dtt »(). : frei. Si: , unJ nd. k 131. Dienstag» fcm 8. Juni 1886. UL Iaip-A. MnVMla» Krgan für die Interessen der Arbeiter. •»atL Da« JBcsltacf SolIIIIat� • auta nach Gmm» undLestta,««. Nonn« 4«Ä. monatlich IM«ar!.»-chtttlich M Pf. Ssnnta�-Rwmnv mit illuf in Ut Post»»ttun«So,«tltst« für 1IM unter Kr. 706.) für Berlin frei onnement g« 16 Pf. beträgt für die �tspalteti in der «fertionsgebühr �etttzeile oder deren Raum 40 Pf. ZlrbeitSmarlt 10 Pfsn»..«. ohcr Rabatt nach Uebereinkunft. Inserat« werden bis 4 Wi Berlin SW.r Zimmerstraße 44, sowie von allen»miavr»> ureaux, ohne Erhöhung de« Preise«, angenommen. Kedaktw«: KanttzsteaK» iL— G�pekitw«: Ai««erst?aße 44. Hm ßllwbergn ulld Hm w Wkmtt. Die gegeuwcirtig« Streikepidemi« i» allen Kultur- -iten wird besonder« von de« Blätter« der Bourgeoisie �Halb beklagt, weil da« Kapital.zaghast" bleibe«nd da« Nistko«euer lloternehmunge« scheue. Diesen Tedankengang variirt die.New-V orker Handel«- »tituag» sowohl, wie die„Kölnische",«ad alle die Kleinen Al« freikonservativem sowohl, al« auch.au« steifiunigem �ager stoßen in dasselbe Hör». Hat doch auch der Altmeister der Manchestermänner in Deutschland, der Herr Abgeordnete Bamberger, im Wetschen.Reichstage bei der Zaterpellatio«, den Pütt- Mer'schea Streikerlaß beteeffenb, dasselbe Lied angestimmt. bekiaate, daß die Streikbewegung, welche sich syste- witsch(?) über die Welt verbreite, darnach««artet sei, de» Hauch, die erste Möglichkeit der Wendung zum Eisern im wirthschaftlicke» Getriebe ,u ersticken, weil ** Unternehmungsgeist, j« auch die sogenannte Speku- lativ«, von der man so viel Böse« sage, eingeschüchtert Wirde» . Der Sin« dieser Klagen ist eine Mahnung an die Ar- veiter. sich die niederen Löhne gefalle« zu lasse», sich nicht ** muxen und in Ergebung ihr Schicksal zu trage«. Dana würde der Kapitali«mu«, die Spekulation, die Unterneh- wungslust schon dafür sorgen, daß Alle« wieder in'« Geleise komme, daß die Arbeiter reichlich Arbeit und autkömmlichc« �°hu erhielten. nvi. Abg. Bamberger stellte de» Standpunkt de« Herrn «a*»?*° n P« t t k a m« r al»«ine»„klewen" oder gsr„kleinlichev« hin, weil er glaube, die große sozial« Be- fttauttrt Si.vA m T.% c... r. Vf;«» A<,f 7 v:»;; ywf.»jer vranin geschieht, Ursache mit Wirkung: *.Die soziale Bewegung ist nicht durch sozialistische Agitatoren geschaffen, sonder» die letzteren find durch d,e «rstere, welch« durch die Roth und die Abhängiakert vv« arbeitenden Volke« und durch die geschichtliche Ent- Wicklung der verschiedene» Bevölkerung»klasse« Hervorgerufe« worden ist, entstanden. Deshalb würde durch Beseitigung der»Agitatoren" ur den Augenblick, wie da« ja jetzt schon zum Theil durch MrtStRL] ZleuilTeton. Cm- Mutter. Roman von Friedrich Serstäcker. (Fortsetzung) . ,Na ja, ei» bi»chen elend steht sie wirklich au«," meinte vir Lakai;»aber da« haben die vornehme» Fräulein« alle, � gehört mit zum guten Tom" i.So?" sagte der Maulwurstfänger zerstreut, ltx augenscheinlich gar nicht die Worte verstanden Ftte-.Merkwürdig, daß so ei» Fluch von der Mutter auf 'V Tochter vererben kann!" »Wa« für ein Fluch?" „,.O. nicht«," sagte der Man» kopfschüttelnd;„und um ""lche Zeit geht die Festlichkeit an?" »,.Um acht Uhr natürlich, früher paßt e< sich nicht. J** ich muß fort, heut« weiß man wahrhaftig nicht, wohrn "W zuerst*' »Wohin willst Du denn?" .»?«'« Dorf und»och«ier hole»; eine zwanzig Schock wi,®*1 Koch schon heute verbraucht, und immer langt«noch mwmm SL« übet seine Zeit verfüge« könne, wie-« ihm beliebe. W-w d�Tg I-ab. wzum nächste» und hinter de« �5 versteckte« Dorfe führte.. di,»-�edie»te»pack.' murmelte der Maulwurstfänger m al« er de» davonschwenkende» Lakai nachsah,„servile«, Gesindel, da« hinter dem Rücke« der Henschaft t>°».®se unter dem Hutrand trägt und sie da»« wieder blocke vr Unterthänigkeit be# in den Bode« hiaeindrücke« «b»?.— Bedientenpack, ob sie in einer gestickie» Uniform Hü eirer Livree stecke»! Da doch, bei Gott, lieber vivtnni. obet Tagelöhner, wen» ich mein freie« Gewerke 1 wit einer ander» Branche vertausche» müßte k U«ter immer weiter und immer ttefer nach und»ach wieder um sich greife» würde. Und ähnlich, wie der Herr Minister von Puttkamer, verwechseln die große» BourgeoiSzettunge» und ihr Abgott, Herr Bamberger, die Ursache mit der Wirkung. Die Streik» und die Arbeiterbewegung in ihrer gege»wär> tizen Gestalt wurzeln auf dem Boden unserer heutigen planlosen Produktionsweise, die hervorgerufen durch die freie Konkurrenz flotte Geschäftsjahre uadKrife« erzeugt. Unternehmu»g«lustund Spekulatio»«wuth nutzen dann die.gute« Geschäftsjahre" in tollster Hast au« und in der Zeit der meist durch Ueberproduktton entstandene».Krisen" macht sich dann selbstverständlich eine Unlust zur Spekulation und zu Unternehmungen in kapi talistischev Kreisen geltend. Die Arbeiter aber habe» auf die Produktion gar keinen Einfluß. Sie erhalte« einige Lohngroschea in de» flotte» Geschäftsjahren mehr, wer! mehr Arbeitskräfte dann gebraucht werde», während sie in den Zahre« der Krise weniger Loh» erhalte», weil weniger Arbeitskräfte erforderlich find. Da« ist da« einfachste und erste ökonomische Gesetz, wo- durch der Arbeitslohn im Wesentlichen durch Angebot und Nachfrage geregelt wnd. Deshalb sind im Allgemeine» die Streik« für die Lohnhöhe so sehr unwirksam. Die Streik« aber entstehen iowohl bei flotte« Geschäftszeiten, al« auch während der Krise». Bei flottem Geschäftsgang entstehen sie wegen Mangel an Arbeitskräften, bei Krisen au« Roth. Sind die Streik« für die Arbeiter erfolgreich, so habe« die „Errungenschaften" nur die Zeitdauer der wirthschaftliche» Epoche, in der sie entstanden find. Wurden höhere Löhne in Zeiten de« wirthschaftliche» Aufschwungs errungen, so fallen dieselbe» in Zeiten der Krise wieder. Gelingt e« aber irgend einer Arbeiterkorporatio», wa« ja»ur äußerst selten vorkommt, in Zeiten der Krise höhere» Loh» im Kampf zu erringen, so wird bei einem flotten Geschäftsgänge dieser Loh» ohne Kampf«och mehr gesteigert. Und da«- selbe ist umgekehrt bei Niederlage», welche die Arbetter im Lohnkampfe erleide», der Fall.— Man steht also, daß die Anschauungen der Bourgeoi« Blätter und de« Oberbourgeoi« Bamberger in Bezu« auf die Arbeiterbewegung recht„kleine", ja.kleinliche"«i vom ökonomische» Standpunkte au« betrachtet, ganz unHalt- bare find. Die Stteikbewegunge», da« wiederhole«»ir, haben im Allgemeine» auf die Lohnhöhe»ur erne geringe, auf die Produktion gar keine anhaltende Einwirkung.-- Aber alle Diejenige», welche den Streikbewegunge« unsympathisch oder gar feindlich gegenüber stehe», dabei aber behaupten, für da« Wohl der Arbeiter sorge» zu wolle», insbesondere die deutsche Reichsregierung, hätte« die be- Deiner Protektion Wein saufe», Du Lump? lieber faule« Wasser au« einer Regenmulde! Aber nützlich find die Kerle doch," lachte er plötzlich still vor fich hin,„denn wie hätte ich ohne de» Tagedieb jetzt erfahre», daß heute Abend großer Volksschmau« im Schlosse und der Förster ebenfall« gelade» ist. War»', Grünrock, für morgen früh will ich Dir wenig- sten« eine Ueberraschung bereiten, die Dich freue» soll! Aber da wird es Zeit, daß ich mich jetzt nach Hause mache. Komm, Sp tz, heut' Abend wolle» wir auch hochleben und Brate» essen und Wein trinke», wenn auch auf andere Weife, wie der Lump da denkt. Die Maulwürfe möge» heute Feierabend haben— Hurruh, die Verlobung soll lebe»!"— Und seine alte Waidtasche umwerfend und de« Stock aufgreifend, schritt er rüstig de» Weg entlang, der nach der Stadt hinunter führte. Leide« eine« Theaterdirektor«. Der Abend rückte heran und da« Theater prangte im Festesschmuck. Direkior Klüger hatte fich nämlich nicht da- mit begnügt, eine außergewöhnliche Anzahl von Gasflamme» zu öffne« und überhaupt Alle» anzuzünden, was leuchte« wollte, sondern auch schon seit zwei Tagen den benachbarte» Eichenmald plündern und dicke Guirlanden binde« lasse», die de» ganze« ersten Rang schmücken sollte». In der Herr- schaftliche« Loge waren sogar zwei Lehnsessel neu gepolstert, kurz, da« Außerordentlichste geleistet, und»er Krüger kannte, behauptete, er lebe nicht mehr lange, den» da« sei kurz vor seinem Ende. Natürlich war heute Abonnement snspendn— nicht de« Hamlet wegen, o nein, denn in die klassische« Stücke brachte er sonst, selbst im Abonnement, kaum va« Roth« wendigste von Zuschauern hinein! Aber daß keiner der Haßburger morgen sagen wollte, er habe den Erbprinzen «och nicht gesehen, wußte er. und die Neugierde mußte ihm heute da« Hau« füllen. Da« Stück selber hätte deshalb auch recht gut„Der Erbprinz' heiße« können und würde dann»ach beide» Seite« hin gepaßt haben. Es war noch ftüh und die Kasse eben erst geöffnet worden, aber ttotzdem finge« die Räume schon langsam an sich zu fülle». Einzelne Dame« mit stattliche« Krinoline» sondere Pflicht, an der Regelung derProduktion«- weise durch eine tief in da» kapitalistische Wesen ein- schneidende Arbetterschutzgesetzgebung fich ernsthast zu be- theiligen. Bi« jetzt sind die Arbeiter»ur enttäuscht wor- de», deshalb grerfe» sie zu dem nächstliegenden Kampf« mittel, zur Arbeitseinstellung— sie werde» die« Mittel so- fort verschmähen, wen» ihnen ihr Recht zu Theil wird durch »ine verständige Sozialreform. Wie diese Reform beschaffe« sei« muß, da» habe» wir unsere« Leser» schon häufig genug auseinandergesetzt— da« Eine aber steht fest, daß weder Herr v. Puttkamer, noch Herr Bamberger de« Wille» und da» Zeug dazu habe», diese Reform in« Lebe« zu rufe«. Polittsche llrberstcht. U'ber de« SoziattSmu« äußerte fich im österreichischen ReichSrath der Abg. Dr. G r e a r— übrigen« ein Mitglied der konservativen Majorität— in vielfach anerkennenSwetther Weise. Unter anderem sagte er:„Wir Alle find überzeugt, daß die gegenwärtige Organisation der Gesellschaft nicht daö Vorzüglichste, nicht da« Erreichbarste, wa« der menschliche Geist schaffen kann, ist. und Jeder von un« hat gewiß zahlreiche Mängel und Uebelfiände wahrgenommen, an denen unsere jetzige Gesellschaft schwer leidet, und wer e« noch nicht wahr- genommen hat, der steige hinab in die tieferen Schichten der Bevölkerung, und seine Seele wird erfüllt werden von Schmer, und Grauen; denn wer e« gesehen, wie Menschen unter der Last schwerer Arbeit zu Boden sinken, weil fie wegen Mangel« an hinreichender und geeigneter Nahrung die verbrauchte Kraft nicht mehr ersetzen können; wer e« gesehen hat, wie Menschen, welche ihr ganze« Leben in schwerer Arbeit dem Dienste der Gesellschaft geopfert haben, im Alter entträstet zum Bettelstabe greifen müssen, um den Rest ihre« elenden Leben« durch Almosen zu fitsten; wer tp gesehen hat— und ich habe e« gesehen— wie fianke Menschen auf faulem Stroh in Kuh- und Pferdeställen buchstäblich Hungei« starben, weil ihnen die Kraft fehlte, dm stechm Körper von Hütte zu Hütte zu schleppm; wer e« gesehen— und ich habe eS gesehen— wie kleine Kinder au« dem Kehricht großer Städte Knochm hervolsuchen, um fie hungrig abzunagen' wer da« gesehen und noch behaupten könnte, die gegenwärtige Organisation unsererGe- sellschaft sei eine gute und vollkommene. der hat kein menschlich fühlend Her, in seiner Brust und keinen menschlich dmkenden Verstand in seinem Kopfe..... Darin erblick« ich die erste und höchste Aufgabe unserer Staatsmänner. unserer Regierungm und unserer Parlamente, daß fie den nothwmdigen Umbau der menschlichen Gesellschaft selbst so führen und so lettm, daß er durch gewaltsame Elschütterungen TMiaien vewcgung ,e,o» 10 rügten unv so regultrm. daß er nicht die Ufer durchbreche und die Blüthen einer fast zwei- arbettete« sich über die BSnke weg. Herren kamen herein. den Hut»°Ä auf dem Kopf, und begannm sich langsam ihre weißen Glaceehandschuhe avzuziehe». und nur oben in dre Gallme drängte« sich die Massen ei», um heute eine» gutm Platz- da« heißt, eine Aussicht nach der Herrschaft- et recht applaudire» würde. Auf dem Theater selber sah e«»och leer und dunkel au«. Die Arbeitsleute waren allerding« schon beschäftigt Lampenwnk u. s. w. in Ordnung zu bringen und dt« verschiedene« Requisite*«ach dm Richtungen hin zu tragen wohin fie der Requisiteur beorderte, aber von Schausvielern selber ließ sich«och Niemand sehe», dm« die stakm noch alle in der Garderobe, und»ur dann und wann kam noch ei« vnspStete«D,e»stmSdche», da« einm große« breite« K�rb «« ihr abzunehmen. Hinein wäre sie um die Welt nicht w&wsa sie im Lebe» nicht vergessen. Der Direktor stand vom auf der Bühne und bettachtete sich durch eine» der kleine«, im Vorhang angebrachte« Löcher da« anwachsende Publikum. Der Theaterdiener Peter» schoß ei» paar Mal über die Bühne herüber und war außerordentlich geschäftig, aber der Direktor achtete gar nicht auf ihn. E« schien ein volle« Hau« zu werde», und er amüstrte fich ornttefflich am Vor- hangloch. Jetzt kam Peter« wieder zurück; er war eine Zeit lang verschwunden gewesen und ging gerade auf seine« Chef zu. „Herr Direktor!"° Ja, Peter«,' sagte dieser, ohne seine Stellung ,» verändern, dm» er erkannte ihn an der Stimme— ,,wa« siebt«?" „Herr Handor ist»och nicht da." „Wa«?" rief der Direktor und fuhr wie der Blitz herum—„und kommt schon in der zweiten Szene— Herr Du mein Gott, wo fleckt der unglückselige Mmsch nur wieder? tausendjährigen Kultur unter seinen Uuthen degrab«. Zum Stillstande, zum Versiegen wird den sozia« listischen Strom keine Macht der Welt mehr zwingen. Und wie bereiten sich die Staatsmänner und die Regierungen zu dieser großen und hohen Aufgabe vor? Wo# thun unsere Staatsmänner, um die friedliche Umwandlung der Gesellschaft zu bewerkstelligen oder wenigstens anzubahnen? Sehen wir unS um in Eurova. Wir sehen den ganzen Welt« theil in KriegSberestschast; Alle», wal Waffen tragen kann, muß unter die Fahne: die Heere zählen nach Millionen, und der Welttheil steht einem Kriegilager ähnlicher, ali der Werk- pätte friedlicher Bürger. Und vie Volksvertretungen, wie rüsten ste fich zu diesem Kampfe? Auch ste stehen theilnahmS- loS, rückfichtiloS und rathloS dieser großen Aufgabe gegenüber. Ich will nur von unserm Parlamente sprechen. Ich will die Bedeutung und große Nützlichkeit der Gesetze nicht unterschätzen, welche wir zum Schutze und zur Besserung der Lage der Ar« beiter theilS bereits erlaffen, thcilS in Anariff genommen haben. Ich erkenne«S mit Dankbarkeit an; aber im Vergleiche zur Lage der arbeitenden Klaffe find diese doch nur lindernde Tropfen in dem großen Meere deS Elends. Man muß mehr tbun; wir dürfen nicht stehen bleiben, wir müssen auf dem eingeschlagenen Wege rüstig vorwärts schreiten, wir dürfen nichts andererseits Institutionen schaffen, welche daS Gute wieder paralyfiren; denn Gesetze, wie ,. B. der BefähigungS« Nachweis, die eunstmäßige Einschränkung der gewerblichen Thätigkeit, die Vertheuerung der nothwendigen Lebensmittel durch Zölle und Accisen, die Schaffung großer und kleiner Fideikommiffe(Sehr richtig! links), alle* daS find Bestimmungen, welche das Proletariat nicht verringern, sondem welche es vermehren müssen(So ist eS I links) und daher dem AnarchiS- muS neue Rekruten zuführen werden.(Zustimmung links.)... Der Sozialismus ist der Kampf neuer Ideen gegen die morsch gewordene gesellschaftliche Ordnung, und nichts hat fich seit jeher so gefährlich und nachtheilig erwiesen, al* wenn in einen Kampf der Gedanken und Ideen die plumpe Hand der Polizei eingriff.(Sehr gut! links.) Der Sozialismus ist der Ruf de* Volkes nach Brot, und man antwortet ihm mit dem Kerker und mit Gefängniß. Wenn die Staatsmänner und die Regierung kein anderes Mittel zur Bekämpfung dieser Be- wegung haben, alS die Polizei, dann steht eS schlecht mit der menschlichen Gesellschaft, dann ist der Sieg schon im vorau* entschieden." Die armen ReichSboten sollen also doch nach Pfingsten wieder zusammenberufen werden. Die wohlunterrichtete„Magd. Ztg." schreibt hierüber:„Nachdem da« Branntweinsteuergesetz In der Kommisston de* Reichstags begraben worden ist, liegt die Frage nahe und wurde vielfach unter den Abgeordneten erörtert, ob die Regierung dir RcichstagSsesston schließen oder dieselbe biS über Pfingsten hinaus ausdehnen werde. Eine feste Entscheidung hierüber liegt noch nicht vor. ES verlautet aber aui gut unterrichteten und der Regierung nahestehenden Adgeordnetcnkreisen, daß ein Schluß der Sesfion vor Pfingsten nicht stattfinden werde. Man wünscht den Kommisfiontdericht. der bekanntlich am 22. d. M. in der Kommission festgestellt weiden soll, abzuwarten und eine Verhandlung über den ab- lehnenden Beschluß der Kommisston, bezw. die zweite Lesung deS Regier ungSentw urf« im Plenum d«S Reichstages herbeizuführen. Wenn man fich auch für diese Sesfion keinen praktischen Erfolg hiervon verspricht, so hofft man doch und legt Werth darauf» für gewisse Punkte, betreffend die Besteuerung de« Branniwein«, vor dem Lande die Uebereinstimmung einer Mehr- heit(?) deS Reichstags in öffentlicher Verhandlung festzustellen, und zugleich erhält so die Regierung Gelegenheit, ihren Standpunkt in der Frage nach dem aber- maligen Scheitern der Bemühung, dm Spiritus schärfer zur Besteuerung heranzuziehen, öffentlich darzulegen. ES wird da- her aller Vorausficht nach etwa am 25. Juni die zweite ß Lesung der Branntweinsteuer im Reichstag stattfinden. Wahr- peinlich ist, daß schon in einer H e r b st s e s s i o n de« Reich»- g» ein abermaliger Versuch zur Erzielung hoher Erträge äuS dem Branntwein angestellt werden wird— falls nicht dem prmßischm Landtag,«aS jedoch schwer anzunehmen ist. noch in diesem Sommer die oft erwähnte hohe Lizenzsteuer für den Ausschank geistiger Getränke»uzeht. UeberdieS bat der Reichstag, in der Z-it nach dem Pfingstfeste vermuthliw, noch mit dem zu erwartenden Nachtragsetat und dem ReliVengefetz fich tu beschäftigen, so daß er biS in die erstm Wochen deS Juli hineinzuarbeiten haben wird, falls man fich nicht noch ent- schließt, auch diese Vorlagen einer zeitig anzusetzendm Herbst- sesfion zur Erledigung zu überlassen." Recht angenehme AuS- sichten für dm arbettSmüden Reichstag! Uedrigm» äußerte ja auch Finanzmintster v. Scholz in der Kommisfion, die Regie- rung bestehe unter allen Umständen auf der Plenarverhandlung. Daß da» nur eine private Äeußerung gewesen sei und daß die Entscheidung erst in Friedrichsruh getroffen werden dürste, ist kaum glaublich. In Bezug aus deu Kulturkampf hatten der unaart- schm Regierung nahestehende Blätter erklärt, daß Fürst BiS« Laufe» vie doch eiumal schnell zu ihm hinüber, Peters, und fagm Sie ihm, es wäre..." „Ich komme eb;» von drüben, Herr Direktor, es ist aber Niemand zu Haufe und der Schlüssel liegt unter dem Schrank draußen, wo er ihn immer hinlegt, wen» er aus- gegangen ist." .Dana fitzt er vielleicht in der„Hölle"—«a, weiter fehlte mir heut' Abend gar nicht»— laufm Sie einmal schnell in die„Hölle", Peter«— springe» Sie ei» bischm; es wäre doch schauderhaft, wenn der Mensch nicht so viel Interesse an der Sache nehmm sollte, daß er nicht einmal seine bestimmte Zeit einhielte I" „Herr Gott, meine Beine l" seufzte Peters, als er fich wieder umwandte und in einem kleinen Hundetrab seiner neue« Bestimmung zueilte;.da« ist ei» Lebe», Theater- dienet— wenn ich mich einmal zur Ruhe setze, werde ich Briefträger." Der Direktor hatte indessen da« Publikum ganz ver- gessen, und wenn er ja einmal eine» raschm Blick durch den Vorhaag warf, so kamen ihm jetzt die Zuschauer, die ihm früher zu langsam eintrafen, viel zu rasch. Wieder «ad wieder ttef er zur Garderobe, um sich selber zu über- zeuge», ob denn sein unglückseliger Pr,»z von Dänemark «och nicht eingetroffen sei...... Und wie rasch die Zeit vonückte, seit er auf rh» wartete I Es war doch ordentlich, als ob der große Zeiger an der Uhr im KonversatioaSzimmer durchgegangen sei und auf den Moment loShctze, wo sich Direktor Krüger mit seinem Hamlet unsterblich blamire» sollte.