Freitag» de« 13. August 1886. HL Jahrg. ÄV göobI«i I ralräthe. nuäfltfs (dincrllolUloll Krgan für die Interessen der Arbeiter. 4 rdkili»:* ä isM tkeitt- ä MU* MögS* est r# %' i richtig leben- Tk "ea». bulrtflft. i* ST, Uwkthr. ... Räljtenb bti jetzt alle„patriotischen" Blätter die Be> der Pariser Welt autstellung seitent des -Wichen Reiche« in«eist recht schroffer Weise bekämpften, St a't unseren Lesern schon mehrmalt mitgetheilt habe», einzeln« derselben schon jetzt eine« ganz andere« v�?ki ihrer Bekämpfung hatte» nämlich unser« vvnoten" die heimlieh« Hoffnung, daß die Weltautstellung «icht|» Stande käme, oder doch verschoben werde« legierung in Pari« abzuhaltenden Weltaut» bat Pro- Nachdem nun aber die französische Res «»er im Zahre 1889 in Pari« abzuhal hr"* offiziell in die Hand genommen hat, nachdem durch tu»» de« Präfidenten de, Republik der Handeltminister "(»maKommiffa, der Autstellung ernannt worden ist, natürlich die heimliche Hoffnung geschwunden, daß �Mstellung»icht abgehalten werde. Za, die Hoffnung Befürchtung gewichen, daß Frankreich an all« übrigen der Erde Einladungen ergehe» lasse» werde, nur Deutsche Reich»icht, von dessen ablehnender Hal« 'J*** überzeugt sei. %»» biet wahr wäre— L m Deutsche Reich gleichfallt ist aber«icht an dem, eingeladen wird,— so lediglich unsere'„patriotischen" Zeitungen Schuld ihr« Haltung daran seht, daß Frankreich fich über- � habe, im Falle der Einladung eine» Korb in Deutsch- z« erhalten und deshalb die Einladung»icht erfolge» -um sich die Blamage zu erspare». Da« fühlen nun auch die Blätter, welche eine Bethei- deutsche« Industrie an der Pariser Weltautstellung t In h!i0«tr�ettÄ"b frechen„Schmeichelnamen' belegte», •ww? Ä" liMt.. ,», �Selbst der Herautgeber der„Verl. Pol. Nachr.", der �rag«! j �rtraute de« preußisch«, Herr« FwanMinister«, hüllt fich W° Schweigen ei«. & Wie wir schon mitgetheilt haben, ist der ftanzöstsche« hWnung von dem derzMgen Autstellungtautschuß der s ä m m t l i ch e europäische O5 tM Ä ■£7— i**UUB8 zu vetone». und«tchti daß die Regierung der franzöfische» Republik d?««trage strikte Folge gebe« wird. Eine Befürchtung angedeutete» Sinne ist also vollständig aut« hi versucht nun«och, die französisch« Republik und � grpiant« Autstellung in einen Gegensatz mit den »F Bht»! 1 Söä Jeuilleton. ?p«rcu im Saude. Noman von Ewald«uaust«Saig. _ die Arbeit schien jetzt seine volle Auf. u-getheilt in Anspruch ,u nehmen, und auch *«»»icht mehr auf dal Thema zurück, # orhaben 5 Ä 3Hn« auf unserer Rückreise, daß ich dürfe» mich«icht abweise», den« diese .«fg. duch J*»« Anderer autführe» können, überdteß muß eis�Z i» dieser Stund« geschehe». Könne» Sie Schrank mit Brabma» und Chubschlöstera �----Si- u. ««** fragte er. ,Zch fürchte ew»ird, Ihre« Wünsche« u«8iUu WM, daß ich de» vcytuget ver- r..Ä" � $0"'| Monarchien zu bringe» und de« Ursprung der Autstellung auf republikanisch« Grundsätze und Erinnerungen zu de» gründe». Wir wolle« da« letztere zugestehe«, aber wir habe« schon einmol an dieser Stelle nachgewiesen, daß die erste große ftanzöfische Revolution die Weg« geebnet hat für alle Völker der Erde, in wirthschaftliche» und soziale« Dingen eminente Fortschritte erziele» zu könne«. Mag man auch in politischer Beziehung die erste ftan- zöfische Revolution seit«»« der Monarchisten verurtheile«, in wirthschaftlicher Beziehung, in sozialer Beziehung kann die« nur ein krebtrother Reaktionär, ei» Dunkelmann schlimmster Sorte thu». Eine Weltautstellung aber hat vorzugsweise eine» wirth- schaftliche«, einen soziale« Charakter. Die« steht auch die„Elberfelder Zeitung" ei», die bi« jetzt bedingungtlot in da« Horn de« Herautgcber« der„Berk. Pol. N." blie». Da» erstgenannte Blatt schreibt nämlich: Di« Pariser Weltautstellung— da« steht fest— beeine Weltautstellung kann nicht«ach de» Eentiment» beurt heilt werde«, welche sich dabei geltend machen. Obgleich sie in der That ursprünglich alt»icht« andere« gevacht war, denn alt die Ver- Ü errlichung einer Revolution, die den Köntgtmord hervorrief, o ist et doch geboten, fich ihr gegenüber andert zu verhalte«, alt etwa gegenüber einem Bankett oder einem Ball, der zu Ehre» von Danton und Mirabeau veranstaltet würde. Bei einer Weltautstelluvg komme« höchst wichttge polnische und wirthschaftliche Interesse« in Betracht. Die politische» Gründe spreche«, so lange Frankreich seine feind- lrche und rachsüchtige Haltung gegenüber Deutschland«icht aufgiebt(man braucht«ur a« da« Spionengesetz zu erinnern), aege« unsere Betheilizung. Wie et fich mit de» wirth, schaftliche» Gründen verhält, muß»och abgewartet werde«. Auf de» erste» Blick will et ja scheine«, alt ob Deutschland zur Betheiligung gezwungen werde» könnte, fall« England, Oesterreich, Rußland, Belgien und die andere« mit der deutsche« Industrie konkurrirend» Länder dort vertrete« sei« sollte«. Zm Fall einer glänzenden Vertretung der letzte« Länder könnte die Abwesenheit Deutschland« leicht Vor- urtheile und Meinungen wecke«, welche der deutsche« Industrie nicht günstig wäre». Allein werden, wen» Deutschland die Autstellung beschickt, die Franzosen, namentlich die bei jeder Autstellung vertretene» faisenra, die deutsche» Leistung«« auch zur volle« Geltung gelange» lasse«? Dies« Frage scheint der Prüfung werth und»ach allem will et««» doch scheinen, alt ob eine Betheiligung Deutschland««in«»dank- bare« Unternehme» fem könnte." der mir de» Schrank lieferte, will an die Fabrik schreibe«, aber ich kann««cht warte«, bit ich vo» dort die Schlüssel erhalte, dethalb beschloß ich, vorerst Sie ,« frage«, ob Sie de« Schrank öffne« könne», ohne die Schlösser zu beschädigen.",_ „Gewiß, ich kenne de» Mechanitmu» dieser Schlösser." „Dann möchte ich Sie bitten, sofort zu komme«, meine Wohnung ist Louisenstraße vierundzwanzig, ich gehe direkt »ach Hause und erwarte Sie." „Ich werde kommen," erwiderte Paul«ach kurze« Ueberlege«, und der Baron entfernt« sich, ohne ei» Wort weiter zu verliere«. Paul ging in die WerkMe zurück, um die«öthige» Werkzeuge ,» hole«, dann trat er ohne Zöger» de» Weg an. Di« Sache«rschie« ihm ziemlich seltsam, und je länger er über sie«achdachte, desto verdächtiger wnrde sie ihm. Wie konnte man«ur solche Schlüssel verliere«? Und wozu bedurste der Baron eine« eiserne» Schranke«, da er alt Privatmann doch selten«ine bedeutende Geldsumme im Haus« hatte? Wie kam et ferner, daß er fich zuerst an ih» wandte' ä, V% ää*. Är« ä """z» einem kleine« Kabinet blieb Werner stehen, schwei- MZKZ So die„Elberfelderin", welche in einer besondert industriereiche» Gegend erscheint und stch dethalb auch ver» pflichtet fühlt, die„Wenn«" und„Aber«" in dieser Fiag« genau zu prüfe» und zu erwäge». Geschieht die« aber in Deutschland überall, so find wir völlig beruhigt; geschuht die« bcsondert vo« der deutsche» Reichtregierung, so dürste sich dieselbe der nationale« Ver» pflichwng kaum entziehe» könne«, ihre Abneigung gegen die Beschickung der Parts« Weltautstellung vo» Seite« Deutsch« landt falle« zu lasse». Zm Gegentheil, sie würoe, wa« unser längst autgesprochener Wunsch ist, mit aller Kraft und Energie für die Bischlckung eintreten und an die deutsche Industrie, an da« deutsche Kunstgewerbe und an die deutsche Kunst überhaupt die dringende Aufforderung richte«, Alles aufzu- bieten, in dem bevorstehende» großen stiedliche« Konkurrenz- kämpfe unter de« zivilifirte» Völker« der Welt eine» der erste« Siegetpreife zu erringe«. Die Äichtbelheuigung an solchem Kampfe aber be» deutet nicht» weiter alt«ine hoffnungslose Ntederlage. Bit jetzt haben die Demschen in diese» stiedliche« Wettkämpf«»«och«icht die Palme errungen, dethalb ist et doppelte Pflicht,«unmehr da» Versäumte nach» zuhole». Nicht mit dem Schwerte in der Hand, sonder» mit de» friedliche« Emblemen der Kunst und de« Gewerbe« geschmückt, sollte Alldeutschland mit mächtiger Stimme rufen: Auf! Nach Pari«! politische Ueberftcht. Gegen de«„Normalarbettotag" wendet fich die„All- gemeine Zeitung' in einer w-hr>chtinlich olfijtösen Korre- sponden, au« Berlin,«l« Hauptanaelpunkt diese« Angriff» wird angeführt, daß der llfiünvige Normalarbeitttaz in der Schwei, lediglich auf dem Papier stünde, da da« Ueberschreiten desselben die Regel geworden sei. Die Arbetttdauer in Berlin aber betrage im Dmchlchnitt kaum 10 Stunden. Diese 2 bat. sacke müsse doch die Freund« de« gesetzltchen No malardett». tage« davon überzeugen,„wie wenig et den Jnter.ffen der Berliner Arbeiter entsprechen würde, die Festsetzung de« Ar- deitttagei gesetzlichen Vorschriften, anstatt wie dt« her der freien Vereinbarung zw'.schen beiden Thellen zu überlassen." Der Offiziöse fügt noch hinzu, daß die Art, wie kürzlich die„Nordd. den Arbeitsverhältnissen eine gesetzliche Regelung nach dieser Seite im Interesse der deutschen Industrie und ihrer Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt iür überflüsfig hält." — Daß diese letztere Anschauung der Wirklichkeit entspricht, glauben auch wir schon dethalb, weil Fürst Bismarck in dieser brecher«och»icht so geschickt wie drüben, sie glaube» mit roher Gewalt alle« erreiche« zu könne», drüben hingegen wird et« Einbruch alt ei» Studium betrachtet." „Und mit diese« Haken wolle« Sie de» Schrank öffne«? stagie der Baron ungläubig, während er die seltsam ge» formte« Instrumente betrachtete. „Sie werde« et sehe«, die Instrumente allein thun'« »icht, man muß in der Hand da« richtige Gefühl haben und mtt sicherem Griff die Feder zu finden wissen." ~aul hatte die Arbeit begonnen, der Baron beobachtete jede Bewegung mtt gespannter Aufmerksamkeit und äußerte dazwischen sei« Erstaune« und seine Bewunderung über die Sicherheit und Geschicklichkeit, mtt der die Arbeit autge» führt wurde. Nach einer Viertelstunde war auch da» letzte der drei Schlöffer geöffnet, Paul sah in dem Schranke mehrere ge-- füllte Geldsäckche», große Packet«, die offenbar Wertbpapiere enthielte«, ei» mtt Gold« und Silbermünze» gefüllte« Körb- che» und«in Häufchen Banknote«, da« allein schon ein« namhaft« Summe zu repräsenttte« schien. Der Baron reichte ihm ei« Glat Wein. „Daß Sie die Arbett so rasch verrichten würde«, hatte ich»icht erwartet," sagte er,„fast sollte man glaube», et sei ei» besondere« Swdiu«.—' „Das ist et auch," fiel Paul ih« in« Wort,„ich habe die Konstruktio» dieser Schlöffer studirt, weil ich eine Fabrik für«unstschlösser errichte» will. Aber ich werde besser« Waare liefern, die Schlösser, die au« meiner Fabrik kom» me». soll man»icht so leicht öffne» könne«. Sie habe» ge- sehe«, daß ich mit diesem erbärmliche« Hake» alle Htnder- »ifle mit Sicherhett besettigte—" „Biite, zeige« Sie mtt da«»och einmal!" Paul kam der Aufforderung«ach, der Baron machte nun auch eine» Versuch, und der Eifer, mtt dem er«S that, ergötzte Paul, der fich gerne bereit finde» ließ, ihm die «öthige» Kunstgriffe zu zeige«, und ihn fo lange zu»nter- richten, bit Werner sich die Geschicklichkeit angeeignet hatte. „Davon hatte ich bither»och keine Ahnung," sagte der Baron kopsschüttelnd, während er vermtttelst des Haken« die Frage zur Freude dei Lideralikmu» fich auf einem durchaus manchesterlichen Standpunkte befindet, wie feine Reden im Reichstage bewiesen haben. Aber wie wenig der O fijiöse der „Allg. Ztg." von der qanzm Frage versteht, geht schon daraus hervor, daß er den NormalardeiiStag mit dem im Reichstage von verschiedenen Abgeordneten angestrebten Martmalar« b e t t S t a a verwechselt. Der Nrme sagt schon ÄlleS. Wie könnte z. B. den Berliner Arbeitern Schaden daraus er. wachsen, wenn für Berlin ein lOstündiger Arbeitstag nicht überschritten werden darf, ihnen aber daS Recht delaffen bleibt, mit ihren Unternehmern zu jeder Zeit eine kürzere Ar« bettSzeit zu verrinbrren? Aber daß ein Maximalarbeitstag von 10 Stunden, also eine ZeitarbeiiSgrenze. welche nicht über- schritten werden darf, für daß Deutscht Reich von großem Vor- theile sein würde, daS geht schon darauS hervor, daß in vielen Industrien trotz der schlechten Zeitverhältnisie noch 12—14 StunSen gearbeitet wird. Die gesetzliche Feststellung eine» Arbeits ageS, der also nicht überschritten werden darf, inner- hold defs.lben aber die Arbeitszeit beliebig vereinbart werden kann, würde zunächst der übergroßen Ausbeutung der Arbeits kraft in zahlreichen Industrien und Gegenden ein Ende setzen, fie würde wohl auch veranlaffen, daß weniger Arbeitslos« vor- Händen wären al» jetzt und, wa» nickt gering anzuschlagen ist, zur Regelung der heu�gen planlosen Produktion beitragen.— Nun wird eS dem O fijiolu» der„Allg. Ztg." doch endlich ,u dämmern anfangen, welch' haltlose Lerglriche er angestellt hat. Schlimm allerdings ist eS, wenn ein angesehene» Blatt, wie die„Allg. Ztg., fich von Korrespondenten über ein« Frage de» richten läßt, ron der diese Herren absolut nicht? verstehen— Daß in der Schweiz der NormalarbeitStag nur auf dem Papier steht, ist zwar nickt wö tlich zu nehmen(derselbe hat im Gegentheil schon manches Gute im Gefolge gehabt), aber wenn dem auch so wäre, so hätten doch nur die Behörden daran Schul t, weil fie ihre Pflicht vernachlässigen. Dai Gesetz selbst mag noch so gut sein; wenn es nicht richtig ausgeführt wird, so lann eS selistverständlich nicht viel nützen. Suchen fich doch in Deutschland zahlreiche Fabrilanten dm Gesetzen über dt« Kinderarbeit zu entziehen, und leider gelingt ihnen die? noch häufig genug trotz unsere» Fabrikinspeltorat». Doch alle» das kann bei einigermaßen gutem Willen in» Geleise ge bracht weidln— und so würde ein gesetzlich festgestellter MaximalardeitStag in Deutschland sicherlich auch auf die Dauer durchgeführt werden können, zum Heile de» Arbeiter' stand«? und de» Vaterlandes. Zu de« Hamburger Soztalifteuverhaftungeu schreibt die Hamb.„Reirnm":„ES ist im Publikum vielfach die Frage aufgeworfen worden, warum die in St. Pauli verhaf- teten acht Führer der Sozialdemokratie in Hamburg, Altona, Harburg und Ottensen, obgleich die Jnhaflirung auf Ham> burger Gebiet erfolgte, an den Gerichtsstand in Al> t ona ausgeliefert worden find, da gewöhnlich an demjerigcn Ort, an welchem ein Verbrechen verübt wird, auch der Ge- ricktSstand fich befindet. In dieser Angelegenheit erfahren die „Alton. Nachr.", laß s. Z. bei Erlaß de» SozialtstengesetztS zwischen Preußen und Hamburg eine Art Kar- tellvertrag im Verwaltungswege dahin abgeschloffen vo( den ist, daß alle Prinz tpalfälle in Hamdur wor> Altona v"or dem Landgerichte in Altona(also in Preußen) zur Verhandlung kommen sollen. So find dmn auch alle Ausweisungen aus Hamburg im Einvernehmen mit der königl. Regi lüfte nach Ausschließlichkeit, Pri- vilegirtheit und Ungleiwheii Aussicht auf Beirtedigung Häven und der einheitliche Begitff der Freiheit in die unzähligen vor« märzlichen Freiheiten, von denen immer nur ihre Gegenbilder, die zahllosen Unfreibeiten zu spüren waren, zu zerfallen droht. „Du fingst mit Einem heimlichan, baldkommen ihrer Mehre dra n." Auf dem Gebiete der Presse, deS Verkehrs, der Schule, der Verwaltung, wenigstens waS die Aemterdesetzung detrifft, haben die StaaiSgrundgcsetze nach Wort und Geist dereiz» arge Einbuße erlttren. Nun kommen auch die Justiz-Einrichtungen daran; baldigst ist der ganz« Boden umgepflüqt, und die Saai kann aufgehen, deren Früchte wir schon einmal gekostet haben."— DiS find sehr melancholische Betrachtungen, und um für ein„liberales" Blatt müffen fie um so niederdrückender sein, al» die ltbe-ale Partei selbst wesentlich dazu beigetragen, tdre eigene Grundlage zu zerstören. Nunmehr kommen all« schönen Reden zu spät. Ueber de« Kretberge? Eozialistenprozeh bringt der nationalliderale„Hann. Courier" einen Artikel, der die ganze Gestnnungi- und Grundsatzlofizklst de» mitlelparteiltchen Stanbpunttei in beschämendster Weise enthüllt. Unter Ande« rem schreibt daß Blatt, daß früher ali Sprachrohr Bennigsen'» fungirte:„Das Urtheil erfährt in der demokratischen und deutlchfieistvnia-n Preffe eine sehr avfällige Kritik, welche darauf hinauskommt, daß bei einer derartigen Auslegung de» Wesen» einer Verdindurg die Mitglieder keiner politischen Partei vor polizetlicher Verfolgung und richterlicher Verurthei- lung ficher seien. Die Kritiker lassen dabei aber ganz außer Acht, daß eine stch selbst achtende Regierung niemalt dazu schreiten wird, ein« Partei, welche auf dem Boden deS Gesetzes steht und ihre Ziele im ehrlichen parlamentarischen Kampfe anstrebt, derart zu verfolgen, wie e» mtt vollem Rechl gegen die Sozialdemokraten geschickt." Also sovlft, bemalt die„Franks. Zig." hierzu, ist der„libe- rale"„Courter" gekommen, daß er die Gleichheit vor dem Sirafgesetze für nichts achtet! Weiß denn der Verfaffcr de» Artikel» wirklich nicht, daß, w-nn die Kritik der demokratischen und dcutschfretfinntgen Preffe degründet ist, die Behörde. welcher dt: Verfolgung der Vergehen gegm dai Strafgesetz obliegt, gegen die Mitglieder auch anderer politischer Parteien vflichigemäz vorgehen muß, od nun die„stch selbst ackiende Regierung" zu- oder abwinkt? Seit wann ist dmn G-stn- nu,.gSlüch!igkett Stiaf-uSschließungtgrund geworden? Der NattonaUiderale, welcher das Vergeben nach§§ 128, 139 de» St.