itiin'l? idtn* 7s DUtW M von«j* zennal» ! heut«>> üio-sted� 'ä mmw aettti( •t Lern» tagen«» Sr. 186 Doimerkag, de- 12. August 1886. Hl. Jahrg. eMnVMIiiII Krgan für die Interessen der Arbeiter. 4 Das„Berniter VolkSblatt" Wemt tZztich Ltorgrn» au�er»ach Sonn» und Festtagen. Zldonnementtprei» für verltn frei urt Haut vitÄeljährlich 4 Äar!, monatlich 1,36 wart,»öchenllich 36 Pf. Postadonnement • Wer!. Einzelne Nummer 6 Pf. Tunntagl-Nummer mit der illustrtrten Beilage 10 Pf. (Eingetragen in der PoüzettunMpreiilist« für 1886 unter Nr. 709.) J»sertio»»gebühr beträgt für die 4 gespaltet«"" Bei größeren»usträgm h Nachmittag» in der Erp-dttwn, Berlin 8W, Ztmmerstrate 44, sowie von allm Annonce», Bureaux, ohne Erhöhung de» Preise», angenommen. uttzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitimarkt 10 Pfennige -r Rabatt nach Uederewlunft. Inserate werden bi» 4 Uhr Kedaktio»: Keuthstraße 2.— Grpedttiou: Zimmerstraße 44. „Ais figeift Krift!" Der Liberalismus tan» von feine» volttwirthschast- � se», w dem wieder einmal da» öde und hoffaung«, � Manchesterthum so recht zum Autdruck gelaugt. � Der Bericht tonfiatirt ei« allgemeine« Darniederliegen Handel, Gewerbe und Landwirthschast in der Provmi d>Vl« die betannte Zensur Bericht« unterworfen find. v Die liberale.Poseoer Zeitu»g' macht zu dem Bericht � Bewertung: u.Die Schilderung stellt««sere wirthschaftlich« Situation CO ne recht ernste dar. Wie ist da zu helfe» s Am tönt die Stimme derer, welche dem Staat die £NgSarbeit übertragen wolle»; wer dagegen behauptet, 0*ks wrrthschaftliche Lebe» au« sich selbst her» »,/. au« der eigene» Uraft und Energie J; Bürgerth««» Heraul» gesunde« müsse, . ungern gehört. Di« hiesige Handelttammer vertritt L* unserer Genugthuung de« letztbezeichneten vtandpuntt." Eine solche„Genugthuung- ist leicht zu habe». Die rcase von der„eigenen Kraft-, von der„GZundung au» . d selbst herau«" ist die billigste und bequemste, die e» «»«rhttupt giebt. Sie erspart auch alle» wettere Nachdeale«, -nn Drejenrge«, denen der gute Rath ertheilt wird, sich 5 ä""Ä"8®--" ää den Leuten nicht lieber da»«erfahren de» be. nihmte» Herr« von Münchhausen, der w eine» Wfea Sumpf gerieth und, al« er bi» an de» Hal» «n Morast steckte, sich an seinem eigene» Zopfe wieder herauszog? Aber wir wolle» einmal die Gelegenhett wahrnehme» untersuche«, wie*» den» mtt der„eigene» Kraft" be« iAaffeu ist. Wa< muß da» Bürgerthum, da«„au» eigener � beffere Verhältnisie schaff-» soll, thun? *. Y der Appell der eigene» Kraft und Energie de» £*)« ,' ft kann dieser, wen» er ihm folgen will, nicht» 'oa» er jetzt schon tbut; er muß die möglichsten {Jirrtngungen machen, um Andere» eine erfolgreiche Kon« �onz zu bir........"" �„ a- biete«. Gelingt ihm die» und kommt er iin*' er sich mtt dem Ellbogen Raum gr- s°»«drängt« damtt eine Anzahl And«« Position, die sie bi»h« in», gehabt und Iseuilleton. Spuren im Sande. ßl Vornan von Ewald August KSutg. Herr»"UT W diese« Zeiche» gewartet, um ihrem -'Da« war ja ei» unerwartet« Besuch!" sagte sie lWUflk r" unangenehm« znaleich,"«widerte Gott. d-glitw�Hobea Sie den Herr» gesehen, d««eine» Neffe« jawohl.« d»A C* war d« Baron»ergau, d« früher« Komödiant, di, Frau Lampe erzählt hat." -tz sg�um I- sagte Rest boshaft.„Ich Hab' ihn vorhin "ji* eine» Komödianten gehalten." "tbchte gerne einmal ei» Stündchen i» meinem .' � allem fein." glaub' ich gern, vielleicht hat« auch drüben die Ml' eifen,e Teldfchtänke zu öffnen." d»ll b»? JKentn« füllte fei» Gla» und schüttelte gedavten« Haupt. d***®»«I ich nicht gleich vennuthen." sagt««,„ab« ich*» darum doch nicht,« soll sehr reich sei»— Mich danach näh««kundige», d« Schein MÜT'**&«ei» Neffe ist leicht zu betrüge». Bielleicht p«thotiü. �""«u« Abwesenheit die Erlaubniß von 3H»«» % ich dulde« Sie nicht, daß««eine Wohn»»g be« u»�.->„«ach« Sie für alle«, wa» hi« vorfällt, wrant. wird." T,i, daß« wiederkomme» wollte?" - läßt sich mtt vich«hett«warte«, daß Rest. D« Sf wird« vergeblich antlopfen,"«widerte ' de» Einbruch keiue« Meusche««ehr. damtt hat sich im Ganzen uicht» geändert; die Form ist gewechselt, ad« da» Wesen de» wirthschaftliche» Zustande» ist geblieben. Also hi« ist e» mit d«„eigenen Kraft' nicht», web« in dn Industrie,»och in Handel,»och in Landwirth« schast. Wo d« Großbetrieb seine Herrschaft antritt, da bedeutet da» Emporkomme» de» Emzelne» eine» Glücktfall. Gewiß find»och eine große Menge von klein««» und mittlere» Existenzen da; allein fie find e« ja gnade, die de» Nothschrei«heben, den» sie verspüren die Schm«ze», die mtt dem vom Großbetrieb unzertreaaliche« Aufsaugung«. Prozeß verbunden find. Od««geht d« Appell, sich au« eigen« Kraft zu helfe«, an alle, die unt« den mißliche» wirthschaftliche» Vnhältmffe» leide»? Nu«, da sollen fie wohl sogenanut« frei« Affoziattoaen bilde«? Aber dies« Art von Assoziation«» tan» dem Großbetrieb ebenso wenig widnstehen, al» d« einzeln« Kleinbetrieb und He«» Schulze- Delitzsch mag et in seine» letzten Lebensjahre» manchmal bange geworden sein, wen»« die Verheerungen sah, welche d« Großbetrieb untn den Assoziationen«ach seinem Rezept anrichtete. Nein, Assoziationen töanea sich dem Troßbetrieb gegenüber nur halte», wen» fie eine» starte» Rückhalt habe»; wir töanen ab« auß« dem Staate feine» solchen Rückhalt entdecke«. Wer eine« andere« weiß, möge ihn un» gefälligst mit. theile». Die Phrase von d«„eigenen Kraft' macht auf un« denselben Eindruck, wie wen» wir alte Leute, die uns«« Zeitverhältnisse nicht mehr verstehen,„die gute alte Zeit' loben höre«. Die„eigene Kraft' spielte sicherlich eine ;rofte Rolle zur Zett de» zünftige» Handwert«, da»och die 'üchtigtett de» Einzelnen für seine sozialökonomische Stel« lung entscheidend mar. Da« hat mtt dem mod«»e» tapttalrstischea Großbetrieb aufgehört. Mtt d« heute so weit pehcnde» T b e i l u» a d e r« r b« i t ist die Tüchtta. tett und Kraft de« Einzel»» im Verhältatß zu der Ge. sammtheit eine untergeordnete Sache geworden. Der Bürg«, der„ au» eigen« Kraft' sich helfe» soll, tan« nur hoffe», Großproduzent zu w«de« und wen«« da« Glück hat, e» Si werden, so wirst« vielleicht ein Dutzend und mehr «der« in dieselbe unleidliche Stellung zurück, au» d«« selbst fich soeben nur mtt Mühe emporgerunge» hat. Selbstverständlich habe« wir in diese« Frage» eine andne Auffassung vom Beruf de» Staate», al« etwa die Agrarier und die HochschMollaer. Diese meinen, d« Staat habe die Aufgabe, einzelne Klaffe« zu bevorzuge», und man hat in de« Ansprüche«, die sie an de« Staat stellte», diese ganz deutlich ausgeprägt gesehen. Wen» e» un «ach dem Wille» d« Agrarier ginge, dann wäre« die v«. schiedene» Beoölterunpekkissen wohl nur da, um Prämie« zu zahlen für die Leistungen d« Landwirthschast. H«r Referendar sollte un« solche Leute nicht in'» Hau» diingen. e» ist genug, wenn« allein kommt.' „Der He« Reftrendar mag auch daheim bleibe«, wenn « nur komme« will, um Geld zu borge»,' sagte d« alte *«r barsch. ,3« solche« Fälle» erinnert man fich de« ntel«, und wenn ich ihnen glaube» und ihre Wünsche«. fülle» wollte, daanchütte ich selbst bald kewen Pfennig«ehr. Die jungen Dame« mlange» Geschenke, und der Neffe fordert Geld.' „Und wen« fi« spät« einmal in de« Besitz d« Hint«. "aft kommen, dann—" „So weit find wir«och nicht, und e« wäre möglich, daß sie fich bttt« getäuscht iahen,' fuhr d« Rentn« fort. „Meinem Brud« möchte ich'» gönnen, daß« von seine« Sorge« beftett würde, ab« so lange die Familie auf diese« Fuß lebt, ist W nicht möglich, und ich kann auch nicht mein ganze» Vermögen für ihn opfern." „Wollen Sie selbst darben, um a»d«e» zu helfe«?' spottete die Haushälterin.„Niemand würde Ihne» dafür danke«, Niemand Sie aufnehme«, wen» Sie späi« mtt dem Beitelstab in d«Ha»d w die Fremde hinauSwavder« müßte«. Wie man's treibt, so geht'«; d« Herr Geheimrath hat die Sorge» selbst verschuldet, nun mag« auch zusehe«, wie« fich von ihnen lo« macht.'.. �._ „Ja freilich, recht habe» Sie,' nickte d« alt« Herr, ich werbe mich auch wenig um die Geschichte bekümmern. Sie hätten nur sehe» solle», wie merlwürd ig unruhig Jakob wurde, al» d« Baron vorhin eintrat! Eine ganz merk« würdige, auffallende Unruhe, sage ich Ihne«, da» kluge Thi« hat w dem Fremden gleich eine« Feind gewittert! „Glauben Ei«?'«widerte Rest, während ihr Blick 3r.& „Lump, vack' Dich!' krächzte d« Rabe.„Spitzbub, alt« Gaun«!� � �zktwort!" lachte Gottschalk.„Die �'�°�?eruht°mf Ttg«ftttiM. ich glaube, wen« die euzzig." natürlich für verpflichtet, lobend die„Grundsätze die Praxi»" unsere» deutschen System» hervortuheben. r halt 1 Fällt un» da nicht ein, daß e» auch in Preußen ,nwärterinnen giebt? Brachten di« Zeitungen vor einigen Manchestermänn« und Agrarier find in ihren Ansprüche« gleich übertriebe». Die Eine«««lange» vom Staat Geschenke, dt» And«» weis«« ihm die Rolle de» müßige« Zuschau«« zu. Wen« ab«„eigene Kraft' genüge« würde, fich au« d« wirthschaftliche« Misere zu retten, so müßte da» längst ge. schehen sein, denn Niemand würde säume», sich bessere Ver» hältniss« zu schaffen, dazu spornt di« Roth alle an. Daß e« aber nicht geschieht, deweist, daß die„eigene Kraft' de« Einzelne» in uns«« wirthschaftliche» Entwicklung nicht maß- gebend ist. Politische Ueberstcht. „Wahrhaft haarsträubende Ewzelhetten" find nach d«„R r e u z z e i t u n g" bei den Ermittelungen der belgischen Enquetelormnisston über die Lage der dortigen Ardeiter an» Tageslicht gezogen worden Zu den haarsträubenden Einzel» Helten rechnet da» fromme Blatt in feiner Unschuld unter an« derem die Thatsache» daß Bahnwärterinnen täglich nicht mehr al» 60 Centime», also 60 Pfennige erhalten. Einem solchen „rücksichtslosen»uSbeutungSlystem" gegenüber hält fich di« „Kreuzztg." natürlich für verpsttchtet, lobend 1'~ und r Aber_____________ Bahnwärterinnen giebt? Wochen nicht nähere Angaben über deren Löhnung? Dreißig Pfennig« waren e»— wie zuerst behauptet wurde— nun allerding» nicht, wa» die weiblichen Angestellten für ihre lang- dauernde tägliche Ardett«hielten. Diese Angabe wurde sehr bald berichtigt— ei waren in Wirklichkeit 85 Pfennige. Wenn dt«„Kreuzztg." den um nahezu die Hälfte höheren Lohn in Belgien imm« noch„haarsträubend" findet, wie erscheint ihr dann dt««wähnt« Bezahlung in Preußen? Und wird sie KM,% Weider mögen«» also noch nicht soweit dringen, wie eine bel- gische Bahnmärterin I Warum also dm belgischen Berichten gegenüber diesen Aufwand von Entrüstung, wmn man die glcichm und schlimmeren deutschm Mitth-ilungm mit einem zufricdmm Schmunzeln ausnimmt? Freilich, di« belgischen vunaerlöhru find für da» deutsche Kapital unangenehm,«eil fft Me belgische Konkurren, auf unserem Markte steigern; die »«mehrt da« G-deihm der deutschen Kapttalistenkreise. Dieser Unterschied«klärt allerding» alle». Mädchen nur dürfte», fie drehten ihm mtt Vergnügen den Hol» um." „Und gegen dm Mechanik« da unten hegt Jakob auch einm unüberwindlich« Haß." „Auch da» hat seine Ursachm,' sagt« Rest,„d«M«cha. nik« ist daran schuldlo«,« hat einmal zufällig und ohne e» zu wolle» dm Bogel getretm, und Jakob scheint da« nicht v«g«ffm zu könne«.' D« Rmtn« trank sei« Gla« au» und«hob fich,« ß da« Zimm« K die Hände auf dm Rück«, und durchmaß groß« Sch „»«frichtig »ritt«. � Ätf?91' kühl« ich mich in diesem Hanse nicht«ehr gemüthltch,"»ahm««ach ein« Weile wted« da» Wort, während Rest di« Büch« und Zeitung« auf de« Tische ordnet«,.d« Klumpfuß»ill mir nicht au» de« Kopf.' „Heg« Sie»och imm« V«dacht?" „#» ist meine Schuld nicht, wmn ich'« thue, d« B«. dacht liegt so nahe—' .3« Gegmtheil,« liegt sehr fem, Heinemanu ist ein brav« Mann gewesen, so lange ich ib» km«—* «lÄÄVÄ5"' � � „D« Schloff« hat Ihn« durch di« Zeichnung b«. WVftN— , kine andere Zeichnung, da» muß Jh.« doch auch emkuchtm! D« Mechanik«# Stiefel gewechselt habm-- wie gesagt, et ist "l* k�nem Vorfall unheimlich i» dem Haus» geworden. ehemalige Komödiant mtt seine« —------ keinem Schlafzimm« verweilm zu wolle»— rch möchte am liebst« so bald wie möglich au». zieh«." »Diesem Wunsche steht ja nicht« i« Wege,' erwiderte die HauShSUeri»,„eine passmd« Wohnung ist bald ge» fuuden, und mtt d« Frau Lampe läßt fich ja auch red« wenn Sie ihr eine klein« Summ« zahl«—'' „Da» möchte ich v«meib«, vielleicht bietet mir der Einbruch ein» Kündig«« gtgrund, ich muß darüber mit. von de« Hamburger Verhaftungen scheint man sich mehr versprochen zu haben, alt jetzt in Erfüllung geht. Die „Magd. Zig.", dt« fich in diesen Dingen auSge�ichneter In« forwattonen erfreut, bläst heute bereits zum Rückzug.„Vor der Hand— schreibt sie—«erden auch die» denen et nur erwünscht sein könnte, wenn die sozialdemotratische Partei- ieitung, vor Allem die agitatorische Thättgkeit derselben in gründlicher Weise lahm gelegt würde, gut thun, ihre Hoff« nungen in dieser Beziehung nicht allzu doch zu stecken. ES war nach dem Erlaß des Gesetzes von 1878 wohl kaum zu er- warten, daß die sozialdemokratische Parteileitung wichtige Partei« «eheimniffe und Angaben über ihre Organisation, sowie über ,ren Agitationsapparat dem Papiere anvertraum würde. Man braucht fich nur an die Darstellung zu erinnern, die einet der Häupter der Partei, Bebel, von den Vorgängen auf dem Kopenhagener Kongreffe gegeben, wie man vorsichtig Alle» vermirden habe, was die Partei und die Parteimitglieder in irgend einer Weise habe kompromittiren können. Wenn dies« Vorficht so weit getrieben wird, daß Bebel, der doch gewiß um ene Partei Bescheid weiß, in Freiberg erklären konnte, er ge- ue fich nicht einmal für alle mit ihm angeklagten Partei« Kossen in Bezug auf ihre unbedingte Zuverläsfigkeit einzu« en, so wird angefichtt solcher Thatsachen die Zuverficht nicht erhöht werden, daß die Verhaftungen und Beschlagnahmen in Hamburg wirllich fich zu einem erfolgreichen, einem den Le« bentnerv der sozialdemokratischen Agitation treffenden Schlage gestalten werden."— Et scheint also wieder einmal nichts ge« wesen zu sein. Eine bessere Erziehung der»rbeiterjngend schlagen konservative Blätter zur Bclämv'ung der Sozial demokratte vor. Wir find wahrlich zufrieden, daß dt« Arbeiterjugend besser in Schule und Haus erzogen wird. Dies haben wir schon mehr» fach autgesprochen. Wir find zufrieden, wenn in den Volks» schulen die Jugend über Sittlichkeit und Menschlichkeit delehrt wird, anstatt fie mtt Bibelsprüchen vollzupfropfen; wir sind mfrieden, wenn in den Schulen die Foftschritte, welche in der Kultur und Zivilisation errungen worden find, vorgetragen «erden, anstatt die Jungen mit SchlachtenschUderungen und allerlei Heldenthum zu füttern, die dann glauben, wenn fie ihre Ritschüler durchprügelten, selbst Helden zu sein. Wenn fich die korservativen Blätter besondert über die Rohheit der Arbeiterjugend beschweren, dann sollten fie aber auch für eine gesunde Jugenderziehung in der Familie eintreten. Und dazu gehört in erster Linie die Besserung der Gesammtlage des Ar« beitelstandet. Auch damtt find wir einverstanden. Nur Hand an solche» Werk gelegt, um die Sozialdemokratie zu bekämpfen I Gute Jugenderziehung— Nichts Köstlichere» giebt et und bereitwillig reichen wir die Hand. Wir wissm ja doch, wem dieselbe in erster Linie zu Gute kommt: der allgemeinen sozial-politischen Aufklärung. Und diese thut gleichfall» so sehr noth. So hätten wir doch endlich einmal einen Puntt gefunden, in dem wir mit den Konservativen zu« sammer stehen können. Doch halt! Bit jetzt haben die Herren immer Züchtigung mtt Erziehung verwechselt. Sollt« biet auch jetzt wieder der Fall sein? Sollte der Stock alt Er- ziehungsmittel hauptsächlich bei der Arbeiterjugend ein« Roll« spielen sollen? Nun, dann thun wir natürlich nicht mtt» da Rohheit nur neue Rohheiten erzeugt. Wege« Theilnahme an dem vegräbntß de» sozial« demoklatlschen ZigarrenardeiterS Schlubeck ist auch die Ottensener Filiale des Unterstützungtverein» deutscher Ta« dakardeiter unter polizeiliche Kontrole gestellt worden. Die regierungtsettige Verfügung hat folgenden Wortlaut: „Am 4. d. Mtt. hat fich zur Beerdigung de» verstorbenen Zigarrenarbettert Joh. Schlubeck. stüheren Kasstr«» de» Unter» stützungtvereint deutscher TadatarbeUer, bei der Diakonissen- aaftalt in Altona ein zahlreiche» Gefolg« versammelt, welches auf dem Wege nach dem auf Ottmiener Gebiet belegenen Kirchhof zu einer nach Tausenden zählenden Mmge angewachsen ist. Die Betheiligten haben fast autnahmSloS rot he Abzeichen in Gestalt von Bändern und Blumen im Knopf« loch getragen und ein großer Theil von ihnen ist dim sonst bei Leichenbegängnissen üblichen Brauche zuwider mit Stöcken versehen gewesen. Der im Zuge befindlich« derzeitige Vorfitzende und ein stüheret Vorstanvtmttglted der Altonaer, sowie die beiden Schriftführer der Otten« sener Mitgliedschaft de» Unterftützungtverein» deutscher Ta- bakardetter trugen Kränze von rothen Blumen mit rolhen Schleifen. Der ebenfall» anwesende frühere Vorsitzende der Altonaer Mitgliedschaft einen Palmenzweig mit einer rothm Blume. Der von den Schriftführern getrogen««ran, amrd« auf dem Kirchhofe von dem Vorfitzenven der Ottensener Mit- gliedschaft,«in rothe» Band von einem Mügliede de» Zweig« verein» zu Altona mtt einigen Worten der Widmmrg und de» Danke« für die„Tapferkeit und Treue" de? Verstorbenen in dessen Gruft geworfen. In Erwägung, daß zu diesem Massen« haften öffentlichen Aufzuge die in den§§ 9 und 10 de» Ver- einßgesetzeS vom 11 März 1850 voraefchriedene vorgängige schriftliche Genehmigung der Oritpolizerbehörde von dem Un» ternehmer nicht eingeholt worden war; in Erwägung, daß die Unternehmer und TheUnehmer an diesem, unter Mißachtung «wem Advokaten berathen. Und dann weiß ich auch«och nicht, ob ich w dieser Stadt bleiben werde." „Sie wolle« in eine andere Stadt ziehen?" fragte Refi überrascht. .Jawohl, und zwar so wett wie möglich von hier fort. Mewe Verwandte» fangen an mir lästig zu falle», und'Jch seh«*» kommen, daß fie mir gar keine Ruh« mehr lasse», die Herrlichkeit kann ja nicht lange«ehr dauern, und bricht der Bode» unter ihnen zusammen, dann soll ich die rettend« Hand bieten. Dazu aber habe ich keine Lust; Briefe kann ich w den Papierkorb werfen und unbeantwortet lassen, aber münblrche Bitte«—• „Wenn da» alle« ist, wer» Sie fürchten, dann über- lasse« Sie et mir, Sie vor diese» Unaanehmltchketten zu beschützen," fiel die Hauthätterw ihm w die Rede,„ich werde jede« Besuch abweise», wenn e« sei» muß, kann ich auch grob werde«/ .Und wa« wollte« Sie meinem Bruder sage«, wen» er selbst kommt?" „Sm, dann find Sie««»gegangen oder verreist—" „Und er würde Ihne« erwidern, da« sei«we Lüge! Nein, Refi. damtt komme» wir nicht durch, ich kann da» alle» nur vermeide», wenn ich die Stadt verlasse." .Und in eine, fremde» Stadt würde» Sie fich»»glück« lich fühle», Sie habe« hier Ihre Freunde— „Deren find so viele nicht!" „Der Kreit, w de« vi« jeden Abend Ihre» Schoppen trwken. Sie würden ihn schmerzlich vermisse». Zch fände ihn auch w jeder and«,«» Stadt." „Räch Jahre« vielleicht, und Sie find zu alt gm habe« Sie freilich," sagt« der Renwer.