Nr. 190 Dienstag, den 17. August 1880. III. Jahrg. ellmrVMIM Brgan für die Interessen der Arbeiter. Ar„Uirddeitslhe Allzmriiie Münz" zezm dir Wdriitslhr„Allzrmrwe Zritiiiz". Wa< zum Teufel ist da« für eine Ueberschrift? wird .»M 3/VUUU� vH � «»tttd« und Friede« lebe,»der weit fthigeschofsen I Die »-»rddeutsche' fällt mit großer Vehemenz über ihre süd- �sche Kollegin her. erklärt sie für ei» sozialdemokratische« r**, na« doch für die ehrsame früher« Aug«burgerr« ?Mlich Schimpf und Schande genug ist, zeiht fie de« Lieb« %l-z mit Longuet, dem Schwiegersöhne von Karl Ma,x »ewescnem Mitglied der Pariser Kommune, und thut R dabei, al« wen» diese Beschuldigungen so selbstver« �dlich wie möglich wäre». »„So sagt die„Norddeulsche" von ihrer süddeutsche« daß diese die Geilheit de« Pariser Temeinderath«, j�Manntltch sozialistisch ist, al« hoch«habe» über andere Wche Körperschaften stelle. , Und nun läßt da» Kanzlerblatt«»«Pariser Korr«. �Ondenz der Münchener„Allgemeine« Leitung* förmlich Spießruthe» laufe». g, 3» dieser Korrespondenz wurde erwähnt, daß dn Pariser «etnrmderalh einen Rormalarbeit«tag von neu» Stunde« r\ � städtische» Arbeiten festgestellt Hab« und zwar soll« oJt!!!.'M** die Arbeiter in eigen« städtisch« Regie SWA Pari« beschäftigt 40 000 Arbeit« e. w!?)oDt auch für alle Lief«a»te», welche für die Stadt arberte» lasse», j« Kraft trete». Vergeblich hat, s» b«ichtet die Paris« Korrespondenz wt„Allgemeinen Zeiwag' weit«, d« Direktor d« städtische» «outen eingewendet, daß eine solche Verminderung der «rdenszeit die Nothwendtgkeit ein« entsprechenden Personal» darum Mi thu«, hi Folg« der Swndenverminderung CT«röb«e Zahl von Ardeiter» zu beschäftige».<8« be» WuL � die dreifache Abficht, die Stunden d« Arbeit«» Sahi Abzusehen, dabei b» Löhne zu«höhe» und die s,,�. der beschäftigten Personen zu vermehren. Der au» Motive»»«anlaßte Beschluß wurde in Folg« eine« JeuMeton. � Spuren im Saude. Roman von Ewald August Köatg. Mei.� mochte fie auch»och so eigenfinnig an ihr« ficht V festhalte», die Verlobung mußte nun«roffent» nicht la de»,« war da« sein« Braut schuld»«, sie sollte de« Zudringlichkeiten u»v«schämt« Wüstling« sei». Gleich»ach Tisch besuchte« Tretcheo, um darüb« zu b«athe», ab« d« alte Man« dg j?. sofort« sei unnütz, darüb« zu rede«» so lange«'cht Hugo« ihr« Einwilligung gegebe« habe. N«!,?ollte nicht spät« höre», sei» Kind habe fich in >»>».milie eingedrängt, i» d« e« nur geduldet w«d«; st�ch weit« nicht« al« ei« arm« Souffleur, so habe «i�so viel Stolz und Ehrgefühl, daß« sich von niemand . to* Achsel ansehe» lasse. *4 ft/ß® könne nicht wisse«, ob Grl kv» ihre« vät«liche» Vermögen« "chtJ" sie ein« reich« Dame, und»i « versage». bekämpfte diese Hoffnung,« that e« nur w der Mre»' alte» Manne eine bittere Enttäuschung zu er» '»ijT.1* so gute Gründe« auch anführe« mochte.«»> .. plötzlich gelange, fuhr er fort, niemand werde ihr se»»« DovsflKk°» liq fich bei der Hartnäckigkeit, mit welch« d« ................».... Wie« Kraft nur d« Kunst widme, fie könne Antrage« gefaßt, welche« Ch. Longuet eingebracht hatte. Diesem Herr« fnu» rühmt die„Allgemeine Zeitung"»ach, nicht nur.Schwiegersohn und Nachfola« von Karl Ma»x, sonder« auch„gewesene« Regi«u»g«mitglied d« Paris« Kom» mune" zu sem; seine eigentliche Zntentio» sei sogar auf «ine» NormalarbeitStag von acht Stunde« gegange». Diese« offene StntreUn der Münchener„Allgemeinen Zeitung" für die Sozialdemokratie ist«u» doch d«.Nord» deutsche» Allgemeinen" zu arg und mit satirischem Hohne wird da« München« Blatt zu einem sozialistischen gestempelt, indem die„Norddeutsche" au«ruft:„Man wird also die Freude der.Allgemeine» Zeitung" für eine nicht unbegründete halte» dürfe«. E« fragt steh nur, wie lange fie dauern wird." Nu« sucht, nachdem die Verwunderung üb« de» Bei» tritt d»„Allg. Ztg." zur Sozialdemokratie fich beim Ka«zl«blatt etwa« gelegt Hai, diese« seine frühere Kollegin wled« auf de» rechte» Pfad d« Sitte und Orvnnng zu führen, indem e« die praktische Bedeutung de« Paris« Gemei»d«ath«.B«schlusse» bezweifelt und f«»« bemerkt, daß d« Beschluß nur mit g«ing« Mehrheit gefaßt worden sei. Auch sei wohl die Frage erlaubt, w« den» die Kosten d« Ausführung de« Beschlüsse« zu trage» habe» würde. Neue Steuern müßten erhoben werde» und solch« Steuer» seien gerade für Pari« nicht leicht durchzuführe«; da« ab« brächte auch wohl kaum die sozialpolitische Weitheit de« Schwiegersohne» von Karl Marx zu Wege. Die» müsse doch die„Allgememe Zeitung' einsehe». Und g«ade al« diese BttuhigungSversuche den Höhepunkt«reicht und gewiß auf die abtrünnige, sozialdemokratisch gewordene„Allg. Ztg." günstig eingewirkt hatten, um sie bald wied« zurück in'« Änüsozialistenlager führe» zu könne», da wird die.Nord» deutsche" plötzlich wied« ungemüthlim und meint: Inzwischen knüpft die„Allg. Ztg." noch ganz ander« und weitergehende Hoffnungen an de» Beschluß; fie sagt nämlich wörtlich: „Die Initiative de» Temei»d«athe» und sei» maßgebende« Beispiel w«d«» dem Staate bei seine» Baute», Lieferungen, Kontrakte» im Departement der Seine dieselben Verfügungen und Zugeständnisse aufdränge», welche» fich sonstige Arbeitgeb« ebenfall» nicht leicht entziehe« wnde«. Da da» Beispiel von Pari» maßgebend für ganz Frankreich zu sei» pflegt, wird d« Pariser Normalarbeitttag einem Departement »ach dem a»d«en, zunächst den größere» Provinz» städte», aufgedrungen wnde». D« Paris« Gemeinde- rath hat also in Wirklichkeit eine Parlamenttakte votirt und in einer Angelegenheit, worüb« die Kamm« fich nicht arttzuspreche« wagen würde, eine üb« da» Land fich«streckend« Entscheidung getroffen." in ihrem Fache noch berühmt w«de», e» sei unrecht, daß ihr Talent dn Bühne vnlore» gehe» solle. Dagegen hatte Gretche« mit ein« Entschiedenheit protestirt, die dem alte» Manne nicht gestattete, da« Thema weit« zu verfolge»; verstimmt, ab« zugleich auch fest entschlossen,«u» seinem eigene« Kopf zu folgen, vnließ Hugo endlich die beide«, um fich in sei» Bureau zu begebe»._ Projekte. Von einem Soup« bei dem Baron v. Raven heim» kehrend, durchschritte» Wer»« und d« Referendar von Gottschalk langsam die stille» vttaße«, in denen nur selten ein Wächt« od« ei» verspätet« Wandern ihnen beaegvete. .Leugne» Sie e» nicht, Verehrtest«, Sie haben dem Baron v. Raven Gefälligkeiten«zeigt,»ie man fie nur von seinem besten Freunde beanspruche« darf," sagte Wer»« i» schnzendem Tone. D« Refnendar blickte betroffen auf. .W« hat Ihne» da» gesagt f" ftagte«. „Niemand, aber au» stchere« An Wichen habe ich e»«» rathen," erwiderte W«««, während« die Asche von sein« Zigarre schnellte,.ich fürchte, Ihre Gutmüthigkeit wird mißbraucht." �_.. Nicht doch, He« Baron, im Gegentheil,«an hat kein« Gefälligkeiten von mir gefordert, und selbst da«» WÄwÄ Ö"'SV 'liltt.«Im» SX« m(r»ich« UM, wm» Ich-ff» iwe CK Au» dem Vorstehenden nun folgert die„Norddeutsche", daß ihr« süddeutsche Kollegin die Meinung habe, d« Paris« Gemei»d«ath hätte eigentlich ei» Stück„Umsturz" gegen» üb« den legitime» Gewalte« der ftanzöfischen R- publik au»« geführt. Dieser„politische Hintergrund" scheint nun dem Kanzlerblatt nicht zu behage»; e« ist ja auch erschrecklich, wen» ein so gemäßigte«, von Professoren und höhere» Be» amten bediente« Blatt,»ie die„Allg. Ztg", sich über de» .Umsturz' de» Bestehende»— und sei« auch nur in ein« Republik— in anerkennend« Weise ausspricht. Ab« hauptsächltch trete« bei d«„Norddeutschen" wied« die Steuerbedenke« in de» Vordergrund; fie meint, daß die all» gemeine Steuerhöhung doch nicht allein für Arbeit« g«. schaffe« w«de« könne, welche lediglich von d« Stadt de» schiftigt würde«. So soll da» süddeutsche Blatt weit« be« schwichtigt w«de», indem die„Norddeutsche" eine« zweite« Absatz au» dem genannte» Blatte zitirt, wo e« heißt, daß die Arbeitgeb« im allgemeine» die Lohntabelle» u. s. w., welch« die städtischen Behörde» jetzt schon aufgestellt hätte«, nicht anerkennte». Da» Zitat soll dazu dienen, um der .Allg. Ztg." begreiflich zu mache», daß auch der neu einge- führte Normalarbeitttag ebenfall« von de» von der Stadt engagirte« Unternehmer« nicht anerkannt würde. Nachdem nun da» Kanzlerblatt in ermahnender Weise die süddeutsche Kollegin wieder auf de« rechte« Weg zu führe« versucht hat, verstehen«ir nicht recht, warum e« die Aermste am Schlüsse noch folgender» maße« anfährt: „Günstigste« Falle« also käme« die Koa» sequenze» dieser sozialpolitische» Maßregel einem Theil« der Arbeiter und speziell demjenigen der große» Städte zu Gute. Hier zeigt fich also auch wieder recht deutlich, wie die ganze sozialdemokratische Wett» heit dem großstädtisch-« Proletariat auf de» Leib ,u» aeschritten ist. Uebrigen« dürfte» fich Staat und auch dorr schon dafür zu sorge» wisse», daß die sozial. demokratischen Hoffnungtbäume nicht in de» Himmel wachsen."— Nu« wird die.Allg. Ztg."«ach dieser energisch« Strafpredigt doch wohl pater peccavi sage«; wir wolle! e» wenigsten« hoffe«. Oder ob fie verwundert und erstaunt über da« Be« ginne« ihrer norddeutsche« Kollegin vielleicht zur Feder greife« wird, um eine Sb»»hr zu schreibe«? Sie wird e» mcht thu»; die Feder wird ihr vor Lache» au« der Hand falle» über die prächtige„Komödie der Irrungen", die hier fich abgespielt hat.— � die Augen öffne». Ich weiß auch, daß e« Ihn«» Mühe gekostet hat, da» Geld zu erbalten, und daran» schließe ich. daß e« keine unbedeutende Summe gewesen ist." „Ich hatte sogar vor, Sie um diese« Darlehe» anzu» spreche« I" lachte Ferdinand, den der feurige Wein in ein« heitere, redselige Stimmung versetzt hatte. Sie habe» recht, e« kostete mir Müh«, mein Onkel wollte nicht» davon wisse», meinem Vater durfte ich mich nicht anver» traue«—" .So find Sie schließlich einem Wucherer in die Hände gefalle« I" „Hm, ja, aber e« ist keiner von der schlimme» Sorte. sei»« Bedingungen find sehr anständig." „Sie kennen diese Leute»och nicht! Darf ich ftaae». wie groß der Betrag ist?" .Ich rede nicht gerne darüber." „Auf meine Diskretion dürfe» Sie vertrauen!" „Wenn die Baronin e« erführe—" „Sie mird'« nicht erfahre», im übrige« denke» Sie nicht, daß man Ihne» diese Indiskretion so sehr übelnehme» würde, der Bode» schwankt längst unter de« Füße» dieser Leute,«# ist nur«och eine Frage der Zeit, wann er zusam» menbreche» wird. Man hat dieselbe Komödie auch mtt mir aespielt, ich bin auf de« Scher, eingegangen, weil e» mir so gefiel und weil Madame in früheren Jahre« meinem Herzen nahe stand." „Sie haben auch ei« Darlehe» gegeben?" ftagte der Referendar überrascht. .Tausend Thalerl' .Und ich da« Doppelte." .3» der That?" spottet« Werner.„Und wa» ist Ihne« die schöne Frau?" fragte er mit ironischer Betonung wester. .Eine hochverehrte Freundin— mein Ehrenwort dar» auf!" war Ferdinand» ernste Antwort. „Dann allerding« darf ich keinen Zweifel mehr äußer»! Da« Geld haben wir beide verloren, sorge« wir jetzt dafür daß e» bei dieser eine« Erfahrung bleibt."'* „Fürchle» Sie, daß man«och einmal—" Wir—«ämlich d» Redaktio« de«„Berliner Volk«» blött"— hatten vor Knrzem ein« Korrespondenz der Münchener„Allgemeinen Zeitung" au« Pari« mit ge- sperrt gedruckter Quellenangabe abgedruckt, mit der Ueberschrift:„Wie die Pariser Etadtverord« «itev'Versammlung für die Arbeiter sorgt."— Unser Ar» tikel hatte nur eine kurze Einleitung, die sich gleichfall« auf die Mittheilungen der„Allg. Ztg." stützte, und einen kurzen Stz-lußsatz, der aber von der„Norddeutschen" nicht weiter erwähnt wird; sonst enthielt er nicht« weiter a l« die buchstäbliche Wiedergabe der Pariser Korrespondenz der„A l l g. Z t g." und wir wieder» hole« e«, mit auffälliger Angabe der Quelle. Die.Norddeutsche Allgemeine Zertung" nun hat diese deutliche Quellenangabe übersehe», auch scheint die Redaktion de« Berliner Blatte« da« Münchener Blatt nicht zu lese» und so entstand der von uns hier glosfirte Leitartikel, der fich in Nr. 372 de« Kanzlerblatte« befindet und zwei Spalte» lang ist. Wo wir scherzhafter Weise in obigem Artikel die „Allg. Ztg." durch die„Norddeutsche" al« Verfasserin der bettkffende», der letzteren unangenehmen Stellen abkanzeln lassen, da hat die„Norddeutsche" selbst unser Blatt al« de» Verfasser augeführt, aber, wie schon gesagt, unrichttger Weise. Ist e« nun lediglich Unausmerksamkett, welche den köstliche» Reinfall der„Norddeutschen" bewirkt hat, oder war e« die durch gewisse Farbe» erzeugt« momentane Blind« heit, welche die„Norddeutsche" die Quellenangabe gänzlich übersehe« ließ? U. A. W. T. Ewe glimme übw dri Aurmiilirdeikllig. Die„Nation" vom 7. August bringt einen Artikel von Karl Baumdach über die Fabrikinspektion in der Schwei,, worin e« beißt:„.. Jene Vorschläge, wie man in Deutschland mtt Hilfe der Gesetzgebungtlunft die Lage deÄ Acdetterstandei ver> bessern könne, find zum Theil wesentlich der schweizerischen E« muß aber die Freund« denn doch wirklich stutzig ... in der Schweiz immer noch nicht zur vollen Wirtsamlett gelangt ist." Nachdem sodann im Einzelnen mancher Uebelstand, beson» MM" rbe der« im Punkte der Kinderarbeit, hervorgehoben und gerügt worden, verweilt der Berichterstatter mtt Verwunderung bei der Thatsache, daß die Sttcktndustrie und ihre Krtfi« 1885 zu einer freiwilligen Vereinbarung geführt habe, jene Normalzett endlich „In dem Lande de« gesetzlichen elfstündigen zu beobachten...._.-■ r Normalar deiUtage« entschloß man fich, von der Hilfe der Sesetz. gedung abzusehen, erblickte man vielmehr in der frei« willigen Vereinigung aller in der Stickindufirie de- schäfttgten Handelshäuser, Fabrikanten, Fergger und Sttcker die einzige fichere Hilfe." „Wie weit find wir doch noch in Deutschland von solchen Erfolgen entf-rnt! Wie schade, daß bei uni an solche Ver» einigung von Ardettgedern und Arbeitnehmern kaum zu denken ist! Schutz, öllnerische Vertretungen der Ardeitgeber auf der «wen, sozialistische Ardetteroereine auf der andern Seit«, die beide, wenn auch in entgegengesetztem Sinne von der Staat«' hilf« und von der Gesetzgebung alle« Heil erwarten I Ob man aber wohl bei un« lünfrighin auch so viel und so gern auf den gesetzlichen Normalarbeititag der Schwei, rxempUfizilen wird, nachdem die wichtigste Industrie der Schwei, den vertrag«. mäßigen Rormalaroeittrag an sein« Stelle gesetzt hat?" Die„Züricher Post" bemerkt hierzu: „So Herr Baumdach— und man muß seiner Bewei«- führung da« Lob widerfahren lassen, daß sie— ge- schickt ist. „Man könnte fie auch verfänglich nennen. Ein schweize- rtscher Leser ist sofort im Stande, da« Sophtsma aufzu- lösen. „Wir gebm nicht zu, daß die Opportunität einer Einführung de« Normalardeililage« in Deutschland damit bestritten «erden kann, daß man aut die unvollkommene Autführung unsere« Gesetz,« hinweist. Di«„Nation" vergißt schon von vornherein, daß da« schweizerische Fabrikgesetz den Normal» arbeitttag nicht strikt und ausschließlich al« solchen ein» führte, sondern, um mtt der Vergangenheit einigermaßen zu paltiren und nicht dem Vorwurf zu verfallen, e««olle alle Evenwalität,n der Zukunft übersehen, da» ausnahmsweise Ueberzeital betten gestattet hat. Wttd nun Ueder�tt bewilligt, so bedeutet die« keine Gesetzetverletzung und auch keine unvoll» ständige Durchführung de« Gesetze«; man kann nur darüber rechten, ob die Bewilliaungen für Ueberzeit motiottt waren oder nicht. Daß auch Uedrrtretungm vorkomme«, soll nicht geleugnet werden; diese haben aber Bestrafung zur Folge, und „Bah, die Komödie kann fich in anderer Form»och oft wiederholen, seien wir auf unserer Hut. E« ist nicht «öthig, daß wir un* ganz zurückziehen, aber in unserem In» teresse läge e«, seltener hinzugehe». Sie wissen doch, daß der Baron spielt?" „Hm, eine noble Passion hat jeder—" „Und ich gönn« st« ihm gerne, nur darf er nicht ver» lange», daß ich die Koste» dieser Pasfioa trage» soll; so« wcit erkenne ich da« Noblesse oblige nicht an. Baron Raven will morgen verreisen, wisse» Sie, wohin er re»se» wird?" „Er sagte mir, ei» Freund habe ihm gebeten, ihn beim Ankauf eine« Vollblut-Gespann« al« bewährter Pferdekenuer zur Seite zu stehen." „Und wa« hat die Baroni» dabei zu thu»?" „Sie begleitet ihn, um eine Zerstreuung zu habe»." „Wenn Sie ,h»e» nachreisen wollte», so würde» Sie entdecke», daß fie in ei« Bad reise»." „In dieser Jahre«, ett?" „Die Spielbanken fi»d w»och mcht geschlossen!' „Sie werde» bothast, Baron I" sagte der RZere»dar ärgerlich.„Da« befremdet mich um so mehr, al« die Ba» ronin Raven Sie«och immer ihre» Freund nennt." „Glauben Sie, daß fie e« auch dann»och thu» würde, wenn icb al» armer Schlucker zurückgekehrt wäre?" er» widerte Werner sarkastisch.