ST Ztr. 168. ii» DotttterAag, de» 32. Juli 1886. m. frlinerDolbtlöK Brgan für die Intereffen der Arbeiter. We mirlhslhistlilhe Anmchie. Das«aazlerblatt hat emmal zur groß«« fittliche» Eat. ,üstu«g unserer liberale» Bourgeoisie die Behauptung auf. gestellt, daß da« sogenannt« Mauchesterthum— jene Richtung, welch« da« Ntchteinmischen de« Staat« in die Diese Behauptung war, so wenig wir sonst mit dem Kanzler. vlatt un« in Uebereinstimmung befinde«, durchaus zutreffend. Da w unserem«irthschaftlichen Leben da» Prinzip der »freien Konkurrenz" dominirt, so habe« wir auf turrenzkampf mit allen Mittel«. Wen« die sächsische« Textilwaarenfabrikante» über die Engländer auf dem Welt« markt sieg«, so stimmen wir nicht in das Triumphgeschrei «in, da» in de» Blätter» darüber erHobe» wird, sonder« wir fragen«ach den Mittel«, mit denen solche.Siege" erfochten Auslände, Verlängerung der Arbeit, zeit, Herabsetze« der Arbeitslöhne. Ueber solche.Siege", mit solche» Mittel« erkämpft, fteue« wir un« nicht. ihre ganz außerordentliche» niedrige» Preise aus dem Felde geschlagen bat. Nu», wie wird erst der Autfall gedeckt werden, der durch diese außerordentlich niedrige» Preise entsteht? Wird Herr Krupp seine« Unternehmer. gewinn verringern oder gar ganz auf denselben verzichte», nur um die Ehre«ine» Triumphe« zu habe»? Da« glaube» wir kau«; wie immer wird man in solchem Falle einfach bemüht sein, die Produktionskosten soviel al« möglich zu verringern und durch Heranziehung recht billiger Arbeit«. kräfte, durch möglichste Ausnutzung der Arbeftskraft de» Einzelne» den Ausfall wieder auszugleichen, der durch die niedrigen Preise entsteht. Daß die englische« Eisenindustrielle« unterboten werde«, hat seine» Trund darin, daß sie die Arbeft»löh»e nicht so»ach Beliebe« herabschrauben könne», wie die deutsche« Eisenindustrielle«. I» England haben die Sisenarbetter jene mächtigen Verbindungen ge. bildet, die fich nicht so ohne Weitere« eine Lohnherabsetzung diktire« laste», sonder« stet« zu lange« und schwierige« Lohnkämpfe« gerüstet find. Wer bei diese« Konkurrenz. kämpfe bester fährt, ist un« klar. Wen« die Engländer auch in einer Konkurrenz geschlagen werde», so find st« immer «aqtoack«ertrt«. IkeuMeton. Spuren im Sande. Roman von Ewald«»gnft König. „Er hütete seinen Schatz mtt Argu«auge»," fuhr Paul fort,.niemand durste sei« Zelt betrete«, da« er dicht nebe« dem Loch, in dem er arbettete, aufgeschlagen hatte. Wie ''.-_. und fei« Benehmen un« freund. war e» K'ommen; WWW genthum war, et kam mit seiner Forderung nicht durch, und daß er feftdem un» 9°�«. war allgemein bekannt. Wa, lag un« daran! Die Gesellschaft, in der wir lebte», wechselte fast jede« Tag; die, welche keine Geduld hatte« oder ihre Gruben erschöpft sahen, brachen ihre Zelte ab und wanderte« weiter, dafür kamen wieder andere Personen, die auf«nserem Platze ihr Glück versuche»»ollte«. Da lernte man keine« gründlich k<««ea, t* war unmöglich, wen» man'« auch gewollt hätte, jede« Tag sah man neue Gesichter. Unsere Min« war nun auch erschöpft, wir hatte» schon ein« ganze Woche vergeblich gearbeitet und nicht« mehr ge. funden, und da wir noch nicht genug besaßen, so entschlosse» wir un» kurz,«nser Glück noch etnmal an einem anderen Platz zu versuche». T« sollte der letzte Versuch sei«, wie er auch ausfalle« mochte,»ach ihm wollte« wir die Heim« nis« antreten. Wir hatten alle Vorbereitungen getroffen, um nächste» Morgen wollte» wft aufbreche». Und in der Nacht, welche diesem Morgen vorherging, wurde der Zrländer Patrick ermordet." . Paul machte eine Pause und griff nach seinem Humpen, wft zitternder Hand führte er ihn zum Munde, und al« er getrunken hatte, strich er ttef aufathmend über seine Sttrne, die finstere Schatte» umwölkte». „Wir hatte« unser Zelt abgebrochen und de» kleinen Karre» bereit« mit«nsere« Geräthschafte« belade«, al« der Mord entdeckt wurde," fuhr er mtt bebender Stimme fort, «och bester daran, al« wtt, wen« bei un« die Löhne herab» gedrückt werden und die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter ch abermal« vermindert. Da« letztere wirkt auf alle Ver« 'ltniste unheilvoll zurück. Dazu kommt«och da« eigenthümlich« Verfahre» unserer deutsche« Elsenindustrielle« im Zulande. Während sie dem Ausland Schienen von 75 Mark liefet» ten, um in dem Wettbewerb zu siege», hielten sie im Inland eine« Prei« von 135 Mark, von dem sie nur sehr wenig abwiche«. Schon daraus kann«an ersehe», »ie wenig etwa patriotische Gefühle mtt de« Liege» unserer Großindustrielle« zu thu» habe«. E« ist intereffant, in de» große« Blätter« und in deren Börsenberichte» die Wirkungen dieser Art von„fteier Kon» kurrenz" zu verfolge«. Gleich«eben dem Jubelgeschrei über die„Siege" der deutschen Industrie im Auslande ertönt da« Jammergeschrei über die immer steigende Unsicherhett in der Kapitalanlage und über da» Sinke« de« Zinsfußes. Die Herren Rentier« find in Verlegenhett; st« wiste« nicht, wo ihr Geld anlege», und ohnehin ist ein« Menge von Werthpapierbesitzer» so unvorfichttg gewesen, ihr Geld in russische« Papiere« anzulegea, weil man nicht wußte, wo ander«, daß bei einem ernste» Konflikt mit Rußland diese Anlage» so gut wie ver» lore» find, liegt auf der Hand und die russische Finanzver» waltung wird solch ei«„Geschäft" gar nicht uager« machen, den» da« entspricht der mo»kowittsche« Staat«. kunst. So straft fich die„freie Konkurrenz" selbst an de« Träger« diese« System«. Aber Jeder sieht eben in dem allgemeinen Wirrwarr zu erhasche«, so viel er kann. Wir find natürlich nicht dazu da, da« Interesse der Rentier« und Inhaber von Werthpapiere» zu wahren. Wen» diese aber die Ursache der Unsicherheit im Anlege» von Werth» papieren und de« sinkende» Zinsfuff«, kenne» lerne« wolle», so möge« sie nur beobachte», wie in de» letzte« Jahre« der Verdienst der in der Industrie beschäftigte» und davon fich ernährende« Volktmaffe« ae» funke» ist. Mit ihrer Konkurrenz um jede« Prei« hat die Industrie fich selbst bei de» Masten de» Absatz für ihre Produkte versperrt. Die Manchestermänner find immer»och der Meinung, diese„fich selbst regelnd« Anarchie", dieser Kampf Aller gegen Alle werde un« schließlich noch zu gesunde« Zustän» de« führen. Diese Anschauung ist eben so utopiststch, wie jener Anarchismus, der de« Staat abschaffe» und vi« Ge» sellschaft in Gruppe» auflöse« will. Nein; au» diesem Wirr. warr kann un« nur eine staatliche Gewalt rette«, welche Normen schafft, mnerhalb deren fich Produktion und Ibsatz zu bewege« haben. „man fand de« Jrländer erdrosselt in seinem Zelt, er war über Nacht ermordet und beraubt. Richtete fich«un gleich ei« Verdacht gegen un», weil wtt die nächste» Nachbar« de» Ermordete« gewesen waren, oder wollte man für alle Fälle " her gehen— genug, mr wurde» umzingelt und an der reise verhindert. Während wir«och gegen diese« Gewalt. akt proteflirte«, hatte« Andere da» Zelt de« Ermordete« durchsucht und dort Fußspure« gefunden, die erkenne« ließe«, daß der Mörder eine« Klumpfuß habe» mußte. Diese Spure« führte« von der Mordstätte bi» zu unserem Zelt und jetzt fand man auch«och«eben unserem Zelt eine dünne starke Schnur, von der man sofort behauptete, mit ihr fei ie Mordthat verübt worden. Konrad'« körperliche« Ge. breche», sei» Klumpfuß, lenkte de« Verdacht auf ihn, obwohl sonst jeglicher Snhalt für«wen solche« fehlte, und— wie ich«ochmal» betheure— fehle« mußte. Konrad aber hatte eben manche Feinde, und man erinnerte fich jetzt auch seine» frühere» Sttette» mtt dem Ermordete«. Im Nu hatte ei« Dutzend Fäuste ihn ergriffe»; selbst der Umstand, daß wtt «griff gewesen waren, de« Ort zu verlaffe«, e« ihn dienen. im U.. mußte jetzt al« Beweis"gegen ihn diene». Vergeben» bemühte ich mich, ihn au» de»....... hörte nii zu, auch>ty|tl VMVHU,..»,«»v w» j.y»| v.VM», v»< gene solle unter ficherer Bedeckung vor de» Richter geführt werde», warf man mir vor, ich wolle mtt dem geraubte« Geld« den Richter zu besteche« suche«. Erbittert und der Ver« zweiflung nahe hielt" da« Beste, den Richter meine« Bruder anzurufe« de» Mcke» gewandt, al« sie au« ihrer nnd zwölf Beschworene �wählte, die«w von zehn Minute» de« Gefangene» schul Mwute» später war da» Urthetl diese» e einen Richter «wer verathung _ erklärte«. Fünf Lyachgertchte« schon vollstreckt— ich fand bei meiner Rückkehr nur»och eine Leiche, und man machte Miene, auch mich zu ergreife« und mtt mir in derselbe« Weste zu verfahren. Ich mußte vor der Bmtalttät der Goldgräber, die de« arme« Konrad gemordet hatte«, flüchten," fuhr Paul in seiner Erzählung fort,„wenn ich da« eigene Lebe« rette» Politische Ueberstcht. Die weitere Entwtckeluvg de« Branntweinsteuer« plane«. Au« allen östlichen Provinzen kommen Nachrichten, daß die Branntweinbrenner fich verpflichten, die Prdduttion in der nächsten Kampagne um 20 Pro,ent einzuschränken, und der Verein deutscher Spiritusfabrikanten hat schon Grund zu triumphiren, daß seine Agitation in dieser Richtung erfolgreich gewesen ist. Fetzt erfährt man auch den„vornehmsten" oder vielmehr„einzigen" Zweck der BetriebSreduttton. Er ist die Steigerung der Preise. Warum will man aber die Preise steigern? Ersten« weil»ahlreiche Brennerei.Fnhaber ohne die Steigerung der Preise mit Sicherhett dem Untergänge geweiht seien. Zweitens(und die« wird von den schlauen Leitern der Agttatton für diejeniam, welche e»„nicht nöthig haben", besonder» hervorgehoben) weil der nächste Winter wahrscheinlich die vranntweinsteuerftaae zu Ende dringen werde. E» sei politisch von der größten Bedeutung, zur Zeit der Steuerreform bessere Preise zu haben, denn e« sei nicht anzu« nehmen, daß eine Steuerreform ohne PreiSfixlrung durchgehen werde. Gebe e« in der neuenKampagne niedrig« Preis«, so werde die Preiiftxtrung niedriger 'hohePretse, so werdeoie »«fallen. Diese Kalkulation, mag zutreffend sein, indeß hängt , x da« Schicksal de« Stcuergesetze«, da« ja in der nächsten Sesston unfehlbar wiederkehrt, alle« davon ab, ob die Zer. setzung de« Zentrum«, dem so viele Interessenten an« gehören, weitere Fortschritt« macht oder ob e« Herrn Wtndthorst gelingen wird, die Partei noch einmal in der Opposition zusammenzuhalten. — Wir glauben da« nach neueren Beobachtungen, offen ge« standen, nicht mehr, find vielmehr der Anficht daß in der neuen Sesston dem Fürsten Bi«marck«ine große Majorttät für seine Pläne zur Verfügung stehen wird. Mtt dem Zentrum wird die Oppofition sehr bald nicht mehr rechnen können. Da« ist eine unangenehme Wahrheit, aber e« ist besser, fich ihrer zu rechter Zeit bewußt zu werden. chWZNMZ von jeher fich dagegen erklärt haben. Die württem. PlAHA, I V V«» V ausfallen, gebe«« hol Preisfixirung Hachau schreibt die„BreSl. Maztg", r politisi seine en, finanziellen und ttmme nicht abgeben könne, und volttwirthschafllichen Gründen »geben könne, und der Minister v. Mttt. nacht wiederholte dtt« in der württembergischen Ständekammer vom 30. März 1876 mtt dem Bemerken, die Regierung werde auch femer diesen Standpunkt mit Entschiedenheit im Bunde». rathe vertreten. Hieran hält, wa« kaum verfichert zu werden braucht, die württembergische Regierung auch heute noch fest. mer ist die sä ch sif che Regiening, entsprechend ihrer im anuar in der Finanzdeputation der sächflschm Abgeordnete«. r. wollte; im Walde fand ich ei» Versteck, hier hielt ich mich, bi» die Nacht««brach, verborge». Meine Verzweiflung und «ei« Schmerz waren grenzenlo«. Mein Blut kochte, ich hätte die Elenden, die einen Unschuldige» in brutalster Weise hingemordet hatten, mtt meine» Hände» erwürgen möge«, aber wa» wäre dadurch erreicht worden? Mem armer un» «eine« Bruder» und beerdigte sie, aber von unserem Zelt und allem Uebrige», wa« wir besesse« hatte«, war keine Spur mehr zu entdecke«. Wie jeder Goldgräber, so hatte« auch wtt unser Versteck, in dem wir unsere Ersparnisse auf. bewahrte», und diese« Versteck war von de» Mörder« glück- licher Weise nicht entdeckt worden: mit dem Geld« in der Tasche ttat ich, al« der Morgen anbrach, de« langen, mühe. volle« Marsch zur Küste an. Hätte ich nur die mindeste Hoffnung hege« dürfe», daß e« meine« Nachforschungen ge. linge« würde, de« Mörder Patricks zu entdecke«, so wäre ich in der Gegend gebliebe», aber mtt fehlt« dazu jeder A«. Haltepunkt, und dort unter dem Gesindel vermag auch der Einzelne nicht« auszurichte«. I« den Städte», die ich auf meiner Wanderung berührte, Hab« ich mich allerdings um. aefchaut, ob ich nicht etwa einem Manne mit einem Klump. E _ jnete, aber was ich suchte, fand ich nicht, und wenn ich e« wirklich gefunden hätte, wa« wäre da» Resultat ge« wesen? Wie viele solcher Leute giebt e« nicht, wie konnte ich wisse«, ob ich de» Schuldigen vor mir hatte? Durfte ich de» erste« Besten eine« Morde« beschuldige«, nur deshalb, weil er eine« Klumpfuß hatte? Ich sah b-lld ei», »ie thöricht«eine Hoffnungen waren, aber e» litt michZauch nicht länger in jenem Lande, in dem ich so viel Entsetzliche« erlebt hatte." biete« konnte.„ „Man begreift hier freilich nicht, wie Konrad in solcher Weste hingemordet«erde« konnte," sagte er mit heiserer Stimm«,„ich war schon»uf dem Gericht de»halb, der lammet abgegebenen Erklärung, eine entschiedene Gegnerin d-S ReichSeisenbahnprojektei. Bayern denkt aber heute so wenig alt früher an eine Abtretung der dcy'.ischen Bahnen an das Reich und wird auch einer Zentra« lifiamg auierzayrischer Lahnen in der Hand des Reichet auf dem durch die Reichtverfaffung zu Gebote stehenden Wege ent» p'genwirken. Daß auch die Landetvertretungen von Bayern, W irttemberg und Sachsen gegen das Reichteisenbabnprojett find, braucht kaum erwähnt zu werden. Wat nun die Stellung d r preußischen R gierung in der ReichteisenbahnKage betrifft, so kommt dieselbe auch setzt noch in folgender Ecklä- ruig zum Auidruck, welche Minister Maybach in der Sitzung d-t preußischen Abgeordnetenhauses vom 13. Februar 1879 ab» gab:„Die preußische Regierung hält an dem fest, wat ste im Jrhre 1876 gelegentlich der Vorlage wegen Urbertragung det Elgenthumtrechtt det preußischen Staates an das Reich auS» gesarochen hat, nämlich, daß ste, sofem dat Reich auf diese An« erdtetung nicht eingehen möchte, et für nothwendig halte, im eigenen Lande mit denjenigen Maßregeln vorzugehen, welche das eigene Interesse gebietet. Der Gedanke, ReichteUenbahnen int Leben zu rufen, in dem Umfange, wie et dat Gesetz vom 6. Juni 1876(weichet dem preußischen Staate die Erwach. tigung ertheilte, seine Bahnen an dat Reich abzutreten. Die Redaltion) in« Auge gefaßt hat, fand bekannt- Ii) bei unseren verbündeten Regierungen nicht den Anklang, auf den man geglaubt hatte rechnen zu dürfen. Et liegt kein Anlaß vor, nach irgend einer Seite eine Pression zu üben. Wir wollen ja alle Rückficht nehmen aus die ver- dündeten Regierungen, indessen et wird uns nicht zu ver- denken sein, daß w'.r uns im Hause selbst vorläufig so ein« richten, wie et unserem Jatereffe entspricht." Et unterliegt zwar keinem Zweifel, daß der Verstaatlichungtprozeß in Preußen seiner Zeit nur alt eine Etappe zu dem Ziel des Rlichteifendahnprojettet aufgefaßt wurde, allein man erachtet an maßgebender Stelle die gegenwärtige Zeit alt nicht damach angethan, weitere Schrttte in der eingeschlagenen Richtung zu thun. Die Regierung bat in Preußen in der Verwaltung der Eisenbahnen ganz freie Hand, weil ihr hier ein blind ergebener Landtag zur Verfügung..... �. steht. Die Kontrole det Reichstages würde ihr— wenigstenl heute noch— viel unangenehmer und empfindlicher sein. Damm hat ei mit einer Aenderung heute keine Eile. Konservative Politiker beklagen stch häufig genug über die immer mehr um fich greifende Bildung unter den Arbetter« Massen. Besonder« find sie erdoßt auf den Fortschritt, den dat Verständniß der Naturwissenschaften u. s.». unter dem Volke macht. Daß diese Klage fich natürlich nur auf die Städte- bevölker ung und diejenige der Fndustriegegend beziehen, welche sozialvemokratisch oder fortschrittlich wählen, ist ja bekannt, denn über die Bildung der Landbevölkerung in den konservativen Gegenden braucht man fich wahrlich nicht nach dieser Richtung bin zu beklagen. Im Gegentheil! Davon giebt folgende Thatsache Zeugniß, von der wir schon an anderer Stelle Mittheilung machten:„ftn der Nähe von Bentschen (Posen) war in einer ländlichen Gemeinde ein Ballon nieder- gegangen, der von einem Offizier und einem Unteroffizier der Luftschifferabtheilung det Eiienbahnregimentt besetzt und von Berlin aufgestiegen war. Die beiden Insassen de» Ballons konnten desselben nicht Herr werden, da der ausgeworfene Anker nicht richtig gefaßt hatte. Sie riefen deshalb die in der Nähe befindlichen Feldarbeiter zu Hilfe, die aber in Furcht und Bestürzung davonliefen, bit ein ehemaliger Artillerist fie endlich beruhigte und zur Hilfe bestimmte."