Nr. 196 Dienstag, de« 24. August 1886. Iii. Jahrg. erltoetHolWIi Krgsn für die Inlerrffen drr Arbeiter. 4 rDaS„Berliner BolkSblatt" .Acheint tSglich viorgkn« außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementiprei» für verlin frei Haus vierteljährlich 4 lÄari monatlich 1,36 Start»öchentlich 35 Pf. Postadonnemen! i* Nart Einzelne Nummer 6 Pf. Vonntags-Nummer mit der illustrmen Beilage 10 Pf (Eingetragen in der PoSzeitungspnislist« für 1886 unter Nr. 760.) Jnsertionsgebühr delrägt für die 4 gespaltet« Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Nrdeitsmarkt 10 Pfenni« Bei grösteren Auftrügen h�her Rabatt nach Uederetnkunft. Inserate werden Ml 4 Utz, Rachmittags in der Expedition. Berlin SW., Zimmerftratze 44, sowie von allen Annoncen- Vureaux, ohne Erhöhung des Preiset, angenommm. Kedadtio«: Keuthstrahe 2.— Grpedttio«: ZimmerKraße 44. |n ftgrani b« Uetels. Bat die eigentliche Ursache der nun schon jahrelang ■todwurnde» wirthschaftliche» K r i s i s sei, darüber meiten sich ussere Gelehrte»«och immer herum und nicht UuS �hauptet der Zweite da» Gegentheil vom Erste», der »ntte da» Gegentheil vom Zweiten und so fort bis in in- �itiun. Wer sich die Beweisgründe näher ansteht, die da Mchmal von Männer«, die al« Weltweise gelte» wolle», ?' Gefecht geführt werde«, der muß erstaune« über die %WÜkh&%Ieü der Auffassung und den Mangel an tieferem �ständniß, die da zu Tage trete«. Professoren der Staats« ?M|iuschafte« komme» statt mit exakten Beweise» jenen gewöhnliche» Redensarten, die man am erste« «ste» Biertisch, vielleicht nur in etwa« weniger gelehrter Nr«, von allen alte» Spießbürgern höre« kann, die da« ?*e verdammen und sich immer auch an die vermeintlichen Eilige der.gute» alten Zeit" klammer«. Oder ist es anderes, wen» Herr von Lerop-Beaulieu, 7,>>eka«»te ftanzöfische Ratianalökonom, behauptet, die der dauernde» wirthschaftliche« Kr ist« lieg« zum kjb* Sheil in der Sucht aller Bevölkerung» klaffen, vom f**t oder von der Gesellfchast bei verminderter i.t****** höhere« Lohn oder höher« Rente .'.beanspruchen? Und doch will Herr Lerop-Beaulieu *fthast genommen sei» und hat in Frankreich °kn groß«« Namen! t. Gm« Menge von deutsche» Zeitungen habe» die Weis« ki,.'* Herrn von Lero? Beaulieu zu der ihrige« gemacht. sonst de» Franzosen fortwährend am Zeuge zu °s£wÄ5®!k. �be» fie de« vom Tische de, franzöfischea Brocke«-...k*'°''al, Oekonomie aefallene» kümmerliche» «%%%&%="" ... ss **«be« Volke vo» de» Philistern Mle gemachte Vorwurf, daß %)** und nur genießen wolle. Der Mckt fich natürlich nicht so akademisch aus. wie zum es tausendste« nicht ar« Philister der Herr der ...._...--------- D---- � höherem fach al« Genußsucht. ««» man die große Meng« der täglich und stündlich !üt Huuaum]o araoemitch au», wie orr' ; er bezeichnet das Verlange»«ach Abkürzung -«facht)S"«träume» zu dürfe.?' Kir* auf®,ln« mit einem rasche«, lauer», Wk* Raben, b« auf der Schulter seine, �»'»men« ich allein»nd ungestört sei« duzirt mehr, al« uvter de« gegenwärtigen Ver- Hältvisse« konsumirt werde« kann und doch macht ihm der Pariser Prof.ffor den Vorwurf, es befitze eine Sucht»ach verminderter Thätigkeit l Diese Leute auf ihre« Kathedern scher»«« fich die Struktur der menschlichen Gesellschaft immer noch nicht anders denken zu könne», als müsse fie eine« Unierbau vo« stummer Sklaverei habe» während obenauf die Gelehrten al»„die Eoelsten und Besten" der Gesellschaft throne«. Ru», so wenig die Gelehrten k la Lerop-Beaulteu zu vergleichen find mit de» attische« Philosophen de« Perikleische« Zeitalters, so wenig ist auch der moderne Arbeiter zu ver» gleiche« mit dem hellenische» Sklave» oder de« römische« Proletarier«. Aber vo« diesem Vergleich der moderne« Volksmaffe mit den antike» könne« die Herren Gelehite« nun einmal nicht loskommen. Zedermann, der nur einigermaßen in die heutige« Verhältnisse hineingesehen ha», weiß, daß die Entwickelung der Maschinentechnik im großartigste» Maßstab« vor fich geht, und daß dadurch manchmal Tausend« vo» menschlichen Arbeitskräfte« momentan brach gelegt werde». Daraus ergiedt fich vo« selbst, daß die«och beschäftigte» Arbeitt« kräfte möglichst ausgenutzt werden. Z« dem Bestrebe«, dieser Übermäßige« Ausnutzung zu steuern, um die Be« schäftigungtlofigkeit zu minder», sehe» die Professoren ä la Lervh.Beaulieu nur.eine Lucht«ach verminderter Thätigkeitl" Das große Angebot von Arbeitskräfte« bei geringer Nachfrage macht die Löhn« stnke« und man ficht überall Bestrebungen hervortrete», die auf Eihöhung der Löhne gerichtet find. Darin sehen die Professoren k la Leroy» Beaulieu nur„eine Sucht nach höherem Lohne',«in Ver» brechen, da« um so größer ist, al« man ja auch die Thätig- keit vermindert habe» will. Diese Professoren sehe« die Wirkungen eherner ökonomischer Gesetz« für«ine« Ausfluß übler Neigungen derMenschen an. Wen« der selige Pastor Koaak mit solche« An« schauunae» käme, so wäre da« nicht« Besondere«. Wen« aber die Leute, welche Staatswissenschafte» an hohe« Bildungsanstalte« lchren sollen, mit solchem Uafiun stch produzire«, dann ist's den» doch weit gekomme«. Die große Entdeckung, die dies« Herren gemacht habe», ist. daß der Urgrund der wirthschaftliche» Kriii« in der Genußsucht und Trägheit de« Volkes liegt. Da mag der Ardeiter denke» wie Johanne« Huß auf dem Scheiterhaufe», al« er ei» alte« Weib ein schweres Scheit keuchend heran« schleppe« sah: „O Du heilige Einfalt!' „Thorheit l" unterbrach der alte Her, ihn.„Welche» Reiz kann jetzt«och die Vergangenheit für Sie habe», da Gegenwart und Zukunft fich so angenehm gestalre»! Nein, «ei», schlagen S,e sich da» au» dem Sinn und genießen Sie, was da« Lebe« Ihne« bietet.' „Sie würde» meine« Wunsch nicht erfülle«? „Wozu? Es wäre eine verlorene Stnnde, und Sie würden mir nicht einmal Dank dafür wissen.' Werner traf bereit« Vorbereitungen z&m Aufbruch, er hatte sein«. Braut versprochen, fie und Verena in« Theater zu führe», die Zeit drängte, e, mußte Abschied nehmen. „Sie möge« recht haben," sagte« lachend,„so sehr viel liegt mir auch nicht daran, vtellercht komme ich spater Damtt ÄfÄte? fich; draußen empfing Refi ihn, die % �ieg�pg hinunter, die Hauthälteri» war im Be« «iff, vo« der Treppe zurückzutreten, al« fie unten laute« »m so ungeschickt sew l" rief der ��Berzeihe» Sie," erwiderte der Mechaniker.„Sie U-Ä: WÄ» schlimm nicht, setzen Sie nur Ihren Weg fort.' .Was war in dem Gefäß?" brannte. Politische Meverstcht. Die Folge» der Hamvurger Eoztaltstenverhaftnnge« werdtn jiyl tn Ver i!stz>öitn Pieff« solgcndcrmaßen geslbfidert: „Die Untersuämug gegen die verhafteten Führer der Sozial« demokraten scheint groren Umfang anzunehmen. Man hat an« scheinend jetzt die Fäden gefunden, mittelst welch' r eS voraus» sichtlich möglich sein wird, einen Einblick in die Organisation der Sozialdemokraten nicht bloß in Deutschland, sondern auch außerhalb Deutschlands tu erlangen. So viel aus den sehr gehcimnißvoll geführten Vernehmungen an die O'ffentlichkeit gedrungen ist, war Hamburg die Finanzstelle der sozialdemo« tratischen Bewegung tn Deutschland. ES hatten nicht weniger als 17 freie Kassen für die verschiedenen deutschen Arbeiter» zwelge ihren Sitz in Hamburg. Mit der Verwaltung der Kassen war eine weitgehende Agitation in Deutschland verdun» den; auch nach der Schweiz sollen namhafte Summen von Hamburg aus abgegangen sein. Im Zusammenhange mit der in Altona geführien Untersuchung gegen die SocialistenfÜhrer soll sowohl die(schon gemeldete) Verhaftung des Nagelschmieds Schlichtina in Schleswig als die dieser Tag« in der Vorstadt St. Pauli vorgenommene Verhaftung von drei Zigarrenarbei» tern stehen. Letztere wurden ebenfalls nach Altona gebracht während der Führer der Sozialdemokraten in Schleswig vor» läufig dort vernommen werden wird. Während über die in Schleswig bei mehreren Verdächtigen vorgenommenen Haus» suchungen nach sozialdemokratischen Schriften nichts Bestimmtes verlauiet, soll man in dem nahen Ottensen, wo fich viele sozial« demokratische Z'garrenarbetter aushalten, viele Exemplar: de» „Sozialdemokrat" beschlagnahmt haben."— Man wird gut thun, cuf solche Sensationsnachrichten wenig Gewicht zu legen. Wir glauben, daß ein großer Theil derselben auf die Adstcht »urückzuführen ist, den ungünstigen Eindruck des Freiberger Uctheils in bürgerlichen Kreisen abzuschwächen und zu ver» wischen. Zur Bewegung unter de««aufleuteu. Die„Frei» finnige Zeitung" schreibt:„Die freie Organisation junger Kaufleute hat einen'"'~» Zeitung" dem„? getheilt und demh uns zugesandten Artikel nicht mft einer einzigen Zeile Rotiz trnommen.— Wir finden es erklärlich, daß der Vorstand dieses iereins fich d e r a r t an ein sozialistis he» Blatt wendet. Der Verein ist von sozialistischen Elementen stark durchsetzt, und dir Sozialisten haben alle Ursache, mit dem Verein zufrieden zu sein und denselben in der Presse zu ver» treten. Eden deshalb aber kann ei unserm Blatt nicht einfallen, den Zwecken diese» Verein» zu dienen."— Also, weil in einem Vereine fich Sozialisten befinden, deshalb wendet fich die„Fieifinntge Zeitung" von demselben mit aus» drücklicher Betonung ab. Da« heißt doch, die Polizei, welche es an Verfolgungen solcher Vereine, in denen stch auch nur einige Soiialisten befinden, wahrlich nicht fehlen läßt, geradezu zum Einschreiten gegen den Verein auffordern.— Es ist doch wohl seldstoerstänvlich, daß, wenn irgend ein Blatt die Auf« .Ich kann nicht müßig sitze»,' sagt« fie„für mich giebt's keine Dämmerstunde, die Manche so sehr liebe«, weil fie in ihr träume« und ihre« Gedanke» nachhänge» können." .Magst recht habe»,' nickte Refi,„Hugo sorgt ja da« für, daß Deine Gedanke« fich nicht mft angenehmen Dinge» beschäftige« können.' „Und doch thna wir ihm vielleicht Unrecht, Refi. Was kann da« Mädchen dafür, daß die Verhältnisse es zwange», zum Theater zu gehen?" „Nichts, aber find wir dadurch, daß fie kein Ver» schulde« trifft, verpflichtet, fie mit offene« Arme« aufzunehmen?" .Da« behaupte ich nicht, ich meine nur man müßte Er» kundigungea einziehe»—' .Aber Magdalene, wozu sollte da» führe»? Da« Mädchen bleibt darum«och eine Komödiantin, und al« Schwiegertochter kannst Du fie niemals anerkenne«. Sitt» sam und brav mag fie sei», nichtsdestoweniger ruht»i» Makel auf ihrer Ehre—" „Urthcilen wir nicht zu hart, Refi," sagte die Mutter bittend,„ich will mich lieber in da« Unabänderliche füge», al« meine« Sohn unglücklich sehe«. Hugo liebt da« Mädchen, er hat erklärt, nicht vo» ihr lasse« zu wolle», er—* „Das find Redensarten!' „Gewiß nicht, ich kenne Hugo zu gut, so furchtbar es ihm auch wäre, würde er doch eher mich verlasse», al» dieser Liebe entsage«.' „Einer Liebe, die ihn ins Unglück bringe» muß!" er- widerte R.fi in scharfem, herbem Tone.„Glaubst Du, daß er»och Kasfirer bleiben wird, wen« er die Schauspielerin heirathet? Der Geschäftsführer de« Bankhauses hat ihn schon auf die uvaushleibliche» Folge« aufmerksam gemacht, und was soll's gebe«, wen« er Knall und Fall«ntlaffe« wird?" „Der Gedanke daran macht auch mir große Sorge!' .Und so wird's komme« I Dan» mag Hugo fich nach einer neuen Stelle umsehe», ein« so gute, wie die jetzige. findet er wohl nie wieder.' „Vielleicht könnte er selbst ei» kleines Geschäft be- «ahme einet Erklärung verweigert, der Einsender, wenn er die Eitlärung einem andern Blatte zusendet, dabei zugleich bemerlt, daß jene» Blatt, dem die Erklärung ursprünglich zugegangen ist, die Aufnahme versagt hade Wa» nun die geradezu alberne Bemerkung bedeutet, daß der Vorstand der„fteien Organisation junger Kaufleute" fich derart an ein sozialistische» Blatt ge- wendet habe, ist wohl allen denkenden Renschen Unverstand- ltch. Wir haben e» hier unverkennbar mit einer der dekannten «Richter'schen Echrullen" zu thun, die man dem Manne, der sich über die geringsten Kleinigkeiten erbost, am Ende nicht anzurechnen braucht. Aber die Denunziation gegen den Verein, Herr Richter!? Muß zur Armuth«och die Schande gefügt werde»? In Mühlhausen in Thüringen giedl nach dem„Berl. Tgdl.' der Magistrat als Beilage zu dortigen Zeitungen ein V e r« zetchniß sämm tlicher vlmosenempfänger her- au». Da» Verzeichniß ist nach jeder Richtung hin ein sehr de- taillirte»; ei wird nicht nur das Alter des Almosenempfänger» und die Höhe der demselben bewilligten Unterstützung aufge- tührt; es wird auch ganz genau angegeben, welche Umstände die Bedürftigkeit der Einzelnen rechtfertigten. Da finden fich unter der Rubrik„persönliche Verhättntfle der Aimosenempfän- ger" Bemerkungen wie„die Mutter verbüßt Zuchthausstrafe," oder„lebt getrennt vom Ehemann in der Korrektionianstalt Zeitz" u. s. w. In den meisten Fällen ist übrigen»„geringer Verdienst" alZ Grund angegeben. In Mühlhausen hat diese Veröffentlichung viel böse» Blut hervorgerufen; die üderroie- 8 ende Mehrzahl der Bürger mißbilligt diese Bloßstellung der ädtischen Armen auf da» Schärfste. In der That muß man fich fragen, od die bittere Gabe de» Almosen»— sei diese nun eine zeitweilige oder eine fortlaufende— den bemitleiden»- werthen Empfängern in solcher Weise noch mehr verbittert wer- den muß. Wenn Jemand wegen„zu geringen Verdienste»" der Armentaffe zur Last fällt, dann soll man ihn bedauern, aber nicht vor aller Welt noch beschimpfen. Seltsam nimmt fich i« der«Nordd. Allg. Ztg." ei« Nutfpruch«»• in dem Leitartikel„Am Todettag Friedrich» de» Großen". Nachstehender Satz de» Kanzleidlatte» oerdient aufbewahrt zu werden:„Dem großen Geist konnte e» am wenigsten entgehen, daß ein Staat nicht lediglich auf die Fun- demente der materiellen Macht und der materiellen Wohlfahrt gestützt werden dürfe, sondern zugleich der idealen Güter theilhaftig werden müffe, welche durch die Sicherheit de» Recht», die Freiheit der Gewissen und dt« Volksbildung gewährleistet werden!" Hoffentlich dient dieser Ausspruch den Offiziösen al» Lehre. Unglaubliche Unwissenheit. Da»„Recht auf Arbeit" schreibt: Wie wenrg manche Gemeindebehörden eine Ahnung davon haben, welche Pflichten und Aufgaben ihnen die Ge- werbeordnung auferlegt, davon giebt wieder ein Erlaß Zeuaniß, den die Stadtbehörde in Freiburg i Cr. losgelassen hat. Dort hatten nämlich die Vertreter der Fachvereine an die Stadtväter da» Gesuch gerichtet, ähnlich wie in a äderen Städten ein ge- werbliche» Schiedsgericht einzurichten. Darauf ist nun den Petenten folgender Bescheid geworden: „An Herrn I. F. Haug, Lertholdstraße 21, hier. Unter Rückficht der Beilage Ihres Schreiben» vom 15. d. benachrichtigen wir Sie hiermft, daß im Großherzogthum Baden keine gewerblichen Schtedigerichte bestehen und solche nur im Wege der Gesetzgebung eingeführt werden können. Dr. Thoma. Mörder." Hoffentlich übersendet Herr Haug dem Doktor Thoma ein Exemplar der deutschen Gewerbeordnung, worin der geschätzte Herr in§ 120» al. 3 folgende» lesen kann:„Durch Ott»- {»tut(§ 142) können an Stelle der gegenwärtig hierfür estimmten Behörden Schiedsgerichte mit der Entscheidung betraut werden. Dieselben find durch die Gemeindebehörde unter gleichmäßiger Zuziehung von Arbeitgebern und Arbeitern zu bilden." ühanvinistischee Rappel. Daß fich derselbe nicht blo» in Frankreich, sondern auch in Deutschland breit macht, geht au» nachstehendem Schreiben hervor, welche» ein Leser der „Germania" au» Gräfrath bei Solingen an dieselbe lichtet: «Ich lese soeben in Ihrer Zeitung vom 19. d. von dem großen Brande in Breslau und von der angestrengten Tbätigkett der dorliaen Feuerwehr. Auch am hiefigen Platz? existirt ftit etwa drei Jahren eine freiwillige Feuerwehr, die fich bei einigen Bränden auch so»temlich dewährt hat. ES scheint indessen, al» wenn die hiefige Wehr zu wenig beschäftigt würde und ihre Thätiglett auch auf andere Gebtete auidehnen müßte. So fand am vorigen Sonnabend eine VorstandSsttzung statt. Nach Gr- ledtgung der Tagesordnung wurde sehr lebhast von den uns von Frankreich her drohenden Gefahren gesprochen. Dabei schwoll da» natwnalliberale Bewußtsein derart an, daß folgende Depesche beschloffen und abgesandt wurde:„Kriegs- minister B oulana er, Pari». De* deutsch en Manne« Jugendkraft lebt noch! Die Gräf. rather Feuerweh r." Wa» wird der in letzter Zeit so stark angegriffene Herr Krteaiminister wohl für ein Gruseln ihre Arbett unterbrechend und „Selbstständig zu werden ist und e« wäre traurig, wenn hindurch Kommi» bleibe» gründen," sagte die Mutter, fianevd vor sich hinblickend. ja der Wunsch eine» Zeven Hugo sei» ganze» Leben müßte." „Woher soll er die Mittel nehmen?" „Wenn er Kredit hat—" „Em entlassener Kasfirer? Dem kreditirt niemand, e» wäre thöricht, solche Hoffnungen hegen zu»ollen. Zch würde ihm später gewiß gern« unter die Arme greife», aber darüber vergehe« noch Zahre, und nun gefährde» auch noch die neueste» Ereignisse meine eigenen Hoffnungen." „Welche Ereignisse?' „Eine Tochter de« Geheimrath« hat fich mit einem Baron verlobt und dieser Baron ist im Handumdrehe« der beste Freund Tottschalt« geworden. Damit nicht genug, hat auch der Geheimrath vorhm seine» Bruder besucht und wahrscheinlich ihn um die Aussteuer angebettelt, ich vemuth« sogar, daß Tottschalk ihm eine große Summe zahle« wird, »ad damit ist die Versöhnung geschlossen." „Wäre da» schlimm für Dich?" fragt« Frau Braun in besorgtem Ton«. „Die Verwandten de« alten Herr» find mein« Feinde," erwiderte die Haushälterin achselzuckend,„e* kann ja nicht ander» sei», den« es liegt in der Natur der Sache. Sie müssen ja glauben, daß ich sie um da« Erbe bringe« wolle, und in diesem Glauben werd«» fi« be< stärkt durch die Unfreundlichkeit und die beißenden Bemer- kungen Gottschalk». Sie denke« nicht daran, daß sie selbst diese Bemerkungen herausfordern, e» ist ihnen bequemer, alle Schuld auf mich zu werfe» und mich zu beschuldige», ich drängte mich al« Erbschleicheri» zwischen fie und de» reichen Verwandte». Wen» fie NU» mit diesem Verwandten sich aussöhnen, wen»«» ihnen gelingt, in seine Freundschaft und in sei» Vertraue« sich einzuschleichen, dann werde» fi« vereint dahin streben, mich au« seiner Gunst zu verdräng«,, und ich fürchte, daß ihnen da» gelinge« würde." „Her, Tottschalk ist Dir so sehr verpflAtei- „Wofür? Für mewe treuen D,e«st«? Den Lohn dafür hat er mir gezahlt, jeden Tag kann er mich entlasse», ohne nach Empfang dieser Depesche empfunden haben! Cbef der htestaen Wehr ist der Herr Bürgermeister Kürten, welcher bei Abfassung der Depesche anwesend war.