J Nr. 195 Sstt«tag, de« SS. August 1886. Ul. Jahrg. frliuftUoteliliill Krgan für die Interefftn der Arbkitrr. 4 Die GruimilliklhtiliMg im Arbkit«. Daß bie.Ra'ioaallib«rale Sor,espo»denz" nicht« von ?iznavalökovomii versteht, wußten wir längst, daß Blätter, wie die„Magdeburger Zeiwng", da«.L«rp,»ger Tageblatt" «. s. w. auch de» größte» wttthschastlichen und sozialpoli- Wichen Uvfion jener Korrespondenz unb-sehen entnehmen, "%*#* gleichfall« bekannt, aber daß auch Blätter, wie die «•lbnfeldn Zettung", die fich sonst in sozralpoltttsche» v�agen vielfach unterrichtet zeigt, eine» Artikel au» der 'den genannten Korrespondenz.Di« Gewinnbetheiligung Arbeiter" ohne jegliche Zusatzdemerkung abdruckt, da« UV schon über die Hmschnur. i. B'elleicht ist e« nur journalistischer Leichtfinn, der Wt« Blatt zur Aufnahme diese« Artikel« gebracht hat, da 2* unrichtige Auffassung in demselben auch dem blödeste» Tuchen, der nur oberflächlich Zrttunge» liest, nicht ent- "ben konnte. »„.Doch nun "ilele lautet: zur Sache. Der Anfang de« beregte« i.„Zu den Schlagworte», mtt denen die sozialdemokrati« �Agitatoren die Masse« der arbeitende» Bevölkerung zu .setzen pflege«, gehört auch die al« dringend ./�wendig geforderte Betheiligung der Arbeiter Trschäfitgewi»«." U-d nun paukt die„N,t. Lib. Corresp." auf die du«, r." So,ialdemokrate« lo«, die gar keine Vorstellung vo« ��«erhältniffe« der Produktion hätte« und dergleichen » Dieser Kampf gegen Windmühle« wird eine ganze d.»* lang fortgesetzt mit allbekannte« Phrase«, dann wer« »ähu w Versuche(Gürdov, v. Thü-ni u. s. w) aufge- Man steht jetzt f*0B> daß die„Rat. Lib. Corresp." fich «tut �4au« verkehrt« Adresse wendet. Di« oben an« Vfuhrten Männer find bekanntlich keine Sozialdemokraten, und die Sozialdemokratie bekämpft die «ewiaabethetligung der Arbeiter schon Beginn ihre« öffentliche« Auftreten» '"Deutschland. »o. � � ungemei« leicht, irgend Jemandem eine Met« 7�8 fälschlich unterzuschiebe« und dann sagen:„Nun werde mrt Glanz bekämpfe« I" Der Redakteur der.Na« ,�MSib«ralen Correspondenz" ist nationalltberaler Reich«« o��.Kkordneter und müßte deshalb vo« solche« alberne« »Ji�ff» Abstand nehmen. Ader er scheint vo« Dr. Max gelernt zu habe«. �>er letztere«ämlich hat kürzlich eine Brochüre ge» [30 i � JeuMeton Spuren im Saude. Aoman von Ewald August Köuig. * sfnunaen und Täuschungen. b-udet Gottschalk hatte eben seine- Mittag, schlaf Zetta.,""d stch i« seiner Sophaecke zurechtgesetzt, um die <8tfo°8ju lesen, al« er plötzlich ,« seinem«,cht gennge« �s«°en Bruder einttete« sah UtstA®*0*«®ott, Ha«,. Du kommst wirklich emmal zu W* t�(f R überrascht.„Welchem glückliche« Umstand« t f>u verdanke«?' �... bekenne mich schuldig," erwiderte der Gehenmath «tlh jj* hätte früher schon einmal komme« können, aber Sh In fr* rt Amtsgeschäste, bald Fam'liensorgen, wa« sthr in Anspruch»ahm, daß rch an meine eigene« «icht denke« durfte. Du kamst auch nie zu Grund wirst Du kennen," unterbrach de, 5«d. rasch,„ich passe«icht mehr in Dem Hau«, und 1 ,•««ade«icht mtt dürren Worten gesagt ick ließ man rt mich doch so deutlich fühlen, »u„V!«ißverstehe« konnte." w0** W* v Vnmuthunge», Theodor, ich gebe Dir mein meine Angehörigen spreche««ur mtt Liebe �uunter Theilnahme vo« Dir, und wenn meine Frau �»«s>st, so wttd da» wohl durch ihr lang« (Im r � entschuldigt.' tf1*' er al« kacheln umspielt« die Lippe« de« Stent« "e Prsse."'« sei», Dose hinein und nahm geräuschvoll da««««««'cht« sagen." ermiderte er.„Du ''"l« D»", �°rge« genug und ladest Dtt immer mehr "Da��auf die Dauer trage« kannst I" Urn./'�ttlich*«icht mehr zu ändern I" btÄ�ehe« wack� Mehr»»st. da« läßt fich nicht mehr " werd.» geändert könnte am End« doch»och Du bist immer zu schwach und zu gut« schnebe«,„Die hauptsächliche« Cttettfragen der Arbetter» bewegung", auf die wtt gelegentlich»och zurückkomme« werden, in welcher er eine« Sozialdemokraten redend ein- führt und demselben allerlei Max Htrsch'schen Unsinn in den Mund legt, um ihn dann durch einen Gewerkveretnler abzu- thuv. Dem edle« Maxche« kann man allenfalls solche Späßchen erlaubt«, aber dem leitende« Blatt« der national« liberalen Partei doch«icht. Wenn nun der Redakteur diese« Blatte» dem Dr. Hirsch in diesem Falle abgesehen hat,„wie er fich räuspert und wie er spukt", so härte er auch die genannt« Brochüre, welche fich gegen die Sozialdemokratie richtet, wetter lese« möge« und er würde gefund«« habe«, daß Dr. Max Hirsch für sich und seine Gewerkoerern« die Gewinnbetheiligung der Arbetter in Anspruch nimmt und sie al« einen Trumpf gegen die Sozialdemokratie au«spielt. Zn der Broschüre dt» Dr. Mux Hirsch heißt es in dieser Beziehung zum Lobe und P'eise der Gewerkvereine: „Bessere Bildung, wozu die praktisch« Schule de« Verein»« leben« betträgt, wird allmälig, aber allein sicher, die Arbeiter auch zu de« große« wirth« schaftlich«« Reforme«, über dt« bloße Lohn« und Eiazelarbeit hivau« zu der vetheiligung am Geschäftägewin«, der„Arbeiterpartnnschast" und zu der Pcoduktivgenossenschast führen." Also Dr. Hirsch, der vo« nationalliberaler Seit« so viel belobte„namhafte VolMwmh' de« Brockhaut'sche» Koover« saiion«l«x kov», er will die Gewinnbetheiliguna der Arbeiter. Außer ihm aber ttttt der«ationalliberale Professor Dr. Böhmer» für dieselbe ei«. Gegen dies« muß die„Rational- liberale Correspondenz' eifern, da« sind die Karnickel, die gefaßt werde« müsse«. Aber«icht die Sozialdemo- koliß.——— Die« beweist auch ei« Artikel, den der„Gewerkschafter", ein Arbetterblatt, welche« für Fachvereine und Gewerk» schatte» eintritt, aber die Hirsch'sche» Gewerkvereine be» kämpft, kürzlich gegen die Broschüre de« Dr. Map Hirsch brachte und in welchem auch von der Gewi«abethetligu»g der Arbetter die Rede ist. Es heißt da: „Die„Betheiligung am Geschäfttgewinn" hat gar kein« Bedeutung für de« Arbeiter. Dies«„Dividende' wird bei de« heutige« Lohnver Hältnisse« immer al» ei« Tbeil de, Gesammtlohn« bettachtet, sodaß, je höhn der Gewinnautheil ist, desto ttefer der Loh« sinkt. Gewi«»- antheil und Loh« zusammengenommen werde» in einem Etablissement, wo der Gewinnantheil eingeführt ist, zu« sammengenommen«icht höher sein, al, der Loh« für sich allein in einem konkurrirende», glei-b gut gestellte» Etablissement, in dem die Gewinnbetheiligung nicht ein« geführt ist. Alle diejenige« Sozial-Oekonomeu, welche jetzt müthig gewesen, und so ließest Du e« geschehe«, daß Deine Schwächen benutzt wurden. Deine Kinder, namentlich die Mädchen, erhielten«in« falsche Erziehung, st« denke« jetzt «ur»och an Putz und Vergnüge«, sie wohne« sozusagen auf der Sttaße und werden einmal unglückliche Hausfrauen werden.' Der Geheimrath, welcher seinem Bruder gegenüber Platz genommen hatte, zog die Braue« unwillig zu« sammen, ei« harter, ärgerlicher Zng umzuckte seine Mund- winke! „Da« ist ein scharfe« Urtheil,' sagtt er vorwurftvoll, „die Zugend ist immer mehr oder minder vergnagunassüchtig. wtt find'« auch gewesen. Du hast den Mädchen oft recht bitter« Wort« gesagt, ich»adle Dich deshalb«icht. ich erkenne sogar an. daß Du in mancher Beziehung zu einem leise« Vorwurf berechtigt bist .„Sie würde« noch ganz ander« Worte hören, wen« st« meine eigen.« Kind«, wären." unttrbrach sei« Bruder ihn, !%%%#%% �"�.Die Mode verlangt'« einmal!" . Unsinn. Han», damit sollte mtt meine Frau oder Tochter komme«, ich würde ihr schon de« Kopf zurecht. ihnen alle die Thorheiten zu erlauben." „Meine Frau will eS."«widerte der««h-imrath mm. noch für die längst abgethane„Arbetterpartnerschast' ein- tteten, zeige«, daß sie vo» der„freien Konkurrenz", welche gegenwärtig unsere wirthschastlichen V r Hältnisse leider«n» beschränkt beherrscht, gar kein« Ahnung und somit auch kein« Ahnung babe« von der Bedeutung der soziale« Frag« überhaupt. Wir haben diese.Ahnung' bei Herr« Dr. Max Hirsch auch«iemal, vorausgesetzt und sind sich«, daß in de» verschiedensten Parteien eine große Anzahl vo» Personen fich befinde«, die in diesem Punkte so wie wtt denken.' Und so wie der„Gewerkschafter" bei Herr« Dr. Max Hirsch keine Ahnung vo« wirthschaftliche« Kenntnisse« vor- aussctzi, so geht e« un, in Beziehung auf de« national- liberale« Reich, tag, abgeordneten, der in der ,Nat.-Llb. Corresp." fem Wesen tteibt. Wir könne« deshalb diese« „Ahnungslosen' auch laufe« lasse«— der kann der Ar- beiterpartei keine« Schade« zufügen. Wa« aber die Herren von Bennigsen und Miquöl, die keineswegs unwissend in soziale« Dinge« find, vo« d« neueste« Leistung ihre« leitende« Parteiorgan« sage« wer- den? Auch diese»atio»alltberal«» Herren find icho« so ab- «brüht»ach dieser Richtung hin, daß sie fich mit dem ge- 'ügelten Wort« begnügen werde«:„Schwamm drüber l" ÜMitifche Urberstcht. Herr» Mtchelse« scheint dasselbe Schicksal bestimmt zu sein, wie Herrn Keßler, al, er unsreiwilligerweise Berlin v:r- ließ. Auch Herr Michelttn wird auf Grund seiner Vorstrafe, und zwar lediglich auf Grund eine, politischen, keine« gem inen Vergehen«, au« seinem neuen Wohnort wieder aufgestört und wenn er seine politische Thätigkett nicht aufgeben mag, so kann e« ihn leicht treffen, daß er an keinem Orte Deutschland« mehr Ruhe findet— und schließlich auch an keinem Orte de« Au«- lande« mehr, denn da« Aiylrecht für Sozialisten wird auch dort nm seltm noch in der alten Weise geachtet- Da» heißt aber in ungeschminkten Worten: für politisch Vervehmte extftirt kein Freizügigkeitigrsetz me' ralen" Reichsaesetzaebung an die Möglichkeit solcher Zustände nicht gedacht haben, darf wohl al« stcher ange- nommen werden. Ob die heute maßgebenden Par- teien aber entschlossen find, gegen die Durchbrechung de« FreizügigkcitSgesetze« vermittelst alter und veratteter Polizeibefugntsse energisch zu protesttren, da« wird fich zeigen. sobald der Rtichstag wieder im Herbste zusammentrttt. Denn der Reichstag wird fich unbedingt mtt der Angelegenheitt zu ""[en haben. Von früheren einzelnen Fällen der besprochenen man nicht viel Aufheben« gemacht: jetzt handelt e« m ein offenbare, System, und da läßt fich einer gründ- Erörterung nicht mehr ausweichen. Mag diese Erörterung wartet zu haben, sie brachte bereit« de» Kaffee und zwei Tasse«. Di« Unterhaltung stockte eine geraume Weile, auch dann«och, al« die Haushälterin da« Zimmer wieder ver- lasse« hatte. „Ich wiederhole, e» wttd bald ander« werden," brach der Geheimrath endlich da« Schweige»,„Du kannst wohl denke», daß ich mich selbst danach sehne." „Und in welcher Weis« sollte die Aenderung ew» tteten?' „Ferdinand steht vor dem Staatsexamen, sobald er Assessor ist, kann er eine Kaniere wähle«, in der er rasch «in sichere« Einkomme« findet, und dazu ist er auch ent- schlössen." „Hm, dann müßte er vor alle« Dinge« der Baroni» v. Raoe« die Freundschaft kündigen." „Wie kommst Du darauf?" „Der Baron ist nach meiner Ueberzeugung ei» Abenteurer, seine schön« Frau muß die Gimpel anlocken." „Du drückst Dich sehr stark au«, Theodor!" „Ich bin gewohnt, zu rede«, wie ich denke, weshalb auch in dieser ernste» Angelegenheit ei« Blatt vor de» Mund nehm,«? Ferdinand ist in allen andere« Dinge« ei» verständiger Mensch, er sollte doch einsehe», daß diese Leute ihn«ur au«outzi». Dan« auch müßte er Rücksicht darauf nehme«, daß er später ei« öffentlich«« Amt bekleide« will, e« darf ihm«icht gleichgiltig sei», wie die Lente üb« ihn reden." „Da, alle« höre ich in dieser Stunde zum erste» Male," sagte der Geheimrath, sinnend da« Haupt wiegend, „«« wird wohl so schlimm nicht sei». Baron v. Raven ist ei» vermögender Mann und seine Gemahlin soll eine sehr liebenswürdige Frau sein, ich kann e, meinem Sohne so sehr»icht verdenken, wenn er ein Hau«, in dem er fich wohl fühlt, oft besucht." „Und wen» man dafür Opfer vo» ihm fordert?" „Ah bah, Ferdinand wird sich einer schöne« Frau wegen nicht in Schulde» stürz««!" Der Rentner lächelte sarkastisch, er hätte den Beweis oulfoHen wie fi- will: Klarheit wird fie darüber s-iaffer, wie wenig Grund wir haben, auf unsere„liberalen" Errungen schaften stol, ,u sein. Koalitonifreiheiheit, Freizügig!, i', Preh-, Rede und Versammlungtireiheit und wie vi« schönen Sachen alle beißen, iür Arbeiter find fie nicht vorhanden. Zur Taktik der offiziöse« Presse. Bui der„viagded. Zeitung" drmgt die„Norvd. Aug. Zig" unter dem Titel „Zur Taktik der Sozialdemokratie" eine Notiz. in der et heißt:„Man feiert den Beschluß de« Pariser G-» meinderathe«, einen NoimalardeitStag sür Ardeiter der Kom« mune Pari« einzuführen, als eine Großlhat aus dem G-dtele der Ardetterschutzgesetzgebung, die Alle«, wa« da» Deutsche Reich bither tür seine Arbeiter geleistet, weit in den Schat'en stelle, nicht weil man an der betriffmdm Stelle nicht wüß-e, daß dieser G-meinderathtbeschlnß vor der Hand noch von mehr al« zweifelhastem Werthe ist, und daß. selbst wenn er auege. führt würde, seine Folgen fich recht verhängnißooll sür einen großen Theil der Ardeiterberölkerung von Pari« erweisen könnten: nein, jene Betrachtungen und die an dicsel- den von selbst sich anschließenden hämischen Vergleiche mit den analogen Verhältnissen in Deutschland werden nur angestellt, um dm Stachel der Unzufriedenheit noch tiefer in da« Fletsch der arbeitenden Bevölkerung Deutschlaad« hineinzutreiben."— Die„Rordd. Allg. Z'g." weiß, daß jene„Betrachtungen" größtenthril« au« der in München erscheinenden„Allgemeinen Zeitung" stammen. Wir haben ihr da« doch wahrlich in unserer letzten Dimstaginummer deutlich genug nachgewiesen. Anstatt nun die« und ioren Jrrthum einzugestehen, druckt die �Nordd. Allg. Ztg." dieselben Unrichtigkeiten nochmol« au« der„Magded. Slg." ad. die auch nicht weiß, daß fie ein ihr naheftehcnde» latt, die„Allgemeine Zeitung", verdächtigt und diesem Blatte„hämische Vergleiche" u. s. w. andichtet. Wenn die offiziöse und die nationalliderale Presse nun einmal den Beruf fühlm, die Arbeiterpresse unnachstchtlich zu bekämpfen, so sollm fie die« dock mit ehrlichen Wassen thun. Oder sollte bei den« selben die Ehrlichkeit ganz au« der Mode gekommen sein? Zur Cäkularfeter Friedrich«>«. O stziöse Blätter haben bemerkt, daß neben der„Freistnnigen Z-itung" und der „Germania" von allm Berliner- Blättern nur noch da«„Ber« ltner Volttblatt" dm hundertjährigen TodeStag Friedrich« U. nicht deiprochen habe. E« ist selbstverständlich, daß wir» im Falle un« eine Besprechung beliebt gewesen wäre, die oft ganz triff ichen Aussprüche diese« Fürsten erwähnt haben würden. Wahrscheinlich hätten die ö fiziösm und nationalliberalen Blätter dann«Uder„von hämischen Vergleichen mit den jetzigm Zu ständen in Deutschland" geredet. Da man uni nun zu einigen Bemerkungen über Friedrich IL von jener Seite sörmlich pro« voztrt, so wollen wir nur auf einig« Aussprüche jene« betreu* tenden Manne« aufmerksam machen.„Gazettm dürfen nicht gmirt werdm!" Da» wäre nach der Sprache unserer Offiziösen der erst«„hämische Vergleich".„Niedriger hängen l" Der zweite.„In meinen Landen kann Jeder nach seiner Fasson selig werden." Der dritte. Von Friedrich II. h'eß e« bei seinem Tode in einer Schrift der Halberstädler Judenschast, ,,Dl« Klagen":„Er machte keinen Unterschied zwtichm Böl« kern u. s. w." Und endlich sang der König in einer Od« über unfern„Srbfreund" im Osten: O daß in« Schwarze Meer d!e Bande Sich stürzte, springende« Geschmeiß. Den Kopf voran und doch dm Steiß, Sich s-lbst und ihre« Namen« Schande! Da« ist doch gewiß ein„hämischer Vergleich" sür unsere Russmfreunde. Doch genug! Wir könnten mit vergleichenden Zstaten aus der Feder Friedlich« II. noch weiter aufwarten, doch find wir überzeugt, daß dir Offiziösen selbst gern darauf verzichten- Zur Arbeiterbewegung. Au« Karlsruhe, dm 19. August, wird der„Franks. Ztg." geschrieb-n: Die Reich»« tagSadgeordnetm Bebel und Singer haben fich dieser Tage, der erster« zwei, der letztere einen Tag hier aufgehalten, und zwar Bebel auf seiner üblichen GeschäftSre-ise, Singer auf der Durchrerse nach der Schweiz. Unsere Polizei hat in dieser Zeit ein« geradezu fieberhafte Thätigkeit entfaltet, von früh dl« in die Nacht wandelte ein„Geheimer" vor dem Hotel, in dem die„Gemeingefährlichen" wohnten, auf und ab, und Bebel wurde von Kunde zu Kunde begleilet, wie Singer auf den Bahnhof. Der demokratische„Bad. LandeSb." halle diese„Vor- stchttmaßligel" in salyrischer Weise glotfirt, wa« die„Bad. Landekztg."