tA ihr so H viinde.» a* Sonntag» den 8. Angnst 1886. m. Jahrg. U6ttnio« cht in* i?mS{ ten, wai« Hau»» > drohen r !sal an. MerVMlall Krgan für dir Interessen der Arbeiter. 4 Das„Berliner Volksblatt" «ach Sonn- und Festtagen. Adonnementtpreit für verlin frei ------------ 1 monatlich 1,35 Marl,»öchentlich 56 Pf. Postabonnement Einzelne Nummer 6 Pf. Sonntagd-Nummer mit der tlluftrmen Betlag« 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungtpreitlistt für 1886 unter Nr. 769.) Insertion sgebühr beträgt für die 4 gespaltet« Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. ZlrbeitSmarlt 10 Bei größeren AuftrSacn h�her Rabatt nach Uederetnlunft. Inserat« meiden bi» 4. Nachmittag« in der Erpedition, Berlin SW, Zimmerstraße 44, sornie von allen Annoncen» Bureaux, ohne Erhöhung de« Preise», angenommen. Kedaktio«: Keathftraße S.— Grpedition: Zimmerstraße 44. SSw- W# Mi h« drulschkll Arbeilni! Sozialreform gearbettet habe«, daß sie im ihre« Verenn- S'SL Rk ktTaMterä yoettet« i» ander« W devjeviaen'Halt gefunden, der sie vor Putsche« bewahrt und daß de«halb alle .. bedenklich hinke«. *.»der nicht htttauf wollte« wir da« Augenmerk Leser heute richte«. Thorheite« Vergleiche, e« deutsche« Arbeitern und de« ultürstaate««ach dieser Richtung hin *, iM%.-3U wiederholte« Male« habe« wir schon darauf hinge» welches«lese», daß die öffentliche Erziehung seit 25 Söhre« die mit Tatsch«, Arbeiter tüchtig und verständig gemacht hat. Wir > h- besonders, daß die deutsche« Arbeiter ernsthaft an � AOAfkotW RmR** S/vf i üb«; Ä«i «m«ff « tiob t« O? n vc Der! der « in gn! Ottenl- war, U der Ge» daß die 9Ro« wirft auch vielfach de« deutsche« Arbeiter« Usuht, Umeellität u. s. w. vor. Mag sei«, ?mben davon ebenso wenig frei find, al»— Klaffen der Bevölkerung. Aber ein« steht wiederum tV- die selbst» und klaffenbewußte« Arbeiter emanzipire« leichter von solchen Untugenden, al« die nicht orga- den oberflächlichen Gelüsten huldigende« Arbeiter. «ir erinnern an unser« Leitartikel vom Frettag: gr# an die Wurzel", in welchem wir gleichfall« die An» T»««sprachen, daß Arbetter, welche höhere Ziele ver» so leicht kein« Unthaten verrichten würden. u der Ueberschrift %a« un» aber z, 5«tkil« veranlaßt, ist eine Zuschrift unseres heutigen von einem innerhalb hwendi«'.Sitte,«tu >. luß. Zigarrenarbeiter hat nämlich folgende« e n erhalten, den er un« zur g überlassen hat und den wir buch- »Bitte, antworten Sie gleich I ich weiß, daß Sie Zi geneigt find mir alle igarrenwacher solche Zigan< find, frage .»Da falls Sie baufe«.> ioanen. Ich habe dort selbst gewohnt und weiß, daß die Sabrikaaten, diese« Ihren kleinen Nebenverdienst, selbst «nnen, weil zu wenig in Arbeitslohn, um darauf zu ZT*- gezahlt wird. Ich hafte e« deshalb nicht un» ?cht von Ihnen diese Zigarren zu kaufen, und da %**«eisten» frisch und unsortirt, gewöhnlich « Jz««»9« als vom Fabrikant verkauft werden, kann kte™ vortheilhast sein. Ich unterrichte wie da« Ge» ' getrieben werden soll ohne jede Zwischenhand. Freundschaftlichst (Namen) � Gothenburg in Schweden. „.... Ziganen zu ver« fen, die Sie ftir Ihre eigene kleine Rechnung machen JeuMeton. [18 Spuren im Sande. Roman von«wald»ua-ft*3**9- wollte seinen Freund vorstellen, aber b«reit, kA durch die Erklärung, daß er den Herrn klemmte sein Lorgnon auf die Nase«d Qain rette* fragend an, dann zwinkerte er verständniß» 35z? Augen. � srwiderte er 'btt t**«llx Uaterhalwng wührto nun da« Feld der Politik eing�r �«ktB t d« Referendar, der ebenfall« sein Ella« au«ge' rsto.n�» LWte, begleitete ihn. iUrtiiko!??**0» Raven war mtt dem Disponenten allein ** btn ft be«,« dreht- mtt unverkennbarer Verlegenhett top di,Ä>den seine« blonden Backenbarte« und strich lang« x»on teiner Zigarre. 'dontttta®- Bergmn ha� seme Kapttalien wohl bei Ihnen »?Mi er nach-wer ziemlich lanaen Pause. SJTä eife'*«widerte Stein,»et hat drüben Wechsel « Lr** gekauft und nur einen kleinen Theil de« »ZLi," baar erhoben." »Bitte% der Gesammtbetrag?" �ön�em��solch« Geheimmß immer» wch w mtha SmU«««"«" d» »Vortheilefür Sie. 1. Höhere Zahlung und Kasse gleich. 2. Garantie unwillkürliche« Zweigniß meinerseits. 3. Niemand dort davon erkundigt." So der Brief.— Wir haben denselben wörtlich mit allen feinen orthographischen und Mstischen Fehlern abgedruckt. Da« Wort»Zweigniß" soll wahrscheinlich von Schweigen abzuletten sein und da« Wort»unwillkür» lich" soll wohl unverbrüchlich heißen. Den Namen de« famosen Absender« find wir bereit» auf Anftage zu nennen. Viel über den Brief zu sagen, ist unnöthig. Deutsche Arbetter sollen verführt werden, ihre»Arbeitgeber" zu be- stehlen und die gestohlene Waare weit unter dem Preise einem schwedischen Gauner zu verkaufen. Der Verführer rechtfertigt solche« Gebahrm mtt den niedrigen Löhnen, welche den Diebstahl entschuldigten. Er salvirt fich damit, daß die deutschen Tabakiablikanten von derartigen Manipulationen wüßten und fie al« Konsequenz der niedri« gen Löhn« ansähen. Die Verführung istalsonicht geradein unschlauer Weise an- gebracht. Mtt dem einen gedruckten Schreiben werden wohl noch verschiedene an andere Zigarrenarbetter gerichtete abgegangen sein. Da« in unseren Händen befindliche Schreiben ist datttt vom 31. Juli diese» Jahre«. Daß der detreffende Zigarrenmacher einer Arbeiter» Verewigung zur Besserung der Arbeitsverhältnisse angehört, haben wir schon gesagt. Die Zigarrenarbetter überhaupt marschiren schon sett Jahren mtt an der Spitze der deutschen Arbetterbewegung und kämpfen schon seit Iahren für Lohn» erhöhung in ihrem Arbeitezweige. Sollten die Zigarren» «ten au» dem Briefe ve« auswärtigen Händler« nicht errayrrn, daß et auch für fie selbst gut erhöhung eintreten zu lassen?--- Im Uebrigen kein Wort weiter, al« nochmal« Respekt vor solchen Arbeitern, die, verständig und selbstlo», fich nicht durch derartige Künste verführen lassen._ Du Uirztslhichtk ius Fmbttgll N# fast die„Franks. Ztg." wie folgt zusammen: Die Sozialdemokratie hielt ihren ersten Parteikongreß nach Erlaß deS Sozialtstmgeseve» auf dem Schloß Wyoen in der Schwei, im Fahre 1880, also außerhalb de» Bereiche« der deutschen Polizei und auch ohne überwachende Präsenz derselben, denn man hatte fie über den Ort de» Rongnjse« zu täuschen gewußt. Jndeß die Namen der Besucher der Ver- »Aber wie kann ich Ihnen helfen s' unterbrach der Baron ihn ungeduldig.»Ich habe keine Macht üb« da« Kind, Sie müssen andere Wege einschlagen und Geduld " .Geduld? Ich habe ja alle« versucht," »Haben Sie ihr schon kostbare Geschenke geschickt? Nicht? Na, damit muß man anfangen. Dann empfehle ich Ihnen. den Onkel zu einem Souper einzuladen, ihm in zarter Weise dann und wann ein BankbUet oder ewige Gold» stücke w die Hand zu drücken „«»«, hbu.»------------- darf mich nicht sehen lassen, ich will überhaupt mtt dieser Sorte von Leuten nicht« zu.schaffen haben. Sie könnten mich unterstützen, wenn Sie e« nur wollten, Herr Baron i Nehmen wir einmal an, Ihre Frau Gemahlin ladet das und* »Daraus kann nicht» werden!" sagte der Baron rasch. »Mewe Frau würde fich dessen sehr entschieden weigern, e« ist schon beleidigend, daß Sie diese Zumuthung an mich ��Der Disponent zog die Brauen zusammen und warf einen bösen Blick auf den Baron, er schien ein sofortige« Eingehen auf fernen sauberen Plan erwartet Stt �§n diesem Sinne kann ich das nicht auffassen." er» SSMÄSSH ÄS:.d Sdi«7b� und'Sie würdenmich nicht undankbar finden. fammlung und die dort gepflogenen Verhandlungen wurden bald bekannt, da die Sozialdemokratie selbst einen auSführ« lichen Bericht veröffentlichte. AlSbald erhob die Staatianwall- schast zu El berfeld gegen mehrere Theilnehmer an dem Wydener Kongreffe, gegen Oppenheimer, Hillmann und Ge- noffen, eine Anklage und stützte dieselbe in ihrer Findtgleit auf die Arttkel 128 uno 129 de« Strafgesetze«, dieselben also, auf Grund deren da« Freiberger Gericht nunmehr neun sozial» demokratische Führer verurtherlt hat. Schon damals also be« hauptete die Anllagedehörde die Existenz einer auf unge- setzlichcö Thun ausgehenden Verbindung innerhalb der Sozialdemokratie, fand aber damtt bei Gericht kein Ge- hör. Die Untersuchung führte zu keinem Resultat und auf Beschluß de« Elberselder Landgericht« wurde da» Verfahren eingestellt. Od die Staatianwattschaft dagegen da» OderlandeSgericht angerufen hat. ist un« nicht be« kannt; sollt« e« der Fall gewesen sein, so war die Berufung erfolglos, denn der Prozeß blieb in den Untersuchung«»»«! begrabm. Der zweite sozialdemokrattsche Kongreß wmde im Frühsahr 1883 in Kopenhagen abgehalten; adermal« war die deutsche Polizei über den Ort der Zusammenkunst irregeführt worden. Auf der Rückreise von Kopenhagen wurden mehrere Kongreß- mUglieder, darunter die ReichStagSadgeordnetm v. Vollmar und Frohme in Kiel verhastet. der Reichstag hat später diese Maßregel, soweit sie seine Mitglieder betraf, für eine ver« faffunaSwidrtge und ungesetzliche Handlung erklärt und der hohe BundeSrath davon gebührend Akt genommen. Den Ver- bastungen in Kiel folgte eine Untersuchung gegen verschiedene Mitglieder de« Kongresse»' auch die Kieler Staateanwaft- Siafr erhob Anklage auf Grund der Artikel 128 und 129 de« ttafgesetzeS. mußte aber dasselbe erledm, wa» zwei Fahre vorher der Elberfeld«: Behörde pasfirt war: daS Gericht lehnte den Verweisungideschluß ab und da« Verfahren wurde ein« gestellt. In Preußen ließ man e« bei diesen Versuchen bewenden. Erwägt man, daß für die preußisch» Polizei die öffentliche und geheime Thätiakeit der So,ialdtmokratie fortgesetzt Gegenstand der eisriakten Uederwachung war, so darf man wohl zu dem Schluß kommen, daß die Behörde nicht im Stande gewesen ist, die Existenz einer strafbarm Verbindung innerhalb der Sozialdemokratie nachzuweisen, obgleich ihr da« gesammte Ma- terial vorlag, daS später in Chemnitz und jüngst in Freiderg von Seiten der Vertreter der Anklage beigebracht wurde. Nunmehr wurde Sachsm Versuchsfeld. Die L e t p, i g e r Staatsanwaltschaft«öffnete die Aktton mtt ein« Anklage gegen Bebel, der auf dem Kopenhagen« Kongresse den Vorfitz gejührt hatte; dieselbe lautete auf Hochvnrath, MajestätSbelei- digung und auf V«l«tzung der Ätt. 128 und 129 deS Straf» leseye«. Der Erfolg war der gleiche wie in Elberfeld und "ei, die Untersuchung wurde niedergeschlagen, worau« hervor- !daß die Strafkammer die Eröffnung de« V«fahrmS ab- ehnt hat. Nach Leipzig trat Chemnitz auf den Plan, in deffm GerichtSdezirk damal« d« Abg. v. Vollmar ansäsfig war, worau« fich die Zuständigkeit begründm ließ. Gegen Vollmar «hob die dortige Staatsanwaltschaft die Anklage, durch den Besuch de« Kopenhagen« Kongresse» an ein« Vnbindung Baron v. Raven schüttelte ablehnend da» Haupt, und ein spöttische« Lächtln umspielte seine Lippen. .Wa« ich thun konnte, da« habe ich gethan," sagte«, „so lange der Verlobte Gretchen« nicht beseitigt ist, werden Sie da« Ziel nicht erreichen." „Glaubt fie«irklich, daß tt fie Heirathen wird? Dann müßte man diesen Glauben erschüttern, ihr be» weisen, daß der Betreffende keine redlichen Absichten hegen kann I" „Ich kenne ihn nicht." .Ab« ich kenne ihn,« ist in unserem Hause beschäftigt, und löst er nicht''""" Stelle verlieren." „Hm, da« wäre für die Beiden bitter, aber ob Sie dadurch nicht eh« da« Gegmtheil«reichen—" „D« junge Mann wird dann wohl zu d« Ueber» zeuaung gelangen, daß diese Vnlobung ihm nur zum V«- derben gereichen kann. Seine Angehörigen»«dm nie in die Verbindung einwilligen, schon au« dies im Grunde darf Gretchm keine Hoffnungen hegen. Wenn ihr das nur jemand klar machen wollte I Sie würde e« fich« einsehen und jedm Verkehr mtt dem V«lobtm abbrechen. Und wenn da« geschehen wäre, dann hätte ich freie« Spiel." Wied« schüttelte d« Baron das Hanpt und ein Schatten de« Unwillen» glitt dabei üb« seine Etirne. „Ich könnte da« alle« wohl dem hübschm Kinde sagen, ab« solche Austräge übernehme ich nicht gern," erwid«te« mtt einer abwehrenden Handbewegung,„zumal in diesem Falle nicht, denn ich finde für mich selbst keinen Vortheil darin, und ich mache kein Hehl darau«, daß ich so eigen- nützig bin wie jed« andere Mensch. Wenn Sie mir für meine Bemühungen einen angemessenen Kredit bei Ihrem Hause in Aussicht stellen könnten, so—" Da« kann ich nicht, ab«die» wäre auch der Preis zu ich gehöre nicht zu den Narren, die fich für ein hübsche» dchm ruinirm können." „Dann sehen Sie auch ganz davon ab," spottete d« Baron,.enwed«— od«, hi« giebt e» keine Mtttelstraßel bald die Vnlobung, so wird« seine I iheilgenommtn zu haben,„deren Dasein. Verfassung oder Zweck vor der vtaattreaierung geheim gehalten werden soll oder zu deren Zwecken oder Beschäftigungen gehört, Maßregeln der Verwaltung oder die Vollziehung von Gesetzen durch ungesetz« liche Mittel zu verhindern oder zu entkräften"(Art. 128 und 129 de« Strafgesetzbuchs) und dehnte dies« Anklage zugleich auf die Herren Bebel, Auer, Dietz, Frohme, Viereck, Heinz.'! (Kiel), Ulrich(Offenbach) und Müller(Darmstadt) auS. Wa um st« fick auf diese Reunzahl beschränkte, ist nicht klar; konsequenter Weis« hätte ste sämmtliche Besucher deS Kopen- Hagener AongreffeS vor Gericht ziehen müssen. Die Chemnitzer Ankagekammer fand auf Grund der staatß« anwaltlichen Schrift die Angeklagten hinreichend verdächtig, das ihnen zur Last gelegte Vergehen beganam zu haben und eröffnete da» eigentlich« Verfahren. Dasselbe nahm geraume Zeit in Anspruch, da verschiedene Angeklagte formelle Ein« sprachen, namentlich gegen den Gerichltstand Chemnitz erhoben, die erst erledigt werden mußten- Erst im September vorigen JahreS wurde der Fall, der mittlerweile die öffentlich« Met« nung ledhaft beschäftigt hatte, spruchreif, und eS konnte gegen sieben von den neun Anaeklagten— Voll mar und Viereck warm durch Krankheit am Erscheinm verhindert— verhandelt werden. Die Sache nahm mehrere SitzungStage de» Gericht» in Anspruch; da die Angeklagten sämmtltch ihre Theilnahme an einer Verbindung und zugleich auch da» Dasein einer solchen innerhalb der Partei destrMm, so war die StaatSan« waltschaft genöthigt, ihre gegenih-ilige Behauptung durch einm umfaffendm Jndizienbewei»»u erhärtm. Man war auf Eni» hüllungen sensationeller Art gefaßt, wurde aber auf» Stärkste mtt(lascht, al» die Anklagedehörde nm die Dinge vorbrachte, die längst aller Welt bekannt und schon offmkundig gewesm waren, als die Gerichte in Elberfeld, Kiel und Leiprig sich mtt der gleichm Ankloae zu befassen gehabt hattm. Die Ange. klagten, für die Bebel mtt gewohnter Energie und Klarhett gewandt das Wort führte, hattm einm leichten Stand, ste brauchten nm die Deutung, welche die Anklage den etnzelnm Indizien gab und die Verbindung, in welcht ste dieseldm zu dringen suchte, zu entträftm, eine Aufgabe, der sich in dm Plaidoper» auch dt« Vettheidigung, die in dewähttm Händen lag, zu unterziehm hatte. Der Chemnitzer Ge« richtthof fällte unter eingehender Rekapitultrung deS ermittelten Thatdestande» und aulführlicher Erörterung der ein- schlägtgm Rechtsgrundsätze ein ftetsprechende» Eckenntniß welche» zu dem Schlüsse gelangte,„«» sei weder al» erwiesm zu er- achten, daß innerhalb der soztaldemokratischm Partei eine gegen die erwähntm Gesetzetparagraphen verstoßende Verbindung ve- standen habe, noch daß die Angeklagten einer solchen Verdin- dung angehört haben.