»r. 133 Donnerstag den 10 Juni 1880. lU. SerlimWksdlM Lrgan für die Interessen der Arbeiter. Da«»StKlixcf BaII«SJattM «WWW tätlich SSstattti auja nach Dann- und F«fttag«ü. Äds.M«rZN»vr«tS Kr verlin ttsi Iri Hcm» Birftrliäjriich 4 Mach monatlich 1,85 Stach»Schentlich 55-bf. BoKadvnnem�rl i Mach•u»;lru 5lu*nn«c t Pf. Gt-nmagt-Rwu»?. mit Mufkw« Beilaae 16 Pf. («fegdragen in der WwWungjWüH* für«k unlt- Ar. 7«) Zxfertioxsgebühr beträgt für dt« 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbettimarlt 10 SfSFtt jjfc Bei größeren Sluftröpen hol.« Rabatt nach Uedereinkunft. Inserate werden dl? i£|? Nachmittag« in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen***%,.*. Bureaur, ohne Erhöhung de« Preise«, angenommen. KiöchkttO»: D»«chstr«str t*— G«P»Kttw»! Ii««erstrsste 44. Aiißmhtliche Geburten. Vielfach wird behauptet, daß die außerehelichen Geburten nicht auf die sittliche Höhe oder Tief« der Gesellschaft schließe» laffea. Diese Behauptung hat doch in der That nur eine geringe Berechtigung. Wir wolle« gern gelten lasse», daß geistig durchgebtl- dete, energische Naturen selbst der„sta»deS»mtlichen Ver- «Shlung" entbehre» könne«, um ihre gegenseitige« Rechte »» wahre» und ihren gegenseitigen Verpfltchtunge» vachzu« komme», aber im Allgemeine« ist der gegeuwänige Bildung«» Zustand auch unter den Kulturvölker« ei« solcher, daß«ur «»«»ig« Personen auf der angedeutete» sittliche« Höhe sich bchuden. Wie bei der Schulpflicht der Kinder hat da« Gesetz jetzt»och ein ernstes Wörtchen bei der Ehepflicht mitzusprechen. Und wer da« nicht gelte» lasse« will, de««rinner» wir am die bei weitem größere Sterblichkert der uneheliche» Kinder, al« der in der Ehe geborene«. Vom Vater ver« aachläsfigi, quillt sich die Mutter bei der Pflege ab und vtterliegt meinen«.--— E« find ja übergenug Verhältnisse vorhanden, wo eine Eheschließung erschwert wird— aber seitdem die kirchliche Einsegnung oder Kopulation nicht mehr nöthig ist, find doch die schwersten Hindernisse au« dem Wege geräumt und auch die Gemeinde» haben da« Recht de» Einspruch« ver« loren. Die„standesamtliche Vermählung" aber ist ei» Zivilakt, der lediglich die bürgerlichen Verhältnisse zwischen den Gatten regelt. E« werde« die bürgerlichen Rechte und Pflichte», denen sich die Verehelichte» in der Gesellschaft zu untn werfen haben, einfach festgestellt.--- p. Anß« der Ehe geborene Kinder werde« sofort in de« �?utz der Eh. genommen, wenn diese Ehe auch«achträg- "ch«folgt. Und für die Kinder, um dt« e» sich hier ""stet Linie handelt, ist da» eine Wohlthat. 3» einzelnen Gegenden Deutschland«, besonders ,m %%a. gilt e« für de« Man« für eine größere Schande, "< für das Weib, wen« er dasselbe, nachdem e« ern Kind "0" ihm empfange» hat..fitze« läßt". Und hier stoße« r auf den moralische» Effekt. Im Allgemeinen hat da« Mädchen die ganze Schwere ver außerehelichen Geburt zu ttage«. Sie nennt man„ge. fändet", st« wird verachtet, während der Bursche, de, Mann unangefochten umher läuft, die Alimente zahlt oder »uch nicht zahlt und sich durchweg weder um die Mutter, uoch um da« Kind kümmert. Da« ist bei alle« «lassen der Bevölkerung so und kommt verhältmß« vsäßig bei de« Reichen viel häufiger vor, al« bei de« Armen. Daß die« Alle« in einer mehr entwickelte« Gesellschaft "»»kW MttMTtOL] Jeuilleton. Gme Mutter. Roman van Krtedrtch Gerftäcker. (Fortsetzung) »Da bringen Sie mich lieber gleich um— mit den Zahnschmerzen kann ich nicht Komödie spielen." »Ich lasse Ihnen de» Zahn ausreißen..." „„Danke Ihnen, das kann ich selber, und ,« der Rolle &W do� wahrhaftig nicht, daß der Güldenster»«wen dicke« .E« ist ei« Hofman»— warum soll«in Hofman» Vicht eben so gut einen dicke» Backe« habe», wie ei» anderer Mensch?" rief der Direktor. .„Aber der Rebe spielt ja den Güldenster»- wa« ist v«m» mit dem lo« f" _,„Der Rebe spielt de« Hamlet- Handor ist fort. Gott wohin, hat sich hier wenigstens heute Abend mcht sehe« lasse»..• »Der Rebe spielt den Hamlet?'__ � i»Schreie« Sie nicht so, man hört ja jede« Wort «raußtn— und wen» der d, e Rolle übernommen hat, werde» Sie doch wahrhaftig die paar Worte spreche« lvmne« i" .«Jetzt bitt' ich aber zu grüße«. Rebe de« Hamlet, da Maus«„„HI al« Geist debutire«?" »Also Sie spielen?" �_ w.«Aber, bester Herr Direktor, der Rheumatismus ist j** w da« Kreuz geschlagen und ich kann da« linke Hrnter« a Vicht mit fortbringen; ich hinke wie ei« Jnvaltbe. »E« steht»irgend« in der Rolle, daß Güldenstern »chl hinkt; hinken Sie in Gotte« Name», aber mache» tfehep� Sie in die Garderobe komme« und sich an« »Na, da« wird gut gehen, aber ich habe«och»icht ivj�a-�meiv» Rolle, und da fällt der Vorhang schon ander» wird, da« braucht man un»«icht erst zu sagen; aber vorläufig stehe» wir auf dem Bode» der heutige« Gesell» schaft und habe« mit dieser zu rechne». Wir erinnern un«, daß Mütter allerding» mit schwerem Herzen— und da« ist ostmal» gerade im Westen Deutsch» land« pasfirt— ihren Söhne» befohlen haben, das Mädchen, und wenn e! noch so arm, welche« von ihnen schwanger war, zu heiralhen. Ein W o r t b r u ch, ei» an einem derartigen Mädchen vrrbrochener, gilt— der Wahrheit die Ehre!— in einzelnen Gegenden für schlimmer, al« ein Todtschlag au« Eifersucht. Und ist ein solcher Wort» bruch nicht auch zugleich ein doppelter Todtschlag, verübt an der Mutter und dem Kinde?— Man wird einwenden, da« Mädchen hätte nicht vertrauen, c« hätte sich in Acht nehmen solle»; da« Weib besäße ja dieselben Rechte wie der Mann, e« müsse sich emanzipiren und wie all' die Redensarten heißen mögen. Alle« gut, alle« schön — e» ist auch nicht nur nicht unmöglich, sonder» ganz de» stimmt, daß da« Weib in einer entwickelteren Gesellschaft ein« bessere, eine selbflständigere Stellung einnehme» wird. Aber gegenwärtig und augev blicklich ist an dem Verhältniß zwischen den Geschlechter» nicht« zu ändern.--— Uebrigen« finden wir auch durchweg in den kultur entwickeltere Gegenden unsere« Vaterlandes in Beziehung auf die Ehe» und die Geburten bedeutend bessere Zustände, als in de« weniger entwickelte,. LandeStheile». Während in den rein bäuerlichen orthodoxen Gegenden der beide» Mecklen- bürg und indem streng katholischen Oberbaper» gegen 15 pCt. uneheliche Kinder vorkomme», liefern die industriell und kulturell hochentwickelte» Provinze» Rheinland und West- falen zirka 4 Prozent. Während überhaupt der Osten Drutschland« durchschnittlich 11—12 Prozent Kinder außer der Ehe erzeugt, begnügt sich der Weste» mit zirka 6 Prozent. Wie hier die höhere Kultur auch die höhere Moral in dieser Richtung besitzt, so auch bei den Vergehen und Verbrechen, die gleichfall« im Osten diejenige» im Westen um ei« volle« Drittheil übersteige». Also, die Kulturentwicklung bedingt zugleich die Eni» Wickelung der Moral. Darau« ersieht man, wie hinfällig da« reaktionäre und orthodoxe Geschrei von der entsittlichen» den Bildung und Zwilisation ist.--— Zum Schlüsse wollen wir hier noch au« einer im Münchener statistrsche« Bureau hergestellte« Uebersicht über die Sanität«-, Geburt«» und Sterbiverhältnisse vo» sechszehn Städte» Deutschland« und vo« Wien einen Passu« herausgreife», au« dem man sieht, daß Berlin, da» so v>el ge« schmähte, im Paukte der Moral gar»icht die ihm so oft im Volk«munde angedeutete tiefe Stelle einnimmt: In Hamburg komme« auf 100 Geburten 11, in Berlin 13, in Dresden 20, in München 30, in Wie» 43 außereheliche! „Rebe hat sie, in Handor'« Garderobe, lieber, bester Meier. Zehn Thaler baar I so vi.l Spielhonorar habe« Sie in Ihrem ganzen Lebe« noch nicht gehabt!" „Da« weiß Gott! Na, meinetwegen;" stöhnte Meier,„wenn e« denn tinmal auf meinen Ruin abgrsehe» ist, mir kann'« recht sein!" Und mit de« Kopf schüttelnd, begab sich der unglückliche, ftisch geworbene Güldenster« «ach hinten und brummte»ur unverständlich Verwünschungen über da» verdammte„Mimen" in de» Bart. Und draußen wirkte Peter«. Kaum war der Vorhang gefallen, als ei« Paar riesige Hände zusammenschlugen und eine scharfe Stimme da capo! brüllte, Andere stimm, en bei, und da» Parterre, leicht ge» neigt, einem solchen Beispiel zu folge«, fiel endlich, wen» auch«icht gleich in Uebereiustimmung, in de« Beifall ei». Auch auf der rechten Seite de« zweite» Range« wurde der Ruf da capo laut, aber»och vereinzelt und von einer ganz unsichtbaren Stimme; aber der Vorhang zögerte»och wieder auszugehen, und nun wurde da« Publikum«nge» duldig. .Bellachini'rau«, Bellachini'rau«!" schrie« Einzelne —„da capo!" tönte der Ruf wieder,„da capo!" ging da« Echo vo« da und dort, und al« der Vorhang jetzt in die Höhe rollte und al« da« junge, reizende Mädchen mit einem wilde« Sprung»och einmal auf der Bühne er» schien, brach der Beifall stürmisch au«. „Musik, Musik I" schrie de, Direktor, der selber hinunter an die Orchesterthür gelaufen war—„noch einmal anfange» — ralchl" Alle Musizi wiederholte» die Worte— der Kapell» meiste* sah sich»ach der Thür um und bemerkte da« er» hitzte Geficht seine« Direktor», der Taktstock hob sich, und die Tänzerin, von der Musik überhaupt hingerissen, begann »och einmal, während e« jetzt vo« oben Kränze und Boquet» ordentlich,»iederregnete. Krüger aber brach im Konversationszimmer auf dem Soph» zusammen und stöhnte: „ll«d wenn ich so alt würde wie Methusalem, an de» Abend will ich denken!" Die Wmulimilr ArbnlcrmBkllimg m Neris. Auf Veranlassung de« Pariser Gemeinderaih« wurde im Pavillon der Stadt Pari« und dessen Umgebung, zwischen dem Industriepalaste und der Seine, eine internationale Arbeiterausstellung organistrt, deren Eröffnung am 6 d. erfolgte, obwohl, wie gewöhnlich, die Jnstallttung noch nicht fertig ist. Die Ausstellung darf nach dem Programme b l o« G e« genstände enthalten, welche von Ardeitern ange« fertigt wurden, die ganz allein oder mit Genoffen auf Theilung arbeiten, jedoch kein« Menschentraft mietben oder in irgenv einer Weise ausdeuten. Meister, die Lohngcbilfen, Ar» bester, die Lehrlinge halten, dürsten also diese Ausstellung nicht beschicken. Zweck dieser Bestimmung war, den eigentlich.» Proletariem Selbstvertrauen zu geben und ihnen zu zeigen, daß ste im Stande seier, mit der eigenen Kraft und Geschick- ltchkest, ohne einen Unternehmer, ohne die Hilfe gedungener Arme, Waaren zu erzeugen, die den Wettbcirerb mit den Ei« zeugntffen dei Unternehmer- und Lohnarbeiterthum« bestehen können. Daß G«lv der Stadt Paris diente dazu, den Ardei« tern, welche für die Ausstellung einen Gegenstand herstellin wollten, den Rohstoff und einen Vorschuß zu liefern, von dem ste während der Heist-llungSzett leben konnten. Die Veran» stalter der Autstellung hoffen, daß diese den Ardeitern dcn Bewei« liefern werden, daß ste dei gemrir fchastlicher Hei vor- dringung ebenso gut und beffer produztren können al« bei der Lohnarbeit für einen Unternehmer, und sie erwarten von ihr auch die Anbahnung einer unmiltrlbaien Verbindung zwischen den Erzeugern der VerbrauchSgegerstände und deren Käufern. Di« Ausstellung ist, wie gesagt, trotz der Eröffnung noch nicht fertig und wird wohl später einen reichern Anblick gewShren. Vorläufig enthält ste neben Schülerarbettern au« den städltfchen Gewerde« schulen, wahren Musteranftolten in jeder Hinficht, einige Möbel, Ma:mor-Kami.it, Mosaik Arbeitm, Equ'pagen, Drosch« ken u, f. w.„Selbst das strengste Auge, schr.idt der Bericht» erstatter der„Voff. Ztg.", wird an diesen Gegenständen nicht« auSzusetz n finden. Sie find ganz so gefällig, ganz so elegant, wie da« beste, wa« man in den betreffenden Handlungen-u sehen und zu kaufen bekommt, und wahrscheinlich find ste tüchtiger und dauerhafter gearbeitet. Den Beweis lief-rt dte Ausstellung, daß dte Arbeiter ohne Unternehmer. Aufseher, WerkttUirer u. s. w. Wagen. Möbel und Maimoraibeitrn tadello« und schön herstellm können." Der Pariser Gemeinderaih hatte flch zu der Eröffnung fast vollzählig eingefunden und der Prästdent veffelben, Hoorlacque wie auch der Bürger Chabert, wünschten den Arbeitern zu ihrer Erlösung von den Feffeln de« Kapital« Glück und versprach. n ähnlichen Unternehmungen den Beistand drr Väter ver Hauptstadt. Man wird vielleicht in Bourgeoisblättern über die Klein» Der Verlobu»g«abeud. Und wo war Handor indessen? Er hatte den Nachmittag die'«, Tage« in fieberhafter Unruh« und Ungeduld verbracht, denn er stand an einem Wnldepuukt ferne« Leben«, und die nächsten Stunden mußten entscheide«, ob e« zum Guten oder zum Böse» neigen würde. Liebte er Paula wirklich und aufrichtig? Er hatte an sein eigene« Herz«och nie die Frage ernst' gestellt, denn er wußte, daß er keiner solchen Neigung fähig sei. Er liebte «ur sich selbst; nur sei» eigener Ehrgeiz, sein eigene« Wohl» befinden stachelte ihn an und da« liedliche Grafenktnd mit einer halben Million im Hintergrund reizte natürlich seine Begierde». Er merkte bald, daß er eine» Eindruck auf sie gemacht; die Aufstellnng eine- Liebhabertheater« bot ihm erwünschte Gelegenheit, hr in einer Weise zu nahe», die ihm unter andere» Verhältmsse« unmöglich gewesen wäre, und Paula, überhaupt finniger und schwärmerischer Natur, glaubt« in ihm da« Ideal ihre« Leben« gefunden zu gab**. .. w o« Rang, Vermögen und Bildung ttef unter ihr stand, achtete oder sah sie«icht; die Klage» de« routi» »men Liebhaber« rührten ihr Herz und machten ihr Mttle,d m,t seinen erheuchelten Leide« rege. Die übermäßige und unvernünftige Strenge dabei, mit der sie von einer harige« sottene« Gouvernante bewacht wurde, reizt« sie zum Wider» stand, und sie vergaß sich zuletzt so weit, dem Geliebten heimliche Zusammenkünfte zu gestatte«. Sie allerdivg« sah darin nicht» Arge«; ihr Herz halte sich ihm so rein und voll hingegeben, so gut und lieb und brav erschien er ihr in alle» Stücken, daß sie ihm a;ch mit ihre» Liebe ihre Ehre anvertraute und selig träumend Monde» lang an einem Abgrund stand. So verschlösse» aber ihr dabei sei« wahre« und innere« Gemüth geblieben, so vollkommen hatte ihr Handor OHMMZ h-it der Autstellung spotten. Wir, die wir missen, nie schwer es Arbettern fällt, die nöthigen Mußestunden und HUftmittel zu finden, um außer für den Unternehmer etwas für fich selbst zu thun, sehen in dem Werke einen neuen Beweis der Tbaten- lust und des Gefühls der Eeldstständigkett deS französtschen Proletariats, der die Hoffnungen auf eine baldige Uederwin- dung der Abhängigkeit des Arbeiters vom Unternehmerthum überall neu beleben wird. Das Vorurtheil, ohne Leitung der Produttion durch private Untemehmer würde die Produttion überhaupt zu Grunde gehm» steckt heute noch unausrottbar in vielen Köpfen. Jede neue Ausstellung dieser Art der Pariser wird zur Beseitigung dieses Vomrtheili bettragen und der genoffenschasttichen Produttion die Wege bahnen. Politische|leir erficht. Die Blätter der Fortschrittspartei, welch« bekanntlich jetzt das Fest ihre» 2SjShrigm Bestehens feiert, drücken fich vielfach recht gedrückt über daS bisher Erreichte aus. So schreibt die„Freis. Ztg.":„Bon den Forderungen des Pro« gramms von 1861 ist noch Vieles nicht erfüllt. Das ver- faffungSmäßige Recht ist weder in Preußen noch in Deutschland genügend fichergestellt; wir kämpfen nach wie vor um „strenge, konsequente Verwirklichung des verfassungsmäßigen Rechtsstaati", um„Schutz deS Rechts durch wirklich unab« hängige Richter", um„Beseitigung d«S Anklagemonopols einer abhängigen Etaatsanwallschaft", um„Geschworenengerichte für politische und Preß-Vergehen", um„Äinisterverantwortlichkett". um„Herstellung einer auf den Grundsätzen der Gleichberechti« gung'und der Selbstverwaltung gestützten Gemeinde«, Kreis« und Provinzial- Ordnung", um ein gutes„UnterrichtSgeset»", um„Trennung des Staates von der Kirche", um„zweijährige Militärdienstzeit", um„Reform deS Herrenhauses".