„über- eilen werde ich den vchrttt auch nicht, im«-«-ntheil. ich überlege ihn gründlich, aber Hab« ich meine» Entschluß a«. faßt, dann führe ich ihn auch au», ohne«ich lang« zu bedenken. Und nun sorge» Sie. daß der Brate» nicht an- brennt. Refi, de« Appettt hat mtt der Aerger nicht ver- dorben." Die Hau« hätten««ntfernte fich kopfschüttelnd, ih, de» Gesetze» veranstalteten, und w Aufsehen erregender Weise verlaufenen öffentlichen Aufzug durch ihr unter den äußeren Abzeichen der Umsturzpartei geschehene» herausfordern» de»(?) Austreten bei demselben unverkennbar ihren sozial« demokrattschen Bestrebungen einen unzweideutigen und bead« fichtigten Autdruck gegeben haben; in Erwägung, daß, zufolge eine» in der Nr. 154 der„Bürger» Zeitung" enthaltenen Aufruf» de» Borstande» de» UnterstützungSverern« deutscher Tabak« ardeiter zu Ottensen, dieser Vorstand fich al» Unternehme de» fraglichen Aufzug» darstellt, während andererseit» auf Grund der Heroorragenden Betheiligung de» Vorfitzenden der Altonaer Mitgliedschaft, sowie der Theilnahme de» früheren Vorfitzenden und»ahlreicher Mitglieder der letzterm für erwiesen zu erachten ist, daß auch die Altonaer Mitgliedschaft de» Unterstützungtverein» D.T. den stattgehabten Aufzug gleichermaßen zur Lerewtsache ge« macht hat; in Erwägung, daß hiernach in dim beiden Vereinen, welche fich an dem öffentlichen Aufzuge am 4. d. Mt». in der Weise, wie geschehen, betheiltgt haben, sozialdemokra« tische Bestrebungen(!) m einer dm öffentlichen Frieden, insbesondere die Eintracht der Bevölkerungttlassm gefährden« den Weise(?) zu Tage getreten find, wird auf Grund de»§ 1, Abs. 2, sowie De»§ 3 de» Reichtgesetze» gegen die gemetnae« fSbrlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Ottoder 1878 hiermit verfügt: daß die Mi'gliedschaft de» Unterstützung»- verein» deutscher Tabalarbeiter zu Ottmsm unter eine außer« ordentliche staatlich« Kontrole zu stellm und diese Konttole noch Maßgabe der Besttmmunpm de»§ 4 De* zitirten Gesetze» von der Poltzeiverwattung zu Ottmsen zu führen ist. Schlet« wig, 20. Juli 1886. Königliche Regierung, Abtheilung de» Innern." Die hierauf ergangme Beifügung de» Herrn Bürger. meistert Harmsen fordert:„Innerhalb drei Tagen nach Be- händigung dieser Verfügung ein Exemplar der Vereintstatuten, sowie ein Verzetchniß der der hiestgen Mitgliedschaft de» Unterstützungtverein» deutscher Tabakarbetter angehörenden Personen unter ausdrücklicher Bezeichnung der Vmftanvtmit» glieder mir einzureichm und künftigbm von jeder Aenderung der Statuten und der hiestgen Mitgliedschaft mir binnen drei Tagm, nachdem fie eingetreten, Mittheilung zu machen. Spä- testen» 24 Stunden vorher von jeder Sitzung oder Versamm» lung der Mitgliedschaft oder auch de» Vorstande» Hierher Anzeige zu erftalten."—— Eine ähnliche Verfügung ist settm» de» A l t o n a e r Polizeiamte» an den Altonaer Verein ergangen. Hier heißt e» aber vorfichtiger Weise gleich noch: „Ich verdiete dem Vorstand, indem ich sowett dt« Verwaltung übernehme, ohne meine zuoorige, in jedem einzelnm Fall ein- zuholende Erlaubniß belegte Gelder zu erheben oder Gelder neu zu belegen, und gebe dem Vorstand auf, dafür Sorge zu tragen, daß der Kasstr er mit dem Botm mindesten» einmal in jedem Monat, und zwar event. ultimo desselben, Abrechnung hält." Auch wird Einfichtnahme in die gesammte Korrespondenz de» Verein» verlangt. Welch' eine väterliche Fürsorge! Wäre übrigen» da» Begräbniß nicht ge» wesen, so hätte man wohl einm anderen Grund gefundm, gegen die Vereine vorzugehen. Eoitaldemokratische» Flugblatt. Süddeutsche Blätter melden au» Nürnberg. 9. August. Diesen Sonntag wurde in den Morgenstunden hier wie in den meisten anderen Orten unsere» ReichStagS-Wahlkreise» ein sozialdemokratische» Flug« blatt, enthaltend den Rechenschaftsbericht de» Nürnberger ReichStagiabgeordneten Grillenderger, von Hau» zu Haus ver« brettet. Die Vertheiluna ging hier in Nürnberg so schnell und glatt vor fich, daß die Polizei erst Wind von der Sache be- kam, al« alle» schon vorbei war. Ander» in Offenhausen z. B„ wo die Genoarmerie die Vertheilung tnhibtrte. Da» Flug- blatt soll angeblich in 30000 Exemplaren verbreitet worden ***" Ueber de« Tischlermeifterkvngreß fällt selbst der mittel« parteiliche-Hamb. Korr." ein scharfe» Urtheil. Da» Blatt schreibt u. A.:„Von verschiedenen Setten wurde vorgeschlagen, bei der Regierung da» Verbot der Fachvereine zu de- anttagen. Die Meister mögen viel Grund haben, den Fachoer- einen zu zürnen, aber die Art der Agitation gegen fie wird nirgend» guten Eindruck machen. Sie dürfen auch nicht glauben, daß sie willfährigere Gesellen bekämen, wenn da» Ver» bot der Fachoereine durchgesetzt werden sollte. Die Gesellen werden schnell genug eine andere Art der Organisa: ion ge« sunden haben, welche ihnen den Widerstand gegen die Innungen ermöglichen wird. Den Eindruck wird man nicht lo«, wenn man dem Kongreß beigewohnt hat. daß diese von altzünftlerischen Ideen erfüllten Meister nicht die geeigneten Persönlichleiten find, um an der Lösung der sozialen Frage mitzuarbeiten. Dazu macht fie die auch Freunde ihrer Be- stredungm adstoßendeSelbstsucht, die au» allen ihren Hanvlmiaen hetcot leuchtet, ganz unfähig."— Diese abstoßende Selbstsucht verbirgt fich aber gern hinter den üblichen Reden»« arten vom prattischen— Christen thum. Der Etvfluß der Geistlichkeit aus die Schule ist nach der Beschwichtigung de» Kulturkampfe» wieder rasch im Wachsen Der liberalen tueufiichen„Lehrerzeilung" geht hierüber folgen. der bezeichnender Schmerzentschrei zu:„Die Rückkehr zu der vorfall'schen Zeit im Gebiete der Schulfrag« vollzieht fich rapid wollte diese» Vorhabe» ihr*» Herrn nicht gefallen, führte er j «» au», so wurde fie gezwungen, fich«benfall« von ihrer j Familie zu trenne»._ Ein Augenblick de» Glück». Paul Lutter war sett seiner Heimkehr so still und( schweigsam, daß«# allen auffallea mußte, die ih» früher\ gekannt hatte». Früher einer der Lustigste», stet« fröhlich mtt de» Früh- liehen, schien er jetzt für eine» hetterea Scherz kein Ver- ständniß mehr zu habe». Er arbeitete wacker und der alte Echlossermeister erkannte bald, daß sei» Sohn drüben viel aelernt hatte, aber forderte der Meist« ih»«ach dem Abend- vrot auf,»och ei» Stündchen mtt ihm in Gesellschaft zu gehe», so lehnte Paul et stet« unter dem Vorwand« ab, ihn verlange nicht danach, andere Menschen kennen zu lernen, er wolle bei der Mutter bleibe«, bei ihr fühle er fich wohl. Dana zuckt« der Meister ärgerlich die Achsel» und oft schüttelt« auch die Mutter mißbilligend da« graue Haupt, wen» Paul nun seine Zeichnungen hervorholt« und eifrig in ihnen studttte. „Da» ist keine Erholung für Dich," sagte fie eine« Abend» zu ihm,„Dn hast genug gearbeitet und könntest Dir am Abend wohl Ruhe gönnen. Weshalb willst Du nicht mtt dem Bat«, geh«,? An seinem Stammtisch im Bierhause wttd über manche« gesprochen, wa» Dich inter- «sfirea kann, und«in« geistige Erholung und Zerstreuung hat jeder nöthig. der de» Tag über so angestrengt arbeitet wie Du." Paul blickte von seine» Zeichnungen auf, ein wehmüthi- ge» Lächeln»«spielte seine Lippe». „Alles, wa» dort gesprochen wttd. hat für mich kein Interesse," erwiderte er,„mich kümmert's wenig, wie Andere übe, die Tagesfrage« denke» und urtheilen, mein eigene« Urthett genügt mtt, und der Stadtklatsch interesfirt mich «st rech» nicht. Hier ist meine Erholung, lieb« Mutter. drese Zeichnungen mache» mir Freude, den» fie find mein eigenes Werk, mewe Erfindung, die mir Ruhm und Ehr« »nibri»»»» fnlT■ Effert, Ä5 Mhr ni wenn bei Kellner s, em»a« �nniMe Verlauf i °us°in? tnittMj ti nottte, w Ernten u »«wundes Msktzirte fast nach allen Richtungen hin. Die geistliche Lokal- inspektton ist fast wieder Regel, die Lehrer und Lehieriren machen die ihnen früher verpönten Aufzüge, die Prozesston» wieder mtt. und nun werden fie an den Sonn- und Feiertoz«' auch nach kurzer Frist ihre Schüler im Vor« und Nachmitto? Gottesdienst zu deauffichtigen haben, wen« e» wahr ist, b» wie man un» au» Köln schreibt, in dieser Beziehung schon Verfügung der Regierung erlassen worden ist." Rußland. Der„Temps" erhält auS Varn« unter dem 8. LuM folgende telegravhiscke Mittheilurg: Die russische Regienot hat soeben dtt englisch« Note beantwortet, welch« stch g-mz M den Fall Batum bezieht. Die rusfische Note weist vie� schuldtgung England», Rußland habe dm Berliner Vertt« p brachen, zurück. Dtt Note dringt wieder vor, daß dtt Fle» Hafen stellung von Batum einfach ein fteiwilliges Anerbiet» de» Zaren gewesen sei und nicht eine Abmachung de» Berlioa Vertrage». Ader, fügt die Note hinzu, selbst wenn man gell» ließe, daß Rußland Den Berliner Vertrag verletzt habe, zttmt ei sich für England nicht, ihm einm Tadel autzustelt» da» selbst zuerst dm Vertrag in Bulgarien verletzt hat; der» alle Handlungen de« Fürsten Alexander»o» Beginne der Erhebung de» 18. September os waren geleitet von dem Einverständnis w» England. Dttse Antwort Rußland« ist in ebenso Autdrücken abgefaßt wtt dtt englische Note. Belgien._ Vor der Arbeitskommission habm dtt Arbej» übereinstimmend folgend« Forderungen aufgestellt: 1)»% allgemeine Stimmrecht; 2) internationale Ardeiterschutzgete gebung; 3) Regelung der Arbeit von Kindern unter 14 Iaht» Verbindung der Arbeit mtt dem Unterricht, Untersagung Nachtarbeit für Jünglinge im Alter von 14 dl» 16 Jat� Untersagung der Fraumardett in allen Jndustrim, wo dtt U beit mit der Moral uerd Gesundheit unverttäglich ist; 4)Swf tag in der Woche; 5) Festsetzung de» achtstündigen Now»,. arbeitttage»; 6) Festsetzung eine» Minimallohn» von 6 Fe#*(lt£* � per Tag in allen vom Staate und dm Gemeinden zu v«V dmdm Arbeiten; 7) Verleihung der juristischen Persönlickk"' Cz/% fer 8) Neugestaltung der Institution der Arbeiter- Schtedtgen� Mer (conaeils de prnd' bomme«); 9) Schaffung einer von den» zun... T' deitern gewähttm, aber vom Staatt besoldeten Aufstchti� de Mission zur Uederwachung der Werkstättm und Arbeit««�»ad,«i nungen; 10) ein Haftpflichtgesetz der Arbeitgeber in dem« b daß dtt letzteren im Falle eine» Unfalles zu berveisen v» j?'1/« daß die Schuld dtt Arbeiter und nicht fie trifft; enM 11) Regelung der Gefangenhau»- und Klosterardeit fr r Weise, daß die Konkurren, verselbm für die freie Arbeit» setttgt wird._. AuS Brüssel, 9. August, schreibt man der„Voss.#. Gestern fanden in Belgim 33 große VersammlunSß in den Arbeiter-Zentren, Aufzüge in Gefr�%/*«( Brüssel statt.— alle» alt Probe für die bevorstehende Artt� W® n< kundgebung— aber nirgend» fand die geringste Ruhest»??> i statt. In Gent war der Missenaufzug der Arbeiter lJ � Z v artig; Mufik und rothe Fahnm voran, jeder Ardeii��' Atworllick von «tum Do KF % «pkbung, ZV i da« Volk erreichen, wa« e» will!"„Keine Recht« � tj(«A»1' S sllchten!" Hinter Den Arbeitern schritten in einer besoN��tb» 0en" euppe„alt stmge Sozialisten" die Kinder einher. Brüssel warm zur Weihe der rolhm Fahne der>rbn> liga 28 Arbeiterverein« dem Rufe de» Generoir-th» und zogen, 1000 Mann stark, nach dem Rathhautplatz. u den Klängen der Marseillaise wurde die Fahne geweiht; I Arbeittrgruppe— Alle mtt rothen Blumen geschmückt die Hüte schwenkend an der Fahne vorüber und rief:»» die Liga I Dann zog man unter dem Gesang« der Maries zur großen Versammlung, an der 1500 Personen fi« theiligttn. Frankreich. Ueber dtt Ke l l n er de m on str a ti o n schreibt wa" „Feantf. Zig." au« Pari«. 9. August: Dtt Bewegung Kasseehaui« und Lttrhaut-Kellner gegen die Vermtttefr Bureau» hält immer noch an. Eine Schaar derselben heute Vormittag wieder mtt einer Fahne über dtt Bouie»»*, um da» Pualiium für ihre Forderungen zu interessiren. Stellung ist allerdings eine ganz eigenthümliche. Stt«-r« in dm meisten Lokattn nicht nur nicht bei'ül sondern müssen noch dem Besitzer täglich ü ihren Trinkgeldern einen Betrag ablief# der stch in den großm Restaurant« bi» zu 10 Frank« In Den kleinen Sckankvausern verpflichten fie fich w. dazu, unentgeltlich zu Dienen und eine Abgabe von 500% bis 1,50 Frank» täglich für das zerbrochene Geschirre« richten. ivi nun Di " kaum q 1««naete fl« auf S teit der schon s schwi ,Ü-derdc "ton Pä '4cm.? U>len Ar n von usomme % urch i »n Ei " s; «■» der alten Arm de» wollte. Frau, fie legt« ihre Hand leicht o**, Sohne», der eben wieder zum Zirkel et#, SchatuI „Ich glaube Dir, wen« ich auch uicht» davon sagt« fi« mit herzlicher Theilnahme,„aber ob Du et»« ftüher oder später Deia Ziel erreichst, da» kau» W Ende gleichgiltig sein. Du hast drüben da» Lache» Singen verlernt, und ich kann Dtt nicht sage*- sehr»ich da« schmerzt; ich gäbe viel darum, ich Dich«och einmal so herzlich lache», wie Du«< konntest." Paul hatte während der mahnenden Rede seiner da« Haupt auf dm Arm gestützt, er blicktt fich hi». b wert en«, »ttub h, » M. M „Das Lachm habe ich verlemt in jwer sche'f j �*i Etuude, die ich jetzt»och im Traume oft durchlebe,� gegnete er,„vielleicht kommt die Zett später einmal � 8t( Vtelleicht, sag« ich, Mutter, aber glaube» kann � � «och uicht, ein solche» Erlebniß vergißt mau ja, »immermehr. Könnte ich mtt Diese» meinen Fäustm dm Man» erwürgm, für dessm Schuld mefr Bruder sei» Lebm laffm mußte, da»» würde mtt wohler.". .Paul!" rief die Mutter erschreckt.„Vergiß nicht mehr zu ändern ist, und überlaß den Mörder' eigmm Gewiflm und dem Gerichtt Gottes.-- r,- Dich selbst," fuhr fie da«« fort,„und Deu>' Eltem betrübt e», daß fie Dich nicht mehr P sehen. Aeadem kannst Du da» Gescheheo nicht, und die trübm Gedanke» zehren am Mar» Leb«»." Ä sagte er, und ei» poize», selopoewutzies xaa/y, pr.-z, über sein Antlitz.„Solche Schlösser onjttfefr'g��.�ie hat hier in Deutschland«och kein Meifier?b. geoacht, alle« wa» auf diese« Felde bith« 8�"�.. einbringen soll. w w|lv join% rr_ Stolz und Bewunderung leuchtete» au« dm Aug« �germa��e�u�M�ch für«# �� ,D«»halb widme ich all mei» Denke» diestt ��4,,/ he i» stolze«, selbstbewußte« Lächeln � ist Kinderspiel gegm diese» Resultat mein«»'"�e Schaff«». Und alle Vortheil«, W*_««» dieser�'j, V •' Fr H tt i-e� tettnnfl (Iß** ;{eilü3® «i bw .«US»» «F' 'Z!� >- rtrl sie 'S ljußtfl* ti; d«? it»»' bei M lWÖ »#(* und BiersirthschafttN im«eiste der«ellner streng NW find, und H wird begreiflich, daß st« den Vermittlern. bie ße gut unterbringen, außer der üblichen Einschreidungt» gedühr noch Prämien zu bezahlen haben. Dai geht nur an. wenn bei vltibenS ein lange» ist. wird aber ruinös, wenn der Kellner schon nach ein paar Wochen au«trttt und dem Bureau eÄ paar hundert faanf»- je nach dem Uedereinkommm- W bezahlen hat. In den ersten vierzehn Tagen ist er dem Vermittler nm 50 Centime» per Tag schuldig: nach deren verlaus tritt aber der abgeschloflene«ertrag, desien ZJern aus ein Jahr berechnet find, in Rtofi Im Umse de» Nach- «tttag, erneuertm stch die Manifestatioeen in der Rue Mont. wartre, wobei e» zu einem Zusammenstoß zwischen den Polizei- »Senten und den Manifestanten kam und zwei Personen leicht »erwundet wmden. Die Polizei verhaftete drei Führer und wusiszirte zwei Fahnen.__ buvM 4J-H-« Grotzbritaunieu» �Dte Geschü»firma Armstrona, welch« zum großen �»eil für den Ranonenikandal in der britischen Marin« ver» vrtwortlich ist, hat sich vor dem Gerichtshofe der Queens «nch von hoher richterlicher Seite eine zwar mittelbare, aber -»tum doch äußerst schmerzliche Zurechtweisung zugt« SS?" bekanntlich haben manche der von ihr gelieferien®e« die Eigenthümlichleit, beim Losfeuern gerade oderhalb ?i Eisenhülle zu bersten, wie dies vor einigen Monaten an de»„(Sollingwood" geschah,«uf den Panzerschiffen herrscht °»ber eine nicht unbegründete Abneigung unter dm Offizieren r* ber Mannschaft vor jedem Schußversuch mit voller Pul- Zerladung. und im Publikum jtn nicht minder begründeter xluioung. gerader Sl? b 1 bir lyonlpie verziywenoung onenureper«scioer rm ??erefse einer Priva'fi m». Diesen Gefühlen gab nun schon ».?ntger Zest die hiesige„Admiralty and Horse Ouard» WllVOir»" f—._ SC. vi.... mt.«W».i__________.1___ P j____ i._ rna. mm m "ber die Lässtgkett der Woolwicher GeschützaMheUung N 2ber die thörichte Verschwendung öffentlicher Gelder im �ttr" in unzähligen' Ärtikei'n einen wmig geschminkten Au»- 'f Är&ntr, 6 zu I Snliil� dsgerwZ r den.? fstchvbg SSk sen haiM iA* f3i g der Vtaarslassc. Die Firma gegen den Redakteur und Drucker des Blattes, X"?1»rmit und Meldrum, eine Klage an behufs Ein- LzÄK fernerer Angriffe; welche Klage aber von dem Lord N?Nter und dem Richter Denman ali unzulässtg und da» �vntercffe gefährmd abgelehnt ward. Die v.schuldi» .it.? T* Zeitungm lauteten ungefähr folgrndermaßm: st e ch u ng ist in unfern militärischen Aus- Abtheilungen an der Tagesordnung. Ww m ,4 bci uns nicht offen betriedm wie in Rußland, w" Preis vereinbart und gezahll wird, sondern hier wird �. �WlkJSklb höhern Orts nicht einmal erwähnt, sond-m MZ?- � Wa» im desondern dm Kapitän Nodd« betrifft(ein Med der Firma Armstrong). m#-o eilet(J bettp/y \zv'* ein e s Regierung»auSschussks dazu aus« >�utet haben, wettbewerbende Fabrikanten in» Kreuz- nehmen und ihre Eröffnungen im Jntereffe der Firma Ä�°Ng zu verwerthen. Von der Firma Armstrong sei es jfl LT vergeben«, gute Kanonen zu erwarten, dmn sie sei /ch»„�schÜHgießerei von einer verbrecherischen Unfähig- * t w. Eine Firma von dem Weltrufe der Armstrong» IL?1 ■' gleichen Verleumdungen jnicht auf stch fitzen laffm; _ bestanden mit Recht darauf, daß die Firma der stattgehabten Geschützberstungen verpflicht-t sei, .»