— Wahrhaftig, da traf da« Orchester schon ei», und in der Hofloge— Krüger hätte durch eine Versenkung abgehen möge»— er- schien ein mit Orden vorn ganz bedeckter Kammerherr, sah »ach, ob die Stühle vorschriftsmäßig standen, und entzückte dann, indem er fich mit seinen weißen Glacehandschuhen vor» auf de« rothea Plüsch der Ballustrade stützte und sich da« Publikum betrachtete, die Galerie, wo der Ruf schon von Lippe zu Lippe ging:„Da is er!" Peter« kam im Sturmschritt zurück. Handor war nicht in der„Hölle", aber vor etwa einer Stunde dort gewesen «ad hatte ganz allein eine Flasche Champagner getrunken; marck bisher nur Siege erfochten habe, wo materielle Mittel bStten verwandt werden können. Die Kämpfe, bei denen ideale Mittel die Waffen abgeben, habe er seither verloren. Der rich tige Gebrauch idealer Mittel sei ihm versagt.— Nun kommt die„Elberfelder Zeitung" und wäscht den Fürsten Bismarck— erst recht schwarz. DaS Blatt erklärt, daß in dem ungarischen Urtheil ein Körnchen Wahrheit liege; Fürst Bismarck habe in der inner« Politik vorläufig den Kürzeren gezogen.„Aber— wenn der deutsche Reichskanzler in feiner innerpolitischen Rech- nung gefehlt hat, so geschah e» au« Uederschätzung der eigenen Natron. Er baute theilweife aus Flugsand."— Wenn jemals einem Staatsmann ein Vorwurf gemacht ist, so macht ihn da« eechtS-nationalliberal« Organ dem ersten deut- schen Reichskanzler. Er kennt sein Volknichtl Zu verwundern ist da« freilich nicht; Fürst Bismarcks ganze Er- ziehung wurzelt auf dem Boden de« Junkcrthums und auch später alS Staatsmann hat er in absoluter Abgeschlossenhert von dem Volle gelebt. Wenn der Kanzler ad und zu den Harun al Raschid gespielt hätte, so würde er in kirchenpoliti- schm und besonder« in wirthschaftlichen Dingen andere Be- lehrung gefunden haben. Ihm würde der Kanoffagang er- spart geblieben sein und auch der Wunsch, Millionäre zu züchten. Daß die Zentrumipartet ans dem Wege zum Mo- «opol gewesen, möchte die„Germania" gar zu gerne leugnen. Jndeß e» giebt nach der„Freis. Ztg." dafür zu viele Zeugen. Daß ihre Mitglieder an den Konferenzen mit den Konserva- tivm lheilgenommen, giebt die„Germania" selbst zu. Wie sehr aber die Zentrumsmitglieder in jmen Konferenzen anfäng« lich geneigt warm, dm Vorschlägen der Konservativen zu»»- stimmen, beweisen die Andeutungen konservativer Konferenz- Mitglieder in der„Kreuz-Ztg.", in dem„Deutsch. Tagebl.", in der„Zeitschrist für Spiritus- Industrie", sowie die Erklärungen de» KommtsfionSmitgliede« Abg. Staudt) in der Versammlung der Brenner in Posen.— ES ist dem Abg. Windlborst jeden- fall» nicht leicht gefallm, seine agrarischen FrattionSkollegen im Zügel zu halten. Wie lange wird er'S noch können? Die anttsemittsche„Deutsche Reform" in Dresden ist eingeganaen. Zugleich zeigt der Vorfitzende deS anti- semitischen Vereins in Dresden und Präses der deutschen Reformoereine Pinkert-Waldegg in diesem Blatt seine Zahlung«- einstellung an. Der internationalen Vereinigung für Industrie- schütz(Patentschutz) wird die deutsche ReichSregierung. wie die „Voss. Ztg." erfährt, nicht eher beitreten, alS vi» eine größere Uebereinstimmung in den P-tentgefetzen der verschiedenen Länder hergestellt ist. Der Direktor de« RcichSpatentamtS Sabe an dem kürzlich in Rom stattgehabten internationalen longreß»um Schutz de« industriellen Eigmthum« nur als Zu« Hörer Theil genommen. Der Abg. BloS sprach am Montag in Hastedt über dm Stand der sozialpolitischen Arbeitergesetzgedung und am Dienstag in Bremen über die politische Lage. R« l a n d. Die LandschastSdeputirtm mehrer Kreise deS Et. Peters- burger Gouvernements haben dieser Tage gelegentlich einer Berathung die Frage in Anregung gebracht, welche Maßnahmen zu ergreifen seien, um dafür zu sorgen, daß die Bauern nicht mit jedem Tage mehr landlo» werden, und fich dahin auSge« sprachen, daß die Regierung um den Erlaß einer gesetzlichm Verordnung zu ersuchen sei, welche daS Recht de» Land- verkauf« von Seiten der Bauern«in schränkt. Rück« wärt«! heißt e« im heiligen Rußland bei jeder Kalamität. Schweis Die Preßfreiheit der Schweiz steht doch nicht blo» auf dem Papier. Vor dem dortigen Gericht war da» Verbot einer Schrift beantragt, welche von den Mormonen ausging und die Vielweiberei empfahl. Da« BundeSgericht uttherlte: Indem die Schrift ei unternimmt, die Polygamie als eine Glaubenslehre der Mormonen zu rechtfertigen und zu verthei- digm, tritt fie allerdings mit dem sittlichen und staatlichen Prinzip der Monogam» in Widerspruch; allein die Schrift einzig deshalb und ohne daß durch dieselbe die Sicherheit deS Staate« oder die öffmtliche Sittlichkeit verletzt würde, al« sttten- loS zu verbieten und deren Verbreitung bestrafen, hieße offen« bar die garantirte Preßfreihett illusorisch machen. Äegm Preß« erzeugnisse der vorliegenden Art ist nicht die Strafe, sondern ein, iadieBelehrung, zu welcher man fich wieder der Presse bedienen kann, da» zulässige und wirksame Mittel. Belgien. In dm Arbeiterzmtren Belgien» dauert, wie man der „Wes..Ztg." schreibt, die Gährung fort. Die Regierung hat die strengste Ueberwachung aller Deutschen und Franzosen an« gtordnet und den Truppen den Verkehr mit den Einwohnem der von ihnm besetzten Kommunen verboten. Die Behörden müssen fortwährend auf ihrem Posten sein; aufrührerische Anschläge erscheinen, fie werden zwar entfernt, zeigm aber, daß die Gährung um fich greift. In Monceau erschien ein Auf- ruf, der die Armm direkt aufforderte, den Kampf gegm die wo er jetzt sei, konnte ihm Niemand sagen— im„Paradies" wußten sie'« auch nicht. „Ist er denn»och nicht hier?" fragte Peters. Der Di- rektor gab ihm gar keine Antwort, und nur mit einem ver- zweifelten Griff fuhr er fich in die Haare und hob fich die PenÜcke halb vom Kopfe. Jetzt kam der Oberregisseur Sulzer im Kostüm au« der Garderobe— er gab heute dm König. Er hatte«in schwarze» Sammetbarett auf, mit einem Kronmreif darum, trug natürlich eiam Hermelinmantel und gelbe, hohe Stiefel und sah für eiam König sehr bestürzt au«. „Ist er dmn»och nicht da, Herr Direktor?" „Habm Sie ihn gesehm?" „Ich? Nein— aber wo steckt der mtsetzliche Mensch? Wm» ihm nur kein Unglück zugestoßen ist I" „Uns wird ein» zustoße». Sulzer!" rief der Direktor —„uns wird eins zustoßen— passen Sie auf— wm» er »icht bald kommt, rührt mich der Schlag, dm» die Schande überlebe ich nicht!" „Aber er muß ja kommm, er kann ja nicht ausbleibm! Ist dm» der Prinz schon da?" „Da» fehlt« auch noch— aber er muß jeden Augm- blick eintreffe», und wahrhaftig, da steht der Kapellmeister schon untm mit seiner verfluchte» weißm Halsbinde, und die Eichmkränze hängm um dm erstm Rang herum, und alle GaSflammm brmaea— eS ist rein zum Rasmd- werden I" JWe«« wir nun erst die Mamsell Bollo,— Badelli oder Bodellichini— ich kann dm verdammtm Ramm«icht behaltm l— tanzm ließen?" „Da« ist eine Galamftist, Sulzer; aber e« wird un» nicht« Andere» übrig bleibm— mir ahnt Schreckliche« I" „Die wird aber auch«och nicht fettig sei«, da fie eigmtlich erst«ach dem zweite« Akt komme» sollte." „Bitte, sprinam Sie einmal hm, Sulzer— ich lasse fie um Gottes willen bitten, fich ei» wenig zu eile» I— — Peter«, ist er»och nicht da?" „Nein, Heer Direktor, und jetzt kommt er auch«icht mehr." AuSsauger des Volke«, die im Uederfluß leben, zu beginnen- „Geben wir der Polizei Arbeit. Seim wir Dytwmiieure. Die Zeiten find nahe! Nieder mit dm Verräthern I D» Hunger weckt! Von Arlon bi» Ostende muß Alle« streiken! Die Anhäufung der Truppen bewirkt zwar äußere Ruhe, aber die Stimmung bleibt eine sehr bedrohliche. Der am Sonnabend verurtheilte Agitator De» f u i f s e a u x, Verfasser de» bekanntm„VolkSlatechUmuS, gegen welchen ein Haftbefehl erlaffm war, floh in letzter Nacht über die holländische Grenze, indem er die ihn verf«»' genve Polizei täuschte. Kra»rreich. Da« Journal deS Debatl bringt Briefe auö Tonkinz und Anam, in denm offen ausgesprochen wird, daß die Fran- zosen eS gar nicht verstehen, stch dort beliebt zu machen, Wl vielmehr ihr brutale« Austreten ein schweres Hindern iß für jede Kolonisation sei. Folgmde» Beispiel ist schlagend: Aul einem Bankette, welche« die franzüfische Kolonie in Saigon zu Ehrm Paul Bert'S veranstaltete, hielt der General Refivent in Anam eine Rede, die zu sieben Achtel« mit stürmischem Bmau aufgenommen wurde. AlS er aber von dem Verhalten gegen die Anamiten zu sprechen begann, auf die Nothwendigleit et«' wie«, fie gerecht zu deHandel», fie reich werden zu lassen, „ältere Brüder für fie zu sein", bemächtigte fich Verblüffung der Anwesenden, diese artete in eisige Kalte au«, und bei d«i Worten„ältere Brüder" langten fich einige»wanzig Europäer ihren nahestehendm anamitischen oder chlnefischen Bon herdei und versetzten ihm ew» schallende Ohrfeige mit den Worten: „DaS für die Brüderlichkeit!" G r o h b r i t a»» i e«. „United Jreland" ertheilt dem irischen Volke den siW' eine Politik vollständiger Ruhe und Selbstbeherrschung zu k" obachten, falls die Home Rule-Bill veiworfm werde« sollte, da der Kampf jetzt eine Sache der englischen liberale« Partei sei. Entweder werde Mr. Gladstone aui der Wahl n»1 einem trtumphirmden Mandat hervorgehm, mit seiner bohe« Aufgabe der Versöhnung fortzufahren, oder die Torte« würde« beaustragt werdm. ihr zwanzigjähriges brutales Exverimen-t beginnen. Im letzterm Falle würde die irische Freiheii des Anion vollständig wiederhergestellt sein, und fall« der eintreten sollte, wa« jedoch unwahrscheinlich sei, dann«*", man die Jrländer bei dem Kampfe nicht abgeneigt Eine wirkungsvolle ZwangSgefetzgedunz fei absolut unmialW Der konservative„Standard" kann nicht umhin, den eige«' finnigen Muth zu bewundern, den Mr. Gladstone gefl� über Autmität, Intelligenz, Argumenten, alten Freunden, leb««'' langen Bewunderem und der Verunheilung von ManM� deren Meinung er sehr hochschätzte, entfaltet. Alle ragenderen Kollegm des Premierministers feien von ihm ad� fallen, aber dennoch behaupte er da« Feld. lieber die in neuerer Zeit viel erörterte Frage betreffs d>' tüchtiger find al» eine aroße Mehrheit britischer Matroi� Wenn e» wahr ist und ich bin überzeugt davon, daß die! Ausländer verläßlicher find, als die niedere Klaffe driiist" Matrosen— und da« scheint schon die Anficht vor 40 Jahns gewesen zu sein— so ist e« klar, daß daS Rhedergeschäft et unnöthige Beeinträchtigung erleidm, und die Sicherheit«s' Leben und Eigmthum schlechterdings nicht erhöht wer� würde, wenn man Maßregeln genehmigte, um ste»u% hindern, an Bord britischer Schiffe zu dienm.— Ueber° italienischm und österreichischen Seelmte«,iß der Bm® nicht« Günstige« zu sagen. Italien.. � Der Maurerstreik in Turin, der kürzlich au»««« ist so gut wie bemdet. Da» Exekutivkomitee deS verein« hat ein Manifest erlaffm, in welchem eS auffordert. Arbeit wieder aufzunehmen und da« Anerbieten der Kommt!«-. der Meister und Uniernehmer, einen 10'/» ftündigen Arderw'., zu dewilltam, anzunehmen, da diese Komu.isfion die Bedün� der Arbeiter nicht verkmne und einen guten versöhn�; Willen an den Tag gelegt habe, indem fie den Voik_ „Du giebst mir einen Dolchstich!" zitttte Sulztt Abgehe», um die Tänzerin in Gang zu bringm..ji( Die junge Dame war auch in der That ausnahm-�. gekommen, aber natürlich mit ihrer Toilette noch nicht si' Die Konversation wurde durch da« Schlüsselloch gcfühU � st« erklärte, vor dem Beginn de» Stücke« nicht fettig wer. zu könne», und kein Mmsch werde von ihr verlange«, � fie wie eine„Schlumpe"(der Name war für eine Jlolu«* außerordentlich deutsch) an einem solchm Abend ans Brttter« erscheine. w .......... „Na ja, da» Hinterbeine setzt l" fehlte auch rief Krüger «och. wüihend und lachte PMM'ißb Horatio auf nach der Garderobe. „Aber dafür ist fie doch engagitt," al» Todtmgräber hinten mit Hilgen al«-----.. ab ging und fich über die Verzwerflung seine« Direnot� da« Ausbleibm de« einm Prinz«, während der anderem � Augmblick eintreffe« konnte, auf da» köstlichste zu am schien. „Da* wird ei« Hauptskandal werdm, wen» v »icht kommt," meinte Hrlam;„so'wa« ist»och Ö® �isl da gewesen— ich begreife da Mensch« nicht;" doch, wa« davon abhängt." bi« „Nur imm Hände reibend; schichte. Da rfl in dem verdammten Theaterleb«!" // „Lassen Sie da« dm Alte» hör«..•'_ A' „Bah. ich spiele meine Rolle und damit»apa, Ansichte» find mein eigen— und dem eingebildeter� /l, dem Handor, gönne ich ebenso d« Wssel, dm.tj-$ wird, und d« Strafabzug— vielleicht werden« � a£(, -»ty vfrf»„wv**•"T/ »avon abhängt."... die immer zu," lachte Pfeffer, sich««««»» Ar-i UUÜ, Uüü VA» wuufiuwiu— Vitutuy*;vy-is anz lo« damit, dmn er ist doch weiter»tcht« Ms ärmlicher Koulissmreißer."....„ fei'' .Strafabzug?" sagte Hilgen-*"2% ,M. ganze MonatSgage vorau»— vom Peter wery� ich''*.?««' nir««.i.r arr-n-» kick rascb Lioni« v „Alle Teufel," rief Pfeffer, umdrehend,„ist da« gewiß?" „Ganz gewiß I' „Soll ich Ihn« etwa« sag«� *£ Ol rasch tiqege« s Hilgm?"* fachte, daß ein« auS Ardeitem, Meistern. Etaais- und Zivil« tngmieuren zusammengesetzte Kommisfion möglichst bald über Untere Berbefferungen berathen und ihre Aufmerksamleit der otstsetzung der Arbeitszett in den verschiedenen Jahreszeiten zuwenden werde. Am 2. Juni waren es vier Jahre, daß der romantische Heid der italienischen Revolution, Giuseppe Garibaldi, in Caprera gestorben ist. Ganz Jralien rüstete fich, seinen Todes- tag wie alljährlich zu feiern. In verschiedenen Etädten wur- ben Denkmäler de« italienischen Nattonalhelven enthüllt, und bald wird es wenige Städte in Italien geben, die kerne Statue Garibaldi'« oder keinen ihm gewidmeten Gedenkstein befitzen. «n Rom find die politischen Gesellschaften und die Arbeiter« vereine mit fliegenden Fahren durch die Straßen gezogen und baden vor der Büste de« großen Tobten auf dem Kapital einen «ran, niedergelegt. Nachrichten aus Padua melden, daß die dortigen Etüden- «n anläßlich der Enthüllung des Garibaldi> Monuments eine irredentistische D e m o n st r a t t o n veranstalteten. ES wurden Hochrufe auf Trient, Triest, Oberdank»c. ausgebracht und an dem Univerfitäts» Gebäude ein Plakat afsichirt, welche« Ausfälle gegen Oesterreich enthielt. Kara- drnieri schritten ein, um da« Plakat herabzureißen, wobei e« Nim zu einem ernstlichen Kampfe kam. Ein Unteroffizier wurde Niedergeschlagen und ein Soldat ernstlich verletzt; 56 Studen- «n wurden verhaftet, und die Univerfität dürste geschloffen werden. Am 29. Mai wurde vor der Etraflammer in Livorno wegen der Demonstration» welche dort in Folge der Wahl Cipriani's stattgefunden hat, verhandelt. Ange- ilagt waren Savani Pietro wegen aufrührerischen Rufen« Wda sediziose), Tintt Angiolo wegen qualifizirter Beleidi- gung und Valdtffera Luigl wegen Widerstand« gegen die Staatsgewalt. Die Tribünen warm überfüllt. Der Vertheidt- 8», Advokat Attala, drückte zunächst seine Verwunderung dar- über au«, daß man drei junge Leute nur deshalb veruttheilen wolle, weil fie da« Urtheil der Wähler von Ravenna und Forli verkündigt hätten. Eavani wurde zu 45, Ttnti zu 50 und «aldiffera zu 27 Tagm Gefängniß vermtheilt. Vor kurzem brachte da« offiziöse Wimer„Fremdcnblatt" wiederhott Nachrichtm über gewiffe Ardeiterunruhen >n der Provinz Bari, welche von der aesammtm Preffe wieder» Segeben und auch von un« kurz erwähnt wurden. Jetzt wird vun der„Franks. Ztg." aus Bart geschrieben, daß mit Au«- Kahme einiger Aufregung in Conversano und Gravina, theil« K>egen der Wahlen, theil« wegm de« Verbot« einer Prozesfion •[ui sanitären Rücksichten, und wobei ca. 70 Verhaftungen vvrgmommen wurden, die genannte Provinz trotz der mo- wentan herrschendm Cholera den Charatter einer ruhigen Be- Eiterung trägt. Da« Wort Anarchismus sei den meistm ?«vohnetn der Provtn, nicht einmal dem Ramm nach be- «vnt. Wa« nun speziell die Revolution in Trani anlangt, jJ, feien die Mittheilungen darüber der Ausbruch eines von der �'be in Mitleidmschast gezogenen Gehirnes. Portugal. . Zwischen Soldaten der Muntzipalgarde und Artilleristen baden in Lissabon Schlägereien stattgefunden, wurden ledoch durch Einschreiten von Kavallerie betgelegt. ES find wehre re Verwundungm vorgekommm. Die Ordnung ist wieder hergestellt.— Gott sei Dank, daß die Schlägerei nur zwischen Soldaten stattgefunden. Wäre fie zwischen Soldaten und Ar- vettern ausgebrochen, welch ein Lärm und welche Entrüstung! Oesterreich-Uugar». _ In Bud apest find neuerdings Gerüchte über eine akute Ministerkrise verbreitet. Wie nach der„Post" verlautet, steht ;£'«»» in der Thatsache, daß Gmeral Jansly wieder nach Buda- afca.�fc�brt,«in solche« DeSaveu seiner vor dem Parlamente stVa&m!"" �lärungm. daß er e« für unmöglich erachte, die rfnf Ä«Vit« zu führen. Am 5. d. Abend« hat übrigen« »!»,»? t enz Tisza'j mit der Regierungspartei stattgefundm, «?.* 2� von der Krise gesprochen worden wäre. Man glaubt «!*♦' ,1 ie maßgebenden Kreise Tisza in diesem Momente n!« lassen werden.— Die Pester Studmtmschaft vemonstritte vor dem Lokale des ltberalm Klub« und vor der »Pester Lloyd". Berittene Polizei mußte ein- ßvRM 11 Uhr Nacht» nahmen die Exzesse ein Ende, nachdem -rrittene Schutzleute mit der blanken Waffe hatten etngreifm müssen. Balkauläuder. „, Die Verhandlungm über die Aufhebung der �.lokade find, nach der„Franks. Ztg.", bereit« abgeschloffm, nachdem die Griechen da« bisher besetzt gehaltene Fort Zygo« ßttaumt und die Türken die gefangenm griechischen Soldaten �ausgegeben haben. Sämmtliche Mächte haben in der Vor- Aussetzung, daß ein gerrgeller Fortgang der ||wttl anzusehen ist, einmüthig der Aufhi „Nun?" ,.„Dann ist der Mosje auch durchgebrannt und wir sehe« M nicht wieder." .„Unsinn— heute, am Abend der Vorstellung— vor wer Stunde bin ich ihm«och begegnet." «Na, wir wollen'« abwarte»— in Schulde» fitzt er 'I' über die Ohre«, da« weiß jede« Kind— bezahlen ran» rMw nicht, so viel ist auch sicher— übermorgen ist der »e, wo ihm nachher wieder Alle« über de» Hals «Da« wäre ei« verfluchter Stteich." .»Abwarten und Thee tri«ke«," bemerkte Pfeffer, der in 2%% Augenblick an Rebe und seine erneuten Aussichten »stud schon wu«derlichere Di«ge i« der Welt .. Jadesie» klopfte der Direktor a« Fräulein Bellachini'« hür und bat mtt den höflichste» Worten,«wen» irgend um Einlaß. '''' kurze Debatte statt, dann und Direktor Krüger sah x uut mu u«» °Sl'ch." um Einlaß. ... Drinne» fand«och eine kr P« der Riegel zurückgeschoben. � kßt fnft{rfion nnllftätibtct foftfi "Y'-'w- �Der Direktor zeigte fich aber hier nicht wüthend, son- w°r die Lieben-würdigkett selber, und mtt dem HM u» Hand bat er die junge, wunderhübsche und de«halb "mürlich gerade wunderkapriziöse Tänzerin, ihn au« ' � grimmigsten Roth zu errette« und— ,hre ein wenig zu beerle«. Sie sei jetzt schon wie er in seiner Todesangst üett« erh.