Weile und flieg dann wieder mit einer Kerze in das Gewölbe hinein. Vor ihm lagen drei Fäffer, das war AlleS, was das Gewölbe enthielt. Aber schon auf de» ersten Blick konnte er sich überzeugen, daß diese Fässer kein Gold enthielte». Die eisernen Reife« waren abgesprungen und da« Holz theil« weise vermodert. Wo aber der Moder dat Holz abgelöst hatte, dort erblickte man eine Schicht dicken Weinsteins. Jahrhunderte lang lag der edle Wein in diesen Fässern, das Holz war vermodert, aber der Weinstein hatte den Wein bewahrt. Da» war der Schatz der Kendy»... Herr v. Kendy fühlte sich bit.er enttäuscht, eS war ihm, als ob ihm wieder eine seiner schönsten Hoffnungen entschwunden wäre, aber schon nach wenigen Minuten kam eine Empfindung von Freude und Glück über ihn. Mtt Hilfe seines Hamme,» schlug er ei» Loch in de« Weinstein Königs- Wusterhausen gebt. Jetzt wird man mit Petitionen an die Kgl. Eisenbahndirektton vorgehen. Die Witterung des MonatS Mai er. bewegte stö zum grotzm Theil in Extremen, die selbst für die wechselvolle Natur deS Wonnemonats außergewöhnlich waren. Der Beginn des Monats brachte überau» rauhe» Wetter mtt erheblichen Nacht« ftöfien; am 1. Mai früh stand das Thermometer auf 4 Grad Kälte und biS zum 8. fiel S NachtS noch stets bii auf 0 Grad. während fich die TageStemperatur allmälig hob. Der Himmel war, nachdem am 2. mehrfache Regen-.und Graupelschauer statt« gefunden hatten, bis zum 11. fast stets, inibesondere in den Nachmittag»- und Abendstunden, wolkenlos, der Wind wehte konstant auS Nord oder Nordost, und die absolute Feuchtigkett der Luft war abnorm gering. Am 13. begann eine 6 Tage anhaltende Periode kühlen, feuchten Wetters, in deren Verlauf bei ledhaften Südwestwinden ziemlich beträchliche Niederschläge fielen, zwei Mal von elektrischen Entladungen begleitet. Am 18. AbendS klärte fich der Himmel auf, der Wind wurde schwach, ging über Süd nach Ost herum, und es folgten nunmehr bei vollständig heiterem Himmel die ersten Sommertage, in denen aber die Wärme sogleich den Grad erreichte, datz man fich in die HundStage versetzt glaubte. Am 19. stieg da> Tvermometer im Maximum deretts auf 29,5 Grad und stand am Abend um 10 Uhr noch auf 19 Grad. Die Tage vom 20.— 24. gehören zu den heißesten, die je im Mai vorgekommen find; ihr absolutes Maximum«reichte die Wärme am 22. mit 32.0 Grad, während die höchste mittlere TageStemperatur mit 24,1 Grad auf den 23. fiel. Am 24. gegen Abend brachte ein Gewitter die allerseits ersehnte Ab- lühiung, doch hob fich am 26. daS Thermometer bereits wieder auf 23 Grad und am 27. auf 27,6 Grad. Einem recht schweren Gewitter am Abend deS 27. folgte ebenfalls nur wieder eine vorübergehende erheblichere Abkühlung, wie auch ein in der Nacht vom 30. zum 31. niedergehendes Gewitter keine wesent- liche Aenderung in dem noch jetzt anhaltenden allerdings nicht mehr so übermäßig heißen Sommerwetter hervorbrachte. Jeden« fall» zählte der Mai in seiner zweiten Hälfte zu den heißesten Perioden, die in dieser Jahreszeit jemals vorgekommen find. Auf Analogien in früheren Jahren, insbesondere in den Jahren 1852, 1865 und 1868 haben wir bereits früher in der Zeitung hingewiesen. DaS zahlenmäßige Resultat der in dieser Zeitung publizirten meteorologischen Beobachtungen der söge« nannten äußeren Station im JoachimSthai'schen Gymnafium war folgendes: Der mittlere Barometerstand war mit 753,2 Mm. etwa! über dem normalen. Die Schwankungen waren im Allgemeinen gering; besonders die zweite Monatshälfte zeich- nete fich durch gleichmäßigen Barometerstand auS. In den fünf Tagen vorn 18. Mittags bii 23. Morgens variirte der Barometerstand, waS in unseren Breitegraden ein überaus seltenes deachtenswertheS Vorlommnitz ist, nur um 1,6 Mm. Sein Maximum erreichte das Barometer mit 770,0 Mm- am 5., sein Minimum mit 742,2 Mm. am 13. Die mittlere Mor- gentemxcratur(6 Uhr) betrug 9,5 Grad, die mittlere Mittags« temperatur(1 Uhr) 18,6 Grad, die mittlere Abendtemperatur (10 Uhr) 11,1 Grad. Daraus ergiebt fich eine mittlere Monats« temperatur von 13,2 Grad d. i. 1,1 Grad mehr, als für den Mai nach längjährigen Beobachtungen normal ist. Die großen Temperaturschwankungeu, welche im Laufe deS Monats vor« kamen, find viithin im Monatsmittel so ziemlich ausgeglichen. Die höchste mittlere Tagrstemperatur war von der niedrigsten um über 20 Grad entfernt, und da« absolute Maximum (32 Grad) liegt nicht weniger alS 36 Grad über dem absoluten Minimum(—4 Gr.). An 5 Tagen ging daS Thermometer unter 0 Gr.(Frosttage), an 7 erhob eS fich über 25 Gr.(Sommertage); 4 Mal stieg eS sogar über 30 Gr. Die Windrichtung war im Allgemeinen veränderlich; in dem ersten Monatsdrittel herrschten Nord« und Nordostwinde vor, im zweiten West- und Südwest« winde, im dritten kamen alle Windrichtungen ziemlich gleich- mätzia vor; 5mal wurde Windstille, Imal Sturm beobachtet. Die Windstarke war fast stets gering, nur um Monatsmitte hob fie stch etwas. Die mittlere Windgeschwindigkeit betrug 18,05 Kilometer pro Stunde, am größten war fie am 17. mit 31,63, am geringsten am 22. mit 6,87 Kilometer. Die Bewöl« kung war mit 4,7(von 0—10 skalirt) sehr gering. 