KtW» 'Ä öS t» Ztr. 185 Mittwoch, den 11* August 1886. III. Jahrg. tdinirlMM» Krgan für die Interessen der Arbeiter. Da».Berliner Volksblatt" getragen in der PoSzeitungLprettiist« für 1888 unter Rr. 769.) Jusertiousaebühr betragt für die»gespaltete Petttzetle oder deren Raum 40 Pf. Zlrbeitimarlt 10 Lei größeren Auftragen h�her Rabatt nach Uebereinlunft. Inserate werden di» 4 Nachmittag» in der Expedition, Berlin 8W, Zimmerstraße 44. sowie von allen Annoncen» Bureaur, ohne Erhöhung de» Preise», angmommen. Redaktion: Kenthstraße S.— Erpedition: Zimmerstraße 44. liu alte, am aaszeWe Uaaiahlheit. Wen» e« in Oesterreich eine«ationalliberale Partei We, so Bütte die in Wien erscheiaeube„Neue Freie Presse* �ts« Partei angehöre«. Sie steht mit«ine« Beine mitte» ™ der Reaktion, mit dem andere« im verwäfferte« Llberali»» Die» Blatt wird nun von koaservatisea Zeitungen �Berlin um Hilf« angerufen gegen die bösen Sozial« Sjwrate» mit der besonderen Betonung, daß die.Neu« uicht reaktionär sei. p Die Vorwürfe, welch« da» genannt« Blatt de« deutsche» Ualdemokraten macht, gipfeln in dem eine« Satze: Die "' bekanntlich fünfundzwanzig— >ete« de« Deutschen Reich«tag« Redefteiheit. Wo aber find %........... ihr« Vorschläge? Sie »)tben keine, sonder« hülle« fich w da» Teheimaiß ihrer Konisation. � Diese Weisheit hätten wahrlich»nsere konservative« ™«nnuw-»*.— 0—« Wien zu hole» brau*'" selbst ausgesproch«», tbe» endlich geschwiegen, eine« solche» Vorwurf» Thatsache» Zeugniß wider OMziösen Blätter nicht erst au« Wien zu hole» brauche», #ftHe» fie seit Zahre« oft genug selbst ausgesproche», find »UNtg widerlegt worden und habe« sie die Unhaltbarkeit gerade ß'ßtn mußte«, da die nackte« . Aber da ei«„nicht reaktionäre«* Blatt die , Unwahrheit wieder auftischt, so glaube« unsere � a k t i 0 n ä r«« Blätter die Zett wieder gekomme», da» n ie Märchen im neuen Gewände vorführen zu müffe». ...Di« Zeit ist ja günstig dazu. Außer einigen hoch» politisch,« Sntea, welche di« herrschende Preffe jetzt ab und 6, yißl, hat sie ja nicht« besondere« au thu» und LwZ% Aber auch wir nehme» die Gelegenhett wahr, um»och enrmal, wenn auch in aller Kürze, da» in Wie»»euerding» Mgetischte Märchen zu widerlegen. Schon bei Berathuag der Gewerbeordnung im Zahre 1869 im Norddeutschen Reichttage betheiligte« die Sozial» de« 0 Kate» fich in lebhafter Weise durch Anträge und « 0 rsch läge. v.®0 wurde« Anträge gestellt in Bezug auf Beschränkung Frauenarbeit, der Regelung der Gefängnißarbeit, auf Verbot ��uter arbeit und der So»«tag»arbett. Diese Anttäg« Zade« sämmtlich verworfen. Daran aber hatte» doch dt« �«jiaviemokrate» nicht schuld l SfeuiCteton. Spuren im Sande. [20 »ornan von Ewald«uaust«öntg. w Schauspieler, von dem die Witt»« t«T erzählte?* •«"»jje» un joiaje oei - reich geworden ist. Kliu*1«« unverständlich.* sagte der Rentner tu Tone,„die Erinnerung a» Roth und Sorge» emal< angenehm sei«. Welche» Zimmer bewohrtte» � Lampe sagt« mir. e« sei jetzt Zhr Schlaf. werde« w ihm kein« Erinnerungen mehr finde», **8 Sfc- � eine 6atti Uh habe selbst die Woh. �dei����ch möchte ich Sie bitte«,«ich nur eine» Blick fc**?'* lassen* SfcWZ1* war von seinem Sitz in der Sophaecke « zog de» Schlafrock fester über seine» Hüfte» „aber wen« «ach«» kann, K' � j 3H»«« den Gefalle» erzeigen." S?S»£ a"J?ie Thür und öffnete fie; der Rabe, der ThÜr« �? �ulter wich. Kächzte laut, al« Werner auf tu�0,.aber glaube mir, Zakob hat«ehr Ver» schlüge von de« Sozialdemokraten wurde» vom Reichstag akzeptir». Ferner bea« tragt«« die Sozialdemokraten im Zahre 1869 di« Anstellung vonFabrikinspektoren. Dieser Antrag wurde von der Regierung bekämpft und vom Reichs- tage mtt gewaltiger Majorität gegen 14 Stimme», sage und schreib« vierzehn Stimme«, verworfen winzige Minorität bestand au« 7 Hochkonservative», unter denen fich Gineralfeldmarschall von Steinmetz befand. Also Alle» da» find kein« Anträge u Die 7 Sozialdemokraten und der verstorbene «so Doch weitet Anträge«nd Vorschläge?! Von der deutsche» Reichsregieruna wurde der Vorschlag. und Antra« der Sozialdemokate», Fabrikrnspektore« anzu- iielle», aufgenommen und der Reichstag stimmte für den- elbe». Da« Fabrikinspektorat ist jetzt ei» allgemein geachtete«, segen»reiche« Institut— aber die Herren Reaktiv» «äre erinner» fich nicht daran, daß diejenige«, welche diese« Institut zuerst für Deutschlaad angeregt habe» und eine dahin zielende„Forderung* erhoben, Sozialdemokate« waren. Bei der Abänderung der Gewerbeordnung im Deutsche« Reichstage betheiligt«« sich wiederum di« Sozialdemokraten i» lebhafter Weise. Eine groß« Anzahl Amendement« wurden vorzugsweise dahin gestellt, die Kündigung«» bedingungen der Arbeiter ebenso günstig zu gestalte», als diejenige» der Unternehmer. Wen» die Sozialdemokraten »icht durchdrangen, so war*» wiederum nicht ihr« Schuld. Dan» aber hat die sozialdemokratische Fraktion de« Reichstag« schon dreimal, und zwar zweimal in wesentlich veränderter Gestalt, ei» Trbenerschutzzesetz eingebracht, welches eine so große Menge von Forderungen und Vorschlägen enthält, daß dem Arttkelfchreiber de»„nicht reaktionären* Wiener Blattes der arm« Schäriel brumme« würde, wenn er dieselbe» sämmtlich gewissenhaft prüfen fallt«. Doch genug d«vo». Die Forderungen und Vorschläge zum Nutzen und Heil der deutschen Arbeiter, wie fie in dem genannte» Arbettnschutzgesetz enthalte» find, fie find männig. lich bekannt und was zedern ciU« für die Antragsteller nicht unangenehm ist, diese Vorschläge find von dem bei Wette« größten Theile der gewerbliche» und industrielle« Arbeiter Deutschland» mit Freude» aufgenommen worden, wie die zahlreiche» Petttione« und Unterschriften, die an den Reich»« tag gelangte», zur Genüg« beweife». Die» Alle« konnte der Wiener Naseweis«icht wisse». Aber Zettunge», die in Deutschland erscheine», ja, in de« Deutsche» Reiche« Hauptstadt, welch« den Reichstagsverhand» lunge« der Zett von 1867—1886 gefolgt sei» müssen, fie sollten fich doch«icht al» die Nachbeter eine« Wiener Nichts- wiffer« hinstellen, da fie ihre Unwissenheit nicht entschuldige» stand wie mancher Mensch, so wird er auch jetzt für seine auffallend« Unruh« gut« Gründe haben. Werner war rasch w da» Schlafzimmer eingetreten, da« lose Brett knant« unter seinen Füßen, er blieb stehe», um es aufmerksam zu betrachte», im nächsten Augenblick lachte er. .Wenn ich auf diese« Brett trete und de» knarrende» erinner« mich der Personen, d» täglich mwb besuchte», der Freund«, di« ihre» letzten Groschen mtt mtt theilte«, und der Gläubiger, die«tt mtt einem ganzen Arsenal voller �»l�wm�auch�'zhre, Zett diese» Brett schon lose?* erste» Tag«, an dem ich da» Zimmer ftagtt Jfirnsschalk Anfang« war daran, und s „So mitunter «m ersten Tag«, an dem ich da» Zimmer bezog. r*# mtt unangenehm, später gewöhnte ich mich „ schließlich hätte ich e« nicht änder» möge«.* » erging es mir auch,* nickte der alte Herr,„aber wttv da« Knarre« doch unangenehm, und demnächst auch ihre wo,»?* fragt« ffletnef rasch/„Die Sache hat sie Sette, träte in der Nacht ei» Dieb in diese« werde ich da« Brett wieder befestige» lasse«.' Aber Zimmer,' würde' da« Knarre» des losen Brettes Sie jp 0 cfd)" .Apropo», Onkel, man hat ja vor einige« Tage» ver« sucht, bei Dir em,«breche» I" schaltete Ferdinand ein. Woher weißt Du da«?* erwidert« der Rentner, ihm einen' mißttaussche« Blick zuwerfend. .Mein Freund, Baron Bergau sprach davon. Sie?" wandte der alte Herr fich mtt scharfer Be- tonung zu Werner, de» diese Bemerkung unangenehm ,« rs'Sffesws S ssw können und man deshalb annehme« muß, daß fie auf Koste» der Wahrheit ihrem grenzenloseu Haß gegen eine ander« Partei die Zügel fchieße« lassen. Schön ist da« nicht I Aber wa» kümmert fich unser« reaktionäre Presse darum. Sie wttd«ach wie vor wetter entstelle» und verdächttge«. Die« zu verhindern, habe« wtt Vorstehende« nicht geschrieben, sonder» lediglich deshalb, um wettere» Kreise» ob solche» Gebahren» di« Auge« zu öffne». Polittsche Ueberstcht. Der Gipfel aller Junungsaumaßungen wurde wohl auf dem deutschen Tischlermeistertongreß erreicht, der soeben in verlin tagt. Daß die Meister für ihren Innung«» verband Korporationtrlchte verlangen, wollen wir ihnen am Ende nicht verdenken. Dann sollten fie aber auch den Fach« vereinen ihrer Ardetter da» Recht, fich untereinander zu verbinden und korporative Rechte zu erwerben, zuerkennen. Statt dessen fordem fie in ihrer christlichen Nächstenliebe die Polizei auf, dm Arbeitervereinm vollends dm GarauS zu machen. Tischlermeister Hermann au» Königsberg sprach noch halbwegs rücksichtsvoll: Die Fachvereine wollten die soziale Lage ver Äe» Forderung der uf und dieses Auge hätten. sofort Herr Rieß au» Dresdm mit der Schließung der Fachvereine au. Losungswort zündete, ein Meister überbot nunmehr immer den anderm in der Dmunziation der verhaßtm Gewerl- schaften. Obermeister Brande» demerkte sofort, der Vorschlag de» Vorredner» beding« eine schärfere Anwendung de» Sozialistengesetze». In Berlin geschehe die»(a bereit» seit einiger Zeit, e» sei jedoch zu wün- schen, daß diese schärfere«nwendung de» Sozialistengeseve« überall Platz greife.- Der Vorsttzmde de» deutschm Schmiede. JnnungSoerbande». Schmie de. Odermeister lSandow(Berlin), theilte alsdann mit, daß der gegenwärtige vchmiedeftreik in Hamburg in Folge der„Hetzereien" des dortigen Schmiede. Fachoerem» mcht beigelegt werden könne. E» sei hohe Zeit, dafür zu wirken, daß dtt Fachvereine von dm Behörden ge. schloffen werden. Und Tischlermeister Simon(Stettin) vattttte da» einmal angeschlaame Thema in seiner Weise weiter: Er beztwifle, daß da» Eingreifen der Polizei dauernde Abhilfe schaffen könne. Wmn man die Fachvereine schließt, dann dürf. ten die Gesellen sehr bald andere Wege der Vereinigung finden. Dauernde Abhilfe könne nur geschaffm werden, wmn dtt Meister eine sogenannte schwarze Liste von allen Fach. vereinsmitgliedem anfertigen und fich auf Ehrenwort verpflichten, Fachverein Smitglttder nicht in Arbeit zu nehmen.— Tischlermeister Vorderbrügge(Bielefeld) führtt endlich au«: In Bielefeld werde jedem Lehrling bei der Gesellenprüfung da««prmwort obgenommm, daß er niemal» eine fozialdemokrattsch« Versammlung besuchen und niemal» Mitglied eine» Fachverein» werden wolle. Diese JSch gebe da, alle« zu.* unterbrach Sottschalk ihn, „aber«in Verdacht ist leicht ausgesprochm, er kann einen Schloß im Handumdrehe», au» ihm wttd einmal ei» tüchti- ger Meister werde».' „Der Einbruch ist wohl mißlungen?« fragt« Ferdinand. „Hat man kein« Spure» entdeck*, die auf dm Thäter schließe» lassen?" „Nur dm Ausdruck eine» verkrüppeltm Fuße«.' „Das genügt ja,* sagte Werner, währmd sei» steche». der Blick erwartungsvoll auf dem alte« Herr« ruhte, der mehrer« Prism rasch nacheinander«ahm,„die Sicherheit. mit der der Thäter zu Werke ging, läßt erkmnm, daß er in diesem Hause bekannt ist—* ."c:.■ Schuldlosen treffen—* .Da» zu untersuchen ist Sache de« Gerichtes,' erwiderte Ferdinand rasch.„Willst Du keine»«zeig« machm?" „Nein.* „Aber e< ist Deine Pflicht, Onkel!* „Meine Pflicht? Wer mtschädigt mich für alle die U«. Gerichteter alle» öffne» und lick zur Ver» ., mich diese» und rm Grunde genommen habe ich auch keine Veranlassung dazu, man hat mtt ja nicht« ge- stöhlen. „Unannehmlichkeitm würdm Zhnm allerding» nicht erspart bleib««.' sagte Werner,„ich glaube auch. Sie thu« klug, wmn Sie dt« Anzeige unterlaffm." schweifm. Der Rentner beobachtete ihn scharf und unverwandt, ei» beleidigmde» Mißttanm spiegelt« sich in dm Blickm, itere endlich das i« andere gewor- die jede Bewegung Werner« verfolgtm. „Zch danke Aham ,* brach der Schweigm,„wmn auch die Einrichtung-------... dm ist, so erinnert mich hier doch manche« an die lä» vergangene Zeit. Wenn Sie mtt gestattm wollte» eine Stund« allein«nd ungestört zu weilm, so würbe» ."Ä eu Sie schöne Einrichtung solle man verallgemeinern.— Ei wurde schließlich beschloffen: Beim BundeZrath und Retchttag dahin zu petitioniren, tost 1) die Fachvereine schärfer überwacht und 2) Legitimationen für alle Arbeiter ohne Altersunterschied obligatorisch eingeführt werden.— Nicht genug, daß der Arbeiter den Meistern seine Arbeitskraft für ein Epottgelv verkaufen muß, der Meister beansprucht auch noch, daß der Arbeiter fich innerlich zu seinem Sklaven erniedrige und auf jede selbstftSndige politische Anficht verzichte! Die Meisterverdände tagen unter dem Beisein und mit der Unter« stützung der Behörden, den Arbeitern soll daS Recht der Vereinigung überhaupt abgeschnitten werden! Die Ar« deiter wandern wegen Vmufierllärung ins Gefängniß, die Meister befürworten öffentlich ihre„schwarzen Liften"! Dal ist die Gerechtigkeit, wie fie die Meister verlangen und dann wundem fich dieselben noch, wenn die Arbeiter fich für die Ehre bedanken, mit ihnen in dm JnnungSauSschilffen zu» sammen zu fitzen und zu verbandeln? Verhandlungen de- dingm, wenn fie Sinn und Erfolg haben sollen, gegenseUize Sleiche Achtung, und so lange die Meister den Gesellen gegen- ber das Gegentheil von Achtung bekunden, tbun letztere recht daran, ihre eigenen Wege zu gehen und die Meister fich selbst und ihrem Dünkel zu üderlaffen. Lange wird die Jnnungs- Herrlichkeit ja so wie so nicht dauern. Die„Nordd. Allg. Ztg." druckt al« sehr bedeutsam zur Charaktertfirung der„freien Konkurrenz" folgende Stelle aus dem„L-ipz. Tagebl." ab: Ein Huf- und Wagenschmied in einer Großstadt, Obermeister der dortigm Schmiedeinnung, sagte uns kürzlich folgmdei:„Unsere Gesellen verlangen von uns die unbedingte Abschaffung der Sonntags« arbeit. Wir unsererseits, d. h. die Jnnungimeister, find mit Vergnügm hierzu bereit und würden schon längst jede Art Arbeit am Sonntage, auch wenn nicht eine Strafe von 3 M. darauf stände, von Nothfällen natürlich abgesehen, ein- gestellt haben: aber die Sache hat einen Haken. Eine Anzahl unserer Gewerbsamoffen, theils Anfänger, theilS Leute, die eben um jeden Preis etwas verdienen wollm, find stets bei der Hand, z. B. einen Hufdeschlag anzunehmm, auch auf die Gefahr hin, attrapirt zu werden: dmn die 3 M. kommen für sie nicht in Betracht gegen den Vortheil, daß ste an demjenigm, den unsereines abgewiesen hat, einen neuen Kunden gewinnen. Die Strafe müßte also bedeutend höher sein— SO M. meinte der Meister— oder wir müßten sonst einm Schutz gegen diese Art Konkurrenz haben." Die„Nordd. Allg. Ztg." war doch sonst gegen daS Verbot der Sonntagsacbeit und nun auf einmal der Wunsch, das Verbot, wie es jetzt bekanntlich nur durch lokale Verordnungen geregelt ist, durch eine hohe Schläft auch Herr Pindter Strafe recht wirksam zu machen?! manchmal? tum Freiberger Prozeß.„Eine Bestimmung, wie der des Strafgesetzbuches—„Verbindung zur Verhinderung § 1 oder Entkräftung von Maßregeln der Verwaltung" ,e.— ge« hört zu jenm modernm kriminalistischen Ei find an gm, welche weniger auf Grund des allgemeinen Bewußtseins von Recht und Unrecht in den Strafgesetzdüchem stehen, als vermöge des Verlangens der Regierungen nach Waffen wider politische Gegner."— Also zu lelm in der zahm- liberalen„Nationalzeitung". Das Blatt fährt alsdann fort:„Wenn nicht bezweifelt werden kann, daß trotz deS Frei- berger ProzeffeS die maffmhafte geheime Verbreitung des „Sozialdemokrat" fortdauem wird, da der§ 129 des Strafgesetzbuches kaum abschreckmder ist als der§ 19 des Sozialistengesetzes, so bleibt als Ergebniß deS ProzeffeS zunächst eine Anzahl Bestrawngm, die auch in unbefangen urtheilmdm Volkskreisen offenbar einen peinlichen Eindruck machen, und dann die abermalige Bekräftigung der Erkenntniß, daß die durch das Sozialistenaesetz geschaffenen Zustände unhaltbar find. Wir müffm deshalb die Mahnung, auf den Uedergang zu einem dauernd haltbaren Rechiszustande zu denken, immer von Neuen wiederholen; in der beständigen Theilnahme von Hunderttausendm an einem geheimen unterirdischm Kampfe gegen die Staatsgewalt und gegen die Gesetze liegt ein Element politischer Demoralisation. welches ebenso, wie auf die Angreifer, auch auf die Ver- theidiger wirkt, die allmälig jener Gleichgiltigkeit in der Wahl der Mittel zur Abwehr verfallen, welche vor allen großm Er- schütterunam auf Sellen der Vertreter der bestehenden Ord- nung zu stndm war." Zum Münchener Soztalisteuprozeß. Wie s. Z. mit« getherlt, Halle der Abgeordnete v. Vellmar in einer Vor« strllung an die Staatsanwaltschaft auf die Widersprüche zwischen Zeugmaussagen und den Aussagen der Polizetbeamten Auer und Gihret bin: agewiesen und Wteveraufnabme des Verfahrens nach dieser Richtung beantragt. Die Staatsanwalt« schaft hat die Wiederaufnahme abgelehnt, weil sich eventuell zwei Eide gegenüber stehen würden."