««f -oidnt- ,t. d« R». 171 Sonnlnj. den 25, Juli 1886. nL|«ip» MttVMIxIl Krgan für die Interessen der Arbeiter. 4 X»v»v-u dli-N r»i &1 M W wiw] w! So aft fe litt Dttttlhestemtttttt. HL .»Solange die Verschiedenheit der wirth« SRsAAh§t*A hoftoht mtrh ol ntrfkf mRn# an WW1 Wt�et weiter. _ Und diesen wei«heit,vollen Satz begründet unser Man. Mermann solgendermaßen:,... *.»(&« Produktiv- Assoziation, die den �»jeluniernehmer mit Erfolg verdrängen will, hat zu ihrer «»raudsetzung. daß wder Tesammtheit der Theil« ebenso viel wirthschaftliche Begabung '°fee° ist. wie der Einzeluntern eh« e r besitzt. *"b daß diese Begabung auf dem statutenmäßig vorgesehe. MZÄS-WZ Wnn«an Leitung und Verantwortlichkeit einer ■l*. ihnen*u wn»«.v.- sn°�,ni*«wimn«. biffe Gesami Borst anb ein einen Vorstand einen Direktor, der schließlich viel Begabung" entwickelt, al« die Ge. Gr, der Repräsentant der 2.1 Ä m*>1 sch°» von Aktiengesellschaften bmnaL, T* Tesammtheit der Theilnehmer besitzt unter Wunf t nur eine äußerst geringe wirthschaftliche Sc« "a tate"«*«4b s.'•--■ {rNMiheit, da man ihn ja au« der Tesammtzahl der wirth. 'Wlichtn Talente ausgesucht hat, befitzt nun auch wohl d,e »Wirthschaftliche Begabung", wie der Einzelunternehmer, argo, Herr Meyer, besitzt diese auch die Tesammtheit der Leiter und Unternehmer der Aktiengesellschaft. Die Mehrzahl der Aktionäre betheiligt sich nicht aktiv an dem Geschäft. Es wird alljährlich eine Generalver« sammlung abgehalten, in welcher der Aktionär seine Stimme nvgeben kann in Bezug auf die Rechnungsablegung, 5>'®echarge, auf die Wahl de» Aufficht»rath«, de» worstande» u. s. w. Auch kann der Aktionär dem Vor« T«nde behilflich sein, in Bezug auf die Wahl de» Direktor», ow übrigen Beamten u. s. w. Zm Uebrigen aber hat er � sein Kapital hergegeben nnd für diese« Hingeben, .iur diese.wirthschaftliche Arbeit", für diese.wirth« 'chafiljche Begabung" erhält der Aktionär seine Dividende. JeuMeton. Spuren im Sande. Roman von Ewald August König. 9\ 0\ m« f P I. [6 . vnto burchau» keinen angenehmen Eindruck. Da» braune t\tw einzelnen Silberfädeu durchzogen, umrahmte, Ärf', olich,..�Send, die niedrige Stirn, und au« den grauen Augen I eingewurzelte« Mißtrauen, da» sich dmch nicht« iZZ|.»oder bestechen ließ. tyrJ�cho» von der Reise zurück?" fragte sie, während |j| �hte/ auischtt Blick durchdringend auf den beiden Mädchen wirf�?ch«n s" erwiderte Serena, die Oberlippe trotzig auf« »Wir find drei Wochen fort gewesen—" wir jlp"»olle Wochen? Man sollte e* nicht glauben, Wste,»*■»«l« ob Sie erst gestern Abschied genommen .»Hat ze. un« der Onkel nicht vermißt, Resi?' fragte bie keiner Silbe hat er den Wunsch ausgesprochen, wiederzusehen,' erwiderte die Haushälterin in * 0 N 0 W a».. i____* r- r p, mr.... •— i »et etwa« boshaft klang. sich ja denken, sagte Serena Blick auf die n sein Herz hängt selzuckend, ür allein an dem ... ja de P�end sie einen scheuen " ihm verderben." w .Und daß Sie den Raben um si-b dulden we»« der Vogel ihm bereitet?" Freilich ist die„wirthschaftliche Begabung" de« Arbeiter» von ganz anderer Art. Er kann bei Gründung einer Pro« duktiv-Afloziation leider kein Kapstal geben, aber nach Gründung derselben verleiht er ihr seine Arbeitskraft, welche ja gleichfall« zur Produktion erforderlich ist. Im Uebrigen — immer vorautgesetzt, da« Kapttal sei bei der Gründung der Assoziation vorhanden— würde sich die Einrichtung derselben an diejenige einer Aktiengesellschaft anlehnen. Die Arbeiter»ürden zu einer Generalversammlung zusammen« steten, einen Ausschuß und einen Vorstand wählen, diese einen technischen und kaufmännischen Direktor ernennen, die ebenso gut ihre„mrthschaftliche Begabung" nachweisen müßten, wie die Dstektoren einer Aktiengesellschaft— dann aber stände die.wirthschaftliche Begabung" der Gesammt« hett der Theilnehmer und Leiter der Produktiv-Assoziation doch mindesten» auf derselben Stufe, al« die de« Einzelunternehmer». Die wirths chaftlich e Kr aft aber, die man in einer Produkstv-Assoziation vorfinden würde, überragte weit« an« diejenige bei Aktiengesellschaften und bei den Einzel« Unternehmungen, weil Kapstal und Arbestskrast nicht mehr in verschiedenen Händen sich feindlich gegenüber denselben Händen w und stehen, sondern vereinigt I freudigst zusammenwirken würden. Die wirthschaftliche Be« gabung mit der wstthschaftlichen Kraft vereinigt, sie würden mächtig eingreifen in die Enstvickelung der Kultur und Gegen und allgemeinen Wohlstand hervorbringen.--- Wie der Aktionär im Durchschnitt sein eingelegte« Kapital in Form von Dividende höher verzinst erhält, al# der übliche Zinsfuß steht, so würde die Arbestskrast in den Assoziationen in Form der Vertheilung de« Produktion»« gewinne« gleichfall« einen höheren Betrag erhalten, wie er sonst im üblichen Lohne ausgezahlt«dd. Bei den Asso« ziationen fielen selbstverständlich die riefigen Tanttemen fort, welche die Borfiand»- und Aufsicht«rath«mitglieder der Akttengesellschasten in ihre Tasche stecken, auch die besonderen jährlichen Remunerattonen der angestellten Beamten u. s. w. Für seine Arbett würde Zeder in verständiger Weise bei der Vertheilung der ProduktionSwerthe berücksichtigt..Durch eine solche Ersparniß aber würden die„Dividenden"— wir wollen hier da« Wort einmal beibehalten— in den Produftiv'Assoziationeu viel höher sein, al« die« jetzt bei den mit Tantiemen belegten Akttengesellschasten der Fall Geradezu sonderbar erscheint e«, daß der nationalökonomisch gebildete Herr Meyer bei der„Verschiedenheit der wirthschafilichen Begabung' nur den.Einzelunternehmer' und die„Produkttv-Genossenschaft" kennt, so daß wir ihn erst mit der Nase auf die„Akttengesellschaft" stoßen mußten, auf die in der heutigen Gesellschaft ausgebildetste Form der Serena zuckte abermal» mit den Achseln, und ein Zug verachtender Geringschätzung glitt über ihr hübsche« Geficht. „Wie ist der Onkel heute gelaunt?" fragte Konstanze. .Freundlich und gütig wie immer, verderben Sie ihm nur die gute Laune nicht, Sie wissen ja, wie rasch da» geschehen kann." Resi hatte da« w einem recht spöttischen Tone gesagt, die Mädchen gaben keine Antwort darauf; Konstanze klopfte an und öffnete die Thür. Onkel Theodor war ein kleiner hagerer Herr«tt grauem i m' r r.....**%. wt.___ a..~tn.TfA». 1 r. zsmmm&s WMS--5S«! so bleich und gefangneflt au» wie früher. Wenn man heutzutage einmal ein frische«, muntere» Mädchen mit röthen Backen sieht, dann geht einem Joa# Herjjrnf.* „Auf dem Lande kannst Du diese Mädchen jeden Tag sehen," erwiderte Serena schnippffch. „Auch hier, e» kommt eben darauf an, in welchen Kreisen man sie sucht." Onkel Theodor hatte die große silberne Schnupftabak»« dose, die auf dem Tische stand, hasiig geöffnet, er nahm sehr geräuschvoll eine'n-ir »3% ""---«jtjta Produktion. Er wollte sie sicherlich vergessen, weil bau» der Gegensatz, wie wir nachgewiesen haben, zwischen Asso« ziatton und Einzelunternehmen, wa« die„wirthschaftliche Begabung" anbelangt, sofort selbst für da« blödeste Auge weggewischt worden wäre. Und da« paßte unserem Meyer nicht in den Kram— e« galt dem Denkfaulen zu beweisen, daß eine Produktion»- Assoziation unmöglich sei und daß die deutsche Arbeiter» Bewegung sich deshalb auf dem Wege nach Utopien befinde. Wir allerdings sind anderer Meinung. Wir halten all» diejenigen für Utopisten, welche glauben, daß unsere heutige Wirthschafttordnung unvergänglich sei. Die Kulturgeschichte hat doch wahrlich auch seine beaö tenSwerthen Lehren. Und außerdem wäre e» sc schlimm für die Menschhett, wenn die heutigen wirt schaftlichen Zustände verewigt würden, wenn die Produktion von einer Krisi« in die andere hinein taumelte.--- Wenn Herr Meyer ferner noch meint, daß die große Mehrheit der Menschen in wirthschafilichen Dingen lieber gehorchen wolle, so fragen wir, weshalb nur in wirthschafilichen Dingen. Eine gute, volk«thümliche, von der Mehrzahl selbst gewählte Leitung, welche Gerechtigkeit übt und die Ordnung pflegt, gefällt der VolkSmehrhett immer. Aber eine Leitung, wie wir sie jetzt auf wirth« schaftlichem Gebiete erblicken, bei der da« Kapital den Löwen« antheil erhält, die Arbeitskraft aber da« Aschenbrödel spielen muß, eine solche Leitung gefällt der Mehrheit de« Volk« mtt nichten— auch wenn Herr Dr. Alexander Meyer, dem wir un« hiermit empfehlen, da« Gegentheil be« hauptet.— Die Zeiten find übrigen« nicht mehr ferne, wo man wie Diogenes am hellen Tage umhersuchen muß und man trotzdem nicht mehr findet einen einzigen Manchestermann. Zu Aii-weisimz ins Kezieruiizs- Iniutfilte Itfiltt. - ßj--------—.IT- T T—— auf eine Abnormität lenkt, die leider bisher nicht mit dem *_! L T- 1_ 0i■_ ff.... ff 1 k.> ma mm.•_.._ da» FreizügigkeitSgefetz noch nicht extstirte und mit diesem in flagrantesten Widerspruch stehen, galten eine Zeit lang für that» sächlich abgeschafft. Al« die sächfische Regierung, der auf diesem Gebiet die Priorität gebührt, da» detreffende LandeSgesetz in Anwendung»u bringen anfing, rümpfte man im übrigen einsamen Meeresstrand den jämmerlichen Zünglwg mtt seinen Thränen»erg11� „Onkel?' erwiderte Konstanze virwurfSvoll. „Sgh, Ahr höht jedenfalls in Holland die Gelegenheit benutzt, am Meeresstrand die Rolle einzustudiren," fuhr er sarkastisch fort,„da ist denn wieder viele« Geld unnütz ausgegeben worden. Heine»„Buch der Lieder" kennt Zhr auswendig, aber ich glaube, selbst mtt dem Kochbuch in der Hand könnt Ihr noch keine Suppe kochen." „Dafür haben wir eine Köchin I' schattete Serena ein. „Natürlich," nickte Oakel Theodor, während er wieder eine Priese nahm,„Köchin und Küchenmädchen, Kutscher, Lakai und Kammerzofe— der Himmel mag wissen, wo da« noch hinau« soll! Ihr könntet Eurem Vater eine schwere Last abnehmen und ihn von mancher Sorge befreien, wenn Ihr selbst Hand anlegen und die Hausarbeit übernehmen wolltet." „Da# verbietet un« unsere Stellung," sagte Konstanze, ihrer Schwester, deren Wangen sich dunkler färbten, einen beschwichtigenden Blick zuwerfend. „Za so, ich vergesse immer, daß Zhr gnädige Fräulein« geworden seid! Aber so stolz Zhr auch auf Euer Wappen sein mögt, einen materiellen Vortheil bringt e» Euch nicht, da« solltet Zhr bedenken." „Du wirst boshaft, Ovkel," erwiderte Serena mtt mühsam erzwungener Ruhe,„die treuen Dienste Papa« haben den König bewogen, un» in den Adelstand zu erheben, darauf dürfen wir mtt volle« Rechte stolz sein. Wir find dadurch aber auch in die höheren Kresse der Gesellschaft ein» getreten—" „Ich habe diese Abhandlung so oft gehört, daß ick fie Wort für Wort auswendig kenne," fiel er ihr in die Rede, während der Rabe mit den Flügeln schlug und auf die Schulter seine« Herrn hüpfte.„Auch eine adelige Dame schändet'« nicht, wem» fie eine tüchtige Hausfrau ist. Da» aber werdet Zhr beide niemal« werden. Ich kann» nun einmal nicht leiden, wenn die jungen Mädchen weiter nicht» ' thun wissen, al« Romane zu lesen und ihre bunten "inchen auf der Straße zu zeigen. Gegen einen tüchtige» U Deutschland die Nase: so etwaS(arm nut in Sachsen vorkommen. Und stehe da, jetzt kommt ei überall in Deutschland vor. Ein ähnlicheZi Landesaesetz, wie daS sachfische, besteht in allen übrigen deutschm Bundesstaaten, und ei bietet der Polizei eine Waffe, mit deren fcilfe fie nicht bloi die Frei- zügigkeit dei ReichSgesetze» landeigesetzltch aufheben, sondern uuch jede mißliebige Person vollständig vogelfrei machen kann. Ebenso wie auS Brandenburg und dem Herzogthum Braun» ewetg kann— wie daS„O f f e n b- T a g e b l." sehr richtig nerkt— RegierungS- Baumeister Keßler aui jeder deutschen Stadt und auS jedem deutschen Bundesstaat ausgewiesen wer» den, so daß er fich schließlich mit seinem reichsgesetzlich ver» bürgten Freizügigkeitsrecht bei dem Mann im Mond ein» quartieren muß. Seichst der„Köln. Ztg." scheint dieser Zustand un» würdig und unerträglich. Sie schreibt heute:„Der RegierungS« bamneister Keßler ist jüngst nach§ 28 deS Sozialistengesetzes aus Berlin ausgewiesen worden. Er hat stch nach Braunschweig gewandt und dort seinen Wohnfitz nehmen wollen. Aber auch dort ist er ausgewiesen worden, weil ihm alS„einem der öffent» lichen Sicherheit gefährlichen Sträfling" bereits nach§ 2 des freußischen Gesetzes vom 31. Dezember 1842 der Aufentball in Brandenburg untersagt sei, demzufolge aber nach§ 3 Abs. 2 des ReichSgesetzeS vom 1. November 1867 auch in jedem deut» schen Bundesstaat der Aufenthalt versagt werden könne. Da von den ausgewiesenen Sozialisten wohl noch mancher bereits «ine Bestrafung aus politischen Gründen erlitten, man auch der Borschrist in§ 2 deS Gesetzes vom 31. Dezember 1842 eine kehr weile Auslegung gegeben hat, so wird wahrscheinlich der Fall deS Baumeisters Keßler nicht allein stehen, sondern eS wird noch mancher andere ausgewiesene Sozialist in gleicher Lage mit ihm sein. Wo soll ein solcher Mann nun noch sein Verbleiben finden? Nach§ 28 deS Sozialistengesetzes hat er feinen bisherigen Wohnort Berlin verlaffen müffen? nach§ 2 des Gesetzes vom 31. Dezember 1842 braucht ihn auch kein anderer preußischer Ort und nach§ 3 deS ReichSgesetzeS vom 1. November 1867 auch kein anderer deutscher Ort aufzunehmen. Uederall in Deutschland weist man ihn Klick. Bekanntlich braucht auch das Ausland keinen utschen, der fich dorthin wendet, aufzunehmen, kann ihn vielmehr ohne alle Gründe zurückweisen. Ein solcher Mensch hat also nirgends in der Welt ein Recht dei Aufenthalt»: er ist im vollsten Sinne heimathSloS, in Wirklich keit geächtet. Sin solche» Verhältniß ist mit dem Stande der heutigen Rechtsbildung unvereinbar. Keinem Deutschen darf da« Recht, in Deutschland zu verweilen und folgeweise auch irgendwo sein Haupt niederzulegen, genommen «erden. Früher bestand in dm meisten deutschen Ländern die sogenannte HeimathSgesetzgebung. Kraft derselben hatte aller- ding» niemand»in Recht, außerhalb seine» HeimathorteS stch aufzuhallm, und er konnte aus jedem andern Orte wegge wiesen werden. Darin lag unter Umständen eine große Härte. Dafür hatte er aber wenigsten» an seinem Heimathorte ein unver» brüchlicheS Recht d»S Aufenthalts, daS ihm, so lange überhaupt noch Recht galt, keine Macht der Erde nehmen konnte. DaS FreizügigleitSgesetz wollte jedem Deutschen daS Recht geben, überall in Deutschland eine Heimath fich zu gründen. In diesem Recht ist da« alte Heimathrecht aufgegangen. Wenn aber jetzt, sei e» auch nur einzelnen Wesen gegenüber, von der gewährten Freizügigkeit nicht« anderes alS die negative Seite — die Zerstörung de» alten HeimathrechtS— übrig bleiben und daraus als PostttveS ein Zustand völliger Heimathlostgkeit erwachsen soll, so ist daS eine Verkehrung der Abficht des Ge- setze», die wir— so sehr man auch die Unterdrückung der Sozialdemokratie wünschen mag— mit dem deutschen Rechts» bewußtsein nicht für vereinbar hallen." Di«„Nation" endlich, ein deutschfreifinnigeS Blatt, kommt nach einer eingehendm Kritik de» Falle» zu folgendem Ergedniß:„Kein Staatsbürger, der einmal— und sei e» wegen eine« PreßvergehenS, einer Sachbeschädigung, einer Rauferei oder wegen eine» Duell»— mit Gefängniß oder Festung bestrast ist, kann heute in Preußen wiffen, ob eS der Polizei nicht morgm belieben wird, ihn als«inen„für die öffenttiche Sicherheit oder Moralttät gefährlichen Menschen" anzusehen und deshalb auszuweisen, und damtt euch für die befreundeten BundeSstaatm einen Anreiz zu gebm, daS Gleiche &$»». Der Zustand ist unerträglich, und wenn die Polizei ihrer Praxi» beharrt, so ist der dringendste Anlaß gegeben, die Angelegmheit im Parlament zur Sprache zu bringen, sobald der Reichstag wie sammentritt. -der zu» Nalitifche Uebrrstcht. Zur Branntweinsteuer. Der gegenwärtige Reichstag ist nach Herrn Schweinburg so in Grund und Lodm hinein schlecht daß die Regierung«S verschmähen wird, ihm eine wettere Branntweinstmervorlage zu machm. Also zu lesen in den offiziösm„Verl. Pol. Nachr. Spaziergang'draußm in Feld und Wald habe ich nicht» einzuweuve«, aber dort sehen Euch freilich die junge« Herren nicht »Da« geht zu weit!" sagte Konstanze, die jetzt auch die Geduld verlor,.auf diesem Felde können wir Dir nicht folge«. Statt ua» ungerechte Vorwürfe zu mache«, solltest Du Mitleid mit un» habe«, e» ist für un« auch nicht an» grnehm,«ine kranke Mutter pflege» zu müsse« und nicht« wie Klage« zu hören." Der alte Herr trommelte mit de» spitze» Finger» auf dem Deckel feiner Dose und wiegte gedankenvoll da« Haupt, der boshaft«, sarkastische Zug umspielte«och immer seine schmalen Lippen. .Mitleid!" wiederholte er..Für da» bische« Ungemach wißt Ihr Euch schon zu entschädige», und ich würde auch nicht so scharf darüber urtheilen, wen« ich nicht ei» Ende mtt Schrecke« komme« sähe." .Z» welcher Weise soMe diese« Ende kommen?" fragte Verena, da» goldblonde Köpfchen zurückwerfend. „Zn welcher Wesse? So reich ist Euer Vater nicht, daß er diese verschwenderische Lebensweise«och lang« wetterführea kann, da» laßt Euch gesagt sein. Bei Euch fliegt ja da» Geld jetzt zu alle« Fenster» und Thürea hinaus—" „Papa muß das ja am beste« wisse« I' trotzle Verena wetter..Von seinem Gehalt könnte er diese Ausgaben frei- lich nicht bestreiten, aber wir hoben Vermöge»—" „Gehabt I" fuhr Onkel Theodor fort.