-ve-— daß fie eigentlich gar mchi» mry» istrn, sonder« nur wieder zerstöre« könne, und fie möge � �-.....- W. la.M aa«* iTvinillPIt '»..�erschön—....... RH ~ daß fie eigentlich gar nicht« »* sivr«, soader» nur wieder zerstören könne, und f klein wenig Erbarmen mtt dem junge» Prinzen ' ,vr sicher nicht geahnt hätte, daß e, nach Haß« �°mmen wäre, um hier rettungslos sein Herz za üf Quirin Bellachini sträubte sich erst und berief fich Engagement und den Zettel. Krüger gab Alle« zugestimmt und werdm nur eventuell noch für einige Zell ihre Geschwader in den griechischm Gewässern belassen. Aus Athen theilt die„N. Fr. Pr." mit: Die Mächte werden nach Aufhebung der Blokade weder auf Bestrafung noch Auslösung der gekaperten Fahrzeuge, welche die Blokade durchbrochen haben, bestehen, sondern die Prisen einfach freigeben. Der„Moniteur de Rome" meldet au« Cettinje, daß der Fürst von Montenegro einen Bevollmächtigten nach Rom gesandt habe, behufs Abschlusses eines Konkordate« mit dem Vatikan, welche« den Zweck hätte, die Diözesan- Autonomie der montenegrinischen Katholtten zu stchern. Amerika. Wettere vierzehn Arbeiterführer wurden in Milwaukee verhaftet, darunter die Mitglieder de« Distrikt-Exekutiv- Rath« der„Ritter der Arbeit". Die Anklage gegen die Meisten lauten auf B a y c o t t e n. Soll letztere« etwa nicht mehr gestattet sein? Der Senat hat einstimmig die Bill angenommen, welche fortan Ausländer an der Erwerbung von Län- d e r e i e n in irgend einem Gebiete der Vereinigten Staaten verhindert. Die New- Uorker Zeitungen veröffentlichen heute ein Schreiben Llaine'S, in welchem derselbe erklärt, in seiner jüngst in Pottland(Maine) gehaltenen Rede über Home» Rule dir Ephitheta„frech" und„brutal" in Bezug auf Lord SaliSbuiy nicht in persönlichem Sinne gebraucht zu haben, sondern nur anläßlich der Erklärungen des englischen Staat«» manne», daß die I r l ä n d e r bleiben könnten, wie fie seien, ober auiwandern müßten, wenn fie nicht unter btttischer Bot« mäßtgkctt zu stehen wünschten. war«m den Finger zu Krüger gab Alles wickeln. Dan« wollte fie Gerichts-Jeiwng. Verurthetlung eine« Schulknaben ,« Gefängnitz und Geldstrafe. In der LandgettchtSverhandlung zu Weimar vom 26. Mai ist der 15 jährige Echulknabe Lambrecht au« Schellroda, einem wetmarischen Dorfe, zu vier Wochen Gefängniß und zur Zahlung einer Geldbuße von 2000 M. verutthetu worden, welche natürlich die Eltern zu entrichten haben. Der Sachverhalt war dem„Leipz. Tagebl." folgender: In der Sylvesternacht von 1885/86 war dem Dienstmädchen Großner in Schellroda mittelst eine« auf ein blind geladene« Terzerol aufgesetzten Papierpfropfens das rechte Auge ausgeschcffen war» den. Nun tonnte zwar die Großner, da der Knabe Alle« leugnete, nicht mit Bestimmtheit behaupten, da« Lamprecht e« gerade gewesen sei, da auch einer seiner Gefährten fich zur Zeit de« Schusse«— e« war dunster Abend gewesen— fich mtt solchen Ungcbührlichteiten abgegeben habe. Allein der im Aug« zurückgebliebene Pfropfen, den Dr. Brehme in Erfurt au« der Augenhöhle hatte entfernen müssen, war der Verräther de« Lamprecht. Der Gendarm Müller hatte den Pfopfen nämlich sofort requlrirt und nach Ruseinanderlegung desselben konstatirt, daß derselbe einem Schreibhefte entstamme. Die Handschrift stimmte nach Auisage de« Lehrer« von Schell- roda mtt der de« Lamprecht bi« auf den Punkt übercin, so daß kein Zweifel an der Thäterschaft mehr vorzuliegen schien. Dem- gemäß ist auch der UttheilSspruch erfolgt. Von Seiten der Staatsanwaltschaft war übrigens eine Geldbuße von 3000 M. vorgeschlagen worden. ReichsgertchtS-Entfcheidnng. Eine für den gesammten Rechtsschutz außerordenttich wichtige Entscheidung hat der zweite Strafsenat deS Reichsgerichts unterm 19. März 1886 gefällt. Danach ist Jeder durch eine Etrafthat Verletzte de- rechtigt, von jeder auch nur zufällig bei Begehung der Straf- that ali Augenzeuge anwesenden Person die Nennung ihre« Namens und Adresse zu oerlangen, um fich später auf deren Zeugniß berufen zu können, und kann im Weigerungsfälle die polizeiliche Sistirung de« fich Weigernden behuf« Fest« stellung seiner Perlönltchkett veranlassen, fall« die Gefahr des Verluste« des Beweismittel» durch Richtermittelung be- gründet erscheint. Brüssel, 4. Juni. Noch ist das Echo de« Prozesse« Van der Smissen nicht verhallt, und schon stehen wir inmitten zwei neuer ernster Asstsenoerhandlungen. Beide haben heute Morgen ihren Anfang genommen, der eine in Gent gegen daS Haupt der Sozialisten, Evuard Anseele, der andere hier in Brüssel gegen den Verfasser de«„Volks-KatechiSmus", Alfted De- fuiffeaux. Seit den Ereignissen im Lütticher Lande und im Hennegau ist ein neuer Geist in die Justiz gekommen: fie ver- fähtt mit einer Strenge und Härte, wie fie seit lange hier nicht gesehen worden. Schon die exemplarischen Strafen, denen Hunderte jener Arbeiter unterworfen wurden, die sich bei dm Ruhestörungen vom März ttgmd welch« Vergehen hatten zu Schulden kommen lassen, deuteten diese Wandlung an. ES geschah, wie der„Franks. Ztg." geschrieben wird, daß selbst minder und nicht direkt Betheiligte, die im Befitze von Gegenstanden betroffen wurden, die von den Zer« störungen und Plünderungen im Charleroier Gebiete Herrührten, auch wenn sie keine Kenntniß von deren Pro- Bedingungen machen; er ergab fich auf Gnade und Un- gnade. Endlich schien fie gerührt zu werden, und dem Direktor zuckte e«»ie ein elektrischer Schlag durch die Glieder, den« draußen begann in diesem Augenblick als Ouvertüre zum Hamlet, Beethoven'« Trauermarsch. (Fortsetzung folgt.) Att» Kunst und Zeven. Ein merkwürdiges Kulturbild bittet der sogmannte „HochztttSmartt" bei den in den westlichen Karpathen wohnm- den Rumänm. Jährlich ttnmal, am Fest Pettu« und Paulus. wird auf dem Kamm der Gaina(Karpathen), 5000 bis 6000 Fuß über der Meeresfläche, ttn Markt abgehalten, auf dem die heirathSlustigen Mädchen der ganzen Gegend sich versammeln, um von dm Burschm geftett zu werden. Die Vorbereitung für diesen Tag dauett bei den Mädchm jahrelang, da fie auch ihre Mitgift mttnehmen müssen. E« wird somit unaufhörlich gesponnm, aewodm, gmäht und gestickt; die Mutter, die Tante, vie Großmutter und andere Frauen der Freundschaft legm jede au« ihrer ttgenen Mitgift bei; dann wird Alle« in zierlich geschnitzte oder mit Blumm bemalte Truhen verpackt und auf die schönsten Pferde der Familie geladen. Auch wählt man den schöneren Theil de« Viehstande«, Bimenstöcke und Andere» au«, thttl« zur Mitgift de« Mädchens, thttls zur Schaustellung. Oden auf der Gaing stellt jede Familie, die ein Mädchen zu vergebm hat, ihr eigme«« Zelt auf, in dem die Mitgift ausgestellt wird und die Brautschauer von dm Vornehmsten der Familie ermattet werden. Die Burschm kommm auch, von ihren Familien oder womöglich von vomehmen Gönnern begleitet, bringen da« Beste, wa« fie habm, besonder« einm schönen Gutt von Silber und Gold, mit, und nachdem fie fich eine Braut ausgewähtt haben, findet die öffentliche Verlobung vor dem an der Gaina lebmden Ein- fiedler statt. Als Zttchen der Verlobung werden nicht Ringe, sondern gestickt« Schnupftücher ausgetauscht. E« kommt bttnahe gar nicht vor. daß ttn Mädchen auf diesem Mar« mit ihrer Mitgift erschime und nicht den ersehntm Bräutigam finden sollte, denn der ganze Mar» ist eigentlich nicht« weiter, al« ttn allgemeines Stelldichein für solche Paare, deren Heirath schon d- schloffen wurde, und geht da« Mädchen auf den Mar«, so weiß eS schon, daß eS dort erwartet wird. Diejenigen Mäd- chm, die lein« Bräutigam haben, nehmen gewöhnlich ihre venienz hatten, mtt mehrmonattichen Gefängnißstrafm belegt wurden. Man erlebte, daß der Brüsseler Appellhof den Henne. gauer Arbtttern, welche von der Einstcht des Obergerichts wenigsten« Strafmilderung erwartet hatten, ihre Strafen noch um ein Beträchtliche« erhöhte. In BeroterS wurde ein Ar bttter-Chef, Falleur, in Präventivhaft genommen, ohne daß bi« heute eine Anklage gegen ihn erhoben worden wäre. In Lüttsch wurde dem Leiter der ArbeUS-Einstellung in den Stein- brüchen von Spttmont und an der Omthe, dem bereit« ge- legmttich der jüngsten Demonstration vor dem Lütticher Gou- vemeur de ThozSe genannten Pahaut, der Prozeß vor dem Zuchtpolizetgericht gemacht, weil er angeblich sich Eingriffe in die Freiheit der Arbeit zu Schuldm hat kommen lassen. In diesem Prozeß, der am letzten Montag verhandett wurde, statt der zu enthüllenden Selbstsucht Pahau'.'s aber nur dessen un« eigennützige« Streben in« Licht setzte, soll morgen da« Urtheil gefällt werden. Die» Alles aber nimmt fich nur wie ein Vor« spiel zu dem aus, was heute und morgen die Asfisen von Gent und Brüssel beschäftiat. In Gent handelt es fich, den populären und selbst von den Gegnern hochgeachteten Führer der dortigen Arbeiterbewegung, Anseele, die Macht des Geseee« fühlen zu lassen. Er hatte am 29. März, zur Zeit der Arbeitsttnstellung im wallonischen Lande, in großer Volksversammlung sich eines beleidigenden AuSdruckS gegen den König bedient. Da« ge- schah allerding» in demselben Augenblicke, als er die Masse zum Ruhehalten mahnte und vor jeder Gewaltanwendung warnte. Allein da« böse Wott„VolkSmoordenaar" ist ihm nicht verziehen, und so werden seine beiden Vertheioign, Janson und Arnould, ttnige Mühe habm, seine Freisprechung durchzusetzm. Außerdem ist ein Preßprozeß gegen Anseele an- hängtg, indem er beschuldigt wird, in dem Blatte„Voorutt" die Eltern, Geschwister und Bräute der Soldaten aufgefordert zu habm,„diesm eiligst zu schrttben, daß fie nicht auf das Voll schießen möchten." Diese Erwärmung für Volklwohl könnte den Organisator der Genter Kooperativ-Bäckerei und Verfasser deS Romans„Yoor bot Volk geofterd" theuer zu stehen kommm, wenn nicht da« Gesetz zur Strafwürdigkeit eine direkte«ufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze als Bedingung statuirte, deren Vorhandensein in diesem Falle viel- fach bezweifelt wird. Ein weit größere« Interesse aber al« die« Alle« nimmt der Prozeß Defuiffeaux in Anspruch. Einmal han- delt e« fich nämlich hier um den angeblichen Zusammenhang zwischen den Aufruhrszenen vom März und der Ver« brettung de» vielgenannten VolkS-Katechismu«, sodann aber steht die Freihett der Presse hier auf dem Spiele. Dem De- fuiffeaux'schen Libell wird in dem Anklageatt der Vorwurf „anarchistischen ProselytenthumS" gemacht und auf Grund ttneS Berichte« de» ProkuratorS von Charleroi behauptet, daß die Arbeitseinstellung daselbst vierzehn Tage nach Verbreitung der Broschüre, die mitten in der Zeit einer schweren Jndusttte» Irise erfolgte und„dm Funken an da« Pulver" legte, auSge- brachen sei. Auf dm Ausgang dieses Prozesse«, in welchem der Bruder de« Hauptangeklagten Leon Defuiffeaux, sowie die Advokaten Robett und Degreef alS Vettheidtger fungirm, ist man in politischen Kreisen sehr gespannt. Dennoch ist die Tbeilnahme de» Publikum« ttne auifällig gettnge, wie vie Thatsache zeigt, daß heute Morgen im Saale de« Asfismge- richti laum dreißig Neugierige fich eingefunden haben, die— sonderbar genug— von vierzig Gendarmen in Schranken ge- halten werden. Die Anklage gegm D-fuiffaux und seine« Drucker Maheu ist eine dreifache: 1) böswillig und öffentlich die verpflichtende Kraft der Gesetze angegriffen oder direkt zum Ungehorsam gegen dieselbm aufgefordert zu habm; 2) die Verfassung, mäßige Autotttät des König«, bezugsweise die Unverletzlichkeit sener Person angegriffen; 3) den König an offmtlichem Orte beleidigt zu haben. WaS den Inhalt de« inkrtmtnitten Katechismus betrifft, so werden nicht alle Sätze von Jedermann unterschrieben werden, allein, wa« er au»- spricht, ist schon hundertmal in gelehttm und populärm Schrif« ten hier gesagt worden, und Artikel 14 der belgischen Verfas- sung garantirt die„Freiheit de« MeinungS-AuSdruck« in jeder Art," d. h. undefchrantt. Defuiffeaux'« Endziel ist lediglich die Erlangung de« allgemeinen Stimmrecht«; zu den Soztalistm gehört er nicht. Da manche Industrielle de« Charleroier In- dustriebezirk» ebenfalls Anhänger de« allgemeinm Stimmrechts st™ w* sehr ins Gewicht fällt- notorisch den „Volkskatechismus" unter ihren Arbeitern verbreitet habm. da fem« dem Rentier und Advokaten Defuiffeaux. dem Sohne eine« früheren Senator« und Bruder« ttne» ehemaligen Depu- «rt-n. eme Jury au« glttchem Stande gegenübersteht.- fie ist diesmal übenviegmd au» Doktttnär-Liberalen zusammen. S-fitzt- so darf man nmgierig sein, wie diese bttden Elemente Koziale««nd Arbeiterb»Weg««g. I« Eisenach feinte kürzlich ein Wollsortirer sttn„goldenes Arbeuetjubiläum." Der Jubilar erhielt die broncene Zivil- dimstmedaille seitens de« Großherzog', eine Morgmmufik, Uhr mtt Kette und ein namhaftes Geldgeschenk; dann noch Mitgift nicht mit, haben kein Zelt und kommen überhaupt als Zuschauerinnen auf dm Markt. her umnähet fie, die Mode, einen Rock, Mit Flatteraufsatz, windigem Gelock, Nach hinten drängt fie mtt vermehrten Kräften, Der Wölbung dort ttn Bauschwerk aufzuhestm, Dott häuft und häuft fie und gestattet so Da» zücht'ge Wttb zum wandelndm... Oho; Sieht man fie gehn, so ist der rechte Name: Da kommt ja ein... Oho mit etwa» Dame." Ein vielsettiger Redakteur. Ein amerikanische, Blatt «ÄÄ'IÄ r. äää auf allen Bällen, Konzerten und Abendunterhaltungen den liebmswürdigen Schwerenöther zu spielen. Er muß bei Tur- tnem, Gesangsvereinlem, Liedertaflem, Juden und Heiden, rotestanten, Katholiken und Methodisten Hahn im Korbe sein. r muß eine Zettung zu Stande bttngen, die nie auf der Post verloren geht, weder von fremden Hänoen geborgt, noch von boshaftm Konkurrenten heruntergeputzt werdm kann, welcher die Mücken und Schrullen von, wettausend Abonnenten derart zu befriedigen im Stande ist, daß jeder derselben seine Ztttung im Voraus bezahlt. Wir brauchen einm, der beiß und katt zu gleicher Zeit b.asen kann, der Waffer auf beiden Schultern zu tragen versteht, der mit Hunden bellen, mit den Hasen um die Wette laufen kann, der die Flöhe husten und da« Gra« wachsm hört. Ein solcher Mann findet lohnende Anstellung — er melde fich." Stockholm, 2. Juni. Man erinnert fich wohl noch deS schweren Unglücks, melche« fich in Stockholm ereignete, al« die Sängerin Rtlson dort nach einem Konzerte v,m Balkon de» „Grand Hotel»" ttnige Lieder sang und in Folge de« Mmschm- andränge« viele Personen erdrückt wurden. Da« Svea-Hof- aericht hat nun den Polizttmeister Rubmson zu 500 und den Poltzeiintenbanlen Hintze zu 150 Kronen Geldbuße verurthttlt. weil dieselben btt Gelegenheit de« Konzerte« nicht an ihrem Posten gewesen waren, sondern das betreffende Konzert besucht hatten. einen oderbürgermeisterlichen schriftlichen Glückwunsch. Auch seine Kollegen und Kolleginnen hattm den Jubilar reichlich «schenk. Wohl dem Urbeiter, dem solche? pasfirt I Nur sehr wenige halten fünfzig Jahre Arbeit aut; auf 1000 vielleicht tteer, die übrigen find längst in? Grad gesunken, wenn fie ihr„goldene? Arbett?jubiläum" feiern sollten. Mit der Be» schreidung einer solchen Feier, die al? Seltenheit hervorgehoben Zu werden verdient, sollten e? sich die Zeitungen genug sein lafien. Wenn aber in mehreren Blättern an die Beschreibung obiger Feier die Sentenz angehängt wild, daß solche Tage nach jeder Richtung zu anregender Nachahmung ermuntem und der Jugend ein Antrieb sein sollten, in treuem, redlichen Schaffen ihren Stolz und ihre beglückende Befriedigung zu stnden, so ist da? einfach albern. Die Jugend ist übrigens schon so verständig, daß fie den Vertröstungen auf die Zukunft wenig Werth beilegt und besonders in solchem Falle. Sie weiß, daß fie beim Lotteriespiel mindesten? ebenso ficher da? große Loo? gewinnt, al? eine 50 jährige Dienstzett erreicht. Die Statistik ist eine recht unerbittleche Lehrerin und fie zeigt vnS, daß da? Durchschnittsalter der Arbetter zwiscben dreißig «nd vierzig Jahren liegt. Also fort mit solchen Mahnungen. Der Ardeiter hat genug zu thun, wenn er fich durch die Gegenwart hindurch schlägt und noch den Muth besitzt, mit feinen Mitarbeitern im Verein für die Befferstellung der Lage der gesammten Arbeiterklaff« einzutreten. Zur Wohnvugsnoth finden wirßin der„Freien Presse für Berg und Mark" auS Elberfeld folgende Notiz: Wem e? darum zu thun ist, ein Stück de? bittersten sozialen Elende? zu sehen, dem können wir nur empfehlen, einmal den von der Stadt dm am 1. Mai obdachlo? gewordenen Familten «währtm Unterschlupf in dem städtischm Hause am Mühlen« schütt in Augmschein zu nehmen. Da? alte, im höchstm Grade baufällige Gebäude ist von obm bi? unten mit Unglücklichen »ollgepfropft, die ohne Unterschied de? Alter? und Geschlecht? in wahren Höhlen dicht gedrängt zusammen leben. Der Zu« d der Aborte ist ein geradezu ekelerregmder. Wie bei _ Verhältnissen Sittlichkeit und Gesundheit bestehen m ist u«? unerfindlich; schleunigste Abstellung dieser Uebel« de feiten? der städtischen Behörde muß drtngmd gefordert werden. Wieviel verdient ein württembergticher Korsett« weder? Diese Frage beantwortet dem„Schwäbischen Wochenblatt" ein Korsett« Agent im Neckarthal durch Uebersmdrmg eine? Lohnauszuge? über die bei ihm bezahlten höchstm und niederstm Löhne. Während des letzten halben Jahre? hat »biger Agent bezahlt an: Nr. 1.... 130 M. 90 Pf. Nr. 7.... 224 M. 70 Pf. Nr. 26.... 158 M. 03 Pf. Nr. 30.... 122 M. 42 Pf. Nr. S9.... 108 M. 82 Pf. Nr. 41.... 134 M 68 Pf. Hierzu sei demerkt, daß Nr. 7 ledig ist. alle andern hier angeführten Weber aber verheirathet find. Au? obigen Zahlen «gtebt sich, daß der niederste Lohn 4 M., der höchste dagegm ca. 8 Vi M. pro Woche ist. Und angefichtS solcher Hunger« lShne wagen e? die Korsettfadrikanten trotzdem, den Lohn immer «ehr und mehr zu reduzirm. Sine schreckliche Proletarierkrankheit. Die hadern- krankheit ist der„Rtgaer Zeitung" zufolge im Lumpmsottir« saale der ANien-Papterfabrik zu Ltgat bei Riga aufaetreten. «ei dm zwölf erkranften vrdetterinnm zeigte fich Athembe« schwerde, Kopfschmerz, Schüttelfrost, rapid zunehmende Schwäche. Die Krankheit nahm einen so ungeheuer raschen Verlauf, daß der Tod in einigen Fällen binnen 24 Stunden, in anderen binnen zweimal 24 Stunden eintrat. In Ganzm sind bis jetzt sechs Arbeiterinnen verllorbm. Die Hadernlrankheit de- steht in Blutvergiftung.— Wo bleibt da die Ristkoprämie? Der Kapitalist rtSktrt bei sokchen Unternehmungen doch nur fein Geld, der Arbeiter aber sein Leben! Lohnreduktion und lauge Arbeitszeit find auch in Hof(Boyern) im Allgemeinen an der Tagesordnung. So wurde vor Kurzem, wie die„Fränkische Tagespost" schreibt, in der RegenSbmger'schen Weberei den Arbettern an breiten Maschinen an einer Sorte Waare pro Stück der Lohn um 38 Pf. reduzirt, was für die betreffmdm Arbeiter in 14 Tagen eine Mindereinnahme von 2 bi? 3 M. zur Folge hall Davon etwas verblüfft, da die Stücke, seitdem die neue Schlicht- Maschine in Betried gesetzt wurde, ohnedies schon 3-4 Meter länger wurdm und keine Lohnerhöhung eingetreten ist, gingm die so stark Geschädigten zu dem Fabrilbefitzer und stellten dem- selben die Sachlage dar, doch erhielten fie die lakonische Ant- «ort:„Ich zahle eben nicht mehr!"— Wie jetzt die Löhne Jehen, erhalten die Arbeiter 19-20 Mark in vierzehn sagen bei langer Aebettszeit und bei schwerer Arbeit an den breiten Maschinen.