-G.-B. begangen, wird seine« Nrtionallibe. aliSmuS wegen nicht verfolgt werden, so lehrt der„Cour", eS ist eine logische Folgerung, daß, wenn dieser edle Grundsatz erst dm Staat»- anwällen etwas mehr in Fletsch und Blut üdergeganam, auch der nationalliderale Dieb ob seiner G finnungttüchtigleit nicht mehr versoigt werden wird. UediigmS entbehrt da» rabiate Verfahren de» Organ» der htefiaen Naiionalltberalen gegen die Soziatdemol. aten einer gewiffm Komik nicht. Sind eS doch dieselben Nationalltderal'N, die bei der letzten ReichitagSwahl dm sozialvemokratischm Kandidaten auf jede Weise umschmei« cheltm. Damals warm die Sozialdewokiatm ganz harmlose, nette Leute, absolut keine„Nihnr.ütttt de» Anarchismus". Der„Cour." wird«uzeden rrüffen, daß er entweder zu jmer Zeit von den Sozialdemokraten kolossal duvirt worden ist, oder die Sache setzt entzetzltch übertreibt. Ein Dritte» giedt'S nicht. Over sollte doch noch ein Dritte» möglich sein? Vielleicht wüßte solche» ein Welterkundigcr anzuheben, welcher vn« mit- thellm könnte, wie damal» der Wind von Berlin pfiff und wie er heute pfeift. Die nationalliderale Wetterfahne ist de« lanntlich gegm diese Luftstiömung sehr empfindlich. Aabrikarbett und Schulunterricht. Von osfl iöstr Seite wurde jüngst gemeldet, et seren höyeren OrtS die Land- räthe angewiesen worden, Erhebungen üdir den Schulunter- richt der in den Fabriken defchästiglen Kinder anzustellen. Wie die„Voss. Ztg." bö t handelt rt nch darum, festzustellen, wie eine im Jahre 1878 se ten» der Mmister de» Unterricht» und für Handel erlassene Anweisung zur Ausführung gekommen ist. Dies« Anweisung stellt im Wesentlichen folgende Forderungen auf: Soweit tbunlich, ist auf Errichtung besonderer Arbeit»- schulen für eine oder mehrere Fabriken hinzuwirken; fall» die» nicht angeht, zu erwägen, ob bei den Volksschulen, welche von den in Fadrikm beschäittgtm K ndern besucht werden, deson- der« Klaffen für diese einzurichten find. Der tägliche Unter- richt ist so einzuricktm daß Kinder, welche Vormittag» die Schul« besuchen, nur Nachmittag» in dm Fadriten und umge- lehrt arbeiten' auch muß zanschen dem Ente der Arbeitszeit und dem Beginn de» Unter: ichlt eine ausreichende Ruhezeit liegen. Diese Grundsätze scheinen theil« nickt die geböiige Be- Förmlichkeit gewichen, Paul fü lle instrnltw, daß er nicht länger zöger» durfte, fich zu entftrne». Und al» er nun r»hig über da« Erlebte»achdachte, wollte fich wieder«« häßlicher Verdacht in seine Seele schleiche«, doch er drängt« ihn gewaltsam zurück. Daß der Baron sehr reich war, wußte er jetzt, e« wäre Wahnfirm gewesen, annehme» zu wollen, daß dieser Man« ei» gemeine» Verbreche« begehe» könne, um fich«och mehr zu bereichern. Ueberdie« fehlte auch der Klumpfuß, auf de« die eat- deckte» Spure» deutete«, e« wäre Thorheit gewesen, diese völlig falsche Fähr>e weiter zu verfolge». Und doch mußte e« Befremden erregen, daß der Baron nicht geruht hatte, bi« er mit dem Dietrich da» Schloß zu öffne» verstanv, daß er so unermüdlich in der Erlernung der kleine» Kunstgriffe gewesen war und später so eigen« finnig darauf bestand, den Dietrich zu erwerben. Aber da» alle« war wieder vergessen, al» Paul vor seinem Arbertttische stand, er sprach auch mit seinem Vater nicht darüber; der alt« Schlossermeister hätte de» Dietrich kernetfall« eine« Anderen überlassen, Paul kannte die pein- liche Gewlffenhaftigleit seine« Varer« in diesem Punkte. Heute ging er schon vor dem Abendbrot au«, die Mutter lächelte geheimnißvoll, al« fie bemerkte, daß er seine Feier- taglklerder angezogen hatte, fie ahnte, wohin er grng. und ihre Segenswünsche beglertete« ihn. Herneman« war»och beschäftigt, al« Paul ei»- trat, Dora saß ihm gegenüber und reinigte ein kleine« Modell. .Ich stire wohl?" ftagte Paul mit schüchterner Be- fa-gevyett,„ich wußte nicht, daß Sie so spät«och ar- bette» .Nein,«ei», Sie stören durchau» nicht," unterbrach ihn der Mechaniker freundlich,*1 ist keine eilige Arbeit, fie kann bi» morgen liege» bleibe«. Rehme» Sie Platz; Dora sei so gut,— einen Stuhl—"' ---»«« d-.%% achtung gefunden, theil« sich nicht bewährt zu haben, da W sichtlich de» Schulunterrichts der in dm Fabriken beschästiB Kinder an vielen Ortm Mißstände zu Tage getretm find.- Wir glauben daS sehr aem, können aber andrersett» nichts nehmen, daß diese Mißstände beim Fortbestand der industriell Arbeit der Kinder jemals zu desetttgen find. Die Ktn» sollen nicht um de» Verdienstes willen arbeiten und den Ö" wachsenen den Lohn verlürzm und wegnehmm,— darnach ein vernünftiger Arbeiterschutz zu streben. Alle anderen halttd Maßregeln find zur Unwirlsamkeit verdammt. Wenn die-w' lichen Erhebungen zur Verbrettung dieser Eikmntniß beitwiH dann sollen ste un» willkommen sein, andernfalls de wegen P stch auf ganz falscher Fährte. Schließung ewes Fachvereins. Siettin. 11. Ruf Gcund deS VereinSgeietzeS vom 11. März 1850 hat � die hiefige Polizeidirektion die vorläufige Schließung de» Falb' veretnS der Tischler für Stettin und Umgegmb deS Verein» zur Wahrung der Interessen der Stetiina Maurer(Maurer- Fachoeretn) beschloffm. Jede fernere o» theiligung an diesen Vereinen oder etwaige Neudtldungc», welche fich sachlich als Fortsetzung der genannten Vereine W stellen, hat die Behörde mit einer Geldstrafe von 15 bi» 15IJ Marl oder Gefängnißstrafe bedroht. ,, Auswetsung. Der Zigarrmarbeiter Keinitz auS Von' maridorf b:t Leipzig ist auf Grund de« Belagerum«' zustande» ausgewiesen worden. Wohl 1000 ParteigenM gaben ihm da» Geleite. Ein Schutzmann, der eine Fahne" wegnehmen wollte, wurde zurückgedrängt; ein� Gendarmm, der dem Zuge folgte, wurden zahlreiche ausgebracht. Gegen Abend 11 Uhr kam der große Zm" Ruhe und Ordnung zurück, wo: auf fich die Menge zerfirni» So lesen wir in Leipziger Bläitem. fifllnn 0 Jjn Man Schweden und Norwegen. Di«„Hamb. Nachr." laffcn stch aus Stockholm, 7. August, schreiben:„Der Sozialisten-Bpo?i> Palm, welcher in Stockholm bisher sein Wesen getrieben. daß die Polizei Gelegenheit genommen, seiner Agitation Schranke zu ziehm, ist nun endlich j!!) in der Prooinz � einer städtischen Behörde in Konflitt getommm und wegen erlaubter Abhaltung einer Versammlung zur Strafe 8(1% worden. Diese Verurtheilung macht dm ehrsamen 6#% zum„Märtyrer" seiner Sache, eine Errungmschaft, nack J er wohl längst sehnsüchtig ausgeschaut hat.— Da die rung keine Maßregeln ergreift, um die sozialistische BeaKS/e in gewissen Grenzen zu halten, so hat die Kommune wall eine Gememdeoersammlung abgehalten, in w«Ickel" schloffen worden ist, Denjmigm mtt einer Strafe von 100% zu belegen, welcher dem Schneider Palm oder einem 1#% sozialistischen Schwärmer in seiner Behausung oder auf Grund und Boven Raum zur Abhaltung einer Vcrsawr� gewährt. Ein solcher Gemeindedeschluß dedarf zur Erl" der RechtStlästigleit erst der Bestätigung feiten» der 'nrnien memden weflenve Engeren 9 S"! "tn so vn SelbhSuk' 'reffen fa Mastes JQ nahe M, forint, w LS «ÄT ?«Untr i Ängsten i °ugcbliä Ätllrti %«( To mhren i !?etn de ife« Aufgadm Nfttyenbt C; («eti '«"Vor L: Verwaltung, und man darf gespannt darauf sein, wie bW'f zu der Sache stellen wird"— DaS nmnt man„getttigr! lämpfung de» Sozialismus und manche armseligen Wi# A" al«. gar noch stolz darauf. R« ß l a u d. Durch die Rückkehr de» Kosakmhetman» .F . AschinfjU Adesfinien wurde die Kolonijation der kaukasisch e«�,F mit Kosaken wieder auf die Tagesordnung gebracht. Ä« K betreibt seinen Plan in der Restdmz, und die M Ht Blätter mtt Katkow an der Spitze unterstützen ihn Wy Kosaken» Stanizen an dm Küsten veS Schwarzm Meere» n) dm Kaukasus jedem Gegner verschließen und so die OrX�v. j der eben enrstehendm Schwarzen Meer- Flotte im Rücke» fM Möglicherweise nur zur Unt-rftü»ung seiner Pläne an de Aswmow, au» zuve'laifiger Quelle in Konstanitnopel(% zu haben, daß dort ein mit englischem Gride arbeitende« 8%,, Komitee die Ticherkefferr zur Auilebnura und zu SHäub#' KomUee die Tscherkeffen zur Auflehnung und ,u aufreize und mit Waffen versehe. Frankreich aj.. mm tu 5. mm i lieber Jien Kellnerstreik t n P ar H Wgen er Ztg." folgend« interrffant« P.ivatmttthcilung: wozu hier auch die HauSknfchre der m gehören, betlagen stch, daß ste, - r n in(Am&mtAßa Weife i_ Verordnung ...________________„____________ von jeder 5% e, Heden, welche heutzutage nicht mehr ausreichend ist.% ift schon srtt Jabrzcbntm da» freit Utbereinkommen �; Schankstätte« gehören, betlagen stch, daß fie von den S t( � Vermittlern in schmählichster Weise ausgebeutet Nach einer 1852 ergangmen poltzeilichm Vetorhnunfl Cn ging «alve ua t'"iben ."»ird-ten ist schon srtt Jahrzehnten da» freit Uedereinkommen 1""'$ Kellnern und V rmttrlern allgemein übtich geworden- Kcllnrr find daran nicht am wenigsten schuld, indem K/ fich zu höheren Abgaben erbieten, wenn ihnm(6»*% Ü Stellen verschafft werden. Gewöhnlich zahlm fie � i* mittler 50 Et«, den Tag, wenn fie nur drei Woche*# nachgewiesenen Stelle, und 20 bis 50 Fici., und seidst% mo wenn fie länger darin verbleiben. In den jQsfte- und Sprischäusern d r vornehmen Viertel, Boulevards erhalten die Killner von dem GeschO Kost, Wohnung(nicht immer) und Wäsche, aber le# fich, und eine glühend« Rothe übergoß hübsche» Mädchen«.$ Heioemann wollte sein« Arbeit bei Seite schieb«'' legt« rasch die Hand ans seine» Arm..# „Ar betten Sie ruhig werter," bat er,.ich ftlr r plaudere mtt Ihnen. Wa« machen Sie da?'. uf .Eine Spielerei," erwiderte der Mechaniker* f Tone,„einen Hanswurst für den Weihnachtsmatt- leich» erfolge» große Bestellungen darauf, m gebrauchen, wenige* de» Verdienstes als � wegen, denn gegenwärtig ist e« in«einem Fache iungei?z Ä „Und den Kinder» durch solche Eprelereie« ei' zu bereite», ist ja auch ei» Verdienst—" a Wj „Mag sei», aber ich wollte diese« verdien?' gern« andere» Leute« überlasse«. Wie wett fi»' Ihrer Arbeit gekommen?" „Sie ist fertig." i »Und vollständig gelungen?" gjtf5, „Vollständig," nickt« Paul, während« reiche« Packetchen au« der Tasche holte..6" tt tztt. meinem Vater der erste und auch wohl der in diese» Geheimniß einweihe, Sie werde« meea, nicht täusche»-" Ujt% dann zeigen� Sie mir nicht», fth begnüg � � ««öffnet � mit Ihrem Wort, e» ist nicht«öthig, daß J 8««Be».""- � Paul hatte da» Packetchen MAA'VKMFA izrür y % r. ä»'« 3�%/ - 1 flCTlUW| :en hak»| n dit am'' l wegen f» l.! dat De»»«®; "$4 IM« W dildungc«, tmS M mflfftn oiilmeftt taglick 3 Mi 10 Fici. dem Betriebi« Na«i zahlen. Ztalürlich muß das Tlinlgeld daZ entsprechende »l-rägniß liefern. Sn den gewöhnlichen Kneipen, Speisewtrth» a» � Echankstätten aller Gattung erhä.t dagegen der kSJ vde: der Hausknecht einen Lohn von 40 bis 80 Frei. M Monat; aber Trinkgelder fallen in diesen Häusern, außer j Ä''flt ihn nur wenig ab. Dabei nutz er von Morgens -70 Uhr bis Mitternacht auf den Beinen fein. Die Unzufrieden- Wi der Kellner hängt mit den Zeitverhältniffen miammen. ES �mmen bei den schlechten Zeiten und der Verm nderung der Mtmden weniger Trinkgelder ein, die BctriedSinhr.der und die �tellenvermittler aber denken nicht daran, fich mit einem ge» Äs�sn Anthell an der Trinkgeldbeute zu begnügen. Es entstehen Streitigkeiten und die Stellen werden noch öster gewechselt als uher. Natürlich leidet dadurch das Einkommen der Kellner 7? w mehr. Deshalb find es hauptsächlich Kellner der Trink- giwhSui-r, welche die jehigm Kundgebungen verursachen. Sie "tstw fich jetzt um so öfter bei den Stellenvermittlern. Die �Wteften Stellenvermittler, ungefähr ein Dutzend, definden tlsche bei den Zentralhallen beisammen. Dah-r kommen »«t täglich auf beschränktem Räume 7—800 und selbst 1000 susammen, und zwar fast alle Morgen früh. Denn »m diese Zeit treffen auch viele Betriebsinhader dort«in, wenn liL- Ankäufe auf den Zentralhallen besorgen. Wie es 3%-«ollen die Kellner einen Bund gründen, um gegen die it.niU.Unfi durch die Stellenvermittler vorzugehen. Die Mhirheit der Stellung ist sehr groß. Ein Krffee- und fl-rt'th«erlangt jedesmal sofort auf den Tag einen eunrr. Er kann keinen Tag warten, weiß auch nicht, cd der tt!» f, ihm am folgenden Tage noch paßt. Er zieht keine ."Mdigu�gen ein, sondern begnügt fich damit, bei dem Ängsten Anlaß sofort den Kellner zu entlasten. Eine Kün. Üffl"?.. ist nicht üblich, sondern die Enilastung erfolgt stetS dü?» Irlich. Höchstens wird der Tag vollendet. Deshalb ist -,„'1 Aer sehr oft auf dem Pflaster, verliert dabei j-denfalls x'W Tage, bevor er wieder eine Stelle erhält. Vor vielen «n*.iß einmal der Versuch gemacht worden, einen Kellner- ifl-T°«hufs Stellenvermittelung und gegenseitiger Unter- W gründen. Gelungen ist es freilich nicht. Jndeffen Zl>?i � i>is 1870 ein deutscher Kellner dund hier, welcher diese otöl. 1" mit Erfolg zu lösen suchte, auch alljährlich einen "£"dtn Ball veranstaltete. �„�«flsmiirist« Boulanaer hat eine Kommisfion deHufs aller neuen Erfindungen auf dem Gebiets der ».'* lliungen. die fie irrthümlich für»ufrührer hielten. Knaben wurde die rechte Hand abgeschoffen. Gegen 11.?» tttlann eg drn vereinigten Anstrengungen der Polizei S. die Aufrührer zu bewältigen und ausetn- Sollten fich die Krawalle erneuern, so soll rfW 3�1 s Itztereffe er au der Erfisdung des Freundes fengÄJfHhe Zhne« Glück I' sagte er eudlich. de« »d« jff ,1, Jl Mit leuchtendem Blicke die Hand rerchend, verde» k? �«ifieistück, wie es im Buche steht. Damit Großes ��wenn Sie'S nur richtig anzufangrn wisse». g."reichen' Ä-Ä,'S S'tiTÄ also, daß ich auf dies« Elfinung mei»« *. i,�» 2.*?? kann?' fragte er. wUcher Weise werden Sie die Erfindung ver- entschlösse», eine Fabrik feuer- und diebes« Z»°le zu errichte«.' , gehört et»«amhaftes Kapstal,' sagt« der hagere f,..st*1" kahles Haupt bedenklich schüttelnd. vo» drüben mitgebracht, es find freilich nur i"' Thaler, aber fie werde» für den Anfang ge« * fiiFu kkredst wird man mir wohl auch gebe«, wen« .. V/***'ch leiste.' 0c®i6. und ich prophezei he Ihnen, daß Sie ein I. Pfci, a>erb«».'»ickt« Heiveman». 