Kr. 18a DonnerKag, de« 5. Avgust 1886. ÜL Jahrg. SerlmrVMKll Ilra.ni für dir Interesscil der Arbeiter. 4 Das �Berliner«olksilatt« «fättot täglich SXotgcni avtzer»ach Sonn- und Festtagen. AbonnemmtSprei» für Berlin frei Haus vievleljährlich 4 Marl, monatlich 1,30 Marl, Wöchentlich 55 W. Postabonnement " Rmt Eimeine Rummer 6 Pf. Sonniags-Nummer mit der Mustrstten Beilage 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitomglpreisltst« für 1886 unter Rr. 769.) Jnsertiousgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petttzelle oder deren Raum 40 Pf. Nrbeittmarlt 10 Pfenni«. Bei größeren vusträgen huder Rabatt nach Uedereinkunft. Inserate werden bis 4 uh» Rachmittags in der Srpcdition, Berlin 8W, Zimmerstraße 44, sowie von alle« Annoncen- Burraux, ohne Erhöhung de» Preise«, angenommm. KedaKtio«: Keuthstraße Ä.— Grpeditto«: Zimmerstraße 44. Im Dudlunmtftu. . Der«»glückliche Ausgaug, de« so viele Zweikämpfe in lehte» Zeit gevomme», hat de» berühmte« Kr,mi»aliste» �»fessor von Bar z« Göttinge» vera»laHt. fich— i» der L�kntfchen Revue"— über da» Dnellwese«»« äußer». ��er anges«he»e und einflußreich« Gelehrt« verwirft de» fWtUüwpf prinzipiell und das will bald etwa« heiße» i» M« Zeit, da das Gel«hrte»thum stet» bereit ist, die Re- Mn« seiner Forschungen«»d seines De»ke«s der herrsche»- Tage« strömung«»zupasse« und fich zum Die»« all« Süchtigen zu mache«. ,, t Da, Duell von heute— da« ernste Duell und«icht die fWhnliche„Pauk-rei" d« Stude»te»— ist«i» U-berrest d« �»elalterl'chen Gottesurtheil« od« Ordalie». W«, gleicht auß« de« Freunde« des selige» Pastor äk» a a k, VAbt heute«och dara», daß durch ei» söge»»»»!«« Gottes- Ml die Schuld od« Unschuld ei»«« S»g«klagte« er- w«de» W««e? Man wird ab« ebensowenig eine« heftige» Grund dafür anführe» könne«, daß eine v«. Ehre durch et««« Zweikampf gesühnt werde, könne, f* so wenig«, als es ja gar nicht selten ist, daß g«ade r* in sein« Ehr« Gekränkte im Zweikampf getövtet od« Rundet wird. , H«r von Bar, der den Zweikampf als solche« v«- weist»ach, daß diese Unsitte niemals mtt Gr- walt hat beseittgt w«de« können. Auch die schärfste» ?'setze, welche da« Duell mtt Todesstrafe bedrohten, stad unwttksam gebliebe». Das geht gewöhnlich so, den» rat Verbotene hat immer eine» gewisse» und für e,tt�.e"«iderstehlichen Reiz. ®te, S"»« zum Zweikampf hat»ach Herr» von Bar ihre Wurzel in de» spezifisch germanische«««schauungen üb« die persönliche Ehr, und d«e« Bertheidigung, wenn sie verletzt ist. Da« scheint uns«icht ganz stichhaltig, den« bei de« Franzosen, wo doch diese spezifisch germanischen Anschauungen keineswegs florire» dürste», grasfirt die Duellwuth in höherem ® tftbe als bei uns, und namentlich das p o l i t i s ch e Duell wird dort in ein« Weise kultivirt, die bei uns kaum denk- bar ist. i Diese spezifisch germanischen Anschauungen von r Bertheidigung der persönliche« Ehre müßte», R"* M vorhanden find, als«in« direkte Hinl«- �isenschaft je«« ehrwürdige» Vorfahre» betrachtet k�k», die,»ie uns Scheffel zuerst berichtet hat, L»11 3� an beiden Ufer« de» Rhein« wohnte«, auf IoSea und ,imm««och eins" trnnke». Wir 2>« kräftigen Vorfahren sehr eingenommen, ob und d«e« i«««e B«anlaff«ng im wq»«« Ieuilleton. Spare« im Sande. Roman von«wald August«önig. [15 »i«> Ä->-»f M, MNHN. KU � Plni. L0t' Baron von v«ga« will H�iatz vor dem Herrenhaus« mit einem eiserne»! Gttt« wird viel Geld kosten 1" ist wied« einmal eine Gelegenheit, ,u zeigen, ""■"■ ie«unst war und es wieder kunstfinnigen Leute. Werth M und es«Äei %%%% L'.n'ia�ch fAchte. daß dies« Arbeit uns mehr«erger f*l», Paul, ab« ich setze nun einmal meine» neunzehnten Jahrhundert eine ernsthafte Begründung für da» Duell bilde» könne», ist doch wohl etwa« mehr als z»«ifelhaft. D« Unterschied de» Duell« von damals und heut« ist auch in seine» Wttkunge» sehr einleuchtend. Der Steg« wurde in jen« alte» Zett hochgeehrt und d« ve« siegt« kam,»ach dem Glauben setn« Volksgenosse», wenn««schlage« wtude, in die himmlische Wal- halla, wo ihm von goldlockize« Zangstauen d« Meth kredenzt wurde. Heut« ab« kommt d« Sieg« auf die Festung und d« Besiegte, wen»««icht etwa ge- tödtet worden ist, anch. Uat« diese» Umständen stellt sich d« angeblich« germanische Ehrbegriff denn doch ganz and«s dar. Heutzutage beruht das Duell nur«och auf einem Klassenvorurtheil Es giebt ja noch Leute genug, welche die aristokratische Weltanschauung für die beste halte» und dazu gehöre« viele bürgerliche Element«, die im Nachäffe« imm« groß gewesen find. Die aristokratische Weltanschauung, welche die Scheidewand zwischen herrschen- den nnd beherrschten Klassen möglichst hoch mache, möchte, steht auch im Duell ein Mittel zur schärfere» Abgrenzung. Sie»heilt mittelst de« Duell« die Gesellschaft in„Satts« faktionsfähige" und.Nicht-Satrsfaktionsfähtge" ei». Die erst««», die dem Zweikampf huldige«,««de« als von einem höh««» Ehrbegriff«füllt betrachtet, als die A»d«e«. Darauf beruht heute da» Duell und«icht anf d« An- lehnung an«ine altaermanische Anschauung üb« persön« liche Ehre. Ueberrefl der alten.Gottesgerichte" find die Duelle in d« äußeren Form; die Grundlage hat fich natür- lich»«ändern müsse«. Herr von Bar spricht fich für streng«« Bestrafung de« Duell« au« uud erklärt fich uameutlich dagegen, daß die Duell« imm« nur mit Festungshaft de- straft w«de«. Auch meint«, man müsse bei d« Feststellung de« Strafmaßes die mehr od« minder böswillige Anstiftung in Bettacht ziehe». Damtt find wir einverstanden und wünsche» nur, daß die betteffende« Abänderungen de» Sttafgrsetzbuchs«icht allzu« lange auf sich warte» lasse» möchte«. Wen» aber Herr von Bar meint, daß auch die M a ch t der öffentlichen Meinung nicht im Stand« sei, das Duellunwese« zu überwinde«, dann müssen wtt sage«, daß wtt entschiede« and«« Anficht find. Die öffentliche Mei- »uag ist es gerade, welche die Wurzel« de« Duellwesen« theilweise schon ausgerottet hat. Die öffentlich« Kritik, die «ach ein« solche» Affäre kommt. die die einzelne» Um- stände sorgsam abwägt und schließlich die Konsequenzen des ganze« Ereignisse» unerbittlich zieht, wttd von de» ve- theiliate« weit mehr gefürchtet, als dn Arm des Gesetze«. Sie läßt die Kampflustigste» imm« zehnmal üb«lege»,«he es zum„Eklat" kommt. Stolz darein, diese Arbett zu übernehme», und ich«warte, daß Du mich dabei»icht im Stich lassen wirst." „Nein, da»«icht, ich wollt« Dich nur darauf vorbe« rette», daß Du in Deine» Hoffnungen Dich getäuscht finden könntest." „Das wolle« wtt dann abwarten," erwiderte d« Meist« ruhig-„und nun gute Nacht I" Damtt war die Unterredung beendet; Paul ging in sei» Zimm«, ab« es währt« heute seh, lang«, bis« den Schlaf fand._ Haus E r l e« b a ch. Schon seit Menschengedenken war Haus Erlenbach im Besitz der Familie v. Betgau. Das schöne Gut hatte im Laufe d«Zahre viele wand- lunge».«lebt, dtt Betgaus waren«icht imm« gute Wirth- schaft« gewesen, unehrltibe V-r-valt« und habgierige Wu- ch«« hatte« oft genug ihre« Löwenantheil von de« Ein- künften genommen, oft auch, und besonder« t« Kriegszeite», lagen dtt Aeck« brach, und in de« Forste» wurde die Axt schonungslos gehandhabt. D« nächstfolgende Besitz« hatte dann wied« seine Nebe Last gehabt, die Schäden auszumerzen,« hatte mit Mühe», Sorge« und Entbehrungen kämpfen müsse», um das Gut wied« erttagsfähig zu mache» und die Schulden zu tilge«. Gegenwärtig war Hau« Erlenbach wied« in gute« Hände«, d« jetzige Lefitz«, Freiherr Rudolf». Bergau, suchte seinen Stolz und seine Ehre darin, fich als tüchtig« Landwttth und Verwalttr zu beweise». Und nicht nur sei« Sohn, auch seine Frau und seine Tochttr standen ihm darin tteu zur Sett«, sie all« lebte» nur für das schöne Gut, sie alle waren stolz darauf. Anders würde« die Verhältnisse fich gestaltet habe», wenn das Gut in den Besitz de« ältere» Sohne«, des Bat«« Werner«, übngegange» wäre. Baron Friedrich, d« damals als Kavallerie-Offizier w d« Residenz lebt«, besaß wed« die Kenntnisse»och dtt Ausdau« ei»« Landwirths.« hätte die Vnwaltung frem- de» P«so»t» überttage» müsse», und bei sein« vnschwen. Die öffentliche Meinung wird auch de» Duellunfug überwinde». Bis dahin wttd man es erttagen müsse», von Zunker» und Korpsstudenten nicht als„satisfütionsfähig" de» trachtet zu werde». Ach, wen« nur Alles so leicht zu erttagen wäre! Kit die Mrifer Stnilheriimltoiiz für die Aideiln sorgt. Di« Pariser Stadtverwaltuna beschäftigt in ihrem ordent- ltchen Dienste und da» ganze Jahr Hindu: ch etwa 40000 Personen, da« Personal der Straßenreiniguna inbegriffen. Sie ist ferner der größte llnttrnrhm« von Bauten und sonstigen öffmtlichen Arbeiten in eigen« Regie oder in Verakkordttung an Unternehm« und Liefet anten. Niemand auß« cht beschäftigt ein« so große Anzahl von Taglöhnern, Maurern, Ztmmerleuten, Tischler«, Schloffern, Anstretchem u. s. w. Als größter und mäch igster Arbeitgeber votirt der Gemeindet ath am Beginne de« Jahre» die Tabellen oder Serien der Löhne, welche dm Verrechnungm der Archttettm, Unternebmer, Meister und Lieferanten mtt der Stadtverwaltung zu Grund« gelegt werden Alle sonstigen Arbeiter pflegen dm Anspruch zu«- heben, daß ihre Löhne nach denselben Tadellen berechnet werdm. Die Verpflichtung dazu wird jedoch von den Arbeit- gedern fast niemals anerkannt. Als Ardeitged« nimmt d« Pariser Gemeinderach eine Machtstellung ein, welche chm einen allgemeinen und maßgebenden Einfluß auf die Bestimmungen von Lehn und Arbeitsstunden gestattet. In der gestrigen Si»ung de« Gemeinderath«, schreibt man der M ü n ch e n e r„A l l g. Zeitung" aus Part» unttr dem 3. August, hat eine übergroße Mehrheit die Opportunität an« erkannt und fich da» Recht»ugesprochm, einen RormalarbeUS- tag festtufetzen. Mtt einer allerding» sehr geringen Mehrhett haben die Sozialisten gegen die„fteistnnigen" Oekonomistm, welche die Freiheit der Arbeit und die Freiheit d« Arbettgeder wie der Arbeit« anriefm, es durchgesetzt, daß ein obligat« Normaltag von 9 Stunden votirt wurde. Dttser Normattaa hat nicht nur für alle städtischen»rbetten in eigmer Regtt. sondern auch für die Wertstätten, Fabrilm, Bauplätze aller städtischen Kontrahmten und Lieferanten zu gelten. Der Direktor der städtischen Bauten«hob vergebens die Sin- wmdung, daß«in« solche Verminderung d« Arbeitszeit ihm die Nothwendtgleit einer entsprechenden Vermehrung des Ar- beit«. und anderen Personalt auferlegt, mithin eine beträchtliche Vergrößmung des AukgadenbudgetS, wmn nicht dtt Löhne gleichzeitig mtt den Stunvm vermindert werden. Ab« der sozialtsttschm Mehrhett deS Gemeinderaths ist es gerade darum zu thun, in Folge der Stundenverminderung eine g'üßere Anzahl von Arbettern ohne Lohnherabsetzung zu be- schäftigen. ES besteht vttlmehr dtt Abstcht, die Stunden zu vermindern, die Löhne zu erhöhm und dtt Zahl der erforder- lichm Arbeiter zu vermehrm. Dtt Jntttatio« des Gemeinderathes und sein maßgebmdes dettschm Lebensweise wäre das Gut schon nach wenige» Jahren überschuldet gewesen. Noch auf dem St«bebett hatte d« alte Baron w rich- »ig« Erkennung dies« Gefahre» dm jüngeren Sohn zum Gutserbm eingesetzt, uud war auch Baron Friedrich anfang« darüb« empört gewesen, so hatte« schließlich doch selbst zugeben müsse«, daß der Vater mit seinem gewohnten Scharfblick die Sachlage richtig erkannt habe. Seine Schuld« wurdm getilgt und namhafte Summen in bestimmte» Raten ausgezahlt, und als« dm Rest seines Erbtheils empfange» hatte, sah« fich, um das flott« Leben fortsetzm zu könne», gmöthigt, wieder Schulde» zu mache«. Baron Rudolf hatte es an ernstm Warnungen und Ermahnungen»icht fehlen laffm,« erntete dafür nur Un- dank, den« in seinem Groll üb« die eigme Armuth be» schuldigt« Friedrich ihn d« Erbschleicherei und der Unred» lichkett. Dies« ung«echte und beleidigmd« Vorwurf hatte lange die Brüd« getrennt. Baron Friedrich bahnte zuerst die Ver- söhnung an, seine Schuldm zwangen ihn, seine» Abschied zu«ehmm, von allen Existenzmittel« mtblößt, sah« fich gmöthigt, dm reichm vrud« um Untnstützung anzusprechen. Er that da« fteilich i« ei»« Weise, als ob« zu solch« Forderung berechtigt sei, ab« Baron Rudolf sah darüb« "«g, er setzte ihm ew Zahrgeld au« und lebte seitdem ihm auf scheinbar friedlichem Faß«. Heut« wurde Baron Friedrich mtt seinem aus Am«ika zurückgekehrtm Sohne«wartet. Es war«in Sonntag, dtt Arbett ruhte, da» warme prächtige Herbst»ett« erlaubte d« Familie»och einmal, fich bei offmm Thürm im Gartensaal zu versammeln. Baron Rudolf war, trotzdem« nahezu sechzig Zahr« zählte,»och imm« ew rüstiger, stattlich« Man», das dichte Haar und d« Vollbart zeigtm fteilich manche graue Stelle, ab« wed« die Zett, noch rastlose Arbett hattm dm Körp« gebeugt, au« dm dunklm Auge» blitzte«och immer die E»«gie de« thatkrästigm, Willensstärke« Manne«. Und d« noch imm« hübschen, etwa« beleibte» Baronin sah man'« a«, daß sie ewe tüchtige, umsichtige Hausfrau, Sdfp'.tl werden dem Staate bei seinen Bauten, Lieferungen, Kontrakten im Departement der Seine dieselben Verfügungen und Zugeständniff« aufdrängen, welchen sich sonstige Arbeit» geber edenfallt nicht leicht entziehen werden. Da das Beispiel von Barit maßgebend für ganz Frankreich zu fein pflegt, wird der Pariser Normalarbeitttag einem Departement nach dem anderen, mnächst den arößeren Prooinzstädten, aufgedrunaen werden. Der Pariser Gemeinderath hat also in Wirklichkeit eine Parlamenttakte votut und in einer Angelegenheit, worüber die Kammer stch nicht auizukprechen wagen würde, eine über da« Land stch erstreckende Entschridung getroffen. Et wurde die« von dem Antragsteller Ch. Longuet beabstchtigt, welcher damit im Gemeinderath« glänzend debütirte. Alt Schwiegersohn und Nachfolger von Karl Mail alt ge» wesenet Regierungimitglied der Kommune und alt Redakteur der Clbmerceau'schen„Justice" hat er den von ihm einge» brachten Antrag, der jedoch auf einen Normallag von 8 Stunden lautete, mit erschöpfender und wissenschaftlicher Gründlichkell, mit erstaunlicher Kenntniß der gleichartigen Vorgänge und Verfügungen in England und Nordamerika ditluttrt. Die Berliner vtadtoertretuna hat stch bekanntlich bisher immer gesträubt, etwa« in dieser Richtung für die Arbeiter zu thun, und ste wird in ihrem Sträuben verharren, so lange der Arbeiterstand durch sein« Vertretung keinen größeren Druck auszuüben vermag. Natürlich erscheinen unt solche Anträge wie die Longuet't immer nur alt»in N o t h b e h e l f. Sründ» lichet und Dauernde« vermag hier nur eine Reicht» und schließlich eine internationale Gesetzgebung zu schaffen, wie ste von den deutschen Arbellem ja immer verlangt worden ist— leider auch hier ohne Erfolg. Politische Urberficht. Die Handhabung de« Sozialtsteugefetze« erregt selbst den zahm nattonallideralen ,H»md. Nachr." Bedenken. Da« Blatt schreibt:„Zu der politischen Abstumpfung det Volke«, zu dem alle selbstlose Htn»abe an die öffentlichen Angelegen- hellen störenden wirthschaftlichen Mißvergnügen tritt aber noch ein drillet, um die allgemeine Gedrücktheit der Gemüther zu vervollständigen, nämlich die immer mehr um stch greifende Ueberzeugung, daß die für die Gesammtwohlfahrt so überaus belangreiche Aronlerfraze falsch brhandett wird. Man fragt stch, wat alle sozialreformatorischm Maßregeln und die ve» fchränkungen der sozialdemokrallschen Agitation durch da« Sozialistengesetz nutzen sollm, wenn andererseits die Hand- habung diese« Gesetzes«ine solche ist, daß da« Gefühl er- littener Vergewaltigung fort und fort Tausend« in die Arme der Sozialdemokratie treibt, so daß wir bei der nächsten Retchttogtwahl anstatt 600000 vielleicht eine Million sozialisti» scher Stimmen zu vtrzeichnen haben?"