i franff er in!« ist»st» isstwlH jniBtw«! angeht «ch Nr. 184. Dienstag» de« 10. August 1886. III. Jahrg. % tedie!» t deritsta 2. Sog nt 3.6 KD 08" tlflWjj z, ob vv' S,� iigen siist inister � MintrMsblall Krgan für die Intereffen der Arbeiter. 4 Pia die KurMchkl. 5,.. Süngst gi»g eine kleine Notiz durch die Berliner satter, die ungemein lehrreich war. Sie besaate, daß der P«»em Zahre Tefängniß verurthellte Kurpfuscher W-lliam ?�kr gegen eine Kaution von 10 000 Mark interimiflisch wgtlaffe« worden sei. Er Hab« sich indessen nicht wieder jmllt«»d die Kaution sei dem Fiiku« verfallen. Becker J®« innerhalb sechs Monaten mit seiner Kurpfuscherei 450(K) Mark.verdient'. ... Becker« Verfahren war folgende«: Er ließ allmonat. ? ei« Flugblatt drucken, da» de» Titel führte: »vuegeader Rathgeber für Hau« und Familie'. Blatt wurde in Hundert« Tausende» von �««plarea über ganz Europa verbreitet. Et war aeschickt NZri.be» und berechnet, bei dem«»kundige« Menschen die Erzeugung zu errege», daß er unbedingt krank sein müsse TM) bei dem Kurpfuscher Becker gegen die vermeintliche �wirkliche Krankheit Hilfe zu suchen sei. hJPttft viele Sögel auf der Leimruthe hänge» ge- find, ersteht man au« der Höh« der Reineinnahme . Hier habe» wir wieder einmal ei» Beispiel, wie leicht -�Publikum fich betrüge» läßt. Dieser Becker«u l'b gerichttbekannter '"»et Schwindeleien war ei« Man» und war öfter» wegen ____________ verurtheilt worden. Seit etwa Nss Jahren web er in Deutschland sei« Un« Me» und da« Publikum hätte Zett gehabt, L» zu erkenne«. Aber e« ging wie in tausend andere» 5'lle»; die allgemeine Leichtgläubigkeit war nicht zu er« Mit«», und man begreift, wen» solch« Leute wie Bäcker nch Westlich lachend sage»:.Ilauälls vnlt äoeipi'— die sein! 7�.? st«d meiste», arm« Leute, die auf solche» Schwindel hineinfallen,„nd deshalb wollen wir hier ein tnihueade« Wort an diejenige« richten, die fich durch prahlerische Inserate und dergleichen immer wieder ver« führen lasse», ilfte sauer erarbeiteten Pfennige solchem ge« wohnlichen Schwindel zum Opfer zu bringe«. Wundermittel giebt e« heute nicht mehr, und wen»«« st« gcibe, so würde« die geprüfte« und beruf«, waßige» Aerzt« ficherlich eher Telegenheit haben, fie kenne» P lernen, al« irgend ei« beliebiger Zaduskieritter. Leider irgend welche phyfiologischev h&V c01;®ät« e« auch nur die Anfangsgründe, so �Ich-dÄ Ä!. Alle« denke. g [19 SteuüXcton. im Saude. Roman von Ewald At»a«st König. ### »unb welcher ander« Grimv 'prägen Ei« nicht!' wollte» mir vertraue», nun thu» Sie es auch »Btein Tatte will es," sagte fie, schwer aufathmend. i» d.-?"« schnöder Gewinnsucht?' ftagt« der Referendar, Auge««« z»n»ig aufblitzte. stjj.Wtcht doch, er würde dies« Zumuihung nicht an mich �"»�wänge« ihn nicht die Verhältnisse dazu.' kein.'� Verhältnisse? Ich hatte bis zu diesem Augenblick« davon—' Ruin".,"beo Sie nicht gleich, wir stände» schon vor dem Verl.''5�� die Baronin rasch,»est find nur augenblickliche % uTTie», die wir leicht überwinde» würde«, wen» Üns»,, �.s°fort ei» kleine« Kapital flüssig mache« könnte«. sich, Kapitalien liege» fest, die Kündigung, ftist bettägt m leider durch die Anschauungen zu .—- w mu ihnen Ii�. und ich sehe n« gezwungen,»ich •®i* dürfe« es nicht,' erwiderte er,»was würde die «och möglich ist. Jahrelang konnte ei» gewisser Jacobi in Berlin ei» Universalmittel gegen so ziemlich alle Krank- heite«, den.Kontgstrank', anpreise». Der Mensch nannte sich:„Wirklicher G«suvdhett«rath'. Da« zog und er ver« dient« ei» schwere» Geld. Erst al« er reich geworden war, fiel e« de« Behörde« ei«, de»„König«trank' auf seine« Werth zu prüfen und man fand eine ganz werthlose Mischung, deren Hauptbestandtheil Apfelwein war. Bon diesem Moment an wollte sich Niemand mehr mit„König«« trank' kuriren, allein der Elfinder hatte sem Schäfchen im Trockne». Die Zettunge« find heute noch voll von An« noaze», die allerlei Wuaderkure» empfehlen. Hier will irgend ein Kurpfuscher alle geschlechtlichen Krankhette« mtt einfache« Mittel in kürzester Frist beseitige»; dort bietet fich Einer zur Beseitigung der Trunksucht an und«in Dritter läßt eine Broschüre lo«, die einfach alle Krankheiten kurirt und zwar mit möglichst wenigen Koste«. Da« gedankenlose Publikum, welche« auf diese Anprei» jungen hineinfallt, bedenkt nicht, daß zur Heilung von hart« »äckige» und namentlich innerliche» Krankheiten jene genau« Kennwiß de« menschlichen Organi«mu« nothwendig ist, die nur durch lange« und sorgfältige» Studium erworben wer« de» kann. Welcher Kurpfurscher aber kann sagen, daß er ei« solche« Studium hinter sich hat? Wir wollen hier ficherlich keinen Hymnu« auf die pri« vilegirte Medizin aastimme», denn wir wissen wohl, daß dort sehr Viele» nicht ist, wie e« sei» sollte. Aber der ge- prüft« Mediziner bietet doch jedenfalls Garantie«, die der Kurpfuscher nicht biete« kann. Da wir Steuer« genug haben, so sollte fich da« Pu- blikum hüte«, sich auch noch selbst ein« freiwillige Steuer zu Gunsten der Kurpfuscher aufzuerlegen. Wie stark diese Steuer ist, zeigt un« der Becker'sche Fall zur Evidenz. Diese Au»gabeu kann fich da» Volk sehr wohl ersparen. Wir find nicht leichtfinnig genug, un« damtt zu trösten, daß.die Dumme» nicht alle wer- de»'. Wir wollen lieber unser bescheidene» Theil dazu beitrage», daß die Zahl der Dummen, die fich von Kur- pfuschen» a la Becker beschwindeln lasse«— möglichst gering werde. Z» dieser Zett der Noth ist e« wahrlich nicht ange« bracht, sauer erworbene« Geld zum Fenster hinau« zu werfe«._ stritt irn stnlouf irs Frriittzrr äußert fich die«Franks. Ztg." in einem zweiten Artikel: Hält man sich lediglich an den objektiven Thatbestand, so wird man zwischen der Verhandlung de« Sozialistenprozeffe» Gesellschaft dazu sage», wen« Sie diesen Vorsatz ausführte» und zur Bühne zurückkehrte«! Man würde die Gründe er« forschen, die Sie dazu bewogen habe«—' «Ich kann da« nicht verhindern,' unterbrach fie ihn ruhig,«da« Urlheil der öffentliche« Meinuna muß ich über mich ergehe« lassen, mag e« auch«och so»aangenehm lauten.' «Aber wen« ei» Freund fich erböte, Ihre« Herr» Ge« mahl au« seinen Verlegenheiten zu befteie«?' «Wo solle« wir diesen Freund such««?' «Ich bin augenblicklich dazu berett—' «Nein,»et», von Ihnen würde mein Man« dies« Hilfe nicht annehmen," erwidert« die Baronin,«und mir selbst wäre e« peinlich—' «Gnädige Frau, wollen Sie mich der Ehre würdige», mir die Rechte eine« Freunde« einzuräume», dann müsse» Sie mtt auch gestatte«, die Pflichte» eine« solche» zu er« fülle«,' sagt« der Referendar ernst.«Ich bitte Sie, nennen Sie mtt die Summe, deren Sie bedürfen, hoffent« lich kann ich e« ermöglichen, da« Schwere von Ihnen ab« zuwenden." «Sie find ei» guter Mensch und in Wahrheit ei« tteuer Freund," erwidert« die Baronin, in deren Suge« e» freudig aufleuchtete,«dennoch wttd mein Mann Ihr freund« liche«»»erbieten ablehnen—" «So nehme» Sie« an!" «Ohne Zustimmung meine« Gemahl«?' «Wäre e« Ihne» so sehr unangenehm, mtt verpflichtet ,« sei«?" «Nicht da» ist'», wa« mich bedenklich macht," sagte die Baroni», sinnend da« Haupt wiegend,«ich fürchte nur, daß UlCtll 3)�08®— «Ihm mag«* ei« Geheim« iß bleibe«, woher die Hilfe gtkominw�i&n m u| CT eJ> � würde diese Hilfe ja nur all ei« Darlehe» bettachte«, da« später zvrückgezahlt wer« �So ist e« immer»och früh genug, wen» er erst später erfährt, wem er diese« Darlehen schuldet. Vielleicht in Freidera, der zu einer Verurtheiluna führte, und derjenigen zu Chemni«, die mit Freisprechung envete, auch nicht den ae» ringsten Unterschied entdecken können. Weder brachte die An« klagebehörde neues Belastungsmaterial, noch änderten die An» aeschuldtgttn ihre«»«sagen und ihr Vertheidigungtsystem. Trotzdem hatte die Fceiberger Verhandlung einen ganz anderen Charakter, wie die Chemnitztr, sie ging auf einen ganz bestimmten Punkt zu, auf Erbringung eine« Beweise« dafür, daß innerhalb der sozialdemokratischen Partei eine feste Organisation zum Z»ecke der Verbreitung de«„Sozialdemokrat", eines verbotenen Blatte«,«xtstire und daß die Angeklagten Mitglieder derselben settn. Da« Erkenntniß de» Reichsgericht» war hierfür bestim» mend gewesen, e« fordert« geradezu heraui, zu untersuchen, ob die Verbreitung de«„Sozialdemokrat" eine Handlung sei, au« der fich der Schluß auf da» Vorhandensein einer Verbindung im Sinne de« Strafgesetzes mtt Sicherheit schließen lasse. Dazu mußte aber in erster Reihe durch BeweiSmomente festgestellt werden, nicht nur, daß die Angeklagten an der Verbrettung de« verbotenen Blatte« in irgend einer Weise bethetligt settn» sondern auch, daß ste zu diesem Zweckt fich förmlich verbunden hatten. Die Motze Verbreitung einer auf Grund deS Sozia» listengesetzt« verbotenen Schrift durch«inen Einzelnen oder durch eine Mehrzahl von Personen fällt unter da« Sozialisten« gesetz. zur Anwendung de« Art. 129 de« Strafgesetzes bedarf e« der Feststellung, daß die verbotene Handlung von Mehreren planmätzig nach gemeinsamer Verabredung oder nach dem Be» fehl irgend einer Stelle vorgmommen worden ist. Die Ergebnisse der Verhandlungen sind nach unserem Ermessen nicht derart gewesen, umdenBewei« für die eine und die andere Thatsache zu liefern. Die Beschuldigten erkennenden „Sozialdemokrat" al« Parteiorgan unumwunden an, fie geben zu, ein doppelte« Interesse an demselben zu besttzen, ein politische« und ein materielle«, sofern ste durch Antheilscheine an dem Geschäft, au« dem da« Blatt hervorgeht, pekuniär be» theiligt find. Damtt entfällt aber auch da« belastende Moment, da» die Richter in Uebereinstimmung mtt der Anklage in der Thatsache gefunden haben, d-tz fich die Kongresse zu Waden und Kopenhagen mit der Haltung und mit der finanziellen Lage de«„Sozialdemokrat" beschäftigt haben; al« Partei hat die Sozialdemokrattt da» Recht, die Haltung ihres Organs ,u überwachen, al» Geschäftslbeilhabtr steht ei den Einzelnen zu. da« Kassenwesen zu konttoltren. Ein Analogon für diese» Verhältniß bietet sich un» dar, wenn wirum gut zwanzig Jahre zurückgehen, nämlich auf den— National verein. Mehrere deutsche Staaten hatten denselben verboten, und da» Verbot halte zugleich da« Organ de« Verein«, eine periodisch erscheinende Zeitschrift, betroffen. Auf den Kongressen de» Verein« erschienen aber auch Mttglieder au« den Staaten, die da« Verbot hatten ergehen lassen, und hier wurden stets auch die Vnhättnisse de« Partciorgan» erörtert, da» ttotz de« Verbot«, also auch ungesetzlich, verdrettet wurde. Aber keinem Staatsanwalt ist e« damalS ein« gefallen, gegen die Bennigsen, Schulze« Delitzsch und Genossen eine Anklage wegen auch ist e« unnöthig, daß Sie ihm jemals de« Name» de« Freunde« nennen, und solltt er später dennoch diese« kleine Geheimaiß erfahren, nun, so kann er Ihne« darum nicht zürnen." Die Baronin schien tief in Nachdenke« versunken zu sei», und doch streift« einmal verstohlen ei» rascher forschender Blick au« ihre« schöne« Auge« da« Antlitz de« jungen Manne«, au« dessen Züge» fieberhafte Erregung sprach. „Ihm müßt« e« allerding« ei» Geheimniß bleiben," sagte fie«ach einer Weile,„ihm und auch alle« andere« Personen, Rücksichten auf mein« Ehre gebiete» diese« Schweige«.' „Ich werde schweige»,' erwiderte er mtt wachsende« Erregung,„nennen Sie mir die Summe und überlasse« Ste alle« andere mtt." .Zweitausend Thaler." Der Referendar blickte fi« einige Sekunde« lang be- troffen an; e« schien ihm plötzlich klar zu werde», daß er leichtfertig ei» Verspreche» gegebe» hatte, dessen Erfüllung ihm vielleicht«»möglich war, aber zurücknehme« konnte er e«»un nicht«ehr, er suchte sein« Verlegenheit hinter eine« gleichgiltige» Lächeln zu verberge«. „Ich werde Ihne» da« Geld verschaffe«.' sagt« er, .wolle« Sie« diesem Falle mtt verspreche«, von Ihrem Vorhabe« abzustehen?" „Herzlich gerne," nickte fie, ihm die Hand reichend, .ich werde«wen Vorwand erfinne«, unter dem ich meinem Manne da« Geld übergeben kann, er wttd altdan» gerne auf meine Rückkehr zur Bühne verzichte». Aber wttd e« Ihne« nicht schwierig sei», sich diese namhafte Summe zu verschaffe«? Ich fürchte—' »Lassen Sie da« meine Sorge sein," fiel er ihr in« Wort,„ich erfülle mein Verspreche» und bin glücklich, Ihne» diesen kleine« Bewei» meiner Freundschaft geben zu können.", L Sie blickte ihn mtt bezauberndem Lächeln an und wiegte finnend da« Haupt. „Wenn ich wüßt«, daß die Erfüllung diese« Ver- Verbindung zu ungesetzlichen Zwecken zu er« beben, obgleich'"....... damali die Etaattanwälte im Sinne der Regierungen"ebenso schneidig gegm die nationalen Bestrebungen vorgingen, wie heute gegen die sozialvrmokatischen. Dazu kam noch, daß sich der Nationalverein auch äußerlich ali Ver- btndung in aller Form darstellte, während jetzt auch da» ver. urtheilende Gericht die Sozialdemokratie als eine Pmtei anerkennen muß und genötbigt ist, innerhalb derselben einer be» sonderen Verbindung nachzuspüren. Daß die Existenz einer solchen durch die VerHand- lungen klar dargethan wäre, wird wohl Niemand de- haupten. Wir find überzeugt, daß keine Jury auf Gmnd der Beweis aufnahmt die Frage: Sind die Angeklagten schuldig. zum Zwecke der Verbreitung«ine» verbotenen Blatte» eine Verbindung gebildet oder an einer solchen Theil genommen zu haben? bejaht haben würde, denn, wie schon bemerkt, es fehlte an dem konkludenten Beweise sowohl für da» Bestehen einer Verbindung, al» für die Theilnahme der Angeklagten an der Verbreitung de» verbotenm Blatte». Wie laßt sich nun der aegentheilige Spruch der Freiderger Richter ertlären? Die Uriheilßgründe geben Antwort auf diese Frage, der Spruch ist un» wenigsten» lein Räthsel mehr, wenn wir da lesen: „Der Gerichtshof ist der Meinung, daß nach dem Erlaß de» Sozialistengesetze» eine neue Organisation geschaffen worden ist zu dem Zwecke, den„Sozialdemolral" und andere verbotene Druckschristen zu verbreiten. Die ganze Art und Weise, wie der„Sozialdemokrat" in Deutschland verbreitet wurde, da» Zusammenarbesten so vieler Vtrtrautn»mSnner, die Sendung de»„Sozialdemokrat" an Deckadreffen u. s. w. führt mit N-thwendigkeit zu der Annahme, daß eine Verbindung de- standen hat. Ei ist undenkbar, daß diese systematische Art der Verbreitung de»„Sozialdemokrat eine rein zufällige war. E» ist möglich, daß eine Anzahl Personen de» bloßen Gelderwerbe» halber, oder au» Gefälligkeit sich an dem Vertrieb de»„Sozial- demokrat" betheiligt haben, ohne der Partei näher zu stehen; dieser Umstand schließt aber da« Vorhandensein einer Verdin- dung nicht au». E» kann keinem Zweifel unterliegen, daß diese Verbindung geschaffm war, um da» Gesetz gegen die gemein- gefährlichen Bestrebungen der Sozia.demok atie vom 21. Oktober 1878 lahm zu legen. Der Gerichtihof erblickt da» Vorhanden- sein einer Verbindung in dem Zusammenwirkm der Angeklagten auf längere Dauer behuf» Verbreitung de» allwöchentlich erscheinenden„Sozialdemokrat" und anderer verbotener Druckschristen." Diese Deduttion hat ein rein subjektive» Gepräge, denn mag man auch zugebm, daß die Art der Verbreitung de»„Sozialdemokrat" unmöglich ein« zufällige sein kann, so bleibt doch immer von dieser Ueberzeuguna bi» zu der Annohme, daß fie da» ProduN einer eigenen Verdin- dung innerhalb der Partei sei, ein Sprung in'» Ungewiffe der Konjekturen. Ist nicht eher anzunehmen, daß die systematische Art der Verbrettung de» verbotenen Blatte» eine Folge der trotz de» Ausnahmegesetze» noch vorhandenen Organisation der Partei und ihrer Disziplin ist? Wie wenig die richterliche Anficht durch die Berufung auf die Konzreffe zu Wyden und Kopenhagen verstärtt wird, haben wir oben bereit» betont und wollen noch bemerken, daß die Verhältniffe d-i„Sozialdemokrat" dort ficherltch nicht öffentlich zur Sprache gekommen wären, wmn ei fich darum gehandett hätte, die strafbare Ver- breitung de» Blatte» zu organifiren, denn die Tdetlnehmer würden fich ja damit dem St-aflichter überliefert haben, und solcher Unllughett wird man Personen, denen die Staat»- anwaltschast stet» auf den Fersen ist, nicht für fähig halten könnm. Wie man aber auch da» Urthell de» Freiderger Gericht» ansehen mag. so kommt man doch über ein Andere» nicht leicht hinweg, über da» gegen die Angeklagten zur Anwendung ge- " aß. da» nahe an da» Maximum der gesetz- brachte Strafma„.