„Die Freundschaft gilt memem Velde, nicht meiner Person. Nu» den«, ich Hab« mich berett aezeiat. ei» Opfer zu bringe», aber dabei muß H bleibe». Gebe« Sie acht,»ach der Mckkehr de« Baron« wttd die Komödie wieder beginne», ma» wttd unter mannigfache« Borwäadeu Ihr Mitleid zu errege« suche», und ich fürchte, ** druck gemacht, er blieb ei»e geraume Wetl« w vi»»e» ver. �"'Sientöge. recht habe«.' brach er endlich da« Schweige». „Ich kann Ihne» für Ihre Warnung nur dankbar sei», de». «och weiß ich»icht, wa« ich thun werde, we«» man wieder meine HUfe i» Anspruch nimmt. Zerbreches anr uns jetzt h<« Kopf«och«icht darüber, lasse«»tt die Dinge an un« wir sprechen nur eine Binsenwahrheit au«, wenn wir die„Nation" daran«rinnern, daß man überhaupt keine Gesitz« erlassen dürfte, wärm nur diejenigen Gesetze gute, welche nie übertreten weiden. „Wal die Ueberzett anbetrifft, welche hier allein in Frage kommen kann, so räumen wtt ein, daß da und dort die Bewilligungen zu freigebig eriheilt wurden, vielleicht am meisten im Kanton Zürich. Nur möge man doch endlich in Deutschland den Grund beachten, au« dem et meist ge- schah. Keine Zeitperiode konnte für die Durchführung unser« FadiiigttetzeS ungünstiger sein, als diejenige, welche bald auf seinen Erlaß folgte. Die geringen Ernten der Landwirthe in diesen Jahren und die Schädigung unserer industriellen Pro duktion durch die hohen Zölle, hauptsächlich diejenigen, welche Deutschland auf schweizerische Maaren legte, beeinträchtigten den allgemeinen Wohlstand und bedrängten zahlreiche Zweige der gewerblichen Thätigkeit. Wir wissen e«, die„Nation" ist selbst von der Schutzzoll-Aera wenig erbaut: fie wird darum für diese« Argument einiges Verständniß haben. „B'fferten fich die Bedingungen der Waarenerzeugung in unserm Lande, so müßten jene Ueberzeitbewilligungen rascher auf ein Minimum hinabstnlen. Und übrigen« find fie auch svnst zurückgegangen. In manchen Kantonen wurden fie fetten und wenn die Fabriken, denen fie in andern Kantonen ge» währt wurde, noch einen Bruchlheil der gesummten Fabriken» zahl ausmachen, so wünschten wir doch wahrlich nicht, daß um der Ausnahmen willen die ungleich größere Zahl der Anwendungen unterbliebe. Hätte Deutschland den Rorma lar beit»tag auch nur indiesemMaße durchgeführt, wie viele Millio nen deutscher Arbeiter würden dessen froh sein! „Bezüglich der Kinderarbeit ein einzige« Wort I Sie ist dort am wenigsten geregelt, wohin fich der Bereich de« Gesetze« nickt ausvehnt: in der Hausindustrie. Glaubt aber Herr Baumbach überhaupt, daß ein so durchgreifende« Gesetz wie da« schweizerische Fabrilgesetz mtt einem Schlage alle Uebelständ« beseitigen könne, und will er ei nicht al« ein Verdienst desselben anerkennen, daß e« ihrer schon unzählige beseitigt hat? „Aber schließlich meint er— und das ist die Pointe—, man sollte e« mtt prwaten Organisationen statt mit der Staattgesetzgebung versuchen. Diese Lehre hätten die oft- schweizerischen Sticker gegeben. Just„die wichtigste Industrie der Schweiz"(richtiger: eine der wichtigsten) habe den verttagt» mäßigen NormalardeitStag an Stelle de« staatlichen Normal» ardettttage» gesetzt. „Die„wichtigste" Industrie,— und in der That konnte die« kaum eine ander« al« eine so autgedrtttete Industrie mtt einer auf verhältnißmäßig kleinem Gebiet so dichten Ar- beiterdevölkerung. Wa« die Sticker erreichten, die Schisslisticker brachten e« schon nicht mehr fertig, und die Arbeiter in andern Industriezweigen, welche nicht so große Massen beschäftigen, find e« natürlich viel weniger im Stande. Uedrigent wird auch hier offenbar übersehen, daß die Einführung der vertragt» mäßigen Elfstundenarbett durch die Sticker, welche nun auch eine Anzahl Arbeiter umfaßt, die nicht dem Fabrilgesetz unter- stellt waren, nicht möglich gewesen wäre, hätte nicht der gesetzliche Rormalardettstag schon existirt und im Volltbewußisetn als moralische« Prinzip gegolten."#« kam den Stickern sehr zu statten, daß fie nur zur vollen Wahrhett macken wollten, wa« da« schweizerische Volk in einer Referendumtabstimmung al« billig und recht erklärt hatte. Auch war eine Kiifi« nöthig, ihren Eifolg herbeizuführen. PoMische lleberstcht. Die Zunftmeister de» Maarer-Jnuuug ,« Dresden haben bekannt lech ein«„schwarze Liste" angelegt, welche dem „Sächfischen Wochenblatt�' irgend ein neckische« Teufelchen in die Hand«espiett hat. Au« derselben ersehen wir, daß einzelne Maurergesellen unter Rubrik») eingeschrieben find, welche von einem Jnnungtmeister unter keinen Umständen mehr beschäftigt werden dürfen, während die in der Rubrik b) eingetragenen beschäftigt werden dürfen, aber unter strenge Aufficht zu nehmen Kd. Hinter den unter») eingetragenen Namen find„vemer- igen" angebracht, wie:„Agilalor",„Verdretter de» Bauhand. werker",„Dortführer beim Slrcit", und hinter zwei Namen prangt da« Wort„Aufwiegler".— Da»„Sächstsche Wochenblatt" ruft die StaatSanwattschast an, auf Grund de» § 153 gegen die Meiste einzuschreiten, da einzelne derselben durch in AuSstcht gestellte VerrufterNSrung, durch Bedrohung mtt einem materiellen Schaden gezwungen würden, die de« tt essenden Ardetter zu entlassen. Wir haben selbstverständlich nicht« dagegen, wenn in solchen Fällen die Staattanwallichaft einttetm würde, aber vorläufig gebm wtt zweien der betroffenen Maurergesellen den Rath, die» nicht erst abzuwarten, sondern bald schon eine Beleidigungsklage gegen die Zunft- meister anzustrengen' wtt meinen diejenigen Gesellen, binttr deren Namen der Vermerk:„Aufwiegler" sich befindet. Wir werden dann sehen, od die Gerichte dulden werden, daß neben vielen anderen Unttrdlückungen die Unternehmer auch herantreten, vielleicht gestalte« fie fich ander«, al« Sie glauben. Hier trenne« fich unsere Wege— gute Nacht!" Werner drückte ihm die Hand und setzte allein seine« Weg fort. Im Caf« Schiller war»och Licht, u»b al« Werner httreintra», fiel sei» erster Blick auf de» Re»t«er Gottschalt, der aller» an einem Seiteutische faß und i» einem illu. strirten Journale blätterte. Er setzte fich zu ihm und knüpfte ein Gespräch mit ihm an; der alte Herr war ansang« sehr einsilbig, aber al» er ver«ahm, daß Herr v. Bergau vo» der Baroni« Rave» kam und sei» Reffe ebenfall« dort gewesen war, brachte er die Red» auf de» Referendar, dem er sehr ernste Borwürfe machen zu müsse» glaubte. Werner pflichtete ihm bei, er berichtete ihm, daß er de» Referendar gewarnt habe, und daß er seine Warnungen wiederhole» werde, sobald sich ihm eiste Veranlassung dazu biete, er urtheitte dabei ruhig, aber scharf über die Baroni« und deren Gatte», und durch diese« Urtheil sowie die daran geknüpfte» Bemnkunge« gewann er da« Ver» traue» de« Rentner«, der nun auch i» Bezug auf andere Punkte seine Saschauungeu prüfte und fie«tt de« seinige» völlig übereinstimmend fand. Der alt« Herr war selten so gesprächig und munter Cesen, wie i» dieser Stunde, er hatte selten einen Mensche» >t» gelernt, mtt dem er so off«» und rückhaltlos rede» konnte. Er mußte fich gestehe», daß ihn diesmal seine M«»sche»ke»»t»,ß und sein Scharfblick im Stich gelassen und er fich i» seine« ersten Urtheil über den Baroa v. Berga« gründlich geirrt hotte; jetzt konnte ihm nur lieb sei», daß sei» Neffe mit diesem Herrn befreundet war, und er bat de» Baron wiederholt, d« Pflichte» ei« et Freunde« mtt gewissenhafter Stteng« zu erfülle». Während fie sich mit einander unterhielte», hatte ei» klewer, alter Herr w einem kaffeebraune» Rock« i» ihrer Nähe Platz genommen; Werner wurde durch die forsche«, de« Blicke, die jener verstohle« ihm zusasdte, bald auf ihn aufmerksam, und er beobachtete seinerseits jetzt auch de« Fremden, ohne dabei de« Fade« der Unterhaltung zu ver. liere«. «Ä jÄ illdt: «11 dtm� Wnoen, K | Protestant % % s&i noch Beschimpfungen auf die Ardetter häufen dürfen. Anfiä» dige Baumeister aber sollten gerade die in Verruf erkiälte» A. bester beschäftigen, fie würden wahrlich leinen Fehlgriff ihue. Zu der Verfügung der Polizeidtrettto«»«» Hannover, durch welche dem Stteikführer Pinkernelle D* kerne re Leitung der Maurerbewegung seine« Wohnorte« un!«' sagt wurde, demerkt die„Feeis. Ztg.":„Vorstehende$::> fügung der Polizeidirektion überschreitet in mehrfacher Richtiwl! die Befugnisse derselben. Die Polizei ist zur Auflösung vo» Versammlungen aut Grund des Sozialistenge setze« nur oar» berechtigt, wenn„sozialde-nokratische, sozialiMsche oder ko-n» munistische, auf den Umsturz oer bestehenden Staat«- ob« Gesellschaftsordnung gerichtete Bestrebungen zu Tag« trete«., Abgesehen von der formellen Kage, od auf Grund dielst I jyO e n Paragraphen die Auflösung von Versammlungen derart generell J.ien im voraus angedroht werden darf, wie eS in Hannover ßc fchiehl, entnimmt das Schreiben der Polizeidtreltion die Gründe für eine solche Androhung hauptsächlich aus 3#' fachen, welche nicht den sozialdemokratischen Agitaior, son!«» den Führer in einer Lohnbewegung der Arbester kennzeichnen- Wenn aber auch wttklich der Maurer Pinkernelle„durch l»» z* tin€ bisheriges Verhaften als„sozialdemokratischer Agitatm", auf 1 5*4 tn w welchkt die Verfügung nur nebenbei Bezug nimmt, die B*" löfung von Versammlungen rechtfertigen sollte, so kann die Zu» laffung der Versammlung, in welcher Pinkernelle als Redntt austritt, leinet falls an die Bedingung geknüpft werden, dcf Pinkernelle sich jeder wetteren Lettung oder sonstig� agitatorischen Thätigkett in Ansehuna deS StteikS" enthäft. Die Littung und sonstige agitatorisch« Thätigkeit tn Ansehung Streittist an stch etwa» gesetzlich Zulässtges. Die Vollmatttt- welche der Regierung da» Sostalistenges.y gewährt, dürfen unia keinen Umständen von der Polizeibehörde denutzt werden, u» jemand in dieser Weise auch in den ihm durch daß SozialiM gesetz nicht derührten Rechten zu deschränken. Anderen! am würde da» Sozialistengesetz überhaupt dazu mißbraucht wert*» können, Sozialisten auch beliebig w jeder anderen gesetzlich& laubten Thätigkeit einer Art von polizeilicher Ko»' z e s s i o n zu unterwerfen. Unmittelbarer al» eS in dem des Polizeidirektors von Hannooer durch Einwirkung auf Leitung des Streik» geschieht, kann eine Poliznd'Körde l™ kaum tn die Lohnbewegung der Ardetter eirrnnM* und daS Sozialistengesetz thatsächlich al» Handhabe zur schränkung der Koalitionsfreiheit gedräut» Gerade solcher Polizeiproxis gegenüber sollte auch den herigen Freunden des Sozialistengesetzes endlich klar w«"«* daß die Aufrechterhaltung dieses Gesetzes unter der 8#- wärttgen Regierung(!!) thatsächlich zu einer Vernichlrma�f Koalitionsfreihett und de« freien Arbeits vertraget der fltbe» führt, welche die schwersten Folgen für unsere geiam- sozialen Verhältnisse nach fich ziehen muß."— Da« ist\ ganz zutreffend. Ader wa« soll die Beifügung: unter> gegenwärtigen Regierung? Sieht etwa HerrSw die„l'dersle" Regierung der Zukunft auch schon mtt den 2 machten de« Sozialistengesetze« ausgerüstet, und ereifert n der heutige opposttionelle Liberalismus etwa nur darum K diese Vollmachten, weil sie gegenwärtig nicht ihm, seinem politischen Gegner zu gute kommen.? Für einen% „Freisinn" dürste fich da» deutsche Volk denn doch best»» danken I y Herr Professor Kneift, der„alle« beweisen am Freitag seinen fiedzigsten Gedurtttag gefeiert. liberal« und konservative Organe haben natürlich drt* � gedacht und dem Polttiker wie dem SIaat!rechis>b�,�i Schriftsteller ihre Huldigungen dargebracht. Dagegen'p zu sagen, aber settjam muß e» berühren, auch die im GratulalionSfrack zu sehen und von ihr zu hö.en»%;*;# Gneist habe in allen hlroorragenden amilichen und po."> � i�'wr wo: MM«- «F r MÄ«%%% trioten de mährt, ein glänzende« Bordtiv für aue,« Förderung der Wiffenichast, die wahrhaft ftechcittta � icg.nir.ich- Entwickeiung unserer staatlichen Einrichtung � itti(#r#i 9lnlf#A i»nh am** B' »ttten tf de«. S annte wfl*" Ä' ».In d« . Leiter I JSe" deri SKS IN nicht gleichjettig al« den stoatSrcchütchen Theoretiker betra«'.' Denn wie urtheitte vor zwölf Jahren dieselbe..Köln-*r,| über Herrn Gneist'« Cbaratter und politische „Der Mann ist wegen Ueberscharifinn tn praktischen gar nicht zu aedrauchen und beweg! fich in iettändigen sprüchen. Wir haben schon oft erilärt, daß wtt auf dtt� y stützung de« Herrn Gneist gar keinen Werth man niemals ficher sei, daß er nicht' undzwanzig Stunden gerade da behaupte. Herr Gneist gehört zu gar keiner p� Partei, gehört gar keiner bestimmten Faire an, sondern lert wie der Opal in allen möglichen F.»' Kein Mensch versteht ihn. und er versteht fich selbst»i SK' Gr sprach jetzt vo« seine» Erfolge« in Kalifor»'� dem ernste« Borhabe», sei» große« Kapital zum y eine« Lavdgute« zu verwende»; Gottschall billig* y Vorsatz, ihm mußte e««rehr«»d mehr eialeuchtev, e« mit der »it einem verständige» und solide» Ma»»e zu th«»., de« Werth de« Gilde« zu schätze« wußte und sonne» war, da« mühsam Eeworbene leichtferttg, vergeude». tf So befestigte W«r»er fich immer mehr i» drt/ de« alte» Herr», de, sein gewohnte« Mißtraue« fi*", geffe» zu habe««hie». Die, wette Tasse Kaffee war getrunke»,* K wollte«üb heimgehe», Werner bat, ihn dürfe». „«e»»e« Sie de» Herr» dort?" ettm» verstohlene» Blick auf u*. mit deutend. MUDW« „Weshalb nicht?« und rnS I 5 ftüi)Cr bei der«rimtttalpolüei m % »i# "Hm. «Da, ch nicht« mit ma« s°lch«�Le»i�!st"%o, sich � KS« Schaft jeoe. Wort Sie hatte« während diese« kurz«, Sespr� verlasse» u»d befa»de» Srrmmu»g. .Ich hätte wohl sagte der Rentner i« Ä'rte-iMgsy V0» K*tn qRrnmfmT?»...__ OSi» UÖ1�' »o« dem Vorfalle zu machen. Die U-- XntU» 1 cdUtW griff!hi» Ott Mjff melle f" (e8 unttf n»e BS' : R-chiiM« Ifang voii nur oar» >der to!» atl- odtt e treten. nd diel-t rt generill nover A? Won t,! tu« Tha> for.itt# mzetchnl«. m Ultramovtaue Toter»««. Während die lonsewative einmüthig und mit vollen Backen da« Lied vom Ende «««ullmtampse« bläst, ist die römisch-latholische G-istlichWt uoetaa um so eitriger bemüht, auf Eibleich-vegen auf Grund 'S? Ä cht werde» •;« demS-M W lar wer««» der g«äjj Ä"»? m eteiferi'l Sanew% Uk best««' F ��.fwtdtn, an so vielen Seelen wird ein Verbrechen tin* m'0 viele Brandmale im Gewiffm. E» giedt zwar «5. �otestantm, die besser find al» ihre Religion. Ihr so- ffijnnt« GoUetdimst ist aber eitle Phrase. Da» Abendmahl I?'iben desteht in ordinärem Brod und gewöhnlichem Wein J'�tm paß und ist daher keine wahre giltige Kommunion, ZKowienigt der Katholiken. Protestantische Predigten find leere ?°rtm acherei, Wassersuppe ohne Brod. Bei deren Beeidigungen 2."!� ionfrsfion»lose, unreligiöse Thränm geweint. Bei Itm �.itMden xaeitätischen Ehen soll der katholische Theil, °llfalligem Widerstreit, darauf dringen, daß die immL n icinem Glauben erzogen und so vor dem Untergang C* Verden. Wäre auch anfänglich da» Gegentheil ver» kl,*'" worden, so muß ein sündhafte» Versprechm nicht ge» wer den. Beidsellige kirchliche Gesänge und Gebete in k,,,. ischen Ehen gleichen einer Ka»m«ufU, welche Gott mit „'«-m Abscheu hört. Katholische Famllim solltm keine st a n t i s ch e n Dienstboten holten, auch nicht mit Q�.°nntm Altkatholiken verkehrm, da die» Reuvrotestantm solche geistige Kost bieten römische Priester der �»schen Landbevölkerung! Der„Kulturkampf' ist ja »��schränkung w. Rutzlavd verweilender devtsche« k NW» Nach einer Mittheilung de» Krakauer„CzaS" müffm fisch. Polen beschäftigte deutsche»rdeller. auch wenn sie vorschrifiämäßiger Au»land»pSss« fich befinden, nach �.wnatlichem Aufenthalt im russtschm Landesgebiet bei den »ni�.LerwaltungSbehördm die Gmehmigung zu weiterem erwirken. Versäumen fie diese» zu thun, werden sie Geldstrafe von 25 Rubeln belegt, welcher Betrag bei Verabsäumung de» qu. Gesuche» zunächst verdoppelt, b�Sdrestackt wird. Wmn die betreffenden Arbeller trotz l«?�tzer Bestrafung noch nicht in dm Befitz der Aufenthall»« % ürukij r xNASwerse Ci-ff neue A n aber O ßtukij wid— gelangt find, werden fie ausgewiesen '"zSwets« di» zur Grenze defördert. «eue l»lz'Zemmer spia« nw fow.V't Durchsuchung der Aug» burger Kaserne« nach W'wwlratischen Broschüren, welche am 9. d. SR. stattge» , theill die neueste Nummer de» Münchener„Deutsch. 1 mit, daß man noch immer nicht darüber unterrichtet Äs striche MUrtär-HauSsuchung anläßlich eine» besonderen I kl nur in Augtzdurg oder allerwärt» in allm Kasernen an» r.el war. Unter allm Umftändm aber sei damll nicht» M worden, al» daß die Eoldatm auf die Eozialdemo» echten denen eitlich» Z allgemeine ..... w_____ werden. Die„Arbeiter» berichtet darüber: Di« Konferenz, welche am l. August �-«v, um in Sachen der Streikkasse ein Statut zu ent« "wii zu einer Verständigung zwischen den Delegirtm '' ,>nd de» Gewerkschaftsbunde» und de» Aktion»» %n V.«(füW. Sellen» de« GrÜtliverein» ist ew fixer Betrag Ltrof"'. ffit Gkwerkscbaftibund und Vereine, welche keiner aöln-:"'i»*ns*Wimqaiion al» dem Aktionskomitee angebörm, ist Betrag zur FondiarÜndung und 15 Rp. für *tn f1' R. und Quartal in Au»ficht genommen. Da» »iae»� Ä FÖhwJi �oa provisorisch au* fünf Abgeordneten der ji tit � i Ü zwei de» Aktionskomitee» und zwei de» Gewerk» N«"dr* bestehen. Die Gelder sollen besonder» verwaltet S jedoch auf Beschluß de» Komitee» nach Statut v' ausgeliefert werden. Da» Komitee soll die � der gewerkschaftlichen Bewegung in der Schweiz sich ie?■ 5 Waffen. Ein wahrscheinlich nächste Ostern stall» rtltag soll dann über die mdgillige Stellung __ schlüssig werden. Zmtralpräfident Scherrer in 8«% bap""* p�f"ufeA und ich hätte nur unnütze Ä»«» fteil'ch"cht erspart geblieben, Ust».„und da fie keine« materiellen Nachtheil i'hitn.« �tn Sie um so eher auf die Untersuchung ver» »Htzz_ «Unh ja. aber einen Verdacht hege ich doch. Daj 5?. trifft er," ein Tehellmiiß, L»Zch toitjch"cht sage». %%i* a«?,**»rcht darüber sprechen, rti, ��ant wird, weiß ich zu bewahren,-vreuetryi � loftt,.. �htem Berdacht auf der richtigen Fährte, dann »Um, � Sache doch untersucht werden—* V> um so mehr, al» der Verdächtige mtt selben Hause wohnt!" fiel Gottschalk ihm in "V diesem Falle gewiß l' D?t sjj.'*» ist trotz alledem eine heikle Sache, der Ver» ch."