— Den Muih. die Aushebung det Soziallstengesetze» zu verlangen, hat natürlich da« nationalliderale Blatt nicht. Altdann muß et stch aber auch die Folgen det Gesetze» gefallen laffen. Und ein So» zialist'Ngesetz mit scharfer Handhabung schafft weniostent da vollständige Klarheit zwischen den Parteien, wo ein Gesetz«ll lauer Zlutiührung mancherlei Verwirrung belassen würde, die der Entwickelung det konsequenten Sozialismus hinderlich sein könnte. Wen« ei« hoher Beamter z« seiaer Jaformatio« industrielle Etabltstemeut« besichtigt, so giedt et gewöhn» lich vorher ein große« Räumen und Säubern und Verbeffem an allen Ecken und Enden der Fabrik oder Werkstatt. Der schmutzigste Winkel erhält einen gewiss« festlichen Glanz, und »Venn dann zum lange vorherdeftlmmten Tage der Unternehmer Sinen einflußreichen Gast durch die gewerblichen Anlagen und e festlich gekleideten Arbeller hindurchgeleitet hat, dann drückt der Minister oder Ministertalbeamte dem Industriellen in voller Zufrtedenbeit die Hand und die Presse bescheinigt et den nächsten Tag aller West, daß et nur MastwetabliffementS auf dieser Erde giebt. vitweilen wird die Stönfärberci aber doch erkannt. So äußerte kürzlich der Piäfident det nieder? heinischen Weberbundet in einer großen Wtberversammlung zu Elberfeld, er müsse die Bitte autsprechen,„daß, wenn von Berlin aut wieder eine Person zur Untersuchung der Lage der Weder nach dem Niederrhein entsandt werde, dieser die Weisung gegeben werden möge, stch nicht nur an die Handelskammern und dir Bereinigungen der Fabrikdesttzrr zu»»nden. E» sei bei der Anwesenheit de* Minister« v. Vötticher, dessen Ankunft vorher stznalistrt worden ist, so gewesen, daß die Fabrik« gescheuert, den Fabrikarbeitern im Sonntagtkoftüm zu erscheinen besohl« und ihnen die Möglichkett grnomm« worden sei, über ihre Lag« frei zu dem Regterunqtv'rttetrr zu sprech«. Derselbe sei auch nm zu gut sttuirt« Hautwebern geführt worden, und so habe er ein« ganz leidlichen Wohlstand konstatiren müssen, nicht aber ein Bild von der Lage der Haut weder gewann«." Wie oft mag ähnliche« noch geschehen sein. Die»ürgerltche« trete« �ege« die Sozialist«« nicht errergtsch genug aus— VaS ist der Inhalt einer längeren Mtttheilung der osfiztös«„Leipz. Ztg." Dieselbe schreibt: »In Leipzi, und Umgegend wurde vor Kurzem ein sozialdemo» kratischet Flugblatt voller Schmähung« behördlicher Maß» eine besorgte Gattin und Mutter war, die Kopf und Herz auf dem recht« Fleck« hatte und mit fester Hand da« Re» giment im Haus« führte. Kurt und Adda gliche» beide ia ihrer äußer« Srschei» «ung dem Vater, groß und schlank wie er, schiene« ste auch seine Ruhe, sein« Ernst und seine Thatkraft geerbt zu Hab«. Die beid« stand« in einer Zftnsternisch« und plaudert« über Veränderung«, die in Park und Gart« vorgeromme» werden sollt«, der Baron saß in eine« Fautcuil und la« w fichtbar behaglicher Stimmung die Zeituna, und seine Gattin blickte in finnendem Schweig« aus ihre Kinder, der« Unterhaltung ihr unverständlich blieb. „Man wird schwerlich dahinter kowm«, ob er wirklich alt Krösut heimgekehrt ist, wie sei« Vater behauptet," sagte ste, alt der Baron die Zeitung fink« ließ, um da« Wein» glat vom T'sch« ,u nehm«;„Werner war. deutsch aesaat, immer ei« Windbeutel und mit«»er Handvoll Gold läßt Dein Bruder stch blend«'".,,. Baron Rudolf trank langsam fei* Glat au«. Wer fern «nstet, von der Sonne gebräuntet Antlitz glitt flüchtig ei» Lächeln der Geringschätzung. „Möglich ist et immerhin, daß er drüb« eine Gold» grübe«tdeckt und mitaebeutet hat," erwiderte er,„die «eitunge» bracht« ja mttunter fabelhast« Berichte über de* Goldreichthu« Kalifornien» und mancher von d««. die alt Abenteurer hinübergereist sind, mag dort sein Glück ge» macht Hab«. Ob ab«, dieser leicht«rw»rb«e Reichthum ihm z«m Segen aereiche. wird, W ist ein« ander« Frage, Emilie, eine Frage, dre niemand beantwort« kann.* MZMMM die Natur eine» Ab«teurert w rhm steckt«. „Wer weiß l" antwortete Kurt achselzuckend. „Ein Abenteurer!' nickt« die Baronm,.da« ist da« rechte Wort, er war et immer und er wird« auch blelbe«. Und so reich er auch sein mag, vertraut er sich der Führung nahmen in großem Umfange binnen wenigen Stunden ver- breitet. Die Herren Verbreiter gingen keine« weg» vorsichtig zu Werk«: Sie drückten womöglich jedem auf der Straße ihnen Begegnenden ein Blatt in die Hand, klingelten an den Lorsaal thüren und ließen Exemplar« vor dm Wohnungen zurück, ohne et mit dem Entkommen sehr eilig zu haben. Wie konnten sie da« wagen? Weil ste schon wußten, daß sie vom Publikum, auch dem ihr« Bestrebung« nicht« weniger alt wohlgestnnten, kein Anhatten, kein Entgegentreten zu fürchten hatten! In der Th«t— nur mehreren Angehörigen de» Offizierstande», der« energischem Vorgehen ist et zu dank«, daß einige jener Verbreiter auf frischer Ttzat ertappt und dingfest gemacht wer» d« könnt«. Von Angehörigm det Ztvilpuolikumt, den« doch die Blätter unmittelbarer, alt jmm Offizieren, zu» gänzlich gemacht wurden, ist nicht ein einziger Verbreiter an» gehalten worden. Wie wichtig die Zentralisation der Kachvereiue ist. geht auch daraut hervor, daß der Maurerstreik zu Mannheim nach Ztilunatbericht« deshalb schnell beendet word« ist, weil die Amttnl Konnnlssion in Hamburg et abgelehnt hat, den Streik alt berechtigt anzuertennen. Auch die„Nord. Allg. Zeitung" bringt diese Ncchricht mit einem gewiss« Wohl- behag«. Ader»nie steht damtt in Einklang, daß man von Sett« der Behörden alle« aufwendet, die Zentralisation der Fachveretn« zu»erhtndem? Daß man in att« Gesetze«- Vorschriften herumwühlt, um irg«d einen für d« Partikular- staat gemacht« Paragraph« zu find«, welcher die stetere Reichtgesetzzedung in Bezug auf da« Koalitiontrecht wieder aufhebt oder w«tgst«i illusorisch macht? Wir wissen, daß die Masse der deuischm Ardetter sowohl, alt auch besonder» die leitend« Elemente in der Arbeiterbewegung prinzipielle Gegner d»S Streik» sind. Hindert man dieselb« aber, ihre Funktion« autzuführ«, so werdm au« einem gewiss« natür» lich« Drange die Streikt wie Pilze aut der Erde schieß« und die wirthschaftlichen Zustände noch unleidlicher mach«, alt ste ohnehin schon find. St» anarchistischer Agitator. Wie aut Dresden anrtlich geweidet wird, hat am l. August, Vormittag« 4 Uhr, auf dem dvrlig« Nmmarve aut Anlaß einet geringfügig« Streitet ein jüngst au» Amerika und zunächst von A m st e r- dam nach hier gekommener Unbekannter auf fein« angeblich« Gegner gefchvff« und, alt er auf seiner Flucht verfolgt wurde, noch fünf Schüsse aut seinem Revolver auf die hinter ihm her» komm«d« Leute abgefeuert. Verletzt wurde dabei ein Mann ganz leicht am Kopfe.„Nachdem der Attentäter verhaftet wor» dm war— heißt et in der Polizeinachrtcht— fand man in seinem Besitze einiget Geld, verschiedene Dietriche und sonstige« zu Einbrüchen brauchbare« Werk» zeug, sowie m ehrere Exemp lar« d e r R o st' s ch en „Freiheit". Wie et scheint, hat man et mit einem anarchistischen Agitator zu thun, welcher an d« Ardeiterunruh« in Amsterdam theilgenomm« haben dürste. Er will in Be» glettung einet Genossen von Amsterdam nach Drettz« gekomm« sein, der bit jetzt nicht hat»utfindig gemacht werd« können." — Ein anarchistischer Agitator, der mit dem erst« Best« auf der Stiaße Streit anfängt, den Revolver gebraucht, um somit mit Sicherhett verhaftet zu werden, ist gewiß kein gefährlicher Wellumstürzler. Wir bezweifeln auch sehr, daß et stch über» Haupt um ein« Anarchisten handelt. Ist letztere« aber zutre so Hab« die Blätter von der Sache wahrscheinlich bethalb so viel Aufheb«« gemacht, um ihr« L-sem den himmelweit« Unterschied zwischen einem Anarchist« und einem zielbewußten Sozialbemolratm schlagend vor Aug« zu führ«. Sozialdemokratischer Spagiergana. Wie verschieben« Blätter meld«, unternahmen ca. 1500 Sozialdemokrat« aut Leinzig und Umgegend»inen gemeinsamen Autflug durch den Wald nach dem Restaurant„Waldkaier" bei Schkeuditz. Wohl an 20 uniformirte und nicht untformirte Pslizeibeamtr, preußische und sächsische, begleiteten den Zug. Im„Wald- kater" bemerkte man auch den Chef der politischen Polizei, den Polizeikommissar Dehneke aut Leipzig. Alt der Abgeordnete Hafenclever von Hall« mit seiner Familie im Waldkaier «intraf, wurde er mit donnernden Hochrufen empfangen. Olss«tliche Red««urdm nicht gehalten, jedoch sah man, daß an allen Tisch« lebhaste Zwiegespräche stattfanden. Dana wurden Lieber gewngen, die Jugend machte ein Tänzchen und ledhaste Fröhlich lest herrschte, die völlig unbeeinflußt blieb von der, wie schon gesagt, zahlreich anwesend« Polizei. Selbst Halle hatte ein« Kriminalbeamten gestellt, obwohl aut dieser Stadt nur 3—4 Person« anwesend war«. Di« Adendzüge führten die Nassen wieder nach Leipzig, nachdem sie am Schkeuditzer Bahnhofe noch ledhaste Hrcht auf die Sozial- demokratte und den nach Halle abfahrenden Abgeordneten dieser Partei autgebracht hatten. Nicht da« geringst« Vor- lommniß trübte bat Fest.— Eine ähnliche Mittheilung bringen andere Blätter aut Lübeck, 2. August. Dteselb« lautet: Geste« fand ein Autflug der hiefigen Fach- verein* nach Jiraeltdorf statt. Derselbe fiel geradezu groß- artig aut. Et betheiligten sich an demselben meist nur Lüb-cker,«ich von autwart» war der Zuzug»in sehr starker. ES war« über 8000 Festkartm zu dem Zuge ausgegeben seine« Vater« an, dann werden sein« Schätz« zerstiebe« wie Spren i« Winde." „Gr wttd wohl so klng sein, diese Schätze selbst zu ver» walten," sagte Kurt, gedankenvoll an den Spitze« seine» Schnurrbarte« drehend,„und thut er et nicht, so ist et auch unsere Sache nicht, ihm einen Rath zu gebe». Ich wünsche überhau pt keine» intimen Verkehr mit diesem Vetter, der mir nie sympathisch war; meine Anschauungen«ird er auch jetzt nicht»hetle», und meine Zeit ist so sehr in An- sprach genommen, daß ich ihm nicht znr Verfügung stehe« kann, wenn er meine Gesellschaft wünscht, um sich selbstdie Langeweil« fern zu halten." „Wie rnsch Du urtheilst I" erwiderte Adda lächelnd. „Vorhin aabst Du selbst die Möglichkeit zu, daß er steh g«. ändert habe» könne, und nun brichst Du schon de» Stab über ihn, bevor Du ihm Aug« in Auge aegenüberaestande» und seine Lebenganschauungen geprüft hast." „Dennoch muß ich Kurt Recht geben," sagte die Baronm,»nd der ernst« Autdrnck ihre« runde» Gtsichu» bekundet«, daß ste ihr« Meinung offen und ohne Rückhalt a««sprach,„solche Elemente vass« nicht w unsere» Haast, che, Kret», weder in unserer Arbeit», eit,»och in«nsereu Er- bolunatstunde»; ihre Interesse« liegen unt ziemlich ft~ chre Passionen find nicht nach unserem Geschmack.'' laffen sie unt kalt, und wir werd« keine Neigu»,' daher lasse» fte««» rau, uno w« werde« keine Newu-a fühle». nn« für ste zu erwärmen. S, ist wahr, Baron Fnebrich versteht'«, interessant zu plaudern»ab angenehm zu unter- halte«, sei« Sohn wird et auch köuue«. beide habe» viel erlebt und erfahre», aber et genügt vollstänbia. solche« Personen dann und wann einmal«i» Stündchen zuzuhör«, im Grunde aenomme» find ihre Kauserien doch nur ein Kaleidoskop, iat. wen» auch in«a..igf.ch„ Abwechtluna. wir st« unt fern."" � word«. In Jtraeltdorf, wo der Zug gegen 5 Uhr«intrat der Autmaisch war um 4 Uhr vom Burgfeld aut gefolgt, tvcs eine ganze Budenstadt erbaut, deren Inhaber Irotz de» zuwem» herniedergehenden Regent über sslechte Geschäfte nicht 0 rlaa« hatten. Der Verlauf de« F-.steS war ein durchw» ruhiger. Auf Seit« det Senat« hatte man wohl irg«d«elt« Unruhen erwarten zu müssen geglaubt, denn die ganz- Polizei' macht war auigebol« und der Poltzerdienst wurde in** Stadt inzwischen vom Nachtwach' personal verseh«. Dei» Militär war auft Strengste befohl« word«, sich von den Feste fem zu halten. Dt« MUitärmusiker dürft« in keine« der Jtraeltdorfer Lokale spiel«. Dai pekuniäre Ergebnis d» Festet, jede Festkarle kostete 30 Pf., dürste ein außerordenlü» günstige« gewesen sein; wem dasselbe zu Gute kommt, dariiba dürste kein Zweifel herrsch«. In der nächst« Reichitagtvop hoffen die Sozialdemokraten sicher d« Sieg zu erringen-" So schreibt die„Boss. Ztg.". Koudutteultsten 7 Auch die Regierung zu Düss-ldm ist, nach der„Barmer Ztg.",»om Minister v. Goßler ang? wiesen, über sämmtliche ihrem Ressort unterstellt Lehrer« Lehrerinnen fori laufende„Personal- Notizblätter" ai# fertig«. Die Anweisung ist offenbar für den ganzen preup schen Staat ergangen. Die Formulare hierzu find d« inspektoren und Schuloorstanden mit der Weisung, sie% wiffmhast auszufüllen, bereit« zugegana«. Bon Jdertsp wäre, zu erfahren, ob stch in dies« Formular« auch brik« für politische und kirchliche Richtung und Fühntft befinden.„ Konsumvereine und Echnaptantschauk.«u» Pla» Oberfchlesi« wird gemeldet, daß an sämmtliche Konsumoerei» det Kreiset ein völlige« Verbot det Branntweinverlauft ss' gang« ist. Sämmtliche d« Korsumoereinen ettheitte zesfiorren zum Branntweinverkauf find zmückgezogen und v darf fortan in keinem Konsumvri'tn mehr Branntwein � Verkauftarttkrl x«führt«erden. Man wird nicht fehlgreift»' wenn man hierin die erste Wirkung der auf Veranlassung Ministerium« veranstalteten Untersuchung der Zustände in 1(1 oberschlefisch« Konsumverein« erblickt. Tchweiz»' Di« Züricher Streikt find zu Ende gegangen. jenige der Schlosser dauerte über 10 Wochen und tnW mit einer Niederlage der Arbetter. Die Schuhmachergeft� dagea« haben in ihrem Bestreb« kein Pech gehabt.** Meister haben ihn««tsprochen und daran wohl gethan! mnl bracht« sie keine erheblichen Opfer und sodann ihre Leute,«elche jede« stürmische Auftretm unterließe«-? »temlich die Sympathien de» großen Publikums. Belgien-„ Aut Brüssel, 2. August, jchreidt man der„Voss. Der Generalstaaltanwatt am Brüsseler Apvellhofe, Bosch,™ aste seine Staaitanwälte feinet Bezirkt aufgefordert, die ven Charakter, die Absichten aller Theilnehmer an «in in und« darum t w»lernt macht d Arst Li Blaust j B-lMfft �ktmtkei Der statt R lamml "olpoita %«S ttjeln. ,, 500 %««m Tie 5Ä «al *"»■- «»ublil P K i 15. August angesagt« Arde iterk un d ge d un g zu ermitteln und ihm behuft rechtzeitiger Ergreifung der? nahm« zur Unterdrückung etwaiger Verbrechen von der«; ibm. Darauf. Maheu, an scul»*� suttat der Ermittelung K«ntntß zu geb«. Darauf der G«eralsekretSr der Arbetterpartei, Sekretäre der Arbeiter- Bereinigungen de« Landet Zirkular, ganz im Stil« det Generalstaa-Sanwaitt, erlg.ii »Kollege! Durch Zirkular vom 23. Juli d. J.hat der x- rs, GeneralstaatSanwalt am Appellhofe, alle Staattanwätte. Bezirket«»sucht, ihm Na-j-richten über die Gesellschaften� kommen zu lassen, welch» stch anschieten, an der Manftefti» l Th-.il! zu nehmen. Wir er>uch«n Sie, un« die Namen, Alter, den Wohnort und die Maßnahmen derjenig« w»'» tbeilen, welche diese ungesetzliche Enquete vornehm« en, so viel alt Wir wünschen unterrichtet zu werden, so viel alt ff�i�ei ermitteln läßt, über die Absicht«, von denen diese S��ve« beseelt sind, und über alle anderen Thatsachm, die un« �,«er. Stand setz« können, den Charakter der desohien« �* forschungm zu würdigen und die Maßnahmen, zu$ vom Sefichttpuntte der begangen« Unaesetzlichltii« tu«. geben werden, zu prüf«. Die Wicht'glett der Nachforschung um weleh« wir St« ersuchen, wird Ihn« nicht«tgehcn-, rechn« also auf Ihre Wachsarnkett, um ste mit der g Sorgfalt, welche die Verhältnisse erheisch«, zu sammeln GeneralsekretSr Maheu." Bürgermeister Bult steht augmbltckltch mit den A führe« über den von dem Ardetierzuge am 15. d. M- schlagmd« Wcg in Unterhandlung. Von einem Verbot Demonstration, an weichet noch wehrfach geglaubt# scheint also keine Red« mehr zu sein. Die hart« Vermiheilungm in den Stteikdistrlkt« unter dm belgischen Arbeitern viel böse» Blut gemacht. Der Auftuhr in Amsterdam läßt all« verborgenen�'' ti on ären Gelüste jetzt üppig empoischteß«. Fr. Pr." wird gemeldet:„Da»„Dagdlad van S'grave ein konservative« Organ, fordert die niederländische R«! auf, dei d« europäischen Mächten einen Antrag zu"'' vodmst dahme e «utweisl tÄ ;« Wkhs ä! stellen. Ernig« Minute« später rollt««in Wagen über pflasterte« Hof, gleich darauf meldete der Kammetdie» Baron« Friedrich und Werner v. Berga». Baron Rudolf hatte sich erhöbe», er ging seinem~ entgegen und begrüßte ihn mit einem Händedruck,»f>« � er den Blick prüfend auf dem Antlitz Werner« rühm- pl in seine« Gesicht verrieth, welchen Eindru l kein Zug Neffe auf ihn macht«..