8 Tage waren als heiter, nur 7 als trübe zu bezeichnen, die übrigen hatten gemischte Bewölkung. Die relative Feuchtigkeit der Luft war mit 61,4 pCt. ebenfalls gering. Ihr Maximum erreichte fie an mehreren Tagen mit 91 pCt., ibr sehr tiefes Minimum am 6. mit 14 pCt. An 15 Mittagen stand fie unter 30 pCt. und am 19. betrug fie sogar noch um 10 Uhr AbendS nur 40 pCt. Die Höhe der gefallenen Niederschläge, die fiS auf 13 Tage verthetlen, betrug 62,6 Millimeter, d. i. 13,6 Millimeter mehr als für den Mai normal ist. Die ergiebigsten Regen fanden am 12 /13., am 27. und 30. statt mit 13,2, 12,3 und 11,4 Millimeter. Gewittertage wurden»gezählt, eine sehr beträchtliche Zahl für den Mai. DaS Gewitter in der Nacht zum letzten Sonntag hat in der Umgebung Berlins bedeutendes Unheil angerichtet. Nur nach und nach laufen die Nachrichten darüber ein. Im Dorfe Mölln, das in der Nähe deS Kummeridorfcr Schießplatzes nnd ließ die dunkle goldene Flüssigkeit in ein großes Glas rinne». Er besah den köstliche« Trank eine Miaute lang, er ließ ihn im Kerzenschein glänze» und blinke», dann setzte er daS Glas an die Lippen und that einen langen kräf- tigev Zug. Wie Feuer war es durch feine Adern gerollt. Er schnalzte so laut mit der Zunge, daß eS im Gewölbe widerhallte, sein Antlitz färbte sich tiefroth und seine Auge» glänzten wie Rubine. So wohl hatte er sich im Lebe« nicht gefühlt. Er trank noch zwei Gläser leer und es war ihm dabei, als ob er alle Freuben de« Paradieses kennen lernen würde, dann aber sank er nebe» de» Fässern der Länge nach auf die Erde und that«wen langen, langen Schlaf. Man suchte ihn einen ganzen Tag, ohne ihn zu finden, aber später suchte man ihn nicht mehr, denn in SaroSlak wußte e« bald jedes Kind, daß Herr v. Kendy bei den Schätzen seiner Ahne» im finstere« Keller fitze und den herrlichen uralten Wein seine Kehle hinunterfließen lasse. Kummer und Sorge» schwanden wie Spreu und al» sich auf seiner Nase da« erste leise Roth zu zeigen be- gan», da fühlte er fich bereit« vollends glücklich. Er trank Tag für Tag. Er kümmerte sich um nichts in dieser großen Welt, al» um seinen Wein und— seine Nase. O, dieser Nase widmete er eine ungeheure Aufmerksamkeit, denn mit ihrer Röthe wuchs auch feine Zufriedenheit. Er besah sich allabendlich im Spiegel und seine Auge» leuch- teten vor Wonne. Er schien seine Nase als de« Grad- messer seine» Glückes zu betrachte». Je mehr Wein er ttank, um so röther wurde fie und um so glücklicher fühlte er sich. Und al« ihre Röthe eines Tage» endlich die höchste Stufe erreicht hatte, da fand man Herrn v. Kendy neben feinen geliebte« Fässern todt auf dem Bode» liegen. I» der Rechten hielt er einen Brief, der die Anzeige e»t> hielt, daß Margit in Elend und Unglück gestorben fei und in den Fässern fand sich kein einziger Tropfe« Wem mehr vor. Ob ihn aber die Nachricht vom Tode Mar- git's oder die Ueberzeugung, daß der köstliche Wein bis auf de» letzten Tropfen ausgetrunken fei, getödtet hatte, da» weiß»och heute kem Mensch. (Max Viola im„P. 21.") liegt, hat der Blitz den Büdner Ruft im Bette erschlagen. Der« selbe schlief in einer Stube mit seiner Frau und seiner er« wachsenen Tochter. Die Frau wurde wahrend deS G.'wttterS wach, stand auf und kleidete stch an, da aber Mann und Tochter fest schliefen, so hielt sie e» für besser, dieselben nicht zu wecken. Da ertönte unmittelbar nach einem grell flammenden Blitze ein fü-chterlicher Donnerschlag. Der Frau wurde himmelangst, fie will ihren Mann wecken und findet denselben todt im Bette. Sie laust zum Lager ihrer Tochter, auch diese liegt anscheinend lebloS im Bett. Auf ihr HUfegeschret eilen die Nachbarn her« bei, eS wird ärztliche Hilfe requirirt, die Tochter wird zu« Leben zurückgebracht und befindet fich auf dem Wege der veffe« runa. Bei dem Manne erwiesen fich alle Wieder« delebungSversuche alS nutzlos. DaS Kopfhaar der Leiche und ein Theil des Kopfkiffmi war versengt, aber sonst ist nicht» entzündet worden.— Zu derselben Zeit hat der Blitz in Neuhof bei Baruth in da» Gehöst deS BüdnerS Schrok eingeschlagen und Wohnhau«, Scheune und Stallung eingeäschert. Die Gebäude find alt und sehr gering verfichert. Die Frau Schrok, die vor acht Tagen erst ihren Mann beerdigt hat, rettete nichts weiter, al« was fie auf dem Leibe trug, und befindet fich nunmehr in schwerer Nothlage.