>rw,iM iB ÄÄ I SM nbiwm rsis rm tj Bntfl. w.d |(L% ang-� Dal � Laß SUlWfl, 'S» Kr. 193 D>m«erst»s, den 19. August 1886. m. Jahrg. crlincrTJolkstiliill Lrgan für die Interessen der Arbeiter. . Da»„Berliner VolkSblatt" M*)*W täglich Morgen» außrr«ach Sonn- unv Festtagen. Ädonnememspret» für Berlin frei i L�2u# vierteljährlich 4 SSorL monattich 1,36 StarC»öchentlich 55 Pf. Postabonnement Einzeln« Nummer 6 Pf. Sonntagst-Nummer mit der illustrtrten Vellage 10 Pf. (Eingetragen in der PostzeiirmgsvreisliS« für 1886 unter Nr. 760.) Jusertiousgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petllzelle oder deren Raum 40 Pf. Ardeitsmarlt 10 Bei größeren Rutträgen hoher Rabatt nach Uedereinlunft. Inserate werden bis 4... Nachmittag» in der Erpedition, Berlin SW, Zimmerstraße 44, sowie von allen Annonce»« vureaux, ohne Erhöhung de» Preise«, angenommen. Kedaktio»: Kenth Kratze Ä.— Grpeditio«: Zimmerstraße 44. ÄJ Tr°«« ban mg b»«'L ju & 16. S'ufl». ittoldir itum IlomW ibefl5' I« NmIiistste Ri«i>l. t, la« unlängst in osfiuöse« Blättern, die Arbeiten Herstellung de« Nordostsee-Kaval» könme»«och nichi Li*« in Aagriff genommen werden, da da» Reich, in Er« ?.?el«nq eigener Kräfte, fich da» technische und admini« la« � Personal erst von den Bu«de«staatea überweisen .litt muffe, vamentlich von Preuße». Z« Atel oder ., JJtotobutg soll eine kaiserliche Kaaal-Kommisfio» nieder« »>*"ttben, die da» ganze zu lette« habe, wird. Man 8 hie Arbeiten zur Herstellung de« Kanal» würden jjohre erfordern— früher glaubte man, 10 Jahre werden . mderlich sei«— und e« läßt fich denke», daß ei» «ine sorgfälttge Vorbereitung er- � 3n der ReichttagSfitznng vom 9. Januar d. Z. wurde J? ktste» Mal über die Nordostseekanal-Vorlage verhandelt Eu®*1 Abg. Bio» richtete an den �taatstsekretär von o�cher eine Reihe von Anftaae« in Bezug auf die AuS- fcfttß der Arbeite«. Er meinte, daß mit einer große« j Ne ausgestattete Reich brauche fich nicht wie ei» Pri- z�strnehmer zu geberde»; e» könne, wenn e» die Ar- Maa&Jrf« i/c lür de« Kanal vergebe, Bedingungen zu Gunsten der , � i'schzftigende» Arbeiter stellen. Man möge also in die -®inti S währ� t,»i. eu« on*(r :S�[ 0. i i« i"I�tievenoen Verträge Stipulationen aufnehme»,«ach Ote» hie Arbeitszeit keine übermäßig lange sein dürfe und «öz« für die Arbeiter einen ordentlichen mit dem fi« au«kommen könnten, festsetze«; auch möge wan dafür sorgen, daß die einheim'schea Arbeiter Uttüber de« autläodischen nicht zurückgesetzt würde«. Der lutM« Ü?1** 10« Bötticher gab auf diese Vorschläge die ä: Regierung zu ersuche», die Bauausführung zu über- dehmen. Diese Antwort war an und für fich sehr unbefriedigend �«d die Erklärungen, die nachher w der Kommission von r* Regieruvg»vertretern abgegeben wurde«, ginge» darüber Wesentliche« auch nicht hinau». m �ttn hat fich aber die Sachlage geändert. Die Abficht, ..ttßen dje Bauausfübruna»u übertraaen. bestebl lujf-r— �laoit|lty ouocn UuO Die vlv«uu» vs si»t.»"ll leite« soll, ist ein« Reichlbehörde. Damit e�/i h«*. 1° die Einwinde, die damals Herr von Bötticher ge- \f/. bai L bat, hinfällig; e< ist auch nichts einfacher, als daß J wenn es keine technischen und administrativen )tf/m— da», fich dieselbe« von de» Giazelstaate« überweise» % larfr IseuMeton. Si&i [27 Spure« im Saude. Roman von Ewald August Köuig. nicht"Ä wöchte Ihne«»och etwa« sage«, wa» mein Vater visu?lahren soll, und wa« auch die andere» nicht zu �"''.brauche«."»ahm Paul da» Wort.' :aB nur da« Kunstschloß an der i -mn"*>en �"drechet abhielt, sei» "Allerding«," nickt« der Inspektor. Sl'Ä ,Eie errinner» nur da« Kunstschloß an der Schlafzimmerthüre .. voll- « d«l�' Drüben in Amerika, wo die Kunstschlofferei weit v»» tten ist, lernt man da« alle«, und wenn man'« W,'*«ine Kleinigkeit. Ich sagte Ihne» schon, daß in 9'RRM"«cht mir der Baron auf meinem Heimwege be» «t �.und manche Frag« an«ich richtete, bald darauf ist M bei de« Rentner Gottschalk gewesen, der \ �hrscheinlich meine Geschicklichkeit gerühmt hat. Run mir, er wollte de» Schlüssel zu seinem eiserne« ich verloren haben, ich sollte de« Schrank öffnen und "Akt dem Haken?» WwT t Der Baron gab mir ei» Glas Wein und dich ist»« Verwundemng au», er betrachtete de» Hake» t«hte nicht, bi« ich ihm die Kunstgriffe ge- |W 1' kotauf bat er mich, ihm das Instrument zu thate« da«?" fragte der Inspektor rasch. ** �eb gut. und«in solcher Hake« kostet er wird nicht wtffe», wie man ihn handhaben ��gte e» ihm und er hat'« gelernt." ie. zeige« Sie mir da« Instrument." läßt, die Leitung der Bauausführung aber doch nicht au» der Hand giebt. Sonst hätte» ja beim Bau de« Reichstag«- gebäade« dieselbe« Schvierigketten entstehen müsse« uud davon baben wir nicht« gehör». Wir nehmen an, daß die kaiserliche Kanal-Kominisfio», die den G- underwerb für da« Uoternehme» auszuführen hat, auch die Verträge mit de» Privatunternehmer« abzuschließe»' haben wird, denen man die Ausführung der Arbeiten über- giebt. Es wäre wirklich an der Zeit, daß man fich bei dieser Gelegenheit auch um die Interesse» der 10 000 Arbeiter kümmerte, die erforderlich find, um den Kanal her- zustellen. Die Unternehmer find natürlich bemüht, sich bei den Voranschlägen, die sie der Regierung mache», zu unter« bieten, und denken, auf Kosten der Arbeiter die Arbeite« recht billig ausführe« zu können, nämlich recht niedrige Löhne zu zahle» und recht lange arbeiten zu lasse«. Wenn man de« Piivatunternehmern freie Hand läßt, fo werde« sie weniger deutsche Arbeiter, sonder« Schweden, Pole», Russen und namentlich Italiener heranziehen, die zu chinestsche« Löhnen zu arbeite» glwohnt find. Beim Bau de« Main« karalt hatte» fie e« so gemacht und die dort beschäftigte« Arbeiter bekamen eine Mark pro Tag, ei« Lohnsatz, mit dem ein deutscher Arbeiter bei solch aufreibender Thättgkeit nicht auskomme» kann. Beim Äaiokanal waren, wenn wir recht berichtet sind, von den Unternehmer» Baracke« hergerichtet, in denen die Arbe ier schliefen und wo sie auch essen konnten. Et scheint ua« da« eine mehr oder minder geschickte Umgehung deS Truckiylem» gewesen zu sein. Die Italiener schlafe« in Erdhütte«, wen« man e« ver- langt, und verstehen e«, ihr Mittag«- und Abendbrod durch allerlei Zuthote» zu bereicher». Ei« fangen sich Frösche, Eidechse», Schlange» und andere« solche« Gethier und Ge- würm, wa» dann in einem Topfe zusammengeschmort und mit großem Vergnüge« verspeist wird. Aber dergleichen kann man von unseren einheimischen Arbeiter» nicht ver« lange«; fie werde» fich nimmermehr an so etwa» gewöhne« könne« und e« wäre ein Unglück, wen» fie e» könnten. Man höre aber auf, die„Mäßigkeit" der Italiener zu lobe». Diese.Mäßigkeit" hat ihre besondere« Seite«. Selbstverständlich find wir von keinem Vorurtheil gegen die Jialiener befangen; sie trage» keine Schuld an de» Verhältnisse», die fie zu dem gemacht habe«, wa« fie find, nämlich zu Lohndrückern. Allein eS ist doch nur recht und billig, daß bei diese« Kanalbaute» die deutsche« Arbeiter in erster Linie berücksichtigt werde«, den« fie müsse» ja auch die Millionen aufbringen helfe», die für den Kanalbau erforderlich find. Di« kaiserliche Kanal-Kommisfio» möge also nnt de» Bauunternehmer» eine erträgliche Arbeitszeit und eine« ofc» ständigen Loh« für die Arbeiter vereinbare«. Das kann Paul kam der Aufforderung»ach, er führte de» Hake» in da« Schloß ein und ließ die Feder» spiele«. Der Inspektor wiegt« da» graue Haupt und machte ebenfall« einen Versuch, der iodeß mißlang. .Nannte der Baron Ihne» eine» Zweck, zu welchem er diese« Instrument benützea wollte?" fragte er in erregtem Tone. „Jawohl, er wollte de« Mann, der ihm de» Schrank verkauf, hatte, von der geringen Zuverlässigkeit der diebe«- sichere« Schlösser überzeugen," erwiderte Paul.„Ich fand im ersten Moment darin nicht» Auffallendes, später erst, al« ich darüber nachdachte, befremdete e« mich." „Nun, wer weiß, er kann in der That nur die« damit bezwecke» wollen!" sagte der Inspektor»ach einer Weile, „große Herren habe« mitunter seltsame Idee».- „Und Sie wolle« auch hierin keine» Anhaltspunkt für unser» Verdacht finden?" Der alte Man« blickt« lang« gedankenvoll vor fich hin, dann heftete er de« forschende» Blick fest auf da« Antlitz Pauls. „Ich kann»nr wiederhole«, wa« ich schon vorhin sagte," erwiderte er,.zu viele Personen find in die Sache eingeweiht. Mögen Sie auch behaupte«, daß Verschwiegen- hett im Interesse aller liege, hier trifft, wie ,» so manche« anderen Fällen, da« Sprichwort zu, daß zu viele Köche den Brei verderben. Zeder will hineinrede», jeder eine« gure« Rath gebe», ich liebe da« nicht. Wen« ich die Unter« snchung übernehme» soll, dann muß man e« mir allein überlassen—" „Aber da« versteht fich ja ganz von selbst!" unterbrach Paul ihn..Niemand wird daran denke», Ihne» Vor- schrifte» zu mache»—- .Zch ziehe vor, mit Ihne» allein die Angelegenheit zu verHandel», mit Ihne» und dem Mechaniker Heinemana, alle übrige« Personen müssen glaube», daß ich de» Fall für einen hoffnungslose» halt«. Kann ich«ich nun auf Ihr« und Heinema»»'« Verschwiegenheit verlassen, so bi» ich bereit, die Untersuchung zu beginne», wenigsten« eine« Versu« zu mache«, so wenig Erfolg ich vitr auch davon verspreche.- man, den« die für de« Kanalbau bewilligte« Summen reichen gar wohl dazu au«. Eine solche Maßregel würde nicht nur momentan für viele Arbeiter, Handwerker und Geschäftsleute Vortheil bringe«, sonder» würde auch für spätere ähnliche Fälle maßgebend werde«. Da« letzter« ist dabei nicht da» Geringste. Met« die ArdeitakNdzebmiz in Krüssel schreibt die liberale„We serzt g.": Belgien fühlt sich von ige Permanenz hinter geschlossenen Läden, aber«» geschah nicht» l Die ganze Angst war unnöthig. Zum ersten Male seit 1884 sah Brüssel wieder eine Kundgebung»— dazu eine Arbeiter» kundgebuna, die war etwa« Neue« für Belgien. Die ange- stellten Ardetterenquetm hatten klar gelegt, daß die Lage der belgischen Ardeiter eine tief traurige sei und eine Einficht im Lande hervorgerufen: e« muß etwa« für die Arbeiter geschehen. Daher fand diese Kundgebung bei den Bewohnern Brüssel» wohlwollende Aufnahm«, und den Arbeitem ward Zuruf und Aufmunterung trotz der rothen Fahnen und der Marseillaise zu Theil. Und da« um so mehr, al« die Haltung aller Ärbetter eine durchau» würdige war. Ganz Brüssel war daher auf den Beinen, um die A bester zu schauen! Kein Fenster, kein Ballon blieb unbesetzt; auf den beiden Seiten der Straßen» durch welche die Arbeiter zogen, dichte Volksmengen, die fich ohne Polizei im Zaume hiellen. Und welch ein Leben. Dort ziehen städtische Vereine unter den Klängen der Nationalhymne nach dem Rathhause, um au« den Händen de« Bürgermeister» am Nationalfeste Medaillen entgegenzunehmen; hier eilen Ar- deiterschaaren unter dem Besänge der unvermeidlichen Mar- sellatle nach den Sammelplätzen. Um 10 Uhr sollte fich der Zug der Arbester in Bewegung am; e« wurde 12 Uhr, da die 4000 Arbeiter au« dem C ntre nach 11 Uhr in die Stadt gelangten. Im Ganzen nahmen 16000 Personen am Zuge TbeU, der volle vier Stunden durch Brüssel zog. Der Vordeimarsch selbst nahm 55 Minuten in Ansvruch. Jeder Theilnehmer trug inm rothen Schmuck, die meisten an ihrer Kopfbedeckung Aufsafriftcn:„Amnestie" oder „Allgemeine« Wahlrecht!" Diese beiden Arbeiterforderungen sollten voll zum AuSdmck kommen und die Kundgebung, diestchzu einem wahren Erfolg für die Ar- deiter aestaltete, zeigte, mit wie großer Energie der Generalrath die Arbeiterschaaren zu organistren verstanden hatte. Den Zug, den überall sympathischer Zuruf, auchTücherwinken begrüßte, eröffnete der Träger einer großen mit Trauerflor umhüllten belgischen Trikolore. Da» sollte dt« Trauer der Arbeiter über ihre Rechtlofigkeit und über die harten Verurtheilungen ihrer Brüder ausdrücken. Ihm '_ der Gcneralralh, die neue rothe Fahne und ein starke» tustkkorp«, da« die Marseillaise ertönen ließ. Alle Ardeiter sangen mit; in Reihen zu je acht Mann schritten fie in treff- lichrr Ordnung einher. J?der Gruppe marschiren Träger .Auf unsere Verschwiegenheit dürfe« Sie verträum," erwiderte Paul,.wir alle, die wir hier versammelt find, haben ja da« größte Zntensse an der Lösung de» dunkle« Räthsel,." Ei« geringschätzende» Lächeln umzuckte flüchtig die schmale» Lippe» de« alte» Manne». .Da« mag ja sein," erwiderte er,„aber vor alle« Dinge« find mir in solche» Angelegenheiten die Frauen unbequem. Ihre Neugier und ihre Sucht, fich in alle» ZMMUM möge» seine» Bruder zurückoerschaffe»»erde«, aber da« ist ja unfin«, der Raub wird längst vergeudet sein, überdie« ist e««och nicht einmal bewiese», ob sei« Bruder Vermöge« gehabt hat. Der gute Man» würde mir mit feine« sanguinischi.