— Zur Ehre de» Vor- stände» der Gräfrath« Feuerwehr nehmen wir an, daß die Herren, al» fie obige Depesche vom Stapel ließen, voll schwrnn Biete» oder süßen Weine» gewesen find. Der französt'che KriegS mini fier wird die Depesche auch wohl so aufgefaßt haben. Der Abgeordnete Singer hält fich seit einigen Tagen in Zürich aus. Derselbe wird heute(Dienstag) Abend in einer öffentlichen Versammlung über die sozialpolttijche Lage in Deutschland und die Thätigkeit der Sozialdemokratie sprechen. Et« sonderbare» LersammlungSverbot. Wie der Hamdurger„Bürgerzig." mitgethetli wird, hatte der Vorstand der Zentral Kranken- und Sterdekaff« der Maurer Deutsch- lands,„Grundstein zur Einigkeit", welcher in Altona seinen Sitz hat, zum Sonntag nach Hamburg eine außerordentliche Generaloeriammlung einberufen und hatte der Vo. fitzende der Kasse da» Lokal de» Herrn Reuter in der Spttalstraße dazu al» Versammlungslokal gemieihei. Natürlich wurde von dieser Adficht Anzeige bei der htefizen Polizeibehörde erstattet, und wa» geschieh!? Am Freitag, dem 20. August, erhält Herr Reuter ein Polizeimandat, daß die beadstchtigte Krankenkassen- generaloersammlung bei 300 w. Strafe nicht in seinem Lokale abgehalten werden dü-.se. Welche schwerwiegenden Bedenken die Behörde zu einem derartigen Verbote veranlaßt hat, ist un» ein un ötbare» Räthsel. Dänemark. Die Frage der Befestigung Kopenhagen» de- schäftigt gegenwärtig in Dänemarl die öffentliche Meinung in hohem Grade. Nachdem der Kopenhazener Fortschrtttivcnin am verflossenen Sonntag ein Protestmeeting gegen die von der Regierung deabfichiigte Befestigung abgehalten, htt jetzt der dänische Kriegsminister, General Bahnson, in einer von den Konjemtiven Fridericia« veranstalteten Versammlung über diesen Gegenstand fich annehmen laffen. Der Redner wie» einleitend auf die beiden schleSwigfchen Kriege hin; während de» erste« Kriege» habe Dänemark Zeit gehabt, fich zu rüsten und Flankenstellungen einzunehmen, wodurch e» geglückt sei, dem Feinde bei Fridericia eine Niederlage beizubringen. Da- mal« sei Dänemark aber auch noch Herr zur See gewesen. Ganz ander» sei e» im Jahre 1864 gegangen; denn nachdem alle dänischen Truppen auf Fünen zusammengezogen gewesen, fei Kovenhagen von der österreichischen Flotte bedroht worden, so daß Dänemark Frieden schließen mußte. Jetzt sei die Be- sestiguna Kopenhagen» um so nöthiger, nachdem die deutsche Flotte stärker al» die dänische geworden sei. Kopenhagen müffe befestigt werden, damit Dänemark einen Stützpunkt dt» dahin hade, wo ein BundeSgenoffe ihm zu Hilfe kommen könne. Komme keine Hilfe und Dänemark müffe fallen, dann sei es schöner und ehrenhafter, wenn e» z. B. nach einem zweimonat- lichen Kampfe falle, al» wenn e» fich sogleich ergeben müffe. Dänemark hade keine Zeit zu verlieren. Der Tod eine» Manne» könne jeden Augenblick eintreten und einen europäischen Kampf entflammen lassen; Dänemarl müffe deshalb darauf bedacht fein, nicht der Spielball der Kämpfenden zu wnden. Dänemark habe früher drei Herzogthümer verloren, jetzt werde e» doch wohl einige Bäume opfern können. Die Befestigung Kopenhagen» fei die feste und bestimmte Aufgabe de» Ministerium». Schweiz. In einer Kantonsrarhfitzung in Zürich wurde in Folge einer Interpellation erklärt, daß der RegierunaSrath nächsten November einen Gesetzentwurf über die Erweiterung ver Zürich er tsch en Volksschule verlegen wird und viel- eicht auch einen Gesetzentwurf über die Reorganisation de« Mittelschulwesen», speziell der Industrieschule. Der Erziehung«. direktor erklärte fich persönlich für die unentgeltliche Verabreichung der Lehrbücher und Schretd- hefte in allen Volksschulen. Eine J.iftiatioe, welche die Freigebung der ärztlichen Praxi» angeregt, kam nicht mehr zur Behandlung; fie ist auf die Nooemdersesfion zurückgestellt. Diese Jnittative wirbett viel Staub auf. Die Demotraten . gen fich unentschieden; eine» ihrer Blätter sprach fich mit Bestimmrhett für die diSheiigen Staatsexamen der Merzte au». Vielleichl wird der Anlaß benutzt, um die Unentgeltlich- keit der Kranlenpflege und die Anstellung von Gemeindeärzten(mit Staat» Unterstützung) zu befürworten. Diesem Gedanken begegnet man in der Presse schon mehrfach. Belgien. Der Generalrath der Ardetterpartei hat eine ganze Reihe von Zustimmung». Adressen und Telegrammen in Folge der«undgeduna erhalten, wofür«r den„Brüdern" dankt. Es find namentlich genannt: die schweizer Ardetterpartei, dt« deutsche sozialdemokratische Partei, der in Zürich erscheinende „Sozialdemokrat", dl« dänische sozialdemokratische Partei, dt« italienische sozialistische Partei, die englische sozialdemokratische Fösnation. daß ich ihm darau» einen Porwurf machen dürfte. S« ist wahr, ich habe die zuverfichtltche Hoffnung gehegt, daß er mich in seine« Testamente mit einer namhaften Summe be« denke» werde und meiae Zukunft somit gesichert sei." „Und so wird'« auch kommen," sagte die Mutter be« ruhigend.„Er weiß ja, wa» er vo« seine« Verwandte« z« halte« hat, ihr« Znttiguea werde» nicht mächtig genng sei», ihn zur Entlassung einer treuen Dienerin zu de- wegen." „Wer kann's wisse» I Zedenfall» wird Hugo gut ihu», fich nicht so fest auf meine Hilfe zu verlassen." Rtfi brach plötzlich ad, ihr Blick war starr auf die Thür aeheftet, in deren Rahmen Hugo stand. Er trat näher, schüchtern und zögern» folgte ihm ei» junge« Mädchen, Tante Rest errieth sofort, wer die Beglei. teri» war. „Hier bring« ich Dir mein« Braut, liebe Mutter," sagt« er mit weicher Stimm«,„nimm fie fteundlich aus, Du wirst fie sicher liebgewinnen." Gretche» stand vor der alte» Dame, verwirrt schlug fie vor dem unfteundliche» Blick, der ptüfend auf ihr ruhte, die tiefblauen, seelenvolle» Auge« nieder. Die Mutttr fand nicht sofort eine Antwort, wollte fie auftichttg sein, so mußte fie gestehen, daß die äußere Er- scheinung Greichen» eine» günstige» Emdruck auf fie gemacht hatte. „Hast Du selbst diese Komödie ersonnen?" fragt« Rest scharf.„Du solltest doch wisse«, daß solche abgenutzte Mittel nicht dazu angetha» find. Dein« Mutter—" „Ich spreche nicht zu Dir, sonder« zu meiner Mutter," unterbrach Hugo fie erbittert,„an eine Komödie habe» wir beide nicht gedacht, die Stimme de» Herzen» ricth un» zu diesem Schritt. Willst Du nun Dich zwischen Mutler und Kind dränge», dann möge auch auf Dich allein die ganze Verantwortung falle«, denn wa» Du auch sagen magst, ich lasse nun und nimmer von der Geltebie«. „Da» müsse» wir Deinem Ermesse» überlasse«, aber wie kannst Dn mir die Beranttvortnng für Dein« Thor Herten aufbürden wollen?" erwiderte Rrfi in spöttischem Tone. „Wir hade» Dir die Gründe genaifet, die es un»«nmögltch H» l l a» d. In Holland wird augenblicklich wieder einmal die Wni* irommel für da» indische Kolonialheer in oerst-irfter Weise gerührt. An allen öffentlichen Plätzen, besonder» 0% den Postzedäuden und allen Bitesschaltein, find große Sn» schlagzettel angebracht, in welchen die Bedingungen, unter den«» man in den Kolonialdienst treten kann, bekannt gemacht werdtil. Das Handgelv delrägt nunmehr 300 Gulden unv die Werd» prämie für den Kopf 10 Gulden.— Ein indischer O sW schrieb der„K. Zig." zufolge dieser Tage an ein P ovinzw» Matt:„Der Durchschnittsbestand der Komvagnien ist tm Bugw blick 25 Mann, und wenn deshalb eine Expedition, wie neulta nach Riga», unternommen werden soll, io werden sämm-ltte Bataillone geplündert, um einen Truppenlheil zu bilden. Tah» auch für die Oifiziece die fortwährenden Versetzungen un? Garnison Wechsel, welche den kameradlch astlichen G-ist fier. .. I 5. Wir dringen unsere»'T'w'w» der seltenen Mäßigung und Seldstb'herrstMtng�ve� �(}t, Volle» gegenüber dem unehrlichen, vo-' dm GulShetien � übten E.preffungi und wucherischen PattsyÜem,.z# ficht» der der organifiitm Gesetzlcfigkeit tm Norden Jtt„M- partetischen Beamten|kanOaiöserw«,e zugewendeten v (ei:»um Ausdruck. Ebenso wird der lobeitiuerttz» de* irischen Voitet, seine eigenen Anaelegenheiten na» Weise zu verwalten, anerkannt. 6 Wir danken Mervui{r, Beamten der irischen N a t t o n a l l t g a kür die treue folgt eiche Erfüllung ihrer sch stetigen Pflichten, r" erf wurde deschloffen, daß folgende Kabeldepesche im �; Vorsttzenden der Konvention an Parnell abgesandt Jr. in „Die Delegirten der Konvention der irischen Naiiot»"?. � Amerika entbieten den Gruß ihrer Versammlung, ß'T, ttf vor:agende Bürger jede» Staate» und Terrtloftu°W' Union umfaßt und verfichern Sie der herzlich� stützuna Jhier Politik durch eine einige und harmontl»' veniton."_ Diesen Beschlüssen nach zu mtheilen, hat sich MefLn# osflziösen Telegraphen genährte Befürchtung, daß � mache», in diese Verbindung einzuwilligen, unser« 33 � und unseren Rath solltest Du beherzigen."_ „Hast Du kein Wort für un», Mutier?" „Wa« soll ich Dir sage»?" antwortete fi« vorw» nnd noch einmal streift« ihr Blick verstohlen da» erg � Antlitz de» erregte» Mädchen«.„Du hättest u#* peinliche« Auftritt erspare» sollen." ii&lsP' „Da« heißt mit andere» Worten: Dn bist � bei Demer Weigerung zu beharren, z« urtheilen,«?». geprüft zu habe», und einem thöricht«« Vorurthe» 50 Deine« Sohne« zu opfern?' r „Ich Hab« Dir meine Gründe genannt ," tt>v> �e» kopfschüttelnd,„aber willst Du der junge» Dam« Stuhl anbiete»?" ,,.Mit*' .Führe mich fort, Hngo," bat da» Mädchen wn der Stimme,„ich sagt« Dirt ja vorau», daß wa aus Wege nicht« erreiche« würden."«Äj .Nicht» l" wiederholte Rest.„Schon Deine Stellung müßte Dir zeigen, daß Du Di*%„W falschen Wege befindest, Hugo i Wir könne« Dich l»' zwinge». emeTzorhei», zu der Du entschlossen blst, f. b» lasse», aber ich hoffe, Du wirst ver»ü»ftig 0�\Len'� Folge« dreser Thorheit zu bedenke« und dafür verantwortlich zu machen, die Dir davon avg haben." gei»� ««ich« stand bereit, an de, Thüre, die letzt" kungen der Tante hatten Hugo auf» äußerst« 0"%-0»? die Schwester meine« Vater«, schützt Dich vor der Antwort, die Du verMe»' sag''«.»'tternd vor Erregung.„Aber in dies" � dast Du selbst da» Tischtuch zwischen un»" v'elleicht auch der Mutter de» Sohn geraubt. � .PerB auch die Folgen— .Hugo, Hugo I" rief Gretche» warnend. die Ehrftzrehi, die Du der Mutter schuldest. „Der Mutter bleibt meine Liebe auch dann ich mich lossage» mnß von ihr," fuhr er D« bedenke», Tante, aber magst D» auch de» 55 Hu auf F »«tri einen Einfluß auf die Aonoention ausüben könne, keines« v-gi bestäligt. u Neun Polizisten, welche wäbrend der jüngsten «»walle in Belfast auf das Volk geschossen hatten, wurden unter der Anklage, vorsatzlichen Mord verübt iu haben, verhaftet. . SN einer Maffenversammlung der Eisengießer und «etten schmiede zu Cradley wurde kundgegeben, daß ein «tthFabrilbesttzer die geforderte Lohnerhöhung bewilligt hätte und�dah in Folge deffen 2000 Mann die Arbeit mtt dem d. wieder aufnehmen würden. Die Lohnerhöhung beträgt ??'nce pro Tag. Mehrere andere Fabriken feiern noch, doch man auch hier, daß die Arbeits einstellurgm binnen Kurzem ihr Snde erreichen werden, da die Lohnerhöhung zuge« iwndin werden dürft». Balkä!ltst oonte» v. Sarauw und Genoffen vor der Ferim« H�Ä?'uer de« Landgericht» zu Leipzig zu verantworten. »ersÄ!?5�ßuricht zu Dresden hat nämlich auf Antrag fei. 7- �eplember d. I. haben fich vor der Metten Ferim« �»afkammer de« Berliner Landgericht« I 7 Redakteure und »«�?ch�flatt«r derselben Angelegenheit wegen zu ver. be, aÄT". Außerdem schwebt gegen dm Cheftedaveur »Allgemeinen Zeitung" und einen Berliner teStostatto in derselben Sache eine Anklage vor dem Land« tu München. hat nämlich den Antrag de» Berliner a? ntJ: der Adurtbeilung aller 5 gegen ihn er« �lehnt baS Landgericht I zu Berlin zu betrauen, « deffen dürfte ein Urtheil de« Oberlandesgerichtt a. M. über dieselbe Angelegenhett von hohem S&aÄwT �"�8» Frankfurter Blätter und einen Berliner Be« �»at»n. wurde deffelben Bericht« wegm auch von der «Wltat.�j'haft zu Frankfurt a. M. Anklage erhoben. Da» �jähren» Landgericht hat jedoch die Eröffnung de«( Xn, �jähren» Landgericht hat jedoch die Eröffnung de« Haupt- — in' hnt. Die deshalb eingelegte Beschwerde der »nb wirst Du»icht trmne». Ich Hab« uu» .V..... b'tha», Mutter, ich habe Dir meine Braut tt. die Deinen Segen gebeten, fortan ist et an ei. Er doi e• ,Um zu bieten." Misere," Brau* den Ar« und führte st» hinau», Lachen enttang fich dm Lippen Rest«. .Seine lagt» st. verächtlich.______ 4 i»n�, sted kivbisch, man muß ihm Zett laffm, ich hoffe bi.Du V,** Vernunft annehmen wird." wicht so hart sein sollen," erwiderte ttiJ leisem Vorwurf, ,da« mußt« ihn er« dignti» ARt,.!5?. entgegenkommen? Sollte ich der Höflichkeiten sagen, die sie berechttgtm ..t\vU,8 ej?del Wir hätten da, Mädchm ja höflich empfangm 2* Hj. 8We Fragm an daffelb« richten können, später tonn« WVW..* tw»er noch erklären, wir müßtm bei unserer � J!« Chatten. Uebrigm» ist da» Mädchm wirklich � di« Damm vom Theater verstehen e« ja, von Mke Gebrauch zu machen, fie find nur hübsch bei "«1«».\ ilnb da« hübsche Geficht allein thu»'« nicht, Charakter ist die Hauptsache." ja prüfm »Älerift»Jalfe fällt, wird c« Dir klar, daß die £ ä.% i» Ä in unsere Familie, damtt % Dame %% iß MK». 