— In Sperenderg hat der Blitz in derselben NaÄ dreimal eingeschlagen und dabei an zwei Stellen gezündet- Die Bewohner deS Dorfes geriethen dadurch in große Angst und Sorge. Die Feuerspritze deS Dorfes war nämlich unterwea«. Der Flammenschein, welchen daS große Feuer in der Rixdorfer Schintestratze über denZHorizont warf, hatte auch die Lösck' Mannschaften in Sperenberg alarmirt. Weil die VermuthM gehegt wurde, eS müsse in Neuhoff oder Mahlow brennen, machten fich die Löschmannschaften mit der Spritze auf den Weg, um der bedrängten Nachbargemeinde Hilfe zu dringen. Nachdem die Leute etwa eine Stund« fort waren, sahen fie ein, daß dak Feuer in keiner der benachbarten Ortschaften ausge« krochen sein könne. Deshalb wurde der Rückweg angetreten. Aber nun brach daS Gewitter mit fürchterlicher Gewalt loi, und gar nicht lange währte es, da leuchtete an zwei Stellen in der Richtung von Sperenberg Flammenschein auf. JeP that Eile no:h, die eigene Gemeinde schwebte in 0* fahr, aber daS Unglück wollte, daß der Bolzen, mit welchem die Deichsel an der Spritze befestigt n»'- IoS ließ und verloren ging. Zwar wurde derM bald wieder gefunden, aber er wollte nicht mehr festhalten- Alle fünf Minuten fiel er wieder heraus und mutzte wie# gesucht werden. Damit noch nicht genug! Zur Beleuchtung der Spritze diente eine neue Sturmlaterne, die zum er# Male in Gebrauch war und alle Minuten verlöschte.& mutzte man fast den ganzen Weg im Finster» zurücklegen Aber daS Leuchten der Blitze war so grell und die FinsterN'i darauf so groß, datz selbst die guten Augen der Pferde d«' Weg nicht mehr fanden, so datz der Kutscher absteigen und Pferde am Köpft führen mutzte. So langte man denn endl» nach allerlei Fährlichketten wieder in Sperenberg an. Wie gf' sagt, brannte e» an zwei Stellen. Der Blitz hatte in% Stall deS LehnschulzengutSbefiyerS Schneider und ebenso# den Stall dei BauerngutSdefitzeri Wude eingeschlagen und f zündet. An beiden Stellen brannte eS bereits eine ha� Stunde, aber da balv mehrere Spritzen au! der Umgcgen« eintrafen und da schließlich auch der Himmel seine Schleuß öffnete, gelang es in beiden Fällen, daS Feuer auf Heerd zu beschränken. Der Wudesche Stall ist im vorig� Jahre erst neu gebaut worden, masfio und mit eisernen Tcägenl- An einem dieser Träger ist der Blitz hinabgegangen und JW die an den Trägem gekoppelte Kuh getödtet. DaS übrige ist gerettet worden. Der dritte Blitz war im Hofe des nerS Klähr in einen nur fünf Schritte vom Wohnhaus f kernten Baum gefahren, ohne jedoch zu zünden., Zum Brande in der Schtukestratze. Unermüdlich werden auf Beranlaffung der binlerdliebenen Kinder der vertrannren Wiltwe Schönederg, unter dem Brandschutt des Hause« Schm« straße 11 die irdischen Ueberreste der Verstorbenen aufgesuck»- AlleS. waS man bisher von derselben gefunden, find«erM fast dem Zerbröckeln nahe ausgebrannte Knochen, die Ig wie Kohle, leicht wie Bimmstein find. Es ist wenig Hoffnung vorhanden, wie die Angehörigen selbst glauben, daß no weitere Ueberreste gefunden werden. In dem kleinen"1"" Geldschrank, der in der Mauer de» Wohnung der Win Schöneberg eingemauert war, und welcher trotz der lolotli". Gluth, welcher derselbe auigr setzt war, unversehrt ßecj'�l fand man, nachdem derselbe geöffnet worden, 1 Dutzend, Löffel, silberne Meffer und Gabeln und eine filbeme KS schale u. s. w. vor, alle diese Gegenstände aber vorn ijl stark geschwärzt; endlich auch ein Häufchen Asche und � verbrannter Papiere. Von den Familtenmitgliedem wrrd anv. ist überhaupt nicht au» dem Fenster gesprungen, sonder» bei Ausbruch de» Feuers in ihrer Angst zu ihrer w Nähe wohnenden verheiratheten Tochter, der Fr"» � MödelpolirerS Tagen, Kottbuser Damm 20, gelaufen, fich Rath und Hilfe für den Fall zu erdtttm.# mit ihr zusammen wohnende Tochter, die Wittwe Jab", chj» mit ihrem 13jShrigen Bruder allein in der Wohnung Kggett geblieben. Als Frau Schultz nun von ihrer Tochter in ihre eigene Wohnung zurückkehren wollte, sah fi««8;, jet und ihre Wohnung berett» in hellen Flammen Schreck und die Angst nun um ihre dort zurückgewg � Kinder verursachten ihr eine Ohnmachr, und die F-auj'.�ii der Straße nahe ihrer Behausung um Von andrang � Menschenmaffen wurde fie üderrannt und erlitt dadu.�x Qurtschung der Lunge und andere leichtere Verletzungcn,$ auch vor Schreck so gelähmt, datz fie fast bewußtlos � � Krankenhaus geschafft weiden mutzte, wo Iste jedoch oa � Bewußtsein lam und täglich ihre Kinder, die bei der v« Frau Tagen, Kottbuser Damm 20, 4 Treppen, Auf"®» funden, sehen kann. Frau Schultz, deren Gatte einst cw Ofl Holzschneide.Fabrik hatte und bessere Tage kannte, war m wie ihre Tochter Frau Wittwe Jahn, die bei ihr wohn. � verfichert. Dieselben haben alles verloren und nur v- gpt fie gerade auf dem Leibe hatten, gerettet, so daß auw � 13jahrigen Sohn selbst nicht ein Hemde»um W-ckl W Wäsche vorhanden ist. In ganz ähnlicher trauliß«* � findet fich die Familie de« Arbeiters Hanke, der g'.TH# Schönederg, Schinkestratze 11, wohnte; auch W»« Ö® t, ist ein Raub der Flammen geworden, und Man» stehen mit 3 Kindern im Alter von 7, 3 Jahren und 5 rathloi da, da fie nicht verfichert warm. Ebenso, Kutscher Anton, unverhetralhet, der daselbst ein Sttib' sein Bett, etwa 100 M. sauer erspartes Geld, saww» züge und Wäsche verbrannt.. Der DönhofSPIatz, d-ffen Umwandlung in eine �ho>A platz in der letzten Stavtoerordneten-Versammlung worden ist, war ursprünglich während Berlins U®, eine Etplanade vor dem ehemaligen, auf dem. �. welcher al» Meilenstein diente, von dem»uerst die nie ###%## auf den ältesten Plänen lautet, nur dadurch � rat.hiii »ÄS s�14%% wen; alle übrigen Angaben über die Entstehun» ' Jlflf 'S vi- riuA % »DinhofSplatz" find unkichtig, do Dönhof niemal?, wie Vogt in der «Dien Publikation des Geschlchtsvereins behauptet, Kommandant »on Berlin, noch mit der Bebauungsanlage der �riediichstadt be- Wragt gewesen ist, und ebensowenig, wie Oberst Jahns in lsinem Aussatz über die Entstehung der Friedrichstadt erzählt, im Haus in der Nähe des Platze« besefien hat, sondem wie %% gleichzeitigen Zldrehkalender erweisen,„in des Kammerraths ««sten Hause auf der Friedlichstadt lcgirte." Von den vauiem, mit denen unter Friedrich Wilhelm l. die Umgebung «i Dönhofsplatzes besetzt wurde, war das glänzendste daS des «anquier Echickler, das 1833 durch Dietrichs erbaut wurde und deffen Stelle jetzt die Reichshallen einnehmen. Die übrigen Gebäude waren in höchst einfacher Weise aufgeführt und wurden erst unter Friedrich II. von 1774—76 durch vier Woi hohe, mit würdigen Faffaden versehene und auf könig« uche Kosten erbaute Häuser ersetzt. Auf dem Platze selber ®Ulde nur an der Ecke der Jerusalemer' und JU amen strafe «n Wachhaus errichtet, das bis in die dreifiger Jahr« dieses wlhrhunderts sich erhalten hat; dagegen bedeckten fich die »ecken nach der Epittelbrücke hin mit vielen hölzernen Kram- buden, die dem Platze durchaus nicht zur Zierde gereichten und auch erst in diesem Jahrhundert abgebrochen wurden. An- W dieses Jahrhunderts wurde der Platz der militärischen Benutzung entzogen und 1615 für d,n öffentlichen Verkehr, um den Gendarmenmarkt zu entlast'n, eröffnet. Als Markt- wtz hat er biS zur Eröffnung der Markthallen bestanden. „Arbeiterinnen glend". Zu dem unter obigem Tttel "ur einigen Tagen von uns gebrachten Anikel erhalten wir JjJl einer Abonnentin eine Zuschrift, der wir, ihrem wesent« «chen Inhalte nach, hiermit Aufnahme gewähren. Der Brief mutet:„.... Ein Fubrilant, der leider seinen Namen nicht bmnt, versichert, daß bei ihm Stepperinnen, welche ein halbes Mhr arbeiten, ohne Anstrengung pro Woche 12—16 M. ver» ®Kn«n. Da ich nun Stepperin bin und nicht seit einem halben, JWdem seit 4 Jahren steppe, so möchte ich, da ich gegenwärtig «ine Arbeit habe, gern 12— 16 M.pro Woche ohne Anstrengung Lienen. Denn so viel ist mir bisher noch nicht geboten morden. Ich habe es schon mit Alkord- und Lohnarbeit ver- iucht, und muß gestehen, daß-S mir bei der größten Anstrengung 5® möglich war, 12 Mark wöchentlich zu verdienen. habe allerdings nicht„auf Trikot", sondern auf Kinder- Mantel, Kleidchen, Joquett u. f. w. gesteppt und bekam in Mordarbeit, für Kinderfilzmäntel 10, 15, 20 bis 45 Pfennige. bei solchem Preise leine Rcichthümer zu erwerben find, M wohl jeder einsehen. Mit der Lohnarbeit steht es nicht rn«; wenn ich für eine ganze Anzahl„Mamsells" zu st-ppen so bekomme ich nur mit der größten Mühe 12 Mark ?uchen>lich Lohn und das nicht einmal überall. Wenn nun I® betreffende Herr so gute Preise zahlt, wie er behauptet, murum bleibt er dann anonym? Er schämt fich doch nicht Ü®*, weil er gute Preise zahlt?— Leider ist eS jetzt, wo Ardeiterinnen-Vereine vorläufig geschlossen worden find, die Ml q hi.» in# V«lOnitniIiltu'VtltMiv vunuuiijj uciwuMitii wvivtu fMWg .Herren Arbeitgebern ein leichtes, UNS Arbei.'ttinmn als �5 beneidenSwerthesten Geschöpf« unter der Sonne darstellen; Ä.Men ja keinen Ort mehr, wo wir solche Behauptungen ouf Vellen. wo wir unsere Lage, so wie fie ist, schildern und z.I Mittel zur Abhllfe sinnen könnten....." Dieser Brief ,/Mgt vollkommen die Zweifel, mit denen wir die Mit- ÄNgen deS anonymen Fabrikanten in den„Blättern für Textilindustrie" von Anfang an aufgenommen haben. »o.J» der Zentral-Markthalle fungirt jetzt bei einem Mkler, der vornebmlich mit Heringen und Fischwaaren handelt, o" kurzem eine Norwegerin im National Kostüm mit rother «appe als Gehilfin. g Ctn neuer Prozeß wegen Morde? steht in nicht langer ll"t bevor; die Staatsanwaltschaft wird, dem Vernehmen nach, Segen den Musiker Möhlers«ine auf Mord gerichtete Anklage «Jeden. Der Beschuldigte leugnet bekanntlich jedwede Schuld unv behauptet, daß er seinen Sohn aus dem Wasser nur habe renen wollen. »"ää Ät,nÄa in�L.*? und das Hws seiner Schwiegermutter die? �schlage» vom Feuer ergriffen worden sei; x�Sanze Habe sei ein Raub der Flammen geworden und die au*\ t«"- uon der Feuerwehr mittelst Retturgssackcs ersten Stockwert belegenen Wobnung gerettet wor- jjn, wahrend deren Tochter mit ihren Kindern so schwere randwunden erlitten hätten, daß fie im Krankenhause ver- Mben waren. Die Beerdigung solle am Montag, den 31. Mai Um. beschloß mit seinem Schwager und den Famt- �N'Angehöiigen unter Zurücklaffung seiner zwölf resp. zehn �re alten Söhne zur Beerdigung nach Bernau zu reisen, die Verwandten traten in Begleitung des P. die Reise b« Stadtbahn an, um vom Bahnhof Pankow die Weiter- >»„'�zusetzen. Da der Zug nach Bernau soeben abgefahren s: klingen die Reisenden zur nächsten Station(Blankenburg) im.:"?, während P. fich von denselben trennte und angab, nach Fr.