«' V* � a-�leumdungm zu widerlegen, ehe der Gerichtshof ,»t f'', still,,, st'stung der Schmähartikel und die Bestrafung de» [5, Lieber» und de» Druckers verfügen könne. Denn wenn f., eilen Beschuldigungen wahr seien, habe der Joumalist �Pflicht gethan, wenn er selbst in der stärksten Sprache dergleichen Uedelstände aufmerksam machte 'Land '[ai?m dergleichen Uedelstände vorhandm seien, läßt fich i KXum ableugnen, und daher mlrh dl-»Irma iekt. da die auf latieat YÄnen.LVnb baher wird die Firma jetzt, da die ,. um�Unnm. gegen dte Zeilmeg eine gleit der Beschuldigung anzuftrengm und dabei die Giund- mm lo «, schwerlich da» Feuer eine» neuen Prozeffe» veNragm ...lieber da» Verhältniß de« Herzog» von Argyll zu den re- Pächtern und Kleinbesitzern von Tiree derichteten 1 schon.........'■---- WM» «SWKWW »MWMW» «ntbehrt ferner der Häfen. Da« Meer ist dort loa die Umgebung voll von Klippen. Der Klippen. % aber steckt" seine 5000 Pfd. Sterli im Jahre iiy �cher zu»i?0* für die oft m» Lebensgefahr landenden -- D« ärmste Theil der Bevölkerung erwirbt a«!"«b» ifel0V l ttrtchj �a6riI �ferner diebessicherer Schräik« "Ut Aich) jU Hoch Hinaas 1" warnt« die alte bin ottb.•/nein« Sache sicher, Mutter, nichtsdesto. erruvg�h�.dann mich de« Siege» erfreum, wenn •« äää» •fISÄ.WÄÄ UW, jc»Ttjy» abgeruf, ir[. o. ol®att Di, J" ILTÄ"« i-d» '��e-u'Dich rnk-och lanflc ochttltm!" ich'» tb JL'J«ü» scheu wir ja alle, aber Gottes Rathichlüfl« . 0 vi» ov n" L, ,%e%& b08tt S«vordm, und—' Werth de« eigenen e ich möchte zuvor um der künftig« Gattin D« W«rTa»'"acht Habe«, Dei#« Ätez'�'k bieten»u können." !ehr Sache sicher, wozu bedarf e»«och gedankmvoll fort,„und ' immer noch meine und Kind ernähre« fürchtest Da nicht, werden würde, wenn Tl wird, da« hängt wohl allein D« mir al* Schwiegertochter freudig überrascht. seinen Lebensunterhalt durch da» Sammeln von See« t a n g, auf«eichen die meisten Besttzer der westschottischm Inseln ein Eigentbumsrecht beanspruchen, während vor noch nicht allzu langer Zest ein Gewohnheitsrecht der Strand- anwohner darauf bestand. Durch die jetzige Uebung wird man an die Zest vor der ersten ftanzöflschen Staatsumwäiumg er» innert, wo dem Küstenbewohner Seewaffer zur Herstellung von Saft zu schöpfen verboten war. Ist da» Wetter rauh, so mllffen die Fischer von Ttree oft vier bis fünf Stunden draußen auf der Rhede warten, dann bis an der Achselhöhle, mtt der ihren Fang rnthattenden Hotz« auf dem Rücken, durch die kltppendurchsäeten Wogen waten und gleichzeitig ihr Boot vor dem Kentem und dem Untergang schützen. Ost ist der Herzog von Argyll angegangen worden, etwas für die Häfen auf dem Eilande zu thun, um daS Fischergewerde ordentl'ch zu ermöglichen. Es war jedoch taubem Ohr gepredigt. Auch eine Art„T r u ck- S y st e m". das Aushändigen von Waater., anstatt Geld, an die mit dem Einheimsen von Tang beschäftigten armen Leute giebt Anlaß zu Klagm. Eigentlich ist es nicht erlaubt; ollein auf jenen verlorenen Inseln, woher in gewöhn- lichen Zeiten kaum eine Kunde dringt, geht vieles vor, was nicht sein sollte. Es hat schlimm werden müffen, ehe daS sonst friedfertige Volk, unter welchem es nur einen Polizeiviener giebt, fich zu seiner neuesten Haftung bewegen ließ. Italien« Ueber den Mailänder Läckerstreik dringt die „Franst. Ztg." noch solgende nähere Miltheilung-n. Eeit dem 4. d. Mts. haben über 700 Bäckergesellen in Mailand die Ardest eingestellt. Di* Bäckermeister sehen stch dadurch gezwungen, an die Gemeindeverwaltung um Arbestskräfte zu apvelluen, um die Einwohnersehast mV Brod versehen zu können. Sofort wurden Militärbäcker requirirt, welche nun die entstandene Lücke noihdürstig ausfüllen. Außerdem wird die Stadt Mailand von Turin und anderm Städten mtt 2) genoffenschast den Gesellen schon früher zuerkannte Vergütung für bestimmte Arbetten, welche aber nach und nach in Abgang kam. Die Streikenden haben außerhalb der Stadt unter Zellen ihre Quartiere aufgeschlagen und eine Kommisston erwählt, um »tt den Meistern über dt« angeführten Punkte zu verhandeln. Diese Verhandlungen haben bisher Erfolg gehabt und«s ist Ausficht vorhanden, daß der Streik seinem Ende nahe steht. Da» Verhaften der Streckenden aar ein gemäßigte», so daß keinerlei Ausschreitungen vorkamen. «n-». Man schreibt dem„Fars" aus Kabul, daß die Nachricht von dem Vorrücken der Russen gegen Indien von Turkeftan fich bestätige. Aus Tasch-Kurgau, dem Haupt» orte deS Khanates Wahan, wird nach Kabul gemelvet, daß nach de, Ankunft de« msfischen Emiffärs daselbst das Ober» Haupt der Stadt, Jethugrul Khan, siebzehn Häuptlinge des Landes und vier der hvvonagendsten Ulema» zu einer Be» sprechung zusammendeitef und ibneu den Zweck des Emiffärs in wenigen Wollen darlegte:„Wir find ern Häuflein Men» schen", sagt« er,„gegen die unzähligen Soldaten des weißen Zaren:„auch besitzen wir nicht die nöthigen festen Plätze oder Vi« erforderlichen Waffen, um uns beim Heranrücken der Russen gehörig vertbeidigen zu können. Die Einzigem die uns gegen die Russen Hilfe leisten könnten, wären die Engländer, erbet zwischen uns und ihnen liegen hohe und unüdersteialiche Berge und dann würde ihnen auch der Khan von vadachschan ficher- ltch nicht gestatten, durch sein Land zu ziehen." Dt« Versammlung beschloß hierauf, eine Deputatton an den rusfischen General- Gouverneur von Turtestan nach Taschkend zu senden, um ihm die Bedingungen vorzulegen, unter welchen die Be» wobner des Khanats Wahan geneigt wären, sich den Russen freiwillig ,u unterwerfen. Amerika. Den Amerikanern ist es noch stet« gelungen, ihre«uro- patschen Vorbilde.', was die Quantität der Leistungen anbetrifft, zu übertrumpfen. Das Boykotten ist zwar eine irische Erfin- dung, aber in den Vereinigten Staaten ist fie doch erst zur höchsten Entwickelung gebracht worden. Man hat dort schon eine ganze Stadt„aedoy kottet". Die Farmer in der Umgegend von Battlr Creek, einer etwa 12 000 Einwohner zählenden Stadt in Calhonn Connty. Mich., haben beschlossen, die Stadt zu„doylotten", weil man ihnen nicht mehr gestatten will, in den Straßen mit ihren Fuhrwerken zu halten und ihre Produkte feil zu bieten. Die Farmer wollen ihre Boden- erzeugnisse in einer anderen Stadt auf den Markt dringen und daselbst auch ihre Einkäufe machen. Dt« Baltle Creeker haben wenigstens dm einm Trost, daß sie mtt leichter Müh« ihre „Siadt" in eine andere mtt umgänglichen Farmern gesegnete Gegend verlegen können. Die„N. N. Staats zeitung" schreibt: Vielfach wird darüber gestiUten, wie fich die Zahl der im Ausland Geborenen zu den Eingeborcmn im gegenwärtigen Kongreß verhält; es mag daher die folgende Zusammenstellung von .Kern« wäre mir»illkommmer, unter allen Mädchen, die ich kenne, ist st« eine Perle. Paul nickt« befriedigt, aber er vermied es, dem leuch. tende« Blick der Matter za begegnen. .Heinemann ist nicht ganz unbemittelt fahr fie nach einer kleinen Paus« fort,.und Dorn als sein einzige« Kind wird da» Ganze erben." „Darauf habe ich nicht zu sehen, ich befitze genug—" .Immerhin aber ist eine Mitgift angenehm; ich weiß »och, wie angenehm es Deinem Bater war, als«eine Eltern ihm die Mittel gaben, eine eigene Werkstätte zu errichten. Mehr als die« bekam er nicht, aber es reichte hin, uns vor Nahrangssorgm zu schützen und an« glücklich za machen. Damals war man fteilieh einfacher and bescheidener als heut- zutage, aber Dora macht auch keine großen Ansprüche, und die harte Schale, in der sie gewesen ist, wird ihr auch über schlimme Stunden leicht hinweghelfen. Von solchen Stun» dm bleibt niemand verschont, aber Kumme, und Sorgen tragen fich leichter,»mn ein treues Herz die Last tragm hilft." (Fortsetznng folgt,) An» KtwS«ud jeden. Sperl� Treptow. Mit besonderer Freude können wir lonstaliren, daß in diesem Etablissement, und zwar in dieser Saison im Spezialitäten. Engagement ein geveihl chw Fort- ichritt»u verzeichnen ist. Sämmlliche Vorstellungen haben stch durch die reiche Fülle de« Gebotenen hervorgetban. Im Be- sonderen verdtmt der mufikalische Klown, Herr Eehris Harrt», % Dtreftton de« Sperl hat diesem verdienstvollen«ünstl-r zum «»« Jntereffe sein. Der Senat hat nur fünf Mitglieder, welche nicht in Amerika geboren find, und zwar drei Jrländer, Jone« von Florida, Sewell von New-Jersey und Fair von Nevada, einm Schottländer, Beck von Kentucky, und einen Engländer, Jone» von Nevada. Die Deutschen find sett Schurz'« Zeiten nicht wieder vertreten gewesen. Im Repräsentanten- dause befinden fich 18 Mitglieder, weiche im Ausland geboren find, davon kommt aus Irland wieder die Mehrzabl. nämlich fiebm, Davi« und Collin« von Maffachusett«, O'Reill von Missouri, Wooddurn von Nevada, Mc-Adoo von N w- Jersey, T. I. Campbell und Dowdney von New Nork, außerdem fitzen im Hause zwei Schottländer, Henderson von Iowa und Faouhar von N:w>Vork, zwei Engländer, West und Sprigg« von New-Uork, zwei Kanadier, Gallinger von New Hampshire und Adam« von Newyork. drei Deutsch«, L'hbach von New Jersey, Romei» von Obio, Gumther von WiSconstn. ein Luxemburger, Müller von Newyork, ein Nor- weger, Nelson von Minnesota; ferner ist der Delegat von Utah, Caine, ein geborener Engländer.— Außer dm Penn« sylvanter Deutschen, die wie E-mentrout, Sowdm, Regle y, Brumm, Eberhart, Storm k., alle noch mehr oder weniger gut und fließmd deutsch sprechen, find von dm RmrSsm«an» ten deutscher Abstammung nur noch Belmont von Rew-Uork und Kleiner von Indiana al« solche zu erwähnm, welche da« Deutiche nicht vernachläsfigt haben. Hermann von Oregon, der der Sohn eine« deutschen Arztes ist, bat die Muttersprache fast vollständig vergeffm. Dafür haben wir aber eine ganze Mmg« von nicht dmtsehen Repräsentanten, welche die deutsche Sprache in vielm Fällen vollkommen beherrschen. Hmder» son von Iowa verkehrt mtt seinm deutsedm Konstituenten schriftlich und mündlich nur deutsch. Adams von Illinois ist großer Vorliebe„Die Vertheilung der Erde", weil er selbst ein armer Poet ist; Reed und Milltken von Maine grathm nicht in Verlegenheit, wmn man sie Deutsch anspricht, Crain von Texas, La Folette von Wtsconfin, O'Reill von Missouri, LouiM von Kalirornia, Hiit von Illinois, Le Fevre von Obio find weit über dai Durchschnitt»- Vokabularium von„Wie §ehiS!" und„Swei vier!" hinaus; und wmn man bedenkt, aß unter dm Angestellten eine»nzabl Deutsche, daß unter dm«orrespondmtm der englischen Blätter mehrere find, welch« Deutsch schreibm und sprechen, dann kann man wohl sagm, daß die Deutschm im Kongreß nicht sehr zahlreich, das Deutsche aber ganz gut vertreten ist. Gerichts-Zeiwng. Reichsgericht»» Entscheid«»«.(Nachdruck verboten) Leipzig. 3. August.(Bedenklicher Patrioftimus.) Welche Aus« wüchse der Patriotismus manchmal zeitigt, davon gab eine Verhandlung Kmntniß, welche f. Z. vor dem Landgerichte Lübau stattfand und in«elcher ein Amtsrichter die Rolle de» Angeklagtm zu spielm hatte. Man feierte in Löbau dm Ge» bunstag des Kaiser» durch ein Festessen mtt obligater Kneiperei, wie dieS in vielen Orten zu gelckeben pflegt. Eine recht« Harmonie war aber an jmem Orte unter den Festgästen nicht vorhanden, wozu u. A. die Verschiedenheit der Konfesston der Anlaß war. Der Amtsrichter Kretschmar, der mangelischen Konfesston angehörend, zeigt« bei der Festlichkeit einm ausge- sprochm kulturlämpferischen Kampfesmuth und seine AkttonS« just wuch» mit iedem Glase, welche» er auf da» Wohl de» Kaiser» leerte. Namentlich hatte er e» auf dm katholischen Pfarrer Edel abaesehm, der mindesten» ein ebenso guter Patriot al» der Amtsrichter zu sein glaubte. Herr Kretschmar begann ohne erfichUiche Veranlassung mtt dem Pfarrer einen Wortstrett nnd mußte stck dann gefallen lassen, daß dieser ihm ernste Vorhaltungen über ftin Gedahren machte. Der Amtsrichter machte dann dm ihm unange» nehmm Szme dadurch ein Ende, daß er erklärte, er werde stch mtt dem Pfarrer nicht strettm; derselbe sei ihm ja nicht einmal vorgestellt. Einige Zett darauf forderte der Herr Amis» richter dm Pffirrer mtt erhobenem Glase auf, da» Wohl des Kaisers zu trtnkm. Herr Edel erhob nun edenfall» sein Glas, wandte fich ihm zu und sagte:„Auf Ihr Wohl I" Hierauf erwiderte ihm der Amtsrichter:„ES gilt nicht Ihr, nicht mein, sondern dai Wohl bei Kaiser» 1" Al» darauf Pfarrer Edel de« mertte, er habe ibn vorhin nicht verstandm, da» Wohl de» Kaiser» trinke er stet», erwidert« Kretschmar, er werde mit ihm jetzt überhaupt nicht anstoßen, da die Katholiken gar keinen Kaiser hättm. Dcn übrigen Anwesmdm wurde dieser Stcett nach und.nach peinlich, weshalb der Mühlendesttzer V. e» unternahm die beiden Herrm zu versöhnm. Dies war aber dem Amtsrichter wieder nicht recht, er maß vielmehr Herrn V. von oben bis unten mtt den Augen und fragt«:„Wer find St« denn eigentlich?" Al» Herr V. ihm bemerkte, er sei ihm doch schon wiederhoft vorgestellt worden, sagte er:„Ah so, Sie find der Müller!" Herr V. merkte zwar, daß ihm mtt diesen Worten die Geringschätzung von Seiten de« Sprecher» ausgedrückt werden sollte, er ließ sich aber mit dem sehr erregten raschungen haben diese Bmefizianten dem besuchenden Publikum zugedacht und zwar erhält jeder Gast an diesem Tage in schöner Ausstattung, in Form«ine» Gedmkdlatte», die pbolo- graphtschm Bilder diese» eminenten Künstlerpaare» nebst Bio. grovdie gegen ein geringe» Entgeld. Außerdem erhält jeder Besucher die bisher von diesen beliebten Duettiftm zu Gehör gebrachten Vorträge gratis verabfolgt. Wir zweifeln nicht, daß auch diese beliebten Spezialitäten an ihrem Ehrmadend ein volle» Hau» habm werden. Eine Reise«m die Welt i» eine« Boote. Vor etwa zwei gahrm machte fich ein Mann, Ramm» Trsynor, von Both, in dm Bereinigten Staaten, auf, um ein« Reise um die Welt in einem Boote-u machen. Da nicht» weiter von ihm gehört worden ist, seitdem er einm Hafen in Neufundland de- rührt hat, so nimmt man an, daß er bei seinem Uniemehmm umgekommen sein muß. Runmehr wird ein Mann, Nawm» Candler, in einem 14 Fuß langen Boot« dm Versuch wieder- Holm. Richard Candler, der 46 Jahre all, und tn Northawv'on, Massachusetts, ansässta ist, wird zuerst den Altlantischen Ozean nach Schweden und Norwegen kreuzen, und von dort läng» der Küste seinen Weg nach Holland, Belgien, Frankreich, Spanten und nach dem Mittelländischen Meere nehmen, um fich durch dm Suezkanal in da» Rothe Meer, und so über den Jndischm und dm südlichm Sttllm Ozean nach Australim zu begeben, von wo die Fahrt über China und Japan nach San Franziska fortgesetzt werden soll. Von dort will fich Candler über Land nach dem Mtsfissippi begeben, dann diesen Fluß bis New Orleans hinabfahrm und schließlich durch eine Fahrt an der atlantischm Küste nach New Nork seine Weltreise»um Abschluß dringen.— Wir wünschen ihm eine glückliche Reise. Aberglaube. In Eamptdaglia sollte am 4. d. die Trauung des 16jährigen Landmädchm» Franccsca Pompillt ftatlfindm. Es galt einer Ltebeshetrath und vi« Braut ging fteudeftrahlend zur Kirche. Auf Haldem Wege ward der Hoch- zeiiszug von einem Gewitter überrascht, der Blitz schlug in der nächsten Nähe des Brautpaares in die Erde, ohne jedoch I«, mand zu verletzm. In der Kirch« angelangt,«rklärtm die Eltern des Bräuttgam». der„Himmel" sei gegen die Hei.ath und diese dürfe nicht geschloffen werden. Alle« Biitm blieb vrrgebm». selbst die Ermabnungm de» Priester». Verzweiflung». voll tratm die»rautlmte dm Heimweg an; in der Nacht kam der Bursche zum Fenster de» Mädchen», diese» eifte hinab und am Morgen fand man beide, mtt einem Stricke aneinander- gebunden, im Teiche ertränkt. Herrn in kirnen Ditput ein und bemerkte ihm nur, er sei«aufmann, GutSbesttzer und Mühlendefitzer. h«rr «retschmar verbitz vorläufig seinen Aerger und setzte stch an einen anderen Tisch. Alt er bald darauf seine R-chnung be- richtigen wollte, gab er plötzlich dem in der Nähe bifindlickt-i Pfarrer Ebel, der die Ursache seinet Mttzbehagent war, eine kräftige Ohrfeige. Drr vorsätzlichen Körperverletzung angellagt, behauptete der Herr Amitrichter, er habe sich in der Nothwehr befunden» da Esel eine Handdeweguna gemacht habe, welche von ihm alt ein deabstchrigter Angriff aufgefaßt worden sei. Edel bestritt biet in glaubwürdiger Weise. Dat Landgericht verurthetlte dann den Amtsrichter zu 150 SR. G-ldstrafe. In feiner Revision, die vor dem ll. Htra'senate zur Berhandlung kam, behauptete der Angeklagte, et sei vom Gerichte alle# dat unberllckstchiigt gelassen, wat gegen ihn selbst geschehen war; die Bestimmungen über die Norhwehr seien dadurch verletzt und er beantrage daher Kompensation der Beleidigungen. Der Reichtanwalt erklärte jedoch die Revision für unbegrünvet. Die verschiedenen Zeugenaussagen, so bemerkte er, find von der Sttafkammer darin zusammengefaßt, daß schließlich folgende# Resuttat alt erwiesen erachtet ist: Der verletzte Edel hat dem Angeklagten gesagt„Ete verdienen recht# und linkt geohrfeigt zu werden; ich «erde dat aber nicht thun", wober er mit den Fingern aestiku» lirte. Hierauf oersetzte der Angellagte dem Ebel eine so kräftige Ohrfeige, daß derselbe gegen die Ecke de# Tischet taumelte. Im Zusammenhange damit kann die an fich nickt unbedenkliche Fafiung, daß Edel durch Handlungen einen Eingriff in die Rechttsphäre de# Angeklagten nicht gemacht habe, nur dahin verstanden werden, daß Edel weder die Hand zum Schlage er. hoben noch sonst irgend etwa# gethan habe, wat alt ein un. mittelbar bevoistehender Angriff auf den Angeklagten hätte aufgefaßt werden können. In diesem Zusammenhange lassen die Entscheidungtgründe einen Rechtttrrthum nicht erkennen, und kommt dabei noch in Betracht, daß im späteren Verlaufe der Entscheidungtgründe der Ohrfeige der Charakter der Abwehr gegen die ftühere Beleidigung abgesprochen wird. Nothwehr war in der Hauvlverhandlung gar nicht behauptet worden, er kann also jetzt eine etwaige Verletzung diese# Rechttbegriffet nicht rügen.