Said 164» Dies« itm«p S-ltgt» t rinl' en J-Hwi «fäW thl un» I fortan und sei Derselbe gimint Sonnabend de« 17. Ittli 1886. 111 Jahrg. »ng der ,en vo« ernanw öerliimMsdloll Krgan für die Interessen der Arbeiter. Die Wimphe des Aatikniis. Man kau» es wahrlich al« ei» hochbedeutsam«« Zeichen der Zeit betrachte», daß gegen Eade diele» neunzehnte» Zahr» hundert« da« P a p st t h u m an Macht und Emstuß wieder zu gewinnen beginnt. Zwar seine weltliche Machl ist vir- schwunde». Seit 1849 exlstirte sie nur»och von der Gnade Loui« Napoleon'« und al» diese, 1870 unterlag,«öaerte Vrkior«manuel keinen Augenblick, de« Kirchenstaat»u ver. mchte» Dazu ging in Deutschland der„Kulturkampf gegen Rom lo« und man war vielfach der Anstcht, mit dem Tode de« alte» Piu« IX. werde da» Papstthum überhaupt»u Ende gehe». Wie ander« ist da« gekomme« I Alle europäische« Regierungen unserer Zeit, die sich auf «ine» Kampf mit dem Papstthum einließe», brachte» in diese« Kampf keine« einzige» neuen Gedanke» mit, sonder« sie hielte» an veralteten Traditionen fest. Man stellte der Autorität de« Papstthum« die Autorität de« moderne« Staate« gegenüber und stützte die Staat«autorität auf— die Polizei. Damit war natürlich auf die Dauer nicht« autzurichte» und da« P-pstthum ging siegreich au- diesen Kämpfen hervor. Wen« «» irgendwo fich bewahrheitet hat. daß Idee»! nicht mit Poltzergewalt auszurotten sind, so ist die« im Kulturkampf der Fall gewesen, und so wenig wir Anhänger der Idee sind, auf der da« Papstthum beruht, so wenig haben wir ua« mit dem Kulturkampf jemal« befreunde» können. Der« frlbe führte zu einige» Neuerunge«, aber er blieb auf halbem Wege stehen: er traf die katholische Kirche, respektive die römische Henschaft nur in Aeußer> lichkeite», nicht in ihrem Wesen. Da konnte denn der fchließliche Triumph de« Papstthum« nicht ausbleibe«, den» mit Ausnahme der Nationalliberale« war der„Kulturkampf- längst Jedermann zuwider geworden. E« macht« zunächst die preußische Regierung ihre» Frieden mit dem Papst, indem fie ihn al» Schiedsrichter in der Karolinenfrage anrief und dadurch in Beziehungen ge- langte, die zu einer völlige« Verständigung ftihrtev. Die «ltramontane Partei ist heute in Deutschland die mächtigste und sie beeinflußt unsere ganze Gesetzgebung in einem Reiche, in dem die Katholiken nur eine Minderheit bilde». Wa« der Reichskanzler in Preuße« kann, da« kann ich in Bayer», dachte Herr von Lutz in Münche», al««ach dem Tode Ludwig« II. die ultramontane Partei zur Herrschaft im bayrischen Staat zu gelange« sucht«. Da nun die katholische Kirche nicht zu Herr» Lutz kam, so machte«» dieser wie Mohamed mit dem Berge; er ging zu der Kirche und verständigte fich. Wa» der Prei» der Verständigung gewesen, steht dahin; der große Kultur« kämpf« Lutz ab« wird nun plötzlich von de« ultramontane« Blätter« wegen sein«„Mäßigung- gelobt. Und in seine« ■MMwl■(Mo.] Ileuilleton. W»e Mutter. Roma» von KZriedrich Gerstäcker. (Fortsetzung.) «ei Pfeffer« saß die Familie indeffe»«och in einer recht«ehmüthigen Stimmung beisammen, den» Z«emia»' eben angekündigter und so nahe bevorstehend« Abschied lag Alle« auf d« Seele. Pfeff« selb« ging mit immer größe« re» Schritte» auf und ab und dampfte imm« stärker; Fräulein Basfini strickt«, al« ob d« Strumpf«och heut« fnWa»erde« müßte, und Rebe stand niedergeschlagen am Fenster, während Jettche» d« Mutter Hand in d« ihrige» hielt und ihr mit leise» Worte» Trost zuflüstttte. Da klopfte e» an die Thür, und auf da« etwa» er« staunte„Herew i" Pfeff«'« trat Graf Rottack in'« Zimm«. „Störe ich?' ..H«r Graf!" rief Pfeff« in einig« Verlegenheit, daß er schon Wied« in seinem alten Schlafrock«tappt wurde. „Sie entschuldige« einen Augenblick!" „Bitte, lasse« Sie sich nicht stören!" rief Rottack.„Es ch eine Familienangelegenheit, in d« ich komme. Verehrte Frau, ich fteue mich h«zlich, Sie diese« mal so wohl und anzutreffen; Sie habe« fich wirklich in d« kurze« merkwürdig«holt. Mnn liebe« Fräulein, wen» auch verspät«, doch nicht wind« herzlich ist mein Glückwunsch— A.ÜL Ä?ilich sollte man besond«« 3h«e» Glück wünsche», L b*nn ich glaube, Sie find am meiste« zu be. % auch eine alte Bekavnte, Fräulein Basfini, w�ich nüht irre— ab« bttte, wolle« den» die Dame« 5!� Platz behalte»? Und wa» für betrübte G-ficht« sehe Vi Aer! Thränen in de« Auge», mein Fräulein? Da« schtckt fich ab«»ich» st, � Braut!" _ Fräulein Basfinj, die, al« d« Graf eintrat, rasch ihre» «twa, sehr mltgenommene» Strickstrumpf bei Seite geschoben JS,!! un� �avn auf und nieder geknixt war, bi« er fie an» le' tief jetzt;„Ach, Herr Graf, wen» Sie dem J«emta« eigene« Organe« wurde haarscharf d« Nachweis geführt, da» Ministerium Lutz sei eigentlich niemal« liberal gewesen. De« Nachweis brauchte man uv« nicht zu führe«; wir habe» den ganze» Nationalliberalismus niemal« für liberal gehalten. He« Lutz, der einst den Ultramontane» zurief: .Schießen Sie h«, so schieße ich hin!* beugt nun seine Stirn vor der siegreichen Macht de« Vatikan». Und damit d« Dritte ,m Bunde nicht fehle, regt e« fich auch in Oesterreich. Die österreichische kirchenpolitische Gesetzgebung blieb hin*« der preußisch-deutsche» ein gute« Stück zurück und beschränkte fich auf die Regelung einig« Rechtsverhältnisse zwischen Staat und Kirche. Ei« eigent» licher.Kulturkampf" hat in Oesterreich nicht stattgefunden. Nu» aber, da die preußische Regierung dem Vatikan«ach- gegebe« hat, fordern auch die östeneichische« Ultramontanen die Beseitigung der kirchenpolittschz» Gesetze in Oest«reich und fie werden, wie e« scheint, auch dahin gelange». Da» wäre«in neu« groß« Triumph str den Vattkan. Da fehlt nur noch, daß Italien de« Kirchenstaat wied« herstellt. So hat der Libera i«muS nun auch mit seinem Kampfe wider da» Papstthum völligen Schiffbruch ge« litte». E» zeigt fich, daß der Liberali«mu», abgelebt und inhaltSlo» wie er ist, fich al« unfähig erweist, schaffend und neugestaltend auf unsere Zeitentwicklung einzuwirken. Vom Lib«ali»muS kann kein denkend« Mensch mehr etwa« «warten. Uvs«e beste» Denker, u«s«e schärfsten Köpfe, unsere Geisteshelden sind alle bemüht gewesen, un« von dem Druck der Hi«archie in jeglicher Form zu befreie«. Von Spinoza bi» Lej sing und Ludwig Feuerbach kehrt dies« dennoch in tausendfältig« Gestalt wied«. Hätte da» an gute» Waffe» so reiche Arsenal, da« diese große» Geist« ua« hinterließen, keinen andere» Hüter al» den Liberalismus, so wäre e« längst für un» verloren. _„Man kann da» Papstthum befiegft», ad« nur mit dem Volksgeist und nicht mit der Polizei. Um den Volksgeist so zu gestalte«, daß dem Vatikan aller Bode« entzoge« wird, braucht man nur dem Volke mittelst de» Unienicht« jene« Maß von Bildung zuzuführe», welche» erford«lich ist, um da« Volk selbfistindig denke« zu lasse». Ab« da« will man ja gerade nicht habe», den» die Kritik de« Volksgeiste« wen- det sich dann auch gegen ander« Dinge und da« ist de« herrschende« Gewalten nicht angenehm. I» diesem Moment projektirt der deutsche Lib«ali»m«« ei« Denkmal für Franz von Sickinge« u«d Ulrich von Hütte« auf d« Ebernburg. Möge» fie die« Denkmal errichte»! Der Ltb«ali«mu» kann nicht blutiger verhöhnt werde«, al»« damit selbst thut. nur zureden wollte«, daß« nicht wied««ach Brastlie« ginge 1" „Und find Sie darüber so traurig?" Die Frauen seufzte« tief auf, al« fich die Thür wieder öffnete und Pfeffer, der rasch Hinausgefahre« war, ohne Pfeife und in fernem unvermeidliche« lange« braune» Rock erschien. „Nun, Herr Graf, womit können wir Ihne« dienea?" „Wir sprachen gerade über Jeremia«' Abreise»ach Brastlie»,' sagte Graf Rottack lächelnd,„und da die Dame« hier nicht mit einverstand«« scheine«, kann ich Ihnen viel- leicht eine« Vorschlag zur Güte machen." „Sie?" rief Auguste rasch.„O, wen» Sie da» über ihn»«möchte», Herr Graf, daß er hi« bei un» bliebe I Ich weiß,« hält außerordentlich viel auf Sie." „Aber dech wohl«icht so viel, verehrte Frau," lächelte d« junge Graf, indem er de« ihm von Rebe gebotene» Stuhl dankend nahm,„daß ich mehr über ihn vermöchte al» Sie, wen» Sie ihn schon darum gebeten habe».' „Ab«« sagt, ,, müsse zurück," klagt« Henriette,„seine Geschäfte und Läadereie« zwänge» ih« dazu.' „Da« ließe fich doch vielleicht arrangiren," meinte Rottack.—„Ich dank«, ich schnupfe nicht.' Und Pfeffer schob seine Dose ordentlich«schreckt wied« in die Tasche.— „Daraüb« Hab' ich mit ihm gesprochen. Er kann mit leicht« Mühe Alle« brieflich abmache»; ab«"— und sei« Blick haftete dabei fest auf d« Frau—„eine a»d«e Sorge liegt ihm am H«ze», die««icht de« Muth hat au«zu- sprechen." „Nicht de« Muth?' rief Pfeff«.„Wa» i» all« Welt kann da« ab« den» nur sein?" .Er hat kein Logi« in Haßburg,' sagte Rottack, wied« de» Blick d« Frau suchend. Kein Logi»?" schrie Pfeff«.„Na, so schlage doch Gott de» Deu— Bitte um Entschuldigung! Da« geht üb« die Möglichkeit I Kein Logi«?" „Ab« ich begreife de» Bat« nicht,' sagte auch Henriette; .da« kann ihm doch unmöglich Sorge mache«.' „Gr muß rein verrück» geworden sei«>' rief Fräulei« Politische Urderslcht. Vermehrung der Fabritmspettore«— t« Bayer«. Im bcy'itwen Geietz. und Verordnungsblatt wird eine Ver« »rdnuna pudlizirt, nach der die Zahl der Fabriktnspektoren, bi»- h« drei, um einen vermehrt wird. Zu den Sitzen München für Oberdayern, Schwaben und Neidurg, Speyer für Pialz, Untersranken und Asch äffen bürg, Nürnberg für Odersranken, Mittelfranlen, kommt al« vierter RegenSdurg für Ntederdayern, Oberpfalz und RegenSdurg. Schutz de« Gewerbe- und Fabrikgeheimnisse«. Wir lesen in liberalen Blättem: Schon seit beinahe zwei Jahren find Erörterungen im Gange, od und wie den Klagen über den mangelhaften Schutz de« Gewerde« und Fadiik-Geheim- nisse« abzuhelfen sei, und bereit« in den vorjährigen Berichten der Handelskammern fanden sich ein« Reihe Gutachten, welche auf eine Verfügung de» Handeliminister» Bezug nahmen, der auf eine Eingabe de« Verein« zur Wahrung der chemischen Industrie hin thatsächliche Mitteilungen über die Formen de» VertrauenSbluch« von Fabrtlan gestellten und über die Arten der hiervon am mersten betroffenen Gewerbe eingefordert hatte. Auch die bteSjährigen Berichte erörtern vielfach die Zulasstgkeit strafgesetzlicher Bestimmungen gegen den Verrath von Geschäft«» geheimniffen. Zu einer klaren Definttion de» Begriffe« der letzteren, die fich im Strasrecht festlegen ließe, ist man bi« jetzt noch nicht gekommen, und unter dm größeren Handel«» kammern scheint die Meinung zu überwiegen, daß man die Verrvertbung von technischen Kenntnissen nach Ausscheiden au» dem Geschäft nicht deschränkm könne, und daß nm in den llm eine Bestrafung zulässtg erscheine, wenn Arbeiter oder eamte eine« UnternehmmS während ihrer Anstellung au» Eigennutz über die Geschäftsgeheimnisse dritten Personen Mit« theilung machen. Eine Anzahl von Handelskammern haben an den preußischen Handelsminister berichtet, daß ihnen keine Fälle bekannt gewordm seien, welche ein Einschreiten der Ge» setzgedung erforderlich machten. Nichtsdestoweniger hat von der Regierung anerkannt»xrdm müssen, daß die bestehende Gesetz- ebung nicht ausreicht um eklatante VertraumSbrüche zu rafen, bezw. die Inhaber von gewerblichm Untemehmungen vor den mitunter recht beträchtlichen Schädigungen mehr zu föÄr warrt astfes nicht befaßt worden und wird eS erst«erden, sobald man die ge im Sinne eine» Einschreiten« der Strafgesetzgebung ent« den will.— Wir haben selbstverständlich nichts dagegen, daß das heute nun einmal anerkannte„Eiaenlhum" der Fabrikanten auch genügend geschützt werde. Viel wichtiger aber al» die heute erörterte Frage des Schutze« der Fabrik» geheimniffe erscheint un» die Frage, wie man arme Erfinder — und unter ihnen befinden fich viele Arbeiter— davo: de« wahren könne, daß st« die Frucht ihre» Talente« um ein Linsmgertcht an dm ersten besten Geldmann veräußem müssen, der den ganzen, oft mormm Gewinn al« Frucht des Kapitals einsteckt, lieber solche Fälle wissen natürlich die Handeltkam« Basstni„Ich wollte ihm arnug Wohnungk» i» der Sta't verschaffe», um ei» ganze« Regiment einzuquartirm." Rottack sah still und lächelnd vor sich nieder.„Und glauben Sie auch, verehrte Frau,' sagte er endlich, indem er zu Augusten aufsah,„daß ich ihm da« zusage» darf?' Ei» paar Thränen glänzten in dm Augen der Frau, ihr« Wangm glühte», aber sie sagt« leise:„Wenn er will — ich glaube e« gewiß." „Ich danke Ihnen in seinem Namen I" rief Rottach, indem er aufsprang und ihr die Hand reichte.„Also werde» wir von Ihrer Güte Gebrauch mache«, mein gnädige« Fräulein.' „Von meiner Güte?" rief Fräulein Basfini.„Ja, ich verstehe aber kein Wort davon." Henriette hatte ihre Mutter rasch und erstaunt ange- sehe«; hohe« Roth färbte auch ihre Wange», aber jubelnd warf st, fich a» der Mutter Brust, während Rebe auf Rotiack zugtug, seine Hand ergriff und fie herzlich schüttelt«. „Ja, aber Fürchtegott,' rief Fräulei» Basstni, begreifst Du etwa«?' „Und darf ich dm Au»reißer herschickm?" ftagte der junge Graf. „vchickm Sie ihn," sagte die Frau leise,„es kann ja Alle«— Alle« wieder gut werden!" Rottack ging. Al« aber kaum eine Viertelstunde später Jeremia» zu ihn« in» Zimmer trat, al« ihm Henriette fchon an der Thür um de« Hal« fiel, und der kleine Mann, der vor Rührung kein Wort über die Lippe» bringen konnte, auf seine verlassme Frau zuging und ihr die Hand mtgegm» streckt«, da lehnte fie die thränenbmetzte Wange an seine Brust und flüsterte bewegt:„Ich danke Dir für Deine ttme Lieb«, Jeremia«!" Und glücklichere Menschen warm wohl kaum an dem Tage r« Hoßdu»g versammelt, al« in dem kleinm Raum, der dies« hier umschloß._. Indessen aber war Rottack thätig. Er hatte ,n Haß. bürg in dem Oberbürgermeister der Stadt einen Jugend- freund und Studiengenosse» feine« Vaters gefunden und war«tt ihm bekaunt geworben. Diesem legte er die Sache merteridbte nichts mitzutheilm, abtr ste wiederholen sich hundert- und tausendfach. Vermag die Weisheit unserer Re- gierungm hieran gar nichts ,u verbessern? Ob da» Ausland dm Zoll trägt? Zur Beleuchtung dieser Frage findet stch in dem Oppelner HandelSlammerbericht folgend« Wahrnehmung:„Laute Klagen erheben die Tischler in Ziegenhal», welche vielfach Kirschbaum Möbel für die Möbelhänvler in dm großen SlSdtm liefern. Dieseldm de. ziehen die Bretter von dm bmachbarten österreichischen Suge- Mühlen und letztere beansvruchm von den Tischlern, daß die. selben den Betrag de» Zolle» tragm. Die Tischler zahlen denn auch den Zollaufschlag, erhalten denselben aber von den MödelhSndlern nicht zurltckverglttet. da dieselbm bisher nicht dazu zu bewegen waren. So haben denn die Tischler einm geringeren Verdienst als stüher."