-Buchdolz zu seiner�Tante gehen zu wollen. CV der Aniunft in Bernau hörte B. zu seinem Erstaunen, die von P. erzählte Geschichte rollständig er und» n war seine Angehörigen fich wohl und gesund besänden. ES Mrde daher die Rückreise an demselben Abend angetreten. seiner Rückkehr nach FriedrichStelve erfuhr L-, daß in ,1%" Abwesenheit P. nach seiner Wohnung gekommen war C* seine beiden Söhne abgeholt habe, welchen er vorgeschwin- Hj.,, hatte, daß er vom Vater hiermit beauftragt worden sei. �ußerdem fand B. daS Kleiderspind erbrochen, aus welchem neuesten Anzüge de» Knaben oerschunden waren. Von di Entführer und den Entführen fehlt biS jetzt jede Spur. inende März d. I. starb, wie die„Stib. Ztg." erzählt, w�iedrichsfelve die unverehelichte Auerback, deren Tod in ei„„ewissei Aufsehen erregte, da die Ver- wi. ein psychologisch so merlwürdiee« Oreginol gewesen, trn JL« nur immer dir Phantafie einei Boz TickenS zu erfinnen stände ist. Die Verstorbene, die 57 Jahre alt geworden. Me nämlich mit Ausnahme des Luxus, daß fie sechs Katzen von ihr sehr lukullisch, meist mit Schad.fleisch, er- iW.... du�ttutirer, ein ganz ungewöhnlich kärgliches Leben, und do? jbre Kleidung war derartig geringwerthig und abgetragen, zn°, Rs, wenn fie fich auf der Slraße sehen ließ, allgemeine« C�fOhl erregte. Die im selben Hause wohnende Frau C G-müsehändlers Penkert nahm fich daher erbarmungsvoll �..«"scheinend so hilfsbedürftigen Alleinstehenden an. Sr'bst noch, als die Auerdach auf dem Sterbebett lag, und Zu., Nahen des Tode« klar bewußt war. konnte sie die KSsMAMD ..k. ne mora'lich aus dem Berliner ArmenfondS erhielt, be- werden könnten. BIS die Auerbach km, darauf starb, Neb?« selbstverständlich alS Tor' arme begraben, und wa« stad-h Kmiosum noch erwähnt werden mag, ihre sechs well fick dieselben sehr wüthend zeigten und bamii ,. Wohnung nicht verlaffen wollten, dmch einen eigen« den�uftragten Jäger erschossen werden. Bei der erfolgen- Wd m UnB»ber Hinterlassenschaft der Verstorbenen aber i ,i(rtoi,7Q"»um allgemeinen Staunen"in Vinem Schrank« zwan «WA?>....... "b nach hrrauSstelll «in Kleiderhändler, Werthpapieren sowie außerdem sehr w>nh- Auch verschiedene Käufer deS verauklionirten und der Kleidungsstücke und Bücher haben, wie fich lnat.."M?,J®™uSsteLte, ganz unverhofft: Funde gemacht; CT TT.\f I i v■.9___ cx t__. k«4 Kurzem ... der alte Lumpen gekaust hatte, bei erfolgter Durchficht derselben ein Paket Werth- papiere in Höhe von zweitausend Mark gefunden, und der Hauswirtb, der eine alte Bibel gekauft hatte, fand darin vor einigen Tagen einen Einhundertmarkschein. Nahestehende Erben soll die Auerbach nicht befitzen; es oerlautet aber, daß in Holland nock eine entfernte Verwandte von ihr wohnen soll. Die drei Opfer de« Rudersport«, die, wie seiner Zeit gemeldet, in d-r Gegend de? Oderbaums ertranken, während d.r vierte Gefährte gerettet wurde, find am Sonntag von den Wellen der Spree bei dem Grundstück Stralauerstraße Nr. 4 anS Land geschwemmt worden. Es find dies ein 28jährtatr Arbeiter Franz Piepack, Pücklerstr. 10, wohnhaft, ein 29 Jahre alter Arbeiter Otto Behnke, ebendaselbst wohnbast, und ein 25jähriker Schuhmacher Rudolph Zernickow, PücklerstraßeßO wohnhaft. Alle drei Leichen wurden, nachdem sie unter über- aus großem Andränge des Publikums ans Land gezozen, nach dem Leichenschauhause geschafft. Ei« schwerer Unglücksfall, durch die Fahrläsfigkeir eines Reiters herbeigeführt, hat vorgestern Abend zwei Familien in tiefe Trauer und Betrüdniß versetzt. Um die angegebene Tageszeit, gegen 6V, Uhr, pasfirte ein Reiter die Waldemar- straße nahe dem Mariannen-Park. Um mit einem Freund, der ihm begegnete, fich bequemer unterhalten zu können, stieg er vom Pferd und band die Zügel lose an einen Laternen- pfähl. Eben im Begriff, wieder aufzusteigen, löste er die Zügel, blieb dann aber, während er dieselben nur locker um die Hand geschlungen hatte, noch einen Äugenblick stehen. In diesem Augenblick riß fich das Pferd, das durch das lange Stehen unruhig geworden war, los und stürmte in rasendem Galopp dem Kanal am Bethanienufer zu. Den meisten der auf der Straße spielenden zahlreichen Kinder gelang es, fich vor dem daherstürmenden Thier noch rechtzeitig zu retten. Nur zwei Knaben vermcchten dieS nicht mehr und wurdm von den Hufen deS Pferdes so schwer getroffen, daß beide bestnnungsloS aufgehoben und nach Bethanien gebracht werden mußten, wo der Tod deS einen lonstatirt wurde. I« Grünau kam es am Nachmittage deS HimmelfahrtS« tages zu einem Zusammenstoß von Ausflüglern mit Gendarmen. Ein paar hundert Maurer hatten» wie ein Berichterstatter meldet, einen Autflug dorthin gemacht, wo fie bereits acht Gendarmen zu Fuß und zu Pferde empfingen und, wie üblich, überall hin begleiteten, ohne daß«twaS vorgefallen wäre. Erst am Bahnhof, als fich die Ausflügler zur Rückkehr rüsteten, kam es zu einem traurigen Schlüsse. Die Gendarmen machten von der Waffe Gebrauch und verwundeten eine Anzahl Leute er- heblich. Einer erhielt einen tiefen Säbelhieb über den Kopf, einem anderen wurde der Unterkiefer gespalten. Auch erfolgten mehrere Verhaftungen, u. a. auch die einer Frau, welche ihren Mann reklamirte. Dir erste Veranlassung zu dem Ereigniß soll eine ganz geringtagige gewesen sein. Amtlicher Bericht der Markthalle«- Verwaltuvg Mitgetheilt von I. Sandmann» städtischem Verkaufs-Ver» mittler. EngroS> Markt in der Zentral- Markthalle am 2. Juni 1886. Fische: Steinbutten 0,90—1,40, Seezunge 1,24, Hecht lebend 1,50, Aal 1 86, Schleie 1,30 per Kilo.