— Dat find natürlich konservative Wähler, die von den verderb- ktchen Folgen der modernen Bildung verschont geblieben find. Wahl dekommt! Studentische Faulheit. Der bekannte Professor Schmover hat im„Jahrbuche für Gesetzgebung, Verwallung und Volks- wirthschaft" einen Aufsatz veröffentlicht, der Vorschläge zur Ver- Minderung studentischer Faulhett enthält. Er beurthetlt die studentischen Autschweifungen sehr scharf, vielleicht zu scharf, jedoch trifft er in einem Punkte den Nagel auf den Kopf, wenn er schreibt:„Ein gut Thell det akademischen Treibens ist ein Stück mittelalterlicher Rohheit und Barbarei, die stch hier in unmittelbarster Nähe der höchsten Bildung und der größten moralischen Anstrengungen erhalten hat und für dat zu viele akademische Lehrer und hohe Beamte in idealifirender Erinnerung an ihre eigenen Jugendthorheiten ein zu nach- stchtiget Auge fich bi» jetzt dewahrt haben. Ich fürchte aber sehr, daß unser höherer Beamtenstand je länger je mehr seinen Pflichten nicht gewachsen sei, wenn er an dem Vorrecht fest- ballen will, in den besten Jugendjahren 4-5 Semester der Kneipe, den Mensuren, der gedankenlosen Tagediederei oder dem eitlen Spiel mtt gesellschaftlichen Formen zu widmen. Man beruft stch so oft darauf, daß die, welche fich so autge» tobt, nachher die besten Beamten geben. Gewiß werden Ein- zelne, welche aus sehr guter Familie stammen und mit großem Talent autgestattet find, nachher noch gute Be« amte; aber sie würden noch bessere, wennsie etwas gelernt hätten; die Mehrzahl aber wird durch dieses Treiben stumpf, interesselos, dem Genußleben, Karten- Konsul von drüben hat die Geschichte hierher berichtet, und die Gerichttherre« schüttelten ganz sonderbar die weise» Köpf«, sie meinte«, die Sache sei ihnen ziemlich klar." „Ich werde fie ihnen klar mache» i" fuhr Paul ent- rüstet auf,»an der Unschuld Konrad't soll und darf nie- mand zweifeln." .Du kannst niemand zwinge», daß er Dir Glaube» schenken soll, und et ist eine alte Thatsache, daß die Leute immer dat Schlechte am liebsten glaube«. Hast Du den» Beweise für die Unschuld Koarad't?" Der Meister war von seinem Stuhle aufgesprungen, man sah ihm an, wie gewaltig e« in seinem Inner« tobt«, und wie unsagbar schwer et ihm wurde, fich zu de- herrsche«. .Da« ist»och nicht alles," sagte er, während er mit oroße« Schritten auf und nieder wanderte und da« Sammt- käppchen in de« auf dem Rücke« liegende» Händen zu- summenballte,„von der Gegenwatt schließt man auf die Vergangenheit, und nun hat man auch dort ein dunkle« Ver- breche» entdeckt, da« bisher noch nicht aufgeklärt ist. Mit einem Verdacht ist man rasch bei der Hand, der Todte kann fich ja nicht mehr vertheidigen. Aber niemand soll'« wage», mir diese» Verdacht in« Geficht zu sagen und«ei» arme« Kind»och im Grabe zu beschimpfe»; wer es auch sei» mag, bei Gott, mtt dieser Faust schlage ich ihm die Zähne in de» Halt hinein." Bestürzt blickte Paul de» Vater an, ihm war die Ur- fache diese« wild aufbrausende» Zähzorne««in dunkle« Räthsel, da« er so rasch nicht zu lösen vermochte. Wer wagt es, Kourad zu verdächtigen, und welche» Verbrechens will man ihn beschuldige« i" fragte er. „Erinnerst Du Dich nicht mehr de» alten Geizhalses. Fritz Schimmel, der hier vor zehn oder elf Jahre» ermordet wu de?" „Nur dunkel roh, ich habe seitdem soviel Andere« erlebt ..Zch kann'« Dir mtt wenig Worten benchte«. Der alte M nn bewohnte mit seinem kleine« Kinde ei» Häuschen ganz allein, und et hieß allgemein, er verkomme in seinem und Hazardspiel ergeben."— Wir wissen nicht, in wie weit hier Professor Schwoller auf mehr oder weniger bekannte Per- sonen anspielt, dat Eine steht aber fest, daß neben den Jugend- thorheiten, die fich„auf der Kneipe, in den Mensuren, in der gedankenlosen Tagedieberei und in dem eitlen Spiel mit gesell- schaftlichen Formen" bei der studirenden Wett zeigen, in den letzten Jahren noch ein Fattor hinzugekommen, der noch de- deutend schlimmer ist. Dieser Faktor ist die für gebiloete Menschen geradezu schmachvolle Machtanbtterei, die Erstickung det freien Gedankens, die später im Beamtenstande willenlose Werkzeuge und ewig krumme Rücken hervorbringt. Dagegen sollte Herr Professor Schmoller auch im Interesse des Beamtenstandit selbst ebenso energisch vorgehen. Ueber den Stand der Untersuchung über die Souu- tagsruhe melden offiziöse Blätter: Da« Matettal, welches in Bezug auf die angestellte Untersuchung über die Sonntagtruhe der mit der Sichtung und Bearbettung desselben betrauten Kommtsston vorliegt, hat stch nach und nach in so umfang- reichem Maße gehäuft, daß die Arbeiten der Kommisfion noch immer nicht haben beendet werden können. Nach Ablauf einer nunmehr eingetreten Ruhepause werden die Arbeiten auf's Neue aufgenommen werden, damtt et gelinge, den bezüglichen Bericht bit zur Zeit det Zusammentritts det Reicht- taget zum Abschluß zu bringen. Die Kommisston besteht aus fünf Mitgliedern, nämlich den Doktoren Esser, von der Osten, Scharpff, Stegemann und Wilhelmi. Die Nachricht von einer Kandidatur de» Herr« von Bennigsen in Lauenburg wird dementirt. Der Abgeordnete von Heerema«. Zu der Mittheilung der„Aachener Vollt-Ztg.", daß der Abg. Dr. Frhr. von Heere- man mit Ablauf der Legitlaturpettode au» der parlamm- tarischen Thätigkeit au>,uscheiden gedenke, bemerkt die„Germania": Von einer Abficht det genannten Zmttumt-Adge- ordneten, aus den Parlamenten auszuscheiden, ist bisher nichts bekannt gewesen. Einstweilen wollen wir unt der Hoffnung hingeben, daß eine solche Adficht auch nicht besteht, sondern nur alt eine Komdinatton an den Wunsch geknüpft ist, den Freiherrn von Heereman zum Oberbürgermeister von Münster gewählt zu sehen. Alt solcher würde er auch jedenfall» in das Hmenhaut berufen werden, also doch nicht vollständig aut der parlamentattschen Thätigkeit autscheiden. Die Verkehrszunahme im Reichs- Post- und Tele- raphenverkehr von 1874 bit 1883 ist eine geradezu kolossale. gr So gab et 1874 Postanstalten 6462, 1883 dagegen 11 646. Die Portoeinnahmen stiegen in den 10 Jahren von 82 auf 122 Millionen Mark. Die Zahl der eingegangene» Bttefsen« düngen stieg von 531 auf 890 Millionen. Die Zahl der Packete ohne Werrhangabe stieg von 40 auf 67 Millionen Stück, der Postanweisungtverkehr hat fich beinahe verdoppelt. Die Anzahl der Telegraphenanstalten wuchi von 3913 auf 9264, dat Tele« graphennetz von 7146 auf 8435 Kilometer, die Telegramm« gebühren von etwa 7*/, auf 18% Millionen Mark. Was die Ertragnisse de« Telegraphenverlehr» betrifft, so ist et sehr fraglich, ob nicht der vom 1. Juli ad eingeführte theurere Tarif einen Rückgang in der Einnahme Herbeiführen wird. Wir befürchten et. Die deutschen Bahne« find in den letzten Jahrzehnten, eine natürliche Folge der großindustttellen Entwickelung, ganz dedeutend gewachsen. Man vergleiche folgende kleine Ueberficht: Bahn- Staatt« Privat- Anlage« Betriebt« länge bahnen bahnen kapital Überschuß Km. Km. Km. M. M. 1868: 16 367 7 571 8796 3 371 651713 222039534 1882/83: 35080 25186 9894 9 252 711462 435322805 Die Verstaatlichung det deutschen Eisenbahnnetzes hat— auch ein Zug der Zett— außerordentliche Fortschritte gemacht. Hat fich doch die Länge desselben mehr alt verdreifacht. Da« leitende Motiv bei dieser Uebernahme der Bahnm durch den Staat war vor allem dat fi tkali s ch- milit arisch e Interesse. Die Uebernahme der noch pttvat betriebenen Linien staallicherseitt dürfte nur eine Frage der Zeit und der Zweckmäßigkeit sein. Aber der Staat alt Unternehmer ist dann auch kein leerer Wahn, das steht man an seiner Leitung der Ver« kehrtmittel. Allerdings regelt fich derselbe jetzt nach rein kapi- talistischen Grundsätzen. Daß aber eine rationellere Regelung .„_:«lur unsere» WirthschafttsyfiemS auch hier im volkSwitthschaftlichen Sinne reformiren wird und muß, da» liegt klar auf der Hand Die Kameruner sollen fich nunmehr dazu verstanden haben, die Landetproduve zu entsprechend billigeren Preisen abzugeben. Von einem dadurch hervorgerufenen Aufschwung der deutschen Industrie wird man wohl nächsten« in offiziösen Blättern zu hören bekommen. Eine Anzahl Frankfurter Sozialdemokraten woAe am Sonntag Nachmittag einen Autflug nach Seckdach unter- nehmen. Die Zusammenkunft war auf Nachmittags um 3 Uhr am Gräs'schen Gatten in Frankfutt destimmt. Alt die Leute ankamen, fanden ste die Stelle mtt Schutzleuten besetzt, die jede Ansammlung verhindetten. Schmutz und Geiz. Gr sollte sehr reich sei», so behauptete man wenigste»« „Und er war'«", schalttte die Mutter ei»,„die Frau, die ihm aufwattete, hat einmal zufällig seine Schätze ge- sehe», u»d konnte sie auch«icht berechne», wie viel es war. so wußte fie doch, daß et ei» großes Kapttal sei» mußle." »Gut, also er war's", fuhr Meister Lutter fort,„uad eines Morgens fand ma« ihn tobt vor seinem Schreibtisch. Gin Schlag mtt einem Hammer oder irgend einem andere» schwere» Jastru«e»t hatte ihm de» Schädel gespalte», und daß ich die« scho» jetzt erwähne, von seinem Reichthum hat ma« nichts, gar nichts gefunden. Damalt suchte ma» auch»ach Spuren, man hatte gar keine Ahnung davon, wer der Mörder sei» könne, de»» der Man» lebte einsam und zurückgezogen, er verkehrte nicht einmal mit seinem Bruder, mtt dem er sogar ganz zerfalle» sei» sollte. Z» dem Gärtche», dat hinter de« Hause lag, fand ma» eine sehr deutliche Spur und zwar die Spur eirnS Klumpfußes." „Und»u« will«a» behaupte«—" „Ruhig, Paul, wat hilft's ob wir uns darüber auf- rege» I Wie gesagt, es war ei» kleiner Klumpfuß, und ich denke, et giebt deren genug, ich habe manche» gekannt, der mtt einem verkrüppelte» Fuß durch das Leben wander» mußte. Die Polizei forschte überall nach und fand auch endlich i» einer Herberge eine» Mensche», der erst vor kurzem eingewandert war und hier Arbeit suchen wellte August Heineman« hieß er-" w „Ah, der Mechaniker I" unterbrach Paul ih» wieder „Richtig, jetzt erinnere ich mich wieder der ganze» Geschichte. Er wurde damalt verhafttt, aber ma» hat ihm nicht« be. weise» können." � „Ga.z recht, er hat ewige Tage i» Untersuchungshaft KÄÄ' ,6n �-*■""" „Und er wohnt noch hier?" »Hat et»icht eine Tochter?" Oesterreich-Ilugurrt..JmLTim Aus Oesterreich kommen noch immer Meldungen, ml» f{n die Pmfionirung det ungattschen LandeSkommanlirend«« szn-iftänd Generals v. E d e l i h e i m alt beunruhigend für dt« dotti« �men Situation hinstellen. Nach einer Pester Meldung der„V4 Zeitung" hatte der ungattsche Ministerpräsident Titza van da Penstonirunz EdelSheim's vorher keine Kenntniß erhalten, bi«,_ die Angelegenheit in die Leffentlichkeit gelangte. Der aemew same KriegSmintster fei ganz selbstständig vorgegangen. Ja M„ Beförderung Jantky'S, welche unter Uebergehuna von 44 E Range ätteren Gemralm erfolgte, ei ducke die ungar#.. Regierung eine direkte Herausforderung. Da Titza' dar* festhalte, daß Jantky auf dem Ofener Friedhof eine�J» Ertrag t ko.-reftheit begangen bat, so sei die Eoentualität ,ru»- w Rücktritt« oder des Rückttitt» de, KriegSminlstert««Mrländifi � Wie die„Polit. Korr." berichtet, hat der ofcrfg*",®4? Santtättrath anläßlich der Beraihung über die gc"* die Einschleppung der Cholera zu treffenden Maßnahmen Wichtigkeit betont, welche der Salubrität del Wohnungen in Bezug auf die HIntanhattung der Chol zukommt. Namentlich wäre mit Rückficht auf die zahl« �??blrsällen „Tiden fich 1 ii« Ntse Artikeln ährlich d Einwanderung italienischer Arbeiter in das dt»�ung abe fettige Reichtgebtet den sanitären Zuständen der Wohnuntsht zu nrh räume für Arbeiter, wo solche von Gewerbe� Inhabern dtizt>,d überbi« stellt werden, die größte Aufmerksamkeit zuzuwenden, um N>i deutsch Einschleppung, dezw. die Verbrettuna der Cholera hintanzAimden Mi halten. Da die Uederwachung der Wohnunatverhältnisse Ke Regier Arbeiter in den Fällen, wo die Gewerbe Inhaber die? dentliche Wohnungen beistellen, in den Pflichtenkreit der Gewermmstand or Inspektoren fällt und diese auch bei Reviston det•»lüthe entr werde- Etablissements in die Lage kommen, auch die Wohsnen Nutz, stätten zu besuchen, so wurden vie Gewerbe- Inspektoren««shmungen Handeltminister angewiesen, der Salubrttät der ArbeiWasein süh Wohnungen im Hinblicke auf die drohend« Choleragefahr e»adakpfl,nz besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden und auf die Abstellmtzzen Ucders der etwa vorgefundenen sanitären Uebelstände thunltchst hiipan fich in wirken. ßt bat, dt R« fc l«« d. r In H- Jn der vorigen Woche toll der„N. Fr. Pr." zufolge Warschau die Polizei ein Nihilisten- Meeting übAdustrie). fallen haben, wobei zwei Geheimpolizisten ermordet»urWJ* nl„ In Folge dessen find zahlreiche Verhaftungen von größtenth«* Rotnm der Arbeiterklasse angehörtgen Personen vorgenommen wor«»�en sollt« Aut Petersburg wurde dem Gouverneur Gurko tn Warla«>g�{n � ein diesbezüglicher Ravpott abverlangt. irfaenommi Die Nachricht, daß die Firma Krupp eine Konom* fabrik und Gießerei in Nikolajew errichtet hat in pansiavistischen Knisen böses Blut gemacht. Die flaßmchen„Motk. Wied." beklagen die Rußland schä Polttik det Finanzministerium», welche« fremden Einwan ohne Weiterei grstatte, das Land industriell autzubeuten. Blatt ktttifitt äußerst scharf die über die Kcupp'sche Grül erfreuten„Ovesk. Wied", deren ganzm Nutzen datKat Organ in größerer Ausdeutung der Eifenerzdergwerke Vergrößerung der Produktton erblickt, wodurch einige T Arbttter Beschäftigung finden. Hingegen schaffen diese länder nach Anficht de« Blattet mtttelbar ein Monopol in Bergwerktindustrte für stch in Hinblick auf die gün~ Chancen, welche ste a priori besitzen. Schon det ihrem Ki engagement in Rußland gewinnen fie in Folge de» fi Rudel lourset 60 pCt., ferner nehmen fie den billigen ausl� dischen Kredit in Anspruch, schließlich verstehen sie thJZ große Austräge von der Regierung zu verschaffen, we>a»Tum Et he! lkar die P chen Be Paul eit.rstück lcher Ge och irgend aut de eint er r m zu ur im diel, Der E irr gro Unte erden. d aus«riwmrern! Werden mir noch lange den unzivilifiriesten Völkern verblei den» Die in Warschau lebenden Deutschen find m«» Chtkanen ausgesetzt. So». B. ziehen junge Leute, P"�«.' gleitet von einem Polizisten von einem öffentttchen Lolair anderen; wo ste einen Deutschen vorfinden, nehmm fie f trinken dann tn oftentattver Weise dat Wohl de« rulij Kaisers, und— lassen die Deutschen, welche nicht und mtt toasten— arretiren. Dänemark. Au« Dänemark erhattm die„Hamb. Nachr." eine dung, welche schon deshalb von Interesse ist, weil ste daß daselbst auf eine Besserung für die L i n k« vor der nicht zu rechnen ist, so daß die innere Polttik nach vss stagnirt. Et heißt in der Mittheilung, ver Kuttusm> Skaveniut habe in einer am Sonntag in Kopenhagm 4 baltenen öffentlichen Versammlung geäußert, die HaltunS Ministeriums würde dieselbe sein, wenn die Opposttio» ditberige Politik fortsetze. Eine Verständigung fei m» drei Bedingungen hin möglich, nämlich: thatsachlicher B auf den beanspruchten Volltlhing- Parlamentarismus, barung mit der Rechtm in den wichligftm Fragen, nai der Landetvertheivigungt frage und Gewährung aut" fordert. Da d, [icn und tri veröffe iepreffalte arch einer rd Jtalie lach terung ki horgefchlag fond, res egen die angtn vr Gege, «echtigki ang! «icht lögen mi „Dora," nickte die Mutter;.alt D» fortgingst,«�.vir mcht. noch ein Kmd, jetzt ist fie ei» starke«, prächtige«, Seuf treue, feste Stütze ihre« Vater», der viel Unge««?. seinen fi' > hat. Sie kommt oft zu uns, wir arbeite» für GTiefe Fun „Et ach eine, eine litte» Vater und er für uns." „Ei» starkes, prächtiges Mädchen?" erwiderte sinnend,„da« will mir nicht recht i» de» Kopf. Heineman» den» damal«, alt er verhaftet wurde, fiv4* heirathet?' „Hast Du dat alle« scho» vergesse»?" fragte der kopfschüttelnd. Er hatte Frau und Kind i» der v{ zurückgelassen, später ließ er fie»achkomme»,»»d die est vor zwei oder drei Zahre» hier gestorben. hat'« am Herze» genagt, daß die Leute ihre» Man»' und ihm stet» au» dem Wege ginge»; wenn er auch sprochea war, so hat er doch in Untersuchung gesess' da« vergessen die Menschen nie." „Und der Mörder ist nie entdeckt worden?" „Bit heute»och»icht, aber jetzt glaubt man .Konrad habe die That begange»?" »n, ob m ieschicht« »ir würt »eichen. ßerede d in« ma «So eichend, In allen ÄiS schc», "Et. lete der Konrad habe dr« That begangen?" VIMM Tamm_____ tiM_* lag i» dem Tone seiner Stimme, .Da» ist ja so unwahrscheinlich, wäre—" daß et läch� ..Ni Wal „ffiethalb unwahrscheinlich?" vnd Hei, «Kourad war damalt»och ein Knabe!" Perke». ,W,e alt bist Du jetzt?" da« Hau „Dreißig Zahre.". � Kredit g, r-tt.»' Ä. � Bruder war»»ei Zahre älter,!� zdjvestellun , v. � war damal« zwanzig oder«inundzwanz» � mal heir alt, schon mancher ist jünger in'« Zuchthartf 6' t rfj De Derzeit hat man natürlich nicht daran gedacht,, herein, Ii Sange, der brave, ehrliche Mensch, die ruchloseT" � r fi�- Sange, der brave, ehrliche Mensch, die ruchlose w rj sich fteue habe» könne, heute aber liege» die Dinge ander»- jjdj spQU Verdacht braucht»ur ausgesprochen zu werde», bie Hand sich Leute genug, die daran glaube» und auch 6" � Schi theiltspruch fallen." J „Sch möch»'« keinem rathe»!"_ sag« � .Wir werden'« natürlich nicht erfahre»,*** � nanli tÄ KB Itl für die Regierung zur Aufrechterhaltung der Ruhe und AMt � Lande. Der Kriegsminister habe sich in ähnlicher lhwm vermag, welche einer Etldstaufgabe gleichkommen av.„s v. Holla«». Der gemck»«Dagblad van Zutdholland en'SGravenhaae" vek' ren- In der"Richte dieser Tage einen inlrreffanten. ihm aus Deli auf von 44 in'lnatra �gegangenen»rief, aui welchem erfichtlich ist. ungar#' Ernstes der Lage in vollem Umfange ;is»o dar« ist. Namentlich wird hier auf den Umstand aufmen- eine 9» ,LSt4ma�v 0a|. i*? �5" 2S Millionen Gulden, auf welche " A-W%| ää S. w »MW Aksatzung nach Deli legt, wozu schon allein der t Gewerwmstand auffordern mühte, dah der Tabakbau fich in so hoher �AUHe entwickelt bat, von der doch das Mutterland ebenfalls die Wonnen Nutzen zieht, während sonst die meisten Landbau Unter- '«oren.