— welcher Parteirichtung dieselbe angehört, woge ich nicht mehr zu entscheiden— heute zu einem Schmäh- und DmunziationSaltikei vnanlaßt hat, dessm fich vielleicht sogar die„Nordd. Allg. Ztg." geschämt hätte.— Dem gleichen Blatt schreibt man au« Chemnitz» 18. Augnst:„Nach einer aufgelösten sozialdemokratischen Versammlung dliedm gestern zahl- reiche Theilnehmer noch in einem Restaurant beisammen und hier gelang*«, wie mir von glaubwürdiger Seite verfichert wird, einen Mmschm al« Polizeispitzel zu entlarven, der seit einiger Zeit in den sozialdemokratischen Kreisen unsere« Industrie bezirke« fich al« anscheinend eifriger Parteigenosse ganz besonder« hervorgethan haben soll. Viel autzuspitzcln dürste liefern können, wie wenig haltbar diese Behauptung war, ab«« wollte da« nicht. „Urberdie« hat Ferdinand fich auch in der letzten Zeit d« Familie v. Bergau auf Erlenbach genähert," fuhr der Geheimrath fort,„ich glaube darau« schließe« zu dürfen, daß er der einzigen Tochter diese« Hause« de« Hof mach». Ich sehe da keine Befürchtungen, und wie gesagt, wenn er sein Examen bestanden hat, dann brauche ich mir keine Sorg« «ehr um ihn zu machen." „Dana find noch die beiden Mädchen da—" »Ja so, deshalb kam ich ja, Konstanze ist seit heute Rittag Braut." „Von wem?" ftagte der Rentn«, überrascht auf« blickend. „Baron Werner v. Berga«." „Ah— wa« Du sagst!" „Du kennst den Herrn, nicht wahr?' ,Za, allerding».— Hat denn Dein« adeltstolz« Frau nicht Bedenke« getragen, einem ehemalige» Schauspieler du Hand ihrer Tochter zu gewähre»?' „Wären solche Bedenken unter de» obwaltende« Ber- hiltnisse« berechtigt gewesen?" „Gewiß nicht, wir beide find die Söhne eine« Brauer« und der Vater Deiner Frau war Bäcker. Zch habe diese« plötzliche» Adelsstolz niemal« begreifen können." Der Geheimrath hatte die Lippe« fest aufeinander ge« }ireßt, Zorn und Eairüstang blitzten au« seine» Augen, aber ei« Interesse gebot ihm, fich zu beherrschen, und erreicht« er nur seine» Zweck, so konnte er dafür einige unangenehme Bemerkung« schon hinnehmen. „Zch kann Dir auf diesem Felde nicht folgen," sagte er mit leisem Vorwurf,„ich selbst habe meine Herkunft nie vergesse« und die Anschauungen memer Frau könnie« Dir wohl aleichgillig sein. Um solch- Lappalien wolle» wir nicht streite», überlasse« wir da, den Hauen, die nun ei« mal stol, auf solche Aeußerlichkeite« find. Zch habe Dich gefragt, wie der Bara« v. Bergau Dir gefällt— „Mir? Sehr gut I" „Du bist also mit dieser Verbindung einverstanden?" e« hier nicht geben. Die hiesigen sozialdemokratischen Arbeiter find im Allgemeinen nicht zu Exzentriztiäten geneigt',„et find," wie fich unser guter O-erdürgerme-.stcr kürzlich auizrückle,„an- ständige Leute, aber nur ein bitchen wentgcr tö-mten ei sein." (Heule, wo ei so wenig„anständige L-ute" giebt. hätte der Herr Oberbürgermeister lieber„ein paar mehr wünschen sollen! D. R.)— Jr Mül hausen im Elsaß haben am Sonntag verschiedene Haussuchungen fialtgetunden.„Man fand, so heißt e« in den Blättern, ein Anzahl zur Verbreitung bestimmter Schriften, sowie andere« Materiol, ka« auf auf eine bestehend« sozialistische Verbindung schließen ließ. Mehrere Verhaftungen find infolge dieser Entdeckung eriotgt, unter anderem die eine« Schuster« au« Wüntemverg."— Ja der Stadt Schleswig ist, wie die dortigen„Nachrichten" melden, am Dienstag«dend ein bekannter Führer der dortigen Sozialdemokraten. Nngel- schmied Schlichting, von der Polt-ei in Haft genommen und nach ein-m angestellten Verhör am nächsten Mittag dem Amt«» gerichle überliefert worden. Da zugleich eine Hauisuchuna nach sozialvemokratischen Schriften vorgenommen wurde, so darf man, wie da« erwähnte Blatt meint, annehmen, daß der Ver- hastete verdächtig ist, den Vertrieb solcher Schiiften zu besorgen. — Endlich fügen wir noch eine Nachr cht an, der zwar der Unfinn an der Stirn geschrteden steht, die aber dock die Runde durch die P. esse macht. Sie lautet: Au« der dänischen Hauptstadt wird die dort erfolgte Ankunlt einer Anzahl deutscher Sozialisten gemeidet. Wie„Dag. Ryb." erfahren hat, find die» Emissäre de«„Deulicbcn sozialiftstchen Ofensetzer Vereint"(!), deren Aufgabe darin besteht, die Lohn- Verhältnisse zwischen den dänischen Prinzipalen und deren Ar- beilern zu regeln.(!) Dieselben sollen beiett« ihre Thätigkeit in einer größeren Kopenhagemr Fabrik begonnen haben, wo fie den Arbeuern in B zug auf die von diesen zu stellenden For derungen Anweisung ertheili hätten(?), und sollen dann dem Arbeitgeber mstgethetll haben, daß fie denselben desvehen würden, um ihn zu zwingen, jene Forderungen zu bewilligen(?)— Der Otten ser Maurer-Faeboerein beabfichttale in Waidmanntruhe in Bohrrnfeld ein Kinderfest abzuhalten, wa» indessen fetten« der Kilchspielvogtet in Blanlenese nicht gestattet worden ist. AN« München schreibt man der„Elberfeld«! Zeitung" folgende«: Unter den hl stzen Meistern. Hau«besttz«rn rc. existi- »n sogenannte„schwarze Liften", welche den Verein»- angehö igen diejenigen Personen von Zeit zu Zeit mttthetlen, welch« al« ungenügende Arbetter, säumige Zahler, faule Miether u, bekannt werden. Diese Sitte scheint fich jetzt auch bei den Arbeitern einbürgern zu wollen; nach dem Vorgange der Schuhmachergesellen haben nunmehr auch die Maurer. Ztm- mcrleute rc. derartige Listen angelegt, in welchen Prinzipale und Werkführer, die ihre Leute ungenügend bezahlen oder sonst schlecht dehandeln, verzeichnet werden. Jedenfalls wird diese neue„Boykott, firung" zum gegenseitigen Einvernehmen nicht dettragen; freilich find e« nicht dt« Arbeiter, die die« System eiugetührt baden. Aut Gera wird folgende» mitgetheilt: Eine Erklärung, welche ver Wtrlh„Zum VolkSgarten" abgtebt, bringt einige« Licht über die Veranlassung zu den auch von un« mtigetheitten Haussuchungen, die bei Soiialvemolraten stattgefunden haben. Nach der Erklärung de« Wirthi hat ein früherer Steinb'echer, der in der letzten Z-tt im Restaurant„Zum VolkSgarttn" a l« Kellner beschäftigt war und auch daselbst wohnte, die Wohnung aber au« gewissen Gründen räumen mußt-, bei der Poltzeibehörre eine Denunziation über geheime Versamm- lungen, die im„Votkigalten" von Soziald-mottalen abge- halt,» worden sein sollten, gemacht. Der Werth stellt abee die« entschieden in Abrede. Ei hätten bei ihm weder öffent- liehe, noch geheime Versammlungen der Sozialdemokraten statt- gesund«». Der Wahlkampf im Herzogthum Laueuburg hat, wie die liberale„Saale Zeitung" schreibt, durch die Energie, mit welch.» die Sozialdemokraten in die SlglloiUn eingetreten find, eine unerwmtete Verschärfung erfahren. Die Agenten der Kandidatur Molkenduhr durchziehen truppweise den Wahlkreis, von Dorf zu Dorf den soztaldemokraitfchen Wahlausruf und Stimmzettel verthetlend. In der liberalen Wahloersammlung in Schwarzendeck am 16. V. war ein Soziatveo okrat Förster erschienen, der die freistnntge Partei in heftiger Weise angriff und dadurch Herrn R ckert Gelegenheit gab, öffentlich zu den sozwldemottatttchen Forderungen Sullung zu nehmen. D.-r konservative Kandidat, Graf v. Bernstorff- Stintenburg, der an verschiedenen O-ten de« Wahlkreises so ziemlich vieteld« R»d« 8 ehalt:» hat, tch int bei der Autarbettung derselben auf da« tingreisen der Sozialdemokraten nicht vorbereitet gewesen zu sein. Nach den bisher vorliegenden Nachrichten ist e« keine«- weg« unwahrscheinlich, daß die Wahl, wilche am 21 d. stattfindet, nicht zu einem deflnlttven Ergedniß«ührt, sondern daß in Fr Ige de« Eingreifen« der Sozialdemokraten eine Stichwahl r.othwendrg wird. Polnische«. Zwölf neue Kreise sollm in Wefipreußen und Posen gebildet werdm durch Verk einerung der vorhan- denen tandräthllchen Kreise. Geg-nwärtig zniallm die beiden Provinzen, abgesehen von den Eiadttrnsm. in 47 Landkreise. „Urb wenn ich e» nicht wäre, würdet Zhr fie dann rückgängig wachen?" „Davon kann ja kein« Rede sein!" „Also ifi e« auch gleichgilttg, wie ich darüber denke I" „Nicht doch, Theodor, ich wünsche, daß fie Deine voll« Zustirrmunz�fiadet, dm» ich komme mit einer»echt großm En» langgedehnte«„3— hl" mtrang fich dm Lippe« de« Rentner«, der mit der Prise zwischen Daumen und Zeigefinger fernen Bruder erwarlu»g«ooll anblickt«. „Zch bin wegen der Autsteuer in Berlegmhett," fuhr der letzter« tiefaufathmmd fort, ,e« versteh» fich ja von selbst, daß ma, meiner fett# ein« Mitgift erwaitet, und ich werß nrcht, woher ich sie nehme« soll." „Dein ganze« Vermöge» ,fi fort?" „Sozusagen— jal Da« Lebe» klstet Geld—' „Natürlich," nickte der Rmlner,„mit vielem hält man Hau« und mtt wenigem kommt ma» auch au«. Da« hat Dem« Frau freilich nicht beherzigt und Deine Töchter hatten'« nicht gelernt, lerder warst Du so schwach—" Dein« Lorwürfe find berechtigt, aber wa« ändern fie? Hätte ich mir auf anderem Wege Hilfe zu verschaffe» ge- wüßt, so würde ich nicht zu Dir gekomme« sein!" „Aber unter solchen Verhältnisse« hätte ich ISnafi Wagen, Pferd« und Dienelschaft abgeschafft." sagte der Rentner,.da« alle» kostet ja ein Heidengeld und jeder Taa muß Dich dem Bankerott näher dringen." „lieber««nie läßt sk* dal nicht brechen, Theodor, die Leute würde«»hre«lossm darüber mache«, und so lange die Mädchen nicht versorgt find, muß ich leider dm Schein wahrm. Manche« ifi schon ander« geworden, und sobald die Kind« da« Hau« verlasse« habe», wude ich durch �var- samkeit und Einschränkungen—" Hau werdm jl« fcheiwn.»llnding« wnd e, für Dick eine Da die Einwohnerzahl gerade in den Proninzm Westprenhi» und Posen nickst deionder« gewachsm ist, so ist« bei der B» kleinerung dir Kreise nur darauf abgesehen, den landräthlichck E rfl-ß nack» allen Rtwwngen zu verstärken. Wie e« in da oifiz Sien„Beil. Pol. Nachr." heißt, soll„dem Landrath di» lentge intensive pertöntirde Einwirkung über alle Tbeilt un» Zweige seine« Geschätttbereich« ermögltckt werdm, welche OMf fich.« der Notbwinvigkeit energischer Wahrung de« CiuilO» lhumi gegen Polonifirung geboten ist." J-de« neue Land- rathkamt werbe„für die vorhandenen und beoränatm deutslX» Slem-nte einen Rückhalt, einen ersprießlichen Sammel- Slützvuntt gewähren."— Von den Außgewiesmen, nxm* nach Galizien gegangen und durch die dorligm Hill'' komttce« untergebracht worden find, b.stnden fich bei der gegC-J wältigen Slockung dl« dortigm Gewerbe« viele, desonde:» Handwerker, in trauriger Lage. Sie find daher oft nicht W Stande, ihre Familien zu unre halten. Viele dieser debauerw» wetthen Leute stammen au« Russtsch-Polm, haben e« aber via gewagt, dorthin zurückzukehren, weil sie fich der Mtlstärpsv» entzogen haben, oder andere Bedenten odwattm, und f«1' daher nach Gvliztm gegangen., I» Berndurg hat der Gemeinderath«ine Kommun«' Bierdesteuerung beschlossen, welche die Bestätigung der herzoZ' lichm Regierung erhalten hat. Anstatt da« Bier zu verbessir» und billiger zu machen, um den SchnapSkonsum gering« r gestatten, wirb e« noch oertheuert und verschlechtert Tai neitfj man rationelle Gesundheilipflege und womöglich auch Sozial- Reform I Oesterreich Ungar». Der Prager Wetßgerberstreil ist zum grii»» Theil beendet. In Holeschonttz gingen die Arbeitgeber auf-» von den'Arbeitern gestellten berechltgten Farbe run gen ein bewilligten eine Abkürzung der täglichen AibeitSzeit um«u» Siunde, sowie die verlangte besondere Entlohnung für>* FeiertagSarbeit und die verlangte Entschädigung von 20 kr l® jede Uederstande. Die Zurichter erhalten, wie ihre Kolleg«»® Lieben,«ür 100 Stück Häute 3 fl. 50 kr. Bither erhielten? nur 3 fl. Auch in de» Gerbereien in Alt Lieben war Streik am 18. früh bereit« theilweise behoben. Die f£ nannten Zurichter haben nämlich die Arbeit wieder aufgeNJ? men und zu Mittag betrug die Geiammtzahl der streng den Gerber dlol 34 Dt« nach Lieben am Montag bemd«- Verstärkung der SicherhrttSwache wurde wie Ser zurfl»" zogen. ES find in der letzten Zeit schwerden gegen dt« BezirkSg geworben, und unter Anderem wurde namentlich darüber. geführt, daß bei den Bezirk« gerichten die Strafafiären vio langsam oder auch gar nicht erledigt werden, so daß Verhr wegen kleinlicher Vergehen oft wochenlang in v dlerden ehe ihre Angelegenheit zur Verhandlung kommt, auch ganz„vergessen" werdm. fttf Fadriken ffift Üffi" 5SÄ «gen Ä Holzindu n-teriale üiid in Ungarn zahlreiche& »eri chte in der P»vuil� mibe namentlich barübetn* � D«r pommr W imbbie Mester «mmftit % »Die fint* en- dal. R u fi l a n d. Wie der„Polit. Korr." au» Peteciburg gemeldet% beabsichtigt die unter Vor fitz de« Adjunkten de« Ministes. Innern, venato Plewe. erngesetzte Kommisston zur F. stst� ,. ber Berechtigung fremder Unterthanen, unde�.'!» lt che Güter in Rußland zu eriverben, bei der dempA®., folgenden Wie beraum abme ihrer Sitzungen. Maßregel»? gt« schtagm, die dm Zufluß de« deutschen Elemente« Weichselprootn�n hemmen sollen. Gleichzeirig wi b jlrij, mi fion Anträge, belle Ren b die Regelung de« Rechtis?'- Nisse« derjenigen Ausländer stellen, die in der letzicn o- d«n rusfijchm Unter! hanenoerdand ausgenommen wurden.« Zu den Ausweisungen derichtet die w®8'* War»,aw«ka" au» WUna, daß in letzter Zell 54 Deutlchn � meist preußische Unterlhanen, welche auf v«,? A strecke Wtlna Wierzdolow al« Beamte im Eilmdahndetttev. al« technische« Personal„difintttv" anaettellt ol< technische« Personal„drfintttv" angestellt Postm einfach entlassen worden find.- Beamten, welche zum Theil bereit« seit 20.Jahren Stellungen inne hatten, wandten fich deschwcrdejüb end» j;, höheren Behörden, erhielten aber auch in höchster Jnst�i � Bescheid, daß die Entlassung nicht rückgängig gemacht könne. Schweiz.. �.»o Nach dem kürzlich herausgegebenen L Heft de« 22- gange« der„Zeitschrift sür schwetz. Statistik' betrug E-# die Zahl der dem etdgen. Fabrik- Besetz stellten schweizerischen Fabriken 3130 M't 144 312 Arbeitern. Die in dieser Beziehung„i�bustl� � Kantone find Zürich mit 514 Fabriken und 31 694 und St. Gallen mit 776 Fadiikm und 21 495 ilrbeltM1 lommen Thuraau mit 328 Fabriken und 3932, Aar�au mit 258 Fabriken und 13290 Arbeitern, 228 Fadrilm und 13 325 Arbeitern. Baselftabt mtt V 9895 Arbetlem, GlaruS mit 70 Fabriken und bettern, Soloihu n mit 68 Febrilen und 6520 Appcnzell a Rh. mtt 211 Fabriken und 4463 A.oeit'r"- � mit III Fabriken und 4202 Ardeitern, Gens mit 91&x* ■■■ 1...... Koastanze ihn glücklich mache# wnd, da« ist M v-ndgem ttdritend W'" fj, wir wohl dem i!' nnterbrach sein p auch bald«ine paff'®� «me Frag«— „Deren Beantworwvg allein überlassen können," „Für Verena wird fich nun finde«—" i „Und ich soll die Mädchen autstatte»?"./ „Du kannst e«, Theodor, und»ch km»« � Herz. Du hast ja kerne eigene« Krnder—"- wz'u „Machen wir'» kurz, welche Summ« verlangst „Unter sünflausend Thalet» wird die Aasitr» zu beschoffm sei» iedenSi l�dürgte S? Sb 1 lletjo Ä- lchsth, ig '»ch. ztbi "m ist«! Taus „Weißt Du auch, daß da« sehr viel Geld'st „Dazu käme»och du Mitgift mtt tausend Thaler»." «Ü» 'de, 6« ei» Der Rentner war stehm geblieben, umzucku seine Mundwinkel. j „U*b ich soll da« Ganze zahlen?" fra�* Der Geheimrath schlug verwirr« die fugest schneidende Hohn, der au« dieser F-ag« sprach.