Nr. 285. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements: Prets pränum.: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pig., Sonntags: Nummer mit illustrirter Sonntags- Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Eingetragen In der Post Bettungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betitzeile oder deren Naum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der Bulammenbruch. Es war wie ein politisches Satyrspiel, das sich gestern und heute in Moabit abspielte. Alle gewohnten Begriffe über die Festgefügtheit und harmonische Zusammenarbeit der Behörden für Sitte und Ordnung waren auf den Kopf gestellt! Ist es nicht ein unerhörtes Schauspiel: der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes also einer der höchsten Reichsbeamten tämpft mit einem Kommissar der politischen Polizei also doch einem zu den Subalternen zu zählenden Beamten vor offenen Gerichtsschranken! Nicht die Angeflagten find es, gegen die der Minister tämpft, sondern der Polizeikommissar ist sein Widerpart. Hinter diesem Kommissar aber, allerdings auf der Anflagebant, steht sein Vertrauensmann! Für dessen Glaubwürdigkeit, für seine nachrichternde und journalistische Ehre legt fich nun Herr v. Tausch mit aller Energie ins Zeug, als ob es seine Ehre oder die eines Kollegen zu retten gälte! Sonnabend, den 5. Dezember 1896. zelner Parteien, einzelner Klassen, so lange wird auch kein Wandel geschafft werden. Barrièren zu errichten nach oben nac, unten wird Man wird flicken und kleistern, man wird versuchen, aber alles beim alten bleiben! aushalten, das mag ihre Sorge sein! Wir werden es aushalten! Wie lange es die anderen Politische Uebersicht. Berlin, 4. Dezember. = Expedition: SW. 19, Beuth- Straße. eigenschaft verherrlicht und verstehen sich ebenfalls im Noth fall dazu, die Unterdrückung des Proletariats, wenn auch mit etwas jämmerlicher Miene, zu vertheidigen. Die sozialen Prinzipien des Christenthums predigen die Nothwendigkeit einer herrschenden und einer unterdrückten Klasse und haben für die lettere nur den frommen Wunsch, die erstere möge wohlthätig sein. Die sozialen Prinzipien des Christenthums setzen die fonsistorialräthliche Ausgleichung aller Infamien in den Himmel und rechtfertigen dadurch die Fortdauer dieser Jufamien auf Erden. In der am Sonnabend stattgehabten Strastammer- Sigung in Rottbus wurde der Schloffer Bernhard Thebis aus Betschau wegen Majestätsbeleidigung und Widerstands gegen die Staats gewalt zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt, wovon 1 Monat der Untersuchungshaft angerechnet wurde. Die sozialen Prinzipien des Christenthums erklären Aus dem Reichstage. Je länger die Tages- alle Niederträchtigkeiten der Unterdrücker gegen die UnterUnd wofür, um was? Für seine Ehre! Muß er ordnungen, desto kürzer die Verhandlungen. Nicht weniger drückten entweder für gerechte Strafe der Erbsünde und auch um sein Amt kämpfen? als 45 Punkte standen heute zur Verhandlung, darunter sonstigen Sünden oder für Prüfungen, die der Herr über allerdings 37 Berichte der Petitionskommission. Zu die Erlösten nach seiner unendlichen Weisheit verhängt. längeren Debatten tam es nur bei drei Pofitionen. Dieselben Die konsistorialräthlichen sozialen Prinzipien, die Feige bezogen sich auf Rückerstattung zu viel bezahlter Zölle, Ueber- heit, die Selbstverachtung, die Erniedrigung, die Untergangsabgabe für Bier nach Elsaß Lothringen und würfigkeit, die Demuth, kurz alle Eigenschaften der Kanaille, Bekämpfung der Unsittlichkeit. Zu letterem Punkte, welcher und das Proletariat, das sich nicht als Kanaille behandeln aus Anlaß der lex Heinze und der Umsturzvorlage den laffen will, hat seinen Muth, sein Selbstgefühl, seinen Stolz Reichstag schon beschäftigt hatte, monirte der Abgeordnete und seinem Unabhängig inn noch viel nöthiger als Spahn, daß kein Regierungsvertreter anwesend sei, der sein Brot. Präsident, Staatsanwalt, Staatssekretär, Zeugen Auskunft über die Stellung der Regierung zu dieser Frage alle sind sie einig über die Verlogenheit und Verlottertheit geben könnte. Diese sozialen Prinzipien sind duckmäuserig und das dieses Vertrauensmannes der Polizei!. Proletariat ist revoluionär. Nur der Herr Als später der Staatssekretär Nieberding erschien, Rommiffar glaubt an ihn! Und wer ist dieser Vertrauens- erklärte er, daß die Frage sich noch im Stadium der Erein 24 jähriger Student, Jurist, in seine Heimath nach Boun Duellchronik. Wahnsinnig wurde dieser Tage aus München mann? Ein herabgekommener Offizier, dem das Ehrenwort wägungen befinde. Vom Zentrum wurden hierauf für die befördert. Wegen einer Lappalie mußte er sich auf Ausspruch geben so geläufig wie das Ehrenwortbrechen- er schwindelt nächste Beit Anträge auf Bekämpfung der Unsittlichkeit an des Ehrengerichts hin mit einem Kollegen schlagen. Eine schlecht alle Welt an, er dupirt und betrügt seinen Freund und gekündigt. Bebel nahm darauf hin Gelegenheit zu der parirte Hoc quart durchschlug die Schädeldecke, Blut ergoß sich Gönner, er wird der Unterschlagung und Urkundenfälschung Erklärung, daß wir zu jeder ernsthaften Bekämpfung der in das Gehirn, und nun ist er unrettbar dem Wahnsinn verüberführt Herr v. Tausch hält an seiner Ueberzeugung Unfittlichkeit bereit sind, daß wir aber dieselbe nicht nur fallen. von der Ehrlichkeit dieses Nichtgentleman fest. in der Stadt, sondern auch auf dem Lande verfolgen Chronik der Majestätsbeleidigungs- Progeffe. Alle Welt frägt nach den Ursachen dieser seltsamen werden. Erscheinung! Herr Marschall spricht es bald mehr, bald weniger offen aus: Der Hintermann des Lützow ist Herr Zum Untergange des Iltis" wird uns noch gev. Tausch! Herr v. Tausch sucht aber immer noch den schrieben: Ueber die Stritit, die die Sozialdemokratie dem Hintermann des Leckert im Auswärtigen Amt! tommandirten Anftimmen des Flaggenliedes beim UnterDamitten in der heutigen Sigung bricht das System gange des ltis" habe angedeihen lassen, sind unterv. Tausch zusammen! Der Spitel Lühow verräth seinen schiedliche Patrioten in argen Grimm gerathen. Natürlich Meister! Was vor wenigen Tagen als unglaublich erschien, hat auch das Organ des Fürsten Bismarck die Schale ist durch die Enthüllungen Lützow's weit übertroffen! seiner Entrüstung über uns ausgeschüttet. Wie so häufig, Ein preußischer Kriminalkommissar ist seit Jahr und läßt sich nun aber auch diesmal aus früheren Reden, Tag mit einem Haufen von Hallunken an der Arbeit, Thaten und Meinungen" des ehemaligen Reichskanzlers der durch falsche Zeugnisse, falsche amtliche Berichte nicht Beweis erbringen, daß er gerade das selbst gethan hat, blos zu intriguiren, seine Borgesetzten zu täuschen, Minister was er oder die Leute, die für ihn schreiben und reden, an Minister zu heben, sondern er besitzt die Dreiftigkeit, seine heute an seinen Gegnern zu tadeln wissen. Entdeckungen" glaubhaft bis an die höchste Stelle zu mandanten des Iltis" erhoben wurde, gipfelt darin, daß Der Vorwurf, der von unserer Seite gegen den Kom bringen! Er leugnet es zwar -unter seinem Eide! Aber im er im Augenblick höchster Gefahr eine theatralische Heldenganzen Gerichtssaale vom Präsidenten und Staatsanwalt muthparade kommandirt haben soll, anstatt die Mannschaft bis zum Zuhörer am letzten Blaz- dürfte nicht Einer sein, zu Rettungsarbeiten anzuhalten. In dem bekannten Buche Dieser Bericht erinnert an die berühmte selbsterlebte Ge der ihm Glauben schenkte! Und das ist die schärfste Ver Bismard und seine Leute" findet sich nun Band i Echlägerei führte und in einem Mord endigte. Hintennach des Bismarckischen Preßgehilfen Moriz Busch Grafschichte Sir Walter Raleigh's von dem Streit, der zu einer urtheilung, gegenüber der die formale Verurtheilung- sei es wegen Wieineids, sei es wegen was immer höchst Seite 329 folgende Mittheilung aus den Tischgesprächen in fiellte sich heraus, daß weder ein Mord, noch eine Schlägerei, gleichgiltig ist. Versailles: bus noch auch nur ein Streit stattgefunden hatte. Darauf war die Rede von dem neulichen Treffen bei Le Wir verzichten darauf, aus den Verhandlungen die Bourget, und der Chef fand es nicht in der Ordnung, daß der wesentlichsten Momente hervorzuheben General von Budrigfi dabei in die Reihen der vorstürmenden geradezu dramatische Szene wollen wir erinnern, wo der Soldaten eingetreten fein und die Fahne ergriffen haben sollte. Staatssekretär gegenüber dem elenden Preßtreiben ausrief: Der General," sagte er, gehört nicht unter die Truppen, er müsse sich in die Deffentlichteit flüchten sondern dahinter, wo er sie gehörig übersehen und durch seine und hier die Urheber dieser Buben stü de Adjutanten dirigiren kann. Das hier war nichts als eine Nachbrandmarten! ahmung Schwerin's vom Wilhelmsplay, Detorationsstück mehr Hilt[". nur an die Ist es soweit im Reiche schon gekommen? Wahrlich eine Nemesis, wobei nur das Eine zu bes dauern ist, daß sie sich nicht den Urheber dieser Schandwirthschaft zum Opfer erforen! zu grunde! und verderbe! " Hilti, mag dabei bemerkt werden, war der Name eines bekannten Theater- Dekorateurs. " * Deutsches Reich. Was aus dem Reichstage erzählt wird. An Schluß eines Stimmungsbildes" der gestrigen Reichstags- Sigung schreibt die Beit": " Bu einer heftigen Szene unter vier Augen fam es zwischen den Abgeordneten Kropatscheck und Liebknecht. Nach der Rede des letzteren eilte der Nachfolger des Herrn von Hammerstein auf Liebknecht zu und sprach mit drohenden Geberden auf seinen Gegner ein, der ebenfalls heftig erwiderte. Man tonnte faft befürchten, e& werde Thätlichkeiten 3 u tommen; doch ging diefer Kelch am Hause noch glücklich vorüber." Weder war es eine„ Szene", noch war es, heftig", noch " war, es unter vier Augen", was zwifchen den Abgeordneten Kropatscheckt und Liebknecht vorging, die einander von der Bibliothet- Kommission her näher fennen, welcher fie beide an gehören. Kropatscheck bemerkte Liebknecht, daß in dem Artikel der Kreuz- Zeitung" Den derfelbe zitirt hatte, Der Ausdruck bürgerliche Ranaille" nicht gestanden habe, wie aus der Kritik Liebknecht's geschloffen werden könnte. Liebknecht erflärte fofort, er werde die Sache richtig stellen, was denn auch gefchehen ist. Die drohenden Geberden" und gar die drohenden " Thätlichkeiten" find Phantasie- oder Angstprodukte. - Die Mogelei über die Justiznovelle wird in die Wege geleitet. Der„ Hannoversche Courier" forbert zu Verhandlungen der Parteien auf, um die Justiznovelle der Re gierung schmackhaft und annehmbar zu machen. Die National- Zeitung" will erfahren haben, daß die Führer Vor einigen Was Graf Bismard damals an dem Verhalten des Wer von der politischen Korruption ißt, geht an ihr bei Le Bourget gefallenen Generals Budrizki zu tadeln fand, war wesentlich dasselbe, was die Sozialdemokratie an dem Seit Jahr und Tag, von den Tagen der Schröder und angeblichen Verhalten des Jltis"- Rommandanten gerügt hat. Haupt, der Ihring und Naporra an bis heute auf nur daß, wenn man die Personen in Vergleich stellen will, des Zentrums der Regierung angeboten haben, die Besetzung der das System Tausch- Lützow, wiesen wir auf diese In sich für den General Budrizki immerhin noch mehr Ent Straffammern mit fünf Richtern preiszugeben, ebenso die Beseitigung stitution hin, daß sie das ganze politische Leben vergifte schuldigungsgründe vorbringen lassen, als für den Iltis des Beugnißzwangs gegen die Presse. Eine Berringerung der Kommandanten. Fürst Bismarck und seine Leute sollten durch die Berufung entstehenden Schwierigkeiten sucht man So lange nur Sozialdemokraten unter den Meineiden deshalb hübsch still sein, wenn wir auf die Kommandirung darin, daß die Berufung nicht an das Oberlandesgericht, sondern und Schustereien solcher Vertrauensmänner" und den„ Ent- des Flaggenliedes in der Stunde der Todesgefahr das bis- an ein anderes Landgericht oder an eine andere Straffammer, deckungen" der Beamten vom Echlage Rumpff und Zausch märckische Wort anwenden: Detorationsstüd als in erster Instanz geurtheilt hat, gehen würde. Tagen hat sich der Abg. v. Buchta( tons.) dem Staatssekretär zu leiden hatten, so lange war alles gut! Nun trifft dieses mehr Hiltl." des Reichsjuftizamtes genähert, um wegen einer Verständigung System heute den obersten Beamten des Reiches, nun Karl Marg über den chriftlichen Sozialismus. fich zu berathen, bei welcher Gelegenheit er bereits erfuhr, daß Leiden unter ihm Minister und Hofbeamte bis In Nr. 73 der Deutschen Novellen- Zeitung", die im Jahre die Regierung Kompromißvorschläge in die nächste Umgebung des Kaisers nun wird man 1847 erschien, findet sich ein von Mary herrührender Auf- 3entrum erwarte. wohl auf Säuberung und Reinigung bedacht sein! fat„ Der Kommunismus des Rheinischen Beobachters", was wird aus der Justiznovelle?": Die Köln. Volts- 3tg." bemerkt am Schlusse eines Artikels Wer an den Erfolg glaubt! dem wir eine Stelle entnehmen, die nach fast einem halben nicht alle diese Beschlüsse und die sonstigen Aenderungen Was wird aus der Justiznovelle?": Ist doch trotz allen Aufgebotes des Auswärtigen Jahrhundert Stöcker und den Stöckerlingen noch ins an der Borlage mögen unbedingt nöthig sein, um eine gute Amtes, des Staatsanwalts und Gerichtes der Stammbuch geschrieben werden kann. Die Stelle lautet: Strafrechtspflege zu sichern. Es tann aber auch unmöglich alles Hintermann" des Herrn v. Tausch noch immer in Die sozialen Prinzipien des Christenthums haben preisgegeben werden. An der Regierung wird es sein, sich mit geheimnißvolles Dunkel gehüllt! Und wir zweifeln jetzt achtzehnhundert Jahre Zeit gehabt, sich zu entwickeln dem Reichstage zu verständigen." lebhaft daran, daß es Herrn v. Marschall gelingen und bedürfen keiner ferneren Entwickelung durch preußische wird, diesen lehten Hintermann ans Tageslicht zu zerren! Ronsistorialräthe. 1 " So lange man nicht bricht mit dem System der Die sozialen Prinzipien des Christenthums haben die politischen Ungleichheit, der politischen Unterdrückung ein- lantike Stlaverei gerechtfertigt, die mittelalterliche Leib" Dom Da kann es zu einem sauberen Kuhhandel kommen. Militär und Zivil. Das Berliner Bureau des Hannov. Anzeigers" übermittelte hiesigen Blättern nachstehende Weldung mit der Bemerkung, daß das Blatt erkläre, sich fürǝiq " Nummer 279 vom 29. November: von denen 270 500 " Afrika. Amerika. Authentizität derfelben, wenn auch nicht dem Wortlaute, so doch würdigte jedoch die gesammelten Dokumente feines Blickes. Die beziehungsweise die, verschiedenen Gesellschaften verpfändeten, dem Sime nach unbedingt verbürgen zu können: Danach hat Einzelheiten der Enthüllungen sollen, auf Verabredung zwischen von Dette Publique" verwalteten Staatseinnahmen mit der Kaifer in einer am 3. Dezember in Hannover in Lockroy und der Budgetkommission, aus patriotischen" Rück- Beschlag zu belegen. der Militär- Reitschule gehaltenen Rede fich auch des fichten streng geheim bleiben. Die sonst, allwissende Presse hat längeren über den Fall Brüsewitz ausgesprochen, der nur so viel herausgebracht, daß es sich um den äußerst vernach ihn äußerst schmerzlich berührt habe. Er richte hauptsächlich lässigten Zustand des Schiffsmaterials, der Schiffsbewaffnung und Transvaal. Als Grund der in diesem Lande kürzlich ein an die jüngeren Offiziere die Mahnung, sich stets der hohen der Küstenvertheidigung handelt. Das kann nicht weiter Wunder geführten firengen. Paßmaßregeln wird in einem in dem Pflichten, welche ihnen die Uniform auferlege, bewußt zu nehmen, wenn man weiß, daß die Marine noch mehr als die Amsterdamer Blatte Nieuws van den Tag" abgedruckten Briefe bleiben. Namentlich sollten sie dessen eingedent sein, daß die anderen Verwaltungszweige sich in den Händen eines die Thatsache angeführt, daß in der letzten Zeit hunderte von Uniform feineswegs einen Gegensatz zwischen Offizierkorps und unverantwortlichen Klüngels befindet, der 111 Material jungen Engländern, denen man den Soldaten auf zehn Schritte Bürgerschaft schaffe und daß ein derartiger Unterschied feines- wie in Personenfragen Vetternwirthschaft treibt. Den anfah, in den Minendistrikten anfamen. Die Buren fürchten wegs durch das Benehmen der Offiziere markirt werden dürfe. Steuerzahlern werden nun Lockroy's Enthüllungen zwei also einen neuen Jameson- Ritt." Er hoffe und erwarte, daß das Offizierkorps, soweit es an ihm hundert Millionen Franten( 160 Millionen Mart) fosten, ( dem Offizierkorps) läge, stets bestrebt sein werde, in einem guten blos um 1/4 weniger als das jährliche Marinebudget. Auf diese Verhältniß mit der Bürgerschaft zu bleiben. Summe veranschlagt Lockrop, die zur Wiedergutmachung der aus New- York: Mac Kinley und die Führer der republikanischen Vereinigte Staaten. Daily Chronicle" meldet Die deutsche Schule steht thurmhoch Mißwirthschaft nothwendigen Ausgaben. Da die Enthüllungen Partei sind völlig darüber einig, eine außerordentliche Tagung erhaben über der anderer Länder", rief Herr von radikaler und ziviler Seite kommen, ist der Verdacht aus des Kongresses nach dem 4. März 1897 einzuberufen, um ein von Stumm auf die berechtigten Anflagen des Genossen Lieb- geschlossen, daß es sich etwa bloß um Stimmungsmache zum neues Schußzoll- System festzusetzen. Mac Kinley und knecht gegen unser deutsches Schulwesen aus. Wie berechtigt Bwecke einer gründlichen Schröpfung der Steuerzahler handele. seine Freunde mißbilligen die Verfuche, ein überftürztes Bollgesetz diese Prahlhanserei ist, beweist der folgende einwandsfreie Budgets des Handelsministeriums, über den Niedergang Gleichzeitig berichtet Abg. Charles Roug, Berichterstatter des während der Tagung dieses Winters durchzubringen. Beuge. Die Preußische Lehrer Beitung" schreibt in ihrer der französischen Handelsmarine nicht nur im Erhöhung der Schifffahrtsabgaben für Die Kultur- Auf Vergleich mit England, sondern auch mit Deutschland. deutsche Schiffe. Der Frankfurter Zeitung" wird aus gaben leiden nicht". Während die preußische Er führt zum Beweise folgende Zahlen an. Regierung im Begriff ist, durch eine völlig betrug der Tonnengehalt der Handelsdampfer( von mehr der zufolge nach dem 3. Januar n. J. deutsche Schiffe wieder 1887 New- Yort gemeldet: Der Präsident erläßt eine Broklamation, ungenügende Dotation die Volksschule zu als 1000 Tonnen) in schädigen und alle leistungsfähigen Kräfte vom Eintritt in reich 722 252, in Deutschland 628 296; im Jahre 1895 ftellen Präsident ertlärt, die Vergünstigung sei den deutschen Schiffen England 6 592 496, in Frant Tonnengebühren und andere Hafenabgaben zahlen müffen. Der den Volksschuldienst abzuschrecken, spannt man jenseits der sich die respektiven Bablen auf 9 984 280, 864 598 und 1 306 771. bisher gewährt worden, weil im Jahre 1888 die deutsche ReBogesen alle Kräfte an, die Boltsbildung zu Go ist Frankreich im Laufe von acht Jahren von der zweiten auf gierung versprochen habe, den amerikanischen Schiffen gleiche erweitern und zu vertiefen. Wie der französische die dritte Stelle, weit hinter Deutschland, herabgefunten. Seminarlehrer Fèvre in der Leipziger Lehrer- Zeitung mittheilt, Privilegien zu geben, indessen seien diese in neuerer Zeit hat sich die Zahl der Fortbildungsturse in Frankreich Paris, 3. Dezbr.( Eig. Ber.) Im hiesigen Voltshause fand entzogen worden und deswegen erfolgten die Vergeltungsim Jahre 1895/96 um mehr als 8000 erhöht( 1894/95 gestern eine imposante Protest versammlung statt gegen maßregeln. 7500, 1895/96 15 778). Diese Rurse werden von 18 500 Lehrern das Verhalten der Regierung in Carmaux. Die Genossen Kuba. Eine Kleine Abtheilung Aufständischer griff das Dorf geleitet. Es haben sich 400 000 Hörer einschreiben lassen, Rouanet, Sembat und Fourvière geißelten vor einer Zuhörer- Guanabacca in der Nähe von Havana an, wurde die Kurse regelmäßig und mit Er schaft von über 3000 Mann die behördlichen Gewaltakte. Ein- aber mit Verluften zurückgeschlagen. Diese Nachricht kommt folg besuchten. Preußen zählt etwa 120 000 Fort- timmig wurde beschlossen, mit sämmtlichen sozialistischen Organi- über Madrid und soll wahrscheinlich eine Siegesdepesche vorbildungsschüler, also noch nicht den dritten fationen der Hauptstadt sich in Verbindung zu setzen, um im stellen. In Wirklichkeit besagt sie nur, daß die Insurgenten vor Theil, und von diesen nehmen wahrscheinlich größten Pariser Lokal eine Versammlung zu veranstalten, wo den Thoren der Hauptstadt stehen. nicht 60 bis 70 pCt. regelmäßig und mit Er: Jaurès über die Ausübung seines Mandats Bericht erstatten Rio de Janeiro( Brasilien), 4. Dezember. Der Senat folg am Unterricht theil. Noch bedeutender sind soll. Die gesammelten Eintrittsgelder werden dann für genehmigte die Zahlung einer Entschädigung von vier Die Fortschritte bes Nachbarstaates auf dem Gebiete den Abdruck der Jaurès'schen Rede und deren Versendung Millionen Milreis an Italien. Die Summe wird sofort bes öffentlichen Vortragswesens. Während 1894/95 10 379 an alle Carmaux'er Wähler verwendet werden. In der Protest ausgezahlt. öffentliche, jedermann zugängliche Vorträge in Dorf und resolution fordert die Versammlung die Barthou und die UnterStadt abgehalten wurden, haben 1895/96 61 476 solcher Vorträge Barthou heraus, es zu wagen, die geplante großartige Kundstattgefunden, davon 14 000 mit Stioptikonprojektionen. Diese gebung zu verhindern". Parlamentarisches. gewaltige Bewegung ist insbesondere durch den pädagogischen Die gestrige Versammlung wurde einberufen von der kürzlich Landsmannschaften. Organisation, Dieselbe beschloß, ihre Arbeiten baldigst aufzunehmen und mit Die Budgetkommission hielt heute ihre erste Situng ab. Rongreß in Nantes im August 1894 angefacht worden. Zu deffen geschaffenen Leitern gehörte der ehemalige Ministerpräsident und Unterrichts der Föderation der departementalen sozialistischen Gruppen". der Berathung des Ordinariums des Militär- Etats zu beginnen. minister Léon Bourgeois, der ehemalige Direktor des Bottsschul- Die neue Organisation, der bereits über 20 Landsmannschaften Die erste Sigung soll Donnerstag Vormittag 10 Uhr stattfinden, wesens Buisson und der Senator Jean Macé, der Begründer der Vereine aus ebenso vielen Departements angehören, hat neben Referenten find Dr. Schädler und v. Podbielsky. Von seiten französischen Bildungsvereine im Jahre 1871. Bei uns der Förderung der sozialistischen Propaganda in den betreffenden unserer Fraktion gehören der Budgetkommission Bebel, Meister fuchen wir die Leiter des Staatswesens auf Gegenden zum Zweck, die reaktionäre Haltung der Bourgeois- und Singer an. Die Kommission hielt heute ihre Sigung im pädagogischen Rongressen und Fortbildungs- Deputirten zur Kenntniß ihrer Wähler zu bringen eine fehr Bimmer Nr. 12 ab, das einen Saal bildet, in dem ca. 300 Pertagen vergeblich." latloafuted wirksame Agitationsform! fonen bequem fizend Play finden können. Der Raum ist erst Der Bürgermeister Rummert zu Rolberg war wurden wegen angeblich anarchistischer Ümtriebe verhaftet. Toulon, 3. Dezember. Drei Rorporäle und ein Soldat türzlich der Benuzung übergeben worden. Sollte sich heraus bekanntlich von dem Regierungspräsidenten zu Stettin wegen stellen, daß die Akustik, wie befürchtet wurde, eine mangelhafte beharrlicher Weigerung, die Schließung einer Schule aus Belgien. ift, so sollen die späteren Sigungen wieder in dem früheren fanitätspolizeilichen Erwägungen vorzunehmen mit einer Brüffel, 3. Dezember. Im Gemeinderathe verlas BürgerOrdnungsstrafe von 50 M. belegt und war auf die hiergegen meister Buls heute eine Erklärung, in welcher er sein Entlassungs- Ordinarium: v. Podbielski( t.), Dr. Schädler( 3.); ExtraIm Gemeinderathe verlas Bürger. 