— Heber die Wirkung derHolzzollerhöhungaufdie Holzstiftfabrikation wird berichtet:„Diese Industrie ist in Folge der Zollerhöhung sehr nothleidend geworden. Da zu der Fadritation von Holzllitten für Schuhwerk nur Ahom verwandt werdm kann, dieses Holz aber nicht im Fnlande zu erhalten ist, sondern aui Ungarn bezogm werdm muß, so ist doS Rohmaterial durch den Zoll erheblich vertheuert worden, während ein Ausgleich durch er» höhte Preist nicht möglich ist. da seit längerer Zeit in diesem FadrikationSzweige eine starke Konkurrenz vorhanden ift. Verschlimmert wurde diese Situation dadurch, daß Rußland, früher ew starker Abnehmer insbesondere amerikanischer Stitte, seinen Zoll derart erhöht hat. daß an eine«uSsuhr dahin fast gar nicht mehr gedacht werdm kunn. So ist der Betrieb der Fabrik in Ratibor fast ganz zum Stillstand gekommen, und auch die übrigm Fabriken in Kreuzburg, Gleiwitz und Ztegm- hals klagen über mangelndm Absatz." Bo« allen sogmanntm Polengesetzen, die das preußische Abgeordnetenhaus in seiner letztm Se fion votirt hat, hat keines so sehr das Polenthum gestoffm, wie da» An» stedeluvgSgesetz, mit welchem ICO Millionen bewilligt worden find. Von den übrigen G-setzen fürchten die Polen eine Schwächung ihrer politischen Agitation, von diesem die Ver» nichturg ihrer materiellen und, soweit davon die Rede sein kann, ihrer politischen Existenz. Zunächst gab man fich den Anschein, als ob man das Gesetz lediglich seiner Tendenz, nicht seiner zu erwartenden Folgen wegen perhorrelzire. Allmälig aber werden die Sorgen um die Zukunft angefichtS dieses Gr» setze« immer nachdrücklicher zum Ausdrucke gebracht. Als un» mittelbar noch dem Erlaß des AnfiedelungSgesetzeS durch die deutsche Preffe die Mitlhetluna ging, daß der polnische Groß. grunddefitz zur Sicherung de« in polnischen Händen befindlichen BefitzeS einen Verein mit großartigen Mitteln int Leben ge. rufm habe, wurde die behauptete Thatsach«, sowie auch em« darauf hinzielende Abstcht von dm polnischen Blättern sehr stolz in Abrede gestellt. Jetzt veröffmtlicht eines dieser Blätter einen Nothschrei aui dem polnischm Besitzer stände, der die dtnch da» AnstedelungSgesetz geschaffene Sttuation für sehr auSfichtSlos und traurig darstellt und zur Gründung einer Aktiengesellschaft auffordert, die mit einem Kapital von mehreren Millionen Mark Grundbesitz erwerben und selbst verwalten laffm solle. In Galizim besteht ein« ähnliche Gesellschaft, an deren Spitze fich die erfim Magnaten deS Lande« befinden; über ihre Thätigkett ist jedoch nicht« bekannt. Ob in der Provinz Posm ein solche« Unter« nehmen überhaupt zu Stande kommen kann, erscheint denn doch sehr ftaglich. ES ist wahr, die Polen, besonders die Adeligen untee ihnen, find von einer Opferwilligkeit ohne Gleichen, wo e» fich um die Unterstützung nationalpolnischer Agitationm handelt. Aber gerade diese Eigenschaft hat an dem Wohl- stände der polnischen Herren gerüttelt. Gründliche Kenner der doitigm Vcrhäliniffe stellen vi« Sacke als au-stchtSlo» dar, selbst wenn die Abstcht überall gebilligt werden sollte, waS nach mancherlei Anzeichen nicht durchgängig der Fall sein dürfte. ES giebt nur noch wenige polnische Familien, die über hervorragend ausgedehnten Lefitz verfügen der mittlere Lefitz befindet fich in derselvm Nothlage wie der deutsche und dürfte kaum Kapitalien von beträchtlicher Höhe entbehren können, zu- mal wenn dieselben keine Zinsm bringen würden. Kämen aber auch wenige Millionm zusammen, so könnte die Gesell- schaft damit doch nicht den Kampf gegen da« mit einem Kapital von 100 Millionen arbeitende AnstedelungSgesetz aus- nehmm. Ueber die russische Zollfrage heißt e» in einem Artikel der„Jtöln. Zig.", daß die Summe von 2 Milltardm ruifischer Papiere gegenwärtig in deutschm Händen sei. Ein Olfiztosu« deffdbm BlatteS giebt dm Inhabern dieser Papiere den Rath, dieselben bei dem gegenwärtig hohen KourSstande angeficht» der drohenden KrifiS zu verlaufen. Wir fragen nur, an wm? In Rußland selbst wird man die Papiere nicht nehmm. auch wohl im übrigen Ausland nicht. Dann läuft doch wohl der offiziöse Rath da hinau«, daß fich die Deutschm gegenseitig „anschmierm" sollen. Eine nette Finanzpolitik da«! Eine kuriose Notiz, so nennen konservative Blätter fol« aende« Geschichtchm, welche« der konservative„Voigtländische Anzeiger" erzählt:„Wie weit die Liebe zum lieben Vieh oft geht, beweist nachstehender Fall. Dem Dimstknecht eineS vogt» vor und befürwortete eine rasche oder vielmehr augenblick- liche Erledigung derselben, um e» Jeremias zu«rwögliche», feine» LieblivgSwuasch zu erfülle» und die Erneuerung feiner Trauung mit dm Kinder» zusammen zu feiern. E« ging leichter, als er geglaubt hatte. Jeremias, als brasilianischer Bürger, brauchte keinm Heimathschein. Zu- fällig traf eS fich, daß heute Abmd«och Rathsfitzuag war, wo da« Gesuch vorgelegt werden konnte. Mit dem Geist. lichm, einem liebmSwürdigm und aufgeklärten Man«, ließ sich ebmfall« rede», von dem dreimaligem Aufgebot konnte dispenstrt und dasielbe gleich morgen erlasse» werden. Rottack erbot fich dabei, jede nur verlangte Bürgschaft zu leisten. Da« Einzige, wa« Jeremias zu thun hatte,»ar, feine Papiere»och heute Abmd vor sechs Uhr in des Bürgermeisters Hau« zu bringe». Alle» andere ließ fich arrangire». Der alte Herr hatte auch in der That nicht zu viel verfprochm. Wo der gute Wille ist, geht Alle«; nur der nöthigm und nicht zu vermeidmdm Form muß genügt werdm, und am«ächstm Montag machte Graf Rottack selber in der mmschmgedrävgtm Kirche, da Alle einer so merkwürdigm Trauung beiwohnm wollte», Jeremias' Braut« führ«. Al« der Zug ftöhlich« Menschen aus d« Kirche kam, begegnetm sie de« großen, schwarz verhangmm und mit filberne» Stickereien bedeckten Leichenwagen d« Stadt, d« den alten Grafm Mooford zu sein« letztm Ruhestätte führte. Nur ei» ein einzig« Wage« folgte, in dem die Tläfi», da« Haupt mit einem dichte« schwarze« Schleier de« � �Der alte Graf hatte es so,«och kurz vor seinem Tode, wo« wied« zur Befinnung kam, verlangt. Niemand weit« sollte ihm folgen, auch keine Leichmrede gehaltm und bei dem Emsmken in die Gruft nur von vi« Mäann« stimme» Mendelssohn'» herrliche«»Auf Wiedersehen' ge« sungm werdm. Rottack überlief ei« ganz eigene«, eifige« Gefühl. Wie wu«d«bar zeigte sich hin die schwankende Laune de» Glück», den» da», wa« seinm Frmndm hier Heil und Segen brachte. warf dort ei» alte», edle» Hau« in Trümmer. ländischm Rittergutes war die Versorgung von zwei starken, sckönen Ochsen zugewiesen worden, und der Knecht hing mit rührmder Liebe an seinem Vieh. Da kam dem RittergulS« b: fitzer der Gedanke, die Ochsen zu verkaufm. Der Knecht, welchem die» nicht verheimlicht werden konnte, wurde darüber zwar nicht tieffinning, versteckte fich aber in einer Scheune und blieb darin zwei Tage stecken, ohne jedwede Nahrung zu fich zu nehmen. Erst als« durch ein abgelauschte» Gespräch«. fuhr, daß die beiden Ochsm nicht verkauft worden waren, kam rr wieder zum Vorichein."— An dieser Notiz ist eigenttich gar nicht» kurio«; dieselbe ist vielmehr betrübend, da sie un« die Bildunt-sstute zeigt, auf welcher ein leider noch ungemein großer Thell der landwirthschastlichen Bevölkerung steht. Und diese geringe Bildungsstufe wird von den Konservativen durch- weg al» eine Nothwmdigkeit hingestellt, nothwendia, um die „Gesellschaft" zu erhallm. Uebrigen« find da» die Wähler der konservativen Herren, worauf sie recht stolz sein könnm. Der„Bayerische Landdote", da« älteste Blatt München», dürfte nächnens zu erscheinen aufhören. Da« Blatt, welche» schon sehr viele Wandlungen durchgemacht hat, brachte e« im vorigen Jahre unter der Redaktion von Fr.Löbenberg, welcher ihm eine streng demokratische und arbeftersreundliche Richtung pab, wied« zu einem ganz respettablen Leserkreis. Polizeiliche Einwirkungen dürftm e« wohl hauptsächlich gewesen sein, welche die Verlegerin plötzlich bestimmten, Redakteur Löbenberg auf Knall und Fall zu kündigen und dem Blatte unter der Redaktion eine« gewiffm Gütting« eine ultrareatttonäre Fär- bung zu geben. Natürlich haben die Leser diese Schwenkung nicht mitgemacht und da» Ende vom Liede ist. daß, die Ver- legerin di.ser Tage da» Blatt bekannten Münchener sozialdemokratischen Parteiführern zum Kaufe angeboten hat. da ste nicht mehr im Stande sei, die nothwendigen wetteren Zuschüsse zu leisten. Die Sozialdemokraten weiden stch freilich hüten, unter heutigen Verhältnissen ein Blatt zu kaufen, wo eS nur von dem Belieben d« Polizei abhängt, daffelde zu jeder Stunde zu verbieten. Au» Sachsen läßt fich die„Volk« Ztg." folgende« mit- theilen:„Daß die Winke von Berlin au« in unserem König- reiche gut anstanden werden, da« geht au« den in neuerer Zeit wied« vorgekommenen Ausweisungen und V«botev von gewerkschasllichen Vnetnigungen zur Genüge hervor. In solch« Hinficht find unsere Behörden deS Herrn v. Puttkamcr sehr gelehrige Schüler. Bei einer Haussuchung in Leipzig ist eS kürzlich vorgekommen, daß in Abwesenheit de» Manne« drei Kriminalbeamte zirka vier Stunden lang in der Behausung bei der Frau anwesend waren und nicht duldeten, daß dieselbe, um ihr Mittagessen zu bereiten, fich zum Einkauf entfernte. Die Frau ift im höchsten Grade schwindsüchtig. Wenn die betreffenden Beamten, die in Abwesenheit der Frau. nebenbei gesagt, fich gegenseitig überwachen konnten, genau Acht gaben, daß die Frau au» der Wohnung nicht« mit hin- au« nahm, so I Haien ste doch ihre Pflicht. Un» erscheint die Handlungsweise d« Beamten dem G-setze nicht entsprechend zu sein. ES dürfte fich für die betreffenve Frau wohl empfehlen, beschwerdeführend vorzugehen, oder fich wegen FreiheitSdnau- bung an da» Gericht zu wenden. Wenn nun einmal das Sozialistengesetz bestehen soll, so thäten die Behörden doch wohl daran, unnöthtae Härten zu vermeiden. In unsnem„ge- mMhlichen" Sachsen kommen dieselben besonders oft vor. Polizeiliche Maßregelungen. Flensburg. 11. Juli. Eine Jcbanniitag» Festtterde«wartete den Vorfitzenden de» hiestgen Maurer. Fachoerein» und Bevollmächtigten d« Zentral- Krankenkasse d« Maur«, genannt„Grundstein zur Einigkeit", Herrn F. Schwarze, am 24. Juni bei seiner Heimkehr von der Ardett, indem während seiner Abwesenheit am Nachmittag durch den GerichtSassessor Clausen und den Polizeisrrgeanien Eise eine Haussuchung vorgenommen worden war. Resultat: Mitnahme einiger fachgewndlicher Schriften. Die Haussuchung hatte die Zeit von 3'/, hi» 5 Uhr gewährt. Desgleichen hatten dieselbm veamtm in der Wohnung de» Schristfübrers de» Maur« Fachverein», Herrn Colberg, gehauSsucht. Resultat: Nicht». Sie hatten die Wohnung desselben mtt der Bem«« kung v«laffen:„Wir haben nickt gefunden, wa» wir suchten." Wahrscheinlich wurde nach Anhaltipunttm gesucht, eine nicht bestehende Zentralisation zwischen den Maurer« Fachoereinen festzustellen. Herr Schwarze hat dies« Tage ein Strafmandat von 15 R. erhallen, weil er in ein« nicht rechtzeitig angemeldeten Maureroersammlung in Eckern- sörde referirt habe. Wie die Polizei dazu kommt, ist un«> klirlich; ste hatte ja nicht nöthig, die Versammlung stattfindm zu lassm. Sie hatte aber sogar einm ihrer Bcamtm zur Be< auffichtlgung der Versammlung hingesandt, hat also demgemäß die Begehung d« behaupteten Ungesetzlichkeit vor ihren Augen zugelassen. Zur Schließung de» Maurer-Fachvereiu» in Altona. Bekanntlich wurde laut Urtheil de» Schöffen, wie Landgerichts der Fachverein der Maur« in Altona geschloffen und der da- malige Vorsttzmde Stamer in eine Geldstrafe von 30 M. mr- U'theilt. Gegm diese, Urtheil ist nun Revifion durch Dr. Türkh-im beim Oderlande»g«icht angemeldet und ist d«ett» Tnmin auf Mitte September angesetzt, wozu d« Verurtheilte, Und wie einsam, wie vn lasse« die arme Frau in ihr« Staatskanosse saß— ad« hatte sie e« avder» gewollt? Starr«nd eisern war fi« ihre Bah« gewandelt, und jetzt bedeckte d« Schlei« freilich ihr Antlitz, ab« Rottack war fest üb«jrugt, daß diese Züge«nt« dem Schlei« auch ihre kalte Unnbittlichkett gewahrt hatte» und keine Thräve ihre Wange netzte. O, hätte« die arme Gräfin»eine» sehe«! Schluß. Die Hochzett— die Bendigung war vorüb«, und während dort in d« Stadt frohe, glückliche Menschen de, Zukunft entgegen jubelte», fuhr die Trau«. Equipage, mit welch« die Gräfin allein ihre« Gattm da» letzte Geleit ae« gebe«, m da» Schloß zurück,«nd die in schwarze Wolle vom Kopf bt« zu de» Füße» gekleidete Frau— d« Schlei« Ztmmer führten. %%%;%?