— Und wir fügen dem hinzu: Die Fortschrittspartei ist in ihrem Kampf für den bürgerlichm Rechtsstaat viel lässtger und schwächlicher geworden, als fie es in ihrer Jugend war. Da- malS erschim ihr alS Frucht dieses Kampfes die endgiltige, un> umschräntte Herrschaft der B o u r g e o i s i e und diese Herrschaft schien den Fortschrtttlem wohl de» Schweiße« aller Edlen werth. Heute liegt eS offen zu Tage, daß die freiheitliche Aus« gestallung unseres StaatilebenS zugleich dem Proletariat den Weg zur Macht ebnet, und da» sucht jeder Bourgeois um jeden PreiS zu verhindern. Die Zeiten deS konsequenten bürgerlichen Radikalismus find vorbei, daS zeigt gerade die Fortschrittspartei in ihrer niedergehenden Entwicklung seit den sechsziaer Jahren. Mit dem i«S Handelsministerium eingetretene« UnterftratSsetretär Jatobi beschäftigen fich jetzt die Blätter sehr viel. Herr Jokodt soll nämlich früher seh« energisch f ü r die Prtvatverstcherung und gegen die öffentliche Verficherung eingetreten sein, und seine Berufung legt Politikern, die nichts beffereS zu thun wissen, die Frage nahe, od Herr Jakobi oder Fürst Bismarck seine Anfichtcn über da» Verficherungswesen geändert habe. Da« Kopfzerbrechen darüber ist um so über« flüssiger. alS die vorgebrachten Aeußerungen gar nicht von dem j-vigen UnterstaatSsekretär, sondern vondem»erstorde« nen Abgeordneten Jakobi herrühren. Dk Anforderungen der Regierung an de« Reichstag erschewen selbst der nattonalliberalen„Magd. Ztg." alS unbillig. Der Gedanke einer Berathung de» CvenwalentwurfeS gilt ihr schon deshalb als unglücklich,„da nach Ablehnung der Konsum« steuer überhaupt der Soentualentwurf,.der fich nur in der Art der Erhebung von dem abgelehntm Entwurf unterscheidet, übrigens aber auch in der Kommisston(mtt dem Antrag Buhl) bereits gefallen ist. vollständig auSfichttloS ist. Vor allen Dingen aber wird jeder Versuch, die ReichötagSsesston bis ttef in den Juli hinein oder gar über diesen Monat hinaus zu verlängern, sobald nicht in Wahrheit unaufschieblich« Aufgaden zur Lösung stehen— und solche find vorläufig nicht vorhanden — ,an der dauernden Beschlußunfähigkeit ficher scheitern. Die Branntweinvorlage wird erst im Herbst oder Winter diese» JahreS wieder eine Rolle spielen. Bis dahin ist die Ange« legenheit begraben"- und hoffenttich für immer, möchten wir hinzufügen, wenn wir nicht unsere bürgerlichen Parteien Eine Polizeikon, esston für politische Redner defür« wortet der nattonalliderale Abgeordnete Bürklin in Reustavt a. d. H. Daß daS Sozialistengesetz es ermögliche. bestmderS «(fähr liche Hetzer aus den Fadrikzentren auszuweisen, sei nicht hlimm.«Jeder Orgelspieler, der irgendwo einen Arm ver« loren habe und mit dem andern Arm die Orgel drehe, um sein Leben zu ftisten, müsse ein amtliches Attest über sittliches Wohlverhalten u. s. w. mtt fich führen, und wie harmlos seien deffen„Kunstreisen" im Vergleich zu jenen polttischen Orgel« rrännern, welche mit ihren Weisen den Arbetter zum Aufruhr ��Schutzzollsegev. In Oberschlesten ist in mehreren Städten die Beschlagnahme der Geschäftsbücher von Manu- fakturwaarenhandlungen erfolgt, wie verlautet, auf dm Ver« dacht hin. daß große Postm von österreichischen Spitzen, de« druckten Thidet» rc. ohne Abfertigung bei dm Zollämtem von i iu vertrauen, und da ihre eigene Mutter wohl stets freund« ich, aber nie, nie herzlich mtt ihr war, ihr nie gestattete, ihr so zu nahe«, wie ei« Kind der Mutter nahe« soll, und besonder» alle Gemüthsbewegunam als mtt ihre« Nerven nicht verträglich auf das sorgsälttgste mied und von sich hielt, wuchs diese Liebe Paula'« zu dem eiezigm Wesen, dem fie fich ganz und uugetheitt hingebe» konnte, endlich zu einer Letdenschast an, die fie selbst erschreckt haben müßte, wen« fie fich je derselben klar geworden wäre. Handor benutzte da» mtt katter Berechnung. Er wußte recht gut, daß der stolze Graf nie seine Einwilligung zu eine, Verbindung seiner einzige« Tochter mtt einem bürger« lichm, pfmniglosm Schauspieler geben würde, so lange er nicht mußte, aber er zweifelte auch keine« Augenblick, daß er fich endlich, dazu gezwungen, fügen und sein Kind nicht verstoßen oder ihm doch jedenfalls eine Summe zur Ver» sügung stelle« würde, die dem Rang der jungen Gräfin entsprechend war— und mehr verlangte er nicht. Damtt hatte er Alles erreicht,»a» er wollte, und dahin arbettete er jetzt. I« Haßburg konnte er fich aber nicht länger halte«. Seine Schulde«»are« zu einer Höhe angewachsen, die selbst de» Versuches spottete, fie zu decken, und die Geduld seiner Gläubiger hatte fich erschöpft. Der nächste Monat schon konnte deshalb eine Katastrophe herbeiführe«, die Alle« ver« «ichtete, was er bis dahin aufgebaut, und so scheu er dm mtscheidmdm Schritt bis jetzt«och immer hinausgeschoben, so wurde er selber nun dazu ge» drängt. Der Erste de» Monats nahte, für den er die volle Gage theils schon verschleudert hatte, theilS«och in der Tasche ttugz Rebe hatte ihm schon seinm Sekundanten ge» schickt, er konnte ihm nicht ausweichm, die Verlobung kam dazu, und Paula hatte ihm gesagt, daß Vater und Mutter ganz im Stille« ihre Vorbereitungm träfm, um gleich am anderen Morgm Haßburg auf längere Zett mtt ihr zu verlafim. Da erhielt er von Paula durch die Post einm Brief, dm fie der Terrasse nicht hatte anvntraum dm Jnhabem der Handlungen bezogm find. Die bohm Zölle habm den Schmuggel begünstigt und bei der Häufigkeit des Schmuggels wohl auch im G-schäftSverkehr daS Gefühl für da» Unrecht abgestumpft, welches durch die Hinterziehung der Zölle dem Staate zugefügt wird. Je höher die Zölle find, um so verlockender ist der durch Defraudirung erzielte Gewinn und an unternehmenden Männern fehtt eS an den Grenzbe- ztrken nicht, welche dm Schmuggel besorgm. Kolonialopfer. Der jüngst veröffentlichte SanttätSbe« richt der kaiseiltch deutschen Marine für die beivm Jahre vom 1. April 1883 bis 1. April 1885 gewährt dm ersten amtlichm Ausweis über die santtärm Folgewirkungen, welche die neue deutsche Kolonialpoltttk auf den Gesundheitszustand der be- treffenden Schiffsmannschaften ausgeübt hat. Es müssen, um zu einer zutreffmdm Bemtheilung zu gelangen, dabei die auf dm Kolonialverdienst bezüglichm Mtttheilungen gesondert ge« hattm werden. Auf den nach Westafrita entsmdetm Schiffen „Bismarck",„Olga",„Ariadne" und„Möwe" kamen 1884/85 überhaupt 282 Allgemein-Erkrankungm vor. Siedm Achtel warm hiervon Malattafälle, 92 Rückfälle dieser Krankheit fan- dm fich damnter inbegriffen; die Zahl der durch diese« Haupt- leiden herdttgefühtten Todesfälle defchräntte fich jedoch auf 2. Der Prozentsatz der Erkrankungen stellte fich für daS westaftt- kanische Geschwader im Verhältniß zu der Bemannung der vorgmanntm Schiffe allerdings nahezu auf daS Dop- pelte der Erkrankungen auf den meisten an de- r e n S t a t i o n e n. In jeder Beziehung, und namentlich in Bezug auf Rückfälle der Malatta und der Todesfälle durch diese Krankheit, überbot jedoch Ostastm, über deffm Gesund« heilsverhältniffe bisher niemals Klage gefühtt worden ist, noch Westafrila. Die Rückfälle stellten fich dort bei einer etwa drttfach so starken SchiffSdemannung wie in Kamerun auf 402 mit 7 Todesfällen. Ganz besonders ungünstig für den Ge- sundhtttszustand der Bemannung deS ostafiatischen Gefchwa- der» erwieS fich ttn längerer Aufmthalt in Singapore und in der Mündung des WusungfluffeS. der wegen der ftanzöstsch- chinefischen Verwicklung gerade während der heißen Jahreszeit längere Zett in Obacht gehalten werden mußte, doch werdm die Malattaerkrankungm auf der ostafiatischen Station einer außergewöhnlichm Malattaepidemie zugeschtteben. Die Südsee hat, obglttch fich dort namentlich Fttedttch Wilhelmshafm sehr ungesund ausgewiesen hat, bis zum Abschluß deS vorbezetchne- tm Zeitabschnittes an der Malatta kttn Todesopfer beansprucht. Die Zahl der durch diese Krankhttt veranlaßtm Todesfälle stellte fich bis zum 1. Avril 1885 überhaupt nur auf 9, wovon, wie angeführt, 7 auf Ostasten und von diesen wieder 5 auf dm Wusungfluß entfielm. Für de« Thatendraag deS deutschnattoualeu Stamm- ttsches in Eßlingen wiederholt fich die Gelegenheit, den Reichskanzler antelegraphirm zu können, nicht oft genug. Neuerdings hat daher dieser Stammtisch auch„in unterthänig- ster Ehrfurcht" ttn Gratulationstelegramm an die— spanische Regentin und Mutter geschickt und zugleich die Gebutt Alfons deS XIII. durch Vertilgung von zwei Fäffem Bier gefeiert. Welche Begttffe wohl die Spanier von dm Nationalliberalen in Wütttemberg dadtt bekommm müffen? Die baperische FinanzkristS hat sich sehr rasch in eine allgemeine RegiernngskristS verwandelt, deren Aus- gang viellttcht jetzt schon entschieden ist. Der Zustand VeS Königs muß ein höchst bedenklicher sttn, nach folgenden von der„SBoff. Ztg." mitgetheilten,„amtlich beglaubigten Symp- tomm" zu urtheilm:„Man hat einen Zettel deS Königs an dm Minister Frhrn. v. Feilitzsch in Händen, wottn letzterer aufgefordett wird, sofott 20 Millionen Mark zu deschaffm, aber„ohne die gewöhnlichen Ausflüchte": sollte er(Feilitzsch) für nöthig halten, andere Minister zu wählen, so solle er es ganz unbeschränkt thun. Weiter: dem König begegnet«in Gendarm, der ihm gefällt, so daß er ihn aut's Schloß lädt. Der Gendarm fragt pflichtgemäß bei seinem Vorgesetztm an, der ihm räth der Weisung zu folgen. Der König empfängt den Gmdarm, zieht ihn zur königltchm Tafel und deschenn ihn am Schluß mit einem Harmonium im Wetthe von 1500 M. Ein anderes Mal feiert der Chevauxleger, ttn gemeiner Sol- dat, der jetzt Gmeralvollmacht vom Könige hat, sttnen Ge- buttStag. Der König legt ihm zu Ehren die Uniform sttnes Chevauxlegerregiment» an. Auch der Chevauxleger wird zur königlichen Tafel gezogen. Währmd de» EffenS hält der König ttne längere, die Verdienste deS Gebuttttaaskinde» feiernde Rede und üdenttcht demselbm ttn Bouquet. Ein junger BezittSamtsaffeffor erhält ttne Vorladung vom König. Er wird von dem damals Generalvollmacht de» fitzenden Friseur des König« empfangen und nicht etwa auf sttne Bertttwilligkttt, in das königliche KabinetSsekretattat ttn» zutreten, geprüft.— Herrn von Schneider war auf einem Zettel mttgethtttt worden, daß„er die königliche Gnade nicht mehr habe", weil die Verhandlungen in der Kammer geschettert waren—, sondern es wird ihm einfach der Auftrag gegeben, ein— neues Ministerium zu bilden. Es blieb ihm natürlich nichts Anderes üdttg, als fich kopfschüttelnd zu empfehlen... Alles dies ist amtlich festgestellt. Nun noch ttn Vorfall auS etwas weiter zurückliegender Vergangenheit. Der König hatte möge«, Worte: und er enthielt die wenige», inhaltschweren „Wir müsse« fliehe«. Da« Schrecklichste ist geschehe» — ich bin elend«ei« ganzes Lebe». Sei heute Abend vor neu» Uhr mit ttnem Wagen am Drahtthor de« Park». Jetzt auf ewig die Deine." Uno heute Abend„Hamlet I" Handor lachte bitter vor fich hin, doch sttn Direktor machte ihm wenig Sorge. Mit dem vttef war aber die Entscheidung sttne» ttgene« Ge- schicke« unmittelbar in sttne Hand gelegt, und es blieb ihm keine Wahl mehr. Den Bttef verbrannte er augenblicklich, dann ging er wohl ttne halbe Stunde mit raschen Schritte» in fernem Zimmer auf und ab. Da» Ob kam nicht mehr in Frage, nur da« Wie, und darüber brütete er jetzt. Daß er ttn Wesen elend gemacht, zu dem er wie zu ttner Httligen hätte aufschaue« solle«, trübte nicht eine« sttner Gedanke». Sie war jetzt sttn, und nur mtt Umficht mußte« die Schrttte ge- schehe«, um zuerst ttne Vertttelung ihrer Flucht zu ver- meiden, und van», wen» er fich in Sicherhttt wußte, den alte« Stankopf von Vater zu beugen— oder zu brechen — es galt ihm ziemlich glttch.-- Der Abend dämmerte: im Schloß de« Grafen Mon- ford waren alle nöthigen Vorbertttunaea getroffen, und die Gäste konnten jetzt jeden Augenblick eintreffe«. Die Gräfin selber stand schon fettig angezoge» unten im Empfangsaal, von dem aus link» ein« Reihe prachwoller Zimmer lag, deren Flügelthüre» alle»ett offen stände«, während {ich rechts der große Salon befand, in dem gewöhnlich ge- pttst wurde. Paula war»och nicht da, und ihre Mutter ging ei» paarmal auf und ab. Endlich betrat Mademoiselle Beau- temps da» Zimmer. „Ist mttne Tochter«och nicht fertig?" „Ich bedauere, Ihne» nicht« Bestimmte« darüber sage« zu können, Frau Gräfin," bemerkte die Französi« achsel- zuckend,„die Komtesse hat fich so vollständig von mir los- gesagt, daß ich nicht einmal mehr ihr Boudoir bettete» darf. Ich hatte mir auch vorgenommen, Sie zu bitten, mich, ob- glttch meme Verpflichtung ttgentlich«och einige Monat« ttne jener nächtlichen, die Schauspieler äußerst anstrengenden Separatvorstellungen im Theater zu München gesehen, als er fij durch den bedienenden Chevauxleger die sofortige Wiederholung derselten Vorstellung defahl. Ein Hofschauspieler, welcher jetzt aus dem Verband« des Theaters scheidet, glaubte fich dazu nicdl im Stande und ließ in den respettvollflen Aeußerungen u« Entschuldigung bitttn. Noch einmal versuchtt«S der König, aber der Schauspitter gab nicht nach. Der König aetieth darob so in Zorn, daß der diese Kunde überdttnaende Chevauxleger stchtbare Spuren der Züchtigung mtt ttnem Waffergefäß davon« trug."— So wett di«„Voff.Zlg.". Man ermattet in München jeden Augenblick die Einsetzung einer Regentschaft. OesterreichUttgar«. Das Abgeordnetenhaus verwies das Sozialisten- Gesetz an den Ausschuß zurück, nachdem seitens der Linken Amendements gestellt waren, darunter ttn solches auf Ersetzung des Motte«„sozialistisch" durch„anarchistisch". R u h l a« d. Der„N. Fr. Pr." wird auS Petersburg gemeldet: Mo» befürchtet hier da» Wiederauftauchen der bulgarischen F age- Die Blätter sprechen die Hoffnung aus, daß Rußland in diese« Falle ganz selbstständig handeln werde. Tchweiz. Herr Nationalrath Pictet hat dem Favon'schen Entwurf ttner obligatorischen Krankenvttficherung das Projekt ttner freien Kranken- und Alters- Versicherung»' K a s s e für den Kanton Genf entgegengestellt� Belgien. Nach den nunmehr definttrv vorliegenden Resultaten der Deputirte«wählen verlieren die Liberalm 11 Sitzt- Die neue Kammer wird demnach aus 97 Katholiken und 41 Liberalen bestehen: außerdem habm in Bervie-s, Charleroi und Möns Stichwahlen stattzufinden. Durch dieS Resultat ist der klerikalen Regierung dtt Majorität bis 1890 schon heu« gesichert. Bisher zähtte die klerikale Partei 86, die liberale Partei 52 Mitglieder. Für die dottttnäre Partei ist daS«est- ttge Wahlresuliat ttne harte aber wohlverdiente Lehre. Jahre lang habm fie da» allgemttne Wahlrecht mit der Vehauptunt bekamvst, daß daffelbe zweifellos zur Herrschaft der Klerikalen führen werde, nun hat ihr hochgeschätztes Zmsuswahlgttetz eine schwarze Majorität geschaffen, wie fie in Belgien sttt 1830 m nie so groß gewesen ist. Der„Franks. Ztg." wird aus Brüffel geschtteben:& Stimmung unter den Arbeitern in Charlera'' im Borinage»c. ist die ttne» verhaltenen Zornes. Sie hatten fich unbedingt in den Kopf gesetzt nach Brüffel zu wallfahrten> und datür sttt Wochen gespart; nun soll eS nichts damit wff' den. Heute ist noch alle« friedlich, trotz der militärischm Ordnungen. Aber eS kann auch anders werdm. Thatsi«' lich sind eS die Chef« der Ardeiterparteo die zur Ruhe und zum Ordnun ghalt-n ma>! nen, so neulich in La Louvitte, wo über 10 000 MmW in 3 großen Meeting» beisammen waren. Die Berhältnine unter den Arbtttem find so, daß diese jedm Augeudlick w' schlagen würden, aber die Führer halten fie zurück. Inj#" oberen Regionen herrscht mehr Furcht, alS planmäßiges M gehen. Daher Maßregeln, die von den einen als proookav risch angesehen werden, von den anderm alS lediglich dul° Angst dittitt. Die Manifestatton in Brüffel war unbedingt als friedliche projektirt; es wäre trotz der ungeheutttt Menschenmenge nichts pasfftt, wmn man fie in Ruhe pa' manifestirm lassen und nicht etwa geradezu provokatorisch Beispiel durch Aufstellung von Militär-Kordons in dm Slssu ßm, wie die» und anderes projektitt war) vorgegangen würde. Die Lage der Glasindustrie in Cbarleroi ist die der Kohlenindustrie ebmfalls. Die Million Fr. Entscha-' §ung an Baudoux k., welche Kammer und Senat vor ihrem auseinandergehen beschlossen haben, ist auch nicht geeignet, du Stimmung der Arbetter, für die eben gar nichts geschieht- i» verdeffem. Schweden und Norwegen._„ Im März 1884 hatte der Materialverwalter bei der Ga, anstatt, Jon Hol, ttne Flugschttft unter dem Titel: Acht! veröffentlicht, derentwegen der Verfaffer auf M a j e st a beleidigung verklagt und 16 Tage in Untersuchung� gehalten wurde. Da der König später diese sowie die übrig? politischen Klagesachen fallen ließ, kam Hol nicht vor Gw», allein er verlor seine fiädttsche Anstellung Auf dm$0#" bes Justizausschuffes hat daS Storthing nunmehr mit 70 gfjL 21 Slimmm beschlossen, Herrn Hol als Entschädigung � Kronen aus Staatsmitteln zu gewährm. __ Fraurreich. � Die Frage der Auswttsung der Pttnzm auS Franw. gestattet noch immer keinm Schluß auf ihre endliche; Der offiziöse„Temps" ist denn auch sehr ungehaltm unb U bei Besprechung der PrinzenauSwttsungSfrage, daß na*.