***(i, und dennoch konnte er ihm nicht«ntgege-trete®- � „Vielleicht kann ich e< Di» spät» Jutü® u widert« er. gebe«, ab« da« ,st auch alle«, ich»»ß»»» J meine« Kapital« Üben." Ä... Zinse® „Da« Kapiial ist so groß, daß Du verzehre« kannst."...x,W«, f .So war e««ich» gemein», Theodor,._ f sj": "»4 II >.?• ich Dir da« Kapiial. da« Du mir gubst, vn'"'� CTS..>»/»« /»u* molTipß T.Ü. Ii® .Wenn Du da» auch wolltest. Du Deine Mttiel erlaube» e« nicht, »en,«reine wuuei»uuuv»»»» kannst Du« nicht, n°d emdere Ei»»oh�� ge�st/ «'cht, darum versprich»»cht«, wa«« � n>eh de» kann. Wu gesagt: fünstausend Mi- Heller!" t � ,sg � Der Geheimrath hatte fich erhob«®- l U 2789 ItWiftn, Laselland mit 41 Fabriken und 3190 Ar« »nwtn, Lu,ern mit 53 Gabrilen und 2354 Arbeitern, N.uen- « S. öl Fadriten und 2304 Arbettrrn, Gckaffhausen mit » Mdriten und 2509 Arbeitern«. s. w. Die wenigstm vmUn und Arbeiter weisen auf Urt(4 und 90). Unter« widen o. d. W.(3 und 82), Unterwalven n. d. W.(7 und » ö). Dir meisten Fabriken weist die TqMndustrie auf, 1872 Muen tr.it 89 390 Arbeitern(vornehmlich in den Kintonm oitrich, St. Gall n. Blaru», Aargau, Tburgau, Baselstadt). «ann kommt die Metallindustrie mit 388 Fabriken und 24037 «tMÜmt(Bern, Zürich, Eolothurn, Neuenbur?, Genf, Thür» "), fcttfttllu-tfl von Nahrung»» und Genußmitteln, 172 JRkn mit 7001 Arbeitern(Botqau an der Spitze), Papier- 'duftrie, 187 Fabriken mit 5222 Arbeitern, Verarbeitung von Stroh, Filz u. s. w.. III Fabriken mit 5568 Arbeitern, «»liindustrie mit 137 Fabriken und 2973 Arveitern. Bau» 70 Fabriken mit 2207 ArbeUern, Geschirr, Thon- if». Maiwaaren, 33 Fadriten mit 1232 Arbeitern, und �chetm zusammen mit 62 Fabriken und 3666 Ar« . Belgien. ... D« freundliche Empfang, welchen die nach Brüssel puommenen Arbeiter in der Hauptstadt gefunden haben, " rtnen entschieden beruhtgenden Ein« .«u» allen Arbeiterbetiiten wird berichtet, imh Arbeiter über die Aufnahme in Biüffel befriedigt find hf. a �sltllung ihrer Forderungen auf da» bestimmteste in £ Frist erwarten. Da» allgemeine Stimmrecht und die yrfite W zwetfello», was die zurückgebliebenen Genoffen �"icht minder großer Befriedigung hören. Die Arbeiter» Mer. drohen mit Cinmütbtgkett der Bourgeolfie die allgemeine �..rit.einstellung an, wofern den Arbeitern i.icht Gerechtigkeit 2"- Der ministerielle„Jmpartial" erkennt beute off-n nicht daß die Kundgebung von Bedeutung ist, sondern daß Ziagen der Arbeiter begründet sind. Daher werde die M-UNS"«roß herzige Reformen" herbeiführen. Diese Bot» 'Wfcaben wir nun schon oft gehört. p-J�e„unabhängigen" Deputtrten Brüssel» machen jetzt große iI!???Sung»n, um den verurtheilten Deputirtm Band er« ,?,.1>t n zur Niederlegung seine» Mandat» zu bewegen. Der s��werthe" Deputirte will„nächsten»" dem Wunsche will« ew wahrer schon 7 Monat« dauernder öffentlicher Ueber Frankreich. dm Streik in Vierzon schreibt man der ' au» Pari», 18. August: Der Ausstand in Vierzon ittKÜ P** eine ebenso große Bedeutung erlangen, al» der» du DScazeville, obgleich derselbe in einer Fabrik begonnen a-si, nui 3—400 Arbeiter zählt. Aber diese(Acker Werkzeug-) gehört einer Altienaesellichaft, an derm Spitz« der re« .»la-.ische Senator Arvel st.-ht. In T�ca�ville dagegen man i mit einer reaktionären Bergbaugesellschaft zu i�'.gegen welche alle R-pudlikaner fich verpflichtet fühlten, W,•«r zu unterstützen. Vierzon ist eine Stadt von �"„Seelen, und, nebst der Umgebung, sehr fabrikreich. Die isWim haben, wa» in Frankreich dt« j-tzt noch sehr seltm toTWn an, Arbeiter zu entlaffm. Ader man merkte sofort, !e Ir. iwri Fliegen mit einer Klappe zu treffm suchte, indem et». Sozialismus verdächtigen Ar» .»er au#m#rif» Ti.ihild nrrlnnftten die Ardeiter, •nuff ausmerzt e. Deshalb verlangtm Tage in der Woche au»fallen zu laffen, al« noch Hn mT.» fortzuschicken. Die Fadrikleiter gingen darauf nicht �e'»»k'.Ä' ÄS."** Hälfte der Arbeiter vor vierzehn Tagen den Stotiarfcin P01, Sonnabend paßten die Feiernden »aa�.5"5�itendm auf. Al» diese''"" täßchin tort„.k°uf. AI» diese nun durch ein Seitm» daß der UBKtff0ua®öt�fltn GestnnungSgenoffen benachrichtigt. Bai In W-Uameltnat sollen hinkommen.� Vaillant, eine» de; sozia- »'ck." Mitglieder de» Pariser GemeinderatheS. ist sofort bin» �und hat schon mehrere Versammlungen abgehalten. Wie »or��ung dt« Sache auffaßt, geht am besten darau» her- n«i"" sofort 40 rv-iiere Gendarmen(«* stehen derm 12 �fanatt"<�t � Abtheilung Dragoner und zwei Bataillone 'an«j Der Präfekt und Staatlanwalt sind am Sonntag triff i. urge» eingetroffen. Sieden Ardeiter find wegm Ein- k.'. lr» vien>.�n nun alle Arveller der Ackerwerlzeugfabrik hrsvnd»,» hoigetretm find. Die übrigen Ardeiter der Stadt, ,?ionb„*!2'«rnerm nno. uie uvrroen»roerier oer«raor, �krüni. Porzellanfabriken und Glashütten, haben stch zur �ari»»,'�g der Aulständigm verpflichtet. Auch hier in � m anderen Städten wird für deren Unterstützung luzaht.—==�======!==== Harrb.""hm feinen Hut, dann bot er dem Bruder Dir auch dafür,' sagte 3 die Air genommen. verren von" er,„eine schwere bezüglich der Mitgift werde Bergiu hinzuhalten Jüchen, bi« die 'och. ,w»°°�°»en ist. Äielleicht überlegst Du Dir da« auch ° J-jiglanse.d! Thaler sind für Drch—" 1% große Summe. Ha«»,' fiel sein Bruder 'f.„meine jährliche Einnahme würde fich dadurch ..Uvb verringern." d»>»« möchte ich Dich um Verschwiegenheit buten; «aron Kenntniß davon erhielte—' �Vö, Sorge, ich habe ja keine Veranlassung, � � davon zu reden." mal» meinen herzlichen Dank! Darf ich bald »fc«' �*M«n Besuch erwarten?" 1» t?n.anew würde ich gerne besuchen, wir werden beide „Komi6 öfter zusammenkommen—• io««"Ä««« Du wirst un» allen»illkomwen sein. dl.*>«! W- Wiedersehen!" ».orrtner nickte und gab dem Bruder da« Geleite ib®l«iA w8' ba®n r�tte et itt soi° Zimmer zurück. d» �«uai» Rest ew, der seltene Besuch hatte sie unterlag«» keinem Zweifel, und Zwecke verbunden waren. % ms*' befand fich nicht w der Stimmung. "»�«heit ö" beantworten, 8«U>b», er gab zuletzt grob, al« zudem hatte er Ver« ausweichende Antworten die Haushälterin nicht i�nn*'!0 barsch und kurz angebunden war der bot ik>«.°�.?fö«gengetreten— sollt« der Geheim- "»b r ounte»?.»bas, und die Folgen, die darau« mt. 7 "er» 9lle Herr"�" durchkreuzt w-rden. ÄtrathJ Mnb Bifürchtungen ,fi»'cht die Red« "K gewesen,' sagte er, gewirkt. Wird, wie zu erwartm steht, der Ausstand lange dauern, so wirkt er jedenfalls auf da» ParteUeben zurück. Grohbritamtie«. Der wahrhaft elende Mißerfolg der Engländerin Birma veranlaßt da» Parlammtimitglied Blunt(dm Freund Stadl Pifchat) zu folgender Antrage in der„Time»": Fm vorigm Verbste fragte ich, ob, im Fall« der dtrmanische Feldzug mit Verlust von Mmschenledm und Geld und mit allgemeiner Z er» störung endigen werde, die verantwortlichen Rathgeder für ihre Lügen aufgeknüpft werden würden. Seitoem hat fich der König Thedau al« ein leidlich beliebter Despot herau»geft«llt, welcher nur da» Opfer einer Mtnisterzettelei in Mandal« ward. Die Birmanm. die un» al» Retler begrüßen so tten, lieben un» so wenta. daß ste ihre Stadt in der Weise der Russen im Jabre 1812 verbrannten und daher ist ein neuer Fetdzug mit 30 000 Mann nothwendig. Und schließlich hat stch d:r kauf» männische Gewinn tn einen elenden Verlust verwandelt. Wir haben da» britische Birma ebenso zu Grunde gerichtet, wie da» unabhängige. Wird Lord Duffertn die Rathgeder diese» Feldzuge» vor ein Krieg»oertcht stellen? Am 18. August erschien ein parlammtarische» Blaubuch, welche» eine Uebnstcht über den Handel de» Vereinig- ten Königreichs giedt. Der bedeutendste Kunde England» ist Amerika, gerade wie umgekehrt England am meisten amerikanische Produkte lauft«. Im Jahre 1885 kauft« England von dm Bereinigtm Staaten Waarm im Betrage von 86478813 Lstrl., und verlaufte an dieselien(meisten» Jnvustrieartrkel) solebe im Werth« von 31 094 589 Lstrl. Der Unlerschied zwischen Ein- und Auifubr ist tn diesem Fall« daher to groß, weil der Import zum Theil au» Rohmaterialien und NadrungSmtlteln bestand und außerdem sehr viel britische» Kapilal in Amerika angelegt ist. Der Handel mit Amerika hat ungefähr 12000000 Lftil. in der Einfuhr und 5 000 000 Lstrl. in der Ausfuhr, verglichm mit 1383, abgenommm. Der Grund ist namentlich, weil jetzt viel Korn von Indien kommt. Der Handel mit Indien zeigt eine Abnahme von 7000000 Lürl. gegen 1833, und von 3000000 Lstrl. gegm 1S84. Dt« Einfuhr betrug 31 882 665 Lstrl. und die Ausfuhr 30 878 665 Lstrl. Au» Deutschland wurden für 23069 163 Lstrl. Werth Waarm bezogen, d. h. fast 5000000 Lstrl. weniger al» 1883. Ber» kauft wurde an T>ut-cklanv für 27059 830 Lstrl. Frankreich verkauste für 35 709787 Lstrl., während sein Einkauf fich nur auf 23020350 Lstrl. belief. Die am 4. Juni d. I. aufgenommene Ackerbau» statt stik Großbritannien» zeigt, daß diese» Jahr die mit Wetzm bebaute Bodenfläche wiederum bedeutend kleiner ge« worden ist, wie ei schon im Jahre 1885, verglichen mit dem vorangegangenm, der Fall war. Ebenso Hai der Bau von Gerste und Hopfen etwa» abgenommen. Hafer und Kartoffeln find dagegen dedeutmd mehr angepflanzt worden. Hornvieh giedt e» etwa» mehr, dagegen ist die Zahl der Schaf« und Schweine kleiner gewordm, nachdem ste schon in dem Jahre 1884—85 abgenommen hatte. Man steht, daß da» Wchllagen der Landwirthe seinen guten Grund hat. Italien« Der Verkauf von Ktrchengütern in Italien ergab im Finanzjahre 1884-1885 8 340000 Lire. Der ursprüngliche Gesammtwerth derselben betrug 650000000 Lire; hiervon bleiben nur noch 49 000000 rma'tähr zu versteigern. Grund» stücke im Werth« von 13 153 599 Lire bleiben unvertügdar. Diese bestehen zum großen Thrile tn Klöstern, welche noch von Nonnen und barmyerzigen Schwestern bewohnt werden und seiner Zeit wahrscheinlich den Kommunen, in welchen stch die Befitzungen befinden, unentgeltlich zu gemeinnützigm Zwecken eingeräumt werden. Spante«. In der Nähe von Barcelona wurden drei Hüttenwerke gesperrt; 1500 Arbeiter find ohne B.schäftigung. Die Vor- stch<»maßnahmen in Barc-lona werden sollgesetzt, obwohl die SBesolgniß vor Ruhestörungen geschwunden ist. Amerika. Em« Depesche auS Chikago zufolge, wurde am 20. August in dem Prozesse gegen die Anarchisten, welche die am 21. Mai d. I. stattgehabten Ruhestörungen verurlachten, da« Urlheil gesprochen. Vo r dm vor Gericht gestellten Ange- klagten wurden 7 de? Morde» schuldig erklärt und zumTodeverurthetlt'.ein Angeilagter erhielt löj ährige Gefängnißstrafe. Ueber die irische Nationalkonvention demerkt die Londoner„Timei":„Der Mißbrauch de» amerikanischen Bürgerrecht» muß nothwendigerweise einen der wichtigsten Punkte künstiger Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien bilden. Die Konvention in Chikago ist nur eine Wiederholung deff-n, wa» früher stattfand. Die Führer der irischen Klub» und Verctne in Amerila, sowohl revolutionärer wie politischer, versammeln stch, um über die beste Art zu berathen, wie man einen Aufstand tn Irland und Ruhestörunaen in jedem TbeU des britischen Reiche« erzeugen kann. Die Frag« muß stüher „mein Bruder hat mir nur die Verlobung serner Tochter Konstanze mit dem Baron von Bergau angezeigt.' Rest war beruhigt und überrascht zugleich, ste sprach sofort die Vermuthung au», der Geheimrath werde die Kasse seine» Brudcr« in Anspruch genommen haben, aber darauf antwortete der Rentner nicht. E« ärgerte ihn selbst, daß er fich bereit erklärt hatte, die Summe zu opfern, aber da» wa» nun geschehen. er mußte sein Versprechen einlösen, obgleich er wußte, daß er keinen Dank dafür ernten würde. Rest erfuhr nichi» weiter, sie konnte leider auch nicht lauschen, al« in der Dämmerstunde der Baron fich einfand, u« den Rentner zu besuchen Der alte Herr empfing ihn mit herzlicher Freundlichkeit, er befahl der Haushälterin, eine Flasche Wein zu bringen, »ad wünschte ihm Glück zu seiner Verlobung. Werner war ebenfall« i» der heitersten Stimmung, er berichtete v,n seinen Plänen für die Zukunft und flocht Scherze hinein, über die der Renstrer herzlich lachen mußte. Der Baron g-fiel ihm mehr und mehr. Niemand vor ihm hatte e« so vortrefflich verstanden, seine schwachen Leiten zu benutzen, seinen Launen zu schmeichel« und seine» An» schauungen und Urtheilen bedinguvg«lo« beizupflichten. Zum Berlobungtfest werden Sie natürlich eingeladen," sagte Werner im Laufe de» Gespräche»,.e« soll ew große« und heitere» Fest werden." Ew großes Fest?' erwiderte der Rentner, dessen Stirn« frcb plötzlich umwölkte.„Da« find unnütze«»«gaben, die Hochzeit wird Geld genug kosten.' Die Lochzeit feiern wir nur rm engste« Famrlienkreife, MMMK- verlassen Sie sich oder später entschieden werden, ob in Amerika natmalifirte Jrländer das Recht und Privilegium baden, polt« tisch« Verschwörunaen und Uithaten zu unterstützen und zu schüren, in der Absteht, die britische Regierung zu lähmen und ungeh-ure Aenderungm in unserer Verfassung hervorzurufen." Die„Time»" sollte, anstatt nach der Polizei»u schreien, lieber die für Irland verlangten Reformen unterstützen. Dann wür» den die„Ruhestörungen" ganz von allein aufhören. «sß-N. Zwischen den Chinese« und Japanesen ist e» in Nanzasaki zu blutigen Zusammenstößen getommen. Die ersterm hatten 5 Todte und 100 Verwundete. Gerichts-Zeitttttg. Amtliche» Erkenntuiß w der Strafsache Wider v. vollmar, Bebel und Genosse«. (Unbefugter Nachdruck verboten.) Die Ferienstraskammer de» königl. sächfischen Landgericht» zu Feeiberg hat bekanntlich in ihrer Sitzung vom 4. August "Big""'' diese» Jahre», nach vor aufgegangener dreitägiger Verhandlung die R«ichStagtabgeordneten o. Vollmar, Bebel und Genoffen de» Vergehen» gegen§ 129 de» Strafgesetzbuches für schuldig erachtet und sonach v. Vollmar, Bebel, Auer, Frohme, Ulrich und Viereck zu je 9 Monaten, Dtctz, Müller und Heinzel zu je 6 Monaten G-fängniß verurtheilt. Die Angeklagten, die sich bereit» im Oltoder v. I. derselben Anklage wegen vor dem Chemnitzer Landgericht zu verantworten hatten und von dem« selben freigesgrochen wurden, haben gegen ihre nunmehrige Verurtheilung da» Rechtsmittel der Revision eingelegt. Angestcht» bissen dürfte die Miitheilung einiger bisher noch nicht bekannter Momente au» dem jetzt vor» liegenden, sehr umfangreichen amtlichen Eckenntniß von Interesse sein. Es heißt in den UrtheilSgründen: «Gegenstand der Anklage find nicht die sojialdemokratischen Parteidestrebungen der Angellagten, nicht die Adstchten der« selben, diese Bestrebungen durch Verbrettung verbotener sozia« listischer Druckschriften zu fördern, sondern Gegenstand der Anklage ist die Theilnahme der Angeklagten an einer Verbin- dung der in§§ 128 und 129 de» Straf-Gesetzbuche» erwähnten Art. Die Stellung der Angeklagten innerHaid der sozialdemo« kratischm Partei konnie nur für die Beweisfrage und der In« halt d«S„Sozialdemo!rat" nur für die Beweis und Strassrage in Betracht kommen. Die kgl. Staatsanwaltschaft ist schon früher undauch.inder jetzt abgehaltenen Hauptv-rhandlung darauf zurückgelommm, daß diejenige Partetoerdindung innerhalb der sozialdemokratischen Parte', welche vor dem Erlaß de» G.'