— Ein von einem P lizeiveamten ange« gebener„Gewährsmann" wollte bekanntlich das Gegenthell veffm, was der polizeiliche Z-uge beschworm hatte, eidlich de« künden. Dann würdm fich allerdings zwei Eide gegenüber- stehen und einer davon müßte ein Meineid sein. Aber es mich dadurch glücklich mache«, aber ich wage nicht, Sie darum zu bitte»." Der alte Herr schüttelte ablehnend da» graue Haupt. »Ich frage voch einmal: wozu?" erwidert« er ironisch. „Ich seh« icine» Zweck darin, die Erinnerungen an jene Tag« der Roth und Sorge könne« ja keine» Werth für St« habe». Und daß ich nicht gerne meine Räume jedem preisgebe, «erde« Sie wohl auch natürlich finden." „Du darfst meinem Freunde volles Vertraue» schenken", sagte der Referendar. „Habe ich denn behauptet, daß ich Mißtraue» hege? Meine Weigerung muß genüge«, Gründe brauche ich nicht zu nenne«.' „Sie genügt mir," sagt« Werner ruhig, indem er seine» Hut«ahm,„ich hatte auch nicht erwartet, daß fie meine Bllte erfüllt« würden. Nochmal« meine« beste« Dank!" Er nahm mit einer Verbeugung Abschied und verließ da» Zimmer, Ferdinand blieb be» seinem Onkel zurück, der fich in seiner Sophaecke wieder«iedergelaffe« hatte. „Wie kommst Du zu dieser zweifelhafte» Freundschaft?" fragte der Rentner spöttisch. „Zweifelhaft nennst Du fie 7' erwiderte der ju,ge Mao« unwrllig. ,Zch lernte de« Baron auf der Reise keune«, er ist ei« sehr reicher Herr—" „Bah, wie gewonnen, so zerronnen I" „Was willst Du damit sagen?" „Wer so mühelos reich geworden ist, wie dieser Glück«. pitter, der kennt de« Werth des Geldes nicht." „Und da glaubst Du, er werde bald wieder am Bettel. stabe ha» glaube ich, und die Zell wird lehren, ob ich nicht recht habe. Was soll der dumme Wunsch, der ihn hierher führte? Ich möchte fast vermuthe», daß ihm „ÄweAbfichtn» I" spottete Ferdinand..Du bist sehr mißtrauisch. Onkel, aber hier hast Du keinen Grund dazu. Baron v. Bergau wird wahrhaftig keine Absichten auf Deinen G-ldschrauk haben. Und wärest Du ihm höflicher entgege«. gekommen, so würdest Du eine« liebenswürdigen Herr» in rhm kenne» gelernt habe»—" lohnte fich doch wohl, zu untersuchm, auf weffen Seite der Meineid ist. Ueber de« Besuch der Weltausftelluug zu Paris find unsere Ansichten bekannt. Wir hatten die Nichtbetdeili- gung der deutschen Industrie für einen ungemein großen Fehler, umsomehr, als die Berliner nationale Ausstellung als gescheitelt zu betrachten ist. Auch hatten wir ganz recht. als wir unsere Meinung äußerten, daß die Franzosen alles ver« meiden wüiden, welche« auf eine Kränkung oder Mißachtung der Deutschen hinauslaufen könnte. Ferner stellt es fich als richtig heraus, was wir immer annahmen, daß die Franzosen Einladungen an alle europäischen Nationen ergehen lassen würden. So hat, wie wir gestern mlltheilten, der engere Aus- schuß für die Weltausstellung dm Antrag an die RegUrung gestellt, amtliche Einladungen an Deutschland und die übrigen Mächte ergehen zu laffm, mit der besonderen Betonung, daß diese Ausstellung ein rein wntbkchaftliches Gepräge trage und jeder politische Gedanke auSgeschloffcn sei. Einer solchen freund« lichen und ernsten Einladung wird die deutsche Reichiregie« rung gewiß Folge leistm, selbst auf die Gefahr hin, von dem Herausgeber der„Berliner Politischen Nachrichten" gleichfalls zu den„RUchsleinden"«e,äUi zu werden. Das wäre ein Schauspiel für Götter, wenn Herr Schweindurg, um nicht in- konsequent zu fiin, die Reichsregierung selbst in die ReichSacht thun müßte. Wer zahlt de« Zoll? Vor etwa Jahresfrist reprodu« zirten gleichzeitig>n threr Journalievue die„Nordd. Allg. Zeitung" und der„Reichsanzeiger" die Aeußerung eines schütz zöllnerischen schleiwigschen� Blattes, da» von Berlin aus von offiziösen Federn bedient wird, welche darthun sollte, daß die oft gehörte und nie geglaubte Behauptung, das Ausland trage den Schupzoll, eine Wahrhett sei. Das schleswigsche Blatt hatte nämlich mttgetheilt, daß damals die aus Schwe« den bezogenen Hölzer trotz des eben in Kra't ge. tietme« Schutzzolls auf Hol, nicht theurer seien, weil fie von Schweden dilliger angeboten würden. Der Chor der schütz« zöllneuschm Blatter wiederholte diese Anschauung gläubig und freudig. Sie übersahen dabei abstchtlich, waS ihnen von frei» händlerischer Seite entgegengesetzt wurde, daß nämlich der da- malige Preisrückgang wie immer im wirthichafllichm Leben nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage eingetretm sei und mtt dem Schutzzoll nur in so weit Zusammenhang habe, alt die holzinterefientm von dem Tage der Einbringung deS HolzzollS an, in der Ueberzeugung, daß der letztere diesmal eine Majorttät stndm werde, fich ein möglichst großes Lager anschafften, um, so lange es ging, der Vertheuerung durch dm Schutzzoll zu entgehen. Da diesem Lager über Bedarf ein größerer Absatz nicht gefolgt war, so lag et in der Natur der Sache, daß zunächst der Verkehr der schwedischm Hölzer nach der schleswtgschen Küste erheblich nachließ, und daß die schwe- dischen Händler zu geringeren Preisen anzudietm gmöihigt waren. Die schuyzöllneiische Presse ließ stch auf diese Er« örterungen nicht ein, fie wies auf den„Erfolg" der Holezölle hin, mit dem fie fich begnügte, und die Sache war für da- malS erledigt. Die Veröffentlichung des Berichts der F l e n s> burger Handelskammer bringt diesen Vorgang wie. der in Erinnerung. Wenn die Schutzzöllner dem über daS Holzgeschäft handelnden Theil deS Berichts einige Aufmerk. samteit schenken woMm, so würden sie finden, daß fie fick vor «wem Jahre mit ihiem vorzeiligm Jubel gründlich dlamirt, und die Freihändler mtt ihren Ausführungen Recht behalten haben. Der Bericht weist darauf hin, daß gerate Schleswig- Holstein, da» durch Waldarmuth und geographische Lage auf Bezug von Holz auf dem Seewege aus den nördlichen Län» dem angewiesen ist, aus einer Erhöhung der Holuölle ein unberechenbarer Nachtheil erwachsen mußte, welcher Handel, In« dustrte und fast alle Beoölkerung'llaffen gleichmäßig trifft. „Daß nicht das Ausland den Zoll tragen wird, sondern derselbe voll und ganz von uns zu tragen ist, war vorauszusebm und kann jetzt bereits durch Thatsachm belegt werdm." Od dieser AuSzua auS dem Handelskammerbericht in der Journal» revue ver„Norddeutschen" und des„ReichSanzeigerS" wohl auch einen Platz finden wird? Bei der durch die Berdoppeluug der Lstterieloose in Preußm nolhwendig gemordmen Vermehrung der Kolleklcn find bekanntlich, soweit bis jetzt bekannt geworden ist, in Berlin sowohl wie in den Provinzen lediglich Männer bedacht worden, dt« dep konservativen Partei in irgend einer Weise nahestehm. So hat man bekanntlich diese Gelegen heil denutzt, um dm Herausgedem von kleinen vlätte-n, die fich dm Jn'pirationm de« osfizlöim Preßdureau» zugänglich z-igm, Anerkennung durch Verletbung einer Lotteriekollekte abzustatten. Hier in Berlin, wo zwanzig»olletten zu vergeben warm, find außer einem freifinnigm Stadtvn ordneten fast nur Männer, welche in irgend tiner Weise die EtScker'i'che Agitation unterstützt haben, mtt Kollekten bedacht worden. Nachdem durch eine VeröffenUichuna de« Vorgesetzten der Gen. ral- Lotterie« dtrettion kürzlich bekannt geworden ist, daß die Bewerber von ihrem Landrath und Regierungspräsidenten zuvor begutachtet werden, ist das Resultat der Kollekten« oeriethung nicht mehr verwunderlich.— Uns geht ja am Ende „Danach trage ich kein Verlange»," unterbrach der Rentner ihn höhnisch,„ich habe an de» Menschen, die ich kenne, übergenug, fie möge« mir Alle drei Schritte vom Leide bleibe». Du hast in diesem Punkte«och keine Gr» fahrurgm gemach», und settdem Zhr adelig geworden seid, glaubt Ihr auch nur»och mit Adelige» verkehren zu dürfe«: daß Zhr selbst dabei über die Achsel angesehe« werdet, schei»t Zhr nicht zu bemerke».' Dem jungen Manne flieg da» Blut heiß in die Stirn«, zornig flammte es i« sei»«» Auge» auf, aber er bezwang sich de« Zwecke« wegen, der ihn zu diesem Besuch hauptsächlich bewogen hatte. „Brechen wir ab. Onkel," sagte er,„Du schmähst und beleidigst uns, und ich habe Dir gegenüber kein« Waffe, mtt der ick» mich vertheidigm könnte!' Der Rentner trommelte mit dm hageren Finger« auf dem Deckel seiner Dose und ei« Lächeln der Besnediauna glitt flüchtig über sein schmale» Geficht. „Za, ja, die Wahrheit ist immer bitter," sagte er,„aber es kau» nicht« schadm, wen« man mitunter gezwungen wird 5**« höre». Was führt Dich zu mir? War es»ur die Absicht, m» dm Baron vorzitstellea? Da« nicht allein, ich h-d« auch eine Bitte an Dich. „Laß hören!" „34 bin in Geldverlegenheit." #### .So, so— wie viel bedarfst D«?' „Zch muß zweitausend Thaler Hab«,.« »«15 Mit Wil »rrih «»Mii 'ch-ib fe ttnll fe «ls'bl rfaaS N N die Sache wenig an, da es stch um einm Interesse! zwischen fteistnntaen und konservattom Geldmännern ha Aber zur Cbarakteristrung deS heutigen Regier ungisyl theilen wir dm Verhalt doch mtt. Zu dem Urtheil gegen die Mitglieder des Müuche«« Echuetderfachveretus wird der„Frank. TageSpost" schrieben: Das Vergehen erblickt das Urtheil in dem Anschi deS Münchener Fachverein» an dm„Centraloerdand d« Schneider und verwandtm Berufsgenoffen", der seine Ors«!« in Hamburg und in Frankfurt a. M. hat. Dieser Zenir� verband ist nach Auffassung des biefigen Gerichts edenfal!» eine polttische Verbindung. Von der Anklage, einm verböte!»« Verein fortgeietzt zu haben, wurden sämwüiche Angeklagte f«1' gesprochen. Zwar hatte der PolizeikommiffSr Gehret behau?'«- daß die nach ver polizeilichen Schließung deS Fach ver eint f* rufme öffentliche Versammlung nur von Fachvereinsmttglied«� besucht war, aber e: mußte fich delehrm lassen, daß er, Ausnahme eineS einzigen MaleS, die Versammlungen Vereins gar nie besucht habe, also auch nicht wiffen könnt, Mitglied deff-lben sei und wer nicht. Wenn man devenK jj™ r«; daß«S bei früheren gleichen Prozessen gegm fachgeweriii» Vereinigungen stets Monate von Kefangniß gesetzt hat, so ßg J®" man degreisen, daß daS dieses Mal ergangene milde 1%« die Betdeilizten selbst angenehm üderraschr hat. Traurig bl«*. S freilich, daß, während die Arbeitgeber, Handwerker � M Fabrikanten, unbekümmert um die bestehenden Gesetz« j™6« ungehindert von Polizei und Staatsanwälten, in ihren einigungen stch mtt politischen Fragen beschäftigen, die Arb«M schon froh sein müssen, wenn fie für dieselben HandlmA �ig nicht mit monatelangem Gefängniß bestatt werdm,(«ß«! mit, bei ihrem Einkommen immeihin mpfindlichen Gelofm" jn. davonkommen. a-Müta,, Erledigte Reichstags»«od Laudtagsmaudate. i?«�i, de den Reichstag find gegmwärtig vier Mandate«W ton«, und zwar die für das Herzogthum Lauer bürg, für 0#«%%!#& HaderSlebm und Strasburg Graudenz. Die beidm wSIdeise« Wahlkreise sind durch dm Tod der Mandatsinhaber, der BtfiR.u geordneten Junggrem(Däne) und v. Liskowski(Pole) geworden, während das Lauenburger Mandat durch v» nmnung des Abg. Grafen Herbert v. Bismarck zum 6!1 selretär vrs Auswärtigen Amts, das Bromberger durch Abg. Gerlich zum General Konsul in Kalkuita erledigt: Für Lauenburg ist die Nachwahl auf d. 21. d. M, für derg auf den 23. d. M. anberaumt; in Lau-.nburg stehß ein konservativer Kandidat, Graf vernstorff, und ein v« freisinniger, Berling, gegenüber; außerdem haben die v< dmiokratm eine Zählkandtdatur aufgestellt. In BromW didirt für die Konservativen Over Verwaltungsger Hahn, für die Deutsch• Freisinnigen Kammerger--�, Schroeder: der Kandidat der Polm für diesen Wahll'«� noch nicht bekannt. Im Adgeordnetenbause Mandate vakant; die Abgeordneten Jacobs(Bentheim Ä Kleist v. Bornstedt(Biardendurg-Westhaoelland Zauch'fjJ v. Liskowski(Löbau) und Büchten. ann(Stadt Posen) � storbm und da» Mandat de« Adgeordnetm 'Urs tei te i (Marburg) ist durch deffen Beförderung im Staalsdfe� loschen. R u ft l a n d. Ueber die antisemitischenUnruhen imj Torgowize im Kiewer Gouvernement wird— in" früherer Berichle— folgendes gemeldet: Am So 18. Juli, send in Torgowize ein Jahrmarkt statt, � eine Masse Bauern auS dem Umaner, Swenigolo�assj Elisadelhgrade: Kreisc gekommen war. Zwischen d-« mischen unv auswärtigen Handlem kam»t bei dieser i beit zu Mißverständnissen. Die einheimischen Händler, »Heils Juden, führten berettS früher bei der Ott darüber Klage, daß die auswärtigen Händler I •»tn sei. lauter Juden— ihnm Konkurrenz machen, unv den letzteren den Handel°uf dm�Jahrmirstni pj/ür: In Brrückfich-igung dieser Beschwerde"veriügü i veS MarsteS für die auswärtig*«®-»>«' die Verlegung einem von der Siodi mehr heimischen Händler ihren dieser M.ßreael reduzirtm Preise ihrer Waaren derart,...—- �„ Markte lockten. Di« einhcimischm Händler wendeten . r-ah.rX,-.»>,«««». Neri auc Wen ederlän ithmag 'k dir nochmals ari_lhte O-iSdehöide mtt ver Bitte, deNj--�� zu verbieten.. Juden den MarNhandel weiteren veschwnden«in Ziet zu setzen, ließ solche auswärlige Händler zum Markte zu, entsprechende dandeltdokumentelegittmiren lonnien. auch am 18. J ttt von den massenhaft zugeström t-5 die Dolumenrc oerlangte, kam es zu Sirtttigketten,> fich auch Fremde einmengten. Dazu verdreiteie# den Bauern das Gnüchi, daß nach einem kaiserlich�."" Zitz zu 5 Kopeken per Aischm verkauft werden K-w,' fcs ltkati ö't zu o uopeien per Aischm verlaust weroen welchem Grunde zwischen KSufem unv Händlern � Strriligkeiien entstanden. Die zweifachen Streitigkeit-'�- bav einen ernsten Charakter an, so daß binnen w, nuten der ganz« Murtt in Aufruhr stand. Unzählig „Es ist Dtt nicht verloren, Onkel!" „Bah. ich kenne solche Redensarten und fahren« Mao», was fie werth find. Mtt dt Verfichcrunge» wird prompte Rückzahlung verss� nichts ist rascher vergesse», al« diese«• Uebriqen« mußt Du recht flott gewttthschaste» � Du schon al« junger Mann eine solche Schu tilge» hast. „Schulden find'« nicht!" „Spielschulden natürlich!" „Nicht daran zu denken I" „Oder willst Du der Theaterprinzesfi» � schmuck schenken?" „Ich verstehe Dich nicht." >-- .Bist Du»i«b« der Freund der BaronW�K'% göi Der jnnge Mann schlug vor dem ho?"' �"Ut seines Onkel« verwirrt die Auge» nieder. t wuthuugen dreist die Etnne biete« kann.. wage», der Freundin ein solche« Gesch«»! ich weiß voraus, daß fie es nicht annähme. Dir darüber Mittheilungea gemacht?" .Ich erfahre manches," erwidert« der ß# zuckend,„und daß ich mich für alle«, 5J w°°dten betrifft, iateresfire. wirst Du WgOf � % kein« »•4'; Dich längst warne» wollen, ab« D«i»«, stnd so selten geworden, daß ich bis heute dazu fand. u«b«r Deine Beziehungen, at spricht.««» öffentlich, und schonend-erfährt �_ wtt Dir!" „Ich kann de« böse» — willst Du mit da« Geld„ „Zch weiß»och nicht, zu welche« lehe« forderst." � „Zch will damit einem Ft««""' helfen!" „Wie menschenfreundlich I" p „Wäre es«hreuhaster, de« o*** laffen?" !! fef i Ii, f'ff tAe i* Imfien m mgW Nüuche-« :8por" m Anß »band W -ine Ctflar;i ras : ottbolcn« ifüosle% t befeaupW &ondnl*" Smitgliedia vaß«. f. lungen W könnt,& Ä'-Z -aurig diew dwtrka � die— Handlm� >en, i odate. 3J de ttm t BtowW Lauern stürmten pfeifend und johlend in die Milch«, Läden, wo sie Alle» zerbrach ett, zerrissen und»er» mleien. Der Urjadnik rettete fich mit schwerer Mühe vor �verfolgenden Menge in da» HniS de» russischen Kauf- 5.� Emirrow, von welchem die Menge die Auslieferung iÄÄ?,? Kategorisch verlangte, di» st« dmch die Erklärung de- ! � wurde, tag der Urjadnik durch eine Hinterthür ent» ?�en sei. Während der Unruhen fand gerade in der Stadt» N'«in Gottesdienst statt.«IS der Geistliche Janowili von 0». ,�chen hörte, begab er sich im vollem Ornde mit dem J'uze in der Hand hinaus und forderte die Menge auf, ihre v.«>?. einzustellen. Die überzeugende Rede de? Geistlichen »(Ii.?�i ihre Wirkung, und die Bauern begannen, fich ?. ruhiger ,u verhalten. ES wurden sofort Mafiregeln im! UOT drn weiteren Zuflrfi von Lauern zu verhindern. «zlve sultd der Unruhen war, dafi acht jüdische Läden voll» «?ing ausgeplündert warm und den Lefitzern derselben ein sZw-n von mehr als 20000 Rudeln zugefügt Wirde. In SSiZja�rrn. der Judm wurde alles Meublement zerstört, der wüthenden Menge in die war, langte der an, welcher sofort 1 tonne, k"•-»•«uuitin oer zzuoen tsutöi icn deve��° retteten fich die Meisten vor chgewerd'it« ü«. Al» die Ordnung wied rin. L ntra' Gouverneur im(_ werge Untersuchung einleitete. ES wurdm in zahl eil» m, Bauernhäusern Durchsuchungen vorgenommen, wobei owrr»» geraubter Maaren und werthvoller Gegenstände Besetze ur- zünden wurde, welche die Bauern nicht gutwillig ausfolgen <6Itn.n5! to«*. vn Folge dessen kam e» wiederum zu heftigen Timm die Arbe� Men der Polizei und den Bauern, welche zahlreiche Ver» —">'»» Mir Folge hatten. mu* Belgien« müwi 5?rzug auf die u e d e r t r e i d u n g e n in den au»» ü��en blättern betreffs der belgischen Verhältnisse schreibt Um.»Nat.'Ztg." aus Brüffel. ei sei unwahr, dafi Belgien ».,.�'sorgnifi verzehrt werde. Die reoo.utionären, öffentlichen vriSrft, die fich angeblich an allen Mauern befanden, er» »J?,°ch alS Erfindungen. Man glaubt, dafi unter den Makler Lerichterstdtern für auswärtige Blätter Flunkerer, Arbeiterpartei veröffentlicht gm, welche die Arbeiter aufier dem >en: z. B. dm 8stündigm Arbeits» bei staatlichen und kommundm Ernennung einer vom Stad besol» Arbeitern zur Beauffichtigung der .,m bei an!!, Bmeralrath der Arbeiterpartei veröffentlicht mirch vie�i«II»,»- Um der Forderungm, welche die Arbeiter aufier dem mia? wul� W? � Wahlrecht erheben:}. B. dm Sstündigm Arbeit»» irai fPÜ tri!.,» ö10"" Minimallohn bei staatlichen und kommundm "» L"ien Und Rutfblnft»«• ffim.nniinn»in»? nnm Staat besol. iromb?», ' SSm je|U» beim Zruch' S Gent allein find für die Kundgebung ui» zwei Mustkkorpi in Brüffel angesagt. iii hL Anarchisten haben ein Manifest erlaffen, m dem taw®an'f Arbeiterkundgebung und da» allgemeine Wahl» d?,.??urlheilm und al» alleinige Hilfe die Revolution und bezeichnen. Die ArdeitrrdlStter wollen nicht» davon W Lösung der sozialen Frage auf katholischer Grund» >*�retltt sich in Belgim prächtig vor. Die klerikalen Blätter �gen vor Allem— mehr Geistlichkeit l Der Stad thut Wfcmig fflt den Klerus— also mufi da» Land schwer litof Nur mehr— und vom Stade besoldete Priester MlüW� Land wirklich retten l Nun, sollte man wirtlich % bafi dieser„einmüthtge Schmer, enischrei der Fcommm" «sch dearünvel ist, so braucht man nur die Zahlen zu iie dusclden Blätter anfüh-tn. Belgim befitzt jetzt ZiZ.»°m Staate besoldete Priester, 4120 Mönche und t-zf* Nonnen, dso eine klerikale Armee von 30 996 Köpfen; ist nicht genug! Dabei find stcher diese Zahlen noch ledrig gegriffen; aber die Frommen redm fich ein, dafi die o Frage nur gelöst werden kann, wenn die Arbeiter unter b.�ucht der Kirche gebracht morden find—, also mehr Klerus l lto..?�. dürfte in der That die Hauptsache für die Ultramon» n litn, die„soziale Reform" ist nur Aushängeschild. »lymatzltchen Folgen veröffentlicht, so gewinnt man immer hr dre Ueberzeuaung, dafi den TumuUen dir gewohnte auf gesetzgeberischem Gebiete folgen wird. Man v. Ö1" iw�lcht btteilS in ganz konkreter Fo.m von der B e s ch r ä n k un g str"ori vi* Versammlungsrechts, namentlich von dem Ver» eleu?ne der Abhaltung von Volksversammlungen unter freiem �arel, von der Untersagung der Kolportage und «st.,??! Wafiregelv, wodmeb die in den Niederlanden herrschende �>he!t sehr stark beeinträchtigt verdm mufi. Der Artikel de» ®"fthtinendtn„Dagbkd van S'Gravenhage"— ein «>1, welche» vom Minis«,«», Jwmaf.rt(nrnr zu amtlichen bolländischm Frag« eine» greifen, petli S.t S'S. s? f&i I». 