„ eine parlamentarische Thätigkeit durch trmniinischeie ,rf reim vergeudet worden sei. Die erste Hälfte der 6(0_ länger dauert, schon morgm zu entlassm, da ich seh«-. ich hier nicht allttn vollkommen nutzlos, sondern auch � Gegenstand steigmder Unzuftiedmheit bin. Sie � selber begreife«, daß unter solchm Verhältnissm meine v lu»g keine angmehme sttn kann."„ ,« „Liebe Beantemp«, Sie sehe» die Sache« w' schwarzen Farben."„. J „Ich sehe fie lttder, wie fie wirklich sind, a die gnädige Gräfin würde« mich— und ich glaube � die Komtesse— sehr verpflichten, wm« Sie mtt«er Gehör schenkm wolltm." ,Nu« gnt, ich werde mit de« Grafm Mo»ford spreche«. '„Dann erlaube» Sie mir«och, Frau Gräfin, Entdeckung aufmerksam zu machm, zu der m«? r »»f eine Tett-A zzck' der Zufall brachte- fie betrifft die Komtesse." „Eine Entdeckung?" „Als ich heute Morgen die Komtesse auf der~ � suchte, überraschte ich fie, wie fie ttnm klemm, rosafa � Brief las. Sie erschrak, als fie mich hörte, und drü�.„jchi Papier so fest in der Hand zusammm, daß ich' wieder zu sehe» bekam." „Und was glaubm Sie, daß e« war?" � „Was es war s Ein Liebesbrief,«ms äoat«. „Und von wem? Doch jedenfalls von lobim?" „Weshalb dann das Geheimnißvoll« Warum erschrak fie, wmn fie ei» reine« Gewnifi „Das ist nicht möglich?" rief die Gräfin rasch- �,e. „Nicht möglich," sagte achsehuckend die „glauben Sie mtt, Frau Gräfin, Sie wissen«och 0 was btt einem so junge», u«nfahre«en Mädchen � r> ist. Ich kmve das, u»d so la«ge ich die«uffich».* Komtesse u»d die Ueberwachu«g der junizen. � meine» Hände» hatte, konnte ich Ihne« für. � geschah, gut stehe«. Da«ich aber der B i l l ist, wie wir berriti unter„Letzte Nachrichtm" meldetm, vom mglischen unterhause verworfen wordm und die Niederlage Gladstone'S ist eine viel größere» ali selbst seine konservativen Gegner in dm letztm Tagen zu hoffm wagtm. Nur Chamberlain hatte vorgestern einem Berichterstatter der„Preß>»ssoziation" erklärt, daß er auf eine Mehrheit von fast 30 Stimmen gegen die Bill rechne und„er werde durchaus nicht überrascht sein, wenn Urst Ziffer thatsächlich erreicht werde". Die sanguinischsten Anhänger dei Ministerium» hattm auf eine Mehrheit von dochstmS 6 Stimmen für die Bill gerechnet, allein ei zeigt stch, deffen Hand auch das Schicksal ver beurtheill hat. Gestem vor einem _______ n Gladstone, weil es fallen wollte, Um angefichti der bevorstehmden Neuwahlen eine Spaltung Merhald des Kabineti zu vermeiden. Heut«, um Mittemacht, bat das Ministerium im Unterhause eine Niederlage erlittm, WI jene Spaltung trotz aller Bemühungen Gladstone'«, die» wbe zu verhindern, thatsächlich eingetreten ist. Von 670 Mit» i»>ed«rn des Unterhauses— der Sprecher giebt seine Stimme "1% im Falle der Sttmmmgleichheit ab und auch dann pflegt r Hir die„Ja" zu stimmm» damtt das Haus in die Lage noch mal» seine Anficht zu äußern— haben gestem M Abgeordnete abgestimmt, welche Ziffer im mglischen Kterhause noch nie erreicht worden ist. In der Majorität hadm 250 Konservativt und 91 Liberale iaie Anhänger Lord Hartington's und Chamderlain's) btstimmt, während die Minorität fich aus 225 Libe» Jalen und 86 Parnelltten zusammensetzen dürfte. «an letzterm sowie von den Konservativm scheint Jucht ein Mann gefehlt zu hadm. Wenn man die Pamrllttm ?sch> mitzählt, beträgt die Mehrheit gegen die Homerulebill Summen—«in scheinbar vernichtendes Urtheil gegen die �stjjdungen Gladstone'». In Wirklichkeit liegen die Dinge wr&.ouderS und der Jubel der Londoner großm Blätter über niAt der Bill ist für die Stimmung der Provinzen die dmn Chamberlain und seine Anhänger, welche «AM: EiSÄÄ 5 ÄÄÄÄ auch �. Ä�en und Neuwahlen find daher unvermeidlich. jv,» London meldet ein Privattelegramm der„Voff. Ztg.": i Kabinet mtschied fich einstimmig zu Gunsten der Be» «"'Un g a n d i e W ä h l e r. Vom Rückttitt wurde Abstand Wommen, weil ein solcher Schritt die akute KrifiS verlängem Su Lullte die Königin dm Kabinetsbeschluß gmehmigen, d,»?? Harlington mit der Bildung einer neuen Regierung zu (Jtttuen so dürft« die Auflösung End« Juni erfolgm und die �urvahlen in der erstm Hälfte de« Juli stattfinden. Glad» '�w>rd ein Manifest erlaffm. iksehe». Di« Frauzöfin wollte morgm ihr Hau» verlasiea, r« fi« wußte, daß fi« auf derm Verschwiegenheit in einer f Zarten Sache, die ihre Familie hettaf, nicht rechne« Es mußte deshalb auf dieser Seite jeder Verdacht T�ört werde«, und sie sagte jetzt, die Tonvemante forschmd 'Mchend: »Ein grünfarbene« Papier hatte sie in der Hand?" �....«Nein, Frau Gräfin, ei» rosafarbme», ich habe ei "ilich erkannt/ «...«Rosafarbm? Dan», liebe veautemp»/ lächelte die i�stn,„war es der nämlich« Zettel, dm ich ihr rfe Morgm gegeben und der wetter nicht» mt» als das Verzeichniß einiger Sachm, die wir w u°s«rer in nächste, Zert beabsichttgtm Reise mitnehme» .«llten. Ich habe es Paula aufgeschriebm, damit nicht u>er etwas vergesim wird." " e Gräfin, das Papier sah nicht au» w,e er« .« rief die Gouvernante, die fich an ihre» Ver» * Üllnimevte. »Es war auf meinem Rosabriefpapier geschriebm." »Es sah dunkler aus.",».. i».»Wolle« Sie eine Schattirung draußen nn Freim und Jl»«» solchen Moment erkennen?" lächelte die Gräfin. bliebe BeautempS, dieses Mal haben Sie«ine» sal» danke ich Zhnm für Ihre Ausweiliamre,». uno W*' selber auf Paula strmge Obacht habm wm« seid.'"U de« heutig«»bmd ei» jeder solcher Verdacht von „Aufhören müßte. Sie werde« begreifm, daß man ihn Um?*»'cht einmal mehr äußern dittfte, ohne da« Kind � tödtlichste zu beleidigm." Gräfin." rief die Französin,% "'S na� Verlobung, ja sogar«ach der . fi» wir das," wehrte die Gräfin ab, der daS Ge» ""avge»ehm wurde;„hier mit Paula haben Sie sich W rL® ich werde, um Sie selber zu überzeugen, mir '�««Zettel von ihr gebm laffm." e hie Frau Gräfin befehle»/ sagte die Gouver« Jteslie«. Aus Bologna meldet ein Telegramm: Der Streik der Arbeiter— meistens Frauen— in dm Reisfeldern breitet fich über die Gemeinden Molinella, Malallerge, Bentivoglio und San Pietto del Casale aus. In Moltnella wurde das Haus des Präfettm von mit Stöcken bewaffneten Frauen bedroht und mit Steinen beworfen. Von hier wurde eine Militär- Abtheilung hinbefohlen. Auch an andern Ortm nehmen die Streikenden eine drohende Haltung an. Vom 7. bis 8. d. M., Mittag«, find an der C h o l e r a in Vmedig 21 Personen erkrankt und 12 gestorben, in Bari 3 Personm erkrantt und 4 gestorbm. Amerika« Das Repräsentantenhaus hat mit 177 gegen 101 Stimmm einen Gesetzentwurf zur Regelung der Fabrikation und dei Verschleißes von künstlicher Butter genehmigt. Der Artikel selber wird künftighin besteuert, und der Kauf oder Verkauf von Oleomargarin ohne die registrirte Marke wird be» straft. Der Export von Oleomargarin aus den Vereinigten Staaten hat jetzt einm jährlichen Werth von ca. 5 Millionen Dollars erreicht. Etwa 34 Millionen Pfd. werden jährlich nach Holland exportirt. 70 Personen wurden in Mlwaukee angeklagt, weil fie in die kürzlichm Streiks verwickelt warm. Mehreren der kürzlich angeklagten Anarchistm wurde in Chikago der Prozeß gemacht. Sie erklärtm fich für nicht» schuldig. Der Bericht der Großjury sagt, daß es nm ungefähr hundert gefährliche Anarchistm in der Stadt gäbe, und der Rest aus unwiffenden, dm Führern der Bewegung blindlings folgenden Personm bestände. Gerichts-Ieitnng. P. Auf dem Gebiete der faule« Ausrede« verstieg fick der gestern der Straftammer dei Landgerichts U vorge» führte 19jäbnge Schloffergeselle Karl Lehmann zu einer de» trächtlichen Leistung. Der Genannte, trotz seines jugendlichen Alter» wegen Diebstahls wiederhott vorbestraft, hatte stch wegen desselben Vergebens abermals vor Gericht zu verantworten und zwar auf Grund des folgenden Vorgang». In der Nacht vom 17. zum 18. Dezember v. I. war bei dem Kaufmann Gottschall im Dorfe Etchholz unweit EberSwalde ein Einbruchs» dtebstahl ausgeführt und dabei der Gesammtinhatt der Laden» kaffe im Betrage von ungefähr 100 M. gestohlen worden; andere Gegenstände im Geschäftslokal blieben unberührt an Ort und Stelle. Den Diebstahl konnte nur Jemand auige» führt haben, welcher mtt der Bauart de» Gottschall'schen Ge» schäftslokali bekannt gewesm; wie die Befichtigung des That» orte« ergab, hatte der Dieb von außen her durch Einsteigen in eine ca. 10 Zoll breite und 1 Fuß hohe Kellerfmsteröffnung nach gewaltsamer Beseittgung des htnderlichm Drahtgitters stch Eingang verschafft. Der Verdacht der Thäterschaft lenkte stch auf den Angeklagtm Lehmann, einm schmächtigen und hagerm Menschen, dessen plötzliches Verschwinden aus seinem Heimathi» dorfe Sichholz unmittelbar nach dem stattgehabten Einbruch Bedenkm erregte. Lehmann war, wie der in der Sache recherchirende Gendarm, Wachtmeister Wolf, ermittelte, unver» züglich nach dem nahegelegenen Eberiwalde gefahrm, hatte dort— im Befitze einer größeren Summe Geldes, trotz vor» aufgegangener ArdeitSlofigkett— durch finnlose Ankäufe Geld verschwendet und dann daS Weite gesucht. Erst im Mai d. I. ward er in Stettin nach steckbrieflicher Verfolgung ermittelt und verhastet. Nachdem in der Zwischmzeit noch weiterhin ermtttelt worden war, daß Lehmann einem seiner Freunde vertrauliche Mittheilungm gemacht über die leichteste Art der Ausführung eines Diebstahls bei Gottschalk, versuchte Lehmann im gestrigen Audimzterwin den Lefitz jmer in Eberswalde bei ihm wahrgenommenen Geldmittel dahin zu deuten, daß er er» klärte, von seiner Schwester stch am 18. Dezember v. I. 54 M rrk 8«liehen zu habm. Dieser Einwand fand indessen bei dem Gerichts« of keinen Glauben, denn die als Zeugin, aber unvereidigt ver» nommene Schwester, eine arme Waloarbeiterin, vermochte den Befitz dieser angeblich dem angeklagten Bruder geliehenen Summ« nicht genügend darzuthun; ihr zu Gunsten de« Bruders abgegebenes Zeuaniß blieb daher ohne Belang. An» dererseiti aber häufte fich im Verlauf« der Zeugenvernehmung daS Beweismaterial zu Ungunsten dei Angeklagten derart, daß am Schlüsse der Beweisaufnahme der Staatsanwalt in seinem Plaidoyer eine Zuchthausstrafe von 2 Jahren 6 Monate in Ansatz brachte. Der Gerichtshof erachtete den Angeklagtm für überführt trotz seiner den thatsächlichen Verhältnissen zuwider» laufendm, stechen Ausreden; demgemäß lautete daS Urtheil auf 2 Jahre Zuchthaus, Ehrverlust und Zulässtgkett von Polizei» aufficht. Kau« eine polizeilich genehmigte und polizeilich über» wachte Versammlung, welche in einem auf Polizeistunde ge» setzien Lokal tagt, mtt dem Eintritt der Polizeistunde von dem Inhaber des Lokals gewaltsam geschloffen, resp. kann derselbe, wenn er dieS unterläßt, wegen Uebertretung der Polizeistunde bestraft werden? Mit der Lösung dieser Frage war gestem die «ante kalt, aber höflich, und ordnete die Lichter auf de« verschiedenen Tische», wegen deren fie hereinge« kommen war. Und Paula kam«och immer nicht. Die Gräfin stand einige Minuten ungeduldig in der offene« Gartenthür, drehte fich dann um und schritt langsam in da« nächste Zimmer hinein, von dem ein Ausgang zu Paula'« Boudost führte. Dort klopfte fie leise a», und Paula öffnete selber. „Meine Mutter!" rief fie erstaunt. „Bist Du fertig, mein Kind? Da« ist recht; eS wird auch in der That die höchste Zeit, den« es hat schon ge» schlagen, und unsere Gäste müsse» jeden Augenblick ein» treffe«. Aber Du siehst recht bleich aus, Paula; Du hättest wahrhaftig ei» klein wenig ronxv auflege» sollen." „Meine Mutter I" rief Paula und wollte sich in über» strömendem Gefühl an ihre Brust werfen. „Ma fille," rief aber die Mutter, erschreckt zurück» tretend,„Du zerdrückst mir de» ganzen Krage», ich bin ja in voller Toilette, Kind I Komm, komm, da« geht nicht, diese Auftegung paßt nicht für eine» Moment, wo ma» eben Gäste empfangen will. Und Thräne»— um Gottes willen, Du wirst im Saal mtt rothen Augen erscheine«, und was soll dann Dein Verlobter von Dir denken?" Paula faßte ihr Herz mtt der Hand, als ob eS zer» springen wollte, und sie vermochte kein Wort darauf zu er« wider«._(Forts, folgt.) Ans Knnst nnd Zeven« Im Löwenkäfig. In Baltimore hat ein Zahnarzt, Georg Brodel, auf ein« grauenhafte Weise feinen Tod gefunden. In einem ZirkuS, welcher dort Vorstellungen gab, war einer der schönsten Löwen an einer durch ein Zahngeschür her» vorgerufenen gefährlichen Entzündung erkrankt, und da Ach eine Geschwulst gebildet hatte, in Folge deren dem Thier« Er stickung drohte, so waren der zu Rath« gezogene Herr Brodel und ein Thierarzt der Anficht, daß nur durch Entfernung des betreffenden Zahnes das Uedel zu heben sei. Der Löwe wurde deshalb gefeffelt und ihm der Rachen durch eine kunstvolle Vorrichtung geöffnet. Nachdem man sonstige Sicherhettsvor» richtungcn getroffen hatte, begab fich Brodel in den Käfig und machte fich an» Werk, den Zahn zu entfernen. In dem Augen» 95. Abtheilung d«S hiesigen Schöffengerichts defaßt. Auf der Anklagebank nahm der Schankwirth Jakoby, Landidergerstr. 