__ Während diese» Urtheil von der öffmtlichm Meinung so» wohl,«te auch von namhaften Juristm beifällig begrüßt wurde, sah fich die Chemnitzer Staatsanwaltschaft veranlaßt, gegen dasselbe Berufung beim Reichsgericht einzulegm. Die Revifionischrift rügte*» al» Rechttirrthum, daß da» ftei- sprechmd« Urthett dm Begriff„Verdinduna" insofern nicht richtig aufgefaßt habe, al» e» außer Acht lasse, daß derselbe nicht nm durch ausdrückliche Beitritt»» und Willenserklärung der einzelnen Personen, sondem auch ohne solche durch Hand» lungm, die auf einm destimmten WMm schließen lteßm, ge» gebm sei. Run habe aber, wie auch der erste Richter anerkmne, der Kopenhagmer Kongreß fich mtt der gesetzwidrigen Verbret« tung de» verbotmm„Sozialdemokrat", folglich mtt der Verhinderung oder Entkräftung der Vollziehung eine» Gesetze» durch ungesetzliche Mttel beschäftigt und au» diesem Umstand könne, wmn der Begriff„Verbindung" richtig erfaßt werde, ein Beweitgrund für eine bereit» verhandm gewesene Verbin» dung oder für die auf dem Kongreß erfolgt« Bildung einer Verbindung mtnommm werden. Da» Reichsgericht verhandette am 23 Dezember 1885 in der Sache und trat in dem wesmtlichstm Punkte, in der Rüge eine» RechtSirrthum» de» ersten Richter« in Betteff der Definition de» Worte»„Verbindung", der ReoifionSbeschwerde der StaatSanwattschast litt. In dieser Hinstcht führte daS mehrere Bogen umfaffende Erkenntntß de» höchsten Gerichtshof» wörtlich folgmde» auS: „Der Jnstanzrichter stellt bezüglich der Mitgliedschaft der Verbindung formelle Erfordemiffe auf, welche da» Stlafgesetz nicht kmnt. Zwar wenn die Revifion»schrttt ausführt, indem das Uttheil von dem Erfordemiffe der Abgabe einer Willen»» erklämng de» Eintretendm spreche, schließe e» die Willen»- erklärung durch konkludmte Handlungen au», weil dmch letztere ein Wille erklärt, aber nicht eine ÄillmSeiNSruna abgegeben werden könne, so ließ« fich diese Unterscheidung beanstandm. Indem jedoch der Jnstanzrichter die in der Anklageschrist gegebene Definition der Verbindung, daß ste eine nach Organisation und Zweck auf dauemdm Lestand berechnete Vereiniguna von Personm sei, al» zu wett bezeichnet, da st« auch die politische Partei umfasse, und indem er fich daS im Uitheile de» ReichSgericht« vom 8. Januar 1885 gegen Mahr und Genossen hervorgehobene Begriffsmerkmal der Unterordnung de« Willm» de» Einzelnen unter den der Ge- sammiheit aneignen zu wollen erklärt, fordert er„eine durch Sie glauben also, daß Herr v. Bergan ei» sehr reicher Mann ist?' „Za, bat glaub« ich, aber sichere Summe« kann ich Zhnm nicht«e»»««, c» ist unser Prinzip, über die Ber» wögentverhällmsse unserer Geschäftsfreunde zu schweigen. Herr v. Bergan ist ja mtt Aham befreundet, vielleicht beant» wartet er Ihr« Fragen." De, Baron war rasch von seinem Sitz aufgestanden, da» Gespräch droht««in« Wendung zu nehmen» die ihm unangenehm werde» mußte. „Uederlegen Sie sich da» einmal mit dem gewünschte« Kredit,' sagte er spöttisch,„wenn Sie mir diese» Prei» in Aussicht stellen, dann läßt sich über die Sache wetter rede». Gesegnete Mahlzettl" Der Disponent warf ihm einen finster» Blick«ach. .Ich glaub'» gerne, daß er für diesen Prei« sich dem Teusil mtt Leib und Seele verschrieb«,' brummt« er, dann verlrrß auch er da» Kaffeehau». Schein und Sei». Zu dem Souper, zu dem Baron v. Raven Wem« eingeladen hatte, war auch d« Referendar v. Gottschalk al» Gast geladen. Die Speisen warm vorzüglich und der feurige Wein belebte die Stimmung, die immer heiter« wurde. Wer«« erzählte manch« lustige Geschichte au» seine« Komöviaatmlebea, d« Baron knüpft, dam» and«« Anekbotm und seine Gattin erinnert« sich ibenfall» manche» Erlebnisse», da« intereffant gmug war, noch einmal erzähtt zu w«d� � aufgehoben war, bat der Refermdar um ei» Lied, die Baronin erklärte sich augmblicklich berett und trat an dm Flügel, und Ferdinand folgt« ihr, um sie zu �Seltsam, daß Wemer heut« bei ihrem Gesang völlig kalt blieb! Vielleicht war e» die Wahl der Lieder, wa» die Schönhett und Znnigkett ihrer Stimme nicht so voll zur Geltung kommm ließ, vielleicht trug auch die eigen« Stim- muna dazu bei, daß e, sich hmi««'cht für ihrm Gesang die vor dem Eintritt in die Verbindung abzugebende Willen»» erklärung drS Einzelnen, fich dem Gesammtwillm unterordnen zu wollen, bedingte Wechselbeziehung deS Etnzelnm zu dem Einzelnen und somit zu dem Ganzen." In doppelter Richtung ist diese Forderung bedmkltch. Etnersett» läßt ste fich, wie die Revifionischrift rügt, kaum ander» verstehm, als so, daß eine Willenserklärung de» erwähnten Inhalt» durch ausdrückliche Worte verlangt werde, well ste einm in fich selbstständigm mtt dem Eintritt in die Verbindung nicht zusammmfallmdm Att al» nothwmdtg bezeichnet, anderer eit» geht die auf solche Weise formulitte Forderung auf zwei Willenserklärungen, die der Unterordnung und die de» Beitritt». E» ist aber nicht adzusehm, weShald die Erklämng, fich unterordnm zu wollen, nicht auch durch konkludmte Handlungen, wie jede andere Erklämng, für welch« da» Gesetz nicht bestimmte Formm anordnet, sollte adgegedm werdm können, und edmsowmig ist ein Tmnd erkennbar, weShalb diese Erklärung mtt dem Eintritt in die Verbindung nicht sollte zusammenfallen, den Eintrttt in die Verbindung nicht sollte einschließm, oder weShalb umgekehrt die Erklärung, der Verbindung beizutreten, nicht zugleich die Erklämng, fich unterordnm zu wollm, sollte mthalten könnm. Daß der Jnstanzrichter für seine Anficht da» erwähnte reichSgerichtliche Urtheil zttirt, kann nur auf einem Mißverständnisse deffeldm beruhen; dmn weder von einer Erklärung durch ausdrücklich« Worte, noch von zwei ErNSmngm nebm einander ist darin die Rede. Die soebm erwähnte Anforderung de» Instanz» lichter», ausdrückliche Abgabe einer UnterordnungSerklärung vor dem Eintritt in die Verdinduna, welche im angefochtenm Urthett an die Spitze aller übrigen Deduktionen gestellt worden ist, bezieht fich nach ihrer Formulirung sowohl auf die Frage nach dem Zustandekommm und der Existenz einer Verbindung überhaupt, al» auch auf die Frage, ob die Angeklagten Mit« glieder einer etwa vor ihrem Beitritte schon vorhandenm Ver« dindung geworden seien. Beide Fragen hat der Jnstanzrichter verneint, aber die Vemeinung steht in untrennbarem Zusam» menhang mit der Aufstellung jmer Anfordemng; für dm Fall, wmn man die Anfordemng fallen läßt, wie die» nach dem Vorstehendm gesetzlich nothwmdig ist, hat der Jnstanzrichter ein« Verneinung der betdm Fragm nicht auSgesprochm, und e» wird au» dm UrtheilSgründm auch sonst nicht erfichtlich, welche» für diesm Fall da» Ergebniß der BeweiSwürdigung «ervesm sein würde. Daher liegt die Möglichtett vor, daß da» Irtheil auf der in der Anforderung fich kundgebmdm irrtgm RechtSanficht deruht(§ 376 der Strafprozeßordnung)." Vomehmlich auf Gmnd dieser Deduktion kam da» Reich»- aericht» zu dem Beschluß, daß da» fteisprechmde Urthett de» Chemnitzer Gericht» aufzuheben und der Prozeß zu ander» wettiger Verhandlung und Entscheidung an die erste Instanz und zwar an da» Landgericht zu Freiberg zurückzuoer- weifen sei._ Politische Heberst cht. Zu dem Urtheil im Kreiberaer Eoziaiistenprozetz äußerst die Wimer„N. Fr. Pr.":„Dal Freiderger Gericht»« mtheil gehört zu jenen Repressalien, welche die Leidenschaften der Sozialdemokraten nur noch schärfer anfachen, ihren Glauben an da» vermeinUiche Unrecht, da» ste dulden, bi» zum Fanatismus stetann müssen. Diese polttische Konsequenz de» Richterspruche» ist sehr zu beklagen. Wozu bedurste e» auch desselben, nachdem da» Chewrntzer Landgericht bereit» ge- sprachen hatte? und nachdem e« fich gezeigt hatte, daß Richtem, deren Unparteilichkeit gewiß keinem Zweifel unterliegt, der Be» wet» von dem Bestand« eine» soztaldemokratischm Geheim« dunde» nicht erbracht werdm konnte? Muß nicht bei den Sozialdemokratm der Gedanke austauchm, daß e» fich darum handle, ste um jeden Prei» in die Gefängnisse zu liefern, wenn der Staat sich mtt einem Erkenntnisse, welche» freisprechend lautet, nicht begnügt, sondern ein andere» Er» kenntniß anstrebt, da» vemrtheilt? Und wenn selbst die Richter zweier Gerichtshöfe darüber nicht einig find, ob die Sozialdemokratie die Kriterim eine» Geheimdunde» an fich trage, wie soll e» dem Laien einleuchten, daß eine Theilnahme an der sozialdemokratischen Bewegung straibar sei? Man kann fich von jeder, auch der leisesten Lp Apathie mtt den Bebel und Gmoffm frei wiffm, kann der Sozialdemokratie al» aufiichtizer Widersacher gegmüberstehm und dennoch die bekümmert« Frage auftverfm, wann mdlich die Erkenntntß auf» dämmem wird, daß auf den jetzigen Wegen die Sozialdemokratie nicht zu entwaffnen ist. Acht volle Jahre besteht nun schon da» deutsch« Sozialisten» gesetz, und«a» hat eS gewirkt? WaS ist die Frücht der Au»> nahmSzustände in Berlin, Hamburg, Leipzig? Daß jetzt die Handhabung de» Sozialistengesetze» eine härtere, straffere sein muß, weil e» biiher fich nach keiner Richtung hin bewährt hat. So gebiert«in Fehler dm andem, und der später« ist in der Regel größer al» der ftühere. Ei ist g(wiß ein Unterschied zwnchen dem, waS einst die sogenannten Demagogen und Burschenschafter anstrebten, und dem, wa« die Sozialdemokratie will. Aber in der Repression ist ein« große Aehnlichkett; man hat auch damal» verfolgt und eingesperrt, Druckschriftm kon» erwärmm konnte, dem er so oft mtt Bewunderung und Entzückm gelauscht hatte. Der Baron mochte ihm da« anseym, er lächelte still vor sich hrn und gab ihm verstohlen e«m Wink. „Wmn Sie eine feine Zigarre dieser musikalische» Unterhaltung vorziehen, dann kommm Sie mtt mir in mein Rauchkabinet,' sagte er mtt gedämpfter Stimme. «Ihre Frau Gemahlin würde da» Übel nehmen," er» nnderte Wemer leise. ,Kei»e«wea»,»erehrter Freund: kommm Sie nur, ich werde Sie nachher eitschuldiaea." ,,,--Ich muß allerding« die Verantwortung Zhnm zu- schiebe»,' sagt« Wemer, und damtt schimm sein« Bedmkm besetngt zu sei», er folgte auf dm Fußspitz« dem Frmnd«. dem« bald darauf m dem traulichm Rauchzimmer gegm» über seß. „Meine lieb« Frau fingt wirklich brillant,'»ahm der Baron da« Wort, nachdem die Zigarren angezündet warm, „aber man rst nicht immer in der Stimmung zu hör« und ernem Kunstgenuß ungetheil»« Aufmerksamkeit zu widmen." „Und offm gestandm gefielm mtt diese Lieder nicht,' sagte W.rner. ich lieb« da« Einfache, da, tief Empfundene. da» au« dem Herzm quillt und zum Herzm dringt." „Za. ja. der Referendar hat einm seltsamm Teschmack." erwiderte Baron Raven achselzuckend,„er ist vemarrt m da« Talmt meiner Frau—' „Und Sie find trotzdem nicht eifersüchtig?' „New, ich verttaue meiner Frau k' „Ich an Zhrer Stell« wäre nicht so mhig, ich würde ««wer Frau nicht gestatte«, solch« kostbare Geschmke anzu» »ehmm, wie sie der Refermdar ihr mehrfach gemacht hat—" �„Wa« wollm Siel Z» diesem Parkte Überlasse ich« cht, nach eigenem Ermesse» zu Handel». Und wen» der Herr Refermdar ,hr in dieser Weis« für so manche» Kuv». gmuß danken will, weshalb soll ich«« ihm verbtttm k Ä Aus den halbgeschlossm« Augm Wemer» ttaf ih.»w fiSzirt und Versammlungen aufgelöst; wa» heut« SozialP ttogefunl Sesetz heißt, hieß damals Karlsbader Bcseblüffe, und ei' hließlich mtt alldem, mtt der Mainzer Zentral- Kommim mtt den Steckbriefen der Kamptz und Genoffen doch i» gehindert worden, daß von demjenigen,«a» die DemaM die Burschenschafter, die Jungdeutschm anstrebten, da» Öl!1-5 bare erreicht. daS BestehenSwerthe verwirklicht wurde." Im Anschluß an dm Fretberger Prozeß hat d Hauvtorgan der badischen N a t i o n a l l i d e r a l e n den m- gm Muth, da» folgmde ,u schreibm:„Nun hat da»% gericht seinen Spruch gefällt, welcher zeigt, daß in der# da» Gebahren der Herren Sozialisten ein verbrecherische» tt. So wäre dmn endlich einmal der öffeittlichen, schon längv unruhigtm Meinung«ine Gmugthuung geboten. Man» hoffen, daß ein schärferer Ton allaemein gegm die sozial# Weltumstürzelei Platz greift, daß nun mdlich mtt allen S dm strengstm gesetzlichen Mitteln dm politischm UnruheW da» Handwerk gelegt werde... Schon allzu lange dufl. auf Gmnd unserer Itberalm Verfassungen die beruf, märe sozialistischen Hetzredner ihr Unwesen treiben, jetzt endlich� AuSficht vorhandm, daß diesen lichtscheuen und aefährli? Maffmverhetzern die Thür« gewtesm wttv."— Wozu" konservative» Blatt fich hergiebt, dazu ist in der That ei»z tionalliderale» immer noch gut genug. Wie die EountagSruhe««»steht, welche manche lichen Zeloten wünschen, darüber belehrt un» ein Beschli Sonderdurger Probsteisynode. E» wurde hier die Mißdill darüber auSgesprochm, daß der 18. Juli d. I. durch Provinzial-Feuerwehrfest in Sonderburg ent» worden sei. und der Anttag gestellt, dtt Synode wolle nöthigm Schritte thun, damit in Zukunft eine derartige> weihung de» Sabbath» nicht wieder vorkomme. Hardt» Petersm au» Augustenburg wteS darauf hin, daß die wiger Regttmng da« Festprogramm genehmigt habe und» im Falle der Annahme de» Antrage»— schrecklich, so& nur zu denken!— einm Tadel gegm dtt Regierung» spreche. Die geistlichm Eiferer ließen fich hierdurch is nicht abhalten, der Antrag wurde von iämmtlichm geiM sowtt von dm dänisch» gesinnten weltlichm Mitgliedern* '''* dauert« eine Entheiligung und Störung der Sabbathruhe. Die bitterste Klage über dm heutige» gaug führt der Bericht der Handelskammer zu Po# folgenden Motten:„Wir müßten in die Vergangen#, lich wett hinabsteigen, wmn wtt ein Jahr anfül wollten, da» in Bezug auf geschäftlich' gunst mtt der Berichtsperiode einen Ver' auSzuhalten vermöchte. Gewährte schon da?. schasttjabr 1884 ein wenig erfreuliche» Bild, so läßt Jahre 1885 sagen, daß e» die Fehler seines Vor' wesentlich verstärktem Grade beseffm hat. S» ic..*« sächlich schwierig, in dem großen Gebiti' // gewerblichen Schaffen» a uch nur«inen VJ aufzufinden, auf dem der Blick mit A'l' dtgung ruhen könnte."— Werdm gegenüber, Klagelttdem der unmttttlbar betheiligtm Kreise die hymnm unserer Ojfiztösm mdlich verstummm f Mehreren polnischm veretue« in der Pr find in neuerer Zeit von dm Administrativ- und behördrn mannigfache Beschränku-gen auferlegt worden- „Kurper Pom." theitt darüber folgende» mit:„In 34. ist dereit» seit einem Jahre dem polnischen G-werbeoern« dem Rustikalverein dtt Abhaltung öffentlicher Au» mä Vergnügungen»c. untersagt; Beschwerden hier#. an dm Herrn Minister de» Innern gerichtet worWe, 7« jedoch ist ein Bescheid noch nicht ergangen. Wongrowitz und in Janowitz den Gewerdeoeretnen a»' � de» st 9 de» VereinSgesrtzes, wonach zu Aui-üaen w Einholung der polizeilichen Erlaubniß erforderlich ist- stattung solcher Aufzüge oerweigett worden:. der ältere Gewerdeverein in Wongrowitz dm Nachwer#, daß er nicht ausschließlich polnisch, sondern intern� wurde die Erlaubniß eriheitt." Der„Kuip-r PoiN- dtt Borstände der betreffenden Vereine auf, bi» in v>;■ Instanz über eine derartige veeinttächtlqung der ttA' Grund de« BereinSgesetze» zustehendm Freihett Les»� j führen. Eozialtftische» an« Hamburg. Der„Hamb-- schreibt unter dem 6. d. M.: Die 9 verhafteten winden gestern von dem Herrn Assessor Grünberg stündiam Verhör unterworfm, worauf sofort die Un über sämmtliche oerhängt wurde. Dtt Verhafteten« Kommisston zur Leitung der soztalrstischm BewegriN Städtm Allona, Hamburg, Harburg und Ottensen.