„ � „Sei uns willkommen," sagte er, dann überlre? seine« AngehSrige», an diese« Gruß anzutnüpfe». Gin« herzliche Aufnahme hatte Werner nicht so konnte er um so eher mit de« immerhw' f liche», wenn auch kühle« Empfang, der ihm***. fried-n sein. ig««' (fe mußte sich ja sage«, daß manchet Erei� könne, er lot da, in den Blick« der beid« Da»«», W deutlich ihr Mißttaue»«rk«»« ließ«, auch d« Haltung de« Onkel, und de« Better««�4" daß« stch in diesem«reise nur al, ein 0�" twch»« dürfe. � � Sr wäre am liebst« schon«ach einer Sw-a< aufgebreche», aber sei» Vater hatte die Diner a»g«omm«, und die Klagheit gebot% hältniff« anzudequeme», so w«tg angmehm ft mocht«. zweifelt« und aueh jetzt»och g«ergt war. terrible der Familie zu bestacht«; au». Werner bemerkte bald, daß man ___ �•ä.l rnnr tOl uö».PA.' Adda Mb«wrtfl» itm wlM tK tta bkf. l« kk., W««i'% x«fbß'ÄrÄ rtniwt tf lebt ß irchiu» »eli< ßol# In W iDfi» tt des Ifinrt KZ Wfßba jen. sitlM ang» r und am* « ,4 R» übnwl d % fl«tw 'in8«» 4 Ä Ken, fj1* IntttnoUonolel Gesetz gegen Sozialisten und Anarchisten»«reinbart wrrde. N'emand würde �nun Holland verdächtigen, ein Attentat gegen die Freihett w»Icmen. Nenn die Mächte«» vorzögen, daß ein« Trotz Jjjw die Initiative in dieser Angtlegenbett ergreife, so tolle nurst vitmarck die Rngelegenbeit in die Hand nehmen. Man olaubt im Haag, datz diese Notiz de»„Dagdlad" nicht ohne Borwtssm, ja vielleicht auf Veranlassung det Kadinettcheft ««nttttt erschienen sei." Der Regierung nahestehende Blätter kündigen die Vorlage eintt Reihe von Gesetzentwürfen an,«odutch da» 93 tt» 'a«mlung»» und Koalitionsrecht, sowie die Moitage, namentlich aber die Abhaltung von Meeting» "mte freiem Himmel beschränkt wird. Ein besonderer «fetzentwmf wird die Verhängung de» Belagerungszustandes legein. 500 Polizeiagcnten reichten in Folge der jüngsten Unruhen 4" Entlastung«in. Kraukreich- « rVe TeneralrathSwahlenin ssrankeich sind nun» Mr beendet. Die R p chltkaner h.bm 76 d e Konservativen S®l»e gevomien. 177 Sttchwohlm haben stattzufinden. � e reak ioaäre Prrste b.-ttachtet da» Wayi esullat als einen �eg. Die revuel konisch« Press« hebt h,roor, datz 9 Departe- b™»'»etche im Okiob.t zu der Realtwn übergegangen, zm «wHik zurück, ekehrt find. 5« französtsche Krielchmlnister, General v«»langer, 'm abermals in ei- en setzr unangenehmen Handel verw ckett Men. Vor einigen Tagen veröstentlia-ten verschiedene zjrdet nach dem„Journal de Bruxelle»" ein Schreiben, Elches General voulanger nach seiner Beförderung an den Mewiesenen orleani bischen Prinzen Herzog d'Aawale ge» '■■--»en überschwenglichsten n- In der Sitzung v�.�uill>itrniammer vom io.«« brach«, au», als einige S»nnta,»schulm von ihren Au». Wm zurückkehrten, wadurch stch in der Ol» Lodge und ?tzankhtll Raa» eine gr»tze Menschenmenge ansammelte. Die ?Wen feindlichen Patteten begannen alsbald mtt Steinen zu Mbardiren, mehrere Wttthshäuser wurden demolitt und viele tellül T*" wie Poltzistm, unter den letzteren Poltzttinspevor ».�"det. Die P,li»ei zeigte am Anfang, grotze gaäESääs sttner Familie da« mühsam erworbene und nicht» war«ehr h,« verlorene vertrau«»«nd ie zurückzuverschaff-v WMMMWW ffiahtteehnrnng veranlaßt« Kurt, als der Vetter q.fa«** mitgeth.ilt, batz et sich noch keine« Plan �««««cht, ihm ,u»athe«, sich ew Landgnt . u« dasselbe ,u bewinhichafte». Hab« ich auch schon gedacht/«rwiderte Werner, «rtlnbe, die ich berückfichtigeu mnß, sprich- . Ä welche Gründe könnte« da» sein," fragte Knrt. ?W«z Tattin sich in de, Einsamkeit eine« Land« m« ich fsthlen>»ird,«»»« da« nicht der Fall, s« 4 vielleicht genöthigt, da» Gut wieder zu ver« ,„H bist als.«ttschlosi-. ,« Heirathen »ieW�ch verlangt nach de« Herd,»ach . ,Da« ��rten möchte ich-dlich zur Ruh« kommen." die v— rtheile ge,- solche �« ri. Vorfahren räumten ihr- Kinder« keine WV' A traf- selbst die Wahl,«nd V V �# freilich nicht{ketten, We— er, Du warst vativ— 1 106 651, auf die Unionist— 417 456, auf beide zusammen also 1 524 107; auf die Ministeriell— 1 547 988, auf die Pa—»litt— 99 669. zusamm— 1447 652, so datz die Konser« vattven und Untomsten im Tanz— nm 76455 Stimm« mehr hatt—, als die Tladstontten und Parnelltt—, gewitz ein B«. weitz, datz die Gladstone'schen Lorschläge im Lande viel größeren Beifall fanden, als ihre Gegner behaupten. In dem neuen Toiy. Ministerium find abermals einige Veränderungen und Neuern— nunaen vorgenommen wor» den. An Stelle Chaplin», welcher d— Post— de» Präsidenten de» Lokal.Government Board ausgeschlagen hat, weil; mtt dem« selb—«in Sitz im Kadlnete nicht verbünd— ist, wurde RUckie zum Präsident— de» Lokal>Go»ermn— t-Board e—nt. Er. nannt sind ferner: James Ferguson zum Unterstaatssekretär de» Auswättig—, Gorst zum Unterstaattsekretär im Depatte- m— t für Jn»i—, Carl Dunraven zum Unterstaattsekretär der Kolonien, Worms zum Sekretär de» Handeltamt», Jackson »um Finanzsekrttär im Schatzamt, Notthcote zum Ftnanzselrttär im Departem— t de» Kriege». Jtalie»». Ja Florenz streit— die Arbeiterinnen in der Tabak- Manufaktur wider Erwarten noch immer.— In Livorno ist ein großer Kutscher. Streik ausgebrochen. Au» Rom, 3. August, wird der„Franks. Ztg." gemeldet: Geste— Abend gab e» grotze Demonstrationen vor dm „carcori nnove", wo Coccapieller, der au» der Stichwahl mit dem Fürst— Colonna als Sieger hervorgegang—« neue De» puti te Roms, eingekerkett ist. Sine D— utatlon verlangte vom Justizwwister Tajani die Freilaffung Coccapielletts, die aber »erwttgett wurde. Balk«»l«»der. Zur Charakterifirung der türkischen Justiz mag fol. gen der Fall dt—«n, über welch— die türkisch— Blätter nicht ohne ein Gefühl von G— ugthuuna weg— der„Belohnung de» Verdi— stes"»ieser Tage berichtet haben. Vor einig— Wochen wurde die Polizeimannschaft von Stamdul in autzerord— Licht Thätigkett versetzt. Eine» Morgens fand man zwei beturbante Hodscha» leblos in ihrem Bttte in einer Blutlache liegend, die sofort auf eine grätzllche That schltetzen ließ. Die nähere Unter. fuchung ergab» datz den Arm— der Hals abgeschnttt— worden »ar, aller Wahrscheinlichkeit nach, um st« ibrer Habe zu de« raub—. Da einer der Ermordeten im Palais gut bekannt«ar, verdoppelten der Polizeimintstrr und deff— Ag— t— ihr—((> gewöhnlichen Eifer, freilich ohne d— Verbrechern auch nm auf te Spm zu komm—. Dem Anschein nach mutzte die Ent« drckuna der That eine« späteren Zufall überlast— bleiben. Da kam mit einem Male Licht in das Dunkel. Ein junger Türk« von kaum 20 Jahr—, der in Folge eines Wottwechsel» einen Ander— mtt dem Mester verwundet hatte und nun hinter Schloß und Riegel satz, verlangte vor den Poltzeiminister ge- führt zu«erden, um demseld— ein« wichtige Mittheilung zu mach—. Die nachgesucht« Unterredung wurde gewahrt, und nun«rklätt« der Jüngling, daß er den ob— genannten Fall ganz genau kenne, da er sich edenfall» an der That hätte de« {heilig— sollen und nm in Folge seiner vorzetttgen Verhaftung an der Autführung seine» Vm Habens verhtndett worden sei. Jedoch bestehe er auf der Erfüllun» dreier Bedingung—,«he er die Thäter anged— werde: 1) Verzeihung für ihn wegen seiner Mitschuld; 2) sofortige Entlastung aus dem Gefängnitz; 3) Gewählung einer Anstellung mtt 300 Piaster«onatttch. Der Poltzeiminister ging auf den Vorschlag ein und versprach ihm autzerd— i noch eine Belohnung von 50 türi. Pfd., falls die in Frage stehend— Verbrecher wirklich dingfest gemacht «erd— könnten. Leide, der junge Türke und der Pascha, haben ihr Wort gehait—. Da» Berbrech— war von vier In- dtvtduen, worunter zwei Soldat— und ein Sofia, verübt wor« den. Die Sttolche Haft— erfahren, datz jene Hodscha» 50? Lftr. im vcfitz hätten, doch fanden sie nur noch ein— tletnen Tbril destelben im Haus«. Die vier Raubmörder wurden verhaltet, »er junge Türk« aber«rbielt seine Freiheit, 50 Lire und- den Redschidte-Orden 5 Klaffe als bereit» erprodier,»— n auch eben kreirtrr Polizeiagm t.- Herr Ludwig Löwe in»erlin kann sich über sein— neu— Ordm»kolleg— sremn. Amerika. Die Verwickelung— zwisch— den Vereinigten Staaten von Amerika und Mexiko nehmen eine droh— der« Gestalt an. Einer Depesche au? Washington vom 3. August zufolge hat Präsident Cleveland dem Kongreß ein— Bericht de» Staatssekretär» Bayard über die in Mexiko un- »ett der amettkantsch— Grenze erfolgte Verhaftung de» Zei« tungsredafteur» Cutttng, eine» Bürger» ver Vereinigt— Staat—, mtt dem Hinzufügen mitgethettt, daß er Alle», was in seiner Macht stehe, gethan habe, um die Freilaffung Cutting'S zu erlangen und nunmehr dem Kongreste da» wettere Vorgehen überlast— müste. Gleichzeitig wird au« Texas berichtet, datz die dotttge von je her sehr rauflustige B— ötterung bereits in dem Gedanken eine» Kriege» mit Mrxiko schwelgt. Die mexi. kanische Regierung wird indetz kaum so thöttcht sein, stch einen solch— sichere Riederlag« verheltz— d— Kampf mtt dem mächtigen ja Umge Zahr« drüber», und die Amerika»« soll— in all— Ding— sehr praktisch sein." .Da« sind sie nicht z» ihrem Nachtheil/ nickt« Werner. „Kennst Du die Fräulein v. Gottschalks „Die Töchter he« Her— Geheimrath«? Gewitz, wir war— schon i» der Kiudhett mtt einander befr— übet." .Uud darf ich frag—, wie Du über sie urtheilst?" .Frag— darfst Du,«der die Autwort muß ich Dir schuldig bleib—,' erwiderte Adda—hiß, und ihr« blaue» Anz— blickte» ihn dabei voll und e— st an.„Zch sagte Dir schon, datz ich nicht ge— über Ander« unheile, und die Absicht, die Deiuer Frag« zu T—«de liegt, muß mich ja auch bestimm—, mtt«einem Uttheil zurückzuhatt—." „Daraus mutz ich— tuehm—, daß Dei» Uttheil sieht günstig laut— würde," sagte We— er lächelnd. „Und wolltest Du mich frag—, so würde ich Dir— t- schied— abrath—, eine Frau aus diesem Hause zu uehmeu," versetzt« Kurt, ohne b— warnend— Blick seiner Schwester E bemerk—.„Die Dam— mög— in der Gesellschaft recht b—«würdig sei», aber et ist nicht daran zu d»k—, daß st« tüchtig« Hautfran—»erd— „Der Geheimrath soll ei» grotze« Vermög— besitz— k" „So sagt mau und dem Auscheine nach muß e» wahr sein, aber ob hier nicht auch der Schein trügt—" Mtt einem bedeutsam— Achlclzuck— hatt« Kurt d— Satz abaebroch—, einige Minuten später trat— sie wieder in d— Garte» saal, wo der Kaffee berett« servitt war. (Fortsetzung folgt.) An» Kuxst«nd Jede». echweizergarten«tn Friedrtchthatn. Die Rumänier — ij,. nw w* riniaen Taaen nroduiir—. baden ÄWWWZ Rachbar heraufzubeschwören, um so mehr, als sie im«ig— Land« genug zu schaffen hat, denn Depeschen au» Mexiko de» richten, datz die mexikanischen Aufstänvisch— deHaupt—, noch mehrere Plätze im Nord— genomm— zu haben. Kficn* Ueber die Beziehungen iwisch— Frankreich und China erfährt da» vmeau Reuter:„Das Verhallen Frank- reich» in der Frage betreff» dei Protektorati über die Römisch» tatholiken aller Nationalitäten»te über die«ingeborenen Katholik— wird in chinestsch— amtlich— Kreisen übel aufge« nomm— und man fürchtet, datz, fall» stch daffelde nicht ändert, böse» Blut unter der chinrfischen Bevölleruna entsteh— werde, wodurch die Sicherheit der sranzöfisch— Mtsfionäre gefährdet werden dürste. Li-Hung Chang ignorirt gänzlich die stanzö- fisch— Ansprüche und ist vorbereitet, der erwaia— Ausübung eine» solch— Protektorat» sell—» Frankreich» Widerstand ent» geg— zu setzen."_ Gerichts-Ieikmg. Für die Lereinttntereffenten dürft« die Verhandlung einer Anklage wegen Unterschlagung resp. deren Autgang ganz besonder— Werlb haben. Der Schuhmacher Schöneich gehörte zu dm drei Vorstandsmitgliedern eine» innerhalb de» Schuh» machergewerbei gebildeten Bergnügungsverein». Zum Oktober v. I. war von dem gedacht— Verein ein größere» Tanzver» gnügen beschloff—, mit drff— Ausführung der Vorstand betraut word— war. Dem Angeklagten lag. da die beiden ander— Komitremitglieder behindert war—, die ganz« Last der Arrange« mm t» ob. Zuerst hatte er den Saal der Norddeutsch— Brauerei aemielhet, im letzt— Aug— blick zahlt« aber deff— Inhaber eine AbsiandSsumme an den Verein, und der Angeklagte hatte die Last, ein n— e» Lokal zu finden. Schließlich fand da» arran» gilt« Fest im Weymann'sch— Saale statt. Wie zahlreiche andere Mitglieder hatte auch der Angeklagte dm Absatz von Billet» übernommen, und zwar waren ihm ein Dutzend für Herr—& 50 und ein Dutzend für Dam— ä 25 Pf. zu» aezählt worden. Autzerdem hatte der Angellagte von d— Emnahm— einen Betiaz von 6 M. 25 Pf. zur vezahluns der Drucksach— erhall—. Diesen hatte er aber nicht abgeführt und auch die Loosung für je 8 Billet» für sich behalten. Auf die von den übrigen VorstandSmttgliedern erstattet« Anzeige ist Schöneich wegen Unterschlagung unter Anklage gestellt und vor die 92. Nbthtilung de» h.