ifS i "SS :$ 3 tmWjJ Oiw � Rmif.l tum K (tSulW »ortjj eiv«!� Nr. 198 Doutterstag, de« 36. August 1886. IIL Jahrg. crlineillolUliill Brgsn für die Interessen der Arbeiter. 4 DaS„Berliiter Bolksblatt" Mwd täglich Potgtnl ouiet»ach vonn- und fofttogcn. AbonnementSpreil für Berlin frei to«# viÄeljShrlich 4«arf, monatlich 1,36 Mari, Wöchentlich 86 Pf. Postabonnement *«'-Ä. Einzelne Nummer 6 Pf. Sonntag»»Nummer mit der illustrtrten BeUage 10 Pf. (Eingetragen in der Postzettunaipreitliii« für 1886 unter Nr. 769.) JnfertiouSgebühr beträgt für die 4g«spaltett Pelttzcile oder deren Raum 40 Pf. NrbeitSmartt 10 Pfenni.« Bei größeren Aufträgen Wer Rabatt nach Uedereinlunft. Inserate werden bi» 4 Uh« Nachmittags in der Ervcdition, Berlin SÜV, Zimmerstraße 44, sowie von allen Annonce»' Bureaur, ohne Erhöhung de« Preise«, angenommen. Kedaktio«: Keuthstrahe 3.— Grpeditio«: Zimmerstraße 44. $ ß gm Balkon. .Sürst Alexander, der Mav« de» Etaatsflreich», ist .urch eive» StaalSstreich gestürzt worden, der eben so Plötz- i% und üdenaschead!am. wie seinerzeit die Vereinigung �Milien« mit Bulgarien. Zwar liefe» allerlei dunkle suchte um von Verschwörungen gegen de»„schneidigen' Miste»; aber man konnte nicht ahne«, daß die Katastrophe «ah« stände. i.. Die provisorische Regierung hat de« Fürsten glimpflich z.?d.lt. me er vielleicht nicht gethan hätte, wenn die �'«wSntng mißglückt und die Verschwörer i» seine Hände b,,» wäre». Dana hätte» ficherlich Emige den Strick oder bekommen. Alexander aber will man einfach über die 5*# schicke». Ee mag fich dann irgendwo niederlaflen «arüber»achdenke», daß e« für ihn»ohl besser gewesen die Hand nicht in die bulgarische Sauce zu stecke». Bismarck rieth ihm bekaa-tlich seiner Zeit, die iiTjW Fürstenwürde anzuuehmea, mtt dem Bemerken, einst ein« schöne Erinnerung für ihn sei». »�Erinnerung kann Fürst Alexander fich nun hingebe» % Deicht folgt er der Einladuag. die vor einiger Zett »» iz.' Ü t. der bekannte Naturforscher, scherzhafter Weise Ui'««laflea hat, und läßt sich in Tenf nieder, jener �«dt, wo so viele Flüchtling« und gestürzte„Größe»' jeweilt. SWriV �alw», den man r» de» byzantinische» Kceise» z.. Ichland« mit der Person dieses jungen Fürsten getrieben ä feindlichen Kugel« e», gezwungen oder „„HV____ nichts Wunderbares zefunden. Viel wichtiger als die ziemlich kümmer« zeldeolegende, die man um das Haupt des Batten« ÜT* gewoben, mußte doch die Frage sei», od 8$?�** die Fähigkeit besitze» werde, in der auf dem Balkan mit starker und Haad einzugreifen und für die innere Eni. .\t&j,i Ul0atieB«■«*" «ad e« wird auch nicht dahin komme«, daß Rußland im Orient dominirt, wen» man im Weste» eiamüthig wäre. Aber da» ist man nicht und wird es einst wohl zu büße» habe«. Politische Ueberstcht. Meister brachten ihre üblichen KLgen über die jüdischen Klei- derläden, über die Schneiderakademim und über die Gewerbe» freiheit im allgemeinen vor. Letztere wurde nach dem de» rühmten Vorbilde des Tischlermeisters Brandes auch in Leipzig m■ M„ m raMw als Gewerbefrechheit bezeichnet. Es bot stch, wie man steht, >e Bild wie auf allen bisherigen Inn» , r« gn: V"'--------. und schließlich aussaugt und vernichtet, darüber zetern fei bier n lagen. agen. Daß da« große Kapital da» kleine Kamtal bedränj Meister und für diese„Frechheit" können ste die Worte nicht stark genug wählen. Daß aber da« Kapital überhaupt, das große wie das kleine, der ehrlichen Arbeit einen Theil ihres Ertrag« entzieht, da» dekümmert die ehrbaren Meister nicht, denn davon leben ste ebensogut wie der Großkopitalist. Und doch, auch die Arbeit soll nach ihnen ge- fördert werden, und zwar— durch Arbeitsbücher, die obligatorisch sein müffen, damit nicht„destrafte Subj'kte" in die Werkstätten eindringen. Nun, bestrafte Subjekte, Insassen von Gefängnissm und Strafanstalten, werden auch von kleinen Unternehmern jederzeit sehr gern beschäftigt, der Handel braucht bloß zu rentiren. Dagegen ist da« Arbeitsbuch ein ganz gute» Mittel, die„Wühler", welche von Lohnerhöhungen und Streik« zu sprechen wagen, von den Arbeitsstätten fernzuhalten, und da« haben die Meister allerding« immer erstirbt. Wenn fie auch den Arbeitsnachweis überall in die Hände der nnungen bringen wollen, so ist das ebenfalls ein ganz gutes kittet, mißlirdige Gesellen leine Stellung finden zu lassen. Unklug find die Meister also in ihren Forderungen nicht. Ader ste können e» alsdann auch den Arbeitern nicht verdenken, wenn diese dm Arbeitsnachweis in ihre Hände, in die Ge. wall der Fachvereine zu bringen suchen, um die Ardeiter nicht schlechtlohnmden und herrschsüchtigen Meistern in die Schltngm fallm zu laffm. »r Gewinvbetheiltgung der Arbeiter. Wie lächer- ;«„Nationalliberale Conespondenz" mtt ihrer r' lich die„Nationalltberale Corresponden," mtt ihrer Behauptung fich gemacht hat, die Gewtnnbetheiligung der Ardeiter sei eine sozialdemokratische Forderung, geht gerade au« der von der Verfasser zu dem Resultat, daß die Gewrnnbethetligung weder eine neue oder etgenthümliche Unternehmungsform, sondern daß fie ein desondere» Lohnsystem sei, das mtt zedweder Unter- „Wäre e« möglich, daß irgend Jemand diele« Packet- che» für einige Stunde« entwendet habe» könnte?" „Möglich wohl, aber ich glaube e« nicht.' „Auch ich glaube es nicht, um indeß einer solchen fa- tale« Möglichkeit vorzubeugm, werde ich fortan die Schlüssel aufbewahren." „Und womit habe ich da» kränkende Mißttaue» ver- dient?" ftagt« der Disponent entrüstet. „Sie frage« noch? Ihr eigene» Gewisse« könnte Ihne« eine Antwort darauf gebe«—" „Also haben die verleumderische» Behauptungen de« Kasfirer« doch ftuchtbare» Bode« gesunden!' „Verleumderisch nenne« Ste diese Behauptungen l Wolle« Sie leugnen, daß Sie al« Verlobter meiner Tochter die Schauspreleri» verfolgt und ihr Geschenk« angeboten habe«?" „Das ist auch aufgebauscht wordm—" „Suchen Sie nicht fich zu rechtfertige», Sie würden di« Sache dadurch nur schlimmer machen," sagte der Bankier m eindringlichem Tone.„Ich Hab« Ihne« Wohlwolle» und Verttaue« bewiese», ich habe Sie sozusagen au« dem Staube emporgehoben, meine Güte und meine Freundschaft gingen so weit, daß ich Ihnen da« Glück und die Zukunft meine« Kinde« anverttaue« wollte, trotzdem ich wohl be- merkte, daß meine Tochter nicht mit vollem, fteudiaem Herze« ihre Zustimmung dazu gab. Und wie danken Sie mtt dafür? Ich habe in der jüngste« Zett viele Klage» über vi« vernommo« und meine Erkundigungen ergaben, daß fie begründet waren. Da» allein würde mein Ver- trauen nicht so sehr erschüttert habe» und ich hatte längst vor, mit Ihne» ei« ernste« Wort darüber zu rede«, aber ich vcr'chob es, weil ich vorher mtt volle Gewißhett vorschaffe» wollte. Anonyme Briefe«achte« mich auf die Verlobung «eines Kasfirer» aufmerksam; Aeußerunge«, die Sie lalle» ließe«, hatte» eine merkwürdige Aehnlichkett mtt diese» Briefen; ich wurde stutzig. Braun hatte mein volle» Ver- trauen, er war mtt als solider, gemissenhaster Man« be» könnt, Sit selbst stellten ihm ftüh«, stet» ei« ehrende» Zeugniß au», da mußte es mich doppelt b-iremdc«, daß Si» jetzt ihn zu verdächtige« suchte«.' mhmunglform verknüpft werden könne.