« setze» vom 21. Dltoder 1878 bestanden habe, durch diese» G-setz nicht völlig bestätigt, sondern nur erheblich erschüttert worden sei, daß jene Verbindung noch bi» jetzt bestehe und nur zum Theil eine andere Form angenommen habe, welche aber bei der �ndi�keit, mit� welcher die VelbindungSmitglteder da! Ge> iß ihrer Verbindung und deren Verfassung zu wahren wüßten, nur theilweise nach Außen in die Erscheinung trete. Insbesondere hält die Königliche Staatsanwaltschaft die schon fiührr vertretene Ar ficht fest, daß innerhalb der sozialdemo» kratischen Partei eine mit der früheren vor drm sog. Sozialisten« gesetze bestandenen Parteiverbintung in unmittelbare mZusammen» hange stehende Verbindung vorbanden sei, welche gleichsam den Kern der Partei bilde und diese sühie. Die» werde erfichtlich au» vielen Thatsachen, welche nach Erlaß de» erwähnten Gesetze» in die Außenwelt getreten seien. Die sämmtlicken Angeklagten haben da» Bestehen einer solchen Verbindung beharrlich geleugnet und das Landgericht hat nach dir geschehenen Beweisaufnahme den AuMhrungkn der lönigl. Staatsanwaltschaft insoweit nicht beipflichten können. Aller« ding« wird in einzelnen in der Beweisaufnahme zur Vrrlrsung aelangten Schriftstücken erwähnt, daß eine durch da» Sozialistengesetz veranlaßt« Veränderung der vo.malioen Oiganisation fich nothwendig gemacht habe, daß die Dt» ganisation der Partei durch diese» Gesetz nicht zerstört worden sei, daß die Partetführung nach Erlaß de» Gr« setze» keinen Augenblick gewankt habe, daß die durch da» Gesetz theilweise zerrissenen Fäden wieder angeknüvit worden seien u. s. w., allein die« Alle» kann auch in dem Stnue verstanden werden, welchen die Angeklagten diesen Z taten beilegen, nämlich dahin, daß da» Band, welches die Mitglieder der sozialdemokratischen Partei verbinde, der geistige Zusammenhang zwischen ihnen durch daS erwähnte Gesetz nicht habe gelöst werden können. Es ist allerdings nicht zu vrr- kennen, daß dasjenige, wa» in der Haupt Verhandlung zum Er« weise de» Fortbestehens der vo: Emanirung de« sogenannter Sozialisten-Gesetze» bestandenen Parteiverbindung vorgebracht worden ist, einen Verdacht für da» Fortdrstehrn dieser Ver» bindung auskommen laffen kann und daß die Auslassungen der Angeklagten zu den für diese Anklage vorgeführten Beweismitteln nicht allenihalben den Eindruck der Wah heii machten. Allein da» Landgericht hat bei dem bestimmten Leugnen der Angeklagten abhole« werde, gehen Sie nicht mit, dann ist auch mir die Freude verdorben." (Fortsetzung folgt.) An« Kunst nnd geben. |ÄÄÄ%%%%% Li Ii 6Ä: ringen. Im Schausptelhause. Sonntag, den 22.; Maria rtiÄ V Donnerstag, den 26.: Der Leibarzt; Freiiag. den 27.: Die Jom�isten; vonnibend. den 28.: Egmonl; Sonntag, den ,„ Da»«-lhalla.Theater mit der beliebten Operette Mam« sell Angot wird h-ute wieder ei öffnet. Echwetzer-Garten. Am heutigen Sonntag findet im genannten Etablissement wiederum eine Sonntags. Extra Vorstellung statt, verbunden mit großem Militär- Konzert. Auf- treten sämmtltcher Spezialiläten, unter Anderen der kühnen Drahtseil» Aszenfionistin und Zahn. Athletin Stgnora Cacilia msmm MÄfÄär zrsra"»" _ Wenn et« alter Narr eine jnnge Krau heiratbet. Newart, N I., 7. August. Der Veteran Jakob Neri Heiiathele in spatem Alter ein« junge Frau; er war reich und ste arm Vor einigen Jahren ging ihm die Frau durch und Neri ergab und bei dem Mangel weiterer Beweismittel nicht die volle Uederzeugung gewinnen können, daß eine mit der früheren, vor dem sogenannten Eozialistengesetze bestandenen sozial- demolratischm Parteiverbindung in unmittelbarem Zusammen- hange stehende Verbindung«xisttre und die Angeklagten Mtt° glieder einer solchen Verbindung seien. Wenn es aber auch ferner, wie hier kur, erwähnt werden mag, eine notorische, der Geschichte der letzten Jahrzehnte angehörende, auch von dm Angellagten selbst nicht destrittme Thatsache ist, dah seit längerm Jahrin bis in die Jetztzeit von vielm Anhängern der sozialdemokratischen Partei in vielen einzelnen Akten, bei dm verschiedenstm Gelegenheiten durch Wort und Schrift gegm die bestehende soziale und volittsche Ordnung ogitirt und zur Aenderurg der dermaligen öffentlichen Zustände aufgefordert wird, wenn auch diese Agitation in einer Form zu Tage tritt, welche die Vermuthung nah« legt, dah eine Mehrzahl sozial- demokratischer Parteigenoffm auf längere Dauer stch dazu ver- . bllndet habe, so kann doch die Thätigkeit der Einzelnm, welche in solcher Weise durch das gesprochene oder gedruckte Wort agitiren, für stch allein betrachtet, auch auher Zusammenhang mit einer zu diesem Zwecke bestehendm Verbindung gedacht und erklärt werden und es ist die Mözlichleit nicht ausgeschloffen, daß die betreffend« einzelne zur Ausbreitung der sozial- demokratischen Lehrm und Förderung der sozialdemo- kratischen Bestrebungen gehaltene Red« nicht sowohl derjenigen Thätigkeit entspricht, zu welcher der Einzelne stch mit den Anderen vielleicht verbündet hat, als vielmehr lediglich auf die Parteiangehörigkeit de» betr. Redners rc. zurückführen ist. ES ist nun aber nach dem Erlaffe des Gesetzes vom 21, Oktober 1878 im Deutschen Reiche innerhalb der sozial- demokratischen Partei eine Verbindung mtstandm, welche gerade ali diejenige Verbindung stch darstellt, welche im Er- Sffnungsdeschluffe gemeint ist und als derm Theilnehmer die Angeklagtm zur strafrechtlichen Verantwortung gezogen worden find. Zu denjenigen Mitteln, welche auf möglichste Durchsah- rung der sozialdemokratischen Lehren rc. berechnet find, gehört auch die heimliche Verbreitung der verbotmm periodischen Druck- schüft,, Der Sozialdemokrat" innerhalb des deutschen Reiches. Hier» bei hat man ei nun nicht mst einzelnen Reden, einzelnen Handlungen, einzelnen Personen zu thun, sondern mit einem Votkommniffe, w.lche« mit Nothwendiglcit auf das Bestehm einer Verbindung zurückzuführm ist. Wie aus den Aussagen des Zeugen Döbler und den Vernehmlaffungm der Angeklagtm hervorgeht, erfolgt die Verbreitung des erwähnten Blattes sett Jahren bis in vi« Gegenwart von Woche zu Woche, syste« matisch in einem Umfange, in einer Art und Weise, welch« überhaupt nicht möglich wäre ohne das planmäßige Zusammen- wirken einer sehr großen Anzahl von Personen, die stch die Betheiltgung an diesem VerdreitungSgeschäste auf längere Zell zur Aufgabe gemacht haben, welch« stch der Roth» wendtgkeit gemeinsamer, in einander greifmdrr Thätig. keit einer Mehrzahl von P-rsonm zur Srzielung de» Erfolges derrußt und über das zur Verwirklichung dei Zwecks ersorder- licha Verfahren im Einverständniffe find. SS kann nach mmsch- lichm Verbältniffen nicht angenommen werden, daß diese Einfüh- rung und Verbreitung de» verbotmm Blattes, zumal in solchem Umfange, darauf zurückzuführm sei, daß die vielen, bei dem Einführung»- und Verbreitungsgeschäft betheüigten Personen zufällig immer wieder auf denselbm Gedanken kommen, gerade Seiner g« wissen Zeit, aus einem gewiffmWege, an einem gewiff-n rt de» Deutschen Reiches das Blatt einzuführm und daselbst zur Verbreitung zu dringen. E» kann serner nicht angenommen werden, daß ein, gleichsam gewaltiger Wille eines Einzelnen die an dem Verbreitung» geschäst betheiliatm Personm derart beherrscht und dirigirt, daß alle die einzelnen Personen, ohne im Sinverständniß mit dm übrigen zu handeln und ohne deS Zusammenwirkms mU dm anderen stch bewußt zu sein, ledig- Itch als Werkzeuge eines einzigen Befehlenden in solcher äußer- lich in einander greifenden Thätigkeit zu dem Erfolge des VerdreiimS beitragen. Wmn auch zugegebm werdm mag, daß vielleicht«in Theil derjenigm Personen, welch« mit dem Ver- dreitungsgeschäfte stch äußerlich befassen, nicht der zu diesem Zwecke geschloffenen Verbindung angehörm, daß diese Personen vielmehr, ohne stch um die Erreichung des Zwecke» überhaupt zu kümmern, vielleicht ohne diesen Zweck zu kennen, zum Beispiel lediglich des Gelderwerbes halber, oder aus Gefälligkeit gegm Freunde, vielleicht ohne alle Kennt' niß davon, daß fie die Einführung und Verbreitung des Blatte» besorgen, an jmer Thätigkeit stch betheiligm, so muß doch eine sehr große Anzahl von Personen vorhandm gewesm und noch jetzt vorhanden sein, welche zur verbotswidrigen Ver- brettung jenes Blattes im Deutschm Reiche aus längere Dauer bis zur Erreichung weiterer Zwecke, im besonderen zum Zwecke der Lahmlegung d«S Gesetze» vom 21. Oktober 1878 sich v e r- b ü n d e t badm. Anderenfalls würde die fortgesetzte maffen- Haft« Einführung und Verbreitung der Exemplare jener Druck- schrift überhaupt nicht möglich sein Di« zwtisello» feststehende Thatsache dieser Verbreitung zwingt zu der Annahme einer zum Zwecke der Verbreitung des aedachtm Blatte» bestehen- dm. auf längere Dauer berechnelen Verbindung. Die Beweis- aufnahm« bat nicht ein einziges Moment ergeben, welche? An- laß bieten könnte, vi« Richtigkeit dieser Annahme in Zweifel zu ziehen- Vielmehr ist diese Annahm« dnrch die erfolgte Be« weisausnahme zur vollen Gewißheit erhoben morden. Die Angetlagten selbst, insbesondere Bebel, sowie die Lerthetdi- gung haben da» Bestehen einer solchen Verbindung nicht geladezu verneint. Der Angeklagte Bebel hat auch Einzel- heilen über die Art und«eise der Einführung dei Blattes nach Deutschland in der Hauptver- Handlung angegedm. Hiernach werden der„Sozialdemokrat" und andere verootme Druckschriftm von Zürich au?, wo die- selben in der Genostmschastsdluckerei gedruckt werdm. zumeist durch Pascher direkt nach Deutschland hereingeschafft. Nach dm Vernebmiaffungm des Zeugen Döbler wird die Verbrei- tung des Blattes im Jnlande in folgender Weise in s Werk gesetzt: Wmn die zumeist in Kisten verpackte Sendung über die Grenze nach Deutschland gebracht morden ist, wird ste unter falsche Dellaration in eine deutsch« Stadt gesendet. Hier wird die Kiste von einem sogmannten Vertraumsmann geöffnet und es werden sodann die darin befind« lichen einzelnen Packet«?, in welchen die Druckschriften bereits in Zürich verpackt morden, an die Adreffatm, über welche der Vertraumsmann schon ein Verzeichniß hat oder m«I(6« er aus den aus den einzelnen Packetm erfichtlichm Zhiffern erkennt, weiter versmdet. Hierbei werdm sogmannte Deckadussen benutzt. Di« Packete werdm nicht an diejenige Person, welch« solch« in Empfang nehm m und öffnen und sodann die darin befindlichen Druckschriften zur Verbreitung w Deutschland dringen soll, adresstrt, sondern an Leute, welche dm Polizeibehörden politisch unverdächtrg erscheinm und von welchm diejmigen, welche die Smdungen erhalten sollen, diese fich dann aushändigen lassen. Der Zeuge Döbler hat, wie er verfichert, selbst wieder hott in Leipzig solche Sendungm in Beschlag genommen und dabei Beobachtungen dieser Art gemacht. DaS Landgericht hat hiernach alS thatsäch- lich feststehend erachtet, daß sett Jahren, und»war schon vor der im Jahr« 1880 erfolgten Abhattung Oes Wydener sozialdemokratischen Kongresse» bis jetzt im Deutschen Reiche eine Verbindung besteht, zu derm Zweckm und Beschäftigung ge- HÄ� die Vollziehung de, Reich, aesetze» r;m 21. Oktolber 1878 und Maßreaeln der Vc.wailung durch verbotswidrige Verbrei- Druckschriftm von einem Punkte, von Zürrch wo fie in einer und derselben Druckerei hergestellt werden, nach Deutsch- land gesmdet und in Zürich auch schon für die Empfänger be» sonders verpackt werden, so kann man fich der Ueberzeuguns nicht verschließen, daß die zur Anführung und Verbreitung des„Sozialdemokrat" und anderer verbotener Druckschriftm errichtete, in Deutschland bestehend« und wirkmde Verbindung ihro Z ntralstelle, ihre ZentraUeitung in Zürich hat und daß die im Jnlande wirkmdin Verbindungsmitglieder von Zürich aus ihre Weisungen, denen fie durch Annahme, Weiterspedirung und endliche Verbreitung der Druckschriftm nachkommen» ertheitt erhaltm. Daraus aber hat man wieder zu entnehmen, daß nur eine Verbindung vmhandm ist, welch« zwar von Zürich aus dirigirt wird, aber in Deutsch- land besteht und in Deutschland wirkt. Unter Verbindung im Allgemeinen ist zu verstehen eine für eine längere, wenn auch nur in concreto zu demeffmd« Dauer bestimmte, über die Aus- sührung dlos einer konkieten Handlung hinauSreichende Ver- einigung mehrerer Personen. Hieraus folgt, daß eine gewtffe, wenn auch nicht gerade durch besondere Statuten festgesetzte Organisation vorhanden sein muß, vermöge welcher das ein» »eine Verbindungsmitglied für die Dauer seiner Mitglied- fchaft unter den Willen der G.sammtheit, welcher auf irgend welche Weise zum Ausdruck gebracht wird, unter- geordnet ist. Ohne eine solche Organisation und Unterordnung oei Einzelnen würde überhaupt ein Zusammenwirkm nicht aus- führbar und denkbar sein. Eine Theilnahme an einer Verbindung im Sinne dei § 129 des Strafgesetzbuches verlangt nicht mehr, alS die durch Entfaltung trgmd welcher Thätigkeit für die Entstehung. Aus- drettuna, Entwickelung, Beschäftigung»c. der Verbindung geübt« Mitwirkung. Die Unterordnung der einzelnm Mitglieder einer Verbindung unter den Willm der Gesammthett, wodurch die Mitgliedschaft begründet wird, braucht nicht durch ausdrückliche Worte zu ersolgm, fie kann auch durch konkludente Handlungen erklärt werden und es kann der Akt des E ntritts in die Verbindung mit der die Unterordnung erklärenden kon- kludmten Handlung zusammmfallm. Das Mitglied einer Ver- bindung, deren Organisation oder Zweck gegm die§§ 128 und und 129 des Strafgesetzbuchs verslößt, fallt, natürlich voraus- gesetzt, daß daffelde von der unerlaubten Organisation oder dem unerlaudtm Zweck der Verbindung Kmntniß hat, unter diese Strafandrohungen auch dann, wenn eine besondere Thätigkeit des betreffenden Mitgliedes in Verfolgung der Z necke der Ver. bindung nicht nachgewiesen ist. Ein solcher Nachweis ist für den Thatbefiand der§§ 128 und 129 dcS Strafgesetzbuches nicht nöthig. Di« oben als vorhanden angenommene Verbindung ist nun ohne Zweifel eine solche im Sinne des§ 129 des Strafgesetzbuches. Diese Verbindung bezweckt auch durch ihr« Thätigkeit Einwirkung auf öffentliche, im besondr en politische Angelegmheitm. Wie aus dm in der Beweisaufnahme ver- lesmen Stellen des„Sozialdemokrat" zu entnehmm ist und von dm Angellagtm selbst nicht in Abrede gestellt wird, be- zweckt die in Frage stehmd« Verbindung durch die heimliche fortgesetzte Verbreitung des verbotenen Blattes die Vollziehung des Gesetzes vom 21. Oktober 1878 und die von dm deutschm Verwaltungsbehörden gegm die Verbreitung des„Sozial- demokrat" gettoffenm Maßregeln thunlichst zu verhindem und zu>Wrtkräftm und dadurch wieder die sozialdemokratischen, auf Aenderung der dermaligen politischen und sozialm Zustände gerichtetm Bestrebungm, gegen wel he das erwähnte Gesetz er- laffen ist, zu fördern. Die Angellagtm und deren Vertheiviger baden auch selbst die Exlstmz dieser Verbindung nicht in Zweifel gezogm. Es fragt fich nun, od die Angellagtm an dieser Verbindung Theil nehmen, bezw. Theil genommm haben. Es kann nicht der geringste Zweifel d.aegen aufkommen, daß die sämmtlichen Angellagten als Mitglied-r der Kongresse zu Wydm und Kopenhagen und durch die von ihnen dabei gepflogenen verathungen und gefaßten Beschlüsse und durch die Thätigkeit, welche fie in Gemäßhett der Kongreßdeschlüffe thells selbst, theils durch die, wie die Angeklagtm einräumen, mV Ausführung dieser Beschlüffe beauftragte Parteivertretung nach dm Kongreffm, durch Bekanntmachung der Kongreß. Protokolle und sonstige Erklärungm im„Sozialdemokrat" ent> wickelt haben, bewußtermaßen zu Theilnehmern der erwähnten Verbindung geworden find. Die Angeklagtm und der eine der Verthetdiger hadm geltend gemacht, daß, wmn auch den Angellagtm die Mitgliedschaft an einer nach§§ 128 und 129 des Slr.-G.-B. zu beurt heilen- den Verbindung nachgewiesm sein sollte, ihnm jedenfalls um deswillen eine Strafe nicht zugefprochm werden könne,«eil ihnm der Dolus gJehtt Hab«. Dieser Einwand war unbeacht- lich. Räch allm Feststellungen und wmn im Besonderen auch erwogen wird, daß die sämmtlichen Angeklagten hervorragende Mitglieder und Führer der sorialdemodatrschen Partei find, daß ib-'M daß Gesetz vom 21. Oktober 1878 und das Verbot des„Sozialdemokrat" seit Jahren sehr wohl bekannt ist, kann ron dem Fehlm des Bewußtseins der Rechtswidrigkeit— abgesehen davon, daß zum subjektiven Thatdestande des Delikt» in Z 129 des Strafgesetzbuches lediglich ein vorsätzliches Handeln gehört, demnach nur das Bewußtsein d'r Thatdestandimerkmale de» Vergebens verlangt wird— nach Uederzeugung des Land- aerichts nicht die Red« sein."