— Gemäß dieser Auttübrungen verwarf dann dat Reichsgericht die Reoifion de# Angeklagten. Trier, 8. August. Heber ein interessante# Urtheil, welche# dat hiestge Schöffengericht am 6. d. SR. gefällt hat, berichtet die„Tr. Landetzig.": Der Kutscher SR. fuhr einet Morgen# die Krahnenstraße hierseldst herauf; alt er in die Nähe der anstoßenden Olkstraße kam, wurde ihm von einem Unter« osfizier zugerufen, er möge still hatten, da die zweite Erkidron Husaren in der Oikstraße herankomme. Weil nun SR. dem Befehl de# Unteroffiziers nicht sofort Folge geleistet hatte, machte letzterer, alt die Etkadron in Sicht kam, dem Chef derselben Meldung hierüber. Dieser fragte dm Kutscher nach seinem Namen; M. gab aber dmselbm nicht an, weil er nur der Polizei gegenüber feinen Namen zu nennen brauche. Der Etkadrontchef gab nun dm Befehl, die Pferde nach dem Polizeiamt zu führen, um dort den Namen des Kutscher# fest« zustellen, hierauf ritt die Etkadron vorbei. Ein Soldat sollte die Pferde nach dem Polizeiamt führen und zwar unter Be« deckung de# detteffmdm Unteroffizier#. SR. trieb aber selbst seine Pferde zum Wettergehm an. Der Soldat konnte die Pferde nicht halten und schwang stch wieder auf sein Pferd; er, sowie der Unteroffizier zogen blank, und nun ging es gnter der Droschke her. durch die Johsnni#', Nagel« und rodstraße bit in die Grabenstraße, hier ritt der Unter- offizier vor dm Wagen, machte dem herankommmden Gendarm Menden über dat Vorgefallene Meldung und ersuchte ihn, den SR. auf dat Polizeiamt zu bringm. Gendarm Menden fand keine Veranlassung dazu, well et den SR. kannte und dieser ihm auch bereitwilligst den Namen sagte. Nachdem ein schon angekündigter Termin in dieser Sache wieder aufge« Hoden war, wurde heute gegen SR. verhandelt, weil er gegen die Sttaßen«Poli,ei Ordnung gehandett und dem Unteroffizier Rasch und dm husarm Wallian, Mannschaften der dewaff- neten Macht, in Autübung de# Dienste# Widerstand geleistet und Wallian thätlich angegriffen haben sollte. Der Unter« osfizier Masch bekundete, daß SR. mit seinem Wagen still« gehalten habe, alt er ihm gesagt, daß die zweite Etkadron gleich aut der Olkstraße komme. Nachdem dieselbe vorbei gewesen und der Befehl gegeben sei, den SR. mit seinen Pferden aus# Polizeiamt zu führen, habe derselbe mit der Peitsche den Pferdm nach dem Kopfe geschlagen, wobei er den Husarm Wallian am Arm oder an der Hand getosfen habe; er glaube aber nicht, daß SR. die# mit Absicht gethan habe. Der Zeuge Wallian behauptet, SR. habe ihn adfichtlick treffen«ovm. Dat Gericht verordnete eine vefichtigung am Orte der That und SOte dort fest, daß die Etkadron ganz bequem am Wagendes . vorbeireiten konnte. Dat Gericht konnte darin, daß SR. noch ewige Schritte vorfuhr, da er doch gleich der Aufforde« rung det" Unteroffiziers Folge«leistet habe, nicht# Strafbare# - je dat Gericht, der ESkadcont. Chef habe kein Recht gehabt, die Pferde fortführen zu lassen. SR. habe keine rechtswidrige Handlung begangen, alt er seine Pferde an trieb, und et liege keine Mißhandlung deS Husarm Wallian vor, da nicht festgestellt sei, daß SR. vorsätzlich nach demselben geschlagen habe. Aut diesen Gründm wurde SR. von Strafe "H0 Pest!" 10.�uguw'"(Verurtheilte Kaffeehausbesttzer.) Der gewesene Besitzer bei„Lesterreicher"- Kaffeehauses(Ecke der Sommergäste und Kerepeserstraße) Wilhelm Krön wurde von der Ettsadelhstädter Bezirkshauptmannschaft wegen de# Ver» f hen» gegen die öffentliche Sittlichkeit(durch Duldung von rostitutrten in seinem Lokale) zu einer Geldstrafe von > Gulden verurt heilt. Krön avvellirte gegen dat Urtheil, doch wurde dasselbe vom Ober-Stadthauptmann v. Török vollinhatt« lich bestätigt._ be soziales m» Arbeiterbewegung- Die fortwährende Verschlechterung der Kaufkraft wird jetzt von keiner Selle mehr geleugnet. Daß dieselbe in erster Linie durch die geringen Ardetttlöhne entsteht, ist zweifellos; daß fich dann aber die ge-inaere Kaufkraft zunächst von dm Arbettern auf die Heineren Geschäftsleute, dann auf die Handwerker überträgt, dürste gleichtallt feststehen. Aber wir hadm auch noch folgende Erscheinung, die eine geringere«auf. traft hervorruft. Sämmtliche Personen, welche Are K-vitalten verzinst haben und von Wesen Ztnsm lebm müssen, können btt dem niederen Zintfuße, der jetzt herrscht, viel weniger kaufl.ch erwerben, alt wmn der Zinsfuß ein höherer ist. Während femer früher die Kapitalien bei niederem Zwtwß fich wr Pro. duktion herandrängten, geschieht dat jetzt nicht, weil dat V-r» trauen fehlt und die kleinm Kapitalisten Angst Häven, auch noch dat Kapital selbst zu verlieren. So geht in der That dat Absatzgebiet auch w Deutschland zurück und durch die aroße Unterkonsumtion wird die Produktion immer mehr noch gehemmt. Großkapitalisten, denen ei bei ihrer einmal festge. setzten Lebensweise nicht darauf anzukommen braucht, ob der Ztnt niedrig oder hoch steht, und Leute mit festem, gleich« mäßigem Stnkommm find jetzt die einzigen, welche ihre Kon« sumtion nicht einzuschränken drauchm. So find unsere wirth« schaftlichen Verhältnisse auf einer so niedam Stufe angelangt. Regierung, wie an dem der LandtagSmehrhett scheitertm, schloß am 6. August der Geraer Landtag endlich einstimmig, die Regierung zu ersuchen, in dm neuen Etat eine G-Halit Position für emm Beamten einzustellen, der hauptsächlich die Geschäfte einet Fabiikmspektort besorgen soll... Der ursprüng- liche Antrag hatte für dat Wort„hauptsächlich" dat Wort „autschließlich". Staa'tminP-r Dr. von Leulwltz bestrttt natürlich die Nothwendigkeit einer Arnderung, drang aber mtt seiner Anficht nicht durch. Die deutsche« Arbeiter werden im Augustheft det „Deutschen Handeltarchivt" gewarnt, Arbeit in der S ch w e i z zu suchen. Dort herrscht gleichfallt eine ungünstige Geschäft#« läge, vor Allem aber in der Westschweiz. Namentlich sollen Kaufleute, Kommit u. s. w. ohne ein feste» Abkommm nicht in die Schweiz einwandern. In Deutschland schlechte Geschäft#« läge, in Frankreich, in Nordamerika, in England, Belgien, Schweiz u. s. w. Man steht, die allgemeine Krifit rückt immer mehr heran. Die Lage der deutsche« Seide«, und Sammet- ivdnstrte hat stch, wie wir schon oft betonten, seit dem Jahre 1883 wesentlich verschlechtert Wie bedeutend die Industrie ge- litten hat und noch leidet, geht aut dm folgendm Ziffem hervor,«eiche auch einen erheblichen Rückgang in der Zahl der beschäftigten Arbeiter, dagegen eine Zu» nähme der mechanisehm Stühle bekunden: 1883 in Sammet u. Sammetgeweben Arbeiter 21 770 Mechanische Stühle 651 in f'stkantigem Sammetband 1 003 Mechanische Stühle 159 in Stoffen 12 690 Mechanische Stühle 657 in Stoffband Mechanische Stühle 1884 22 080 1018 484 68 12987 892 * J 70) »rückt sich in dm fol- 1885 15785 1449 673 44 11062 1044 80 1884 SR. 20030325 1 881 757 860 828 4630 571 1 958 705 1885 SR. 14710523 1 703 809 806 763 4 105 865 1835 490 Der Rückgang in den Arbeittlöznen drückt gendm Ziffern aut: 1883 SR. Weblöbne 19119673 Windlöhne 2025 102 Scheerlöhne 883 525 Farblöhne 4 559 460 Appreturlöhne 1 941 737 Die LohukotNtuisfio» der Schneider veröffenllicht folgenden, in vielen Beziehungen recht deherzigentweithen Ausruf: An die Schneider Berlin#. Kollegm I Durch die Mi- nisterialerlaffe vom 11/4. dezw. 11./5. cr. verhindert, Versamm. lungern einzuberufen, warm wir nickt in der Lage, die in un- serem Gewerde herrsckmdm UebelstLnde zu besprechen, und Mittel und Wege zu suchen, wie dmselbm abgeholfm werden kann. Von allen Seiten«hm unt Beschwerden über dat rigorose Vorgehm der Prinzipale, Zuschneider und Volontaire zu, wir find aber nicht in der Lage, die Uebergriffe der ge> nannten Faktoren einer öffentlichen Kritik zu unterstehen,«t beweist die# auch die Antwort det Herrn Hoffmann auf dat Schreiben der Lohnkommisston. Herr Hoffmann bestreitet in seiner Antwort alle die in der Versammlung in der Wilhelmstraße gemachten Angaben, und kaiin nicht umhin, die trivialen Bezeichnungen für die Ardeiter, welche ihr Recht beanspruchm, alt Au'wiegler, gewohnheitsmäßige Skandalmacher, unsaubere Slemmte, und wie die liebmtwürdiaen Ramm alle heißen, stch anzueignen. Run, die Berliner Schneider kennen Herrn Hoffmann Konkurtmassmverwalter nicht vorgehm könne, die# sei det ordentlichen Gericht#.— Kollegen, aut allem Diese#* ersichtlich, daß ein Zusammenhalten der Schneider" dringend nölhig ist. Ein Anhalt ist geboten, et ist der verein der Schneider"; wmn derselbe auch in u-, der Lauheit der Kollegm seine Versammlungen bit» Weiteret vertagt hat, so ist doch jedem KoW Gelegenheit geboten, fich demselben anzuschließen. Die M stelle ist jeden Mon'ag Abend in Gratwell't Bier ballen,- Mandanten str. 77—79. Et kann daselbst jeder Schneiders glied werden und seine Beiträge entrichtm. Kollegm! m 1||*. diesem Mahnruf, werdet Mitglieder det Fachvereint, brsi» regelmäßig die Zahlstelle, sett dessen eingedenk, daß nur die Solidarität et möglich ist, Mißstände im Hand««'* beseitigen; denn unser Wahlspruch sei: Einer für Alle für Einen. Uermischte». Der Stech- und Saugapparat der— Wanze nach oen genauen, im Jahre 1883 angestellten UnlnsuchuV einet Forscher#, zu dm zweifellos zweckmäßigsten vollendetsten Einrichtungen, die auf Erdm gefunden««r Der Hauptrüffel der Wanze steckt in einer Scheide, die schon zum Emdohrm in die Haut spitz genug ist, aut d« beim Saugm der Rüffel selbst noch hei vorzesto'zen wird; d Rüffelt Spitze hat zu beiden Seiten Sägezähne. Auß«. dem Hauptrüffkl bohrt die Wanze mit zwei Seib welche, wie die Schienen ein«r Eismbahn, mtt einer F. leiste versehen, fich in Führungtrinnm auf- und abbeweget daß sie nickt mtgleism können. Der Hauvtrüffel hat auß«? Saug auch einm Speicheltanal. Will die Warne in Mg ihr Gift einführen, so zieht sie einen Puapstmgel, ein in d* und wissen wohl, daß derselbe„Knigge't Umgang mtt hat. Kollegen! In anderer Menschen" noch nicht stridirt Weise noch find im Laufe der letztm Jahre unsere Verhäitniffe bedeutend schlechter geworden, dmn in früherer Zeit verdimte der Einzelne in der schlechten Zeit immerhin einige Wochen noch ganz gut, da damalt die reichen Russen, welche die Bäder im Süden aufsuchtm, ihre Reiseroute über Berlin nahmen und fich fast vollständig equipirtm. Die# ist aber durch die neuen Paßbestimmungen ander# geworden, denn jme Herren haben nicht Lust, stch dm Laufererm mit ihren Familien autzusetzm, nehmen durchweg ihren Weg über Wien, Pari#, vervollständigen daselbst ihre Garderode und wir Berliner Schneider habm dat Nachsehen. Et find die# einige Punkte, welche der ösfenttichen Be- sprechung unterzogm werden müßten, ab-r nock eine ganze Anzahl anderer, welche wir hier nicht alle anführen können, harrt der Aufklärung. Nur eine Sache der neuesten Z-it sei erwähnt, et betrifft die# die durch den Kontur# einer Firma in der Friedrichsstadt drodlot gewordenm Arbeiter(14 an der Zahl). Dieselben find bereit# bei der Gewerdedeputatton vorstellig ge- worden, betrefft der 14,ägigen Kündigungsfrist, wurden aber abschläglich beschiedm, da die GewerbeNmutation gegen dm öffnet stch und läßt dat Gift aut seinem L, Hilter Vorraum eintreten, dann drückt die Wanze dm Pumpst« zu, dat Ventil schließt fich und verhindert dat Zurückfinkno Giftet aut dem Vorraun, und derselbe Druck dringt dal1 in den Speichellanal und durch ihn in die Wunde. »weitet, ähnlich stnnreichet Pumpsystem befördert dura. Saugkanal dat Blut det Opfert in die Rachenhöhle inj®' da in die Eingeweide. Zugleich defindet fich in der Rat höhle ein Filttirapparat, der dat Blut nur gründlich g«*" in die Eingeweide gelangen läßt.. Bewußtsein persönlicher Wichtigkeit. Unter% 1675 gab eine Anzahl Lordt folgenden Protest zu Prot« „Wir glauben, daß eine Bill, die den Peer# einen Ei®! legt u»d ste ihre# Sitzet deraubt, wenn fie den Eid gern, ohne Vorgang in früheren Zeiten, die größte Verl«! der Rechte und Priailegim der Peerage, die erdacht kann, und zerstörmd für die Freiheit ist, die wir alt dcr genießen sollen. Denn dat Recht, im Parlament zu und zu stimmen, ist ein Ehrei.recht, dat die Peer# von@ haben, ein Recht, dat ihnen so innewohnt, so untrmnd« ihnm ist, daß fie nicht# desselben beraubm kann, alt bx»" den Landetgesetzm ihnm zugleich dat Leben nimmt."_ j Othello z« Waffer. Aut Southampton schreibt� der„W. A. Ztg.": Vor einigen Wochen schiffte stch d«� kat Herbert mtt setner jungen Gattin aus dem „Kaisettn von Indien" zur Fahrt nach England eiiu tn dm ersten Stunden bemerkte Herbert, daß seine einem Franzosen, der gleichfallt an Bord war, angel konverst.te. Herbert, der der französischen Sprache . De haupipl hutung Xmnenl fünf Pf BteA # nod %n aut % Zr-uzber pnnorni .?rg unl 'befallt I�önhu Jottoam g Ä. Wbk K Unter tig ist und von der Unterhaltung nicht# verstand, lM.M 01 liche Dualen der Eifersucht. Er beobachtete seine Gotting.»1 ge und ertappte ste einet Morgen# allein in der Kajüte«u-si"Usti �Ichmt! l'ttl. bei. '�eigene ,'Hfernttifi JiuUt: 5 -rr l Et Franzosen, der vor ihr auf dm Kniem lag und mtt% niaue ihres Kleidet stch zu schaffen machte. Herbert wou auf den Mann stürzen, doch dieser entwischte thm un« nun bit zum Ende der Fahrt in der Kabine«« Lsotsen, Augen der Passagiere verborgen. Die junge Frau ge ihrem Ga'ten, daß zwischen ihr und dem i�W�Jzrv-rri b« ein„Genie" nannte, ein höchst interessante# ��"'�mmittschen walte; mehr aber verrieth ste nicht. Herbett ertla»®' �i�ze et n auf Scheidung tlagen werde. Diese Drohung steigerte �- gute Laune der Frau. Am 23. Juli landet der Dampfs schon um 6 Uhr Morgen# sandte der Franzose ein Packet tn die Kabine der schönen Frau; daffelb« enW� prächtige Sommer Toilette, die er auf ihre Bestellmit fettigt hatte. Statt der geladenen Ptstore jedoch hielt Advolaten ein« Schnttderrechnung au' zweiundfünfzig entgegen, die dieser merkwürdigerweise sogar ohne m Kttschirm, II. Lieh««« fc. 4. Masse 174. Königl. Preutz. Lotterie. tzk Amvnw 8Wmj| 18M., piarl Un» de» ectttdakM t>«artntyeic bdjefüflt UObnt«ewätzr.) 'HKMMW.V 716[80001 18 [81 606(8001 24" 866 411 87 937 42 63 ' 7Ö04 224813001 77 W»»7 406 94 99 ffi.VSÜS.'ä! 686 86 47 48 72 " WS S*»! i 41«8 18001_________ Ufifsfes MMMM 802[ö" 0) 72 126 27 64 IlMIlSfÄSlf#;® 116001 11» 6 20 29(3001 919»7071 78 198J3UOJ 231 69 898 400 17 S&(STÄM 92 688 47 60 1560) 76[5501 823 89 916 46 57«1011 163 78 96 98 227 � 4U02015�W A�35e 468 612(SCOI 67 95 627 84 48 62 711 70 4 40<5 21 61 56 80117 41 46 466 76 646 76[SOUOj 84 94 1300] 98 963 84 93_ 46036 48 72 114 17 209 8i ,3001 84 79 97 330 116001 46[3001 48017 24 94 146 60 � 98 742 130001848 958 96 614 46 757 73 847 66 1150001 403 610 19 46 723 27 968 62 46008 81 60 I 301 432 504 45 669 88 761 78 876 901 7|800 60 41_ 169 82 204 43 90 320 39 460 61 508 632 36 72 740 828 l, 4-021 66 180001 123 13001 29 227 99 821 400 115000] 16 6SJ 74[60001' 40 44 64 63 86 743 70(56"l 96 874 994 13001% 100 30 80 3.001&s 2)7[5501 48 340 96 415 27 88 76 682 ------------------------ 901-'-..... 84 90 818 13001 925 60 82 5*0 4 90 130001 118 40#3 99 I Ä, % 914 561&I 5'.085 100 608 29 606 16 83 77 760 89 18000) 828- SAMB SS Sani«1 ...........—-"0 8 21 810 99 906 44 156"). 155") 27 606: 00009 84 III 81 218 77 800 88;16"0] 620 69 726 31 41 49 61 78 801 17 56 13001 (3001 607 1151)01 706 33 882 929 67 OU105 16 244 56 87'gl SItV« iS Z M S»«s s> 712 Ji504�64 M 58 206 92 381 88 461 586«23 920 66 11500] 95. 00071.208 42 46 67 332.42J65UJ 15601 622 80 627 86 766 74 9" 7[1500) 83 92 97 206 23 42 826 67 63 92 417 618 36 64!" 826 67 63 92 417 613 35 643 46 94 716- 08042 76146 60 7613001 269 826 68 433 546 604 66 767 09( 01 37 49«6 15501 102 30 64 62 77[3000] 248 13001 UM 601 32 15)01 88 44 708 34 87 835 70 932[30001 70006 81 321 46 79 86 94 422 26 81 91 672 --_„_ 56o# sn 71067 69 76 268 80 86 304 116001 10 42 66 96 41291 747 829 33 39 65 70 92) 13000) 62 90 7*000 79 86 I3�W j 814 13001 37 89 66 68«4 b0s.\b 68 84 90 322 79 418 89 606 74 713 18 26. 31, 7«008 110 16 130(01! 774 90 801 16 22 37 81 332 489 9« 640 44 1 HiiOB6 133 83 �46 1 Sganr >WUM»««s M('> 'ik %%%%, J WS Verantwortlicher Redakteur ist. vrouhei« in»ettin. Druck und Verlag von Max Badttrg in verlin SW, Leuthstraße 1 Strrt» sei** Die»» lllen,% Beilage zum Berliner VolNlatt. M'. A Nr. 186. M___ Donnerstag» den 12 Angnst 1886. in. Iahrg� ttl Zokales. 1. Der Eptttelmartt dild-t stch immer mehr zu einem der 5«q>>pIStze Anltn» herau« und gewinnt immer mehr an Be- «uwng, wentger seiner Gestaltung wegen, die kaum etwa? nie g# �knnentweitbeS aufzuweisen hat, alS seiner Lage und in Folge nsutuitZ keiner Wichtiglett für den Berliner Verehr wegen. Der. iasten �'«de diloet heute derestS den Anfangs, resp. Sndpunlt von «rtf[fst Pferde eisenbahnlinim und»war der Linien nach Treptow. 5?®. A xdorf, nach Moabit, nach dem Zentral» Viehhof, nach •"u �°er9' kowie zweier OmniduSlinien, nach Wilmersdorf M nach dem Botanischen Garten, welche strahlenförmig von auSaehin, wie die HauptfSden de« kunstvollen Spinnen. «r.i mit einem gleichen kunstvollen und dichten Netze �°uch der Spsttelmarkt umaeden, dessen Maschen gebildet o,~ i durch weiter« fünf Pserv-eiientaholinten, der Linien 5'Biberg— Ttsunddrunnen, Schl-stcheS Thor— Bülowstrai«, vannowitzbrücke— Zoologischer Garten, Alexandeiplatz— Schöne- M und Schlefische» Thor— Behl enstraße, deren Mittelstation ttnj- der�Spittelmarkt sti, sowie durch vier OmniduSlinien '°w% ÄÄ AuSerJ iltenstiio? = 80% »beweg*! t ßumplW� lckfinMl gt da»? »?,»«« AndreaSplatz-PotSdamelbriicke, Kotiduser Thor— wA�hauser Thor, tzallescheS Thor— Landsberger Thor und ?t?t�°merbrücke— Frankfurter Linden, welche auf ihrer Fahrt Z»»,, den Spsttelmarkt berühren, Mi'telstation indessen den �.�enmarlt haben, welcher gegen den Spsttelmarkt insofern �dasteht, alt er er nur von sechs Pferdceisenbahn. und fünf l�rtdirtltnim, der Spsttelmarkt dagegen von zehn Pferde» und sechs Omnibuslinien gekreuzt wird. Rechnet ÄWerzu den übrigen Fahr verkehr, so erhält man eine Vor- Inrni vHnß von dem riefigen Verkehr, welcher die vorgmannten kbie übrigen hauvtplätze umbrandet. tk�r. dtisemtttsche«. Die„VolkS-Ztg." erhäst folgmde Mit> Äfl:»Dstkret.