- Butter unverändert. Oft- und Westpreuß. h 1,00—105, U. 0,95—1,00, Iii. 85—90, Mecklenburger, Holsteiner, Pommersche, Schlefische I. 93, II. 88-90, Hl. 85 Pf. per 50 Kilogr.— Gemüse und Hülsenfrüchte: Kartoffeln alte Dabersche 38—40 M. per Wispel, frische Malta 12,50 per Zentner, Sauerkohl 5 M. pro 50 Kilogr., Bobnen, kl., 12 M-, weiße Frachbohnen 18 M., Viktoriaerbsen 11 M-, Linsen 23 M. per 60 Kilogr. Polizei- Bericht. Am 1. d. MtS. Abends fiel ein sechs Jahre alter Knabe in dem Hause Weidenweg Nr. 26 die Treppe hinunter und erlitt einen Schädelbruch.— Am 2.d. M. Vormittags fiel eine Frauensperson im Zustande der Trunken- heit vor dem Hause Chausserfiraße Nr. 2 zur Erde und wurde derartig an dem Nasenbein und der Stirn verletzt, daß ihre Aufnahme in die Charitee erfolgen mußte.— An demselben Tage Mittags wurde eine Frau in ihrer Wohnung in der Müllerstraße, mit dem Geficht auf dem Bette liedend, todt vorgefunden. Der Tod scheint dadurch eingetreten zu sein, daß die Frau in Folge übermäßigen Genüsse? von Spirituosen in dem Bettkiffen ersticke ist. Die Leiche wurde nach dem Leichenschauhause gebracht.— Am 2. d. MtS. Nachmittags wurden in der Färberei von Kuhnert, Holzmarktstraße 11. in Folge Einsturzes der Wölbung die Arbeiter Klütte und Nttschke, welche an einer mit heißer Farbe. brühe gefüllten Kvffe beschäftigt waren, durch herab- fallende Steine und Kerbrühen so erheblich verletzt, daß sie nach dem Krankenbaul« am Friedrichshain gebracht werden mußten.— Am 3. d. M. wurde hinter dem Grundstück Am Straulauerplatz 23 ein von mehreren Personen besetzte? Boot, welches unvorfichligerweise vor den Kiel eines nach Stralau fahrenden Dampfers gesteuert wurde, von diesem angefahren und umgeworfen. Die Insassen wurden von in der Nähe be- findlichen Schiffern gerettet.- An demselben Tage AdendS wurde ein Mann in seiner in der Oranienburgerstraße be legen en Wohnung erhängt vorgefunden.— Am 4. d. M. früh gegen 4 Uhr explodirte in dem Reinickendorferstr. 46b belegenen Fabiilraum des Kaufmanns Langhoff au« unbekannter Ursache eine mit etwa 400 Bogen sogenannten Pyropapiers gefüllte Holzkiste. Die Feuerwehr löschte in ku'zrr Zeit den erstandenen unerheblichen Brand. Außerdem find durch den bei der Explosion entstandenen Luftdruck eine Anzahl Fenster- scheiden in den Fabrikraum zertrümmert. Gerichts-Zeitnng. Die Krankfurter KriedhofSaffäre vor dem Reichsgericht. (Nachdruck verboten.) Leipzig, den 3 Juni. Die Urtheilsg'ünde, welche wir in dem in Nr. 127 unfereS Blattes mitgetheilten Berichte noch nicht wiedergeben konnten, hatten folgenden Wortlaut: Be- züqlich der Schutzleute Wingeleitb, Hohmann und Schweiger bat steh daS Reichsgericht von folgenden G-fichispunkten leiten lassen. E» ist thatsächlich festgereellt, daß der Befehl, welcher an die Schutzleute ergangen war, in dem Sinne zu v.rstehen ist, daß die Schutzleute die Menge zwar auseinander treiben, nicht aber, daß fie weiter dieselbe mit den Waffen verfolgen sollten. Dieser thatsächlichen Feststellung gegenüber kann Wingeleith sich nicht darauf berufen, daß er in Vollziehung eineS Befehles gehandelt habe, auch ferner nickt darauf, daß er geglaubt habt, in Vollziehung eineS solchen Befehles zu handeln. Denn auch in dieser Beziehung hat das Urthetl fest- gestellt, und es kann nicht anders verstanden werden, als das es hat aussprechen wollen, der Angeklagte sei fich bewußt ze- wesen, daß ver Befehl odjettiv in dem beschränkten Sinne ge- geben sei. Wenn Wingeleith weiter den§ 73 bezw. 74 für fi» geltend macht, so ist auch dies« Beschwerde unbegründet, denn auch in dieser Beziehung ist ein RechtSirrthum darin nicht zu erkennen, daß nach Lagt der Sache daS Urtheil thatsächlich festgestellt hat, es seien verschie- dene selbstständige Handlungen in den Verletzungen der drei Personen zu finden. Was Hohmann und Schweiger anlangt, so kann für diese die Frage, ob fie durch den Befehl des Po ltzeikommiffars Meyer gedeckt seien, gar nicht in Frage kommen, weil fie fich aus einen solchen Befehl gar nicht berufen haben und gar nicht behauptet haben, daß die That, welche ihnen zur Last gelegt wird, nämlich einen auf einem entfernten Platze fitzenden Menschen entfernt zu haben, ihnen befohlen sei. Sie haben einen Befehl in dieser Hinficht so wenig behauptet, als fie behauptet haben, fie hätten geglaubt, fie sollten zu einer Mißhandlung schreiten auS eigener Veranlaffung. Ihnen gegenüber ist festgestellt, daß