5* tief und schwer ans, wieder legte er N de« Arm des Mechanikers, der ihn befremdet foj*®ie das«st solcher Zuverficht glaube», würde» *®l* die Zukunft Ihres Kindes anvertrauen?' AT««*i*i T k'ia ein schlichter, einfacher Mann, ich ver» ' v« �1'"ule Worte zu machen, und mir fehlt auch die L B 9» zu werbe» und«st schönen Redensarten Sie «uv�ivu». �.""te». Zch habe das Mädchen geliebt vo» "vt? ifi m?' � der ich das erste Wort vnt ihr sprach, � Ehrend er das sagte, de» Kopf auf die . tu einfach. werde es der velagemngszustand sofort proklamirt werden. Es heißt, daß seit Beginn der Unruhen am Sonnabend in den Straßen« kämpfen 12 Personen getödtet und 150 verwundet worden find, viele so erhedlicb. daß ihr Auskommen bezweifelt wird. Man sagt, daß die Polizei zuweilen zu übereilt von ihren Schußwaffen Gebrauch machte. Es herrscht folglich große Erbitterung gegen die konstabler, insbesondere unter den Protestanten, welche behaupten, daß die Gendarmerie mit den Katholiken ympaih.fire. Sie verlangen, daß die Aufrecht! rhaltung ver Ordnung dem Milstär anvertraut weiden soll, das fich viel maßvoller zeigte als die Gendarmerie, in welcher das katho- lische Element vorwiegend ist. Die Polizeigerichte hatten gestern alle Hände voll zu lljun mit den verhasteten Tbeilneh- mein an den Ausruhrfzenen ver letzten Tage. Ueber 50 derselben, meistens junge Männer, wurden summarisch zu vier Wochen bis sechs Monaten Gesängniß verurtheilt, andere, die schwerer kompromittirt stnd, vor die Bsstsen verwiesen. Die Nacht verlief ohne Ruhestörungen und die Aufregung ist im Nachlaffen. Wie der Londoner Korrespondent der«Jitlh Times" mittheilt, hat das Ministerium deS J mern aus Rem Bark die Nachricht erhalten, daß Agenten der irischen Dynamitpartei noch Paris gereist stad. um von dort zu geeigneter Zrst nach England zur Ausführung von Attentaten herüber zu kommen. Der franzöfilchen Regierung ist bereits Mitthet lung gemacht worden. Die englischen Behörden sehm die Sache indeffen nur alS einen Schreckschuß an. Allem Anscheine nach ist in den Verbältniffen zwischen den Konservativen und den jiberalenUnio- nisten eine gewiffe Erkaltung eingetreien. Die neultchen Erkläninden Hartington's beim liberal- unton'.ftischen Partetmeettng w B-ireff der anzustrebenden Reorganisation der grcßen ltderalen Partei hat m konservativen K eisen unbestreitbar verschnupft, die Sprache deS„Standard' läßt darüber kaum einen Zweifel übrig. Auch der Entschluß der liberalen Dtsfidenten, ihre Sitze im Unterhaus« wie früher wieder auf den Oppofitionsbänken einzunehmen und in allen wichtigen F agen, mit Ausnahme von Home Rule, nach Glidstone'schem Rezepte mit der liberalen Opoosilton zu stimmen, hat den Konservativen eine gewiffe Täuschung dereitet, so daß dieselben ge« genwärtig von der Haltung Lord Hartington's nicht gerade entzückt find Was die irische Frage detrifft, so hat Herr P a r n e l l bekanntlich angekündigt, daß die irischen Pächter zu arm seien, um den vollständigen Pachtzins zahlen zu lön- nen; es ist daher eine dringende Frage geworden, od das Gesetz angewendet werden soll, um die Pachter zu zwingen, oder od eine neue Kommisfion mit der Aufgabe, die Pacht- zinse im Perhältntffe zur Werthverringerung der landwirtb- schaftlichen Erzeugnisse herabzusetzen, eingesetzt werden soll. Es ist jedoch nichts weniger als gewiß, daß die univntstischen Ltderalen fich mit dm Konservativen über diesen Punkt verstän« azen werden; der Bestand des neum Kabinett hängt somit, e ein offiziöser Londoner Korrespondmt betont. von Lord Hartington und deffm Anhängern ad. Nsie». Wie der„Pol. Korr." aus London gemeldet wird, wendet das mglische„Foreign Office" gegenwärtig der von Rußland als Kontrekoup gegen die englische Besetzung von Port Ha- milton beabsichtigten Besetzung von Port Lazarew auf Korea große Aufmerksamlell zu. Da es der englischen Regierung an einer legalen Handhabe fehlt, um gegen eine Besetzung von Port Lazarew durch Rußland, die nebmbet von letzterem deshalb als notbwmdiz erklärt wird, weil es im Stillen Ozean keinen einzigen Hafen besttzt, der das ganze Jahr hindurch ei« frei ist, zu prötestirm, so sei daffelbe mit Erfolg bemüht, China zum Widerstande gegen diesen Akt zu destimmm. Da außerdem einem in Londoner diplomatischen Kreisen verbreiteten Gerüchte zufolge auch Deutschland in dieser Frage der Regierung von Korea sein« guten Dienste ang'dotm haben soll, gebe man fich in malischen Regierungs- kreisen der Hoffnung bin, Rußland»erde angestchts dieser Schwierigkeiten seinen Plan vorläufig aufgebm. Wkftitm. Nach dem„BoSphore E g y p t i e n" muß in dem Reiche der Pharaonm eine schändliche Mißwtrthschaft herrschen. Wir erfahrm da:„Zn Egypten ist alle» traurig, alleS eintönig; einige würden sagen, alles sei unvernünfiig, unerträglich. Es handelt sich hier, wohlverstanden, nicht um Anklagm gegen die Politik. Man hött nur noch bis zum Uebecdruß von der traurigen materiellen Lage reden, in der wir ledm und fortfahren zu leben unter dem betrügerischen Vorwand, daß seit bald vier Jahren die englische Verwaltung Egypten das Wohlbestndm nicht zu geben vermocht oder nicht hat geben wollen, welches die übrigen Schutzländer Englands, wie eS scheint, gmießm. In Wahihest, man macht eS uns weiß, und wir wiffm nicht, waS wir am meisten bewundern sollen, die Naivetät oder die B-rm»ff»nheiI des Vmwand-S. Finanzmänner, Ingenieur», MilllärS, Wundärzte, mit. einem Worte alles, waS England an Männern von heroorragenven Talenten, von besonderer Geschicklichkett besaß, hat sich in Brust gesenkt, er wagte auch jetzt»och nicht, auszuschaue«, Heinemann aber blickte mtt freudig aufleuchtenden Augen auf Dora, die über und über erglühend mit gesenkte« Wimpern dem jungm Manne gegenüber saß. .Welche Sntwort aiebst Du ihm?" fragte er. Dora schwieg, die Verwirrung, in der fie fich befand, gcstattet« ihr nicht, die Frage zu beantworten. „Mein Jawort habe» Sie, Paul,' sagte Heineman« nach einer Pause mtt bewegter Stimme,.aber bedevkm Sie wohl, was Sie thu«, ehe Sie das bindende Wort sprechen. E,e wissen, welcher Verdacht auf mir geruht hat, ich ver« hehle Ihne» nicht, daß es heut« noch Leute giebt, die an diesem Verdacht festhält«. Und was vor einigen Tagen da oben pasfiert ist, das möchte man mir auch gerne in die Schuhe schieben—' .Unmöglich,' rief Panl entrüstet.„Ich habe ja be« wiese», daß die Spur gar nicht von Ihrem Fuße herrührm kann.' „Und dennoch macht fich ein leiser Verdacht gegen mich geltend, gegen de» ich ohnmächtig bin; ich hab'S in de« Blicke» des Rentners gelesen, und eS heißt jetzt sogar, er wollt« ausziehe», weil er fich in diesem Hause nicht mehr fichcr fühl«. Ich mache Sie darauf aufmerksam, Sie kö'ne» jetzt«och zurückttetea, gut« Freunde bleibe» wir darnm doch." „Und Sie können glauben, daß ich—«ein, Herr Heinemann, so schwach und kindisch bin ich nicht, und ich möchte Niemand rathe«, Sie bei mtt anschwärze» zu wollen, wer es auch wäre, er sollte mich kenne» lernen I Ich weiß, daß Sie ei« braver Mann find, und keine Verleumdung wird diesen Glaube» erschüttern köune», so denk« ich, so d«»ken auch meine Elter». Und nun, Dora, Mite ich Sie um eine offene»ntwert, um-in schlichtes Ja oder Nein, und wen« Sie mir sage», daß Sie mir verttauen und mei» Weib werde« wolle«, dann will ich nicht ruhen, bis ich mtt xtt�M-fie scho»-" sagt« Dora leise, und mtt einem Jubel', uf hielt Paul im nächste» Augenblrck daS Mädchen umschlungen. „Segne Such Gott,'»ahm Heiveman«»ach einer Egypten niedergelassen und dennoch erschöpfen sich die Finanzen, die Bewässerungen sind in trau. rigem Zustand, die Armee schwindet hin. dre öffentlirbe Gesundheit verzehrt sich und die sittliche Ververbthett verbrettet sich nach Be» lieben. Im Schatz- auf dem Lande, in den Kasernen, in der Stadt, auf dem Trottott— überall herrlcktt AnarSie, Un» ordnung, Verschwörung und unmoralisches Wesen! DaS ist daS getreue Bild von ver Lage und dem öffentlichen Leben in Egypten. Ach. es hat stcher nicht an Protestationen gefehlt! Von Affuan MS Alexandrien, von Koffett biS zu den Oasen hat fich ein allgemeines Gezeter gegen die Unfähigkeit der Per« waltung«hoben, womit uns daS großmüthige England de» glückt hat. Und ohne so wett zu gehen— hat nicht selbst hier in Kairo, daS Publikum fich unendlich oft gegen den Miß- brauch der RegierungSverwattuna in Finanzen, gegm dtt Sorglofigkett der öffentlichen Arbeiten, die uns beinahe ver» dursten ließ, gegm dtt Pestilenzausflüffe, mtt denen wir w» fizirt«erden und gegm die Ueberwucherung der öffentlichen Wege mit dem Auswurf der Mmschhett erhoben?— Nichts ist inveffm dagegen geschehm. Alles ist todter Buchstabe ge» blttben. Dtt Siraßm stnd fortgesetzt dm ehrlichm Leuten ver« sperrt, daS industrielle und kommerzttlle Leben bleibt den Red« ltchen verschloffen und das Recht, zu athmm, wird, wie früher. Allen versagt. Egypten ist brandig Ms auf das Mark. DieS Land, welches vor Kurzem noch ein Gegenstand des Staunms für alle war, welche es studirtm und seine Wiedererhedung mtt aufmerksamen Augm verfolgten, Mettt augenblicklich das erschütterndste Gemälde dar." A«eri?a, In Sheffield. Indiana, wurde ein von 5000 Personm be- suchie» sozialistisches Piknik abgehalten, welchem auch zahlreiche Chikagoer Sozialisten beiwohnren. Der Zweck war, Gelder zur Pertheidigung der wegen Aufruhrs angeklagten Ardeiter aufzubringen. Nach dem neuesten im Senate eingebrachten Vorschlage des Herm Blair soll der BundeSoettaffung ein Zusatz ange- hangt werden, der vom Jahre 1900 ad die Herstellung und den Verkauf von berauschenden Getränken innerhalb des GeMetes der Vereinigten Staw'en verbietet. Senator Blair will den Amerikanern also vierzehn Jahre Zeit gebm, in denen sie sich daS Tunken langsam abgewöhnen tönnm. Na« türlich wird sein rückstchtsvolleS Verhalten gar nicht gewürdigt. Sein jetziger Vorschlag bleibt unausgeführt, wie seine früheren. Der Kongreß hat oorläuflg wmtgstenS nicht die geringste Nei» gung, das Beispiel der Legislatur einiger Einzelstaaten nach- zuahmen. Die Staaten Maine, Kansas, Iowa und Georgia lttfem den Beweis, daß das Prohibitions.G.setz undurchführ« bar ist.§ 11 gilt in jenen Staaten nach wie vor. Und in den Bereinigten Staatm würde stch die Sache genau so ge- stalten wie in einem Einzelstaate, ganz gleichgillig, ob man dm Freunden von Bier, Wein und SchnapS eine Gnadenfrist zum„Abgewöhnen" giebt oder nicht. Spallmlange, höchst sensationelle Berichte über das Dynamtt-Attentat auf den brasilianischen Prinzen Leopolds Augusts füllten dieser Tage dtt New* Borker Blätter. Schade um die schöie Druckerschwärze— fie war verschwendet um nicht» und wieder nicht». Entweder hat fich Jemand einen albernen Scher, mtt dem Prinzen erlaubt oder aber es war im schlimmstm Falle darauf abgesehen, ihn »u erschrecken. Leopoldo fuhr, von Coney Jtland nach New« Bork Zurückkehrend, auf dem Dampfer„Sylvan Stream". als rm Deckaibeiter an Bord des Schiffes die vielbesprochene „Höllenmaschine" in Gestalt einer sunkmspeühenden Flasche entdeckte. Im Nu hatte der Ardetter die Flasche gepackt und ins Waffer geworfen, und nun schilderten dtt Zeitungen, was wohl geschehen sein würde, falls die Flasche explodm wäre. Hinterher stellte fich jedoch heraus, daß die vermeintliche„Höllen- Maschine", die man wieder auS dem Waffer fischte, nich'.S weiter war, als eine leere, mtt einer Zündschnur umwickelte Flasche._ Gerichts Zeitung. — St« Naturarzt hatte fich gestern vm dem Forum des Charlottenburger Schöffengericht» wegen Betruges zu verant- werten. Im Oktober v. I. hat dieser Naturarzt, der im Hause Schulstr. 9 wohnhafte Dtätetiker Louis Armann, fich einherschig gemacht, einen Charlottmburaer Einwohner, den sett längerer Zeit kränklichen Schneidermeister Perlich, durch seine„Natur. Heilverfahren" genannte Behandlungsmethode zu einem ge- sunden Mmschm zu machen. Herr Perlich litt nach Anficht des Irrenarztes Dr. Edel, in dessen Anstalt er eine Zeit lang vorher behandelt worden war, an einer unheilbaren Paralyse oder Gehirnerweichung; deshalb war Perlich von demselben dereit» als Todeskandidat angesehen. Der Zufall führte nun Frau Perlich zu dem Naturarzt und Dtätetiker; dieser oersprach der Frau Perlich, ihren kranken Mann absolut zu heilen;„selbst wenn das Leiden schon 20 und mehr Jahre alt wäre, würde ich ihn in die Kur nehmen und heilen!" so verficherte stolz erhobenen Hauptes der Naturarzt und er- langen Pause das Wort, während er mit der Hand langsam über die Auge» strich.„Paul, ich gebe Ihne» da« einzige, was ich noch befitze, mei« Lebe» wttd einsam und freudlos «erden—' (Fortsetzung folgt.) An« Knust und Harmlos. Vier Touristen begegneten an einem Tage der vnfloffenen Woche, kmz vor einem Dorfe»wischen Sttiegau und Hohensriedeberg, einem Knecht, welcher sich ver« geblich bemühte, seinen mtt Getreide deladenen Erntewagen auS dem Graben heraus auf die Straße zu bringen. Harte Worte, wie noch vttl härtere Schläge wollten nicht» helfen, und schon mehrere Male hatte das gehörnte Zuavtth seinem Führer ein„Rom posennrns" entgegengedrummt. Ohne larg-I vefinnen griffen vre Tomtsten in die Speichen der Räder und halfen so dem Befährt auf den richtigen Weg. Da sagte der harmlose Knecht im Weiterfahren:„S'woar gutt, doaß Se tomma, fünft Hütt' ich mer wahrhoftig a poar andre Uchsa hulln müffa." Humor beim Unglück. Au» Richeldorf(Oberösterreich) wird geschrieben: Vor einigen Tagen wollte fich hier ein Seil» künstler moduziren, zu dessen Spetiallläten es gehört, auf einem außerordentlich hochgespannten Seile einen mitgenommenen Ofen zu heizen unv fich in schwindelnder Höhe einen Rost- braten zu deretten. Das Drahtseil war um«tnm hohen ge« mauerten Rauchfang des Baumgatten'schen Gasthause» ae- schlungm. Als nun vor Beginn der Produktion dtt Festigkett des Seiles durch kräsligeS Ziehen erprobt wurde, law plötzlich — an solche Behandlung nicht gewöhnt— der alle Rauchfang ml# �--- � �'* r*p' ahmung. hielt, wie er«er langt, bal autbedungene Kurhonorar im ve» trage von 300 M. pränumerando autgejahlt. Sechs Monate hindurch blieb Herr Perlich in der Behandlung des Natur- atdel, dann aber wußte der letztere es so einzurichten, daß, während er eine Reise nach der Schweiz macht«, in der Zwi. schenzeit Herr Perlich vor Ablauf der auf 13 Monate von dem Staturarzt berechneten und festgesetzten Kurzeit daS Zeitliche segnete. In der ersten Aufregung über den Todesfall trug ssirau Perlich, welche bis dahin auf die erhaltene Per- ficherung hin fest an ein Gelingen der Kur geglaubt hatte, auf Bestrafung des Annann wegen Betruges bei der königltchm Staatsanwaltschaft an. Die Anllage ward in Folge dessen eingeleitet. Vor Bericht erllärte Annann, von dem P'äst Kenten über Personalien befragt, daß er bis zu seinem 15. Fahre die Dorfschule seines HeimalhsorteS besucht, dann sei er in diesem Alter, als 15 jähriger Knabe noch Baltimore zu einem Arzt gekommen; bei demselben habe er fünf Jahre hindurch im Dienst gestanden und während dieser Zeit habe er Medizin und Chirmgie studirt und später Vorlesungen gehört; seit 15 Jahren arbeite er als Naturarzt.— Den Vorwurf dei Betruges weist der Ange- klagte mit Entrüstung von stch: er führt zu seinrr Vertheidi- gung an, daß die Frau des Verstorbenen an seinen Verord- nungen nicht stritte festgehalten und hierdurch das Millingen der Kur verschuldet Hab«, eine Anzahl von Personen, die er früher dehandelt, hatte er als Zeugen vorgeladen. Zu den letzteren gehörte unter Andern eine junge Dame, welche über Luftmangel und allerlei Leiden klagend zu ihm gekommen und geheilt sei: dies« Dame erklärte vor Be- richt, daß ste deshalb zu dem Angellagten gekommen sei, weil ein Charlottenburger Arzt, den ste vorher konsullirt, ihr ge- rathen, dem Luftmangel durch einen Spaziergang nach dem Spandau« Bock abzuhelfen. Ein ander« Zeuge, d« des Lobes voll über den Angeklagten aussagt,«klärt, daß derselbe ihn vor nahender GeiftesKaniheit errettet habe und erläutert vor Gericht üb« die„eigenthümliche Lehandlungsweise", die ihm zu Thetl geworden, befragt, daß der Angeklagte ihm, d« früher ein SchnapStrink« gewesen, den Rath nlheilt, er möge das SchnapStrtnken unterlassen; diesen Rath hat« befolgt und dem Raturarzt 200 Mark Honorar dafür bezahlt. Das Gutachten der medizinischen Sachverständigen belastete dm Angeklagten und der Amtsanwalt beantragte 6 Wochen Gefängniß. Nach Anhörung des Vertheidigers Rechtsanwalts D:. Holz«achtet« jedoch d« Gerichtshof dafür, daß d« Angeklagte nicht die Absicht gehabt habe zu betrügen; und eS ward, angenommen, daß« selbst an seine V«stcherung geglaubt, als er die Kur begann; damit fällt aber, Emlenz." so lautet die nz, die auf Betrug lautmde Anklage. Das Urtheil lautete demgemäß auf Freisprechung. Dem Angeklagtm ab« die Warnung eriheilt, stch vor Anklagen wegen ward fahrlässig« Körperverletzung od« fahrlässiger Tödtung. wohin ihn seine Kuren ohne Hinzuziehung etneS Arztes dringen könnten, zu hütm. Krankfurt a. M, 10. August. Nahezu ein Dutzmd hiesiger Einwohn«, darunt« auch zwei Frauen, welche in d« vnoönten Hamburg« und Braunschweig« Staatslottttie ihr Glück probirt haben, stehen vor dem hiefigm Schöffengericht als Komplizm in d« Anklagesache de» Lottteliekollektmr» Kaufmann, welch« dm Verttieb der Loose besorgt hat. El find kleine Leute: Dienftmänn«, Handwerk«, Bi«wirtde, Kellner. Sie verfallen sämmtlich in eine Geldstrafe von 5 M. Segen Kaufmann, d« zu spät«scheint, sowie gegen seine Unteragentm wird die Vnhandlung ausgesetzt. Leipzig, den 10. August. lSozialistmprozeß.) Am letzten Sonnabend standen vor dem Landgericht 17 Personm, ange» klagt, durch Verbreitung eines(damals noch nicht verbotenen) Flugblattes die Behörvm in verleumdnischn Weise beleidigt und die Staatseinrichtungen verächllich gemacht zu haben. Da der Verfasser deS Flugblattes, welches an die Wähl« deS 12. und 13. Wahlkreises(Stadt und Land Le'pzig) gerichtet war, nicht ermittelt w«den konnte, so richtete sich die Anllage gegen die Verdreit«, obgleich dieselben, außer einem,«llärtm, sie hätten dm Inhalt des Flugblattes vor d« Verbreitung nicht gekannt. Einer d« Angellagtm wurde zu drei Monaten, die übrigen 16 zu je zwei Monatm Gefängniß verurtheilt. — Zwei Tage später, also gestern fand wiederum vor demselbm Gerichte eine Vnhandlung wegm Verbreitung verboten« Schriften statt. Auf d« Anklagibank defanden sich d« Litho» araph Johann K. Pinkau aus Cohnd«g, d-r Buchdruck« August Karl Thurm aus Vollmaridorf, d« Schriftsetz« Her- mann Frey aus Meerane, der Tischlergeselle Georg Heinrich Eller aus Hellrttt bei Kodurg, dn Eiscndreh« Karl Wilhelm Berg« aus Markranstädt, d« Tischlergeselle Karl Friedrich Richard Schumann von Leipzig und d« Sch ristsetz« Franz Xaver Hopfner aus Zopfheim. Hopfner und Berg« waren de» schuldigt, inn«halb Jahresfrist wiederholt verbotmk sozialistische Schriften, Schumann dergleichen ab« während d« letztm 2 Jahre««breitet zu haben. Diese Handlung« wurden dei d« Gelegenheit bekannt, als Anfang Juni d. I.