-figen Schöff— geeicht» gelad— word—. Vorher hatt« er aber bereits den zurückbehält— Betrag an tz— Verein abgeführt. Im Termin machte der Angeklagte gellend, datz er stch zm Einbehaltung dieser klein— Summe al» Entschädigung für seine grotze Mühewalung für berechtigt erachtet habe. Dem gegenüber bekannte aber da»«in« als Zeuge geladene Vorstandsmitglied, daß nach dem Statut da» Amr ein Ehr— amt sei und daß die Trager die in daffelbe ein» schlagenden Arbeit— umsonst ventcht— mllffen. Der Staats« anwatt beantragte eine Woche Gefängnitz, der Gerichtshof erachtete unter den gegeb— Umständen und, da der Schaden wieder gut gemacht sei, eine Geldstrafe von 5 M. even t. 1 Tag Gefängnitz für ausreichend. Die„Berliner vörsenzettnng" enthielt in der Nummer vom 8. Februar c. ein— Artikel über die Kasseler Waggon« fadrik. Es wurde in demselben behauptet, datz die Fadnl dei den Sudmisston— stch durch io niedrige Preise auszeichne, datz bisweilen die Summe der Herstellungskosten, welche andere Submittenten in Anschlag gebracht, noch nicht erreicht word— sei. Diesem falschen Prinzip» sei aber die Strafe auf dem Fuße gefolgt, denn der Minister für öffentliche Arbeit— habe an die ihm unt»stellten Eis— dabndirekttonen eine Verfügung erlaff—, wonach die Kasseler Waggonfabrik wegen Lieferung mangelhafter Arbeit— bei ferneren Submissionen nicht mehr d'rückstchttgt weiden sollte. Die Inhaber der Fabrik, die Herren Wagmann u. Harttop, verlangt— von der Rrdaltion der„Berliner Börs— zeitung" die Namhaftmachung des Verfassers diese» ArtUels, um geg— denselben gerichtlich vor» geh- zu können. al» ihnen diese Ru«»unst aber verweigert wurde, strengten sie eine«el«idigung»klage gegm den oerant» wortlich- Revakt-r de» Blatte», Her- Hermann Regel an. welch« heute vor der 100. Abtheilung de» Schöffengericht»«u einem vorläufig— Abschluß gelangte. Da der Verklagte stch «im Antritte de» Wahrheitsbeweise» erboten, so hatte da» mtsgericht dm Minister für öff— Liche Arbetten um Autkunft gebet—, od die erwähnte Verfügung, betr. Ausschließung der Kaffeler Waggonfabrik, thatsächltch erfolgt sei. Der ministnielle Bescheid, der zur Verlesung gelangte, lautet« dahin, datz die von der Fabrik adgeged— Submlssionspreise als„abnorm billig" nicht bezeichnet werden könnten. Allerdings sei eine Verfügung erlassen word—, wonach die Fabril bei Lie» ferung— für die Regierung nicht mehr berücksichtigt werden sollte, der G:und für diese Matzregel sei aber ein anderer, als wie in dem Artikel der„Börsen zeitung" angeaed—. E? sei nämlich vorgrkomm—, daß Hölzer, welche der Regie» rungsrtvisor al» zum Bau von Wzagon» für unbrauchbar de» zeichnet habe, dennoch nachträglich in der Fabrik mit dem «rauchbarteltsstempel, von dem sich zufällig ein Exemplar in Vollsdelustigungen da» b— orzugte Rendezvous der Bewohner des Nordosten» geword—. Ein Baritonsolo wurde am Montag in der Katserstratze »u Nürnberg gesungen, und zwar— von einem Handwerk«» vmschen, der soeben durch einen Gendarm— nach der Frohn« veste transportirt wurde. Natürlich fand der Sänger, welcher in so ungewöhnlicher Sttuation trotz der Ruhegcbote seine» Begletters sein« Stimme erschallen lietz, ein sehr zahlreiches f udlikum. Alle F—»er waren besetzt und die Gallerie und reppe bei Distler» Restauration vom Publikum gänzlich okku« pirt. Ein« Kinderschaar gab dem Sänger sogar das Geleite, so datz die Szenerie einigermatz— an Netzler'»„Rattenfänger von Hameln" erinnerte, und der Gendarm hatte viel zu thun, um dt« allzu eifrig folg—den jugendlich— Freunde de» Gesänge» etwa» zurückzutreiben. Eine neue Nähmaschine wird soeben in London auf den Markt gedracht. Dieselbe erregt weg— ihrer unglaublichen Billigkeit v—salion. Nach einer Mittheilung de» Patent-Bureau G. Dedr— x in Münch— ist die Maschine, welche auf einen Tisch befestigt wird, nicht größer, al» etwa 20 Zentimeter hoch und 6 Zm timeter brett und wiegt etwa 1 Pfund. Sie ist eine SchtffcheN'Nähmaschine, ihr« Konstrultion die dm kdar«in» fachst« und derart, datz sowohl feinste« Linnen al» auch jede« stärke« Tuch darauf g— äht«erd— kann, Sie kostet etwa 12 M. Strenge Zensur. Am 26. Juli sollte im deutsch- oon�RannstätUn S,em geh!m DnPo'S Ä- MC, daß d« Titel geandett«erde, gestattet wordm ist. Und so gelangt« d—n in Prag die Poff« statt unter dem Ramm„Die »iwc" Wenzel" unter dem Ramm„Die beiden Michel" zm Aufführung. SOOQ Lokomottveu. In der«elttekannten Laldwin'schen Lokomotiv— fabrik zu Philadelphia, Pa., find fett der vor nun» mebr 64 Iah:— erfolgt— Gründung de» Etabliffem— tt 8000 Lolowottv— fertiggestellt. Die erste dieser Lokomotiv— wurde im Dezember 1832 voll— det, 1852 betrug deren Zahl 500 und eben so otrl in d— nächsten acht Fahr—. Im Jahre 1860 wurde dt« lOOOfte Lokomotiv« vollendet, die 1600%« im Juli 1866, die 2000»« 1869, und im November 1873 wurde die Lokomotive Nummer«500 voll— det. Bor einig— Tag— bat die Lokomotive Nummer 8000 die Werkstätten der Fabrik p«» lassen. der Fabrik befunden haben müsse, gebrannt morden wären. M habe auf dem Direktorium der Verdacht geruht, doss dieser ZRiss» brauch de# Stempel« mit dessen Willen und Wissen ssattgefun* den und deshalb sei die erwähnte Verfügung auf Ausschließung erfolgt. Da die eingeleitete Untersuchung aber völlige Unschuld der Direktoren ergeben, sei die Verfügung sofort wieder aufgehoben worden. Rechtsanwalt Wolfgram als Vertreter der lläaerischen Firma beantragte in längerer Rede eine strenge Bestrafung des Beklagten. 81 sei zweifellos, daß die„Börsenzeitung" in diesem Falle einem lkonkurrenMckchm ihre Spalten geliehen, wodurch seine Mandanten sehr leicht bitten völlig ruinirt werden können. Au« dem ministeriellen Bescheid gehe»ur Evidenz hervor, daß hier nicht erweislich wahre Thatsachen verbreitet worden seien, wenn man dem Rtdasteur auch nicht nachzuweisen vermöge, daß derselbe von der Unwahrheit des Artikels Überzeugt war. Dagegen habe der Verfasser des Artikels zweifellos den wahren Sachverhalt gekannt und stch einer argen Verleumdung schuldig gemacht. Da der Kläger diesen nicht nennen wolle, so müsse er auch die volle Verantwortung tragen. Der Redner bean- fragte, eine Fieiheitsstrase über den Verklagten zu verhängen, da eine Geldstrafe doch nur dessen Gewährsmann treffen würde, außerdem eine an die Kläger zu zahlende Geldbuße von 6000 Mark und Publikationsbefuaniß in zehn der gelesmsten Blätter Deutschlands. Der Vertheidiger des Beklagten, ein Vertreter deS Rechtsanwalts Thelen, erachtete den Beweis der Wahrheit im Kernpunkte für erbracht und erbot stch ferner zum Rachweise, daß die Kasseler Waggonfabrik für einen Eisenbahn- wagen 3. Klasse 1200 M. weniger gefordert habe, als die übrigen Submittenten, sowie daß verschiedene Eisenbahn- Direktionen der Fabtik größere Mengen Waggons, weil nicht betriebssicher, zurückgeschickt hätten. Der Gerichtshof lehnte diesen Antrag ab, weil, selbst wenn der Nachweis gelänge, an der Thatsache. daß der inkriminirte Artikel unwahre Behau»- tungen enthalte, nichts geändert werde. Die llägerische Firma sei m ihrem Renommee wie auch stnapziell schwer geschädigt worden und müsse den Beklagten daher eine entsprechend schwere Strafe treffen. Das Urtheil lautete auf sechs Wochen G5fängniß, 6000 M. Geldbuße und Publikationsdefugniß in allen zehn, vom Rechtsanwalt Wolfgram bezeichneten D&enbneg, 81. Juli.(Frkf. Ztg.) In heutiger Sitzung der Straskammer wurde die Anklage„wegen Beleidigung eine« Bundesfürsten" gegen Johann Georg Eßlinaer, ledigen Schneider von �ehengcricht, Amt Wolfach, 39 Jahre alt«von» Sriisch, verhandelt. Der Angeklagte war beschuldigt, am 7. Mai . I. in einer Barackenwirthschasl zu Schlliach den inzwischen verstorbenen König Ludwig n. von Bayern durch einige derbe auf die Verschwendungen des Königs bezügliche Worte belei- digt haben. Die nach 8 99 des R..et..G. v. erforderliche Ermächtigung des Beleidigten wurde nach Mittheilung de« königlich bayerischen Staatsministeriums vom 11. Juni l>. I. von König Ludwig U. mittelst Entschließung vom 3. Juni d. J„ die nicht in Urschrist angeschloffen war, ertheilt. In seiner Vernehmung gab der Angeklagte die ihm zur Last ge- legten Ausdrücke im Wesentlichen zu, wollte aber nur unter ZUirung von Zeitungsberichten bedingt geredet haben, bestritt beleidigende Adficht, machte auch starke Angetrunkenhest wahr« scheinlich. Auf der Hauptverhandlung erging das Urtheil, daß das Strafverfahren gegen I. G. Eßlinger einzustellen sei. Wie der Vorsitzende verkündete, nahm der Gerichtshof im Hinblick auf die Feststellungen in der bayerischen Ständeversammlung, insbesondere das kundgegebene irrenärstliche Gutachten vom 8. Juni, in Folge dessen untern 10. Juni eine Regentschaft eingesetzt wurde, als notorisch an, daß König Ludwig II. stch am 8. Juni d. I. nicht mehr im Zustande freier Willensbe- stimmung befunden hat. Soziale» mck Arbeiterbewegung. Üeber die Misere der Soldleistenfabriken und traurige Lage der voldleisteuardeiter schreibt man der Elberselder„Freien Pr." aus Köln, 2. August. Ueber den Goldleistenfabrilen unserer Stadt schwebt seit einiger Zeit ein gar böse» Vrrkängniß. Am verflossenen Mittwoch stellte eine die Arbeit ein, am nächsten Tage folgte eine andere, G. Tröger (Inhaber Spaltmann) ihrem Beispiele, indem dieselbe ihre sämmtlichen Arbeitet, 80 an der Zahl, plötzlich— d. h. ohne Kündigung!— entließ. Roch etwa ein lzalbes Dutzend andere Geldlmstenfabriken befinden stch in derselben Krist» und wer- den, wie schon heute mit Bestimmtheit vorausgesagt werden kann, derselben in Bälde sämmtlich unterliegen. Es ist die Schundproduktion,«elcher diese Kalamttät zuzu- sehreiben ist. und zwar die Schundprodultion der Berliner Goldleistenindussrie und nebenbei auch die Kon- kurrenz der Gefängnißarbeit. Köln hatte einst eine sehr blühende Goldleisteninoustrie, weshalb dieser Rückschlag stch um so fühlbarer macht. Wie in letzter Zeit die Schund» Produktion auch hier betrieben worden ist, dafür ein Beispiel. Wahrend sonst für 100 polirte Fuß 90 Pf. gezahlt werden, zahlte die hiestge Fabrik von Hitonornus nur 20 Pf. für lOO Fuß, wobei, was die Qualität die>er Arbeit genügend kenn- zeichnet, die betreffenden Arbeiter ebensoviel verdienten, wie die In anderen Fabriken, wo für 90 Pf. gute Arbeit geliefert wird. Der Verdienst der hiesigen«olbleistenarbetter kommt übrigens nur in den seltensten Fällen über 6—7 M. wöchent- «rbeiterauszeichunugeu! In der.Leipziger Zeitung" lesen wir: Die in der Guhsrahlfabrik in Döhlen seit 30 Jahren ununterbrochen beschäftigten Schmiedemeister Stommen, Löb und Schlörit find in Anerkennung ihrer langjährigen treuen und ersprießlichen Arbeitsthätigkeit bei dem gedachten Werke ausgezeichnet worden und»war Stommen durch Verleihung de» allgemeinen Ehrenzeichen», während für die beiden letzteren Belobigungsdekrete ausgestellt worden find.— Wenn die beiden Arbeiter wüßten, wieviel ihre„Herren" an ihnen verdient, d. h. wieviel sie ihnen vom vollen Arbeitsertrage während der dreißig Jahre vorenthalten haben, so würden ste stch für D°. Weinbau und Weinverbrauch in Frankreich mit: Der Wein- bau umfaßte an Flächenraum und ergab dmchschnÜUich in den Jahren Hittaren Hektoliters 1856-1895 2 220000 41800000 1866-1875 2 390000 57800000 1876-1880 2 320000 42150000# 1881-1886 2110000 35305000. Dazu tritt neuerdings die algerische Hektaren 1870-1880 20000 1881-1885 45000 825000 760000 Den reichsten Ertrag brachte da» Jahr 1876 mit 78 Kill. fttaltfen Fläche um 400Hektaren. welche die lOjährige Periode «a Verantwortlicher Redakteur R. die Ausfuhrspesen(Fracht und Zoll) nicht und werden fast ganz im Jalande getrunken. Wie die Statistik der Akzise er- giebt. wurden von 1856— 1865 40 KUL Hektoliter jährlich, von 1866-1875 55, von 1876-1885 45 Kill. Hektoliter jährlich verzehrt: von der letzteren Menge verbrauchten die 41 bc deuten bsten Städte Frankreichs 9 200 000 Hektoliter und Paris allein gegen 4600000 Hektoliter. Da der Verbrauch nicht in demselben Maße abgenommen hat wie die Erzeugung, so ent« steht die Frage, wie der Fehlbetrag auizralichen wird. Die Antwort lautet: durch Einfuhr von 6—7 Kill. Hektoliter Wein aus Italien, Spanien und Portugal, durch vereitung von Wein aus getrockneten Trauben, au« Sprit, Zucker, Färb- hölzern, Typs, Salizylsäure k. Letztere guthat, die den Wein haltbar und„reifefähra" macht, ist iür unschädlich erklärt worden, so lange ste die Bade von 4 Gramm auf den Hektoliter nicht übersteigt. A» Kassel haben sämmlliche Arbeiter der Bobenheim schen Faßfabrik die Arbett wegen Lohndifferenzen eingestellt. Die setther in dem Etablissement gezahlten Löhne und Akkord« »reise sollen, wie versichert wird, die niedrigsten der Branche in ganz Deutschland sein. Die Arbeiter find sehr zuverstchi- lich, ihre Forderungen bewilligt zu erhalten, indem denselben nicht nur allein von ihren auswärtigen Kollegen, sondern auch von Prinzipalen in vielen Städten Unterstützung zugesagt ist. Die auswärtigen Fabriken und Kleinmeister geben unter der Konkurrenz der Bodenheim« schen Fabrik schwer zu leiden. Der Streik der Magdeburger Maurer«ud Zim- «erer ist beendet; nur zu einen Theil haben die Aroeiter ihre Forderungen durchgesetzt. Zur Unterstützung der Streiken- den wurden 0642 Mark gesammelt, die Ausgabe betrug 6177 Mark. Von den Maurern und Zimmerern Leipzigs kamen 1300, con den Berlinern 1500 Mark. In einer Versammlung wurde beschlossen, die Sammlungen zur Streikkasse fortzusetzen, um für alle Fälle gerüstet zu sein. Kleine Mittkeiinnge«. Bremerhaven, 2. August. Der bereits kurz gemeldete Unfall, welcher hier vorgestern Abend in Ulrich'» Trockendock E"'t, dürfte in ähnlicher Weise wohl kaum seines Gleichen Der Sachverhalt ist folgender: Um Mittag legte mit asser das von Hamburg nach hier gekommene Vollschiff „Rudolph", der Rhederei Glldemeister u. Ries in Bremen gehörig in das Dock. Das Sch ff sollte auf dm südlichen Helgen des Docks gesetzt werden und die Arbeiten wurden in Üblicher Weise ausgeführt. Bald nach 8 Uhr wurden die Pumparbeiten eingestellt' das Dock war mittlerweile ziemlich leer gepumpt und das Schiff saß fest«md war bereits abrestützt. Gegen halb neun Uhr bemerkten Paffanten auf dem Deiche, wie ploz- lich die Masten des Schiffes hin und her schwanken; ein Krachen wie von splitterndem Holze folgte, dann neigten die Masten stch über und unter einem zweiten bedeutend stärkerem Krach sanken dieselben nach der Seite. Alles was in der Nähe war, namentlich die Bewohner der am Deich und in der Nähe belegenen Häuser, in denen zum großen Tbeil die auf dem Dock beschäftigten Leute wohnen, eilten sofort auf den Platz, und hier zergu stch. daß der„Rudolph" nach Backbord(nach der linken Seile des Schiffes) umgefallen war. Sowett stch zunächst Übersehen ließ, war der Bod n an Steuerbord(an der rechten Seite) in der ganzen Schiffslänge aufgebrochen; das Schiff dürste vollständig wrack sein. Man v.rsicherte stch zunächst, ob Menschen zu Schaden gekommen seien, wa« erfreulicher Weise rnckt geschehen ist, da stch zur Zeit der Kata strophe niemand an Bord befand, die auf dem Dock arbettenden Leute aber, wie erwähnt, die Arbeit kurz vorher eingestellt hatten. Das Gerücht von dem Unfall wurde bald bekannt und zog zahlreiche Neugierige herbei, die jedoch unbefriedigt wieder stch entfernen mußten, da da» Dock geschloffen worden und es mittlerw ile auch Nacht geworden war. Gestern wurde das Schiff von dem Nebengrundstück aus von zahlreichen Personen defichtigt. Am Mtttag trafen die Rheder ein, heute wird eine Unterfuchung stattfinden, um die Ursachen des eigenartigen Unfalls zu ermitteln.— Wie noch mitge theil t wird, hat das Schiff auf dem oberen Helgen gelegen und ist nach Backbord auf den unteren Helgen Übergefallen. Durch das Gewickt der Takelung und die Erschütterung ist da» Schiff in der Bilgen- gegend an Steuerbord gebrochen. Münster, 1. August. Am Montag Abend gegen 7 Uhr, saß im HUfigen Schloßgarten auf dem fogenanntm Kastanien- brg ein Student lesend auf einer Bank als stch ein Unter offizier der hierfelbst garnisonirmdm Kittaistere ihm zugesellte. 6. Liehung d. 4. Klasse 174. Königl. Preuß. Lotterie. SUImiig vom 4. iluguft 180*. M»««Binn, 8b«t aiOOlart flnb MX bcncfftxka i*«aientbei« b« ig«fügt. (Cftiu«<»dbt.) -MMMWA ........ SckÄVZ« 2# 848 69 907 1 18094 147 800 836 1300) 72 - 861 936 77 I«092 100 99________ SiWWÄKM. »4l'd7ÄWS9�" 966 76J15001. i4096_»37 44 64 322 88 _ 30 50 806 8 26 904'48'_____ 330J0 66 1550) 74*2 98 499 1660) 606 %| WWhMMK?« 838 81 94 15Ö01 981 PK MWIM TÄii ____ 80082" 125 846 85 41« M'wf 84 73*88 11600] 44 46 50 212 87 60 84 686 780 83 862 976—* 466[5601 77 618 90[300) 858 92 321 80 84(800) 402 11500]_____ 98-89908 83189 82 87 88 280 801 .»