«Nmungen in Indien, besonders der Zucker bau, ein klägliches r Ardeu»asein führen. U-brigm« haben die in Deli angefiedelten agefichr ea«dalpfl,nzer beschloffen, fich selbst zu Helsen und den räuberi- ! Abstell«»»» Ucderfällen mit Waffengewalt entgegenzutreten, denn bis ltchst hiipan fich in Batavia endlich aufgerafft und einen Beschluß ae« ht hat, dürfe er zu spät sein. In Goar lern tagte in der letzten Woche der Kongreß der lröhten M worv«».n, -MMMUH errichtet t. Di«_. »ar die Piäfekten zur Anzöge der anttrepub'ltkant. ch e n B e a m t e n auffordern. lioL6* Saffagnac, der Monarchist, bemerkt zu den ÄMMMsM d sch inwan deuten. ! Grü >«at z werke ige T l diese wpol ts ie güns eem K >e» s Lichta die& von® Lag«, nd m» en fie xi ml >t re. t v, Fraukreich- rn.', die Regierung werde nächsten» durch ein Zir- die Piäfekten zur Anzei,"...... Der Gemeinderath von Bali» beschloh. ein Monument er großen Revolution zu errichten und den Staat >r Betheiligung einzuladen. Der Deputirte«rousse von der Suhersten Linken soll UnterstaatSsekretär im Justiz» Departement ernannt loben. In der Gegend von Die, an der»ahnlinte, die von >rt nach Atprei gebaut wird, kam es zu Raufereien mif**« t r a n, ö s ts ch e n und italienischen Ar. eitern; 96 Mann Truppen wurden von Valence dorthin -ordert. Da der Schifffahrtsvertrag zwischen Jta. i e n und Frankreich nicht zn Stande gekommen, ist«in De- -et veröffentlicht worden, welches einen Zustand gegenseitiger lepreffalten schafft. Man hofft aber, dah derselbe demnächst irch etnm provisorischen Schifffahrtsvertrag zwischm Frankreich »nd Italien ein Ende finden werde. ■ Nach dem„I. d. DebatS" nahm die franzöfische Regie- .ierung keineswegs daS vom Minister des Kongostaate« »orgeschlagenk Schiedsgericht de» schweizer Bundesprastdenten n, sondern wieS alle Ansprüche des kongostaateS als unge« -chtferttat ab. In Marseille fand zum dritten Mal ein Krawall -gen die roy allst Ischen Blätter statt, wobei leichtere Verwun» ingen vorkamen. G r o tz b r i t a«« i««. Gegenüber einem Berichterstatter deS Pariser Blattes Karls" hat Gladstone erklärt, dah er„für eine Idee der erechtigkett und im nationalen Jntereffe kämpfe." wangSmahregeln gegenJrland seien nicht da« nicht ins Teficht/aber leiden müsse» wir doch darunter, wir nögen mache» was wir wolle«, diesem Schicksal« entgehe» vir nicht." — Seufzend ergriff der Meister seine» Humpen, zwischen -emi$%n-ll fi.ster zusammengezogene» Braue» zeigte sich«ine V tiefe Furche. j„Es hat eben jeder seine« Packe» zu tragen,"«ahm er ?sach einer Paus« wieder da« Wort,„eS kommt nur darauf NN, ob man Geduld«nd Ruhe genug besitzt. Den alte« Beschichte« jetzt»och nachforschen zu wollen, wäre Thorheit, dir würde» damit die Zeit unnütz vergeuden und doch nichts -rrerche«. Wir wolle» arbeite», Paul, und u»S um da» serede der Leite»icht kümmer«, komme» sie uns zu nahe, ann machen wir kurze» Prozeh mit ihnen." „So denke«h auch."»ickte Paul, dem Vater die Hand eeichend, der ihrea�Druck kräftig erwiderte,„ich habe drüben in allen Dinge»««« gute Schule durchgemacht und kann "lich j-tzt in vieles hmervfi»de», was mir ftüher die Galle „us Blut getrieben hätte. Was soll mit dem Seide ge« Wen, das ich mitgebracht habe?» �„Wie viel ist's?", v �, .„Etwas über sechstausend Thaler." '„Behält's für Dich I" sagte der Meister«ach kurzem Sitt-�Nachdenken.„ich hab's mcht»othrg, und an diesem Geld« .«klebt das Blut meine» unglückliche» KradeS." ßch*'»Nicht doch, Vater—" «Du wirst mir da» nicht ausrede», ich betrachte es ei», «al so— nur dieses Geldes wegen hat Konrad Eltern Heimath verlasse», um drüben eines elende« Tode« zu sterbe». Behalte da« Geld, ich brauche kein Kapital weiter, n Za« Hau« hier ist mein E'genthum und ich habe Geld und �Kredit genug, um da««öthtg« Rohmaterial auch der großen � Bestellungen anschaffe» z» könne». Wen» Du später ein» I Heirat hest—" ,„Dora I" unterbrach die alte Frau ihn.„Tritt nur 2««»», liebes Kind, unser Paul ist wiedergekommen, er wird sich freue», Dich zu sehen." , Paul wandte fich um und tot dem enöthendea Mädchen )><»•*« Hand. Schön war Dora»icht, aber es lag eine solche Fülle salsi mehr möglich. Die Liberalen, welche ihm gefolgt seien und die von Parnell gut disziplinirten irischen Home Ralers würden im Unterhause eine kompakte Minorität bilden, deren Wünsche nicht unbeachtet bleiben könnten, zumal fich unter den Siegern auher Chamberlain, Lord Hartinzton und„meinem Freunde Bright" einige Personen befinden,„welche vielleicht weniger abgeneigt find als man glaubt, den Weg gründlicher Reform für Irland zu betreten." Wenn er(Gladstone) nur die Wamungen des Alters berückfichttgte, würde er fich vom polttischen Leben zurückziehen, allein er frage fich. ob er dies jetzt thun dürfe.„Würde ich nicht," so schloß Gladstone seine Ullttbeilungen,„eine Schlechttgkett begehen, wenn ich da» Feld verlasse, nachdem ich so viel Zorn und so viele Hoffnungen erregt habe, ohne den Versuch zu machen, den Zorn zu de» sänlligen und die Hoffnungen zu befriedigen? Uebrigen» habe ich wahrend meine» ganzen Leben» dahin gearbeitet, leidende Menschen zu befteien. Ich gedenke zu sterben, wie ich gelebt �Von sechs Millionen Wählern haben nur 2700000 abgestimmt und in 200 Wahlbezirken hat gar kein Kampf stattgefunden. Von den 2 700 000 haben fich mehr als eine Million für Gladstone'» Home Rule Projekt und 450000 für beschränktere Projekte der ltderalm Sezesfionistm ausge- � 0 Stm Freitag wurde im nationalliberalen Klub die Ich«»' Versammlung der Mitglieder de» extrem- steihändlerischen Cobdenklubs abgehalten. Mr. Thomas Laley Potter, der Ehrensekretär des Klub», führte den Vorsttz und gab in setner Ansprache dem Bedauern»usdruck, dah eine ernste Meinung»« Verschiedenheit unter dm Mitgliedern des Klubs in Betreff der irischen Frage die Thätigkett de» Klub» beeinträchtigt habe. Der Ausschuß habe fich seit April thatsächltch nur auf die Ver« breitung von Freibandeltdroschüren beschränkt. Der Vorfitzend« äußerte auch die Besorgnih, dah, da die Tories den größten numerischen Einfluß in dem neuen Hause der Gemeinen erlangt hätten, eine Reaktion gegen den Freihandel jetzt möglich wäre. ES würde demnach die Pflicht des KlubS und seines Ausschuffes werden, alles aufzubieten, um zu verhindem, daß die Frethandelspolttik Englands irgendwie ver- ändert werde. Die Fürsprecher der Ertheilung deS Stimmrechts an Frauen hielten dieser Tage in London ihre JahreSver- sammlung unter dem Vorfitz von Frau Fawcett, Wittwt des verstordmen Nationalökonomen und Generalpostmeisters. ES wurden Glückwünsche darüber ausgetauscht, daß die Bill für die Verleihung deS parlamentarischen Stimmrechts an Frauen in letzter Parlamentisesston die zweite Lesung bestanden, und es wurde die Hoffnung ausgedrückt, daß da» Jubiläumsjahr der Regierung der Königin diese Reform verwirklicht sehen dürfte. Italien. In Folge der Wiederwahl de» Galeermsträfling» E i p r i a n i in Forli und Ravenna verlangt der„Popolo Ro« mano" dringend eine Reviston deS Wahlgesetze»; e» sei widersinnig, daß ein bürgerlich todter Mann ein Mandat für die Kammer erlangen könne. Ein päpstliches Dekret verbietet den Katholiken auf'» strengste dm vettrttt zu einem LeichenverbrennungS- Verein. Balkanläuder. «in montenegrinischer Minister, welcher fich in Budapest aufhielt, erklärte gegenüber einem Berichterstatter, daß die Verhältnisse auf der« a lkanh a l b in se l zu Verwickelungen drängen, derm AuSbmch nur noch %«h?«5der Zeit sei; die reformirte montenegrinische Armee 82hl« 50000 Mann und sei mit allen Kriegsmitteln ausge- stattet. DaS Verhältniß zu Serbien sei ein gespannte», an eine Annexion BoSnien»(durch Oesterreich), welche eine Verletzung des Berliner VerttageS bedeuten würde, sei nicht zu denken, denn dadurch würdm die schwersten Kompilationen herauibeschworen. 9BU der offfziösm Wiener„Polit. Korr." auf Sofia ge- meldet wird, hatten die Zankowtsten für Montag eine Ver- sammlung einberufen, um die Bevölkerung Sofia» für die Be- kämpfung der Regierung zu gewinnen. Die zahlreich er- schienen«» Besucher waren jedoch sämmtlich Anhänger der bulgarischen Regierung, so daß die Zankowisten gezwungen warm, die Versammlung zu verlaffen, welche darauf einen Beschluß annahm, in dem der schärfste Tadel gegen die Um- triebe der Zankowistischen Preffe in Bulgarien und Rumelien wider den Fürsten Alexander ausgesprochm wird. A« ertka. Ueder den Mißerfolg der Achtstundenbewe g u n g schreibt die„New-Uork, r Volks, tg.":„Einer unum- stößlichen Wablhett müffen wir fest und mtschloffen ins Auge sehen: Die Ergebniffe der Achtstunden-Bewegung find nicht so ausgefallm, wie es die organifirten Ardeiter des Landes gehofft hattm und wie fie es nach den zuerst errungenen Er- folgen erwarten dursten. Während in der zweiten Woche des Mai nach sorgfältiger Zusammmstellung aller Berichte auS von Anmuth und Gutherzigkeit in ihrem frischen, hübsche« Antlitz, dah fie jede» Herz im Flug« gewinnen muhte. Ein tiefe», reiche» Gemüth leuchtete aus dm dunkle« Augm, und der herbe Zug, der in Momentm der Ruhe ihre Mundwinkel umzuckte, verrieth, daß auch über ihr junge» Lebm schon mancher Sturm hinweggebraust war. Mit freundlichem Lächeln und ohne jede Ziererei legte fie ihre kleine Hand in die seinige, und ei» Strahl herz lichste» Wohlwollens traf ihn au« dm dunkle« Augen. „Sie sind lange hier erwartet worden," erwiderte sie;.auch ich heiße Sie willkommm in der Heimath." Dann wandte fie sich zu dem Meister, um einige ge- schäftliche Frage» an ihn zu richten, und die alte Fcau, die inzwischen die Lampe angezündet hatte, nöthigte sie, Platz zu «ehmm. Mit steigendem Wohlgefalle« ruhte der Blick Paul'» auf dem hübschm Mädchen, mit dem seine Eltem fich unter« hieltm; fast jede« Wort, da« sie sprach, lieh ihre zärtliche Fürsorge für dm Vater«rkennm, und so schlicht und ein- fach ihre Anschauungen auch waren, fie liehm Paul in ei« tiefe», reiches Gemüth und in ei» edle« Herz schäum. (Fortsetzung folgt.) Ans Knnst«nd Zeven. „Schwei, ergarte« am Kriedrichshatn". Der vor- gestrige FeuerwerkS-Dienstag brachte wiederum ein höchst effekt- volle» pyrotechnisch'MilitärischeS Schauspiel,„Schlacht bei Ma- genta", zur Veranschaulichung und wurde da» Publikum— kein Platz in diesem Riesen� Etablissement war unbesetzt ge- bliebm— durch diese großartige pyrotechnische Festlichkeit zu jubelndem Beifall hingertffen. Eine Zoll-Anekdote. Au» Pari» erzählt man:„Die jugendliche Soubrette Lilt Bertier defand sich srtt einigm Wochen zur Erholung am Genfer See. AIS st« die Rückreise antrat, erschien auf dem Bahnhofe ein junger Mann, den fie vorher nie gesehen, und überreichte ihr einen Riesenkorb aus Goldstroh mit herrlichem Blumenschmucke. Er sagte der Künstlerin:„Ich fok« gleichfall« nach Pari«, und diese Blumen sollen unsere Bekanntschaft vermittest,." Als Fräulein Ltli in Pari» einm Fiaker bestieg, sagte ihr der Fremd«: dem Lande fich eine Masse von über einer Viertelmillion Ar- beiter ergab, welchm es thatsächltch gelungen war, fich dm Achtstundentag zu erringen, schmolz diese Zahl in den darauf- folgmdm Wochen bettächtlich zusammen, diS heute kaum noch 50 000 Arbeiter zu finden find, denen die ihnen zugestandm« Zeitverkürzung nicht wieder entrissen worden wäre. Ja, noch mehr: nickt nur der Acktstundentag, sondern auch die be- scheidenen Errungenschastm, welche andere Gewerkt, die fich noch nickt stark genug fühlten, in den Achtstundentag einzutreten, fich erkämpft chatten, stehen nunmehr, nach dem Fehl- schlag der Hauptaktton, auf dem Spiele. Der moderne Sklaven- hattergeist ist im BosSthum, in der Auibeuterstppe jedes Kalibers auf der ganzen Linie zum Bewußtsein der politischen und ökonomischen Riesenmacht erwacht, die ihm noch zu Gebote steht und mit derm Hilfe er jede, noch so bescheidene Eman- zirations Bestrebung der AuSgebeutetm ersticken zu könnm glaubt.— Der erste Ansturm der organifirten Arbeit, um fich «in winzige» Theilchen der ihr von Rechtswegen voll und ganz gehörenden Freiheit von jeder Ausbeutung zu erkämpfen, ist an allen wesentlichen Punvm zurückgeschlagen worden. Dies steht unzweifelhaft fest und muß rückhaltSlo« zugestanden wer« den." DaS Blatt fordert alsdann auf, den Muth trotzdem nicht finken zu lassen, da der Sieg der Rrbeitersache doch in naher Zukunft stcher sei. In M i l w a u k e e haben am 4. Juli die Geschworenen gegen die drei Agitatoren Frank Hirth, Karl Simon und Anton Palm da» Schuldig auigesprochen. Sie«mpfahlm indeß dem Richter sowett alS thunlich ein sehr gelindeS Urtheil. Die ge- ringst« Strafe gegen die Angeklagten ist 1 Jahr Gefängnih oder eine Geldstrafe von 500 Dollar. Die Regierung de» Staates Georgia befolgt da» System, die Sträflinge in den Zuchthäusern als Arbeiter in de» Kohlengr üben zu vermiethen. Etwa 100 Mann der in solcher Weise unter einem Wochtpostm im Distrikt Dadv Be« schäftigten, beschwerten fich unlängst über schlechte Behandlung und revoltirten alSdann. Sie verschanzten fich in einem Te» bäude und verweigerten die Wiederaufnahme der Arbeit. Ihre Hüter meldeten dem Gouverneur, fie hätten erklärt, eher sterben zu wollen, al» fich zu ergeben, und fie fügten hinzu, daß einige derselben getödtet, oder alle durch Hunger zur Unter» werfung gezwungen werden müßten. Der Gouverneur empfahl den Plan des Aushungern». Die Wache traf demnach am 13. d. M. Vorkehrungen, um die Sträflinge an der Erlangung von Nahrungsmitteln oder Waffer zu ver- hindern. Nachdem fie zwei Tage keine Nahrung hatten, haben fie fich ergeben, worauf fie gefeffelt wurdm. Sie zeigen sich berett zur Wiederaufnahme der Arbett. Auf Euba haben in den 6 Jabren seit Erlaß des EmanzipattonSgesetzeS im Ganzen 120 250 Sklaven ihre Freiheit erlangt, davon im letzten Jahre 25 523. Die Zahl der noch nicht befreiten Sklaven beträgt jetzt nur noch 25 381. «feit«. Nachdem vor einigen Monaten die Korporation der ein- geborenen Kaufleu' e in Kairo fich an die hiefigen englischen Autoritäten um E-laubniß zur Wiederaufnahme der Handelsverbindungen mit dem Sud ah gewandt und abschlägig beschieden worden war, habm die im Geschäfte mit dem Sudan betheiligten europäischen Kaufleute die Sache wieder aufgenommen und dem englischen Vertreter Sir Eselin Baring eine Denkschrift überreicht. Es wird in derselben ausgeführt, daß die anscheinend dem System der Abschiießung zu Grunde liegende Anficht, die Sudanesen durch die Absperrung zu zwingen, Frieden zu machen und fie vor Allem zu verhindern, KriegSmunttion ein« zuführen, und ihre Produkte, hauptsächlich Klebe- gummi und Straußfedem zu verkaufen, durch die Thatsachen widerlegt ist. Trotz der Blokimng der afrikanischen Küste des Rothen Meeres zwischen Koffeir und Sualtn findet zwischen Dschedda und den gegenüberliegenden kleinen Häfen und Bückten ein lebhafter Berkehr statt, und zwar deschränkt stck derselbe nicht nur auf KriegSkontredandr; letztere scheint NN Gegentbe.le in neuerer Z-tt zur Nebensacke geworden und der Import englischer Manufakturen durchaus nicht mehr un- M-UMZMH vor dem Kriege zwischm Suakin und«erber. Wmn nun üb« MA'M Ä WÄÄ 82 den zwischen Sennaar und Massauah ein ungehinderter Ver- kehr statt. Daß nach der Besttznahme Maffauahs seiten» der Italiener dieselben der Einführung von Waffen nichts in dm Weg legten, ist ganz unzweifelhaft, in letzter Zeit soll, wie man sagitine«enderung eingetreten sein. Nördlich undsüd- lich von Massauah find viele vuchtm und Häfen, in dmm Vis.Uung größerer und kleiner Schiffe ohne Schwierigkeitm gelöscht werdm kann. So kann ,. B. eine Partie Schwefel. welche vor Kurzem für Rechnung eine» einheimischen Hauses nach Hodeida, geamüder Massauah. geschickt wurde, unmöglich eine andere Bestimmung al» Khartum haben. Au» Vorstehen. „Gedulden Sie fich«inen Augenblick, ich werde Jhnm statt der«lumm BondonS in den Korb füllen, die Blumen find schon welk." Nachdem die Soubrette den Kord nach kaum fünf Minuten wieder erhalten, staunte fie über dessen Leichtig- keit und sagte dies auch dem galanten Herrn.„Kein Wunder," erwiderte dieser lächelnd.„Ihr Händchen hat 18 Remontoir» uhren, die im Moose versteckt waren, zollfrei über die Grmze geholten." Sprach», lüftete den Hut und verschwand. ,„ Bon der Sürsti« Ptgnatellt. Wie der Wimer Menagerl«. «zgMWüsa k ät Äünfe Debüt unterlassm. Nachdem nun die Fürstin fich al« Voll»« sängerin und als Champagner. Hebe bereits versucht hat, und al» Löwenbändigerin fich leider nicht produziren kann, darf die Welt neugierig sein, welche» Metter die Fürstin nunmehr ergreifen wird. Der große Volta- Prei» der ftanzöfischen Akademie im Betrage von 50000 Franks wird im nächsten Jahre Dem. jenigen zuerkannt werden, der auf dem Gebtete der Elektrotechnik, inibesondere hinfichllich der Anwmdung der Elettricilät alS Wärme- und Leuchtkraft zu chemischen oder technischm Zwecken, ferner hinsichtlich ihrer Anwendung zur Uedertragung von Telegrammen und zur Behandlung von Krankheiten die vortheilhafteste Eifindung aufzuweism im Stande ist. Zum Wettbewerb werden die Geledrtm aller Nationen zugelassen. Die Eingadm find dl» zum 30. Juni 1887 an die„Acaderni® des sciences in Pari» zu richten. RSuberunwese« in Kroatien. In dem Wald« Kotae� im Banaldistrikte, ist die Gendarmerie einer auS drei Köpfen bestehenden Räuberbande auf die Spur gekommen. Bei der sofort eingeletteten Verfolgung, wobei seitens der Gendarmerie und der Räuber mehrere Scküsse gewechselt wurden, gelang es zweien der Räuber zu eniflich'N, während ein dritter mit Hilfe einiger Bauern in den Bach Petrinjica getrieben und dort gefangen genommen wurde. Derselbe giebt an, Demeter Stanar zu heißen, weigert fich aber, die Namen feiner Genosse« zu verrathen.