& »W »sZUZUW wa» dem wie d« Vntheidig« geladm find. Auf dm Ausgang das man sehr geipannt sein. Die Hamburger Polisei hat„jede Kundgebung" betd« Bendigung de» verunglückten MaurerS Eggert im vorau»«« boten. Oesterreich Ungar ru Dem„Berliner Tagebl." zufolge ist die Antwortrut» Ungarn» bezüglich de» öst«reichisch>ungarischen Zollaul' gleich» eingetroffen- In dnselden wird d« Beginn da V«handlungen für die zweite Hälfte de» Lu-ust in Aulsi» gestellt. Für die am Zolltarif von Seitm Oesterreich» vorge- nommenen Aenderungen wird, wie bereits bekannt, Ungar» Kompensationen bei dm Textilzöllm, namentlich bei Baumwoll» waaren, beanspruchen. Die„Deutsche Ztg." schreibt: Da» bekannte Wort vom io schränltm Uat«thanenonstand hat jetzt eine kleine Aenderurt erfahren. Einem galiztschen Abgeordnetm war e» beschiede«, an Stelle desselben den Begriff vom„beschränkte» Wähleroerstand" zu setzm. Dies ist d« Sinn einet Artikel», dm d« Abgeordnete Abrahamowicz so ebm in eine» polnischen Blatte veröffintltckte. Er wetg«t stch auf da» L» sttmmtefte, seinen Wählern Rechenschaft zu legen üb« Abstimmung in der Petroleumfrage, und zwar einfach deSha» weil seine Wähler nichts von der Sacke verstünden. Ist nicht eine außn ordentlich glückliche Weise, sich d« Vtt«ü wortung für sein Thun zu mtziehen? Belgien. In Folge de» Zugeständnisse«, daß zwei Arbeit« mit de» Rechte, Fragen zu stellen, al» Beifitz« d« ArbeitSunte» uchungS-Kommtssion fungirm sollm, willigte* sozialistische Gesellschaft„Voorutt" ein, daß derm Mitglied« in der Kommisfion erscheinm und die an ste gestellten_ beantworten. Anseele und Van Beveren belheiligen stch l m Namen d« Gesellschaft„Voorutt" an dm Lrdetten Kommisfion, in welch« d« uttramontane Smator Lama den Voisttz führt. Anseele wurde bekanntlich unlängst. Schwurgerichte wegen Aufreizung von Soldatm zum Uv »orsam zu einer sechSmonatlichm Gefängnißstrafe onuitheitt Frankreich- Die ministerielle Verfügung, welche dm Herzog»? Aumale au« Frankreich ausweist, ist diesem am Mit»? früh zugestellt worden, so daß d« Henog am Donnersta»* reisen mußte. Derselbe reist üb« Brüssel nach London. J Der Kriegsmtnister voulanger hat den Senator«' reinty gefordert, weil letzt«« ihm in ein« Smattfitzung »ett vorwarf. � Der Präsident Grevp beglückwünschte den KriegSminS Boulanger schriftlich zu der guten Hattung d« Truppe"' d« Revue am Tage deS Nationalfeste» und«nannte dense� zum Groß-Offizier der Ehrenlegion. Groftbri tauuie». ,j Je mehr fich die Parlamentswahlen in Ena'? ihrem Ende nähern, je größ««scheint der Mißnfola tone'S. Nach dm neueflm Ergebnissen, von denm bisher? >ekannt find, haben die Unionisten zusammen 387 Sitzes also 51 über die absolute Majorität, während die Anhafll Gladstone'S und die Parnelltten erst 261 Sitze zähle»- L konservativm allein habm biSH« 313 Mandate inne, eS ihnen also noch 17 an der absoluten Majorität, rräh�n° Ganren nur nock 22 Wahlm auSsteben. Die Anhänger� tone's zäh.en 179, die Parnelltten 82 Sitze. Die Frage, ob die englischen Wahlm zu einem I Lp vativen«abinet oder zu einem Koalition»- JW»'® üb«" werden, beschäftigt gegenwärtig natürlich in die englische Presse. Da» hervorragendste Organ d« Konservativm, die„Morning Post', findet, daß, um de» Konzefionen zu machen und zugleich die Ordnung in t aufrecht zu erhallen, ew starke» Regiment nöthig solche» sei nur denkbar, wenn da» Kabine! üb« die ßtv unionistische UnterhauSmehrheit fich« verfüge. D>e« ab« nur bei einem Koalition»- Ministerium»er sein. Weitnhw gelangt da» Blatt indessen zu dem Schlüsse, e» sei wahrscheinlich«, da? rein konservative» Kabinet gebildet werde, w"?!,, p liberalen Unionisten al» unabhängige Bundesgenosse» VJj tersiützung leihen würden- die große Verantwortlichkeit, ,% die uniomstisch liberalm ttnr..«- � zu dem Entschlüsse bringen, zu üderlassm. �- den Torte» da» dürste ., m_.____________ J R«ßimmt� «laffm. Danach wäre also die Meldung von schm Lord SaliSdury und Lord Hartwgton abgeia�Al Ueb«tinkommm, auf Grund dessen letzt«« w» KabtM» sollte, zum mindesten verfrüht gewesm. � ff s ation in Amnita und England wied« sag», e» habe«och Zell; schlösse», wann sie abreisen w«de. geschloffen Hab« noch** fi« fti Er wollt« selbst zu ihr, ab« die Thür war u»* � schloffen, und«st gegen Abmd wurde« beordert, da» Diner hinauf zu schaffe«._ Em« der Diener deckte de» Tisch, d« alte V f ««fi« bediente sie selb«. Während sie aß w»' i Wort gesprochen. Al»« abräume« wollte, r» Gräfin: f „Ihr habt mich heute«ach de» Koff«schlüfft�| lassm?" „Ja, gnädige Frau Gräfin..." „Dort liegm ste auf dem Tisch." „ ÄÄS?«'!* nicht. Ihr könnt Eure Sachm imm« zurecht mah f werde«ur meine Kammer ftau und Euch mu-ehme" man».' ÄX D« Ha«, Hofmeister erwiderte nicht»-** Hände eben an einm d« Präsentirtell« gel««», Dfch»u nehmm. Er blieb in d« Stellung Z « leise: „Frau G.äfi», ich w«d«Sie btttm müsse». � mal zu mtfchuldigm." u," ,3« mtfchuldigm? Weshalb," sag". '* tjfS d«« Gedankm indessen schon wett abgeschweift ■�0n Mitreis«» ,u mtfchuldigen, o1| sagte der alleMan�eise�bv�nischlosse«. w-Z Ihne*— ,ch w«d« alt, Frau Gräfin,'ck �' Dienst nicht mehr so vm stehen, wie ich»ah." — da» Reise» v«trag« ich gar könnte Ihnen unttrweg» trank w«de«, Hess«, ich- bitte Sie i» Zellen' laffung." Die Gräfin antwortete ihm nicht ', dm Kopf in die Hand gestützt, saß r iß w bei da KOUl vtt> twortnck illou»' »Zm vorgp UnM aumwol» t vom b» enbrnW »eschitde«. nlte« in find in ein«» »I |K Seww mit d» unle» ich bete* elten J Lamms 'Ä k uppe� benffl* | & S vq. K vei Ä chem -Z ÄZ jt«t V» i ie�jJ bß" S l> � Zi -K a-l' 5 Weiet Verbindungen unterhielte.„Die rückstchttlosen Behaup- t ringen", fährt der Führer der irischen Partei fort,„liefern ein sehr gute» Beispiel von dem Truge, durch welchen e» Lord Hartington und seinen Terry Verbündeten bei dieser Wahl ge- lungen ist, mehrere hunderttausende liberale Wähler von der Ausübung ihreS LtimmrechtS abzuschrecken. Ungeachtet dieser unverschämten Lügen, welche die gemähigten und konstitutionellen Bestrebungen Irlands theilweise und zeitweilig vereitel- len, wird das irische Volk fortfahren, seine friedliche und ge- setzliche Bewegung aufrecht zu erhalten, und wird ei ablehnen, Lord Hartington irgend einen Vorwand zu geben, um zu den Brutalitäten de> Zwanget zu schreiten, dessen Anhänger er stet» begierig ist. Italien. In der„Rat.- Ztg." finden wir folgende charakteristische Korrespondenz au» Rom, 11. Juli. Um doch irgend eine Art von politischer Thätigkeit zu zeigen, beginnt Devretis eine So» i a l i st e n v erf olgung. ES ist gar zu schön, in offi- ziösen Blättern verkünden zu lassen, daß man dai Vaterland gerettet und einen neuen Anspruch auf die Dankbarkeit der Ndwn erwenben habe. Nachdem die„Verschwörer" sechs Mo- nate oder ein Jahr in Untersuchungshaft zugebracht haben, pflegen die Gerichte in der Regel zu finden, daß die Anklage unbegründet war und die Angeklagten, die ohne Fug und n C?« 9*� gehalten wurden, wieder in Freiheit zu setzen nnd. Gerichte und Polizei haben damit ihre Schuldigkeit erfüllt, und während die Verhaftung mit großen Pomp alt ein un- widerlegbarer Beweis der VorauSfichi und Weisheit der Re- gtetung und als rettende That angekündigt wurde, wird die Freisprechung der Angeklagten in der Rubrik der Gerichttver- Handlungen an einer unauffälligen Stelle auf der dritten Seite der Blätter entweder nur mit wenigen Worten erwähnt oder auch gänzlich verschwiegen, da ja die Bombe ihren Dienst ge- than hat. So wird ei voraußfichtl'ch mit den vor Schluß de» Parlamentes angekündigten Verhaftungen einer Anzahl mai- ländischer Sozialisten und der Auflösung einiger dortiger Ar- betterveine ergeben. Die Opposition hatte herausgefunden, daß jene Sozialisten bei den letzten Karnmerwab- len von der Regierung zur Bekämpfung der % erbaulichsten Geschichten. Während der Wahlperiode schien die Ä; »Ä toÄÄ'mÄÄWÄ&'S hatte, legte die Polizei ihre Hand ans die angeblichen Umstürzler, und als der sozialistische Deputirte Andrea Costa dm Ministerprastdenten über diese Verhaftungen und über di: Auflösung verschiedener Arbeitervereine in der letzten Sitzung der Kammer interpellirte, antwortete ihm Depreti», baß diese furchtbaren Umstürzler einen allgemeinen Streik der Feldardetter in Oberitalien gerade während der Erntezeit ge- »lant haben und daß die Regierung der Ausführung diese» Anschlage» durch die Verhaftung der Rädelsführer zu begegnen genöthigt gewesen sei. Costa nahm diese Aufklärungen mit dttterem Hohn auf; da er jedoch einsah, daß ein TadelSantrag sowohl wegen der im Laufe befindlichen gerichtlichen Unter- suchung alt wegen der feindseligen Stimmung der Kammer keinen Erfolg haben könnte, vertröstete er fich selbst auf beffere Zeiten. E» ist anzunehmen, daß dieses jüngste Vorgehen des Ministerium» Depreti» den beabsichtigten Zweck verfehlen wird. Die soziale Frage wird wahrlich nicht durch Anlegung von Handschellen an ihre Apostel und Jünger gelöst werden, sondern ist eine Angelegenheit, deren Lösung alle Staatsmänner der Welt auf das angelegentlichste beschäftigt. Nur in Italien, wo die Staatsmänner wie vrombeerenstauden wild wachsen, findet man e» nicht der Mühe werth, dieser verhängnißvollen Frage Aufmerksamkeit zu widmen; denn die Aeußerungen Minghetti'S und Deprelis' über die Nothwendigkeit der Verbesserung der Lage der arbeitenden Klaffen können von nie- Mandern ernst genommen werden, der au» Erfahrung weiß, daß diese Herren und ihr Anhang fich niemal» um da» Wohl jener VolkSklaffen dekümmert noch den geringsten Anlauf zu dessen Besserung auf dem Wege der Gesetzgebung genommen haben. Da» Wort Napoleon'» daß man Ideen nicht mit Kartätschen bekämpfen könne, sollte am allerwenigsten in Italien vergessen werden, wo der gesunde Sinn, die tausendjährige Gewöhnung an Noth und Elend und die beinahe übermenschliche Geduld de» Volke» im Ertragen seiner Leiden einer verständigen und ehrlichen Regierung Zeit lassen, den zahllosen Gefahren jener Theorien in friedlicher Weise zuvorzukommen. Spante«. Ein Korrespondent des„Pester Lloyd" in der Umgebung de» Don Carlo» ist autoristrt, die Nachricht über eine Konferenz der karlistischen Häupter in Brüssel zu dementiren. Don Carlo» habe niemals an eine solche Konferenz gedacht. Rußland. Zur Geschäftslage in Rußland wird der„Berk. starrte vor fich nieder. Der Haushofmeister stand noch immer in ehrfurchtsvoller Stellung neben ihr, eine Erwiderung er- wartend. Endlich winkte ihm die Henm leise mit der Hand. .ES ist gut. Hußmann,' sagte fie, ich will e« mir über- legen. Ahr habt Euren freien Willen— geht jetzt, laßt mich allein, mir ist nicht recht wohl, ich muß Ruhe haben- geht doch nurk' �„ Sie sah auf, aber fie war schon allem. Der Hauthof- meister hatte da» Zimmer so geräuschlos verlassen, daß fie sein Gehen gar nicht bemerkt. Wie die Stunden dahin schlichen und die Tage in dem öden Hau», und wie unheimlich selbst die Pracht da« Ganze machte I Sammt, Silber. Seide und Marmor schienen de» Elends ordentlich zu spotten, da« jetzt heimisch in diesen Räumen geworden, und wie Schatten glitten die wenigen zurückbehaltenen Diener über di« weichen Teppiche der Stuben, durch die kein Lichtstrahl mehr fiel, so dicht waren die Gardinen verhangen— wie ein Schatten selbst schlich die düstere Gestalt der Gräfin mit todtbleichem Antlitz in den Sälen umher, die ihre einzige Heimath bildeten und doch keine Heimath mehr boten. Sine Woche mochie fast nach der Beisetzung de« Grafen vergangen sein. Die Gräfin hatte ihre Koffer noch nicht packen lassen, der alte Haushofmeister aber den erbeteaen Abschied erhalten. Seine Familie lebt« hier in Haßburg, und die Gräfin bat ihn nur, die Aufficht über da» Schloß tn ihrer Abwesenheit so lange zu übernehmen, bi« fie einen andern zuverlässigen Mann gefunden habe. De, Alt« blieb also indessen als Kastellan deS Schlosse« zurück.— Aber «och immer wurden keine Anstalten zum Reisen gemacht, wenn auch das Silbergeschirr und ander« werthvolle Sachen schon lange gepackt und in die Stadt geschafft waren. Da fuhr ein Wagen vor— schon lange der erste vor dem öden Platz. Die Gräfin hatte ihn gehört und dem Geräusch, emporfahrend, gelauscht— dann fiel fie wieder in rhre alte Stellung zurück. Ein Diener trat in'» Zimmer und überreichte ihr eine Karte. B.-Ztg." au« Petersburg geschrieben: Die Noiblage für Handel, Industrie und Landwirthschaft, welche.überall im Reiche ihren Einfluß geltend macht, hat die Fabrikthätig- keil im Ural fast vollständig lahmgelegt und seit dem Jahre 1848 ist daselbst eine ähnliche Geschäftsstockung nicht vorgekommen, wie die gegenwärtige. Vetschiedene Fadruver- waltungen können sogar ihre Arbeiter nicht regelmäßig abloh- nen und die Beamten haben schon für mehrere Monate ihre Gehälter zu fordern. Die Arbeiter erhatten sogenannte Qutt- jungen über ihren Lohnbelrag oder man verabfolgt ihnen an- statt dessen in verschiedenen Hüttenwerken daselbst hergestellte Maaren. Die Eisen» reise gehen besonder« für Blech« beständig zurück; die Einnahmen der Fadrikbefitzer haben fich dementsprechend schon dedeutend vermindert und e« giebt ihrer nicht wenige, welche gar keine Erträgnisse aus ihren Unternehmungen beziehen können. Zudem liegt schon seit zwei Jahren in den Niederlagen in Nischnei- Nowgorod eine Masse Eisen unoerkauft. Unter einigermaßen günstigern Verhältnissen ar- betten noch jene wenigen Fabriken, welche die Vervollkomm- nungen der Neuzeit fich rechtzettig zu Nutzen gemacht haben, oder welche auf ihre Erzeugnisse Darlehm aui der ReichSbank erhalten. Viele solcher Unternehmungen giebt e« jedoch nicht und die übrigen werden wohl über kurz oder lang den Betrieb ganz aufgeben müssen, wie da« bereit» im Gouvernement Kasan der Fall ist, wo 47(davon 21 in Kasan selbst) kleinere Fabriken geschlossen worden find, während einige größere ihre Arbeiterzayl bedeutend vermindert habm. Im genanntm Gouvernement blüht nur ein einziger Industriezweig: die Branntweinbrennerei. Der Wiener Korresponvmt deS„Dally Telegraph" schreibt seinem Blatte:„Nach dem, wa» ich Hierselbst erfahren, ist dai, wa» dii jetzt in Baturn pasfirte, nur der Vorläufer noch bedeutenderer Verletzungen de« Berliner Vertrage«, welche selbst auf Vernichtung de« ottomanischm Reichet hinauSzielen. Im Kaukasus ist Alle« vorbereitet für einen Feldzug in Kleinasien. Die vielen kleinen Häfen zwischen dem Schwarzm und dem Asowschm Meere würdm eine schnelle Truppenkonzentration sehr erleichtem. Al» Transportmittel könnten außer der rusfischm Flotte ungefähr sechSzig der„Compagnie de Nasigation a Vapeur et de Commerce" gehörige Fahrzeuge dienen. Auf diese Weise kann innerhalb 48 Stunden eine Armee von 30000 Mann in Bakum konzen- tritt werden. Jetzt wird eS klar, warum Rußland dm Artikel 59 de» Berliner Vertrage» für aufgehoben erklärt hat. Der nächste Angriff auf die Türkei wird von Kleinafien au« statt- finden, weil Rußland seinm Hatt auf der Bilkanhalbinsel verloren hat. Balkanländer. Der hochoffiziösen Wiener„Poltt. Korr�sp." wird aui Sofia von gestern gemeldet. vorauSfichtlich werde jede Aenderung in der Zusammensetzung de« bulgarischen KabinetS bis zum Beginn der nächstm Sesfion der Sodranje unterbleiben und auch dann werde eoentuellm Abänderungen deS KabinetS eine größere politische Bedeutung nicht innewohnen, da Fürst Alexander wegen der hervorragenden Verdienste Karawelow'S in der letzten Krise denselben an der Spitze der Regierung zu belassen entschlossen sei._ Nach einer Wiener Meldung der„Hamb. Nachr." kom statiren dortige diplomatische Kreise, daß die innere Lage Serbiens augenblicklich höchst schwierig ist und werde zur Bewältigung der Schwierigkeiten„die größte Klugheit und Energie deS Königs erforderlich sein", andernfalls könnte Seimen bewegten Zeiten entgegensehen.