—---------.. lich angedrohten Strafe, ein Jahr Sefängniß, heranreicht. Die Vorgeschichte de» Prozeffe», die Zurückweisung der gleichen Anklagen in Elberfeld, Kiel und Leipzig und der«u»gang der Chemnitzer Verhandlung hätte doch wohl den Richtern den Gedanken nah« legen müssen, dem der Angeklagte Bebel mit den Worten Ausdruck gab:„Wenn hervorragende Richter und sonstige Juristen über den Begriff„Verbindung" eine so grundverschiedene Auffassung haben dann kann der Berich! s- Hof unmöglich oerlangen, daß wir al» Laien genau wissen, wo die Grenzen der Verbindung zu suchen find." Die Verhän. gung geringer Strafen unter Zubilligung mildernder Um- stände würde den peinlichen Eindruck de» UriheiiSspruch?» ge- mildert haben; neben dem h«ten Strafmaß tritt die Schwäche der Motiotrung de» Schuldig recht grell hervor und nament- lich innerhalb ver Sozialdemokratie wird dieser Gegensatz Ge- danken hervorrufen, die zwar zollfrei, aber nicht druck- frei find.__ Politische Ueberstcht. Noch ist nicht» Sichere» Über die Hamburger Per- Haftungen bekannt geworden, und schon werden fie von der wohlgefinnten Presse zu allerband Verdächtigungen und sprechen» Ihnen groß« Sorge» und Unannehmlichkeiten be« reiten könnte, so würde ich e« nicht annehmen," sagt« fie leise zögernd;„um keinen Prei» der Welt möchte ich Sie veranlassen, mir Opfer zu bringen, die Vttlegenheitea für Sie im Gefolge haben." „Und wenn ich für Sie mein Lebe« hingeben sollte, ich würde e« freudig thun," erwiderte er«tt zitternder Stimme. Die Baronin hatte fich rasch erhoben, fie kehrt« an de« Flügel zurück und blätterte in den Note«. Ferdmaud folgt« ihr, er stand hinter ihr, sei» schwär- merischer Blick ruhte auf ihre» schöne» Händen. „Zürnen Sie mir?" fragt« er leise. „Rei», mein Freund." erwiderte fie,„aber solch« Wort« dürfen Sie nicht sprechen." Zhre Hände glitte« leicht über die Taste« de» Znstru- mentes,«ad mit schmelzender Stimme sang fie ei« kleine» Lied voll heißer Lieb«,seh»sucht. Da» Lied war«och«tcht verklungen, al« die Thüre geöffnet wurde und die beide« Herre» zurückkehrten. Baron v. Raven schie« die Verwmnng de« Referendar« «ich» zu bemerke», er holte au« dem filberne»«ühleimer ei»e Flasche Champagner und füllte die Gläser. „Wa« wir lieben k" sagte er. Die Baroni» erhob ihr Tla» und stieß mit dem Re- ferevdar an, und der Blick, der ih« dabei traf, schie, ihn daran erinaer» zu solle», daß er Verschwiegenhett gelobt brachte im La»f« der Unterhaltung die Rede aus de» Rentm Gottschalk, er erkundigte fich«ach de« Em- »elbeiten de» Einbruch«, der Referendar konnte ihm darüber kei«« Mittheilunge« mache«, da ihm selbst diese, Borfall wmmm Mitt««,acht war schon nahe, al» die Gäste aufbrache«, Angriffen benutzt. Der nationalliberale„Hamb. Grni." fordert sogar bereit» die Staatianwattslbaft auf, gegen da» Urthell im Freiderger Prozeß bei dem ReiedSgericht Reviston ein zu- legen, well nunmehr ver Nachweis geliefert fei, daß die deutsche Sozialdemokratie in einer geheimen Verbindung organiftrt sei, oder, wie der§ 128 de» Strafgesetzduche» sagt,„in einer Verbindung, deren Dasein, Verfaffung oder Zweck vor der Staatsregieruna geheim gehalten werden soll" Da» von der Denunziattoniwuth befallene Blatt ist sogar hartgesotten ge- nug, alle Kritik de» Freiderger Urtheili al»„Sentimentalität" zu verspotten,— wa» freilich nicht hindert, daß es gleich dar- auf dm von der gerichllichen Verfolgung detroffenm„Familien« vätern, schuldlosm Frauen und Kindern" einige Krofodil»- thtänen nachweint. Wir gönnen dem nationalliberalen Musterblatte seine edle Freude, aber da» eine wollen wir ihm de- merken: die heute gegen die Arbeiterbewegung deliebte P'axi» wird nicht etwa die radikale Strömung unterdrücken, um den Gemäßigten die Oberhand zu verschaffen, fie wird vielmehr auch bei den Gnnäßigtm den letzten Funken von Zutrauen zu den herrschendm Parteien erlöschen. Oder hofft der„Hamb. Corr." vielleicht die gesammte Ardetterdewegung in ihrem linken und in ihrem rechten Flügel oeinichtm zu könnm? Dann bitten wir ihn. un» da» Mittel anzugeben, wie man 600 000 Männer, und zwar die nützlichsten und unentbehrltch- sten Männer, im Befängniß unterbringen kann. Dmn solange da» nicht möglich ist. so lange wird auch die Ardeiterbeweaung in ihrer heutigen Gestalt bestehen bleibm und auch stetig wachsm. Da» Verbot der Etuger'sche« Versammlung in Nürn- berg ist mit dem Htnwei» aut da» auf der Tagesordnung stehende Thema überhaupt sWirthschafttpolittk und Arbeiter- schutzgefetzgebung) begründet, dazu komme, daß der Referent erst jüngst aus Berlin wegen Gefährdung der Ruhe und Ord- nung ausgewiesen«ordm sei und gelegmtlich seiner Au»« Weisung au» Berlin ein Flugblatt zur Vnbrellung bringen ließ, da» wegm seines aufreizmdm Inhaltes verboten werdm mußte. Ferner sei noch hervorzuheben, daß der Einberufer de: Versammlung ein bekannter sozialdemokratischer Agitator sei, das in Auificht genommene Versammlungslokal meist von dm Sozialdemokraten al» Ort ihrer Versammlungen gewählt werde und die in Rede stehmde Versammlung nur in der„Frank. Tagespost", dem Organe der Sozialdemokratm, angekündigt worden sei.— Gründe find bekanntlich wohlfeil wie Brom« beeren. Krau Guilleaume- Schack hat gegm ihre Ausweisung au» Heffm beim hejfischm Staatsmtnisterimn Beschwerde er- hodm. Dieselbe wird. w>e wir erfahrm, feiten» der Schweizer Behörden eine entschiedene Befürwortung erfahren. Trotzdem dürfte natürlich ein Erfolg derfelden nicht zu erwarten stehen. Der au» der Frankfurter Krtedhofsaffär: bekannt« Poltzeikowmissar Meyer wurde nunmehr begnadigt, ebenso nach dem„Btrl.Tgbl." der Schutzmann Schweiger; dm Schutz- leuten Wtngeleiih und Hamann, die gleichfalls zu Gefängniß verurtheilt warm, wurde die Strafe in eine Geldstrafe von je 80 und 40 Mark umgewandelt. Au» der Provinz Sachsen schreibt man: Fast jede ein- berufene Arbeiter- oder Fachveretnsoersammluna wird jetzt in unserer Provinz sogleich verboten. So z. B. Mittwoch Abend in»schersledm eine Ardeiterversammlung, in welcher über dm Niedergang der Industrie und da» Handwerk gesprochm werdm sollte. Die Juteruattoualität im Eisenbahnwesen. Da» nach langjähngen Vorarbeiten und Verhandlungen auf einer Mitten Konferenz in Berlin ausgearbeitete internationale Ueber- etnkommm über dm Etsmbahnsrachtoerkehr wird, wmn e» demnächst, wie zu hosten steht, von den detheiligtm Staaten destnttio angenommen wird und in Kraft tritt, einm wtchligm Fortschritt m dm Verkehr»deziehungm besonder» der mittel. europäischm Länder einführen. Jede Verschiedmhett und Un« ficherheit in den RechtSverhällniffen der Tran»portwege, welchen heute eine so große und nicht selten eine entscheidende Rolle im internationalen Waarmverkehr zugefallen ist, wirft al» eine Hemmung de» Handel», und die Einführung gleicher, fester Rechtsnormen wird uwgelehrt auf eine wesentliche Erleicht«- rung de» Handelsverkehrs von Land zu Land hinauskommen. Erscheint aber nicht, wird man mit Reckt sragm, in einer Zeit, wo fast alle Länder durch immer höhere Zollschrantm die fremden Erzeugniffe von ihren MSrften ternzuhall-n suchen, eine solche Reform, welch« dirett der Sicherung und Förderung de» internationalen WaarenauStauscke» zu dimm destimmt ist, geradezu al» ein Anachronismus? In der That reichen auch die Vorbereitungm zu dem nach so oielm Mühen und Unter- drechungm endlich zu Stande gebrachtm Wert in eine Zeit zu- rück, in welcher eine nicht immer zunehmende Abschließung, sondem eine stetig sortschrellend« wirthschaftliche Annäherung der Nationm al» eine im Interesse Aller gelegene Handelspoli- ttk angesehen wurde. Diese Anschauungen find heuzutage aroßentbeil» verleugnet, aber immer wieder bricht die dem Eisendahnwesen einmal innewohnende Tendmz der Verkehr»- erlrickterung durch. Wie die anderen von der modernm Technik geschaffenen gewaltigen Verkehriinstrumente drängen die Eisen- Baron v. Raven gab ihnen da» Geleit bi« zur Hautthüre, dann kehrte er in den Salon zurück. Paula hatte da« Haupt auf dm Arm gestützt, Schatten de» Mißmuth» umwölktm ihre Elim«. Der Baron durchmaß ei» paar Mal da» Zimmer mit 8roßm Schrrttm und blieb vor dem Tische stehe«, um sei» Ua»»och einmal zu füllen. „Wa« hast Du erreicht?' fragte er, während sei« Blick voll ungednldiger Erwartung auf ihr ruht«. „Er will mir da« Geld verschaffen," erwiderte fie, ohne aufzuschauen,„sofort war er zu dem Opfer bereit." „Zwettausmd Thaler?' „Diese Summe nannte ich ihm." „Bergau hat mir tausend Thaler geliehe«, hält der Re- fermdar sein Wort, so können wir wieder ausathmen." „Und wie lang« wird'» dauern?" „Da, über«ach« ich mir jetzt»och kein« Sorge«," sagte er mit spöttischem Lächeln,„kommt Zeit, kommt Rath; Deine beidm Verehrer werde» wohl«och einmal ihre Börse öffne« man muß e« nur richtig anzufangen wissen." Die Baronin erhob da» Haupt, ei« herber, verächtliche, Zug umzuck»« die Lippm der schönen Fran. „Und wie wird e« enden?" fragte fie. .Apr&m nons lo dfelvge, liebe« Kind, Sorge» machm häßlich, und Du mußt schön bleibm, Deine Stimme allein kann Dein« V-rehrer nicht feffeln." „Ernst I" „Vetstehe mich nicht falsch. Paula, Du weißt, daß ich Dich anbete und daß nur der Glaube an Deine Treue mich vor de» Regnngm der Eifersucht bewahrt, die«ich rasmd machm könnten, ich fordere»ich« weiter von Dir al« ein wenig K-kenerie. ern süße» Lächeln und „Und daß diese« Vnlangea«ich nicht«ur von dm WMWMA anspreche«—• �«»mm # ä仫 bahnen naturgemäß in allen Bejahungen auf eine« leichteren und gesicherter en Verkehr zwist J j der Hehlerei mit 9,4 und dem Betrugt mtt 9.1 pCl. aller' urtheilten. Die Wirthschaft im Chemnitzer vorschnß» «ß Alien 'ich nicht Uschlag (System Schulze-Delitzsch) muß unverantwortlich gewese"' Der Amtsrevisör Fritsche beme-tte darüber in der zur ÄI dation einberufenen Generalversammlung: Die seien nicht auf ihre Güte geprüft worden. Von Weckl� ständen seien größere Posten nicht dankfähig gewesen,' man bei einer nur obrrflächllchm Prüfung halte% müssen. Am 31. Mai 1883 sei ein Reingewinn von 183� 43 Pf. herauSgerechnet und eine Dividende von 5 pCt. 0% M �ivioende� Adschr-i« i« keine Divioendi .-------—............... habe keine Sibichn' bewirkt. Hier habe man offenbar unsolid und gegen ba#*|; worden, während in Wirftichkett gewährt werden dürfen, denn man habe keine unbedingten Verluste detrügen 3676% 'ommH jaehandelt. Die 18 Pf., vorau»stch:lich würden fich aber die Gesa:_ auf 500000 M steigern. Betreff» de» Bayrischen welche» mtt über 164 600 M. belastet ist, habe man dingt der Verschleierung und der Täuschung der 9%) ichuldig gemacht. Der Vorstand de» Verein» sei in Fällen da« Opfer der Wechselreiterei geworden: im aber habe er mit den Mitteln de» Verein» ein Haztf dlPrtz trieben. Der Vorstand sowohl al» der AuffichtSralh atnen großen Theil de» Verluste» verpfl'cht-I, Dem AutfichtZrath fei deshalb auch mitgetheilt worden, zum Ersatz herangezogen werde" solle, und e» sei ihm• yw rt*- W 4«r« i+i• � Q...__ H Jr C ckfl � ß i % ä legt worden, in entsprechender Weise stch inen kindlich zu machen. Um den Konkurt zu verhüten, noch haftpflichtigen Mitglieder aufgesordert worden,. � frei« Nachzählungen zu hütet, so könnte stch der Gesammtserlust de« Kosten) auf 700000 M. ei höhen.- Selbst unter den/� schen Schöpfungen dürfte ein derartiger Krach selten 1 Ueder ein«igenarttge» Wahlknrtosum derüb. eeund. woem er schreibt: Daß bewirken. Werde der K�IereinsL „Tübinger Voiktfteund mal im�Eifer der Red« zu wett geht und der Zunge_ schießen läßt, wem kann da» nicht passtren? Sei ein"?' tagSkandidaten aber ist'» halt etwa» Andere», da» Dr. Avä, der nunmehrige Vertreter de» V. Wahlireis�el Tage erfahren müssen. Um fich von dem Verdacht zUA�i al» strebt er gleich so manchen seiner Vorgänger ebfiPLr, < 1(TO A* S»»«. v»™.1' !«nii ins) ba w L-vei "fletnen! S-lUn *»0tetur, fe» schattiich« schloffen Eine Nische' Danach Soldaten bie franzi t Wächter u »»de€, '°mmniff< Ehren und Würden, nach Orden und Titeln, sagte" w zeugungSvollstem Tone, man möge die Veistcherung Tl;, nehmen, daß er keineswegs„ein solcher Orden und Titel zu erstreben. Dar�ji, -—#5 verschiedene Heiren au« Herrn Dr. 0. Lenz'' bereit» ihre Liebe auf Herrn Adä übertragen hatt">- beleidigt gesühtt haben. Hoffentlich fühlen stch nick'„ FraftionSgenoffen de» Herrn Adä im Reichstag gel""� E ß »urden( „Der die Bitte um ei« so große» Darlehe« ablehnen wird!" �, Zerbrechen wir un» darüber den Kopf nicht, T|| Herr hat'« oe�sprochen, er wird sei» Verspreche«„1 vnd wenn un» wieder einmal ei» Glücksfiera leu°». soll er die Summe sammt den Zinsen zurückerhaUeg' .Uvd waun könnte dieser Zeitpunkt IVUltU«vIVUtzlHHW» V»—.. � „Vielleicht schon bald, wer weiß«»!' erwwe» nisch, während et langsam auf und abwanderte� /u in der letzten Zell am grüne« Tisch kein T�ückJ�Vyi da» Blau muß fich einmal wende», und da«« da» Verlorene rasch wieder ei«. Sobald der un« da» Geld gebracht hat, werde« wir uvser« tMte«—" „Du bist noch immer entschlossen, Dein Gltia Spielbank zu versuchen?" „Nicht« kann diese» Entschluß erschüttern! --Du wirst alle» online«>"' -.Nicht doch, so sehr können mein« Serech«. di D samteit 1 fa! totem T «che» V % % > lo SS' »Ä . eine Kerze angezündet, und°h«e abzuwarte«, verließ er de« Salon; d.» . m?:-»(**«0 ihm achtungsvolle» Blick, de« seine Gattin ihm mnkle er nicht. Sin seltsamer Wnusch< Der Renwer Gottschalk hatte kewe Einbruch gemach», trotzdem Rest, Hugo«°v � ÄÄÄ.» w decken, meinte er; die einzige Spur, vte«? � t*y gebe keine« sicheren Anhaltspunkt,«" durch die gerichtliche Untersuchung Scherer � reie», die er liebn vermeide« wolle. d->' Da»» fürchtete der alt« Herr au4 w* Pjf wnd« in seiner Wohnung alle« durchstö. �,tß dem Inhalt de, Geldschränke« g««-»« »« ei"«' »ifij" t da n® Meto« fi» Z-llM H ilrb.it- £% 183# Ria* c-" M SS i a all« cfef Ä % n na?. jei« » � nicht gestattet werden wird. » ,.«n Lrüffel wurde ein anarchistische» Plakat mit ««schlag belegt. Krankreich. »�Der„Köln. Ztg." schreibt man aut Pari», 7. August: a?t heure Morgm durchziehen etwa 1000 Kellner. Käthe und Angestellte bei Weinhändler« die ?n°ßen von Pari», um vor den Anstellungtdureaut, welchen fit ihrer Anficht nach ausgebeutet werden, Kund- 8«4ingen zu veranstalten. In der S!raße Saint hono s zer- J«ute die Polizei die Ruhestörer und nabm zwei Verhaftun« Li?.01- dann zog der Haufe vor die R.daki iontlokale det Maliftischen„Cci du Peuple" und det„Jnlranstgeant", um l,K�»°ttern Einspruchterklärungen zu übergeben. Um 2 JS Mtttazt versammelte stch die Menge wieder»n den Markt- r*«n und theille stch in zwei Haufen; der eine riß auf dem �'«n Seineufer allenthaldm die Schilder der Anstellung»- herunter, der andere, welcher fich auf da» linke Ufer «gni wollte, wurde auf dem Quai d'Orftmet von der zerstreut, die den Ruhestörern ihre Fahnen sortnahm a,.»chcere verhas�ete. Für den Abend werden neue Kuno- be'ürchtet. Um 5% Uhr fanden fich die Ruhestörer C®«!» vor den Bureau» de»„Sri du Peuple" und de« ,T?°nfiegearit" zu einer Huldigung». Kundgebung ein, wurden 5o4 bald von der Polizei zerstreut. Zweihundert Metallarbeiter streiken in Vlerzon lim De« dement Eher). {.Der engere Autsckuß für die Pariser Weltaut. «llung im Jahre 1889 hat fich dafür entschieden, bei der ,«Kwnmg zu beantragen, daß dieselbe amtliche Einladungen fi'Ä-r*U,'"Bunß on Deutschland und alle übrigen europäischen saff«. da diese Ausstellung ein rein wirth. schlössen ski � trage und jeder polttisch« Bedanke autge« *« e* n 8 der Grenze durch italie. n t s ch e Soldaten wird der„Köln. Zig-" au» Paris gemeldet. Danach üdelschritten am Sonncg Abend 160 italienische Soldaten in Uniform trotz des Einspruches zweier Zollwächter die französtsche Grenze beim Moni Gen-vre, und et dauerte ™tge, dii ste fich auf den nachdrücklichen Befehl der Zoll «achter und Gendarmen zurückzogen. E» heißt, die R-gierung »erde Schritte thun, um der Wiederholung ähnlicher Vor. '»mmniffe vorzubeugen. Grotzbritannie«. to« ein Provinzialdlatt erfährt, bat die Regierung be« k. exlli Uitttrsudhiirg der Frage detBtmetallitmut G* Komrmsfion zu ernennen, die unter dem Vorsttz '«1? lhr« Erhebungen anstellen würde. ück m', August. Im Laufe det Abend» wiederholtm hn uhestörungen: zwischen den Ruhestörem und Polizei und den die letzteren untr.filltzenden Truppen töurtm.?«�««« Male zu heftigen Zusammenstößen, hierbei - n»«««" 50 Personen verwundet. ßck" (f 0 MZMMZ Udssed«"—*- •i um« erlebt hatte, et empörte ste, daß ma» auch i?«der auf»ichttge Anzeichen hin eine» so häßliche» % auf ihn werfe» wollte. Worten gab der Rentner ihr recht, aber sei»« Miene ließ sie erkenne», daß er ander» dacht« l«tzer Verdacht schon tief in seiner Seele wurzelte Um®1«* der Wittwe Lampe hatte er eine lange, geheime schi��"» gehabt,»nd da« Resultat dieser Unterredung »ft»'�»en Verdacht nur«och mehr bestärkt ,u haben; geuT'�ihöte wurde jetzt schon bei Eintritt der Dämmerung UnN0"-«»d die Wittwe machte de» Mechaniker, der daß Her v°llem bewohnte, persönlich für de, fremde« Be« v. zL�ufe» verantwortlich......