teil 9 wuck icht tii im aui! b hack- « Kr. 170 Sonnabend, de» 24. I«li 1886. iliu Iahrg Sttgn* :trolt' lllSd«» ud rrlincrDolbtilall Drgsn für die Interessen der Arbeiter. .cv. tnoilirt ReB [uns d kermai» Satt» « 2!% jitbeid &; :8 W mmlw 2.» 3 a« )te lm die» 'L man r adst«» Ä Nz .Ä [I n< VWJ :e SA m Die zwtralasialischr Sah». We«» sonst �ne neue Verkehrtlime eröffnet wurde, die »et war, alle Schwierigkeiten auS dem Wege zu räumen, war man in allen Länder» de« Jubel« voll und freute rj 2'' der neuen Errungenschaft. So war e«, al« «Zt i* � angelegt und der Durchstich de« St. Gott« �d dewerifielligt wurde. Wen» aber in Rußland, resp. den Grenzen de« rusftschen Te« Verkehrslinie» angelegt werde«, an de« stet« sich" verändernde» wmmM mm MWs-s« diket Äfs* u— le�t bte Sluffttt neue Bah«, deren 1 F un> ntt» ....................—««" Merw hat mit dem Handel und seinen Jntereffe» se zu thu». Da« liegt gar nicht in de,»rt der tut e» Politik Wen» e« hier nur um handelspolitische ntetefie« sich drehte, dann würde Merw in hundert Jahre» »och lange keine Eisenbahn habe«, sofern die« von Rußland Kibi-ae 9 Aber di« Bahn nach Merw ist ein« Vorbererwng zu einem russische» Angriff auf Afghanistan. Nach Herat strebt die russische Ländergrer. Zwischen Merw und Herat liegt da« mächtige Hindukusch-Gebirge, welches mit einem Heere zu überschreite» bisher für unmöglich galt, schon deshalb, weil«in Marsch durch die turkmenisch« Wüste ein Hee, vollständig erschöpfe» würde, bis es am Fuße des Hindukusch ankäme. Nu» schiebe« die Ruffe» eine Eisenbahn bi« an de» Fuß »es Gebirge« vor, um ihre Heereswaffe« ohne Beschwerde dahin dirigire» zu könne». So hoffe» sie die Schwierig- leite», die ihnen der Hindukusch in de« Weg legt, z» über« winde». Was wohl in London der jetzt wieder an« Ruder ge» ***** oertetm. Ileuilleton. Spure» im Sonde. [6 Roman von Ewald August König. di. Wappen Derer v. Gottschalk ist«och ganz neu, 2" awbtn find»och nicht trocken." sagte er,„mit uns diese Leute nicht in die Schranken trete«. Aber v elb haben sie, viel Geld, und man sagt, die Kinder wü» J? später auch noch eine« sehr reiche« Onkel beerbe». Was NZsü?***h* ist, weiß ich nicht, ich kenne die Leute nicht mJ**' den Geheimrath sehe ich mitunter in der Gesellschaft, �»hm näher zu ttete«, dazu hatte ich bisher kein« Ver« Leu, �®i«h Dich vor, Werner, der Verkehr mit solche« w'5" tan« unier Umstände» unangenehm werden, und «h». man»icht, wie man von ihnen abkomme« soll, geradezu unhöflich zu werden." »Sie verkehre« berett« mit unserer Familie." Ni», i' s°—»«», da« mag ja sei», aber damtt ist«och ».?' d� wiesen, daß ein solcher Verkehr auch für uns ange- Di» würde. Ueberlaffe es einmal mir, die Braut für suchen, meine Konnexionen reiche« in die höchste« lloJ.' h'°auf, und ei« Baron v. Bergan darf überall an» ml' ittWal wen« er zu dem alte«, fleckenlose» Wappen- Hag»och Reichthnm in die Wagschale werfen kann. toorfen"»en Plan für die nächste Zukunft ent- Werner, au« seinem Sinnen erwachend, 2ch werde da« Bankhau« beauftrage«, mein dann«��Ü«te« Wertpapiere« anzulege«, und mich sehen.- paffenden Wohnung für un» beide um« stehe»"?" mir gestatten, Dir dabei zur Seit«' ,» langte»energische" Salisburh gegenüber diesem Vor- gehe» Rußlaad« thu» wird? Viel wird er»icht thu» kön« ven, dem großen Zusammenstoß in Zentralasien wird er so wenig ausweiche« könne», wie ei« anderer englischer Staats« man«. Dieser große Zusammenstoß zwischen Engländern und Russe» in Zeatralasie« ist durch die Vollendung des Echie- «enwegs bi« Merw bedenklich in die Nähe gerückt. Wen« man vorher schon wußte, daß er unvermeidlich sei« werde, so find die Raffe« nunmehr auf der letzte« großen Sta- tioa vor Herat mit ihrer Eisenbahn angelangt. Und England ist genöthigt, ruhig zuzusehen, denn eine Eisenbahn ist doch eigentlich ei« ganz unschuldige« Ding und man weiß, wie laut der unaufhörliche Friedensstörer Ruß- land über.Friedensbruch" zu schreie» vermag. Aber die zentralafiatische Bah» ruft auch«och andere Erwägungen wach. Wenn der Zusammenstoß von England und Rußland in Zentralafie« erfolgt, so wird der Kampf«icht lokalifirt werden können. Die beide» große« Gegner werde» sich auf alle« Meere« bekämpfen und andere Mächte werden in den Kampf hineingezogen werde». Da» ist eben die große Ge- fahr, die un« au» Zenttalafie» droht. Auch China, da» so kräftig vorwärts strebt und deffen Bevölkerung eine mächtige Expanfivkraft entwickelt, dürfte in diese« Kampf hineingezogen»erde». Dieser Kampf wird ohne Zweifel in Mittel- und Ofiasien große Veränderungen in allen Verhältnisse« bewirken, Regierungen stürze», Grenzen verschiebe» und neue Verbindungen schaffe». China wird sich du« zu Nutze mache« und je nach dem »uSfall de« großen Kampfe«, wen» die zenttalafiatisch« Bah« noch um einig« bedeutende Stationen wetter geführt ist, könne» wir das nicht weniger als erfteuliche Schauspiel habe», daß die Chinesen die zentralafiatische Bah« au ihrem Endpunkt erreichen und in unabsehbare» Masse»»ach Europa dampfe», um un« mit ihren Arbeitskräfte» glücklich zu machen, deren Billigkett bekanntlich alle europäische» Be- griffe hinter sich läßt. Da« könnte» wir gerade«och brauche« in diesem ab- gematteten Europa, das sein« wirthschaftliche» Krise« nicht mehr loswerden kann. Was würde man thun? Würde man die Grenze« absperren? Kaum, denn der Einfluß so mancher Unternehmer würde darauf gerichtet sei», so viel Chinese» al« möglich herbeizuziehen. Habe» doch englische Unternehmer vor einige« Jahren einmal de» Versuch gemacht, die Verschiffung von chinesische» Arbeitern «ach England einzuführen. Die edle Abficht schettert« nur an dem einmüthige« Widerstand der englische» Arbeiter, welche die Gefahr gleich im Entstehen beseitigten. So bereite» sich offenbar in Zentralafie» ernste Dinge _ einverstanden. Nur«icht gleich au« Heirathen denke», seiner, dazu ist es«ach einige« Jahre« immer«och ftüh genug. Ich würde Dich bitte», einstweile« bei mir zu wohnen, aber ich bi« in meine» Räumlichkeiten so sehr be- schränkt—* „Ich bi» bereit« in der„Krone" abgestiegen, weil ich mir wohl dachte, daß ich hier kein Unterkommen finde» würde." .Und ich speise im„Römischen Hof'." „Hoffentlich wirst Du meine Einladung«icht ab- lehnen." „Keineswegs, ich werde mich morgen Mittag in der „Krone" einfinden. Für heute Abend mußt Du mich ent- schuldige», ich bin zu einem Souper gelade» und habe mein Erscheinen zugesagt—' „Dann will ich»icht länger stören," unterbrach Werner ihn, sich erhebend.„Du wirst«och Toilette mache« wolle», und was mich betrifft, so fühle ich mich auch von der lange» Fahrt angegriffen.' „Bitte, genire Dich in keiner Weise," sagte der alte Herr gnädig,.ich halte Dich«icht zurück, wir sehen uns ja morgen wieder. Apropos, hast Du so viel kleine« Geld bei Dir, daß Du mir eine Huuderithaleruote wechseln könntest? Nach dem Souper wird vielleicht ei« kleines Spielchen anangirt. da ist's unangenehm, wen« man nicht w der Lage ist, dre Marken mit Gold einlöse» zu können." Werner hatte berett» seine Börse hervorgeholt und alle Goldstücks die er in ihr fand, auf de« Tisch gelegt. ,Jch werde Dir die Banknote morgen geben," fuhr Baron in femer ruhigen, gleichgiltigen Weise fort,„die Sache«lt ja nicht. Oder möchtest Du sie lieber sofort ge- ordnet sehen? Nicht? Na, ich dachte e« mir, also auf Wiedersehe« morgen, lieber Werner, Bitte, schone«eine Hand etwas, ich fühle»och immer de« Druck von vorhin." Werner mußte unwillkürlich de« Kopf schütteln, al« er da« Hau« verließ; ganz zufrieden war er mit diesem Empfang '"�'Er mußte sich sage», daß sei» Vater«och ganz der- selb« Egoist sei, der er gewesen war. so lange er ihn kannte: «ach außen der glatte, liebentwürdige Gesellschafter, der der vor. Der Pfiff der Lokomoiioe« in Merw und in der turk» menische« Wüste leitet eine neue Epoche ein. Dieselbe Macht, die soeben kaltblütig den Berliner Ver« trag zerrisse» und den Freihafen von Bawm geschloffen hat, wird leicht einen Vorwaad finden, um auf Herat zu marschtten. Da« ist die Bedeutung der neue« Eisenbahn. Und Europa, dem eine innere Gesundung wahrlich noch thäte, kann sich von dem Alp, den der emfig wühlende Friedensstörer am Balkan und in Zentralafie« ihm ans- erlegt hat,»icht befteie«. Traurige Zeiten I Politische Weverstcht. Einen Mangel der demolrattschen Parteien beleuchtet die demoktatische„Züricher Pott" in vielfach trefflicher Weise. Sie weist darauf bin, wie mehr und mehr fich die wirth- schaftlichen Fragen in den Vordergrund drangen, die früher von rein politischen Fragen deherscht wurden, und wie die Demokratie vielfach dieser Wandlung noch nicht gefolgt ist. „Es hängt damit zusammen— schreibt daS Schweizer Blatt— daß die Vertreter der Demokra'ie hauptsächlich die Freiheit der Rede und Schrift verfechten, die Entwicklung deS Schulwesens befürworten, die bürgerlichen Rechte schützen, die freie Nieder» laffung und den freien HandelSverlehr, Lsylrecht und Asyl« pfltcht und andere Forderungen unterstützen, welche einer ideellen Auffaffung von der Bestimmung deS Bürger« entsprungen sind. DaS ist für diese Parteien nur ruhmvoll. Ader diese ideale Richtung führt oft weiter ab von den konkrete« Verhältnissen und praktischen Dingen, alS gut ist. Nebe« jenen Faktoren der Freiheit, deS Recht« und der Bildung giedt e« noch andere sehr mächtige, welche da« Leben in Staat und Gesellschaft bestimmen. Es find die ökonomischen Ktäfte. Diese aber stehen meist im Dienste konservativer G.'wallen. Und während die Schifftleute der Demokratie an den Segel« fitz-n, den Wind der Zeit in dieselben leitend und damit Alles gethan zu haben meinen, drehen die Hintermänner de» Fort- �ftüsdaS Steuer in anderer Richtung und verändern de« MOSWW« und Ziffern der , n, den Belichte« a,.■ rr, cmg— Erhebungen und de« Artikeln der Bank- und Münzzesetzgebung liegen die Mittel deckung verwenden. Diese Mühe, welche zumeist die jüngere vorwiegend von der bürgerlichen Demokratie. Die Arbeiterpartei dagegen hat e» immer für eine ihrer ersten Aufgaben gehalten, wirthschaftliche Einficht zu verbleiten; die Ardetter- blätter widmen den wirthschaftltchen und soziale« Ereignissen feine Kavalier mit seine» starre» Grundsätze««od seinen „noblen Passtone«', und nach innen eine genußliebende, selbstsüchtige Natur, die stet« da« eigene Ich mit all seine» kleinliche» Jntereffe« in den Vordergrund stellt und weder dem Gemüth«och dem Herzen eine entscheidend« Sttm»« einräumt. Aber er sagte fich auch, daß er sich in diese Schwäche» finde« und Opfer bringe» mußte, wen« er in jene Kreise zurückkehre» wollte, denen er vor Jahre« trotzig den Rücke« gewandt hatte, um al» Abenteurer sein Glück zu versuchen. Nur an der Hand de« Vater» und im volle« Einver« nehmen mit seiner Familie war diese Rückkehr möglich, und so leitete« auch ihn selbstsüchtige Interessen, al« er fich mit dem Vater aussöhnte, für de» sein Herz kein tieferes Ge« sühl hegte. Am Morgen«ach seiner Heimkehr verließ er bald nach dem Frühstück de« Gasthof, und nach einer ziemlich lange» Wanderung blieb er vor demselben Hause stehe«, in dem Paul am Abend zuvor fich so wohl gefühlt hatte. Es war da« Hau«, in dem der Mechaniker Heineman» wohnte; Werner trat«ach kurzem Zögern hinein und ftazte ei« Kind, das ihm auf dem Flur begegnete, ob die Wittwe Lampe hier noch wohne. „Im Hintergebäude!" lautete die Antwort: Werner folgte der Weisung und stand bald darauf der alte« Frau» di« er suchte, gegenüber. „Sie kennen mich wohl»icht mehr?" fragte er in scherzendem Tone, al« er den Blick der Wittwe prüfend auf fich gehestet sah. .Die Stimme ist mir bekannt," erwiderte sie, vor viele« Jahre« wohnte ei» Schauspieler bei mir, ein blut- junger Mensch—" „Hieß er»icht Müller?" „Jawohl, seine Kollege»«anvte» ihn den schönen August, aber e« ist ja nicht möglich—"... „Daß ich dieser Müller bin? We«n'ch'» Ihne» sage. werde« Sie e« hoffentlich glauben...Ich führe jetzt freilich eine« anderen Name« und zwar den Name» meines Vater«; August Müller hieß ich nur, so lange ich Schauspieler war — verstehe« Sie das?" deS In- und Auslände? mehr Aufmerksamleit, als alle Shn« lichen Blätter anderer Parteien, die wie alte Wahr« sager auS dem Inhalt der Finaerweite, auS den Zu- sammer.künften von Fürsten und Etaatimännern, auS äußer« lichen politischen Haupt« und EtaatSaltionen dm Gang der künftigen Entwickelung errathen wollen. Die Akbeiterliteratm ist vorzugsweise eine ökonomische und die Bildung, die stchder Ardeiterstand auf diese Weise angeeignet hat, giedt ihm den klaren Blick und die fichere Haltung, durch die er inmittm' aller Verfolgungen immer angesehener und einflußreicher geworden ist. Die bürgerliche Demokratie allerdings steckt heute größten- theilS noch in wtrthschaftlichen Anschauungen, die längst über« lebt find, und die das Proletariat längst überwunden hat. Getreidehaudel und Getretdezoll. Der 1885er JahreS- berichr veS VorsteheramtS der Kaufmannschaft in Königsberg entdäit über die Entwicklung des GetreidehandelS im Jihre 1885 eine Menge interessanter Mttthetiungen. Betreffs der von agrarischer Seite gewohnheitsmäßig als besonders ruinös dargestellren Konkurrenz Indiens in Bezug auf die Versorgung Europas mit Weizen wird nachgewiesen, daß der Bedarf Englands an ausländischem Wetzen(inkl. Mehl) im Jahre 1885 betrug: 19287 718 QuarterS(»u 430 englischen Pfunden). An dieser Einruhr parrizipirte Indien nur mit L 823 792 QuarterS, während Rußland fast genau ebensoviel und Australien noch nicht IV« Mrll. QuarterS importirte. Der KönigSderger Bericht bewerft im Anschluß an diese statistische Notiz schr richtig-„Hieraus geht hervor, daß Indien und Australien gegenüber dem großen Gcsammtverbrauch Groß» dritannienS doch immer nur eine sehr bescheidene Menge liefern und vielleicht dazu auSersehen find, bei dem schnell wachsenden eigenen Bedarf Amerika» und bei der in einzelnen Thellm deffelden fich zeigenden geringeren Ergiebigkeit die etwa ab- nehmende ftusfuhrfähigkeit dieses Lande» zu ersetzen." An einer anderen Stelle konstatirt der KönigSberger Bericht:„Die Preise für inländischen Roggen waren fast das gan»e Jahr hindurch um den»ollen Zoll von 30 Mark höher, als diejeni« am für Roggen in Rußland." Danach trüge also daS Ausland den Zoll nicht, vielmehr erhält der importirend« Russe im Preis seine volle ZollauSlage, über den Einkaufspreis hinaus, wieder zurück. Nationalliberale Glückseligkeit. Die„AugSbmger Abmdztg," derichtet triumphirend, daß Dr. v. Echauß vom Fürsten Bismarck zur Tafel geladm wordm sei.„Währmd ver Tafel unterhielt fich der Fürst größtentheils mit Dr. von Schauß und zeigte dabei einen überaus liebenSwürdigm Humor." Ju der Versammlung de» UnterstützuugSvereinS deutscher Schuhmacher zu Altona, welche am Montag statt- fand, wurden bei der VorstandSwahl Stimmzettel abgegeben, welche die Namen Bismarck, Puttkamer und Lassalle trugm, Diese wurden von dem überwachenden Beam- ten konftSzirt. Wie der Hamb.