Ä't&r.f-®'*»-*' 448 76 570 81 87 617(--- WÄwrÄ1'.»-,,- KtztbWWWWS ■iWÄf tIm" 60 771 1300) l 82 89Wi%� MWWsWwwm»« •1 Der nichts ahnende Student ward plötzlich durch einen aufgeschreckt, und steht zu seinem Entsetzen, daß der neben fitzende Kürassier den Kopf aus die Brust und die Arme sc bttabbängm läßt, während die Rechte noch den Revolver,* dem die That ausgeführt worden, krampfhast umfaßt F; In der ersten Aufregung entriß der Student dem Seldstwow die Mordwaffe und hielt dieselde noch in der Hand, als% Publikum herzugeeitt war. Der Selbstmörder, welch« � austecht dasaß, war deretts todt. Seine rechte Schläfe m eine runde, kaum blutende Oeffnung. durch welche die jnjf direv ins Gehirn gedrungen war und den Tod her beigen» hatte. «aub a« Rhein, 28. Juli. In der Nähe»es hi-kL Friebtzofs würbe gestern Nachmittag ein Pferd durch oorüberfahrenden Güterzug erschreckt und dmch ein rasch Wp kommendes Landfuhr ,erl vollends scheu gemacht. D« ß1*, mann war des wilden Thieres nicht«ehr mächtig, welches m dem anhängenden Wagen dem nahen vahrüderaang und die geschlossene Barriere zertrümmerte. Die Trümmer � letzteren rissen eine dabei stehende Frau zu Boden und derselben so schwere Verletzungen bei, daß die Bedauerns»� unter großen Schmerzen nach zwei Stunden verstorben ist- 1 Frau dinterläßt«ebrere unmündige Kinder.,. Lyon, 23. Juli Am letzten Fcettag feuerte hier ei" wiffer Lefebvre, Prvfeffor an der Handelsschule, welcher� lang« Zeit ein junges Mädchen von 14 Jahren schmählichstm Anträgen verfolgte fünf Revoloerfchüsse«w' drei Schwäg« destelben ab, weil ste ihm sein BettazenJ; warfen und seinen Verfolgungen ein Ende zu machen Wr. alle drei find verwundet: ein«, Mr. Sert ist an d«� »«letzt und an d« linken Hüfte; ein and«er, Namens am Kopfe, und d« dritte, gleichfall« ein Mr. Killet,«CL des vorigen, an d« Hand. Die Wunde Serts giebt Ij* schlimmsten Besorgnissen Veranlassung. Lefebvre ist w Stelle verhastet worden, nur mst Mühe gelang es vor der aufgeregten Menge zu retten und ins(BefW bringen." t Poris. 31. Juli. Der Lustschiff« F. L'hoste stWj Donnerstag Abend 11'/: Uhr in Cherbomg in seine« 5 Ballon Jit Torpillem" auf mit d« Abficht, üb« den� nach England zu fliegen. D« Astronom Joseph sein einzig« Beglett«. Die Reis« war sehr erfolgreich. von L'hoste«fundene neue Steunappmat funkttomnl� trefflich, und während d« Fahrt schleuderte d« LlM Scheintorpedos aus vorüb«fahrende Schiffe, um die ng leit seines Ballons für kriegerische Zv-cke zu demom�! Am Frettag Morgen 6 Uhr 15 Min. stieg der unweit London nieder. Die höchste Höh«, die«reiGA war 3600 Fuß und die niedrigste Temperatur, die v:rzeich9k>� 7 Grad Celstus. L'host« und Maagot deadstchttgcn, eine Ballonfahrt von Chrrdourg nach Norwegen zu uvttM' — Im Hafm von vicpp« exolodirt« heute Vormitta/?� tigern Knall eine große Bagg«maschine, die tn SrbeL�� d«en Kessel«st vor einigen Ta�en unt«sucht Drei Pnsonm fanden dabei ihren Tod, vi« meÜtüijM d« Maschine beschäftigt waren, wurden in« Meer?'- d«t, ab« gnrtt't; ein« dnselden«litt-inen Armb�' Decke des K sicls, eine Platte von üb« lSOO K. G-wliA'«] durch die Exolvston 20 Met« hoch geschleudert, si�. Pflast« des Kais unweit der Drehbrücke und bohrst�) in den Boden ein. Zum Glück war die D ehbrücke, da» Lazerschiff lag, g«ad« abgesperrt, sonst wären vm' schen von den Sprengstück-n gekosten worden. Kriefkaste« der Nedaktio«... Z. Kr., Staittzerstratze. Sie scheinen sowohl wie auch and«e Biärkr sehr flüchtig zu lesen, w«' Kc» lich nicht hindert,„darnach zu handeln". S. ahtrib Abend in Dresden, folglich kann kein vw � am Sonntag üb« den Verlauf der Versammlung- haben. Nach Ihnen hadm eS ,gllle" Blätkr flndm Sie in uns«« Dienstagsnumm« den ern» Bericht An demselben Tage schreiben Sie uns, � nichts gebracht Da atftrrn unter„Vrreine" lich ganz ausführlich behandelt wurde, so»erden zufrieden sein. A. H. 296. Wenden Sie im Termine Gläubig« den Draht d« Verabredung gm statt angenommen hat, und berufen Sie stch Zeugniß da gegenwärtig gewesenen Personen, Sie den Erd zu. eveni. 41» 411_____|_____ 11600) 66 16601 61 18UO1 1 60 1800] 13- Dö 237 328 »36 93 43083 1300] 189 626 36605 4680 96 782 116 64 71' 77 802 84 69 831 61 78 430 42[660!« 689 M �45023 49 80�64 70 406 43 62 612 81 606 7 8> avoWst.R ZX&'MZ M« #####%" I»0��0 89 802�g9 88 818 4» �06 44�68 60 68 84 96 8%) 84 887 M 'IBA t 60' I 60 1 S?M #&%%% ta 1"»1"»«WB«Uh,«35SÜ Berlin 8W. Beilage zum Berliner BoMblutt. Nr. 180 Donnerstag» den 5. Angnst 1886. in. Iahrg� rinn [Artfl w Ä |tl«t dir Kimliitim tri tw Krukellkiisstil « WWMZ mms W äi � kirr llomn, e Aufschichte von»lex. Landtberg. .«Hopv et ü. verboten.� ' trois-L?b0U'I5 id[ lprwge«,»u buI sprisge», Bravo!!f.°dmchbra>.stn, d» Girfm. smm ZSMWW- U)jj■•—" T' UW * 3w� st<»d»och wie theikaahmtlo« ihr« veiträge leisten müfien, wenn st« stch krank und unwohl fühlen, auch ihre Rechte in Anspruch nehmen? Will man ei ihnen verdenken, dah fie nun ihr alt s Leiden oder körperliche Gebrechen»u beheben oder ganz zu heilen versuchen? Will man fit deihalb als Simulanten bezeichnen? Dai sind fie eben darum noch lange nicht! Weil aber nun in Folge allei deffen die Kasten mit ihrem Gelde nicht auslangen, ertönt der Ruf:>ch ja! es find eben zu viele Simulanten! »der„wenn die Arbeit stockt und Ardeiterentlaffungen in Ruistcht stehen, ist die Simulation eine viel beobachtete Thai- fache." Da mühten aber doch die Kassenärzte ganz fimp!e Menschen sein, wenn fie Jemanden, dem übebaupt nicht» fehl», so mir nichts, dir nichts für krank erklären sollten.„Wenn die Arbeit stockt" werden eben auch Leute krank, und wer seine Betträze leistet, auch während„die Arbeit stockt", hat eben auch Anspruch auf die K.ffcnleistungen. Aber halt!„Wenn die Arbeit stockt", dann ptebt es auch viel Hunger und Elend unter den Arbeitern, der Kö per ist widerstandsunfäh'ger alt sonst und daS Ende vom Lied« ist, es werden mehr Brdeiter krank. Das find aber natürlich dann alles— Simulanten. Nun sollen aber auch wieder nur die Ardeiter Simulanten sein. Aber läge nicht bei den Beamten, die während der Krankheit ihren vollen Gehalt weiter beziehen, die Versuchung zur Simulation viel näher als bei den Arbeitern, die doch in der Regel während der Krankheit ein geringes Krankengeld de» ziehen. Jedoch, daß die Beamten Simulanten find, davon hat man noch nichts gehört. Warum stmulirm die Beamten nicht? Weil fie von ihren Kollegen dieserhald mit Verachtung destraft würden. Dieser Grund aber liegt bei dm Arbeitern auch vor, dah st» nicht stmultren. Wmn jetzt von Simulation unter dm Arbeitern gesprochen wird, so ist das nichts als Flunkerei, die aus den oben auieinandergesetztm thatsächlichen und für viele schwer verständlichm Veihältnissen en spri gt. Dann sollm aber auch die Ardetler dadurch Vre Kassen ungeheuer schädigen, daß fie stch, bevor fie richtig gesund find, zur Arbeit quälen, um dann nach einigen Wochm wieder er« neute Ansprüche an die Kasse erheben zu können. Wie man hier, wmn man den Z veck der Kranlenkassen im Auge dehält, von Schädigung de selben sprechen kann, ist ganz und gar unverständlich. Was sollen die armen Kranken machen. Hunderte, nein nicht hunderte, viele tausende von Ardeitem find chronisch krank und werdm wiederholt krank, ehe der Tod fie ausspannt und der Familie den Ernährer nimmt. Sollm diese Uiglücklichen lieber keine Ansprüche an die Kasse machm und ihre Familie dem Untergange Preis aebm? Für was find die Kassen da, was ist ihr Zweck? Ist es nicht der, daß viele Gesunde durch ihren Beitrag, im Bewußtsein der Gegenseitigkeit, den Kranken nicht untergehen lassen? Oder find die Krankenkassen auch schon »um bloßen Bankgeschäft geworden? Mit nichtm I N cht die Ardeiter soll man deshalb als„Gesund- Simulantm"be«etchnm, in welchem Worte immer mehr oder weniger der Betrüger stecken soll, sondem man soll die KrankmunterftützungS Bezugs- dauer verdoppeln, und auch diese Zeit wird für manche«ranke, derm Leiden von sehr langer Dauer ist, noch zu kurz find. „Im Interesse der Kassen erschein» eine anderweite Regelung dieser Unterftüyungioerhältniffe dringend zu wünschen/" Bei einer anderwetten Regelung werden aber die Ardeiter auch ebenso wie beim Krankenkassen- und Unfall. esetz die Hauptlast der Kosten, wenn nicht vielleicht gar ganz und voll zu trogen habe.?. Bei einer anderweiten Regelung werden aber diese armen Unglücklichen vielleicht noch schlechter fahren alt sonst. Laffm wir also die Arbeiter nur unter stch diese Sache regeln und sprechen wir nicht wester von Simulation, da. wie gezeigt, »mig oder gar kein Anlaß dazu vorliegt. Kommunales. w. Die Anlage« auf dem Döahoftplatze. Die vor ewigm Tagm durch den hieftgen Zcstunaen gegangene Nottz, daß deomächst nach F-rligstellung der Pferdedahngeleise am Dönhofsplatze die Schmuckanlagen daselbst in«ngnff genommen werdm würden, ist nicht ganz zutreffend, vielmehr dürste die Ausführung dieses Projelles, noch den uns vor. liegendm Jntormattonm, ewige Verzögerung erleiden, da die Vorlage an die Stadtverordneten Versammlung über die Er- in der Manege. Plötzlich ermannte er sich, es schien, als erwachte er au« einem schwerm Traum, er stieß einen schrillm Schrei au» und war mit einem mächtigen salto mortale außerhalb der Barriere. Stürmischer Applaus lohnte diese« Todessprung, doch kam der Clown nicht zurück, um sich für die reiche Beifalls- spmde zu bedanke», er war durch die Thllr, die zu den Stallungen führt, verschwunden... Unwillkürlich folgt« ich dem Manne. Z» der Manege produztrte sich eben eine Resten», hier in den Stallungen herrschte geschäsiige Stille. Während in einer Art von Halbstock die Garderoben untergebracht warm, befände« sich Parterre die Stallungm, und kleine Zettel, die an den Thürm der Bretterverschläge klebtm, nannten die daselbst stehende« Rosse. 3« eine« solchm Stall, an dessen Thür die Aufschrift .Schimmelhmgst Mustapha" zu lese» stand, war Lutle Zoh« eingetreten. Im Halbdunkel geborgen, konnte ich ungestört eine heftige Konversation«itanhörm, die»wische, John und einem weiblichm Wesen i« erregter Weise halblaut ge« pflog« wurde. Heiser, fast krächzend stieß er die Worte hervor: ,Du glaubst etwa, daß ich blind bin? Ich habe es gestern und auch heute recht gut gesehen, wie Du den jung« Dragonerossizier in auffälligster Weise bevorzugst, wie Du vom Rosse herab mit ihm kokettirst. Und wmn ich blind wäre, müßte ich es hör«, den» alle Welt um uns zischelt es sich z», sogar die lumpige Bagage, die Clown«, mach«, während ich mit ihn« arbeite, Oloss« über mich. Elise, da« halte ich nicht länger au«, da« muß ei» Ende nehmen I" Der Clown schwieg und«ach einer kurz« Pause hörte ich eine glockmhelle Stimme wegwerf«d« Tone« ant- *�*Dii bist ein Narr? Laß mich in Ruh I" *U#b das große Bouquet, daß er heute Dir zuge- ''Was»veiter? Du gestehst also? Ich treibe es nicht aufs Aeußerste. au». Das bringt«ich«ar. richtung von Gartenanlagen auf dem Dönhofsplatze auf dm Antrag des Mvgistrai» von der Trgesv'.vnung abaesetzt wor» den ist. Bevor zwischen den beiden städtischen Behö-den über das vorliegende Pioftkt Einigung erzielt wird, dü,f>e roch einige Zeit vergehen, jedenfalls tonn dasselbe vor Wieder» zusammentritt der Slavtvirordneien-Versammwng nicht zur Aus» führung gelangen. w.»et den dott der städtischen Parkdeputatio« der- anlaßteu Avpflauzuuge« von jungen Bäum« in der Klofterftraße soll die Wahrnehmung gemacht worden sein, daß die Wurieln derselben in die Verbindungsstellen der Kanalisationsröhren eindringen und die Funktionen der letzieren beeinträchtigen. Die Parkdeputatton hat diese Thatsache nicht konftatirm können, vielmehr ist der Gartendi-eklor Mächtig der Anficht, daß nm bei schadhaft gewordenen Kanalisationsröhren die Wmzelfa>ern der Feuchrigkett nachgehend w die schadhaften Stellen eindringen. In keinem Falle werden die Röhren an dm mtt blauem fetten Taon gedichtet« Stellen von den Wm«eln ang-griffm; fetter Thon sei vielmehr das beste Mittel, jede Pflanzmaurzel abzuweisen, wie Jeder an dm Bäum n in der freien Natur auf fettem Untergründe sehen kann. Die Bäume auf den Straßm übten aber insofem auf die Kana.i. sattonsröhren einm Emfluß au», ali fie, wie es in Bezug auf die Gaslettungsröhren der Fall ist, anzeigm, daß an der Leitung irgmdwo etwas in Unordnung geralhm ist; in diesem Falle, indem die Bäume absterben, andernfalls aber, indem fie stch besser mtwtckeln wie die elfteren. w. Gegen dre Rtchttgkett der diesjährigen Gemeinde» Wählerttfte«, welche in der Zeit vom 15 bis 30. o. M. aus» g. legen haben und von 352 Personen eingesehen worden find, find Einsprüche beim Magrst at nicht erhob« worden. In Folge dessen wird die für den Fall des Einganges von Ein» sprüchm gegen die Gemeinde-Wählerlisten in flu» ficht genommen gewesene Sitz mg der Sladtverordnetm- Versammlung, die wäh» rend der Ferien derselben hätte stattfinden müssen, nicht abge« halt« werdm._ Lokales. _,. je es Dir, Ich haltt es nicht länger Der Vorortverkehr an der Görlttzer Bah» liegt noch recht sehr im Argen und die Klagen de« Publ-tum« darüber mehren fich beständig. Seit der Anschluß der Gö kitzer Bahn an die Stadtbahn bewirkt worden ist, reicht der Vorousoeikehr auf dieser Sirecke bis Königs Wusterhausen. Das Publikum Hai eine Mmge einschränkender, unbiquemer, ja sogar lästiger Einrichtung« über fich ergehen lassen müffm, aber die Vor« i heile des Vorortoerk-Hrs scheint mm ihm verweigern zu wollen- Zu den wichtigsten Einrichtungen für den Vormtoerkehr gehört die Einführung der Ard Uerdillets. Die Gelegenheit zur ve« sorgung von Ardetten in den Vorort« ist nicht nur für den Berliner Ar bell er, sondem auch für den kleineren Handwerker von größter Bedeutung. Ader wai müssen alle Berliner, die über Grünau hinaus eine So» merwohnung mtethm, wenn fie dieselbe von einem Berliner Tav-ztrer tn den Staad setzen lussm wollen, erfahren? Der Preis wird zu tbeuer, weil die Fahraelegmhett für einm Arbeiter all in den Betrag eines halb« Tagelohnes ausreicht. Ardeiter dtlletS zu ermäßigt« Preisen weroen nur bis Grünau gewährt. Ein vervünttlger Grund ist nicht zu find«. Ohne großen Schagen anzurichten, könnte die Bahn diese Einrichtung auf Johannis- thal beschränk«, dmn darüber hinaus«xiftirm bei Grünau keine Ardeitsgelegenb itm, die von Berliner arbeite« autgesucht werden könnten. Wohl aber liegt in Hankel« Ablage eine dedeutende Ziegelei und am ander« Ufer da« Z-uthener SeeS eine größere Kahndauerei, die beide Arder.s„ilegerhetl« bieten welche und die Perbilligung der Verkehrsgeleqenhett für Ardeiter sehr erwü scht erschein« lassen. Weshalb diese für Schmöckwitz, Haakels Ablage und König« wuster» haus« nicht zugleich mit der Einführung des Vormtsv«rkehrS gewährt worden ist, scheint ganz unverständlich. Die Entfer» nung nach Hankels Ablage ist von Berlin aus nicht wefter at' beisp elSweise Erkner, und hier werdm die Vergünstigung« der Ardetterdillets schon seit Jahr« gewährt.— Gan, ähnlich, wie mtt d« Arbeiter druets steht's auf der Gö-litzer Bahn mtt den Extra Retourbillett, die nur für einen Tag gütig, ebentalis nur bis Grünau zur Ausgabe gelang«. Wer seine Partie bis Hankels Ablage oder Schmöckwitz ausvednen will, muß den höheren Preis für ein R*tou bittet d.