— Im Walde Tomafica im Bezirke Glina hat der beiüch'.igte Räuber Nikolaus Bazsdar seine Schwester, ein fünfzehnjährige»'Mädchen, mißhandelt. In Folge Anzeige der Gemeürdedehörde legte fich die Gendarmerie auf die Lauer. Die Verfolgung blieb jedoch in Folge der nächtlich«» Dunkel» heit erfolglos. dem geht hervor, daß die Absperrung de» Sudan», wie fie jetzt gehalten wird, leinen Sinn hat; sie schadet nur Egygten, ohne «inen Druck auf die Rebellen auSjUüden, im Gegenlheile, nach au» dem Sudan angelangten Nachrichten ist zu erwarten, daß bei Freigedung de» Handel« der«rieg von selbst aufhören würde. Uedrigen» ist anzunehmen, daß man maßgebenden Orte» in England selbst Zweifel hegt an dem Erfolg der Ab« sperrung, da der vor Kurzem hier eingetroffene Oberst Grooe Sekretär de» KcicgSminitter«, unter Anderem auch über diesen Punkt zu berichten die Aufgabe hat. Gerichts-Zeiwng. Reichsgericht»» Kutscheiduug.(Nachdruck verboten.) Leipzig, 19. Juli.(Gefährliche Körperverletzung.) In der Nacht zum 7. März wurden auf einer Straße in Dortmund drei Werkmeisterschüler von zwei anderen jungen Leuten Namen» Christian und Josef Fischer verfolgt und angegriffen. Diese beiden Burschen zogen dabei ihre Meffer und stachen damit auf die wehrlosen Leute lo», so daß einer einen Stich in da» Kniegelenk, der andere einen in die Nase erhielt, wobei dieselbe wurde. Die beiden Fischer wurden unter Anklagt gestellt und schließlich zu S resp. 2 Jahren«efängniß verurtheilt. In den Gründen wurde gesagt, e» habe zwar nicht erklärt werden können, welche einzelne St, asthat von dem einen oder andern Angeklagten degangen sei, aber die Be«ei»aufnahm« Hab« doch ergeben, daß von jedem gestochen sei, wenigsten» habe jeder ein Reffec zur Hand gehabt. E» wurde dann jedem Angeklagten eine Körperverletzung zur Last gelegt und dem Josef Fischer die Strafe de«hald niedriger be» meffen» well er zur Zeit der That da» 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hatte.— Die Revision der Angeklagtrn, welch« kürzlich vor dem L Strafsenate de» Reichsgerichte» ,m Ver« Handlung kam, war gegen die Annahme gerichtet, daß jeder der Angeklagten mit dem Meffer gestochen habe. Der Reich». anwalt war insoweit mit der Reviston einverstanden und de» antragt« die Aufhebung de» Urtheil». Zwar habe da» Gericht so führte er au», nicht nöthig, die einzelnen Handlungen eine« jeden Angeklagten festzustellen, wenn et Gemeinschaftlichkeit an« nehme, aber gerade der Begriff der Gemeinschaftlichkeit er- scheine nicht genügend im Urtheile festgestellt. E» gehe au» demselben in keiner Weise hervor, daß die Angeklagten in be« wüßtem und gewolltem Zusammenhange die That au»gesührt baden, Ijedenfall» sei die» ziemlich unklar dargestellt.— Da» RiichSgericht verwarf aber dennoch die Reviston. Et hielt die chatsächlichen Feststellungen insofern für genügend, al» in dem Urtheile fich die Feststellung fand, daß die Angeklagten ge» meinschaftlich gehandelt haben, und al» die» damit begründet ist, daß nicht nur jeder Hdndlungen verübt habe, die die ver« schiedenen Estchi hervorbrachten, sondern auch, daß jedem der Angeklagten die gleichzeitige Thätigkeit de» anderen nicht habe entgehen können. Hiermit war da» Bewußtsein der Gemein« schaftlichkeit genügend festgestellt. Der Ki»»«» Erbe von 194 000 Rark. Ein Erbschaft». rozeß eigenthümlicher Art wurde am 15. d. zu Breslau ver« .landell. Im vorigen Jahre starb in Breslau ein allein stehen» der Pastor, bei dem eine MaurerSfrau Aufwärterin war. In seinem Nachlast« befanden stch 194000 M., über welche der Verstorbene keine gültige letztwillige Verfügung traf. Da» an« S sehnliche �Vermögen aber in der Wohnung nichts finden, zu fich genommen und erklärt, der Erblaffer hätte ihr da» Geld al» Lohn für ihre uneigennützige Pflege wenig« Tage vor seinem Absterben geschenkt. Für ihre Aussage konnte die Frau aber keinen Wahrheitibewei» er» bringen und mußte die Erbschaft bei Gericht au»liefern. Nun« mehr reichte die Frau eine Gegenklage auf Anerkennung der Schenkung ein und verlor in zwei Instanzen ihren Prozeß, denn sowohl die erste Zivilkammer de» Breilauer Landgericht», al» da» Oberlande»gericht wiesen die Klägerin mit der Begründung ab, daß ein notorisch geiziger Mann, wie der ver« fiorbene Pastor war, unmöglich eine solch« Schenkung ge« macht haben könnte. Demgemäß fällt die ganz« Erbschaft an den Fttku». Dessau, 20. Juli. Der Büraermeister Schräder au» Ko»« wig wurde von der hiefigen Straftammer wegen Unterschlagung im Amte zu 2'/, Jahren Gefängniß und 3 Jahren Ehrverlust verurtheilt. Chemnitz, 19. Juli. Um pikanten Abenteuern und einer großen Verschwendungssucht zu stöhnen, ist die Frau eine» de« aüterten Kaufmann» in Chemnitz zu einer so abgefeimten Schwindlerin geworden, daß man annehmen könnte, st« Hab« bei den Koryphäen der Gaunerzunft ihr« Erziehung erhallen. Die Frau lernte eine greis« Dame kennen, die fich trotz ihrer 65 Jahre noch mit HestathSgedanken trug. Diese Schwäch« wmde von der Schwindlerin insofem ausgenutzt, al» fie der heirathSlustigm Alten aufzubinden verstand, fie habe einen paffenden Mann für fie, der»war auch, wie die Dame selbst, reich sei, dem ei aber augenblicklich an Geld fehl«. Für diesen Gatten in epe hat nun die Heirathilustige der gaunerischen «aufmannistau nach und nach etwa 40000 M. eingehändigt, obwohl sie den Mann nie gesehen, einfach, weil er nicht ext« stirte. Erst nachdem die thöricht« Alle trotz ihrer Hetrathtge» danken an Altersschwäche verstorben war und den Erden Nachlaß von etwa 80 M. gar zu i : zu gering schien, kamen die raffinirten Schwindeleien an» Licht und zur Kenntniß der StaatSanwaltschast. Die Frau �' de» Kaufmann» wmde zu drei Jahren und einem Monat Gefängniß und zu drei Jahrm Ehrverlust verurtheilt._ Soziales und Arveiterbeweanna. Zum Risiko de« Arbeiter». Vorige Woche hat nach der Kaffeler„Freien Preffe" die attrenommirte Firma Ponna, u. Franke in Kassel fallirt. Dieselbe betrieb neben ihrem um. fangreichen Papinhandel ein« Werkstatt für Buchbinderei und Kartonnagearbetten. In derselben waren meist nur erprobte, {eil langen Jahren beschäftigte Arbeller thtttg. Einer der. selben, Herr Ritter, steht an DM Schwelle de» 50jährigen Ar. beit»jubtläum». 60 Jahre in ein und derselben Werkstatt thätig, wahrlich die» kann man ein« heroische That nennen. 50 Jahre treuer Dienste find, wa» die Sicherstellung de« Leden»ab«nd de» Mgrauten ArbettM» betrifft, umsonst g«. «esen. Schöne Zustände da« in der herrlichsten der Wellen! Weber-Loo». DM„Weber« und WirkM-Zeitung" derich. tet man au» Anrath nachstehenden Fall. Die Weberin Ehe. Eau Johann Heck au» Anrath li«f«rt« bei dM Firma Düffel- rg u. VölkM zu Crefeld am 7. d. durch den Boten ein Stück Plüsch ein, Äinae 18 Meter 60 Ztm, Lohn per M«tM 76 Pfg„ in Summa 13 M. 95 Pfg. Da» Lohndriefchen, welche» im Lefitz der Redattion fich befindet, lautet folgendermaßen: „18,60 Rtr. Plüsch» 75 Pf.- 13 M. 97 Pf. 4,80„ zu wenig geliefert. zu kurz»%55 Ml. 12 25 Windelohn 1** 35 Summa 2 M. S» ist Ihnen deutlich vorgeschrieben word« 90 Ztm. au» Sie nm 79 Ztm. M»M I. kurz und müssen nen dethald den Schaden berechnen. Zudem ist da» Stück vollM Fehler."— So da» Lohndriefchen. I. Heck schreibt ferner:„Autlage für Stellgeld de« Stuhle« 2 M. 50 Pf., Botenlohn 40 rff. Liefern 25 Pf.. Stuhlmieth« 1 M. 60 Pf.. Smnma 4 M. 25 Pfg., an Lohn erhalten Rest 2 M 5 Pfg.. Zulage 2 M 20 Pfg.« Da» erinnert sehr ledhaft an einen fast photagraphisch ähnlichen Fall, dM s. Z. im Textildezirle Brünn passtrte und bei dM Berathung dM österreichischen Fabrikgesetzgebung al» Material dienen mußte. Die Weberei in der Reinerz.Lewiner Segend— der HaupterwerdSzweig der dortigen BcwohnM— geht, so wird dM„8re»l. Ztg." au» Reiner» geschrieben, ihrem Unter. gange immM mehr entgegen. Nach dM einem WollauSaebM in Reinerz in den' letzten"Tagen zugegangenen Mittheilung ....... angenbielc eine» der größten Fabrikanten in Langenbielau stockt da» Ge- schäft in Züchen zur Zell vollständig und findet»in Umsatz gar nicht mehr statt. DM Fadrllant fieht stch de»balb gezwungen, die HandwebMei für diesen Artikel ganz einzustellen. Im Fall m aber noch weiter auf LagM arbeiten lassen sollte, könne m — wie er schreibt— nur die allerbesten Weder beschäftigen und auch nm dann, wenn dieselben fich eine weitere Herab. letzung de» ohnehin nicht hohen Lohnet gefallen lassen. Wie soll«» da zum ÄtntM werden, wo die Arbeit im Freien auf« hört und die Lmte nm auf die WebMei angewiesen find! Die Fortschritte der iuduftrielle« Technik find gMadezu überraschende. So erzählt Jean», daß im Anfange de» neun- zehnten Jahrhundert» ein geschicktM Weder zwei Stücke % Shirting. jede» von 24 Ellen Länge, in einM Woche fertig gebracht habe. Im Jahre 1826 tonnte ein Junge mit viM mechanischen Stühlen 12 solcher Stücke herstellen; im Jahre 1846 webt« ein Mann mit einem Mädchen 22 Stücke und jetzt ficherlich noch mehr. Die Jahresberichte de» königlich bayerischen Kon« sultat» w Stuttgart pro 1885 ist nicht geeignet, desondere Hoffnungen zu erwecken. E» heißt tarin u. A.:„Der Unter- nehmungsgeist auf dem Gebiete der Industrie zeigte eine ge« ringe Entwicklung, da für den Export wenig lohnend« Au». ficht bestand und die Veranlassung für Erweiterung und Grün- dung ncuM Etablissement» dadurch wegfiel, während die bestehenden dem JnlandSbedürfniß zu genügen vermochten.— Die fast durchgängig niedrigen Preise dM Bodenerzeugniffe schwächten übligen» die Kaufkraft .ji... der ländlichen Bevölkerung, worunter auch die KleingewMde zu leiden hattm. Die Agrar« zölle kommen abM dem Parzellenbauer, dem landwirthschaft- ltchen Kleinbetrieb nicht zu gute, nur die Großgrunddefitzer profitirm dabei." DM Bericht ist, Alle» in Allem, recht melancholisch. Weitere Zuverstcht WirthschastSvMhältnisse... ist die ungünstige Geschäftslage in fast allen Gewerbebetrieben unsere» Bezirk» nachhaltig und zum Theil besorgniß« erregend geworden."— So äußert fich der Berich'' Handelskammer zu Blomberg. erregend geworden."— So äußert fich der t dM Der Eierhaudel. Da« Ei spielt heute eine Rolle von M Bedeutung im Welthandel. Exvortirte doch Italien im �ahre 1881 Eier im Werthe von 28'/, Millionen Frank». Erst sett Anfang dM Siebziger Jahre machte stch Italien» EiMau». fuhr bemerkbar und steigerte fich von 54700 Kilogr. im Jahre 1873 auf 218 809 Kilogr. im Jahre 1881, letztere im Werthe von 28'/, Millionen Frank». Neben Italien hadenLrankreich, Oesterreich-Ungarn und Rußland eine beträchlliche EierauSfuhr aufzuweisen. Frankreich» Au»fuhr, welche im Jahre 1875 noch 344200 Kilogr. im Werth« von 46'/« Millionen Frank» betrug, ist im steten Rückgänge begriffen, denn 1881 wurden nur noch 210500 Kilogr. im Wei h; von 29'/. Millionen Frank» au». geführt. DiesM erhebliche Rückgang ist jedmfall» eine Folge dM wachsenden Konkurrenz Italien» und OestMreich'Ungarn», dessen Export seit 1873, wo er nur mit 97 114 Kilogramm angegeben wird, auf 296628 Kilogramm gestiegen ist. GenauM« Zahlen über Rußland liegen nicht vor. Man schätzt die all. jährliche«u»fuhr Rußland» auf 100 di» 140 Millionen Stück. wa» bei einem DurchschntttSgewicht von 20 Gramm für da» Ei 60 bi» 70000 Kilogr. ergeben würde. Gegenüber Italien, Frankreich, Oesterreich-Ungarn und Rußland al» produzirende und exportirende HauptländM steht England al» Eierkonsument. England» Eieretnfuhr betrug im Jahre 1881 756'/, Millionen Stück im Werthe von 46'/, Millionen Mark(1863 267 Mill. Stück, 13'/, Mill. Mark.) Die HauptliesManten England» find alle kontinentalen Staaten, in erster Linie Italien, Frankreich, Oesterreich-Ungam und Rußland, und zwar durch VMmtttlung deutschen und ftanzöfischen Zwischenhandel». Die Schmiede« eiste» vo» Altona und Ottensen sollen in ihrer am Sonntag abgehaltenen Versammlung beschloffen haben, diejenigen Gesellen, welche di» Montag, den 19. d. M., Mittag», die Arveit nicht aufgenommen haben, nicht wiedM zu tnstalliren. Wer davon wohl den größten Schaden hat?— Uedrigen» ver- öffentltcht die Gefellenkommtssion folgenden Aufruf Da wir Mfahren haben, daß durch die hiefigen Innung». meistM in anderen Städten da» Gerücht verbreitet wird, vm Streik sei beendet, wodurch zahllose Schmiede vManlaßt werden, hierher iu kommen, wa» zur Folge hat, daß wir um so schwMM zu ringen haben, so machen wir hiMdurch ausdrücklich bekannt, daß der Stteik noch ungeschwächt fortdauert und aller Zuzug auf da» Strengste fern zu halten ist. Sobald die Forderungen, welch« wir gestellt haben, bewilligt find, werden wir nicht ermangeln, die» in geeignetM Weise bekannt zu geben; bi» dahin glaub« man aber auf keinen Fall da», wa» die Herren von dM Innung«»»sprengen, da sonst alle unsM« Mühe vMgeblich ist. Die Kommisfion. Alle ar« detterfreimdlichen Blätter werden dringend um sofottigen Ab« druck gebeten._ „Des Lebea»""U«v erstand 7.." Di«„SttaßburgM VolU-Zeitung", ein Blatt, welche» sich bei den Feinschmeckern Vermischtes. " Unverstand"' w Ä M%x3!S,au'Ä',uÄ.ÄÄ -----.-- V Q MIM»V,» VS»VMI*0»|l,______ kann. I« widerfpänstige: Frau Argentina war, desto begehren». werther �erfchflen st« ihrem RittM. Unglaublichen Jrrthum würden Die stch schuldig machen,«eich« wähnten, dai�Ei'de» Dnlsschthum» de» berühmten General-Feldmarschall» sei ebenso kühler und wurden inne. daß die Richttgkett dM Treffung de» von oben herunter Mwünschten Grade» in deutschem Patrioti»mu» al» eine Aufgab«'fich"hMaü, stellte.' Äe''"edm nm �G�ber' Ausgab« und wohl eigentlich DM kaum zu lösen Steller dM zm Stand« S stark an radikal i_______,.. gebührt." Nun meldet stch schluchzend Madame Dutoal ruft„Da» Kind gehört dM Mutter, e» bedarf meiner Pst? nicht fortlassen." JmGerichttsaale entbrennt nun et») kann e» nicht fortlassen." Im Gerichtssaal« entbrennt..... Kampf um da» Kind; endlich sagt dM RichtM: Wenn ei vierzehn Jahre alt ist, soll e» selbst entscheiden, zu# will, obzum Vater oder zur MuttM." Da» Ehepaar stA Thür, Madame ruft:„Da» Kind ist draußen, hole«? hinein!" Die Pforten öffnen fich und an dM Stelle«st ein stch» Fuß zwei Zoll hohM Dragoner-Lieutenant.* Mama und P»pa zärtlich umarmt und auf die Fa? s Richter», bei wem m bleib««olle, den Schnurrbart da-» ß unter Gelächter de» Audttorium» erwidert:„Weder deil noch bei Mama, fondMN bei meiner geliebten NIni. Richter findet an diefM Geschmacksrichtung nicht» ausss und versucht ei, die zürnenden Gatten untM einander» {öhnen. Endlich kommt ein Autgleich zu Stande. W Duchamel verpflichtet fich, da» Schnupfen auf zugeb» Kutter„San Cärol", dM etwa 3 Tonnen Dynamit»l seiner Ver hatte, ist zwischen den Inseln Monte Christo und Elb- t« o h l e n l Lust geflogen. Dst Mannschaft bemerste, daß au» ein«, dieselben et, Rauch aufstieg, sprang rasch in» Boot und rettete dad» Leben. Al» da» Boot fich etwa ein« Seemeile# Schiffe befand, flog dstse» mtt einem Knall, den man 30 Meilen entfernten Elba gehört hat, in dst LAt TrümmM wurden so weit fortgeschleudert, daß einige v» da» Boot fielen. meilen umfi Kohlenareal da» von C der Kohlenv ganzen Erd der von Gr Die F l einigten Sil Territorium Irland). F Kleine Mtttheilunsm. Wie«, 19. Juli. Gestern Nachmittag ist im Verl«.... zwei Stunden dst Schremstt Glasfabrik„Eugenia", W aarn und st Stölzl« gehörig, nebst mehreren Arbeiterwohnungen J England, f gebrannt. Da» Feuer soll au»«iNM diiher noch nio ftigen Geste gestellten Ursache im Verpackungsraum« de» FablikR entstanden sein. Nachdem sowohl diese» Odjeft al» dst angrenzenden Arbeiterhäuser au» Holz gebaut wa da» Feuer mtt außMvrdentlichM Schnclligkctt um fich. der herrschenden Wwdstille standen schon um halb 6 halbe Stunde nach dem Ausbruche de» Brande», Objefte und außerdem noch ein Theil der autgedehnt» rinm ablege in hellen Flammen. Alle diese Objekst find bt##.»X-, Grund eingeäschert worden. Dst BüchM au« dM im$ edäude untergebrachten Kanzlei wurden von dm an»? 'eamten noch rechtzeitig aeborgm; von dm reichen.? im Versandt fertigen Fabrikaten und andMen 2# nnte abM gar nicht» gerettet wMden. Dst freiwilli»« Baumwollps Holland uni Zucker- und nicht unded Ackerbau ha Weizenfeldei mtt 400 Fa »um konnte abM gar i, wehrm von Schmer», Langegg, Heidmreichstein, Gm#! die FadrilSfeuerwehrm der dmachdattm Fadrikm w-A zur Hand, und e« gelang ihnen, dst übrigen Arbeit» da« Forsthau» und dm größerm Theil dM Holzablege?! 5)ie arosse Älasbütle lammt brn naAftllfnKnh»« nie? � üianrn. vie ungey�uien b{ kilchglatkugeln, find zu ein»� � sm!« V— OTAfC�S V" i Die groß« Glashütte sammt den nächstliegenden vier häusMN ist total niedMgebrannt. Dst ungehemm" darunter 30 000 Stück Milch•"*'" lavaattigm Masse zujamme, ofen, au» dem dM hohe na> U heute noch die glühendm Thontiegel mit dM flüssig», maffe, wst st« gestem zur Arbeit vordMeitet ward», GasometM,«elchM die zwei großen Glasöfen zu blieb merkwürdigMweise gut Mhatten. Leider ist Mmschmstbm zu beklagen. Ein fünsjährigM Knabe. Smelek, mttief.seinem Großoastr und wollte fich~ au» dem brmnendm Hause holen, da» er lebend i lassen sollte. In dM Nacht fand man den verkoh«» ar äß lich verstümmell untM dm rauchmdm Trümmew, Der Schaden"-*--..... stchert waren, detter find durch orn«ranv vrono« Rtmorbea. de» Brande« ist bi»hM nicht bekannt geworden. Wie«. 