3immer stattfinden. son Die Hauptreferate find wie folgt vertheilt: Militär- Etat, erhobene Beschwerde von dem Oberpräsidenten der Provinz gesuch und das des Schöffenkollegiums durch die katholisch- Ordinarium: Dr. Bachem( 3.); Marine: Dr. Lieber( 3.), von Pommern abschlägig beschieden worden. Die darauf von sozialistische Koalition zu rechtfertigen sucht. Kummert erhobene Klage hat das Oberverwaltungsgericht heute follegium tönne seine Rolle nicht darauf beschränken, von einer berg( 3.), Dr. Hasse( natl.); Reichseisenbahnen: Dr. Pachnicke Das Schöffen- Leipziger( f.); Auswärtiges Amt und Kolonial- Etat: Prinz Arenabgewiesen. Bufallsmehrheit gegebene Befehle auszuführen. Das Kollegium( fri. Vg.); 3ölle und Verbrauchssteuern: Dr. Pachnicke( frf. Vg.), Begnadigung. Der Agent und Rechtskonsulent lehne es ab, sich in das sozialistische Getriebe hineinzerren zu Baffermann( natl.); Bost und Telegraphie: Dr. Baasche( nati.), Franz Gröber zu Brehna, welcher vom Schöffengerichte zu lassen. Eine andere Zusammensetzung des Gemeinderathes werde Lingens( 3.); Reichsschazamt, Pensionsfonds, Reichsinvaliden Franz Gröber zu Brehna, welcher vom Schöffengerichte zu eine Erhöhung der Lasten herbeiführen, eine Vorlage betreffend fonds: Frhr. v. Gültlingen( Rp.). Die Kommission wird am Bitterfeld wegen Hausfriedenbruchs zu einer längeren Gefängnißftrafe verurtheilt worden war, ist auf grund feiner guten Führung eine Einkommensteuer fei übrigens schon angekündigt. De aer 10. Dezember in die Berathung des Militär- Etats eintreten. im Militär- und Zivilverhältniß vom Raifer begnadigt worden.( Rechte) sucht nachzuweisen, daß das Entlassungsgesuch durch ein Die Dampfer- Subventions- Vorlage bildete heute Morgen Gröber diente seiner Zeit bei der Leibkompagnie des 1. Garde- Mißverständniß veranlaßt worden sei. regiments zu Fuß. Brüffel, 4. Dezbr.( W.T.B.) Repräsentanten- Rammer. Der der Deutsch Konservativen im Reichstag. Nach der den Gegenstand der Besprechung einer Frattionssizung Breslau, 3. Dezember. Genoffe Steiger, Redakteur der sozialistische Abgeordnete Vandervelde interpellirt den" Post" war in dieser Fraktionssigung die Stimmung der Borüber die Ausweisung der Neuen Welt", wurde von der Anklage der Gotteslästerung fret Engländer Tom Mann, Wilson, Sexton und lage sehr ungünstig, jedenfalls will man auf eine gründliche gesprochen. Der Staatsanwalt hatte einen Monat Gefängniß Prüfung der Angelegenheit in der Budgetkommission dringen. beantragt. Es handelte sich um eine in der Neuen Welt" dabei dem Gebrauch seiner Borgänger gefolgt fei. Jeder Ben Tillet. Der Justizminister erwidert, daß er erschienene Stizze„ Der Nazarener". Margarine- Gesetzgebung. In Reichstagstreifen wird der Frembe, welcher sich den Landesgefeßen nicht unter„ Nationalliberalen Korrespondenz" zufolge die Margarinefrage Breslau, 3. Dezember. Klage gegen die Stadtverordneten wirft oder dazu auffordert, sie zu übertreten, müsse un- jezt abermals sehr lebhaft erörtert. Seitens der tonservativen Versammlung. Der Tischler Josef Buchwald hatte gegen die verzüglich ausgewiesen werden. Diese Fremden seien nach Partei ist man zu der Ueberzeugung gekommen, daß die WiederStadtverordneten- Versammlung beim Bezirksausschuß Klage auf Belgien gekommen, um eine aufständische Bewegung der einbringung des Gesezentwurfs in der Fassung der Kommission Eintragung in die Wählerliste zur Stadtverordneten- Wahl er. Dodarbeiter von Antwerpen zu organisiren und wenig Aussicht auf Erfolg hat, da, selbst wenn wirklich eine hoben. Der Kläger gehörte zu der großen Zahl derjenigen einen Streit zum Ruine des Antwerpener Hafens in die Wege Mehrheit des Hauses dafür gewonnen würde, der Entwurf doch hiesigen Bürger, welchen der Magistrat das Wahlrecht entzog, zu leiten, wie dies von dem sozialistischen belgischen Blatte Peuple" im Bundesrath scheitern würde. Im Zentrum herrscht ebenfalls weil sie erst mit Beginn des neuen Steuerjahres die Gemeinde zugestanden worden sei. Es feien gegenwärtig Berhand- wenig Neigung, den Entwurf unverändert wieder einzubringen. Abgaben in einer das Wahlrecht bedingenden Höhe bezahlten. Iungen mit dem englischen Auswärtigen Amte Es werden daher voraussichtlich schon in den nächsten Tagen Heute Vormittag stand die Klage des Herrn Buchwald, der vom über diese Frage eingeleitet, er tönne daher noch zwischen Vertretern beider Parteien, denen sich auch solche der Redakteur Julius Bruhns vertreten ward, vor dem Bezirks- feine Auskunft darüber geben. Allein er werde stets Reichspartei anschließen dürften, Verhandlungen stattfinden, um ausschuß zur mündlichen Verhandlung. Der Bezirksausschuß verhindern, daß Fremde die belgische Gastfreundschaft sich über gewisse Zugeständnisse, die an die verbündeten Reerfannte auf Abweisung der Klage. mißbrauchten. Eine hierauf vom Interpellanten eingebrachte gierungen zu machen sind, zu einigen. Dann soll ein neuer Tagesordnung mit einem ab els votum gegen die Re- Entwurf ausgearbeitet und dieser als Initiativantrag nach gierung wird mit 56 gegen 27 Stimmen abgelehnt und eine Weihnachten dem Reichstag vorgelegt werden. Tagesordnung Delbeke mit einem Vertrauensvotum für Die Kommiffion des Abgeordnetenhauses zur Vordie Regierung angenommen. München, 3. Dezember. In der Gegend von Retten. bach werden fortgefeßt Leute wegen Haberfeldtreibens verhaftet. Einen Bergmann hat man von einer Hochzeit weg in Untersuchungshaft genommen. England. Schwäb. Gmünd, 8. Dezember. Die Bentrumsleute, die für die hiesige Ersagwahl zum Landtag zwei Kandidaten Edinburgh, 3. Dezember. Der Oberbefehlshaber der aufgestellt hatten, haben sich geeinigt. Der Kandidat der englischen Armee, Wolseley, hielt hier eine gewaltige Lobrede fchärferen Tonart" hat dem früheren Heritalen Abgeordneten, auf den obligatorischen Militärdienft, und sog Deutschland als ber fich wegen Beförderung einer Neuwahl unterziehen muß, das Muster an. Geschäftsrücksichten. Feld geräumt. Sozialdemokratischer Randidat ist Genosse Blos. Defterreich. Dänemark. Italien. = Kopenhagen, 8. Dezember. Das Folkething hat einftimmig folgende Tagesordnung angenommen:„ Das Folkething erwartet, Wien, 8. Dezember. Das Abgeordnetenhaus nahm bie Regierung werde teine Gelegenheit unbenußt laffen, das einen Beschlußantrag Ruß an, nach welchem die Regierung in Ausland zu überzeugen, daß die Bestrebungen Dane Zukunft bei Abschluß von Handelsverträgen mit fremden marts bei etwaigen Konflikten anderer Staaten ausschließlich Staaten die Bestimmung in die Verträge aufnehmen solle, daß auf Aufrechterhaltung der Neutralität aus bei Streitigkeiten über die Auslegung und gehen würden." Durchführung des Vertrages ein Schieds. gericht zu bestellen ist; ferner solle die Regierung die Mailand 8. Dezember.( Rölnische Zeitung.") Die Frage in ernfte Erwägung ziehen, ob nicht mit den anderen europäischen Staaten Bereinbarungen zu treffen feien, bei" Parseveranza" ist zu der Erklärung ermächtigt, daß entgegen den internationalen Streitigkeiten für bestimmte namentlich im Auslande verbreiteten Gerüchten teinerlei geheime Abmachungen zwischen Italien und Ruß Fälle eine Lösung durch Schiedsgerichte anland bestehen.- Die Bismarc'schen Leipziger Neuesten Nachzubahnen. richten" haben bekanntlich das Gegentheil behauptet. widpanien. aids Spanien. Frankreich. = berathung des Gesezentwurfes betreffend die obligatorische Staatsschuldentilgung und den Ausgleichsfonds ist vom Vorfizenden, Dr. Jrmer, auf Montag 11 Uhr einberufen. Finanzminister Dr. Miquel hat, der Boff. Btg." zufolge, fein Erscheinen in diefer Sigung zugesagt. and aun Projek Tekkert v. Tühow. um 91 Uhr. Dritter Tag. Borsigender Landgerichtsdirektor Rösler eröffnet die Sigung Oberstaatsanwalt Drescher: Mit Rücksicht auf den gestrigen, Aufsehen erregenden Zwischenfall habe ich bei dem Untersuchungsrichter des Landgerichts I den Antrag ge= stellt, gegen v. Lüzow die Untersuchung wegen schwerer Urkundenfälschung und Betruges zu eröffnen und ihn in diefer neuen Sache in Haft zu nehmen. Was den früheren Konsul René betrifft, so find die Nachforschungen des Kriminalkommissars v. Tausch von Erfolg gewefen. Herr René befindet sich in einem Berliner Hotel, er ist aber, wie er behauptet, trant und fann nicht tommen.( Der betreffenden Herr war heute Mittag im Reichs. tagsgebäude. R. d.„ V.") Ich beantrage, Herrn René sofort vorschriftsmäßig zu laden. Der Gerichtshof beschließt, diesem Antrage zu entsprechen. Rechtsanwalt Lubczynski: Mir ist gestern Abend noch in später Abendstunde die Adresse der Dame mitgetheilt worden, Café anwesend gewesen sein soll, als der Zeuge Kukutsch die die nach der Behauptung des Angeklagten v. Lüßow in dem Quittung unterschrieb. Ich habe die Dame sofort telegraphisch aufgefordert, mit dem nächsten Zuge hierher zu eilen. Die Dame wohnt in St. Sohann a. D. Saar. Zeuge Heller, Paris, 2. Dezember.( Eig. Ber.) Die Regierung verzichtet darauf, von der Kammer die Erlaubniß zur gerichtlichen Ber wird, traten Kaufleute, Industrielle und Finanzleute zusammen, Madrid, 4. Dezember. Wie aus Santander gemeldet folgung des sozialistischen Abg. Chauvin zu verlangen, und zwar deshalb, weil sie eine neue Carmaux- Debatte vermeiden um bei oug..rung ein unverzinsliches Anlehen von 400 Millionen will. So wird der Beschluß des Ministerrathes selbst von der Franks mittels einer Emission von Bonds zu 100 Frants, in Regierungspreffe erklärt. Der beste Beweis, daß der Muth, den Scheinen Leute zu sein, die mit der Regierung als HeeresBarthou auf den Straßen von Carmaux, hinter Gendarmen und Dragonern entfaltet, ihn auf der Kammertribüne verläßt. lieferanten u. f. w. Geschäfte machen und einen doppelten Schnitt beabsichtigen. Unsere Genoffen werden jedoch vor dem Schluß der Herbstfession Rumänien. die Regierung fragen, ob sie die Verfolgung Chauvin's während der Neujahrsferien wieder aufzunehmen trachte. Bukarest. Im neuen Ministerium fißen auch einige MitGalvignac mußte von den richterlichen Werkzeugen glieder des abgetretenen liberalen Kabinets. Am 3. Dezember Korrespondent des„ Hannoverschen Couriers". Er bestätigt, daß Refféguiers freigelassen werden. Die von ihm aus- fand eine neuerliche Straßen Kundgebung von mit Rütteln bei einer gelegentlichen Begegnung auf der Straße v. Lüßow ihm getheilten Schläge haben sich denn doch als ein ungenügender bewaffneten Männern statt, die von Konservativen geführt von seiner Affaire gesprochen und dabei gesagt habe: ein Artikel Grund zur Anklageerhebung gegen ihn erwiesen. in der Welt am Montag" rühre von ihm her, Herr v. Marschall 2odron, der frühere radikale Marineminister, hat in der sei noch vor kurzem ganz der im Artikel vertretenen Meinung Budgetkommission schwerwiegende Enthüllungen über den 8u- Konftantinopel, 3. Dezember.( Magdeb. 3tg.") Der Pol. gewefen und nun hege er ihm den Staatsanwalt auf den Hals, stand der französischen Marine gemacht. Die offiziellen Rorr." zufolge find die finanziellen Schwierigkeiten aber er werde es Herrn v. Marschall schon anftreichen. Beuge Berichte, auf die er sich dabei stüßte, waren von ihm zur Zeit der Türkei so groß, daß die Pforte genöthigt ist, aus der hat letteres für Renommifterei gehalten. Er sei von feiner Amtsthätigkeit eingefordert, durch die Demission des Waisen tasse Borschüsse zu nehmen, falls es ihr nicht glückt, an deren Kollegen vor v. Lügow gewarnt worden und Rabinets Bourgeois war er aber daran verhindert, die nöthigen durch eine Anleihe im Ausland bald der Geldnoth abzuhelfen. er habe ihn auch durch eine falsche Nachricht einmal hinein. Reformen durchzuführen. Sein Nachfolger, Admiral Bernard, Es besteht die Absicht, die Bahn garantien anzugreifen, legen wollen, dadurch, daß er ihm vor ca. zwei Jahren eine an wurden. • Türkei. geblich„authentische" Nachricht über den bevorstehenden Rücktritt des Kultusministers überbrachte. Danach sollte Graf Udo Stosberg Nachfolger des Kultusministers werden. Der Zeuge hat dann diese Nachricht depeschirt, aber doch nocb recht- zeilig durch den Abg. Rickert, der sich direki an den Kultus- minister Bosse wandle, erfahren, daß die Nachricht absolut er- funde» sei. Ein anderes Mal sei Herr v. Lützoiv an ihn heran- getreten, indem er ihm sagte, er sei durch Herrn v. Stumm beauftragt, Material zu dem Prozeß zu sammeln, den S t ö ck e r gegen eine Saarbrückener Zeitung angestrengt halte. Bald daraus wurde der Zeuge durch einen Herrn aus einer Militär-Bersicherungsanstali ersucht, ihm genaue Ziffern über die letzten Aushebungen zu verschaffen und da v. Lntzow mit seinen Beziehungen zum Kriegsministerium renommirt habe, so habe er diesem einen Besuch abgestattet, der aber auch ergebnißlos gewesen sei. Darauf beschränkte sich fein Verkehr mit Herrn v. Lützow.— Angeklagter v. L ü tz o w bleibt dabei, daß d,e ge- legenlliche Aeußerung zu dem Zeugen anders gelautet habe, wie letzterer angegeben.— Zur Verlesung gelangt noch ein Artikel der„Franks. Ztg.", der sich über die persönlichen Verhältnisse des v. Lützow ausließ, in mehrere Blätter übergegangen ist und v. Lützow Veranlassung gegeben hat, seinen Vcrtheidiger mit einer Ver- leumdungsklage gegen den„Hannov. Kourier" zu betrauen. In diesem Artikel wird gesagt, daß v. Lützow zu einer alten mecklen- burgischen Adelsfamilie gehöre, daß sein Vater höherer Osfizier gewesen sei und er selbst seine Ausbildung im Kadeltenhause er- halten habe. Er habe sich mit einem Fräulein Bellair ver- heirathel, welche in Wahrheil Frau Kunze hieß und eine Tochter des bekannten Zauberkünstlers Bellachini war. Die Mutler des Serrn v. Lützow sei eine Schwester der bekannten Gräsin eydewitz gewesen, die als Hosdame der Frau Prinzessin Karl seinerzeit am Königshofe eine sehr bekannte und sehr galante Rolle gespielt habe. «» Der falsche Hintermann. Die Vernehmung wird hier unterbrochen. Oberstaalsanwalt Drescher theilt mit, daß der Zeuge Rens durch einen Kriminalbeamten zur Gerichtsstelle sistirt sei.(Es stellt sich aber heraus, daß Herr Reno freiwillig gekommen ist und der ihm folgende Kriminalbeamte von Herrn v. Tausch aus alle Fülle zur Beobachtung des Herrn Rens im Hotel zurückgelassen worden war.) Auf Antrag des Oberstaatsanwalts wird der Zeuge Rens sofort vernommen. Dieser giebt an, daß er Karl Renö heiße, 35 Jahre alt. katholisch sei und von gar nichts wisse, weder Herrn Tausch kenne, noch welche Beziehungen zur Polizei unterhalte.— Rechtsanwalt Lubczynski: Herr Zeuge, Sie werden sich entsinnen, daß wir uns einmal in einer Gesellschaft getroffen haben. Haben Sie sich nicht damals eines freundschaftlichen Verhältnisses gerühmt, welches zwischen dem Herrn v. L u c a n u s und Ihnen bestehe?— Zeuge: Ich kann nur gesagt haben, daß Herr v. Lucanus mich kennt und das ist die Wahrheit.— Rechtsanwalt v. Lubczynski: Ist es denn nicht richtig, daß Sie sich mit Politik beschäftigen?— Zeuge: Ja, ich habe für den Landlag kandidirt und auch einige Artikel ver- öffentlicht, aber entschieden stelle ich in Abrede, daß ich irgendwie berufsmäßige Journalistik betreibe. Noch einmal Kriminalkommissar v. Tausch. v. T a u s ch: Er sei von der Veriheidigung gester» daraufhin gefragt worden, ob er einem Verdachte nach einer bestimmten Persönlichkeit nachgehe. Er habe erst Bedenken getragen, darauf einzugehen, damit es aber nichlso scheine, als ob er die angeblichenEr Mittelungen blos vorschiebe, habe er schließlich den Namen Rens genannt. Er habe dies nicht leichtsinnigerweise gethan, sondern merkwürdigerweise wurden ihm von zivei ganz verschiedene» Seiten Mitthellungen gemacht, die übereinstimmend aus Herrn Renö hinwiesen. Bis zetzt war eine Prüfung di e s er N a chri ch t en nicht möglich. Die Quelle dieser Mittheilungen zu nennen, lehne ich au? dienstlichen Gründen ab. «* v. Marschall glaubt an d e» Hintermann nicht. Staatssekretär v. Marschall: Auf die Frage des Ver- theidigers möchte ich bemerken, daß nunmehr wohl die dritte Kategorie von Hintermännern ins Feld geführt werden soll. Die erste Kategorie waren die Beamten des Auswärligen Amts, die zweite diejenigen Leute,„die im Auswärtigen Amt ver- kehren", und nun kommt die dritte Kategorie, d. h.„Leute, die mit Leuten verkehren, welche im Auswärtigen Amt verkehren". Das genügt. Und wenn der K r i m i n a l k o m in i s s a r v. Tausch betont, er sei„noch immer" mit Erhebungen nach dem angeblichen Hintermann beschästigt, so muß ich bemerken, daß er vom Ausivärtigen Ainte keinen Auftrag dazu erhalten hat. wie er seit vier Jahren überhaupt keinen Anftrag vom Auswärtigen Amt erhält. v. Tausch: Vom Auswärtigen Amt habe ich keinen Austrag erhalten, aber außer dem Auswärtigen Amte giebt es noch eine Behörde, die mir viel nähersteht, nämlich das Polizei- Präsidium, und ob ich von diesem einen Auftrag erhalle» habe, das kann Herr v. Marschall doch nicht wissen. Zeuge v. Marschall: Ich will auch nicht unterlassen zu erkläre», daß ich Herrn Rens nicht kenne und dieser im Aus- wärligen Amte unbekannt ist. ** „Meldung au höchster Stelle." ES soll nun der Korrespondent v. Huhn vernommen werden. Hierzu erbittet sich Freiherr von Marschall daS Wort: ES handelt sich hier um einen Artikel der„Kölnischen Zeitung" vom LS. April d. I. über das Schicksal der Militär- Strafprozeß- Ordnung. Der Artikel hat gewaltiges Aufsehen hervorgerufen, weil er große Bekanntschast mit diskreten Dingen enthielt und anknüpfend an die Penstonirung des Generals von Spitz Angriffe gegen den General von Hahnke richtete. Im Ministerium des Innern wäre» nach meiner Kenntuiß Er- Hebungen über den Verfasser des Artikels angestellt worden und es wurde als angeblicher Verfasser der Korrespondent v. Huhn ermittell und als solcher auch an höchster Stelle gemeldet. Da Herr v.Huhn zu den Journalisten gehört, die im Auswärtigen Amte verkehren, so befragte ich ihn vor einiger Zeit darüber und Herr v. Huhn behauptete, daß er diesem Artikel vollständig fernstehe und bereit sei. dies jederzeit zu beeidige». Ich forschte dann bei dem Ministerium des Inner» nach, woher die falsche Beschuldigung des Herr» v. Huhn stamme und erhielt die Antwort:„Durch Herrn v. Tausch l" Auf die weitere Frage, woher Herr v. Tausch dies habe, wurde der Bescheid: von einem sehr werthvollen Vertrauens- mann, den man aber nicht nennen dürfe. » �» Herr v. Marschall über die VertraueuSmäuuer der politischen Polizei. Es ist doch wohl von Interesse, zu konstatiren, daß die Vertrauensmänner der politischen Polizei dieser nachweisbar nun schon in drei Fällen falsche Nach- r i ch l e n übermittelt haben. Erstens bei der„Welt am Montag", zweitens im Falle der„Münch. Neuesten Nachrichten", wo das Literarische Bureau des Ministeriums des Innern verdächtigt wurde; hier, wo das Ministerium des Innern dupirt wurde durch Denunziation des Herrn von Huhn, der mit dem Auswärtigen Amt in Beziehung stehen soll. Mir ist es ganz gleichgiltig, welche Vertrauensmänner die politische Polizei verwendet, wenn aber diese Vertrauensmänner wagen, inich oder Beamte meines Refforts zu verleumden, so muß ich mich dagegen wehren. Ich bitte den hohen Gerichtshof um Verzeihung. daß ich o veit auf diese Dinge eingehe, da» Treiben gegen das Auswärtige Amt geht aber schon seit Jahre» fort und der Gerichtshof wird mir nachfühlen, daß ick jetzt dankbar diese Gelegenheit benutze, um in voller Oeffentlichkeit die Dinge klarzulegen. Vorsitzender Laudgerichts-Direktor R ö s l e r: Herr v. Tausch, von wem hattenSie die Nachricht überHerru v.Hnhn?— v. Tausch: Von einem ganz zuverlässigen Agenten, von dem ich bis tlato noch nicht ein Mal eine falsche Nachricht erhalten habe.— Präs.: Wollen Sie diesen Mann nennen?— v. Tausch: Nein.— Präs.: Dürfe» Sie ihn nicht nennen? — v. Tausch: Nein.— Präs.: Ich nehme an, daß Sie sich dabei auf den§ 53 stützen wollen?— Zeuge: Ja wohl.— Präs.: Herr Kommissar, ich weise Sie dann darauf hin, daß§ 53 Ihrer vorgesetzten Dienstbehörde nur in den Fällen das Recht giebt, Ihnen die Erlaubniß zur Aussage zu versagen, wenn I n t e r- essen des Reichs oder der Bundesstaaten gefährdet erscheinen. Und nun fordere ich Sie aus, sofort zu Ihrem Vorgesetzten Herrn v. Windheim sich zu begeben und ihm zu sagen, daß der Gerichtshof es für noth wendig erachtet, den Namen Ihres Gewährs- manneS zu erfahren.— Zeuge v. Tausch entfernt sich aus dem Saale. «» » Weitere Zeugen. Zeuge v. H u h n, Korrespondent oer„Köln. Ztg.", erklärt auf Befragen des Vorsitzenden, daß er den in Frage stehenden Artikel der„Köln. Ztg." nicht verfaßt und in keiner Weise inspirirt habe. Er stehe außer jeder Beziehung zu dem Artikel und kenne ihn nur als Leser. v. Vangerow, Korrespondent des„Hannov. Kourier", bestätigt im allgemeinen de» Jnbalt der Zeugenaussage des Oberstlieutenanls Gaede. Der Angeklagte v. Lützow sei zu ihm gekommen und habe sich eingeführt mit der Frage, ob er dem Kriegsminister einen Gefallen erweisen wolle. Da der Zeuge ein Verehrer des Kriegsministers sei und in betreff der Frage der Mililär-Strafprozeß-Ordnung auf demselben Boden stehe wie der Kriegsminister, so habe er sich bereit erklärt, den Artikel, den v. Lützow ihm mit dem Bemerken gegeben habe, daß der Minister dessen Veröffentlichung gern sehen würde, bei den nationalliberalen Zeitungen unterzubringen. Dies sei bei der„National-Zeitung" und dem„Hannöverschen Kourier" geschehen. Oberstaatsanwalt: Nachdem Sie nun den Verlauf der Verhandlung gelesen haben, haben Sie dann nicht den Ein- druck gewonnen, daß Ihnen der Artikel gewissermaßen nur als Lockspeise gegeben wurde und daß es dem Angeklagten von Lützow nur darum zu thun war, den Namen des Verfassers zu erfahren, der den Artikel in den„Münchener Neuesten Nach- richten" und dem„Hannoverschen Kourier" geschrieben hatte?— Zeuge: Ja, jetzt ist mir ja alles klar, nachdem ich erfahren, daß v. Lützow im Dienste des Kriminalkommissars von Tausch stand. Der Angeklagte fragte mich im Laus« des Gesprächs, ob ich nicht den Verfasser der fraglichen Artikel kenne, was ich ver- neinte.— •• « Umfall des polizeilichen Vertrauensmannes. Oberstaatsanwalt: Nun ja, das war die falsche Flagge, unter der er sich als Vertrauensmann der politischen Polizei bei Ihnen einführte. Das war eine Art Kunststück, das er angezettelt halte. Mit Hilfe des Artikels sollten Sie hineingelegt werden. Wenn er von Ihnen den Namen des Verfassers erfahren hätte, würde er ihn sofort an den Kriminalkommissar v. Tausch verrathen haben. Zeuge: Ja, das ist mir auch klar, zumal Herr v. Tausch bereits in derselben Angelegenheit bei mir gewesen war. Angekl. v. Lützow: Aber Herr Oberstaatsanwalt, ich war es doch nicht, der daS Kunststück angezettelt hatte. sondern mein Auftraggeber, der mir sagte, ich solle es so machen. Oberstaatsanwalt: Und wer war das?