„Bgztg." verlautet, ist nun eine Untersuchung in dieser Sache eingeleitet, um die Schreiber dieser Zettel zu ermitteln. Ein Mitglied, welche» in den Versammlungen den Krakehler spielt, �wurde denunzirt, den Ramm Puttkamer geschrieben zu haben. Hoffentlich faßt Herr v. Puttkamer eS nicht ali Ministerbeleidigung auf» wenn «in Arbeiter für ihn stimmt. In Baheru wird i» Sachen der Majestät»- und Mivtsterbeleidigunge» abgewiegelt I Ein Artikel:„Zur Regentschaft tn Bay:rn", brachte dem amtlichen„Kitzinger An- zeiger" eine Anklage wcgm MajestätSdeleidigung ein. Nan- mehr hat die Würzdurger Strafkammer die Verweisung des staatsgefährlichen OrganS vor daS Schwurgericht abgelehnt. Auch die lammfromme„patriotische"„Bavaria", die man wegen «ineS der„Germania" entnommenen Artikels, angeblicher Be- leidigung eine» hohen tönigl. bayer. Minifterit halber, konfitzirt hatte, wurde wieder freigegeben. Besonders demerkenkwerth ist gegenüber der gegenwärtigen Situatirn, daß bei der Eröffnung der SchwurgertchtSsesston in Würzburg der Präfident in seiner Ansprache an die Herren Geschworenen diese ermahnte, fich ja nicht durch die Preffe, die so gerne auf die Souveränetat der Geschworenen hinweise, beeinflussen zu lassen. Die Aeußerung läßt den Verdacht entstehen, daß die Verweisung einiger der anhängigen Preßprozeffe vor daS Schwurgericht nicht fo unwahrscheinlich erscheint, als von einigen Stellen ange- nommen wurde. Et« amerikanischer AuSwanderungtagent, E. Kohn in Antwerpen, verwendet gedruckte Rundschreiben nach Deutsch« land, in welchen den Empfängern für die Zuweisung von Landkäufen der Kolonie Neu Sachsen im Staate T-raS(Graf- schaft Wtchita).Gebührenantheile versprochen, die Verhältnisse der Kolonie, im Widerspruch mtt andern Nachrichten, schr S'nstig geschildert werden. Da in dem erwähnten Rund- reiben daS HauS Fischer u. Böhmer in Bremen al» Le- förderet der Landkäufer jener Kolonie genannt wird, so ist dem Haupte dieses HauseS, Heinrich Christoph Fischer, von Staats wegen kundgegeben worden, daß er und seine Agenten fich jeder GeschästSoerbindung mit Kohn bei Vermeidung der Zurücknahme der Erlaubniß zum Betriebe der AnSwanderer- „Nun, natürlich, wer sollte da« nicht verstehe«, aber—" »Aber damit allein sei eS vicht gut, wolle» Sie sagen? Ich Habs nicht vergessen, daß ich damals vor meiner Abreise Ihre Rechnung nicht ordnete, erinnern Sie fich noch, wie groß weine Schuld war?' Di« alte Frau schien du» nicht erwartet zu habe«, fie blickte den Baron eine geraume Weile starr an, dann öffoete fie hafiiz einen Schrank, aus dem sie nach langem Suche« em alte» unsauberes Notizbuch hervorholte. „Ich vermiethet« derzeit»och mein Hau» zimmerweise an einzelae Herren," sagte fie,„später gefiel mir da» Go. schüft nicht mehr, ich war zu gutmüthig und wurde an alle» Ecken betrogen. Da steht»: Zweiundvierzig Thaler zehn Groschen." „Und die Zinse«?" ftagte Werver lächelnd. „Wollen Sie die auch zahlen?" „Natürlich." „Sie find wohl ein berühmter Herr geworden?" sagt« die Wtttwe mit wachsende« Erstaune«. „Das nicht, ich war immer«in schlechter Schauspieler, aber das Glück hat mich in anderer Weise beqüafiigt. Hier, nehme« Sie diese fiebenzig Thaler und mache« Sie eine« Strich durch die Forderung. Sie haben also da» Hau« jetzt in anderer Weise verwerthet?" „Jawohl; unten im Erdgeschoß wohnt der Mechaniker Heinemana mtt seiner Tochter, und die ganze erste Etage habe ich an de« Rentner Gottschalk vermiethet. Er bewohnt mit seiner Haushälterin die Etage allein, und die Räume im zweite« Stock und unter dem Dach find an einige stille Familien vermiethet. Eine bessere Einnahme wie früher habe ich dadurch nicht, aber da» Geld ist mtt jetzt sicher, ich brauch« mir darum keine Sorge« mehr zu machen." „ll-d da» Zimmer, welche» ich stüher bewohnte—" „Ist jetzt da» Schlafzimmer de« Herr» Gottschalk.". „Können Sie dem Herr» nicht kündigen? Ich mieth« sofort die ganze Etage." Die alte Frau schüttelte ablebnend da» Haupt. „Ich habe keinen Tmnd zur Kündigung," erwiderte sie. Beförderung»- Geschäfte innerhalb Preußens zu enthalten haben. Neue Erschwerungen de» Personenverkehr» an der rusfische» Grenze werden dem„Oberschlefischen Anzeiger" ge- melvet. Man schreibt ihm nämlich auS MySlowitz vom 19. Juli:„In der vergangenen Woche war auf der rusfischen Zollkammer zu Modrzejvw eine Paß-Revistonikommtsfion au» Warschau anwesend unv hat die Anordnung getroffen, daß die Inhaber von Auslandspässen erst dann die russtsch. preußisch« Grenze nach Preußen überschreiten dürfen, wenn fich dieselben mtt einer Bescheintzung deS Naczelnik(Landratb) zu Bendztn darüber ausweisen, daß ihrem Ausgange auS Rußland nicht» im Wege steht. Ohne eine derartige Bescheinigung kommen jetzt Inhaber ganzer Pässe nicht mehr über die Modrzejower Grenzbrücke nach hier herüber, auf die Inhaber von Grenz- legitimationen(sogenannte Halbpasse) findet jedoch die getroffene Anordnung leine Anwendung, weShald die Inhaber ganzer Pässe, waS auch schon von mehreren geschehen ist, gut thun, fich auch noch GrenzlegttimationSscheine, sowett die» angänglich ist, beizulegen." Der einzige Däne de» Deutschen Reichstag», Tabaks- fabrikant Julius Peter Junggreen in Apenrad«, ist dieser Tag«, fast 59 Jahr alt, gestorben. Er war in dem bisher nm durch Dänen vertretenen nordfchseSwigschen Wahlkreise HaderSleben- Sondcrburg 1831 zum ersten Male gewählt. Unter den Dänen in NordfchleSwig giedt ei zwei Parteien; die eine will, daß die dänischen LandtagSadgeordnetcn im preußischen Abgeord- dnetenhause den VecfaffungSeid verweigern und deshalb nicht eintreten, die andere ist für die Eidesleistung. In da» Adge- ordnetenhaus ist von den beiden dänischen Parteien je einer gewählt. Hans Lassen, seit 1876 Mitglied des Abgeordneten- Hause» für Apenrade Sonderdur g, der den Adgeordneteneid ge- leistet hat, wurde 1831 auch in den Reichstag, gegen Jung- green, gegen die Partei der EideSverweigerer in der Stichwahl gewählt. Die Stichwahl fand zwischen den beiden Dänen äffen und Junggreen statt; die Partei deS letzteren ging in der Stichwahl fast einstimmig auf Lassen über. Bei der Wahl 1884 war die Stimmung der Dänen, ve: mathlich durch allerlei Belästigungen durch übereifrige Behörden, deutschfeindlicher ge« worden. Bei der Wahl in HaderSleben-Sonderburg erhielt nun Junggreen 4289 und Lassen 4088 Stimmen(ein deutscher Nattonallideraler 2785; in der Stichwahl fiegt« Junggreen mit 6891 gegen 213 Stimmen. Junggreen stimmte meist mit der deutschfreistnnigen Partei. Schweiz. Erst jetzt kommt die Rede zur öffentlichen Kenntniß, mtt welcher der BundcSrath Weltli die unter seinem Vorsttz versammelte internationale Konferenz für Be- rathung eines gemeinsamen Eisenbahn« f r a ch t r e ch t S am 17. v. M. entlaffen hat. Diese Rede lautete:„Nach mühsamer zweiwöchentlicher Arbeit hadm Sie ein Werk vollendet, mtt dem die belhelligten Staaten fich schon fett zehn Jahren beschäfttzt haben. Diese Arbeit wird bemerlenSwerth bleiben, waS auch ihr weiteres Schicksal sein mag. Die von Ihnen ausgearbeiteten Entwürfe überschreiten die Grenzen, in welchen fich bi» jetzt die internationalen Ver- träge über die Verkehrsmittel gehalten haben. Die Post- und Telegraphenverträge find zwischen der Mehrzahl der Staaten der ganzen Welt abgeschlossen worden: diese betreffen«esent- liehe aber nur die Organisation der Verwaltungen, während Ihr Entwurf, in Wahrheit von beschränkterer gtographischer Anwendung, bestimmt ist, wichtige Zioilbeziehungen für einen großen Thetl der Bevölkerung de» europäischm Kontinents zu ordnen. Wenn der internationale Rechtskodex, welchen Sie unterzeichnen werden, in Kraft getreten sein wird, werden die Jntereffcn der Handeltreibenden nach dem gleichen Gesetze zu MoSkau wie zu Bordeaux,»zu Pest wie zu Neapel geregelt werden. Die Wichtigkett dieser Thatsache wird Niemand ent- gehen; schwierig ist eS jedoch schon jetzt, die Entwicklung vor- her zu sehen, welche fie in der Zukunft zu nehmen bestimmt sein wird. Jedenfalls können Sie überzeugt sein, einen wahren FliedenSoettrag unterzeichnet zu haben, von dessen Anwendung Alle Vortheil haben werben. Die Schweiz ist stolz, dieses Werk auf ihrem Gebiete entstehen gesehen zu haben; nicht weniger wird fie für die Eisüllung der Verpflichtungen, mtt welchen fie von Ihnen beauftragt wurde, und dem Vertrauen zu entsprechen besorgt s-.in, womit Sie dieselbe beehrt haben." Innerhalb 3 Monaten soll der Bettrag ratifijitt werden. Die Kosten deS in Bern zu erttchtenden interna:ional«n Bureau'» find auf 100000 Franks angesetzt: die der! internationalen Post- und Telegraphenbureaux oetrazen 25000 Franks weniger. Belgien. Der Gkneralrath der Ardeuerpartei leistet in der Organi- strung der Kundgebung für da» allgemeine Wahlrecht(15. August) Unglaubliches. In allen Arbeiter- zentten und Orten Versammlung auf Versammlung; bi» zum 15. August find noch hundert angesagt— so viele Manifestanten als möglich— da» ist die Parole I Der Vorsitzende deS Generalraths hat unter dem 20. d. M. nachstehendes „Wenn man einen solche« Grund suche» will, findet man ihn bald." „Aber Herr Gottschalk hat auf mehrere Jahre ge» miethet" „Wenn Sie ihm eine Entschädigung zahlen müsse«, so komme ich dafür auf." Em leises Mißtrauen spiegelte sich in den Zügen der Wtttwe, dieses eigenfinnige Verlangen mußte sie befremde». „Ich kann da« nicht, so gerne ich Ihne» auch de» Ge- fallen erzeige« möchte," sagte sie,„ich bi« immer den ge- ra'oe» Weg gegangen, und diesem alte» Herrn gegenüber möchte ich nrcht gern« Wivkelzüge machen. Sie finde« ja doch überall eine Wohnung, und noch dazu eine schönere—" „Daran zwe.fle ich nicht," unterbrach er fie ungeduldig, „e« ist mir auch weniger um die Wohnung selbst zu thun, al« darum, in jenem Zimmer noch einmal einen Tag oder euch nur einige Stunde« zu weile» und die Erinnerungen au« vergangener Zett mir«och einmal zurückzurufen. Solche Erinnerungen haben jetzt, nachdem ich ei« reicher Mann ge- worden bin, einen ganz besondere» Reiz für mich. Ich war damals ein armer Teufel, der manchmal heute nicht wußte, wovon er morgen lebe» sollte, aber de« Much verlor ich «te, und gerade in jenem Zimmer habe ich oft mtt einigen Kollege« die letzten Groschen verjubelt." „Ja. ja, ich entfinne mich dessen«och sehr wohl," nickte die alte Frau,„«» ist da manchmal recht toll und bunt hergegangen, und ich weiß auch noch, daß ,« nicht immer Kollege« allein, sonder» auch junge Dame» waren—" „Damen vom Theater." .Da« kann sei», ich weiß e« vicht mehr, aber wie ge- sagt, e» war mitunter eine Heidenwitthschast." „Jugend will austobe«!" sagte Werner achselzuckend. „Ich möchte jene Erinnerungen»och einmal wachrufe«, und rch gäbe viel darum, wenn ich e« an Ort und Stelle könnte. Sie begreife« da» vielleicht nicht, die Mensche» sind eben an einem de, nächste» Tage für einige Stunden überlassen? Schreiben durch seinen Sekretär an den Bürgermeister Lull gerichtet:„Herr Bürgermeister! Ich habe die Ehre, Sie p benachrichtigen, daß entsprechend der von dem zu Brüssel a» 13. Juni vereint gewesenen Arbtttelkongriß getroffenen Eni' scheidung der Generalrath der Arbeiterpartei für den 15. Auguß den Tag der Nationalteste, eine Manifestation organistct, I» der er alle Arbeiter Belgiens und alle Anhänger ve» all««' meinen Stimmrechts einladet. Diese VolkSdemonstratton. durt' auS legal und fttedlich, wird in der Hauptstadt stattfinde«� BeachlenSwerth ist, daß der Generalrath die Erlaubnii für die Kundgebung nicht erbittet; fie soll„auf alle Fäll«' stattfinden. Kranrreich. Die antimonarchischen Demonstrationen in Mal' seilte dauern noch immer fort. Trotz der am Monttt Abend pudlizirten Proklamation d«S Bürgermeister» an d» MUbürgrr, derlei Demonstrationen zu vermeiden, und trotz da entwickelten Polizei- und Militärmacht, welche all« wichtig« Punkte in der Nähe de» Redakrions- Bureaus und da Druckerei d«S„Soleil du Midi" besctzicn, hatte auch a® Dimstag die beiläufig 6000 Köpfe zählende Volksmenge, weM« von der bewaffneten Macht verdrängt und verfolgt word« war, hinter den einzelnen Militärabtheilungen Hatt gema« woraus massenhafte Ansammlungen fich gestalteten. Gcg« halb 12 Uhr wurden unter dreimaligem Trommelschlag w fünf verschiedenen Plätzen Aufforderungen feiten» der Polip organe an die angesammelte Volksmenge gerichtet, auSeinandS' zugehen; da jedoch diesen Aufforderungen leine Folge geleißa wurde, fanden Massenoerhastungen von et» 500 Personen statt. Unter den Verhafteten befindet sich aiw G af deS JSnarSS. Die höchsten Behörden blieben b» 3 Uhr früh»n Permanenz an Ott und Stelle. Patroutll» durchzogen die Straßen die ganze Nacht hindurch.— A» Marseille, 21. Juli, wird noch gemelvet: Von den gestz» verhafteten 500 Personen wurden 350, nachdem fie ß> legitimirt hatten, heute früh in Freiheit gesetzt, 150 in W behatten und dem Gerichte übergeben. Der wegen sei» monarchischen Tendenzen ftadtbelannte Graf d«' Ii nardS, ein ebemaliger BataillonS-Kommandant und» Befitze von Dekorationen, befand fich gestern mit mehreren* freundeten Offizieren in allernächster Nähe deS EckauplaP der Ruhestörungen und wurde vom Zentral-Kümmissär«ß haftet. Heute hatte fich der Gras wegen Beleidigung eW behördlichen Funktionärs in Ausübung feines Dienste» zu o® antworten und wurde, wiewohl die anwesend gewesen« Offiziere entlastend aussagten, zu einemMonat Kerle» vermthetlt. Vizeadmiral Lafont und der Kontreabmiral Brown A Colstoun, welche die jüngsten Torpedomanöver; Mittelländischen Meere letteten, erstatteten gestern dem BudSfl autschuß im PalaiS Bourbon ausführlichen Bericht über% Resultat der angestellten Versuche, die Rolle, welche Torpedo» in einem Seekamvfe spielen können und die geg«® wältige Stärke der sranzöfischen Flotte. Obwohl die miffare strenge» Schweigen zu wahren versprochen, verlas über die Mtttheilungen der beiden Admüäli folgendes: 9* die Küstenverthetdigung scheinen ihnen die Torpedo» oWg zeichnet; dagegen meinten ste, eS dedürfte noch gründlich«� Experimente, um da» Gleiche in Betteff der Verwende dieser Geschosse im Kampfe auf offener See sagen zu köne? So viel steht fest, daß daS jetzige Modell der TorpevoS F� vervollkommnet und vergrößert werden muß und daß vi« pedo» überhaupt nur als ein Nrchhilfemitt-l zu betrachten ß'?! so nämlich, daß nicht daran zu denken ist, eine KciegSfl� darauf zu deschränken. Sie find eine Vervollständigung -irnrn-a n«*«-ifi-r ml«»i" könnte es mtt der Flotte irgend einer andere» Seemacht A1# schrut aufnehmen,„diejenige nicht ausgenommen, welche für die tewatttgste gilt." Grohbritanuie»»« Auf den Rath Glavstone'S hat fich P a r n e l l btteu klärt, keine OdstrultionSpolitik im Parlamente£ treiben, aber er dehätt fich voll« AktionSfreihett vor für"r Fall, daß die Konservativen in Irland mtt ZvangSmaßttg«" vorzugehen versuchen..J Einem längeren Attikel der„Quartcrly Review" über P( AuSstchten de» englischen Handel« widmet die„St. 3#? Gazette" unter der Uederschrift„kommerzielle La 1,0,1 keit in England" folgende Betrachtungen:„Der drM? Unternehmungsgeist ist schwerfällig. Der dttttsch- RawM unv seine Keiws?: verläßt sich zu lehr auf sein« Handeltkammer unv seine Ke («# der Nationalökonomie, wäzrend die praktische Energie Nachbarn ihn au« den Märttm treibt. In Deutschland spielsweise fehlt e» auch nicht an HandelSwiffenschaft, ab«. ist dott wenigstens eben so viel, wa» man, ohne Jemandes� Herr Gottschalk braucht davon nicht« zu erfahre«, er" wohl täglich einig« Stunden auszehen?" „Er geht jeden Abend au«." „Mtt ist auch dies« Zett genehm I" „Aber dann ist die Haushälteria anwesend I" � „Sie wird am Ende nicht« dagegen eiazuwsnde» om rHrtlTififtef fnIT 0ä nttr nuÄ und auf ei« Goldstück soll et mir dabei auch ankommen," sagte Werner.„Sprechen Sie mtt, Befürchtungen braucht fie in keiner Weis« zu hegen".-k „Die alte Rest?" rief fie.