« auf eine Fußspur, auf die Spur eine» >Kuy vre der Einbreche» in meine« Zimmer hinter» Sr in Ihrem Hause hat einen solch» Fuß?" W teor�«»«» der unten im Erdgeschoß wohnt. iüT*«,�rt"nal wegen eine» Raubmorde» in Unter. �»der man konnte ihm nicht» beweisen, » auch diesmal der Fall, so würde ich Haß diese» Manne» zuziehen." «Ä'Äw.,lle die Mittel dazu au» einer Erbschaft fich mehr und Ä" bS Mn«<>»»». jst» L die Behörde nahm keinen Anstoß «an ja, wie leicht Scheinbeweise St. Gallen hat e» übemommen, nach den bestehenden Vorlagen und getroffenen Berathungen da» Statut auszuarbeiten. S» wird noch eine Konferenz tn St. Gallen stattfinden am ersten Sonntag im September und dann da» Ganze der Urabstim- mung unterbreitet werden. Belgien« In den leitenden Kreisen Belgien» ist man in der üblichen Blindheit besangen und entschloffen, da» allgemeine Wahlrecht nicht zu bewilligen. Weder die Dollri» näre noch Katholiken wollen da» ihnen Dank dem Zensu»- regiment ausschließlich gesicherte Vorrecht der Herrschast im Lande opfern. Eine Wahlreform will allerding» der Finanz- minister, aber nur eine Reform auf der Grundlage de» bis« betigen Zensu»; den Minoritäten soll eine verhältnißmäßige Vertretung gewährt werden. Die einflußreichsten klerikalen De» putirten wollen aber selbst von dieser Reform nicht» wissen, da fie die katholische Majorität schwächen würde. Einen Bundesgenossen findet der Minister jetzt in dem liberalen Deputirten Pirmez, einem der hervorragendsten Mitglieder der Linken, der fich auf da» entschiedenste für diese Wahlreform ausspricht. Nach der jetzt erfolgten Neuwahl bestehe die Deputirtenkammer au» 98 Katholiken und 40 Liberalen; da» Verhältniß sei also 5 gegen 2..Lein Mensch in Belgien werde daran glauben, daß Vr de» Lande» katholisch gesinnt find!" Fetzt sei da» Land vertreten durch 71 Prozent katholische und 29 Prozent liberale Vertreter. Nach seinen Feststellungen wäre da» richtige Ver» hältniß 53 Prozent Katholiken, 47 Prozent Liberale. Die ganze Vertretung sei also„eine„entschiedene Lüge". Diese Reform der Wahlgesetze, welche die Kräste aller Parteien zur Vertretung dringe, sei eine unabweisbare. Wie diese Vertretung der Minoritäten herbeigeführt werden soll, darüber find aber die Anhänger der Reform in hohem Maße uneinig und so ist selbst die Durchführung dieser Reform noch nicht gesichert. Nur in einem Punkte herrscht eine rührende Einiglest: in der en.schie» denen Ablehnung de» allgemeinen Wahlrecht». Da» belgische Ministerium hat beschloffen, eine Enquete über die Arbeitseinstellungen in allen euro» päischen Ländern auf diplomatischem Wege zu veran» stallen. S» wäre besser, daß nach den zahlreichen schon abge- bastenen Enqueten irgend eine Maßnahme zur Besserung der Lage der Ardeiter zur Auführung kommt. Die rigorose Verurtbeiluna der Arbeiter in M o n», insbesondere di« jenige von Falleur und Schmidt zu 20jährigem schnx ren Kerker, macht überall schmerzliche» Aufsehen. So wird der„Reforme" geschrieben:„Man hatte wenigsten» für Falleur, wenn nicht Freisprkchung, so doch eine ganz ge» ringe Strafe erwartet, und selbst die Geschworenen waren ver» blüfft, al» fie da» Urtheil sprechen hörten. Man wollte eben einen Tendenzprozeß haben und namentlich in Falleur da» Haupt und die Seele der GlaSarbeiter'Verdindung treffen." Da» Journal de Moni" behauptet sogar, die Antwort der Jury sei so gewesen, daß Freisprechung hätte erfolgen müffm. Fedm- fall» find solche Fehler gemacht wordm, daß die Vertheidiger ficher auf die Kassation de» Urthest» rechnen. Kraukeeich. Die Sozialisten Sustni, GueSde und Lasargue, welche mit Louise Michel wegen Aufreizung zum Bürgerkriege vor die Pariser Geschwormm geladen waren, erschienen nicht und wurden, wie wir schon mittheisten, in contumaciam der erstere zu 4 Monaten Gefängniß und 100 Frti. Strafe, die beiden anderm zu je 6 Monaten Gefängniß und 100 Frk». Strafet verurtheilt. Louise Michel war selbst erschienen und führte auch selbst ihre Vertheidigung. Ich weiß, sagte fie, nach der Münchmer„Allg. Zig.", daß man mich verfolgt, um der Famllte Orkan* und dm Reaktionären Freud« zu machen; aber wa» liegt daran? Ich verfolge ew humanstäre» Zi-l, und nicht» wird mich aushalten. Fa. ich träume von dem Glücke der Mmschhcit, ich will, daß sie ihrer Kraft vollbewußt sei. Man wirst mir meine Vorträge vor. Fa, ich spreche oft zu Gunsten der Armen und Ausgedeuteten gegen die Au»- beuter; aber ich that e» nicht in den Ausdrücken, deren man mich zeiht. Ich bin Anarchistin, Sie können mich wegen meiner Fdem, wegen der Gewaltmittel verurtheikn, die ich anpreise, aber die Worte, die man mir in dm Mund legt, die Morddrohungen habe ich nicht gesprochen. Nach dreiviertel» stündiger Berathung erklärtm die Geschwormm Louise Michel für schuldig, unter Annahme mildernder Umstände, und fie wurde edensall» zu 4 Monaten Gefängniß und 100 Frank» Strafe verurtheilt. Da» Resultat der offiziellen Untersuchung Über angeblich aufgelassene deutsche Brieftauben hat laut einer State der„Ag. HasaS" ergeben, daß e» belgische und holländische, wie alljährlich im Füll und August in Frankreich aufaelaffme Tauben warm. Der KriegSmwister bat durch desondere DiSpost« (Ionen die Uederwachung beim Auflassen fremder Brieftauben in Frankreich gefichett. Grohbrit«» ttierr« Der Sheriff und der Filkal haben jetzt die aufständischen Bauern in Ttree verlassen, die Polizistm und Rarine» soldaten aber dkiben noch dort. Man will für dieselben geschaffen werden können, und di« Behörde ist auch mit» unter froh, einer langwierigen Untersuchung überhoben zu werden" „Und im Grunde genommen würde auch bei dieser Untersuchung für Sie wenig oder gar nicht» herauskommen", f an____ OKIMm« Qsf»«*««*«»imaA awRaKF#** mnvX««* Ca uniccfiuywnu jut wiv wvo»»Ö vww, sagte Werner.„Wäre Ihnen etwa» gestohlen wordm, so löge die Sache ander», so aber find'» nur unnütze Scherereien. M?:. t c__ f k__«»ei /><*?•• AwWrtffjtt«(Ott RA«rt*» M»mo*» SU haben jedenfalls Riaßregeln getroffen, um fich vor einer Wiederholung diese» Verbrechm» ficher ,» stellm s" „Welche sollst ich treffen? Da» gnte Schloß an der Thüre meine» Schlafzimmer» schützt mich genügend, und sollte ei auch dem Verbrecher wirklich gelingen, in da» Zimmer einzudringm, so macht ihm der eiserne Schrank so viel zu schaffen, daß er unverrichtestr Dinge wieder abziehen muß." „Und die Haushälterin würde wohl auch dm Lärm �'„Darauf verlaffe ich«ich nicht, fie schläft ziemlich weit von meinem Zimmer entfernt, und«»fragt fich sehr, ob fie dm Ruth hätte, einem verwegenen Verbrecher entgegen, u» treten. Da s.tze ich aus dm Revolver, der neben meinem Bette liegt, größere» Vertrauen, ew Schuß würde da» Hau» und die Nachbarschaft alarmuen" .Und w.ffm Sie, wa» ich thun würde?" Stu«?' ych suchte mir eine andere Wohnung, ich würde eher b.nte"al» morgen aulziehm." � Da» hatte ich ansang» auch vor, aber wmn man alt eine tfboqnu»» r k k.*—------- gmtüthl'ch g-�hlt ha� � BUt um unruhig: und w«.-w.-- de» Rentner» lag.___ eiserne Baracken erbauen. In der Sitzung de» Obaner Stadt« rath» wurde die Expedition in starken Ausdrücken vermtheilt. Die Steuerzahler von Oban müßten zahlen, damit da» Eigen» thum de» Herzog» von Argyll beschützt werde, obgleich* eigentlich nicht gefährdet sei. Der Codden-Klub bat begonnen, Frauen zu Mit« gliedern zu ernmnen. Frl. Florence Nithingale, Frau Coddm« Sickert(Tochter de» großen Freihändler»), Frau Crawsord in Pari»(Wittwe des verftordmen Pariser Korrespondenten der„Daily New»") und Frl. Rasfalovlch wurden jüngst zu ordentlichen Mitgliedern de» Klub» gewählt. Im Liverpooler Verein der SchiffSbaucr hielt Professor Elgar dieser Tage einm deachteniwerthen Vortrag über dU Verlustean Fahrzeugen und Menschenleben, unter besonderem Bezug auf die Jahre 1881, 1882 und 1883. Innerhalb dieser Zeit gingm 8891 Personen auf Schiffen de» Vereinigten Königreich» und der Anfiedelungen unter. Davon warm 8048 Seeleute und 843 Fahrgäste. Da» schlimmste Jahr war 1881, in welchem allein 3278 Seeleute und 843 Reisende ihren Tod in den Wellen fanden. Man nennt diese» Jahr„Herrn Chamberlain» Jahr", weil der liberale Minister, der kurz vorher in» Amt getreten war, stch mit anerkmnm»» werthem Eifer, trotz der gegm ihn gerichtetm wüthendm An» griffe von Rheder«, eine Verbefferung der betreffmdm Gesetz» aebung zu erreichen stch bemühte. Die Gewtssenlosig» keit mancher Schiffseigner ist in der That eine fast unglaubliche. Ost waren hohe Versicherungen auf völlig seeuntüchtige Fahrzeuge, derm wackeliger Zustand mit großer Kunst verhüllt war, genommen worden; äugen» schetnlich in der Erwartung de» Schiffsuntergange». Die Ge» sammtzahl der Schiffskapitäne und Matrosen ist 186 719. Der erwähnte Verlust an Menschmlebm bildet daher einen furcht» bar bedeutenten Prozentsatz. Von den 608 in dm genannten drei Jahren untergegangenen Schiffen warm 344 kleine Fahrzeuge, mtt einem Gehalt von«mtger al» 300 Tonnen, und hauptsächlich bei der Küstmschifffahit verwendet. Unter nicht Berücksichtigung dieser kleinen Fahrzeuge bemerkt Professor Elgar: e» seien von dm 264 größeren Schiffen 81 eiserne Dampfer gewesen; 47 eiserne Segelschiffe: 127 hölzerne Segelschiffe und 9 von gemischtem Bau. Von den in diesm Schiffen untergegangenen Menschen wurden 1295 tn Dampfern, 831 in eisernen Segelschiffen, 779 in hölzernen Segelschiffen und 101 tn Segelschiffen von gemischtem Bau verloren. Rußland. In Torgowitza, Gouvernement Kiew, hat jüngst eine neue Juden Hetze stattgefunden. Die Ordnung wurde schließlich durch Einschreitm de» Kleru» und die Anstrengungm der Polizei hergestellt. Die Ruhestörungm waren mtt bedeutendem Vermögensverlust verknüpft, da viele Läden demolirt und ge» plündert wurden. Menschenleben find jedoch nicht zu beklagen. Die Polizei nahm 20 Verhaftungen vor. Balkauläuder. In Folge nach Sofia gelangter alarmttender Gerüchte über angebliche KetegSoorderettungen Serbien» ersuchte die Pforte di« serbische Regierung um Aufklärungm. Ebenso zogen die anderen Mächte Informationen ein. Die„Pol. C." erfährt au» sehr verläßlicher Quelle au» Belgrad: Die vnt» wort Serbien» lautete sehr befriedigend. Die serbische Regierung erllärte auf da» bestimmteste, Serbien sei zu sehr mtt der Ordnung setner inneren Angelegenheiten bestbäsiU, um an KiieaSabenteuer zu denken. Alle Rachrichtm von Einberufung der Reserven und Konzenttirung der Truppm seien grundlo». Ein weiterer vewet» sei die bevorstehende sechswöchige Be» u laubung Garaschanin'». Amerika. In dm Südstaaten der Union, und»war ganz besonder» ist Alabama, Tmneffee und Florida, vollzieht fich ein ae wältig er Aufschwung, theil» in indu» ftrieller, theil» in landwirthschaftltcher Hin» üf ÄÄoSJÄÄa KPffrSItzäPF-k ÄaSÄ*, sttzl« gegen»Lttt, aber 32000 Beeilen. In den«Ifen sechs Monaten dc» laufenden Jahre» wurden tn den Vereinigten Staaten auf 97 Bahnlinien 1755 Meilen neu gebaut, und davon eni fielen 544 Meilen oder beinahe der dritte Theil auf den Süden. In der Reihenfolge der eisenbahndaumben Staaten steht für da» erwähnte Halbjahr Kansa» obenan mit 301 Meikn, ei folgen Florida mit 207 und Texa» mtt 195 Meilen. Im Jahre 1873 hatte der Süden 16000 Meilen Etsenbahvgeleise, heute da» Doppelte. Der neue Südmunter- scheidet fich.von dem alten u.«. darin, daß man stch nicht mehr ausschließlich auf den Anbau von Baumwolle verlegt. Da» Wort„Cottou ia klug", b. h. Baumwolle ist König, hat seinen alten Sinn verloren. Nicht daß weniger Baumwolle ?** Kunst»nd leben. chwetzeegarten wird heute die vorletzte diesjährige py'otechnlfche Festlichkeit, verbunden mtt einem großartigen krteg»feuerwerk der Herren A. und E. Raffow, Bonander und Hornig, ausgeführt werdm. Außerdem wird an jedem Admd Signora Cacilia ihre gefahrvoll« Luftteise an dem 600 Fuß langen Drahtfeil bei elektrischer Beleuchtung ausführen, vor und nach dem Feuerwerk, das mtt dem effestvollm Schlußstück der Beschießung von Sedastopol mdigt, finden Tdeateroor» stellung, Volksbelustigungen und im Saale Tanzkränzchen statt. Traatsqe» Ende eine»«omtker». In Rasale(Pro» vinz Aleffandira, Italien) erschoß stch der Mitdirektor und Komiker der piemontestschm Lustspiel Gesellschaft Tankred Mi» lone auf offener Bühne, weil da» Publikum ihn mtt Pfeifen und Zischen empfangm hatte. Hwter den Konltffe«. Im Theater ,u Kairo erlebte jüngst da« Publikum eine ebenso unerwartete, wie aufregende Szen»; Im letzten»st der Verdi'schen Oper„Der Masken. dall sollte der Baritonist Talamarca, der Darsteller de» Re» nato, ebm die Bühne betteten, um seine große Arie zu begtn» nen, als man hinter der Szene laute Sttmmm vernahm, die Bühne einm Augenblick leer blieb und Talamanca darauf her» etntaumette, mtt unsicherer Stimme einsetzte, ein paar Töne sang und plötzlich zusammen brach, während man gleich,«itta nun erst gewahr wurde, wie da» Blut ihm unter dem Mantel berve» strömte,«ine allgemeine Aufregung entstand, der Vor» #%%%% schmatt dnen'seinen Wortwechsel gehabt, der stch bei der aegenseitigm Erregtheit immer mehr zuspitzte und di» zu dem Momente hinzog, wo Talamanca, vom J/rspizimten aufgefor» ' �,?t(tie betreten soltte. Mit einem hartm Wort und (tner belewtgenden(Beberb* wendete stch Talamanca von seinem Widersacher weg, um setner Pflicht zu gehorchen, als der ktzter», vor Wmh auf» Aeußerste gebracht, rasch einm Dolch hervorzog und diesm dem fich nach der Bühne ent» fernenden Talamanca zweimal heftig tn den Rücken stieß. Der Sänger, der in seiner Aufregung beim Betreten der Szene an» fang» seine Verwundung kaum gemerkt hatte, brach erst nack einigen Sekundm vor den Augen de» Publikum» zusammen Die Wunden sind kbm»gefährlich; der Mörder entfloh in der erstm Verwirrung. prodmirt wird, aber die Boderikuliur ist seit Aufhebung der Negtlsllaveret eine viel mannigfaltigere geworden. Der Süden pflanzt nicht mehr bloß Laumwolle, sondern hat auch ange- fangen, ste zu verarbeiten, wie zahlreich« Laumwollfadri t e n beweisen. Die Zahl d«r letzteren, welch« im Jahre 1880 nm 180 betrug ist sertdem auf 353, also um beinahe 100 xCt. gestiegen, und hinstchtlich der Vermehmng der Spindeln waltet ungefähr daffelde Verhällniß ob. Im Jahre 1880 gab ei in den Südstaaien 40 Baua-ölmühlen, hmte giebt ei deren 146 mit einem Gesammtlapital von beinahe 11 000 COO Dollars, oder mehr als dreimal so viel, wie vor fünf Jahren. Im Jahre 1880 produzirte der Süden 397 301 Tonnen Roheisen, 1884 aber 657 599 Tonnen. Hiermit hat die stohlenprodul» tion gleichen Schrittgehalten. Die Maisprodultion des Sü- denS stieg von 334 Millionen Lushels im Jahre 1879,'auf 499 Millionen im Jahre 1885, wahrend die Produltion von Hafer, Tabal und Gemüse flch in demselben Zeitraum beinah« verdoppelte. Im Jahre 1880 wurde der Werth der P'erde, Maulesel, Rinder, Schafe u. s. w. im Süden auf 439000000 Dollars veranschlagt; beute deträgt derselbe 159000000 Doll. mehr. Nach einer lorgfälli�en Berechnung hat der Süven im Jahre 1885 für 300 700000 Dollars mehr landwirthschaftlich« und industrielle Pradulte erzeugt, als 1880, was etwas mehr ist, als der durchschnittlich« Werth der jährlichen Baumwoll« Produktion und 25 000000 Dollars mehr als der Werth der Wetzenernte der ganzen Union im vorigen Jahre. So breitet sich der Kapitalismus auch im Süden aus. Gerichts-Zeitung. ReichsgerichtSentfcheidung. Denjenigen Steuerzahlern, welche ei immer noch für leine verwerfliche Handlungsweise halten, der Behörde gegenüber falsche Angaben über ihre Ver» möaens Verhältnisse zu machen, während ste als gute Bürger stch sonst vor jeder strafbaren Handlung sorgsam bewahren, möge eine Entscheidung des Reichsgerichts zur Warnunä gereichen, welche unterm 28. Mai 1886 ergangen ist. Die„Boss. Ztg." atebt dieselbe wie folgt wieder: Der§ 156 dei Strafgesetzbuches bestraft mit Gefänznth von eine« Monat bi» zu drei Jahren Denjenigen, welcher vor einer zur Abnahme einer Ver- ficherung an Eidesstatt zuständigen Behörde eine solche Ver- stcherung wiffentlich falsch adgiebt u. f. w. Da» Reichsgericht hat nun festgestellt, das, diese Bestimmung auch Anwendung findei. wenn«in Steuurellamant dei Veranlagung der llasfi' fizirtm Einkommensteuer— und dasselbe muh natürlich von jeder anderen Steuer gelten— der BezirlSkommisston mit oder ohne Aufforderung seitens derselben Erllärungen wiffentlich falsch abgiebt und eidesstattlich al« richtig ae: sichert, um eine niedrigere Einschätzung herbeizuführen. Da» Reichsgericht hebt in der Begründung hervor, dah es für den Thatbestand durch. aus nicht erforderlich sei, daß die eidesstattliche Verficherung von der Behörde erfordert sein müffe— was fetten» der Be- Hörde erst geschehen soll, wenn alle anderm Mittel zur Er- Mittelung de» Etnkomr'enS des Steuerpflichtigen erschöpft seien — sondern, daß die Bestimmung auch da Platz greife, wo der Reklamant fteiwillig und bevor seitens der Steuerbehörde(Ein- schatzungSlommisfion) irgendwelche Erhrbunaen erfolgt seien, auf sein Einkommen bezügliche wiffentlich falsche Erklärungen unter eidesstattliwer Versicherung der Richtigkeit abgebe. Das Reichsgericht verwirft hierbei ausdrücklich die Anficht der Vor- tnstanz, daß, da dir Brzirkskommisston gesey- und instmktions- mähig die ttbgabe der eidesstattlichen Versicherung erst nach Erschöpfung aller anderm Mittel der Feststellung eines steuer» pflichtstzen Einkommens erfordern dürfe, sie vorher nicht als tine zur Entgegennahme einer eivesstattlichen Versicherung zu- ständigen Behörde gelten könne, und folgert seinerseits, dah sich ouS diesem Umstände keineswegs ergebe, das der unver« langt und vor Benutzung anderer Beweismittel adgegedmen Versicherung an Etdesstatt die Eigmschaft und Bedeutung als solcher entzogen sei.„Wie der Grund, welcher dm Reklamanten zu der unaufgefordertm Abgab« einer solchm Erklärung veranloht, gerade der sein kann, die Nachforschung nach anderm Bereit nuueln zu verhüten, dezirhung» weise der Pflicht zur Vorlegung so cher, dei unbegründeter Reklamation nicht vor- bandmer Beweik mitte! sich zu entziehen, so ist selbstverständlich die zur Entscheidung über die Reklamation berufen- Behörde nicht dehti derl, der ihr unverlangt durch die eideSstaltitch« Ve.