— Das Erkenntniß führt im im Weiteren au», daß eine Verbindung im Sinne des§ 128, sondern lediglich eine solch« laut§ 129 des Str.> G.- B. vor- liegt.„Nicht das Dasein Versaffung oder Zweck der Verdin- dung, sondern lediglich die Art und Weise der Verbreitung der verbotmm Druckschriftm sollte verheimlicht werden."— Am Schluffe de» Erkmntniffe« heißt es:„Es mag noch erwähnt werdm, daß durch die Beweisausnahme eine Ueb�rzeugunz da- von- daß die Angeklagtm Versammlungm der in 8 9 dei Gesetzes vom 21 Oliober 1878 gedachten Art, bezw. Versammlungen überhaupt mit Umgehung der in dieser Beziehung bestehendm gesetzlichm Vorschristm über das Vereins- und Dersammlungswesen heim- lich abgehatten und stch dadurch irgend einer weiteren strafbaren Handlung schuldig gemacht hadm» vom Landgericht nicht bat gewonnm werden können. Bei Admeffung der Strafe ist die Gemeingefährltchkeit derjenigen Bestrebungen, welche durch dm„Sozialdemokrat" und deffm Vrrbreitung velfolgt werdm, berückstchtiat wordm. Die den Angellagten v. Bollmar, Auer, Bebel, Frohme, Ulrich und Vienck auf- erlegte Strafe hat man um deswillm etwas höher demefim, als die den übrigen Angellagten»ugesprochme. weil die Mit- gliedschast der ersterm an der in Frage stehenden Verbindung nach dem Ergebniffe der Beweisausnahme länger dauert, als diejmige der Angellagten Dtetz, Müller und Heinzel." Kozialesmü» Arbeitervewegnng« Zum schweizerischen Rormalarbettstag. Unsere Leser wifien, daß wir mit der Einführung de« NormalarbeitStageS oder der Akzrvtirung de» Arbeite, schutzgesetzes die soziale Frage noch nicht sür gelöst hatten; aber wir betrachten auch daS kleinste Zugeständniß zum Bestm der Arbeiter als eine Etappe zu einem vollkommenen Zustand. So ist es auch mit dem Normal- arbettstage. DaS Blatt in der Wilhelmstraße, da» sonst Feuer und Flamme gegen das Manchesterthum w-if, ist in dieser Frage ganz Eugm Richter. Mit Vorliebe wird aus die Schweiz hingewiesen, in welcher sich die Einrichtung durchaus nicht be- währe, die gesetzlichen Brstimmungen umgangen würden und die Ardeitgeber ihr nicht wmiger ali sympatisch gegenüber- fiändm. Just zu rechter Zell kommen nun die„Berichte über die Fadrikinspektion in der Schweiz 1884 und 1885." Sie entHallen werthvolle» Material. Für heute »ollen wir uns aber nur aus da» beschränken, was von dem Fabrikinspektor des 3. Kreises(Kantone Luzem, Solothurn, Baselfiadt, Baselland, Schaffhausen. Appenzell, Thurgau, Bern u. a. m.) über dm Normalardetistag gesagt wird:„MU dem RormalarbeilStag söhnm stch die frühem Gegner immer mehr und mehr aus. In«inigen Ranton«« haben die Stickereidefitzer bei den Regierungm petitionirt,» möchten keine Uederzeudewilligungm an Stickereim mehr«' theilt werdm. Diesen Gesuchen ist denn auch bereUwilligft em' sprocken worden. Nach Gründung des Stickerverbandes fm die Ostschweiz und Vorarlberg wurde durch die Stickereibesttzer selbst der llstüntige Normalarbettstag auch aus diejenigen Stickereim mit ein und zwei Maschinm ausgedehnt, wtW nicht unter dem Fabrikgesetze fiehm. Die Vollziehung der Bot' schriftm deS verband«» wird durch die Vereinskonttoleure, welch« in jeder Ortschaft bestebm, wo Stickmaschinen im betriebe find, mit solcher Genauigkeit deauifihtigt uns die von dem Verein selbst über sehlmd« Mitglievrr ausgesprochenen Bußm find von so guter Wirkung daß früher häufigen Ueberschrettungen d«» Normalar bettstages in Stickereien nich> mehr vorkomme n." Doß die Unternehmer nicht au» Menschltchkeitsrückfichten oder smtimentalen Erwägungen handelt, wird klar sein. Die endlich durchgebrochene � kenntniß, daß ein ermatteter KS-per auch nichts OrvernlWi'» schaffe, dürfte mtt eineS der Hauplmotive gewesm sein.»!»«, spricht fich dann der Bericht über die sogmannte„Hilfsarben� aus, welche als nicht unter das Gesetz fallend angesehnr wir». man bezeichne deshalb alle möglichen Arbeiten als solche, oft zu gesetzwidriger Verlängerung der Arbeitszeit Anlaß gi«� An diesem Punkte wird also noch einzusetzm sein, vor Aite« aber dem Artikel 12 des Fadrilgesetzes betreW« die Hilstsarbkit eine präzisere Fassung zu geben% Betreffs der„Ueberzeitdewtlltgungm"(verlängerte Lrdlil» zeit) wird mirgetheilt, daß solche oft von Behord� erlheilt worden, welche dazu nicht berechtigt find; es auch solche Arbeitszett Verlängerungen von Bezirks- und KanM behördm abwechselnd einzelnm Fadrikantm in einer We'f« � willigt, daß die Vorschriften d«S G. setze» illusorisch»urw■ Zur Beseitigung solcher Uedelstände und um den Fabrikimp! torm eine gmauere Beauffichtigung über diese Vndälinin« J" ermöglichen, hat der BundeSroth unterm 7. April löLS?? fügt: a. Nur schriftlich ertheilte und den lokalm körben mitgetheilte, aus eine defiimmte Zettdauer und destrn® Tagesstunden lautend« Brwilligungen zur Verlängerung Normalardefttzett find giltig. Dieseldm find den Rrbeiln durch Anschlagm in der Fabrik zur Kenntniß zu dring« d E» ist dm Lokaldehörvm ihrerseits nicht g« in der Weise Bewilligungen zu ettheilm, daß du deren unmittelbar oder prriodisch solgmde Wied«")»� die Kompetenz der KantonsregierungD umgangen wird, Wirkungen dieser Maßnahmen werden nicht ausbleiben. � Bericht fährt fort: Wiederholt äußern stch die FabruM dahin, daß fie nm in ganz dringmden Fällen von den u« zeitbewilltgungen Gebrauch machen, da es(1*. mehr herausstelle, daß damit weder f Arbeitgeber noch Vortheil«rziell werde. für den Ardeiter ein erh«� In einem Eismwerk wurde Uebrrzettbewtlligung nur rvähre�u ersten Wochen denutzt, well die Arbetter trotz des Lohnzus�rz von 25 pCi. zur Fortsetzung der verlängerten Arb«tls�j> weigerten. Auch die„Ueberzeitbewilligungm" jzifl druckereim werden besprochen. Im ni. Jnspeklions'��ld auch nicht ein* einzige Buchdruckerei in dm Fafi».?«r-tt- das Gesetz vorgesehene Bewilligung für regelmäM, M arbeit zu beanspruchen. Rur zwei Fälle find dem« zur Kenntniß gekommen, wo solche Nachtarbett«gTLstk* zwar geschah dies in zwei Konkurrenzgeschäften,%(in« weder die kantonale noch die Bezirks- und Oitvdrhoi � stramme Vollziehung des Gesetzes stch angelegen j{'h,h}iW Endlich beschwerten fich die Arbeiter und die Bundes� � ertheilte weder dem einen, noch dem anderem Romu "ÄÄK.-.z..-«.«- der Produkitonsmtttel in immer weniger Händen. v � die Produktion durch Untemehmergenoffenschaften, durch »s; den Artikel zu schaffen."— Ein Monopol, um Vre P Dynamtt dtktirm zu können I Sonderbar. Wir vernehmen, daß der deutscher Torfftieufadrikanten" bislang nicht recht 1«? kommen konnte, w e t l die Mitglieder stch an die N$0' Beschlüffe besonders in Bezug auf die Beschränkung r* duttion nicht kümmern wollten und weil dteserhalb«, fjt größere Anzahl Fabrikanten dem Verein nicht deitra• � Zahl der Fabriken ging nämlich wett über da» Bedürfe und die Konkurrenz hatte überhand genommen. man, daß eine größere Anzahl von Torfftnuiadrike« gen sei, da» heißt, daß dieselben Bankerott«««%„(ijjf' deshalb sei eine Koalition nunmehr eher möglich, fjl derten Produstion und Fefisetzung eines MmtmalP�Ä jetzt, wo eine derartige Koalttion unnöthig tfi, ist JU damals, wo ste nöchig war, war fie unmöglich. immer wieder, daß die frei« Vereinigung zur Produktton und überhaupt zu wirthschaftiichen nutze ist, daß nur di: Staatshtlfe, das ist die �l Heilung der schweren wirthschastlichen Schäden#5, Auch in München, so schreibt die„Elderf. es vor. daß d-e Gemeindekrankenversi@ ititf-V Folge Simulation von angeblich Kranken mißdra»».�% es find in letzter Zeit an zwanzig solcher Fälle konm� r den, welche zur straf gerichiltcven Verurtheiluna trüge» Uederwies nen zu Gefängniß bis zu drei 0%, werden übrigens auch seitens der Arbeiter oWstf? ata� »«r unu n.ujvuuvai«jt�anüiung irrrrn»"Vnhtl � Iii' Diese Klagen, von denen Beispiele täglich& könnten, find wttllich nicht ohne Berechtigung. per j lachen sollten um so mehr vermieden werden, deiter ohnehin gewöhnt ist, allem von Oben komm � � Umgestaltung und vor allem einer dum» y sührung. dt« nicht durch die Rückficht aus denKan»' � geregelt wird.. � iRflÄ Sine dankenswertste«nordnnna tn�N Onrrsfnnnhftta a. snftirnMt ja ämltcp ven e persönliche Ueberwachuim««zck durch sorgen, daß die bezüglichen ordnung stritte inne gehalten werdm. S» w kommen in unserem Vaterlande, daß man ihre einfache, amtliche Pflichterfüllung noch -...... Aus-°hlendÄA-!K des»« Zur wtrtstschastliche« Lage. rode in Schlefien wird gemelvet: Haben stch gegenwärtig die daß die Verwaltung, um nicht Verantwortlicher Redaktem 9t,«ronstet« w Berlin. Druck und«erlag von Max Babtug in Berlin 8W„«euthstraßr 2. beträgt heute laum 400 � die Rullengrude allein im Kohlenabsatz t__ �. ".dm ist eS ähnlich."_________ eis» Mann stark war nicht die Rullm. auf anderen Gru! Stert« Beilage zum Berliner BolNlatt. >». 195 Saniitali, den SS August 1889« m. Jahr,« Iii Amiiluiig bis Zoziilistinzchhis. lui d« vom Poli«isekretär Atzrott im amtlichin Austrane »«Mten Broschüre(Carl tz ymann'S Verla«) über die seit 1878 auf Grund des Ho�talistenneletzis verbotenenDrulk« schriften und Vereine haben wir baeitS einen kurzen «utjUst mttgethetll. Die„Rat. Ztg." bringt heute weiter fol Sende Mitlh'ilunaen: Veit Crlatz de« Sozialistengesetze» bi» »um 1. Jant 1886 find 948 Druckschriften verboten worden. die Mehrzahl der Verbote, nämlich 255, fällt in das Jahr 1878. Sehr viele Verbote erfolgten in den Jahren 1381 und 1884, also in den beiden Jahren, in denen Reichstagswablen stattfanden: da» eine Mal 141, da, andere Mal 132. Da» Jahr 1880 weist da- »igen nur 87. 1882 nur 40, 1883 nur 62, 1885 nur 72 Ver. böte auf. Von den 948 Druckschriften gehörten, wie früher bemerlt. 792 der Kategorie der Flugblätter. Broschüren an, 124 Zeitungen wurden verboten, 52 Einzelnummern ver» sldiedener Zeitungen ton fit, ist. Auch die Mehrzahl der Ver« bot« der Z hingen(37 inländische und 3 ausländische) erfolgte tm Jahre 1878, im Jahre 1879 i» diese Zahl nur wenig ge- «"»er. eine Anzahl inländischer Z-itunoen, welche die ersten din Monate de» Sozialistengesetze»(Ol ober di» Dezember t878) glück.ich umschifft hatte, wurde 1879 vom Beschick ereilt, ib erfolgten in diesem Jahre 15 Verbote, die Zahl der vnbotenen ausländischen Zeitungen betrug 22. In den nSch« Jahren verschwinden die Verbote von Zeitungen fast ganz. 1880 tamen nur 8(6 inländische. 2 ausländische), 1881 10(7 Mändis»,. 3 au»ländische). 1882 3(4 inländische. 2 auilän- Dche). 1883 4(3 inländisch«. 1 autländische), 1884 9(4 in- »ndische. 5 autländische) 1835 7(4 inländische, 3 autländische), 1888 nur 4 inländische vor. Au« Anlaß de» Verbote» dieser «hickichristen find seitrn» der betheUigten Behörden im Ganzen 1109 Bekanntmachungen onöffentltcht worden und warm hier. b»? außer dem Reich»kanzler, von welchem 95 Erlaffe her« lallten, die Landetpoltzeidehörden der einzelnm Staaten in testender Weise betbetligt. E« wurdm erlaffen in Preußm M Beyern 85, Königreich' Sachsm 196, Württemberg 15, xaben 40, Heffen 23, Mecklenburg.Schwerin 8, Großherzog- «tuin Sachsen 1, Biaunschweia 35, Sachsen-Meiningen 1, Uhsm. AUenburg 1, Sachsen-Koburg. Gotha 7. Anhalt 1, N«ar,burg-Sond«r»hausm 1, Reuß ä. L. 3, Reuß j. L. 5, 3 Lüdeck 1, Bremm 8, Hamburg 45 und in Elsaß Lolh« 10 Bekanntmachungen. .».Gemäß§ 1 de» SoMistmaesetze» wurden im Jahre B: 189 1879: 30, 1880: 7. 1831: 10, 1882: 1, 1883: 3, M: 1, 1885: 3 und 1886: 2, zusammen 246 Vereine ver- vm, denen in Vreußen 71, Boy rn 8, Königreich 5schsm 70, Württemberg 7. Baden 15. fceffen 47, Großherzog« Jbim Sachsen 1, Braunschwelg 2 Sachsm-Kodurg'Gotha 3, schwor, bürg. Sonder»Hausen 1, Reuß ä. L. 1, Reuß j L. 5, .'M* 2, Lüdeck 1, Bremm 3 und in Hamburg 9, zusammen PN 137 Osten ih m Sitz hattm. Ihrer Art nach vertheilm nt> die verbotenen Vereine wie folgt: 17 gewerlschaftliche ttrntralverdände und 18 einzelne Mitglildschaftm derselben, s��ltolkaffen, 100 Arbeiter und Wahloereine, 15 Mitglied- Ö? i°»t°listischm ArdeUen-a'tti Deutschland». 7 Fach. 27 86 gesellige Vereine. Wieder aufgebobm wurden 25 Drucklchriftm und 4 von Vereinen: in RstchSkomoWon' Wtederaufhebung durch Entscheidung der Au» der Zahl � Verbote der Druckschristm und der Vereine läßt fich auch annähernd ein Bild von der Ver» bteitung der Sozialdemokraite in Deutschland gewinnen. In "wnz Preußen wurdm 71 Vereine verboten, in Sachsen, da» a bekanntlich immer ein Hauptherd der Sozialdemo He gewesen ist und in manchen Jahrm di« Hälfte ozialdemokratischm Abgeordneten entsendet hatte, die Zahl bn_ vnbotenm Vereine nicht weniger sffen»tidgen. Offen dach ist sozialdemokratisch verttetm, in da» immer hinsichtlich seiner Vertretung hin und her '»»anftf, 1884 nur mit wenigen Hundert Stimmm der di.» le den Sozialdemokratm tefiegt. In Württemberg ist 7®?tf°lbemokratie ziemlrch macktlo«, e« erfolgtm auch nur halbste von Vereinm, in Hamburg dagegm, da» 2 Sozial- Z�httten mtsmdet(Bebel und Dietz) 9. AuS der Zahl der HerU»er S«m»tagspla«derei. pol, �6-«» ist Überall bekannt, daß BerN» die Metro. W J** Intelligenz ist. selbst de? kleinst« väuglwg weiß #' btnnoch erfüllt e« dm am grünen Strand der Ro*«'bvrenm Staatlbürger jedetmal mtt Hochgesahl der ß"'«Knn et diese Wahrhett immer wiedn beflähgt bi. Ruhm unserer«analisatton und der R.ts.lftlder ' PI« i» ki.____ n_ rat____„«hruaacn. vom Ret It. Ä J it. y** mnym unserer«auairsanv»»». » fc' U'd die ewigen Budde la: betten sollm berett« gerech. ifenhab«»«« � Grönländer und«»kmuX wachge. 'w" yaveu. lR höben aber auch einen Magistrat, der fich sehen T!