— Dann heißt e? in demselben Bericht der »Tagespost" weiter: In der Olberg'schen Sttckerei zu Hos wird eine Anzahl Kinder unter sechszehn Jahren beschäftigt, und da die tägliche Arbeitszeit eine 12>/i stündige ist, so müssm diese Kinder ebenfalls ohne jede Unterbrechung so lange ardei- tm. Wie daS kommt, ist ganz unerklärlich, da doch solche Kinder in keiner anderen Fabrik über die gesetzliehe Ardeitszett arbeiten dürfen- Wo bleibt der Fabrikinspektor? «\üt Uusallverstcherung. Die kaiserliche Verordnung end da? Verfahren an dm auf Grund des Unfallver« stcherungsgesetze? einzurichtenden Schiedsgerichten bestimmt, daß die mündliche Verhandlung unter Zuziehung eine? vereidigten Protokollführer? erfolgen soll. DaS Relch?.Ver> «herungS-Amt hat fich in einem Bescheide nun dahin auSge« rochen, daß jede zum Protokolliren geeignete Person zugezogen werden könne; dieselbe würde auf getreue Erfüllung der Pflichten al? Protokollführer zu vereidigen sein, sofern fie nicht bereits «wen Diensteid abgeleistet hat, für welchen Fall die Verweisung auf den Diensteid die Vereidigung ersetzt. Vereine«nd Versammlungen. bi. Der Setein zur Wahrung der Interessen der Dachdecker beschäftigte fich am Sonntag(Annenftr. 16) mit der Frage:„Wie stellt fich der Verein zu der gegenwärtigm Lohnforderung der Berliner Dachdecker?" Der Vorfitzenve, Herr Matz, wie? darauf hin, daß die im November v. I. in einer öffentlichen Versammlung gewählte Lohnkommisfion den von ihr auf Grund der Forderung eines Stundmlohnes von 50 Pf. und einer 10 ständigen Arbeitszeit aufgestellten Lohn« tarif? im Februar d. I. allen Dachdeckermeistetn zugesandt habe. Da einer öffentlichen Versammlung der Dachdecker, in welcher in der gegenwärtigen dazu geeigneten Saison in Be« treff der Durchsetzung de? aufgestellten Lohntarifs Beschluß gefaßt werdm sollte, die polizeiliche Gmehmigung versagt worden sei, so habe der Verein die Pflicht, jetzt, wo der Bedarf an Arbeitern im Dachdeckergewerde ein sehr großer ist, mergisch behuf? Durchsetzung der Forderung vorzugehm. Nachdem er die Forderung eingehmd als eine derechttgte dargelegt und darauf hinwies, daß 2C0 Maurermeister, 80 Zimmermeister und auch einige Dachdeckermeister in Berlin bereits ihren Ge- sellen 50 Pf. pro Stunde zahlen» und nachdem er fich gegen die Akkordarbeit ausgesprochen und auf die Versuche aufmerksam gemacht hatte, die gegenwärtig von den JnnungSmeistern Berns gemacht werden, billigere ArbettSkräste von auswärts heran« zuziehen, empfahl er die Annahme der folgenden Resolution: „Die Mitglieder de? Verein? find oerpflichtet, überall da, wo fie in Arbett stehen, nach Kräften dafür zu sorgen, daß der von der Lvhnkommtsfion festgestellte Lohn von 60 Pf. pro Stunde bezahlt werde." Nach kurzer Diskussion wurde die Resolution mit allen Sttmmen gegen Eine angenommm. Herr Matz theitte dann noch mit, daß allen Vereinsmitgliedern ein die Auffor« derung an die Meister enthaltendes gedrucktes Formular noch vor Ablauf der Woche zugehm werde. Die Vereinsmitglieder würden diese? Formular von möglichst vrelen ihrer Kollegen unterschrieben den Meistern zu übergeben haben. Sollte der Meister die Forderung zurückweisen, so hätten die unterzeich« neten Gesellen die Pflicht, die Arbeit niederzulegen.— Da? Ergebniß der die Feier de? diesjährigen 4. Stiftungsfestes be« treffenden Diskussion war dies, daß dr? Fest, mit Ausschluß von Nlchtmitgliedern, am letzten Sonnabend de? Juni im Restaurant Samm, Annenstr. 16, stattfinden soll, » Die Vereinigung deutscher Stellmacher(Mttglied- schaft Berlin) hielt eine Mitgliederversammlung am 4. d- R. in Keller'S Salon ab. Herr Wehner hielt einen Vortrag über „ElettrizUät". An der Hand wissenschaftlicher Belege legte Redner den Ursprung und die Entwickelung derselben dar und nannte die Namen derjenigen Männer, die fich auf diesem Ge« biete besondere Verdienste erworben. Redner theilte die Elektrintat in atmosphärische, tbierische und ReibungSelekttizität, und erläutette diese Begriffe. Ferner wies er auf die Anwen« dung der Elektrizität beim Telegraphiren wie auch beim Telephon hin und erklärte diese Erfindungen in ihren Einzel« Helten.— Hierauf beschloß die Versammlung, in nächster Zeit eine Wanderversammlung einzuberufen und dieselbe durch Plakate an den Anschlagsäulen bekannt zu machen. Nach Er- ledigung einiger internen VereinSangelegenhetten erfolgte der Schluß der Versammlung. * Fachveretn der Mechaniker, Optiker, Uhrmacher, chimrgiicher und anderer Jnftrumentenmacher. Mittwoch, den 9. Juni, Abend? präzise 8'/, Uhr, im Lokale de? Herrn Niest, Kommandantenstraße 71/72, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Benckendorf über„Feuer- destattung". 2. Diskussion. 3. Eigänzungswahl des Vor» tande?. 4. Beschlußfaffung über Reisekosten und Diäten der lelegirten. 5. Verschiedenes. 6. Fragek.sten. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Dir Mttgliever werden ersucht, die ausgelüllten Fragebogen abzugeben. ' Rauchklub„Zum Wränget" jeden Dienstag Abend 3'/, Uhr im Restaurant Wrangelstr. 32. • Zitherklub„Südost" jeden Dienstag, Abends 8 Uhr, bei Schmidt, Manteuffelstr. 71. * Verband deutscher Zimmerlente, Lokalverband Berlin Ost und Umgeaer d. Dienstag, den 8. Juni, Abends 8 Vi Uhr, rm Lokale„Neuftävrer Volkszarten", Proskauerstr. 37/33, Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. DiSkusfion. 3. Verschiedenes und Fragek�sten. Zentral Kranken* und Eterbekasse de? deutschen Senefelder Bunde?(Verwaltungsstelle Berlin). Alexander- straße 31, im Restaurant Weich heute Abend 8 Uhr, Mitglieder- und Vcrwattungtversammlung. * Gauverein Berliner Bildl Heute Btblrothek-Abend. * Kachverein der Maurer in Kriedrichsberg, Lichtenberg und Umgegend. Heute, Dienstag, Abends 8'/: Uhr, Verlammlung in Spitzig'S Salon, Frankfutter Allee 193. Die VereinSvettammlungen finden jeden Dienstag vor dem 1. und 15. jeden Monat? statt. Tagesordnung: Vottrag. Neue Mit« 5 lieber werden in allen Versammlungen aufgenommen. Gäste oben Zutritt._ Kleine Mittheilunge». Große Soldatenschlägereien fanden am Donnerstag in Minden und Danzig statt. In Minden wurden 7 Soldaten mehr oder weniger schwer verwundet. In Danzig fand die Schlägerei aus dem Kasernendofe zwischen Soldaten des 4. Gie nadier- und 128. Infanterie. Regiment? statt. In einen großen Knäuel zusammengeballt, h'eben und stachen, der„Danz. Ztg." zufolge, die Soldaten aufeinander ein, und alle Versuche von Unleroffizierm und Mannschaften, die Kämpfenden in Güte auseinander zu dringen, scheiterten an ver Wu:h derselven. Da faßte ein Unterosfizier die sämmtlichen Patrouillenmannschaften zusammen, welche nun mit Bajonnet und Kolben die Kämpfenden auseinander brachten, von denen eine größere An- zahl mehr oder weniger schlimm verwunvet waren, so daß »Hauer, Annenstt. 16. 9 Mann, 7 von dem Regiment Nr. 128 und 2 von dem ffieai« ment Nr. 4 in da? Lazareth gebracht werden mußten.# Sergeant de? 4. Regiment? soll seinen Wunden bereits e* legen sein. München, 1. Juni. Man schreibt der„RH.-W. Zta": In München wird fich in nächster Zeit eine gerichtliche Pi» Handlung gegen zehn— acht weibliche und zwei männlick — wegen Kuppelei angeklagte Personen abspielen, die lebhaft an den„Juagfrauentribut im modernen Babylon" erinnert Die Anklage richtet fich dahin, daß dieselben fich nicht nur dei tedachten Verbrechens durch Beschaffung von Gelegenheit und iermittelung schuldig gemacht haben, sondern auch durch 2!» schacherung voneMädchen an auswärtige verrufene Häuser, wir nach Zürich, Mühlhausen, Turin, Petersburg rc. Wie giot die Zahl dieser unglücklichen, theilweise kaum den Kinderschuh« entwachsenen Geschöpfe ist, läßt fich natürlich nicht feststell«, wohl aber aus der Thatsache vermuthen, daß gegen dreißiz mit S'cherheil eruitt werden konnten. E? ist haarsträud-nd. waS an Detail? mitgetheilt wird, und worauf näher einzua-h«, hier nicht am Platze ist; es genügt indeß zu sagen, daß Mütta ihre eigenen Töchter verkauften!" Derartige Vorlommnissr werfen ein schlimme? Streiflicht auf unsere sozialen Zustände, Wien, 31. Mai.(Arbeiterfest.) Wie in den Vorjahre«, so hatte auch in diesem Jahre der Fachverttn der W'.ener Schuhmacher auf der Ramschwtese bei Hüttelvorf ein Maifeß arrangitt, zu welchem fich gestern mehrere Tausend Arbeiter aller Branchm mit ihren Familienangehörigen eingesund« hatten. Zwei Mufikkapellen spielten abwechselnd Tan, weis« und Konzertstücke, der Arbetter. Sängerbund sowie der G: sang' verein der Bäcker trugen Chorlieder vor, während für die leii> lichen Bedürfnisse Buschenschänken und fliegende Viktualitin Handlungen sorgten. Trotz der von 10 Uhr Vormittags W 8 Uhr Abend« herrschenden sehr antmitten Stimmung kam zu keinerlei Störungen, und die verstärkt aufgebotene Gendal» merie fand keinen Anlaß, einzuschreiten. Dagegen war da Bewilligung zur Abhaltuna de? Feste? von Seite der 0* Hörde an verschiedene Bedingungen geknüpft, von deitf einige in früheren Jahren nicht für nöthig befunden morde« waren. Namentlich war e? da? Verbot eines korpviaüoe« AuSmarscheS von Hütteldorf zm Festwiese, sowie die Ariord nung, daß die Festordner statt der früher üblichen rothen® zeichen diesmal weiße zu tragen hatten. Prag, 31. Mai. Auf der Kleinseite stnelte fich W Nachmittag folgende Säbelaffäre ab. Um 3 Uhr begab# Genie- Oderlieutenant Pöch in Begleitung eines Lieul-na«? durch die Schloßgasse. Dort fließ an dm Oberlieutmant Friseurgebilfe, Namen? Trzll; e? kam deshalb zu Kontroverse«, und da Trztl dm Oberlimtmant beleidigte, zog dieser% Säbel und versetzte dem Fttsemgehllfen einen langen vf* über'S Grficht. Dieser stünte blutüberströmt zusammen u«- mußte, nachdem ihm der LezirkSarzt einen Verband angestp in da? Krankenhau? geschafft werden. Der CbetHeulen# begab fich sofort in da? Korptkommando, um die dienstlw Meldung über diesen Vorfall zu erstatten. Auf der Kleivs« fand eine so statte Volksansammlung statt, daß die ganze v» stattonitte Polizei mit. dem Bezirksleiter zur Aufrechtbaltu? der Ordnung ausrückm mußte. Erst gegen 6 Uhr Ad«? wurde die Menge zerstreut._ Pest, 2. Juni, von einem Maschtnenrade zerdrückt. der Holzspach'schm Ziegelfabrik(vltosm, Schönethalgasse Nr- � wurde heute der Monteur der Graeppei'schm MatoinenM? Wenzel Lelochlanek während der Reparatur einer Lehm«11" Maschine von einem in Gang kommenden großen Zab«� ersaßt und zerdrückt. Der unglückliche Arbeiter war sofort« Leiche.j Pest, 3. Juni.(Feuersbrunst.) Die Gemeinde Bata w Tolnaer Komitat ist tett vorgestern nur mebr ein TrÜm-r-» Haufen. Am 1. d. M. kam in dm Morgenstunden ein 3*"' zum Ausbruch, welches in wenigen Stundm die goW«% meinde einäscherte. Mehr al? drtthundett Hau'« flrd gebrannt und mehrere Mmschen gingen in den Flamme» V Grunde. Eine Frau, welche um einer Kleinigkeit willen in Hau? zurücklief, wurde von dem herabstürzenden Gebälk« P tödtet: ein achtjährige? Mädchen, unter deffm Obhut Lai» leute ihr vier Monate alte? Kind zurückließen, fand(«#3 diesem dm Tod in den Flammen. Eine Frau ist. Schrecken wahnsinnig geworden. Die armm Leute," all ihr Hab und Gut verloren, sin» in dir größten � zweiflung. � London, 1. Juni. Eine von bedauerlichen Folgen.. gleitete Keffel-Ervlofion ereianet« 8* n-fi-rn Bormittafl ist.5. Souterrain der Matra ment bestand au? drei ---- ronthäusern und der dahinter gel« FadiU, in welcher die Exvloston stattfand. Z ort der& t(, Häuser stürzten sofort mtt furchtbarem K'ach zusammen uno � gruben eine Anzahl von Arbettern unter ih:en Tiümmvn. � denen zwei al? Leichen aufgefunden wurden, wäbrend 30 andere Arbeit« mehr od« weniger t nstliche Verletzt davontrugen und im Hospital Aufnahme fanden. Kroßen, 2. Juni. Der hiesige Magistrat hat 25. Mai einen ausführlichen Bericht über die unheil»�,« rastrophe und üb« den, durch die Windhose vertt> Schaden erstattet. Aus dem Bericht ist zu ersehen. d»%yii den durch die Bezitttvorsteh« aufgestelltm Listen die« stch auf in Summa 600 706 M. beziffern. Der Schaven», dm in dem Eigenthum d« Stadtzem-inde stehenden GsL$■ '~' l ist, wird annähernd auf 200 00" und Anlagen entstanden »«anschlagt. Catanta, 2. Juni. In dem Ausbruch« W neunvrng? ein Stillstand ttnaetrttm. Der Lavastrow wmn auch langsam, in ein« Breite von 25 Metern uno J Höhe von 3 Metern vor. Mehrere Vtllm d« Borstav'� Nicolost find durch dieselbe»«stört. N colost selbst ist Bervobnern vollständig»«lassen und wird von einer» lung Soldatm besetzt gehalten. Theater. Dienstag, den 8. Juni. Opernhaus. Johann von Lothringen. «elle-Alltanee-Theater. Da? Paradies, Ge« sanasposse in 4 Alten von Leo Treptow und Bouisenftädttsches Theater. Die lustigm Weib« von Windsor. »SÄÄJ W t* Zigeunerbaron.., ««. lzalla• Theater. D« kleine Herzog. »ge� Theater. Fedora. m Wiftorin« Theater. Amor. Tanz- Poem von Lutgi Wanzotti.... »«nfnutnn'? Variete. Große Speztalitätm- «orAelllMg._ Passage IT». 9 M.- 10 A. «aiser-vanarantza. M" ' In dieser Woche: 1. Reis .. Reise durch Oesterreich. 1.«bth.kngland-Schottland. Hertha-Reise. Eine Mts« 20 Pf. Kind« nur 10 Pf. Die am 20. Mal ausgestoßme Beleidigung — Herrn G. König nehme ich zurück. G.« o r i s ch. Schweizer harten. Am Friedttchshain u- Haltestelle der Ringbahn. Täglich: chr. Koncett«.Forstellung Auftreten der neu mgagtrten Epiciaiilätm, der Gute getragene Herren« u. Knaben- Garderode in groß« Auswahl. Gute getr. Hosen v. 2 M. D. Ko««erf»ld, Oranimstr. 199.[1782 an. Hrn. Jachtau, de? Tenoristen Hrn. Aldettt, sowie de? Barttonifien Hm. Michaelis. Theater- Vorstellung. Im Felsensaal: Tuufcranxeben. Volksbelustigungen all« Art.[1842 Abd?� gr Illumination u. elettttsche Beleuchtung. Ein Handwett«, Schneider. Mitgl. d. Arb.» Bez.-V«ein SW, der durch längere Krankhttr u. and. Unglücksfälle sehr zurückgekommen, bittet drtngmd um Zuwendung von Arbeit. Adresse: Naunynstr. 78, H. II btt S ch u m a n n. Für 1 Mark, i.«« Klagen. Eingaben, Gesuche,»riefe it., Juttst. Rath in allm Pro�ß-Angel-genheilm. Etisabeth-Etr. 44, pari, rechts(Pollak). Ärbeitsmarkt. Kchneidergefelle» auf Uniform vnlangt 1892]_«olan, Zionsl.rchkr. 25 IV. Polzdrechaier vnlangt[1893 Alle Jalobstr. 133, Prüßmann. I �' BInineBatr. S« Die Arbettä« Vnmittelung geschieht unmtaelUich. Adreffenausgabe an Wochentagen von 8V, bis 9*/» Uhr Abendä. SonntagS von 9—11 Uhr Vormittags. 1764 Der unentgeltliche Arbeits- Nachweis der Klavierarbeiter befindet fich Skalitzerstr. 18 bei Stramm. [1760 TäfUch:{(I Geselliges Zusammensj� in dm„Zemdaberarr Pirrhall�'' Z!and,deraerffiaße 82. Saal u. Zimmer für Vereine u. VuM�z� 1727] f erschien».«. Pik SxMldtmNM »or dem veutschen K«!*' srsss> &**• 44. Soeben«schim Nr. 29 des. --Aahrm 8> Zu beziehen durch die Exved:. straße 44._________ »«antwottlich«»edakieur«.«»»ndei» m«erl,«. Druck und Verlag vo> Max Bad'»« in Bettin sw„ BeuthstraA» 2 ttett»* Beilage tum Berliner BolNlatt. 131 Dienstag, den 8. Inni 28##, iura» Ei» zrüidlichts Mar! zw Sacht. Unter dieser Ueberschrift bringt die früher in Augiburg, icht in München erscheinende„Allgemeine Zeitung" eine« Leitartikel, dem wir im einzelne» nicht beistimmen, der aber eine Anzahl trefflicher Wahrheiten enthält. Dem Lezer Müffen wir überlasse», dir Spreu von dem Weizen zu sonder». Der Artikel lautet wörtlich: Wie mühsam und schwerfällig hinkt doch die soziale Tisetzgebuag hinter den soziale« Ereignisse« und der that« sächlichen Eatwickelung der Frage her. Wer an dieser trost- tose» Verschleppung die Schuld trägt, ist in diesen Blättern »st und deutlich genug gesagt worden. Die Parlament« ftümben in ihrer großen Mehrhett noch immer, eine gewaltige Lorzesfion zu machen, wenn sie sozialpolitische Vorlagen »'cht kurz von der Hand weise». Die Dinge der Welt scheinen ihnen immer»och nicht ernst genug; die Auflehnung »er Arbeiter gegen die herrschenden Lohnoerhältnifle und die Überarbeitung müssen ihnen wohl wie eine Modekravk- «it vorkomme», die sich auslebe« wird, wie z. B. die Lrinoline. Auch find die Parteiunge» in de» Verttetungtkörper» MU zu wichtig, al» daß man mtt dem gebührende» Ernst »vd Eifer sich auf die Frage des Jahrhunderts werfe« j0°»te. Zn dieser Beziehung hat der„Kulturkampf" in Deutschland unendlich geschadet und scheint, trotz der erdenk- •chsten Konzessionen der sonst so eiserne» Regierung,«och nicht zu Ende zu seht. _ In Oesterreich hat die Lera Taasse jede rein sachliche Gesetzgebung unmöglich gemacht' denn die au« Nationali- Ae» bestehende Mehrhett des Reichstags wägt ihre Eni- ichltisse und Abstimmungen lediglich nach nationale» und «ntidemschen Interesse« ab. 3» der Sozialpolitik mußte nun in Oesterreich freilich „ � geschehen, da da» eng verbündete Deutschland voraus- N»»gea war und selbst die im Herzen deutschfeindliche "�»tität diesem deutschen Vorgehen den snccis d'estime 5� versagen konnte. So sah sich die Regierung Taaff« im Macher 1883 veranlaßt,«ine« Entwurf der Unfallver- Gerung vor den Reichsrath zu bringe«. 1883 1 Erst in der Mte« Hälfte Mai 1886 wrrd dieser Entwurf«tt dem «»hängsel eines KrankenaesetzeS wieder eingebracht,«ach de« �»st-illangea der Kommission von dazumal modifizirt. Viel eiliger hatte e« die Regierung mtt dem söge« »»««te» Sozialistengesetz, gegen da» sich die Arbeiter in 5*% woße« Versammlung energisch aussprachen, da ja die von„Sozialist" und„Anarchist" darin ganz G'utürlich durcheinandergeworfen seien. Die deutsche U"yl*Ä'«U"8 hat diese» Schnitzer selbst eingesehen, der ist �«dgreiflicher ist, alSLüch Bismarck selbst Sozialist sei» cr.i.R- dstrnslchischer Nachahmer deflelbigea gleichen. Herr v. Puttkamer ja in Deutschland auch wirst vom Polizeistand könnt,--. ���'"okratie l Ach, wen» sie nicht wäre, so gebun»«I°'�e< erlaubt und gestattet sei» und die Gesetz- "W harmloser vorwärts bewege»! foaen■ an �®irb die spätere ruhige Geschichte vielleicht tyL' Wen« die Sozialdemokratie nicht gewesen wäre, so �lich gewolden'stt«' bU Äala�T0�e unver. schlimmste aber jedenfalls, was die Eozialdemo- %, � besteht in der Schwierigkeit, welche �..�bliche und einsichtsvolle Männer in der aufrichtige« L�hmofür die Arbeiterwelt zu finden glauben, obgleich ij.s!»'tgends mehr als hier der Satz gilt: Li äao facinnt <' no» est idem. Eine um so größcre Wohlthat ist e», unabhängig gestellten Mann zu hören, der, der Parteischa- �gegenüber, fast als naiv erscheint, und so da» Recht ge- Ach, dikst Häiiie! Plauderei von Emil P e s ch k a u. f»,»5�, dies« Hände!" seufzt der Kandidat vor der Prü- tz�okommisfion und immer röther wird sein Geficht vor �>, und Aufregung. Jetzt schiebt er verzweifelnd seine >»£ c»on recht««ach link» und dann wieder von link» N) jesst fährt er mit de» Finger« durch die Haare hzhtzt zupft er krampfhaft den leisen Flaum auf seiner fo, We,— aber wa« Hilst da» Alle»! Da» bringt nur HL," paar Minute« Rettung und dann baumeln diese dei? Glichen Hände wieder in der Luft, und er w«,,*lcht, was thu« mit ihnen. Nirgend» eine öy auf die man sich Mtze» könnte, und «t» Buch, da» w seiner Brusttasche verborgen ist, hl ec5"icht w der Hand halte«, den« er steht ja ? PrüfungS-Kommisfion. Warum hat die Natur uv« Iii z,�ä»b( gegeben, ohne für ein Plätzchen zu sorgen, wo Sih. y* untergebracht werde« könnten, oder vielmehr un- werden müßte». Den» ei» Plätzchen für sie schon— wie sie verführerisch locke», die Taschen ?5°kleider! Aber vor der PrüfungS-Kommisfion die w de» Hosentasche»— schrecklicher Gedanke I S �'»ei»- die Natur hätte dafür sorge« solle», �®efiAb auch ber junge» Dam«. die da mit so verlege- S über die Promenade schrettet. Ist ihr doch H st�Mche« passtrt l Sie ließ ihre» Schirm zu Hause. �'oea-.