— Lützow: Herr von Tausch. Oberstaatsanwalt: Das genügt mir. Ich wollte nur feststellen, daß Sie im Dienste der Polizei standen und unter der Maske eines Mannes erschienen, der vorgab, nur journalistische Zwecke zu verfolge». Hierauf tritt eine Pause von einer halben Stunde ein. Nach Wiedereröffnung der Sitzung theilt der Präsident mit, daß Um- stände eingetreten seien, welche die Anordnung einer weiteren Pause von einer Stunde nolhwendig gemacht hätten. Während der Pause fahren Oberstaatsanwalt Drescher, Rechtsanwalt LubczynSki und der Angeklagte v. Lützow vom Gerichlsgebäude in einer Droschke weg— wie man später erfährt, in die Wohnung v. Lützow's. »« * Erst um 3 Uhr werden die Verhandlungen fortgesetzt. Oberstaatsanwalt Drescher: Ich möchte gern Aufschluß geben über die Nolhwendigkert der Pause. Der Vertheidigcr des Herrn v. Lützow hatte mir mitgetheilt, daß sein Klient jetzt bereit sei, die volle Wahrheit zu sagen und vollständige Aus- kunft über Verhältnisse zu geben, die bisher noch nicht zur Sprache gekommen seien. Sein Klient müsse aber in seine Wohnung geführt werden, damit er von dort eine Anzahl von Dokumenten holen könne. Ich habe mich im Ein- Verständnis mit dem Vorsitzenden veranlaßt gesehen, die Fahrt nach der Wohnung des Herrn v. Lützow zu machen und wir haben von dort eine Anzahl von Schriftstücken mitgebracht. Ob diese für die Verhandlung wesenllich sein werden, habe ich noch zu prüfen und behalte mir Erklärungen darüber vor. Inzwischen hat v. Lützow«ine Erklärung abgegeben, die ich vorzutragen bitte. « �» DaS Schuldbekeimtnist. Rechtsanwalt Lubczynski: Unter dem niederschmettern- den Ereigniß von gestern Abend und im Andenken an die Ehre seiner Familie hat Herr v. Lützow sich veranlaßt gesehen, mir die ganze Wahrheit einzugestehen. Dies Geständuiß ist zu Protokoll gebracht worden und lautet: Am 27. habe ich(Lützow) die Information von Leckert er- halten(und zwar mit der Spitze gegen Eulen- bürg und der Quelle Marschall). A» dem,«Iben Abend habe ich es der„Welt am Montag" ge- geben. In der nächsten Woche bin ich mehrere Male bei Tausch gewesen und habe ihm auf seine Frage gesagt, daß ich die Sache gebracht und von Leckert er- hallen hätte. «» * Die Entlarvung. Der Polizeikommiffar v. Tausch nabm die Sache riesig (freudig) auf wegen der Quelle Marschall und zwar deswegen, weil, wie ich weiß. Tausch von jeher eine große Animosität gegen Marschall befitzt. Er sagte mir, ich solle diese Sacke nochmals haarklein zu Papier bringen, weil er die Absicht habe, diese ganze Sache an den Botschafter Grafen Philipp Eulenburg mitzutheilen. um ihm dadurch wieder einmal zu zeigen, wie Exzellenz p. Marschall gegen die Umgebung des Kaisers koufpirirc. v. Tausch hat mich über diese Sache bis zum äußersten„ausgequetscht" und ich habe ihm alles so haarklein erzählt bezw. geschrieben, weil ich fest von der Wahrheit ter Leckert'schen Information überzeugt war. Tausch hat dann auch an den Grafen Philipp Eulenburg, wie er un» sagte, nach Liebenberg geschrieben und ihm mitgetheilt, daß er eine wichtige Sache für ihn habe. Eulenburg hat ihm, wie ich gesehen habe, geantwortet, er konlme nächstens nach Berlin und freue sich, ihn dann begrüße» zu können. Inzwischen animirte mich Tausch sehr, recht den Leckert aus- zufragen, um genau über die Geivährsmannschafl Bescheid zu wissen und die Fortsetzung am nächsten Montag zu bringen, damit die Sache nicht einschliefe. Inzwischen sollte ich mehrfach berichten, was ich auch gethan habe. Dann wolle er dafür Sorge tragen, daß der Kaiser durch Eulen- bürg alleö erführe, damit wir endlich dann den Marschall beim Wickel hätten. Um Tausch nun gefällig zu sein und weil ich mich vollständig in seinen Händen befand, im übrigen aber an die Wahrheit der Sache auch glaubte, habe ich mich auch um die Uiilerbringung des zweiten Artikels bemüht. Ain Montag, nachdem der zweite Artikel erschienen war, ließ er mich zu sich holen und erzählte mir, der Teufel wäre los im Auswärtigen Amt und der Polizeipräsident wäre hinbefohlen worden. Es wäre letzterem nichts übrig geblieben, als mich zu nennen. Ick solle nun nochmals ihm einen eingehenden Bericht gebe», uni damit zu Philipp Eulen bürg zu gehen. Er werde mich decken und schützen. Ich solle ganz be- ruhigt sein. Die ganze nächste Woche ließ er mich rufen und erzählte mir, das Auswärtige Amt sei ganz versessen darauf, die Sache weiter zu verfolgen. Am Sonnabend ließ er mich durch einen Wachtmeister nach dem Polizeipräsidium fistiren und sagte mir, er müsse mich verhaften. Ich solle nicht sagen, daß ich mit ihm in Verbindung ge- st a n d e n habe. Zwischen uns bliebe es wie bisher. Er war i» fürchterlicher Angst. Am Sonntag sagte er mir: Die Sacke wird für uns alle sehr schlimm: die Sache mit Knkutsch kommt auch heraus. Bleiben Sie aber nun f e st. Am 15. gab er mir 100 M. und von da an sahen wir uns sehr wenig. Bei der zweiten Verhaftung war Tausch wieder in fürchterlicher Angst. In Sachen Kukutsch habe ich zu erklären: Als der Artikel in den„Münchener Neuesten Nachrichten" erschienen war, bestellte mich Tausch zu sich und sagte, daß der Kriegsminister Bronsarl i b m(Tausch) gesagt hätte, daß Bronsart den Minister Köller für den Informator des Artikels halte. Er(Tansch) möchte sich bemühen, das heraus zu bekommen und ihm dafür Beweise zu liefern. Hierauf machte mich v. Tausch „scharf" und beauftragte mich, bei den Angestellten des Literarischen Bureaus das auszuforschen. Ich versuchte nun innerhalb der nächsten 8—14 Tage den Kukutsch hinten herum für die Sache zu interesstren und sagte das auch Tausch. Fast täglich sagte mir Tausch, der Kriegsminister habe das größte Jnlereffe und es könne kosten was es wolle, daS bei Knkutsch herauszubekommen. Diese Versuche waren vergeblich. Tausch aber hatte fich inzwischen schon engagirt, da er bei Herrn v. Bronsart den Namen Kukutsch schon genannt hatte. Darauf veranlaßte mich Tausch, einen anonymen Brief an das Kriegsministerium zu schreiben folgenden Inhalts: „Wollen Sie wissen, wer gegen Sie hetzt, so fragen Sie Hammann, Eckart und Kukutsch. Diesen Brief hat Herr von Bronsart erhalten. Ich habe diesen Brief von einem Hausdiener schreiben lassen. Daun erzählte v. Tausch, daß eine Untersuchung gegen „Unbekannt" eingeleitet sei, in der die 3(eigentlich 4) Personen als Zeugen vernommen würden. Hierüber ge- rieth v. Tausch in große Angst, weil auf diese Weise sein Vorgesetzter v. Köller von der Sache erführe und er ihm noch nichts gemeldet habe. Um nun seine Auskunft be- züglich des Kukutsch Herrn v. Bronsart gegenüber aufrecht zu erhallen und glaubhaft zu machen, sagte er mir:„Geben Sie mir eine Quittung mit dem Namen„kukutsch" nnd da ich bei allen Quittungen, die ich im Lause der Jahre gegeben, inimer irgend«inen falschen Namen aus Wunsch des v. Tausch im politischen Interesse gegeben hatte und er mir immer gesagt hatte, es sei ganz gleichgiltig, welcher Name darauf stände, so ließ ich diese Quittung durch einen Dritten mit dem Namen Kukutsch unterzeichnen. Auf die Aehnlichkeit kam es mir gar nicht an, da ich noch niemals die Schrift von Kukutsch gesehen hatte. Ich hatte bei der ganzen Sache nur den Auftrag Tausch's ausgerichtet. Welche Feindschaft v. Tausch gegen v. Mar» schall hatte, geht daraus hervor, daß er mich am LS. Oktober bei meiner letzten Verhaftung aufforderte, bei der Berhand- lung anzugeben, daß Hönig, der v. Tausch schon da- mals bekannte, Verfasser des Artikels in der„Kölnischen Zeitung"„Flügel-Adjutanten-Politik" zu sein, vom Prinzen A. zu Hohenlohe empfangen werde, wodurch der Verdacht er- weckt werden sollte, daß diese Artikel doch aus dem Auswärtigen Amte kämen. Ich mußte Tausch's Austrägen schon deshalb nach jeder Hin- sickt folgen, da ich in meiner Existenz vollständig von ihm ab- hängig war. Ich bekam 200 M. vou ihm mouatlich. Er drohte mir fast jeden Monat, mir das Gehalt zu entziehen, wenn ich nicht durch Bringen von Nachrichten sein Interesse mehr berücksichtigte. Ich hatte mich bisher in der Verhandlung gebunden erachtet, von diesen Ver- Hältnissen nicht zu reden, da ich ibm mein Ehrenwort gegeben halte, das Verhältniß nicht zu berühren. Da ich aber jetzt in der Oeffeutlichleit, insbesondere durch die angebliche Fälschung, so gebrandmarkt bin, so sehe ich mich im Interesse der Gerechtig- keil genölhigt, alles auszudecke»." Auf dieFrage desPräsidenten anv. Lützow, ober sich der Schwere seiner Beschuldigung, die einen bis dahin als ehrenhaft gellenden Mann aus der Reihe der Ehrenmänner streichen würde, voll bewußt sei. erklärt v. Lützow, daß er die volle Wahrheit sage, er habe völlig im Banne des Kriminalkommiffars gestanden. Präs.: Herr Kriminalkommissar, ist das, waS der Angeklagte Lützoiv hier bedaupret, wahr? v. Tansch: Von A bis Z erl— Oberstaatsanwalt(ihn unterbrechend) bittet, den Zeugen darauf aufmerksam zu machen, daß ihm das Recht zu- stehe, das Zeugniß zu verweigern. Der Präsident erklärt ihm das. v. Tausch: Vou A bis Z ist alles erlogen. Der Kriminalkommiffar im Kreuzverhör. Präs.: Seit wann stehen Sie in Beziehungen mit dem An- geklagten?— Zeuge: Seit 1891 oder 92. Er war bei uns Agent.— Präs.: War die Verbindung sehr enge?— v. Tausch: O ja. er kam ost, jede Woche zwei- mal, eS gab auch Zeiten, wo er wochenlang nicht kam.— Präs.: Haben Sie auch schriftlich mit dem Angeklagten verkehrt?— Zeuge: Ich glaube nicht— ja..... wenn einmal... regelmäßig nicht.— Präs.: Ist einmal die Red« davon gewesen, daß Sie Polizeirath werdensollten?— v. Tausch: Zu meinem Bedauern.— Präs.: Habe» Sie jemals dem Angekl. v. Lützow die Aus» f o r d e r u» g zukommen laffe», Ihre Verdienste in den eitungen herauszustreichen?— v. Tausch: as ist mir nicht in Erinnerung. Bei einem Hoch- verrathsprozeß hat er mir sogar direkt Verlegenheiten durch eine» Artikel bereitet.— Vors.: In den Papieren ist ein Schriftstück vorhanden.(Zeigt ihm einen Brief.) Haben Sie das geschrieben?— v. T a u s ch: DaS kann ich nicht sagen. So ganz wie meine Schrift siebt es nicht aus. Der zur Verlesung gebrachte, aus Köln datirte Brief be- ginnt:„Sie haben doch die Sache nicht in den„Lokal-Anzeiger" gebracht? Das würde gefährlich sein." Dann beißt es: Ein biSchen können Sie n, ich heraus streichen. aber so, daß man eS nicht merkt und nicht auf Sie als Quell« 1 " fommt. Echreiben Sie, daß Kriminalkommissarius v. Tausch dem Ministerium des Innern, zuerst von Herrn gelegenheit von Huhn zu nennen. Darauf wird noch in dem Landesverrathsprozeß sich große Verdienste er v. Tausch erhoben worden sei, er erinnere sich aber weiter, mals der Zeuge Oberst lieutenant Gaede vernommen. worben habe 2c. Präs: Nach dem Inhalte dieses Briefes daß Herr v. Bronsart bei dieser Gelegenheit auch von einem Die ganze Sache mit dem anonymen Brief sollte gewissermaßen scheint v. Lützow von Ihnen nicht blos zu polizeilichen Er- anonymen Brief gesprochen habe. Legationsrath Dr. Ha meine Maste, ein Kniff sein, um darauf hin bequemer mittelungen benutzt zu sein, sondern auch, um im Interesse mann bestätigt dies. Als der Kriegsminister die Hilfe des Rechera, en anknüpfen zu fönnen. Am folgenden Morgen Ihrer Karrière Sie und Ihre Verdienste herauszustreichen. Auswärtigen Amtes in Anspruch nahm, um den Verfasser sei der Brief bereits im Besize Des Kriegsministers v. Tausch: Ich habe ihm die Nachrichten über den Landes des Artikels der Münchener Neuesten Nachrichten" zu gewesen. Dem Zeugen sei dann später die angeblich verrath gegeben, weil er sie gerne journalistisch verwerthen ermitteln, habe der Kriegsminister oder der Assessor von Kufutsch unterschriebene Quittung über 50 M. gezeigt worden, wollte. Sachs davon gesprochen, daß er einen anonymen Brief erhalten er habe aber an der Echtheit der Unterschrift gezweifelt. Daß Rechtsanwalt Lubczynski: Ist der Beuge v. Marichall habe, durch den in ihm der Verdacht gegen das Ministerium des Herr v. Tausch bei dieser Fälschung seine Hand im Spiele gehabt, denn animos gegen ihn v. Tausch: Ja, es ist ja Junern noch verstärkt worden sei. Präs.: Auffallend ist es traue er ihm nicht zu. bekannt, daß Herr v. Marschall der politischen Polizei biernach, daß die Angaben, die v. Lüßow hierbei Es werden dann noch die Zeugen Holländer und nicht sehr zugethan war, und alle Versuche, ihn davon zu macht, lebhaft bestritten werden und fich nun doch anger vernommen, welche die Angaben des Angeklagten Plöt überzeugen, daß er im Irrthum sei, wenn er denke, die Polizei zum theil als richtig erweisen. v. Lühow: Herr bestätigen und dem Vorsitzenden Gelegenheit geben, feine treibe Politit, mißglückten, weil er ihn als Vertreter der politischen v. Tausch hatte mich ja veranlaßt, den schärfste Verurtheilung über das Bestreben auszusprechen, aus Polizei nicht empfing. anonymen Brief zu schreiben. Zeuge v. Tausch: bloßem Sensationsbedürfniß und Geschäftsrücksichten solche be= Ja, der Herr Kriegsminister wollte den Herrn Kukutsch decken. leidigende Artikel. aufzunehmen. Es war eine ganz harmlose Schiebung, über die der Die nächste Verhandlung findet Montag Vormittag ist mir nicht recht verständlich. Oberstlieutenant Gaede Auskunft geben kann. Präs.: Das 9 Uhr statt. " -174-210. Genossen nicht gelungen, einen Siz im Bürgerausschuß zu erIn Stuttgart ist es, wie schon berichtet wurde, unseren langen. Dennoch ist der Ausfall der Wahl für uns nicht uneingeklammerten Zahlen bezeichnen das Resultat der 1895er Wahl: günftig. Unabgeänderte Stimmzettel wurden abgegeben:( Die für uns 1432( 1342), für die deutsche( nationalliberale) Partei 1572( 1922), für die Boltspartei 931( 1386), für die Konservativen 496( 690), für die Bürgervereine 496( 534), für die Ultramontanen Im ganzen erhielten unsere Kandidaten 1515-1574 Stimmen, 365( 380), für die Wirthe 235(-), für„ Unparteiische" 58( 130). die siegreichen Gegner 2434-8772. verschiedenen Listen, also mehrfach aufgestellt. Bei der jetzigen Die Gewählten waren auf Wahl ist unsere Partei an die zweite Stelle gerückt; es steht an erwarten, daß sie bei der nächsten auch die deutsche Partei überflügeln wird. v. Marschall nochmals über die politische Polizei. Staatssekretär v. Marschall: Ich weise es zurück, daß ich persönlich animos gegen den Kriminalkommissar gestimmt sei. Allerdings hatte ich Verdacht gegen ihn aus dem Grunde, Der Verdacht mußte doch nur noch mehr verstärkt werden. Werth.: Wie fonnte Kukutsch dadurch gedeckt" werden? weil es mir auffiel, daß die geheime Polizei Vertrauens. Bräs.: E3 ließe sich vielleicht denken, daß so gethan werden Partei- Nachrichten. männer sich auswählt, die geflissentlich Beamte des follte, als wolle man durch einen Gemeindewahlen. Bei der Gemeinderaths. Wahl im Dorfe Auswärtigen Amtes heruntersetzten, verdächtigten und ver: Sukutsch hinweisen. Beuge v. Tausch: Jawohl, so war tlaffenbewußten Arbeitern aufgestellte Kandidat Horn über den anonymen Brief auf Harpen bei Bochum siegte in der 3. Abtheilung der von den leumbeten. Ich habe D. Tausch allerdings niemals es. Präs.: Es ist dies immerhin ein eigenthümliches Ver- Obersteiger Meininghaus von Zeche Karoline. Die Gegner empfangen. Ich habe einen begründeten Verdacht, daß Herr v. Tausch bemüht gewesen ist, die Beamten des fahren. Beuge v. Tausch: Es handelte sich auch um wollen sich nun durch Gründung eines- evangelischen„ ArbeiterAuswärtigen Amites herabzusetzen recht eigenthümliche Verhältnisse. Der Zeuge erklärt, es sei vereins" revanchiren. und ich muß ein räumen, daß ich zu der unwahr, daß er Angst gehabt habe und ebenso unwahr sei die geheimen Polizei Darstellung des Angeklagten, wie die Quittung zu stande ge- hielten unsere drei Kandidaten 158-160 Stimmen, die Gegner Bei der Gemeinderaths- Wahl in Cölln bei Meißen er. tein Vertrauen habe. Mein Mißtrauen Da dirt schon aus der Zeit des Herrn Normann- Schumann, tommen sei. den ich wohl, ohne ihm zu nahe zu treten als einen recht be- der Fälschung dieser Quittung bezichtigen wolle. Da fertigt ihn Schließlich fährt der Zeuge auf und frägt, ob man etwa ihn denklichen, ja als international bedentlichen Menschen bezeichnen darf. Bald nach Herrn v. E a privi's Amtsantritt der Präsident ab: Ich bitte mir aus, nehmen Sie keinen so erschienen in der„ Saale- Big." sensationelle, geschickte Artikel, die worten! Wenn ich den Vorwurf der Betheiligung oder An hohen Ton an. Sie haben nur auf meine Fragen zu ant Spigen gegen ihn und mich und bald darauf gegen Se. Majestät stiftung zur Urkundenfälschung erheben muß aus der Gruppirung Sen Kaiser enthielten. Ebenso im New- Yorfer Herald" und im der Umstände, so sind Sie zur Zeugnißverweigerung berechtigt. Diplomatique". Wir wandten uns an die politische Polizei um Erhebungen, aber stets ohne Erfolg. Da er: Ich bitte mir aus, hier im angemessenen Tone zu reden! hielten wir, wenn ich nicht irre, anfangs 1891 ein Schreiben aus habe, bei Kukutsch diskret nach den näheren Umständen ErAngeklagter v. 2ühow erklärt, daß er den Auftrag erhalten Halle von einem Herrn Friz Brentano, der sich als Mit fimdigungen darüber einzuziehen, was er davon wisse, daß ein redatteur der„ Saale- Zeitung" bezeichnete, worin er anzeigte, folcher Artitel ergangen sei. Herr von Tausch habe gesagt, er daß er dem Auswärtigen Amt den Namen des Verbabe im Kriegsministerium erfahren, daß der Minister des fassers, der Standalartikel mittheilen tönne. Diefen Brief übergaben wir der politischen Polizei Innern von der Sache wissen müsse. Er habe später erklärt, und baten den Herrn Brentano, daß auch das Literarische Bureau davon wisse. Er, der Annach Berlin 311 tommen. Hier verhandelte im Auftrage des Auswärtigen geklagte, habe sich deshalb dem Herrn Kututsch nähern müssen. Von der Agitation. Genosse Heinrich Schulz aus Amtes der Hauptmann Ebmeier mit ihm. Brentano hat gesagt, v. Lützow Quittungen mit anderen Namen unterschrieb? Präs. Herr Zeuge, ist es schon öfter vorgekommen, daß Berlin wird auf Veranlaffung der Genossen des 12. hannov. Wahle daß alle diese Standalartikel von einem Beamten freifes heute und an den nächsten zwei Tagen nacheinander in der geheimen Polizei herrührten. Auch davon gaben wir der dort fein. Herr v. Lützow soll auch Quittungen mit dem Namen ehemaliger Volksschullehrer wird er in allen drei Versammlungen 3euge: Nein. Präf.: Die Quittungen müssen doch noch Münden, Duderstadt und Göttingen sprechen. Als geheimen Polizei Renntniß und baten um Ermittelungen. Maschte unterschrieben haben. Wenige Tage darauf erhielt das Auswärtige Amt einen Brief von selbst Geld erhielt, schrieb er Maichte, befam aber ein anderer das durch die Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses Beuge: Ach ja! wenn er die heutige Jugenderziehung behandeln, ein Thema, Brentano, in welchem diefer sich bitter darüber beschwerte, daß man das Geld durch ihn, dann schrieb er deffen Namen. ihn verrathen habe. Der Verfasser der Artikel sei -Ver über die Lehrerbesoldung und durch die vorgestrige Reichstags in Halle gewesen auf der Redaktion und habe dort denselben teidiger: Mein Klient bittet mich ausdrücklich, Herrn füßung wieder besonders aktuell geworden ist. Brief vorgelegt, den er Brentano, an das Auswärtige Amt gerichtet dem Bann des Herrn v. Tausch habe hinreißen lassen, ihn da: eine Parteiversammlung mit 366 gegen 282 Stimmen einen An Kukutsch um Verzeihung zu bitten, daß er sich gestern unter In Braunschweig hat, wie der Volksfreund" mittheilt, habe. Auch davon wurde der politischen Polizei Kenntniß geHerr v. Manderode kam zu mir und sagte für fähig hielt. geben. 2 zu beleidigen, daß: er ihn eines Meineides bas kann sich nur auf Normann- Schumann beziehen. mich, daß Ihnen der Angeklagte loyalerweise diese Genugthuung bei dem Provisorium, das am 19. Auguft in einer Partei- Ber und fagte für fähig hielt. Bräf.( zum Zeugen Rututsch): Ich freue Besitz der Druckerei getrennt werden follte. Es bleibt demnach trag abgelehnt, wonach der Verlag des Volksfreunds" vom Aber es erfolgte nichts. Diefer Umstand mußte naturgemäß das Vertrauen giebt. Der Zeuge v. Tausch legte noch Briefe des Angeheimen Polizei erschüttern und das Auswärtige Amt brach von geklagten v. Lüßow an ihn vor, worin der letztere allerlei fammlung betreffs der Frage der Uebernahme des Boltsfreunds" in Partei- Eigenthum beschlossen worden ist. nun ab alle Beziehungen zu der politischen Polizei ab. War diese Briefe geschrieben hat, behauptet aber, daß sie be von Kulutsch erzählt. v. Lütow erfennt an daß er schon die weitere Verwendung des Normann- Schumann stellte Arbeit seien, Herr v. Tausch habe die Briefe Polizeiliches, Gerichtliches 2c. - Das Reichsgericht hat die Berufung unseres Leip höchft sonderbar, so war doch die baldige Entlarvung dieses haben wollen, um die einmal gesponnenen Fäden weiter. siger Genoffen A dé, welcher wegen Majeftätsbeleidigung zu Herrn noch interessanter. Dieser Herr wurde im Auftrage drei Monaten Gefängniß verurtheilt worden ist, verworfen. der geheimen Polizei nach Leipzig geschickt, um die Be- zuführen und um Beläge in der Hand zu haben. wegung der antisemitischen Partei zu überwachen. Und was that Der Zeuge v. Tausch bestreitet diese Behauptungen. Die Magdeburger Bolts stimme" batte bie der Herr v. Normann- Schumann? Er schrieb selbst die man den jezigen Geständnissen des v. Lühow auch nicht ohne mit einem Rinde niedergekommen fet, nachdem sie über eine Auf eine Zwischenbemerkung des Oberstaatsanwalts, daß Mittheilung gebracht, daß eine arme Frau auf offener Straße Skandalartikel, die zur gerichtlichen Verfolgung führten und weiteres rückhaltlos glauben dürfe, da sie doch wohl nur unter Stunde in Wehen auf der Erde gelegen hatte. Das Polizeideren Verfaffer zu ermitteln er dann beauftragt wurde. dem Eindruck der drohenden Anklage wegen Ürfundenfälschung präsidium schickte dem verantwortlichen Redakteur John ein Natürlich haben seine Ermittelungen teinen Erfolg gehabt. Nun habe ich in der Person des Herrn v. Lützow eine ges abgegeben seien, bemerkt Rechtsanw. Lubczynski: Er fönnte Strafmandat über 20 M., weil die Mittheilung erfunden und wiffe Aehnlichkeit mit Herrn Normann- Schumann gefunden und eugeneiblich versichern, daß der Angeklagte v. Lützow dadurch grober Unfug verübt sei. Das Schöffengericht erkannte wisse Aehnlichkeit mit Herrn Normann- Schumann gefunden und so hat sich bei mir eine Stimmung herausgebildet, die nicht wolle Herrn v. Zausch so lange halten, wie es theilung war insoweit unrichtig, als die Frau nicht auf der so hat sich bei mir eine Stimmung herausgebildet, die nicht schon bei der ersten Unterredung mit ihm gesagt habe: er aber auf fostenlose Freisprechung des Rebatteurs. Die MitAnimosität ist, die man aber auch nicht Vertrauen zu nennen irgend gebe, wenn es aber nicht mehr gehe, gebe Straße, sondern auf dem Transport oder im Krankenhaus geboren pflegt. Ich halte die ganze Geschichte mit den Ver trauensmännern für eine verfehlte, hatte( genau ließ sich das nicht in der Verhandlung feststellen). die Leute erhalten, wenn sie damit Auch bezüglich der weiteren belastenden Behauptungen des Das Gericht erklärte aber, von grobem Unfug tönne nur an Verfasser von Artikeln zu ermitteln, eine Aufgabe, die sie v. Lützow bezeichnet Tauf ch die Behauptungen immer wieder als gesichts frivoler Erfindungen die Rede sein, nicht jedoch, wenn nicht lösen tönnen. Ich muß sagen, daß ich nach meiner Kennt Lügen. Dazu gehört auch die Behauptung, daß ein Brief, den es sich wie hier um nebenfächliche, entschuldbare Irrthümer niß von den Vertrauensmännern zu der Ueberzeugung komme, er an Tausch in Sachen des Artikels der W. a. M." geschrieben, handele. daß dieselben Berichte erstatten, die zu neun bestellte Arbeit" gewesen sei. Aus Hannover wird berichtet: In einer Versammlung Behnteln erlogen sind. So ist doch namentlich auch Btg." enthaltenen Artikel seien von A bis 3 unwahr. Da An- beer sprechen. Die weiteren Angaben v. Lüßow's über ben in der Köln. wollte Genoffe Dr. Röse meier über das deutsche Kriegsvon den Vertrauensmännern des Herrn v. Tausch, Er betonte einleitend, daß unser heutiges die in den in diesem Prozeß zur Sprache gebrachten Fällen in Thätigkeit geflagter Lützow behauptet, daß Tausch ihm die Information er deutsches Kriegsheer eng mit der Geschichte des preußischen getreten sind, erst eine Weldung, die nicht falsch ist. Wenn theilt habe, daß der Artikel von Herrn Hönig herrühre, der von dem Heeres verknüpft sei. Als er dann in furgen Zügen dessen Herr v. Tausch glaubt, Bertrauensmänner haben zu müssen, so Hohenlohe vernommen, welcher erklärt, daß er Herrn Hönig nicht Friedrich II, sprach, an deffen Größe zu zweifeln heute vielfach Prinzen Alexander Hohenlohe empfangen werde, wird Prinz zu ältere Geschichte erörtern wollte, und hierbei u. a. auch von ist das seine Sache. Wenn aber die Vertrauensmänner des Herrn von Tausch sich erdreisten, wiederum zum Eide darüber bereit, daß ihm Polizeikommissar dem Redner das Wort und ließ ihn durch einen empfangen habe. Rechtsanwalt Lubczynski erklärt sich als ein Verbrechen betrachtet werde", entzog der überwachende mich, meine Beamte und das Auswärtige Amt zu verleumden, schon vor drei Tagen v. Lützow gesagt habe: die Seele Schuhmann aus dem Lokal bringen. In Hannover, das doch so flüchte ich mich in die Oeffentlichkeit und brandmarke der ganzen Intriguen gegen Herrn v. Marschall sei zum Amtsbereiche des liberalen Herrn v. Bennigsen gehört, wir der Kommiffar v. Tausch, der alle Fäden dirigire. es in der That immer schöner! Herr v. Tausch habe sehr wohl gewußt, daß der Verfasser das Treiben.