« Hoffnungen keine ruhige Stunde gönne«, da« werden Sie zugeben. So, nun kenne« Sie die Gründe, die«ich veranlasse», ja sogar zwingen, mit Ihne» und Heineman« allein zu verhandeln, ich muß Sie dringend er- suche«, dieselbe« zu respektiren und auch im übrige« alle« meine« Anordnungen Folge zu leiste». Ich erwarte Sie und de« Mechaniker heute Abend um sieben Uhr in meiner Wohnung, dort wolle» wir alle» gründlich be- rathen." Der Inspektor Dörner hatte die Werkstätte berett» verlasse«, er und Paul kehrte» zu der übrigen Gesellschaft zurück und fanden hier de» Souffleur in fieberhafter Er- Mmel vertheidigte seine Ueberzeugung, daß er ei««» Theil de» geraubten Gelde« zurückerhalte» werde, er bante t ä wrrss; ä Stimmimg wirklich ei» reich« Plann?" ist in de« Akten allerding« die Rede, ab« man hat damal» voran, die Schilder mit der Vnaabe der Provinz, bei Ortes und bei verdandei tragen. Jeder Verband führt zum Theil prächtiae röche Fahnen mit phrygischer Mütze, ein Trommler oder MufHtorpi und eine große Anzahl Schilder mit Auf- schrtften, wie solche zur Kundgebung Paßten, mit stch. Die GOO eröffneten den Zug.„Wir wollen unsere Rechte I", Aotwerpener...._________________________________... „Gleiche M'litärlasten„Das allgemeine Stimmrecht ist unser natürliche« Recht!",„Wir haben die Lasten, haben wir auch die Rechte 1",„Unsere wallonischen Brüder find unschuldig, da« Elend hat fie verleitet, volle Amnestie!"— also las man. Die Arbeiter sangen die Marseillaise, sobald aber die Mufil auf» hörte, ertönten tausendstimmige Rufe:„Amnestie!",„Allge» weine« Stimmrecht l" Die Brabanter folgten, voran die Biüffeler. 3500 Mann stark. Alle Wahloereine der Stadt und ihrer Vorstädte, ein Wald von Fahnen und Schildern-„Alle Macht muß von der Nation ausgehen!",„Keine Rechte ohne Pfl-ckt«nl"„Alle Belgier müssen gleich sein vor den Ge> setzen I"„Emanzipation der Arbeiter I" Kein Arbeiterverein hatte stch auigeschloffen. Die Belgier aui den nordftanzöfischen Fabrilstädten— 300— fehlten nicht. Jetzt aber lauter Jubel! Die Sozialistenführer Anseele und Van Beveren voran, schritten die Genter,— 2400 Köpfe stark—, darunter zahlreiche Weiber, einher, der flandrische Löwe mit der Devise:„Gleichheit für Alle!", prächtige Fahnen mit ph�ygischen Mützen oder kunstvoll gearbeitelen Wahrzeichen der betieffendm Lrbeitervereinigung eröffneten den imposanten Genter Zug. Die Arbeiter, kräftige, sauber gekleid« herauSgegebm von der Hai de lS> und Gewerbekammer für bopern, folgendermaßen:„In Berlin detiug der P et» 1000 Kilogramm Herbstweizen am 1. Juli im Vorjahre(low) 176 M., und im laufmd-n Jahre 15050 M., Roggen loM 150 gegen 131,75 M In Wien stellte stch d.r Prel, W HerbstmelzenS pro 100 Kilogramm am 1. Juli 1685 ow 8,99 fl. und ein Jabr später,°m 1. Juli 18b 6, beieil, mf noch auf 7 87 fl.; Roggen fiel von 7,34 auf 8 60 fl und Haler von 666 fl. aur 6,50 fl. In Pari« fiel der PrnS deS W' weizenS von 24,60 Fr. out 22,50 Fr. Wie man steht,# also sowohl in Berlin, alS auch in Wim und Part« tte tretdevreise im laufenden Jahre wieder ein gute« Sri-ck«wiWj gewichen, und bei einem Niveau angelangt, wo ein Zurückweichen wohl den Ruin von Tausenden zur Folge hadw müßte. Der rückgängige Gelreidep-eiS ist jedoch alS ein weis dafür anzusehen, daß die Erhöhung der den' scken G etreidezölle den Zweck, um dessen>' willen sie geschaffen wurden, verfehlt»a� denn trotz de« Schutze« der nationalm#4"% Produktion in Deutschland konnte ein wettere« oW" der deutschen Get etdepreisr nicht aufgehalten werden." Die ausländische, vor allem die überseeische Konkurrent 0% windet die Zollschutzschi anken und senkt die Gctrctdeprnlt Dadurch wttd der Zusammensturz taufender von däutrliM» Existrnzen, von kleinen und mittleren Grundbifiyern deiat� mgt. Nur die großkapitalistisch wirtdichaftmdm feudalhetfltw» Großgrundbesttzer haben einen Profit dabei, da fie im find, auch bei niedrigem PreiSstrnv zu produziren rmo? konkuniren, vermöge ihrer kapirallr ästigen Slellung. Auf Fall aber wird, wenn auch der Getreidepiei« fällt, das � treibe mindesten« um den Zoll, der auf ihm liegt,"L theuert, und dadurch wirb der kleine Mann, wird vre 8% Masse de« werkthättgen Volke« indirekt besteuert, in dir%% frieligung ihrer nothwendigsten Bedü-sniffc und behindert. Der scheinbare Zweck der Kori#* dem Bauernstano zu helfm, ist naturgemäß f. frhlt. da« Junkertbum macht aber doch Geschäfte, eS fich auch in der Höhe de« einzuheimsenden Gewinn» jr, rechnet hat. Verrechnet deSwegm, weil e« die wucktt# T walt der internationale' LedenSmittelkonkurrenz beden«',. unterschätzt hat. Da« Fallen der Getreidepreise wird übw, j u'»Ct, akkompagnirt durch ein« Verschlechterung der prolctai'i®: j ve i rMtonipr %% weil d it So K sjfer. sfe entschied � sozialen u-Jkt B %% «St* die n sS i «Uli« lim JüCTUBiccBitiuTig oti. I mt-»,« Lebenshaltung, durch forschrettende Maffmarmuth, d»'* jT, allgemeiner werdende Arbeitilofizkett, kurz durch alle 8™! � m der herrschenden wirthschafttichm Welttrtst». Niedriger wer» u.?s L w* utbviujtuuti» iviuviujuiuiujtii xvtmiiiif. vwvt&gw« die Getretdepreise, noch niedriger aber die Löhne, und 1» fl der Nr»iSfall. de? durch Lohnreduttionm ausgeglicken®?! der PreiSfall, der Ardeiterklaffe so gut wie gar nicht«. Auf jeden ist e« gut, solche Kritik der Schotz�öllerei, wie ste die,, HandelSzeitung" geübt hat, gebührend festzunageln mit fällt fie dem einen oder anderen Schutzzollenthüfirstm � Buge zur hellsamen Belehiung. ?l!�u°at S/se oiV, Z» de« russtsch-polaischeu Ausweisungen. fische Zeitung„Nomostt" weist daraus hin, daß di«? � derjenigen jungen Leute au« dem rusfischen Reiite,«et», ü deutschen Universitäten stubiren, 204, die hp der auf diesen Unioerstialen Studii enden dagegen 21 P,*# trage und bezweifelt, ob jene geringe Anzahl von ruint � Srudirenden wi- kltch«in gefährliches Element für die rv» � friedlicbe Entwickelurg det Deutschen R'.tchc« bilde. Uns f®- dieser Zmeiscl auch sehr derechltgt. Die Zahl der Selbstmorde w der deutschen Ar war im Monat Juni wiederum sehr bedeutend. Na« amtlichen Generaliappoil find von den Mtlttä-Per'onen. preutzirchen, württembergijchen und sächfischen Heere«, sow � dem XV. Roip« aiiaidilten bopnischen Besa,un»tbria-°r � genannten Monat 137 Mann verftoiben, darunter 16,2 pCl.) durch Selbstmord.— Auch die Zahl der /v � glückungen war außerordentlich groß mtt ebenfalls so-, Todesfall wttv außerdem al« durch Hitzschlag veruis--«' meldet. Der Beschlagnahme der Geeftemünder «Martha" durch ein englische« Kanonenboot wt'd tt poltttschen Krei en keinerlei Bedeutung deigemeffrn. beißt, handelt es fich um eine« jener kleinen FahrzeugJ; � auf der No.dsee einen fliegenden Handel mtt Spiriiuoiw � StahrungSmttleln treiben und fich im Eifer dei Gel®» ,� Ani' dl der �Mtion oo �Imtra ST", p bi8 an die englische Küste verirren. Wie erinneilick,� vorigen Jahre aus ähnlicher Veranlaffung ein englisches boot in der Nähe der deutschen Küste aufgebracht worden- t* artige Zmtschenlälle werden erst dann aufhören, Grundsätze der kürzlich im Haag adgehallenen Ronfe�P Verhütung de« Brairrnweinhandelt auf der Nordsee beiheiligten Staaten Deutschland, England und Holl»� erkannt und thatlräftig durchgeführt sein werden. SÄ fie find,' sagt« der all« Herr, nachdem die Beiden «owmen hatte»,„großen Hoffnungen dürfe» wir u»s gebe« und vor allem müsse» wir un« mit Geduld ii Ich gebe zu. daß der Verdacht schernbar begrü'�gs mehrere Umstände tteffea zusammen, die ihm et»* � f biete«, aber trotz alledem müssen wir sehr vor!'» Ls Werke gehen. Dem mehrfach geäußerte» Wuns«? � ro«S,»och einmal in seinem frühere» Zimmer Wt' ungestört weilen zu dürfe», muß eine ganz andere �l, zu Grunde liege» al« die, weiche er dafür angestw � Diese Adstcht zu ersoischen möchte ich Ihnen ü � Herr Hernemaa». Sie wohne» in einem Rentner, e« kan, Ihne« nicht schwer falle«,.... Haushälterin Gottschalk« in Verbindung zu setz«»"fth» de« Besuchen de« Baron« Kenatviß fich dem Rentner gevähert und sei», fich da« Vertrauen und die zu erwerben, S � Ä! � LUM ♦Oj. wup«ociimuen uuo oic"' i »erbe». Ä. � d. .«der seine wahr««»bfichte« wird er nicht v-r ü � d«i b, schaltete der Mechaniker et«. w" .Frerlrch nicht, indessen kann irgend eure ä s fei- lieb, wen» ich nur für die Dauer einer Viertelp Stiesel de» Baron« erhalten könnte." � greW „Hm, da müßte man zu erfahren suche«, � Schuster er a, betten läßt,' sagt« Paul.„#0%, „Und da« kan» Keiner von uns übetnt�l%* der Inspektor ruhig..Wohl aber»ante»»'«.©tief«1' mann, e« ermöglichen, mir eine» Abdruck -'"E-IS Ä'U«... Brei hiaeintrete« muß, nachher Heden S % "Ner. Set Ä K tett irnitm fbir.» iuns'i DiKf 1»® Ii w» !5 ouf t tiu» )W Herdß' MÜ-l. Dtüeni tJdlK# :tn B* 6eu' fent' (jttlKft ktteW em Ä inliA" i und P G Iii 01� »er B# Sfl L| ttfl« � eW*' Oesterreich Ungar«. «n Ftldltrchen und Villaid fanden Verhaftungen «rbeitern katt, die unter der Anklage des Hochver- Md» und gehiimer Verbindung mit dem Londoner Anarchisten» »Wit« bei dem Landesgericht in Alagenfurt«ingeliefert wur> meldet der offiziös« Telegraph. 400Wethgerber in Praa und den nächsten Vor« 8? Heiken. Sie fordern eine WochenlohnSerhöhung um � dulden, sowie eine zweistündige Mittaztpause. Der «kführer einer Gerberei wurde nach der„Franlf. Ztg." mif» Mtlt, weil er fich den Streikenden nicht anschloß. Die Po« m wurde verstärkt. Schweiz. L,»Grenzpost" meidet, daß die Baseler Arbeiter u???, ficb darauf vorbereiten, eine Verfassung«- kl III"n herbeizuführen. Bis jetzt haben fie die Vertreter steifinnigen Vereine nicht beigezogen. Eine Dreierkom- 'Ifton sei einoesetzt worden, welche auf nächsten Oktober ein �stoniprojekt vorlegen soll, da« u. A. auch eine Vuminde- d« Zahl der G:oßrath«mitgli«der«nthallen würde. Die Nachr." bemerken zu dieser Nachricht:„Wir wissen nicht, weit diese Nachricht der„Grenzpoft" den Thatsachen ent» ü So viel ist unter allen Umständen ficher, daß da« ent- "9* und klaffenbewußte Vorgehm der hiefigen vrdeiter, in der Herausgabe eine« speziellen Ardriterorgan« �Meftirt und da« augenscheinlich mit besonderer Rückficht auf l», Anwenden Großrath«« und Regierungswahlen erfolgt, da- -�nhren muß und wird, daß die Freifinnigen Lasel» aller »Alu'rungen fich fester zusammenschließen, dettehende persön- du...)Ifrenzen über Bord werfen und geeinigter als je für .�Mieden fortschrittliche Entwicklung Basel« auf politischem wstalem Gebiet eintreten." o_ Rußland. jn�w�Seleuchluna de» Stande» der Volksbildung Effintlicht die„Now. Wr." folgend« intereffante Daten, die d« .________ der lvjährigen Frist seit' Einführung der allgemeinen h- von 1874 bis 1884, gesammelt worden find: eetyk?,"» im Laufe dieser Zeit im europäischen Rußland aui» W& w"?i'irutm waren 77,02 pCt. Analphabeten(d. h. »«.�we nicht lesen und schreiben können) und da« größte w, ittferten dabei diejenigen Gouvernement», die al» n) l•ttü sIL J höheren Bildung zu betrachten find, zumal sie Uni v»n»«n. co oai z. o. da« Gouvernement Kasan lidch-'' �»EL«iew 86,20 pCt. und Charkow 8S.9ö pCt. Analpha- t»"? I �»eftellt; Moikau und Petersburg partieipiren ebenfalls lni�wz ansehnlichen Ziffern, erste«« mit 47.36 pCt. und � k?.?it 40,80 pCt. Fn Petersburg ist indessen die Zahl Vi r«sen« und Schreiben« kundigen R.kirficn gegen Ende WjWwitumS um 13 pCt. gestiegen. Mit Ausnahme der Provinzen hat da« Gouvernement Im off law den V&rin Piozentsatz an Analphabeten, nur 36,S8pCt., aufzu« gehabt. »Kurator PodedonoSzew hat e« durchgesetzt, daß j-tzt die innerhalb der Armee auf da« Strengste werden müssen. Bisher herrschte in den Trup- daS Bestreben, den Mannschaften so selten wie mög- enspeisen zu geben, da der Fastentage außerordentlich in der Ollerzett stehen Wochen bintereinander— und Ben, körperlich doch noch nicht völlig entwickelten Sol« igmJ tUmal bei dem anstrengenden Dienst, kräftiger Speisen "w. Eo sieht in Rußland der Fortschritt au«. � Belgien. .Krüssel fich am hallenden Anhänger der ö t. �auJn warfm sie Zigarren und ihr Journal zu elften in d e Menae. �'-— >«r loch "Ä [(och' � die Henen zu *Ä( � Amsterdamer Korrespondent de«„New Bork Herald" ®t,M.Äii,.» �I�vredung mit dem Führer der holländischen eU0t' Z ß '»i lilifLi4 nterredung mit dem Führer der holländischen ,3 �°wel.° N ie u w e n h u i». Lehabt haben. J(ySbi 1 BA~kZ."Vv*.u«ruttv» gaorn, in iSvam s«. fotett über die jüngsten Ruhestörungen w tv? find ���niaßen au, geiaffen haben soll:„Die Un- � �S Verbot einer Volkidelustigung hervor» k-�beü vkrnunftßemäß« Erziehung hätte dem Volke �und Grauiamkeit jener Belustigung vor Augen d-Vnlln. � vnfiatt an«ine geordnete Erziehung de» Volke« g?! ,! die Regierung zu willkürlichen und eigen- iK!'» �Uzeimaßnahmen. Gegenwärtig ist die �" Nvth �.wieder hergestellt, aber im Winter wird die I.......... a| Nnie jU trneutem Handeln zwingen. In -n,s,.— ,e«verde« schon wisse«, wie Sie da« zu mache« � Li«%'«icktt Hewemana,„ich werde dafür sorge«, .«ehr erhalte»." «Ne«,. W— fiad Sie mit dem Reuwer befteuudet s" x ftj.* ar. V I �4 öJ!ie �»«te« vielleicht doch über de« so«derbare« ihm red.»