<%",- bi, auf die Fälle, wo e, e» eben vorzieht %% J« bleiben. Wa, nicht in Berlin pasfirt, da» ist Uebei, und wo«an d» B«lin«r Rathhau»>hurm nicht �.lehen kann, ist nicht gut sei». Die V-rtret« de» «nternehmm, wa» jede, stmerzahlend« Bürger e»�? nur Reisen, wenn e» gilt, ihr« durch perma« �°pinickm und Zasagm in dm berathmdm Ver« eü�'S!" geschwächtm Gesundheitszustand wiederherzu« ', Sonst bleibm fit liebe» hinter dem heimischen Ofen "J»ach Ofm im Land« der Magyaren geh«« P* k Ose» im Ungarlande begeht man bekanntlich Zahre Säkularseierlichkettm, weil e» vor likq» Jahrm gelungm ist, die kulturfeindlichen l«ge««>» dem zwilistrtm E-rcp, hinauszu« dich«,«ies« Thatsgch, erschien dm Ofmer Behörden �tdtt?a??ng, um au verschiedme a»»ländisch« Be- ?uige» N»,� gm ergehe» ,u l-ssm. glnchsa« um d,e. ehren, die bei Niederwerfung de, Türken )i* Snlin», Magistrat ging die Sache jedoch über llt e, wahrscheinlich unter sei- er Würde, N tnlZ' f1 halt*» wahrscheinlich unter sei-er Wllrve, ? wid»„"ionalm F.ied.nlfeierl.chkettm zu dethetligm. �ben � knlturftmndlichm Feftlichkeitm. wmn ®«lt« vor fich gehe», dann»llerdivg» geht e» V-rbot« de: Druckschristm kommt man zu ähnl'chm Resultaten. Ii Preußm karren 530 Verbote vor; e» folgt sodann König« reich Sachsm mit 196, Württemberg weist nur 15, H ff-n dagegen wieder 23 auf. In Bcaunschweig, va» seit 1884 in seinem hruptftavttsch n Wahlkreis lozialvemokraiisch vertreten ist, erfolgten 35 Verbote von Druckschritten, denen nur 2 Verbote von Vereinen gegenüderstehm. Diese seh« große Zahl der verbotmm Druckschristm erklärt st d wohl dadurch. daß in Braunschweig Jahre hindurch die Buchdruckerei de» verstordenm Abg. Bracke fast nur mit der Herstellung sozia- listischer Broschürm deschäfligt war. In dem von der Sozial- demolratte nur wmig berührten Mecklenburg.Schwerin wur dm 3 Druckschriften verbotm, in Hamburg 45; in R-uß ältere Linie 3 Reuß jüngere Linie 5, letztere beiden Straim haben bekanntlich 1884 sozialdemokratisch gewählt. Unter dm Ver- faffem der verbotenen Druckschriften best'dm fich auch die hervorragendsten auSwärtiam Eozialvemokratm und Anarchisten. Wir erwähnen nur Michael Lakunin P. Brouffe, Fried ich Engel», Jul-S TueSde, Peter K apotkin, Sigismund L-cro x Liffagarey. Nieuwmhui», dm in der letzten Z-it viel ge nannten Führer der nieverländisch-n Sozialdemokratm. Von Georg Herivegh wurden die„Reum Gedichte"; von Joh. Jacoby „da» Ziel der Arbeiterbewegung", von Adolf Slrodlma-m „Arbeiterdichtung in Frankreich" verbotm. Die jetzigen sozial- demokratischen Führer babm fast inSgesammt zu der großm Zahl der verbatmen D.uckschriftm ettick« beigesteuert, von Bebel wurden 11, von Liebknecht 8, von F-ohme an 10 Bro schüren auf dm Index gesetzt. Johann Most ist jedoch am allerfruchtbarstm in der Adfaffung gemeingefährlich« Broschüren gewesen, von ihm find nicht wmig« al» 18 vom Verbot be. troffen wordm. Von Ferdinand Laffalle'S Schriften find 14 dem Sozalistmaesetz zum Opf« gefallen. Wa» die Zahl der verbotenen Verein« in dm tinzelnm S ädten anbetrifft, so marschirm hier Berlin, Hamburg, Flank» furi, Lripzig, Lffmbach an d« Epstzr. In Frankfurt a. M. wurden fast nur Gesangvereine vom Verbote ereilt. Während in Chemnitz nur ein Verbot und in Breslau nur zwei er« folgten, hat Stötteritz fünf aufzuwetsm, vier der verbotmm Vereine sollten angeblich nur der GefangSkunst dienen. zokales. An die Arbeiter und Arbettertune« verlin». In Nr. 189 diese» Blatte» wurde schon bekannt gegeben, daß eine P ti ion an dm Reichstag in Umgang ist. welche fich mtt dem § 152 der Reichsgewnde-Ordnung befaßt, um eine„trete und ungehinderte Entwicklung der Ardeitervereine zu ermöglichm". (Der Wortlaut genannt« Petition befindet fich in Nr. 182 de»„Berl. VollSblatt") ES werden alle Arbetter und Ar« beiterinncn ersucht, im Jat«effe der Sache diese Petition durch zahlreich« Unterschliften zu unterstützm.— Listen zur Unterzetchnuna liegen au» bei: Mitan, Wimnstr. 31; Böhl, Rüdertdorferstr. 8(Feuerhaken); Lock, Früchts«. 53; Liewalo, Frankfurter Aller 143; Frau Cantiu», Wollinerstr. 50; Adam« czak, Steinstr. 19; Salzwedel, Klosterstr. 83; Hepke, Prinzen« All« 13(Gesundbrunnen): v. Rolland, Lanv»d«g«. Allee 43; Sperber, Friedenstr. 75, IV.(nahe der Frankfurt eistraße); bei letzterem könnm Listen und PetttlonSdogen zur Sammlung von Unterschrtftm in Empfang grnommm werden.— Dre Listen liegen di» 5. September aul und müssen an die letzt« gmannt« Adresse abgeliefert werdm. Nach de«»euefte« statistische« Date« bat die die». seittg« Luismstadt tnlluffve Köln die meisten G.undstücke in ihrem Bezirk, nämlich 2149, in welchem fich nicht weniger al» 33267 Wohnunam drstndm. Von letzterem standen im ersten Quartal diese» Jahres nur 772 leer. Dann folgt da« Alt« Berlin« Stadtrevin(Berlin, AU Kölln, Friedrich»- W«d« und Dorotheenstadt) mit 1947 Grundstücken ab« nur 15812 Wohnungen und Gelassen, von denen 633 unvermiethet warm. In der oberen Friedrich Vorstadt und Tempelhofer Vorstadt warm in 1781 Grundstücken 28 429 Wohnungen und Gelasse vorhandm(606 unvermiethet), die Oranienburger Vorstadt bat nur 1215 Grundstück«, dagegm 25517 Wohnungen und Gelaffe(386 unvermivhet), da» Stralau« Viertel 1990 Grund» stücke mit 41 310 Wohnungen und Gelasse, von denen 733 unvermiethet warm. In ganz Bnltn waren im erstm Quartal d. I 322 172 Wobnunam und Gelasse im Gesammt« Miethtwerth« von 196 146 847 M. vorhanden, von denen im Ganzen 7109 unvermitthet warm. Am zahlreichsten find die hoch her, dann wird mtt de« Geld« nicht gespart, und wm« a« einem Tage 15 000 Mark»erkneipt werben sollten. Doch nein, der Magistrat ist klug und weis«, er weiß, wa« er zu thun und ,« lassen hat Vielleicht erscheint»hm da« Fakm«, daß man vor zweihundert Zahr« die Masel« männer au» Ofm jagte, nicht wichttg genug, um sich an de. Feie, ,» bethetltgen, und in einer Beziehung hat der besiegt hätte? Viel« unserer heutige« Einrichtungen«rinnern doch allzu lebhast an da« Land, wo der Mann allabendlich mehr al« ein« Gardinmpredigt zu hören bekommt, und manche« wäre auch nicht schlimm«, geworden, wmn die Harem». leute länger im»bmdlande gebliebm wären. Wm« der Berliner Magistrat von diesem Gefichttpunkte ausgegangm «»« daMagifttat mußt« ja wissen, wie er die Würde Wohnungen und fflffiff« im Mittbswer'be von 151 bis 200 M. An solchen st d 52 320 voiharden(884 unoerwtrib i), dann kommen 50441 im M>« hsweith« von 201 Mi 250 M.(707 unoermitthei). 31 805 Renen in d kontroltiten I Haben denn auch die Herren Restaurateure de- dacht, au« welchem Grund« heut zu Tage die Prostitution in s» erschreckendem Matze um fich grnfr? Geaitz nicht, denn in ihrer Pettiion und in ihren Motiven ist auch nicht mit einer Silbe der Adficht Erwähnung geschehen, fernerhin die soziale Lage der Kellnerinnen zu bestem oder zu sichern; ste verlangen einfach nur„anständige»" Personal und glauben die» zu er- reichen durch drakonische Poltzetvermdnungen Sie geben in ihren Mottv-n zur P-tiiton an. datz der kellnrrinnenstanS al» D-ckmantel für die Unstttlichkeit denutzt werde. Da die Pro- sti utlten heute kein G-werbe al» solche berreiden dürfen, so ist e» natürlich, datz ste zum Scheine irgend etwa» andere» betreiben, um ihr eigentliche« Gewerbe zu bemänteln und keinen Argwohn 8 m* gen. Datz die Prostrtuirt-n in grotzer Zrhl stch dem istwirthägewerbe zugewandt haben, daran haben hauptsächlich die Schuld jene R staurateure, gegen welche stch in Wahrheit die Spitze der Agitation de» Berein» lichtet, welche aber die Kellnerinnen als Vorwind nimmt nehmen nachdem bekannten Satze:„Den Sack schlägt man ur d den Esel meint man". I ne Restaurateure haben stch die Hauptschuld deimmesten, welche in den P ostiiutrten past nde und willige Werkzeuge für ihre «gotstischen Zwecke erblicken und in diesem Sinne benutzen. Hier lregl de« Pudel« Kern. Bevor man an eine Lösung der S-llnerinnenfrage geht, sollte man erst eine Lösung ver Nestau« rateurfrage vornehmen. Hier m listen erst die schlechten Ele- meiste ausgemerzt werden, a- d-re Anschauungen und Prinzipien Platz grei'en. So lmge da» heule so vielfach beliebte Au»« hrutue gSsyrtem te« Publikum» durch die Kellnerinnen besteht, so lange diese in Folge ihrer halllosen materiellen Lage ge« iwungtn stnd. den Wünsch« n der Nestau ateure zu willfahren ebenso lange wird e» auch unmöglich s-m, anftä' dige Kell« nerwnen zu haben. Hier also ist vor Allem der Reformhedel anzusey'n, vor Allem müstm die unlauteren Geschäftspraktiken der R staurateure verschwinden, sodann müffen die Restaura« teure für ihre Kellnerinnen in materieller Beziehung Sorge kragen und spielt hier wieder dir leidige Trtnkgeloirage mit hinein. Ist erst diese zur Zufriedenheit g-löft und die erste Lo.dedingung erfüllt, dann wird e» auch möglich sein, auf der also geschaffenen Bast» den K-llnerinnenftand zu Ansehen zu dringen. In vergangenen Jahihunverstn gab e« Gewerbe, rvelch« für„unehrlich" erklärt wurven. In den Augen der Allgemeinheit ist auch heute der Kellnerti.nenstand„unehr- ltch": die Schuld daran liegt weniger an den Kellnerinnen al» an den Rcstamateuren. Verschiedentlich ist zu« gleich mit der kllnertnnensraze deren Ledürfnitzsrage angeregt wirden. E» kann allerdingi nicht behaup et werden, datz Kellnerinnen sein müffen, e» ist aber nicht zweifelhaft, datz Kellnerinnen sehr wohl sein können und auch eine gewiste Existenzberechtigung haben, denn«» find in einer Stadt wie Berlin Menschen genug vorhanden, die fich lieber von einer freundlichen jungen Kellnerin, al» von einem münischm allen Kellner bedienen lasten, stch lieber mll jener unterhallen,«l» mit diesem, und datz die» ohne Ge ahr geschehen kann, datz die Kellnerin srhr wohl die Funkltonm eine» Kellner» er» füllen kann, ohne stch irgend etra» dadurch zu vergeben, de« »eisen zur Genüge unsere zahlreichen Gastwrrthifrauen und «Töchter, welche in ihren Lokalen die Ledunung und Unier« Haltung ihrer Gäste besorgen. Em» patzt natürlich nicht für Alle und der Unstand, daß nicht jede» weibliche Wesen stch für den Kellnerinnen stand begeistert, kann unmöglich gegm dieien zeugen. Zugleich ist zu berackitchtigen, datz der K'llnerinnenstand aaf anständiger Bast» beruhend, vielen Mädchen einm ehr! chen E roeid ei mögltcht. die fich!ür diesen Beruf desier eignen, als für andere Berufe, in denen ste vielleicht hei aller Ehrlichkeit und Rechtschaffenhell doch schmählich zu Gründe gehen würden und schon au» diesem Grunde sollte man dm K-llnerinnenstand nicht gänzlich zu beseitigen trachten. «u de« Keldfrüchte« in der Umgegend Berlin» erwächst dm Beste rn ein ervevltcher Schaden durch da» mehr au« Mangel an Einficht al» au« böswilliger Adficht entspitngmde «erhalten der Landluft schöpfenden Berliner, unter dmm ei »ele Leute piekt, die überall, sobald ihr Weg ste über oder an einen best Uten tcker entlang führt, ihre landwirihschast« tichen Kcnntntste vor ihrer Begleitung»um Besten geben. Publikum vorstellm wird. Reben einem iüch'igen, au» oe» wählten Ki ästen zusammmges tzten Opereiten. und Posten- vnsonal und einem a.S sechfzehn jungen und hübschen Damen bisteb'Ndm Ballet, finden wir al» Solisten die beiden berühmten Geigenfem Geschwister MUanella; die mufikalische Jnstrumentolkomil wird vertretm tmch die 7 Damen starke Matth«».» Truppe, die stch gleilt z-tiig in plastischen Bilder« ftellungen und in der Parierregymnasttk auszeichnet. Erstaun« ltche Leistung in der Schw mmtunst und im Werttauchm wer« den mtt desonderen, hochtntmstanten Apparaten Proteffor P. Johrston und 4 junge Domen bieten, während der beste Jongleur der Gegenwart, der Jialtener Errnsto, durch seine »aphaistge Geschsck.tchketl überraschen wird. Nicht minder Merkwürdige» werden die Engländer Fondham und Fex al» Virtuosen am Reck leist-n, ebmso die in der Gymnastik und Futz' qulltdriftik unübertrest.iche Familie Lenian. Da» Bizarre wird durch da»„medizinische Räthsel" Schilly und vre auige« dildetstc Kunst der Thierdrestur durch Herrn Hoffmann ver- wtm weiden. Zablreich« weidliche unv männliche Konzert. Lieder, und Koupietlänger, Mimiker und Charaktertstiker u. s. w. «erden da» ernste und heitere must'altsche Fach ergänzen und km Verein mit den gmanntm Krästm für die beste unv ange- nehmst« Untethallung smgen.__ � � Epert- Treptow. Die Herrm Direktoren Burchardt und Moppen haben et während der ganzen Saison verstanden, ein Spezialitätm« Ensemble zusammenzustellen, da« fich mit fed'M anbei en einer grotzm SpeztalitSrenbühne meffen kann. Da» Publikum weitz du» auch zu würdig n ui d hierin dürft« aueb der Grund dafür zu fuchm fein. datz da» E abliffemmt täglich von Schaulustigm überfüllt ist.— Die Vo.träge de» Sp-zlal- Tan,humo:isten Herrn Weber find von zwerchfeller« fchüNernder Wirkung. Di« Duell ist, n Audy unv P-ppi Ketzler öffnen allabendlich die Schleu'en ihre» Humor» Herr Ramöi entzückt da» Auditorium tmch leine herrliche Stimme und Mr Bellatzer brilltrt durch feine schönen Marmmdarstellungen. Den Glak zpunkt jedoch bilden die vlondtn kr-re« al« Tdurm« seMLuker. welche in ihren gefahrvollen Pio�ultionen Unver. gieichltche» leisten. En, hustastischen Beifall findet ferner die diaftisch« Builetke:„Die Dorfschule".- Am heMigen Sonn« tag« tretm wieder neue«äste auf. und findet«na Dienstag «c Feilt de» Stralauer Ftschzuge» eine grotze Festvo.ll.llung tt für den überall« dilligen Eintritltpret» von 10 P'. pio Perlon. Hier wird eine Karfoffelstaude auigeriffen, deren Wurzln noch lange nicht entwickelt setn können, dort werden dt« eben erst Kraut treidenden Rüben ausgezogen und liegen dann well auf dem Acker, und das geschieht nicht bloß vereinzelt, sondern bei der grotzen Zahl der Sommeraus flügler viel Dutzend Mal, so datz der Schaven, der den Ackeriefitzem erwichst, lein undedächt» licher ist und viel ärgerlich» empfunden wird, als wenn'in una-iiger Berliner Junge die Obstbäume plündert. ES wäre daher gut, wem die landwirthschaftSkundigen Berlin» ihrem Studientriebe Zügel anlegten, denn durch solche üblen Angewohnlniten kommen auch andere Lands leute von ihnen bei den Ack»besttz'rn d» R-chbarschait in üblen Ruf. Der Eegm der SauttätSwachen trat Freitag Abend wieder einmal lebhaft zu Tage. Beim Aussteigen au» der Stadtbahn hatte stch auf dem Bahnhof Alexanderplatz ein Hnr in Folge eine» Fehlttilte» eine schwere Verrenkung de» rechten Armes zug'zogen. Begleitet von einem befreundeten Mal» suchte d'rselbe nun bei einigen in der Nlhe wohnenden Anzten Hilfe, ohne auch nur einen derselben zu Hause anwesend zu finden. Schlietziich fuhr b» Verletzte zur ersten Santtälswache in der Brüdnftratze, wo fich d« an vesende Arzt und ein Heil« gehtlfe sogleich setn» annahmen. Da«» jedoch trotz all» Anstrengungen nicht gelang» den Arm in das Gelenk zurückzu» bringen, so holte man noch einen zweiten Arzt herbei, mit dessen Hil'e dann nach einer Chloroformimng de? Patienten die Operation glücklich von statten ging. Diese Mttthellung geht uns übrigen» aus sicherst» Qinll« zu, denn der von dem Unfall Bei offene ist— der Verfasser dies« Rott«. Ist die Hundespene t« Sicht? E n Berichterstattn erzählt von einem Pudel, d« am Donnerstag in Rixvorf Plötz« lich von der Tollwuih de'allen wurde, in d» Hnmannstiatze in einen Laden sprang, Kmder umiii«, Vttwüstung unter den Waaren anrichtete und schlietziich der Thierarzneischule übergeben wnden mutzte.„Glücklich» Weise trug d» Hund einen Maul» korb", heitzt es weil«, so datz« kein weiteres Unheil anrichten konnte. Deraitige Meldungen tauchen zum Schrecken dn Hundebesttz» alljährltch auf, ohne stch immer zu bewahrheiten. Auch der Rixdoifer Pudel war vielleicht nicht toll, fondttn nur wild geworden, die Untersuchung in der Thittarzneischule wird das Weil«« ergeben. Gege« de« Epirit!»