Nr. 165 Sonntag;)>ett 18. Juli 1886. m. I-chrg. ma ob«> Ve de «!-« Ä! wo fl* imi w 4m Ä � erlinerDolkstlöK Brgan für die Interessen der Arbeiter. Ehiiuimiliisihk Hchaeieii. Unsere Leser wisse», daß wir immer für die«ationale Ausstellung in Berlin eingetrettete» find und daß wir mit Bedauern den Beschluß de« Bundesrath«, die Ver- Weigerung eine« Zuschüsse» von 3 Millionen Mark, registrirt haben. Daß die deutsche Industrie durch ihr ablehnende« V«r» halte« der Au«stellung gegenüber selbst Schuld an der Ad« lehnung der 3 Millionen hat, kann da« Bedauern an dem Nichtzustandekommen der deutsche« Ausstellung nur erhöhe», weil darin da» Emgeständniß der Untüchtigkert de« demschen TewerbeS liegt oder wenigsten» von de» übrige» Nationen hineingelegt«erde« kann. Die« schädigt die wirthschaft« lichen Verhältnisse in Deutschland, welch« jetzt schon s» traurig darniederliege», immer mehr. Die Scharte, welche fich die deutsche Industrie hierdurch selbst zugefügt hat, kau», wenn ma« die deutsche Ausstellung in Berlin für 1888 al« definitiv beseitigt ansteht,«ur aus« gewetzt werden, wen» fich deutsche Kunst, deutsche» Gewerbe, deutsche Industrie, kurzum, wenn fich da« Deutsche Reich an der W e l t a u« st e l l u» g z u P a r t», die im Jahr« 1889 stattfindet, lebhaft bethe-ligt. Gegen eine solche Brtheiligung nun Hetzen in chauvi- «istischer Werse deutsche Blätter und zwar solche, welch« Fühlung haben mit de» maßgebenden Kreise». Eye wir aber diese Hetzereien bringe«, wolle» wir au« einem längere« Artikel der Hamburger„Bürgerzeituag' einige Absätze bringen, die völlig mit unsere« ab und zu schon in dieser Angelegenheit geäußerten Anschauungen über« «instimmm. Der Kulturstaat, so schreibt da» genannt« Blatt, welcher sich an der Pariser Weltausstellung 1889 nicht betheiligt, tritt z» seinem eigenem Schade» in die zweite Liuie der industriellen und gewerbliche» Kämpfer. Man soll auch nicht wähne«, daß die Pariser Au»stellu»g nicht großartig und durchschlagend fich gestalte» werde. Frankreich ist selbs ei» Kulwrstaat erste» Range«; England und Nordamerika werde« fich betheilige«— damit ist die Großartigkeit und der Erfolg der Aufstellung gesichert. Dan» aber werde» die englische» Kolonie», die übrige« amerikanischen Repu» blike», Belgien, Holland und andere Staate« zweite» Range« gleichfall» auf dem Pla«e erscheine» und so ka«» «» geschehe», daß Deutschland mit sei»«« in wirthschaftlicher Beziehung unbedeutenden Hinterländer», mit dem halb« bankerotte» Oesterreich und dem halbzivilifirte« Rußland, fern bleibt, unbeachtet von dem große» Völkertreibe« der zivilifirten Nationen. Da« aber darf nicht fem; deshalb muß fich Deutschland a« der Parsser Weltausstellung de» theilige«. r-i44»n«l» rtotoal IeuiTeton. M«e M«tter. Roman von KZrtedrtch SerftäSer. (Schluß) Er war sehr langsa« gefahre« und sah«r»st u»d«ieder. geschlagen au«. Seine arme Hele»e! Wie hatte fi« die Zeit ihre» Aufenthalt« i» Haßburg, wie der Mutter Lieb« ersehnt, und wie trüb', wie furchtbar mußte sich da Alle« gerade in dieser Zeit gestalte«! Aber er brauchte fich selber keine Vorwürfe zu mache«. Er hatte getha«, was in seine» Kräfte» stand, und kein mögliche« Mittel unversucht gelassen, um da« eisern« Herz der Frau zu erweiche«. E« war Alle« % umsonst gewesen; nicht einmal die unglückliche Paula durfte e« wage«, ihr zu nahe«, wenigsten» sitzt noch nicht, den» ihr Körper war so geschwächt, daß er die kalte Zurückstoßung der Mutter nicht ertrage» hätte. So mußt« e« den« der Alle» lindernde« Zeit überlassen bleibe», auch diese Wunde zu heile«, auch diese starre Brust zur Sühnuug zu stimme«, und für Helene und Paula hoffte jetzt Rottack in einem fremde« Land— wen« nicht Vergessenheit de« Unabinder» lichen, doch Zerstreung zu finde». Beide waren ja«och jung, und eine schöne Natur, fremde Szenen und Bilder würde« gewiß nicht ihre« Eindruck auf ihre Herze« ver» fehle». Nur jetzt fort von hier— der letzte Versuch war ge» macht da» Letzte abgeschüttelt, und er konnte die Zeit der Abrets« kaum erwarte«. @# dämmerte schon, al« er in seine Wohnung zurück- kehrte. Paula und Helene saßen, seiner harrend, im Salon, der aber auch freilich schon die Spure« bevorstehender Ab» rerse zeigte. .Und hast Du sie gesprochen rief ihm Helene mit bebender Stimme entgege«, al« er de» Saal betrat, und auch Paula'« Blick hing angstvoll a« seine« Züge». , ,,(M'I schüttelte langsam de« Kopf..Nein," sagte er leise—.e« ist umsonst. Z« ihrem Herze» ist lei» verwund- Und welche Bedenken sollte» vorhanden sein, die gegen ein« solch« Betheiligung spreche«? Deutschland und Frankreich find Länder, die stch in wirthschaftlicher Hinsicht mehr ergänzen, al» gegenüberstehen. Ihre landwirth- schaftltche« Erzeugnisse sowohl, al« dt« industrielle« find meist verschiede«, so daß eine namhafte feindliche Konkurrenz nicht vo. Hände» ist. Gönne man Frankreich die erste Stelle in vetschtedene« Zweige» de« Kunstgewerbe«; un« wird Frankreich de» Ruhm unserer Stahlwaaren und Eisenpro» dukte nimmermehr raube«. Oder sollte e» ei» Bedenke» habe», daß zwei Rationen, die fich so oft leider im Kriege gegenüberstanden, im Friede« fteuadjchaftlich fich begrüßen? Im Gegentheil! Wir glau- den, wen« sich Deutsche und Franzose«, beide Rationen sicherlich au« gutem Holz geschnitzt, ebenso gut im Friede» kenne« lerne», wie sie fich im Krieg« kenne« gelernt habe», dann werde» sie sich gegenseitig achte« und auch liebe» lernen, und die fruchtlose«, mörderische» Krieg« vermeiden. Leer« Befürchtung aber ist e«, die oft ausgesprochen wird, daß auf der Pariser Weltausstellung die Deutsche» von de» Franzose» belästigt, gestört und am Ende verfolgt werden würde«. Mit der Weltausstellung verbindet der Franzose den hundertjährige» Geburtstag der erste», großen, weit» befreiende« Revolution, welcher besonder« da« Gewerbe, die Kunst, die Industrie, die Wissenschaft so unendlich viel zu verdanke« habe». Diese« Fest kann«ur ei» inter» nationale» Versöhnungsfest sein, da da« Gewerbe, die Kunst, die Industrie, die Wissenschaft international find. Wehe dem Störenftied I Nicht nur die an jene» Tage« gewiß wachsame« Pariser Behörden, nein, da» ftanzöfische Volk selbst, die Pariser Arbeiter werde» gemeinsam gegen jede Störung des Feste« auftrete«. Sie wisse«, worauf e« hier ankommt: si«, die Gastgeber, obwohl sie stolz auf jene Tage sei» könne«, werde« ihrer hohe» Psticht eingedenk sei». ««z' izost««achreden, was erade an solchen Tage». Da« ist sicher— man mag de» ma» will— sie besitze« Tan und ge Also kein Mißtrauen, keine übertriebene» Befürchtungen.' Aber der Jahrestag der Revolution ist*«, der da» monarchische Deutschland zurückhält! Gemach! Die erste franzöfische Revolution hat zur politischen und vor alle« Dinge« zur sozialen Gestaltung auch unsere« Vaterlandes ungemein viel beigetrage» und zwar meist da, wo die Ge» _ desselben zum Gute» geführt hat. Die erste Revo» i» hat besonder« auf da« wirthschastliche Lebe» und Treibe« aller Kulturvölker de» bedeutendsten Einfluß ausge» übt. Ohne fie und ohne ihre Folgen würde man, im Falle kein ähnliche« Sreigniß später eingetreten wäre, gar keine Weltausstellungen, keine Ausstellungen überhaupt kenne», so daß die Pietät alle Nationen leiten sollte, Über allerlei kleine und kleinliche Bedenke» hinweg zu sehe».—-- staltung lution h barer Punkt, und so stolz und unerbittlich sie im Glück war, so kalt und so verschlossen hat da» Unglück fi« erhalte». So, fort den» mit alle« Pläne» und Hoffnungen, Kinderl Morgen früh ziehen wir hinaus in die weite Welt, und draußen im Sonnenlicht und der fteie« herrliche« Natur mag ew neue« Leben seine Pforte« für Euch öffne»." „Und wolle» Sie die arme Waise mit stch nehme», Graf Rottack," sagt« Paula gerührt—.0, womit habe ich da« verdient?" .Meine liebe Paula/ lächelte Felix,.Helene hat Sie «chwagen» zu fei»— ave jedenfalls mit zur Familie/ „Und was wäre ohne Sie au« mir geworden?' „Die Zeit ist vorbei, meine beste Paula," rief Felix, .banne« Sie die trübe« Gedanke». Da« Lebe» hat«och manche» sonnigen Tag für Sie!" „Für mich?' sagte Paula, traurig mit dem Kops schüt» telnd,„der Bruder und Vater todt— von der Mutter verstoßen—«ur trübe Schatten liege» auf meiner Bah». Aber Gott lohne Euch Beiden tausendfach die Liebe, die Ihr mir entgegenbrachtet, und je unerklärlicher e« mir ist, daß Ihr da« arme, verlassene Mädchen an Eure Herze« ziehe« konntet, so viel mehr Dank schuld« ich Such dafü»" „Meine Paula, meine Schwester," rief Helene, und schloß sie in ihre Arme. Rottack aber, der diese Szene um jede» Prei« abzukürzen wünschte, weil er fürchtete, daß die «och immer nicht vollkommen Genesene fich zu sehr aufrege« möchte, rief dazwischen: „Run muß ich Sie aber darauf aufmerksam mache«, mein« Damen, daß der Zug morgen früh um halb zehn Uhr geht und Dame» gewöhnlich eine Mass« von zupacken» de« Gegenstände« bis zum letzten Augenblick aufhebe«. JA bitte Sie dringend, da« nicht die««al bi« zum letzten Mo» ment zu verschieben, sondern heute Abend wo möglich«och Alle« fertig zu mache«, was irgend fertig gemacht werde« '.Ja, Herz,' sagte Helme,„Felix hat recht- komm. Gegenüber solchen internationalen, aber auch zu gleicher Zeit wahrhaft«ationale« Ausführungen eine» demokratischm Arbeiterblatte» klingt e» geradezu wie Hohn, wm» die offiziöse Presse und speziell die„Berliner Pol. Nachrichten', die bekanntlich vo» einem Au« länder redigirt werde», erklärm, daß die deutsche Industrie, wenn sie sich an der Pariser Weltausstellung bethnlize, voll» ständig de» Nationalbewußtsein« baar fei. Also wer Mittel und Wege empfiehlt, die wirthschaft» lichm Zustände m Deutschland günstiger zu gestalte», wer e« stch angelegen sei« läßt, Deutschland die ihm im fried» lichm Wettkawpfe der Nationen gebührende Stellung zu sichern, der besitzt kein Nationalbewußtsein, während der» jenige, welcher dm heutige» Zustand de« Jammer« und de« Elend« im Vaterlande beibehalten will, fich msi seinem Patriotismus brüstm kann! Obgleich die Begriffe von Recht und Unrecht, von Ehre und Schande in Deutschland vielfach schon aus dm Kopf gestellt stnd— da« aber glaubt dm offiziösm Feder« Nie» wand und vor alle« Dingen glaubt kein ehrlicher Mann an die Echtheit de« bezahlte« Patriotismus. Handelt es fich doch bei alle« diesm chauvinistischen, offiziösm Hetzereim»ur darum, im nächste« Herbste da« Militärseptmnat im Reichstage glatt durchzudrücke«. Mag man dazu andere Mittel wähle»; da» ist un* hier gleich- giltig— aber hetze ma« nicht die benachbarte» Nationm zu wildem Kriege aneinander, indem ma« Zusammenkünfte und ( de« Frieden» verlästert. Da» ist unpatriotisch, da» ist fterpatriotiSmu«, der uns isolirt und verächtlich macht bei allm übrigm gesitteten Nationen.--- Zum Schlüsse wollen wir«och bemerke«, daß da« obm zitirte Hamburger demokratische Blatt besonder« betont, daß Deutschland selbst eine Weltausstellung und zwar in Berlin veranstalte« müsse und zwar«ach der Pariser Weltausstellung, vielleicht im Jahre 1892 oder 1893. Dabei erwähnt die„Büraerzeitung"«och, daß«an e* Deutschland bon« nicht verdenken würde, wenn e« dm Jahrestag seiner Vereinigung al« Eröffnungstag der Weltausstellung erwählte, nur dürfe e« die Taktlosigkeit nicht begehen, gerade dm Sedanstag zu nehme».--- Auf welcher Seite sonach der wahre Patrioti»- m u's, auf welcher Seite der Afterpatriotismu« in Deutschland sich befindet, da« zu mtscheidm dürfte«ach Vorstehmdem nicht allzu schwer sei». Politische Urberstcht. Um eine Hoffnung ärmer l Die„Deutsche 2 schaftltche Korrespondenz" schreibt, daß dieSttuattön auf wirth« schaftltchem Gebiete sehr ernst sei; die"'- Volkswirth» ---------- l auf wirth« Krifi« habe eine Steige» ich helfe Dir, daß fich unser gestrenger Hvrr und Gebieter morgen nicht zu beklagm hat oder un« vorwerfm kann, wir Komm, Paula, und nun nicht mehr der Trauemdm die Thränm mit lamm Tuch von dm Auge« wischend,„Du mußt übsch folge» und brav sein," und, ihre» Arm um U* V»»**» W4> V4** V| Zigarre angezündet und ging eine Weile finne und ab. E« war indessen völlig dunkel geworben, klingelte noch nicht«och Licht— er merkte e« g« e schlagmd, führte fie die Schwester in ihr Zimmer «über. Felix blieb allein im Saale. Er hatte fich eine eine Weile sinnend auf aber er gar nicht. Mit seinm Gedanke» war er wieder in Brafilim. Wie wunderbar fich Alle« gestaltet hatte— heute gerade wieder der Jahrestag seine» Abschied» vo« Santa Clara, wo er zu jener Frau in« Zimmer trat und fie zwang, ihm da» Kouvert für Helme zu gebm! Welche Hoffnungen hatte» fich daran geknüpft— wie hatte Helme die Zeit herbei- gesehnt, in der sie ihrer Mutter in die Arme fliege» könne, und jetzt? Alle« vorbei. Wieder standen, wie damals, die Koffer gepackt, aber nicht mehr der Heimath strebtm fie mt» gegen, die Heimath gerade wollte« sie eben fliehen. Der Dimer kam mit Licht, und Rottack erschrak ordent» lich, al« der helle Glanz sei» Aug« traf; aber er duldete e« und warf fich, die Gedanke« abschüttelnd, in einen Fautmil, um die dm Nachmittag eingetroffenm Zeitungen zu durchfliege«. Eine Stunde mochte er so gesessm habe», al« Helme urückkehrte und, ihrm Arm um ihn legmd, seine Stirn Ist Paula ruhiger?". t Ja, Felix; fie hat fich erst drüben noch einmal ordent» E it haben. Jetzt ist e# vorbei und Überstanden, und sie sehnt ch nun selber weg von Haßburg mtt semm furchtbare» Er» '"�Wunderbar," sagte Felix,„wie fast Alle«, was mit dieser mtsetzliche» Katastrophe zusammenhing, todt und dahin ist. Da lese ich eb« in der Zettung, daß Hubert, Graf ntng gemacht. Verbesserte Produktiontsyleme bitten eine Ueberproduktion erzeugt, deren die Adsatzvrihältnisse durchau» nicht gewachsen seien.„Mit der Frage od Schutzzoll oder Freihandel, haben diese Verhältniffe wenig zu schaffen," so fLbrt da« zitirte Blatt fort,„e« liegt einfach eine Ueberproduk- tion in der ganzen Welt und gleichzeitig eine Stockung de« Adsatzei vor, welch letzterem man durch dm Versuch, neue Ab- satzge biete zu erschließen, begegnen will. ES ist viel, vielleicht zu viel in den Zeitungen von dem sogenannten„ ch i n e> fischen Geschäft" gesprochen worden. Wenn jetzt mit- gelheilt wird, diese Hoffnungen seien in der Hauptsache ent- täuscht worden, so hat da« kaum etwa« Ueberraschende«. Et war ein Fehler, dm fich die Zeitungen zu Schulden kommen ließen, alt fie die Abreise der dmtschm Kommission nach China laut verkündetm und Tag für Tag mit zahlreichm Kommen« taren versahen. Dadurch sind die Konkunmtm im Autland aufmerksam gemacht und zu verdoppeltm Anstrengunam ver- anlaßt worden. Uedrigent hatten wir dafür, daß früher oder später die deutsche Industrie doch die ihr zukommende Stellung in China erlangm wird. Für dm Augenblick wärm wir aller- ding»,«mn sich die neuerm Nachrichtm bestätigen sollten, um eine Hoffnung ärmer."