5*"� p?ht nicht tn unsere samiue, oamir � sollt,• 60®teh mtt Bitten und Drohungm be« W" «I, Ni'"" Hugo« blickte mit ernst« Besorgniß auf »sn'i«in til ö« ihre standhafte Schwägerin vnschwunden � Ifhwerer htfcr"■«—— tief« Seufzer entrang *4; so seh, st« auch seibst fich gegen ihr« ge> diese Ver- Staatsanwaltschaft ist nun auch vom Oberlandeßgericht zu Franlfurt a. M. abgelehnt worden. Da« Oderlandesgericht begründet diese ffine Entscheidung etwa kolgendermaßm: „Die in§ 17 de» ReichSaesetze« üb« die Preffe vom 7. Mai 1874 gegebene Vorschrftt soll nach dm Motiven die Unbefangmhett der bei den Strafverhandlungm betheiligten Personen schützen; fie soll verhüten, daß dmch vorzeitige Pudli tattonen auf den Gang der Straijusttz nachtheilig etngewttft werde; in den Berathungm der Kommission und im Plenum de« Reichstage« wird darauf hingewiesen, daß da» frühe Be kanntwerden solch« Anklageschriften, welche di« jetzt noch alle Einzelhelbeiten der Zeugtnaui sagen zu enthalten pflegten und sehr häufig nur ein oorweggmommme« Resumö im Sinne der Anklage seien, dazu führen könnte, die Verhandlung zu trüben, die Selbstständigkeit und Unparteilichkeit der einzelnen Zeugen zu beeinfluffm u. s. w. Nach dies« Abstcht, wie nach dem Wortlaute de« Verbote« trifft dasselbe nicht nur die oollstän. dige Wied«gabe der Anklageschrift und and«« amtlicher Schrift« stücke eine« Strafprozeffei, sondem auch die Vnöffentlichung im Au»zuge. Nach Inhalt und Fassung der Berichte im„Frankfurter Journal" und den„Frankfurter Nachrichten"(verfaßt von dem Journalisten Gustav Meyer, Berlin) erscheint e# kaum zweifelhaft, daß bei der Niederschrift oder Formulirung derselben die Anklageschrift od« ein als mehr od« wenig« vollständige Wiedergabe d«seldm«kennbarer Auszug vorgelegen hat und benutzt worden sei; vnschiedene Ausdrücke find in Ansührungs- zeichen hervorgehoben. Allein eine Vergletchung de« Inhalt« d« Anklageschrift mtt den in Rede ftehmden Artikeln führle zu dem Ergedniffe, daß in den letzt««» objektiv, d. h. nach Be- deutung und Umfang der gegebenen Miitheilungen eine Veröffentlichung im Sinne de«§ 17 de« Pceßgesetze« nicht ent« halten ist. In der bei den Akten befindlichen Ab« schritt nimmt die Bnllage gegen Sarauw allein 60 Seiten Altenformat ein; tn gedrängter Darfielluna wird hier ein umfangreiche« Material in eingehender Schilderung charakt«ifiisch« Vorgänge vorgeführt, bei den 14 Fällen de« vollendeten Verbrechen« ist für jeden Fall aus mehreren Seiten d« thatsächliche Hergang in anschaulich« Weise klaraelegt, bei dem Versuchifalle aus 9 Seiten, und von diesen 15 Abschnitten geben die beiden Zeitungsartikel mit unwesentlich« Umschreibung nur die Ueberschriften, theilweise in Anführungszeichen. WaS im Uebrigm mitgethellt wird,«scheint gegenüber dem eigentlichen Inhalte der Anklageschrift als höchst unbedeutend und tn keiner W-ise geeignet, von den in die betreffenden ZettungSattikel aufgenommenen Ergebnissen der Voruntersuchung einen Begriff zu geben. B«gegenwärttgt man fich dm oben gekennzeichneten Zweck der im§ 17 bei PreßgesetzeS gegebenen Vorschrift, über steht man nammilich nicht, welche Bestandtheile der Anklageschrift von der vorzeitigen Veröffmt- lichung auSgeschloffm werdm solltm, sowird man tndm besproche« nen Artikeln die von der Anklage behauptete Zuwiderhandlung gegm daS Verbot nicht finden. ES««dient hierbei bemerkt zu w«dm, daß Gustav M y« berett» wegm deffelben B«tchtS von dem Landgericht zu Dresden m 400 R. und von dem Landa«lcht zu Zwickau zu 100 M. Geldstrafe und auch die detrrffenden Redakteure zu hohm Geldstrafen verurtheilt worden find. Die Gründe deS Frankfurt« Oderlande»gtticht« besagen im wetteren:„In der von dem Angeschuldigtm Friedlänoer verfaßten, unt« V«antwortlichkcit bei Angeschuldigten Saul tn der„Frankfurt« Zeitung" publizirtm Korrespondenz find zum größeren Theil persönliche Wahrnehmungen vo: und bei Eröffnung d« Hauptoerhandlung vor dem Reichsgerichte bis zur Au«schließung d« Oeffentlichkett, sowie verschiedene au« der Anklageschrift nicht zu entnehmende Nach« lichten üb« die Pnsönlichkeit und Ledensgeschichte de« von Sarauw mitgetheilt. Soweit die sonstigen Angaben der Korrespondenz mit dem Inhalte der Anklageschrift zusammentreffen, find fie theil« uv bestimmt ge- halten, theil« der wesentltchen Bedeutung der letzteren gegen- über so wenig«heblich, daß darin keine strafbare Publikation liegt, daß aber auch mtt dem anaefochtmm Beschluffe als glaub- hast anzunehmen ist, daß d« Verfaffer bei d« Niederschrift keine Kmntniß von d« Anklageschrift gehabt habe In Bezug auf diesen Artikel wäre demnach in keiner Richtung d« Thai- bestand dtt§§ 17 und 18 de« Preßaesetzei festzustellen. Aus diesen Gründen war die Ablehnung der Eröffnung de« Hauptvnfahrm« seilen« der Strafkammer für gerechiteitigr zu«achten, dah« die hingegen— in zulässig« Weise,§§ 209, 363 St..Pr.'O.— eingelegte sofortige Beschwerde zurück« zuweisen und hinfichtlich de« Kostenpunktes§ 505 St.-Pr. O. zur Anwmdung zu bringen."— Erwähnt mag noch werden, daß die Straskamm« zu Halle a�S. bereit« am 3. Mai d. I. wegm bcid« in Rede stehenden Berichte ein freisprechende« Er- kmntniß gefällt hat. Wien, 21. August.(Ein unmögliche« V«langm.) In «olltrunkenem Zustande fuhr jüngst der Hausbefitz« und Gast- wirth Franz Wawra mit seinem Wagm durch Währing gegen G«sthof. An der Ecke d« kreuze und Fürftengaffe machte Wawra vor einem Bassin Halt und rief mtt lallender Zung- lobung war, da« brü«ke Auftreten Rest» konnte fie doch nicht dilligen. Sie wartete an diesem Abend lange auf die Heimkehr Hugo«, sie wartete vergeblich bis Mitternacht, mit schwer bedrücktem Herzen mußte fie endlich fich zur Ruhe begebm, ohne ihm, wie fie es so gerne gewollt hätte, ein versöhnendes Wort gesagt zu haben. (Fortsetzung folgt.) An» Kunst nud Zehen. Speel— Treptow. Der Stralauer Ftschzug ist heute die Parole deS Tage«, und wie alljährlich, so hat auch diesmal die Direktion E Burchacdt und H. Küppen die umfangreichsten Vorkeh-ungen getroffen, um dieses historische Fest zu einem in jeder Beziehung würdigen zu gestaltm. Alle die hervor« ragenden Künstler, die heute in dieser Festoorstellung mitwirken, anzuführen, ist ein Ding d« Unmöglichkett. Jedenfalls können wtt lonstatirm, daß sämmtliche Pieren durchweg neu find und ei stchnlich(einen einzigen Zuschauer od« Zuhörer geben wirb, der fich am heutigen Tage nicht amüftren wird. Eine ganze Fluth von Gmüfien ist un» in AuSficht ge- stellt, ein Volks- und Freudenfest im wahrsten Sinne ist arrangirt; da« Olchester, unter der schneidigen Leitung bei Kapellmeister Opitz ist oerstärtt, Korsofahrt, Volksbelustigungen, italienische Rocht werden dm Anschluß dieser hochlntneffantm Vorstellung bttden. Für all' das Vtelgebotene ist der Eintritts- vrei« auf nur 15 Pf. normirt und finvet von 2 Uhr Nach« mittag« an ununterbrochen große Konzert- Vorstellung statt. Ueder die erste Rontblanc-vefteigung ging d«„Leip. Laer Heilung" vor Hund«! Jahren folgende Mittheilung, datilt ■BS daß er nicht ftüher weiterfahren werde, Bevor ihm nicht der „Baffän«" ausweiche. Paffantm machten dies« konischen Szene ein Ende, indem fie die Pferde bei den Zügeln nahmen und auf die Fahrstraße zmücklmstm. Wawra wurde wegm Fahren» in trunkenem Zustande angezeigt und vom Bezirk«» g«ichte Währing heute zu 6 Gulden Strafe verurtheilt. Versuchter Vatermord. Vor dm Geschworenen bei Lot« Departements stand dieser Tage ein vierzehnjähriger Schäfer unter der Anklage de« Vatermorde«. D« Junge hatte fich ohne die Erlaudniß sein« Eltem bei Bauersleuten verdungen und wurde von dem Vater etwa« unsanft heimgeholt. Er schtm fich übrigm« in diese Maßregel zu findm und versprach sogar, seinen Eltem nickt mehr dm Kummer anzuthun, fie ohne ihr Vorwiffen zu verlaffen; allein er brütete heimliche Rache und überfiel mitten tn d« Nacht feinen Vater im Schlafe. Nur die Zipselmütz«. de« Manne» diente ihm als Anhaltsp ankt für den Hieb, den er mtt ein« kleinen Axt führte. Statt dm Hol« zu treffen, wie die» seine Abficht gewesen war, znschmet- t«te er dem Schlafenden die Kinnlade und sprang dann, heulend und schreiend:„Diebe! Mörve.! Wir find bestohlen. Wir werden nid)'« mehr zu effm habm!" zum Fenster hinaus. Die Nachbam liefen h«bet, d« Taugenichts betrat mit ihnen die Kamm«, wo« den Mordversuch degangen hatte, aber hier«hob fich der Alte ungeachtet d« zerschlagenen Zähne und de« au« dem Munde strömenden Blute« und sperrte ihn selbst in eine Tenne ein, biS die Gendarmen komm. Vor Gtttcht gab Jean Lapeyri«e zu, daß« allerdings seinem Bat« hätte den Garau« machen wollen, verwahrte fich ad« dagegm, al« ob ei seine Abficht gewesen wäre, demselben Schmerzen zu verursachen. Der Junge war wegen seines störrischen Charakters und wegen sein« Grausamkeit gegen Thiere vex> rufen; die Geschwormm erkannten, daß« mit Vorbedacht gehandelt hatte und« wurde zu 20jShriger Einsperrung ver« utthellt. Reichsgericht«-Ddtscheidung.(Nachdruck verbotm.) Leipzig, 19. August.(Moderne GeschSft«»eute). Auf recht de« queme Weife, ohne Arbeit und Mühe viel Geld zu verdienen ist daS Jd at mancher Kaufleute, deren Anschauungen über Rechtlichkeit und Anstand von denm der Allgemeinheit in er- hedlichem Maße abweichen. Haben diese Leute einige« Ver» mögen, so wttden fie Wuch««, haben fie keineS, so befaffen fie fich mtt anderen Unternehmungen, die ohne große Unkosten erheblichen Gewinn bringen. Zu dies« letzittm Kategorie ge- Körten die„Agenten" Hermann Sonnemann und ein gewiffer Lipke, beide aui Halberstadt. D««stere hatte, nachdem er fich in verschiedenen Beschäftigungen««sucht hatte, da« Städtchen Ost« Wieck am Harz zu seinem Aufenthaltsort erkoren und dort ein sogmannte« vankagmturgeschäft eröffnet, wenigsten» mußte man die» nach den Inseraten annehmen, die« in ver« schiedenm Zeitungen vnöffmtlichte. In denselben hieß e« durchweg, daß desagte» Bankagmturgeschäst Darlehne diskret auf Wechsel vermittle. Heutzutage, wo e« um den Kredit meistentheil« recht schlecht bestellt ist, freuen fich alle die« jenigen, welche in augenblicklicher Geldvnlegmbeit find, wenn fich ihnen eine Hoffnung auf Erlangung von Kredit darbiriet, und Herr Sonnemann hatte daher ganz richtig gerechnet, wenn « voraussetzte, daß er recht viele Aufträge erhalten würde. Da« ein eigentliche« Geschäft in Wirklichkeit nicht de« saß, war er bestrebt, in denjenigen P«sonen, die fich an ihn wendeten, dm Glauben hervorzurufen, daß ei be! ihm recht großartig h«gebe. U. a. geschah die« dadurch, daß er auf seine Briefe mittel« Hektograph die Noll, druckte, daß bei Antworten imm« die Registernummer seine« Briefe« an« gegeben werden müsse. Seine Geschäftsbedingungen waren keine außergewöhnlichen, nämlich 5 pCt Zinsen und'/,«Ci. Proviston. Soweit mochte nun alle« angehen. Sobald ad« ein Darlehnijucher Vertrauen zu ihm gesaßt hatte, forderte er erst einen„kostmvorschuß". Die Hoffnung, durch diese kleinere Summe die gewünschte größere zu«halten,««anlaßt« auch meisten« die Darlehn«such--r, ihm da« Geld zu schicken. Dann ab« war auch da» Geschäft schon erledigt, nämlich für Sonne- mann, denn seine Bemühungm, wirklich Geld zu beschaffen, würben von ihm selbst nicht ernst genommen. Sie bestanden darin, daß« einen von dem Kunden ausgestelllm und von ihm selbst geritten Wechsel einem vankhause, bei dem er na« türlich auch keinen Kredit besaß, zur Dt«kontirung vorlegte und selbstverständlich damtt aba-wiesm wurde. Dann durchstrich er seinen Ramm auf dem Wechselformular und schickte daff lbe mit der wiederum hekiographirten Notiz, daß seine Bemühungen leid««folglo« gewesen seien, dem geprellten Kunden zurück. Solche und ähnliche„Geschäfte" besorgte Sonnemann und Lipke sowohl jeder einzeln al« in Gemeinschaft. Da« Land-- gertcht Halberstadt hat darin höchst freche betrügerische Mmi- puiationen gefunden und verurtheilte diese beiden Geschäktk» lrute zu 4 resp 3 Jahren Zuchthaus.— Sie hatten beide Re- Vision eingelegt und darin ausgeführt, fie hätten in jedem Falle Schritte zur Erlangung von Darlehnen gethan und die« genüge schon, um den erlangten VermögenZoorch-ilen den Charakter der RechtSwidrizkeit zu nehmen, ebenso hätten fie keinen Jnthum bei den Kunden erregt. Da« Reichsgericht erachtete jedoch unt« Bezugnahme auf die Festst.-llungen der gegen 6% Uhr Abendi auf dem höchsten Gipfel angekommen, wie wir und ein srusstscher Oififi«. Herr von LonSkoy, nebst vielen Einwohnern dieses Flecken«, durch Fernröhre deutlich und mtt allgemein« freudenvoller Bewunderung gesehen ha en. Die Strenge der Kälte, welche Herr D. Paccard 6 Reau» murische Grade unter dem Geftterpunkte gefunden hat, nöthigte fie, nach einer halben Stunde den Rückweg anzutreten, und ohne auszuruhen, durch Hilfe de» bellen Mondenscheine«. o5,n« welchen fie unfehlbar würden umgekommen sein, nach Prieme' zurück zu geben, wohin fie den 9. früh um 8 Uhr glücklich zurück gekommen find. Sie haben wegen de« öft«s stellen Wege« und wegen der vielen Spalten im Schnee und Eise ungiaub- liche Schwierigkeiten zu überwinden gehabt. Von der sehr dünnen Lust auf dem Gipfel diese« außerordentlich hoben Berge« habm fie keine unangenehme Empfindungen veripürt, übrigen« ab« doch an den Augen, Gefichte und Händen durch den blendenden Schnee und die Schärfe d« Luft sehr viele« ge« litten. verwendnng von Stahlschiene« zur Kundamentirnng großer Bauwerke. Unt« den in den jüngsten Jahren tn Amerika eingefühtten Neuerungen im Bauwesen ist die An- wendung von Stahlschienen bei den Funvamentiiungen großer Bauten eine der interefiantesten. In Chikago find einige der bedeutendsten Bauwerk« auf Stahlschtenen aufgerichtet und diese Bauart eignet fich bei dem weichen Boden, auf dem jene Stadt steht, vorzüglich. Die Schienen find in einem Zementdett neben einander aufgelegt und d« Zement wird mtt der Zett so hart wie Stahl; da da« Ganze auf diese Weise gegen Luft und Feuchtigkeit abgesperrt ist, so ist eine Zerstörung durch Rost nicht zu befürchten. Mittel« diiser Bauart ist der Baumeister in den Stand gesetzt, die Säulen au« leicht«em Stein aufzu» führen und dabei an Raum zu gewinnen. Durch die Rtagarafille. Der Böttcher Graham unternahm am Donnerstag seine zweite Fahtt dmch die Strom« schnell n de» Niagara. Er machte die gefährlich« Fahtt in einem Faffe. Ein anderer wagte da« Unternehmen m einem korkanzuge, fand aber den To».— Wer bei derartigen „Kunststücken" verunglückt, den kann man kaum dernit« leiden. Eine weggeschwemmte Stadt. Die Siadt Harte, in d« Provinz Sonora in Mexiko, wurde von dm Fluthen weg» geschwemmt. E« blieb nicht ein einzige» Hau» stehen. Die Stadt zählte 7000 Einwohner, die fast alle«trunken find. eisten Instanz diese sowie einig« prozessuale Beschwerden in seiner letzten Sitzung(am 12. August) für unbegründet und verwarf daher die Revtston. Berbotene verMv dünge«. Sine au»§§ 128, 129 de» Str. G. B. zu beftrafenve Theilnahme an einer auf den Um Kurz de» Bestehenden gerichteten Verbindung liegt nach einem Urtheil de» Reichsgericht», L Strafsenat», vom 20. Mai d. I. schon dann vor, wenn Jemand al» Mitglied der Verbindung, deren uner'aubte Zwecke er kennt, beigetreten ist. ohne selbst bei Verfolgung der Zw-cke der Verbindung besonder» thätig gewesen zu sein.— Der deutsche Theiwehmer einer derartigen unerlaubten Verbindung, welche zwar außerhalb de» Deutschen Reiche» ihren Sitz bat, aber auf den Umsturz de» Bestehenden auch im Deutschen Reiche gerichtet ist, ist strafbar, wenn er während seine» Aufenthalts im Deutschen Reiche der Verdin» dung al» Mitglied angehSrt hat. Koriales tmfe Arbeiterbewegung Die Kranken« und Sterbekaste der Hutmacher, welche jetzt 39 Filialen zählt, schließt für da« 2. Quartal 1886 mit einer Gesammteinnahme von 12 241,97 M. und einer Tesammt- au»gade von 8170,91 M., sodass eine Mehreinnahme von über 4000 M verbleibt. Aus dem Bericht geben wir noch folgende statistische Mittheilungen wieder. Aufgenommen wurden 63, au»gekettn find 25, davon traten freiwillig au» 7(3 out» gewandert),»»»geschlossen wurden 8 und verstorben find 10 Mitglieder. Die Todesursache war bei 8 Mitgliedern Lung'nleiden, bei 1 Tehirnleiden und bei 1 Selbstmord; nicht« verficherungSpflichttge Mitglieder gehören der Kaff; 20 an. Da» Verpflegung»geld wurde verabfolgt in 184 Fällen für 6042 Tage der 1 Klaffe mit 5956,03 M., und in 28 Fällen für 437 Tage der 2. Klaffe mit 656,20 M. durch die örtlichen Verwaltungsstellen, ausserdem in 2 Fällen für Kmkoften der 1. Klaffe 34,60 M. durch die Hauptkaffe. In der 1. Klaffe wurden 2737 Tage a 2 M., 104 Tag»» 1 35 M., 151 Tage 241,63 M. an Kurkosten; 410 Tage» 0,45 R. an erwerb». fähige Kranke und an 4 Mitglieder für Heilmittel 27,95 M. bezahlt; in der 2. Klaffe 433 Zogt a 1,50 SR., 2 Tage a 1,35 Mark, 2 Tage 4 M. an Kurlosten und 24 Tage a 0,45 M. an erwerbSfähigeKranke bezahlt.