„Die ist viel zu m>ßtta*�J und keinem Menschen erzeigt sie einen Gefallen, bei' kämen Sie mtt Ihrer Bitte schön an." „Bah, für ein Goldstück—'_«i „Ich«öcht't ihr nicht anbieten I Schlage« da« o«l dem Sin», so gerne ich Ihnen auch helfen in diesem Falle kau» ich'« nicht. Wa« haben Sie auck � von? Ich kann mir nicht denken, daß«S angenehm fu«, wäre, an die alten schlimmen Zeiten zu denken, und% Sie et dennoch thun wollen, so könne» Sie«s ja a» 1C ander» Ort auch." � Werner hatt« die Braue» zusammengezogen,<««* m halb geschlossene« Auge» traf ein stechender Blick dl« Frau. js „Sie verstehe« da» nicht,' sagte er ärgerlich. d'-ftr Herr Gottschalk? Vielleicht giebt er selbst** Erlaubniß." tjf „Denken Sie nicht daran, Her? Gottschalk ist«r# reichet Herr, und die reichea Leute fi-d Fremde« tf immer mißtrauisch. Er sieht'« nicht einmal gerne,®jV-s! Kinder seine» Brnder«, de« Herr» Geheimraths, ihn'J' seitdem der Herr Geheimrath adlig geworden ist»»« „Ah, er ist ein Bruder de« Herr» Gehetm«0'� Gottschall?" fragte Werner rasch. ,- *3» dienen. Kennen Sie vielleicht die FamM „Jawohl." .Dan« glauben Sie nur gar vicht, daß da« � pfehlungskarte für Sie sei, weder bei ihm. seiner Haushälterin; er will von der ganzen Famü' ei» wissen. >2ch bedarf einer solche» Karte nichV «r«» ii� !-» nahe zu tretm, brutale Energie nennm lönnte, vorhanden, und -der Tag beweist, daß der deuts-de Geschästimann s�ne reich. liche Belohnung dafür erntet. Die deutschen Gescha tileute vertreten ihre Interessen mit unermüvlicher Geduld und mit Kroßem Erfolg auch im Auslände und das sollten sich die Engländer besondeiS merlen...... Daß eine«Nation von Krämern", mit einem Handel über die ganze Welt, sich Deutsch. land zum Beispiel nehmen muß, ist beschämend. Und dennoch sollte es geschehen. Wie brteitS angeführt schlagen uns die Deutschen nach einzelnen Richtungen wie im Allgemeinen. Sie sorgen dasür, daß ihre Handlungsgehilfen außer ihrer eigenen eine oder zwei fremde Sprachen lernen. Das giebt ihnen überall einen großen Vortheil. Dann senden fie polyglotte ..Reisende" über die ganze Welt, und dai ist auch keine britische Praxis."— Wenn die Erfolge der deutschen Exvortinduftrie blos auf der größeren G-wandtheit der deutschen lkaufleute be- ruhten, so könnten wir auf obiges Urthell am Ende stolz sein. Leider haben eS unsere Arbeiter zu oft erfahren, daß auch schlimme Eigenschaften der Unternehmer sehr oft einm Industrie- iweig zu einer vorübergehenden Biüthe verhelfen und wenn wir für unsere Exportgewerbe genaue Lohntabellen besäßen, so würden wir wahrscheinlich als Hauptursache der deutschen Er- soige auf dem Weltmärkte den maßlosen Lohndruck JJichen, wie er durch die Koalitionsetnschränlungen noch deson- OK* erleichtert wird— und darauf stolz zu sein, haben wir w-hrlich keinen Grund. _ Die Dubltner Amtkzeitung enthält vizekönigliche Vec- luzungen. wonach Belfast und Londonderry in Folge «r dort jüngst vorgekommenen ernsten Ruhestörungm unter die «Stimmungen des Friedensverwahrungsgesetzes von 1881 ge- JWU werden, welche das Halten und Tragen von Waffen untersagen.- DaS ähnelt dem„Kleinen", mit dem wir, auch ohne Unruhen, in Berlin gesegnet find. ijj erwartet mit dem Amtsantritte SaliSbury'S eine ver- änderte Haltung Rußlands, und die KonsolS blieben daher unverändert. Italien. �"Forli ist bekanntlich bei den Ergänzungswahlen am la. d. M. der zur Galeere veturtheill« Cip r iani in das Parlament gewählt worden. Seitdem kommt es daselbst tag- J� zu turbulenten Szenen, welch, dm 20. d. ihren Höhepunkt Wichsen- Die Volksmenge zog unter dm Rufen:„Hoch K�iani l"„ES lebe die Galeere!" mit rothen Fahnen durch «ladt und warf dm Konservativen die Fmster ein. Ein großer Demonstranten trug rothe und grüne Mützen, die der für auf LehensZauer oder auf Zeit verurtheiltm a?mg«; Wachm und Saradinieri, welche einschritten. Wh% Pfeifer und Schreien empfangen, wußtm jedoch er stalla�uin�S","0 der Tran«kaSpi bah n, die am 14. Juli ri? ßVÄn wird in B.......... Rußland. TranskaSpi bÄC a'-s äää1«!?»Krr. h-i i? und Eisenbahntruppm hingestellt, denen bei w„. Ä'ubrung deS Bahndaue« die Hauptaufgabe zugefallen Der Gedankc, eine Bahn in dai Gebiet der Turkmenen u�iusühren, tauchte zum ersten Male nach dem unglücklichm An,, Oes Generali Lasarew gegen dl« Tete-Turkmenen auf. S NN Frühjahr 1880 dem verstorbenen General Skobrlew die ?tufgzde gestellt wurde, die nach ihren Erfolgen General La« "—>. k. Tele- Turkmenen zu vom Kaspi- Arwat einen Schienenweg»u führen, um so beim Aufmarsch der Truppen gegen Geol-Tepe die zwischen dem KaSpischen Meere und dem eben erwähnten Platze stch ausdehnende waffrrlos« Sandwüste leichter zu überwinden, dt« fich bei der Expedition Lasarew'S sür dai rusfische Heer als verhängnißvoll erwiesen hatte. Von der Regierung wurden für den Bahnbau sofort die nöihigen Gelder bewilligt und am IS. April 1880 die Errichtung eines Reserveeisenbataillons angeordnet. Im August erschien General Annmtow am Kaspischen Meer, und nun begann an der »ußerstin Spitze der Michailowitt'schen Bucht der Bahabau, Nachdem Arbeiter, erst 1800, dann 900 an der Zahl, von der -Wolga und auS Pttfien herbeigeschafft waren- Im Januar 1881 bereits war ein Schienenweg in der Länge von 106 Kilo pwtet bis Achtscha-Kuima hergestellt, der bis auf eine Ent- Innung von 86 Kilometer, bis Bidin dem regelmäßigen Eisen« oahndetrieb üdergedm werden konnte. Aus der Strecke von «tdin bis Achtscha Kuima wurden damals die Wagen noch Werner, den et jetzt zu ärgern schien, daß er so viele Worte Ote Frau verschwmdet hatte, zumal ihm das Mißtrauen O'cht entgehe« konnte, das immer deutlicher au» ihren stahl- grauen Auge» blickte,.ich werde auch ohne Empfehlung mit oem§wttt b�annt werden. Wolle« Sie mir versprechen, 'hm oder der Haushälterin nicht» von dem Wunsch zu ver- Mhen, de» ich geäußert habe?" »Wenn Sie das wünschen—" ,,--Ich möchte nicht gerne von vorne herein Mißtrauen men, Sie scheinen ja auch sür meine» Wunsch kein Ver« 0m»daiß zu haben, trotzdem er sehr leicht verständlich ist." i,,. Er war im Begriff zur Thür« zu gehen, aber er »?b wieder flehe», um durch da» Fenster eine« forschenden i» lattf ken gepflasterten Hof zu we fen, in de« selten nur Hochsommer ei» Sonnenstrahl siel. d». Et H}eit de» Hut in der linke» Hand und strich mit de» spielend durch den langen Bart, es hatte fast " Anschein, als ob er in de« Erinnerungen schwelge, die ?®ikiv beabsichtigte. .».Wie e» scheint, ist auch hier alle»«och so, wie es j..> sagte er»ach einer Pause,„Sie habe« wohl an und Hause nicht» verändert?" »iderte Hütt« mich dazu veranlasse« sollen," er» B.i»Wi«» einmal große Reparaturen nöthig geworden »n» man leicht auf de« Gedanken, diese Gelegenheit »U benütze»." b,» R-parawren beschränkte« fich auf einige AuS- bie�n?»�"Ol Dache und auf eine« neue» Anstrich," sagte Nn"bas kostete mir Geld gevug." da; Frau begleitet, verließ Baron Werner sich auf' ftl1 w w da« Vorderhaus trat, sah er ««Senüber �' trt beide» Töchtern des Geheimrath« MZMmw •Sch bin dem Zufall, der mich so bald wieder mit von Pferden gezogen. In der kurzen Zeit und angefiits der unendlichen Schwierigkeiten, welche dem Bau einer Eisenbahn in diesen Gegenden im Wege standen, gewiß eine imposante Leistung. Der glückliche Verlauf des vom General Skobelew gegen Geok Tep; unternommenen Zuges ist zum geringsten Theil mit auf Rechnung dieses BahndaueS zu fetzen. Für die weitere Fortführung der Linie nach Merw find dem General Annew die Untersuchungen deS Ingenieurs Leffar zu statten gekommen, der nach dem Kriege mit den Tele-Turkmenen im Auttrage der russtschen Regierung die Gegenden von Kistl- Arwort biß Sarachs und darüber hinaus bis Merw speziell mit Rücksicht auf eine durch diese Distrikte zu führende Bahn bereist hat. Balka»Iä»dev. Die Untersuchung aegrn die wegen derVerschwöru n g gegen das Leben des Fürsten Alexander von Bulgarien in Burgai verhafteten 16 Theilnehmer an dem Komplot ist nach einem Rustschuker Telegramm der Präger„Politik" be- endet, und eS dürste die Schlußverhandlung schon in den nächsten Tagen beginnen. Die Verhafteten, 13 Montenegriner und 2 Ruffrn, befinden stch im Gefängniffe. Der Leiter der Verschwörung, der rusfische Kapitän Nabokow, befindet fich dagegen im Hause deS rusfische» Konsulats zu Burga» in Ver- Währung. Der„Bosnischen Post" wird auS Cettinje geschrieben, man scheine in Wien der fortgesetzten Belästigungen an der herzegowinisch- montenegrinischen Grenze durch Räuber eMich krdj überdrüssig geworden zu sein und die Anwesenheit deS Fürsten Nikita in Banen(bei Wien) dazu benutz! zu haben, um demselben ernstliche Vorstellungen zu machen. Dieser Tage langte nämlich in Cettinje die tele« graphische Weisung deS Fürsten ein, jener Uebelthäter, welche in letzter Zett die an Montenegro grenzenden Gebiete der Herzegowina durch ihre Raubzüge unficher gemacht haben, endlich habhaft zu werden, und e» wurden auch thatfächlich mehr als 300 Mann montenegrinischer Truppen aufgeboten, welche unter Führung zweier Kapitäne demonstrativ die Gebirge längs der Grenze vurchstreifen, ohne jedoch etwas zu finden. Den Gerüchten, welchen zufolge alle Anstrengungen von montene- grinischer Seite zur Habhastwerdung der Räuber nicht sonder- lich ernst zu nehmen find, wird dadurch bedauerlicher Weise neue Nahrung gebotm. m � Der Belgrader Korrespondent der„N. Fr. Preffe." halt die Meldung von Ausgleichs-Lcrhandlungen zwischen der serbischen Regierung und der Oppostiion, welche Mittelpersonm führen, aufrecht. Die Bedingungen der Regierung sind: Absolution für den Krieg, Unterstützung der jetzigen Regierung, Herstellung des Gleichgewichts im Budget durch Erfparniffe, insoweit da» Staalsintereffe dies gestattet, Bewilligung von 14 Millionen für daS Militärbudget, Aende- rung der politischen Landeseintheilung, Errichtung von KreiS- Vertretungen mit stabilen Ausschüssen mit konsultativer Stimm«, strenge Beamtenverantwortlichkeit. Die Verhandlungen find bisher ungünstig verlaufen, insbesondere wegen der zwei ersten Programmpunlte. Des Königs Versprechen einer VerfassungS resorm wird als Gegenkonzesffon betrachtet. Asien. Au» Peking derichtet der Korrespondent der„TimeS" un« term 17. d.:„Einigermaßen beunruhigende Nrchrichten kom- men au« Korea. Die russische Flotte bedroht Port Lazarew, wobei fie die englische Besetzung von Hamilton zum Vorwand nimmt. Die chinestsche Flotte unter dem Vizead« miral W. M. Lang befindet fich nach Wladtwostock unterwegs. Der Besuch deS russtschen Kriegsministers nach dem fernrn Osten wird für bedeutungsvoll gehalten." Sir Robert Hart, der General- Jnfaeltor der Zölle in China, soll bei der chinefischen Regierung die Annahme eines postalischen Systems durchgesetzt hab-n, welches, obwohl an- sänglich in geringer Ausdehnung, doch schließlich zur Ein- verleibung VeS„Reichs der' Mitte" in den Weltpoftoerein führen dürfte. Zunächst soll der Post- dienst zwischen den Vertraaihäfrn eingerichtet werden und unter der Verwaltung deS Zollamt« stehen, doch hofft man, denselben allmältg im ganzen Lande zu organistren. Der neue französisch- chinesische Handels- vertrag erweckt in England nicht nur keine Eifersucht, son- dein sogar gros« Schadenfreude, weil er dem Traum der Franzosen, den britischen Handel in Süd- und Südwest-China zu z-rstören und an sich ,u reißen, wenig Ausficht auf Ver- wirklichung bieten soll. China eröffnet zwar dem franzöfischen Handel zwei Plätze, den einen an der Grenze jenseits Lang- son.» und den anderen oberhalb Laokai: aber dieser Vortheil wird«ist nach dem Bau von Bahnen bis zur Grenze Werth- voll und bis dahin hoffen die Engländer den Franzosen durch die Eröffnung eines neuen Hafen« am Kantonfluffe den Rang abzulausen. Am befiiedigsten für die Engländer wirft daS im Vrrtrag ausdrücklich betonte Verbot deS Opiumhandel» zwischen Tongting und China; hatte doch ein höherer ftanzöstscher Beamter damit geprahlt, daß daS in Tongling«zeugte Opium nach und nach bei der Einfuhr in China die gesammten Ver« waltungskosten für Anam und Tongking decken werde. Ihne» zusammenführt, sehr dankbar, meine Damen", sagte er,.und dies um so mehr, als e» mir di; angenehme Ueberzeuzung verschafft, daß Ihnen die ziemlich weite Reise wohl bekomme» ist." .Wir werdm un« dieser angenehme» Reise stets mit Vergnüge« erinnern," erwiderte Koastanze. „Da» Vergnüge» war ganz auf meiner Seite," fuhr Werner fort, indem er sich dankend verneigt«.„Sie beab- sichtige« wohl, den Herrn Onkel zu besuchen?• „Kennen Sie ihn persönlich?' fragte Verena rasch. „Ich bedaure, diese Frage nicht bejahe« zu können, soeben erst erfuhr ich, daß der alte Herr hier wohnt, und au« de« Mtttheilunge« über ihn glaube ich entnehme« zu dürfen, daß er ein Sonderling ist." Wieb« streifte der Blick der beide» Mädchen die alte Frau, die hinter dem Baron stand und der moquante Zug umznckte stüchttg ihre Lippe«. „Ein Sonderling— ja, und v elleicht etwa» mehr als da» allein," erwiderte Verena;„alte Leute habe« ihre Schwäche», man muß sich in fie hineinfinde«. Wt, glaub- ten, Ihr Besuch in diesem Hause habe unserem Onkel gegolten." „Er galt nur der Erinnerung an meine Vergangenheit," sagte Werner mit wehmüihigem Lächeln.„Ich habe damals, als ich»och wild in« Lebe« hineinstürmte und auf de« Bretter», die die Welt bedeute», Lorbeere» zu ernte» hoffte, i» diesem Hause gewohat, Sie werde»'« vielleicht begreiflich finde», daß ich mir je«e Zeit»och«i«mal zurück zu rufe« versuch« te. � Sie gewohnt?" ftagte Kovfiimze mit leb- .Wen» diese Erivnerunge« aur aogmhm sind I" schal« Afcllft. Die Nachrlibten aus dem Sudan wechseln mit jedem Tage. Nach einer Meldung der„Pol. Korr." au» Kairo vom 11 d. ist es einem neuerlichen Berichte deS Briaade-Generals Schudt Pascha zufolge einigen ehemaligen egypttschen Funttionä en in Khartum gelungen, bis zu ihm zu gelangen. Na« den Aussagen derselben herrsche unter den Sudanesen volle An« archie und zwischen den Emirs und den Chefs der TrtbuS voll» ständig« Uneinigkeit. Selbst zwischen dem Kzalifen Abdullah und dem Emir von Berber, Abdul Kheir, find Zerwüefn'ffi eingetreten. Ein Tttbus bekämpfe den andern, so daß alle Gerüchte über einm demnächst auszuführend m Angriff gegen Egypten geradezu absurd seien. Schudi Pascha schließt seinen Bericht mit der Erllämng, daß die Bewohnerschaft von Dongola und Umgebung die Entsendung von egypttschen Truppen verlangt und fich verpflichtet, denselbm Kameele, Rinder und Lebens mMel zu liefern. Gerichts-Zeitnng. Reichsgerichts> Entscheidung. Leipzig, 22. Juli.