««». Prof. Dr. A. Bastian hat, wie d»e„Magd. Ztg." bör», eine populär wiffenschastltche Schritt beendet, die stch«Jr Sachen de» Sptrili»mu«" nennt und in etwa vierzehn Tagen hi»»scheinen wird. Der Vn« fast» giedt üb» da» wund»liche Austreten de» Spiritismu» btnorische wie psychologisch« Aufjchlüste, um dm Schwindel in seiner ganzen Nackiheit»kennen zu laffm Bisher hatte e» die strenge W.ffenschaft vnsäumt, stch mtt der Sache de» Spi- ritiSmu» zu detastm, und die Folge davon war da» imm» dreistere Eindrängm von Adenteurern, die sogar andächtige Gemeinden um stch zu»»sammeln verstanden halten. Schlim» wer noch war de» Aufkommen d« Meinung, dem SpiritiSmu» mützte wegen sein» augenfälliim Leistungen Berechtigung zu« gestanden werden. An Bastian haben die männlichen wie weid.ichen Spiritisten endlich ihim Meist» gefunden, welcher tbnm dm Kopf zurechtsetzen und dem Publikum die Augen öffnen wird, und zweifellos so nachdrücklich, wie in dm 50» Jahren Alexander v. Humboldt dm Ttschrückem und Klopf» geist»n, die stch vor dn Autorität de»„Ko»mo<" Erfmschn» im Nu scheu zmückzogm, nachdem ste eine Zeit lang unter dem Schutze de« jetzt veistoidmm bekannten Kaufmann» und Kunst» freunoe« RaveeS mit grotzim Lärm ihr Wesm getrieben, auch Hunderte von Menschen förmlich verrückt gemacht hatten. Zur Straf« für seine Frlndschast gegm seine Klopfzeistn wurde nach seinem Tose Alexandn von Humboldt zutrt, und die Heiren FSrst-r(Generallieutenant a. D.) und Raven» und (Ben offen konstattiten, daß von dn Vm sehung d« ungläubige Ratmforsch» in eine Schildkröte verwandelt worden wäre, noch dazu mit d» Bestimmung, zur Süafe für seine Freocl die Last de» KoSmos ewig zu traam. Sollte dem Dr. Bastian ein ähnliche» Schicksal von dm Spiritisten zugesprochm w«rdm — n wird ei vermuthlich mtt Humboidt'schem Gleichmuth auf stch nehmm. von einem tragische« Geschick ist ein hiefig« im Nor« den Berlin» wohnender Mödethändler betroffen worden. D», selbe betrieb setn Gesckätt in ziemlich umfangreichem Matzstade, lauste alte und neue Möbel auf Autttonm, von Privatleuten, unter der Hand rc. und setzte die also erwordene Waare schnell wieder an seine Kandm und Käuf» ad. Bor einig» Zett hatte er nun da» Unglück, etnm Gegenstand zu erwerben, v» nechweiilich auf unrechtmätzige Weise in dm Besitz de» letzten V rtäufer» gekommen war unv sollte nunmehr g'gen den Möoelhändln wegen Hihlerei eingeschrttten w»dm. Der« selb« nahm fich die Sache dn artig zu Herzen, datz er einm Seldstmnrdonsuch machte, indem» stch die Pulsader öffnete. In Folge deffm wurde» eine..i Krankenhause übergebm und au» demselben vor Kurzem al» geheilt«ntlaffm. Doch da» Matz de» über ihn hireingrbrochenm Unglück» war htermit noch nicht»schöpft, denn sein Trist fing an, fich zu umnachten, so datz er vo: wenigen Tagen in eine Jrrenanftali überführl werden mutzte. Die Angelegenhrtt rneat in d» dortigen Ge« gend grotze» Au'sehm und allgemeine Th:ilnahme, u?» so mehr, al» der unglückliche junge Mann verlobt ist. Ueder et««« vo« zwei Soldat«« begavgeve« grobe« Exzeß berichtet eine Lokal Koriespondenz folgend«»: Al» am Mlltwoch Abend mehrer« Herren von ein» Landpartie nach Bnlin zmückk hiten, wurden ste in der Hasmhaide, nahe ter Ficht'stratze, ohne die geringste Veranlaffung von zwei Garde« Kürassteren angerempelt und schli'tzltch mtt Säbelhieben regolirt. Di« V rletztm sprangen nunmehr vom Wagen und stellten die Angl elf» zur Rede, wa» ab» nur zur Folge hatte, datz einer d» Herren von einem der So baten einen Schlag In'« Geficht «hielt, welcher ihn zu Boden streckte. Erst nach hesttgem Ringen gelang e», die Angreif» zu bewättigm. Einen dir Uederwundenm, einen Unterofstzter, brachte man dann dehuf» F'ftftellung d« Pilsonaltm zu: nächsten Wache Der eine der Zivttisien soll schw-re Verwundungen davongetragen haben. Folge« übertriebener Sparsamkeit waren«», welche die mysteriösen Gerüchte o»anlatzten, die am Mittwoch und Donnerstag in dem mtf«nt»m Osten der Stadt umliefen. Di« in der Gegend vor dem Stralau« Thor« wohnende Wittw« da« dereit» vor mehrnen Jahrm vnstorbenen Gärtnneidefitzer» W. war dm ält»en dort wohnenden Leuten al« eine eigenartige alte Dame bekannt. Ihr verstorbener Ebc. mann hatte da» Tmain seiner Giitnerei sehr vortheilhast ver« kau!t und nach der Erdauteinandersetzung mtt dm Kindern blieb d» Witt«»« ein«cht hüdlche» Einkommen au» dem Nachlaff« de» Manne». In dem Hause de» ältesten Sohne» wohnend' wurde ihr. da st« fich der Famttte de» Sohne» nicht recht am WWMWZ Anstatt für unabweiilich nöthig und dies« erfolgte«> Donnerstag Abend. Die alte Frau hatte kurz vor dem ihre» Mannes einm schwnen TypbuSanfall überstanden, bel nachtheUige Wirkungen auf ihren GemüthS zustand hinterlassen zu haben schetnt. Diese», die abgesonderte Lebensweise und der etwa» staik entwickelte Trieb zum„Sparen" hadm wail die Katastrophe httdeizusühren. Die tollm Gerüchte, weich* in jen« Stadtgegend üb» diese Angelegenhett in Ilmwut waren, find lediglich auf die mitgetheilten Fakten«mbib zuführen. Markthalle«- Bericht vo» I. Sandma««, städtische« BerkaufSvttmwl«, Bnlin, Zmtral-Martthalle, dm 21. Auf# Gnäuchrrt« Fisch«. Die Zufuhr an geräuchertm Fil# ist eine sehr unregelmätzige. Bücklinge und Flundern find se«r knapp. Auch an Rauchlach» wird wenig zugeführt, odwop stch die Preise bei regelmätzigen Sendungm auf Höhe«halten. Rhetnlach« 2,60 bi» 2,90 M..»sm und Ostseelach» 1,20—1,40 M., geräucherte Aal« 70—100 W 130 Pf. vr. Ptd., grotz« D-lika setz aal 1,50 M„ Flun�kst, kleine 1,75—2 M„ mittel 3-5 R, grotze 8—9 M. p« 0*�' Bücklinge, p» 100 Slück 4,60 bi» 6,76 M. Seefische. Lach» 1,10 bi» 1,20 dt» 1,30 Mark. 3«** grotze. 90 Pf., Hecht 50- 65 Pf„ Steinbutte 70-80 P., zun«, grotze 1,00-1 10 M, mittel 60-70 Pf., Scholle 10 w 25 Pf.. Echellst'ch, grotze 20 Pf„ Kabeljau 20 Pf. p« M» Makrelm 40—60 Pf. pro Stück,- Ledend« Fische. Aal, mtttelgrotz 90—95, grotze 1,05 5*« Hecht 80 Pf., Schleie 90 Pf. per Pfund..„ Krebse. Kleine, 10 cm. 1,00—1,50 TO, mittel 2-4� otze 8—12 M. p» Schock. Hummern 1,50—1,75 M> S® sund. Gemüse und Obst. Weintraudm 50—70 Pf. per W Pfirsiche 0.20-0,30 M. p» Pfund,«irschm 6-15% per Pfd.. Pr.itzeldenm 10-12 M.pa Schffl.. Pfeffnlins*� Mark, Gurkm 0,60—3,00 M, p« Schock, Karottm 3-5 100 Ko.. Wirsingkohl 2—3 M, Roth« unv Wettzkohl, grotze 3—4 M. per Schock, vlummkohl 10—16 M., ErstrrterN�' 25—30 M. pr. 100 Ct, Holl. Kartoffeln, weiße rund« 300 � Nierenkartoffeln 3,00 M., rothe 2,80 M.. blaue 3,00% pr. 100 Kilo, Pflaumen 4—16 M„ Birnm 8—20 M,**# bi» 20 M. p» Zlr„ neue Zwiebeln 2 75-3.50 M-. 3% AuSschutzwaare. 10 M. pr. Kiste von 260 bi» 300 Stück, 2? saure Gurten 2 M. per Schock. Melonen 30 Pf. Anana» 2—2,50 M. pr. Pfd„ getrocknete Morcheln 2,50* p» Pfd., getrocknete Steinpilz« 6,50 M. ver Pfd. x Wtld und G.flügel. Rehe 50-65, Hirsche Wildschwein 25-35 Pf. pr. Pfd.. wild« Entm 080-1�% junge Gänse 3 00-5.00 M.. junge Entm 1-1,50-2,00% junge Hühner 0,45-0,80 M.. Tauben 30-45 Pf. pa � Poularden 4�0—7 M, alle Hübn» 1,10—1,40 M...m Frische feinste Tafelbutter rc. 110—112, fein« L 100-110, u. 90-98, M. 75-35. Landbutt» L U n. 65—75 M. Galtzische und ander« gntnast« Sortm' M. p. 50 Kilo. Käse. Echt» Emmmthal» 73—80, West?*' Schwetzerkäse L 55-60 M.. ll 48-60 M„ lll.' _____________________________ jtA Ouadratdackstein I. fett 22-25«.. ll. 14-18 M.. Tilstltti�. 45-56-60 M.. Tilstt« Magerkäse 18-23 M-, Lun«« 30-32 M.. ll. 20-25 M.. Ramadour 30-86 M„ KW dolländtt«äse, 20-22 Piv'schw». 45-58 M. echt» V'M 65 M., Edamer L 60-70 M„ ll. 56-58 M-, Nmfchatell« 18 M. p« 100 Stück, Camembert M. p» Dtzd. Et». 255 M- p» Schock. Poltzetdericht. Am 20. d. M. Vormittag»„w 63 Jahre alte Frau, während ste an d» Kreuzung der w? � Franksurterftratz« und d» Frankfurter Alle« im Gis?'»®' einem Manne stand, durch ein im scharfe« Trab« fave* a von dem Schlächtergesellen Ehrenpreil geführtes Fayr Z üdnfahrm und durch die Räder und durch Huftrttte am*. und rechrm Obeiarm derarttg vnletzt, datz ste dacy � Krankmhause im F-iedrichSbain gebracht werdm mutzte. � derselben Zttt sprang ein Gymnasiast hinter dem G un t Vor dem Stroiourr Thor Nr. 4 aui einem Boote, in fich allein defand, nachdem er Hut und Rock abgeleg>< � Waff» und»trank. Die Leiche ist noch nicht gnunv* � Durch Unvorsichtigkeit eine! auf dem Neubau Stralau* rpw«.� deschäst gtm Dachdeckers fiel an demselben Vormittage � etwa 20 Kg. schwere Rolle Dachpappe vom Dach am i(t vtratze hinab und einem doit beschästigtm Kutsch»«j Kopf, so datz d»selde detäudt zusammenbrach. Er jedoch bald wieder so weit, datz« fich nach seiner in FriedrichSdng begeben konnte.— Al» gegen Mittag j selben Tage» der Kutscher Reichert mtt einen Rollwal''' dem Grundstock Landtdrrgerftratze 78/79 bnauSsuhr. � durch die hochstehende Schroileit« da» vor dem Haul*,° j.'« stellte Bauschutzdach umgeriffm und durch die b« radlau � Bretter zwei cerade vorüdergedende Mäbchen git-offe"- D// lich« Weile jckoch nicht erheblich vnletzt.— Am deffelben Tage» wurde da» Pferd von einem an Halle in der Lindenstratze steherden Wagen de» c&rn meist»» Heltmstein au» Britz scheu und ging in d» us#' nach dem Belleallia ceplatz duich. In dn NöW«.#'? stürzte der Wagen um und«litten die darauf t«1® Peisonen, die Frau und d» Sohn de» Eigmlhüw''�', den Fall auf da» Pflaster hautadschülfungen und""Lsit�, unbedeutende Verletzungen am Kopf und Arm.—•3".„p,% Zett sprang ein unbetanntcr etwa 30 Jahre aller 3* jla� scheinend AibetI», von der Fennstratzendrücke in tt, und ertrank.— An demselben Nachmittag wurv« Müller'schen Hol, platz in der Bergmannstratze d«r w, r Burchert von Krämpfen befallen und starb währen� � falls. Di« Leiche wurde nach dem Leichenschauhall', js, — Bor dem Hause Cdauffeeftratze die 15 Jahre alte Bertha Barschi_____..... i.dammeS von ewn Dioschke üb»fahren und letz', datz ste,""*'' gebracht werdm MÄ%%%& )schke überfahren und s" äanS'�.i Ici», datz ste mittelst Wagen» nach der eltttltchen � x,!>. gebracht werdm mutzte.-«m Nuchmittag d'ff->°< war der obdachlos« Maur» Rolobar wegen Trun»? Enegung ruhestörmden Lärm» nach der W"»* d»-'\f*v Revw» ststi» wordm. Ehren«ugmtlick allein g'W («in« U.berfühiung nach der Ctzai H Abend wurde ein 6 ein« G.'aiffasche die mtt ein» Glatflasche die"»ugustftratze en"�° r entstand durch Unachtsamkeit beim Anzünden im Schaufenster d«S Weitzwaarmgeschäft» von Mi alstratze N. 31/32 wurde etn o iZ wir Folgt eigen» Unvorfichtigkett überf abren-®* ryn u�hrt»i» bedeutenden Fieischwunde einen Bruch de» lml � gav�ztt - In dn Nacht zum 21. d. M. stürbe W% Mädchen am Retch,tag«ufer. hintn der Martt���tt mörderisch» Absicht in dt« Spree, wurde ad ��r � Schaden erlttten zu haben, vo« einem Aide». gezogen und nach d» elterltchm Wohnung Gerichts- Zeitung. . t Billige jugevdttche Urb iUtiSfte werden von den vMtn Fuhrwerkedefitzern häufig mll der Fiih ung von Wagm dniaut, trotz'em et denseiden oft genug an der erforderlichen llmstcht und Aenntnitz fehlt. Den Schaden tragen dann die «Iratzenpafianten. Gestern stand ein sechtjehnjoh.iger Bursche, vermann M., vor der dritten Ferier-stra'kammer de» hiefigen «Mdaerichi» unter der Ae klage der fahrläffigen llörperoerletzung. P" Angeklagte war am 8. Mai d». I«. in den Bormtila,» »unbtn mit einem einspännigen Brd iis-razen die F.iedrich» Blatze in der Richtung von Süden und Norden entlang ge tohren. Dai Pferd ging ruhig im Schritt und der jugend- natscher achtete nicht viel auf dafielde und plauderte stch ,urück werdend mit einem Manne, der hinten im Wagen stß wahrend e» gerade durch den engen Tbeil der Friedrich strahe Mischen �Linden" und Stadtdahnhof ging. Ein alter, schwec» horiaer Mann, der fünsundsechrigjährige Rentier Lange, war fo Begriff, die Straje zu überschreiten und hört« da» Ge rausch de» herankommend.« Wagen» auf dem Holzpflaster nicht, «r Scheerd�um stieß ihn gegen die Brust, riß ihn um und Borderrad ging rhm über den Fuß. Der jung« llatscher war so bestürzt, daß er nicht einmal durch kutdiegen verhtn» �ne, daß auch da» Hinterrad über da» Bein ging. Da» «Wien dein wurde zermalmt und der Bruch heilte so schlecht, der alte Mann fich jetzt nur mit Mühe fortbewegen kann. **1 Angeklagte war geständig. In Anbetracht seiner Jugend seiner Unbelcholtenhett erkannte der Gerichtshof auf einen A fängn ß gegen tbn. J Ein empörender Kall von Stißbranch de» eigene« «tNde» gelangte gefte n durch die dritte j�erienstrarkammer de» Zv/iken Landgericht» I zur vdurtheilung. Der Schuhmacher «ilhela, Karl Friedrich Emil Wolter, Spandauerstraße 78 dessen plötzlich« Verhaftung s. Z. ein germffe» Auf» in dieser Sladtgegend gemacht hatte, stand unter der An- !,%*' sein jetzt dreizehnjährige» Töchterchen zwei Jahre hin- schändlich gemißbraucht zu haben. Die Verhandlung fand Ausschluß der O-ffentlichleit statt. Der Angeklagte de« 7® stde Schuld und erklärte die Denunziation, welche seine »gen« Frau grgen ihn eingereicht hat, für eine böswillige Ber- Mung: seine Frau habt schon früher gedroht, ihn noch 2' ouchihau» zu dringen. Die Bekundungen de» Kinde«, so« Gutachten vel gerichtlichen Sachverständigen, G Heimen wledijialrath Dr. Wolff, �rftreuten jedoch jeden Zwetrel. Der ?�foanwalt beantragte 1'/, Zuchlhau». Der Gerichtshof über diese» Strafmaß weit hinau» und verurthellte den zj�fogten zu drei Jahren Z achthau» und den üblichen k. t Die angebliche Usanze der SeschäftSreisende«. ihren Z%Ot giözerr Aufträge zu„üderschrelben", al» die Kunden �«lich aufgegeben haben, befolgte auch der Reisende Heinrich ?'> der am 1. Januar 18?4 von der Firma Hermann Land». to,"Berlin und zwar zunächst auf Prob« engagtrt wmd:n Ali halt wurden 500 Thlr. pro Jahr autbedungen. � hatte ein« ziemlich schwere Aufgabe; e» galt die Firma, vor kurzem gegründet war, neu einzuführen, und die stistungsfähige Konkunenz in der Branche,— Fabrikation ftf. �amenuntmöcfcn— zu verdrängen. Der Ei folg der $1� Reise entsprach nicht den Erwartungen der Firma und fcflstde nach einigen Tagen telegraphisch zurückgerufen. Der «ich»'Brach ihm seine Unzufriedenheit au» und wollte ihn nicht y-L weisen lassen, weil Vu�ch den Gewinn au» den verhältniß- üeifr�»ttingen Bestellungen die hohen Reisesprsen nicht ge« mit if�btn. W., der Familienvater ist, bat, e» noch einmal na versuchen und schließlich ging der Cgef darauf ein tra»w!.„ihn nach Schlesien. W. befand fich in einer dimn---**' wenn auch W«f«_ Tour mißglückte, CtVn..-01".brotlos und hatte gninge Aulstcht, bald wieder R-ll-ns? ju bekommen, da junge und unverheirathet« Liute al« verleitete ihn seine Besor> , seinem Glücke fosflhe« Bild von seiner Leistungsfähigkeit, oder richtiger von Arm Glücke, denn thatfächlich hängt der Erfolg einer Tour fmauhr vom blinden Zufall al» von der Geschästlgewandtheit Retsenden ab. Jedenfalls war Hen Landlderg jetzt mit Reifenden zufrieden, denn er beauftragt« ihn nach ikai Streit, und«" tyoW'' Branche gebräuchlich ist, die für dm März aufzugeben und effektutrm. Al« W. zurückgekehrt ü5 obeüir'r'', uno zpttr«anosoerg ,e,i Sjch« Utfn* Reisenden sofort auf's Pflaster. D.e eigent- �n. og�'Btshald er ihn mit mehr R cht hätte mtlaffen fAilckt m,,?vbaite Ach erst später, al» Waarm, die an Kunden reckn.4 f icht ange.iommm zurückkamen. Herr Land». .b« Mn�berau». daß«r einen Schaden von 2-400 M. vv, �"unzirte W. wegen Betrüge». Gestern stand « i/®lchulBi. dritten Fericnstrafkammer de» Landgericht» l. �sstcndkn seine Handlungsweise mU der Usanze der "haltn, größere Bestellung aufzugeben, al» fie wirklich ?'.w-stn. it{,\ Di« fiktiven Aufträge seien Musterbestellu gen tveilll? deshalb nicht al» solche seiner Ftrrra aufgegeben Würben»nh Regel Musterbestellungen sehrlüdetltch ausgeführt Ü!?den«n.,,,? die neuestrn Muster und besten Sachen feinen �bren lassen wollte. Er würde bei der Rückkehr eilt &on ititz, %%%%%%' Ct»"(Kbinw?"' oott vuiw nini.----------------- (hi�aniSrtV.« worden.— Der Staatsanwalt b t an tr tagte eine A toÄÄ !k�itch»nv � Bdenen Bettugtfälle alt au» einer Handlung bLi" und verurtheilte W. zu vier Wochen Ge. ? der«Ä? besonder» betonte, daß der angedl chen Deet"L Riegel vorgeschoben werden müsse. WW-sNMß k bl�Una ftH JS. bkstehlen und ihnen hilfreiche Hand dei d-r ZKes-MKLW-« btt de» htestgm Landgericht» unter der Nst»> war g�?teitung ,u einem Berdrechen. Der lleine msüt ä ar _. �-------- S«p>tmd.r vo Srantenthal in zwriier Instanz verhandell age richtet fich gegrn die Sozialdemokraten _.bei dem Leichmbegängniß ihre» O»- Weimer rothe Rosen. Die» gab dem Kgl. Amtsanwalt in Ludwlgshaten Veranlassung, gegm die Theilnehmer am L-ichtndegängniffe Anklage wegen ärgerniß- errrgmdm Unfug» zu erheben: da» dortig« Schöffengericht erkannte auf kostenlose Freisprechung sämmtltcher Angeklagten, gegm welche» Urtheil der AmtSanwoll Berufung einlegte. Hoziales««d ArveiterveWegnng. Die Nähnadelfabrikation in Iserlohn gestaltete fich im vergangenen Jahre etwa» günstiger. Die Bemdigung de» stanzöfilch. chinesischen Krieget hat«in Wiederauflebm de» in'» Stocken gerathmm chinestschen Verkehrt im Gefolge. Die Nachfrage auf diesem für die Iserlohner Nadelindustrie wich. ttgsten Absatzzebirte mehrte stch allmälig. so daß die Fabriken, wenn auch nicht voll, so doch besser beschäftigt waren, alt 1884. Di« Verkauttvreise wann daze-en sehr gedrückt. Der russtsche Mark» ist in Folg« de» enormen EingangSzolle», mit welchem Nadeln bel'gt find, zugleich in Folg« eine» eischwerenden Zoll« abfertigunatoerfohreni nohrzu verloren aeaangen. In mun größeren Fabriken wurdm im Ganzen 1 800 000 000 Nähnadeln und N adeln zum H mdwerktgebrauch gefertigt. Zum Buchdruckertarts. Der„Franks. Ztg." telegraphitt man au« Leipzig vom Freitag: Die soeben bemdeten vier- tägigen Verhandlungm zwischen dm Prinzipalm und Gehilfen der Tarif- Rmifiontkommisfioit der deutschen Buchdtucker ergab für letztere eine Erhöhung der Tnandpvfitlonm um 6'/» pCt. dei zehnstündiger Arbeitszeit. Streik. Der in der Buntdruckerei von Oschatz u. Ko. in Schönbeide(Sachsm) ausgebrochen« Streik ist am 12. d Sit». durch Wiederaufnahme der Arbeit von Seiten der Ardeiter beendigt worden._ Nereine und Nersammlungen. Der Fach verein der Mchantker, Optiker. Uhrmacher, chirurgischer und anderer Jaftaumentenmacher hielt am M ttwoch, Den IS. August, im Lokal« de» Herrn Nrest, Kom- mandantenstr. 