— Die KrankheitSdauer de» einzelnen Falle» betrug in der 1. Klaffe 16 /, Tag und da» VerpflegungSgeld dafür 32,37 M., in der 2. Klaffe 15V, Tag und da» Veipflegungsgeld dafür 23,43 M. durchschnittlich. Ein Krankheittfall der 1. Klaffe mit 6 Togen wurde durch Be- triedsunfall verursacht. Di« Abrechnung vom 2. Quartal mit derjenigen dt» I. Quartalt 1886 verglichen, ergiedt für da» 2. Quartal eine Mehreinnahme von 155,32 SR. und eine MtnderauSgabe von 1830,21 M., demnach war da» 2. Quartal für die Kasse günstiger wie da» 1. Quartal. Die Art der Krankheit war: in 73 Fällen Susserlich, 46 verschiedene Brustleiden, 28 RheumatiSmu», je 18 Magenleiden und ver« schieden« Katarrhe, je 6 Augenleiden und verschiedene Eni Zündungen, 5 Haltleiden, 4 gastrische Fieber, je 3 Beinbrüche, Kopfleiden und Unterleidsleiden, je 2 Ohrenleiden und Diphtheriti». je 1 Herzleiden, Neuralgie, Masern, Gelbsucht, Blursturz, Munbfäulc, Spitchelstuss, Kolik, Blasenleiden, Nieren« leiden, Hämorrhoidalleiden, Seitenstechen, Panaritium, Mump», Epilepste und Stzphili». Nothwevdtge Folge« de» SnbmisfiovSwesen». Der Hamburger„Bgztg." schreibt man au» Wandtdeck: Es ist schon vielfach in der Presse darauf hingewiesen, welch scheuss liche Auswüchse da» SubmisstonSwesen zur Folge haben muss. Der hier in der Autführung begriffene Bau de» Stallgedäude» für die hiestge Garnison in Maritnthal liefert«ine neue packende Illustration zu früheren Vorgängm. Der Bau hat nämlich in Folge einer Verfügung dc» Regierungibaumeister» bi» auf Wertere» eingestellt werden müssen. Die Unterbrechung ist wegen nicht vorschriftsmäßig gelieferten Baumaterial» fetten» der Mauersteinlieferanten verfügt worden. Hierdurch erleiden die Bauübernehmer eine dedeutend« Schädigung, wie ste eine solche derett» dadurch erlitten haben, dass dt« im vorigen Jahre erbaute Wohnkaserne nicht fehlerfrei war, da in Folge unter- laffener Verankerung de» Mauerwerk» der Lögen der Treppen« Häuser diese so bedeutende Riffe erhietten, dass die Veranke« rungen nachträglich vorgenommen werden mußten,«ine Arbeit, welche für die Bauübernehmer, die vorschriftsmäßig nach dem Plane mit den i?nen gelieferten Materialen den Bau auSae führt hatten, v.it grosseren Geldkosten verknüpft war. E» können derartige Folgen unmöglich aulbleiben, wenn immer nur dem Äindestfordernden der Zuschlag«rtheilt wird. Die Tüllfabrtkatto«. welche bislang nur in England betrieben wurde, hat nunmehr auch im Königr.ich Sachsen eine Heimstätte gefunden und zwar in Schneeberg, wo eine kleinere Fadrit entstanden ist. Zuerst mußten englische Raschinenarberter und Sticker angestellt werden, um die Fabrik in Gang zu setzen. Nunmehr find die Kontrakte derselbm abgelaufen und nur noch deutsche Arbeiter»erden beschäftigt. Man befürchtet aber schon, Voss die Konkurrenz stch auf diesen Ardett»zw«ig werfen und denselben gleichfall« bald ruintten werde. A«f einer Lerbavdsdersammlvng der deutsche« Bäckermeister, die kürzlich in Hamburg Stattfand, wurde konstatirt, dass von dm zirka 100000 in Deutschland vor« handmm Bäckeraesellm mehr al» 40000 arbeitSlo» seien. Um diese» abnorme Verhältntss abzuändern, wurde beschlossen, dass kein Meister künftig einm neuen Lehrling annehmen dürfe, bevor nicht der ander« Lehrling berett» im letztm Jahie seiner Lehre stehe. Man wttd stch nicht viel nach solchm Beschlüffm richten. Wenn ei« Arbeiter i« einer Fabrik vernuglückt, so bedarf e» häufig erst polizetticher Maßnahm m, eh« die nöchigen Schutzvonichtungm getroffen werden. Nun ist aber bekanntlich vor nicht langer Zeit der Fabrikherr selbst, der Kowmerzimrath Robert Ferber in Gera, von einer Maschine erfaßt und zer« schmettert worden. Die» hat die Firma Morend u. So. ver- anlaßt, einm eigmm Maschineninspektor in ihrem Stabltffemmt einzustellen, der mit der sorgfätttgstm Ueber- wachung der Maschinm bettaut worden ist. Diese neue Einrichtung hat unsem vollen Betfall. Aber man soll nicht damtt «arten, bi» erst der Fabrikant verunglückt— die zahlreichen schon stattgehabten Berunglückungm von Ardeitern dürsten doch«ahrlich gmügm, mit solchm Reformm schleunigst vor- zugehen. Zur Deckuag des Defizit« des Lhemuitze» Vorschuß- vereiu» find von 240 Mitgliedern schon 107000 M. gezeich. net. Da» gmügt aber noch lange nicht, um dm drohendm Kontur» abzuhalten. Dazu ist die doppelte Summe erforder- lich, und ob diese aufgebracht werden kann, ist zweifelhaft. vor de««ordamerikauischeu Konkurrenz hadm de- sonder» die Engländer Angst. So meint ein Londoner Han- delSdlatt, dass bei der»unehmmden Bevölkerung der tran»- atlantischm Republik der Zettpuntt nicht fem stehe, wo Amerika die übrigen Industrieländer durch sein« mächtige Konkurrenz geradezu bedroh«.__ vermischtes. S«te Srinueruugea. Die englisch« Verfassung destebt au» drei Urkundm: Magna Charta, Petrüoa of Blght und Bül of Bight Die erstere wurde am 15.Jrmi 1216 auf einer Wiese unweit Windsor, wo die grossm RathZoersammttmgen jener Zeit gehaltm wurdm. von den Baronen.mch Bischöfen. die stch zuvor der Zustimmung und Unterstützung der Londoner »5 ä ÄnaiÄt ss Gesetz, welche» die Recht« und Frecheitm de» mgltschm Volke» und die Thronfolge festsetzt Dieselbe wurde am 13. Fe« druar 1688 von Wilhelm und Maria vonOranim, wiche von 1688—1702 regierten, in Westminster von den versammeltm geistlichen und weltlichen Lord» und dm Gemeinen angmom- mm. W'lltam Pitt Hielt einst eine Rede im Oderhause, in der er an diese wichttgm Vorgänge erinnerte:„Ihren Vorfahrm, m-ine Lordi", sagte er.„den englischen Baronen find wir für unsere Gesetze, unjern RechtSzustand verpflichtet. Ihre Tugenden waren roh und unentwickelt, aber gross und aufrichtig. Ihr Verstand war unverfeinert wie ihre Sitten, aber fie hatten Herz genug, Recht von Umecht zu unterfcheidm, Kopf genug. Wahre» und Falsche» zu trennen; fie begriffen die Menschemechte und hatten dm Muth für fie einzustehen. Meine Lo:d»! Ich glaube, die Geschichte ist ihnen noch nicht gerecht geworden für ihre VerHaltung, al» fie die große Anerkennung der VoUSrechte durchsetzten; fie dachten nicht an fich allein, ste gaben die Woblihat dem ganzen Volke hin. Sie sagten nicht: da» find die Reckte der grossen Barone und da» find die Rechte der grossm Prälattn. Nein, weine Lord», ste sorgtm ebenso de« dacht für den nitdrigsten Unterthan wie für den höchsten. Ihre Worte warm nicht klasstsch und fallen dem Gelehrten nicht in» Ohr; aber ste find auch nicht für Gelehrte gesprochen, sondem zu den Herzen freier Männer. Diese Worte gehen un» alle an, sollten unlerer Erinnemng, unserer Seele eingeprägt sein, wiegen alle die Klasfiker auf." Unglücksfälle tu den Berge«. Wie au» Lemberg ge meldet wird, ist in Zakopan« der sechzehnjährige Sohn de» Herrn Dr. Biestadeckr in Lewberg al» Leiche aufgefunden wor- den. Er ist durch Absturz vom Gipfel de» Czerwovy verun- glückt.— Femer wttd au» Meran vom 16. d. geschrieben: Ein gewisser G. Degiani, Reamschirmhaustrer au» Meran, machte in Paffeter sehr gute Geschäfte, und da er seine Waare nahezu verkauft hatte, wollte er eine kleine Partie über da» Joch nach Svron» und Meran machen. Der Mann muss stch nun in der Nähe von Pfelder» verstiegen h rbm, denn er wurde am Sonnabend früh in gräßlichem Zustande al» Leiche aufge- funden. In seiner Brieftasche befvndm fich 350 fl. Seine Uhr zeigte V« 8. Sin Wahnsinniger, der de« Papst besuche« wollte. Vor einigen Tagen wurde die Polizei in Rom benachrigt, dass auf der Loggia der PeterSkirche, von der ein oerjchloffener Gang in den Vatikan führt, ein Bauer mit einer Hacke in der Hand stehe und die Wand daselbst zu durchbrechen suche. Nicht ohne Müh« wurde nun die Loggia erstiegen, und da fand man richtig einm Lindmann au» R-coaro, Namen» Dommico Storti, der in die Mauer ein Loch zu drechm suchte» um durch daffilbe, wie er sagte, in die Gemächer de» Papste« einzudringen und fich deffm Segm zu erstehen. Der Wahnfinnige, denn al» solcher wurde er bald erkannt, hatte verschiedene Galerien, Gitt:rwerke und Säulen erklettert, um auf die stet» verschloffme Loggia zu gelangen. Sr wurde so- gleich dem Jrrmhause übergeben. Eine anfregende Szene. Au» Patrickm(Ostvreussm) wird berichtet: Ein hiefiger Einwohner, der Grunddefitzer L„ galt al» ein ruhiger und besonnmer Mann; in der letztm Zett fing B. aber an, stch sehr auffällig zu benehmm. Niemand wagte jedoch bisher den Mann al» geisteskrank zu bezeichnen, so sonderbar auch sein Betragen war. Am 6. nun erlebten die friedlichen Dorftnsaff.n ein wahrhaft tragische» Schauspiel. B. hatte, mtt einem R.'vulver bewaffnet, einen grossen Weidm- bäum, der seine Aeste über die Landstrasse ausstreckte, erstiegen und schoß von dort au» auf Vorübergehende. In grossm Haufm sammeltm stch die Menschm, hielten stch aber in ge- meffmer Entfernung von dem verhängnissvollm Baume. Einige ertschlosscne Männer untemahmen e» endlich, stch zu nähern. Al» alle» Zured n erfolglos blieb, mtsckloß man stch, den Baum zu stürmen und B. in gewallsamer Weise herunter« zubringen. Dieser schoß nun auf seine Angreiser, ohne Je- mandm zu tteffm, und stürzte fich dann vom Baum« hin- unter, wobei er so unglücklich fiel, dass er nach wenigm Mi« nuten starb. St« würdiger Dorfschulze. Au» der Provinz West- vreussm berichtet der Graudenzer„Gesellige": In der Ortschaft X. mtdrannte unter dm vefitzern jüngst ein heftiger Kampf um die Schulzenwürde. Man ließ stch'» etwa» kosten, und die Partei, welche bitlang im Schattm gestanden, errang dm Sieg und damtt da» Dorfszepter. Die Verwaliungidücher wurden einer eingehenden Prüfung unterzogen, und e» ergab fich, dass die au» dem Felde geschlagme Partei in mancher Be- ziehung im Trüben gefischt habe. In einer altdald anberaumten Versammlung ergriff da» neue Oberhaupt ta» Wort und hielt nachfolgende inhaltsschwere Ansprache:„Nawerilüd, met u»(seiner Partei) i« ma bedrügerisch umsprunge. Na de vöker Hess»i söshunnert Mark to vel detahlt; nach diffem Book fint veerhunnert. Sin s« in em Stunn nich tahlt, blank hie upp de Dttch, föhr'k hüt ro tum Landrah na***". Ein dröhnender Handschlag auf da» detteffend« Buch mochte die Rede wohl besonder» eindringlich machen; denn alSdald lösten fich zwei Personm, der frühere Siepterträger und der Rmdant, von ihrem Sitze und wuidem unter schallendem Gelächter un- stchtbar. Nach kaum einer Stund« erschienen fie indess wieder und legten einen gefülltm Beutel mit den Worten auf den Tisch:»Htt i» da» Geld."—„Goot," meinte der Schulze,„nu na dieffem Book(er legte ein andere» vor) noch twehunrert in dieselbe Tid." Auch diese wurden herangeschafft. Nachdem da» Geld unter die Befitzer vertheilt war, hielt da» würdig« Oberhaupt folgende Schlussrede:„Nu find wi wedder ehrlich NawerSlüd. Enn goot, Alle» goot l Die Versammlung i» ut!" Die««»Wanderung übe« Hamburg im Monat Juli 1885. Nach der von der Hamburger Polizeibehörde veröffent- lichten Ueberstcht betrug vi« Zahl der über Hamburg ausgewanderten Personm im letztm Monat 7445 Individuen und zwar 4632 männlichen und 2813 weiblichen Geschlecht». E» warm über 10 Jabr« alt 3341 männliche und 2058 weidlich« Autwar derer, im Atter von 1—19 Jahren standm 599 Knaben und 560 Mädchen und unter 1 Jahr alt warm 192 männliche und 195«eidliche Auswanderer. S» wandertm 2887 männlich« und 788 weibliche einzeln« Personen au». während die übrigen 1189 Familien bildeten. Mit 11 Au»- wandererichisfm gingen 3956 Auswanderer direkt über hier. mit 58 AuSwandererfchiffm 3384 Au»wand«rer indirekt; ausserdem wurden mtt 18 anderen Schiffen noch 105 Auswanderer direkt befördert. Zur Auswanderung wurden im vorigen Monat überhaupt in Gebrauch genommm 84 Dampfschiffe und 4 Segelschiffe. Ei kämm au» dem Königreich Preußen 1172, au» dem übrigen Deutschland 525, au» anderen europäi- stb*n Staaten 6489 und au» avssereuropäischm Ländern Ä gyssiTÄ dtter. nach dem üdrigm«mertta 237, nach Afrika 31, nach £ ss&r derer 31 777 männliche und 16 686 weidlich«, zusammen 48 413 P-rsonm. eine Ziffer, welche diejenige des Jahre, 1885 um 2776 überfteigt, dagegen de, jenigen der Jahre 1881-1884 nachsteht. autgeführt worden. Derselbe hat«» infolge einer Wette unter. Thurmreparateur und Anstreicher, Raman» Joseph Pttch« au, Mureck in Steiermark, der vorgestern mit mehrerm Persmeii die Wette einging. Al» er bei seiner halsbrecherischen Tom Nacht» aufsteigend bi» zur Höhe der Galerie de» Thurm- wächttr» gelangte, wurde er von diesem bemerkt. Der Thürw« war, al» er der weissm Gestatt anstchtta wurde, die länz» der Blitzableiterstange empor kletterte, begreiflicherweise auf d» Höchste erstaunt und erschrocken. Er glaubte ansang», daß« e« mit einem Wahnstnnigm oder Mondsüchtigen zu thunbade> Er war nicht in der Lage, Pttcher an der AuSfühmng stink» Vorhaben» zu hindern; dagegen verständigtt er sofort dit Zmlralsmerwehr und die Polizei, und bald darauf erschienen eine Abtbeilung Feuerwehrleute mit dem Sprungtuche un° mehrere SicherheirSwachleute, welche Pircker auch sofort in Empfang nahmen, al» er gegen 2 Uhr Nacht» den Abstieg vollendet hatte. Zum Auf- und Abstieg de» 137,8 Metel (432 Fuss 6 Zoll) hoben Thurm-» benöihigte Pircher 2V. Stun' ven. Auf der Spitze de» Thurm«» hatte er fich, um W Fahne zu befestigen und auSzuruhm, nm ganz kurze Zeit auf- gehalen._ Kleine Mittheilungen. Elberfeld, 20. August. E ne Kupplerin au» Holland unb ein im Weinberg wohnender Mann wurdm am 16. d. 3* unter dem Verdachte, junge Mädchen für unfittliche Zuem nach Holland gelockt zu haben, verhaftet.— Auch in Hazm wu dm gestern Nachmittag in der Nähe de» Bahnhofe,»»" Männer verhafte», die in dem Verdacht stehm, an dem beruv- ttgten Mädchmhandel in Holland theilgenommen zu WM' Die Verhafteten fetzten fich anfangs zm Wehr, so dass stuC' der Polizei Hilfe requirirt werdm mußte.. Frankfurt«. O.. 20. August.(Militär Exzesse) Tage haben zwischm Soldaten de» Leib Grenadier- Regim«»' und de» Dragoner. Regimmt» Exzesse stattoesunden, deren u» spruna der„Fr. O. Z'g" zufolge au» dem R-gimentS ExefF» vom Montage, bei welchem einige Infanteristen von attaqu«� dm Dragonem üdelritten wurden, resultttm soll. Ueber dm» Unfall entbrannte bei den Soldatm de» Leid-Gcera]� Regiment» eine Erbitterung, die zu Zusammmstössm#1 weiteren Reibereim führte. Letztere hatten gestem Abend 8 Uhr fö-mliche Zusammenrottungen an der Oderbrüae P* Folge. Starke Trupp» von Dragonem st-lltm stch Dammseite der Brücke auf» während stch in der Brückls strasse Jnfanteristm in grosser Zahl ansammelten feindselige Absichten aus die Dragoner ven Die Brücke selbst war mit Hunderten von Zt'_ besetzt, welch« die Neugier festhielt. Dem Zuredens Stelle gekommener Offiziere gelang e», dt« Jafarw-'� einigermaßen zu beschwichtigen und zum AuSeinandwE zu bewegen. Bald erschrenen auch Patrouillen, welche„ Brücke absperrten. ES war bereit»>/,10 Uhr gewordnt- die aufgeregten Mannschaften nach Hause gtngm. oL Stadt selbst find mehrere Ausschreitungen vorgekommen� de» Wege» kommende Dragoner von Infanteristen ongftz und Ii isshandelt winden. Einige Dragoner wurven,-z,« vor Anglisfm zu schützen, von Offizierm über die W®»» leitet. Der Trubel vor und auf ver Brücke war währet� � fast fünfviertel Stundm währmdcn Ansammlung dass die Passage für Fußgänger und Wagen unwöi Dem Vernehmen nach ist in Folge dieser Au,.. Mannschaften der z. Z. hier befindlichen drei Infant"„�ol> mmter durch Gamisonbefehl der Aufenthatt in der®®«m die Kammern tagen, in____ 2ÖJf(fu kamen mehrere Personm um. g,,, M.. K i Malta. 19. August. Hmtt Morgen «tedeium ein schwacher Erdstoß verspürt.. gestern Abmd hier eingetroffenm Dampfern Beramwortttwer Redakteur«. Sr—Hrt» i. Berlin. Druck und««lag von«»x Budwg w Berlin 8W„«euthstrass� Die feurtge Erscheinung würde von dem S�ff�9� einig- ussl. UWi alle, welche stch an Bord defanden, e» kein II Blitz war. tittV» Beilage zum Berliner Volksblatt. *« IS« Dienstag, den 24. August 188«. HL 3nl)rg,' Dil IfDoIatim in Mptttn. SB't haben unsere Leser regelmäßig üd-r die rusfischen Wühlereien gegen den seldäständig austretenden Fihften von Bulgarien unterrichtet. Bisher war eS dem Fürsten noch immer gelungen, die rusfischen Jatriguen zu vereiteln, die Entlarvung «er V-rschiö.'er von Burgai hatte seine Bilicbtheit beim Volke so ar gesteigert. Nun ist der Zar doch Herr geblieben und d-r unbotmäßige Vasalle weilt jetzt alt Gefangener in den händm »>ner Feinde. Dai Wolfi'sche Telegraphenbureau meldet über die allgemein überraschende Anaelegenheit: tronstantinopel,22. Äutgust. N-ch hier eiv gegangen Nrch- «chtm auS Sofia ist daselbst in Abwesenheit d-S Fürsten durch ?n jetzigen Mlrister Karaw-low und den früheren Minister «wioo eine provisorische Regierung gebildet worden, nach- «em man fich der Person de» Fürsten bei einer Truppen« «fichtigung w Widdln bemächtigt und deffen Absetzung pro- uamirt hatte. ukarest.22. August. Da» Journal„Vointza Nationale" «lahrt, daß die Entthronung de» Fürsten von Bulgarien gestern uuugefunden Hab«, und daß vre provisorische Regierung uu» Karawelow, Zar low, Radoilavow und Anderen bestehe. jver Fürst solle von Widdin zu Schiff nach Turn Severin ge- Zucht werden. Mwisterprästdent vratiano hat stch von «ovora nach Sinaja zum Könige begeben, wo Ministerrath liutlfinden soll. * Bukarest, 22. August. Tie bulgarische provisorische �«gierung hat eine Proklamation erlaffen, in der gesagt wird, KjW Alexander habe Bulgarien auf d:m Schlacht felde große Dienste geleistet, Hab« aber in der Politik zu wenig Rücksicht uut Bulgarien» Stillung al» slawischen Staat und auf d» Verhältniß zu Rußland genommen— deihalb sei seine «Ji'tzung nöthig geworden." Der Fürst ist in Lompalanka Hungen, soll aber demnächst freigelaffen und über die Grenze Wchufft werden.