„Wer nicht höre« will, muß fühlen. Wozu die Equipage? Wozu der ganze Dienettroß, der mir i»«einem Hause überall im Wege stände? Für da» Wappen aus dem Wagenschlag und de« Knövfe« der Livree giebt Euch niemand eine« Groschen, wenn die Henlichkett»« Ende ist I Ich sag' Tuch da« alle« gerade heraus, und Ihr solltet mir dankbar sei« dafür, daß ich mit meine« Worten nicht hinter dem Berge halte. Euer Bruder Ferdinand ist auch auf dem beste« Wege.in sei» Unglück hineinzurennen: wenn ,ch Eure Famtl.enverhältv,ffe detrachte, dann sehe ich nicht» Tröstliche«, wohin ich auch blicken mag." .Wa, hat den» Ferdinand bei Dir verbrochen?" Witz ma« eine« Heudarme« und wie«a« eine« Lehrer i« Preußen bezahlt. Die„Preußische Lehrerzeitung" bespricht das Verhältniß de» Einkommen» einei Gendarmen und eine» VolkSschullehrer» und zeigt, daß der 30jährige Gen« darm— alle» in allem— ein Jahreseinkommen von etwa 1500 M. hat. Der Lehrer bat nach seiner Einsegnung eine VorbildungSzeit bis zum 17. Lebensjahre durchzumachen, e» folgt der dreijährige Seminarbesuch, während welcher Vorbe- reilungizeit er fast ausschließlich noch vom Elternhause unterhalten werden muß. Den Nachweis seiner Kenntniffe hat er demnächst in drei Prüfungen zu erhärten. Der Lehrer hat nach seinem BUdungkwege und seiner größern Bildung unzweifelhaft ein wesentlich höheres Einkommen als ein Gendarm zu beanspruchen. Wie aber gestaltet fich nun diese» Verhältniß in Wirklichkeit? Das AnfangSgehalt eine» StadtlehrerS in der Provinz beträgt 900 M., bei stufenmäßiger Besoldung erhält er.«in 30jShriger Mann, nach zehnjähriger Dienstzeit im günstigsten Falle 1200 M. Auf dieser Altersstufe steht ihm der Gendarm mit 1500 M. in Holstein, in östlichen Provinzen etwa» weniger, gegenüber. Gleichstehend im Einkommen von 40.— 45. Leben«» jähre holt der Lehrer den Vorsprung de» Gendarmen erst mit seinem 55. LebtnSjahre wieder«in. Rechnet man mit ZinS und ZtnseSzinS, fo ist der Beweis ge» führt, daß das Einkommen eine» Gendarmen das Gehall eineS VollSschullehrerS übertrifft.«Ist ein solche» Verhältniß de» Gendarmen- und LehrereinkommenS gerecht?!" Dem Einwand«, daß nicht alle Gendarmen so günstig gestellt seien, wird damit begegnet» daß auch nicht bei allen Lehrern die Gehaltsstufen so regelrecht zur Anwendung kommen. Man brauche nur an daS„auswärtige Dienstalter" städtischer Lehrer, da» nicht selten unangerechnet bleibt, zu erinnern,„und eh« die Lehrer daS Einkommen der Gendarmen überholen, wie viele gehen da schon mit Tode ab I" Die Ltegnitzer Ttschlerinnung hat ihr« Mitalieder durch Unterschrift auf Ehrenwort bei einer Strafe von 50 M. stch verpflichten laffen, von jetzt ab keinen.Gesellen in ihre Werkstatt ewzustellen, welcher dem sozialdemokrati» schen Fachvereine der Tischler und Jnstru« mentenbauer angehört. Die Strafe soll zur Hälfte der JnnungSkaffe, zur Hälfte dem Komitee für Ferienkolonien überwiesen werden.— Die„Nordd. Allg. Ztg." entrüstete fich neulich ganz gewaltig, alS an einem Otte die Arbetter nur bei Meistem arbeiten wollten, welche Fachveretnikollegen beschäftigen. Hoffentlich wird fie fich bei dem ihr eigenen GerechtigkeitS» aefühl jetzt in gleicher Weise über daS gleiche Verfahren der Meister ereifern. Andernfalls bitten wir um eine Erklärung darüber, welcher Unterschied besteht zwischen Meistern, die nur mit gleich gefinnten JnnungSgesellen, und Arbettern, die nur mit gleichgifinnten Genoffen in der Werstatt Zusammensein wollen,— abgesehen natürlich von dem Unterschied, daß die Einm konservative Meister und die Anderen— Sozialdemokraten find. Im Münchener Geheimbundprozetz hat der Abgeord« nete Viereck, wie da»„Deutsche Wochendl." meldet, in einer längeren Vertbeidigungsschrift die gegen ihn gerichtete Anklage beantwortet. Ferner hat der Abgeordnete v. Vollmar in einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft auf die klaffenden Wider- sprüche in der Aussage deS Polizei-Osfizianten Auer und deS Buchbinder» Schneider hingewiesen, welch' letzterer fich bereit zum Eid« erklärte, daß er keinerlei Mttthettunaen über die Partei dem Auer gemacht habe. Zugleich wurde auch eine Piüfung der Aussage de» Polizei-Kommissär Gehret beantragt. Der erste Bahnwärter auf der Linie Militärschwimmschule Namen» Dandler soll nämlich entschieden in Abrede stellen, Herrn Gehret eine Angabe gemacht zu haben, wie in der Ver- Handlung deponirt wurde. Gehret sei eine» Tage» zu ihm ae» kommen und habe ihn geftagt, ob er nicht Sozialdemokraten habe vorbeigehen sehen. Diese Frage habe Dandler verneinend beantwortet. Er habe allerdings Leute vorbeigehen sehen, die er aber nach Alter, Kleidung und Art für Studenten hielt und deshalb auch wiederholt zum Kommtffär Gehret sagte, daß(s keine Sozialdemokraten gewesen seien. Die Vertheidigung suchte der Aussage Gehret'» sofort auf dm Gcund zu kommen und beantragte auch die Vorladung seiner Gewährsmänner, jedoch ohne Erfolg. Nach alledem erscheinen die polizeilichen Quellen in einem sehr merkvürdigm Lichte, wa» freilich an der Maffen- verurtheilung nichts ändern wird. FortbtldungSschulzwang für junge Kaufleute. E» besteht die Abficht, die Gewerbeordnung betreff» der§§ 106 und 126 der eisten Fassung vom 21. Juni 1869 einer Abänderung insofern zu unterziehen, daß die jetzt durch dm § 154 auSaeschloffene Möglichkeit, auch die Kausmannslehrlinge durch den Erlaß eine» OrtSstatutS zum Besuch einer Fortbil- dungSschule anzuhalten, wieder verwirklicht werden kann. Zu diesem Zweck ist seitens de» zuftändlgm Ministers Auskunft verlangt worden, welche Fortbildungsschulen für Kaufleut« überhaupt bestehm, von wieviel Schülern fie besucht werden, wieviel dieser Schüler noch nicht 18 Jahre alt find, ob der Be» such der einzelnen Anstatten am Schluffe de» Halbjahres an» nähernd derselbe wie zu dessen Anfang ist, und ob dei den» setbm der zum Besuche deS Unterrichts fehlende gesetzliche Zwang fragt« Konstanz«, die blaue» Augen erwartungsvoll auf ihn heftend, während Verena mit dem Sonnenschirm«ach dem Raben stieß, der gerade vor fie hin auf dm Tisch ge» sprungen war. „Nimm Dich in acht, er beißt!" warnte der Onkel. »Komm hierher, Zakob l" „Wenn er bei seiner Häßlichkeit auch noch bissig ist, dann begreife ich nicht, wie Du da« Thier fo zärtlich liebe» kannst," spottete Vzrma. »Man begreift eben manche« nicht, und doch ist'S»a» türlich," erwiderte er achselzuckend,„daß Thier hat Tuge«, dm, die ich bei de» Menschm«och nicht gefundm habe. Wa« Ferdinand verbrochm hat? Bei mir nicht», und im Grunde genommen könnte e» mir gleichgittig sei», ob er sich von dem Schwindler ausbmtm läßt—" „Von welchem Schwindler?" fragte Konstanz«. „Ihr urtheilt vielleicht ander« über dm lieben«» würdigm Baro» v. Ravm, m dessen Frau Euer Bruder ganz vernarrt ist!" »Ueber dm Baro» gewiß I" nickte Verena..Aber daß Ferdinand die Theaterprinzessin so oft besucht, billigen»ir ebenfalls nicht." „Als Baronin v. Ravm zählt ja diese Theaterprinzessi» auch zu Eurer»unmehrigm höhere« Gesellschaft 1" spottete Onkel Theodor. „Wie Du nur fo urtheilen kannst I Duldm müsse« wir fie freilich in unseren«reise», aber ebmbürttg kann sie uns nie werdm." „Weshalb nicht? Wißt Ihr, wa» Euer Großvater war?" „Aber Onkel!" sagte Konstanze unwillig. „Bierbrauer!" fuhr er mtt unerschütterlicher Ruhe fort. „Er hat auf dem eigenm Rücken manchm Sack Gerste die Letter hinauf getragen. Und«in Ehrmmann war er, ei» Mann, vor dem«an Respekt habe» mußte, und der viel- leicht«ehe werth war al» all« Herren Eurer vornehme» Betannsschaft zusammen genommen. Er hat die Arme ge- rührt und gesvart, damtt Ihr jetzt in der Equipage fahren und Euch bediene» lassm iönnt, so lange wie'» dauert Und die Enkelinnm de« Bierbrauers stelle« sich nun mtt »Inn fich fühlbar gemacht hat, endlich ob und aus welchen Gründe« der Wunsch nach Wiederherstellung de» Zwange» in wetteM Kreisen fich geltend gemacht hat. Großstädtische VolkSfchulverhältnisse. Die staiistW Kommisston deS Frankfurter Lehrerverein» hat auf Grund er- betener Mittheilunzen eine tabellarische Zusammenstellung der VollSschulverhältniffe in den 18 größten Städten de» Deutscht» Reiches veröffentlicht. Wir entnehmen derselben folgende int«- effante Angabm. Die erbetene Auskunft wurde bereitwillig ertheilt von Berlin, Hamburg, Breslau, München, Dresden, Leipzig, Köln, Hannover. Stuttgart, Bremen, Nürnberg, DO# darf, Magdeburg, Chemnitz, Elberfeld, Barmm, Altona und Karlsruhe; nur von Königsberg t. Pr., Danzig und Straz- durg i. E. ist keine Antwort eingegangen. Karlsruhe muß i« Folgenden Übergangen werden, weil die eigenthümliche Schul- Organisation daselbst«inen Vergleich mtt dm übrigen Städten nicht gestattet. Schulgeld wird in den Volksschulen n i cht «hoben: in Berlin, Breslau, Münchm, Nürnberg, Elberfeld. In Hamburg zahlen nur die Eltern mit einem Einkomme» unter 700 M. kein Schulgeld; Eltern mtt einem Einkommen von 700 bis 900 M. zahlen 8 M. für jede» Kind, wogegen diesem Schulutensilien und v ücher unentgelt- lich von der Schule geliefert werden. In Bremen wird to den Freischulen(unentgeltlichen StaatSscdulen) nicht» bezahl und die Kinder erhallen alle», wa» zum Unterrichte erfordern» ist, vom Staate geliefert. In Düsseldorf haben nur die Elterii der Kinder, welche auf der 1. und u. Klaffensteuer stufe stehe» kein Schulgeld zu entrichten. In Barmen bezahlen die meisW nicht klaffensteuerpfltchtixen Einwohner kein Schulgeld, d« übrigm derselben Kategorie und die zur L Steuerstufe ringt» schätzten nur für ein Kind, die höheren Steuerstufen für j«d» Kind und zwar 6 M. jährlich. In Altona zahlt in dm Frei- schulen jede» Kind vierteljährlich 90 Pf. an Vergütung f# Lehrmittel. Auf eine Klasse kommen durchschniti- l i ch S ch ü l e r': in Berlin 55: in Hamburg 50; in BreSlitt 70 in der Ober-, 75 in der Mittel-, 80 in der Unterklaffe;& Leipzig 45; in Köln 60; in Hannooer 60(mehr sollen niS> sein); in Stuttgart 40—70; in Nürnberg 52 in den protestm» tischen und Simultanschulen, 58 in dm katholischen Schult» 60 ist Normalzahl; in Düffeldorf 68 und 69; in Magdebu« 60 und 75; in Chemnitz 40- 45, höchstens 50; in Elberfö> 50-80; in Barmen weniger alS 80; in Altona 39—90. N München ist die höchste zuläsfiae Schülerzahl 60, in DreSd» 50, in Bremen 70.— Auf die Frage:„Sind die Volksschule (d. h. alle Schulen ohne fremde Sprachen) noch einmal in v« schiedene Kategorien eingetheilt?" antworteten mit Ja: Lripfl' Köln, Bremen, Magdeburg, Chemnitz und Altona. Die übrig» elf Städte antwortetm mtt Nein. Sogenannte Frei- ui» Armmschulen neben den Volksschulen bestehen nur in und Bremen. In Leipzig find die Freischulen keine Arm*' schulen, in Altona keine„eigentltchm" Armenschulen und'' Hannover scheint die Sache unklar zu sein. Die AuSwetsung russischer Uuterthane« wird JJ Danzig noch immer fortgesetzt In den letzten Tagen wieder einzelne Familien, sowie verschiedene allein steh«!?! Personen auS den nicht polnischen Dtstrilten Rußlands, wri®" stch ihres Erwerbe» wegm in Danzig aufhietten, Ausweisung ordre» erhaltm. Unter denselben befanden stch auch zwei jumS' Mädchen auS Polanaen, die als Bernsteinardeiterinnen in g genannten Stadt wrilten und erst vor zirka einem Jahre ring auf 6 Jahre laufenden Auslandspaß au» der Hrimath bricht und hier deponirt hatten. Kolonialpolttifche». Durch Verträge ist bereits ein IM des durch starke Viehzucht auSgezeichnetm O v a m b o l a n d«' in Süvwestaftika unter deutschen Schutz gestellt worden. Land liegt östlich vom Cap Frio, wo deutsche» und portog>.. fische» Gebiet fich berührt, und erstreckt stch über einen Tjg de» Hinterland«» der poitugiesischrn Provinz Mossamede». der„Hamb. Korr." erfährt, finden zwischm der deutschen rg portugiestschen Regierung Verhandlungen über die nörl' Abgrenzung de« deutschen Schutzgebietes im Ovamdolan»' e» dürfte fich hierbei wesentlich darum handeln,«ie w«Ü Norden bin der Cunme, der in seinem unteren Lauf porwgicfiichei Gebiet fließt, alS Grenze gelten soll. Schweiz.... DaS Attionskomitee der Organisation de» schweig«!>. schen ArbeitertageS beschloß die Gründuna«fSJ ProzeßfondS behuf» gerichtlicher Verfolgung der Schulz gen an den Züricher Vorgängen. In allen der LrganiiatW' angehörmden Settionen soll eine einmalige Extrasteutk 10 Rappen pro Ätttglted erhoben werden.— Wieber ein" treulicher Beleg für daS Solidaritätsgefühl der der arbeitenden Klaffe. Belgien.. Da» belgische Ministerium de» Jnnem hat soeben M statistische Jahrbuch pro 1886 ausgegeben. AuS demselben hervor, daß Belgien am 31. Dezember 1884 eine B e o ö l l', rung von 5 784 958 Einwohner besessen, 196 Einwohner einen Quadratttlometer. Am 31. Dezember 1883 hatte? Einwohnerzahl 5 720 807 betragen. Die bevöllertsten v' Gräfinnen und Baroninnen auf gleiche» Fuß und glauM j dabei auf de« ehrlichen, arbeitfame» Bürger mit Gertt? fchätzung hinab blicke» zu können. Wen« ich da» sehe und höre und an die frühere Zeit denke, steigt mir die Galle in« Blut. Der Ferdinand glaubt auf die Freundschaft de« Herr» Baro« v. Raven stolz ssj| zu dürfe», die Freundschaft«ine» brave« Handwerker» »hm mehr Ehre." Verena klopfte unwillig mtt der Spitze ihre» zkd'fL Stiefels auf de« Fußboden und warf ihrer Schwester bedeutungsvollen Blick zu, der de» wachsende« Groll* zu deutlich erkenne« ließ. � H, Auch Konstanze hatte die feingewölbte« Brauen «u b-sser, PJ Di». * era>ii dem Wa das muthig zusammengezogen, aber fie verstand e» oep», zu beherrschen, sie neigte leise da« Haupt, al» sie die Schwester auffordern wolle, auch jetzt noch zu habe». m „Du btfiadest Dich heute in einer recht häßlichen® � muna, lieber Onkel," sagte fie vorwurfsvoll,„«>»'TA wohl eine» besseren Empfang erwarte« dürfe». zurückgekommen, galt heute unser erster Gang wollte» Dir den erste» Gruß bringe«.' „Dafür bin ich Euch gewiß dankbar, Kinder/ er, und e» lag noch immer eine lesse Ironie i« feiner Stimme,„aber daß ich deshalb Such die verschweige« und ander» reden soll,«ie ich denke. Ihr nicht virlangen."