82, Platz, der erst vor zehn Tagen wegen Uebertretung der Polizei» stunde und Gestattens von Tanzlustbarkeiten in neun Fallen zu der verschärften Gesammtstrafe von drei Wochen Haft ver» urtheilt worden ist, wiederum wegen Uederttetung der elfteren Vorschrift beschuldigt. In seinem Lokale fand am 23. Mai er. eine zahlreich besuchte Versammlung des Vereins der Papierfchläger statt. Der Vorfitzende derselben Herr Caspar war von dem Angeklagten verständigt wor» den, daß daS Lokal um 11 Uhr auf Polizei« stunde gesetzt sei und daß von dieser Zeit an nichts mehr aus» geschankt werden würde. Die Dauer der polizeilich überwachten Versammlung zog fich bis gegen'/«12 Uhr hin und hatte der Vorfitzmde einige Zeit vor 11 Uhr die Versammelten aufge« fordert, stch mit Gettänken zu versehen, da fie von 11 Uhr ab nichts mehr erhalten würden. In Folge dieser Ankündigung erhielt der überwachende Polizeilieutenant von der Polizeistunde Kenntniß. und derselbe, welcher zu einer Versammlung»- Auf« lüsung keinen Anlaß hatte, beauftragte den anwesenden Schutz» mann, den Angeklagten wegen obiger Uebertretung zu denun» ztren, weil er die Versammlung nach 11 Uhr noch geduldet hatte. Der Schöffengerichtshof erachtete eS mit dem Amts. anwalt für gleichgiltig, ob der Angeklagte von 11 Uhr ab seinen Sckankdettieb eingestellt hatte, da nur da« Dulden von Gästen über die Polizeistunde hinaus mit Strafe bedroht sei- Da der Angeklagte die Versammettm nickt zum Verlaffen seines Lokal» aufgefordert hatte, wurde er zu 10 M. eventuell 2 Tagen Hast verurtheilt. _ /• Wegen VergeSenS gegen das Gesetz, betreffend den Verkehr mit Nahrungsmitteln, verurtheilt« vor Kurzem daS Schöffengericht Berlin ll den Schlächtermeister Fritz Theodor Robert Burmeister aus FriedrichSderg zu drei Tagen Gefäng» ntß. In den Urtheilsgründen war damals ausgeführt, daß Burmetster verdorbenes Fleisch von einem Schwein, dessen Weichtheile bereits stark in Verwesung übergegangm, theils zu Wurst verarbeitet, theilS als Speck, Karbonade rc. zum Verkauf gebracht bade. Das Urtheil dafirte hauptsächlich auf der de» lastenden Zeugenaussage eine» ftüher bei Bmmeister beschäftigt gewesenen Gesellen, des in Spandau wohnhaften jetzigen Schlächtermeisters Buchaly. Dieser defand fich im Sommer 1884- denn von jener Zeit her datirt daS Rnklagedelitt- mit einem in Rudow gekauften fetten Schwein, seinem ehe» maligen Meister gehörig, auf dem Transport nach Friedrichs» berg; unterwegs war das Thier erkrank und Buchaly hielt es für nothwendig, das Thier vorläufig abzustechen, um dasselbe dann in dem Schlachtraum deS Meister, später auszuschlachten. Beim. Ausschlachten Hab« er.«., die Weichtheile des Schweine» in Faulniß übergegangen vorgefunden. Burmeister hatte vor seiner Verurtheilung eingewendet, daß er jenes Schwein dem Abdecker überwiesen habe. Infolge der seitens des Bur» mefter eingelegten Berufung beschäftigte die Sache gestern die Strafkammer des Landgerichts Ii. Dem Antrage de» Ange» klagten auf Wiederholung der Beweisaufnahm« hatte der Ge» richtShof stattgegeben, außerdem war zum gestrigen Audienz» termin als Sachverständiger ein Kreisthierarzt geladen. Dos Gutachten des letzteren fiel im Wesentlichen zu Gunsten deS Angellagten aus, denn eS ward begutachtet, daß Wurst, ver» arbeitet aus dem Fleisch eines ThiereS, welche» beim Abstechen noch Blut gab, nicht als verdorbenes Nahrungsmittel anzu» sehen sei, wenigstens nickt im Sinne de» Gesetzes.(?) In Bezug auf daS von Burmeister zum Verkauf gebrachte Fleisch hatte der Geselle jetzige Meister Buchholy selbst zugeben müssen, daß dasselbe frisch und gut ttotzvem gewesen sei; von allem Anderen abgesehen, sprach gegen die Glaubwürdigkeit dieses Zeugen wohl der Umstand, daß gegen diesen selbst ,ur Zeit wegen gleicher Vergehen ein Sttafverfahren sckwedt. Der Staatsanwalt beantragte Aushebung deS eisten Urtheil« und Freisprechung dei Angeklagten. Der Gerichtshof erkannte dem» gemäß; es ward nicht für erwiesen erachtet, daß da« Fleisch bereit» verdorben gewesen ist, als«i oerarbettet oder verkauft wurde. Regensburg, 4. Juni. Mit einem großartigen Wucher» Prozeß hat fich das hiefige Landgericht zu befassen. Angeklagt ist der Kommissionär Platzer von Wörth a. d. D., welcher sein unsauberes Handwerk seit Jahren im größten Maßstabe be» trieben hat. 190 Zeugen werden vorgeladen. Der landgericht» Uch- Sitzungssaal reicht nicht hin, so daß für diesm Fall der ReichSsaal des RathhausiS, in welchem früher die Reichstags. fitzungen stattfandm. dienen muß. DaS Anklagematerial ist so massenhaft und umfangreich, daß dasselbe vor den Gericht». ferien nicht mehr bewältigt werden kann, weswegen die Ver» Handlung selbst erst im September stattfinden wird. Soziales mb Arveiterbemegano« Unternehmerdreisttgkeit. Nach einem Eingesandt im |'""""" und Ehlers in llt haben, an den einige Soldaten es dem geängstigten und sein zum Tbc blick, als der Zahn wich, gelang..____ wüthmd gewordenen Thiere, stch seiner Fesseln ,üm"Thell zu UUKMT-W stand, feuert« sofort einen Schuß gegm den Löwen ab. verletzte ihn jedoch nur unbedeutend. Hierdurch noch mehr gereizt, biß der Löwe seinem Opfer die Kehle durch und ze, fleischte ihn in einem Augenblick. Der unglückliche junge Mann war sofort todt. Kurze Zeit darauf verendete der von mehrerm Kugeln durchbohrte Löwe. Brodel» Leiche wurde unter großer Betheiligung der Bevölkerung zu Grabe getragen. Brodel zählte erst 24 Jahre und hinterlaßt eine kinderlose Wittwe, dt« von dem Dtrettor des Zirkus 30000 Dollar« Entschädigung verlangt. Da« Ge» setz macht den Direktor für den Unfall verantwortlich. ##### ÄMmÄ ää mmä lung ausgesetzt war. Der arme Knabe- er ist 10 Jahre alt. ober so klein und unansehnlich, daß man ihm deren kaum sechs 8abt— kam damals von seiner Amme zu der Mutter, welche einem finsteren Loch gefangen hielt, Niemand zeigte, nur mit Brod und Salz nährte und ihm fast gar kein Wasser zu tttttlmaab. Adrien G. wußte nur ,u sagm, fie wohne Rue de la Boule und nun suchte man in verschiedenen Straßen. fand endlich Rue Boule am Boulevard Richard Lenoir eine Frau G, von der die Portiersfrau sagte, fie habe nur ein Zwölfjährig� Mädchen und pflege es sorgfältig. Dennoch schritt der Polizetkommtssar zu einer Vemehmutg derselben. Frau®., deren Mann HandlungSreisender ist. gestand nach langem Leugnen. fie hStte ihren Sohn verborgen gehalten. weil fie fich seiner Albernheit schämte und ihn auch manchmal gezüchtigt, um ihm die Unreinlichkeit abzugewöhnen. Sein aanzer Körper ist mit Striemen bedeckt, der Bauch glänzend schwar», die Stirne blutig unterlaufen, der Schädel fast kahl, Di» Ä VÄ/ÄÄ/Ä KWAWVW von den Frauen des Viertels in Stücke gerissen worden. jur Verwendung in der Fabrik zu überlaffen. Der Major war vernünftig genug, diese Forderung abzuschlagen. Rur immer genau! Besondere Genauigkeit scheint in der Verwaltung eineS gewerblichen EtMissementS in der Nähe de» sächstschen Städtchen« Hennhut zu henschen. In dieser Fabrik verunglückte in der vergangenen Woche ein Arbeiter Nachmittag« gegen 4 Uhr. Der Verunglückte wurde bald dar» auf nach Hause tranSvortirt, am Lohntage aber ihm der U«- glückitag nur al« dreiviertel Arbeitstag angerechnet... Ein solche« Vorgehen wird nicht verfehlen, da«„gute Einverneh- men" zwischm Arbeitgeber und Arbeitnehmer, von welchem un» sere National- Konservativen ein gewaltige« Ausheden machen, wesentlich zu kräftigen. Sächsische« LandeSversicherungSamt. Für den Umfang de« Königreich« Sachsen ist nunmehr von der sächstschen Staat»- regiemng unter Zustimmung der Ständeversammlung ein Landes- verstcherungSamt eingerichtet worden, da« erste und di« jetzt einzige, welche« in Deutschland besteht. Zum Vorfitzenden de«- selben ist der Geh. RegicrungSrath Böttcher und di« zum Zu- stand ekemmen der Wahl der nichtständigen Mitglieder, welche von den GenossenschastSvorständen und den Vertretern der versicherten Arbeiter gewählt werden, find zu Beisttzern der Konsul Leopold Offer in Leipzig, Vorfitzender der sächstschen Textil« Beruf«genoffenschaft, und der Fabrikbefitzer A. Türpe jun. in Dresden, zu Ardestervertretern der Stellmacher in der Artillerie- Werkstatt Theodor Berger in Dresden, der Fabrikarbeller Karl Heinrich Weidhammer in Piesche und der Ärettschneider Karl Wilhelm Richter ebendaselbst ernannt worden. Die Zuständig- Kit dieses LandeSverficherungSamteS erstreckt fich bii jetzt nur auf die verficherungspflichtigen Betriebe der StaatSeisenbahncn, der staatlichen Binnenschifffahrt und Baggerei, der Heeresver- waltung, sowie auf die sächstsche Textil-BerufSgenoffenschast und die sächstsche Holz- Berufsgenoffenschast, weil die Grenzen der beiden letzteren Genossenschaften mit dem Umfange deS säch- fischen Staatsgebiet« zusammenfallen. Die Schlüsselschilderfnbrikation. In dem unweit von Rünigszelt in Swlefien gelegenen Bockau hat fich in den letzten 20 Jahren ein selten vertretener und noch wenig bekannter Jndustriezweia entwickelt. ES ist dies die Schlüffelschllder- fabrilation. Von den in ganz Deutschland vorhandenen fieben Schlüffelschilderfabrittn bestehen vier in Bockau. Die ältesten Firmen darunter find die von Blaschke und von Müller. Diese Fadrilen beziehen da« FabrikationSmaterial, welche« in Unter» schenkelknochen von Rindern besteht, waggonweise aus Oester- reich. AuS den genannten Knochentheilen werden nach etwa 30 verschiedenen Mustern Schlüffelschilder, welche ausschließlich in Möbelfabriken und Tischlereien Verwendung finden, durch Säge-, Hobel- und Fraisemaschinen gefertigt. Eine einzige der genannten Fabriken fertigt jährlich rund 288 000 Stück Schilder; die vier Bockauer Werkstätten dürften durchschnittlich jährlich gegen 1 Million Schilder produziren. Di« nach der Fertigstellung von Farbe selben Fabrikate erhalten im Som- wer durch achttägige, im Winter durch mehrwöchentliche Luft« bleiche ein blendendweißes Aussehen und können alSdann so- 6rt zur Versendung gelangen. Die Bockauer Werkstätten find der Lage, durch eine halbe TageSarbeit den gesummten jährlichen Bedarf lür die Provinz Schiesten zu liefern. Der Absatz dieser Produtte ist daher meist auf den Cxvort ange- wiesen. ES gehen Sendungen nach der Türkei, Oesterreich, England und anderen europäischen Staaten. Der Hauptver- sand ist jedoch nach den Rbcinlanden gerichtet, von wo au« die Schilver sooann nach allen Welttheilen exoortirt werden. _(vchles. Ztg.) Uermischte». Die Nachrichten über verheerende Gewitter scheinen im diesjährigen Sommer ein« stehende Rubrik ver Zeitungen bilden zu wollen. In den Nech Mittagsstunden jde« 2. Juni ist die Chemnitzer Gegend von einem äußerst heftigen Ge- witter, welche« von einem wolkenbruchattigen Regen, sowie Hagelwetter degleitet war, heimgesucht worden. In mehreren HauSflurm stand da« Waffer über'/> Meter hoch- die Chem- nitzer Straßendahn mußte für einige Stunden den Verkehr ein- stellen und auch auf den Eisenbahnlinien Chemnitz- «nnaberg und Reitzenhain- Flöha gerieth der Verkehr vollständig in« Stocken. Auf der letzterwähnten Linie haben die niedergegangenen Waffermaffen den Bahn- dämm in einer Länge von 60 M-tern durchgerissen, so daß sich die Personenbeförderung nur durch ein Umsteigen der Paffapiere aufrecht erhalten läßt. Di« GedirgSwäffer find sämmllich stark gestiegen; die Zschopau hatte gegen Abend ihren normalen Wafferstand um mehr al« 2 Meter üverschritten. Der Blitz schlug an mehreren Stellen ein, vielfach jedoch ohne zu zünden. Alle Hoffnungen auf eine gute Ernte find ocr- nichtet.— Am Nachmittag des 3. Juni ging in de: Crimmit- schauer Gegend ein Gewitter nieder, wie man e» dort seit vielen Jahren nicht gehabt hat. Alle tiefer gelegenen Theile der Stadt standen über'/, Meter hoch unter Waffer. Der Schaden, den da« Hagelwetter und da« die Straßen der Stadt dmchflitßende Waffer angerichtet hat, ist zur Zeit noch unüber- sehbar.— Die in Heiligenstadt erscheinende„EichSfeldia" veröffentlicht eine Reibe von Telegrammen über schreckliche Ver- heemngen, die am l.Juni niedergegangene Gewitter auf dem EichSfetde angerichtet haben. Drei Hagelschauer fielen, und stundenlang strömte ein wolkenbruchartiger Regen zur Erde. Die Hageltchloßen erreichten die Größe von Kartoffeln. Nördlich vom DÜn di« zum Harz ist die ganze Ernte verhagelt. Die Städte Duderstadt und Worbi« wurden durch die Wafferfluthen arg verheert. In Gernrode find zwei Frauen ertrunken, an einzelnen Stellen wurden Häuser und Bäume fortgerissen.— An dem gleichen Tage find in vielen anderen Gegenden Deutsch- lachS verheerende Unwetter aufgetrrten. So wiro aus Gießen be- richtet: Vor Allem find die Stadt Gießen und da» Busecker Thal betroffen worden. Kurz vor 4 Uhr, bei 21° im Schatten, begannen die Wetterwolken fich m entladen. Dem Rauschen de« starken Regen« folgt« das Praffeln großer Hagelkörner, dann trat wieder Regen ein, und hierauf erst entwickelte fich da« Unwetter in seiner ganzen Furchtbarkeit. Schloßen von einem Durchmeffer bi« zu 36 Millimeter sausten gegen die Fensterscheiben und schlugen gleichzeitig in Gärten und Feldern mit vernichtender Gewalt die Blätter und Blüthen, ja selbst Zweige der Bäume zur Erde, überall die Erntehoffnungen ver« ettelnd. Der Boden sah weiß au« von Hagelkörnern verschie- dener Größe. Da« Regenwaffer bahnte fich, Gärten ver- schlämmend und Aecker zerreißend, Abfluß, und erst gegen 5V> Uhr hörte da« Gewittrrtoden allmählich auf. Man konnte anfangen, den Schaden zu überblicken, der allein schon an zer- brochenen Fensterscheiden, Glasdächern u. s. w. eine Summe von mehr als 100000 M. darstellt. Den Ernteschaden beziffert man auf eine Million. Die Fluren find wie zerstampft, die Aehren abgeschlagen, die Halme zerknickt und viel Gartenboden verschlammt. Die Gemüsegärten find auf lange Zeit um allen Ertrag gebracht, und dabei find die Lefitz, r tast alle nicht ver- sichert.— An demselben Tage ist auch Oberösteneich von großen Wettelschäden betroffen wordin. Namentlich in der Umgegend der Städte Freistadt und Rainbach wurden die Feldfrüchte vollständig vernichtet. Die Reise um die Welt aus dem Veloziped. Da« Non plas ultra auf dem Gebiet de« Byziklesport« zu etreichen, bat fich ein Amerikaner M. Thomas Steven« vorgenommen. Er ist im Begriff, auf seinem zweirädrigen Gefährt den Ecd- ball zu umfahren, natürlich so weit dieser au« Festland besteht. Vor mehr als einem Jahr hat er New-Uork oerlaffen, und seine Tour mft der Befahrung von Europa begonnen(wohl der angenehmste Theil seine« Programms). Augenblicklich ist er schon bi« Zentralafien vorgedrungen und hat in Teheran überwintert. Er gedenkt fich nunmehr nach Merw, Buchara, Sa- markand, Taschkend, dann nach dem südlichen Sibirien zu b-geden. Von Jrkuttk wird er versuchm, nach der Mongolei ducchzu- dringen und weiter nach Peking und Japan. Von da au« wird er fich nach San Franziska einschtffen und Nordamerika durcheilend den Ring seiner Fahrt schließen. Mißlingt die Fahrt nach China, so will er die Ebene de« Fluffei Amur be- nutzen, um an den Stillen Ozean zu gelangen Wie tollkühn, wie ungemein schwierig dieses Unternehmen ist. wird auS einem Brief ersichtlich, den der unerschrockene Velozipedist im März dies,« Jahre« sandte. E« heißt darin:„Im bin hier (in Mesched. Persten) angelangt nach einem 20tägigen Kampf Segen die Elemente; ich beging den Fehler, Teheran zu üh zu oerlaffen und habe deiwegcn zu leiden gehabt von Schnee, strömendem Regen, überpettetenen Flüffen und unendlichem Schmutz. Von der perfischen Hauptstadt bei Sommerwetter und im Eommeikcstüm abfahrend, gerieth ich in Fuß tiefen Schnee beim Eintritt in Choraffan. An einem einzigen Tage hatte ich 50 Wafferläufe zu durchwaten und zwar bei bitterstem Nordwind. An einem andern suchte mich ein Schne-sturm heim, wie er in Minnesota nicht schrecklicher sein kann. Bi« auf die Haut durchnäßt, mit Kleidern, die von Ei« stets find, mit erstarrten Händen und frurenden Füßen schleppe ich mich, ohne da« geringste Obvach zu finden, durch Berg und Thal. Und wenn eS mir endlich gelingt, eine Herberge zu entdecken, wie steht ste au* I Ein Rita- vanserai, vollgepfropft von Eseln, Maulthieren und Kameelen, deren Herren über einander liegen, nicht sauberer al« ihre Thiere." Aber fast noch ärgeilicher find die Plackereien, die der Reisende von den Grenzbehörden zu er- dulden ha\ Zuweilen wird ihm mitten auf einem Wege mit- ge heilt, daß er vre je Route nutzt weiter verfolgen darf; so ist ihm der Eivtntt in da« südliche Sibirien p.