�cketen belade» fortging, und nun, auf dem Wt y°ch eine Börse bei sich, und die unselige Mode. ihr um so weniger, ihre« Rock 3Ü* bafeLri, schöne», ttockene» Sandfleinplatte», über ' Arm.°uch nicht die kleinste Pfütze aufweisen. schmerze» sie, als hinge» Bleigewicht« daran winvt, von alle» gehört und beachtet zu werde«. Es ist dies der Abgeordnete zum österreichische» Reichtrath, Dr. Bärnreither. seine« Zeichen» deutschböhmischer Großgrundbesitzer. Sein« Aeußerunge» zum UafallversicherungSgesetz gingen nicht nur weit über diese« Stoff hinaus, sie verdienten nicht einmal den Beifall der Linke», die während ihrer langjährige» Herrschaft keinen Hauch von dem Geiste jener Rede verrieth und sich erst in der Opposition nothwendig auf das besann, wa» längst ihre Pflicht gewesen wäre. Vergleiche die Fort- schrtttler und Freifinnigen bei un». Der rein humane und doch wirthschastliche Standpunkt de» Abgeordnete« Bärnreither thut sich gleich in folgendem Worte kund:„Durch die Versicherung wttd das Niveau der arbettende» Klaffen gehoben, die Arbeitstüchtigkeit erhöht, die ProdukttonSkrast der Industrie gefördert." Im wohlverstandenen Interesse müssen daher die Industrielle« die Last auf sich nehmen(und nicht bloß die 90 pCt. der Vorlage, welche den Arbeiter» noch 10 pCt. zuschiebt). Redner verwirft entschiede» das Umlageverfahre», weil man dadurch für alle Zeit gebunden sei; er ist dagegen für da« KapitalSverfahre». E« scheine zwar bedenklich, von einer Organisation der Arbeiter zu rede«.„Ein großer Theil der europäischen Arbeiterschaft steht au« Gründen, die wir gar nicht zu erörtern brauche«, dem heuttgea Staat feindlich gegenüber. Weder das liberale Belgien, »och das despotische Rußland, weder da» republikanische Frankreich,»och das monarchische Deutschland(Amerika, da» allerfreieste, ist ausgelassen) habe» diese» Kriegszustand irgendwie zu überwinde« vermocht, und gerade die Au«- bräche, die in den letzten Jahren hier und da stattgefunden, zeige«, wie wettgehend dieser Kriegszustand ist." Das versetze allerding» den Staat(die Regierunge«) in eine schwierige Position: auf der«ine« Seite müßte er „alle Versuche, die bestehende Rechtsordnung gewaltsam um- zufiürzen, abwehre«; dabei sich aber wohl bewußt bleibe», daß er für die Umbildung dieses RcchtSzustaade« auch werk- thätig Hand anlegen muß, und unter den Maßregeln, die dazu führen, scheint mtt eine Organisation der Arbeiter ein« unerläßliche Bedingung zu sein." Eine gänzlich falsche Auffassung der Arbeiterstage, welche «och in viele» GesellschaftSschichten und neuerding» auch bei de» Regierungen, insbesondere bei der österreichische», vor- herrsche, faßt Redner in zwei Wort« zusammen:„Klein- lichkeit und Willkür." die Arbeiterassoziationen Regierung müsse den verlassen und sich auf stellen, eingedenk sei», (Hört!) Da« Mißtrauen gegen müsse aufgegeben werde». Die Standpunkt der Bevormundung de« Standpunkt der Erziehung daß im neunzehnte» Jahrhundert großjährig� Menschen� sich nur dadurch erziehen lasse«, daß man ihre Selbstlhüiigkeit richtig unterstützt". Nur nicht sich vor„sozialistischen Allüren" entsetze» I„Es wttd überall Sozialismus getrieben, wo denkende Mensche» zusammen- kommen. Wtt treiben ja hier selbst Soziali»muS und die Regierung ist sogar stolz darauf." Leider fordert Redner zur Durchführung der Unfallversicherung sammt Kranken- gesetz andere Beamten.(O weh!) Ganz besonder« wichtig und wuchtig ist zum Schlüsse die nur allzu wahre Warnung vor dem„Spiel mit dem Feuer." Da» heutige Gesetz habe nur dann einen Werth, wenn e« em Ferment für Maßregeln auf alle» angrenze»- den Gebiete» des soziale» Leben« bilde. Da» vorliegende Gesetz sei nur ein„Gmadstein", auf dem sich ein„Ge- bäude" erheben müsse,„sicher und geräumig genug, damit eine bisher vernachlässigte Klasse unserer Gesellschaft darin wohne. Sonst würde sich die alte Erfahrung erneuern, „daß e« unmöglich ist, einzelne gut wttkende Gesetze in- mitten einer allgemeine» Stagnation de» Fortschritte» zu schaffen." Die Heirea, welche den Redner„beglückwünschten", hatte» in der Mehrzahl wohl keine Ahnung von der Tiefe einer solche» polittsch-sozialen Anschauung. und jetzt eilt sie entsetzt von einem Spiegelfeaster weg, das ihr die ganz«ach der Mode eingepreßte Gestalt gezeigt hatte, an einen schlanken Krug erinnernd, der durch zwei abscheuliche Henkel verunziert wird. Ach, diese Hände l Ja, diese Hände! Der Kandidat hat Recht mit seiner Anklage gegen die Natur und e« wundert mich nur, daß »och Niemand auf die Idee verfalle« ist, ein Buch zu schreiben über„die Kunst, seine Hände zu tragen". Suche« wtt un» einmal einen ÄeobachtungSort in einer lebhafte» Sttaße und prüfe» wtt, wie e« mit dieser Kunst bei den Passanten bestellt ist. Sehen wtt un« zunächst die Männer an. Die meisten tragen Regenschirme, Stöcke, Schatten- spender, auch wen« sie solche nicht als Stütze, oder als Schutz gegen Sonne und Regen benöthigen. Sie fühle» das Be- bürfniß, etwa« in der Hand zu haben, und find schwerfällig und linkisch, wenn ihnen der Haadbeschwerer fehlt. Andere umgehe» die Gefahr in anderer Weise. Der Eine faltet seine Hände auf dem Rücken, ein Zweiter verbttgt sie in den Rocktasche«, ein Dritter läßt die Linke baumeln und schiebt die Rechte zwischen die Knöpfe seine» Rocke» und ei» Vierter versenkt seine Daumen in die Taschen seiner Weste oder gar in die Armlöcher derselbe«. Wer aber die Hände freiläßt oder gezwungen ist, sie fteizulasse», der giebt un« durch die Art. wie er sie trägt, auch einen bescheidenen Wink zur Beurtheilung seine« Wesen». Da« Männchen, da» beide Arme steif, ei« wenig nach vorn hinstreckt, al» müßt« e« jede» Augenblick auf seine Hände falle», wttd wohl ei» stille«, schüchternes Gemüth sein, während dort der Jüngling, der bald seinen Schnurrbart dreht, bald seine Manschetten zurückschiebt, bald»ach seinem Halt- kragen fühlt und bald mit de» Anhängseln seiner Uhrkette tändelt, ei» eitle«, selbstgefällige« Herrchen sein dürfte. Dieser Man» hier verräth seine leidenschaftliche Seele durch die heftigen Handbeweguagen, mtt welchen er selbst gleich. giltige Rede« beglettet. und jener eilige Herr, dessen Arme wie zwei wildgewordene Pendel hin und her schwingen, wttd wohl ein rasch entschlossener, energischer Charakter sei». Hier zählt«tt» an der Dichtertti» leidender Primaner Länge» und Narla«eut»berichte. Herrenhaus. 17. Sitzung vom 7. Juni. Präsident Herzog von Ratibor eröffnet die Sitzung IV« Uhr. Am Ministertisch: Dr. von Scholz, Dr. Fried- berg und mehrere Kommiffare. HauS und Tribünen find schwach besucht. Eingegangen find die vom Abgeordnetenhause erle- digten Vorlagen. Nach der Tagesordnung werden in einmaliger Schlußbe» rathung 1. die Novelle zur Kirchengemeinde- und Synodalordnung für Preußen, Branden- bürg, Pommern, Posen, Schlesien und Sachsen: 2. die Vorlage, betreffend den StaatSbeitrag zum Zollanschluß Altona(6'/, Millionen M.). 3. Der StaatSvertrag zwischen Preußen» Oldenburg und Bremen, betreffend die Unterhaltung der S ch i f f f a h r t S z e i ch e n auf der Weser zwischen Bremm und Vegesack. 4. Der Entwurf betreffend die Errichtung letzt- williger Verfügungen in dem Bezirk deS Oberlandes« gerichtS zu Frankfurt a. M.— die vier letztm Gegen« stände ohne j'.ve Debatte unverändert angenommen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Nächste Sitzung morgen 2 Uhr(AnttpolntscheS Lehreranstellungsgesetz und Kommunalbe- steuerungderOfftziere). Schluß 2 Uhr._ Kommunales. Aufgelöste Ortskrankenkasse. Die Gewerbe-Deputation des Magistrats erläßt unterm 31. Mai er. nachstehende Bekanntmachung;„In Folge rechtikräfttgen BeschluffeS de» Be- zirkSauSschuffei vom 4. Mai 1886 wird die hiestge Oitikranten- lasse der Bürsten- und Kammmacher mit dem 1. Juni 1886 aufgelöst. Die in dm Gewerben der Bürsten- und Kamm- wacher beschäftigtm verficherungSpflichtigm Personm, für welche diese K-ffe errichtet war, find vom Tage der Auflösung ab der „Allgemeinen OrtSkrankenkasse gewerblicher Arbeiter und Ardei- terinnen" üderwtesm worden. Die detheiligten Kaffenmttglieder und Arbeitgeber werden hiervon mit dem Bemerken denach« richtigt, daß die vorgeschriebenen An- und Abmeldungm vom 1. Juni er. ad an die genannte Raffe zu richten find. W. Von dem Verem für VoltSbäder wird bekanntlich beabstchtigt, eine Volksbadeanstalt im städtischen Park in der Wallstraße und eine auf dem Pappelplatze, sowie ein Volks- brausebad auf dem Wafferthorplatze zu errichten. Die städtische Parldeputation, welche wegen der beanspruchten, unter ihrer Vrrwauung stehenden Plätze hierbei interesstrt ist, hatte zur Berathung der Angelegenheit einm Ausschuß eingesetzt, auf dessen Antrag dem Magistrat jetzt empfohlen wird, die Ein- licbtung einer Badeanstalt im Park in der Wallstcaße zu ge- statten, jedoch nicht an der geplanten Stelle, sondem an einem von dem städtischen Gartcndirektor Mächtig noch näher zu de- zeichnendem Orte, dagegen die Errichtung der fraglichm An- statten auf dem Pappelplatze und demWafferthorplatze abzulehnen. w. Städtische» Beleuchtungswesen. Die öffmtlichen, durch die stäottschen Gaianstalten gespeisten Flammen betrugen ult. März 1886 14 947 Stück, durch die englischen Gasanstalten (auf dem ehemaligen Schönederger Gebiet) 519. Demnach war der Bestand ult. März 1886 an städtischen und mglischen össmtllchm Flammm 15466 Stück. Die Anzahl der durch die städtischen Gasanstalten gespeisten Privatflammm betrug ult. März 1886 704 159 Stück. Der Bestand an Petroleumlaternm war ult. März 1886 981 Stück. Die GaSproduktion pro Quartal Januar— Mär, betrug 25 693 000 Kubikmeter, gegen dasselbe Quartal 1885 mehr 1068000 Kubikmeter. Im ArbeitShaufe defanden fich am 1. Mai er. 39 Familien mit 160 P.rsonen. Am 1. Juni war der Bestand 31 Familien mit 105 Personen. Da» Asyl für«ächtltche Obdachlose benutzten im Laufe de» MonatS Mai 6231 Personen und zwar 5770 Männer, 461 Frauen. Von diesen Personen wurden 1 der Charitee, 49 dem Krankenhause Moabit, 2 dem Krankenhause am Friedrichshain überwiesen und 312 der Polizei vorgefühlt. Kürze« an de» Fingern ab, dort giebt ei« Musiker leise de« Takt zu dem Liebchen, da» er leise vor sich hinsummt, und da wieder ballt ei» Agitator grimmig die Fäuste. Den fein- gebildeten Weltmann aber erkennen wtt auch an der fteie«, unauffälligen Art, wie er seine Hände trägt. Wie man jene Frauen dt« besten nennt, von denen am wenigsten« gesprochen wird, so ist jener ein Meister in der Kunst, die Hände zu tragen, der un« gar nicht daran denken läßt, daß er Hände besitzt. Und nun zu den Frauen, von denen nur bisweilen die Mannweiber durch ihre kräftig schwingenden Arme ihr Wesen verrathen. I» der Regel zeige« die Frauen ihr Talent, sich mög- lichst günstig zu repräsenttte«, auch darin, daß sie fast nie freie Hände habe». Da ist immer ein Tüchelchen, ein Körb- che», ei» Sträußche«, ei« Fächer, mit dem die Hand de- fchäftigt wttd, und bringt die Mode einmal kurze Kleider, die man nicht gut schürze« kann, dann bringt sie auch sicher irgendwo zwei Täschchen an, in die man die schlanken Fi»- ier versenkt, oder sie spendet der Hand gar einen mächtigen Stock. Am beste» komme» aber Man» und Frau über alle Handfatalitäten hinweg, wen» sie fich Arm und Arm sehe» lassen. Ein neuer Beweis dafür, daß e» nicht gut ist, allein zu sei» und daß die Ehe eine ganz vortreffliche Sin- Äber� nicht bloß die Sttaße ist em günstiger Ort, u« Handstudie» zu mache«, e» giebt ihrer»och viel« und die beste« darunter find jene, wo die Zusammentreffenden sich nicht ihrer Laune überlassen dürfe», wo e» ein Verbrechen wäre, die Hände auf dem Rücken zu halten oder in die Hosentaschen»u versenken. Unser Kandidat kann davon er» zähle», noch schlimmer aber würde e» ihm ergehe», wen« er sich in großer Gesellschaft bewege« sollte. Von«iaer hübschen Dame angesprochen zu werden, in ein rosige», lächelnde» Geficht sehe« und nicht wissen, wohin mtt diese« entsetzliche« Händen— das geht über die Qualen einer Prüfungskommission. Wie beneide«»werth ist dieser Ritt« meist«, dessen stattlich« Schaunbart ihm auch da» Recht Zokale». Die Bedeutung der Herstellung eiver ueuen schiff» bare« Verbindung der Uater» uud der Oberspree neben der jetzt bestebenden Verbindung, wie solche da» großartige Projett der Spree- Regulirung bezweckt, geht au» dem Um» stände hervor, daß nach amtlichen Festsetzungen der Schiffs« verkehr auf der Spree für Berlin fich folgendermaßen ge> staltet: Im Jahre 1884 kamen in Berlin an: 82 696 Segel« und 5141 Dampfschiffe mit zusammen 3 074 900 Ton». Im Jahre 1884 gingen durch Berlin 4384 Segel« und 43 Dampf« schiffe mit 337 634 Tons. Im Jahre 1884 verließen Berlin (ohne DurchganSoerkehr) 31 951 Segel« und 5092 Dampfschiffe mit 273 384,5 Tons. Außerdem 392 Flöße mit 30142 Ton». ES find mithin nahe an 75 Mill. Zentner Last, welche in einem Jahr der kleine, unsere Stadt durchströmende Fluß trägt. Der Durchgangsverkehr der Schiffe war dabei nm ein geringer im Verhällmß zu dem Gesammtverkehr und die Stadt ist überwiegend al» Zielpuntt der Schiffs« bewegung anzusehen. E» kommt ferner hinzu, daß der ScdiffSoerkehr im Fortschreiten begriffen ist, so daß beispielsweise im Jahre 1884 eine Vermehrung der Ge« s-mmtbewegung um 4'/, pCt. gegen 1883 festgestellt werden konnte. AngefichtS solcher Zahlen kann die Wichtigkeit, welche eine gut regulirte, stets so fahrbare Wafferstraße für den ge« sammten Handel und Wandel Berlin? hat, nicht in Abrede gestellt werden. Erwägt man jedoch, daß es meist grobe Güter, Bau- und Brennmaterialien find, welche dir je Beförderungsart benutzen, und daß Produkte solcher Art in dem ganzen öffent« lichen und privaten wirthschaftlichen Leben der hauptstädtischen Bevölkerung eine wesentliche Rolle spielen, so ergiebt stch, daß e» recht eigentlich als ein Postulat nicht kommerzieller, sondern kommunaler Fürsorge bezeichnet werden muß, die Frachtm dieser Güter zu verbilligen; eine solche Verbilligung ist aber nicht allein von der Wegräumung der Hindernisse, die jetzt die Schifffahrt theilweise oder ganz zum Stillstand bringen, sondern namentlich davon»u erwarten, daß größere Fahrzeuge, mit Tragfähigkeit von 8000 Zentnern, den Transport nach der Re« gulirung vermitteln können. Ueber die in den jstugfte« Tage« vielfach besprochene Senkung de» Spreewaffersptegel« find bei Nichtsachver« ständigen theilweise irrige Anstchten verbreitet. Zunächst ist zu bemerken, daß ei fich in dem vorliegenden Falle nicht um die Senkung de» SpreewafferspiegelS im Allgemeinen, sondern nur um die des sogenannten„höchsten Wasserstandes" handelt. Unter dem„höchsten Wasserstande" eineS Flusse? an einer be» stimmten Stelle deffelben ist dasjenige Niveau zu verstehen, welche? von dem steigenden Waffer de» Strome? in demjenigen Zeitpunkte erreicht worden ist, in welchem dieser nach den dar« über gesammelten statistischen Erhebungen die größte bisher bekannt gewordene Wassrrmenge abgeführt hat. Diese? Ereigniß ist für die Spree innerhalb der Sladt Berlin im Frühjahr dei Jahres 1855 beobachtet worden, und die Höhe, bis zu welcher der Wafferspiegel deS FluffcS damals stieg, ist bis heute für die Höbe neuer Brücken, für die Höhe der Schleusenthore, für wasserfreie Leinpfade, Uferstraßen»c. maßgebend gewesen. Eine Senkung dieses höchsten WafferstandeS, welcher seit dem Jahre 1855 bisher nicht wieder beobachtet, auch selbst im Jahre 1876 nicht wieder erreicht ist, herbeiführen, heißt nichts andere?, alS bauliche Vorkehrungen schaffen, durch welche e» ermöglicht wird, die von oberhalb dem Fluffe zuströmende größte Waffermenge schneller und reichlicher abzuführen alt bisher und dadurch höhere Anschwellungen desselben zu ver« hindern. Dazu stehen dm Wafferbautechnikem im Wesentlichen zwei Mittel zu Gebote. Entweder ist dem Strom durch Kürzung seines Laufes und durch Regulirung seiner Sohle ein starkes Gefälle zu geben, oder e» find vorhandene künstliche oder natürliche Verengungm im Flußbette zu beseitigen. Der »weite Weg soll für die Oderspree, d. h. für die Spree von ihrem Eintritt in daS Weichbild Berlin? bii zum Müblmdamm, der erste für die Unterspree vom Mühlendamm ad bi? zu ihrer Mündung in die Havel bei der in Ausficht stehenden Kanal!« Sung der Unterspree beschrittm werden. DaS aus der oberm pree zur Unterspree abfließende Waffer hat zur Zeit die mit der Schleuse vom oberen Ende deS Landwehrkanals und der Stadtschleuse verbundmm Gerinne und Schutzöffnungm, sowie die Gerinne unterhalb der Straße„Am Mühlendamm" zu durchlaufen. Diese Oeffnungm find aber so gering, daß fie, wmn fie bei Hochwaffer selbst ganz geöffnet werden, nicht im Stande find, da? vor ihnen anlangende Wasser schnell genug abzuführen; daher staut fich daffelde oberhalb der Durchflußöffnungen, d. h. der Wafferspiegel hebt fich. Bei dem mit der Kanalifirung der Unterspree beabsichtigten Umbau des Mühlendammes werden die bisherigen, in Summa nur etwa 27 Meter weiten Gerinne unter dem Mühlendamm beseitigt, und der Strom dort auf eine Brette von 40 Meter für den Ablauf des Hochwassers freigemacht. In Folge hiervon werden in Zukunft fast doppelt so große Waffermengen wie bisher durch die Spree am Mühlendamm zum Abfluß gelangen kön« nen, d. h. die oberhalb de» Mühlendammes dei Hochwaffer entstehende Stauung wird erheblich gegen früher vermindert werden, der Wafferspiegel wird nicht mehr die Höhe erreichen, bis zu welcher er im Jahre 1855 gestiegen ist. Unter der Vor« aussetzung gleicher Waffermengen ist der Unterschied giebt, fich damit zu.beschäftige«, wie beveidenswerth ist jener würdige Greis, dem e» Niemand Übel nimmt, wenn er fich langsam die Hände reibt oder gar einen Daumen um de« ander« dreht! Wie beneioentwerth find dies« reizende« Mädchen und Frauen, die mit Fächern, BouquetS und par- fümirten Taschentücher« tändeln, während der Herr der Schöpfung mit seine« zwei langen Arme« umherwandel« muß wie ei« Galgen, an dem zwei Misiethäter hänge« I Ach, diese Hände! Wa» würde der Kandidat erst für ein Geficht mache», wen» er in de» Ball« saal müßte! Blendender Lichtglanz, der von de» Parquet« widerspiegelt und nirgends eine trauliche, schützende Dämme« rung zulaßt. Und dazu— gerade al« ob man die zwei Mifsethäter«och a« de» Pranger stellen wollte— weiße Handschuhe zu dem schwarzen Frack! Kann e» etwas Gräßlicher? gebe«, al» mit zwei solch grellbeleuchtete«, schneefarbcne» Anhängseln Spießruthe» laufe« müssen vor einer Reihe junger Damen, die nur gar zu gern[hinter der Schutzwand ihre» Fächers ein wenig spötteln und kichern. Göttlicher Chapeau claque, herrlichste Erfindung de» Zettalter», du allein vermagst Hilfe zu leisten, und wen» der Kandidat je wieder auf eine» Ball geht, dann geht er sicher nicht ohne dich. Heute aber bleibt ihm wenigsten» der Trost, daß auch da« weibliche Geschlecht mitunter— Hände hat. Es ist Damenwahl und ein allerliebster Backfisch nähert fich ihm. Aber die Aermste hat keinen Fächer, und jetzt, da fie an ihn herantritt, muß er fast ein Lächeln be« zwingen. Hat fie doch mit ihre» gebogene« Armen und vorgestreckten Händen eine verzweifelte Aehnlichkeit mtt einem aufwartende« Pintscher— die Stirnlocke»„& la eMen" vervollständigen das