..m; „Und wir habe» Dir auch eine Kleinigkett mitgeb� � fuhr Konstanz« fort, während sie ein kleine» der Tasche holte,„Du mußt freilich mtt dem««ten �*» vorlieb nehmen, e» soll ja auch nur ei« Anden»» Helgoland sein." � Verena legt« ebenfall« ein Packetche» auf st aber fie sagte kein Wort dazu, fie konnte den rasch nicht Überwinde«. ,iss Onkel Theodor holte au» dem eine« au» Holz aedrechfett« Zigarrenspitze und au» dem.jchck ei» kunstvoll geschnitzte« Feuerzeug, und ew eigentir Lächeln glitt über fei» hagere« Geficht. s» »'"Kn find Biabant(1 044 324) und Hennegau(1021158). «tlgien hat vier Städte über 100000 Etnwobner. Brüffel ohne Vorstädte 169233: Antwerpen 191 124 Gent 140 926 und Lüttich 133 044 Einwohner. Da auf je 40000 Seelen uach der belgischen Verfaffung ein Deputirter gewählt wer- der, soll, müßte die Zahl der Deputirten jetzt 144 betragen. während die Kammer nur aut 138 Deputirten besteht. Ei ist ab« schon früher entschieden worden, daß eine Regulirung der zahl der Deputirten nach der Bevöllerungtzahl von 10 zu 10 Jahren- zuerst also wieder 1890— stattfinden soll. Der jetzt im«au begriffene Saal für die Deputirtmlammer bietet für 28 neue D-putirte Platz. Aranreeich« Der französtsche Deputirte Saint'Romme hat noch vor v'sfionsschluß einen Antrag eingebracht, die Prinzen deZ vauses Orleans mögen zur Rückerstattung von 17 Millionen verhalten werden, welche ste widerrechtlich oon dem franzöfischen FiSkut fich auszahlen ließen. Die Sache oerhält fich nach der Darstellung des Deputirten Saint» Romme wie folgt: Ali im Jahre 1856 der kaiserliche Prinz geboren wurde, ließ Napoleon III. den Nachkommen Louis Philipp'S Jute Rente von 600 000 Franks anweisen, von der jedoch nur 200000 Franks von der damaligen Königin der Belgier be- hoben wurden, während 400 000 Franks unberührt blieben. «13 im Jabre 1872 die Versailler National-Versammlung den Prinzen d'OrleanS all Entschädigung für ihre durch daS Kaiserreich konfiSzirten Güter 40 Millionen auszahlen ließ, rrllarten die Prinzen durch einen notariellen Akt, daß fie von Frankreich nichts mehr zu fordern hätten. Trotzdem ließen fi« U bereits im folgenden Jahre 1873 durch dm damaligen Ananzminister Magne die kapitalifirte Rente von 400000 'ftankS, welche fi« im Jahre 1856 zurückgewiesen Hollen, nebst 2 Millionen Entschädigung für rückständige Zinsm auszahlen. Herr Saint- Romme bezweifelt übiigmß die Möglichkeit, daß U den Prinzen durch Magne ausbezahlte Summe von 17 Millionen für den Staat wiedergewonnen werden könnte, da me Rententitel seit Langem bereits konvertirt sein dürften, und er beschränkt fich daher darauf, die Kammer aufzufordern, Nenda« Vorgehen der Prinzen d'OrleanS einm Protest zu » In der vorgestern im KriegSmlnisterum abgehaltmm «itzung bei VertheidigungikomiteeS wurde der Antrag, die Umfassungsmauer von Paris zwischm Auteuil und F.' Dens« niederzulegen, abgelehnt. Von den anwesmden 17 Mgittdern des Komitees stimmtm nur drei, darunter der ?>tgiminister Boulanger und der Gouverneur von Pari», Moral Sausfier, für die Beseitigung der Ringmauer, die uo.igen Mitglieder stimmtm dagegen oder enthielten fich der «vmmmung. «... vnunkreich ist nunmehr in die Neubewaffnung der In ,�?r�o srineS Heeres mit einem Repettrgewehr wirklich DaS System und die Konstruktion dieser neuen ein»« N�ohen fich vorerst noch der Beurtheilung. Nach der sSw�.,. schlicht sollen bereit» 17 Jnfanterieregimentem und 17"I Iägernbataillonen, nach der anderen vorerst nur Gtw,�ubatatUonen und 16 Infanterieregiment ern diese neuen geslent" fipr Austausch gegen ihre bisherig« Bewaffnung zu- jetzt sein. Im ersten Falle würde e» fich bei dem letzten ttz-,ntn Anfang dieser Neuausrüstung um 30-s- 68, im wärtia mH vUm 17+ 64, also um 98 resp. 81 schon gegen« handeln �itni neuen Repettrgewehr ausgerüstete Bataillone wen 94 on, gtsammten franzöfischen Marinetruppen, zusam« welch, s.i»«n�ne> Infanterie« und Marine. Artilleriebataillone, de»«.�''Napoleon l. auch zum Landkriege verwmdet wor. schech-el' nnd seit einer Reihe von Jahrm mit dem Kropat« Repetiraewehr bewaffnet. Die gleiche Bewaffnung Ventil die sämmtlichen nach Tongking beorderten Trup« er Landarmee angeordnet. Zusammen(auf dem ,N"hr al» 120000 Mann der stanzöfischen Armee oder» schon gegmwärtig die neu« Feuerwaffe sührm eW,%d bei dem MatlneoirttzeU hieran mindestens doch mW rn Louis?' Altch el und' einig« ihrer Freunde. Sufini, AueSdr und Lafargue. find wegen Aufreizung zum Rord, die fie auf einer Versammlung anläßlich der Arbeit». rinstellung von Decazeville begangen haben sollen, vor da» Schwurgericht der Seine verwiesm, ebenso Mariotte, der Her« auSgeber de» monarchischen Blattei Jö« Pllori"(Der Pranger) wegen Aufreizung zum Haß von Bürgern. ®rohbrita»iiie«. IM«'t1?en Mann kaum zu den praktischen Po« "&n(n! w'lcher AngefichtS de» Ausfalle» der Wahlen �7 kür einen Augenblick behaupten wollte, daß Gladftone etwaZ andere» hätte thun könnm, als sofort sein Amt Überzulegen. Darüber können vernünftige Personen nicht PriUn; allein eine ganz andere Sache ist e», festzustellen, wie 5 denn die Sache theoretisch eigmllich oerhälh od der Sieg di. Anti-Gladstoneaner denn wirklich ein so gewaltiger ist, wie »J.y heute behaupten» und wie da» Resultat angesehen ["den müßte, wenn anstatt der Wahlen für 670 Mitglieder !agte wißt doch, daß ich nicht rauch« I* »Nicht erwiderte Verena spöttisch,.Da« thut un« ie>d. wir haben'» wirklich nicht gewußt. Vielleicht ge« oyvst Du es Dir jetzt noch an,«S fleht so gut an», wen« * Herr raucht I" «Dazu bin ich zu alt geworden," sagte er köpf« ��lud.„und überdies stöhne ich auch schon einem si»v«Mi« kannst Du nur am Tabakschnupfe« Gefallen I versetzte Konstanze,.ich begreife da» nicht." „ hat eben jeder sein Steckenpferd," antwortete T�"Uud der Geschmack ist verschiede«. Ich werde �agenblick« IIeinc8 Gegengeschenk gebe«, wartet eine« gürtet« de« Schlastock fester um seine Lende», ei,« Prise und ging in» anstoßende Zimmer. der nl?v, Schlafzimmer steht seine Kasse," flüsterte Verena HaJT'hwester zu, aber Konstanze schüttelte zweifelnd da» den/', und ihre Zweifel waren nur zu sehr begründet, iwei»i, ket Onkel zurückkehrte, trug er in der Hand nur »wfach gebundene Bücher. wüßt da freilich auch mtt de« gute« Wille» diese m?�wen/ sagte er,„ich will nur wünsche«, daß später.�". ihren Zweck«füllen, vielleicht dankt Ihr mir E, dafür." de,."drrreichte jedem der Mädchen ei« Buch und hielt fCe sür die feine und die bürgerliche Küche," %#%%%% a mmm* des Unterhause» ein Plebiszit einfach über die Frage: Home- Knie oder nicht, angeordnet und zur Abstimmung gebracht worden wäre. Stellen wir die Sache ziffermäßig dar. Thal« sächlich und für die Abstimmungen entscheidend befindet fich Gladstone in der irischen Frage dem neuen Unterhaus« gegenüber in einer Minorität von 110 anstatt, wie am 7. Juni, von 30, also fast viermal schlechter, al» in der entscheidenden Abstimmung. Gehen wir in die Details ein. Im Ganzen fanden 407 bestrittene Wahlen in England, Schottland und Irland statt; die Zahl der Gladstone gegnerischen Wähler war hierbei 1 320 000, die Wähler für Gladstone detrugen 1240000 (beide in runden Zahlen), die Majorität der Wähler gegen Gladstone macht also 80000 ouS oder drei Prozent der Ae« sammtzahl. Würde die Anzahl der Mitglieder de» neuen Unterhauses nach der Anzahl der Gesammtstimmm gleich oer theilt werden, so bekämen die Anti Gladfioneaner für die 407 t�strittenen Sitze 109 Plätze, die Gladfioneaner 198. In Wirklichkeit haben jedoch die Unionisten 256, die Gladfioneaner da gegen nur 151 Sitze. Unstreitig am meisten gewannen die Torie», wie au» folgenden Zahlen hervorgeht. DaS Resultat der Wahlen ist 390 gegen 280 für Gladstone; Majorität gegen Gladstone heute 110. In der entscheidenden Abstimmung am 7. Juni stimmten 93 Liberale gegen Gladstone, und acht Un« zufriedene stimmtm nicht mit; also diffentirende Liberale waren damals 101. Von diesen wurden nur 73 wieder gewählt. Von den echt Ministeriellen gab e» am 7. Juni 231, von diesen wurden nur 195 wieder gewählt, und selbst die Par» nelltten verloren einm Sitz. Also Gesammt Resuttat: die Mi« nisteriellen verloren 36, die Anti-Gladstoneaner verloren 28, die Parnelltten verloren eine, zusammm 65 Stimmen, welch« alle von den Torie» gewonnen wurden. Da nach dem Heu- ttgm Stande der politischen Vechältnifie de» Unterhause» nicht mehr zwei Parteien in demselbm existiren, sondern drei oder Sar vier, so dürfte folgende Zusammmstellung der möglichen Kombinationen von Jntereffe sein: Toriei und Anti-Glad« stoneaner 390, Ministerielle 280, also Majorität 110; Torie» 317, Ministerielle und diffentirende Liberale 268, Toiy.Majo« rität 49; Ministerielle, Unionisten und Parnelltten 353, Torie» 317, Majorität gegen TorieS 36. Auf jeden Fall war ein Kabtnet Gladstone regierungsunfähig. RuKlaud. Die von der rusfischm Regierung verfügte Aufhebuna der Freihafenstellung BatumS hat zum ersten Mal eine schärfere Aufmerksamkeit der UmgestaltungSthätigkeit der Russen in Klein« und Zentralasien zugelentt und da» Ergebniß der hierbei erzielten Erkenntniß erscheint ficher ae« eignet, die zunächst hiervon betroffenen Mächte, die Türkei, England und Persten, mtt Erstaunen und Beforgniß zu er« füllen. Einer Erhebung BatumS zum KriegShafen bedarf e» eigmllich nicht mehr. Die Hafen« und Küstmwerke wie die Landdefestigung, welche diese hierzu durch ihre Lage außer« ordentlich begünstigte Stadt zu einem der stärksten See« und LandkriegSplätze umgestatten, sollen fich nach allm hierher voll« ständig übereinstimmenden Nachrichten und Mitthrilungen in der Hauptsache bereit» fertig gestellt finden. Auch handett e» fich bei diesem Platze wahrscheinlich noch um mehr al» einm KriegShafen. Derselbe ist vorauSfichtlich dazu bestimmt, dm Stützpuntt einer etwaigen künftigen russtschen See- und Land« offmfiooperatton gegen Konstantinopel, wie überhaupt der Hauptstützpunft für alle etwa später noch rusfischerseit« beab- .fichtigten Operationm in Klein« und Zentralafim zu bilden. Die 121 geographische Meilen lange Bahn von Batum nach Baku, dem Haupthafenplatz am KaSpischm Meer, ist seit einer Reihe von Jahren bereit» im Betrieb begriffen. Nur.dies Meer, auf welchem die rusfische Regierung sich in den letztm Jahren eine auSreichmde Zahl von Traniportdampfern ge« sch.ffm hat, trennt jedoch diesen BahnauSgangSpunkt von dem AnfangSpuntt der großen rusfischen Bahn für Zentralasten, welche nach dm Nachrichten von diesem Frühjahr bereits bi» ASkabad befahren wurde, und bis zum Herbst diese» Zahre» biS Merw gesührt werden sollte. Die Grmze von Afghanistan wäre damtt rusfischerseit» bt» auf wenige Tagemärsch« erreicht. Herat, der Schlüffel zu Hinterindien, unmittelbar bedroht, und Teheran, die Hauptstadt non Perfim, kann von Batum au» nicht minder fortgesetzt in Schach erhalten werden. Ein Blick auf die Karte, im herein mit den neueren Nachrichtm und Mtttheilunaen, genügt, um über die furchtbare Vertheidigungs. und AngriffSposttion, welche die Russen fich in den acht Jahren 'eit der Befitzergreifuna von Batum in diesem Hafenplatz ge- chaffm haben, jeden Zweifel zu heben. Unbegreiflich fast er« cheint, daß diese stillen, rusfischm Vorbereitungen in London, lonstantinopel und Teheran nicht früher bereit» die Aufmerk- 'amkeit auf fich gelentt haben. »frtk«. In Lormzo MarqueS an der Delagoabai wurden die Ar« betten zum Baue«wer bis zur Grmze de» Transvaal führenden Eisenbahn in Angriff genommen. In Prätoria erfolgten auf diese Nachricht große Freudmkundgebungm. Drei Stundm von der Faktorei Lormzo Marque» entfernt wurde auf portu- giefischem Territorium eine Diamantenmine entdeckt, welche berett» zahlreiche Arbetter au» dem Transvaal herbeigelockt hat, „Vielleicht gewöhnst Du es Dir jetzt«och an I' spottete er. „Danke, ich antworte mtt Deine» eigenen Worten: Dazu bi» ich zu alt geworden." Onkel Theodor lachte stillvergnügt vor fich hin und nickte dem Raben zu, al» ob er ihn auffordern wolle, an seiner Freude theilzunehmen. „Wir hatte», offenherzig gesagt, etwa» Andere« er« wartet," nahm Verena noch einmal da» Wort, während fie ihre Handschuh« glatt zog,„wir konnte« ja nicht denke», daß Du in Deinem Schlafzimmer solche Bücher aufbewahrst. Und dann krachte auch etwa», al« Du in dem Schlafzimmer warst, e» war ei» sonderbare» Geräusch, al» ob«in Kasten geöffnet und wieder zugeschlagen würde.—" „Ach, da» lose Brettl" unterbrach er fie lachend. „Woran sich doch nicht die Hoffnung klammert I So lange ich hier wohne, ist da» Brett im Fußbode« lose, ich habe e« immer festnageln laffen wollen, aber bis jetzt ist et versäumt worden. Es kracht, so oft man darauf tritt, und ich glaube, daß ich e» so laffen werde, denn es hat auch fei« gute»; wollte zur Nachtzett jemand bei mir eindringen, so würde diese« Krache» mich wecke«. Und darf ich fragen, worauf Du gehofft hattest!" „Eine Banknote wäre mir lieber gewesen l" erwiderte Verena, fich«och einmal zu einem freundliche» Lächeln zwingend.„Zunge Mädchen habe» so viele kleine Bedürf« «iffe, Du glaubst e* gar nicht, und Mama wird immer ärgerlich, wen» man Geld von ihr fordert." „So geht e» mir auch, Kind," sagte der alte Herr, mich ärgert'« auch jedesmal, wen« ich in di« Tasche areife« soll Studirt recht fleißig in de« Bücher«, wa» Zhr darau» lernt, kann Such später von großem Nutze» sein." Die beiden Mädchen wagte« nicht, dieser Aufforderung Mb ES wird behauptet, daß in der Gegend von Lundi in der Provinz Mozambique eine bedeutende Silbermine vorhanden sein soll; die portugiefisch« Regierung hat den Kapitän Paioa de Andrada beauftragt, genaue Nachforschungen an dem de« zeichneten Punkte vornehmen zu laffen. Amerika. Der Senat hat die Oleomargarinebill in ameMrter Frffung genehmigt, wodurch die Steuer auf Kunstbutter auf 2 C:nt» pro Pfund festgesetzt wird. ES wird allgemein geglaubt, da» Repräsentantenhau» werde damit übereinstimmen. In Folg« der von N«w.Nork auS kolportirten Gerüchte über Unruhen in Mexiko veröffentlicht der Pariser „TempS" om 21. dS. die folgende Erklärung:„Betreffs der in englischen Zeitungen enthaltenen und oon einigen ftanzöst« schen Blättern wiederholten Nachrichten über Unruhen in den Staaten TamaulipaS und Nuevo Leon, hat der mexikanische Gesandt« in Frankreich, Herr Senator Ramon Fernanvez, tele« graphisch seine Regierung um Aufklärung gebeten. Herr Garay, Unterstaattsekretär der auswärtigen Angelegenheiten, hat heute geantwortet:„Die Republik ist im Zustande de» vollkommenen Frieden». Garay." Die kanadische Regierung hat die Führer von Loui» Riel'S Rebellion, Gabriel Dumont und Pierre Duma», be« gnadigt und di« Beschlagnahme ihre» Vermögens aufgehoben. Die einzigen Theilnehmer an der Rebellton, die noch im Ge« fängniffe schmachten, find Big Bear und drei andere Indianer, die an der Metzelei am Frog Lake betheiligt waren. Kommunale». Stadtverordaetett'Wählerlifte. Die Liste der stimm« fähigen Bürger ist nach Vorschrift der§§ 19 und 20 der Städteordnung vom 30. Mai 1853 berichtigt und wird nun« mehr in der Zeit vom 15 bii einschließlich den 30. Juli d. I. täglich von 9 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nachmittag» im Wahlbureau de» Magistrats, vreitestraße 20», 2Treppen öffentlich auSliegen. Während dieser Zeit kann jede» Mitglied der Stadt« gemeinde gegen die Richtigkeit der Liste Einwendungen er« Heden. Dieselben müffen in der gedachten Zeit schriftlich bei dem Magistrat eingebracht werden; später eingehende Ein« sprüche können nicht berückstchtigt werden. Die i. Abtheilung besteht au» denjenigen Wählem, welche mindestens einen Eteuerbetrag oon 1530,80 Mark zahlen, die Ii. Abtheilung beginnt mit dem Steuerbetrage von 1530.70 Mark und endiat mit 331,80 M«k und dm Nemen mit der Anfangistlbe„Par", während die Hl. Adthetlung mit dem letzteren Steuerbetrage und dm Namm mit der ÄnfangSstlbe„PaS" beginnt. Wir machen hierbei auch noch darauf besonder» aufmerr» sam, daß bei Berichtigung der Wählerlisten in Betreff deS Wohn fitze» der stimmberechtigten Personen in Berlin die von denselben zu erstattenden An- und Abmeldunaen berückstchtigt werden und daß demnach auch diejmigm Personen, welche nur vorübergegmd verreist find, diesen Umstand auf ihrer Ab« Meldung aber nicht vermerkt, sondern fich einfach al» von Berlin verzogen abgemeldet haben, in der Wählerliste gestrichen wor« den find. I« Waisenpflege befanden fich am 1. Juli er.: 1. Im Waisen Depot 35 Knaben, 27 Mädchen. 