— Also die Gewinn« öetheiligung der Arbeiter ist und bleibt ein Lohn softem; die? haben wir in unserem Artikel vom voriaen Sonntag gleichfall« ausgeführt und zwar in populärer Weife. Auch jeder haldwegt gebildete ökonomische Schriftsteller äuget Dr. Max Hirsch und dem nattonalltberalen Gelehrten in der „Nationalliberalen C-rrespondenz" hat dieß längst vor den Untersuchungen des Dr. H. Frommer gewußt. Doch ist eS immerhin �ut, daß hier eine zunstmäßige Bestä igun� vorliegt. ____________ Dr. Frommer, daß die Gewinnbetheiltgung den „Arbeitgeoern" die regelmäßige und dauernde Verfügung über willige Arbeitskräfte fichere. WaS find doch nach der„Nationalliberalen Corresponven»" die So,iaidemokraten rte Freunde der Unternehmer, denen ste willige Arbeits- äfte stchern wollm!—«der Dr. Frommer erklärt noch weiter, daß auch andere WohlsahriSeinrichtungen ohne Gewinn- '" gleiche Resultat nach dieser Richtung hin er- tieitjnligung daS„____.................. eilen.— Solanäe also daS Lohnsystem überhaupt desteht, m man der Gewinnbetheiligung der Arbeiter von Seiten der Arbeiterpartei mit dem größten Gleichmuth entgegensehen. Wir bekämpfen diese Betheiligung nur, wenn man an dieselde Hoffnungen zur Verdefferung der Lage der Ardesterklaffe knüpft, wir stehen ihr glcichgillig gegenüber, wmn man fie, waS sie ist, als ein„besonderes Lohnsystem" betrachtet. Sie wirkt ganz genau, wie jedes andere Lohnsystem. UebrigenS sagt auch Dr. Frommer, daß die Gewinnbetheiligung fich rügen« fähig gezeigt habe, die Arbeit» von der Theilnahme an großen sozialen Bewegungen, in denen die Ardeitnwelt jeweilig ihr Heil sah, abzuhalten.— Au» alledem geht hervor, daß Dr. Frommer die Versuche zur Gewinnbetheiligung alS fehl- geschlagene, antis ozia listtsche Unternehmer- spekulationen ansteht— also da» gerade Gegentheil von der Anschauung und der Hetzerei de» wunderlichen, uuwiffen- den Nattonalökonomen der„Nationalliberalen Correspondenz." Ueber die Verleg««« de« Loh«, ahltage« von dem meist gebräuchlichen Sonnabend auf einen anderen Wochentag find nach der„National Ztg." verschiedene HandeUkammem von der Regierung veranlaßt worden, Gutachten abzugeben. Die Verlegung ist angeregt worden, theil« um dem verheira- theten Arbeit» zu ermöglichen» seine häuslichen Bedürfniffe f.üher als de» Sonntag» zu«ftehen. theilS um demjtnvn- heiratbeten Arbeit» weniger Gelegenheit ___________________. zu geben, den Wochen- lohn sofort zu verjubeln. Die Meinungen üb» die praktische Durchführung deS Vorschlage» find»»schieden. Eine große bekannte Fabrik, die mehrere Tausende von Arbeitern beschäf- tigt, hatte den Versuch gemacht, den Dienstag al» den Lohntag einzuführen, ist ab» damit auf heftigen Wtd»stand von Sellen d» Arbeiter gestoßen. Die Fabrik mußte stet» einer Anzahl von Arbeitern am Sonnabend Abend Lohnvorschüffe geben, so daß dieselbe nach kurzer Zeit wird« den Sonnabend alS Lohnzahlung bestimmte. Wüder andere Fadrikbefitzer. die den Montag al» Zahltag eingeführt baden, beklagten stch, daß ein Theil d» Arbeit» häufig am Dienstag wegblieb. In einer großen Fabrik am Niednrhein erklärten die Arbeit», nur unt» der Bedingung weit» arbeiten zu wollm, daß der Lohn wieder am Sonnabend ausgezahlt würde, waS denn auch wied«um geschieht. Zur Verlegung de» Lohntage» vom Sonnabend auf einen anderen Tag ist die Mehrzahl der Untemehmer bereit. Von diesen find die einm für dm Montag, and»e für dm Dienstag, die meisten jedoch für den Freitag al» LöhnungStag. Für den letztgenannten Tag ist da» Jntneffe für den soliden ArdeUei maßgebend, indem die Jndustriellm von der Meinung auSgehm, daß e» für den Arbeiter, namenlltch wenn er v«h«i- rathet ist, wohl einen besonderen Werth haben dürste, bereit» am Freitag in den Lefitz de»»»dienten Lohne« zu gelangm; dagegm verspricht man fich von d» V»legung de» Zahltage« auf irgend einen and»en Tag für den leichtfinnigen und un- soliden Arbeiter nicht viel, ja e« fehlt nicht an Stimmen, die von einer Verlegung de» jetzt üblichen Zahltage« eh» eine Ver» "tflei schlimmeruna, al» eine B-fferuna der bestehenden Uebelstände «warten. Die überwiegende Mehrzahl d» eingeholtm Gut- achten spricht fich übrigen» dahin au«, daß die geschilderten Ausschreitungen doch nur zu den Ausnahmen gehören und man Kit eine Verlegung de» Lohntage» der freien Fnlliative d« deitgeder üderlaffm.— Da» Hamburger Arbeiterdlatt bemerkt ganz richtig hierzu: Die Fürsorge für dm gemeinen Mann, wie ste fich in der Abficht der Verlegung de» Lohnzahltages wieder tundgiebt, ist «irklich rührend. ES ist nur schade, daß der gemeine Rann diese Fürsorge mehr al» Bevormundung ansteht; al» ein Bc- streben, sein Seldslstänvigleitkgclühl einzudämmen. Uebrigen» «stattet die bestehende Gesetzgebung d» Regierung keinnlei Einwirkung auf die Wahl de» Lohnzahltage», e» könnte dem« nach nur eine private Verständigung in Betracht kommen. Wohl könnte die Frage mit Leichliglett gelöst««den, wenn nämlich durch Gesetz bestimmt würde, daß die Arbeit am Sonrabmd Mittag od» bei Ablauf de» halbm Nachmittag» einzustellen sei; daß ein paar Stunden früh», al» e» jetzt zu geschehen pflegt, die Wochenarbell aufzuhören habe. Dadurch würde dem oe» heiratheten Arbeiter Gelegenheit zum rechtzeitigen Einkauf seiner Bedürfniffe gegeben, Und darum kann e» fich nur handeln. „Ich sagte«ur dasselbe, wa» ich gehört hatte," schaltete der DiSpottmi vorwurfsvoll ein,„es war mene Pflicht „Es wäre Ihre Pflicht gewesm, fich von d» Wahr- hell dieser Behauptungen zu überzeuge«, statt dessen er» fände« Sie selbst die Anklage, die«ich mißtrauisch«räche» sollte." .Wer Zham da» gesagt hat—" .Da« sagte mir«iemavd,«» lag so«ahe, daß ich e« errathm mußtel Der Grund dies» Verdächtigungen war mir«och unbekannt, jetzt kenne ich ihn, Sie verfolgte» Braun'« Braut, Sie haßte« ihn, wer!» Ihnen estgege»- trat. Ich urlheile nie vorschnell, ich such« vor allen Dinge» »ach Beweisen, und meine Eikuvdigungen und Nachforschungen ließe« mich die Sachlage klar»ke»«m. Ueb« meine« stasfir» und dessen Braut hört« ich«ur günstige Uriheile, man sagte mir, Gretche« Schimmel sei ei» durch- au« sittsame«, ehrbare» Mädchen,«nd die Wahrheit diese» Ur theil,» habm Sie ja selbst erfahre«. Herr Brau» brachte Ihne» da» Geschenk zurück, Sie haßten ih» jetzt »och glühend», und um diesem Haß Befriedigung zu ver- schaffen,»«banden Sie fich mll Schlatt», de» Sie al» Werkzeug benutze» wollten." »Wenn Schlatt» da« behauptet hat—" .Lassen Sie mich au«rede». Sie wisse», wo die tausend Thaler geblieben sind, Sie wußte», daß diese Summe i» der Kasse fehlt, und wollte ich die Sache gründlich untersuchen, so»ürd« ich die Beweise bald«halte». Ab» ich liebe e» nicht, Staub aufzuwirbeln, ich will nicht, daß üb» mein Hau« mehr gesprochen wird, al« gerade»öthig ist. Deshalb schweige ich, und deshalb auch vnlange ich vo» Ihne» und alle» übrige» Betheiligte» Vnschwirgenhell Sollte ich dennoch höte», daß üb» die