_ 8? n.0� gewachsen, es erstre-ie pq sogar auf Ä**"**« daß er diesen, der am folgenden Essener"*u«g Werners bei ihm eintrat, mtt sehr ver« A ewpfing. de« alte» Herrn ruht« einige Sekunde« lang Italien. lieber den in Rom gewählten„Volkttridun" Coccapellier schreibt man der„Rat. Ztg.": Coccapellier ist wegen angeblicher Verleumdung einzelner Privatpersonen zu einer Gefängniß strafe von 42 Monaten verurthetlt worden, welche erst anfangs Januar 1887 ablaufen wird. Coccapellier hat, wie nach ihm Professor Sbardaro, im Namen der öffentlichen Moral in seinem Blatte„Ezio II." eine Anzahl von Personen angegriffen, welcheunter dem Mantel det Patriotismus sich der schäm« losesten Erpressungen und unehrenhaftester Handlungen schuldig gemacht hatten. Eccca» pellier glaubte wie Sbardaro, daß et genüge, stadtbekannte aber einflußreiche Personen wegen stadtbekannter Schandthaten an den Pranger zu stellen, und et schien ihm gar nicht eingefallen zu sein, daß solche Anklagen in juridisch formaler Weise über- aut schwierig, wenn nicht gar unmöglich zu beweisen find, und daß nicht beweisbare öffentliche Anklagen ihm unautbleiblich eine schwere Verurtheilunz wegen Verleumdung zuziehen müßten. Obwohl Niemand an der Wahrheit der von Eccca- pieller erhobenen Anklagen zweifelte oder ihn einer Verleum- dung für fähig hielt, geschah doch, wat stet» in ähnlichen Fällen zu geschehen pflegt: die von Coccapielle: aufgerufenen Zeugen suchten stch, alt et mit der Sache Emst wurde, aut der Schlinge zu ziehen, und Coccapieller wurde wegen der nun- mehr nicht erweitbaren Anklagen alt bötwilliaer Verleumder zu schweren Geld- und Freiheitsstrafen verurtheilt. Nachdem vor JahreSftist der Prozeß wegen de» Lankdiebstahlt von 2V, Millionen wieder aufgenommen und die buchstäbliche Wahrheit der von Coccapieller zuerst öffentlich erhobenen Anklagen gegen die Urheber und Hehler des Diebstahls er- wiesen wurde, trat in der öffentlichen Meinung ein gründlicher Umschlag zu Gunsten Crccapiellert ein, und die Regierung hätte Anlaß nehmen können, einen Gnadenakt herbeizuführen. Die Regierung forderte jedoch den schuldlos Verurlheiiten auf, Gnade für Vergehen anzurufen, deren er fich nicht schuldig ge« macht hatte. Der schlichte Mann ratet diese Zumuthung entrüstet zurück und zog et vor, die Strafe geduldig abzubüßen. Die gegenwärtig in Ankona stattfindende Gerichtsverhandlung über dm Rillionmdtebstahl brachte den unteren Volktklaffm Rennt Coccapieller wieder in Erinnerung, und alt nach Cairoli't Ablehnung eiiee Deputirtenwahl in Rom ausgeschrieben wurde, erklang plötzlich der Name Coccapieller ait Kandidat für dm erledigten Deputirtensttz. In Mailand hat, nach ver Wiener„R. Fr. Pr", der Läckerstreik ungeahnte Dimensionen angenommen. Mehr alt 2000 Ardeiter haben die Arbeit eingestellt; 1100 zogen fich auf Rorivwne zurück. Die Straße dahin ist mit Militär ad- gesperrt. Von den Bäckermeistern nahmen 127 die Forderungen der streikmdm Arbeiter an; mehr alt 200 Meister weiaern fich aber, dies zu thun. Et wird daher der Ausbruch von 11:, ruhen befürchtet. Die Massen find ungemein erregt und wollten gegen vat Militär marfchirm, wuroen jedoch von ihren eigenm Füh-ern beschworen, einen Konflikt zu vermeiden und die Ruhe zu dewahrm. Unter der Beröikerung der Stadt greift eine tiefgehmde Erregung Platz. Balkanländer. Trotz den ihr von verschiedmm Seiten erheilten Friedens- verficherungen mißtraut die Pforte doch Rußland und ste sucht fich für alle Fälle vorzubereitm. In Macedonten soll durch die Einführung der allzemeinm Wehrpflicht für alle Muselmanen vom 18. bit 40. Lebensjahre mtt zwei Dienst jähren so rasch alt möglich eine stehmde Armee errichtet werden, welche einschließlich der Artillerie und Reitelei 60000 Mann stark sein wird. Ueberall werden genügende Milttärdepoti errichtet. Um die Truppm nicht mehr nach an- deren Cintren schicken zu müffen, sollen nun auch in Klein asten, Syrien und Arabien ähnliche, von Goltz Pascha empfohlene Maßregeln zur Ausführung gelangen. Amerika. In Amerika treibt der Klassenkampf zwischen Arbeitern und Unternehmern die merkwüroigsten Blüthen. Nachdem die Central Labor Union einen Brauer in Verruf gelhan hat, scheinen manche Brauereibefitzee nicht Übel Lust zu haben, die Brauergesellen, welche der dezeichneten großen Ardeiterorgant- sation angehören, autzuschließen, d. h. aber, die Produttton einzustellen. Der Wiener„N. Fr. Pc." schreibt man darüber aut New Bork: Nach Depeschen aut den Hopfmdiftriktm det Staatet N-w-Bork ist die Hopsenernte heuer gänzlich miß- rathen. Vielleicht hat man darin eine weise Fügung det Schickfalt zu erblicken, denn ei ist in der That zwecklos, daß Hopfen wächst, wenn die ame:tkanischen Bierdramr ja doch dat Bierbrauen einstellen wollen. Allerdings tragen ste fich mit dem Gedanken, und zwar dethald, weil Geo.g Ehret, ver de deutendtte Bierbrauer de» Landet, von der Central Labor Union boycotltrt wird. Der Brauereidesttzer- Verein dat die Sache seine» Mitgliedes Ehret zu der(einigen gemacht und führt nun den Kampf gegen die Boycottirer mit aller Macht. Neulich forderte er die Lrauarbeiler-Unton, die einen Zweig der Central Labor Union bildet, auf, in der letzteren für Auf« prüfend auf de» Baron, dann lud er feine Gäste durch eine» Wink ei», Platz zu nehme». „Darf ich frage», was mir dat Vergnüge» verschaff: f wandte er fich zu seinem Neffe», nachdem er ziemlich ge- räuschvoll eine Prise genommen hatte „Zch muß um Entschuldigung bitten," sagte Werner mireiaer leichten Verneigung,„ein Wunsch, den Sir vielleicht seltsam finden«erde», veranlaßte meine» Freund, mich hier einzuführen." Der Rabe hockte plötzlich auf der Schulter seine» Herrn, heiser krächzend schlug er mtt de» Flügeln, und seine schwar- ze» Augen blickte» unverwandt de» Baron an. .Und dieser seltsame Wunsch?" fragte der Rentner. De, Herr Baron hat vor viele» Zahre« in einem dieser Zimmer gewohnt," sagte der Referendar,„er wünscht jetzt den Raum»och einmal zu betrete», um die alte» Ecmne- ru»ge» wieder zu wecke»."(Forts, folgt.) An» Knust»nd geben. Schweizer Garte». Schon zweimal hat Juptter Pluviut die Auftühiung deS pyrotechnifch-militärischen ScdauspielS: Die Erstürmung der Düppeler Schanzen, durch sein Eingreifen ver« ettett. Vielleicht hat die Direktion mit dem heutigen Dienstag mehr Glück und die Feuerwerker d.S obengenannten Etabliffe« mentt kommen endlich dazu, dat schon so lange vorbereitete große Krieat- und F ontenfeuerwrrk zum Abbrennen zu bringen. Bei der Darstellung det schon erwähnten K-iegSpanoramaS werden wie immer ca. 150 Personen mitwirken und durch kleinere Kämpfe und Getechte den Hergana der Erstürmung so wahrheitsgetreu alt möglich daist-llen. Vor und nach dem Feuerwerk finden Theatervorstellung, Auftreten sämmtltcher SvezWitäten und Votttdelustigungen aller Art statt, auch wird Signora Eäcilia ihre Drahtseilfahrt bei elevrischer Beleuchtung ausführen de« Märkischen Zentral Sänger- bunde«. Montag, den 2. August, fand in der Union« arauerei eine Liedertafel de« Märkischen Zentral Sängerbünde» unter Leitung det BundeSdirettor» Herrn Wilh. Handwerastav. Sin all««ritllut bemerkte vor Jahren:„Wenn die Märkischen gr% bebung de« über Ehret verhängten Boycottt zu sorgen. Im Weigerungsfälle— und der trat ein— sollten alle Brauereien geschloffen weiden, bis dat Boycoll- Verfahren gegen Ehret eingesteA fein würde. Wat da» wohl für eine Bier-Revolution geben müßte, wenn ein derartiger Plan zur Durch« führung käme! Zum Glücke für all« Biertri ker ist das Ge- spenst det Biermangelt, vorläufig wenigsten», durch die Uneinigkett in den Reihen der Brauer verscheucht wor» den. Einige Mitglieder det Vereint erklärten rundweg, fie würden ihre Brauereien offen halten, selbst wenn die über« wiegend« Majorität det Vereint ander» beschlöffe. Dazu kam noch, daß der Ale- und Porter-Brauerverein, statt Ehret und di« übrigen Lagerbierbrauer in dem Kampfe gegen die Loykot« tirer zu unterstützen, Miene machte, die Sachlage in seinem Interesse auszubeuten, da» heißt, mehr Ale und Porter zu liefern, sobald die Lagerdierquellen zu sprudeln aushören soll« ten. Unter diesen Umständen dürfte unt dat Schlimmste, der Biermangel mit all seinen verhängnißvollen Folgen, erspart bleiben. Die„Alien Landlord Bill", welche vor einigen Tagen vom Repräsentantenhause genehmigt worden, erstreckt stch, wie der jetzt vorliegende Wortlaut ausweist, nicht auf die Staaten der Union, sondern nur auf die Territorien (vat find die Gebiete, welche eine gewisse Einwohnerzahl noch nicht erreicht haben), sodaß auch Nichtdürgern der Landerweri in den Staaten nach wie vor gestattet zu sein scheint. Boston, 6. August. Zwischen der Polizei und den Streikern einer Schwetnefleischräucherei, welche stch auf der Straße wmultuarisch benahmen, kam et heute zu einem Zu« sammenstoß. Die Polizei griff die Tumultuanten an und wurden bei dem fich darauf entspinnenden Handgemenge meh- rer« Personen aus beiden Sellen verletzt. Ein Polizist und ein Streiker liegen lebensgefährlich verwundet darnieder. Mehrere Stieiker wurden verhaftet. Der deutscheste Staat der Nordamerika- nischen Union ist Wisconsin. Nach den Berech« nungen det Witconstner Staattsekretär» Ernst G. Timme find unter den Einwohnern Wtkeonfint 265 756 in Deutschland und 323 162 von deutschen Eltern in Amerika geboren. ES find also unter den 1 563422 Einwohnet« WiSconstnS 588918 entweder in Deutschland geboren oder doch von deutscher Ad- fünft. ES find dat 37,6 pCt. der Gesammtbevölkeruno. Bnglo-Amerikaner giebt et in WiSco-tfin 486 586 oder 31 7 pCt. der Bevölkerung. Die übrigen 307 pCl. find ebenfallt Fremdgeborene. Zu diesen stellten Norwegen und Schweden 10,4, Irland 62, G-oßbritannien 5 2, Britisch-Amerika 2.8, Böhmen 2, Holland 0,95, Polen 0,74, Frankreich 0,47, die Schweiz 0,23 und andere Länder 1,3 pCt. Bfcik«. Aut dem Sudan find sehr wichtige Nachrichtm einge» langt. Ein au» Kaffala in Kairo eingetroffener egypttscher Offizier schildert die Lage der Insurgenten alt eine geradezu desolate. Andererseits meldet der cgyptische Grenzdelegirte Schuhdi Pascha auf Grund ihm zugekommmer Informationen, daß der Nachfolger det Mahdi, Khalif»hdallab el Khalifa, in einem mörverischen Kampfe mtt dem Emir de» Darfur gefallen sei. Ohne diese Meldungen auf ihre Wahrhaftigkeit prüfen zu wollen, scheint doch mtt Rückficht auf die bisherige vollständige Unthätigkett der Aufständischgen, trotzdem mtt dem Steigen det NU die günstige Zell für eine Expedition nach dem Norden schon eingetreten ist, die Thatsache festzustehen, daß von einer Einigkeit Ver Slämme im Sudan schon lange keine Rede sein könne. Sollte fich der Tod Abdallah'» bestätigen, so ständen fich mindesten» drei Rivalen, nämlich Mohamed Abu Kbeir, Waled el Neghumi und Otman Digma, entgegen, welche An- recht auf bat oberste Kbaltfat zu haben vermeinen. Unter solchen Verhältnissen müßte der Moment eintreten, wo die Stämme, deS Innern Hadert müde, die Protettion Egyptens ansuchen dürften, um endlich die schon jetzt vielfach ge« wünschte Ruhe zu finden. Dieses Endresultat wir» um so fichcrer erwartet, al» die Z u f u h r, u Meer den Insurgenten schon seit geraumer Zell abgeschnitten ist. Um di- Blokade womöglich noch wirksamer ,u gestatten, soll zwischen der eng. lischen, llalienischen und egyvlischm Regierung eine K o n o e n« t i o n dem»dschluffe nahe sein, wonach di« von den respektiven Kreuzern zu überwachende Küstenstrecke im Rothen Meere genau fixirt erscheint. Gerichts-Zeitung. Et« Etttenbiid aut dem Pfarrhause wurde am 29. Juli vor der Strafkammer det Landgericht» ,u Stuttgart enttollt. Dasselbe verdient voll und gani der O-ffenUichkelt übergeben zu werden. Es drehte fich diese Verhandlung einer« seit» um die„Köchin" einet katholischen P-arrer». andererseit» aber gab die Verhandlung auch ein Spiegelbild über dat Tretben, wie et in so manchem P'arrhause vorkommt. Ange- klagt war die ledige östjähiige Emma Ludowika Pceißle von Mühlsorf O.-A. Tuttlingen wegen Prtvatmkundenfälschunz und Betrugtoersucht. Di« Angeklagte, welche noch nie bestraft war et gestern wieder so! Dat litzte GesangSfest, welche» am 27. und 28. Juni er. in Neu- Ruppin abgehalten wurde, war seit langen Jahren dat erste, weichet ohne Regen verlief und darüber große Freude. Gestern hatte man ebenfalls gute» Wetter erhofft, leider wurde et trüber und trüber und gegen 8 Uhr Abend» öffnete der Himmel seine Schleusen und es — regnete wieder einmal. Der große Garten der Union 3« brauerei war fast ganz g.füllt und man saß itsp. stand Kopf an Kops und lauschte den gebotenen Votträgen. Dat Programm brachte im ersten Theite folgende Chöre:„Steh fest, du deuischer Eichenwald" von Jsenmann.„Heute scheid' ich", Volkslied o. Jsenmann.„Der Wald im Frübling" von Rözr, und„Am Ort, wo meine Wiege stand" von Wild. Handwerg. — Dat Sänger-Podium, welche» im Osten det Garten» aus« gestellt war, tonnte kaum die Sänger fassen; der Ort war gut gewählt, denn die Atkustik war ganz vorzüg» lich. Herzlich gefreut haben wir un», daß diesmal da» ganz abscheuliche Zasammendlasen(Sängerruf!—?) unterblieb. Zur Ehre der Herren Sänger sei et gesagt: noch ehe dat letzte Musikstück verklungen, war ein Jeder auf seinem Platze/,— Bravo I— Der Chor klang dietmal ganz besonder» mächtig, et war eine Freude zuzuhören. Die große Sänger- schaar folgte den leisesten Winken ihre» tteiflichen Dirigenten mtt Präziston. Die Intonation war sicher und fest und die Nutsprache tadellos. Der Bund fingt wie ein Verein und verdient deshalb volle» Lob. Zu betauern ist et, daß der „Märkische Zentral-Sängerbund" jährlich nur einmal in Berlin öffentlich fingt d r gestrige Abend hat doch zur Genüge ge« zeigt, wie viele Freunde der Bund desttzt; so lange gelungen wurde, wich Niemand von der Stelle— trotz de« herab« strömenden Regent. Nur würden wir rathen, daS nächste Konzert auf„Tivoli" abzuhalten, wenn möglich noch Ende August d. I., an Besuch wird et stcher nicht fehlen. Der zwette Theil brachte noch folg-nde Chöre:„Ritters Abschied", von Kinkel.„Waldabendschein", von Schmölzer.„Still ruht der See", von Pfeil und„Schöner Rhein", von Mohr.— Diese vier Koowostttonen mußten auswendig gesungen werden, da der Herr Wtrth vergessen(?) hatte— erne unS verstchert wurde— dat Sänger- Podium beleuchten zu lassen. Auch diese Vorträge gelangen ganz befriedigend und wurde den braven Sängern lauter und wohloerdienter Beifall gezollt. Da» Muftkkorp» de» 2. Garde Feld-Arttllerie- Regiment» unter Lei« tung seine« bewährten, talentvollen Stabstrompetert Herrn Ad. Schink unterstützt« die Liedertafel durch ganz vorttesfliche Orchester. Lorttäge. worden ist, war bei dem am 18. Februar d. I. verstorbenen katholischen Stadtpfarrer Stein zu Weil der Stadt„hauihil« terin" gewesen. Schon alt Mädchen von 14 Jahren hatte fie gn, da er noch alt Präzev'or mit ihren Eltern auf gleichem oden wohnte, bedienen müssen und war bei ihm geblieben, bii er 1873 alt Stadtvfarrer int Pfanhaut zog, wohin fie ihn degleitete. Nach Stein't Tode vermiete man ein Notizbuch in dem man Notizen über seinen letzten Willen ver» muthete; allein et fand fich ein solches nicht, denn die Anze» klagte hatte ei an fich genommen, und brachte et erst am L. April dem Landetbischof Hefele nach Rottenburg, diesen bittmd, er wöge ihr zu dem verhelfe.'', wat in dem«üchle für fie stehe. Darin aber waren der Angeklagten 12600 Mark Kapital vermacht, femer zwei Traueranzüge und die Bestim- mung getroffen, dah durch diese Testamenttklausel daß Testament selbst nicht alterirt werde. In dem Testament aber waren der Preihle 2000 Gulden vermacht worden. Der Bischof von Rottendurg, der laut Testament zum Universalerbm eingesetzt worden war, sandte bat Notizbuch der Theilungtbehörde zu, die sofort bemerkte, daß hier ebenso grohe alt plumpe Fälschungm vorlagen. Et war nämlich darin der Ange« klagten nicht ein Kapital, sondem die Zinsen einet solchen, und nicht au« 12600, sondem au« 2600 Rar! ver. wacht worden; femer nicht zwei, sondem ein Troueranzug -uaeNackit und schließlich die Bestimmung getroffen, daß damit die frühere testamentarische Verfügung aufgehoam sei, nach «elcher fie 2000 Gulden baar erhalten sollte. Die in Unter suchung gezogme Haushälterin war altbald geständig, die Fälschung vrrübt zu haben, nachdem fie gesehm, daß ihr nur 2000 Gulden vermacht worden seien, während ihr der ver- storbene Stadtpfarrer stet« versprochen habe, für fie zu sorgen, und auch Vit zuletzt behauptet Hab«, fie sei im Testament so bedacht, daß fie lebentlang genug hätte. Da Bischof v. Hesel« alt einziger Erde eingesetzt sei, glaubte fie, bei diesem ihre mohlderechtigten und in Löjährigem treum Dienste erwordenen Ansprüche durchsetzen zu können. Alt auf diese Ansprüche näher eingegangen werden sollt«, beantragte Rechtsanwalt Schickler, al? Vertheidiger der Angeklagten, daß bei geschlossenen Thüren verhandelt werde, da die Sittlichkeit bei den nun fol» genden Enthüllungen nothleiden könne. Allein der Gerichtshof t heilte diese Befürchtung nicht und de hielt fich die/Entscheidung über diesen Antrag vor. Die nach diesem Vorkommniß von den Anwesenden mit doppelter Aufmerksamkeit verfolgten Mutheilungen der Angeklagten betr» ihrer Ansprüche gehen darauf hinaut, daß fie, die Angeklagte, schon in ihrer Jugend von dem%. Stein verführt worden, daß er seitdem im lange Jahre dauemdm, ununterbrochmm intimsten Verhällniß zu ihr ge- standen sei, daß fie im Jahre 1881 in Folge dessen Zwillinge geboren habe, die jedoch bald nach der Geburt starben, daß Stein fie vom Heirathen abgehalten habe, daß er ihr aber trotzdem einm so geringm Lohn— 100 M. später 150 M.