!' «*«t"" � wir ewe besondere Gelegenheit geböte« K �«i« c*. K]ul,la auch herbeiführe» läßt I Nur breche« Sie VViS°°« Zauae." L oi>et 5ratt Laave kö«»te ich wird vicht« wisse«, aber die Frau m Lie eivmal über b« Vergavgevheit Bergau« Ä.'«Bi»�-",. 0en®ie fich- mit wem er damal« ver« «t v«!Ie6le u»d unter welche» besondere» Um» '«t®#* verschwand. Ob er i» de» letzte» , tifiiit h«, S#« Na»?' L«rschwi»de« sei«« Lebensweise änderte, A-rl��. außer de« Hause geblieben ist. kurz«lu«» i«d°ß Aufsehe» ,««. l �« m de* nächsten Tage« zum Abend» a-- sagte der Mechaniker nachdenklich. ? 1* i« bnl1 i'fi® Weg. man kann solche Nachfor- g?" Sit niA.7e®ftab hannloser Unterhaltung kleide«. « auch wache» Sie fich gleich»ach. �4% s». Anbedeutendste kann für die Unter. ... vn«(T/, Uhr, im Königstadt. Kafino, Hoftmarttstr. Rr. 72 Tagesordnung' 1. Besprechung deS Stiftu gSfestet. 2. Wichtige Vereintanze- legenhetten. 3. Verschiedene» und Fragekastcn. Gäste durch Ritglieder eingeführt, habm Zutritt. Reu« Mttglieder werdm aufgmommm. Alle dtejmtgm, welche noch Billett vom Som- werfest habm, werden ersucht, Dieselben mitzubringen. Zentral-Kranke» und Sterbekasse der Tischler«. s. w Tagesordnung: Verwaltung"-''"—" � schievenet.— Laut Besch 21. ungSbiricht pro 2. Quartal und Ver- M* ttm l. dult In s.ueäk!« io«r-.......— � -aeeaa: (fortteiltr.». -yrrmifchtrs M- Utber. da» Mißgeschick de» deutschen «.Ä7Ä- S-IRnK Der Kutter ging am vmigm Mittwoch Abend wäh, berichtm: ZK�WWW MMÄ S'ffE« Besatzung wurde durch Hilfe vom Lande aut gerettet. wurde nun um Hllfe nach Kopenhaam telegraphirt, unk Laufe deS Tage» kam auch ein BergungSdampfer an. Kutter lag drei Fuß tief in der Brandung, theilweise geiM» und mtt Waffer gefüllt. Die Bergung de» Kutter» war itoF schwierig. Sowohl der Schiffskörper wie die Segel un»# Inventar haben schwer gelittm, so daß bedeutende Kasten"J Reparatur aufzuwenden find. Ein Marineschlepper au»** wird erwartet, um dm Kutter heimwärts zu dringm. Beim Spiele« getödtet. Ein schrecklicher Unglück!� hat fich. wie wir der„Now. Wr." mtnehmm, dieser Taa< der Nähe von Srednaja Rogatta auf der ZmSkcje-Selo--� zugetragen. Die Paffagiere deS um 4 Uhr Nachmittag»' Peierödurg adgehmdm Zuge» wurdm plötzlich durch holte Signa'pfiffe erschreck! und gleich darauf war auch der li- zum Stehen gebracht. Bestürzt und neugierig zugleich � die Paffagiere au» den Waggon» in» Freie, und hier dol ihnm etn schrecklicher Anblick dar; auf dm Schimm, nj* dm Rädern der Waggon», lag der bis zur Unkennllichkeil* stümmrlte Leichnam eine» KtndeS. Der Maschinist hattt Kind auf dem Bahndamm spielm sehm, sofort Signalpsiffi? tönm laffm und dm Zug gebremst, doch war et schon zu tr, Dai Kind gerieth unter die Räder und büßte so sein W Leben ein. ES war daS dreijährige Sötrnchm eine» w*. «ächterS. Der Vater lag krank in seinem Häuschen, die 1% war auigegangen und daS unbeauffichtigt gebliebene Ktn» l fich auf den Bahndamm begeben, um dort zu spielm un» Herannahm des Zuge» nicht bemerkt oder auch gar nia> ahnt, welche Gefahr chm drohte. Ehe und Galanterie bei de« Römer« Der Historiker Maurice Pelliffon hat ein Werk veröffentlicht� da» Privatleben der Römer zu dm Zeiten det PliniuS und darin auch ausführlich da» Liebet- und der Römer behandelt. Dt«„Frkf. Ztg." berichtet dm ist intereffant, daraus zu erfahren, daß in diesem sozialen Punkte die Sitten de« römischen Alterthum» itr. breben dttV07 ß sil njöfi loziaien Punne vre euren oe, romiiwen»rierioum, mobemen ganz verschieden st d. Zunächst findet fich»MtQ "nterschied, daß bei den Römern der Gründung ein*« lt» keine lange Einlettung vorausging. Da« GefiW LI «i einer Eheschließung fast gar kein Wort mitzusprechen- beirathete fich, ohne fich zu kennen, ja vielfach ohne w» Verlobung fich gesehen zu habm. Die Sache wmde Eltern abgemacht, die in ihrer Wahl nm durch Konvmimz, de» Vermögm» und der gesellschaftlichen� düngen fich leiten ließen. Auch war da» Alter, in nkWEt, jungen Mädchen heirathetm, nicht der Art. daß sie Wahl treffen konnten. Gesetzlich war diese» Alter auf'«D fixirt, aber der Brauch wollte, daß man bt»»um wartete; 19 Jahre war die'' un» wo tage urhren »ut... lohnend m Dil »öglichi wlnl-sch tnlenfi * Wi die üb« juuft da» ob« «n«en »«auf A'ftit dfiti'rä «btifiü uns � Siedet fi* gor äußerste Grenze, die I überschrritm dürfte. Die Männer veihriratheten fich 8"�'/ 30. Jahr. Die Töchter erhielten also ihre Männer A iF»r»r«tnh ßä ifß 9R»4fn{#T«rttl 21) Hand ihrer Eltern, und et ist kein Beispiel von 2% i gegen dm väterlichen Willen bekannt. Heutzutage ädchen ein Wort mttredm, und da» ist in der '' Mitgift b;i dm Die Röme: waren � M Wie heute so spielte auch die 1« und sogar die erst« Rollt. ute, und die Mitgift mußte oft Schönheit, r,:i{ und mttunter sogar die Ehre ersetzen; wa» freil» M I noch zuweilen vorkommt.„Wenn nur Mitgift* PliniuS jemand sagen,„so ist sonst kein Fehler da-' Frage der Mitgift geregelt, so verlobte man die für un»'h Sl wih, N°lle II n»otr %« großem Pomp; aber da» änderte nicht» in den BezU» künftigen Gatten, insbesondere lernten ste fich darum n � F kennen. Auch VoS, nm« wir dm„Hof machm" nenn-n-.- den Rönem bi» in'« vierte Jahrhundert völlig� Nach der Verlobung beschäftigte man fich mit aber auch diese war Sache de» Brautvater«,, Dienerschaft de« neum Eaepaare» zu üntn' Scheidung war in Rom sehr häufia. nmnmtlich unw� Kaiseneich. Man ging zusammen ........... Eh- der größten L ichtigkeit.'Einige Frauen. die Jahre nicht nach Konsulatm, sondern nach ih die Jahre mchl nach Konsulatm, sonoern �" nem, von dmm je einn auf ein Iaht kommt-. � Leichtigkeit der Scheidung, war der Ebedruch„«ig «tTOUBitu un eswrioung, uiui u«.v- mij � mmtlich fett hellenische und römische Berderdniß M-~ um lernten o»' wetteiferten. Die römischen Fraum kennen, fanden Geschmack an LiebeSintriguen und ihre Freiheit. Die raffinirtest« und zügelloses r wurde Mode, Theater und ZirkuS wurden« zugtm Schauplätze der Galanterie.„Du schreibt Peliffon nach den Schtlderungm Dnib\, in ihrem schönsten Staat in dai Theater, nicht fitzen ste mtt den Männern zusammen und da der Galanterie am bequemsten fich entfalten. DU nimmt Platz neben ihrem Anbeter; fliegt«in ibr Kleid, so wischt er et sorgfättig weg; fällt litf 1 I sehen, sondem j, to I»"Utind i �uß als 1»achten Se welches größert« Lage ih den the Lage g« R-vi'ük ihren ja «Ndlich g deka, Ä: «fftn y, �ch?i js lnftstn & Programm und opplaudtrt au» LeideSkräftm, �2" jei den dazu gegedm. Fragt ste nach etwai, f*J%, ßuSkunst geben, die Aniwmt mag richtig sein 07- diese Dienste wird der galante'Herr zum Der Ehemann ist ein starker Trinker, wat klug m über Effm und Trinken schläft er bald ein, und«JW die Galanterie ohne Gefahr von kleinerm»u» fälligkeitm übergehen." rvte d« witthia fit'« 5 vu« WUJWf ttllV � � daß jede Spur deffeldm verlorm schien. unter«in Einwohner von Terschelling. Ter M-u veröffentlicht und dm vergeblichen Versuch gew_»llW ÄS — dies«« Im. warm, ui deckt Haiti Weise und mtt öS »« � New�Äork. 14- Aug mmrnMkh® .Wena" behaglicher machte. Vercmtwortticher Redaktmr#.«-«rhew w»«lin. Druck und««lag mas Berlin 8W„»mthstr-ß« L gerettet. J d, und« fer an. v eis« gek� » mar Sur gel und» e«osten» er aut en. UnjjlüÄ'� üzz-K Äg ou4 dclM %%% enen,� illichteit � ist fca�W gnalpstsse? hon ju% . sein ij eines»"fJ >, die »«in» !len und gar ntM t stNN!- Lg. 'knlliÄ 53 Beilage zum Berliner Volksblatt. Kr. ISS. vM Gefüi cchen. chne ,rvi-o- i ie f ch geK !Ä Ä unte«. , ml neca. Die Klriikll«od iiie Erißm. ..(Hamburger„Bllrgerztg") In Barmen ist die Riemen Mnet, da« mechanislhe Flechten von Litzen und Kordeln ein.« ser»onag«n»e Industrie. Dieselbe hatte bereits im vorigen Fahrhandert bestanden und war b« zum Jahre 1819 auf handwerlSmähiger Grund« u>ge bellt, den wlndrn. Damals nun erschienen außerordentlich ue�fferte rngluche Rohstoffe auf dem Markt, in den 50» vUhrtn begannen neue Fadrilationen, zahlreiche Artikel traten «m, die wegm ihres rasch, n Absatzes sür die Arbeiter sehr vhnend wurden. WaS war die nächste Wirkung dieses Vorganges? .Die naturnothwendige Tendenz des Kapitalismus ist es, Möglichst viel Mehrwerth zu erzeugen, D h. möglichst billig zu wtnbsda'ten, v. h. die Arbeittkraft möglichst extmfio und «Unffii audaunützen. w Wie bei jeder neuen)ir vlüthe gelangenden Industrie, � Üb» eine beschränkte Zahl gesch'ckr» Arbeit« v«sUgt, war zuerst die Laae der letzteren eine nicht ungünstige. Da aber uas oberft, G bot für unser Unternehmnihurn heißt: Spare un den Löhnen, so mußte natur�o hwendig das Augenmerk uuraw aertchtet werden, die qua! ist, tue Arbeit durch ungeschickt« £.3'0 viel es anging, zu ersetzen und die menschlich-n Ar- ?."irrä'te, die„Hände", durch die Maschine, soviel wie möglich, uduflü stg zu machen. DaS halte, schreibt A. Thun in seinem b«eit» östers von uni angezogenen vmzüglichen Werbe:„Die Industrie am �rchctn", den Ukdergang zum maschinellen Fadnldetnedc il Folge.„Bisher waren rS Meist» in ähnlich günsttaer �uge wre die Bandrvirler gewesen, mit ein bis zwei, nachh« »°ur mit s»ch« bit sieben Tischen, und manchmal mit zwanzig �deitnn. welche die Tisch? mit den Füßen bewegten—»ine ""wu» beschwerliche Verrichtung. Nunmehr wurden thrilS S'ößrren Grundbesitzern, thetlS auch von den Fabrikanten den wohlhabenderen Meistern Etabliffementi mit Dampf- «Urb gebaut, wo die Meister Raum und Dampfkraft mtetheten � ihre Tische aufstellten." Die Sleinmeist«, die hausindustriellen Zw«gkapitalisten, stallen also dem Geschick, da« unaufhaltsam auf d« ganzen N bei wirtbschaftlichen Schlachtfeldes über den Kleinbetrieb N" brich!; sie g«athen in direkt« ober mittelbare Abhängig« Großkapital. sil« ist dies der reine Feudalismus, ein modernes .//�nischci Vassallenthum, das aber dei Reizes der mittel- „ ftiAtn Romantik völlig entbehrt und sich nur nach Meter« "> Piundgewicht und deutscher Reichswährung regelt. i. Der kleine Unternehmer»«fügt nicht üb« die Mittel, 7 man zur Ausbeutung der maschinellen Technik braucht: " Muß ArbeitSraum— d«selbe ist da es sich um Dampf. ?Mo:e, um Maschinenbetrieb handelt, natürlich größer als die d-usindufttiell« Werkstatt, folglich auch theur«— er �uß also ArbeitSraum und Dampfkraft von dem Kapitaliften nachten. Sehen wir, wie sich die Sache entwickelt hat l welw».«..�rit tretende W«ib«ardtit eine Erscheinung, die, wie Die�Ä�K d« soeben geschilderten ungünstigen Siluition. Konjunktur währte jsthn Jahre, die meisten ta 1867 kam die bekannte W-ltkrisi« und traf die N tobe. _ Ein Lebensbild von v. Herwi. "�n denn, Mutter, so möge der Himmel Drr ver« 'w°i Du an mir thust. Mich machst Du unolückl.ch r- lebe wohl, Mutter �. iltiH? 6 waren die Abschiedsworte ihres Sohnes gewesen, W./steigen Kinde», ihres heißgeliebten Robert, als er iier r* ein« Stunde in schmnzlich« Erregung v«« l�dttCe ( uoch immn wie in Gedanken verloren am W!?' m,t finst« gefurcht« Stirn, die Lippen zusammen- %»ss und mit bebenden Händen. Ab und zu schwnste 'm Zimm« umh« und blieb dann an d« Dhür tt ßf0an0tn tDar— sortgegangen in Groll sie hatte ihn nicht zurückgnufen, fie wollte, % stch nicht beugen— et war ihr Kind— Pffui*. e'hr Gehorsam— wenn auch b«e,t» b(( fein«» Buletten seine Schulter schmückten und d« blonde, � r-- L.« m-t r---- x-- K Stöhnt �und und Wangen umsäumte; sie war daran a�utdi' �befehlen, denn fie hatte es ihr ganze« Leben — jetzt konnte sie sich nicht so unv«- ZT et. fügen.