- fichrruna mtgeg-ngebrachtm Beicheinigung Glauben zu schenken und von der Benutzung und H'.i beizte Huna anderer Beweis- mittel, welche dem rhrerseiiigm Verlangen ver«idesstaMtchm Verficherung hätten vo'ausgcben müffen, mit Rücksicht aus das Boriiegrn der letzteren abzus-b-n." Braunschwetg. Wie in Magdeburg, so hat sich auch hier das Bericht mit der Stretkangelegmbett zu befassen ge- habt. Ei.r Maurer hatte mit Erfolg versucht, die Bauarbeiter auf einer bestimmt n Baustelle— 20 an der Zahl— zu ver- anloffei, den-6v uxlatz zu meiden, nachdem vorher von einer Ardettervermmnuuug der Sit eil öeschloff.» worden war. Die Art und Weise, wie der Betreffende auf dem Bau seine Mei- nung zur Gellung gebracht hat, lieh dm Staatsanwalt auf Grund VeS Ergedniffes der Voruntersuchung annehmm, es liege hur ein Att ver Nöthigurg oder eine Uederttetung des Ge» werbegesetze» vor. In der jetzt stattgehabten Hauptverhandlung «uhte der Angeklagte sein Auftretm als durchaus harmlos hin- zustellm. Da auch nicht» gegm ihn vorgebracht wurde, so sprach ihn da» Gericht ftei. 62 Jahre Zuchthaus. Zu dm Souveränetätsrechten der schweizerischm Kanton« gehört noch das wichtige Gebiet des S'.rasrecht». Jeder Kanton befitzt seine eigene, oft sehr primitiv- Sttafjustiz, und zu den speziellen Eiaenthümltchkeitm des'urrschmden Sttassystem« gehört unter Ariderem die Mög- lichkeit, dah ein Angeklagter wegen Verdrechm, die einm ge- meinschaftlichm Ursprung besitzen, aber in oerschiedmm Kan- tonen verübt wmdm, in jedem Kantone besonders bestrast wird, wai zu wahrhaft ungebeue-lichen Strafen führt. Eine grelle Illustration dieses Uebelftandes lieferte kürzlich der „Bund", indem er auf einm im Betner Zuchrhause befindlichen Sträfling verwies, einm gewiffm Christian Michel von Böningen, gedorm 1850. Derselbe deging solgmde Verbrechen: „Im März 1872 verübt« er im Kanton Bern einm Diebstahl und erhielt dafür zwei Jahre Zuchthau«. Es gelang ihm, zu mtfltehm und in den Kanton Neumbmg zu mtkommm. Da- seidst wurde er am 1. Juli 1872 zu fünf Jahren Zuchthaus vermtheilt. Nach der Verurtheilung wurde er nach Bem aus- gtlieftu, um dort seine zwei Jahre adzufitzm. Im Sommer 1874 kam er in die Neuenburger Anstalt. Von dort entfloh er im Oktober des gleichen Jadres und wurde Mitglied einer sehr gefährlichm Berbrecherband«, die in dm Kantonen Bern, Frei« bürg und Waadt ihr Unwesm trieb. Im Frühjahre 1876 wurde er in Gmf verhaftet und nach Lausanne ausgeliefert, wo er wegen Diebstahls al» Mtglted der erwähntm Bande zu z-hn Jahren Zuchthau» verurthetlt wurde. Von Lausanne wurde er nach Bem ausgeliefert, wo er inzwischm durch Ur« kheil des G-richtS in Biel am 14. Dezember 1875 aus gleicher Ursache tu contumaciam zur 20 Jahren Zuchthaus verurtheilt wordm war. Am 16. Januar 1877 verurtheilte ihn da» Straf- gericht in Freiburg gleichfall« wegm Diebstahl« und Mordoer. ver such» in contumaciam zu 35 Jahren Zuchthaus. Die in Biel ihm zudiktirt« Straf« wurde auf zehn Jahre ermäßigt. Michel wurde im Ganzen zu 2, 5, 10, 35 und 10 Jahren, zu- üfe., 10 jährigen Zuchthausstrafe in Bern. Ist« damit fnttg. dann hat er noch 35 Jahre in Freiburg rizuftfcen. Ganz fertig mit allm Strafen wird er im November 1935 im Alter von 85 Jahren I Ju juristischen Kreism der Schwei, halt man stch über dieses unerhörte Strafsystem auf; der„Bund" tadelt, daß die Verdrechm Richei's, welche die Berurtheilungm zu 10, 35 und 10 Jahren Zuchthaus herbeiführten, nicht rwheit- lich durch die Bcrner Gerichte b-urtheilt wurden. Es wäre dies möglich gewesen, da die Kantonsregierungen die Bus- lieferung rir.ts Bürgri an einm anderm Kanton verweigem könnm. wem. sie ihm wegen des Verbiechms, weshalb seine Auslieferung gefordert wird, selber dm Prozeß machm wollm. Wahrscheinlich wird der Fall Michel zu einer Verständigung über ftne einheitliche Bestrasunz eineS von mehrerm Kantonm verfolatm Verbrecher« dm Anstoß geben. Der Pfarrer Thümmel«ud der Redakteur Krumm au» Remscheid hatten stch am 11. August vor der Strafkammer zu Elberfeld zu verantwortm. Der Sachoerhalt, welcher der Anklage zu Grunde lag, ist folzmver:„Auf Ersuchm eines katholikchen Gärtner« nahm der evangelische Geistliche Ende Dezember vor. Js. ti; kirchliche Beerdigung eines gleichfalls tatholischm Gärtnergesellm vor, der bei seinem Meister über 20 Jahr« zur vollen Zufriedmheit deffelbm gearbeitet hatte und dem katholischerseits die Beerdigung verweigert worden war, weil er die österliche Kommunion versäumt habe. Das Begräbniß erfrlgte auf dem Remscheider Kommunal- Friedhofe, welcher allerdings fast ausschließlich von Katholiken bmutzt wird. Bald darauf erschim in dm ultramontanen„Wupper- thaler Volksdlättem" ein mit„Toleranz" überschriedmer Ar- tttel, welcher, wie in dem Urtbeil des Gericht» gesagt wird, in gehäsfiger und verwerflicher Weise und Form nicht nm gegm einige der Remicheider evangelischen Pfarrer vorgeht, sondern namentlich auch die vorerwähnte Beerdigung höhnmd bespncht und in Bezug auf dm Ptatrer Thümmel besonders Hervorhebt,„daß er stch in Gelbem durch seine Ver» höhnung des katholischen Glaubms„berühmt" gemacht habe und nm mit knapper Roth dem Gefängniß mtaangm sei". Nicht nm an zahlreich« Nichtadonnentm in Remscheid wmde das erwähnte ulttamontane Blatt unter Kreuzband geschickt, sondern es wurde auch in dm öffmtltchm Wirthschaftm daselbst ausgelegt. Gereizt durch dieses gegm feine Person gerichtete Vorgehrn. verfaßte Tbümmel, um die Sachlage(einen Pfarreingeseffmm gegenüber klar zu stellen,— und zwar insbesondere die Bemerkung, daß er mit knapper l Roth dem Gefängniß entgangen sei, die zu kurz war. um ver- I standen zu werden, aber lang genug, um ihn schnöde dloßzu- stellen— einm Gegenaufsatz, welchen der verantwortliche Redakteur Krumm in die„SRcmtCteiOer Zig." aufnahm. Hierin führte Thümmel auS, daß er sich in Geldern vei Gelegenheil einer FronleichnamSprozeiston im Jahre 1882 die Ausschmückung seines Pfarrhauses mit den Worten verbeten habe:„Ich kann doch nicht miifeiem, wmn morgen der gebacken« Gott umher- gettagm wird", und sagte dann weiter:„Dieser Ausdruck„ge- backmer Gott", dm ich in einer alten reformirten Dogmattk gelesm hatte, meint die Hostie, die«bmdmahlSodlate, welche au» Mehl gebackm wird" Dieses Ausdrucks wegm wmde Tbümmel vom Landgericht zu Cleve zu 14 Tagen Gtfängniß verurtheilt, auf die vom Reichsgericht erfolgte Annahme der Revision dagegen vom Düffcldorfer Landgericht freigesprochen, well nicht feststeh«, daß er sich der O-ffenttichkeit jener Aeuße- rung, die er zu seinem Küster in Gegmwari einiger andern Personen gethan, bewußt gelesm sein. Objektiv liege in de» Ausdruck„gedackener Gort", so führte das heutige oerm« theilende Erkenntniß des hitfi?m Landgerichts aus, zwar eine grobe Beschimpfung, aber auS sudjettiven Gründen könne nichts desto wmiger keine Bestrafung erfolgm, weil durch dm An« griff der„Wupp. VolkSbl." die Stellung de« Pafto's Thümmel altPfarrer seinen Pfarreingeseffenm gegmüber eine Rechtferti- gung und Klarstellung geboten erscheinen Uetz, so daß er be- rechttgt war, den Ausdruck in objektiver Form zu gevrauchm und zugicich dm nichttatholtschen Lesern dt« Bedeutung der Worte m objMver Erklärung darzulegen. In der an den mehrgenanntm Ausdruck angeknüpften Erläulnung sei er aber weit über den Ramm der zulässigen Kritik hinausgegangen und Hab« die Verehrung deS Altarssakrammts und die auf der Lehre von der Transsudstantiation beruhmde Messe geradezu als„Götzmdimst" varg! stellt, was an stch zweifellos eine starke Beschimpfung von kirchlichen Etnrichtungm sei. (Der Trgrüag-.e h-tte betreffs dieses Punktes in seiner Vertheidigung den Heidelberger Katechismus, der nach § 2 Ott Bekc nntntßparagraphen der rheinisch, westfälischen Kirchenvidnung zu den symbolischen Bachem gehöre, und zwar die Frage 80 angezogen, wo die Messe der Päpst. lich-" als eine vermal-dette Abgötterei bezeichnet wird, und glaubte mit Rückficht auf diese Thaisache behaupten zu können, daß er durchaus innerhalb der zuständigen Grmzm evangelischer Lehrfteiheit geblieben sei.) Wai dm in dem Aufsätze anae- wandten Ausdruck„römisches sogenanntes Christmthum" de« trifft, der auch von der Staatsanwaltschaft als eine Beschimpfung der katholischm Kirche aufgefaßt wordm war, so fand der Gerichtshof darin vom gesetzlichen Standpunkt aus eine allerding« ganz unberechtigte Aeußerung. da die katholische Kirche nicht nm in Preußen, sondern in allen Kulturstaatm als eine christliche Kirche gesetzlich anerkannt sei, allein mit Rückstcht einersetts auf die an fich nicht anstößige Form deS Ausdrucks, andererseits auf die Stellung d-s Angeklagten Thümmel,«elcher als Geistlicher der evangelischm Kirche naturgemäß und noihwendia für seine Person nm diese als die wahre christlich- Kirche habe ansehen müffm, erscheine hier nm eine, wmn auch ungerechtfertigte und scharfe, so doch statthaste Krttit über die Stellung der katholischen Kirche im Verhältniß ,m evangelischen gegeben. Bei Fest- stellung de» Strafmaße«— drei Wochen Gefängniß— de- züglich de» Angeklagten Thümmel sei zwar einerseits DerjZihm durch dm Schmähartikel der„Wupp. Volktbl." gedot.ne starke Anreiz strafmildernd derückfichligt wordm, dagegm habe ander- fettS die gehässige Form der von ihm verfaßtm Entgeaegnung, die Schwer« der Beschimpfungm und insbesondere der Umstand strafschärfmd ins Gewicht fallen müffm. daß Pastor Thümmel, welcher vermöge seiner Stellung als Geiftttcher Frieden und Eintracht zu stiften berufm wäre, statt deffm in einer Weise vorgegangen fei. welch« nm geeignet erscheine, dm konfessionellen Gegmsatz und Haß in höherem Grade zu verschärfen. Dem Angeklagten Krumm— der zu einer Woche Gefängniß vermtheitt wmde— stände dagegen, abgesehm von dem durch da» uttra- montane Blatt gegebenen Anreiz, noch die wettere Thatsache al» wesmtlich mildernd zur Seite, daß er augmscheinlich unter dem Drucke der Autorität de» Pastors Thümmel bei Auf« nähme des Artikels gehandelt, weil dieser ihm die Verficherung gegebm, in dem Artikel sei nichts strafbares enthalim Die Vermtheiltm werden die Rmiston beim Reichsgericht beantragen._ Kleine Mittheilnngen. Raunheim. 15. August. Aus Donauftauf wird dem 1«»„General- An,." folgende, teiegraxhirt: ,Dei Regen- m«. feJ Ausschreitungen, die dadurch verurfocht wurden, daß Bauern- dmschm die ausgestellten Postm beschimpften dezw. thättich insuttirtm. Bei dem stch hierauf mtspinnendm Handgemmge kam eS zu mehrfachen dedeutenden Verletzungm. So wurde beispteliweise einem Zi-ilisten von einem Soldaten durch einm Schlag mtt dem Gew-brkolben dai Gehirn zerschmettert; einem Soldaten wurden die Hände abgeschnitten. Nur mtt größter WZW-NMSKz Vermißten dringend verdächtig wmde der Metz gergeselle BoW' auf dem Waldhof verhaftet. Potsdam, 12. Augufl Eine rohe Szene spielte stch diee Tage in einem Hause der Brandmdurg-r Vo ftadt ad, t# selbst eine jähzornige Frauensperson mtt ihrer Hausgmosß»� grimmer Fihd« lebte. Schon wiederholt waren k eine Plän» leim»wischen beiden Frauen vo-gefallm, welche indeß op emstlichere Folgen oerliefen. Jüngst nahm nun aber Ver€1�' solche Dime-stonen an, daß die erstgenannt: Frau mit wüch� geschwungmer Axt auf ihre Gegnerin eindrang und derseld« dm Schädel zu spalten drobte. Da— ein Hieb,— ein � gemeiner Aufschrei der bestürzten Zuschauer, dei denen M weibliche Tbeil ohmnächtig bei Seite wantt und— von � scharfen Schneide der Axt getroffen— sinkt der Ehern®5 de: Attmtäterin aus einer klaffmdm Brust vunde blutend!» Boden. Der Mann hatte stch im kritischen Mommt Frau mtgeamgeworfen und so für jme Frau den Hieb aa'f fangen Glück ichenveise soll die Verletzung des Mannet lebensgefährlich sein, betnahe wäre aber doch daS wütheiw Weib zur Mörderin aewordm. Dülme« t. Weftf„ 11. Aug. Ein furchtbarer Orkaal»- gestem Nachmittag um 2 Uhr in der Nähe des hiestgen rheinischen Bahnhofs zu« Autbruch und richtete in den 8#' bofsanlagen und deren Umgebung schrecklich« Verwüstung««� In dem Gehölz, in welchem der Sturm stch zue-st erhob. den kräftige Bäume entwurzelt und in die Luft aeschleul� Die Dächer des Güterschuppen», eines andern Neben gebSuba de» Lahnhofs und des Schücking'schm Lagerhauses sind auf geringe Reste verschwunden. Die Sparren und g-, lagen in einem Umkreis von vtelm hundert Schritten Drei Wärterhäuschen find wie vom Erdbodm rafirt. 0% find aus dem Bodm geriffen, Güterwagm umgestürzt,% graphmdrähte wie Spreu geknickt. Das Batzahofsgeb»»' wurde bis in die Gnmdmauem erschüttert, aller Hausrats� obem Stockwerk war bunt durcheinander geworfm.£ einem vom Bahnhof 50 rn entfernten Kornfelde fand W J ganze Bedachung eine» Güterwagm« wieder. Die% Dülmm, nm 1 km von der Unglücktstätte entfernt, blieb unberührt. r_ Pest, 14 August.(Mutter und Kind in dm Flul«� Aus Kaschau wird brrichtet: In der Nacht vom 11. M d. M. ging über die Komttate Zip», Saros und Adauj% nach einem furchtbar schwülen Tage ein verheerendes U5 witter nieder. Der Blitz hatte an vielen Steven einge ob» und auch gezündet. Das nahezu trockme Bett der füllte sich pß Blich mit trüben Fluthm, die nah:zu die_ VieSjährigm FrühlinaShochwaffers erreichten. Morgen*? 21 bot fich dm Paffantm der gegm Szilvas-Apathi fühü�I ~"" zerdrück« ein schauerlicher Anblick �dar. Die hohS�I den Wogm trieben den Leichnam einer Bäuerin, welcher.. Säugling an die Brust befestigt war. Einige Minuten � 1 blieben die beiden Leichm an einem der Eitdrecher WJ steigbrücke hängen, während welcher Zeit die Brücke% Paffantm zu füllen begann; bald aber mtriß eine% Woge die Verunglückren, welche wieder in den hochS»-� Fluthm untersanken, dem Geflchttkleise der mtsetzte» schauer. An» Kremeutschug(Rußland) wird von einer. zwischen Polizisten und Soldaten berichtet, die Freudenhause entspann und große Dimensionen annwjjzüi Polizisten warm beim PattouilHreu nach 9 Uhr jenes foul gekommen und hatten dort eine Solvat�fv«�' angetroffen. Die Polizisten gaben dm Soldaten zu° daß ste nach 9 U?r Abends stch nicht außerhalb%-.,#1 aufhatten dürften und jene, die stch durch viese Wr.«»! beleidigt fühlten, verließen das Hau), um bald daraus'.>A Mann hoch, mir einem Feldwebel an der Spitze, in wieder einzudringen und die Polizisten auf die Straß«>n' Hier wmdm ste mißhandelt, ors es einem** gelang, Hilfe vom bmachbarlmTheilhaus zu holen. Die Poi�, zogm nun blank md hiedm auf die Solv-ttm ein Der wedel ließ ad.t sofort die g.Nje Kasernmwach«, 30 Mann, rufm und diese griffen nun mtt aufgevflanztm k» ES mtzpann fich ein fürchterliche» Handgemenge, wo � Polizistm den Soldatm mehrere Gewehre abnahmen � diesen auf ihre Gegner eindieden. Der ungleich« RaW® � mtt der Flucht der Soldatm. von dmm eimge wundet wordm waren, �vährend zwölf andere lachte» gen davontrugm. Die Polizistm wurdm bis auf einen> r schwer ontmmbrf, einige hatten Bajonnetstl»«.�1 tXi Leid erhalten. Die Untersuchung wurde sofort und der Feldwebel sowie mehrere Untermilttär« in Witt», 14. Aug.(Stand der Cholera in Triff' Ssterreichischm KüstmlandeF Vom 5. bis 12. Aug"? g/ der Zuwachs an Cholera- Erkrankungen tm Gebiete Triest 43 Fälle mtt 33 Tobten. Gegm die V-— fich nur eine Zunahme von Erkrankungen um 2 flieg die Anzahl der Todtm um 7. Seit 7. Juni � kranktm im ganzen 186 Personm, hiervon genasm 118 und verbliebe« 1- q,- m kämm einzelne Fä! dtldeten stch jedoch wo seit dem 23 m____________________ wo seit dem 24. vor. Mts. 22 Fälle mit 10 Todten fr wurden; ferner in d-r Gemeinde Dolina zu Rizmarif- m seit dem 23. o. M. 50 Ertrankungm mit 27 Aj wiesen find. Ueberdieß trat die Cholera am 11°- g% in Jsola auf; es erttar.tten 14 Personm und stardm- � rend der politische Bezirk Capo d'Jsttta— wie aus � 4 geführten zu entnehmen— am meisten he.mgesuw' f.] übrigen Bezirke JstrienS, mit Ausnahme vor Volo-» � der Gemeinde Casirlnuooo neuerding« 1 Fall fich l" Gemeinde Sesana und Kamen. Literarisches. w/ von«Ä��sUu/W Ma? Rttvwnn?'(Pc���ß% titelt fich ein uns soeben zugehende« Sckrifich�- Regeln für die Behandlung der Kink«'m erste so llare, bestimmte und dabei kurz« Vorschriften � m, «n# Ki.f.fL.__ f.....iMk hnnatb Oan ansehnlichen Reihe inlelliaeiiter humanen Beschluß gefaßt haben. meindekosten zu deschaffm mft> MW Schrift ist durch jede S»': Veraniwortticher Redakteur#L«rauhet» W Berlin. Druck und«erlag von eiStast in Berlin SW, veuthstraß« Htm«**** Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 190. Dienstag, den 17. Angnst 1886. IH Jahrg.' ,? KoKale«. u«ttr dem 8. d. M. Häven die Minister des Jnnem Md de* Handelt den Regierungen folgenden E.laß de'r. dat «erfahren bei der Errichtung oder Veränderung geifrbllchtr Klagen zugehen lasten:„D�irch vi« Anweisung vom 19. Juli li»l ist den Behörden unter Nr. 43 empfohlen, die Geneymi- Mg nur unter dem Vorbehalt zu eriheilen, daß die bei der «oniesfignirung gestellten Bedingungen abgeändert oder er- Sinzt werden können, falls sich ein Bedürfniß dazu ergeben wllte. Ja Abänderung dieser Vorschrift wird hierdurch d«> stimmt, daß ein Vorbehalt der belegten Art nur ausrahmt- weise in densenigen Fällen in den Bescheid aufzunehmen ist, in denen eine gewerbliche Anlage Gefahren für die Nachbarn Ä besonderem Maß: mit sich bring« und die lonzesfionirende «ehörde beim Mangel ausreichender Erfahrung eine Sicherheit oarüber nicht sofort gewinnen kann, ob die zunächst vorge- Miedenen Bedingungen ausreichend sein werden, um auch nur vorhandenen Adjazenten ren, Nachtheile oder v..-------.... Autnahmeiällen ist aber der Unternehmer auf den beabstchtigten Vorbehalt und Enwn mögliche, den Fortbetrieb seiner Anlage vteUetcht in �Se stellende Folgen im Voraus und in altenmäßig nach- wettbarer Form aufmerksam zu machen." m JRW Bezug auf postlagerude Briese erhält die„Vost. Tß- folgende Mtttheilung: Eine Erfahrung, die ich in den längsten Tagen mit Offerten gemacht, die ich mir unter chiff- imer Adreste hauptpostlagernd erbat, ist wohl geeigntt, einen �uen Wink dafür zu geben, daß in solchen Fällen Vorstcht ?? Platze ist. In dem Morgendlatt der„V.ss. Ztg." vom d. M. suchte ich eine Ainderpfl grrin unter günstigen Be- ?'"SUngm und zwar sollten Meldungen unter A. B. 100 post. ?S'rnd eingereicht werden. Während nun allgemein ange- Wommen wird, daß gerade auf Inserate dieses Inhalts üder- 5»«übtr.)