Bild. Jetzt aber schwingt er sie im Kreis« und beide thaue« auf und vergesse» die unselige» Hände, die nun sichere Asyle gesunde» habe«. Warum tanzt man nicht immer Walzer und Polka, wozu diese lang- weilige Ouadnll«, bei der Eine« wieder Alle» daran erinnert, daß man zwei Armesünder zu berge« hat. Der Kandidat ist entschieden dafür, daß Quadrille und Lancier abgeschafft werden und dafür.Kör" getanzt wttd. Den CzardaS nennt zwischen dem Hochwasserspiegel von 1855 und dem nach er« folgtem Umbau deS Mühlendammes etwa eintretenden rech« nungimäßig auf etwa 1,60 Meter ermtttett. Um die Hochwaffer« menge in der Unterspree, d. h. unterhalb deS durch den Mühlendamm erzeugten Staues schneller abzuführen, ist der erste im Vorangegangenen angedeutete Weg in Aussicht genommen und theilweise berett» zur Ausführung gebracht. Das Maß, um welches hier da? Niveau des höchsten beobachteten Wasser» gesenlt wird, ist bei Weitem nicht so beträchtlich wie in der Oberspree. Die Gründe für diese Erscheinung hier zu erörtern würde zu weit führen, doch möge bewerft werden, daß nach erfolgter Kanalistrung des unteren Spreelaufes und Umbau de» MühlendammeS unmittelbar unterhalb deS letzteren dei größter zugeführter Wassermenge das Steigen de? Wasierspicaels etwa 1 Meter, an der Stelle, wo die Spree da? Berliner Weichbild verläßt, etwa 60 Elm. weniger bettagen wird als im Jahre 1855. Welche Bedeutung die im Vo-ftchenven besprochene„Senkung deS HochwafferspieaelS" sowohl für die fortab zu erbauenden Brücken und Ouaimauern, überhaupt für alle mit dem Fluffe im Zusammenhange stehenden Bauten, al» auch für die dem Sttome benachbarten WohngebSud« haben wird, ist schon de» Oesteren an anderen Orten ausführlich behandelt, liegt auch so auf der Hand, daß e» einer weiteren Ausführung nicht bedarf. Dagegen mag darauf aufmerksam gemacht werden, daß, wenn auch auf der einen Sette die bevorstehenden Flußreaulirungen ein geringeres Steigen deS Wasserspiegels der Hochwaffer zum Ziele haben, durch dieselben Vorkehrungen auf der anderen Seite, wenigstens für die Unterspree vom Mühlendamm bis zu dem bei Charlottendmg errichteten Wehre, eine Hebung deS bisher beobachteten kleinsten Wasser- spiegclS gewonnen wird. Da die Spree vom Mühlendamm ad bisher gegen die Havel durch kein Stauwerk abgeschloffen war, so konnte auch nicht verhindert werden, daß im Hoch« sommer und Herbst, wo die Zuflüsse schon an und für stch ge« ring find, alleS durch letzter: der Spree von oben her zu- strömende Waffer ohne Aufenthatt zu erleiden der Havel zu« floß, und somtt innerhalb Berlin'?, wo fich im Spreebette selbst durch die jetzt zwar beseitigten in daffelbe einmündenden Straßenrinnsteine und unterirdischen EntwäfferungS- Anlagen erhebliche, der Schifffahrt sehr hinderliche Ablagerungen ge« bildet hatten, der Wasserspiegel fich so niedrig stellte, daß der Verkehr von tiefergehenden Fahrzeugen fast zur Unmöglichkeit geworden war. Diesen UnzutrSglichkeiten ist durch das unter« halb Charlottenburg? angelegte bewegliche Wehr Abhilfe ge« schafft. Vermöge dieses Stauwerk», welche! dei höheren Waffer- ständen beseitigt werden kann und soll und somit dem Ab- fluffe des Hochwaffer» kein Hinderniß bietet, ist es in die Hand der SttomauffichtSbehörde gelegt, dei niedrigen Wasser« ständen dem Abfließen de» Waffers Halt zu gebieten und auf der Stromfirecke zwischen dem Wehre und dem Mühlendamm einen Wasserstand zu halten, der, nachdem die erwähnten Ab- lagnungen im Epreedette beiseitiat sein werden, zu allen Jahres- zeuen einen ungehinderten Verkehr selbst der größten Elbfahr« zeuge gestatten wird. Wieviel Satflamme« find nöthig, um die Straße« der Aeichthauptstadt allabendlich zu erleuchte«? Diese Frage findet ihre präzise Antwott in dem kürzlich erschienenen Verwaltungsbericht der Gasanstalten. Darnach spenden jeden Abend 15 466 Gasflammen ihr Licht. Von diesen werden 14947 durch die städtischen und 519 Gasflammen durch die englischen Gaslettungen gespeist. Davon brennen 12870 die ganze Nacht, 1235 618 12 Uhr Nachts und die übrigen von 12 Uhr Nachts bis zum Auslöschen. Den Haupikonsum an Leuchtgas verbrauchen aber die Privatflammen, und zwar brennen allabendlich in den Privathäusern, Geschäftslokalen, Theatern. Brauereien ,c. 704 125 Flammen der städtischen GaS- anstalten und 175 000 Flammen der Gasanstalt der englischen Gesellschaft. Im Weiteren brennen jeden Abend noch 981 Petroleum-Laternen in den noch nicht regultrten Straßen. Die Zahl der jedm Abend brennenden Pettoleum- Lampen in den Privatwohnungen ist eine unberechenbare und zählt jeden« falls nach Millionen.— Vorstehende Zahlen sprechen am besten dafür, welch' großes Feld das elettrische Licht fich noch ebnen kann; seine verhältntßmaßig langsame Einführung scheitert wohl ganz besonders an dem Umstände, daß die Einführung und Unterhaltung der eleftrischen Beleuchtung dreimal theurer al» Gaslicht ist. So muß z. B. der Pächter des Berliner RathhauseS 36 000 M. pro Jahr für die eleftrische Beleuchtung aufbringen, während er früher für Gaslicht ca. 12 000 M. für den gleichen Zettraum zahlte. Zur Uufallverstcherung find in zahlreichen Fällen auch HauSdefltzer herangezogen worden, die dann ebenso zahlreich gegen ihre Heranziehung protestirt baden. In einem Falle befand fich in dem Hause des bette ff? nden BefitzerS ein kleiner Gasmotor von'/« Pferdekraft, der zur Füllung eine? kleinen WafferdasfinS benutzt wurde, welche» daS betreffende Hau» mit Waffer versorgte. Auf die Beschwerde entschied da» RelchSverficherungsamt, daß diese Einrichtung alS ein ver- ficherungSpflichtiger„Betrieb" nicht zu erachten sei. Im All« gemeinen— so heißt eS in dem Bescheide— werden solche mit Motoren betriebene Wasserleitungen nur dann als ver« stcherungSpflichtig zu erachten sein, wenn fie fich alS eine ge« werbliche Anlage darstellen, wie fie in großen Gast- Häusern, in Badeanstalten, Gefängnissen oder anderen man zwar eine Erfindung de» Teufel«, aber trotzdem stimmt er für„Kör", den« die Tänzer müsse« dabei dre Hände in die Hüfte» stemmen. Ach, diese Hände! Es giebt Schauspieler, denen ihre Hände mehr Aerger verursachen, als die schlimmsten Re« zensente«, und da» will doch viel sage». Sie, die fich frei, weltmännisch bewegen sollen, find dabei fortwährend de» Blicken eine» kritische« Publikum» ausgesetzt, und nicht» läßt fie linkischer, eckiger, einfältiger erscheine«, al« uage« schickte Verwendung ihrer Hände. Selbst bedeutende Schau« spieler stehen mitunter in einem sehr gespannte« Verhältniß zu de» zwei lästigen Anhängseln und errivge« erst in be- wegten Szenen, die leidenichaftliche Geberde« erfordern, die Herrschaft über sie. Ich kenne eine vortteffliche Tragödi», die häufig mit ihre» Hände« nichts Bessere» weiß, al» fie behaglich zu reiben, und einem Lohengria, de» ich kürzlich sah, machte« seine Hände solche Beschwerden, daß er, vor Elsa stehend, plötzlich seine» Schnurrbart aufzuwirbeln be- gan» wie ein Gardelieutenavt. Daß„die Kunst, seine Hände zu trage»*, eine« der schwierigsten Kapitel der schauspiele« rische» Technik ist, hat schon Goethe erkannt, der— irre ich nicht, in seine»„Regeln für Schauspieler"— diesen de» Rath giebt, nie einen Stock zu ttagen, um die Herrschaft über die Hand nicht zu verlieren. Und damtt hat der Altmeister auch auf des Pudelt Kern ge« deutet.„Wer nicht immer zwischen zwei eigenwilligen, tückischen Wesen durch« Lebe« wandeln will, der verwöhne seine Hände nicht, sondern bekämpfe sie bei Zeiten. Macht de» Bube« kein« Tasche« in Rock und Hose» und gebt dem Mädchen keine Fächer in die Hände, enthaltet euch des Stocke» und seid mäßig im Gebrauch des Schirmes und— so hübsch e( sich auch bisweilen ansieht— schürzt euer Kleid nicht, außer in Fälle» großer Gefahr." So ungefähr würde ei« Schulmeister predige», der„die Kunst, seine Hände zu ttagen* zu lehren hätte, und wen« dafür einst Lehrstühle errichtet sei» werde», dann wird e? ein schreck« liche« Leide« weniger gcben in der Welt und Niemand wird mehr seufze«: Ach, diese Händel... größeren Staats» und Kommunal« Gebäuden unter Verwendung eines ständigen Arbeiter»(KesselheizerS, Maschinen« Wärters u. vgl.) betrieben werden' ebenso werden Heilanstatte» mtt Warmwaffer-ReseroottS zur Verficheruna zu ziehen sein, wenn bei diesen Reservoirs mindesten» ein Ardeiter standig de- schäftiat ist, ES verdient darauf hingewiesen zu werden, daß in diesem Falle, wie auch in zahlreichen anderen Fällen der im gewöhnlichen Leben übliche Begriff deS Motoren-Bettirbe» sich mtt dem gleichnamigen verstcherungSrechtlichen Begriffe nicht mehr vollständig deckr. Die Grenze der VerficherungSpfltcht wird damit von einem klar verständlichen Boden in die Höhe einer gelehrten RechtSdeduftion gehoben, und ob da« mtt die Unfalloerficherung an Popularität gewinnen wird, ist zu bezweifeln. Nachdem am Anhalter Bahnhof die Perronsperrt aufgehoben ist, hat man fie sett dem 1. d. M. auf dem Görlitzer Bahnhof eingeführt. Man verfährt hier nicht so Haft wie dort, aber die Vorschrift ist gleichwohl lästig, wie auS dem nachstehenden Schreiben eines„Sttohwittwers" hervorgeht: „Man hat auf dem Görlitzer Bahnhof vor den Ausgängen au» den Wartesälen nach dem Perron ein starte? und Hohes eiserne» Gitter mit vielen Kosten aufgeführt und vor den ganz schmalen Eingang desselben drei bi» vier Beamte posttrt, welche Jedem, der die Adficht kund giebt, den Perron zu detreten. da» Billet abfordern. Ich begleitete gestern Nachmittag meine Frau, welche mit unsern Kleinen in Hankei'S Ablage wohnt und, um Einkäufe zu machen, auf einige Stunden in die Stadt gekommen war, schwer beladen mit Packeten aller Art, die meine Frau unmöglich alle selber tragen konnte, und wollte mich gewohntermaßen mit ihr an den Waggon begeben, als ich an diesem Vorhaben durch einen schroffen Zuruf nach meinem Billet gehindert wurde. Diesen Zuruf durch entsprechende Gesten und mtt dem Hinweis auf meine schwere Belastung vorläufig erwidernd, schritt ich eilig auf den Waggon zu und legte die Packete auf den Sitz neben meiner Frau nieder. Kaum damit fertig, sah ich auch schon den BahnhotS Inspektor, geführt von dem tief entrüsteten Beamten, auf mich Uebellhäter zuschretten. Ich konnte natürlich nicht» andere«, als dem Hrrni meine Bereitwilligkeit, mir ein Perronbillet zu lösen, kund thu» und nach einigen mehr oder weniger höflichen Erörierunae» war der Fall erledig:."— Wir bekennen, daß unS die Ein« führung der Perronsperre auf dem Görlitzer Bahnhof vorläufig nicht verständlich ist. Eine Maßregel, die auf dem b'«weile« überfüllten Anhalter Bahnhofe alS üderflüssta aufgehode« wo den, ist auf dem meist ruhigen Görlttzer Bahnhof eine Harte, die man im Interesse der Entwickelung unserer Vororte wohl bätte vermeiden können. Zur JubtläumS-Kuuftausftelluug geht hiefiz'" Blättern von einem„Hineingefallenen" eine Beschwerde die fich gegen ein allerdings ungewöhnlich geringe? Maß ve» Entgegenkommen Seitens dei AuSstellungskomitee wendet- Der Betteffende desorgte in Folge eines mißverstandenen Am' ttageS s. Z. für ein ihm befreundetes Ehepaar zwei Saison' billet? ä 6 M.; al» er dieselben aber abliefern wollte, stellte eS fich heraus, daß da» bewußte Ehepaar stch inzwischen scho« selbst BilletS besorgt hatte. Er tröstete stch mit dem Bewußt sein, daß ei doch nicht schwierig sein würde, diese Duplikat' billetS auf andere Namen umschreiben zu lassen, zumal die- seiden noch nicht durch Namensunterschrift vollzogen wäre«, also bii dahin auch noch nicht denutzt sein konnten— abgesehen davon, daß schon die Namen der bei diesem Fallt Jnteresfirten jeden Verdacht eine? Vertrauenimißbraucht« absolut ausschlössen. So trat denn der Beschweidesühr« seinen Gang nach dem Ausstellungibureau an, in der#9" lichen Zuversicht, daß die königliche Akademie der Künste dock unmöglich au? einem offenbaren Jnthum für die Au?' stellunaskasse Nutzen werde ziehen wollen. Der Mann ha»-« stch gründlich getäuscht. Nach Vortragung seine» Falle» wurde er von dem Jnspevor Herrn Echwerdtfeger äußerst kühl mir der Bemerkung entlassen, daß er stch in einigen Tage» Bescheid holen solle, da der Fall dem Senate vorgelegt werden müsse. Zweimal ist der Beschwerdeführer in» Ausstellungsdureau ge« gangen, ohne den Bescheid erhalten zu können; eine» dritten Gange» wurde er überhoben, denn nun erhielt er mittelst uw- frankirten rekommandirten Briefe«, für welchen noch 30 Pf- Porto zu entrichten waren, von dem Jnspeftor Schwerdtfeger einen rundweg ablehnenden Bescheid und zwar„im Jnteresst der Konttole". Damtt kann doch nur gesagt sein, daß es do» noch staglich erscheint, ob die in Frage kommenden Persönlia- ketten nicht etwa doch Betrüger find. Fast ironisch klingt der dem Bescheide angefügte Rath:„die BilletS nunmehr dum die Namenkunterschrift de« Dr. F. vollziehen zu lassen, da Pj sonst ungiltig find". Es wird damtt anerkannt, daß die Bille» bisher noch nicht giltia waren, fie konnten also auch noch benutzt sein, und oaS Faztt stellt fich also so: Zwei ehrlich 12 M. dezahlte Karten stnd in Folge eine» Jnthums dish� noch nicht verwendet worden, fie find auch in Zukunft u« benutzbar, da die maßgebende Stelle fich einfach weigert, r Redreifirung deS Jrrthum» die Hand zu bieten, und/l „Hineingefallene" hat den Trost, daß er die AuSstellungsl»� um 12 M. bereichert, dafür aber auch zwei«erthlose Siück«� Papier in Händen hat..... Von de« Ausflügler«, die am HimmelfahrtStage 5% Schlägerei mtt Gendarmen und Polizisten in Grünau und an da» Amtsgericht in Köpenick eingeliefert wurden, vier Mann sofort nach ihrer ersten Vernehmung nach an daS Landgericht II eingeliefert und daselbst in Untersuch�S, Haft genommen worden. El scheint danach, daß den WWMWW.. vuq w.. L-rU ieten schwere Vergehen zur Last gelegt werden, zu deren% urtheilung da» Schöffengericht nicht mehr befugt ist. fl Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter am Landgen«* hat bereits gestern Vormittag stattgefunden. Wen« gesetzlich die Neklamatioueu gegen die vw schätzung zur Klasse«-»ud klasstfiztrteu Einko«*� steuer die Bezahlung der Steuer nicht aufhalten, so s«-'� dies doch keineswegs auS, daß die Verwaltungsbehörden � Reftamirenden eine gänzliche oder theilweise Stundung. Durch Erlaß deS Fnanzmint!-� Steuern bewilligen können. vom 28. November 1878(wir folgen hier den Angaben�, Fachzeitschrist„Für die Schreibstube55) find die betreffen»«�« Hörden ausdrücklich ermächtigt worden, wenn fie adle eryo z Klaffinsteuerrellamation noch vorgängiger Prüfung«n'JV ihrem pflichtmäßigen Ermessen für begründet erachten v&Ip gl-ich d die Ueberzeugung gewonnen haben, daß der m � mant nicht im Stande ist, au» feinen Mitteln die veraw�, Steuer bi? zur demnächstigen Entscheidung über die tion fort zu entrichten, ohne in seinem Nahrung»- bezw- flUf mögenistande geschädigt zu werden, die veranlagte Sreul�x, Antrag deS Beschwerdeführer?,— wenn fie denselben Haupt nicht für stcuerpflichlia erachten, ganz— sonst i'Lflgl« zu dem Betrage derjenigen Stufe, auf welche fie die s» gung in Vorschlag bringen wollen, vorlaufig zu st��Lual- die mit der Einziehung ver Klassenfleuer beauftragte evv. lasse sogleich diiett mit entsprechender Anweisung pek In gleicher Weife find die Behörden ermächtigt gegen Klaffensteuer- Reklamation» �' Rekurse zu r erfahren und auch hi a und b gedachten Voraussetzungen die nöthigen Entscheidungen �itS auch hier beim Zutreffm v�geN Reklameunfug.„Zahlen beweisen", so pflegen di von der Statistik mit großem Selbstbewußtsein und �«U? nicht zu verkennender Berechtigung»u sagen. Ae?r mit den Zahlen bei der Reklame umgegangen? SchuB Stiefel kündigt der Inhaber eine» kleinen*nfenstriae" � in waarenladenS im Südosten der Stadt olS sum ÄiÄ" ,SÄ?Ä würde, daß er denselben in seinem einfensttig mterdlingm und selbst in dem Raum verbleiben müßte, so würde er einet jämmerlichen Erstickungstodes sterben. WaS loll diese— wie so manche andere unfinnige Rellame? Wir beanspruchen für die Presse leine besonderen Privilegien, aber wenn man steht, wie schnell die Behörden bei einer Zeitungi- notiz mit dem UnfugSdedultiontlneoel bei der Hand find, so verdient doch auf diele Reklame mittelst großer Zahlen, die fich neuerdings mehrfach in lügenhaftester Weise und augenschein« lich doch auch in gewinnsüchtiger Adstcht breit macht, hinge« wiesen zu werden. , Die Arbeiter der Eigl'schen Cteiunutzknopffabrik haben für die Abgebrannten in der Echinkestraße eine Kollelle veranstaltet und für dieselben eine Summe von M. 15,60 zusammengebracht. Haussuchungen. Gestern in der Miftagtstunde von 12 bis 1 Uhr wurde vaS Bureau der Töpfer>Lohnlommisston von Kriminalschutzleuten revidirt und mehrere Schriftstücke mit Beschlag belegt. Gleichzetiig wurde bei den Mitgliedern der «ohnlommisfion Haussuchung gehaften.— Ebenso wurde jtftetn zwischen 11 Vi und 12'/: Uhr bei dem Schneider Paul B.uzdowicz, Krausenstr. 60, nach verbotenen polnischen Druck- schristen gehaut sucht. /ra Ausweisung. Der Maurer Karl Behrend wurde gestern Montag) um 2 Uhr Mittags von Geheimpoltztstcn von seiner «rbeftkstelle abgeholl und nach dem Präfidialgebäude gefüvrt. Dort wurde ihm eröffnet, daß er auf Grund dei Gesetzes gegen bie gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemolratie das Tebiet des kleinen Belagerungszustandes binnen 48 Stunden ÜJ verlassen habe. Eine verschärfte Verordnung, die Kinderbillets betreffend, ist vom Minister der öffentlichen Arbeiten in Preu- am erlassen worden. Nach derselben find die dem Fahrper« lonal angehörigen Beamten der StaatSbahnen angewiesen worden, in allen Fällen, wo erwachsene Retsende daS Atter bn von ihnen mitgefühlten Kinder zum Zweck einer Fahrgeld- nsparniß wissentlich falsch anaeben, nicht allein den doppelten »»hrpreis(mindestens 6 Mark) einzuziehen, sondern thunlichst auch die Namen festzustellen, damit die Verwaltung nach Lage v u/ und wie» dergleichen energisch zurück. Der altere «üt' die Mutter de» Geburtstagskindes kamen hinzu, «iraßenpaffanten mischten fich auch ein, und im Umsehen war hü Auflauf entstanden, dem erst daS Dazwischentreten »»t: kin Ende machte. Die Familie Sch. zog fich dar« •.,! jN ihre Wohnung zurück und setzte in aller Gemüthlich« tu vie Geburtstagsfeier fort. Um 10'/, Uhr verabschiedete ��„Bräutiaam, der junge W., und die Familie Sch. Ute fich zur Ruhe begeben, als plötzlich Hilferufe ettönten. ver unselige Zufall hatte eS gefügt, daß der Wirth gerade in Augenblicke die HauStbür schloß, alS W. die Treppe hin- und beide in dem dunklen Hauiflur zusammentrafen. itok," Wirth anzieht, sei er von W.„angerempelt" worden nd habe diesem dafür einige Ohrfeigen versetzt. W. behauptet Fvch, Der Wirth habe ihn gefragt, waS er hier suche, und auf Bitte, ihm die Thür zu öffne« habe He. r L. ohne Weitere« T über Kops und Geficht geschlagen; nach seinem„Gefühle" 7 urtheilen, müsse es mit einem Gummischlauch oder Ochsen- S?