— gab, daß fie sich nicht« ersparm konnte. All die« suchte er ihr dadurch erträglich zu machm, daß er ihr sagte, ihre Zukunft nach seinem Tode sei gestchert«. Er habe ihr auch oft in Folge ihre« Andrängen« weitere Berschreibungen gemacht, dieselben aber dann de» anderen Tagt wieder vernichtet. Deshalb habe fie. alt fie die Testamentsnachträge in dem Noll, buch fand, da« abgeändert, wo fie fich betrogen sah. Die Ver- wandten de» Stein, namentlich ein Bruder von ihm, suchten dat Buch auf, in der Hoffnung, daß dort noch ein Nachtrag zu ihrm Gunstm stehen werde, wat aber nicht der Fall war. denn Alle« war dem Bischöfe für kirchliche Zwecke vermacht worden. Von dem Vorfitzendm det Gerichts, Landaerichtsrath Hermann, wurde konstatirt, daß die Angaben, welche die An« geklagte hier gemacht hatte, sämmtlich auf Wahrheit beruhen, durch eine vorliegende Korrespondenz zwischen Stein und der Angeklagten vollauf bewiesen würden.— Demgemäß beantragte der Staattanwalt statt Zuchthau«. nur 1% Jahr Gefängmß. strafe, indem er unter solchen Umständen Mild-rungtgründe anerkenne, und nur wegen der hohm Summe, die sie fich zu eigen machen wollte, eine so hohe Sttafe beanttagen müffe. Die Vertheidigung bestritt die Strafbarkett der Angeklagten, da ersten« dat Notizbuch mit den Einträgen keine Urkunde im Sinne det Gesetze» sei, und zweiten« die Angeklagte nicht Ge» brauch davon machte, um fich einen rechtswidrigen Gewinn zu fichern� Hätte fie dat wollen,.so mußte fie dat Nottzwch mtt d" aber_______.____________ führte, um �Jugend und Ledeniglück gebrachte Mädchen um eine weit geringere Strafe, alt die von der Staatsanwaltschaft angesetzte. Da» Urtheil lautete auf 1 Jahr Gefängnis unter Zustimmung zu dm Gründm der Vertheidigung, welche auf mildernde Umstände führen. Da» Urtheil spricht et nochmalt au», daß der Angeklagten, die von Stadtpfarrer Stein ver- führt und in unerlaubtem jahrelangem Verhältnis gehalten wurde, dann durch ihn geboren hatte, hohe Zuficherungen gemacht wordm warm und daß fie fich nun, durch die Gerin gtügiglett de» Erbtheilt vor die Frage der Existenz gestellt sah, wa» ihre Schuld in so mildem Lichte erscheinen Bestrafte»„Tnuk." Hagen, 5. August. Von der hie« gm Sttaftammer wurde ein Eü.wohr.er au» Rüggeberg zu ' Mark Geldstrafe verurtheilt, weil er in den Jahren 1885 und 1886 seinen Ardeitern Schnap» verabreicht, den Bettag dafür angeschriebm und bei der Lohnzahlung einbehaltm batte. Ein Schtoßfablikant aut Berge bei Volmarstein erhielt 30 R. Geldstrafe, weil er einem Arbeiter anstatt de» verdtenttr. Laar« bctragtS Viffualim gegeben. D!e Unt-rnehmer mögen fich also merken: die Lohnzahlung muß stet» in Baar ge. schehen. Wege«»«erlaubte« Umgaug» mit Knabe« wurde am 6. August in London ein Geistlicher der malischen Kirche, Namen» Richard Henry Moffat, vom Z«ptral»Kriminal-Ge» riwtShofe für schuldig defunvm und zu l8monaUtch«r Straf« arbeit verurtheilt. Da» Wort„SReusch" all Ehrenbeletdtgung. Wim, 6. August. Frau Johanna Bleyer klagte ihre Nachbarin Jo« sepha Groß auf Ehrendrleidigung� weil letztere fie vor mehrerm Perlorm„ein Mmsch" gmannt hatte. Da« Wort„Rmsch" im sächlichen Geschlechtt gebraucht, sei bekanntermaßen einem Schimpfworte gleichbedeutend, und fie bitte daher um Be> strafung der Angeklagten. Bei der vor dem ve�rkigerichte stoße nm gegen die Grammatik, wenn man..daS Mmsch" statt „der Mmsch" spreche, und solch ein grammatische» Delitt, wie strenge e, auch in der Sch le geahadet werdm könne und dürfe, sei niemal» geeignet, gerichtlich bestraft zu werden. Dem gegmüber machte die Privatllägertn gellend, e» sei schon aut dem geringschätzigen Tone, mtt welchem Frau Groß dieWorte ..«1 r* r. r w w i*»* w.. e. r.iw.-»» rc,t.--- .diese««d" gesprochmi. ganz deutlich, daß selbe°U Ehren« Beleidigung aufzufasien seim.-.Ast nicht im Detttschm auch ####0 "VUD iaviliu,______ WWW schlechte gebraucht, im Wimer Jargon eine verächtliche Be« zeichnung ist. Dt« Krage, wa«««ter Arbeittfahrwerk zu verstehe« ist, lag gestern dem hiefigm Schöffmgericht zur Beurthellung vor. Der läng» det Thiergartmt vom Brandmburgerthor bit zur Lenntstraße angelegte atvhallirtt Fahrweg ist für Arbetti« fuhrwerk verboten. Der Milchpächter Hanisch befuhr am 13. Mai er. diesen Weg mit einem leichtm Breaa» auf welchem ein nickt zu schwerer Milchkasten aufgeschnallt war, und ist wegm Nichtbeachtung det qu. Verbots in Sttafe genommen worden. Er erhob gegen dat Sttafmandat Widerspruch und machte im Termin geltend, daß sein Wagen, den er vor dm ?stnftern det Sitzungssaals ausgefahren hatte, nicht zum Ar. elltfuhrwerk zu rechnm sei. Anderer»uffaffung waren Amt»« anmalt und Gerichtshof und wurde in Folge deffm der Ange« klagte ,u 1 M. Strafe verurt hellt. Arbetttfuhrwerk, so führte der Vorsitzende aut, sei der Gegensatz von Personenfuhrwerk, während et dabei auf dat schwere oder leichte Gewicht de» WagenS gar nicht ankomme. Ein MUchwagm ist aber gar nicht für dm Personmoerkehr bestimmt, mithin ein Arbeitt- wagen._ Soziales und Arbetterbentegung« Obdachlos. Elberfeld, 6. August. Sett acht Tagen de- reit» lagert in einer hiefigen Straße eine Familie, welche keine Wohnung findm kann. Die wmigen Hautgeräthe lagem zer« streut auf dem Fahrdamm umher. Grgm Regen und die Nachtftöste schützm fich die armen Menschen, indem fie fich in einen Kleiderschrank verbergm! Dieser Schrank dient zugleich der Famllte alt Aufenthalt für die Nacht. Gradezu und«. aich scheint et, daß die städtischm Behördm bei solchm standen nicht Abhilfe zu schaffen im Stande find. Et ist in diesem Jahre schon wiederholt vorgekommen, daß obdachlose Famllten wochenlang in Ettaßmdurchzügm und in den vor der Stadt gelegenen Gehölzen kampiren mußten. I« Dresden steht eine allgemeine Aussperrung der Maurer bevor. Bei einem Meister det Durchbruchtbauet wurde wieder dm Ardettern der Minimallobn von 35 Pf. pro Stunde nicht gezahlt, sondem 32 und 33 Pf. Di« Maurer destandm aber auf Zahlung de» Lohne» und legten darum intgesammt die Arbeit nieder. Am Donnerstag war der Ver« dano der Baumeister, Bauunternehmer u. f. w. beisammen, und steht zu desürchtm, daß die hiefigen Bauunternehmer an« gespornt durch dat Berliner Beispiel eme allgemeine Au»> sperrung vornehmen. Die„Nachrichten" nahmen sofort Stel- lung gegen die Arbetter, während der konservative Abgeordnete für Dretden, Herr Hartwig, einen Minimallohn vrn 35 Pfennig für eine durchaus gerechtfertigte Forderung nach öffentlichem Autspruch, hält. Gerade beim Durch druch ist auch die Lohnknauserei am wenigsten am Platze. Dort wurden Hunderttausende von den Unternehmern durch städtische Zint- garantie und städtische Subventionen geschluckt.— Nach neueren Nachrichttn find die Unternehmer entschloffen, alledem Fachverein der Maurer angehörige Maurer zu entlaffm und dafür billige schlestsche und böhmische Ardeiter einzustellen. Hoffentlich wird dieser Plan zu Schanden. Die Meister der Hannoverschen Maurerinnung find so ardeiterfreunditch, daß selbst die vezirktbehörd« einem neuen, von der Innung festgestellten Arbeitsvertrag besonder» wegen der Verschärfung der KündigungSvorschriften, die Genehmigung versagte. Die Stützen der heutigen„christlichen" SozialpolUtt wollen nunmehr durch einzelne Privatvnträge ihren Willen durchsetzen. Ferner lehnen fie et noch immer ad, mit dem Ge. sellenkomitee in Unterhandlungen zu tteten,— wa» die Nicht« innungtmeister schon vor fünf Wochen thaten. Der Streit iß also noch nicht zu Ende. Nicht sämmtlich« Arbeiter der vodenheim'schen Käß« !abrik haben in Caffel die Arbell eingestellt, sondern nur die Zöttcker, die auf Stück arbeiten. Die Arbeit i« de« Brauuschweiger Bahnhoftwerk« Sätteu hat sett der Einverleibung der Bahnen in preußische ahnen und speziell der Unterordnung unter die Magdeburger Eisenbahndireltion erhebliche Einschränkung erlitten, und find in Folge dessen mehrfache Arbeiterentlaffungen eingetreten. Dieselben find um so empfindlicher, alt grade in den Bahnhof». Werkstätten der größte Thell der Ardeiter seit langen Jahren in denselben beschäftigt war und fich gewöhnt hatte, dieselben gleichsam al» lebenslängliche Ardeittstelle zu dettachten. Auch eine Anzahl Braunschweiger Geschäfttleute, welche sett Jahren Lieferungen für die Bahnen hatten, haben dieselben eingebüßt. Maschinenbauer und Arbeiter in den Maschinenfabriken und Eisengießereien der Firma Hutchinson u. Co. in Newcastle on Tyne haben fich geweigert, die Arbett zu den alten wetterzuführen. Et berrzchle schon sett längerer Zell Spannung zwischen Arbeitgebern und Ardettnehmern. Streikenden verlangen«ine ISprozentige Lohnerhöhung. Zahl derselben beträgt 680 Rann. vermischtes. Die anfgehobene Ehescheidung. Auf dem Korrtds im ersten Stocke de» Wiener Just-.zvalasteS ging am W* Montag ein Mann mtt großen Schritten auf und ab, � Zeit zu Zett seine Uhr aut der Tasche ziehend und den ltchen Ruf ausstoßend:„Die kommt noch immer net!" � Mann erwartete seine Gattin, gegen die er dat ScheidunM fahren etngelettet hatte, und in einem Bureau det LaM richte» in Zivilsachen sollte eben die zweite diesbezügliche Handlung stattfinden, nachdem die bei der ersten selten» Richters unternommenen Versöhnungtoersuche auf beiden WnungSMfi ten auf heftigen Widerstand stießen. Der Mann, de» l-i>B suvem An Harren« überdrüssig, ging endlich auf die Sttaße, um na»?«rufi sehen, ob die so sebnsüch'ig Erwartete denn noch nicht to®* f 3»2ttel Endlich erschien stc und schon von Wettem rief ihr der 3*� einschlh einige gepfefferte Sottisen zu. Die Frau, ein dralle«, tere» Weidchen. blieb die Antwort nicht schuldig, ein gab dat andere und schon nach wenigen Minuten lafltfj Mann und Frau, zum größten Gaudium der Sttaße in den Haaren. Dem Mann pasfirte hierbei da»■ daß er, im Begriffe, mit dem linken Arm zu einer greiflichen Zärtlichkeit autzuholen, mtt aller Wucht vem linken Ellenbogen in da» Schaufenster ein«. schäfte» stieß und dasselbe dadurch zertrüiws« Da» Geklirre der zerbrochenen Glattafel führte einen«A bltcklichen Waffenstillstand zwischen dm strettmdm herbei. In demselben Momente stürzte aber auch'w® ÄeschäftSinhader au» dem Ladm und verlangte von dem für die zerbrochene Scheibe einen Ersatz von sech»@45 Der Mann kramte in allen seinen Taschen herum unb>. fich dlot in dem Befitze von drei Gulden und K-.euzem. Er verlegte fich nun auf» Parlamentttm ur» klärte, die restlichen drei Gulden Nachmittags bringmp>>£5 worauf der Beschädigte aber nicht eingehen wollte. Sie nicht zahlen können, so laffe ich Sie arreitren, weiß, wer Sie find." Er rief auch thatiächlich einen Pp» heitSmann herbei und ersuchte ihn, den Zert-ümmtt«! Fensterscheibe bebuit AutweiSleistung auf da» Polsteik«� riar zu eSkortiren. Nun lepte fich die Frau aber in»■ „Dö» gibt'» net, i laß mein' Mann net wie ein' Vafl�, arrettren. Micken'« kein Aufsehen, geben.'» mit mein- hinein in Laven, i versetz' derweil mein' Uhr und Ket«* i a kein Geld bei mir dad' und bin gleich wieder da-| schon eilte fie davon. Nach wenigen Mim»», 8e ganz erhitzt und freudig gerannt, in der and zwei Zehner-Banlnoten haltmv. Sie ließ r? f dem Ladmbefiyer auf die eine Note den Betrag Gulvm hcrautgebm und meinte zu dem ganz lieb beschämt dastehmdm Mann:„Komm', jetzt geh'n kaiserlichm Rath wegm der Scheidung, damtt wir enr/ wer'n."—„Ja, unsere Vorladung war auf zehn Uhr � und jetzt t» schon beinahe Zwölfe, heut' it schon l sagte der Mann, indem er so von der Seite einm i» Blick auf die Gattin warf. Run war die Reihe det sein« an der Frau.„Weißt wa», Annerl," sagte jW,« schüchtern der Mann,„geh'n wir ham und sagen,« — ,.J geh' net ham.. erklärte die Frau halb und halb versöhnt.-„Na waßt. Du hast zehn Guldm bei Dir. wir nehmen un« a'n Flaker"�5 n�ch Sievring zum Heurigm. Et it doch i i«_�oSSS b 1Ä r ÄZ« #4n#n n t>r K« 4 f er Kam T***■»* �. 9. Ziehung d. 4. Klasse 174. Köniql. Preuß. Lotterie. � Liedling»om».«ugust>»««. Nur die«mtwic»der«10 Marl ftud Mn tmtlfnk*« KiuBaen ik Parnttheie beigefügt. (Ohne Gewähr.) mmmmM glückselig einen eben vordeifahrmdm leeren errr Änw der gerichllichm Scheidung von Tisch und Bett« Jantschy in Sievring ein heitere« Versöhnungbllll- ���s Eine wichtige Neuerung im Telegraph�, dat sogmannte Sensovhon, det welchem der TaNst lesm der Telegramme besorgt. Der Beautte leg» spitze auf einm Tafter, dessm längere und kürzere dm Zeichen det Telegraphen-Alphabet« eittst" � Apparat gewährt dm Vortheil der Geräuscklofi« könnm daher mit der Telegraphmsprache vertraute nicht mehr Telegramme abfangm, wat bei dm 0� Apparaten sehr leicht sein soll.. '.v aaoe,»cguiAii, unw „Rensch", im sächlichen Ge. 706 1300) 933 47 M(16001 1 «MWMMTWw« .«..»»». 4' 7'o N gl 77 85 461 602 84 87 661 712 1 mMmmmm 614 641Ü�U_ Ä2% 26 256 810 44 .-45029.. 42 86 831 70 W? % .188 MWMMWMM 71 72 312 24 446_ »0008 17(16001 20 73 84 044»11«»j 9o ggg � 444 � � 83 96 348 69[300] »5018 46 62( 629 66 60 91 97 756 "0.(9001 18 74 88 MWWW �L�iwi66yr 40090 108„ limmwmmm 66�130 709 »0001 104 _ r»» aü» w-iirawL' � w � tau. w ,i g# 66 68 07 81 221 96(30001.........................| MßKW'WWAM ....6 92[SOOOi 925 28■ �8*«%» bUYb 646.714 8» 77 0» 84 98 774 849 7084 69 102.13.86 90»; 116001«"» 'sm.%% M7 68 1?600797' *0006 MW« ■Sf-Oi 19 32 74 81 90 714�21 43 1160-1 963; 106 72 98 29., 337.60 63 80 18001 4-8 Ml ft) 86 I »4 ß»0O) 98 243 90 409 64 672 ■«fi mwm immmwm 77011 34 I65',i 2ÖM 8 l�m Sao kM 219 706 22 77 80 867 76 95jl60m 80, 28 •jlS 27 62 61 608(6601 83 94 744 63(30,4)1 63 96 hjoü4 42 TsS-'l 82 118 22(16000) 71. «2.9» 93 447 547 69 84 66>,I 736(SooOj 4.6.60/ SKMM &%%%%% 184 201(8.4)1 44 80ÖI 86 90 Sül 24 421 50 54 86 01 (300) 84847 67_______ W«»142 65 71 73 89 277 91 412 61?. 19887"«29 Tl�'lOO»! 114�*8" MWl 52■ Hteei« 1 new. v hung. f „«otriW am letz» d ad,»* d«n ndl" SM İL um nM "diBf i lag» 4' Beilage zum Berliner VolNlatt. Nr. 184. Dienstag, den 10» Angnst 1880. IIL Iahrg: % n Bflda nd(W tu«ü n;u*K e. i Kommunales. v Die Urliste»nientoen Petsoue«, welche in®em5fc&tU vestimmunaen der Titel IV und VI d«S Gericht« ner- �ungsgesehei für dal Deutsche Reich vom 27. Januar 1877 Kfcm Amte eine» Schöffen bezw. G-schworenm für da« Jahr e berufen werden können, ist aufgestellt und wird nach jL3ö.*tW IV a. a. O. eine Woche lang und zwar: vom 13. dt« einschließlich 19. August d. I.. täglich von 9 Uhr Vor. Mag« bi« 2 Uhr Nachmitlags, im Wabldmeau des *7a�faatS, Köllnisches Rathhau», Breitestraße 20a 2 Treppen, Einficht ausgelegt werden.— Gegen die Aichtigstit oder Vollständiglest der Urliste kann innerhalb der «nwöchigen Frist oder im Wahlbureau ,u Protokoll Einsprüche ttt)obtn werden. _ Im Arbeitshaast befanden fich am 1. Juli er. 56 Fa- «Uten mit 214 Personen. Am 1. August war der Bestand �Familien mit 230 Personen. DaS Ayl für nächtliche Ob- b»chlose benutzten im Laufe de» Monat» Juli 4127 Personen Und»war 3737 Minner, 390 Frauen. Von diesen Personen �«den 27 dem Krankenhause Moabit» 6 der Charite« über- «tesm. 228 der Polizei vorgeführt. Zostale». * Gegen die»oit»«ilich geforderte Herrichtung vo« «orgärte« aa de« Häusern de« Müller-, Tegler-, «nntaeadorser»«ad Paakftraße haben die betreffenden �Wbefitzer jetzt«ine längere Demonstration an da» Polizei- �aftdium gerichtet. E» wird darin darauf hingewiesen, daß % m chten Straßenzüge fast durchweg von Geschäftsleuten u»o Gewerbetreibenden bewohnt werden, welche nicht in der rW find, dem LuxuS der Vorgärten Arbeit und Geld zu LA- Die Existenz der Vorgärten würde aber auch zum ftochtheil der Hauidefitzer den Mieth»«erth der GeschäftSlo.ale Abmindern, der Verlehr in diesen nicht zu den Luxußstraßen «'wenden Etraßenzügen außerdem Störungen erleiden— H abgesehen davon, daß auch da» öffentliche Jntereffe e» als rathsam erscheinen läßt, in den Fundamenten und der Vorgärten bei Nachtzeit bequeme Versteckplätze für fftei Gesindel zu etadliren. Aui allen diesen Gründen uS? bie Petenten, die Verordnung außer Kraft zu setzen eli,»°ber den Beteiligten so rang« Frist zu gewähren, bi« Manzen zur Sache Entscheidung g-iroffen haben. ZfcJsMe Pferdeeiseabah«. Ein Unternehmer hat beim i die Genehmigung zur Anlage einer neuen Pferde- westlichen Seite de» durch den Lustgarten, », König«» und Prenz« E-testraße bi»' zur Weichbildgrenze führen soll. Von der z„?ilauer Chaussee ist die Abzweigung einer zweiten Linie „brch die Belforter- und Weißen Zurg-.rstraße bi« zum Wörther �'0$ geplant. Städtische« veerdigungtwese«. Im verfloffenen Ver- Ii MF »JP, �9. 