«ine unt« falscher Deklaration(„Kreidepapier") aus OUmsm auf der Magdeburg« Bahr eingetroffene Kiste beschlagnahmt wordm war, d«m Inhalt eine größ«e Anzahl d« v«botenm Broschüre „Die Frau, In der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft", von August Bebel, mthielt, d«m Adsmdung durch L«Mittelung Ptnkau'S geschehen sein soll. Es war hierzu ein« sogenannte Deckadresse, auf dm Namen des Mitangeklagten Thurm lautend. der denn auch dm Postschein quittirt hatte, benutzt worden, währmd die Angeklagtm Frnj und Ell« bei d« Abholung bezw. Unterbringung d« Kiste bethelligt gewesen warm. Gegen Hopfner und v«ger lag noch die weitere Anllage vor, daß ste, nachdem Frey««hastet worden, die noch in dessen Wohnung befindlichen zahlreichm sozialistischen Schriften weg und in Berg«'» Wohnung geschafft hattm, um Frey der Be- strafung zu mtztehm. Die Urtheilsoerkündigung lautet« für Hopfn« und B«g« auf je 3 Monate und 1 Woche. Pinkau auf 4 Monate. Ell« auf 1 Monat 2 Wochen, Frey auf 6 Wochen und Thurm auf 3 Wochen Gefängniß(durch Unter- suchungShast verbüßt). Schumann wurde von d« Anklage fteigesprochm._ die Aus was Soziales tmd Arbettervewegang« Nattonalökonomische Weisheit. Bei Besprechung de« Versuch« d« niederrheinischen Web«, Minimallöhne sestzu- sitzen, macht die„No.dd.»llg. Ztg." folgmde tiesfinnige Be- merkung:„Es braucht kaum bem«tt zu werden, daß diese Minimallohntarife, die zwischm Arbeitgeber und.Nehm« v«. einbart wordm, ganz etwas And«eS find, als die von d« Sozialdemokratie geforderte gesetzlich« Fiximng von Minimal» löhnm."— Wir könnm folgendes sagen: Minimallöhne find Minimallöhn«— die ganze Unt«scheidung liegt nur in d« manch«st«lichm fteim Vereinbarung, die jeden Tag gebrochm werdm kann und in ein« sozialpolilischm gesetzlichen Regelung. welch« Dau« verspricht. Daß die„Rordd. Allg. Ztg. schon seit läng«« Zell in das Lag« de« Manchester? humS bezüglich der Ardeiterfrage übergegangen ist, dürft« männigltch bekannt sein. Sie trennt sich nur in d« Zoll, und Steuerpolttik noch von dem»bgeordnetm Eugen Richter. Widersprüche. In dem Bericht d« Handeiskamm« zu M-Gladdach kommt solgenoer Passus vor?„Auf die Arbeit«- ää ää r. ,%%% Mgesühn und ihnen die Auswahl eines beffnm Stamme« von Ardeitern ermöglicht."- Was bedeutet ein größeres Angebot von Arbeitern f Antwort: Sinken deS Lohnes. Was bedeutet lhl eine« bessrrm Stamme» von Arbeit««? Ant-' wort: Auf die Straß« mit dm übrigen.— Man sieht, daß man vielfach in diesm Berichtm um die wirllichm Thatsachen herumschleicht, wie die Katze um dm heißen Brei. Zu» Krankender ficherung Ein« aus V«anlassung de» Magistrat» in Königsd«g zur Begutachtung d« von d« Re» gierung vorgelegten Fragen abgehaltene Versammlung von Vertretern der Krankenkassen hat stch für dm gäezlichm Fo l- fall d« Karenzzeit, dagegen für Beibehaltung der Meldepflicht ausgesprochen. Fem« erllärte fich die Versammlung für Bei' beHaltung d« ä-zttichm Behandlung außerhalb des Kassen- bezirk» wohnhaft« Mitglied«(statt erhöhten Krankengeldes) und ste vemelnte die Frage: Ist Versicherten die Unterstützung zu mtziehen, wmn ste nach d« Erkrankung ihren Aufmthatt außerhalb des KaflenbezirkS nehmen? Eine interessante Streitfrage, die mit Rücksicht auf das Krankmkassmgesetz für die wettestm Kreise von Wichtigkeit ist, wi'd aus Stargard in Pommern gemeldet. Ein d« vor« tigen Ortskrankenkasse angehörende» Mitglied war an Lungm- mtzündung«krankt und von dem Kaffmarztr behandelt wor- dm. Nach Anficht des Patimlen hatte stch die Krankheil nach d« von dem Arzte««ordneten Medizin verschlimmert, und hatte d« Kranke, um seine Athemnoth zu lindern, ohne den behandelnden Arzt zu fragen, sich vchröp'köpfe setzen lassen und damit dm gewünschtm Erfolg erzielt. Als ab« dem Arzt von der Thatsache des Schröpfen» Mittheilung gemacht wor- dm, stellt« derselbe, ohne den Kranken besichtigt zu haben, die wetteren Besuche ein und war auch zu einem solchm nicht mehr zu bewegm, obgleich mehrere Male zu ihm geschickt wurde. E.n spät« hinzugezogen« and«« Arzt«klärte dann, daß jede menschliche Hilfe zu spät komme, und in der That ist d« Kranke auch gestorbm. Für die Kaffm- Mitglied« entsteht nun hierbei die prinzipiell hochwich- tige Frage, ob ein von ein« städtischen Kasse ungestelller Arzt die Behandlung eines Kranken ohne Weiteres einstellen darf, wenn derselbe zu sein« Heilung etwas unttrnimmt, was dem Arzte zur Gmehmigung nicht unt«dreitet worden ist, von dem ab« nicht«wiesen ist od« weisen kann, daß es für den Patienten nachtheilig gewesen ist. Zweifellos steht s-st, daß d« betreffende Kranke unrichtig gehandelt hat und daß mög» ltcherweise Verlust d« Krankenunterstützung und des Sterbe» geldes die Folg« dies« Handlung hätte sein könnm, ab« frag- lich ist es, ob ein Arzt, als Kaffmarzt angestellt« Beamter, da« Recht hat, seine Thättgkett ohne Äetteres einutstellm. Das hierdurch die Kasse, d«en Vertreter dn dehanvelnve Artt ist, ebenso großen Rachtheil habm kann und»n vielen Fällen habm muß, als durch die inkorrekte Handlungsweise deS Pattenten od« sein« Angehörigen, ist zweifellos, und nur ew Privat« arzt, d« nicht durch bestimmten Vertrag gebunden ist, kann jedm Augenblick die Behandlung«ine« Patienten aufgeben. wenn seine Anordnungm nicht respetttrt, od« ohne sein Wissm andere Behandlungsmetbodm angea»mdet werdm. D« Kaffmarzt ab« hat in allen Fällen, wo die pünktliche vefolgung d« ärzllichm Vorschriften zweifelhaft«scheint, od« wo nach Lage der Sache— Verabreichung von Bädern u.s. w. — die Behandlung in d« Privalwohnung unausführbar od« doch mangelhast ist, die Ueberführung nach ein« öffentlichen Krankman stall anzuordnen. Eist die Weigerung des Kranken oder sein« Angehörigen, dies« Anordnung Folge zu leisten, entbindet ihn von sein« Pflicht der Behandlung. Selbst« verständlich ist ab« hiermit die Pflicht v«bunden, dem Kaffm» vorstände dienstliche Äittheilung von dm Thatsachm zu machen, da diese die Kasse b«echtigm und im Interesse d« üdrigm Mitglied« auch verpflichten, die K:ankmunt«stützung dem RenUmtm zu entziehm. Jedmfall» beweist d« Vorgang, die Richtigkeit der Darstellung vorausgesetzt, wie wenig Garantie die Eigenschaft als Zwangskaffenmiiglied einem Patienten gewahrt, wenn« auch nur dm geringsten Verstoß gegen die Anordnungm des Kassenarztes begehl. Patient wie Kasse könnm dann beide gleich schw« geschädigt w«dm. Zum Dresdener Glasarbeiterstreik. Es ist in dm letztm Tagen vielfach die Meinung verdreUet worden, als hätten die ausgesp«rtm Glasmacher die Atdett unter dm von Herrn Siemen» gestellten neueren vedingungm Wied« auf» amommen. Dies ist durchaus nicht d« Fall; im Gegentheil haben«st verfloffmm Sonnabend Wied« mehr«« Arbeit«, welche dm„V«fuch", unt« dm nmm Bedingungm zu ar« betten, machten, aufgehört, weil der Verdimst derselben nicht einmal jme vorausgesetzte Höhe erreichte, so daß einigen nur ca. 6, 4, ja einem sogar nur 1 Mark und einig« Pfennige als „Wochenlohn" übrig dliebm, freilich nach Bezahlung de» Be- Hilfen und Einträgers.(Da bekanntlich Herr Siemen« statt de» dishn gewährten Wobnungszuschusse« es übernosw» hatte, die Einkommensteuer für die Ardeiter zu zahlen, so W es auf d« Hand, daß« bei solchm Löhnm ein recht gm Geschäft machen würde! Anm. d. Setz«».) Daß unter dW Umständen an ein Aufnehmm d« Arbett fettens der Arde» nicht gedacht wndm kann, wird leicht einleuchten; die Arte» fügen stch daher ins Unvermeidliche und suchen stch, wo"J möglich, andere Arbeiten, bis sie nach auswärts andne Arte«» stellen in ihiem Berufszweige gefunden haben. Die Fbo ßidl fich alle nur«dmkliche Müh«, von auswärts Ersatz f kommen— vergeben»; die Ausgesperrten habm AuSfitt,>> ca. 3-4 Wochen alle Unterkommen nach auswärt» gefunden s habm, da namhafte Firmm ihre Betriebe vergrößem, weil sie bis v g«aume Zeit hinaus die Konkurrenz des Herrn Siemens zu fürchten habm. Wenn dann fem« das Gerücht verirei» ist, als enthietten die Anerbietungm des H«m Siemens«► Vorthelle für die Arbett«, die nur nicht von denselben«« Solche anertannt sein wollten, so kann man nicht begreM wie eine solche Ansicht Platz greifen kann; man darf doch Arbeitern eines Spezialfache», wie es die Flaschenfadrikalio» und die bereits üb« ein Jahrzehnt die verschiedensten lungen mit durchgemacht habm, zuttaum, das, was zu Votthelle wäre, zu erkennen und die Gelegenheit mit Freu? zu denützen, welche eine V«desserung ihrer Lage in sich Daß es mit dieser Vmdefferung nichts ist, geht aus der» letzten LöhnungStage gemachten Erfahrung genügend hn?j Im Uebrigen haben die Ausgespnrtm nmndingS einen«>« maligm Auftuf an die Kollegenschaft«lassen, in welchc�? d«seldcn die Sachlage klarlegen und um deren ferneren Beite» ersuchm. Wir hieltm uns vnpflichiet, üb« den gegemrär" Stand d« panjen Angelegenheit zu berichten, weil die_ angedeutete Meinung vornehmlich in ArbeUnkreilm verd«» ist und fich daher in matniell« Beziehung mehr»ami," aktiv»«hatten hat. Di« Kommission der ausgespentm 9* arbett«. Der Alensburger Mas chiuenbauerstreik dauert g? ändnl fort. Ein H.-rr E»«t au» Chemnitz soll in Wr Ardeiter zur Uedersteoelung nach Flensburg zu gewinnen sw» Die doctigm Kollegen ersuchen ab« im Jntnesse des t®? Stande« dringend, allm Zuzug fernzuhalten. tzr. l I Pereine und iversammlu«g> Der Gauveretn der Magdeburger Bildhauer( stütz ungsverein d« Bilvhau« Deutschlands) hiett Soi" Abend tn d«„Markthalle" seine regelmäßige Vnsa , Unt fe naltn R frig unter d. P "«sich ».£? m s ab, tn welch« d« Bnicht der Zenttallranten- und BtS™* lasse für das Jahr 1885 erstattet wurde. Räch demselben,! am 1. Januar ein Bestand von 6 222.10 M. vorhanden, dte Geiainmteinnahine mtt 19,974 91 M,«giedt zus« 26,197.01 M. Die Gesammtautgade betrug 1 e, 493.73 P». daß am Schlüsse des Jahres ein Bestand von 670".23% blieb, welche Summe zur Blldung des gesetzlich vorgela» nen Resnoesonds verwmd« wird und auf neu« Rechnung getraam ist. Die AuSgade für Krankenunterstützung L 14.065.15 M, und zwar 12,064 06«. für 11 001«ranKg tage gezahlte» Kianlengeld und 2001.09 M.?flt VerpsieA kosten, an Krankenanstalten. An Begräbnißgeldern 650 Ä. verausgabt. Das Vnmözm de» Vereins ist sIe theils zinstragend angelegt, während 92857 Ist. all O stand d« einzelnen Verwaltungsstellen und 930 42 dn'Hauptkasse verdlteben. Die Zahl der Mitglied« tejij 1. Januar 1885 1053, neu eingetreten sind 540 geschieden 252, darunt« 11 durch dm Tod. so daß am Schlüsse de« J.hreS 1341 Mitglieder tn 49 � zählte.„u Sommerfeft de« Verbandes deutscher ZiMwft, Lokal»er band Berltn W. und Umgegend, zum Besten validm de« Westm», Sonnabmv, dm 14. August' Vtkloria> Bräunet, S et. Lüvowstr. 112. Großes ausgeführt vom MufittorpS de» Kgl. lkllenbahn- R K unter Leitung feinet Dirigenten Htttn Lebed«. W Vorträge. Feunwnk, Sommernachtsball. Btllets find zu habm bei: Lopszat, Steglitzerftt- melt, Golzstraße 3; Huedn«, Kurfürstmstr. 6; Ktetn» witzstr. 28; Opitz. Schönederg..,. Allgemeiue Kranken»»ud Sterdekasse der arbeiter(E. H. 29, Hamburg). Filiale lBerlin. lung am Sonntag, den 15. August, VormUlagi läge in d« Versammlung entgegen genommen. Veri�j 12 Ziehung d. 4. Klasse 174. Konigt. Preufj. Lotterie. Zieh«»«»o« l». August iss«. »der ü 10 Start find oeu derre-fendeu 1010 106 238 >80001 79 1660) Hut die Semlnin____________________. in Puremhele deigeiugr. "(Cime iSemäbt.) 140 60|660| 86 272 77>60001 376 664 89 91 712 961 mtmMmmmvm. Si U LÄHM! M»6 ...... 13 43 61(30001 68 74 77 709»13 97» 9u 7083 207 30 88 26 83 86 306 22 86 76 425 28 37 13,0 1550' 8008 88 76 121 31 OMSOO' 22* a lilpiä 8 Mi«» iK.'M'.sis» aff-iÄjs ss s ä» 621 50 643 jlöoül�tl 92 36 43 64 82 422 45'[30007506*80 98' 859 729 99'" ttWWWMW 76(3,�.. 92 706 84 96 994 180001 97[30001 WWWW 807 34 86[550! 942 SV ITrÄÄlT** 11006.1800! 4f7Ö_______ 11500 � WNSKZKSZMM 29 67 716 81 32___ 60 188 218 84 86(800) !«wS r. s; ■teOlu ISO IIA ÄÄ 7n 77 1 1 ft4U.i«Ä1*1 o/« �----- MMMAMW Verantworllich« Redakteur tu 33 �i,57 7(�,43�836J30p] ��«�16��04 51 60' 96 624 6----------- 053 9 Ii(3001 66 11600] 401�9 ,80001 76 288 887 ,8001 418 8, 8« Kt. � � � � 981 636 780 74( 31 7« 80 317 34[3jO, 39 63 206 88 79 116001 414 27 617 712 15601 30 41 15601 45 942 47 60 48004 103 28 58[16001 334 41 64[K it?I 39 61 577 629 48 701 62 80 88 806 55 83 912 19 49115 97 339(16 000] 65 460 80 608 61 903 130001 6 156 1] 7 UJft'Olf 60068 64 III 64 91 220 96[460000) 866 72 96 98 472.1% 40 90 99 641 781 1300] 87 947 74|3iX)| 61016 4o(16001< 77 618(3001 43 67 64 130001»5 607 16601 6081300,-6 i'l 917 43[6601 49 62 402 27(W________________ � 53017 11500) 54 73[SuOi 201 12 81 382 649 79 206 l 2%%%% � 701 65c�«0?1 M 306 18 60 68 426 27 618 66 72 88 60061 81 121 219 336 43 53 63 445 66 74 86 563(8#�� äWfeÄWte» M»zM«sK 6» 346 47 4SI 590 656 816 918JoOOl 67 0 406» 186» � 322 27 82 422 58 61 18001 638»5 730 808 22 24 86 � g 97 15501 390 496(8001 52" 4" 60" 726|l--------- .26 61 61 87 106 7(3001 66 2 9 33 864( 44 722 886 919 87 89 68118>30j| 22 ZttRust lischt la? 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Jahrg� Vestmnchisch-NWnslhe Arbritn- zkschtlmz. » v.®nltt Forderungen, die stch in der modemen Ardeitir« , iblS L?Suna M allgemeinen Anerkennung durchgerungen haben, 'd> aohl auch die internationale Arbeiterges'tzzebung zu «Ji•®4on der utopische Eozialilmui einet R chard Owen .?* tlrt c»!!! nicht vSllig seinm Ursprung im Lande der Meister Ä �olstik und Nationalökonomie, indem unter den An» �upsungtpunkten an die wirklichen und zeitgemäßen Bedürf« !!?!' dtt Aibeiterklasse dat Verlangen nach einer tnternattv' nalen Regelung der Ardeittzeit sich vorfand. Was damalt «F'tt themettsche Schrulle angesehen und sellent der„Prak» ,,.7 tgnorirt wurde, brach stch aber in den letztm Dezmnim uiler den Arbeitern, intbesondere Deutschlandt, Frankreicht, JWondl und der Schweiz, Lahn, da die Entwicklung der '?«uen Mißstände, welche dat System der freien Konkurrenz «-Überall im G-folge hat, dies« Forderung im Herzen 12«rdeiter naturgemäß erzeugen mußte, sobald sie ihrer Stel« im wirthschaftlichen und polstischen Kampfe der Gegen» "M sich bewußt wurden. Lei aller Anerkennung der Berechtigung dieser Forderung iL. boch nicht zu leugnen, daß der thalsächiiche Entwick- .M»ang der Albesterschutzgesetzgebung, wie er stch bither �»ieht, nicht international, sondern staatlich ist; wenn auch " stder Ardeiiig'setzgedung die Erfahiungen anderer darin �Angegangener Staaten benutzt werden können, auch z. B. S» wetz und in Oesterreich wirllich benutzt«erden, so »«och bither der Inhalt der Gesetzetdesttmmungen keinetweg» Martig. nicht einmal der Gleichhest stch nähernd. Die Ber» i?�der tnternatwralen ArdeiiZgesetzgedung haben häufig zu JJ�wicht auf gewiste Gmnobestimmungen der Gesetzgebung so daß sie übersahen, daß daneben große Berichteden- :_NI auS der»erickiedenen kulkurellen und nationalen Ent- ä «it der verschiedenen kulturellen und nationalen Snt- der einzelnen Staaten mit Nothwendtgkeit hervorgehen h«r Gesetzgebung dm entsprechenden Autdruck finden müssm detbalb autsprechen, daß eine wirksame, stch vJJ'lot in vagm Allgemeinheiten bewegende internationale «Gesetzgebung erst bei einer gewiffen Entwickelung der «Mstltchm Gesetzgedungm und nur zwischen Staaten von ftW?»der Gleichheit der Produkliontdedtngungen zu verwirk- bat?,«. Et ist daher wohl alt wahrscheinlich anzunehmen, Li•« erste internationale Vereinbarung zwischm solchm Län» bd �attfinden wird, welche berestt detiächtiiche Fortschritte in iz.agenen Arheittgesetzgedung gemacht h-dm. Zu letzterem L'Oer vor Allem ein« mergtsche Propaganda der Ardester der Jy'enbtn Länder erforderlich, dmen et ja leichter sein muß, ,1? einzeln» Regierung im eigenen Land« vorwältt zu drängm, Anzahl von«tderspenstigm Regierungm und Par» Oesterreich— t in dieser igf, die Reichthälfie westlich der Lestha— ein um so lehrreicheret Bei» Wablrecht er Oester- ,.