(Nach einer anderen— jedoch nicht bestätig« 7". Verston— sollte fich der Fürst von Bulgarien bereit» Mmhalb seine» Lande» befinden.) v, our E klärung de» revolutionären Vorgang»— schreibt 2f»Voss. Zig."— bringen diese Telegramme wenig, aber da» Mige genügt. Dt« Namen der Mitglieder der provisorischen Merung klaren Alle» auf. Zankow ist seit 13. Juli 1884 M der heftigste Gegner de» Fürsten Alexander, au» dem j�gen, für tbn sehr tristigen Grund«, daß er an diesem SA' au» dem M ntsteri am austreten und seinem Nebenbuhler jjT�elow Play machen mußte. So lange Zankow Ministir 0.«ar er anttrusstich gestnnt; am Tage seiner E.tlaffung 18»« der ergebenste Anhänger Rußland», und seit dem -i« �viember 0. I. strebt« er danach, den Fürsten Alexander z.., Rußland» geheimer Unterstützung zu stürzen. Um da» �Mische VoU zu gewinnen, gründete er mit rujstschem '"khrere kleine Blätter, welch« den Fürsten unaui« verleumdeten und den Bulgaren golden« Berge z-'l��en, wenn st« die Russen in'» Land rufen wollten. Bit&,!wLm auf Resten gelang e» ihm bei den Wahlen er Frühjahr, nur einige 30 Betreue durchzudringen. ein« unt»«? � der bulgarischen Nattovaloersammlung nur hatte, g.bot«arawelow noch über die Majorität und jw« Aui ficht, wenn erst die Revision de» oftrumelischen xtatuti nach den Wünsch-n der Bulgaren bendet wäre, lange Mre eine Stelle einiunehmen, w'e fie ein patliolischer Staat», Un wünscht. In Rußland war Karavelow gehaßt und ge« Met: ja e» hat im Verlauf der dulgaii chen Angelegen- Momente gegeben, wo von Petcridurg dem Fürfien Lander Autstchten auf Vmöhnung mit dem Zaren eröffnet Wio' i?,enn et den„Nihilisten" Karawelow wegjagen Alexander war jedoch zu ehrenhaft, um auf sta,. �artige Bedingung einzugehen. Wa« hat nun Und x S bewogen, stch de» schwärzesten Undank» ltck!> Treulosigkeit schuldig zu machen? E» ist kaum mög« ' rrn andere» Motiv zu entdecken al» Bestechung. Mögen für die Verschwörung angewor. stch . � Treulosigkeit schr ben iKn' welche Karawelow dasi»�"'°uch in der Lage gewesen sein, ihm zu beweisen, in&;,,»iand nie Zunände anerkennen wird, welche Karawelow und di. Ä'" h°ue begründen helfen, daß Rußland den Willen Ruwl.Vtochl ha», Al-xander zu besrtligen, stcher hat der viaiu, Kraft ihrer Beweise erhöbt. Ein ehrlicher Staat»> der mit seinem Fürsten»urückgetreten. zumal e» auf .Vtl«, f. N'St. daß Karawelow seinem Vaterlande nicht» mehr Uederdi,. wenn der rusfis»« Einfluß wiederhergestellt ist. daß ib„ V8nn Karawelow ntckt so thörrcht sein zu glauben. < Di. lange neben fich dulden wird. «Drkrr~**•'"»'— weil England widersprach. Dadurch erlangte mir... Vortheil. daß der Fürst, von Rußland immer �«TmÄ-indet. stch ganz in England« Arme Wersen mußte. % England seinen Einfluß in«onstanttnopel aufge« der Pfoite die Ewwtlligung in die Vereint« beiden Bulgarien geg-n Abschluß eine» Schutz« und f3l(nll fi'»»u erlangen, hätte e» dann, wa» freilich die .1 fiswesen wäre, fich diesem Bündntß beigesellt, 7%«iint starke Position gegen da» Vordringm Roß- »4?. Konstantincptl geschaffen. In London zog man aber «ich? die Beschütz»,� Bulgarien» al« die Aufgabe O e st e r« r seinen.denken. Man ließ also den Fürsten Alexander kLdt: schwierigen Lage allein operiren, und er hat ra entJvV dabei eine staun eniwertht Gewandrheit und Sicher« in» Werk gesetzt worden, die Pforte, indem ste a» wenn nicht gar ste bt'ö:6tii hat, liefert damit Rußland au», und da» heißt nicht viel weniger, an Rußland autliefern. Allein Rußland wiid ßen Erfolg fich begnügen, und noch lange nicht zur fastisch n Befitznahme Bulgarien» zu schreiten. li«,. c�ich in' it>?»sch n B-fienahme Bulgarien» zu schreiten. % Set�hrlichin Rolle ledig, al» der natür- viA. will w>»>..�sfiarien» angesehen zu werden, der e» nicht DÄ � Ug f f l- v°°">■ 1 entweder England im Verein mit der Pforte und den dortigen, nach Selbstständigkeit ver- langenden Bevölkerungen zu, oder fie fällt niemandem zu. Lo läustg steht die östliche Balkanhalbinsel unter Rußland» gedtetenvem, aber nicht regierendem Ei« floß. Dieser Zustand kann fick lange ohne erhebliche Veränderung erhalten, und in diesem Stillstand liegt eine gute Gewähr für die Ungestö.iheit de» europäischen Fried! n»(?) Der destegte Tbeil in dem letzten Jntrtguenstück ist nicht Fü�st Alexander, der ficherlich noch eine Rolle und wahrscheinlich auf einem bedeutenderen Schauplatz finden wird, sondern die englische Politik, deren Gewohnheit e« von Alter» her war, die Schwachen für ihre Zwicke in» Feuer zu schicken und fie, sobald da» Gefecht eine schlimme Wendung rahm, im Stiche zu lasten." Ueber englische Preßstimmen liegt folgende tele« graphische Mittheilung vor: London, 23 August, Vormitt. Sämmtliche Morgen« bläiter besprechen die Ergebntffe in Bulgarien. Die„Time»" sagt, kein E folg tönne vollständiger sein; einer Verletzung der intee nationalen Verträge unmittelbar folgend, müffe diese neue Kundgebung der Macht und Zähigkeit Rußland», diese War« nung für Alle ohne Ausnahme, dem rusfischen Kaiser nicht Trotz zu bieten, fall» ste nicht verhängnißvolle Folgen gewärtigen wollten,«inen tiefen moralischen Eindruck machen. Wenn der S urz de» Fürsten von Bulgarien ein bervoiragender Triumph der rusfischen Diplomatie sei, so sei derselbe, wenn auch in ae« ringerem Grade» eine Schlappe der englischen Diplomatie. Die „Time»" lpricht die Vermuthung au», dl« Absetzung de» Fürsten Al xander sei unter Konnivenz Deutschland» und Oesterreich» erfolgt und fügt hinzu, wenn die» der Fall sei, sei anzunehmen, daß Rußland fich vorläufig mit dem Sturze de» Fürsten begnügen und eine weitergehende Renderung in den Beziehungen zwischen der Türkei und deren Va- sallenstaaten nicht versuchen«erde. Der„Standard" mewt, Lord SaliSbury werde nicht versäumen, die Eretgniffe so zu deeinstuffen, daß England» Ehre und Sicherheit gewahrt werde. Dai Vorgehen Rußland» bedeute eine Verletzen, de»«tateu quo in Europa und eine ernste Störung des Macht- Gl-tch- gewicht» auf der Balkanhalbtnlel. Der Fürst v. B Saarck s-i der Hüter de» Berliner Vertrage», seine Ehre erheische, darauf zu achten, daß der Berliner Vertrag nickt durch den Willen eine» herrschsüchtigen und anmaßenden Nachbar« bei Seite gesetzt werde. Die„Mo:ntn>-post" äußert, dir er« zwungene Absetzung de» Fürsten Alexander, so kurz nach der Aushebung der Batum-Klausel im Berliner Vertrage, zeuge von der rastlosen Thätigkett Rußland», die die ernstliche Be achtung England» und der übrigen Mächte verdiene, denen an der Erhaltung de» europäischen Frieden» gelegen sei.— „Daily New»" halten die Wirkung von Rußlands Vorgehen für eine äußerst ernste; eine Intervention Rußland» würde eine durchau» ungerechtfertigte und gar nicht zu rnt- schuldigende sein-_ Kommunales. Da» Schulwesen Berlin». Am 1. April d. I. bestanden in Berlin 5 königliche und 11 städtische Eymnafi'N, 1 köntg liche» und 7 städtische Realgu?nafi-n, 2 städtische Ober-Real- schulen, 1 städtische höhere Bürgerschule, 2 tönigltche und 5 städtische höhere Mädchenschulen, 1 königliche Präparaivcn- ankalt, 1 königliche Seminar- und 1 tönigltche Theaterschule, 4 königliche und 18 städtische Vorschulen der Gyamafi'n ac., 156 Gemeindeschulen, je 1 königliche und städtische Taud. stummen- und 1 städtisch! Blindenschule. Unter spezieller Auf« ficht von Vereinen:c. standen 4 Knaben«, 3 Mädchenschulen und 5 Schu'en für beide Geschlechter. Zu diesen 252 öff-nt« lichen Schulen mit 3253 Klaffen und einer Frequenz von 90910 Schülern und 78 758 Schülerinnen tiusammen 160663) kommen 2 jüdische Schulen und folaende Privatanstalten: 11 böhere Knabenschulen, 5 Mittel« und Elementar Knabenschulen, 49 Höhere Mädchenschulen, 6 Mittel- und Elementar- Mädchenschulen, 2 Mittel- und Elementarschulen für Kinder beiderlei Geschlecht», 2 Piioat- Elementarschulen, in denen Kinder auf Kosten da Kommune unterrichtet«erden, und 17 Konttavschulen, in Summa 94 jüdisch« und Prtoatschulen mtt 656 Klaffen und einer Frequenz von 6399 Schülern und 14407 Schülerinnen(20 806). Es bestehen somit in Berlin 326 Schulen mit 3909 Klaffen u-'d 97 309 Schülern und 93 165 Schülerinnen, in»gelammt 190474 Frequentanten, von welchen am 1. April d. I. 145 8)4 Kinder auf Kosten der Stadt B-rlin unterrichtet wurden. Die 16 Gymnasten wurden von 8796, die 8 Realgymnasien von 4541. die Ober-Realschule von 1051 Schülern de'uckt.— Dem reltmösen Belenntniffe nach waren: evanaelisch 86 596 Knaben, 83 300 Mädchen; ka'holisch 4829 Kn. 4750 M.: jüd. 5659«n. 4861 M.; dtsstdentisch 325«n., 254 M.— Dt« G-sammt- srequen, im Jab-e 1885 zeigt gegen Da« Jabt 1884«ine Zu nähme von 10 867 Schülern, welche nur den öffentlichen höberen Lehranstalten und dm unentgeltltchm Volksschulen zu Gute kommt. Bemeiken»«erth ist, daß der Pcozmtsatz der schul« pflichtigm Kinder(d. h. der in dem Alter von 6-14 Jahrm stehenden) von der Gesammtbevöikerun- Berlin# noch immer steigt-«S besuchten Ende 1885 von 100 Seelen der Bevöcke- rung'l4, 48 Berliner Schulen, davon 13,65 in schulpflichtigem Atter._ Lokale«. hfg. Allen setthertgeu Rttgliedern vo« Zwang». Ii8iü m zumelden versäumen. Im Zuge der Etseubahuftraße. welche vom Lausttzer Platz dii zur Köpmickaftcaße in normaler Briile verläuft, soll eine Fortfetzung bi» znr Spree auf den Bebauungsplan ge« bracht werden, welche mittels der ehemaligen, jetzt zur Fuß- gängerpaffrge benetzten Eist" Hahn drehdrücke in die rechtiufrtge Mühlenstiaße nahe dem Rummelsburger Platz einmündet. G g-n die Verbreiterung der Straße zwischen dem linken Spreeuser und der Köpenickerstraße— wie fie der Magistrat plant— ist feiten» de» Milttärfitku» Widersp uch erHoden, weil die Straße die Zwieback» und Mehlspeicher, die Mahl- müble und da» K-ff lhaui, sowie die Kohlengelaffe de» Proviantamt» anschneidet. Sämmtttchen hiestgen Theaterdirektionen ist bezüglich der bei den Vorstellungen beschästigten schulpflichtigen Kinder nachstehende, vom 1. September d. I. in Kraft tretende Ver« süguna de» Polize p-ästott zugegangen: 1. Die Be chästizung schulpflichtiger Kinder bei Theater« und sonstigen Vorstellungen ist nur gestattet, wenn feiten» de» Polizelpräfisii die Eilaudniß dazu erlheitt worden ist. 2. Die fragliche Erlaubntß ist für jede» einzelne Kind unter genauer Bezeichnung de« Namen» und Alter», de» Namen», Stande» und der Wohnung der Eltern, Voimünder oder Pfleger und der Art der deabstchtigten Beschäftigung unter gleichzeitiger Vorlegung einer zustimmenden Erklärung de» zuständigen Krei» Schuiinsprktor» bei dem Po« lizeiprästvium nachzusuchen. 3. Die erthetlle Eilaudniß schließt ohne Weitere» nur die Befugniß ein, da» fragliche Kind bi» ipätesteni 11 Uhr Abend« beschäftigen zu dürfen, gtedt nicht da» Recht, daffeide unter dem Vorwande von Proben, Uebungen u. s. w. dem regelmäßigen Schulbesuch zu entziehen und ist jedeizeit widerruflich. 4. Die ertheilten Eclaubnißscheine find aufzubewahren und den kontrolirenden Polizeideamten aus Er» fordern vorzuzeigen. Wir glauben nicht fehlzugehen in der Annahme, daß die vorerwähnte Beschränkung einem vollständigen Verbote in praxi sehr nahe kommen wirb, da die Kretischul» inspektoren fit> woht nur höchst sellm zu der Abgave einer zu» stimmenden Erklärung werden verstehen können, außerdem aber auch dir Verwendung schulpflichtiger Kinder bei Bor« stellungen durch die Unmöglichkeit, sie zu Proben k. heranziehen zu können, unlhunltch wird. Hrff-ntlich folgen die an« deren Großstädte dem von hier au» gegebenen Betspiele, ein Stück weißer Sklaverei verschwinden zu machen. Ueber die erstaunliche Uakeuntutß der amerikanischen Verhätlniffe uns G-ogravh�e unter den„gedttdeten" Deuttchen tchreibt der D-utsch Amerikaner Karl Arend au» Berlin einem amerikanischen Blatte:„Ali ich dem Inten» danten Hofrath L...... C...... vorgestellt wurde, sagt« er verwundert:„Sie kommen au» Amerika und sprechen so gut deutsch?" Daß bei un» die deuische Sprache gepflegt, in Schulen gelehrt wird, daß e» allenthalben in der Union deutsche Ver»ine, deutsche Z-itungen u. s. w. giebt, davon schien der gelehrte Hnr keine Ah ung zu haben. Im amerikanischen Konsulat trug mich ein Kaufmann:„Ist Penn yloanien in Maryland?' Hätte ich tbn gefragt, ob Oesterreich tn Bayern liegt, so würde er meine Dummheit herzlich belacht haben und da» wii Recht. Ein sonst sehr wohlunterrtchteter Herr, den ich schon bei meinem eist n Besuche im attm Vaterland« kennen lernte, stellte mich einer Gesellschaft vor al»:„Ein Freund au» Baltimore tn T-xa». wo die schöne und nützliche Baumwolle wächst." Ich haue ihm einmal von Texa» au» reicht Baum- woll. kapseln per Post zugeschickt, und so glaube er, mein Wohnort Baltimore müßte auch in dem Staat liegen, von wo ich die Baumwoll-sendung gemacht. Einmal wurde ich gefragt. od Kanada und Neuengland daffelbe Land seien. Die» waren nicht etwa Leute au« ungeschulten Klaffen, solche giebt» in Deutschland fast garnicht— sondern Männer oonZaußergewöhn» licher Bildung. E» ist nicht zu leugnen, daß dahter neben der höchsten Intelligenz die klaff. ste UnwiffenHett wuchert. Ein Land, das der W lt die bedeutendsten Denker, Dichter und Philo ophen, einen Humboldt, einen Gölhe gegeben, hat ihr auch einen Knaal und einen Stück r descheert." Nach einer Polizeiverordnung dürfen an Sonn- und Feiertagen Lok« und ArdetiSfuhrwerle nur bi» Morgen» 9 Uhr auf der Straße fahren und zieht da» längere Verweilen mit diesen Fuhrwerken sür die Führer derselben eine Poltzeistrafe nach fich. Unter Anderem haben die Bierfahrer unter dieser Verordnung sehr schwer zu leiden. Die Herren Gastwifth« ver» langen au« des Sonntag« frische« vier und find die Bier- fahrer daher ang-wiesen, wenn st« stch ihre Kunden«.halten wollen, auch de» Sonntag» Vormittag» Bier auZzu'ahren. Hierbei aber kommt e» nur zu häufig vor, daß fie um 9 Uhr Vormittag« die Kunden noch nicht alle abgefahren haben. Sollte da» letzter« auch wtskltch der Fall sein, so find sie denn- noch st afoar. auch w.nn ste auf dem Nachhausewege begriffen find. Da« niedrigste Strafgesetz ist 3 M. Diese 3 M. verdient der Biersahrer noch nicht einmal an dem vertauften Bier, hat ob-r dafür reckt schwere Arbett und m-cht die» Alle» nur deshalb, um seine Kunden zutrteden zu stellen und feinen Dienst zu behalten, da er sonst unweigerlich entlaffen würde. Der Biersahrer defindet stch demnach»wischen Baum und Borke und find ihm nur zwei Dinge möglich: entweder er begeht eine llebertretung der Poiizeioerordnung und bezahlt Stiase oder - qulttlrt seinen Dt nst. Daß Beide» von tief einschneidender Bedeutung für da» wirthichafttiche Leben ist, werden auch die Herren Brauereid-sttzer nicht beftreiien und wäre e« vaher wohl nur in der Oronung. wenn nach Vorlegung einer solchen Straf- Verfügung», d. h. wenn der Bterfahrer nicht in der Lage war, bi» 9 Uhr an einem Sonn« ob r Feiertage von der Straße zu kommen, die festgesetzt- Strafe von den Herrn Brauereidcsitzern bezahlt Mibe, denn nur st; find e», welche einen Gewfnn durch die llebertretung sowohl wie durch die Arbeit de« BterfahrenS haben. Mit Bezug ans den Berkans de« vorstg'schen Ter- ratn« am Orantendurg-r Thor berichtet man der„Volk«- Zettung", daß die Na«rtchr, nach welcher de, selbe bereit» für den Prei» non 4600000 M. perfekt geworden sei, insofern unrichtig ist. al» weder über den Prei« für da« werthvolle Terraw feste Abmachungen vorhanden find, noch der Verkauf sgsfe-ssa geftcht» der Schließung de» Geschäft» am Oranienburger Thor etwa» andere» al, ein Verkauf de» G und und Boden« kaum übrig bleibt Thalsache aber ist daß bi» heute alle Nachrichten über diese Veräußerung und namentlich über den Prei» falsch ftnd. Wie groß die Sieigerung de» Gcunvftücktwerth-» in den l'tzten 50 Jahren ist, davon liefert aber gerade j--e» Grund« stück, da» im September 1836 vom„alten Bo st für nicht voll 6000 Thaler er vor den wurde,«inen rech« deutlichen Be- weiß. Heule wird der Preis von 4500000 M., von welchem in Zeitungibericktm die Rede war, ganz stcher noch üderbol« so doftder Werth de» Grundstücks mehr al« 200 ach aestien,»' ist. Wie«» tn der Raiur der Sache liegt, macht die R-ae. 1% dn ältkttn Arbeiter werden penfionirt beziehungi weise unterstützt. Von dem Walzwerk in Moabit find di« jetzt zwei der filteren Werkmeister und zwei Beamte zum 