— Unvnständig— ja da« war es, �.chen, C Soh«. d« junge schöne Offici« Robert v.Hoch- 5°l« und n nach ihrem Tod« da« große Vermögen �itez. st'« die simple Hedwig Richter, Tocht« eine» 'st-— noch soll er sich überhaupt rncht Donnerstag» den 19. Angnst 1886. HL Aschrg Tische standen still, die Industrie lag vollkommen dar» r.ied«. Im Jahre 1868 deginnt die Periode des Wiedererwachen», die 1870 und 1871 ihren Höbepunkt«reicht Wädren» im Jahre 1867 nur 423 Tische, haben 1871 etwa 1000 Tische für Barmen aeardette». Dieselben warm theilS durch Vor« schüffe der Fabrikantm, theilt seitens der Maschinmbamr an« geschafft. Da hadm wir«in Stück de? famosm Etzstems d« kapitalistischen Hierarchie. Oden thront als ökonomischer Dala! Lama S« Großkapitals, dann kommt als Untergedmer sein LehnS- mann, d« bauSindustrielle Meist«, und unter diesen stehm die besitzlosem Arbeit«. Immer abhängig« wird d« Kleinmeister, immer mehr lüitet stch seine Unternehmermaske und läßt uns in da» l.idensblaffe Antlitz schäum— eines verkappten Proletariers. Ab« damU nicht gmug, daß der Kleinmeist« in solch drückmve Botmäßigkeit verst.ickt wird, dlk Fabrikant bemäch- tigt sich selbst der Produktion, stößt aus dem Arbeitsprozeß imm« mehr kleine Meister heraus, mtf«nt die« Glied aus der Kette, stürzt die Handw«ker in die große Maffe d« Lobnar- Veit«,«richtet auf dm Trümmern d« kleinmiistnltchen H«r« lichkeit dm Altar des großkapitalistischm Betriebes. Hören wir, was Tbun erzählt! „Dt« Fabrikantm selbst richtetm stch einige Etabliffemmts ein, hä stg Bandwirkerei urd Rtemendreherei vereinigt, und etma 400 Tische von jenen 1000 sollen stch in ihren Händen drstaden. Die Stapelartikel, wie glatte Weftlitzm, weiße Sp'tz.'nzacktn und übnhaupt bte kourantesten Waacm find es, welche fie herstellm." Da» in ja tat Prioileg de» kapitalkräftigen Fabrikantm, daß« aut Lager arbeiten kann, daß er, welch« für den Wrlt« markt produzirt, die Geschättsstockungen leichter übeistrht, und wenn dieselben vorüb«, sofort in Maff-n Waarm auf den Markt weifen, daß« alle Bortheile der Maschinentechnik aus- nützen kann, während der kapitalschwach« Unternehm« von der Hand in dm Mund lebt, keine großen Aufträg« zu übernehmen vermaz, auf das Nächstliegende angewiesen ist, kaum für den kommenden Tag sorgen kann, dem Wechsel d« Mode und der Wuth der KristS völlig preisgegeben ist, kurz das ganze Rrstko unseres W'rthschaftsledmS trägt, von dem reichen Mahle aber, das seinen großen Konkurrenten auf« mtischt wird, nicht» erhält als die— Brosamen und die Rechnung._ Es kam die von Forschern, wie Marx, jahrelang vorher« gesagt« Wirkung der Millierdenära, der Krach von 1874/75. Lassen wir wied« unserm Gewährsmann reden! „Die Fabrikanten hielten natü lich ihre Anlagm in Betrieb; d« üderschüsstgen Bestellungen bemächtigten stch vor Allem die großen Meist«, und die kleinen Meist« blieben ardeitslos, oder ste erhielten Modeartikel, an dmen st« zwar in kurzer Fnst viel andienen konnten"), dann mußten fie ad« lange Zeit hin« durch stille liegm. Unterdeffen verderben ihre Maschinen und fie wüsten, obwohl ste beschäftigungslos find, fortlaufend die Dampf- und Raummiethe bezahlm; die«haltmm Vorschüffe find noch nicht getilgt und Fibriianten und Maschinenbau« nehmen die Tische wied« an sich. Die kleinm Meist« w«den während d« KrtstS in raschem Tempo verschlungen, die eiaenm P oduktionlmittel ihnen genommen, und die hausindustriellen Mcrster bald zu Fabrikarbeitern geworden sein." DaS ist ein richttaeS Bild diese! ZersetzungSprozeffeS. Eine Statistik der Jahre 1867 und 1871 zeigt schlagend die T.ndenz dies« Entwicklung: Man zählte in dm Jahren: 1867 1871 Meister ohne eigenen Tisch 8— „ mit 1 eigenem. 79 18 „„2 eigenen Tischm 49 22 ::|| „„ 6„„ 5 17 :;::. * W%* H 5 i »>« 9„„ 1 8 *) D. h. bei tollst« U«b«ardeit. die Tag und Nacht die 9«"*' AawUte bis zum Kinde im zartesten Lebmsalt« herab an die Maschine bannt. Für da» LedenSkapItal de» Arbelt«« bedeutet demnach dieser„Verdienst" einm thatsächlichen V«. lu«. Denn nicht« vernichtet stch«« die Gesundheit, als diese rasend« Galoppade d« Uederardeit. Dazu kommt noch, daß d« Kaufmann, der Kapitalist, dei setner Kalkulation findet, der Meist« habe„viel" verdimt, und das nächste Mal den Lohn herabsetzt. Taun steckt eben auch noch in der Anschauung der bürgerlichen Oekonomte. Ja freilich— seit langen Jahren war»wischen b« Frau Rittmeist« von Stemm und ihr die Sache abgemacht gewesen, im nächsten Winter sollte Rob«t um die reizende, kleine L'lly Stemm werbm und sich mit ihr»«loben,— das war schon der Wunsch da Väter gewesen. GutSnach- baren seit Jahrzehnte«— paßten die Familien vortrefflich zu einander, Lilly war die einzige Tochter und erbte ein« mal da« ganze V«»ögen;— da» Alle« sollte nun«'cht zur Ausfuhrung kommen, diese harlichen Zukunftspläne sollten umgestoßen werden durch eine»«liebte— Laune; — mehr kann e» ja nicht fein, durch eine thörichte Cour- mach«« ihre» Sohne». Nein, da« war mehr als eine thörichte Laune. waS au« seinen Augen, seinen dri-genden, bittenden Worten sprach. Diese Augm verfolgten sie jetzt, so daß fie mit Angst beinahe die ihrigen schloß— nun hielt e« sie nicht länger an ihrem behaglichen Platz an Erker« fenst«, fie sprang auf und ging«regt im Zimmer auf und nied«.— Wie beklommen ihr wurde, ungestüm zog fie die Vorhänge zurück, nun war es wieder hell in dem ele« ganten Räume. Dort blühten die Blumen, mit denen ihr Rob«t sie überrascht, als sie am Sonntag von d« langen Reife heimkehrte— da faß der Papagei im vergoldeten Bau« und schaute verwundert seine Herrin an, die keine Notiz von ihm nahm.— E» war ihr ja sogleich nach d« Heimkehr aufgefallen, wie eigenthümlich»«ändert ihr Robby war, so seltsam heit« und glückselig lächelnd, dann wiederum»n Gedanken»«funken.— Wie« gelebt habe—" hatte sie ihn wiederholt ge- fraat"„Herrlich, Mutt«," hatte« dann geantwortet, und war dabei roth geworden, wie ein Schulknabe, der sich bei "-ÄÄ ÄiL unb d-. vertrauensvoll fein Herz«öffnet,-»ie« die liebliche Meist« mit 10 eigenen Tischen Ii Ii 1867 1871 2 5 H ff ff 3 5 1 2 4 1 1 2 1 Summe 0« Meister 185 159 Rückgang 26, Summe d« Tische 429 870 Zunahme 441. Diese kleine Ueberstcht spricht ganze Bände. In einem Jahifünf find die Kl-inen, die ohne eigenen Tisch, oder mit 1 dezw. 2 Tischen ot hellen, in geradezu beängstigender Weise deztmirt worden. Die Großen dagegen treten imm« mebr b«vor, dominiren d«eits 1871. Im Jahre 1867 verfügen 185 Meist« üb« 429 Stühle, e« entfielen also auf einen Meister durschnitttlrch 2,2 Tische, im Jahre 1871 dagegen auf einen Meister 54 Tis»«! Noch drastisch« würde das V«schwinden d« Kleinmeist« au« einem Vergleich der Zahlen mit denen im Jahre 1878 h«vorgeben, da inzwischen die Fabrikanten, die stüher gar keine eigenen Tische besaßen, mehr als ein Drittel d«selden kom« mandiren, und einige Meist« große Fabrikanten mft 30 bis 35 Tischen geworden find. Wie ist nun die Lage der Arbeit«? Die großen Meist« schwingen stch imm« mehr zur Stellung von Fabrikanten auf,„die Gesellen und L-Hrlinge finken unter d« Herrschaft des Dampfes imm« mehr zu reinen Fabrikarbeitern herab." ca. 80—85 pCt. der Arbeit« find tzakpl« unv Tischwärter, die vom 14. Lebensjahre an in drei Monaten anaelnnt werden können; völlig verwendbar werden fie in sechs Monaten.„Ihre Arbeiten fallen imm« mehr dm Mädchen und Frauen zu, und obgleich diese im ersten Jahre „Lohnmäschm" genannt werden, desteht ein eigentlich;« Lohn» verhältniß nieht." Die Arbeitszeit war beim früheren Handdetrieb eine unerhört lange; fie dauerte von 6 ilhr Morgen» bis 9 Uhr Abends. „Und diese Sitte wurde b«rüb«genommm in die Fabriken. Ganz wider die Usance des O.tes wurde in diesen Etadliffe« ments von 6 bis 8 Uhr gearbeitet und dies damit entschuldigt» daß es Gewohnheit d« L andleute sei, ihre Arbeit mit Sonnen- au'gang zu beginnen, daß die Meisten mit ihren Gehilfen doch zusammen arbeiteten und die Beschäftigung eine sehr leichte sei, da e« stch nur um die Veauffichiigung der Stühle handle. Bei dieser fünfzehnstündigen Anspannung d« Kräfte in viel» fach niedrigen, beengten und nicht gehörig gelüsteten Räumen, in denen ein wehrer Höllenlärm herrscht, ließ man den Ar« deiiern kaum Pausen zum Einnehmen d« Mahlzettm, ja es ist eine vom höwsten Staatsbeamten dei Ort» und von einem großen Fabrikantm beglaubigte Thatsache, daß in ein« Fabrik (ver letztere sprach sogar von einiam) den graubleichen, muskellosen Arbeit«« um den Halt eine Blechvorrichtung gebunden war, aus welcher fie während d« paar Sekunden, wo glücklich« Weise kein Faden riß, einige Biffeu hinunterlöffeln konnten." Solchm Mißständm gegmüb« will man stch auf die „Sitte", auf die„freie Vereinbarung"»«laffen, um nur ja keine gesetzliche Regelung de» Arbeitnschutzes drekretiren zu müffen. Schließlich griff die Behörde ein. und gegenwärtig beträgt die effektive ArbettSzeit 11 bis 12 Stunden. 8 Was zeigt uns die Geschichte d« Barm« Riemen» drehnei? Die Aufsaugung de» Kleinbetriebs durch dm Großbetrieb, die Umwandlung der Hausindustrie in»in auswärtiges De« pattemmt de« Fabrikanten, dei Großhändler«, de» Kapitalisten, die Proletaristntng der Kleinmeist« und die Verelendung der Arbettermaffe. Wird die Gesetzgebung nicht bald einschreiten, od« sollm fie noch weit« so gegmeinandn kämpfen Die Kleinm und die Großen? Lokales. Wie in Berlin gebaut wird, da« wiffm meist nur die Eingeweihten, die»um Bau gehören. Ein Vorgang, welcher die Berlin« Bauverbällniffe drastisch illuftrirt, trug stch am Montag auf einem Neubau in der Nähe de» Urban zu, wo Hedwig Richter, die Tocht« deS verdienstvollm und belieb- ten ArzteS in ein« Gesellschaft kennen gelernt, wie sie bald durch ihre Anmuth. ihre Bescheidenheit, ihr tiefe« Wissen stinH«z erobert und wie er ihr seine Liebe gestanden-„nicht wahr gute Mutter" hatte er dm Bericht geschlossen und einm innigm Kuß auf die zarte Hand gedrückt„nicht wahr, Du wirft meinem Glück nicht hinderlich sein, Dein Einver» ständniß muß ich ja haben, daS Hedwig« Bat« von mir verlangte.— Du wirst e« mir möglich machen, daß ich mein LebenSglück gründen kann, dmn Du hältst es in Hän- dm."- Aengstlich sah der Sohn in da» Gesicht der Mutter, denn immer ernst« war d« Ausdruck desselben geworden, immer umwölkt« die Stirn. „Nie" rief sie endlich erregt au«,„niemal« erhältst Du dazu meine Einwilligung." „Sähest Du meine Hedwig— Muttn I" „Ich will sie nicht sehen." „Hättest Du einen Einblick in die edle Familie—" „Laß mich mit den Pedanten in Ruhe" hatte sie un- geduldig hinzugesetzt.—„Du kennst meine Pläne, ich will nicht, daß sie durchkreuzt w«den— ich habe mein Wort gegeben. Du heirathest Lilly—" „Ab« ich liebe sie nicht, Mutt«, ich kann mit einer anderm Liebe im Herzen doch nicht um ein Mädchen werben; Mutt«, sei barmherzig. Du weißt, daß ich ohne Deine Zu- stimmung nicht heirathen kann, nicht hcirathcn will. Mache nicht mit Deinem starren Nein zwei Menschen unsäglich elend; denke, waS der Vater...." ... Da stand die aufg«egte Frau, d« die ganze Scene deutlich wieder vor Augen trat, gerade vor dem leben»- großen Bilde des Gatten, da« waren die Züge de« Sohaes in älteren Linien, mit liebevoll tragenden Augen schaute da» Antlitz zu der starr blickenden Frau h«ab. Atp«wärtia ebenfallt We H ivs«r wie Pilze out der Erde wachsen. Ja dem dein ff�drn Neubau hatte ein h'efigaT sch« lermetfter bte röthigen T chleiardeiien üderr ommen und au«» p, fühlt, dem Herin Bauunternehmer auch pflichlschulditst die Rechnung übers andt, auf der noch ein ganz resp-tt-idler R st ver eichnet stand, und es war idm Zahlung de« Reste« für Eonnadend vergangener Wocke b>st mmt in Au« ficht gestellt, wetl altcann dem Unternehmer eine fällige Rate de« Bau- geldet ge�abit werben srlll». Ter Ernnabend verging, aber die ansehnlich:-Tischler« Rechnung blieb unbezahlt. Am Montag früh erschi-n der Die stet auf dem N ubau, erkundigte fich so ganz nebenbei nachdem natürlich nicht anweser den Unter- nedmer. ging dann irs Hau« und irspi irte die gelirerien Albeiten noch einmal. H eibei fand er Gelegenheit, wüthend aus die lüdeiliche Aibeit zu schimpfen; die neuen Thüren klemmten, die Fenster klemmten edenfallt und beim Weggehen bedeuttii er dem?touausseher, er werde einigt seiner L-ute schick n, um den Mängeln abzuhelfen; einige Fenster wüiden wohl nach der W-ristatt zurückgebracht werden müssen, da ste tanz fehler Haft ar Tischler blieb badei: Ich werde mich doch nicht dlnmiren mit schlichter Aibtttl und d-vet machte er so ein pfiffigeS Ge ficht, daß der Bauunter« nehmer in höchster Wuth schrie: Ader wa« soll ich anfai- gen? Ich bekomme daö fällige Baugeld nicht! worauf der Tischler mit eifiger Ruhe anwortete: V-ffer, Sie fitzen in der Klemme, als ich mit meinen Thüren I— Die Sache muß fich wohl aus« geglichen haben, denn am Dienstagabend wurden die nicht meht klemmenden Thüren und F nster wieder eingehängt, nach« dem lurz vmher der Bauunternehmer dem Tischler einen Be- such p-r D-oichke erster Klaffe g-maefct hatte, welche« Fuhrwerk in solchen Fälle» auf ein gefülltes Po temonnaie de« Insassen schließen läßt, und diese« war jeden all« da« beste Instrument, um die mehifache Klemme zu beseitigen. Ortdkrankenkassea düifen et- ander keine Konkurrenz wachen mch einem u the l de« Ober' VerwaltungSgericht«. Wenn daher Personen, welche dem Kranlentassenzwang unter- liegen, einer O ttkrankenkaff- freiwillig bett eten, deren Zwangs- bereich fich nrcht auf fie erstreckt, so w-rden ste dadurch nicht von ter Zuae Hörigkeit zu einer ändert, Oritkrankcnkasse befreit. In dieser Weise ist enischieden worden, daß die Angehörigkeit von Maure-geiellen, welche in C wrlottendurg wohnen, aber außerbalb Charlotten bürg de chäsrtgt find, zur Ortskrankenlaffe der Maurer in Cbarlotlenburg diese Gesellen nicht von der Verpflichtung befreit zu Beiträgen für ein« Orttkrar.kenkasse am Orte rarer Beschäftigung. Abhilfe d.tugend erforderlich. Von einem Anstallsarzt wird der„Berl. Ztg." geschrteb-n:„Ein penetranter Geruch nach verwesendem Fleische belästigt dir Nachbarn der G und- stück- Augustftrvße 11, 12, 13. Viele der Vorübergei enden glauben, der Geruch käme au« dem Augustftraße 14—15 belegenen Kranker Haus« der jüdii'ch-n Gememde, welches leider da« U. glück hat. neben der Kncchen.Ollfabltk Nr. 11, 12, 13 zu lt gen In letzterer werden deständig Knochen und besonder« Ochsenpfoten ausgekrcht. wodurch der grauenhatte G-ruch ent- steht, welchen die V rvaltung voi genannten Krankenhause« schon