*£ suchung ist auf Grund de»§ 128 de» St. G.»B. nähme an einer verbotmen Verbindung eingeleilc! o>?lp Der ausgewiesene Zigarren ardeiter sollte, wie man allgemein glaubtt, gestem Abend' Folge dessen hatte sich eine nach Tausmdm rascher, stechender Blick; er schien ihn nicht«u schrivbar in Sinne» versunke», schaut« er de« R*** seiner Zigarre»ach. „Man mag noch so viele und btttere flf mache», so klug wird man nie, daß man fich""W hütet,' fuhr er nach«wer kurz» Pause sott,'�r Freund, dem ich mein ganze« Bermögm avoer»� bat mich vor einiger Zeit, einm Wechsel zu; er fich t» einer augenblicklichm Verlegenheit f, der er fich nicht ander» zu befreien wisse. Verehriester, nnter Kavalierm kann man o S"' ih*' Grund solche Bitte nicht abschlage», ich verttautt�� Sicherhett darauf, daß der Wechsel am löst werde. 3« diesem Vertrauen sollt« ich»ich# täuscht sehe»; mein Freuud schreibt mx heute.» w einer dnngenbe» Angelegenbett eine „Vielleicht hätte» Sie da» vorau»sehen ko»« Wernm achselzcuckmd.* n, „Kemetweg,. ich würde in diesem Faue/ � % W®« isi ein li'b(nklvüidiger Man», aber z» ich ch»«och nicht zähle», dem jtmge« ......... am mich nicht gern, man kann da gar zu| Stellung kommen.' ntxWl/ „Dann wird der Wechsel prottstttt o�xjßt, „Wmn nicht ein Freund mich 9*« mich auf Unannehmlichkeiten gefaßt"�4■ j „wtt groß ist die Summe?" „Tausend Thal«!"#***%* Werner blieb einig« Minntm � Tasche- dann holte er sei« Pottefmille au» der Zk L l imwll'» »och! 1 i'wi ii chiS längst» 5# Äj e m 14 Äz m �gesund««. Schulz, der schon früher au» dem Hamburger vlaat auigewielen ist. war ir.veffen schon am Dienstag per �>pfer nach Harburg und von da na* Bremen abgereist.— Ufw Abend wurde der Maurer Sibdert zur Polizei «Ichieden und ihm aufgegeben, innerhalb dreier Tage da» Ge- Hamburg, Altona und Ottensen zu verlaffen.— Eine «u m von Polizeimannschaften war gestern Abend in vi. Pauli aufgestellt, weil man erwartete, e» würden sozial' ?*mwratische Unruhen entstehen. ES ging da» Gerücht, au« varburg und Altona hätten Ausweisungen stattgefunden und «J« vetressenden würden nach Et. Pauli kommen. Patrouillen Smgen biö zum späten Abend,«S fanden aber keinerlei Ruhe« stinmgen statt. ... Der„alte Polltug", wie er von den Drssauer Arbeitem «nannt wurde, ist am 4. August in Dessau unter großer �vetlnahme besonders der Arbeiter begraben worden. Kränze ?? Fhen Schleifen wurden auf scin Grab niedergelegt, ohne "ie anwesenden Polizeibeamten dagegen etwaS einzuwenden Ochmmg Begrädnißfeier vollzog stch in musterhafter Oesterreich Ungarn. «t«. � niederöiterreichische Bauerndund„Mittelstraße" bereitet JWe Mossenpetttion an den ReichSrath vor, in welcher verlangt mÜv 5® daS gesammte Jufttzwesen in der Weise verstaatlicht �7�' daß bei jedem Bezirksgerichte ein staatlich angestellter vustizbeamter mtt der Aufgabe betraut werde, dem P u b Ii» unentgeltlich juridischen Beistand zu »'»Ben. Orsova ist ein Grenz konslikt mit Rumänien �ttandin. Der rumänische Grenzkommanvant stellte einm «achtposten 100 Schrill über der Grenze auf neutralem Ge- ,??°uf und war trotz aller Vorstellungen nicht zu bewegen, W zurückzuziehen, indem er stch auf den strikten Befehl seiner »�ierung bnies. Erst alS die österreichische Besatzung von -»oa-Zkaleh demonstratio die Kanonen auffuhr, gingen die Ru- Mluren üaer die Grenze zurück. Sie behaupten, daß dadurch, der frühere Grenzbach seinen Lauf verändert, eine Ver- t«t«n sei � Grenze zu Ungunsten Rumäniens ringe» Rußland. t„..««lbung der„N. Fr. Pr.": Die rusfischen Blätter . stch Notz deS beim Zar weilenden hohen Besuche» gegen einen festeren Anschluß an Oefterreich'Un» °uS. Die Absichten de» rusfischen Kabinet» und die An- «bauungen der Preffe sind allerdings verschiedene Dinge, h,.!? SU übersehen ist, daß die letztere zu ihrer Sprache 1�« eine dem Drei Kaiser-Bund feindliche Strömung maß» � � t uj____*w.a&_r "Att«reise veranlaßt wird.„Swiet" meidet, daß zwischen �schland und Oesterreich Ungam in«isstngen ein gehrimer Mlicher Vertrag auf ein Jahr geschloffen wurde, der Oester- Ungarn volle AktionSfrethrit auf der Balkan Haldinsel �unb jum Widerstand gegen eine eventuelle rusfische Ok. »», m m—— 1-—- 'garienL bevollmächtigt. Belgien. »wt„W e s« r, e i t u n g" schreibt man ' Mit. m 1 r w__ W Ctz* 4. MAM au» Brüffel, Alfred De» de». �.devvl«" herausgegeben, der„ausschließlich der Poltttk ge- ?drnrl rst." Der«atrchiSmu» ist sofort in 45 000 Exemplaren gesetzt worden. Auch in ihm werden unter dem Anschein ?? Propaganda für da» allgemeine Wahlrecht thats Schlich alle knemlichen Institutionen Belgien» auf da» heftigste angegriffen; � Umsturz de»«önigthum», die Besrittgung der Kammern «ND tztt Armee, die Umgeftalteng de« Richterstande» wird ge. ***%: Jl« werden sämmtlich beschuldigt, die StaatStaffe für «ii JC. hS* auSzuplündrrn und daS Land arm zu machen. Ministern, den Offizieren und dem Senat, dessen Greise„zu 'hren Brodsuppen" zurückgeschickt werden, wird in beißender Weise tnS Gericht gegangen. Al» Schluß der Schrift wird von diesem einflußreichen Führer verkündet:„Wird nach dem 15. August da» allgemeine Wahlrecht nicht gewährt, Arbeits» Einstellung auf drei Monate!" Die«rüffeler vtaatianwaltschaft hat jetzt die Beschlagnahme deS KatechiSmui verfügt, auch dieserhalb gestern Haussuchungen vorgenommen, M. vfn 406 Exemplare gefunden wurden. Der König, der r,Jr bie«achsende Arbeiterbewegung sehr beunruhigt ist, hat Astern mtt dem Bürgermeister BulS eingehend über die Ar» Uerfrage berathen. BulS hofft für die Ruh- in Brüffel ein» rönnen. Der Generalrath der vrdetterpartei macht ri«. heute bekannt, daß am kommenden Sonntag !£?,«»"vnenwtige der Ardeiterliga und ein Umzug aller �ervereine mit Musik und Fahnen durch die �Uffndet. Ein„Mcmstremeeting", w dem da« Wahlrecht und die nationale Kundgebung deS ��vust auf der Tagesordnung stehen, schließt stch an. •fi6?®'e so wenig Vertrauen zu mtt?' Freund ,u � s'it einige» Tagen dt« Ehre,®w meinen '%!* �«'cht dn älteste Freund Ihrer Frau?" mil lieb, daß Sie mich daran erinnern, darf»tchl# davon erfahre», st« würde mtt Borwürfe ,°uf die ich nicht« zu erwidern wüßt«. Also die �anz unter uv». ich bitte darum.' »c« bedurfte dieser Bitte nicht, Herr Baron,' erwiderte �0. Diskretion ist in solchen»agilegenheiten ja �selbstoerstSsdlich.' litt T* Baron hatte die Banknote« eingesteckt, er«klärte ''Ken Schuldschein ausstelle» zu wollen. dnr�irn« lehnte da« ab, ad« sei, Frennd bestand Wfci** schrieb ewige Zeile» mied« und überreichte ihm ifo?»»«, und damit»ar die Sache so vollständig für hLzMo«, daß et auch im Laufe d« spätere» U»t«° wir kein« Silbe mehr darauf zurückkam. war d« Gesang schon läigst verstummt, den entz,.. ort Referendar» hatte die Baronin die Eiklärnog sina.ß"gefetzt,(< sei ihr unmöglich,»och einen Ton zu ruh,',0« Druck, d« seit rinige» Tage» auf ihr« S«le '»cf sre nicht mehr froh w«de». Sie stch hierher zu mtt und plaudern Sie mtt sich», 4�®* ste mtt bezauberndem Lächeln,„haben fie Räch» Bfreund, denken Sie,«« sei eine La»»«, eine » B«stimmu°g-«. �. ich nicht glaube».'«widerte er m besorgtem � heitere« Temp«am«»t kenn! solche Laune« �»chen..Hungen nicht, wen» ihnen»'cht ernste Grunde liege».' äc'u« »"»spielte,«zwnnge» war, sprach doch D«„Münch. Allg. Ztg." schreibt man au» Haag, 31. Juli: Die Bestattung der Leichen der bei dem jüngsten Aufstand in Amsterdam gefallenen 22 Exzedenten hat gestern in der größten O dnung stattgefunden. Von der Behörde waren umfaffende Vorsichtsmaßregeln getroff-n worden. Nacht» gen 2 Uhr wurde die Garnison ganz unerwartet geweckt und all« Stille an 19 den Kirchhöfen,«0 die Bestattungen stattslnden sollten, benachdartm Punkten aufgestellt, überall von der Polizei unterstützt. Andrersriti warm bereit» Morgens um 6 Uhr sämmtltche Leichen(20) nach den Wohnungen d« nächsten Verwandtm der Verstorbenen übergeführt worden, in» sofern die» von dm letzteren verlangt worden war. Die Leichendegängniffe warm allerdings etwa» zahlreicher al» sonst deglettet, da sich viele Neugierige dm Leidttagmden zugesellt hatten. Sonst aber wäre e» schwierig gewesen, die Bestattungen von irgend ein« solchen in normalm Zellen vorgenommenen zu unterscheioen. Die Haltung de» Publikum» war eine muster» gillige. Die Bestattung der irdischen Hülle de» Sozialisten- fühi«» van Dpk bildete eine Ausnahme in so fern, al» ein Gestnnungsgenoffe de» V«dlichmm eine Rede hiell und zwei Kränze aus den Sarg niederlegte. Weder Polizei noch Militär war auf dm Kirchhöim«schienen, doch hieltm fie stch, wie gesagt, in nächst« Nähe d«ett, um nöthigenfall» einzugreifen, während die Garnisonen benachbart« Städte nur eine» Signal? harrten, um die bereitstehenden Etsmdahnzüge zu besteigen und stch nach der Hauptstadt zu begeben. Gegen 1 Uhr Nachmittag» ab« konnten sämmtlich« Truppen b«ritS ihre Kasernen wieder beziehen. Hoffmtlich wird damit die Reihe d« Leichen- begängniff« adgeschloffen sein, obwohl der Zustand von einigen d« 34 im Amst«damer Krankenbause in Pflege befindlichen Verwundeten noch Besorgniß einflößt. Zu dem Hinweis der„Kreuzztg." auf die Nothwmdtgkett eineS Sozialistengesetze» für Holland bemerkt da» Haager„Vatnland", Ca« Berlin« Blatt könne ruhig sein. „Wir find selb« im Stande, ähnliche Unordnungen zu unt«- drücken, und zwar ohne internalionale Abmachu-gm nach preußisch« Schablone, gegen welche in dem steten Nted«land eine leicht«klärliche Antipathie herrscht." Fraukr-tch« Die Briefe deS General» Boulanger an den Herzog von Anmale find nun doch, nachdem fie im Wortlaute vorliegen, nicht da» Geschrei w«th, welche» die politischen G-an-r de» KriegSminister» von den Monarchisten bi» zur „RSpublique stancaife" de» Herrn Ferry«heben.„Im ersten Brief, schreibt die„Zür. Post", bat voulana« den Herzog von Aumale um seine Verwmdung, alt« Brigaveoeneral »«den wollte, eine Handlung, welche«, da Aumale sein Chef war, kaum unt«laffm konnte. Im zweitm dankt er demselben im Ramm d« Otfizi«« de» Regiment» und belobt ihn, wie da» wiederum bei solchen Gelegmhritm üblich ist, ab« dm- noch in wmiger Wortm, al» selbst schweizerische Offi,i«e in dem Schreiben an einen Divifionär gebrauchen würden. D« dritte Brief dankt Aumale für die geübte Protektion, die ab«, wie stch spät« herausstellte, nicht geleistet worden ist. Zudem bleibt wichtig und mtscheidmd, daß Aumale damal» noch für die Republik Sympathien zeigte od« heuchelte. Boulanger also in ihm nicht den orleanistischen Prätendenten sah. Daß« ihn mit Monseigneur anredete, beweist hiegegm nicht», denn es ist nicht mehr al» wenn man bei un»(d. h. in der Schweiz) in der Anrede da»„von" anwendet, da» staatlich nicht» gilt, deffm Weglassung ab« d« Ang«edete al» UnHöflichkeit aus» legen könnte. Gefehlt hat Boulang« dadurch, daß er nicht sofort einräumte, so, wie e» geschehen, an den Hnzog geschrieben zu haben. Ad« in sechs Jahren schrieb« viele Briefe, und er mochte um so eher Geschehene» beftrettm, al» d« zu«st veröffmtlichte Brief falsch war. Die Monarchisten können nun darüber jubeln, daß fie Boulang« mtt dem falschen Brief stch«« machten und in die Falle locktm, ab« der Akt ist würdelos. Besäße d« Herzog von Aumale patriotischen Anstand. so hätte er d«gleichen selbst seinem Feind«, d« aber an d« Spitze Frankreich» steht, ersparen müssen. Auch dieser Handel zeigt nur wieder, daß die Orlean» ein Flidustt«korp» find, und Aumale blamirt stch obendrein durch die naive Freeh heit, mtt welcher« glaubt und glauben läßt, er habe ob« hätte Boulanger au» persönlicher Gunst, nicht wegm sein« persönlichen Verdienste befördern helfen. Wenn man also auch Boulanger nicht von jedem Staubchm frei auS diesem Handel hervorgehm steht, so ist dennoch daS prinzlicht Manöo« mißglückt. ES wird weder dm KriegSminister stürzen, noch den Effekt der GeneralrathSwahlen ver- wischen." In Cam ist d« Kongreß d« französischen Christlich- Sozialen eröffnet. Senator CheSnelong, Charle» Petrin, Kell« find anwesmd, sowie v«schiedene Bischöfe.— Die französtschm Christlich. Sozialen stehen übrigm» geistig bedeu» tmd höher al» uns«« deutschen und prosestantischm. G r 0 h b r i t a«« i e«« Der„Standard" glaubt, daß G l a d st 0 n e dm Versuch machen werde, die Regierung zu ein« allgemeinen Erklärung au« jedem Zuge ihre« schönen Tefifichte» eine schmerzliche Wehmuth. „Vertrauen Sie dem Freunde an, wa» Sie bedrückt," fuhr« mtt herzlich« Thrilnahme fort, vielleicht liegt e» in meiner Macht, Ihnen zu helfe», und daß ich dazu mit dem größte» V«g»ügm b«ett bin, w«de» Sie gewiß nicht bezweifeln." .Gewiß nicht,"«widerte die schöne Frau, und ei« Iris« Seufz« enttana sich ihre« Lippe»,„aber Sie werden auch zugebe«, daß e» V«hältvifl« giebt, denen man sich füge» muß, ohne darüb« mit audereu reden zu können/ „Mtt eine« aufrichtigen und treuen Freunde darf man alle» berathe», gnädige Frau.' „Wozu soll ich auch ihre Stimmung trüben! Sie könne» mtt«icht helfen, und vielleicht ist e» besser, Sie erfahre» die Wahrhrit«st dann, wen« da» Schicksal stch «füllt hat." „Sie«schrecke« mich immer mehr! Glaube» Sie, in meinem Zuner» könne e» wied« ruhig werde», bevor ich die volle Wahrhrit«fahre» habe? Reben Sie, ich bitte dri»gend darum, sagen Sie mtt offen, welche» Schicksal Sie bedroht, dann wolle« wir mtt einand« b«athe», ob u»d wie e» stch abwende» läßt." „Wollen Sie mtt die strengste Verschwiegenheit verspreche«?' .Auf Ehrenwort I" Die Baronin lächelte und blickte einige Sekunde» lang fi«ne»d vor stch hin, e» schien ihr«och imm« schwer zu fallm, einm Entschluß zu fassm. .Wa» würde« Sie sagen, wenn ich mich plötzlich ent- schlöffe, zm Bühne zurück zu kehre«?" brach fie endlich da« ��.Unwöglich!• erwiderte« bestürzt. ,Wa« könnte Stt dazu�«»«� � ich«och auf einm Erfolg rech«e» ��Welche Frage I Man würde Sie mtt E«thufia»mu» °�°'Ah-uptm Sie da« nicht," uninbrach fie ihn über ihre Abstcht in Bettest Irland» zu dewegm, doch w«de er nicht««suchen, da» Toiy-Kadinet noch in dieser Session zu stürzm; er wolle bi« zum nächstm Jahre wartm, um dann, nachdem stch die Ausregung gelegt haben werde, die liberale Partei wieder zu»«einigen. Gladstone's Hauptzweck bei seinem Schreiben an Mr. Morley, den Einpettscher d« liberalen Partei, scheint e» gewesen zu sein, stch die unglaublich umfangreiche Privatkorre» spondenz vom Halse zu schaffen, mtt d« sein« Angabe nach nicht wenig« alt 20000 P«sonen ihn jährlich behelligt haben. Er stellt diesen Leuten in der höflichsten Weise in AuSficht, daß« ihre überaus intereffanten Zuschriften lünstig nicht mehr beantworten wird,? wed« durch Briefe noch durch Postlarten, weder persönlich noch durch seine Privatselretäre. DaS ist jedenfalls sehr vttnünftig. William Johnston, UnterhauSmttglied für Süd-Belfast und Führ« der irischen Orangisten, hat ein Schreiben an doS in Belfast erscheinende Journal„NewS letter" g«ichtet, worin er«llärt, daß Lord SaltSbury einen»«hängnißvollen I«» thum beging, indem er Matthew» zum Minister de» Innern ernannte.