__________________ geflügelte immer um eine Joe« zmück sei. in der Ar» ng all, anderen europäischen Staaten, WAutnahme der steinen Schw.iz, Überholl habe. Der deutsche «tetcht lanzler hat diesen Vorzug freilich dadurch abzuschwächen besucht, daß er behauptete, in Oesterreich würden die Gesetze so streng autgeführt alt in Deutschland. Diese vehaup» die aus den erstm Blick sehr bestechend wirkt, da fi« mit tfiL Tradition von der österreichischm Gemüthlichkeit in fr�bem Einklang steht, ist aber doch in ihrer Anwendung W».jf" fa11 nicht ganz richtig' wir brauchen un» nur auf h» ioä� e östeneichischm Gewerbeinspektorm für 1884 L,% berufen, die durch die Offen herzigtell, mll der «e Kaffesten Uebelstände in der Ardeiterdevölkemng an'S "cht defördert wetdm, in angenehmem Gegensatze zu S�en Berichten deutscher Fabriktnspellorm stehen. Sin foL?.>ebr dnückfichtigungiwerther Umstand, der schwer �eita,,». boiarck'sche Behauptung in'« Gewicht fällt, ist di« «ffere Organisation der österreichischen Gewerde» ltch Wt unter einem Generalinspestor stehen, der persön- dl,.....�g Angreift und die Berichte Institut der Fabriktnspettoren. orgänifirte UeberwachungSdehörve für die Bestimmungen der ArbeitSges-tzgedung, ist aber luer für die ganze»rdeiterschutzgesetzgedung; ,...Wischen diesem Institute in Deutschland. Ä4-%»r«: ä. Ä Mär, 1685 eine normirte Arbeitbzeit für er» jK» zi�drikardetter, worin eS allein die Schweiz in Europa NCÄ5 bat. Freilich hat der§ 96», welcher die lasset Arbeit normtrt, deutlich die Spurm de» Kom- NMj�mit der liberalen Lvpofitton. welche durch vi« kapi- Wähler zum heftigsten Widerstand gegm dielen rtbHPlib................. Derselbe lautet nämlich: In ®e(t«iiij.S!,stbU4 nranniftrle lieb js-■> £«8 betriebenen Gewerbtuntemehmungen darf für die Nrd.7.? Hilfsarbeiler die Ardettsdauer ohne Eimechnung 2*§ti"»OClliffn m#Kr nTS hlntiffl fejt Pa�en nicht mehr oll Höchsten» elf Stunden binnen CPSiiekL" betragen. Doch kann der Handeltminister im £|atih.Xen«it dem Minister de» Innern und nach Anhörung »L�etorw und Gewerdekammern diejenigen Gewerbekategorten w�ewJ�UTtgSwegt bezeichnen, welchen mit Rückftcht auf die N« der besonderen Bedürfniffe derselben die Verlänge» .Ltoid laichen Arbeitszett um eine Stunde zu gewähren Mren" Lifte derselben von drei zu drei Jahren zu K �etrirt vrBn Raturereigniffe oder Unfälle den rrgelmißt- �t�tibe�g unterbrochen haben, oder wenn ein vermehrte» U*. nl«tri»? ewgetreten ist, kann die Gewerbebehörde erster h., in iLewer beUnternehmungen eine«ellwetltge Ver» I«I� k �bkittzeit. jedoch längsten» für die Dauer von DWZZW «rv-Ktster Instanz erfolgen.»> ßndem ist der Han- Fr L'igt. b�-�tnoernehmen mit dem M ntfter de» Innern ™ Gliche»J. Kategorien von G ewei bkunternehm un gen, «L �"unterbrochene Betrieb gestattet worden ***■£» ÄSfÄ« Ä Auf Arbeiten, welche der eigentlichen Fabrikation al» Hilf»« arbeiten vor» und nachgehen müffen(Beleuchtung, Kessel- Heizung»c) finden, sofern« diese Arbellen nicht von jagend- lich-n Htlstarbeitern verrichtet werden, die obigen Besttm» münzen keine Anwendung. Die Ueberstunden find desorder» zu entlohnen. Die Ausnahmen von der gesetzlich normirten Arbeit»- zeit find in diesem Paragraphen so häufig, daß man in Zweifel geräth, ob überhaupt noch ein RormalardellStag übrig bleibt; anderersei-» find der Regierung solche Machtvoll- kommenheiten eingeräumt, daß der ganze Paragraph in ein ge- setzlich formulirteS Vertrauensvotum zur gegenwärtigen und jeder zukünftigen Regierung autläuft. Den ersteren Mangel haben wir der Minirar&ell der liberalen Opposition, letzteren der bureaukratischen Tradition, der Unkrnntntß der industriellen Verhältniffe und der ängstlichen Schüchternheit vieler der Sozialreform freundlich gefinnten Parlamentarier in der Re- gierungSpartei zu verdanken. Die prinzipielle Bedeutung de» MaximalardeUStage» bleibt aber doch trotz aller dieser Durchlöwerungen wenigsten» so lange bestehen, al» ein konser- oatioe» Regime in Oesterreich bleibt. Und später hoffen wir die österreichische Ardeiterbewegung so well erstarkt, daß fie auch den Versuchen liberaler, dem Fabrikantenthum näher stehender Regietungen, die MarimalarbettSzeit durch ausgedehnte AuS- nahmSbewillizungm illusorisch zu machen, erfolgreichen Wider- stand zu leisten im Stande sein wird. Und selbst der au»- nahmSweise 12itündige Arbeitstag ist in einem Lande«ine wahrhafte Erleichterung, in welchem, wie eine Enquete vor Annahme dei Gesetze» erwiesen hat» ArhellSzeit bi» zu 18 Stunden keine Seltenheit ist. Ursprünglich war von der Majorllät de» GewerbeauS jchuffei lOflündige MaximalarbeitS- zett vorgeschagen, die leider an dem Widerstände der liberalen Oppofi.ion und durch den Abfall einiger MUglteder der Re- gteiunglpartei scheiterte. Auch in der wesentlich auS Vertretern deS Broßgrunddesttze» und de» KleruS zu- sammmgesetzten parlamentarischen Majorität befinden stch eine Anzahl von Großindustriellen, besonder» solcher, die neben der Landwirthschaft noch landwtrthschaftliche Jndrustrie betreiben. Ueber die ArdellSpausen, durch deren Verkürzung bekannt. lich die Fabrikanten nach alter Uedung die effellive Arbeitszeit zu»erlängern wiffm, ist in ß 74a folgende» bestimmt: Zwischen den Arbeitsstunden find den Htlfsarbettem angemessen« Ruhe- pausen zu gewähren, welche nicht weniger al» anderthalb Stunden betragen müssen, wovon nach der veschoff«hell de» Gewerbebetriebe» tbunlichst eine S und« auf die Mittagszeit zu entfallen hat. Wenn dt« Arbeitszell vor oder diejenige nach der Mittag»stunde fünf Stunden oder weniger beträgt, so kann die Ruhepause mll Ausnahme der sür die MtttagSzell bestimmten Stunde für die betreffende Arbeitszeit entfallen. Bei der Nachtarbell haben diese Vorschriften sinngemäße Anwendung zu finden. Der Handelsminister im Elnver- nehmen mll dem Minister de» Innern wird ermächtigt, je nach dem thatsächltchen Bedarf einzelner Kategorien von G-werden namentlich jenen, bei denen eine Unterbrechung de» Betriebe» unthunltch ist, eine angemeffene Abkürzung der Arbeitspausen zu gestillten._ Kommunales. w. Die in vertier vorhandenen Wasserstraßen genügen dem mit der Vermehrung der Einwohner, avl und dem stetigen Wachtthum der Stadt stch steigernden Schifffahrt« verkehr ntchr mehr. Um dem abzuhelfen, soll, nachdem der früher geplante Bau eine» Südkanal» seiner Kostspi-ligkell wegen aufgegeben worden, die Kanalifinrng der Unieispree und die Schaffung eine» neuen SchiffSwegeS innerhalb Berlin durch Schiffbar- machung de» jetzigen Mühlengerinne» zur Ausführung kommen. Die staatlichersetti beabfichtigtcn und zum Thetl betreff» der Unterspree durch Errichtung eine» Wehre» und einer Schleuse bei Charlottendurg berell» ar-sgeführten Unternehmen, sowie die Äbstcht de» Staates zur Berbefferung der Waffer- straße nach der Oder hin und der Oder selbst haben die städti- schen Behörden veranlaßt zu erwägen, wie well da» Interesse der Stadtgemeinde e» erheischt, für die Spreeregulllung und die damll zusammenhängende Senkung de» HochwaffnspiegelS mll den Staatsbehörden in Verbindung zu treten, um ,u erreichen, daß auch die größeren Fahrzeug« der Elbe und Oder bi« in da» Innere der Stadt geleitet werden können. Nachdem zu diesem Zwecke derellS da« Damm wühlen Grundstück erworoen worden war, haben die Verhandlungen dahin gefübrt, daß die Stadtgemeinde stch wenigsten« im Prtnzipe zur Zahlung eine» namhaften Beitrages berell erklärt hat, über deffen Höhe zur Zeit Verhandlungen schweben. zokale». Eine besondere verltner Spezialität von Prozessen gehen au« den zahlreichen Fällen gerichtlich geltend gemachter Rechtsansprüche von GmndstückSbe fitzern gegen den Magistrat unserer Stadt hervor, auf Gewährung einer Entschädigung wegen verweigerter Bauerlaubniß au» dem Grund«, weil da» Terrain, für welche» die Erlaubniß zur Bebauung nachgesucht wurde, nach dem bekannten Bebauungsplan vom Jahre 1862 nicht bebaut werden durfte, und die betreffenden Grunddesttzer nach der damaligen Lage der Gesetzgebung al» durch diesen Bebauungsplan in ihren Sigenthum»rechten geschSdigt und die Kommune zur Entschädigung verpfl-chtet erachtet wird. Bei solchen Entschädigungtproz.ssen fcnöell e» ft» um ganz de» deutende Objekte und man kann stch denken, mit welcher Fin» digkeit alle Gründe pro und kontra von den Sachwaltern an rÄÄÄ» stüettbesttzer bekannt und in der That find e» nur wenige Anwälte. betraut werden. Augenblicklich herrscht wieder große Freude in dm Rethen der interesst,ten GrundstückSdefitzer, denn der fci v*%5. MÄSSS UM? Andränge» zur Rechtsanwaltschaft genügt so ein glücklicher Prozeß, um einen jungen Anwalt bekannt zu machen und ihm eine gute Praxi« zu stchem. Einem vielfach geäußerten Wunsche der Bewohner dt» Westen» von Berlin ist setr.-nS der Baanverwattung jetzt Rechnung gelragen. Bi» einschließlich 19. September d. I. werden an den Sonn- und Festtagen wie von den übrigen Fernstationen der Berliner Sladtbadn auch von Berlin, 6 aar« tottenbmg und Zoologischer Gartm R-tourbill-t» 2. und 3. Klaffe zum einfachen tarikmägizm Fahrpreise mit eintägiger Giltigkeitsdauer nach den Stationen Lichte, b rz FrtedrichSfelde» Hoppegarten, Neuenhagen, Fredersdorf. Strmßderg und Dahmidorf-Müncheberg ausgegeben. Die Benutzung der Kourierzüge ist au»geschloff-n, Fahrunterbrechung ist nicht ge» stattet. Freigepäck wird nicht gewährt. Bor einiger Zeit ging durch mehrere Berliner Zeiinngm eine Noltz, wonach ein junger Mann von einem P andleiber für den bei der Auktion entstandenen Ausfall eine» nicht ein« gelöstm Pfandes verklagt worden sei. An die Mittheilung diese» gewiffermaßen al» neu und seltsam hingestellten Falle» wurden dann Vermuthungen über den Erfolg der Klage ge» knüpft. Und doch ist der Fall keineSweg» une.hört.— Fast jeder Berliner P andleiher verklagt jetzt auf Grund vorange« gangmer, den P'andleihem in dieser Beziehung günstigen Ent» scheidunzen den Ve pfändet, wenn er bei dem Verkauf de» Pfandes einen Ausfall erleidet, fall» nur irgend AuSstcht ist, daß bei dem Verpfänder die Exekution nicht fruchtlos ausfällt. Ein Pfandleihe in der A. Suaße hält stch sogar einen eigenen Rechtsanwalt für diese Prozesse. Al« Belag diene folgender Fall: Ein Zimmermann in der Bergmannstraß« verp>ändete im Jahre 1883, al» er in Folge de» damaligen Streck» in Roth geralhen war, seine beiden best n Anzüge nedü Winter» paletot bei einem P'andldher für 30 M. Die alte Regel, daß leichter versetzt al» wieder eingelöst ist, dewahrheiteie stch auch hier: der Zimmermann bezahlte in zvei Jahren 14 M. 40 Pf. Zinsen, und ali er im dritten Jahre auch die Zinsen nicht bezahlen konnte, wurden die Sachen verkauft, womit er die ganze Angelegenheit für erledigt erack'ete. Er erstaunte nun nicht wenig, als er dann von dem P'andleih-r aufgefordert wurde, noch 18 M. für den Ausfall bei der Auklton zu zahlen, da die Anzüge nur 20 M. 20 Pf. gebracht hätten. Zu dem Darlebn von 30 M. seien abrr noch für da» dritte Jahr 7 M. 20 Pst Zinsen und 1 M. Auktion» gebühren zu zahlen, so daß nach Avmg der bei der Auklion erzielten 20 M. 20 Pf. noch 18 M. Rest verblieben. Der Zimmermann ließ e» aus eine Klage ankommen, verlor den P ozeß und hatte noch 15 M. Kosten zu zahlen. Bei unseren P'andleih« anttalten(die königlichen Lethämter, bei welchen der DarlehnS» nihner nachträglich nickt in Anspruch genommen wirn, find davon ausgeschlossen) find derartige Fälle etwoS ganz Ällräg» Hebe». Für d>e grausamen Verluste welche da» ärmere Pu» bltkum unter solchen Umständen erleidet, find aber auch unser« AuktionSverhältniffe mit verantwortlich zu machen. Denn bei den Auktionen beherrschen die Händler, welche„Kaprusche" (Kowpagnongeschäft) machen und keinen Gegenstaad in die Hände anderer Bieter gelangen lassen, da« F.ld. Diesem Ring gegenüber ist sogar der Piandlether bei den von ihm veran« altetm Auktionen machtlos.— Wenn nun aber bei einer Auktion der versetzte Gegenstand mehr ergiebt, al« der darauf geliehene Betrag ou»macht, sorgt dann der Pfandlether ebenso Promvt dafür, daß der Uederschuß an den Vcrp�nver abgeführt wird? Wir wagen da» zu bezweifeln. Uedec die Nachäff ang Pariser Moden feiten« unserer Frauenwelt, und seien diese, wie deisp eltwetse die Toumüre. noch so häßlich und abgeschmackt, wird so viel gespöttelt, daß e» stch auch einmal verlohnt, auf die Mobegecken der Herren« weit hinzuweisen, die in ihren«u»schreitungen wahrlich unseren Frauen nicht« nachgeben. Da dringt der Pariser„Figaro" eine satyrilche Beschreibung der Pariser modischen H-rrenwelt. die stch Wort für Wort liest, al« hätte der Verfasser die Studien zu seiner Schilderung in den Straßen Berlin« gemacht. So emstg find gewisse Herrchen au» der Berliner Gesellschaft defliff n, ihre Pariser Lo dilder nur ja auf» i- Tüpfelchen ger au nachzuahmen.„Wer„chic" sein will, schreibt„Ftgaro", trägt einen hohen Hut mit wahnfinnig breiter Krempe. Die»«„Be- bnuotung" wird so tief in» G- ficht gedrückt, daß man von der Stirn absolut nicht» mehr steht. Dafür reicht der Hast kragen bi« unmittelbar an da» Kinn, ein Kragen ohne zwölf Zentt» Meter Höbe würde Dich zum unrettbaren Philister stempeln. Auf die Existenz de» O-erhrmd« wird weniger gesehen, denn eine Keaoatle von rtestger«ulbehnung breite, schützend ih-n Fittich über diesen Theil de» männlichen Weißzeuge«. Wa» sonst noch zum Anzug gebört, muß absolut eng g-preßt, wie geschnürt erscheinen, der R�ck wird bi« zur Kraoatle hinauf fest zugeknöpft, ein faltiger U.berrock darf je nach Geiall-n de» Befitzer» länger, aber auch kürzer sein al» drr G-H-Rock, der in letzterem Falle gar spaßig unter dem Paletot herooriugt. Schuhe und St-efet natürlich nach Art der Schnabelschiffe spitz zulaufend. Da» linke Auge wird mit dem Morokle bewaffnet; wehe dem, der stch unterfängt, ohne Monokle»u er cheinen! Man ist überhaupt ohne diese» kleidsame Möbel in der Pariser Gesellschaft unmöglich. Auch ein Spazieistock ist ob.igatorisch, aber nicht etwa ein kokette» Röhrchen von jener Schlankheit, wie es die El-gant» frühere- Tage trugen. Der« gleichen ist jetzt einlach iboUox. N in, ein Knüttel von fu cht« einflößender Dicke muß e» jem, auf dm man fich natürlich nicht etwa flitzt, den man vielmehr in der Luft balanzirt. Man gewinnt dadurch fteilich mehr da» Ansehen eine» Jongleur», al« eine» harmlosm Spaziergänger«, aber wa» thu!», die Mode und die junge Herrenwelt verlangt e»." Der problematische Werth von Hauptgewinnen in den Privattotterien ergieol stch wrever einmal zur Eolder.z au» folgendem d« merken» werthm Fall. Von 25 Loosen der Berliner Eq rioagen- und P erde-oiterie, welche ein Barbier Sch. in Luden werba(P,oo. Sachsen) zum Verkauf entnommm baue, war der Hauptgewinn bei der jüngst stattgehabten Z ehuna. eine vierspänntge Equipage im angebl.chen Werthe von 15 000 R., auf ein» der Lrose gefallen, welch-» zwei Brauneta deiter au« Liebmwnda gemeinschaftlich aeip elt batten. Hocherfreut über da» g-oße Glück degaien fich die Gewinner nach Berlin, um hier den G-wtnn in Emp'ang zu nehmen und ibn zu verkaufen, da sie urmöolich von vemselbm einen eigenen Gebrauch machen können. Wer deich-eibt aber ihre g'vße Enttäuschung, alt fie die viersvännige Equipage nur mit„Hängen und Wirgen" für 6000 AI., sage ftchtiausmd Mark, an dm Mann dringen kannten. Da» ist also der Hauptgewinn im Werih: von 15000 M. Eine» Kommentar« dedarf dieser Fall nicht, da er, w e leiver hinlänglich bekannt, in dm Annalm de« Prioailottcrtewesm« nicht vereinzelt dastebt. Eine Lotalkorrespondenz bringt folgmde b-umuhigende Nachrtcht: Gro-e Auslegung herrscht seit vo-qeftern Abend unter dem Au'fichttpelsonal der fönigttchm Thier arzneilchule Der dem R.ichSkanzler Firsten Bismarck gehörige R-ichthund TyraS, bei fich behusi einet Dpetolion In der eiwZhnien An- statt befand, Ist ootpestetn von dort entlaufen. Trotzdem man selbst die Hilfe der Polizei in Anspruch genommen und nach allen Revieren Depeschen aufgegeben hat, um de» Flüchtling» habhaft zu werden, find doch alle Nachforschungen nach dem. selben bisher resultatlo» geblieben. Ei« Seekranke« ,« Lande schwankte gestern Nacht durch enz; e» war— wie die„VolkS Zig." in die Straßen der Refidenz.