16. Juli. Heute Vormittag würbe«_ Donauufer in dM Nähe de» städtischen»ade» im P Anzüge, dM eine» Manne« und der einM Frau« fundm. Ein Ztttel, welchM, mtt einem Stein« dm Kleidem lag, gab Aufschluß übM die E„ selbm. Der Bildbauer Josef Grttti, 18 Jahre alt, bekannten Wim« Bürger«, und dst Näherin Marie au» Tabor gebürtig. 27 Jahr« alt, haben sich gangme Nacht in dst Donau gestürzt. Beide ui Lieb«—......""~"*- nummni unim om rauchmven Druw»>�. e» dürftestch, nachdem dst Glatoorräth«?, im Jahre schloffen— englische Mi All«» wird, wandelt. I drei Viertel 19 000 pm 5 In Be noch ftandm Deurschland die genannt, in Fünftel anzen Erde jn Stahl« der Welt ei triffl, arbeite neidenswertl drückenden Z fürchtm. T Amirika in der Welt bi bängig, ist Getreide un worden. Je 1000 8180001 1 1120000« arnz Europa Obgleich als Wett Mzeugt «»vMbSttniß, da» von Folgen degstttet war. U»! würfen dM Vwwandtm zu entgehen, verübten fie. ...... Adendstv mord.- Auf dem in dm Adendstundm stet» setz Platze vor EltMletn'»«afino in Hcrnal» wurden S gegen'/.9 Uhr dst Paffantm plötzlich durch eine tonatton alarmtrt.»u» einem Fenster de» erste" de» genannten Hause« flog eine Kugel gegm dst aegmüdM defindltchm Hause» und prallst an" Au» dM Restauration strömten dst Gäste auf dst eine große Menschmansammlung bildest fich. D« � Vorfall erllärst stch alsbald in etnfachM, wmn auck Weife. Der in jenem Hause logtrmde 20jährtae Mazko halst seinem Leben durch einen Revowersa gemacht. Dst Kugel durchbohtte dst Schläfe und erwähnt, durch da» FenstM hinau». Mazlo hatte der Staat»prüfung unstrzogm und wurde nicht apt Straßburg i. 18. Juli. Bei dm Nach» SemetndMath wurden gewählt: 1. Sektton; � («lsäffM): 3. Sektion: ReckM(AlldeutschM); 4. dakmanufattur« Direktor SchmrttM, von den Deutstl stellt; 6. Settion: Jung(elfäsfischM Katholik): � Neßmann. von allm Parteien aufgestellt Da»%\ dM SttaßburgM Wahlen ist nunmehr: 9 Altdeutf nomistm. 6 Katboliken. 6 Elsäffer ohne Parstif 10 Proteststr.— In Wetz wurden bei den N» Dnttfche und 13»ttmetzM aewähll. Der rath desteht demnach au» 19 Deutschen und gliedern. er n�tSwürdiger kum%Mch� r�deftotm ist fl1 MZUKW «raeh ertönst, fai Folge deffm die anwesende« sttzl gegmeinemdM pralltm und dM Flüaelft r- Man glaubst im ersten Schrecken eine AaSexp Kontrast übe täte Englank W-rthei jen Allgemeinen gcnde» Land Wa» da! wichtigsten p Jahrhunderti rtkanische. K Maschinm ui den Handel i da» erste Da Juhr unter ?afm au». (ootton-gin) i ver Kraft, E Elettrizität st aesehm davc Elektrtzitl Eine Q wister" .Jeder .' soll d einmal seine betem seiner gesagt habm elyptischen S Denn, wenn den entsprecs einigermaßer geborm, so geistige Beac wichtigste Cr Bonaparte, i wird man jo Und man wi wenn die nö ü»**, ßeichnend ffi ihren Herakl »rasseln lasse den Kanal hintingefloßen und dstse durch Zündschfl, »orten. Nur dem Umstand«, daß dst Bst»�« vstllttcht auch undicht vMlöihet war und(o% Drucke dM«xplofion nicht Widerstand ,u «MantworlltchM Redaktem.R. Cr»nhet« in Berlin. Druck und Verlag von»rttii die• unmittelbar ünstr dem GasometM' auf. � fpj ein Loch ins dm doppelten Fußboden 0«!% kapsel ist anscheinmd von sachtundh" bstch hergestellt und so groß, daß pulvM aufpmehmm vermag." wdm S«nff�»Itq vägt eine M Teufel gespri Ebenso» kttsien an der gaben Marsö �chon körpM> oder eine zu g halten läßt, i au» dem Lei Und nui sphären berül Speeres dM in Berlin 8W„ veuthstraße 2. Hterz» et»»1 i Ducha» irintt nt null Wem li -n.? jtpaar f holen Stellen» tenont* Beilage mm Berliner BolNlatl. SÄ 168 rt Nini.'.___ Donnerstag, den ÄS I«U 1886. Hl SN�j Enoxi— AmM». «» M inander ß mde. M das Der amerikanische Statistiker Andrew Carnegie hat____ _ u«, �uch geschrieben von der„Triumphirenden Demokratie' Der it-W vier»Fünfzta Jahre der R.-pudlik". welches durch die Küi-z: namit oal feiner Vergleiche übenofcht. So erzählt er. von d:n md Elde> Noble« lagern der Vereinigten Staaten sprtchend, daß au» ein« dieselben ein Gebiet von mehr als 300000 englischen Quadrat. tete dadfl weilen umfassen. Dem entgegen erllä-t er, dafc da« ganze neile«ohlenareal der Welt nur 401 400 Quadratmeilen beträgt- i man« bat von Großbritannien 11 900 Quadratmeilen— so daß Ott«ohlenvorralh Amerika« gegen drei Viertheile von dem der ganzen Erde beträgt und fllnsundzwanzigmal so groß ist, wie der von Troßbritannien. Die I a r m e n von Amerika, da« heißt von den Ver- einigten Staaten, find an Ausdehnung gleich dem gesammten Territorium von Großbritannien(England, Schottland und Irland), Frankreich, Belgien. Deutschland, Oesterreich, Un- garn und Portugal. Die Weizenfelder sind an Ausdehnung England, Schottland und Belgien gleich, während die son< stigen Getreidefelder ganz Spanien üderdeck-n würden. Die Baumwollpflanzungen bedecken ein Areal, welche« größer all Holland und zweimal so groß wie Belgien ist. Die Retsfelder Zucker, und Tadaktpflanzungen würden ebenso Königreiche von nicht unbedeutender Größe bilden. Und der amerikanische Ackerbau hat solche Fortschritte gemacht, daß Farmer mit ihren Weizenfeldern hundert englische Quadratmeilm bedecken und _... englische Meile lang, und je zehn Thier« nebeneinander, und Alle» wird, ehe e« Chikago wieder verläßt, in Proviant ver. wandelt. Im Jahre 1881 wurden in Chikago allein fünf und �MJGIerWmmionen Schweine geschlachtet, im Durchschnitt 19 000 per Tag. 3n Bezug auf Stahlerzeugung heißt e«: 1870 nod) standen die Vereinigten Staaten tief unter Frankreich oder Deutschland: zehn Jahre später erzeugten ste mehr Stahl, al« S»ÄKTÄ»«'{g wtaz neidenSwertber Ruhe, während die Millionen Europa« unter drückenden Militärlasten seufzen und fortwährend Kriege be. fürchten. Da« Resultat ist, daß der industrielle Fortschritt Amerika in Bezug auf Reichthum und Macht an die Spitz« der Welt bringen muß. Während e« selber praktisch unab- bängig, ist e« mit seinen riefigen Voiläthen an Baumwolle, Getreide und Fleisch für Europa bereit« unentbehrlich ge- worden. Im Jahre 1880 wurden die britischen Fabrikate auf 818000 000 Pfund Sterling geschätzt, jene Amerika« auf 1 112000000— nahezu halb so viel, wie die Fabrikate von ganz Europa, welch« man auf 2600 000 000 veranschlagte. Obgleich also Großbritannien gewissermaßen für die ganze Welt erzeugt und die Republik nur Jahr für Jahr eine größere Kontrole über ihr« eigenen Märkte gewann, hatten die Fadil- tat« England» im Jahre 1880 doch nicht zwei Drittel de» W-rthe» jener der hundert Jahre allen Republik, welche im Allgemeinen keineswegs als ein vorzugsweise Fabitlate erzeu. g-nde« Ländergebiet detrachtet wird. Wa» daS Maschinenwesen anbetrifft, find viele de* wichtigsten praktischen Erfindungen, die während de» letzten Jahrbundert» zu dem Fortschritte der Welt beigetragen, ame« rtkanische. Kein andere« Volk hat so viele Arbett ersparende Maschinen und Hilfsmittel erfunden. DaS erste in Bezug auf den Handel erfolgreiche Dampfboot fuhr auf dem Hudson und da» erste Dampfschiff, welches den Atlantischen Ozean kreuzte, fuhr unter amerikanischer Flagge von einem amerikanischen Hafen au«. Amerika gab der Welt die erste Egrenirmaschine (cottov.gin) und die ersten praktischen Maschinen mit bewegen- der Kratt, Ernte« und Nähmaschinen. Auf dem Gebiete der Elektrizität find die Amerikaner besonder« hervorragend. Ab. jt gesehen davon, daß Franklin die Identität deS Blitzes und �chut � Elektrizität zuerst erkannte, war e» ein Amerikaner, der Dn Keistmrslhiill. Eine Charakterstudie von Paul MannSberg. [Nachdruck verboten.> „Jeder von euch trägt den Marschallstab in seinem Tor- wster" soll der erste der Napoleone eine» Tage», da er wieder einmal seine demokratischen Anwandlungen hatte, zu den An» tetern seiner Schreckensgottheit, zu seinen getreuen Soldaten, gesagt haben. Der große Corse hat damtt einen sehr stark «lyptischen Satz»um sogenannten geflügelten Worte erhoben. Denn, wenn er behauptet, daß jeder mit fünf Sinnen und den entsprechenden Extremitäten versehene Mensch, der nur einigermaßen«ohlgebaut und muSkulö« ist, zum Marschall geboren, so muß der gewissenhafte Historiker ergänzen: die geistige Begabung, da» ingenium de« Feldherrn ist da» wichtigste Erforderniß, und gerade diese« hatte Napoleon Bonaparte, vielleicht absichtlich, vergessen. Zum Feldherrn wird man ja bekanntlich geboren, ebenso wie zum Künstler. llnd man wird auch schließlich, zu wa« man geboren worden, wenn die nöthigen Bedingungen zur Verwerthung der in die Wiege gelegten Gaben vorhanden sind. E« ist sehr be« ßeichnend für die sinnreiche Mythe der Griechen, daß sie Kren Herakles bereit» in der Wiege wne Schlange er- .aa«r Usseln lassen. Bei wem sich daS Schicksal mcht mit der IfcliV GeburtstagSgabe einstellt, für den ist Napoleon'« haraw "inS 5 fiuirender Ausspruch gleichbedeutend �ägt eine Million in der Tasche", � eU Ebensowwttg als Marschall mit dem kampffähigen Stoß. vegen an der Seite kann man ohne die nöthigen Wiegen» tzaben Marschall mit dem weichen Galanteriedegen werden. Schon körperliche Mängel, wie z. B. ein allzu steifer Nacken vder eine zu gesprächige Zunge, die sich nicht gerne im Zaume Spalten läßt, eskamotiren den friedlichen Marschallstab sofort au« dem Lebenitornister de« angehenden Höfling« hinau«. Und nun wollen wir un« nach diesen, höhere Menschen- fphären berührenden, einleitenden Betrachtungen zur dritten Pfn». Epecie« der Marschälle wenden, zum Reisemarschall. Er mit:„Jeder von euch zu einer Armee armer daS beste Sylem dn Telegraphte erfand, der e» kühn unter. nabm, die alte und die neue Wett durch elektrische Kabel zu ver binden. Ueber den„goldenen Strom der Einwan. d e r u n g" schreibt Ä Carnegie: Z vischen 1840 und 1880 betrug die Gesammtzahl ver Einwanderer in ven Vereinigten Staaten wenig meh: als neun Millionen, wovon 25 pC'. dri. tisch waren. DaS ist eine überraschende Wahrheit. Groß. britannien, die glorreiche Mutter, nährte gleichsam mit th.em Her, blute ihr Kind. Wären die Befitzer von jeder Gold« und Sildermine gezwungen, jede Unze der von ihnen p oduztrtcn kostbaren Metalle auf ihre eigen«« Kosten an da« Schatzamt in Washington zu senden, der nationale Reichthum würde da« durch nicht halb so vergrößert, wie durch den goldenen S>rom, welcher jede« Jahr durch die Einwanderung in da« Land fließt. Die Fähigkeit Amerikas, die Bevölkerung, welche ihm zufließt, aufzunehmen, sowie da« große natürliche WachSthum seines Volke« kann nicht überraschender dargethan werden, al« durch einen Vergleich. Belgien hat 482 Einwohner per(englische) Quadratmetle, Großbritannien 290, die Vereinigten Staaten, mit Ausschluß von Alaska, weniger al« 14. In den zehn Jahren zwischen 1870 und 1880 kamen zu der Bevölkemng der Union 11'/, Millionen. Dennoch brachten diese nur jeder Q radratmeile de« Grsammt. Territorium« drei Personen zu. Sollte jemals die Union so dicht bewohnt sein wie England, so wären tausend Millionen Amerikaner dazu erforderlich. Lokales. Ueber ei« vorgestern zur Vrrtheilnng gekommene« Klngdlatt der Sozialdemokratie werden in den gestrigen Aoenvzettungen verichteoene recht abenteuerliche Nachrichten kol portirt. Da«„Berl. Tagebl." spricht von 70000 Exemplaren, die„Voss. Ztg." sogar von 80000 und eine Lokalkorrespondenz schießt den Vogel mit 200000 Exemplaren ad. Nun, je mehr desto besser. Die„Voff. Zig." schwingt natürlich den rothen Lappen, fie findet die Sprache de« Flugblattes mehr alt Vi abend und steht sich außer Stande, ihren ehrsamen Lesern etwaS au« dem graufizen Manifest mitzutheilen. Da» Flugblatt ist diS jetzt nicht verboten, und so entsetzliche Dinge werden doch nicht darin gestanden haben, daß man stch nur auf die geheim. ntßvolle Andeutung beschränlen zu müssen glaubte, daß der Fortfall de« Wahlrecht« der Arbeiter zum Reichstage al« drohende« Zulunftblld vor Augen geführt wird u. f. w. ES will uns be- dünken, al« ob die brave„Volstn" überhaupt keinS von den 80000 Flugblättern zu Geficht bekommen hat und daß fie diese wie jede andere Gelegenheit nur deshalb so begierig eigreift, um dem Bourgeois eine Gänsehaut über den Necken zu saaen Tie Korrespondenz mit den„200000" Exemplaren thetlt übrt. gens mit, daß da« Flugblatt da« stch mehrende Maffenelend einerseits und den steigenden Steuerdruck anderseits schildert und zur Wahl sozialdemokratischer Abgeordneter auffordert. . Für eine varkartige Umgestaltung de« Grunewald«« wird in der„National Zettung" plaidirt, obwohl vorläufig die Benutzung al« Jagvterratn eine anderweitige Verwerthung der Waldungen unmöglich macht. Al««uriürft Joachim, so schreibt man dem genannten Blatte, im Jahre 1542 Schloß Grunewald am Grunewaldse« erbaute, war e« noch mSallch. dle schweren Balken de« Bauhol, e« auf dem Wasserwege dort. hin zu schaffen. Diese Wasserstraße au« ver Mitte de« sech«. zehnten Jahrhundert« zeigt noch heute deutlich ihre Spur in der sumpfigen Einsenkung vom Grunewaidsee nach Hundekehle und dem Halens-« einersett«, wie andeiersett« nach der krummen Lank« in der Richtung nach Potsdam. Ebenso ist e« gewiß und an vminzelttn uralten, jetzt morsch und bohl gewordenen Eichen aufzuweisen, daß hier vor 2—300 Jahren an Stell« der Kiefern Laubwaldungen gestanden haben, welche die Wasserstraßen de« Grunewald« gegen da« Au«. trocknen durch die Sonne geschützt haben. Al« unter dem großen Kurfürsten Berlin stch auszudehnen begann, hat man da« Bauholz wahrscheinlich zum größten Theil au« dem dawal« wett umfangreicheren Grunewald genommen: ebenso dursten unter dem ersten König von Preußen Alle, die stch in Char. lottenburg anbautm, das Bauholz den nahen Waldungen entnehmen, und beim Erbau der Friedrichstadt unter Friedrich Wilhelm I. dürste man nicht ander« verfahren lein. Der Einsender macht nun den Vorschlag, mit Hilfe von Maschinen die Sümpfe von der lmmmen Lank« dt« Hundetetzle und Halensee ausbaggern zu lassen, und wird von seinen beiden hohen Verwandten mit manchen Gaben ausgestattet, die ihn für seinen nicht wenig an- strengenden Beruf geeignet machen müssen. Mit Tode«» Verachtung hat er sich dem auS Fahrordnungen, Eisenbahn« und Zollpersonale, au« Anschlußverfäumungen und Station«. Restaurationen— zu deutsch: BeschwindlungSanstalten— zusammengesetzten feindlichen Heere entgegenzustellen. Cour«- Bücher, Courier« aller Art hat er durchzustudiren; in allen Fahrplänen und Verkehrsverbindungen muß er, seinem Vetter dem Feldherrn gleich, sattelfest sein, er muß Land» und Seekarten im Kopfe haben; er muß über die Gattung der jeweiligen Beförderungsmittel genau informirt fein und soll, will er als vollkommen gelten, in allen Hotels der betreffenden Route im voraus rekognoSzirt haben. Wenn da» Gro» der touristischen Belagerungs-Armee anrückt, hat er schon lange Quartier gemacht, nachdem er die letzten besetzbaren Punkte, da« ist Hotel-Zimmer, im Sturme auf die ver- theidigende Kellnerbesatzung durch Bombardement mit einem Geschoßregen von Trinkgeldern genommen. Während er sich m dieser Weise gegen alle», wa» außerhalb des Wirkungskreises seiner Auftraggeber oder Vorgesetzten liegt, agressiv zeigt, verhält er sich den Letzteren gegenüber vollständig passiv. Er komplimentirt seine Schutz» befohlenen beim Coups des Waggons hinein oder auf das Verdeck des Schiffes hinauf, öffnet dienstbeflissen den Wagen» schlag, wenn man sich genöthigt sieht, mit der im verflossenen Jahrhunderte allein herrschenden Äxe fürlieb zu nehmen. Er führt sie in daS ihrer harrende Obdach triumphirenden Blickes, wenn e» die Erwartungen der Herrschaften über» steigt, unter entschuldigenden Bücklingen und schüchternen Achselzuckungen wenn es allen seinen Anstrengungen nicht gelungen. Besseres al« Mittelmäßige« zu ergattern. Er fliegt auf einen Wink seiner Gebieter hierhin und dorthin, bestellt Senftenträger, Führer, Maulesel, Pferde, Wagen, Lohndiener, Fährleute auf See, Fluß und Meer, kauft Theater- und Concert-Billet», EntrseS zu Sammlungen und Ausstellungen, verschafft Eintritt in Museen, Kata» komben, auf Thürme und in Paläste, in sehenSwerthe Ver» gnügungslokale, industrielle Etablissement», bringt, je nach bofft, daß e» möglich fein werde, in oeehältnißmäßig furzet Zeit die alte Waffelstraße au» dem fechszehmen Jahrhundert wieder herzustellen.