— Zu bemerken ist noch, daß unsere Subomtiontdampfer hauptsächlich dazu bestimmt find, dm Handel mit Ostafien zu fSidern. Demnach scheint diese« Vorhabm auch von keinem großen Nutzen zu sein. In- zwischen aber hat Frankreich einm ungemein günstigen Han- deltvertrag mit China adgeschloffm. Ueber da« Wachtthum der Sozialdtmokratie, welche da» Kanzlerblatt befwettet, bringt die Liderale Konesp." einen autführltchm, mtt statistischen Nachweisen versehenm Artikel. Fn dem Artikel wird noch intdesondere hervorgehoben, daß die Sozialdemokratie gerade in denjenigm Wahlkreism, über welche der sogenannte kleine Belagcrungtzustand ver- hängt worden ist, von 1881 bii 1884 besonder t zugenommen hat. Demgemäß stieg die Zahl der sozialttischm Wähler in dieser Zeil in Hamburg von 23 110 auf 37 510, in Altona von 8971 auf 10 770, in Leipzig- Stadt von 6482 auf 9676, in Leiprlm Land von 10503 auf 15233, in Berlin von 30 178 auf 68 535. Aeichteisenbahnprojekt. Da» Wiederauftauchen de« Reichteifmbahnprojettt wird von der„N. L. C" alt eine nichtige Autgedurt der stillen Jahretzeit bezeichnet. Bekannt« lich hieß et, daß in Kissingen zwischen dem Reichtkanzler und den beidm bavrischm Ministern die Frage zur Sprach« ge- kommen sei. Nun wird aber in maßgc Verden Berliner Kreisen an der Auffaffung festaehatten, daß dem Besuche der bayrischen Minister in Kissingen keine außergewöhnliche Bedeutung beizu« meffen wäre, und die Minister bauvlsachlich einer früheren Ge« wohnheit gefolgt seien. Die„N. L. C." bemertt zu der er« wähntm Nachricht:„Vor Fahren hat diese« Projett die polttischm Kreis» längere Zeit beschäftigt und die Gemüther, namentlich in den mtttlerm Bundetstaatm, mächtig in Be- ivegung gesetzt. Es liegt aber nicht der geringste Anhalt zu der Annahme vor, daß seitdem dieser Plan wieder ernstlich in Erwägung gezogm wordm sei, und et will unt auch scheinen, alt Hab« da« Deutsche Reich jetzt dringendere polttische und wirthschaftliche Aufgaben. Da« Reichtetsenbahnprojett tauchte zu einer Zeit auf und war damals in weiten Kreisen populär, alt in Dmtschland noch der Eisenbahnbetrieb zum größten Theil in den Händen von Privatgesellschaften war. Seitdem find aber die Verhältniffe vollständig andere dadurch geworden, daß sämmtliche deutsche Staaten, deren Gebiet ein größere« Eisenbahnnetz umschließt, voran Preußm, die Verstaatlichung ihrer Bahnm vollzogen baden, so daß gegmwärtig da» Staat«- bahnsystem in ganz Deutschland nahezu durchgeführt, die Pi ivalwirthschaft auf diesem Gebiet auf wenig«, für den großen Verkehr nicht viel in Betracht kommende Linien beschräntt ist, und auch da wohl mtt der Zeit ihrem Ende entgegengehen wird. Durch die fast vollendete Verstaatlichung der deutschen Eisenbahnen dürften die Schwierigketten für eine Ueberführung derselben tn ReichSbefitz nicht nur int Unüberwindliche gestiegen sein, sie würden voraussichtlich ebensowohl von Preußen, al« von den Mittelstaaten autgehen, sondern et ist auch ein großer Theil derjenigen wirthschaftlichen Gründe, welche einst da« Reichteisenbahnprojett empfohlen hatten, hinweggefallen. Ein nähere« Eingehen auf den Gegenstand kann man fich wohl ersparen, da, wie gesagt, keinerlei Anzeichen vorliegt, daß da« Projev an irgend maßgebenden Stellen wieder in Anregung gekommen ist." Ueber de«»«««eichtgertchttrath ernanvten Dr. , ntlich der nationallideralen Partei angehörte, ».Lenz, der bekanntlich------.—,_,.,, lesen wir in liberale« Blättern:„Herr v. Lenz hat seit 1870 auch dem württemdergischen Landtag angehört, deffen Vize« Präsident er seit 1882 war. Hier spielte er auch eine einfluß- reiche Rolle, während er bei seinem Auftreten im Reichtlage. besonder» in den Debatten über den dritten Direktor im Aut- wältigen Amt, nur durch ein Uebermaß„nationaler" Phrasen ausfiel und allezett zu den„E»trüsteten" gehörte. Die Stteren Mitglieder der nationalliberalen Partei haben, wie zugespitzt damal« auch die Gegensätze zwischen dieser und der freisinnigen Partei waren, da» Gedahren de« Herrn v. Lenz nie gebillrgt, von Balte», vor wenigea Tage« i« Oesterreich bei« Zureite» einet wilde«, störrische« Pferde« vo« diesem abgeschleudert, geschleift und todt«ach Hause getragen wurde." „Et war ei« wilder, übermüthiger Mensch." „Jetzt ist er ruhig," sagte Felix leise—.aber wo ist Paula? Laß st« nicht so la»g� allei», Herz— ihre trübe« Gedanken komme« wieder. Denk', wa« da» arme Kind»er« lore« hat!" „Wat ich verloren habe"— flüsterte Helene, die Stir« auf de« Gatte» Haupt lehnend. Draußen im Vorsaal hatte«wer der Diener«be» da« Theegeschirr herausgebracht und auf«inen Trsch gestellt, um«# der Herrschaft hineinzutrage«, al« fich die Hautthür öffnete und«ine schwarz gekleidete Dame, da« Geficht verschleiert, eintrat. „Ist Deine Herrschast zu Hause?" „Ja, gnädige Frau,� sagte der Diener, über die plö�- lich«,«igenthümliche Erscheinung fast erschreckt,„we» ich die Ehre zu melden?" „Niemanden," sagte die hohe, stattliche Frau, aber mtt fast tonlose, Stimme,„ich werde mich selber melden." „Bitte um Verzeihung, ich____" wollte der Diener einweude«, aber eine geb.etend« Bewegung der verschleierte« Dame, die ihm wie eine Erscheinung vorkam, scheuchte ih» zurück, und diese schritt jetzt selbst auf die Thür zu und öffnete sie—— „Meine Helene," rief Felix, da« Antlitz zu der Gattt» emporhebend und ihrem Kuß begegnend,.mein liebe«, süße« Herz, vertraue auf die Zett, die auch Di, da« Verloren« bringe» kann!" Die Thür öffnete fich. eine schwarzgekleidete Gestalt stand auf der Schwelle. Felix hatte da« Geräusch gehört und wandte de» Kopf dorthin. Er fuhr überrascht in seinem Stuhl empor. Eine Dame— unangemeldet Abend« i« seinem Zimmer?" „Wer ist da«?" flüsterte Helene. Die Fremd« schlug de» Schleier zurück, und ei» bleiche« Antlitz starrte daran« hervor. da« in jenen Tagen nur zur Erweiterung der bestehenden Kluft beitrug. Et scheint, daß manche der früheren Kollegen de« Herrn v. Lenz fich freuen, diesen unbequemen Herrn in so angenehmer Weise lotgeworden zu sein." Herabsetzung de« Etadtpostporto« wird jetzt auch in anderen Städten erstredt. So schreibt man au« Kastel, 15. Juli: In Folge der Vorgänge in Berlin macht fich hier eine Be- wegung gettend, die darauf gerichtet ist, den 3-Pfenniq- tarif für Stadtpostbriefe zu erhalten, resp. zurück- zuerhatten. Die Thum und Taxitlche Postverwallung erhob für Stodtpostdriefe in Kastel ehedem 3 Heller, die Reicktpost erhöhte diesen Satz auf 5 P'ennige, also inkl. de« Geldauf- schlag« um etwa das Doppelte. Et ist ganz klar, daß der Post durch die Vertheuerung de« Porto'« ein Theil der Kundschaft verloren gehen muß, da Leute, welche sehr starken Brief- und Rechnung«verkehr mit dem Orte haben(wir nennen: Kolonial« und Modewaaren, Kohlenhandlungen u. s. w.), billiger fort- kommen, wenn sie sich, anstatt der Post 5 Pf. zu zahlen, eigene Bote« halten. Wir hoffen dethalb, daß die Postoerwallung, namentlich, wenn die von hier ausgehende Bewegung betr. Ermäßigung de« Stadtporto» auch außerhalb Anklang swdet, den 3. Pfennigtarif zu ihrem eigenen Nutzen einführen wird. In Bayern und Württemberg besteht dieser billigere Satz, im letzteren Lande sogar mtt der Er- Weiterung, daß ihn auch die Umgebung»ine« Postorte« in einer gewiffen Zone genießt. Nnttsemttische« an« Mecklenburg- Strelitz. Genau wie in Hessen- Darmstadt scheint auch in Mecklenburg der Aut- schluß der Juden vom Rtchteram t im Widerspmch mit dem Reichtgisetz vom 3. Juli 1869 stattzufinden. Eine in Neubrandenburg tagende Mecklenburg strelitzsche kirchliche Kon- ferenz hat ausdrücklich der wecklendurg-strelitzschm Regierung ihren Dank dafür autgesprochen, daß bither noch kein Jude zum Richteramt defördert worden sei. Et« lustige« Etückiei« au« der Straßburger ve- Mtindewahlbeweguug theilt die„Franks. Ztg." mtt.„Ganz Sttaßburg— lchrrlbt da« süddeutsche Blatt— lacht heute über Herm August Kuhff. Wer ist Herr Kuhff? Ein biederer Bürger, der e» vom Küferjungen zum reichen Weinhändler ge« höheren Beamten, der bracht hat, und im Winter manchem.. seine„Gesellschaft" giebt, den Bordeaux oder den Moselsekt liefert. H. Kubff war auch Kandidat zum Gemeinderath und da» elsäsfische Zentral-Komitee hatte ihn für den ersten Wahl- gang der dritten oder deutschen Settion, dem Bezirke der evkavra xerävi, in welchem H. Kuhff übrigen« ansässig ist, zugriheilt. Mit den übrigen altelsäsfischen Kandidaten war H. Kuhff in der Minderheit geblieben, aber immerhin mtt einigen Pferdelängen Borsxrung. Und so geschah e», daß er für die Ergänzungswahl, in welcher der zwei Mal gewählte H. Hochapfel ersetzt werden sollte, al« Kandidat aufgestellt wurde. Unterdeffen hatte da« altdeutsche Bezirkt- Komitee eine Wähler- Versammlung in der Markthalle zusammmenberufen. Kuhff erscheint in derselben, der Vorfitzende Rechttanwatt Leider spricht von der Geneigthett de» Autschuffe«, in Bethäti- gung de« versöhnlichen Sinne» der Alldeutschen einm AU-Elsäffer auf den Kandidatenschild zu erheben. In Folge deffen wird Kuhff über seine polttischm Gefüdle interpellirt, erscheint auf dem Podium, giebt sein cuirioalum riue zum Besten, betheuert seine Anhänglichkeit zur deutschen Ver- wattung und namentlich zu seiner deutschen Kundschaft und schließt damit, daß er ein deutsche« Herz im dmtschm Leib« trage. Diese Erlläning wird mtt donnerndem Applau» degrüßt, und Kuhff per Akklamation al« Kandidat der Alt- deutschen bezeichnet. Den Rest deS Admd« verdringt er im Luxhof mtt Mitgliedern de« dmtschm Wahlautschuffe«, schläft hierauf selig, erwacht aber heute sehr früh mit einem heftigen moralischen Katzenjammer; der Wahl ist er wohl stcher, mit den E l s ä s s e r n hat er e« aber verdorben. Der Fehler muß wieder gut gemacht werden, ein rascher Entschluß wird gefaßt, und schon vor der siebenten Stunde waren die Wahlausschüsse sowie die Redafttonm sämmtlicher hiestgm Zeitungen im Besitz eine« eigenhändigen Briese« de« H. Kuhff, in welchem er er- klärte, daß er in Folge plötzlich eingetretener Taubheit sich außer Stande sehe, ein öffentliche« Amt an- zunehmm und daher jede Kandidatur ablehne. Die Taubheit sollte nämlich dazu dimen, srine gestrigm Erklämnam zu entschuldigen, well er angeblich die an ihn gerichtetm Fragm nicht verstandm habe. Diese Ertlämngen warm aber weder auf elsäs- fischer noch auf altdmtscher Seile in taube Ohrm gefallen und für den Spott brauch H. Kubff beute nicht mehr zu sorgen. Die Wahttaubheit wird in Sttaßvurg berühmt bleiben. Polnische«. An da« Unterstützungtkomitee für Autge- wiesene in Westpreußm habm fich sett der Zeit seine« Be- stebms d. h. vom 25. August v. I». di« zum 2. d. Mtt. 1898 Personen um Rath und Hilfe gewendet. Hiervon haben 'ch 335 Personm nach Galizim und 432 Personen nach iusstsch Polen begeben. Die Zahl der au« Rusfisch-Polm aui- «wiesmen deutschen Reichtangebörigm, welche die Hilfe ezw. dm Rath de« Komitee« in Anspruch nahmen, beziffert fich auf 52. .Gräfi« Mopford I" schrie Felix, vo» seinem Stuhl emporspri,gmd. „Mein« Mutter!" flüsterte Helme und mußte fich an der Stuhllehne««hatten, um nicht umzufinke«. Die Gräfi« sprach. kein Wort. Schweigend drückte fi« die Thür hinter fich in« Schloß und trat dem Tisch näher. Dort blieb fie stehm; aber jede Spur vo» Stolz war au« dm bleichm Zügm gewichm, in die der Gram seine ttefm Furchea gegrabm, und die rechte Hand langsam gegm die Tochter au»streckmd, sagt« fie mtt leiser, kaum hörbarer Stimm«:.Helme I' „Meine Mutter 1" wiederholte Helme; aber nur wi, ei« Hauch quollm die Worte über ihre Lippe». Sie rührt« fich nicht, keine Bewegung machte fie, dem Anruf z» be» gegne». .Helme, kennst Du Deine Mutter nicht mehr?" sagt« die Gräfin aber so weich, so bittmd. Felix sah staunmd sein« Frau an� aber fie rührte fich »och nicht. Ihre ganze Gestalt bebte, ihr Antlitz war fast»0l. bleicher gewordm, al« da« der Mntter; aber während fie krampfhast dt« Lehne de«»ebm ihr stehmdm Stuhl« gefaßt hielt, sagte fie mtt fester Stimme: „Und wo ist Deine Tochter Paula, Mutter?" Die Gräfi» barg ihr Antlitz in dm Händm und stand regungtlo«; aber plötzlich fuhr sie empor: .Da» ist der Name, der mich Tag und Nacht gequält, rief fie i» wilder Erregung au»,„da» ist der Wurm, di« Rme, die a» meinem Herzm gmagt, und Alle», Alle« hat mich verlaffm I Helme, willst auch Du mich vrrsioßm? Du allei« hättest ei» Recht dazu— aber steh' hier die Thränm einer Mutter I Helme, mein Krnd— mein letzte» Kind, stoß« mich nicht in Nacht und Verzweiflung!" Und in wilde, Leidmschaft zu ihr hinstümnd, ehe Felix«och ein« Ahnung hadm konnte, wa» fie beadfichttge, warf fie fich vor Helmen nieder, umfaßte ihre Knie« und barg da« thränende Antlitz in ihrem Kleid." „Frau Gräfin I" sagte Felix erschreckt. Ab« jetzt hielt fich Helene auch nicht länger. „Mutter, Mutter I" rief fie, und fich»eben di« Knitende »rederwerfmd, umschlang fie dieselbe mit ihrm Arme» Kriegtkovtrebande. Der im französisch. chinest'-ba Kriege von der französischen R-gierung gefaßte Entschluß,»e? al« Kriegikontrebande zu behandeln, kann auf dem Gebiete dä Seekriegtrecht« von wetttragen» er Bedeutung sein. Das Ao» steheramt der Kö-rlgtderger Kaufmannschaft al« die VertretM der Handeltintereffm einet Platze», der vorzugsweise Lebens- mittel, nämlich Getreide, über See autführt, bezeichnet e« t» der in seinem Jahretdeiicht al« eine sehr bevenkltch« N-u-rui» Ret«, edenfall« ein allgemeine« Nahrungsmittel, in den Begm der Kriegtkontredande einzubeziehen, und schließt sich dem med« fach geäußerten Wunsche nach einer internationalen Veni»- barung über di« dem Begriff der Kiiegtkontrebande zu gebend« Ausdehnung an. Technische Zentralbehörde für da« Reich. Die„Brest Mrgug. meldet au« Berlin: Man hat hier die Schafftet einer„technischen Zentralbr Hörde für da« Reich" in vmegia« gebracht. In den detheiligten Kreisen der Industrie und W Handel« macht e« fich nämlich nicht nur aut Gründen zoll»» litischer Natur, sondem auch au« anderweitigen Erwägunge» immer mehr fühttar, daß e» der Reichtregierung an ein« solchen berathenden Aentraldehörd« fehlt. Für die Wirksamkeit derselben hat msn u. a. im Auge da» Gebiet der Konzelß» nirung gewrrblicher Anlagen, der Vorschriften für den Trans- port der nur bedingungsweise zur Beförderung auf Eise»- bahnm zuzulaffendm Geaenstände, der Zölle und Steve« der Bestimmungen zum Schutze der Arbeiter, der Anordnuch über Verunreinigung der Wafferläufe u. s. w. Mangel» eins folchm Zentralbehölde für da« Reich pflegt man in denjenige» Fällen, in welchen nicht Spezlalkommtsstonen zur BegutachtuA zugezogm werdm, die in Berlin ihren Sitz habende techniläe Deputation im preußischen Ministerium für Handel und werbe anzurufen, welche in Fachkreism ihrer hmtigm Zusaiv- mmsetzung nach nicht mehr den Anforderungm einer hochew» wickeltm Industrie entsprechend erachtet wird. Nachdem die Zuckerantsnhr sett längerer Zett in fest erheblichem Maße gestockt hat, scheint fich dieselbe jetzt wie*« zu heben. Wenigsten« ist in den beiden letzten Monaten ei» beträchtlicher Mehrexport gegen da« Vorjahr zu verzeichnen!