( Bewegung.) war. " zu der denn betraut werden, " durch er ihn preis. " " Und wieder Herr v. Tansch. des Artikels der Herr Hauptmann a. D. Hönig fei, es aber jo Depeschen und lehte Nachrichten. Präs.: Herr v. Tausch, ist denn die Behauptung des An- dargestellt habe, daß Herr v. Huhn der Autor fei, weil gellagten Lügow wahr, daß Sie ihm Ihre Freude über das diefer im Auswärtigen Amt vertebre. Der Beuge 1700 Arbeiter des Staate quais haben sich dem Streit an Hamburg, 4. Dezember.( Privat- Depesche des Vorwärts".) Erscheinen des Artikels ausgedrückt haben? 3euge: v. Tausch erklärt stereotyp alles für unwahr. Nein! Präs.: Glauben Sie denn, daß v. Lüßow Staatssekretär v. Marschall: Es ist allerdings wunder gefchloffen. Die Zahl der Ausständigen kann jetzt auf 17 000 sich so fo etwas rein aus den Fingern gesogen haben bar, daß bis vor drei Tagen Herr v. Huhn als der Ver- veranschlagt werden. Die Rollkutscher werden sich dem Streit tann? v. Tausch: Ja wohl!( Herr von Marfaffer bezeichnet war und daß ich erst durch mein schall wirft dazwischen:„ Ah, nun auf ein- Schreiben an die„ Köln. 3t." den wirklichen Verfasser kennen voraussichtlich ebenfalls anschließen. mal!) Beuge behauptet, daß er nicht seine hohe Befriedigung gelernt habe, während v. Lützow, wie er jetzt angiebt, schon am Hamburg, 4. Dezember.( Privatdepesche des Vorwärts".) über den Artikel ausgedrückt, sondern im Gegentheil gesagt habe, 29. v. M. angegeben hat, daß Herr Hauptmann Hönig der Morgen finden außer den Branchenversammlungen vier Frauen wie der Angeklagte folchen Unsinn schreiben tönne. Er selbst Verfasser sei. habe nur den Artikel der W. a. M." dem Botschafter in Rechtsanwalt Lubczynski beantragt, den Oberst über 100 000 mart bereit. Auswärts befinden sich jetzt etwa versammlungen statt. Für die nächste Zahlung sind schon heute Wien, Grafen Philipp Eulenburg zugeschickt, den er in lieutenant Ga e de und den Hauptmann Hönig als Zeugen Abbazzia kennen gelernt und dem er zu Dank verpflichtet zu vernehmen. Da bei einer früheren Gelegenheit auch der 70 Agitatoren. Die Nachricht, daß Berliner Schuhleute nach Hamburg Der Vorsitzende fragt den Zeugen, warum er diesen Zeuge v. Tausch( dem anonymen Brief) die Bernehmung des tommen, ist erfunden. Die„ Hamb. Nachrichten" in ihrer bekannten Artikel an Eulenburg geschickt habe. Ob der Provinienz wegen? Oberstlieutenants& aede verlangt hatte, so hat schon Frhr. Berlogenheit behaupten, das 85. und 86. schleswig- holsteinische Der Zeuge geräth in große Widersprüche und nun macht der v. Marschall seinen Wagen zur Verfügung gestellt, um den Zeugen Regiment sei unter Waffen, um eventuell abrücken zu können. Präsident Herrn v. Tausch darauf aufmerksam, daß er unter dem Gaede herbeizuholen. Eide stehe und dem Buchthause verfallen sei, wenn Oberstaatsanwalt Drescher erklärt, daß heute eine so Wozu? Da die Arbeiter abfolut ruhig sind. er falsches fage. große Menge neuer Gesichtspunkte in die Beweisaufnahme hin- Köln, 4. Dezember.( B. H.) Die Köln. 3tg." meldet aus Der Präsident läßt nun Sab für Satz die Erklärung des eingezogen worden feien, daß die Prozeßbetheiligten faum in der Petersburg: Die Ober- Preßverwaltung beabsichtigt eine Ein v. Lützow durchgehen und hält sie dem Zeugen v. Tausch vor. Lage sein werden, alle Räthsel zu lösen. Man müsse doch gabe an den Minister des Innern, wonach von Neu Dieser giebt zum theil sehr weitschweifige Erklärungen, in der auch dem Herrn Don Tausch Gelegenheit jahr ab den Redaktionen in Rußland alle ausländischen Regel erklärt er die Behauptungen des Lühow für Un- geben, fich auf alle die Anschuldigungen, welche Zeitungen nur nach vorangegangener Zenfur zugehen sollen. wahrheiten, von A bis 3 erlogen". An den Fragen betheiligen gegen ihn erhoben wurden, vertheidigen. Es fei Bisher batten die Redaktionen diese Zeitungen sofort nach ihrem sich auch wiederholt der Wertheidiger Rechtsanwalt Lubczynski zu befürchten, daß man mit diesem Prozesse nicht zu Ende Eintreffen ohne Zensur erhalten. Begründet wird das Verlangen und der Oberstaatsanwalt Dreich er. Letterer erinnert daran, kommen würde, menn man die neu zu erwartenden Strafprozesse damit, daß aus unzensirten fremden Blättern so viele für Rußdaß der Zeuge v. Tausch ja wohl eine Haussuchung bei Herrn gewissermaßen schon in diesem Verfahren zum Gegenstande der land ungeeignete Nachrichten übernommen werden, besonders v. Lützow abgehalten habe, wobei nur wenig beraus Beweisaufnahme mache. Tarüber verliere man die Pointe dieses solche, welche als Telegramme gesandt entschieden von der Zensur gefommen fei; damit stehe doch im Widerspruch, daß Prozesses. Er bedauere, daß er gegen den Angeklagten v. Lügow gestrichen worden wären. Man sieht mit großer Spannung der bei dem heute stattgefundenen Besuch in der Lüzom'schen eine neue Auflage habe erheben müssen. E3 tönne weiteren Entwickelung dieser Angelegenheit entgegen. Wohnung noch eine ganze Reihe von Schriftstücken sich auch fragen, ob Herr von Tausch nicht Wien, 4. Dezember.( B. H.) Das Abgeordnetenhaus nahm vorgefunden worden seien. Der Vertheidiger läßt sich bewegen Anftiftung zur Urkundenfälschung und die fünffache Erhöhung der Börsensteuer im Sinne der Restätigen, daß die frühere Haussuchung von zwei durch Herrn zur Anftiftung ig der Beleidigung im Falle des gierungsvorlage an. v. Tausch ernannte Kriminalbeamte vorgenommen zweiten Eulenburg- Artikels zur Verantwortung gezogen werde, Wien, 4. Dezember.( B. B.) Die Antisemitenführer worden sei. Zeuge v. Tausch sucht über alle in dem Lügow'schen und da sei es doch im Interesse der Gerechtigkeit geboten, ihm Feichtinger, Dr. Starkel und Wilfinger, welche von Grazer Geständnisse enthaltenen Puntie Auskunft zu geben, wird aber Beit zu feiner Vertheidigung zu lassen. Landesgericht f. 3. wegen Veruntreuung zu Gefängnißstrafen wiederholt vom Vorsitzenden darauf verwiesen, daß seine Aus- Der Vertheidiger Lubczynsti erwidert, daß er mit dem verurtheilt waren, sind vom obersten Gerichtshofe freigesprochen führungen nicht die Sache träfen. Geständnisse seines Klienten zu Ende sei und dann weitere Be worden. weisanträge nicht stellen werde. Bei einem Punkte greift Freiherr v. Marschall als Beuge wieder ein. Er erinnere sich, daß er bei seiner Unterredung mit dem General v. Bronsart von diesem erfahren habe, daß der Verdacht, der Artikel der Münch. N. Nachr." tomme aus Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Sujeratentheil verantwortlich: Th. Glode in Berliu. Truck und Berlag von Wing Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. Lüttich, 4. Dezember.( B. H.) ( B. H.) Ein Ingenieur wurde Auf eine Frage des Präsidenten an den Zeugen v. Tausch gestern Abend von einigen Berglenten angegriffen und durch erwidert dieser, daß der Polizeipräsident ihm untersagt habe, Revolverschüsse verlegt, weil er sie am Morgen nicht in die den Namen des Gewährsmannes betr. die AnGrube fahren ließ. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 285. Reichstag. 140. Sigung vom 4. Dezember 1896. 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: Graf Posadowsky. Eingegangen find die Rechnungsergebnisse der Berufsgenossenschaft für 1895. Die Uebersichten der Einnahmen und Ausgaben der Schutzgebiete für 1894/95 und der Reichsausgaben und-Einnahmen für dasselbe Jahr werden der Rechnungskommission überwiesen. Der Gefeßentwurf betr. die Kontrolle des Reichshaushalts wird in erster und zweiter Lesung ohne Debatte genehmigt, ebenso die Rechnung der Kasse der Oberrechnungskammer für 1894/95. Sonnabend, den 5. Dezember 1896. Abg. Bachem( 3.): Jedenfalls muß auch für die Zollverwaltung der Grundsay playgreifen, daß sie nicht selbst in eigener Sache entscheidet, sondern einem höheren Urtheil unterstellt wird. Abg. Hammacher( natl.): Wir wollen nur an die Stelle des Bundesraths eine andere Zentralinftanz seßen, die unabhängig ist und mehr Vertrauen genießt als der Bundesrath, der zugleich der Vertreter der Reichsfinanz- Verwaltung ist. Staatssekretär Graf Pojadowsky: Es liegen Uebelstände vor, das erkenne ich offen an. Der Bundesrath läßt die größte Nachsicht walten; es sind auch nur verhältnißmäßig wenige Be schwerden laut geworden, jedenfalls sehr viel weniger, als bei der Justizpflege und bei der sonstigen Verwaltung. Abg. v. Cuny( natt.) hält es für nothwendig, eine Art Abg. v. Stumm( Rp.) hält es für bedenklich, bei dieser praktischen Frage sich auf staatsrechtliche Spißfindigkeiten einzulassen. Damit schließt die Diskussion. Der Antrag der Kommission wird einstimmig angenommen. Es folgt die erste Berathung des Freundschafts-, Handels, Schifffahrts und Konfularvertrages zwischen dem Reich und Verwaltungs- Gerichtshof für diese Frage zu schaffen. Nicaragua. Der Vertrag wird nach kurzer Debatte, an der sich die Abgg. Hasse( natl), Förster( Reform- P.) und der Direktor im Auswärtigen Amte Reichardt betheiligten, in zweiter Lesung in allen seinen Theilen angenommen. Der Bericht der Reichsschulden Kommission wird der Rechnungs- Kommission überwiesen, und die Denkschrift über die Ausführung der seit dem Jahre 1875 erlassenen Anleihegefeße wird für erledigt erklärt. = Darauf beschäftigt sich der Reichstag mit Petitionen. Die Petitionen betr. die Abänderung des Servistarifes sollen dem Reichskanzler überwiesen werden. Das Haus tritt nach unerheblicher Debatte dem Antrage der Rommission bei. werden. Bezüglich der Betitionen verschiedener Vereine 1. wegen Unterdrückung der unsittlichen Inserate; 2. wegen Unterdrückung des Buhälterwesens und der öffentlichen Häuser, sowie 3. wegen Befeitigung der gewerbsmäßigen Prostitution beantragt die Kom mission zu 1 die Ueberweisung zur Berücksichtigung, im übrigen die Ueberweisung als Material. 13. Jahrg. eines Antrages des Abg. Höffel( Rp.) auf Uebergang zur Tagesordnung. Die Petitionen verschiedener landwirthschaftlicher Genossens schaften und des Geschäftsausschusses des Berliner Aerzte- Verbandes betr. den Erlaß eines Gesetzes über die Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten sollen dem Reichskanzler als Material überwiesen werden. Der Antrag wird angenommen. Das Haus feyrt darauf zur Berathung der Petitionen zur Betämpfung der Unsittlichkeit zurück. Abg. v. Gültlingen( Rp.) weist darauf hin, daß die Prostitution von Polizei wegen gewissermaßen erlaubt sei, daß es troßdem aber strafbar sei, an Prostituirte Wohnungen zu vermiethen. Diesem Zwiespalt müsse durch die Gesetzgebung entgegengetreten werden. Staatssekretär Nieberding: Ich bedauere sehr, durch dringende Amtsgeschäfte verhindert gewefen zu sein, Ihnen zu der Zeit, als diese Petition zur Berathung stand, die gewünschte Auskunft zu geben. Der bekannte Gerebentwurf ist hervor. gegangen aus den Erwägungen und Erfahrungen, welche die preußische Regierung in Berlin gesammelt hatte aus Anlaß eines schweren Wordprozesses. Der damals im Reichstage vorgelegte Entwurf hat manche Veränderungen erfahren und ist wegen des Schlusses der Seffion nicht mehr zur Verabschiedung gelangt. Die vorige Session ist durch das bekannte große Gesetzgebungs wert ausgefüllt. Die preußische Regierung hat aber nicht die Absicht aufgegeben, zu gelegener Beit auf die Sache zurück zukommen. Ich nehme an, daß sie die Vorschläge der damaligen Rommission sowie die inzwischen aus weiten Kreisen an den Reid Stag, den Bundesrath und an die preußische Regierung gelangten Petitionen bei ihren Erwägungen nicht außer betracht lassen wird. Wann auf grund eines Initiativantrages Preußens der Bundes rath abermals in der Lage sein wird, sich mit der Sache zu bes fassen, vermag ich im Augenblick nicht zu sagen; es ist aber feineswegs unfere Absicht, eine Sache toot liegen zu lassen, die auch nach der Meinung der übrigen Regierungen der Erledigung bedarf. Abg. Spahn( 3.) fündigt an, daß seine Partei in den nächsten Tagen einen selbständigen Antrag auf grund der seiner Beit in der Kommission angenommenen Beschlüsse über das Umsturzgesetz einbringen werde. Abg. Lingens( 3.) spricht sich gleichfalls für die dringende Nothwendigkeit aus, auf diesem Gebiete Wandel zu schaffen. Abg. Schall( f.) erklärt ebenso dies für eine der allerdringendsten Aufgaben, namentlich angesichts der sittlichen Zustände in den großen Städten; man dürfe damit nicht so lange warten bis wieder ein so empörender Vorfall käme wie der Fall Heinze. Im Anschluß hieran werden noch einige andere Petitionen, welche die Rückerstattung von Zollbeträgen betreffen, erledigt, und zwar die Petitionen der Gebrüder Unde in Harburg wegen Rückerstattung von Zoll auf Seefalz, des Holzhandlers Fischer zu Posen wegen Rückerstattung von Zoll für eingeführtes Holz, des Kaufmanns Bischof zu Husum wegen Nachzahlung von Zoll für Wandbekleidungsplatten, durch lebergang zur Tagesordnung; die Petitionen von Kaufleuten in Papenburg wegen Rückerstattung von Zoll auf Bökelfleisch, der Herren Oppenheimer u. Co. in Die Petition des Max Häner zu Hamburg um Rück Hamburg wegen Rückerstattung von Getreidezoll und des Effig erstattung von 3oll auf eingeführte Iron- fabrikanten Cohn in Berent um Rückerstattung der Verbrauchs bricks soll dem Reichskanzler zur Berücksichtigung überwiesen abgabe für Branntwein werden dem Reichskanzler zur Berücksichtigung überwiesen. Abg. Hammacher( natl.) weist darauf hin, daß ähnliche Die Petition des Vereins der Freundinnen junger Mädchen Fälle wie bezüglich der Iron- bricks( Eisenschlacken), die zuerst als in Heidelberg wegen Regulirung des Kellnerinnenzollfrei erklärt wurden, und für die nachher ein Zoll gefordert wesen 3 wird dem Reichstanzler zur Berücksichtigung über wurde, auch früher vorgekommen feien, so bezüglich der unge wiesen. schälten gebogenen Reifenstäbe. Redner verlangt die Einfeßung Die Petition des Verbandes der Thierschuh- Vereine wegen einer fachverständigen Zollbehörde zur Entscheidung solcher Revision des Vogelschutz- Gesetzes wird dem Reichskanzler als Streitfragen. Der Verwaltungsbehörde tönne man die Material überwiesen; dasselbe geschieht mit den Petitionen des Entscheidung nicht überlassen.( Sehr richtig! links.) Durch rheinischen Bauernvereins wegen Einführung eines Bolles auf folche Unsicherheiten in der Zollbehandlung werde die solide Milch und auf Torfstreu. Geschäftswelt geschädigt. Ein Verwaltungsgerichtshof für das ganze Reich muß eine einheitliche Handhabung sichern. Abg. Rickert( frs. Vg.): In dieser Beziehung wird wohl der Reichstag einstimmig seine frühere Meinung festhalten. Es muß eben eine Behörde geschaffen werden, die über die Höhe des Bolls Auskunft giebt, wie dies seitens der Stempelbehörde jetzt in Preußen geschieht. Der Widerstand liegt bei den Einzel- Abg. Höffel( Rp.) wendet sich gegen das Bestehen öffent ftaaten; aber welche Gründe angeführt werden, ist nicht bekannt. licher Häuser in einzelnen Bundesstaaten. In der Kommission Schazsekretär Graf v. Posadowsky: Neben der Ein- fei erklärt worden, daß noch kein Beschluß darüber gefaßt richtung einer obersten Reichsbehörde, welche im Rechtsweg über worden set, ob die vom Reichstage seiner Zeit unerledigt geBollstreitigkeiten entscheidet, wird auch die Einrichtung einer laffene sogenannte lex Heinze wieder einzubringen oder fallen zu obersten Auskunftsbehörde gewünscht, welche, um Zollstreitigkeiten laffen sei. prophylaktisch zu verhindern, erklären soll, unter welchen Zoll eine Waare fällt. Beides ist nebeneinander unter keinen Umständen möglich. Wenn eine Auskunftsbehörde entschieden hat, tann nicht nochmals von der obersten Reichsbehörde entschieden werden. Die Hoffnungen auf eine solche oberfte Instanz werden Abg. Schall( t.) wünscht ebenfalls dringend die Wiedernicht alle erfüllt werden. Der Bundesrath bemüht sich, vorlegung der lex Heinze, wonach die Vereine zur Hebung der solche Entscheidungen möglichst schnell zu treffen. Wenn längere Sittlichkeit ebenfalls dringend verlangen. Beit vergeht, so liegt das daran, daß allgemeine Regulative der Abg. Bachem( 3) bittet, die Petition von der Tagesord Abänderung bedürfen. Die Beschwerden, daß jetzt zu fistalisch nung abzusetzen und für die demnächst vorzunehmende Ver- Der städtischen Gewerbe- Deputation ist soeben der von entschieden wird, würden keineswegs beseitigt werden. Im handlung ausdrücklich einen Vertreter des Reichs- Justizamts ein der eingefeßten Sabkommission erstattete Bericht über die AusGegentheil: eine richterliche Behörde muß streng nach dem Buch zuladen. dehnung Der Kranten Versicherungspflicht ftaben entscheiden, während der Bundesrath jede mögliche Rück- Abg. Weber( natl.) bedauert, daß die so oft vertagten auf die Hausindustriellen, der Kranken- und Unfallficht nimmt. Ich kann eine binden de Erklärung im Namen der Petitionen noch wieder zurückgestellt werden sollen; mindestens Versicherungspflicht auf die sämmtlichen in städtischen Be Regierungen nicht abgeben. Aber es ist teine offnung, sollte man die erste Petition wegen der unzüchtigen Inserate trieben beschäftigten Personen und der Krankenversicherung daß die Regierungen geneigt wären, von ihrem und Schriften erledigen. Denn es werde auf diesem Gebiet mit auf die Handlungsgehilfen und Lehrlinge zu verfassungsmäßigen Recht der Erhebung und einer großen Schamlosigkeit vorgegangen, so daß sich zur Heidel- gegangen. Der Bericht spricht sich ganz im Sinne der Verwaltung der 3ölle etwas preiszugeben. berger Betition Männer aller Parteien zusammengefunden haben. Generaldebatte im Plenum für eine möglichste Ausdehnung Abg. Bachem( 3.): Dem Kaufmann wird es immer un- Die Berathung wird hier abgebrochen, um später fortgesetzt der Versicherungspflicht aus und ist schon in Form von drei begreiflich sein, daß er den Schaden tragen soll, den die Zoll- zu werden. Ortsstatuten formulirt, um nun die Grundlage für die Berathungen behörde angerichtet hat. Die Petition des deutschen Vereins für internationale Friedens im Plenum der Gewerbe Deputation zu bilden. Da an Hauspropaganda wird dem Reichskanzler zur Kenntnißnahme, die des industriellen etwa 60 000 Perfonen, an von der Stadt beschäftigten bayerischen Brauerbundes betreffend die Uebergangsabgabe für etwa 7000 und an Handlungsgehilfen und Lehrlingen ungefähr Bier nach Elsaß- Lothringen zur Berücksichtigung überwiesen; der 50 000 Perfonen beiderlei Geschlechts in Frage kommen, letztere Beschluß wurde gefaßt troß des Widerspruches des so handelt es sich hier um einen Gegenstand, der die vollste Direktors im Reichsschahamt Körner und unter Ablehnung Aufmerksamkeit der städtischen Behörden beanspruchen darf. Krieg zwischen ihnen, und dazu war die Zeit noch nicht getommen. Staatssekretär Graf Posadowsky: Wer eine Waare einführt, muß sich selbst den Zolltarif ansehen. Abg. v. Stumm( Rp.) glaubt nicht, daß durch die Einrichtung, die verlangt wird, eine erhebliche Schädigung des Reiches herbeigeführt wird. 136] Rienzi. Der lehte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. Wir haben Euch Treue zugesagt", antwortete Bret tone, und wir werden unser Wort halten." Eine Vorsicht muß ich beobachten, bevor ich Eure Suldigung wieder annehme," erwiderte Rienzi bedächtig. " Für meinen Feind, wenn er mir entgegen tritt, habe ich mein Schwert, für einen Verräther hat Rom das Beil des Henkers. Den erstern Fall fürchte ich nicht, in dem letztern begnadige ich nicht mehr." Hände. Abg. Spahn( 3.) spricht sein Bedauern darüber aus, daß bei dieser überaus wichtigen Petition die Regierung nicht vertreten sei, um die in der Kommission nicht mitgetheilte Auskunft zu geben. wartet." " Ihr geht darauf ein", sagte Rienzi, ich habe es er Der Senator flopfte in die Hände, seine Wache erschien. Ruft die Konstabler der Söldner". Die Brüder blieben noch immer stumm. Die Konstabler traten ein. Meine Freunde," sagte Rienzi," Eure Hauptleute Brettone und Annibaldo sind von mir beauftragt, tausend Florenen unter Euch zu vertheilen. Heute Abend schlagen wir unser Lager vor Palestrina auf." " " 1 -O Abg. Bebel( Soz.): Dem Antrage der Kommission werden wir zustimmen; auf den angekündigten Antrag des Zentrums einzugehen, habe ich jetzt keine Veranlassung. Wir haben dem damaligen Antrage in der Umsturzkommission nicht zustimmen können. Wir werden bei der späteren Berathung nicht blos die Unfittlichkeit der Städte, sondern auch die auf dem platten Lande beleuchten, wofür uns die Kollegen des Herrn Schall reiches Material geliefert haben. Der Antrag der Kommission wird angenommen. Schluß nach 5 Uhr. Nächste Sigung Sonnabend 1 Uhr. ( Petitionen.) Kommunales. " Balestrina wurde belagert, Rienzi beobachtete fortwährend die Brüder Monreal's. Unter dem Vorwande, ihre triegerische Erfahrung für die Ausbildung der italienischen Freiwilligen