*. Anmeldungen eingehen, erhielt ich auf meine �>Ulge in der Hauptvost auffälligerweise nur zwei solcher Msttten, die eine am Mittwoch Adeab, die andere am Don- Nag stüh. Als ich am Freitag stüh meine Nachfrage wie- Nolle, fand ich überhaupt keine Offerten vor, erhielt aber Ur seitens des abfertigenden Postbeamten die Ausklärung, kurz vor mir von einer anderweitigen Persönlichkeit die 5% jener Chiffre eingegangenen Briefe abgeholt worden R*. Ob hier der Zufall vorliegt, daß gleichzeitig Jemand unter meiner Chiffre erbeten hat, oder Unfug, oder �5»och schlimmer zu bezeichnend« Handlung« weise, eS lehrt J# Fall, in diesen Dingen auf der Hut zu sein, und, da Mirte Briefe von der Post Jedermann auch ohne Legilima» M ausgehändigt werden milff-n, Briefe, die postlagernd de- M« werden, wenn irgend möglich, an einen ganz ausgeschrie. Men Namen adresfiren ,u laffen. , Tat elektrische Licht da« stch auf dem Gebiete der Be« Züchtung immer weitere Kreis« erobert, hat nun auch den wediiinischen Sachverständigen gegenüber seine Vorzüge vor o- deren Beleuchtungsmitteln darthun müffen. Vom Stand- kr—.w vsrr W/iflcnituui«« uchuuhi. iuu N®t blenden, e, soll ausreichend hell fein,«S soll nicht erhitzen, Und es soll auch nicht zucken. Um«in übermäßige« Blend-n »u vermeiden, hat man die matt geätzten Gtatbimen am schonendsten für da« Äuge gesunden, allerdings gehen dadurch « Prozent der BeleuchlungSkrast verloren. Der Glan, der «ekllischen Glühlampe ist trotzdem steden Mal größer als der ttrieS gleich hellen GaSrunddrenners und zwölf Mal Heller als M eines Schnittbrenners. Die ausreichende Helle wird überall Deicht, wo»um Lesen und Schreiben das Licht in Stärke von ZM Normalkerzen angebracht wird; überhaupt läßt fich bei .«ktrischer Beleuchtung die nöthige L'ch'ftärke, ebenso wie bei tS6 Pfennigen für den Preis von 1,20 Mark verkauft wird und nach dem Er- gcbniß der amtlich veranlaßten sachverständigen Untersuchung lediglich aus Vogelknöterich desteht, wie er auf allen Wegen und namentlich auch oft in wenig veikehi»reichen städtischen Straßen zwischen den Pflastersteinen wächst. Eine spezifische Heilwirkung hat daS oben genannte Kraut nicht. Segen da»««befugte Oeffnea von Briefen, welche mtt Gummi zuaeklidt find, w-e e» jetzt fast allgemein der Fall ist. wird ein sehr einfaches Mittel angewendet. Da man näm lich die gummirten Stellen nur anzufeuchten braucht, um den Brief zu öffnen, und diesen dann leicht wieder schließen kann, schreibt man neuesten» den Absender auf die mit dem Klebe» stoff geschloffme RückMie, aber erst, wenn der Verschluß deS Briefe« vollständig trocken ist. Wird dann der Versuch ge- macht, den Brief durch Anfeuchten zu öffnen» so zerfließt die Tinte der Adreffe und der Versuch verräih stch sofmt von selbst. Neugteiig« ziehen eS dann vor, daS Briefgeheimntß zu achten. Außerdem bietet es noch den Vortheil, daß der Brief, im Falle er zurückkommt(weil die Adresse ungenügend, der Adressat gestorben, nicht zu ermttteln%.), dem Absender sofort zurückgegeben werden kann. Die Charttee-Direttio« läßt gegenwärtig auf ihrem Terram im Anschluffe an die beretit vor zwei Jahren aSphal- ttrte Chartteeftraße mehrere Asphaltstraßen herstellen, welche läng» dem Hauptgebäude der Allen Charit« bis zur Neuen Charttee und von dieser vor dem Pathologiichen Jnstttui vor- bei bis zur Alten Charttee zurücklüdren sollen. Im Jntereffe der vielen Schwerkranken und Verl-tzten, welche täglich ihre Zufahrt zu dm G-däuden der Charitee nehmen, ist diese Ver- defferung des jetzigen, in überaus schlechtem Zustande befind lichm Stetnpflaner« mit Freude zu beg üßen. Die Aldetten wrrden so eingerichtet, daß eine Absperrung der Zufahrten nicht erforderlich ist. Ein origineller Handelsartikel, der wahrscheinlich nur wenige Abnehmer finden düttte, wird in den Anzeigespatten eines hiestgen Blattes emvfohlm. Et find die Zierden unserer zoologischen Gärten und Menagerien, deren Werth als Handels- arlikel uns hier vorgeführt wird, und die von einem Leipziger Händler oder Menagertedcfiser zum Kauf angedotm werden. Wir ersehen daraus, daß eine Löwin, 4 Jahr« alt, auf einem Auge lädirt, 1400 M., ein hier gezogener einjähriger Löwe 1000 M-, ein zehn Monat aller importirter Löwe 1200 M kostet. Sechs Löwinnen, zum Tbeil importtrt und im Alter von 9 dtS 10 Monalm, kosten je 1000 M., ein Paar Kameelt, zweijährig, find schon für 900 M, ein Paar gestreifte Hyänen für 800 M. und ein zahmer, dresfirter Barridal Bär für 300 M. zu haben. Für lebende Ankunft wird garantirt, und der Versandt kann zu jeder Jahreszeit statifindm. D»e Hasenhaide mit ihrem tollen, bunten Jahrmarkt!» leben zu besuchen ist nach wie vor eine der Hauptoergnügungen des sogenannten kleinen Manne«. Wie der zoologische Garten und das Konzerthaus bestimmte große B.suchttage haben, so fehlen auch solche in der Hasenhaide nicht. An diesen Tagen find alle Wege, die zur Haide führm, von Hunderten von Familien dicht belebt. Der Vater zieht den Kinderwagen, in dem süß das Nesthäkchen schlummert, die Mutter führt an der GemüthSlebm gleich Null und der krasse Realismus da« goldm« Seekald, welche« ste umtanze». Jetzt in der som» merburchwebte» Morgenstunde und in nächster Rähe de« an- muthigste« Weibes der Welt denke« diese schuppige« Pro» letarier mit eine« gewisse» Behage» a» de» Augenblick, wo im Laufe des Tage« eine schieiende Kmderschaar, geführt von liebebedürftigea Jungftauea, a» de» Rand de« Bassiv» treten und ihr» Semmelkrumen hinstreue» wird; ja da« Herz dieser fischblütige« Egoisten hüpft im Drei-Viertel-Takt, wen» ste sich mit Wasserfarbe« de» Moment ausmale», wo ste einer dem ander« immer die beste» Happen wegschnappe« werben. Wie viel poetischer als jene plebejische Brut find die Schwäne der Rousseau-Jasel. Wie majestätisch gleite» ste dahin, über die stille Wasserfläche ihre aristokratische» Kreis« zeihend, und betrachten die etwaige« Menschenkinder am Ufer mit souverainer Verachtung. Da« dürfe, st. aber auch, denn es waren ja von jeher sehr apart- Vögel. Mtt ihnen deschästigtea fich die alte» Dichte, vorzugsweise gern, und es ist sicher kein Zufall, daß fich der gehettnnißvolle Sahen» arin zu seiner Srtrafahrt nach Brabant grabe eint« Schwane« bediente Rur eine» Borwurf vielleicht könnte die wate» rialistische Weltanschauung dieser tadellose» Rasse gegenüber geltend mache«, nämlich de», daß ste nicht geg-sse» werden darf Aber der landrechtliche Schutz, welche» die Schwäne SÄWVÖ.SÄ? TÄÄ einen Hand daS zur Feier deS Tage« sauber herausgeputzte ältere Brüderchen, mit der anderen Hand schleoat ste den mtt Packetrn aller Art bis oben vollgerrop tm Exkober. Unten birgt derselbe die Butterbrode, Wmst und Sckrnten, oben den Kuchen unv auf demselben in blauer dicker Düte den„frisch Gemahlenen Kaffer", denn von allen Vergnügungen, welche bie »aide dem Kleinbürger bietet, ist ihm keine lieber und«erther als da»„Kaffeckochen", erst durch dasselbe empfängt der Besuch der Halbe seine rechte Würze. In den großen sonnen» beschienenen Gärten steht man daher an bestimmten Tagen fast nur kaff etrinkende Familien st»en, aus einem Berg von Kuchen erhebt fich die weithin leuchtende weiße große Kaffee» kann« und dieselbe bleibt so lange auf dem Tisch stehen, bis die Familie am späten Abend den Heimweg antritt. Die Ge« sellschaft hat tm Laufe der späteren Stunden noch starken Zu« wachs erhallen; die Schreibstuben in der Stadt haben stch entteert, die Arbeit in den Fabriken ruht und Brüder und Verwandte, Bekannte und Freunde treffen nun tbenfalls in der Haide ein. Im Saale schmettert lustig die Mustk fröhliche Tanz-veisen. Die jungen Mädchen halten es nicht länger bei dem Kaffee aus, ste eilen zum Tanzsaal. Bekanntschaften bahnen fich hier schnell an, und bald schwebt das junge Mädchen am Arme eines flotten Tänzers. Die Väter suchen unterd.ffen die Kegelbahn und das Billard auf, die kleineren Kinder wühlen im Sande, amüfiren stch an dem flackernden Schein einer Stocklalern« oder fahren, wenn es hochkommt, Karouffel. Nur die Mütter verlassen meistens den Platz nicht; beim Sirümpfestricken haben ste stch so viel zu erzählen, daß ste kaum das Geschrei des Nesthäkchen» achten. Zum dunklen Abend« stimme! steigen au» einem benachbarten Lokale die R�cketen empor, feurige Sonnen werfen wetthin ihren Schein; das Feuerwerk ist zu End« und breite Ströme von Menschen wälzen stch wieder in vte Thorr hinein; und auch unsere Familien treten den Heimweg an; alle haben fich köstlich amustrt, alle bedauern nur das eine, daß man in dem ganzen langen Jahre nur zwei- oder dreimal in der Haide zum Kaffeetochen ge« wesen ist. Es dürste für durstige Seele« interessant sein, zu erfahren, wie viel Bier Berlin provuzirt unv wie viel davon in der Reichshaup stadt selbst getrunken wirb. Dir Zahl der kierselbft arbeitenden Brauereien ist im vergangenen Jahre von SS auf 59 ae stiegen, und zwar fällt die Zunahme auf die Braun-, Bitter» und Weißbier Brauereien. Probuz'rt wurden 2212000 Hektoliter Bier und zwar 1 503060 Hektoliter unter» gährtges und 709 000 H kloliter obrrgährige« Bier. Nach»er Zahlung von 1885 deträgt die Einwohnerzahl Berlins 1 322 673; demgemäß betrug die Produktion 167'/* Liter pro Hoof und Bevölkerung. I-, München betrug die Provustion 756,3 Liter pro Kopf und Bevölkerung, ste ist also dort über vier mal so groß wie in Berlin. Die Gesammtproduktion der Berltntr Brauereien beziffert fich auf 6060 Hektoliter pro Tag, der Ge« sammtwerth der produzirten Biermenge auf 34 769 020 Mark. Ausgeführt von hier find 185008 Hektoliter, imvortirt dagegen nach Berlin, in«ster Reihe auS Bayern, 169 372 H-kwIiter. Der Durchschnittskonsum der gesammten Berlrner Bevölkerung ist von 169 L ter pro Kopf im Vorjahre auf 166 gefallen. Von 1881—1884 war derselde allmälig von 153 auf 119 Liter g. stiegen. Der Tonriftenverkehr nach dem schöne« Havellande in der Umgegend Berlin« nimmt stetig zu und erfreultcher Weise wendet stch die Uufmerkfamkeit der Fremden, welche ihre Besuche bisher auf da» Weichbild Berlin« beschränsten. in dem vermeintlichen Glauben, daß ja an der Sandwüfte um Berlin ohnedicS nicht viel zu sehen sei, immermehr den schönen Havel« partim zu. Werden dies« wohl nie einen derartigen Fremden« zustrom zu erwarten haben, wie einzelne schövhetisgesegnete Gaue Deutschlands, so ist es darum doch nicht un-vlchtig. immer wieder auf die in ihrem stillen Reiz eigenartigen N itur« schönheiten der märkischen Landschaft um Berlin hin, Uttels««. Daß diese Seite für den Fremdenverkehr nicht unwesentlich und darum auch nicht zu oernachlä fizen ist, lehit, wie die „Freis. Ztg." schreibt, z. V. ein Blick auf Wien, deffen große landschaftllche Reize nicht zum mindesten eine dedentende An« ziehunaskraft für den dortigen Fremdenverkehr b< fitzen. Es ist auch leicht erklärlich, daß der Fremde, der in der Regel in der Großstadt«in ungewohntes, überhastiges Leben führt, nach Ruhrpunkten, nach einem Erholung»« tage sucht, und solche Erholungslag« sollen ihm eben die Ansflüge in die U-ngevung gewahren. Freilich wird auch der fremd« Tourist verlangen, daß er neben der Berliner, wenn es fich nicht gerade um ein Frühtonzert handelt, de» Lockungen der Morgenstunde gegenüber ziemlich dickfellig. Wohin strebt also der Unbekannte? Du durch die einsamen Betrachtungen begünstigte Neu« gier triumphirt— ich folge. Nach einer Wanderung vo» zehn Minuten sehen wir da« Kroll'sche Eiablissemeat vor uns lregen, durch dessen Pforte mein Vordermau« ei» biegt. Ich bieg« gleichfall«. Doch kaum bade ich unter der Aegibe meines fteundlicheo Führer« den Vorhof durchichrllteo, als ich mir erstaunt die Auge» reibe. Wahrhaftig, da« ist ja die komplettste Kurortsceoerie. Durch die schattige« Gänge der kunstgeschmückte» Gartenanlage» drängen fich Herren und Damen im elegante« Frühcostüm bunt durcheinander. Sie haben ohne Ausnahme jenen langsame» pflegmatilche» Schritt angenommen, welcher für die bruanenirmkende Menschheit charakteristisch ist, und trage« in den Hände« Gläser und Krüge, welche ste zettweis««ll andächtiger Ge» nugthuung zum Munde führe«. Ganz besonder« zufrieden über diese» billigen Ersatz einer Badereise ist zweifelsohne mein alter Freund, der mich hierherführte, den», wie ich au« gewisse» uattüglicht» Kennzeichen schließe, gehört derselbe in die Kategorie der dudgetbeschränkten Subalternbeamteo. Diagnose: Zu viel Stubenlnft, zu wenig Bewegung.„Die gering« Motion, verehrter Herr Kanzleirath, welche darin bestand, daß Sie Abends Punkt neun Uhr nach der Stammkneip« gingen, wo bei Skat undWeißbierderAktenstaub durch die Ventilklappe floa, u»d daß Sie dann um elf Uhr auf demselben Weg« zurück» kehrte«, diese Motion konnte Ihne» Nichts nutze«. Früher, als Ihre Frau Gemahlin»och war» da wachten Sie doch wenigste»« ei» paar Mal die Woche am Arm der b.sserev Hälfte weitere Zwangstoure« und bliebe«, wen» Sie auch innerlich dabei knirschten, gesund und munter; aber jrtzt wo die Selige im Himmel wohnt, da wolle« Sie sich durchaus einkapseln. Nun, Sie spüre« die Kons.qaevze« wenigstens zeitig genug. Ihr« Gesundheit, Her, ÄaniUt» rath,— es leb« der Krenzdrunnen!"— w NuSflcht auf landsSaftlikbe Echönbeitm auch in B-zua auf leiblichere Dinge, als da find Vnpfl�ung, Tranl und Speise, put bedacht sei. Die herrliche Nutficht vom Kahlenberg bei Wien dei'vielSwrist verlirrt durchaus nichts darunter, daß man auf der Höhe von dort bei einem guten©las Wein die Donau- stadt und ihre Umgegend überschauen kann. Hierin ist es in den Orstchaften um Berlin nicht überall so bestellt, als es sein könnte. In den letzten Jahren wurde indeß so viel darin nach« geholt— aus ursprilngltchtr. Gastwirtbschasten wurden bequeme, moderne®oft olale mit geräumigen Gärten geschaffen, in Küche und Keller tstZman bemüht, auch verwöhnteren Ansprüchen»u genügen—, daß man gute Hoffnungen auch hierin für die Zu> fünft fassen kann. Schöne Ruhestätten giebt es um Berlin ja genug; es sei auf die Partien von Wannsee, im Saatwinlel. auf die Picheliberge, auf G.ünau, Friedrichshagen jc. hingewiesen Diese Plätze auf die Höhe der Erholungsort« zu dringen, wie st« ur ser heutiges Publikum und namentlich der versöhnte Tourist einmal verlangt, ist Sache der dortigen Bevöllerung und namentlich jener Personen, denen der erhöhte Fremden« zufluß ja in erster Reibe zu gute kommt. Eine originelle Verwendung der„TournÜre" wurde am Eonnadeno von ernem Steimräger aus dem Neubau an der Jakob- und Kummantenstraßen-Ecke veranlaßt. Just um die Mittagszeit gerieth da aus nicht näher zu ermittelnden Gründen eines der bekannten Rückenpolster mit seinen zwei Bändern auf den glatten Asphaltdamm der Straße und wurde auS dieser hilflosen Lage von einem der Bauarbeiter befreit, der damit einem Steinttäger unter vielen anzüglichen Redens- arten ein Geschenk machte. Der also Beschenkte knüpfte fich die Bänder lose um dm Hals und schob das Polster inS Genick, um fich, nachdem er das Kiffen nach ob.n geklappt hatte, mit demselben in der bekannten Art unserer Bauarbeiter zum Mittagsschläfchen auf Den Boden zu legen. Beim Beginn der Arbeit rückte er fich daS Kiffen auf die Schulter um es zum Lufsetzm der Steinmulve zu verwenden und auch hier erwies fich die neue Dammmode als ganz praktisch. Aber freilich nur zu bald zeigte eS fich— Sie war der Damen sanftes Wan- dcln, doch nicht der Steine Last gewöhnt!— und noch ehe der frühe Feierabmd am Sonnabend herankam befand fich das moderne Polster in so kläglicher Vrrfaffung, daß sein Jnhab.-r, um fich den meist zur Wiedergabe nicht geeignetm geistreichen Bemerkungen seiner Kollegen zu en'zUben, das Band an feinem Halse löste und das formlose Gevllde von der Höhe des Neubaues auf eine eben davonfahrende Schuttfuhre schleuderte. So vergeht die Herrlichkett der— TournÜre. Ei» stürmische» Saft. Tragikomisch war«in Vorfall- der fich am Sonnabend Abend tn dem Garten der Gratweil'- fchm Bierhallm, Kommandanteastraße. abspielte und leicht einen bedenklichen Ausfall bätte nehmen können. Junge Ehe« und Liebespaare, würdige Matronen und Strohwittwer saßen vlau« dernd Über dies und jmes beim Glase Bier. Am Eingang £md wie immer der bartgeschmückte Zerberus, dm eintretmden asten unterthänigste Honeurs machend. Plötzlich, ein viel- stimmiges Rufm und Kreischen!—«in Ochs« war in mäch- tigm Sätzen von der Straße aus unter die sorglos Dafitzendm gesuhren. Alles flüchtete, während einige muthige Kellner dem Ungethüm ein Paroli zu bieten suchten. Ja. einer verstieg fich sogar zum Anfaffen der Hörner, freilich ohne die Lorbeeren eines Herkules zu ernten. Nickt minder klug erdacht war das Vorhalten eines Stuhles als Speer, doch der Erfolg ein gleich neca'iver. Ungehindert setzte daS entsetzliche R» dvirh über Tische und Stühle weg, zertrümmerte Gläier und endlich aar eine Scheibe. Zum Giück tagt« in den Sälen, deren Fenster auf den Garten hinauigehm, eine Versammlung. War es das Ungewohnte derselben oder mochte dem Ochsen die bewaffnete Macht, die ausfichtsführmd neben der Rednertribüne saß, impo- niren, kurz, er blieb plötzlich stehen und ließ fich widerstandslos von dem herbeigeeilten Treiber den Strick um den Hals legen und absübren. Nun legte fich die Aufregung und gut« und schlecht« Witze jagten fich jetzt in bunter Reihe.