«- wesen. Während im Mai und Juni 1885 nur bcnihungs- wcise 410 615 und 233 350 Doppelzentner Zucker aller 9# mtt dem Anspruch auf Stmeroergütung auSaetührt morde» Snd. beziffert sich die Auifuhr in den Monaten Mai und In» ei laufmven Jahre« auf bezw. 660760 und 457 635 Dopp» zmtner. Da selten« der Echiffsahrt treibende« vevölkernnt häufig auf den größeren Strömm durch Nebeneinandee- fahren beladener SchiffSgefäße Unfälle herbeigs! führt werden, so hat der preußisch« Handeltminister neuerdtflg angeordnet, daß Segelschiffe auf den größeren Strömm med« lose noch zusammengekuppelt nedeneinanderfahrm dürfen,(»* dem in Abständen von mindesten« je 50 Meter einander folgck müffm. Dieselbe Bestimmung soll auch für Damrfschiffe,\ow für die von dmselbm etwa geschleppten beladenen Fahrzeug»� fiettm, welche nur so an den ersteren und untereinander W- eßigt werden dürfen, daß sie rtnnnder folgen. Leere K#' können, zu je zweien nebmeinandecgekuppelt, stromauswärt« schleppt wervm, wenn in den starkm Krümmungen des S»«** nur mit gemäßigter Geschwindigkeit gefahren wird. Die veerdigang de« verunglückten Maurer« Eg«#* in Hamburg gina ruhig von statten. Vor der LeichentaA hatten sich ca. 300 Personen, meistm« mtt rothm Rosen � den Knopflöchem, theil« mtt Kränzen, an denm rothe Schleuß befestigt warm, elngefundm. Bevor fich der Zug in gung setzte, wurden die rothen Rosen wie&«« rothen Schleifen an den Kränzen konfiti':' und die Namen der Träger polizeilich notirt. Um 9'/«% setzt« sich der Zug. von einer Anzuhl Polizisten begleitet- Bewegung und zog unter Anschluß von noch ca. 100 ßoW? de» Verstorbenen die Holstmstiaße entlang bi« zum Dieb? teich. Am Grabe vertheilten fich die Polizisten unl/i' Publikum und von ersterm wurde ein Jeder, welcher Dahingeschiedenen einm Kranz widmm wollte, zum Gr� vorgelaffen. Al» nun ein Kollege einen Kranz in die Giui legen und dabei einige Erinnerungtworte sprechen wollte. e> klärtm die Vertreter der Behörde, daß da« Redm am@ verboten sei. Diesem Bei bot kamen dmn auch die Slnpwflj den nach. Sodann verließen sie in der größtm RUs- und Ordnung dm Kirchhof und verliefm sich nach w* Richtungm. verurthetlte» Sozialist. An einem Sonntagnachmittap de« wunderschönen Monat Mai hielten Sozialdemokrat Zwickau»(in Sachsen) in ewem Wald« in der Nähe«t Dänkritz bei Mosel eine Zusammenkunft ab. Zwei G-ndaraA von Zwickau, die dahin gefolgt waren, wurdm in einem Stiev verletzt. Jnkolge diese« Vorgänge« kam der Handarde»* Bogel au« Marienthal bei Zwickau wegm Widerstand««<0, die Staatsgewalt und Beleidigung unter Anklage. hiesige Landgericht onurthellte dieser Tage Vogel zu 3 SW Noten Gefingniß.„. Poltzeiltch verboten wurde in Offmdach die für Abend anberaumt« Versammlung de« Fachvcrein« der Ttio»«" und preßte ihr heiße und glühende Küsse auf Kopf Nacken. 1——, „Und hast Du Eibarmen mit Deiner arme», artf«* den Grc Mutter, Helme? Willst Du mich wenigsten« nicht vo«™ zwölf U stoß«»?'. �„H .Nie, nie, Mutter! N«e, so lange diese« Herz** Zw"»« schlägt!" tum Gr „Mein Kind- mein liebe« Kind!",„ bestimmt „Ab«»i« ist mtt dmn," rief Helene plötzlich, fich 3ht«« Umarmung entziehend,.steht' ich denn hier nicht dm 3H: mic kuß einem ihm«« Haupt? Felix, Felix, bring' der M«"" ihre Tocht«!" .Ihre Tocht«— welche?' rief dtt Gräfin, emporzuckmd. Aber Helene hatte fie umfaßt, und fie vo» d« zu fich aufziehend, warf fie stch an ihre Brust und unt« Thränm jubelnd:.Dein Kind— Dein verlo Kind!" .Paula?" I» d« Thür stand Felix, aber in sewe» Armm « di«»usammmbrechmd« Grstalt Paula'«, die flehend mtt unsagbarem Schmerz in ihrem bleichm AnUitz die dm Hände d« Mutttr entgegenstreckte. „Paula I' schrie die Gräfin, ab« mehr vermocht» � nicht. Ihr starr« Geist hatte Alle««ttage«, Schlag" Schlag de« Schicksal« wttkungtlo« ihr Haupt getroffen, Glück diese» Augmblick»«ttug e« nicht, und ohn« sank fie in Helmm»»rme. Ab« die Freude tödtet nicht so leicht. Vo« »D möchte, De, die Sta! dem We ordmtlic mann?" ,F> Gestalt Reise de wollt.. Stimme] »darf ich Kind«, zum Sopha getragen, schlug fie die Suge« � j fi(W.e« auf. und wer vermöchte die Seligkeit diese« ffiudeifeh1* it jUt wehmüth «O, föltt|«»! Helme«einte und lachte, und beide Töch"�.� dn Mutt« kaieend, hieltm fie fest umschlossen und ihr Haupt an ihrem Herzen.-- Am nächsten Tage wurde in Schloß Mouford 0» und dn alt« Hauthofmeist«, d« wie der Geist ein»» gangme« Zeit in dem ödm Gebäude umhnschlich, 14� erstaunt mit dem Kopf, dm» so ruhig, ja heil« hatt« Frau Gräfin sett de« Tage nicht gesehm, w» Am am Per, Hußmani dl m l s 19 So» ritdu«! L«b«i» t c) U' !U<1 S «Ä nrffliffj und W i zoll?» äaunfl» in eii« :;as r1«» Bleue* ordnM !S eW njenlg* tachU' echni jnB Zusa» hocheHi» tg S värÄ". StrM sM W i .'S !%# de Giust )Ulr � „(StoJ all moliat-» a s d-«HZ > z Z»-" Die Tazetordnung lautete: Die Bestrebungen der Arbeiter- gewerlschasten und die«oalitwnIfreiheU. OesterreichUngar ru Die Polizei verhaftete in Wien einen schweizer Anarchisten, der den Namen F.itz Wehrst, Maler au» Aarau, führt. >u» Oesterreich kommt die merkmürdiae Mitthetlung, daß da» Verbot der von dem deutschen Handwerterverein in Prag beabfichtigten Kaiser« Josefs eier nachträglich aufgehoben ist mit der Bemerkung, daß e» dem Verein freistehe, die Bewilligung zm Adhallung der gewünschten Feier an einem anderen dem Verein geeignet erscheinenden Tage bei der Polizeidirektion in Prag wieder nachzusuchen.— ES scheint also doch, daß man da» Unbegreifliche diese» Ver- böte» auch in den maßgebenden Kreisen Oesterreich» empfunden und demgemäß die Nothwendigleit der— Aufhebung desselben eingesehen hat. Belgien. Wir meldeten bereit», daß mehrere belgische Regi» me nter von Gent nach Brügge und Ostende versetzt wurden, well man ihnen sozialistische Neigungen zutraute. Die liberale Münchener„Allg. Ztg." bemerkt hierzu:„Der Genjet Gemeinderath, welcher ver großen Mehrheit nach au» Anhängern der liberalen Partei besteht, machte selbst da» Kiiegiministerium darauf aufmerksam, daß zahlreiche Soldaten standige Gäste der sozialistischm Kooperatio-Genoffenschaft Voorull bilden, und da» Krtegiministertum verfügte daraufhin sofort die Verlegung der Gamtson. Wenn man auch durchaus leine Ursache hat, diese Gefahr zu übertreiben, so muß man doch darin ein symptomatische» Anzeichen erblicken. Im übrigen wird e» nicht gut möglich sein, die in der Armee enthaltenen sozialistischen Elemente durch einen bloßen Garntson»wechsel unschädlich zu machen. Die Soldatm, welche in der Redaktton»« stube de» Genter Sozialistenblatte» verkehrten, werden die dort aufgenommenen Lehrm und Grundsätze in Ostende und Brügge weiter verbreiten. Dagegen werden die Regimenter, welche nunmehr nach Gent kommen, in den sozialistischen Herd hinein gerathen." Frankreich. Der Verlauf des N a t i o n a l f e st e» in Pari» und in»« besondere der Revue auf dem Longchamp muß den Prinzen von Orlean» und ihren Freunden eine bittere Enttäuschung berellet haben. Daß die Revue den Anlaß zu einer großar« tigen Kundgebung im republikanischen Sinne geben werde. daran war im Hinblick auf die dem Radikali»muS zuneigmde Pariser Bevölkerung nicht zu zweifeln. Dagegen dürfte die spontane Manifestation zu Gunsten de» Gmerali Boulanger allgemein überrascht haben. Die Affäre Sausster und andere Vorgänge haben ein gewiffei Mißtrauen gegen dm Krieg». minister hervorgerufen, und hätte der Herzog von Aumale den Präfidm« die Begrüßung .......____.- entbufiastisch und herzlich gewesm, wie dieselbe thatfachlich war. Der Kriegsminister hat «.SMf der Pmyen von Orleon» angeordnet, und der Pläftdent mußte die anmaßende Sprache Aumale'» über fich ergehm laffen. Die» war offenbar der Grund, daß da» Publi- kum den beiden Männern so überaus lebhafte Ovationen be- leitete. Man wollte Trsvy für die Unaebührlichkeit de» Her zog» von Aumale entschädigen und gleichzeitig die Maßregel de» Gmeral» Boulanger ebmso wie die Ausweisung de» Bcinzen billigen. Au» den gestrigm Vorgängen können die rlean» übrigen» ersehen, daß der Weg zum Throne Frank« reich» weder so leicht noch ,0 kurz ist, al» fie glauben. Der Pariser Korrespondent der„Voff. Ztg." deurtheilt die Folgen de» herauzfordernden Auftreten» de» Herzog» von Au« male und der Orleanistm im allgem-inen in ähnlicher Weise. „vie Erbitterung— so schreibt er— ist schon heute so groß, daß Veriolgung»maßregeln, die gestern noch unmöglich ge« wefen wären, ffpr mit»Uder Freude angenommen»er« den würden. Die Vernunft mag da» dann Nachtrag- lich bedauern, die Leidenschaft würde augenblicklich dennoch den Sieg davon tragen und da» eigmtliche Opfer wäre die Freiheit. Die Herren Orleanisten mögen fich nur sehr in Acht nehmm: die Einziehung de» Vermögen» der Orlean» wurde bisher nicht ernst genommen; da» kann aber sehr bald ander» werden. Die Zumuthung, da» Ankleben von Maueranschlägen zu verbieten und die Preß« und Versammlung»sreiheit einzuschränken, begegnete bisher lebhaftem Widerstreben bei den Republikanern; allein noch eine Versammlung wie die von ArmmtiSre», noch ein Austritt wie der, wo ein fanatischer Orleanist fich in einem Dorfe mit dem Revolver in der Faust neben da» angeschlagene Manifest de» Grafm von Pari» aufstellte und Jeden niederzuschießen drohte, der e» abzureißen versuchm würde, und AuSnahmSverfügungen gegen die gesetzliche Rede« und Schreibefretheit der Monarchisten könnten sehr leicht eine Mehrheit für fich haben. All da» Ge gilt vom Volke noch viel mehr al» von dm parlamen arischen Kreisen. Man braucht nur ein wmig herumzuhorchen, um fich darüber ganz klar zu werden. Die Arbeiter der Groß> sttN» Unglück über da» gräfliche Hau» hereinbrach und Säule i,«ach Säule«iederriß. u»' Wo» Iinnte nur mit ihr vorgegangen sein? Gestern Abend hatte fie zu Fuß da« Schloß verladen und war durch opf , fltmJJ iTen"Grafen Rottack"in dessen eigener Equipage erst nach von™ zwölf Uhr zurückgebracht— und heute— .„Heßmann," sagte die Gräfin, die eben au» ihrem utz«w Zimmer trat,.seid doch so gut und tragt diese» Packet selber »um Grafen Rottack hinunter; e» ist für eine junge Dome bestimmt, die bei ihm wohnt. Mir liegt aber daran, daß fich ihr* Ihr e» in deren eigene Hände gebt, e» ist werthvoll— habt #wtt* Ihr mich verstanden?" .Zu Befehl, gnädige Gräfin." M» erW et »nd «lo „Der Wagen .54«, i.i K- � 14 »et alte Haushofmeister nahm da» Packet und fuhr in dt« Stadt. Aber er blieb länger au«, al« er eigentlich zu dem Weg gebraucht hätte, und wie er zurückkam, sah er ordentlich verklärt au». .Habt Ihr meine» Auftrag richtig aulgerichtet, Huß. mann?" fragte die Gräfin, al« er wieder in« Zimmer trat. .Frau Gräfin," rief der alte Man«, und seine ganze Gestalt bebte,„gnädige Frau Gräfin!" _ ,,.Ich hätte so gern gehabt, daß Ihr un» auf der begleitet, Hußmann, aber wen» Ihr denn gar nicht .Frau Gräfin," sprach der alte Mann mit zitternder ?Sriff ihre Hand und netzte fie mit seine« Thräne». „darf ich denn mit?« wehmwhtg beJ�QU>' Hußmann?" sagte die Gräfin leise und „O, zürne« Sie mir nicht," bat der Alte,„meine anze Seele hing ja an dem Kind, und daß Sie— aber tst ja Alle» gut, Alle« gut, und so lange ich nur n kann, weiche ich nicht von Ihrer Seite." Am nächsten Morgen war ei» ganzer Berg von Koffer« 1,rJPmon be« Haßburger Bahnhof» aufgeschichtet, und "fematm und Jeremias löste« eine Anzahl Billet« und laden da« Gepäck dann auf. Sämmtliche Marke» daran «tat aber«ach Trieft. städte warm bisher mit der Regierung unzufrieden und warfen selbst der Republik vor. nicht» für fie zu thun. Jetzt sagen fie allenthalben: Die Kammer kann fich nicht mit Geschäften de« soffen, weil die Monarchisten fie mit ihren Wühlere en daran verhindem. Da« Geld verbirgt fich, weil Vie Prinzen mit Auflebnuna und Bürgerkrieg drohen. Der.Unternehmung,. getst ist gelähmt, weil die Reaktionare mit ihren Anschlägm da» Land nicht zur Ruhe kommen laffen. WaS ist die Folge diese» Gedankengange»? Ein wachsender Zorn gegen die Prinzen und ibren Anhang, eine Ablenkung der seit Jahren aufgehäuften Unzufriedenheit auf ein neue», aller Welt ficht- bare» Ziel: die Monarchistenpartei. Man hat e» in Armen- ttere» gesehen. Der Ort ist ein«rutnest de« AnarchiSam». Gegen wen haben aber die Anarchisten ihren Grimm gewandt? Nicht gegen die Behörden, nicht aeaen die Beamten der Re> publik, sondern gegen Herrn de Caffagnac und seine Leibgarde, und ihr Kampfschrei war„Vir« 1-»Sxudliqao", ein Ruf, den man seit 1878 noch nicht au» anarchistischem Munde ge« hört hat. Großbritaunie»« Nunmehr find die ParlamentSwahlen in England bi» auf 12 belannt, ohne daß ei den Anhängern Gladstone» gelungen wäre, den Vorsprung der Gegner auch nur einiger« maßen wieder weit zu machen. Lei den Wahlen am Donner»« tag hielten fich Konservative und Anhänger Gladstone» die Wage. Beide Parteien gewannen je 3 Sitze. Die Konser- vativen, weiche bereit« 315 Mandate de fitzen, waren nahe daran, die adsolute Majorität für fich allein zu erlangen. E» fehlen ihnen an derfelden nur noch 21 Sitze. Da aber nm noch 12 Wahlergebnisse ausstehen, so ist e» jetzt entschieden, daß die Konservativen allein auf die absolute Mehr« heit nicht rechnen lönnen. sondern dabei auf die Unterstützung der diffentirenden Liberalen angewiesen find. welche dt» her 75 Mandate defitzen. Die Anhänger Gladstone» zählen 184 und die Parmlliten 34...... � Der„Daily New»" zufolge steht der Rücktritt de» liberalen Ministerium» unmittelbar bevor. Da» oistziöse Blatt schreibt:„Die Konservativen find jetzt über 300 Mann stark und der Rücktritt der Regierung kann nur eine Frage der Zeit sein. ES besteht, wir brauchen e» kaum zu sagen, nicht die«bficht, die Existenz de» Ministerium» bi» Februar oder selbst bi» Oktober zu verlängern. Da» Parlament wird in Uebereinstimmung mit dem von Gladstone im vorigen Monat geaedenen Versprechen am 5. August zusammentreten. E» kann keinem Zweifel unterliegen. daßGiadstone'» Pläne verur- theilt worden find, und darum wird