zu benutzen, trennte er sie von ihren Söldnern und übergab ihnen den Befehl über die weniger disziplinirten Italiener, mit denen sie, wie er glaubte, feinen Berrath wagen durften. Er selbst übernahm das Kommando der Nordmänner, und sie wurden wider ihren Willen durch sein gewinnendes Benehmen und den persönlichen Muth, den er bei einigen Ausfällen der belagerten Barone zeigte, sehr an ihn gefesselt. Aber wie der Jäger das Wild auf allen seinen Wegen verfolgt, so verfolgte das unbeugfame Schicksal Cola di Rienzi. Sechstes Kapitel. Die Ereignisse drängen zum Ende. Solche Worte sollten unter Freunden nicht gewechselt werden," sagte Brettone erbleichend. Die Konstabler entfernten sich, und es war un Freunde ihr seid also meine Freunde? Eure verkennbar, daß diese Nachricht sie mit dem höchsten ErJa, meine Freunde seid Ihr, und Ihr werdet staunen erfüllte. Rienzi sah die Brüder einige Augenes beweisen. Du, theurer Annibaldo, bist, wie ich, ein Ge- blicke an. Sein sarkastischer Humor erfreute sich seines lehrter. Erinnerst Du Dich, wie in der römischen Geschichte Triumphes. erzählt wird, daß in dem Schake kein Geld für die Sols hr bereuet doch nicht," sagte er," Eure Hingebung, daten vorhanden gewesen sei? Der Konsul rief die meine Freunde?" Patrizier zusammen. Wir" sagte er, die wir Aemter" Nein," sagte Brettone, die Summe vermehrt unsere und Würden haben, sollten auch die ersten sein, für die Forderung nur unbedeutend." Vertheidigung des Staates zu sorgen. Ihr merkt wohl, meine Aufrichtig gesprochen! Nochmals Eure Hände das vierzigstes Jahr zurückgelegt haben; doch die ungewöhnliche Freunde, die Patrizier verstanden die Andeutung, sie gute Volt von Tivoli erwartet mich auf dem Marktplatz; schafften das Geld herbei, das Heer wurde bezahlt. Dieses ich werde ihm einige heilsame Ermahmungen ertheilen müssen. Beispiel ist für Euch nicht verloren. Ich habe Euch zu den Lebt wohl bis Mittag!" Anführern meiner Macht ernannt, Rom hat Euch mit Als die Thüre sich hinter Rienzi schloß, schlug Brettone Ehrenbezeugungen überhäuft. Gure Großmuth wird mit dem mit der Hand wild an den Griff seines Schwertes und Beispiel vorangehen, sodaß auf diese Weise die Römer von sagte: Der Römer verhöhnt uns, aber laß' Walter von Fremden lernen werden. Ihr seht mich an, meine Monreal nur in Rom erscheinen und der kecke Possenreißer Freunde, ich errathe Eure edlen Gesinnungen, und ich soll uns dies theuer bezahlen." danke Euch zum voraus. Ihr habt die Aemter und die Bst!" sagte Annibaldo, die Wände haben Ohren, Würden, Ihr gebietet auch über den Reichthum, nun, so und jenes Satanskind, der junge Billani, ist immer in der bezahlt die Söldner, bezahlt sie!" Nähe, um uns zu beobachten und zu belauschen." Brettone hätte nicht erschrockener sein können, wenn Eintausend Florenen, ich denke, sein Herz hat eben der Bliz dicht neben ihm eingeschlagen hätte, als durch so viele Blutstropfen!" murrte der überlistete Brettone, diese einfache Andeutung Rienzi's. Er las in den Zügen seinen Bruder nicht beachtend. des Senators jenes Lächeln, das er, so kühn er war, schon Die Söldner waren bezahlt, die Armee marschirte, die fürchten gelernt hatte. Er fühlte, daß er selbst in die Beredsamkeit des Senators hatte seine Streitkräfte durch Grube gefallen war, die er für einen andern gegraben Freiwillige aus Tivoli vermehrt und halb bewaffnete Landhatte. Es lag etwas in dem Blick des Senator- Tribunen, leute aus der Campagna und den benachbarten Bergen das ihm sagte, eine Weigerung sei so gut, wie offener sammelten sich unter seinen Fahnen. Bur selben Zeit unterhielten sich Luca di Savelli und Stefanello Colonna mit einem Fremden bei verschlossenen Thüren. Dieser Fremde war zu Palestrina angekommen die Nacht vor jener, in der die Römer ihre Zelte um die Burg her aufgeschlagen hatten. Er konnte faum sein Schönheit seiner Gestalt und seiner Gesichtszüge, die seine Jugend ausgezeichnet hatte, war fast unverändert geblieben, wenn es auch nicht mehr derselbe Charakter der Schönheit war, den wir, als der Leser zuerst mit jenem Fremden be kannt wurde, geschildert haben. Es war nicht länger die fast weibliche Bartheit der Züge und der Gesichtsfarbe, oder die anmuthige Gewandtheit des Benehmens, welche Walter von Monreal auszeichneten. Sein Benehmen war jetzt gebieterisch und abstoßend, wie das eines Mannes, der gewohnt ist, wilde Geister zu beherrschen. Seine athletische Gestalt war etwas magerer, aber gedrungener geworden, und statt der früher halb durch schöne krause Locken bedeckten Stirne sah man sie jetzt, wenn auch nur mit wenigen Runzeln umzogen, doch bis zu den Schläfen von Haaren entblößt, und die Würde und Männlichkeit seiner Erscheinung wurde durch die ungewöhnliche Höhe der Stirne vermehrt. Seine früher so blühende Gesichtsfarbe war gebräunt und bleicher geworden, und seine Züge schienen schärfer und ausdrucksvoller zu sein, weil die Wangen nicht mehr so voll Die Die Population der Sunde hat sich in Berlin start vermehrt. Die Ginnahme an Hundesteuer war in diesem Jahre um 20 630. höher, für das nächste Etatsjahr ist sie auf 471 280. veranschlagt worden. Berlin- Stettiner Schifffahrtskanal. Wie bereits befanut, besteht die Absicht, zwischen Berlin und Stettin einen Schifffahrtskanal zu erbauen. Der Magistrat von Stettin hat sich nun an den hiesigen Magistrat mit einer Anfrage gerichtet, wie der letztere sich zu dem Kanalprojekt stelle, welches das Be fahren des Kanals mit Schiffen von 8-10 000 3entnern Ladefähigkeit vorsehe und ob die Stadtgemeinde Berlin fich bereit finden lassen werde zur Anlage eines Hafens behufs Auf nahme dieser Fahrzeuge. Das Magistrats Kollegium hat beschlossen, die Angelegenheit zunächst der Verkehrs- Deputation zur Vorberathung zu überweisen, jedoch den Magistrat von Stettin zu benachrichtigen, daß er dem Projekte sehr wohl wollend gegenüberstehe. Tokales. K Achtung, 2. Wahlkreis. In der Versammlung, welche am Sonntag Abend 62 Uhr beim Genossen Zubeil, Lindenstraße 106, stattfindet, wird Genosse Massatsch über:" Der Abera glaube und seine Entstehungsursachen" referiren. Um rege Betheiligung wird ersucht. Kaufmann's Variété. In der gestrigen Bekanntmachung der Metallarbeiter befindet sich in soweit ein Irrthum, als die Sperre über dies Lokal bereits vor einigen Tagen wieder aufgehoben worden ist. die Am Ende ihres Lateins ist die Verwaltung der StadtAngelegenheit soll dergestalt dergestalt beschleunigt werden, aufammen 250 000 m art erspart werden konnten, fodaß daß dieselbe schon im städtischen Etat von 1897198 figuriren wir hier bei einem durch die Reichsbehörden ausgeführten Bau und Ringbahn. Der Bezirks Eisenbahnrath Berlin eine Er( Direktionsbezirke Berlin und Stettin) beschäftigte sich in seiner tann. und diese Behörden pflegen nicht billig zu bauen sparniß von 4/6 pCt. sehen! Bei Privatbauten dürfte sich das gestrigen Herbstfizung, die unter der Leitung des EisenbahnVerhältniß noch höher gestalten. Kämen auch für den Bau von direktions- Präsidenten Kranold im Konferenzsaale des PotsWohnhäusern die Kosten der Baustelle sehr wesentlich mit in damer Bahnhofes stattfand, in umfassender Weise mit der der Frage betracht, so sei die Bauverbilligung doch immer noch bedeutend wichtigen Tarifreform für den Stadt, genug, um zu Neubauten anzuregen. Ring- und Vorortbahnverkehr. Der von dem Mitgliede des Diese kurzen Ausführungen illustriren die im Baugewerbe Bezirks- Eisenbahnraths- Direktor van den Wyngaert gestellte Auherrschenden Verhältnisse tlar und deutlich. Und doch: suchen trag ging dahin: die Bauarbeiter Lohnausbesserungen zu erlangen, dann ist ein„ Der Bezirks- Eisenbahnrath wolle beschließen, die Staatsallgemeines Betergefchrei über die Ünverschämtheit gerade der regierung zu ersuchen, den Ringbahn- Tarif auf den Bauarbeiter, die so heidenmäßig viel Geld verdienen"! ganzen Vorort Verkehr zu übertragen." In der Besprechung des Antrages wurde hinsichtlich der Die städtische Lesehalle und Volksbibliothek, Mohrenstr. 41, und Unhaltbarkeit des Fünsstationen- Tarifs betont ist im Monat November von 5263 Personen besucht worden, Stadt- Ringbahn Fahrpreise vom Oberamtmann Ring die und zwar entfallen auf die Kesehalle 2731 und auf die Bolts Einführung eines Einheitstarifs angeregt, nach welchem dann für Nach Hause verliehen wurden bibliothek 2532 Personen. 10 Pf. in dritter und 20 Pf. in zweiter Klaffe die ganze Stadt3567 Bände, d. i. mehr als das vierfache der vor Eröffnung und Ringbahn zu befahren wäre. Dies wurde jedoch von dem Es sei der Lesehalle monatlich entliehenen Bändezahl. darauf hingewiesen, daß hervorragende neue Erscheinungen des Direktions- Präsidenten Kranold für unmöglich erklärt, weil die Stadtbahn absolut am Ende ihrer Leistungsfähigkeit aus Bühnenmarktes, sowie Frithjof Nansen's Werke über die Nordpol gelangt sei und ein so enormes weiteres Anschwellen des Expedition u. a. sofort nach Erscheinen in der Lesehalle ausliegen Berkehrs, wie es bei noch größerer Berbilligung des Tarifs und wie in der Volksbibliothek nach Hause verliehen werden. unbedingt eintreten würde, unter keinen Umständen mehr würde Bei der städtischen Sparkasse schloß nach dem jetzt vor- bewältigen tönnen. Die Eisenbahn Verwaltung wünsche selbst liegenden neuesten Verwaltungsbericht das Jahr 1895/96( in aufs dringendste, daß der Stadtbahn durch andere private Klammern für 1894/95) mit einem Guthaben der Sparer Verkehrsmittel sobald wie möglich ein erheblicher Theil ihrer von rund 178%( 1623/4) Millionen Mart ab. Daran waren Frequenz entzogen werden möge. Der Eisenbahn Verwaltung 543 097( 509 732) Sparbücher betheiligt. Würde das Guthaben scheint kaum llar zu sein, welch ein geistiges Armuthszeugniß sie gleichmäßig auf alle Bücher vertheilt, so tämen auf das Buch sich mit dieser Erklärung ausstellt. 28,97( 319,47) M. Jm einzelnen schwankten aber die Guthaben Dem Museum für Naturkunde ist aus Deutsch- Neu- Guinea zwischen 1 M. und über 10 000 M. Faft ein Drittel aller Bücher; von Professor Dahl, dem Leiter der mit Unterstützung des Auswärtigen 164 974( 159 033), hatten nur ein Guthaben von 1-61 M. Bei Amts und der königlichen Akademie der Wissenschaften durch den gleichmäßiger Vertheilung des Gesammtguthabens auf die gefammte Brofeffor Dr. Dohrn in Neapel angelegten Forschungsstation in Die Zustände in der Berliner Verkehrsaustalt werden Bevölkerung Berlins in den Sparkassenberichten wird auch Ralum, eine Sammlung verschiedener sehr gut tonservirter diese Berechnung, trotz ihrer Sinnlosigkeit, jedesmal angestellt durch die Thatsache grell beleuchtet, daß einer Reihe der bei der fämen auf den Kopf 106,11( 94,22) M. Wenn diese Zahlen für Bögel, 14 Arten Amphibien und Reptilien, ferner trocken: 200 Thiere zugegangen. Sie enthielt 6 Arten Säugethiere, 27 Arten Oftober- Umwälzung ausgetretenen Angestellten trotz aller ihrer Bemühungen immer noch nicht die Raution ausgezahlt worden eine weiter Besserung des Sparkassenwesens sprechen, so dürfte Stück, Lepidopteren, 161 Stück Orthopteren, 190 Stück Hemiist, die ihnen die Gesellschaft schuldet. Nach dem vereinbarten es do für die, welche überhaupt nicht sparen können, faum ein pteren, 26 Stück Odonaten, 136 Stück Hymenopteren, 227 Stück Dienstvertrage wären einem jeden der erwähnten Arbeiter die Er st sein, caß andere um so größere Ersparnisse haben. Unter Dipteren und 161 Röhrengläschen, angefüllt mit Insekten aller als Kautionsleistung eingezahlten 50 Mark einen Monat nach e Sparern ist selbstverständlich auch diesmal der kleine Ordnungen in Alkohol. Außer den Thieren enthielt die Dahl'sche Mann wieder nur schwach vertreten. Das geht namentlich Sendung auch ein Packet getrockneter Pflanzen, welche dem dem am 22. Oktober dieses Jahres erfolgten Austritt, also aus ben Angaben über die neu eingezahlten Beträge Botanischen Museum übergeben worden sind. am 22. November auszuhändigen gewesen. Als die in bitterer Gingezahlt wurden 1895/96( bezw. 1894/95) in Noth lebenden Leute an diesem Tage das Geld, was ihnen die her or. 575 016( 526 295) güllen rund 421/2( 38) Millionen Mart, doch Die neue Berliner Omnibusgesellschaft soll, wie ein Gesellschaft schuldete, abfordern wollten, wurden sie vom Kassirer tommen auf die Beträge von 1-21 Mart nur 191 423( 178 960) Berichterstatter wissen will, beschloffen haben, hinfort keine Straf Böhlte bis zur Aufsichtsraths Sigung vertröstet, Die Kutscher die am 24. November stattfinden müsse. Die Arbeiter stellten sich Fälle mit rund 24( 2) Millionen Mark, d. h. 331/4( 34) Prozent gelder mehr von ihren Angestellten zu erheben. alier Fälle mit 51/3( 51/2) Prozent der eingezahlten Summien. und Schaffner verdienen allerdings so wenig, daß bei Abzug in einigen Tagen wieder ein. Da kam man ihnen mit der Ausflucht, Bebauerlich ist, daß die Beträge bis 21 Mart, wie immer, zu- von Strafgeldern überhaupt kaum etwas vom Monatslohn übrig daß die Sigung wegen der Erkrankung einiger Aufsichts räthe nicht habe abgehalten werden können. Man möge sich doch jammengefaßt und nicht in noch fleinere Gruppen zerlegt sind. bleibt. noch einige Tage gedulden meinte der Diretor Petri in Gegen die Frage, wer eigentlich die Sparkasse benugt, find wart des Direktors Mandowski; in acht Zagen erhielten. ein Wochenlohn- Empfänger nicht 10 oder 20 Mark mit fie, die Arbeiter, einen Brief, in dem sie aufgefordert würden, einem Male zurücklegen kann gerade die kleinsten Beträge von Lichtigteil. fich ihr Geld zu holen; er selber habe sich für einige tausend Mart Rautionsgelder verpflichtet. Doch der in Aussicht gestellte Bur Unterstützung von weiblichen Arbeitslosen und Brief tam nicht, und fo gingen die Arbeiter Gläubiger Beschaffung lohnender und nutzbringender Thätigkeit für denn gestern wieder zur Direktion." Kommen Sie, diefelben während der rauhen Jahreszeit wird, einem hiesigen wenn Direttor Bergmann hier ift, meinte der Blatte zufolge, demnächst ein Frauenkomitee, dem eine Anzahl Kassirer, was sollen wir uns mit der Sache herumärgern. Die um die öffentliche Wohlthätigkeit in der Reichshauptstadt verArbeiter kamen wieder als der Direktor endlich anwesend war. Dienter Frauen angehört, zusammentreten. Es ist beabsichtigt, Nach Jerusalem will unser Kaiser, wie dem„ Lokal- Anzeiger" Herr Bergmann stellte sich äußerst verwundert. Was die sich mit einem Aufruf an das Publikum zu wenden und mit den Arbeiter denn eigentlich wollten? Ob sie nicht in Frage kommenden städtischen Behörden Fühlung zu nehmen. wüßten, daß die Eingetragene Genossenschaft In erster Linie sollen solche Arbeitslose berücksichtigt werden, Berliner Verkehrsanstalt ihnen gar tein Geld schulde? welche eine Familie zu ernähren haben. Die alte Verkehrsanstalt, ber fie die Kaution in die Hände gegeben hätten, fei Von dem edelsten und besten Polizeispiel und Urkundenpleite gegangen, fälscher v. Lützow giebt die Bosstiche Zeitung" folgendes In letzter Zeit sind in der Universität wieder viele und die was neue Gesellschaft, ja, bie Rautionen, welche dereinst eingezahlt worden seien? Stückchen zum besten: Als Herr v. Lügow, der Held des gegen- Pale tot Diebstahle ausgeführt worden, ohne daß über die Als die betrogenen Arbeiter ihrem nur zu erklärlichen Unmuth in wärtig fo viel Aufsehen erregenden politischen Prozesses, noch in Thäterschaft etwas bekannt wurde. Es mußte daher angenommen voller Freiheit seinen vielseitigen fegensreichen Berufsgeschäften werden, daß der Thäter in Studentenkreisen zu suchen sei. Diefe drastischen Worten Luft machten, schrie der Direktor Bergmann: nachgehen durfte, ließ er sich Ende Oktober eines Tages auf Annahme war insofern zutreffend, als ein stellenloser Kommis Machen Sie, daß sie zur Thür' raus tommen! So hat denn die neue Berliner Verkehrsanstalt über Arbeiter triumphirt, unserer Redaktion ſehen und wünschte einem unserer Redakteure sich in den Besitz der Matrikeltarte seines studirenden Bruders die jetzt beschäftigungslos in den Straßen umherlaufen müssen, vorgestellt zu werden. Er trug eine mächtige schwarze Leder- gesetzt hatte und damit ungehindert in der königl. Universität während Frau und Kinder zu Hause fizen und hungern. Vielleicht mappe bei sich und kranite allerband Papiere und Druck ein- und ausging. Kriminalbeamten gelang es, den mit einem ist dem Staatsanwalt die Möglichkeit gegeben, die Beschristen heraus, die sich auf die Unsittlichkeit beim Theater gestohlenen Paletot bekleideten Thäter auf der Straße festzus beziehen sollten. Er erklärte, schon lange bedrücke es nehmen. Eine in seiner Wohnung vorgenommene Durchsuchung trüger beim Kragen zu packen. sein Herz, wie die Bühnenwelt von Tag zu Tag an Moral ver- führte zur Auffindung der in den Taschen der gestohlenen Ueberlöre, und es müsse durchaus etwas geschehen. Herr v. Lützow zieher befindlich gewesenen Gegenstände, wie Studentenkarten, gedachte auf den bevorstehenden Sittlichkeitstongreß nach Breslau Handschuhe, Taschentücher, Haarbürsten 2c., sowie mehrerer über zu ziehen und dort eine Reihe von Thefen aufzustellen. Hierzu Ueberzieher ausgestellte Pfandscheine, so daß die Geschädigten folle ihm unser Redaktionsmitglied Material liefern. Diefer wieder in den Besitz ihrer Sachen gelangen werden. lehnte es ab, war aber bereit, die Thesen des neuen Sittlichkeitsapostels zu prüfen. Herr v. Lüzow versprach freudig, sie ihm in einer Woche zu bringen. Inzwischen aber trat eine stärkere Gewalt an ihn heran, und dem Breslauer Kongreß entging dieser gestrenge Vorfänipfer für Tugend, Unschuld und ehrbaren Lebenswandel. = fümmere diese Aus dem Baugewerbe. Der neue Reichshaushalts- Anschlag bringt für bauliche Zwecke innerhalb der Stadt Berlin eine ganze Reihe von Forderungen, die dem Reichstage zur Bewilligung unterbreitet werden. Die bisher bei diesen Reichsbauten gemachten nicht unbeträchtlichen Ersparnisse bezeichnet das„ Grundeigenthum als ein charakteristisches Zeichen der Verbilligung d.: Neubauten. Baumaterialien und zu gewiffen Jahreszeiten auch die Arbeitslöhne feien billiger geworden, und zwar so erheblich, daß bei den beiden Kasernen bauten, die je auf rund 3 Millionen Mark veranschlagt ware, waren. Wenn der Provençale jetzt weniger den tapfern und schönen fahrenden Ritter darstellte, so sah er mehr dem erfahrenen Feldherrn und dem einsichtigen Staats mann gleich. " Ihr müßt zugeben," sagte Monreal, ein Gespräch fortsegend, welches großen Eindruck auf seine Gefährten ge" da Sind wir erst einmal wieder in Rom und haben wir unsere Paläste von neuem befestigt, so können wir das lange Leben des Senators ruhig abwarten. Also darüber wären wir einig." Ihr " Jawohl." " " Und Ihr verlangt dafür unsere Einwilligung, daß fünf Jahre lang die Würde eines Podesta bekleidet?" Allerdings." Hermann Lüth. Anläßlich des letzten Stöckerprozesses war zwischen der" Post", dem„ Volk" und der Zeit" ein Streit barüber entstanden, ob der Bandgerichtsdirektor a. D. 2üty noch lebe oder bereits verstorben sei. Jezt meldet das„ Volt": Land gerichtsdirektor a. D. Hermann Lüty, der einstige Borsigende in dem Stöcker- Bäcker- Prozeß, ist noch am Leben und wohnhaft in Heidelberg, Bunsenstr. 11a; er wird jetzt als Beuge in dem Stöcker- Witte- Prozeß von der Vertheidigung vorgeladen. Er war dereinst ein großer Sozialistentödter. zufolge in türkischen Kreisen verlautet, zu Ostern 1898 reisen. Dort soll um diese Zeit eine protestantische Kirche eingeweiht werden, welche auf den seinerzeit vom Sultan dem Kronprinzen Friedrich Wilhelm geschenkten Fundamenten einer alten Kreuzfahrerkirche erbaut wird. Eine aufregende Szene spielte sich Donnerstag Abend um 71/2 Uhr in der Schilling- und Blumenstraße ah. Gine elegante Rohnkutsche, die mit zwei prächtigen Schimmeln bespannt war, brachte eine Dame nach dem Hause Schillingstraße 12-14. Der Rutscher stieg vom Bock und öffnete, die Zeine in der Hand, den Wagenschlag. Diesen schlug dann die Dame, als sie ausgestiegen war, felbit so heftig zu, daß die Pferde scheuten. Die jungen Thiere machten gleich einen solchen Saß, daß dem Kutscher die eine entglitt, raften die Schillingstraße hinunter nach der Blumenstraße zu und rannten blindlings gegen d 3 Haus Nr. 7a, auf das die Schillingstraße mündet. Di Deichsel drang durch das Fenster in die Kellerwohnung des Privatwächters Raftler ein, die Pferde zerschmetterten sich rechts und lints vom Fenster an der Wand den Schädel und verendeten auf der Stelle. macht zu haben schien, daß in diesem Kampf zwischen Euch Durch Ueberfahren wurde Donnerstag Abend gegen 5 Uhr und dem Senator von mir allein alles abhängt. Rienzi der 36jährige Weinfüier Paul Pfistner aus der Bell- Alliance ist gänzlich in meiner Gewalt, meine Brüder sind die An-" Ich meines Theils gehe auf die Bedingungen ein", ftraße 104 getödtet. Der Mann gerieth vor dem Hause Yorkführer seiner Armee, er selbst ist mein Schuldner. Es sagte der Savelli, hier ist meine Hand. Ich bin dieser Straße 58 unter ein Fuhrwerk, dessen Eigenthümer und Kutscher hängt von mir ab, ob ich ihn auf dem Throne befestigen Fehden, selbst unter uns, überbrüssig, und glaube, daß ein noch nicht festgestellt worden sind. oder ihn auf das Blutgerüst schicken will. Ich habe nur ausländischer Herrscher am besten die Ordnung in Rom Eine Vergiftung mit Scheidewasser ist zur Kenntnis der den Befehl zu geben, und die große Kompagnie rückt in wird behaupten können, besonders ein Mann wie Ihr, Staatsanwaltschaft gekommen. In der Nacht zum Mittwoch Rom ein, aber ich glaube, daß wir ohne ihre Mitwirkung, Herr Ritter, deffen Geburt und Ruhm Euch befähigt, den wurde das 22 jährige Dienstmädchen Marie Schlozzorsch, das wenn Ihr Euren Versprechungen treu bleibt, unsern Zweck Unterschied zwischen Baronen und Plebejern zu begreifen." bei einem Onkel in der Görligerstraße wohnte, schwer trant in erreichen können." " Ich meines Theils füble", sagte Stefanello, daß wir eine Anstalt gebracht und starb dort um 112 Uhr morgens an unter mehreren Uebeln nur die Wahl haben, ein aus scheinend an Herzschwäche. Die Leichenöffnung hat jedoch erländischer Podesta gefällt mir nicht, aber noch weniger ein geben, daß das Mädchen Scheidewasser genommen hatte. plebejischer Senator. Hier ist auch meine Hand, Herr " 1 Und doch wird Balestrina durch Eure Brüder be lagert", sagte Stefanello empfindlich. Aber sie haben meine Befehle, vor diesen Mauern ihre Aus dem Polizeibericht vom 4. Dezember. In der Zeit zu verlieren. Seht Ihr nicht ein, daß durch diese Ritter." Mittagsstunde gerieth in der Blumenstraße die 14jährige Tochter Belagerung, erfolglos wie sie, wenn ich will, sein wird,„ Edle Herren," sagte Monreal nach einer kurzer Pause, des in der Chorinerstraße wohnenden Klempners Henschke unter die Räder eines sehr schnell fahrenden Schlächterwagens und Rienzi im Auslande seinen Ruhm und in Rom seine seine durchdringenden Blicke mit großem Bedacht von dem erlitt eine Gehirnerschütterung. In der Trunkenheit fuhr nachPopularität einbüßen muß?" einen zum anderen wendend, unser Vertrag ist abgeschlossen, mittags der Kutscher Reinhold R. so heftig gegen einen vor " Herr Ritter", sagte Luca di Savelli, Jhr sprecht wie jetzt noch ein Wort als Nachtrag, Walter von Monreal dem Hause Kurfürstenstraße 24 haltenden Geschäftswagen der ein Mann, der in der tiefen Politik der Zeit erfahren ist, ist kein Graf Pepin von Minorbino! Fch vertraute Spindler'schen Färberei, daß dieser umstürzte und beschädigt und unter allen den Umständen, die uns bedrohen, scheint früher Eure Sache und die meinige einem Bevollmächtigten wurde. Hierbei erlitt der auf dem Geschäftswagen fizende ArEuer Vorschlag mir wohl begründet und vernünftig. Ihr an, indem ich mir, wie ich geftehen muß, wenig träumen beiter Schindler eine erhebliche Verlegung am Knie.