hi» vorgefallene» Zntriguen gesprochen wird, so würde mich da« veranlasse», die Zntrigua-ie» schonungUo« au« meinem Haus«*» ent- fernen. Schlauer ist ei«»birmlichtt Mensch, ei» kriechen- d» Heuchler ohne Ehrgefühl, ei» Mensch, d» stch zu allem gebrauchen läßt, oho« de» Muth ,« haben, sei»« Ha»d. lunge» zu vertreten, da« Bündniß mll ihm macht Ihne» let»e Ehre, Ich würde ih» augenblicklich entlasse», wen» Den leichtfinnigen Menschen aber durch Verlegung de» Lohn- Zahltages von seinem Leichtsinn abhalten oder kuriren zu wollen, heißt die menschliche Natur vollständig verkennen. Da«„Offeubacher Sonutagtblatt", früh» Beilage de» vttbotenen„Lsiendachcr Tagblatt", jetzt selbstständige» Unter- baltungSdlatt, da» keine Zeile Politik bringt, schreibt untttm 22. d. Mi. in eigener Sache:„Da«„Frankfurter Journal" brachte vorgestern die Meldung, unser„Offenbacher Sonntag«- blatt" sei nunmehr auch verboten worden. S-ldstvnständ- lich druckten die hiesigen Blätter diese Notiz mit Wollust nach und hoch erfreut reisen fich die Konkurrenten die Hände üb» den Zuwachs ihrer Abonnenten, der ihnen durch die Verbote de» Herrn Kreiiamtmann« Fuhr ermöglicht wurde. Bl» jetzt haben wir selbst noch keine Nachricht von einem Verbot unsere» Blatte«. Doch da» will nicht» heißen. Die Wege d» Verbote find so wunderbar, daß e» sehr wohl möglich ist, daß ein hiefizer Korrespondent de»„Frankfurt» Journal" früher von dem V»bot Kenntniß haben könnte, al» wir. Da« war ja schon bei dem„Lokal- Anzeiger" und bei dem„Offenbacher Abendblatt" der Fall. In beiden Fällen meinte Herr Amt- mann Fuhr auf die kurz nach d» Beschlagnahme v» ersten Nummer gestellten Fragen d» Verleger, od da« Blatt ver- boten sei:„nein, warten Sie e» doch»st ad, ob e» verboten wird", und die edlen nationalliberalen Blätter meldeten doch immer einige Stunden später, die Blätter seien verboten. Herr Amtmann Fuhr ist an diesen auffallenden Thatscchen ratürlich gänzlich unschuldig und ei fällt un» nicht ein, zu glauben, daß » Kenntniß von diesen auffallenden Thatsachen gehabt hat. Auffallend und wunderbar bleiben fie aber trotzdem. Ob unser „Offendach» SonntagSdlatt" verboten wird oder nicht, müssen wir abwarten— und ehrlich gesagt: wir erwarten mit Ruhe, wai da kommt! Die Verbote der letzten Zeit find so merk- würdig, daß man Alle» erwarten darf, doch hoffen wir, daß dieselben noch an ander» Stelle zur Sprache gebracht werden. Sowoh l in unserer zweiten Kammer, al» auch im Reichstag dürften nicht allein die Verbote, sondern hauptsächlich eineReih« von Neben« umständen zur Sprache gebracht werden, dt« ern'" denn doch einige» Aufsehen erregen dürften. Herr Amtmann Fuhr hat ja dann wohl noch Gelegenheit, fich über diese Nedenum stände näher auSzulaffen." Nu« der Pfalz. Dann und wann läßt fich auch au» der „gesegneten" Pfalz eine Stimme vernehmen, welche'ganz versteckt in irgend einem Bericht wahrhast grauenhafte Zustände schildert. D« Jahretdericht der pfälzischen HandetSkamm» weift ebenfall» ein« solche sehr zeitgemäße Schilderung auf, welche wir d» Ocffentlichleit nicht vorenl halten wollen. Wie fich jedoch die Herren von dem dekannten„warmen Herzen" mit diesen Zuständen abfinden, und od fie destrebt sein wollen, Ver- defferungen zum Wohl d» Arbeit», zum Schutz für deren Leben und Gesundheit zu treffen, wären wir deginig zu er- fahren. Ein schauderhafte« Bild wird un« von dem Fabrik- inspektor in dem HandelSiammerbericht über eine Lumpen sortir- anstatt entworfen. In einem allgemeinen ArdettSraum waren 81) Ardeiterinnen beschäftigt, worunter 30 jugendliche und einige Kind». D» Raum war gänzlich mit Staub erfüllt, so daß dem FabrMnspettor der kurze Aufenthalt beinahe unerträglich wurde. Die Ardeiterinnen hatten ihre Gestchter mit Tüchern beinah« ganz verhüllt, und e» ließ fich ein beständige» Hust-.n in allen Theilen de» Saale» vernehmen. Dem Besitzer wurde mttgetheilt, daß seine Anstatt der schärfsten Kontrole in Bezug auf die Verwendung jugendlicher Arbeit» unterstellt und jede, auch die kleinste Uedertre- tung,»m Bestrafung gebracht würde, fall« er nicht seinen Ar- bettern einen menschenwürdigen Aufenthalt»»schaffe. Er sagte nun die möglichst rasche Andringung ein» VenttlationSvonich« tung sofort zu und ließ dieselbe auch allmälig aus führen; aber au» Sparsamkeit« rückstchten beauftragte man Leute mir Handhabung der Einrichtungen, welche selbst keine oder nur wenig Erfahrung darin hatten, und so mußten wiederholt Aenderunaen vorgenommen werden, bi» endlich ein beffner, ab» noch imm» nicht genügender Zustand erreicht ist. Hätten die Lumpen vor dem Sortiren von Staub gereinigt sein müssen, so hätten solche Zustände gar nicht eintreten können. Wie die letzteren auf die Ardeiter wirkten, zeigt der Umstand, daß die Firma von der Gemeindeoerwattung»»anlaßt wurde, eine eigene Kranlenkasse zu bilden, da die Ardetter der- selben, welche anfänglich zur Gemeindekrankenlaffe gehörten, in auffällig» Weise erkrantten. Diese» Bild, dem»kt die „F r ä n k. T a g e i p o st" hierzu, ist jedoch nicht da» einzige. Sollt« stch d» Herr Fabrikinspelror die Mühe nehmen wollen, unverhofft und zu jedn beliebigen Z-tt zu revidiren, so würde e« eine schöne Kollektion geben, schön» noch al» da» oben ge- zeichnete Bild. Allein die alte Klage de» ewig neuen Liede« von dem riestgen Umfange de» JnspettionSdezirke» läßt eine genügende und wirksame Konttole nicht zu. Von der Arbeiterbewegung. Ueb» die Hau«- suchungen in Gera wird der Chemnitzer„Preffe" noch näher geschrieben: Unsere Polizei hat bei den letzten Hau»- suchungen vom Sonnabend, welche bei nicht weniger al« drei- zehn sozialdemokratischen Führe.n zu einer und dnselben ich nicht auf de« Ruf meine« Hause« Rücksichten zu nehme« hätte. Sie wnde« ihm heute»och eine andere Stelle über- tragen und zugleich ihm erklären, daß ich kurzen Prozeß mtt ihm mache« wnde, sobald» mir de» geringsten Anlaß zur Unzufriedenheit giebt. Herr Frank wird morgen die Kaffe üdernehmen, er soll heute Nachmittag zu mir in« Kabwet kommen, damit ich über die zu stellende Kaution und alle« Weit«« mit ihm rede, Herr Braun hingegen wird vo« morgen ab in meinem Kadi«» arbetten." „Und ich?" fuhr der Disponent auf, der de« jäh in ihm auflodernden Zorn nicht läng» zurückzudrängen vermochte. „Sie? Vorläufiz behalten Sie die Prokura, von Ihrem f««»e« Verhalte» wird e« abhänge», od Sie da« verlorene Betttaue« wieder gewinnen werde». Und sollt« m»«« Tvcht» die Verlobung mit Ihne» zu löse« wünschen, so w»de ich nicht« dagegen einwenden. Sie wisse« selbst, daß Lueie Ihnen da« Jawort nur gab, weit ich e« wünschte, Sie habe« fich selbst die Schuld zuzuschreiben, wenn ich ihr jetzt gestatte, ihr Wo» zurückzunehmen. Denke» Sie ernst und ruhig dm üb»«ach, von Jh»e« selbst hängt e« ab, wie Ihre Zukunft fich gestalte» wird. Sie haben nun erfahre», wie gefährlich e« ist, hinter meinem Rücke» Jnttigue» anzuzetteln und mich zu hintttgehe»; lasse» Ste stch da« zur Lehr« dienen und überlassen Sie e« fortan mir allein, mein Geschäftspersonal zu