— Der Ochse war in der Fischerstraße'einem Befitzer Blankenburg entsprun. {tn, um nach längerer Irrfahrt in den Sratweil'schen Bier- allen zu landen. Eine«ehr als sonderbare Pfändung. Em in der Veteran enstraß« wohnender Buchdrucker war wegm einer Wechselforderung in Höhe von R. 27 verklagt wnrdm und hatte man fich in der Hauptverhandlung dahin geeinigt, daß der Beklagte die Schuld in drei Raten abzahlen konnte. Die erste Rate von 10 M hatte er pünktlich dezahlt, als die zweite Rate jedoch fällig wurde, war er nicht im Stand«, dies« zu de- zahlen. Der Gläubiger ging nun vor, um im Wege der Exekution den Restbetrag von M. 17 einzutteiben. Der mit diesem Aufttage bettaute Gelichtsoollzieher legte in der Wohnung de» Schuldners zur Sicher ftellung des Glaudigeri folgende Gegenstände unter Siegel: 1 Sophalouseuse von rothem Rips, im Werth? von M. 120- einen großen Nußdaum. Spiegel M. 100— einen Regulator M 40- einen Reisekorv M. 10- einen Reooloer M. 4— zwei BUS er » M. 7,50— M. 15— ein Likeur- Service M. 550. Dies« Sachen rcpräsentiren einen Gesammtwerth von M. 294,50. Jetzt«aht auf de« Havptwege er« nrtenffaat« Ver- treterm ve« schö»«» Geschlecht«. Stark, sehr stark! Mitte der Fünfziger; begleitet von einer Kreuzung zwischen Mops und Affenpinscher. DaS Embonpoint der Karlsbad reifen Pgtienttn spricht für Wohlcabevbett; das gefärbt« Kleid, dessen sie sich bedient, für Sparsamkeit, und der krumm- beinige Hund für ihr« Jungfräulichkeit. Entin, die würdig« Dame ist dine Erbtante, aber bei Ledzeiten leider ohne Aus- ficht auf gelegentlich« finanziell« Schwächeanwandluvge«. Das wetß ihr Neffe, der ewig verschuldete Doktor, sehr gut, und da« wifiendie andern, nicht nunder mammonbedürftizen Familienzweige auch sehr gut. Ein Strahl freilich fiel vor Kurzem in da* Dunkel der wirthschaftlichen Bedrängniß: Tantche« erkrankte an einer Leberentzündung. Doch ver- gebliche» Hoffe« I Sie erholte fich, de, Strahl erlosch und jetzt— trinkt fie Brunne«. Wie zart dagegen schweben jene zwei Blondinen dahin. So oft fie eine bestimmt« Stelle de» Gartens paffiren, Übergießt ihre blasse« Wange« a tempo ei» jähes Roth, so daß sie in diese« Augenblick gar nicht«ehr krank aussehe». Sollte diese exakte Wirkung von dem ptzrophosphvrsaure« Slsenwaffer herrühre«, da« ihnen der Arzt znr Bekämpfung der Bleichsucht ordinirt hat? Ich weiß es nicht. Bielleicht könne» die beiden Studenten Auskunft gebe«, welche dort drüben sehr kurwidrig dicht am Weg« fitzen, fich eine« etwas zeittgen Frühschoppen leisten und von den zwet schlanken Gestalten kein Aug« verwend««. Sfudentenlieb« hat nächst der Soldatenliebe die meiste» Treffer. Wie wttd's übe,'» Jahr sei»? Dan« find die junge» Dame» von der kleine« Jndispvsttion wieder herge- stellt und gehe», statt früh zu Kroll, in den Thiergarten, auf defien verschlungene« Pfaden ihnen die kenntnißreichen Musensöhne in der»rs arnandi ein Privattsfimum lesen. Auch d,r Herr Kanzleirath ist dann gesund und bedarf keines Kreuzbrunne» mehr. Nur die alte E-btante wird »och immer kränkeln und Karlsbader trinken. Aber sie wird et thun noch lange, lange Jahre. Und die zukünftige» E'ben werde« inzwischen immer meh. Schulde» mache» unb fich verzweifelt im Stille« die Haare ausraufen. Aber da« nützt ihnen nicht,. Den« die Erbtante« find«ortgtnair" zähe,— in dieser Beziehung bin ich Pesfimist.— Die hier erwähnten Sach-n find im Februar 1685 neu von dem Befitzer erworben worden. ES ist daher ganz unver- ständlich, wie ein Berichts oollzieher für M. 17 soviel Möbel pfänden kann. Die Vertheiluug von GeschäftSreklamen scheint augenvlicklich sehr stark zu floriren. Auf der kleinen Strecke von der Behrenstraße bis zur Feanzöfischenfiraße wurden vorgestern Adcnd den Pvffanten nicht weniger als 9 Z ttel in die Hand gedrückt; auf allen wurden Restaurant« angepriesen, deren Besuch für Fremde und Hiestge unumgäng- lich nothwendia sei. In der Ausstattung dieser Reklamen tritt insofern unoerrenndar ein Fortschritt hervor, als einzelne der» selben j tzi eine Illustration aufweisen, die gar nicht ungefällig «ehalten ist. Im vorigen Jahre ließ ein Restaurateur Streich- ölzersckachleln, auf denen seine GeschSstssttma aufgeklebt war, verr hellen, er still. e diese Sache jedoch bald wieder ein, well er fast nie bemerkte, daß die Gäste beim Anzünden der Zigarre fich der Streichhölzer von den auf der Straß« ausgegebenen Schackteln bedienten. Verwechselung und JrrthÜmer kommen bei der Unzulänglichkeit alles Irdischen überall vor, sellst in den belligen Hallen der Justiz, die eigentlich unfehlbar sein sollte. Erst an der äußersten Kante der Anllaaedark stellt es fich oftmals heraus, daß man den„richtigen" Miffethäter gar nicht vor fich hat. Was hier recht scheint, ist einem vielbeschäftigten Anwalt natürlich billig und ko kommt es, daß in seinem Bureau auch mancher Bock geschcff-n wird. In den Schriftsätzen eine» solchen Anwalts springen Kläger und Beklagter manchmal bunt durcheinander, so daß eS eine wahre Freude ist, zu de- odachten, wie fie fich auf dem Papier gegensellig„'reingelegt" haben,— aber hier stndiVetwechfrlungen meist nicht so folgen- schwerer Natur» wie das in der mündlichen Verhandlung ge- sprochene Wort, das schwer fich handhabt, wie des Meffers Schneide. Dies lehrt ein jüngst pafifter, höchst drolliger Vor- fall, den die„Volks Ztg." mahlt. Vor dem Schöffengericht erscheint mll Ästen, Substitulionsvollmacht und der nölhigm Amtsmiene ein junger Referendar, um die Ehre des Mandanten seines Justizrathl zu wahren. Der PiioalklSger ist nämlich von einem ehemaligen Zuchthäusler geschimpft, u.».„Schwindler" aenannt worden, was mtt Rückficht auf die vordezeichnete Qualität de» Angeklagten eine exemplarische Sühne erheischt. DicS auszuführm war die Aufgabe unseres Referendar». Die Beweisaufnahme ist geschloffen, der große Moment aelommm, es folgen die Plaidoyer».„Herr Rechtsanwalt, bitte," sagt der Richter freundlich. Unser R-terendar erhebt fich mll ver« heißungsoollem Räuspern und läßt fich etwa folgendermaßen vernehmen: Nack dem Ergebniß der Beweisaufnahme schein« es ihm auch so, als habe der Angeklagte den Kläger„Schwindler" genannt; dies Wort habe aber durch fortgesetzten Gebrauch im scherzhaften Sinne seine frühere Bedeutung fast ganz verloren und könne somit wohl kaum für eine Beleidigung im Sinne des Gesetzes gelten; er beantrage daher prinzipoliter Freisprechung seines Klienten, event. eine geringe Geldstrafe, etwa drei Mn k..." Allgemeines Entsetzen, erst nach geraumer Pause fragt der Richter den auf seinen Lrrbeerm ruhenden Referendar, wen er denn eigentlich vertrete, worauf dieser selbst. bewußt erwidert:„Den Beklagten I" Als nun aber der Richter den Jnihum aus den Asten aufgeklärt, sinkt jener auf seinen Srffel nieder. Während fich der Gerichtshof in das Beratbungs- zimmer zurückzieht, dankt der Beklagte dem Referendar für die „glänzende Vertheidigung" und will ihn gerührt umarmen; doch dieser fitzt wie versteinert da, hört und steht nicht, wie die Freunde des Beklagten im Zuhörerraum fich schütteln und vor Lachen schier bersten wollen DaS Urtheil lautete auf 20 M und die Kosten— mll Rücksicht auf die Vergangenhell des Angeklagten ein« mllde Strafe. Keiner war denn auch froher als er; der Kläger aber warf s'inem Mandatar keinen sehr fteundlicken Blick zu. Der arme Referendar I Die Asten hatte er erst kurz vor dem Termin auS dem Bureau abgeholt und dort hatte ihm der Schelm von Bureauvvrsteher im Scherze zugeraunt:„Aber laffen Sie unfern Mandanten nicht etwa reinfallen I" Die» in Verbindung mit einem chronischen Kater war die Ursache zu der folgenschweren Verwechselung des Kläger« und des Beklagten... Unglücksfall, vorgestern Mittag waren auf dem Dache des Hause» Neue Königstraße 30 mehrere Teiephonarbeiter mit dem Ziehen neuer Drähte beschäftigt. Dabei beugte fich einer der Arbeller zurück, um ein Werkzeug aufzunehmen, verlor das Gleichgewicht, stützte kopfüber von der zweiten Sproffe des Telephongerüstes auf das Dach und dann 4 Stock tief in den Hofraum hinab, wo er als Leiche mll zerschmetterten Gliedern todt liegen blieb. «afferftand der Spree in der Woche vom 1. August bis inkl. 7. August 1886.(Angabe in Metern.) veweguug der Bevölkerung Berlin« nach den Veröffentlichungen des statiftischm Amts der Stadt. Die fottge. schriedene Bevölkerungszahl betrug am 24. Juli inkl. der nach« ttäglichen An- und Abmeldungen 1 337 515, hat fich demnach gegen die Wocke vorher um 602 Serien vermehrt. In der Woche vom 25. Juli bis 31. Juli wurden polizeilich gemeldet 1988 zugezogene, 1583 fortgezogene Personen; standesamtlich wurden 167 Ehen geschloffen. Geboren wurden 887 Kinder, und zwar lebend: 439 männliche, 420 weibliche, zusammen 859(darunter 99 außereheliche), todt 19 männliche, 9 weidliche, zusammen 28(darunter 8 außereheliche) Kinder. Die Ledendgedorenm, aufs Jahr berechnet, bilden 33,5, die Todt geborenen 1,1 pro Mrlle der Bevölknung, die außerehelich Geborenen 12,06 pEt. aller in der Woche Geborenen, davon die bei den Ledend- geborenen 11,16, die bei den Todtgeborenen 28 57 pCt. In der kgl. Charitee und Entbindung» rlnftalt wurden 45 Kinder geboren. Gestorben(ohne Todtgeborene) find 774, nämlich 426 männliche, 348 weibliche Personen. Von diesen waren unter 1 Jahr alt 459(inkl. 82 außereheliche), 1 bis 5 Jahre 92(inkl. 9 außerehelicke), 5 di» 10 Jahre 14. 10 bis 15 Jahre 2, 15 bis 20Jabre 7, 20 bis 30 Jahre 29, 30 bis 40 Jahre 37, 40 bis 60 Jahr« 80, 60 biS 80 Jahre 50. über 80 Jahre 4. Die Sterbefaüe beim Aller von 0 bis 5 Jahren machen 71,19 pCt. sämmtlicher in dieser Woche Gcstordenen aus. Von den im Aller unter 1 Jabr gestorbenen Kindern starben 77 im ersten, 49 im zweiten. 49 im dritten, 55 im vierten, 36 im fünften, 27 im sechsten, 166 im siebenten bis zwölften Lebensmonate; von denselben waren ernährt 37 mit Muttermilch, 1 mll Ammenmilch, 269 mll ThiennUch, 13 mit Milchsurrogaten, 104 mll gemischter Nahrung, von 35 war es unbekannt. Todesursachen waren besonders: Lungenschwindsucht(76), Lungenentzün- dung(37). Bronchiallatarrh(3), Kehlkopfentzündung(5), Krämpfe(42), Gehirnschlag(14), Gehirn- und Gehirnhautentzündung(25). Krebs(19), Altersschwäche(8), Lebensschwäche(36), Abzehrung(30), Masern(19), Scharlach(3), Diphtherie(14), Typhus—, Diarrhöe(7«), Brechdurchfall(208), an anderen Krankheiten starben 151 und durch Selbstmord 4, davon durch Vergiftung 1, durch Erschießen 1. durch Erhängen 1, durch Erttinlen 2. Die Sterblichkeit der Woche, auf das Jahr de- rechnet, kommen durchschnittlich auf 1000 Bewohner in Berlin 30.2, in Breslau 35,4, in Frankfurt a. M. 13.5. in Köln 31 9, in Dresden 26 3, in München 30,3, in Bremen 204. in Stuttgart 19.5, in Wien 21,5, in Paris 21.7, in London 22,0, in Liverpool 21,2. In der Woche wurden dem Polizeiprä- stdium gemeldet als erkranst an Typhos 14, an Rasern an Scharlach 29, an Diphtherie 77, an Pocken—. In den» größeren Krankenhäusern wurden in der Berichtswoche 7(0 Kranke aufgenommen, davon litten an Masern 11. an SÄ«> lach 4, an Diphtherie 22, an Tyvhui 11, an Rose 5. A starben 120 Personen oder 15,5 pCt. aller in der Woche T» storbenen; als Bestand verblieben 3521 Kranke. Markthalle«- Bericht von I. Saud»an«, städtisch«» Verkaufsvermtttler. Berlin, Zenttal-Markthalie, den 16. Ati?A Wild und Gtflügel. Die Zufuhr an Wild und G-flM ist heute sebr reichlich aewesen; es wurden, nur mit Mühe ii« bisherigen Preise gehallm und vielfach mußten die Preise au» erheblich herabgesetzt werden. Da aber das Deiailgeschäft(# ein recht lebhaftes war und auch so andauern durfte, ist cs wohl anzunehmen, daß die Preise fich wieder heben. Fllte Gänse find sehr wenig zugeführt und erreichen gute Preise- Reh« 40-60 Pf, Hirsch« 30-45 Pf, Wildschwein 30 W 40 Pf. pr. Pfd., wilde Enten 0,80-1,20 R, junge Gänse 3,00-5,00 M, junge Enten 1-1,50-2,00 M, junge Hühner 0,45-0 80 M.. Tauben 30-45 Pf. per Stück, Poul°rM> 4,50-7 R. alte Hühner 1,10-1,40 M. Geräucherte Fische. Die Zufuhr an Bücklingen und Flundeiii ist gering und unregelmäßig. Rheinlachs 2,50—2,90 M., West» und Ostseelach, 1,20-1,40 M, geräucherte Aale 70-100 L» 130 Pf. pr. Pfd.. Flundern, klein« 1,75-2 M, mittel S-S Ä. große 8—9 R. per Schock, Bücklinge, per 100 Stück 4,60 W 6,75 Di. Seefische. Lach» 80-90 Pf, Elblachse 1,25 M, Zand« 50-90 Pf. Hecht 45- 65 Pf, Steinbutte 60-80 Pf, 6f »unae, große 1 M., kleine 50 Pf, Flundern 30, SchellfisK 25 Pf, Kabeljau 25 Pf. per Pfund, Mattelm 40—45 Ä per Stück. Lebende Fische. Aal, mittelgroß 1,35 M, Hecht 80 ff- Schleie 70 Pf. per Pfund. Krebse. Mittel 2—4 M., große 8—12 M. per Schock. Butter. Frische feinste Tafelbutter x. 108—110, st* GutsbutterL 98-108, U. 90-96, M. 75-85, Landbvtta I. 80—85, n. 66—76 M. Galizische und ander« gering Sorten 55—66 M. p. 50 Kilo. Geringe Buttersorten in groß st Mensen vorhanden und werden billig losgeschlagm. Käse. Echter Emmmihaler 73—80, Westpreußisäck Schweizerkäse L 56-60 M, U 48- 60 DL M. 40-45 5< Quadratbackstein I. fett 22-25 M.. n. 14-18 M, TilsttergetM 40-56-60 M.. Tilftter Magerkäse 18-23 M, Limburger- 30-32 M, n. 20-25 M, Ramadour 30-82 M„ rheinistA Holländer«äse, 20-22 Pfd. schwer. 46-68 M, echter Holländ« 65 M.. Edamer L 60-70 M, n. 56-68 R, Französif« Neufchateller 18 M. per 100 Stück, Camembert 8,00— i M. per Dtzd. Eier. 2,60 M. vr. Schock. Gemüse und Obst. Reineklaudm 20—30 Pf., (rauben 50—70 Pf. per Pfd., Pfirsiche 0,20-0,30 per Pfund, Kirschen 6-15 Pf. per Pfd., Preißelb 8-9 M. per Schffl, Pfefferlinge 4—6 M., Gurken 0,60—8.00 per Schock, Schoten 2—3 M. per Sckeffel. Karottm 60' Wirsingkohl 3-4 M, Roth« und Weißkohl, große 3,50-4 R, Blumenkohl 10-16 M.. Erftuter 26 F pr. 100 Stück, neue Kattoffeln, weiße rund« 3 26 Riermkattoffeln 3,25 M., rothe 2,80 M.. blaue 3,50 j pr. 100 Kilo, neue Pflaumen 15 M„ neue Birnen 10— 30� neu« Aepfel 10—20 M. per Ztr, neue Lwiebeln 3,50—40% Zitronen, gesunde Ausschußwaare, 10 M. pr. Kiste �on »« B d-n in bei eidlich ft*; sicher BÖ"' �Qottia rt �Betma schien 5 noch, Ehalten i " ja von «"»all Sa' K gunet, Q «stanbt«s Wnt» i S SS et« 1 y v| Mtv v v*4 w»; Ltz WQ rvuuvt i x\j jsv» tzztz» �v»|«v uuiz* 300 Stück, neue saure Sutten 2-2,20 R. per Schock Ionen 30 Pf. pr. Pfd. Ananas 2—2�0 M. pr. Pfd. Polt» ibericht. Am 14. d. M.. Vormittag,. geri� zwei in d»m Hause Auguststraße 50» wohnend« Frauen* einander in Streit und Schlägerei, wobei die eine durch, Schlag mit einem Biergla» am Kopf« verwundet wurde-*>J*...... Bierglas sprang dabei entzwei und ein Stück d'ffesden fiel dämlich über das Treppengeländer einem auf dem Hausflur spielen-e» Geld« kleinen Knabm so auf dm Kopf, daß er ein« schwere Ver- t. E» letzung erlitt und nach dem«atholischm«ranken Hause gebrach'"'ndar t, werdm mußte.— An demselben Tage. Rachmlltags, fiötF der mit dem Anbringen einer Telepho.'.leitung auf dem Dow- des HauseS Neue Königsstraße 30 beschäftigte Arbeit««A merling auf Friedrichsderg auf Den gepfl'stetten Hof b>no und starb bald darauf in Folge des erlittenen Schäveldruche- - Als zu d-rseldm Zell der bei dm KanaltsationSardellm w der Triftstraße befchäfltgte Arbeiter Richter in der 5 MnS tiefen Baugrude arbeitete, wurde er von einem in dieselbe ' n«alle----'"' schlichen an?@t l an gehöit. "nicht wmsmen Balkenfiück so getroffen, daß er schwere inner«% iuL' lrtzungm erlitt und � ach dem Krankm Hause in Moabit gebrajglW J'®t, werden mußte.— Am 15. d. R., Vormittags, fiel die 54 Jahre alte Näh.nn Köhler in dem von ihr dewohnten Großbee.erftraße 80 in Folge Fehltreten» von der Treppt � brach dabei dm linken Oberschmkel und linken Oberarm. wurde mittelst Krankmwaams nach der Chatttee gedrach'-, An demselben Tage, Nachmittag», sprang ein in der«W straße dienendes Mädchen ll» einem Anfall von BrrfolgistA Wahnsinn aus oem Fenster der Wohnung ihrer Herrschast 2 dm Marienkirchhof hinab, ohne ftch Schaden ruzufügm. C wurde auf ärztliche Anordnung nach der Cbatttee gedra� An demselben Tage, Abends, wurde die 72 Jahre alte f � Werner vor dem Hause Retchenbergerstraße 39 auf einer oetret wut vcu: �vciu)tiioci|aAifiiuDc uv uus»inci � fitzend vorgefunden und auf die Angabe, daß ihr plötzllck wohl geworden sei und fie zu ihre« Schweftcr in der ihrtfri* in mflrtfA#«rs«» straße gebracht zu werden wünsche, von«wem Schutzmann dort geleitet. Auf dem Wege wurde fie jedoch ohnmächtig starb alsbald auf der Polizeiwache, wohin fie gebracht w" wie ärztlich festgestellt, am Herzschlag. Gerichts-Zeitung. leni Wege« gemeinschaftlich begangenen betiügettschen � H i fi�l resp. wegen Dulden» von Glückssplelm hatten sich der Stallmeister Wolff, der Kaufmann Julius Bolag Restamateur Möhttng tot der 93. Abtheilung de» Schöffer gettcht» zu verantwortm. An einem Abend« im März ct. war ein solmne» Souper veranstalttt wmdeMA, deffm Beendigung die Theilneb irr einen Tempel entrir' Vf'chL*' Wolff wurde aufgefordert, die Bank zu hallm. Da er W st,n' erklärte, dazu nicht genügmd Geld zu desttzen, verstand fiw �'rh»? Mitanaekla.fte Bolag dazu, 100 M.«inzuschießen, selbst sich beim Pointken btthetligt«. Einer der M Bäck-rmeister G. nahm nun an dem zweiten Kart che» mit den andern adwechselungswm« benutzt wurv«,»'V" daß die einzelnen Kattm mll Nadelstichen gezeichnet � � Sofort inhiditte er da» Wellerspielm, nahm ven in der � befindlichen Bettag an fich und vertheill« ihn unter die, �"' spielet, die angaben, verloren zu haben. An»em Banm. � wurde von den übttgm GSstm Lynchjustiz geübt und demnächst zum Lokale hw ausgeworfen. Wolff will stm' � h t getrunken gewesen sein und von der Dualität der Karte« � � u i er von einem Tische im Reftaurationszimmer gmowmen. p ............____ die Volle geschlagm hätte. etwaige vrtheiligung de« Bolag vermochte Niemand bekunden. Bon Möhring wurde mmMm der kurzen Zeit de» Glücksspiels...-—z WWWZWK SSZSW.v-Ä 6 Tagen Gefängniß. i fnt ..'A r* cht S» M## Nvxuß. ?Ä K',Ä 'M 'tzüM oulotW Z- 1-6». 4,60 W N 1 80 ff» Sa «erins» n poi* !ÄZ -r Fettig »« �olländ» L. 0,30 -8% II � Visse» Sie, daß Sie eine« Meiaeid geleistet habe« 7 �it diejen Worten redete der Poisttzende der 96. Adtheiwng �»iestzen Schöffengericht», Gerichttaffessor stöhn, den Schutz. Rr. 109 1 an, der kurz zuvor gegen dm wegen groben rjiuai angeklagten Arbeiter Lieb'g eine Auiiage gemacht M welche auch nicht die allermifemteffe Aehnltchkeit mit 7" in der Anzeigeschrist mttgetheiltm Thatsachen besaß. Nach «blich gemachten Bekundung de» Schutzmann» sollte der �Nilagle aus einer Bank in den Frankfurter Linden vor dem Me N:. 119 geseffm und dm Paffantm in störmder W-ise °>u der Schnapiflasche zugewinkt haben. Der Amtsanwalt jMe in Folge dieser Aussage eine kleine haststrafe beantragt. M veraihungszimmer wurde die Strafanzeige durchgelesen, � welcher der Schutzmann angegeben, daß er dm Liedtg auf I" fraghch-n Bank schlafmd angetroffen und daß derselbe, Mnn er geweckt wordm, aus dem Transport zur Wache �botria mit dm ihm begegnenden Leutm getriebm Hab«. Der ermahnte Schutzmann entschuldigte sich nach dem ihm ge> Achten Vorhalt mit einer Verwechselung, vermochte aber auch ''V noch Mcht die Thatsachen zu bekunden, die in der Anzeig« holten waren, so daß ihm der Bm fitzende bedeutete,„daß . K von der ganzm Sache keine Ahnung habe." Der Amt». fflygM linderte seinen Antrag dahin ad, daß er die Frei« meihung de» Angeklagten vorschlug. Hierauf erkannte denn °uch der Gericht, hos. »ta frommer Pater. Eine merkwürdige Gericht, ver- 77z°ndlunz hat dieser Tag« vor dm Geschworenm in Bordeaux Q%luntkn. Unter der Uederschrift„Lee dem moralee" ?