1. Oktober d. I. aekündigt worden, während die Anaestellten de« vtadtg-- schein« sämmtlich gekündigt find und von den Gekündigten nur ein sehr kleiner Th il in der sogenannten veehandlung und in Borstgwerk Stellung finden werden. B-i den Ardeitern aber bandelt ei stch um mehr al« 600 Personen, welche länger al« 26 J-bre im Geschäft tbätig waren, und wenn auch ein Theil derselben in anderen Werken Beschäftigung finden wird oder bereits gefunden bat, so bleibt doch immer noch eine große Zahl von zum Theil schon sehr alten Leuten zu ver- sorgen. Sind doch einzelne Arbeiter 40 und mehr Jahre im Geschäft thätig gewesen und lür diese ist die Möglichkeit, an- derswo im gewohnten Beruf Unterkunft zu finden, so gut wie ausgeschloffen. Gerade für diese soll aber, wie uns mitgetheilt wird, Sorge getragen werden. Natürlich bedingen diese Aufgaben eben so viel sorgfältige Erwägungen wie mühevolle A beit, denn di» zum 1. Oktober d. I. muß die ganze Arge- legenheit destaftio erledigt sein. Gerade für die alten Arbeiter ist also die Zeit bi« zur endziftigen Entscheidung de» Statt' tortum« eine Zeit großer Sorge und Unruhe, da in vt'len Fällen von den Beschlüffen der ErbschaftSverwaltung da« Wohl und Wehe dieser Familien abhängt. In unserer Zeit der Echaustellauaen exotischer Völker stämme ist e« von Jntereffe, zu erfahren, was alle« im allen Berlin unseren Vätern al«„wilde Völkerschaft" vorgeführt wurde, statisch, der Altmeister de« Berliner Hrmor«. erzählt im„Kladderadatsch" von 1851 seine E«kimo. ssahrt unter der Ueberschrift„Besuch Schulze'« bei dem Eskimo in der Friedrich. straße" in launiger Weise also:„Ja'« Ogernhau« kriegt schon lange kein Mensch kein Billjet nicht, wenn er nicht drei Tage früher wie Hülsen weeß, wa» gegeben wird. In'« Friedrich- Wilhelmstädtische regt mir da» Ballet zu sehr uff. Also ging ich in da« einzige Volksvergnügen, wa« Berlin noch hat, zu dem ESkimo in der Friedrichstraße. Ick abonnire mir an die «äffe mit vier Jute. Er staatistreicht se in und sagt: Jehn Sie man immer rin, et wirv jleich loijehn. Int. Ick warte «ene Viertelstunde, e« kommt kern Mensch. Ick jehe also wieder retour an die«äffe un sage: Meine vier Jute haben Sie zwar versenkt, aber von Vorstellung i« noch kerne Rede nich. So! lagt er, na dann jehn Sie man rin, et wird jleich loSjehn. Schon, sage ick, ick finde mir in Alle« wie die„Kölnische Zeitung"; aber'n Vortheil muß ick sehen. D-t soll'n Sie, sagt er. Jeden Sie man noch 2 Jute, un die Erklärung bejinnt. Jut, sage ick, hier haben Sie de« Jeld, legen Sie lo»! Also bejinnt er und jrbt über ene Frie»decke, entwickelt zwee au»« gewachsene Blindschleichen, läßt fich von die Biester« mit'n Zungenschlag in'««efichte-umfahren un fängt nu an: Diese» i« die Anaconca oder sogenannte Riesenschlange. Sie frißt Ochsen un wird»erjöttert. Hören Se uff. sage ick, die Witze kennen wir. Da» macht mich kernen Spaß nich, »eigen Se mir gefälligst den Ctkimo. Jut, sagt er. un ruft: „P-rem, Pum, Hrudipumpum!" Un uff die» Wort kommt hinter eine P'ervedecke ein jan, verrunjenirter Jrei» hervor, een J'fichte wie Ohm. mft nackiate Brust und europäische »tmo'phäre, so daß mich wirklick etwa« Übel wurde.„Diese« ist der sogenannte E«kimo oder staterlake," sagte er.„Er lebt blo« vom Rennthier und ißt fortwährend Thran. Er wohnt in Höhlen und st.ht nur bei Nacht, weshalb er fich nur auf Abendzeitungen abonniren kann. Seine Kleidung zeigt dm Lappm oder stammverwandtm Samoieoer ist stch selbst der Nächste. Seife kennt er nur al« Nahrungsmillel Seine Hauptieidenschaft ist Roochm. Wenn er kernen Todack hat, stopft er fich Schnee in die Pfeife. Parem, Pum, Haudipum pum I Er grüßt Sie und dedauert, fich nickt mit Ihnen unter- hallen zu können I" Ehe ick mir noch von die Erllärung er 00* hat», nimmt der Eskimo hinter die Pferdedecke einm Teller vor un kommt bei mich sammeln.„Wat" sage ick,„i» de« Allm» vor sech» Jute un nu noch sammeln?" Ick reiße wir eenm bereit« wacklig gewordenen Holenknopp von meine Burm u» wert'« in den Teller.„Na u?" sagt der Eikimo. „Wa'," sage ick,„Se sagen„nanu—.Lewiß," sagt er, „wie können Sie mich emen Hosenknopp uff'n Teller weisen?" —„Wta?" sage ick,„Se sprechm Lerlinsch un«ollm een Eskimo find? D«t i« ja der reene Schwindel; jeh'n Se ab. jage ick Ihnen, oder ick steche Jhnm eene in die Polariegend, daß Se di« an die Küste von Labrador»urückfltejen» Sie oller nachjemachter Jcönländer Sie I"„Schaftlopp," sagt druff der Ssk'mo." Ei« Unfug, auf deffen Beseitigung Schule und Hau« emstltch hinwirken solltm, kommt jetzt wieder bei der Jugend in Aufnahme, nämlich da« Abwerfen der noch unreifen Flüchte von den stastanimbäumm. Steine und Knüttel werden zu diesem Zweck in die Kronen dieser Laudträger geschleudert, wo. durch oft arge Beschädigungen derselben veranlaßt werden. Dazu kommt, daß durch derartige fehlgegangme Wurfgeschoffe s-hr leicht Personen verletzt werden lönnm. Die Wächter in den Anlagen find allein nicht im stände, solchen Unfug immer rechtzeitig zu verhindern. Da« Publikum sollte die Beamten in dieser Beziehung möglichst unterstützen. Der Verkehr auf dem Rühlendamm ist, besonder« feit Eröffnung der neuen Pserdedahnltnien, geradezu gefährlich. Auf der südlichen Seite desselben fahren die neuen Pferde. bahnwagen dicht an dem engen Bürgersteige außerhalb der Kolonnaden und die in steter Gefahr schwebenden Poffrnten wiffen oft nicht, wo sie au««eichen sollen, namentlich zur Mittagtzeit, wo der Verkehr hier, wie überall, am stärksten ist. Im Interesse der Sicherheit de« Publikum« ist darum die thun« lichste Beschleunigung der»ddruchsarbeiten am Mühlendamm geboten. Ei««euer Berkaufsartikel ist jetzt in unseren Mar«. Halle« aufgetaucht, nämlich die Taschenkredse, welche die Nordsee liefert. Dieselben kommen in leichten Spohnkisten, kotz belangen Fahrt frisch und lebend. hier an. Die Gestalt ihre« Körp-r« scheint wie geschaffen für die Verpackung, denn ste können so auf- und aneinander gereiht liegen, daß kein Zwi« schenraum ein ihnen schädliche« Schütteln während der Fahrt verursacht. Ob dieselben den Geschmack der Berliner finden W.rden, ist zweifelhaft, da fie auch in den Küstenländern keine besonder» beliebte Speise find. Jedenfalls aber ist bi« j tzt hier der Absatz ein reckt günstiger, da die wenigen Kisten, weldje hier ankommen, fast alle von hier wohnenden Chinesen gekauft werden. Letzter« würdigen m-ikwürdiger Weije unsere schönen und großen Krebse keine« Bl-cke« und find nicht zu überzeugen, daß deren Fleisch bedeutend feiner und schöner. al« da« der Hummern und Taschenkeb,« ist. Die Taschen. krebse«erden nachdem fie gekocht find, ausgenommen, da« ganze Innere kleingehackt, mit scharfen G-würz« versehen; dann wird diese« Gemengsel in die Rückenschaale de« Thtere« gethan und wie Ragout en coqnille servirt. Der schwimmende Budiker ist eine Errungenschaft der neueren Z-it. Derselbe fährt unsere Wasserstraßen auf und nieder und versorgt die Schiffer während der Fahrt mft Ge« tränken. Sein überdachter, einem Sarge nickt unähnlicher Kabn birgt in setner Tiefe alle für einen Schiffer wünschen«- wertben und erschwinglichen Getränke. Früher führte ste der Wasser Gerson' nebenbei, dessen«ahn ein wahre« Waaren. tst" ivJt*«srÄfeÄrÄ enge Nebenstraßen. Die Straße wird, wie bekannt, akphaltirt und erhält ein doppelte« Schienengeleise. Aber die Arbeit rückt äußerst langsam vor fich. Bei aller Gründlichkeit könnte ste mit Rückfichl auf diese Haupt-Verkrhrsader rascher von statten gehen. Da« Tempelhofer Feld war vorgestern während de» ganzen Tage« besät mit Jung und Alt, welche große und kleine Drachen steigen li-ßen. Bei einzelnen, wahre Ungethüme, konnte man einen gewissen Lvxu« wahmehmen, au« dem man ersteht, daß auch hierin Sport getrieben wird. Die größeren Drachen waren zumeist au« feinem Zeugstoff gefertigt und theilweise sah man auch solche von leichter Seide. E» war ordentlich imposant anzuschauen, wenn fich die großen Drachen majestätisch in die Höhe begaben. Ein wohcer Wettkamp' de- stand darin, die Drachen so hoch al« möglich steigen zu lassen, waZ natürlich nur durch da« Vorhandensein größerer Quanti- täten von Bind'aben möglich war. Welche« hohe« Ervfluß das Kriegsjahr 1870/71««f die Zahl der Kinder aus„eüzt hat, bewerten die nachstehen- den, frdr intrressanlen Daten über die Berliner Sckulbevölke. rung. E« ist amtlich festiestellt worden, daß die Generation von 1871 um mehr al« 2000 Kinder schwächer al« die gleich« namige von 1870 ist. Und so erllärt e« fich auch, daß Ende de» Jahre« 1885 in der Gesammtheit der Schulen weniger Kinder über 14 Jahre gezählt wa-den al« 1884. nämlich 13 116 im Jahre 1884 unb nur 12160 im Jahre 1385. d. h. 956 weniger. Et verloren die Gemeindeschulen 424, die städtischen Gymnasien 107, die städtischen Realgymnasien 105, die öffentlichen höheren Mädchenschulen 55, die privaten höheren Knabenschulen 51:c. Dagegen gewannen die königl. höheren Lehranstalten 59, die höhere vürgerkckule 55. Mächtig hob fich dagegen die Kinderzahl im Jahre 1872. Durchgängig beträgt die Differenz der gleichnamigen Generationen für diese Iahte mehr al« 5030. N ckt ebenso leicht erilärt sich der fol« gende Prozeß: Da« Jahr 1874 lieferte nicht m-hr Kinder al« 1872; schon 1874 aber und dann 1875 und 1876 brachten zunehmende Stetgerungen; dann sinkt mit einem Male die Fluth, und die weiter/n Zunahmen von 1877, 1878 und 1879 ent- sprechen vt-lleicht kaum dem Bevölkerungszuwachs. Die er» leichte Höhe war festgehalten, aber da« Steigen hörte fast auf. Z««icht geringe Verlegevheit wurde am Sonnabend die Frau eine« Fabrikardeiter« versetzt, die von dem Wochen- lohn ihre« Manne« ein Zwanzigmarkftück in einem Fleischer- laden in der Mariannenstiaße ausgeben wollte, wobei da« Goldstück beim Auswerfen auf den Ladentisch einm Klang wie Blei hören ließ. Auch die Prägung schien an einigen Stellm verdächtig, und der Fleischer hatte nicht übel Lust, da« Gold- stück der Polizei zu übermitteln; auf Bittm der in die größte Angst versetzten Frau schickte er zu einem Kaufmann, der die Münze nachwog und da« Gewicht gmau richtig fand. Nun. mehr schickte man zu einem Goldardeiler und dieser erklärte die Münze für echt und stch bereit, dieselbe umzuwechsesn, letztere« wohl mir Rückficht auf die weinende Eigenthümerin de« Grlde«, die wohl um den zum weitaus größten Thetle in dieser Münze enthaftenm Wochenlohn ihre« Manne« fürchten mochte. Wenn man bedenkt, wie leicht e« einem unreellen Geschäfitmann, der die Echtheit de« Goldstücke« erkannt hätte, möglich gewesen wäre, die arme Frau zu übervortbeilen. so wird man den viel« fach geäußerten Wunsch nur theilm können, daß diese klang losen Münzstücke dem Verkehr entzogen würdm, sobald fie bei öffentlichen Kassen eingezahlt werden. ES ist die« nö.hig, um ärmere Leute vor Benachlheiligung zu hüten. Wie et« Kapitel aus eine« Zola'sche« Roma« liest fich die folgende Schilderung, die hiestgen Blättern zugeht. Eine bedenkliche Mtethfikaseme befindet fich, so heißt e« da, unmittelbar vor den Thoren von Berlin. E« ist die« die Mi«!h«kaserne der sogenanntm Marmor- Marezzo Fabrik in Charloltmburg. Di« Marmor-Marezzo Fabrik ist eine Leuffgen« sche Gründung und Etgeniham einer Äktiengefellsckaft. Dem ursprünglichen Zweck dient fie aber längst nicht mehr. Da« Gebäude ist jetzt vielmehr eine MielhSkaserne. Von Berlin au« kommend, wendet mm fich am sog.„Knie" recht« in die Ma chst aße und wird dann, um die nächste Straßenecke die. gend, einm großm wüsten Platz erblicken, auf welchem stch außer der Gasanstalt und einigen wenigm Privathäusern auch die Marmor-Marezzo Fabrik befindet. S« ist gar nicht zu ver- kennen, die« Gebäudeungethüm mft seinen seck« Stockwerken, deren jede« eine Reih« von nicht weniger al« 36 Fenstern zeigt, steht von Weitem fast au» wie eine Strafanftatt, tritt man aber näher heran, so macht e« einen noch weit trübselige, n Eindruck al» eine solche. Hohläugig schauen Einen die Fenster, deren Ausstattung sonst überall auf dewohnte Räume hin« weist, an. Je weiter nach oben, desto häufiger find die G a«. scheibm durch eingeklebte« Papier ersert. Ein abschmltcker Dunst, der namentlich an heißm Tagen die ganze Gegend»er- pestet, quillt au« dem Hause. Man begreift kaum, wie Mmschen 'S in demseldm authalten können. Und doch ist da« ganz« Hau« von unten bi« unter« Dach vollg-pftopft von Leatm und zwar me sten« Familim. Die ehemalige Fabrik ist eingelheilt in rund 150 Wohnungen von je Stube und Kammer. Der P:e'S solcher Wohnung Ist j- nack dm Stockwerkm verschledm. Zu ebener E,d« beträgt er 3.10 M-, 5 Treppen hoch 210 M. wöchentlich. Die Gesammtzahl der Einwohner b-irägt stet« Slschm 6 und 700. Und diese Menschenmenge ist in einem däude zusammen gepfropft, welche« stck, wie getagt, schon von Weitem durch den von ihm autgehenden Geruch de- merklich macht I Auch noch auf andere Weise verpestet die« Hau« die ganze Gegend. ES find nämlich für die 150 darin wohnenden Familien nur etwa 10 Klosei« vorbanden. Die dadurch hervorgerufm-n Zustände find so arg, daß Niemand ohne dringende Veranlaffanz in der Nähe de« Hause« vorübergeht. Daß unter dm geschilderten U, ständen Krankhiilen leicht ausbrechen und von den verhängnißvollsten Folgen bi« weit über da« Gebäude hinau« sein können, leuch. tet ein. Aber noch eine and re G-'ahc birgt da« Hau« in fich. Für die 6—700 Bewohner find nämlich nur jwei AuSaänge vorhanden, da« Ri-sengebäud« mit seinen fünf volldewohnten Stockwerken bat nur an jeder Schmalseite eine Thüi! Wenn hier einmal Feuer ausdrechm sollte» so wkd und muß eine Katastrophe mtftehen, der gegenüber die de« Wiener Rrng tbeaterbrande« al« ein Kinderspiel erscheinm muß. Wmn Ctarlottmburg an diesen Zuständen Gefallen findet, so ist va« s.ine Sache, der Stadt Berlm aber kann e« nicht gleichgiltig sein, wenn dicht vor scinm Thoren stch ein S«uchenhm die einzige und größte ihrer Art. Die Zahl der Berliner M> glieder beträgt 2600, die der Gesammtmitglieder 25000. Der Vor fitzende der Berliner Filiale, Th. Btelefeldt, woM Gitschinnstr. 94 H. Zwei Hundefänger verursachten am Freitag Abend m der Sttaittzerftraße einen ziemlichen Auflauf. Ein mit Maub korb und Marke versehener Hund war von ibnen weggefangw worden. Zufällig ha st die Besitzerin de« Thier«« da« TtM der Beiden beobachtet. Im Bunde mit anderen binzugeeiltm Leuten gelang es ihr auf ihren Protest, den Hund wieder sw' zudeiommen. Die Erbitterung machst fich schließlich in<>>>» solennen Prügelei und dem Gange der Attentäter auf Polizeiwache Luft. Daß der Hundefang nun endlich ei«»" ein besser organifirter und mit den alten Mißständen ow räumt werde, ist ein unabweisbares Gebot.. Auf dem Stadtbahngeletse zwischen den Bahnio� Lehrter Bahn und Bellevue ist ein dort beschäftigter Arst«? überfahren worden. Bald nach den ersten Unglücktst� wurden Hornstgnale auf den Strecken der Stadtbahn(M, führt, aber auch diese scheinen bei den geringen Eniferriu� zwischen den Geleisen keinen ausreichenden Schutz der vor den überraschend schnell ankommenden Zügen zu gewWV Vorgestern Mittag bald nach 12 Uhr sprang der bei Ott W* befferung de« zweiten Stadlbahngleise« beschäftigst Arb�? Leander nach dem Ertönen de« Signal« bei dem Daherbr�L des a r« dem Bahnhof Bellevue ausgefahrenen Zuget Nr't nicht gleich auf die Seite, wurde von dem linken Puff*5 Lokomotive erfaßt und heftig zur Seist geworfen. SK erlitt er mehrere schwere Kopfverletzungen und einen% fachen Rippendruch. zu Moabit geschafft. Da' von Kah Er wurde sofort nach dem Krank u gerwayr. tu diesem Sommer wiederholt Zusamme« _ h 3 rrgeu auf der Havel und Spree erfolgt sollten et stch die Schiffer mehr al» je zur Pflicht mack� zur Sicherheft de« Verkehr« angeordneten Vorstcht««m° auf das peinlichste nackzukommen. Aber auch jrtzt 0% g« häufig die nöthige Sorgfalt bei drn Kahnschtffern verrmlfr begegnete vorgestern Abend nach Eintritt der DunstUst»..�! Personmdampter der Krahngesellschast auf der"P'"„et» mehreren Lastkähnen, von denen zwei mit teiner L�rr" ay sehen waren und der eine ohne Steu rmann fufe Kapitän de« Dampfer« mußte fich der allergrößten Austm samkeit befleißigen, um eine Katastrophe zu vermeiden. Ueber etne etgenthümliqe Entsührnag«*«>, Nachstehende» berichtet: Am 22. d. M. VormiNaa« kamen junge Mädchen, dst Geschwrster Anna und �lara � Groß.Janwitz in Scklefi.