— Die„N. Fr. Pr." theilt au« Belgrad mit: Gerüchtweise verlautet aui Nisch, daß am Tage der Eröffnung vor der Sktipschtina zwischen Abgeordneten ohne legale Zertifikate und Gendarmen, welche deren Einttttt hindern wollten, eine Balgerei entstand. Zwei Führer der Opposttion beschwerten fich beim König. Gara schanin ordnete eine Untersuchung an. Die Opposttion lehnt den Besuch der Skupschtina ab, solange nicht diese Angelegenheit geregelt ist. Nach einer der„Pol. Korr." au»«onstantinopel zu- gehenden Meldung soll der preußische General von der Goltz Pascha, von dem ei bekanntlich hieß, daß er ent- schloffen sei, auS dem türkischen Staatsdienste zu scheiden, seinen Kontrakt mit der Pforte auf weitere 3 Jahre erneuert habm. »sie«. Au» China dringt die„Köln. Zig." nähere Mitthei- lungen über die chinestsche Flotte. Dieselbe hat durch die in Deutschland erbauten Schiffe eine stattliche Vermehrung er- halten, und bei den stattgehabten Ucdungen fiaden jene Schiffe fich gut dewährt. Von den deutschen Seeofflztecen bleibt allein in der chintstschen Kriegsmatine Kapitän-Lieutenant Lender, der, bisher zweiter Oifizier auf dem„Ting Uum", amtlich zum ersten Osfizier de» FlaggschisseS de« Admiral Ting am 1. Mai ernannt worden ist. Diese Ernennung widerlegt da« Gerücht, daß die chinestsche Regierung beschlossen habe, die deutschen Offiziere ihrer Nationalttat wegen au« der Flotte zu entfernen. In Port Arthur baut Zamvehr, ein deutscher „Herr Graf Rottack wünscht der Frau Gräfin seinen Abschiedsbesuch zu machen— di« Frau Gräfin Rottack ließe fich«ntschulbiaen, fie fühle fich nicht wohl." Gräfin Monford zuckte zusammen, al« fie dm Namen hörte— wie unschlüssig hielt fie die Karte im der Hand, aber unwillkürlich fast machte der Arm eine abwehrmd« Be- weguna. „Ich kann nicht— jetzt nicht— ich fühl« mich nicht »ohl.- „Der Herr Graf sagte mir," berichtete der Diener, „daß die gräfliche Familie morgen Haßburg verlassen würde." Die Gräfin blieb regungslos mehrere Sekunden, aber wieder winkte fie abwehrmd mit der Hand. Der Diener verließ da» Zimmer, und gleich darauf rollte der Wagm wieder fort; in ihren Stuhl aber sank die Gräfin und bedeckte ihr Antlitz mit dm Händen.—— Graf Rottack kehrte in seinem Kabriolet, da« er selber fuhr, nach Hause zurück. Schon vorher hatte er von Zere- mia»' jetzt glücklicher Familie Abschied genommen, alle anderen Abschiedsbesuche warm ebmfalls gemacht, und«» band ihn nicht« mehr an Haßburg, va er die Aufficht über fein Hau«, bis er zurückkehrte, seinem kleinen brafilianischm Freund übergeben. (Schluß folgt.) Ans Kunst«nd Zeven. Echweizergarte«. Dieser Sonntag ist der letzte, an wel- chem die derühmte Gymnastiker- Familie Majol ihre sensationelle Luftnummer„Miß Lazel al« lebende Kanonmkugel" zur AuS. führung bringt. DaS für Dimstag angekündigte, wegm un- günstiger Witterung ausgefallene KriegSfeuerw-rl. verbunden mtt dem pyrotechnisch militärischen Schauspiel„Die Schlacht bei Magetita" findet nunmehr am kommenden Dienstag statt und haben die schon gelösten BilletS Giftigkeit. Bestrafter Uebermuth. Der„Wiener Alls. Ztg." wird aus Ronen vom 9. d«. geschrieben:„Fernand Gonzage« und Maxime Boyer, Olfiziere eines hier stationirenden Regimentes, wetteten vergangene Woche bei einem lustigen Feste, daß fie Ingenieur, di: gesammten Dockanlagen nach dem Muster der Kieler Dock«. ES hat fast den Anschein, als ob sich die Dinge in Birma in da» Gegentheil verkehrt hätten. Immer kühner treten die Kronbewerber der Alompra-Dynastie auf und die ve» richte über die täglichen Gefechte klingen gar zu oft wie englische Schlappen. Der mächtigste dieser Prinzen, Myentzir, hat jüngst einen Aufruf erlassen, der von dem erstarkten Selbst» dewußtsein dieser einheimischm Fürstm Zeugniß ablegt; er wagt e» darin, den englischen Gouverneur Bernard für vogek» frei zu erklären und einen Preis von 2000 Rupien auf dessen Kopf auszusetzen. Die Hauptstadt Mandale nimmt tagtäglich an Unficherhett zu; al» General White vor einigm Tagen mit zwei Offizieren durch die Straßm ritt, wurde au« einem Hause auf ihn geschoffm, ohne daß es gelungm wäre, deS ThäterS habhaft zu werdm. DaS große Geheimniß, wie die Aufständischen in dm fich stets erneuernden Besttz von Waffen und Schießbedarf gelangen, scheint fich jetzt auch auf höchst einfache Weise zu erklären; ein gefangener Freibeuter hat nämlich daS Geständniß abgelegt, daß chinesische Händler fie in Hülle und Fülle versorgen und damit einen schwunghasten und einträglichen Handel treiben. Jetzt endlich, nachdem der Aufstand auch Unter-Birma bereit« bedenklich ergriffen hat, steht dieRe- gierung ein, daß nur durch größere Truppenmassen dem Hebel zu steuern ist, und so haben denn zwei weitere Regimenter Be- fehl erhaltm, nach Oder-Birma abzugehen. Gerichts-Zeiwng. Reichsgericht»- Entscheidung.(Nachdruck verboten.) Leipzig. 15. Juli,(lieber die Fälschung von HandelSbüchern) sällte kürzlich der IV. Strassenat deS Reichsgerichte» eine de- metleniwetihe Entscheidung. ES handelte stch dabei um folgenden Fall. Der Kaufmann Meyer Müller in Dt.-Krone hatte im Jahre 1884 von dem inzwischen verstorbenen Rechtsanwalt I. verschiedene Darlehne empfangen. Der Gegenvor- mund der minorennen Kinder d. I. wandte fich spater an Müller mtt der Aufforderun», dai Geld, welche« er den Erben noch schulde, hypothekarisch fichermstellen. Müller sagte nicht« bestimmtes und ging dann zur Frau I. Nachdem ihm die Schuldscheine vorgelegt waren, erklärte er, daß er bereit» alle« zurückgezahlt habe; die Quittungen de» verstorbenen I. habe er theuS in seinem Buche, theilt habe er keine bekommen. Die Erben wollten fich hierdurch nicht überzeugen lassen und ver- klagten ihn; der Prozeß ist bi» jetzt noch nicht endgiltig ent- schieden. In seinem Kassabuche, welche» er der Frau I al» Beweis seiner Zahlung vorgelegt hatte, befand stch die Notiz „zurückgezahlt dem Rechtsanwalt I. 1500 M." Wie aber in der gegen Müller vor dem Landgericht in Schneidemühl durchgeführten Anklageverhandlung nachgewiesen winde, hat diese Notiz ursprünglich geheißen:„Vorschuß dem RechtSan« malt 50 M." und hatte mit dem Rechtsanwalt I. nichts zu thun. E» war demnach klar, daß der Angeklagte da« Buch in der Abstcht gefälscht hatte, die Frau I. zu betrügen. Das Landgericht nahm den Thatbestanv der schweren Urkunden- fälschung in idealer Konkurrenz mit versuchtem Betrüge als erwiesen an und veruttheilte Müller zu 1 Jahr 6 Monaten Zuchchaus und 2 Jahren Ehroerlust. Die Reoifion de» An- geklagten behauptete nun, eS liege gar keine Urkundenfälschung vor, va der Kaufmann immer Herr über seine Bücher bleibe. Der Vertheidiger führte die Beschwerde weiter au» und be- merkte dabei, ei liebe die Streitfrage vor, inwieweit die ab- fichtlich unrichtigen Buchunzen, die ein Kaufmann in seinen HandelSbüchern vornimmt, al» Fälschungen anzusehen feien. Er behauptete, daß in diesem Falle wohl ein versuchter Betrug, aber nicht eine Fälschung vorliege und beantragte insoweit Freisprechung resp. Aufhebung de» UrtheilS. Der Reich» an- malt war geg-ntheiliger Anficht und führ'e folgende» au». Man muß untersuchen, wo die ausschließliche DiSpofitionS- defugniß de» Aussteller» einer Urkunde aufhört und wo die Befugniß eines Dritten beginnt. Einige R-chlSlehrer sagen, der Eigenthümer der HandelSbüch-r ist, wenn er einmal einen Emirag gemacht bat, nicht mehr ausschließlicher Disponent der «ÄS SK.51« ÄS» au« den Vorschriften d:r KonkurSordnung. wonach derjenige bestrast wird, der die Handlungsbücher nicht vorschriftsmäßig geführt hat. Dann muß man aber auch sagen: wer unter da« Strafgesetz gestellt ist, der ist kein Mann, der nach seiner Willkür seine Bücher führen kann. W-nn man an diesem Standpuntt festhält, würde man dem Landgerichte folgen müssen. Eventuell aber würde man einen Schritt weiter gehen und fragen: wie ist e», wenn man annehmen will, daß nicht von vornherein der Kaufmann beschränkt ist, wo ist der Zett- punft M such«,, von dem an er nicht mehr Herr über seine Bücher ist? DaS Landgericht sagt, eS sei der Zeitpunkt, wo der Richter die Hand auf die Bücher gelegt hat. Da« letztere war in diesem Falle geschehen, denn der Richter hatte von der klagenden Partei die Vorlegung der Bücher verlangt. Daraus drei Tage lang ihren Wein au» Todtenschädeln trinken würden. Der Todtengräber lieferte gegen eine Entlohnung von 20 Frcs. heimlich die grauenhaften Gefäße, der Champagner ward in dieselbenl geleert und man zechte bi« zum Morgen. Am 7. dS. erkrankte Gonzage» plötzlich unter gefährlichen Symptom-m, die Aerzte konstatirten eine Blutvergiftung und am 11. di. starb der Erkrankte nach qualvollen Leiden. Wie au» der Diagnose heroorgeht, hatte Gonzage, wahrscheinlich au» dem Schädel Leichengift eingesogen." <8..«% Hol»! zugesellt, welchem in neuester Zeit da» unter den Mit- aliedern der verschiedenen freiwilligen Feuerwehren in kleineren iÄ.tÄiÄÄÄÄÄ alüw:.Die Schriftsteller mit„Gut Tinte I". die Redatteure mit„Gut Schee« I" die B-mde»rathSmttglieder mit„Gut S wi L', i Anfassen der Gefängnisse mit„Gut Graupe!", die Elektrotechniker mit„Gut Reibung I". die Eisenbahnbeamten mit„Gut Dampf I". die Börsenleule mit„Gut Krach!". die Rekruten mit„Gut Drill I", die Jungfi auen mit„Gut Haube!" die Tischler mit„Gut Lelm 1", die Maler mit„Gut Pinsel!" di« Schornsteinfeger mit„Gut Rauch!", die Schuldenmacher mit„Gut Pump!", die Skatspieler mtt„Gut Wenzel I". die Töpfer mit„Gut Lehm l", die Weinhändler mit„Gut Bei- schnitt!", die Schlächter mit„Gut Beil!", die Schriftsetzer mit„Gut Speck!" w. ic. Seine. jende fonf' bäli 9 Meter im Umfang und 35 Raummeter und wiegt 55000 Kilogramm. Dieser Riese wurde 1834 im B-tt der Rhone bei dem Fort Pierre Chatel entdeck-. Schon 1874, al» da» Waffer ungemein niedrig stand, hatte man einen Ast ge« funden, der zur Entdeckung de» Stammes führte. Erst 1883 fing man an, diesen auszugraben. Während der fünf Monate niedrigen Wasserstandes arbeiteten 150 Mann daran. Erst im Jahre 1884 gelang e», den Stamm aus dem Flußbett zu dringen unv dadurch ein schlimmes Hinderniß der Schifffahrt zu beseitigen. Dai untere Ende dei Stamme« mußte 10 Meter tief ausgegraben werden. Die Gelehrten behaupten, der aui« gegrabene Stamm sei 1000 Jahre alt gewesen, a!S er durch die letzte Umgestaltung unsere» ErdtheileS, bei welcher die Alpen emporgestiegen, in da» Flußbett versenkt wurde. folgert der erste Richter, daß ein underechtigteS Handeln d«S Angeklagten»intrat, nämlich daß der Angeklagte, wenn er diese gefälschten Bücher vorlegte, Gebrauch von einer objektiv falschen Urkunde machte. Dann kann auch nichts mehr darauf ankommen, od er von vornherein unberechtigt gehandelt hat. Jedenfalls handelte er aber widerrechtlich gegen dm § 270, all er von der falschen Urkunde Gebrauch machte. DaS Reichsgericht(ll. Strafsenat) hat bereits so mtschiedm, wie das Landgericht Schneivemühl. Jene Entscheidung würde den evmtuellen Gesichtspunkt deS Landgerichtes rechtfertigen. Selbst wenn die Ausführungen des letzteren bezüglich der§§ 264 (Betrug) und 268(Urkundenfälschung in betrügerischer Absicht) nicht richtig wären, würde daS Urtheil doch nicht aufgehodm zu werden brauchen.— Der Vertbeidiger bemerkte hiergegm noch, daß die Fälschung zu einer Zeit vorgenommen war, in welcher die DiSpofitionSfahigkeit deS Kaufmanns über feine Bücher noch vorhandm war. Von diesem GestchtSpunkte auS könne man nicht durch einfache logisch« Folgerung zur An- wendbarkeit d«S§ 270 gelangen. Der ReichSanwalt erwiderte darauf, wenn ein KommiS daS Buch gefälscht hätte und der Angeklagte hätte eS mit dem Bewußtsein davon vorgelegt, dann würde doch der§ 270 zur Anwendung kommm, warum sollte daS also in diesem Falle nicht möglich sein.— Indessen der Senat entschied sich für die Auffassung der Virtheidigung und hob daS Urthell nebst den Feststellungen unter Zurück« Verweisung der Sache in die Instanz auf. In dm UrtheilS. gründen wurde ausgeführt, daß(wie auch der L Senat schon entschieden) Fälschungen durch dm Handelsberechtigten nicht vorgmommm werden könnm. Krankfurt a. Vt, 13. Juli.