> drolliger Weise erzohll— ein alter Schiffilapitän. der die künftige Seestadt Berlin besucht und, von einer schweren Sitzung Schifstahrtlkundiger heimkehrend, dem Hafen seine» Logement» zusteuerte. Bei seinen nautischen Vortragen mochte er wohl manch-« Gla»„gepeilt" und in den Grund gebohrt haben, denn Wind und Strömung trieben ihn hin und her, ihn umtobte der Sturm und die Feuer unserer Straßen. Leucht- thürme tanzten vor ihm her, wie Irrlichter. Da sah er Plötz lich vor fich ein grüne« Gestade— war'S ein Palmenwald, dessen saftige Früchte ihm dicht vor dem glühenden Gesicht hingen? Ach nein, ein Gemüsewagen, der, reich mit Mohr- rüden beladen, vor einem Grünkramkeller hielt. Kurz entschloffen greift der alte Seemann zu und dal» zermalmt er eine armd cke Mobnübe zwischen seinen Zähnen. Doch„,wi chen Lipp' und KelcheSrand, schwebt der dunklen Mächte Hand": er fühlte fich plötzlich von der holden Besttzerin de« Grünkram« am Arme gepackt und hörte durch da« Tosen seiner inneren Brandung ihren kreischenden Protest. Sie ließ auch nicht lo» und so schwankte da» sonderbare Pärchen— die„Hökeriche am Arme de» wohnübenfreffenden Seebären— zum großen Gaudium der fich ansammelnden Nachtwandler vmwärt». Bald gesellte fich aber ein Dritter im Bunde zu ihnen, ein Hüter der heiligen Hermandad, der dem Hin- und Herschaukeln dadurch ein Ende zu machen suchte, daß er den Seeräuber am andern Arm packte; dieser führte aber ungestört seine Mohr- rübe ,u Munde und lallte dabei: halt' Ii fast, boy«, he kommt!(haltet Euch fest, Jungen», ste— die Sturzwelle— kommt!) Der Schutzmann Übersah bald die Situation; e» machte zwar viel Mühe, dem Seekranken begreiflich zu machen, daß die Mohrrüben hier zu Lande nicht wild auf der Straße wachsen, endlich ging ihm aber ein Leuchtthurm auf, er zahlte brummend seiner schönen Begleiterin einen Nickel und trollte sich dann, über seinen Kur» delehrt, fürbaß. Den umstchenven Landratten aber sagte er: selbst ohne Kompaß habe er nie Schiffbruch gelitten, aber gefährlicher al» der Weg durch den englischen Kanal schienen ihm die Irrfahrten am grünen Gr- stade der Svree..... Eine Rmggeschichte, die allerding« nicht« mit Allegorie und Philosophie zu thun hat, wie jene in Lesstng'» unsterb- lichem„Nathan",»eicht dafür aber buchstäblich wahr ist, möch- ten wir unseren Lesern heute erzählen. Eine wohlhabende Bürgerfamilie in einem benachbarten Ort feierte am vergange- nm Sonntag da» VerlobungSfest einer ihrer lieblichen Töchter. Ein Fest, welches ein Paar liebender Menschenkinder in die glücks-ligste Zeit ihre» Dasein» einzuführen bestimmt ist, kann natürlich nicht glänzend und prächtig genug begangen»erden, und so waren denn in Bezug auf Speise und Trank die au». gedehntesten Vorbereitungen getroffen und, da die Familie eine« großen Bekanntm- und Freunde»kreise» fich erfreut, zahl. reiche Einladungen ergangen. Die junge Braut hatte am Sonnabend in ihrem finnigm Gemüthe einen poetischen Ein. fall: wie wäre t«, raunte ste dem da» Backen der unzähligm Kuchen gleich einem Felvherrn überwachenden Papa zu, wenn wir in einen der Kuchen einen Ring einhacken würden. Der Zufall, der so oft mit huldreicher Gunst de» Glücke» Gabm vertheilt, würde den Ring vielleicht in eine Hand führen, welche daran» Anlaß nähme, fich aus diese höhere Verfügung hin ebenfall» für da« Leben mit einer andern gleichgefinnten Hand verbinden zu lasten, mit anderen Worten, vielleicht führt der artige Scherz zu einer neuen Verlobung. Gesagt, gethan! Eine gefällige Freundin lieh da» goldene Ringlein, da» sofort in den süßen Teig versenkt wurde, um am anderen Tage unter glück» verheißmden Umständen seine Auferstehung zubegeben Schnell, nur allzu schnell entflohen amVerlobungitage die Stunden dem Brautpaare und dem weiten Kreise der Lieben. Mitternacht war schon vorüber, unter Scherzen und Lachen, Effen und Trinken war die Zeit vergangen, da sollte ein solider Familim- laffee die bereit» an dm Aufbruch denkende Schaar der Gäste noch auf ein StÜndchm festhaltm, die Kannen dampften, die Kuchen wurden aufgettagm, darunter auch der schicksalsschwere mit dem Ringlein. Die Braut und die wenigen Intimen, welche in da» Geheimniß gezogen waren, saßen hochklopfenden Herzen» de» feierlichen Augenblick» gewärtig, in welchem ein Schicksal fich entscheiden mußte. Unter den Wiffenden erwar- tung« volle, dang« Stille.— Seitab unter fröhlichen Alter«- genoffen fitzt ein junger Herr und stippt geruhsam ein mächtige» Stück Kuchen in dm duftigm Trank. Plötzlich fäbrt er empor — ein halbunterdrückter, krampfhafter Schrei— eine energisch schlingende Bewegung— der Unglückliche hatte da» Symbol der unendlich treuen Liebe verschluckl I Welche peinliche Ver. legenheit, al» die Braut und ihre Freundin endlich nach dem Verbleib de» anscheinend verschwundenm Kleinod» forschten und der Sachverhalt fich aufklärm mußte. Mit der finnigm Porste des reizenden Scherze» war e» natürlich vorbei, e« blieb nur der schreckliche Gedanke an den derzeitigen dunkeln Aufenthalt de» Ringes und der noch schrecklichere an dm ver- schlungenen Weg, welchen derselbe nehmm mußte, um, wenn üderhaupt, wieder an da« L cht de» Tage» zu gelangen. „Ein Jüngling liebte ei« Mägdelein," da» ist ein alte» Lied, welche» dadurch nicht neu wird, daß fich da» all» tägliche Faktum in der Stallschreiderfiraße zu Berlin ereignete. Wmn aber Marie— so heißt nämlich„fie"— fich schon in reiferen Jahren defindet und neben dem Jüngling noch einm verheil atheten Liedhaber hat. so ist«» kein Wunder, wenn die Sache tragisch au»läuft. Marie hatte vorgestern eine sehr leb» hafte Au»einand«rsetzung mit ihrem verh-ira hitm Verhältniffe wegen ihres anderen unverheiratheten Verhältnisses, und diese Auseinandersetzung hatte zur Folge, daß Marie chen an Lrib und Seele gebrochen auf ihr Zimmer ging, um hier ihrem doppelt liebeSdedürstigen Dasein ein Ende zu machen. Sie wählte dazu ein Handtuch al» HaUbeveidung, in welcher der bald darauf nahende Jüngling seine Dulcinea schwebend am Thürpfostm fand. Ader die Liehe macht erfinderisch und an dem noch aarmm Körper Marien» wurden sofort Wieder» belebungs versuche angestellt, an denen fich beide Liebhaber nach Kräften betheiligtm und nach dreioiertelstündiger angestrengter Arbeit auch ihre BemÜhungm von Ertolg gekrönt sahen Wie i» Mariechen ist noch zu s hwach. um eine Entscheidung zu treffen. Möglicher Weise bleibt Alles beim»ltm.' Eine aufregende Menscheuiagd wurde am Montag Mittag in dem nahen Schöneberg in Szene gesetzt. Um die Mitte des vorigen Monats mtsprang au» dem SKafgefängniß am Plötzensee auf bisher noch unaufgeklärte Weise der Zlaarrm» Händler Witte, welcher in ver Bülowftraße wohnte. Da der Flüchtling nicht zu ermitteln war, wurde unier dem 27. v. M. «in Steckbrief hinter ihm erlaffm, wodurch die Gendarmen in Schöneberg auf ihn aufmerksam wurden. Die Gendarmen Stolle und Thiemann stellten auch bald fest, daß Witte in hochelegantem Anzug fich wiednholt in Schönewg aufgehalten «in dmtiae Restaurationen besucht habe. Am Montag in der sei, und nun nahmen ste sofort m» fÄ&ÄtJsr ä«ä eine« Augenblicks. Nunmehr ging die Jagd lo«. Beide Gendarmen liefen, wa« ihre Kräfte zuließen, und riefen Feld» ardeitern zu, den Flüchtling festzuhalten. Einer derselben stellte fich ihm auch entgegen, erhielt aber sofort einen so wuchttgen Hieb mit dem Stock über den Kopf, daß er zurücktaumelte und seine Abficht ihn zu halten, aufgeben mußte. Witte hatte in- zwischen die Chauffee verlassen und den Weg über da« Feld nach Wilmersdmf eingeschlagen. Dem Gendarm Stolle war inzwischen die Lust ausgegangen, so daß er die Verfolgung autgeben mußte, und der Verfolgte wäre höchst wahrscheinlich noch entkommen, wenn er nicht auf dem Felde gefallen wäre, wodurch der andere Gendarm ihn einhotte und ergreifen konnte. Ganz außer Athem ließ er fich nun mhig verhaften und folgte völlig erschöpft seinen Verfolgern nach dem BmtSgefä-'gniß. Auf dem Wege dahin, dereit» im Dorfe, bat Witte plötztich, ihn laufen zu laffen, machte aber ebenso plötzlich Kehrt und lief abermals davon. Und nun begann die Jugd von neuem. Wiederum wurde diese eine sehr heiße. Mehrere Personen berheiligten fich daran, und so gelang die Wiederergreifung de» Flüchtling», jedoch nicht ohne daß derseibe vorher noch einige seiner Verfolger durch Faustschläge gezeichnet hatte. J-tzt wurden ihm mit der Schließkette die Hände auf den Rücken gefesselt, und so erfolgte sein Transport nach dem Rmt«- gefängniß, wohin ihm seine sämmtlichen Verfolger und ein zahlreich herbeigeströmtes Publikum da« Geleit gaben. Die Fesselung mag wohl nicht sehr sanft bewerkstelligt sein; denn laut jammernd bat er auf dem Transport um Lösung der Kette, die ibm furchtbare Schmerzen verursache. Eine Leiche im Schornstetn. Große Aufregung herrschte vorgestern unter dem tief unten in der Wakchtüche mit Auf- räumungSarbettm beschäftigten weiblichen Dienstpersonal de» Restaurant»„Zum Eisernen Kreuz". Schon mehrere Male hatte die Maschine da unten ganz verdächtig geraucht, ja e» hatte überhaupt kein Feuer brennen wollen. Da« Hinderniß mußte in der zum Hauptschornstein führenden Röhre liegen, und besorgt griff endlich eine der Küchenfeen tief hinein und rekognoszirte derart dii an die Einmündung zum Hauptschorn» stein. Da aber zog fie plötzlich die Hand mit einem Aufschrei zurück und brachte zähneklappernd die Worte hervor:„Herrjott, ick Hab' an ten paar Zehen gefaßt, da steckt'n Leichnam drin I" Allgemeiuei Grausen, Ents-tzen und Flüchten. Schnell erreicht die entsetzliche Mäbr das Ohr de» Wirths. der nun mit einem oben beschäftigten Töpfer an die Untersuchung de» graustgen Felle» geht. Und richtig fleckt auch ein Leichnam in der Röhre, den man, nachdem man ihn mit unendlichen Mühen herausge» hott, al» den einer— Taube erkennt, welche fich jedenfalls au» Angst vor einem Elößer al» letzten Zufluchtsort in den Schornstein gestürzt und lief unten einen jämmerlichen Hunger» iod gefunden hatte. DaZ arme Thier, dem nun von den zahl» reichen regierenden und dienenden Damen de» Hause» und der Nachdacsidast, welche von Angst und Entsetzen, aber von noch größerer Neugier geplagt, bt» dicht an den Schauplatz der Mordthat heranavanzirt waren, manche Thräne de» Mitleid» gezollt wurde, war dt» zum Skelett abgemagert und vertrocknet. Seldstoei stündlich war gleich darauf fünf dt» sechs Häuser weiter schon von einer„grausen Mordthat" die Rede. Mysteriöfe» verschwinde«. Die ISjährige Auguste Krüger, Tochter de» Schiffer» Krüger au» Gottschimmer Bruch in der Neumark, trat hier am 1. Mär, d. I bei einem Fräu» lein Brühl, Schiffdauerdamm 35, in Dienst. Die Dienstherrin gab fich ttn Adreßbuch al» Schneiderin au«, stand ftllher unter polizeilicher Sittenkontrole und besaß nur Leihmödel. Am 3. Juli verschwanden Fräulein Brühl und Augufte Krüger und find seitdem nicht zu ermitteln. Dt« B. ließ fich auf der Polizei nack Magdeburg abmelden, ist aber dort nicht angekommen. E» liegt der dringend« Verdacht vor, daß dieselbe die ISjährige Krüger nach Auswärt» verkuppelt Hab«, wekhild die Polizeibehörde eifrig nach beiden Verschwundenen fahndet. Die Augufte Krüger, der die Brühl den Rufnamen Anna gab, ist von kleiner schwächlicher Figur, hat blonde Haare, blaue Augen und spricht dm neuwärkischm Dialekt. Wen» man dem Mörder Keller ähnlich fleht... Nicht weniger al» sechSzehn Mal— zuletzt in Wittenberg— ist der Schuhmacher G'üttner au» Gröditz im Kreise Golvierg in Schlesien wegm seiner Aehnlichkeit mit dem vielgesuchten Doppelmörder verhaftet woidm. In Wittenberg ist ihm eine gerichtliche Bescheinigung ausgestellr wmden, daß er nach den staitgefundenen Elhebungm nicht mit dem Keller identisch ist; er dürft« in Fotge deffen von weiteren Belästigungen ver- schont bleibm. Bemerkeniwerih ist noch, daß Grüttner bei seiner Sntlaffung erklärte, er kenne Keller sehr gut, da er vor Jahresfrist mit demselben zusammen gearbeitet habe. Der wegen verdacht» de« Lande»verrath» verhaftete Aedaktenr Atchard Prohl, von deffen im hiefigm Unter- suchunaSgefängntß au»gefübrtm Selbstmord mehrere Zeitungen unter Angab« von vielen Detail» zu melden wußten, hat, wie wir an zustandiger Stelle erfahrm. weder einen Selbstmord au» geführt, noch je zu einem solchen während seine» ganzen hiefigm Aufenthalt» irgend welche Versuche gemacht. Er de» findet fich vollständig wohl und hat in keiner Weise zu deson» derm Maßnahmm Veraitaffung gegeben. Ueber eine Beraubung t« einem Eisenbahnkoupee wird erst jetzt dm Potiz-rdedörden mit der Bitte um Beihilfe zur Ermitteiung de» Thäter», sowie zur Wiedererlangung der gestohlenen Sachm folgmte Mittheilung gemacht: Am 8. v.M. find einer Frau au» einem JStsetchahnkouvee 4. Klaffe auf der Strecke von Küfirin nach Frankfurt a. O. gestohlm worden: eine neue schwarze Ledcrtasche, in welcher fich eine goidm« Uhrkette mit länglichen Schaken, eine goldene Broch« mit Biume, ein lila seidene» Tuch, zwei Paar neue Gkcee-Hand» schuhe,«in Paar lila PlÜschhauischuhe,«in gestickte» dunkel« blaue» wollene» Tuch, eine Alpakka Taille, vier weiße Taschen» tücher, ein Paar weifte Sttümpse, sechi TllUstrtche zum«leide, eine Blechbüchse mtt Wichse und ein kleine» Fläfchchm mit einem Rest Wein befanden. Saure«urke! Ran theilt dem„B. B.-C" folgmde» rührende Betsptei der Treue eine» Hunde« mit. In einem Restaurant de» Norden» pflegt ein Herr, welcher regelmäßia in veglettung seine» Bernhardiner» erscheint, allabmdlich mit Freunden Skat zu spielen. Al» nun neulich einmal der Hund da» Gastzimmer verlaficn hatte und in die Küche gelausm war, wo er gefüttert wurde, begab fich sein Herr, ohne anseinm Begleiter zu denken, nach dem Stettiner Bahnhofe, von wo au» derselbe mtt Freunden eine mehrtägige Reise unternahm. Bald nachdem sein Herr fich entfernt, fand fich der Hund wieder im Zimmer ein. wo er schnuppernd und winselnd frinen �lich nach langem, vergeblichem Suchm sprana da» Thier auf dm Stuhl, auf dem sihr Herr stet» ,u fiven pflegte, und war nicht zu bewegen, denselben zu verlaffm. So saß er drei Tage lang undeweglrch und nur sehr wenig N b. arrrn& MWWSZs mittag ..«MSi S-'S-S 5* m— zwei N unter Q «danke ka Brnindm i daraufhin t KdDiebstc J$ulo auf Nach Ausführung seine» Austrage» hat der Knabe auf Vi sich ganz? Nachhausewege in der LanvSbergerstraße da» in Papier t fortwar» wickelte zurückerhaltene Geld noch einmal nachgezählt und d:- machen Hab in der Hand behaltm. An der Ecke der Lrchtenbergerstw gelpchl W; trat ein unbekannter, etwa 25 bii 30 Jahre aller Man»« Skji den Knaben heran und beauftragt« ihn, von der Lichtende»!» straße 1 wohnhaften Braut de» Unbekannten die Uhr v letzteren zu holen. Der Knabe, der den Auftrag nicht«» führen wollte, l.eß fich erst durch ein Geschenk von 10 P.b* zu bewegen. Auf der Treppe soll der Unbekannte dem Kna» welchem er gefolgt war, da» Geld gewallsaN au» der H* gertffm haben u?d mtflohm sein. Der Räuber hatte ai# lich einen rö'blichen Schnurrbart und war mit einem schr>«ft> Anzüge und Hut belieibet— Ein mit einem grauen AnB und schwarzen Hui bekleideter unbekannter Mensch im— uu.. von etwa 20 Iahten lockte Dienstag Vormittag etnm Mj dabei blieb jährigen Knaben, welcher von seiner Mutter nach BackflWj ver Lorfi« geschickt worden war, auf den Flur eine» Haute» in der Ttm ikind den l straße, nahm ihm da» Portemonnaie mtt 1,85 M gewalsi»» und dann und verschwand. Aon. abe, Ein Zechpreller Ein fein gekleideter junger Rann,«° wettaschenl auf dm Nunen Jesko von Puttkamer lautende flefäjj®" jWnnalt h« Visttmkartm bei fich trägt, macht gegenwärtig hiistg« derauz. Häuser unsicher. Kürzsich machte er eine bedeutend« ZcchM'«ftn dem im Adlerkeller in ver kommandantmstraße. Al» es zum k" da« ich ih, gleichen der Z che kam, überreichte er dem Wutthe seine y jxttjtrnas fälschte Vifitmkarte, bedauerte, seine Geidböise zu Hause lllB gelaffen zu haben, und wollte die Schuld am nächsten abtragen. Natürlich kam et nicht wieder. Der Schmink weiß durch sichere» Auftreten zu täuschen. Zu dem auch von«n» veröffentlichte« Aufruf Lohntommt fioa der Schneider meint dte„Staat»b.-ö� „Solche Leute geben vor, dte J-ttenffen der Arbeiter zu treten, da kann man nur den Kopf schütteln." Wir halten»» Kopftchütteln bei der„Siaatsb-Ztg." für übeiflüsfig, der** ist so wie so schon etwa» wacklig. I« Ostend-Theater hat dte Direktion In Anbettackj* glänzenden Kaffmertolge, welche da» amerikanische Smlat� Schauspiel„Vom Gside verführt" bisher bewirkte, dem k? faffer die Sonnabend- Aufführung de» Stücke» zu« Wz bewilligt. Die Aufführung wird mtt besonderer Sorg'au. Szme aehm und findet der Vorverkauf der Lillet» derer heute Mittag an statt. Markthallen• Bericht von J. Sandmann» � riwao � Berwm «. d S »UNZ zu de StWi NN der wer des Mr Aussl N au» der ori Meute weiterl Mm ha Li? LerkaufSoerinittter.