«niisemstische' �--- kür innere Partei.Angtltgenbtsten. Leipzig 1686. Fuli. Wir> nur an zuvcrläsfige Parteigenoffm versandt!" Korrespondenz und Sprech. ttnt« diesem Titel erfolgt die neuefte Kundgebung der mit der gleichzestigen Versendung einer Anzahl durch welch« der Eifer der grotzen Patrioten ange. und vor allem versucht wstd, auS dem großen Porte» Aaie einige Kleinigkeiten für die„gerechte Sache" herau». Zu diesem Zweck ist gleich eine Postanweisung bei so daß nur die Kleinigkeit de» AutfüllenS derselben (wM Geldadschicken» nöthig ist, um fich den Dank der ijj.W'ung zu sichern. Eine Empfehlung de»„Deutschen unterzeichnet„Friedrich Luckhardt", ist gleichfalls %%, und wird in derselben darauf hingewiesen, daß diese» Ic. Niemals den„vornehmen Ton" verloren hat, der einem l» v. Blatt, da» für die„christliche StaatSidee" kämplt, t�ohl ansteht. Trotz dieser Vorzüge, zu welcher noch ver �,?!vf. gegen die„internationale Geldaiiftokratie" und die «�.k�ifttsche AuSsaugung" kommt. L#/ * % m und jootfen, stau ges >sen, «!. SS, J0 verbreitet, wie eS im Interesse der„guten Sache" flki ist. und deshalb liegt gleich ein Bestell. Durch ein besondere» Anschreiben wstd den .....�.vosten nun auch gleich mitgelhettt, woran die W»är „ bisher gekrankt hat. 'Qtlint CT? » f kVVi Wl) vrv Da» Schreiben Sehr geehrter ein tellunll i hsttt, nfzi«, >hne .Mge.MW. .v.udenfrage zu gewinnen. >�st«n Unwissenheit unseren� Bestrebungen gegenüber. Leson« 'st die Verblendung der Aibeitermaffen, die im Begr-.ff ______ Neunzig Prozent de» Volle», n gebildete, stehen noch immer mit der unglaud mst der goldenen Internationale Hand in Hand zu % der gefahrdrohendsten Momente für die heutige I�Uschast. Rief doch kürzlich in einer antisemitischen V r. kn Leipzig ein»l beiter dem Redner entgegen:„Wir x ft ö vivtraten werden die Juden mit unserem L-ide decken I" V,.,, vair nicht ungesäumt und rastlo» an eine Aufklärung»- \ 5'üßtm Stile, so kann über Nacht dai Verhängniß 'ttm, hereinbrechen. Da» einzige Mittel, da» un» noch 6�iJ®nn' ist die moff-n hafte V-rbreitunstvon belehrenden folg' Wenn man früher auf dstsem Wege wenig Er« ' ko lag e» daran, daß man meist ganz ungeeignete br.d sri-n,!ur Agitation verwendete. Gihässsg« Schimpfeiestn * Scherz« über die Person der Juden find nicht ge« i1 Em reizwdu Kill!». ' �klMcnt au» dem Tagebuch« eine» Junggesellen.) btit htm a � b'n kein Kinderfreund, und wen« mich etwas '»glisch„ sanken versöhnen kann, einst in der Hölle halb» �stavb k ,Sa«»teufllsch gebraten ,u werde», so ist e» der b. � H in der Hölle keine Kinder giebt, wie alle warmen Kurorte» kovstatire». Die Kinder Hölle »Men i'y warme» Kurorte» kovstatire». Istide«-»bekanntlich t« de« Himmel, wo fie täglich vom 67 ist Üben das hübsche Lied vorfingen:„Ach, mein Wuchs 'L? einleitende» Zeile« solle« stt große« und fteu»d- fstlnAtge» meine Haltung de« lieben Kleine» gegenüber ar'» T" und al« Zntroduktio« de» folgende« Dialog» keß«» sicher vor Kurzem zwischen mst und einem meiner Freunde stattfand. xi'l Du bist hier in der Hauptstadt s" fragte ich er« fest vier Zahre« hatte ich ihn nicht gesehen. n�vhl. Seit vierzehn Tagen bin ich wieder hier b'er bleibe«. Der Mmister war so lieben»« »"fen.4 von meinem Posten in der Provinz abzu« Hillen mir ew Plätzchen im Ministermm ei»;«« ok?.kst herrlich I" rief ich erfreut..Wir werde« jetzt w., ,Dm. Abende in alter Freundschaft verbringea." Nt. 2 wrrd kaum möglich sein,' entgegnete er.„Du * ich 2 A gchestathet habe, und weißt vielleicht nicht, .E.nV?wd besitze." 4$in f. Db 1 schrie ich entsetzt auf. .»I�«»d«««iud!' meinte der Vater besänftigend. ei*|Vv �»d.. wohl, daß Du nicht» inniger hassest, als fM �5" psrüri vsm** m, tj'i. ; tstS� I & eignet, wirkliche Aufklärung und Verständniß zu verbreiten. Wir empfehlen Ihnen auf dem anhängenden Bestellzettel eine Anzahl dewähtter Schriften zu ermäßigten Preisen und bttten, für die Verbreitung derselben energisch>u wirken. Hochachtung». voll Theod. Fritsch." ES wird also indirekt zugegeben, daß bisher„gehälstge Schimpfereien und frivole Scherze über die Person der Juden" die geistige Nrhmng dieser Sozialreformer Neu- Deutschlands gewesen find. Die Sache w rd noch inier effanTr dadurch, daß in derselben Nummer der„Antisemitischen Korrespmdenz" fich folgend«„ApzoriSmm" gedruckt finden: „Die Juden werven von dem Tage an ehrlich' Menschen und nützliche Staatsbürger werden. wo e» die„Wissenschaft" er. retcht, daß die Katzen Grai fressen, die K minchen Mäuse fan. gen und die Tiger Milch geben."—„AuS den Tooieischädeln derer, die infolge südischer Ausbeutung und der durch jüdische Mißwirihschafi allgemein enlstandenen Noch zu Verzweiflung, Ve breSen und Selbstmord getrieben wurden, könnten wir ctne Pq amide auftzürmen— interessanter al» die Krieg». Apotheose WereschaginS,— ein Monument„jüdischen Kultur. fleißeS", vor dem die Urheber selbst erschrecken müßten."— Wozu der Antisemitismus sonst noch gut ist, wird in filzendem mitgetheilt:„Der Antisemitismus ist ein vortreff icher Hebel für die Ecweckung und Stäikung de» nationalen Bewußtsein», sowie überhaupt für die poUtsche Erziehung unseres Volkes. Der Judengegner, du ch seine Anltpcthte gegen da» fremde jüdisch« Element angespornt, gelangt zunächst zu einer besseren Werlhschätzung de» deutschen Wesml, zu einer bewußten Pflege deulscher Etgerschof.'en und zu einer Kräftigung de» Zusam« menaehöligkeitSgefühl». Ferner aber veranlaßt ihn die Er» kenntniß der Judengefahr zu einer Vertiefung in wirlhscha't« liche, soziale und polttische Probleme und so zu einer gründ licheren politischen Entwlckelung. Wir dürfen getrost behaupten, daß die besten Antisemiten zugleich die besten Patrioten und die besten Poliiiker sein werden."— Wer nun noch glaubt, daß die Bewegung eine Schmach kür Deutschland sei der ver- dient eigentlich ol» ungläubiger Thoma» heilig gesprochen zu werden. Hoffentlich werden nun die andern 90 xEr. deutscher RetchSdürger ein Einsehen heben und vor allen Dingen— drav Geld schicken. vettelschrtste««nd Bettelbriefe versendet wiederum in neuer Form, wie wir dem„Echleftschen Nvrgenblatr" entneh- wen, die bekannte Firma Gcauenborst O'andt. Zuerst wurde an die GuiSbefitzer„der herrschasttrchen Diener" gesandt, dann schimpfte O anvt in einer den Unterzeichnern der Siöcker« Avreffe zugeschick'en Broschüre auf die Juden, um bald darauf in einer zum handertjährigen TodeStoge MendiiSsohv» an reiche Juden versandte Schrift die Christen vorzunehmen. I tzt wendet fich Grauenhorst mtt der Abhandlung„Sorgt der Staat genügend für s'ine verabschiedeten Offiziere" an die in» aktiven O'fiziere. Wie in den früheren Fällen liegt auch der neuesten Schrift ein Bettelbrief bei, in der um Einsendung von 50 Pf biß zum 29. oder 30. d. M. ersucht wirb,„da mir an diesen beiden Tagen eine desondere Bediängniß lsrüher wurde Exmission wegen schuldiger Miethe angegeben) bevorsteht." Neu ist diesmal nur der Zrsatz, man möge, falls man die Broschüre nicht behalten wolle, wenigsten««ine Zrhnpfenntg. mark« für da« Lesen der unter Streifband zurückadressttten BrosSür« beilegen. Die Pofiadreffe der Bettelst ma Grauen- Horst Orandt wird verlin, Kleine Anvreasstraße 2 im Keller. angegeben. Et« Herr August Butscher, der fich al»„Schriftsteller in Eßlingen" b' zeichnet, veröffentlicht smben den Entwurf zu einem„neuen eigenartigsten literarischen Untern, hmen", welche» al»«ine„Wochenschrttt au» dem Volk und sür da» Volk", unter dem Trtel„Hand in Hand" nächsten» erscheinen soll. Herr Butscher verkennt zwar nichi, daß wir an derlei Zeit« schritten„genug und übergenug defitzen";„aber— sagt er— „daS Echte haben wir nicht: ein scköne», billige», frische», lernige», friedliche» Wochenblatt, volkschümlich gehalten in jeder Beziehung, da»— und da» ist die Hauptsache— au» dem Kreise seiner Leser selbst hervorgeht und ste gewissermaßen zu einer geistigen Familie verbinden soll! Nein! DaS haben wir nicht!... Aber ein Blatt, da» wir Alle selbst schaffen... Hand aus'S Herz I— da« haben wir noch nicht I... Wie viele giebt e» nicht, die in stillen Stunden stch in der Fever ver- sucht haben oder noch versuchen, aber damit zurückhalten oder überall vergeblich angeklopft haben! Wie viele piächttge Auf« „Pardon," unterbrach ich ihn..Pardon, ich hätte«ine Frage: Sage mir, fingt Dein Richard auch?" „Du willst fragen, ob et dann und wann zu schreien pflegt?" „Jawohl. Aber ich weiß, daß de« Eltern da» Geschrei ihrer Kinder Sphärengesaug zu sein scheint. Ich allerdings bin anderer Anficht und ich verstehe, auftichtig gestanden, nicht, warum die Israeliten, die fich doch stet» de« reichste» Kindersegen« zu«rfteue« hatte», die fiagende« Kleinen nicht unter die egyp tischen Plagen aufgenommen haben." „Ich bin« Dich, verletze meine heiligste« Vatergefühle nicht!" schrie er auf, doch dann besann er fich eine« Besser», nnd lächelnd sagte er:„Ich will Dich von Deiner K nber» Idiosynkrasie Heilea. Ich lade D ch für den nächsten Sonn» tag zum Mittagessen ei». Du sollst meine» Richard kenne« lernen!" Ich wollte die Einladung ablehne», aber er bat so lang«, bi» ich«eich wurde, und ihm mein Ehrenwort gab, zu komme». Wa» war aber auch wetter dabei? Ich werde gewiß besser essm, al» im Gasthause und da» Kind, da» .reizend««iud", wie der Bater meinte, wird mich hoffeut« lich nicht verspetse«. Sonntag« berührte ich zur festgesetzte« Stund« de» «lekttischea Glockenknopf an der Thür meine« Freunde«. El« hübsche« Stubenmädchen öffnete mir. Da« war«in gute« Omen, aber kaum war ich in« Vorzimmer getreten, so hörte ich schon eine» Kanarienvogel fingen. Wa« sage ich? Singen ist nicht da» richtig« Wort. Der Vogel schrie, brüllte, donnerte k Für mich kann e« nämlich keinen schrick» licheren Singvogel gebe«, al« da« von den kanarische» Znsel« eingeschleppte, himmelschreiende gelb« Fieber, welche» leider fast in jede« anständige Hau« Survpa« eingedrungen ist Ich wollte entfliehen, aber da« Stubenmädchen hielt »ich fest. Auch die Zimmerthür ging auf und mein Freund und seine Frau,„ach. die Gattin ist'«, die theure", kamen mir entgegen. Ich wurde au» meinem Winterrock« ge° schält und in« Zimmer geschleppt, wo mir der Kanarien, vogel eine förmliche Kanonade entgegensang. Mern erster Wunsch war, daß das gelbe Gesangsfieber au« dem Zimmer entferut werde. sätze— besonder? Konferenz- Aufsätze der Lehrer— vergilben in einem Winkel unv doch wären ste werth, fr st gefaßt und bündig für'S praktische Leben zug-schmiten, gebrückt in die Welt zu geben! Wie viele reise Männer körnen, gehemmt von kleinlichen Rückstchten, mit ihn« Arbeiten nirgends ankommen, und wie manSer alte Mann hat ein Päckchen Schriften in irgend einem Schrein, die viel Wissen und Gemüth bergen, der Welt aber verloren gehen! Unter allem diesen mag viel Sand und Staub sein, aber der Sand führt auch Gold mit fich;... und wir wollen jetzt den Sand tüchtig rütteln und nach dem Golde suchen. DaS ist in der Hruplsache, wa» wir wollen!" Ein« Wochenschrift also, die alle diese verborgenen Schätze an's Tageslicht befördern soll, gedenkt Herr Butscher. „unterstützt von maßgebenden Persönlichkeiten.... frischweg auf den Markt de« Leben« zu werfen." Ueber die G ssnnung, die er veit elen will, sprchl er stch in folgender Weise au«: „Die Tendenz ist mit einem Worte: Fried« l Kein Partei» gezänke, kein religiöser und polinscher Hader! Selbstverständ» lich wolle» wir keinen faulen Frieden, ver Alles in der Wett unberufen gehen läßt. Wir führen offene Fehde gegen die Dummheit und Schlechtigkeit in jeder Form, aber nur um zu bessern... Uedelstände jeder Art sollen an'» Licht gezogen werden, und wer irgend etwas Derartige» auf dem Herzen hat, hier kann er fich Luft verschaffen." Endlich ist Er da! Freut Euch All«, Ihr Unzvh'igen, deren vergilbte Manuskripte gegen den Unverstand und die Tücke der Redaktionen und Verleger so furchtbare Anklage «Heden: er ist da, Euer Rrtter, Euer Heiland l Er wird Eure Manuskripte drucken, zwar erst nachdem er fie„tüchtig gerüttelt" hat, und— wie er sagt—„nach Bedarf redigirt hat", aber drucken wird er fie, alle, alle die Ihr ihm zuschicken werdet, denn er verlangt„schrifttiche Arbeiten von Werth" und andere lönnt Ihr ihm gar nicht schicken. Ihr„frischen" Jungen, die„Ihr so gerne gedruckt lelen" möchiet. waS Ihr irisch„aui'S Papier geworfen" habt, Ihr reiten Männer, die Jdr nicht» habt„anbringen" können, Jbr Alten, denen eS nicht besser gegangen ist: Auf, durchstöbert Eure Schreibtisch« und Schränke bi» in die letzten Winkel, hott Eure ungedruckien Werke herau» und schickt fie„sofort vertrauensvoll" an Herrn Butscher.„Aber ein paar Bedenken", bemerkt R Walbeck in der„W. Allg. Ztg.",„habe ich doch, oder vielmehr zvet Punkte scheiren mit räthielhast, wa» gewiß nur mein« Schulv ist. Ich begreife nämlich nicht, wie Hrrr Butscher die erste Nummer seine», Eure« Wochendla te« erscheinen lassen kann. Er stellt e« ja selber hin a!«„die Hauptsache", daß es„aus dem Kieise setner Leser selbst hervorgeht", fie müßten also dai Blatt früher gelesen haben, bevor fie für daffklse schreiben, und doch sollm st« e» schon früher geschrieben baden, bevor fie e» gelesen... M-in armer Verstand steht so stille vor dieser Schwieiigkett, wie vor ver Frage: Wer früher da war, da» Et ober die Henne. Mein zweite« Bedenken detrifft den Umfang de« B at'e«. Herr Butscher kündigt an,„Hand in Hand" werde wöchentlich ein» mal in 8 Groß'Oktavieilen erscheinen. Wenn da« kein Druck» fehler ist, statt 88 oder 800, so wäre Herr Butscher nicht ver Mann, seinen eigenen großen Gedanken selder durchzuführen. Acht Seiten wöchentlich, also 416 Sellen jährlich... Da» ist geradezu beleidigend. Sin Blatt,„daS wir Alle selbst schaffen", muß größer, viel größer werden. Besonder« erfreu» lich ist seine friedliche Tendenz.„Kein Parteigezänk, kein religiöser und politischer Huder. Nur offene Fehde gegen die Dummhett und Schlechtigkeit in lebet Form." Herr Butscher lündigt hiermit eine der größten Erfindungen so still und de» scheiden an, als ob er da« Alltäglichste sagte. Er wird dm Pelz wa'chen, ohne ihn naß zumachen. Da« allein drückt ihm den Stempel de» Genie« auf die Stirn«. Badet nicht mit vollem Magen I Da» Ertrinken beim Laden wird in der Regel ei em zu geringen Grad von Swimmferlizkeit oder einem plötzlichen Krampf- oder Schlag» anfall zugeschrieben. Letztere» mag beideS oft zutreff n. In neuerer Zeit ist aber festgestellt worden, daß«ine R-ihe von Todesfällen beim Baden darin ihren Grund hatte, daß die Badenden mit voll-m Magen int Wasser gingen und beim Schwimmm durch Aufstoßen Speisen in die Luftröhre bekomm und daran erstickten. Da» Baden, resp. Schwimmm kurz nach genossener Mahlzeit ist also sehr gefährlich. Nach jedem Essen bekommt einer ja öfter leichte« Ausstoßen, welche« du ch Ent» leerung von Gasm au« dem Magen nach oben hervorgebracht „Ader er fingt so hübsch," meinte die«achfichtig« Hautfrau. „Ich bedauere unendlich," entgegnete ich mit ritterlicher Höflichkeit,„aber ich muß die Frage stellen: Entweder er oder ich! Mein Arzt hat mir die grelle« Farbe» töne ver» boten." Ma» entfernte dm Vögel, doch kaum war derselbe meinem Geficht«» und Gehörkreise entschwundm, so hörte ich unter mir— ich saß auf dem Scpha— leise» Wimmer». Ich sprang entsetzt auf und sah, daß ein kleine» E>wa« unter dem Sopha heroorkroch. Diese« Etwa» war— Richard, der Sohn de« Häuft«. Richard weinte bitterlich. Er fürchtete fich vor mir, weil ich eine Glatze befitze.„Der Man» hat sein« Haare iu Hause vergesse« I" rief er immer und immer wieder, und e mehr ich ihn bat, nicht zu schreie«, weil ich das nicht ieiden könnte, desto lauter schrie er. Seine Mama, welche ansang» lächelte, versuchte jetzt, de« kleine« Knaben zu be- säafngm. Sic drückre ihn an fich und— o Wunder aller Wunder I— er schwi»g. „Wie er gehorcht!" rief fie glückselig.