®n Arten von Moral") berichtet darüber da» Journal de» «bat," wie folgt:„Am on.floffmm 11. Rai fand der Pater Met, Guardian ve» Dominikanerkloster» in A' cachon, am S��bt ein Dominitaner'Ordensgewand, da» er al» dasjenige «?! Aitbruders, de» Pater» Brochand, erkannte. Auf Grund cF Entdeckung erzählte man, daß der Verschwundme habe »V? wollen und dabei ertrunkm sei. Pater Brochand M im Geruch der„Heiligkeit"; er war daneben eine JrM Figur, hübsch gewachsen, ganz wohlgestaltet und drei- 8.1'S® Jahre alt. Man htell ihm prächtige Lcichmreden. ?>»» Ta« nach seinem Verschwinden erhielt der Wechsel» Mi Molina in Bordeaux dm Besuch eine» gutgekleideten ■7'», der ihn bat, einige stoupon» österreichischer Rente in Baar MuwechHn. Als richtiger Geschäftsmann warf der Agent, de» q.: er die betreffend« Summe ausbezahlte, einen Blick auf die .�7 b«r proteftirten Werthpapiere und fand, daß auf derseldm die Rummern verzeichnet waren, die der stemde Herr in hatte. Der Agent gab ihm eine Eav'ang, anzeige und bat JJVtwa, später wieder zu kommen.>l» derselbe kam, befand stch .iU? �»entm«in Herr, der ihn um seinen Ramm fragte. CT bin der Kaufmann Berthier au» Nancy, dort allgemein de« kJJ. antwortete er mit Sicherheit.„Sehr gut," antwortet« V% H-'rr, der ein Polizeideamter war;„haben Sie Papiere 7" antwortete der Fremde,„aber ich will st« Wen," )oi »e« ZT J» onroaricit vei tjicuwc,„aorr i, wjgossst sich schleunigst entfernen, was indeß der Beamte Äderte. Der Fremd« wmd« nun vor die Polizei geführt W®rt gestand er, daß er der heilige Mönch sei, dessen btt! Verlust man in Arcachon deklagte. Gr erzählte, daß toi5.*lost?r heimlich verlaffm, nachdem er Nacht» mittelst ��chlüffel au» der Kasse de» Kloster» 10 000 Fr!», baar %,7%0 Fr», österreichischer Rmte mtwendet halte. Auf kg,"' lteser Thatsachen erschien der Expater vor dm Ge- tji�ben der Bironde, wo er seine Geständnisse wiederholte. IjMieressanteste an dm Verbandlungm warm indeß die de» Domwikaner.Prtor» Pater Lefevre, der ali erschienen war.„Wir haben," erklärte er, ,chie un» jMntn Werthpapiere auf die Protestliste setzen lassen, �wst glaubten, daß fie un» dmch einm Laim gestohlen seien; wir hätten es nicht gethan, wenn wir hätten irde- V* m können, daß ein Ordensdruder ste gestohlen hat. E» & IffMÄ ZVTWWMW iter Sew' an einem Schatze genommen, der allen Patres gemein» dof hinad?> geholt. Unser gesammte» Vermögen ist da» gemeinschaft» ädelbruckl- �«igmihum aller Orden, leute, und außerdem ist da» rrbeitnr* tzMiche Recht..." Der Präsident ließ den hochwürdigm r 5 Mets � nicht ausredm, sondern unterbrach ihn mit dm Wortm: »{selbe«c W", I Da» kanonische Recht hat hier nicht» zu sagm, son inere Lll'. l,,!./'« da, bürgerliche St.afrecht, und da» genügt. Ich it ge�'a An o dat!Su hier sagm, die Wegnahm« von Geld au» di' de» Nach!, und mittelst falscher Schlüsse., sei kein ' Der hochwürdtge Prior schwieg und die Plai» „ J«inen. Al» e» zum Spruch der Geschwormm kam, � stch, daß diese die Anstcht de» Prior» theilten; der �.''/(Ivr61*«urde freigesprochen und sofort auf freien Fuß M'ÄÄ»« Arvetterbeweg«»». tbicJLt,"u«. Diese werden von unseren liberalm Oeko» rlte% fliesen �während al» besonder» segensreich und gerecht n« Pm L�MitUchTto11 ein Bollwerk hingestellt gegen dt« übergroße lötzli� L» die Att�beutung. Wir haben nun schon oft bemerkt, " gen unt« gliicbfaU, dm allgemeinen Lohnschwan- 'tlohn.Mtten stien und daß ste im Allgemeinen den .."W übersteigen, aber höher« Ansprüche an die ttmv'us' 'revpe arm. ebraal-. Kit! -r% idchiia f icht i*" Z rden, ™ng d,,'«' übersteigen, aver hoher««niptuco« an vre %nb i„ Llltbeiln» stellten und somit ganz besonder» ver. ,' Tirbest,. auf die Gesundheit und da» Wohlbestnden � N, bie w Ulkten. Aus einer Tabelle von A k k o r d l ö h» »r, bjt, lheintschm Riemendrehereibesttzer ausstellen, geht » pro Lttzchm der Lohn war in dm Fahren WZ 1881/82 15 Pfennige 1882/83 12 1883/84 10 1884/85 8„ und 1885/86 auf 6„ gekommen. doch Niemand behaupten können, daß ein einem Akkordlohn pro Stück 6 Pf. ebenso al» wmn ihm 15 Pf. dafür bezahlt wür» Mßte ja sonst seine Arbeitskraft fast um da» Drei» ?n können. Uebdgm» gehen die Besitzer von norden damit um. in Zukunft nur 4 Pf. für da» rspstl,?bb,,Aiahlen— natürlich ist da, kein Schadm für die rbe- st, arbeiten ja auf Akkord! Da» nennt man i Ja ��Üonalökonomisch« Weisheit. ibtw.f! Versammlung von R temeudreheretbe sitzer« «u».>eld wurde deschlossm, die Nachtarbeit voll» ' tu lassen und einen Normalardeitstag Lum der Ueberproduktion und dem Sinkm der x!Lw(bim.— Die» haben„Arbeitgeber" BenJnr»Norvd. Allg. Ztg." wird nun wieder kommen daß dieser von den»rbettgebem beschlossene " � bi« i0® himmelweit verschieden sei von dnnjenigen, lr y� iialdemokratie anstrebe. Wir wiederholen hier, ähnlicher Gelegenheit, al» e» stch um einm ausgesvrochen haben: Normal» ________ und nur in soweit verschieden, WMMWWZ "'w hervorgerufen wurde, daß die dortig« Mmzw Tischlerinnung die deschetdme Forderung der Arbeiter,«ine elfstündige tägliche Arbeitszeit und einm Mintmallohn von nicht unter 20 Pf. für die Stunde zu bewilligen, rundweg abschlug und stch sofort an den Berliner Zmtralvorfiand de» Bunde» deutscher Tischlerinnungen mit dem Ansuchen wandte, die streikenden Cottduser Tischlergesellm in Berlin nicht in Arbeit zu nehmen und Ersatz für die Streikenden durch zu bewirkenden Zuzug von Berliner Arbeit, krästm zu schaffm. Der Bunde�Zentralvorstand hat indessen— fast möchte man sagen, wider Erwartm— die maßgebenden Verhältnisse richtig zu deuriheilen verstanden und stch demgemäß klug au, der Schling« zu ziehm gewußt. Er war nämlich der völlig zu« triffenden Anstcht, auf dm Wunsch der Cottduser Innung nicht eingehen zu können, weil die Lohnsätz: in der Großstadt Berlin an stch unverhältnißmäßig höher stnv, wie in Cottbui, und auch er so wenig wie der Vorstand der Berliner Tischler» Innung die Kraft habe, dahin zu wirken, daß die in Cottdu, streikenden Gesellen in Berliner Tischlerwerkstätten nicht beschäftigt werden. Um aber den Fnnungsbrüdem doch noch einen kleinen Rest von Hoffnung zu lassen und ste nicht ganz der Verzweiflung zu überantworten, hat e» der Bundesvorstand gleichzeitig für wünschenswerth erachtet, noch nähere Auskunft über die Cottbuser Arbeitsverhältnisse zu erhalten. Auf solche Weise befleißigen stch die Innungen nach wie vor der„Hebung de» Handwerk,". Arbeitereutlassauge«. Auf dm kaliwerkm zu A s ch e r»» leben find 70 Ardeiter entlassen worden, weil da» Aus» pumpen de» im Frühjahre„ersoffmm" Schachte» stch alt un« möglich herautgest-W hat. Auch hat man die Errichtung eine» weiteren neuen Schachte» aufgeben müssen, well man dm Ein« stürz desselben befürchtet. Bis jetzt stand die Fabrik selbst noch nicht still, da fie ihre Rohprodukte au, Staßfurt beziehen konnte, doch wird von weiterm Arbeitermtlaffungen gesprochen. A«» Apolda wird der„Volks- Zeitung" berichtet, daß in Bezug auf die dort besonder» ausgebildete Strumpffabitkatton äußerst günstige Nachrichtm vorliegen. Die Nachfrage nach Arbeitem und Arbeiterinnen ist eine große; besonder» werden Schulmädchm und Haiplerinnm gesucht. Der Lohn ist ge» ftiegen, die Arbeitszeit verlängert worden— e» wird mächtig darauf losgearbeitet. Wmn der Wunsch dort verlautet, daß diese Blüthezeit recht lange anhaltm möchte, so schlteßm wir un» diesem Wunsche gewiß sehr nem an, aber— aber! Un» kommt e» so vor, daß jetzt de» Guten zu viel gethan wird, daß man in Uederhaflung, durch längere Arbeitszeit viel zu schnell produzirt, um recht bald schon der Ueberproduktion oder besser der Unterkonsumtion wieder zu verfallm. Wenn die ficherm Aufträge ausgeführt wordm find, dann wird noch kurze Zeit auf Lager gearbeitet, bald schon hört auch die» auf, die Arbett»z«it wird wieder verkürzt, der Lohn fällt und die Noth dringt wieder ein in die gegenwärtig leidlich fituirten Albeiterkreise. Dieser ewige Kreitlauf läßt besonder» die Arbeiter nicht zur Ruh« und in geordnete Verhältnisse gelangen. Größere Regelung in der Produktion wäre ficherlich ein bedeu» tender Fortschritt in unserem sozialm Leben. Da« Elend 1« England. Die medizinische Zeitschrist „Lancet" entwirst ein entsetzliche» Bild von den A r m e n» wohnungen Windsor's. Seit zwei oder drei Monatm wüthen daselbst die Blattern. Ein Mann, welcher in einem dumpfen Zimmer ohne Bentllation auf einem Lager von Holzspänen der Krankheit zum Opfcr fiel, blieb einige Tage lang unbeerdigt, so daß die Luft in der Nachbarschaft noch mehr verpestet wurde. Al» endlich die Leiche fortgeschafft wer» den sollte, weigerte stch der Leichmbesorger. den schon halb ver» moderten Sarg mit einem Leichentuche zu bedeckm» und der Geistliche, welcher die Grabrede hielt, leidet seit der Zeit am Halse. Der Zustand der Häuser, in denen die Blattern Herr« schm, wird gmau desch'iebm. Acht Baumwoll-Spiunereie« in Atlanta, Georgia, find nach Nachrichten au» New> Uort geschlossen wordm, wodurch 2738 Leute außer Arbeit kommen. Dennoch henscht vollkommen« Ruh«. Hilfskomitee» zur Unterstützung der Beschäftigung,» losen haben stch gebildet. Der Streit der Freiburger Schrewergeselle« ist nun» mehr bemdet, da sämmiltche Meister die verlangte zehnstündige Arbeit, zett bewilligt haben. Kereine und Kersammtungen. t ki«e tmpssgstte Buchdruckerversammlung, die von zirka 2000 Personen besucht war, fand am Sonnabmd, den 14. d., unter Vorsitz de» Herrn Eifler statt. Nachdem Herr Besteck, der Gthilfmvertriler für den Kreis Berlin- Brandm» bürg, einm eingehenden Bericht Über die verathungm und Beschlüsse der stattgehadtm Gehilfenzusammenkunft in Leipzig, welch« Abänderungen de» gekündigten Tarif» betreffen, erstattet hatte, wurden nach einer tntereffanten Diskusston folgend« drei Resoluttonen— die erste und die letzte einstimmig, die zweite mit großer Majorität angenommen: 1. Antrag Dolin»ti: Für dm Fall, daß eine Erhöhung der Grundpofftion nicht beliebt wird, hält dt? heutige Versammlung 33'/» pCt. Lokalzuschlag für nothwmdig, im Falle der Erhöhung der Grundposttion 25 pCt. und beauftragt dm Einigungsmann, energisch für diese Forderung einzutreten. 2. Antrag Giesick«: Die beutige all» gemeine Buchdnickerversammlung beauftragt dm Einigung»» mann für BerliN'Brandenburg, nach Kräften dahin zu wirken, daß bei Festsetzung de» Lokalzuschlage» Berlin und Leipzig in gleicher Höhe dedacht werben. 3. Resolutton Gasch: Di* heutige Versammlung erklärt stch mit dem von den Gehilfen» Vertretern aufgestellten Tarifentwurf einperstanden und be- austragt dm(Zinizungsmann ßfür verlin- Brandenburg, dahin zu wirken, daß derselbe, da er nur die nothwmdigstm und de» rechtigsten Forderungen enthält, wenn trgmd möglich ohne jed- webe Reduktion zum Gesetz erHoden wird.— Ausführlicher Bericht über die vom besten Geist erfüllte Versammlung folgt morgen. Der verein zur Wahr««« der Interesse» der Klavier» arberter hielt am Sonnabmd Abend bei Gratwefl eine Mit- giiederversammlung ab. Die Tagesordnung, deren Haupt- gegmstand ein Vortrag de» Herrn Dr. Jakobsohn über„Die Befiandthkile der Luft und die Bedeutung derselben für den mmschltchen Organismus" war, nahm einm recht anregenden Verlauf. In der stch an da, Referat knüpfendm Diskusston sprachen zunächst die Herren Rüdiger und Wille. Letzterer äußerte, daß eine gute Ventilation der Wohnungm und Fabrikräum« wohl zu wünschen sei, daß aber, so lange man stch nm in Redmsarten gefalle, kein« Abhilfe geschaffen würde. Niemand zöge au» besonderer Vorliebe in dumpfige Keller, und in dm Werkstillen wie in den Fabriken sei e» so, daß meiitin» Einer dicht neben dem Andern steh«. Erftickrnde Gase tühuen den Körper einem vorzeitigen Ruin zu. Nur der Staat könne hier durch«ine umfassmde Kontrole helfend eingreifm. Darüber, ob Wasser- oder gerröhnliche Ofenheizung hyzimisch empfehlenswerther sei. gingen die Meinungen auseinander. Herr Schaar befürwortete ein vermehrte» FabrUinspektorat. Was nützm alle lax dmchgeführten Vorschriftm. Ihm sei be- kannt. daß Fabrikanten sogar da» Oeffnen der Fenster streng nntersagten. Dm zweiten Punkt der Tagesordnung bildete die Berathung üb-r das am 11 September im Etabliffe« menl„Sanssouci" stati findende Stiftungsfest de» Verein«. E» soll cifsmal, um einem zu großen Andränge vorzubeugen, im ffitt fÄ«" Dame? 26Jf"'®Jt antaiP #### um Entschuldigung gebeten, mtschtedm habe. Im Verein»» intereffe bitte er. Rüdige., um den Uebergang zur Tagesort» nung in dieser Sache. Verschiedene Redner äußertm stch dazu thcil» ablehnend, theil» zustimmend. Da» schließlich« Er/.edntß war«ine Anfrage, ob das betreffmde Mitglied seine seit Mo» natm schulvigm Vereintbeiträge gezablt habe. Der Kasstrer Haack oerneinte e» Daraufhin wmde die Ausschließung au* dem Verein wegen Rückstandes der Beiträge mit allen gegen sech, Stimmen beschlossen. Den Schluß bildete eine Besprechung de, Streik, der HarmonUaarbeiter von Pietschmann u. Co. Sämmtliche Redner, wie die Herren Ltndemann. Both, Schaar, Wille, Schmtvt, Lmke u. B. drückten ihre Synpatoien au,. Zunächst, so meinte man, müsse jedoch eine bessere Organisa» tton dieser Kollegen platzgreifen, ehe zu einem Streik thatkräf, ttge Hilfe geleistet werden könne. Was der Verein zu thun vermöge, werde geschehen. Der Kachvmi» der Steinträger verltn» hielt am Sonntag, vm 15. d. M., eine Mitglieder- Versammlung in Scheffer'» Salon, Jnselstraße 10. ab mit der Tagesordnung: 1. Innere Vereinzangeiegenheilm. 2. Verschiedene».— Zunächst erfolgte die Abrechnung vom Stiftungsfeste. Dieselbe ergab eine Einnahme von 353M. 75 Pf., die Ausgabe betrug 466 M. 10 Pf., mithin enift ht ein D'fizit von 112 M. 25 PL — Nachdem wurde die Wahl dreier Mitglieder de»„Schied»» gnicht»" vorgenommen. G.-wählt wurden die Herren Nöding, Schabniß und Starowsli. Ferner wurde über ein Unter» stützungigesuch eine» Mitgliedes debattirt und hierbei von zwei Mitgliedern der Fachlommifston konstatirt, daß da» betreffende Mitglied hilfsbedürftig sei, da dasselbe schon acht Monate krank liege. Die beiden Kommisstonsmitglieder stellten den Antrag, eine Unterstützung von 30 R. zu bewilligen. Herr Unterlauf beantragte 40 M.— Herr Wallenthin fand diese Summe zu hoch. Herr Rennthaler dagegen befürwortete, daß man in solchen Fällen nicht so ökonomisch verfahren solle. Schließlich wurden 40 M. bewilligt. Ein Unterstützunasgesuch eine» anderen Mitgliedes wurde dem Vorstand zur Prüfung überwiesen. Von Herrn Rüstow wurde ein Antrag einge» bracht: Jede» Mitglied, weiche» mit Tode abgeht, mit Mustk beerdigen zu lassen; jede» Mitglied solle bei einem vorkommen» den Sterbefall 10 Pf. für die Trauermustk entrichten. Nach» dem stch mehrere Redner dafür ausgesprochen, wurde der An» trag angenommen. Die Angehörigen eine» verstorbenen Mstgliede» haben den Todesfall rechtzeitig beim Vorstand de» Verein» anzumelden.- Zu„Verschiedene»" wurde die An» schaffung eine« Frazekasten» beschlossen. Die Beschwerde eine» Kollegen wegen Nichtinnehaltuna de, Tarif» auf dem Reubau Quer- Allee 4/5 wurde dem Vorstand zur Recherche überwiesen. Herr Rennthaler befürwortete, daß man solche Fälle nicht so leicht behandeln sollte. Redner führte einen Fall von Altona an, wo stch zwei Mitglieder gegen den Verein vergangen habere sollen, indem ste mehr al» 30 Steine in der Mulde getragen haben, was in Altona nicht zulässtg ist. Einer von ihnen wmde Gmnd dessen von der Vereinigung ausgeschloffen. Eine Beschwerde de» Kollegen Klilschke wurde, nachdem Herr Hart- leib als Kolonnenführer zu der Sache gesprochen, dem Vor» stand überwiesen. Der Vorfitzende verlas noch ein Dankschreiben von Stettiner Kollegen, welche den Fachverein beim Stiftung»- fest mtt ihrem Lesuch beehrt hatten. Die nächste Versammlung findet am 12. September statt. Vellen. Der Fachverein der Töpfer für Velten und Um» gegenv, hielt am Sonntag, dm 15. August, eine Mitglieder» Versammlung ad, welche leider nur schwach besucht war. E» fehlt dm Mitgliedern ebm immer noch der Geist und Ruth für die Interessen eine» Fachverein»; allerdings fei schon ein lleirer Fortschritt zum besseren zu bemerken. Diese, beweisen nämlich die Anträge der Mitglieder, welche besagen, man möchte die altm Zunftzwangimaßreseln wie da, Aufnehmen von Jung» gesellen, wa» mtt and«, m Wortm nicht« weiter bedeutet als da» Au, ziehm der Junggesellen. aufheben; ebenso da, Ein- und Ausschänken, welch«, disher üblich war beim Ein- und Austritt der Gesellen. Wmn der Verein auf dieser«ahn so weiter fortfädrt, dann wird e» nicht mehr allzufern sein, wo die Töpfer und son» sttgm«rbelter jealicher Branche auch in die politisch« Aktion ein» treten können. Auch wurde vom Vorsttzmdm de» Verein» «. Krause noch We Thätigkeit der hiestgen Töpfergesellen. Lohn» kommiiston Erwähnung getban, welche aber, trotzdem ste in einer Versammlung sämmiltcher Töpfer, also nicht nur Fach. «reinSmitglteder gewählt worden ist, und welche auch versucht hat, Unterhandlungm mit dm Fabrikanten zu pflegen, doch dm Fabrikanten unbekannt ist, welche» ein Brief der Fadri» kantm an den Vorsttzendm der Lohnkommisston besagt. Nun. die Herren haben ebm für die«rdetter kein Gehör, wie e» ja leider an allen anderen Ortm bei den Manchesterleuim Mode ist, und die Herrm scheinen hier der Mode unterworfen zu sein, bis fie einstmals eine» Besserem belehrt sein werdm. Dresde«, 11. August. Durch grüne Flugblätter batte der Vorsttzmve der Lohnkommisston und Miiglied de» Fachverein», Maurer Schlichter, die Maurer K. der hiestgen Voltten zu einer öffentlichen Versammlung für gestern Abend nach d« ZenttraZalle eingeladen. In großer Zahl warm die Bauarbeiter der Einladung gefolgt, da ihnen verschiedene wich» tize Eröffnungm in AuSstcht gest-llt warm. Dm Vorfitz führte Herr Rolle, welcher edmso wie der Sprecher und mehie: e der späterm Sprecher auf der fchwarzm Liste de» Arbeitgeber. Verbände»(welch« überhaupt 26 Ramm enthält), al»«gtta» torm, Wortführer beim Streik k. bezeichnet ist. Da» Referat stallte erneut die No hwendigkett engsten Zusammenhalt», gegmseittzer Unterstützung durch die That und evmtuell thctl» weise oder gänzliche Arbeitseinstellung al? gesetzlich»ulässtge Mittel zur Erreichung eine» gleichen Lohne» hin. Die rubia verlaufende Versammlung nahm schließlich folgmde Anträge an: 1. Sammelltftm auf allen Bauten zu verbreitm, damit «rstchtlich»erde, wer stch durch Beiträge an der Oraanisaiton betheiliat oder nicht 2 Für alle Ardeitsgmoffm einzulrrtm, sich nicht auf die gespenten Bauten verschickm zu lassen, auch, fall» einzelne Kollegen entlassen werden solltm, auf dm de» treffmdm Bauten sämmtlich die Arbeit niederzulegen. 