2. In der Waisen« Anstalt in RummelSburg 423 Knaben, 28 Mädchen. 3. In der hiefizen Kostpfiege 904 Knaben, 1046 Mädchm. 4. In der auswärtigen Kostpfiege 1023 Knaben, 1056 Mädchm. 5. In Kranken Anstalten 21 Knaben, 28 Mädchen. Zusammen 2406 Knaben, 2285 Mädchen— 4591 Kinder.— Aufgenommen wurden im Vierteljahr April/Juni 1886: 442 Hau»« und 31 Kostkinder, zusammen 473 Kinder; dagegen schieden auS und kamen 1. in die Lehre oder in Dimst 347; 2. zu dm Ange« börigen 166- 3. zu fremden Kommunen 22-4. in unentgeltliche Pflege 16: 5. in die Zwangserziehung 2; 6. gestorben find 70 Kinder. ES find also zusammm 612 Kinder ausgeschieden, so daß fich die Kinderzahl in dem Vierteljahr um 139 vermindert fct3 ÄÄS'Mr'•«"■ 265 Personen. Der Zugang betrug in der Zeit vom 1. April bi» 30. Juni ct. 506, der Abgang in demselbm Zeitraum 396 Per« sonen, so daß am 30. Juni«in Bestand von 1629 Personen blieb. Im Lazareth der Anstalt wurden am 30. Juni er. 152 Personen verpflegt und in der Schule erhieltm an demselbm Tage 29 jugendliche Häusling« Unterricht. Zur Beschaffung von Kleidungsstücken und Bezahlung der ersten Miethe wurden bei ihrer Entlaffuna in der Z.it vom 1. April bis 30. Juni 118 Personen mit 750.96 M. und 218 Familien au» 811 Personen bestehend mit 2767 M. unterstützt. Im Hospital de» ArdettShause» befanden fich am 30. Juni 385 und im Asyl für obdachlose Familien 255 Personen. An» Knust und leben. eehtotizet.öatte«. Miß Lazel wird ihre gefährliche Luftteise al» lebende Kanonenkugel an diesem Sonntage zum letztm Mal« in verlin auSführm, da die Majol-Truppe in Verfolg ihrer Engagement». Anträge wohl für etliche Jahre von Berlin abwesend sein wird. Al» Ersatz hierfür ist die rumänische Gymnastiker-Familie PetreSeu mgagttt und wird an diesem AbschiedS-Abend der Majol. Truppe mtt ihrem ersten Aufir-ten fich dem Publikum prälmtiren. Durch die dem R-. perioir eingefügte lustig« Posse„DaS Fest der Handwerker" ist da« humoristrsche Gmre der Theater-Vorstellung um ein Be« deutende» �reichert worden. Am nächstfolgenden Dienstag findet eine Wiederholung de» am 28. Juni so beifällig aufge« nommenen Krieg», und Fronten. FmerwerkS mit dem Schluß. tableau„Die Erstürmung der Düppeler Schanzen" statt. Im Kaisen« Panorama, Passage, ist eine Reise durch Schweden zum ersten Male ausgestellt, während die zweite Reise durch die Pyrenäen noch eine Woche zu sehm ist. Die Vorzüglichkeit de» hier gebotenm feffett jede« Auge von An« fang biS zum Schluß. Künstliche Neger. Folgend« Annonze befindet fich in stanzöfischen Blättem:„In einer Fabrik in Belleoille werden binnen wmiaen Tagm künstliche Neger erzeugt. Di« gänzlich unschädlich« Metamorphose wird mtttelst Jod Herbeigektihrt und jungen Leuten hierdurch ein« glänzende Zukunft eröffnet, da 6 schwarze Diener, ZirkuSneger k. stet» ein gesuchter Artikel rd- Mäßige Preise, unter Umständen auch Kredit. Eigene rennscheerm zur Erzeugung de» Neger-KrauShaareS stets am �ager. �nltraten rine an'di�Ameffe fineS Fräuleins Aloista S. in Mosern gerichtete Warnung fdWen»�8 Jungen Lobofitzer Kaplan« Prazak. Dieselbe lautet: Fräulein«loifia S., Braut in Mosern. Al, mehrjähriger Beobachter Ihrer Wirksamkeit auf der Pfarrei zu Lobosttz er« laude ich mtt, im Mangel an jedweder Korresponvenz. von dem bereits verkündetm Vorhaben, in ein Gasthau« zu hestathen, hauSlebm.......................—— allseUS geachtete Herr Bräutigam dürfte fich au» seiner evm« tuellm Verlegenheit in einer Woche, Euer Wohlgeboren aber Jahre nicht helfm könnm- Prazak, Pfarrkaplan." Theater. Sonntag, den 2S. Juli. Xlle-Nllianee-Theater. Da« Paradies,»e. sanaspoffe in 4 Akten von Leon Treptow und & Herrmann. Montag: Dieselbe Borstellung. »ftend-Theatev. Vom Golde verführt. Montag: Dieselbe Vorstellung. Srttoria- Theater. Amor. Tan» Poem von Suigi Manzotti._ �_ Montag: Dieselbe Vorstellung. W-lhalla-Theater. Capricciosa. Montag: Dieselbe Vorstellung. Mwll's Theater. Der Troubadour. Montag: Die Hugenotten. Kavsmanv'« Variete. Große Spezialitäten. k-vrftellung._____ M Paffage 1 Tr. 9 M.- 10 A- Kalser-PsBormma. Neu! Zum erste« Male: Eine Reise durch Schwede«. Zweite Reise durch die Pyrenäea. Hertha- St eise. Caroltue«'Jvsew. («ine Reise 90 Pfg. Kinder nur 10 Pfg. Bon der Reise zurückgelehrt. Br. ZadeK, 183] Annenstraße 56, Ecke Prinzenstraße. Mo speise« Kie? In der ersten asten pom merschm Küche, OranteN' straße 181, Hof parterre bei KteW. Frühst. 30 Pf.. Mittagstisch m.Bier 50 Pf «dendtisch. v. 30-50 Pf. nach Auswahl._ PS Freunden und velannten prr Nachricht, daß ich yiinriuw&vaß*« ein Weiß-& KajriWttt-Miil eröffnet habe. l?0 «„»tav Spichermamn Regulatenre, gotvene und sil lerne Taachemthrem, Wanduhren mit Patentschlaawerk, welches nie, selbst nach dem Zurück- drehen der Zeiger nicht, falsch schlägt und die Smnde repetirt, goldene, £16 er«e u Talmtketteu, Wecker u.s.w. ust man am besten und billigstm in der Uhren-Kabrik von Zlttx Buftse, 157 J«validenstrabe 157, 10] zwischen Bmnnen» und Ackerstraße. Auf jede gelaufte oder reparirte Uhr wird reelle Garantie geleistet.___ Nähmaschinen SSSZ: E. Franke, Saarbruckerstr. 6. "Sommerifest des Krauken.Uuterstützusgsbundes der Schueider(d. H) zum Besten seiner hilfsbedürftigen Mitglied« am Dirnstas, den 10. August. in Keller s K-flSorr(Kasrnhaide). Große« Gourert k. Anfang 4 Uhr. Die Kaffeelüidt ist von 2 Uhr an gröffnet. Billets find zu haben: Kraulenstr. 11; in d« G-noffen. schast der Schi.rioer(Zi-rmerstr. 30 u. Lothringer« straße 51); auf den Zahlstellen: Montag» Abend» Grenadierftr. 33 Mittwoch» Abend» Annenstr. 9; bei den Herren: Z'lm, Waldemarstr. 19 Hof I; Heinrich, Kommandantenstr. 41 IV; Luba», Se- dastianstr. 41 II; Werner, Lottumstr. 9 IV; Zander, Langeftr. 99/100 IV, und in den mit Plalaten belegten Handlungen.[189 Ba« ComlMe. I. A.: Gustav Spahr. Fachverein der Posamenttrer und Seidenknopfmacher. Urrsammluug am Montag, den 26 d. M. Abend» 8V: Uhr, im Königstadt-Kastno, Holz marststr. 72. Vortrag des Hm. Dr. Stahn üb« Lungenlranlheiten. Kollegen alt Gäste willl.[172 Fachverein d. Böttcher. Montag, den 26. Juli 1886, Abend»% Uhr. Persammlnu« bei Krise. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission Uber Aendnung der Statuten. 2. Verschiedene». Die Mitglieder werden«sucht, recht pünktlich zu«scheinen.[191 fr. Holturau«, Vorsttzmd«. Allen Freunden und Bekannten empfehle mich zum R'parireu und Retuigen vo« Herreu- Garderobe, sauder und billig. Auf Wunsch wird die Gard«obe abgeholt.[181 An«. Raaehe, Ackerstr. 36 H. in, b. Acker m. AlldtuhLi>!»che»,A���AA�A Kerrm- und Kuaben-Kard«o5e empfehle in gediegenm Stoffen und eleganter Ausfühmng.[79 Ganze Anzüge von 15-45 m., Frühjahrs-Ueberzieher». 12-30 M.. Host« v. 3-15 M.. Drill-Jaquett« 2,50 M. Luch nach Maaß in kurzer Frist. #9:»; ES kommen in den WWW»» Geschäftsräume» des Central- Depot von A Uhr Morgens bi» ß Uhr Abends der beim Transport verunglückten Maaren, welche thellweise unsaub« und[87 «aß geworden, in getrocknetem Zustande Werktäglich zum schleunigen Ausverkauf: Kleider-Kattun etwas unsaubere schwere dr. Kett-Da«ast» Elle 4 Kgr. V; Dtzd. abgepaßte Handtücher 10 Kgr. 1 ganz Gedech m. 6 Servietten 1 Thlr. Reinl. Kalltücher Stück. 7'/, Kar. 1 Post. ein,. Tischtücher, Stück 10 Kgr. Bettlaken, ÄÄ«15Sgr. Steppdecken 3 l Thlr. V« Dtzd. Dowlas-Pinnen- i und Kerren-Kachthemde« i � M-rgen-Kücke �'Zamm Jg etwas schabhaste Khirt., Hemdetrtuch, Kowla« 1—2 Kgr. 1 Dtzd.Kaiser'TaschentScherjetztSKgr. Waffeldeche« m. Franzm St.?'/, Kgr. Vi Dtzd. Wischtücher m. Kante 5 Kgr. Tüll-Garbineu mtt V« br. Borde u. 4 1 Paar Gardinenhalter 1 /4LPU-. Central- Depot Zer«sake«erftr. 5, direkt Gche Zimmerstr. Oeffentltche Miteli«der-Nersa»mlrmg de» Fachverein» sämmtlicher an Kotzdeardei» tnngsmaschinen beschästigten Arbeit»» Montag, den 26. Juli, llbmv» 8V» Uhr, bei Küger, Grün« Weg 29. Tagesordnung: V« einsangelegenheiten. V«schi«denes. Um zahl reiche« Erscheinen«sucht[177 Der Vorstand. Zlsterßötzuvgsvtttlv d. Kvchbmder x. Montag« den 26. d. M., Abend» 3'/, Uhr: Außerordentlich»«enernl- Kersamnrlnng in GratweU'« Kierhallen, Kommandanten« Straße 77— 79. DD.: 1. Abrechnung 2. Antrag »t a« ntr f pro u. Quartal Anstritt aus dem Abhaltung eines verband- 3. Antrag zur Abhaltung eines �omm«nachtsdalls. 4. Vttschiedtne».[184 verein der varquetbodeuleger. Montag, den 26. Juli, Abends 8 Uhr, Mauerstraße 86: Außerordentliche Mitgliederversammlung D« Wichtigkeit dtt Tagesordnung wegen wird um zahlreichen Besuch gebeten.[198 Der Vorstand. Aut AüZMung-. Slezante Herren > Knabe«- Anzüge, wie Damenkleider, Kegen-Mäntel»c. im Tuch. Geschäft prinzenstr. 53, gegenüber der Turnhalle. Gute getragene Herren« und Knaben Garde- rode in groß« Auswahl. Gute getr. Hosen von ~ M. an. D. Sommerfeld, Dranienstr. 199 Ein» u. Verkauf von Möbeln, Spiegeln und olsterw., gebr. Taschenuhrm, Talmi« u. echten -----' M. an. Admi" ickelketten v.S M. niralstr. 40 im Laden. Mehl« u. Vorkostgefchäst bill. zu vk. Pücklerstr. 16. Eine fein mödl. Schlafstelle für 2 Herren ist zu vermiethen Lindenstr. 107 bei Kram«.[194 «legant», gediegen« Anzüge, feilig u. nach Maß, bei?. Key««, Zimmerstr. 53 II, billigst. Schläfst, f. Hrn. sep. Admiralftr. 13 II, W«. Tietz. Freundlich« Schlafstelle Buckowerstr.14 v.rv. l. 1 co. 2 gut möbl. Zim. mtt dir. EIng. vom Flur zu v«m. Schönebrrgerstr. 6 N bei Block. Schläfst. f.Hrn. Elisadethstr.4l, Ouerg.ll.b.Pflug. Soeben«schien Nr. 81 de» „Wahren Zatoö". �Zu �beziehen dmch die ÜVedition. Zir Zimmer. [170 Wt ÄMldtMkNt» »n de« Veutsche« veichswßi, Komplet Heft 1—5. Zu beziehen durch die Grnedttion de»„Oer» Ibur Ueikebtatt-, Oorck» SW., Swnner. traß, 44. 11087 Schweizer Garten. Am Friedrichshain. Haltestelle d« Ringbahn. Am Königsthor. Großes Militär-Concert n. Extra-Borftellung. Fetzte» Auftrete« d« Wasol-Truppe in ihr« Sensatwnsluftnumm«: SftlssJLaael als lebende Kanonenkugel. Miß Lazel wird au« einer Kanone geschoffen und von Miß Zema aufgefangen werden. Erste» Auftreten B)n#nAttfnia. TheatervorSrUnng. ver rumänischen Gymnafttkn-Familie" h"«SS8 well» Auftreten der Spezialitäten, de» Komik«. Trio» Jona», Grosch und Gläser u. s. w. Volwbelustiguugm»Her Art. Qlß#y Abends; Große Illumination und elektrische Beleuchtung. VshAllkS Ov Anfang 4 Uhr.— Miß Lazel tritt um 10 Uhr auf. Dienstag: Große» Arles»-««d Fronten-Fenermerk: Die Erstürmung der Düppeler Schanzen. Großes militärisch.pqrotechnische» Schauspiel unter Mitwirkung von 150 Personen. 1. GeschSst: Zimmerstraße Rr. SO. Die von Mitgliedern des Fachveretns der Schneider gegründete NrodM»-«. RohßGtuoffeusW der Jchilcker m Berlin(E. GK) empfiehll ihr Lag« ferttger Oerren-Garderobe, sowie ihr reichhattiaeS Lag« in- und ausländisch« Stoffe, ebenfalls Futter, Borte und Knöpfe. Kerren-Harderove«"## jeder Art wnden nach Maaß angeferttgt. Der Dorftand und Vermaltungsrath. 2. Geschäft: Lothriagerstr. 51(Ecke Mtivbergsweg). Meinen«erthen Freunden und Kunden»ur Nachricht, daß mein Cigarrengeschäft Weinbergsweg 15 b durch meine Frau weiter detriebm wird. Durch Verabreichung von nur reeller Maare hoffe ich meinem Geschäft auch fern« da» biih» entgegengebrachte Vertrauen zu erhallen. Zugleich mache ich noch besonders darauf aufmerksam, daß ich auch meine Bnchblmderel durch einA tüchtigen Kollegen sottsetzen laffe. Friedrich Michelsen. Restaurant rd. Mit Wiener- Straße 31, empfiehlt allm Freunden und Bekannten sein neu renovitteS Wein»- und B«lrl.cl»-Bier-L.oltal. Gut«, reichhaltig« Frützstüsk»», Mittag», und Abendtisch. Ein große» Uereina�mmer steht den--- Gasten zur Verfügung- [6 Arbeitsmarkt. 1 Kügler auf Dollman» kann fich melden Marmsstraße 37, Hof I, Doliwa.[180 Geübt« Mamsell» in und auß« dem Hause können Markusstraße 37 Hof 1 Tr. fich melden [130 Ein Sohn anständiger Ellnn, welch« Lust hat, die Klempnerei zu erlernen, kann fich melden bei[178 Nehlsen* Meister, [178 Stallschreiderstr. 26. Geübte Ktepperinnen für Tttkottaillen, übte Anopflochnrbeiterinnen können melden ZehveMckerftr. 7» 1 Tr. link».[197 Verantwortlich« Redakteur@L Eronhei« in»nlln. August Herold Berlin 80�, 113 Stalitzerstrasse 113. . Spiegel- o. Volstmll.-Magazist.! Eigene Fabrik. Solid# Prelto, Prompte Bedienung. Cigarren- u. Tabak-Handlung en«tob en detail Fritz Goercki Berlin so«, Admiralstraße 40(frühere„Linde"). Import echter Havanna, Lager aller Sorten Ranch- und Schnupf-Tab S'"'>Hre,u®s"'74. Staats-Lotteri0' Orirrir��Vr �* iT1 �U'''*'•'*« Auguet CP. Ongmal-Looee M. 300,'1, M. 130,'j. M 60, empfiehlt und n' g,' i*'■'*••• 7>1V»4». 3,75 ▼ereendet tl. O C AU III ä C 0 6 T �"M Mar Berün C., Königatrasse 14 a. Pioepekte gratis und franco. Lotterie- Comptoi«" 8W, Beuthstraß« 2, Hien« ei«« Beilage zum Berliner Volksblatt. Ar. 171 Zonntag, de« SS. Juli 1886. 111° Ifchöö, zokales. Ueber Roseufeste in der Mark schreibt der„Bär": Wer um die Pfingstjeit oder in den ersten Sommermonaten «nei der Dörfer im flreise Beeikom Storkow der Mark L'.an- dendurg, bei Llibben in der Niederlausttz»c. besucht, der merlt iuweiten auf einem Plave in oder bei dem Orte einen mit Mumm umwundenen Mastbaum. Da» ist der sogenannte xRojenbaum", der nach Klöden schon vor vierhundert Jahren »> diesen Gegmden aufgerich-et wurde und seinen Namen daher fuhrt, datz man ihn mit Rosmguirlanden schmückte, was jrtzt ginbin g» nicht mehr immer geichieht, da auch andere Blumen ZU gewählt wrrdm. Doch der Name ist geblieben und da» deff n Mittelpurckt er bildet, wird noch hrute die Rosen- ,.—seier arnannt. Ehemali wohl zur Begrüßung de» wieder« «hrenden Frühling» degangm, ist fie heute ein F-st für die �mrchsene Jugend. Im herbst wird eine 30 dt» 50 Fuß hohe Mie aus der Dorfheide geholt, von der Rinde defreit und M Winter über durch Wind und Wetter so getrocknet, daß N hol, eine weiße und glänzende Färbung annimmt. Ist «er Tag ver Feier bestimmt— die Nachbardörfer folgen ein» ®ider an den Sonntagen von Pfingsten bi» zur Ernte, da bei Kmchzettiger Feier keine Gäste au» anderen Orten theilnehmm würden,— so kommen die jungen Burschen und Mädchen bei j*m Gastwirrh schon einige Abende vorher zusammen, flrchten Zter R.Sn,e und Guirlandw, wozu ste Laub, Blumen und »ioo, au» Wald und Gärten geholt haben, und am Vorabend j-* F sttage» firdet die Schmückung de» Baume» statt. Seine spitze erhält eine eiserne Stange mit einem Fähnchen, auf «m CU Worte stehen:„Der Jugend zu h!" oder„ES lebe ru. �uatnl) 1"! unter der Fahnenstange wird auf der eigent- «wm Spitz« de» Baume» eine hölzerne, auf allen Seiten mit ganzen behängen« Krone angebracht und die Stange selbst R" ihrem oberen Ende an dt« auf ungefähr ein Drittel ihrer fänge mit Löchern durchbohrt, durch welche Querstäbe gehen, rbenfall» mit Kränzen behängen find. Am Sonntag »s>?5° il tragen dann die jungen Burschen die Stange Hause de» Gastwirth» auf ihren Schultern zu dem r�'st gewählten Rosenplatz, in deffen Mitte ein Loch iwi.'fi- Unter den Klängen der voraufgehenden Mustk- u>ok�..?ird der Baum in Gegenwart der ganzen Dorfbe« der i�. ft emporgerichtet und fest eingegraben; sowie einer « Männer einen Theil dieser Arbeit beendet, schwingt Baum T von ihm gewählten Tänzerin im Kreise um den Abend Diese» Treiben währt in der Regel bi» zum st-ben m, i.tm Festplatz, auf welchem Krämer mtt ihren Buden Niata� an �ie auSgeschäntt werden, die Kinder stch auf man. Niafa»»' srn ,," au»geschäntt werden, die Kinder stch auf man. und lt. belustigen und die Mädchen die jungen Burschen Pfeif», m? um von elfteren eingekaufte Gegenstände, wie Erndr,?