-n mit dem aus Breslau tl.ffenvcn Zuge auf dem Schlefischen Bahnhofe an, Freundin zu besuchen. Im WartFaal vierter Klasse, ste Kaffee gettue-ken. gesellst sich zu den Mädchen eine kannst, 25 di« 27 Jahre alte Fraumtpersan, welche ve � vorredete, daß ste nach Dtr'chau� fahren wollt e�f/iV Herr ein Bittet geschenkt habe. Demnächst führst m»"" gfi die beiden Mädchm in der Stadt umher unv, nackvew � Oranter platz in-wer Restauration gespeist worden fla- dem Schlestschen Bahnhof zurück. Von hier au« fuhr rf.�sr dekannte mit der älteren Schwester Klara D. in einer nach dem Innern der Stadt, und find seitdem» nlf ickwund n. Der später ermittelte Droschkenkutscher, für Fahrt ausgeführt hat, gab an, daß die Damen Halter Bahnhofe gefahren und in da« Bahnhofsgebäude« � gen feien. Klara D., welche ca. 40 M baareS fitderne Uhr n-bä Kette, zwei goldene Ringe an Hand und ein Paar werthoolle goldene Ohrringe bei otv trug ein hellgrünes Kleid und einen schwarzgraue« vm schlrrßenden Paletot, während die Verfchtepperin, Hamdurgischen Dialelt sprach, eine grüne Trikottm�' draun'S Kleid und einen braunen Past'ot trug...»>% Mtt weithin veruehmbarer Detonatio» Ä.» Sonnabend AixiiO auf dem Grundstück Prenzlauer � eine Sxptoston statt, bet welcher leider ein Mensch's? � gekommen ist. Beim Abla en von angeblich leeren Fan � auS einem derselben ein Quantum SpirituS gelaufia,.�vet ein dort zufällig Anwefenver de» Scherze» wegen«w« pt Die Flamme schlug durch vaS Spundloch in den de» FaffeS und entzündete den darin befindlichen und Dunst. DaS Faß flog mit solcher H-fttgleit in �. daß ein Ar heiter durch die' A» Ausgang de« Berlin-Halle'schen Linie_______..____ eine« Güterzuge« die Maschine, der Packwagen und Wagen derarttg, daß VaS link« HauptgeleiS für eintg«„j# ßrsprrrt war. BetrstdtstöruMn find trotzdem 2 kommen. Vom Per onal ist Niemand verletzt.. il[(% Rrnrns## i K�>!be�fe,4iüfftn- � boren wurden 852 Kindek- SM! 107" 15 btS «0 dt»_____ beft» Alstr'oon" o"di«"5 Jahren A- ILmmtNchtt in dieser Woche Gestorbenen au*. Von den im «uer unter 1 Jahr gestorbenen Kindern starben 83 im ersten, z jm zweiten, 38 im dritten, 35 im vierten, 50 im fünften, w im sechsten, 127 im fiedenten dt* zwölften LebenSmonate; ®on denselben waren ernährt 30 mit Muttermilch, 1 mit «nmenmilrf), 236 mit Thiermilch, 6 mit Milchsurrogaten, 89 mit lkmischter Nahiung, von 49 war es unbekannt. Todesursachen waren besonders: Lungenschwindsucht(77), LungenentzÜn. (32). Bronchialtatarrb(7), Kehlkopfentzstnvung(4), «rtepfe(24), Gehirnschlag(17), Gehirn- und Gehirnhäuten r. chndunk(2l). KrebS(18), Altersschwäche(15), Lebensschwäche(37), P#una(25), Masern(16), Scharlach(3). Diphtherie(23), (8), Diarrhöe(81), Brechdurchfall(192), an anderm 'wvtueiten starben 152 und durch Selbstmord 8, davon wr® Vergiftung 3, durch Erhängen 3, durch Ertrinken 1, durch yallaMchrclötn 1. Die Sterblichkeit der Woche, aus das Jahr de- «wnet, kommen durchschnittlich auf 1000 Bewohner in Berlin »6,»n Breslau 29,2, in Frankfurt o. M. 131, in Köln 21,3, l" Dresden 31 3, in München 32,0, in Bremen 19 1, m Etuttgart 21 4. in Wien 20,7, in Paris 22,2, in London 20 4. w Liverpool 21,6. In der Woche wurden dem Polizeivrä- gemeldet als erkranft an Typhus 32, an Masern 113, �-P�otluch 26, an Diphtherie 86, an Pocken—. In den 9 seinen Krankenhäusern wurden in der Bcrichtswoche 802 ««mit aufgenommen, davon litten an Masern 3. an Schar» M?. an Diphtherie 13, an TyvhuS 16, an Rose 8. E, Men 135 Personen oder 17,9 vCt. aller in der Woche Ge» ltorbenen; als Bestand verblieben 3462 Kranke. w, Wafierstand der Epree in der Woche vom 8. August ? inkl. 14. August 1886.(Angabe in Metern.) Tage �lOderbaum Dmmnmühle, Uberwasser 8./8. 2,28 2�4 0,74 9./8. 2,26 2,25 0.75 10/8.! 11/8. 2.31 2,30 0,75 2,27 2,24 0,72 12/8. 2.31 2,27 0,74 13,8. 2,33 2,31 0,74 14./8. 2,32 2,29 0.74 ttSiÄ' �Aarkthallen» Bericht von I. Sandmann, städtische« «NZrfivermittler. Berlin, Zenttal-Martthalle. den 23. August. am und Geflügel. Bei Eröffnung der Redhühnerjagd ».»,.u- M. hatte man große Zufuhren erwartet; dieselben i«£ aber ausgeblieben und stieg demzufolge der Preis auf Jv.und höher pro Stück. An den darauf folgenden Tagen " stch die Eingänge und demgemäfs ging der Preis bis svi'.» zurück. Rehe und anderes Wild ist weniger zuge-I per PS,- 6-8 per . Köpfe urter 20 bis z«,!,und dringt gute Preise. Rehe 55-65, Hirsche �ll.sch«ein 25-30 Pf. pr. Pfd. wilve Emen 0.80-1,20 M. «ünf» 3,00-5,00 M.. junge Enten 1-1,50-2,00 M.. 0 Hühner 0,45-0.80 M. Tauben 30-45 Pf. per Stück, Warden 4�0—7 M, alte Hühner 1,10-1,40 M. Rebhühner, �8« 1-1,40 M.. alte 60-80 Pf. �«ttäuchtrte Fische. R dein lach, 2,50-2,90 M.. Weser» (v Wielach» 1,20-1,40 M, geräucherte Aale 70-100 bis W"/* w- Pid., großer Delikate# aal 1,50 M. Flundern, *01,75-2 M. mittel 3-5 M, große 8-9 M. per Schock, ">e. per 100 Stück 4,60 bis 6,75 M. Stoische. Lach» 1 10 b!» 1,20 bis 1.30 Mark, Zander, Un'% Pf-, Hecht 50- 65 Pf. Steinbutt. 70-80 Pf.. See. %% lttoße 1,00-1.10 M, mittel 60-70 Pf.. Scholl« 10 dl» SHtf.y Schellfisch, große 20 Pf, Kabeljau 20 Pf. per Pfund, »aelen 40-60 Pf. pro Stück Nich«. Aal. mittelgroß 90-95, große 1,05 M. o.JW- Schleie 90 Pf. per Pfund. ««,'•» A-w'. 10 cm. 1,00-1�0 M. mittel 2-4 M. hin)) p« Schock. Hummern 1,50-1,75 M. WM« Äteo S'=%% Vi N Uo. Muimen 4-15 M. Birnen 8-20 M.«epfel 8 2-2,50 M. pr. Pfd., getrocknete Morcheln 250 M. Steinpilze 6.50 M. per Pfd.. Tomaten we. per CK. 1 loö'S6.! Einste Tafelbutter X. 110-112, feine Gut, dutter 5-86tÄ U. 90-98, M. 75-85, Landdutter l. 80-83, ». 50 Rui,®aI�'c6< und andere geringste Sorten 56—66 Echter Emmenthaler 73—80, Westpreußischer SSSfj'äst L 55-60 M. ll 48-60 M. III. 40-46 M. gZRWtin l. fett 22-25 M.. ll. 14-18 M.. Tilstter Fettkäse i 32 av ,?i. Tilstter Magerkäse 18-23 M., Limburger L 20-25 M. Ramadour 30-36 M. rheinischer % StTÄ 20-22 Pfd. schwer. 45-58 M.. echter Holländer a�'chaten�r 1 60-70 M. 0. 56-68 M.. franzöfischer per 5�? 18 M. per 100 Stück. Camembert 8,00-8�0 «Ift. 2'��« 2 Schocklist- 4 M. U�lstg�stbertcht."�Am* 18. d. M. Nachmittag» fiel der yrdgisl' Vannemann beim Anbringen von Gasröhren im » tttit» Neubaues Lothringeistiaße 39 von der Letter ?°ch dem.? �uch de» recht-n Unterschenkels. Sc wurde KKSKS« i»? d-ms.!�"�-Uf den Heuwagen steigen wollte, fiel er 1% berab gegen die Wagenletter und erlitt dadurch �iilir �ungen.- Am 21. d. M. Vo mittag» wurde der � Stodttalitt � Strecke Belle vue Lehiter Bahnhof von Lyn?v,.44' vvn vn aupcr oem C unter der Aufficht des 11 jährige des Hauses Zeukbolsttaße gnär.»rsi 11 jährigen Bruders in ' sstraße 6 2 Tr. W worden war, aus out oen Hof hmav und erlttt dadurch an» L nntn Schädelbruch und innere Verlesungen, j* ncch dem Krankenhause Bethanien ge» wußte.- Ebenfalls um dieselbe Zeit gerieth d�iiutiz»undstück Prenzlauer Allee 86 beim Abladen leert K}6 in Br" j" Po* auf dem Wagen d.fi'.dliche» Faß dc y,®"»' baß der Eigenthümer Wodroch einen R- 7 T&O) auf hfsw 9U«ti*n hrtti# h#» %'5 Tod des Parlow. ll Srf die Sa,.?11 ilner Glctflasche niede Zu derselben Zell wurde bei dem Grundstück Nordufer 3 die Leiche eines Mannes auS dem Kanal gezogen, w-lcher nach einem vor- gefundenen MilitSrpaß der Zinngießer Wider sein dürste. Die Leiche, an der Verlesungen nicht bemerkbar waren, wurde nach dem LeichenschauHause gebracht.— AdendS gegen U Uzr wurde ein Mann beim Ueberschretten der Potsdamecstraße an der Ecke des Schönederaer UferS durch ein vom Eigenthümer Feig, Reuendurgerftraße 22 gerührtes Fuhrwerk überfahren und am rechten Arm anscheinend schwer verletzt.— In der Nacht»um 23. d. M. wurde der Wächter Krause, als er einen Soldaten, welcher mtt einem Kameraden seines Regiments in stark ange- trunkenem Zustande in der Stralsunderstraße Lärm machte und die P.ffanlm mtt der blanken Waffe dedrohte, zur Ruhe weisen wollte, von demselben durch einen Säbelhieb derartig am Hinterkopf verletzt, daß er sich sofort auf der nächsten Sa- nitätSwache verbinden laffen mußte und voraussichtlich längere Zrtt dienstunfähig sein wird. Die beiden Soldaten wurden verhaftet und an die Kasernenwache ihres Regiments adge» liefert.— Am 23. d. M., Morgens, stürzte auf der Möckern brücke ein höherer Offister mit dem Pferde und zog sich da- durch so erhebliche Verletzungen zu, daß er mittelst Droschke nach seiner Wohnung gebracht werden mußte. »»—-•• i•»» i v- u—--—» tringen laffen mußte.— Gericht» Zeiwng. Die vesptechimgzder dekavute» Heiae'sche« Reich»- tagsrede im„Berliner Tageblatt" hat gestern siitens der dritten Ferienstrafkammer hie statu Landgerichts I eine andere Beuriheilung erfahren, als die» in dem Prozeß gegen die „Freistnnige Zeitung" seitens der zweiten Ferienstra'kammer geschehen ist. Anaeklagt war der R-dakleur Dr. Zornow, dem als Vertbeidiger RechtSanwatt Dr. E. Friedemann zur Seite stand. Die Beweik aufnahm« durch Vernehmung des Reichs- talsabgeordneten Heine, des Eisten Staatsanwalts Schvene und der beiden Beamten des Gefängniffes zu Halbersta)>t ergab dos gleiche Resultat wie im Voiprozeß, und beantragte Staats» anwalt Dr. Stephan die Verur-heilung deS Angeklagten zu 500 M., zu derselben Strafe, die dem R-dakleur der„Freis. Z g." Barth auferlegt worden ist. Der Vertheidiger hob in seinem wirksamen Plaidcyir aber hervor, daß, nachdem einmal die inkriminirten Thatsachen von der ReichstazStridüne herab verbreitet worden waren, die Preffe nicht nur die Berechtigung, sondern die Pflicht hatte, die Konsiq uenzen de» mitgetheillm Falles zu ziehen und zur Befreiung der preußischen Justizver- waltung von dem gegen ste erhobenen schweren Vorwurf volle Aufklärung und eingehende Untersuchung zu verlangen. Die Veröffentlichung de« inkriminirten Artikels fei sogar ein deson» deres Verdienst deS Angeklagten, deffen Freisprechung er so» nach beantrage.— Der Gerichtshof erkannte diesem Antrage entsprechend, indem er als erwiesen annahm, daß der Preffe das Recht zusteht, öffentliche UebelstSnd« zu rügen. Der Angeklagte habt sonach nur ein berechtigtes Jntereffe wahrge- nommen und nirgend eine beleidigende Abstcht an den Tag gelegt. Begnadigung. Der Dienstknecht Franke, welcher Ende März d. I. seine Geliebt«, die Dienstmagd Thinius, mittelst eines Baumpfahl» erschlagen und dieserhalb vor Kurzem seitens des Schwurgerichts am Landgericht ll zum Tode verurtheitt worden, ist vom Kaiser begnadigt und demgemäß die Todes- strafe in lebenslängliche Zuchthautstrafe umgewandelt worden. t Unter de» Anklage der Erpressung, der Eachbe- schädlgung«ud de» Ha«»frtedeu»brnche» stand gestern der Schuhmacher Cz. vor der zwstt.n Ferie- stcaftammer des hicfigen Landgerichts l Der bisher noch undestiafte Angeklagte ist katholischer Religion und lebt seit einigen Jahren mtt einer Frau E. zusammen, mtt der er sich deiwegm nicht verheirathen kann, weil ste evangelisch ist und weil seine kommen Ver- wandten sich gegen die Heirath mit einer And-rSgläubiaen auf- lehnen. Run hat er statt dessen die ganze„sittliche" Nachbar» schaft auf dem Halse, die im höchsten Grate entrüstet über ein solches Verhälntfi ist. Dem leicht erregbaren Manne ist über diese Blick« und Redereien» von denen er verfolgt wird, einige Male das Blut warm geworden, und es hat k-ftige Auftritte im Hause gegeben, denen damit eine Ende gemacht wurde, daß der Hauswirtb und der Polizeilieutenant dem Schuhmacher daS Bilreten des Hauses untersagten. Cz. bat noch ein n anderen Grund, dem HauSwirth zu zürnen: Frau E. miethele die Restauration, welche sie betreibt, gegen eine EntschSvigung von 100 M., die sie an de.? HauSwinh da» für zahlte, daß er ihren Vorgänger, der Miethe schuldig ge» blieben war,«xmittirie; Cz. glaadt nun» daß Frau E. diese hundert Mark, die ihm zum Theil mitgehörten, in der lieber» eilung und unnöihig bezahlt habe und meint, daß der Hous» w rth sie»mückzeden müffe. Einet TagcS kam eS zum Aus» brück). Der HauSwirth traf Cz. auf der Treppe des Haufe», das er nicht betreten sollte, an; statt sich nun schleunigst vor dem Gewaltigen zurückzuziehen, ging der Schuhmacher, von keinem Schuldaiwußtsetn gedrückt und durch einige Gläser Bi-r, die er vorher getrunkei: hatte, in muthige Stimmung versetzt, auf den Hautwirth zu und forderte stür» misch leine hundert Mark. Der HauSwirth nahm ReißouS und fühlte sich erst sicher, als die Entreethür zwischen ihm und seinem wüthenden Verfolger war. An diese Thür schlug Cz. mtt aller Gewall und alt ste nicht nachgab, holte er fich einen Hammer, um sie zu»rrtrümmern. Hierbei rief er fortwahrend: „Ich stech' ihn todt!" Soweit kam cS nicht, denn Cz. wurde von einem hirieigebolten Schutzmann verhaftet und auf dem Polizeibureau deruhizt.— Der Gerichtshof nahm nicht Er» preffung, wohl aber Bedrohung mtt einem Verbrechen als vor» liegend an und oermtheille den«naekla?ten zu einer Ge- fammtttrafe von 3 Monaten Gefängnis). Der SluollonwaU Halle 4 Monate beanttagt. Bau-Uufall Am dem Wolldors'schen Grundstück im Dorfe Tempclhof hatten eine» Tage» mehrere Zimmergesellen den Auftrag erhalten, das Dachgestms anzuschagen, zu welchem Zweck unter der L-Uung eine» Mttgesellen. der zeitweilig als Polier fungirte, ein Holzgerüst, ca. 13 Meterhoch.aufgeführt worden war. Unmittelbar noch Feierabend, als die«rbettend- n im Begriff waren, ihre Werkzeuge wegzuräumen und da» Gerüst zu verlassen, stürzte da» letztere, nachdem ff» ein Retzrttgel aus feiner Lage gelöst, mit den auf demselben befindlichen Per» fÄ L am Montag den Angellagten zu 14 Tagen G-sLngniß. Kereine und Nersammlnngeu< + Die allgemeine Vnchdrnckerversammlnug, wilche am 22. d. M, Vormittags, unter Vorsitz de« Herrn Wimmer im Saale der Philharmonie, Bernburgerstiaße, tagte und von tnebr als 1500 G.hiifen besucht war, verfiel nach einundeinhalb» fiündiger Dauer dem Schicksal der polizrllichen«vflS>ung auf «rund des§ 9 de» SofiaUftengesetz�. Die Tagesordnung. mmm sammtbild der Leipziger Verhandlungw, um die schwierige Stellung, welche die Gehilfen einnahmen, und die in so hohem Grade geringen Resullate zu erllären. die für die Gehilfenschaft errungen worden find. Die Schuld hieran gab er zumeist den allgemeinen Verhältniff-n, die d-n Arbei« lern ungünstig seien, und der hieraus hervorgehenden und au» den Berichten im„Correspondent" erfichtlichen, in einigen Thei» Im Deutschland» vorhandenen Abneigung der Gehilfen gegen eine Tarifrevifion. Die Prinzipale traten während der Ver» Handlungen volllommm einmüthig auf, während die Vertreter der Gehilfm oft genug unter einander verschiedener Anficht waren, so daß ihre Stimmm bei dm Abstimmungen fich zer» splitterten. Man habe zuweilm den E.»druck gehabt, als befinde man fich in einem„aller Kleiderladm", so feilschten Prinzipale und Gehilfen um Pfennige mit einander. Er(Redner) habe als Vertreter Berlins einen schweren Standpuntt gehabt; die geringen Errungenschaften, die erreicht worden wären, bedeute« ten für Deutschland immerhin etwas, für Berlin aber nichts, ja für einen großen Thell der Berliner Gehilfenschaft seien so» gar eher Verschlechterungen eingetreten. Angefichts diese: Sachlage sei ihm(Redner) schließlich nichts andere« übrig geblieben, ali gegen den Tarif im Ganzen zu stimmm.— Der Redner erörterte nun paragraphenweise die einzelnm Aenderungen, die an dem Tarif vorgenommen worden find. Da der,,Carrespon« dmt" in Nc. 97 einen ausführlichen Bericht über den neuen Tarif bereits enthält, so seien hier nur die Hauptsachen hervor« gehoben: Die Grundposttson wurde um 6'/, pCt. erhöht, nach» dem die Pcinztpale erllärt hatten, daß dies das äußerste Zu» geftändniß wäre, was ste machen könnten. Für Rusfisch und Glilchtsch bleibt die alte Post.ion.—§ 9 wurde so geändert, daß die Zeitungssetzer gegen din allen Tarif etwa» benach» theiligt find. Reiner Ztffemsatz wird jetzt mit 75 rCI. überall vergütet, währmd vorher dm Zeitungssetzem 100 pCt. bewilligt warm.—§ 14 wurde etwas erhöht und zwar, well einer Ver Prinzipale aus Mrßverftändniß für dm Voischlag der Gehilfm stimmte.(Hetterkeit!)—§ 15 wurde nach der von dm Gchilfm vorgefchlagenm Faffunz an» genommen. Jm§ 17 wurde neu bestimmt:„Notenlinien gehören zum T-xt." Die Gehilfen hatten vorgeschlagen: „Notenlinien gehören zur Note."— Die in der Vorlage der Gehilfm mthaltenm„Bestimmungen für den Druck" wurden seitens der Prinzipale in ihren sämmtlichen Punkten einstimmig abgelehnt. Drr Vorschlag der Gehilfen, eine tägliche Acdeits. zeit von 9'/, Stund« einzuführen, wurde abgelehnt. Der§ 31 wurde nur folgendermaßen geändert: Die tägliche ArbeliSzeU ist eine zehnstündige inkl. j: einer Viertelstunde für Frühstück und Vesper und hat innerhalb der Zeit von 6 Uhr Morgens dtS 9 Uhr Abend» stattzufinden, und zwar in der Weife, daß beim Arbeitsbeginn um 6 Uhr MorgmS die Arbeitszeit bis spStestms um 6 Uhr Abend» beendet sein muß u. f. f. Die Mittagspause ist mindestens eine 1'/«stündige>e.