54' spottete der alte Herr. "eag der gute Freund „Klüger wäre selbst für sich 8en,,fe- " s£.8«fÄ's ich einen �*'4 gebe Dir mein Wort daraus, dafi "u» da« dabei verfolge, e« handelt sich Der 8 � einer Person, die mir sehr nahe steht." Baronin Raven, nicht wahr?" (8 der Fall w Ferdinavd I Und ZZ m arave», nicht n Nick»" t8 der Fall wäre ?? Ferdr.avd!' erwiderte der Rentner m .»ON m m' der keinen Widerspruch duldete..Dieser bj, a? � e'n Schwindler, ei» Hazardspieler. ver» kein Handwerker mehr ....wie di« Dinge liegen, mufi die Gimpel einfanzm, und 'l rupft ihnm die Federn au«. Wo hast Du ' Verstand, dafi Dir da» noch nicht klar ge» % rsi. vi& der in seinem Zvnerv tobte. to». ieisefi. dkleidigst mich und mein. Freund«, ohne Berechtigung dazu zu haben," sagte er 0**11.Die Baronin v. Raven ist eine hochachtbar« lo weiter, ich weiß alle», wa« Du mir sage« . 8'ch Dir über de» Baron gesagt Hab«, ist voll« ,*#» 8,7° damit genug.— Uebrigm» ist auch dieser J bifi,?8�. kein guter Umgang für Dich. Du / Dein« frei« Zeit zu Vorbereitung«« für da» ' stföSL � benütze«, daran solltest Du recht ernfi der Zukunft hast Du wenig oder kann nicht Wissens wie' sich zu meine« Leb» «" �| M Mu,v!Üd"Ub' wenn Du nicht selbst dafür'Sorge v-' R* KtJk*««"ögen Deine» Vater» ist e« nicht wert weine» Nachlaß darfst Du auch«'cht so ttL** an*'.w*n kann nickt miRw, mti kick>u meine« Leb» � ÄN?« ÄTÄr Sbrti* t iitz �'«8« Dir?"Bb Deine Schwestern zu Erbe« einsetze. *** San» offen, damit Du Dir keine Hoff» großen Style, wie sie da» Ministerium HeemSkerk plant? Wir möchte« davor wamen, diese Frage kurzweg zu verneinen. Die Bourqeoifie ist entschieden dmch die letzten Amsterdamer Er° eigniffe erschreckt worden, unv wer weiß, ob ste nicht in einer mit unumschränkter Machtvollkommenheit ausgerüsteten Regierung dm besten Schutzwall erblicken wird. Frankreich« Die Machtstellung Frankreichs in O st a s i e n erscheint nach den neuesten auS Anam und Tongttng eingetroffenen Briefen, wenngleich die„Agerce HavaS" deren Begründung anficht, doch keineswegs über allen Zweifel erhaben. Pariser Blätter oerstchern, daß der in Anam und Tongiing kommandirmde Gmeral Jamont mit den ihn zu Gebote stchendm 15 000 Mann nicht ausreiche, sondern um 5000 Mann Veifiärfuag nachgesucht habe, und wenn diese Thdsache an mafigebender Stelle bestritten werde, so sei ste darum nicht weniger wahr, und die Ableugnung erkläre fich sehr einfach darau», dafi wegen Erschöpfung de» für 188G bewilligten tongkingefischen Kredit» die Verlegenheit in den Pariser Ministerim ihren höchsten Grad erreicht Hab». Uederdie» stellm jene 15000 Mann nur dm Nominalbefiand, teimöwezS den wirklichen Bestand der franzöfischen BefatzungStruvprn dar. Von letzterm gehen vier Regimenter einheimischer Tirailleure, mit etwa 1000 Mann jedes, ob, so dafi an unbevingt verläfilichen Streitlrästm— bei fernerer Nichtderückfichtigung der zahlreichen Ntchtkämp'er und Kranken— höchst- n» 9000 Mann übrig bleiben. Da» war der Bestand am 15. Funi, de- fich seitdem ziemlich un» verändert«halten baden dürfte. Man degreift, dafi eine so geringe Zahl von Truppen, so kciegttüchttg jeder Einzelne darunter auch sein mag, nicht hinreicht, um unter dm obwal» tenden schwierigen Verhältniffm die franzöfische Autorttät aller Anfechtungen zu m! beben. Der j-tzlge Zivilgouverneur de» Lande», ver ehemalige Unterrichtsminister in Paris Herr P a u l B e r t, hat in Tongking den denkbar schwierigsten Stand. Dm Anforderungen der militärischen Lage völlig fremd, mit seinen eigenen Reformplänm ebenso völlig allein» st-hend, ohne die noihwe-�dige mge und fortdauernde Fühlung mit dm militärischen Notabilttäten, steht er seine Amtsthätig» keit auf die alldescheidenstm bureaukratischm Grenzen zurück- Seführt, und hd kaum Hoffnung, seine Lage in absehbarer Zeit «ier gestalten zu können. Die Beziehungen zwischm der franzöfischen Regierung und der Konaoregierung werden mit jedem Tage gespannter. Die französtsch« Regierung macht auß ihrer Avneiguna gegen den Kongostaat kein Hehl mehr; die Kongogrenzstreitigkeiten nehmm kein Ende. Die Grenzlinie geht durch zwei kleine Inseln: Frankreich beansprucht diese Inseln ganz und hat seine Agmten angewiesen, die französtsche Flagge aufzupflanzm. Der Kongostad lehnt diese Forderungen entschiedm ad und hat seinen Agenten anbefohlen, das nickt zu dulden. ES herrscht daher eine grofie Gereiztheit, deren Folge zunächst darin defieht, dafi an ein Zustandekommm der Kongololterie sobald nicht zu denken ist. G r o h b r i t a» u i e«- Anläfilich der Uebernahme der Leitung der auswärtigen Angelegenheiten durch Lord JddeSleigb, zu einer Zeit, wo die polttische Lage Europas weit davon mtfernt fei, beruhigend zu fein, hebt die„Morning Post" wiederholt hervor, dafi die beste Politik, welche England zur Erhaltung deS europäischen Frie» den» und zum Schutz britischer Jnterrssen versolgm könnte, au» einem engen Bündnifi mit den Kadinetten von Berlin, Wien und Rom destehe. Der Anschluß einer solchen Quadrupel- Allianz müffe jeden Plan zu Schande machm, den andere Mächte zur Störung de» Frieden» im Sinne führen dürften. Auf Grund einer Unterredung, welche der Londoner Be» richterstatter der„Pol. Corr." mit einem Mltgliede de» neuen englischen Kabinet» hatte, ist derselbe in der Lage, über die von dem letzteren zu befolgende Politik nach» flehend« Mtttheilungen zu machen: WaS zunächst vi« auswär- tige Pottrtk betrifft, ist di« Ernennung de» Lo-d Jddttleigh zum Minister de» Aeufiern lediglich auS dem Grunde erfolgt, weil die Gesundheit d«S Lo:d SaliSbury demselben nicht ge» stattet, dtesm Posten gleichzeitig mit demjenigen deS Premier» Minister» zu versehen; alle wichtigen Fragen werden indeffen von Lord SaliSbury entschieden werdm, und nur die Detail- auSführung Lord JddeSleigh überlaffen bleiben, der seinerseits die Ernennung de» Baron» Worm» zum Unter staatSse'retär verlangt hat, weil letzterer al» das in der auswärlioen Politik am meisten bewanderte Mitglied der konservatiom Partei gilt. Im Allgemeinen wird bat neue Kabinet di« Politik de» Lord Rose- dcry gutheifien, fich jedoch vorbehalten, in ver von letzte- em in der Latum- und afghanischm F aze gegenüber Raßlond und in der birmanischm Angelegenheit gegenüber China beobachteten Haltung einige Änderungen vorzunehmen. Bezüglich der inneren Poliiik deabstchiigt da« Kadinet SaliSbu-y, ein Ver» waltung». und Agrargesetz für Irland im Lause deS Winter» vorzulegen. Der neue irische Staatssekretär Mr. HickS.Beach bat derettß diesen Posten unter Lord Becicontfleld dekliiSet und fich in demselben sehr rühmlich hervorgethan. Die neue Se ston nuvgen machst, die fich vielleicht nicht verwrrklrchen, nimm'» Dir zu Herzen und sorge au« eigener Kraft vorwärts zu kommen." Mit wachsender Ungeduld hatte Ferdinand seine» Onkel angehört, die Vorwürfe erbitterten ihn umsomehr, al» er fich ohnedre» in gereizter Stimmung befand. ,Zch habe mir meine» Weg vorgeze-chnet und werde nicht ruhen, bi« da» Ziel erreicht ist," sagte er,„Deiner Mahnungen und Warnungen bedarf e» nicht. Ich kam mit der Hoffnung zu Dir, daß Du mir de« Gefalle», um de« ich Dich bitte« wollte, erzeige» würdest—" „Daraus kann nicht» werde» I" „Unter keiner Bedingung?" �. „Rein, unter keiner Bedingung, ich gebe Dir kern Darlehen I" Der junge Mann hdte fich erhoben, mit finsterem Blick nahm er feine« Hut.. „So werde ich mich anderwettig umsehe» müffen," sagte er,„ich Hab'« versprochen und ei» Verspreche« muß man halten," Da» mufi ich Dir überlasseu,"«ickre der Rentner, mir'aber darfst Du nicht die Verpflichtung aufbürden, ei» Verspreche» zu erfülle«, da« Du leichtfertig und gedankenlo« etwa» zu erwidern, verließ Ferdinand hastig da» Zimmer� � lächelte geringschätzend und«ahm ge» räuschvoll eine Prise, dann setzte er die Glocke, dre vor ihm »"'ig'Äiäri., An» Knust«ud feilen. de» Parlament» wird wahrscheinlich bi» Mitte September dauern. Die irischen Vorlagen dürften erst im Februar künf» tigen Fahre» dem Parlamente zugehen. Die Ausführung diese» Programm» hängt indefi zum großen Theile von der Haltung der Pamelltten ab, die im Vereine mit den Radi- kalen und Gladstonianern leicht threObstruktionS-Taktik wieder aufnehmen und den Gang der RegierungSmaschine stören könnten. Dieselben setzten jedoch grofie» Vertrauen auf Lord Randolf Churchill, den ste al» ihren geheimen Alliirten be- trachten und dessen Stellung al»„Leader" de» Unterhause» ihm im Kabinete einen fast ebenso großen Einfluß al» Lord SdiSbury verleiht. Man glaubt daher, dafi die Parnelltten vorläufig eine reservirte Haltung beobachten und den Zeitpunkt abwarten werden, wo die Regierung ihre Vorlagen, detreffend die Pazistzirung Irland», einbringen wird. Italien. In der letzten Zeit hat ei eine unzählige Menge von Prozessen in Jialten gegeben, derm schlechterdings negativer Ausgang eine himmelschreiende Anklage gegen die italienische Rechtspflege war. Um von Coccapieller und Sdarbaro mcht zu sprechen, war ein impro» vistiter HochverrdhSprozefi gegen einige Republikaner in Rom, der Prozeß gegen ein volle» Hundert streikender Mantuaner Felda? deite. in Venedig, welche beide mit der Freisprechung der durch viele Monde in Untersuchungshaft gehaltenen An» geklagten endeten, eine ernste Mahnung an die Regierung, die (pflege in der öffentlichen Meinung zu rehabilittren und . e Autorität und da» Vertrauen auf ste wiederherzustellen, anstatt ste zu einem Werkzeug der Poliz-iwillkür zu erniedrigen. Dazu kommt nun der Ausgang de» ProzeffeS Des DorideS, der wie«ine ungeheuere Mystifikation de» Volke» aussteht, da man darau» nicht entnehmen kann, od der Leicktstnn de» UntersuchungSgertchteS und dei Anklagefmatei bei der Er» Hebung der Anklage oder dei der Zurückziehung derselben größer war. Kardind Monaco la V rletta hat an die Bischöfe Italiens im Nimen de» PapsteS ein Schreiben gerichtet, in welchem da» Verbot der Betheiligung der italienischen Katholiken an den polttischen Wahlen strengsten» auftecht gehalten A«-rika. Veranlastung zu der noch schwebenden Verwicklung z«i> schen den Vereinigten Staaten und Mexiko ist bekanntlich die Verhaftung de» Redakteur» Cutting, eines Bürger» der Vereinigten Staaten, durch die m-xikani» schen Behörden und die Weigerung der letztern, Cutting frei« zulaffen. Ueder die Ursache, welche»u Cutting'« Verhaftung führte, schreibt die„N. B- G.-Z.": Cuittng giebt in der in der Nähe der mexikanischen Grenze gelegenen texanischen Siavt El Paso eine amerikanische und zu gleicher Zeit in der nicht weit davon entfernten mexikanischen Ortschaft Paso del Norte eine Zeitung in spanischer Sprache heraus. Fn beiden Zei« tungen hatte Cutting einen mexikanischen Kollegen in El Paso del Norte in heftiger und, wie eS scheint, uncerechttertigter Weise angegriffen, weswegen er von der mexikanischen Behörde verhaftet wurde. Da der Verhaftete, au» welchen Gründen ist nicht bekannt, lange Zeit im Gefängnifi schmachten mußte, ohne dafi ihm auf wiederholte» Verlangen ein Verhör zu Thetl wurde, sah fich unsere Regierung veranlaß«, einzuschreiten und von Mexiko die Adurtheilung oder Freilaffung CuttingS gegen Bürgschaft zu verlangen. Diesem Wunsche find die mexikani- schen Behörden inzwischen insofern nachgekommen, alS Cutting vor Gericht gestellt und verurtheilt worden ist, und zwar zu einem Jahre Zwangsarbeit und 600 Dollar» Geldstrafe.— Nach einer von der mexikanischen Grenze in New>Bork etnge« Sangenen Nachricht hätte der Redakteur Cutting, der am 9. lugust nach der Stadt Chihudjua abgeführt werden sollte, den Schutz de» Gouverneur» von TexaS angerufen, weil er fürchte, dafi er auf dem Wege nach Chihuahua getödtet werden könne. «st-«. In P e r s i e n scheinen famose Zustände zu herrschen. Ein Korrespondent de»„Journal de« DebatS" schreibt au» Merw unt-r dem 28. Juni:„In Perfien giebt jeder zu, dafi der Schah von dm besten Adstchten beseel» ist, dafi er gern sein Land wieder aufrichten und ihm seinen altm Glanz wieder« geben möchte; aber ein jeder giebt edenfall« zu, dafi nirgend» die That der Adstcht so fremd ist und dafi niemals ein Herr« schir mangelhafter unterstützt wurde. So scheint der Schah in seiner Entmuthigung die Leitung deS Staate« ganz aufgegeben zu baden, gerade wie er die Walle der Befestigungen seiner Restdenz sich zerllüften und in die Laufgräben hinunrenutschen läßt. Er hat sogar darauf verzichtet, seine Minister zu besolden. Währmd unsere» Ausmtbalt» in Teheran haben wir da» seltsame Schauspiel eine» Minister» der schönen Künste, welcher fich in einem Nebengebäude de» Palaste» festsetzt und seinem Herrn erllärt, er werde nicht eher weichen, al» bi» ihm die rückständige Besoldung ausg-zahlt worden sei. Der Schah, welcher den Spaj liebt, läßt den trotzköpfigm Bezier gut bedienen und fragt ihn jedelmal, wenn fich von Westindien über dm nördlichm und südlichen Atlan« tischen Ozean nach Afrika erstrecken; man hat, will man ste vom Festland au» beobachten, nur die Wahl zwischm Bmgucla (Afrila) und der westindischen Insel Grenada. Die Sachver» ständtgm mtschiedm fich für Grmada, obwohl hier die Sonnen« stnftcrnifi mitten in die Regenzeit trifft, so dafi Wclkm und Niederschläge leickt die Beobachtungen deeinirächtigen könnten. Man hat drei Stationm in AuSstcht genommen, zwei am süd« lichm und eine am nördlichen Ufer der Insel, und hofft, dafi wenigsten» an einer derselben der Himmel während der totalen Vnfiasterung, die kaum 4 Minuten dauern wird, hell sein werde. Grenada ist nächst Trinidad die am meisten südlich gelegene westindische Insel: ste zählt gegen 45000 Einwohner: fast alle find Farbige. Sie ist vulkanischen Ursprung«, aber stark bewaldet, und bat ziemlich hohe Berge, von denen in der Regen» zeit zahlreiche Wilddäche niederströmen. Et« gepfändete»— Kind. Ein Erfurter Subaltem» beamter verlor vor einigen Jahrm seine Frau durch den Tod. Au» dieser Ehe war ein Kind entsproffm, da«, jetzt 4 Jahre alt, bi» vor Kurzem dei dm Eltern seiner Mutter in Gotha wohnte, welche ihrer kleinen Enkelin herzlich zugethan warm. Der Vder hatte fich vor einiger Zeit wieder verheirathet und verlangte nun da» Kind zurück. Alle» Bitten und Drohen half nicht», da die Großeltern auf da» Entschiedenste die Her» auSgade de» Mädchen« verweigerten, di» der Vater klagbar wurde und da« Gericht seine Forderung unterstützte. E» er» schien nun, da trotz Gerichttdeschlufi die Herausgabe ver« weigert wurde, der Gerichtsvollzieher dei dm Großeltern de» Kinde» und pfändete auf Grund dei ExekutionSbefehl» einfach da» Kind ab. „ Ew Konzert v-r Fische«. Der amerikanische„Minstrell" berichtet, daß Kolonel Lartlett die Entdeckung gemacht habe, daß die Fische nicht nur ein sehr seine« Gehör, sondern auch einen aut geprägten mustkdischm Sinn besitzen. Seit längerer Zeit fahre er taglich in einem Kahne mtt einer Geige in da» Meer hinau», wo cr fingmd und spielend dalv einen Riet» von Fischen aller Gröfim und Gattungm um fich herum bilde, die ein höchst aufmerksame» Auditorium für ihn abgäben. Zu einem solchen Konzert vor Fischen(wo also die Zuhörer den Anziehungspunkt eildm) ladet nun Mr. Bartlett in genannter Zeitung da» Publikum gegen Enttee allen Ernste« ein. Den Zuhörenaum weiden Boote und Kähne biidm, und die Einnahme der„Vorstellung" hat Bartlett für die Armm de» Orte« destimmt. d«r Zufall etnei Spaziergarg» ste zusammenführt, od er mit der Hoftülbe zufrieden s i. Der Vezier erklärt, dieselbe sei ganz nach Wunsch, und schwärt, er«erde seine Tag« in der Nähe vr. Majestät deschliejjen. 6t. Majestät lacht, dankt ihm und entfernt fich. Alle« übrige ist dem entsprechend: der Sold der Truppen ist ein« Quelle de« Gewinns fit die Obersten, welche drei Viertheile chrer Mannschaften beurlauben und den Sold einstecken. Die Sudalternoffiziere gestatten den Sol« daten. ein Handwerk auszuüben, unter der Bedingung, daß ste den Erwerb mit ihnen ibeilen. Mancher Krieger, welcher des Abend« am Thore dei Palastes Wache steht, bot de« Morgens auf dm Straßen Lattich feil oder flickt Pantoffeln im Schatten einer Moschee. Die Kavalleristm oermiethm ihre Pferde den Fremden, welche Ausflüge machm«ollen, und die Festungm haben dicke Mauern, aber ein geringes Trinkgeld öffnet die Mauern derselben. Der Ministerien mit DivifionS und Bmeauchef« und einem unzähligen Beamtenpersonal giebt «t etwa 120. Sie find aber mindestmö jedm zweiten Tag und selbstverständlich an dm Festtagm geschloffen. Da« Ein« zig«, wa« in diesem schönen Lande Iran ernstlich betrieben wttd, ist die Polizei, deren Direktor ein Italiener, ein ehe» maliger Photogravh ist. Zahlreiche»gentm führm ihm die Strafbaren zu. Gebm st- Geld, so werdm ste sogleich auf fteim Fuß gesetzt, find ste aber widerspenstig, so erhaltm ste so lange Slockschläpe, bi« ste fich entschließen zu berappen. In den Fällen, da die Knochen zu hart find, nimmt der Polizei- direktor zu gew ffen Folterqualen seine Zuflucht, die von einer erstaunlichen Erfindungsgabe zeugen. So wurde einem rauhm Perster, welche eine Geldstrafe nicht bezablm wollte und die entsetzlichsten Schläge standhaft ertrug, der Kopf glatt rafirt und, nachdem man ihm die Hände angebundm hatte, eine Mütze voll kleiner Krebse und Spinnm aufgesetzt. Ein« halbe Stund« später flehte der arme Teufel um Gnade und entrichtete die verlangte Summe." Von dm unblutigm und wohlfeilm Lorbeem der Er» oberung Birma« kann kaum mehr die Red« sein. Kein Tag vergeht, ohne da» lange Kapitel der dakottischen Mord« brennerei zu vernehmen. Die in Jndim angewordenen Poll- zistm haben da» allgemeine Elend nur verwehrt, und so scheint denn die indische Regierung fich mtt dem Gedankm eine« zweiten EroberungSteldzugeS im Oktober vettraut gemacht zu Der Oderbefehlshaber von Madras, General Sir haben.. H. Macpherson, ist zum Herrn aller Streitkräfte in Birma er« nannt wordm; drei ReUerregimmter begleitm ihn und sobald frühere Schwäche durch einen werdm. «»1*1»!»* UIVVVVI»| V**»«/*v»4�**�u»ui�l»*l (< die Jahreszeit erlaubt, soll die fri rückhalllosm Streifzug ausgeglichen Gerichts-Zeiwng. Die vielbesprochene Agitation de« verein« der der« einigten»erltner Sargfabrikaateu ic. gegen zahlreiche Mißstände bei einzelnm Krankenanstalten, Küstereim u. s. w. hat zu einer ersten Anklage der Kgl. Staatsanwaltschaft beim Landgericht l gegen 1) dm verantwortlichen Redakteur der �Berliner Zeftung", Herrn Dr. Langmann. 