überwache»; mtt Ihren persönlichen Leidenschaftev haben Sie Manchem Unrecht a»g»ha», schwieg ich dazu bisher, so bi» ich doch nicht gesonnen, solche» Unrecht auch fern« zu Der Geschäfttführ» hatte die Lippe» fest aufeinander gepreßt, sein Antlitz war todtevbleich und au« de» v». zerrten Züge« sprachen Zorn, Haß und Rachsucht. Daß f»ne Zntriguen diese« Resultat haben könnte«, hatte» nicht erwartet, er konnte ja nicht ahne», daß s»« Chef so genau unterrichtet war und so rasch und scharf die J«. triguen durchschaut«. „Der, den et»»Nichten wollte, ttinmphirt« jetzt üb» ih» und ihm war,» fortan die Hände gebunden, er mußt« e« geschehe» lasse»— e« war zn«»«zweifeln l Stunde vorgenommen«urdm, eine mühsam« Arbeit geiA Vom Boden bi« in den Kell« wurde alle« untnsucht. meiste Arbeit und Mühe batten die Polizeibeamten bei de» Redaveur der deutscken Manufalturar deitn- Zcitun g, der p gleich B«fiy» eine» Herrengaiderodengeschäft« ist. Ei mu« da von den Schutzleuten jede Rock» und Hosentasche um«' sucht, ab« alle» vergeblich, eS fand stch nicht«, ab» auch ü« nicht« vor, sämmtliche Taschen waren l«r.— Wie au« ft»®! bürg verlautet, find am Sonntag Morgen abermal«;*« Tabakarbeit» auf hamburgtschem Gebiet verhaftet aoiW well fie im Verdachte stehen. v»dotene Schriften v-rbrettet I» haben. Dieselben sollen nach Attona ausgeliefert fein.— A« die„Schi N." hören, ist die Veranlaffung zu d» kürzlich% meldeten Verhaftung de« Sozialdemokraten Schlichting« ein» im Dezember von Schleimig abgegangenen PostfendM der Zürich» Zettschrist„Der Sozialdemokiat" zu suchen, wela< al« unbestellbar zurückgekommen ist und al« dnen Absens« der Verbaftete«mittelt zu s»n scheint.— In vurgst°°' in Sachsen fand am 24., Nachmittag, bei einem EinwoÜ« eine Haussuchung noch verbotenen Schriften statt. der„Bürgst. Zig." mitgethellt wird, beschlagnahmte die PoW ein« Anzahl Postquittungen über eingezahlte Gelder an w Hauptlafstrer der Zentral- Kranken- und St»b Kabinet.".c, eM Hugo blickte ihn starr an, diese plötzlich«,' fi*; «nd auszeichnende Beförderung vermochte« zu fasse». War d» Disponent in Ungnade flü � war« beruft o, die Stell« desselben au«zufi>lü'>/ u E« gab ältne Kommi« im Hause, die � Anspruch hatten. wa« bewog Ladenderg,», � diese bevorzugte Stell« zu übertrage»?.. wr „Nun? Sind Sie zufrieden?" j' wohlwollendem, schnzeudem Ton«.„®t« t»«* genug stoben, und ich glaube auch, daß vi«, wachsen find—*._ j)aii' „Ich finde leine Worte, u« metne« drücken l". v" .Worte? Danke» Ei« mtt mtt.Thate» «Ä »ittung n< &r3 etnlget deu Zeburg pH, «nnkannte Zllgem« tes Unikale P. SöS' "limmrecki «erthe« 6, %% "Wimen h wA S'Ä whr i «uf rii 'inen da» ii Mtppe tfftn 6! spitzt fich dahin zu.�daß in dem Zirkular eine Aufforder� hi» L |wt nut in zweien die Bücher in polnischer Eprache» in allm Adrigen in deutscher Sprache geführt werdm. Belgier». „®a» gouvernementale„Journal de vruxell-s" veröffent« "w«inm Artikel, welcher beweist, daß die der belgischen Re» S>«ung nahestehenden Kreise der Arbeiterbewegung 2% ganz andere Bedeutung beimessen, als mehrere deutsche «iatter. Man scheint in Brüssel nicht ganz den Optim'.SmuS "Niger deutscher Blätter zu the'len, daß die letzte Arbeiterkund« »edmig ohne Wirkung bleiben werde, und deihald nimmt dai nnnkannte Organ de» Ministerium» Beernaert gegenüber dem Allgemeinen Stimmrecht eine so überaus freundliche jjollung ein, daß man nur mit Verwunderung auf die im «erikalen Lager fich vollziehende Umwälzung blicken kann. Die uerikale Partei defitzt bekanntlich die Gabe, fich rasch allen «ewegungen, an deren Zukunft ste zu glauben Ursache hat, zu Mmiliren und daß fie anfangt, fich mit dem allgemeinen vltmmrecht in Belgien zu befreunden, ist ein sehr bemerken»« «erthe» Symptom. Da»„Journal de Bruxelle»" erklärt in »ttirten Artikel da» allgemeine Stimmrecht für unvermeid« uch, da die Bewegung nicht blo» große Dimenfionen ange« »ommen habe, sondern fich auch nicht mehr aushalten lasse. «der da» gouvernementale Blatt will da» allgemeine Stimm« p®» mit gewissen Kautelen versehen, welche davor schützen b''in die französische Stiömung hinein, ugerathen." Diese «aulelen lauten: 1) Ein Alter von 25 Jahren. 2) Ein drei« lÄhriger Aufenthalt im Wahlbezirke. 3) Kenntniß de» Lesen» ddb Schreiben». 4) Vertretung der Minoritäten. HoU««v. .Der König hat den Offizier Wynandt», der bei dem Auf« pdr in Amsterdam den Sozialdemokraten, der die ro'.he Fahne Auf einer Barrikade aufgepflanzt hatte, mit eigener tzand durch "nen Schuß nirderfieckte, ali Bewei» seiner Anerkennung in r* im Haag garntsonirende Grenadierregiment, die Elite- Me der niederländischen Armee, versetzt. Die beiden Brü« 7?«en», welche eine rothe Fahne von einer Barrikade herab« Ml und in» Wasser warfen, find zu„Brüdern de» nieder« Udischrn Löwenordeni" ernannt und mit einer lebensläng« '«din Pmfion von 200 Gulden dedacht worden.— Wir geben "'ir Nachricht ohne jeden Kommentar wieder. Aranrreich. � Ueber den Vierzoner Streik schreibt man der Ki f au» Pari», 21. August: Dem Metallarbeiter- wS tn Vierzon, welcher schon letzten Sonnabend und Mon« Auhestörungen Herbeisührte, scheint durch eine große Ver» toMung, die auf heute in Bourge» angekündigt ist, neue Mmrg geboten werden zu sollen. Von bekannten Persön« gleiten hatte fich diiher nur der Pariser Gemeinderath l l a n t, welcher au» Vterzon gcdürttg ist dort ein Hau» äini""d eine Schwester hat, deren Vermögen auf zwanzig tC-wnen geschätzt wird, an der Bewegung ali Agitator und �"isgondent de»„Crt du veuple" detv-iligt. I tzt kommen auch die Abgeordneten Baily und Cam�linat hinzu, die ffohi schwerlich bemüht hätten, wenn ste dächten» daß die kc* so glatt ablaufen wird, wie noch manche Berichte hoffen % Die Arbeitseinstellung beschränkte fich bisher auf die der dortigen Maschinenwerkstätten SocrSte framaise �"Ueriel agricole; aber man fürchtet jetzt, fie werde fich, „ai die Apostel de» Sozialt»mu« fich in die Sache mengen, m7i, Auf die dortigen Arbeiter der G!a»« und Porzellan- l„M> ou»d«hnen, die ein kleine» Heer von vier di» fünf« »tJANd Mann bilden. Die Soeiött trauoaiso de matfiriel Br(.me war 1879 gegründet»ordcn und die erste franzöftsche o>i.,.As®aft. dt« e« wagte, den Engländern in dem Vau iand- »inl% f Maschinen Konkurrenz zu machen- Bi» 1884 «tif. �,?�äft sehr gut; dann aber wurde auch hier die rinaen die Arbestz-eit mußte(?) aus Grund der ge- Eiunv.n d� ��en von zwölf auf zehn und dann auf acht «n. Im Juli wurde damit der selbstverständlich, daß diese ' hauptete er in »«-»W... «nwendung gebracht worden, welche ver �dndikatskam. mer der Metallar beiter an ge« Wirten, und da die SyndikatSkammer der Gesellschaft, so H sie nur konnte, Verlegenheiten bereitete(wahrscheinlich wider- N» ste fich dm Lohnschmäle'ungen. D. R.) und schon im M einen kurzen Streik der Schmiede veranlaßt hatte, so iah � die» nun ol»«ine Repressalie an. 134 Arbeiter tratm al» fie aber s°hin."daß Ntimänd Miene machte' *<«> ��Allen, ließen fie durch die Syndikatikammer " der Soc.t ä fron�atse, Herrn Monteil, vmschlagm, »o»v Streikenden alle wieder aufnehmen und die ktrb.k�kne Arbeit, statt nur auf 160, auf 300 kttfcu'tAt verthe ilen. Herr Monteil entgegnete, vikali�ware Niemand geholfen, den Arbeitern nicht, welche un- tianu? vier« bi» fünfstündiger Arbeit täglich satt werden ����u�de�Gesellsch��tcht�iedabet�h��e�n ein�'�e Laste» und Sorge» de» Teschäfre» zu tragen- hier vo.?A» Da»k verlange ich«'cht. Wa« heute Morgen ge» gfBAfast« tfi, sei vergessen, Sie werde» darüber schwei« Gl,.