„Wir haben hier," sagt er,„eine Entwickelung de» Jesuiten. Einflusses, da d« neue Minister deS Innern mtt den Zielen und Bestrebungen de» Kardinal» Manning höchst v«» kaut ist, und die Ernennung ist unzweifelhaft da» Ergebniß d« von englischen Katholiken im Jnt«effe d« päpstlichen Kirche gewährten Unterstützung." Johnston dringt auf eine en«gische Opposttton dagegen und sagt, Lord SaliSbuiy habe vielleicht unwissentlich Erzdischof Manning in der Durchsetzung seiner Pläne geholfen. Eine neue, soeben«öffnete Zwriglintt der irischen Nord» bahn, welche von JnniSkien nach Carrickmacroß führt, wird auf Anstiften d« Nationalltga jetzt„geboycottet", weil die Bahn nicht den von der Liga Empfohlenen al» SiationS» Vorsteher angestellt hat. D« jetzige Stationsvorsteher hat schon einen Drohbrief«Hairen und auch die Arbeit« wurden bedroht. Jt al ie«. Im Ministerium der öffentlichen Arbeiten hat d« dort» selbst tagende Conoiglio snperiore dei lavori publiai da» von dem Ingenieur Tagliocozzo entworfene Projekt, Rom zum Seehafen zu machen, ernstlich inErwäguna gezogen. X> einen Kanal von 80 Met« Brette und 10 Meter Tiefe soll nämlich da» Tynhenische Me« nach Rom geleitet werden. Wenn die gegenwärtige Regierung daS gewaltige Projett reali» firte, dann würde fie sich gewiß ein Verdienst«werden, da» man mtt goldenen Lett«n auf jenem Blatte der Geschichte Italien? verzeichnen würde, auf dem die Thatsache der Bebauung der Campagna stünde. Denn auch diese Riesen« aufgäbe möchte die Regierung durchführen. ES fragt stch nur, od die guten Vorsätze der Regierung nicht an dem mangelnden Nerro« rernrn scheitern werden. Spante«« Mehrere Fabriken in Catalonien haben ihre Arbeiten eingestellt, der reichste Fabrikant Malaga'S hat feine sämmtltchen Arbeit« verabschiedet. Die Regierung wird für die b-odlosen Arbeit« etwa» thun müssen, um ernsten Ver- Wicklungen vorzubeugen. Amerika« In dem Anarchistenprozesse zu Chikago suchten die Anklage und die Vtttheidtgung die Glaudwürdigtet! d« Zeugen d« Gegenpartei in Frage zu stellen. Mit einigem Er« folg geschah die» besonder» bezüglich d« Glaubwürdigkeit de» Zeugen, welch« beschworen hatte, gesehen zu haben, daß Spieß, einer d« Angeklagten, die Lunte d« Dynamitbomde angezündet habe. 800 in den Räuchereien d« Chikago« Vtthhöfe beschäftigt« Arbeit« haben einen Streik begonnen, weil d« zehnstündige Arbeitstag wied« eingeführt wurde. Nach einem Telegramm der„Time»" au» Philadelphia konstatiren Berichte au» Montana, Kolorado und anderen Silberminen- Distritten, daß dort wegen de» fortgesetzten Sinken» d« Silberpreise Aufregung herrsche. Die Glendale« Werke in Butte Cily, welche 1000 Arbeiter beschäftigen, wer» dm Mitte August schließen und andere Kompagnim fürchtm. daß ste durch die Entwnihung de» Silber» stch genöthigt sehen dürsten, die Minm-Arbeitm einzustellen. Afrika. „Die Knute im egyptischen Heere." Unt« diesem Tttel bringt der„Phare d'Llexandrtt" eine kurze Mit» theilung. welcher zu entnehmen ist, daß im Monate Juni d. I. sieben eayptische Soldaten zusammengenommen 240 Peitschen» hiebe erhalten haben. Die„Phare" macht dazu die sehr ge» rechtfertigte Bem«kung, daß geradejene Nation(die englische), deren Glied« über die kleinste Mißhandlung von Thieren außer stch gerathen, ihre Nebenmenschen so roh behandelt. Gen«al Wolseley's Plan für die Wiederbesetzuna von Dongala im Herbst wurde, wie die„Morntng Post" erfährt, von Gladstone'« Kadinet vor deffm Rücktritt ge» dilligt. scherzmd,„d-s Publikum könnte wenig« günstig, wie Sie, üb« meine Stimme urtheilm.' „Nein,«ei», bei Erfolge« dürfe« Sie stch« sei», ob Ihnen selbst ab« diese« neue Leb« mtt all' sein« Kämpf« und Zntrigu« behag« würde, da» ist eine and«e Frage l Ich begreife wohl, daß Sie al» gottbegnadete Künstlerin sich »ach dem Beifall sehn«, der im«g« Fr«nde«krrise nur spärlich au»fall« kann.'(Forts, folgt.) J\u* Kunst und Zeven. StS-Theater. Am Montag, dm 9 d. M., bat der beliebte Komik« obig« Bühne, Herr Hinsche, sein Benefiz. Da die bedeutendsten Künstler Berlin» dem vmefiztantm ihre Mit- Wirkung zugesagt hadm, so wird d« dort gebotene Genuß zu einem wahrhaft großartigm stch gestalten, und ist dem Bene» flziantm ein auSv«!auste» Hau» zu wünschen. Rom und Brüffel al» Seestädte. Ru» Rom wttd ge» meldet:„Der ttalienische Ingenieur Malprignano hat ein Pro» jett ausgearbeitet, nach welchem Rom mit dem Me«e durch einm 80 Met« breiten und 10 Ret« tiefen Kanal vttbundm w«den soll. Die Ualimische Regierung bat da» Projett al» auiführbar anerkannt."— Auch die bisherig« Binnmstadt Brüssel gedentt man zu einem Seehafm zu machen, e» wird darüb« folgende» geschrieben:„Die Pläne, Brüffel zum See« hafm ,u machen, gehm ihr« Berwlrtlichung entgegm. Zur Ausführung der maritimen Jnftallationm und d« V-roindung der Stadt Brüffel mtt der Scheide hatte stch ein englisch«, Srrndikat gebildet. Die Verhandlungen habm zwischen dem Syndikat und dem Bürgermetst«kollegium zu ein« Einigung geführt. Nach der vorläufig festgesetzten Konvention wird d« Kanal in solch« Tiefe angelegt, daß Schiffe von 2500 Tonnen Gehalt in die Stadt gelangen können. Die Kai» der vasstn» find so ausgedehnt, daß 20 Schiffe diese» Tonnmgehatt« zu gleich« Zeit Platz finden; Niederlagen, geschlossene Magazine und Schuppm find anzulegm; die Nied«laae für Getrride ist auf 65 m Länge, 31 m Breite und Höhe festgestellt; ebenso ist ein Bassin für Peiroleum vorgesehen. Da« Syndikat«richtet —--—'-""" w.---— � von 1800000 Fr diesem Projeve. stimmung«forderlich/ jind. da, vi« siavi emm jährlichen Zuschuß üank» zu»ahlm. D««ommunalrath wird zustimmm, doch ist auch die ministerielle Zu» —" GerichtsZeiwng. München, den S. August. In der am letzten Donnerstag, wie milgetheitt, verhandelten Ankiagesache gegen den Schneide:> gehilfen hintermaier und 18 Genoffen wegen Vergehm gegen da» Vercinigesetz wurde heute Vormittag 8 Uhr da» Urtheil publizirt. Keigesprochen wurden die Angeklagten Staubitzer Weghofcr, Trettenbein, Alef. Ohnesorge. Moriiaucr, Eoers« mann: verurtheilt wurden Gradier zu 30 M Geldstrafe, ev. 6 Tage Gefängnitz, Hinterm aier und Gretz zu je 25 M. Geld strafe, ev. 5 Tage Gefangnitz, Frisch,«et». Borchert. Effner, Mühlbauer, Luttner. Schmitt Mehner und Maier zu je 20 M. Geldstrafe, eo. 4 Tage Gefängnih. Die Verhandlung gegen Grahmann und Dotter wird autgesetzt. In den UrtheilS« gründen wird ausgeführt, e» unterliege keinem Zweiiel, daß sowohl der Fachoerein der Schneider München» al» auch der Zcntralverband der Schneider Deutschland» polttische Zwecke verfolgt habe, wa» sich die Angeklagten trotz ihrer entgegen. gesetzten Behauptungen wohl bewußt sein muhten. Sine Affi. Nation im Sinne de» Vereinsgesetze» liege rbmso unzweifelh-ft vor. Dagegen sei ein vewer» dafür, dah in den Versamm- lungen vom 11. Marz, 11. Mai und 22. Juni 1885 eine Fortsetzung de» aufgelösten Fachverein» der Schneider zu er« blicken sei, nicht erbracht, und deshalb hatte in dieser Beziehung die Freisprechung sämmtlicher Angeklagten zu erfolgen. Elberfeld, 6. August.(Polizeiliche Vorladungen find nicht rechtsverbindlich.) Vielfach kommt e» vor, dah Personen von der Polizeibehörde vorgeladen werden, um in Unter« suchungssachen Erklärungen abzugeben. Da» Trierer Schöffen« Sericht hat nun im Einverständnih mtt der Staattanwaltschaft i einer seiner letzten Sitzungen die Frage, ob Jemand gesetz- '"'"~ Ige zu leisten. lich gezwungen werden kann, der Borloduni verneint und dementsprechend die für da» Publikum wichtige Enttcheidung getroffen, dah eine Verpflichtung zu derartigen Erklärungen nur bei einer gerichllichen Vorladung vorhanden sei, weshalb e» der Polizeibehörde obliege, in allen Unter« suchungssachen, wenn nicht stet»«ine gerichtliche Vernehmung. so doch eine gerichttiche Vorladung zu veranlassen. Soziale« m» Arbriterbrwegnng. Ueber die Simulation bei de« Krankeakafleu läht sich Dr. Kayser in der„Breil. Aerztl. Ztschr." vielfach ähnlich au», wie wir e» neuerding» thaten. Dr. Raystr schreibt: „Eigentliche Simulation durch lügnerische Vor« spregelung krankhafter Erscheinungen kommt im Ganzen entschieden selten vor. Dagegen passtrt e» häufig, dah Rranke, die vom Arzte für arbeiUunfähig erklärt wurden, zu Hause leichtere Arbetten machen oder über eine aewtffe Zeit au»gehtn u. dergl., die, wenn die» entdeckt wird, al» Simulanten ihrer Rrankenunterstü,ung verlustig gehen. Man kann aber diese Leute so wenig Simulanten nermen, wie etwa höhere Beamte, die einen sech»wöchigrn Urlaub zu einer Bad-reisc be- tss, rLT ÄT.KM» Ä Gesetze nicht genauer definirt. In Breslau ist ein Schneider, der vom Kassenarzt wegen einer HaUentzündung für 8 Tage oli ardeiiiunfähig erklärt war und während dieser Zeit einen Rock anfenigte, wegen Betrug» angeklagt, aber in zwetter In« stanz freigesprochen worden, weil die Bestimmung der Arbeits- unfähigleit ungenau sei... Früher hat der nicht verficht.te Arbetter meist gearbeitet bt» zur odjekttoen Unmöglichkeit. Jetzt ist er in den Stand gesetzt, sich auf ärztliche Verordnung ebenso zu schonen wie der Wohlhabende. DaS ist gewih eine Wohtthat, ein Fortschritt, aber e, kostet Geld, viel Geld. Die Hauptrolle spielt in den arbeitenden Klaffen die Tuberkulose. Leute mit den Initial- erscheinungen diese» Leiden, müssen vom ärztlichen Standpunkte für ardettsunfähig erklärt««den. d. h- fttt unfähig, täglich 12-13 Stunden in den schlechrlustiaen Ardeitlraumen zu ar- betten. Diese Leute sehen aber häufig noch ganz wohl au». gehen herum und versehen vielleicht noch irgend einen Neben. beruf(Viktualienhandel. HauSbereinigung, kleine«ckerwirth. schaft u. dergl.). Sie müssen in diesem Falle ihre Kranken« Unterstützung verlieren, weil st: die in vielen Kassen aufgestellten refliementarischm Vorschltsten übertreten, aber ste fi.id nicht Simulanten in dem betrügerischen und für den»rzt Vorwurf». vollen Sinne diese» Wortes..... Ebensowenig kann man von Simulatton der Gesundhett sprechen, wenn Kranke, wieder meist Schwindsüchtige, nach Ablauf ihrer 13wöchigen Unter. stützung»zeit wird« zu arbetten anfangen. Sie find dann aber -iSSLSSSKW von Krankenkassen und Gemeindeorganen. welche soviel üb« Simulation sprechen und schreiben, nicht ganz übersehen. Dm wirtlichen Simulanten werden ste ohne grohe Mühe und Kostm schon beitommen können, dagegen sollten st« nicht jeden Arbeit« al» Simulantm betra hten, d« die trotz der Krank« heit ihm noch verbliebene Arbettskrast zu kleinm Arbeiten benutzt Wahlrede« im Ja»«aa»aa> 1,53 pCt. gefallen. Die Kohlenvroduktion betrug 2499 773* Kilogramm und ist gegen da» Vorjahr um 0,48 pCt. gefw die Koftp�oduktion dagegen, 70 476 225 Kilogramm betrZ» ist um 7,76 pCr. gefallen. Der Gesammtwerth d« v» kohlenvrodultion betrug 17 098 074 96 M- gegen 16 495 008,® im Vorjahre, der durchschnittliche Werth pro Toppilzentnen rechnete fich 1884 auf 66,30 Pf.. 1885 dagegen auf 68,40! �.Ettre «Wtt am Schabten! »nten rc. einig «ähnen:% Kriefkasteu der Redaktion. da« der Borght. Aachen, Verlag von Rrrd. Barth. 8. Liehvng d. 4. Klasse 174. Königl. Preuss. Lotterie. Llihung«om r. August rss«. Mir dl«««Winne«dkl BIO Mari stnd den decnffenbcB Nummer« >» Pareuthe>e beigefügt. (Ohne«ewüdr.) 11 130 65(5501 75 87 340 386 414 69 592 97 601 46 706 29 62 837 49 1088 106 203 322 38 60(30001 84 462 73 616 619 80 96 744 61 52 86(16001 800 902«119 63 82 262 63 382 130001 503 46|560] 621 706 26 78 1300) 829 79 923 37 93 8054 63 69 115001 70(3001 143 228---- 63[560] 308 18[5601 416 652(3000] 608 74 �300] 78------—' 849 919 63 61 4081 84 122 338 88 426 66$ 77 83 616 [300�70 94 971 726 65 81 86 713 834 ■012 62 98 iüÖ�lO 14[3001 22 29 87 97 382 424 29 67 619 61 90 . 625 66 708 88 1300) 906[16001 28 44 66 68 60«033 126 86 97 179 115001 336[1600] 73 82 482[300] 666 833 94 969 83 7020 119 25 69[300) 219 1560) 26 26 64 303 12 62 422 81 622 130001 26[300) 96 M) � � K�8rA%6T71%�6r�%L%% 224 48 350 456 654 626 31 80 84 742 86 833 62 69 76 931 37 53 72 _»0066 122 27 11500) 29 76 82 86 327 67 70 444 620 669 81 85 706 �WMSSSH 346 405 10 14 42 82 680 86 645 48(3001 78766 1300) 815 91378 1 9066 934 63 21 13001 68 80 318 83 � 49 66 409 86 609 632 704 32 ___■40037 126 1300) 74 92 303 65 413 65 78 507(660) 42 80 666 70 707 9 11 16 53 908 63[15001«1060 1660) 67 84 112 33 73 84 300 68 477 671 77 686 723 34 35(1600) 99 881 907 9 76 89««026 11600) 76 133 63 1300) 88 227 37 334 67 410 16 74 634 48 49 67 71 615 734 816 38 84 905 31««041 119 23(550) 73 90 96 371 316 18 603 70 11600) 616[SO1») 711[3000) 62 87 88 861 960«4068[3001 110 63[3000) 276 305 19 29 49(300) 424 46 502 16 24[300] 704 63 73 834 66 «6011 158 348 69 466 74 605 20 21 46 83 706 8 863(3000) 935 69 M, fe SÄI? 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Druck und Berla�von War Badtug in Berlin EW„ Leuthstrafe 2. Stert« eis» - »et um «n'S �orjah� >53 im? (ab«).% Stafe" Beilage zum Berliner Volksblatt. amen ; 9 M. lichtt« lurdifä«! mittfn' 24997735 St. gM Tg J5008,tw »1 Nr. 183. Aonutag, den 8. August 1886. IH. Iahrg� i 1742L6öJ 35,» v* übermfitbiaen Stallen, welches vor lauter ßeh«,«W diu j." übermüthige« Fülle«, welche« vor lauter Lebe»«lust fcluJV�mtobetnen w die Luft schlägt, beträgt fich im ""r der Sttohwittwer, und wer da« manchmal so de» beschleichen unabweisbare Zweifel an der I !!!!�o»r i*" der Sttohwittwer, und wer da« mänchmal so de» beschleichen unabweisbare Zweifel a» der auch ni/ ebe unsere« Schiller, der bekanntlich- vielleicht mege» �. Sttohwittwer- fich zu der Bemerkung ver« zEhret die Fraue», ste flechte» und webe« k�,.H"»«lische Rose« in» irdische Lebe»!" ttnd�-t� siawiß; aber e< kann auch ebenso gut nicht � San»„ v Zungen habe» dem obige« Verse auch schon ° aadete Version gegeben, die wir natürlich au« Polizeipräfidcnten mit dem G-such gewendet, ihm eine amtliche Äotivtrung deS ergangenen Verbot« zu übermitteln. Auf diese« Gesuch ist dem Tischler Herrn Gustav Voigt, dem früheren ersten Vo: fitzenden deS Vereins, unter dem 4. August folgendes Schreiben zugegangen:„Ew. Wohlgeboren env-dere ich auf da« Schreldln vom 21 Juli D. F., detieff-nd da« Verbot des Arbeiter Bcztrlso-reinS für den Osten Berlin» erqebenst, daß ich mich nicht veranlaßt sehe, ihnen eine nähere Begrün« dung de« von mir erlassenen Verbot» de« genannten Verein« zu geben. Da ich nach dem Inhalt Zhr-s Schreiben« annehmen muß, daß Ste wegen de« Verbol« de« Ardriter- Bezirk«- verein« für den Osten Berlin« selbst den Beschwerdeweg nicht betteten wollen, so eröffne ich Ihnen hiermit, daß nunmehr da« Verbot reckttkräftig geworden ist. Der PoltjeiplSfident. (gez.) von Richthofen." Wie wir erfahre«, hat die Gewerde-Deputation des Magistrats an den Vorfitzenden der„Freien Organisation junger Kaufleute", Herrn PH. Guttmann, die Aufforderung ge- richtet, in Ansehung der von wetten Kreisen junger Kaufleute gewünschtm Ausdehnung deS KrankmverficherungSzwanae« auf den KaufmannSftand fich gutachtlich über diese Frage zu äußern. Besagte Aussordemng hat folgenden Wortlaut: „Von Sellen detheiligter Kreise ist neuerding« an die städtischen Behörden das Verlangen herangetreten, die in Berlin beschäftigten HandlungSaehilten und Lehrlinge durch Erlaß eines OitSstawt« gemäß§2 Nr. 2 de« Gejetze« über die Kran» kenverstcherung der Arbeiter dem krankenoeificherungSzwange unterworfen zu sehen. Da eS für die städtischen Behö.drn von größter Bedeutung ist, die Anstchten derjenigen kennen zu ler- nen, deren Interessen durch die Ergreifung einer derarttgen Maßregel berührt werden würden, so erlauben wir unS da« ganz ergebenste Ersuchen um gefällige Beantwortung folgender Fragen: 1. Erscheint die Autdehnung de« Krankenverficherung«- zwange« auf männliche und weibliche Handlungsgehilfen und .Lehrlinge, ausschließlich der Gehilfen und Lehrlinge in Apo« th-ken, für Berlin geboten? 