- Beim macht Euch anheischig, uns und die anderen Barone wieder ließ, daß der Sieg so leicht sein würde; Eure Sache be- Besteigen eines durch die Yorkstraße fahrenden Arbeitswagens nach Rom zu führen und Rienzi der Löwentreppe zu über- förderte er, die meinige war verloren. Er vertrieb den fiel abends der Vorkosthändler Paul Pfistner hin, gerieth unter weisen Tribunen und ließ darauf durch die Barone sich selbst ver- die Räder und wurde so schwer verlegt, daß er bereits während Das nicht, das nicht!" fiel Monreal schnell ein, ich bannen. Dieses Mal besorge ich selbst meine An- der Ueberführung in die nahegelegene Unfallstation verschied. will darein einwilligen, seine Macht so zu beschränken und gelegenheiten, und merkt es Euch, ich habe in der großen Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. zu verfrüppeln, daß er eine Drahtpuppe in unseren Händen Kompagnie eine Erfahrung gemacht, nämlich, daß man nie ist, und von seiner Autorität nur ein Schatten übrig bleibt, einen Verräther oder Ueberläufer, er sei von welchem Rang oder wenn sein fühner Geist dieses nicht erträgt, so wollen er wolle, begnadigen darf. Entschuldigt diese Andeutung. wir ihn wieder nach den Wildnissen Deutschlands verbannen. Laßt uns jegt von etwas anderem sprechen. Ihr haltet Ich möchte ihn unschädlich machen, aber ich will nicht also in diesem Kaftell meinen alten Freund, den Baron feinen Untergang oder( fügte Monreal nach einer kleinen von Caftello, gefangen?" Pause hinzu) die Umstände müßten uns durchaus dazu" Ja," sagte Luca di Savelli, denn Stefanello, der durch drängen. Die Macht darf keine Opfer übermüthig ver- Monreal's Drohung, die er nicht offen zu erwidern wagte, langen, aber um die Macht zu sichern, tönnen Opfer aller- sich beleidigt fühlte, behauptete ein hartnäckiges Stilldings nothwendig werden." schweigen. Ja, es ist ein Patrizier weniger für den Rath " Ich verstehe Eure Subtilitäten," sagte Luca di Savelli des Senators. mit seinem talten Lächeln, und habe nichts dagegen. I ( Fortfegung folgt.) Aus den Nachbarorten. Achtung, Friedrichsberg! Am Dienstag, den 8. Dezember, abends 81, Uhr, findet in Spizig's Lokal eine Bolts Ber sammlung statt, in welcher der vertagte Bericht des Vertrauensmannes, sowie dessen Neuwahl, die Wahl der Revisoren und die der Mitglieder der Lokalkommission erledigt werden soll. Außerdem hält Reichstags- Abgeordneter Peus einen Vortrag über die Entwickelung der sozialistischen Gesellschaft aus der tapitalistischen. Parteigenoffen, agitirt für zahlreichen Besuch! Weißensee. Sonntag, den 6. d. M., nachmittags 5 Uhr, findet im Lofal von Müller, König Chauffee 38, eine Volts. lversammlung statt. Genoffe Fris Sanfen hat den Die Parteigenoffen von Friedrichsfelde werden hiermit auf die heutige Annonce aufmerksam gemacht. at those " * Ueber die auf dem Berliner Gewerkschaftsbureau weiter Vortrag übernommen. Nachher geselliges Beisammensein und solcher Leute gestern das Schiff„ Fürst Bismarck" verlassen, wo die schrieb, daß Crispi ein gemeiner Schwindler war. Das genügt Tanz. Entree 10 Pf. Um recht rege Betheiligung ersucht die Streikbrecher, um sie von der ausständigen Arbeiterschaft zu isoliren, wohl, um darzuthun, daß auf die Meinung der Tante Boß Einberuferin Marie Werner. untergebracht sind. Dieses Schiff wird deswegen allgemein das nichts zu geben ist. Sogar dem„ Kladderadatsch", der in Be " Streitbrecher- Hotel" genannt. Ferner haben ca. 150 andere ziehung auf Scharffinn gewiß die mäßigsten Ansprüche stellt, ist Streitbrecher heute die Arbeit niedergelegt und morgen reisen die Salbaderei der Tante Voß unausstehlich. Nummer für 127 Engländer von der Prussia" wieder ab. Nummer verspottet er sie in der unbarmherzigsten Weise. Ein Offizier als Erzieher. Die„ Volts- Zeitung" schreibt: In welch' hohem Maße die Sympathien für die Arbeiter Der defertirte Premierlieutenant rau tv etter vom 141. Jn im Bürgerthum mit dem Beschluß der Unternehmer gewachsen und Speicherarbeiter mit den Hamburgern solidarisch. Trauto Jn Danzig erklärte sich eine Versammlung der Hafen. fanterie- Regiment, welcher jetzt vom Kriegsgericht der 35. Division find, geht daraus hervor, daß z. B. die Geschäftsleute anfangen, in Graudenz zu 1000 M. Geldstrafe wegen Fahnenflucht ver- fich öffentlich über die Sache zu gunsten der Streikenden zu urtheilt wurde, war bis zu seiner Flucht als Erzieher beim äußern. So findet heute, Freitag, Mittag eine Versammlung Kadettenkorps zu Potsdam abfommandirt. Sein Verschwinden der Gewerbetreibenden einiger Vororte statt. In eingegangenen Gelder wird in nächster Nummer quittirt. erregte seinerzeit großes Aufsehen, da er ein sehr beliebter Offizier dem Aufruf dazu heißt es, daß auch die Gewerbetreibenden war. Das geflissentlich verbreitete Gerücht, Trautvetter sei wegen schwer unter den Kämpfen der um ihre Gristenz ringenden ArSchulden verschwunden, fand deshalb auch keinen Glauben. Aus beiter leiden. zuverlässiger Quelle kann die ,, B.- 3tg." mittheilen, daß der Grund zu der Flucht Trautvetter's ein anderer war. 2. hatte alle Ursache, sich schleunigst zu entfernen, denn es wurde ihm zur Last gelegt, fich an den ihm zur Erziehung anvertrauten Kadetten unsittlich vergangen zu haben. Gleich nach seiner Flucht wurde er übrigens als Offizier mit schlichtem Abschied entlassen. Ans Rigdorf wird berichtet, daß gestern ein großer WirbelEnochen und ein sehr starkes Schenkelknochenstück vom Mammuth in den unteren Lagen der Kiesgruben des Herrn F. W. Körner in Rigdorf- Britz gefunden worden sind. Die Funde liegen einige Tage in Nixdorf, Bergstr. 50/52, zur Ansicht aus und werden dann dem Märkischen Museum übergeben. Im Betriebe der Dampfstraßenbahn ereignete sich gestern wieder ein schwerer Unglücksfall. Gegen 5 Uhr nachmittags fand in der Schloßstraße zu Steglitz ein so heftiger Zusammenstoß zwischen einem Wagen der Dampfstraßenbahn und einem Geschäftswagen der Petroleumhandlung von Joske, Alt- Moabit, statt, daß der lettere Wagen stark beschädigt, der Kutscher vom Bock geschleudert und schwer verletzt wurde. Er mußte, nachdem ihm in Steglit ein Nothverband angelegt, nach einem Berliner Krankenhause gebracht werden. Am Dienstag finden in Berlin mehrere Berverfehr Hamburgs gewachsen und damit das Rheder- Streit referirt werden wird. Die Gewerkschaften 2c. In welch großartigem Maßstabe der Schiffs- sammlungen statt, in denen über den Hafenarbeiterund Stauergewerbe zur Blüthe gekommen ist, zeigen folgende werden ersucht, für diesen Tag etwa einberufene Angaben, die Reichstags- Abgeordneter Moltenbuhr in einer Versammlung der Speicher- und Lagerarbeiter machte. E3 Versammlungen ausfallen zu laffen. tamen im Hamburger Hafen Schiffe an in den Jahren: Jahr Schiffszahl Tonsgehalt Jahr 19 1880 5099 2 564 017 1881 5113 2 622 700 9 1882 5226 2 820 140 1892 7146 5 200 175 1893 7316 5 548 835 1894 7455 5 808 882 Soziale Rechtspflege. Einen wichtigen Rechtsgrundsatz hat das Gewerbe. gericht anläßlich eines Rechtsstreites ausgesprochen, den ein Unternehmer gegen mehrere Arbeiter angestrengt hatte. Die Betlagten waren, ohne vorher zu fündigen, aus dem ArbeitsHamburger Hafen: Berlassen haben in demselben Zeitraum Schiffe den verhältniß ausgetreten, und der Kläger verlangte nun von ihnen Jahr Schiffe Register- Tons 1880 4454 2 064 129 1881 4347 2 148 248 1882 4558 2.300 373 1892 6008 3 937 581 1893 6290 1894 6599 4.086 107 4314 839 eine Entschädigung wegen Kontrattbruches in Höhe eines Wochenlohnes, welcher Betrag für diesen Fall in der Fabrikordnung vorgesehen war. Die Angeklagten machten dagegen geltend, daß der Kläger sich auf Vorhaltungen aus den Kreisen seiner Arbeiter verpflichtet hätte, nie von den Strafbestimmuugen der Fabrikordnung Gebrauch zu machen, und daß er demgemäß auch stets gehandelt habe. Der Gerichtshof nahm von einer Beweiserhebung hierüber AbAus Potsdam wird berichtet: Das Opfer eines brutalen Der Tonnengehalt der Schiffe und damit der Waarenverkehr stand und verurtheilte ohne weiteres die Beklagten nach dem 2. Garde- Feld- Artillerie- Regiment. Derselbe hatte dort ein Tanz- da sollen die Rheder und Stauer, die doch die Transport einer Fabrikordnung vorschreibe. Das Gesetz bestimme, daß die Ueberfalls wurde in Bornim bei Potsdam ein Unteroffizier vom ist feit 1880 alfo um das doppelte gestiegen, und Klageantrage. Gründe: Das Unternehmen des Klägers gehöre zu den Fabrikbetrieben, für die die Gewerbe- Ordnung den Erlaß lokal besucht und wurde von einigen Zivilpersonen mit dem tarife nicht erniedrigt, sondern erhöht haben, nicht in der Bestimmungen der einmal erlassenen Fabrikordnung in fraft Spitznamen der Potsdamer Artillerie Badeengel" gebänselt. Er Lage sein, die Forderungen der Ausständigen zu bewilligen? verbat sich dies entschieden und gerieth mit den Leuten in einen blieben, bis andere Bestimmungen durch einen neuen Erlaß ge= Wortstreit. Als der Unteroffizier nun abends 11 Uhr das Lokal führte der Abg. v. Elm u. a. aus: Als wir am Mittwoch in hier behauptete, unzulässig; gegenüber den zwingenden In der Versammlung der Ewerführer am Donnerstag troffen seien. Somit sei aber eine mündliche Abrede, wie die verließ, wurde er aus dem Hinterhalt von fünf bis sechs Per- den Bersammlungen zur Bildung eines Schiedsgerichts einstimmig Borschriften des Gesetzes komme fie in keiner Beziehung in fonen überfallen und mit Todtschlägern und Gummischläuchen so unsere Zustimmung gaben, hat keiner von uns geahnt, daß bereits Frage. lange geschlagen, bis er mit klaffenden Kopfwunden besinnungslos nachmittags die Arbeitgeber denselben Vorschlag ablehnen würden, Eine prinzipielle Entscheidung hat der II. Senat des niederstürzte. Die Uebelthäter schleppten ihn in den nahe be- obgleich mir bereits Gerüchte zu Ohren gekommen waren, daß Reichs- Versicherungsamtes am 1. Dezember gefällt. legenen Wald, ließen ihn dort troß der Kälte liegen und ent- die Herren Senator Dr. Hachmann, Dr. Noack und Siegmund Der gegen Betriebsunfälle versicherte Landwirth Eßner hatte sich flohen. Zum Glück wurde der Unteroffizier bald aufgefunden Hinrichsen den Arbeitgebern zu arbeiterfreundlich seien. Eine bei einer landwirthschaftlichen Arbeit derart verlegt, daß er und noch immer besinnungslos nach Bornim zurückgebracht. solche Insinuation erschien mir unglaublich, obgleich man sonst längere Zeit im städtischen Krankenhause in Köln behandelt Dort legte man ihm einen Nothverband an und veranlaßte am hier in Hamburg schon verschiedenes gewohnt ist. Unter den werden mußte. Da er die Kurkosten, die sich auf 162 M. beliefen, nächsten Tage seine Ueberführung nach dem Garnisonlazareth am Vertretern der Arbeitgeber, die den ablehnenden Bescheid faßten, nicht zahlen konnte, ermächtigte er schriftlich die rheinische landRuinenberge. Die Thäter, mehrere Maler und Lackirer aus befanden sich auch die Zigarrenfabrikanten und Gärtner. wirthschaftliche Berufsgenossenschaft, die genannte Summe von der Bornstedt und Potsdam, sind ermittelt worden. Der Haupt-( Lautes Lachen der Versammlung.) Was haben diese Leute mit ihm zustehenden Unfallrente abzuziehen und dem Ortsarmen schläger war der Lackirer Grunow aus Bornstedt. der Sache zu thun? Ebenso gut hätten wir die ge- Verband der Stadt Köln auszuzahlen. Die Berufsgenossenschaft sammte Arbeiterschaft von Hamburg zur Ent- verfuhr dann auch in diesem Sinne. Eßner gerieth mit ihr in scheidung anrufen können. Wir haben aber im Gegenfaze hierzu Streit über die Höhe der Rente und beantragte nunmehr auch daß nur die am Streit Betheiligten in dieser Sache gab, im Gegensatz zum Schiedsgericht, diesem Antrage statt und in der bei Tütge abgehaltenen Wolfsversammlung entschieden, die Herauszahlung der 162 M. Das Reichs- Versicherungsamt ihr Wort zu geben hätten. Ebensowohl hätten auch verurtheilte die Berufsgenossenschaft den Arbeitgebern Unbetheiligte fern bleiben übrigen Mehrforderungen des Klägers wurden dagegen abdemgemäß; die müssen. gewiesen. Der Vorsitzende, Direktor Pfarrius, führte zur schaft fei rechts unwirksam, weil Ansprüche auf UnfallBegründung aus, die fragliche Ermächtigung der Berufsgenossens renten nicht übertragbar seien und ein Ersatzanspruch eines Ortsarmen- Verbandes nach§ 8 des UnfallversicherungsGesetzes nicht vorliege. In betracht komme, daß es sich hier nur bandele. Kunst und Wissenschaft. Eine Exkursion in die Fauna der Urwelt unternahm Dieser Tage die Deutsche Gesellschaft für voltsthümliche Natur funde unter Führung des Ruftos an der paläontologischen Abtheilung des föniglichen Museums für Naturkunde, Herrn Prof. Dr. Jätel. Dieser Ausflug bildete gewissermaßen die Ergänzung zu dem bei einer früheren Gelegenheit von Herrn Prof. Jätel mai chini sten der Alster Dampfschiffe befchloffen, Im Laufe der Versammlung kam zur Sprache, daß die gehaltenen Vortrage über„ Die Entwickelung der Thierformen". ihrer Direktion am Nachmittag einen Sohutarif vorzulegen. Lehnt Nach einem allgemeinen Ueberblick über die Entwickelung die Direktion ab, so wollen auch sie sich solidarisch mit den unferes Planeten und die ersten Spuren des organischen Streifenden erklären. Lebens auf demselben wurden die Bedingungen be Im Friedrich- Wilhelmstädtischen Theater geht heute das Schauspiel Die Geier- Wally" in Szene. Morgen, Sonntag, wird zum letzten Male Verdi's Oper:„ Der Troubadour" aufgeführt. Heute Nachmittag findet eine Kindervorstellung zu tleinen Preisen ftatt. Es wird Der Rattenfänger von Hameln" gegeben. Gerichts- Beitung. " " sprochen, unter Denen fosfile Refte solcher porwelt- Die Meldung einer Berliner Lokalkorrespondenz, um einen Anspruch aus den ersten 13 Wochen nach dem Unfalle lichen Lebewesen auf uns tommen tonnten. Aus dem wonach 200 Berliner Schuhleute nebst Offizieren nach Studium derselben hat sich ergeben, daß ein allmäliges Fort- Hamburg gefandt werden sollten, wird von der„ Hamburger schreiten der niederen Thierwell zu den höher organisirten Wesen Börsenhalle" auf grund offizieller Mittheilungen dementirt. fich feststellen läßt, daß man dagegen nicht berechtigt ist, für be- Gs hieße auch nur Del ins Feuer gießen, wollte man die Hamstimmte Perioden der Entwickelung unseres Erdballes eine be- burger Arbeiterschaft, deren ruhiges Verhalten erst am Wegen Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen timmte Flora oder Fauna anzunehmen. Hohes Intereffe erregten Donnerstag selbst vom Minister v. Bötticher im Reichstag und Vergehens wider die öffentliche Ordnung batten sich gestern hierbei die Uebergänge, welche sich nachweisen laffen zwischen anerkannt worden ist, mit preußischer Polizei heimsuchen. die Genossen Zeitungsverleger Anton Kopp aus Friedrichsberg Reptilien und Vögeln oder Vögeln und Säugethieren, bezw. die und Buchdruckereibesizer Friedrich Wilhelm Johannes Behlen. Rückbildung von Landbewohnern zu Wasserbewohnern. So wurde erhalten des Arbeitgeber Berbandes nur von Landgericht II zu verantworten. In der bürgerlichen Presse wird das ablehnende dorf aus Neu- Weißensee vor der zweiten Straffammer am die ganze Lebemelt der Urzeit durchwandert bis zu den kleinsten Blättern vom Schlage der Stumm'schen Post" und den Bis- Verhandlung Gleich am Beginn der Geschöpfen, wie sie uns der Bernstein in seinen Einschlüssen so märckischen„ Hamburger Nachrichten" gebilligt Die übrige Preffe Stüber, regte der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor wunderbar erhalten hat, ja sogar ein foffiles Spinngewebe fehlte erkennt direkt oder indirekt einstimmig an, daß durch das Ver- Vertheidiger, Rechtsanwalt Wolfgang Heine, widersprach den Ausschluß der Deffentlichkeit an. Der darunter nicht. halten des Unternehmerrings der Stand der Sache verschlimmert dem Ausschluß, weil dazu gar kein Grund vorliege, der GerichtsIm Schiller- Theater wird in ber morgen, Sonntag Nachmittag, ftatt- worden ist. findenden Vorstellung des Meeres und der Liebe Wellen" mit Fräulein So schreibt die antisemitische Staatsbürger- 3ei während der ganzen Dauer der Verhandlung auszuschließen, weil hof beschloß aber nach längerer Berathung, die Deffentlichkeit Pauly und Herrn Bach in den Hauptrollen gegeben. Sonntag Abend geht der Schwant Vergnügte Flitterwochen" von Keller und Brentano in Szene. tung": Mit einem Schlage hat sich hier die Situation ver- durch Verlefung des angeblich die öffentliche Ordnung Heute wird„ Der Pfarrer von Kirchfeld" wiederholt. ändert, alles ist in sieberhafter Bewegung und Aufregung; die störenden Flugblattes die Deffentlichkeit gestört werden könne. Ablehnung des Arbeitgeber- Verbandes betreffs des Schieds- Der Anklage lag das Flugblatt zu grunde, welches im Mai d. J. gerichts wird schwere Folgen haben! Herrschte bisher noch sich an die ländliche Bevölkerung Nieder- Barnims" richtete und eine ziemlich friedliche Stimmung, so hat diese jetzt der mit den Worten schloß:„ Es lebe die internationale, völkerbefreiende, Erbitterung Plaz gemacht. Die Sympathie der Be- Friede und Glück bringende Sozialdemokratie. Sie lebe hoch!" Das völkerung sowohl wie der Presse steht jekt zum Flugblatt kritisirt die Folgen der die nothwendigen Lebensmittel Bur Hafenarbeiter- Bewegung. großen Theil auf feiten der Arbeiterscha ft. vertheuernden Steuerpolitit, klärt den Landarbeiter darüber auf, Wie vorauszusehen war, hat die Weigerung des Arbeitgeber des Schiedsgerichts durch die Arbeitgeber wird in manchen das häusliche Gesinde bestehen, legt das Ziel der Sozialdemo Das Berliner Tageblatt" berichtet: Die Ablehnung welche Ausnahmegefeße noch heute gegen das ländliche und gegen Berbaudes, die zwischen den Arbeitern, Stauern und Rhedern Kreisen als eine Demonstration gegen den einer fratie dar und fordert zum Anschluß an die Sozialdemokratie auf. schwebenden Differenzen durch ein Schiedsgericht beilegen zu vermittelung geneigten Senat aufgefaßt. Die Für den Inhalt des Flugblattes follte Ropp als Verfaffer laffen, zur Erklärung des Generalstreits geführt. Zwei Streifenden haben nicht ohne Erfolg an die Solidarität der Ar- verantwortlich gemacht werden, während der Buchdrucker BehlenWolff'sche Depeschen berichten darüber unterm 4. Dezember: Die Zentral- Streitfommission hat den Generalstreik aller im Die Hamburger Arbeiter tragen wöchentlich je eine Mart für im Anfang auf eine Klippe. Es war nämlich nicht nachzuweisen, beiter aller Länder appellirt. Koloing sandte 10 000 kronen. dorf der Beihilfe bezichtigt wurde. Die Verhandlung stieß schon und am Hafen beschäftigten Arbeiter beschlossen. Ein heute den Streifionds bei. In diesen Kreisen glaubt man, die Arbeit- daß die Angeklagten das inkriminirte Flugblatt früh vertheiltes Flugblatt fordert alle Quai- Arbeiter, Barkassen geber würden dem Beispiel ihrer bremischen Berufsgenoffen verbreitet" öffentlich führer und Roukutscher auf, die Arbeit einzustellen, damit der folgen müssen. Unter den 650 auf dem Fürsten Bismarc" ein. Behlendorf auf Anweisung haben. Es ließ sich nur feststellen, daß Verkehr im Hafen von Hamburg vollständig rube. U m 81, u br quartirten Arbeitern gährt es; fie betrachten sich als ihrer von Ubr von von Ropp größere Poften verließ die bestimmte Personen, Der größte Theil der Arbeiter der Flugblättern Staatsquais in großen Zügen die Arbeit. Ein Freiheit beraubt. entsprechend legitimirten, ausgehändigt hat. Nach langer Befleiner Theil arbeitet noch weiter, vermuthlich nur bis Mittag. Die Deutsche Warte" schreibt: Eine Partei muß rathung umging der Gerichtshof diese Klippe mit dem Beschlusse, Heute Mittag findet eine Versammlung der streitenden Quai unterliegen, entweder die Arbeitgeber oder die Arbeiter! Gs zunächst prinzipiell die Frage zu erledigen, ob sich die Angeklagten, Arbeiter statt. giebt einen Kampf bis zum Weißbluten. Fraglich ist es, ob die selbst wenn die öffentliche Verbreitung angenommen werde, Arbeiter nochmals die Hand des Friedens, wenn sie ihnen etwa schuldig gemacht hätten. In der weiteren Beweisaufnahme stellte geboten werden sollte, annehmen werden. sich durch das Zeugniß des Reichstags Abgeordneten Arthur Die National- Zeitung" theilt mit: In den unter- Stadthagen heraus, daß der Angeklagte Kopp zwar das richteten Kreisen ist man der Ansicht, daß, wenn der Streit nicht Flugblatt verfaßt, dann aber Herrn Stadthagen zur Zensur vorbald ein Ende nimmt, die Noth riesige Dimensionen annehmen Annößige herausgestrichen und das war so viel, daß von dem urſpünggelegt hat. Dieser hat aus dem Text alles seiner Meinung nach Unser Spezial- Berichterstatter schreibt uns unterm gleichen geht am besten aus einem der vielen gestern an der Wasserkante zur Flugblatt insbesondere nach der Richtung hin geprüft hat, ob wird. Wie die Stimmung unter der streikenden Bevölkerung ist, lichen Text nur noch wenig übrig blieb. Zeuge legte dar, daß er das Voraussichtlich wird es einen langen und erbitterten Kampf Bertheilung gelangten Flugblätter hervor. Der Wortlaut ist folgeben. Die Arbeiter können natürlich nur siegen, wenn sie gender:„ An die streitenden Hafenarbeiter und Seeleute! Arbeiter! Beleidigungen, Aufreizungen oder Verächtlichmachungen aus dem Das Unternehmerthum hat auf Gure großartige Kundgebung felben tonftruirt werden können. Der Inhalt sei straflos, da wie bisher einmüthig zusammenhalten und stramme Disziplin für die von Herrn Senator D. Hachmann in so anerkennens er lediglich wahre Thatsachen und aus demselben gezogene bewahren, sich durch nichts provoziren lassen und von der werther Weise vorgeschlagene schiedsgerichtliche Bermitte- daß doch ein Büchtigungsrecht" gegenüber dem Gesinde nicht be Schloßfolgerungen enthalte. Der Vorsitzende wies darauf hin, übrigen Arbeiterschaft ausreichend unterstützt werden. Ueber lung zweds Beilegung des Streits seine Antwort gegeben. eigene Mittel verfügen die Streikenden, die ja bisher nur in sehr Diese Antwort ist der Ausdruck der denkbar brutalften progen- ftebe. Zeuge legte nun dar an der Hand des Flugblattes, das geringer Zahl organisirt waren, bekanntlich nicht. haften Infamie! Das toalirte Unternehmerthum hat die Stirn wörtlich die bekannten Prügelparagraphen der Gefinde- Ordnung Die Sammlungen find aber überall im Gang. Die Dod gehabt, die schiedsgerichtliche Vermittelung abzulehnen und damit sitirt, daß das Flugblatt lediglich die allerdings in der Praxis arbeiter von Hull und Liverpool baben telegraphirt, daß Euch und die übrige Arbeiterschaft vor die Nothwendigkeit ge- bestrittene Frage, ob diese Baragraphen als Büchtigungsrecht sie beschlossen, pro Mann und Woche 2 Mart zu stellt, den Kampf für Eure berechtigten Forderungen unter Auf- auszusprechen