(Strafkammer.) Der gestem und heute bei verschlossenen Thür«» verhandelte Prozeß gegen die Anarchistm Sautcrmeister und Gen. endigte heute Nachmittag halb 6 Uhr mtt der Verurtheilung der Drei. Adolf S. wird wird zu 6, sein Bruder zu 5, Vollmer zu 6 Monaten ver- urtheilt. Den Brüdern wird die Untersuchungshaft mtt 4 Mo- naten angerechnet. Daö Urtheil fußt auf§ 128 ff. de« Strafgesetzbuchs. Da» Gericht ist gebundm an die reichsgerichtliche Entscheidung, wonach die Zugehörigkeit zu einer verbotenm Verbindung auch dann strafbar ist, wenn die Angeklagten fich nicht durch Handlungen strafbar gemacht haben. ES genügt da» Bewußtsein der Strafbarkeit dieser Thetlnahme am Verein. Di« Angeklagtm find noch vor ihrer Reise nach dem Orient Mttglteder sozialdemokratischer und anarchistischer Verbwdungm gewesen, Adolf S. in London, Vollmer in Bern. In Egypten haben ste stch als Anarchisten gerirt und dort darauf hinzielende Reden in Wirthschastm geführt, auch die„Frei- heit" bezogm, jedoch AlleS erst in letzter Zett- Ihrer Gesinnung nach haben ste aber dem Verein angehört, auch wmn ste eine Zett lang fich nur um ihr Geschäft bekümmert. Eine „Gruppe" haben ste in Eayptm nicht gebildet, eS auch nicht könnm. Di«„Freihett" hadm ste verbrettet, aber mehr um die Leute zu argem, als zu AgitattonSzweckm. Von Kairo ginam ste in die Schweiz, dann nach Deutschland. Adolf S. ist der Verfasser eine» Artikels in Most'S Organ. Friedrich S. stand unter dem Einfluß deS Bruder». Er gehörte auch der intemationalen Arbetterassoziation an. Als Zeugen wider ihn werdm»in Gedicht:„Die Contrewacht am R dein" und Briefe an seinen Bruder, sowie Gespräche, die er geführt, vor Gericht gezogen. Sie find sämmtltch im Besitz verpönter Schriftm und Waffen gewesen. Die Verbindung, der sie angehörten, war eine geheime. In idealer Konkunenz kommm hier die §§ 128 und 129 in Frage. Die Strafe ist nicht höher bemessen mtt Rückficht auf ihre Jugmd und ihre Jnaktivität für Vereins- zwecke. Die beiden Brüder find seit 6 Monaten in Unter» suchungihast. Ein Zeit««g«»«---«•«---»-w d.«Win. Im, nn,«Wq, aw, Emliftta«,-«iSHw Beilage zum Berliner Bolksblatt. 164 Sonnabend, de« 17. Juli 1886. III. JuHgö- ZoKales. Der gestrige„Uetchtanzetger" enthält folgende>wei Bekanntmachungen auf Grund de? ReichSgefctzet oom 21. Oltoder 1878:„Auf Grund d-i§ 6 de« R-ichzges-tze» gegen die gemeingekShr ijen Bestrebungen der Soztalvemolratie »o« 21.Oklodtr 1873 wird hierdurch iui öffentlichen llenntniß febracht. daff der Ardeittr.«e,trttverein für den Osten Berlins ierfelbst nach§ 1 Absatz 2 de» gedachten Gesetzes durch die unterzeichnete Landes Polizeibehörde verboten ist. Berlin, den IS. Juli 1886. Der Königliche Polizei-Präfident. von Nicht. Hofen.— jiluf Grund des§ 6 dei RetchSgesetzeS gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oltoder 1878 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnitz ge« bracht, daff der Arbeiter BezirlSverein„Unverzagt" im fünften ReichStagswadlkreife hierselbst nach§ 1 Absatz 2 deS gedachten Gesetzes durch die unterzeichnete LandeS-Polizeibehörve ver» dot'n ist. Berlin, den 15. Juli 1886. Der Königliche Polizei- Präsident, von Richthoftn." Berliner Arbeiterinne«. In Paul Lindau'«„Nord und Süd" beschäftigt fich ein Herr Hermann Wie�ner mit der Lage der Berliner Arbeiterinnen. Unter Weglaffung der ein« leitendm Betrachtungen reproduzirm wir den Artilel, der um so größere Beachtung verdient, al» die Arbeiterverhältniffe in allen größeren Städten im wesentlichen dieselben geworden find.. ES ist wahr, eine Menge Geschäfte der verschie. densten«rl stellen Arbeiterinnen in aroßer Zahl ein; sehr viele t sss & ÄÄ Bedllrfniß nach weiblichen Alb!itSkrästen steht leider ein An- spruch auf weiblichen Arbeitsverdienst gegenüber, welcher von jener Seite bisher nicht erfüllt wurde. Die Arbeitgeber, welche weibliche Arbeitskräfte beschäftigen, behaupten die Unmöglichkeit der Befriedigung dieses Anspruch«. Die Arbeiterinnen dagegen behaupten die Möglichkeit und fordern ihre Verwirklichung. Diese Lohnfrage ist der Kem der Berliner Frauenbewegung. Ihre Gesundheit beweist dieselbe durch die Bescheidenheit, mit welcher die Arbeiterinnen bisher über eine mäßige Forderung nicht hinausgegangen find, nämtlich einen täglichen ArdiitSIohn von 2 M. Wie dringend nöthig aber die Erledigung dieser K VWÄ« 5» K&ysz fib«r die de« männlichen Geschlecht« ergeben hat und daß durchschnittlich ein Zuzug von 950 Arbeiterinnen monatlich von außerhalb nach Berlin stattfinvet. Wie gestatten fich nun die Ausfichten der auf eigenen Füsen stehenden Arbeiterin? Zunächst gitt et, die für ihre Existenz unter den Berliner Vahäilniffen nothwendlgsten Lebensbedingungen zu erforschen,«aS nicht schwer ist. Eine alleinstehende weib- liche Person dedarf in Berlin in den einfachsten Verhältniffen, mit denen fie auf dem Lande und in der kleinen Stadt aller. ding« schwerlich zufrieden sein würde, immerhin eine« erheb« lichen Einkommens. Wir rechnen für Schlafstelle täglich 20 Pf., für Frühstück 15 Pf.. Mittagbrot 30 Pf., Abendbrot 25 Pf' zusammen 90 Pf. E« kommen also auf die Woche 6 SO M. Unter 75 M. wird daS Jahresbudget für Kleidung, aufweiche in der Großstadt so viel gegeben wird, nicht zu bestretten sein, da« macht wöchentlich 1,50 M-, und rechnen wir noch wöchent» lich 60 Pf. für Wäsche und Seife, so eratebt fich eine Aufgabe von 8,40 M. für jede Woche. Jeder wird nun auf den ersten Blick sagen, da« sei zum Verhungern vielleicht zu viel, aber zum Leben ficherlich zu wenig, denn et ist dabei noch keine Extraausgabe, wie Lust oder Leid fie doch gebieterisch fordern, in Rechnung gebracht. Nur außerordentlich wenige Arbeit«. zweige aber gubt e« in Berlin, bei welchen Männer und Frauen selbst bei unausgesetzt« r, angestrengter Arbeit von früh vi» spät wöchentlich bi« 9 M verdienen können. WaS darüber etwa noch hinausgeht, ist durch persönliche« Geschick, besondere hervorragende Kunstfertigkeit, günstige Konjunktur und der« SIeichen bedingte seltene Ausnahme. Doch pflegen auch diese Geschäfte, wo e« zettweise 15, 18, ja 20-30 M. wöchentlichen Verdienst giebt, alljährlich eine langdauemde stille Zett zu haben, wo fie nur wenige oder keine Arbeiterinnen deschäfitgen. Im Ganzen gut stehen fich die Verkäuferinnen in soliden Geschäften. Doch ist auch hier nicht Alle« Gold, wa« glänzt; dazu find die Anforderungen, welche an der Garde» rode gestellt werden müssen, meist sehr groß. ES soll aber auch eine ganze Menge von VertausSzeschäften geben, welche so schlecht lohnen, daß die Existenzweife der in ihnen angestellten Mädchen al« sehr fragwürdig erscheinen muß. ?ta einem fast über die ganze Stadt verbretteten Milchgeschäft erhielt ein al«„Direttrize einer«Mmandite" angestellte, « wK - die Maaren in Empfang nehmen und verkaufen. Laden. W nach dem über eine halbe Stunde entfernten Komptoir bringen und dort Rechnung legen, um nach 11 Uhr endlich wieder in ihrer einsamen Wohnung hinter dem Laden zu sein mit der AuSficht auf 4'/» stündige Nachlruhe im günstigsten Falle. Dieser Fall trat aber nicht immer ein, denn da da« hübsche, blühende, kleinstädtische Mädchen tagsüber in dem offenen Ge« schüft genug gesehen wurde und bekannt war. daß sie Niemand zur Seite hatte, so fanden fich ab und zu Nachtvögel, welche in Scherz oder Bosheit an die Fensterladen klopften und fie zur größten Angst erschreckten. So ging e« Wochentag« und Sonntag« ohne Unterbrechung, ohne die Möglilbleit eine« Ausgang«. In den aeschäftSloseren Stunden de« Tage« aber brachte ihr d< Frau Prinzipalin Stickereien und andere Handarbeiten. welche fie für dieselbe fertigen sollte. Abgerissen an der Kleidung, heruntergekommen an Leib und Seele, raffte die Achtzehnjährige endlich nach vtermonatlicher Pein fich auf und brach den Dienst ab, um nun mit einem dürftigen Attest rath« lo, in der Wett zu stehen. Da« war ein sehr dürftiger Fall und AuSaang. Wie oft aber kommt e« ganz ander« mtt Schuld und ohne Schuld! Leider scheint die fich darbietend« Möglichtrtt besonder« hohe« Gewinn dringender Auinützung «tiblicher Arbeitskräfte für manche Arbeitgeber so verlockenS zu fein, daß fie der Versuchung nicht widerstehen können und S.LS, r WÄ«Ä* w leistet, für viele junge Mädchen geradezu verhängnißvoll. Ein aus dem Leben gegriffene« Beispiel möge zeigen, «ie e« gemacht wird,«in zwanzigjährige» Mädchen hatte fich eine Summe von 80 M. ersvart. Um mit diesem ehrlich erworbenen Reichthum etwai Ordentliche« zu beginnen, wollte fie daS Plätten erlernen, um fich dann davon, wie ei wohl möglich ist, zu ernähren. Sie wendete fich an ein große« Geschäft, wurde freundlich ausgenommen, zahtte 21 M. Lehr« gelb im Voraus und erhielt die Zuficherung, in viermonatlicher Lcbrzeit auSgediloet zu werden. Sie befaß noch 59 M., damit hoffte fie fich wäbrenv dieser verdienstlojen Zell ehrlich, wenn auch kümmerlich vurchzuschlagen. Nachher, so meinte fie, könne e« ihr ja nicht fehlen, wenn fi; nur der weitern steigt ihr Verdienst. Wie köstlich ist eS, am Sonnabend sieben oder aar acht Mark ausgezahlt zu erhalten, worauf vorhrr gar keine Aul ficht war. Freilich plättet fie von nun an auch wie jede andere Arbeiterin immer nur dieselbe Art Kragen, lernt nicht« weiter dazu, aber die Direktrize weiß fie zu beruhigen und dann ist der Verdienst doch auch etwa«. Leider dauert die Freude nicht lange. Sie ist fich zwar deffen nicht bewußt, aber e« wird ihr vom Beginn deS vierten Monats an mit jedem Tage deutlicher gesagt, daß fie unachtsamer arbeite. Immer öfter wird ihr da« Gefertigte zurückgebracht, um ei noch einmal und Keffer zu machen, damit schwindet auch d-r Verdienst zusammen und in Kummer und Aerger geht die Lehrzeit zu Ende. Nu» steht fie mtt einem Mal, daß fie ja bei Weitem nicht gelernt hat, wa« fie wollte. Sie versteht etlicke Sorten einfache K-agen ju plätten, aber ein Oberhemd hat fie noch nicht von Weitem gesehen, und solche plätten zu lernen, darauf kam ei ihr doch ganz besonder» an. Die Direk rize wird grob, der Prinzipal sehr unangenehm, als fie fich beschwert, daß da« ihr gegebene Versprechen trotz deS gezahlten Lehrgelde« nicht erfüllt worden sei. Sie will sott in ein andere« Geschäft, aber da« mangelhafte Zeugniß, welche« fie erhält, schließt die« von selbst au«; wo fie nachfragt, weist man fie ab. Sie solle noch einen Lehr- kursu» durchmachen, wird ihr gerathen, aber dazu reichen nun die Mtttel nicht au«. Auf eigene Füße kann fie fich nicht stellen, denn fie verstebt von der Plätteiei zu wenig. Verzagt und gebrochen kebrt fie im b-sten Falle doch in die Fabrik zurück uad quält fich jahrau«, ahrein weiter, der Prinzipal hat w ne.r"SS,,n gewonnen, die bedingungslos an fein Geschäft gebun den ist. Wir malen nicht zu schwarz, eS giebt noch viel dunklere Partien in der Welt der Arbeiterinnen Berlin«. Wa« erst die Wäschekabrikanten zum größtenTheil den armenFrauen zumuthen, welche fich in der eigenen Häuslichkeit einen Verdienst schaffen müssen, ist im vollenStnne Hungerlohn. Für Knopflöchermachen an einem Dutzend Herrenkragen werden 30 Pf. gezahlt im besten Falle nämlich für 36 Knopflöcher, denn jeder Kragen bat deren drei. Um eine Mark zu verdienen muß die Arbeiterin also 120 Knopflöcher fettigen. Sie muß aber auch noch da« Garn selbst dazu liefern. Beim Abliefern der Arbett im Geschäft vergehen ihr kostbare Stunden, kurz, e« find zu einem Arbeitsverdienst von einer Mark täglich mindesten» 160 Knopflöcher nöthig. Viele weibliche ArdettSgebiete ergeben kein trost rollere« Resultat, wenn man die Verhältnisse derselben prüft. Wa» ist zu thun? Daß e* so nicht bleiben kann, daß fich in Anbetracht der so ungeheuer überschüsstgen weidlichen Arbeitskräfte in Berlin ein Abgrund vor unS aufthäte, wenn e« so bliide oder gar noch schlimmer würde, daS ist jedem Einstchtigen klar. Die Arbei iettnnen selbst haben da« Wort ergttffei und den Willen kund gethan, ihre Lage bessern zu wollen. Es konnte wie eine Art von Erfolg erscheinen, al» vor Kurzem die Fahrerin de« Verein« der Mäntelnäherinnen konftatitte, daß fie für etwa hundert Arbeiterinnen sofort lohnende Arbett, und zwar bei ttniqem Fleiß und Geschick zu einem Lohnsatz von drei Mark pro Tag, nachweisen könne. Aber dieser immerhin erfreuliche Erfolg scheint doch nur einem plötzlichen ArbeitSdedarf in kleinem Um« »rei« entsprungen zu sein und ist kaum mehr werth, al« ein Tropfen auf«inen beißen Stein. Vor allem müßte der Zuzug von Fraum und Mädchen nach Berlin beschränkt werden, die planlo« hierher kommen, um irgendwie ihr Glück zu suchen, die aber fast regelmäßig ihr Elend finden. Man berechnet, wie schon oben gesagt, daß monatlich etwa 950 Arbeiterinnen nach Berlin ziehen, da« macht im Jahre 11 400. Wa« wird au« ihnen? Die Arbttt«geleaenheit nimmt bei weitem nicht in demselben Maße zu, und selbst wenn diese Mädchen und Frauen sämmtlich dimen wollten, wa« die allerwenigsten von ihnen kaum in ländlichen oder kleinstädtischen Verhältnissen vermögen, geschweige denn gegenüber den hochgesteigerten Anforderungen de» großstädtischen Leben«, so würden die Stellen für fie nicht zureichen. So schließt diese« ernste Kapitel mit einem großen Fragezeichen und einer Reihe ernster Gedankenstriche." I» wie weit Kinder bei theatralischen Vorstellungen zur Mttwirkung herangezogen werden dürfen, bildet eine F:age, die sehr nahe liegt und die fich doch nur ischwer beantworten läßt.. In den Stücken unserer Klasstker, wie„Don Carlo«", „Tell" find einzelne Szenen so angelegt, daß in entscheidenden Momenten der Handlung den Kindern eine wesentliche Rolle zufällt, von deren mehr oder weniger geschickten Durchführung die Illusion de« Zuschauers abhängt. Ebenso hat fich daS mo- Verne Drama der Franzosen oft diese« Hilfsmittels bedient, um da« Publikum in Rührung zu versetzen, und mit besonderer Bittuosttät hat der jüngere Duma» davon Gebrauch gemacht. Da die schauspielerische Begabung bei vielen Kindern schon sehr stark austritt, namentlich in den Familien von Theater- angehöttgen, und ei fich fast immer nur um kurz« Szenen handelt, so kann hierbei kaum etwai Bedenkliche» gefunden werden. Ander« liegt die Sache in großen Städten, wo der AusstattungiluxuS in der Feerie und der Operette eine bei« spiellose Höhe erreicht hat und jede« Mittel willkommen heißt. welche« die Aufmerksamkeit de» Publikum» und seinen Bttfall erregen könnte. Innerhalb dieser Maffenwirkungen fällt aller« ding» den Knaben und Mädchen eine ungleich schwierigere und unter Umständen bedenkliche Aufgabe zu. Bei der Ausführung großer Ensemble« ist die Anzahl der