�Kellin, Zmttal-WarUhaUe, dm 12.%% '«fei id � Zi Geflügel läßt noch zu wünschen. Fette» Geflügel wirb"I«tt An KS?«- Wild und Geflügel. Die Wildzusuhr war in dieser ausreichend, die Eingänge fanden leicht Absatz und erzu�!... angemeffene, wenn auch nicht hohe Preise. Die 3u'u"j| y\1,u rrd ßkßüael Irtit«in* in rnünf fSefTün#! tDtfö..? L... � ÄN SSS�ni SÄ % k wenig zugeführt und erzielt Hobe Preise. Begehrt find Gänse, Enten und Hühner, während Puten und Taub«« wmig gefragt find. Reh« 50—70 Pf„ Hirsch« 45 Pf.. Wildschwein 30 bt« 40 Pf. pr. Pfd., wilde> 1,00—1,50 M, vekasfinm 30—70 Pf„ junge Gänse% 4,50-500 M, junge Ente« 1-1,50-2.00 M. jung- N 0,50-0.90 M., Tauben 30-45 Pf. per Stück. 4,50—7 M, alt« Hühner 1,10—1,40 M find hegthrt. � Butter. Fiische feinste Tafelbutter x. 105— Guisdutter L 95-100-106, U. 85-90, 111. 75-845 butter L 75-80, ll. 65-75 M. Galiztsche uns onöet»jj5 Sorten 55—66 M. p. 50 Kilo. Gettnge Buttelsorten d- Mengen vorhanden und werden billig loigeschlaaen. üfi A � Käse. � Echter� Emmmthaler 73— Ä. Weft?�-. tbe**»® 30-32 M., n. 20-25 M., Ramadour 30-32 ÜSL j fl*& Holländer Käse. 20-22 Pfd. schwer. 45-68 M, echter K.- r,a' 6 65 M, Edamer L 60-70 M„ II. 56-58 M' Nmfchaieller 18 M. per 100 Stück, Camemdm M. per Dtzd. Eier. 2,55 M. pr. Schock..rH W•"Ui IltoW r r« �—■—" �.»#>« V» mW sagte:„So tzöre doch auf zu die Hände." Plehn ant- auch gleich todt." Blutüber« ild P'S»( � wf1 worden i1 Abend» vom Polizeisergeanten Alb. echt � Weckte er stch auf die Pritsche. Hier fand ""Itm um 9 Uhr röchelnd und begnügte fich damit, die Retten »um Verhör kommen. Man fand ihn de- wußtlot, aber dem Anscheine nach noch lebend an derselben Stelle. Nun erst wurde die Uederführung nach dem Rranken- Kaufe angeordnet, Rretschmann verschied jedoch auf demTcantport. Nrch der gerichtlichen Obduktion steht unzweifelhaft fest, daß Rretschmann in Folge der ihm zu Theil gewoi denen Behand- lung gestorben sei. Die Schläge an den Ropf hatten eine Gehirnersltüttlrung zur Folge; et folgte ein Bluterguß in'» Gehirn. Gehirn lähmung und so der Tod. Auf diesen sollen die am ganzen Rölper vorhandenen, von Schlägm herrührenden blutunterlaufenen Stellen nach ärztlichem Gutachten keine« let Einfloß gehabt haben. Rretschmann war, wr» ebenfall» die Obduktion ergab, gesund, kräftig und gut genährt. Der Staatsanwalt beantragte je zwei Jahre Gefängniß gegen Plehn, Reuter und Jagusch. Der Gerichtshof erkannte gegen Plehn, wegen Mißhandlung vorbestraft, auf 1 Jahr und 8 Monate Gefängniß; gegen Reuter, wegm Mißhandlung mit drei Mo« naten Gefängniß vorbestraft, auf 1 Jahr Gefängniß und Un- fähigkcit, in den nächsten drei Jahren ein öffentliche» Amt zu bekleiden; ferner gegen Jagitsch auf 9 Monate Gefängniß. Drei Monate Untersuchungshaft weiden jedem der Verurthetltm auf die zuerkannte Strafe angerechnet. Vereine und Versammlungen. Der Deutsche Buchdrucker> Bereiu, Sektion VI». Berliu- Brandenburg, hielt am Mittwoch, dm 11. August, bei Brau, Rommandantenstraße 62, eine S�kttonsversammlung ab, in welcher Mittheil unaen über die augenblicklich schwebende Tarifangelegmhcit mit Bezug auf dm am 17., 18. und 19. d. Ml», in Leipzig stattfindenden Zusammenkitt der Tarif- Revifionskommisfion gemacht«Verden sollten. Bei Eingang der Sitzung wurde an Stelle de» Herrn Otto Elsner, welcher die frühere Wohl abgelehnt hat, Herr Voll- Berlin gewähtt und find nun die Delegirtm zur Tarif> Revifiontkommisston die Herren VLxmfiein und Boll. Wir wollen un» über die Fähig- kett der beiden Genannten zu dieser Thätigkeit hier de» Näherm nicht verbreiten, denn et ist ja dm Berliner Buchdruckergehilfen hinlänglich bekannt, daß der erster« durch da» Geschäft seine» Vater» einmal kräftig hindurchgegangm und der letztere alt noch junger, eben die Lehrzeit beendeter Buchdrucker von ca. 25 Iahten in die Selbstständigkeit Kat. Die prattische Erfahrung beider Herren ist also groß, nach der Anschauung der Mitglieder der Sektion VlU mindestens aber so groß, um derartige, tief in da» gewerbliche Leben der Ge« hflfen einschneidende Fragen mtt vollem und autgedildetem Verständniß beurtheilen zu können. Dm qualitativen Werth der Existenzberechtigung de» deutschm Buchvrucker-Verein» er« hält man aber stet» dadurch, wmn man seine Sitzungen besucht, und so war et auch dietmal; man stritt stch eine Zeit lang h;rum, ob et alt opportun zu betrachten sei, augenblicklich mit der Bildung von Innungen vorzugehen, oder da» mtwcrfme Statut erst an die Jntereffentm zu versmdm, um derm Mei« nung zu hören. Ohne fich genau klar zu sein, wurde die Sache alt momentan wmiger wichtig bei Sette gelegt und mit der Berathung de» von den Gehilfm neu aufgestellten Tarif» de- gönnen. Herr B Exen stein hatte diesen seitent der Gehilfm neu aufgestellten Tarif vorher einer Durchficht unterworfen und Kat nun in der ihm angebormen gesellschaftlichen Art und Weise alt Hauptsprecher auf, versetzte aber der aut ca. 40 Personen bestehenden kleinen Gesellschaft von vorn herein einm derartigen Hieb, daß et ergötz! ch war mtt anzusehen, »ie fich dieselbe dabei geberdete. Im Mai d. I. wurde nam- lich in einer eben solchm Sitzung von einer noch kleineren Zahl Anivesmder eine Resolution angenommen, nach welcher die Berliner Delegirten ohne alle Abschweifung verpflichtet wurden, nicht nur eine Erhöhung de» augenblicklich bestehenden Lokal« S schlaget nicht zuzulaffen, sondem eher für dessen Herunter« zung einzutreten, auf keinen Fall aber auf einen höheren ein- zugehen, wie er in Leipzig gezahlt wird,«eil einmal die wirth» schaftlichen Derhällniffe beider Städte gleich wären und fürt andere mal die«vmigen in Verlin gebliebenen Werke dann auch noch nach Leipzig wandern könnten, Berlin also allOann ohne Druckaibeit sein würd«, und man vor allen Dingen also aufhörm müsse, so viele schöne und Herr- liche ArbeitSpaläste aufzuführen, al» die» in letzteren Jahren der Fall war und die einzig und allein nm dem Fleiß« ihret Befitzer» ihr Entstehen verdanken. Diese besagte Resolution au» der Wrlt zu schaffen, um nicht mit derselben stch in Leip.ig zu blamirm, war mitbin ein« recht schivere Aufgabe für dm Herrn Delegirten, die ihm insofern gelang, al» die Versammlung kleine erweiterte Zugeständnisse machte, derart, daß et ihm überlasten bleibe, hier und da bei dm einzelnen Posttionen de» Tarif» 5 Pfennig zuzulegen, ja wenn e» sogar möglich wäre, dir» nur bei Mufiknoten und orimtalischem Satz zu thun. Sollte da» gewisse G:ld auf dem jetzigen Stand durchau» nicht»u erhalten sein. so wurde er ermächtigt, im alleräußersten Noihfall« 5 Groschen auf die ganze Woche mzulegen, so daß dasselbe alSdann 20 Mark betragen würde. Unerwähnt bleiben darf auch nicht, daß ei auf jeden Fall er« strebt werden soll, Antiqua so wie Frattur zu bezahlen. Die anderm Punkte wurden zum größten Tbeil mtt Wahnfinn und Verrücktheit bezeichnet. Die eigentliche Tagctordnung war nun erschöpft und würden wir unseren Bericht schließen können, wmn nicht noch von Herrn Büxenstein Mittbetlungm gemacht worden wärm, die et no hwendig erscheinen lassen, die» selten in der weitesten Art zu verbreiten. Darnach hat stch nämlich genannter Herr vor einiger Zett veranlaßt ge« fühlt, mtt den biefigen ZeitungSoerlegem in Verbindung zu treten, zwecks Besprechung der geamseittgm Solidarität der Arbeitgeber bei einer am 1. Oktober etwa eintretenden Ar» blitseinstellung der hiesigen G. Hilfen. In der That, die Feder sträubt stch. das hier gedörte wieder zu geben:«s sollen von jetzt ad sämmttiche überflüsfige Gehilfm entlassen werden, um, wie der Herr Refermt jagte, am 1. Oktober wenigsten» 10C0 kondttionslose Setzer in Berlin zu haben. Wenn dieselben bi» zum eigen! lichm Streik Unterstützung erhielten, so wäre diese doch aber>o gering, daß man am 1. Ottoder mtt Freuden eine Rondttion annehme und anderer- sett» wäre durch dies« Manipulation die Unterstützung»laffe schon bedeutmd geschwächt. Bekanntlich hat ja auch Herr Dr. Salomon von der„National-Zeiwna" mit diesem Vorschlag schon begonnen. Eeenso sollen fich aber auch sämmtlich« Prinzipale durch Unterschrift und ausdrückliche» Ehrenwort ver« pflichten, den bei ihnm strettendm Gehilfen innerhalb zweier Jahre keine Kondition wird« zu aewährm. Veachtmswerth bleibt schließlich noch, daß der Herr Refermt diese beiden Puntte selbst für elend und erbärmlich erklärt«, ab« ste seien noth- wendig, um am 1. Oktober dm Sieg davon zu tragen. D« zum Sonnabend, dm 14. August, von Seiten der Gehilfm anberaumten Versammlung. ,u welch« die hiefigen Prinzipale durch Zirkular eingeladen find, wurde tnsofnn Erwähnung aetban. alt d« Beuich derselben nickt rathsam wäre, da man eine Tarif- Ueberwachungs'Rommisston durchau» nicht kenne, .t C fammlung bn P�P�y1 Netallschrauben«,. Saeondreher LokOl,««fEonvtMj-upv------------------ 1__ MÄ'J.ÄÄM Bergmann und Fereradend. Die H«ren Zimmermann und Hirsch erinnertm die neue Rommtsfion an die Pflichten, welche fie zu nsüllen habe. Alsdann v«la» d« Rmdant Herr Zim- mermann den Vi«teljahresb«icht. Au» demselben ging hervor daß der Roffmdestand am 1. Mai etwa» über 600 SJl. bctrua' Nachdem der Revisor Meier die Richtigkeit de» L«icht« bt' stätigt, wurde dem Rendantm Decharge ertheilt. Hierauf wurden Herrn P. Müller 10 M., welche derselbe al» Darlehn vom Verein empfangm, al» Gratifikation kür indirekte Maßregelung in Folge de» SKett» bei Ecdmann bewilligt. Nachdem machte d« Voe fitzende, Herr Jacob», die Mittheilung, daß er sein Amt alt Vorsttzender de» V«- eint niederlege. Er motivirte seinen Zurücktritt damit, daß« durch die vrelen Arbetten für den Verein, Vnsäumnisse»c. materiell sehr zurückgekommm sei und kotzdem w«de ihm von verschiedenen Sellen noch d« Vorwurf gemacht, daß« zuviel für seine Vnsäumnisse dekomme, wenn ihm die Stunde mtt 50 Pf. vergütet würde. Nachdem v«schiedme Redn« ihr Be» dauern üb« dm Rücktritt de» bisherigen Vorfitzmden auSae« sprachen, wurde beschlossen, am Dienstag, den 17. August, eine Generalversammlung des Verein» bei Wohlbaupi, Manteuffel» flraße 9, einzuberufen, zu welcher d« Fall Jacob» resp. die Wahl eine» ersten Vorfitzendm auf die Tagesordnung zu setzen ist. Der Fachverei« der Steinmetzen hielt am Sonntag, dm 8. d. Mi»., in Ahlgrimm'u Salon, Sophimstr. 34. seine regelmäßige MonatSvnsammlung ab, in welch« zunächst die Quartalsabrechnung der V«eins« und Fremden-Unterstützungt« lasse erfolgte. Nachdem die Revisorm die Richtigkeit derselben bestätigt hatten, wurde den Rasftrern Decharge«theilt. Im letzten Quartal wurden 47 zugereiste Rollegen mtt 148 M. unterstützt. E» wurde hierauf beschlossm, die Kollegen, welche ihre Einstände dezahtt haben, zu Anfang einer jeden V«» sammlung zu nennen. Hinauf erfolgte die Berichtnftattung über da» Sommnvergnügen, welche» am Sonnabend, den 14. d Mts., in Huth'S Sommerzarten(Gesundbrunnen), Bad» straße 22, abgehalten werden soll. Der Preis eine» Billett für VereinSmitglied« wurde auf 50 Pf„ für Gäste, durch Vereintmttglied« eingeführt» auf 75jPf. festgesetzt.— Alsdann wurde darüber debattirt, od man den ortsüblichen Einstand von 1 50 M. auf 1 M. reduziren könne. Diese Angelegenheit soll j: doch erst in der nächstm V«sammlung erledigt werden. — Ein Unterstützungsgesuch eine» Rollegm wurde, da derselbe nicht VereinSmitglied ist, abgewiesen und dabei hervorgehoben, daß viele Kollegen fich nur dann an den Verein wenden, wenn fie in Noth gerathen oder krank werden, so lange ste ad« gesund wären, kümm«tm fie fich nicht um den Verein. — Zum Schluß wurde dn Attgeselle Robitzsch einstimmig zum Ehrenmttglied des Verein»«mannt. kfe. Bezüglich der Agitation der„Freien Organisation junger Kauflente" für Autdehnung der odltgatori« schen Krankenverficherung auch auf die jungen Rarfleute, gab der Vorstand de» V«em» von Kaufleuten au» dn Lampen» blanche die Erklärung ab, daß er unt« Betückfichiigung de» Umstände», daß von 40000 Berliner Handlungsgehilfen nur 400 in Krankenkassen vnstchert find und in den allermeisten Fällen die Unveificherten nicht in der Vermögmslage stch be» finden, die durch Krankheit und R-konvaletzenz mtstehenden Rosten au» eigenen Mitteln zu ersetzen, nur für die Ausdeh» nung de» Rassenzwange» auch aus die Handlungsgehilfm stch aussprechen könne und die Betheiliaung de» Verein» an der betreffenden Agitation der„Freien Olganisatton jung« Raus- leuk" m«gisch befürwortm müsse. Forst, 11. August 1886. Eine Volksversammlung, die am 10. August im Rtchter'schen Lokale stattfinden tollte, wurde in letzt« Stunde polizeilich unt«sagt. Die zahlreiche Menschen» menge, welche fich vor dem Lokale eingefunden hatte, mtfernt« fich, al» da» Verbot bekannt geworden war, ruhig. Zentral-Kranken- und vegräbnißkasse der Sattler und BnufSgenoffen(E. H. 64,„Hoffnung"). Mit dem heutigem Datum hat Herr Th. Dammann da» Amt de» Vor» fitzenden üb«nommen. Derselbe wohnt vopcnstr. 11, Hof link», 3 Treppen. Sprechstunden: Montag und Donnerstag Abmdt von 7—9 Uhr und Sonntag» Vormittag» 10—12 Uhr, jedoch findet da»„Kranlmelden" nach wie vor bei dem hilf»« kasfir« Henn Fr. Chapeau, Neue Jakodstraße 11,(Restauration) statt. Der Generalversammlung der Berliner Kisten» und »offerm acher, welche am Sonntag, den S. d. Ml*., in den A min-Hallen, Kommandantenstr. 20, mit d« Tagesordnung: „Vorlage de» neuen Preistarifs" abgehalten w«0en soMe. ist die polizeiliche Genehmigung versagt worden. .. Die„Freie Organisation junger Kauflente" hält heute, Frei.ag, den 13. August, Abend» 8% Uhr, in Niest'» Salon. Kommanvantenfiraße 71/72, eine Mitglieder Versamm. lung ab, um üb« dat von d« Gewerde Deputation de« Mo» gist ati geforderte Gutachten de» Verein» üb« Rrankcnv«- ficherung Beschluß zu fassen. In Anbetracht diese» für die Handlunztgehilfen Berlin» höchst wichtigen ThemaS ist e» dringend«forderlich, daß von Veiten dn Mitglieder eine recht lebhaste Betheiligung an qu. Vnsammlung erfolgt. Jed« Raufmann, ipezirll die Vorstände und Verttei« ander« kauf» mäi.nischer Vereine haben alt Gäste steint Zutritt. Sine öffentliche Versammlung der Schneider soll am Diensteg, den 17. August, in Gratwett't Bt«hallen, Rom» mandantenstr. 77/79 stattfinden. Tagesordnung: Auf welchem Wege ist eine Befferstellung der Ardetter im Schneivergewerbe zu«zielen. Allgemeine vnckdrucknversammlnng Sonnabend, den 14. August,>b«d« 9 Uhr. in der„Philharmonie", Bern« burg«straße 22 a/23. Tagesordnung: 1. Bericht Oes Gehilfen« Vertreter» für den L Rrei»(Berlin-Brandendurg) üb« dt« Ge« httfenkonferen, in Leipzig. 2. Diskusfion. 3. Festsetzung de» Lokalzuschlage». 4. Verschiedene».