-zohien, „Dann bedaure ich Dich, denn ich kann Dir nicht helfen". „So werde ich mir allei» helf«." „Da bin ich neugierig." .Ich bringe Dich um und mich." „Ha! Ha! Ha!" „Lach' nicht so frech, Du herzlos-»,«ndarkbare» Weib." „J.tzt Hab' ich'« satt! Die T.schicht» wird mir zu dum« Du langweilst mich mit Deiner Eifersucht. Kann ick» etwa« dafür, wen« ich Beifall bade beim P-blikum? Wenn mich der Eine oder der Andere auszeichnet? Wenn ei« junger Offizier, ein Fü'st, mir Blumeubouquet« zuwirft? Kann ich'« verhindern? Ist et nicht meine Pfl cht? Frag' doch de« Dwektor, wen» Du, ein aller Komödiant, Dir darüber keine Auskunft gebe» kannst." „Ja, ja, das weiß ich wohl und will es auch nicht ändern, aber ich will, ich bestehe darauf, daß Du dem jung« Osfizier nicht so uagenirt« Avanc« machst, ich will es ein- für allemal." „Du willst? Hast Du auch schon einen Will«?" „Himmel! Herrgott! Elise, mach mich nicht mahn- �\uf)ig, aber fest entgegnete die Reiterin: „Du weist, baß ich Dich nicht aus Liebe geheirathet habe, Dualler, häßlicher Harz wurst hast mich, ei» blutjunge« schöne« Mädchen, meinem Vater bei« Weine abgekauft, abgcwuchert. Ich konnte mich nicht wehr«, d«« mein Vater schwur es, daß er mir alle Ripp« zerbricht, wenn ich nicht einwillige. Und doch bin ich Dir, ttotz vet Ab« scheues, d« Du mir j derzeit eingeflößt hast, bis heute tr« gebiieb«. Ich war m den Grotesqae Reiter Mr. Black vir« liebt und er betete mich an. Ich hätte, als Du in Hamburg sechs Woch« im Spttale lagst,«ll ihm durchgehe« köav«. Ich had's nicht getha». Ich hätte, sowie die Anderen, mir von b« Kaoaliere» hofir« lassen könne», ich könnte wie eine Fürstin leb«, Brillante» ttage», in Equipag« sah,«, Paläste bewohn«— Alle« wurde mir zu Gebote gestellt und tch bade Alle« refufirt." „Weil Du Sbre im Leibe hattest!" „N.i», weil ich dumm war, eselhast dumm, ein weih. licher August. Aber weil Du mir trotzdem das Leben ver- fceffen zweitägige Giltigkeit ihm nichts nützen kann. Die be- treffmden �-ureff-n!«» haben sich zwar für dies Jahr anichei- nend mit Restanation in ihr Schicksal ergeben, aber die Presie hat die Pflicht, die sonderbar verschiedenen Grundsätze der staatlichen Eisrnbahnoerwaltung hervorzuheben, damit ihre Aus« gletchung angebahnt werde.._, Die Freude» und Leide« der große« Ferie» haben für die Zöglinge der Volksschulen nunmehr ihr End« erreicht, der Schulunterricht hat wieder begonnen und die BUdungs' Maschinerie ist wieder in Gang gesetzt. Gilt auch die Ferien- zeit gemeinbin nur für eine Freudenzeit, so birgt dieselbe doch auch, wenigstens für die Volksschüler, wenn auch nur für einen Thetl derselben, genug der Leiden in fich. Der Hauptantheil an den Freuden der Ferienzeit sällt wohl ohne Zweifel den stindern zu, welche in glücklicher Ungebundenheit die lSstliche Freiheit im vodsten Matze genießen und zwanglos und unbe- schränkt auf Straßen, Plätzrn und Hawen fich u och ertummeln und austoben tönnen, fich selber zum Nutzen und zm Freude, andern zum Schaden und zum A erger. Die oerhältnitzmätzig Zahl der Ferienkolonisten, denen allerdings ein höherer kleine Lebensgenuß geboten wird, werden indeffen doch ihres Lebens nicht in dem Maß« froh, wie die Vorhergenannten. da es doch zum größten Theile, wenn nicht durchweg, kränlliche und schwächliche stinver find. Ilm schlimmsten aber sind diejenigen armen Kinder daran, die während der Ferien noch mehr wie sonst zur Hilfeleistung beim Erwerbe der Eltern herangezogen werden. Für fie haben die so vielfach herb igesehnten Ferien keine oder doch nur wenige Lichtpunkte, ihnen dringen die Ferien keine Ruhe und Erholung, keine Freuden und noch viel weniger Freiheit; für fie ist eigentlich du freie Zeit die Schulzeit. welche Andere als einen lästigen Zwang betrachten. Während die Glücklicheren gekräftigt und erholt und mit schönen Erinnerungen an die froh verlebten Tage zm Schule zurückkehren, erscheinen diese körperlich abgespannt und geistig abgestumpft, voll freudloser Erinnerungen an die so langsam eniwickeren Wochen und lauschen trauernd und verwundernd den Erzählungen ihrer Genofien. O möchte doch diesen Kindern der dlltersten Armuth fich die FerienleidenSzeit künftighin auch in eine Freudenzeit verwandeln. Der Schulbesuch«ach de« Ferie« pflegt den Herren Jungen immer recht sauer zu werden. Am Dienstag Morgen bald nach 8 Uhr fand eine Frau in der Reichendergerstraße, als fie nach dem Wäscheboden dei HauseS gehen wollle, an der Vorthür zu demselben einen etwa achtjährigen Jungen, der mit seiner Schulmappe dort Platz genommen halte, und hier wahrscheinlich die Schulstunden zuzubringen gedachte. Der Bengel machte, aiS er mit Gewalt zur Schule gebracht werden sollte, ein großartiges Halloh; deruh'g'e fich aber, als eine der herbeigekommenen Frauen fich erbot, mtl ihm zum Lehrer zu gehen und ein„gutes Wort" für den Jungen einzulegen. Zum Apothekenhandel. In den hiestgen medizinischen Kreisen ist d'« Verfügung de« Minister« der geistlichen, Unter- richt« und Medizinalangelegenheilen mit großer Genugthuung begr ißt worden, welche bestimmt, daß„bis zm and:rweiten Regelung des Apothekenwesen« innerhalb der nächsten zehn Jahre nach der Errichtung einer neuen Apotheke der Inhaber der Konzesfion ohne desondere Genehmigung der AufstchtS« bebörde nicht befugt ist, der Regierung nach Maßgabe der Allerhöchsten Ordre vom 5 Oktober 1846 eine qual.fizirte Person mit dem Rechte der Nachfolge zu präsentiren." E« ist eine unter dm Medizinern bekannte Thatsache, daß es Personen ge- geben hat. welche in der Erlangung und dem sofortigen Ver- kauf von Konz« fionen zm Errichtung von Apotheken ein lukra« ttves Geschärt erdiicklen und fich in ihren Erwartungm nicht täuschten. Wird doch die Mittheilung gemacht, daß einer der Inhaber der neuerdings erth'iltm Konz« fionen zur Errichtung einer Apotheke im Norden Berlins die Konzesfion unmittelbar nach der Erthellung für 150000 Mark verkauft hat. Diese Perhältniffe waren den Behörden bekannt, als fie einem weiteren derartigm Konzesstonsbandel einen Riegel durch die vorgedachte Verfügung vorschoben. Die angeführte ministerielle Verfügung gestattet nm„ganz ausnahmsweise und unter ganz besonderen Umständen" einem Apotheken befiyer, der sein Ge- schärt innerhalb der festgesetzten zehn Jahre aufgeben will, die «langte Konzession zu verkaufen. Eine„gewinnsüchtige Ver wert hui g der Konzession", so heißt es ausdrücklich, wird dabei auSgeschiosim. Es ist jedenfalls bezeichnend, daß es zu einer derartigen charakteristischen Verfügung kommen mußte. Recht Übel find i« diesem Sommer jene Bnltn« daran, welche in der Umgebung zu ihr« Erholung eine Som- mnwohnung genommen haben. Wnkt schon das andauernd kalte und regnerische Wetter nachtbeilig auf die Gesundheit der nwachsenm Personen, so ist di,S bei dm Kmdern erst recht zu konstatinn. Husten und Schnupfen h«rscht fast in jed« Familie und die warmen Mäntel werden wieder hervor« ge holt. Viele Familien rüsten fich denn auch frührr als sonst zur Heimkehr nach Berlin, da ein baldig« Umschwung in d« Witterung nicht abzusehen ist. Ueber Ftnkenkrug» dem reizend gelegenen Vergnügung»« ort an d« Lehrt« Bahn, wird der„Vofi. Ztg." geschrieben: Ftnkenkrug, an der Lehrt« Lahn, eine Oos« im Sande, wird, bittnst, weil Du mir wie ein alter bissig« Köter jede» Augenblick in die Wade fällst, w«de ich von heute ab ander« Saite« aufziehe». M«k Dir'«! Za, ich lrebe den junge« Fürsten, ich lieb« ihn und w«de seine Gefühl« er« widern." „So lang« ich lebe nicht I" „So bring' Dich um." „Das werde ich thun, ab««st muß ich Dich erwürgt haben." D« Clown hatte diese Worte mit einem krampfhafte» Schluchze» h«ausg«stoßen. Er stürzte fich auf seine Frau und eben wollte ich hervorspringen, um sie au« den Hände» des Würhendeo zu befreie«, als ein Stallmeister rasch hnbei» kam, die Thür« aufriß und in den dunkle« Verschlag hineinrief: „Sie, Madam« Elise; rasch, Ihr« Nummer ist da." John schien zur B«si»»ung aekommea zu sei», den« et schlich fich aus dem Stalle und begab fich in de» Korridor, d« zur Manege führte. Elise, die schön« Reit« in, kam ebenfalls, ihre» Hengst am Zügel führend, h«au«, fie schickte dem Clown eine» haß«füllte» Blick nach. Ihre Lippe» waren fest auf einand« gepreßt und fie ordnete mit zifternder Hand die Halskrause, die einig« maßen z«. drückt war. Sie warf eine« lange», grauen Radmantel, der ihre Gestalt»«hüllt hatte, hinunt« und schwang fich behende auf de» schneeweiße« Hengst, der seinen Kopf»ach ihr wandte und fie mit seine» kluge»«ugen mufi«te. Sie streichelte da« Prachtthier und lispelte ihm fast „Geduld, lieb« Mustapha; �wir w«de, von diesem *�Da�%y fi?p?ötzlich auf. Sin Wims Lächeln zerstreut« die Wolke«, die auf ihre« Gesichte lagen, »»d mit eine« muihigea„Hovp I sprengt« fie in die Manege, wo tobend« Applaus sie aufmunternd empfing. El.se war nicht nur die beste, kühnste Relttti«. fie war auch da« schönste Weib im Cirkus. Wie stolz stand fie auf dem Rücke» des edlen Thi«es! Die Zügel hatte fie falle» lasse» und in d« schönen kleine» Hand obwohl nahe dei v«lin,»nhältnißmäßig wenig besucht, denn die Verbindung auf d«Bahn ist n'cht deou-m. Während des ganzen Nachmit agi hat man nur einen Rückzug, um 9 Uhr 10 Minuten Abend». Das hält viele ab, einmal dem witllichen Wald« einen Besuch abzustatten. Das ist kein Grunewald, leine Jungrtrnhaide; das ist naturwüchstger Baumbestand. Das bis 4 Fuß höh- Gras läßt aus eine tiefgründige Humus- schicht sedließen, mächtige Buchendestände, die noch aus dem vorigen Jahrhundert stammen, wechseln mit eh. würdigen Eichen» schonungen. Im Finkenk-uger Walve athmet man nicht allein die ozonreichste Lurt; dort trifft man außer den Sonntag- nomaden auch noch originelle Berliner Gestalten. Dort schleichen Zwei im grasbewachsenen Wege langsam und vorsichtig an den Stämmen dabin, den breiten Laufweg der Spazier- gänger meidend. Der eine ist ein Mann, der in dem Palaste in der Burgstraße oftmals entscheidend« Worte spricht; der andere h.lit drn Tborschlüffel zum Januitewpel verwahren und gönnt fich heute vier ein Stündchen Erholung vom strengen Dienste, um seiner Liedlingineigung, dem Schmetterlings- fange, zu fröhnen. Es ist auch Allei dort zu finden, was in unseren Breitegraden schwürt und flattert, vom ge« meinen Kohlweißling bis zum Trauermantel und Schiller falter. Daß der Raupenfraß nicht allzu verheerend wirrt, dafür sorgt dort jener kleine Mann aus der Oranlenstraße, der mit Emstgkeit seine Schachteln füllt. Nicht allein Raupen und Puppen, auch alle Schlangen und Eidechsen, deren er habhaft werden kann, nimmt er mit, um ste in seinem Weltgeschärte gegen die gleichen Erzeuzniffe Ver Tropen, Spitz- dergcns, Giönlanvi oder Feuetland« auszutauschen. Im hohen Grase bewegt fich dort manche Berliner Familie, und G:oß und Klein haben schwere Arbeit, denn es gilt die leer gewordenen Eßkober mit Himbeeren zu füllen; die Befinge sind dieses Jahr schlecht gerathen. Das Wild läßt fich durch die Sonntaasdi« such» nicht stören. Plötzlich»heben fich im hohen Grase Rehe, beäugen dm Eindringling und entfernen fich langsam; fie w.ff n, daß ihnen jetzt kein Leid geschiebt. Wenn diesem Walde etwa» fehlt, find ei die Singvögel. Naturforsch» sollm viel zu ihr» Vertilgung beigetragen habm, indem sie die thnm»« »hellte Erlaubnis zum Einsammeln mißbrauchten. Von schattengedenden Eichen umrinaf, steht das Forsthaus, der Ffnkenkrug, an welches fich die Restaurationsgebäude anreihen. Während man rechts alle Bedürtnifie deS Leides durch Kost aus der Förstnküche und kräftiges Bi» befriedigen kann,»- schallen von der linken Seite jene Melodien, welche die Glieder uns»« Jugend in Erregthelt versetz!!,. Bei den Klängen „Nach Afrika, nach Kamerun, nach Angra Pequena" und „Mutter, d» Mann mit dem Koaks ist da", ttlm fie»um Tanz, und hören nicht auf, als bis fie die untergehende Sonne zum Aufbruch nach dem Bahnhof gebieterisch mahnt. vorgestern ist dem Vertreter de« Miether de» v»« n ageiien Hausei Nr. 97 in der Frieden straße da« Erkmntniß d« zwliten Zivilkammer des Landgericht» l betreffs d» Fenster- vermauerung zugegangen. Daffelde vnurthellt, wie die„Vofi. Z-itung" berichtet, den Gemeinve-Kirchenrath der Georgmge- meinde zur sofortigen Beseitigung des vrettttgerüste» und v«- bietet demselben bei Strafe von sechshundert Mark für jeden einzelnen Fall jede weite» Besitzstörung und Vermauerung d» Fenster vorläufig bis 1. Oktober er. In dem Urtheil ist de« sonders demnkentwerth der Pasius, daß die Handlung des Kilchenrath» mangels eines gerichtlichen Urtheili nicht als ein Akt der Zwangsvollstreckung, sondern als ein Art d« Gewalt zu betrachten sei. den fich die Mteth» nicht gefallen zu lafim brauchten. Enoe vorig» Woche hat eine photographische Auf- nähme des HauseS stattgefunden. Der Vorstand der Ersten Berliner Saniiätswache. Brüder straße 22 23, bat, dem Wunsche dei PolizeivrästdiumS entsprechend, die Wache mit einem Kranken« Transport« wagm versehen. Der Wagen ist ali Tragbahre und Krankenstuhl elngerichtet und soll dazu dienen, auf der Straße verunglückte P-rsonen zur Sanitätswache und von dort nach der betr. Wohnung, bezw. einem Krankenhause zu transportiren. Während des Taget wird dieser Krankmwagen dem Publikum zur Lnfügung a- stellt.— Dn He» Poltzeiprästvmt v. Richt- hofm hat dem Vorstände in Anerkennung d« Bereiiwrlligteit des Entgegenkommens seinen v» kindlichsten Dank ausgesp-och-n. — Auch in dn Sanitätswache der Schönhaus» und Rosen- thaler Vorstadt. Schwedter straße Nr. 27, ist eine Verbesserung ausgeführt, indem dieselbe mit einem Arzt, der auch während d» Nachtzeit zur Hilfe dnest ist, besetzt worden ist. Die Wache wird abwechselnd von dm Anztm Dr. Caspar, Kastanien« Allee 70. Dr. Wetekamp, Schwedtnstraße 7, und Dr. Prietsch, RheinSd»anst?aße 21. desetzt sein. Die fieben Stadtbahubogen an d» Kais» Wilhelm- straße wnven, wie ein Berichterstatter von amtlich« Seit« er« fahrt, am nächftm Sonnabend dem Berkehr übergeben werden, wenn inzwischen die Rohrleger ihre Ardesten deendet haben. Gestern Vormittag von 10—12 Uhr erfolgte die Vertheilung der Stände durch den Oberinspektor Hauptmann Hauckwitz und drei seiner»fistmtm. Schriftliche Meldungen hatten im Ganzen 165 Engro» Schlächter eingereicht, darunt» auch solche, die oish» in der Zentral Markihalle ihren Stand gehabt schwang fie ein* Gerte, mit der fie die Luft pestschte. Aus- 8(muntert durch de« Applaus, verdoppelte fie ihre Kühn« eit und dieweil Mustapha durch die Manege sauste, sprang fie durch brennende Reisen und lächelte dabei graziös dem Publikum zu. da« ihre Kunststücke mit rasendem verfall de» glestete. Nun kam eine Pause. Elise glitt sanft auf de» Rücke» „Mustapha'«- nieder, und während die Clown« mtt fin», verwirrendem Lärm in die Manege sprangen, ritt die Künst« leri» im Schritt durch dieselbe, wobei fie da« schweißtriefende Pferd streichelte und einem junge» Dragoan-Offizi«, der i« d» Nähe d» Ausgangsbaniere stand, vielverheißende Blicke zuwarf. Auch Littl« John befand fich unter de» Clown», doch wählend die anderen auf die TabouretS sprangen und die Reife« in die Höh' hielte», durch die„Lady Elise" springen sollte, blieb John unten und vollführte die waghalsigste», drolligste« Kunststücke. Das ganze Publikum und selbst die Etallmeifl» belachte» die übawüihigen Sprünge und nur Elise hatte keine» Blick für die Capiivle» ihres Gatte». Sie warf dem Dragoner verstohlene Kußhändche« zu, die er durch sympathische Zeiche« erwiderte. Da intonirte das O.chest» eine Schnellpolka. „Mustapha" fetzte fich in Galopp und wie der Wind sauste er durch die Manege, aufgestachelt durch die leb« histen Zurufe de, Reiterin und durch da« Geschrei der Clowns. Laut» als alle die übrige« schrie Little Zoh». Er lief wie toll dem Pferde«ach, puffte es in die Schenkel und hing fich, während Elise durch ei« Dutzend mit Seiden- papi» verklebt» Reife« sprang, an de» Schwanzdes Pferdes, de»» mit aller Macht z»rte und riß. Da« Roß begann unruhig zu w»de»— Little Zoh» zog es«och heftig», auch Elise fing an zu merken, daß ihr Gatte Böse« nn Sinne habe, und eben wollt« fie vom Pf»d« springe», als diese« mit de« Hinterfüße« ausschlug.