ein« August-Sesston stattfinden, fall» nicht die Minister vorher zurücktreten und ihre Nachfolger e» vorziehen sollten, da» Vergnügen, dem neuen Hause der(So meinen gegenüberzutteten, bi» zum Oktober zu verschieben. Herr Labouchne äußert in einem an un» gerichteten Schreiben, daß die Regierung nicht zurücktreten sollte, well die Konser« vativen nicht die Mehrheit de» ganzen Hause» haben werden. Er ist der Anficht, daß, die irischen Nationalitäten mitgezählt, eine Majorität von Liberalen und Radikalen vorhanden sein werde, daß Gladstone in einer Minderheit nm in der irischen Frage sein werde, daß selbst in dieser Frage seine Gegner nicht einig unter fich selber find und daß duich geschicktes Ma« növerirtn in Kurzem eine neue Auflösung gewaltsam herbei- geführt werden könnte. Man muß fich jedoch erinnern, daß Gladstone an da» Land einer einzigen Frage wegen appellirte und daß in dieser Frage da» Land gegen ihn entschieden hat. Den Interessen England», Irland» und der liberalen Partei würde am besten gedient werden durch den Rücktritt der Re« gUtuna, sobald die Wahlen thatsächlich beendet find. Die Staatsschuld Großbritannien» belief fich am 31. März 1886 einem amtlichen Ausweise zufolge auf 744415908 Lstr. Nach Abzug von 27 769 954 Lstr. für Vor« schüffe und 3 532 040 Lstr. al» den Nominalwerth der vom Staate erworbenen Suezkanalaltien ist der Nettowerth der Schuld auf 713 113 914 Lstr. anzugeben. ,«« st l a» d. Die rufflschen Behörden deabftchiiacn, deveutende Summen zur Verbesserung der Häfen im Schwarzen Meer anzuwenden. So soll der Hafen von Marianopel unter Leitung der Ingenieure Voreicha und Maximovitsch mit einem Kosten aufwände von 5 Millionen Rubel von Grund au» reparirt werden. In Odeffa soll die Mole, hauptsächlich da» Fundament derselben, verstärkt und ein neuer Wellenbrecher gebaut werdm. Auch geht man mit der Abstcht um, den Hafen zu vertiefen. Die Kosten dieser Aenderungeu werden auf ein und eine halbe Million Rubel veranschlagt. Ferner soll bei Novoroffüik ein neuer Hafen für 3 800 000 Rubel her« gestellt werden. Schließlich werden noch in den Häfen von Nikolajeff, Otchakoff, Dilta. Sebastopol und Tagamog, sowie in dem Kanal von Kertch-Dentkale umfassende Verbesserungen geplant. Jtdlien« Franzö fische Schifft dürfe«, nach der Ablehnung de» Schifffahtttvertrage» in italienischen Häfen keinen Handel mehr treiben, die Küsten schifffahrt ist ihnen verboten, fie müffen Kur, vor Abgang de» Zuge« trafen die Equipage« der Herrschaften ei», zwei von der Rottack'sche« Wohnung, eine vorn Schlosse Monford herunter, und die alte Gräfin Mon« ford, die allein in ihrem Wage« gekommen war, eilte auf Rottack» zu, half die Kinder mit herautheben und«ahm Helenchen, die sich gar nicht vor ihr fürchtete, auf de« Arm. Helene selber nahm Günther an die Hand, und Gras Rottack führte eine dicht verschleierte Dame dem Koupee zu. Die Haßburger zerbrache« sich de» Kopf, wer die Fremde wohl sein könne: aber lange Zett blieb ihnen nicht dazu übrig, denn eben brauste der Schnellzug heran, und die Reisende»«ahmen gleich ihre Plätze ei». Jeremias stand draußen am offene» Fenster. „Hurrjeh, Herr Graf," rief er«och in de« Wage« hinein,„ist da« nicht beinahe genau so. wie damals in Brasilien, nur daß wir dort«« keine Eisenbahn hatte«— wissen Sie noch, wie ich Ihne» die Sachen... Er schwieg erschrocken still, den« wen« er sich seiner frühere« Arbeit auch nicht schämte, macht« er doch nicht gern Staat damit. „Und Sie habe« treulich bei un»«»»gehalten." „Bin nun schon beinahe daran gewöhnt, Sie auf de« Trab zu bringen," lachte der kleine Man».„Aber habe« Sie keine Angst, hier soll indessen alle» richtig besorgt werden.' „Nehmen Sie fich in Acht, der Zug geht ab I' rief der Schaffner. „Na, so behüt' Sie Alle Gott I" rief Zeremia», die Hand»och einmal treuherzig in da» Kotipee hineinreichend. Und auf«in frohe» Wiedersehen l' „Mein alter, wackerer Frevnd t' .Wir werde« Sie nie vergesse« I" sagt« die verschleierte Dame und reichte ihm die kleine weiße Hand. „Gott lohne e» Ihnen, Gott lohne e» Ihnen I' Sin scharfer Pfiff— Zeremia» trat vom Wage« zurück, Günther und Helenche» winkten ihm noch jubelnd mit den Händchen zu— und fort rasselte der Zug seine wilde Bah» dahin. doppelte Ankergebühr zahlen. Die italienischen Blätter sprechen ihre große Mißbilligung über diesen Zustand au» und tadeln die»blebnung de» SchifffehrtSverttage» selten» der französt. schen Deputirtenkammer. Spante»». Mit 119 gegen 54 Stimmen hat der spanische Senat sein« Genehmigung zu dem vieiumstrittenen spanisch, eng« tischen Handel» abkommen und zu der Verlängerung der sieben übrigen dl, zum Jahre 1892 ausgesprochen. Die Regierung beabsichtigt, die Verträge sofort der Deputirten- lammer vorzulegen, und hofft, daß der spanisch-englische Ver« trag bereits vom 1. August an in Kraft treten kann. Bei der großen Erregung, welche in Folge deffen in Catalonien herrscht, Befürchtet man dort regierungsfeindliche Kundgedungen. Balkaalände-r. lieber die Verlängerung de» Kontrakte» de» General» von der Goltz mit der Pforte wird dem„N. W. Tagebl." au» Berlin geschrieben: Die Russen sehen mit scheelem Auge auf die Thäiigleit der deutschen Offiziere in der Türkei und wollen in derselben eine ganz bestimmte gegen Rußland ge« richtete Aktion Deutschland« erkennen. Da» hat fich namentlich in der Zeit gezeigt, al» e» fich um da» neue Engagement de» General» v. d. Goltz handelte. Herr v. d. Goltz wollte nur unter der Bedingung weiter in türkischen Diensten verbleiben, wenn man seine Arbeiten und Vorschläge nicht, wie bisher, lediglich diSkutire und dann— vergesse, sondern er verlangte, daß man die Ausfühmng seiner Entwürfe und Pläne unge« säumt in die Hand nehme, oder man müsse gänzlich auf seine Dienste verzichten. E» ist selbstverständlich, daß da» PeterS« burger Kab.net von diesen Vorgängen Ken.itniß hatte, und nun begann nicht nur in Konstantinopel eine» jener bekannten russtschen Jntriguenspiele, dessen Fäden dt» in die nächste Um« gedung de» Sultan» gesponnen werden, um ein WIederengage« ment de» energischen und verdienstvollen deutschen O-fizierS zu verhindern, sondern man verstieg fich sogar so weit, in Berlin in vertraulicher Weise bekannt zu geben, daß man e» in PeterS« bürg sehr gern sehen würde, wenn der Urlaub de» Herrn v. d. Goltz nicht wieder verlängert werde. Diese Schritte de» P'tersdurger Kabinet» blieben aber auch im Dlldiz Kiosk kein Geheimniß, und um allen möglichen Eoenlualitäten vorzubeugen, willigte der Sultan rasch entschloffen in alle ihm ge« stellten Bedingungen und ertheilte sofort Befehl, mit der Reorganisation der Artillerie nach den Entwürfen v. d. Goltz Pascha» zu beginnen. In verlin aber beeilte man fich, Herrn v. d. Goltz einen Urlaub auf weitere drei Jahre zu ge« währen. Eine der„Pol. Korr." von„kompetenter bulgarisches' Seite zugehende Meldung bezeichnet die von Panslavisten aus« gesprengten Nachrichten vom Eindringen bewaffneter b u l g a« rischer Banden noch Makedonien alt vollständig unwahr. Die im Innern von Makedonien aufgetauchten bewaffneten Banden seien wahrscheinlich griechischer Herkunft. Die bulga« rische Regierung ihrerseits werde unter allen Umständen der Türkei gegenüber die größte Loyalttät bewahren und ebenso« wenig als im Vorjahre auch jetzt den Uebertritt bewaffneter Banden au» Bulgarien nach Makedonien gestatten. Sine Belgrader Zuschrift der„Politischen Korrespondenz" tritt der Meldung rusfischer Blätter entgegen, daß die s e r d i s ch e Re gterun g im Begriffe stehe, den Belagerungszustand über einige Kreise zu verhängen. Nachdem e» gelungen ist, den Brigantaggio, welcher in zwei Lezirlrn herrschte, dadurch vollständig zu beseitigen, daß 6t Familien, welcht den Räudern Hehlerdienste leisteten, au» dem Gebiete Dragatschewo zwang»- weise nach dem Piroter Kreise überfiedelt wurden, erscheine eine derartige Maßregel nicht erforderlich. Ebenso unrichtig sei die Nachricht der„Nowosr Wremsa". daß Serbien fich für einen Herbstfeldzug rüste. Die militärischen Maßregeln de» Krieg»- Ministerium» bezwecken lediglich die Beseitigung der Mängel, welche der letzte Krieg in der Armee. Organisation aufgedeckt hatte; aber Niemand in Serbien den« daran, den Frieden zu stiren.— Der„R. Fr. Pr." wird au» Nisch über Belgrad bereit, mehrere Ameeika. Ä ÄÄÄ Ä die in den verschiedenen RegierungSdepartement» angestellten Beamten vor der Benutzung ihrer amtlichen Stellung zur Kontrolirung der in ihren Bezirle« herrschenden politischen Strömungen gewarnt werden. Der belgische Ingenieur Henriquez, welcher lange Zett stch am Panamalanal aufgehalten und die dortigen Kanal« 'MVÄ A« jetigen Umfange fortgesetzt werden, in fünfzehn Jahren de« cnoti ictfT. In einer auf einem öffentlichen Platze von Callao(Peru) abgehaltenen Volksversammlung wurde der Beschluß gefaßt, an An» Knnft und Leven. Im Ostend.Theater finden bei sorfgesetzt gut besuchten Häusern»uffühiungen von„Philipptne Welser" statt und wird diese» Stück erst Mitte nächster Woche vom Repertoire ver« schwinden, um den Aufführungen de, dramattstrten Roman» „Vom Golde verführt" Platz zu machen. Seit 6 Tagen de« ntt» finden Vor« und Nachmittags Proben von diesem neuen ftnsationellen. echt amerttanischen Schauspiele statt. Die Direktion verspricht sich von dem Stücke einen großen Erfolg und hofft für diese Saison hindurch aller Repertolrsorgen über. fein. #ntt%ttr%idMrm%fdhe sächsische flellung. Hi« reist Jung und«lt. Hoch und Niedrig bequem und namentlich— billig. Dtarnnnte« au» Zucker. Ein schottischer Belehrter. Mr. R. S. Marßden zu Edtndurg, soll die Entdeckung gemacht haben, daß man Diamanten au» Zuckir machen kann. Nach englischen Fachblättern hat et in einet Sitzung der Royal Society da» Verfahren folgendermaßen beschrieben:„Zucker« lohie wurde mit Höllenstein gemischt und zehn Stunden lang auf eine sehr hohe Temperatur erhitzt. Darauf wurde langsam abgekühlt und da» Silber, welches au» dem Höllenstein redu« zirt worden war. mit Salpetersäure entfernt. Im Rückstände wurden Kohle, Graphit und einige alänzende Kiystalle gefun« den. welche fich unfehlbar al» echte Diamanten erwiesen, tnso« fern, al» sie hart genug waren, Saphire zu ritzen. Mr. Mar». den meint, daß bei Anwendung einer genügenden Menge Ma« terial» Diamanten erzeugt werden können, welche groß genug zur Verwendung für Bohrmaschinen find. Wenn dem so ist, würde e» zweifellos bald gelingen, auch Diamanten für Schmuck auf diese Weise herzustellen. Wir können also er« warten, daß man Diamantfabriken errichten wird, welche einen ganz neuen Abzug für unfern Hebet flu ß an Zucker bilden wer« en." Die„Deutsche Zucker« JndustrU" entnimmt diese Mitthetlung der„Produce Market'» Rewiew", welche fie dem „British and Foreign Confectioner" entlehnt. Die Redattion de» deutschen Fachblatte» fügt hinzu:„Bekanntlich hat man schon vor längerer Zeit durch Erhitzen von Zuckerlohie auf hohe Temperaturen Präparate derselben von so großer Härte darge» stellt, daß durch dieselben Quar, und selbst Topa» geritzt wer« den konnten." die Regierung eine Petition|u richten bei Inhalts, daß die Jesuiten aus Peru ausgewiesen werden sollen. General Solomon ist wiederum zum Präsidenten der Republik Haiti erwählt worden. Soziales«ad Arveiterdewegnng« U« die Gewerbetreibende««vd Kabrikanten der Galanterie brauche erlähi, wie wir au« der„Fränlischm Tagespost" ersehen, der Fachverein der Schreiner zu Fürth fotgendes allgemein intereffanten Schreiben: Ter Fachverein der Schreiner, der statutengemäß fich die Aufgabe gestellt hat, den Abeiterstand in seiner fittlichm, geistigen und materiellen Lage zu heben hat sein Augenmerk auch auf die Galanterie« dranche gerichtet und durch Vorträge in mehreren Versamm- lungen sowie durch Fragebozen Einficht erhalten von dem Lohn« und Artxitsvcrhättnitz in dieser Branche. AuS den Resultaten seiner Untersuchung ist zu ersehen, daß die Verhältniffe hier sehr viel zu wünschen übrig lasten. Durch Kollegen, welche seit einer langen Reihe von Jahren in der genannten Branche thätig find, wurde nachgewiesen, daß Akkordarbeit und Ueber« stunden in den meisten Werkstellen eingeführt, ja daß eine An« zahl von Werkstellen noch vorhanden find, wo dem Arbeiter nicht einmal eine Vesperzeit gegönnt ist und er sein Frühstück, da? sehr oft in trockenem Brod besteht, mit schmutzigen Händen während der Arbeit hinunterwürgen muß. Von Seite des Fachverein« wurde anerkannt, daß die zur Regel gewordene Akkordarbeit und die Ueber« stunden nm schädlich wirken können. Durch die Akkordarbeit wird der oft nicht sehr kräftig angelegte Arbeiter zur höchsten Leistung genölhigt, dazu kommen noch bei flottem Geschäfts» gang die Uederstunden. Allerdings wird dadurch ein höherer Lohn erzielt, aber auf Kosten der übermäßigen Anstrengung; nicht festen ist es, daß dadurch auch die Preise wieder gekürzt werden, wo der Lohn etwas höher wird, als der Arbeitgeber oft es für gut findet. Durch Aktordardeit und Uederstunden werden immer längere Arbeitskrtsen herbeigeführt, und die Zeit de« Kummers und der Entbehrung wirken nur wieder sehr schädlich auf dm Arbeiter. Lei flottem Geschäftsgang deträgt die Arbeitszeit per Tag 14—15 Stunden. Die Er« Mittelung dmch Fragebogen hat ohne Alkordarbett und Ueber- stunden einen Durchschntttswochenlohn von 11 M. ergeben. Das wöchrntliche Budget einer Arbeiterfamilie stellt fich im Dmchschnitt auf 20 M. zur nothdürstigen Erhaltung der Existenz, so daß ein Defizit von 9 M. vorliegt, weichet ent« weder durch geringere Lebensweise oder durch Frauen« und Kinderarbett ausgeglichen werden muß. Daß die« Zu« stände find, die einer Beflerung bedürfen, wird wohl ein human denkender Mensch nicht bestreiten wollen, daher glaubt der Fachverein, daß seine Forderungen, welche derselbe an die Arbeitgeber richtet, fich in bescheidener Form halten, aber auch ganz berechtigt find. Der Fachverein der Schreiner spricht fich dahin aus, daß bei Arbeitgebern, wo die Vesverstunden noch nicht eingeführt find, fie sofort eingeführt werden müffm, bei Verweigerung soll eine solche Werkstelle gemieden werden. Von Akkordarbeit und Uederstunden soll nur in den dringendsten Fällen Gebrauch gemacht werden, damit die Arbeitszeit wieder eine geregelte wird. Eine weiter» Forderung von einer 20pro« zentigen Lohnerhöhung wird fich nicht zurückhalten lasten. Daß diese Forderungen durchgeführt werden können, dafür wird der Fach« verein den Beweis antreten in einer am Sonnabend, dm 17. Juli, stattfindenden allgemeinen Versammlung der Ardester au« der Galanteriebranche im Saale zum grünen