— Die Herren Prinzipale find zu dieser Versammlung eingeladen. Vermischtes. Sin Geprellter. Auf einen Schmiedemeister in Hamburg, d« mtt Vorliebe die Innung vertritt, hatte man es von Schweden her abgesehen und zwar auf eine ganz eigenthüm- liche Weise. Der Schmiedemeist««hielt kürzlich von einem angeblichen Stellenvermittler aus Schweden einen Brief, worin ihm ein Angebot von Gesellen gemacht wird, und zwar zu einem sehr billigen Lohnsatz. Der Meist« ging darauf ein und prahtte schon damit h«um, daß« den Hamburg« Be- s-.llen gegenüb« nicht nachzugeben brauchte. Es wurde nun abgemacht, daß vi« Gesellen von Falun kommen und als Reise« geld 10 Rigtdaler Vorschuß nehmen sollten. Er«suchst nun, die„Berlin«" und Rufs« an seine Adresse zu schicken und die Gesellen sollten auch nach sein« Wohnung kommen. Vor einigen Tagen erhielt er nun auch einige„Berlin«" gesandt, allein die Gesellen blieben au». Tag um Tag verging, et ließ fich ab« kein Geselle sehen. Der Meister wurde nun miß» ttauisch, denn« hatte ja den Vorschuß für die B«ltn« leisten müssen. Die Frau gab ihm nun den famosen Rath, die B«- lin« zu öffnen. Da» war ein guter Rath I Die B«lin« wur« dm geöffnet und drinnm waren zum Schrecken det Meistert Lumpm und Steine. D« also Geprellt« machst hiervon An« zeige bei der Polizeibehörde. Seldstonständlich hat dnjmige, welch« dm Schaden bat, nun auch noch den Spott odendretn. Die verlassene Schwimmerin. Au» Marseille schreibt man:„Mlle. L-oriot ist die beste Schwimmerin ur, serer Stadt. Da» Fräulein hat im Borjahr« den großm Preis gewonnen und bei dem heutigen Tumter wurde ste ausgeschlossen, da die üdrigm Theilnehmerinnm«klärten, mtt Mlle. Lloriot keinen Wettkampf eingehen zu können. Der Bräutigam des Fräulein», der Bildhau« BiSbour, hatte schon lange den Wunsch, seine Braut einmal al» Schwimmerin bewundern zu können, doch da» Fräulein weigerte fich stet», ihn zuzulassen. Eist jetzt, da nur noch vierzehn Tage Frist dit zur Hochzeit, ließ fich Mlle. Lloriot herbei, vor dem Bildhauer eine Schwimmprob« adzu- legen. Am nächsten Tage blieb Lröbour dm«matteten Besuch bei sein« Erwäblten schuldig, am Abend kam statt sein« ein Schreiben au» Pari», in welchem« ihr mittheilte, die Wellen HAten ibm v«nothtn, daß ste nicht so schön geformt sei, all die» die Toilette glauben ließ, und er, der den Schönbeitistnn de» tkünftleri befitze, könne ste nicht Heirathen. Ihn tröste dai Bewußtsein, da» Mlle. Lloiiot seinen Rücktritt überleben«erde. Revolver und Titt seien schwer zu haben und ertränken könne fich solch' eine vortreffliche Schwimmerin nicht." Dem Sewinner de» et bmaer vkatlonareß, Herrn «kkletne Pr." folgende» Poem: ev Preises auf impel. Meuselwitz, dem Alten- widmet dt« Entschieden ist die wicht'ae Frage, Geschehen ist die große Tbat! Der beste Ejneler uns'rer Tage Ist Gimpel Meuselwitz im 61 O Meuselwitz, drum sei gipriesen, O Meuselwitz, drum sei Daß du dem Deutschen Reiche diesen Erhad'nen Bürger hast bescheert. jedem Bierttsch-Skatgeplauder tnkt dir der Anerkennung Lohn, Wirst du, o Städtchen an der Schnauder, Beneidet um den großen Söhnt Er traf beim hitzigen Tourniren Der Gegner Blößen wie ein Blitz. Bald ohne Jungen, bald mit Vieren Gewann Herr Gimpel- Meuselwitz. Gewann al» Ueberschußjricht wenig, Rein, sechsundzwanzig Spiele gl Herr Gimpel ist nun startenkönig Im ein'gen deutschen startenreich! Wo künftighin wird Skat gedroschen, Da preist ihn Deutschland'» Spielerwell; Sein Ruhm ist eher nicht erloschen, AI» bi» die letzte«arte fällt. Da» Ein« ist beim Skatgrstmpel Bon nun ad jedem sttnd bekannt: Der beste Spieler ist ein Gimpel Im großen deutschen Vaterland! orfe Girdentm abgespielt. Die Geschichte beginnt vor 20 'ren; damalt war diese» Dorf eine» Tage» in allgemeiner regung. Der dreijährige Sohn de» Schubmachermeister» Schorell war plötzlich verschwunden und da all« Nachforschungen «ine verunglückung de» stinde» autschlosten, Rachbarn den kleinen, im ganzen Dorf« bekannten, blondgelockten Knaben kurz vorher aus dem Hofe hatten spielen sehen, so fand die Annahme allgemeinen Glauben, daß da» stind von einer in der Näh« auf dem Filde btoouaktrenden Zigeunerbande geraubt und entführt worden sei. In der letzten Zeit dmchstreiste wieder eine Zigeunerbande jene Gegend und schlug auch ihre Zell« unweit de» Dorfe» Girdenten auf. Bei dem Schuh« machermeister Scko«ll klopfte am 30. v. M. ein junger Zigeuner an die Thür und bat um Arbell. Die Frau soll nun m dem jungen Mann ihren Sohn erkannt haben und diese» durch eine stcvfnarb« bestätigt worden sein, welch« von einer Wunde herrührie, die da» stind einst erhalten. Schnell hatte man den Amtlvmsteher, Gut»h«fitzer B., von dem Vorfall un« terrichtet. Derselbe begab sich sofort»u den Zigeunern, fand aber ihr Lager nicht mehr vor, da die Band« plötzlich auf und davon gegangen war. Der Verdacht wurde dadurch natürlich um so mehr verstärkt und die Verfolgung vorgenommen, die denn auch zum gewünschten Ziele führte. Anfänglich sollte der junge Rann, wie die Zigeuner angaben, in einem slavonischen Dorfe al» stind ihnen von seinen Eltern, die nun dereit» todt seien, zur Erziehuna übergeben worden sein. Au die Er- widerung, daß der junge Rann offenbar deutscher Abstammung sei, wurde angegeben, der Betreffende Hab« längere Jahre bei einem schlestjchen Lehrer, besten Namen ste aber gleichfall» nicht mehr wüßten, gelebt. Schließlich geriethen die Anführer der Bande und die Weider d«r-rt in Wtdersp.uch, daß ihre Verhaftung und Uedersührung nach dem Amttgertcht, ebenso die Beschlagnahme der Reiserequisiten erfolgte. Da» menschliche Satzeuauge. ein anatomischer Defekt. Jnbltreff der neulichen, mit der Spitzmmke„Ein stnabe mit Katzenaugen" versehenen Mitiheiiuna geht der„Frkf. Ztg." von fachmännischer Seite folgend« Erklärung zu: Der Fall de» dies« Beobachtung durchau» nicht auf den Vergleich mit anderen Personen, sondern nur mit der verschiedenen Fähigkeit de» Sehen» de» mit einem teroriigen Auge Behottelen selbst. Ein io'chcr steht nämlich bei Nacht bester ai» bei Tage, weil er bei Tage durch die in die weite Pupille de» Auge» einfallend« Lichtmaste geblendet ist. Jeder Menich kann künstlich in die« selbe Lage durch Einträufeln einiger Tropfen Atropin zwiichm die Schleimhau faltm der Augenlider versetzt werden. Wenn die Augm solcher Individuen oder auch von Thieren, die eine große Pupille haben, leuchten, so kann da» nm davon her« rühren» daß in dem detreffenden Zimmer irgend ein leuchtender Körper vorhanden ist. deffen Reflex von der rothen N-tzhaut jener Menschen oder Thlere durch die große Pupille hindurch zurückgeworfen wird. An und für stch leuchten überhaupt weder Katzenaugen, noch mtt weiten Pupillen versehene Menschen« äugen im Dunkeln. Derartige» ist noch ntemal» lonstatirt worden und deruht, wo e» angegeben wird, auf mangelhafter Beobachtung. Also kurz zusammengefaßt: Da» Vorkommniß mtt dem betreffenden Knaben ist durchau» nicht» Wunderbare», sondern eine auf anatomisch und phystologisch dekannte Grund- lagen rückführbare, in ihren Effekten durch die amrrikaniiche Presse übertriebene, schon vielfach in Augenkliniken beobachtete Anomalie de» menschlichen Auge». stampf in einer sttrche. Vor einigen Tagen war die Pfarrkirche von St. Marylebone in London der Schauplatz eine» Embruchiversuch». Die Kirche ist ringsum von hohen Mauern umgeben, die durch eiserne Gitterthore unterbrochen werden,«elche Rächt» immer geschloffen stnd und deren Schlüssel der jeweilig inspizinnde Rayonwachmann bei stch führt, um jeden Augenblick eintreten zu können. E» war gegen 3 Uhr Morgen», al» der die Rund« machende Polizist in die Kirche eintrat und zwei Männer beschäftigt sah, die in die Sakristei führende Thür, wo da» werthoolle stirchengeräthe aufbewahrt ist, aufzubrechm. Im nämlichen Augenblicke hörte er auch schon die Stimme eine» dritten Manne», welcher rief:„Aufgeschaut, der— kommt l" Der Wachmann packte sofort den kleinern der beiden Männer an der Schulter, und ein verzweifelte» Ringen de« gann nun zwischen den Dreien. Sie fielen zu Boden und wälzten fich, einander würgend, umher, bi» der ansang» weg- gelaufene dritte Einbrecher zurückkehrte und seine Gr« noffen freimachte. Während nun der Wachmann fich seinem neuen Gegner zuwendete, schoß der erste drei Sebüffe hinter einander aus den Wach« mann ab und verwundete denselben am Schenkel. Der Wachmann, obwohl schwer verletzt, ließ seinen G-aner nicht loi und ließ seinen schrillen Roth- pfiff ertönen. Schließlich wurde er aber von der Urber«ahl überwältigt und blieb, au» mehreren Wunden blutend, aus dem Platze liegen, während die Verbrecher da» Witte suchten. Wenige Augenblicke später kamen mehrere Polizisten, welche den Nothpfiff gehört hatten, zur Stelle und überführten ihren schwerverletzten Kollegen in» Spttal. In der Kirche fand man später die Einbruchswerkzeuge, sowie Revolver und Draht« ma»ken der entflohenen Verbrecher, deren man bisher nicht Hab« hast werden tonnte. „Knaben mtt den Katzenaugen", der in Ihrem geschätzten Blatt« al»«in settsamer bezeichnet ist, wttd in der Augenheilkunde mtt dem Namen„Aniridie" bezeichnet, deren Vorkommen eine zwar seltene, aber jedem Augenarzte wohlbekannte Anomalie de» Auge» darstellt. Wa» da«„im Firstern sehen" anbelangt, «elche Eigenschaft manchen Thieren mit großen Pupillen, sowie auch dem in Rede stehenden Knaben möglich ist. so bezieht stch Kleine Mittheilungen. Trier. 10. Aimust. Nachsem fich heute Nachmittag die Hitze mit 26 Grad R. «steigert immel m im Schatten zur erdrückenden Schwüle hatte, umzog fich gegen 6 Uhr Nachmittag» der schweren düstern Gewitterwolken, deren gelblich« grauer Schein ein unheimliche» Gefühl erweckte. Immer mehr verdunkelte sich der Horizont, al» fich plötzlich ein heftiger Wirbelwind erhob und Himmel und Erde in eine einzige dichte, undurchfichtige Staudwolke hüllte. Al» fich nach unge- fähr zwei Minuten Dauer die unheimliche Ralurerscheiaung dem Auge ein traurige» Bild wüster waren eingestürzt, Hauter abgedeckt, _ t, die stärksten Baumstämme lagen in großer Anzahl wie Strohhalm« geknickt, in ihrem Falle, namentlich in den Gärten, große Verwüstungen anrichtend, die Schwimm- und Badeanstalt bei Zurlauden war vollständig au»kinandergeliffen. Leider hat da» verheerend« Unwetter auch zwei Menschenleben gefordert. Da» herabstürzende Dach vom Eitkeller der Caipary'schm Bierbrauerei traf einen Arbeiter und tödtet« ihn sofort, während einem zweiten Arbeiter dt« Beine zerschlagen wurden. Auch au» den umliegenden Ort- schalten kommen zahlreiche Hiod»posten. Basel. 6. August. E'ne mysteriöse Geschichte gegenwärtia in einem hiestgen Hotel ab. Vor etwa acht W traf daselbst eine stch al» Amerikanerin au« gebend« Wittr Begleitung ihrer beiden Kinder� eine» blinden Knaben und mrrilanerin au« gebend« Wrttw« in ... der, ei einer zwölfjährigen Tochter ein, Sie gab an, zum Zwecke einer Operation de« erblindeten Kinde» in Bern, von Amerika herübergekommen zu sein und reiste auch in der That mtt beiden Kindern nach Bern. Nach Verlauf weniger Tage nach Basel zurück« ekehrt, theitte ste dem detreffenden Hotelwirth« mit, daß da» Nugenleidm de» Knaben in Bern rheildar erklärt� worden sei, und daß ste nach Ai elr' al» unh zurückkehren werde. Bei Bezohlung der Hotelr-chnung bemerkte Amerika S: dem Wirth, daß ihre noch vorhandenen Baormittel nutj eise für fit und den kleinen Knaben au»reicht«n. sie o» deshalb da» Mädchen hier zurücklaffen, werde* sofort nach erfolgter Ankunft in Amerika da»' forderliche Reisegeld einsenden. Da» Rädchen, weit» nebenbei bemerkt, außer ihrer Muttersprache, dem Engl# ziemlich gut deutsch spricht, bestätigte die von der Malta» machten Angaben, und der Wirth willigte endlich* dringende Litten Leider ein, da» Mävchen eegen(* mäßigen Penston»prei» vorerst zu behalten. Unter Danksagungen und mit dem wiederholten Versprechen, Reisegeld sofort einzusenden, reiüe die Mutter mtt Knaben ab. Mehr al» sech» Wochen stnd«ettdeo� gangen, aber noch bat die Mutter nicht» von fich W lassen. Ein der Mutter auf der Reise etwa zugestoßener V fall kann nicht vorliegen, denn der beirr ffende Dampf*' wohlbehalten in NemUork angekommen; Mittellostzkraf» scheint auck> ausgeschlossen, da nach der vom Kinde defiäW Au»sage der Mutter diese größeren Grundbesitz' Amerika hrt;«» bleibt also nur die VerrnU«� übrig, daß hier die That einer gewissenlosen 5# vorliegt, welche stch ihre» Kinde» auf diese Weise zu entlw oersucht hat. Der amerikanische Konsul hat fich der angenommen. Wien, 10. August. Von gestern Mittag bi» heute M tag stnd an der Cholera in Trieft 8 Personen erkrankt# gestorben, in Fiume 2 Personen erkrankt und keine gefüg? Wie«, 11.«uzust. Von gestern Rittag bi» heute � tag stnd an der Cholera in Fiume 1 Person erkranki in�" 9 Personen erkrankt und 2 gestorben. Achte fUchrichte*. Zu dem«ordarnerikanisch- mexikanische« Streits ftz hrtfi h#e Vwm OK#rA#t4Al r S wird berichtet, daß bei dem mexikanischen Odergericht j- ~'—•--~ iHrfluptzS Chihuabua Berufung eingelegt ist gegen die Verurtl,-.— � Cutting's zu einem Jabre Zuwtdau» und zur Zahlung i» Utting» zu einem Satire»juwldaus und zur Zihiung Geldbuße von 600 Doli. ES heißt, daß Mr. Bayard zum# Male die rnerikaniM# N-aie�ina aufftffnrhfrt hat. 0� Male die mexikanische Regierung aufgefordert hat, freizugeben. Wahrscheinlich wird die Angelegenheit internationalen Schiedsgericht vorgelegt werden. WZ weile dauert die kriegerische Aufregung an der mrxika»'� Grenze ungesckwächt fort. J Wie die Londoner„Central News" erfahren, Kabine« Sali» du? y eine wichtige Bill in Vorbeieitung, sowohl Irland al« den anderen Thailen de» m rein igten reiche» eine wettgehend« lokale Autonomie gewähren soll. Regierung wäre geneigt, eine außerordentliche Herbstses# zuderufen, um ihren Plan vorzulegen. Ja Dänemark stnd ein gegen die Soziald« kratt« gerichtete» Ausnahmegesetz, sowie(in I sortscher Nachtrag zum Preßgesetze, gutem Vernehm* „Hamb. Nachr." zufolge„dt utf fertig". � Der Streik der Altouaer Schmiede, der 93«*% dauerte und viel Slaud aufwirbelte, ist beendet. D* rungen der Gesellen: Abschaffung der SonntagSrr zahlung am Sonnabend und zelmstündiger ArdelSta» willigt. In sehr vielen Schmiedewe.lstälten hängen auf denen bekannt gemacht wird, daß jm« oben« Forderungen der Gesellen bewilligt stnd. � � Verbote« auf Grund de« Eoztalistengesetz�Ä- "M.....~......-'''}tWp L"' die ntchtpertodische D uckschrift:„Sozialremokratijche i � VIII. Der todte Schulze gegen den lebenden L'assflJ V dem Berliner„Sozialdemokrat" 1868. HoUlngen-Züna- lag der Volksbuchhandlung 1886". Kiß U1 Briefkasten der Redaktion. W. H., Letpztgerftr. Die Innungen sächlich die selbftfländigen Meister de» Kleingewerbe». Illwnw vre irrannanoigrn Wremer oes.r-Vftnp fluß der G-sellen ist hier fast null. Die Fa»°erein« gegen die Organisationen der Arbeiter. 3« W Zusammensetzung stnd die Innungen natürtich' jl ste möchten womöglich die ganz« Industrie out den w rg alten Kleingewerbe» zurückschrauben, die Massen weil ste dem Kleingewerbe schaden u. s. w* j# wollen hingegen Vort heile lü: vre Arbetter und höhe+ kürzere ArdettSzett und ähnliche».— Für Gedichte va im Allgemeinen keine Verwendung. Im übrigen n:S- un» etwa» sehr stark in Anspruch. � C. 8, Barme«. Jbr Wunsch ist erfüllt worden- Adresse ist: Barr. im ste. 20. gg Rodert St. Etsenbahnftr. Sie müssen der.,� direktton die von dieser Ihren Eltern gewährten Unterm>'A gelder nur dann«statten, wenn Sie zu der Zeit. J*# die Unterstützung gewährt wurde, im Stande gew«£V selbst Jhrm Eltern Unierhalt zu gewähren, nicht" dann, wenn Sie hinterher e.st in d«se Lage komm«» S Rtndt. Die Frau muß fich an die Ar tadtdezirk», in welchem fie wohnt, wenden ' >J»o i-ttückerf erw «"»er v der M ist der in deff gelenkt I . Da TaHrungi Deatschl wit der »Ä X p pr ttne M Theater. Freitag, den 13. August. Belle• Alltaue«• Theater. Da» Paradie». - städttsck-—-- Krtedrich Wtlhetmftädttsche« Theater. Der Ztgeunerdaron. Ostend« Theater. Vom Gold« versübrt. «Moria- Theater. Amor. Tanz-Poem von UNgi Manzotti. '»sa. »alhnlla-Theate«. Capriccios Kroll'» Theater. Rigoletto. KoupletSvonG.Görß. Mustl von G.Steffen». Mtt neuen Dekorationen und Kostümen. KSatgsttttische» Theater. von Pari»._ Die Geheimnisse � Passage 1 Tr. 9 51.- 10«. Kmiaer Brnrnarrnrn*. yagmf In dieser Woche: Di« malerisch« frantzös. Schwtttz. Ein« Wanderung durch Petersburg. Hertha-Aeise.- Caroltneu« Inseln. «« Reis« 30 Psg. Kinder nur 10 Pfg. UrrsammUm» der Mttglieder de» vmu» pc Üa&cnifl dec Infaeffn da. Ulaiiaarbiil« Sonnabend, den 14. August, in«ratmrU'» Bterhallen. Kommandantenstr. 77/79(mtt. Saal). Tagesordnung: 1 Vortrag de» Hrn. Dr. Jakobsohn über die ist verpflichtet, fein KU- aliedibuch an der Kontrole vmzuzeigen. Gaste können durch MUglteder ewgesübrt wnden. 818 Der Vorstand. Am FriedrichShain. Haltestelle der Ringdahn. Inftr-tr« rmmmtlühM-JhpgWrtätra. Schweizer Garton. -Tr T«»zle»S»zche». Abend»: Gross» FtinMinatw»»»d Peiruchtu««."" iisendadn. Rutiihbichn u. s. w. Qft Bon» haben Wochentag» Gittiglett."»»CsSS OV Heute, sowie täglich: Groß«» PlUitir-Tonrert, Ghrotrrvorüellona. tA.'" fetrescu Jm Saale: Elektrisch« Eisenbahn. Anfang 8 Uhr. otkod-tofttomeg«» aller Zm heuti Zehma»» mi tuliren en Verlobung de» Herrn Graft FrSul. Paatiao pe»k»rt gro« "'2j P.«. S. [342j n«. Alle wissensch. Werke u. Zeitschriften stnd in Lieferungen zu bezieh, bei Kohlhardt,«olp.. Buchhändler u. Buckdindcr, Brandenburgstr. 66, Mitglied de» Arbeiter- BeztttSverein» Vorwärts. , Arbeitsmarkt. «orbmacherges. w. verl. Schmidftr. 33 b. Hilckm. 1 T-s. auf Plüsch verl.«och. Rüder»dorter»r. 6. Verantwortlich« Redattem«.»ronhetm in verlin. Drua und««lag ton Max Bateg in«erttn äwl Araulteu-Ullwstützuugs� der Schneider(<& vu* Da, Mitglied«tt.»oosti ist verstorben und wird am 13. d., Naldw�I von der Leichenhalle de» Charitee«[ßn am Neuen Thore au» begraben. G. tvah», Livo /chiierkm der Steis Perli«». NrrsammtaAl» am Sonntag, oen 15. August. tt in�Kchrffcr'o Kalo», Jnseistraßi � ------ rre Hl Tageeorduung; Innere hetten, Verschttdene».� Neue Mitg�� t�ev« Versammlung g( schieden«» u. F.agelasten. der G.«»r-t- v* r*' ZBK in«ratmeil'-Sierha»«-. T O.: 1. Kassenadrechnung- wähl. 3. Verschiedene«. aufgen.[339]«. � Beutdstcaße 2. I