•'a könne» e« um so eher, al» die Kassenrevifio» für a" glänzende» und ehrenvolle« Resultat gehabt hat." »oll�U»«beugt, fich und ergriff die Hand seine« wohl« Chef«. Sie mich auf die Probe." sagte er,„ich werde »."Argesse», welchen Dank ich Ihnen schulde!" '? g"," antwortete Ladenberg, de» Handdruck er« '»i» Ihrem eig-nen Zntness« liegt e», da« nicht zu W; 3ch erwarte Sie morgen sofort»ach der Ueber« 4 Zz A Kass«. Si, w«d«» dann«fahre», welche Arbeite« ZAA» zu übertragen gedenke." �go e»tf«»te fich in gehobener Stimmung, er meinte den gefährliche» Einfluß � A* Weigerung zu»runde legte. übte, de» fie fürchtete �A Folg,» ,i»e» Verlob u«g»fepe». � �fti.?Aheimrath war dem Wunsche Wnner» bezüglich . Zi>kt.�?��Aste» bneitwillig entgege» gekommen. Anch« Tiste waren geladen worden; nicht i Aste».. wlste dee auck alle ldrenebi«, nur die ITOrteif".1—----,—-V——-- Bräutigam«, auch alle Freundinnen d« «.'S L"««»«--->'>»! * �"A*«tAiMt». Werner -MUMM Kräfte verlitten würde. Die Wirkung der Krise auf die Ma« schinenfabrik werde mindesten» noch zehn Monate, bi« zu dm nächstjährigm Bestellungen für landwirthschaftltche Maschinen, anhalten, und man könnte unmöglich dm Arbeitern eine so lange Entbehrung zumuthen(I!). Während d« Unterhand- langen zwischen der Gesellschaft und der Syndikatikammn hetzte diese, die«st seit drei Monaten besteht, au» allm Kräften gegm die Kapitalistm, unterstützt von dem Sozialisten B a u d i n, welcher in den letzten Wahlen zum Gemeind«ath(mannt worden war und im Oktober v. I. bei den Abgeordnftmwahlm 17 000 Stimmen auf einer Liste erhaltm hatte, die außer den Namen Vaillant'» und Henry Maret'» auch noch dmjenigm Felix Pyat't aufwies. Baudin spielt im Eh» die gleiche Rolle, welche BaSly im Nord- Departement so gut gelang, daß die Paris« ihn zu ihrem Vertret« im Palai» Bourbon wählten. Sein Jugendfreund und Genosse in den Kommunekämpfen Vaillant, steht ihm brüdttlich zur Sette. Trotz den Bemühungen der Regierung greifm die Radi« kalen dm Kriegtmintsttt heftig an wegen seine» Erlaffe», der da» Requiriren von Militär bei Ansamm« l u n g e n gestattet. G r o h b r i t a«» i e«. Wie derett» gemeldet find neun Polizisten,«elche währmd der Krawall« in Belfast auf da» Volk schoffm, unter der Anklage de» vorsätzlichen Morde» verhaftet wor« den. Die Bewohner eine» Polizei- und Milttärstaate» werden die» kaum begreifen. Nach englischem Recht aber steht da» Gesetz über all« Politik, über allm Menschen und über allm Einrichtungm. Und da da» Gesetz den Mord und Todtschlag mit strmgtt Strafe belegt, so verfällt Jed« dem Gesetz, welcher einen Mitmenschen mordet oder todtschlägt— gleichviel ob er aus Befehl eine» Vorgesetzten— zivilen oder militärischen— gehandelt hat. Der Polizist od« Soldat, d« auf Kommando in eine VoilSmenge schießt, ist de» Morde» od« Todtschlag«» schuldig, und wird von ein« englischen Jury unnachstchtlich verurtheilt, wenn nicht d« Nachwet» geliefert wird, daß da» Schießen nothwmdig war zur Selbstvtttheidiguna od« zum Schutze d« bedrohten StaatSeir.richtungm. Der Einwand de» gemeinm Manne», oder Offizier»,« Hab« dem Befehl nach den KriegSartikeln folgen müssen, gilt nicht», dmn da» Krieg»« recht Seht unter dem bürgttlichen Recht, und, erkennt die Jury auf Mord oder vorsätzlichen Todtschlag, so rettet kein Befehl, und wäre e» der de» Höchstkommandirendm, einen Soldat oder Offizi«, der auf da» Volk gefeuert hat oder hat fmem lassm, vor dem Tode am Galgm. Die sozialdemokratische Föderation hielt am 22. d. Abend» ein« sehr zahlreich besuchte Versammlung unt« fteiem Himmel ad. Ein Arbeit«, Namen» Hall, begann zu reden, al» Polizei- Odertnspettor Sheppard und Sergeant Brun»den fich zu ihm begeben wollten, um ihn aufzufordern, aufzuhören, weil Jemand in der Näh« ge« fährlich krank sei. Die Sozialisten suchtm unter Lärmm und Pfeifen die Beamten daran zu verhindern, in die Näh« de» Rednni zu gelangen, worauf die Polizei ihrm Vorgesetzten gewaltsam einm Weg bahnte. Der Redner brach darauf seine Rede ab. Für alle Fälle war eine bedeutmde Polizeimacht in B«eitschaft gehalten. Auch an and«en Punktm der Stadt fanden stark besuchte sozialdemokratische V«sammlunaen statt, welche ihr« Erbitterung üb« die dieser Tage«folgte V«« urlheilung einig« ihrer Führ« in Beschlüssen Ausdruck gaben. Di« angebliche Ver'perrung der Siraßen sei nur ein Vorwand, um den Sozialismus zu verfolgen. In Folge de» gedrückten Zustande» dn Landwirthfchast ist ein au» sechs Mitgliedern der Regierung bestehender Land« wirthschaftSrath eingesetzt worden, dem alle die Land« wirthschast betreffenden Angelegenheiten unt«stehen und der die darauf bezüglichen Maßregeln und Gesetzvorlagen vorzu« derathen hat. Da» neue Unterbau», v«glichen mit dem vor jähri- gen, weist bedeutende Verändnun gen im Personal auf. Wäh« rend in der Zahl d« Juristen, ZrttungSdesttz« und Journalisten, Brauer, Bankier», Kaufleute und F-rdri kanten eine Schmäle« rung eingetreten ist, fitzen jetzt im Unterhause mehr Vtttreter der Armee und Flotte und eine größere Anzahl von Eisenbahn« direttoren. 1885 zählte da» Parlament 110 Juristen; jetzt fitzen in demselben nur 90, von denen 38 den Titel„Queen» Counsel" führen. Die Advokaten im gegenwärtigen Unterhause zählen 21 gegen 23; da» Heer hat 54 Vertreter, von denen 38 im Ruhestand find, gegen 47; ZeitungSeigenthüm« giedt e» 17 und Journalisten 15, d. i. 32 gegen 34 im Jahre 1885; Fabrikanten 42 gegen 69; Kaufleute 36 gegen 42; Bankier» 22 gegen 25; Eisendahndirettoren 21 gegen 16; Schiff Zrhed« und SchiffSdauer 16 gegen 21; Marineoffiziere 11 gegen 7: Brau« und Destillateure 18 gegen 24; Bergwerttbefitzer 11 gegen 16. Nrwyork soll im nächsten Herbst wieder einmal Gelegen- haben, den amerikanischen Arbeiter al» Unab- hängtgen in die Politik eintreten zu sehen. Die Eintrat Labor Union hat beschlossen, ein tägliche» englische» Arbeiterdlatt zu gründen und unabhängig von den Demokraten und Re» « an diesem geräuschvolle» glänzende» Fest T'falle» zu finde» schien. Kurt saß neb«« V«e»a, d« Refttendar nebe« Adda, so hatte Verena selbst e» angeordnet, ab« fle fanden beide hei den Bergau« nicht da« Entgegenkomme», da« fie«wartet zu habe» schiene». Kurt war ziemlich einfilbig, trotzdem V«e»a e« an Bemühungen nicht fehle» ließ, ihn zu ein« lebhafte» Unter» Haltung zu bewegen, Adda«kundigte fich bei dem Refne«» dar»ach dem»«hafteten Wilddieb und de» Resultate» de, Untersuchung und zeigte fich darauf ebenfall« zurück« haltend. Nach der Tafel, al« all« Toaste ausgebracht waren und die Gäste fich in die anstoßenden