2) dm Journalisten Herm Paul George, Herausgeber der„Paul George« Zeitung«. Korrespondmz" und 3) dm Sargfadrikanten Herrn Friedrich Herzog geführt. Die Vorgenannten werdm beschuldigt,„zu Berlin im Juni 1886 in Beziehung auf dm Chariteeküster Müller eine nicht erweislich wahre Thatsache, welche denselben verächtlich zu machen und in der öffmttichm Meinung herab- zuwürdigen geeignet ist, behauptet zu baben, nämlich, daß Müller den Angehörigen der in der Charit«« Verstorbmm Särge aufdringe und ihnen für den billigsten Leichmwagen 8 M. berechne, während der theuerst« taxmäßig nur 6 M. kostet, und zwar öffmllich, Langmann und George auch mittelst der Presse.- Vergehen gegen§§ 186, 196, 200 de« Str..«.-«" Der Termin zur Hauptverhandlung in dieser Sttafsache findet «., Vormittag» 9% Uhr, vor der 2. Straf« bereit» am 24. d Mtl., Vormitl kammer de« Kgl. Landgericht« I zu Alr-Moabit, statt. Für die Angeklagtm Dr. Langmann und Georg« handelt e« fich nur um die Berichterstattung von Vorgängm, welche in einer Versammlung der Sargfabrikantm zur Sprache gebracht worden find. Elberfeld, 7. August. Die Strafkammer verhandelte in dreistündiger Sitzung gegm den Pfarrer Thümmel und Re« dafteur Krumm aui Remscheid wegm Beleidigung der katho« lischen Kirch« und Herabsetzung der Einrichtungm derselben und vertagte schließlich ihr Unheil auf Mittwoch 6 Uhr. Der Erste StaatSanwaÜ Hupert» beantragte 8 bezw. 2 Wochen Gefängniß. licht Angellagt« find freigesprochen worden, well die auSgelie« fertm Dokumente keine hohe technisch- militärisch« Bedeutung hallen, und deren Veröffentlichung für dm Staat keine ge- fährlichen Folgm nach fich ziehm konnte. Der Staatsanwalt forderte selbst die Geschworenen auf, ihr Verdikt auf Nicht« schuldig abzugeben. Der Gerichtspräsident ordnete die Frei« lastung der Angellagtm an und entließ Doridet mtt folgenden Worten:„Sie, Eharle» De» Doride«, Franzose, der Sie de« Verrathe« gegm Jtalim angeklagt warm» find von dm ita« lienischen Geschworenen fteigesprochrn wordm. Jtalimische Bürger und Soldatm haben Ihre Unschuld verstchert. Lassen Sie Ihre Nation wiffm, wie in Jtalim Gerechttgkett geübt wird." . 5. August.(Zwei Mönche verurtheitt.) Vor« gestem standen zwei Bettelmönche, ein Italiener und ein �ronzose, vor unserm Schwurgerichte. Beide hattm nämlich, indem fie milde Gaben für ihr Kloster sammeltm. die gute Gelegmheit zugleich dazu denützt, um auch etwa» für ihre Per« son milgehen zu laffm. Sie erhielten je sech« Monat« Zucht« Kottale»«#» Arbeiterbewegung, Zur Kraukeuversttyeruug. Die»ahlreichm Wünsch« nach Ergänzungen und Abänderungen der Bestimmungen de« KranlenkaffengesetzeS haben die Regierung veranlaßt, fünf solcher Bestimmunam Hervorzuheben, über deren AmderungS» dcvürstigkeit die AufstchtSbehördm der Srankmkaffm fich zu äußern haben. ES handelt fich dabei u. A. um die Frage der Abschaffung der dreitägigen Karenzzeit, der Beitrag«. erhöhung für außerhalb de««affenbezirk» wohnende Mit« glteder, welch« darin liegt, wenn dm verhettathtten Mit« gliedern freie Arznei und ärztlich« Behandlung der FamUtm« Mitglieder dei gleich hohm Vetträgm der Ledigem und Ver« heirateten gewahrt wird. Der UnterftützuugSverew deutscher Buchdrucker, mtt dem Sitze früher in Leipzig, jetzt in Stuttgart, hat da« zwan« zigste Jahr seine« BestehmS vollendet und während dieser Zttt immer mehr bewiesen, mal eine wohlgeleitete Arbeitergewerk» schast selbst unter mancherlei Schwierigkettm der Verhältnisse durchzulührm vermag. Die Mitgliederzahl de« Verein« ist auch im Vorjahre gestiegen und umfaßt zur Zeit rund 16000 Ge« Ben. Da» Vermögen der VerttnSkaffm hat wiederum einen eutendm Zuwach» erfahrm. Wäbrmd am vorhergehmden «abwSfchlufi die„Allgemeine Kaste" einen Bestand von fämb M. 28 Pf. aufzuweisen hatte, ist derselbe di» 1. Juli WÄÄ STÄ Z«"ÄÄ A Ä Ä in die Zmtrallasse übertraten. Di«„Zentralkrankenkaste" da- gegm nimmt noch immer nicht den von dm Lettern gewünschtm Aufschwung. Wenngleich da» Vermögen fich in der Zett vom 1. April 1885 bi« dahin 1886 um 18 644 M. 91 Pf. vergrößert hat, so ist dasselbe damit doch erst auf die Summe von 54 098 M. 7 Pf. gebracht wordm. Die Gesammtzahl der steuerndm Mttglirder betrug im L Quartal 1886 14115. Die große Wirksamkeit dieser Kasse wird Jedermann schon darau« klar, daß die jährlichen Ausgaben derselben fich auf über 300 000 Li. helaufm. Ein trüber Blick i« die Zukunft. Der Bericht der Handeltkammer zu Halle a. S. hat folgenden trostlosen Schluß:„Wir stehen nicht an, die wirthschaftliche Lage de« HandelSkammerbezirk« noch alS eine vergleichsweise de' > W M I.. befriedigend« aufzuiaffm. Jndessm ist der Ausblick in die Zukunft kein allzu erfreulicher, da die Anzttchm für eine fortschrettmde Er- schwerung unserer wirthschaftltchm Verhältnisse fich mehrm." — Wir wollen gar nicht untersuchm, ob e« wahr ist, daß die wirthschaftliche Lage im Handelsbezirk zu Halle vergleichsweise zu dm übrigm Bezirkm noch eine befriedigende ist, besonder» da der Bericht selbst über da« Damiederliegm der im Bezirke früher sehr blühmdm Zuckerindustcie und Maschinmproduvion Schlimmer ist aber die Mulh ' ein baldige« Ueberwindm mehrm fich daß die wstth» schaftliche Lage noch schlechter wttd, all fi« jetzt schon ist. Und diese Hoffnun�Slostgkett findet fich leider überall. „Ein blinde» Huhu findet auch eiumal ein Korn". Der„Gewerkverein" bringt nachfolgend« zwar romig neue ab« immer wied« neu zu betonende Wahlheit in einer Korr«. spondenz au» Sachfm:„Die Zunahme der Trunksucht steht ohne Zweifel in eng« Wechselwirkung mtt dm allgemeinen wup« ieyr oiuyenoen �uatitnounrit heftige Klagen ausstößt. Schlimr lofigkeit, die HoffnungSlofigkeit auf< der heutigen KristS. Die Anzeichm sozialen und wirhschattlichen Uebeln und besonder« mtt d«zu- nehmenden Vnschlechterung der Wohnung«., Familien-, Er« werb«. und Ernähr ungSverhä Itniffe de« arbeitenden Volle« So lange da leine gründliche Amserung resp. Besserung ein- tritt» wird und muß jeder Kampf gegen die Zunahme d« Trunksucht im Ganzm und Großen erfolzlo« bleiben. Btt un» in Sachsm kann man übrigen« die eigenthümltche Wahrneh- mung machen, daß von dm Behörden welche vorzugsweise gegenwärtig den Kampf gegm die Trunksucht führen, gerade die Vereine und Feste bevorzugt werden, welche mehr od« wmig« dem Vergnügm dienen und nicht seltm Trinkgelage zur Folge haben, al« da find Schützen-, Militär-, Gesangv«- ttnlfeste u. s. w„ während besonder« denjenigm Bestrebungm, welch« nur d« fittlichen und moralischm Hebung und der wirthschastlichen Besserstellung de« arbeitenden Volke« gewidmet find, alle mögltchm Hindernisse in dm Weg gelegt und da« Ledm so sau« wie möglich gemacht wird. ES will un« ab« g leinen, al« wenn System in der Sache läge. Man will dm lick de« Volles von dm trüben Erscheinungen der Gegm« Halle Kleine Mittheiwvgem i. 6., 7� August. Heb« die ttgentliche wart abziehen, denn c« ist gar keine Frage, daß. wo Schützm« und ähnliche Feste blühm, dm Mmschm keine Zell zu«nstem Dmken und zur Thätigkett im sozialen und polittschm Leben bleibt."— Da« ist die alte Geschichte. Die römische Kirche hat diese Tattik längst schon angewandt. Umsonst steht nicht nebm der Kirche da« WirthShauS und der Ballsaal, umsonst rnrden nicht bei Prozesstonen und Wallfahrtm allerlei fleischliche Ver« gnügungm geduldet und ftnd gang und gäbe. Sine bedeutsame Erfindung in der Glasindustrie soll Friedrich Siemen«, d« Besitzer d« bekannten Glashütten dei Dresden, gemacht haben. ES soll ihm nämlich gelungen sein, Gla» wie Metall zu gießen. Solche« gegossene»'GlaS�tst über aui hart, nicht theur« wie Gußeism und hat vor diesem dm Vorzug d« Durchfichtigkeit, so daß„brüchige" Stellen, die ichon oft, besond«» bei Eiscnbahnschienm, die Ursach« zu schw««n Unglücksfällen gewesen find, sofort«könnt werden können, ehe da» Gla» zur Verwendung gelangt. Dazu bat fich gegossene« Gla« ungleich widerstanvsfähig-r gegm die Einwirkungen d« Lust al» Gußeism erwiesen. X)a* Verfahren ist überaus einfach und beruht in d« Hauptsache aus rasch« Abkühlung. Wie bedeutend die WiderfiandSfähigkett und Härte de« Gußglase« ist, geht darau» hervor, daß gegenwärtig in d« SiemenS'schm Fabrik in DreSdm Versuche über die Verwend« oarkeit diese« Glase« zu Eismbahnschttnm angestellt wadm. Die Baumwollsptuuereibesttzer in Manchester habm den �Beschluß gefaßt, alle Spinnereim zu verpfiichtm, vom 14. August an sech« Wochen lang nur die Halde Zttt zu arbettm. Die darau» resultirende Lohnreduvion trifft die hart, da die Löhn« an fich schon recht Arbeit« jetzt doppttt niedrig stehen. an jenem Tage Heraul gestellt, daß die Wagemeihe deS St»� zuge« auf dem Bahnhofe zu Halle für einen Schnellzugs lang war. E» war daher d« erste Thttl de» Zuge« zm planmäßigen Zell abgelassm, und d« and«e Thttl al« ein sond«« Schnellzug 10 Minuten später nachgesandt aom- Davon soll man ob«, wie angenommen wird, die Ardetv nicht in Kenntniß gesetzt haben, die btt der Verdrttferung K üb« die Berlin« Chauffe führenden Eismbahnbrücke b(W�, warm. Nachdem d« erste Schnellzug, von dem die Ardn» allein wußten, die Brücke passttt hatte, war die Weich« � baulichen Zwecken entsprechend gestellt wordm, und5"' Wetchmstellung brachte dm zweitm, nicht vermuthetm 6®1"' zug zum Entgleisen. So wird hi« vielfach«zählt... Dresden, 6. August.(Arbeiter-Rifiko) Bttm ZeugM umbau«ttgntte sich gestern Abend ttn schwere» Unglück. Thttl de« Gerüste«, auf welchem mehr«« Arbeit« mit** Aufwinden von bebauenen Verdlendsteinm beschäftigt stürzte plötzlich in fich zukommen und ttß drtt d« Arbeiters in die gähnmd« Tiefe. Die Körper d« Vnunglücktm von den nachstü'zendm Stttnen und Balkm total Wie e« httßt, soll an d« Winde die Kette gerissen sein* ttn groß« Sandstttnblock, au« bedeutend« Höhe zur•j' stürzend, da« Gerüst vurchschlagm haben. Di« zerschmM» Lttchen wurden in Körben nach der Todtenhalle de« Trintts» fttedbofe» gebracht. Pest. 7 August. D« Zirku» Frankloff im hiesigen garten ist total nievergebrannt. Da« ganze Gebäude o# Brettern«richtet. Da» Fm« kam nach 1 Ubr Mittag» Ausbruch«, al» gerab- die Dienerschaft beim Essen ro«j v«brtttete fich mit sorcher Rapivität innerhalb weniger ten, daß an Rettung nicht mehr zu denkm war. H schlugen die Flammen au» dem Holzbau empor, der mächtigen Riesenfackel glich. Al» vre Feuerwrhr auf dem erschien, war e« bereit« zu spät; fie fand nur noch tau Trümme' Haufen vor. Der Besitzer de« Zirku» erlttdtt nicht unbeträchtlichm Schaden, denn zehn werthvolle Pstrj* in dm Flammen umgekommm. Ein Gerücht will auch> daß da« Feuer au» Rache gelegt worden stt, und in b* wurden nach dem ersten polizeilichm Verhör vi« in v®1 nommen. Wien, 7 August. In Kroatien find wegen Aui d« Cvolera die Waffenübungen adgelagt. In Trien der Norddeutsche Lloyd vorläufig seine Fahrtm nach Al« ettr und bekährt nur die Linie Brindifi-Port Said. Di« melden, in Trieft auf d« Via CUino stt ttn choler 86jlhrig« Grtt« in ttn« Bodmadtheilung gestorben, « fich au» Furcht vor ärztlich« Untersuchung versteh, Vom 29. Juli bi» 4. August l. I. betrug d« ZuwVzj Shol«a> Erkrankungen im Gebiete d« Stadt Trieft � mtt 27 Todten. Gegm die Vorwoche resuttirt eine von Erkiankungm um 8 Fälle, von Todten um 7. deutende Stttgerung ist demnach nicht«folgt. Sttt treten d« Seuche, v. i. sttt 7. Juni l. I.«giebt stch/V sammterkrankung von 143 Personen, hiervon genasen� p starben 85 und««blieben in Behandlung 30. Garnison kam ttn weit«« Fall zur Beobachtung, Provinz Jstttm xigtm sich wrttnzelte Fälle in dm Zadka, GemttndeDesawaz, d« BezirkShauptmannschast�ck orte d'Jsola, Gemeinde Jsola und Bernodici, i>.. Iii Pinguente, der BezirkSbauptmannschast Capodisttta. 0' ' Austreten der Krankhett in dem gleichfall« zur ist da»______________________________________ Pinguente gehörigen Dorf« Soc«ga, wo bilh« im®', Fälle mit 6 Todten, und in Rizmanje, Gemttnde im Ganzm 31 Fälle mtt 11 Todten vorkamen- letzteren Fällen betrafen 8 Arbeit« an der Hkrpelie-BA denen 3 starben. Ein ander« Herd entwickelte fi« �.... Bezirklhauptma'enschast Mittnburg, woselbst fest /Gericht, Juli vorgekommmen und tödttich»«lammm Fall&" y �oistcher rt. Ä bühr« traten, von denen 3 tödtlich verliefen. In der Proowi GradiSca zeigte sich nur 1 Todesfall in der Gemttnvk de» polttischm Bezirke« vesana. nachweislich au» � mend, und ein chol«averdächtig« Fall in Grado.- Chriftiauia, 9. Aug. D« größte Thttl der ist gestern nted«gebranm, darunter große Waarenlag� Gesammtschaden wird auf 4—5 Mill. Kronen geschätzt�, fvektion, «"gen st ■NM, 10. Ziehung d. 4.Rlflffe 174. Königl. Prell tz. Lotterie. Ztid»»« vom 10. August 18M. Nur bfc»««>»«« Uder 910 Muri stnd ven bctteffCBb» Kummen m Parenthe,« beigefügt. (Ctine«emdöt.) 12 27 fSOOJ 36 53[3000) 102 17 2C9 69 83 466 59 66 89[550J 502 **.......... ü........ 711 46 85|3vOj 871 90 _------... 42) 46 99 588 91 690 13001 767 J 107 9 42 61 64 273[1600) 860»5 402 43 46 618 20 6e 116 45-------------"" 908 9 26 1580) 79 87 810(560) 604 36 76 99 712 91 68 63 11500) 67(3001 ._ �----------- 00) 8060 67 9» 13« 41 57 71 247 74 848 66 99 485 506 16 636 49 728 888 59 4008 29 64 68 TS 15501 96 106 88 247 6o 764 7 830 486 WM'™«,»™ w™™ � � � � � »OSSWWMM BtemenotMU 10010 137 227 87 92 319 4<'6 687 780 847 85 952 11016 31 18» KZI ä% KTa-M% MMNSMÄÄWW MI 206 61 866 906____________ " 717(300) 63 931 36 48 .»6 23 lOei 26 230 369 414 11 90 lloOO) 872 989 16197 1. 79 88 98 809 10 43 1?078 150 1800) 67 470 613 1300) 36 816[150001 46 123 32>150) 60 203 1800) 69 3000) 84 S_....... 716 19 43 803 9 87 932 37[300) 19042 75 89 233 740 816 926[300) 88# » 90 06 1660) 24 73 90 144 WKMM .............. ilv, , 66 71 907 342[300) 58 4 . 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Druck und«erlag von«ar Bsdwtz in Berlin 8W„«euthstraß» X MWWMWtzk 81 99 796 828 88 914 66 62 69--- r Sie-«« ie U# °'S� ociE-d"� wW VÄ x Beilage zum Berliner BolNlatt. Nr. 185 Mittwoch, bcn 11. August 1886. HL Jahrs: ilett 6iW' Äl BÜß ickten ßf! ll»«Ol KS irS MtagtiZ tt»«; f!% I, w »lb, lePf-A ; ou4' V* |it Mnkstalistischei futraus in dm Dttmiztm Stimtm. ». 8 Der Nrbeiterschutzstejctzmtwulf der sozialdemokratischen �nchitagtabgeordneten erstrebte bekanntlich auch eine gründliche Sammlung und Bearbeitung aller für die Kenntnitz der Lage 5"«deitenden Klaffen wichtigen Thatsachen, und zwar sollte «««rfüllung dieser Aufgabe in' Kaffmden, 5rb«it-kl der Hauptsache den neuanzu« zur Hälfte auS Arbefteroertretern bestehenden . a m m e r n zufallen. In den Vereinigten Staaten mft ähnlichen Aufgaben die arbeitistattstischen ui betraut, die in manchen Staaten bereitt viele Jahre »«* v*1 die trotz ihrer mehr bureaukrattschen Form m-hc- 1,9 Hervorragende» geleistet haben. Die amerikanischen Ar« iiaben die» auch dadurch anerkannt, daß fie stet» für die gerrere AuSdilvung und Ausdehnung des Instituts eingetreten und neuerdtng» auch die Errichtung eines allgemeinm iientralbmeaui für den ganzen Bundesstaat durchgesetzt haben. to. Aufgaden der Büreaui find überall die gleichm. Ein lu»,° der gesetzgebenden Körperschaften von Maffachusett» lorij,', 1859 dahin:„Die Aufgabe einer solchen Behörde uf dew W-»sein, diejenigen statistischen Beobachtungen zu sammeln. zch raulb� �fichten und in u»' »r» r i dem ll 8 nei ßtooiM SiS»1 s tirf n-.Und in jährlichen Berichten zu verarbeiten, welche stch C der Arbeit beziehen, mtt besonderer Betonung „„-NdschaMchen Lage, der Erziehung und der Gesuntheit»« »ffe der arbeitenden Klaffen." In Ohio degründete der «in*» ie Foran, welcher»inen Gesetzentwurf zur Errichtung ArbestSbureau» vorlegte, denselben unter anderem in .J�der Weise:„Meine Absicht ist, dm Gesetzgeber zu einer s£>v?' lieferen und weitergehenden Kmntniß deS allgemeinen ,�?uu»rS' der Sitten und der Anlagen derjenigen Jndioidum iu �?uiten, deren Lage er durch die Erlaffung von Gesetzm �"»deffnn beabstchligt; ihn kennen und verstehen zu lehren �s>»zialen Zustand seine» Volke«, seine Kultur, seinen geistigen Schrift, ftme veschiedmen Klaffen, da» Verhältnis derselben Lander, ihr« wirthschastliche Lage, ihren Äntheil an den der wirthschaftlichen und polstischen Welt; da» von Kapital und Arbeit, von gelerntm und unge- Kfn, Arbeitern, die Löhn«, Unterhalts'ostm, ArdeUSzeit und ��estliche und stttliche Lage." tu}» Organisation der Bureau» der einzelnen fim?) ist wmig verschieden. Sie bestehen au» einem Vor- ll/n'- met, cornrniaiioner), einem oder mehreren ordentlichen VM�dern(depntiea, asiiatanta, cleiko) und weiteren Hilf»- Die Vorstände werdm von dem Gouverneur auf bi» vier Jahre emannt.*) kt®ie Vollmachtm der Behörde find verschieden, aber schon .«juweilm sehr au»gedehnte. So ist seit April d. I. der °«mtsstoner" de» Staate» New-Nork ermächtigt,„nach Per- und Schrtftstückm zu senden, Zeugen unter Ver- �.lUng.zu verhörm, eidliche Auisagen hinzunehmm, oder »v Ä.���uiehinm zu laffm, die gesetzmäßig ermächtigt zinmu«»Äk AuSsagin entgegen zu nehmen, und besagter »itiren"�"naiteiische Personen ermächtigen, Zeugen KMZMZN 'vektion Zutrittverwetgern, oder ihm auf sein Ver- Tm statistische Angaben oder andere in sein gesetzliche» Fach Klagende, in ihrem Befitze stch befindende oder unter ihrer ffonfcole stehende Auskunft zu geben abstcht- �,5,.versäumen oder sich weigern, oder die durch Zirkular oder persönliche» »n/uchen an sie gestellten Fragen zu be« U�v�len dreißig Tage lang absichtlich ver. d» ÜLi?. vder sich weigem, Vorladungen Folge zu leistm lugnit Vergehen» schuldig erklartwerdmund�wnm n «der hRAft ü?rt' mtt einer Strafe von wmigfim» fünfzig v»ftenj zweihundert Dollar» belegt werden." wie e» Ker Bureau» richten stch natürlich nicht nur, 'ondem gerade m lli K: m...... ü J U�enen gm Daten, welche eine etn- 5i>ttst��?�°�ung erheischt. Der Kommisfioner hält Ä 6'''» �'Üwn'ft ß MMMZ-x-ZB J'iftenl?«urrau zurücksenden. Durch die schnelle iF m gestellten Fragen MMMSS .___ durch diese Untersuchungen de» gesammelten Nottzm und Daten klasfifizirt und daß die "~----- n tlaififizirt und Erccähnung von der Bericht- ___________________ cgeben werden t finden Sie«in franktrte» Retou'kouvert. ode."« �' �«ommisstoner.— NB. Be- fT �nregungm jeder Art. die mit diesem Unter- re findet man in der von un» schon öfter gen Schrift von<5. Tait.