(Be- trug oder Unterschlagung?) Heinrich Bernhard in Solingm hatte ein guteS Herz. Er hatte auch einen Vetter N-mrens Augvst Barmhold, welcher, wie ihm bekannt war, etwa» Geld zurückgelegt hatte. Da Httnttch nun wußte, daß das Geld, wenn eS im Kasten od» in einem alten Strumpfe liegt, nichts einbringt, so de'häligte er seine Gutherzigkeit, indem er den Vetter aufforderte, daS Geld der Sparkasse in Osnabrück zu übergeben» und dabei bemerfte, daß sein Vater, der dott auch eine größere Summe Geld stehen habe, dies sehr gern besorgen werde. August war über diesen freundlichen Vorschlag hoch« erfreut und gab seine ganzen Erspamiffe in Höhe von 150 M. dem Vetter, welcher ihm verstcherte, er werde da» Eparlaffen- buch ihm übersenden. Als Heinrich mit dem Gelde zu seinem Vater kam, war dieser erfreut, eine solche Summe in die Hände zu bekommen, denn ihm war gerade sein Kleingeld auSzegan« gm. Der Neffe kann warten, dachte er und griff so lange in dm Geldbeutel deffelben, bis die 150 M. ausgegeben waren. So hatte August dai Nachsehen, denn Vater und Sohn waren nicht in der Lag-, den Betrag zu ersetzen. Daß A. fich diese HanvlungS» weisenicht gefallen lassen wollte, läßt fich begreifen. Da er erfahren hatte, daß der alte Barmhold überhaupt kein Geld auf der Sparkaffe liegen hatte und er fich hauptsächlich durch die An« ade deS SohneS, daß dieS der Fall sei, hatte bestimmen en, dem Onkel als einm soliden und sicheren Manne sein Geld anzuvertrauen, so zeigte er sein« beiden Verwandten der Staatsanwaltschaft wegen Betruges an. Die Sache kam am 8. Mai vor dem Landgerichte in Verden zur Verhandlung, endete aber zur großen Freude der Angeklagtm mit deren Freisprechung. Heinrich gab nämlich an, er habe zwar gewußt, daß sein Vater kein Deposttun auf der Sparkaffe gehabt, aber «glaubt, sein Vater werde daS Geld doch deponirm. D ri öericht glaubte ihm da» und verneinte damit die widerrecht- liche Abficht. Da somit der Hauptthäter fteigesprochen war, mußte der der M tleidenschaft angeklagte Vater auch freize- sprachen werden. Der Staatsanwalt legte hiergegen Revtfion ein und fand damit die Billigung d-S ReichZanwaltS, welcher der Meinung war, daß daS Gericht die Anklage nicht erschöpft habe. Wenn auch kein bestimmter Antrag der Staatsanwalt- schast aus Verurtheilung deS Vaters wegen Unterschlagung ge- stellt worden sei, so hätte stch doch daS Gericht mit diesem G«stchtspunkte befassen müssen. DaS Reichsgericht(III. Strafsenat) hob deshalb vaS Uctheil auf und verwies die Sache in die Jastan, zurück. Die Tumulte von Charleroi vor Gericht. Vor d:n Asfi'm deS Hennegaue», so schreibt die„Franks. Ztg.", welche am 19. Juli unter d:m Präfidium des vom Brüffeller Appell« hose delegirten Rathei de le Court eröffnet wordm. spielen fich gegenwärtig die Verhandlungen gegm die Urheber und Mi?» schuldiam der Verwüstungen und Plünderungen ab, welche Ende März d. I. im Czarleroier Bezirk die einige Tage vorher ausgebrochen� ArdeitSeinstellungm begleitet und in Bclgten wie außerhalb diese» Lande» die größte Sensation«regt baden. SäSSiKSSS durchaus nicht zutreffend, a's Jccq aerie bezeichnet worden find. am Donnerstag, den 25. März, in einem Schachte der Grube de» sogenannten„GemeindewalveS" bei Fleurus ihrm Anfang nahmen und zwar unter ver anscheinend harmlosen Form eine» Streiks. An jenem Tage erschien die zur Arbeit angetretene Mannschaft dieses KoblenwerkeS ftllh nach Sonnenaufgang wie gewöhnlich am Schachteingange. Im Augenblicke, da sie in die Grube niederstkigen wollten, wurden die Bergleute durch gewiffe Arbelten im Innern derselben, die noch der letzten Handaaleguna bedurften, auf dem Platze vor der Schacht« öffnung zurückgehalten. Dieser an fich bedeutungslose Zufall diente a!S Vorwand oder Anlaß zu Vorwürfen und dirterm Bemerkungen. Man deftagte fib über die Unzulänglichkeit der Lözne, die Verminderung der Arbeitsstunde und die Reden nahmen einen so gereizten und verbitterten Charatter an, daß Ans Knnst und Leven. Der Arzt und da» Telephon. Amerikanische vlätt-r erzählen mtt gewohntem Schwung von einer gioßariigrn E ,U deckung, die von einem New-Norker Arzte gemacht worden sein soll. Schon längst ist die ärztliche Routine in den Vereinigten Staaten der europäischen weit, weit voraus. Da» Telephon vor Allem ist e», daS fich in den Dienst der ärztlichen Pror S gestellt und einen Aufschwung in die Erledigung der medtch. nischen G schaste gebracht hat, dem wir Stiefkinder praktischer Entwickelung nur langsam nachk.techen. Nicht nur mit seinen Patienten ist drüben der Arzt telepbonisch verbunden und st ht mittelst de» Femsprechers jedem Wunsche eine» Kranken ,u Diensten, empfängt von jeder Weniung im Befliden eine« Leidenden telephonische Kunde, auch mit der Hebamme und dem Apotheker setzt ihn der immer bereite Draht in schiiell« Kommunikalion. So geschieht es. daß ein Patient, der per- sönlich zur Sprechstunde bei seinem Arzte gewesen ist, zu Ho-fe angekommen, bereit» die Medizin vorfinden kann, die der Dotier ihm eben verordnete und deren Rezept er dem Apotheker tele- phonirte, welcher dann die Medizin dem Kranken umgeh. md zusendete. So weit ging bisher die Routine.(Wenn nm nicht einmal durch ein schlecht verstandenes Rezept der Patient in dir-kte Verbindung mtt dem„Himmel" versetzt wird!) Dr. Austin Flint, ein wohlbekannter N w Volker Artt, hat eine neue, eig-n« artige Verwendung de» TelphonS in Vorschlag gebracht. nämlich zur V-rmittlung der Töne, welche die innere Maschine des menschlichen Körper», die Lunge und da» Her, hervor- bringe«, und die bisher dem Ohr deS untersuchenden Arz?eS nur durch da» Hörrohr(Stethoskop) vernehmlich waren. Diese Töne können— so behauptet Dr. Flint— auf j-de auch noch so große Entfernung milleU Telephons vom Kranken zum Arzte geleitet, durch den Phonograph sogar aufbewahrt werden behufS Vergleichung mit den Resultaten eines folgenden Taget oder späterer Zeiten überhaupt. Daß das elftere, die tele« phonische Fortleitung von Körpettönen, möglich ist. b-weist Dr, Flint an einem Falle auS setner eigenen Praxi». Er wurde in der Nacht telephonisch aufgefordert, zu einem kranken Kinde zu kommen. Auf seine Frage, was dem Kinde fehle, erhielt er die Antwort: Husten!„Bringen Sie das Kind an« Telephon". erwiderte Dr. Flint zurück, ,Idaß ich eS husten hören kann!" Da» geschah; Dr. Flint konnte deutlich die Hustentöne ver- nehmen, ihre SpezieS diagnostiziren und eine entsprechende Arznei verordnen, ohne daß er nöthig gehabt hatte, das HauS zu verlassen.— Jedenfalls«in Ploduft der sauren Gurke. bald die Erklärung erfolgte, man werde nicht mehr in die Grude hinabsteigen, wenn nicht eine Lohnerhöhung gewährt werde. Da diese Erhöhung v«! weigert wurde, verließen die Ardeiter die Grube und wandten fich in Masse nach den de- nachbarten Gruben, um dort ebenfalls die Arbeitseinstellung >u veranlassen. ES gelang ihnen die» im Norden von Gtlly, in Appaun.Se. im„Gcuffce", am„Trieu Kaistn", bei den „Vereinigten Kohlengruden" und den„Vereinigten Weihern". Verstärkt durch die Ardeiter aui diesen Gruben, verbreiteten ste fich über da» Land. SL« folgenden Morgen, 26. Mär,, war tro» aller Anstrengungen der Gendarmerie, der Ausbreitung de» Streiks"orzubeugen, dieser im größten Theil deS Char» leroier Bezirkes allg-me-n. Nicht nur die Kohlengruben feierten, sondern ebenso die Ersenw.-rkr, die Glashütten, kurz die meisten industriellen Etablifftmen'.s. Seit diesem Tage fanden fich mit den herumziehenden Banden der Bergleute auch«ine Menge Glasarbeiter vereinigt. Jadeß hatte der Streik bis dahen, einige Gewaltthätizkeiten gegen die„Vereinigten Weiher" ab» gerechnet, nichts von dem gewöh-ilichen Verlauft solcher Kund« gedungen Abweichende», und niemand hätte vermuihen können, daß die Glashütten bedroht seien. Da— eS war 3 Uhr Nachmittags — andern die Dinge, wie auf ein gegebenes Signal— piö»lich ihr Ansehen, und Akte wilder Zerstörungiwuth folgen den btS dahin friedlichen, wenn auch lärmenden Forderungen. In Jurnet deginnt vaS VernichtungSwerk. Die Glashütte von Dorlorot wird geplündert, und die Plünderer, die einen Theil einer bereits am Morgen in Gtlly gebildeten Bande bilden, ziehen, mit dcm anderen T heile vereinigt, nach dem großen Glaihüttenwerk Baudoux, dos wenige Eiunden darauf nm «ine einzige gewaltige Brandstätt« bildet. Und während einzelne Banden Plünderung und Zerstörung weiter tragen, ziehen andere im Lande umher, unter Drohungen Almosen von den Vorübergehenden erpreffrnd, die Herrschaft- lichm Wohnungen der Fabrikdefitzer und Landhäuser heim- suchend, so daß die schleunig« Intervention der Armer dringend geboten war. Während da» ZerpörungSwerk in dem Etab.issement Baudoux im Gange war, warf fich eine Schaar, die bereits am Morgen die Kohlengruben, Schmied«' und WalzweUc des Bezirks überfallen und den Streik daselbst verbreitet hatte, ihrerseits auf eine ganze Gruppe von Etablissement», die auf der Straße von MonS, auf dem Gebiete von Marchienne-au- Pont, Monceau-sur-Sarnbre und Rovx einander folgen. Ihrem Treiben wurde erst durch die Gewehr chüffe der Soldaten Einhalt geboten. Diese Exeesse bilden den Gegenstand der ersten wieder in m hrere Theile fich zerlegenden besonderen Verhandlung, mir welcher die Reihe dieser Prozesse am 19 Juli begann. Man hat nämlich, um die große Menge der von zerstreut operirenden Haufen begangenen Exzesse prozessualisch bewältigen zu können, verschiedene Einzel- Instruktionen voraeriommen. Demgemäß ist die V rhandlung gegen die Haupt Urheber oder-Therlnehmer an der Brandstiftung gegen daS Buudour'sche Hüttenwerk von den übrigen Objekten der Kriminalverfolgung getrennt worden und wird wahrscheinlich erst nach Beendigung de» Prozesse» gegen einige Theilnehmer an der Brandstiftung in den Hüttenwerken von Roux. der am 22. d. verhandell wird, seinen Anfang nehmen. ES ist übrigen» zu bemerken, daß bereits Hunderte von den bei allen diesen Exzessen Kompromittirten wegen geringerer Vergehen in den jüngsten Monaten von den niederen Ge- lichten abgeurtherlt worden find, wobei diese eine oft unbe- greifliche und keineswegs immer zu rechtfertigende Härte walten Den Reigen eröffnet« die Verhandlung gegen die Zerstörer d«S Hause» Fromont, de» Direktor» und Geranten de» Kohlen- werk» von Appaum�e in Ransart. Angeklagt find fünf Per« sonen: DrielS, RoelS, Defrarne, Baudoin und Talon, jämmt- lich Kohlenardeiter aus Gilly, die natürlich au» der großen Meng? der Theilnehmer an dem PlünderungSwerk auf mehr oder minder bestimmte Indizien oder Z-ugenauSsagen heraus gegriffen worden find. Die Folge davon ist, daß die Angeklagten jede Theilnahme an den ihnen vorgeworfenen Akten l-ugnen und die Anklage auf falsche Aussagen oder Jrrthum der Zeugen zurückführen. Dieser Prozeß bietet üdri- genS nur ein mäßiges Interesse. Wichtiger schon düifle die weitere Verhandlung gegen die Exzedenten von Marchienne- au Pont, Rovr u. s. w. sein. Aui der Anklagt, die fich gegen 23 Personen richtet, mögen deshalb in Kürze die Hauptpunkte erwähnt werden. Da» Zerstörungkwerk dieser Schaar begann am 26. März, AbendS, in den GIa»hütten der„Etoile" in Mm chtenne au-Pont. Gegen 7 Uhr erschienen an den Thoren deS Etablissements mehrere hundert mit Stöcken, Aexten, Piken, Hämmern und selbst Gewehren Bewaffnete, geführt von zwei Individuen, die rothe Fahnen trugen und den Revolver in der Hand voranschritren. Die Arbeit war hier dereit« einge- a-stellt. Nachdem die» konstatirt und von dem Direktor 200 Franks für die Kosten de» Streik» verlangt worden waren, erschien da» GroS de» Haufen». Dieser stürzte fich sofort in dat Innere deS Gebäude», zerstörte dort alle Oefen, zerschlug 111000 Fuß fertigen Glase» in Splttter und dedrohte den frotesttrenden Direktor und einig« Beamte mit dem Tode. )ann wurden in den Hochöfen und Walzwerken von Goffart in Montigny- für Samdre einige minder schlimm« Verwüstungen angerichtet. Mit 275 hier entdeckten Stocklaternen ausgerüstet, zogen die„Würger der Hoch« öfen"(so nanntm ste fich selbst) nach dem Ruau, wo fie, vir- einigt mit einem anderen Haufen, d:r bisher die dortigen Etablissement» verschont hatte, alle Möbel, Fässer mit Oel, Werkeeugc u. s. w. zerschlugen, auch da» Dach anzündeten, ohne daß j-doch da» Feuer groß« Verheerungen angerichtet hätte. Mr alle» da» werden die Srzcdenten sich jetzt vor der Jury in MonS zu verantworten haben. Dann kommt, wie bereits ermähnt, der Prozeß gegen die Zerstörer der Baudoux'scken Etablissement» zur Verhandlung. ES möge hier noch erwäbnt sew» daß der AnllageaN mit Rachdruck auf die Thatsach« hin- weist, daß hier da» ZerstörungSwerk, obgleich die Masse der Exitdenten auS Kohlenardeitern bestand, mit Methode von Leuten geleitet worden ist, vre in der Glattndustri« beschäftigt find. So wurden alle Wannenöfen, die Baudoux an Stelle der früher und auch jetzt noch viel gebrauchten Hafenöfen in seinem Etablissement eingeführt hatte und die seit lange den Gegenstand deS HasseS der Glasbläser bildeten, theil» durch Feuer zerstört, theilS dadurch für allen künftigen Betrieb unbrauchbar gemacht, daß man Eisen in großer Menge in dt« in flüsfigem Zustand« befindliche GlaSmasse, die ste enthielten, warf, wo- durch dies«(ein einzige Ofen enthielt 350 000 Kilogr. solcher Masse) völlig verdorben wurde,»der auch die noch vor- handenen Hasenöfen wurden für allen Weiterbetrieb unbrauch- tar gemacht, indem man die feuerfesten Steine und andere für deren Benutzung wesentliche Stücke mit Hammer und Hacke zerschlug. Darau» schließt die Anklageakte, daß die Zerstörung de» Baudoux'schen Etablissements auf eine Rache von Leuten zurückzuführen sei, die Baudoux seit lange übelgewollt und in seinem Ruin die Befriedigung threS Haffe» gesucht haben. Au» der überaus eingehenden Anklageschrift ergiedt fich de» Weiteren. daß unter den 16 Angeklagten hauptsächlich drei: Oskar Falleur, lavier Schmidt und Francoi» Joseph Maffon al« die HaupträdelSführer, denen jene» Werk de» Hasse» und der Rache zugeichned-n werden müsse, zu betrachten find. Welche Rolle diese in der Affäre gespielt und wohin die eigentliche Tendenz der Anklage geht. daS zu zeigen sei einem wetteren Artikel vorbehalten.__ Koziales««d Arbeiterbewegung. Eine«ntscheidnng de» Rei«»verficherung»amt». Dal RelchSverficherungSamt hat dieser Tage, wie dem„Hamb. Korr." geschrieben wird, eine bezüglich der Anwendung de» Verantwortlicher Redattem R. UnfallverstcherungSgesetze» vom 6 Juli 1884 höchst wichtige Entscheidung getroffen. Et handelte fich darum, ob auch solche Arbeiter, welch« bei Lauten vom Bauherrn gestellt wer- den, seilen» dei Bauleiters verficherungSpflichtig und somit für fich rentenbezugiberechtigt seien oder nicht. Die Frage wurde von den Organen der Baugewerkt-BerusSgenoffenschasten verschieden beantwortet, insofern man einerseits annahm, daß daS Gesetz auf alle bei einer Bauarbeit vorkommenden Unfälle Anwendung finde, andererseits jedoch davon ausging, daß die Gestellung und Beschäftigung durch den Baugewerbütibenden die Grundlage für die Geltung dei Gesetze» bilde. Jetzt end- lich hat dal ReichSoerficherungSamt fich dahin ausgesprochen, daß die letztere Auffassung die lichtigere sei. Dabei wird an- erkannt, daß die Ardeiter„von" einem Gewerbetreibenden, dessen Gewerbebetrieb fich auf die Ausführung von Maurer, Zimmerer- rc. Arbeiten erstreckt, beschäftigt werden müssen, um nach§ 1 Abs. 2 deS UnfalloerficherungSgesetz-S die Ver- ficherungspflicht herbeizuführen. Der vorliegende Spruch de- fitzt namentlich für SchleSwig-Holftein, Hanrover, Mecklen- bürg eine besonder« allgemeine Bedeutung, weit die Be- fchäftung solcher vom Bauherrn gestellter Ardeiter dort vielfach vorkommt, ja in gewissen ländlichen Gegenden die Regel bildet. In Folge desselben dürsten zweifellos manche Mttglterec der betreffenden Genossenschaften, die nur mit solchen Leuten arbeiten, völlig auszuscheiden haben.