2 Würden fich event. Bestimmun- gen empfehlen, welche da« Hineinziehen solcher Personen in den VerficherungSzwang verhindern sollen, deren soziale Stellung eine Befreiung von dem Zwange wünschrntwerth erscheinen läßt? Würde insbesondere der VerficherungSzwang auf solche Personen beschränkt werdrn müssen, deren ArbettSverdimst eine bestimmte Grenze nicht übersteigt und wie würde diese Grenze ,u stxiren sein? Würden Maßregeln zu treffen sein, um auch Personen, deren Einkommen zwar innerhalb dieser Grenze bleibt, vie aber, abgesehen von dem Falle d«S L 3 Absatz 2 de» KrankenversicherungSgesetze«, in Folge ihrer eigenen Leben«« stellung oder der ihrer El'ern k. der Unterwerfung unter den Zwang nicht bedürftig erscheinen, von letzterem frei zu lassen, und welche Merkmale würden hier aufzustellen sein? 3. Würde fich die Aufnahme sonstiger spezieller Bestimmungen in da« OiSstatut empfehlen bezw. welche? Wir würden für eine möglichst eingehend« und motiv lrte Beantwortung vorstehender Fragen sehr dankbar sein. Außerdem ersuchen wir ergebenst um gefl. Auskunft darüber, wie viel htestge Mitglieder die dortige Vereinigung zur Zeit zählt. Gewerbe-Deputation deS Magistrat«, gez. Eberty. Der August schließt fich würdig der vorhergegangmen Zett diese« wetterwendischen Jahre« an. Kühl und unbe- ständig— da« ist seine gegenwärtige Haltung. Bewahrheitet fich die Voraussage eine« wetterkundtgen ManneS, der eine Reihe von Zeitungen mit seinen Prophezeiungen versorgt, dann haben wir auch für die Folgezeit wenig Schöne« und Ange- nehme« zu erwarten. Doch lassen wir den schlimmen Pro- phettn selber sprechen! Er schreibt über den Wiiterungtlauf im August: Der Monat August deginnt mit veränderlichem Wetter und wird überhaupt viele Niederschläge bringen und vielfach auffrischende Wind«. Im einzelnen ist der Verlauf de« Wetter« etwa folgender: Am 1. August ist Regen wahr- scheinlich, am 2. veränderlich, am 3. viel Regen und starker Wind au» Südwest bis West, dabei kühl. Da« regnische, veränderliche küble Wetter, zum thell auch windig und böig, hält nun etwa 9 Tage an. Darauf tritt gegen Mitte deS Monat« eine Aenderung»um Bessern ein, eS gilbt einige zwar bewölkte, aber doch trockene Tage. Jndeß gleich nach der Mitte de« Monat« folgt wiederum Regenwetter, bei fri'chen südwestlichen bi« westlichen Winden. Auch im letzten Drittel ist da« Wetter verwiegend trübe, regnicht, kühl, auch zum theil windig, und erst gegen Schluß d« Monat« tritt endlich hellere«, angenehmes Wetter ein. Im angeborener Höflichkeit verschweige«. Wen« so eine behäbige Botrrgeoi«frau, die in irgend eine« Seebade oder sovstwo vo« einer Krankhett Heilung sucht, die e» garnicht giebt, einmal ihren in selige» Reminiszenzen an die schöne Zunggesellenzeit schwelgenden Ehegemahl über« rasche« würde, so dürfte« e« wahrscheinlich keine Rose« sei«, die ihm i« seine Kneipereien geflochten werde«, statt de» süße« Dufte« würde er stachliche Dorne« zu fühlen bekomme«. Trotz alledem— mit dem Ehelebe» geht e« wie mit der ersten Zigarre: e« kostet zuerst furchtbare Ueberwindung, aber nachher kann ma« e«. Diese Weisheit rührt selbstoer« ständlich nicht vo««»* her, sonder« von einem nahe« Be« kannten, der fich erst kürzlich hat i« Hymen» Fessel» schmiede« lassm, und der vorläufig absolut nicht daran denkt, Sttoh» wittwer sei« zu wollen. Das härteste Gemüth wrrd gerührt, wen» ma» fieht, welche zarte» Sorge« da» Her, de« junge» Ehegatte« um« spiele«. Vom grüne« Aal mit Gurkensalat bis zu solide« Echneibebohne« mit Rindfleisch hat er da» Glück de» Eheleben« berett« durchkostet, nicht der Schatte« eine« Zerwürfnisse« trübt de» sonnige», eheliche» Horizont. O, daß sie ewig—— doch«ein, fortwährende« Glück würde siMießlich auch langweilig werde«. Lu« Rege« und Sonnenschein, au« Glück und Unglück setzt fich unser Lebe» zusammen, auf die freie Verfügung über de» Hausschlüssel folat die böse Sieben, die Haut» schlüssel und bummelnde» Ehemann in sichere Verwahrung bringt Auf die sechs fette» Wochen, die Madame vrellercht im Bade war, folge« 46 magere für de« Ehemann, der während dreser lange« Zell wieder mühsam Mark auf Mark spare» muß, damtt seine„theure" Hälfte nn nächste« Jahr wieder— krank sei« kann. �,.... @1 ist in der That merkwürdig, daß gerade die Leute. MUMM August 1886 verderbliche Regengüsse und Ueberschwemmungm in England. Viel Regen in Frankreich Aach in Dänemarks besonder« in Jütland, wirkt im August R gen auf die Ernte nachtheilig ein. Anhaltende» Regenwetter in den Ostsee- vrovinzen. Gegen End- Au'ust bisseri fich da' Witter in England. Vnh errnver Hagelsch'az um 22 in Mitteldeutsch« land. Um 3. und 14. Hohe Fiutden an der Küste der Nieder» lande. Mitte August,>owie um 22, stürmische Witterung vom Atlantik her. G-oße Hitze in der Türkei, Gegend an der unteren Donau, Südrußland Ende Juli, erste Hälfte und auch noch zweite August. Außerordentliche Hitze Mille und Ende August in Egypten. D-Sgleichen in Portugal gegen Ende August. Anhaltende Dürre und Hitze in Südspanien und Mittelitalien; Waldbrände. Große Hitze und Dürre in Kroatien und Griechenland. Heuschreckenplage in den Gegen» den der unteren Donau und Sieb/nbürgin. Um 2. und 3. Stürme au» Südwest bi« West mit Blitz und Donner von Frankreich bi« Oesterreich. Wiederum furchtbares Ungewitter in Frankreich, wahrscheinlich im Süden, am 7. August. Eine Kaution vo« 10 000 Mark ist gestern dem Ki«kv« verfalle«. Wie noch erinnerlich sein wird, ist dck bekannte Kurpluscher William Becker au» der Pritzwalkerstraßr, welcher in hunderttausenden von Exemplaren seinen„Fliegenden Rathzeber für Hau« und Familie" über ganz Europa ver« breitete und zum Verschreiben seiner Rezepte drei Aerzte mit einem JahreSgehalt von je 6000 M.„fich hielt", s. Z vom hiestgen Schöffengericht zu einem Jahr Gefängniß verurtheitt worden. Er wurde sofort in Haft genommen, später aber gegen rirt Kaution von 10000 M. wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen VaS erste Erkenntniß hatte nicht nur der Angeklagie, sondern auch der Staatsanwalt die Berufung eingelegt, welch letztere aber aestem in der vor der Berufungskammer anstehen» den Verhandlung zurückgezogen wurde. Der Angeklagte war zu dem gestrigen Termine nicht erschienen, vielmehr theilt« sein Vcrtheidiger mit, daß sein Klient nach Amerika ausgewandert sei. Die Beruiung wurde in Folge dess-n verworfen, die Kautton von 10000 M. aber verfällt dem Fi«kuS. Hirr B-cker kann fich derartige kleine Ausfälle leisten, Vinn wie s. Z. au« dm Geschäftsbüchern drffelben konstat rt worden ist, hat er in einem Zellraum von einem halbm Johr eine Reineinnahme von ca. 45000 M. gehrbt! Kreuzberg-Gesunddrunnen! Schöneberg-Alexander» Platz! so heißen zwri neue Linien, welche die Große Ber» liner Pferdebahn morgen eröffnet. Die Bedeutung dieses Er» eignisse« für die Entwickelung Berlin« liegt auf der Hand. Die Sperre, die der Mühlendamm bisher für dieselbe gebtldet hat, ist nun durchbrochen: Die Verbindung, vor Allem zwischm dem äußersten Süden der Stadt und dem Norden, ist endlich hergestellt. Die Direktion der Pferdibahn- Gesellschaft schreibt un» darüber: Die gestern anstandslos polizeilichersett» abgt» nommenm Pferdeeisendahn'Anlagen zwischen Sptttelmarkt und Molkmmarkt sollen übermorgen in Betrieb genommen und vor« läufig zur Herstellung eine» durchgehendm Verkehr« zwischen Schüneberg und Alexanderplatz, sowie zwischen Gllundbiunnen und Kreuzderg, ferner«ur Erweiteruvg deS Betriebe« der Linien der Neuen Berliner Pferdebahn Lichtenberg und Viehmarkt— Molkenmartt bi« zum Epittclmarkt verwindet werden. Auch die Ltnim Viehhof und Landsberger Allee— Rathhau« dieser Gisell« schast sollen von morgen ab tiS zum Molkenmai kt weiierge» führt werden. In der Fahrrtchtung Molkenmartt— Spittel» markt werden fämmtliche Wagen von der Postftraße ab über den Mühlenweg(Scharrnftraße und Petritirchplatz), in ent. gegengesetzter Richtung über dm Mühlmdamm lausen. Die Wagen der Linien SchSneberg-Alixanderplatz, Spillel» martt- Viehhof und Spitteimarkt-Lichtenbexg werden vom Molkenmartt nach dem Alexanderplatz im Interesse der Ver« kehrSerleichterung durch die Stralauer« ur.d lübir die neum Anlagm in der) Jüdmst.aße, vom Alexanderplatz nach dem Molkenmarkt durch die Spandauer straße fahren. In Bezug auf die Unterscheidung der Wagen der verschiedenen Linien ist zu bemerken, daß die Wagen der Linie Gesundbrunnen— Kreuz« terg roihr, die der betbehaltmm Linie TünhofSplatz-Kreuzberg gelbe, die der LinieSchöneberg- Alexanderplatz weiße Schilder mit gelbem Streifen dezw. während der Dunkelheit Signallaternm mit Schetbm von gleicher Farbe führen werdm. Der Eröffnung de« für da» Berliner VerkehrSleden so bedeutsamen neum Bahnwege« wird alle.« mit großer Spannung und unge» wöhnlichem Interesse entgegengesehen. Die neue Strecke Kreuzberg-Gesunddrunnen insbesondere, welche vorauistchtlich tobten Ziffer» predigten in beredter Sprache die Mahnung, daß vo« Rechtswegen wohl auch derjenige, welcher dm größte» Theil feine« Leben» in einer dumpfen Keller» wohnung zubringe» muß, auch einmal das Be» dürfniß fühle» darf, wirkliche frische Luft zu schöpfe». Freilich, bis ma» ei» solche« Mittel findet, wird»och viel Wasser durch die Spree fließen, und mancher Berliner wird sich zu seine» Väter« versammeln, der vielleicht niemals ei» richtiges Gebirge oder die See gesehen hat. Wen« un» etwa« tröste» kann, so ist«S die Gewißheit, daß die Leute draußm ebenso verregnet sind wie wir hier in Berlin. Und wir, die wir hier warm, wir hatte« wenigsten» alle diejenigen Annehmlichkeiten, die uns sonst während de» ganzm Jahre», auch wen» keine Reisezeit henscht, da» Lebe« verschöne». Tiebt e« etwa» Schönere» auf der Welt, al« ein Garten» lokal in Alt-Berlia? Der eine natürliche Baum, der uns Echattm spendet und un» bei einem Regenguß liebevoll unter seine schützmdm Aefie nimmt wie eine Henne, die ihre Küchlein beschützt, scheint mtt unsäglicher Verachtung auf seine Brüder her» abzublicken, die ihre Wurzeln»ur in hölzernen Kübel« statt in der freie» Erde zu steckm haben, und da« einzig Gute bei der Sache ist «ur, daß der Wirth, der seit der JubiläumS-Auistellung künstle» risch hoch gebildet ist, diese Kübel m,t grüner Oelfarbe frisch ge» striche» hat, wodurch im Ganzen bloS drei Paar Herren» beinkleider und vier Dammrobe« unbrauchbar gewordm find. Sonst steht die Sache aber sehr gut au«. Schaum ferner nicht die grauen Giebel der Berliner Hinterhäuskr wie altersschwache Ruine» in da» bunte Getriebe? Mit einem geringe« Aufwand vo» Phantasie kann ma« fich kosten» lo» an die Ufer des Rhein«, oder wo sonst noch Ruinm stehen, versetze«, ma« kann ruhig seine kühle Blonde schiülfm und andächtigm Auge» die buntm Lampion» betrachte», die eigentlich in keinem rechtschaffenm Berliner Biergarten fehle» sollte«. Weshalb solle» wir daher, da doch das Gute so nahe liegt, nutzlos in die Ferne schweifen und unsere ge» sundm Gliedmaße» dm Fährlichkeiten einer Etsenbahn« fahrt aussetze»? Niemals— wir Berliner bleiben in Berlin I— I spät« in viel kürzeren Zwischenräumen, alt man et kür sitzt in Autficht genommen hat, betrieben(reiben tnuS, wird alt die erste den Süden mit dem Norden verbindende und die delebteften Stadttheile kreuzende Stncke bedeutend für den Verkehr wnden. Alt wichtigste neue TheUstrecken dieser Linie find die beiden Strecken tzalleschet Thor- Molkenmarkt und Molkenmarkt� Jnvalidenstraße zu je 10 Pf. hervorzuheben, so daß fich d« Gesammtvreit der Strecke HallescheS Thor— Jnvaltdenstrafie auf 20 Pf. stellt. Wie erwähnt, handelt et fich bei d« ersten Inbetriebnahme d« neuen Schienenstraße um vorlaufige nächst« liegende Vertehrteinrichtungen, denen weitere, vielleicht schon »um kommenden Winterfahrplan, folgen werden, sobald die Gestaltung det Verkehrt üb« die neum Ar lagen dat wirkliche Verkthrtdedürfniß und die geetonetsten Zusammensetzungen neuer Verbindungen mit einiger Sicherheit«kennen läßt. Von einem fau'.en Hetrathttandidatea«zählt der „Anz. f. d. tzavell." folgende Geschichte: Et war vor etwa vier Wochen, alt in Saatwinkel in einem der dortigen Ver- SügunS lokale an einem Tische eine fröhliche Gesellschaft junger pandauer Damm saß, welche sämmtlich von Hynent süßen Fesseln noch nicht umschlungen find. Et konnte nicht aut« bleiben, daß die Blicke d« einm oder der andem dies« Sckönen nach ein« Gruppe Herren hinüberschweiften, welch« in einiger Entfernung von ihnen Platz gmommen hattm. Et waren zwei enge Förfier und«in H«r in elegant« Kleidung, von dmen sondert der letztere die Aufmerksamkeit d« einen der er« wähntm Damm auf fich gelmkt hatte, die fich schon mehr dem Alter nähert», da» von unvnheirathetm Mädchm immer mit einer gewiffen Restgnation«wartet wird. Auch der erwähnte Herr hatte ein Auge auf besagte Dame geworfen, und während alle ihr« Gefährtinnen einm Spaziergang in den Wald unter- nahmen, blieb fit unt« irgmd einem Verwände allein zurück. Alt die anderm nach einiger Zeit Wied« im Lokal eintrafen, fanden fie ihre Freundin im Saal« beim Tanze mit jenem H«m. Dieser hatte fich alt ein Guttbesttz« v. Seehausen vor« gestellt und verstand et im Laufe det Taget, fich dat Vev träum sein« Auierwählten zu erw«b«t. Er ließ aesprächt« weise dmchdlickm, daß er bald eine Erbschaft zu erheben ge- denke und fich danach sein eigene» H-im gründen wolle. Man »«abschiedet« fich am Abend mit dem Versprechm, bald ein« ander näher zu treten. Die» geschah denn auch seitent jmet Herrn. D«s«lbe kam einet Taget hier an und hatte mit d« Dame ein Rmdezvout. Ein Freund der Familie det liebevollen Mädchmt sah dat Paar aber zufällig und«kannte in dem Galan einen in Moabit wohnmden vnheirathrten Mann, dm « schon oft auf Auttionm alt Händler gesehen hatte. Er machte dm Eltem der Dame davon Mittheilung, und die Folge davon war zunächst eine Szene in der Famvir. Dat resolute Mädchen