„Die Brdeiterden Vereinigtm Staatm." Tübingen. suchungSgegmstand irgendwie im Zusammenhang stehen, werdm in diesem Bu'eau mit Vergnügen entgegen genommen: und e» steht zu hoffen, daß die im Besttz diese» Llankett» fich be- findende Arbeiterorganisation Empfehlungen zu solchm Gesetz- Vorschlägen machen wird, wie fie derselben ihrem Uriheil nach al» weise und angemeffen erscheinen." Eine derartige Behandlung find die deutschm Arbefter seitens der Regierung nicht gewöhnt! Auch die Fragestellung auf den uni freundlichst übersandtm Frag« bogen de» New Borker Bureavx ist meisten» eine glück- liche und dazu angethan, werthoolle Erkenntnisse auf sozial- politischem Gebiete zu schaffen. So hat der die Streik» be- t-effcnde Bogen unter anderem folgende Rubriken: Datum de» Anfang» de» Streik». Zahl der am Streik Betheiligten (Männer und Frauen wieder gesondert). Wurde die Fabrik oder Werkstätte geschloffen in Folge de» Streit», und wenn ja, auf wie lange Zeit? Welche Forderungen wurden festen» de» Fachverein» gemacht? Wurdm fie bewilligt? Wurde ein Vergleich durch Schiedsspruch bewerkstelligt? Wa» war der Lohnsatz vor dem Streit? Wa» war der Lohnsatz, auf den man stch zuletzt geeinigt? Betrag der wöchmtltchm Streik- Unterstützung(an Verheirathete, Ledige Gesammtdetrag). Betrag der VeretnSsteuer für jede einzelne Person. Betrag der durch Subskriptionen. Unterhaltungen, Unterstützungen eingegangenen Slreikgelder. Wie viele der am Streik Betheiligtm haben in Folge deffelden ihre Stellen verloren? Wie viele Stellm wurdm mit frischen Ardeitem ausgefüllt? Oder durch importirte billige Arbeiter? Wurde die Firma geboycottet? Wie lange hat der Boycott gedauert? War er von Erfolg? Wieviel Verhaftungen von Streikem wurden wegm FriedmSbmch ge- macht und wie viele Verurthcilungen? Wa» war der Gesammt- detrag der von dm G-richten verhängten Strafen und der Kostm der Vertheidtgung? Wie lang« wird der deutsche Arbeiterstand noch brauchen, ehe er in ähnlicher Weise in jeder Frage um seine Meinung»- äußerung angegangen wird? Wenn e» nach der Regierung ginge, jedenfalls noch sehr lang«. Nur der politische Einfluß de» Ardeiterstande» selber vermag hier Wandlung zu schaffm. Zokales. Zahlreiche Abonnenten der Stadt- und Ringbahn bereiten gegenwärtig eine Petition an da» Betried»amt dieser Bahn um Einführung einer Einrichtung vor, die bereit» für den gesammtm Vorortverkehr besteht. Für die Bezirke de» letztem werden nämlich für die Familienangehörtgm der Adon> nentm Karten zum halben Adonnemmttpreise ausgegeben, und glauben die Petmten, daß auch ihnen jetzt nach Eiöffnunz der Markthallen die gleiche Vergünstigung gewährt werden könnte. Zumindest treffen die für dieselbe maßgebend gewesenen Gründe, billige Gelegenheit zu den nothwendigen Einkäufen zu erhalten, auch hier zu. E» wird hoffentlich nur dieser Anregung zur Ausgabe von FamUien- Abonnement» auf der Stadtbahn bedürfen. Ein sehr wichtige» Verbindeglied in dem Pferdebahn- netze Berlin», die Linie Spittelmarkt— Molkmmartt, ist vor- gestern dem Verkehr übergeben wordm, nachdem am Sonn- abend, wie»vir bereit» meldeten, anstandslos die polizeilich« Abnahme stattgefunden. Au» Anlaß der Eröffnung war ein Theil der Wagen bekränzt, der Andrang der Passagiere war stellmwei» so stark, daß nicht Alle Platz finden konnten. Die Wagen pasfiren auf der Hinfahrt dm Mühlmdamm, auf der Rückfahrt den Mühlenweg. Ein Rudel Jungen begrüßte die Wagen mit Halloh, al» fie langsam durch da» Thor de» Hause» Poftstraße 16 in dm Mühlmweg einbogen und ähnliche Grüße wurdm ihnen zu Theil, al» fie nach dem Pasfiren de» anderen Thorweg» au» dem Engpaß wieder hinaut in die Breitestraße gelangten. Auf dem Mühlmdamm schütteltm dt« Händler etwa» niedergeschlagen die Köpf«, al» sie die Pferdebahn vor- über fahrm sahm; hell aber erklang derm Glocke, al» ob fie der Freude darüber Ausdruck geben wollte, daß endlich nach schweren Kämpfen e» gelungm sei, den Mühlendamm in da» Schimmnetz zu ziehen. Die auer»grauen baufälligm Häuser schimen zu wanken, der Freudenruf der Glocke war da» Me- mento»ür fie, daß jetzt unabwendbar ihr Abbruch bevorstehe. Während der alljährliche« Buddel-, Maurer- und Pflasterpertode find wir an abnorme Erscheinungen in un- s.ren Straßen so ziemlich gewöhnt, aber die Veru�staltungm, dmen nun seft Wochen der DönhofSplatz ausgesetzt gewesm ist und noch ist, Übertreffen doch so»iemlich alle» Dagewesme. Nachdem an seiner Nord- und Westfront die Legung der neuen Pferdebahn geleise und Weichm mit der da,« nölhigen Pflasterordeit beendet ist, hat da» gleiche Geschäft an der süd- ltchen Front begonnen. Hier liegt nun aber seft mehrerm Tagm der Straßmzug, mit der stiefelfeindlichm Betonschüttung versehen, abgesperrt und unvollendet. Ein einziger passtrbarrr U-bergang ist vor dem Postbureau angebracht, wohin die Post- wagen quer über da» Trottoir und den sonst für Fuhrwerke unnahbaren Theil de» Dönhof»plotze» fahrm. An der Ecke der Kommandantenstraße, wo die Betonschüttung aushört, wird diese durch einen idylltschm Schlietmzaun begrenzt, an dessen anderer Seite au» dem aufgettffmm Pflaster die altm Schwellen der Pferdebahnschienen hervorragen, derm alt« Eismklammern bei jeder unvmstchtigm Berührung und nammt- ltch aller nachschleppenden Garderode UnHerl drohen. E» wäre doch wahrlich nicht zu viel, wenn man an der so lebhaften Laufecke an der Kommandantenstraße für einen paffablen Uederqang über den aufgeriffenen Straßmdamm sorgte. Gutem Bernehmen de»„Krankf. Journal»" znfdlae beabfichtigt der R-ich«tag»abgeordnete Paul Singer, ein große« die Stelle eine»«eschä'tSführer, erhalten.- Ueder Wese Snt- deckung wird stch der Abgeordnete Singer selbst wahrscheinlich am meisten wundem.,, Durch dt« Nachläsfigkeit einet! Ht»ea««e war. wie ein hieffqe» Blatt vor einigen Tagm mittheilte, die Erbltn- dung eine» Neuaedorenen verschuldet wordm. Die Hebeamme wurde für da» Versehen mtt neun Monatm Gefänaniß bestraft. Zu dem Falle wird geschrieben: Wie selten kommen a dritten LedenStage an. Die Augmbindehaut ist entzündet, die Auzmlider schwellen an, die Bindehaut sondert Eiter ab und die aufgedunsenen Augenlider legen fich so dicht aneinander» daß fie nur mtt Mühe von einander getrennt werden können. Die große Gefahr der Blmnorrhora liegt darin, daß die Erkrankung nicht allein auf die Bindehaut be» schränk bleibt, sondern auf die Hornhaut übergreift. Hier entstehen Geschwüre, welche bald mehr, bald wenig-r von der Hornhaut zerstören und oft den ganzen Augapfel in seinem vorderm Theile zum Verfall bringen. Rur die sehr weit vor« geschrittenen Fälle find unheilbar, alle anderen laffm ncch Außficht auf Wiederherstellung. Nur dedarf e» mehrwöchent« licher täglicher Behandlung von Seiten eine» Arzte» und genauer Wartung von Seitm der Mutter oder Pflegerin. Dem Inbemittelten ist Gelegenheit gegeben, in den Augenkliniken bog Leiden heilen zu laffen. In der Augenklinik der Univer- fität in der Ziegelstraße werden andauernd Neugeborene, welche mtt der Blennorrhoe» neonatorum behaftet find, behandelt. In vielen Gedäranftaltm hat man Maßnahmen getroffen, da» Auftreten der Blennorrhoea überhaust tm Borau» zu verhütm. C-Sdd der Aeltere in Leipzig hat ein einfache» Verfahren dafür angegeben, da» von jeder Hebeamme leicht au» leführt werdm kann. Viele Aerzte verlangen, daß man diese« Ver'ahren auch in der privaten Praxi» in Anwendung bringe Von welcher Bedeutung e» ist, dafür spiicht, daß Prof. C 6?» zum Danke dafür durch einen ärztlichen Prei» aukgezetchnet worden ist. Wie die Dinge jetzt liegen, ist e« in erster R ihe Sache der Hebeammen, Mütter undPflegerinnen, die Neugedormen g.nau zu beobachten, od fich bei ihnen Zeichen der Blennorrhoea »eigen, und wenn die» geschieht, alSdald die Hilfe eine» Arzte» in Anspruch zu nehmen. Da» Lese« anfregender Indianer- und Seeg«schichte« hat schon wieder dreien jungen Leuten au» Berlin Veran- laffung gegeben, ihre Angehörigen heimlich zu verlaffen, um jenseit» de« Ozean« auf Abenteuer au»zugrhen. E» find die» ver 16 Jahre alle Sohn«ine» in der KövigSbergerftraße woh- n enden Lahnbeamten, der gleichaltrige Sohn einer Wittwe auf dem Grünen Weg und der im seldm Aller stehmde Sohn eine» Vtehkommisstonär» au» RammelSburg. Die tbatmdurftt- gm„Pfadfinder" warm seit voriger Woche verschwundm und Niemand wußte ihrm Aufenthalt. Vorgestern erhielt nun der Bahndeamte einen Brief seine« Sohne», eine» Schlofferlehr« ling», der die volle Zufriedenheit seine» Meister» erlangt und nur noch ein halbe» Jahr zu lernen hatte, worin er dem Vater seinen Aufenthalt in Hamburg anzeigt und ihn bittet, ihm „möglichst schnell" einm polizetttch unterstempelten Erlaubniß« schein nebst Taufschein zu senden, damit er stch al» Schiffs- junge verdingen könne. Etn Schifftschmiedemeister W. habe „die Sache bereit» in die Hand genommen". W. ist ver Onkel de» edmfall» ausgerückten Sohne» der W ttwe. Der Bahn» bcamte hat bereit» die erforder.ichen Schritte gethan, um die Ausführung de» Vorhaben« de» Sohne» zu verhindern, ob« gleich dieser erklärt,„nie wieder nach Berlin und in seine Lehre zurückzukehren". Der Rendant der allgemeine« Ort»krankeukaffe gewerblicher Arbeiter und Arbeiterinnen ersuw« un«, ,u konftatiren, daß da», wa» nach einem Bericht in Nc. 183 unsere» Blatte» in einer Versammlung der Berliner Sargfabri» kanten der Vorsttzmde Herr C. Kaiser über„eine Orltkrankm» kaffe in der Hol, marktstraße" aussagte, den thatsächlichen Ver- hältntffen nicht entspricht. E« soll nämlich eine Frau Zäper- nick, Straußbergerstraße 50 wohnhaft, durch desagte Oft». kranke, ikaffe an einm Sargfabrikanten Hennig gewiesen worden sein, um einen Sarg dort zu entnehmen und dann da» bei Hennig liegende Kaffenbuch ihre» verstorbenen Manne» in Em- pfang zu nehmm, und dadurch um acht resp. vier Mark ge- schädigt worden sein.— Der Rendant obiger Kaffe schreibt un» nun: Unser« Kaffe hat 58 116 Mitglieder, und eine» unserer Kassenlokale defindet stch Holzmarktstraße 4. Da nun in UN» serer Kaffe dieser Fall nicht vorgekommen ist, auch nie vorkom- mm kann, und nie vorkommm darf, so bitte ich die Redaktion, dm Artikel dahin berichtigen zu wollm, daß dieser Fall bei un- serer Kaffe nicht vorgekommen ist. Gleichzeitig wird darauf erufmirksam gemocht, daß in der Holzmarktstraße fich noch drei OrtSkrankmkaffm befinden, und zwar: für die Maurer, Gold« arbeiter und Gelbgießer. .Der wegen«a«de»verrath» verhaftete Redaktenr Richard Prohl hat stch bekanntlich im G-fängniß zu Moabit entleibt. Prohl hat, wie dem„Franks. Journ." mitgetbritt wird, sein Beinkleid zerrissen, darau» eine Art von Strick ge- fertigt und fich damtt aufgeknüpft. Bereit« im Kieler Gefäng- niß machte Prohl einm Selbstmordversuch. Kurz nachdem er am 22. Februar verhaftet war und noch in Einjelhaft fich be- fand, zerbrach er seine Brillengläser und zerschnitt fich damit die HalSader. Blutüberströmt fanden ihn G fäignißwärter auf dem Fußboden der Zell« liegend, durch schnell herbeigeholte ärztliche Hilfe wurde er indeß am Leben erhalten. Darauf wurde er in eine Zelle zu zwei anderen Gefangenen geschafft und d!» zu seiner Ueber'ührung nach Berlin auf» sorgsamste bewacht. Im Gefängniß zu Moabit soll P ohl äußerlich großm Sletchmuth zur Schau getragen und in mehreren Briefen» die er an hicstge Bekannte richtete, der Hoffnung Raum ge« geben haben, daß er bald au« der Haft entlaffm würde. Er bat dabei u. A. um die Uebersendung eine» neuen Anzüge», um nach seiner Freilassung„anständig auftreten zu können". Die Voruntersuchung gegen Prohl war angeblich geschloffen und wurde ermattet, daß im Oktober Termin z>r Haupt ver- Handlung wider ihn anberaumt werden würde. Da auch sein angeblicher Komplize, der Obermaschinenmeister Schwarz, im Berliner Gefängniß gestorb-n ist, so hat fich über da» ermattete Nachspiel zum Sarau»< Prozeß«in dichter Schleier gebreitet. Folgende ergötzliche Drnckfehler-Bertchtignng leistet fich ein hiesige» Blatt im Brieftaften ihrer Dtennagnummer: „Durch ein höchst bedauerliche» Versehen in der Setzerei ist beim Umbrechen der Beilage B. unserer Sonntagknummer der Text unter einander gewürfelt worden, so daß der Sinn voll- ständig entstellt ist. Indem wir unsere freundlichen Lejer wegm West» adscheultchm Streiche» de» Teufel» im Setzersaal(!) um Ent,chuldigung bitten...." u. s. w.- Der Herr Metteur wird die ihn triffmdk unbeabsichtigt« Bösheit hoffentlich nicht allzu tragisch nehmen. Bom vtertriuke«. Da nach einem Ausspruch de» be» kannten Bttrmeyer„Alle» Bier, da» nicht getrunken wird, seinen Beruf verfehlt hat", und auch die altm Deutschen«'cht so frühzeitig untergegangen wären, tvenn fie etwa» Vernünftige» zu trinken gehabt hältm, so wollen wir zu Nu? und F ommen aller Biertttnter heute dem Direktor einer groß-n Münchener Brauerei da» Wort geben, der über Bier und sein Trinken folgend«» sagt:„ES ist nicht genug, gute» Bier in die Welt zu schicken, man sollte auch jedem Wirlh und Trinker die Be» Handlung lehrm! Wie wird aber verfahren? Neun Z hntel der Wirthe verstehen nicht einzuschenken, und neun Z hnrel der Tttrker verstehen nicht zu trinken! Dem Bterr muß seine «ohlensäme et hatten werdm bi» zum Munde de» Trinker». Durch die Kohlensiure nur bekommt unS da» Bier gut. Wird fit durch verkehrte« Verfahren dem Biere entzogen, so hat ei «inen widrigen, faden Geschmack und liegt wie Blei im Magen, macht Kopsschmerzen und allerlei Uebelbefinden. Durch mehr. maligt« Umgießen veifillchtet stch auch die Kohlensaure, des« gleichen auch durch Erwärmung. Erste Bedingung ist: Le- rührung de« Bieres mit der Luft und Erwärmung soviel ali möglich zu vermeiden; zweilrn« da« BierglaS muß dicht unter den Hahn geHallen werden. Verkehrt ist aber da« Einschänlen tief unterm Hahne und Auf» und Niederfahren deS Glase« oder gar Luft einzuspritzen, wodurch die Kohlmsäure geradezu gemordet wird; durch dergleichen Verfahren kann Schlimmere« und Thörichtere« dem Biere nicht gethan werden. Die meisten Trinker, die kein Verständniß haben, wollen aber viel Schaum sehen." De« Gipfel der Genauigkeit spiegelt ein Vorfall wider. welcher stch bei dem Amtsgericht zu Zehdenick in der Mark Brandenburg ereignet hat. Diese« macht den Polizeibehöiden nämlich die Miti Heilung, daß der 22 Jahre alte Sch ffer« bucht August H-ffe wegen Jorstdirbstahl« zu 5,40 Mark Geldstrafe eventuell 5 Tagen Gefängniß verurtheilt sei. Da er jedoch nur 5 Mark gezahlt hat und sein jetziger Aus enthalt unbekannt ist. so werden die Polizeibehörden ersucht, die Strafe von 40 Pf. von dem Heffe einzuziehen, oder an ihm eine G-fängnißhaft von 8 Stunden und 53 Minuten zu voll» strecken. Sin Gang durch die Flure« lehrt, daß trotz August der Herbst dereil« seinen Einzug gehalten hat. Die Temperatur hat stch seit den letzten Regensallen nicht mehr zu sommerlicher Höhe erheben können. Wenn e« auch am Tage heiß ist, so find die Nächte schon recht kühl, und 7 Gr. R. de« Morgen« ist keine Hitze. Der Wind weht bereit« über die Haserstoppeln. Störche und Schwalben werden uns bald verlaffen. Eine gute Kartoffel- und Rübrnernte ist noch nach Haus« zu schaffen, dann ist der Landmann fertig und kann an die Wintersaat gehen, denn mit dem Kernobst steht e« dürstig bei uot au«; Schlistcn und Böhmen werden den Ausfall decken müffen.— Für die Badelustigen war dieser Sommer nicht sehr günstig, und wenn da« Seebad Wilmrridorf diese« Jahr recht besucht ist, so gilt die« mehr dem geselligen ungezwunge» nen Zusammensein tn den Restamationsräumm al« dm Lade« «ellen. Ueber die von uns gemeldete Unthat der beide« Schiffsknechte Gletnert«nd Borth erhallen wir von ernem unserer Leser folgende berichtigende Darstellung: Al« ich in der Nacht vom Freitaa zum Sonnabend auf dem Nachhause« wegt(ungefähr 12*/* Uhr Nacht«) die Freitreppe am Engel» decken pasfiite, hörte ich kmz vor mir, W an der Ecke de« Louisen» Ufer«, einige laute Ausrufe, Schreie, denen ein Fall in« Waffer und Hilferufe folgten. Darauf setzte stch natürlich alle«, wat an Menschm in der Nähe war, in Trab. An der Anlegestelle zweier Kähne kam ich mit einem Wächter ziemlich gltichziilig an und wurde ein junger Mensch, welcher zu entfliehen suchte, von den paar dortstehenden Leuten bezeichnet und vom Wächter sofort festgenommen, auch der Komplize de« ersterm wurde gleich darauf auf einem der beiden Kähne mtdeckt und durch einen anverm Wächter abgeführt. Während dieser Zeit war auck ein jüngerer Polizemeutmant erschienen, die Schiffer mußten die Laternen anzünden und sofort begann da« Suchen; daff lde war, im Gegmsatz zu dem Artikel ihre« Blatte«, schon nach kurzer Zeit von Erfolg, da ein neben mir suchmder Herr in die Tiefe ocutend, sagte: Dort liegt er ja. Einen Haken nehmm und den Körper emporziehm, war da« Werk einiger Sekunden, worauf ich mit Hilfe eine« andern Herrn den Körper über Bord zog. Unter Leitung de« Herrn Polizeilteutenant« wurdm sofort Wiederdelebungioersuche angestellt, auch hatte derselbe schnell Boten an einige in der Nähe wohnende Aerzte abgesandt, deren Adreffm au» den Rethm der Umstehmden ihm zugerufm wurdm. Schon nach kurzer Zeil kam einer der Boten zurück und rief: Wenn der Herr SanttätSrath(leider konnte ich den Namen diese« edlen Menschenfreunde« nicht erfahren) kommen solle, so möge ihn der Herr Lieutenant selber holen» sonst käme er nicht. Der Polizeioffizier eilte nun, indem er uns zurief, die Wieder» delebungiversuche fortzusetzen, selbst zu dem betr.»rzt. Kurz nachdrm stch der Herr Lieutenant entfernt hatte, erschien jedoch Herr Dr. Zadel, Annenstr. 