seit dem Jahre 1861 durch Schritte bei der maßgebenden Behörde zu beseitigen vergeben« bemüht ist. Auch da« benach» bane katholische St. Hedwigs Krankenhaus leidet unter der ver- p steten Luft. Beso, der« die Patienten deS erste? en Kranken- Haasts fl eben erschreckt au« den Gälten in ihre Zimmer, weil ihnen der Genuß frischer Luft durch die stinkenden Gase, welche sogar bi« in die Korridore hinein düngen, cerleid-t wird. Beamte und Personal der Anstalt find zuweilen ganz ver- zweifelt. E« ist kaum glaublich, daß in einer Zeit, in welcher man dem Jnler-ffe der öffentlichen G sundheit überall Rechnung zu tragen demüht ist, ein derartig anormaler Zustand mitten in der Stadt und noch dazu in nächster Umgebung zweier großer Krankenhäuser geduldet wird." So lebhast die Inbetriebsetzung der neuen Pferde- «iseudohnltute Kreuzderg-Gesunodrunuen begrüßt worden ist,>o ledhatt i« der Belited, wie er fich dort entwickelt, zu be. klagen. Ta« Bedauern gilt sowohl dem b-theiligten Publikum @1« den Schcffn-rn der Linie, denn beide Tbeile werden durch den starten Verkehr gleich unangenehm betroff n. Die Schaffoer haben'S verschiedei« Fahrkarten auSzupedrn und schon daran läßt sich ermessen, welche Arbeit ihnen obliegt. Da sämmtliche Wagen mit Deckfitzen eingerichtet find, und l-tztere fortwährend g quenttrt, so hat der Schaffner die schwer« und ermüdende ufgade, sowohl untrn ol« oben Fahrscheine auszugeben und den Betrag zu kafstren. Nun vergeht oft durch Gridwechjeln und andere Beschäftigungen auf dem Deckfitz eine Sparne Zeit, die viel länger ist al« die. welche die Fahrt von einer Haltestelle zu andern dauert, und daher kommt ek, daß Fahr. gäste— sowohl Fraurn wie Männer, welche den Sprung während de« Fahrens nicht riskiren wollen— unfreiwillig eine Haltestelle über ihr Ziel fahren müssen, einfach deshalb, weil ... Warum ist'» unmöglich, Charlotte, so schien e« zu fragen; e« ist ja nun Dein Einziger— warum kannst Du ihn nicht glücklich machen? Ihr Einziger,— ihr Letzter I— Zwei andere blühende Söhne hatte sie dahingeben müssen, der ein« war dem Kriege zum Opfer gefallen und hatte sie für Jahre zu einer elenden, unglücklichen Frau gemacht;— der andere war dösen Leidenschaften erlegen, sein Name durste nie vor ihr genannt werden. Wäre er aber nicht noch zu retten gewesen, wenn er weniger Furcht vor der starren, strengen Mutter und mehr Vertrauen zu ihr gehabt hätte?— Ihr Robert sollte den Glanz des Hauses, den alte» Helden- «amen neu erstehen lassen; welche Hoffnungen hatte sie auf diesen Sohn gesetzt— nun hatte sie auch ihn von der Schwelle getrieben— aber nein I sie durste, fie wollte nicht «achgeden— er wird e« überwinden, er wird zurückkehren. Aber, wenn er es nicht überwindet, wenn seine ver- pfändete Ehre ihm höher steht al« alles Andere— dunkel wurde«S ihr vor den Augen— doch nein, da» kam ja von außen her, dir Sonne ist nun ganz vertrieben, schwar- z«S Gewölk beginnt in schnellen Zügen fich am Himmel zusammen zu ziehen. Das paßt so recht zu ihrer Sttm- «ung; in nervösem Beben ringt fie die Hände, unstät wandert sie im Zimmer umher,— der Papagei kreischt ängstlich auf— ein Blitz erleuchtet grell da« Gemach, krachender Donnerschlag folgt..Ruhe, Ruhe, mein Lieb- ling", sagt sie und beschwichtigt da» erregte Thier, da« in seinem Käfig ängstlich gegen die Metallstäbe Für den Sohn gab's keine Beruhigung, keine sanfte Mutterhand legte fich bei dem Sturme in der erregten Mannesbrust auf die heiße Stirn. Stolz und Vorurtheil hielten ihre Waffen krampfhaft ausrecht.— Ganz dunkel ist nun das Zimmer— da wieder ein Blitz, eine weiße Marmorfigur leuchtet auS der Finsterniß der Schaffner beim besten Willen v«, hindert ist, herunterzu- kommen urd dem Kutscher da« Glockenzeichen zum AnHallen zu geben. Et ist dringend geboten, daß diesem U-deistande abgeholfen wird, denn daß hieidei Unfälle nicht ausgeschloffen find, liegt auf der Hand. Od man aber einen derartig überbürdeten Menschen, wie es ein auf dieser Linie angestellter Schcffner ist, auch nm mit einem Säe n von Recht verantwortlich muchen könnte, bleibt tu bezweifeln, abgesehen daoon, daß diesen Leuten srldst das Unglück jeden Augenblick nahen kann. Also R medur, schnelle Remedur thut Roth, die leicht durch eine auf dieser Strecke einzustell-n»« größere Anzahl Wag»», also dmch Arbtiis>heilunz, g- schaffen werden kann. Nldev der Vergletqung zvisch n dem ditherigen und dem»ukünfiigm Plane der preußischen Klaffenlotterie mag eine solche zwischen dieser und denjenigen der Lotterien der benach- barten Bundesstaaten von Interesse sein. Wäbrend Pceußen 160000 Loose in 4 Klaffen mit zusammen 95000 Gewinnen ausgiedt. vertheilt Hamburg 100 000 Loose mit 50 500 G:winnen in 7 Klassen, Braunschweig lOOOOOLoole mit 50000 Gewinnen in 6 Klaffen, Mecklenburg Schwerin 18 000 Loose mit 9000 Gewinnen in 6 Klaffen, Köntoreich Sachsen endlich 100 COO Loose mit 50 000 Gewinnen in 5 Klaffen. Der höchst« Gewinn beträgt in Preußen 600000 M, in Sachsen 500000 M., in Hamburg und Braunschweig 200000 M, in Mecklenburg 75000 M. Daneben ist in Hambura. Braunschweig uns Mecklenburg je eine Prämie von 300000, 300000 bezw. 150000 M„ vorgesehen, welche dem zuletzt gezogenen Haupt- gewinn der letzten Klaffe hinzutritt, so daß unter Umständen der Höchstgewinn 600000, betw. 500000 oder 225000 M. unter Umständen aber nur 302000, 303 000 oder 151000 M. beträgt. Der Einsatz beläuft fich, abgesehen von dem Reichs. stemprl, in Preußen und Sachsen auf 40 Mark für jede Klaffe, worunter 1 Mark, also 2'/» Prozent Schrribgebühr; in Braunschweig für die erste, zweite und sechste auf je 16 dr: dritte, vierte und fünfte Klaffe auf je 24 M-, einschl. je IM, od-r durchschnittlich 5pCt. Schreib- gebühr, in Hamburg auf 6, 12, 18 für die erste, zweite, dritte, auf je 24 M, für die vierte und sechste Klaffe einschließlich je 1 20 M., oder durchschnittlich 6'/, pCt. Schreidgelv; in Mecklenburg auf 7, 20, 26, 29, 19 und 19 M. für die sechs Klaffen, einschl. 1 M. ober durchschnittlich je 6 ißt. Schreib- geld. Von den G Winnen werden in Preußen 13V, pCt. für die Generallotterirkaffe, 2 pCt. für den Kollekteur in Abzug aedracht, in Sachsen für Lotteriekaffe und Kollekteur zusammen 16 pC'., in Mecklenburg für den Flslu« 12, den Kollelteur 61/« pCt. In Hamburg steigt der Abzug von 10 pCt. bei Gewinnen unter 100 M., auf 15 pCt. bei Gewinnen über 1000 M., in Braunschweig endlich werden 12 pCt. für den Staat. 3 pCt. für die Kollelteur« in Abzug gebracht. Dt« Einrichtung der Freiloose besteht nur in Preußen und Ham- bürg, während aber dort jeder der in einer der früheren Klaffen gezogenen Gewinne ein FreilooS für die nächste K asse erhält, wird in Hamburg jeder Niete ein solches kür d!e erste Klaffe der nächsten Lotterte zu Theil. Ja Preußen weist schließlich die Bilanz jeder Lotterie 27 450 000 M. Einnahme und Ausgabe nach, in Sachsen 18 135 000 M., in Braunschweig 10 402(XX) M„ in Hamburg 9 880 550 M„ endlich in Mecklenburg- Schwerin 1 831 500 M. Das köutgirche Poltzrip-ästdiu« steht jetzt darauf, daß nicht nur die erste Sanrlät« wache in der Brüderstraße, sondern die übrigen Sanitätswachen mit Krankentrantpsrt- Geräthen versehen«erden So hat dasselbe gestern an den Vo stand der Sanilätswache für die Louisen stadt(in der Adalbertstraßc 10) ein Schreiben gerichtet, in welchem es mtt Bezug auf dl« am 23. April d. I. mit dem Vertreter de« toliz-iprästdiumi und den Abgesandten der Vorstände der antlärswachen stattgehabten Besprechung angefragt, od«i in der Abstcht der Sanitätswache läge und ein Erforderniß vor- Haiden sei, einen Krankentransport anzuschaffen. Wie wir hören, wird das Schrei m eine bejahende Ar twort erfahr. n. vo» Bewohner» der Rosevstrahe wird lebhast Klage geführt über den Lärm, welcher während de£ ganzen Tages bis in die Mttternachtsstundi hinein durch die Pferde- Eisen- bahn verursacht wird. Diese von dem Leben und Treiben der Großstadt ziemlich abseits gelegene Straße genießt trotzdem den etwaS zweifelhaften Vorzug, allmältg zu einer Hauptverkehrs« aber des Berliner Slraßenvahnnetzes geworden zu sein, welche den«esamwten Verkehr zwischen dem Norden und dem Zentrum d t Stadt vermittelt. An fich ließe fich hiergegen nichts ein- wenden, aber bei der Enge und Kürze der Straße wird dieser Verkehr— es kurstren auf der kurzen Strecke weit über dreihundert Pferdedahnwagen täglich— zu einer schweren Li lästi ung für die Bewohner, das unaufhörliche Geklingel auf den beiden Endpunkten für den Kranken aber geradezu zm Höllcnpein. Wenn sich auch dr« durch die Pferdebahn hervor- gerufene Geräusch nicht gänzlich vermeiden läßt, so wäre eS doch sehr leicht, daffelde dadurch wesentlich zu mildern, daß an der Neuen Fttedrich- und Paper. straße den dort paifirenden Wagen etwa durch farblar Laternen die nöthlgen Signale ge- gegeben würden, so daß der Kutscher nicht unaufhörlich von ver Glocke Gebrauch zu machen brauchte. Interessante Daten über die im Verwattungsjahr« 1885/86 erfolgte Veranlagung zm Einkommensteuer in Be-lin enthätt der erwähnte Bertwt der Sr-uer- und Eir.quarlirungs Deputation. Darnach werden überhaupt für das Steuerjahr vom 1. April 1885 dt« dahin 1886 veranlagt: in erste Srufe(420 bis einschließlich£60 M.) 152670 Personen; in gefpensterisch auf— erst kürzlich hatte die kunstsinnige Frau sich die herrliche Gruppe aus Italien heimgebracht. Jetzt blickt fi« starren Antlitzes auf dieselbe und schreit wild aufst „Niobe— Niobe." „O mein Gott im Himmel, was zog meinen Sinn zu dieser entsetzlichen Gestalt? Soll ich Dir gleichen. Du armes, unglückselige« Weib, soll auch ich alle meine Kinder dahin geben?— Was wird er thun, mein armer Sohn, wenn er fich eingeengt sieht zwischen Liebe und Pflicht. Wie sagte er:„ehrlo« sei dann sein Leben—_ so sei e» werthlo« für ihn—" barmherziger Himmel, nein— das kannst Du nicht wollen. Dieser Aufruhr in der Natur, dieser Sturm in meinem Innern— ein Mahnen in der eigenen Brust, ich kann Dich nicht verlieren, mein Robert, komm, kehre zurück, laß Dein« arme Mutter nicht allein, fie müßte ja vor Schmerz versteinern wie Niobe. Lothar, sieh Du herab aus Himmelshöhen. Händeringend stand fie vor dem Bilde des heim« gegangenen Gatten,„gieb Du mir ein Zeichen." Ging nicht die Thür, war das nicht Roberts Tritt, kam er zurück?— sie eilte schnell auf den Gang, doch Niemand war zu sehn.... Da» Gewitter hatte nachgelassen, der Regen fiel in Strömen, da hörte fie in der Ferne einen Schall. .DaS war ein Schuß", schrie die geängstigte Frau auf— oder war es DonnerSgrollen— o, mein Himmel, wenn es nur nicht zu spät ist. Schnell griff ste zu Mantel und Hut und eilte die Treppen hinunter, mühevoll öffnete sie die schwere Thür« und stürmte hinaus auf die Straße. Der Wind peitschte ihr das Gesicht, nie war fie bei solchem Wetter im Freien gewesen— kein Wagen zu sehen — ihre Unruhe ließ fie nicht warten, sie eilte vorwärts— Straßen auf und ab, verwundert schauten die wenigen xn hüb, pflzettlj §3 % >6we »«ag zu, Valens fich um, wo Ohne mehrv zu« Mänttg«! un oncl 2.(von mehr als 660 bis 900 M.) 130 981 Personen; 3(von wehr als 900 bis 1060 M.) 28 568 Persoven; 4.(von mehr als 1050 bi» 1200 M.) 22913 Personen; 5.(von mehr als 1200 bis 1350 M.) 11 880 Personen; 6.(von mehr alS 1350 b« 1500 M.) 15 113 Personen; 7.(von mehr als 15X) bis 1650 M.) 5726 Peisonen; 8.(von mehr als 1650 bis 1800 M.) 7971 Personen; 9.(von mehr als 1800 bi« 2100 M) 5797 Ve?son-«: in 10.(von m hr al« 2100 dt« 2400 M.) 6838 sonen• in 11.(von wehr al« 2400 bi« 2700 w 9201 Personen; in 12.(von m hr al« 2700 bi« 3000 4236 Ptrionen, zusammen 395 604 Personen. Pro 1834,85 waren eingeschätzt 378 505 Personen, mithin 1885/86 mehk 17 099 Per>onen. Eilaßanträge waren eingegangen gegen die 3. Stufe 253, gegen die 4. Stufe 262, gegen vi« 6. Stufe H?, aegen die 6. Stufe 227, gegen die 7. Stufe 75, gegen J* 8. Stufe 140, gegen die 9. Stufe 67, aegen die 10. Stufe% gegen die ll. Stufe 36, gegen die 12. Stufe 51, jifamtr.tn 1352. Hiervon find nicht befürwortet und daher adgewiesw 203, durch gänzlichen Eelaß der Steuer erledigt 543, duild iheilweisen E laß der Sleuec 606. Vier Kellner waren gestern Nachmittag in einem Re» staurant der Möckernstraße mit Kartenspielm beschäftigt, al« dtt eine derselben zu bemerken glaubte, daß sein Gegner fall» spiele. Mtt den Worten:„Du deiiüzst ja!" warf er dir Kotten auf den Trsch und wollte von seinem Stuhl ausst'-hrd. Den so Beschuldigten setzten diese Worte derartig in Söulfc daß er sein viergla« ergriff und mtt demselben den Anschuidifter auf den Schädel schlug. Der Geschlagene erhielt hierdurch ritt nicht unbedeut-nde Verletzung, weshalb er dt« Htlfe dck SaniiätSwach« nachsuchte., Ein hiesiger Schlächtermeister ist lürzlich mit 10 M event. 