/* gewesen sein. Ali die erschreckten Hausbewohner mit ß)} hinzukamen, fanden fie den W. aus Mund und Nase Mttiy, während der Wirth fich bereit» in seine Wohnung �rückgezogen hatte. Sie machten ihrem Unwillen darüber Mötsch Luft, allen voran der künftige Schwiegervater deS �«handelten. d:r alte Schuhmachermeister Sch., der, nur mit ?ud und Schlaftock bekleidet, an der WohnungSthür deS Dachet trommelte. Straßenpaffanten. welche die Hilferufe Rommen, hatten inzwischen die HauSthür eingetteten, waren "gedrungen und wollten auch die WohnungSthür zertrümmern, Wirth Herauszuholen. Da ttat ihnen dieser mit einem �chrotpatronen geladenen Revolver entgegen und drohte niederzuschießen. Die Drohung wurde nicht beachtet, der dachte und von den Schrotkörnern wurde Vater Sch. ».?.'leinen Finger der linken Hand und W. am linken Arm hJ'W- beide zum Glück nicht erheblich. Herdeigerufene Schutz- �»e wachten der Szene ein Ende. Der dem Wirthe adge- iw�'ne Revolver war fiebenschüsstg und noch in sechs Kam» . n aeladcn. Her L. behauptet, im Stande der Nothwehr « Schußwaffe Gebrauch gemacht zu baden; wie dies bewahrheitet, wird die eingeleitete Untersuchung v°n % «iß. Die drei Opfer der Spree, die Otto Behnke und Zernikow, die am llrbe���enbegäng, Jet,,.'; ihren Tod in den Wellen fanden, wurden am ver- »u Sonntage, Vormittags um 12 Uhr, zur letzten Ruhe bei.�homatfriedhofe gebettet. ES war ein stattlicher Zug, ?!uw».°�°""bekrSnzttn Särgm folgte. Voran schrttt ein »er sSi??*' dessen ernste und feierliche Weisen zu den Herzen kinen.•.'/»llenden drangen.„Ich hatte einen Kameraden, tfthrev>i en findest Du nit"— klag e» schwermüthig und e'"— Auf dem Friedhofe wurden die Särge von L0Wu!Srtn � Verstorbenen von den Leichenwagen ge> i!"d zur offenen Gruft getragen. Eine..... ringeS Entgeld seine Besten Leichenwagen zur Verfügung ge« stellt hatte und durch eine Kollektion unter ven Freunden der so jäh aus dem Leben Gerissenen, deren Ertrag zum Thell zum Ankauf von Blumen und Kränze verwendet, zum Thell Fr. Pietack eingehändigt wurde. Ueber die Verhaftung eines Schwindlers wird uns folgende« gemeldet: Der Mann, welcher nach unserer Mit- therlung einen Arbeitsburschen vor einigen Tagen in der Zimmerstraße um seine neufilbeme Ankeruhr in der Weise be« schwindelt hatte, daß er fich dieselbe alt Unterpfand für an- gedlich einzukasstrende Gelder gehen ließ, wurde gestern in der Person des obdachlosen Tapezierers Günther zur Haft ge- bracht. Die Festnahme erfolgte durch den Klempnerlehrlmg Z in der Auguststraße, welchem G. am 5. d. M. auf die bereits beschriebene Art und Weise gleichfalls eine filberne Zylinder. Uhr abgeschwindelt hatte. Z., welcher von G. zu einem Dr. Ewert nach der Köpenickerstraße Nr. 150 von der Chauffeestraße aus geschickt worden war, hatte das Glück, den G. auf dem Rückwege in der Auguststraße wieder anzutreffen und seine Uhr von ihm zurückzuerhalten. G. hat bei seiner Vernehmung eingeräumt, eine größere Zahl gleichartiger Be« trügereien in dm letztm Tagen verübt zu haben. Welche Wohlthat unsere städtische« Schmuckplätze namentlich für die dicht bevölkerten Stadtthetle find, kann man z. L. an dem Schmuckplatze vor dem Görlitzer Bahnhof sehen. Die Frauen der Umgegmd haben fich hier förmlich häuslich eingerichtet und schon am frühm Morgen findet man fie mit ihrer HauSarbell unter dem Schatten ver Bäume. Und von Kindern, die hier spielen, graben und Sandbauten voll- führen, wimmelt e» förmlich. Das schützende Laubdach de» Platzes ermöglicht eS ihnen, die dumpfm Wohnungen fast den ganzen Tag über zu verlassen, in welche fie sonst der Sonnendrand der Junisonne bannen würde. I« selbstmörderische« Abficht trank gestern früh die Frau eines in der DreSdenerstraße 28 wohnenden Nachtwächters K. eine Quantität Schwefelsäure. Ueber die Motive zur That war nichts zu ermllteln. Nach ärztlichem Gutachten ist Hoffnung vorhanden, die Frau am Leben zu erhalten. Zu rekoguotzire« find drei Personm, die gestern in bewußtlosem Zustande auf der Straße liegend gefundm und in die königliche Charit« eingeliefert worden find. Eine derselben, ein elegant gekleideter Herr, brach im Thiergarten vor dem Brandenburger Thorr bewußtlos zusammen. Gleichzeitig wurde eine Frau vor dem Hause Hamburgerstraße 24 ohnmächtig auf dem Bürger steige liegend gefunden, während gegen Morgen ein fein gekleideter Herr im Lustgarten aufgefunden wurde. Es verdient i« weiter« Kreise» bekannt zu werden, daß die Zahl der Fälle von Selbstmord um ein Beträchtliches vermindert werden könnte, daß dazu aber in erster Reihe die Unterstützung der Laienwelt erforderlich ist. Die Beobachtungen der Irrenärzte haben ergeben, daß ein nicht geringer Thril aller Selbstmörder mll einer erkennbaren Geisteskrankheit be« hastet war. Einzelne hatte ihr Zustand in Wirklichkeit zwar zeitweilig in eine Jrrenheilanstalt geführt und der Selbstmord geschah in einem Rückfalle, während man den Krankm schon ganz genesen glaubte. In vielen anderen Fällen ist die geistige Krankheit von vornherein wenig kenntlich. Der Kranke gilt in seiner Umgebung vielleicht nur für einen Sonderling; oder seine Angehörigen und Bekannten nehmen in seinem Thun und in sein« VerkehrLweise einen wenig merklichen Umschlag wahr, der allmältg eintritt. Man führt diese Verän- derung gemeinhin auf Nervosität zurück und beruhigt fich dabei. Der Irrenarzt hingegen ist wohl im Stande, selbst, nachdem die Katastrophe eingetreten ist, auS den Mittheilungen über daS Gebahren und die Reden deS Todten fich ein genaues klinische» Bild d« Geiste»- krankheit zu konstruiren. In allen solchen Fällen kann(und das sollte allgemein bekannt und beherzigt werden) d« Unglück- selige Ausgang vermieden werden, wenn man rechtzeitig ärzt- liche Hilfe aufsucht und dem ärztlichen Rathe entsprechend den Krankm frühzeitig in eine Heilanstalt überführt. Freilich ist d« Entschluß gemeinhin nicht leicht, einen Angehörigen d« Jrrenheilanstalt zu übergebm. Diese Anstalten haben noch jetzt darunter zu leiden, daß fie vor Zeiten nichts anderes alt Tollhäufer waren. Aber immerhin sollte daS Leben deS Pa- lierten höher stchm als derlei Bedenken, die zumeist in Rück« ficht auf da» müßige Urtheil Fremder ihren Grund hadm. Oft genug hat der Arzt Gelegenheit, von den Htnt«bltebenm von Selbfimgrdern zu hören, wie sehr fie bedauern, den ärzt- lichen Rath, ven Patienten einer Heilanstalt zu übergeben, nicht befolgt zu haben. In Berlin insbesondere ist auch dem Unde« mittelten Gelegenheit geboten, fachmännische ärztliche Hilfe ohne Entgelt in Anspruch zunehmen. Inden Polikliniken für Nervm- krankheiten(eS aiebt derm eine ganze Reihe: Professor Weftphal in der Charitee, Prof. Mendel und Prof. Eulenburg Karlfir. 27, Prof. Bernhardt, Taubenstr. 11, Dr. Remak, Schloßplatz 4) wird unentgelllich Rath ertheilt. Urb um einem K-anken die Aufnahme in eine Heilanstalt für Geisteskranke zu ermöglichen, ist gerade in Berlin auch der Mangel an Mitteln durchaus kein Hinderniß. Nach einer Verordnung vom Jahre 1835 ist die Charttee verpflichtet, seine armen in Berlin ortS- angehörigen heilbaren Geisteskranken unweigerlich zu jedn Zeit aufzunehmen. ES bedarf nur d« Bescheinigung zweier Aerzte, daß geistige Erkrankung vorliegt. Diese Bestimmung macht jede Besürchtung hinfällig, daß auch ein Gesunder durch die Ränke von Widersachern in die Juenanstalt gesperrt werde. Nur Schauerromane tragen Schuld, daß derlei Phantasten heute noch austreten.— E» ist möglich, daß eine Anzahl von Selbstmorden auf gestörte Geiftetfunktionm zurückzuführen ist — wo aber bleiben die Unglücklichen, die fich au» NahmngS- sorgen. ArdeitSlostgleit und so weit« daS Leben nehmen? Bewegung der Bevölkerung Berlins nach dm Ver- öffmtlichunam des statistischen AmtS der Stadt. Die fortge- schriedene Bevölkerungszahl betrug am 15. Mai inkl. der nach- träglichm An- und Abmeldungen 1332483, hat fich demnach gegen die Woche vorher um 2029 Seelen vermehrt. In der Woche vom 9. dt» 15. Mai wurden polizeilich gemeldet 3833 zu» gezogene, 1854 fortgezogene Personen; standesamtlich wurden 225 Ehen geschlossen. Geboren wurden 864 Kind«, und zwar ledmd: 449 männliche, 393 weibliche, zusammen 842(darunter 101 außereheliche), todt 11 männliche, 11 weibliche, zusammen 22(darunter 3 außereheliche) Kinder. Die Ledendgeborenen, auf» Jahr berechnet, Hilden 32,9, die Todtgeborenen 0,9 pro Mille der Bevölkerung, die außerehelich Geborenen 12,01 pCt. all« in der Woche Geborenen, davon die bei den Lebend- geborenen 11,93, die dei den Todtgeborenen 13,64 pCt. In der kgl. Chariiee und EnibindungS-Anstalt wurdm 39 Kind« geboren Gestorden(ohne Todtgeborene) find 641. nämlich 330 männliche, 311 weibliche Personen. Von diesen waren unter 1 Jahr all 238(inkl. 46 außereheliche), 1 bi« 5 Jahre 112(inkl. 8 außereheliche), 5 bis 10 Jahre 24, 10 bi» 15 Jahre 6, 15 biS 20 Jahre 10. 20 bi« 30 Jahre 32. 30 bis 40 Jahre 59, 40 bi» 60 Jahre 85, 60 bis 80 Jahre 34, über 80 Jahre 11. Die Sterbefälle beim Alter von 0 bis 5 Jahren machen 54,60 pCt. sämmtlicher in dieser Woche Geftorbmen aus. Von dm im Aller unter 1 Jahr gestorbenen Kindern starben 63 im ersten, 14 im zweiten, 15 im dritten, 17 im vierten, 31 im fünften, 23 im sechsten, 75 im siebenten bii zwölften Lebensmonate; von denselben waren ernährt 41 mit Muttermilch, 6 mit Ammenmilck, 141 mit Thiermilch, 8 mit Milchsurrogaten, 20 mit gemischter Nahrung, von 22 war eS unbekannt. Todesursachen waren besonders: Lungenschwindsucht(86), Lungenentzün- dung(43). Bronchialkatarrh(19), Kehlkopfentzündung(20), Krämpfe(66), Gehirnschlag(18), Gehirn, und Gedirnhautent- zündung(30), KredS(17), Altersschwäche(15), Lebensschwäche(33), Abzehrung(17). Masern(10), Scharlach(6), Diphtherie(25), TyphuS(5), Diarhöe(21), Brechdurchfall(22), an anbeten Krankheiten starben 175 und durch Selbstmord 7, davon durch Erhängen 4, durch Er trinken 2, durch Sturz au» dem Fenster 1. Die Sterblichkeit der Woche auf daS Jahr derechnet, kommen durchschnittlich auf 1000 Bewohn« in Berlin 25,1, in Breslau 34,6, in Frankfurt a. M. 23,6, in Köln 30,1, in Dresden 26,1, in München 31,6, in Bremen 24 4, in Stuttgart 19.6, in Wim 29,5 in Paris 26,2, in London 17,3, in Liverpool 22,4. In der Woche wurden dem Polizei- P'.ä« stdium gemeldet als«krantt an Tyvhu» 21, an Masern 149, an Scharlach 35, an Diphtherie 129, an Pocken 2. In dm 9 größeren Krankmhäusern wurden in d« Bericht» woche 787 Kranke aufgmommen, davon litten an Masern 12, an Scharlach 3, an Diphtherie 25, an TyohuS 3, an Rose 4. ES starben 130 Personen od« 20,6 pCt. all« in d« Woche Ge« storbmm; als Bestand verblieben 3655 Kranke. Wnssttrsternd der Spree in der Woche vom 23. bis inkl. 29. Mai 1886.(Angabe in Metern.' Polizei-vericht. Am 5. d. M. Morgen» wurde der Schneider Ullrich im Lustgarten in hilflosem Zustande aufge- funden und mittelst Droschke nach der Charitee gebracht. Er gab an, von ein« Bank gefallen zu sein und fich die linke Hüfte verletzt zu haben.— Zu derselben Zeit schnitt fich ein jung« Mann in einem Anfall von GeisteSgestörthett in der ettnlichm Wohnung in der Llnienstraße die Kehle durch. Der Tod trat auf d« Stelle ein. Die Leiche wurde nach dem Leichen« schauhause gebracht.— Än demselben Tage Mittag» verunglückte der Kutsch« Treutler auf dem Kottbuserdamm vor dem Hause Nr. 23 dadurch, daß«, während da» von ihm geleitete Pferd durchging, vom Wagen fiel. Er zog fich einen Bruch deS rechten Unterschenkels zu und wurde mittelst setneS eigenen FurwnkS nach seiner Wohnung geschafft.— An demselben Tage Nachmittags gerieth der Kutscher Krey» auf dem Grundück Koppenstr. 57 bei dem Vnsuch, währenv der Fahrt auf seinen Wagen zu steigen, unter die Räder und trug erhebliche Ver« letzungm am Ober- und Unterschenkel davon. Er wurde mittelst Droschke nach dem K-ankenhause im FriedrichShain ge» bracht.— Am Abend desselben TageS hatte fich ein Kellnn im Thiergarten, in der Nähe dcs Goethe- Denkmal», die Pulsader am linken Arm durchschnitten und wurde bewußtlos aus« gesunden. Derselbe wurde noch lebend nach der Wache deS 37. Polizeirevier» und von dort mittelst Droschke nach der Charttee geschafft.— Am 6. d. M. fiel ein Mann in Folge etneS Fehltritts auf dem Küstrinerplatz zur Erde, erlttt einen Bruch Oer linken Knieschride und wurde mittelst Droschke nach seiner Wohnung gebracht.— An demselben Tage, Vormittags, fiel der Prlvatwächter Habicht in der Straße All« Moabit in Folge eine» KrampfanfalleS von dem Hinterperron eineS in der Fahrt befindlichen Pferde- Eisenbahnwagens herab und«litt nicht unbedeutende Verletzungen im Gl ficht. Er mußte mittelst Droschke nach dem Krankenhause in Moabit gebracht w«den. — In der Nacht zum 7. d. M. machte eine Frau vor dem Hause Fliedrichtgracht Nr. 32 den Versuch, fich durch Genuß von PhoSphor und Kreosot zu vergiften. Sie wurde, nachdem ihr in der nächsten SanttätSwach« die erste ärztliche Hilfe zu Theil geworden, mittelst Droschke nach der Charitee gebracht. G«ichtS'Zeit«ng. Der alS PostauweisungSfälscher entlarvte Kandidat der Medizin Josef Wahle hatte fich gestern vor dem Schwur« g-richt beim hiestgen Landgtticht I wegen wiederholt« schwerer Urkundenfälschung zu verantworten. Der Angeklagte steht jetzt im 24. Lebensjahre, ist der Sohn eineS PostverwalterS zu Er« witte, einer Bahnstation in Westfalen, und studirte, nachdem er daS Gymnafium zu Brilon absoloirt hatte, an den Untv«fi« täten zu Straßburg und München Medizin. Die Ferien pflegte er stets in seinem Elternhause zuzubringen und dem Bat« bei der Erledigung d« Postglschäfte auszuhelfen. Die hierdurch «langte Kenntniß des Geschäftsgänge» der Postanstalten be» nutzte« nun zur Ausführung eine» sorgfältig vorbereiteten uns wohldurchdachten Planes, um fich auf betrügerische Weise nicht unnhebliche Geldsummen zu verschaffen. Wie« selbst zugab» hat er fich schon während seines Aufenthalts in München Stempel mit ven Ortsnamen Beverungen und Lobberich aufertigen lassen. Zu Ostern dei vorigen Jahres defand« fich wieder bei seinen Eltern, reiste dann nach Berlin und schritt hier sofort zur Ausführung seine» Plane». Er miethete zunächst zwei Wohnungen, die eine in der Zimmerstraße. die andere in der Leipzigerst.aße, und stellte dm detreffenden Wtrthinnen in AuSficht, daß er in den nächstm Tagm einziehm würde. In beiden Fällen verschwieg« seinen wahren Stand und gab fich für einen Referendar auS. Auch einen falschen Namen leote er fich bei, und zwar nannte« fich in dem einm Falle Otto H-lfert, in dem anderen Emil Schrein«; ja, er ließ sogar auf diese Namen lautende Vistten» karten an den Thüren seiner Wohnungm anbringen. Hinauf trat er sofort wieder die Rückreise in die Hctmath an, füllte vort zwei nach seinen Berliner Wohnungen adresfirte Post» anweisungen über dreihundnt dezw. vierhundert Mark mit vrr- stellt« Schrift auS, stempelte fie mit den in München ange« fertigtm Stempeln ad und fügte auf geschickte Weise mit Hilse der m dem Postamt deS VaterS befindlichen Zahlenstempel da» Datum hinein. Nun wußte er die falschen Anweisungen heim« lich in ein Packet mit Briefen, welches dann dem ambulanten Eisenbahn- Postwagen deS nächsten ZugeS übergebm wurde, zu stecken. Mit demselben Zuge reiste der raffi.uirte Fälscher nach Bnlin und bezog zunächst die Wohnung in der Zimmer- straße und wartete hier die Anhr st der unter der Adresse„Ref«endar Otto Helfert" abgeschickten Postanweisung ab. Der Briefträger zahlte ihm, da er von der Äirthin als der Adrassat bezeichnet wurde, die Summe von 300 Mark richtig au». Gleich nach Empfang deS Geldes eilte d« An- geklagte nach seiner zweiten Wohnung in der Leipzigerstraße und eS dauerte nicht lange, so traf auch hier die Postanweisung an den„Referendar Emil Schrein«" ein. Jndeß dieser Briefträg« war nicht so leichtgläubig wie der erste, sondern ver« langte eine Legitimation deS Adressaten. Doch selbst auf diese Schwierigkeit war der falsche Rrfendar vorbereitet. Er hatte auf dm angenommenen Namen ein UniversträtS-Abgangszeugniß gefälscht und dasselbe nun dem Beamten al» Legttimation vor« gelegt. Als ver Briefträger auch diese Legitimation nicht für ausreichend hielt, erklärte fich der Angeklagte bireii, selbst nach dem Postamt zu kommen, um daselbst die Angrlegenhett zu erledigen. Da aber inzwischen die erste Anweisung auf der Post als gefälscht erkannt und daher alle hiestgen Postanstalten telegraphtsch hiervon v«ständigt und zur Vorficht ermahnt worden waren, so wurde auch die zwelle Anweisung auf dem betreffenden Postamt gründlich ge» prüft und ebenfalls alt falsch erkannt. Die Verhaftung d.» Adressaten war nun leicht ausgeführt, nicht so einfach gestaltete fich ab« die Feststellung seiner Personalien. Denn der Schwind« l« verweig«te hinüber jede Auskunft, und eS war auch unter den von ihm auS der Heimath mitgebrachten Sachen nichts zu finden, was seine Herkunft hätte verrathen können. Man glaubte e» mit einem allen geriebenm Hochstapln zu thun zu haben und schickte seine Photographie an sämmtltche Polizei« behörden, um so vielleicht dm Namm deS Häftlings zu er« fahren. Doch selbst diese Maßregel blieb erfolglos. Schließ« llch mutbe aber in dem Notizbuch de» Angeklagten der Name feinet Heimathtortet vorgefunden und diet führte die Behörde auf die richtige Epur. Nachdem das Nationale des Schwind« lert festgestellt war, legte dieser ein offenes Geständnis ab und wiederholte daffelbe in der gestrigen Verhandlung. Staats» anwalt Oppermann charakteristrte das raffinirte Vorgehen det Angeklagten und empfahl den Geschworenen, die Frage auf mildernde Umstände zu verneinen.!Der Verthetdiger, Rechts« anwalt Dr. Friedmann, machte dagegen für seinen Klienten MrlderungSgründe gellend. Die Geschworeren billigten dem Angeklagten mildernde Umstände zu, worauf ihn der Gerichts« Hof zu anderthalb Jahren Gefängnih und zwei Jahren Ehr« verlust verurthrilte. Die Einmischung von Krane« in die manchmal etwa» strenge Erziehung der Kinder von Nachbar»» Unten hat schon viel Unhell angerichtet, so auch in einem Falle, der gestern vor der fünften Strafkammer hiesigen Land« gerichti I in der Berufungsinstanz gegen Frau Schneivermeister Bertha Schönseld zur Verhandlung gelangte. Alt dieselbe vor zirka 3 Jahren Herrn Schönfeld heiratbete, war sie Wittwe mit zwei Kindern; der letztere war über 4 Jahre langWittwer und halte vier Kinder, welche während seiner Wittwerschast in der Erziehung stark vernachlässigt worden sind. Zwei Kinder sind berellS in der neuen Ehe geboren. Da wird man sich von der Schwierigkell der Erzichung so vieler unermachsener, zum Theil halb verwilderter Kinder wohl schwerlich den rich« tigen Begriff machen können. Insonderheit warm es die Stiefkinder der Angeklagtm, welche fast täglich gezüchtigt werdm musjtm, um ihnen die zahlreichen Unarttgkellm auSzutreibm. Selbstverständlich hörten die NachbarSlmte das Schreien der Gezüchtigten, und leider legtm sich dteseldm in der Weise inS Mittel, daß sie dm«indem Vorschub leistetm, derm übertriebme Erzählungen unter Kundgebungm des Bedauern» und Verurtheilungen der Raben-Stiefmutter mit anhörten, sich die Striemen zeigen ließm, welche von dm erhaltmm Schlägen zurückdlieben, und schließlich die Polizei requirirten. Da» hiesige Schöffengericht vemrtheille Frau Schön« fett» lediglich auf Grund der AuSsagm dreier Frauen, die nur über Mitlhellungen der Kinder und über die geringm Ueber« bleibsel der Züchligungm Auskunft«eben tonntm, zu drei Monatm Gesängnitz.