wollte fich ad« selbst Gewißheit verschaffen. St« reiste in Begleitung ein« Freundin nach Moabtt und traf hier in der That die Frau ihre» Liebhabers, die, nachdem fie die Erzählung von dem Abmteu« ihre» Gemahl» angehört, mit großer Seelevruhe«klärte, daß dnarttge Dinge bei dem> selben öst« vo kämen. Dat Mädchen fügte fich mit Würdein dat Unvermeidliche und reiste wird« nack Haus«. Dn Pseudo- Aristokrat sollt« ad« hier doch von d« NemrstS«eilt werden. Er defand fich zu der Zeit, in welcher seine Entlarvung, ohne daß« davon eine Ahnung hatte, stattfand, auf Reisen und kam vor einigen Tagen in ein« Droschke vor dem Hause seiner Angebeteten an. Er betrat mit fiegesstcherm Selbstbewußtsein das Haut und traf die Mutter det Mädchen» an, denn diese» selbst hatte fich in ein Nebenzimmer zurückgezogen. Er trug den Zweck feinet Kommen« vor und wünschte die Tochter zu sprechen. Kaum hatte er aber autg«tdet, alt« von der erzürnten Mutter nicht nm mit ein« Fluth von Vorwürfen über« schüttet wurde, sondem sogar sehr fühlbare Entrüstungtlund gedungm entgegennehmen mußte, und schti'ß.tch froh war, alt « wied« die Droschke besteigen und davonfahren konnte. Dieser kleine Roman wird in den Bekanntenkreism der betreffenden Dame lebhaft desprochm. Ate AuschlagtsSule« find jetzt mit buntm Zetteln dicht beklebt, die zu den Extrazügen einladen. Nach F.etenw lve> Chorin, Wörlitz, Dresden. Schandau und nach der Osts« fahren jeden Sonnadmv und Sonntag Tausmde von BerUnern hinaut. Dat Publikum dieser Exlrazüge zu beobachten, ge- währt einen eigmtbümlichen Reiz. Unter der kühn gewölbten Adfahrtthalle de» Anhalter Bahnhofe» hält der Extrazug nach Dretden Schandau; eben graut erst der Morgen, bis zur Abfahrt deS Zuge» ist noch mehr wie eine Stunde Zeit und schon ist eS auf 0«m Bahnhof ledendig, von allen Seirm eilm die Touristen h«an: dat ist eine Geschiebe, Gedränge, G stoße, «in Suchen, ein Rufen, ein Schwirren und Laufen. Wie ver« schiedenartig auch alle die Mmschen find, eint ist ihnm gt' meinsam: au« Aller Augen leuchtet die Freude, fern den sonnmdurchglühtm, staudducchwühlten Straßen einen Tag die Natur in ihrer Pracht genießen zu lönnm. Dort steht, voll gepackt mit Tüchern und Reiseutenstlim all« Art, alt gelte et. für Monate Berlin Valet zu sagen, umgeben von seiner Frau und seinen Kindern, ein ehrsamer Handwerksmeister. Seit Wochen hat man gespart und gekargt, um die Reisekosten zu erübrigen; seit Tagen wurde in der ganzen Familie von nicht» anderem alt von der Dretden« Reise gesprochen, vor Aufregung und sehnsuchitvoller Erwartung hat man die letzte Nacht vor der Abreise schlaflos zuaeb acht, 1% Stunden vor Abgang det Zuge» ist man bereitt auf dem P rion und doch noch nicht d««st«, denn andere Familien find noch ftüh« aufgestanden. Ein lustige» L edchen trillernd, den Kalabreser schief auf den Kopf gedrücki,«scheint ein jung« Mann, leichter noch alt sein Gemüth scheint sein Gepäck zu sein, allem»nlchein nach best.hr e» in ein« Flasche Rothwein. Angehende Kai.fl.-ute, dat Plaid keck über die Schutt«, den derben Knotenstock in der Hand, werden j tzt fichtdar; fie treffen Kolleginnen aui dem G-ichäft, od adstchtlich od« zusälltg, mag dahingestellt sein. B-sälltg präsenttren fich in dem schleifengeschmückten Satinkleide, mit der frischen Rose am Busen, d« kleinen Ledertasche üb« die Schulter, diese Reisegefährtinnen. Starkknochig« Arbeiter suchen jetzt ihr Koupee auf, d« Rock det einen ist dicht zugeknöpft, er bi-gt den Mundvorrath für den heutigen Tag. Ein spindeldürr«, blaff-r Schreiber huscht über den Perron, ein woh beleibter, rothwangigtt Fleisch«, gefolgt von sein« korpulen en Gattin, die einen Eßkod« von ganz ansehnlichen Dimenstonen schleppt, keucht hinterh«, mV Dehmuth und Sehnsucht weilen deS Schreib«» Augen auf dem vielvnsprechenden Kober. Endlich haben all« ihre Plätze eingenommen, die Glocke ertönt. Man fingt, man trinkt und raucht, die Spielkarten selbst erscheinen und fort fährt d« Zug in den schönen Morgen hinein nach der Perle de» Sachsenlandet. Aehnlich gebt et aui dem Stettin« Bahnhof bei der Abfahrt nach der Ostsee, dem Haupi. anziehungtpunkt für die v«iin«, zu, nur mit dem U tcrschied, daß bi« zum Touristenpublikum Schaaren von wohlhabenden Kaufl-uten, höheren Beamten treten, die über Sonntag ihre in den Ostfeedävern weilenden Göttinnen besuchen wollen. Ein Berti««» Kind. Mit rech- mißvergnügtem Gefichte ging am Freilag Mittag ver in d« Reichen bergerstraße wohn« hafte Tischlermeister Sch.»u Tische; sein zehnjährig« Sohn hatte bereitt zum Effen Platz genommen. aber dn unfreund- licht Blick det Alten schien auch seinen Appetit zu deeinträch tigen und von dtt Unterhaltung, die bald darauf zwischen Vater und Mutter gepflogen wurde, entging ihm kein Woit. Der neue Geselle wollte Feierabend machen und mußte seinen Lohn bekommen. Mehr«« Sophatische standen fe-tig, aber wohin mit ihnen? Bot d« Meister fie e wem Händler zum Kaufe an. so konnte« darauf rechnen, daß ihm«in Preis rffe« rirt wurde, bei dem er zu den Selbftkosten an Material und Ardeittlohn noch daare» Geld zugab.„Wenn Manch«, der g«ave einen solchen Tisch brauchte, nur die Gelegenheit wüßte!" schloß d« Alte sein« Red« und aß unt« mehreren Wehmutht« seufzern seine Suppe.—„Wo nur der infame Bengel fich wied« den ganzen Nachmittag umhertreidt," so schimpfte die Frau Meisterin um die Vespnzett, aß der Kaffee für den Jungen auf dem T'sche stand, d« Junge aber fich, auch trotz det üblichen Rufen» aut dem Hintnfenst« nach dem Hofe zu, nirgend» blicken ließ. Endlich gegen fünf Uhr kam« an; aber nicht nach d« Wohnung, sondnn zu« nächst nach der Werkfielle deS VaterS richtete« seinen Gang. „Vtter, Du sollst mal mit einem Tische nach d« Man« teuffcl Ecke eene Treppe kommen, die Leute«ollen eenen koosen!" Der Alte blickte dem Jungen eine Weile in dat«> hitzte Geficht, und dieser«zählte dann, daß« nach Tische loi- gegangen sei, um bei dm Leuten anzufragm, ob fie keinen Sophatisch gebrauchen könnten. Leuten, die fich dafür int«« esftrten,«zähste« auch die Ursache de» Verkaufsangebots und so fand fich endlich ein Kauflustig«. D« Meist« belud fich mit dem Sophatisch, sein Karl trabte als Führ« vor ihm h«, und alt die lxivm zurückkamen, geschah«S ohne den Tisch. Der G-selle bikam am Abend seinen Lohn und Karl ein exira belegtes Butterbrot, da»« mit großem Wohlbehagen««zehrte, um die beim Haufirhandel adsorbirtm Kräfte zu ersetzm. D« Alte aber sagte spät« zu seiner Frau, alt« mit ihr allein war:„Weißt Du, unser Karl fitzt imm« so duckmäusnig da, ib« ich glaube, der Bengel hat'nen ganz hellm Kopf!" Mutt« nickte und guckte stillvergnügt zum Fenst« hinaut. De» unfreiwillige Humor hat schon oft in dem Be« strebm, bei Schild«» und ähnlichm Bezeichnungen eine wün« scheniwerthe Kürze zu erreichen, auf Kosten d« Klarheit die sonderdaisten Llüthm aezettigt. Jed« erwachsme Berliner kennt nach Erzählungm Aelterer die Tradition von der„Reitenden Artillerie Kas«ne" am Oranienburg« Thor, und man sollte meinen, daß nach und nach doch ein BildungSstand«- reicht sein könnte, d« et vermeiden läßt, nach dem uraltm Must« Sätze zu bilden wie„MenelkaS trieb sewe Heerde brüllend in den Wald". Doch auch diese Gattung stirbt nicht auS. Imm« noch findet man hier und da die„Alle und neue Kleider- Handlung", die ja allerdings noch lange nicht so schlimme ist, wie die„Kur, und klein gehaume Holzhandlung", und„Dat getrocknete Odstweib, im Somm« frisch". Aber et giedt auch jetzt noch eine„Mufikalische Drahtsaitm- Fabrik" (früher Wilhelmstraße),„Antike und geschnitzte Möbel-Hand« lung"(früher Oranimburzerstraße) und ein„Reformirtet Pre- big«. Wrttwen Haut" in dn Dorotheenftraße. Dat Schönste jedoch, wat seit lang« nicht geleistet worden, bringt eine Firma in d« Chauffeestraße, die Denm, welche von ihr Matratzen beziehen, Arzt, Apothekm und Badereism überflüsfig zu machen geeignet ist, denn fie nennt fich stolz:„Eiste Bnlin« eiserne GesundheitßmatratzeN' Fabrik". Wir zieden eS nämlich vor, den Wortlaut so zu verstehen, daß die Matratzm eiserne Gr« sundhett verleihen, alt daß eine eisnne Gesundheft dazu ge« höre, um auf ihnen zu schlafm. In der Uuterfnchungtsache Wide» de«»och«icht er« griffe««« Doppelmörder Keller ist— wie von d« Berlin« Kriminalpolizei mitgetheilt wird— durch einen Gendarmen hierher mitgetheilt worden, daß Arbeit« au» Steindorf, dem HeimathSorte Kellert, die von letzterem gegebene Pcrsonalbe- schreibung zwar alt richtig bezeichnet, aber ein besondert h«- vortretende» Kennzeichen in d«selben vnmißt haben. Vor länger« Zrft habe Keller fich nämlich mfttelt einet Beil» eine Verletzung an der linken Hand beigebracht und in Folge der« selben einen steifen Daumen behalten. Dm P«sonen, welche hier mit Keller verkehrt hadm, ist die Stetfheft det linken Daumen» nicht aufgefallm. Der letzte Flurantiquar, so wurde vor länger« Zell berichtet, der dtt dahin an d« Gertraudtenbrücke sein Dasein ftistete, habe sein„Beschäst" aufgegedm und sei mit ihm der ley'e feinet Stamm,» dahingesunken in die Nicht der V«- Seffenhett. Für diejenigen, welch« Liebhab« von d«arti«n lltertdümem find, wird diese Kunde gewiß schmerzvoll gewesen sein. Um so fteudiaer wird fie daher die Kunde üb«raschm, daß wiederum ein Flurantiquar«standm ist und zwar in der �runnenstraße. Eine kleine Veränderung ist mit dem jetzigen Repräsevtavten indessen doch vorgegangen, ganz hat fich derselbe dem Einflüsse der heutigm neuen Zeit nicht mtziehen können, denn derselbe verbindet mit seinem Büchnhandel auch einen Verkauf d« allemeuestm Preß«z»ugntffe, nämlich einm— ZeitungSverkaus I— Ein Seitenstück zu diesem„Bücher. Flurantiquar" bildet übrigen» d«„mufikalische Flurantiq.mr". welcher nur mit Mafikalien handelt und w d« Dretden«- straße sein Domizil auigeschlagm ha«. Wege« det Stralaaer Ktschzaget war eine Versammlung von Stralau« Restaurateurm vorgestem Abmd in Krauie'S Restaurant in Stralau einberufen worden. Et handelte fich darum, da» Programm festzustellen. Zu dem Fest haben vie Nestau ateure unter fich eine bedeutend« Summe aulge- bi acht. Ein Kostüm Festzug, d« die Trachten all« Zeft wied«- giedt, soll fich von d« Slralauer Dorfkirche aut durch VaS ganz« Dorf bewegen. Dann flndm im Lauf« det Taget fünf große F.schzüge statt und»war am Vormittage drei, Nach. mittagt zwei. Auch hierbei sollen historische Gruppen zur Dar- stellung gelangen. Diejenigen R-ftamateme, dnen Wir-H« schatten an d« Spree li gen, werden am Abmd noch b-sond«? große Wafferfefte veranstaltm.— Dann wird also diests uralle B«linn Volktf st wied« aufleben. Stellen vermittlungtschwindle». Durch einen jener Stellmvermittl«. vor denm scho-r sooft in der Presse gewarnt worden, ist kürzlich ein in der Friedrichfiraße 121 wohnend« Hautvim« H. in plumpester Weise geprellt worden. Aut einem Jns«at«sah der st,llmsuchende H., daß in der Kano« nierkiraße ein Bermittlungtbureau Stellungm jeglicher Art be- schaffe, ohne Vorausbezahlung zu beanspruchen. H. begab fich nunmehr dorthin, worauf man ihm«öffnete, daß Stellungm in Masse vorhanden, jedoch ein Honorar von 10 M. von ihm nach Antritt der Stelle, vorher ad« eine Einschreibegebühr von 3 M. zu«legm sei. H. bezahlte die 3 M. und wurde dann mtlassen. Damit hatte die Sacht auch vorläufig ein Ende, denn Stellung hatH. bit jetzt durch jene» Bureau nicht vekomm n, trotz der späteren Anftagm, und die 3M. find edm nur die Gr bühr für die Nammtnnverleibung det Geprelltm in die Alien der Dummen, die nie alle werden. 6i»e merkwürdige Rettungtthat wird aut Potsdam gemeldet. Dort annahm ein am Kmal vorüdngehmder Ein- wohn« die lautm Rufe:.Hilfe, H lfe, ein Kind in'» Waffer oetallen! welche eine üb« daS G-ländir gebeugte Frau aut- st>'ß- Kurz entschloffen warf« dm Rock ab und sprang üb« das G länder hinweg in's Waffer. Nach kurzem Kampfe gelang et dems-lbm, da» Kind wieder auf's Trockne zu bringen, et war-f'in«igen« 4'/, jäh. ig« Sohn. Ueber die Perföotiqkeit de? a« Wahnfl«« leidende« K»a»e«»perso», welch, am 17. v. R. unterhalb Hankel» Ab- i" 0" Dahme im Sumpfe steckend aufgefunden worden Ä& ftotigi Di« Unbekannte, eine Frauensperson im ungefähren von 40 �ten, m« schnKiizen Haaren und von mittler« G stall, ist vorläufig der Irrenanstalt ,u Edertwald« übnwiesm Anstalt wied« milaffen wird. Die Erhebungen in dies« An- gelegmheit führt der AmtSvorsteh-r von König«. Wusterhausen, an dm eventuelle Anfragen au» dem Publikum zu richten find. Wie leicht ma« im de« verdacht der Kalschmünzerei kommen kann, weiß ein in d«»lexaadrinmstraße wohnmd« Arbeiter Sch. zu«zählen. Derselbe betrat vor einigen Tagm ein RestaurationS lokal und li.ß fich ein Gla» Li« gedm. Bei der SWSchW-KZZ dem Bemerken zurück, daß dasselbe falsch sei und et fehlt« niji viel, so wäre d« Gast d« Polizei üdergebm worden. selbst erschrockene Sch. begab fich sofort nach ein« anftlwjj Zahlstelle, um daS Geldstück prüfm zu lassen und hi« wmd lonstattrt, daß dasselbe zwar echt, ab« mit Queckstlb« überzoB fei. Jetzt erst fand Sch. die Eiklämng. Bei einem am B«' mittag stattgehabten Umzüge, bei welchem er geholfen, W er einen zerbrochenen Thermometer gefunden und die mc Queckstlb« gefüllte kleine Kugel in die Tasche gesteckt. inbS—, er sein Geld lose aufbewahrte und wodurch fich daS Silb«' Kufchateller stück vttalzamirt hatte.«• per Dtzd Die i« Untersuchungshast befindliche ISfährW Zier.( Mörderin Marie Echrnetder dürfte allem Anscheine nach«o» butter I. 75- vorten 55- Käse. �wcherkS, % Ijtl Mörderin Marie Schneider dürfte allem Anscheine nach w» Wlld u dem Gange vor den Stratticht« verschont bleiben, dagegen M[%#, W Bekämpfung ihr« verbrecherischen Triebe ein« Korrutirnd j.w— L50 z niwtn Klieve einer«uuruw.' ii,».wa anstatt überwiesen werden. Die Gerichttärzte find augenbli» r*4,50 M lich damit beschäftigt, den Geisteszustand de» verrohten 58nW ,'�-0,90' zu untn suchen und nach den Beobachtungen, welche w dies« �—7 M, ' Seefisch chnei:« «roß' SSiiit Ps.. Sch t 8-12 # Gemüse ----- u'nCll !u Wen P, P fe.» »er M �dlrabi 2,0( die zur Erkenntniß der Strasbarkett ihrer Handlung licht Einficht besessen, verneinen werden. Die Fo! Gutachten» würde dann, wie dem«tt, sein, daß Marie ein« Erziehungkanstalt überwiesen wftd. Während der Nacht, wo nur«in klein« Tbeil d«% liner Bevölkerung auf den Beinm ist, während der andere b» Ruhe sucht, wird jetzt beim Fackelschein an dem Pflast« W reich« Straßen gearbeitet. Dat Aufschlagen det zu«neuer»' den AephaltS, sowie dat Stampfen desselben laßt die% wohn« nur schwer die Ruhe finden, die fie suchen. Recht# ad« find die Bewohn« det Theilt d« Kiausenstraße& DönhofSplatz dran, woselbst Wien« Pflast« gelegt«i? Hi« arbeitet die mächtige Dampfwalz« auch während der und weckt die Anwohn« mit ihrem lauten Getöse, wela» durch dat Stampfen d« Kolben v«ursacht wird, aut Schlaf. Die Vnsäumniß, welch« durch dat Defettwnden W Dampfwalze herbeigeführt worden, wird jetzt auf*»% der Ruhe d« Anwohn« durch die Nachtarbeiten nachzuh««' gesucht. Kei« Schwindel. Man gewöhnt fich schließlich an<5 und so hat fich d« Berlin« Straßenpilg« auch d«eftt auf' sellsamen Dekorationen gewöhnt, welche in duntest« ManniA tigkeft die GeschastSlokale schmücken, und zwar derartig ge«»- daß et heute schon beinahe auffällt, ein Geschäft ohne di< Schmuck zu sehen. Wir meinen die AuSonkausS-Anzeigen, denen Geschäfttaufgad« oder-Verlegung, Konkurt,~ Todesfall, HauSabdruch u. dergl. mehr alt zwingend« figuriren. Diese Anzeigen zu studiren hätt wohl kaum Ii noch für nö hia, man konstatirt einfach die Thatsache, daß der ein Ausoerkauf in Szene gesetzt ist und kümmert fich« nicht um die Ursachen. Soll eine dttmtige Ankündigung tz die Aufmerksamkeit des Publikums auf fich lenken, so ntfL, etwas ganz Besonderes, Auß«gewöhnlichtS enthatten.