— Diese Entscheidung will UNS nicht sehr glücklich erscheinen. Kottkumui der Gefängnißarbeit. Wie sehr daS Hand- werk unter der Konkurrenz der G.längnißarbeit leidet, und wie berechtigt die Klagen der Betroffenen find, beweisen die Offerten auf die öffentlich ausgeschriebene Lieferung von 600 ledernen Pantoffeln für das Kölner MilitSrlazareth. Wie die„Köln. VollSztg." mittheilt, stellte die höchste Forderung ein Schuh- machermeister, nämlich 4 20 M, dann kam ein Gerber mit 3,50 M., ein Kasseler Schuhmacher mit 3 M., eine Berliner Schuhfabrik mit 2 90M, und al» Mindestfordernder, wie nicht anders zu erwarten war, daS Kölner FestungSgefängniß. Die Tuchmachertunung in Lüben hat ftüher die Tuch. fabrikation für Rechnung der Innung betrieben und 1872 bei diesem Geschäft die Zahlungen eingestellt. Ein eigentlicher Konkurs einer Innung ist im Gesetz nicht vorgesehen. ES folgte die Subhastation der Grundstücke und die Versteigerung de» gesammten Aktivvermögens der Innung. Gericht und Re- gicrung entschieden nach einem langwierigen Verfahren dahin, daß zur Beiriedigung der noch ausstehenden Forderungen die einzelnen Mitglieder der Innung nach ihrer gesammten wirth schaftlichen Leistungsfähigkeit Beiträge von 3 M. bis 120 M. jährlich entrichten solllen. Nunmehr ist die Zahl der JnnunaS- Mitglieder, wie die„Schles. Ztg." berichtet, von ursprünglich 56 auf 20 Herabgeganzen. Die Beiträge derselben reichen bei weitem nicht mehr auS, auch nur um die Zinsen der rechtS- kräftig feststehenden alten Forderungen zu decken, so daß diese trotz der Zahlung jede» Jahr größer werden. ES ist hiernach für die Bestragenden gar keine AuSficht, von der ZahlungSpflicht dei Lebzeiten überhaupt noch befrest zu werden. I« dem obeifchlefifche« Montandistrikte find gegen- wältig Besprechungen der Bergleute über Uebelstande im KnappschaftSwesen im Gange. In KöoigShüfte fand kürzlich eine solche stalt und man rühmt derselben die größte Sachlichkeit und Leiden schaftSlofigkeit nach. Hauptgegenstand der Beschwerde ist die Schutzlofigkeit der KnappschaftSmrtglieder gegen willkürliche Entlassung auS der Arbeit nach 20« ja stOjäbriger Zugehörigkeit zur Knoppschaft. Der Branuschwrtger Manrerstreik ist fest Anfang dieser Woche deendet. Die Maurer haben die meisten ihrer Forderungen erreicht, ihr« hauptsächlichste Forderung dagegen, Verpflichtung der Meister, einen bestimmten Minimallohn zu zahlen, nicht. Jedoch wird thatsächlich der geforderte Minimallohn(35 Pf. pro Stunde) und wehr überall ftetwillig gezahlt. Den Mannheimer Man» erstreik betreffend ist mitzu- theilen, daß am 21. v. M. früh 32 Maurer nach Mainz. 19 nach Osnabrück und 48 nach Fretburg abgereist find. Auf telegraphisch von den verschiedenen auswärtigen Fachvereinen verlangte Unterstützung gi.gen innerhalb 24 Stunden 10486,33 M. ein. ES scheint doch, daß die Sache gut orga nifirt ist und somit länger andauern wird al» man glaubte. In Anbetracht solcher Unterstützungen werden die Streikenden die Arbeit nicht so schnell wieder aufnehmen. I« der Ttfchlerwertftatt vo« Hevschel, Friedens- straße 91. haben am Dienstag viele Arberter die Arbeit nieder- gelegt, besonder» in. Folge von deständinen. Uebergr.ffen und Lohndrücker eien seitens de» WerkführerS August Streitz, der eS glücklich soweit gebracht hat, daß selbst die alten Gesellen, die in die Arbeit eingelebt find, nicht mehr mit ihrem Lohn auS- kommen können. Al» Geselle war Streitz immer zum Streiken aufgelegt, seitdem er Werlfi brer geworden ist, scheint er für Gesellen keinen anständigen Lohn mehr für nöthig zu halten. Kleine Mittheilungen. Frankfurt a. M., 22. Juli. Heute Morgen vermißten die Bewohner einer Behausung der Niedenau beim Morgen- kaffee einen allen Junggesellen, der schon sell 17 Jahren dort wohnt. Man ging rasch nach seinem Zimmer und fand ihn, zwar noch lebend, aber doch in Folge eine» Blutsturzes bewußtlos im Bette liege, d vor. Ein hinzugerufener Arzt machte Wiederbelebungsversuche, die vom besten Erfolg gekrönt waren. Al» der Kranke da» Bewußtsein wieder erlangt hatte, ver» langte er nach einem Notar. Sein Wunsch wurde sofort er- füllt, der alte Herr machte vor Zeugen sein Testament und setzte jeine WhrhSleute, die ihn wie einen Vater verpflegt und behandelt halten, zu Erben sewe» 70000 M. detragenden Vermögen» ein. Krauftadt, 19. Juli. Ein bedauerlicher Unglücksfall er- eignete fich am Sonntag Vormittag in dem nahen Mittel- Drieditz. Der bei dem Wirthschafttdefiyer Knappe daselbst in Diensten stehend« 17jährige Hermann Schneider war mit Hüten de» Viehe» beschäftigt und wollte auf dem Pferd« rettend nach Hause zurückkehren, wobei er einen Strick an Stell« der Steta- bügel am Pferde befestigt hatte. Da» Pferd muß scheu geworden sein, denn e» ging durch, den mit dem Fuße in einer Ä.,n±Ä SÄÄ todt. Ben«, IS. Juli.(«rbeller-Rifiko.) Am Sonnabend #000# Wie«, 20. Juli. Durch eine verheerend« Feuerlbrunst einem mll fiedendem Fett gefüllten Decke de»""# war auch läng» der Wände de» Saab.» ztehen röhren hin, die mll Hanf umsponnen und mit Fettstoffen reich- lich iv prägnirt waren. Diese Hanfumhüllung fing augenblick- lich Feuer und im Verlaufe von wenigen Minuten brannte e» schon an allen Ecken und Enden lichterloh. Die Arteller, ganz entsetzt von diesem Anblick, mußten in dieser Situation an ihre eigene Rettung denken, fie stürzten in'» Freie und ala'.mirten den Direktor der Fabrik. Dieser ließ sämmtliche in vollem Gange befindlichen Maschinen zum Stehen bringen. Nach kaum zehn Minuten hatte da» Feuer im Innern de» Haupttrakte» bereit» so furchtbare Fortschritte gemacht, daß da» ganze Gebäude in Flammen eingehüllt war. Die Lohe schlug zum Schieferdache de» Haupttrakte» hirauS und hatte den baldigen Einsturz de» DachstuhleS zur Folge; drinnen kochte und schäumt« e», denn die großen Fett- maffen hatten fi h aus den Bottichen über den Boden ergossen. ES war sofort klar, daß hier keinerlei Hilfe möglich sei und man machte stch von allem Anbeginn mit dem Gedanken vei- traut, daß dieser Haupttrakt dem Untergange geweiht sei. Mit Hilfe zahlreicher, auS der Nähe de» BrandplatzeS herbeigeeilter Ardeiter gelang eS auch in der Tbat, die großen Waaren- vorräthe, die fich in unmittelbarer Nähe dei Brandodjckts im Packraume und Formraume befanden, in einem im Hintere« Hostrakte gelegenen Magazin zu bergen. Dann machten fi seitigt. Der Haupt traft brannte um diese Stunde noch lichter« loh. Der Boden de» Manipulationsraume» war durch.- gebrannt, zum Theil eingestürzt und daS Feuer fing an, dfc im Keller aufgespeicherten Waarenvorräthe zu ergreifen. war vieS ein aufregender Moment, denn wenn da» Feuer ia den Hauptkeller drang, war auch die Umgebung bedroht.£* begaben stch sämmtliche Arbeiter der Anstalt in den Kell« und vermauerten mit möglichster Raschheit sämmtlich Thüren, welch« von dem in Brand stihenden Vorkeller% den Hauptkeller führten. So war auch dieser Gefahr t« gegnet. Inten laken» 18. Juli. Ueber die Rettung eine» Alpe« touristen und seiner Führer an der Jungfrau berichten Ob«« länder Blätter:„Letzten Dienstag wollte Herr Burkhardt ff? den beiden Grindelwalder Führern Teutschmann und Josst* Jungfrau von der Wengernalpseite au» ersteigen. Der Af stieg führte über den theilweise sehr zerrissenen Guggiglets# hinauf. AlS die drei(Herr B. zwischen dm driden Führ� angeseilt) in den Sercci etwa» oberhalb Quote 2700 M«b' der Siegfriedkante fich defanden, brach plötzlich eine gewaltA Gletschermaffe herunter, glücklicherweise nicht grade auf Anstiegtstrecke der drei Märner, aber dock so, daß ste««j einigen Bruchstücken getroffen wurden. Josst stürzte in# unergründlich liefen Bergschrund, B. wurde ebenfall» niete« gerissen, konnie fich aber unmtttclbar am Rande der gähnenbej Kluft noch am Gletscherpickel verankern, während Teutschm«� Stand behielt und mit Aufbietung aller Kräfte die beiden ander am Seil festhielt. Man kann fich die verzweifelte Lage versteh Unten im Schrund hängt am Seile zwischen Leben und der schuen Körper Josst», am Rande de» Schrunde» liegt£ wir dem Kopf über den Schrund hinau» und kann fich*3 regen, dmn auf der andern Seite muß Teutschmann � Leibeskräften an ihm ziehen, damtt B. und er selbst nicht hinuntergerissen werden. Und diese schreckliche Lage nahezu«ine halbe Stunde. Keiner kann vom Platze. S»? schwinden Teutschmann die Kräfte und auch B. kann fi» äS&%%%&% ebenfalls von Grindelwald nach der Jungfrau aufgebl0«?> Sie tr-ffen die Spuren der Kolonne B. und kommen 0% noch zur rechten Zeit auf die UnglückSstätte. Rasch entsd® hack! fich Schlegel in dm Schrund hinunter zu Josst und WL ihn an ein andere» Seil, sodaß B. und Teutschmann«ÄU beftett find; dann wird auch Josst heraufgezogm. Den% weg nach der Scheidrgz konnte er noch gehen, von dort«r mußte er zu Thal getragen werden. Aeußere Verletz»«» r er nickt erlitten., Pari», 21. Juli. Sin furchtbarer Sturm, welcher'z gestern Abend im östlichen Thelle de» Gironde-Departei«� in der ganzen Dortogne und Lot-et-Garonn« wüthet«-.» 17 Dörfer dermaßen heimgesucht, daß die Einwohnerschaft� nächsten Winter dem größtm Elend pieitgegeben tst-L Wein- und Tabak. Ernten find fast gänzlich vernichtet, diel? bäume gelnickt, viele Häuser ihrer Bedachung beraubt Ij überall die Fensterscheiben durch dm Hagel zerschlage»- � Mamande bildeten die Hagelschloßm eine 15 Zentimeters Schicht. In Meilhan wurde eine Eiche entwurzelt. A Stamm einen Umfang von 4 Meter hatte; in Sainte-v-H wo eben Jahrmarkt war, fegte der Sturm dt« Buden der� tänzer u. f. w. weg..- London, 19. Juli,«in schreckliche» Unglück ereign� am Sonnabend im königl. Arsenal in Woolwich. Sine% �beitero»at nämlich mit dem Gießen eine» Stahldlocki beschäftigt, al» einer derselbm sich an dak„ schlagen der Form machte,«he noch da« Metall ZeU batte, stch zu Härten, und die Folge davon war, daß jy stüsfiger Metallstrom über dm Mann ergoß, ehe er 5� p retten konnte, und ihn durch einen metaUischm UederM� der Stelle tödtete. Au» der harten Masse konnten nur Theil« heraus gezogen werdm.* � London. 20. Juli.(Hungertod.) Gestern w»� m#ii nfinttfntlirfet. h#r h4# 91«.--.M/ G�aftch?' Unl) 1 auf di« Eamberwill«r"Dwl? 5 0 und mtt dem Resultat dies« » Ä gra aSw-Bß � sollen abgenommen haben. Kriefkasten der K-daktiM» ä •nnent Wir haben keinen Grund,»n* n Streit mtt der betreffenden ZeitschrM -.unuskrivt steht zu Ihrer Verfügung. u V WäK häuslichen Da» Man nicht seinem Beamten(Werkführer u. f. w)...„„fi ' Wir bedauern. Jhnm keine A»»'" . v. v. W len zu können. St. 6. 57. P t 1. Lei der Stadtverorb -----...---------dne enwab� wahlderechttgt, wenn Sie fett eine« Jahre in Wft und mindest, n« 6 Mark«laffmsteuer zahlrn- �««» Sie fich nach der Jannowitzdrück-; dasselbe müß»> thun, um Au»kunst auf Ihre Frage geben zuKg-�j/ B«lin SW, Beuthstraße 2. Beilage zum Berliner BolNlatt. 170 So««al»e»d, de« Ä4. I«U 1886. IIL Znflhmlilhkeil in nltnt Frackmch. _ Wir schildrrtm»uletzt die LehrlingSzeit unter der alten Dirthschaftiordnung. Die Gesellenjahre, welche hierauf folg- ten, bildeten einen neuen Zwangl dienst, der stch dloS darin «an dem bisherigen unterschied, daß der Geselle eine Bezahlung erhielt; aber er mußte zweimal und mitunter dreimal so lange fcimm all der Lehrling. Wal die Kosten der Meisterschaft betrifft, so beliefen stch dieselben mindesten! auf 2000 LivreS. In der Gilde der Vastetenbäcker lostet- blo! der Titel vlvisn(Aeltester) 1200 LivreS. Sogar die Mädchen, welche Blumen rflückten und ste all BouquetS verkaufen wollten, mußten 200 LivreS bezahlen, um Maitresses bonqnetilres zu Verden. Außerdem erzählt Gogol, daß. um dal Handwerk einer BouquettSie zu erlernen, wozu nicht! gehörte, all eine bestimmte Anzahl Blumen mit einem Bindfaden zusammen zu binden, va! man sehr leicht in einiam Minuten erlernen kann, man vier Jahre all Lehrling und zwei Jahre all Geselle zubringen mußte, bevor man zur Meisterschaft zuae- »offen wurde. Im väckerhandwerke mußte man fünf Jahre all Lehrling und vier Jahre all Geselle gedient haben, bevor »an fähig erklärt wurde, da! Meisterstück, ein Milchbrot, zu backen. Troß der großen Gebühren, welche auf diese Art in die Bilden bezahlt werden mußten, hatten dieselben kein Geld und waren sogar verschuldet. Ihr« innere Verwaltung verschlang nnen großen Thetl der Gebühren. Hierzu kommen die großen Geschenke an die Geschworenen und die fortwährenden Prozeß- kosten die au! den gegenseitigen Eifersüchteleim der verschte« Innungen entstanden, und die! erklärt, wieso die Innungen sogar noch Schulden haben konnten. Die Streitigkeiten zwischm den Schneidern und den »rödlern mit alten Kleidern gingen in! Unendliche, weil vi« Schneider die von ihnen verfertigten Kleider blo! S« neuen Stoffen füttern dursten und nur die Kleider der Würger ausgenommen waren, welche mtt dm altm Kleidern verEdelleute gefüttert werden durften, wenn ste nicht, wie da! AeHiement sagte, zu abgenutzt und abgetragen waren. Die �vtzGt zwischm dm beiden letzterm Klaffen von Schneidern tlufJIi'? von 1530 di! 1770 und veranlaßtm unglaubliche Ge- unv.Ü r'- Mehr all 20000 Verfügungen de! Parlament! keit«.* � Verurtheilungm wurden durch diese Streitig. in 8?.. �neider wegen angeblicher gegenseitiger Eingriffe veranlaß? �e Verfertigung von alten und neuen Kleidern �le Messerschmiede hatten nicht da! Recht, die Griffe der kabrizirtm Messer zu verfertigm; die Stapf, und Ä?.''°brikantm hatten häufig Prozeffe, wmn ste stch Vvlühntm, hölzerne Löffeln zu drechseln. Die Pro« ie»ton h«r Hutmacher begriff fünf verschiedene Ge« h.« in stch, von denm da! eine nicht in die Privilegim «es andern greifen durste. Einige wmiae Bewerbe warm frei, � 0' ste waren nickt der Tvrannei des ÄnnunoSwesenS unter' Händler! ManUn ff»""�denselben. Um dtes« beidm<»«. Werbe auszuübm, mußte man speziell die Bewilligung vom KL. ig« erkaufm. Aber auch diese Gewerbe wurdm strenge überwacht, um ste nicht in den Kreil verwandter Industrien eingreifen zu lassen; die! fand überhaupt in Bezug auf alle Professtonm statt. So warm den Tischlem ganz andere Arbeiten angewitsm, all dm Zimmermeistem, die Sattler dursten, wenn ste außer Arbeit warm, Schuhe fadrizirm, aber di« Schuhmacher dursten in ähnlichen Fällen nicht Sättel ver- fertigen k. Bi! zum Ende de! 15. Jahrhundert! wurden Handwerker, welche in der Fabrikation ihrer Waaren oder in Nachahmung der Fadrikmarkm oder der Patrizen, welche zum Stempeln dienten, irgend einen Betrug deqingm, mtt Verbannung, Ge« Bniß, Verlust de! Meisterrechl! und zahlreichen körperlichen tigungen, z. B. Verstümmelung der Hand, Brandmarkung ffefichte mit einem glühendm Eisen, bestraft. Man kon. stlzirte die Waaren, die nicht den Reglement! gemäß fabrizirt wurdm, man verbrannte>. B. die Kleider, deren Schnitt nicht «gelrecht war, ja die Wuth, zu bestrafen, traf sogar mitunter die Werkstättm, die man niederriß und die Läden, die man vermauerte. Die Austechterhaltung der ReglemmtZ der Innungen war mit großen Uedelständen verbunden, von denen ewe der häufigsten die Bestechung war, welche eine allgemeine Demoralisation zur Folge hatte. Außer den üblichen jährlichm Avtersuchungm hatten nämlich die„Garde! da! Recht, da! Hau! eine! jede! Handwerker! zu jeder Zeit zu durchsuchen, UM zu(«h«,, ob er in Übereinstimmung mtt den Vorschriftm «bette, sei«!, daß irgend eine Dmunztatlon oder ihr eigener ««dacht dazu Anlaß gab. Im Falle der Eutdeckung irgend einer Uebertretung der Reglement! erhielten die Garde! einen Dheil der konfilztrtm Waarm. So kam e! deshalb vor, daß die Handwerker, wenn ste auf diese Ast in einer Gesetzelüber» iretung ertappt wurden, stch mit dm Garde! verständigten und ihnm entweder Waarm oder Geld all Bestechung gaben. In verschitdmen Orten Frankreich!, namentlich aber in Pari!, gab e! gewtffe Fretstättm der Arbeiter. Ht«h« flüchteten nch alle diejenigen Handwerker, welche in dm Jnnungm keine Aufnahme fanden, da ste die hohen Aufnahmeabgabm nicht erschwingen konnten, oder denen durch andere Chtlanm «e Aufnahme verweigest wurde. In Pari!»arm«! Haupt» sachlich der Faubourg Saint Marceau, Engclor du Tmiple»c. « denen die Freiheit zur Auiübuna der Arbeit gewähst war. Schon im Jahre 1602 wurde durch Ordonnanz denjeniger Per- >onm, welche da! Meisterrecht nicht erlangen konnten, gestattet, sowett ste Raum findm konnten, in dm Gallerim de! Louvre !