** Ä' Mützen, Bänder u.dgl., würfeln lassen. Bei des miz. Nacht geht» nach dem festlich geschmückten Saal ja e? �?use«. wo ein„Ball" da» Fest deschließt, wobei auch in hl? oT auSgetanzt werden, hierbei wird auf einem mitten bei ä,?,ä?°um gestellten Stuhl ein Feuerwerkskörper angebracht; »°? UI>em der nacheinander um ihn herumtanzenden Paare fiillt der Sieg zu und e» erhält ein auf ge« ve.Än?� � Kosten angeschaffie» kleine» Geschenk. Früher »,?ttsten die Mävcden an die jungen Männer auch bunte �hinfen und Roscnsträutze,«owr diejelden»in Geldstück geben Wußten; in Ahrensdorf bei«»e«kow führen die Paare den Nrlichen Tan» um den Mast, ein Fähnchen in der Hand haltend, nacheinander au» und die Fahne wird weiter gereicht, sobald der S'amm einmal umtantt ist. Neuerding« wird an den meisten Orten auf polizeiliche Anweisung der Baum schon vor Beginn der Feier eingegraben, und in einzelnen Tölfern nur noch wenig im Freien getanzt. Ehemal» blieb der Rosen. bäum da* ganze I ihr über stehen, in Langewabl an der Fürsten- 5% vstcgte man ihn jedoch von jeher zu zerschneiden und die einzelnen Stücke an die Festtheilnehmer zu vertheilm. Zuweilen wird oben am Mast auch ein hölzerner Vogel, der sogen. Kukuk, angebracht, von dem die Leute in Golm, sobald « stch knarrend dreht, sagen:„Der Kukuk schreit!" wa» für bie zufallig dabei Tanzenden al» glückdedeutend gilt. . Collen Mädchen vor dem zwanzigsten Lebentjahre Heirathen? Diele Heikle Frage halte die Zeitschrift„Schöne viaue Donau" in Wien aufgeworfen und ihr„Konversation»- »wriner" zur Beantwortung zur Verfügung gestellt. Au» den vmtwortm theilen wir folgende mit: »,— Wenn ein Mädchen glaubt, vo: dem zwanzigsten �"Hre den„Rechten" gefunden zu haben, soll e» Heirathen, KerUner Sonntagsplauderei. .&• C. Die Saison ist todt— wohl«och niemal« war tief durchdachte Wort wahrer und anwendbarer al» " viesem Jahre. Soweit da» suchende Auge reicht, erblickt '"'ch'». wa« da» J-teresse länger zu fesseln im Stande m iL ist abgestorben, Alle» drückt die Hitze nieder, Wuschen und Ereignisse sehen so trübselig und matt au», m,'üsteten sie sich zu einem Schlafe, wie einstmal« im bi» ilfn iüe verwunschen« Prinzessin Dornröschen. Selbst i,�>chw,rsten Gewttter mtt krachenden Schlägen und rollen« Jss, Donner können un» physisch keine Abkühlung ver« tö»' ,m politische» Lebe» hat t« den Anschein, al» überhaupt kein remigendet und erlösendes Gewitter mrblose», monotonen Horizont erhelle» und klären. fc.®ttli« ist nicht zu Hause, Berlin befindet sich in der °ll»«rfrische, selbst die au«daueradsten Volktbeglücker tia«.**5" glühende« Atphalt mtt de« Gebirge, dem schat- i,?? Wald oder dem kühle« Meeresgestad« vertauscht. Nur i S?°rt oder erfährt man etwa», wie e» draußen zugeht; 0. 5-'" fast, al» ob die Menschen den Schlaf, den die leb.* Mutter Natur manchen Thier«« für den Winter ver« m Sommer abhielten. Di« Zeitungen ttsche« Geschichte» auf, welch« un» unsere Großmütter er 5." stille» Winterabende««. zählten, und ) gjf f° Leser lächelt verfländnißinnig, er weiß eben »d h°ei � lrdem Jahre die Cholera angekündigt wird u» Fu.5 ier Zeit der größte» Hitze, eigentlich wohl (ettb.a j',.0.01 dieser Mafleamörderi», etwa« Nennen»- dlück»>5, passire» kann. E» ist nur«in wahre» ZsgpLRWM — wenn nicht— soll e» warten. Eine die schon über zwanzig. — Darf eine Großmutter mitsprechen in Fragen der Liebe? Da» Gemüthsleben zählt nicht nach Jahren! Ist ein Serz reif, fest, muihig— und erkennt e» staunend, daß sein Glück, seine Welt, sein Hoffen an einer einzigen theuren Gestalt hängt, und breiten fich die geliebten Arme au», dann möge fie ruhen an diesem Herzen für immer. Männerliebe hat keine Grenzen. Welkt eine Blume, so steckt der Mann eine frische ans Herz. Der Frau bleibt ein doppelter Schild gegen die Verbitterung: Die Erinnerung und die Hoffnung, daß der Abend de» Leben» mtt seinen Schatten, der die Runzeln deckt, den Flüchtling heimführen wird! — Ich habe mich im sechszehnten Jahre mit meinem Gat« ten verlobt, ein Jahr darauf feierten wir unsere Hochzeit, und seither leben wir glücklich und zufrieden miteinander— glücklich und zufrieden bi» heute, wo ich schon nicht mehr sehrjjirn über mein Alter nähere Auskünfte ertheile und für sechi Paar diverse kleine Füße Strümpfe stricke. Natürlich will ich al» Einzelne die gestillte Frage nicht entscheiden, aber mein Votum werfe ich in die Wagschale:„Unter zwanzig Jahren". Jeanette Horn. — Ich bin zwar' längft schon zwanzig Jahre alt und die vielfach bekannte Stell« de» Gedicht«:„Dreißig, dreißig und noch immer Mädchen beiß' ich" wird wohl über kurz oder lang auch für mich die gehörige Anwendung finden; trotz alledem bin ich aber keine verbissene alte Jungfer, und da» G-schick meiner Mitschwestern geht mir eben so nahe zu Herzen, al» od e» fich um mein eigene» Looi handelte. Sans rancuve, meine Damen— aber ein sehr junge» Wesen stellt noch zu viele An- forderungen an die Welt, um im engen Kreise der Häuslichkeit sein alleinige» Glück zu finden. ES gehört entweder sehr viel Lieb« oder entschiedene Selbstverleugnung dazu, damit ein Mäbch-n „unter zwanzig Jahren" gern den verlockenden Reizen deS gesellschaftlichen Leben» für immer Valet sage, denn nicht jeder Gatte hat Luft und Mittel, um auch fürderhin allen modernen Phantasten seiner jugendlichen Ehehälfte widerkpruchSlo» nach- zugebm. Da» eh-iicke Leben ist eine ernste, heilige Sache und die junge Braut muß bedenken, daß ein neue» Heim auch bi»- her ungekannte Sorgm und Pflichten bringt, die man nicht zu gering achten darf, damit da» gemeinsame Glück nicht eben so rasch entfliehe, al» e» gekommen! Darum, Ihr jungen Mäd« chen, tanzt, fingt und vergnügt Euch nach Herzentlust, und wenn endlich da» Leben Euch jene Reife verliehen hat, daß Ihr gem freiwillig auf Flitter und Tändeleien verzichtet, so trachtet, ergänzend und beglückend in da» Streben und Wirken Desjenigen einzugreifen, der fich Euch al» MUgenoffe in Freud und Leid angelobt hat! — Ich schließe mich den bestehenden polizeilichen Vor- schriften an, die den Frauen vom vierzehnten Lebensjahre an zu heirathen gestatten. A, E. — Ja, vor dem zwanzigsten Lebensjahre, wenn das Mädchen einen absolut nicht üier fünsunddreißig und unter zwanzig Jahren, womöglich aber in der Mitte dieser zwei ÄlterSklafflN stehenden Mann bekommen kann, der fie aber wirklich lieben muß, und ihm die Mittel zu.Gebote stehen, wenn nicht grade im Ueberfluß, jedenfalls aber gut bürgerlich sein junge» Weib zu erhalten, und ihr sodann möglichst»iel Zeit opfern I ___,. � Eugen Fabian p. — Herr Gott, bewahre mich in Gnaden, Daß e», im Falle Einer wirklich beißt: „Papa, ich mag nicht" oder ähnlich heißt I So rasch al» möglich— fort mtt Schaden I Vater von 6(sechs) Töchtern. — Wenn stch Einer findet, der um die Hand der betreffen- den Dame anhält, ganz entschieden vor dem zwanzigsten Jahre, sonst nicht. Straßdurg i. E., 18. Juni 1336. Moderinghausen, otud. med. — Ich kann meinen Mitb.'üdern, die mit offenen Augen in die Ehe rennen wollen, nicht dringend genug rathen, stch wenigstens nicht— wie die» so häufig geschieht— dem erstbesten blau- oder schwarzäugigen Backfisch zu überantworten. Ich g'aube zwar, daß ein Mädchen mit sechzehn Jahren genau so durchtrieben ist, wie mtt zwanzig, aber ein höhere» Lebensalter stumpft ihm doch ein wenig die Krallen ad. Erst das Leben nimmt den Mädchen den Größen- und Schönheitswahn und lehit ste, daß der Mann noch eine andere Bestimmung habe, al» ihnen Artigkeiten zu «ine ganz ähnliche Geschichie auf,«an erzählte sich auch in der Zeit de« Hochsommer», daß in de» EiSwerke» am Rummelsburger See der Ei»wurm ausgebrochen fei, der mtt seltener Gefräßigkeit da« dort aufgestapelte Ei» zu fich»ahm, und merkwürdiger Weise nur Sägespähne von fich gab. Also der Eisenwurm, der in diesem Jahre soviel schöne», reine» Druckpapier zu elender Makulatur verwandelt hat, kann fich wohl kaum de« Vorzuge« unbedingter Originalität rühmen. Nichtsdestoweniger hat jeder Mensch die Pflicht und Schuldigkeit, fich über die die»- jährige Bereicherung der Naturgeschichte zu freue», den« ohne diese« Wurm wäre die ärgste Zett der saure« Gurke für manche scheerenbewaffnete Mensche» nur sehr schwer zu überstehe« gewesen. Um so erfreulicher ist«» iu dieser stille« Zeit, wen« sich einmal eine Zeitung zu eine« wirklich herzerfrischende« Aeußerung hinreiße» läßt.„Die Zügellosizkeit und Fäulniß," so jammert da»„Christlich-soziale Korrespondenz- blatt" de» Herr« Stöcker..ist im Allgemeine» gleich groß unter Studenten und Offiziere», unter Kaufleute» und Be- amten, unter Handwerkern und Arbeiter», in der Stadt und ans dem Land«: nicht nach Stände», sonder« höchsten»«ach Gegenden und Orte« ließe« fich einige Ausnahmen machen." Wa» würde man wohl mit einem Mensche» anfangen, der nicht die.Ehre" hat, für da» Organ de« Herrn Stöcker schreiben zu dürfen, anfange», wen« er es wage« würde, sich in ähnlicher Weise über die Herren Offiziere und Be- amten autzulasse«? An de» waldumstandene» Ufer« de« Plötzensee« dürfte er«achdenken über de» Unterschied, der »wische« Organe» verschiedener Partettichtungen besteht, Reit und Grbsen würden seine tägliche Nahrung sein und die trauliche Kleidung de» Verbrecher» würde seine« Körper schmücken�rd täglich schwerer, eine» koste«. sfli-ti Aufenthalt in de« wundervollen Halle» von Plötzensee zu erhalten. Die Technik schreitet in einer Weise vor. daß sagen, ihnen die Hand zu küssen und Shaw! und Sonnenschirm nachzutragen. Dr. Joh. R. v. K. — Ihre Frage kommt für mich gar nicht in Bettacht. Giebt e» denn üoerhaupt noch Männer, welche heirathen? Eine äagstliche Mutter. — Vor oem zwanzigsten Lebensjahre? Nein, nm in Au». nahmefälle«. Karola. — Sollen Mädchen vor dem zwanzigsten Jahre heirathen? Gewiß sollen fie da»!! Man nennt un» ja allgemein da» zarte Geschleckt, da» in allen Lagen de» Leben» einer klästigen» männlichen Stütze dedarf. Glauben Sie nicht, geehrter Herr Redakteur, daß eine junge Pflanze fich eher an den Stamm, der ihr Schutz und Schirm für» Leben sein soll, anzuschmieam weiß al» jene, die festen Fuß gefaßt hat? Beschützen, lieben und leiten wollen ja die Herren der Schöpfung ihre Frauen, und da»'ist ihr Rrcht und ihre Pflicht. Die» ist die unmaßgebliche Meinung einer sehr glücklichen jungen Frau, welche bereit» mit ach!>ehn Jahren gehrirathtt und die» keine Minute dereut hat.(Ohne Unterschrift.) Bambuerohrbnefe im Postmuseum Als Schreibstoff zu Briefen wird in der Jetztzeit fast allgemein da» Papier verwendet. Nur in einigen Gegenden ist daneben noch heute die Benutzung anderer Schieidstoffe gebräuchlich. So wird bei- spielZweise im Innern de» drilisch-indttchen Kaiserreich» noch vielfach das Palmdlatt an Stelle de» Schreibpapier» in Ver« wendung genommen, und die indische Poftverwaltung hat fich sogar genüthigt gesehen, auf Palmdlätter geschriebene Briefe zur Beförderung zuzulassen. Weniger bekannt al» die Benutzung de» Palmdlmte» al» Br'eflchreibstoff ist die gleichartige Verwendung de» Bambuirohr», wie ste stch bei den Eingeborenen der Sunda-Jnseln findet. Einige Exemplare von Bambusrohr. hriefen, welche von der Insel Sumatra stammen, befinden fich seit kurzem in den Sammlungen de» R ich» Postmusenm» in Berlin; dieselben find das G schenk etne» Deutschen, welcher seit Jahren al» Verwalter einer Plantage hei Deli an der Nordostküste von Sumatra ansässtg ist.— Die Schrift auf dem Bambuirohr ist, wie wir dem neuesten Hefte de»„Archiv» für Post- u. Telegrophie" entnehmen, in der Weise hergestellt, daß die Buchstaben mit einem spitzen Instrument, einer Art Griffel, in die äußere Rohrschicht de» Rohre» eingeritzt find. Da da» Bambusrohr durch Trocknen hart wie Stein wird und die Schale drffttben fich nicht leicht ablöst, so ist die Schrift auf dem Rohr ziemlich haltbar. Zwei der im Post. Museum befindlichen Exemplare dieser Briefgatlung find söge« nannte Drohbriefe. Die Eingeborenen auf Sumatra find be- sondn» gegen fremde Anfiedler äußerst mißtrauisch. Wenn fie fich von denselben im Handel, bei geleisteten Diensten ac. über- vortheilt wähnen, so nimmt der Benachl heiligte zumeist seine Zuflucht zu Gewaltmitteln, zu feindlichen Angriffen, Uederfällm und Brandstiftung. Bevor jedoch die Eingeborenen»u solchen GewaUmttteln schreiten, pflegen fie dem Bedrohten einige Tage vorher einen Drohbrief, in der Landessprache„Mussubringan" genannt, zuzufertigen, den fie Nacht» an einer in die Augen fallendin Stelle de« Besttzthum» de» Bedrohten aufhängen und in welchem ste ihre Forderung auieinandersetzen und bei Nickt. bezahlung binnen dreier Tage Mord und Sengen in Au» ficht stellen. Interessant ist die Fassung der beiden vorerwähnten Droh. bliese, welche ein Streiflicht auf den Charakter und Kultur. zustand jener Stämme wirft. Der im Dialekt der Tohah. Lattak», einem auf der Hochebene der Insel Sumatra wohnen« den Stamme, geschriebene Drohbrief lautet in deutscher Ueder« setzung wie folgt:„Wenn der Herr mir nicht die Dollars für Ret», die Dollar» für Scheuerndauen, die Dollar» für« Wald- roden zahlt, so werde ich morden und brennen. Fünf Jahre brennen, auch bei dem Fürsten der Berge mich dellagen und mich im Walde und im hohen Grase verbergen. So spricht Simuteh." Der im Dialekt der Karuh-Battak» geschriebene Drohbrief lautet zu Deutsch folgendermaßen:„Wenn Sidlank mir nicht meinen Lohn für den Reis bezahlt, so spricht Sigom- bang zu Siblang, so«verde ich seine Scheuern in Brand setzen, spricht Sigombang." Der letzte Brief namentlich ist in der That kurz und bündig und e» ist bezeichnend, in welch' un- zweideutiger Weise auch die äußere Form der Drohbriefe. welche mit Abbildungen von Lunten und Spießen versehen find, schon auf ihren meist recht ernst gemeinten Inhalt schließen läßt. Eine Hinrichtung im Jahr« 1817. Ein alter Märker erzählte unlängst in der„Voff. Ztg." einige» über eine Hin- schäft der Paletotmarder in recht ergiebige, Weise. Er» kühner Griff, ein wenig Unverschämt hett, da» waren diejenige» Kenntnisse und Eigenschaften, die man zum Be. trieb diese« mehr gefährliche» wie ehrenvollen Me'i«» «öthig hatte. Heute kommt nun irgend ein Techniker, dem e« möglich geworden ist, durch eine» äußerst sinnreiche» Apparat, der leider nicht näher beschrieben wird, Hut, Paletot, Regerrschirm in unlöslicher Weise an der Wand zu befestigen, der glückliche Besitzer solcher Kostbarkeiten kann den Schlüffel einfach in die Tasche stecken, und wenn er fich entfernt, wttd der Büffetier durch eine Klingel auf ihn auf- merksam gemacht, so daß nunmehr auch die edle Zunft der Zechpreller auf Jnaktioität gesetzt wttd. Da» ist Alle« ganz gut, aber würde e« für eine» findigen Ingenieur nicht ebenso verdienstvoll sei«, wen« er