— Vom hvgienischen Siandpurkle au» wird man dem Vorschlage unbedingt zustimmen müssen, zumal die rapide Ausdehnung und die zunehmend« Bevölkerung Berlin« die Herstellung gesm-der und großer Tummelplätze für Kinder und Ecwacdsene dringend erheischen. Daß im Grüne» wald für die Hebung gesundheillicher Verhältnisse noch Manche» geschehen lönme, ist ebenso gewiß; e» fragt stch nur, od die vorgeschlagene Art, die sumpfigen Wege und Niederungen trocken zu legen, von den Sachoerständtgen gebilligt wird. In Anbetracht der Wichtigkett der Frage ist eine Aeußerung von zuständiger Seile in der Angelegenhett recht wünschen»» wertb- WohnungSnoth oder RtethSsteigernng? Diese Fage Ol fingt üch gegenwärtig und anmftchtS der bekannt werdenden Fälle von Steigerungen dei MirthSpreiseS durch die Wirthe in den Vormrgmnd. Die Herren Vermie-her gchei» dabei mit einer solchen Ruhe und Eichrrheit vor, daß man daiau» noih wendig auf ein vorher getroffene» Abkommen schlichen muß. und der Umstand, daß die Steigerung mi-ten im Sommer vorgenommen wurde, also zu einer Zeit, wo die in Folge BeztehmS von Sommer wodnungen leer gewordenen Räume immer noch eine augenblickliche Auiflucht gewähren, und damit die Möglichkeit eine« Arrangement« für die ge» kündigten Mteiher gegeben ist, läßt auf die Siege«, uverstcht der Herren Wirthe schließen. Soweit unsere diS j-tzt einge« iogenen Erkundigungen reichen, erstrecken stch die Sielgerunge» !auptsächltch auf den Südosten der Stadt, wo allerding» dl« Baulust in der letzten ZFt kein: besonder« lebhatte war und außerdem eine eng zusammengedrängte Arbelierbeoölkerung wohnt, die weniger, ali den wohlhabenderen Klaffen dies wög« lich wäre, fich in der Lage b.findet, den St«tge» rungSgelüsten der Wirthe W.derstand zu leisten, für welche e« an jedem einleuchlenden Grunde fehlt. Nicht einmal ein Maurer Streik konnte den HauSdestzern auch nur«inen Icheindaren Vorwand für die Steigerung gebm. In demselben Moment, wo all« äußeren Verbältnisse vazu avgethan find» «ine Verdilligung der Berliner WohnungSmiethm eintreten zu lassen, wo reichliche« Kw talangebot gegen billigen Z nSwß die auf den Häusern liegende Schuldenlast zu Gunsten ver Wirthe erleichtert, gehen diese mit der Miethtsteigerung gegen die ärmere, widerstandsloseste und der nothwendigsten Wohnung«» räumlichketten am meisten bedürttige Klaffe der Bevölkerung vor. Die Jaszenirung etaeS Maurer-Streck« ist in dt-sem Jahre unmöglich geworden durch die Handhabung de« So» ztaltstengesetzeS, und die scharfen Worte, welche gegen die Ar» deitersührer der Streikbevegungen von dem Minister de» Innern gedraurtt worden find, schließen mindesten» die An« nähme nicht au«, daß in einflußreichen Kreisen eine Streik» dewegung der Maurer und Bauhandwerker nicht gebilligt worden wäre. Auf diese Auffassung bildet nun freilich die MiethSsteigerung in Berlin die naiumoth wendige und unter den gegmwärtlgen Verhältnissen �dte einzig mögliche Antwort. Dt« einzige Schranke gegen die Uebermacht ".S in dem Hon'erdrfitz angeleaten Kapital« war dtlher die Organisation der Bauardeiter. Diese ist gelähmt; die Folge trttt zu Tage. Unbarmherzig verfolgen die HauSdefitzer ihre tapitakistilchen Interessen, wabrend die Arbetterkoaltlion zur Unlhättgkett verdammt ist. Mögen die Bebörden daran» er. kennm, wellbe schwere Veraniwortlichkeit ste auf stch laden wenn ste auf Grund ihnen anderweitig gegebener Befugnisse eine solche Lohnbewegung der Arbiiter illusorisch machen!— Freilich, die ganze schädliche Wirkung dieser Kapltallstm» toalitton, denn eine solche ist dock die zweifellos bestehend« Organisation der HiuSwtrthe, wird sth unier den obwaltenden Verhältnissen äußirlich laum sehr bemerkbar machen, denn an eine Wiederkehr der E schetnungen der WohiungSnoih, wie wir fie hier im Jahre 1873 hatten, ist wohl nicht zu denken, und so lange die Behörde nicht G.und zum Elnschretien findet» exlstirt gewöhnlich ein Nothftand olfiztell nicht. Der Arbeiter bezahlt die höhere Mieihe, bewohnt ein gesundheitsschädliche», kleinere« Quartier, und äußerlich ist Alle« ruhig l Damtt frei» lich glauben dann die Behörden ihr Ziel erreicht zu haben. Ader e« handelt fich nicht dloS darum, daß der Arbeiter ruhig, sondern daß er auch zufrieden ist, und dazu wird freilich die rückst biSlose Miethtsteigerung vt.ler Wirthe nicht beitragen. Seitdem die Berliner Wasserwerke da« erforderliche Waffer ,u» dem Tegeler See entnehmen, ist der Wasserstand Ort und Zeit, zur Zerstreuung seiner Gönner Original» Tyroler aus Nieder» Oesterreich und eben solche Italiener von weiß der Himmel woher, führt auf Verlangen überall hin, wo man die betreffende Stadt und ihre Bevölkerung gerade so gut kennen lernt, als man heute echtes Pariser Leben m Mabille sieht, nm alsdann daheim so viel vom Volks» charakter von da und dort schwatzen zu können, al« hätte man da und dort mindestens ein Decennium feines Leben» zugebracht. DaS alles kann man vom dritten der Marschälle vom Universalmarschall, vom Reisemarschall haben. In seiner dienstfertigen Bereitwilligkeit und seiner allzeit prompten Gefülliateit läßt fich die Verwandtschaft mit dem zweiten seiner Vetter, mit dem Hofmarschalle unmöglich verkennen. Freilich ist die Dienstfertiukeit de» Reisemarschalls in den meisten Fällen keine edel-freiwillige. Er sinkt zu« Söldling seiner Gebieter herab und insofern er die» ist, zeigt er wieder eine flüchtige Aehnlichkeit mit dem Kriegermarschall, der wohl auch Söldling ist, unterscheidet sich von ihm aber wesentlich dadurch, daß er sich trotz aller aufreibende» Thätigkeit zu keinem in kritischen Zeiten höchst schätzen»» werthen Vertheidiger von Hau« und Heerd im Style seine» Vetters empor schwingen kann. Der Reisemarschall au» Verpflichtung zeigt übrigen» eine gut ausgebildete auf» und absteigende Klimax in seine» verschiedenen Abarten. Der nach seinen allgemeinen Eigen» schaften bereit« skizzirte Reisemarschall ist zumeist jener, der Reisenden von Stande seine Dienste widmet. Es ist die» der Rtisemarfchall in aller Form, wie wir deren etliche jetzt eben, zur Zeit der Reiselust»sucht und-wuth, auf jedem großen Bahnhofe antreffen können.., Eben folgt er bor» einem Rollwägelchen, das in thurm» artigem Aufbau die Gepäckstücke Sr. Exzellenz m da» Frachtenmagazin befördert. Er hat die Aufgabe de« Gepäck» und die Erstehung der Freikarten an der belagerten Kasse zu besorgen, indeß Sr. Exzellenz in der R.stauratron I. Klasse ihren Lech zur Eriragrmg der Rersestrapazen geeignet macht. Daheim bekleidet er die Stelle eine« Leib-Kammerdiener«; ihm unterstcht eine Compagnie dienender Subjekte, die er, der Marschall einer Compagnie, zu Zwecken der Bequem! ich» merllich gesunken; die im See angelegten Badeanstalten stehen fast auf dem Trocknen; det vaatwinlel kann der Dampfer nur dann anlanden, wenn er wenig Post»giere hat, und bei der Dampfmühle kann kein Schiffer mehr aus- und einlad-n' eS ist deihald gegenwärtig eine Dampf Baggermaschine in Thätig- keit, um die flachen Stellen ausjudaggern, und gleichzeitrg soll in der Näde der Dampfmühle ein Hafen angelegt werden, in welchem die Schiffer während des WinterS Sckiutz finden. Die Wehre an den früheren Dammmühlen find nun wieder geöffnet, nachdem dieselben während vcr Sperrung auch noch eine Reparatur erhalten haben. DaS Wacherkraut auf der Oeripree ist zwar oberflächlich deseitigl wo.den, gründlich wird daffclbe jedoch erst durch die in den nächsten Jahren de- »orsteh'.nde Verl»fang des Bettes der Unterspree geschehm können. Der Wafferstanv auf der Oberspree hat fi-d wieder gehoben, so daß derselbe hier fich durchschrittlich auf 7.7 m in den letzten Tagen befand. ES ist die« ein der Schifahrt um die Jahreszeit im Ganzen noch günstiger. Ein Stadtmtsfionar. so lesen wir in der„Voff Ztg." hat von einem Hause in der Simeonsgemeinde«ine düstere Schilderung entworfen, die nur deshalb etwa» karikirt erscheint, weil der Verfaffer den Verzicht auf die Taufe der neuge» borenen Kinder als die Quelle all.S Uedel« betrachten will. Ein politisches Blatt, das die Schilderung übernommen, de- merkt dazu:„Welche Zustände! Himmelschreiend! wird jeder ernsthafte Leser unwillkürlich ausrufen bei dieser Beschreibung einer Wirklichkeit, von welcher fich ja jeder selber überzeugen, da» etwa Bezweifelte mit eigenen Augen sehen kann. Und diesem materiellen und fittltchcn Elende gegenüber als schlimmes Wiverspiel daS Praffen von Müßiggängern, die nur zum Ge» niejjen und Verschwenden einet Uebei fluffet da zu sein glauben, welchen fie nicht durch ehrliche Arbeit erworben haben." Es tst nicht etwa dai„Verl. Voiksdl", weichet diese Anmerkung macht, sondern die„Kreuzzeitung." Diese letztere Bemerkung, die wahrscheinlich witzig oder ironisch sein soll, leistet fich die »Voff. Ztg." ebenfalls. Wir wollen demgegenüber nur er- klären, daß wir es stet» verschmäht haben und verschmähen wer- den, durch eine gewtffe Rohhett des Ausdruck» aufreizend auf unsere Leser zu wirken. Wenn eine solche unserem Antipoden, dem Herrn von Hammerstein und Gefolgschaft gestattet»st, so kümmert unS daS herzlich wenig, diese Herrschaften müffen ja am besten wrss:n, zu wem fie sprechen. In Uedrigen wundert eS uns, daß eS der„Voff. Ztg." nicht bekannt ist, daß gerade jene Herren in kasernenmäßiger AuSdruckSweise das Höchste leisten, sobald irgend Etwa« nicht nach ihrem G schmack ist. Folhen der Hitze! Im„Berl. Börs. Kour." steht zu lesen:„Die Bildung von Fachoeretnen al« Surrogat für verbotene Vereinigungen grenzt an'S Fabelhafte. So giedt ei einen Fachveretn der Steinträger, welcher am 24. Juli fein Stiftungsfest feiert."— Vergnügtes Dalldorf I Dte stattliche Granttbank am Schinkelplatz, welche im Halbkreise hinter den Denkmälern im Schatten ehrwürdiger Ulmen errichtet worden, ist ein sehr beliebter sommerlicher Aufenthalt für Jung und Alt geworden. Weniger bekannt dürfte bisher, wie die„StaatZd. Ztg." schreibt die außerordent- licht Akustik dieses GcanitfitzeS sein. Wie ein Telephon leitet derserde von der einen Spitze seine« ungefähr 15 Me,er betragenden Halbkreise« zur andern die leiseft gesprochenen Motte. Gefettigt ist die Bank aul schwedischem, bläulich gezeichnetem Granit, während die Postamente der Denlmäl-r seiner Zeit aus erratischen Blöcken der Mark hergestellt wu.den. Witterung im Juui. Während dte vorausgegangenen Monate, namentlich März und Mai dieses JahreS sich durch schroffe Gegensätze in ihren WitlerungSerschttnungen autz-ich- neten, zeigte der Juni, wie wir der soeben ausgegebenen Num mer der„Stat. Corr." entnehmen, einen mehr gemäßigten Verlauf. Die MonatSsckmankung der mittleren Tsgestempe- ratur betrug nur etwa 10 Grad, gezen mehr als 20 Grad im Mai. Heitere«, ziemlich warmes Wetter eröffnet- den Monat Juni, aber fchon zum 3. und 4 trat bei nöldltch-n Winden eine Abkühlung ein, vom 16. ab traten allentvalden auch stär- kere Niederfchläge auf. Dreie Witterungslage dauerte bis etwa zum 25., woraus heitereS, etwa« wärmere« Wetter eintrat dt« am 30. fich wieder eine schwache Abkühlung gellend machte. Die höchste Temperatur wurde am I. Juni in Darmftatt (+ 308 Grad), die niedrigste am 5. in Lauendurg i P. (+ 1,9 G ad) beobachtet. Für Berlin betrug daS MonatS. mittel 15,3 Grad; dte höchste Teer per atur 27,4 wurde am 2., dte niedrigste 6,5 G:ad am 19. deodach'et. DaS Geiammtbild de« verfloffenen Juni ist kühl, trübe. Um 1 bis 2 Grad war die Temperatur allenthalben zu niedrig. Dte Niederschläge waren im flachen Lande fast überall zu gering, in den höher gelegenen Gegenden de« südlichen NocddeutschlandS dagegen um ein Bettächtliche» zu hock; besonders war da« schlefische Hochgebirge vom 20. bis 22. Juni von gewaltigen Regengüff-n heimgesucht, die in den Riedel ungm verheerende Uederschwem- mungen zur Folge halten. Zur diesjährige« Naturforscher- Versammlung. In der Sektion für die medizinische Geographie der Naturtorschrr- Versammlung find noch folgende Vorträge angemelvet: Karl von Köstritz Potto-Alegre, der bekannte Kenner Süd. Bi afiltens, wird über„Klima und Hy.flene d-r drafilianischm Provinz leit Sr. Exzellenz zu kommandiren hat. Während der Reise bat er sich in nächster Nähe de» Gebieter« zu halien, den Verkehr mit dem Bahnpersonale zu vermitteln, für die Mapenbedüifniffe des hohen Re senden zu sorgen. Am Orte der Bestimmung angelangt beginnt für ihn eine rastlose Thärrgkeit, die wieder ganz—& 1&„Kalb" in Sch llei's „Kabale und Liebe"— in das Fach des Vetters Hofmarsäall fällt: Besuch« bei seinem Herrn ansagen. Besuche seines Herrn vorauSposaunen, kurz höheren Antichambre-Dienst versehe». Leider wird die Grenze nicht immer genau eingehalten, wo der Reisemarschall aufhört und eine höhere Gatturg Mensch beginnt. Zumal der östliche Europäer, der mit «estlichem Firnisse überstrichene Russe, kennt diese Grenze ebensowenig, als er bei der erstaunlichen ExpansionS- Kraft feiner geliebten Heimath die künftgen Grenzen derseltea kennen dürste. Der Hofmeister de« jungen russischen Grafen wird da ganz unbedenklich im Bedarfsfalle zum Reife- Marschall gestempelt. Er hat dem Sprößlinge des erlauchten Geschlechtes, der ihn selbstverständlich duzt, ga-z dieselben Dienste zu leisten, die der deutsche Kammerdiener in ie ner Eigenschaft als Reisemarschall Seiner germanischen Exzellenz zur Verfügung stellt. Im besten Falle unterscheidet er sich von Letzterem dadurch, daß es ihm gestattet rst, mit seinem Herrn und Gebitter im selben Coups zu reisen. Eine im Verhältniß zu seinem Stande weit würdigere Stellung nimmt der glückliche Pedell ein, dem eS vergönnt ist, mit seinem Professor die meist wissevschaftlichenExkurfionen gewidmete Ferienreise zu absolviren. Wie stoh ist er, dem Schulstaube und vor Allem den denselben aufwirbelnden Jünglingen evtflohkn zu sein Er rechnet sich'« zur Ehre an, dem Herrn Professor alt Rersema. scholl dienen zu können. Mit Vergnügen thut er alle«, was jener begehrt, erträgt mit Lammsgeduld dessen Launen und werß die auf Reisen doppelt verhängnißvollen Folgen der Zerstreutheit de« Herrn Professors mit Virtuosität hintanzuhalten. Er besteigt mit dem verehrten Lehrer der Jugend zu Li be Gebirge und fchleppt den Hammer und einen Sack voll e beuteier Minerale, er schwingt das Schmetterlingsnetz und würde eS versuchen, Rio Grande do Sul"; Prof. Dr. Sachau-Berlin:„Die Er« gednrffc meiner klimatologischen Forschungen"; Joseph Mcngei- Hamdurg über„Erfahrungen in ißeft- Afrika" sprechen. Außer diesen fest«ugesagten Vorträgen wird wohrsch inlich Dr. Max Buchner- München über„Akklimatisation" oder über„Dre kulturellen Verhältniffc W-fi und Zentral Afrika»" berichten, und die Herren Klemens Denhardt und Landwittb Andrea« Küntzel werden, falls fich dieielben zur Zeit in Deutschland bifinven,„Deutsch Ofiafrika" und speziell das„WUu-Gebitt" zum Gegenstände von Vorträgen machen. Endlich wird vorauistchlltch auch Herr Hermann Soyrux seine„Be- obachtungen in Süd-Vrasttien" und sefte langjährigen Er- fabrungen alt„Botaniker bei der Loango Exoedilton" und alS Leiter der Woerwanr.'ichen Kaffee- Plantagen dtt Gabun mtt> theilrn. Ueber die Schädltchkett de« Rauchen« stellt Pro'effor Kletnwächter in Czerr.chowitz auf Giund eingebender Studien folgende Grundsätze auf: Am wenigsten schädlich ist das Rauchen aus Rargtlebs. Lange Pfeifenrohre find zwkckmäßt- ger, a!S kurze; die Röhre müffen häcfi, gereinigt und durch neue ersetzt werden. Am schädlichsten find kurze Thon- oder Holz-Pfttfen, wiil fie am bilt-sten durchtränii find mit Tabak« fast, welcher die Lippenschleimhaut reizt und L ppenkicds ver- ursacht. Desbalb find auch Zigarren und Zigaretten schäd- licher als Ptttfen. Die Zigaretten find wohl au« schwächerem Tabak bereitet, auch nicht so komprkt gefüllt wie dte Zigaire, aber andererseits entwickclr fich det Verbrennung deS Zigaret- tenpip erS Kreosoth, welches die Augenschlcimbaut stark reizt. Der Gebrauch von Mundstücken und Zigarrenspitzen mindert dte Schädlichkeit des Rauchens. Daffeive gilt von eingelegter Watte. P tsien und Z garren sollen nie ganz zu Ende geraucht werdrn, weil gerade in de« zuletzt bleibenden TadalStheilen am meisten von dem Nikotin enihaltenden Safte angesammelt ist. Nie soll man Tabakrauch einathmcn oder schlucken. Da« R.uchen in geschloff-nrn Räumen ist nachtheiliger, als im Freien. Am schädlichsten wbkt das Rauchen vor dem Früh- stück und daS Rauchen des NachtS im Schlafzimmer. Da« große Feuer tu der Schiukestraße hat nun— man sollte oaS kaum sür möglich hatten— doch noch Vortheile für dte Feueroerficherung zur Folge. Seit vierzehn Tagen machen nämlich FeuerverficherungSagenten den dort benachbarten Stadliheil urficher und tuchen Verficherungiaufträge von klei- nen Pttvaileulen zu erhalten. D-r geschickte HttnweiS auf das l«tz:e Brandunglück oerfehlt bei den Leuten, die meist Augen« zeug-n d:ffelben waren, seine Wirkung nicht. In einem ein- zigen Hauie in der Mariannenstraße nahm an ttnem der letzten Tage ern Agent fünf Verfich'.rungSanträge von den Inhabern ktetr.em Haush iltungen zur Versicherung ihres Mobiliars gegen FeuerSgefahr auf. Ein in demtelben Haufe wohnender Schuh- macher, ein geborener, jetzt 62 Jahre alter Berliner, wies da- gegen daß auch an ihn gestellte Av finnen mit Entschiedenheit ad. indem er meinte:„Mit det demliche R-xSorfer Feuer kön« nen Sie doch lernen echten Berliner jraultch machen! Wozu hätten wir denn die Feuerwehr mit die neuen Dampf- spritzen?" Eia Fallschirm-Experimeut, welche« der bekannte Luft- schiffer Lattemarn am Sonntag mit sttnem Ballon„Granate" vom Flora- Etadliffeo-ent auS unternahm, hatte einen äußerst glücklichen Verlauf. Kurz nach 8 Uhr stieg der Aeronaut mit seinem Ballon unter den brausenden Bttfallrufen des Publi- kvmS auf. Nachdem die„Granate", die in südöstlicher Rich« tung davongiflogen, eine Höhe von ca. 1800 Metern erreicht, begann Herr Lattimann seine Experimente, die fich dem Zu« schauer dadurch bemerkbar machten, daß der Ballon, nachdem daS große Ventil geöffnet war, so plötzlich zusammenklappte, daß man allgemein glaubte, er sei geplatzt. Mit derselben PlSz'fion, mit der die Erilceeung de» Ballons begann, trat der Fallschirm in Funltion, breitete fich au» und führte den küdnen Äeronauten, nachdem derselbe Ballast und alle schweren Gegenstände weggeworfen, mit ttner ganz enormen Schnellig- keit— er brauchte im Ganzen