seien, bejahe. Dabei befinde es sich in guter steuern, das Hamburger Gewertschaftstarte!! wand aller Entschlossenheit und Energie, deren Ihr fähig seid, Gesellschaft. In der Theorie werde die Pflicht des Gesindes, wird pro Mann und Woche 1 Mart in die Streiftaſſe fortzusehen! Das Verhängniß erfülle fich. Es wird, wenn Ihr wegen Prügel unter den in den§§ 17, 18 und 19 der Gesindezahlen. Wie das Hamburger Echo" mittheilt, sandte der Ver. Euch selbst und Eurer guten Sache nicht untreu werdet, fich in Dronung dargelegten Voraussetzungen nicht gegen die Herrschaft band der Landarbeiter von Jütland und Fünen der zweifach verdienten Niederlage des Unternehmerthums offen- lagen zu dürfen, mit recht als ein Büchtigungsrecht der in Dänemark 10 000 kronen( 11 250 M.) Unterstützung, baren. Heraus! Heran in Reih' und Glied!" Herrschaft allieitig bezeichnet. Wenn das Reichsgericht ferner das Leipziger Gewertschaftstartell 4000 M. und das Obertribunal die Versagung der Klage nicht als erste Rate. Die ,, Voffische Zeitung" erklärt, daß man die Ursache des als Büchtigungsrecht auffaffen, so sei das eine durchaus ab= Die Haltung der Streifenden ist durchaus hoffnungsvoll. Ausstandes in Hamburg in der Schürarbeit der Sozialdemo- weichende Auffassung, die mit der Entstehung des Gesetzes, mit Ihre Reihen zeigen nicht die geringste Schwankung, und die von fratie" suchen müsse. Dieselbe Bosnische Zeitung" hat bekannt dem Bestreben der Junter, bei Schaffung des Landrechts ein überall herangelontsten Streitbrecher verlassen thatsächlich in lich den Minister Crispi noch als braven Mann gepriesen, als unbedingtes Büchtigungsrecht" au erhalten, mit den Aeuße Maffen wieder das hamburgische Gebiet. So z. B. baben 280 felbft das legte bürgerliche Winkelblättchen schon wußte und rungen in den 1854 er Verhandlungen des Herrenhauses schlechter. An der Versammlung der ausständigen Quai Arbeiter nahmen etwa 4000 Personen theil. Es wurde beschlossen, den verkündigten Gesammtausstand anzuertennen und sich mit den übrigen Ausständigen soli darisch zu erklären. Datum: " " an fich dings sich nicht vereinigen lasse. Stadthagen schildert dann ein- 1haben Sie den Frieben meines Hauses aufs gleichfalls Fener gefangen, doch konnte das Feuer noch im Ents gehend aus der Entstehung der Vorschrift in Art. 95 des Ein- gröblichste verlegt." Und weiter rief Profeffor Schwarz, stehen gelöscht werden. führungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch,( wonach das ohue sich direkt an seinen Gegner zu wenden: Der Jrrsinn Ju Mülhausen im Elsaß ist ein Theil der Baumwoll Züchtigungsrecht vom 1. Januar 1900 ab aufgehoben geht immer weiter, darf ich Sie bitten, Sie spinnerei Nägeli Frères gestern Morgen niedergebrannt. sein soll), daß die gesammten Regierungen und der Reichstag hinaus zu begleiten?" Gleich darauf apostrophirte der Noch ein Beitrag zum verfeinerten Ehrgefühl. Ueber angenommen haben, durch diese Vorschrift werden auch die mitanwesende Bauunternehmer Holmgren den Kartellträger den schneidigen Ritt eines Hauptmannes Prügelparagraphen der preußischen Gesinde- Ordnung getroffen. in folgender Weise: ,, Sind Sie verrückt, einen alten = " Einen diefer Straße aufmerksam zu machen. Nach diesem Ausfalle der Beweisaufnahme beantragte der Familienvater auf Pistolen zu fordern?" Beide berichtet das„ Würzb. Journal" folgendes: Am Freitag ritt Staatsanwalt für Behlendorf die Freisprechung, weil demselben begleiteten dann den Regierungsaffeffor A. bis zur Thür des auf dem Trottoir der Faulenbergstraße der Artillerie. nicht nachgewiesen werden könne, daß er kenntniß von dem Inhalte Borgartens und hier legte der Verklagte Holmgren feine Rechte, Hauptmann Hopf, was dem in dieser Straße patrouilliren des Flugblattes genommen habe; bezüglich des Kopp nahm der Staats- wie er selbst meinte, als hochbetagter Mann in wohlwollendster den Schuhmann Veranlassung gab, den Offizier auf das Verbot des Reitens in anwalt an, daß der Thatbestand der Verächtlichmachung vollständig Absicht für den jungen Assessor, auf die Schulter desselben und Der Hauptmann schrie den Schuhmann sogleich heftig an, erfüllt sei, und beantragte für diesen neun Monate Gefaate: Wenn Sie erst verheirathet sind, werden verlangte nach seinem Namen und drohte mit Beschwerde. fängniß. Der Rechtsanwalt Heine legte eingehend die Sie auch vernünftig werden." Wegen diefer absolute Straflosigkeit des Flugblatts und der Angeklagten dar. Aeußerungen wurde Regierungsaffeffor Arnold lagbar! Nachdem der Schuhmann seinen Namen genannt und dafür den Nach mehr als stundenlanger Berathung erkannte der Gerichtshof In dem Termin behauptete der Kläger, er habe zunächst in des Hauptmanns zu wiffen begehrte, schrie ihn diefer an: auf Freisprechung beider Angeklagten. Es tönne voll- der Wohnung des Verklagten diesem den Auftrag feines nicht nach dem Namen zu fragen, meinen Namen Hauptmann haben Sie überhaupt ständig dahingestellt bleiben so etwa lautete die Begründung Mandanten ausgerichtet, Prof. Schwarz solle Abbitte wegen der Ein Glück war es für den erfahren Sie durch die Beschwerde." des Urtheils ob irgend ein Thatbestandsmerkmal der Verächt gegen Vosberg erhobenen Beleidigungen leisten. Die Verklagten Schuhmann, so fügt das bezeichnete Blatt, dem wir die Ver lichmachung von Staatseinrichtungen durch den Angeklagten Kopp behaupten ihrerseits, von einem Ersuchen, Abbitte zu leisten, sei antwortung der vorstehenden Mittheilung überlassen müssen, erfüllt fei, denn jedenfalls hat er fich bei dem bei dem Kläger keine Rede gewesen. Nach kurzer Berathung Beugen Stadthagen, dem eigentlichen Verfaffer, erkundigt, ob wurde das in der Hauptsache schon bekannte Urtheil verkündet: hinzu, daß der Hauptmann nicht aus" Nothwehr" sofort von feinem Säbel ausgiebig Gebrauch machte. etwas Strafbares vorliege. Es feble ihm auf jeden Fall danach In den Aeußerungen des Prof. Dr. Schwarz ist eine beleidigende das Wissen, daß irgend etwas im Flugblatt falsch oder entstellt Absicht nicht enthalten; wenn er von Jrrsinn gesprochen habe, Vom verfeinerten Ehrgefühl. Wie bayerische Blätter be behauptet ist. Er befand sich nach allen Richtungen hin zweifellos so könne der Kläger die' Wendung nicht auf sich beziehen. Im richten, ist der im Juli durch seinen Kameraden Grafen Holnstein im guten Glauben. Kopp mußte daher von dem Vergehen wider übrigen habe der Verklagte, wenn er den Kläger aus seinem schwer verletzte Portepeefähnrich Steichele seinem Leiden erlegen. die öffentliche Ordnung freigesprochen werden und deshalb könne Hause gewiesen, in Wahrnehmung berechtigter Interessen ge- Im Juli d. J. bei der Uebung der königl. Kriegsschule, am auch Behlendorf wegen der Beihilfe nicht verurtheilt werden. bandelt, deshalb sei der Verklagte freizusprechen. Dagegen letzten Tage ibres Aufenthaltes in Ingolstadt, lehrte PortepeeDie Kosten sind der Staatskaffe aufzuerlegen. wurde in den Wendungen des Verklagten Holmgren die be- fähnrich Steichele nachts 12 Uhr in vergnügter Stimmung in Das Liliputaner Gastspiel vor dem Kammergericht. leidigende Absicht vorgefunden. Derselbe wurde zu 100 M. Geld: ben gemeinsamen Schlafsaal zurück und gab dabei seiner Stimmung Die Herren Theodor und Karl Rosenfeld, die Impresarien der Strafe und zur Tragung der Hälfte der Gerichtskosten verurtheilt. burch Singen Ausdruck. Bortepeefähnrich Graf Holustein, ein in Berlin wohlbekannten Liliputaner Theatertruppe, waren vor Die andere Hälfte der Koften fällt dem Kläger zur Last. Hoffent- Sohn des verstorbenen Oberstallmeisters Grafen Holnstein, ward das einiger Zeit beschuldigt worden, das Schauspielgewerbe ohne lich beruhigt Herr Holmgren fich nicht bei dieser merkwürdigen durch im Schlaf gestört und stellte ihn zur Rede. Es begann ein die nach§ 32 der Gewerbe Ordnung erforderliche Erlaubniß Verurtheilung wegen einiger Worte, die er in wohlwollendster Streit, der indeß nicht ernster Natur zu sein schien, jedenfalls betrieben zu haben. Es handelte sich um ein sogen. Gastspiel Absicht und in der optimistischen Meinung, daß der Angeredete hat ihn Streichele nicht dafür genommen; beide Fähnriche rangen miteinander; plöglich zog Graf Holnstein mitten im ihrer Truppe im Friedrich Wilhelmstädtischen Theater in Berlin. verständiger Belehrung zugänglich sei, gesprochen hat. Der Besitzer des Theaters, Direktor Frigsche, hatte einen„ GastRingen den Pallasch des Fähnrichs Steichele Herr Kummert, der aus der denkwürdigen heraus und versetzte diesem einen von der Seite nach unten fpielvertrag" genannten Bertrag mit ihnen abgeschlossen, wonach Rolberger Strandschloß Affäre her bekannte muthige gehenden Stich mitten durch den ganzen Körper. er den genannten Personen seinen Kunsttempel gegen eine pro- Bürgermeister von Kolberg, hat bei feiner vorgefeßten Behörde Nach einer anderen Lesart hatte es sich um einen scherzzentuale Betheiligung ant Gewinn überließ. Für die schon wieder einmal Aergerniß erregt. Der Kreisphysikus beTage der Vertragszeit, haften Ueberfall mehrerer Kriegsschüler, darunter Steichele denen nicht gespielt werden antragte am 21. März dieses Jahres die Schließung einer würde, verpflichteten sich auf den An die Gebrüder Rosenfeld im Bett liegenden Holuftein gehandelt. zur höheren Töchterschule, weil die Tochter eines auf dem fraglichen dem schwerverwundeten Steichele haben die hervorragenditen Bahlung von je 200 Mart. Die Behörden waren nun Grundstücke wohnenden Briefträgers angeblich an Diphtherie er- Münchener Aerzte fünf Monate hindurch alle ihre Kunst ver der Meinung, daß es sich hier nicht um ein richtiges Gafifpiel, frankt war. Die Polizeiverwaltung lehnte dies in Ueber- fucht, vor sechs Tagen wurde durch die Professoren Dr. Angerer sondern um ein felbftändiges Theaterunternehmen handelte. einstimmung mit dem Magistrat und der Schuldeputation und Seidel eine Operation vorgenommen, die aber den Patienten Das Schöffengericht sprach die Angeschuldigten wohl frei, ab. Darauf forderte der Landrath, ein Mitglied der großen nicht mehr retten fonnte. Graf Holnstein, der bereits früher von vom Landgericht wurden sie aber au je 30 m. verurtheilt. Familie Buttkamer, die Polizeiverwaltung mehrmals vergeblich fich reden machte, war anfänglich in Haft genommen und Die Straftammer erklärte den Vertrag für einen Miethsvertrag. auf, die Schließung vorzunehmen. Die Polizeiverwaltung stellte disziplinarisch bestraft, dann aber wieder freigelassen worden. Der Straffenat des Kammergerichts wies am 3. Dezember die sich auf den Standpunkt, daß eine solche Schließung nur von der Nachdem jetzt der Tod Steicheles eingetreten ist, dürfte, wie man daß der fragliche Vertrag Gastspielvertrag" genannt werde, ordnung nochmals dringend wiederholt und eine Strafe von zu hoffen wagt, die Angelegenheit für ihn eine ernstere Wendung Nicht seine Bezeichnung, sondern 50 Mart angedroht hatte, entgegnete der Polizeiverwalter nehmen. fein Sinn sei entscheidend. Die Auslegung eines Kummert, das eingeschlagene Verfahren halte er für gefezwidrig beben verspürt. In Annezin( Frankreich) wurde gestern ein starkes Erd. Vertrages sei aber thatsächlicher Natur und er empfehle dem Landrath, davon Abstand zu nehmen. Nun ( web), gehe also das Revisionsgericht nichts mehr an, ließ der Landrath die Schule durch einen Gendarmen schließen und Auf der Antilleninfel Montserrat haben große Uebers und der Vorderrichter habe thatsächlich festgestellt, daß es sich fette die Strafe von 50 Mart gegen Kummert feft, weil fchwemmungen stattgefunden, wodurch 75 Personen das um einen Miethsvertrag handele. Unter diesen Umständen müsse er seinen Anordnungen nicht Folge geleistet habe. Der Leben eingebüßt haben und Wege und Brücken zerstört wurden das Gericht annehmen, daß die Angeklagten als selbständige Regierungspräsident, auch ein Buttkamer, wies dann nicht Theaterunternehmer mit Fritsche abschlossen. tomme es nicht an. " " an = = Witterungsübersicht vom 4. Dezember 1896. nur die von Kummert erhobene Beschwerde zurück, sondern er legte dem widerspenstigen Bürgermeister auch noch eine Disziplinar- Ordnungsstrafe von 50 M. auf. Jetzt beschwerte sich hierüber K. beim Oberpräsidenten, der ihn ebenfalls abwies, indem er ausführte, der Kreis Landrath dürfe die Polizei- Stationen. verwaltungen in Städten, die feinen selbständigen Stadikreis bilden, mit Anweisungen versehen. Kummert flagte darauf beim Ober- Verwaltungsgericht. In seiner selagebeantwortung bemerkte der Oberpräsident, daß hier die Frage, ob die Anordnungen des Landraths materiell gerechtfertigt gewesen Die Ordnungsstrafe Berlin wären oder nicht, vollkommen ausscheide. Gewerkschaftliches. Gelder sind zu senden an das Berliner Gewerkschaftsbureau( N. Millarg, Berlin S.0., Annenstr. 16.) Swinemünde Hamburg טטט Barometerftand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. 800 Windrichtung Windstärke 88888888( Stala 1-12) Wetter Temperatur ( 5°. 4° R.) wolkenlos -8 bedeckt 4 woltenlos-6 bedeckt 763 757 762 759 woltig 768 woltenlos-10 757 Still heiter -13 761 3 bedeckt 786 NO 5 bedeckt Aberdeen. Paris. 744 1 bedeckt • 750 3 bedeckt . München Wien. Haparanda. Betersburg Cort 6040B0668 Wetter- Prognose für Sonnabend, den 5. Dezember 1896. zunehmender Bewölkung und geringen Niederschlägen. Etwas gelinder bei mäßigen bis frischen südlichen Winden, Berliner Wetterbureau. Briefkasten der Redaktion. G. K. 25. Sprechen Sie, wenn möglich, heute Vormittag A. V. 2. September 1888. Solingen im Reichstag. Die Wahl war nicht angefochten. Zwei Genossen. Schumacher vertritt den Wahlkreis 100. Wenn Sie glaubhaft machen, daß die Schuldner ing Blattern und Schuhimpfung". Gegen diese Dentschrift des Reichs- Gesundheitsamts hatte im Auftrage des Vereins der Impfgegner Reinh. Gerling eine Broschüre verfaßt, durch welche sich der Referent im Reichs- Gesundheitsamt, Regierungsrath Dr. Rübler, als betheiligt an der Abfassung der Deutschrift beleidigt fühlte. Er stellte Strafantrag. Gerling hatte behauptet, daß in der Denkschrift des Reichs Gesundheitsamtes fast auf jeder Seite Trugschlüsse verübt, falsche Zahlen und Datumsverschiebungen angewendet seien und somit den Volksvertretern und der Presse ein unrichtiges Bild vom Stande der Impfung gegeben worden sei. Es wurde dem Verfasser der Dent: sei gerechtfertigt wegen des hartnäckigen großen Ungehorsams Wiesbaden schrift bewußter Irrthum" vorgeworfen, von verblüffender gegen die vorgesetzte Behörde und wegen des ungehörigen, theilDreiftigkeit", vom Muth des Anonymus" u. f. w. gesprochen. weise überhebenden Tones, den K. gebraucht habe. Am Mittwoch fand die Verhandlung vor der ersten Straftammer Der I. Senat des Ober- Berwaltungsgerichts unter dem Vorsitz des Berliner Landgerichts I statt. Der Angeklagte hatte durch des Präsidenten Perfius wies die Klage am 4. Dezember ab; da feinen Vertheidiger ein ungeheueres Zeugenmaterial aufgeboten, die Parteien nicht vertreten waren, wurden Gründe nicht um den Beweis zu erbringen, daß der Kampf der Impfgegner publizirt. ein gerechtfertigter fei und daß mit der Zwangsimpfung auf geräumt werden müsse. Vierzehn Sachverständige aus Nah und Fern waren der Aufforderung des Angeklagten gefolgt. Vergebens wies der Vorsigende wiederholt darauf hin, daß es nicht die AufZuzug von Arbeitern nach den deutschen Seeftädten gabe eines Gerichtshofes sein könne, zu einer wissenschaftlichen Streitfrage Stellung zu nehmen und daß es nur darauf antomme, zu ift während der Dauer der dortigen Lohnbewegungen aufs entscheiden, ob die in der Broschüre gebrauchten Ausdrücke be- ftrengfte fernzuhalten! leidigend seien oder nicht. Der Vertheidiger beharrte auf der Vernehmung sämmtlicher Sachverständigen und führte außerdem eine kleine Bibliothek ins Gefecht, woraus er die Schäden, welche durch die Zwangsimpfung entstanden, nachzuweisen suchte. Der Bürgerliche Berliner Blätter berichten, daß die hiesigen auf unserer Redaktion vor. Staatsanwalt führte nach Schluß der Beweisaufnahme aus, daß Konfettionsarbeiter davon Abstand nehmen werden, die Frage, ob die Zwangsimpfung zweckmäßig sei oder nicht, im nächsten Frühjahr in eine Lohnbewegung einzutreten. Wie vom Gerichtshofe nicht zu entscheiden sei. Die beleidigenden uns mitgetheilt wird, haben sich die Konfektionsarbeiter mit einer Ausdrücke ließen sich nicht ans der Welt schaffen, er beantrage solchen Frage überhaupt gar nicht beschäftigt. gegen den Angeklagten eine Geldstrafe von 500 M. Der Ver- An alle in den Ringbrauereien Berlins beschäftigten Ausland sich begeben wollen, so würde, falls der Anspruch selbst theidiger plädirte in länger als zweistündiger Rede für Frei- Arbeitnehmer! Wir haben bedauerlicherweise die Wahrnehmung auch bescheinigt wird, das Gericht Anlaß zur Anlegung eines sprechung. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten zu einer machen müssen, daß eine ganze Anzahl Brauerei- Arbeiter weder Arreftes haben. Neumann. Verjährung würde noch nicht vorGeldstrafe von 250 M. von den bevorstehenden Kuratoriumswahlen etwas wissen, noch liegen. Wenden Sie sich an eines der Mitglieder des ArbeiterDie erste weibliche Gerichts Sachverständige in Berlin die Legitimationskarten erhalten haben. Es liegt dies ja vor vertreter- Vereins: Die Adressen der Herren, die zur Vertretung ift Frau Professor Dilloo, geb. v. Hackewig, Inhaberin eines allen Dingen daran, daß verschiedene Brauereien die Bekannt derartiger Sachen einverstanden sind, finden Sie im„ VereinsBureaus für wissenschaftliche Graphologie. Frau Dilloo ist als machung zur Wahl erst sehr spät, manche noch garnicht, oder an falender" in jeder Donnerstagsnummer des Vorwärts". Schreib- Sachverständige vereidigt und für den Bezirt des Berliner Orten angeschlagen haben, die nicht besonders zur Bekannt E. S. 46. So viel veritändlich: ja. Bm. 10. Nein. Landgerichts I angestellt worden. machung geeignet sind. Umsomehr ist es Pflicht eines jeden P. W. 25. Eine Verlobung mit einer Anderen, während Ein politischer Duellprozeß. Vor dem Charlottenburger Kollegen, das was die Brauereien versäumt haben, die erite Ehe noch nicht gefchieden ist, ist zwar geschmacklos und Schöffengericht spielte sich vorgestern, wie schon furz berichtet, nachzuholen und alle Kollegen von der Bedeutung überflüssig, aber nicht strafbar. Möglich ist es, daß aus solchem ein Duellprozeß ab, der deutlich von der Dreiftigkeit Kunde gab, der Wahl zu überzeugen. Spornt die Säumigen an, daß sie Verlöbniß auf außerehelichen Umgang, also eventuell strafbaren mit der gewiffe prügelluftige Elemente selbst nügliche Glieder heute( Sonnabend) noch ihre Legitimations Ehebruch geschlossen wird. W. W. Soweit ersichtlich, liegt der Bevölkerung zu behelligen wagen. tarten aus ihren Geschäftsfomtoiren holen ein Grund zur Ehefcheidung für keinen beider Theile vor. Der Beleidigungsprozeß des Regierungsaffessors Arnold gegen Professor Amandus und morgen pünktlich zur Wahl erscheinen. Vermögen scheint dem Manne zu gehören. Sprechen Sie zur Schwarz von der hiesigen Universität und den Eisenbahn- Gewählt wird Sonntag Mittag von 12-2 Uhr; Klarstellung gelegentlich in der Sprechstunde vor. C. K. Ja. bau- Unternehmer Holmgren hatte, wie wir aus der Charl. die Brauer wählen bei Buggenhagen und die übrigen Arbeit- P! O. 42. Verjähruns liegt noch nicht vor. E. 2. 16. Zeitung" ersehen, feine erste Ursache in Aeußerungen des Pro- nehmer bei Keller, Köpenickerstraße 96/97. Stimmzettel werden Theilen Sie mit dem Erfuchen, Sie als Zeugin nicht nach Ihrer feffors Schwarz über den Dr. jur. Vosberg Retow. Als vor den Wahllokalen vertheilt. Die Agitationstommission. Vorstrafe zu befragen, den Sachverhalt dem Gericht schriftlich Mitte Juni d. J. die Verhandlungen wegen der Wahl der Mit- Ju Brandenburg hat, wie die Deutsche Metallarbeiter mit. Peter 18. 53. Ja. F. D. 34. Paßt der Mantel glieder zum Delegirtentage der nationalliberalen Partei Zeitung" mittheilt, der Streit bei Liepe u. Bre est mit einer nicht, so sind Sie zur Weigerung der Annahme und Rückforderung stattfinden sollten, wurde unter anderen Kandidaten auch Niederlage der Arbeiter geendet. der Anzahlung berechtigt. Die Entscheidung des Richters darüber, Dr. jur. Bosberg- Ret̃ow in Vorschlag gebracht. Prof. Schwarz Achtung, Metallarbeiter! Der Zuzug von Schlossern, ob das Kleidungsstück paßt, hängt vom Befinden der Sachver erklärte sich von vornherein gegen die Wahl des Herrn Schmieden, Drehern, Klempnern, Verzinnern, Brennern und ständigen und allerlei ab. Im Voraus läßt sie sich nie sagen. Bosberg- Refow und begründete seine Stellung in Privat- sonstigen Hilfsarbeitern nach dem Emaillirwert von Karl C. B. Er würde der Annehmlichkeit, nachzudienen und be. äußerungen gegenüber seinen Parteifreunden mit unliebsamen Vor: Thiel u. Söhne in Lübeck ist streng feruzuhalten. straft zu werden, bis zum zurückgelegten 42. Lebensjahre auss tommnissen, die den Charakter des Parteikandidaten gerade gefeßt sein. E. K. J. Die Polizei hat fein Recht, Ihren nicht in dem besten Lichte erscheinen ließen und die In Nürnberg befinden sich die Stuckateure und Bildhauer Tanzunterricht mit Rücksicht auf Kirchenmufit zu untersagen. bem Gelehrten geeignet erschienen, die nationalliberale Partei in der Firma Stoeter u. Schoberwalter in einem Stellen Sie Klage an. Sprechen Sie eventuell in der Sprech den Augen der Gegner au tompromittiren. Dr. jur. Wosberg- Abwehrstreit. Zuzug ist deshalb auf strengste fernzuhalten. stunde vor. 1. A. 1000. Nein, sehen Sie der gegen das Retow fühlte sich durch die ihm zu Ohren gekommenen Fehlen einer Visite auf Ihrer Milchkanne anzustellenden Klage Aeußerungen des Prof. Schwarz beleidigt und übersandte mit Ruhe und dem Behörden schuldigen Respekt entgegen. diesem durch seinen Kartellträger, Regierungs- Assessor Arnold, Adalbertstr. 12. 1. und 2. Ja. Auss M. P. 23. eine Forderung zum 3meikampf auf Pistolen. Am weisung ist möglich, aber nicht Verbot der Heirath. 28. Juni d. J. erschien Regierungs- Affeffor Arnold, nachdem er And Kiel wird uns berichtet: Jm Nord- Ostseekanal ereignete Bolle, Oldesloe. Soweit, aber auch nur soweit die vorher in einem Schreiben seinen Besuch und den Zweck an- fich gestern während einer Dienstfahrt eines in Rendsburg Kaffe Bahlung leiften hat, hatte der Unternehmer, 5000. gekündigt hatte, in der Wohnung des Gelehrten, Villenkolonie ftationirten Petroleum- Motorbootes immeit obengenannter Stadt und diesem wieder Ihr Freund Erfaß zu leisten. Grunewald, Boothstraße Nr. 33. Hier war der dem Profeffor eine Explosion, wodurch das Deck des Bootes aufgerissen 3. K. W. Soweit ersichtlich, steht Ihnen kein Erbanspruch zu. A. H., Rigdorf. 