« Handwist auszuüben, ohne daß st« von den Innungen da« selbst belästigt werden durften. Die genannten Vorstädte resp. Stadtthrtle von Parti ?««" somit die Zufluchtsstätten der freien Arbeit. lowett die letztere in jm« Zeit überhaupt möglich war. Ä. 3L"ik diese Ost« waren, wie Stgm. Engländ-r) «iahlt, verschlcffen und durch GUtertbore von den übrigen kMW e ÄÄ Ä r« «ort, w1! � Giften der Jnnungm figurirten und stch daher SS der nicht reglemmtistm Industrie auSge- vr% so war dcch die Bezahlung der Arbeit, die unter dem Einflüsse der unbeschränkten Konkurrenz und einer unstcherm Posttion geschah, häufigeren Veränderungen ausgesetzt, all der Arbeitslohn der zünftigen Gesellen. Die Handwerker und Arbeiter, die in diesen eng bevölkerten A ylm der Arbeit kümmerlich lebten, mußten in Folge eine! Evikt! vom August 1776 stch in die Register der Polizei eintragm laffen. Da auch für diese Au!» nahmSplätze gewisse Polizeivorschriftm bestanden, so fanden auch daselbst Haussuchungen durch die Garde!, EyndiS! und Adjoint! der Innungen statt, und in UedertretungStällm wm- den Geldstrafen auferlegt, von dmm die eine Hälfte dem Könige und die andere den„Seigneur! Haub! JusticierS" der Lokalität zufiel. Da! Publikum konnte die Waaren, die in den Asylen fabrizirt wurdm, nur kaufen, wenn«! fich nach denselben begab, wa! die bemittelten Klaffen nie thaten, so daß e! daselbst blo! arme Kunden gab. Alle Waaren, welche von den Arbeitern, die in diesen Asylen lebten, nach anderen Thei- len der Stadt gebracht wurdm, waren der Konfitkation au!« gesetzt, außer wenn von denselben gewisse große Abgabm an die Jnnungm entrichtet wurden. Durch da! Gesetz vom 17. Juni 1791 wurde mit dem JnnungSwesen voll und ganz aufgeräumt, denn diese! be» stimmte:„daß die Zünfte unter keinem Vorwandt und keiner Form w'.edir hergest.'llt weiden und die Bürger desselben Handwerks nicht das Recht haben sollten, über ihre angeblichen, gemeinsamm Interessen fich zu berathen." In ihrem letzen Theile ging diese Bestimmung mtschie« den über da! zu treffende Ziel hinau! und wirtte wie ein Au!- nahmegesetz. In dem Berichte über die Abschaffung der Meister- schast und Zünfte wurde zwar beantragt, daß künftig Jedermann zur Ausübung eine! Gewerbe! zugelassen werden solle, wenn er Patmtsteuer bezahle, allein dadurch, daß jeder Be- schluß von Handwerkern desselben Stande! für null und nichtig erklärt wurde, waren die Handwerker in Atome zerspltttert und konnten, vor der Hand wenigstens, in Bezug auf ihr gewerb- liche! Fonkommen eben so wenig machen, al! e! vorher dm Gesellen unter dm Zünften unmöglich war, stch in eine bessere Existenz hineinzuarbeiten. K. Kommunales. StadtverordaeteN'Wiihlerltfte. Die Liste der stimm- fähigen Bürger ist nach Vorschrift der§§ 19 und 20 der Stävteordnung vom 30. Mai 1853 berichttgt und wird nun- mehr in der Zeit vom 15. biß einschließlich den 30. Juli d. I. täglich von 9 Uhr Vormittag! bi! 1 Uhr Nachmittag! im Wahlbureau de! Magistrats, Brettestraße 20a, 2 Treppen öffentlich auSliegen. Während dies« Zell kann jede! Mitglied der Stadt- gemeinde gegm die Rtchiigleit der Liste Einwendungen er- heben. Dieselben müssen in der gedachten Zeit schriftlich bei dem Magistrat eingebracht werden; später eingehende Ein- sprüche tönnm nicht berückstchtiat werden. Die i. Adtheilung besteht au! denjenigen Wählern, welche mindestens einm Steuer betrog von 1530,80 Mark die HI. Adtheilung mit dem letzt««» Steunbetrage und den Namen mit der AnfangSstlbe„Pal" beginnt. Wir machen hierbei auch noch darauf vesond«! aufmen- sam, daß bei Berichtigung d« WSHlnlisten in Betreff de! Wohnfitze! der stimmb«echtigtm Personen in Bnltn die von dmselben zu«stattenden An- und Abmeldungen b«ückstchtigt werden und daß demnach auch diejenigen Personen, welche nur vorüdergegend verreist find, diesen Umstand auf ihr« Ab- Meldung aber nicht verm«kt, sondern stch einfach al! von Bttltn verzogen abgemeldet haben, in der Wähl«liste gestrichen wor- den find. Der Nachmtttagsmarkt i« de» Markthalle«. In Bezug aus die gestrige Notiz, betreffend die Sbäaoerung de! NachmittagSmarkte! in den Markthallen, ist noch ergänzend hinzuzufügen, daß der Beschluß de! Kuratorium! dn Marli- hallen noch der Genehmigung de! Kgl. Poltzetpräfidium! bedarf, ehe dnselbe in Kraft treten kann. w. Da! Kuratorium de! Johanniter- Stifte! zu Groß- Lichterfelde, in welche! haupuächltch Sieche au! dem Arbeilerstande Aufnahme finden, hat dem Magistrat gegenüb« stch erboten, Steche, welche auf städtische Kosten verpflegt w«. den müssen, gegen eine Vergütigung von 70 Pf. pro Tag aufzunehmen, auch deren Beerdigung im Falle ihre! Tode! Segen einen Kostensatz von 9 Mark für jede Beerdigung zu dernehmen. Auch hat fich da! Kuratorium«boten. Rekonvaleszenten gegen einen Verpflegungssatz von 1 M. pro Tag aufzunehmea. D« Magistrat hat beschloffen, da! An«- bieten der Stadtverordneten- Versammlung zur Annahme zu empfehlen, da die geforderten Sätze nach dem Gutachten dea Kuratorien d« stadtischen Krankenanstallen mäßige, die letzt«en aber namentlich seit dem Inkrafttreten de! neuen Krankenkassen- Gesetze! dauernd üb«füllt seien. Lokale«. „Wohl dem. der da athmet im rofige« Licht", wird d« Herr Stadttath de Steve gestern Abend gedacht haben, wenn ihm die ÄbrndauSgabe de!„Berliner Tage« blall" in die Hände gefall-n sein sollte. E! müssen sond«oare Gefühle sein, welche einen Menschen, d« noch mit Lust und Freude am Leben hängt, überkommen, wenn« plötzlich die Schilderung seine! eigenen qualvollen und schmerzhasten Tode! liest, wmn ihm in siinem Nekrolog in dem bekannten erhaben- wein«lichen Tone all« seine Tugenden und Verdtmste gebüh- rend vorgehalten werden. Da! ist dem Stadttath de Steve gestern Abend pasfirt. Da!„Berlin« Tageblatt" bringt in gesperrt« Schrift einm sein« bekannten Nachrufe, die all« Wadlschetnlichkeit nach schon bei Lebzeiten de! noch im Tode zu Vtth«rltchenden geschriebm find, um im Bedarfsfall« vem Publikum durch überraschende„Fixigkett" zu impontrm. D« Trauersermon behandelt dm Tod de! Stadtraths de Steve, er schildert seine Verdienste um die Stadt und �dauert tief dm Tod de! wohlottdienten Bürg«!. Nun hatte dieser wohlv«dtentt Bürg« ab« dem„Berlin« Tageblatt" einen recht unangmehmen Schab«nack gespielt, e! war ihm aarnicht eingefallen zu sterdm. sondern« hatte, da übrigen! Tod der Mutter desselben in tiefe Trau« oersetzt. Ein Schwiegersohn d« Verstorbenen ist der Stadtverordnet« Vottmann."— Vor dem„Berliner Tageblatt" muß fich Jeder, d« einm ttgendwie bekannten Namen trägt, ungeheuer in Acht nehmen, man wird, wie man steht, ohne Weitere! in da! un» bekannte Jenseit! spedirt, glücklicher Weis« nur in ein solche!» von wo au! man immer noch seinen Tod selbst dementiren kann. Da! ist noch da! Spaßhafte an d« Sache. Für die Leichenbitter de!„Berk. Tageblatt" dürfte ein solch« Jrrlhum alterding! bfttn sein. Der Stadtverordnete Herr Kritz Görcki, d« in ein« Korrespondmz der„Danz. Ztg." in recht gehä fizer Weise an- gegriffen war, hat an die„Volk!-Ztg.", welche die Korrespondenz reproduzirte, folgende Erklärung gerichtet:„In der gestrigen Numm« d«„Volkl-Zettung" behaupten Sie bei einer Be« sprechung mein« Pnson(nach der„Danz. Zig."), ich führte den voreiligen Schluß ein« Versammlung des Berliner„Demo« kratischen Verein!" herbei. Da! ist unwahr! Alle Theil« nehm« dies« Ansammlung können bezeugen, wie die! that« sächlich auch ein großer Thetl desselben au! eigen« Initiative am Schluß d« Versammlung that, daß nm da! unqualistfir» bare Bettagen de! Herrn Vorfitzenden, der z. v. die Auifüh« rungm de! Joumalifien Herrn König mtt Redensarten, wie „Albernheitm",„Quasselet" und ähnlichen, von einem Vor« fitzenden unter allen Umständen zu vermeidenden Krastau!« brücken fortwährend unterbrach, die Störungen geradezu provo« Set«. Der Schluß der V«sammlung wurde weder durch meine ulführungm noch durch mein Bettagen herbeigeführt; son« dem wurde, nachdem ein Hnr swä. Finke stch anschickte, da! Betragen de! Vorsttzendm gebührend zu kritistren, höchst eigen« mächtig von demselben vollzogen, um so der Strafe der Krittk zu entwischen. Di«! d« Sachverhalt, wie er mir wohl g«n von Jedem, der der Versammlung beiwohnte und unparteiisch zu urtheilm vermag, bestätigt werden dürfte. Wa! die weit«« Behauptung betrifft,„ich hätte mein Möglichste! gethan, um meine Freunde für die Unterstützung der Wahl Stöcker! zu int««sfirm", so war mein ganze! Verhalten, von Beginn d« Agitation bi! jetzt der konservativen Partei im Allgemeinen, wie Herrn Stöck« speziell gegenüb« nie ein derartige!, welche! einen solchen Schluß rechtferttgen würde. Jm Gegenthell! Al! zur Zeit der Reichltaglwahl der zweite Berliner ReichltagSwahllrel! Stellung zu nehmen hatte und eine Versammlung bar üb« berieth, waren mein Freund und Genosse T'schl« Nölke und ich die beiden einzigen, welche für eine Unt«stützung Virchow'! eintraten, während vom Kollegen ReickStagSabz. Sina« die Wahl» mthaltung vetthetdigt wurde. Dies« letzten Auffassung schloffen fich die Gmoffm an. Al! im achten Kommunal- Wahlbezttk ein harter Kampf zwischen Vortmann und Pickenbach mtbrannte, war ich e! wiederum, d« im Gegensatz zu sehr vielen Genoffen für ein« Unterstützung Vortmann'! lebhaft eintrat. In den Versammlungen sowohl, in denen ich nothgedmngm auf Stöcker zu sprechm kommen mußte, al! auch in meinem Austretm in dem Prozeß Bäcker'Stöcker könnte wohl schw«lich ein Moment gefunden w«dm, welche! die Auslassungen d«„Danz. Ztg." rechtfertigm würde. Wa! nun endlich die Behauptung betrifft, ich genieße nicht da! allgemeine Vertrauen d« Genossen, so ist die! gewiß der unzweifelhafte Wunsch de! ehrenwetthm Herrn Korrespondenten. Ader auch nicht! mehr. Unter den heutigen Umständen ist e! ungemein schwierig, durch Thatsachen, die mttzuthellen augenblicklich unmöglich ist. da! Gegentheil bi- «eisen zu können. Nur so viel, um die Wahrheitsliebe de! »ZHfL-DIMNZ ist mtt allen gegen zwei Stimmen, die fich einer schwebenden Angelegenheit halb«, die mittlerwelle auch zu meinen Gunsten entschieden ist, der Abstimmung enthielten, mir ein Vertrauens- votum gegeben worden. Da! genügt! Hoffentlich werden dtes« geschichtlichen Fakten hinreichend sein, mich vor gleichm un« wahreniLuslaffungen, die nur durch nichts motivirten persönltchm Haß diktirt sein können, zu schützm. Ueber die anderen Au!- laffungen gebietet mir mein Stolz zu schweigen. Fritz Görcki, Stadtoerordneter." «.3* auf die«nzeigehfltcht der«erzte für Erkraukuuge« am Kiudbettfieder«läßt da! Poltzei Prä. stdium folgende Bekanntmachung: Auf Grund d«§§143 und %%%% r tetsrt üb« die Polizeiverwaltung vom 11. Marz 1850(G.-S. v. 265 ff.), wird hindurch nach Zustimmung de! Gemeinde. vorstände! für den Stadtkreis Berlin folgende! verordnet: § 1. Jeder Arzt ist verpflichtet, über jede Erkrankung sowie über jeden Todesfall in Folge von Klndbettfieber in fein« Praxis spätesten! 24 Stunden nach Feststellung der Krankheil beziehungsweise«langtet Kenntniß vom Eintritt be! Tode!. unter gleichzeitig« Benennung d« etwa beteiligten Hedamme. der Königlichen Sanität!- Kommisston(zur Zeit Hierselbst 0. Stralauttstr. 39) mittelst der von dort oder von dem zuftän- bigen Polizeirevier zu entnehmenden Meldekarten schriftliche Anzeige zu«statten.§ 2. Zuwiderhandlungen gegen biete Bestimmungen werden mtt ein« Geldstrafe von 5 bi! zu 30 M. für jede Uederttetung geahndet, sofern nicht nach den Bestim- mungen de! Reichs Strafgesetzbuches eine höht« Strafe ver. wirkt ist.§ 3. Diese Verordnung tritt mit dem 1. August i? ,?.nm— Ebenso dürfte folgende Bekanntmachung de! Polizei-Prafidium! von allgemeinem Jatneffe sein: Von den Medlzinal-Pnsvnm wird nicht selten die ihnen nach den ge- setzlichen Bestimmungen obliegend« Anzeige der in ihrer Praxi! vorkommrnden Fälle ansteckend« Krankheiten verabsäumt. Da! Polizei. Prästdlum findet fich daher»«anlaßt, an die Bestimmungen der§§ 9, 36 und 44 de! durch Allerhöchste Ordre vom 3. August 1835 bestätigten Regulativ! üb« die santtät!« polizeilichen Vorschriften bei dm am häuflgstm vorkommenden ansteckendm Krankheiten(Gesetz-Sammlung Seite 243 und 255 von 1835) und der Polizei. Verordnung vom 31. August 1884, betreffend Anzeige von Grkrankungm an Diphtherie«., durch welche die Anmeldung eine! jedm Falle! von Cholera, Pocken, Typhul, Dyphtherte und von Hundswuth, Milzbrand oder Rotz(bei Menschen) an die Poltzetbehörde unbedingt vorge- schrieben ist, hierdurch zu erinnern. Da! Ueberhaudnehmen der Duelle führt ein« unser« angesehensten Rechtslehrer, der bekannte Professor Dr. v. Bar, auf eine Ursache zurück, die besond«! in d« heutigen Zeit recht intereffant und der Beachtung wnth ist. El geschah nicht ohne Grund— so schreibt der genannte Autor—, da« man fich früh« scheute, die Entscheidung über die Ehre dm Gerichten zu überlassen. Di« dauernde U«d«handnabme de! Duell! würde auf tief« liegende soziale und politische Schäden hinweism; ste würde inlbesond«« beweisen, daß das V«- trauen auf die Justiz zurückgeht, od« daß d« Einfluß einer geläuterten öffentlichen Meinung abnimmt und durch indivi- vuelle Selbsthilfe und Kastmgeist«setzt ist. grt anderen Ländern,«o die Macht der öffentlichen Meinuna außerordent. lich stark ist und die Autorität der Justi, sehr hoch steht, ist*# leicht gewesen, da» Duell ,u beseitigen. So namentlich in England in den 4l)er Jahren. In Europa ist oft da» Duell der Begleiter de» Absolutismus, der Unterdrückung der Frei« heit gewesen, in Amerika da» Produkt übertriebener Werlh« schätzung der individuellen Freiheit und Willkür. Abhilfe erwartet der genannte Autor nur von einer Revision der Besetz- gebung über die Beleidigung und zwar sowohl der Straf» destimmungen, wie de» Sirafoerfahren». Er hält eS für ernen Kardinalfehler der modernen Gesetzgebung, daß sie die Verfolgung der Beleidigung im Zivilprozeffe gänzlich abschaffte. Der Idee der Einsetzung von Ehrengerichten ist der Autor nicht abhold, aber— so meint er— diese Gerichte dürfen nie die Befugnih haben,«in Duell für gerechtfertigt zu erklären.— In diesen «uffaffungen kommt, da» ist gar nicht zu verktnnen, die Auf» faffang eine» kenntnißre'chen und scharfblickenden Manne» zum Ausdruck. Daß ein RechtSprofeffor die Justiz für«in solches Arwesen verantwortlich machen kann, ist für diese und den Respekt, den fie in wiffenschaftlichen Kreisen genießt, im hohen Maße bezeichnend. Verkennen wollen wir ja auch nicht, daß die Herren von der Justiz viel mehr geschoben werden, alS fie selbst schieden: aber die Nothwendigkeit einer Aenderuna de» bestehenden System» und die schädlichen Etnflüffe deffelden «erden von Tag zu Tag in weiteren Kreisen eingesehen und «enn dann einmal später oder früher mit den rechtSgelehrten Herren die unausbleibliche Abrechnung mit der öffentlichen Meinung erfolgt, dann ist«» jedenfalls gut, wenn man Stim» men, wie die vorliegende, sorgfältig gesammelt und zur Ver- Borfig'sche« Etablissement in Berlin wird der „Magdeb. Z'g." geschrieben: Die Anordnung de» Kuratorium» der Bo:stg'sch«n ErbschaftSmaffe, den Lokomotirbau einzu- stellen und nur noch die außerhalb Berlin» gelegenen Werke fortardeiten zu lassen, bringt un» da» Geschäslsaerfahren de» verstorbenen Begründer» der großen Fabrik in Erinnerung. WaS jetzt vom Kuratorium im Interesse der Kinder und Enkel verfügt worden ist, sahen schon August Borftg, der die Werk» pätten einrichtete, und deffen verstorbener Sohn, unter deffm Leitung da» Unternehmen zur Blüthe kam, voraus, und daS gewissenhafte Verhalten der Borfig'S bewahrte Berlin vor argen Verlusten. Während der Gründerperiode kam zu Borfig «ine Gesellschaft von Geldleuten mit dem Anerbieten, die Fabrik in allen ihren Verzweigungen ihm abzukaufm und fie in ein Aktienunternehmen zu verwandeln. Die Gründer legten dem Besitzer eine Gewinnberechnung für ihn, für sich und für die Aktionäre vor, die Bmfig lächelnd durchlas, um sie nach kurzer Zeit den Machern zurückzugeben. Urber den Schätzung»- «erth hinaus sollte er ein Abstandsgeld von zwei Millionen Thaler erhalten, und die gleiche Summe wollten die Gründer vorweg als Gewinn sich selbst sichern.