— Elise ,»lo, das Gleichgewicht, fie stürzte auf de» weiche» Boden d« Manege, doch rasch«hob fie fich. Sie war u«v«letzt, ab« Little Zoh», den die Hufe de« Pferde« in» Geficht und in die Brust getroffen, lag bewußtlo» auf dem Sande, de» da« batten. Man hält nämlich die Räume in den Stadtbahndog« für b-quem», namentlich weil die Anfahrt auf der frei liegenden O-rseite fast unmittelbar bis an die Bu�en«folgen lonir Au verthrtlen waren nur 130 Plätze in Größe von 6, 6 und» Quadratmetern, so daß eine Zahl von Bewerbern nicht berüa- st chtigt werden konnte. D» Oberin foektor Hauckwi«, welch« übrigen« in anerkenneniwertd« Weise dm verschiedenste» Wünschen in Bezug auf die G.öße und L-ge d» Plätze z» misprechm suchte, gab schließlich denen, die leer auigegnigt» warm, dm Rath, fich ja ihre Stände in d« Halle p fichem, da sonst auch diese leicht and»weit oerzebm werde» könnten. I« der Untersuchung gegen de« Direttor Fische» welche vom nächsten Dienstag bi« Donnerstag zur mündlich!» Verhandlung kommt, sind die zahlreichen kommissarischm A«- nehmungm von Zeugen bemdet; einige habm auch ihre Au» saam schon vorh» abgegeben, weil ste zur Zeit auf Reisen st» befinden, so ein hiesiger belannt» Rechtsanwalt, d» gega" wärtig in Dänemark verweilt. Ali Kunstverständige stnv heimrath R-uleaux und die Krittl« Ludwig Pietsch, Reinhold Schlingmann und Dr. Adolf Rosmberg qeladen. Sm Berliner Asyl-Verei« für Obdachlose nächtigt« onat Juli im Mann»« Asyl 8797 Personen, daoo» badetm 1210 Personen, im Fraum-Asyl 1458 Personen, davo« badeten 151 Personen. D» Vorstand de» V»ein« macht dorn» aufmerisam, daß er einen Arbeits Nachweis eingerichtet hatui» bittet dringend, von Vakanzen jeder Art, männliche Arbei» «an, ol neunzeh Un von Alle fick währent sorgte. «besten: "$ stiir seines? fc" bfl«. de «nun gl oersanl l bin« dttlet dringend, von Valanzen ied«r Art. mannttche»rw»? betreffend dem Hausvater des Männn-Asyls, Büfchtngfiwß« j weibliche Arbeiter betreffend der HauSmutt» des Fraum'AW* Füsilinstr. 6, Kmntniß zu geben, damit eine Zujmdung* qualifizirtm Personen unverzüglich»folgen kann. I« Bezug auf«ufere« gestrigen Artikel, 0» R«®? hältmffe in ver Ttschlerwnkstatt de» Herrn Hmschel dehand« »haltm wir von H-rrn Hmschel einige thatsächliche Ang«? die denn doch mit dem un« gestern berichteten in mannigsackw Wid»spruch stehen. Die Arbeitseinstellung hatte zuji»®' andere Gründe. Herr Hmschel hatte fich veranlaßt gef«? einen seiner Gesellen, der durchaus nicht sein« Pflicht nofll®" zu entlassen. Hierüber entstand Erregung untn veisibieb«*: Arbeitern, man that sich zusammen, um den scheidmdm Kom? „auszukeilm", wie 0» Kunstausdruck lautet; d. h. ein liehe« Festgelage zu veranstalten. Herr Hmschel duldet% mtige Festivitäten in sein« Werkstatt nicht, und verbot? dititlb« in tu-chau« ruhiger Weise. Hieraus legtm 7—81'« die Arbeit nieder. Was dm Fall mit der auch von tu». wähntm Holzdecke betrifft, so find nach Angade de« Hmschel derartige Decken in Bnltn übnhaupt noch niajj gefertigt, e» habm Gesellm, die solche Decken zu einem*2 von M. 3,60 pro Quadratmeter angefertigt habm, wösg« , not! ÄU }e|4nmd seinem a sein» 3Jj Mig», bn Irrer jWn" ßäfdjefo sovmenst K'def iusammei 36 M. vn dient. Eme Lohnreduktton andern einfacher hat übnhaupt nicht stattgefunden, und hat Herr Hensd�A K bevor der Tarif aufgestellt wurde, mehr qezazlt, als K-f} eiamtlich fordert. He» H-nschel bestreitet außerdem, Werklührn in seinem Geschäft mehr Einfluß desttzt, Mann in diein Stellung zukommt. Die Anzeige Staatsanwaltschaft hat He» Hmschel gemacht, um ruhigen Fortgang seine« Geschäfts zu fichem. � I« Monat Juni gelangten auf sämmtltchm W Pferdeeismdahr linten 109 Zusammenstöße, 65 störungm un? 12 Unglücksfälle zur polizeilichen Keniu»m � Uotersuchung. Bnanlaßt wurden von den Letriebsstd-�s 4 durch Zusammenstoß von Pferdebahnwaggon« untereiw" � 105 durch Zusammenstöße von Pk»devahna>agzono> Straßenfuhrwerten. In Folge der Zusammenstößt 113 PferdedahnwaggonS und 52 Straßmfuhrwerke bei®® 4 Zusamm-nftöße wurden durch Vnschulden von Pfer� kutschern, 49 durch Vnschulden von Prlvatkutsch�'-.Äl durch andne Umstände hnd-igeführt. Von störungm wurden 4 dnrch Rad- bez. Axbrüch« dahnwagen, 44 durch Rad- bez. Axbrüche von 6 dmch Siurz von Pf» dm aller Art, 4 in Folge � Feuns, 7 durch Brückenaufzüge veranlaßt. Von den- fällen entstanden 4 beim Auf« od» AbftdM» Hinterperron, 4 beim Auf- und Adspringvl vom_ penon, 1 durch Uederfahrm und 2 bei einzelnen 3»,-� stöben. Unter den Verunglückten befanden firb o i.' f 1 B« trieb« oeamter und 2 andere Personen. Von,» fällen entstanden 9 durch eigene Unoorfichttgleit und* andere Umstände. I« Erkner hat fich vor einigen Tagen ein Vorfall»eignet, dem ein junges, hoffnungsvolles AO leben zum Opfer gefallen ist. Die Löcknttz, ein Fluß. der Gegend von Müncheberg kommend, die Fangschleuie strömt, um dei Eiknn w den Flakensee zu münden, i jährlich, sein» starken Verkrautung und Vermoderun ausgebaggert. Die königl. Wafierbau-Jnspektion Fl» mtimdel zu diesm Reinigun�iarteilm einm Damptb' mehr«« sog-nannic Utoderprähme, welche die vc' haben, die aus gebaggerten Mafien aufzunehmen, � Land zu dringen, wo fie ali Wtesmdünger Vnwmvun? Auf einem dies» Moderprähme war, in Gemeinschaft w & unt Et« Ebnete n-ssade I Mbng. & % vom &T �fatlri h Da« ?i°. ß B Mun �»eter AD fallllätte c LtinmanOi schützte»£ »ach dem i »ufgmomr jotoussithi teji «gm unt 5«in Oes MÄ 'jchnei t "touf di K #8 fer daß fie ej vermocht, M § Blut, das von seinem z»quetschte» Gesichte strömt roch färbte. Da» Publikum sprang mit einem mächtigem_ von dm Bänkm empor; einige Damm"- Ohnmacht und nmßtm hinausgeführt«»den.. K-lleam des vnunglücktm Clown« trugm de« i leblosen Köep» hinaus. Elise hatte währmd d» Aufregung ihre Ruh« wied« gefundm, sie war auf, gesprungm und ließ es langsam durch die Maueg« wobei fie di« Gelegenheit bmützt«, de« Drag*«*' die Barriere gesprungm war, um ihr aufzuhelf� Worte zuzuflüstern. � a Das Publikum hatte fich b»uhigt. Da» A' stnnmte die«vtttbrochme Polka»m»dw«»«# Voe ficllunQ»ahm ihren regelrechtm Fortgang ohne Little Zoh».„ Dies» lag auf eine« dick» Teppich Antttnl«�»« sein« Wund» und»ach p- »klärte» dem Direktor und dem Personale. W! werbe m wenig» Minuten sein» Schmerze« 8 bueb» ruhig..-ho» U Au« d» Manege heraus»dröhnt»®£ Nacht ins Hospital «ayrmo v«»«schmettert« Letchna*-- Kenstervorhängm an dt l lut 1 vorüb»�� oenpervorhäagm a»— � ».ÄÖr � Hopp et U! K »A der. 5tmJ alten Hann Namens Schmidt, ein junger Hann, der nnuijthnjahrige Kühne aus Hönchwinlel, einem etwa 1,5 Hei- l!" aon hier an der Spree belegenen Orte, tbätig. Da der «ue sich nicht wohl fühlte, hatte er sich in die Kajüte begeben, während Kühne die Fortbewegung des Fahrzeuges allein be- Mr. Gegen 11«/« Übt Vormittags sahen auf dem Felde 55*2?�* Frauen den Kühne von seinem Prahm in die LSck' W nlirzen. Auch der alte Schmidt wurde durch den Ruf WiMs Namens von Seiten des Verunglückten sofort von deffen wo n*, Waffer in Kenntnisi gesetzt. Er beeille sich, Hilfe zu Mm, indem er dem mit dem Waffer Ringenden daS Ruder "l®. den Bootshaken zureichte, damit er sich retten könne. Der «erunglückte streckte nur noch die Arme aus dem Waffer, dann Wlank er in demselben. Sofortige Rachfuchungen seitens der i'rMgeeilten anderen ArbeUer hatten leider keinen Erfolg. M nach etwa zweistündiger Arbeit gelang eS, den Erttun- «nen aufzufinden. Allem Anschein nach hatte diesen ein Gowganfall getroffen, denn deffen eine Seite»irS die kenn- »'chnenbe blaue Färbung auf. Der Verunglückte ist neben Mkm auf der Babn arbeitenden Bruder der einzige Ernährer » Butter und jüngeren Geschwister. Der Vater, ein ehe» «»Iwr Bahnwärter auf der Schlefischen Bahn, befindet sich un-Znenhause. Vor dem Hause Schloßplatz 3 waren gestern Mittag jKjtt. mit dem Renoviren des grosien Firmaschildes dei «ischefabrikanten Pettng beschäftigt, wobei fie drei Leitem zw mmnenstellten. Als einer der Maler auf der Quer leitet saß, u!? rudere Maler mit einem Eimer Waffrr die Neben» Mu besteigen, wodurch das Leitergerüst seinen Halt verlor und dAmmenbrach. Der oben fitzende Maler stürzte hierbei so un» »ch herab, daß er fich am Kopf nicht unbedeutend ver- und nach dem Krankenhause gebracht werden mußte. Unglücksfall ereignete fich vorgestem vor dem Ab« Mvnetenhause in der Leipzigerftraße. Es fiel von dem die «rÜnu dedeckenden Gerüst ein Netzricgel herunter und riß zwei Mldergehende Herren zu Boden. Anscheinend innerlich ver» .»>, wurden dieselben in eine Droschke gebracht und nach der wn, Stohren. Auf dem Wege dahin kamen Leide, die i.?'wn Schreck betäubt gewesen, wieder völlig zu fich, merkten Jf. dald, daß ihnen absolut nichts fehle, ließen die Droschke S,.?! jadlten und verschwanden im Gedränge... So meldet dösige Korrespondenz. Die beiden„Verunglückten" dürsten �«mnttfn Verletzungen" im nächsten Restaurant schnell wieder «»arttt haben. *** Gerücht, welches fich gestern in Lichterfelde und auch A?uder einen schweren Trauerfall verbreitet hatte, der eine mTa J" Lichters elde betroffen haben sollte, erweist fich der Ä,." 3tg." zufolge als übertrieben; die Phantafie hatte das fl»,. tJirthan, um dm Trauerfall mit l sensationellen Zathatm sWlttsAi�üden. Der Thatbefiand ist folgender: Von dm drei einer dort wohnmden Dame erkrantte zuerst das «in Knabe, an fieberhaftem Magenkatarrh, der zwar L? bedrohlichen Erscheinungen verlief, aber doch mit Gene» •■•Lebete; das zweite Kind, ein sehr nervöses, leicht aufge- -itMädchen, erlrankte einige Tage nach ihrem Bruder an rf,n7« Krankheit, zu der fich noch eine intenfive Erkällung ■j.™! dal zarte Kmd konnte dem bestigm Ansturm des Nicht widerstehen; es erlag einem Herschlage. Von Sw"Ungsericheinungen war nach ärztlicher Versicherung keine OlP vorhanden, weder Erbrechen noch Durchfall. Da» dritte �.war und ist gesund geblieben. ».Der infolge einer Kollision mit dem Dampfer &?«(*" auf der Spree gesunkene Steinkahn liegt etwa zwei Kw«iter von Spandau entfernt. Das Fahrzeug gehört einem i�eleibefitzer in Alt- Töplitz bei Werder. Außer dem aus z?®,ffer hoch emporragenden Haft find noch die Spitze de» und die Decken der Wohnräume für Steuermann R..»..Ä?.fichtbar. Der Steuermann verarochte einen J; SÄ ÄS'ÄSi4'Ä ÄfÄÄaÄ nachdem ein Theil der Steinlavung von anderen Fahrzeugm aufgenommen ist, gehoben werden. Die Hebungsarbetten kosten vorausfichtlich etwa 1200 bis 1500 Marl Der Zusammenstoß sat sich in folgender Weise zugetragen. Der Kahn fuhr vor- iwriftsmäßig die Spree hinauf. Der Dampfer.kam ihm mt» »gen und wollte eigentlich recht» rorüberfahren. Der Steuer» m«rn de» Dampfer» glaubte aber, daß hier»wischm Ufer und Ii»?" nicht Fahrbreite genug wäre und lenkte rasch nach der sÜlL". � � �««bei suhr er gegen daS Vorderteil de» Ä? und durchbrach die Seitenwand bis auf den Boden, '•tauf das beschädigt« Fahrzruz sofort untersank. ?nheimltcher Fund a la Gregy wurde gestern fcÜÜi.''«J? Nordhofen gemacht. Mehrere Schiffer von dort �senden Kähnen bemerkten einen Sack im Waffer schwioi- iich°' Zecher einen, einem menschlichen Körper an Form ähn» v>an k?/�nff°nd in sich barg. In der Ueberzeugung. daß �Uen«A,sn>£m»«gidniß eines Kapitalverbr-chen» stehe, Und Stamm,* den vermeintlich Ermordeten mtt Haken davoneilst� u!*"?,» d zu ziehen, während ein Anderer schnell melden. svTaSf �«ckensmär dem nächsten Schutzmann zu »■«.- Br& Sgs* b» gliÄ-fesEfi der Cohn'schen Fabrik, ein altes schwarze, »tä anCh!" gefunden,«in dort in der Nähe mtt seinem«ahn taw®" Schiffer will am Abend de» 22. eine unverständliche, Frauenstimme von der Wafferleist der aebört haben, „__________ einen woher die Stimme gekom- i S;?n b°sti-g und der :pm« KWWtz KÜ1 wirb imK i0,5tttn°is auswärtige bez«. verbotene ange- M AKK Steis GMMMZ scheinend haben diese mit großer Sicherhett austretenden, ganz sudststenzlosen, Damm es verstanden, hier, in Wien, Bavm- Baden k. durch Ausbeutung von Holelwirthm und Anderen die Mittel zu einer verschwmderischm Lebensweise fich zu ver» schcff-n. Insbesondere ist ei ihnm dmch die Vorspiegelung, d�ß fie eine Erbschast bei dem Fürstm S. zu erheben hatten und daß die Olga M. die Urenkelin des deutschm Kaisers sei» gelungm, eimr Jungen Dame, deren Bekanntschaft fie in einem Wimer Hotel gemacht hatten, nach und nach gegen 1000 M. abzulocken. Zu den Geschädiztm gehört außerdem, sowett bis- her ermittelt werden konnte, die Inhaberin einer hiefigen Pen» fion sowie der Portier eines HotelS in Nürnberg und ein Geld- verleiher in Berlin. Der Kottdufer Damm Hot fich in der jetzigen Bauperiode in eine stattliche, breist Straße verwandelt, welche nur hier und da auf einigen älteren Grundstücken R-ste deS früheren Zu stände« zeigt. Der Name Damm ist nur noch eine geschicht- liche Rückerinnerung. Die sumpfigen Wiesen, durch welche der Damm führte und die im Frühjahr von W�ffer blinkten, find verschwunden, und breite Straßm münden vom Urban und der Hasmheide her in die alte Heerstraße nach Dresvm ein. Ein paar Holzplätze, eine Lob«, eine Hehl- und eine Knochenmühle sowie ein paar Wirthshäuser am Ende deS Damme«, wie das „zur guten Hoffnung", warm früher hier die ganze Herrlichkeit. Der erste Staatsanwalt beim königlichen Landgericht in totsdam erläßt folgende Bekanntmachung: Ersuche auf Töpfer lbert Noack alias Kretschmer mtt aller Energie zu fahnden und ihn zu verhaften. Er hat Schloffer Franz Heine ermordet und d«ffm Legitimationspapier bei fich. Signalement: Arbeiter, auch Töpfer Aibert Gustav Friedrich Noack, am 2. Juli 1864 in Zossen geboren, Größe: 1 Met 66 Ztm., Haare und Augen- brauen: blond, Äugm: blau, Stirn: frei, Gestatt: mittel, Zähne: defekt. Berliner Dialeft. Am linken Zeigefinger fehlen „ei Glieder. Anzug: hellgraues Jaquet und Weste, schwarze Tuchhose, schwarzer, weicher Filzhut. Zuletzt am 27. Juli als Kirschenpflücker in Ketzin gewesen. In Folge einer Aufforderung des Polizeipräsidiums erinnert das Direttorium der Markthallen die Verkäufer daran, daß die Fortsetzung dei Verkaufes nach dem Schluffe der Marktstundm, bezw. dem Ausläuten derselben, strafbar ist. Markthalle«- Bericht vo« I. Eaudmavu, städtische« Verkaufsvermtttler, Berlin, Zmtral- Markthalle, dm 4. August. Butter. Die Nachfrage nach l& Qualitäten preußischer und mecklenburger Gutibutter war so erheblich, daß die Zufuhren sofort nach Eingang zu erhöhten Preisen Abnehmer fanden. Weitere größere Eingange, in saubeim Eichentonnen gepackt, wären sehr erwünscht. Für geringere Qualitäten ist dagegen wmig Bedarf, so daß in eine Pieisermäßlgung gern gewilligt wird. Es wurde bezahlt für frische feinste Tafelbutter ic. 105 bis 108, feine Gutsbutter l. 95-100-105, U. 85-90, ttL 75 bis 85, Landbutter L 75—80, IL 65—75 M. Galizische und andere geringste Sortm 55—66 M. p. 50 Kilo. Käse. Die Nachfrage nach Schweizerkäse und Quadrat- Backsteinkäse ist andauernd, die Zufuhr verhältnißmäßig gering. Da jedo h Außschußwaare und geringere Qualitäten in großen Posten zugeführt und billiger abgegeben werden, findet beffere nicht die erwünschte schnelle Aufnahme. Trotzdem stellten fich die Preise noch derart, daß die Absender mit dem Erlös zu- friedm sein können. Echter Emmenthaler 73—80, Westpreußischer Schweizerkäse L 57-60 M., IL 48-50 H- HL 40-45 H., Quadratbackstein 1. 