1886 an Grabgebührm 3058,00 Mark ein. Die Gesammt- Annahmen au« dem städtischen veerdigunoswesen betrugen 10355,02 Marl, die Gesammtausgaben 33 362,44 Mark, sodaß �" Zuschuß von 23 007,42 Mark nothwendig war. Ein Streit Aschen den Staatsanwaltschaften und dem Polizripräfivium, Kommune hat sich darüber erhoben, od die letztere sei einen LeerdigungSplatz für die Hingerichteten ln;t"W8>u hatten. Da der JustizfiSku» im Lauf» der Ver- V�dlungen bereit«»«gestanden hat, daß er verpflichtet sei: ir" Sarg zu be,ahlcn, 2) dm Transport de« eingesargtm gmnom» zur Beerdigung» stelle zu bezahlen, 3) dieKostm der i°�"°�bung w zahlen, 4) die Rosten der Aufhügelung zu ei» l die Kosten der Grabstelle zu zahlen, so scheint bbüRM# darüber, wer den Friedhof herzugebm habe, nahezu �»u sein. Im Zivilprozeß oerfahren dürfte Fi»ku» All ßMin. (&r*: Da» lachend« Pari«.) Man« Zufavterie. Kavallerie und Die Herrschaften folge« der großen Defilad« mit hält die Kaiserin wne. Ahr scharfe«»uge hat »«tß- grüne« Dragonern einen blau-rothm reitet jener Lancier dort in meinem Dragoner» �«S die Katfert* ihr« Gemahl. � �tefchall!" Uarnicht bemerkt," erwiderte der Monarch. "$«1 r Marschall-KriegSminister nähert fich feinem kaifer- kommt denn der Lancier in die Reihen der Dra» � dR Raifert«?" werde hierüber Informationen einholen, Lire/ de»»j'd der Krieg«minister trabt, trabt, trabt in die Näh« ��schall-Kommandanten der kaiserlich«« Garden. do, Lieber Marschall, der Kaiser sendet mich ,u Ihne«, um %i«name der Hingerichteten fluz« an eine Anatomie au»; bei oiesem Verfahren konnte ein derartiger Streit überhaupt nicht entsteben. Der Verwaltungsbericht der Waise«verwalt«»g pro 1885-86 ist weben erschienen und entnehmen wir demseloen nachstehende Datm. Der Waisenpflege übergeben waren am Schluffe de« Bericht» jrhre«£036 Kinder gegen 4673 de« Vorjahre», Waisenkinder im engeren Sinne waren 4679, während 326 Z wangSerziebungikinder, 34 verwahrloste Krnder und 17 ehemalige erwerdtunfädige Waisenkinder der Waisenpflege an» heimfielen. Die Zahl der Waisenkinder vermehrte fich im Be- richttjahr um 373, die der verwahrlosten Kinder um 16, Zw mgS- erziehungSktnder wurden 5 weniger. In da» hiesige Waisen- hauSdepot wurden im Laufe de» Jahre« 3263 Kinder aufge» nommen, 3243 schieden darau«. In hie st ier Kostpflege defan» den ftch am Schluffe de« Berichtsjahr«» 949 Knaben, 1088 Mädchen, durchschnittlich wurden täglich 1924 Kinder verpflegt. Im Laufe de» Berichtsjahre» starben 66 Kinder, darunter 56 Säuglinge, nach erfolgter Korst rmation traten in Lehrverhäft- niffe 80 Knaben, in Dienstverhältnisse 132 Mädchen. In auswärtiger Kastpflege befanden fich durchschnittlich 1883 Kinder, darunter 117 Säuglinge, welche letzt« rm in 45 Ortschaften untergebracht waren, von dm Säuglingen starben 58. Im ganzen find von den in auswärtiger Pflege befindlirhen Kindern 71 gestorben, also 3 77 pCt. gegen 1 92 pCt. im Vorjahre; die« ungünstige Ergebnis kann nur zufälligen Umständen deigemeffen werden, da weder bestimmte O.tschatien fich durch ungewöhn- liehe Sterblichkeit hervorgethan, noch irgendwo Kinderepidemien geherrscht habm. Wa» die ZwangierziehungStinder anbekifft, so find seit E.'lai« de« Gesetze« vom 13. März 1878 bi« zum 1. April v. I. 450 Kinder zur Zwangserziehung verurtheitt. Der Zuzug betrug im Berichtsjahr 51 Kinder; von diesen waren 33 in Berlin, 18 außerhalb geboren; 13 waren uneheliche Kinder, 56 Kinder schieden au« der ZwangSerz, ehuna. Ursache der Uederweisung zur Zwangserziehung ist bei den neu überwiesenen 51 Kindern in 42 Fällm Diebüahl. 6 Fällen Betteln, 2 Fällen Unterschla- gung, in 1 Fall Urkundenfälschun». An Kosten für die Z wangSerziehungtkinder sind 63783,56 M. verausgabt, gegen 63 270,72 M. im Vorjahr, wieder ein gingen 1885—86 32565,02 M., 1881-85 30 095 25 M. Die Ergebnisse der Zwangserziehung find durchaus zu'rievenstellend' ei ist zwetfel- lo», daß eine große Anzahl der überwiesenen Kinder vor mo- raltschem und physischem Verderben gewahrt wird. Anderer- seit« würden noch b«ffere Erfolge aufzuweisen sein, wenn e« 8(länge, Einwirkungen Angehöriger auf die zur ZwangSerzie- ung verurtheilten Kinder vollständig fernzuhaltm. Gegen Emgriffe in da» EcziehungSrecht kann stch die Waifmpflege nicht genügmd schützen. Der ErziehungStnspektor besuchte tm Laufe deS Jähret 81 Städte, 122 Dörfer, wo 1294 Watsenkinder, 115 ZwangterziehungSkinder untergebracht warm. Von den Pfl gestellen waren 18 al» vorzüglich gut kritiflrt, 10 als schlecht, weite letzteren sofort aufgelöst wurdm. Im übri- gm waren die Pflegestellm befriedigend. Ein hervorragende» Jntereffe knüpft stch an die Frage, wai später au» dm au» der Waisenpflege mtlaffenm Kindern wird, in welcher Weise die befolgte Erziehungtmetbode auf da» spätere Leben einwirft. Smi de« BerwaltungSdirektor« bezüglich der zu Michaeli» 1875 konstrmilten Mädchen nadjgffotjät und hat stch dabei ergeben. daß von 54 konstrmirtm Mädchen 21 ver. heirathet, 18 Handarbeiterinnen, 6 in dienstlicher Stellung, 5 verstorben, 1 prostituirt, 2 ausgewandert und 7 unbekannten Aufenthalte« find. 44 Mädchen führten ftch recht gut und gut, 13 ziemlich gut, 1 schlecht. Wa» die Kostm der Waism- pflege anbetrifft, so stellen fich dieseldm auf 843699 M, auf den Kopf der Bevölkerung kommen somit 51,0 Pf. gegen 54,0 Pf. im Vorjabre. Die Aufgabe für die Waismoerwaliung adsordilt 1,610 pCt. der GesammtauSgabe nach dem Stadt- hauSbalt Etat. lieber ei« aeve« Etraßenprojekt schreibt man der „Voss. Ztg.": Inmitten der fiw in so großartiger Weise voll- ziehenden Umgestaltung Berlir« dürfte e« sich empfehlen, da« Augmmerk der Behörden wie de« Publikum« auf ein Projett zu lenken, welche« dazu dienen würde, da» Zentrum der Stadt, dm DönhofSplatz, direkt mit dem Zoologtschm Garten und Charlottendurg zu verbinden; ferner eine Verbreiterung de« .Ha! 3« der Thai I Da« ist stark! Ich hatte den Kerl nicht bemerkt! Augenblicklich werde ich wissen, wa« da« heißen soll!" Der Diviston«-General und Chef der Gardererter trabt: Badabum I.... Badadum I.... zum Brigade-General. Er hat fich ganz außer»rhem geritten. „Mein Bester... ich kann«ich nicht faffm... der Kaiser... verlangt zu wissen...»a« zum Teufel dieser Lancier unter dm Dragoner bedeuten soll?" „Eine Sekunde Geduld. General, und ich brmge Ihnm eine Eiklärung diese« unerhörtm Vorfall«." Spnchi'« und giebt seinem Pferde die Sporm, um dm Oberstm der Dra» goner zur Rede zu stellm. Da« Kavallerie. Regiment hat fich mittlerweile tu Be- wegung gesetzt und defilirt unter Trompetmgeschmetter und Trommelwirbel in einer riestgm Staubwolke. Der Brigade-Tmeral galoppiert mit verhängtm Zügel« über die Sbme. Nach zeh« Minuten«reicht er dm Oberstm. � O... berstl Der Kais« läßt Sie fragen, fett wann Lancier« i» Dragon«- Regimentern '�«Zch kan» die Tete de« Regiment« nicht verlassm!" ruft d« vor Zorn puterroth gewordene Oberst, d««U ae- zozmem Säbel dem Gmeral mtgegm galovpirt«;„ab« wmd« Sie fich an den Chef b« zweitm Etkadron, d« wird vielleicht Aufschluß gebm könum, wie diese« V«brechm in meinem Regimmte vorkommm konnte!"_ t r Und da« Regiment setzt die Defilade fort: Badabum! Badabum! Badabum I,_,. D« Brigade«Gm«al winkt einm Adjutantm h«bei, d« eu carriere sofort zu ihm jagt: Plaffl... Plaff!--. zch bitte Sie, dm Kommandanten d« zweitm Elkadron SÄ Ä" A.« Major,' Ihre Majestäten wolle« wisse«, wa« d« Lancier in Ihrem Truppmkörp« ,« fuchm hat!' Poüdamer Platze« und damit eine Entlastung deffelben von dem oft geradezu lebensgefährlichen Vetteh: b rbeizuführm, und dritten« dm erstarrenden, weil vom allgemeinen Verkehr völlig adgeschnittemn Stadttheil zwischen der Thiergarienstraße und dem Kanal mit neuem Leben zu«füllen. Die Leivziger- straße würde in gerader V rlängerung, die kleinen ftillm Settenstraßen de« Thierga tens durchziehend, auf den Puntt führen, an welchem die Friedlich Wilhelmstraße, Rauchst�aße und Kaiserin Augustastraße zusammenstoßen. Die Ver- längemng würde genau so lang sein wie die Leipzigerstraße vom Mühleudamm. E« ist vielfach aufgefallen, daß, nachdem mit dem Aodruch ein?« der der Verbreiterung zum Opfer fallmdm Häuser de« Mühlentamme« begonnen norden, die wetteren DemolirungSardetien plötzlich eingestellt worden find. Wie da«„Bert. Tagebl." hört, liegt der Gmnd dm in, daß stch bei dem AdruchSorrfuch eine bedmkliche Wackeligk-it der NachdaihSu'er he ausgestellt hat. Da nun diese theiiweise noch bewohnt find, dürste man e» nicht auf etwaige unberechen- bare„Einfälle" der alten Baracken ankommen lassen, welche iedensall» am 1. Ottober d. I. vollständig geräumt werdm. Nach diesem Zeitpunlt wird der Avbruch de» ganzm Bau- komplexe« mitein« vorgmommm werdm. Der Hofphotograph Rückwart hat den letzteren für Rechnung de« Mazistrati von mehreren Standpunkten aufgenommen, so daß ein neue« Bild der wunderltchm Bauwerke, wie ste im Sommer 1886 standen und lagen, der Nachwell üb« liefert werden wird. Die Schluß» steine der Gewöldebogm an der Straße weisen mancherlei mmschlichk Köpfe auf, an welche stch sogar zum Theil stadtgeschichtliche vagen anknüpfm. Der Magistrat hat angeordnet, daß diese Köpfe beim Abbruch geschont und an da« Märkische Musmm al« Zeugnisse brandendurgischer Bildhauerkunst de« 17. und 18. Iah hundert« zur Aufbewahrung abgeliefert werden. Einige d« Köpfe sollm au« der derühmtm Andrea« Schlüter- Kunsiwenstatt herstammm. Bei den beide« Privat-veförderungS-Gesellschafte«, «eiche fett Kurzem hin entstanden st-id, haben am Sonnabend Haussuchungen stattgefunden. U-bn die eine Haussuchung wird gemeldet:„Im Zentral-Bureau der Neuen Berliner Omnidu»« und Packetfahrt-Aktim- Gesellschaft, sowie in den Filial- Bureau« derseidm, hat gestern Vormittag 6 Uhr eine Durchsuchung sämmtlich« für die Frühbestellung dort lagernden Briefschaften, D:ucksachen»c. von Seiten der Kriminal« polizei auf Ansuchen der kaiseritchm Post stattgefunden. E« sollte konstatilt werden, ob die obengenannte Gesellschaft Sm« düngen nach außerhalb de« vestellbezirk« Berlin liegenden Ortschaften bewerkstelligt. Die Untersuchung war eine ungemein gründliche, da« Resullat jedoch ein negative«." U ber die an- der« Haussuchung berichtet die„Voss. Ztg.": Die Berliner V-rkehrS-Anftult„Hansa" hat am Sonnabend Morgen bei Er- öffnung ihre« Zentral-Bureau«, Kronenstraße 2, und ihrer ver- schiedmen Filialen eine polizeiliche Reoiston über stch ergehen laffm müffm. Mit der Eröffnung de» Bureau» stellten fich gleichzettig überall Beamte der Keiminalpoltzei ein, welche die eingegangenm Lriesschastm und sonstigen Sendungen durch« sahen, um festzustellen, od dieselben fich auf den Stadtverkihr beschränken oder darüber hinau»gehen, wa« gegen da« Pttvi- leaium der kaiserltllm Post verstoßen würde. E« wurden jedoch kerne verbotenen Briefe entdeckt. Durch dt« leldtge Gewohnheit mancher Kinder, stch unteretnander auf dm Straßen mit harten Gegenständen ,u wersm, tst sckon so oftmal« Unhell angerichtet worden, und immer wieder hört man klagen, daß dieser Unfug nicht aufhört. sondem trotz öfterer Warnungm fortbesteht. Vor kürzerer Zeit erst hattm wir zu berichten, daß ein Droschkmkutscher auf eine ähnliche Art und W-is« ein Auge verloren, in welchem Falle wie e« scheint, der oder die Thäter bi« jetzt noch nicht ermittelt find. In dem vorerwähnten Falle hantirtm mehrere Jungm mit allen Schirmaestellen, au« welchen ste fich Flitzdogen her- gestellt hatten. Durch ein Geschoß derselben wurde ein Ktt- scher Bolle so schwer am Auge verletzt, daß ihm daffelde herausgenommen werden mußte. Die Herren Jungen suchen fich, wie e» scheint, mit Vorliebe Kutscher zur Zielscheibe au«, denn e« wird un« wiederum ein Fall von einem Kutscher Schulz mllaetheilt. Derselbe defuhr am veraangenen Sonntag die Kurfürstmftraße. Vor dem Hause 171 flog ihm ein Stück Obst in« Gestcht, wodurch diese« erheblich anschwoll, ein Auge „Kreuzschockschwerknot I Wir hätten einen Lancier unter unfern Dragonern? Wo ist der Kerl?... Ha l Richtig I ... Ra warte! Wie kommt der Lancier....Habt Acht!" ... Ich kann nicht von der Te.e...„Defilee!"... »ber... der Rittmeister dort...„PrSsentirtl"... Der Rtttmeister Grindemil wird Ihnen Auskunft geben: Dort hinten bei der dritten Eskadron.....Vorwärt«. marsch I"" Der Adjutant galoppirt zum Rittmeister Grindemil tu verdreifachtem Tempo: Badalaplaff k Badalaplaff! Bada- lab««! „Herr Rittmeister! Auf Befehl de« Kaiser« I Weshalb haben S,e einen Lancier unter Ihren Rettern?.. »Wa«? Wie? Em Lancier? Bei mir? Ha I Daran ist Niemand Schuld, al« der Her, Obnlieutenant Clodomir I Ich Hab'« ja immer gesagt! Dieser Oberlieutenant Clodomir I Jeden Tag macht er eine neue Dummheit. Aber diesmal werde ich ein Exempel statuiren I" Der Rittmeister galoppirt zur Eskadron de« Ober- lieutenant Clodomir: Trimaladum!... Tnmalabum!... Trimalabum I... „Herr Lieutenant CaScapol I Wo ist der Oberlieuienant Clodomir?" „Der Herr Major hat ihn soeben zu sich rufe« lasse«!" _»34 nehme Ihren Platz hier ein. Herr Lieutenant. Suchen Ste indessen so rasch al« möglich den Herrn Ober- lieutenant auf und sagen Sie ihm, daß Ihre Majestäten im höchst«» Grade anfgebracht find, einen Lancier in seiner Eskadron zu sehen. Die hohen Herrschaften er- warten von ihm eine Aufklärung über diesen unerhörten Mittlerweile defiliren die Truppen immer fort. Lieutenant Caßcipol sucht den Oberlieutenant Clodomir auf: Kling!... Kling!... Kling!... Die Säbel- scheide schlägt klirrend an die Sporen de» galoppirenden Oifizier«. S» vergehen zehn Minuten, Caicapol kehrt nicht zurück. Endlich«hebt fich eine leichte Staudwolke und der in Schweiß gebadete Oifizier taucht auf. „Her, Rittmeister! Melde geborfamst, die Antwort de» Herr« Oberlieuteuant« lautet:„Wa« weiß den« ich? D« indtff'N glücklichnweise nicht verletzt wmdr. Der Vater deS Thäiert, hiervon denochrichtiftt, anstatt dem Kinde einen Ver» weit zu geben, erklärte indessen, daß er seine Kinder nicht immer deauffichtigen könne.— Jedenfalli, bemerkt die„Allg. ssahr Ztg." hierzu, wird diese Antmort das Kind von einer Wiederholung nicht abhalten. S«te habe« wir unS mal fei« amüfirt, so schließt daS Programm»u einer Damzferpartte mit Mustk, welche der Leiband der Mödelpolirer Berlins am vergangenen Sonntag »rranstastet halte. Lrider hatte die Partie nicht den gewünschten Verlauf, ja, eS fehlte nickt viel, so hätte ste überhauvt ein tragisches Ende erreicht. Zu der Partie war einec der Henck« jchen Damvier gemtethet, oie gewöhnlich den Personenverkehr zwischen Potsdam und Spandau vermitteln. Daher kam eS wohl, daß dem Sck ffSkapitän jede Lrttkenntniß auf der Ober« fpree. wohin die Fahrt gehen sollie, fehlte. Dt« Hinfahrt ging noch ziemlich gut von statten, da der Kapitän von dm Passa- gieren in wirksamer Weise bei Jnnehaltung deS richtigen WegeS unterstütz! wurde. Anders war eS jedoch auf der Rück- fahrt, nach Emdruch der Dunkelheit. Man fuhr von HankelS Ablage nach Berlin zurück. Kaum war man 20 Minuten unterwegs, als der Kapitän da» Schiff in die„Krampt", eine morastige Untiefe, steuerte, von wo eS nur mit Mühe wieder flott gemacht werd n konnte. Bei der Durchfahrt durch die Spreedrücke bei Köpenick hätte es beinah««inen gefährlichen Zusammenstoß gegeben. Die Fährlichkeiten der Fahrt warm jedoch noch lange nickt zu Enoe. Hin und wieder versuchte der auf dem Schiffe angestellte Bootsmann Otto Suckcow au» Kamp bei Z-hSenick die Führung de» StmerZ übernehmen, doch vergeblich. In der Nähe von g Stralau fuhr der Kapitän schließlich auf dat Land, obwohl die Fahrstraße wohl 160 Fuß weiter in der Spree liegt. Man gab nun allerdings S'grale mit der Nothpftife, um da» Schiff aus seiner prekärm Lage zu befreien, aber über eine Stund« mußten die Passagiere warten, bi» fich der Kapitän eine» DanpterS der neuen SchiffeabrtS- Gesellschaft» der zufällig die Strecke palfirte, in liebenswürdiger Weise dazu bereit erklärte, dm festgefahren m Dampfer wieder flott zu machen. Kaum schwamm da» Schiff wieder, al» ein heftiger Regen ausbrach, der die g ößte Anzahl ver Passagiere unter Dach trieb. Dieser Umstand dewahrte den Verband jedenfalls vor einem mtsetz- lichen Unglück. Denn an der Eisenbahnbrücke, die unterhalb der Pionterlaserne üb Gesellschaft zurück, dessen Kapitän versprochen hatte, die Paffagiere stcher nach Belli« zu bringen. Wir wollen hier dm Vermulhunaen, die un» über die zeitweilige Un'ähigkett de» Kapitän», ein Schiff zu führen, gemacht werden, keinen Autdruck geben; die bereits Im Gange drsindliche Uaterwchung wird j, ttla-heit in die Angelegenheit drtngm. Uni ist nur unerfindlich, wie einem solch».» Manne da» Leben mehrerer hundert Personen anver« traut werden kann.