Räume zurückgezogen hatte», wurde die Unterhaltung lebhaft«. Dien« räumte» in geschäftiger Eile de« Speisesaal au», die kleine Musikkapelle intonirt« die ersten Takte ein« Polonaise, und während die Zugend fich de» Freude« de» Tanze« hingab, saßen die ält«e» Herren im Rauchkabinet an de« Spieltische». (Fortsetzung folgt.) de» ein An» Knust»üb itbtn. Sm Wallner Theater blüht die Jnternationalität in forte» verwegen st« Bedeutung. Vorgestern Abend wurde nn Stück in spanischem Geschmack von am«rikantschen Schau« spielnn in englisch« Sprache vor deutschen Zuschauern aufge« führt. Wmn wir offen sein sollen, ein etwa» zweifelhafter Ge« nuß. namentlich wenn man die im Theat« herrschende Hitze mit in Betracht zieht. Für die in B«lin ansässtaen Amert« kan« mog die Daly Truppe eine recht angenehme Erscheinung sein, für un» Deutsche haben jedoch die gebotenen Gaben einen allzu transatlantischen Beigeschmack, al» daß ste un» auf die Dau« ,u ftffeln im Stande wären. Immerhin aber lohnt sich ein einmaliger Besuch; wer jedo» de» englischen Idiom, nicht mächtig ist. thut gut daran, so lange zu warten, di» die neue W-ltsprach« auch die Bretter, welche dt« Welt bedeuten,«. ""am'' Ostend-Theater findet am Sonnabend, den 28. d. M.. in dem prachtvoll dekoritten und feenhaft«leuchteten publikanern Kandidaten für all« neu zu besetzenden Aemter in» Feld zu stellen. Al» Kandidattn für da» Bürgernieist«« amt nennt man bereit» Henry George, den bekannten Ver« tteter der Grund- und Bodenverstaatlichung. Dtt Cmttal Labor Union gehören 185 Gewerkschaften mit zusammen 100000 Mitgliedttn an. Freilich umfaßt fie Gewerkschaften, welche mit einand« im Kampfe liegen, und die Central Labor Union al» Ganze» liegt wiederum im Kampfe mtt dem Orden dn Knight» of Labor. Die amerikanischm Kapitalisten kämpfen jetzt mit allen Mitteln gegen den Boykott fetten» der Arbetter. DieN'wNoik« sozialistische VolkSzettung veröffentlichte seit Wochen jeden Tag eine Anzeige, durch welche da» Publikum aufgefordert wurde, Paul Baun'» Kastno in Weft-Brighton auf Coney-Island zu boykoltiren. Herr Bauer leitete nun gegen den Redakteur Schewitsch, sowie gegen zwei Miteipenthümer de» Blatte» einen Schadenersatz, Prozeß ein. Den ihm zugefügten Schaden berechnet er auf 50000 Pfd. St. Gewinnt Baun den Prozeß, so ist dai Blatt finanziell ruinirt. Dem Ver« nehmen nach wollen noch Dutzende von Opfern de» Boykott» dem gegebenen Beispiele folgen. Der„Voss. Zig." schreibt man auSNew-Uork, 13 August: Kaum hat fich die Aufregung über den durch die Enthüllungen betreff» de» Broadway Bahn-Schwindel» httvorgerufenen Skandal gelegt, und noch ist erst ein tinziger von den an dem Schwindel betheiligt gewesenen Stadtrath» Mitgliedttn von dem Arme der rächenden Gerechtigkeit«eilt worden, und schon wieder ist in unserer städtischen Verwaltung eine solche Fülle von Korruption entdeckt worden, daß man fich in die schönen Zeiten de»„Tweed- Ringe»" zurückversetzt glauben kann. Denn viel schlimmer ist ei unter„Boß" Tweed in New-Uoik kaum hngegangen, wie unter MayarEvson, dem 1384er Stadtrathe und unter Verwaltung de« Departement» der öffentlichen Arbeiten seitens de» gegenwärtig an d« Spitze desselben stehenden Kommissär» Rollin M. Squire. Die bi»- hntgen Verhrndlungen vor dem Mayor in vem Verfahren gegen den de» Mißbrauch» seiner Amtsgewalt und falscher Eintragungen in den Büchern seine» Bureau» beschuldigten Kommissär Satire haben unzweifelhaft festgestellt, daß derselbe ein Werkzeug in der Hand ein« au» dem kürzlich verstorbenen Führ« der County Demokratie Thompson, dem Ko-ftaktor Flynn und dem Advokaten New« comb« bestehenden Clique gewesen ist, deren Ziel e» war, die Steuerzahler vermittelst des Departement» der öffentlichen Ar- betten um große Summen zu beschwindeln. E» ist festgestellt, und Squire hat die» selbst zugeben müssen, daß fich derselbe dem Kontraktor Flynn, d.h. der eben erwähnten Clique gegen» üb« schriftlich verpflichtet hätte, al» Kommissär de» Departe» ment» d« öffentlichen Arbeiten Alle» zu thun, wa» von ihm in Bezug auf Beschwindelung der Stadt««langt wurde. Wie viele städtische Beamte in den Schwindel mit ver» wickelt find, ist bi» jetzt noch nicht aufgedeckt, doch dürfte fich da» bald hnausstellen, va sowohl Squire wie Flynn roi der Grand-Jury de» KriminalgertchteS wegen Komplott» zum Betrug« der Bürger der Stadt in Anklagezustand versetzt worden find. Kommunales. w. Vom„Kröge!". Die Btwoher der vom Mollenmartt bi» zur Spree führenden schmalen Straße„Am K-ögel" find beim Magistrat um eine Besserung de» Zustande» dies« Straße vorstellig geworden. Wenn man berückstchtigt, daß dieselbe den Zugang zu einer an der Spree b-finvlichen Au»« ladestille bildet, und mit altem Pflaster, sowie noch mit einem Rinnstein versehen ist, welcher durch die Mitte der Straße läuft, so scheint eine Verdessirung hier recht angebracht. w. Da» Regulativ für die Untersuchung der vo» außerhalb nach Berlin etugeführteu Fletsche», welche» mit vem 1. Oitob« d. I. in Kraft treten sollte, ist dem Magistrat von dem Herrn Ob-rpräfiventen der Provinz Brandenburg mit der Eröffnung zurückgegeben worden, daß der Herr Polizeipräsident von Berlin in zwei Puntten eine Abänderung beantragt habe. ES betrifft diese» den Eingang de» Regulativ», bei welchem die Bezeichnung„pp." hint« der paranthetischen Aufzählung der einzelnen Schlachtthi««, , Rindern, Kälbern, Hammeln, Ziegen, Schweinen) fortfallen oll, und wird die Noihwendigkeit dieser Veränderung Haupt« Schlich dadurch begründet, daß unter dem Schutze de» mit der qu. Bezeichnung„pp." Mtsehenm Regulativ» auch die Ein» führunä frischen Fleische» von anderen Thieren und namentlich von Pfnden de wirkt werden könne. Sodann soll der Schluß« svtz de»§ 15 de» Regulativs, welcher lautet:„Die Unter« suchung hat in dm UntersuchungZstation selbst stattzufinden", «ine genauere Fassung dahin«halien, daß ei fortan heißt:„Die Untersuchung hat ausschl. in de: Untersuchungsstation selbst und jedenfalls vor Unterbringung de» Fleische» in einer Veikaus»« Halle stattzufinden." Di« Sladtoerordneten- Versammlung wird in ihrer ersten Sitzung nach den Ferien, am 9. S ptemver er.» hier üb Ar Beschluß zu fassen haben, wonächst die Genehmigung de» Rrgulatioi durch den Herrn Oberp.