«Und die Aktionäre?" fragte votstg.„Nun, denen steht laut Prosprekt. den wir ver- öffentlichen, ein jährlicher Gewinn von 12 dl» 15 pCt. in AuS- Kzt", antworteten die kauflustigen Herren.„Ja wohl", erwi« cte Bmstg,„laut Prospekt, aber in Wirklichkeit bei den Zuschlägen zur Kaufsumme, die Sie im Sinne haben, nicht «in einziger Slldergroschen ZinSeinnahme. Gewiß würden ja die zwölf Millionen, die Sie emittiren wollen, in Berlin allein unterzubringen fein, denn mein Geschäft ist bekannt und nicht unbedeutend. Aber ich schulde dieser Stadt, in der ich mein G ück begründet habe, zu viel Dank, und ich möchte meine Mitbürger nicht VermögenSoerluften preisgeben, die ganz un- vermeidltch find, wenn e» nach Ihnen ginge." Die Gründer wurden nicht wieder zugelassen, so sehr hatte ihr Vorhaben den soliden Mann gekränkt. Borstg macht kein Hehl darau», daß er sogar in Jahren mit leidlich viel Arbeit nur«ine Rente von zwei Prozent be,og,tzj» daß sogar manch ItebcS Jahr mit einem Vrrlust für ihn abschloß. Er konnte da» aushalten, denn er war in den ersten zwanzig Jahren, in denen er für die neu erstehenden Bahnlörper die Lokomotiven so gut wie allein lieferte, ein steinreicher Mann geworden, und noch zu Anfang der sechSziger Jahre brachte ihm die stark aufgetretene Wettbe» Werbung kaum Vermögent Verluste; von da ad aber hörte der Gewinn von nennenSwertder Höhe auf, und daS Geschäft wurde mehr der Ehr« halber und wegen der vielen Arbeiter, die in ihm bejahrt geworden waren, fortgeführt.„Den LuxuS «ine» GewinnoerzichtS," äußerte Borsig,„kann ich mir per�ön» lich eilauben, aber ich darf ihn nicht Inhabern von Ämstg- Aktien aufnöthigen," und diese noble Gesinnung bewahrte Berlin vor einem argen Krach. DaS welUSufiae Grundstück vor dem Oranienburger Thor entlang der Chaussee., Elsäffer- und Borfigstraße wird durch die Einstellung d°r ist der Andick de, nördlichen TheileS d» Gräfestraße auaenblicklich noch ein wenig großstädtischer, denn ohne Damm und Trottoir, nur von leichten Bretterzäunen flankirt, wie hier man wohl kaum eine zweite Straße in unserer Stadt! Nichlidrstowmwer wurde fie sofort nach ihrer Offenlegung von dem nach der Hasenbatde pilgerndm Publikum mit Vorliebe »«"MÄ'Äy-ÄÄ M entsptechenden Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen; e» wiid daher emp'ohlen, im Jnnungiftatui auch die Meisterp ü'unz ali Aufnahmededineung vorzuschreiben. Auch habe dai S alut dafür Sorge zu treffen, daß die Lehrlinge eine dem So% de» Handwerk» entiprechende Ausbildung erhielten, deiaieichni durch Festsetzungen über hie Dauer der Lehrzeit, dt« Fow (Sbzriftlichkeit) und dm Jnialt dei Lehrvertrage» die meUni Üchstm S'itm de» LehrverhältniffeS befriedigend zu regeln. Dahin gehöre nam-nUt», daß eine ordnungsmäßige, tetni cke und aewerdliche Ausbildung gefichert, für die filtlick« Zucht der Leh'Iinge Sorge geiragm und den Leh Herren die Verpflichtung aufe'l-gt werde, ihre Lehrlinge zu dem Bv suche destehender Fach» oder FortdUdungSschulen anzubal- tm. Eadlich werde da» S-atut Vorschriften über die Gesrllenprüfuna und die Ertheilung de» Lehrbriefes enthalte» müffen. Die Innung werde durch die Zrhl und Tüchltgkilt ihrer Mitglieder die Sicherhert bieten müffen, daß ihr n»ea dem Willen auch die Kraft innewohne, daS geiamm e L lw lingSwefen in dem Bezirke zu leiten. Anträgen au? Gewäh u«i der Rechte aus§ 100 e der Gewerbeordnung werde daher ketr.t Folge zu geben fttn, wenn die Innung einen zu geringe» Personaldestand bade, oder wenn die Abficht zu Tage trete, dmch Entziehung de» R-chtei zum Hatten von Lehrltnam solch« werdetreidenven zu schädigen, für weiche der Eintritt in die Innung aui irgend welchen Gründ-n unthunlich sei. Seldß» orwstä üblich müsse die Innung bereits erkmnbare Erfolge auf« zuweisen haben, welche zu dem Urtheil berechtigten, daß ste fta auf dem Gebiete de» Lw 1,60 rl wild pü'ung i 6'atut H a De fal'idini tt Fora twfen!« rtflfln. :e±ni dx »e Z-icht ten ölt xm Bv anzudal» ,6« ölt inthalk» 14ilfllttt t n dt» i« LH" väh Urtg her leint getingtfl üe, öjifl )ldx@c [t in M VtlSst« M SÄ SbuDuKI gilcb@c jrbBtltfli TnW nung f Mtlift ss| foncat i3ÄS jllOp'fft jt ltidid» iRtlifff »eil« k" iiä bq ib«* btkf rcß ftij [introw] lti»� t umf' stnati» laf i" Si bfiD� S Srs»j SV ckte.°Z n»A «S 'n 8® m AA n VV*gM ott!j Wngt find, ein Abnehmen dieser Gegenstände nur auf deson« tot Art erfolgen kann, denn der Haken schlieft stch fest und vollstSMg und auch der Hut wird auf eine geniale Weise feftzebalten, ohne denselben zu beschädigen. DieseS Anschließen "folgt selbstthätig und gltichjtitig erscheint seitlich ein bis da hm verborgener Lchlüffel, de� die selbe Nummer wie der Aleider» Halen trägt und welchen man einfach abnimmt und in die Tasche steckt. Nur mit Hilf« diese« vchlüfselt kann der Zauber wieder gelöst werden. Ueberdie« ertönt am Büffet, während von dem Schlüffel Gebrauch gemacht wird, eine Glocke, die dem Kellner anzeigt, daß ein Gast im Begriffe steht, sich zu "meinen. Die ganze Vorrichtung soll nur unbedeutende KOsttn verursachen.— Da« Ganze ist doch nicht etwa saure Gurke? In der heutigen Zeit ist Mißtrauen wohl ange« »rächt. Immer«och der Mörder Keller l Au« der Umgegend wird gemeldet:„Gestern glaubte man in einigen benachbartm Dörfern, dem Mörder Keller auf der Epur zu sein. Ein rei sender Geselle hatte in einer Ortschaft zur Anzeige gebracht, »aß er sich soeben in der Gesellschaft eine« ihm verdächtig "scheinenden Menschen befunden habe, der sich in der Richtung »ach Zestow von ihm entfernt hätte. Die Beschreibung de« «tußern schien auf den gesuchten Verbrecher zu paffen, und unverzüglich wurden die Ortschaften Rohrbeck, Fallenhagen, «tegefcld, Dolgow x. alarmirt. An verschiedenen Stellen »»«den Posten aufgestellt, die bi« in die Morgenstunden auf «n„Möider" warteten. Die Bemühungen waren aber ver« Stden«', ein« Festnahme konnte nicht erfolgen. Inzwischen »atte man aber auch den Menschen, welcher der Urheber der »tunrubigenden Nachricht war, laufen laffen." t,_ Bon einem tragischen Schicksal ist die Familie eine« Hungen in der R.. Straße wohnhaften Bautischlermeister« be« «offen worden. Die seit Jahren kränkelnde Ehefrau wurde in »»lern Zeit in höherem Maße leidend und nach langer und «nander s.hr widersprechenden Behandlungen durch die Aerzte i 5� vor kurzem al« Resultat der ärztlichen Untersuchung "n hochgradige« Nierenleiden der Frau, da« aber zugleich eine Stiorgniß erregende Nervosität hervorgerufen hat, und dies« ft�vtnanfälle versetzten die Frau vor einiger Zeit in den Zu« flsüs Blindheit. Der Mann ließ unter diesen Um- oii seine auswärt« weilende Tochter zurückkommen, und Kie stch, eben von der Reise zurückkehrend, zm Begrüßung ."Mutter dem Bette derselben näherte und den ihr bi« dahin jvotlannUn Zustand derselben plötzlich entdeckte, wurde fie von o'mvftn befallen, und diese epileptischm Anfälle wiederholten »oi a&ntr Zeit alltäglich, am ersten Tage sogar achtzehn %l.', W rathen auf schleunige Unterbringung der und Tochter in geeignete Heilanstalten. Die übrigen bc>�,.,!" klitdtr haben stch hierzu, ange ficht« de« wenig Da. ��°vlltn Zustande« der Frau, nicht entschließen können. »��Ack�l der Familie erregt in den wetteren Kreisen der 3%! �"J't regste Thtilnahme. erfolgte Verhaftung de» Ritinhaber» lautman««?�� Pafsemeuteriefadrik dürfte namenlltch in Innert g�'�tn«reisen lebhaste» Aufsehen erregen. Man er. de« SSW noch de« eigenthümlichen Selbstmordversuche» Fenster ses���i�nthal, der vor ca. 14 Tagen au» einem flch stüc>t,«!?rschäfiSIolaleS, Brüderstraße 3, in die Spree damals i« Ä Kompagnon. Max Frievländer, beeilte fich zurück tolfoWtien Blättern diese That auf Geiste« störung Seite mih. i"1 Dem wurde jedoch bald von maßgebender an der ��liangen waren und eine äußerst lebhafte Szene, Under � � Vater de« einen Inhaber», Herr Jakob Fried- hSltnl*( rH0fnommtn hatte. Da« handelsgesellschaftliche Ver» der wie wir vernehmen, aufgelöst werden, und bei techti.�i�frbung trat e« zu Tage, daß Max Friedländer last«,-r..0! Handlungen stch hatte zu Schulden kommen m,!.i Diese, sowie ander« schwer belastende Vorgänge, welche "Nem vor Monaten in dem Hause stangebadlen Brande flammen hängen, wurden der tonigl.«»&% Vursche. über die Brüstung drei Etagen tief h rab Vden Garten. Von hinzueilenden Hausbewohnern wurde der ?mnnung»,ose nach der Wohnung der Eltern geschafft, die ffir* auf, einer Spazierfahrt b.-g-iff-n waren, und dann Meunigst ein Arzt herbeigerufen, welcher schwere innere Ver. Zungen konstatirte. a>®et dem«euev Leichenschauhause ist seft gestern die �"»erung eingeführt worden, daß an der Eingangithür zu der �chenschauhallc ein Schild ausgehängt ist, auf dem vorkam- »T™?" Falls mitgetheilt wird, daß unbekannte zu rekozno»- bi. Stichen nicht ausgestellt sind. Da« war nöthh, da btleft« anfing, zum Sammelplatz allerlei dunkler nfitV An zu werden. Selbst die Stätte de« Grausen« war vor ihrem Unfug ficher. ».„Gtue»utsetzliche Szene spielte stch am Mittwoch Vor- W„8 � der Gr. Frankfurter straße ab. Da« mit einem io ra Pferde bespannt« Break de» bekannten Gastwirth« P. b!. w�eliburg kam in rasender Gangart vom Thor« her o„,�tr°ßi entlang. Da« leichte Fuhrwerk war außer dem sicher nur von der Gattin de« Lefitz«« besetzt, die eine An- % T 3Ätot«nde Verletzungen an den Betnm davongetragen Ato«. n,r befinnungSIo« in die SanitätSwache in der MarkuS- Der wo ihr der erste No'.hvnband angelegt wurde. Die bat dort ebenfall» den eisten Verband erhalten. gt I5lt�wtntt dt« Wag-.n« wurden mittelst Fuhrwerk« von �l'vungin �aS Pferd hat nur wenige und geringe e Zell die Zufuhren stch eschränkten und dieser traf htute die erst« . mit welcher die mmmm i S pr- Pfd. P Butter. Für frische feinste Preußische ac. 100—105, feine GutSdutter l 95-100-102, U. 83-90, IU. 78-83. Land« butter L 75- 80, U. 65—75 R. Galizische und andere gningste Sorten 55—66 M. p. 50 Kilo. Käse. Echter E-nmmthaler 75—80, Westpreuß Schweizer« käse l. 57-60 M., Ii 48- 50 M.. Tilfiter Fettkäse 40-58 bi« 60 M. Tilstter Magerkäse 18-33 M-, Limburaer I. 30-32 M.. U. 20—25 M., Ramadour 30—82 M., rheinischer Holländer Käse 20— 22 Pf. schwer, 45—59%., echter Holländer 65 M., Edamer L 60-70 M., n. 56-58 M, Französtscher Neufchateller 17,50—18 M. per 100 Stück, Camembert 8,00 bi« 8,50 M. per Dtzd. Eier 2.40 M. p. Schock. Gemüse und Obst. Pfirfiche per Kiste 2,00—3.50, Kirschen 9—15 Pf. per Pfd., Blaubeeren 6—7 M. per Scheffel, reife Stachelbeeren 20—30 Pf. per Pfund, Pfefferlinge 7 Mark per Zentner, Gurken 4—5, 8—12, 15—18 M. per Schock, grüne Wallnüffe 50—80 Pf. per Hchck., Schoten 3—4 Marl per Scheffel, Kohlrabi 2,50—3,00 Mark per 100 Stück, Karotten 75 Pf., Erfurter Blumenkohl 30 M. pr. 100 Stück, neue Kartoffeln, weiße runde 4—5 M., Nrerenkarloffeln 4 50 Mark, Frühkartoffeln 2,25 M., rothe 2,60 M-, blaue 500 M. pr. 100 Kilo, Himbeeren 30-40 M per Ctr„ neue Pflaumen 20 Pt., neue Birnen 25 Pf., neue Aepfel 25 Pf. per Pfund, Reineklauden pr. Kiste 200- 2,50. Weintrauben, blaue pr. Pfd. 1-1,50 M, weiße 60- 80 Pf., Feigen pr. Korb 2,00-2,50«., neue Zwiebeln 4.50—5,50«., Zitronen 15-16 M. pr. Kiste von 260 Stück, neue saure Gurken treffen noch in dieser Woche in größeren Posten ein. Wild und Geflügel. Reh« 60-75 Pft Hirsche 35-45 Pf., Wildschwein 40-45 Pf. p. Pfd„ wilde Enlen 0,80—1,50 M, Bekasstnen 30-70 Pf., wilde Gänse 1,10-2,50«. pr. Stück. Jungt Gänse 3,00—4,50 M., junge Enten 1—1,50 M., junge Hühner 0.50—0,90, Tauben 30—45 Pf. per Stück, Poularden 4.o0-7 M-, alt« Hühner 1,00-1,40 M. Poltzeibericht. Am 21. d. M. Nachmittag« fiel auf dem Hamburger Bahnhof beim Rangiren eine« Zuge« der Arbeiter Birkhahn in Folge eines Fehltritt« vom Trittbrett der Loko. mottve und gerieth mit dem linken Bein unter die Rarer, wo» durch ihm dasselbe völlig abgequetscht wmde. Er mußte nach dem Augusta-Hospftal gebracht werden.— Al« am 22. d. M. Vormittags der Arbeiter Wilhelm Hol in dem Fik'schin Schanklokal am Südufer eben sein Frühstück eingenommen hatte, sank er plötzlich vom Stuhl und starb auf der Stelle. Die Leiche wurde behuf« Feststellung der Todesursache nach dem Leichenschauhause gebracht.— An demselben Tage Nach. mittag« stürzte der Dachdecker Wehr von einem an dem Hause Friedrichstr. 66 angebrachten Hängegerüft etwa 7 Meter tief auf den gepflasterten Hof hinab und erlitt so schwere Ver« letzungen am Kopf, daß seine Ueberführung nach der Charit« erforderlich wurde.— An demselben Tage Abend« fiel der 11 Jahre alte Sohn eine« Kaufmannes in der Neuenbürg«. aße beim Spielen auf dem platten Dach de« Qungebäude« olge eigener Unvorfichtigkett drei S.ock tief hinab und er. litt schwere innere Verletzungen.— Zu derselben Zeit ver. suchtcn ein Arbeiter, Prinzen-Alle 14 wohnhaft, und ein Mäd- den in der Fürstenfiraße, letztere« au« Liebesgram, fich zu v«. giften. Beide befinden fich außer Gefahr.— Bei dem am Nachmittag stattgehabten schweren Gewitter hat es, soviel bi» jetzt bekannt geworden, neunmal ein geschlagen. In den Häusern Oranienburgnstraße 79 und Holzmarktstraße 72- 73 traf der Blitz die Fahnenstangen, fem« die Spitze de« Thurme« der Loutsenftädtischen Kirche, den Ausfichtsthurm de« Grund- stückt Corneliukstraße Nr. 10 und die Schornsteine der Häuf« Alte Schönhauserstraße Nr. 30 und Bartelstraße Nr. 8, überall ohne bedeutenden Schaden anzurichten. Ferner schlug er in einen Haufen vor dem Neubau in der noch unbebauten Straß« 15 c, Ablheilung YH, lagernd« Eiserithtile, wobei d« in der Nähe befindliche Mamerpoli« Fahrenholtz durch den Luftdruck zu Boden geworfen wurde, und in den Schornstein der Stralauerstraße Nr. 54 befindlichen Färberei von Hahn u. «leinholtz. wo gleichfall« mehr«e Fär bergest llen betäubt wurden. N-mentUch wurde der Färber Kunschke so heftig fortgeschleudert, daß er für einige Zeit da« Bewußtsein verlor und, da er spat« über heftige Schmerzen in den Glied«n klagte, mittelst Krankenwagen« nach sein« Wohnung gebracht werben mußte. — In dem Frankr'schen Neubau, Retchenberg«strcße83. nahm d-r Blitz den Weg au» dem Vordtlhause durch den Treppen- flur in da« Seitengebäude und fuhr dann am Steignohr der Kanalisation in den Keller hinab, dabei wurden einige dort mit Malerardettrn beschäftigte Malergehilfen und zwri Maur« getroffen und betäubt.- Am 23 d. M., früh, stürzte fich ein auf d« Durchreise hier in einem Hotel in der Dorolheen straße wohnhafter Herr au» unbekannter Veranlaffung au« einem Fenster de« 3. Stockwerk« in den Hof hinab und«litt durch den Fall so schwere Verletzungen, daß« nach der Charitee ge- bracht werden mußte._ Gerichts Zeitung. + Gegen den verantwortitchen Redakteur der„Ger- ntania", Adolf Kö nig, stand gestern Termin vor der ersten Straflamm« de« hiestgen Landgericht« I wegm Beleidigung de« EisenbahnministerS an. Der Ang« klagte war ab« nicht erschienen. Sein V«theidig«, Rechtsanwalt Modler, theilie mit, daß dir 3 Monate Ge'Sngniß, die sein Klient in Plötzen« see zugebracht habe, seine Gesundheit so geschwächt hätten, daß er dei der Direktion seine« Blattes Urlaub auf unbestimmte Zeit habe nehmen müffm und fich seft dem 8. Juni in der Schweiz befinde. Herr Körnig habe jedoch sein Ehrenwort ge- geben, fich einzufinden und seine Sache auSzusechten; nur sei sein Gesundheitszustand augenblicklich noch nicht besrie- digend.