3 Den Bauunternehmern resp. Meistern durch die Lohnkommiiiion kundz/igedm, daß. fall« allm Arbeitem obne Au»nahme 35 Pst für die Stunde dezahlt werden und alle Streikenden, sowie alle in der schwarzen Liste B.rzeichnetm wieder in Arbeit genom» mm würben, von einem weiterm Streik abgesehen werden würde. Urbeiter» veztrksvereiu der«oseathaler Vorstadt. Dm Mitgliedern zur gefälligen Nachricht, daß am Sonntag. dm 22.»ugust, die große Famtlimpartie mit Mustt statistndet. Di« Mitglieder werden ersucht, stch recht zahlreich daran ,u betheiligm. F unde und Gönner de« Venin« find willkommen. Nähere» im Jnseratenthefl diese» Blatte« am Donnerstag. KAMM � ak"»' i Konzerthau»„Sanssouci", Kottbuftrstraße 4» statt. Das in einem„großm" Garienkonzert, Kinderfackel» polonaise, wie Sommernacht, ball bestehende Programm ist viel» vn'prechmd. Der Beginn de« Konzert., ist auf 6 Uhr fest. gef.Jt Entret a Person 25 Pf. Btllet» find bei allcn Vor. stand, Mitgliedern, in den Zahlstellen, in dm mit Plakaten de» legten Handlungen und Abend» an der Kasse zu haben. * Gauveretn der Maler Verlin«. Versammlung am Dienstag, den 17. August. Abend» 8'/, Uhr. in Tratweil» Bierhallm, Kommanvanlenftraße 77—79. ♦ Pfelfen-Rauchklob„vahta", Pückleistr. IG im Re. stamant Herzog, jeden Dienstag und Freitag Abmd» 9 Uhr Der Bo.ktand des Kachveieins der Luxuspadier- Präger»«d Papterschläger fordert hiermit alle diejenigen, welche noch im Bcsttze von Listen find, betreffend des Streiks in der Fabrik von Hain und Motler, auf, dieselben umgehend an Catpar, Schönholieistr. 8, abzuliefern, da ei nicht möglich ist, ohne selbige(70 an der Zahl) eine spezielle Abrechnung zu geben. Freie Vereinigung sämmtlicher in der chirurgische« Branche beschäftigten verussgenosse«. Versammlung Dienstag, den 17. August, Abend» Uhr, in Seefeldt'S Lokal, Trmadierstrahe 33. T. O.: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes und Fragekasten. GSste, durch Muglteder eingeführt, haben Zutritt.(Siehe Inserat.) Fachvereta der Retallschraubea», Fassoudreher und BerufSgenoffen Berlins. Dienstag, den 17. Augusts Abend# 8 Uhr, Manteuffelstr. 9, im Restaurant de# Herrn Wohlhaupt, außerordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Antrag de# Herrn Fieker, betreff# Regelung der Angelegenheit de# Vorsitzenden Herrn Jacobs und des Herrn Zimmermann, event. Neuwahl eine# Vorsitzenden. 2. Wahl ein«# Avjuntten. Kachvereta der Mechaniker, Optiker, Uhrmacher, chirurgischer und and rer Jnstrumentenmacher. Mitt- woch, den 18. August, Abend# vräzise 8% Uhr, im Lokale de# Herrn Niest, Kommandantenstr. 71— 72, Versammlung. Taget. Ordnung: 1. Vortrags 2, DiSkusslom 3. Wahl eine# Ver. 4. Verschiedene# tngobe der Vertrauensleute wird Aufnahme neuer Mitglieder. >. 6. Fragrlasten. Um gest. ersucht. Gäste willkommen. Deutscher„Eeuefelder» Bvud", Mitgliedschaft Berlin, heute, Dienstag, Abend# 8 Uhr, im Restaurant Weick, Alexander- straße 31. Die öffentliche Versammlung der echueider, welche zu heute, Dienstag. Abends 8% Uhr, in Gratweil'S Bierhallen, Kommandanten str 77—79, einberufen wurde, ist polizeilich ge- „Auf welchem Wege ist eine neidergewerbe zu erzielen"? nehmtat worden. TaaeSordnunl Befferstellung der Arbetter im Referent: Herr W. D'rchsel. Verbaud deutscher Ztmmerleute. Lokalverband Berlin Süd. Mittwoch, den 18. August. Abend# 8'/, Uhr, Versamm- lung Mariannenstr. 31/32. T. O.: 1. Vortrag. 2. Verschiedene#. 3. Fragekasten. Gäste haben Zutritt. verband deutscher Zimmerleute. Lokalverband Berlin Nord. Große Versammlung am Mittwoch, den 18. d. 18., Abend# 8V» Uhr. im Lokale de# Herrn Knebel, Badstr. 58. Tagesordnung: 1. Vortrag de# Hrn. Zimmermeister Aran# über da# Unfallverficherungs Gesetz. 2. Verschiedene#. 3. Fragekasten. Gäste find willkommen. * Rauchklub„Zum Wränget" jeden Dienstag Abend 8'/# Uhr im Restaurant Wrangelstr. 32. * Rauchklub„Deutsche Flagge" jeden Dienstag, Abend# 8 Uhr, Wrangelstr. 128. Rauchklub„Unverzagt." Heute. Dienstag, Abend# 8 Uhr, im Restaurant Kegel, Höchst«. 48, Statutenberathung. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Mermischtes. Durch eine Feuersbruuft ist am M-Uwoch der unguische Marktflecken Sillein(Zsolna) im Trenestner Komitate, an der Vereinigung der Waagthal- uno der«aschau Ooerderger Bahn, fast gänzlich zerstört. Wie berichtet wird, find drei Viertel de# Orte«, gegen 400 Häuser abgebrannt. Nur die«udattnergaffe, ein Theil der Trencftner-Slraße und fünf Häuser auf dem Ringplatz« blieben verschont. Da# Feuer entstand Mittag# auf dem Ringplatze in einem Holzschuppen und ver breitete sich durch den gerade herrschenden Wind in einer halben Stund« über da# ganz-: Zentrum der Stadt.«S giebt in Sillein keine Feuerwehr, und überdies mangelte e# an Wafler. Erst nach vier Stunden kamen die Feuerwehren der nächsten Orte Csacza, Ruttel. Waag Bistritz, Bicsa, doch de# Waffermangrl# wegen war eine Reitung unmöglich. Auf dem Ringplatze stehen viel« gewölbte Häuser, weShald dort nur die Dachst rhie abbrannten. Jmmeihin wir/» aber der Gesammlschaoen auf eine ha.se Million geschätzt, E-ft Nacht# wurde durch einen heftigen Gußregen der Brand rheilweise pelöicht. Die zumeist slovakische Bevölkerung de# Orte# brfirdet stch in großer Roth. Zum Brand der Stadt Skten. Wie norwegiiche Blätter beiden letztgenannten Fällen war da# Feuer durch Dienstmäd« chen angelegt, die erguff-n, enthauptet wurden und deren Leichen man sodann verbrannte. I«„Süddeutscheu Postillou" findet sich folgende gelungene Trav-stle, die in sartaftrscher Weise unsere Innung#« bcstretuagen geiszelt. ES he'sit da: AuS dem Lande der Chinesen kommt Herr Tseng, der Diplomat, Der am deutschen Zünftlerw sen große# Jntereffe hat. Bi# nach China ist gedrungen längst der deutschen Zünfte Ruhm, Am Tschuktang ward Lob gesungen unserem Chtnesenrhum. Und Herr Tsmg ging auf die Reis«, denn er dachte, klugen Sinn#: .�Deutschland ist auf diese Weise ja chinestsche Prooinz!" Solch« Billino#, solche Bi-.hle, solche Ackermann'#, auf Ehr', Giebt'S in China selbst nicht viele, ihre Weisheit schätz' ich sehr." „Daß stch da#, wa# ist, erhalte, wünschet man bei mir zu Hau#, Aber diese zieh'n da# Alte au# den Gräbern selbst heraus." Und der Sohn de# Reichs der Milte kommt beim deutschen Kanzler an, Mtt der ehrfurchtsvollen Bitte:„Schenk' mir Liehl und Ackermann!" „Denn zu schätzen solche Köpfe weiß ja China nur allein. Und die allergrößten Zöpfe müffen ihre Zierde sein."— Welche Antwort dnn Gesandten ward, ist fraglich, doch, gleichviel: Sicher einst in Fut-Scheu landen Biliir-g, Ackermann und Bi-hi. Kleine Wtttheiwttgen. v» 14. Aug. Der dritte ReichSpoftdam Bredow» 14. Aug. Der dritte ReichSpoftdampfrr für die australisch-japanische Linie lief heute Mittag glücklich vom Stapel. Derselbe erhielt den Ramm„Danzig". Paris. 13. August. Nach den letzten Meldungen au# Psrigneux hat«# dm Anschein, alk wären z-oei der Unglück. Ii wen, die im November v I. in dm dortigen Steingruden Chancellade verschüiiet wurden, von ihren SchicksalSgenoffm getödiet und verz-hrt morden. Gestern drangen Ingenieure, und als diese nicht# fanven, hinter thr-m Rückm Arbeiter in die Gallerten ein und fanden nach langem Herum irrm zwei Geripr«, neben denen verkohlte menschliche Uederreste und Kleidungsstücke lagm, welche die Familie al# diejenigen der beiden Parcellter, Vater und Sohn, erkannte. Der alte Parcellier war nicht mtt dm fünf übrigen«rb-ttern verschüttet wo. dm, sondern trotz der Wirnungen in dm Steinbruch hin« abgestiegen, um sein-n etnzigm Sohn ,u suchm. Die Stelle, wo man auf die Spurm der Beiden stieß, entspricht genau der Oeffnung, au# der man noch lange nach dem Einsturz Rauch au'steigm sab. Pari», 12. August. Ein graßlicher Fall von religiösem Wahnstnn. der bi# zum Verbrechen geht, versetzt die Bevölke- rung der HauteS-Alpe# in eroße Aufregung. Der„Franks. Ztg." wird darüber folgmde# geschrieben' In Fontchrist, an bei Briancon wohnten zwei Schwestern, Marie und Christine Ollagnier, 55 und 47 Jahr- alt in best r Eintracht und lagen, durch ein Vermögen von 40000 Frank# von Nah.ungBorgen n« melden, bez-ffer! stch die VerstcherungSsumme der kürzlrch ab«- n Gebäude auf reichlich 2'/, Millionm Kronen. Ueb« brannten---------—----------- die größeren FeuerSdrÜnste, welche die Stadt di# jetzt heim«. sucht haben, wird ioigendeS derichtet: E# drannlen ab am 14. Februar die Kirche und 48 Höfe. Pstngsten 1671 die Kirch« und 100 Höle. am 10. November 1732 24 Höle, am 24. No- vemder 1777 172 Höfe, die Kirche, da# RathdauS. 32 Säge- werke uno 2 W-ffermbh m. sodaß außer dem Ho'pttai, ernigen wmigm Häufen,:pe'chern k nicht? stehen blieb. Nachdem die meisten Häuin t riebet aufgebaut waren, brach bereit# am 2. Novembcr 1778 adermal# eine durch Brandstiftung verursacht« FeuerSbrunst au#, die tndeß rasch wieder«dämpf, wurde. In frei, nur noch religiösen Hebungen und Kasteiungm ob. Letztm Montag erklärie Christine Ollagnier, Gott sei«br im Traum erschimen und habe von ihr al# Zeichen ihrer Hingebung ver» langt, daß fie ihm ihre Schwester Marie opfere. Marie fand die# ganz natürlich und willigte da- rein, zu sterben, um ihrer Schwester und Gott .imehm zu fein. Dienst ig kehrten die beiden Schwest-m von der F.üdm-ffe h«,m, nahmm etwa# Kaffee und gleich darau brachte Christine mit einem Rafirmeffec Martm le zwei fchwrre Wunoen an dm Armen und je eine auf dm Füßen bei, indeß da# Opfer nach der AuSsaae der lieber- ledmd-n Gebete mmmette. Die Mörderin fing da# Blut «tnrr Schwester auf, um e# a'S Reliquie zu bewahren. Nach. dem Matt« verblutet batte, kleidete Chttstine fle in eine weiße Robe unb ging zum Notar von Bttan�on, um da# Testament der Berttor denen zu hinterlegen. Diesem erzählte ste den ganzm Ver! au' und erklärte gleichzeitig, st« hätte dem Wunsche Äotte# gemäß alle Wetthvapiere verbrannt. Ein Jrrmarzt wird über vi« ZurechnungSfähigkett der Selbstmörderin zu mt- schttdm habm. Wie«, 13. August. Von gestern Mittag bi# heute Mittag find an der Cholera in Ftume 4 Vertonen erkrankt und 1 gestorben, in Tttest 17 Personen erkrankt und 5 gestorben. ßetzte Nachrichte»» Ueber de« Verlaus der Arhetterkuudgebuuges» Brüssel liegen folgende Dlpeschen dei Wolffschen Telegraph» Bureau# vor: Brüssel, Sonntag. 15. August, Vormlltag# 10%* Die Theilnehm-r an der ürdeiterkundgebunz treffen aus da oerfchtedmen Bahnhöfen wmizer zahlreich ein, al# er»«» wurde. Die Attunft erfolgt ohne irgmd welche Störung* Ordnung. DJ« Arbeitet führen Schilder mtt Jnschttften stch, in welchen dal allgemeine Stimmrecht und Amnestie fS die anläßlich der jüngsten Unruhen verurthttlten verlangt fr Die Bahnhöfe find milttäriich besetzt, die Truppen jedoiM unter«bracht, daß ste dem Publikum nicht stchtbar find. Xb Gendarmen und Polizeibeamte desorgm den StcherheUSdienst« dm Sttaßen. Der Zug nimmt um 1'% Uhr feinen A' sang. Die Stadt bietet den Anblick völliger Ruh« Ordnung... Vormittags 11% Uhr. Der Zug der an der ArbeiterlB» gebung Tbetlnehmenden bildet stch in größter Ruhe und OrdnM die au# Gent gekommmm Theilnehmer ftnv zahlreicher auch bester organifirt, al# diejenigen au# den andern und Provinzen; die Gesamwlzahl aller Theilnehmer 20000 sein. Der Führer der Sozialistm. Anseele, der st*.' die Spitze de# Zuge# stellte, wurde mtt Beifallsrufen l>ez«P Eine kirchliche Prozesfion, welche von der Kirche FlniSte« � die Straßm palst, te, wurde mtt Lärm und P eifm emoto# im Uebttgen wurde di« Ruhe di» jetzt nicht gestört.. Nachmittags 12% Uh*. Der Zug hat stch um die IRiw stunde in Bewegung gesetzt, lowmt aber nur mtt Mäh: wärt#, da die Straßen mtt Menschmmaffm angefüllt find der Spitze des Zuge# befindet stch eine Äbiheilung Polizei. � im Zuge befindlichen Mustkkorps spielm die Bradangonn« die Marsttllaise. Die Bevölkerung empfängt� Zug sympathisch, e# werden Kränze und unter die am Zu« Thetlnehmendm geworfen. Da# Weuck prachtvoll.. x Nachmittags 1% Uhr. Der Zug fetzt feinen Weg i" j größten Ordnung rort, die Theilnchmer verhalten fia fZ und ruhig. Die a» der Kundgebung thttlnehmenden Att? find von ihren Führern angewiesen, stch jeder Störi Ordnung, sowie auch deS GenuffeS von spttttuosen Gci! zu mihalten. Nachmittag# 3% Uhr. Der Zug der Arbeiter hat W. Vollendung de# ihm vorgeschriebenen Wege# in vollst«> ausgelöst. AIS derselbe hinter dem PalaiS dc# König# u"' dem Ministerialgebäude vorbtt pasfi.te, wurde vie Marl�> gesungen. Die Bevölkerung begegnete vc»' Zug- Theilnehmenden bis zumEchlußfr� lich. Der Platz bei dem PalaiS war von der garde gegen den öffentlichen Verkehr abgesperrt. Die waren, während dir Kundgebung stattfand, im JusiieminiPf Nr. 1 V WUVU1» wwv&dliv WH.|#U4i}Ull Vz IUI' f versammelt. Nach AuS weis der vorgezttgtm Eisendahl schttne waren mittelst Extrazügm gegen 13000 Person« j außerbald bierher gekommen. Nachmittag#. Der Generalrath der Aeberteepartei Ministerpräftoenien eine Aduffe übersende», in welch« �£• Währung de# allgemeinen Stimmrecht# gefordert(< Minister weiden in der Adreffe elsucht, da# Verl�k�!' Arbeiter den Kammern bei deren ffliebtnuiammenlrill r •> u. 8tiehi *'*ft t««we, 3ett tt �belpö «tanbp m z J?1» i Arbeiter den Kammern bei deren Wiederzusammeniritt dretten. Sozialistische». Die Betheiligung bei der in Alleaburg war diesmal sehr«ring. In der drili�. Ü-ffe der Stadt würbe der Buchbinder C. vor Jahren au# Berlin ausgewiesener wählt. Rene Verhaftungen von Sozialdemokrat««- ,, 15. August. In Zusammenhang mit der in der Thalmo? tenommenen Verhaftung von Sozialdemokraten ldend auf Sankt Pauli a bemal# drei Zlgarrenalbeilv hastet worden. to�ch Kriefkasten der Kedicktio«.. S. G.. Oppelnerstraße. Wir glauben doch darauf hingewiesen zu haoen, daß alle, für den stimmten Einsendungen nur auf nner Sette de# schrieben werden dürfen. Die hietere Sttte muß k"/ Tegel. Die rückständigen Betträ« stnd naiM Die Bestimmungen de# Statut#, welche Sie angezogen sprechen nicht zu Ihren Gunsten, ergeben vielmehr o» pfl ch'ung zur Nachzahlung.. R. St. 1. Eine IlnglltigkettSerllärung de# Akzept« Sie nicht oerla gm. Si-. find verpflichiet, den W-L'i ak�pttttm Wechsel einzuiö'en, haben aber ein Klag�l Zahlung der Valuta gegm denjenigen, welchem fk% 'rag gegeben haben, den Wechsel zu oerstlvern.—*% eine Unterschlagung vor. Die Anzeige ist an die> anwaltschaft des Landgerichts I hier zu richten, in W". da» Sachverbä.lniß genau anzugeben. tn &£ steig« Pteife «ell» m 3« Restaur, Macht; sammlii »ahleu, wau ab m3', �iste xt Jb»«r Theaier. Dienstag, den 17. August. Opernhaus. Keine Votstellung. Schauspielhaus. Die Braut von Messtna. oder: Die feindlichen Brüder. «roll'» Theater. Die Jüdin. Belle Allianee- Theater. Da# ParadteS. Friedrich WUhelmftädttsche« Theater. Der Zigeunerbaron. Ostend-Theater. Vom Golde oerführt. Brktorta» Theater. Amor. Tanz. Poem von Suigi Manzotti. Walhalla-Theater. Capricciofa. Schweizer Garten. Am Königsthor. Hallesteve der Ringbahn und der Pferdeb. nach Weißensee. Dienstag: Drahtseilfahrt der Signora OUcilia. Theaieroorstellung. Volksbelustigungen. Tanzkränzchen. Heut«(Dienstag) Abmd 8V. weil'» Btnhallm öffcr.tliche kammlnng. Zu zahlreichem |373| Der Ein�/ *•4� poffe KoupletS von G. Börß. Rufil von B. Steffen#. Mit neuen Dekorationen und Kostümen. Köntastftdtische# Theater. Im Jrrenhause. Passage 1 T«. 9 38.— 10« K al«er-PaB«raina. Neu! Zum erste« Mal«: Reu! Reise de# Dampfer#„Damara" nach Kanada. Da# malerische Venedig und Floreuz. Hertha-Retse.— Karolinen»Zusein. Ed,« Reise 20 Pfg. Kinder nur 10 Pfg. pauttu« Ktrauh.«art Ktrehlaa. Verlobt«.[870 Berlin im August 1886. Der unentgeltliche Arbeits- Nachweis der Klavierarbetter befindet sich Skalitzerstr. 18 bei Stramm. [4 I Grosses Kriegs-Feuerwerk der Herren A. und E. Maffow, Bonander und Hornig. Zum Schluß: Die Beschiessung von Sebastopol. Gr. pyrotechnisch. mMärische# Schauspiel, ausgeführt von ca. 150 Personen. SS Verantwortlicher S-toautut Freie DfceinißnniJ J fdnmfL in dec ckirurgislbko?. befdidfliftfen fiecQfsflrtJy Am Plenstag. do« 17.>. r" 87« Uhr, ftnoct eine wj Mitglieder-Vers auMlM im Lokale de# Herrn ftraße 33, statt. Tagesordnung- xf/z KSW. Vortrag. Verichiedme# und Umz----- «erden.._ d______ aufmerksam gemacht. Durch führte«äste Haben Zutritt. iomag. Verichiedme# unv tv'u* In"»»?» fsn ttffom aewacki. Durch M#" Tüchtige TischlngA auf Möbel. Vau und Labeneinria., jd' verlangt im Zentral>rbeii#««"b gg ßy verein« der Tischler. Blumenstra��L derberae). AvreffmauSgabe aaA� �s.a- 8'/. bi# 9'/. Ubr Abmd# und- 9 bi# 11 Uhr Vormittag#. ___ Räntelardeiterin verl. Kolbe, . Hofmzuschneider s. Beschäst�Ü�-�'#> **** Arbeiterinnen auf Paletotk außer dem Hause 359] »ehrta. UN» Verla« von SU, Bapw, in Berlin 8W. Beutbstraß« l Oraaien