— Zum Schluß wollen wir noch miitheilen, daß bei Rodert Schmivt, F ankfurtcr Allee 110, ein Ueber- ziehet, der b«i dtt R rieft ophe verloren gegangen Ist, abgeholt werden kann. Beschädigte wollen stch dcim Mööelpolierer Gustav Bock, Werdenweg 25 IV, melden. Schützt die Vögel im Bauer vor de« Sonnenstrahlen. Tägltw lann man s-hen, wie vi« armen klrtnen Vögel(de- sondeiS Kanarimvözel) vor dem Fenster den glühenden Sonnen« strahlen preisgegeben fird, indem nickt einmal eine Sckutzdecke über dem Bauer angebracht ist, geschweige denn eine Vor- richiung zum Baden. Niemand denkt daran, daß auch die Vögel besser in der kühlerm Stube hängen, al» vor dem ?enster. Ste fitzen dann mit cff-nem Schnabel müde und aurt, in ihrem kleinen Gefängniß und mögen im Stillen die Menschen«erwünschen. die fie au« Gevanlmlcfiglett der schrecklichen Qual auSs tzen. Am besten giebt man den ge- fangenen Vögeln ein Badenäpschen»n den Käflg, groß gmug, daß ste da, in tauchen können, zweimal täglich mit frischem W ichtmeister Cornemusette ist Schuld an Allem I Beruhigen Sie den Herrn Rittmeister, ich will mich sofort er- kundigen!' Da« Regiment d'filirt, der Adjutant wartet, der Lieutenant versucht, den Rittmeister zu beruhigen. Ea blich fliegt Oberstlieutenani Clodomir h« bei I Klopp!... Klopp!... Klapp!... „Run Herr Oberlieutenant? 1 1" „Melde gehorsamst, daß der Wachtmeister Cornemusette al« Bedeckung der Ambulanz zugeihnlt wurde!" „K-euzwillionen Bomben und Granate» l Jetzt stehe« «tr hübsch dal" . Bute gehorsamst, Herr Rittmeister," wendet»u» schüch- der Lieuie-avt Cutcopol ein, wie war'« denn, wen» ter» wir de« Lancier selbst frage« würde«, auf welche Weis« er unter unsre Reiter kam?" „N>cht üble Zdee, w««ngleich fie gegen de» vorge- schnebeoe» reglementmißigen Dienstweg»erstößt. Doch der katserliche Befehl!"... murmelte der Rittmeister.„Herr Oberlieutenant, ordne» Sie an, daß der Lancier einoernom- mea werde I" Ode- lieutenaat Clodomir:„Herr Lieutenant CaScapol, ich bitte über die Piovi»,enz de« Lancier« bei ihm selbst Z«. forwatio» einzuholen. Lieutenant Casc'pol im Galopp zum Lancier„He! Sie! Lancer! San, recht! Sie dort! Wie heiße» Sie?"....« Der Larc-er:„Griesbach, zu Volmar gebore«, Herr ßmtpont! Der Leutnant: Wie komme« Sie in dieser Uniform **3# bi« gestern von meinem Regimente zu de« Dra- goner» ttantfenri worden und habe«och keine neue Uniform *��6% U.d da retten Sie in diesem Zustande mtt, bei einer Parade vor Ihre» Mojtstite»?... Zwei Tage Kasernenarrest!".. Galopp de« Leutnant« CaScapol zu« Owleutuant Gt0b!Hm Oberleutnant I Der La�er'st gester« zu un« traaSferut worden und hat»och kerne Montur ausgefaßi! Wasser gefüllt und hängt ste nur bei kühlem Wttter vor da« Finster. ES dedarf wohl nur diese« Hinweises, um viele Vsgelliedhader zu veranlassen, ihre Vögel besser vor der Sonn« zu schützen. Auch da« Verhängen de« Käffz« mtt einem weißen Tuche unterlasse man, da die armen Thierchen davon geblendet weiden. Zu dem Arttkel über Finkenkrug wird un« berichtigend mttgiih-ilt, daß der Vergnügungsort nicht an der Lehrter, son. der« an der Hamburger Bahn liegt. E»»xistirt fernerhin kein „Forsthaus Ftnkenkrua", sondern nur ein R-ftaurant, und werden Speisin und Getränke nur vom Restaurateur Schmidt veradiolgt. An der Haltestelle Finkenkrug ex stiren übrigen» zwei R-staurantS, so daß stch jeder nach zu?ückgelegter Eisen- dahnfahrt erfrischen kann. Der Restauraieur I. Beck hat fich übrigens in einer Eingabe an die Bahnoerwaltung gewandt, und diese letztere hat fich entschloffen, einen Zug einzulegen, so daß vom nächsten Sonntag an die Rückfahrt nach Berlin Nach» mittaas 4 Uhr 51 Min. erfolgen kann. Der vorgestrige erste Tag de« diesjährige« Schwimm» Meeting« war den Konkurrenzen im Sp:ingen und Tauchrn gewismet. Dieselben wurden in dem festlich geschmückten Bassin de« Kaiser WilhelmSdad in Gegenwart eine« zahlreichen sportlustigen Publikums auSgefochten. Leider gestattete fich, wie die„Nationalztg." berichtet, gleich die erste Race„Dauer- tauchen" zu einer ungemein auf.egenden. Von den drei Herren, die an der Race theiln ahmen, erschien Herr P. Arloff vom Berliner Schwimmve:ein nach 57 Sekunden wieder an der Obeifläche. In banger Spannung erwartete man da« Er« scheinen der Uebrigen. Erst nach 2'/- Minuten schöpfte man Verdacht; eine Anzahl Schwimmer begab fich sofort unter Wasser und brachte denn auch die beiden Konkurrenten de« wußtlo« berau«. Herr R. Schmidt vom Magdeburger Schwimm« ktub erholte sich bald wieder, während Herr Hofmeister- Berlin erst durch die Bemühung eine» zufällig anw- senden Arzte« zum Bewußtsein zurückgebracht wurde Die Aufregung war eine große und wurde vielfach der Wunsch laut, Dauertauchen künftig au« der Reihe der Konkurrenzen zu streichen, mindesten« aber ärztliche Hilfe von Seiten de« Komitee« bereit zu halten. Al« zwette Race folgte„Wettspringen". Die W-fthung ge« schah nach einem bi« sechi Point«. Da« Mberne Ehrenzeichen erwarb stch mtt 33 Point« Herr E. Kühn vom Berliner Schwimmverein.— Es folgte Herkuleslaufen. Sieger ist hier derjenige, welcher bei dreimaligem Laufen von den unter Waffer definditchen Gewichten(70 Pfd.) am meisten an Schwere ans Land schafft. Harr MerreS vom Berliner Schwimmverein, der 69 Pfund hob, erbiett einen Ehrenpreis, einen Weinkühler. — An der vierten Race um die Meisterschaft im Springen für Deutschland betheiliaten fich vier Herren, von denen jeder 15 Soringe nach freier Wahl auszuführen hatte. Nach Urlheil der Richter errang die Meisterschaft und das goldene Zeichen dieser Würde Hr. M. Hille- Magdeburg mtt 75 Point».— Die Konkurrenz im Heckttauchen erwtei fich zunächst al» todte« Rennen. Die E.itscheidung wurde durch da« Loo« entschieden, da« zu Gunsten des Herrn E. Kühn ausfiel. Bei der letzten Rae«„Rückenschwimmen" legte Herr W. Röhr«. Hamburg die 50 Meter lange Bahn in 1 Min. 23 Sek., Herr Werke« in 1 Min. 45 Sek. zurück; der Erstgenannte erhielt somit den Pret».— Wie schließlich noch mttgeihfttt wurde, ist der Prei« für Dauertauchen dem bewußtlos oerauSgeholten Herrn Schmidt zuerkannt, weil dieser erklärte, erst durch da« Herausholen von Seiten Anderer bewußtlos aewoiden zu fein. Einige kleine Wafferscher,: vollendeten da« Meeting. Die Mutter der Debutauttu. Vor einigen Tagen erschien, wie man ver„Schi. Z-g." au« Berlin schreibt, in dem Bureau eine« der deschäfttgften Berliner Theateragenten eine junge, angebend« Sängerin, welche in der verflossenen Winter« Saison auf einer P.ovinzbühne ihre ersten theatralischen Schritte mtt entschiedenem Glück gethan hatte, deglettet von 3m Mama, einer echten Theatermutter. Die Sängerin, welche ne sehr einnehmende Figur, ein hübsche« Gesicht und eine brillante Stimme befitzt, war vom Agenten bestellt worden, um vor dem Direktor eine« der ersten Theater Deutschland«, dem fie empfohlen worden war, bei G-legenhett setner Durchreise durch Berlin eine Probe ihre« Können« abzulegen. Da« Bu- reau war voll von Herren und Damenlde« Theater«, auch mehrere kleinere Dtiektoren defanden fich dort, aber der„G oßoer- mögend:" war nicht unter ihnen. Der jungen Sängerin pochte da« Herz gewaltig, al« der Agent ste aufforderte, zu fingen— die Mama p:otestirte heftig dagegen und fand e«„unoerant- wortlich und rückfichtSlo« tm höchsten Grade," daß der Herr Direttor ihre Tochter warten lasse. Lächelnd erwiderte der Agent, die Tochter möge nur fingen, er sei zugegen und werde dem Heim Direttor genau Bericht erstatten. Da« Klavier wurde denn auch geöffnet und die Tochter begann Agathe'« Arie:„Wie nahte mir der Schlummer." Die helle, jugendliche Stimme der sehr begabten Sängerin entzückte alle Hörer, der Agent schmunzell; die Mama hatte sich mißgestimmt w ihren Sessel geworfen, da sie e« für üderflüifig hielt, daß ihre Tochter „hier" finge. Plötzllch that fich die Thür de« Nebenzimmer» Der Oberleutnant:.Dachte ich mtt'« doch! De, Elende! Acht Tage Einzelarrest!' Oberleutnant Clodomir zum Rittmeister Grindemll: „Herr Rittmeister, Ihre Majestäten möge» elfahre», daß der gestern bei un» eiagerechte Lancier»och keine Uni« form erhatte» hat!" „Al« ob ich'« nicht längst errathev hätte! Zum Pro- foße« mit ihm auf eine» Monat I" Rittmeister Grindemil erstattet dem Kommandanten der zwette» Bskadro» die Meldung:- .Herr Major! Die gepflogene Untersuchung ergiebt, daß der Lnncier gestern zu un« übersetzt wurde und bisher«och keine Montur bekam!" Der M-jor:„Sech« Woche« Brigade-Anest." Der Major im Galopp zum Oberste«: Der Oberst:„Wa« giebt't?" Der Major: ,H«n Oberst, der Lancier"... Der Oberst:„Nun?" Der M.'jor: der unser Regiment geschändet hat!... Der Oberst:„Wa» ist'S mit ihm?" Der Major:„«« ist ei» gewisser Griesbach, de, zu un« tra»«ferttt wurde und noch keine Mostur erhielt I" Der Oberst:„Drei Monat« krummschließen I" Der Adjutant de« Teneralstab»:.Nu», Hm Oberst?" «ent» während de» Defiliren«. Melde« Sie Sr. Maiesiät daß da» V-rgehe« strenge geahndet werde» wttd. Tk* igl..._______ pflichtvergessene Lancier Tn�bachwar nicht en parade, weil er seine Uniform»och nicht bekommen hatte. L-a«n Sie d�Majestjte. de.»u-druck meine» tiefst� Ped«.». zu Der Adjutant:.Ich fliege, Herr Oberst Vor dem Brigade- General. *n"b»«•■•*■'<««• D" Brigade. General eilt zum Divifionär. „Exzellenz, der erst gester» in da» Garde. Regiment ei». auf, ein großer Herr mit goldmer Brille erschien auf � Schwelle, hörte gespannt zu und war dicht an die junge c«? gerin herangetreten. Da hielt stch Mama nicht läng«.» schnellte von ihrem Sitz auf, und ftob. an Jemanden# Wuth auslassen zu können, rief fie dem Eingetretenen in iw# fälfchtem österreichischen Dialett zu:„Sie, gangen'« weg met Tochter fingt net vor Ied'n!" Der große Herr wuuS sich um, machte der Mamr eine Veroeugung und schrm ff Thür hinau«. Die Arie ist zu Ende, Alle« applaudirte* jungen Sängerin mtt mehr oder weniger Aufrichtigkeit.»J* sager.'« a mol," wendet stch nun die Theatermutter Agenten,„wer war den» der unverschämte Kerl, der Tochter so anglotzte?"—„Der unverschämte Kerl," laiita � Antwort,„war der Herr Direktor, welcher Ihre Tochter M«* wollte, ohne erkannt zu sein, um fich ein unparteiische« urti' zu bilden." E« war ein Glück, daß der Stuhl eine W hatte, sonst wäre Mama ohne Zweifel rückwärts vom% gestürzt. Welch' ein Donnerschlag I Alle« war verloren.% llopft ei und herein trat ein Dienstmann mit einem Z'tA? den Agenten. Dieser la«:„Der Kontratt mtt Fräulein perfekt, 2000 M. monatliche Gage. Gruß an ihre Mo» Die Sängerin jubelte laut auf, Alle« gratulirte, dtt aber war ganz still geworden und gelobte fich selbst, IflnW etwa» vorstchttger gegen die Zahörn ihrer Tochter zu sein- Za zahlreichen Ststtrange» nach der Polizeiwache M eine große Studentenschläzerei, welche in ver Nacht zum tag in der Oranienstraße unterHaid de« O:anttnpIatze«M' gehabt hat. Ein Trupp Studenten war au« einer Knem? der Oranienstraße gekommen, wo fie mit mehreren anw* jungen Leuten„zusammenrasselten". E« dauerte nicht W daß dtt„Holzerei" begann, dtt mit einer großen Ecdllta� aber auch einer ebenso großen Ruhe geführt wurde, v«° eine ganze Zeit währte, ehe SicherheitSmannschasten aut Vorgang ufmerlsam wurden. Ein großer BernhartinWk der dem einen Studenten gehörte, betheiligte fich insofern I* lebhast an der Rauferei, indem er fleißig dtt Beinklri»«� Kämpfenden zerbiß und zerriß. Nachtwächter und griffen au» dem fich herumschlagenden Knäuet von 3%#!% einen Theil heran« und nahmen ihn zur Wache mit! � ergab fich aber, daß man nur die Angegriffenen erwischt � wahrend die Angreifer stch rechtzeitig au« dem Staube yg" hatten. Der eine der Student-n erhielt eine schwere»� wund«, welche ihm in der SanttätSwache in der Avalbert» vernäht wurde. Al« die Echiffßkuechte Gleiuert und Vorth bi. Nacht zum Sonnabend nach dem ihnen zur Wohnung den, im Engeldecken liegenden Kahne zurückkehrten, fofl**. dort einen anscheinend schwer betrunkenen Mann, rv-w*. defugt auf dem Kahne nächtigte. Einer der Schiffc? äußerte:„Den wollen wir über Bord werfen." worauf r mtt den Fäusten und Tauenden auf den Betrunken» schlugen. Al« Letzterer über die Laufplanke dem La»' taumelte, erhiett� er von hinten einen Stoß in da« ß Bei der au« dem � ssabril e in hellen vdnziäck ßk: Z- fe betäubte Entstehu «halitee tinnn vlezewi! ssadrit n der iiit straße 4k dn in d »momml «elcher, «oiden. buktion» der traui «»rden. «lister« dem itni Neuen 3) n. Da« �«Phe. 5« gel« durch K< Kalter, worden. nach den Regelet «lacht, ii verlauft i«. Die kihaft. S«de i □Backst öäronen Bul I KinVU d«ter l «otten �.«äsl stürzte in da« Waffer und ertrank. gezogenen Leiche wurde ein auf den Namen Adolf llniuhftadt lautende« Legitimation«buch der allgemeine»'« Irankenkasse vorgefunden. Die Sch ff«knechte find� Todtschlag« verhaftet worden. Bon anderer Seite wir über den Vorfall nachfolgend« Detail«: Mehrere r de« Louisenufer« hörten in ver Nacht zum Sonnabei 1 Uhr auf einem am Engeldeckm vor Anker liegende kahn einen heftigen Wvrlstreit, der schließlich damit, daß ein schwerer Gegenstand, anscheinend ein Körper, mit dumpfem Fall in« Wasser stürzte. Nach«V gestellten Ermittelungen haben zwei Swiffeiknechtt" Spreetahn«, der dtt Ne. I 16495 führt, um die anw Zeit«inen unbelar.nten Mann schlafend auf Deck 8% bei den ErmunterungSversuchen, welche die Knecktt""im % x' fl Unbeiannttn anstellten, geriethen die Paetettn i"*4? ve» »r.i««.„r»_ 7.__ urtt} w streit, der bald in Thatlichkettm ausarlet, s". M�äer wettere« Verlauf der Unbelannte über Bord. Ln fallen sein soll. Die beide« Schiffer find»nhast» Sicherte.tSgewahlsam genommen worden. Da, Nacht Rettungsversuche nicht angestellt werden to� schtitt man erst mtt anbrechendem Morgen zur Adww Wassel« und fand denn auch nach längerem®.2 Leiche, die behuf« Rekognition nach dem Leichensaau» schafft wurde.. Kessel xplofio«. Ein Unglücksfall, der möglu»�, den Tod eine« Menschen im Gelolge haben dürfte, stch gestern Nachmittag auf dem Grundstück Neue Auf Demselben desindet fih die Fabrik von Oclewtst gj vornehmlich mtt der Herftellunawafferdichter Stoffe, decken. Zelte»c.. deschästtgt. Während der Mittag«� � Ardetter, Namen« KtkuUa. in der Fabrik zurückgedl�B die Siedekessel, in denen die fett« und benzinhalttg" w zur Jmprägnirunq gekocht werden, zu beautfichtigw'�p einen dumpfen Krall wurde der vesttzer der Fabr» Bewohner de« Hause« plötzlich erschreckt und fanvt» A D «uckltng per Sch »er 100 und We 25 M. Aterenka »r. 100: neue Ac, «X) Slü wnen 80 4 M m � inli einer 6*"*, so große« gereihte Lancier Griesbach hat noch nicht seine P gefaßt.".-ji Der Divistonär:„Zn die Strafkompagutt � Kerl 1" Der DivifioaS-General'galoppirt zm» Marjl «andante» der kaiserlichen Garde«: „Herr Marschall, der Lancier s'... „Welcher Lancier?" „Derselbe, den der Kaiser vor de» Dragoner» Ihrer Majestät mtt entdeckte." „Aha, ich erinnere mich I Nun?" u. ,E« ist der Lancier GrttSdach.'— Folgt dtt holung der Meldung von der Parade-Unifor«.. „Da« weiß ich schon längst! Dieser Kadett muß degradirt werden!"