2 Tagen Hast veruttheilt worden, well, derselbe j®" Kälber sofort, nachdem ste auf dem städtischen ZenKal-Schl»®* Hof angelangt waren, in setner Gegenwart hatte schlachte lassen, ohne die vorgeschriebene Untersuchung der Thier«» lebendem Zustande nachgesucht oder abgemattet zu baden.. Zu einer Posameutierwaarenhändlertn Fräulein in der Tuckstraße, kam am 17. d. M., Vormittag», eine eta» 33 Jahre alte F. auensperson und ließ fich verschiedene Wo#» vorlegen. Nachdem fie fich ein halbe» Pfund Wolle und seivene« Tuch ansgesucht hatte, verlangte fie noch SchürzMievS- da« die Verkäuferin au« dem Fache heradholte, wobei fie mit gefüllten Katton« drdeckten Ledentische den Rücken kebr® mußte. Al« die Fremde dann ihr Portemonnaie hervorB- um die gekauften Waaren zu befahlen, erllärte ste, ein Z'«? Markstück, welche« fi: fich eingesteckt zu haben glaubte, zu o» missen, und bat die Verkäuferin, die eingepackten Sachen lies® zu lassen, bi« fi« mtt dem geholten Geld« zurückkehre. Sie aber nicht wieder, dagegen vermißte nach ihrer Entfernt? Fräulein K au« einem Karion drei seidene Tücher im Wer® von 8 Mark, welch« nur von der Fremden gestohlen Ii konnten. Letztere ist von kleiner Statur, etwa» korpulent, II dunkelblonde Haare und geldliche Gestchtsfarbe. Ste war* kleidet mit dunkelgrünem Klei», schwarzem Umhang und*" einen Handkorb mit Deckel am Arm. M Der Rauchklub„Kernspttze" in Berlin, tagend� Lokal de« auSgewiezenen R-ftau.ateur« Wesenack, halt« 5t[ schloffen, am Sonnabend«inen Sommernachttdall# Großen Franifurterstraße 87 abzuhalten und hacke a»®, � Genehmigung de» Polizeipräsidium« erlangt. Am»«q*.«« le jedoch erschien der Revier Poltzei-Lieutenant im Ball lob» �öerzi« untersagte dem Kludooifie nden, sowie dem Wttth f** w halten di« Balle» mit der Begründung, der Klub sei eine Fortsetzung de« verbotenen Nrd-tter.vezkttoerein» ,?,iUr( Di« bereit« erschienenen Gäste mußten fich demnach enls«�?, l itten, i SC % wehr N5K W » »ic bereit« ecschtenenen wau« murren NM Demnach ewl'-' V,> �"e,tn, und va» Lokal wurde geschloffen. Eine Anzahl Swusleute f �Bestcht, Uniform und Zivil haue da» Ballhaus bis in die Nackt hti-.t» Wunb Uirft Ut| vaus, m Hau,«»er Bernauerstr aße E« sollt« einer Mutter, welch« von ihrem Mann« geschieden JjU"- tin - f 4 ihr ca. 9 jährige« NW genommen werden. Der Vater wv... und einem BettchtSvollzieher in ein. te, Dieselben konnte« ihre«dficht nM dal« s�lo». in Si v? mtt einem Schutzwann Droschke vorgefahren.................... Anwendung von Gewalt erreichen. Ta« Geschrei der wahnfinnig geberdenden Mutter, rote de» Ktnde«-___ Knaben—, da« sich nur mir Gewalt der jammernden MU'' l 4�«, «ntteißen ließ, hatte«ine große Sckair der um jene Zrit 50- der Arbeit hetmlehrenden Personen versammelt. Diesels? wollten für die Mutter Pa.tet ergreifen, und nur mtt pro?® Mühe gelaiz e« dem Kutscher, sein Gefäh t vorwärt« dringen. Die Mutter wollt« in ihrer Verzweiflung fick"Z dem Fenster ihrer im dritten Stock belegenen Wohnuclt,Ä die St.aze stürzen und konnte nur durch Gewalt an der sttJJ mörveiischen That verhindert welden. Wie verlautet, mj? Knabe, der mtt großer Lieb« an seiner Mutter hängt, vor etwa drei Wochen in ähnlicher Weise abgehott r»«? sein; datral« ge'aig e» ihm aber, seinem Vater atst Droschke zu entsprtugen und zu der Mutter zurückzukehre», Die Ernte geht ihrem Ende entgegen! Bald die letzt«'. Pupx« i von den herbstlich angehauchten Flur«�, schwunden sein, denn„Schwer herein� schwantt der kornbeladen; bunt von Farben und da« junge Voll der Schnitter......._____ Ernteianz und Schnittettesten freut fich jetzt ver Landmar« Ertrag,« setwr mühevollen Arbett. Mit den ländlichen i !d oÄ wer herein schwantt der 3%� DstC, auf den Garden liegt der/A% ntttec fliegt zum Tanz Irfl �e j v»81- ISV»... uu» V", k k Vorübergehenden ihr nach, wie fie dahin eilte in 6� und Regen. jjjt „Rodett, mein Robert", sprach sie nur immer'j, vor sich hin,„nur nicht zu spät, nur nicht z» — jetzt..... das Haus ist erreicht; Licht � seinem Zimmer... kein Schatten an den h«*"($ gelassenen Vorhängen zu sehn... daS Herz steht iK, vor Angst.•. hinauf die an der Klingel, der Diener in fein Gemach,— wild schauen ihre Augen hinein „Robett" schreit sie auf. „Robert, mein Kind," so stürzt sie zu ihm hw? trüber Gedanken voll vor seinem Schreibtisch saß,-"/U ohnmächtig gleitet sie zu seinen Füßen nieder,— von I starken, liebevollen Hand gestützt.. M „Geliebte, gute Mutter", ruft er, bis in'« tiefst« erschreckt, mit bebenden Lippen, und führt die erregt« 0 liebevoll zu dem nahestehenden Divan., „Meine Mutter", flüstert er wieder und immer-j� und küßt ihre zitternden Hände; er nimmt das durch � 2,f Tuch vom Körper und hüllt sie in«ine warme D di -„0. meine arme, gute Mutter." � Ä g,' Dann kniet er vor ihr in zarter Sorge, st« 8 nieder zu ihm, küßt sein blondes Haar, sei» ��Robett, mein Robert," spricht fie endlich 8" Thränen,„ich war ja. plötzlich, so�«« entsetzlich arm lieren entsetzliches heißer, ohne Tochter zu werden, für jetzt und für immerdar geliebte Tochter!" K Mi««; Jntn; men; unen; im««; Mi««: men; Btrfone«: l| "SS 86 m-hl N» S» jjfamir« ibfltorfW 43, dur-d 51 tf« Vit .7'W "schuM« -durch(i j Hilf« dl t 10 Ml Wt Thi-r« ade«.. rüui«i«Jj' ein« et«« n« Waa� t und rg ken keK? � �chnittnfeste mehren sich auch die Ari zeichen für da? End« cominn«, der un» leider nur sehr kurze Beständigkeit We. Die Blälter der Rohkastanie ziehen mU der Reif« ßj" hübschen Frucht allmäiig ein vergilbt-i, brandfl cktqet an, die Botichait von den ersten Trauben duredetlt dai » die«eisen Pfl mmen schmücken stch mit thauigem Schmelz, »>IU'.ch!s Taselodst begrüßt auf dem Markte die hauiftau, die Georgine entfaltet neben der Mubme Sonnenrose ihre Niue und et zeigt stch ab und zu schon die verführerische yiotWlost(Colchicum aatomnaie). Die Vögel haben ihre Mrtsaison adgeschlosten, Storch und Schwalbe stch dem S16« zugewendet. Der„Alteweidersommer" beginnt seine �«rglänzendtn Fäden zu spinnen, über Wiesen und kahle �arp-lfelder hinweg ziehen an schulfreien Nut Mittagen lustige *na«n, um ihre prpierenen langschwänztgen Drachenungeheuer ««d in die Lüste empor steige« zu lassen. >®t«e Tragödie aus dem Lebe« I In der Nacht vom mettag zum Sonnabend hörte der Maschinist de« Pumpstation ? valensee,„Ziettng", dumpfe Hilferufe vom See her. N«ch> P kr stch vergewissert, daß dieselben vom ienseitigen Ufer eilte er, da dai Loimachen einet Kahnes und Hinüber- MM zu viel Zeit in Anspruch genommen hätte, um den See w, J-,?0 n eine Frauentperson eben in den Wellen ve staken Ohne Zaudern sprang der beherzte Mann ihr nach und mehrmaligem Tauchen gelang et ihm auch, die Ledent« - tu reiten. Die in ziemlich elegante Toilette getletdete deren Zurückcufung int Lebm, trotz der durchaus fach, ?Mndigm Wiederbelebungsversuche des Z., welcher die Per- T allein nach dem Maschinenbaus« schleppte, beinabe Stunde in Anspruch nahm, mochte etwa 26 dit ein Z-> e ,u m EntferwZ im Wtt» toble«>! pulent» e tc war und tw bAjM alt sein, war ein sehr hübsches Mädchen und gab an, k�eleh-lichte B. out Berlin zu sein, woselbst ste zu einem gTjWi Banlier in näheren Beziehungen gestanden habe. kü'M v" li« jedoch wegen einer größeren von ihr kon- 1%.7« Schuld» die er für fie bezahlen sollte, verlaffen, und %. nicht zu überleben geglaubt, auch stch vollständig hu*.« entblößt gesehen, so Hab« ste ihrem Leben ein Eade JSjM Wollen.— Unter der sorgiältigen Pflege det Zieting Frau erholte stch das Mädchen schnell und tonnte tz» �'ud Nachmittag wieder nach der S:adt zurückkehren, ürl lreudeleeret und sorgenvolles Leben, da» ste gewallsam «i�Mdr beenden zu wollen dem Z. auf deffen vertlauen- �"de Zuspräche versprochen, weiter fortzusetzen. lt Jf'' Etaattanwaltschast zu vromberg verfolgt den «stanz Grucki aus Schönvorf, Kreit vromberg, wegen Hn« Mordversuchs. Derselbe ist besondert lenntltch durch Säbelhieben hmührend« Narben an einer werde« immer mehr vor s« und Rechtsanwälten stnd ««ich. juckle hr von Sommer. Reisen an von der Kultur beleckt. wir et gewöhnt, daß .—-------------------.... anzeigen. Jetzt hat auch m, Tanzmeister diesen Brauch akzeptirt. Vje widerliche Szene spielte stch in der Nacht von Wgltt Dienstag in der Friedrtchstraße zwischen der Mohren» » siraße ad. Ein Herr war mit einem Frauenzimmer h»3rrten,»ab ihr der Herr einm derartigen Schlag über »i««« wr®«ftAt daß seiner W.dersacherin sofort da» Blut au» tagend� .tt- Ä»». rlllol� äff.» h vorgtstcr» lerstr aße ab- -schiede« � B-ler w» ttK stmernd um Etgteif�- Mauen, immer, die Paffanten laut ste- Ein SckniBwoTl* Schläger» bittend, tbm langsam &%&%€%%%& Ep vnmiaUt, lifaumS ""'e und Obst. Rtintklaudm 20-30 Pf.. Wein Ä 2-3 M per Scheffel, Karotten 3-S M ver t«umtiWnkT N_ u in» fOnth.___ Q. ax.t. m längt, holt VfZ er all» lukehl«� »all, Ftu6 der% _, Rvstngkohl 3—4 M., Roth» und Weißkohl, große Köpfe � ver Schock. Blumenkohl 10-lSM., Erfurt« 20 bis »Slnrt jy Stück, neue Kartoffeln, weiße mnde 3 25 M-, . ihn«Mn 8,26 M. rotbe 2,80 M.. blaue 3,50 M. S dJiH0'. neue Pflaumen 16 3K, neue Birnen 10— 20 M., MWUM .«cht 105 M. rolhschneidiger 1.15 M.� Zander. immer tö m hi»»;#0 sW' .c beugt A pro Stück Aal. mittelgroß 90-95, große 1,05 M� ,v. 90 Pf. ver Pfund. ,,8�)«leine. 10 cm. 1,00-1,50 M.. mittel 2-4 M.. K. � M. D«; Schock. Hummern 1.50—1,75 M. per 108-110, feine Landbutter andere geringste .—»» p. 5U Kilo .lichter Emmenchaler 73—80, Weftpreußischer \J- 56-60 M.. u 48-60 M., III. 40-46 5». 'Zn l. fett 22-25 M.. n. 14-18 M.. Tilstter Fettkäse ii M- Tilstter Magerkäse 18-23 M-, Simburget l w M., Ramadour 30—32 M., rheinischer Z1 d20""22 P'd. schwer. 46-68 M.. echter Holländer 31(11�% l 60-70 M» n. 56-68 M. ftanzöstscher l» M. per 100 Stück, Eamembert 8,00-8,60 r-�ü�JR. pr. Schock. ' em eint st" .iBOtW'-t« W ich-u � Nzcht"zu»' 18. d.'M«mde an dem G.und. dk Äi!»l S� WeTw.*-! am 17- d. M. Nachmittag» wurde ein W � SSli-S»' 13 eine Frau Gerichts-Aeitnngl. t Wenn der Arbeiter schon lange sein Lager aufgesucht hat, um seinen müben Körper von den Anstrengungen det vergangenen, für die Anstrengungen det kommenden Taget auizurrh-n. stnd die N ich I kneipen und Kaffee« noch überfüllt; reiche Mü fizgänger stricken stch auf bequemen Polstern in den glänzenden, tageshill erleuchteten Räumen, die mit übnmüthigem Lrxus autgestattet stnd und suchen die Folgen einet auige» dehnten Soupers durch eine Taste schwarzen Molkas zu de« kämpfen; und wenn aus Kelle, f.nstem oder au» den Fenstern der vierten Stockwerke bereits die Frühlawpe schimmert und der Arb-iter stch zum Gange nach der Fabrik rüstet, dann erst de« ginnen stch die Säle zu leeren und auf den in bleicher Däm» meruna daliegenden Straßen begegnet man Trupps üdernäch» ttger Gesellen, die nicht blot aut jungen Tagedieben mit g«. füllter Bö se, sondern auch aut älteren„respektablen" Herren stch zusammensetzen, die man obne schwere goldne' Uhrkette stch ebensowenig denken kann, wie jene jungen ohne Haardürste.— Am 10. Februar d. I. erschien der Herr Bautiscklermeister Kühl des Nach» gegen 2 Uhr in der Fall'schen Restaura.ion und gab deutlich zu verstehen, daß er sich in sehr mißmuthtger Laune befände. Th-tlnehmend erkundigten stch dt« übrigen Göfe, Honoratioren der Prmzlauerstraße und Umgegend, Kaufleute, Fabrtkbefitzer und Meister, nach der Ursache.„Bin bei dem Wetter stundenlang herumgelaufen, und kann den Nachtwächter nicht finden!" lautete die Antwort. Man tröstete ihn und rteth ihm, stch erst hier etwas zu«holen. Herr Kühl trank seinen Schoppen und dann wurde der Vorschlag gemacht und angenommen, gemeinschaftlich nach dem Giand Kalt am W,xandnp!atz zu ziehen. Herr Kühl versuchte noch einmal vergeben», den Nachtwächter anzutreffen und kam schließlich ebenfalls nach dem Kafs, wo er die Gesellschaft noch antraf. Nach einiger Zett brach man au'. Ein Bekannter Kühl't. der Bezirksvmsteher Kaufmann Gelhaar, der ebenfall» in der Prenzlauerstraße wohnte, begleiiete und unterstützte ihn in stimm Bemühen, einen Wächter herdeizumfen. Beide vereinigten die Kraft ihrer Stimmen und dietmal hatte Herr K. mehr Glück, der Wächter Overbeck, der einige Häuser wetter mit einem Nachtwacht» meiner gestanden hatte, erschien. Er wmde von Herrn Gel» haar nicht gerade freunolich empfange«.„Wo treiben Sie stch denn'rum. wir suchen Sie schon zwei Stunden lang!" so hieß ei. Der Wächter v«bat stch solche Worte, oder er er« widerte auch, was er allerdings destreitet, was die beiden Fieunde aber gehö.t haben wollen:„Wer weiß, wo Sie stch.... gewesen find!" und schloß Herrn Kühl auf. Herr Gelhaar war aber noch nicht beruhigt.