56, der dem Rufe de« Boten sofort Folge geleistet hatte und wurden unter Leitung diese» Arzte» wohl noch eine Stunde lang alle denkbaren Mittel aufgcdotm, den Körper wieder zum Leben zurück zu rufm- Erst al» all? Hoffnung vorüber war, wurden dann ungefähr um 2'/« Uh: Nacht« die Bemühungen eingestellt. Der Herr Sanitätsrath «schien dann auch noch, fühlte stch aber nicht derufen. Hand anzulegm. Die H-ndlungSweise de« Polizeilieutenant» sowohl wie die der beiden Wächter, welche, nachdem ste die Thät« auf der Wache abgeliefert hatten, sofort zurückkehrtm und stch an den Wiederbelebungsversuchen betheiligten, verdient unde» dingte« Lob. m I In einem Trödelgeschäft der Veteranenstraße ist am 31. v. M. von einem unbekannten, 21 Jahre asten Frauenzimmer ein schwarz«, fleckiger Dammwintermantel mit schwär zem Pelzbesatz ohne Futi«, dcffen Kauf dort abgelehnt worden ist, zurückgelassen und nicht wieder abgeholt worden. E« wird vermu'.het, daß d« Mantel gestohlen ist. Der unbekannte Etgenthümer, sowie Personen, die Aufschluß üb« die Sache geben können, wollen stch in dm Vormittagsstunden auf em Krtminal-Kommiffartat, Molkenmarkt Nr. 1, Zimmer 87c, melden. AI« gester« Nachmittag ei« Arbeiter mit dem Ret« «igen der Woffnoder fläche de» Nordhafens deschättigt war, fand er die Leiche eine« neugeborenen Kinde« männlichen Ge» schlecht« schwimmmd auf der Oberfläche. Die mit einem Hemdchin bekleioete und in starke« graue« Papier verschnürte Leiche wurde nach dem Leichenschauhaust geschafft. Ei« Unglücksfall ereignete stch am Sonntag Abend auf der Charlottmbmger Chauffee. Von Spandau her fuhren drei Kremser die Ehauffee entlang, deren Insassen, Mitglieder eine« Berliner Gesangverein«, im Rückblick auf die genoff> nm Freu» den ihre« Ausflug«, auf da« fröhlichste jubelten und sangen. In der Näh« de« Kreuzunatpuntt:« der Lehrter Bahn und der Chauffee jedoch nahm die Festfreude ein jähe« Ende. Au« dem voranfahrrndm Kremser ertönte plötzlich ein lauter Schreckm«- schrei; ein Herr war, im Begriff, seinen Protz»u wechseln, über den ntederm Schlag des Htnt«rwagm» auf die Fahrstraße ge» stürzt. Die Distanz zwischm dem ersten und dem zweilm Wagen war eine so geringe, daß der Verunglückt«, der von dem Sturz« betäubt war, sogleich von dem Vorderrade de« nach» folgmdvn schweren Gefährt« eneicht und durch Ueberfahren am linkm Unterarm erheblich verletzt wurde. Zum Glück befanden 5ch zwei junge Mediziner unter dm Ausflüglern, die nach einer eim Scheine von Stocklaternen vorgmommenm Untersuchung konstatirtm, daß der Arm zwar nicht gebrochen sei, aber«ine schwere Quetschung erltttm habe, so duß der schleunige Tran«. port de« Verwundeten nach Charlottenburg behuf« Anlegung eine« kunstgerechtm Verband«» erforderlich wurde. Ueber eine« Brand t« Eharlotteubnrg wird dem „Verl. Tag« dl." von dort geschrieden: Der in der Marunge» s-ben Mordaffai« seiner Z-it freigesprochene älteste Sohn de« E mordeten, Hermann Marunge, besaß auf seinem Grundstücke. Schloßstraße 23 tn Charlottendurg. noch eine ziemlich baufällig« Scheune, welche mit 1800 M. oersühert war. In der Rächt vom Sonnabend zum Sonntag, wahrend W fest acht Tagen verheirathete M.sch- Ehepaar im dortigen Schützenhause dem StistungSiefte de« Ort«oerein« der Töpfer beiwohnte, alanrnrien gegen l Uhr Hornfignale die Tumer-Feurrwehr. bei derm promptem Eintreffen die bezeichnete Scheune in Flammm stand. Späier erschim auch die städtische Feuerwehr, und e» gelang den oereintenil zweistündigen Anstrmgungen, de« F:uer« Herr zu werden. Die Scheune ist vollständig heruntergebrannt; die geretteten Uederreste de« Inhalt« an Heu und unauSgedroschenem !orn können indeffm höchstm« nur noch zu Streuzwecken Ver» wendung finden, bedauerlich für die Etgenthümer, zwei Pächter, welche gänzlich unoerfichert warm. Diese« Schadenfeuer reiht sich unheimlich den seit einer Reihe von Jahren in Charlottm» bürg periodisch wiederkehrenden Scheunenbränden an, auf deren Ermittelung, weil vorsätzlich« Brandstiftung vermuthet wurde, die dortige Polizeidiremon wiederholt namhafte Be- lohnungm ausgesetzt hatte, ohne daß e» indeffm bis heute ge- lungm wäre, einen der Uedelthäter zu eruiren. Gleichzeitig mit dem odm geschilderten Brand« soll übrigen« tn Char- lottenburg auch noch tn der Wallstraße ein Scheunmbrand statt» gefunden haben. I« kaufmännische« Kreise« erregt der erst nachträglich zm Kenntntß gelangende Selbstmord deS bekannten Lehrer« der Handeliwiffenschast Alfred S. Aufsehen. Derselbe, ein Sohn deS Handelsakademie. Direktor« S-, wohnte in der Oppelner» straße in Chambregarni und wurde dort Ende vergangener Woche von seinem HauSwtrth al» Leiche im Zimmer liegend gefunden. S., der stch mittelst eine« Reoolver« erschoffm hat, hielt die Photographie eine« jungen Mädchm« in der Hand. Die Triebfeder zu der That scheint danach ein unglückliche« Liedesoerhättniß gewesm zu sein. Bei dem Auffahre« de« Dampfer»„Messenthtn" find, wie uns nachträglich mttgethetU wird, Personm nicht verletzt wordm. E« find nur einige Verluste an Schirmen, Stöcken, Hüten u. vgl. zu beklagen, für welche wohl Ersatz geleistet wecden wird. Ueber de» verlauf der Untersuchung über die Ber» liner Arbeiterinueubewrgnug wird der„Voff. Ztg." ge» schrieben: Landgerichtsrath Holtmann hat die Untersuchung aeam die Führrrinnm der Bewegung adgeschloffen und die Allen der Staatsanwaltschaft zur weiterm Behandlung über» gebm. ES wurden hiervon benachrichtigt, die Fraum G oth» mann u. A. vom„Verein der Arbeiterinnen verlin«"(den so» genannim Nordoerein) und Frau Dr. Marie Hofmann u. A. vom„Verein zur Währung der Jntereffm der Arbeiterinum". Der Termin zur Hauptverhandluna in der Strafsache gegen diese beiden Vereine ist noch nicht mttgethellt worden. Dagegm ging den Leiterinnen de« Fachoerein« der Mäntelnäherinnm die MittheUung zu, daß den 4. Oktober d. I., Vormittag« 10'/, Uhr, vor dem Schöffengericht Termin zur Hauptoerhand» lung anstehe. Sellen« der Staa!SanwaUschast find verschiedene Poltzeilieutmant« al« Zeugen geladm. Die Anklage stützt stch darauf, daß Frau Rosa Büge und Fräulein Wabnitz„hin» reichend verdächtig erscheinen, zu Berlin im Jahre 1886 al« Vorsteher, Ordner und Leiter eine« Verein«, welcher bezweckte, polllische Gegenstände in Versammlungen zu erörtern, Frauen«- Personen al« MUglieder aufgenommen zu haben und mit einem anderen Verein gleicher Art zu gemeinsamen Zwecken in Ver» dindung getreten zu sein." Ein tief erschütternder Anblick bot stch gestern Vor- mittag kurz vor 11 Uhr auf dem Stadtbahnhofe„Friedrich. straße" dem anwesenden Publikum. Al« der von Westend kommende Zug gerade einfuhr, stürzte stch in der Nähe der Statwnsbud« ein Mann dicht vor die Lokomotive und wuide von den Rädern derselben an mehreren Körpertheilen total zermalmt. Der Tod de« Selbstmörder« muß auf der Stelle eingetreten sein, da von demselben kein Laut mehr gehört wurde. Die Aufregung der Zeugm dieser gräßlichen Ver- stümmelung war unbeschreiblich, und erst al« die mit dem Gcstcht nach unten zu liegende Leiche au« dem Geleise heraus» geschafft und daffrlbe von den maffenhasten Fleischstummeln gereinigt war, wurde der ordnungsmäßige Beiried wieder her» Bestellt. Die amtlichen Ermittelungen werden wohl die ldentllät de« Selbstmörder» und vielleicht auch die Ursache dieser Verzweiflungsthat ergeben. Z« dem Selbstmorde a« der Hallesch«« Thorbrückt wird ver„Voff. Ztg." geschrieben: Am Sonntag Nachmittag 5 Uhr stürzte stch von der Halleschen Thorbrücke ein alter Mann in den Kanal, verschwand sofort und war trotz alsbald angestillten Suchen« dt« heute Vormittag nicht gefunden.„Es ist innerhalb 14 Tagen der zweite Fall, daß ein Lebensmüder am hellen Tage angefichts de« Publikum« und an derselben Stelle dm Ted sucht und unrettbar findet. Wenn jetzt Je« mand in selbstmörderischer Abstcht in den Kanil springt, ist er rettungslos verloren, auch wenn er, abgekühlt durch da« plötz- liche Bad, seine Abstcht fahrm ließe und stch retten wollte. Wenn ein Betrunkener wmn ein Kind au« Unvorfichiigltit, wmn so.ist Jemand durch irgend einm Zufall in dm Runal fällt, wenn Jemand in verbrecherischer Abstcht hineingestürzt wird: Rettung ist nicht möglich, wenn nicht durch seltener. Zufall gerade«in Kahn sofort zur Stelle ist. Die stell mit Sand» stein bekleideten Ufer sehen stattlich aus, find für die Schiff« fahrt nothwendig und mtsprechm der Würde der Hauptstadl; allein für solche Fälle find st- verhängnißooll, denn ste machen jedes rettend« Landm unmöglich. Wenn einem Selbstmörder im Waffer plötzlich Ledenilust erwacht, so kann er stch selbst durch Schwimmen nicht retten; denn mit den waffergekäntLen Klrivem bis zur nächstm Treppe zu schwimmen, ist unmöglich, und an allen anderen Stellm stößt ihn da« stelle Ufer in« Wasser zurück. Aus denselben Gründen hat ein kühner Retter geringe Aus ficht aus das Gelingen seine« Werkes, wohl aber sichere Ausstcht auf eigenen Untergang" Unser Berichterstatter schließt:„Könntm nicht auf der ganzen Länge die Sandstein» dekleidungm an beiden Ufern in der Höhe M mittleren WafferntveauS fottluufmdr einfache eiserne Geländer ange» bracht werden? Dies« würden die Schiff ahrt nicht störm, würden aber dem Unglücklichen oder dem Retter die Möglich» kell geben, sich über Waffer zu erhalten, di« ein Boot ihn auf» nimmt." Der Vorschlag wäre vielleicht der Erwägung werth. Schon wenig« Krampen, von Strecke zu Strecke tn die Ufer» mauern eingelassen, würdm diesen Zweck erfüllen. Bewegung der Bevölkerung verlw« nach den Ver» öffmtlichungen des stattsttschm Amt« der Stadt. Die fottge» schrieben« Bevö!!e.ung§zahl betrug am 17. Juli inkl. der nach- ttäglichm An» und Abmeldungm 1 336 913, hat stch demnach gegen die Woche vorher um 932 Seelen oermehlt. In der Woche vom 18. Juli bis 24. Juli wurden polizeilich gemeldet 2506 zugezogene, 1846 fottgezogene Personen; standesamtlich wurden 178 Ehen(----"'------- Ehen geschloffen. Geboren wurden 917 Kinder, und zwar lebend: 459 männliche, 429 weibliche, zusammen 888(darunter 121 außereheliche), todt 14 männliche, 15 weibliche, zusammen 29(darunter 5 außereheliche) Kinder. Die Lebendgeborenm, auf« Jahr berechnet, ollden 34J, die Todtgeborenen J,1 pro Mille der Bevölkerung, die außerehelich Geborenen 13,74 pCt. aller in der Woche Geborenen, davon die bei den Ledend» geborenen 13,63, die bei den Todtgeborenen 17,24 pCt. In der kgl. Charit« und Entbindung«. Anstatt wurden 56 Kinder geboren- Gestorben(ohne Todtgeborene) find 806, nämlich 415 männliche, 391 weibliche Personm. Von diesm warm unter 1 Jahr att 452(inkl. 76 außereheliche), 1 bis 5 Jahre 115(inkl. 13 außereheliche). 5 bis 10 Jahre 17, 10 bis 15 Jahre 6, 15 bis 20 Jahr« 13, 20 bis 30 Jahr« 31, 30 bi« 40 Jahre 30, 40 bis 60 Jahre 73, 60 bis 80 Jahre 54, über 80 Jahre 15. Die Sterbefälle beim Alter von 0 bis 5 Jahren machen 70,35 pCt. sämmtlicher in dieser Woche Gestorbenm au«. Von dm im Alter unter 1 Jahr gestorbenm Kindern starben 85 im erstm. 66 im zwettm, 38 im dritten, 56 im viertm, 38 im fünften, 44 im sechsten, 131 im siebenten bi« zwölften LebenSmonate; von dmselbm waren etnähtt 49 mit Muttermilch, 2 mtt Ammmmilch, 245 mtt Thiermilch, 15 mit Milchsurrogaten. 98 mtt gemischter Nahrung, von 34 war ei unbekannt. Todesursachm warm besonder«: Lungenschwindsucht(62), Lungenentzündung(40), Bronchialkatarrh(15), Krhlkopfentzündung(13), Krämpfe� »ündunk(25). Kreb«(17). AUersschwäch«(18). Leben«schwSch«(36), Abzehrung(24), Masern(26), Scharlach(5), Diphtherie(Hl TqphuS(4), Diarrhöe(88), Brechdurchfall(198), an and«« Krankheiten starbm 159 und durch Selbstmord 7, d»« durch Vergiftung 1, durch Erschießen 1, durch Erhängen 3, bin Ertrinken 2. Die Sterblichkett der Woche, auf da» Jahr*1 rechnet, kommen durchschnittlich auf 1000 Bewohner in B«« 31,4, in Breslau 34,9, in Frankfurt a. M. 24 6, in Köln W K* L» Schaft. -usund Ziulden or.t tn vreelau 04,9, tn»rranifun a. M. 24 b, tn Köln w» xonliven in Dresden 32,0, in München 35.4, in Bremm#««t bei in Stuttgart ,251, in Wim 25,0, in Part« 23.4, tn London Nl daraus ei in Liverpool 30,4. In der Woche wurden dem Polizedn» wie»(j fidium gemeldet als erkrankt an Tvphui 30, an Masern 1»«Hufe„ an Scharlach 33, an Diphtherie 79, an Pockm 1. In bff'«ach Lew größerm Krankenhäusern wurden in der Berichtswoche#»Veuisch, Kranke aufgenommen, davon littm an Masern 14, an«wenstei lach 1, an Diphtherie 20, an TyohuS 10, an Rose ö.• Wwinn,) starbm 108 Personen oder 13,4 pCt. aller in der Woche»Deutsche stordmm; als Bestand verbliedm 3535 Kranke. der tz Markthalle»- Bericht voa Z. Sa«dmaaa, städttsä? jmtergebrl Verkaufsvermittler. Berlin, Zmttal- Markthalle, den 10. Jlugf Dezem Wild und G-flügel. Seit wenigen Tagm hat die d? daher in reit« vermißte giößere Zufuhr der Ferimjagdm besonnen wurde& ist hierdurch vlöyiich eine so bedeutende Menge Wild eins» Z'werbeho troffm, daß die Preise rapid hrrabgtngm. weil der Konl� Mn � nicht folgte. In wmigm Tagen jedoch schon ist eine rung der Geschäftslage vorauszusehen, weil selbst bei gle� bleibender Zufuhr der Konsum der heimkebrendm Famiin hinzutritt, die billigm Wilvpreis« auch den Bedarf vermehrt« Der Geflügelmarkt erhält jetzt ebmfalli größere Zufuhren!* Begehr nach fettem Geflügel und besonder» Gänsen macht» stärker bemerkbar, e« wurdm dafür angemeffme Preise eirn» Reh« 50-70 Pf, Hirsche 30-45 Pf, Wildschwein 30* 40 Pf. pr. Pfd., wilde Entm 1,00-1,50 M,»ekasst-s 30-70 Pf, junge Gänse 2.50-4�0-5,00 M, junge 1-1,50-2,00 M, junge Hühner 0.50-0,90 M., 30—45 Pf. per Stück, Poulardm 4*50—7 M, alte 6# 1,00-1,40 M. Butter. la. Butter knapp und gut bezahtt, nach geri> Waaie wenig Nachfrag«. Frische feinste Tafelbutter k. 105- feine Gutsbutter L 95-100-105, U. 85-90, lll. 75-86, dutter I. 75—80, u. 65—76 M. Balizische und andere gl Sorten 55—66 M. p. 50 Kilo. Käse. Echter Emmenthaler 73—80, Westvr Schweijerläse L 55-60 M., ll 48-50 M., IU. 40- Ouadratbackstein I. 22-25 M, IL 14-18 M.. Tilsiter. 40-56-60 M.. Tilfiter MogerKf« 18-23 M, Limburg" 30-32 M, ll. 20-25 M, Ramavour 30-32 M, rhei Holländer Käse. 20-22 Pfd. schwer, 45-53 M, echter Hol 65 M, Edamer L 60-70 M, ll. 56-68 M, Frai Neufchatellrr 18 M. per 100 Stück, Camembert 8,1 M. per Dtzd. Eier. Größere Zufuhr erwünscht. 2,55 M. pr. Seefische. Lach« 80-90 Pf, Elblachse 1,25 M, 50- 90 Pf, Hecht 40- 65 Pf, Steinbutte 60-80 P ,�l junge, große 1 M. kleine 50 Pf, Flundern 30, Schaft -5 Pf, Kabeljau 25 Pf. per Pfund, Makrelm 40— 4*j| ver Stück. Lebmd« Fl, che. Aal, mittelgroß 1,35 M. 80 Pf, Schleie 70 Pf. per Pfund. Krebse. Mittel 2 große 8—12 M. per Schock. Geräucherte Fische. R 2,50-2,90 M.. Weser, und Ostseelach» 1,20-1,40 räucherte Aale 70-100-130 Pf. pr. P'd., Fluni 1,75-2 M, mittel 8-5 M, große 8-9 M. per Bücklinge, per Kiste 1,60—1,75 M. Gemüse und Obst. Tomaten 30 Pf, Reineklauden 30 Pf, Weintrauben 50—70 Pf. per Pfd, Pfirsich« 3,00-1,50 M, Kirschen 6-15 Pf. per Pfd, Preij. 6—7 M. per Schffl, Pfefferllnge 4—6 M, Gurten 0,60— 3"Jk per Schock, Schoten 2—3 M. per Scheffel, Kohlrabi 2.E per 100 Stück, Karotten 50 Pf, Wirfingkohl 3-4 9*-. und Weißkohl 3,50—4 M, Blumenkohl 10—1« 25 M. pr. 100 Stück, neue Kartoff. In. weiße runde 350 Nierrnkattoffeln 3,50 M, rothe 3,00 M, blaue 4,00 fcs i >"r belieb! ga D» I pr. 100 Kilo, neue Pflaumen 15 M, neue Birnen 10-20 neue Aepfel 10—20 M. ver Zlr, neue Zwiebeln 3,50—4��,_ Zitronen, gesunde Auischußwaare, 12 M. pr. Kiste von 260 �, en 300 Stück, neue saure Gurken 2-2,20 M. per«»ock!�°«nien lonm 30 Pf. pr. Pfd. Bmeritanische Anana» 2—2�0, vcu 0 3-4 M. p. Pfd._ �«lh ,i„JU Poltz.tb.rtcht. Am 9 d. M, Vormtttag«. wurde � in,, der Linvenftraße wohnender Buchbinder in seiner WohnUrtt,,� bängt vorgefunden. Wahrscheinlich find Nahrung« sorgt".»T''" zu ""...... i Misenl Rrchax ')> seine« rt Unter» nntm Ko und(d chrttbm. "Ischen R Beranlaffung zum Selbstmord gewesen.______ wurde in der Stalljchreiö cstraße ein 7 Jahre alte« durch einen von dem Kutscher Doeit, Admiralstraße 14 hast, geführten Gischäftswagm der Firma Hagenow rt- braun überfahren und am Obcrarm und Oderschmlel verletzt.— Zu derselbe» Z it warf be,m Verladen von auf den hinter dem Grundstück FliedrichSstraß« 138» Dampfer„Sp:ee" vir Kutscher Rohnke einm Ballen fichtig vom Wagen herab, daß der Schiffsjunge P von demselben am Rück n gelroffm und niedergeworj uid dabei den rechten Unterschenkel brach. Er wurde, ihm in der Klinik«in Gyp'vcrband angelegt worin nach der Charit« gebracht.— An demselben Tage fiel auf emrm Neubau tn der Neuen Friedrichstraße% Abwölden einet Fenster« im vierten Stockweri bei?, Maurergeselle August Müller in Folge Zusammmbrv«,ßsWztn Uo ungenügmd adgesteisten Gerüste« auf den Hof hinab u" �4 Lottcri Durchschlsgung der Abdeckung tn den darunter beb",« ,yi(n bega K-ller. Er erlitt schwere innere Verletzungm und � 1*•— mittelst Kran'mwagen« nach dem Katholischen* Hause gebracht werden.— Zu derselbm Zeit wurde'w Hafen die mtt einem Hemd bekleidete Leiat neugeborenen Knaben anze'chwrmmt.— Um D(«f% stürzte die 10 Jahr« alle Czac loste Silberderg in. ihren El.ern bewohntm Hause beim Spielen über lander der Treppe de« dritten Stockwerl« auf den hinab und verstarb auf der Stelle tn Folge de« dadn�, nm doppelten Schädelbruch«.— Al« zu derselben Schlosser Lamprecht in der Alexanderfti aße beim eine« gestürzten Pferde« debilflich war, glitt er au«"2 dm rechten Oberschenkel. Er wurde in da» stävlische hau« im Fttedrichihain gebracht.— An demselben« Abend«, entstand in der Wohnung de« Kohlmhändler» � holz, Palltsadrnstraße 70, dadurch Feuer, daß die Zeit allein gelassene l Jahr alte Tochter drffeldm die Tisch stehend« brennend« Petroleumlampe umwarf, � � Möbel und dle Kleider de« Kinde« tn Brand Cjty& Kleine erlitt dadurch so bedeutende Brandwunden, w" i»,. da« städtische Krankenhau« im Friedrichshain gedracv�/ v mußte.— In der Nacht zum 10. d. M. iprana«in« t,(| person von der Lurastraße aus in selbstmörderische die Spree, ging ad« unmttteldar darauf wieder�. Waffer heraus und wurde von dem inzwischen hev''/� nm Revierwächter mittelst Droscht« nach der C?a"le Nfj 1 drl || Gerichts Zeiwng.. Der Direktor der Deutsche««anftge»� Simon Fischer, anf der«ntiagedaak.@" qutt-.r dem die ersten Künstler Berlins, ja selbst deutsche» Kunstgewerbe" in Miiletdenschast gezog-n n?, v allgemein*« Interesse erregen dürfte, befl � bekannt sein dürfte. Fischer errichtete im Iah* L' 1 ein Stsmwaarmgeschäst, gab daffetbe aber balo w> itherieM an antx» ,-n'g.A il Jahr � h« deutschen ReichShavvPadt den RLckm. Er schlug zu- Nf» bt Jnowraclaw und später w Leipzig seinm Wohnsitz auf. A» Jahre 1878 ließ er stch wieder in Berlin blP?..,. und«löffnete hier ein Herren- Garderoben- .. Bereits im Jahre 1880 trat er auS demselben wieder » in Bn»°ui und zwar nicht nur ohne Vermögen, sondern mit einer i Köln 3W«hulbtnlaft, die stch, seinen eigenen Angaben nach, auf 5000 remen 20} M bezifferte. Tat binderte ihn jedoch nicht, kurze Zeit London 20?«tauf ein neueS Geschäft, die„Deutsche Kunstgewerdehalle", Polizei»«' M« er ei zu nennen beliebte, zu etabliren. Er schloß zu diesem Kasein1", mit dem Bankier Max Lewenstetn einen Vertrag, wo« In der-"ach Lewenstein dem Fischer vir Mittel zur Enichtung dieser iSwoche putschen Kunstgewerbehalle" zuficherte. Dafür sollte l an 6®?