Proben oft eine unbe« schrankte, und die Anforderunzen, die an den Einzelnen ge- stellt werden, spannen die Kräfte der Erwachsenen nicht selten im äußersten Maße an. Da ist denn die Gefahr nicht auS« geschloffer, daß die Rückffchten, die wir dem leiblichm und geistigen Gedeihen der Kinder entgegenzubttngen haben, unter Umstanden unbeachtet bleiben. DaS kann eintreten, wenn die von den Kleinen übernommenen Rollen fich nicht auf einzelne Szenen, sondern auf einen großen Theil des Abends er« strecken, wenn die Proben zu lang ausgedehnt werden und die Kinder nöthigen, in dumpfiger, von dem Geruch der Oelfarbe und de« GaseS gewiß nicht verbesserter Luft stundenlang au»« zuHarren, wenn von ihnen Tanz- und Gesangsleistungen ver« langt werden, die über da« Maß ihrer pbyfischen Kräfte hin« ausgehen u. s. w. Ii Paris haben die Väter der Stadt vor einiger Zeit den Seinepräfekten aufgefordert, fich davon zu Lbrrzeug-n, ob und in wie weit die Besedäftigung der Kinder an den Theatern dm Geboten der Schulpflicht und der Sitt» lichteit Eintracht thue. Jetzt hat auch r>aS Berliner Polizei« präfivium Gelegenheit genommen, diesen P mtt näher in« Auge zu fassen, und die Folge davon ist eine Verordnung, welche den Direktoren sämmtlicher Berliner Theater und öffentlichen Etablissement«, in denen Schaustellungen stattfinden, soeben zugestellt worden ist. Die Beschäftigung schulpfl chtiger Kinder ist bei solchen Instituten darnach nur dann gestattet, wenn die polizeiliche Erlaubniß erfolgt ist. Letztere ist für jede« einzelne Kind unter genauer Bezeichnung des Namen« und Alters, so- wie der beadstchtigten Beschäftigung und unter Vorlegung einer zustimmenden Erklärung de« KreiSschulinspettors beim Polizeipräsidium nachzuholen. Die ertheilte Erlaubniß giebt nur die Befugniß, da» Kind bi» spätefiens 11 Uhr AbendS in Anspruch zu nehmen, fie schließt auS, daß dasselbe unter dem Vorwande von Proben und Uebungen dem Schul« besuche entzogen werde, und ist jederzeit widerruflich. Diese Verordnung ttttt bereits am 1. September d. I. in Kraft und wird gewiß dazu dritragm, den Empfindungen der Humanttät auch auf diesem Gebiete de» sozialen Leben« den nölhigm Ausdruck zu geben. Der Zuschauer, der in seiner Loge oder auf seinem Parquetplatz fitzt, ist ein großer Egoist und denkt nur an sein Vergnügen, ohne fich darüber Kar zu werden» unter welchen Bedingungen ihm dasselbe geboten wird. Um so mehr hetßm wir eine Verordnung, wie die vorliegmde, willkommen, durch welche ausgeschlossen werden soll, daß unser« Kleinm an Leib und Sette Schaden nehmen, fall« das Amüse« ment der Großen und die Spekulation der Direttoren diese Rückficht einmal üderfi'ht. Die Passage am Mühlendamm hat von jeher nament« lich für anständige Frauen in den Vormittagitstunden der Wochentage etwa« Peinliche« gehabt. Jede« Mädchen und jede Frau mußte e« fich gefallen lassen, mtt neugierigen Blicken vi» an da» dekannte große Thor de« Polizeiprästviumi begleilet zu werden. Während nun früher diese peinliche Situation dadurch gemildert werden konnte, daß anständige Fraum mög« lichst auf der nördlichen Trottoirsttte entlang ginzm, hat dies« Möglichkeit seit dem Beginne der Arbeiten zur Legung de« dortigen Pferdedahngeleisei aufgehört- Der Straßendamm ist in setner ganzen Breite ausgerissen und an der Poststraßm Ecke hindern die bit hatt an den Damm vorspringendm Säulen deS Einwohner- Meldeamti-GedäudeS den Verkehr, da fie nur Hk«Ine Person zum Gehen Raum bieten und ein»u» weichen »««ter Begegnenden nicht gestattm. Unter diesen Umständen W Wt Jahren immer und immer wieder öffentlich der Wunsch geäußert worden, e, mögen die Geschäftsräume der Sitten« Polizei vom Molkenmarkt fort verlegt werden. Wenn man beden», daß in den letztm Monaten allwöchentlich 50 dl« 70 der Kontrolitten der Charttee überwiesen wurden, so liegt e» doch nahe anzunehmen, daß da« zu- eventuellen Aufnahme dieser Personm bestimmte Krankenhau« auch am zweckmäßigstm die Geschäftsräume der betreffenden Poltzeiabiheilung emhalte. Ein wenig Dezentralisation könnte unserem hauptstädtischen Polizeiwesen doch wahrlich nicht schaden, und der hier in Rede stehende Zweig ver Sittenpolizei dürfte die Verlegung au« den ohnehin so sehr beschränkten Räumen de« Polizeipräfidial« gedäude« am bestm und ohne Störung seiner Funktionen er« tragen, denn einmal würde man die Kosten für den Tranipott na» dem Krankenhause sparen und sodann da« nothwendige Ineinandergreifen der Sicherheit«, und der Sittenpolizei ohne Schtoletiakeittn möglich sein, auch bei einer Trennung ver beiderseitigen Geschäftsräume. Diese würde auch nach der F-ltigstellung des neuen PrSstdialgebSude« ebenso wünschen«. werth sein wie heute. Da« Alter der»erliner Straßenbrücke«. Die älteste Brücke von geschichlltcher Bedeutung ist der Mühlendamm. welcher um die Mitte de» dreizehnten Jahrhundert« den Ver« kehr zwischen Berlin und Kölln vermittelte. Kölln besaß da« mal« schon die Teltowerbrücke(Gettraudtendrück-) und die Köpnickerdrücke lRoßstraßendrÜcke). Nach der im Jahre 1307 erfolgten Vereinigung der beiden Städte wurde die jetzige Kurfürsten brücke gebaut. Dem Alter nach folgen dann die Stralaunbrücke, die König»-, die Spandauer. und die Hunde« brücke(Schloßdrücke). Die Insel- und die Grünstraßendrücke find auSgang« de» stebzehnten Jahrhundett» erbaut worden. Die drei«olonadendrücken. die un» noch bi« heute erhalten find, stammen au« dem achtzehnten Jabrhundett. Die Spittel« brück« wurde 1770 durch Gontard mit Kolonaden versehen, die Königibrücke 1777 durch Baumann nach Gontard'schen Ent« würfen, die Mohrendrücke 1739 durch LanghanS. Der Umbau der Kuttü-stendrücke in Pirrnrischrm Sandstein fand in den Jahren 1692—1696 nach einem Entwürfe NehringS statt. Die «ünigsbrücke wurde in den Jahren 1777—33 durch Gontard in Sandstein erbaut; fie mußte bekanntlich vor ca. dreizehn Jahren einem Neubau«eichen. Die Schloßbrücke ist durch Schinkel in den Jahren 1822—24 erbaut worden. Die N-ue Friedrichsbrück«(Gr. PomeranzenbrÜcke) wurde im Jahre 1769 an Stelle einer ätteren Jochbrücke al« masfioe in Backsteinen gewölbte Brücke mit SchtffSdurchlaß erbaut. 1322—23 brach man die Gewölbe heraus und an deren Stelle trat unter Bei« behattung der allen Pfeiler ein gußeiserner Oberbau gleich« zettig wurde auch der alle hölzerne Jochbau der Wcidendammer Brücke durch eine gußeiserne Bogendrücke ersetzt. Von den neueren Brücken ist die Alsenbrück- 1864, die Moltkedrücke 1866 erbaut. Die KönigSb ücke ist 1872 dl« 1873 nach Strack- schen Entwürfen umgebaut, und 1870—1873 führte die Stadt Berlin mtt der SchtllingSdrücke ihren ersten bedeutenden L ückendau auS. Der Bau der gleichfall« nach Strack'schen Entwürfen errichteten Bellealliar.ce Brücke fällt in die Jahre 1874 bi« 1876. Unsere Erzdenkmäler leiden beträchtlich unter der Ungunst der Witterung und verlangen eine fich in kurz-n Zwischenräumen wiederholende Reinigung. Wie diese Reinigung in der zweckmäßigsten Weise unternommen werden soll, darüber gehen die Anfihten zur Zeit auseinander. Von Jnter- esse find daher die Versuche, welche fett einigen Wochen nach dieser Richtung hin in München und Nürnberg vorgenommen Werden. Nach den Mittheilungen München« Blätter pi schließen, scheint man dort mit den«zielten Sr'olgen keines- wegt allgemein zuftieden zu sein; ander» in Nürnbttg, wo nur eine Stimme über da» vortreffliche Gelingen der ReinungSversuche herrscht. In beiden Slävten ist man näm- lich zwar gleich, eitig, ad« nicht w gleich« Weise vorgegangen. Ueber da» in Nürnberg eingeschlagene Verfahren schreibt man d«„Franls. Ztg." von dort folgende»: Dn Zweck d« Reinigung muß bei Erzdenlmälern einzig und allein d« bleiben, daß sie mechanisch gereinigt w«den von dem anhan« «enden Schmutze, welcher hauvtsächltch ein the«- oder harz« artiger Uebnzug ist, vermischt mit Vogel> Exkrementen. Dethald muß die Reinigung d«artig vorgenommen wnden, daß eben nur diese Schmutzkruste entfernt wird, ohne die darunter liegende Patina zu zn stören, welche sich ursprünglisch gebildet hatte und o«en Bildung vordem leicht möglich war, so lange die Bthmosphäre noch nicht so v«» unreinigt war mtt Steinkohlenruß, schweseligen SSurm und sonstigen Dünsten. Diese» Reinigen ist nun hi« in Nürnb«« dadurch vollständig«reicht worden, daß man die, durch eine Bedeckung vor Regen und Sonne geschützten Statuen mtt stark alkalischer Schmierseife d'ck überstrich und fie, je nach der Stärke der Echmutzlage, 24 bis 36 Stunden der Einwirkung der Schmierseife überließ. AlSdann wurden die Statuen mit Sägespänen abgerieben, um eine möglichst rasche und gründliche Entfettung zu erzielen, darauf mit einem reichm Wafferstrahl gewaschen und schließlich mit wollenen Lappen getrocknet und §(bürstet. Die Kosten der Reinigung welche in drei bi» vi« sagen bewirkt wnden kann, stellen fich für eine Statue alle» in allem gerechnet auf etwa 150 Mark. 818 jetzt find hi« in dieser Weise das Han» Sachs« und Blbrecht Dürn-Denkmal gereinigt worden; in Arbett befindet fich gegenwärtig das Grüdel Denkmal. D« Erfolg deS Verfahren» ist ein üdn« raschend«; die Denkmäl« stnd wunderschön gneintgt, dad«i ifi ab« die Patina nicht im gninsten angegriffen worden. Die Reinigung der Denkmäler wird unter Leitung des bekannten Nürnberg« ErzgießerS Professor Lenz vollzogen,«elcher, neben- bei bemerkt, gern dereit sein würde, jede gewünschte weitere »uSkunft zu ertheilen. Erfinder des hi« eingeschlagenen Ver- fahrens ist Apothek« Eckart. Ei« Neubau ist in vieler Beziehung interessant. So hrtten wir dieser Tage Gelegenheit, auf einem Neubau in der Zimmerstraße da» Aufrichten und Aufstellen der großen und schw«en eisernen Träg«, wie fie bei großen Geschäftsräumen und Läden Anwendung finden, mttanzuschen und waren«- staunt, mtt welch« Sorglofigkeit diese schw«e und gefahrvolle Arbett vollbracht wurde. Die Hedevorrichtung bestand in einem, nicht einmal gut funttionirenden Flaschenzuge, durch deren beide Flaschm eine schwache eis«ne Kette lief. Die obere Flasche war ebenfall» mittel» einer eisnnen Kette an einem Balken befestigt, welch«, um ihm die erforderliche Höhe zu geben, einfach auf drei oder vier aufeinand« gesetzten Mörtel« kästen, wie solche die Maurer auf den Bauten im Gebrauch haben, ruhte. Die Kette, wesche zur Hebung der Last bestimmt war, war einfach in Schlingenform um den glatten, keinerlei Halt bietenden Körper der eisernen Träger gelegt, mtttel» eine» eisernen Haken» mit dem Hebel in Verbindung gebracht und daS schwinige Werl nahm seinen Verlauf. Zwei Arbeit« zogen die Hedekette,«in drM« saß oben auf dem Balken, welcher die Funvionm d« obe.en Flasche regulttt« und zugleich die Last nach oben hin dirigirte, während zwei weitnen Aibeiten diese» Amt unten am Erdboden oblag. War schon die ganze ziem« lich privttioe Einrichtung und o« Mangel jeder Schutzvorrich- tung zur Sicherung der Arbett« defremdend, so wer e» nicht weniger auffallend, mit welch« Sorglofigkeit diese selbst fich d« allttgrößtm Leb-n»gesahr aussetzten, indem sie stch bei ihren Vcnichrungen direkt unter od« unmittelbar nebm d« fich Hedenden Last bewegten, waS allerdings bei d« ganzen Einrichtung d« Hebevorrichtung kaum zu vermeiden war. Wie leicht kann aber auf diese Weise ein Unglück ge« schehen! Wie leicht kann die Last gegen den Balken schlagen und diesen seiner leichten Stützpunkte berauben, wie leicht kann die Kette von dem glatten Körp« der eisernen Träger ab- gleiten, wie leicht auch die Kette platzen. Die Folgen, welche solche Zufälle unter den angegebenen Umständen nach fich ziehen müssen, wagen wir nicht auszudenken. Sollte die de« jchricdcne Art und Weis» der Autsührung gedacht« Lrbetten allgemein gebräuchlich sein, so wäre e» doch dringend geboten. daß von maßgebend« Stelle au» mtt größter Strenge darauf gehalten würde, daß wenigsten» alle nur irgend möglichen Vorfichttmaßlegtln getroffen werden zum Schutz der Arbett«, um allen event. Unfällen und d«en dellagenswerthen Folgen «ach Kräften vorzubeugen. Ueber eine eigenartige Einrichtung der Pferde« bahne« in Chile entnehmen wir einem Briefe, den die „Schwetznische Bauz-itung" von einem ihr« dortigen Les« «hatten, folgende nicht unintereffante Notizen: Die Pfnde« bahnen von Santiago, die eine Gesammtlänge von 40 Kilo» meiern haben, erfteuen stch ein« fleißigen Benutzung durch Reich und Arm. Der Hauptgrund davon ist wohl der ge- ringe Fahrpreis(5 CmtS 1. Kl. und 2% Cent» 2. Kl. auf der Imperiale) und d« sehr flotte Betrieb. Es fahren nämlich in den Hauptlinien die Wagen alle 1% Min. Im verflossenen Jahre wurden in Santiago, die von ungefähr 240 000 Menschen bewohnt wird, 20 730000 Passagiere be'öidert. Männliche Schaffn« stnd sett etwa 3 Jahren abgeschafft und sämmtltch durch Schassnntnnen ersetzt wordm. Seit dies« Zeit haben die E.nnahmen der Gesellschaft bedeutend»uge« nommen!