eine« Apparat erfinde» würde, der e» unmöglich macht, daß«n» sauer erworbene« Geld nicht für alle mögliche» unnütze« Ausgabe« de» Staates oder der Kommune au» de» Tasche« genommen wird? Würde nicht eine Schraube sehr segensreich wirke», welche da« Gegentheil von einer andere» sehr bekannten, die le'der endlos ist, bildet? Gegen de« Paletotmarder, den höchstwahrscheinlich nicht der Uebermuth zu einer verzweifelte» That ttetb», schützt man fich mit alle» Chckane», und wie ein erlösender Seufzer ging es von de» Lippe» aller Ueberzieherbefitzer; gegen Leute, die e« auf etwa« ganz Andere» abgesehen haben, al« auf unsere armselige Winterhalle, giebt e« jedoch kein Mittel, und kei« Techniker wttd e« so leicht finde«. E« ist die alte Sache von den kleine» und große» Dieben. Augenblicklich sorgt die Sonne am beste» dafür, daß so leicht keine Paletot» entwendet werden können. Im Schweiße ihre« Angtsicht» gebt die ganze Familie jetzt am liebsten in Hemdsärmel« Kaffee koche», und wer einmal Gelegenheit nimmt, jetzt einen der fast verschmachtende» Sommergärtk» zu besuchen, der beneidet die Dame» gewiß nicht, die bei 7-8.Schälche« Heeßen" die wichtigsten Familienereignisse bespreche«. Achtung, die vor sechSzig Jabren in Brandenburg stattfand. „Der ganze Ort«rar auf den Beinen; die Einwohner der um- liegenden Dörfer hatten fich ebenfalls aufgemacht, um einen Stebenmenschen vom Leben zum Tode bringen zu sehen. Die gesummte Garnison, bestehend auS der ynvalitenlompagnie Nr. 7 und einer Echwadron des 6, Kürassterregiment«. hatte einen KretS um da» Echaffot dicht vor dem gemauertm Galgen vor der Neustadt gebildet. Der Delinquent, ein Soldat der Jnvalidenlompagnie, hatte in der Trunlcnheit«in Kind seines Nachbar» getövtet. DaS G-richt hatte ihn«im Räsern von unten herauf verurtheilt. Ein Gesuch um Umwandlung der Strafe in Enthauptung blieb ohne Eifolm Die Schulen waren nicht geschloffen, standen aber leer. Wir stellten uns an der Klosterltrcde von St. Jacob au'. Schräg gegenüber stand die einfache Stadtfölsterdienstwobnung neben der Försterbrücke. Die einzige Tochter diese» B'amten lag mit einigen Freun binnen im offenen Fenster. Nach längerem Warten lam der Zug an. Der Führer de» ExekutionSkommandot war der Oberst z. D. Herr v. Welling, Unit an feiner S'ite ritt ein Lieutenant de» Kürafsteiregiment», der P-tnz von Echwarzburg Rudolstadt. Dann kam der Delirqient, leicht gefeffelt; fein G-stcht entstellten graue Bartstoppeln, er trug gelbe bocklederne Handschuhe und ging Arm in arm «ist dem Poltzeibiener Etchbaum; beide waren Krinas kameraden au» der Rhetnkampagne 1792 und von 1806 und 1813. Der Deliequent, Kirsch dein mit Namen, hatte e» «erschmäht, den hinter ihm hcrtahrenden, mit Strohdündeln versehenen Leiterwagen zu besteigen. Er war sehr erregt, wahr« scheinlich in Folge der in der Nacht zuvor eingenommenen Henkertmahlzett. und kocht, lebhaft erzählend, mit den Hand- schuhen in der Luft. Gerade al» er dicht vor un» vorbeischritt, ritz er fich von dem Eichbaum loS und sprang an da» Fenster, woraus die jungen Mädchen schauten, umaimte die Förster». tochter, gab ihr mit dem Stoppilbarte einen Kuß und schii«: „Den letzten Kuß, bevor ich sterbe!" Ein furchtbares Auf. Wetschen! Er aber nahm ruhig den Arm d's hinter ihm her« stürzenden Polizeidiener» und schritt seinem Schicksal entgegen. Kurze Zeit darauf sahen wir das Rad über den Köpfen drS Militärs in der Lust fich erheben, man zählte neun Mal. Mehrere Weibsbilder drängten fich durch die Versammelten, um ihre weißen Tücher in da» vergossene Blut einzutauchen. Ei war schaunlich, einen gesunden Menschen durch Z-rmalmen der Schienbeine, Schenkel, Arme, Brustbeine und Nackenknochen (letzteres nannte man den Gnadenstoß), langsam dahinsterben zu sehen. Da» Rad war vorher feierlich eingeweiht worden. Der Ober. Bürgermeister und Polizeidir-ktor in einer Person nebst 2 Stadtiäthen hatten sich in die Werkstatt eine» Stell machermeister» begeben, um durch drei Schläge mit einem Beile das in der Arbeil begriffene Rad zu heiligen." Vom Zettungswesen. Julius Cäsar, der römische Feld« Herr, dessen„bellum Gallicrun" so manchem Gymnasiasten Kopfzerbrechen verursacht, ist, wie wohl den Wenigsten bekannt sein wird, der Urahn der Redakteure. Sein Blatt halte den Tttel„acta diarna", der Inhalt desselben war den heutigen TageSdlättern aleich. Die Zeitung berichtet« nämlich die Uc« theile, Opfer, Wunder, Todesfälle, kurz, alle» Wiff-nswerthe. dai in der Stadt vorging. Die Berichterstatter, welche fich „actnarii" nannten, konnten mit den heutigen an Findigkeit welteifern, nicht» entging ihnen. Die Auflage der„acta dinrna" konnte allerding» mit derjenigen unserer Journale keinen Vergleich aushalten, ste schwankte zwischen zehn di« fünfzehn Exemplaren. Eins derselben wurde immer, gewisser- maßen alS Pflicht« xemplar, auf dem Kapital niedergelegt, die anderen zirkulirten durch die Stadt und gelangten dann in die Provinz. In Peking eristirt ebenfalls eine sehr alte Zeitung. Sie hat ihren tausendsten Jahrgang weit hinter fich und wöchentlich gelangt ste, auf ein große» Seidenblatt gedruckt, in die Hände der Leser. Al» dann Gutlendcrg die Buchdrucker. kunst erfand, da nahm bekanntlich die Literatur und auch da» Z-itungiwesen einen ungeheuren Aufschwung; man denke nur an die große Anzahl der Journale, von denen eine» der be« deuiendsten die Londoner„Tim£ dm, worauf wir hierdurch speziell aufmerksam machen nicht fertig." neckte ei» Dritter,„dm Fuchs hat«och hinter'» Licht geführt.". f „Wettet Ihr um«in Dutzend Flasche« Villanh«' j „Topp, die Wette gilt!' riefm die Anderm.» „Ich wünsche von Herzen, daß Du fie gewinnm Dicker, schon deshalb, um diesem widerwärtigen Scho"� dem ich 20 Gulden Strafgelder verdanke, ei» Schnippt zu schlagen,' seufzte der Prorektor. „Ihr erscheint also morgen pünktlich zum ermahnte der Bürgermeister.„Die mir nämlich ei» Fäßche» Austern aus Hamburg g' die wolle» wir m dem gepaschte» Weine laffm." wi „Et, da muß man ja Appettt bekommen," fihw* junge Assessor. f „Auf die Auster» oder die splmdid« Schwiegermu»� war die lachende Tegmfrage und stürmisch wurde«ui Wohl der gütige» Mama angestoßen., uf ■„Schmeck:'«, meine Herren?" fragte der«eugien� � antretende Wirth.„Gewiß I— ei» köstlicher SwlT� widerte der listig blickende Falstaff und»ahm de« bei Seite. Mitternacht war vorüber. Em klarer gestirnter � a» dem der Vollmond prangte, wölbte fich � � fchlummeradca Dorf. Es war»och kälter geworden der Schnee knirschte unter dm Trittm eine« hafifii schreitende» Grenzbeamte«. Plötzlich wurde die ttefe � durch hellklingendes Schellenläute« unterbrochm, lustige Kleeblatt, in dicke Pelze vermummt, sauste auf l � Schlitten heran, der dicht vor dem Schlagbaum „Wir haben nichts Steuerbare» I' riet der Bürger' dem fich nähernde» Beamtm zu.„Will mich � selbst überzeugen," war di« Erwiderung.«3% fnuff, Herren auszusteigen."„Verdammte Belästigung' t* der Prorektor; aber es half nicht», das Kleeblatt m v dm kalte« Schnee hinaus. Ws# Der Steuer kontroleur befühlte sorgfältig die � ß untelsuchte die Sitzkastm. griff in dm Futtersack, g.fif war nichts zu finde». Plötzlich verklärte fich 1*" V .Die Feuerwehr kommt! Da» ist ein Schauspiel, »efaze» in Berlin AlleS in Bewegung bringt. All« Fenster offnen stch und der wirklichen oder irrthürmichen Brandstelle vömen die Menschen in dichten Schaaren zu. Die in den ?.,,�en lagernde Rauchsäule der Dampfspritze, sowie der Brand- Mite zur Absp-rrung zuellende Schutzleute zeigen ihr den Weg. Zn jetziger Ferienzeit schwärmt die liebe Jugend in buntem Gewirr als Tiratlleurkette vorauf. Jetzt kommt in einer Droschke erster Klaffe, einen Feuermann alS Ordonnanz auf dem Bock, der diensthabende Brandmeister herangejagt und damit 'st die Situation auf ihren Höhenpunkt gelangt. Alle« beob> achtet jetzt seine Schritte. Aber mindestens in zwei von drei Fallen kehrt die Feuerwehr bereits zurück, während daS GroS der Schaulustigen daS Ziel noch nicht eneichl hat. Aber daS Ändert nicht, daß bei jedem Alarm der Feuerwehr fich daffelbe Schauspiel wiederholt. Aeltcste Sanitätswache der Louisenftadt- Adalbert- ße 10. In der Zeit vom 1. April bis 30. Juni 1686 det „achtS behandelte Fälle 107. Davon: In der Wache 38. Außerhalb der Wacb. 69. Hiervon: Innere Krankheiten 68, Wmrgische Fälle 35, Geburtshilfliche Fälle 4. Femer in der M vom 1. April bis 30. Juni 1886 bei Tage behandelte Fallt 321. Davon: In der Wache 217. Außerhalb der Wache % Hiervon: Innere Krankheiten 91, Chirurgische Fälle 221, Geburtshilfliche Fälle 9 Familien erwerben durch Zahlung o» AdonnementSdetrageS von jährlich 3 Mark den Anspruch M freie ärztliche Hilfe deS Nachts. Meldungen nimmt �onöjieti�' lOianienst aße 39, Wiest, Adalbert- Et» wüthender Droschkengaul hat auf der Haltestelle an de: Ecke der Bülow« uud Potsdamer straße am Mittwoch jwimiHog, wie schon kurz erwähnt, ein ernste« Unglück ange- -Alet. Der Droschkenkutscher Marzahn au» Schöneberg hielt out seiner mit zwei Pferden bespannten Droschke auf dem de- -nchneten Halteplätze und hatte die Pferde abgezäumt, um Men Futter zu geben. Kaum war da« eine der Pferd« d:n Saum los, al« eS wüthend auf da! ander« loSbiß. Marzahn »'ng an da« Pferd heran, um eS zu beruhigen, das Thier «?. indessen mit den Zähnen den Unterarm deffelben, hob M an demselben wiederholt in die Höh« und stauchte ihn, der mmerlich um Hilfe rief, auf die Erde. Die auf dem Halte- ra8 �befindlichen Droschkenkutscher und andere Personen eisten taUf' ober obwohl ein Schomsteinfeger dem Thiere mehrere IL««.* Hieb« mit einem Besenstiel gegen den Kopf gab, ließ U'lde dm unglücklichen Marzahn nicht loS. Erst al» ein Midedahnschaffner mit der Eisenstange, welche er zum Per- Moen der Weichen gebraucht, dem Gaul einm wuchtigen M gegen da» Nasenbein versetzte, ließ da» Thier seine Beute Der Arm deS Marzahn war durch da» Gebiß derart daß da« Fleisch völlig durchdiffen. und der Knochen war, so daß Marzahn sofort in das Elisabeths Kran- ist 8«f4aftt wurde, wo ihm der Arm amputtrt worden ae-Jt aülhmden Pferd« mußte ein Strick über den Kopf uetoh* werden, an dem e» nach Schöneberg in den Stall aus.�wu.d-. Niemand getraute stch, der Bestie einen Zaum «»uÄ�ittheilung de« Statistischen«mt« der Stadt 11. Fun»., den hitfigen Standesämtern in der Woche vom 251 Ek>,«»u inkl. 17. Juli er. zur Anmeldung gekommen: 809 St�s!..MNgen, 872 Lebendgeborene, 28 Todtgeborme, StnbWungen. 872 ISK' 4---6 to l.75 M., kleine Flundern 1,50-3 M, lack.»?Ä.l>roße fehlen. Aal 0,90-1,50 M. pr. Pfd. Rhein- M'-Ostfeelach« 1.20-1,50 M. pr, Pkd,. von 60 mittel Nlr frische feinste Tafelbutter»c. 100—105, feine LNbutt,, i 95-100�102, ll. 83-90, III, 78-83. Land- �""""" biS 60 M., Tilstter Magerkäse 18-23 M., Limdura.r i. 30—32 M., it- 20—25 M., Ramadour 30—32 M., rhcinischer Holländer Käse 20—22 Pf. schwer, 45—58 M., echter Holländer 65 M., Edamer l 60-70 M., Ii. 56-58 M. Französischer Neufchateller 17,50-18 M. per 100 Stück, Camembert 8,00 bii 8J50 M. per Dtzd. Eier 2,40 M. p. Schock. a und Obst. Pflrfiche per Kiste TOO-3,50, Kirschen Pf- per Pfd.. Blaubeeren 6-7 Ä. per Scheffel, Stachelbeeren 20-30 Pf. per Pfund, Pfefferlinge 7 Mark per Zsi'oer. Gurkm 3—5—8 M. per Schock, 8 grüne Wallnüffe �r,80,. Pf- P« vchck., Schoten 3-4 Mark per Scheffel. Ndlrabi 2,50-3.00 Marl per 100 Stück. Karotten 75 Pf., Lumenkohl 10-15, Erfurter 25- 30 M. pr. 100 Stück, neue Woffeln. weiße runde 4—5 M., Nierenkartoffeln 4 50 Mark, Mühkartoffeln 2,25 M., rothe 2,60 M., blaue 5,00 M. & i.90 iktlo, Himbeeren 25-30 M per Ctr., neu« Pflaumen rn ,P neue Birnen 25 Pf., neue Aepfel 25 Pf. per Pfund, �ineklauden pr, Kiste 2 00- 2,50, Weintrauben, blaue pr. Pfd. Aufheben der Wolldecken, währmd er ausrief:„LH, ***'st dm» da,?' «Unsere Wärmflaschm!' lautete die mürrische Antwort. Üi? bie find ja gar»«cht warm I' versetzte der Zollbeamte, n- Flaschen befühlend.—„Kein Wunder— bei 15 Grad »fl,e und»ach zweistündiger Fahrt I' gab der schlagfertige «"Meister zurück. dio. Psamte schim indeß durch diese» Lrgummt keine»- % vollständig überzeugt zu sein; da erinnerte fich der to, germc-.ster der früher erwähnte» Wärmflaschengeschichte L höhnischem Lächeln fragte er dm grimmm Grmz» ob er vielleicht wieder einmal versuchm wolle. Der A�t� schnitt ei» bitterböse« Gesicht und ließ von de» bie�,Hirpe» bestiegm wieder dm Schlitten, lustig knallte al» triumphire sie über dm getäuschtm Osfi« und pfeilgeschwind sauste» die fmrigm Braune» dem du»?, �vrfe zu. Z« der Schänke war noch Licht und 9),�" summende» Stimmengewirr schallte hinaus in die »Hali'�u» wäre geglückt I' rief herzlich lachend der Dicke. ist Rutscher, wir ttinke» hier»och ein GlaS Grog, mir übria-� �tehe» im Schnee barbarisch kalt gewordm.' Die tt blirt 9ene« ginge» fröhlich auf dm Vorschlag ei», und 3v*»cht bei einem Glase. Zstg,l Rosselenker wurde die Zett lang, er band die de» xlyi.uud trottete in die warme Küche. Da nahte, fich Haus-e.i � ben Lugm reibend, der tteue Knecht de» bie go'»uwüthiger Sachse.- Von Wohlwollen für �il' uameatlich für dm Trinkgeld zahlmde« >*, 2%«Mt. gab er seiner Güte sofort«»»druck, '»#6 Braune» liebkoste und ihnm vor- ? auch u£*%** auflegt,. Bei dieser Beschäftigung kam Nasche? Führung mit de» bereit« erwähntm Wärm- ÄÄMZMZ 1-1,50 M., weiße 60-80 Pf, Feigen pr. Korb 2.00-2,50 M„ neue Zwiebeln 4,50—5,50 M-, Zitronen 10-30 M. pr. Kiste von 260 Stück, neue saure Gurken 3,00—3,60 Mark per Schock. Wild und Gistüael. Rebe 60-75 Pf., Hirsche 35-45 Pf., Wildschwein 40- 45 Pf. p. Pkd.. wilde Entm 0,80—1,50 M-, Bekasflnen 30-70 Pf., wilde Gänse 1,10-250«. pr. Stück. Junge Gänse 3,00-4,50 M., junge Entm 1—1,50 M., junge Hühner 0.50-0.90, Tauben 30—45 Pf. per Stück, Poularden 4.o0-7 M., alte Hühner 1,00-1,40 M. Poltzetbericht. Am 23. d. M!S., Vormittag». wurde eine 46 Jahre alle Dorne in ihrer Wohnung in der Chauffee» straße vorgefunden. Nach einem hinterlaffm.« Briefe ist Gram übcr den kurz vorher erfolgten Tod ihrer Eitern die Beranlaffung d:S Selbstmorve» gewesen.— An demselben Tage, Mittag», stürzte ein Kellner, welcher fich im Garßen seine» Prinzipal« in der Rübersdorser straße mit Turnübungen d« lustigte, vom Reck und erlitt durch dm Fall so schwer« inner« Verletzungen, daß er nach dem städtischm Krankenhaus im FriedrichShain gebracht werden mußte.— An demselben Tage, Nachmittag«, fiel der 3 Jahre alte Sohn eine» am Engel Ufer wohnhaften Korbmacher» in den LouismstSdtischen Kanal, wurde jedoch von einem vorüderfahrmdm Schiffer wieder her- ausgezogen und feinen Eltern übergeben.— An demselben Tage, AbendS, wurde in der Nähe der Schillingstraße die Leiche eine» unbekannten, etwa 50 Jahre alten Manne« au» dem Landwehrkanal gezogen und demnächst in da» Leichen- schauhaus gebracht-!