Baum» wozu hauptsächlich auch die Arbeitgeber stmndltchst eingeladen werdm. Da wir keine Freunde von Streiks find, so erwarten wir, daß bei dem obm angedeutetm Vorgehm die Arbestgeber mst uns die Angelegenheit regeln werden zum Wohl der ge« drückten Arbeiter. Z»r GefSugnißardeit. Die Plüschweber des KreiseS Soltngm hatten fich zu Anfang diese« Jahres in einer Eingabe an den Reichskanzler gewandt und um Aufhebung des Plüsch» weben« in den Strafanstalten gebetm. Nach sorgfältig ange- stelltm Ermittelungen ist am 13. Juli d. I. an dm Erstunter- zeichneten, Plüschweber A. Hüschelrath in Leickltngm. folgender Bescheid ergangen: Berlin, dm 8. Juli 1886. Mit Bezugnahme auf Ihre an den Herrn Reichskanzler gerichtete Ein« gäbe vom 3. Januar dieses Jahres setze ich Sie hierdurch in Kmntniß, daß die Königliche Regierung in Düsseldorf ermächtigt worden ist, den über die Plüschweberet in der Sttafanstast zu Werden mit der Firma N. geschlossenen Vertrag bei dessm Ablauf am 31. März 1887 nicht wieder zu verlängem. Der Minister de» Innern. Im Austrage: Bastrow. Siede« Woche« im Freien! Von glaubwürdiger Sette erhält die«Niederrh. VolkSzrg." Mittheilung über ein Begeb« niß, daS hoffrntlich von den in der Angelegenheit Verpflichteten seine Beleuchtung empfangen wird. In Jutath wurde am 27. Mai eine Familie, sechs Köpfe stark, von ihrem Mieths« Herrn auf die Straße gesetzt, weil fie dm rückständigen Miethzins nicht bezahlen konnte. Die Sxmtttirtm kampirm seitdem im Freien, anfangs an einer Hecke, welche ihnm etwa» Schutz gegen die Unbilden der Witterung gewährte. Auf Weisung de» Eigenthümers der Hecke mußtm die Armen jedoch davon wegrückm. Sie lagern seitdem auf einer Wiese hinter einem Hause. Nachts finden fie in einem Schranke, der ihnen noch gebliebm ist, nothvürstig Schutz gegm Regm und Kälte. Es muß im höchstm Grade befremdm, daß, obgleich die Familie Unterstützung aus der Armenpflege erhall und diese die Polizei um Uederweisung einer Wohnung angegangen hat, dennoch keine Abhilfe des fest stehen Wochen bestehenden Urbelstandes erfolgt ist. Maurerstreik i« Mannheim. Nachdem auch der letzte Versuch der Arbeiter, die Forderungen bezüglich des Lohne» und der Ardellszeit auf stiedlichem Wege zu lösen, als grschei» tert zu betrachtm ist, indem die Herren Maurermeister und Lauuntemehmer auch das letzte Schriftstück, das ihnm am 1. Juli zugesandt wurde, unbeantwortet ließen, wurde in einer Maurerversammlung deschlossm, den Beschluß der Versamm- lung vom 27. Juni aufrecht zu erhalten und am Montag, den 19. Juli, auf allen Baustellen die Arbeit niederzulegen. Eine öffenttiche Volksversammlung, worin dieser Schritt des näheren begründet werden soll, find« Mon» tag, dm 19. Juli, Mittags 12 Uhr statt. Der Fachverein der Tischler»« Eolinge« hat in seinem Vereinslokalt bei Herrn Joh. Leckmann ein Arbeitsnach- weis-Bureau erttchtet. An alle Weber«ud Weberinnen! Gegenwärtig de- findet fich ein Werkmeister au» Dänemark in Deutschland, um Weber, resp. Weberinnm anzuwerben für die R u b e n' s ch e Fabrik in Kopenhagen. In selbiger Fabrik ist«d Streik ausgebrochen, und hallm wir es deshalb für un® Pflicht, alle unsere Kollegen darauf aufmerksam zu machen, d mit fie fich durch falsche Vorspiegelungm nicht irre führm M Der Vorstand des deutschen Manufaktur- Arbeller- und Alb« terinnen-Vereins. Der Streik der Former i« Neumünster dauert um» ändert fort; sämmtliche unverheiratgete Kollegen find jrtzt v gereist. Unser Kollege Krüger, der die Arbeit zu dm al«____ Bedingungm wieder aufgenommen hatte, hat dieselbe verWI« und befindet fich wieder unter dm Streikendm. Wir erluäj f&V* alle Kollegen, dm Zuzug nach hier fem zu haltm. Säm» � liche Sendungen find zu adresfirm an: E. Karstedt, Kl.-FWJ (Volkshalle). Die Unterhandlung». Kommtsston. NB. ardellerfreundlichm Blätter werden um Aufnahme von 8» stehendem gebetm. Streik der Grubenarbeiter t« Sicht. Liverr»» 14. Juli. Die Bergleute in den Zinngrudm von 6«* Gloucestershire habm in einer gestem unter freiem Hin» abgehaltenen Versammlung beschlossen, mll dem 1. August(W Generalstreik zu inszeniren, fall« ihnen nicht eine Lohnerl' von 15 pSt. bew'lltgt wird. Die Fordnuna der Stre wird allseitig als eine gerechte anerkannt. Man ist der ficht daß den Arbeitem eine Lohnerhöhung zugestanden wel wird; die Grubmbefitzer find nicht abgeneigt, zehn Pn Zulage zu bewilligen. Sine Einigung wird wahrscheinlil Stand« kommm._ Kleine Mittheilnngen. Hamburg, 14. Juli. Die Auswanderung über Ha«l im Monat Juni betrug 8185 Personen, welche in 80 Da schiffen und 1 Segelschiff befördert wurden. Nach den einigten Staatm gingen 7850 Personen. Aus dem König« Preußen kamen 1543, au» dem übrigen Deutschland 654,* anderm europäischen Staaten 5781 und aus außereuropM Staatm 207 Personm. Seit dem 1. Januar bis ult. I d. I. wanderten 40968 Personm über Hamburg aus,«4 40211 in 1885, 57425 in 1884, 46 621 in 1883 und 68* in 1882. Bremerhaven, 15. Juli. Lei den Pionierübungm, IS zur Zeit hier auf der Weser stattfindm, stürzte gestern* Pionier Panger von der 3. Kompagnie des hannove» Pionierbataillons 10(Minden) beim Minenlegen über Bf und fand seinm Tod in der Weser. Panger war mit' schästigt eine Mine hinabzulaffm und stand neben der w rollten Trosse, an der die Mine befestigt war. Die Trosse* wickelte fich, die fich bildmde Schleife legte fich Unglück«! Weise um da» eine Bein de» Panger, der, ehe er«ock! irgend wo festhalten konnte, in das Wasser geriffm««? Der Verunglückte schwamm noch mehrere Minuten und eine in der Nähe befindlich« Boje zu erreichen, auch i seitens seiner Kameraden vom Mtnmleger au» sofort nahmen getroffen, um ihm zu Hilfe zu kommm, ehe dies möglich war. versank Panger wohl in Folge de» st»-. wegten Wasser». Die vemühungm, ihn aufzufischen,*? gleichfalls vergeblich. Die Leicke ist noch nicht aufgestS Der Verstorbene ist au» Oldenburg und sollte im Herbst' Entlassung kommm. 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Die Gemeinden von der Zia,arethkil che und der Denket Iii che haben, iede filr fich, Grundstücke»u BegrZbniiplägen erworben, die aneinander arenien, unv ,var Ack-rparzellen von R-tnickendorf, nahe bei dem Tegeler Cmffeehaus; um möglichst schnell mit der Ein- Achtung dieser Begrävnißplätze vorgehen zu können, ist eine Lttchendalle nothwendig. Die beiden Kirchenvorstände wenden ftdj deihalb gemein lam an den Magistrat mit der Litte um Eewahrunz etnei Zaschuffel auS dem sogenannten Leichenfuhr» Pachtwndt; die Leichenhalle soll auf der Grenze der beiden «mgekauften Ackerflächen erbaut werden, so daß ste von beiden Gemeinden denutzt werden kann; jede Gemeinde will die Halste deS erfoidcrl chen Baugrunde» nebst Anfahriistraße hierzu geben. Der Magistrat erklärt stch geneigt, bei der Stadt- verordneten Veriammlung eine Beihilfe von 25000 Mark zu beantragen, wenn von Seiten der beiden Gemeinden der Nack weit geführt wird, daß der Rest der im Ganzen auf 45000 Mark veranschlagten Baukosten durch die Gemeinden gedeckt w>rd. w. Schutz gegen Keuertgefahr. Da» Kgl. PolizeiprS. fidium hat, veranlaßt durch die in den letzten Jahren bei meh reren großen Bränden gemachten Erfahrungen, dem Magistrat «inen Entwurf zu einer Poltzeiverordnung zugehen lassen, de- treffend die Aufbewahrung und Lagerung von Brennmaterialien und Nutzbolz. wa» jetzt vielfach inmitten der bewohntesten und engsten Sradttheile geschieht. Die große Gefahr für da» öffentliche Wohl, welche hterau» entspringt, sei namentlich so recht hervorgeirelen bei dem letzten großen Brande in der Schinlestroße, hart an der Weichbtldgrenze Berlin«. Wenn e« auch nicht möglich sei, die stete große Gefahr durch vollständige Beseitigung derartiger Plätze und Verlegung derselben au» dem Stadtgebiete gänzlich abzuwenden, so sei e» doch im öffentlichen Jntereffe geboten, diese Gefahr durch genügende Vorschriften, soweit die» irgend möglich, zu verringern. Die Polizeiverordnur gen vom 10. Ap.il 1854, betreffend die Vorschriften über die zur Zeit destehenden Plätze, entsprechen in wesentlichen Punkten dm gegenwärtigen Verhältniffen nicht mehr und gewähren daher der öffentlichen Sicherheit keinen auireichenden Schutz. Der Magistrat hat zwar alle dies« G-ünd« anerkannt, meint jedoch, der neue Entwurf schneide so tief in die Handel», und gewerblichen Verhältnisse der Holz- invustrie ein, daß er beschloffen hat. vor seiner Entscheidung über den betreffenden Entwurf zunächst noch unter M,«Heilung deffelben von den Aeltesten der Kaufmannschaft, dem stävttschm Kuratorium für da» Erleuchtungtwesm und der Direktion der englischen Gaßanstalt Gutachten einzuholen. Zostale». Bei folgende« EtraHenstrecke« de» Radialsystem» vi wird nunmehr die Kanalisation in Angriff genommen werden: 1) Hasenhatde. Nords ette, von Blücher- bi» Fichte ftraße, 2) Hasmbatve, Nordseite, von Fichte." 6) Gräfestroße, Westseite, von Urban- bi» Dieffendachstraße, 7) GrSfestiaßc, Ostseite, von Urban bi» Dieffendachstraße, 8) Gräfestraße, Westseite, von Dieffenbach- bi» Boecktzstraße 9) Gräfestraße, Oftsette, von Dieffenbach. bi» Boeckhstraße. Zugleich werdm die Besttzer resp. Verwalter der Grundstücke an den vordezeichneten Straßenecken auf Grund der§§J 1 und 3 der Polizeiverordnung von 14. Juli 1874 aufgefordert, zur Vermeidung der im§ 10 am angeführten Orte angedrohten Strafm und Nachtheile, binnen sech« Wochen von heute an gerechnet, ein vollftSnvigeS Entwäfferungsprojest für da» be- treffende Grundstück in zwei Exemplaren der„Oertlichm Straßenbau polizet. Verwaltung in Verlin, Abthetlung U(Kana- lisation), Breilestraße 10, I." mittelst schriftlichen Antrage» auf Genehmigung vorzulegen. Auskunft über die Höhenlage der Straßrnlettung behuf« Aufstellung der EatwäfferungSprojekt« ertheilt auf sckristlichm Antrag da» Bureau der BauverwaUung, Urdanstraße 177. Die Fixpunkte find im Bureau der„Oert. iichen Straßendaupolizei. Verwaltung in Berlin, Abth tlung ll. (Kanalisation), Bceitestraße 10, l." durch mündliche Nach-rag« zu erkahren. Die Schulferien machen fich gegenwärtig in den Straßen unserer Stadt und namentlich in dm äußerm Stadtthetlen be« reit« sehr vielfach und unliebsam für die dortigen Bewohner bemerklich. Den älteren Herren Jungen, scheint«, für die ihnen plötzlich zur freien Verfügung gestellte Zeit an einer ge. N?angel dn nöthigm stttngm' Au"fficht°uf allerlei All�ria! die ostmal» die bedenklichsten Folgen haben könnm. Am Frei- KerUner Sonntagsplauderei. R. 0. Alle Jahre, wen« die Rosen blühe», tritt bekanntlich ime ereigvißlose Zeit ein, welcher irgend ein sin« diger Kops al« Symbol die saure Gurke geweiht hat. Selbst de» tiefsinnigsten Forscher» wird e» wohl niemal» ganz ge- lingm, da« Geheimviß zu lüfte», welche» über d'eser mysti« schen Bezeichnung ruht, und am allerwmigstm steht e» urs an, un» über derartige Sache« de» Kopf anderer Leute zu zerbrechen. Wir lebe» jetzt gerade in dieser Zeit; ste hat ihre be« sondere» Kmnzerchm, die dem Kundigm nicht entgehen; sie tritt»ämlich ei», sobald in Amerika die älteste Frau mt- deckt wird, sobald an verschiedenen Orten massenweise Hunde mit fünf Beine« und zwei Köpfe» da« Licht diese« irdische« Zammerthal« erblicken; wenn irgendwo in der Welt ei» untergehender Seemann seine» letzte» Wille» einer Flasche anvertraut und diese de« Aluthen übermittelt, au« welche» sie am ander» Ende der Welt wohlbehalte» herausgefischt wird, dm»» ist sie da mit ihre» Schrecke« und mit ihre» Annehm- uchieneu. I» diesem Jahre kann ma« von einer eigentlichen Sauregurkevzett wohl kaum spreche», den« die Ereignisse drängen fich förmlich mtt unheimlicher Schnelligkett. Aller- ding» ist e» nothwendig, daß, wen» man von gewissen Thai- fache» spricht, ma» die Worte mtt einer Gmauigkeit abwägt, al» stitisirte ma» em Telegramm»ach dem neuen Tanf. So grau in grau wie der wirkliche Himmel i» de» l.tzte» Tage» auf un» herabsah, so grau ist auch der po- llhsche, und man thut wttklich am besten, wen» man a» verschiedene Dinge heute überhaupt nicht denkt. tag Nachmittag schlug so ein etwa zwölfjähriger Junge einem kleineren uns jüngeren Mädchen, da» ern- Pipierdüte mtt Silz in der Hand trug, plötzlich und ohne jede Veranlassung, von unten gegen die Hand, so daß die Düte dem Kinde oegen da» Gestcht flog, zerplatzte unv der Inhalt auf die Erde fiel; etwa» von dem Salze aber war dem Kinde in die Auaen gekommen, die fich bald heftig entzündeten und dem Mädchen große Schmerzen bereiteten.— Um dieselbe Z-it vergnügten fich am Kottbuser Thor eine Schaar größerer Jungen mit der Jagd auf die jetzt zahlreich von dm Rixd rfer Wiesen bi» dort in die Stadt hmeingetriebmen Schmetterlinge, indem ste fich ihrer Röcke mtledigtm und mit denselben nach den fliegenden Thterm in die Lust warfen. Bald wurde thnm indeß die» Vergnügen langweilig, und fie warfen die Röcke kleinerm Jungm auf die Köpfe, wobei fie fich im Falle eine» Wider- stände» der Kleinen ganz brutale Mißhandlungen erlaubten. Mädchm und kleinere Knaben geKauen fich au» Furcht vor diesen Bengeln kaum noch etwa» für ihre Angehörigen einzu- holen, weil ste, etwa» in den Händen tr igend, wehrlo» den «ngriffen dieser leichtfüßigen Straßenjungen ausgesetzt find. Es wäre sehr zu wünschen, wmn die Eltern solcher Knaben fich eine streng« veaufstchttgung angelegen sein ließen. Bei einem einmal nothwendig werdenden Einschreiten macht die Polizei nicht viel Federlesen» und e» kann dann leicht geschehen, daß der Unschuldige mtt dem Schuldigen büßen muß. Im Jndustrie-Sebäude, nach der Seite der Beuthstraße, wird jetzt da», wie gemeldet, seit längerer Zeit geplante, große Postamt eingerichtet, welche» den Anforderungen de» dortigen großen Verkehr» entspricht. Die Postämter am Dönhof»- platz und in der Seydelstraße sollen in demselben vereinigt weiden. Einzelne Mitglieder der vorgestern verbotenen Arbetter-veztrtoveretue„für den Osten" und„Unverzagt" wurden gestern auf da» Polizeiprästoium ziltit, woselbst die Beschlagnahme der Geschäfttbücher und sonstiger Materialien der Vereine bewerkstelligt wurde. E» wurden bei allen Be- theiltgtm Haussuchungen nach verbotenen sozialvemokrattschen Druckschristen vorgenommen und sollen dieselben diesmal nicht «sultallo» verlaufm sein. Man schreibt der„Voss Ztg.":„Seiten» der Magi- stra!» und der Stadtverordneten- Versammlung ist da» drin- gende Bedürfniß für die Freilegung der Uorkstraße al» Ver bindung zwischen der Tempelhofer uvd der Schönederger Vor- stadt längst anerkannt. Die nölhigen Mittel für die Herstel- lung dieser Straße find voll bewilligt, die Arbeiten wurden im Frühjahre eifrig in die Hand genommen, sett langer Zeit aber werden diese Arbeiten immer langsamer gefördert und drohm fast einzuschlafen. Soviel oerlauiet, feblt e» an Lflaster- steinen; e» find bisher auch thatsachlich keine Pflastersteine für die Pflasterung der Yorkstraße angefahren und au« diesem Grunde werden die jetzt möglichen Arbeiten durch Veninge. rung der Arbeiter, ahl augenscheinlich in die Länge gezogen, damit nicht schließlich ganz aufgehört werden muß. Soweit ich am gestrigen Nachmittag zählen konnte fand ich bei den Arbeiten: 1) in den Fahidämmen der Uoikstraße 4 Arbeiter bei Plant- rung,«betten. 