«wenstein an dem, stets am 1. Oftober iu ermittelnden Rein- «Roft 5.*"S™"' X von dem letzteren erhatten. Die Eröffnung dieser Woche � Deutschen Kunstgewerbehalle", die in der ersten Etage des ?, der Etechbahn belegenen sogenannten„Rothen EchloffeS" städtisch� hergebracht war, fand am 30. November 1880 statt. Am 10. AvM ,■■Crjembtt deffelben Jähret wurde Fischer alt alleiniger In« iu.-7°-. vtTftwtn o�orc» wuror tyiinti a« autminci o',» hat die p Oaber ,n das Handelt' Register eingetragen. Am 10. April 1881 loonnen tf1' �ude Lewenstein Mitinhaber der Firma:„Deutsche Kunst« «JBlld eint" S'J��jbaQt." Allein im Jahre 1832 wurde Lernen« der Konl}} wn flachtig. Nunmehr trat Fischer mit den Kauf« t eine Beff Mn Riesel, Herzog, EhrenhauS und dem Hofbuchdindermstr. st bei gl>� Min dehust Gründung einer,„den Erwerb und Betrieb det en Fawii� mscher ichen Geschäfts, sowie Veran ■f vermeh� ufuhren:°° en macht J W unge E? St. alte 'ÄS&. Veranstaltung einer obrigkeitlich �ftitfigef llf � �°ii"."ie„ku.nstgkwerblicher Produkte be zwedler.btn in Verbindung. Fischer brachte al» Einlage i��Ichätt mit allen Aktiva und Passiva, deren Weith auf festaesetzt wurde. Diese Summe sollte Fischer in N�itien& 300 M. erhalten; er vrjjfTdjtde stch jedoch w.??,.?,' stieich 320 Aftien der Gesellschaft, ohne Vergütung - w beliebigen Verwaltung zurückzugeben, den übrigen Theil 800 000 M.(1000 Aftien 4 300 M.) Nor Minen«api- W' � zeichneten die erwähnten Kontrahenten. Riesel wurde zum Mdenden, EhrenhauS und C-llin zu Mitgliedern det Auf« u.vhthS und Fischer zum erstm Direktor der Aktiengesell« � � gewählt. Letzterer kaufte noch von dem Liquidator deS '5-85, Nnten Le»enstein 100200 M. Aktien, die Lewenstein von rdere gerinZst Mm für 10 000 Mark übernommen hatte, so M»,?. dieser Summe die Konto- Korrentschuld -.Fischer an Lewenstein somit beglichen A jestpret�s� 5°.Fischer an Lewenstetn somit deglichen war. . 40— 45' � Kaufpreis dieser letzterwähnten Aftien belegte Fischer nicht tlstter F� L? sondern mtt Wechseln, auf die er allmälig in ganz kleinen Limburga,„.�sen 1500 M. entrichtete. Der Abschluß pro 1. Januar 1333 �.o-.» xuyjyj-jji, cmuujmc.»oimiUB piu i.\)anuui 1000 t., rheint»■ah, trotz Abschreibung der zurückgekauften Lewenstein'schen ter HollA} tSM vertragsmäßig an Fischer zurückgegebenen Aftien, einm jh'Ust von 7633 M. 96 Pf. Durch notarielle Erklärung vom tbü*. ,"ot 1883 halte Fischer schließlich als alleiniger Eigen« .o,?.? lammtlicher 1000 voll bezahlter Jnterimkquit'ungen der �.�MAerbeballen-Attiengesellschaft" deren Auflösung und dtz» a beschlossen, und zwar letztere derart, daß alle Aktiva va nebst dem Geschäft an die von ihm degründet« >!„Deutsche Kunstgewerbehalle in Berlin, S Fischer" und verpflichtet sein sollte, alle Aktiva der Aftien« SBjJftfl zur Deckung ihrer P-sstva zu verwenden. »0% V diesem kaufmännischen G-ichaft bestand ein »i�Mer am 18. November 1881 polizeilich an« Kunstverein unter dem Namen:„Deutsche Nauden ich« v«}, # m Schock. -2�0, W •*( je. v»erbedalle in Berlin". Der Vorstand dieses V-reinS hutft'Ut Statuten, auS den jeweiligen beiden Direktoren der Lhm Kunstgewerbehalle bestehen. Die j'weiligen Direktoren i,:" zur Zeit Fischer und ein Kaufmann, Namen it Natbanion. iJMtt Del Komitees und der Im y de« Geschäfts:„Deutsche «Sewerbehalle" waren: Architett Th. Prüfer, Architett stadenbeck. Prof. Dopler neu., Prof. Giaff, Prof. Vogel »im elf � �yatbett. Fischer hatte flch nämlich bei Begrün» tb," hfß �an den„Verein für deutsches Kunstge« doch bei der■» 5 sr geworden war, gewendet. Er hatte ,, h schieben sogar, anläßlich der dem..... chtren entgegengesetzten Oppofition, auS dem Vorstand« deS t und schieden s°»°7 anläßlich d« dem'Flsche�chen Unter' ■wähnten Vereins. Durch shren Einfluß und ihre Thätigkett fk bemüht, die Pfleg« deS Kunstgewerbes im Fisch-r'schen .«»i!., fördern. Allein die Komiteemitglteder sahen sehr wurde«n. daß Fischer sowohl in kaufmännischer als auch WohrmW ��technischer Beziehung ungeeignet sei, ein solches Unter« mgS sorg«"- leiten-, fie zogen stch deshalb rumeist zurück und derselben�" ,ä«"4 in einem Zirkular vom 22. November 1882 be« alteS# HlUii* 08®0mftet der Deutschen Kunstgewerbehalle, welche! aße 14 U weitaus größten Theil« auS Geschäftsleuten und enow tk? Vb' � IhetlS nicht einmal Aussteller waren, de« benitl W""Öen der Direktion all Mitunterzeichner auf. n von � haltniffe Fischer'! wurden immer ungünstiger. 138» Üy de!„Rothen SchloffeS", Restaurateur SisRoniV� �e-nid)1°"hr 8" bezahlen, so daß letzterer die H heu?«.? anstrengen mußte. Fischer schuldet dem Kunert k.i d.�Weth«forderung von über 9000 M. Trotzdem * c*\.»viiifljr. hnl önrrtH## Sit K#« derselbe"' eworf«"� mürbe."«y ourde, t wort ,«N itraße schreiben. hinab ter 5� % � Lotterie sZt�� Monarchie nachgesucht. Die U'.berschüsse Ken begabter A?ß�gedlich Ausbildung und Studien« �...... und Ardeiterinnen im Kunstgewerbe« te"' .. u*h wiw1? tn; In diesem Bescheide wurde dm Pete«. MKKKZM Wetteren wmde bestimmt, daß nur solche AuS> vlischeK «mselben Vd.-�%y�%GenRänb( al! �Gewinne % den stch durch Neuheit. angekauft werd-n Zuverläsfigkeit und gebiack-t KMW fcI r m kunstgewerblich- Fach. Außerdem dieser Gegenstande zumeist weit über den ge lharitee Zl., ftgett� En tttzt WWMWW»»M Mttauft K�sston, weise 1--------- , übergeben waren, verpfändet y fiun».;:', rs'K wcn Inhabern der betreffenden Gegen« „.�e P{tHu'eisten. Selbstverständlich war diesenAuSstellern *' für ein wirkliches Kunstinstitut, da! stch di« m. beklagen gehabt, wenn nicht am 25. No- 4%%%;..MW» »ewerbelotterie" nicht zur AuSsühmng kam. »-�>SS»WSKk t Fischer, der am 14. Juli 1885 den OffenbarungSeid geleistet hat, wird im Wetteren deschuldigt, in mehreren Fällm die AmtSstegel von den bei ihm gepfändeten Gegenständen in uv- befugter Weise mtfemt und die derartig verstegelten Gegen« stände veräußert zu habm. Femer wird dem Fischer zur Last gelegt, daß seine Bücher sehr unregelmäßig geführt seien, so daß fie absolut keinm Uederblick über seine Vermögenslage gewähren, sowie daß er vom 20. Ottober 1880 di« zum 25. November 1885 nur ein einzige! Mal und zwar am 31. Dezember 1882 die Bilanz gezogen hat. Endlich wird er noch deschuldigt, in verbotenen Lotterien gespielt zu haben. Fischer ist im Jahre 1849 zu Straßburg in Westvreußen geboren und jüdischer Religion. ES find zu dieser Verhandlung 60 Zeugen und 13 Sachverständige geladen. Unter dm Sachverständigen befinden stch Geh. RegierungSrath Professor Dr- Reuleaux, die Professoren Vogel und Döpler«en., die Kunst-Kritiker Ludwig Pietsch, Reinhold Schlingmann, Dr. Adolf Rosenberg und der königl. Kammerherr v. Prillwitz. Die Verhandlung findet im großen Schwurgerichtssaal statt. Den Vorfitz de! Gerichtshofes führt Landgerichtsrath Grünnagel, die königliche Staatsanwaltschaft vertritt Staat!« anwalt Dr. Otto, die Vertheidigung führen die Rechtsanwälte Dr. Staub und Dr. Sello. Der Angeklagte giedt auf Be« fragen de! Präfident-n die bereit! mitgetheilten Thatsachm über seine geschäftliche Laufbahn, sowie über die Art der Gründung der Deutschen Kunstge»erdehalle im wesentlichen al! richtig zu. Auf die Einzelheiten der AttiengesellichastS. Gründung vermag der Angeklagte fich nicht mehr zu erinnem. Ebenso wenig könne er fich darauf erinnern, daß er der gesetz« lichen Bestimmung. 10 Prozent auf die Attim baar einzuzahlen, nicht nachgekommen sei. Die Begründung de! Kunstgewerbe« Verein! u. s. w- sollte eine! jener Hilfsmittel sein, um da! Geschäft in Flor zu bringen. Präfidmt: Sie traten mit einer Anzahl Männer der Kunst und Wissenschaft in Verbindung und Mußten diese zu veranlassen, dem Verein Deutsche Kunstgewerbehalle beizutreten; diese Männer schieden jedoch sehr bald wieder au!, da dieselben Sie für kaufmännisch und fachtechnisch ungeeignet dielten?— Angekl.: Ich habe den Herren Professoren ganz offen gesagt, daß ich kein Kunstverständiger bin.— Präs.: Die Erklärung, die die Herren bei ihrem AuStrttt abgaben, scheint doch dafür zu spre« chm, daß fie fich für einm Kunstverständigen ausgegeben haben? — Angekl.: Ich halle meine Behauptung aufrecht.— Präs.: Kurze Zeit war auch ein gewiss» Kraußnick Mitglied Ihre! Geschäft!; die Firma hieß währmd dies» Zeit Deutsch« Kunst« oew«be Halle Simon Fischer u. Ko.?— Angekl.: Ja.— Pcäs.: WeShalb schied Krautznick au!?— Angekl.; Lediglich Familienverhältnisse halb«.— Präs.: Al! die Professoren jc. austraten, bildete fich ein Komit« au! Kaufleuten und einigm Juristen, da! ganz desond«! die Gesuch« behus! Veranstaltung einer Lotterie mit unterzeichnete?— Angekl.: Ja, mir allein hätte die StaatSregi«ung eine solche Konzesston nicht«theilt. — Präs.: Sie waren bereit! im Jahre 1884 Zahlung!« unfähig?— Angek.: Ja.— Präs.: Sie habm andrängenden Gläubigern gegenüber erklärt: Wenn fie klagen, dann erhalten fie gar nicht!, denn Sie habm nicht!?— Angekl.: Da! ist wahr, allein ich habe au! meinen V»hältniffen nie- mal! ern Hehl gemacht. Auch d» StaatSregierung Hab« ich meine VermögmSlage bei Nachsuchung um die Konzesfion zu einer Lotterie nicht oerschwiegen. Ich werde alSdann den Be« weis führm, daß die StaatSregierung eine gewiss« Verpflich» tung hatte, mein Unternehmen zu unterstützen.— Präs.: Sie hatten die Bestimmung getroffen, daß nur solche Gegenstände verloost werden sollten, die fich durch Neuheit, Zweckmäßigkeit u. s. w. auszeichnen?i— Angekl.: Ich hielt die! für ganz selbst« vnftändlich.— Präs.: Sie hatten femer in dem Lotterie» Prospekt gesagt: die angesetzten Preise d» zur Verloosung ge« langenden Gegenstände dürfen den gewöhnlichen Ladenpreis nicht übersteigen?— Angekl.: Ja wohl.— Piäf.: Als Sie nun verhaftet wurdm, waren Sie polizeilich nicht gemeldet? — Angekl.: Da« war ab» nicht meine Schuld, sondern die de! Herrn Dr. Qumstedt. Ich wohnte damals kurze Zeit bei letzterem und dusn verabsäumte e«, mich anzumelden. Der Angeftagte«zählt nun, indem« stch auf einige Sachverständige beruft, daß er im Interesse de! deutschen Kunstgew« de» große Opf« gebracht und alle! Mögliche für die Förderung deffelbm gethan habe. Die Mitglied« de! Verein! für deutsche! Kunst. gewerde habm fich zumeist ihm gegenüber gehässig gezeigt. Im Uchiigen wnde die Bedeutung de! V«einS für deutsche! Kunstgewerbe sehr wesentlich überschätzt.— ES wird alSdann zur Beweisaufnahme g« schritten und zunächst Rechtsanwalt Dr. Hecksch« vernommm. Dies« bekundet: D-r Angerlagte habe auk die von Lewmstein erwordmm 100200 M. Aftien etwa 3000 M. in kleine»« Beträqm gezahlt.— Hofbuchdindermstr. Colli»: Er habe die 100 200 M. Aktien au! rein« Gefällig kett gezeichnet,« hatte nicht die Absicht, jemals einm Pfennig dafür einzuzahlen.— Professor DSpl» sen.: D» Angeklagte wurde dem Verein für deutsche! Kunstgewerbe von den be- deutendsten Künstlern empfohlen. ES hat stch zunächst dämm gehandelt, die beiden Bereine:„Deutsche Kunstgewerbehalle" und„Verein für deutsche! Kunstgew«be" mit einander zu ver« Gegm diesm Vorschlag«hob stch ab« im letzt«m schmelzen.■„.. Verein eine derartige Oppofiiion. daß ich mtt mehr«en ande- rm Mitgliedern au! dem Vorstand schied. In dem Verein für deutsche! Kunstgewerbe wurde die Be- sürchtung ausgesprochen, daß die Kunstgewerbehalle ein Bazar werden dürste, welcher nicht dem Kunst- gewrrbe dimm werde. Mir und einigen anderen Mitgliedern de» Vorstände! gefiel jedoch da! Fischer'sche Unternehmen. Nach unserem Eintritt wurde zunächst ein; Juiy gebildet, di« all« Begmstände. die zur Autstrllung gelangen sollten, zu prüfen und ihre Aufnahme zu bestimmen hatte. Fischer respek« tirtc jedoch nicht die Bestimmungen der Jury.« brachte Ge- genstädoe zur AuSst-llung. die jeden kunstgewerdlichm Charak« ter! mtbehrten. Schließlich gelangte sogar sogenannte Ramsch- waare zur Ausstellung. Da wir sonach sahen, daß die Kunftgew«b«halle. die anfänglich den Namen eine! kunst- gewerblichm Institut! vollauf verdient«, zum gewöhnlichen GeschästSdazar herabsank, da wir f«ner sahm, daß Fisch« kaufmännisch und fachtechnisch ungeeignet war, einem solchen Unt« nehmen vorzustehen und allen Belehrungen unzugänglich war. so schieden wir auS d:m Verein dmtsche Kunstge welbehaSe wird« auS. - Angekl.: So war e» doch nicht, H«r Professor. Al» die H«lm Professoren und Architetten Mitglied« de»..V-reinS Deutsche Kunst Gewerde- Halle" wurden, dann waren diese wohl sehr zuftieden, nicht ad« ich. Meine Ideale gwaen eben etwa! weiter. Die H«rm Prof.ssorm Vogel und Döpler ver- standen nicht» vom«unftgiwerbe; d« Herr P-ofessor Vogel ist Chemiker und Professor Döpler ein berühmter GeschichtS« mal»; die Archtteften kümme.ten stch ab« um nichts. Daß die Kunst-Gewerde Halle in Wahrhett kunftge«rblichen Zwecken dimte.«hellt au! dem Umstände, daß die königliche Staat!« reaierung. die die eingehendsten Untersuchungm anstellte, mir ZWMM worden sei. Er habe fich auf seine Leute verlassen, stch um seine Bücher zu Waaren zu unterschlagen, de« KMNWK hochtrabenden Ramm„Deutsche Kunstgewttbehalle" verleitm lassen, dem AngeUagten kunstgewerbliche Gegenständ« in Kommission zu übngeben, fie haben jedoch dm größten Theil dies« Gegenstände nicht zurück erhatten.— Ein Fabrikant Schott, d« alSdann al» Zeuge«scheint, hat fich durch da» Au'lretm de» Angeklagten verletten lassen, demselben Bronzewaaren im Betrage von 900 M zu liefern. D« Angeklagte habe ihm seine ZahlungSunfähigkett»«schwiegen. Die geli-fntm Waaren setm einige Tage nach ihr« Einliefemng _ verauktionirt worden. Aehnlich« Manipulationen hat d« Angeklagte noch mehr« fach gemacht. Er bestreitet jede betrügerische Absicht und be« m«kt: die Zeugen hättm jedenfalls nicht denunzirt, wenn nicht feine plötzliche V«haftung durch die Zettungm bekannt gewordm wäre. Die Zeugen destätigen die».— Die Sitzung wird al»« dann gegm 4% Uhr Nachmittag! auf morgen(Mittwoch) Vor« mittag 9 Uhr vertagt. t Auch eine Rache. Eine jener zahlreichm arbeitslosen Existenzen, der Arbeit« D„ denen nicht! übrig bleibt, al! die Mtldthäiizkett ihr« Mitmmschm in Anspruch zu nehmen, wmn fie nicht o«hung«n wollen, war von einem Schutzmann dabei ertappt worden, wie« durch„Ansprechen belästigte". Er wmde sofort anetirt und auf die Polizeiwache de! 28 Polizei- Revier! gebracht. Dort geberdete er stch nicht so friedlich, wie e* erwünscht war, und um ihn zu beruhigen, wurde« in die Jsvlirzelle gespent. ES verging eine Zeit, daZ hörten die Be« amten ein Sprudeln und Zischen und Brausen, da» au! der Zell« kam und wie fie näher hinsehen, quoll ein Bächlein au» der Thürspalte üb« die Schwellt hervor. Man riß die Thür auf und erblickte den Arrestanten» wie er vergnügt im Wasser berumplantschte, da» ihm bi» an die Knöchel ging. In seiner Wuth hatte D. den Hahn der Wafferlettung abgeschraubt. Es kostete Mühe, de» Elemente» Herr zu werden. Al» e» gelang» war das Wasser berettS durch die Dielen durchgedrungen und war in die darunt« liegende Wohnung eine» StadtratheS ge» laufen, wo«S einige Möbel deschädigte.— Gestern stand D. unt« der Anklage der vorsätzlichen Sachbeschädigung vor der 87. Abtheilung de! hiesigen Schöffengericht!. Er wurde wegen de» Betteln» zu einer Woche Hast, wegm der Sachbeschädigung zu zwei Wochen Gefängniß veruftheilt. + Durch die sogenannte Schundkonkurren» wird nicht nur da! Publikum detrogen und die reellm Fabrikanten ge» schädigt, auch d« Lohn der Arbetter wird gedrückt, weil einer« seit» die Zahl d« Arbeitslosen vermehrt wird, da unreelle Arbett in kürzer« Zeit und von wmig« Händen hergestellt werden kann, und weil andererseits auch die wohldenkenden Meister gezwungen werden, mtt ihren Preisenherunterzugehm, wenn fie ihr Absatzgebiet dehauptm wollen. Diese PreiSreduk« tionen spüren die Arbeit« dann an Lohnabzügen. Von diesem Gedanken auSgehmd, hatte der Vo. fitzende de» jetzt geschloffenm Fachv«etn» der Tapezier«, Robert Sander, an verschiedene Möbelhändl« Schreiben gelichtet, in denm er ihnen drohte, ihre Schund« fadrikation durch alle v«Iin« Zeitungm und durch auswärtige Blätt« an dm Prang« zu stellm und da« Publikum vor ihnen zu wamen. Einm solchm Brief hatte auch der Möbel« Händler Domker, Spandauerstraße wohnhaft,«halten, und dieser H«r hielt e» für da» best«, den Schreib« bei der Staats» anwattschast wegm versucht« Nöthigung zu denunziren. Unter dies« Anklage stand gest«n Sander vor d« dritten Ferien« stralkamm« de» hiestgen Landgericht! I. Er gab an, sich p«« sönlich von d« unreellen Ausführung der Tapezierarbetten an den zum Verkauf stehenden Möbeln im Domker'schen Geschäft überzeugt zu haben. Von welch« Art die Arbeit sei, gehe darau» hervor, daß ein Ardeiter im Stande sei, ein Sopha, wie e» bei D. feilgeboten wttde, in einem Tage herzustellen, während bei reell« Ausführung drei Arbeit« einen Tag zu thun hätten. D« Tapezi«« Lichtenstein, der für Domker gearbettet, habe ihm auf sein Vorhalten«widert, daß He« D. mit solch« Arbeit vollkommm zuftieden sei und auch so niedrige Löhne zahle, daß« unmöglich mehr verlangen könne. Er habe, al! er dm Brief schrieb, im Interesse der Tapezirnschaft Berlin» und im besond«en Interesse der Ver» einlkollegen gehandelt. Würde« in diesem einen Falle v«» urtheilt werden, so würden auch die übrigm 10-12 Möbel« Händler, an welche« ähnlich« Briefe gerichtet. Strafanträge gegen ihn stellm.— D« Staat«. anwalt meinte, daß die Handlung de» Angeklagten allerdings milde zu beurtheilen, ab« doch eine unerlaubte sei, und beantragte eine Gefängnißstrafe von 10 Tagen gegen Sander. D« Gerichtshof beschloß jedoch, die Sache zu vertagen und zu dem neuen Termin dm Möbelhändl« Domker, den Tavezirer Lichtenstein» den Obermeist« d« Tapezier.J'mung und noch and«« Meister de» Gewerk» vorzuladen, um die Wahrheit der von dem Angeklagten behaupten Thatsachen zu prüfen.