_ Gerichts-Zeitung. Zum erste» Male seit Eintritt der«ene« Gerichts- organtsatio« hat tn diesem Jahre während der GerichtSferim der Strafsenat de» Kammergerichts Termin anberaumt. ES ist die» ein Zeichen dafür, daß die RevistonSsachen, für deren Verhandlung das Kammergericht zuständig ist:„Die Re- vifionen au» dem ganzen preußischen Staatsgebiet, tn denen Verletzung von Landesgesetzen gerügt wird und die Revifionen in den Schöffensachen au» der Provinz Brandenburg" in erheb- ltchem Maße zugenommen habe. f Wegen Mißhandlung seine« Stiefmutter stand gestern der Schreiber Ludwig Gabel vor dem Schöffen- gericht. Er war am 17. März d. I. im angetrunkenen Zustande spät am Abend nach Hause zurückgekehrt. Er entdeckte, daß seine Taschenuhr nicht in seinem Zimmer hing und in dem Glauben, daß seine Stiefmutter fie an fich genommen hatte, wollte er in ihr Zimmer dringen. Die Stiefmutter wie» ihn hinou» und sperrte die Thür zu. Nun versuchte Gabel durch Gewalt fich Einlaß zu verschaffen und hierbei schlug er die Stiefmutter. Frau Gabel war aber nicht räch- süchtigen Gemütbs und all sie gestern al» Zeugin vor dem Richter erschien, erklärte fie, fie wolle nicht, daß ihr Stiefsohn bestraft werde, er solle aber die G-richtSkosten tragen, die Doltorrechnung bezahlen und mit 10 M. fie für die ausgestandenen Schmerzen entschädigen. Unter diesen Be- dingungen wolle fie den Sirafanirag zurückziehen. Lächelnd erwiderte der Richter, daß er fich mit diesen Verhandlungen nicht befaffen lönne und verlangte eine bedingungslose Erklä- rung. Di« gab Frau Gabel auch schließlich und da» Verfahren wurde darauf hin eingestellt. Sie schien aber sehr unangenehm überrascht zu sein, al» verkündet wurde, die Gertcht�kostcn habe derjenige zu tragen, der den Strafantrag gestellt habe. Soziales nnd Arbeiterbewegung« � Etu wahrer Kalturtampf. Manchester durch eine Wafferstraße mit dem Meere zu verbinden, ist ein alter Plan, der nunmehr aber zm Ausführung kommt. Die Aktien zu diesem Unternehmen, welches über 120 Millionen Mark lostet, find ausgegeben. Der Bau muß in vier Jahren vollendet sein und e« werden etwa 20000 Arbeiter dabei Beschäftigung finden. Der Kanal soll eine Tief« haben, wie der vuezkanal und 48 Fuß breiter sein, so daß die größten Ozeandampfer stch im Kanal deaegnen können, ohne daß längerer Aufenthalt ent- steht.— Das Piojekt, unter der Meerenge von Messine einen Tunnel herzustellen, geht j tzt auch seiner Verwirklichung entgegen. Die technische Möglichkeit ist nachgewiesen und die Vorarbeiten find energisch in Angriff genommen. C» läuft nämlich von Reggio nach Sizilien ein breiter unterseeischer Bergrücken in einer äußersten Tiefe von 160 Meter; in dem- selben, der au» Granit desteht, soll der Tunnel errichtet werden. Die Länge de» Tunnel» wird 4300 Meter haben. Die Kosten find aus 71 Millionen Frank» festgesetzt wordm.— Außerdem warten noch ihrer Vollendung- der Jflhmuskanai und der Kanal von Panama; ferner der Nordostseekanal— alle» Kultur- werke ersten Range». Die Lage der uieder-hetnisch-westfättsche« Elsen- iudusteie wird immer bedenklicher, viele Werke sehen fich zu Arbetterentlaffungen gezwungen. Die Dortmunder„Union" bat auf ihren Dortmunder Werken nicht weniger al» 300 Leuten gekündigt, andere Werte werden hierin folgen. Zu den Entlaffenen kommen nun auch die beschästigungtlssen er schmunzelnd eine Flasche nach der ander», um fie al«- dann, mit kochendem Wasser gefüllt, wieder sorgfältig an ihre» Platz zu legen— dann harrte er, im volle» Bewußt- sein einer gute» Thai, geduldig der segensreichen Folge». Endlich kam der Kutscher angewackelt, dem die Herren folgten.„Scheenen kutea Abend, meine Herrchen I' grüßte der höfliche Sachse.„'» Abend, Friedrich I"— ,Ach, du meine Gihde, ich heeße Sie ja gar»ich Friedrich— ich bin Johann gedoost, wie unser hochseliger König." Lachend über diese Naivetät»ahme» die Herren im Schlitten Platz. „Merken Se»och nischtl' begann Johann wieder. Der Bürgermeister melkte in diesem Augenblick allerdings etwa», den» er zog fluchend die Hand zurück, welche bei Einhüllung der Füße in Berührung mit de» Flasche» ge- kommen war. „Heilige« Donnerwetter I" rief er zornig,„die Flasche» find ja fiedenb heiß!" „Nu Sbe«!" grinste Johann vergnügt. .Aul' schrie der Prorektor,„ich verbrenne mir die Finaerl' „Ee müssen nur nicht d'rangreife», mein kute« Herrchen", belehrte Johann und hielt seine schwielige Rechte de» Herren erwartuagSvoll entgegen. .Kerl hast Du de« Satan im Leib«? Was ist mit de» Flasche» geschehen?' schrie außer fich vor Zorn der Bürgermeister. „Aber, mei kute» Herrchen, sei« Ee doch nicht so sehr« grob I" stotterte ganz verdutzt der so hart angedonnerte arme Bursche. »Ich Hab' Se ja wolle« eene heemliche Wohlthat er- weisen, ben* die Wermflasche» waren so kalt wie di- Ei»« zabben, und da Hab' ich fie Sbe« frisch gefüllt!' Erweise Du de« Teufel» Großmutter Deine Wohl- , baten!' donnerte der Dicke, griff wüthend nach der Pensche, knallte fie zuerst dem zum Tode erschrockenen Hausknecht um die Ohein und hieb dann so heftig auf die entsetzten Braunen daß diese in wilden Sätzen davoafiürmtea. Die Wärmflascht« waren mit dem geschmuggelten Ungarwei» gefüllt gewest». Arbeiter deS Walzwerke» Remy, über welche» der Konkur» ver« hängt ist. „Ein Ende dieser KrisiS"— so heißt eS im Liegnttzer Handeltkawmerbtttcht—„ist nicht abzusehen!"— �te Durchschnittslöhne tn dem genannten Kammerbezirk betragen bei den Fabrikarbeitern, deren eS dort 4811 giebt, bei etwa» mehr al» lOstündiaer TageSarbeit wöchentlich 8—12 M.! Die Ardetter der Hausindustrie haben eine längere ArbettSzeU und erhalten noch geringeren Lohn. Zur Krauenarbett. Aehnlich wie in Oderschleffen hat auch da« Oberbergamt zu Dortmund die Arbeit der in einigen Erzgruben des Kreise» Werden beschäftigten Frauen verboten„im Interesse der guten Sitte."— DaS kann doch kaum der einzige Gcund sein. DaS Verbot düifte auch wohl im Interesse det Familienlebens und der Kindererziebung, Im Interesse der Lage der Arbeiter überhaupt dienen. Wenn der- artige Verbote bezüglich der Frauenarbeit refp. die Beschränkung derselben durch die G-setzgebung erst geregelt wären, so würden fich die guten Folgen solcher Soziatreform bald schon zeigen. Die Zahl der in de« Vereinigte« Staate« geschiach« tete« Schweine delief stch in der Saison von 1885/86(September-April) auf 6 Millionen 300000 Stück. Der Werth aller au» der Union 1885 exporttrten Produkte der Schweine« schlächterei betrug über 63 Millionen Dollar», wovon allein 31 Millionen auf Speck, 23 Millionen auf Schmalz, 6 Millionen auf Schinken und 5 Millionen auf Pökelfleisch entfielen. Die riesige Vermehrung der Schweineheeiden in der Union auf über 50 Millionen Stück erklärt trotz der starken Zunahme der Bevölkerung den niedrigen Preis de» Schweinefleisches, der 1884 nicht höher war al» 1825. Streik. Nortorf. 21. Juli. Wie der„Holst. Cour." er- fährt, wurde dieser Tage von sämmtltchen zur Zeit hier be« fchäftigten Bahnarbeitern die Arbeit niedergelegt, weil der bis« herige Tagelohn von 2 Mark bei anstrengender Arbeit ihnm zu gering erschien. Auf Veranlassung de» Bahnmeister! Gauert, welcher eine gütliche Einigung nicht zu erzielen vermochte, traf noch am selben Tage der Königl. Bau« Inspektor auS FlmSdurg hier ein, welcher dm Arbeitern nunmehr einen Lohn von 2,80 M. pro Tag gewährte. Da die Arbeiter fich hiermit zuftieden erklärten, wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Die Banner Tischler hielten am 21. d. ein« Versammlung ab, in welcher deschloffen wurde, schon jetzt Beiträge für dm Streikfonds zu sammeln, da ein WtederauSbruch des Streit» unvermeidlich sei. Die im April mit den Meistern getroffenen Vereinbarungen werden trotz der bestimmten Zusage von dtesm nicht innegehalten, namentlich ist die zehnstündige Arbeitszeit in vielen W:rkftStten auf Verlangen der Meister längst wieder auf 12—13 Stunden ausgedehnt worden. Eine aus dem benachbarten Elberfeld erschtmme Deputation gab die Erklärung ab, daß auch in vielen dortigen Werkstätten von einer zehnstündigen Arbeitszeit nicht mehr die Rede sei. Unter solchen Umständen werde ein neuer Streik fich noth« wendig machen, und e» sei schon jetzt an der Zett, einen Fond» zu sammeln, um später dm Lohntampf mit aller Energie auf» nehmen zu können. In Halle streike« die Glasergesellen. Einige Berliner Glaser hatten fich verlocken laffen, die streikenden Kollegm zu ersetzen, bereuen eS aber jetzt auf daS Bitterste und Bitten die Berliner Arbeiter, nicht auf ähnliche Verlockungen hereinzu- fallen.„Wie viele wiffm— heißt e» in einem un» aus Halle zugegangenem Schretbm— machen die Glaser hier nur die Fenster und wir Bautischler wollm nicht dazu beitragen, daß die Glasergesellen hier in ihren Forderungen, welche berechtigt find, unterliegen wüffen". Die Feiieuhaner in Halle schreiben: Unsere Arbeit« geber haben den L-ipziger Tarif, dm wir ihnen vorlegten, unS nicht bewilligt, und wir haben deshalb die Arbeit eingestellt. Alle Sendungen find an unseren Kollegm Carl Mintz, per Adresse: Herrn Weide, Motttzzwinger Nr. 2, aufzugeben. Mereine und Versammlungen« De» Sachveretn der Mechaniker. Optiker. Uhrmacher, r{Ä». tÄK«ä» Sehenswürdigkeiten der Schwei,, wies darauf hin, daß ein großer Thetl der tüchtigsten Ingenieure. Archttetten oe. ehe- marige Schüler der schweizer Univerfitäten waren, und geht de» Näheren auf die dortigm Verhältnisse und Einrtchtuna-n in dm industriellen Städten ein. Er empfiehlt allen Reste. lustigen, deren Ziel die Schwei, ist, den Anschluß an dl, vor- «gm Vereinigungen. Weiter zollt Referent besonder» den Städten größere Beachtung, in denen die Arbeiter oben«- nannter Branchen Aussicht haben, in Stellung zu treten, und M KiZlletstn dort al« eine ziemlich gute. Reicher Beifall lohnte dm Redner. Eine lebhafte DiS'usston chloß fich dem Voltrage an. AlSdann beschloß die Ver« samm ung, ein Mitglied, welche» fich verschied-n-„nredl-che Handlungen anderm Mitgliedem gegenüber zu Schuldm kom- im Dezember da» Stiftungsfest zu feiern und dazu in der nachst-n Versammlung ein VergnügungSkomitee zu wählen, wurde angmommm.— Der Vorsttzende machte noch va�lif aufmerksam, daß am 4. August sämmtliche Fragebogm etng«. liekett werdm müssen und schloß sodann die Versammlung um ll1/« Uhr. ___--------------p--- ww;«V««**»*# W» straße 33, ab. Der Kasfirer Herr Schade erstattete dm Kaffm« dencht und wurde ihm Decharge ertheilt. Betreff» der Lohn« statisttl wurde dm Mitgliedern empfohlen, fich rege an der« selbm zu detheiltgen. E» wurde ferner tn der DiSkusston kon« staltet, daß von drei hieflgm Fabrikm ein und derselbe Artikel, in der einen Fabrik mit 24 M., in der anderm mit 16 M. und in der dritten mit 12 M. verkauft wird. Daß durch solche Differenzen eine Schundkonkurrmz hervorrgerufen wird, l,egt wohl klar auf der Hand, und ebenso, daß der Arbeiter durch Herabsetzung de» ArbeitSpreiseS denachtheiligt wted. Nach Erledigung interner Angelegmhettm und de» Fragekasten» wurde die Versammlung um 11 Ubr geschloffm. t Die Akademische liberale Vereinigung hielt vor« gestern in dem Domack'schm Lokale, JohanniSstr. 17, eine Ver« sammlung unter Vorfitz deS ReichStagSadgeordneten Hinge, Major a. D., ab. Gäste hatten Zutritt; jder Saal, der aller» ding» nur Hein ist, war überfüllt. ES war die letzte Versamm« lung de» Verein» vor Schluß des Semester», e» galt also, die studmttschm Mitglieder mit einer Fettenvermahnung nach Hause zu schicken. AIS Faftmprediger funairte der ReichStagSabge« orpnete Barth, der kein paffmdere« Thema gefunden hatte, ai» über dm„Zusammenhang der wirihschastlichm und poltttscvm Freiheit" zu sprechen. Und er sprach unter großem Beifall. Seine Rede war eine Wiederholung der landläufigsten Bngttffe gegen den Sozialismus, die nur durch die Naivetät auffielen, mit der fie ausgesprochen wurden. Eine logische Ditposiuon fehlte der Rede gänzlich. Die auseinander gerissenen Glieoer wurdm nur noihdürftig durch paradoxe Phrasen zulammengakiltet. Aus ein Paradoxon schien fich Herr Barth etwaS ganz befon« dere» zu gute zu halten und die studentische Jugend llaiichte auch stürmisch Beifall:„In dm Ungeiechttgtetten liegt der Reiz de» Leben»!»- daS�war die große Entdeckung, mit welcher der Redner dm Sozialismus mdgaliig vernichtete. „Der Sozialismus verlange Gerechtigkeit im witihschasilichen Leben; im Stampf uml Doftin herrsche allerdings Ungerechtigkeit; aber gerade die Reitungen fiten notbwendig, wenn dai Lebm nicht allen Reiz verlieren und in öder Langeweile er- sticken solle" so etwa wurde die Sentenz begründet. Nach dieser Auffaffung muß diejenige Gesellschaft alt die oollkom- menste gelten, in der Sklaverei, oder zum mindesten Leibeigenschaft herrscht; in ihr muß der Reiz det Leben» am größten sein, well da» Unrecht öffent- lich und zahllos ist. Die Theorie de» ReichStagtadgeordneten Barth verdient alle Beachtung; in ihr ist der brutalste Egoi». muS Fleisch geworden. UrdrigenS ist eS dem wissenschaftlichen Sozialitmut niemalt eingefallen, seine Sache auf die Aner- kennung einet Prinzips der Moral zu setzen. Diese Ernficht braucht man bei Herrn Barth nicht vorautzusetzen, denn er befindet sich in einer totalen Unkenntniß über die arundlegen- den Werke der sozialistischen Theorie. Daß er Laffrlle alt oberflächlichen Vielwisser oder so ähnlich bezeichnet, daß er da» ehe.ne Lohngesetz eine Entdeckung diese»„Agitator»" nannte, die von der Wissenschaft längst adgethan sei. mag ihm ruhig verziehen werden, et wird fich kein Mensch deshalb umsehen, daß er fich aber dm Satz leistete:„Für die Marx'sche Werththeorie muß erst der Marxistische Staat ge- schaffen werden"— verräth eine solche Unwiffenheu, daß man selbst Herrn Barth nicht zutrauen darf, er habe jemals im„Stapllol" auch nur geblättert. Die Maixistische Werththeorie ist die konsequente Dmchsührung und die Autbildung der Werththcorie Ricardo'«, det aroßen Bourgeoitökonomm und die„Waarengesellschaft", die kapita- listische Gesellschaft ist et, mit der fie fich beschäftigt und deren ökonomische Vorgänge fie erklärt. Et ist ein offenbarer Schwindel, dessen ffch ein ehrlicher Mann schämm muß, wenn Herr Barth so that, alt kenne er die Literatur de» Sozia Ii». mut, und wenn er schließlich den Studenten rieth, fich kritisch mtt den sozialistischen Theorien zu befassm, so mögen fie um alle» nicht die Person det Empfehlert zum Vorbild nehmen. Ja, die Studmt-n sollen fich mit der sozialen Frage befassen, so will es Hirr Barth, aber fie nur im manchesterlichm Sinne beantwortm. Sie sollen noch mehr:„Gehen Sie in die Ar- bell«' und Handwerkerkreise, machen Sie ihnen klar, daß fie aufhörm müssen, der Sozialdemokratie Heeretfolge zu leisten; bringen Sie ibnm die Einficht in die natürlichen Gesetze der Nationalökonomie!" Mit anderen Worten: Seien Sie Werbe- osfiziere für die deutschsreistnnige Partei. Nun, die Gefahr ist nicht groß. Wir find überzeugt, daß, wenn die Herren Studenten in vie Nationalökonomie so tief eindringen, wie Herr Barth, daß dann der gewöhnlichste Handarbeller, der de» Tagt zwölf Stunden arbeitet, ihnen gewachsen ist und ihnen die Augen daiüber öffnet, daß man den Hungrigen nicht dadurch sättigt, wmn man ihm klar zu machen sucht, et seien„natürliche", un- abänderliche Gesetze, denen gemäß sein Magm leer bleiben müsse.--- Die Versammlung wurde, all Dr. Lüttgenau als erster Redner in der Ditkusfion zu sprechen be- Sann, sofo.t aufgelöst, so daß dir Herren Studenten le Weisheit unverkümmert nach Hause tragen konnten— oder vielmehr zunächst nach dem„Löwendräu", wohin fich die große Mehrzahl begab. Caaratteristisch ist. daß, all die Auflösung erfolgte, die Herren Studenten dadurch zu protestiren suchten, daß fie lärmend„Nach dem LöwenbrSu" schrien.