10 Arbeiter beim Verlegen von Bordschwellen, 10 Arbeiter beim Durchstemmen von neu beraestcllten Fund». menten unter Bordschwellen an verschiedenen St.llen, ö wr» bettet beim Mauern zweier Kanalschächte und 3 Ar- better beim Verlegen von Abdeckungen auf Rinnsteineinlauf schächte(zusammen 33 Arbeiter). 2) Auf den Bürgelsteigen dieser Straße waren: 37 Arbeiter der Gasar statt an 3 verschiedenen Stellen beim Verlegen von Gatröhren und 7 Arbeiter beim Verlegen von Abdeckungen auf Kanalschächte(zusammen 44 Arbeiter). 3) Auf der Mittelpromenade arbeiteten an der Befestigung der Promenadenwege und Regulirung von Trottotr zusammen 17 Arbeiter. 4) Außerdem arbeiteten in den an die Borkstraße angrenzenden Straßentheilm in der Bülowstraße 8 Steinsetzer an Verkürzung der Mittelpromenade, in der H-gelsbergerstraße 15 Steinsetzer an der Pflasterung und 6 Arbeiter an einem Kanalisationtschacht(zusammen 29 Arbeiter). Mit dem Verlegen von Kanalröhren ist sett dem 1. Juli aufgehört, obwohl die Kanalisation auf der Nordseite von der Großbeerenstraße bi» Katzbachstraße und auf der Süd- fette von der Möckernstraße bi» Katzbachstraße noch fehlt. Wenn auch die Borkstraße dem Verkehr in ihrem jetzigen Zustande nicht offiziell übergeben werden kann, hat fich doch längst ein sehr lebhafter Fußgängerverkehr hier entwlckett, woraui erficht- ltch ist, wie dringend nothwendig die Beschleunigung der Straßeneröffnung ist, und wie sehr die große Bevölkerung der angrenzenden Stadttheile darauf wartet. Daß die vorstehend aufgezählte Zahl Arbeiter für ein so umfangreiche» Stück Ar- beit bei Weitem nicht genügt, muß wohl»ugegeden werden. Erwägt man, daß die Gasarbeiter ihre Röhren verhältniß- mäßig schnell legen und in wenigen Tagen von der Bildfläcke verschwinden, so bleiben für die eigentliche Borkstraße nur 57 Bekanntlich ist e» für Unglückliche ei» Trost im Unglück, Genossen zu haben. Der Rege», der dem seßhafte» Berliner jede Sonntagsfreude bisher immer noch mit rüh- render Regelmäßigkeit verdorben hat, trifft ja nicht nur un» allei». er chikanirt auch hoffentlich alle die Leute, die„fern von Madrid" in Bäder»«nd Sommerfrischen weile». Ist e« nicht ei» wahrer Hochgenuß, an diese« regnerischen Aben« de» seine» altgewohnten„Stammsitz" einzunehmen, verleiht uns nicht der wohlgefällige Blick de» biederen Kneipwirthe», der jetzt wahrscheinlich so Manche» steht, der nicht da ist, eine gewisse Würde und wir greife» mit einem Gefühl tief« innerer Berechtigung in die uns jetzi mit doppelter Freund- lichkett angebotene SchnupftabakSvose. Man hat eben da« erhabene Gefühl, daß ma« als richtiger Lokalpatriot feiner Pflicht nachkommt, daß ma» dafür sogar sorgt, daß in der jetzige» geschäftsstille» Zett die Berliner Geschäftsleute nicht umkomme». Allerding» beut zu Tage giebt e» nicht bloS VergnÜ- gungSreisende, Leute, die fich von eingebildete» Strapaze» erhole« müsse», o»ein, auf den Landstraße» pilgert so Mancher, der viel lieber daheim geblieben wäre; indessen der Arzt, der keine» Widerspruch kennt, verordnete ihm eben eine Luftveränderung,— und Luftveränderungen sind unter Umstände» sehr gut. Berlin im Große» und Ganze» fragt freilich nicht viel danach; der Befitzende reist eben freiwillig und der Besitzlose wird abgeschoben, da« ist der ganze Unterschied. Außerdem bat die„Gesellschaft" ja immer Dinge, die ihr viel wichtiger erscheine» al» derartige Nebensächlichkette»; fie unterhält sich eben in ihrer Art. Kaum ist der Streit der Künstler mit einem hiesige» Arbeiter übrig; auch diese Anzahl wird nicht lange beschäftigt werden können, wenn nicht bald Pflastermaterialien angeliefert werden." Ei« La«de«verrath»-Prozeß soll, wie die„Neuesten Nachr." mittbeilen, demnächst wieaer einmal da» öffentliche Interesse beschäfttgen. Gegen den Lieutenant v. H., welcher de- reit» verha'tet ist und fich>m Untersuchungsgefängniß zu Moabit defiadet,»st die Voruntersuchung in vollem Gange. Derselbe hatte fich längere Zeit in Frankreich und Brlgim aufgehalten unv ist, dem Anscheine nach, mtt den dortige« Militärdehö.drn in unerlaubte Unterhandlungen getreten. Da» Ergedntß der Voruntersuchung wird darüber Aufichluß geben. Zur Kenntniß der Behörden kam die Sache auf folgende W'.ise: v. H. hatte in Berlin eine Chamdre garnt-Wohnung inne und trat zu setner Wirthtn in so nahe Beziehungen, daß diese annehmen zu dür- f-n glaubte, er würde ste heirathen. Ihr Chambregarmst und Verehrer verlobte fich aber mtt einer Anderen, und au» Rache denunzirte ste ihn bei den Behörden. Unter den deschlag- «ahmten Briefschaften sollm derartig kompromittirende Doku» mente vorgefunden worden sein, daß die Festnahme de» v. H. w.gen LandeSverrach« erfolgte. Journaltste««nd Barbiere haben in unserem lieben Vatemnve den gemeinsamen Vorzug, von Bekannten und Fremden bei der Anrede kostenlos promooirt zu werden. Wie der Poftillon für alle Welt der„Schwager" ist— prosaische sprachtorschende G'müthcr wollen diese vertrauliche Bezeichnung gemüthlo» auS„Coroalier" herleiten— so find Journalist und Barbier für Jedermann„Dokror". ES ist zwar nirgend» näher gesagt, welcher Fakultät dieser„Doktor" angehört, aber man darf wohl annehmen, daß er zu der zahllosen Schaar der philosophischen Gradutrten gerechnet werden muß. BiShrr meinten wir, daß diese Auszeichnung den genannten beiden BerulSklassen zu Thei. geworden, weil jede» ihrer MUglteder nach uraltem Herkommen in dem Rufe steht, daß er von allen Geschichten der Welt weiß, und drthalb billig alS ein Doktor der Weltweisheit figurtren mag. Doch jetzt find wir eine» Besseren delehrt worden; die Verwandlschait de» journalistischen Stande» mit dem ungleich älteren Stande der Bader und die darau» entspringende Gletchhett der TitularauSzeichnung rührt von einer vielleicht nicht ganz zufälligen Personal- Union her. Die nahen veztehungen zwischen der Scheere de» Redakteur» und dem Scheermeffer de» Barbier» brauchen nicht erst nach» §e wiesen zu werden. Au» demselben Stahl werden die federn de» Schris'.stellei S und die Instrumente Figaro'» gemacht. Auf andere Aehnlich ketten der beiden Berufe hinzuweisen, bleibe unserer Eitelkeit erspart und der berechtigten Ab» net�unz, HandwerkSgeheimniffe zu verrathen. Der„Berliner B. C." erzählt nämlich,„daß in Berg bei Stuttgart eine ge» schätzte Kollegin doppelte Anwartschaft auf den Dottortitel ge- wonnrn hat. Frau Bertba A. H, welche in dem genannten Städtchen wohnt, ist al» Schriftstellerin thätig. Sie korrespon« dirt nicht nur für Straßdurger und Hamburger Zettungen, fie hat auch No aellen und Romane, sogar„Stücke" verfaßt. Außer» dem aber rafirt ste für 10 Pfennige Jedermann, der fie darum anspricht. Ein F.eund deS Blattes theilt mtt, e» sei ihm zu ö'teren Malen begegnet, daß er Frau Beriha A. H. beim Dichten traf, wenn er ihre Kunstfertigtett in Anspruch nehmen wollte, und daß ihn dabei immer daS Gefühl überkam, al» müsse er wegen der wxorui,» um kitten" Ob die geschätzte Kollegin im Hauptberuf dichtet und im Neben« beeuf rastet, oder od da» uma-kehrte Verhältniß obwaltet, dar» über fehlt un» leider nähere Nachricht. Eine leichte Hand kann ste für beide Beschäftigungen brauchen. Wie immer e» sei, wir entbieten Ihr Gruß und Handschlag— aber erst da« Messer bei Seite!— und wenn un» der Weg nach Berg bei Siuttgart führt, so soll nur ihr Wange wie Kinn anvertraut sein, und unter dem Messer wollen wir bekennen, daß fie die schneidigste Schriftstellerin Deutschland» ist. Die kürzlich erfolgte Verurtheilung eine» hiesige« Arzte» wegen sahrläifiger Tödtung zu einer zweimonatlichen Gesängnißstrafe hat eine lebhafte Enegung nicht bloS unter den hiefigen Aerzten, sondern auch unter den Juristen hervorgerufen, die für un» beweist, daß da» Ansehen unserer Justiz gegenwärtig genne nicht im Wachsen begriffen ist. ES war de den Sachverständigen, welche fich zu Gunsten de» Angeklagten äußerten, die Frage vorgelegt, ob ihnen bei Vornahme der betreffenden Operation auch dasselbe Mißgeschick wie dem An- geklagten unv in demselben Umfange wie diesem hätte pasfiren können. Diese Frage verneinten die Sachverständigen und die» Moment soll maßgebend gewesen sein für die Bejahung der Schuldstage durch den Gerichtshof. Betrachtet man die gestellte Frage genauer, so ist e« eigentlich kaum denkbar, daß die Antwort ander» ausfallen konnte. Wie sollte ein Arzt in hervorragender Stellung noch da» nöthige VerKauen finden» wenn er diese Frage bejaht hätte; verneinte er fie aber, so fragte e» fich blo», ob an den angeklagten jungen Arzt dieselben Kritiker, der sich die Freiheit genommen hatte, den söge- nannten Künstlerstolz— eine Eigenschaft, für die e« bi« jetzt leider auch»och keine erschöpfende Definition giebt— etwa« auf die Hühnerauge» zu trete», einigermaßen beige« legt, so thürme» fich andere, nicht winder belangreiche Stteiiigkeiten am künstlerisch-ästhetische» Horizont auf. Ei« Mime vo» einer hiesige» Bühne war bekanntlich der Freundschaft de» König» von Bayer» gewürdigt worden. Der Mrme hatte natürlich nicht« eiligere» zu thu», al« diese Prioatbriefe sofort an die allergrößte Reklametrommel zu hängen und jedermann, selbst der garnicht» davon wisse» wollte, Dinge in die Ohre» zu schreien, die den» doch besser verschwiege» gebliebe» wäre». Nunmehr Kampf auf der ganze« Linie. Auf de, eine» Seite schreit man über die Unverschämthett de» Mensche»» darstellerS, auf der anderen heißt e», er wäre in feinem Suten Recht gewesen; man spricht vo« Pflicht und andere« Höne» Sache», und schließlich wird auch derjenige Theil de« Publikum» auf die Sache aufmerksam, der sich zunächst durchaus nicht dafür interejsirt hatte. Die Nachwelt flicht dem Mime» bekanntlich keine Kränze, folglich muß e» die Mitwelt thu», und die Mit» weit ist denn auch i» derThat so mitleidig, dem sensatton»- machende» Schauspieler wahre Riesenbouquet« zu widme». Und beide Tbeile scheine» sich dabei durchau» nicht schlecht zu stehen. Wa» ftagt man freilich in solchem Falle nach der sonst so vielgerühmte» Pietät, wen» die Verletzung der- selbe« dem Emen Geld, dem Andere» Reklame einbringt. Da hört Gemüthlichkett und Pietät zugleich auf. Unfotbttunflen gestellt ragendsten Epezialärzte werden konnten, wie an die hervor« und Sachverständigen. Wir wollen nun t'ine Zveifel darüber äußem, od der Gerichlihof alle diese Momente genügend und vorurtheilSfrei erwogen bat; in jedem Falle aber hat daS Gericht den Angeklagten für ein Versehen gestraft, dai andere Sachverständige sür entschuldbar fanden. Man kann ei unter diesen Umständen dem Publikum und namentlich den Aerzte« nicht verdenken, wenn ste fich nun auch mit der Frage der Verantwortlichkeit der Herren Fulisten beschäftigen. Unsere beamteten Herren Juristen hadm nahezu völlig verantwortungslose— fast hätten wir gesagt unverantwortliche— Stellungen inne; kaum daß im einzelnen Falle, wo ein Rechtsanwalt in Folge seiner klar zu Tage liegenden Unkenntnis der einschlägigen Gtsetzeimaterien«inen Prozeß z'im Schaden seines Klienten verloren hat, der Anwalt die verursachten Kosten seinem Klienten zu erstatten gezwungen werden kann. Ein Richter mag die ver- kehrtesten RechtSanschaungen seinen Beschlüssen zu Grunde legen, die höhere Instanz ändert ste und damit basta. Vor Kurzem verurthrilte ein biestgeS Gericht einen bekannten Re» ftaurateur auS Berlins Umgeaend zur Exmisston. In den Alten war bekannt, daß der Mann im hoben Maße nerven- leidend sei. Fast unmittelbar nach der vollstreckten Exmisston starb der Mann auS Gram über den Ruin seines Geschäftes. Die Erden trieben den Prozrß in die zweite Instanz und hier entschied daS Gericht ohne Beweisaufnahme lediglich auS recht- lichen Gründen und auf Gmnd de» dem ersten Richter de» kannten Sachverhalt» auf die Ab-eisung de« ExmisfionSantrage». Man kann neugierig sein, od die Staatsanwaltschaft in diesem Falle gegen die Mitglieder de» Gerichtshöfe» erster Instanz wegen fahrläsfizer Tövtung einschreiten wird. Fast wie eine Ironie de» Schicksal» könnte eS auch betrachtet werden, daß derselbe Vorsttzende de» Gerichtshöfe», der hier den Arzt wegm Fahiläsfigleit in seinem Berufe verurtheilte, auch Vorfitzender des G-richtSbofri war, der vor einiger Zeit in einem sehr um« sangretchen Prozeß zu einer verurlheilenden Entscheidung der großen Mehrzahl der Angeklagten kam, während bei einer nochmaligen späteren Verhandlung desselben Prozesse» die Freisprechung sämmtlicher Angeklagter noth- wendig wurde. Nun hat der betreffende Herr ganz ficher sein richterliches Gewissen gegen jeden Vorwurf saloirt, davon find wir überzeugt, aber in der Bevölkerung versteht man diese Resultate der Rechtspflege einfach nicht mehr. Immer d.stimmter tritt das bisher unklar gewesene Gefühl hervor, als ob die dem Richter übertragene freie Würdigung dasjenige Maß überschreitet, daS der Gesetzgeber vorgesehen hatte. Alle politischen Part ien können hierzu Letträge liefern, und auS den spezifisch politischen Prozessen, von dem Strafverfahren gegen den Frhm. von Hammerftein al» Redakteur der„Kreuz- Zeitung" bis zu der Untersuchung gegen die in der Affäre Jhring-Mahlow Angeklagten, nicht am wenigsten. Die Frag« der Justizreform wird immer mächtiger in Fluß kommen und unS hoffentlich vor einer völligen Entartung des bestehenden Systems der freien Würdigung zu einem ttchterlichen Despo« tiSmui bewahren, der deswegen nicht sck öner wird, weil er nur von einem ganzen Kollegium geübt werden kann.