„Ich werde Ihnen dat schon besorgen", so drohte er,„Sie stnd die längst« Zett Wächter gewesen, ich bin der Bezirksvorsteher." Thatsächlich war der Nachtwächter vollkommen unschuldig daran, daß Herr Kühl etwas lang« hatte nach ihm suchen müffen. Ein Kollege war an jenem Abend plötzlich erkrankt, und er mußte den Dienst in zwei Reoierm versehen, so daß sein regelmäßiger Rundgang mehr alt eine Stunde Zell in Anspruch nahm. E: war deshalb um so empörter, alt er die ungerechtfertigten Drohungen und Beleidigungen de» Herrn G-idaar hörte der auf seine amtlich« Würde pochte. Eine vistirung zur Wache erfolgte nicht, da ver Nachtwachtmeister die Person des Beleidigers rekognoSzirte. Der Wächter erhob Stratanlrag und da» hiestge Schöffengericht ver urlheilte G. zu einer Geldstrafe von 20 M. Gegen diese» Urtheil legte der Bezirksomsteher Berufung ein und so kam die Sache gestern vor die fünfte Ferienstrafkammer. H-rr G. erreichte jedoch nur, daß er außer den ersten Grrichttkosten nun auch noch die sür die Revistonsinstanz zu bezahlen hat. Dai Urtheil wurde rundweg bestätigt. Der Gerichtshof sah keinen Grund, in die eidlich« Aussage des Beamten Mißtrauen zu setzen, der vierzehn Jahre lang im Dienst ist und dem von seinem Vorgesetzten ein sehr günstiges Zeugniß ausgestellt wird. H-rr®. wird au« der Verhandlung die gtehre schöpfen, daß selbst«in Bezirksvorsteher, auch wenn er, wie der Wächter in der ersten Instanz behauptete, etwat angeheitert ist, nicht da» Recht bat, grundlos grob zu werden. Eine Reueiung der deutsche« Etraf-Proztß-Orduung (es ist Vtrs der§ 343, wonach jedes von ver Siaatsanwall» schalt resp. dem Privatkläger eingelegte Rechtsmittel auch die Wirkung hat, daß dt- angefochtene Entscheidung zu Gunsten des Beschuldigten abgeändert oder aufgehoben werden kann) gelangte bei dem Berliner Landgericht l zum ersten Male zur Anwendung. Die Kaufleute S. Hirschderg und Cohn gen. Wafferzug, welche auf ihrer Geschäflsrets- zusammentrafen, er» zählten stch und einem anderen R isende«, daß der Kaufmann W. Lebenau„pleite" sei. Der letztere erhielt hiervon Kenntniß und strengte wegen dieser Aeußerung gegen die beiden erst» gmarnten die P-ioatUage an. Trotzdem in dem Termin vor der 98. Abiheilung des hiestgen Schöffengericht» der Beweis geführt wurde, daß der Kläger in der That wegen ver- schiedener fälliger Forderungen verklagt worden sei und nach Anstrengung der Privatklage stch mV seinen Gläu» bigern außergerichtlich arrangirt hatte, verurtheille der Gerichtshof beide Anzeklagte w'gen übler Nachrede zu je 50 M., lehnte aber den Antrag des Kläger», den Angeklagten auch die Zahlung einer Buße von je 3000 M. aufzuerlegen, alt nicht genügend sudstaniiirt ab. Beide Angeklagte brühig. ten stch hierbei, der Mandatar des Cohn, Rechtsanwatt Dr. Solomon, ließ es stch aber nicht nehmen, die Berufung auf eigene Gefahr einzulegen, und hiett dieselbe um so eher auf» recht, a!» auch der Kläger die Berufung eingelegt hat, weil seinem Antrag auf Buße nicht entsprochen war. Die sechste Ferienstrafkammer erkannte auf Aufhebung de» ersten Urtheil» und Freisprechung beider Angeklagten. Der Gerichtshof nahm an, daß der Kläger stch bereits im Dezember v. I. in einem Zustande der Zahlungsftockung befunden habe und daß die Bezeichnung dreses Zustande» alt„pleite" in kaufmännischen Kreisen die übliche sei. Die Angeilagten hätten sonach nur den wahren Sachoerhatt zum Ausdruck gebracht und stch auch nicht einer Beleidigung au»§ 185 Str.»G»B. schuldig ge» macht, da weder aut der Form, noch aus den Umständen die Adficht derselben Hervorgeht. Bezüglich der Freisprechung de» Hirschberg, der kein Rechtemittel eingelegt hatte, erachtete der Gerichts hos den§ 343 für anwendbar.(Von einer anderen Strafkammer war diese Anwendbarkett in einem gleichen Falle negilt worden.) t Unter der Anklage der Unterschlagung und der Urkundenfälschung stand gestern der Händler H. vor der zwetten Ferienstraftamm r de» hiestgen Landgerichts I. Er war mtt dem Kaufmann P. in Geschäftsverbindung getieten und vermittelte für ihn Aoiahlunasgeschäste in Uhren und Bildern gegen 10 xCt. Provifion. Viel mochte für den armen Teufel nicht h'raushängen, denn er klagt wenigstens, daß er vollstän» big zcrriffene Siiet-l hatte, um damti seine Roth als Motiv für die Thai hinzustellen, die ihn auf die Anklagebankgebracht hit. Er erschien im Juli d. I. bei P. und theitte ihm mit, raß er einen Käufer sür einen Regulator wiffe. Er erhielt einen solchen im Werth« von 45 Mark gegen das Versprechen, den erzietten Betrag sofort abzuliefern. Er kam jedoch erst nach einigen Tagen wieder und brachte lein Geld, sondern«inen Abzahlungtoertrag. den er mtt einem gewiffen Rüdiger, deffen Unterschrift auch der Schein aufwies, abgeschlossen zu haben angab. Er hatte jedoch ein solche» Geschält gar nicht abgeschloff-n und die Unterichrift gefälscht, während er den Regulator für 9 M. versetzt Hatte. Der Gerichtshof erkannte nach dem Antrag« det SlaatSan-valtt auf eine Gelängnißstiafe von 6 Wochen, von denen zwei auf Oranienstraße 51, verübt wurde, war gestern Gegenstand einer Verhandlung unter dem Vorfitz de» LandgerichtSratht Braun. Alt Herr Ltndner am Morgen det 14. Februar seinen Laden betrat, fand er die Kästen und Schubladen geöffnet und dmch» wühlt und au» den darin befindlichen Eluit dm Inhalt ge- stöhlen. Bei der Feststellung des entwendeten Schmuckes zeigte e» stch, baß namentlich Ringe und Ketten, aber auch andere Gegenstände mtt Brillanten und sonftigm Edelsteinm besetzt fehlten, deren Werth im Ganzen auf 13000 M. berechnet wurde. Eine sofortige Benachrichtigung der Kriminal» polizei führte bald danach den K'iminalkommiffar Weien an den Thatort, welcher ermittette, daß der Dieb durch die Wasch« küche von unten eingedrungen sei. Neben diese: befindet stch eine kleine dunkle Kabuse, in welch« Holzböcke und einWaschfaß ge« legt warm. Auf diese» hatte stch der Dieb gestellt, an der Decke die Backsteine ausgebrochen, die darüber liegmde Diele aufgehobm und war so in dm Vorplatz zu dem Laden etnge» drungen. Diesm vermochte er nicht zu öffnen, denn das Schloß mußt« allen Versuchen widerstanden haben, deshalb schnitt er die Füllung aus der Thür aut und stieg so ein. Nachdem die Goldsachm zusammen aetiagen warm, mußte der Dieb st« in einen Lappm der Portiere gewickett haben, denn von dieser fehlte ein großes Stück, welche» augenscheinlich abgeschnitten war. Der Krtmtr allst erkannte sofort, daß hier nur ein ge- wiegter und geübter Einbrecher thätig gewes-n sein konnte. Dabei besann er stch, daß unter de« Ladm ein weg;» Eigen- thumsvergehent vielfach, auch schon mit Zuchthaus vorbestrafter Mensch, der Vergolder Selke, gewohnt und in dem Keller ein Pantoffel-Geschäst gehabt habe. St wurde bei ihm eine Haussuchung vorgmommm, welche aller- dingt erfolglos war, was den Polizetbcamtm jedoch nicht abhielt, Selke sehr vorstchttg beobachten zu laffm. Nach unge- fähr einer Woche stellte er stch dem Kriminalkommiffar selbst und erzählte, einige Zeit vor dem Diebstahl sei er mit einem Menschen zusammen gekommen, den er vom Zuchthaus her unter dem Namen„Schloffer.Albert" kannte, der ihn gefragt habe, ob er nicht ein Geschäft wiffe, et ginge ihm schlecht, und da hat ihm Selke mehrere Läden, unter andern auch den Llndner't bezeichnet, wo etwas zu habm sei. Nach dieser Mittheiiung war Selke behilflich, den völlig unbekannten Aufenthalt de» Schloffer- Albert zu ermitteln. Durch einm Polizeiagenten wurde berichtet, daß derselbe mtt dem Schloffer Friedrich Albert Schilling, einem vielbestraften Dieb, identisch sei und bei einer Wtttwe Schwarz, seiner Geliebten, stch aufhalte, und richtig, Selle fand ihn dort und verlangte nun einen Antheil an der Beute aut dem Ltndner'schen Diebstahl, zu welchem er den Anlaß gegeben. Schilling vertröstet« ihn damit, daß die So»(das gestohlene Gut) noch bei dem Schärfer (Hehler) auf dem Gesundbrunnen lagere, aber er wollte stch heute 15 Mark von ihm abholen, von denen er etwas erhalten solle. Auch andern Leuten gegenüber hat er stch über den Diebstahl ausgesprochen und zwar, daß er ihn allein auSge» führt habe. Heute im Termin leugnete er die» beharrlich. Er wollte einem Gustav Waffermann dt« Gelegenheit bei Lindner zu stehlen, wie es ihm Selke erzählt, wetter erzählt und später von diesem 200 Mart sür diese Nachricht erhalten haben. Waffermann aber sei nach England entflohen. Bei Schilling» Verhaflunq waren nämlich 150 Mark da» Geld, von dem Schmuck aber nicht» mehr gefunden worden. Der Gerichts- Hof schentte diesen Ausreden keinen Glauben, hielt aber die Aussage der Zeugen sür glaubwürdig, denen Schilling den Diebstahl früher sollte, und verurtheilte ihn wegen im wiederholten Rückfall zu zehn und nähme an demselben zu zwei Jahren Nebenstrafen. Wie«, 16. August.(Vom Schwungrade erfaßt.) Bei dem Bau einer der Wiener Tramway Gesellschaft gehörigen Remise in der Schegargaffe zu Oberdöbling ereignete stch in den Nichmittagsstunden de» 24 Mai ein emsetzlicher Unglücksfall. Die bei diesem Neubau beschäftigte Tagelöhnerin Maria Langer wollte au» dem dort befindlichen, mtt einem Schwung» rade versehmen Brunnen für die Mörteldereitung Waffrr schöpfen, al» fich der bei der Gesellschaft bedtenstete Stallpage Franz Holly zu ihr gesellte und ohne hierzu aufgefordert ,u sein» gleichfalls die Kurbel erfaßte und letzter« so rasch bewegt-, daß stch daS Schwungrad mtt rasender Geschwindigkett dregte. Plötzlich wurde die Langer von dem Schwungrade erfaßt, in die Höhe geschleudert und stel auf einen unmittelbar daneben stehenden Prellstein, daß ste blutend und bewußtlos liegen blieb. Auf ihr Jammergeschrei waren mehrere Bedienstete herbeigeeilt, welche die verunglückte Tagelöhnerin aufhoben und dann die freiwillige Rettungsgeiellschaft von dem Unfälle ver- ständigten. Auf der Sanität«.Stalion auf dem Fleischmarkte wurde ein schwerer Splitterbruch dei linken Unterschenkel» konpa irt, deffen Heilung volle zwei Monate in Anspruch nahm. Der schuldtragende Stallpage Franz Holly war nach der That davongelaufen. D-r staatsanwaltliche Funktionär Brück erhob gegen ihn die Anklage wegen Vergehen« gegen die köiprrliche Sicherheit, worüber heute vor dem Bezirksgerichte Währinz die Verhandlung stattfand. Der Angeklagte vrrantwortete stch dahin, daß er der Tagelöhnerin beim Wafserschöpfen nur helfen wollte und keinesweg« aus Uebermuth gehandelt habe. Der Richter, Adjuntt Schmiedbauer, verurtheilte Holly zu 48 Stunden»nest», verschärst mit Fasten, hartem Lager und Einzelhaft während der Dauer der Arreststrase. Der verunglückten Tagelöhnerin Maria Langer wurde ein Betrag von 15 fl. alt Ersatzanspruch zunkannt. eingeräumt haben schweren Diebstahls Selke wegen Theil- Zuchthaus und dm Vermischtes. Eine„Reich- GotteS-Druckeret". Der Buchdruck.rii» besttzer Anton Gerhard in Emden, Heraus geaer d«S„Stadt- Missionar"(«elcher angeblich eine Auflage von 8400 hat) und de»„GemeinichastSblattei zur Förderung des auf Gottes Wort gegründeten Chtiftenlhums" hat mtt dem 1. Juli seiner Q fizin den originellen Titel„Reich Gottes Druckeret" beigelegt. Lei»er ist dieses Reich Gottes, jedenfalls weil et nicht von dieser Welt, nur klein, denn der Statisttter Kliemsch, dem ein Blick in daffelbe vergönnt war, sah darin nur 1 Zylinder-Tretpreffe, 1 Setzer, 2 Lehrlinge, 1 Schweizcrdegen und 1 Komtoriften. Od dieses himmlische Personal dem biblischen Spruche nach. lebt:„Wenn wir nur Nahrung und Kleioer haben, so lastet uns genügen", oder od e» etwa heimlich doch auf Schätze hält, die da Motten und Rost freffen, entzieht stch unserer Kenntniß. Ueber da« Lebe« eine» moderne« Stnstedler» ent- nehmen wir dem Berner„Bund" folgendes:„Vor vielleicht zwanzig Jahren brachte der„Bund" eine Notiz nach welcher auf der franzöfischen Seite des Col des Roche»(dei Locle) eine Familie mitten im Winter in einem Felsenloch hause, und auf die Amegung des Schreiber» jener Zeilen hin veranstaltete Ihr Blatt eine Sammlung, welche es jenem Höhlenbewohner ermöglichte, fich wieder unter den Mmschen anzustedeln und. wenn wir recht berichtet find, die Gefährtin zu Heiratben, mtt welcher er in Ermangelung der Mittel, stch die KopulationS- papiere zu verschaffen, hinausgezogen war in«ine fast unnah» bare Höhle, um mtt ihr dort in wilder Ehe zu leben. Ihr da- maltger Korrespondent war zu einer Jnteroention für das Paar bewogen worden durch dai gestttete Benehmen der zwei Ktn» der deffelbm, welche den fremden Besucher, der zu dem Horst hinaufgeklettert war, eine halbe Stunde lang mit recht hüb« schen Sprüchen unterhalten hatten.