ötziich verboten. Augenblicklich wartet er an der Grenze von Afghanistan auf Bescheid. Er wandte sich an vre Kommission, welche die Grenze regulirt, um einen Pasfirschein zu bekommen. Auf einer Tele- graphenstation hat er Gastfreundschuft empfangen. Die Ein- geborenen drängen fich hinzu und schreien:„W'.r wollen da« eiserne Pferd seben!" Man mußte ihn du.ch Schildwachen vor der zudringlichen, wenn auch gutmüihigen Menge schützen. Kleine Mittheilungen. Pest, 7. Juni. Zu den gestrigen Straßentumulten wird beute berichtet: Ministerpräfitent TiSza hat heute Morgen den Ober Stadthauptmann. Stellvertreter Polizeirath Pekary und den Chef des Detektivtorps Baron Splrnyi empfangen und längere Zeit mit ihnen konfttirt.— Poiizrirath Peka y hatte gestern ein« T-pu'.aiion von UnirersttäiShö ern emvtangen, welche fich über da« Vorgeht!» dcS StadthauplmanrS Hugo Maltas bei den Sttaßendtmonstrationen dieser Tage beschwerte; das hauptsächlichste Graramen der Herren war, daß der Stadt- Hauptmann seinen Leuten mit Bezug auf eine Gwpoe von Studirendm zugerufen haben sollte:„Rettet ste nieder,> Hunde!" Herr Pekarp hatte gestern die Deputation dahin» schieden, er wolle die Sache sofort untersuchen und lade% Herren ein, h.-ute Vormittag wieder kommen und daS Ergibft seiner Erhebungen zur Kenntniß nehmen zu wollen. Heute m> erklärte Stadthauptmann Maltas der Deputation, er erirnu» fich absolut nicht, die ihm infinuirten Motte gebraucht I> baden. Sollte ihm indessen in der erklärlichen Erregung da— Augenblicks irgend ein ähnliches Wott gleichwohl ent�aÄ sein, so habe er daffeib« ficherlich nicht mit Bezug au!% Unioe-fitätZjugend im Allgemeinen, sondern auf jene reniten� Individuen gebraucht, welche fich ihm damals gegenübrrg-fe haben. Die Deputation nahm diese Ettlärung zur bttri-viz® den Kenntniß.— Der Mann, welcher anscheinend in eines Bajonnerstiche« daS Leben eingebüßt hat, konnte d-.B nicht agnoSzitt werden. Heute Nachmittag« 4 Uhr wird dt gerichtZarztliche Obduktion de« Leichnam? vorgenommen.£•"' Etadthauptmann Stellvettreier Pekarv hat in Angelegerid« der blutigen Vorfälle der heutigen Nacht eine strenge Unts suchung eingeleitet' noch im Laufe der Nacht fand Visitation der Waffen jener Polizeiwachmänner und betttttr!« Konstabler statt, welche ausgerückt waren. Von den 31 fönen, die wegen Widersetzlichkeit gegen die Anordnungen � Polizei arretirt worden find, wurden 26 heute Morgen« freien Fuß gesetzt. Gegen die in Hast Verbliebenen wird d« wettere Untersuchung gepflogen. Nachträglich hat M ins Rochuispital ein Fleischbauer Namen« RudÄ Röhn mit einem Bajonnelstich im Unterleibe aufnehmen law — Im Laufe des heuligen Nachmittag« wird von Seite � Polizei folgender Aufruf an allen Etraßrneckcn as werden:. „Auf dem Gediete der Hauptstadt find in den jün-d oerfloffenen Tagen wiederholt solche Straßenunmhen u'1 Demonstrationen vorgefallen, welch! auch die öffentliche nung, sowie die Sicherheit der Person und de« Etgentd� gefäzrdet haben. In Folg« dieser bedauerlichen Erfahrung wird da« geehrte Publikum der Hauptstadt darauf oufmeuf* gemacht, daß r« fich solchen ordnunpSwidligen Demonstratio� in seinem eigenen wohlverstandenen Jatereffe ernstlich entW';' möge. Jntbesondere werden die P. T. Eltern, Vrnniü� Gewerbetreibenden, Rau leule, FabrilSeigenthümer aufg'-fo�., daß ste dm unter ihrer Obhut oder bei ihnen in Verwr1"� stehenden jungen Leuten, beziehungsweise Arbeitern die' nähme an ähnlichen Unruhen mit Hinwtt« auf die geW;', Folgen verbieten mögen. Die P. T. ordnungSliedroo' Bürger der Hauptstadt aber werden ersucht, daß ste die Po-'" Organe in ihrem auf die Einstellung gesetzwidriger Handwl>; und«ufrechterhalwng der öffentlichen Ordnung gertö" pfltchtmäßizrn Streben unterstützen c özen." Prag. 8. Juni.(Ein oemaßregelte« Bataillon). sammle Mannschaft de« ersten Bataillon* de* Infanterie'-' giment« König Humbett hat einen vierwöchentlichen SM*. arrest diklin erhalten, weil gelegentlich einer Feldübung 2. Juni knapp neben dem Regiment« Kommandanten Obel' Holzbach drei Kugeln in den Erdboden einschlugen..\ Uedung wu.de sofort abgebrochen. Säv m'liche Manns«-' gewehte wurden untersucht, ohne daß die Sour der dett der DaurerKleiK in Etauüfdjiutig, vi»»um heutigen Tage ist in Braunschweig noch lein »Keiner Belagerungszustand" verkündet worden» trotzdem hat steh die dortige PolizeiSirekiion belügt gehalten, eine auf gestern Abend anberaumte Versammlung der streitenden Maurer auf Grund des Sozialistengesetzes zu verbieten. E» wird in diesem Falle ein besonderes Interesse haben, die Begründung des Verbots kennen zu lernen. Die polizeiliche.Verfügung hat fol- »enden Wortlaut:_ „Auf die Eingabe vom 7. d. M. eröffne ich Ihnen, daß die auf den heutigen Abend zur Bn Handlung über Streik- Anzelegenbesten angemeldete öffentliche Versammlung der Maurer und Slrinhauer auf Grund bei§ 9 bei Reichsgesetzes gegen die oemeingetährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oltober 1878 hiermit verboten wird. DaS Ergebnis) der am 5. d. 3Ä. stattgehabten Maurer- und Steinhauer. Versammlung, in welcher die Forderungen der Gesellen seitens der Meister im Wesentlichen gewährt sind, hat den Charakter der Streikbewegung geändert. Verdefferung der Arbeitsbedingungen ist nicht mehr Zweck deS fortgesetzten Streiks; dem durch sozialdemokratische Agitatoren veranlaßtcn weiteren Streik liegt vielmehr nur noch Vre Absicht iu Grunde, sozialdemokratische Umstur, destredungen zu fördern. Die Versammlungen der Streikenden können daher ferner nicht geduldet werden. Braunschweig, den 8. Juni 1886. Herzog!. Polizei. Direktion. Orth." DaS liberale„Braunschw. Tgbl." bemerkt hierzu: Wir müffen gestehen, daß wir eine derartige Begründung «um für möglich gehatten hätten. Um so größer ist unser Er- siauner, daß die Polizei sich in einer ganz unmotivirten Weise in die Lohnstreitigketten»wischen Meister und Gesellen ein- mischt. Die Polizei hält eS sür angebracht, einfach zu erklären: Ar Gesellen habt jetzt wesentliche Zugeständniffe von den »itiftkln erhalten, jetzt müßt ihr also zufrieden sein und eure fonstigen Forderungen fallen lassen; thut ihr daS nicht, so seid )k nicht« alS sozialdemokratische Umstürzler! Die Gesellen suchten deffere Arbeitsbedingungen alS bisher zu erlangen; Forderungen wurden von den Meistern anfangs �udweg abgeschlagen, dann vor einigen Tagen, da die «esellen festhielten, zum Theil genehmigt,„im W e s e n t- Mchen" aber(so namentlich hinsichtlich deS Minimal- ' o hn e S von 35 Pf.) abgelehnt, was die Polizeioerwal. •uns doch beachten möge. Die begonnene Arbeitseinstellung blieb also bestehen, da die Gesellen noch nicht daS erreicht Kotten, waS sie zur Verdefferung ihrer materiellen Lage glaubten ?urchsey«n zu sollen. Vielleicht würde die Polizei zu ihrer so "rigen Auffassung und Schlußfolgerung nicht gekommen sein, w-nn den Versammlungen der Arbeiter auch höhere Polizei- beamte beigewohnt hätten, die dann ein zutreffende« Bild von Lage hätten gewinnen können und auch gefunden haben Mrdm, daß umstürzlerische Tendenzen in dm Versammlungen tn«*au8"tcht zum Vorschein gekommen find. Wir sind weit alle Forderungen der setemden Gesellen von unserem i»,.««Ä??* au« al« gerechtfertigt zu erachten: so könnten wir "JJfcfanfcttt niemal» für den bestimmten Minimallohn er- jlären und wenn sie dieselbe, sie man ihnen zugestehen muß. in ruhiger gegen die öffmt- remeSwegi verstoßender Weise durchzusetzm »Ä.' f0 sollte sich die Polizei nicht berufen fühlen, sich zum «Örter auszuwerfen und zu erklären: Jetzt habt ihr genug er- v weiter« Forderungen find vom Uebel! Das ist in t,».. oat eine unmottvirte und auch, wie un« scheinen will, iwecklose Einmischung.— U-brigenS erfährt die Polizei- ??.'Uauna(inm StthtftrftHmt hurA hit Tbatsacke. bflfe die Di' luni beschäftigten getreten ist und �«no folgende Erklärung abgegeben hat. '�.�Unterzeichnete Dtrettion der Ga«- und Wasserwerke vrr- h, sich, nachstehende Forderungen der Gesellm streng inne halten: 1) Einen Minimallohn zu zahlen von 0,35 M. VerbrecherKamkrlldslhllst. Eine Kriminalskizz«. Nach dem Norwegischen von Z. D. Ziegeler. Henrik Olsen war einer der gefährlichste« und gemalt- lgsteu Mensche« in Norwegen. Er war von riesigem .-pnba«; die hochgewölbte Brust, der Stiernacke« die breiten Schultern zeugten von ungewöhn- {7« Stärke. Als rückfälliger Verbrecher wurde er zu «e», länglicher Zuchthausstrafe verurtheilt. Als er dahin geführt werde« sollte, bat er um ein« Unterredung mit 2* Polizeirichter. Vor.diesen geführt, benahm er sich avfävg- 2 sehr selbstbewußt, raffelte mit seine« schweren Ketten r* setzte sich unaufgefordert nieder.„Entschuldigen Sie, 3 ich mich setzt«,' sagte er,„der ungewohnte Zierrath an v*® Beinen macht mich müde, aber ich werde mich schon i�an gewöhnen, ich habe ja Zeit genug dazu; den« ich bin auf Lebenszeit versorgt. Und dach freue ich mich," BT C»itternd-r Stimme hinzu,„daß e« so gekomme« ist, '4 schon jetzt hinkomme, ohne ein« Todsünde auf dem fcjMen zu haben; den« ich kenne wich selbst und die Ojandthaz ist nicht denkbar, zu der ich nicht fähig wäre. i.3.ich Branntwein getrunken habe."—„Räumst Du dem Haustier die Uhr geraubt zu haben?»- K°'wiß räume ich e« ein."—„Du behauptest also nicht Du unschuldig verurtheilt bist?»—„Ich, un» d>g? Nein, wie können Sie glaube»!_ Ich habe bin ®i« »e,,»�«nben, bin immer auf Verdacht uad Vermuthung i�?deilt, aber unschuldig war ich«'«- S'tzi habe Sa4"uf dem Gewisse«, wa« mich drückt, Herr Richter, will vor Ihne» mein Herz ausschütten, bevor ich Ein schauerlicher Ort da«,— und auf zeit» W*' Eine Weile schwieg er, krampfhafte Zuckungen «lbJ®**?ein Teficht, seine Brust arbeitete stark und er �inJ/ST a�a« tion nöchiz macht. Hier durchnäßt angekommen, ist man möz- licher Weise gezwungen, zwei Stunden in Geduld auSzubarren, bi« der nächste Vorortzug von Potsdam eintrifft. Diese Z:it ist eine Ewigkeit, wenn zu der Nässe fich auch noch Kälte ge« sellt und daS Verlangm nach einer warmen Tasse Kaffee oder einem Glase Grog alS berechtigt erscheinen muß. Aber auch noch durch eine seit dem 1. Juni bestehende neue Einrichtung läßt fich darthun, daß dieser restauratwnSlose Zustand auf der Station Grunewald nicht«etter fortbestehen kann. Es laufen jetzt nämlich für die ganze Sommerzeit Züge von Station Grunewald nach Johannisthal und Grünau an der Görlitzer Bahn. In umgekehrter Richtung ist hierdurch den Bewohnern der oberen Spreegegend eine bequeme Gelegenheit, auch einmal einenjNach mittag in dem früher so fem gelegenen Grunewald zuzubringen, gegeben. Das ist eine große Annehm. ich kett» denn man fährt in einer höherm Luftschicht durch ganz Berlin, und langt dort an, wo eine genußreiche Waldprommade Ge« legenheit bietet, die Spree in ihrer Vereinigung mit der Havel zu bewundern. Wenn aber zu diesem Zwecke Schildhorn, PichelSwerder und das Haoelgebiet da« Ziel der Wanderung war, so gitt eS Abend«, wenn die Rückkehr nach der restaura« tionSlosen Station Grunewald erfolgen soll, zunächst eine fünf- viertelstündige Waldpromenade ohne Erftischung zu überwin» dm, dann die Abfahrtszeit abzuwarten und schließlich noch eine weitere Stunde in dieser peinlichen Lage für die Fahrt nach dem heimathlichen Bahnhofe auSzuharrm, wobei noch überdies währmd der Fahrt die Geduld durch den Blick in die zahlreichen von der Bahnlinie berührten Biergärten auf eine harte Probe gestellt wird. Ob aus der Spreegegend, wo fast jede Halteftelle mtt einer kleinen Restauration ausgestattet ist, fich viele zu einer solchen Grunewaldfahrt mit ihren un- auSbleiblichen Durstqualen bereit finden lassen werden, ist die Frage, es sei denn, daß die Bahnverwaltung, so lange ste nicht im Stande ist, eine Restauration auf ihrem Bahnhofe erstehen zu lassen, wenigstens einen— RestaurationSwagen bei diesen Zügen in Betrieb setzt. Daß die alS„DurststaUon" schon zu einer gewiffm Berühmtheit gelangte Station Grunewald bei ihrem starken Verkehr schließlich doch noch eine Restauration erhalten wird, unterliegt keinem Zweifel, denn die Noihw-n« diglett einer solchen liegt zu Tage. ES ftagt fich nur, wie viel Zett noch erforderlich ist, dt« diese Notwendigkeit an maß« gebender Stelle erkannt wird. Die Lohnkommisston der Maurer vo« Berlin und Umgegend ersucht alle hiesigm Gewerkszmoffen und Freunde, welche anläßlich der augmblicklich in erhöhtem Maße fich gellend machenden Anforderungen im Dienste und Interesse der gemeinsamen Sache zu frei billigen Extraunterstützun gS- beiträgm gewillt find, solche nicht direkt an dir der Unter« stützung Bedürftigen resp. deren Familien, sondem vielmehr lediglich an die von der Gesammtheit gewählte Kommisston ge« langen zu lassen, damtt dieselbe alle« Weitere in einer dm in Betracht kommenden Verhältnissen entsprechendm und ihr durch geeignete Informationen ermöglichten Weise anordnen und de- fchließm kann. Auflösung studentischer Vereine. Am 7. und 8. d.M. find mehrere Mttgliever de« hiestgen wissenschaftlichen polni- schen Vereins, der„Germ." zufolge, aufgefordert worden, auf dem Rektorat der Unioersttät zu erscheinen. Daselbst ist ihnen eröffnet worden- daß auf ministerielle Veranlassung hin der oben bezeichnete Verein aufgelöst sei. Die zttirtm Herren mußten durch Unterschrift bekunden, daß ste von der Auf« Hebung de« Vereins in Kmntniß gesetzt worden seien. Die diesbezügliche ministerielle Verfügung betrifft alle preußisiben Universttätm, so daß alle wissenschaftlichm polnischen Verein« dasselbe LooS zu gewärtigm haben. Bei dem Keuer in der Schinkestraße hatte der Gärt« ner Weckmann, dessen Grundstück unmittelbar neben der Brand- stelle liegt, dadurch großen Schaden erlttten, daß die schau« lustige Menge seine Anlagen vollständig zertreten hatte- Herr W-ckmann hat fich nun der„B. B.-Z." zufolge mit der Bitte um Schadenersatz, und zwar in der Höhe von 20000 M., an die Gemeinde Rixvorf gewandt, indem er fich dei Geltend» machung seines Anspruches auf dai Gesetz vom 11. März 1850 über die Verhütung eines die gesetzlich« Freiheit und Ordnung gefährdenden Mißbrauch« de» Versammlung» und Vereinigung»' rechtes stützte. Der Gemeinderath von Rixdorf hat jedoch vi« Fotdemng zurückgewiesen in der Annahme, daß da« angt- zogene Gesetz nur von Zusammmrottungen im Sinne ern» Revolte spreche und nicht Zusammenläufe neugteriger Massw gemeint haben könne. ES bleibt immerhin abzuwarten, y welchem Sinne fich der Richter erklären wird, wenn Herr mann den W-g dei Prozesse» deschreiten sollte.— einschlägigen Bestimmungen d«S oben angeführten fetze S lauten nämlich:„§ 1. Finden bei einer Zusaww� rottung oder einem Zusammenlaufe von Menschen durch w." Gewalt oder dirch Anwendung der dagegen getroffenen ltchen Maßregeln Beschädigungen des EigenthumS oder letzungen von Personen statt, so hastet die Gemeinde, in deru Beziit diese Handlungen geschehen, für den dadurch verursaS Schaden.