nur ca. 1'/« Minuten— zur Eide zurück. Ozne den geringsten Unfall erreichte Herr Latte« mann in der Nähe deS Zoologitchen Gatten« wieder den Boden, und kehrte von dort au», nachdem sein Luftoehtkel zusammen- gelegt war. zur Flora zurück. Dte Wohnung de« Kuustseuerwerker» vonander, im dritten Srock de» rechten Seitengebäude« auf dem Grundstück FUederftr.K belegen, war vorgestern Nackmirtaq gegen 5'/» Uhr der Schauplatz einer Exolofion, welche viel Unheil angestiftet hat und vre Nachdarschef! in hochgradige Aufregung versetzte, da die Exolofion einzelner Feuerwerkskö: per mit äußerst heftigen Detorarron n geschah. Tie Katast opde, welche glücklicherweise eintrat, während Niemand tn der Wohnung anwesend war, ist jedenfalls auf eine durch di' brennenden Sonnenstrahlen verursachte Selbstentzündung von FeuerwerkSkörpern zurückzuführen. Den Detonationen folgte ein Klirren der nach dem Hofe fallen» den Fensterscheiben Rauch und Puloerdampf füllten dte Woh< nung und bald schlugen auch die lichten Flamm:« auS den Fenster öff-rungen hervor. Beim Eintreffen der Feuerwehr hatte der Brand fich bereits über die gesammten Wohnräume ver- breitet, und von dm heftigen Stichflammen war auch schon daS Dachgesparre d.S Vorderhauses in geringer Ausdehnung ent- mit dem Wurzelstecher Bäume auszuheben, wenn e» der Mann der Wissenschaft verlangen sollte. Eine Stufe tiisir steht der Osfiziersbursche. Er wird kommandirt, auch zum Resse» kommandirt. Es ist aber selbstverständlich, daß er seinem Vorgesetzten, der mehr noch sein Privatherr als sein militärischer Vorgssetztcr ist, zugethau i und daher auch gern reist, wenn e» dem Herrn Offizier zu reisen beliebt. Er hat Parade- und Commode-Uniform stet« in Bereiaschaft zu halten, ebenso Kappe und Helm, deren Wechsel»amentlich bei Dienstreisen eine große Rolle spielt. Ist der Herr Osfizrer ve'heirathet, dann find der Oblieger h>iien des Burschen-Reisemarschalls gar viele, al« zum Exempel: Kinder warten, Botengänge für die Frau machen, Kinder ouS den und in die verschiedenen Vehikel heben, Taschen, PlaidS, Röcke und einer kleinen Gesellschaft zusammengebundene Stöcke und Schirme tragen, auf der Bahn ein CoupS stürmen und bis zur Ankunft der Offiziers- familie dasselbe mit der Miene»ineS grimmigen MarS- sohrre« und der Strammhttt eine« deutschen Kneger« gegen freche Eindringlinge vertheidigen u. f. w. u. f. w. Eine ganz absonderliche Varietät der Species Reise« Marschall ist der Mehner, der begnadet wurde, den katholischen Pfarrherrn auf der Reise zu begleiten. Nebst dem leiblichenWohle deS hochwürdigenHerrn.daS zu versorgen keine geringe Mühe ver- ursacht, hat er auch daS seelische Behagen des würdigen Pfarrers in da» Bereich seiner MarschallSobliegenheiten zu ziehen. So hat er jeden Tag bei d r Messe zu assistiren, so weit eS möglich wird, eine solche täglich zu lesen; anderseits hat er die Speisenbereitung durch die Köchin deS ConfraterS, bei dem der Hochwürdige Absteigquartier nimmt, gewissenhaft zu überwachen, damit sich sein Gebieter keine auf Reisen sonderlich lästige Indigestion zuziehe. Achnlich dem Vorigen, nur weit überbürdeter mit Pflichten verschiedensten Genre», ist eine Charakter- Figur, die in jüngsten Zeitläuften stet» seltener zu werden droht. Es ist dies der arme Student, der während des WinterS Freitische genießt und im Sommer das zweifelhaste Glück hat, von einer der Spenderfamilien einer solchen Gratis- tafel auf Reisen mitgenommen zu werden. Natürlich wird zündet. Zunächst aalt ei, dte Miether der Nachbarwohnungrs Krantenl welche in leicht ertlärlicker, wenn auch um öihtger UcberstüMl. fich und ihle werthvollfien Sachen in Sicherheit zu brini» Flemmft suchten, von überttiten Schritten abzuhalten. Die An«riß!f Eitsabetl operationen gingen hiermit Hand in Hand. Dieselben gestiM am nm« ten fich insofern recht unbequem, als die Schläuche du#"*4 seil Wirksamkeit getretenen 2 großen Handdruckspritzen über 4�8* N Hakenleitern hinweg in den Brandherd geführt werden muW Limmer da das Treppenhaus derartig verqualmt war, daß e« nicht ww»wttten pakstcdar war. Durch nachträglich noch auftretende klein«' bmav u Explosionen trugen der Oberfeuermann Rofenow und M 55°? Feuermann Degut Brandverletzungen— elfterer schwere:»! Grabe«— davon. Die Bewältigung de« Feuer» wurde st�riklde, etwa dlttoiertelstündiger ArdeitSzeft ausgefühit, nachdem ftw�ttenda! lich die gesammte Wohnungseinrichtung ein Raub der Fla»* wen gewoiden war. Unglücksfall beim Baden. Aus Spandau schreibt Wj K«lde u „An,, f. d. Haoelland": Zwei fremde Handwerksgesellen,�» gefundei in der KttnAen Herberge eingekehrt waren, gingen vorgeica Abend zur Stadt hinaus, um zu baden. Sie wählten i» P�ren J eine sonst für diesen Zweck nicht testtmmte Stelle am»«> wurde i au», und der eine entkleidete fich und ging in den Fluß.** entstand Genosse verwellte noch eine Zeit lang angellttdet auf d» delegen« Lande. Plötzlich verschwand der Badende vor seinen Auz» von Fei unter der O zerstäche vei WafferS und kam auch nicht wieM sondern zum Vorschein. Der bestürzte Gefährte unternahm es über dei zwei in der Nähe weilenden Personen, nach dem Vemnglüik!« den an im Wafier zu suchen; ihre Bemühungen warm aber vergeb-tt durch ez Dem Manne wurde eS nun zu trauttger Gewißheit, daß(«J lich schu Genosse ettrunkm war. Er nahm dessen am Urer liegen» mann Ii Habseligkeiten an fich und überbrachte fie der Polizei, f* diese in Begleitung deS Fremden e» noch sofort untern«; die Unglücksstätte aufzusuchen, vermochte derselbe dm Plä nicht wtever zu finden. Viellttcht gebm die beiden W welche fich an dm Rettungsversuchen betheiligt haben,% Polizei dm betreffenden Ott an. AuS den Papierm desjj trunkenen geht httoor, daß derselbe ein Tischler NammS W Helm Kapust aus Ragnit ist.# Die Dame, welche vorgestern im Luismbade in der 00% Mite" wanne verstarb, ist dte Ehefrau de» Ptanofottefabiik-m's-Streik t Walter in der Friedttchstraße. Wahrscheinlich ist dies:® stark erhitzt in» Bad gekommen und tn Folge deffen am Lu schlag verstorben. Im Irrst«« erhüugt. Dte Frau eine» in der Tempil� straße wohnenden MelallvreherS W. erhängte fich während« Ab Wesenheit ihre» Manne» vermittelst einer dünnen _+! gestern der Anl Gewerd Versami Er kam al» been diesen! welche d Jndtffei dm S am Thürgriff ihrer Stube. Der am Abend heimkehrende über requirilte zwar sofott ärztliche Hilfe, doch waren alle betedungSoersuche vergeblich. Die Eheleute lebten, wie lautet, sehr ftt-dlich mit einander. Dte Frau soll jedoch 5 Epurm von Jrrstnn gezttgt haben, so daß hierin die" zur That zu suchen sein dürften. Et« herrenlose« Pserd» Fuchswallach, mit kleinem l Stern, sonst ohne Abzttchen, wurde am 19. d. M. Si in der Lrnim straße aufgegttffen und in ttnem Gasthofe gebracht. Der Eigmthümer deS Pferdes ist di» jetzt noch j dm„st Versamr sich 3 die Aldi Fisch na sein Ver ohne N< daß von könne, ermittelt wordm. Derselbe kann"sich btt der htefigm KcttnilS stützung poliztt melden. J habe, sei Verunglückt ist vorgestern Nachmittag der Zimmerg«!? p*11" � so etwi dei übl sah di Petrik anzuschl! ttngeleit klagten j auSgesch H- auf dem Neubau des Grundstücks Memelerstr. 46 v daß er aui dem zweiten Stockwerk, woselbst er mit dem gleichen der kurz vorher gelegten Balken beschäftigt war, nicht ausgeklätter Ursache rückwärts hinabstürzte und auf Bal.enlage deS ersten Stockwerls liegen blieb. H. schwere Verletzungen am Kopfe davon, daß er in da« st Krantenhau» am Friedrichshain gebracht werden mußte. Eine förmliche Hetzjagd auf ttnm jungen ouen LllÄSSk#0% LouiSzunft angehöriges Subjekt, war mit seiner Äuteiw' auf dem Flur de» Haust» Ros nstraße 25 in Streit gen in deffen Verlauf er dieselbe mit Ohrfeigen derartig zu i ltrm für gut defand, daß die Gemaßregelte gellend um rief. Es sammelte fich sofott eine gioße Menschenmenge, auch einige Schutzstute an, welchen der Schläger durch Flucht zu entgehen suchte. An der Stadtbahn wurde er geholt, ergriffen und nach heftiger Gegenwehr nach dtt gelegmen Wache geschafft. Die Hattenmörderin Marnnge aui Charlottc welche vom Schwurgericht zum Tode verurthttlt, durch* höchste Entschließung aber zu lebenslänglicher Zuchthaus! b-znadigt wurde, ist, wie hiesige Blätter melden, am Fr früh nach der Strafanstalt zu Luckau üdettühtt worden; »u gleicher Strafe begnadigter Sohn und Mitschuldiger» Marunge wurde bereits am Tage zuvor Sem ZuchthaUI' Sonnmburg üdergebm. Poltzet-Bertcht. Am 20. d. M., gerieth in dtt Häuser AU« die Tochter eines dort wohnenden Arbeiters fie unvorstchtiger Weist unmittelbar vor ttnem in Fahrt fiadltchen Pferteeisendahnwagen die Geleise zu überschrt versuchte unter dm Wagen und wurde durch Uederfahren schwtt verletzt, daß sie mittelst Droschke nach dem städtt die Sta Beweis» gestern, wie vor urnter de Warnun zu verste bestritt für die! Petrik a mehr zu beendet> wieder a dst Vers Schutzmc nungen' Auch gak nur die A solle nur erklärte, ,>cht geh «Ilgen i er als Reisemarschall verwendet, und die Pflicht der D barkeit ist eS, die ihn zu zahlreichen Dienstleistungen h? zieht. Nicht allein für dre Bequemlichkeit der menscht Mitglieder der Familie hat er zu sorgm, auch für Wohlsein und den entsprechendm Transport der Hündin Sprößlinge wird er verantwottlich gemacht. Der aber, daß ihm Gelegenheit geboten wird, einm Blick in Jü! ..«n„ JL..:--------- GeNZZp, ie r kei weite Welt, der Sehnsucht eines jugendlichen Herzen» zu thun, läßt ihn alle Mühsal und Erniedrigung, die Reisemarschallthum mit sich bringt, ettragen., Der letzte in der Reihe der Reisemarschalle aus PÜ ist der vielbelastete pater farnilias. Je mehr Häupter st' Lieben er zählt, desto aufreibender sein Amt. Und ächl' auch hin und wieder unter der Bürde seiner Pflichten," er auch manchmal zwei Abkömmlinge au» seinem i und Blut zugleich aus seinen Armen tragen, und häng» ein dritter an seine Rockschöße, er strebt dennoch unvtt dem Ziele der Reise zu; denn dort darf er hoffen, St eine befassen annten Kahlzeil ie Kenn stufigste, ersen se! IUnd biet hrten 1 paren. !eit der Z sen un ich möcs r letzt« elben a> eisemar Geis erschall nsbeuti eise-Ei und BerufSstaub von sich abzuschütteln und seine und Meregeltei Seinen Lungen eine Spanne Zeit in erfrischender BttS vre ihne luft zu baden. Anders, sozusagm als SportSman ist dtt Marschall aus Passion, au» Selbstwahl des anstrenl Berufe», zu beurtheilen. Auch er tritt in vielfältig stalt auf. Da ist vor Allem der Tounsten- und r VereinSmeier, der wohl unter der Bürde seiner wottungSvollen Aufgabe zu erliegen vorgiebt, dem in Wahrheit seine Mission wahre Wonne, fexenw� Hochgenuß ist. Er arbeittt en rnasse für und mit At»' sowohl, was die Verproviantirung und BequattierunS, auch waS dm Transport feiner geliebten Bereinsg� anlangt. Wohl pflegt er sich mit der Ehrenpflicht zu dr«? die ihm kraft seines Amtes obliegt, doch nimmt Dankes- Vota hierfür wie ein König die gebl gar ein silberner Pokal winken ja als Lohn für st' meinnützigen Thatm. Der eigentliche, uneigennützige Reisemarschall au» r tch all« «de pers enusse\ « Reifi «stiagd , Im essegelü >« den cheut e orstudir «»solche h entbe rmt �»-rsuche gebüh�Mnn. fiel L- arwobmmm Rtantetifcaul im Fliedrichthain gebracht wttden mußte.— Zu Utbtiftütiiwl derselben Zeit wurde in der Krautistraße der Kistenmacher 1t ,u drin«» Flemmtng durch einen v»n dem Echlächtergesellen Conrad, Die Aniniß!' Elisabethstr. 38 wohnhaft, geführten Wagen überfahren und selben aest-l» am linken Knieaelenl so schwer verletzt, daß er mittelst Droschke ISuche d.-r b"ach stinn Wohnung gebracht werden mußte.— An demselben »en über dil Tage Nachmittags fiel auf dem Neubau Memelerftt. 46 ein letien mufM Zimmergeselle durch die Oeffnung deS Leiterganges aus dem i ti nicht wetz»weiten Stockwerk auf die Balkenlage de« ersten Stockwerk» lende klein«» Hinab und erlitt dadurch so schwere Verletzungen am Kopf, ow und M daß er bewußtlos wurde und mittelst Droschke nach dem «i schwerera Kranlenhause im Friedrichihain gebracht werden mußte.— Zu •r« wurde i> derselben Z-it wurde auf dem Außenbahnhof der Potsdamer nachdem ft Eisenbahn der Arbeiter Kikedusch beim Ueber schreiten der Fahr »k der Wv lleleise von einer Lokomotive erfaßt und ntedergeworfen, W0' durch er außer einigen leichteren Kopfwunden eine Gchirn- w«slhütterung erlitt.— Zu derselben Zeit wurde auf dem freien m sareidr g Felde unweit der Rügenerstraße die Leiche eine» Mannes auf- irgeieurn, gefunden, welcher am Morgen betrunken in der Gegend umher- ien irrend gesehen worden war, und der nach vorgefundenen Pa» i wählten m vieren der Schneider Loui» Biermann sein dürfte. Die Leiche -U- am � wurde indaS Leichenschauhaus gebracht.- Zu derselben Zeit n stluß. � entstand in d-r Fliederstraße 6 im Seitenflügel 3 Treppen hoch det auf bw belegenen Wohnung de« Feuerwerkers Bonander durch Exploston Mnw®on. Feuerwerktkörpern Feuer, welches nicht nur diese Wohnung, nicht wit-° sondern auch eine im Vorderhause befindliche, sowie das Dach lahm«»* über der letzteren zerstörte. Die Feuerwehr war mehrere Stun- Vemnglü-ia den angestrengt thätig. Bei den LöschungSarbetten wurden ber vergederr durch explodirende Chemikalien ein Ober- Feuerwehrmann ziem» zeit, daß 1»»«ch schwer am Kopf und an den Beinen und ein Feuerwehr- U'er lieg«» mann leicht an den Füßen verletzt. Polizei. Ä_ Gerichts-Zeiwng. t haben,* t Der Klavierarbeiter Karl Friedrich Zubeil stand h/t S? gestern vor der fünften Strafkammer de« Landgericht« I unter &A'«'«. iVÖ.SÄ.S ZHMBMHW ffi» � fortgesetzt hätten, sich im Saale befänden, und Herr I Fisch nannte al« solchen einen Herm Petrick. Herr P. suchte SUSMMM Zimmtti WtzMMM saÄjÄf mm ää bem Streit beizutreten; seine Worte wären vielmehr .persönlichen Charakter« gewesen. Gegen diese« U-theil hatte We Staatianwaltschast Berufung eingelegt und nochmalige Beweisaufnahme beantragt. Dies« Beweisaufnahme eraäb gestern vor der Reoifion«instan, im wesentlichen daffelb« Bild wie vor dem Schöffengericht. Der Angeklagt« erklärte, daß unter der Verhängung der Sperre über eine Fabrik nur eine Wamung an die Mitglieder de« Fachverein« der Klavierarbeiter «u verstehen sei, dort in Arbeit zu treten. Im U-brigen bestritt er den Worttaut der Aeußerungen. die da« Material stlr die Anklage gegeben hatten, und die Absicht überhaupt, den Pettik an der Aufnahm« der Arbeit zu hindern. Er habe viel- wehr zu Peirik privatim vorher gesagt:„Wenn der Streik für beendet erklärt wäre, könne er e» keinem verdenken, wenn er wieder anfangen würde." Der Polizeilieutenant Mündt n. der We Versammlung überwacht hatte, wiederholte ebenso wie der Schutzmann Gutzmann auf Grund seiner schriftlichen Aufzeich- 'das'stäoti! mußte. # Äußeirvl trett gttl irtig zu»i end um enmenge, r durch ourde er nach der harloitenb� durch ladjthaulw i, am Frt' worden! uldtger A Zuchthaus« n der Arbeiter«. nungen die Aussagen, die er in erster Instanz abgegeben hatte. Auch gab er an, bei den in Rede stehenden Aeußerungen Zubeil'« nur die Auffaffung gehabt zu haben, die öffentliche Nennung PetrikS solle nur eine Strafe für denselben sein.— Der Zeuge Petrik —~«lj«klärte, die Worte Zubeil?, die gegen ihn gerichtet waren, gar in Fahsl Nicht gehört zu haben, da er sofort, m überschrn�sertigen versucht, im Aerger den Saal MBk nachdem er stch zu recht- verlassen habe. Auch cht der D«' mch für ver hünv'sl Der Blick rzenS@ ung, die eine selten vorkommende Specie«. Am allerseltensten «fassen sich einzelne Exemplare derselben mit den vorge- mnnten Funktionen von Gepäcksaufgabe, Kartenlösung und Rahlzeitenherbeischaffung. Meistens beschränken sie sich auf ie Kenntniß der besten Unterkunftshäuser und am aller- häufigsten befassen sie sich mit der allerdings auf Berges- Marsen sehr schätzenLwerthen Weisung auf Weg und Steg � den unleugbaren Vortheil, den von ihnen Ge- woiCnr!»" du nicht unbeträchtliche Auslage für Führer zu er- „ m w iSJSSJt"- bi'1" aus «n in dieser Weise die ,„c V�den, da bekanntlich Gewandtheit im Karten- sa&mmm zÄMMWU» ttegclten, planmäßigen tA"1*Uf®oasbl und Ungnade überlieferten Heerden « Ä �"se Schwelgenden. Sie verrichten die Poesie ns-jagde? h"rab baffeI6e Jut �tofa der modernen offen, eine u«» nder S l der' anstrenl rnd einer oe> , dem Is fexenwa i mit irtierung- ■reim cheu'"..��amarschall welcher Specie» seine? Ichs rmmer warnen- für se"" llau«P� �arschast und herab. seiner Obhut Empfohlenen mitleidig bestätigt« er die Neußemna Zubeil», die jener vorher in Bettest deS Weiterarbeiten» an ihn gerichtet zu haben behauptete.— Der Staatsanwalt hielt trotz dieser Aussagen die Anklage auf- recht. Die Schuld Zubeil» sei vollkommen erwiesen. Wenn auch Pettik die Worte nicht gehört Hab«, so hätte der Ange» klagte doch den Versuch gemacht, ihn zur Theiln ahme am Streik durch Drohungen zu zwingen. Denn die Sperre sei nur ein moderirter Streik. Im„Interesse der Freiheit der Ar- beiter", die durch den Streik verbindert würden, ihre heiligsten Pflichten, die Sorge für die Familie, zu erfüllen, sei eine energische Bestrafung deS Schuldigen geboten. Er beantrage gegen den AngeUagten eine Gefängnißstlaf« von 2 Monaten. - Der Vertheidiger. R-chüanwalt Freudenthal, erwidert, daß ein eigentlicher Streik gar nicht mehr bestanden habe, als der Angeklagte die Worte gegen Petrik gesprochen haben solle. Bei einer„Sperre" fehle die Vereinbarung. Es bleibe jedem Ar- beiter überlassen, in die Fabrik wieder einzutreten oder nicht; nur die guten Arbeiter würden auf die schlechten Arbeitsbe- dingungen in der Fabrik, über welche die Sperre verhängt sei, aufmerksam gemacht. Außerdem fehle die„WillenSbeeinträchligung". Petrik habe die angeb- ltche Drohung gar nicht gehört, könne also durch ste dar nicht in seinen Entschlüssen bestimmt worden sein. Er beantrage Verwerfung der Reoifion.