22-25 H., IL 14-18 H., Tilfiter Fettkäse 40-56-60 M., Tilfiter Magerläse 18-23 H., Limburger L 30—32 H., n. 20—25 R., Ramadour 30—32 R, rheinischer Holländer Käse, 20—22 Pid. schwer, 45— 58R, echter Holländer 65 M., Edamer l 60-70 M., IL 56-58 M., Französischer Neufchateller 17,50—18 M. per 100 Stück, Camembert 8,00 bis 8.50 H. per Dtzd. Eier hielten fich im Preise auf 2,50 H. p. Schock, obwohl Vi« Zufuhrm nicht sehr bedeutend sin» und in gutem Verhält- niß zum Bedarf stehen. Wlld und Gest gel. Ts werden folgende Preise erzielt: Rehe 60-75 Pf„ Hirsche 40-50 Pf.. Wrldschwein 40- 46 Pf. pr. Pfd„ wilde Enten 1 00-1,50 H., vekasfinm 30-70 Pf., junge Gänse 2,50—4,50 M., junge Enten 1—1,50 H., junge Hühner 0,50-0,90 M-, Tauben 30—45 Pf. per Stück, Poulardm 4,50—7 H. alte Hühner 1,00—1,40 H Seefische. Lachs 80-90 Pf., Elblachse 1,25 M.. Zander 50-90 Pf.. Hecht 40- 65 Ps„ Steinbutte 60-80 Pf.. See- »unge, große 1 M, kleine 50 Pf., Flundem 30, Schellfische 25 Pf., Kabeljau 25 Pf. per Pfund, Mak.elm 40—45 Pf. per Stück. Lebende Fische. Aal, mittelgroß 1,35 H., Hecht 85 Pf.. Schleie 75 Pf. per Pfund. Krebse. Htttel 2-4 H., große 8—12 H. per Schock. Geräucherte Fische. Rbeinlach» 2,50-2,90 M. Weser- und Ostseelachi 1,20-1,40»., ge- räucherte Aale 70—100—130 Pf. pr. Pfd., Flundem, kleine 1,75— 2 M., mittel 8—6 H, große 8—9 H. per Schock, Bücklinge, per Kiste 1,60-1,75 M. Gemüse und Obst. Tomatm, 30-40 Pf. per Pfd., Reinrclaudm 1,00— 1,30 Pf. per Kiste. Weintrauben 50— 70 PL per Pfd., Pffrstche per Kiste 3,00-1,50 R, Kirschen 6-16 Pf. per Pfd., Blaubeeren 6—7 R per Steffel, Pfefferlinge 4—6 R, p. Ztr., Gurkml— 5 H. per Schock, Schoten 3—4 H. per Schffl., Kohlrabi 2,50-3,00 Mark per 100 Stück, Karotten 75 Pf.. Blumenkohl 10-15 H. Erfurter 25 H. pr. lOO Stück. «ÄiiJÄÄfÄ K& Zwiebeln 3,50-5,00 R, Zitronen, gesunde Ausschuß. waare. 10-12 H. pr. Kiste von 260—300 Stück, neue saure Gurken 2-2,20 R per Stock. Melonen 50- 60 Pf. p. Pfd. einem Keller de« Grundstücks RUterstr. 14 eine bedeutende Menge Braunkohlen, wahrscheinlich durch Selbstentzündung in Brand. Die Feuerwehr löschte da» Feuer in iurzer Zeit.- Zu derselben Zeit wurde eine WUtwe in ihrer Wohnung in der Alten Jakobstraße todt oorgefundm. Nach hinterlaffenen Schriftstücken scheint fie fich«rrütteter Vermögmsverhältniffe halber mittelst Morphium vergiftet zu haben. Die Leiche wurde in das Leichenschau Haus gebracht.- An demselbm Vormittag wurde im dritten Stockwerk des Hauses Königsftr. 61 eine Spiegelfensterscheibe durch Sturm zeltlümmert und dmch die herabsallmden Scherben ein vorbeigehende» Madchen am Arm verletzt.- Zu derselben Zell stürzte auf dem Neubau Kirch» bachstr. 14 der Maurerlehrling Hüdner mit einer Mulde voll Mauersteine vom Erdgeschoß in den Keller hinab und erlitt dadurch mehrfache Verletzungen am Kopfe. neue neue Gerichts-Zeitung. Im Fretberger Eoztaltstenprozeß erhielten die Ange» klagten Auer, Bebel, Frohme, Ulrich, Viereck und v. Vollmar je neun, die Angeklagten Dietz, Heinzel und Müller je sechs Monate Gefängniß. Die UrtheilSbegründung folgt. f Mißhandlung einet Taubstumme«. Wir berichteten s. 3. über eine Verhandlung de« hiefigen Schöffmgericht» «am die Frau Hüttköper, die wegen Mißhandlung ihrer taub» nummen Stiefschwester Klara E-dmann zu einer Gefängniß. strafe von zwei Monaten verurtheilt wurde. Die Höhe der Stra'e wurde dmch die beispiellose Rohheit mottoirt. welche äk Ä ,-ttS»rr Landgerichts zur Verhandlung kam. Der Thatbestand wurde im wesmtlichm so wie in der ersten Instanz festgestellt. Am 27. Aprtt d. I., am dritten Osterfeiertaae, wurden die Be» wohner des Janke'schen Hauses, Straße 76, durch jämmerliche Hilferufe an die Fenster gelockt, die vom Hofe her kamen. Frau H. hatte ihrer taubstummen Stiefschwester, die ein kleines Kind auf dem Arme trug, mtt einem Schlüffel so wuchtige Schläge ins Geficht und auf den Kopf versetzt, daß sie blutüberströmt zu Lodm sank. Dm Säugling hatte ein zehnjähriges Rädchen der Fallmden rasch aus dem Arm geriffm, sonst wäre auch dieser verletzt worden. Der Onkel des Rädchens, der gerade aus der Arbeit kam, schaffte die Blutende zu einem Heilgehilfen, der einen kunst- gerechtm Verband anlegte. Zwischen dm beiden Schwestem bestand seit längerer Zeit ein feindseliges Verhältniß, zu dem die Taubstumme allerdings nur zum geringsten Tdeil beige» ttaaen hatte, da fie überall als ein gutmüthige« Mädchen ge« schätzt wmde» da» sich dm Hausbewohnern nützlich machte, als fie die Bewachung kleiner Kinder übemahm. Als neue» Moment wurde in der gestrigen Verhandlung nur festgestellt, daß fie an jmem Tage Frau Hüttköper ohne erkennbarm Grund am Kleide gepackt hatte, was jene sofort mitSchlägm beantwortete. Mehr vermochten auch die Zeugen, welche Frau H. als„ihre" bezeichnete, nicht auszusagen. Ein junger Mann, der zur Partei der Frau H. gehört, ging allerdings in setnm Angaben so weit, daß der Vorfitzende ihn direkt einen Lügner nannte, denn er bekundete mehr, als Frau H. zu ihrer Vertheidigung selber geltend gemacht hatte. So wollte er gesehen haben, daß Klara Erdmann ihre Schwester zuerst geschlagen habe, während er von den Schlägen mit dem Schlüffel gar nichts gesehm haben wollte. Er behauptete auch noch, die Taubstumme habe fich aus purer Nichtswürdigkeit so heftig auf dm Boden ge» geworfm, daß fie fich an einem Stein blutig gestoßen habe. Als der Zeuge aber nachher diese Angaben beeidigen sollte» schränkte er fie auf nachdrückliche Ermahnung deS Vorfitzendm so ein, daß er aussagte, er habe so gut wie nichts gesehen. Der Gerichtshof nahm zu Gunstm des Angeklagten schließlich an, daß fie in gewiffem Sinne gereizt gewesen sei und setzte die Strafe auf vier Wochen Gefängniß herab. t Selbstmord aus Furcht vor gerichtlicher Strafe. Wegen Unterschlagung hatte das Schöffengericht die Wittwe Luise Hübner zu einer Woche Gefängniß verurtheitt. Hier« gegen hatte fie Revifion eingelegt, so daß die Sache gestern die Betufungskammer des Landgerichts l von neuem beschäftigte. Weinend erzählte die Wittwe folgmdes: Als ihr Mann noch lebte, hätten fie bei dem Möbelhändler Schmidt eine Einrichtung gegen monatlich« Abschlaaszahlunam gekauft. So lange der Mann gesund war und Arbeit hatte, seim die Raten pünktlich und regelmäßig geleistet worden. Da wurde er stank und der Verdimst blieb aus. Sie konnten die Miethe nicht hezahlm und der Wirth drohte mit Exmisston. Da schlug ihr Mann vor, ein Spind zu verkaufen, um den Wirth zu befriedigen* fie widersprach, weil da» Spind noch nicht völlig in ihr Eigmthum übergegangen wäre. Als fie fich aber entfernt hatte, um Arbeit zu suchm, verkaufte der Mann das Stück. Im Oktober v. I. erschim der Gerichtsvollzieher im Austrage des Möbelhändlers, um das Spind, für welche» keine Abzahlungen mehr geleistet wurden. abzuholen. Frau Hübner wollte ihren Mann nicht d-schuloigen und behauptete, fie hätte es ihrer Tochter als Ausstattungsstück in die Ehe mitgegeben. Diese Angabe erwieS fich natürlich als falsch und der Möbelhändler erschien nach einigen Wochen und drohte mit gerichtlichen Stritten. Das nahm fich der Mann zu Herzen und als seine Frau die erst« Vorladung er» hielt, nahm er Gift, aus Furcht, ins G.fängniß geschickt zu werden. Seine Frau fand ihn todt auf dem Sopha.— Diele Erzählung fand in ihrer Schlichtheit vollen Glauben dei den Richtern. Sie sprachm nach kurzer Berathung die Unglückliche frei._ Uereine und Uersammlungen Heiterkeit der Thetlnehmer und unter den Klängen der Musik von statten. Vor der Ankunft in Schmöckwitz jedoch hatten die Thetlnehmer eine arge Enttäuschung zu überstehm. Laut Programm sollte der Dampfer erst bei Sadowa anlegen, wo» selbst die Theilnehmer ihren Durst stillen wollten; dies mußte leider unterbleibm, da die alte Berliner Damp°» schifffahrtaesellschaft es den Schiffen der neum Gesell» schaff nicht gestattet, an ihren Landungsbrücken anzulegen. Doch diese» kleine Intermezzo konnte auf den Humor dir Thrilnehmer keine störende Wirkung ausüben. Der Dampfer legte in Grünau und der Durst wurde dort gestillt. Nach %% iÄlfc-Äi; nach Jbetltn frail. Tifchlerwerkstellen,-----------------------___—.............. waren, Fragebogen zur Aufnahme einer Werkftellen-Statistik versandt. Die Kollegen werden ersucht, diese Fragebogen genau und möglichst bald auszufüllen und an eine der nachfolgenden Adreffen zurückzusenden: Liechtenstein, Ave Jakodstr. 1b, H. pt.; Erbrich, Ranteuffelstr. 46, bei Liebermann; Thierbach, Neue Königstr. 72, H. HL; Walter, Stallschreiberstr. 18, H. r. IL, bei Groß; Glaus«, Waldemarstr. 18, IIL; Böhm, Reichen» bergerfir. 113a, H. L; Puhlmann, Avmiralsir. 20, IL, bei Kettner; Loreck, Bellermannstr. 6, L; Lindemann, Barutber« straft« 9; Furchtbar, Fürstenwalderstr. 23, IV.; Grünwalbt, Prinzenstr. 8, OL, bei Konrad; Heese, Stallichreiberftr. 20, H. IL: Schmitz. Höchstestr. 22, III.; Seidler, Ranteuffelstr. 49, Iii.; Wie demann, Forsterstr. 50, H. IL Für diejenigen Kollegen, in deren Werkstatt bisher kein Fragebogen abgegeben wurde, find solche Bogen bei den obengenannten Mitgliedern der Kommisston unentgettlich zu haben. Die ausgefüllten Frage» bogen können auch Sonnabends Abends auf den Zahlstellen de» Fachvereins der Tischler abgeliefert werden. Leipzig, 31. Juli. Eine Versammlung der Buchdrucker, welche für gestern Abend nach dem Krystallpalafi berufen war, mochte von etwa 1000 Gehilfen besucht sein. Herr Rosen, Vorfitzender der Tartfrevifionskommisfion für Deutschlands Buchdrucker, erstattet« Bericht über die allgemeine Lage und die Resultate einer Sitzung der zu jener Kommisston gehören» den Gehilfen. Der Tarifentwurf erstrebe Verminderung der Arbeit«, est um Vi Stunde, Erhöhung der Gmndposttionen um lOpCt., Ausstellung einer Lehrltnasskala, Umwandlung der Tarisrevistonskommisston in eine TarifüberwachungSvehörde, Feststellung über beffere Bezahlung solcher Arbeiten, die ein größeres Wiffen voraussetzen, und speziellere Detaillirung der komplizirteren Arbeiten. Zur endgiltigen Vereinbarung über alle diese Punkte sollen am 17., 18., 19, August im kleinen Saale der Buchhändlerbörse Berathungen zwischen Prinzipalen und Gehilfen stattstnden. In der an Herrn Rosen'S Vortrag fich anschließendm Debatte, dt« zuweilen einen äußerst ledhasten Charatter annahm, gab man im Allgemeinen seine Besriedi« gung über die geschaffene Lage zu erkennen, und namentlich betonte man, daß soweit nur irgend möglich mit den Prinzipalen gemeinschaftlich oerhandelt werden solle. Eine von dem Refe» renten vorgeschlagene Resolution:„Die Gehilfenschaft Leipzigs spricht zwar ihr Bedauern darüber au«, vaß die Lage der deutschen BuchdruckergeMm ein vollständiges Eingehen auf Nr. 18 die Leipziger ftorberurgen nicht gestattet, erlennt aber an, tafi die Fordenmaen der Minderheit sich den Jntereffen der Ge- sammtbeU umerzu ordnen haben; ferner erklärt die Gehilfen- schast Leipzig» nicht nur ihr volle» Einverständnis mit dem ge» schastenen Entwürfe, sondern fie macht fich auch verbindlich, er forderlichenfall» in energischer Weise fllr die Durchführung de»« selben einiutreten", wmde einstimmig angenommen. Ebenso wurde eine Erllärung, welche Herr Rosen vorschlug, in welcher Beseitigung de» Hader» unter den Gehilfen gefordert wurde, nach kurzer Diikusfion einstimmig angenommen. Der friedliche Geist, welcher die Versammlung beseelt« und auf den da» Referat de» Herrn Rosen nicht unwesentlich eingewirkt zuhaben scheint, läßt einen guten Verlauf der Verhandlungen mit den Prinzipalen mit Sicherheit erwarten. I kverew Ziehlte'sqer Ta»»schüler!„Tirolienne". jeden Donnerstag, Abend» 9% Uhr, im Restaurant Poppe, Linden» straße 106. Rauchklub ,,DSm»erwolke" Donnerstag, Abend» von 8—11 Uhr» im Restaurant Greiser, Reichenbergerstr. 16. Rauchklub„Areoua" jeden Donnerstag, Abend» 9 Uhr, Forsterstr. 9._ vermischtes. Wie ein Rindvieh einen Sifenbahuzug zum Halte« bringt, da» war den„DretSn. Nachr." zufolge am Sonntage bei dem um 7 Uhr früh von Leipzig über Döbeln nach Dresden gehenden Personenzuge zu erleben. In diesem Zuge befanden stch als letzter Wagen ein halboffener oldenbmger Viehwagen. Als nun der Zug au» dem Leipziger vahnhofe fuhr, nahm ein Ochse mit seinen Hörnern die seitliche Zugleine her und zog so kräftig daran, daß nicht nur die Signalpfeife d« Loko- motive ertöme, sondern auch ein paar Leinenösen am letzten Personenwagen flöten gingen. Selbstverständlich hielt der Zug und die anfängliche Bangntß wich großer Heiterkeit, als man den Sachverhalt entdeckte. Sine titelsüchtige Dam«. Eine vor kurzem ,ur Kur nach Teplitz angekommene vadegastin meldete stch als„Fräulein N. M.. Feldherrentochtet", und wmde bierauf in die erste Klaffe der Kurtaxe eingereiht. Wenn die Dame nun auch gegen den Rang gerade nicht» einzuwenden gehabt hätte, so erschien ihr doch die Zahlung zu hoch, we»Kald fie Einspruch erhob. Nun stellte e» fich herau», daß der Vater der Dame in Sachsen mehrere verpachtete Felder befitzt und fie analog dem Ausdruck„Hausherr" den TÜel„Feldherr" gebildet hatte. Mit ".........'"~' m« der Frldherrnherrlichkeit war«» au» Sparsamkeitsrückfichten jetzt allerding» au»; da» titelsüchtige Fräulein war indeß um eine andere Bezeichnung nicht verlegen, resolut meldet« fie fich nun als„verpachtete Feldbefitzer»tochter" an. Sine tragikomische Geschichte wird von der deutschen „St. Petersd. Ztg." erzählt:„Auf dem Wege von»lin nach Dmttrow trabt neulich seelenvergnügt ein Bauer daher, sein »eil im Gürtel. Plötzlich steht unser Wanderer einige Schritte vor fich einm Mann an einem der am Wege angepflanzten Bäume hängen. Der Bauer greift kurz entschlossen nach seinem Beile und hackt den niedrigen Ast, an welchem der Mann hängt, ab. Letzterer fällt zu Loden, sein Retter befrett ihn von dem Stricke, und er kommt nach und nach wieder zur Be- finnung. Kaum aber kann er wieder schnaufen, so fährt er mit wüthenden Schimpsreden über seinen Retter her, weil er ihn in'» Leben, da» ihm verleidet sei, zurückgerufen habe. All der Bauer etwa» darauf erwidert, geht's ihm noch schlimmer; der andere packt ihn, prügelt ihn tüchtig dmch und geht dann da» Der Retter aber bleibt neben dem Baume stehen und von. stellt tieffinnig» Betrachtungen an über die Schlechtigkeit der Wett und der Menschen. Da kommt ein Urjadnik geritten, steht den abgehackten Ast, dm Bauer mtt dem Beil daneben und nimmt eine strmge Amtsmiene an. Der Bauer erzählt ihm die Geschichte von dem Erhängten; der Mnnn des Ge» setze» glaubt kein Wort davon und arretitt dm gutherzigen L«bm