„O Richard ist ei» reizende» Kind I" Und al« ob ste mit diesem Kunststücke«och nicht gmua bewiesm hätte, sagte fie ernst nnd feierlich, so etwa»ie Miß Cara im Löwmkäfig spricht:.Und jetzt, Richard, gehe zu dem Herrn und reich« ihm die Hand." Die großm Auge» angstvoll auf mich gerichtet, näherte fich der dreijährige Knabe..Lasset dm Kleinen nicht ,» mir kommen," wollte ich rufe«; aber die Höflichkeit schnürte mir die Kehle zu. Da stand er nun vor mir, der klein« Richard. Mtt jeder Sekunde wurde er muthiger. Er saß bald auf meium Knie«», hatte me»»c« Zwicker betrachtet, meine Glatze betaflet,„ob die Haare nicht darunter versteckt find", me«»« nme weiße West« aufgeknöpft und einen Ab» druck seiner kleine« Hand zurückgelassen, meine Kravatte aas» geknüpft und mir auf die Füße getr«-e», wobei ich noch be- merken«uß, daß mir nicht« unangenehmer ist, gl« wen» mir Jemand auf die Füße tritt. Doch da« war nur da» Werk einiger Sekundm. E« kam»och besser. Richard wurde e« müde, auf meinen Füße« zu stehen; er I etieit« wieder auf meine Kaiee und— o du hoffnungsvoller wird. Rinken diese Zusammenzlehunsen des MagenS, die einen Thetl des In Halls nach oben»urückfioßen, in liegender, also in Echw'mmstellung statt, so gelangen anstatt Kloster Gase sehr leicht Speisen in den Schlundlopf und diese können bei der starken und nicht momentan zu unterbrechenden Athem» bewepung des Schwimmers leicht in den Kehlkopf und in die Luftröhren eingesaugt werden. Wahrscheinlich werden durch die Lage auf dem Bauche oder die zusammenziehende und streckende Bewegung des Körpers oder durch das Schaukeln und den Wellenschlag beim Schwimmen leicht stärkere Zu- sammen ziehungen des Magens ohne wirklichen Brechreiz her- vorgerufen, oder eine Ohnmachtsanwandlung mit momentanem Versagen der Kräfte ist die Folge des UedelkeilSgefühls. In diesem Falle folgt alidann die Brechbewegung erst unter Wasser und mit den nächsten Aihemzügen wird der in Mund und Schlund befindliche Speisedrei in die Luftröhrenver- zweigungen und Lungen so tief eingesaugt, dast der Un- glückliche ersticken, also aus Luftmangel und Athemnoth unter- gehen must. Der kleine Jüdenhof ist mit den von der Anlage der Kaiser Wilhelmtstraste hervorgerufenen Umwälzungen ver- schwunden. Der große Jüdenhof, die ältere Anlage, welche schon im 13. Jahrhundert bestand und an der ersten Stadt- mauer lag, exisitit noch heute. Selten nimmt stch ein Vor- übergehender Zeit, einen Blick in diese? Häuserkarr� zu thun, und doch bietet es kotz vieler Neuerungen noch ein Altderliner Bild. Diese kleinen, behaglichen Häuschen heimeln uns in- mitten der heutigen Wohnkasernen ungemein an. Sie find vielfach modernifirt, aber ihre Grundform ist geblieben. Ein? ist ganz unverändert, ein richtiges holländisches Gartenhaus mit hoher Steintreppe, eisernem Geländer und bliyenoen Mesfinftknäufen, innen mit einem kunstvoll geschmiedeten Treppengeländer. Heber Spuren deS Mörders Keller tauchen immer wieder abenteuerliche Notizen auf. So meldet die„Potid. Ztg.": Auf einer Bank in Sanssouci linkS von Charloltenhof hat man den nachfolgenden Satz mit einem spitzen Instrument eingekratzt bezw. mit Blei nachgeschrieben gefunden. Derselbe lautet wörtlich:„Ich, Gottfried Keller, der Mörder, habe hier gesessen und Ihr habt wich nicht gekappt." Wie weiter be- richtet wird, ist auf Veranlassung der Kriminalpolizei eine ge- naue Kopie dieses Satzes hergestellt, wonach man nun die Handschi t-t prüfen, resp. vergleichen will, od fie wirklich von dem Mörder Keller herrührt oder od stch ein Anderer einen schlechten Scherz erlaubt hat. Bei der Kriminalpolizei in Berlin soll die Hrndschrttt deS Keller vorliegen. Kür beide Thetle.höchst unpraktisch ist die Einrichtung, daß der letzte Pferdedahn wagen vom Görlitzer Bahnhof II Uhr 24 Minuten Avends abgeht, während der Zug 11 Uhr 25 Minuten eintrifft. Die Pferdedahn fährt leer und die Passagiere müssen laufen. Ans eine seltsame Weise hat der neunjährige Sohn einer Cparlottendurger Famrlie sein Leben verloren. Derselbe vergnügte fich in dem zur elterlichen Wohnung gehörenden Odttgarten und fand hierbei eine vor der Zeit reif gewordene, vom Baum herabgefallene Birne. Ohne dieselbe lange zu untersuchen, steckte er fie in den Mund; kaum aber hatte er hineingedrssen, so stieß et einen gellenden Schrei aus, worauf er zu den Eltern eilte. Eine sofort angestellte Untersuchung ergab, daß eine Wespe in der Birne gesessen hatte, im Munde deS Knaben ausgekrochen war und ihn in den Gaumen ge- stoch-n ha le. Das Thier wurde zwar sofort entfernt, allein der Gaumen schwoll trotz aller ärztlichen Bemühungen infolge des SucheS sehr bald so an, daß keine Rettung wehr trögiich war. Der Kleine starb den entsetzlichen Tod der Er- stickung. Von einem mißglückten Straßenraub in der Um- Segend Berlins meldet ein Beiich' erstauer: Ein seit Jahren in iefiger Gegend nicht gehörtes Verbrechen war am Freitag voriger Wrche auf der Coaussee zwischen Zehlendorf und Teltow g plan', ist aber noch glücklich v-reitell worden. Als um etwa'/«ü Uhr Abend» der Postwagen, welcher täglich mehrmals zwischen den beiden Ortschaften fährt, ohne Insassen nur mu d m Pottillon nach Teltow zurück'uhr und in die Gegend der dem Geh. Medizinalrath Lähr gehörigen, unmittel. dar an der Charssee liegenden Scheune kam, sprang plötzlich ein W'gelagerer den Pferden in die Zügel, während ein zweiter den Wagen zu erklettern versuchte, vermuthltch, um den Postillon zu überwältigen. Der Posttllon schlug kräftig mit seiner Peitsche auf den die Pferde am Zügel haltenden Stiaßenräuber ein, so daß die Pferde stch bäumten und diesen zur Seite, den anderen vom Wagen, den er bereit» erstiegen hatte, hela�ch'euderten. Was Einem pa, streu kann, venu man einen starken Rausch gehabt und nach der Chmttee gebracht wird, davon w>iß ein in der Cdarlottenstraße wohnender Kaufmann zu erzählen, über den bereit« der letzte Polizeidericht kurz be» richtet hat. Besagter Kaufmann hatte eine vergnügte Nacht ge- Junge 1— zog meine Taschenuhr, löste dieselbe von der Kette und ließ dann die Uhr fallen. Ihm geschah nichts dabei, aber der Uhr wurde ein Zeiger gebrochen und das Glas zertrümmert. Während ich nun die irdischen Ueberreste meiner Uhr zusammensuchte, hatte Richard wein Taschentuch erbeutet und mit bewunderungswürdigem Znstinkie sofort entdeckt, wozu dasselbe benützt zu werden pflegt. Er machte von demselben Gebrauch wie ein Riese und gab es mir dann wohlaemuth zurück. „Ein reizende« Kind," sagte die Mutter,„es ist so gewissenhaft und so reinlichkeiitlrebend." Der kleine Richard war eben damtt beschäftigt, meine Taschen zu durchstöbern und hatte bereit« ein Taschenmesser, eine Nagelfeile, ein Portemonnaie, eine kleine Bürste, einen Spiegel und einen B-ief hervorgekramt, als da» hübsche Slubeomädchcn mit der erfreulichen Botschaft in da« Zimmer trat, daß die Suppe servirt sei. Mir war es, als ob mir ein Stein oder, was noch schwerer zu wagen wäre, ein Kind vom Herzen fiele; ich raffte meine Siebensachen zusammen, erhob mich, reichte der Frau de» Hause« den Arm und führte fie in da« nächste Zimmer, wo der Mittag«» tisch gedeckt stand. In einer Nische erblickte ich da» Stuben» Mädchen. Tisch und Mädchen waren weiß, rein und appetitlich. Auch die Tische und Kellner im Gasthause find weiß und rein— aber appetitlich find fie nur in den seltensten Fällen..... Ich weiß nicht warum, aber mir kam jetzt diese» kleine Heim sehr anheimelnd vor und ich konnte mir den wöitlichen Ausdruck dieses Gefühl« nicht versagen. Die Hausfrau lächelte, der Hausheir lächelte und der Hausknabe brüllte. Dieser hatte fich nämlich an meine Rockschöße gehängt und ich war so unalücklich gewesen, ihm bloi auf den Fuß zu treten. Die Eltern eilten bestürzt herbei und Richard heulte, daß.der da(da« war nämlich ich) ein abscheulicher Mensch sei, daß man den da(da» war wieder ich) fortschicken solle"... Meine gute Laune war in Folge diese» Zwischenkitte» dahin. Der kleine Richard war bald beiuh'gt mein Gemfllh jedoch konnte nicht zur Ruhe kommen. Die liebenswürdige Hausfrau hatte mich nämlich—.damit ich Richard wieder versöhnen möge"— an die Seite diese« Wunderkindes gesetzt, und ich darf diese« Diner zu den schrecklichsten Diner« meines Leben» zählen. Bei einem Todtenmahle muß man vergnügter sein, als ich habt und einen echten Schoppen nach dem anderen über den Durst gekunken. ES war dies in der Nacht zum Sonntag. Nachtwächter fanden den von edlem Gerstensaft Beseelten an der Jerusalemerktrche hocken und da er vollständig willenlos war, so brachte man den„Schwerkranken" nach der nahen Sanitätswache in der Markgrafen firaße Da man ihn aber auch biet nicht„zum Leben" zurückrufen konnte, erfolgte seine Uederführung nach der Charitee. Hier erwachte er in einem der Krankensäle bei vollem Verstände und war nicht weniger- staunt, von Krankendelten umringt zu sein. Auf seine Frage, wo er fich denn eigentlich befinde, wurde ihm von dem Kranken- «ärter eine ausweichende Antwort und er mußte fich in fein Schtcklal finden, bis die Aerzte kirnen. Da er nun gerade nicht sanft seine sofortige Entlassung verlangte— et hatte seiner aukwärts wohnenden Gattin telegraphisch seine Ankunft für dm Sonntag angezrigt— so glaubte man bei ihm das Vorhandensein der Spuren einer Geistetkrankheit zu finden und er wurde trotz allen RemonstrirenS der Abtheilung für Geisteskranke in der Nrnm Charitee überwiesen. Erst nach- dem hier zur Evidenz festgestellt worden aar, daß man einm vollständig geistetgesunven Menschen vor fich hatte, erfolgte seine Entlassung. An dm Kneipabend wird der junge Kauf- mann gewiß sein Lebtag denken. Durch grobe Fahrläsfigkeit ist gestern Vormittag daS Dienstmädchen de« Oelonom« im Botanischen Garten schwer zu Schaden gekommen. Sie goß aus einer 10 Liter fassenden Blechtanne Petroleum in die offene Flamme de« Herdes und veranlaßte dadurch eine Explosion, durch die daS Mädchen schwer am Arm oerletzt winde. Im Elisabeth-Krankenhaut wurde der Verletzten ein Verband angelegt. Die Zeit der saureu Gurke steht tu vollster vlüthe, denn nur so ist es erklärlich, wenn zahlreiche Blätter eine lange Geschichte von einer Hochzeitsfeier erzählen, bei welcher der Braut daS falsche Gebiß verlorm ging, wie dann ein kleiner Hund stch desselben bemächtigt, der Bräutigam den zahnlosen Mund der in Ohnmacht gefallenen Braut entdeckt habe, stch vor Entsetzen die Haare ausraufen wollte und statt dessen nur eine Perücke zu fassen in der Lage war. Wie oft mag diese wahre Geschichte wohl schon erzählt worden sein! ES wird wirklich Zeit, daß wir einer kühleren Jahreszett entgegengehen. Am Wuudkrampf gestorben. Am Sonntag riß stch ein in der Frantfurter Allee 13 wohnender Glasergeselle beim Kegelspieh als er im V-rlauf des Spiels die Kugel ansetzte, einen Splitter in den Mittelfinger der rechten Hand, er de« achtete die Wunde weiter nicht. Die Hand schwoll jedoch der- aitig an, daß er gestern Abend in einen Starrkrampf verfiel, welcher seine Uebersührung nach der königlichen Charttee nöchig machte. Eine Stunde später war der Unglückliche bereit« eine Leiche. Auch in den Vororte« Setiin« befinden fich die Grund» stücke in stetigem Steigen. In Friedenau werben, wie die „Voss Ztg." wittheitt, Grund Nücke, die noch vor fünf Jahren vergeblich mit 50 Mark angeboten wurden, beute willig mir 150 M. die Ruthe dezahlt. In der von den Bahnhöfen sehr entfernten Kaiser Wilhelmstraße, die direkt über Wilmersdorf nach dem Zoologischen Garten führt, find in letzter Zeit Par- zellen bis 200 Ä. die Ouadratruthe bezahlt woroen. Die auf Schöneberger Gebiet liegende Svonholzstraße ist bis auf wenige Grundstücke zu 150 M. pro Quadratruthe ausverkauft, ver- schiede ne Villen find dort der Vollendung nahe. Die parallel laufende Wielandstraße konnte bis jetzt nicht debaut werden, " �~........"" M. di,~ da die Grundstücke nicht unter 200 M. die Quadratrulhe zu haben find. Von einem schwere« Uoglück ist am Montag Abend eine Familie Pallisadenstraße 70 betroffen worden. Die daselbst im Keller wobnbatten Koblenhändler Berkholz'schen Eheleute hatten gegen 8% Uhr ihr Wohnzimmer auf kurze Zeit verlassen und fich in den unmittelbar anstoßenden Ge chäftskeller begeben. während rhre einjährige Tochter Anna in der Stube zurückb-ted. Die fich selbst überlassene Kleine riß, wie der Augerschein später zeigte, die auf der Kommode stehende brennende Petroleumlampe herunter, wodurch ein Brand her- vorgerufen wurde, der fich schnell über den größeren Thett des Mobiliars fortpflanzte, gleichzeitig aber auch die Kleider des armen Kindes ergriff und in Flammen setzte. Wenn auch die Eltern auf das Schreien der kleinen Unglücklichen sofort herbei» eilten, war es leider doch schon zu spät, da daS Kind inzwischen berett» sehr gefährliche Brandverietzungen davongetragen hatte, welche seine sofortige Uederführung in eine Krankenanstalt norhwrnvig erscheinen ließen. Dem Feuer selbst halten die Hausbewohner im Wesentlichen schon ein Ende bereitet, als die Löschhilse zur Stelle kam. Ein bellageuswertder Unfall hat fich am Montag Vor» mittag in einer Privat Tächier-Schule in der Magdeburger» straße zugetragen. Eine achtjährige Schülerin war von der Lehrerin mit einer Besorgung beauftragt und benutzte diese Gelegenheit, um von dem drei Treppen hoch gelegenen Klassen- es gewesen. Der Wahrheit die Ehre! Die Paradei«suppe war nicht schlecht, aber der Junge dazu war e# Richard hatte dämlich die Passiva, seinen Löffel tu meine Suppe zu tauchen(de« Knaben scheinen, in Parenthese bemerkt, mtt dem berühmten Tropfen sozialistischen Oele» die Haare gesalbt worden zu sein!) und meine weiße Wesse mtt roihen Suppenkopfe» zu schmücken. Gr aß aber trotzdem die Hälfte meiner Suppe und, um diese Ungerechtigkeit wieder gut zu machen, warf er da« Stück Rrndflersch, welche« ih« seine Mutter später gab, auf meinen Teller. Ich wurde auf» geregt wre ein Löwe. dem«an ein Stück Fleisch vor di« Nase wirft. Doch die Eltern lächelten selig ,.E« "®'"#«* Kind I" lispelte fteudestrahlend die Mutter. Ih rli Alle« mit den Armen, sogar da« tägliche Brod." ._.�"d da« Fleisch," warf ich ein, nachdem man mir dasselbe vorgeworfen. .Ein reizende« Kind I" flüsterte die Mutter, und sie sah dankbar zum Plafond empor. .--jawohl,«in reizende» Kind," wiederholt« ich konisch; r" werkten meine Ironie nicht, sie sahen mr� glückselig an und aßen weiter. El trat eine Pause«in und ich wollte dieselbe dem mir �rgeworfenen Fleischstück widmen,°l, R.chard an meiner �.�"«dig ausschrie, all ob er die EselbrÜcke M'm'4-"" « w TO letae a«. J'T,®""k TO*#., TO E-xdnmi-chn üchTO. M.N-.'ÄS%% stimmt wurde.... Der Braien sollte aufgetragen werden und wie alle großen Ereignisse warf auch diesi« sein. Schatteu vorau«. zimmer nach dem Parterre zu gelangen, in der bekannicri b auf dem Treppengeländer herunterzurutschen. Hierbei ßtl sie vom Geländer durch mehrere Etagen hinab, blieb schwer* letzt am Boden liegen und verstarb darauf an den eilM Verletzungen.— El ist ja schwer, gegen diese leidige u«" bicher N S&li ~ Sn de« Verletzungen.— Es ist ja schwer, gegen diese leidige der Kinder anzukämpfen, aber« ist vor Kurzem ein I# � probate« Mittel angegeben worden, da« Geländemitsebeei B 1"tn' verhindern, indem man auf jedem Geländer einige Erhöhu� �.'"em in Form von Knöpfen oder Verzierungen andringt, j»„t j.?»! Schulen wäre e« ganz besonder» nöihig, an solche N.�"8 beugungsmaßregeln zu denken, denn auch bei der strer# L. Beausstchtigung wird da« Geländeirutschen unter vielen Ki»� t0t nicht zu vermeiden fein.<*—■-> Straßensperrungen. Die Jnvalidenstraße, von* Gart-nstraße, einschließlich des Kreuzdarr.mts mtt derselben,««»«und?». »ur ßfinuff-i-ftrns» fovnrfi ntilfehlirilitft hft Ctrmihnmmel C j sjjj Straßensperrungen. Die Jnvalidenstraße, '"'"M" leiden. ss wies ß »»»?...„ auf Weiteres für Fuh'rwerle und Reiter gesperrt. Die Zu� üez »ur Chausseestraße, jedoch ausschließlich des Kreuzdammes der letzteren, wild dehusS der definitiven Uwrflasterung, s»* d.,.'%% ....... m 12. V. M. ab.» un°' die Dampfwalze benutzt werden wird, vom Der »um Stettiner Bahnhof wird zunächst durch die üßifthäM* Jnvalidenstraße, demnächst aber durch die Schlegel- und dorffstraße offen gehalkn werden. Ferner wird der 1#' Thetl bei Michaelkirch platze«, vom Kaiser- Franz Grenadiers bis zum Enaelufer, behufs der Umpflasterung vom 12. t? ab bis auf Wcitere« für Fuhrwerke uno Reiter gesperrt. Vtarkthalleu- Bericht von Z. Sandmann, itädtW Verkaufsvermtttler, Berlin, Zenkal-Marlthalle, den 11. In der gestern Abend stattgehabten Aultion br«D Zwi-deln: Sudendurger 3,40—3,80 Pf., große gelbe 3 25--%' pro CK„ C'tronen 8-9,10—10 M. pro Riste. Neue 86.t W Gurten 1,60—2 M. pro Schock; □ BattSeinlüfe U. 16' Mark, III. 6—8 M. pro C:r. G tte Qualilät fand leicht W nähme und es zeigte stch starker Begehr danach, während I5 fin», geringe Waare nur wenig�Käufer vorhanden waren. � ju ntmäh SÄ®' aber, npc zvuiu* nui wenig nuuict uotganoen wattn._. tu aemo�r-, Gemüse und Obst. Die Zufuhren in ausdauernder kbe»»>?. i werden reichlicher, auch Kattofieln treten in größeren M? an den Markt, weil wenig AuSstcht auf eine bessere stellung zu erwarten ist; e« ist vielmehr ein>, Preisrückgang für diesen Artilel vorauszusehen. beeren im Preise steigend. Tomaten 30 Pf., Reineklauden 30 Pf„ Weintrauben 60— 70 Pf. per Pfv„ Pfirsiche per 3,00-1,50 M., Kirschen 6-16 Pf. per Pfd.. Preißel» 8—9 M. per Schssl., Pfefferltnae 4—6 M., Gurken 0,60-3001 per Schock, Schoten 2—3 M. per Sckefiel. Karotten 60 r Wirfinglodl 3-4 M., Roth- und Weißkohl, große 3,50-4 M„«lumenkohl 10-15 M.. Erfurter I, pr. 100 Stück, neue Kartoffeln, weiße runde 3 2o' Nierenkartoffeln 3,25 M, rothe 2,80 M., blaue 3,50: pr. 100 Kilo, neue Pflaumen 16 M„ neue Birnen 10-20; neue Aepfel 10—20 M. pet Ztr„ neue Zwiebeln 3,50— 40� Zitronen, gesunde Ausschußwaare, 12 M. pr. Kiste von 29 300 Stück, neue saure Gurten 2—2,20 M. per Schock. Ionen 30 Pf. pr. Pfd. Amerilanische AnanaS 2—2,50, W' 3-4 M. p. Pfd. � u Wild und Geflügel. Rehe 60—70 Pf„ Hirsche 45 Pf., Wildschwein 30 bis 40 Pf. pr. Pfd.. wilde' 1,00—1,50 M.» Bekasfinen 30—70 Pf„ junge Gänse 4,50—500 M., junge Entemi— 1,50— 2,00 M., junge l 0,50-0,90 M-, Tauben 30-45 Pf. per Stück," 4,50-7 M, alte Hühner 1,10-1,40 M. Butter. Frische feinste Tafelbutter x. 105-106,] Butsdutter L 95-100-106, II. 85-90, w. 75—85, bullet X. 75—80, II. 66—76 M. Gallzische und andere| Sorten 55-66 M. p. 50 Kilo. Käse. Echter Emmenthaler 73—80, Westprttll, Schweizerkäse L 55-60 M-, U 48-50 M., III. 40-40; Ouadrardackstein I. 22—25 R., H. 14-18 M.. IlWbffS*.. 40-56-60 M.. Ti fiter Magerkäse 18-23 M.«"tSSS 30-32 M., U. 20-25 M.. Namadour 30-32 M-,« Holländer Käse. 20-22 Psd. schwer. 45-58 M-, echkr Hollän 0000 Loo 65 M.. Edamer L 60-70 M.. II. 56-68 M-, Fwnzos�»mtwerth Neufchaleller 18 M. per 100 Stück. Camembert 8,00-� Wmmung M. per Dtzd., j°'°wmtwei 25 Pt., Kabeljau 25 Pf. per Pfund, Makrelen 40— 46, � Stnftanöe per Stück. Lcdende Fische. Aal, mittelgroß 1,35 Mt fSjtt.TM« Gegt 80 Pf.. Schleie 70 Pf. per Pfund. Krebse. Mtttel 347�'"' große 8—12 M. per Schock. Geräucherte Fische. Rh 2,50-2,90 M., Weier- und OstseelachS 1,20-1,40 räucherte Aale 70-100—130 Pf. pr. Pfd., Flundern,. 1,75—2 M„ mittel 3-5 M, große 8—9 M. per Bücklinge, prr 100 Stück'4,60- 6,75 M. Poliz ibrrtcht. Am 10. d. ist. Vormittag« warf I dem Stittudahnhof Frkdrichstraße ein unbekannter, bis 40 Jahre alter, anscheinend dm besseren Stände« >ose' i§ Ä aftdenten; sprang die Mutter herzu, leckt- dem#>7 f NzJkl n Gesichte und schne:„Sie Barbar. � m seit Stunden mein Kind, werfen es vom ß**, Ä Ut" wenn ich ihn fallen gelassen hätte. Denn die___ war leider nur vertagt und nicht besettigt. Ka»' vämliw der herrliche Jndiau m Begleitung einer' Schüssel Kowpote und einer sauren Schüssel Sa� der Tafel«schienen, so veisuchre Richard noch«7 Experiment. Er rutschte auf seinem Sessel und aus andere« Gegenstände hin und her und rief endlich! fall«!" „Falle nur zu," dacht« ich wk, und in bw/T er fiel, klammerte fich im Sturze an da« dasselbe mtt fich und schwamm im nächsten Äugend� einem Meere von Kowpote und Salat. Da« zu viel. Ich hob den von süßer und saurer Nässe den Buben empor und gab ihm ein„Kopsstück wie eine Löwin, der man ihre Jungen oder rauben will,' Kowpote vom guälen s——---—•»•"«,«-»»>»»»»». 0, schlagen c< dann noch! O, Du süßet Kwd I" tief% rend fie die Kompotinseln im E-sichte ihre« M«*' chens küßte. Ich wendete mich an meinen Freund:-®u lieber Freund.. sagte' Wir mären von nun ob weder»rreunoe,-»"» da« Tischtuch zwischen uns habe sein Sohn l wolle mich nimmermehr sehen und womöglich 7/ s� von mir hören. Ich sei ein Barbar, ich ,?