— Ein freiwilliges Nachbolm versäumter Arbeitsstunden ist dem Gehllfm nicht gestatte:.— Da» Minimum de» fltwiffen Gilde» deträgt für Setzer, Drucker und Maschinenmeister wöchentlich 20,60 Mark, bei freier Station 12 Mark. Es ist dem Lehrprinzipal gestattet, AuSgelernlm, welche nur 4 Jahre und darunter gelernt haben, für daS nach Beendigung der L-hrz-it folgende Jahr nach Vereinbarung, jedoch nicht unter 15 M.(refp 7 M. bei freier Stativ-) zu zahlen. Die Entschädigung für Sxtrafiunden, wenn solche vom G-schäft verlangt werden, detragt für im gewiffen Gilde stehende Gehilfm außer dem nach ihrem Gehalte fich ergebenden Stundcnoerdtmste und für berechnende Setzer außer ihrem tarifmäßigem Verdienste, innerhalb der Zeit von 6 Uhr Morgen- bis 9 Uhr Abend» 10 Bf., von 9-11 Uhr 20 Pf., von 11—12 30 Pf., nach 12 Uhr 35 Pf„ an Sonn, und Feiertagen 20 Pf. pro Stunde; für regelmäßige Sonntags« arbeit(d. h. für Zeitungen und periodische Arbeiten) 40 Pf. und für Arbeiten an hohen Feiertagen(d. i. erster Ost-r-, Pfinzst« und Weihnacht- fetertag) 80 Pf. Extraentschädigung p o Stunde x. Jm gewiff-n Gilde st-hmde Gidtlfm dürfm bis zu 14 Tagen vor dm Feiertagm nicht in't Berechnen und bis 14 Tage nach ven Feiertagen nicht wieder in'» gewisse Geld gestellt werdm k.— Die Auszahlung de»«ideitslohne« geschieht wöchentlich, die Adrechniiiig hat zwei Tage vor dem Zahltag stattzufinden. Die gegenseitige«uskündigungizeit ist eine vier�hntägig-, wmn nicht ein andere« Uebereinkommen stattge. funden hat.(Der N ichsay hebt den Vordersatz auf, bemirkte der Referent dazu). Die Auskündigung kann nur an regelmäßigen Zahltagen geschehen, ist jedoch der Zahltag ein Feiertag, so gtlt als Künvigungttag der vorbergedende Arbeitstag. Jedem Gehilfen muß gestattet sein, während der KündigungSzetl täg» lich bis 1 Stunde nach anderweitiger Kondition zu gehen; bei den im gewiffen Geld« stehmden Gehilfen jedoch nur gegen entsprechenden Adzug x— lieber die Anzahl drr in einer Druckerei zu hallenden Setzer- resp. Druckerlehilinge wird fol- g-ndes destimmt: Et dürfm gehalten werden bis zu 3 Setzern 1 Lehrling. 4-7 6. 2 L.. 8-12 5. 3 L.. 13-18 6. 4 Lehrlinge, 19—21 Setzern 5 L, 25—30 S. 6 L. und auf j- 8 weitere Setzer 1 Lehrling mehr; bis zu 2 Druckern 1 Lehr» ling, 3-6 Dr. 2 L.. 6-9 Dr. 4 L.. 15-20 Dr. 5 L-, und auf je 6 weitere Diucker I Lehrling m-hr. Die vorhondmen a-ebriinge dürfen ausgelernt weiden und die Skala soll inner. halb 3 Jahren durchgeführt sein.— Soweit der Paragraph 3 l, dm der Referent dm e genllichm„HandelSparagravhen" nannte, wo um Pfennige erbittert gekämpft wurde. Die Gehilfen hattm u. A. den Wegfall der Bestimmung, wonach Reuaus» gelernte niedriger honorirt werden können, deantragt. Die Prinzipale gingen hierauf nicht ein und brachten einen meclwürdigm Grund gegen den Vorschlag vor: Es wirke in moralischer vcziehung auf die jungen Männer gut ein, wenn sie nicht sofort da« lolofale G.lv. welches die GehUf-n erhielten(Heiterkeit) bekämen, da sie sonst leicht zu Ausschweifungen verführt würden. Herr Besteck meinte, daß die Fürsorge der Prinzipale da für die Arvellrr immer vorhanden wäre, wo st- ihnen Geld ein» brächte.— Bei der Lehrlingsskala zeigten du Prinzipale große» Entgegenkommen;— hier ist ihr Jntereffe mit dem ver Ge» h Ifen übereinstimmend.— Erwähnt sei noch, daß die Prin» , pale(auf dem Papier wmigstm») fich virxflichtel hab.n, die Hälfte der Kosten zur Einführung de« neuen Tarif» zu tragen. — Bei der Festsetzung der Lokalzuschläge ergab sich da' köstliche Schauspiel, daß der eine Prinzipal dem andern nicht traute,. und daß ste deshalb auf eine Gesammtabstimmung über alle LokaUurchlage drangen. Bei den Lokalzuschläam für die kleineren Orte hatten die Pnnzipale immer nur das Bedenken, daß die Gehilfm zu wenig verlangten, während ste Erhöhungen der Lokalzuschläge für die großen Stävte nicht zugaben. So kam es, daß trotz der überzmam« den Gründe, welcke Herr Besteck, al« Sinigirngsmann für Berlin, für eine Srhvdurg de» Lokalzuschlages für die Mil» lionm-, Beamten- und Fabrikstadt vorbrachte, der Lokalzu schlag für»erlin aus 20,6. belassen wurde; Hamburg erh ell eben. soviel; Leipzig wurde von 10 aus 12',, vCt. erhöht. Gräfen. hainchen auf 6 rCI festgesetzt; für Nürnberg wurde der Lokalzuschlag um 5 pCr. erniedrigt k.- Nach dieser Austin. andersctzung der am Tarif vorgmommmen Ve.änderungm kam der Referent zu dem Resultat. daß derselbe für Berlin unannehmbar sei und ersuchte die Versammlung, ihn, so wie er es gethan habe, abzulehnen.(Bravo!) Die Berliner Ge« hllfmschaft solle ihr« Meinung Über einen solchen Tarif nicht zurückhalten, wenn ste ihn auch schließlich der Allge« meinheit stch fügend annehmm werde.(Lebba'ter Beifall.)— In der Diskuiston vertrat zunächst Herr Malkewitz, Einigung», mann für Stettin(Nordostkreit) den Standpunkt der Provinz Der neue Tarif enthalt« immerhin anerkennen» werlhe Ver. defferungm. Da» van» der Tarifgemeinschaft könne nicht»er- schnitten werden und so feien die Gehilfen gezwungen, nmn« ch«i hinzunehültn, wot ste ändert gewollt hatten. Sine Her- adsetzung der Arbeitszeit fei nicht zu erreichen gewesen, unv so habe man fich mit einer Erhöhung de» Lohne» zufrieden geben müssen.— Der nächste und letzte Redner Herr Cifler dellagte, dag da» leitende Prinzip für die Lohnbewegung, die Entlastung de» ArbeitSmarkte» durch Berlürzung der Arbeitizeit, fich nicht hrbe durchführen lassen. E» sei sehr zweifelhast, ob die 1 M., um die der Lohn fich wöchentlich erhöhe, genügen werde, um die Differenz zwischen Einkommen und nothwendigen Bedürf- niff-n der Gehilfen zu decken. Er besprach sodann die nicht schönen Mittel, welche gewisse Berliner Prin/pale anwenden wollten, um die Forderungen der Gehilfen hinfällig zu machen, die Bestimmung, daß Etreikende zwei Jahre lang nicht in Arbeit genommm werden sollten, daß bi» zu Ottober soviel Setzer als möglich zu enllassen seien, um den Arbeit»- marlt zu überfüllen. Dr. Salomon(„Nalional Z-itung") habe 9 Setzern, verheiratheten Männern, unter Hinweis auf die G schäftsflaue gelündizt. Er lasse aber trotz dieser angeblichen Geschäfttflaue sttzt jeven Tag eine Stunde früher anfangen. Man greife sogar zu dem Mittel niedrigster Gistnnun g: man venunzire. Außerdem sei ihm(Redner) die Mittheilung geworden, daß der Vertreter eines Geschäft» fich dahin geäußlrt habe, daß die Behörde den Prinzipalen die Liste der Vertreter de» Verein» übersendet habe, um dieselben event. zur Entlassung zu bringen. Daß die Behörde so handeln solle, könne er(Redner) unmög- ltch glauben; der überwachende Beamte möge hierauf besonder» achten. Es scheine ihm(Redner) ali liege ein Mißbrauch mit den Organen der Behörde vor..... Bei diesen Worten wurden einige Pfuirufe au» der Versamm- lung laut und der überwachende Beamte erhob fich und löste die Versammlung auf Grund de»§ 9 des Sozialistengesetzes auf. Ruhig entfernten fich die Anwesenden. Es ist die» die erste Versammlung der Berliner Buchdrucker welche den Bestimmungen de» S?;Äi?tNg. setze» verfallen ist. %it Fachverein der Eteindrucker und Lithograchhett hielt am Donnerstag, den 10. d.M., im Königstabt-Kafino, Holz- marklstr 72,>ine gutbesuchte Versammlung ad. Der Vorfitzende, H.-rr Schulz, theilt« der Versammlung mit, daß räch den an- gestellten Recherchen die Nothlage eine» kranken Kollegen derartig war, daß die in der vorigen Versammlung zur Verfügung gestellten 30 M. dem Kollegen übermittelt find. ÄlSdana wurde doschlofftn, im September da» Sttstungifest in Form eine» Hmenadend» zu feiern. Unter„innere Vereinsangelegenheiten" machte der Vorfitzende bekannt, daß die Firma Nauck und Hart mann fich geweigert habe, den Ausruf an die Eltern und Vor- münder, wodurch diese gewarnt werden sollten, ihre Kinder die Lithographie erlernen zu lassen, an den Anschlogiäulen zu bringen, obwohl alle ZUiungen denselben gebracht hätten, nur das„Berliner Tageblatt" habe den Aufru' mit dem Bemerken zurückgewiesen, daß diese Sache das Blatt nlchtS angehe. Alsdann wurde deschloffen, der Vorstand möge Gunsten der Mitglieder Hoffmann und Zänker eine Matinee veranstalten. Dem letzteren wurden 50 M. vorläufig aus der VereinSlaffe bewilligt, welche später von dem Uederschuß abgezogen werden sollen. Ein Rechisschutzantrag wurde einstimmig dewilligt; hierbei entspann fich eine längere Debatte, wobei fick fich ver- schiedene Redner mißliebig über die Firma Moser, Potsdamer- straße 110, aussprachen. • Rauchklub„Zum Wränget" jeden Dienstag Abend 8% Uhr im Restaurant Wranoeistr. 32. * Rauchklub„Deutsche Flagge" jeden Dienstag, Abends 8 Uhr, Wrangelstr. 128. Rauchklub„Unverzagt." Heute, Dienstag, Abend» 8 Übt, im Restaurant Kegeler, Höchstre. 4L. Schäfer'scher Gesangverein der Elfer. Dienstag, 9 Uhr bei Wolf u. Krüger, Skalttzerstr. 126, Gesang. Gauverein Berliner Bildhauer Annerstic-ße 16. Heute Btdliothel.Adend. vermischtes. Unsere heutigen Mädchennamen bilden ein bunte» Gemisch au» allen möglichen Sprachen. Hauptsächlich haben von fremd-n Sprachen die griechische, lateinische und hebräische Beiträge vazu liefern müffm. Au» der griechischen Sprache entstammen zum Beispiel nachstehende Namen, denen wir, wie allen folgenden, die Bedeutung beisetzen: Agnes(die Keusche), Doris(dre Reich begabte). Eleonora und Lama(die Mitletvige), len«(die Leuchtend«), J'ene(die Friedliche), Katharina(vie .üchttge), Melanie(die Dunkle). Der lateinischen Sprache find entnommen: Auguste(sie Erhabene), Beate(die Selige), Clara(die Reine), Clementine(die Sanfte), Emilie(die Artige), Franziska sengiisch Fanny, ftan>öfisch Fanchon)(die Freie), Lonie(die Mulhtge), Li-cie(die Erleuchtete), Margarethe(die Perle), Natalie(die Lebensfrohe), Oitilie(die Glückliche), Baultn?(vie Geringe), Rosalie(die Rosenschöne), Sabine(die Geraubt-), Ursula(vie Bärenstarke). Der hebräischen oder anderen morgenländtschen Sprachen entstammen die Namen: Anna(die Liebliche), Altne(vie Erhabene), Gabriele(die Göttliche), Jsabella(vie Keusche), Johanna(da» G abenktnd), Martha(die Betrübte), Marie(die Widerspenstige, Herbe), Rebelka(die Wohlgenährte), Sara(die Herrschende), Susanne (vie Ltlienreine), Siror.i«(vie Fischerin). Altdeutsch find schließlich solgenve Namen: Aldertine(Vie Edelberühmte), Bernhardine(vie Bärentühne), Bertha(vie Glänzende), Brigitta(die Strahlende), Emma(die Häusliche), Frieda und Friederike(die Friedreichen). Gertrud(die Spcerjungfrau), Hidwig(die Kriegerische), Hulda(die Holv»), Mathilde(die Heldin), Minna(die Zierliche), Selma(die Befitzreichc), Wil- helmine(die Schützerin). Kleine MittheUnngen. Würzburg, 20. August. Der bei der Eisenbahn- Kata- strophe vom 1. Juli verunglückte Zugführer Weidner vom Blitzzug N-. 53 ging seit seiner Verletzung vorgestern zum ersten Male aus. In dem Prozeß über das Eisendahn Unglück werden nicht nur der öffentliche Ankläger, sondern auch die Be- schuldioten eine Reihc von Sachverständigen produztren und durch fie die einschlägigen Instruktionen, Dtenstbefehle, Eni- schließungen und Verordnungen der Genelaivirektion eingebend erörtern lassen. Die Verhandlung, dt« mlndestln» zwei Tage in Anspruch nimmt, wird nicht vor E'de Oktober gepflogen «erden. Die richterliche Behandlung der Sache erfordert ein eingehendes Studium der Instruktion über den Fahrdienst auf den kgll bcyer. StaatSbahnen, der Signalordnung vom 1 August 1876, ihrer Nachträge«. Trieft, 21. August. Von gestern bi« heute MUtaa» find hier 10 Erkrankungen und 2 Tovesfällc in Folge von Cholera vorgekommen. Weiter find an neuen Fällen vorgekommen: in Jsoia 9, in Rizmanje 1. in Socrrga 1.— Der Cholera Arzt Dr. Steinschneiser au» Wien, wrlcher zuerst in Sccerga, dann in Jlola exvonirt war, verstrl in letzterem Orte in einen Schwächezustand, der ihn zwang, fich zurückzuziehen. Derselbe wurde von dem Epidemie- Arzte Dr. Leopold Wolf ersetzt. Epidemre-Arzt Dr. Hellmer ist noch in Fiarona. Der angeb« lich: Epidemie Atz- Dr. Werner, der in Rizmanje erkranlt ist, wurde hier verhaftet. Ueber die I sentität sciner Person find noch die Erhebungen im Zuge. Er!st nicht Arzt. Part», 21. Aug. Der VerwallungS-Ausschuß der Welt« auSstellung von 1889 hielt kürzlich unter dem Vorfitze de» au» Jersey zurückgekehrten Handelsminister» Lockrop eine Sitzung, welche von 9 Uhr Morgen» bi» 3 Uhr Nachmittag» währte. Es war darin viel von einer geeigneten Aulstellung d-s eisernen Thurm»(ton- Eiste!) die Rebe, mehr aber noch auf Anregung Lock-oy'S von den Straßen, die zur Autstellung führen sollen. Hieran hatte, wie e» scheint bisher Niemand gedacht, wenigstens nicht im Zusammenhange mit den Kosten, die dadurch verursacht würden. Der Direktor des Rechnung» wesens machte auf diesen Punkt aufmerksam und äußerte Bedenken, welche den Hanbels- minister bewogen, neue Siudien anzuordnen und di� nächst« erwa-teieS Defizit" von m-breren Millionen«ih der Ausstellung vm finden. Nach dem vom leilen« den Komiire der Weltausstellung entworfenen, rw Handeltmintster mit einigen leichten Abänderungen genehmigten Plan sollen übrigens die Hauptausstellungtgedäude auf dem Marifeede, eine große Maschinenhalle auf Ver Südseite des die Mililäischule enilang, und auf der Wafferseite die Gallei'-n für die Kunstausstellung, welche den Eiff.i'>ch?n 300 Met-r hob?» Thurm umgeben weiden, einschließen. Za.ischen diesen beiden Gruppen werden rechts und links den Platz entlang z«' Hallen für die Industrieausstellungen errichte«, vie«in tretet, in einen Park zu verwandelndes Viereck von 250 auf 120 Met» abgrenzen. Diese Einrichtung soll die eleltriscde Beleuch'UNg d.r Ausstellung vom Thurme herab erleichtern. Die Archilesten der Ausstellung, Dutert, Buvard und Formig,, haben bereiis vom MarSfelb B-fitz ergriffen und mit ven Vora-beiien begonn«'- Herr Christophle, der Gouverneur de»„Credit kongter" damit beschädigt, da, Bürgschaftskapital von 18 Millionen p beschaffen. 14 Millionen sollen bereits gezeichnet sein. Die thett scheine lauten auf 1000 Fr.(event. Verbindlichkeit), von denen aber nur 60 Fr. einzuzahlen find. Part»» 20. August. In der Kohlengrube Bukcalie weil Drcazeville brach gestern früh ein schlagendes Wetter out- Ein Bergmann wurde sehr schwer, ein anderer leichter bmfl Brandwunden verletzt.— Ja Ronchamp, wo unlängst schlagendes W-tter 24 Bergleute verschüttete, ist eine ArbiW «tnstellung ausgebrochen. Truppen wurden zm Aufiechthoituns der Ruhe dorthin beordert. Hetzte Machrichte«.. In einer Meldung an» Mexiko wird konsiatitfc°°° die mexikanische Regierung berert sei, den verhafteten SU&J, teur Cutting in Fieiheit zu setzen, daß fie fich aber da» Prinzip auszuhetnn, w-lches zu der Verhaftung CuM Anlaß gegeben habe. *** verboten ans Srnnd de» Eoztalistengesitz«» w»'' daS im Verlage von W. Bios und im Druck K Georg Baßler zu Stuttgart erschienene Flugblatt? der Ueberschrift:„l. Braunschwelgischer ReichstagswaM'' An meine Wähler! und mit der Unterschrift:„Sluttgakt Angust 1886. Wilhelm Bios".- Das Flugblatt wurb-" ersten draunfchweigischen Wahlbezirk massenhaft nerdreU«- ------ Gleichfall» verboten wurde nach dem„Reichsm-�, da» von A. Vogel u. Co. in Braunschweig verlegte druckte Flugblatt mit der Ueberschrift:„An die Retim� wähl-r im Herzogthum Lauenburg." A Von der Lauenburger Retch»tag«wahi find solgenve Rrsultate oekannt: Berling ftreis.) 3025, Cons) 2545, Molkenbuhr(Sozialist) 582 Stimmen. Wahlbezirken liegen noch keine Nachrichten vor„ab Auf dem gestern eröffneten internationale« schasttkougreß tn Pari» find nach der„Voss Ztg."$ land, England, Oesterreich und Belgien vertreten. Kriefkasten der Redaktion. 6. P Sie brauchen nicht dt» zum Erscheint«._ 16. Bandes der 4. Auflage zu warten.— Wo Sie danddecken beziehen können, da» erfahren Sie tn jeder Handlung.„ o) Abonnent B. 100. Die Mteche ist nur für die Z«» zum 11. zu zahlen. Theater. Dienstag, den 24. August. Opemhau«. Keine Vorstellung. Schausptelhau». Dm Wtnkelschretder. Vor- hm: Echtes Gold wird klar im Feuer. Rr langt P- M.»-hris.Ol°�nstr�-- Llrbett- Der unentgeltliche Nachweis der Klavierarbeiter � bestudet fich SkalitzerfW � bei Stramm. in und 416] Verantworttich« RcHaVem R.«ronhrtm tn lvmlln. Druck und Verlag von«lax*&»tno tn B«llli««'.«-eut�raß,