— Ruch eine Demonstration I München, 21. Juli, lieber eine große Volksversammlung, in welcher der Riichsta �abgeordnete von Bollmar seinen Wählern Bericht erstattete, berichtet die„Allg.Ztg." folgende«: „Eine sozialdemokratische Volktversammlung, die nicht polizei- lich aufgelöst wird, ist eine so große Seltenheit, daß die That- fache registrirt zu werden verdient. Hunderte von Partei- g, rossen, worunter wir die Reichttagtadgeordneten Auer und Viereck bemerkten, hatten fich gestern 8 Uhr Abend« im Gast« hause zu den Sieben Schwaben Schwabing, eingefunden, um den Rechenschafttdericht de» Abgeordneten für München ll, Herrn na Volmar über d e Tharlgkeit det Reichstag« in der Verstössen Sessto.r entgegen zu nehmen. Die Versammlung war von zwei Polizeiorganen überwacht und eine Diskussion nach dem Referat polizeilich verboten. Im Garten warm einige Gendarmen und Polizetdiener anwesend. Mit ziem. licher ObjektivilSt ließ Herr v. Vellmar die Thätigkett det letztm Reichstag» Revue pasfirm, einige sehr heftige Angriffe auf die.altung det Zenttumt fielen auf. Dabei erzählte v. Vollrar u- a. die folgende Kit jetzt noch unbekannte That- Sache. All nämlich v. Vollmar im Reichstag an der Hand de« lenoglaphischen Berichtet da» Benehmen de« Herrn Dr. Daller und Äonsorten im bayerischen Landtag geißelte, äußert« Windt- Horst, er könne fich auf dm Worllaut nicht erinnern, wethalb v. Vollmar nach seiner Reue die Gelegenheit wahrnahm, Hm. Wtndthorst den stenographischen Bericht zu überreichen. Statt steh hierfür dankbar zu zeigen, habe Ihn Windihorst ange schrien:„Ach wa», ich will nicht» mehr von Ihnen hören, St« greifm un» so bei jeder Gelegenheit an." Die Absttm. mung der Zentrumtleute über da« Sozialistengesetz bildete heute dm Hauptangrifftpuntt de» sozialistischen Redner«. Da« Beste, was die lrtzre Reichttagtsesflon geschaffen, sei die B«. rufung in Strafsachen und die Ermöglichung der Entfchädi- lung unschuldig Verurthellter. Der Redner erntete lebhaften etfall. Die Versammlung schloß mit der dedattelosen An- nahm« einer Rrsolutton, welche da« voll« und ganze Sinver- ständniß mit dem Verhattm v. Vollmar» bekundet." Zentral-«ranken und Sterdekasse der Male» it., Filiale Berlin W., Dienstag, den 27. Juli. Abend, 8 Uhr, Bersammlung bei Schmaar, Blumenthalstr. S. Verband deutscher Ztmmerleute(Lokalverband Berlin, Zentrum). Dienstag, dm 27. d. M„ Abend« 8 Uhr,«omman- dontenstraße 77./79, Versammlung. Tagesordnung: Vortrag, Verschiedmet, Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Freie Vereinigung der Sravenre, Ziseleure%., Monas, dm 26. Juli, Abend« 8'/, Uhr, Annmstr. 16, Versamm- ag. Tagesordnung: 1. Geschäftliche« und Aufnahmen. 2. Bibliothek- Abend und Auslegung interessanter Werke. 8. Verschiedene«(Kremserpattie) und Fragekasten. Der Louisenftädtrsche Be,irk»ve,etn„vorwärts" ver- anstallet heute eine Familim-Landportie nach Schmargmdorf. Treffpunkt: Potsdamer Bahnhof Mittag 1 Uhr. Die monatlichen Beiträge der Mitglicoer werden entgegm genommen: 1. bei Decker» Holzmarktgasse 3, jeden Sonnabend von 8 di» 10 Uhr; 2. bei Görcki, Admiralstr. 40, und 3 beim«asstrer Sündermann, GUschinerstr. 61. Der Vorstrnd ersucht die Mit- glieder, ihre Berlrage pünttlich zu bezahlm. Ztmmerleute: Versammlung sammtlicher Mitglieder der Lokal- Verbände de« Verbandet deutscher Ztmmerleute. Montag. dm 26. Juli, Abmdt 8 Uhr, im«onzerthause„San»- souci",«ottduserstr. 4a. Tagesordnung: 1. Bericht der Dele- aen vom 4. Handwerkertage zu Breslau. 2. Wabl der Er- nänner zur Ergänzung des Hauptoorstanvet. Quittungt- legitimirt. Unterstützungtverein deutscher Schuhmacher. Der neugewählte«asstrer det Verein» heißt nicht Runge, wie irr- thümlich in dem Bericht vorn 23. d. M. angegebm, sondern ltunze, und wohnt Rupplnerstraße 2. Abreisende Mitglieder haben fich det demselben abzumelden. Verein verliner Hausdiener. Montag, dm 26. Juli, Abend« 9 Uhr, Neue Grünstr. 28, Versammlung. Tage«. vrdnung: 1. Mittheilungen. 2. Bericht über da« Sommeisest. 8. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Referat über die bisherigen Leitungen de« Vereins und seine wetterm Ziele. 5. Frage- 'zuteressmverein der Stifte«« und«offermacher. G«. Bi lasse ne Mugliede.veisammlung am Montag, den 26. Juli, bmdi 8 Uhr, in dm„Armtn-Hallen,«ommandantenstr. 20. Tagetordnung: 1. Vortrag 2. Abrechnung. 3. Verschiedenet und Fragekasten. Mitgliedsbuch legittmirt. Die Harmonika-Arbeiter Berlins halten ihre zweite öffentliche Versammlung am Montag, den 26. Juli, Abend» 7'/, Uhr, in Meister's Lokal, Schönhauser Allee 161, ab. Srauken-Unterstützungsbund der Schneider(E. H.) Donnerstag Abend» 8% Uhr, Versammlung der Mitglieder in Gratweil't Bierhallm,«ommandantenstr. 77/79.(Siehe Inserat am Mittwoch). Verein der Parqnetbodenleger. Montag, dm 26. Juli, Abend» 8 Ubr, außerordentliche Mitgliederversammlung im Lokale Mauerstr. 86. Zentral- Sdranken- und Sterbekasse der Schuhmacher und verwandten Beruftgenoffen Deutschland»(E. H. 32). Montag, den 26. Juli, Nachmittag» 3 Uhr, in Skltem't Volks- garten, Hasenhaide, große« Sommersest zum Besten hilf«- bedürftiger Mitglieder, bestehend aus Militärkonzert und Ball. Die Staffeeküch« ist von 3 Uhr an geöffnet. Billett i 20 Pf. find noch zu habm det: Pap!-, Naur ynstr. 36; Burisch, Markutstr. 38; Wasewitz, Fruchrstr. 35; Heut«, Z.mmerstr 38; Ztesemer, Etchhornstr. 8 bei Hilgner, sowie in den mit Plakaten delegten Handlungen. Die Zahlstellen find Montag Abend ge- schlossm; Beiträge werden dafür am Dienstag, den 27. Juli, Abmdt, in den Zahlstellm entgegen genommen. Männergesangverei«„Schneeglöckchen" jedm Montag Abend im Restaurant Naunynstraße 78. Zttherklub„Amphton". Jeden Montag Abend UebungSstunde im„Stursürstenkeller", Poststraße 5. Vermischtes. Uebe» die Heftigkeit de« Gewitter« am letzten Donnerstag laufm au» verfchiedeuen Theilen Deutschland» Nachrichten ein, so wird au» Dresden unteren 23. Juli gemeldet: In ver- gangener Nacht gegen 1 Uhr trbte ein fürchterliches Unwetter über dem Dresdner Elbthalkeffel. Ein wvlkenbruch artigen Regen ergoß fich über«ine halbe Stund« und verwandelte die Straßen der Stadt in förmliche Gieß lache. Blitz folgte aus Blitz, Donner auf Donner. Wohl an 20 Mal hat et in Dresden« nächster Umgebung eingeschlagen, man hat jedoch nicht gehört, daß der Blitz irgendwo Schaden angerichtet hätte. Trotz de» gewaltigen G:witt«iS hatte fich die Temperatur nur wenig abgekühlt.— Dann vom Taunu»- Michelbach a. A., 23. Juli. Gestern wurden wir von einem schweren Wetter heimgesucht. Ein ungewöhnlich starke« Gewitter mit Hagel und Sturm entlud fich zwischen 4 und 5 Uhr über unseren Ort, da» großen Schaden anrichtete. Hagelkörner bis zur Größe eine« Taubeneiet haben so ziemlich die ganze Ernte zerstört. Weizm und Sommerftüchte, die zu den schönsten Hoffnungen berechtigten, find vollständig vernichtet. Weniger hat da« Storn, mit dessen Schneiden begonnen worden war, gelitten. Von dm Kartoffeln standen nur noch dle nackten Stengel. Der Sturm hat Dacher abgedeckt. Bäume zerrissen oder abgebrochen. Limbach bei Wehen, 23. Juli. Gestern Nachmittag gegen 5 Uhr entlud fich über Limbach, Strinz, Wallbach, Görsrotd und dm umliegenden Ortschaften ein schwere« Gewitter. Demselben ging ein starker Sturm voraus, der die Ziegeln von dm Däwern fegte und die Obstbäume wie dür:e Reifer knickte. Bald danach fing et stark an zu hageln. Die Hazellörner hatten meisten« die Giöße wie Taubmeier und fielen ungefähr zehn Minuten lang zur Erde. Die Fmsterscheiben wurden eingeschlagen, die Obsternte ist vernichtet, die Halmfrüchte find sämmtlich geknickt, die Kömer ausgeschlagen; die krautartigcn Pflanzen wurvm total zer- schlagen und somit find dt« frohen Hoffnungen der Landleute auf eine gute Ernte zu nicht« geworden. Pariser Bierlokale. Da« Bier erfreut fich in Pari» einer in fortwährendem Zunehmen begriffenm Beliebtheit. Zugleich mtt dem Bier ist auch die Sitte, die Trinkstuben „künstlerisch" zu schmücken, in Pari» eingezogen. Die Kneip. schilder zeigen die seltsamsten Namen und Darstellungen: „Zum treuen Schwein",„Zur tobten Ratte", ,Lur spinnenden Sau",„Taverne der Buckligen",„Schänke der Meuchelmörder" find allbekannte und besuchte Restarran!«. Da« Sckild am Wirththause„Zur Stadt Straß bürg" zeigt eine auf dem Schlachtfeld« getödtete Frau, welche von vier Männern in den Sarg gelegt wird, und die Unterschrist„bisrs de Strassbonrg". Der Witz liegt darin, daß biäre nicht blot Bier, sondern auch „Sarg" bedeutet. In der„Apolhekeiherberge" wird man von Apothekergrhllfen bedient, welche an einem Patronentaschen« Riemen dle bekannte Molisre-Spitze tragen. Andertwo kredm- >m all Königinnen gekleidete Kellnerinnen dm„boc" und werden mit den stolzm Namen Katharina von M-dici oder Maria Letzintka angeredet. In der Kneipe ,Lu den französischen Königen" steht Franz l. am Schanttische, Heinrich IV. läuft mit Bierseideln durch» Lokal und der„Sonnmkönig" ist Zahl- kellner. Im Bierhause„Zur Hölle" bedienen schwarze. rolhe und grüne Teufel. Ein Bierhaut heißt„Obsteaa d'lf", noch dem berüchtigten Staattgefängmsse bei Marseille; die Kellner heißen Kerkermeister und Schlüsselwart: Aulschristm wie„Zu- gang zu dm Zellm", nackte Wände, eine Zugbrücke und«et- tm vervollständigen die Illusion. In b«„Taverne du Bagne" find die Kellner all Galeerensträflinge gedacht und laufm mtt der Kugel am Fuße umher, auch die Gäste selbst werben alt Galeermsträflinge angesehen und angeredet. Kleine Mittheilungen. Rordhanse«, 22. Juli. Gestern früh ist in der Näh« de» Blankenheimer Tunnel» eine Dame überfahrm und so schwer verletzt worden, daß bald nachher der Tod eingetreten ist. Di« Dame, deren Name und Wohnort noch nicht hat fest» gestellt werden könnm, tmg schwarze Oberkleidung und Schleier, fie war mtt einem Billet für den Kourierzug Fankfurt o. M.» Berlin virsthen und hat diesen Zugauch gestern früh benutzt; ferner wurden bei ihr 2 Ringe, 75M Gold und eine goldme Uhr vorgefundm. Sie ist etwa 25 Jahre alt und war wahr- scheinlich au» einem durchgehenvm Wagen auf die Plattform getreten und in dem dunklen Tunnel herabgestürzt oder herab- gestoßen wordm. Sie hat dabei da« Na'enbein zertrümmert und eine Hautwund« am Auge erlittm. Di« Dam« hat fich dann aufgerafft und ist dem Zug nachgelaufm; doch kaum hatte fie die etwa 100 Meter betragende Strecke bis zum Autganae de« Tunnel« zurückgelegt und fich tm Freien befunden, all sie vom herandrausenden Güstener Zuge, der vor dem Einaana »um Tunnel eine Kmoe beschreibt, umzeriffm wurde. Der Kourierzug Nr. 7 kreuzt nämlich bei Blankenstein mtt dem von Güsten kommenden Zuge Nr. 186. Der Lokomotivführer diese« letzteren Zuge» sah auf dem Geleise eine Dame stehen oder dem Zuge entgegenkommen, et wurde sofort da« Bremtftanal gegeben und der Zug»um Stehen gebracht, leider aber war sollte, da» 107. Verantwortlicher Redakteur R. die Nacht. bivouak« bezogen. Am Dienstag früh traf fich da» Regiment mit dem 106. und dm beiden Zügen Reitern. Da* 106. Regiment mußte fich also früh gegen 4 Uhr stellen und dann den mehrere Stundm weiten Weg nach dem Uebungtplatze unter- nehmen. Anfangt ging Alle« gut, bis zum Abmarsch, der vo» U-bungtfelde det VormitiagS'/,11 Uhr erfolgte. Auf de« Heimweg stürzte zuerst ein Offizier, dann einige Soldaten, bi» im Ganzen vom 107. Regiment außer jenem Offizier 8 Mann, vom 106. Regiment 24 Mann vom Hitzschlage getroffen zu Boden sanken. Von den gestürzten Soldatm mußten vom 106. Regiment 12 Mann an bat Militä:lazareth in Gobli» adgeaeben weiden, 12 Mann konnten in der Käsern« zu Möckern alt Reoierkranke bleiben. Vom 107. Regiment, das also den Morgenmarsch erspart hatte, mußten 2 Mann int Lazarel« aufgenommen und weitere 2 als reoierkrank gemeldet werden. Etraßburg L E.. 22. Juli. Die„Straßburger Post meldet, daß in dem Pionierbataillon Nr. 15 die GenickstaM ausgebrochen ist. Ein Pionier ist gestorbm, zehn Erkrank« find in da« Lazareth gebracht worden. Et ist beschlossen worden, das Bataillon in die linksrheinischen Fort» zu ver- legm. Prag, 20. Juli. Siedzehn Arbeiter verwundet,(p großes Unglück ereignete fich auf dem Meierhofe H:oditz, wekta zur Herrschast Pardubitz gehört. Bei dem Bau eine« großen Kuhstalle« waren oberhalb de« Stallgewölbet sechzehn Arbeit«- im gewölbten Raum« vier Arbeiter beschäftigt. Da« GewSlde ruhte auf Traversen. Plötzlich erfüllte den Raum ein bo ängstigende« Krachen und tm nächsten Augenblicke stürzte d« Gewölbe in der Länge von 15 und in der Breite von 7 Klaftern ein, d:n größten Theil der Arbeiter unter den Trümmern d< grabend; fiedzehn von ihnen find mehr oder weniger verwundet Ein Tseil der Ardeiter konnte fich recktzeUig, durch daS Kra-ten aufmerksam gemacht, retten. Da» Unglück geschah in Fol?< det Einstürze» einer schlecht fundirten Hauptmauer. Die fW gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet worden._. Wien, 22 Juli.(Selbstmorde au« Roth.) Gestern No» mittag» um 4 Uhr wurde in der Nähe der Militär. Schicßfl� im Piater der in Neu-Leopoldau Nr. 187 wohnhafte Taglöd� Eduard Kehlrr. 35 Jahre all, an einem Baume erhmv«jj gefunden.— Einige Stunden später fand man auf einem W länder der Kronvrinz-Rudolpht drücke einen braunen Rock, braune« Gilet, einen Hut, einen Regenschirm, einen Verstk� schein und mehrere auf den Namen Franz Brut lautende karten. Es ist wahrscheinlich, daß der Eigenthümer dw° Effekten seinen Tod in der Donau gesucht hat.— G«stZ Abend sah ein Fischer in P'eßducg am rechten Donauufer>> den Schiffmühlen, wie ein Mann, der eine Zeit lang hn% irrte, fich plötzlich seine» Rockes und Hute» entlelngte, A Waffer sprang und verschwand. Auf dem Ufer fand man W» einen Zettel, welcher die Worte enthielt:„Joseph Wag*i wohnt Neubau, Bandg-.ffe Nr. 1, ebenerdig." Au« vem»k gegebenen Wohnorte ist thatfächlich seit Sonntag der 64jahlls Wollwirker Joseph Wagner, der dort bei seiner Schw* wohnte, abgängig. Die letztere erhielt gestern au» Vreßrs? einen Brief von ihrem Brud-r, in welchem derselbe onjA Friedrich Spielhagm.— Verbrecher und Verbrechen � Karl Lübeck.- Elektrische«.- Zur Reform de« Mittels wesmt in Deutschland und Frankreich— Literarische J"'. stau: Da« Recht der Frau.— I. Frohschammer, Uever, Organisation und Kultur der mmschlichm Gesellschaft.—' della L. Bird, Der goldme Chersonet.— Notizen:. Branntwein-Lrcnnereien.— Sine Revolution im Jaiereisi Jnternationalität._ Letzte Nachrichte». Der PrSstdent det dänische« Folkething. Vrtfl-g, nach Berbüßung der ihm zuerkannten s echt monatlichen � fängnißstrafe au» der Haft entlassen wordm. Von � Komitee, bat fich für eine zu Ehren Vergt zu veranm". öffentliche Fei« gebildet hatte, ist. nachdem die VeranM einet solchm Festet sowohl tmThi«garttn wie in von dm Behörden verbotm wordm war, nunmehr»njjc! hallung de« Feste» In Marienlyst bei Helfingör W®1 worden.. as Zur englische« Aabinettbtldung. Der„Bf' � meldet man von gestern au» London: Salllbmy hatte.si � Berathungen mit Mitgliedern de» frühnen Torykadw? uff geht beute nach Otdome zur Königin. Er soll ml da« Ministerium det Auswärtigen nicht wieder mtt dew�A de« Premierminister» zu wtdindm. Die abtrünnigen r> f beschlossen endglltig, fich d« attiom Theilnahme an j gierung zu enthalten, um in allen im Laufe der stehenden Fragen freie Hand zu behalten._ � Der Kongosraar hat Frankreich gegenüber if*- f Verhandlung in Betreff der Brenzregulirung obg(i(% � fern Frankreich die schtedtrichterliche Entscheidung nW. nehme...j ss Dne-Onereti. der Vnurtheilte von Decazeville. pl der Nedaktilw.� . ,H-* j Nur wmn dem Mdchen eine Ralf fMMMI wandten der Herrschaft die KanNiauna tu erklären. Iö tr Ersuhei« in»erlin. Druck und Vnlag von«ax »ÄM, Sä% Schlofen benutzten Stube etwa» mtwmdet wird. Sie nachweisen, daß Ihre Wirthtleute dm Diedsteb'�� ziehen. Sonst dedarf et da Sie monattweise gem der Kündigung am 15. eine« Monat»»um nf Veim Sil vm sichtig, wmn Sie gegen Ihre«t Schlakqenossm vm Vndacbt de« Diebstahl» ,». W. 10. Da Sie dm Leihkontralt ohne satz untttschriebm habm, könnm Sie unmitKlvar desselben veiklaot werben, ohne daß Sie vre "'rer Schwestn beanspruchen können- Die Adresse ist uns nicht dekanni- 2. In Berlin 8W. Beutbstraß« 2.