/ Richard geschlagen, eiren so liebe* Jungen de« Kind I... � a Wie ich au« dem Hause'kam, weiß ich Hörle Richard schreien und den Kanarienvogel b � 7 »tel Geistesgegenwart hatte ich allerding« noch, iL hübschen Stubenmädchen kein Trinkgeld in die Q. dem nur die letztere drückte und heimeil'«. � jp: Bilanz: Meine Glatze war entweiht, meine VN mein Zwicker unbrauchbar, meine Uhrkette z«r>si � Weste beschmutzt, meine Hose lädirt... Fürw�ls zende« Kmd l___ bft a Ich habe nur noch einen Wunsch: Himmel— wenn er mich schon strafen will r. Frauen schenken, alt ein einzige«.reizende«* Julian Weiß w der-V » "»«en t, " die! H Man ab« W» M meinen Freund: $Pi »kl % »irr "Äi rbd ��6* Kann in silbstwörderischer Ai ficht vor eine» einsah- (Ämeif(HLi Süß und wm de durch Uedelfahren auf der Stelle ge- n nlirt**' Dle Leiche wurde nach dem Leichenschauhause gedracht. »iae U»V ��.vemstlben Tage Nichmittag» wmde der Klempneraeselle i ein B» � und die Ärbeiteitn Meinicke, welche mit noch anderen i � der Durchfahrt de» Hause» Beuthstraße 3 fiandm, !wurnem einfahrenden Rollwagen derartig an die Wand ge- St krsterer in Folge der erliitenen inneren Verleyungen liJi A�g zu Loden stürzte, letztere eine starke Quetschung de» � LderarmS erlitt und beide nach der Kitnil in der Ziegel» r:®** Sedracht werden mutzten.— Zu derselben Zeit wurden «dem Hause Friedrichizracht 37 der Schiffer Ditlmann ou» �nenwaid« und in der Tauben st atze der Thearer- Direktor . v°n: rrselb«.� immc»* ung. und.. ,.Ran au» Wien destnnung»lo» auf der Stratze liegend vor- ?'�den und beide nach der Csarttee übergeführt.— Am 8- M. Vormittag» wurde an der Alstn brücke die Leiche unbekannten, etwa 30 J-hre alten Manne» au» dem l\ «W an@0* r» �••mwumuucti, ciwa ov a/iunnc» u £)i'e Zwf«# Bijogen und in da» Lerchen schauhuu» geschafft .fchäifii»- br« 16-1 Gerichts-Zeiwng. Dt» Direktor der Deutsche« Kaustgewerbehalle Simon Fischer auf der Auklagebaut. Zweiter Tag der Verhandlung. gi,./"äftdent Landgerichttratb Grünnagel eröffnet gegen /«Ahr Vormittag» wiederum die Sitzung. E» treten zunächst ZW oeimem auf, die bekunden: Sie haben wohl von der Vermögenslage de» Angeklagten Kenntnis gehabt, sie ili r.i i1' thetl» durch da» fichere Aufrreten de» Angeklagten Il-nc_ffl_or d-r deutschen Kunstgewerdehalle, theil» durch die »..°?�zkett der Kunftgewerdehalle stch bewogen gefühlt, dem - floaten durch Zustellung von Aufstellung» Objekten Kredit i(2i®??re5- Diese zum Theil sehr werthoollen Gegenstände Zeugen zumeist nicht zmück erhalten. Allerding« »Ii a � erst dann der Slaat»an waltschast Anzeige gemacht, a,_r 8°n der Verhaftung de» Angeklagten durch die Zeitungen Ii»-.,, herhielten.— E« wurde altdann zu dem weiteren An- JM„Arrestbruch" übergegangen. Der Angeklagte gab zu, ß»n� Siegel, die der Gerichtsvollzieher an verpfändete Gegen- Milegt hatte, eigenmächtig entfernt zu haben, habe aber nicht " �ch dadurch einer stral baren Handlung schuldig Die Pfändung sei wegen nicht gezahlter Steuern vor- »mmen worden. Gleich nach geschehener Pfändung habe er ? Steuern auf dem Rathhause entrichtet und sei nun der S�ng gewesen, er sei berechtig«, die Siegel ,« entfernen.- � Staaiinrmnre erkennt e» an. ratz e» stch hier nur um eine handle.- In einem «te Gegenstände ent- w.... Der Angeklagte"giebt die« zu. Nachdem« die � der ersten Etage de» Rothen Schlöffe» an den Hau»- U�ir�wiroau rucnnx c» an, oau w sicr der gesetzlichen Vorschriften han '�,�.?®lle soll der Angeklagte gepfändete uß n#•? AM QT Am A A A A« mm# m l 8,00- schaffen er habe aber vaoon sofort dem Rechtsanwalt. Jastizrath Rodert. Mittheilung Obwohl er eine JahreSmiethe von 42000 M. zahlte, * alle seine MobUien nicht unterzubringen vermocht.— «a.JttUrtr AnklaaepunN ist da» Spielen in auSwSrtigen *,»�Wr. Bei der Verhaftung de« Angeklagten find in seinem # toose der sächfischen, draunschweigtschen und Hamburger . gefunden worden. Der Angeklagte giedt zu, diese Loose Ä zu haben. iua al»dann zu dem Anklagepunkte übergegangen, 8« Angeklagte vei Veranstaltung der Lotterie die Be- AorzesstonSurkunde vom 29. Oktober 1884 nicht »äftvSitfn-».®et Angeklagte bemerkt auf Befragen de« ech-t. zur Verloosung gelangen. Dieser .—----- n* vfc im aellaemeinen entsprochen» Vlenn der lammtwerth der Gewinne sich vielleicht etwa» niediiaer stelle, Knüffe er bemerken, datz er bei Nachsuchung der Konzesston �.Regierung mitgetheilt habe: wenn er nicht sofort eine Kon- �n zur Veianstallung einer kunstgewerblichen Lottikie erhalte, .M» nicht mehr halten könne. Die zur Verloosung gelangten Mände seien durchaus po-ikwerth gewesen. Wenn M* Begenftände sehr billig eingekauft, so sei da» sttn Vor- «r gebe ja zu, datz er an den Gegenständen vnhäftnitz !? viel verdient habe, deshalb seien aber die angesetzten nicht exorbitant gewesen. Auch deHaupte er, sämmtliche rloosun-'—.--- gelangten Gegenstände haben stch durch Neuheit. liglett und künstlerische Ausführung ausgezeichnet. I hierfür dürfte der Umstand gelten,"dotz der tS« anU\ kÄl600�«.won diesen Gegenständen 3« ■ rs* .dlich: | auia�i�«rwir.ne uieprerr xuotpen zur allgemeinen I jttbe lein fleroeftn' könne mithin von einem Betmge m��aev�ÄM°» Z-ugin eine ftrau Schmidt.� die e � ai» scuflin cwic fTtuu v« Atzten 3% Jrhre konditionirt hat. Diese hat die Ufr al« Vre zur Verlosung gelangten Gegenstände lVL.bti gefunden.— Eine zweite Dame,.die � Angeklagten konditionirt' hat, widerspricht — Polizei Hauptmann Maurer� der von der �braust. � bekundet tQ«l war, en sestzustellen, ob Sr den KonzesfionSbe- habe vor der Ver- «nn�iV'�kkten Gegenstänte in Augenschein genommen ii l' nor.ÄKfhtr#.»»111»»künden. Od einrelne ML Kk,®» M�igkeit wabraenommen. nS'nth kl---- WIVIBWIBHHIKII. Stbai?"f vin Gutachten de» kommiffarisch vernow- und Kunstkritiker der„Post", Dr. Adolf s�nigNn. Dieser bekundet: Sr habe die Preise für ) Ä4t ttnM(8i,8eIanfl(en Gegenstände angemeffen, ja zum �ultatan« � gefunden. Die Gegenstande selbst waren Wif�gn« L. Lwnven. Die Gegenstar ve...°>v. al,'J8» Kunstgewerbe zu rördern.— xaufmann f�I,'Bistillt«.?k>°"siäi.d!gcr für Lionzewaaren. bekundet: Tor,*®fr bronzenen Gegenstände waren zum grotzen % T' "Wämmmm IfS1 Und �i?� Goldschmiede- und Tischler. Innung. !, Aiiti. �NdeS.— E« wird alSdann dl« kom- — wird alSvann die »ine» Kellner» Kühn und deffen Darnach hat letzterer den zweiten einer Zimmereinrichtung 1U dem � uui m*»*- L nruch'� ,°"rde. Zudem K-uk de. Loose, sei u Umstand bestimmt worden, datz ihr eine Freundin sagte: man könne in dieser Lotterie sehr schöne Zimmereinrichtungen gewinnen. E» treten alSvann eine Anzahl Zeuge« auf, die dem Ange- Nagten in jeder Beziehung da» beste Leumund« zeugnitz ausstellen.— Einige andere Zeugen bekunden, datz fie stch durch den LooSkauf nicht für geschävigt erachtm.— Auf die Ver- nehmun� aller anderen Zeugen und Sachverständigen wird ' ES deginnen alSdann die Plaidoyrr». Staatsanwalt Dr. Otto: Ich verkenne nicht, datz der An- geklagte die AI; ficht hatte, die Kunstgewerbehalle auf einer soli- den Bast» zu gründen. Sr ging von der richtigen Auffassung au», datz die Zeit gekommen ist, wo da» Kunstgewerbe in kauf- männischer Weile betrieben werden mutz. WeShald ihm die» nicht geglückt ist, kann ich nicht sagen; möglich, datz er ver- fehlte Spekulationen gemacht hat. Er gerieth in mitzliche Ver- hältniffe und lietz stch zu Schwindeleien hinreitzen. Ich gehe nun auf die einzelnen Fälle ein. Da ist zunächst der einfache Bankerott, deffen stch der Anaeklagte schuldig gemacht hat. Mit dem Augenblick, al» er den OffenbarungSeid leistete, war der Bankerott eingetreten. Gerase bei dem umfangreichen Geschäft de» Angeklagten war eine o:dentltche Buchführung und ein« regelmätzige Bilanzziehung dringend geboten. Be> züglich de» Weg'chaffen» der gepfändeten Gegenstände laffe ich die Anklage fallen, da stch hierbei der Angeklagte in gutem Glauben befunden haben kann. Ander» steht e» mit der Ent- fernung der Amtsfiegel. Hier wird eine Verurtheilung ein- treten müssen, obwohl dieser Fall sehr miloe liegt. Ich er- wähne hier gleichzeitig de» Spielen» in auswärtigen Lotterien. J5i ist die» nur ein geringe» Vergchen; e».......... dürfte lediglich in Be> tracht zu ziehen sein, daß der Angeklagte in sehr umfangreichem Matze in den erwähnten Lotterien gespielt hat. Von den dem Angeklagten zur Last gelegten Unterschlagungen halte ich zwei Fälle für erwiesen, ich ersuche jedoch auch hier Milde walten zu laffen, da der Angeklagte hierbei augenscheinlich die Adficht hatte, stch vor dem vollständigen Ruin zu retten. Ander» steht e» mit den Fällen, in denen der Angekiaate Waaren entnom- men, ohne den Verkäufern, die ibn setner Stellung und seinem ganzen Namen nach für solvent hielten, seine wirkliche Vermö- genSlage mitzutheilen. Ebenso mutz ich die Betrugifälle, die dem Angeklagten bei Veranstaltung der beiden Lotterim zur Last gelegt w-rden, ausrecht erhalten. Wenn der Angeklagte soweit den KonzesstonSbedingungen entgegen handelte, datz er alle unmoderne Gegenstände zur Verloosung krackte und eine Anzahl zur Verloosung gestellter Gegenstände 100 Prozent über den Einkaufspreis ansetzte, so ist die» ein arger Schwindel, der um so schwerer in'» Gewicht fällt, al» der Angeklagte dadurch gleickiettig da» Vertrauen der Regierung gemitzdraucht hat. Mit Rückficht hierauf deantrage ich eine Gesammtstrafe von 1% Jahren Gefängnitz und 2 Jahren Ehroerlust. Wegen de» Spielen» in auswärtigen Lotterien beantrage ich eine Geld» strafe von 300 M.. eoent. 30 Tage Gefängnitz. Verthetdiger Recht». Anwalt Dr. Staub plaidirt in längerer Rede für Freisprechung, indem er betont, datz bezüglich der Betrugifälle, die bei der Veranstaltung der Lotterien begangen sein sollen, ein Geschädigter nicht vorhanden sei, datz der Angeklagte aber in allen Fällen zweifellos bona üä« ge« handelt habe. Verthetdiger Recht»- Anwatt Dr. Eello weist darauf bin, datz der Angeklagte, trotz unserer heutigen Zeitströmung, da« Banner de» JdealiSwu» hoch geholten und stch um da» deutsche Kunstgewerbe ein weseniliche» Verdienst erworben habe. Der Angeklagte habe in keiner Weise die Adficht gehabt, Jemanden zu schädigen, er habe die verloren gegangenen Summen lediglich im Interesse seiner Gläubiger verwendet. Der Verthetdiger geht alSdann noch näher auf die Einzelheiten der rnklage ein und schlietzt ebenfall» mit dem Annage auf Freisorechung. Stich längerer Berathung«erurtheilte der Gerichtshof den Angesagten wegen einfachen Bankerott» zu vier Wochen Ge- fängnttz und wegen Spielen» in auswärtigen Lotterien zu 30 K. Geldstrafe. Diese Strafen wurden durch die erlittene Untersuchungihaft für verbüßt erachtet. Bezüglich aller anderen Punkte erkannte der Gerichlihof auf Freisprechung. t Wenig Freude erlebt die Wiltwe R. an ihren Kindern. Ihre Tochter Martha ist ein lüderltche» Fraumzimmer, da» ihre Nächte in Balllokalen zubringt und stch mtt zweifelhaften Per- sonen herumtreibt, und ihr Sohn Arthur zieht e» vor, in schlechter Gesellschaft seinen Ve-dienst durchzudringen, statt für seine alte Mutter zu sorgen. Der Liedhader der Tochter und der Freund de» Sohne» ist ein vielfach vorbestrafter Mensch, Namen» Grouwann, der stch von dem Mädchen ernähren lietz und tbr Zuhälierdienste leistete. Die beiden veruneinigten stch; da» Mädchen erklärte, nicht länger für Graumann sorgen zu wollen und jener droh!«, fie über den Haufen zu stechen, wenn fie ihre Abficht aufführen würde. An einem Tage im April d. I. kam e» zu einer äußerst rohe« Szene. Gr. und Arthur R. drangen in da» Zimmer der Wtttwe und nach einem kurzen Wortwechsel begann Graumann auf die Tochter lo»- zuschlagen. Die Muiter wollte ihr zu Hilfe kom- men und nun entdkbdete stch der ungerathene Sohn nicht, stch an der Schlägerei zu bethriligen und auf seine eigene Mutter ein zuhauen. Die beiden Frauen wurden zu Boden geworfen und während fie die Schürzen um den Kopf nahmen, um ihr Beficht vor Schlägen zu schützen, traten die rohen Patrone mit den Fützen auf die Wehrlosen herum. Auf ihr Hilfegeschrei drangen Rachdaren in da« Zimmer und al» e» ihnen nicht gelang, der Unholde Meister zu werden, wurden zwei Schutzmänner herbeigeholt. Vergeblich forderte auch jetzt roch die Wiitwe Gr. auf, ihr Zimmer zu verlassen, erst al« die Schutzleute Hand an ihn legten, gelang e», seinen Widerstand zu drechm und ihn zu entfernen. Vorher hatte noch Arthur R. versucht, seinen Freund zu befreien. So wurde auch dieser mitverhaftet. Bestem standen beide vor der ersten Ferimftraf- kammer de« hiesigen Landgericht». Die so arg gernitz bandelte Mutter und Schwester lehntm e» ttoydem ad. ihr Zeugnitz gegen die beiden Angeklagten abzugeben. E» genügten aber die Aussagen der undeth.iligten Zuschauer jener Szene, den BeweiS für die Schuld zu erbringen. Beide wurden zu einer iÄW»..»». gestern ein noch völlig unbestrafter Mann vor der ersten Ferien- stia'kammer des hufigen Landgericht» I. E» war der Tischler- meist.r Albert«maust Hol, warth. Der Angeklagte vntthrie in der Jgen'schen Restauration in der«andelstratze 21. Dort 5 och. während seine Frau oder seine Tochter den Gast bedien- ten Der saß dann nicht in dem eigentlichen Schankzimmer, mo da»»uff t stand, sondern in einem anstoßenden Raum zu MsZWSMW SV» BSldK»«» morgen, e» war—------.. MUWWZ satten. Drei Tage später st ein. Er bestellte Kaffee und i Tochter de« Wirthe» unvermuthet ein V"---— VV»yv- 7---- 0 geblättert. El fehlten zirka 20 Mark in verschiedenen Geld- lorten. Drei Tage später fand stch H. wieder ftüh Mo-oen« -■.— m. m..,*«u w! s arten. Drei Tage sparer v........... ein. Er bestellte Kaffee und trat an da» Pult heran. AliTbie Tochter de« W'.rthe« unvermuthet in ta» Zimmer trat hörte fie ein Knacken, al» wenn ei» vchlotz aufgeschloffen würde, und sah, wie H. mtt den Händen am Schlüsselloch zu thun machte. H. wendete ihr geflissentlich den Rücken zu. so datz fie nicht» weiter erblicken konnte, und al» fie näher trat, steckte er rasch einen Gegenstand in die Rocklasche. Nun benachrichtigte Igen die Polizei und am folgenden Sonnabend wurde H. verhaftet. Hiebet versuchte er einen Gegenstand, der ihm unangenehm zu sein schien, zu verbergen, aber e» gelang ihm nicht, und man fand einen Schlüssel, der genau zum Schlotz de» Pulte» patzte. Trotz diese» BeweiSmaterial», da» ihn im höchsten Grade ht* lastete, stellte H. in der Verhandlung rundweg jede Schuld in Abrede. Ein widriger Zufall laffe ihn verdächtig erscheinen» während er so unschuldig wie ein neugeborene» Kind sei. Der Schlüssel, den er durchaus nicht habe verbergen wollen, sei sein Kommodenschlüffil. Die Fadrikschlöffer hätten sehr häufig über» einstimmende Schlüssel. An dem Sonntag, an dem ihn Igen am Putt getroffen haben wolle, sei er bi» 10 Uhr früh zu Haust geblieben. Auch stellte er in Abrede» datz die Tochter de» Wirthe» ihn einige Tage später überrascht habe, al» er stch am Pulte zu thun gemacht haben solle. Da» Jgen'sche E'zepaar lebe, so behauptete er, in Unfrieden und deschuldige fich schon seit lange gegenseitig de» Diebstahl».— Seinem Antrage, noch eine Anzahl Z-ugen zum Beweise dieser Thatsachen zu vernehmen, gab der Gericht»» Hof statt und vertagte die Sache. H. wurde aber sofort in Hast genommen, weil er fluchtverdächtig erschien. Uereine und Uersammlungeu» Der Fachveret« der Tischler hielt Sonnabend, den 7. August, eine gut desuchte ordentliche Generalversammlung» Neue Grünstratze 28, ab. Herr Zeichenlehrer Krause htell da- selbst einen Vortrag über„Die Schule de« Tischlert". D'r Referent unterzog in seinem Vottrag ein den Ttiel des Vor» tragtthema» tragende» Werk einer scharfen Kritik. Dasselbe, herautgegeben von Chr. Schröder, dehandett die theoretische Ausbildung de» Tischler». Der Referent zergliederte die ver- schiedenm Abhandlungen über die Arbeiten in der Tischlerei und wie» nach, datz die Bearbeitung diese» Werk» theilS eine mangelhaste seiZ und anderntheil» die einzelnen; Kapitel de» Werte» eine ziemliche Unkenntnitz in der Tischlerei veniethen. Da» Werk sei deshalb wenig empfehlenSwerth für Tischler, die sich theoretische Kenntnisse aneignen wollen. An da» Referat knüpfte stch eine lebhafte Debatte, in der verschiedene Redner betonten, datz die theoretische Ausbildung de« einzelnen Arbeiter» durch stch selbst unter den heutigen ungünstigen Lohn- und Arbeits- Verhältnissen kaum oder gar nicht durchführbar fei. weshalb in erster Linie jeder Kollege für eine Besserung der sozialen Lage der Ttlchier eintreten müsse.— Et wmde hierauf zur Wahl eine» 2. Schriftführer» geschritten, da der bisherige 2. Sckrist- führer Herr Nickel sein Amt niedergelegt hatte. Die Wahl fiel auf Herrn Kostn. Frrner beschloß die Versammlung, eine Statutenabänderung dahin zu treffen, datz dem Vorstand über« lassen würde, sämmtliche Kosten für den Rechtsschutz der Mtt» glieder durch alle Znstanzen zu bewilligen.— Eine wettere Zahlstelle de» Verein» zu errichten wurde ebenfalls beschlossen, und zwar wird dieselbe Steglitzerstratze 91 bei Gilrgen« vom nächsten Sonnabend ab geöffnet sein�— Am Montag, dm 16. August, findet in der„Neuen Welt"(Hasenhatde) da» dieSjähttge Sommerfest de» Verein» statt. Näherei stehe In- cn.. w« r m cmw ii- t-w u serat in der heutigen Nummer diese» Blatte». Die Zentral-Kranken- und Sterbekasse der Tischler» örtliche Verwaltungsstelle Berlin A, hielt am Montag, den 9. August, eine Mitgliederversammlung Manteuffelstratze 9 ab. Dieselbe nahm den Kassen b:richt für da» zweite Quattal ent« gegen. Nach diesem Bericht, welch:» der Kasfirer diese» Bezirt», H-rr Geiling. erstattete, delief fich die Gesammteinnahme auf 8981,05 M., die Gesammtautgade auf 7250 35 M. Ek erglebt fich biernach ewe Mehreinnahme von 1308,55 M., durch welche da» Defizit de» ersten Quattal» gedeckt wurde und noch ein Ueberschutz von 79,44 M. verblieb. Wenngleich dieker Uebcr» »iäää "ÄWffiÄ!--?