1. Nein. 2. Von niemand. Schwarz befreundete Eisenbahnbau- Unternehmer Holmgren an- und dasselbe sonst schwer beschädigt wurde. Die Kleidung eines wesend. Als der Kartellträger sich seines Auftrages entledigen Matrosen fing Feuer. Der Mann sprang in seiner Angst über 1. Soviel uns bekannt, nein. 2. Der Miether hat kein Recht, wollte, gerieth der Gelehrte der, wie er in dem Termin selbst Bord. Er konnte jedoch gerettet werden; seine Verlegungen einen gemeinschaftlichen Korridor zu verdunkeln; Sie tönnen angab, in glücklichster Ghe lebt, sechs Kinder und drei Enkel erwiesen sich zum Glück als teine schweren. Die übrige Mann- vom Wirth Abstellung der Dunkelheit verlangen. W. J. 23. finder befigt in eine leicht begreifliche Aufregung, stand von schaft ist völlig unversehrt geblieben. Das Erbrecht ist in den verschiedenen Theilen Deutschlands feinem Stuhl auf, nachdem er die Aufforderung zum Zweifampf Brandstiftung in Zeuleuroda. Wie die Greizer Beitung" ein verschiedenes. Ihre ohne Angabe des Gebiets, um das es angehört, und rief dem Kartellträger zu: Sie haben bisher meldet, find in Zeuleuroda gestern Nacht 8 Häuser niedergebrannt. sich handelt, gestellte Frage ist daher nicht zu beantworten. unter dem Frieden meines Hauses gestanden, aber jetzt Der muthmaßliche Brandstifter wurde verhaftet. Die Kirche hatte Sprechen Sie gelegentlich in der juristischen Sprechstunde vor. Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin, Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin. Dermilchtes. " Das Mucker. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 285. Sonnabend, den 5. Dezember 1896. 13. Jahrg. daß man jetzt den soeben neu gegründeten Lokalverein sollen 12 M. gezahlt werden. Auf Antrag aus der Versammlung Versammlungen. zu gunsten der Zentralisation auflösen solle. Trotz der wurden den streitenden Hafenarbeitern 300 Mart vielfachen Versuche zur Einigung Eine Volksversammlung für Männer und Frauen immer nur darauf bedacht gewesen, die Führung an sich zu wurde, daß sie Lohnabzüge bis annähernd 15 pCt. vorgenommen seien die Zentralisten bewilligt. Ueber die Firma Hamann, von der berichtet follte am letzten Dienstag, den 1. Dezember, in Köpenick statt- reißen. Auch habe man, wie in der Fensterfrage oft genug habe, wurde die Sperre verhängt. finden. Im Augenblick aber, als die Versammlung eröffnet Anlaß zum Streit gegeben. Meinicke, Münza post, Der Bericht über die Versammlung des Weißenfeer. wurde, trat der eine der beiden überwachenden Polizeibeamten Raulich und Fräßdorf weisen die Angriffe auf die Arbeitervereins, welcher in der Mittwoch- Nummer entan den Vorsitzenden heran und forderte ihn auf, die Frauen aus Zentraliſten zurück, indem sie zur Einigkeit mahnen. Wenn halten ist, bedarf einer Berichtigung. Es ist nicht zutreffend, dem Saale zu weisen. Eine Begründung dieser völlig ungefeß. Fehler begangen wurden, möge man sie vergessen. Die Bei- daß uns in Weißensee die Versammlungen in allen Lokalen lichen Forderung ward nicht gegeben. Die Versammlung war träge könnten durchaus nicht als zu hoch bezeichnet werden. um 10 Uhr aufgelöst werden, nur in den Lokalen, welche bis einberufen von dem Reichstags- Abgeordneten Zubeil und war Nachdem Schluß der Diskussion eingetreten, wird bei der 10 Uhr Konzession haben. Es handelt sich hier darum, daß der derselbe nur im letzten Augenblick verhindert, zur Eröffnung und Abstimmung die von Fräßdorf gestellte Refolution, Lehrerverein in einem Lofal, welches nur bis 10 Uhr Konzession Leitung der Versammlung persönlich in Köpenick zu erscheinen. mit etwa 20 Stimmen Mehrheit abgelehnt, da hat, trozdem bis nach 11 Uhr ohne aufgelöst zu werden, tagen Auf alle Fälle handelte es sich um eine Volksversammlung und gegen nachstehende, von Daudert( lokal) empfohlene, durfte, während wir gelegentlich der Neuwahl des Vertrauens ganz und gar nicht um die Versammlung eines Vereins. Dies mit derfelben Mehrheit angenommen: Die am 1. De mannes um 10 Uhr nach Hause gehen mußten. machte denn auch der Referent Reichstags- Abgeordneter Peus zember 1896 tagende öffentliche Versammlung präzisirt ihre Pankow. In einer hier am 29. v. M. abgehaltenen öffentgeltend, indem er hinzufügte, daß obendrein das Thema. Stellung zum Zentralverband der Töpfer Teutschlands wie folgt: lichen Versammlung hielt Genosse Heinrich Schulz einen über welches er zu sprechen gedente, gar nicht einmal Angesichts der Thatsache, daß unsere Bewegung auf der Grund- Vortrag über das Schulwesen im heutigen Klassenstaat". In einen politischen Charakter an fich trage, sondern lage des Vertrauensmänner- Systems den Kollegen Deutschlands einer einstimmig angenommenen Resolution verlangt die Verrein wissenschaftlicher Natur fei und höchftens zu bedeutende moralische und materielle Vortheile geschaffen, und die sammlung, der Gemeindevertretung den motivirten Antrag zu sozialethischen und fozialökonomischen Erörterungen Ver Berliner Kollegen insbesondere ermächtigte, durch die erhebliche unterbreiten, mit dem zum Jahre 1898 beabsichtigten Bau einer anlaffung gebe. Trotzdem bestand der Polizeibeamte auf seiner Besserstellung ihrer wirthschaftlichen Lage auf das übrige neuen Gemeindeschule in der Schmidtstraße spätestens im Früh. Forderung Das ergab natürlich eine Debatte über dies unge- Deutschland eine befruchtende Thätigkeit zu entfalten, während jahr 1897 zu beginnen und dieselbe baldmöglichst ihrem Zweck fegliche Vorgehen der Polizei, welche deutlich erkennen ließ, der gegen den Willen der deutschen Kollegen ins zu übergeben. Eine fernere, auch einftimmig angenommene welch Unmaß von Haß und Unzufriedenheit die Behörden mit Leben gerufene Zentralverband( Protokoll VII, Töpferfongreß). Resolution will, daß der Gemeindevertretung der motivirte Ansolcher ungefeßlichen Unterdrückung des ohnehin so spärlichen während seines Bestehens noch nicht den geringsten Nugen brachte trag unterbreitet werde, zu beschließen, die Steuern durch die Versammlungsrechtes im Volte erzeugen. Trotzdem ward be- und die Berliner Filiale desselben, durch ihre allgemein schädliche vorhandenen Vollziehungsbeamten aus den Wohnungen der schloffen, der Gewalt nachzugeben und verließen daraufhin die Haltung: 1894er Fensterstreik und die dauernde Quertreiberei, Steuerzahler( diese sind verpflichtet, die Steuern zur Kasse zu Frauen den Saal. Genosse Peus gab das Versprechen, daß die die organisatorischen Bestrebungen der Berliner Kollegen un bringen) abholen zu lassen. gebührende Kritik dieser Ungefeßlichkeit an gehöriger Stelle seiner gemein erschwerte, daß infolge dessen ein Theil der Errungenzeit zum Ausdruck kommen werde. Der Referent entledigte sich schaften verloren ging und die Berliner Kollegen bei Lohn alsdann seines Vortrags in einer Weise, welche das größte In- drückereien und sonstigen Beschwerden, im Winter bei offenem teresse und den lebhafteften Beifall der zahlreich besuchten Ver- Fenster arbeiten müssen, im übrigen auch andere Bedenken uns sammlung hervorrief. zurückhalten, einer Form zu huldigen, die uns ganz ungeeignet erscheint, unsere Bestrebungen zu fördern, sondern das GegenDie Organisation der Töpfer Deutschlands und die theil erbracht Stellung der Berliner Kollegen zu derselben sammlung, auch fernerhin am gut bewährten Vertrauenshat beschließt die öffentliche Verlautete das Thema, über das Fräßdorf in einer von ungefähr männer- System festzuhalten und dasselbe nach Kräften 500 Töpfern besuchten öffentlichen Verfammlung am Dienstag u fördern. referirte. Ueber die Entstebung der Organisationen und die einer einheitlichen Organisation Pflicht aller Kollegen, Mitglied In diesem Sinne ist es, zur Schaffung we tere Entwickelung derselben entwirft Redner ein anschauliches des Vereins der Töpier Berlins und der Umgegend zu werden, Bild. Er sei keineswegs nach Werlin gekommen, um den Ber- um wieder menschenwürdige Zustände zu schaffen." liner Kollegen Vorwürfe zu machen, aber jedenfalls sei es angebracht, endlich zum Frieden zu mahnen, wenn die ganze Be- Eine öffentliche Versammlung der Schuhmacher, die wegung der Töpfer nicht unnüz ihre Kräfte und Mittel ver- am 2. Dezember tagte, beschloß nach einer längeren Debatte die geuden und zum Gespött der Unternehmer werden soll.( Lebhafter Leitung der Agitation in der in nachstehendem Antrag festBeifall.) Redner empfiehlt zum Schluß eine Resolution zur Annobme, gelegten Art zu regeln:" Die Versammlung wählt vier Personen, wonach ein jeder sich verpflichtet, dem Verband der Töpfer die Werkstatt- Vertrauensleute wählen aus ihrer Mitte weitere Deutschlands beizutreten. Ferner follen zur gemeinsamen Ver- drei Personen; diese aus sieben Personen zusammengesetzte tretung bei der Berliner Gewerkschaftskommission je ein Ver- Kommission hat die Agitation in Berlin und der nächsten treter der lokalen und zentralen Richtung delegirt werden; im Umgebung zu leiten." Bei der auf grund dieses Be übrigen haben die Kollegen den in öffentlichen Verfammlungen schlusses vorgenommenen Wahl wurden Konradel, gefaßten Beschlüssen nachzukommen. Wie vorauszusehen, entspann No wack, Willner und Weber gewählt. Hierauf fezte die fich nun eine sehr ausgedehnte ftundenlange und oft erregte Versammlung die Höhe der Unterstüßung für Streifende fest, Diskussion, an der sich überwiegend zunächst die Vertreter der die in folgender Weise normirt wurde: Männliche Arbeiter erIotalen Richtung, Köppen, Thieme, Kemniz, Hagen, halten pro Woche 9 M., weibliche Arbeiterinnen 6 M. Für jedes Hoffmann u. a. betheiligten und es als unmöglich bezeichneten, Kind erfolgt ein Zuschuß von 75 Pf. und für Gemaßregelte 2% Uhr, Bei sammlung der bet Lettergerüsten beschäftigten Arbeiter. Verband der in Buchbindereien, Allen denen, welche meinem Mann die letzte Ehre erwiesen, insbesondere dem Verein des 4. Berliner Reichstags= Wahlkreises, dem Deutschen HolzArbeiter- Bildungsschule. Sonnabend Abend von 8-9% Uhr: Süd= oftfchute, Waldemaritr. 14: Natto alötonomie( Allgemeine Uebersicht der Nationalötonomie. verschiedenen Wirthschaftsstufen. Entwickelung der bürgerlichen theoretischen Die Marr'sche Werth- und Mehrwerth- Lehre) Dr. Conrad Schmidt. Herr Nordschule, Brunnenstraße Nr. 25: Naturim Alterthum. Griechische Weisheit und biblische Ueberlieferung. Erkenntniß. Antike und moderne Naturbetrachtung. Problem der Weltbildung. thronung der Erde aus ihrer bevorzugten Stellung im Weltenall. Mechanistische Die Ent Materialismus. Grenzen der Natur Erkenntniß). Herr Dr. C. Joël. Auffassung und experimentelle Forschung. Die Einreihung des Menschen in das Naturganze[ Lamart- Darwin]. Das Seelenproblem. Atomismus und Die Schulräume sind zur Benugung der Bibliothek und des reichen Zeitmann, Basewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Bereinskalender sind zu richten schriftenmaterials schon von 8 Uhr abends an geöffnet. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neuan Friedrich Fortum, Manteuffelitr. 49, v. 2 Tr. Arbeiter Rancherbund Berlins und Umgegend. Menderungen im Vereinstalender sind zu richten an Otto Schulz, Kottbuser Damit 72. ane Buschriften, den Bund betreffend, sind zu richten an Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Jahn, Schönhauser Allee 177 c. Hermann Die Volksschullehrerinnen von Berlin und Umgegend halten am Sonnabend, den 5. Dezember, nachmittags 5½ Uhr, im Bürgerfaal bes Frl. Blum. Rathhauses eine Versammlung ab. Tagesordnung: Lehrerbesoldungsgeset". Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 6. Dezember, vorm. 8% Uhr, Rosenthalerstr. 38:" Versammlung, Feireligiöse Vorlesung". Um 10% ubr vorm. ebendafelbft: Vortrag des Fräulein Jda Altmann„ Die Persönlichkeit". Montag, den 7. Dezember, abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderftraße 27 c, beschließende Versammlung. männisch angestellte! Montag, den 7. Dezember, abends s uhr, große Handlungsgehilfen und Gehilfinnen, Kaufleute, sowie kauföffentliche Bersammlung im großen Saale von Keller, Koppenftr. 29. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten August Bebel über: Wie steht's mit der Sozialreform" Charlottenburg, Bismarckstr 74, Sonntag, den 6. d. m, nachmittags Belle- Alliance- Theater. der Papier- u. Ledergalanteriewaaren- Industrie beschäftigt. arbeiter- Berband und seinen Kollegen Volks- Vorstellung unter Regie von Julius Türk. Arbeiter und Arbeiterinnen. Mitgliedschafts- Versammlung der Tischlerei von Wolter meinen herzlichsten Dank. 1777b Wwe. Turteltaube. am Montag, den 7. Dezember 1896, abends 8½ hr, Vereinszimmer zu verg. Adalbertstr. 16. bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: Hüte mit u. ohne Kontrollmarken. Herren-, Damen- und Kinder- Filhüte in größter Ans1. Berathung über die zur Urabstimmung zum refp. Verbandstag gewahl. Billige Preife. W. Rother, stellten Anträge. 2. Mitgliedschafts- Angelegenheiten. Um pünktliches Erscheinen ersucht 24/7 Der Vorstand. Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. General- Versammlung am Montag, den 7. Dezember cr., abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Henke, Naunynstr. 27. Tages Ordnung: 1. Ergänzungswahl des Vorstandes und der Kommissionen. 2. b rechnung vom Stiftungsfest und den Sammellisten. 3. Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiche Betheiligung bittet 141/11 Der Vorstand. NB. Die Kollegen, welche noch Stiftungsfeft- Billets und Sammellisten besitzen, werden ersucht, heute Abend von 8 Uhr ab im Vereinslokal Naunynstraße 78, abzurechnen. Verband der Möbelpolirer! Nächten Montag Abend 82 Uhr in Ried orf, Knesebeckstr. 49 Versammlung. = Zages Ordnung: 1. Der Hamburger Hafenarbeiter- Streit. 2. Diskussion. 3. Wie stellen sich die Kollegen zur Verlegung des Versammlungslotals. 4. Verschiedenes. Den Mitgliedern, sowie Freunden und Bekannten zur Kenntniß, daß am 25. Dezember, abends 7 Uhr, bei Nieft, Weberstr. 17, unser Weihnachts: vergnügen stattfindet. Einlaßkarten für die von den Mitgliedern eingeführten Gäste sind bei dem Vorstand und Komitee zu haben. 145/8 Der Vorstand. Der Gefang- Verein tagt jeden Donnerstag Abend 81/2 Ubr Blumenstr. 38. Achtung! Achtung! Kaufleute, Handlungsgehilfen, Handlungsgehilfinnen! Am Montag, den 7. Dezember, abends 8 spricht Reichstags- Abgeordneter August Bebel über das Thema: Wie steht's mit der Sozial- Reform"?? Die Versammlung findet ftatt im großen Saale von Keller, Roppenstraße 29. Zu dieser Versammlung hat jedermann Zutritt. Der Vertrauensmann. 90/4 " 1 Berein der Maschinisten, Heizer und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Bergmannstr 15, part. Herrenhüte, Morgen, Sonntag, den 6. Dezbr., nachm. 2, Uhr, • I. Gastspiel von Fr. Sofie Burska. Zum ersten Male: Romeo und Julia. Trauerspiel in 5 Akten von William Shakespeare. Julia: Sofie Bursta; Romeo: Rich. Jürgas( Lessing- Theater); Mercution: R. Jaffé; Lorenzo: Wilh. Ruff, Capulet: Julius Türt. Gintrittskarten à 60 Pf. find in allen Zahlstellen zu haben. Abonnementstarten, giltig für drei Vorstellungen zu 1,60 m. find ebens nur neue Façons, giebt die Fabrik falls in allen Zahlstellen zu haben. einzeln zu Fabrikpreisen ab, Grünerweg 2, I. Etage.*) Reisemuster Knaben- und hocbfeinen Mädchenmützen, giebt billig 344L* die Fabrik ab, Grünerweg 2, 1. Etage. 50 pct. unt. Ladenpreis kauft man Uhren. Golofachen, Bril1. lanten 2c. im Leihbaus* H. Graff, Beuthstr. 5 I. Achtung! Achtung! Künstl. Zähne v. 3 M. an, Theilz. wöchentl. I M., wird abgeholt. Zahn: ziehen, Zahnreinigen, Nervtödten bei Bestellung unionit. Guckel, Lanfigerplatz 2, Elsasserstr. 12, Stealigeritr. 71, I. H. Zimmermann Uhrmacher und Juwelier 206 Oranienstrasse 206. Reinigen einer Taschen- Uhr 1,50 M. Neue Feder einsetzen... 1,00 M. Unter 2jähriger Garantie. Arbeitsmarkt. Lithographie229/5 Verband all. i. d. Metall- Industrie besch. Arbeiter Berlins u.. Branchen- Versammlung Dienstag, den 8. Dezember cr., abends 8 Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobftr. 37: der Former und Giesserei Arbeiter. = Tages Ordnung: 1. Vortrag des Regierungs- Baumeisters Kekler über:" Der Kampf zwischen Kapital und Arbeit." 2. Diskussion. 3. Der Streit in der Eisengießerei von Hartung. 4. Verbands- Angelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht[ 111/10 Gäste haben Zutritt! Der Vorland. Achtung, Friedrichsberg! Dienstag, den 8. Dezember, abends 8½½ Uhr, im Saale des Herrn Spitzig, Frankfurter Allee 193: Große öffentliche Volksversammlung. Tages- Ordnung: M 2228 1. Vortrag des Steichstags Abgeordneten Peu 3 über das Werden der fozialistischen Gesellschaft aus der fapitalistischen Gegenwart. 2. Diskussion. 3. Bericht des Vertrauensmannes. 4. Wahl desselben. 5. Wahl der Revisoren. 6. Wahl der Lokalkommission. Um zahlreichen Besuch ersucht 222/9 Der Vertrauensmann. Friedrichsfelde! Sonntag Nachmittag 4%, Uhr Versammlung des ,, Arbeiter- Bildungsvereins" im Lokal, Prinzen- Allee 6. Vortrag des Herrn Dr. Pinn über„ Kommunismus Der Vorstand. Brunhilde, Uhr, Maschinenmeiffer des Urchristenthums". der mit Synellpressen verschiedener Systeme( besond. Faber u. Schleicher) genau Bescheid weiß und in allen vorfommenden Arbeiten, sowie in Um und Andruck vollkommen sicher ist, wird zu dauernder Stellung sofort gesucht. Gefl. Offerten mit Gehaltsansprüchen und Referenzen an die Porzellanfabrik Kolmar in Posen. Sonntag, den 6. Dezember, nachmittags 5 Uhr, in der Oranienstraße 51: Versammlung. Einem Theile unserer heutigen Auflage liegt ein Prospekt Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Jugenieur Schmidts des Manufaktur- und Modeselbstgewebte, echtfarbige u. unverwüftliche Haus- Kleiderstoffe. Ortrud und Rosalinde, neueſte und eleganteste Promenaden- Kleiderstoffe. 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Deutsches Theater. Morituri. 1. Teja. 2. Frißchen. 3. Das Ewig- Männliche. Berliner Theater. Reneissance. Lessing Theater. Eva. SO Theater des Westens. Himmel und Erde. Nachm. 3 Uhr: Treue. Die goldene Zwischen Neues Theater. La Signora dalle Camelie.( Die Dame mit den Camelien.) Residenz- Theater. Bocsprünge. Vorher: Die fittliche Forderung. Schiller- Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. Thalia Theater. Das Wetter häuschen.( Weather or no.) Da= rauf: Gebildete Menschen. Belle- Alliance- Theater. Lumpacivagabundus. Ottend- Theater. Der deutsche Michel. Volks- Theater. Robert und Bertram. Theater Unter den Linden. Der Lieutenant zur See. Zentral- Theater. Eine wilde Sache. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Geier- Wally. Alexanderplay- Theater. Sein Ver hältniß. Passage- Panoptikum, Traumbilder. Spezialitäten. Kanfmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Apollo- Theater. Spezialitäten- Borstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. Abends 8 Uhr: Vergnügte Flitterwodjen. Friedrich Wilhelmstädt. Theater Chauffeeftr. 25/26. Dir. Max Samst. Sonnabend, den 5. Dezember: Abends 8 Uhr. Die Geier- Wally. Schauspiel in 5 Aften nach dem gleichnamigen Roman von Wilhelmine von Hillern. Sonnabend, nachm. 4 Uhr: KinderBorstellung zu fleinen Preisen: Der Rattenfänger von Hameln. Sonntag, abends 8 Uhr: Der Troubadour. Oper in 4 Aften von G. Verdi. Dirigent: Kapellmeister Federmann. Gewöhnl. Kaffenpreise( Parquet 1 M.) Billets zu haben an der Theaterkasse, außerdem im Invalidendant", Unter den Linden 24, im Cigarrengeschäft von Paul Romeick, Leipzigerstr. 6, und bei Julius Lengenfeld, Markgrafenftr. 50. Sonntag, nachm. 3 Uhr: KlassikerVorstellung zu Abonnements-( kleinen) Preisen. Wilhelm Tell. Schauspiel in 5 Atten von Schiller, Montag, abends 8 Uhr: Der Troubadour. Oper in 4 Atten von G. Verdi. Thalia- Theater ( vormals: Adolph Ernst- Theater) Dresdenerstr. 72/73. Das Wetterhäuschen. ( Weather or no.) Musikal. Genrebild von Adrian Roß. Deutsch von Hermann Hirschel. Musit von Bertram Luard Selby. Darauf: Gebildete Menschen. Zeitbild in 3 Aften von Viktor Léon. Morgen: Diefelbe Vorstellung. Oftend- Theater. Grosse Frankfurterstr. 132. Direktion: Cart Weik. Der deutsche Michel. Anfang 8 Uhr. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Marianne, das Weib aus dem Volke. Central- Theater. Alte Jakobstr. 30. Direttion: Richard Schultz. Zum 77. Male: Emil Thomas a. G. Eine wilde Sache. Große burleste Ausstattungsposse mit Gefang und Tanz in 6 Bildern von W. Mannstädt und J. Freund. Musik von J. Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen: Eine wilde Sache. Electrical Edison Scientific Theater Kinetograph und Grapho- Phonograph Mauerstr. 66, nahe LeipzigerЛraße. 4-10 Uhr nachmittags tündlich: En Tag in der Schweiz". Eintritt 50 Pf. Kinder und Militär die Hälfte. Alexanderplatz- Theater. Zum 1. Male: Sein Verhältniß. Pikante Novität. Berliner Sittenbild in 8 Bildern von K. Pohle. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Bons, auch die zu anderen Stücken ausgegebenen, behalten ihre Giltigkeit. Sonntag, nachm. 4 Uhr: Ausstattungsstück in 4 Atten u. 7 Bildern Nansen's Reise nach dem Nordpol. von Hugo Busse. Musik: Alb. Wicher. !!! Novität!!! Schippanowsky's Internationale Konzerte Spandauer Brücke Stadtbahnbogen ! Im Frühlingsglanze! Neue phänomen. Ausstattung. Heute konzertiren: Jm Fliederhain: Wiener DamenKapelle Wiener Herzen." Rosenlaube: Elite- Orchester A Heil". " Obstgarten: Jtal. Sänger- GesellSacco". Hopfenlaube: Instrument. Laczy". Weinberg: Tiroler Sänger- und Tänzergesellschaft„ Eder." Theater- Abtheilung: Allabendlich Auftreten von Humoristen, Komikern, Duettisten 11. s. w. Anfang Wochent. 6 Uhr Nachm. Entree frei. Vorzügliche und billige Küche. Table d'hôte à Couvert 75 Pf. Konzerthaus Sanssouci Kottbuserstrasse 4 a. Morgen, Sonntag: Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. abends Wissenschaftl. Theater Uhr. Sternwarte Invalidenstr. 57-62 Lehrt. Stadtbahnhof täglich geöffnet von 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 Pf. Im Theater- Saale täglich 8 Uhr abends Vorträge, mit Experimenten und großen Lichtbildern ausgestattet. Näheres die Tagesauschläge. Passage- Panopticum. Traumbilder. Eine Weihnachtsfeerie mit Musik und Gesang. Ohne Extra- Entrée Neu: Hundert Jahre Mode. Castan's Panopticum Neu! Die wunderbaren indischen Neu! Neu! Pygmäen Neu! Neu! Ur- Australier ( Kannibalen). Winkler's grosses Stettineriu. Kaiſer Wilhelmir.- Ecke Sänger Anatomisches ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader. Zum Schluß: Neu! Finke's Neu! Schelmen streiche Ensemble von Mensel. Anfang präz. 7 Uhr. Entree 50 Pf. Leyte Soiréen vor Weihnachten: Montag: Viktoria Brauerei. : Dienstag: Böhmisches Brauhaus. Mittwoch: Moabiter Stadttheater. Kaufmann's Variété. Williams ist da! WeihnachtsMuseum ift Freitag v. 2 Uhr an nar Damen geöffnet. Entree 50 Pf. 126M Volks- Theater 34 Reichenbergerstr. 34, nahe dem Kottbuser Thor. Eröffnung der Fettsäle im Weihnachtsschmuck. Von 6 Uhr ab: Konzertder Rumänischen Nationalkapelle Jvan Senescu aus Bukarest. Um 8 Uhr in glänzender Ausstattung: Robert und Bertram. Große Posse mit Gesang u. Tanz in 4 Aften von G. Räder, unter Mitwirkung des Herrn Georg Cordes als Li- Hung- Chang, der Familie Derrington, Runstradf. und des Salzburger Damen- Terzetts Ruttinger. Williams Apollo- Theater ist da! WeihnachtsProgramm: Incredibile der Todes- Tric Abs des HansenTrio. Platina. Canon Höchste Preise zahlt Dölling, Auguststr. 70. Friedrichstr. 218. Dir.: J. Glück. Vollständig neues Programm. Mr. Zigg. Frères Krasucky. Miss Selina. The Piwitts. Vernier- Odette. The Luppus. Geschw. Rohnsdorf. Mr. Dale. Mr. Ganivet Mlle. Bertin. Gilbert- Seymour. Kinetograph. Robert Steidl. Isa Edelweiss. Rasseneröffnung 7 Uhr. 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