„ Der Marschall v„r dem KriegSminist«: U „Herr Marschall, ich erfahre soeben, Lancier..." „Laicier? Bon welchem Lancier rede«»»« � »Nun, von dem Lancier Gr»e»bach, form.. .Lasse« Sie ihn erschieße« I". ut Z«& theile» zu wollen." u.mef� ,Ce. Majestät ist eben damtt beschäftigt, die»' � A «nb Auszeichnungen zu vertheile«; ich weiß««*' J störe» soll...ine S«� „Da der Kaiser w'sse» wollte,«�sür«_. e* mtt dem Lancier habe, glaube ich,&« 1" „Ganz recht I"— Und der k.ieg«mtnister reitet an de« .Eure Majestät..." „Wa« wünsche« Sie?" Ich komme wegen de« Lancier To, AmOb« Damm, Lberwl ®««tnw Untern Ii Aenst stttez i unb�3 där Kaif- welcher _«« Medaille. Auf ffir y ist gut. Gebe* Sie ihm dtt bieft Art erhielt die Auszeichnung, �, A'Ä witf Lancier welche er §5 sein« i v jtoWl eilend, den Raum, in welchem Kilulla fich aufgehalten, m hellen Flammen, kilulla aber, an den Beinen brennend, ohnmächtig vor Schmer», vor. Die Feuerwehr erschien in llir M!! Zeil, und gelang ei ihr, de» FruerS innerhalb einer wlwn Stunde Herr zu werden» während ein herbeiaebolter «r»t dem Kilulla die erste Hilfe leistete. Der von Schmerz oetäudte Mann war nicht vernehmungsfähig, so dah über die wststehungiurfoche nicht» zu ermitteln war. Er wurde nach der «haritee geschafft, doch ist sein Zustand ein derartiger, daß an Wtiem Aufkommen gezweifelt wird. K- ist oerheirathet und Vater von drei unmündigen Kindern. Der Bestycr der Fabrik, Llcttwikt. erleidet einen ganz beträchtlichen Verlust, da die oabril nicht versichert war. In demselben Hause, in welchem der grausige Mord an «r Witt«« Königsdeck vorgekommen war— im Hause Linden siraße 46— hat sich in der vergangenen Nacht ein Miethrr, on in der oberen Etage wohnte, durch Erhängen das Leben sinmnmen. Der Selbstmörder ist der Buchbindermeister C, welcher, ein alter Herr, allein dastand, nachdem er Witiwer ge» ttorden. Seine Leiche wurde heute Vormittag nach dem Ob< oulllonihause gebrocht. Welche Gründe den alten Herrn zu ver traurigen That veranlaßt haben, ist noch nicht bekannt ge« worden. Für den Eigenthllmer d«S Hause», Herrn Schlächter- wnster Meißner, ist der Vorfall sehr unangenehm, da es bei J*ui immer noch vorhandenen Aberglauben schwer hält, einen neuen Miether für eine derartige Wohnung zu sinden. „ Da» unglückliche Opfer jener schreckliche« Kata- L'ophe, welche fich am vorigen Sonntag auf dem Tegeler �«g. leg, ritlich der ersten Regatta de« Segelklub»„Tegrlsee" °urch«entern«ine» Boote» ereignet hat, der Kau°mann Hans Walter, ist nunmehr in sehr entstelltem Zustande aufgefunden worden. Seine Leiche wurde gestern, also genau acht Tage nach dem Ertrinken, in der Nähe der Tegeler Wafferwerke am �kgeler See angeschwemmt. Sie wurde nach Plöxensee ge- m01 �°it begraben zu worden. „�.�/»rtthalleo- Bericht vou Z. Sandmann» städtische« Vrrlaufsvermitlter, Berlin, Zentral- Markthalle, dm 8. August. ... Die Zufuhren waren beträchtlich. DaS Geschäft war recht w,*m Dienstag, dm 10. August, Nachmittags 6 Uhr, 14 in der Zentral. Markthalle Bogen 4, ca. 300 Kesten �ivackfleinkäse, c». 400 Ctr. 86vi gelbe Bollen, ca. 150 Kisten oaronen, ca. 40 Oxhoft 86n saure Gurten versteigern. »>. Butter. 1». Butter knapp und gut bezahlt, nach geringer Mnr e wmig Nachfrage. Frische feinste Tafelbutter»c. 105— 108, «Uttdutter I. 95-1(0-105, II. 85-90, III. 75-85, Land. JF« l. 75—80, n. 65—75 M. Galiztsche und andere geringste Kotten 65-66 M. p. 60 Kilo. K&Jr'- Echter Emmmthaler 73—80, Westprmßischer �«ciz-rlSse L 55-60 M., Ii 48- 50 M., UI. 40—45 M., ZMialbackstein I. 22-25 M.. Ii. 14-18 M.. Tilstter Fettkäse S-66-60 M.. Tilstter Magerkäse 13-23 M.. Limdurger l a M.. ll. 20-25 M., Ramadour 30-32 M., rheinischer Käse. 20-22 P'd. schwer. 45-63 M., echter Holländer TR.. Edamer L 60-70 M., ll. 56-58 M., Französischer NOs-teller 18 M. per 100 Stück. Camembert 8,00-8,60 �Dtzd. xer. Größere Zufuhr erwünscht. 2,55 M. pr. Schock. znMsische. Lach» 80-90 Elblachse 1,25 51, Zander 2% Pf., Hecht 40- 65 Pf, Steinbutte 60-80 Pf, See. » große 1 M, klein. 50 Bf, Flundern 30, Schellfische Z Kabeljau 25 Pf. per Pfund, Makrelen 40-45 Pf. ffÄfitf. Ledende Flsche. Aal, mittelgroß 1,35 M, Hecht "JBf, Schleie 70 Pf. per Pfund. Krebse. Mittel 2-4 M., 8—12 M. per Schock. Geräucherte Fische. Rdeinlach» -2,90 M.,_ Weser, und Ostseelachs 1,20-1.40 M, gl ein 25 Rterenkarwffel'n 3,50 M. rocht 3.00 M,' blaue 4,00 M. n. 100 Kilo, neue Pflaumen 16 M, neue Birnen 10—20 M, Acpfel 10—20 M. per Ztr, neue Zwiebeln 3,50—5,00 M, Uconen, gesunde Ausschußwaare, 12 M. pr. Kiste von 260 bis rO Stück, neu« saure Gurken 2—2,20 M. per Schock. Me waen 30 Pf. vr. Pfd. Amertlantsche Ananas 2—2,50, deutsche *-4 1«. p. Pfd. Wrld und Geflügel. Rehe 50-76 Pf, Hirsche 30 bis Pf, Wildschwein 30—46 Pf. pr. Pfd., wild« En'm -1.% M, Bekassinm 30-70 Pf, junge Gänse 2,50 «iÄ A junge Enten 1-1,60-2,00 M, junge Hühner �-0% M., Tauben 30-45 Pf. per Stück, Poularden M. alt« Hühner 1.00-1,40 M. Mi der Spree in der Woche vom 25. Juli >— inn* �1 Juli 1886.(Angabe in Metern.) V) if Tage 25./? �tOberbaum 2,31 2,28 10,76 26./7. 2,36 2,32 0,79 27/7. 28./7. 2,30 0,80 2,31 2�7 w 5olÄ4r' U'7a 1 u'00 I 0'81 I l".'0 l v.'o MWMZM S1?» am anderen Morgen aufgefunden� und nach 29v7. 30./7. 2.30 2,28 0,78 31./7. 2,34 2,31 0,78 2,34 2,31 0.78 8784885 Sä-"lim rräpää»: Ij�aß er durch Uederfahren eine bedeutende Per. gm# f'llnfeiSr?'1 Gallin an der KoUduserdrück- in Folge von m der kopfüber in den Landweh, kanal, wurde aber von Und danrnV Kindlichen Schiffern mittelst Handkahne« gerettet Mr.t nn in|cine am Kottbuser Damm belegene Wohnung »> y � tFtt)e die obdachlose Frau Baumgarten > U'er des LandwehrkanalS liex iaZJD'm Droschke rock) der Charitee gem-m: '«tftot»» � He von einem unbekannten Mann in dm »«den.- Zu derieidmSett wurde hinter dem l Grundstück Am Görlitzer Ufer 38—40 die Leiche eines unbe- kanntm, etwa 35 Jahre alten ManneS aus dem Landwehr« kanal gezogen und nach dem Leichenschauhaus« geschaft.— An demselben Tage NachmittqgS machte eine in der Linkstraße wohnende Frau den Vnsuch, fich zu vergiften. Sie wurde nach Anwendung eines Gegenmittels mittelst Droschke nach der Charttee gebracht.— Zu derselben Zeit sprang am Tempelboser Ufer in der Nähe dec Bellealliaretdrücke ein unbelannter Mann in selbstmörderischer Absicht in den Landwehrkanal und ertrank. Dir Leiche ist noch nicht gefunden worden.— Ebenfalls am Nachmittag wurde hinter dem Grundstück Holzmarktstr. 16 die stark verstümmelte Leiche de« am 3.0 M. in Folge de? Zusammenstoßes des Dampfers„Cöpenick" mit einem jf achtkahn jutn« Leben et» f ampTtr»„viupcriB rnu cintm tf arpuapn um»«tut g-kommmen SchrffSjungm Herr mann NeSke im Waffer au! gefunden und mittelst Leichenwagens nach dem Ltichmschau- hau!« geschafft. Dem Anschein nach ist durch dm heftigen Anprall deS KahmS der Körper des Nesk« derart austir.ander' gertffen worden, daß Oberkörper und Unterkörper nur durch tinzelne Eingeweide noch zusammenhingen.— In der Nacht zum 9. d. M. nach I Uhr fuhr der Personendampfer»Meffen- thin", Kapitän Btttzko au» Zchdcnick, gegm die geschloffene Brück« der alten Verbindungsbahn an. Eine Anzahl vorn auf dem Dampfer fitzender Personen konnte fich nur dadurch vor Vorlttzungm rettm, daß sie fich an da» Brückengeländer an. klammerte. Wen die Schuld an dem Unfall trifft, wird die deretts eingelettetete Untersuchung ergeben.— Am 9. d. früh wurde ein in der Mrtzerstraße wohnender Schmied in seiner Wohnung erhängt vorgefundm. Die Leiche wurde nach dem Leichenschauhause geschafft. Gerichts-Zeiwng. t Der große Bertehr, der an Markttagm auf dem Orantenp'atze herrscht, hatte am 13. Mai d. I. ein Unglück zur Folge, das günstig genug noch ablief. Ein kleines neunjähriges Mädchen, Elisabeth W., wollte eilig den Fahrdamm am Krmzungspunkt der Oranim- und DreSdenerstraße überfchreitm und war gerade auf dem Geleise der Pferdebahn, als sie einen ei-ispännigm Lastwagen rasch näher kommen sah. Slatt nun auf den Zuruf zu achten, mit dem der Kutscher des Wagens ste aufmerksam machte, und schnell nach dem Trottoir zu springen, blieb st? erschreckt stehen und war im Begriff umzu- kthren und wieder auf die Sttt« der Straße zu laufen, wo fie vorher gestanden hatte. Jetzt war es zu spät, daS Pferd stieß sie um und da» eine Rad ging ihr über den Arm. Der Kutscher sprang sofort vom Bock und half der K einen auf. Ihr war nichts passtrt und fie konnte allein nach Hause gehen.— Gestern stand der Kutscher Franz Wijotzky unter der Anklage der fahrlässigen Körperverletzung vor dem hiesigen Schöffengericht. Die neunjährige Elisabeth war al» Zeugin«schienen. Der Vorsitzende fragte fie, oh ste beschädigt worden wäre.„Nein,"«widerte ste mit sehr vergnügt« Miene,„es bat gar nicht weh gethan. Zahnziehen thut mehr weh l"— Der Kutscher wteS nach, daß ihn keine Schuld an dem Unglücksfall treffe. Er war nicht allzu rasch gefahren und hatte das Mädchen vorher angerufen. Die Passage war durch Schlächt«wagen vereng: gewesen.— DaS Bericht hielt eine Fahrlä figkeit für nicht erwiesen und sprach den Angeklagten sret. D« Staatsanwalt hatte 14 Tage Gefängniß beantragt. t Unter der Anklage der öffentliche« Beleidigung stand gestern der Bremser Wunnecke vor dem hiestgen Schöffen- gericht. Im April d. I. fungirte« al» Hilssschaffner auf dem Zuge, der zwischen Hamburg und Berlin fuhr. Sein Amt wurde ihm sehr durch einige stark angeheiterte Gaidekürafffre nschwert, die fich die langweilige Fahrzeit durch derbe Sol- vatenspäße vertrieben. Sie riffm Witze, lachten üb«laut, sangen Lied«, die nicht für die Ohren von PenstonSfräuletn» bestimmt waren, und der üd«müthigste von ihnen, der Garde- kürasstr Jenkel, riß sogar die Thür eines FrauenloupeeS auf und wollte dort einsteigen. Auf der Station Paulinenaue muß wohl dem Brems«, d« den Soldaten schon vorh« ihr Benehmt« einige Male verwieien hatte, die Galle übergelaufen s'in, dmn nach den übereinstlmmenden Aussagen von drei Gardelürasstren benannte« ste insg'esammt nach jener eigen Ihümlichen Thttrspezie», die ein« Kreuzung von Hund und Schwein ihren Ursprung verdankt, und um gar keinen Zweifel übrig zu laffen, w« eigentlich gemeint sei, fügte er hinzu: „Ihr mtt den Gardelitzen!"— D« Angeklagte behauptete aUndings steif und fest, einen solchen Ausdruck nicht gebraucht zu haben und auf der Station Paulinenau« überhaupt nicht mit den Soldaten zusammengekommen ,u sein. Aber trotzdem diese Angade durch den Zugsührer bestätigt wurde, 0« fich während deS Aufenthalts auf jener Station in der unmtttel' baren Nähe dlS BremfecS befunden und nichts gehört hatte, kam der G'licht«Hof doch zu einem für den Angellagtm un- günstig'.n U thell. Er faßte die Sacke allerdings miÜve auf, erkannte am eine Geldstrafe von 10 Mark und sprach den Be- Irtviaten die Publitatioasdefugniß zu. I« dem verleumduugsprozeß wider de« Schrift- steller Chrtsteuse» und den Trschler verndt ist auf die von dem Vntheioiger d« Angeklagten, Rechtsanwalt Freudenthal, eingelegte Bemfung nrnwehr die a-nlliche UrtheilSau»- f«ttgung eingegangen. Dieselbe umfaßt 104 enggeschriedene Folioseiten. Bezüglich der Würdigung des Z-ugendeweises in dem ersten Anklagepuntt heißt es:„D« Gerichtshof ist der Ueberzeugung gewesen, daß die Defenstonalzeugen Tabert, Büchel, R atme Ister und Baars trotz d-S von ihnen geleisteten Zeugeneide« unwahre Angaben gemacht haben, und zwar indem ste entweder wirkliche Thatsachm entstellt od« erfundene That- fachen behauptet haben. Ebenso haben fich die Angaben d« tlngeklag'en al»«logen herausgestellt, und eS ist daher nicht nur nicht«wiesen, daß der Jb-ing Untnrtcht in der Dynamit« b«e tung ettheilt und die Kludmitglieder aufgefordert hat. Dviamitbomden In die öffentlichen Gebäude zu werfen, sondern es ist im Gegentheil erwiesen, daß Jhring dieS nicht gethan und daß die Angeklagten, indem ste betreff» de» Jhrtng diese unwahren Tbalsachen behaupteten, dieS wider besseres W ffen gethan haben."- Der unt« Busschluß der Offmtlich kert verHank elte Anklagepuntt zerfällt in drei Untnadthettungen, dnen erst- die Behauptung deS CH.istensm betrifft, daß Jhring ihm gegenüber auf dem Lpernplatze schw«e MajestätSdeleidi- gunzen ausgestoßen hat. Hierm heißt es im Urtheil:„vei eingebend« P üfung aller in Betracht kommenden thatsächlichen Vtthältniffe ngiebt fich wiederum, daß d« Angetl. Christensen den von ihm dehauptiten Vorfall erfunden hat. Zuvörderst ist «S wenig wahrscheinlich, daß Jhrina, selbst wenn« damals am lronprinzlichm Palais mit Chcistensen zusammengetroffm fem sollte, in dieser Stadtgegmd um die Mittagszeit mit Chriftensen üb« den Opernplatz zu gehen die Unvorsichtigkeit gehabt hat. Jhring koonte gewärtigen, irgend einen Bekannten «u treffen und vielleicht von demselben angeredet zu w«den. Christen sm hltte auf diese Weis« den eigentlichen Namen des Mechanik«» Mahlow, vielleicht auch seinen Stand, erfahren fönnm. Jhring rttktrte sogar, daß er einem ihm bekannten Schutzmann in Uniform begegnete und von diesem gegrüßt wurde, was bekanntlich trotz einer gm«ellen Jnstruttton für die Schutzleute zuweilm vorkommt. Auch ist es gar nicht n> ##### ZMMM Chrtsteni« behauptete Vorfall«ms inn«m Gründen unwahr- scheinlich, und bat d« Gerichtshof auf Grund dies« Erwägungen und auf Grund der eidlichen Aussage deS Jhring angenommen, die ihm von dem Angeklagten Chriftensen in den Mund geleate Aeußerunaauf dem Op«nplatz nicht gethan zuhaben, mithin hat d« Angeklagte Christensen wider defferes Wissen mtt Bezug auf den Jhrtng eine verächtlich machmde unwahre Thatsache behauptet.— Die zweite Unterabtheilung betrifft majestätsde« leidigende Aenßerungen des Jhring den Zeugen Klempner Geelhaar, Tabert und Eifert gegenüber, und die dritte den dem Jhrwg zur Last gelegte Beleidigung de? Prinzen Wik- Helm, über welche Schneidermeister Fuchs, Tabert und BaarS Aussagen abgaben. Hinüb« enthält das Urtheil sol- aenden Passus:„Der Gerichtshof hat die in den beiden letzten eben erwähnten Fällen gegen Jhring aufgetretenen Defenstonalzmgeu nicht für glaubwürdig gehalten. Ihr ganzes Auftreten vor Gericht und ihre Vortragsweise machten nie den Eindruck, als od ste Selbsterledtes erzählten. Es war unschwer zu merken, daß fie nachsprachen, was Andere ihnen vorgesprochen hatten. Außerdem aber hat es doch bei eingehend« Prüfung der obwaltenden Umstände gar keine innere Wahrscheinlichkeit, daß Jhring während seinrS Verkehrs mtt den Sozialdemokraten solche Schandreden geführt haben sollte, wie sie ihm in den Mund gelegt werden. Selbst wenn der„Mahlow" azsut provocateur war— was« aber nicht gewesen ist— dann tonnte er kein Interesse daran haben. M-jestättbcleidigungen zu prooiziren, denn diese konnten nicht geahndet w«den, so lange sein Inkognito aufrecht blieb, und das Jnt«effe seiner Vorgesetzten ging nicht nur dahin, dieses Inkognito recht lange, sondern wo möglich für imm« zu be« wahren."— Hinfichti der Nichtanwendung deS§ 193 des Straf- Gesetz- BuchS heißt es im Erkenntnisse:„Zwar hat der eine der Herren Vertheidig« auszuführen gesucht, daß den Angeklagten d« Schutz des§ 193 zur Seite steht: allein der Gerichtshof konnte dieser Anficht nicht betreten, denn abgesehen davon, daß die Frage, ob§ 19 im Falle deS§ 187 zur Anwendung kommen kann, höchst kon- troser» ist und vom Reichsgericht im Urtheil vom 10. 10. 81 nur bedingungsweise bejaht wird, so haben beide Angeklagten erklärt, fie hätten die Beschuldigung des Jhring dem Retchi» tagsabgeordneten Einger zu dem Zwecke d« Besprechung im Reichstage miigeiheili, und zweifellos ist d« deutsche Rnchs- tag keine Beschwerdeinstanz über angebliche Uebergrlffe und Vergehen preußischer Beamten. Auch ist d« Abgeordnete Singer nicht der Einzige, dem die beiden Angeklagten die Be- schulvigungen des Irring mitgethetlt haben." Bezüglich de» Strafmaßes kam in Betracht, daß beide Angeklagten beab« stchitgt haben, durch ihre Verleumdungen einem Beamten die Ehre abzuschneiden, weil sie ein Zeugniß beffelden gegen stch und ihre Freunde fürchteten."— In dieser Woche wird Rechtsan- watt Freudenthal die Berufungs'Rechtfertigung einreichen, und dürfte der T«min in zweit« Instanz zu Ende Ovob« er. an- dnaumt«erdm. Perrine und Versammlungen t Der Fachverein der Sattler und Fachgenofie« hielt am Sonnabend, den 7. d. M., eine Versammlung in Grat- wellS vinhallen. Kommandantenstr. 77/79, unt« Vorsitz des Herrn Kabel ab. Es handelte fich um die Aufstellung des Programms zur Landpartie, welche am Sonntag, den 15. August, stattfindet. Es soll pn Dampf« nach Schmöckwitz gehen; die Abfahrt findet um 7 Uhr früh von d« Jannowitzdrücke, die Rückfahrt um 10 Uhr Abends statt. Mttglieder, welche stch an d:r Partie betheiligen wollen und noch nickt im Besitz van BilletS find, können stch bis Donnerstag Abend bei Chapeau, Neue Jakodstr. 11, melden. Der Preis deträgt 1 M. für Erwachsene unl50Pf. für Kind«; Nichtmitglied« zahlen M 1,50. — Unt« Vereinsangelegenheiten wurde erwähnt, daß am 15 /16. Juli er. d« Bundestag der Sattler- und Riem«- Innungen ftattgefund?« habe. In v« nächsten Versammlung werden genauere Nachrichten Uber die dort gefaßten Leschlüffe mitge» theilt werden. Auch wird Sorge für einen intneffanten Vor« trag getragen w«den. An die Hutarbeiter verlin» richtet der Vorstand de» Verein» zur Wahrung der JntnefftN der in d« Hutfabrikation beschäftigten Arbeit« folgenden Aufruf: Kollegen l Immer mm**. r i � a o. jl.-—— e jw*—— wir nicht gänzlich dem Ruin entgegengehen wollen. Wir glauben nicht nöthia zu haben, Euch die herrschenden Miß« Augen»u führen, da Ihr dieselben nur stände einzeln vor-trugen«u ruyien, oaria. Brauerei. vauveretu Berliner Bildhauer. Annenstraß« 16, Dienstag, ven 10. August, Btdltothekadend. Tagesordnung: 1. Geschäftliche». 