% solch« Fall ist gegenwärtig in d« Girtraudtenstraße zu � zeichnen, woselbst folgende Anzeige zu lesen ist:„Kein Schwftf Wegen wirklich vollständiger Auflösung meinet Geschäft»' taufe zu jedem annehmbaren Preise. Günstigste Geleget zum billigen Einkauf für GeschästSleute und Private I"—\ Schwindel! E« ist gewiß ungemein charakteristisch für die» tige Zeft, daß ein Geschäftsmann eS für nolhwendig best»', zu verstch«n, daß sein Ausverkauf kein Schwindel ist un» scheint et vollständig überflüsfig, dem noch irgend etwas" zu setzen. Die gedachte Ankündigung ist daher wohl geefi in viel« Beziehung Aufsehen zu«regen und nimmt stK so sonderbarer au», al» ganz in der Nähe ein Riesenbazor Balantnie-, Holz- und WirihschastS-Artikel zu bisher"neenLi billigen Preisen seine gastlichen Pfotten geöffnet r». Frage giebt et auch wirklich solide AuSverkäu'e, die sich«'depe wesentlich von den„sogenannten" Autv«kSufen unterslhero Ein junget Ehepaar, mehr der Roth gehorchend d# i en. Die eigenen Triebe, trat dies« Tage in einm schleunigen Au» � an dems kauf, um einen Damm- Sommerumhang»«. ttftehen, der'««n von 2 Thal« autgepreift war. Durch dm Eintritt der beiden �,« Botlei den 4 oder 5 Verkäufer au« ihr« behaglichm Ruhe S, aui schreckt, die nun nicht« dess«e« zu thun wußten, al» umfr� �eutet de stehen und auf Alle» aufzupassen, wa» zum mindesten � ver Nachl peinlich war. D« gewünschte Umhang wurde bereUwilligß� s�tr, alt 1 dem Schaufenster genommen und obgleich« d« Dome L �?"Zrn vns II 2- Mische m ÄJieb % bannstro «azarui „ schon r Lerchensii einem ä, 6, dadur, zin an und au» ihrem Verlangen nftchtlich war, daß fie einen Umhang wünsche, doch sofort wieder bei Sefte gelegt und» mehr die elegantesten Sachen herbeigeschleppt, fast mit anprobirt und alle UederrevungSkunft aufgedolm, um die-� zum Kaufe eine» derartigm Umhanget zu vnanlaffen-* i fich diese indessen nicht deirren ließ, fich für den 2 Thale>'� hang mtschied und d« Form wegm nach dem Preise rz da hieß.S: 8 M. 75 Pf.! Hierüber höchste VerwundA seitens der Ehegattm, welche beide übneinstimmend btkmA> daß der Umhang mft nur 2 Thaler ausgepreist war Ma Un kommen ihn, wie er ausgezeichnet ist," meinte d« Beu-� taltlächelnd und überreichte zur gefälligen Anficht dm ben�.> den Z-Uel. Und firhe da. darauf stand richtig 2"/« aber in so unstchtdarer Weise, daß d« H«r, obgleich 1%.� athschiz»! artigen HUfSmittelchm verstaut, dennoch nicht umhin Frau de ord ge m Wa e wäre tq Muö g«! W ka seiner Entrüstung über«ine derartige, alle» bisher dai in den Schattm stellend« GeschättSpraxit deuilicken' zu geben. Zum Dank dafür«ntete dat junge Ehepal� RedenSartm, wie:„Ich sage Ihnen auch noch danle�. wenn Sie nicht» kaufen!" u. vgl. m„ und vttließ ständlich, ohne etwat gekauft zu hadm, dm„Autvnkaui- solcher Fall dürfte nicht vereinzelt dastehm und machen da» freudige Gefühl vnftändlich«, welche» hervorS.�« wird, wenn ein Geschäftsmann, in richtig« 3%�* dn Verhältnisse, die offmhttzige Vnfichttung abgiet» Schwindel! Et« Todetfall. der am Donnnstag stattfand. 5ÄIS °.. c:in a.ooe»sau, oer am �)onnnflag«anfanv, er»t��.« Z allgemein« Theilnahme. Dem geprüttm Maschinenhei�Y � f�bte Niederschllstsch-Märktschm Eisenbahn Gieis, wegen W 0�8 »erlätiiakeit und k.snnn«. war die.l' 1».Jtt verlässtgkeit und Gewissenhaftigkeit bekannt, ständig« Führung von Zügen al» Lokomotivführer üb" worden. Vor Kurzem staf ihn daS Unglück, daß ein 0°� geführt« Zug mtgleiste, ohne daß d-vmch weitere«» herdeigefühtt worden wäre: ntchttbestowenig« mußte � Untnsuchung wegen Gefährdung eine» Eisenbahn-»ra eingeleitet werden, und war feine Vorladung vor vm suchungtricht« zum Donnerstag erfolgt. Seit Empi Vorladung war d« unglückliche Mann auffallend* schlagen. Am Mittwoch gab«fich fast auSschlteßlch,. beiden kleinen Kindern ab und herzte und küßte fie Am Donnerstag ging« zu sein« Vernehmung na-v richttgedäud« in Moabit. Von da. Ausfall d« Sache deftagt,«widerte j'.tzt wieder meinend die Kind« in snne nrmr, � -.M. I j u* Für eine stattgehabte-ver»> t°»." lich mit Beschlag belegt. kein Anhalt vorhanden. Markthalle«. Bericht vo« I. Samd«««*. Verkauftvermittl«, Bnlin, Zentral- Martthalle. 0«� Butt«. la. Butt« knapp und gut bezahU. � Waare wmig Nachfrage. Frische feinste Taield ulter � L fein« Guttdutt« l. 95-100-105, ll. 86-90, M. J. & große 1 SM-, kleine 50 Pf.. Flundern 90, Schellfische i«. c'A?2deljau 25 Pf. per Pfund, Makrelen 40—45 Pf. 8n bk i Lebende Ftfche. Aal, mittelgroß 1.35 M., Hecht «chleie 70 Pf. per Pfund,«redse. Mtttel 2-4 M., 8—12 M. per Schock. Geräucherte Fische. R dein lach« m Weser, und Merlach«. 1.20-1.40 M,� gc kehlte Wer L 75-80, n. 65-75 M.«alizische und andere geringste rdm. �«ottn, 55-66 M. p. 50 Kilo. : Rift. Echter Emmenthaler 73-80, Westpreußischer hl« tmn««chweizerkase L 55-60 M., II 48-60 PL HL 40-45 K, c überM« vuadratbackstein l. 22-25 M.. n. 14-18 SM.. TilftterFetttäse ?°m fX �ög-60 M.. TilMer Magerkäse 18-23 M.. Ltmdurger L 'W«1, m �-32 M.. U. 20-25 M.. Ramadour 30-32 M., rheinischer V die � dollander«äse. 20-22 Pfd. schwer, 45-58 M.. echter Holländer l-ck!. in»S% M., Edamer L 60-70 M., ll. 56-58 M.. Französtscher ki« SM«' Kuschateller 18 M. per 100 Stück, Camembert 8,00-8,60 «.»«rD»d. IZjähri«« Eier. Größere Zufuhr erwünscht. 2,55 M. pr. Schock. ne nach v« Wlld und Geflügel. Rehe 65-75 Pf, Hirsche 35 bi« dagegen B jL.vs-, Wildschwein 35—45 Pf. pr. Pfd., wild« Enten �-1.50 SR, Bekasfinen 30-70 PL junge Gänse 2,50 augenblt� J1» 4,50 SM, junge Enten 1—1,50—2,00 SM, junge Hühner »ten Rindck M-0.S0 M., Tauben 30-45 Pf. per Stück. Poularden e in dies« W-7 SR, alte Hühner 1,00-1,40 M. igniß ans» r. Seefische. Lach« 80-90 Pf, Elblachst 1,25 M, Zander herhett � Pf, Hecht 40-65 Pf, Steinbutte 60-80 Pf, See. ! BerhM—._---—■- i0 etforW! « der»» - andere w kister I# u erneuen» nfliaß«,4? «Ä Sie. wett» d, au« twerden£ auf nachzuhaa ich an nett« an Mannia tig gesl. ohne d» finzeigen� ende lum Fi he, daß rt fich« digung f , so m»it hatten. 2,90 SR, Pfd., Flundern, kleine w-' mittel 8-5 M, große 8-9 SR. per Schock, «Wtoge, per stifte 1,60-1,75 SR. .it und Obst. Die Zufuhren haben fich in verhält« ./Mäßigen Quantitäten gehalten und fanden leichte Aufnahme „.«Uten Prersen. Ei unterliegt den vorliegenden ungünsti. � n�"le. Aufkäufer' Berichten nach keinem Zweifel, daß Berlin nur eine ungenügende Zufuhr erhalten wird, wäh. »?.,an Steinobst die Zufuhr auireichen dürfte. Wir haben an Kernobst so hohe Preise zu ermatten, wie ste bi«. TT* Ott UILd.----'— »U.P' Piiißelbteten 6—7 SM. per Schffl, Pfefferlinge 4—6 tor"l-5 SR. per Schock, Schoten 3—4 SR. per Scheffel, hW 2, 00 Mark per 100 Stück, Karotten 75 Pf, Wir. C 3-4 Mark. Roth, und Weißkohl 3,50-4 Mark. �««ftlohl 10-15 SR. Erfurter 25 SR. pr. 100 Stück. 3,50 runde 360 Mark, Nierenkartoffeln Frühkattöffeln 2.25 Mari, rothe 2,50 Mark. Heu»' n!00 Mark'pr. 100 Kilo, neue Pflaumen 15 Mark, C?trnen 10-20 SR., neue Aevfel 10-20 SR. per Ztr, ��Swiebeln 3,50—5,00 SM, Zitronen, gesunde Ö 12 Matt. pr. stifte von'260-300 Stück, neue 2— 9 on«r-'—— Auischuß. ». leue saure C'■4-2,20 Mark per Schock. Melonen 30 Pf. p. Pfd. �».tsche«nana« 2-2,50, deutsche 3-4 SR. p. Pfd. �Mi'ibericht. Am 6 d. SM. Vormittags machte ein in dfi�liiermacherstraße in Dienst stehende» Mädchen au« un« - gebliedenett Vcranlaffung den Versuch, fich mittelst zu vergiften. E« wurde noch lebend nach dem ankenhause gebracht, starb jedoch im Laufe de« .— Zu derselben Zeit wurde ein hier auf Besuch Mann au« Dreiden an der Ecke der Wilhelm». je durch einen von dem Arbeiter Baillten au« geführten Wagen der„Norddeutschen Eitwerke" d&'jKen und am stnöchelgelenk de» Unken Fuße« derartig 1.™ daß er nach der Charitee gebracht werden mußte.— n Tage Nachmittag« erkrankte plötzlich ein in der mannstraße wohnhafter Landwirth so schwer, daß er nach �azaru» Krankenbause gebracht werden sollte, starb ■•v.■D6fl|rsj22!.iuf*** Transport dahin. Die Leiche wurde in MMMMZ nd«l« 2,.ttn- Die Feuerwehr löschte da« Feuer in kurzer Zeit.- igen demselben Tage Abend« die 78 Jahre Geschäft« Beleg' tel" für. fl etwa« f »ohl fl«J| immt stib TÜHs ,en, der beiden% Bartelstraße Nr. 9 die HauSthüre iuhe av�n-Thür au, den Ar' Ruhe al» ui besten ettwtr : Dame «wen legt und 1 mit(? um die mlaffen. jtj 2Tbal-A vreise A hsM 30t % ieich>>? imhtn !tr das cken' Ehep-or liX"� IverkaM' macht« rs chgiebk Sä >■ J______________ atte Frau Arlt von ihr bewohnten und ihrer Ausficht unterstellten Nr. 9 die HauSthüre schließen wollte, fiel Angeln und auf ste. so daß ste nicht rV a?** Verletzungen an Kopf und Rücken erlitt.— zum 7. d. Mts. wurde der obdachlose Arbeiter �°"f einem im Engelbecken liegenden Kahne zu \ OMfuchte, von den Echiffiknechien Barth und Greineck \ hTm1®t verstarb, obgleich er sofort wieder m Waffer gezogen wurde. Angestellte Wiederbelebung«. fruchtlo«. Die Leiche wurde in da« Leichen- Ä««bracht, die Thäter find verhaftet.- Edenfall» in „«aIkuI® kln in der Lpvelnerstraße wohnender ��angeblich auS unglücklicher Liebe, mittelst eine« Reool- . � Tmnf ü � kr Hb flel der obdachlost Ardttter Japkt dem dort a.m Wafferthor in den Kanal. Er wurde nüchieruna Nachtwächter herausgezogen und zur 8 na vnhVwelcht, die Befolgung ihrer Rathschläge f&tp&nz:............... ÄKactzgeniLÄ� der Knabe unrettbar erblindet sei, daß er ni< Die Wöchnerin ihr aber Grad« auf diese Art der Augment, ündung der Neugeborenen würden die Hebeammm währmd ihre« Lehrkursu« und bei der Prüfung besonders auf- merksam gemacht und die Angeklagte würde während ihrer vierzehnjährigen Thätigkett wohl schon oft genug ähnliche Fälle zu Gcstcht« bekommen haben. Sie sei streng angehalten, sofort dm Augmarzt in Anspruch zu nehmen; sei die Wöchnerin zu schwach, so habe ste selbst da« Kiid in die Klinik zu tragen. Da« wiffc jede Hebeamme auf dem Lande; um wie viel mehr müffe man eS von einer Hebeamme in der Stadt verlangen. Die Entzündung sei voll- tommm gefahrlos, wenn fie augmblicklich in geeigneter Weise bekämpft werde. Gehe ste aber von der Bindehaut auf die Homhaut deS Auge« über, so sei die Erblindung ficher und unheilbar, wie in diesem Falle. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnißstrafe von 9 Monaten gegen die Angeklagte und der Gerichtshof schloß fich nach kurzer Lerathung diesem Antrage an. t Ein weiche« Her» hatten die sechzig Zeuainnm, die gestern in einer Verhandlung de« hiestgm Schöffengericht« gegen den Werkführer Wilhelm Martin ihre Aussagen abgeben mußten. Der Angeklagte war in dem Geschäft von CaspariuS, Fabrik für Federbesätze auf Mäntel rc. Alte Leipzigerstr. 14a, angestellt und hatte die Regelung der Krankenkaffen- Angelegen- heilen unter fich. Ei wird ihm nun zum Vorwurf gemacht, daß er in 89 Fällen von Arbeiterinnen 16 Pf. ali Wockm bettrag eingezogen habe, ohne diese Summe, zusammen 13 92 Matt an die Kaffe abgeliefert zu haben, da fie für Wochm be« zahlt wurden, in dmen die Mädchen noch nicht zur Orts« lrankmkaffe angemeldet warm. Der Angeklagte gab diese Unterschlagungm zu, behauptete aber, keinm peluniarm Vor. theil gehabt zu hadm, da er nur seinm Eckaden habe decken wollen, dm er dadurch hatte, daß er auS Nachläsfiqkeit andere Mädchm au« der Kaffe nicht abgemeldet und für fie die Bei« träge weiter geleistet hätte, obwohl fie bereits die Fabrik verlaffm hattm. Bei dem fortwährend fluktuirenden Stande der Ar« beiterinnen in jmer Fabrik sei eine genaue Kontrole schwer und beinahe unmöglich gewesen. ES lag noch ein zweiter Fall gegen ihn vor und hrer trugen seine Entschuldigungen im Hohem Grads da« Gepräge der Unwahrheit. Eine Arbettertn der genanntm Fabrik, Frl. Lemke, war erlrantt und in fteu« diger Opfer Willigkeit veranstalteten ihre Kolleginnen eine Sammlung für sie, um ihr eine kleine Hilfe in der Arbeits» lofigkett zu bieten. DaS Ergedniß der Sammlung, 14 SR. 20 Pf. warm zusammengebracht, wurde in einer Büchse dem Wertsührer Martin übergebm, der der kranken die Spmde übermitteln sollte. Martin lieferte aber nur 6 Mark ab und al« Fräulein Lemke ihn bat, doch bei den Chef« einen Vorschuß für sie zu erwirkm, lehnte er e« mtt den Worten ab, daß er jeden Mehrbetrag au« setner Tasche geben müßte. Diese That suchte er nun vor den Ricktem damit zu rechlfertigm, daß er auf seine Vergeßlichkett Rückficht zu nehmen ersuchte; er bade später gar nicht gewußt, von wem eigentlich die 8 SR. 20 Pf. Herrührten, die er noch in seiner Tasche hatte. Der Staatsanwalt beantragte gegm den wegm EtgenthumSvergehm noch nicht vorbestraften Angeklagten eine Gefängnißstrafe von vier Monaten. Während die Richter fich zurückzogm, brach Martin in laute« Schluchzen au» und der Anblick des weinen» dm Manne« rührte die Herzen der Zeuginnen so.'daß eine nach der anderen ihr Taschentuch vorzog und bitterlich Thränm vergoß. Die Rührung blieb aber nicht allein auf die Zeuginnen beschrankt, sondern auch im Zuhörerraum— die Verhandlung ging im kleinen EchwurgerichtSsaal vor fich— wurden Frauen« äugen feucht; da» Schluchzen ging wie eine ansteckende krank« hett von Bank zu Lank. Diese tragikomische Szene nahm erst ein Ende al« da« Urtheil verkündet wurde. E« war sehr milde; e« sprach den Angeklagten von der Unterschlagung der Krankenkaffengelder frei, weil der äolus gefehlt habe und ver« urtheilte ihn zu einer Geldstrafe von 50 SR. wegen de« zweiten Falle«. Da««nvorschrifttmäßige Beladen eine« Wagen», welcher die©itoßin Berlin« paistrt, fällt nach einer gestern er» gangenen Entscheidung der 96.»bltj.