¥» w*•»««41» verhandelte die Versammlung über �ie Verlegung der Zahlstelle R ichenbergerstratze 33 bei Setzte. sich al» zur Zahlstelle ungeeignet herausgestellt, auch wuide bemertt, datz fich der Witth nicht gemüßigt gefühlt hatte, trotz wiederholter Aufforderung, die Publ'kationSorgane der Kaff«. da»„Berliner VolkSblatt" und die„Neue Tischlerzeiwng", zu halten. ES wurde beschloffen, diese Zahlstelle nach der Reiche:» bergerstratze 160 zu verlegen. Sodann wurde über einen Vor- schlag de» Vorstande», welcher bezweckt, durch Einführu.'g eine» gleichmäßigen Honorar» der Vertrauensärzte über ganz Berlin den Mitglied-rn eine Erleichterung zu verschaffen, elr.e längere DiStusstön gepflogm. Die Versammlung resoloirte schließlich dahin, dem Vorstand anheim zu geben, Schritte in dieser Angelegenheit zu thun und mtt den 6 anderen Bezirken Berlin» in Verbindung zu ttetm dehuf« Erzielung einer Einig» kett in dieser Sache. Der Vorstand wmde weiter beauftragt. noch 4 V«trauen«ar,te aufzustellen. Der Vorstand macht auf» merksam, datz diejenigm Kollegen, welche einer OrtSkrankentosse angehörm und gewillt find, der Zmttaltaffe fich anzuschließen, drn gesetzlichen Besttmmungm gemäß ihre Kündigung bei der OttSkrankenkaffe mündlich oder schriftlich einzureichen haben, widrigenfalls fie ein weitere» Jahr der OrtSkrankenkaffe ange« hören müssen-__ Der Fachveret« der Metallschletfer und veno. Berufsgenossen vollzog in seiner Generalversammlung am Sonntag, den 8. d. M., bei Krieger, Wasserthorftr. 68, die Neuwahl de» Vorstande». Zum ersten Vorsttzenden wmde Herr Schultz«, zum zweUen Herr Prüfer; zum ersten Schrift'ührer Herr Peto, zum»wetten Herr Schickedan,; zum ersten Kasfirer Herr H. Keil, »um zweiten Herr Schubert: zu Beifitzern die Herren Jerschel, O. Kiesel und WeiSte; zu Revisoren die Henen H. Dammbeck, Glaser und Madrtan gewählt.— Dann ersuchte der Vorsttzende die Mitglieder, recht thatkrältig für den Verein zu agitiren.— Die Zahl- und Rufnabmestrlle de» Verein» defindet fich bei Sodtte, Ritterstratze 123, jeden Sonnabend von 8 bis 10 Uhr Abend». Mit einem Hoch auf da» Gedeihen de» Vereint wurde die Versammlung geschloffen. Der Fachveret» der Rohrleger hielt am Sonntag Vor- mittag«ine Versammlung in Nteft't Salon, Kommandanten- stratze 71—72 ab. in welcher Herr Beier über dm Arbeittnach» wei» de» VereinS-Lericht erstattet«. Der vettchterstatter theilte u. A. mtt, datz die Vereinsmitglieder gegmwättig fast alle Beschäftigung haben und datz die Nichlmitgiieder, welche auf Grund eine« vor ca. 3 Monaten gefaßten Beschlüsse» d:» Ver« ein» aufgefordert wurden, fich zursEmpfangnahme von Arbeit». adressm im ArdeitSnachwttse- Bureau de» Verein» zu melden, stch nm sehr spärlich dott eingefunden hättm. Nachdem noch einige Interne V«ein»anaelegenheiten erörtert worden waren, ettolgte der Schluß der Versammlung. Fachveret« sämmtlicher im DrechSlergewerk beschäftigten Arbetter Berlin». Die Bescheinigung, detreffmd Etmetchung de» adgeänd-ttm Statut», ist feiten» de» Polizeipräfidium» dem Vorstande zugestellt worden, und findet die Generaloer- sammlung dehuf» Konftttuirung de» Verein» und Wahl de» definitiven Vorstände» am Montag, dm 16. August, Abend» 8 Uhr, bei Gratweil, Kommandantmstr. 77- 79, statt. Die Listen behuf» Aufnahme der Mttglieder liegen bei den folgenden Kollegen au»: Mocnch, Aoalbntstr. 29» IV; Buchmann, Naunynstr. 4 III; Lüvtke. Strautzbergerstr. 26 II; Gerick-, Borstgftr. 19, Hof Ii; Sromoll, Molkmmarkt 7 IV und Sürdermann, Gttschtnerstr. 61 I Zentral- Kranke«- und Sterbekasse der Töpfer und verwandten Berufsgenossen Deutschlano«(E. H.). ßettlkh« Verwaltung Berlin. Da» Kaffmlolal defindet stch vom 14. y. M. ob nicht mehr Grenadier str. 33. sondern ZRünzstra�e 5 im Lokale de« Herrn Wollschläs er Dort werden jeden Sonnabend von 8-9 Uhr Abend« die Beiträge entgegengenommen, sowie da« Krankengeld an kranke Mitglieder verabfolgt. Kranken-«nd Begräbnißkasse de« Verein« sämmt- licher veras«klasse« VerU« I.(®. H.) Sonnabend, den 14. d. M., Abend« 8 Uhr, Münzstr. 6 Versammlung. T. O.: Beschlußfassung über die die diesjährige Weihnachtibescheerung. Au«gabe der Billel« zum Kränzchen. Neue Mitglieder werden in jeder Versammluna aufgenommen. verein Ztehlke'scher Tanzschüler'„Ttrolienne" jeden Donnerstag, Abend« 9% Uhr. im Restaurant Poppe, Linden« straf)« 106. Banchklnb„Dämmerwolke" Donnerstag, Abend« von 8—11 Übt, im Restaurant Greiser, Reichenbergerstr. 16. «anchklnd„Areona" jeden Donnerstag, Abend« 9 Uhr, Forsterstr. 9. Zum Streik in der Ptetschmaan'sche« Harmonika- sadrik veröffentlicht da« Komitee der streikenden Arbeiter fol« aende«: Kollegen I Arbeiter! Ihr werdet bereil« von der Lage, in der fich die Arbeiter der Pietschmann'schen Harmonika- {abrik blflnden, unterrichtet sein; die bither gezahlten Löbne eliefen sich im Durchschnitt auf 12—17 M. wöchentttch. Obwohl die« im Hinblick auf die heutigen Verhättnisse nur ein geringer Lohn ist, wurde un« dennoch ein Abzug von 10 bii 25 pCt. gemacht. Wir sahen im« deshalb veranlaßt, am 3. August theiliveise di: Arbeit niederzulegen. Da dt« jetzt noch keine Einigung zwischen unS und den Fabrikanten erfolgte und auch nicht abzusehen ist, wie lange der Streik noch an- halten kann, so bitten wir Euch dringend, un« Eure Sympathie zuwenden zu wollen und vor allem den Zuzug streng fern zu halten.— Alle« Nähere durch die Herren Fritz SchostnSky, Veteranenstr. 13, v. IV, und Hugo Wendelin, Tischler, Bwfigstr. 12, H.«eller. Kleine Mittheiluugen. Zürich, 6. August.(Mädchenhandel.) Ein gut gekleideter älterer Herr, offenbar Italiener, macht« fich vor einigen Tagen im hiestaen Bahnhof verschiedenen Leuten bemerkbar, so daß man aus ihn achtete. Er erschien wiederholt da« ein« Mal in Beglettung zweier etwa« auffällig gekleideter junger Mädchen; er erkundigte fich nach dem Gotthardnachtzuge, dessen letzter Statton vor Zürich, den Abfahrtszeiten u. s. w. Die Polizei schöpfte Veidacht. Ei handelte fich offenbar um einen Menschen- Handel. St« hatte fich nicht getäuscht. Am Abend langten in einer Droschke in Altstetten, kurze Zeit vor dem Eintrefien de« Gotthardnachtzuge«, ein älterer Italiener mit einem Begletter, der deutsch sprach, und die beiden Mädchen, eine Deutsche und eine Schweizerin, an. Sie wurden ab- gefaßt und nach Zürich zurückgebracht. Die Mädchen sagten au», daß ihnen„gute Stellen" in Ltoorno versprochen seien, und daß fie freie Reise und ein« Summe Gelde« erhalten hätten. Zu guter L-tzt hätte fie e» bereut, wenigsten» die eine, al» fie ficher erfahren, daß fie in ein Freudenhau« kämen. Aber man habe erklärt, die Koffer seien schon vorau». Selbstverständlich wurde de-Fialiemr, der mii dem Handel keinen Hehl machte, sowie dessen Begletter und Dolmetscher(»in hiestger Dienstmann) vorläufig in Gefangen- schast gesetzt-, fie werden fich demnächst wegen Kuppelei vor dem Strafrtchter zu verantworten haben. Die Geschichte erregt viel Aufsehen. Und doch kommen solche Geschäfte und solcher Handel mit Menschen fleisch in allen Städten, wenn auch nicht täglich, so doch fortwährend vor. Nur entzieht fich der Verkehr in der Regel jeder Wahrnehmung. Zürich, 10. August.� Sin schreckliche« Unglück hatjlcham vorigen Sonnabend im Kon- umlokal der mechanischen Seiden- stosf Weberei Adlitwett«rreignet. Der Küfer Heinrich Hotz war daselbst beschäftigt, ein Faß einzubrennen. Ihm zur Seit« stand der Konsumoerwalter Johann vrurner. Hotz, ohne darauf zu achten, daß die„Süßdrandschnitte" noch nicht voll- ständig ausgelöscht sei, warf dieselbe zur Erde und traf daS am Boden liegende Stück eine« ältern Sprttgebinde«. Da« gänzlich infizirte Holz g'iff rasch Feuer, weiche« die beiden Männer zu lösch m trachteten. E« gelang nicht. Dagegen wollte e« da« Unglück, daß der brennende Gegenstand gegm den Hahn eine« im gleichen Raum« lagernden Sprittaße«, welche« noch zirka 30 Liter halten konnte, fiel und da« Feuer dem gefahrdrohenden Stoffe übermittelte. Eine furchtbar wir- kende, die Luft und die nächsten Räume tief erschütternd« Ex« plofion, die durch die Spannung de« fast leeren Fasse« erhöht worden, war da« Werk eine» Auaenblick«. In diesem kritischm Momente, in dem der fast ebener E de liegende Kellerraum mit Feuer angefüA war, mußte Frau Lrunner die Kellerthür ge« öffnet haben. Von dm Grmzen und Feffeln entbunden, suchten die in Spannung gettiebmm Elemente„Feuer und Luft", Alle« zerstörend, ihren Weg nach dem Verkauftmagazin, wo Frau Brunner soebm, von einer Schaar Kinder umgebm, mit einem Schirmhändler gesprochm hatte, um dort Alle» in Trümmer zu legm. Leider mußten aber ihre eigenen Kinder Johann, Julia und Ernst ihrem Gang« nach der Kellerthür« gefolgt sein; denn mit dem Augenblick, daß ihre Kleider in Flammci standen, branntm auch diejenigen der Kinder. Von Schreck und Schmerz getrieben, ritten die Unglücklichen in« Freie. Hotz mit dm attestm Kindern, Johanna uns Julia, wrangen in die Sihl, ihre brennenden Kleider zu löschen und für die Qualm Erlrichterung zu-uchen. Brunner und die Andern irrtm mtsetzt auf der Straße herum. Jnzwischm waren die nächstwohnenden Mensckm hilfeleistmd eingeschrittm, die Flammen zu löschen und Nothverbände anzulegen, während gleichzeitig für Unter kanft der Verunglücktm gesorgt wurde. Brunner konnte nicht tranSporttrt werden, da sein Zu- stand die« nicht gestattete, aber auch well e« sein au«- drücklicher Wille war. am Platze zu sterben. Der Tod erfolgte bald. Di« übrigen Fünf find nach dem Kanton«sprtal gebracht wordm, woselbst Johann Brunner nun ebmfall» seinm Wun« den erlegen ist. An dem Aufkommm von Hotz, Frau Brunner, Julia und Ernst Brunner wird gezweifev, die veschädigunam find zu stark. Von den wetter betroffenen Kindern wird be- richtet, daß ihre Verletzungen weniger gefahrdrohend find. Man kann fich denken, welchm Eindruck diese gräßliche Katastrophe auf die Bevölkerung machte. Brunner war Vater von sech« lebenden Kindern, deren ältesten die vorgenannte Tochter Jnlia ist." Güstrow, 9. August. Die Hinrichtung de» Mörder« Barkel« au» Kraak der Hagenow, welch« heute stattfindm soM, hol verschoben werden müssen. Wie unseren Lesern bekannt, hat Bartels seine Schwiegermutter, die Ehefrau de« Schmied« Möller, bei dem die BartetS'schen Eheleute wohnten, erdroffett, well die Möller seiner Frau kein Geld geben wollte und er sürchtete, daß er und seine Frau bald von der Stelle müßten. In der Voruntersuchung war die Anklage wegm Morde« auch auf die Frau Bartel« ausgedehnt worden, da nach dem Leichm« befunde angenommen worden war, daß der Mord nicht von einer Person hatte ausgeführt werden könnm. Bartel« legte jedoch, nachdem er anfangt geleugnet hatte, bald darauf ein Giitändniß ab, dahin, daß er allein dm Mord ausgeführt habe. In Folge deffm wurde er zum Tod« vrrurtheilt. Der Scharf. richter Krautz rüstete fich berett« zur Abreise nach hier, al« Bartel« fich melden ließ und dal Gefländniß machte, daß seine Frau bei dem Morde mtt betheiligt gewesm sei. S« wt.d jetzt wahrscheinlich zu einer nnrm Verhandlung kommen. Boston, 8. August. Der Kapitän de« gestern eingetroffenm Norddeutschen Llrqdvampfer„Werra" berichtet, daß am 30. Juli, am fünften Tage der Fahrt, schlechte« Wetter eintrat, so zwar, daß um 11 Uhr Nacht« der Schaft brach und di« Schraube verloren ging. Die„Wnra" hatte zu der Zeit schwer zu kämpfm vi« zum folgenden Tage, wo fie. ungefähr 1000 Meilen von Boston, dem Dampfer„Vmetian" begegnete, der die „Wirra" in« Schlepptau nahm und in dm biefigm Haken brachte. Die Paffigiere wurden per Bahn nach New Pork be- fördert. Man glaubt, daß die„Werra" auf schwimmend« SchiffSttümmer(Wrackage) gestoßen ist, da e» zur Zeit de« Unfall« sehr finster und stürmisch war. London, 9. August. An Bord de« in Sydney stationirtm englischen Kriegsschiff-«„Oval" verloren in voriger Woche, einem Telegramm au» Australien zufolge, beim UebungSschießen durch da« vorzeitige Losgehen eine« Geschütze« zwei See- Artilleristen ihr Leben, die gerade vor der Mündung standen und durch die Kugel in tausmd Stücke z-rrissen wurden.- Bei AuSschachtungSarbeiten behuf« Legung eine« neuen Ha«'! gaSleitungSrohr« in der Nähe von Cable Street, WhitechA enldeckten die Arbeiter vor einigm Tagen da« Skelett«r» Manne«, durch da« ein Pfahl getrieben war und in W Nähe einige verrostete Kettentheile lagm. Man glaubt, das die Leiche eine« irischen Matrosm N-men« John Wiltt» alias Murphy, ist, der im Dezember 1811 in Ratcliff HighA wegm Ermoroung der drei Köpfe starkm Familie und g Lehrling« d S Seidenhändleri Marr verhaftet wurde und M im Gefängniß da« L-bm nahm, worauf die Leiche de« ew-'j mörder«, dem damaligen Gebrauche gemäß, mit einem W durch dm Leib getrievm, am Kreuzweg beerdigt wurde. ßr. 18 Setzte N-chrichte». I« Frankreich find, wie wir schon erwähnten, dUS® wählen für dir G-neralräthe im Allgemeinm wie die Wo vom 1. August aut gefallen. Di« Resultat« aller Wablea folgende: Neu zu wählen waren 1436 Generalrätbt 1002 Republikaner und 434 Monarchisten, die auSgeiä warm. Gewählt wurden: am 1. August 841 Republi 408 Monarchisten; 187 Stichwahlen wurden erforderlit!% 8. August wurden 145 Republikaner und 39 Monarchisten-, sawmen 986 Republikaner und 447 Monarchisten 3 Resuttote fehlen. Die Monarchisten haben demnach 13 nach anderm Schätzungen nur 10 Eitze gewonnen. Da« gütlicher Geschworenengericht verurtheilte Anstiftung zu dm Plünderungm und Ruhestörungm, die Monat März daselbst stattgefunden haben, die Am Waaener und Ruttel« zu je fünfjähriger Hast und zehnji Polviaufficht. Jtf&f Kriefkasten der Redaktion. R. F. 100. Sie kö-'nen gegen Ihre Schwieg wegm Diebstahl« derunzirm. G-gm Ihre Frau können� die Ehescheidung« Hage wegen böslicher Verlaffung anfl fall« dieselbe dem Rückkebraefehle während der in de angegebmen Frist keine Folge leistet; vorautgesetzt wird i hierbei, daß Sie während dieser Frist«ine rur Aufnahme� Frau geeignete Wohnung mtt Kochgelegenheit hoben, i de» EhescheidungSprozeffc« brauchen Sie Ihrer Frau Alimente zu zahlen, auch für deren Schulden nicht kommm, wmn nicht derselben durch besondere gerichtlich� fügung gestattet wird, getrennt von Ihnen zu leben. Kindern werden Sie etwa 20 M. monatlich Alimente müffm. Wenn Sie nachweism, daß die Erziehung%, der von Ihrer Frau velrachläsflgt wird, so können S»! Vormundschaftigericht da« ErziehungSrecht für Sich 9i spruch nehmen. Wenn Ihre Frau für dm schuldigen erklärt wird, so hat st« wetter keinerlei Ansprüche an©"J muß die Ihnen gehörigen Sachen herausgeben; ebem» r erbt Ihre geschiedene Frau etwa« von Ihnen. G. P, Cuvryste. Freilich kann Ihre Frau ihr» auf Herausgabe ihre« Muttererbthell« verklagen und A# Zivilgericht; daß Betrug vorliege, geht au« Ihrer Wk keiner Weise bervor. M. P., 80. Wenn Ihr Prinz'pal schriftlich n Strafgelder für Zuspätkommen mit Ihnen vercinba«- gehörm die vom Gehalt abgezogmen Strafgelder ihF er ist über deren Verwendung Niemandem R« schuldig. Ä. H.. Mauteuffelftr. Natürlich ist der Steuern berechtige, bei Abwesmhett der mtt der Steuer Person zur Pfändung zu schreiten, und er hat mtt w!l*J Hauiigenosfin mit zugezogen und von dieser die der öl'" gehörigen Sachen zeigen laffen.,. « 56. 1. Wle wollen Sie heut« n«6 eine Forv einklagen können, auf welche Sie vor 2 Jähren wi Worten verzichtet haben? 2. Natürlich kann die w rathene Frau eine» AuSgewiesmm von der Armen � Unterstützung verlangen. 3. Un- ist Über die, derartigen Staatkunterstützung nicht» bekannt. tffWJ einmal bei dem Rektor der hiestgm technischen HowH. Theater. Donnerstag, den 12. August. Belle-»lliauee- Theater. Da» Parodie». Friedrich Wtthetmftädttsche« Theater. Der Ost?�THeaterI' Dom Golde erführt. »Moria» Theater. Amor. Tan». Poem von 'uigi Manzotti.„ �, Windsor. von Heutral- Theater. Atte Jakobstr. 30. Direkt. Adolph Emst. Der Wald-Teufel-�Gesan�S poffe in 4 Attm von W. Mannstävt. Kouple ti von G. Börß. Mustt von G. Steffen». MV neuen Dekorationm und Kostümen. (Novität I) Königstädtische« Theater. Di« Zigeuner- barontn._____ Passage 1 Tr. 9 M.— 10 A. It«laer-Paiiar aia», WWM In dieser Woche: Die malerische französ. Schwei». Eine Wanderung durch Petersburg. Hertha-Aeise.— Tarolwen-Inseln. «au Reise SO Pfg. Kinder nur 10 Pfg. Heute, sowie täglich: Schweizer Garten. Auftreten der beliebten »ro»— PtilitLr-Soureot. Zluktretr» fSmnrttichrr Ppezialität-n. «hentern-rstellnna. Potttadriuttiaungeu aller Art. Petremeem-Trnppe W he«. Abend«:»rohe JUamination«nd Aelenchtnng. Entree 30 Pfennig. Reichhaltiger katter und warmer FrOhlltOckitillck Einem geehrten Publikum empfehle mein Weiß- und Reichhaltiger NlttaQ:tl#ch von 12 bi« 2 Uhr, mtt Bier tz Kouvert 50 Pf. _ Arbeltsnachwela für Klarier arbelter. Achtung«»� Hermann Stramm, Restaurateur, Skalitzerftr. 18. KamsMm-Mal Sperl-Treptow. Heute. Gala-Vorstellnna und venest» de« mufikal. Slown» Karrte Auftreten de» engag. Personal». Gastsv. hervorrag. Spezialitäten,»nf. 4 Uhr. Entree SO Pf. «affeeküche geöffnet. VoMbelustigung.«. Am 10? d�Mli�Admd»�' Ühr, starb nach längerem Krankenlager am Speise� röhrmkreb« der Etaarrenfabrikant Tarl Knrvalokq. Die Beerdigung findet am Freilog, den 13„ Nackmittag« 6 Uhr, vom Trauerhause Sorauerftr. 6 nach dem Be- cibnißplatz der freien Gemeinde, Papvel- 15/16, statt. v m j332 I. A. der trauernden Kinder: W. Pterteno. Uodeoanfzio».[329 Ma-tuSkirchh. in Ober-Schönbausen au« statt. Die Koll. der«uhla'schen Ptanosortefabrtk. T arietö-Theater. Hasenhaide 36« und Herrmaunstr. 18. Sonntag, Montag und Donnersteg in dem henl. Naturgatten(Sommerbühne): «r. Theater«.Eheztalttätenvorstellung. Entree 20 Pf.>217 Bttten. neu. sof. für 22 M. zu verk. Reichenbergerstraße 183 im Kistengeschäft. Arbeitsmarkt. 1 Ges. auf Plüsch Verl. Koch. Rüdertdotterstr. 6. «ÄÄÄ&Äfc;: üt«f*.10 ���"V'lellen auf Gestell. praß««6(■m-irvia der passe«»).[305 322] itttn K Ken, in. AndreaSftr. 21. I�ene Welt#, Beraschloßbrauerei— Ha f' 5» 1 1 pl-ntae-, den 16. August l�' l Gross. Sommert zum Besten kranker und hllfibed Mitglieder de« Mitglieder de« Filchlitttws der iif Extra Doppel Con� Auftreten de« gesammten Künstler-Perston»�. Für Kinder»»->«-t<>»-»»-»-Klrts?Ä ptari»»»tten-TH< Im elettrisch beieuchttten Bai cd Gr. Sommernachts�m Nähere» am Montag durch Plal� InfAiiArnntem»IlllnvtA h.l EvNttZ,. I Anschl g äulen. Anfang de« mitla.i« 4 Uhr, d-.« Balle« 6 Uhr.* kücke ist von 3 Übt Nachmittag« a- tfUUt» sind vorher zu haben bei»en mitgliedem; am Sonnabend auf deno�a sowie an bi» 9V. Pg#' den■ "i n»tri Wochmlagm Bdw-- � » UM'C'"'« ä«; irrÄ%"sl"v >Stuckate«re.J� aufrecht erhallen worden, und,% L Ver?ntwottft»er N"MÖ«itt«.«««rheiei te Bettin. vru- und«erlag von Was Sabin« in«erltn SW.«euiMatze 2.