— In Valparaiso, wo d« Pfndebahnverkehr noch bedeutend« ist al» in Santiago, find auch nur Kondutteusen in Uetdsam« blau« Uniform mtt großem Strohhut zu sehen. Wenn man bedentt, daß auf den Pferdebahnen der ca. 1250000 Einwohn« z-ibl-nden Stadt Berlin im vngange- nev Jahre rund 90 Mill. Billet», da» ist sür den Kopf der Bevölkerung 72 Billet», autgegeden wurden, so findet man, daß d« Verkehr Berlins hinter dem Santiagos, wo für jeden Kopf d« Bevölkerung 87 Billett ausgegeben wurden, verhält' nißmäßig«hedlich zurücksteht. w. In großen Städten«ad namentlich in Berlin hat stch in letzt« Zett die Neigung kund gegeben, Ktnd«n in den Schulen und auf öffentlichen Spielplätzen od« in Gärten rohe Milch al» Getränk und Nahrungsmittel darzubietm. In wohlgemeint« Adficht ist auch der Plan aufgetaucht, die öffentlichen Mtlchhallen namentlich w dm kindeireichm Vor« städten Berlin« zu vermehrm. Auf d« anderen Seite hat e» nicht an Wamungen vor dem Gmuffe roh« Mllch gefehlt. Wenig bekannt ad« dürft» sein, daß sogar ansteckmde Krank« hrtten durch dieselbe verbreitet««den können. In dem„British rnedical Journal" berichtet A. Wynter-Blhih üb« den Autbruch »in« Epidemie von Scharlach und Halimtzündung in Dorsel Square, London, welche nach genau« Erforschung d« Krankheit»« quelle nur auf den Genuß wfizttter Milch zurückgeführt werden konnte. Diejenigen, welche die Milch nur abgekocht gmoffm halten,«kcanven nicht, uno auch die meistm d«er,wrlchenur ein wenig Milch in Thee od« Kaff« aenommm hattm, bliedm frei. Die Hauptmasse d« Erkrankten bilden Kinder, welche«heblich» Mengen lauwarm« oder ungekocht« Mllch, und Erwachsme. welche rohe Milch genoffen hatten. Eine solch« Mtttheilung in v« medizinischen Lileratur ist keineSweg« vneinzett, und e« hat daher der Berlin« Prioatdozent Dr. med. Bagtniky dem Gegenstande ernste Aufmnksamkett zugewandt und in ein« so« eben erfolgten Velöffentlichung in d«„Med. Wochenschr." eine interessante Zusammenstellung d« einschlägigen Literatur au» dem letzten Jahrzehnt gegeben. Danach stnd eS vorzugsweise drei KrankheitSformen, deren Verbreitung durch infizirte Milch in Frage ko-nmm: Scha lach, Tyvou» und Tudeikulose. Auch für die Jnkettton von Kindern durch Mllch von solchm Kühen, »elche an Maul« und«laumseuche litten, liegen vereinzelte, ab« doch bemerkm»werthe Mittheilungm vor; schwankend und ernst« Kritik nicht Stich baltmd stnd fie dagegen in Bezug auf die Vnbreitung d« Diphtherie durch die Milch. Znr Beachtung sür Reservisten und Landwehr- männer. Meldungen an da» BezirkSlommando werden de« kanntlich portofrei befördert, wenn auf die Adresse d« Vermerk »Milttaria" geschriedm und der Brief offm od« unt« dem Siegel d« Ortspolizeibehörde eingesandt wird. Die porto« freie Benutzung der Stadtpost ist jedoch auSgeschloffm. Die letztere Bestimmung scheint vielen Reservisten. Wehrleuten und Ersatz Reservisten, ttotzdem fie in dem Bordruck zu dm Mlli« tärpässm» sowie auf dm Ersatz Reserve- Scheinen und Pässen vermerkt ist, unbekannt zu sein, dmn häufig werdm beim hie- figen Landwehr BezirkSlommando Stadtdrtefe präsmttrt, die unfrankirt, dagegen mtt dem Vermerk„Milllaria" versehen stnd. Die Absmd« waren d« Meinung, e» stände ihnm in diesem Falle die fteie Bmutzung d« Stavtpost zu. In jedem Falle verweigert aber da» Beztrk».Kommando die Annahme unfrankirt« Meldungm. Gelangt nun der Absmd« durch irgend welchen Umstand nicht in den Wled«b»sttz sein« Mel» dung, so bleibt er im guten Glauben, sein« Meldepflicht ge» nügt zu haben, wird jedoch sehr übe«ascht,«mn ihm nach einiger Zett eröffnet wird, er sei wegm Kontrolentziehung in eine Geldstrafe gmommm. Unlängst passtrte ein derartiger Fall einem hiesigen Kaufmann. D«selbe wechselte seine Woh» nung am 1. Februar d. I., machte dann vorschrifttmäßig dem BezttkS' Kommando Mittheilung, jedoch in einem unftankirten, mtt dem V«merk„MUitaria" versehmen Briefe. Vor einigen Tagm«hielt der Betreffende eine Vorladung nach dem Be« zirkS- Kommando, woselbst ihm«öffnet wurde, daß« wegen Konttolentziehung 10 M. Strafe zu zahlen habe. Die Mel« dung sei nicht eingegangen dezw. sei die Annahme d«selben verweigert worden, da dieselbe unftankirt gewesm sei. Wir theilen diesen Spezialfall allen Interessenten zur Warnung mit. I« Anbetracht der bei den häufige« Unglücksfälle« bei Baute« erfahrungsmäßig so oft wiederkehrenden UN« richtigen Behandlung d« Verletzten, welche fich oftmal» gar nicht an einen Arzt wenden, oder da» erst thun, wenn die Wunden einen gefahrdrohenden Charatt« angenommen haben und die»«letzten Glieder nicht mehr zu rettm stnd, hat der Vorstand der Sevion l der nordöstlichen Baugewerk»- Berus»« genosscnschaft, welche die Stadtbezirke B«lin und Charlotten« dmg, sowie die Amtsbezirke Rixvorf, Tempelhof, Schöneberg und Steglitz umfaßt, beschloffen, Gesellen de» Baugewerde», besonder» Maurer« und Zimmerpoli««, welche stch freiwillig dazu meldm, durch den hiestgen Samaritnverein auf Kosten der Settion in d« ersten Behandlung Verunglückter unter« richten zu lassen. Die Unterrichtsstunden werden so be« quem alt möglich— etwa an fünf Sonntagen je zwei Stunden — gelegt. Auf dem Artillerie« Schießplatz bei Tegel w«den wied«holt Personen betroffen, welche, entgegen dem polizeilichen Verbot, denselben unbefugter Weise betreten haben. Da auf dem genannten Platze fast zu jed« Jahre»« dezw. TageSzeit Schießübungen» nicht allein d« Artillerie, sondern auch der In« fanterre und Kavallerie stattfinden, so kann die Nichtbeachtung obigen Verbot» neben d« angedrohten Sttafe für die Betteffen- den die schwersten Gefahren für Leben und Gesundheit nach fich ziehen. E» kann daher im eigenen Interesse de» Publi« tumS nur auf da» Dringendste vor dem Ueb«schreiten d« Schieß» platzgren»en gewarnt w«dm, welche nördlich nach d« Berlin- Tegeler Chaussee durch einen SichnheitSgrabm, südlich nach dem Berlin- Spandauer Schifffahrttkanal zu durch einen Sicher« heitSgraben nebst D.abftaun bezeichnet find. R««de, blaue Pflaume« von ansehnlicher Größe und gutem Aussehen find sett gestern zum ersten Male bei den Obst- und Fruchrhändlern zum Verlauf gestellt; unt« den Vorräthen von Birnen wurden auch schon sogenannte Tafel- bimen bemertt. Die BerurtheUuug de» praktische« Arzte» Dr. v. wegen fahrläsfiger Tödtung beschäftigt noch imm« lebhaft die unmtttelbar betheiligten Kreise. So bringt die gestrige„Med. Wochenschr." einen ausführlichen Bericht üb« die Verhandlung auf Grund eines stenographischen ProtokolleS und weist dann auf die Widttsprüche in den schriftlich und mündlich abge« gebenen Gutachten hin.„Besond«» ad« tritt"— so heißt e» wett« in dem Artikel—„eine Frage in den Vordergrund, welche die Ausbildung de» angehenden Arzte» betrifft... Wenn auch fnn«hin manche Operationen nm in den Händen d« Sperialisten bleiben dürfen, so müssen doch viele andere mtt dn Zeit, sollen sie wettnen Kreisen den durch fie geschaffenen Nutzen dringen, mehr und mehr Gemeingut d« Aerzte werden. Da» Gutachten d« wissenschaftlichen Deputation spricht dem Dr. B. die«fordnliche Hebung und Sicherheit ab. obwohl er die Opnation, ohne Schaden anzurichten, schon dreißig Mal ausgeführt hat. Für die Spezialttäten d« Medizin genüge als Vorbildung nicht, wenn man, wie Dr.B„ bei einem anerkannt tüchtigen Gynäkologen eine Vorlesung und einen praktischen Kursu» gehört habe. Hieraus wird der Vorwurf gegen ihn hergeleitet, daß er seine Fähigkett überschätzt und unvorfichttg gehandelt hat. Dem entgegen sprechm dem Dr. B. die in fbro vernommenen Sachverständigen die Berechtigung zur Vornahme d« betr. Operation zu und weisen darauf hin, daß g«ade diese zu denjenigen zähle, welche Gemeingut d« Aerzte««dm müssen. Keineswegs kann man behauptm, daß fie e» schon heute ist. Wird fie ad« im Jnt«effe d« leidenvm Mmschheit al» solche detrachtet, dann muß für den angehendm Arzt die Gelegenheit zur Erwerbung der technischen Fertigkeit und Sich«, heit eine wett ausreichendere werden, und hi« dürste auf Grund eines gesetzlich ßvorgeschriedmm StudimplaneS die bessernde Hand vor Allem anzulegen sein." Die Berliner Kriminalpolizei beschäftigt fich, wie dn „B«l. Cour." hört, mtt einem Vorfall, welch« an eine vor einigm Jahren in Berlin außerordentliche» Aufsehen nregmd« skandalöse Affäre erinnnt. Damals war die Person eineS bti dahin geachteten Baumeister» in die schmutzige Angelegenheit verwickell. Der Fall, um welchen e» fich neundtng yanvelt, ist folgmder. Ein Herr hat am Goldfischteich mehrere vorüber» f>«ld« Damm durch obszöne Gedndm«schreckt und in die echt gejagt. Die vetteffendm theitten ihre Wahrnehmung toj. Schutzmann mtt und erfuhren, daß bneit» von Beamtm der Sittenpolizei auf dm Patton gefahndet werde. Mit Hilfe einer der Damm gelang es auch spät«, dm Gesuchtm zu vn« haften. Seine Pasönlichkett wurde auf d« Polizeiwache als die eine» gewissen Th. festgestellt und der«rretirte sodann wieder mflaffm. E» dürfte stch in dm nächstm Tagen ent« scheiden, ob gegm Th. da» Strafverfahrm eingeleitet wer« den wird. Einem raffintrt»«gelegte« Schwwdelmavöver find vorgestern Morgen zwei»aunn, NammS«ldrecht und Schül«. °u» Wattersdorf zum Opfer gefallen. Dieselben waren gegm Morgm mtt einigen Fuhrm Stroh nach««lin unUrweg». ol» fich ein junger Mann an fie heranmachte mtt d« Frage, ob fie da» S roh an ihn verkaufm wollten. Er s« der Feurageliefnant d« nahraelegeven Verein« draunei und be« »rt *%,%%% Wagen begab fich der Unbekannte mit dem Wttgeschein "l%»*''�ng den ca. 250 Mark betragenden Preis »ZWNDA'Z stürzte. Wenn die Sache ttotzdem ohne da» übliche Hollch* ging, so lag die» einmal an dem V«haltm de» Kutscher», de schnell vom Bock sprang und fich demühtt, dm angnichtest Schaden wied« gut zu machm, und dann an d« Sttuati« in welch« stch die beiden Budeninhab«, Mann und Frau,.» fanden. D« Mann hiett kcampshaft mehr«e Porzellanges» mit den Armen umfaßt, um die saurm Gurkm, Rollmöpse» vor dem zerschmetterndm Sturz in die Tiefe zu dewahrst während die Frau eine zur Seite gefahrene Säule de»# aller Fa?on gerochenen Budengebäude» umklammerte, um bt tere» vor dem gänzlichen Umsturz zu dewahrm. Ihr lebhaft! Wortschwall gegen die Ungeschicklichkeit de» Kutschers ging zu9 Gaudium der Zuschauer in dem großm Leinwandplan# loten, der ihr in mächtigm Faltm üb« dm Kopf gefallen«st Für den Fuhrw«kSoerkehr ist die Aufstellung d« Buvm& dem Oranienplatz im höchsten Maße bind«ltch. Al» vor eiuigev Tage« da» Personal und die# beiter d« Teppich, und Ttschdeckmfadrik von F. in dn Kai!« Säße von ein« per Dampfschiff nach Grünau unternommen wgnügungSfaHrt zurücklehrtm, sprang plötzlich, wie unS w getheilt wird, ein auf dem Schiff befindlich« Arbett« mtt% Worten:„Jetzt geht'» lo«!" in s-Ibstmördnisch« Absicht» die Spree. Erst, nachdem d« Dampf« noch etwa Hunde» undfünfzig Schritt wett«gefahrm war, gelang e», zu sto»N und zurück, ufahrm. Jedoch«gaben die angestelltm Rettunff versuche kein Resultat, und ist die Leiche bi» jetzt noch ntf gesunden worden. Die V«anlaffung zu der unseligen Tst war ein kuJ voraufgegangener Sttett, welchen d« Selbstmölv mtt sein« Braut gehabt hatte. Ueber de« bedauerliche« Unglücksfall, welch« stch Donnerstag Mittag» 12 Uhr 20 Mmulen nicht Vormittag» Elisabeth-llf« zugettagen hat, wird un» von einem Augenz» gen berichtigmd mitgetheitt: Srstm» ist e» nicht richtig,% die Eltern de» Kinde» Nr. 7Britzerftraße wohnen, sondern» Fttn« ist e» nicht richtig, daß ein Schiffer daS Kind vor dst leyten Austauchm«faßt hat, sond«n al» zwei Insassen eist kleinen Boote» vergeblich nach dem Kinde gefischt hatten, l- ein zweites Boot, wonach da» Kind sofort mtt einer sogenost tm Hakmftange herausgezogen wurde. Da» Kind hatte W volle 10 Minuten im Wasser gelegen. Daß fem« alle V dcrbeledungSversuche unterblieben find, ist ebenfall« nicht rilt« da ich selbst mit Hilfe and«« leider vergeblich die unS£ kannten Wiederbelebungsversuche angestellt hatten; wir sä auch sofort nach einem Arzt, welch« leid« nicht kam.? glaube ich aber, daß, da daS Kind so lange im Waffer hat, der Tod schon im Waffer eingetreten war. Die zwölfjährige Mörderin Marie Schneider, noch imm« die größte, an Siumpfstnn grenzende Gleichgi keit an den Tag. In dem erdfahlen Gestcht zeigt fich, w« „Post" schreibt, bei keinem Anlaß eine Erregung; ruhst fiymd od« auf- und abgehend verbringt da« entartete� die Zeit in der Gefängnißzelle. Markthallen- Bericht vo« I. Sanduuma, städti VerkaufSv«mittler, Berlin. Zentral- Markthalle, dm 16./ Wild und Geflügel. Die Zufuhr war eine bedeutend g« als in der Vorwoche, wa« bei dem jetzt abgeschwächten sehr günstig auf die PretSdlldung wirtte. Die seit! deS MonaiS eröffnete Jagd auf wilde Entm lmkt auf Artikel größere Aufmerksamkeit. Bei V«smduna dersel� sollte man nicht versäumen, die Eingeweide vom After hek� zuziehm, ohne den Rumpf zu verletzen, weil da» Geflüg«! dies« Weise vorgerichtet fich besser hält. ES kosten 60-75 Pf, Hirsche 40-50 Pf., Wildschwein 40-50 Pf- pFZ wilde Enten 0,80—1,50, Bekasfinm 30—70 Pf, jungeba>irstr..Ecke bei Schröder; Gr. Friedrichstr. 34 bei Reichert. Kassenlokal: Siallschreiberstr. 26 bei Berger. Vesangverei«„Säugerluft", Pallisadenstraße 9. Jeden Sonnabend Abend 9 Uhr UebungSstunde. verein der Taubensreuude. Jeden Sonnabend Abmd» 8Vi Uhr Sitzung im Restaurant«leemann, Laufitzerftraße 41. „ Gesaugverei«„Harmonia". Jeden Sonnabmd Ai«no» 8 Uhr Uebung«stunde im Restaurant. Alte Jakobstr. 38. Vermischtes. Ueber die Promovtrung weiblicher Aerzte in New- Bork schreibt Helene von Racooitza-Schewiisch Ver„Wests. Post":„Wir haben in Rew-Uork drei Kollegim, welche weib« liehen Studenten zugänglich find. Zwei davon da« alläopa« thische und homöopathische, find auischiießlich für Frauen de« stimmt; da« dritte, daS eklektische Kollea, nimmt ein auS beism Geschlechtern gemischte« Auditotwm auf. Bti jetzt ist e« nicht gelungen, dasselbe Privilegium an anderen großen Hochschulen» al« da find College of Surgeon« and Phyficani" und„New- »otl Univerfity" durchzusetzen." Ja Europa ist da« System der gemischten medizinischen Hochschulen in Pari» und Zürich eingeführt; an anderm Hochschulen, in Wim beispielsweise. töcitett tl tut Zelt noch an dem Vomrtheil der Professoren. Hierfür eine Heine selbsterlebte Anekdote ali Beweis. Vor mehreren Jahren wallfahrtete eine Amerikanerin nach der Wiener UntversttSt, um dort ihren Eintritt als tmmatritultrte Studentin der Medizin zu erzwingen. Einige der jüngeren Professoren zeigten fich nicht abgeneigt, dem Wunsche ihre Zu« stimmung zu geben, doch war die Sache in letzter Instanz von der Einwilligung de» berühmten Chirurgen und Dekan» der medizinischen Fakultät, de» alten prächtigen Dr. Ditl, abhängig. Di« Dame begab fich zu ihm, der ihr von allen Seitm als ein so gütiger, human denkender Mann gepriesen wurde, und glaubte stch schon ihre» Siege» gewiß. Der alte Herr machte erst sehr höflich allerlei nebeniächltche Bedenken geltend, weshalb er da- «gen sei. Als sie alle diese zurückschlug, stet» da» Beispiel der Pariser und Züricher Univerfitäten anführend, stellte ihr dieser vor, daß er z. B. eben so wie andere seiner Professoren nicht gewohnt sei, vor Damen zu doziren. daß man in Kcankensälen «nd Kliniken, wo oft sehr heikle Fälle zur Verhandlung und Anschauung kämen, nicht auf die zarten Gefühle einer Dam« Nückficht nehmen könne u. s. w. Die entschlossene Jungfrau erwiderte kühn:„Da» sollen Sie auch gar nicht! Ich genire mich nicht!"