§ 2. Di« im§ 1 festgestellte Verantwortlichkett trw nicht ein, wenn die Beschädigung durch eine von außen b in den Gemeinde bezirk eingedrungene Menschenmenge veru sacht worden und in diesem Falle die Einwohner des letzt«' zur Abwehr des Schaden» außer stand« gewesen N""' § 3. Im Falle de«§ 2 liegt die EntschädigungSr-Mt Gemeinde»der den Gemeinden ob, auf deren Gebiet me fammlungen oder von deren Bezirk aus der Uederfall N°< gehabt hat, eS fei denn, daß auch diese Gemeinden nicht im stände gewesen waren, den verursachten Schaven' verhindern.— Mehrere nach den vorstehenden Bestimmung verpflichtete Gemeinden hatten dem Beschädigten flegenu solidartich."— Da nun bei dem Brande zweifellos R'kvo � und Berliner Gemeindeange hörige widerrechtlich und g«®®*' in die Gärten deS Herrn Weckmann eingedrungen nao, dürste leicht auch die Berliner Gemeinde in die j kommen, zur SchudenSerfatzpflicht mit herangezoaen zu®»o Trotz deS alljährttch stattfindende« kämpfe» haben stw in diesem Jahre die EtchhörjjchflJ. Thiergarten wieder in deträchUrchcr Zahl gezeigt und® t, so der jungen Brut der gefiederten Walddewohner tta 5 sährltch. Jetzt, wo die Bäume wieder stark belaubt find,, es dem Förster schwer, diesen posfirlichen Thterchen bei,, men, da» durch seine schöne Gestalt und die niedlichen .— wi- m er— x— w.»—-..-i—»«*£4 /»ut ________|___________ W______ arten» Ort aus'a?"y'!Üag zu amüstren weiß. In der Quer- Allee fand gestern Na» � ein tnlereffanter Kampf zwischen einem Elchhörnchenpa � einem Paar anscheinend wilder Tauben statt, welche h. �sch -'—"---' h«n Mn-nctt. DaS®c.'.i,.L auf einem Baum ein Nest zu daben schienen. Da» welche nun diese auch Hörnchen befitzen »'S @6* der bedrohten Vögel rief eine Schaar antoer�öjttl J.......... 1.2.'.Z lichen'Sprünge dicht vor den Passanten ausführen und N ihnen zu neck-n scheinen.»«„.-.-in HMM-Ws polonaise und bengalische Beleuchtung d«S Gar d«5 kl 7 Kiadertanz mit Bonbon» Veitheilung und beim Eintritt Liedes Kind ein Festgeschent. Da der Verein der einzige A, dem von Seiten der Direltion Konzert abzuhalten gestattet V und da namentlich für das Amüsement der Kinder gesorgt ■»ich, wird der Besuch allen freunden und Gönnern auf das 8tftt empfohlen. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf., Kinder frei. biHets zu haben(stehe Inserate vom 6. und 13. d. M. in diesem Blatte). „ Berliner Asyl-Verein für Obdachlose. Jm verfloffenen Konat Mai nächltaten im Männer.Asyl 9 277 Personen, da- iim badeten 1731 Personen, im Frauen-Asyl 1397 Personen, davon badeten 136 Personen. Der Vorstand macht daraus «ufmerksam, daß er einen Arbeits NaibweiS eingerichtet hat und diltct dringend, von Vakanzen jeder Art. männliche Arbeiter ditreffend dem tzauSvater deS Männer-AsylS, Bülchingstraße 4, BiiMichc Arbeiter detreffend der Hauimutler deS Frauen-Asyl», mstlierstraße 5, Kenntniß zu geben, damit eine Zusendung der imlistzirten Personen unverzüglich erfolgen kann. Die Gefährlichkeit der scharfen Kurven bei den mdebahuen wurde wieder einmal durch eine aufregende �ene illustrirt, welche fich gestern Nachmittag auf dem HauS- «oigteivlay abspielte. Ein veir hatte hier den Vorderperron iineS Wagen» der Linie H asenplatz—Schloßplatz bestiegen und mm Stand recht» an der offenen Seite eingenommen. Beim Anbiegen de» Wagens vom Hausvoigteiplatz in die Oberwall- jiraße verlor der Herr durch da» scharfe Herumfahren in der «uwe da» Gleichgewicht und stürzte vom Wagen. Hierbei wm er jedoch mit dem linken Arm, in deffen Hand er einen «igenschtrm hielt, so unglücklich zwischen die Mesfingbarriere und da» Schutzblech, daß er stch nicht gleich befreien konnte und an dem Arm di» zum Stillstände de» Wagen» mitge« Weist wurde. Alles schrie entsetzt auf, denn man vermuthete m, bestimmt, daß dem Herrn ein Unglück zustoßen würde. iücklicher Weise trat dieser Fall nicht ein. Jedenfalls ist e» luthsam, beim Stehen auf dem Vorder- oder Hinterperron auf ulie Eventualitäten gefaßt zu sein und diesen durch gute» Fest- wlten vorzubeugen zu suchen. AlS eine Albernheit, die polizeilich verboten werden Büßte, bezeichneten wir vor längerer Zeit ein in den Handel gebrachte» Tafchenfeuerzeug in Form eines Kanonenrohr», bei Brichem Demjenigen, welcher dasselbe durch einen Druck auf Verschluß zu öffnen versucht, eine Nadel von IV» mm kunge in den Finger fährt. Jetzt warnt das Königl. Polizei« uiafldium das Publikum vor dem Gebrauch dieser Feuerzeuge, Brich« r gesundhettsgefährlich erscheine, insbesondere dann, wenn Nadelspitze mit Unreinigkett dehaftet und dadurch geeignet 5 Entzündungen oder selbst Blutvergiftungen herbeizu- Wen. .. Lungeuseuche i« Osdorf, Nachdem der Teltower Kreii M«in ganzes Jahr von jeder Viehseuche verschont geblieben M. ist, wie un» mttgetheilt und an maßgebender Stelle de- wird, vor einigen Tagen auf dem städtischen Rieselgute izZbors ein Zugochse an der Lungenseuche ertrankt. Da die i?rürztliche Ueoerwachung auf den städtischen Gütern eine streng« und geregelte ist, so ist da» kranke Thier sofort Mbtet, der Stall, in dem daffelbe gestanden, dtiinfizirt und ■f« fernere Beobachtung gestellt worden. Die thierärztliche Mrsuchung des Kadaver» hat ergeben, daß der Zugochse, der �igust vorigen Jahre» au» oem bayerischen Voigtlande 'Wmt wurde, die Lungens»uche hierher schon mitgebracht hat. Vermißt. Die 79 jährige geistesschwache Wtttwe Chri- e Bchmtot, geborene Richter, bat fich am Donnerstag, den (£,*• au« dem Friedrich-Wilhelmt�ospltal entternt und '»di» heute weder nach dort, noch zu den Ihrigen zurück- F'ßtt. Dieselbe trägt vom Hospital eine Morzenjacke mit JJbi Stempel de» Hospitals und«in Hemd mit dem Zeichen 8. Alle Diejenigen, welche über dle Vermißte Mittdeilung Mrn können, werden gebeten, solche dirett an das Friedrich- Melmi Hospital oder an Frau Weißdrich, Krausenstraße 69, gelangen zu lafien. hie Fahrlässigkeit eine« WärterS ist, wie wir i.V»ügiich erfahren, am HtmmelfahttStage ein Menschen- Tod« zum Opfer gesallen. Der Monteur Auffttnim® ,®0t im Austrage seiner Prinzipale behufS aemef-i �(in» Pulvermaschine 15 Wochen lang in England WWMWWUZ Anrath doffnun Karite, u «eidm'» in«nem % ÄÄÄt nÄ ytittt aufgenommen. Dort befand er fich mit einem andern ein erster« ....... Räume, und zur Beouffichligung der 2 Wärter bestimmt. Am 3. Juni. d«m Hirn- CTchrtttage, Nachmittag» beschäftigte fich der eine der Warter hj",' Bern anderen Kranken die Haare zu schneiden, wahrend «weite Wärter, um Schutz vor der Sonne zu suchen, !�"S»dl-tt fich auf den Kopf gelegt hatte. Der«i Crg daraus, daß sein Kollege eingeschlafen sei, und um diesen« 7� den Schlüffel zum Nievrzwspinde hatte, in der Ruhe nicht Wr iegte er vor den Augen der Kranken die Sch-ere— Verordnung zuwider— in die unverschloffene Tisch- m k Während er nun hinausging, um die Müüschippe tl>,. Besen zu holen, griff Schomburg, den unbewachten Anblick benutzend, nach der Scheere und versetzte fich mit drei Stiche in das Herz, die seinen unmittelbaren m einem Zeitraum von 5 Minuten zur Folge hatten. Die .taritee-Verwaiiung hat den geschilderten Vorfall von Amt»- Vm der Kgl. Staatsanwaltschaft gemeldet, und dieser obliegt 'sn die Prüfung, ob die Wärter, welche übrigens ihre Schuld Weiw-�z Dtrhchitn, hei der Ausübung ihrer Berufspflicht Morgens etwa �schwere FabrlSsfigkeit begangen Hab» k, gesuchter Mörder. Am 24. Mai rQ 9 lik«. x__ Min, 177 Zentimeter großen, etwa 30 Jahre alten, an- �Nend dem Ardetterstande angehörigen, kräftig gebauten �"ne, gefunden. Nach dem Ergebniß der Leichenöffnung ist d-I Tod de» Unbekannten durch Verletzungen verursacht wor- L,' die mittelst eine» scharsschneidenden Instrumente» am Halse ».Urach t find. Die Leiche war bekeidet mit einer abgetragenen Utor n grauen Hose, einem blau- und weißgestreisten bäum- (L. Hemde und einem zweiten röthlichen wollenen Hemde. ffeM* die Leiche war ein verschossener, früher wohl braunge- «nü.?°lter Rock gedrettet. an deffen Brustseite ein metallener defand, auf welchem in verschlungener Form die 0"°ben B. W. B. ausgeprägt waren,«ei der Leicht wur- ei», serner gefunden«in zerbrochener Wanderstad, «Wb. 0141 West«, ein« Schirmütze S' ■jt, ein« Schirmütze von dunkler .*.■ eine Packnadel, ein Haarkamm und ein 1 Schnürschuhe. An dem linken Schuh war ..."Nd an der Ferse an zwei Stellen daS Ledir auS. feilMen. anscheinend um den Druck an jenen Stellen zu de- "iiit Geld und LegitimationSpapiere wurden bei der Leiche hin' Theil de, G-stchtS mit etwa Zentimeter langem ganz x braunen Haar bedeckt. Die Zähne waren gut erhalten. Vf blaugrau. An beiden Vorder Armen defanden fich b«n>>,,Tatowtrungen, welche am rechten Vorderarm ein bren- N. i® Cfftz y-n i f 1 A• ff«: Iii«.** am» JL4 ma.PaM«* LT fYlnlf Mftl K..d. Herz mit zwei gekreuzten chrift, eichen 3. II. W. A l.. 8Ä.' � aR ,,tm iinkm Vorvirarm zwei getreu, rr V. rfr' darüber ein« Krone und darunter die Schriftzeichen ..... m..... m nicht erkennbaren Emblemen 18 0 und darunter ein Iinkm Vorvirarm zwei gekreuzte rimp.?'drere nicht erkennbare Buchstaben und in einer Um- Namen A, W. Hornik darstellten. Außerdem Si de» linken Vorderarme» einen Thetl «nkers ewgepichnet. Der Ermordete ist mtt Hoher Wahrscheinlichkeit al»«ine Person wiedererkannt worden» welche am 23. Mai auf der Chauffe« von Perleberg nach PremSlin bei Quitzow vorüdergekommen ist und am Abend desselben Tage» in Korstedt um ein Unterkommm angesprochen hat. An beiden Stellen defand sich in der Gesellschaft deS Er- mordeten ein etwaS größerer Begleiter von starker G-stalt, sonnenverbranntem Gestcht, starkem blondm Schnurrbart, de- kleidet mit einem schäbigen verschossenen Rock und einem runden verblichenm Hut. Nach Lage der Sache ist anzunehmen, daß der Unbekannte ein wandernder HandweriSbursche, nach dm Tätowrrungm Schmied oder Bergmann von Profesfion, Namen» A. W. Hornik, von seinem Reisebegleiter wahrend des UebernachtenS im Freim überfallen und seiner Legitimation»- papiere, sowie seiner Baarschast beraubt worden ist. Alle Die- jenigen, welche im Stande sind, über die Persönlichkeit deS Ermordeten oder seine» Begleiters Auskunft zu geben, oder mit diesen Personen vor dem 24 Mai jusammengetroffen find, oder denen LegUimattonspapiere auf den Namen A. W. Hornik vor dem 24. Mai oder nachher vorgelegt worden find, ober noch werdrn sollten, werden ersucht, von ihrer Krnntniß sofort der nächsten Polizeibehörde oder der königlichen Staatsanwaltschaft zu Neu-Ruppin Nachricht zu geben. Ei« Vademekum für die Besucher deS AuSstellungs- parke» in Berti«(heilt der„v.«. C." seinen Lesern mit: daffelbe lautet: 1. Derjenige, welcher die unerschütterliche Ad- ficht hat, einen Abend im AuSstellungSparke zu verbringen, ver- säume nicht, fich mit einem Schemel, einem Klappstuhl oder sonst einem praktikablem Sitze von Hause auS zu versehen, da Bänke oder Stühle außerhalb des Rayon» r er Kellner für nicht konsumirende Besucher überhaupt nicht vorhanden find. 2. Man thut gut, größere Summen Geldes zu fich zu stecken, da die Preisnotirun»en der Speiselarte„weit über Menschliches hin- auSragen." 3. Für pasfionirte Biertrinker empfiehlt fich eine vorhergehende, mindestens einstündige Sitzung in einem jener soliden Lokale, wo noch für entsprechende Zahlung ein ge- hörige» Quantum guten BiereS verabreicht wird. 4. Leim Be> treten de» AuistellungSparkeS gelobe man fich, mtt jener himmlischen Sanftmuth, die einem Gast an dieser Kunst- und Dreher-gewtihten Stätre ziemt, alle» über fich ergeben zu laffen. 5. Hat man eine Bestellung an den Kellner zu machen, so wählt man am besten die Form:„Wären Sie vielleicht so gütig, mein Herr, mir ein GlaS Bier zu bringen?" 6. Naht die geheiligte Person des Oberkellner», so hat jeder Gast aufzustehen oder zu grüßen. 7. Bringt der Kellner ein Gla« Klein- Schwechat.Schaum, so gebe man seiner fteudigen Verwunde- rung darüber Ausdruck, daß der Buffetter aus Versehen auch etwaS Bier hineingezapft hat. L. Fühlt man daS Verlangen, auf dieses GläSchen Bier ein zweites folgen zu laffen, so wende man fich an den Kellner mtt den Worten:„Entschulvtgen Sie, wenn ich mir erlaube, Sie noch einmal zu behelligen." 9. Ist man nach reiflicher Ueberlegung zu dem Entschluß gelommen, im Restaurations-Paoillon zu soupiren, so nehme man von allen Freunden und Verwandten im Garten Abschied, da jede AuS- ficht auf ein Wiedersehen für diesen Abend völlig auSgeschloffeu ist. 10. Man versorge fich mit Zeitungen oder Romanlektüre, um die Zeit zwischen den einzelnen Gängen ausfüllen zu können (al» selbstverständlich ist vorauszusetzen, daß man'fich bereit» vierundzwanzig Stunden vorher einen Tisch durch telegraphische Bestellung gefichert hat). 11. Wenn man den Speisesaal mtt leerem Portemonnaie und fast eben so leerem Magen, aber in dem erhebendem Bewußtsein, bei Dreher gegeffen zu baben, ver- läßt, so eile man strack» in das neu eingerichtete Postbureau der Ausstellung, um ein in den herzlichsten Worten abgefaßtes Danktelegramm„an den Brausouverän von Klein Schmechat" abzusenden. Gemäß den Veröffeutlichungen de» kaiserliche« Gesundheitsamts find in ver Zeit vom 23. bis 29. Mai er. von je 1000 Bewohnern, auf den JahreSdurchschnttt berechnet, als gestorben gemeldet: in Berlin 27,8, in Breslau 44,6, in Königsberg 31,3, in Köln 26,1, in Frankfurt a. M. 24 2, in Wie»« baden 24,4, in Hannover 17,9, in Kassel 24,3, in Magdeburg 35,2, in Stettin 20,9, in Altona 31,3, in Straßburg 28,3 in Metz 29,9, in München 35,8, in Nürnberg 38,6, in Augsburg 23,0, in Dresden 29,0, in Leipzig 22,9, in Stuttgart 24,6, in Karlsruhe 17,0, in Braunschweig 22,0, in Hamburg 81,0, in Wien—, in Budapest 41,5, in Prag 39,5, in Trieft—, in Krakau 27,5, in Basel 25,8, in Brüssel 34,4, in Amsterdam 22,9, in Part« 25,2, in London 16,5, in Glasgow 24,8, in Liverpool 19,2, in Dublin 26.0, in Edindurg 19,7, in Kopenhagen 32,7, in Stockholm 19,2, in Cbristiania 22,2, in Et. Petersburg 35 7, in Warschau 31,6, in Odessa 30,2, in Rom 26,8, in Turin 38,2, in Venedig 37,2, in Bukarest—, in Alerandiia 48,5. Femer in der Zeit vom 2. bi» 8. Mai er.: in New- Bork 25,3, in Philadelphia 19,4, in Baltimore 19,3, in San Franzisko—, in Bombay 24,3, in Kalkutta 21,1, in Madra» 30,2.— Der Gesundheitsjustand in Berlin war in der Berichts- wache kein günstiger. Zunächst häuften fich in Folge des plötzlichen, am 24. einiretenden Witterungswechsels, unter welchem da» Thermometer innerhalb 24 Stunden eine Tem peraturschwankurg von 17,4 G:ad Erls, zeigte, akute Prozesse der Athmungsorgane, desonde-S Lungenentzündungen, und führten auch in gesteigerter Zahl zum Tode. Auch Er- Irankungen an Keuchhusten wurdm zahlreicher. Desgleichen führten auch die durch die außergewöhnlich hohe Wärme der letzten Tage der Borwoche in großer Menge hervorgerufenen Darmkatarrhe und Brechdurchfälle der Kinder in wesentlich ge» steigerter Zahl zum Tode, während neue Erkrankungen seltener wurden. Von den Infektion skr ankheitm haben nur große Ausdehnung gewonnen unv namentlich in der Masern Rosen- thaler Vorstadt, im Stralauer Viertel, im Tempelhofer und im Scköneberger Vorstadt«?«zirk viele Erkrankungen Das Scharlachfieber und Diphtherie im v« anlaßt. Stralauer _____(letztere Viertel am zahlreichstm) sowie typhöse Fieder bedingten weni- ger Erkrankungen. Weitere Erkrankungen an Pocken find nicht zur Anzeige gekommen, aber 1 weitere Erkiankung an epidemi- scher Genickstarre gelangte zur Aufnahme in die Krankenhäuser. Erkrankungen im Wochenbett wurdm 3 gemeldet. In fast gleicher Zahl wie in der Vorwoche gelangten rheumatische Be- Ichwerden der Muskeln sowie akute Gelenlrheumatismm zur ärztlichen Behandlung. Marktbericht der Verwaltung der Zentralmarkthalle vom 8. Juni nach den Mittheilungen der Verkaufsvermittler und Großhändler., Fische. Zufuhr etwa» reichlicher, besonders in Seezungen, dagegen noch Hecht und Zander knapp, OstseelachS 1 60—1,80, Steinsutten 0,80—1,20, Seezunge 0,80—1,20, Schollen gr. 0,50, Schellfische gr. 0,28- 0,36, Zander 1,00 bi» 1,60, Hecbte lebend 1,65 pr. Kiiozr.