fie rechtswidrig und vorsätzlich den Hei« lörperlich verletzt haben. Somit ist die Beschwerde der Schutzleute gegen ihre Verurtheilung nicht begründet. Die- selben haben noch eine weitere Beschwerde aufgestellt, dahin gerichtet, daß fie nicht hätten zu den Kosten der Nebentlage, welche gegen fie erhoben wmde, ver- urtheilt werden können. Es unterliegt zunächst keinem Zweifel, daß auch die Kosten einer Nedenklage einem Verur« theilten zur Last gelegt werden können. Die Strafprozeßordnung enthält eine ausdrückliche Bestimmung in dieser Beziehung nicht, allein es ist bereits in anderer Anwendung vom Reichsgerichte angenommen worden, daß diese Befugniß nothwendig folge au«§ 437, wenn überhaupt eine solche Verurtheilung auch in die Kosten als möglich gegeben ist. Nun machen allerdings die angeklagten Schutzleute geltend, daß wenn auch überhaupt eine Verurtheilung in die Kosten der Nebenkläger statthaft sei, doch ihnen gegenüber fie nicht habe stattfinden können, weil die Nebentlage selbst in diesem Falle eine unbegründete gewesen sei. ES habe nämlich die Nedenklage nur erhoben werden können hier in dem Falle, wenn ein Antrag auf Buße begrün« det sei und das finde hier nicht statt. In dieser Beziehung machen fie geltend, daß§ 340, aus welchem fie verurtheilt find, die Befugniß de« Gerichtes auf eine Buße zu erkennen, nicht enthalte. Indessen diese Anficht muß für eine irrthümlicke erkannt werden. Der ß 340 enthält nichts anbereS als daS Vergehen der Körperverletzung, nur verübt von Seiten eines Beamtm, und wenn§ 231 des Strafgesetzbuches ganz im allgemeinen sagt, daß bei Vergehen der Körperverletzung auf Buße erkannt werden kann, so ist nicht einzusehen, warum, wenn auch 8 340 in einem andern Abschnitte deS St.>G. Asche wächst und gedeiht auch in üppiger Kraft die Rebe und in ihr ein edler feuriger Wein. AlleS Lava, wohin man blickt. BmMeeresufer neigt fiefich in sammetfchwarzer Pracht über die weiß aufschäumenden Wogen und im Lande bedeckt ste fast jeden Zoll breit Erde. In den Niederungen von Nicolofi nach Acireale und von dort nach Catania findet man breite Ströme noch deutlich erkennbar, wie fie vom Aetna oder einem seiner 350 vulkanischen Neben geb lde, den„Figli dei l'Etna" dem Meere fich zugkwälzt haben. Ader daS ist nicht m-hr nackte« Gestein, das sich da ausbreitet. Auf der erkalte- ten Schlacke hat in dem vom Wind« hergetragenen Humus eine farbenprächtige Flma fich breitgemacht, und auS dem über- wuchernden Unkraut erheben fich Blattkaftecn und Brombeer- büsche, und wo die menschliche Hand der Natur nachgeholfen, da erstanden auf der Lava Rosen- und Ägrumengärten von tropischem Reichrhum. Nicolost, dessen Einwohner fich den Telegrammen zufolge in Folge der jetzt eingetretenen Eruption lebhaft beunruhigt fühlten, ist ein freundlicher Ort mit 2700 Einwohnern 69Ö Meter über dem Meere. Die Reisehand- dücher eezeichnen Ricolost alS dm eigentlichm Ausgangspunkt für die Besteigung des Aetna und auch die Reisegesell- schast deS Wiffenschaftlichm Klubs unternahm am 17. vorigen MonatS von dort den Ausstieg auf die Monti Rosst zwei bei der Eruption von 1669 entstandene Beigkegel, die ihren Namen zweifellos von der rothm Farbe ihres Gesteins hadm. Nur ein Theil der Gesellschastgenoß von obm den vielgerühmtm Ausdl ck über Land und Meer, dmn dt« zuletzt Ankommmden wurden von dem Regm überrascht und der Aetna, der überhaupt an diesem Tage schlecht gelaunt zu sein schien, hüllte seine höchsten Partim für ste in mystisches Dunkel. Den aus derselben EiuvtionSperiode stammenden de« nachbarten«rater„Grotta belle Palombe", in den man tief hinabsteigen kann, besuchten nur Einzelne von unS. An die Ersteigung des Aetna selbst konnte gar nicht gedacht werden, fthon deshalb nicht, weil wir in dieser Jahreszett(einen Führer in die Schneeregion da oben gefunden hätten. Zu Lebzetten Seume's. der in derselben Jahreszett und unter ziemlich gleichen WUterungsoerhältniffen die Besteigung bis zum Hauptkrater erzwang, müssen andere Leute am Fuß« des BergeS gewohnt haben. Jetzt lassen fie fich auf derlei Spaziergän nicht mehr ein. Unser Jahrhundert scheint für Eruptionen de Aetna fich ganz besonders zu qualtfizirm, denn von dm 81 1 schichtlich beglaubigten Ausbrüchen fallen sechs auf dasselbe, u> zwar ereigneten fick dieselben in den Jahren 1843, 1852, 18» 1874, 1879 und 1886. Die furchtbarste aller bisherigen En» tionen war die von 1669, bei der mehrere tausend Mcnsi« durch die fich die Abhänge heradwälzenden Lavaströme ern und getödtet wurden. Mit derjenigen von Uelst war ein Erbeben verbunden, daS 40 Städte zerstörte und beinahe 100 R Menschen unter derm Trümmern begrub. Aber immer Wieb erhoben fich, namentlich an der Ostseite der Insel, die e# Niederlassungen aui den Ruinen, die Vegetation verjüngt«» unter der st-iiianischen Sonne bald auf's Neue und nur> gigantischen Trümmer der heidnischen Tempel bei Syraw Taormina, Segesta, Selinunt und Girgmti erinnem an i* elementare Katastrophen. Kleine MMHeilnngen. Darmstadt, 31. Mai.