— Der Ge- richtShof schloß fich diesem Antrage an und bestätigte da» frei- sprechende Urtheil de» Schöffengerichts: die Kosten fallen der Staatskasse zur Last. In den Gründen hieß«S: der eigent- licht Streik fei erwiesenermaßen beendet gewesen. Die Ver- hängunq der Sperre sollte nur auf den Zuzug neuer Arbeits- kräfte Einfluß ausüben, nicht aber auf die noch in Arbeit stehenden Arbeiter. Zu diesen gehörte Petrik, der Überbie» die inkrim inir te Aeußerung gar nicht gehört habe, zur Theiln ahme am Streik also gar nicht hätte veranlaßt werden können. P. Eine» billigen Hammel offerirten vor einiger Zeit die Schlächtergesellen Lücke und Thiele dem in der Schönhauser Allee hiaselkst wohnhasten Schlächtermeister Arndt. Die beiden Gesellen erschienen eine» TaaeS im August v. I. bei Arndt, der ein offene» Geschäft betreibt und ersuchten denselben, ihnen einen GeschäftSwagen zu leihen: um angeblich für eigene Rech- nung gekauftes Vieh auS dem benachbarten HeinerSdorf hierher zu lranSporttren. Arndt gab das Verlangte, die beiden Schlächtergesellen aber dachten gar nicht daran, fich mtt den Befitzem von Schlachtvieh erst in einen langwierigen Handel einzulassen; ste machten'« vielmehr kurzer Hand ab, indem fie auf einem Stoppelfelde in der Nähe von HeinerSdorf einem einsam grasenden Hammel die Lebensfreude kürzten, dadurch, daß ste da» Thier ohne Wissen de» EigenthümerS stahlen. Zu einem zweiten kühnen Griff dieser Art hatte dm Dieben der Muth gefehlt und im sausenden Schlächter- Galopp fuhren fie nach vollendeter That mit ihrer Beute nach Berlin zurück. Großm Geldgewinn brachte ihnm der Diebstahl zwar nicht ein, denn Arndt kaufte den ge- stohlenen Hammel für genau 3 M. und verkaufte, nachdem er da« feiste Prachtexemplar ausgeschlachtet, in jenen T-gm„jott- voll schöne» frisches" Hammelfleisch und Braten seinen Kunden zu fabelhaft billigem Preise: hinterher aber klopfte die Kriminalpolizei den Dieben aus die Finger und ste wurden zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt, die fie gegenwärtig in der Strafanstalt zu P'ötztnsee verbüßen. Von dorther durch Traniportem« vorgeführt erschimen Lücke und Thiele vor der Strafkammer de« Landgericht» n, um gegen Arndt, welcher wegen Anstiftung bezw. Hehlerei angeklagt worden war, Z-ug- niß abzulegen. Ihre Auslagen in Verbindung mit den Au« sagen anderer Zeugen belastete dm Angeklagten Arndt derart, daß der Staatsanwalt 1 Jahr Gefängniß und die sofortige Verhaftung de« Arndt beantiagte. Der Gerichtshof erachtete jedoch nicht für erwiesm, daß Arndt die beiden Schlächter. gesellen zu dem Diebstahl angestiftet, deshalb ward Arndt wegen Hehlerei zu nur 3 Monatm Gefängniß verurtheilt. _.«ine kürzlich erfolgte Entscheibuna de« Bezirk«. Ausschüsse» ist wegen der darin emhattenen Auslegung einer wichtigen Bestimmung de»«rankenverstcherunglgrsetze» von allgemeinem Jntereffe. In der Generalversammlung der Ort». krankenkaffe für da» Gast wirth« gewerb« am 8. April d- I. war feiten» der Kaffenvertretung beschlossen worden, die wöchent- lichen Beiträge für die Ii. bis V. Klaffenstufe von 33, 27, 18 und 15 Pf. auf bezw. 36, 30, 24 und 18 Pf. zu erhöhen. Der Bezirksausschuß versagte indessen durch Entscheid vom 11. Mai d. Jahres den beschlossenen Abänderungen die Be- stätigung mit der Moiivirung, daß die erhöhten Beiträge mehr alS 2 pCt. de» für die betr. K'affen auf bezw. 3, 240, 1,50 und 1,30 M. festgesetzten durchschnittlichen Tagelohn» ausmachen würden, daß aber eine derartige Erhöhung über 2 pCt. nach § 31 deS Krankenoerstcherung« Gesetzes nur dann zuläjfig sei, wenn fie zur Deckung der gesetzlichen Mindestleistungen der Kasse erfordert werde. Letztere Voraussetzung träfe aber im vorliegen« den Falle nicht zu, da die Leistungen der Kasse in mehreren Punkten über da» Minimalmaß hinausgingen und bereits im ersten Rechnungsjahre ein Ueberfchuß von 21 000 Mark erzielt worden sei. Gegen diese Entscheidung erhob die genannte Kasse Widerspruch und führte dabei au«, daß ja zu den er- höhten Beiträgen die Arbeitgeber dm gesetzlichen Bestimmungen gemäß mit einem Drittel herangezogen würden, den Arbeit- nehmern somit im vorliegenden Falle nur 24, 20, 16 und 12 Pf. wöchentlich zur Last fielen, welche Quoten nicht volle 2 pCt. deS festgesetzten Durchschnittslohns erreichten; der Beschluß der Generalversammlung verstoße daher weder gegen da» Gesetz noch gegen das Statut. Der Kommissar zur Wahr- nehmung de» öffentlichen Interesse» schloß fich diesen Ein- wendungm durchweg an und beantragte ebenfalls, unter Auf- Hebung der ersten Entscheidung den seirm» der Generaloersamm- lung beschlossenen Beitragserhöhungen die Genehmigung zu ertheilen. Nichtsdestoweniger hat jetzt der Bezirksausschuß seinen ersten Beschluß aufrecht erhaltm und der beantragten Beitrag»- erhöhung nach wie vor die Genehmigung versagt. ES sei zwar, heißt«S in der Begründung, htnstchtlich der verstcherung»- Pflichtigen Mitglieder dm Ausführungen der Kasse voll und (anz veizuireien, insofern die von denselben nach der Er- öhung zu zahlenden Beiträge nicht 2 pCt. de» Durchschnitt«- lohn» erreichten: für die Entscheidung der vorliegendm Frage kämen aber ganz ebenso die freiwilligen und beitritt»- berechtigten Mitglieder in Betracht, welche die vollen Beiträge aui eigenen Mitteln zu leisten hätten; hinsichtlich dieser behielten die Ausführungen de» angefochtenen Beschlüsse» ihre uneingeschränkte Giltigkeit: eS sei daher bei demselben zu belassen. Diese Entscheidung de» Bezirksausschüsse» und die derselben zu Grunde liegende Auffassung der Stellung der frei- willigen Kassenmitglieder wird nicht verfehlm, in allen bethei- ligten Kreisen gerechte« Befremden hervorzurufen. Da» Kranken- verstcherungSgesetz läßt an verschiedenen Stellen keinen Zweifel darüber, daß e» die Stellung der freiwilligen und blo» berech- tigten Mitglieder als ein« ganz sekundäre ansteht: für alle mt- scheibendcn Bestimmungen de» Gesetze» und insbesondere auch für die prozmtuale Festsetzung der Beiträge kommen blo« die oerficherungSpflichtigen Mitglieder in Betracht. In§ 52 de» Gesetze« ist ausdrücklich ausgesprochen, daß die Beiträge, sowett fie den(oerficherungSpflichtigen) Mitgliedern selbst zur Last fallen, die Grenze von 2 pCt., sowett fie auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammen kommen, aber die Grenze von 3(=- 2 + 1) Prozent nicht übersteigen dürfen; freiwillige Mitglieder aber verhalten fich hinstchtlich ihrer BeitragSpflicht wie versicherungspflichtige Mitglieder+ Arbeitgeber. Die Frage ist daher mit dem obigen Entscheid de» Bezirksausschüsse» keine»- weg» abgethan, und man darf annehmen, daß fie zunächst daS Oser- Verwaltungsgericht beschäftigen wird. Vereine nnb Uersamminngen. t Eine Bersammluna de« Harmontkamacher Berlin» fand am Dienstag, den 20. d. Mt«., in Meist«'« Lokal, Schönhauser Allee 161, unter Vorsitz des H:rrn»dam statt. Die Versammlung war von ca. 400 Personen besucht. E» bandelte fich um den Streik, der in dn Harmonikafabrii von C. F. Pietschmann und Söhne, Fehrbellinerstr. 49 und Brunnenstr. 28, ausgebrochen ist. Die Ursache dies« Arbeits» einstellung ist nach den Angaben v«schieden« Redner in den beispiellos niedrigen Akkordsätzen zu suchen, die dort gezahlt werden und die trotzdem noch um 30—35 pCi. herab aesetzt worden find. So beträgt, wie au» der Verlesung ein« Reihe von Lstmbüchern hervorging, der durchschnittliche Lohn zirka 9 M. wöchentlich. Doch find auch Verdienste von 2 Mark wöchentlich vorgekommm. AlS gj hoch muß«in Vndimst von 15 M. bezeichnet werden, den ein Ar» better allerdings mit Hilf« eine» Burschen in einer Woche er» worden hat. Diese traurigen Löhne treffen die„Stimmer und„Einsetzer". Die Schloff:r und Drechsler oerdienen wöchentlich ca. 19 M. Auch die Arbeiter, die bei festem Lohn angestellt find, stehen fich bedeutend besser; e« find aber nur wenige, fie verdienen pro Stunde 32—36 Pf. Während früher in der Fabrik 400 Arbeiter beschäftigt waren, arbeiten jetzt nur noch etwa 300. DaS Beamtenpersonal soll ein sehr große« sein. ES find vier Chef« vorhanden, ein Prokurist, 15 Buchhalter und 12 Meist« find angestellt; hierzu kommen noch die Untermeister. E» wurde behauptet, daß die Meister von jedem Thaler Arbeitslohn 30 Pf. für fich abziehen. Alt charakteristisch wurde die Aeußerung deS Prokuristen Wittig mitgethetlt:„In Sachsen leben die Arbeiter von Brot und Salz!" DaS schien da« Ideal deS H«rn zu sein.— Auch üb« die Fabrilordnung wurde Klage geführt: Die Arbeiter dürfen während der Frühstück«, und Vesperpause die Fabrik nicht verlassen und find auf den„Budii«" angewiesen, d« die„Fabrik gepachtet" haben soll. Die Strafen für daS Zu- spätkommen sollen sehr hoch sein und jedenfalls in keinem Ver» hältniß zu dem gningen Verdienst stehen.— Zwei Meist« d« Fabrik, die Herren Thiele und Albrecht, waren anwesend, die sich auf nähere AuSeinandnsetzungen nicht einließen. Herr Thiele«klärte nur, daß die niedrigen Löhne auS der jetzigen Geschäftskalamität herrührten. Zur Abänderung dieser Lohn» und sonstigen Mißverhältnisse wurde auf Vorschlag de» Tisch« ler» Krug eine Kommisston gewählt, in welcher sämmlliche Branchen, die Stimmer, die Balgenmach«, die Leierkasten» tischler, die Harmonikatischl«. die Klaviaturtischl«, die Stimmen» feiler und bie Polierer durch je ein« Person vertreten find. Die Kommisston soll zunächst mit der Firma Pietschmann eine Verständigung anzubahnen suchen und einen Tarif ausarbeiten, der eine geringe Erhöhung de» alten, noch nicht redu« ziiten Tariii darstellt. Sollte die Unterhandlung je- doch zu keinem Resultate führen, so werde zu dem letzten Mittel gegriffen werden. Alle Harmonikamacher würden geschloffen wie E.n Mann hinter ihren Kollegen, die bei Pretsch» mann in Arbeit find, stehen; denn wenn r» dieser Firma ge» linge, die Akkordsätze so«heblich h«ab,udrück«n, so würden die Lohnreduttionen auch in den übrigen Werkstellen stattfinden. In das Komitee wurden folgende Herren gewählt: Lenk, Kall- brenn«, Leitner, Waldemar, Mahlow, Drescher, Ruß» Wedel, Päthke Ii und al» Vertreter der Schlosser He« Merten». Diese Kommission kann stch eventuell iselber ergänzen. Die Versammlung schloß mit einem kräftigen Hoch auf den Sieg der Pietschmann'schen Arbeiter. Der Arbeiter- BtztrkSverew der Rosenthaler Vo> stadt veranstaltete am letzten Sonntag eine Landpartie nach Sandkrug. Da da» lönizl. Eisenbahn» BetriebSamt eine Er« Mäßigung de» Fahrpreise» gewährt hatte, so war die Bethei« ligung eine ungemcin zahlreiche—«S waren wohl über 300 Personen anwesend— welche durch Nachzügler noch«hetstich verstärkt wurden. Um den Nachzüglern eine Ueberraschung zu bereiten, hatte daS Vergnügungskomitee beschlossen, eine Depu« tation von Mitglied«» und der Musik nach dem Bahnhof zur Abholung zu senden. Diese Deputation wurde von einigen WAMMW welcher in den Mustkpausen seine lustigen Weisen zum Besten Für die Jugend waren Präsente angeschafft, welche durch Weit- laufen erworben wurden, außerdem wnrde jede» Kind mit einem Geschenk bedacht. Zu schnell nahte die Stunde der Heimkehr, al» um 9 Uhr Abend» zum Sammeln geblasen wurde. Im Uebrigen sei hier noch bemertt, daß stch die Be» amtm der Gendarmerie in der höflichsten und zuvor» kommendsten Weise gegenüber den Theilnehmern an der Partie drwegten. KMMRWB SS ÄS&pfÄtU» CS Treppenbaukunst abgezeichnet; er erklärte speziell den Auftiß H»ren würden damit, meinte Redner, wohl wenig Glück haben, wenn die Meister nicht sämmtliche Gesellen zur Wahl arangirm, ,um°Beste�"nvalidtt�Z°mmer«'im Westm v«linS. ««(ommlung soll bekannt gemacht w«den. wo da« Vergnügen stattfindet. Nach Erledigung deS FragekastenS wurde die Ver» fammlung geschloffen. Der veretn ,«r Wahrung der Juteresse« der Korb» «aeher Berit«» und Umgegend hielt am 18. d. M. bei Otto, Adalderlstraße 21, eine G rneraloersammlung ab. D« Kasfirer, Herr R-ddemann,«stattete zunächst den Kassenbericht vom 2. Quartal• darnach betrugen die Einnahmen 85 08 dJl., die Ausgaben 43,80 M. Der Kaffenbestand am Schluß de» Quartal» 7328 M. Dem Kasstr« wurde Decharge ertheitt. Zu„Verschieden«»" verla» Herr Fechner eine Stelle auS k> Druck bestimmten Einsendungen dürfen nur auf einer& deS Papiers geschrieben werdm. E. Vgl. Wmn bei Ihrem neuen Engagement über> Höhe de» Ihnen zu zahlenden Arbeitslohnes, nicht aber»» dm Ausschluß der Kündigung verhandelt, auch nicht aus» früher zwischen Ihnen getroffenen Abmachungen hingeaM worden ist, so können Sie jetzt vierzehntägige Kündigung* langen. W. Mauteuffelstr. 1. Die frühere Vorschrift, won gewiffen Fällm gegm Vornahme der Trauu-zg p'otestirt den konnte, ist durch daS Reichsgesetz vom 6. Februar- aufgehoben. Der AmtSvoist h.-r mußte sonach ohne R» auf dm Einspruch deS MädchenS dir Eheschließung vorncf 2. Wenn dai Mädchen schon vorher einmal von einem d Manne unehelich geschwä gert ist, so kann jetzt wed.r stt j ihr Kind irgendwelche Ansprüche gegen den Erzeuger ers Dai ist gewiß eine große Härte, aber eS ist ausdrücklich I liehe Vorschrift. E. K 99. Wenn Ihnen durch schriftlichen Kontie� Boden mtt vermiethet ist, so kann Ihnen der Wirth dern�ff nicht entziehen, um eine neue Klage zu bauen. Ebenso wenn der Kontratt überhaupt bloß geschloffm und dabaA Vermiethung de» Bodens mit ausgemacht ist. Räume« v also, wmn die Sache so liegt, den Boden nicht. R. A. 100. Nach dem zur Anwendung lomamü e frivole haben, vielme «che 3 frömm schluß eine» lehrt« taufen sächfischm Recht ist der Vit« eines unehelichen KinheO�J tig«, daffelbe zu fich zu nehmen, sobald es das sechste jähr vollendet hat(in Preußen" vierten Jahre»). schon nach Vollendung Wird die Herausgabe deS Kindes verr so wird der Vater von seiner Alimentationspflicht befreit- � . R. M. Sie können daS von Ihrer Frau in b>< V». ww wie umnen oav von ffslvu»l» gebrachte Kind nur dann auf?>hrm Ramm umschreiben«"j wenn daffelbe von Ihr« jetzigen Fron unehelich«eborM und Sie vor dem Standesbeamten oder in ernet«etf oder notariellen Urkunde Ihre Vaterschaft an dem Kir dcücklich anerkennen. An Kindesstatt können Sie sonst nicht annehmen, da Sie erst 28 Jahre alt find. ficht« Dieser fittlich, Maßg, terielle «ranchl p., (in e> avstöß Herten wen! vrdn 3 Frage foriwil Manier «nd ei kein@ «Nsthl gewiß Ott nur giffc« zr Theater. zuu Saradies, GeTreptow und Donnerstag, den 22 veSe-Ulltuuee-Theater. Da» i. fanaspoffe in 4 Sitten von Leon 9. Hertmann. Vßeud-Theater. Vom Golde-erführt. «tktorta- Theater. Amor. Tanz-Poem von Lutgt Manzotti. »Tlhalla-Theater. Capricciosa. «>oll's Theater. Die Stumme von Portiri. Paffage 1 T-. 9 M.- 10 A KminerPanorrnrn«. n. Reise du Die malerische Hertha-Retse. «ine Reise 90 Pfg. In dieser Woche: Neu! Zum erste« Male: die Pyrenäen. ächstsche Schweiz. Saroltnen-Insel«. Kinder nm 10 Pfg. Ein Buch aus der deutschen Reichstags- Bibliothek: Hoxthausen,„Das konstitutionelle Prinzip", ist abhanden gekommen. Um Rück- abe oder Auskunft an Schoenlank im ltgarren- Geschäft von G oer ckt, Admiral- aße 40a, wird gebeten.[168 •fi«l Umzugshalber «rlogeuhrit I d in meinem Geschäft feine motze und braune FUiyLte, die 12 Mark ge- stet, für den billigen Preis von » Mark pr.»tmk l l zu verkaufen. O. Frande, Burgftr. 9. [147 Fachverein Lerliuer Stvckateure. Zur Feier des V Stiftungsfestes__ großer Kommrruachts- Kall und MUttSr- «arteu-Souceri am Eouuabeud, den 24. Sult, Nachm. 7 Uhr(Eröffnung 6 Uhr), in der htlharmonte, Bernburgerstr. 22/23. BilletS (Herren a 75 Pf., Damen 50 Pf.) find zu haben bei W. Prechelt, Thurmstr. 6t F. Montag, Bamtmstr. 50, Th. Papke, Belforterstr. 27, Otto Hoffmann, Corneliusstr. 6, W- Schulz, Große Frankfurterstr. 8b.[116 Da» Komitee. Zur grfäliigr» Krachtuug! Zentral-Krauken- u.Begräbuiß- kaffe der Sattler und Berufsaenossen ,. ,(«• H- K.Hoffnung". Mttgliedrr-Nrrsammluug Sonnabend, den 24. d. Ms., Abends 8'/» Uhr, ln vrniwrtt'O Kirryallrn Straße 77—1 -79. Kommandanten- Tagesordnung: 1. Kaffenbericht pro zweites Quartal. 2. Wahl deS Vorfitzenden. S. Wahl eine« Revisors. 4. Verschiedenes. Quittung». buch legttimirt.[156 I. 3L: I. Leister, Schriftführer, Frtedrichstr. 14. Schweizer Garten. »m Friedrichshain. Haltestelle der Ringbahn. Am KöntgSthor. SSgklch: Großes Militär-Concert u. Extra-Borstellung. Austreten der Masol-Trupp» in ihrer SensattonSluftnummer: MK«« Lame! als lebende Kanonenkugel. Miß Lazel wird aus einer Kanone geschaffen und von Miß Zema aufgefangen werden. th»«»tart>»irst»ll»»g, Zinfhretm her JprziaUläten, SauzkrSuzchen u. s. w. tz-- [riegs- und Fronten-Feuerwerk der Pyrotechniker A. und E. Maffow, Bonander und Hornig. Alle» Nähere die Anschlagssäulen. Einem geehrten Publikum empfehle mein Weiß> Mld Reichhaltiger ßSmSMmSi Arbeltanuchweln für Klarlerarbelter.-MW RchtunflSvoii Hermann Stramm, Restaurateur, Skalitzerstr. 18. Reichhaltiger kalter und warmer FrOhdDckNkdi f Kami Cigarren- u. 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Druck und V-rlag von Max Badtno in v«ftn@w Beuf�iraß? 2. Ir