— Butter. Ost- und Westpr. I. 100, II. 95, ttl. 85-90, Mecklenburger, Holsteiner, Pommersche, Schlefitche I. 88— 90, II. 85, III. 75— 80 per 50 Kilogr.— Käst. Quadrat Backsteinkäse 1.12—15, II. 8—10, Ttl fiter fett 60-55 pro 50 Kilo, Harzer 3,50 pro 100 Stück, Limdurger 36, echt Holländischer 60, inkl. 45-55, Edamer 65—75 pro 50 Kilogr.— Gemüse. Kartoffeln, Dabersche 160 biS 175, Malta 12 M. pro 50 Kilogr. Spargel L 1,00-1,30, II. 0,50—80, Surpenspargel 0 30 pro Kilo, Salat 0,60—1,00 pro Schock.— Wild und Geflügel lebhaft gekauft. Rehböcke 1,20—1,40 pro Kilogr., junge Gänse 3 80- 5,00 M, junge Hühner 60—70 Pf., junge Puten 500- 5 500 M., junge Tauben 30—35 Pf. pro Stück.— Größere Zufuhren we den für den Feiertagsdedarf erwartet und dürstm gut vrr- käuflich sein. Polizei- Bericht. Am 7. d. M. Abends fiel in einer Kon- ditorei in der Louisenstraße ein unbekannt geblitbenes Mädchen plötzlich definnungsloS zu Boden und mußte, da eS stch nicht erholte, mittelst Droschke nach der Charitee gebracht werden.— Am 8. d. M- früh wurde auf dem Flur deS HauseS Elisabeth- kirchstr. 2 die Leiche eine» neugeborenen KindeS, in graue Lei«' wand etngmäht, gefunden. Daffelbe hatte um den HalS eine Schnur» mit der e» erdroffett worden zu sein schien. Die Leiche wurde nack dem Leichmschauhause gebracht.— Am Vormittag desselben TageS wurde eine Frau beim Uebersckreiten des Fahr- dammeS der Alexanderstraße vor dem Hause Nr. 46—48 durch einen vom Schlächter Dahlmann geführten, übermäßig schnell fahrenden Wagen überfahren. Sie mußte mtttelst Droschke nach ihrer Wohnung gebracht werden.— An demselben Tag« Nach- mtttags wurde ein 7 Jahre alteS taubstumme? Mädchen an der Ecke der Lehrter- und Jnoaltdenstraße von einem vorschristS» widrig schnell um die Ecke fahrenden, von dem Kutscher Peter geführten Bierwagen der Altien-Brauerei Moabit überfahren und so schwer verletzt, daß eS bald im Krantenhause Moabit, wohin eS gebracht worden war, starb.— Zu derselben Zeit erlitt eine Frau in ihrer Wohnung, Köpnickerstr. 10, alS sie in der Kochmaschine mtt Petroleum getränktes Brennmaterial in Brand setzen wollte, von der plötzlich auS dem Fcuerungtloch herauslohenden Flamme so schwere Brandwunden an Gefickt und Händen, daß ste nach dem städtischen Krankenhause im Frtedrichshaw gebracht werden mußte. f LouiseustädtischeS Theater. Die Idee, gute Opern dem Volle durch billige Eintrittspreise zugänglich zu machen, verdient alle Anerkennung. Um so bedauerlicher ist eS, daß die aestrige Vorstellung im Louisenstävtischen Theater:„Die lustigen Weider von Windsor",ffvas Publikum in einem so geringen Maße angezogen hat. Selbst wenn man in Betracht zieht, daß wir uns in der Woche vor den Pfingstfeiertagen befinden, wo Jeder seine Ausgaden einschränkt, wie» der Zuschauerraum doch zu klaffende Lücken auf. Und dabei find die Leistungen de» Ensemble» gute und verdienen alle Berückstchtigunz. Auch die Kapelle unter Leitung deS Kapellmeister» Wolff war tüchtig auf dem Platze und konnte auch verwöhnte Ohren befriedigen. Die melodiöse und schalkhafte Mustk Nikolai'» wurde in recht exakter Weise zu Gehör gebracht. Die Haupt» rollen der O�er waren in Händen des Herrn Selzdurg(Falstaff). Hern Reich(Fluth), Herrn Lange iFenton) Fräulein Sina(Jungfer Anna Reich) und Fräulein Ferry(Frau Fluth). Herr Selzburg leistet« im Spiel daS beste. Er verstand e» vortrefflich, fich in den Geist setner Rolle zu versitzen. DaS aufschneiderische und prahlerische Trinker- genie, der dickwanstige und liebelttsterne Sir John, der so un» darmherzig von den lustigen Weibern von Windsor getopvt und zum Mittelpunkt ihrer derben, im englischen Voltsgeschmack gehaltenen Späße gemacht wird, trat leidhastig vor un»; die Maske war ausgezeichnet und augenscheinlich nach den Grützner- schen Fallstaffkompofitionen kopirt. Auch die Stimmmittel des Herrn Selzburg genügten allen Anforderungen. Herr Reich, tn deffen Händen auch die Regie lag, gab den eifersüchtigen Ehemann Fluth, bei deffen Anblick allerdings daS Erstaunen nahe lag, wie sein Weibchen je auf den Gedanken kommen konnte, ihn mit einemandern Mann zu vertauschen. Herr Reich verfügtüber eine stattttche, imponirende Figur, die er sehr gut geltend zu machen wußte. Fräulein Sina und Herr Lange hatten die lyrischen Partien de»» Stücke« aur,»füllen. Fräulein Sina, eine jugendliche und angenehme Erscheinung, verfügt über eine besonders in der Höhenlage sehr reine und starke Stimme. Ihr Spiel ist allerdings noch mangelhaft, die Armbewegungen zu steif und zu konventionell zugleich, die Auffassung der Rolle nicht leidenschaftlich und feurig genug. Die gesprochenen Par- tien ernüchterten daher besonder» und konnten tn ihrer pro« saischen, ungenügenden Vortragsweise sogar verstimmen. Herr Lange ist ein Tenor, der stch mtt Ehren sehen und hören laffen kann, er verspricht eine Stütze de» Theaters zu werden. Frau Fluth(Fräulein Feny) gefiel sehr durch ihr neckische? und munteres Spiel. Nur ein» war zu be- dauern: Fräulein Ferry hatte ihr liebenswürdige« Persönchen zwar sehr geschmackooll, aber doch zu modern gekleidet und e» überdies auf einen zu hohen Kothurn gesetzt, vulgo auf Schuhe mtt Ihurmhohen. sranzöfichen Absätzen. ES schien daher so, al» bewege fie fich auf Stelzen und ihr Gang wurde stolpernd und ungraziöS.— Die Nebenrollen waren leidlich besetzt, fie störten jedenfalls nicht. Nur der Chor der jungen Mädchen, die in der Schlußszene des letzten AkteS bei dem Johannis- nachtfest« alS Elfen und Genien den unglücklichen Falstaff zu peinigen hatten, war nicht besonders. Ueberbaupt schien e» so, alS habe die Regie, die sonst nichts oernachläfstgt und nach besten Kräften alle» geihan hatte,«» bei dieser letzten Szene an der erforderlichen Sorgfalt fehlen lassen. Der Chor, der sehr ungleichmäßig zusammengesetzt war, wußte nicht recht, wie er fich bewegen sollte, auch schien er Angst vor dem Singen ,u haben. Trotz dirseS Tadels lönnen wir die Vorstellung in ihrer Totalität nur al» eine gelungene bezeichnen. Die Män- gel, welche noch vorhanden find, werden fich mit der Zeit au»« gleichen lassen. Fährt die Direktion so fort, wie ste begonnen at, so kann fie d«S besten DankcS und Erfolge» sicher sein. Gerichts-Zeitung. + Weil ste kein Geld hatte, um Schulheste zu kaufen, welche di- Lehrerin verlangte und die Mutter nicht bezahlen konnte, hatte Sie dreizehnjährige Helene R. ein Paar Gummi- zugstiefeln im Werth« von 6 Mark dem Grünzeughäadler«. gestohlcn. Sic war mit ihrer Mutter Wäsche rollen gegangen und beim üdertippen de» Mangelk. stens hatte fie die Schuhe hinter demselben entdeckt. Der Gedanke kam ihr, fie an fich ,u nehmen und vom Erlöse die verlangten Bücher zu kaufen. In einem unbewachten Augenblicke hatte ste die Schuhe unter den Kleidern verborgen und eS gelang ihr. fie unbemerkt fortzu- Waffen. Der Verlust wurde aber endeckt, ihre Mutter nahm fie ins Gebet und ste gestand. Dem Grünzeughändler wurde sein Eigenthum sofort wieder ausgeliefert, Helene R. aber vor da, Schöffengericht gestellt. Sie weinte sehr und gelobte Besserung. DaS Gerrcht nahm auf die Geringfügigkeit de» ObiellS und die große Jugend der Angeklagten die erforder' lrche Rückstcht und"oeruüheilte'dieÄn gesagte zu einem verweise. + Wegen Hehlerei angeklagt stand der Pianohändler Z. gestem vor dem hiesigen Schöffengericht. Er hatte im Februar diese» Jahre» eine Annonj« im„Lokal Anzeiger" loSg.laffrn� fWS ÄÄ ftÄrVtt K «Sf-TJ Ä!» forderung. fich einzufinden. Ein junger Mann zeigte ihm da» VwT&rT junge Mann zögerte und sagte dann, er wolle erst seinen Vater fragen, ob eS zu diesem Preise zu verkaufen wäre. Am nächsten Tage erschien er aber bei Z. und ver Kauf wurde abgeschlossen. Der junge Mann hatte aber da» Instrument ohne Wiffen und Willen setnei abwesenden Vate:» veräußert, er steckte da» Geld in seine Tasche und hrachte c» vmch. Gegen Z, der da» Pianino am nächsten Tage für 240 M. wetter verkauft hatte, wurde Anklage wegen Hehlerei erhoben; gegen seinen Sohn hatte der Vater keinen Strafan» trag gestellt. Da» Gericht konnte j-doch nicht zu der Ueber« »cuguna kommen, daß Z. absichtlich fich der Erwägung ent» zogen habe, daß der G-genstand nicht dem jungen F., der in wenigen Monaten majorenn wird, rechtmäßig gehört habe;» fand sein Verfahren allerdings inkonett, sprach ihn aber von Strafe und Kosten frei. Ei« falscher Kriminalbeamter präsentitte fich gestern wi'd-r einmal in der Person de» Hausdiener» Friedlich Wilhelm Faust der 2. Strafkammer htestzen Landgericht» I. Mädchen und gab sich Derselbe attaiirte auf der Straße ein derselben gegenüber alt Krimtnalschutzmcmn aut. Alt dat Mädchen seinen deleidwendm Anweisungen keine Folge leisten woWe, rief er einen Wächter herbei und ließ dat Mädchen nach der Wache bringen, indem er behauptete, daß er von dem Mädchen belästigt worden sei. Et gelang jedoch auf dem Polizeibureau, ihn selbst zu entlarven und dat Gericht ver» urtheilte ihn auf Grund dieser Vorgänge wegen Amte» anmaßuna, wiffentlich falscher Anschuldigung und groben Un> fugt zu einem Monat Gefängniß und 2 Tagen Haft. Güstrow i. Meckl.. 7. Juni. Eine Bestie in Menschen- gestalt hatte stch die er Tage vor dem Schwurgericht wegen unmenschlicher Mißhandlung feinet eigenen Kindes zu verant« Worten. D-r grausame Vater, der Tagelöhner Karl Löhleke auf dem bei Schwerin belegenen Gute Netzdand, hatte, wenn er angetrunken war, eine wahre Manie, seine beiden Kinder aut erster Ehe zu mißhandeln. Et handelte stch um ein neun« jähriget Mädchen namens Marie und einen dreizehnjährigen Knaben namens Wilhelm. Letzterer hatte eine solche Furcht vor dem Vater, daß er stch einmal mit einem Rasirmefser einen Schnitt in den Halt beibrachte, um lieber zu sterben, alt„fast täglich" mit einem zwei Finger dicken Knittel oder einem mit Waffer getränttm Knotentau geichlagen zu werden. Marie Böhleke suchte stch den Mißhandlungen dcS VaterS dadurch zu entziehen, daß ste stch in benachbarten Häusern versteckte. Wiederholt bat ste im Winter im Freien oder auf einem ftemden Boden geschlafen, wobei ihr die Zehen erfroren find. Ost war die Kleine so zugerichtet, daß ste kaum gehen oder liegen konnte. Tie erzählte, ihr Vater habe gesogt, wenn ste nicht erfriere, so schlage er ste todt. Zu ver- wundem bleibt es, daß die Nachbam nicht gegen dm Un- mmschen eingeschritten find. Die Marie Böhlen ist schließlich am 8. Februar d. I. an den zahlreichm Wunden am Körper, welche stark eiterten, gestorben. Erst alt die Leiche vet Ktndet bereits— mit Blumen geschmückt— im Sarge lag, schritt der Polizeioerwalter des Gutes ein. Er fand an dem nackten Körper Spurm der rohesten, monatelangm Mißhandlungm: Beulen, blutunterlaufene Stellen, große, offene, entzündete eiternde Wunden und an den Füßen abgefaulte Zehen. Das Kind ist so bald gestorben, weil der Unmensch von Vater keinen Arzt rief. Er will dat nicht gethan haben, weil er geglaubt habe, bei seinem Herrn auf Schwierigkeiten zu stoßen. Wäh. rend er das Kind als ungehorsam bezeichnete, sagten sämmtliche Zeugen übereinstimmend auS, daß daS Kind freundlich, folgsam und zutraulich gewesm sei. Da» Gericht verurtheilte den Unmenschen zu sechs Jahrm Zuchthaus. Uereiue mh Uersammlungem De« Tischlern Berlin« theilt die Revistonskommisfion zur Untersuchung der Rödel'schen Angelegenheit mit, daß das aesammte, der Kommisfion zur Verfüanng gestellte Material: Bücher, Quittungen, Briefe»c. am Dienstag, den 22. Juni, (nicht am Donnerstag nach den Feiertagen, wie in unserer gestrigen Nummer mitgetbeilt wurde) Admdt von 8 Uhr an bei Stramm, Skalitzerstr. 18, durch die Einsender wieder abge- hott werden kann. br. In der Versammlung der„Freie« Orga«isatio« javger Kaufleute", die am Dienstag Kommandantenstraße Nr. 20 tagte, machte Herr Henning die Mittheilung, daß Ver- Handlungen des Vorstandes mit Herrn RechtSanwatt Händschke zu einem für den Berein sehr vorthellhaften Abkommen geführt haben. Der Genannte hat stch dereit erklärt, den Mitgliedcin des Vereins unentgelllich juristischen Rath zu ertheilen und die Vertretung de? selben in Prozeffen gegen die Prinzipale mit Verzicht auf den Vorschuß zu übernehmen. Bei Verlust des Prozeffe« soll das betreffende Vereinsmitglied nur die Hälfte der Gebühren zu zahlen haben und demselben gestattet sein, die Zahlung in keinen Raten zu leisten. Darauf thellte der Vorfitzende ein Schreiben des Herrn Bruck mit, in welchem dieser seinen Austritt aus dem Vorstände und aus dem Ver- ein anzeigt. Die Versammlung beschloß hierauf, ein Sommer- fest des Verein« zu veranstalten. Die Mitthetlung deS Vor- sty-nden, daß die Petition des Vereins, betreffend die Aus. dthnung des Krankenkaffenzwanges aut eie Handlungsgehilfen, von der PetttionS-Kommisston der Stadtverordneten Versamm- lung zurückgewiesen worden sei, weil dieselbe in erster Instanz der Gewerbe- Deputatton deS Magistrats hätte vorgelegt wer- den müffen. veranlaßte Herrn Henning, darauf h«zuweisen, daß er eine Entscheidung der Stadtverordneten. Versammlung darüber Herbeiführen werde, ob wirtlich nur die Gewerbe- Deputation im vorliegenden Falle die richtige erste Instanz sei. Verein der vu?ea«beamte« der Rechtsanwälie, Notare ic. in Berlin. Donnerstag, dm 10, Juni, Abend» 3 Uhr. Mo- natSversammlung in GralweU'S Bierhallen, Kommandantenstraße 77/73. Tagesordnung: 1 Vortrag des praktischen ArsteS Dr. med. Schulze über Naturheiloerfahren. 2. Diskusston über verschiedene Angelegenheiten. 3. Iragekastm. Gäste, auch Damen haben Zutritt. Vorher: Sitzung deS Vorstandes der Hilfskaffe zum Zwecke der Autnahme neuer Mitglieder, Zahlung der Kaffmbeiträge und deS Verkehrs unter den Mttgltedem. Diese Versammlunam finden jeden Donnerstag nach dem Erstm eine» jeden Monati im Eingangs bezeichretm Lokale � Arbeiter Beztrksveret« der Oranienburger Vorstadt und de« Wedding. Da es dem Verein nicht mehr möglich ist, die Genehmigung zur Abhaltung einer Versammlung, selbst mit einem unpolUtschen Thema, zu erhalten, so ersucht der Vorstand des Vereins alle MUglieder, dem Verein dennoch treu zu bleiben und immer mehr neue Mitglieder heran zu ziehen, damtt, wenn die Versammlungen wieder stattfinden, dieselben recht zahlreich besucht werden. Besonders werden die Mitglieder ersucht, die Betträge pünttlich zu dezahlm. Dieselben werden täglich beim Kasstrer Paul Sillier, Triststraße 46a, pari., von Abends 8—10 Uhr entgegen genommen, ebenfalls auch Sonn- tags Vormtttag» von 10—12 Uhr bei Schramm, Hochstr. 32a, »o auch die Bibliothek den Mitgliedern des Verein» unent- gelttich zur Verfügung steht... Fachverei« sammtltcher im Drechßlergewerk de- schäftigten Arbeiter Berlins. Der provisorische Vorstand macht bekannt, daß die Listen zur Beitrittserklärung in dem Verein bei folgenden Kollegen ausliegen resp. ausgegeben werden: Buchmann, Naunqnstr. 4. in; Mönch, Adalbertstr. 26, IV; Lüdke, Straußbergerstr. 26, Ii; Gericke, Borfigstr. 19, H. III; Gromoll, Mollenmarkt 7, iy, und Sündermann, Gitschiner- straße 61, L Am dritten Pfingstfeiertage findet eine Herren. partie nach den Rüdersdorfer Kaltbergen statt. Treff. punkt: Morgens 6 Uhr am Schlefischen Bahnhof, Abfahrt 6'/, Ubr. Demokratischer Verein zu Berti«. Donnerstag, den 10. Juni. AbendS 8V, Uhr, in den„Arminhallen", Komman- dantenstr. 