(Verunglückter Arbeiter.) Gest« Nachmittag verunglückre der Bahnarberter FuchS aus Bilk» dach auf folgende Weis«: Derselbe hatte Gepäck von% Maiin Neckar-Badn nach der LudwigSbahn gebracht und wol» alS der Zug bereis in Bewegung war, abspringen.' blieb aber an einer Echime hängen nnd wurde ihm der m geradezu zerquetscht, so daß derselbe im Spital ampuw werden mußte.., Lüben, 31. Mai.(Festgenommen.) Der Mörder J» DroschkendcfitzerS Affig aus Golbb-rrg ist, wie die„Pos.% meldet, in Mtloslaw verhaftet worden. Der Verhaftete, � auS Breslau stammen soll, war zuletzt von Kröben gekomin» AlS der Verbrecher mit dem gestohlenen Gefährt fich in Schänke zu Samotschin gütlich that, wurde er von der J* Hörde auS Neustadt a. W-, destehend auS dem dortigm germeister, KommiffariuS und Gendarmen, verhastet. Bei t» Mörder wurde ein Revolver mit scharten Patronm vorgm» den. Heute wurde der Verhaftete verhört und nach dem hör durch die hiefige Gendarmerie zunächst nach dem An» gefängniß nach Wreschen tranSportirt. Letzte Uachrichte«. Die Generalversammlung der„Ritter der AckC in Newyork hat die nachstehende Resolution angenommen: StaaiSlänvereien sollen für wirkliche Anfiedler reservirt wer»»- alle Bewilligungen, deren Bedingungen nicht erfüllt woZ find, sollen verfallen sein; nach dem Jahre 1886 sollen länder an der Erlangung von Landtiteln verhindert sein;»? dem Jahre 1890 soll die Regierung durch Ankauf nach vor» gegangener Schätzung in den Befitz aller Ländereien gel##: die fich jetzt in den Händen von Ausländern definden; J? stufenweise Einkommensteuer soll erhoben werden; alle KonfP' Mitglieder, die es vernachlässigen oder ablehnen, im Ein»»? mit diesen Forderungen zu stimmen, werden von uns verantwortlich gemacht werden.- Verurthetluug Most'«. AuS Newy wk meldet„«L, B." unterm 2. Juni: Jodann Most wurde heute zu 12% naten Kerker und 500 Dollar Geldstrafe verurtheilt. � Richter sprach sein Bedauern darüber aus, daß eS keine gesetzmäßige Strafe gebe. Die Anarchisten Braunschweig � Schenk wurden zu je 9 Monaten Kerker, Braunschweig oui dem noch zu 250 Dollar Geldstrafe verurtheilt.,.a Zur Pitnzenfcage in Frankreich. Der Graf° Paris, der Prinz Napoleon und sein Sohn Victor w«� nach der„Kreuz Ztg.", gegen die eoent. Ausweisung in festen an dai französische Volk Protest erheben.. Die Debatte über da» Homerulegesetz ist nock nicht geschtofien. Cholera. Vom 2. zum 3. Mittag find an der O90{ in Venedig 40 Personen erkrankt und 26 gestorben. 00.n"i leren 13 früher Erkrankte; in Bari find 2 Personen ttkraw 1 gestorben, in Oria 2 erkrantt und 2 gestorben. Politischer Prozeß in Belgien. Brüss-l.% 4. Juni. Heute Vormittag begann vor dem Gesckwcre" gericht der Prozeß geaen den Advokaten Defuiffeaux-ll*% ausgebet und gegen Maheu als D.ucker de»„Catechtsim pcuple". Bekanntmachung auf Grund de« Sozialistengest� MTV*» WV* V---&/VU» vetutvu �vuiui-■V"*' V*" O",-a Glockc. E�nsationsqedicbt von Friedrick Friedet,. � � Grund der§§ 11 und 12 des Gesetzes gegm die genreW lichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober verboten worden. Kriefkasten der Kedaktiott. � � A. St Wrberstraße. Ihre Frage eignet fich g» Beanrwortung im Briefkasten. Vielleicht kommen � legentlich zu uns...„o#"' W. Triftstraße. Kann in dieser Form nicht aufg� Alter Abonnent. Das Bureau der Pack-tfabfl'�Kit Gesellschaft befindet sich Alexandrinenstr. 93, dort köd" alleS weitere erfahren.. gc? Herr« W Schi. Wir brachten am Donnerstag f zm Leitartikel übet die Zentral- Kranken- und Slerdelan� Tischler, in dem Sie al'es finden werden, was Sic ß"'■ Lesen Sie unser Blatt nicht? LH. Schw- Innerhalb einer Wochc.muß jeder standesamtlich gemeldet werden. W. Fl. Kl. Augustr. Die Kinder brauchen der Eltern auch dann nicht aufzukommen, wenn diese» wohnen und von ihnm ernährt werden. Ä Taubenschlag. Sie haben vergessen. zugeben. Ohne denselben lönnen wir die Emsenvu veröffentlichm.....<»(4, 6.81., Sorauerftr. Ziseleur. Ihr Vorschlag e st gut gemeint, der Verwirklichung desselben stellen stlSL�sslo» viele Hindernisse entgegen, daß wir von einer desselben Abstand nehmen müssen..„nSZobÄ, H. W. Potsdamerstr. Suchen Sie Name» unv-�,� Ihres Schuldners zu ermitteln, verklagm Sie ihn t Sie gegen ihn einen Zahlungsbefehl und� lassen pm Ihnen verpfändeten Sachen durch den steigern. Eigenmächtig A. S. 138. Sob find, und der Unternehmer dies oer«ranlene»,,»* ist er nicht mehr verpflichtet, den drtttm Theil IV fce,tr W.S St Ä�Natürlich kann der Vater. reist ist, sein Kind zu anderm Leuten in%b(iK Stiefmutter des Rindes hat auf dessen Eczieyung S�ChaÄttenbnrg. Ihr Verein bedarf kÄ�'dr� Gmebmigung; auch die Versammlungen defiel nicht polizeilich angemeldet oder genehmigt zu a laude« wir aber, daß Jbren Statuten die Gmepu. glaudm wir aber, daß Jhrm Statutm lheitt werden würde. P. O. Derjenige, der einm « Ä-'r�s. s sunv binnen drei Tagm der Polizei � muß denselben dem ErgeÄ� b�Agen!� er den Fund fiinommttliA« fc»ni/s«nd««lag v« M«»«»ttlg Btüig iW,«ischsbaß« 2