71—72 unter Vorst» de» Herrn Svieß eine Mit» glirdeiversammlung ab. Dm 1. Punkt der Taaetordnung bildete ein Vortrag de« Herm Dr. Stahn über„Natursystem de» Anlazonismui". Der Vortragend! enlledigte stch seiner Aufgah« zur allgemeinen Zufriedenheit der Anwesmden und beantwortete die eingelaufenen Fragen in besonder» eingehen. der Wels«. De» weiteren wurde ein VergnügungSkomitee au» 10 Personen destehend gewählt, welche» in Gemeinschaft mit dem Vorstande da» im Dezember d. I. ftatttfindmd« 1. Stiftungsfest zu annonziien hat. Der Votfitzende(Heilte der Versammlung hierauf mit, daß er fich wegm der nicht zugesandtm Genehmigung der Versammlang vom 4 August beschwerdeführend an da» tönizl. Polizeipräfidtum gewandt habe, und verla» da» ihm darauf zugesandte Ant. wortschreidm, worin mttgetheilt wurde, daß bewußte» Ge- nehmigungtgesuch der Polizei mehrere Tage nach den Aufgabe« datum d»rch die„Hansa Gesellschaft"(und zwar erst nach er. folgter R klamation) übermittelt wurde. Demnach hat ledig. lich nur die unpünktlich« Bestellung dei Brief» an diesem Zwischmfall Sidulv.— Ein Mitglied fragte an, warum die Berliner Delegirten auf dem Verbandttage dm An griffen de» VerdandSvorfitzmden in vetuff der Fragebozm, die der Berliner Fachverein an den Zahlstellen gesandt haben solle, nicht mtgegm getreten seien, da doch davon in den Protokollen nicht» veizeichnet wäre. Dies« Frage wurde dahin beantwortet, daß die» auf einem Jmhum beiuhe, da diese Fragebogen privalim an einen Kollegm abgesandt wurden, der Berliner Fachverein stch aber thalsächltch damit nicht de» schäftigt habe. Jedenfalls wäre dies« Auseinandersetzung, wie fie auf dem Kongreß stattgefundm hat, au» Versehen nicht in das Protokoll aufgenommen worden.— Zum Schluß wurde noch auf da» am Sonntao, den 12. September, in Sanssouci von der Metallarbeiter. Krankenkasse arrangirie Gartenkonzert rntt Sommernachttball zum Besten hilfsbedürftiger Kranker der Filiale II aufm« tfarn gemacht und die Mitglieder zu zahlreicher Betheiligung an diclem Feste aufgefordert. Zentral«ranke«, und Sterdekasse der Tischler u. s.w.. örtliche Verwaltungsstelle Berlin B(innere Louisenstadt). Mitgliederversammlung Montag, den 23 d. M„ Ab. 8'/, Uhr, in Kiiezer'S Salon, Wosserthorstr. 83. Tage»ordnung: l.Rech» nungtlegung vom 2. Qua tal 1886. 2 Verschiedene». Da» Mrtzii�Sduch muß vorgezeigt werden. Diejenigen Mitglieder, welche noch im Brfitz von Billets zum Sommeriest find, werden dringend aufgefordert, dteselbm abzuliefern. Die neuerrichtete Zahlstelle b.fiadet stch Poftstr.20» deiSttzke. Diejenigen Mit« glieder, wilche in dieser Gegend wohnm, haben ihre Beiträge dort>u entrichten. Arbetterdeztrktverein der Oranienburger Vorstadt und de» Weddtng. Sonntag, dm 22. August, Nachmittag«: Gemüthliche« Beifammmsein mit Familie bei Schramm, Hochstraße 32. Bei ungünstiger Witterung im Saal. Die Mitglieder werden ersucht, alle m erscheinen. Die vciträgz werden daselbst Vormittag» von 10—1 Uhr entgegen genommen- Der Vo: stand. Kreit vereinig««» der Geavenre, Ziseleure u. s. w. Montag, den 23. August, Abend» 8% Uhr, vei Sahm, Annen- ftraße 16, Vetsammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Nachweise. Bure aus. 2. Vereinsattgelegeicheuen. 3 Verschievem». verein«erliner Hausdiener. Den Mitgltedetn zur Nachrrcht. laß am Montag, dm 23. d- M., statt der geschäft- Itchen S'tzuna ein«ränzchm, verbunden mit Vortrazrn von Kollege Rtchter und Geschwister Friedrich, stall fiidet. Den Mitgliedern steht«» frei, Gäste einzuführen. Eintritt frei. Loniscnftädttscher»eztekSverein.�vorwärts". Die Zahlstellen befinden fi» 1 detm«asstrer Sünvrrmann, Gtt- STWvSSW Rückstände zu dleibm. UnterftützungSverei« der Buchbinder und verwandtm Berufsgenofien. Montag, dm 23. August,«denv» 8% Uhr in Ä»ÄSÄTÄt Si Ät'Ä Niefr's Salon Kommandanimftr. 7l-72, Versammlung. Tage«. «Ä%%%%.%% ZWWHtzUM SEr-S&HIr— vermischtes. 1*1 Witz, dem Begleiter dm Hut wegzunehmm und diesen an einen Laternmpfahl zu hängen, woratrf er dem Mehlhändler bedeutete, daß er seinen Hut dort holen könne. Der Etgenthümer ließ ihn jedoch da hängen und am anderen Tage war die fast noch neue Kopfbedeckung natürlich verschwunden. Die Freundschaft wandelte fich jetzt in Feindschaft um, und da der Ingenieur dm Hut nicht bezahlen wollte, klagte der Mehlhändler die Sache ein. Der Prozeß durchlief drei Instanzen, endlich ist mdgiltig mtschiedm worden, daß der Ingenieur den Hut mit 9,50 M. zu zahlen bat. Die Kosten, die der Verurth'.ilte außerdem zahlen muß, betragen 191,20 M.— für einen so faulen Witz immerhin nicht zu viel. 27 Jahre im Jrrenhanse. Addie Brinckle, einsten» eine berühmte Schönheit von Philadelphia,«elche von ihren Ver» wandten in» Jrrmhaui geschickt worden war und dort 27 Jahre festgehalten wurde, bis fie auf Verwendung de» Staattkomitee» für Jrrmangelegenheiten entlasten wurde, hat jetzt da» Kon- valetzent Retieat in Glm Mill», Delaware, verlassen und ist nach Aussage de» Dr. Ourt, de» Sekcetär» des Komitee», geistig und kölperltch vollkommm gesund. Die Mitglieder de» Komitee» tagen, daß die Dame niemal» geisteskrank gewesen ist, daß e» aber zu verwund«rn sei, daß st« unter den schrecklichen Lei dm, denen fie ausgesetzt gewesen, nicht wahnfinnig wurde. Kleine MittheUnngen. Karlsruhe, 18. August. Zu dem Häuseretnsturz in der Uhlandstraße saretbt der„vad. Lande» böte": Durch einm glücklichen Zufall wurden einige am Bau thättge Leute vor dem Unglück, in den Trümmern begrabm zu weiden, bewahrt. Der eine der Bauherren, Schütt, war au» dem Bau gegangen und hatte dabei einen Zimmermann, der gerade in» Hau» ein- treten wollte, zurückgerufen, um mit demselben wegm einer Aenderung etwa» zu besprechen, al» in diesem Augenblick ver Bau einstürzte: Beide waren gerettet. Ein Maurer, der an der östlichen Seite auf dem Geiüst arbeitet«, merkte, wie die Mauer stch bog und da» Gerüst unter seinen Füßen zu wanken begann; da» Schreckliche, wo* fich ereignete, sah er im Augm« blick vorh-r, er machte einm lühnm Sprung auf dm Damm de» SchützenhauSgelände» und erhielt fich so sein Lebm. Von fachkundiger Seite wird mitgethellt, daß der Bau in nahezu bodenlo» leichistnntger Weise autgeführt worden sei. Di« Gtebelmauer, in rauhen Steinen aufgeführt, hat nur 45 cna Stärle, während die gesetzlichen Bestimmungen 60 bl» auslaufend 45 ern Dick« vorschreiben. Im Mauerwerk vermissen die Sachverständigen die„Binder", die durchgreifenden Steine, und darüber, daß da»„Sprisematerial" schlecht gewesen ist, dürste kaum ein Zweifel bestehen. Dazu kommt, daß der Bau in kaum 6 Wochm 4stöckig aufgeführt ist, eine Zeit, die nicht hinreichend ist, dem Mörtel eine Bindekraft zu verleihen. Mit dem„Autriegeln" der Zimmer hat man merkwürdigerweise theil weise in den obersten Stockwerken begonnen, schwere Stein- lasten hinaufgeschleppt, während der Unterbau noch keinen Halt gehabt hat. Bamberg, 19 August. Bei der Abfahrt de» hiefigen 5. Infanterie- Regime nie» zu den Manövern stieg ein Soldat, um stch«ine Zigarre zu holen, au» dem Wagen, wurde aber von einem eben vorbeifahrenden Rangirzuge erfaßt und that- sächlich in zwei Hälften zerfchnittm. Huttschi«, 18. August. Eine gräßliche Mordthat ist, wie die„Rat. Leod. Ztg." erzählt, dieser Tage in Buslawltz bei Hultschin verübt worden. Der 21 jährige Sohn de» Bauer- puls» und Erbrtchteretbesttzer» Newrzella hatte mit der 23 jährigen HäuSlertochter Marie Suchannek ein LiebeSverhältniß unterhalten. Die Eltern de» Newrzella wa en gegen die Ver» btnduna. Am letzten Mittwoch Nacht» lockte Newrzella seine Braut Vinter den Kirchhof auf ein Grundstück seine» VaterS, wo« fie so lange würgte, dii er glaubte, daß sie todt sei. Hierauf machte er in dem lockeren Sandboden eine Grube und leate da» Mädchen hinein. Da daff.lb« jedoch noch Leben»« z-ichen gab, so schlug er e» mit einer Schaufel so lange auf den Kopf, bis e» todt war, und verscharrte dann den Leich- nam. Da» Verschwinden de» unglücklichm Mädchen« wurde bald bemertt, und da Newrzella seither furchtbar verstört aus« sah und in merklicher Unruhe fich befand, wurde ihm die Schuld daran zugeschoben. Obwohl er Anfang» leugnete, ge« stand er schließlich seinem Vater ein. da» Mädchen erschlagen zu haben. Am Sonnabend, am 23. Geburtstage der Marie Suchannek, wurde ihre bi» zur Unkenntlichkeit entstellte L-iche auSaegraden und der Mörder in da» Gertchttgefängniß in Hultschin eingebracht. Gestern wurde die gerichtliche Obduktion der Leiche vorgenommen. Zürich, 18. August. Der Bruch innerhalb der Heilsarmee hat stch endgiltig vollzogen. Kürzlich hat fich unter der Leitung von Fritz Schauff eine neu« Organisation gebildet, welch: den Namen„Christliche Heiltarmee" führt. Die Gereiztheit auf teiden Seiten ist groß: jede Arme« sucht«öglichst viele vol« daten zu stch hinüberzuziehen. Zwischen Schaaff und der eng« Irschen H-llsarmee, al» deren Hauptmann für das hi-stge Q«artier dcr Franzose C Comb« ernannt wurde, herrschen noch viele Zwistigketten, indem«chaaff an die englisch« Heilsarmee«ine bedeutende G-lsford-rung stellt und fich melgert, bevor Alle» zwischen idm und seinen früheren Freunden in Ordnung ge« bracht ist, die in seinen Händen liegenden Bücher u. f. w. heaau»« zugeben. Odschon auf beiden Seiten da« Bestreben groß ist, friedlich auSeinand» zu kommen, dürste die Auteinandrr- setzung doch schwerlich ohne Einschreiten de« Rtchter» ihr Ende erreichen. Pest, 19. August.(Schtffisprcngung) Au» Panc'ova wird von gesttm belichtet: Vor«intgen Monaten ging ein mit 2000 Meterzentner Kohlen deladene« Schleppschiff knapp on der Stundung der Temc» in die Donau nächst PancSova zu Grunde. An die Hebung de» Wracks konnte nicht gedacht werden, die Beseitigung desselben war aber aus strompcll.ri« lichen Rückstchten geboten. Auf Varlraa des lönigl. Stthm« bauamls PancSova d« willigt« das ungarische Kommunikation»« Ministerium die Sprengung des Schiffe». Mit dieser Auf» gäbe wurde die österreichisch- ungarische Aktiengesellschaft „Dynamit Nobel" betraut. Die Arbelt selbst leitete der Sp-engtechniker dieser Gesellschaft, Herr Tirmann. mit großer Sicherheit und Frchtenntniß. Da» Schiff lag in starker Strömung in einer Waffertiefe von 6, bezw. 10 Meter, war 42 Meter lang, 6 Meter breit und 2 Meter hoch. Die Son« dirungen über die Lage deffrlben, sowie da» Versenken der Ladungen war daher mit großer Schwierigkeit verbunden. E» wurden 14 Minen im Gesammtgewichte von 100 Kilogramm Tyramit an und in da» Schiff versenkt. Die Sprengung erfolgte heute Nachmittag«. Alle Ladungen wurden auf einmal elektrisch entzündet. E» erfolgte ein dumpfer Knall, eine erddebenartiae Erschütterung, ein« mächtige Wasser säul« erhob fich, untermischt mit zerfetztenSchiffirrsten und da» Wrack war vollkommen zerstölt. Viel« M-nschen wohnten dem hier noch nie gesehenen interessanten Schauspiele an. Briefkasten der Redaktion. H. S. Krtedenftratz«. Gewiß würde fich da, empfehlen; versuchen Sie e» einmal.— Herrn L. können St« an Wochen» tagen täglich di» 7 Uhr Abend» in unserer Expedition. Zimmer- ��OstendV�Di« Münzen werden nicht au« zwei Hälften, sondern au» einem Stück gepiägt. 2. W. Wenn Sie die Schlafstell« mo-ailtch gemtethet, so muß Ihnen der W'rth, wenn Sie am 1. ziehen sollen, am 15. d.« vorhergehenden Monat« kündigen. Haben Sie nicht monatlich gemtethet, so können Sie auch am 1. gekündigt werden und müssen dann am 15. ziehen. Theater. Sonntag, den 22. August. OveruhauS. stein« Vo.stcllung. Montai: steine Vorstellung. SckiauspieihauS. Maria vluart. Montag: Ter Damentrieg. Zum Schluß stleinz Mißvirständniffe. stroll'» Theater. Normo. Montag: Nennten von Tharau. Belle' Allianee- Theater. Da« Paradies. Rontag: Dieselbe Vorstellung. Krtedrich WUHelmstädtische« Theater. Der Zigeunerdaron. Montag: Dieselbe Vorstellung. vfteud-Theater. Vom Golve verführt. Mortag: Der Pfarrer von Kirchfeld. Btttoria• Theater. Amor. Tanz. Poem von Suigi Ran,otti. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wallurr-Theat«?. K-ine Vorstellung. Montag: A Nigth Off, Schwank in 4 Aui' zügen nach Fr. und P. v. Schönthan's Sabin: „Raub der Sadinnerinnen", bea beste* von Augustin Daly. Walhalla-Theater. Mamsell Angot. Rontag: Dieselbe Vorstellung. Eeutral-Ttieater. Alte Jakobstr. 80. Direkt. Der Wald-Teufel. Adolph Ernst. Der Wald- Teufel. BesaNl posse in 4 Akten von W- Mann' stouplet« von G. Görß. Mustt von B. Steffen«. Mit neuen Dekorationen und Kostümen. Novität I) Montag: Dieselbe Vorstellmr Köntgstädtische« Theater. Im Irrenhaus«. Montag: Dieselbe Vorstellung Vorläufige Anzeige. Eormabevd. den 28. Nuguft e.: Eröffnung de« Eden-Theaters (früher I�nalnenstldtlnehea Theater). Hiermit beehre ich mich anzuzeigen, daß ich da» vollständig KnosirteLoalacnstadtlielie Theater übernommen habe, und werde ich daffelb« mit einem intereffanien und abwechse» lungkreichen Programm, nach dem Vorbilde weltverüdmter E abliffement« in London, Pari«, Brüff'l rc- unter dem Namen Eden-Theater am obengenannten Tage eröffnen. I Mein R:pertoii wird in der Aufführung vorzüglicher einaktiger Operetten und Poffen, sowie in Ptobuitior.en der ausgezeichnetsten und heromragendsten Künstler und Concert-Spezia litäten bestehen. Smpfehle hiermit mein Unternehmen dem geschätzten Wohlwollen und dem Jirtereffe des hochverehrten Publikum« der Rrfidenz. 409] Hochachtungsvoll Hermann Meyer. Passage 1 Tr. S M.— 10 A. Kataer Panorama. Zum erste» Male in diesem Jahr: Da« moler. Schottland Hl. Reife. Neu I Earmda— Amerika. Neu I Sertha-Retfe.— Karolinen»Juselu. Si. e Nesse 90 Ps.«inder nur 10 Pf. 4. Stiftungsfest de» KMeraMrteins zu Berlin Sottnafinif, dm 11. Srpfoißec 1886, in AMijskmrni„Sonsfönci" storlbuserstraße 4a. Entree: Herten 50 Pf., Damen 25 Pf. Anfang 8 Uhr. Komitee Mitgliedern Hl . Halm, Lüdbenerstr. 13; Lemke, Reichenbergernr. 171; trlfter, Arndiftraße 1, sowie bei H. Stramm. ka' ansang v Uhr. Willeto find bei den Komitee Mitgliet Herren: Schaar, Reichenbergerstr. 125 Hof Schmidt, Wrangelftr. 127 vorn im Keller; H« bkalitzerstr. 18 zu haben. [415 Restaurant zum Ambos, Breslaaerstrasse»7. Allen Freunden und Bekannten empfehle mein Weiff-«. Batrtschbter-Lokal. Gr. Mittag« u. Abendtisch.[424] 6 Tempel. Regnlatenre, goldene und stiberne TaaehenThrem, Wauduhre« mit Pateutschlaawert, weiches nie, selbst nach dem Zurück- drehen der Zeiger nicht, falsch schlägt und die Stunde repelirt, goldene filberue u. Talmikette«, Wecker u.s.w. kaust man am besten und billigsten in der Uhrev'Kadrtk von Hax Bnsse, 157 Jnvalidenftratze 157. «wischen Brunnen« und Ackerstraße. sede gekaufte oder reparkte Uhr wird reelle Garantie geleistet. tschriften find Alle wiffenschastl. Werke u. Zell in Lieferungen zu beziehen bei».»»tzlhardt, Kolporteur, Buchh. u. vuckdind� B.andenburg- frraß» 56, Mitgl. de» Arbeiterbe, irksv. Vorwäni. 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