— Bereits vor mehreren Jahren verordnete ein damals vielbesprochene» Mintsterialreskrtpt, daß zur Verhinderung der Einsettigkett der Krlminalrichter ein schnellerer Wechsel in den R chterstellen bei den Strafkammern stattfinden sollte. ES wäre sehr wünschenS» werth, darüber aufgekläft zu werden, in welcher Weise dieser Verfügung in Berlin nachgekommen wird. Hier sehen wir seit länger al» einem Jahrzehnt an einflußreichen Stellen in der K-imtnaljustiz noch immer dieselben Personen. Man sollte doch bedenken, wie sehr diese Herren bei all ihrem guten Willen der Gefahr de» Einseitigwerdeni ausgesetzt find I Tie etwa» aufdringliche« Ankündigungen, welche man noch bis vor einiger Zett zahlreich von den Inhabern solcher Schanklolale zu lesen bekam, in denen die Bedienung von zarter Hand stattfand, find in letzter Zett selten geworden. Die Anlü dtgung der«eiblichm Bedienung mittelst Plakat an den Schaukenstern hat ganz aufaebört und selbst»aS„div. «»«»».m» tAu ouix" verschwinoet immer mehr und mehr von den Firmenschtldem der betr. Bierlokale. Ob hier sanft mahnende Hinweise der Polizei stattfanden, können wir nicht verrathm, denn die Herren Wtrthe schweigen fich auf an ste gerichtete Fragen unter vielsagenden Pantomimen vollständig au», und im Pudltlum dürfte man diese Ankündigungen auch nicht vermissen. Um so auffälliger und nicht sehr angenehm muß da» Plakat in dem Schaufenster eine» durch seine weib liche Bedienung genügend bekannten LokalS in der Charlotten» straße berühren, auf welchem in zolllanger Schrift die„Stroh- wittwer" eingeladm werden. Ob diese— um den mildesten Ausdruck zu wähle«— wenig geschmackvolle Art der Einla- düng überhaupt für dm Wirlh Effekt hat, kann dahingestellt bleiben; vom Standpunkte der Oeffentlichkeit au» verdient fie die entschiedenste Rüge. WaS soll eine junge Frau, die mit ihrer Familie auf einige Zeit abzureism und ihren Mann allein zu lassen genöthigt ist, beim Lesen solche— Taktlofig« leiten denken? Nervöse und reizbare Frauen, die hauptsächlich gmöthigt strd, Berlin ihrer Gesundheit wegen einige Zeit zu verlassen und die ohnehin zu allen möglichen Grübeleien auf« gelegt find, bringt solch ein dummer Zettel auf Gott weiß welche Ideen und kann geradezu verhängntßvolle Folgen haben. De« Charakter de» Meusche« au» seinem Schuh» werk zu erkennen, d. h. aus dem getragenen, diese Kunst übt »in hiefiger Schuhmachermetster ganz in derselben Weise wie jene, welche die Eigenschaften einer Person nach ihrer Hand» schrift beurtheilm. Sin Wißbegieriger, der diesen„kunvigm Thebaner" aufgesucht, legt seine Erfahrungen in einem„Damen« Journal" nieder, und da ist's zu lesm schwarz auf weiß.„An Ihrem Schuh, so z. B. sagte der geheimnißvolle Schuster, sehe iw Unentschloffenheit, Veränderlichkeit, eine Nligung zur Nach- läsfigkeit und zur Umgehung unangenehmer Verpflichtungen, gelegentliche Anwandelungen zur Verstimmtheit. Zeigen Ste mir irgend eine» Menschen Fußbekleidung nach zwei Monaten Tragen», und ich will Ihnen den Charakter der Person de« schreiben. Sind Hacken und Sohle gleichmäßig abgenutzt, so ist der Träger ein mtschloffener, tüchtiger Geschäftsmann mit klarem Kopf, ein zuverlässtger Beamter oder«ine ausgezeichnete Eheftau und Mutter. Ist die Sohle an der Außensette durch« gegangen, so ist der Träger zu abmteuerlichen, unzuverlässtgm, krampfhaften Handlungen, die Trägerin zu dreisten und eigen« finnigen Sketchen geneigt. Ist die Sohle an der inneren Seile abgenutzt, so"zeugt die» von Schwanken und Schwäche de» Manne» von Besweivcnhrit(!) der Frau. Ein junger Mann, seit Jahrm mein Kunde, machte zwei Rädchen den Hof, die ebenfalls bei mir arbeiten ließen. Ich bemerkte, daß daS«ine derselben seine Schuhe an der äußerm Seite der Sohle zuerst abtrat, während die Andere auftrat und beide Schuhe gleichmäßig abnutzte. Ich habe den jungen Mann immer gern gehabt, und da ich sah, daß er zwischen den bei« den Mädchen schwankte, so nahm ich ihn eine» TagrS bei Seit«, zeigte ihm die Sckuhe seiner Flammen und sagte ihm, was ich eben erzählte. Er heirathete die Geradrtretertn und ist mit ihr glücklich, während die Andere zu Grunde gegangen ist." So ein Körnchen Verstand mag in dieser Spreu von Unfinn wohl aufzufinden sein, wenn man den Satz allgemein dahin faßt, daß ein ordentlicher Mensch auch auf ordentliches Schuh. werk halten wird. Etue Svtführuvgsgefchichte, welch« dieser Tage fich «bge-pielt hat, erregt in den betreffenden hiesigen«reisen große» Aussehen. Ein junge? Mädchen, da» fich mit Näh- arbeiten in verschiedenen Familien beschäftigt, beabsichtigte am letzten Sonnabend in Wannsee seine Verwählung mit einem Manne zu seiern, den fie vor einiger Zell kennen und lieben lernte. Sie hatte, nachdem ste die Bekanntschaft ihre» Bräu« tigam» gemacht, die jahrelang gepflegten Beziehungen zu einem hiefigen Ingenieur aufgegeben, der fie nicht immer allzu zart behandelt hatte und auch keine Miene machte, dem längeren Verlöbnisse die Ehe folgen zu lassen. Einige Tage vor dem für ihre Hochzeit festg setzten Termine erschien dieser frühere Liebhaber bei ihr und forderte in drohendem Tone, daß fie von der Adficht, einen anderen zu heirathen, Abstand nehmen solle. Er wurde von dem Märchen abgewiesen und hat nun, wie e» heißt, mit Hilfe eines ihm befreundeten Avothekers unter Anwendung von Chloroform und Gewalt da» Mädchen am Tage vor ihrer Hochzeit entführt, dasselbe von ihrer Woh- nung in eine Droschke und von da nach der Ostbahn gebracht. Von Kreuz au», wohin da» Mädchen geschafft wurde, erhielt die Polizei die Nachricht von der Entführung. Die Entführer find bereits gefänglich eingezogen und dürften alsbald ihre wohlverdiente Strafe finden. I««e? praktisch. AI» Preise für die richtige Lösung eines PreiSrälhselS hat eine hiefige Z«tSrd!e»i»! i,hn Langbein au» Weimar, vormal« Kellner bi» zum Militärdle»»- jedoch er vorbestraft wegen� BettelnS; Karl Lud». Wilb. Eonnenst»� l'ichtern VUUD umv�uuit, j\uu i/iaj niom Pllupr au» Wrrwal, uicn, un o: bettet, wegen schweren und leichten Diebstahls. Landstreick»? ausgegli und BettelnS. BetrugS. E vreffung und Widerstands gegen bestimmt Staatsgewalt bereit» vorbestraft; Kon st. Rcichardt au* Alsdann Handarbeiter, einmal vor bestraft; G.-org Speer au» Mur vorm. I hausen, Handardeiter und noch unbestraft; Gust. Herma>tt der Vers Thimnitz au» Apolda, ursprünglich Schneider, vorbestraft Es ist d Diebstahls, BettelnS, LandstreichenS und HauSfriedensbrr»«»'«inheitlir Ernst Karl Seiler au» Weimar, als Maurer und Tüncher I sehr tedr lernt und wiederholt vorbestraft wegen Wiseisetzlichkelt der Müs die Staatsgewalt, sowie wegen Diebstahls, Betteln» und Ken thet, streichen S; Karl Emil Otto Asp.-rger au» Apolda, ft�V Bei Maurer, noch unbestraft; Rudolf Hennicke aus OoertreR? Dachd-e Maurer uns gering vorbestraft. Sämmtliche zehn Grnatt» bei Saf waren zuletzt Handarbeiter und als solche, wie erwähnt � f- Borst dem genannten Eisenbahn bau beschäftigt. In Kürze ist u? 4. Versch die Sache selbst folgendes zu berichten. Im Frühling d.» U«: wurde von Weimar au* eine Bahnlinie im Bau begonnen,»»?, vm iu. Richtung nach Berka a. Ilm und Tannroda, mit Abzweig straße 1> nach Blankenheim. Die Strecke wurde in Baubezirke, 1% nung. Schachte getheilt und so an einzelne Bauunteinch-ntt � Fragetasi Schachtmeister zur Ausführung vergeben. Jeder einzelne UwA»er nehmer nimmt Arbetter an. so viel er deren bedarf und or°r zjp. die Lohnverhällnisse mit denselben. Hier ward anfangs tz straße Tagelohn bestimmt, während später eine Att Akkord eing-'tt,. wurde. Der Lohnsatz wurde in Folg« deffen auf BewälttSÄ, bestimmter Erdmaffen, und zwar nach Lowrys festgestellt � Direktion setzte 23 P'. die Lowry dafür an. während rf»?# Cckjochtmeift«, Maschke, au» eigenem Ermessen 25 Pf. Die Direktion destimmte indeß. den anzeordntten Satz% b-lten. S« war da» im Maschke'schen Schachte s-ho" x» Ä'Ä nÄLsÄ«>£ Mß Leute stellten die«idett ein. Unter Pfeifen und Sin«"' zß' 1 Vortr 37 ver der Fal Vormttto dreasstra «M, Ve, ixt'*"!• urnet UIIV y 9 beittlöhne wurden am Nachmittag im Gasthofe zu 9n dott ausgezahlt und dort kam e« bereit» zu Thätltchkeften Ko D-rsämn schen Aibeiiern de» Maschke'schen und denen anderer VM straße 33 welche die Arbeit fortsetzen wollten. Dann rottete ein» Ausschuß von etwa vierzig Arbeitern aui erstgenanntem Schacht« � �sten. lammen und zog lärmend nach dem Nachbarschach� Ver ernstesten gestrltete fich die Sache im Tietze'schen Sch-a�'z,� Mo: tag. dort die Arbeiter entschieden ihren Anschluß an W» Sjaßt 2k einstellung verweigetten. Die Aufrührer schimpften und. g/ �Ttvptnl wit Steinen und Eidklumpen und stürmten dann st» gt.der w einige von den Angreifern selbst, namentlich ver* 5,»»vi Haupt, kamen sehr üdtl davon. Der Genannt« m»» Schlachttelde hinweaaetraaen werden und wurde so n» ufmsjwl 000 N. aieü dir abtn n» :n Sät« [d)5ft t« a'.fo«Ol» (fübtung aach dem af« voi» re«, k' »in Vor« ler. I» euiigM ibtn:(I Der®f S rasch« .— Dek zoinhast, der de» e bksd Lummel» ibiunne» mjähriilt gehender «msch-r. nung zu- oben ge« erletzui»! hen und W| »ng nlch» ir und«' nger vo« Anllaz« erkannt« gewese» Mn\ de: B aestZ vor de« frivol«» rchranW lolnisch«» Warte» c sein- atlonal» n Zwei uiraud»! irgentu» n" \2 m ndlung» , Schlei ni?RÜ» cantrW Wohnung in Weimar gebracht. Von den Zeugen wurden Echtiderungen über die Vorgänge im Ttetze'schen Schachte entworfen, die das Bild eines Scharmützels lieferten. AIS am meisten belastet erschien durchweg Herting. Seitens der Staatsanwaltschaft wurde aus dem grohen Matertal Die Theilnahwe an der Zusammenrottung gegen sämmtliche Angeklagte begründet, betreff» der zweiten Frage(ob sich die betr. Angeklagten einer Gewaltthätigkeit schuldiz gemacht) empfahl fie invetz bei Vieren derselben die Verneinung, sowie für drei Andere die Annahme mildernder Umstände, bei den übrigen die volle Bejahung der Schuldfrage.— Die Verthei- diger verwandten sich mir Aufbietung aller Beredsamkeit für «ine möglichst milde Auffaffurg der Theilnahme an den in Frage stehenden Verbrechen. Da» Erkenntnis deS Gerichtshofes lautete in U?beretnstimmung mit den StrafantrLgen der EtaaiS- ü Monate Zuchtbaus, 3 Fahre Ehrverlust: Relchardt 1 Fahr Zuchthaus, 2 Jahre Ehrverlust; Epeer 5 Monate Gefängniß; Thimming 7 Monate, Seiler 6, Asperg 3 und Hennike 6 Monate Gefängnis Kosten für Alle gemeinschaftlich. ®««Otftnuö der Gattin. Vor dem Schwurgerichte zu Glatz sv elte fich End« voriger Woche daS Ende eineS schreck- Mr?,.Drama» ab. Der Gasthosbesttzer David Neumann auS Mühlbach bei Landeck. 29 Fahre alt, lebt« mit feiner jungen Frar�in glücklichster Ehe. Da kam das Veihängnitz in Gestalt Der Dienftmagd Anna Frenze!, einer ebenfalls jungen und hübschen Person, ins HauS. Es entspann sich zwischen ihr und dem Neumann ein Liebesverhältnis, welche» nicht ohne Folgen blieb. Obwohl Frau Neumann bald Kenntnitz von diesem Verhältnitz erhielt, schwieg fie doch und vertraute Niemandem ihren Schmerz, fie ertrrg sogar die rohesten Mitzhandlungen des ihrer übervrüsstz gewordenen Mannes. Fndetz reift« in Neumann der Plan, fich seiner Frau zu entledigen, um die Anna Freni trotz brutalf dei Manne«—..._-----------......... gegeben hatte, thetlte Neumann der Frenze! mit, daß man nunmehr„ernstlich vorgehen müsse", um die Frau au» dem Wege zu schaffen. Man versuchte ek in Folge deffen zu- vö derft mit Fliegenpilzen, dann mit Etreichhölzerköpfen und toä"""sura' äs Wöchnerin eine PhoSphorpillenlösung verabreicht: nahm ste solches nicht willig, so flötzte Neumann eS ihr mit Gewalt ein. Die Folge davon war. datz die Aermste am 22. Dezember 1885 unter arätzlichen Qualen verstarb. Der Unmensch hatte der sterbenden Frau auch die letzte Litte, ihre Mutter noch einmal sehen zu dürfen, verweigert. Die Untersuchung der am 4. Januar d. F. exhumirten Leiche durch Dr. Paul Feserich au» Berlin ergab, datz dieselbe Phosphor und Kupfer im Magen enthielt. Es wurde in der folgenden Gerichtsverhandlung durch die Aussagen d«S Arztei festgestellt, datz die Frau Neumann zweifellos an Phosphorvergiftu-g gestorben fei. Während Neumann in frechster Weise hartnäckig leugnete, war die Frenze! geständig und reumüthig. Sie gab genau den Vor- gang der Sack« an. Beide wurden nach einer kurzen Be- rathung der Geschworenen de» Mordes für schuldig erkannt und zum Tode verurtheilt. erkannt !oer halb« UZ ndlung» ren. lienich«''' AHMÄ N m vr. M" tärdl-n»! nnenst«� a streich«� .g Dermal» -stweg" »sbruiV' ini«* � brttW I Ä ing«! t i| ite» Vi WM Dereine«nd Dersammlnngew Der Fachverei« der Drechsler, Knopsarbeiter und «erw. BerufSgenoffen hiett am 12. d. Mi», seine regelmätziae Generalversammlung in„Saeger'S Lokal", Grüner Weg 29, ab. Der Vorsttzende Herr Schräder erstaltete zunächst Bericht über die bisherige Thätigkeit des Vereins und de S Vorstände». Alsdann erstattete Herr Mönch den Kaffenbericht, sowie den Gesammtbericht über die Einnahmen und Autgaben während de» Eiegel'schen Streit», worüber demnächst die genaue Ab- -rechnuna in Druck erscheinen wird.— Hierauf wurde die Wahl von 4 Vorstandsmitgliedern(welche aulgelost find) vorgenom mm. Gewählt wurden die Herren Schräder alt 1. Vorfitzender: Mönch als 1. Kasfirer: Bleichert und Rüdiger als Bei« sttzer. Ferner wurde beschlossen, am Sonntag, den 15. August, Nachmittag», eine Familienpartie nach Friedrichtfelde zu unter. nehmen. Allgemeine Kranke»- nad Sterbekasse der Metall« arbeiter(E. H. 29, Hamburg). Die vere.niaten Vorstände der Filialen Lerlwi dieser Kasse hielten am 15. Juli im Restaurant Ackermann, Lothringerftratze, eine Sitzung ab. Auf der Tagetordnung stand: Stellungnahme zum geänderten Statut, und wie ist den Mitgliedern, welche arbeitSsähtg find, jedoch mediziniren müffen, da» Konsultirm von Aerzten zu er- l-ichtern? ES wurden folgende Beschlüsse gefatzt: Jede Filiale wählt zwei Vertrauensärzte; autzerdem kann jedeS Mitglied auch den Arzt einer andern Filiale in Anspruch neh« mm, und müssen daher die Scheine der Filialen untereinander | au»geglichen werden. Ferner sollen in jeder Filiale zwei bestimmte Apotheken den Mitgliedern bekannt gemacht werden. Alsdann wurde der Optiker und Bandagist R. Wurach, : norm. I.®. Birck sen., Berlin C, Neue P.omenade 4, von der Versammlung zum Lieferanten der Filialen gewählt.— ! ES ist dringend nothwendig, datz die Vorstände der Filialen l einheitlich vorgehen, um den Mitgliedern Vorthtlle zu schaffen: sehr bedauert wurde eS daher, daß einzelne Filialen eS nicht der Mühe werth halten. an den gemeinschaftlichen Berathun- gm teilzunehmen. Verein zur Wahrung der Interesse« der»«rltner. Dachdecker. Generalveriammlung am Montag, den 19. Fuli. bei Sahm, Annenstr. 16. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. ! 2. Vorstandswahl. 3. Beschlußfassung über eine Landpartie 4. Verschiedene». � Unterstütznuatverei« deutscher Schuhmacher. Montag, dm 19. Juli, Abend« ö'/, Uhr. in Mündt'« Lokal, Köpnrcker- Kratze 100, Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Abrech- nung. 2. Neuwahl d« Vorstände«. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Mitgliedsbuch legittmirt. Verband deutscher Zimmerleute. Lokilverband Berlin Ost. Dierstag, den W. d. M, Abend« 8 Uhr. Pro» kauet« siratze 37—38, Mitglieder-Versammlung. verein»ur Wahrung der materielle« Interessen der Fabrik- und Handardetter. Sonntag, dm 13. Juli, Vormittag» 10'/, Uhr. Mrtglitderversammlung bei Madlitz, An- dreasstratze 26. T.' D-: 1- Monatsbericht der Revisoren. 2. Wahl dei 1. Vorsitzenden. 3. V-rschiedmeS. Ausgabe der : BillrtS zur Landpartie. _.Verein zur Wahrung der Interessen der in der Hutfabrttation beschäftigten Arbeiter. Montag, dm , in' Abend, 8 Uhr, dei Gratwetl, Kommandantenstr. 77-79. 1. Vortrag de« Herrn Dr. vtaha über Lungmkrankhritm. ��kusfion. 3 VereinSangelegenbeiten. 4. Verschiedene« ! und Fragekostm. Die Versammlung findet bestimmt statt. Freie Vereinigung der Vergolder und Fachgmossen. V-rsammluna Montag, dm 19. Juli, bei Seefeld, Grenadier- Bratze 33. Tagesordnung: 1. Wahl eineS BelfitzerS und eineS Autschutzmitgliede». 2. Kassendertcht. 3. Verschiedene«. 4. Frage- rw�?"bavd deutscher Zimmerlente. Lokaloerband West. »? 8- dm 19. d. M.. in Gründer'« Salon. Schwerin- gt�er werben aufgenommen. Zeutral�Krauken« und Eterbekasse der deutsche« Wagenbauer. Bezirk Berlin l(Osten). Montag, dm 19. Juli, Abend» 8'/, Uhr, Versammlung in Säger» Restaurant, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Abrechnung. 2. Wahl der Ver waltung. 3. Kaffmanaelegmhettm. Produktiv u«d Rohstoffgenossenschaft der Eckuetder zu Berlin de- Fonds dringt der„Schweizer Vollelreund" folgende Etnzelhettm: Der am 8. d. um 10 Uhr von Chaux de. Fonds nach Biel abgegangene Zug ist nach einer Fahil von etwa einer halben Stunde zwischen Conoers und &%%% R* w den Bahnkörper ein. wovurch fich die nachfolgenden Wagen aufeinander stauten; die hintersten Wagen drangin in die vorderen und es entstand ein furchtbare» Durcheinander. Von fünfzig bis sechzig Passagieren, welche fich in dem Zuge befanden, wurde Niemand getödtet: zum Glück waren der erste und zweite Wagen unbesetzt. Drei Personen stnd schwer. acht andere leicht verwundet. Die U-glücksstätte bittet etnm ttaurtgen Anblick; der Zug liegt im Zickzack über der Linie: der Materialschaden ist sehr dedeutend. Die sofort angehobene Untersuchung wird ergeben, ob der Fehler an der Lokomotive oder am Geleise lag. S-tzt- Nachrichte». Zu de« englische« Wahle«. Auf Grund de» Wahl« ergednisse, ist da««adinet nach der„V off Ztg." entschloffen, unverzüglich zurückzutreten. SaliSdurv wird etn neue« Kadinet bilden, indeß ohne Mitwirkung der liberalen Unio- nisten, welche den Eintritt in die Regierung abgelehnt haben, weil fie nicht« unternehmen wollen, waS MeinungSoerschiedm- heitm unter ihnen erregen könnte, und weil ste üderdies ab»«- N'igt find, einen Schritt zu thun, welche: die Rückkehr zur liberalen Partei erschweren würde. Das Theaterduell zwischen dem französtsche« Krieg«. minister und dem monarchistischen Senator ist Programm- mäßig verlaufen. Man meldete gestern darüber: Heute Morgen 9 Uhr fand in Meudon da« Duell»wischen Bau- langer und L-ceinth statt. Nachdem Latein y einen Fehlschuß abgegebm hatte, feuerte Boulanger in die Lust. Um 10'/, Uhr kehrte Boulanger tnS Ministerium zurück, vor welchem fich eine große Menschenmenge angesammelt hatte. Wie wir den letzten egyptischen Nachrichten ent- nehmen, veranlaßte die außerordentliche Sterbltchkeit und der ungeheure Krankenstand umer den in Ober> Egypten befind- lichen englischen Truppen den General Stephenson, sämmtliche noch in Assuan und Umgebung stehenden britischen Truppen zurückzuziehen und dmch einheimische zu ersetzen. Bon allen Seiten werden Mtlitäroerstärkungen urgirt. So richtete Watson Pascha angefichts eines demnächst seitens der Rebellm bei Suaktm devorstehenden Angriffes da» Verlangen an die eayptische Regierung nach sofortiger Absendung von Verstärkungen, indem die zu seiner Verfügung stehenden Streitlräfte theil» durch Krankheiten und theilS durch die exzesfive Hitze außerordentlich geschwächt und bei der immer drohender fich gestaltenden Haltung Osman Digma« Be- fürchtungen nicht ungerechtfertigt stnd. Die von dem Deleztrten deS Khevioe in Wady Haifa, Brigade. Genera! Schuhdi Pascha, einlaufenden Berichte lauten nicht ungünstig und scheint der- ielbe in seinen Verhandlungen mit den Sudanesen günstlse Fortschritte zu machen, so daß die Hoffnung gewiß keine unbr» gründete ist daß e« ihm gelingen werde, den Einfall derselben in Egypten zu verhindern. Namentlich wünschen die suda- nefischen Tribus nahe der Grenz« und bis Donaola die Wieder- Herstellung friedlicher veziebunaen und die Wiedereröffnung deS Handels. Doch auch Uuffuf Pascha verlangt dringend Trupvenvcrstärkungen, um fernen Verhandlungen mit den Scheiks den nothwendigen Nachdruck geben zu können, w:tl er nur auf diese Weise die ihm gestellte Ausgabe zu lösen im Stande wäre. � � vom Reichsverstchernngoamt. Das Reichs verficherungs- amt wird vor Ende S ptember keine Sitzung mehr abhalten. 0* gehören ihm bekanntlich a» nicht? ändige Mitglieder 4 vundeirathtmitglieder an. von denen jetzt schon einige ihren Urlaub angetreten haben. Auch der Präsident Boediftr wird demnächst auf Urlaub gehen. Bei der Gelegenheit sei erwähnt, da? die verschiedentlich laut gewordenen Klagen über die Höhe der VerwaltunaSlosten der Beruft' genossenschaften dai Reichverficherungtamt schon vor längerer Zeit veranlaßt haben, eine genauere Untersuchung der Berechtigung derselben anjustellen. KriefKitsten der Redaktion. Alter Abonnent. Der Betreffende ist mit dem Reicht« taztabgeordnetm gleichen Namens nicht identisch, im Uebrigen ist unt der Mann völlig unbekannt. Wt. St. Das Zentralbureau der„Hansa" defindet sich Kronenstraße 2, das Bureau der Packetfahrtgesellschaft Alexandrinensir. 93. A. W. 65. velzig. 1) Die deutschen Vereinsaesetze(mit Kommentar), bearbeitet von Dr. Hermann LiSco, Verlag von (fr. Kortkampf, Berlin, können Sie in jeder Buchhandlung be» ellen. Preis 1,80 M.— 2) Heine'» Werke find bereits jetzt fti von Hofmann u. Campe(Hamburg), dem ursprünglichen Ver< l'ger, in einer billigen Ausgabe zugänglich gemacht. Dat „Buch der Lieder" kostet hier hübsch gebunden eiie Mark, ebenso jeder andere Band.— Für die Fragen 3—5 wenden Sie sich am besten an einen Buchhändler.— 6) Der Name deS betreffenden Abgeordneten ist Geyer.— 7) Rochefort war gemeinsamer Kandidat der bürgerlichen Radikalen und der Sozialisten, daher sein W-hlfiea. Roche hatte aber einen ra- dikalen Gegenkandidaten; obwohl er also nicht siegte, stellt die Stimmenzohl, die er auf sich vereinigte, doch einen großen Fortschritt des Sozialismus dar. G. R. Ihr Anspruch auf 14tSgige Lohnentschädigung ist durchaus nicht zweifellos: wir würden Ihnen aber dock rathen, die Klage bei der Gewerbe. Deputation zu versuchen. Wenn in der Verhandlung Ihr bt-'heriger Erdeitgeber die uns von Ihnen mitgetheilten Einwendungen macht, so entgegnen Sie nur, daß derselbe nie die Jnnehaltung bestimmter Arbeitsstunden ver» langt, vielmehr Ihnen öfters gestattet habe, sich vorzeitig zu entfernen oder später zu kommen. Oelheim. Die Nrn. 1—24 des SonntagSblattet können Sie von der Expedition unseres BlatleS gegen Einsendung von 1,80 M. in Briefmarken beziehen. A. V. Wenn der Inhaber eineZ B-rgnügungslokalS nicht dafür sorgt, daß sich die Gäste nicht durch aus der Mauer Herr« stehende Nägel beschädigen können, so ist VaS ein Verschuld� daS ihn schadensersatzpflichtig macht. Fordern Sie den Sf Haber deS Lokals, nicht den Oekonomen, zum Ersatz% Schadens auf, eventuell verklagen Sie ihn. K. I. IL Unseres Erachtens geht Derjenige, der ein» im städttichen Krankenhaus behandelt ist und die Kosten anj! Armendrputation ratenweise abbezahlt, darum setneS W» rechtes nicht verlustig. F. W. 59. 1. Ihr Meister kann, wenn nicht zwW Ihnen die Kündigung ausdrücklich auSgelchloffen war, C wegen Nichtinnehaltung derselben auf Schadenersatz verklag» Daß Sie zur Arbeit MÜcklehren, kann er dagegen nicht» langen, und von einem Betrug Ihrerseits kann gar nicht* Rede sein. 2. Verklagen Sie Ihren Meister beim Amtsgen» seines Wohnsitzes auf Herausgabe der Sachen und beonw Sie, mit Rückficht darauf, daß Sie die Sachen dringend ß brauchen, in den Ferien Termin anzusetzen. Die Klage» an dem Wohnsitz des Beklagten angestellt werden. Zu 9» Vertretung im Termin bestellen Sie einen dortigen Belam»° mit schriftlicher Vollmacht. Gg. R., Kfm., München. Am heutigen Tage ist 9» Gabe an F au K. abgeliefert worden. Besten Dank. Theater. Sonntag, den 18. Juli. Nelle-Alltance-Theater. Das Paradies, Ge« sanaspoffe in 4 Akten von Leon Treptow und #. Herrmann. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ivstend-Theater. Philip pine Welser. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ktttaria- Theater. Amor. Tan». Poem von Sutgi Manzotti. Montag: Dieselbe Vorstellung. Walhalla-Theater. Capricciosa. Montag: Dieselbe Vorstellung. Arall's Theater. Der Posttllon von Lonjumeau. Montag: Der Freischütz. Kansmann't Variete. Groß« Spezialitäten» Lorstellung. Passage 1 Tr. 9 M." 10 A Kalaer-Psnorsms. In dieser Woche: Neu! Zum ersten Male: u. Reise durch die Pyrenäen. Di« malerische sächsische Schweiz. Hertha-Aetse. Saroltnen«Inseln. Sin« Reise 20 Pfg. Kinder nur 10 Pfg. Ar Kllem's Tolksaarten, Hasenhaidt 1. Montag, den 26. Juli, Nachmittags 3 Uhr: Sommerfeft der Central-Krante«' vnd Sterbekasse der Schuhmacher[145 und oerwandten Berussg. Deutschlands(E. H.32). Große» Rtlitär-Coneert und Ball. Billets dazu,» 20 Pf., sind in den Zahlstellen bei Herrn Burisch, Markusstr. 33, und Papke, Naunynstr. 36, zu haben. Der Ueberschuß ist für den JnralidenfondS bestimmt. D. V. Stiftungsfest des Fachvereius der Steiuträger Kerlins und Umgegend Sonnabend, de« 24 Juli 1886, im Konzerthause Sanssouei.Kottbuserstr.4». Billets find nur vorher in den mit Plakaten belegten Lokalen zu haben. Abend- kaffe findet nicht statt. Alle Kollegen und Freund« werden hi-rzu freundlichst ringe» D laden.[141] Da» Fest-Komitee. Schweizer Garten. Am Friedrichshain. Haltestelle der Ringbahn. Am Königsthor. „»i-a,.,«: Großes Concert«. Vorstellung. Auftreten sämmtlicher Spezialitäten, deS Komiker- Trios Jona». Grosch und Glüfae, Auftreten der Majol-Trupp« in ihrer Heniationeluftnumaei: Bit«« Lasel als lebende Kanonenkugel. Mi»» Lazel wird au» einer Kanone geschoasen und von Miss Zern» aufgefangen werden Die lustigen Heidelberger. Große Studentenpoffe mit Gesang in 1 Akt. VolkSbelusttgungen aller Art. Elektrische Brhn. Tanzkränzchen. Rutschdahn. «ntree 30 Pf. UM- Abend»: Große Zlluminatwn und elektrisch: Beleuchtung.-M» Mm«.«. A. d. M.: Grosses Kriegssenerwerk. Zum Schluß, zum ersten Male: nie Schlacht hei nagemta. Große» militärisch- pyrotechnisches Schauspiel unter Mitwirkung von 150 Personen. Cigarren- u. Tabak-Handlung en gros en detail Fritz Goercki Berlin SO., Admiralstraße 40(frühere„Linde"). Import echter Havanna, Lager aller Sorten Ranch and Schnupf- Tabake. Stich assortirtes ssnge» echt tKrkischer, russischer aah ameriiurnifcher Cigaretten a. 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Herren, welche daran ihetlnebmen, zahlen 50 Pf. nach. Eröffnung beider Lokal« um 3 Uhr. Anfang des Eonccrts um 4 Um. Killett a 30 Pf. sind auf sämmtlichen Zahl- stellen unserer Kaffe, sowie in den mit Plakaten bele,tten Handlungen>u haben. Programme am Eingange der Lo'ale. Der U-derswuß ist für dic Invaliden unserer K�ffe bestimmt. Die Miiglteder sowie vie Freuide unserer Kaffe ladet zu düsem Feste ganz ergcdenft ein III] Da» perguLgungs-Komite«. Du„Frei« Bereinigung fämmtt. in im chirurgischen firanAe beschäftigten Lerufsgeuoffeu" hält Dienstag, den 20. cr„ im Seefeld'sche« Saale, G.enadterstr. 33, lldendS 37» Uhr, ihre statutenmäßige Mitgliederversammlung ad. Tagesordnung:[144 Kaffentericht, Stmift-k de! V«ro,enstci in den Metallwerlstätten, Verschiedenes, Fragekasten. perei« zur Wahrung der Interesse« der Fackirer aller Krauche«. Montag, den 19. Juli. AdendS 8 Uhr, im Sratweil'schen Lokal(oberer Saal), Komman- dartenstraße 77/79, Dersammlnug. TageS Ordnung; 1. Bericht d. Ardet:Snachwei!kommilsion über die Verhandlung mit den Meistern. 2. Äs- kussion. 3 B.'richt de« Vergnügungskomitee». 4. Verschiedenes und F.agekasten. Neue Mft- glieder werden aufgenommen. Gäste willkommen. W.gen der wichtigen Tagesordnung ist da« Er- scheinen jedes Mitgliedes erwünscht.[142 Gauverein der Maler Berlins.- Versammlung om Dienstag, ven A).d M'.,., Abends 87. Uhr. in Gratweit« Kierhallen, Kommandanten- Straße 77-79. Tagesordnung: I. Kassenbericht. 2. Auf- nechme neuer Mitglieder. 3. Fachschule(Re» fetenl: Kollege Opitz). 4. B?rlchi.d.ne»(Ver- 5- Kniierordentliche General- Versammlung der freien Kranken» u. Begräbntß-Kasse der Schuhmacher n. vttnfsgenossen Berlins findet Montag, den 26. JJl 1886, Abend! 8 Uhr. � �0�e�,�irrn F'urrstei«. Alte Jakob straße 75, im oberen Saale, statt.>138 Tagesordnung: Statuten Vorlage und Be- rathung.— Quittung« buch legitimitt. ____ Der Vorstand. Verein verliuer Ätuckate Allen Mitgliedern zur Nachricht. Beschluß die Versammlungen von jetzt 77» Uhr Abend» beginnen. Gleichzeilig wir bekannt, daß am Montag, den 19.! Niekt't Salon, Kommandantenstr. Vrreiusoersammluag mit folgmder orbnung stattfindet: 1. Vortrag deS Herrn I h l a u über�, hetlmethodr". 2. Dritte Lesung der vorläge. 3. Innere Vereinsangele Verschiedenes und Fragekosten.— U* zahlreiches und pünklliche« Erscheinen bim' 139] Der Vorsts Auk AWMung: Glezauie Herren-% und Knaben»Aniiige,% sowie Damenkleider, m Pegen-Mäntel K- im Tuch- Geschäft Prinzenstr. 53, X gegenüber der Turnhalle, w Regatateuf� ■ goldene und silberne aachem-lhre'L »hren mit PatentschlSsLa L narf) öfßi%G T Wanduhren welche» nie, selbst drehen der Zeiger nicht, salsch und die Stunde repetirt. ß'. silberneu Talmtkette«. Wfsi'L kauft man am besten und diu»»'' der Uhren-Kabrik-o» »»x 157 Jnvalideuftrasse zwischen Brunnen» und Afl jede gekaufte oder reparirt« reelle Garantie geleistet. E. Schläfst. f.H. Brandendurgstr- 68 1U j Eine Schläfst, f. Hrn.Re!chinbrrgerstr.i�Ü Soeben erschien Nr 30 des „Kahren 3aWL Zu beziehen durch die Expedition. «ß« 44. Wieder vorräthig! Alt KSMldkWttlltlt dem veutscheu üeichb Komplet Heft wnff, 44. m Einen Iirbeitsmarkt. � Aroett»b«rsqe» oni. Pchcnl, «orbmachera.s. vnl. Holze. WmWÄTu TSfcS �2 S 1 rendenberg, fitoMnh. 38. Seran, wörtlicher Rrbalteur« Kronhetm in Berlin. Druck und Verlag von«ax»abtoT Die Buchdruckerei MAX£ BERLIN SWM Beutb-9Cf' empfiehlt sich iur. Anfertigung von Drucker jeder Art bei prompter und billiger" Koet en- Anee h läge und PaplcrPr0 und frsnco, m Ber'tn 8W. Beuthuratn ±