„So!" schrie der alte Herr fie jetzt ganz entrüstet mm,„da» thut mir leid für Sie! Aber ich aenir' mich und thät mich de» Tode» schämen vor meine jungen Leut'!" Damit war die Angelegenheit erledigt." Sia sonderbare» Schreibe«, vom 29. Juni datirt, wurde der„Franks. Ztg." au» Council Hill,(Neu Mexiko) zugesandt; dasselbe lautet:„Vor einigen Jahren kamjiu» Ihrer Stadt «in junger, Land und bekannt, w Scht beschäftigt waren. Al» wir eine» Tage» vor 4 Monaten teh über die Weide trieben, wurden wir plötzlich von einer Band« Apache-Jndianer umzingelt. Wir wußten sofort, daß wir un» in einer schlimmen Lage befanden, hielten die Indianer jedoch eine Welle mit unseren Winchester-Gewehren im Schach. Wir waren unserer fünf: 2 Norweger, ich. mein Vetter Pat R'Cabe und Dutsch Henry, wie wir ihn(nämlich den Frank« furter) nannten. P»t wurde sofort getödtet und die übrigen wurden lebend gefangen genommen; ich wurde 20 Meilen well über die Ebene verfolgt, entkam jedoch. Da» Schicksal meiner Gefährten ist jedenfalls ein traurige» gewesen, da wir 6 Indianer getödtet hatten. Al» ein Freund von Dutsch Henry bitte ich Sie, einige Notizen in Ihrem Blatte zu verbffent« lichen, vielleicht lesen seine Verwandten dieselben; ich habe *' rm Namen nie aussprechen können, da er einen so wunder« .,en auiländischen Namen hatte; ich meine, seine Mutter lebt in Frankfurt am Rhein(!) Er trug beständig in seiner Tasche «in Bild eine» hübsch auisehenden Mävchen», welche» seine Geliebt« oder seine Schwester zu sein schien. Er sprach nie« mal» davon und wenn er gestagt wurde, antwortete er, e» sei seine Urgroßmutter. Er war einmal Soldat in einem Verein. Staaten Kavallerieregimente und wurde in den Black Hill» von Indianern angeschossen. Da« ist Alle», was ich von ihm weiß und ich hiett r« für meine Pflicht, Ihnen diesen Brief u» senden und wenn Sie ihn veröffentlichen. Mrd« ich mich seht verpflichtet fühlen. Ihr Hugh L'Donnel." «leise annehmlich kette« in Texas. San Antonio. Tex, A-Luli. Der von hier nach Westen abgehende Zug wurde > 145 Meilen von hier an der Cline Station von 2 Hilf». . angehalten, welche 2 mexikanische Pferdediebe unter den Zassagieren erwarteten; die Vermuthung der Beamten bestätigte sich; al» dieselben zm Verhaftung der Dieb« schritten, wehrten fich letztere mit Revolvern, so daß die Beamten genölhigt warm, mit gleicher Münze aufzuwarten. Von dm Dieben wurde einer erschossen, der andere tödtlich verwundet: die Beamten blieben merkwürdigerweise unverletzt. Die Paffagiere hielten anfäng« lich die HUfssherif» für Bahnräuber und waren in nicht ge« ringer Angst» al» die Schießerei im Koupee begann. Kleine Mittheilungen. Petersburg, 15. Juli, Abend». Al» ein hiesiger Eism« Händler beut« Nachmittag ein« Partie alten, bei einer Aultton vom Fiiku» gekauften Artilleriematerial» von einem Wagen abladen ließ, entlud stch ein« darunter befindliche, für bereit» entladen gehaltme, alte llzölltge Granate, wodurch 16 Ver« sonen, darunter vier Kinder, getödtet und mehrere andere Per« sonm verwundet wurden. Pest, 14. Juli. Der Lederarbeiter Johann Sil«(in der f itfenaoff« Nr. 9 wohnhaft) hatte gerechte Ursache, auf seine au Mari« Ctahanov!c» döse zu sein, denn dieselbe ging an» tt dem Hause vorzustehen, galanten Abenteuern nach. Heute Abend» gegm 10 Uhr kam e» wegen diese» Umstände» zvi« schen beivm Ehegatten zu heftigen AuSeinand«setzungm und wurde Sil« so sehr vom Zorn übermannt, daß er der Frau sein Taschmmeffer in dm Rückm stieß. Die Frau fiel, von Blut üb«strömt, zu Loden und mußte in» RochuSspttal befördert werden; der Mann wurde in Hast genommen. Trieft, 10. Juli. Die Art und Weise de» Auftreten» d« Cholna in uns«« Stadt«weckt die Hoffnung, daß e» ge« Itngen»«de, die Epidemie auf wenig« Opfer zu beschränken. Alle bi»h« tödllich verlaufenen zehn Cholnafälle tragen den Charast« ein« sporadischen Kranlhell an stch; e» hatte zwischen den Erkransten keinerlei Kontalt stattgefunden und keine der Personm, welche die Umgebung d« Erstanvm bilden, wurde von d« Krankheit dettoffen. Eine Ausnahme von diesen machen nur die in d« Via Molino Grande Nr. 6 oorgekom« mencn Fälle. D« Arzt wurde nämlich zu der daselbst seit drei Tagen erkranttm Hausmeisterin Ttnta erst gerufen, al» ste in den letzten Zügm lag! da dem Arzt auch die verdächtigen Symptome verheimlicht wurden, gab« Schlagfluß al» Todes- Ursache an. Bei d« Sektion«gab fich jedoch mit Bestimmt« hell, daß die Frau an afiatisch« Cholera gestorben sei. Man schritt nun sofort zur Detinfillrung de» Hause» und Jsolirung der Bewohner-, allein der Cholerakeim hatte leider schon um fich gegrissm. Von den Bewohnern de» Hause« erkransten nacheinander drei Pnsonm. Allerdings nahm die Krankheit hi« eine ziemlich mild« Form an. Wien, 13. Juli. Gestern Rachmittag, während man in einem Bauernhause in Heitigenblut die Leichen de» Sekretär» der niederländischm Gesandtschaft, Herrn G. A. Crommelin, und der beidm Führ« Rudesoi« und Rangetiner aufbahrte, wmde von der zuletzt«»»gerüsteten Führer- Exvedition auch der vierte am Großglocknn Verunglückte. Markgraf Alfred Palla- vicini, al» Lerche gefundm. Die Leiche hat 17 Tage in Ei» und Schnee gelegen und wurde nach langem Suchen beim Ad steigen auf dem Glockn«kaar zufällig gesunden.(Die Führer 'alten da» Suchen offenbar schon aufgegeben und waren im bstiege begriffen, al» st« auf den Leichnam stießen.) Gera. 11. Juli. Gegen 11� Uhr Vonnlltazs v«unglücktt auf entsetzliche Weise d« Kommnzienrath Rodert Felder(Mll- inHader der Firma Morand u. Co.) in sein« Fabrik. Ueber den Hergang de» Vorfalle» wird folgende» berichtet:„D« beiden bewegt stch da» große Schwungrad, vor welche« Schutz für die Arbeiter ein eiserne» Gttt« angebrach währet .... rgeb.. Schwindel erfaßt, vornüb« sank, genug,« wurde««« Speichen de» großen Schwungrades erfaßt, herumgeschl» und dann in die sogenannte Kurdelgrude geworfen, wo» d« auf- und niederschlagenden kurbelstange binnen Sekunden und ehe d« Maschinenführ« die Maschine! Stillstand bringen konnte, beinah« vollständig zermalmt fl® — Ein weit«« Bericht meldet:„D« Verunglückte wurle dem großen Schwungrad«, da» ihn am Kopf erfaßt tat scheint, al»« die etwa» unregelmäßig arbeitende M kontroliren wollte, in zahllose Stücke, in förmliche Ato« rissen. Da» Schwunsrad dreht stch in d« Minute 65 m riß den Körper Ferb«'» wenigsten» einige 70 mal n» herum, bis e» zum Stillstand kam. Der Maschinen» welcher mit ihm in demselben Räume anwesend und» entgegengesetzten Seite beschäftigt war, demerste da» Enis« erst an dem plötzlichen knirschenden Geräusch d« M' welche die Knochen de» Unglücklichen zermalmt«. Jede 1 war unmöglich."_ Ketzte Auhrichte«. Tie französische Parlamentsfesstoa ist vorgest» schloffen worden. Patt» hört in Folge dessen für ttne> auf, den Mittelpunkt de» polllischm Leben» d« Rem» bilden, und muß diese» Vonecht momentan an die D® ments abtreten, wo alsbald die Agitation wegen der' stehenden Beneralcathi wählen ihren Anfang nehmen> Man darf einem recht leidenschaftlichen Kampfe d« W entgegensehen, da die bekannten Vorgänge der letzten K 1 zwischen den Anhängern und Gegnnn d« Repust» vettieft haben. Kluft zwischen den Anhängern und Gegnnn d« left haben.. Die englische Srists. Heute findet, dem Vernehch Wiener„Presse" nach, in London eine Zusammenb» engliichen Ministerrath» statt, worauf Gladstone seit, Mission einreichen werde. Sobald die» geschehen, wer», bu-.y auf den Rath tzartington» mll der Bildung ein®' Die Lud«»» Regierung betraut. sei nicht deabstchtigt. Bildung eine« Koalitionimii Di« liberalen Uniontsten würd SaliSduiy» Regkttung unterstützen, vorausgesetzt, in jeder Frage, welche die Gesetzgebung tnoolvirt, voaf konsultitt werde. Internationale Bekämpfung der Anarchist*», „Reutn'sche Bureau" hört gerüchtweise, daß zwischen" und Amettka Unt«handlung«n üb« den trage», betreffend schwebten. gen mm die Auslieferung von Dynai Anarchistisches. Magdebura. 16. Juli. Sin«o», hier eingegangene» Packet, enthaltend anarchistisch� schttften, wurde der„Magdeb. Ztg." zufolge hier poliz®" fchlagnahmt._| Zum Fabrikiaspektorat. Bremen. 15. Juli. erschaft beschloß gestern, die vom Senat beantwgj |-----"•-----" e zu gen«' ellung eine» Bsfistenten für den Fadttktnspektor Theater. Sonnabend, den 17. Juli. Belle-Allianee-Tbeater. Da» Paradies, Ge« fanaspoffe in 4 Allen von Leon Treptow und £. Herrmann. m. Vstend-Theater. Philip pine Welser. Wiktoria« Theater. Amor. Tan» Poem von Luigt Msnzotti. Malhalla-Theater. Capricciosa. krsll's Theater. Der Trompet« von SSI« kingen. »ausmann's Variete,»roß« Spezialitäten« Vorstellung._ "_ Passage 1 Tr. 9 M.- 10 A Kalmer-Psnorams. tiifor In dieser Woche: Die malerische sächsische Schweiz. Eine interessante Rhetnretse. Hertha-tzteise. Karolinen«Insel». Eine Seist 90 Pfg- Kinder nur 10 Pfg. Todesanzeige. I Mittwoch, den 14. d. M., entriß un» msnn geliebten Gatten und Vater, Am Tod unsnn Schuhmachnmeist« [130 d« den Die Beerdt- Fritz Feiste. findet am Sonntag Nachm. 4 Uhr von der 'alle de» Jerusalem« Kirchhofe»(Halle- au» statt. Die ttefb. Wittwe n. Kind«. Todeoanzetse. Den Mitgliedern de» Fachserein» der Stttn- iräg« Berlin» zur Nachricht, daß Kam«ad Gnstav Schmidt am 14. d. M. verstorben ist. Die Bmdtgung findet am Sonntag, den 18. d. Mt«, Nachmittag» 4 Uhr, vom städtischen Rrankenhause in Moabit au» nach dem Marku»- kirchhof auf Wllhelmsbng statt. Um zahlreiche Bethelligung«sucht[131 j D« Vo stand. Schweizer Garten. Am FttedrichShain. Haltestelle d« Ringbahn. Am KönigSthor. Großes Concert«. Vorstellung. Austreten sämmtlich« Spezialitäten, de» Komik«. Trio» Jona«, Vrosch und Gläser, Auftreten d« Mafol-Truppe in ihr« Sensationtluftnumm«: fikta« Dasei als lebende Kanonenkugel. Hi»» Lazel wird aus einer Kanone geachoaaen und von Mies Zerns aufgefangen werden. Die lustigen Heidelberger. Große vtudentenposse mit Gesang in 1«tt. gBntvee 80 WM" Abend«: Große Illumination und elevttsche Beleuchtung.-MW Großes Kriegssenerwerk. Zum Schluß, zum ersten Male: Die Schlacht bei efagenta. Große» militärisch. pyrotechnifche» Schauspiel unter Mitwirkung von 150 Personen. pnnnnn nnnnnnnnnn nnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnn*) Berliner Bock Brauerei Tempelhofer Berg. Sonata?, den 18. Jutt. Nachmittag» 4 Uhr: Sommerfest fo iUtififtal» ftconiuti&afe dec Vwisckm Gold- and Merarbeii« and verwandten BernsSgenosse«(E. H.) »roste« Plilitär-E-ncert «nd»esaagaaMtzrange« de» Schäfer' schen »esanoverrins(Elfer). Großer Kinder- Fackelzug. Jede» Kino«dält ttne Stocklaterne gratt». Bttm Beginn der Dunkelheit bengalische Beleuchtung de» Gatten». Im Saal von 6 Uhr ab:«rand Kall. Billets» 30 Pf. find bei sämmtlichen Mitglied«» de» Vorstandes und de» B«gnügung»tomiteei zu haben.[127 Der Ssuverew der Serlwer Sildhauer feiert heute(Sonnabend) sein dteSjährigei gommerfemt in Keller'« Hosjäger, Hasenhaid«. gUlets dazu.» 30 Pf., find im V«t in» lokal, Annen« strafe 16, sowie in den mit Plakaten delegt«, Handlungen zu haben. Abendkasse findet nicht statt.[125 An die Töpfer Dew, Herren Arbeitgebern und" !« Töpfkrban" diene %%% .. spferbandazer»„„„t uia--- richt, daß Angebot und Nachfrage f* ab dii auf weiteies Laugestraße 62 bei H. 4°* »u«fahren ist. m Glttchzettig«laubt stch unlerzeichn� Mission diejenigen Herren Arbeitgeber/ freundlichst aufzuforDnn, welche MM un« wetthe Unterschrift mm»«f®'® Töpfermttster vom 2. Juli d. 9*% 26srl'zenttgm Erhöhung d«S alten tarif» in allen Pofiiionen, glltig 0�» 1886 di» 1. Juli 1887, noch nicht ges®� dieselbe in kürzester Zeit an obige lichst einsenden zu wollen, da mnnha�A Tagen da» Lerzeichniß d« ArbettgedA formt Achtungsvoll. u Die Lohukommtsfiou der Töps� � «ad Umgegend.. p I. A.: H. Bormann, Langestrap tUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUU u u u uuu uuuu J verein zur Wahrung der mater. Juteresse« der Fabrik- und Handarbeiter. Sonntag, den 18. Juli, Vormittag» 10»/, Uhr. Mltgliederoersomwwag dtt Mabli,. An« dreatftraße 26. T�L>.: 1. Monatsbericht der Revisoren. 2. Wahl de« 1. Vorst, enden. 3. Ver. schieden«» Ausgabe der Btllet» zur Landpattie. Gäste, welche gesonnen find, dem Verein beizu« treten, haben Zuttttt. I.A.:«. KShler. Verein zur Wahrung der Interessen der in der Hntfabrikattou beschäftigten Arbeiter. Montag, den 19. Juli, Abend, 8 Uhr, bei»ratoeU, Kommandantenstraße 77/79. 1. Vottrag de» Herrn Dr. Stahn üb« Lun« gentrankhettm. 2. Di»kusfion. 3. V«ein»an. w fi'Äa%% Der Vorstand. Fachvereiu berliner Stackateure. Zur Ftter de« V Stiftungsfestes «oß« Srninment tuhle- fall und Milttä». amSonuabend, den 24. Nachm. 7 Uhr(Eröffnung 5 UM), in d« Philharmonie. Bnndurgeistr. 22/23. villet, üteÄ""1"■=**% _ Da» Komitee. Verantwortlich« Redakteur R. Imtrai-Kraukeii- und Äterdekasse der Töpfer *HgHehee.ge*raa,*laaa te � � �°°n w e.% 8w. __ Fachverein der TW Sonnabend, den 17. Juli. Abends??> in Zordan's Palou, Reue Grü�,. Vrdeuti. General-Versals Tagetordnung: st 1. Bettcht de» Vorstand-» und � vermittelung». Kommisston. 2 UntN� gesuch«ine» Mitgliedes. 3. Wabl � Lttttagsamml«n. 4. Ersatzwahl d« vnmiitelungs Kommisston und de»( komitee». 6. Ein Rechttschutzantrag- tuelle Erledigung der im F.aznaM" gelegten Fragen.— Diese V«nawou bestimmt statt. Da» OuitwngSda® Neue Mitglied« werden aufgenoa�� MT Uhren-Fabrik �. « Sehar«0 m 60-160 M:%% montotr-Uhrio g ej en zu Fabrikttteiie�a zu den billigsten__ n r.ad) ueoc Reparaturen nach Korbmachnges. vnl. H 0 1 1 e Beuthstraße 2.