„Und abermal nach zwanzig Jahren kam ich deffelbigen Weges gefahren". Während eine» Besuche», den ich vor einigen Taae,, hei Verwandten in Loele abstattete, wurde mir mitgecheilt, daß jene Höhle am Col des Roche» wieder bewohnt sei, diesmal aber von einem richtigen Einstedler, und ich beschloß, dm Gang dahin nochmals zu thun. Wenn man de» bekannten Strafen- tunnel de» Sol hinter fich hat und link» die Straße nach Sri Pargane lV'llarZ.Morleou) einschlägt(rechts zweigt ste fich nach�Breneti ab), so hat man nach wenigen SchlUten zu seiner Rechten, also auf der Seite des tiefen«dglundes, einen Fels- köpf, welcher gegen die Straße zu eine senkrechte Wand dar> bietet und außen äußerst steil, fast senkrecht, in die Tiefe ab« fällt. In diesem, nur stellenweise etwa» bewachsenen, lümmer- lich mit einigen Tännchen bestandenen Abhang de findet fich die Höhle. Sie liegt auf feanzöstschem Gebiet. Ali ich, von der Straße abdiezend, die Kletterei in der wohlbekannten Richtung beginnen wollte, zeigte fich ein früher nicht vorhanden gewese« ner enger Fußweg, welcher fich um den Felskopf hemm in die Höhe windet, und bald gewahrte ich noch andere Spuren menschlicher Kulturversuche, denn hier war ein schmalei Feliband mit den noch winzigen Blättern der gelben Rübe, dort ein anderes mit recht kräftigem Kartoffel kraut bewachsen; weiter unten glaubt« ich auch einen kleinen Rübenacke:(von etwa 2 Meter Sänge bei 1 Meter Breite) wahrzunehmen. Der Fußweg führte weiter und endlich stand ich vor dem Feliloch. Während ich mit raschem Blick das In- ventar der fast bii in den hintersten Winkel vom Tageslicht erhellten Wohnung aufnahm— ein Bett, bestehend au» einer Blätter» und Strohunterlage, mit einer Decke aui zusammen- genähten Säcken, einige Kochutevsllien. Haue. Säge, ein paar Kisten zur Aufdewahmng von Vorräthen, und allerlei unnenn« bare Kleinigkeiten— näherte fich der vesttzer aller dieser Mobtlien, der Bewohner der»Caverne de la Vterge", mit freundlichem Gruße. Ein Grandson- Bout wurde ali Friedenspfeife geraucht und bald plauderten wir, auf einem Saden sitzend, von den Seiden und Freuden dei Einfiedler- lebeni. Unser Einsiedler beißt Feanneret und ist Reuen- bmger; man kennt ihn ali Jeanneret dei valai», also„Besen- Jeanneret�, da er seinen Hauptverdienst aui dem Ver- kaufe von Besen zieht. Di« Höhte nebst dem Felsen hat er wohlfeil gemiethet, nämlich um die Sieferung von einem Besen in jedem Monat. Wai er an den einzelnen Stellen, wo er die wilden Pflanzen ausreißt, an Gemüse baut, und wai er geschenkt bekommt, genügt im Großen und Ganzen zu seinem Unterhalt. Er brauchte ja auch nicht viel, meinte unser Ein- fiedlrr, er effe und trinke nur aui Bedürfniß, und nicht über diese» hinaus, und er befind« fich jetzt körperlich viel Keffer ali zm Zeit, da er unter den Stuten lebt« und ihre stinkigen Woh« nungcn und ihre Lebensweise theilte.(In der That bestätigten dai gesunde Aussehen, die frische Haut und die rothen Backen des vielleicht vierzigjährig« Manne» seine Auisage.) In der schönen Fah7e»zeit würde er mtt Niemanden tauschen, dasei ihm „vögliwohl", und im Winter liege er hall lange im N-st. Auf meine Fiage, ob die Kälte nicht manchmal empfindlich werde, antwortete er, er habe r» noch immer ganz gut auihattm kön- nen, er thue halt dann mehr Stroh fcaju und decke den Ein (ang etwa» mtt Brettern und Tüchern. Unser Gespräch wurde ier durch die Ankunft einer zahlreichen Gesellschaft von Damen und Herren unterbrochen, von denen einige fich sofott setzten zum Ausruhen, und ich nahm Abschied von dem sonderba.en Kau», deffen köip.rl-chei Wohlbefinden und deffen Intelligenz ihm gewiß ein Auskommen unter den Menschen stchern wür> den, der e» aber jetzt vorzieht, keine Rachbam zu haben und den Kamps um» Dasein in so primttioer Weise zu führen, seit» dem ei ihm au» verschiedenen, nicht gerade romantischen Gründen schwer gtworden, fich in die allgemeine bürgerliche Ordnung zu fügen." Kleine Wittheilungen. Karltruhe, 17. August. Heute Nachmtttag stürzte in der Uhlandstraße ein der Vollendung naher vierstöckiger Neubau «in, während die Ardetter darin brschafligi waren. Bii jetzt find 8 Todte hrrvorgezegen worden; mehrere Arbeiter liegen noch unter den Trümmern. Die sofort begonnenen Rettung»- arbeiten werden energisch fortgesetzt. Bitterfeld, 10. August. Auf der„Deutschen Grube" wmde gestern wahrend der Arbeit ein polnischer Arbeiter durch hereinstürzende» Gebirge verschüttet. Er erlitt so schwere innere Verletzungen, daß seine sofortige Aufnahme in W hiesige Kreis krankenhau» erfolgen mußte, woselbst der Un- glückliche heute Morgen gestorben ist. Sommerfeld, 16. August. Der Sokomotioführer, welcher kürzlich auf Bahnhof Kohlfurt mtt«wer vom Zuge losgeloppelten Sokomottoe einem anderen Zuge in die Flamm fuhr, ist in die Irrenanstalt nach Breilau übergeführt worden. Derselbe war schon früher einmal geisteskrank und befand sich längere Zett in der Firmanstalt zu Dalldorf bei Berlin. Er wurde damals geheilt mtlaffm. vreila«, 12. August. Ueber ein« mysteriöse Mordthat be- richtet die„Breil. Morgenztg." folgendes: Heute Vormittag gegm 10% Uhr fand man in der Kolonade de» Restama'ioni garten» Schießwerderstraße Nr. 35 ein Mädchm entseelt vor. Die Verblichene saß auf einem Stuhle und stützt« ihr Haupt auf den rechten Arm. Unter ihrm Füßen defand sich eine große Blutlache, auch ihre rechte Hand und die Bekleidung zeigtm Blutspuren. Die setter s der Polizeibehörde unverzüa- lich angestellten Recherchen ergaben, daß da» Mädchen mit einer gewiffen unter santtätspolizeilicher Aufsicht stehm» den Anna Krodeck. einundzwanzig Jahre alt und Mutter eine» etwa zweijährigm Mädchen», identisch ist. Wie die weiteren Ermittelung« ergaben, kam da» Mädchen heute Vormittag gegm 10 Uhr in Beglettung zweier jung« Männer in da» bezeichnete So fti. Die drei Person« ließen fich Effen und Bairisch Bier verabreichen und verzehrten dir». Andere Gäste war« zu jmer Zeit im Gartm anwesend. Gegen 11 Uhr entfernten fich die beiden Männer unbemerkt. Kurze Zeit nachher kam ei» Droschkenkutscher vor dem Sokal vorgefahren und erzählte, er wäre soeben von zwei jungen Männern beauftragt worden, hier ein plötzlich erkrankte» Mädchen ab- zuHolm und nach dem Allerheilizm-Hospttal zu bringen. Ali «an jetzt in dem Garten nachsah, fand man dort die Krodeck«ntseett vor. Di« Begleiter dei Mädchen» wurdm bereit» um 2 Uhr Nachmittag» in dm Personen der beiden Arbeiter Sanghammer und Dziallai ermittelt und festgenom» mm. Dziallai war der Zuhälter der Krodeck. Heute Nach- mittag fand durch Staatsanwalt Sindenberg und ein« Gerichts- kommisston die Bestchttgung der Seiche am Thatorte statt. Ali ärztlicher Sachverständiger ifungirte Kreiiwundarzt Stern. Ei ergab fich, daß ein Mord an dem Mädchen verübt word« war. An ihrer linken Hüfte befand fich«in Dolchstich, welcher die groß« Schlagader getroffm hat, so daß der Tod der Krodeck binnen wenig« Augenblicken durch Ver- blutung«ingetlcten sein dürfte. Der Dolch, mtt welchem der Mord verübt worden ist, wurde heute Nachmittag auf dem Dache eine» zu dem Grundstück Schicßwerderftraß« 39 gehörigen Schuppen», wohin ihn der Mö:der geschleudert halte, durch Poltzeiheamte aufgefunden. Von den deidm der That verdächtigen bestreitet Dziallai, da» Verdrechm verübt zu haben, und behauptet, sein Begleiter Sanghamwer müffe da» Mädchm getödtet haben, während er einig« Augenblicke nicht im Garem anwesend war. Sanghammer hat fich auch, wie festgestellt«o:dm ist, erst gistetn bei einem Trödler auf der Stockgaff-»inen Dolch gekauft. Bei dem am folgmden Tage stattgefunden« Verhör erllärte Sang- Hammer, ei sei nicht im Geringst« seine Atficht gewesen, die Krodeck zu tödten. Er habe, am Tische fitzend, mit dem Dolchmeffer Tabak geschnitten. Nachdem die» geschehen, habe die Krodeck dai Dolchmeffer in Auamschein genommen und beim weiteren Gespräch die Spitze de» M-fferi auf die Hüfte ge» stützt. Kr(Sanghammer) sei dann plötzlich aufgestand«, habe dabei erschreekt, und fich, ohne daran zu dmkm, daß die Krobeck dai Meffer in der Hand habe, auf die Hand de» Mädchm» gestützt. In Folge dei Drucke» sei da» Messer durch die dünne Kleidung hindurch in den Körper gedrungen. Die Krobeck sei ohnmächtig geworden; er habe sie au'gerichlet und sei dann schnell fortgegang«, um eine Droschke znr Forlbesörderung de« Mädchm» hinzusmdm. Von Hause habe er dann seine Mutter nach dem Allerheiligen-Hosvital ge- sandt, um fich nach der Krobeck zu erkundigen. Vor Rückkehr der Mutter sei er noch mtt einem Mädchen nach dem Restaurant Kamerun geeilt, um dort durch seine Begletterin Erkundigungen einzuziehen. Da erst habe er gehört, daß die Krobeck todt sei. Später habe man ihn verhaftet. Od die Angaben wahr find, wird wohl die Untersuchung er- geben. Würzburg. 15. August. Schlaglichter auf die bayerisch« Lahnorrhaltnisse. Der um 9 Uhr 52 Min von hier nach Nümderg adgchmd« Schnellzug Nr. 579 mtt R,staurationi« wag« mußte, nachdem er die Statwn Dcttelbach verlaffen hatte, nach Detteldach zurückfahren, weil der Zugführer auf demselb« G-leise einen anderen Eisenbahnzug bemerkte, von dem man glaubte, er fahre von Kitzingm nach Detteldach. An der Station Drt:llbc.ch erfuhr man, daß ein Exttagüterzug in der Richtung nach K.tzmgm voraus».�.«. Et ist sonach ledig- lich der Vorsicht des Zugführer» zu danken, daß der Schnell- zug nicht auf dm vorausfahrmdm Güterzug stieß und daß ein Zusammenstoß oermieden wmde. Bei der Rückkunft nach Detteldach verließ« mebrere Paffagiere dei Schnellzuge» sofort die WaggonS, weil st« dm vorauifahrmdm Güterzug für einen entgegenkommenden hieven und deshalb einm Zusammmftoß befürchtet«. Wie«. 16. August. Von gestern Mittag bii heute Mittag find in Triest 16 Personen an der Eholera erkrantt und i Ä.Ck' lÄ'Ä«- wR BZ WirSÄT K* BV-S erkrankt. Setzte Nmtzvichte». Der Streik de, Etsenbahnarbeiter in Vierzo« größeren Umgang anzunehmen und gleicht in seinem Verlauf den Vorgängen von Deeazeville. Wenigsten» aw* die sozialistischm Blätter, daß Gendarmen und TmP*% den Streikenden da» Feld räumen mußten in Folge derjg® vention de» Maire und der Gemeinde: ä>he, welche erkla»� daß Truppen unnöthig wärm und ste selbst sür die AustM ethaltung der Ordnung sorgen würdm. Der Staatia� requirirte trotzdem Militär, worauf fich die Erregung der bettet wiederum steigerte. Mehrere bekannte Arbeiterfi!� auch der Pariser Gcmcinderath Vaillant, ein ehemaliges gliev der Kommune, find in Vierzon eingetroffen. M Der afghanische Grenzstreit erscheint nach den Nachricht« in milderem Sichte. Wie nämlich eine direkt Regierungsqucllen den Londoner Blättern zugegangene thettung besagt, hat die mglische Regieruna die W# Zurückziehung der afghanisch« Grenzkomrriffion r.iffl' J schloffen, steht vielmehr weg« dei noch unabgegrmzten T»� in der Nähe dei OxuS mit der rulstschm Regierung Unterhandlungen. Bis zum Eintreffm der Antwort Ruij«* werde in Bezug auf dai Datum der Zurückziehung d«®� kommiiston kein Beschluß gefaßt werdm, wohl aber beste»! Adficht, die Kommisston vor Winter» Anfang nach 9� zmückkehrm zu laffm. In de« meiste« Vororte« Seihztgi find« W*? Jahren die Gemeinderathisitzungen unt er*" fchluß der Oeffentliebk eit statt, weil man beD� daß bei öffmtlicher Behandlung der Örtiangelezmhett� � k r a t i e vielfach Gelezmhett haben we#: j Sozialdemo oder jmen Vorfall agttatorisch abermali eine Petition dei autzudeuten. Sokalvereini tuwu Seipzig, welcher um Einführung der Oeffmtltchkeit nacbg� Y A a I M„,»W«. � r m* a.. luv, II M... J Neuerdin»' zu NeuMl t'Ä hatte, adschläglich deschied« worden, und zwar ztger Amtshauptmannschaft dies« adlehnmdm---- würdiger Weise damit motivirt, daß ein Nutz«#'r,e Gemeinderathssttzungen für die Verwaltung und WuM, Gemeinde nicht erfichtiich sei. So meldet die„Boff. BW- KriefkaSe« der Kedaktio«... M. SC. Nanntiustr. Die Kasse ist nach unserem r. halten, den Bestimmungen ihre» Statut» gemäß,»ur V tung dei Sterbegeldes verpflichtet. Die Wittwe Klarlegung dei�Sachverhältniffe» die Klage in zßy V plaren bei der Gewerbe-Deputation hterselbst, Breite. einr-ick«. Metallschleifer. Nach der Instruktion, welche_ amten bezüglich der Handhabung de» Vereinigesetze» der neuesten ministeriell« Verordnung erhalt« ha»«"' Polizetlieutenant korrekt gehandelt.__ O. E. Bergstraße." Sie müffm weg« K W % taftonsansprüche de» Kindes, deren Realifirung scheint, den dinglich« Arrest in da» taiionipfl chiigen Vater» beantragen und nach jal. Arrestbefchluffc» du WitthschafUgegmstände vsärb«.�� W-mdm Sie fich an da» kgl. Amtsgericht I, Rnir straße 13, während der Zeit von 11—1 Uhr, auch' Ihren Antrag daselbst zu Protokoll aufgeb«.� � _«. Zum Eftatz de» Schaden» ist der � Karouffels verantwortlich, wenn das Karouffel � UWAMM mm Theater. Donnerstag, den 19. August. vßernhan».«eine Vorstellung. Schauspielhan». Ttlly. Groll'« Theater. Tell. Belle. Alltauce. Theater. Da» Parade». Friedrich. Wilhelmftädtische» Theater. Der Ztgmnerbaron. "" Theater. Vom Golde verführt. ' Theater Amor. Tanz. Poem von uigi Memzottt. " lla-Theater. Eapricciosa. Ave Jalobstr. SO. Dtreft.: Adolph Emst. Der«ald-Tmfel. G«s«,g». voffe in 4 Akt« von SB. Mannstäbi. Kauplet» von«. Görß. Rustt von G.Steffens. Mtt neu« Dekoration« und Kostümen. Cenltat-Tch tatet. Köutvstädlische« Theater. Im Jrrmhause. M %%%%% Fachvereiu der Metallschraubeu-, /a� Ar keltsnach weis rttr Klarlerarbelter."WA Bchtunginoll Hermann Stramm, Restaurateur, SkalMl�. Kamsili-Km-tokal Tücht.»chraudeudrrhr» w v.»lexanderstr. 26. 1 E. Hosenschneiver s. Beschäl� Linvenstr- Verantwortlicher Redaltem«. Graatzeim in Berlin. Druck und Verlag von«ax vatzwg t» Bert in 8W. Beutfistraße 2. i