— Der Vertreter der Staatsanwaltschaft dean. tragt« die Verhaftung und Vorführung deS Angeklagten, und der G« Statistik versandi. Die Kollegen werden ersucht, diese gragebogen genau und möglichst bald auszufüllen und an eine der nachfolgendm Adressen zurückzusenden: Liechtenstein. Alte Jakodstr. 1b, H. pt.; Erbrich, Manteuffelstr. 46, bei Liebermann; Thierbach, Neue Köniastr. 72, H. in.* Walter, Etallschreiderstr. 18 H. r. II, bei@toh;©laufe, Waldemar. straße 18, m.; Böbm, R-ichenbergerstr. 113», H. I.; Puhlmann, Adniralstr. 2v. U., bei kettner Loreck, Bellermann« ' rasie 6, I.; Lindemann, Baruthelstr. 9; gurchtbar, Fürsten- walderstr. 23, IV.; Glünwoldt, Prinzenstr. 8, ni, bei Konrad; Heese, Etallschreiderstr. 20, H. n.; Schmitz, Höchst- str. 22, UI.; Seidler. Manteufielstr. 49, M.; Wiedemann, Forsterstr- 50, H. n.— Ferner können die ausgefüllten Fragebogen Sonn- abends Abends auf den Zahlstellen des Fachvereins der Tischler abgeliefert werden. * Kachveretn der Tischler Die Zahlstellen des Vereins befinden sich: 1. Blumenstraße 56 auf der Tischlerherberge. 2. Skalitzerstrahe 107 bei Kunzmann. 3. Bellealliarceplatz 6 bei Hilscher. 4. Zionskirchplatz 11 b.i Hohn. 5. Müller- taje 184 bei Höring und 5 Gneisenau- und Solmsstrasien- tt bei Lindenborn. Daselbst werden jeden Sonnabend von bis 10 Uhr Abends Beiträge von den Mitgliedern in fang genommen und neue VereinSmitglieder aufgenommen. itrag beträgt monatlich 40 Pf. Mitglieder, welche länger als drei Äonate mit ihren Beiträgen im Rückstände sind, werden aus der Mttrliederliste g-strichen. Kranke««vd Begräbutßkasse der Berliner Stein- nnßknopsarbeiter. Sit früheren Mitglieder dieser Kaffe werden zu einer am Sonntag, den 25. Juli, Vormittags 10V« Uhr, in Steuer'« Salon, Grosie Frankfurterstrasie 74, Pattfindeoden Veisammlung eingeladen. Tagesordnung: Le- scheid des königlichen Polizeiprästdium», betreffend Neugründung der Kaffe. Referent: Herr Schwittau. Statutenderathung. Wahl eines provisorischen Vorstandes. Verschiedenes. Kachverein der Posamentirer und Seidenknopfmacher. Versammlung Montag, den 26. Juli, im köntgstädt. Kasino, Holzmarktstr. 72. Vort-ag des Herrn Sr. Stahn über Lungen» Kankheitrn. Kollegen als Gäste willkommen. * Verband der Möbelpolirer Berlins unb Umgegend! Sie Beiträge für den Verband kö.men heute Abend von 8 bis 10 Uhr in folgenden Zahlstellen entrichtet werden: 1 bei Erle, Zehdenickrrstr. 2; 2 bei Wirfing, AndreaSst'.44; 3. bei Moritz, Manteuffetstr. 27. Aufnahme neuer Mitglieder ebendaselbst. Billets zu der Wafferpartie am Sonntag, den 8. August, find in den Zahlstellen, sowie bei den Vorstandsmitgliedern zu haben.— See nächste Zahltag für die Beiträge ist am 7. August. Zentralkranken- nnd Sterbekasse der Drechsler und anderer gewerblicher Arbeiter Deutschlands(E. H. Nr. 48, Hamburg), örtliche Ve. waltun gistelle Berlin B. Die Zahlstellen dieses Bez rks definden sich: 1. Reichenbergerstrasie Nr. 24, bei Schröder; 2 S'alitzerstr. 65, bei Munske; 3. Prinzenstr. 69b, Sewekow; 4. Rixvorf.sBerlinerstr. 75, bei Schwarz. In den drei erstgenannten Zahlstellen werden Beiträge Sonnabend Abends von 8—10 Uhr entgegengenommen. In der letzteren Sonntags Vormittags von 8-12 Uhr Daselbst werden auch neue Mit. glieder aufgenommen. Sie Mitglieder werden ersucht, die ihnen zunächst belegene Zahlstelle zu benutzen. Gesangverein der freireligiösen Gemeinde„Kreya" (früher„Moy'S Sängerbund"). Sonntag, den 25. d. RtS, Ausflug nach Erkner-WoUerSdorfer Schleuse. Treffpunkt bis 8 Uhr früd Bahnhof'Erkner, bis 9'/, Uhr Woltersdorfer 10 Min., 6 Uhr 35 Min.; Alexanderplay 5 Uhr 24 Min., 6 Uhr 18 Min., 6 Uhr 45 Min.; Schlrfischer Bahnhof 5 Uhr 31 Min., 6 Uhr 31 Min 6 Uhr 55 Min. Sie«rbetterbillets gelten nur bis 10 Uhr, später tritt ein Preiszuschlag ein.— Sit UebuegSstunven de« Gefanrv relns finden jeden Mittwoch von 8—10 Uhr Abends Münzstrasie Nr. 5 statt. Bezirksveretn des werkthätigen Volkes der Schön- hanser Vorstadt. Der kasstrer nimmt jeden Sonntag von 10—12 Uhr, Vormittags, im Lokal des Herrn Nitz, Weisienburgerstr. 70, Beiträge entgegen, auch erfolgt daselbst die Aufnahme neuer Mitglieder. Kachveretn sitmmtlicher im Drechslergewerk be- schäfttgten Gewerksgenoffen. Der Vorstand macht bekannt, dasi eine V-reinSveriammlu-g im Monat J'Ii nicht mehr statt findet, sondern erst am Montag, den 9. August, in Gratweil's Bierhallen.— Am Sonntag, den 25. Juli veranstaltet der Verein einen Ausflug mit Familie nach Schmargendorf. Ab> fahrt: Nachmittags 1 Ubr 14 Min. vom Potsdamer Bahnhof. Nachzügler werden in Schmargendorf im Waidschlösichen er» wartet. Kachvmin für Schlosser nnd Bernssgenossen. Sie nächste Versav mlung findet Sonnabend, dm 7. Auzust, statt. gu Verein zur Währung der Interessen der Tischler. Versammlung Eonnabmd, den 24. Juli, Abmds 8 Uhr, im Lokale dc? Hrn. Prabitz, Michaelitkirchstr. 39. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Stahn über:„Lungenkranlheitm". 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3 Verschiedenes. Ganverrin Berliner BUdhaner. Sonntag. 25. Juli, Exkurfion nach dem Hohenzollern. Museum. Sic Theilnehmer versammeln sich um 9 Uhr am Monbijou Platz.— Dienstag, 27. Juli, Annenstr. 16, Versammlung. Tagesordnung: Fort- setzung de! Referats über die Jubilaums-kunstausstellung. Vereinigung der deutschen Stellmache». Heute, Sonn- abend, Abend« 8 Uhr, im Lokale des Herrn Heinrich, Linien- strasie 19, Versammmng. Tagekordriung: 1. Vortrag. 2. Errichtung einer Herberge. 3. Verschiedenes und Fraaekasten. Sterbekasse von Arbeitern der Berliner Raschinen- ban-Aktiengesellschaft. Sonntag, den 25. Juli, Vormittag« 9 Uhr, Ackerstrasie 123 bei Stüwcke, Generalversammlung, Gesangverein„Sängerlnft", Pallisadenstrasie 9. Jeden Sonnabend Abend 9 Uhr Uebungsstunde. Verein der Taubenfreunde. Jeden Sonnabend AbmdS 8'/» Uhr Sitzung im Restaurant Kleemann, Lausttzerftrasie 41. Gesangverein„Harmonia". Jeden Sonnabmd Abends 8 Uhr UebungSstunde im Restaurant, Alle Jakodstr. 38. Uermischtes. Die Enlstehnngsgeschichte der Rünchhanfiade vom Gisenwnrm wird der„RH>W. Zig." von Wittm aus wie folgt erzählt:„In einer hiestgen Wirthschast sasi eine lustige Gesellschaft, in der das Gespräch auf die nahende Sauregurken- zeit und die sich dann in übler Lage befindlichm Rrporter kommt. Einer der Herren behauptet, einen hiesigen Reporter für die ultramoniane Preffe zu kennen, d.r im Eifer des Ge« schäfts die unglaubwürdigsten Sachen für wahr hatte. Endlich wurde eine Wette proponirt, und es will der Zufall, dasi bereits am anderen Abend die Wette zum Austrage gebracht werden konnte. In dem vorhin erwähnten kreise erscheint nämlich unser NmizkellSjäger. Ein hiesiger Eisenbahnbeamter nimmt den Reporter auf die Seite und tbeilt diesem unter dem Siegel der Verschwiegenheft die grosie Neuigkeit mit, be- tont aber dabei, dasi Diese Ent Deckung noch AmiSgeheimnisi sei, und er eigentlich nicht berechtigt, darüber zu sprechen. Unser Reporter geht auf den Leim, und am nächsten Tage erzählt die ultramontane„Westfälische Volksrettung" der staunenden Welt die Mär von der Entdeckung De« E senwurmi. Leider wurde der lerchtgläubigen„Volkszeitung" zu früh über ihren Retnfall der Staar gestochen. Die Miltheilungen sollten am folgenden Tage nämlich dahin ergänzt werden, dasi auf der hiestgen Werkstatt bereit« Z-rreisi versuche mit den eingesandten Eisenwürmern gemacht worden seien und hätten zwei Maschinen nicht Kraft genug besessen, den 1'/» cm langen Wurm zu zerreisien. Die Kraft des Wurmes sollte dann als eine Folge der jedenfalls sehr gesunden und kräftigen Nahmng dar« gestellt werden! I" Eine kuriose Leicheubeftattung fand kürzlich zu Rot« tanuoea di Cavarzere in der Prooin, Padua statt. Dort starb nämlich vor einigen Tagen ein gewisser Domenico Garbin im Atter von 76 Jahren. Obwohl sehr bemittett, wollte er doch im Stall neben seinem Pferde den Geist aufgeben. Ueber seine Beerdigung hatte derselbe folgende« angeordnet, was auch pünttlich ausgeführt winde, da die Unterlassung mit Enterbung dedroht war: Dreisiig Individuen sollten mit zwei Bottichen Wein bei selner Leiche Wache halten und lustig trinken. Während des Leerdigungszuges sollten alle rntt Stock.-n statt mit Pechfackeln versehen sein, jeder seiner Bluisverwandten sollte ihm ein paar Ohrfeigen geben' während des Ganges zur Kirche sollte die Bahre alle 10 Schritte niedergesetzt und die Leiche tüchtig durchgeprügelt werden, endlich sollte für Alle Wein ge- nug da sein, um fich von der Anstrengung Oes Prügeln« zu erholen. Das Alle« geschah trotz der Einwendungen der Geist- lichkeft. Statt der Psalmen wurde das Lied„Mariannia" mit rauhen kehlen gesungen, so dasi der Pfarrer die Kirchen» thür schloß und die Leiche ohne Einsegnung auf den Friedhof bringen liesi, wo sie jedenfalls ebenso gut rühm wird, als wenn der Pfarrer anders gehandelt hätte. Stürmische Heiterkeit rief in einer Sitzung des Schöffmgerichts zu B. die Aeusierung eines Nachtwächter« hervor, der alS Zeuge bei einer Schlägerei geladm war. Auf s»« die Frage des Präfidentm, waS er dmn gethan, als er an. sehen, vasi die Betreffenden aneinander gerathm, erwidert! dieser Hort der öffentlichen Sicherheft:„Herr Prästdent, d« geht mer am beste schnell uS dem Weg!" Ketzte Kachrichte«. Paris, 22. Juli. Heute früh mtgleiste bei Saumur# weit Czateau-la-Valliore(Departement Jndre-et Loire) w Zug der Staatseismbahn; es wurden 2 Personen getödtet um mehrere verletzt. Unruhen, hervorgegangen an» Streitigkeiten**- scheu Italienern nnd Kranzosen, werden auS Valenc« im süblichm Frankreich gemeldet. Bei BeauriereS(Drom arbeiten 3000 Arbeiter auf der neuen Eisenbahnlinie Die Aspls an der Herstellung eines Tunnels. Von diesen 3000 Ardeitefl find 2000 Italiener und 1000 Franzosen. An einem ander» Werkplatz auf dieser Linie, in R coubeau, hatten die Franzom, gegen Oos Engagement von 25 italienischen Arbeitern p» tift.it. Dieselben wurden entlassen und wandten fich nun r>« Beaurieres um Arbeit, indem ste ihrm Landileutm an!' ten, dasi die Franzosm geschworen hätten, fie aus der zu drängen, und dasi fie nach Beaurieres kommm M.. Die 2000 Italiener verließen sofort die Arbeit, bewaffne# fich mit Bexten, Pistol-n, Revolvern, macht m fich aus iP# Meffern und langen Stäben Piken und erwarteten an Ott* Strasie nach Rrcoubeau beherrschmdm Brücke die franzöM Arbeiter. Einige Dynamitbomden wurden wohl mehr* Juxes halber auf die mmschmleere Strasie geworfen. taktvolles Benehmen der Gendarmerie gelang es schließ!» die Mmge zu zerstr-uen. Bei der noch oorhandenm Gähn» ist aber ein Bataillon Infanterie und eine Schwadron* vallerie aus Valerce auf dm Thatort berufen. Buch ist» Unternehmern verboten. Lohnzahlungen an demselben Tage* zunehmen, um zu große Ansammlungen feiernder Arbeitete verhindern. Der Uebergang der englischen Staatsgeschäfte» den Händen GlavstoneS in die seine« N-chfolgerS wird ff einige Tage in Anspruch nehmm, da Lord Salisdmg ff cd- noch mit seinen Freunden berathm will, bevor er oie P, nach Osborne zur Königin antritt. Dmn die Situatio»! für die fiegreichen Politiker weit weniger klar, all fi[l unterlegenen und macht ersterrn das behutsamste Vors» zur Pflicht.. Die prenßischen Answeisungen finden ruf fi": Widerhall. So find nach dem„Bert. Tgbl." am 1./13J — wie breit« im Winter einmal geschehen— bei der Eff ruf fischen Eisenbahn auf der Strecke von Petersburg bis? ballen ca. 58 bei der Bahn beschäftigte Arbeiter, Maftgj u. f. w., von denen die meisten bereits seit mehreren% in den rusfischen Unterthanenverdand fit> hatten aufnsff lassen, ihrer Stellen iür verlustig erklärt worden. Grünbsj weiter nicht angegeben. DieSdezügltcke Vorstrllungm 9*5 Ort« in Petersburg sollen zu keinem Resultate 0% babrn. E« soll der Distanz-Chef in Wilna ein gesch»2 Feind Oes Deutschthums sein unv die Initiative zu? Entlassungen— wettere werden noch befürchtet—«*» hoben. St <« D »«b ha «e« ss % wache» vo» u ß de» u» befehle. w Dl wnthliq Krieskasten der Kedaktto«. Zwei Wertende. Die Stadtverordietm- Verse � hat stch am 18. Juni 1885 mit dem Bau einer Marttbnff dem Magdeburger Platz einve standen erklärt, die* im Betrage von 290 000 M. bewilligt und beschlossen, dem Bau begonnen weiden kann, sobald daS Flu Proj'kt durch die zuständigen Ministerien genehmigt ist die Bebauung de« Magdeburger Platzes mit einer. wurde mit Recht in der Stadtmrordnetm- Ve samr. auch von dm Bewohnern der Umgegend De« protestirt. Ein Beschluß, die Halle auf einem andere» stück zu bauen, ist bi«her nicht gefaßt wmdm. Der> die Markthalle auf dem Magdeburger Platz zu bauff� schon früher einmal gefaßt, hatte aber die ZusttwZA oberen Behörde nicht erhalten. Buch wir find Oer Au? dasi man die freien Plätze nicht bebauen, sondern oMu Lei.# M1 und mit Anlagen versehen soll, wie es mit dem DönY� Di« »wilthsch ja auch pef djiebt 91. W. 99 Die Stadtverordneten bis 30. Juli täglich aus; versäumen Sie überzeugen, od Ihr Name eingetragen ist, wie bei der letzten Wahl, wieder zurückgewiesen obgleich Sie Wahler find. Das Nähere *# dem sammlur abgebe» Af die Borstant wwgtztsuf(HIV. suue yiayciA nnucn heutigen Nummer unseres Blattes unter„kommunales»»»de bi Theater. Sonnabend, den 24. Juli. Belle>»llianee-Theater. Da« Parodie«, Ge- stmaspofie in 4 Attm von Leon Treptow und t. Herrmann. DAend- Theater. Vom Golde verführt. ütftvria» Theater. Amor. Tanz- Poem von tuigi Ranzotti. Malhnlla-Theater. Eapricciola. ttzroll'« Theater. Der Trompeter von Sältin gm. Uimftnann's Variete. Große Spezialftätm« Borstellung. M » m.- io» P anornr In dieser Woche: Reu! f"~ Zum ersten Male: n. Reiir durch vre Pyrenäen. Sie malerische sächsische Schwei» Hertha-Rrtfe. Earolinen-Inseln. Eine Reise 90 Pfg. Kinder nur 10 Pfg. Heute Mo. gm 9 Uhr entschlief sanft nach längerem Leiven mein lieber Mann und unser gute! Vater, der Maurerpolier[168 Wilhel«»chmeihrr. «rrchdachstr. 19, IV. Sie««igt allen Ber- wandten und Bekannten hiermit an Di» trauernd« Wittm»»edlt Kindern. Sie Beerdigung findet Sonntag, Nachm. 4% Uhr, vom kath. Kirchhof d. Britz aus statt. Zonisenstädtlscher[175 SeMs-Verem„vorwärts". Famitien tandpartt» nach Kchmarurndorf morgen Mittag 1 Um, PotSvamer Bahn. Sie monatlichm Bttträge der Rttglieder bei Decker Sie monatlichm werden entgegen genommen bei Decker. Hol» warktgaffe 3. jeden Sonnabmd von 8— 10 Uhr; ferner täglich bei Görcki.«dmiralstr.40. und beim kasstrer Sünder mann,Gtlschinerstr.61. Soeben erschien Nr. 31 de« „Maörev Zalob" Rauchklub„Änuspitze". Zandparti» am Sonntag, den 25. Juli, nach Grünau. kollegm und Bekannte willkommen. Ad- fahrt vom Schlefischen Bahnhof 6. 7b u. 10 Uhr Morgens. Um rege Betheilung ersucht[173 Str Vorstand. Uhren-Fabrik__ CU Seharnow, fnrlin S.�chratrifn.�«ch�Worihp l.. empfiehlt unt. 3jähria. Garantie zu allerbilligsten Preisen: Silb-Zylinder-Uhrm 15,18,20, 24M.:filb Zylinder Uhren mit Remontoir. Aufzug 24-30 M.; filb. Anker. Uhren mLiemontoir- Aufzug36.40.45.50M.: gold. Samenuhren 30, 33, 36, 40, 45 Mark; gold. Dammuhrm mft 50—150 M.; gold. 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