-äfidenten zu erwarten Saften eine Wiedmholung der so sehr beliebten Sommernacht»« feste statt. Außer den norddeutschen Sängern, welche ein vollständig neue» und«ffeltvolleS Programm bringen, wird da» humoristische Komtt«>Trio: Jona», Grosch und Glaeser um die Gunst de» Publikum» wetteiftrn. Da» Konzert leitet d« Kapellmeister Th. Franke. Im Theat« gelangt an diesem Abende„Der Pfarr« von Kirchfeld" von L. Gruhrr zur Auf- führung. Schwei»«» Garten am Friedrich«hain. Die Duettisten Geschwister Heffat und der Regisseur diese» Etablissement», Herr Hummel, haben am Sonnabend Benefiz. Ei werden zu dieser Vorstellung verschiedene renommtrte SpezialitSten mit« wirken und einige neue Piecen zur Darstellung bringen. Bei d« großen BeNedthett, welcher fich die«mefizianten bftm Publikum erfreuen, glauben wir nicht, daß e» noch ein:» besonderen Hinweise» auf dielen interessanten Abend bedarf. Richard Wagner über seine«„Ring de» Nibelungen". Ost schon ist auf die Energie hingewtesen. mit welch« Richard Wagner dreißig Jahre lang an den Nibelungen schuf, deren erst« Wurzeln bi» nach Dresden 1846 zurückreichen. Ein neue« Zeugniß für die Zähigkeit und den Glauben Wagner'» giebt ein Brief, welchen er im Jahre 1852 an feinen frühoerstorbenen Freund Theodor Uhlig richtete. In diesem Briefe heißt e»: „... Und so begann ich getrost meinen Ring d« Nibelungen. An eine Aufführung kann ich erst nach d« Revolution deuten* «st die Revolution kann lmir die Künstler und die Zuhörer zuführen. Di« nächste Revolution muß nothwendtg unserer ganzen Theaterwirthschaft da» Ende bftngen; fie müssen und wetden alle zusammenbrechen, die» ist unausbleiblich. Au» den Trümmern rufe ich mir dann zusammen, wo» ich brauche, ich werde, wa« ich bedarf, dann finden. Am Rheine schlage ich dann ein Theater auf und lade zu einem großen dramatischen Feste ein; nach einem Jahre Vorbneitung führe ich dann im Laufe von vier Tagen mein ganze» Werk auf: mit ihm gebe ich den Menschm der Revolution dann die Bedeutung dies« Revolution, nach ihrem edtlsten Sinn«, zu erkenn m. Diese» Publikum wird mich vttstehen; da» jetzige kann e» nicht. So au»schw«ifend dieser Plan ist, so ist er doch der einzige, an den ich noch mein Leben, Dichten und Trachten setze. Erlebe ich seine AuSsühiung, so bade ich h«rlich gelebt; wenn nicht, so starb ich für wa» Schöne». Nur die» ab« kann mich noch«, freuen." Wa» Wagn« 1851 in Zürich plante und anbahnte. er erreicht« e» erst 1872 zur Grundsteinlegung nicht am Rbein' ab« in Bayreuth. w' steht. Hierdurch wird der zum 1. Oktober festaesitzte Termin de» Inkrafttreten» de» Regulativ» nicht festgehaUrn werden können, vielmehr wird derselbe, um die gekörige Zeit der Publikation deffelben innezuhalten, um wenige Wochen hinau»« geschoben werden müssen. Soziales«ad Ardetterbemegnng« Zur Lohnbewegung der Buchdrucker schreibt man un»: In Nr. 493 vom 23. August der„National- Zeitung" sucht der Verleger derselben fich gegen die von dem Vorfitzenden d-s Verein» der Berlin« Buchdrucker erwähnten unmotivirten Ent» lafsungen von neun verheiratheten Setzern in folgender Weise zu verthddigen:„Wir haben die gegen den Verleg« uns«'» Blatte» gerichteten Bemerkungen möglichst genau wiederge- geben, um die Verlogenheit zu kennzeichnen, mit der die wenigen die Agitation leitenden Mitglied« de» Ge« Hilfen. Vereins die Gesammtheit ihrer Kollegen zu bedienen und gegen die Prinzipalität aufzureizen pflegen. Den Mit- gliedern der Osfizin der„National- Zeitung" wurde, al» feiten» d« deutschen Gehilfenschaft am 1. Juli d. I der bestehende Buchdrucfcrtarif gekündigt war, derVorschlag gemacht, dah zwischen diesen und dem Jnhab« d« Osstzin da» folgend« Uebsein. kommen getroffen wnden sollte. Es sollte danach, wenn bi» !um 1. Oktober c. ein einheitlich« deutscher Tarif nicht de« chloffen sein würde, für die dann folgende tariflose Zeit und o lange, bis ein and«« allgemeiner Tarif für Deutschland v«eindart sei, nach dem bisherigen Tarif weiter derechnet und gezahlt werben. Sollte au» den Bcrathungen dann ein Tarif mit niedrignen Sätzen hervorgehen, ali bisher gezahlt w«de, so verpflichtete fich Herr Dr. Solomon, dann auch nach Inkrafttreten de» niedrig««» Tarifs die jetzt gelten« den höheren Tarifsätze weit« zu zahlen. Komme ein höherer Tarif zu Stande, so««pflichte fich Herr Dr. Solomon, nach dem höhnen Tarif zu zahlen. Eine solche Vneinbarung kann doch nur loyal genannt werden.... Diese Anficht war auch bei d« großen Majorität d« Mit« gltrd« der Osfizin die maßaedci-dc. Wenn trotzdem eine Einigung nicht«zielt wnden konnte, so lag die» nur an dem Zwisthentreten de» Vorstande» de» Gehilfen-Ver« «in», der all« diejenigen, welche eine solche Einigung ein« fehen würden, mit dem Ausschluß au» dem Vnein und den öohlthaten der UnterstützunaSkaffen bedrohte, zu denen die Gehilfen fest vielen Jahren ihre Beiträge geleistet haben. Wir fragen also, auf weffen Seiten ist die Inhumanität, auf Seiten de» Inhabers der Offizin, der seine Seye. gegen die V«ge« waltigung ein« kleinen, die Agitation betreibenden Zahl von Männern schützen wollte, oder auf Seiten dn letzterm, die ihre Kollegen den Eventualitäten de» größten Elend», die stchere Folge jeden Streik», aussetzen wollten." Soweit die Recht« fertigung d«S Herrn Dr. Solomon. Nach glaubhaften Be« lichten verhält fich die Sache jedoch ander». Hätte Herr Dr. Solomon den Setzern ein solche» Anerbieten gestellt, dann wäre e» stcherlich«ine groß« Thorhett gewesen, wenn ste dasselbe nicht angenommen hätten. Um dem Gcdächtniß de» Herrn Dr. Solomon nachzuhelfen, möge d« Wortlaut de» Schrriistück», welches er dem Personal zur Unterschrift vor. legte, hier wiederaeg-ben sein:„Unterzeichnete verpflichten fich, fall» bis zum 1. Oktodn nicht ein Tarif zu Stande kommt, dem die Berliner ZeitungSverleger ihr« Zu- stimmuna geben, so lange zu der. allen Bedingungen weit« zu arvellen, bi» ein neu« Tarif v«einbart ist, dem die Berliner ZeitungSverleger zustimmen." Da die B«lin« Zeitungsverleger in Tarifangelegenheiten eine ganz besondere Anficht gegenüd« den übrigen deutschen Prin- £ palen haben, so konnten die Gehilfen unmöglich ein solche» chriftstück unterschreiben, welche» nach einem Erfolg« dann gewiß auch and«t Prinzipale ihrem Personal vorgelegt hätten. und„diese Anficht war auch bei der großen Majorität der Mitglied« der Offizin die maßgebende", denn e» fand in der Di uckerei, ehe die Setzer fich an den Vorstand wandten, eine regelrechte Abstimmung darüber statt, od man die» thun wolle od« nicht und„die große Majorität" entschied fich für da» Gutachten de» Vorstande» wie d« Tarif Ueberwachurrg» Kom« misston. Hiernach möge man beurtheilen, auf aiefftn Sette die Verlogenheit und die Inhumanität ist. Hätten die Setz« da» vorgelegte Schriftstück unterzeichnet, dann wären fie nicht„von wenigen die Agitation leitenden Mitgliedern de» Gehil enverew»" auSgeschlofien worden, sondern der Verein al» solch« hätte e» mit Recht gethan, weil sie gegen den bestehenden Tarif handelten. WaS endlich die Bemerkung über die anderen„vetgewaltigenden und die Agitatton betreibenden VolstandSmllgiied«" anbetrifft, so braucht man nicht zwischen den Zeilen lesen zu können, um die denunziaiorische Abficht dies« Worte zu«kennen.— Damll haben wir wohl zur Genüge klargelegt, daß die Entlastung d« 9 Setzer— die übrigen arbeiten dadurch täglich 1 bi» 2 Stunden läng«— nur damit motioirt w«dm kann, daß man einen Druck auf die Gesammtheit ausüben wollte,»va» durch die Einmüthigkett der Kollegen vereitelt wurde. Da» Bild der wirthschastltchea Lage»vird von d« Dresdener Handelskammer in ihrem Bericht recht rosa ge« färbt. D«„Voll». Ztg." schreibt man darübn au» Sachsen: Wir find nun einmal im Königreich« unvnbeff.rliche Opi«. misten und sehen alle» von d« glänzenden Seite an. Spricht da d« Bericht von der anhallend trüben Lage de» Handwerk», setzt ad« gleich hinzu, daß e» d«neudeltbten Jniungsthätlgkeit wohl gelingen werde, eine vesterung dies« Lage zu bewerk- stelltgen. Ueber da»„Wie" läßt fich d« Bnicht vorfichtig« Weist nicht au».