20, Versammlung. Tagesordnung: 1. Die Stellung der Demokratie zur Bodenreform. Referent Herr Ledebour. * si. Mrnww„ beute tDonnerstag) Abend« von 8 Uhr ab im Vereinslokale, Neue Grünstr. 28(Jordan's Salon), geöffnet. Daselbst kön« nen Bücher von den Mstgliedern in Empfang genommen und Selesene Bächer zurückgeliefert werden. Die im Norden Ber« n« wohnenden Mitglieder, welche ihre Bücher bisher von Herrn Brinkmann in Kilian'» Lokal, Elisabethktrchstraße 6, ab. holen, müffen stch von jetzt ab ebenfalls nach Jordan s Salon bemühen._ Vermischtes. Blitzschlag in einen Eisenbahn, ug. Wie dem„Prager Abendblait" aus BudweiS berichtet wird, schlug am 31. Mai der Blitz nahe der Station Schwarzenau in einen Waggon des zwischm Wim und Eger verkehrendm Personenzuges Nr. 19, zerschmetterte die sogenannte Bremshüite und schlcu- dcrte den in derselben stch aufhaltmden Kondukteur von seinem Sitze in den Waggonraum hinunter. Der Beamte blieb hier bewußtlos liegen und wurde in diesem Zustande bis Budweii geführt, woselbst er ärztlicher Behandlung übergeben wurde. Es gelang, den vom Blitze Getroffenen wieder in'S Leben zurückzurufen, doch hat er bei dem Unglücksfalle sein Gehör gänzlich verloren. Eine romantische Geschichte wird der Wimer„Allg. Ztg." auS Paris berichtet:„Madame Bern, Gattin eines braven Bürgers, erhielt vor einigm Tagen einm anonymen Brief, der ein Hundert-Franks-Billet und die Worte enthielt:„Holm Sie«in kleines Mädchen, daS man Jhnm zur Pflege anver- trauen will, vom Bahnhof von Saint-Maxent, und Sie sollm fürstlich belohnt werden." Ali Madame Bern zur festgesetzten Stunde erschien, verließ ein schlanker Herr eiligst ein Salon- Kouve erster Klasse, legte ein in kostbare Pelze gehülltes, nur wmtge Tage atteS Mädchen in dm Arm der Pariserin und sagte, indem er ihr weitere fünfhundert Franks übergab:„Sie erhalten dieselbe Summe als wöchentliches Kostgeld, aber hütm Sie daS Kind." Ganz betäubt kam Madame Bern nach Paris zurück, dort erlrankte das kleine Kind an einem Gehirnfiebe: und starb nach wenigen Stunden. Die Gerichte haben eine Untersuchung der mysteriösen Angelegenhett angeordnet, die noch dadurch komplizirter wird, daß seither aus drei verschiedenm Städten größere Geldsendungen für den Pflegling der Madame Bern eingetroffen find." Die Zeitungen der Erde, Nach den von einem fran- zöfischen Statistiker vorgenommen Ermittelungen beträgt die Zahl sämmtticher Zeitungm der Erde etwa 35 000. Nimmt man die Zahl der auf der Erde lebenden Menschm auf«ine Milliarde an, so ist also auf 28000 Köpfe ein Blatt zu rechnm. Unter den fünf Erdtheilm kommt die höchste Zahl, 20000, auf Europa. Von den europäischen Großmächten weist Deutschland die höchste, Rußland idie ntedriaste Zahl auf. In Deutschland erscheinen etwas mehr als 5500 Zeitungm, darunter 800 Tagesblätter. Den zweiten Rang nimmt England mit etwa 4000. darunter ebenfalls 800 taglich erscheinende Blätter ein. Fast die gleiche Zahl hat Frankreich aufzuweisen. ES erscheinen 1568 Blätter in PariS und 2506 in dm Provinzen; die Zahl der täglich erscheinenden Zettungm beträgt 360, Jtalim folgt mit 1400 Zeitungen und so fort, von denen 160 täglich erscheinen; auf Rom kommm 200, auf Mailand 140, auf Neapel 120, auf Turin 94 und auf Florenz 79 Blätter. Oesterreich ist mtt 1200 Zettungen, darunter 150 Tagesblättern vertreten. Spanien zählt etwa 850 Blätter, von denen fast ein Drittel täglich erscheinm. Rußland hat nur 800 Zeitungen aufzu- weisen; in Petersburg erscheinm etwa 200, in Moskau 75. Mehrere derselben find in zwei oder mehr Sprachm ab- gefaßt, eine ß davon gleichzeitig in rusfischer, deutscher und französtscher, eine andere zugleich in deutscher und rufst- scher Sprache. Eine verhältnißmäßig sehr große Zahl von Zeitungen weist Griechenland auf, was stch aus dem außerordenttich entwicketten politischen Interesse der Griechen, von denen jeder stch für einen geborenen Politker hält, erflärt: fast jeder kleineFleckm istwmigstens mit einem Blatte vertreten. Die Schweiz zählt 430, Belgien und Belgien und Holland je etwa 300 Zeitungen, darunter einige ziemlich dedeutende. Der E-d- theil Asten hat im Ganzen ungefähr 3000 regelmäßig erscheinende Zeitungm aufzuweism. Verhältnißmäßig wenige Zei- tungen erscheinen in China; daS amtliche Regierungsblatt ,Mng Pao" in Peking erscheint täglich in drei AuSgadm, jede derselben auf Papier von besonderer Farbe; andere dedeutmde Blätter find die in Shanghai erschetnmden„Tschen Pao" und„Bu Po o" und das Regierungsblatt von Korea. Einen gewalligm Auf- schwung nimmt die TageSpreffe in Japan, da« ca. 2000 Blätter aufweist. Die vier bedeutendsten Blätter führm die Namen:„Hotschttchimbum",„Nitschinttschimbum", „Tschoyaschtmdum" und„Mainitschimdum". In Tongltng ist in letzter Zeit ein Blatt„L'avenir du Tonkin" gegründet war- den. Belutschistan und Afghanistan habm diS jetzt noch keine Zeitungen aufzuweism; in Perfim erscheinm im Ganzen sechs. Sehr wenige Zeitungen kommen auf den Erdthett Afrika und zwar alles in allem kaum 300, davon etwa 30 auf Egyptm. Weit zahlreicher ist dagegen die TageS- pr-ffe in Amerika vertreten. Allein in den Vereiniglen Staaten von Amerika erscherren 12500 Zeitungen, unter denen stch etwa 1000 TageSdlätter befinden. Es sei hier noch bemertt, daß in den Vereinigten Staaten 120 Zeitungen ausschließlich von Regem verwallet, herauSge» geben und redtgirt werden; daS älteste dieser Negerdlätter ist der„Elorctor", der vor achtzehn Jahren in San Franziska gegründet worden ist. In Kanada, welches 700 regelmäßig erscheinende Blätter zählt, hat die französische Presse da« Uebe, gewicht. Von den zwanzig I Zeitungen die Quebec ausweist, erscheinm nur vier in mgltscher, alle üorigen aber in französtscher Sprache. Ordnet man sämmtliche auf der Erde erscheinmden Zeitungen nach den Sprachen, so muß der engltschm Sprache der Löwenantheil zuerkannnt werden. und zwar mit 16 500 Blättem; hierauf folgt die deutsche Sprache mtt 7800, die jranzöstsche mit 6850, die spanische mit 1600 Blättern. Kleine Mittheilnngen. Rordbausen, 5. Juni. Gestern wurden auf der Bahn- ltnie Nordhausen. Noilhdm in der sogenannten Aue zwei Pferde von einem durchfahrendm Güterzuge getödtet. Der Fuhrmann retteie stch durch einm Sprung vom Bahnkörper. Aus der Provinz Eachse«. 7. Juni. Tie erste Juni- woche oie-e-e Iah e« wird auf lange Zell hinaus einem großen Theilc der Bewohnerschaft unserer Provinz als SchreckenSzeit im Gevächtniß bleiben. Die vielfachen Schäden, welche Ge- witter und Wolkendrüche anrichteten, lassen stch jrtzt erst in ihrem vollen Umfange übersehen. In Teistungm auf dem Eichsfelde find in den plötzlich hereindrechmden Fluthen 2 Kinder, Dehmke bei Hameln ein 11 jähriger Knabe und in rn G-rdungerode 2 Frauen ertrunken. Die Zahl de» umgekommenen Vtehe» ist sehr groß. In Worbis habm die Wasser« Massen den Friedhof vollständig verwüstet, die Leichen trieben zum Entsetzen der Einwohnerschan in dm Fluthen. Auf einem Kommunikationswege bei Hochstedt wurde ein Geschirr aus Nordhausen, bestehend auS Chaise. Pferd und Kutscher, fort« geschwemmt; zwischen Herredm, Hochstedt und Hörningm wur- den sämmttiche Brücken zerstört, selbst eine schwere eiserne, erst im vorigen Jahre erbaute Brücke wurde 120 Meter weit fortgeführt. Weit und breit find die Gemarkungen verschlammt und in diesem Jahre ertragsunfähig, Eisenbahn und Post haben in manchen Gegenden tagelang dm Betrieb einstellm müssen. WaS da» Waffer nicht minirt hat, ist von dem bis zm Größe von Kartoffeln fallenden Hagel ver- ntchtet wordm, kurz die elementaren Ereignisse haben auf Jahre hinaus Tausmd« an den Bettelstab gebracht. London, 7. Juni. Die Heilsarmee hat in verflossener Woche ihre lustige Woche gehabt. Sich die koloniale und in« dische Ausstellung in Süd-Kenssngton zu Nutze machend, hat „General" Booth nämlich in Eretcr Hall, in der Kongreßhalle, Clapton, in der großm westlichen Halle und im Grecian Thealer, City Road, namentlich aber in erstgenannter Halle, einm großm internationalen Heilskongreß abgehaltm, in dem von Morgens bis Abends die Heiligen aus allm Weltgegendm, auS Australim und Neuseeland, aus Indien und China, aus Amerika und Afrika, aus Frankreich, Spanien und Italien, auS der Schweiz, Schweden, Norwegen und Dänemark, Heilige von allen Farben, roth und gelb, schwarz und weiß, braun und kupferfarben, zusammmkamm, in allm Sprachm beteten, sangm, ihre Sünden bekannten, und Hallelujah und Amm schrien, daß die Wände ziiterten, mtt dm Taschentüchern wehten, Fahnen schwentten, Tamdourinen, Trompeten, Trommeln und andere Instrumente spielten und einen Höllmlärm machten, dann wieder in Pcozesfion mit Fahnm und Mustk durch die Straßm zogen, kurz, in einer Weise Reklame machtm, die einem Bornum Ehre gemacht haben würde. Und die Eaie zog, dmn Geld kam in die Maffe ein und auch einige Sünver wurden bekehrt, so daß der Kongreß seinm Zweck vollkommen erfüllte. Die wackeren Heiligen verstehen'? eben, wie'» zu machen ist, denn ste verdindm daS Aogmehme mtt dem Rü»- lichen und da» Vergnügen mtt dem Geschäft, und haltm stch trotz aller schlechtm Zeilm noch immer über Waffer. Kprechfaal. sowiU Hau» W ' tten aOgemtbur iHtn, mit H» Die Redaktion stellt die Benutzung de»- abpigeden ist, dem Publikum per Besprechung von! Interesse« tax Verfügung: ste»ermatzrt stch aber gl, Zichait destelbe» identifizirt»u werden. Obgleich ich schon sehr viele Versammlungen besucht habe, habe ich doch noch nicht demerkt, daß von Seiten der Arbeiter so undemokratisch gehandelt wurde, wie in der l tzten Tischler- Versammlung tn Sanssouci, welche von Schmitz einberufe« war. Et fiel mir auf, daß, als Herr John das Wort erzreifen wollte, vom Referenten Schmitz der Antrag gestellt wmve, Herrn John nicht sprechen zu laffen. Leider wurde auch dies« Antrag angenommen. Ich bin der Meinung, wenn Herr John in Stöcker'schen Versammlungen als Gegner daS Wort erhiell, er mindestens in öffentttchen Tischlerversammlungen da» gleite Recht zu sprechen hatte wie der Referent selbst. Die VersamM» lung selbst konnte John, und wenn er dreist als Gegner auf- treten wollte, nicht mehr schädigen. Ich meine, vergleiche« Vorkommnisse sollten in einer Berliner Ardciterver- sammlung nicht vorkommen, daS ist undemokraHa- Wünschenswerth wäre es, wenn solche Antragsteller, wie D>e- jenigen, welche für derarttge Anträge stimmten, in Zukunsi- sallS wieder Volksversammlungen genehmigt würden, denselben beiwohnen möchten, um stch wenigsten das erwrdnliche devrc- kratische Taktgefühl anzueignen. Paul Böhm, Tischler, Reiche«' bergerstr. 113a. Wir gewähren dem vorstehenden Schreiben Aufnah«, wollen jedoch nicht unterlassen, unserer Ucberzrugung De«* Ausdruck zu geben, daß für die Versammlung die tritttM Gründe maßgebend gewesen sein müssen, wenn ste auf bu Auseinandersesungcn des Herrn John einfach verzichtete. Red. des„Berl. VolkSbl." Ketzte Nachrichten. Zur Homernlefrage. Gladstone wurde, als er Morgens 2 Uhr vom Parlamente, von seiner Gemahlin begleitet, na« Hause fuhr, von groß.n Volksmaffen auf der Siraße-rwattel und mit Jubel bk«rüßt. Fast genau zu derselben Zeit vor einem Jahr, in der Nacht vom 8. zum 9. Juni 1885, hat Gladstone seine Niederlage erlitten, welche ihn damals zum Rüa- tritt vom Amte bewog. Es handelte stch um das irische Ein- nahmedudget, welches beanstandet und dann mtt der geringe« Mehrheit von 12 Stimmen verworfen wurde. Diesmal ist Gladstone'» Niederlage eine weit schwerere; er hofft aber,»«b vielleicht nicht mit Unrecht, darauf, daß die Stimmung i» Lande selbst ihm günstiger sei als im Parlament und in du Londoner Presse.— Da die Zustimmung der Königin zur Auf- löiung deS Parlaments nicht bezweifett wird, so find, nach der „Voss. Ztg.", die Wahlvorbereitungen schon überall im Gange. In einer Parteiversammlung bei Chamderlain wurde die B»' dung einer neuen radikalen Vereinigung beschloffen, welche de- zweckt, England, Schottland, WaleS und Irland ein große» Maß lokaler Selbstregierung zu stchern. Durch diesen Schach- zug hofft Chamderlain seine Wähler mit seiner Haltung in der irischen Frage zu versöhnen. Morley sagte vorgestern im Laufe einer Rede im achtziger Klub:„Die Abstimmung ist der An- fang, nicht das Ende. Das gegenwärtige Ministmum rvtrd, od es im Amte ist oder nicht, die Sache, welche Gladstone unv die große Maffe der liberalen Partei zu der ihrigen gemacht hat, niemals preisgeben." Ruhestörung in Belgien. In Gent kam es, nach de« „Berl. Tagebl.", in Folge der Wahlniederlage der liberale« Partei zu Ruhestörungen. Gegen neun Uhr rottete stch aul der„Place d'flrmes" eine große Volksmenge zusammen,«««» tn die Rufe einstimmte: ltA bas la calotte!"(Nieder mtt de« Pfaffen!") Gendarmerie und Bürgergarde intervenirtm; 0« Tumultuant wurde durch einen Bajonnetfttch verwundet. Klöster mußten die ganze Nacht dewacht werden. Kriefkaste« der Kedaktio«. wv.«. Rixdorf. Od ein solcher Verein tn Berlin e»-� und wo Sie stch, um demselben event. beizutreten, zu haben, ist unS nicht bekannt. g Zwei Wettende. Unter-inem Demokraten vttst/z, man einen Poliltker, der für politische Freiheit und ve, bestimmung des Volkes eintritt. Hätten wir also in für alle Vertretungen und Verwaltungen in Staat Kommune gleiches und direkte» Wahlrecht, hätten wir v � Preßfretheit und ähnliches, so lebten wir in einem demokranl � Staate. Aber auch in einem solchen würde noch imw-r wirthschaftliche Abhängigkett de» Arbeiters v m � nehmer bestehen bleiben, eine Abhängigkeit, die ja ott„,„ drückender ist als alle polittsch« Unfreiheit. Die S o z baden das erkannt und wollen deshalb die wirthschaftti«'. hängigfett deS Volkes mildern und schließlich ganz besew«g, Die Sozialdemokraten vereinigen, wie schon der Naw« stz, beide Bestrebungen. Sie wollen die Arbeiter w irthsw � g lich emanzipiren, die Arbeiter sollen schließlich nicht Lohn stehen, sondern selbst die Lenker der Produfl'??�»». Befitzer der Fabriken u. s. w. sein,— da» ist Sozial'« � Um da» zu erreichen, ist aber nölhig, daß die ArdeUer � ÄT» Sf S--« auch demokratisch.— Die juristisch« Frage wird antwortet. I Die bayerische Regierungskrifi«. Im Prinzip he»�, nunmehr tn München vollständige Einigung darüber, daß Geisteszustand des Königs Ludwig mit der Wahrnehmung% Regentenpflichten unvereinbar ist. König Ludwig soll desV5 nach dem„Berl. Tagbl", unter Vormundschaft gestillt w�! bezieht aber seine volle Zioilliste(5'/, Millionen Mark) we�' es wird sonach, nach Abzug der für seinen standeSgewoi' Unterhalt nöthigen Summe, alljährlich ein so bedeute««� Uederschuß verbleiben, daß in fünf, höchstens sechs Jahren oefammte, übrigens nur(!) 14 Millionen Mark betrag*''. Schuldenlast gedeckt sein wird. Prinz Luitpold wird als 908!. vom Lande außer einem nicht sehr hoben Aoeisum für 0«%' lon nur eine Zivilliste von 400 000 J«' Lübecker Arbeiter« Den Lastarbeitern habe«« nim-ni Haltung und Repräsentation dezieben. Der Streik unter de« immer größere Dimenfionen an. cupumcuciu»»»— nunmehr auch die Arbeiter der hier sehr zahlreich verttete«' Sägemühlm angeschloffen, so daß zur Zeit mehr als 400* bester feiern dütften. Vorgestern Abend hielten die Streike««*; eine Versammlung ab, in der deschloffen wurde, an den stellten Forderungen festzuhalten. 1 ftmntnmdlUta-»«tettov».«»•*»«*« b» A-rN»«W»t-b«..loa»«,*«»•» ta«-Ist,«W,?