- Angeklagten in ihrem( Handell sein sollenden Kinder,„ schilderte in recht anschaulicher Weise die Nolhwendigkeit der etwaS ernsten Züchtigungen, und da keine der Zeuginnen Miß« Handlungen selbst gesehen hat, erkannte der Gerichtshof auf Freisprechung der Angeklagten. + Eine« Sack Koak« von ganz geringem Werth hattm zwei Männer an einem Februarabend von einem Neubau mt« wendet. Der Wächter hatte sie bei der That entdeckt. Der Sine, der noch gänzlich unbestraft war, wurde zu fünf Tagm, der zwelle, der vor 20 Jahren einmal wegen eine» Vergehrns Segen da» Eigenthum bestrast worden ist, und der in diesem salle alS Anstifter angesehm wurde, zu 1 Woche Gefängniß vom Schöffengericht vemrtbeilt. f Ist e» überhaupt gestohlen worden, da» Kästchen nämlich, in dem die Kellnerin Anna N. ihre Erspamiffe ver« wahrt haben will? Sie behauptet eS und auf ihre Anklage hw stehen zwei Schwestem, die dreizehnjährige Martha und die vierzehnjährige Hedwig V. vor der 93. Abtbeilung de» hiesigen Schöffmgertcht». Anna N. erzählt den Vorgang folgender« maßm. Eine» Morgen», als sie gerade beim Ankleiden war, hättm sie die beiden Mädchen, derm Eltern sie von ihrer Hei» mathSstadtjStettinher kenne, besucht-ZDie Kommode, in der sich ein Kästchen mit 21 M. befunden, habe offen gestanden. Während sie noch mit den Kindern plauderte, sei ihr plötzlich von der Äirthin gesagt worden, daß der Vater derselben sie zu sprechm wünsche; sie sei hinausgegangen und Herr V. habe ihr mitgel heilt, daß ein anderer Bekannter aus Stettin mtt ihr zusammmtreffm wolle. AlS sie in ihr Zimmer zurückkehrte, sei die Hedwig V. mit einem Korbe am Arm vorbllgegangen und bade gemeint, sie müsse schnell ihrem Vater nacheilen. Die Martha V- sei in der Stube gebliebm. Gleich darauf habe sie ihrer Wirthin die WSscherechnung bezahlm wollen und sie habe dabei dm Verlust ihreS Geldes entdeckt, da» Niemand ander» alS die Hedwig V. genommen haben könne.— Die Verhandlung nahm einen für die Angeklagte sehr günstigen Verlaus. Zunächst machte sie und ihre Schwester den besten Eindruck. ES schien unwahrscheinlich, daß ein Vater, dem daS beste LeumundSzeug« niß zur Seite stehe, mit ein solche» Komplot geschmiedet hätte, um Anna N. zu destehlm. Außerdem führte Herr V. dm Nachweis, daß die Anna N. sehr häufig sich in großer Geld- verlegmheit definde, und die Annahme, daß möglicherweise die Kellnerin nur fingirt hätte, bestohlm zu sein« um ihre Zahlungsunfähigkeit zu bemänteln und um die Wäsche« rechnung erst später bezahlm zu brauchen— eine Vermuthung, die der Herr AmtSanwalt selber offen aussprach— gewann dadurch noch an innerer Wahrschernlichkell, daß die Wirthin über dm Lebenswandel der Zeugin N nicht gerade Rühm» licheS zu bekunden wußte.— Unter diesen Umstanden wurden Martha und Hedwig V. freigesprochen und die Kosten der Staatskasse zur Last gelegt.— Der Herr Amtsanwall hatte sogar gewünscht, daß die Kosten der Anna N. auferlegt würden, well ihre Denunziation von grober Fahrlässigkeit, wenn nicht gar von Böswilligkeit zeige. Uereine und Nersammwngen« hr. Im Verein zur Wahrung der Interesse« der KlavUrarbeiter hielt Herr Dr. Sandmann einen interessanten Vortrag übet:„Die Nase in ihrer Beziehung zum Ocgani». mu»." Nachdem der Vortragende dm Bau und die Be» schaffmhell der innerm Thelle der Nase und die Kommunlla- tion derselben mtt dem Auge, dem Ohr und der Luftröhre ge« schildert hatte, gab er pravtsch wichtige Belehrungen aus dem Gebiete der Gewerbe Hygieine. Die vielen Fragen, welche nach Schluß de» Vortrage» an den Vorttagendm gerichtet wurdm, gadm den Beweis, daß der Vortrag daS Interesse an dem behandeltm Gegenstande in hohem Maße angeregt hatte. Nach erfolgter Aufnahme der neu eingetretenen Mitglieder gab Herr Nagel die Abrechnung über dm im Februar stattgefun- dmm VereinS'MaSkenbav. Die Einnahmen haben 1818 M., die Ausgaben 740,70 M betragen, so daß für die Kranken« mtterstützungSkaffe ein Gewinn von 1067,30 M. erzielt worden ist. Darauf wurdm noch zwei Krankmunterstützung»gesuche er. ledigt: daS eine durch definitive Bewilligung, da» andere durch Ueberweisung an dm Vorstand behuf» Prüfung. *«rbetter.»eztrk»veret« für den Osten Berlin«. Der Vorstand de« Vereins macht bekannt, daß folgende Zahl» stellen errichtet worden sind, in denm die Beiträge der Verein». Mitglieder entgegengenommen werdm: 1. beim Kasstrer Albert Berger, StrauSbergerstraße 27 n, Wochentags von 7—9 Uhr Abend», Sonntagt von 9—12 Uhr Vormittag»; 2. bei Herrn Tischlermeister Paul Langer, Lange Straße 79, parterre, zu jeder TageSzelt. Die MUglieder werdm, in Htnwei» auf§ 6 de» Vereinsstatuts, gebeten, fleißigen Gebrauch von dm Zahl« stellen zu machen. Zu gleicher Zeit macht der Vorstand darauf aufmerksam, daß BilletS zur Auerbach'schm Badeanstalt(vor dem Stralauer Thor) bei Herrn Meyer, Koppenstr. 66, zu haben find. m• verband deutscher Ztmmerleute(Lokalverband Berlin C.) Heute, Dimstag, AdendS 8 Uhr, Versammlung. Tagesordnung: 1. Die Anträge zum Handwerkertag. 2. Ver» schstdene». 3. Fragekastm. Aufnahme neuer Mitgliever. Gäste(Zimmerer) haben Zutritt. Kleine Mittheilungen. Breslau, 5. Juni. Während de» heftigen Gewitters in der Nacht vom 3. zum 4. d. hat ein Blitzstrahl den Thurm der Kreuzkirche auf dem Dome getroffen. Der Blitz fuhr nicht von oben kommend in ganz oder nahezu senkrechter Richtung nach unten, sondem er bewegte sich, wie es bei den Blitzstrahlen jenes Gewitters mehrfach vorgekommm ist, von der Seite gegen einm emporstrebenden Gebäudethell; er traf dm Thurm an einem ungefähr einen Meter unter dem sogenannten Knopfe belegenen Punkte. Hier oerbog er die lange, Kreuz, Knopf und Thurmkörper mll einander verbindmde eiserne Stange, die sogmannte Spille, so zwar, daß Knopf und Kreuz seitdem eine Neigung von etwa 20 bi» 25 Grad gegen die Senkrechte nach Westen hin(Richtung zum Bltndminstitut) bekommen haben. Die Abweichung der äußersten Theile des Thurmei von der senkrechten war am gestrigen Tage bereits bemerkt worden. Heute Nachmittag glaubte der Glöckner der Kirche ein Rauch« Wölkchen unter dem Thurmknopf aufsteigen zu sehen, und bei genauerer Beobachtung stellte eS sich heraus, daß in der That die Spitze deS Thurmei rauchte. Der in der Nacht von Donnerstag zu Freitag niederaefahrene Blitz hatte das Holz» werk de» ThmmeS in(einen äußersten Ausläufern nach oben entzündet, und unter dem Kupferblech'Mantel, welcher den sehr spitz emporstrebendm oberm Theil de» ThurmeS dicht umschließt, hatte daS Feuer langsam wetter gezehrt, bis ei endlich, etwa vierzig Stundm nach dem Beginne deS Brande», bemerkt wurde. ES war unmittelbar vor vier Uhr Nachmittags, so be» richtet die„BreSl. Ztg.", als die Feuerwehr alarmirt wurde. Sie erschien sofort in bedeutender Stärke auf der Brandstelle und begann ohne Säumen dm Versuch, an den Herd deS FeuerS zu gelangen. Die Aufgabe war eine der schwierigsten. Oberhalb de» in Zweidrittel semer Höhe da» äußerste Mauer« werk des Thurme» krönenden Steinkranzes(Galerie) strebt der Thurm, fortan ausschließlich Holzkonstruttion mit Kupferbekleidung, wie schon erwähnt, sehr spitz empor, so daß die zehn obersten Meier gewiffermaßm ein dichteS Balkenbündel bilden, innerhalb dessen ein wettere» Empordringen völlig auSgeschloffm ist. Der Weg zum Herde de» Feuer» war also nur von der obersten RuSsteigelrcke au», etwa zwanzig Meter unterhalb de» Knopfe», auf der Außen« feite möglich, wo die zähe Kupferbedachung, die mit keinerlei Vorrichtungen zur Traguna von Leitern ausgerüstet ist, den Bemühungen zum Emporsteigm den hartnäckigsten Widerstand entgeamsetzte. Stundenlange Mühen führten endlich dazu, daß ein Schlauch auf fünf, dann auf vier, zuletzt auf drei Meter Entfernung dem Herde des FeuerS gmähert werden konnte. Die auSgezeichnetm Druckspritzm unserer Feuerwehr ermöglichten eS nunmehr, einen Wasserstrahl bl» an den Herd deS FeuerS hinanzusmden. Leider hatte dieser Strahl nur geringe Wir» kung, da die Kupferdedachung sein Vordringm btS zu der biSweilm fichtbar Funken werfenden Brandstätte hinderte. In Anbetracht der geringen Wirksamkeit deS bisherigen Löschwerkes setzte et sich die Leitung der Brandhllfe alsbald zum letzten Ziele, den Brandherd unmittelbar zu,»eichen. Auf dem Wege nach oben mußte daS Kupferblech entfernt werden» damit in da» Holzwerk Stetgeeism zur Stütze für nach oben anzudrin- gmde Leitern eingetrieben werdm konnten. Dabei konnte die ganze Arbeit oben an der Thurmspitze nur ein einziger Mann thun; der Brave, welcher hier stundenlang, ohne sich ablösen zu laffm, rastloS auShiell, war der Feuerwehrmann Robinson. — Zuletzt hemmte die einbrechende Dunkelheit das weitere Rettungswerk. Um 9'/« Uhr rückte die Feuerwehr vom Brand« platze ab, eine Brandwache zurücklassmv, welche in dem Falle, daß etwa die helle Flamme au» der Thurmspitze herausschlagen sollte, die Hauptwache alarmirm wird. Daß der Knopf mit dem Kreuze noch während der Nacht herabstürzen könnte, wird nicht befürchtet, weil die Spille, die beides trägt, und die nicht gebrochen, sondem nur gebogen ist, sehr tief hwad in da» Holzwerk reichen soll. Morgen, Sonntag, dm 6. d. M., früh um 4 Uhr, wird die Feuerwehr wieder auf der Brandstelle erscheinen, um die heute Abend unterbrochene Arbeit fortzusetzen. Man hofft, nach weiterer zweistündiger Arbeit die noch zurückzulegenden drei Meter diS an dm Brandherd vordringm zu können, worauf dann das Ablöschen deS FeuerS keine besonderen Schwierigkeiten mehr bereiten wird. Ist aber da» F-urr gelöscht, dann kann bei der soliden Konstruktion deS Thurme» die erforderliche wettere Sichemngsardeit voraussichtlich den Archttettm überlassen wer- dm. Ein inzwischm eingelaufene» Telegramm meldet, daß e» gelungen ist, de» FeuerS Herr zu werdm. Ltegnitz, 5. Juni. Wie da»«Liegn. Tgbl." schreibt, ist der Mörder de» DroschkmbesitzerS Affig in MiloSlaw oerhaftet worden. Der Verhaftete heißt Kamladen(nach anderer Mel- dung Kallmbach), und ist aus Kniegnitz» KreiS Lüben, gebürtig, wo seine Eltern, durchaus ehrenwerthe Leute, eine kleine Mülleret betrieben. Der Verbrecher langte unter Eskorte auf dem hiesigen Bahnhof an. Staatsanwalt Pauli und Gefängniß-Jnspektor Hein Übernahmen den Verhafteten, der von den TranSporteurm zunächst in der Gepäck-Expedition untergebracht und darauf mittel» Droschke nach dem Gefängniß gebracht wurde. Bei seiner Ankunft waren ihm die Hände vor dem Leibe geschloffm, sein Anzug sah sehr teduzirt au», sein Bmehmen dem Publikum gegenüber war äußerst frech. Im Gefängniß wurde er ruhiger. Dort wurde er sofort einem kurzen Verhör unterworfen, nachdem Lehrer Nusche sowie der tzauShälter de»„HotelS zur Eisenbahn" ihn beim ersten Blick auf daS Bestimmteste rekognoszirt hatten. Kam« ladm giebt an, am Sonnabend vor 8 Tagm nach Liegniß ge kommen zu sein und sich in dem eben genannten Gasthof aufgehalten zu haben. E» will dann nach Goldberg gegangen sein, ein dortige» GasthauS besucht und sich von da auS einen Wagen zur Rückfahrt verschafft haben. Der Kutscher diese» Wagen» war Asfig. Unterwegs, so erzählt Kamladm, habe er dem Assig den Revolver gezeigi, und bei diesen Demonstra« tivnen, bei denm Asfig die Schußwaffe wiederholt selbst in der Hand genommen, habe sich der Revolver entladen, die Kugel sei dem Asfig in den Kopf gegangen, so daß sie den sofortigen Tod herbeiführte. Dann sei er, Kamladen, über Lüben bis zu jener Stelle bei seinem Heimathdorfe Kniegnitz gefahren, an welcher er die Leiche im Komfeld« versteckte. Er ist dann in die Provinz gefahren, wo er in MiloSlaw verhastet wurde. Der Verbrecher, 37 Jahre alt, ist den Behörden ali ganz gefährlicher Mensch bekannt. Zwei Mal ist er früher aus Muskau entflohen; er hat noch drei Jahre in Striegau abzusitzen, von wo er ebenfalls mtsprungm war, und außerdem find Kriminalanklagen gegm ihn in Haynau und Zittau an» tettta, 6. Juni. Der erste Subvention«« Dampfer „Stettin", welcher auf der Werst deS„Vulkan" für den Bre« mer Lloyd erbaut worden ist» ist gestern Nachmittag 4 Uhr unter Assistenz eweS Bugstrdampfer« von hier nach Swine« münde abgegangen. Mainz. 5. Juni. Ueber die Fahrgeschwindigkett der euro« päischm Eisendahnen hat ein höherer Beamter der Ludwig»- bahn folgende interessante Zusammenstellung gemacht. Am schnellstm fährt die Mttl.«ahn auf der Strecke London« Glasgow nämlich 70 Kilometer per Stunde; dann folgt die London» und Nordwest« Bahn gleichfalls auf der Route London- Glasgow, mit 65 Kilometer per Stund«. Hieran reiht sich zu« nächst die Linie PariS-Calai» mit 58 Kilometer und Pari», Bordeaux ebenfall» mit 58 Kilometer per Stunde. Deutschland kommt erst in dritter Reihe, und zwar ist hier die größte Fahr- geschwindigkeit auf der Route Berlin-Köln mit 51 Kilometer und der Blitzzug Mainz-Basel mtt 54 Kilometer per Stunde. Bei dem letzten Derby-Rennen brachte e» ein Renner auf 52 Kilometer und bei dem internationalen Veloziped> Rennen in Nürnberg ein Radfahrer auf 30 Kilometer per Stunde. Lübeck, 5. Juni. Eine erschüttemde Famllientragödie er« eignete sich gestern Morgen auf dem hiesigen allgemeine« Kirchhofe. Gegen 10 Uhr erschoß sich daselbst auf dem Grabe seiner Mutter der vierundzwanzigjährtge Handlungs« gehülfe Z,«elcher erst vorgestern Abend nach längerer Abwesenhett von Manila nach hier zurückgekehrt war. Die Liebe zur Mutter, welche während seine» FernseinS gestorben war, hat den unglücklichen jungen Mann zu seiner unseligen That getrieben. Hage«, 4. Juni. In vergangener Nacht wurde dem Fa« brikanten Joseph Schnettler in Hägen durch den pcnstonitte» Eisenbahnbeamten Runde daselbst der Bauch aufgeschlitzt- Beide waren spät NachtS von einem Ausflug nach der sogen. Donnerkuhle heimgekehrt und in Streit gerathen. Schnettler wurde heute Morgen von Vorübergehenden bewußtlos im Chausseegraben gefunden und später in» Krankenhaus tranS' pottirt. Die Arrzte erklärm seinen Zustand für absolut hoff' nungSloS. Der Thäter wurde verhastet. Krakau, 5. Juni. Ueber einen Grubenbrand in Siersza meldet die eben zurückgekehrte Feuerwehr Folgende»: AlS ver Brand auidrach, befanden sich nur zwei Arbeiter in der Grube; zur Rettung derselben stiegen vier Arbeiter in die Grube hinab. AlS auch diese nicht mehr zum Vorschein kamen, stiegen noch 24 Arbeiter hinab. Diese fanden die ersten sechs Arbeiter todt; vier Leichen wurden heraufgezogen, die anderen zwei aufzufinden war unmöglich, weil der Ärubenbrand fort« dauert. Sämmtliche übrigen Arbeiter wurden thetls ohn« mächttg, theili verwundet auS der Grude gezogen. Von hier hat sich eine GerichtSkommtsston zur Unglücksstaste begeben.., Marseille, 3. Juni. Eine neue Sisenbahnkatastrophe bat dahier Schrecken verbreitet. Der von Aix kommende Zug N" 415 hielt am 31. Mai im Bahnhof St. Marth«, um einige Paffagiere auszusetzen, alS drei von dem Güterzuge im Bah» Hofe Saint- Antoine losgelöste Kohlenwagen mtt ungeheurer Wucht auf den Hinteren Theil de» Personenzuge» anstießen. Anf dem Gefälle zwischen den beiden Bahn' böien hatten die Waggon», ihrem eigenen Gewicht überlassen. 4600 Meter mit einer schließlichen Geschwindigkeit von 120/1$ Kilometer per Stunde durchlaufen. Der Stoß war schrecklich Die drei Koblenwagen, der Hintere Packwagen de» Personen' zug», ein erst« und zwdttlasfiger Personenwagen flogen# Trümmer, bevor die Angestellten De« Bahnhofes durch Alcuw' stgnale von Saint-Antoine avistrt, Zeit hatten, Vorkehcungen zu treffen. Der Aixer Zug war von zahlreichen Paffagteien besetzt und nach dem ersten Schreck mengten sich die herzzen reißende« Schreie der Verwundeten mit den Rufen der ff» kopfloS überstürzenden unversehrten Reisenden. Da» allgn meine Entsetzen zog noch unbeschreibliche Austritte nach# Nach und nach stellte sich etwa» Ruhe ein, die Bahnbediensteten, von Reisenden und den Arbeitern der nahegelegenen Mehlfabril G-rin Fröre» unterstützt, machtm sich an die Rettung der Opfer. Mit Sorgfalt wurden die tausenderlei Trümmer abge» Hoden und nach unsäglichen Anstrengungen gelang eS, die Ver- unglückten zu befreien. Durch den Draht benachrichtigt, eil« ein Expreßzug, aus Lokomotive und Dienstwagen desteheich. von Marseille herbei, weitere Hilfe kam von St. Louis, und nun tonnten die meisten der Verwundeten ihre Btstimmung»' orte erreichen, während die anderen nach Marseille überführt wurden. Es find im Ganzen 17, ausschließlich von biet ujw au» der Umgegend. Die Katastrophe hat sofort ein Echo i# Gerichtshof in Aix gefunden. Die Session war nämlich am Vormittag eröffner worden und es fehlten 8 Geschworene, welche nach einer Halden Stunde Warten« jeder zu 200 Frck- Strafe laut Gesetz verurtheitt wurden. Die Armen hatten nud' erscheinen können, denn sie waren bei der Katastrophe de» theiligt. Es scheint nun einige Verleginheit zu bestehen bin- ficktlick der Ausführung de» ausgesprochenen UltheflS- Um 1 Uhr Nachmittag» konnten die Verbindungen zwischen Marseille p und Aix wieder ausgenommen werden.' A blatt".................... doch hauptsächlich Arbeiter verkehren._______ thun, würden aber allen Arbeitern empfehlen, ""JV M/*** wir UVV«, UMV«»»•••n vy.v.., ItzV. treffenden Wirlhm die Anschaffung zu verlangen»n» Lokal zu meiden, in denen trotz wiederhotter Bttwr va � nicht aufliegt. Die Arbettrr können von dm Mlrttze pe» von ihnen leben,»um mindestm beanspruchen, ML Blättern anderer Parteien, die ja regelmäßig da stnv- Blatt der Arbeiterpartei vorhandm ist. « evr i■ M»_,_ «. Schl. Wir konnten dä»"nätürlich. nich��AtSfirt »«-, M- «9* WM#»*•VIMWI» VW»«»WtzWtz»»Mf' nehmm deshalb unseren Vorwurf gern zurück ungut. auch da» 35. Regiment Bajonnctte»um Aufpsta haben. Ketzte Machrichte». Da» Schicksal der Homerulevorlage hängt, nach der »?°ss. Ztg.". ganz von zwanzig unmtschlossmen. Lcheralen a' dir zwette Lesung 16, wenn sie gegen die Vorlage stimmen. Weitere Zugeständnisse Gladstone'« werden nickt envS,. Wird die Vorlage verworfm. so erfolgt am 24. D. M-*, lösung de» Parlaments.— Für heute ist bereit» ein Kabine. rath anberaumt; falls die Homerulebill verworfen wird,> über die notwendigen Maßnahmen für Auflösung des v,, lamentS und schleunigste Berufung an da» Land berai weiden. tii„.j Cholera. Von Sonnabend bis Sonntag Mittag v an der Cholera in Venedig 30 Personen erkrankt und 10 t, Ionen(darunter 6 früher Erkrankte) gestorben; in Bart iL, 5 Personen erkrankt und 2 Personm(darunter 1 früher krantter) gestordm. Bei de« in Pest stattgehabten Deinonstratio�t gegen dm Bmelai JanSli wurdm mehrere Personm oerwui und 31 Personm verhaftet. Zahlreiche Schaufmster fin°' j trümmert. Am Sonntag Abmd wurden wiederholte, V � unbedeutende Versuche gemacht, die Demonstration,« s* z dm General JanSki zu erneuern; letzterer war jcDowOir von Fünskirchm direkt nach Wien abgereist. Die, cti« waren durch Militär theilweise abgesperrt unv zahlreich aui�. dotme Polt, ermacht verhinderte überall größere Ansammlung� Zur Prinzenfrage in Frankreich. Prinz 3«° ,, Napoleon richtete an die Deputtrtm ein Schreiben, wort j gegen seine Ausweisung protestirt, die ihn nicht aiS Waten � dedrohe, da er kein Prälendent sei, sondern alt HauP � Familie Napoleon. Er würde aern die Verbannung su, Wiederaufrichtung des 9 für die Republik rührten........—...... Verfoffung und von der schlechten Politik der Regiermden Die Ausweisung der Prinzm werde Aechtungen von und die Schreckm deS Bürgerkrieges herbeiführm. setze seine Hoffnung auf das Volk, weichet bald seine w Freunoe erkennm werde. � v. Der Streik der New-Korker Pferdebahnbedie«' ist durch Komvromiß deendet., Ueber 300 Laflarbetter streike« in Lübeck, und 40 Schiffe können nicht gelöscht werden. •Urantinedü*«!■akaliiui«L Anntttate in ««»#*»#*»«tin IW.»«chsUatze»