2. Bericht der Delegtrten> Kommission über die Stattstik- 3. Verschiedenes. Schäfex'scher Gesangverein der Elfer. Dienstag, 9 Uhr: Gesang. Donnerstag, 9 Uhr: Mustl. * Pfetsen-Ranchklnb„vahia", Pücklnstr. 16 im Restaurant Herzog, jeven Dienstag und Freitag Abends 9 Uhr. •«auchklub„Zum Wrangei" jeden Dienstag Abend 8'/, Uhr im Restaurant Wrangelfte. 32. Rauchklnb„Deutsche Fragge" jeden Dienstag, Abends 8 Uhr, Wrangelftr. 128. Mermischtes. «in großartige» Werk, gegen welche» der im Bau begriffene Panamakanal und da» von französischen Ingenieuren projettirte norvafrikanische Binnenme« Kinderspiel sein würden, ist von dem Amerika«« John Gaodridge jun. kürzlich zur Ausführung empfohlen worden. Wir entnehmen darüd« dem „Auiland" folgendes:„Bekanntlich besitzt der Nordamerika« nische Küstenstrich gegen das Atlantische Me« zu ein bedew- tend kälteres Klima als der europäische. So hat New-Vork» obgleich unter dem nämlichen Breitengrade wie Madrid und der griechische Archipel liegend, kaum ein« ebenso hohe jährlich« mrttlere Temperatur wie London, und die Halbinsel Labrador deren Me« den größten Thell de» Jahre» mit Et» belegt ist, liegt unter dem nämlichen Brettengrad wie England und die Sherlandsinseln. Die Ursache diese» bedeut-ndrn Unterschied-s in den klimatischen Verhältniffen liegt bekanntlrch in dcn Meeres. strömungen. Nachdem d« warme Golfstrom die Halbinsel Florida pakstrt hat, entf«nt« fich immer wetter von d« ameri« kantschen Küste und fließt an den �Ui chen Inseln und an Nor. wegen vorüd« in nordöstlich« Rtchlung. wahrend der lalle Polarstrom, au» d« Davisstraße lammend und durch dm kalter Strom der Hudsortbai tKtgrB((tf, die Rüste von Labrador, «ntlorfl verläuft und duich die Straße bei Belle Jtle zwischen dem Fcstlande und der Ansel Reu Zundland in die St. Lorenz« Buch» tritt. Von dort fließt der kalte Strom nach dem Süden, die OMste der Vereinigten Staatm entlang, welche er vom Golfstrom abschließt. Ingenieur Goodridge't Plan geht nun dahin, dem Polaistrom eine andere Richtung zu geben und damit die klimatischen Verhältnisse total umzuwandeln. Diet will er mittels Adsperiung der Straße bei B'lle.Jtle durch einen riefiam Damm erreichen. Gelingt dies Werk, so muß der Polarstrom außerhalb Neu-ssundlands passtren, auf seinem Wege von dort nach Süden mit dem Golfstrom zusammen- stoßen, unter diesen untersinken und ihn zum Theil in eine andere Richtung drängen. Ingenieur Goodridge hat die Straße von velle-Jile genau durchforscht und die Rosten der Ausführung dei Werkes berechnet. Die Breite der Straße beträgt 17 Rm., die durchschnittliche Tiefe 50 Mir. Als Ab- dämmungtmaterial gedenkt er daS Gestein zu verwenden, welches ans beiden Seiten der hoben klippenreichen Rüsten reichlich vorhanden ist Die Rosten find auf 40 Mill. Doli, veranschlagt. Es ist jedoch die Frage» ob nicht England und Nor- wegen und vielleicht noch einige andere europäisch« Staaten wider dieses Werk Einsprache erheben dürsten; denn sollten fich die Amerikaner auf diese Weise ein milderes Rlima zu schaffen vermögen, so wird es dagegen wahrscheinlich an den europäischen Rüsten kälter werden, weil der Golsstrom bei seinem Zusammen- stoß mit dem Polarstrom eine andere Richtung bekommen wird. Der größte Thell seiner Maffe wird an der rückläufigen Bewegung theilnehmen...." Vielleicht bricht, wenn der Plan zur Ausführung käme, die Eiszeit wieder über Suropa herein, ein Gedanke, dem nachzuhängen dei 25 Grad Wärme nicht ohne Reiz ist, deffen Verwirklichung aber doch ihr Mißliches hat und nur unsere Geologen befriedigen würde, die dann endlich über Ursachen und Wirkungen der Eiszeit in's Klare kommen könnten. Eine merkwürdige Warnungstafel ließ das Bürger- meisteramt zu Dtllhofen am Neckar ausstellen. Die Inschrift lautet:„Die badenden Personen werden darauf aufmerksam gemacht, daß man hier ertrinken kann. Zuwiderhandelnde zahlen 3 Mark Slrafe, im Wiederholungsfall bis zu 9 Mark. Das Bürgermeister-Amt." Wahrscheinlich müffen im„Wiederholungsfälle" die Hinterbliebenen des Ertrunkenen zahlen. Szene in einer Menagerie. Dieser Tage ereignete sich in der Menagerie Bach in Wien eine eigenrhümliche Szene. Mehrere Anwesende waren beim Affenhause und amüstrtm fich fich an den posstrlichm Raprioltn der Inwohner desselben, als plötzlich, wahrscheinlich durch den Uedermuth eines Besuchers, die Thür des Affenhause« geöffnet ward, und fünf Affen, die schönsten de» Räflg», die Freiheit vor Augen, sofort ent- schlüpften. Selbstverständlich begann sofort eine Jagd nach den Ernsprungenen. Einer der Flüchtlinge wollte an dem Räflg der drei afrikanischen Löwen emrorklettern. Wie ein Blitz fuhren sämmtliche drei Löwen auf ihn zu. und alsbald wurde der Affe hineingezogen und zerrissen. Die anderen hatte man indeffen ern gefangen und zurücktrantportirt. Den Mann, welcher die Thür geöffnet hatte, konnte man nicht er- Mitteln. Das indische Theater der Stadt Tinnevellh wurde am letzten Montag während der Vorstellung von einer furcht- baren Feueribrunst heimgesucht. Das Gebäude, in welchem fich 4— 500 Zuschauer befanden, fing Feuer, und da die Thürm nach innen gingen, so konnten fie bei dem Andrang nicht ge- öffnet werden. 70 Personen büßten ihr Leben ein und 60 andere wurden verwundet, viele unter ihnen schwer. Es heißt, daß Brandstiftung vorliegt. Kleine Mittheilunge«. Trieft, 6 August.(Verhafteter Leichenschänder.) In Capo d'Jstria verhaftete die Gendarmerie einen Mann, welcher Leichenschändung gewerbsmäßig betrieb und auf dem dortigen um »u Friedhofe alle Rindelleichen ausgrub und verstümmelte, einzelne Gliedmaßen an abergläubisch« Bauernfamilien verkaufen. Eardiff. 4. August. Eine furchtbare Explosion ereignete fich gestern Morgen an Bord der im East vute Dock bterselbst liegenden, mit Rahlen nach Buenos Aires bestimmten norwegischen Barl„TetenS". Das Schiff hatte am Sonn- abend seine aus<00 Tons DowlaiS Steamkohlen bestehende Ladung kompletirt. Am Montag wurden die drei Luken sorg» fällig verschalst und alle Vorbereitungen zur Abfahrt gettofien. Gestern Morgen öffnete man auf Befehl des Steuermanns die Vorderluke, um Proviant herauf zu holen. Ein Mann war in den Raum gestiegen und ein zwetter wollte ihm gerade folgen, als plötzlich eine furchtbare Explosion stattfand. Leute, die fich in der Nähe des Schiffes befanden, sahen erst eine dichte Rauchmaffe und dann eine 40 Fuß hohe Feuergar b« auS dem Raum aufsteigen, während Schiftstrümmer nach allen Richtungen umherflogen. Der mit der Explosion verbundene Rrach wurde mit km in der Stadt deutlich vernommen. Der unglückliche Rann, welcher sich wäh-end der Ratastrophe im Raum befand, erlitt schwere Brandwunden. Wahnfinnig vor Schmerz stürzte er auf Deck und sprang über Bord, ihm folgte ein anderer Mattose, der. auf Hinterdeck stehend, eben falls schwer verwundet wurde. Die beiden Leute wurden schnell gerettet m.d väter auf ihr Schiff zurückgebrach«. In- zwischen vrang das Feuer auch aus der großen Luke. Leiver wurden auch hier 4 Mann, die fich gerade mittschiffs aufhielten, von den Flammen schwer verletzt. Einige der unverletzt gebliebenen Leute begoff-n ihre verwundeten Rawerad.n mit Waffer, nicht ahnend, daß fie dadurch die Schmerzen der Un- glücklichen erheblich vergrößerten. In diesem Zustande schaffte man die sechs Verwundeten nach dem Hospitalschiff, woselbst ihnen schnell Pflege zu Theil wurde. Bei der ärztlichen Unter- suchung stellte fich heraus, daß alle schwer verbrannt waren. Die Verletzungen erstreckten sich namentlich auf Ropf, Gesicht und Hände. Die Gefichter find größtentbeils entstellt, die Haut ist fast ganz abgeschürft. Zwei von den Leuten müffen hel'.ig gegen die SchiffSwand geschleudert sein, da sie am Hinterkopf schwere Wunden haben. Die Exolofion soll durch Anzündung einet Lichtes im Räume entstanden sein. Unter den Verwundeten befinden fich beide Steuerleute und der Zimmermann. An dem Aufkommen des letzteren wird ge» zweifelt. Das Schiff erlM bedeutenden Schaden. Das Vorderdeck flog in die Lust; Böte, Masten und Tauwerk ver- brannten. London. 6. August.(Ein neues Seeungethüm.) In Palmer'« SchifiSwnste in Ja-.row wurde da« neue britische Rriegsschiff JDilando" vom Stapel gelassen. Bei dieser Ge- legenheit bemerkte das ParlamentSmitgliev Sir Charles Mark Palmer, daß der �Orlando" eine neue Gattung von Schiff sei, welches das Problem lösen würde, welche Art von Rrtegi- schiffen in Zukunft aeb ut werden solle Der„Orlando" vereinige in sich große Stärke, große Ausrüstung und große Fahrgcschwindigkett und sei im Stande, lange Zeit auf offener See zu bleibm. Der„Orlando" sei ein Experiment. Das neue Rriegsschiff ist das erste dieser Gattung von steben, die für die britische Marine gebaut werden sollen. Daffelbe ist 300 Fuß lang, 66 Fuß breit und 37 Fuß tief, dei einem Tiefgange von 21 Fuß und einem Gehalte von 5000 Tonnen. Die veranschlagte Fahrgeschwindigkeit bctiägl etwa 19 Rnoten per Stunde Der Panzer trägt einen Stahlüberzug und besteht au» einem Gürtel von 200 Fuß Länge, der fich von 1 Fuß der Wafferlime bis 4 Fuß unterkalb derselben hat eine Dicke von 10 Zoll und ruht auf einer Unterlage von Teakholz, welche mtt einzölligen Stahl. platten defestigt ist. Alto««, 7. August. Obgleich der ausgewiesene Maurer Claus Siddert gestern auf dem Polizeiamt erktätte, daß er über seine Abreise noch nichts festgestellt habe, und obgleich die ihm gewährte Frist erst Sonntag Abend ablief, war eS doch stadtbekannt. daß er fich heute mit dem Personenzuge 4 Uhr 45 Mi« nuten Nachmittags nach dem Norden begeben werde. Die Po- .et hier und in Hamburg hatte in Folg« deffm wieder« orkrhrungen getroffen. Auf dem Bahnhof waren zahlrei» Poltzeimannschasten stationirt, auch zahlreiche Neuginip hatten fich dort eingefunden. Sibbert erschien in%% gleitung von drei Personen, die in einer Droltd vor fuhren und inSgesammt die Reise anttaten. Wie verloiiÄ wird der Ausgewiesene fich Werst zu setner Familie in stedt und später nach Riel begeben. Der Grund, warum I# die Ausgewiesenen mit Umgehung des Hamburger Gebiets iß Reise arttreten, liegt darin, daß ihnen gleichzeitig mit derkli* weisungsordre eine Verfügung des Hamburger Senats die das Betteten des Hamburger Territoriums den wiesenen verbietet und bei Nichtbeachtung dcS Verbote« fortige Verhaftung und Transport per Schub an die 9ttV androht._ Ketzte Nachrichten. Die Stichwahl«« tu Frankreich haben ein rneWk* ähnliche» Ergedniß geliefert, wie die Hauptwahlen. Nach# Depesche der„Voss. Ztg." find dei den am Sonntag v« genommenen Generattath« Stichwahlen, nach den dt» jetzt liegenden Resultaten, 141 Republikaner un» 33 Ronsero«« gewählt worden. Die Republikaner haben 16 Sitze gewoin« und 22 verloren. Bei den Hauptwahlen hatten 1436 Rn# ihre Vertreter zu wählen, 188 Stichwahlen waren nothmaFt geworden und die 1248 definitiv Gewählten umfassen: 840 V pudlikaner und 408 Reaktionäre. Da 174 Stich-rablen ei» schieden find, stehen also nur noch 14 Ranione au«. Da» W» ergedniß, Nichtoeränderung dei P-rteiverhältniffe» imlW' kann dadurch nicht beeinflußt werden. Aa der Brüsseler Arbeiterkuudgebuug nahmen � Sonntag gegen 1600 Personen Thell, welche mtt ei rolhen Fahnen unter dem Gesänge der Marseillaise die® durchzogen. Die Ruhe wurde nirgends gestört. i> 6 Zoll oderhald ausdehnt. Der Gürtel lit Ktnfflißflcit ittr j. R G. Reue Höchste. Es eriftiri in Berlin keine# liche Gütergemeinswaft zwischen Eheleuten, doch kann jf* durch gerichllichen Ehevertrag festgesetzt werden. Der bat aber an den Vermögen der Frau nach dem Gisesff* Verwaltung«, und Nutzungsrecht.„ b P H- 67. Em Verein, welcher fich mit der SaiM«� von Arbeiterdichtungen befaßt, ist uns nicht bekannt. R. R. Buckau Magdeburg. Versuchen Sie einer ZeilungSannonce. Welche« Blatt fich am besten« eignet, ist schwer zu sagen; Liebhaber drrattiaer Alteck� dürften fich unter den Lesern aller Zeitungen finden. 9. E. Schöaleiustratze. Wahrscheinlich ent,. Miethskontratt die Bestimmung, daß der Miether sich Veränderungen und Reparaturen jeder Art gefallen ohne dafür Eutschädigung fordern zu können. Ist all und hat der l&irth zweckmäßiger oder nolhw? JiS-ise zur Reparatur des Rloset» die Rochmaschine«»• laffen müffen. so haben Sie deswegen keinerlei Aniprü«� dagegen eine solche Bestimmung nicht im enthalten, oder war da» Abreißen der Rochuf weder nöthig noch zweckdienlich, so können Mahlzeiten aus einer Speiseanstalt holen laff«� vom Wirth die Differenz zwischen dem an die Cfy ftalt Gezahttem und den gewöhnlichen Herstellungskosten Nahl, eilen ersetzt verlangen- F. v. 10. Wenn Sie in der, wetten Gemeinde als 3 Monate aufhalten, so können Sie zu den steuern herangezogen werden, auch wenn Sie solche*™ meinde Ihres Wohnsitzes ebenfalls zahlen. Rr. 1. Die Gestnde-Ordnung enthält noch**, alterliche Vorschrift, daß die Herrschaft einem, boten geringe Thätlichkettm angedeihm lassen datt.- fie durch defsen ungebührliche« Benehmen«um tior reizt wird. Theater. Dienstag, den 10. August. Belle- Alliauee- Theater. Da» Paradies. Krtedrich-WUHelmstädttsches Theater. Der Zigeunerdaron. Öfter. d-Theater. Vom Golde verführt. Viktoria- Theater. Amor. Tanz-Poem von xatgi Ranzottt. Walhalla-Theater Cavricciosa. Rroll's Ttieuler. La Traviata. Seutral- Theater. Alte Jakobstr. 30. Dtrev.: Adolph Emst. Der Wald-Teusel. G-s«ng». poffe in 4 Allen von W. Mannstädt. Rouvl-.t» von G.GVrß. Mustl von G. Steffen». Mtt neuen Dekorationen und Rostümen. 13 Schweizer Garten. Q (Novität!) «»uigftädtische» Theater. daronin. Die Zigeuner. M Passage 1 Tr. 9 SR.- 10». Ksloer-Panorama. In dieser Woche: Die malerische frauzös. Schweiz. Eine Wanderung durch Petersburg. Hertha-Aetse.—«arotwen-Insel«. «ine Reise« Pfg. Rinder NM 10 Pfg. Den Zimmermann Bergmann erkläre ich für einen ehrlichen Mann.[319 ___ jSfistkxm». Kraukev Unterstühuugsbuud der Schneider(E.H.) Prut». Dienstag, de« 10. August: Ctr* Sommerfest zum Besten feinet hllf» bedürftigen Mitglieder to Keller« KoftSger(Kaleuhaide) bestehend in k. Anfang 4 Uhn Die Raffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. Billet» » 25 Pf. find zu haben: Rrausenstr. 11; in den Geschäften der Genossenschaft(Zimmerstr. ZOunV Lothrinzerstr 51); bei den H-cren: Zilm, Wal- demarstr. 19 Hof l; Heinrich, Rommandanten- ftraße 41 IV; Luba», Sebaftianstr. 41 II; Werner, Lottumstr. 9 IV; Zander, Langestr. 99/100 IV, sowie in den Zcgarrengeschästen von Carl, Admiralstr. 25; Fahnle. Admiralstr. 2; Coesfeld, Prtt�nstr. 112.[321 Da« Comltche. F. 81.: Gustav S p a h r._ Central Kranken- und Sterbekatse der Tischler u. s w. C ertliche Vtrwalwng Ke�w C. (Hallescher Thordezirk.) mn�Mittwock.'dm 1 1• August" Abends q�Uhr, _ bei Di-thallr-r. Teltowerstr.» Tagesordnung: Abrechnung vom 2. Quartal und verschiedene Rafferangelegenheiten.[oll El Am Friedrichshain.— Haltestelle der Ringbahn.— Am Rönigsthor. Dienstag, den 10. August: Großes MMtär-Eoucert und Ertra-vorstelluug. Auftrete« sämmtliche, Speztalitäte«. Theatervorstellaug. Grosses Kriegs- 1 Frenten-Feierwert ber Pgrotechniker A. und E. Maffow, Bonander und Hornig. Zum Schluß: i Die Erstürmimg der Düppeler Schanzen. (8t. pyrottchnisch.milttärisches Schauspiel unter Mitwirk, von ca. 150 Pers.] nnnnnnnnnnnnnnnnnn nnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnn n n n n n n n 1 1 Ij � � Arbeitsmarkt 8 W» 10 K-rtnuacheraeselr« auf Gestell, geschlagen und Maiiarbeii, finden dauernde schäftigung auch für den Winter bei gutem Lohn. Kergo»$t Kruzi». "tt. 21. ZMiuiüler-©ßfttdl ö.ri huriaufi Hirfi Wa»* größte Auswahl, billigste Preise!! Die«etten Sumatra trefft im Kaufe der Woche � A. Coldschnnl Alexanderstraße 3� Brunnenstr. 155* Ein Stand schöner Betten- neu.. ,, Thlr. zu oft Reich.ich�erft.'. 183 fp, 1 �7Vtääö7l5 Thlr„ ,. o. OranienA�f jj* W Wieder vorräthig:,( Die ÄjiklliltWkklitll � m Dt« vmtfche. W* Zllslhstihtr-Gts»�.. Äf; �......- � Ich suche einen(L. schuride», welcher im.Schnewc». �,g waare und«««jmuwiBgen>% Der unentgeltliche 8?�» Nachweis der �... Klavierarbetter# v, besludet fich Skalitzew�, bei Stramm._____ � AndreaSstr. Der unentgeltliche Ard»it»»ach«»»is de« „Vereins verlwer Stuckateure" befindet fich«rauserrstraS» 4 bei A.(*«*, worauf wtt die Herren Prinzipale sowie die Beretusmttglteder nochmal» hinweisen mit der Bitte, den ausgiedigstm Gebrauch davon zu machen.[263s Di« Rommisfion. Verantwortlicher Redakteur XL »W -«VD-- � Cigarreuarbeiter � B-,ablung verlangt[817 �•«sta» Nevhau» in Wöllstein. Tronhet« in Berlin. Druck und V-rlaz von Xstax»«dwg tn Berlin 8W. Beulbstraße 2.