— Man kann auf den Ausgang d« Sache ge» spannt sein. Urnine und lversammlnngen hfc. Die kombintrte Meister-«nd Gesellenverfamm« lnng de? Lacktre? Berlin!, welcke am Sonnabend, den 7. d. M., bei Niest, Kommanvantenstraße 72, uni« dem Vor« fitze des Lackirer» Herm Jacob tagte, bauvtsächltch um über den vom„Verein zur Wahrung der Interessen der Lackirer" zu errichtenden unmtgelUichm Gefellm-ArbettSnachweiS eine eventuelle V«ständigung zwischen dm Meistern und Gesellen zu erzielen, war zahlreich besücht, jedoch vorwiegend von Ge« sellen, feiten» der Meist« dagegen mehr nm von deren Werk« führm al! ihren Vertretern, wie von den Meistern selbst. Dem Referenten.zufolge sollen die Arbett suchenden Gesellen nur streng unparteiisch nach d« Reihe d« Anmeldung �und je nach hrer Brauchbarkeit für die in Betracht kommende Branche und Stell« berückstchttgt werdm, ohne jede ZwangSauSüdung auf Arbeitgeber und Gesellen. Die an d« Diskussion fich beth-i« ligenden Werkführ« verfich«t«n die Versammlung der ang-.d« lich vorhandenen Sympathien v« JnnungSmetster, die jedoch in ihr« jüngsten QuartalSoersammlung gezwungen gewesen wären,«ine definitive Beschlußfassung Hietüber bi! Oktober d. I. zu vertagen, da die Gesellen mtt dies« Sache früher hätten an die Meist« herantretm müssen. D« Vor« fitzende und mehrere Redn« d« Gesellenschaft er- widerten hierauf, daß letzt««! einfach deshalb nicht möglich gewesen, well der Gesellen- V«e in seit etwa drei Monaten de» steht; auch sei wohl zu beachtm. daß im Monat Oktober im Lackirergewerbe so gut wie keine Nachfrage nach Arbeitskräften vorhanden ist; e» habe daher mit d« Vertagung bi» zum Späth«bst wohl eine eigene Bewandtniß. Auch sonst wurdm die bekannten Schwächen der Innung grell beleuchtet. Be« sond«! warf man ihr vor, daß ihr« Mitglied« in erster Linie selbst ihren eigenen, d. h. den von der Innung selbst aufge« stellten Tarif den Fabrikanten gegenüber bestänstg zu unt«. bieten und allen übrigen Meistern die verderblichste Schleuder« konkunm, zu machen gewohnt setm. Herr Pötter, ein Innung!« meister, v«suchtt di« Erlsten, eine» solche» Tarif» in Abrede zu stellen, worauf der Vorsitzende ihm sein Bedauern darüber auSdrüifte, daß«(Herr Jacob) von dem bereit! seit Monaten bestehenden Tarif ein Exemplar besttze. In solcher Weise nahm der gegenseitig« Meinungsaustausch seinen Fortgang, di» schließlich nach kurz« Zell nachstehende Resolution zur ein» stimmigen Annahm« gelangt«:„Die heutige Versammlung erklärt, daß nur durch feste» Zusammenhalten die Lage de» Bew«k» zu v«rb«ff«n ist, und ste beschließt, den vom Verein projektirten Arbeitsnachweis auch dann voll und ganz zu unter« stütz-n, wmn etwa die Meist« nicht gewillt sein sollten, den» selben anzunehmen."— Wie noch mitgetheilt wurde.' findet llgemeineS Sommerfest ver Lackir« Berlin» rc- am 14. d. M. ein alll in Orschel'S Salon, Sebastianstr. 39, statt. De« Kachverei» der Putzer hielt am 7. d. M». in vcheffer't Lokal, Joselstr. 10. eine Mitgliedemisammlung ab, in welcher zunächst Herr Juhl die Abrechnung über die am 12. IM stattgehabte Landpartie erstattete. Die Abrechnung wurde von der Versammlung ali richtig anerkannt, cicrauf verlaS der Vorsitzende einen auf die Landpartie bezuahiden» den Artikel au» der Nummer 163 der„Berliner Presse�, wel- cher al» durchaus erlogen und als da» Werk eine» Deuunzianten bezeichnet wurde.— Die Mitglieder, besonders diejenigen, welche an der Partie theilgenommen hatten, waren über diese» Machwerk derart empört, daß diejenigen, rvelche bisher auf da» genannte Blatt abonnirten, erklärten, e» nicht mit ihrer Ehre vereinbaren zu können, diese» Blatt durch ihr Abonnement weiter unterstützen zu können, da die Redattion desselben fich überdie» noch äeweigert hätte, eine Berichtigung aufzunehmen, Vorsitzende rvelche langt iter hatte. de» Vereins, Herr Dietrich, ver. Die Versammlung beauftragte einstimmig den Vorstand energisch gegrn diese Manipulation der„Berl. Greste" vorzugehen.— Alsdann wurde beschlossen, im nächsten ______ da« ö jährige Stiftungsfest de» Verein» zu feiern und soll deswegen noch in diesem Monat eine Generalversammlung der Mitglieder stattfinden.— Von den Kollegen vchöneberg» und de» Potsdamer Viertels wurde mitgetheilt, dah am Sonn« abend, den 21. August. Abends 8 Uhr, im Lindenpark zu Schöneberg da» LviSbrige Gelellenjubiläum de» Veteranen der Arbeit Rujchicke, veiaMaltet von seinen Kollegen, feierlich de« gangen werden soll, wozu alle Kollegen eingeladen werden. Der Ueberschuh soll unverkürzt dem Jubilar überreicht werden. Auch der Fachverein wird den Jubilar durch«in kleine» Ehren« geschenk erfreuen und ersucht die Mitglieder um reg« Betheiligung an der Jeier. f Der Kachverei» sämmtlicher im DrechSlergewerk beschäftigten BervfSgeuosse« hiel, am Montag, den 9. d»., in Gratwetl'» Bierhallen unter Vorfitz de» Herrn Sündermann eine Versammlung ad. Herr Sündermann hielt einen Vortrag über Handwerk und Großbetrieb." Er setzte auseinander, wie durch die Entwicklung der Industrie, de» maschinellen Großbetriebes da» Kletnhandwerk immer mehr verdrängt würde, di« e» schließlich vollständig aufgesogen sein werde. Der heutig« Wirthschaflsvelrieb habt für die Arbeiter viele und schwere Schäbigungen im Gefolge gehabt. Wolle der Staat stch seinen OrganiSmu» nicht zerstören laffen, so müffe er selbst die Pro« duttion irr die Hand nehmen, die auf dem Boden de» genoffenschaftlichen Betriebe» zu stehen und dem Arbeiter seinen vollen Antheil an den von ihm erzeugten Gütern zu fichern Hab«. JDU lebhafte Diskusston, welche folgte, führte E« die von dem Referenten angeregten Gedanken weiter ou» ' Bestrebungen der modernen Zünftler wurden besonder» die scharf krttistrt und im soziale Reformen nur (atz hierzu betont,� daß wirkliche en nur durch zum Schutz de» Arbeiter» ril.„------.— � Verein, angelegenhetten dra ht« der Vorfitzend« dte erfteulich« Nachrichtz daß""'" Gegensatz hierzu betont, daß wirlltch« durch eine vernünftige Fabrikgesetzgebung ter» eingelettet werden könnten. Unter _______ von der Behörde nunmehr die Bescheinigrmg über die Einreichung der Statuten de» geplanten Verein», der die betden im Tewerk vorhandenen Vereine in fich aufnehmen soll, eingetroffen sei, nachdem der provisorische Vorstand die bean» standeten Paragradhm de» Statuts geändert oder ganz fort gelassen hätte. Der Fachoerein der Drechsler werde stch auf' lösen und seine Mitglieder würden m corpore zu dem neuen Verein übertreten, dem es hoffentlich Keffer als den betden bisherigen Vereinen, die eine ZersplUterung der Kräfte herbei. geführt hätten, gelingen werde, die Jntereffen der Kollegen zu fördern. Von verschiedenen Seiten wurde ein warmer Appell an die Anwesenden gerichtet, für zahlreichen Besuch der Ge« neralversammlurig de» neuen Vereins, die am nächsten Rontag stattfindet, nach Kräften zu sorgen.— Die Schlußversammlung de! F-chv« Fachverein» findet am Montag über 14 Tage statt. Allgemeine Vuchdruckerversammlnug Sonnabend, den 14. August, Abend» 9 Uhr, in der„Pdüh-rmonie", Bern« burgerstraße 22a/23. Tagekordnung: 1. Bericht de» Gehilfen- Vertreters für den l. Krei»(Berltn-Brandmburg) über die Ge» bilfenkonferenz in Leipzig. 2. Diikusfion. 3. Festsetzung d«S LokalzuschlageS. 4. Verschiedenes.- Die Herren Prinzipale find zu dieser Versammlung eingeladen. Der Kachverein der Sattler veranstaltet am Sonntag, den 15. d. M., eine Dampfer Partie nach Schmöckwitz, de» gleitet von einer humoristischen Kapelle. Für Belustigungen aller Art und Bier ist in genügender Weise gesorgt. Jeder Tbell« nehmer wird ersucht, fich mtt einem Glase zu versehen. Billet» find bei Marx. Neue Jakodftr. 11, zu haben. Da« grobe Eommerfeft der Zimmtrleute. Lolalver. band Berlin W., findet am Sonnabend, den 14. August, in der Viktoria» Brauerei, Lützowstr. 112, statt. Billet» find noch zu haben bei: Lopszat, Steglitzerstr. 5/6, Frommelt, GM- straße 3. Huedner, Kurfürstenstr. 6.«�in. Dennewitzstraße 2g. Opitz. Schönederg und beim Büffetier der Vittorla Brauerei. Zentral- Kranken»»nd Eterdekasse der Tischler re.. örtliche Verwaltung Berlin C.(Hallescher �hordezirk). Mit gust, Abend» glieder Versammlung am Mittwoch, den. 8»/, Uhr. bei Rotbacker, Tettowerstr. 3. Tagesordnung:«d» rechnung vom 2. Ouartal und verschiedme Kaffenangelegen- verein für Tech«» und Gewerbe. Rittelstraße 86. MUtwoch, Abend» 8V. Uhr. Vortrag. Gäste willkommen. $ Ranchklub„Unteum" jeden Mittwoch. Abend» 8 Uhr. Adalbertstr. 4. Warum der �err varo« schweigt! Unter dieser Ueber» schrift erzähtt Koloman von Mitszalh im„Uram batyam da» folgend« Hefter« Geschichtchen: Sie kennen stcherltch den Baron Sz., Mitglied de» ungarischen Herrenhauses, den schweig« ller Gesetzgeber. Eine kleine, gedrungene Gestalt. samsten aller Gesetzgeber. mft kurzem Halse, da» Eine kleine, gedrungen (ur, gesch dem ausrastrten, feisten Gestchte strahlt die Gemüthlichkeft. weiße Haar kurz Gestal schoren, auf Er hat die schlechte Eigenschaft, während einer jeden Sitzung de» Herrenhauses zu erzählen, wie viel er alle» zu sagen hätte; aber er dürfe nicht sprechen� sein Gelübde� verbiete e» ihm.— Wa»? Sin Gelübde Der Baron hat nur auf dies« Fr Wa» für ein Gelübde?— gewartet. Sofort beginnt er dt« folgende Episode zu erzählen. Et fällt ihm schwer; denn al» Kroate spricht er unsere Sprache schlecht und al» Stotterer auch die seinige kaum. Er ist im All- gemeinen kein guter Erzähler. Da» thut nicht». Wir wollen un» seinen Fall doch lieber von ihm selbst erzählen laffen: Beim 1841 Ständetag wohnten wir in Preßburg mtt meinen ltebm Freunden Georg Majlath und Barthel Szemere zusammen. Wir hatten zwei große Zimmer, und ein gemeinsamer Bursche bediente un»,— Wir lebten herrlich für unS. Sowohl Georg al« auch Barthel waren vortreffliche Männer und gute Kameraden. Sie spielten Beide eine große Rolle auf dem Ständetag. besonders der Barthel. Eine» Tage« begann ich fie um ihre Lorbeeren zu beneiden und sagt« zu mir im Selbstgespräch:„Tu, Baron, wie schön wäre da», wenn Du auch eine Rede haften würdest, worauf ich mir selbst zur Ant» wort gab:„Dazu gehört Verstand, Baron."—„Nun, entgegnete ich,„wenn ich keinen habe, werde ich mir welchen vom Barthel auSIerhm."(Er pfleg» e» auch so zu machen, wenn er kein Geld hat.) Ich rute auch sogleich Barthel Szemere beisette: „Mein lieber Barthel. geh', mach' mir eine Rede!"—„Recht gern, mein Lieber. Worüber?"—„Da» ist mir egal, nur schön soll ste sein... wunderbar schön."—„Wie nur Dein Ohr und Mund begehrt." So geschah e» auch. TagS darauf er mir fie ganz tertig her, ich leme fie au» wendig und jen fie am dritten Tage her. Ach! diesen Enthufiaimu» Ihr sehen sollen, der Saal dröhnte nur so von dem schen Beifallklatschen, und wie ein Donner n scholl „Vivat, V-vat I" Der Palatin selbst konnte nicht genug Beifall Winten und rufen:„Yalde bene, drevireimo!"— Damals kostete ich zum ersten Mal den Ruhm. Ich kann sagen: ein süße» Gift. Mein« Augen glänzten, mein Her, vochte laut. Und in diesem erhabenen Augenblicke läutet der Piästdenr und fragt:„Wer hat etwa» dagegen zu bemerken?" — Ich blicke hochmüthig umher. DieDepunrten saßen stillauf ihren P.äyen und unbeweglich wie die Nehren in der Windstille.— Doch schau', wa» sehe ich? Wer steht auf? Bartholomäus Szemere.—„Was kann denn wollen?"— Wat muß ich hören. der Barthel Ist e« W aben Heft oder bin ich �von Sinnen?_—. et beginnt:_„Verehrte Stände! Wa» der Herr Vorredner sprach, ist von A dt» Z unrichtig und grundlos"— und damit geht er darauf lo», zergliedert und widerlegt meine Rede gründ« ltch."— Darauf bin ich aber auch in Wuth gerathen, mein Kopf brannte.„Glauben Ste ihm nicht, verehrte Stände!"— rief ich dazwischen,—„er selbst hat ja meine Rede gemacht!" — Da gab t» nun ein Hshngelächter, alle zweiundfünfzig Konitat Mitglieder wälzten fich vor Lachen, selbst Se. Hoheit der Palattn lachte und ich— ich that daS Gelübde, nie mehr eine Rede zu halten. 220 Echtsstunfälle haben im Jahre 1885 an der deutschen Küste stattgefunden. Gestrandet find 69 Schiffe, gekentert 11, gesunken 15, zusammengestoßen 100 und 25 von Unfällen anderer Art betroffen worden. Darunter waren 145 deutsche, 6 russtsche, 6 schwedische, 7 norwegische, 4 dänische, 41 ena- ltlche, 6 niederländische, 2 spanische, 2 italienische Schiffe und 1 griechisches Schiff. waren e» 1 Kriegsschiff, 13Ö und' je 1 französisches Der Verwendung nach i Kauffartheischiffe, 4 Leichter, 13 Frscherfahrzeuge, 11 Paffagierdampfer, 4 Schleppdampfer, 3 Fährschiffe, 2 Lootsen- und 2 Luftfahrzeuge. Total verloren gingen 39 Schiffe und kamen 27 Personen um. Ferner find w dem Jahre 1885 der Verlust von 151 deutschen Schiffen mft 38 456 Register« tonnen Raumgehalt bekannt geworden. Am 1. Januar 1886 belief fich die deutsche Kauffartheiflotte auf 4135 Seeschiffe mtt 1 282 449 Registertonnen Gehalt und 38 931 Mann Besatzung. Darunter 3 471 Segelschiffe mtt 761 844 Registertonnen Gehalt und 664 Dampfern. Ueber 50 Jahre alt waren 38 Schiffe. 61« Kall Hon Mettschenfresserei ist durch ein ameri- konisches Gericht adgeuriheftt worden, indem ein Mann Namen» »lfred Packer deshalb de« Todtfchlag» für schuldig befunden und zu 40 Jahren Gefängnißstrase verurtheilt wurde. Pa war einer von sechs Bergleuten, die im Jahr« 1874 *. Packer in ihrem Lager in der Gegend der jetzigen Lake City, Kolorado, ihre anzen Lebensmittel erschöpft Hatten, worauf Packer seine Ge« % I___■______>»>_______ locker seine rten tödtete und mit deren Fleische sein Leben ftistete. Nach einer Rückkehr zu zivfttsttten Menschen ändert« er seinen amen und hteft fich al» Flüchtling di» zum Jahre 1883 verschiedenen nordamerftanischen Staaten auf. in Die Erholungsreise. Au» Pari» schreibt man:„Der in der Rur de Meaux wohnhaft« Kaufmann lavier lud am 80. Juni eine Anzahl Freunde zum Souper und erzählte den- selben, daß er am nächsten Morgen mit seiner Frau eine Badereise m' schloffmer W nung de» Portier» und sagte diesem:„Meine Frau eingestiegen, fie grüßt Sie vielmal», ich habe die Wohnung gut unternehmen werde,«m 1. Juli hielt ein ge« Wagen vor dem Hause, lavier kam in die Woh- Portier» und sagte diesem:„Meine Frau ist schon brauchen sich um nicht» zu kümmern." In den heißen Tagen de» IM deklagten sich die Parteien fortwährend� daß stch im Hause ein so fürchterlicher Geruch verbreite. Erst Kündigung drohten, ließ fich der H°lä> administrator am 1. August herbei, die Wohnung lavier'»? al» die Meisten mit öffnen, und man fand in derselben, mit dicken Stricken f da» Bett gebunden, die Leiche der Radame lavier:> Munde steckte ein Knebel. Der Mörder seiner## hatte, ehe er Paris verlaffen, seine gesammte Habe zu E» gemacht." iL Kleine Mittheilnugen. Krarrkfurt a. O., 7. Augusts Stn schwerer Unglü daß da» Wärter- und Zugpersonal d«S hiefigen Bahnhof», Sparsamkerterückfichten thüsächlich überanstrengt wird und s die Einrichtung derZentralweichenstellunz, für die der 2� längtt die Mittel bewilligt hat, dringmdste» Bedürfntt Weshalb die Anlage bis heute noch nicht zur Ausstlhrun»' kommen, ist unerfindlich. Wterr, 8 August.(Mädchenhandel.) Die Lecpcldf® Staatsanwaltschaft hat gegm dm au» Konstanttnopel zu Aufenthalte in Wim angekommenm Besitzer eine» tü Vtrgnüzungi'Etadliffemenl», R. Salomoo ct und gegen Gattin eine Anklage wegen Uebertretung der Kuppelet E» hatte ein HandlungSreisender, Jgnaz Zenz, dem kommiffariate Leopoldstadt die Mitthetlung gemacht, def entHall de» Salomovic» in Wien Hab« dm Zweck, mit Wimer Agentinnen Friederike Lechner und Josefa M wegm Anwerbung von hübschm Wtmer Mädchen ftft.fZj rüchtigte» Etadliffemmt in Konstanttnopel zr SalomovtcS stellte am Poltzeikommiffariate vi schieden in Abrede und bezeichnete vi« Anzeigt de» einm Racheakt. Man schenkte jedoch Vieler Ben keinen Glauben und erstreckte die Anklage wegen außer auf Salomovic» auch noch auf seine ae «gmtinnm. Die Verhandlung hierüber findet in den Tagen statt._ M' C 5b K-tzt» Nachrichte». Die Urrrrrhe« irr Belfast«reichten am Montag Höhepunkt. Vom frühen �liorgm bi» spätm Abend Ml tm fich Katholiken und Protestanten. schließlich durch die Polizei mtt Unterstützung von 1W0 Infanterie und Kavallerie drückt. Die Nacht verstrich die Abberufung der ftemden find, da ste ihrer Angade lympathistttm und von den Schußwaffen Gebrauch abend Die Kr-waUt mg°on m ach gegm die Protestantm gemocht hätten. Cd. hat es neun Tobte und gegen hundert Verwun- geben. Wenn die Unruhen fich erneuern sollten, Belagerungszustand de-' igt werden Eozialdemokrartsche«. Au» Oblau wird M�Bl." geschriebm, daß daselbst am 2. August ein Vergnügungtdampfer voller Soz ankam. Ader in allm an der Oder liegenden Orten Gendarmen von dem sozialdemokrMschm Ausflugs de unterrichtet gewesen und hätten scharf auf etwaige versuch« geachtet. In Ohlau selbst wärm Gendarm� w r. i dereta' versuch« geachtet. In Ohlau selbst wärm Gendarm w-/ und Forstdeamte(?) bewaffnet zum Empfange dere«� und die Polizei untersagte dm Einmarsch mtt Musil,/ m in Lauenbirrg. Wie wir italistm den au« Hamburg i kenbuhr al» Kandidaten theiltm, haben die Zigarrenmacher M o l Derselbe h---- ist, wie die den 8. dm. In dem Haus« eine» onanmm oonnwjw.�r- dieselbe Zettung, wurde Haussuchung nach bztaltstst?» tm vorgmommm und, wie e» heißt, der Koffer buhr mtt veschlag belegt. Die„Allg. Laumd�ji erinnert daran, daß im Jahre 1877 der soz'.aldemovs'� didat(Geib au» Hamburg) in Lauendurg 1?� erhalten habe. b*" •«NU Di »aus«io wo fie i dm L dühmtm wfm( «n Mori »b, N«Bt fc«« Theater. Mittwoch, den 11. August. Belle. Alltauee- Theater. Da» Paradte». Krtedrich- Wilhelmstädttsche» Theater. Der Zigmnerdaron. Ostend» Theater. Vom Gold« verführt. vittarta« Theater. Amor. Tan» Poem von iuigt Ranzottt._ «alhalla-Theater. Samicciosa. pofft in 4 Akten von W. Monnstavt. KoupletevonG.Görß. MusttvonG.Steffm». Mtt neuen Dekorationen und Kostümm. Aömigftädtische» Theater. Die Zigeuner- daronin._ Passage 1 T-. 9 3R.- 10 A. Kalaer-PttBorama. In dieser Woche: _ Die malerische französ. Schwei». ttokeif« 90 Pfg- Kinder nur 10 Pfg. M MZZsZS 828] iJfäm-. Schweizer Garten. ÄSlÄSu. »nfan�Uhr. 8K»afetn ffimtetg» �illigkett. fätltttt 30 Pstttttig. r nnnnn n n nnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnn n nnn nnn n n n n n nnnn � _--- Groß« Dampferpartien°ch _. arrangirt vom �achoereiu der Sattler n« oer sam-d«• f � Abfahrt Kottntag, de« ß'K tz«,»si zu habm. onnerftaa bei Marx...» bm. Gäste willkommen.% Da» Lergnügung»��» Dm RUgltedern der C£tntral-£ranken- tt-».-•» der f. Xöpf-r� W-WM � vonnadendm von 8-9 Uhr ps»�! � erh, träge mtgeamgmomrnm, low. an kranke Mttglieder Bftabte'i p,«'> Die örtlich« Slikitenißfei 1 Ges. auf Plüsch verl. K-ch� 4"' Verantworlltcher RedaNeur K.«rorrhet» in Betten. S)rU zs* te w