üung de» hiestgm Schöffen- aericht» nicht dem Inhaber, sondem dem Kutscher zur Last. Auf Grund di'set Judikat« wurde auch der Kutscher Mathe«, der bei der Führung eines unvorschriftsmäßig mtt Ziegelsteinen deladenen Wagen« betroffen worden war, zur Strafe von IM. ev. Tag Haft verurthetlt und sein Einwand, daß ibm von dem Fuhrherrn Volkmann der so Waden gewesene Wagen zur Führung nach dem Bauplatz übergeben worden ist, mit dem Bemerken zurückgewiesen, daß er in diesem Fall die Führung deS Wagens hätte ablehnen müssen. Der Echutzman« Rudow, der gestern in einer Bau- kontraomtion» fache al« Zeuge vor die 96. Abttheilung des bUftaen Schöffengericht« geladen war» aber au, blieb, wurde zu 6 M. ev. 1 Tag Hast und zu den Kosten de« vereitelten Termin« verurthetlt. Todtschlag au» Eifersucht. Oedmburg(Ungarn), 4 August. Der Gärtnergehilfe Joseph Berzat au« Loostng hatte zu der im selben Orte wohnhaften hübschen Bauernmagd Anna Paris z eine starte Neigung gefaßt, die— wie er sagt— auch von Seite setner Angebeteten nicht unerwidert blieb. Lerzai befreundete fich bereits mit dem Gedanken, daß er die Dorf. schöne baldigst heimführen werde; allein e« sollte ander« kommen. Die Eltein Anna'« beschloffen mtt deren bereit. will'gster Zustimmung, ihre Hand dem Johann Horvath zu geben, umfomehr, als Anna zu diesem wärmere Sympaihien hegte. Kaum war diese Verlobung dem verzai ,u Obren ge- kommen, al» er vor verschiedenen Personen im O.te fich ganz kategorisch dahin äußerte, daß,„wenn Anna nicht die Seine werde, dürfe fie auch nicht die Galtin eine» Andem werden." Einem Zweiten gegenüber erklärte er am se.ben Tage:„Heule wird noch für Jemanden da« Zügenglöcklein geläutet werden." In der That lauerte Berzat am 27. Dezember v. I. RacktS. mit Hacke und Eisen gabel bewaffnet, in einem Versteck« dem begünstigten Johann Horvath auf. AI« derselbe in Gesellschaft Johann Szlal'» fich ihm näherte, sprang der Eifersüchtige au» seinem Verstecke hervor und versetzte dem Horvath mit der Hacke einen derart wuchltgen Hieb auf den Kopf, daß derselbe blutüberströmt zusammen« stürzte und am nächsten Tage in Folge der erlittenen Ver« letzungen verschied. Zu der hmligen Verhandlung find 38 Zeugen vorgeladen worden,«ttzai gesteht seine That reumülhia ein u- d erklärt, er habe nicht die Abstcht gehabt, seinen Nebenbuhler zu lödten. Slaat»anwalt«»SudstUut von Vaghv erhebt die Anklage auf Mord und beantragt die Ver« hängung der Todesstrafe über Berzat. Der Vertheidiger be« ftiettet da« Vorhandensein drr Kriterien de« Morde». Sein Schutzbefohlener, der üderdie» noch von dem um'« Leben ge« kommenen Horvath wiederholt prooozitt worden war, habe in einer aus Eifersucht entstandenen Zornesaufwallung zu dem so verhänißvoll ausgefallenen Schritte fich hinreißen lasten. £»n dem vorliegenden Falle könne dlo» von einer vorsätzlichen Tödtung die Rebe sein. Der Gerichtshof schließt fich den Ausführungen deS Vertheidiger» an und verurtheilt Berzai zu 3»Ä* w Ä MW Ingenieur nach Rußland ausgewandert, der Vater der Brüder die hinterlaffenen Schulden deS Ausgewanderten bezahlt hat, um, wie Wilhelm Redlich erklärte, seinen, deS Vater« ehrlichen Namen zu decken. Die Nachfragen de» geschädigten Bruder« hatten zur Folge, daß gegen Wilhelm Redlich wegen Untreue Anklage erhoben ward; dieserhalb hatte derselbe fich gestern vor der Ferienstrafkammer zu verantworten. Der Bruder, auf Requisttion des auswärtigen Amt« bei dem Konsulat in Ooeffa zeuaeneidlich vernommen, hatte den Einwand de» An« geklaaten als unrichtig bezeichnet: sonstige Beweismittel für die Richtigkett feine» Einwände« blieb der Angeklagte schuldig. Da« Urtheil gegen ihn lautete unter Berückfichligung einer be« reit« wegen Unterschlagung erlittenen Vorstrafe auf eine Frei« heitsstrafe von 3 Monaten Gefängniß. limine«nd Versammlungen * De? Fachveretn der Tischler veranstaltet am Montag, den 16. August, im Etablissement„Neue Welt"(Hasenhaide) zum Besten kranker und hilfsbedürftiger Mttglieder ein große» Sommerfest, bestehend au« Konzert, Austreten de« gesammten Künstlerpersonals, großem SommernachtSdall(Ball ChampStte), Marionettentheater für Kinder und sonstigen Belustigungen aller Art. Anfang de» Konzert» Nachmittag« 4 Uhr. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr ad geöffnet. BilletS find zu haben bei allm Vorstandsmitgliedern, Sonnabend« auf den Zahlstellen sowie an allen Wochentagen Abend« von 8% bi« 9% Uhr und Sonntags Vormtttag von 9 bi« 11 Uhr im Arbeusnachwei«, Blumenftraße 56; ferner bei den Vereintmitgltedern Kanowade, Admiralflr. 38, Hof l. IV; Grünwaldt, Prinzenstr. 8 IV(bei Conrad); Thumann, Naunynstr.77 III; RiSka, Wrangelstr. 99, Eettenflügel I; Böhm, Johanntterstr. 10, Hof III; Thierbach, Neue Königstr. 72, Hof III; Witte, Jnvaltdenftr. 21 II; Fest, Hollmannstraße la I; Schuft, Britzerstraße 42; Palme, AndreaSstr. 17, H. Ii; Besold, Bergmannstr. 96; Bielstein, Gartenstr. 172, IV(bei Biedermann); Witte, Steglitzer. straße 91, H. IV L, und in dm BrlleiauSgadestellen der Neuen Welt. Die Lohnkommtsston der Maler Berlin« ersucht alle kollegm, weiche noch im Lefitz von Marken und Geldern für dm Unterstütz un gSfond» find, bi« zum 16. d. Mt». abzu« rechnen, damit der Rechenschaftsbericht zum Abschluß kommt.— Der Kasfirer, Herr Otto Pusch, wohnt Mohrenstraße 16, Hof 3 Treppen, und ist allabendlich von 8 Uhr ab daselbst zu sprechen. Fachverei» der Posamenttrer und Seidenknopfmacher. SRontag dm 9. August, Abend« 8'/, Uhr, Holzmar krstraße 72: Versammlung. Tagesordnung: Vortrag de» Herm Boge« über Seidenbau. Rechnungslegung. Verschiedene». Ze«tral>Kra«ken. und Sterbekasse der Tischler it. Oertlich« Verwaltungsstelle Berlin C.(Halle' scher Thorbezirk). Mittwoch, dm 11. August. Abend« 8'/, Uhr, Mttglicderver« sammlung Tettowerftr. 3, bei Rothacker. Tagesordnung: Abrechnung vom Ii. Quartal und verschiedene Kaffmangelegm« heilen. Freie Vereinigung der Sravenre, Ziseleure it. Montag, 9. August, Abend« 8 Vi Uhr, Annenstr. 16, Versammlung. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder, Bericht deS Nachweisebureau». 2. Vortrag über ein.kunstgewerblichet Thema. 3. Verschiedenes. verband deutscher Zimmer lente(Lokalverband Berlin Zentrum) Dimstag, den 10. d. Ä, Abend« 8 Uhr, Rom« mandantenstraße 77—79, Versammlung. Tagesordnung: l.Be« sprechung über die Feier de« Stiftungsfestes. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Aufnahme neuer Mttglieder. Verein Berliner Ha»»dieuer. Die auf Montag, den 9. d. M., fallende Versammlung ist verlegt und findet Donners« tag, den 12 d. SR., im Veretnslokal, Neue Grünstr. 28, statt. Neue Mitglieder werden daselbst aufgenommen. Fach verein der Metallschleifer«nd verwandte« Be- rnfSgenosse«. Generalversammlung Sonntag, Vormittag» 1° Uhr. in«rieaer'« Salon. Waflerthorstraße 68. T-Q: 1. Der Ueberfall auf dm Kasfirer. 2. Kaffmbericht. 3. Neu« w-bl de» gesammtm Vorstande». 4. Verschiedme». Frage« u.ÄÄ Arbeiter Bezirksverei«„Elid-Ost". Die Zahlstellen befinden fich jetzt: 1. SonntagS von 9-11V# Uhr Vormittags bei Mttan, Wienerstr. 31: 2. Montag Abend von 7'/« dl» 9Vi Uhr bei Stramm, vtalitzerstr. 18; 3. Dienstag von 7V» bi« 9V» Uhr bei Savatzkq, Waldemarstraße 74, sowie die anderen Tage beim Kasfirer K. Scholz, Eismbahnstr. 36 b, v. UI. � Ze«tral«ranke«, und Sterbekasse der Tischler it. ttcknung vom n. Quartal. 2. Wahl eine« Revisor«. 3. Ver. schtedemS. Zentral-ktranke«.«nd Sterbekasse der Schuhmacher und verwandten Beruf«gmoffm Deutschland»(E. H. 32) ö.t. liche Verwaltungsstelle verlin. Mitglieder. Versammlung Montag, 9. August, Abend« 8'/, Uhr, Köp.-rickerstcaße 100 bei Mündt. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Wahl de« Ge« sammtoorstande« der örtlichen Verwattung. 3. Verschiedene kaffenangelegenheitm. Qaittungtbuch legittmirt. * Kachveret« sämmtlicher im DrechSlergewerk be. schäftigtm GewerUgenoffm. Die zu Montag, den 9. August, Abend« 8 Uhr, bei Gratweil, Kommandantenstr. 77-79, an. gekündigte Versammlung ist gmehmigt worden. Tagesord. nung: Vortrag über„Handwert und Großbetrieb". Gäste haben Zutritt.(Siehe Inserat.) »Zum Beste« de« Reservefond» der kranken- und Sterbekasse der„Berliner Hausdiener"(Eingeschriebene H>lf«. kaffe Nr. 61) findet in der Philharmonie heute, Sonntag, den 8. August, ein Gartenfest, verbundm mit Militärkonzert. Vor« trägm, Feuerwerk und Ball, statt, und ist zu wünschen, daß fich die Mitglieder und Freunde recht zahlreich daran de. theiliaen. Zentral'«ranken,»nd BegrSbvißkasse für Kranen« vnd Mädchen in Deutschland Theater. Da» Paradies. Akt IU.: gm klastischen Dreieck. Montag: Dieselbe Vorstellung. Krtedrtch Wtlhelmstädttsche» Theater. Der Zlgeunerbiron. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ostend« Theater. Vom Gold« verführt. Montag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria- Theater. Amor. Tan» Poem von tiuigi Menzotti. Montag: Dieselbe Vorstellung. Walhalla-Theater. Capricciosa. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kroll» Theater. Die Zauberflöte. Montag: Der Trompeter von Eäkkingm. Seutral« Theater. Alk Jakobstr. SO. Direkt.: Adoftih Ernst. Der Wold. Teufel. Gesangs- poffe in 4 Akten von SB. Mannstavt. KoupletsvonG.Görß. Mustt von G. Steffms. Mtt neuen Delorationm und Kostümen. Montag: dieselbe Vorstellung. Köntgstildtische» Theater. DK Zigeuner« daronw. Montag: DKseld« Vorstellung. A. --u». Passage 1 Tr. 9 M.- 10 KalaerPmnormniB. sMMM In dieser Woche: DK malerische fravzSs. Schweiz. Eine Wanderung durch Petersburg. Hertha-Stetfe.— Caroliuen-Jnsei«. Äne Reise 90 Psg.' Kinder nm 10 Pfg. Unserm aftiven Mitglied« Gustav vbergah zu seinem Gebmtstage ein dreifach donnernde« Hoch.[297] Verein der starken Mitteltrinker. Verew der Lauauschlager. Am Donnerstag, dm S. August, Abmd» 11 Uhr, starb unser Kollege Herr Heiurich Auth. DK Beerdigung findet am Montag, dm 9. August. Nachmittags 3 Uhr, von der Leichen- hall« de« städtischen Krankenhauses(Friedrichs« Hain) auS nach dem Thomai-K rchhof statt. F. A.: W. Kunz. Nach kurzem aber schwerem Leiden verschkd heute. Mittag 12 Uhr unser lieber Gatte und äutcr Vater, Schwiegersohn, Schwager und Sohn,'dir Zeitungs-Spedtteul[314 Gustav Gib« in seinem 33. Lebensjahre. Di« tiefnebovgte Gattin nebst Aohu. Alwine Eib» geb. Mendt, Otto Eib». Die Beerdigung findet Dienstag, den 10. d. Monats, RachmttiagS 3 Uhr, von der Leichen» Halle de» St. ThomaS Kirchhofes aus statt. Schllfter'ucher Gesangverein der Elfer. Sauget« und mnfikkundige Herreu finde« Zlufuahme. Meldungm: Jedm Dienstag Abmd 9 Uhr im Vereinslokal Wolf u. Krüger, Skalitzeiniaße 126.|298 DaS grosse Sommerfest der Zimmerleute Lokalverbaud Berlin W. findet Sonnabend, den 14. August, in der Nictoria-Krauerei, Lützowstr. 112, destimmt statt. Billet« find noch zu Haben bei: Lopsmt, Steglitzerfir. 5/6, Frommell, Golzstr 3, Huedner,«urfürstmstr. 5,«lein, Dennewi» " ßc 28, Opitz, Schöneberg, und beim Büffetier Victoria- Brauerei.[236 toiu il. Parqueibollenleger£ecfin& Montag, den 9. August, Abmds 8 Uhr Mitslieder.v-efaumUuus in Piepers Kalo», Mauerstraß- 86. Tagesordnung: 1. Jahres- Abrechnung. 2. Mahl deS Vor« standes. 3. Verschiedenes und Fragelasten. Um zahlreiches Erscheinm wird gebeten. Dm Mitgliedern sowie Freunden und Be- kanntm zur Nachricht, daß unser dkSjährigeS Stiftungsfest Sonnabend, dm 14. August, in Donath» Kalon.«tt.Moadi. Nr. 90, stattfindet. Billet» sind zu haben im VrreinSIota!, Mauer- straße 86.[293] Der Vorstand. Centrai-Kranken- und Sterbekasse der Tischler poi (Oertliche Verwaltung Kertia A.) Miteiiedev-Dorsammluag Montag, den 9. August, Abmds 8'/« Uhr, Manteuffeistraße 9. Tagesordnung: 1 Kaffmdericht für da« 2. Quartal. 2. Antrag auf Verkgung einer Zahlstelle. 3. An'rag, betreffend die Wahl von noch ferneren 4 Vertrauen». Aerzten. 4. Ver- schkdme».— Der Wichtigkett der Tagesordnung halber ersucht um ein vünklliches und zahlreiches Ersckeinm Die OrtSverwaitung. NB. Die Mitglieder, welche noch im Lefitz von Einlaßkartm zu unserem lOjähr. Stiftung»« feste find, werdm ettucht, bieselden sowk daS Geld für die verlausten Karten an dmjeniaen abzugeben von weichem ste dtellloen erhallen haben, da in wenigen Tagen die Abrechnung stattfindet. D. O. Uvterßötzavgsoereill d. Kachbiuder:c. Montag, dm 9. d. M.. Abmd« 8'/, Uhr: General-Versammlung in GnrttvoU'« Kierhalle», Kommandantmstr. T.>O.: 1. Wahl de« GesammtvorftandeS und der Revisoren. 2. VerbandSnachrichten, Ver schiedeneS. 292 ftmmtvftfk de» verbände» deutscher Ztmmmerlente, Lokalverdaiid Berlin W. und Umgegend, »um Besten der Jnvaiiden brs WestenS. Sonnabend, dm 14 August er., in der Vilttoria-Krauerei. Lützowstr. 112. «rosse» MUttLr Kovzert. autgefühtt vom MustllorpS de««gl. Eismbahn- RegimmtS, unter Leitung seine» Dirigmtm Herrn L e d e d e. Amnorististh» D-rkrSg». Feuerwerk, Sommern achtsball. Anfang 7 Uhr. Billet» find zu haben W: L o v 1, a t, Skglisterstr. 6/6; From« melt, Golzstr. 3; Huedner.«uriürstm- straße 6; Klein, Dmnewitzstr. 28; Opitz, Schöneberg.[235] DaS Komitee. Fachverein(Lmmtlicher im Drechslergewext beschSfttgte« Gemerksgenosse«. Dk»u Diontaa, dm 9. August, in dm GratwrU'fche» Kierhallen(unterer Saal) anberaumt- Nerfawwlnng findet bestimmt statt.— Tagesordnung stehe rcdattionellm Thett dieser Zeituna. Um zahlreiches Erscheinm er- sucht[312] Der Vorstand. Utcein üecluut Bonsdietuc« DK auf Montag, dm 9. d. Mt», fallend« Versammlung ist verlegt uno findet Donnerstag, dm 12. d. Mt»., im Verein- lokal, Reue Grün» straße 28, statt.— Nme Mitglieder werdm daselbst aufgenommen.[294] Der Vorstand. (tafca&ftftaiu* u. LearäbmßKajse für itaMn und fflädAen in Deutschland(E. E. Offen dach a. M.). Konnabend, de»«1. d. M, im Korzerthause Kansfonci, Kottduserstr. 4a: 2. Stiftnngsfest, verbunden mtt großem «artenconrert und Kommernacht»!) alt. Anfang 6 Uhr. Billet» jhb zu haben in dm Zahlstellen: Grothmann, Wolgasterstraße 8 01; M. Schneider, Sfrrw&Ät™ lakatm belegten Handlungen._. im Kelln Bkkfeld, verm S_______ mtt Plakaten belegten SOG] Der Vorstand. Regnlateure, goldene und fUseme fBf-' Taschen-Chren, Wanduhren mit Patentschlagwerk. welche« nie, selbst nach dem Zurück« drehm der�Zeiger nicht, falsch schlägt ae'" dk Stunde repelitt, goldene, st lb erneu. Talmikettm, Wecker u.s.w. kauft man am destm unl und billigsten in der Uhren-Kabrik von Hax Busse, 157 Jnvalidevstraße 157, zwischen Brunnen« und Ackerstraße. jede gekauft« od« reparirk Uhr wird reelle Garantie geleistet. Alle wiffensch. Werk u. geittchristen find in Litterungen zu deziro. bei K. Kohlhardt, Rolp, Buchkändler u. Buchbinder, Brandenburgßr. 66, Mitglied de» Arbetter-Bezttksverttni Vorwärts. Anetio« [295 pro Monat« September u. Oktober 1886 am 12. u. 11. V. M.. Nachm. 2 Uhr. g V«S-U. Schläfst, zu vm. Lüdbmcrstr. 13 H. pari. Baier. Meinen werthm Freundm und Kunden zur Nachricht, daß mein dgarrengeschäft Weinbergs weg 15 b durch meine Frau wetter betrieben wird. Durch Verabreichung von nur reeller Waare meinem Geschäft auch femer das bisher entgegengebrachte Vertrauen zu erholten. Zu> mache ich noch besonders darauf aufmerksam, daß ich auch meine Buchbinaerei dmch 1 tüchtigm Kollegen forfietzm lasse. Friedrich Miohelsen Wir empfehlen unser große» Lager schwarze Cachemirs sehr billig! 110 c/m breit leine Wolle Mir. 1,25 110 c/m breit reine Wolle Mtr. 1,50 110 o/m breit reine Molle Mk. 1 80 110 c/m btt,t teme Wolle Mk. 2 Ml. Donble-Cachemirs 120 c/m breit reine Wolle Vtk. 2 25 120 c/m breit reine Wolle Mk. 2,50 120 c/m drctt itiae Wolle Vttr. 2,76 120 o/m Kreit rein« Wollt Mtr. 3 Mt. Regeu-Mäutel, neueste FcconS. 10 3W., 12 Ml.. 15 Ml.» 18 ML, 20 M!. Sielmann& Bosenberg, 304] Ko««anda«tenstraße, Ecke Lindenftraße. Yarietö-Theatst Hasenhatde 86» und Herrmanofk' Sonntcg, Montag und D?nnn�' in dem herrl. 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