— Auch die Lohnverhältniffe haben fich dem Bericht zufolge in den meisten Arbeit»,»eigen„stabil" gehalten, in einzelnen find die Löhne sogar gestiegen, in andnen dagegen, glücklich« Weise nicht zahlreichen, ist Lohnv«kürzung und Arbetterentlastung eingetreten. Wir wollen dazu be» merken, daß in einzelnen Branchen, so bei dm Steinbruch. arbeiten im Elbthale, auf dm Ziegeleien u. s. w., die Löhne schon seit Jahren so niedrig stehen, daß dst„Stabilität" d«. selben eine fortwährende Roth bedeutet. Diese Löhne können «bm nicht mehr heruntergesevt werden, wenn die Arbett« weit« arbeitm sollen. Auch find diejenigen Etadliffement» im Bezirk, in denen Lohnkürzungen und Arbeiterentlaffungm statt- fanden, nicht so g«ing an Zahl, wie der»nicht meint' find wir doch darüber durch die vielen Streik«, dst gnade in Dresden und Umgegmd stattfandm. eine» and«n desthrt wor- den Doch schließlich setzt der«erichlerftatter sein. rosafarbene Brill« ab und gesteht selbst ein. daß.«w stetige» Fallen der Preise d« meisten fntigm Fabrikate stattgehabt habe, wo. durch dst»«echnung de» Untemehmer» umgestoßen und der Gewinn deffelbm auf ein Minimum, oft genug auf gar nicht» reduzirt worden sei. Daß unt« solchen umstanden aber der Lohn nicht auf ein« desonderm Höhe gedlstden sein kann, v«. steht fich für un» ganz von selbst.— Man steht also, daß e» schlecht genug im Handel»kammerd««irl Dreivm in wirth« schaftlicher Beziehung steht. Der Bericht ist f«n« wenig« baut von den Fadukanten-Konomtlonm dehuf» Fixirung der Minimalpreise und der Beschränkung der Produttton. Wo solch« im Bezirke mtstandm seim, hätten fie fich nicht bewährt. llch in d«r„Vocks-Ztg." detont und Wir haben noch kürz« m.. m an einigen Beispielen mBia Weg zur Verdefferung unser« wirthschafllichm Lage. Die Steignung der Kaufkraft ist jedmfall» ein richtig«« Weg. D« D.eSden« Handelskammerbericht hält auch die Vecminde- mng d« Kaufkraft für die Haupturfache d« schlechten wirth schaftlichen Situation, macht ad« dazu dst partikularistisch. komische Bemnkung, daß in Sachsen selbst diese Kaufkraft fich nicht rerringnt habe.— Vor kurzem brachtm wir die Mit- theilung, daß im Zvickauer Kohlenrevier eine Lohnvnminde« rung zu vnzeichnen sei Dasselbe läßt fich von dem Kohlm revi« i« Plaumschen Grunde bei Dre»dm melden. E» wur dm 1885 gefördert 560 300 Tonnen gegen 558 300 im Vorjahre; de? Werth dieser Förderung war aber gegen 1884 um zirka 65000 M. geringer. Die Zahl d« Beamten ist von 101 auf III gestiegen, deren DurchschnittSgehall wurde um 8 Mark« höht. Die Zrhl der Arbett« fiel von 2885 auf 2746' auch der Durchschnittslohn detselbm sank von 834 M. 33 Pf. auf 823 M. 5 Pf.- also um 6 R. 23 Pt. DaS ist eine 33«. ringnung der Kaufkraft um zirka 17000 M. Würde man aber all« Lohredukiionm im Königreiche zusammenrechnm, so wäre eine Million Mark nicht zu hoch gegriffen und so dürste die Bemerkung in dem Bericht d« Dresdener HandelSkamm«, daß die Kaufkraft im Lande selbst nicht geringer gewordm sei, doch wohl auf unrichtigm Voraussetzungen beruhm. Arbetterverhältnisse in Westfalen. Vor uns liegt eine AuSgabttabelle ein« Arbeiterfamilie; dieselbe ist, wie der „Freien Pteffe" mitgetheill wttd, zu dem Zwecke aufgestellt worden, um zu zeigen, wa» in Annm bei Dortmund em Ar« bell« mit Familie, bestehend in Frau und vstr Kindern» dm östlichen Verhältniffm nach nöthig hat, um zu lebm(und zwar p« Monat): Rk. P'. Für Miethe..... 10- Licht und Heizung... 3— Fußbekleidung..... 4— Kleidungsstücke.... Seif« und Soda.... Brod........ Milch....... Kaffee....... Frühstück und Vesper.. Steunn....... VeretnSbeitrag.... Kranken« und Sterbegeld. Zeitung und Literatur.. Fleisch und Gemüse p« Tag 50 Pf..... 15 25 Butt« und Fett per Tag 30 Pf....... 9 25 Unterhaliung der Mobilien und Bettzeug.... - 75 10- 3 75 1- 2 25 1 85 - 60 - 45 - 65 1 TT 80 Also 69 Mast 80 Pf. macht die» per Monat; wer will da behauptm, irgend ein Puntt sei zu hoch gnechnet? Z. B. für Klstdungtstück- 6 M. p« Monat für Mann, Weib und vi« Kind« ist«dm nur für da» A l l e r n o t h w e n d i g st e be« rechnet, ebmso für Fleisch und Gemüse 50 Pf. Kur, und gut, e< wird Niemand«ine Verschwendung in dies« Tadelle finden können. Nicht einmal«in Taschengeld ist ausgeworfen für ein Glas Bier. Trotzdem macht die» doch eine Summe von 69 Mark 80 Pfg. Nun v«dimt hi« ein Bngmann od« Fabrikarbeiter 55—76 M. pro Monat. Auch ist tZ schon vorgekommen, daß Bergleute nur 35—45 Mast oerdient habm. Die Vertreter einer freie« Hilfskasse in Altona mit der Abficht um, einen Kongreß freier Hilf»« offen einzuberufen. Der Zweck deffelbm würde sein, Schärfen und unzulängliche Bestimmungen de» Krankmkaffm. gesetze», wie fie fich herausgestellt, festzustellen und d« be» treffenden Verwaltungidehöide od« dem Reichstage zweck» Ab« änderung dnfelben zu unterbreitm. Hohe Verwaltuugskofte« einer vernfsgenossenschaft. Die BerufSgenoffenschaft d« Schomststnfeg«, welche hei 2986 Betsteben 5177 Arbeit« umfaßt, hat dm Erat ihr« Verwal« tung»tostm pro 1887 auf mehr al» 14000 Mast festgesetzt, in welche Emrichtu gSkrstm nich einbegriffen find. Die V«« walungtkosten belaufen fich also auf fast S Mark pro Kopf. Unfälle find in dm«stm 8 Monaten 20 gemeldet, für da» Jahr würdm sich danach 30«geben, so daß die Unkostm für jeden Unfall fich an der Hand de» Etat» für 1887 auf mehr al» 460 M. stellen. Ueber ei« neues großes Knltnrwerk schreibt man au» Kopenhagen d«„Pol. Korrrsp." folgende»: Da»»on einem ftanzöstschm Konsortium ausgehende Projett der H« stellung eine» Tunnel» unter dem Sund zwischen Kopenhagen und Malmösind« schwedischen Provinz Skane) hat in dm skandinavischen Ländern ein überaus große» Jntereffe hervorgnufen und auch die Regierungen von Däne« mark und Schweden wmdm dem Projekte ihre volle Aufmerk- samkeit zu. Da» schwedische Ministerium de» Au»wältigm hatte sofost, nachdem da» Projett der Regierung vorgelegt wor- den war, seine Vertretung in Pari» beaustragt, näher« AuS« künfte über die Solidität de» betreffenden Konsortium» sowie auch über die Person d«S Bevollmächtigten deffelbm, Herrn Franooi» Delouche, der al» Konzesstontbewerb« auftritt, ein- zuHolm. Die schwedisch-norwegische Gesandtschaft in Pari» hat nun ihr« Regierung mitgetheilt, daß nach ihrm Jnformationm H«r Delouche, ein früherer Beamt« im Mtntstnlum bei Innern, besten» empfohlen wnden könne, und daß seine Man« dantm, die„vanque maritime", da»„Kov vtoir d'Escompte" und die„Banque de Pari» et de» Pap» BaS", Institute seim, welcht dm besten Ruf genießen und sehr beträchtliche Kapttalien zur Verfügung hätten. Gleich d« schwedischen hat auch die dänische Regierung diese» Tunnelbau-Piojett sehr günstig auf« 8mommm, jedoch sofort«kläst, daß fie erst dann die begehrte lonzesfion zu«thettm in d« Lage sein wird, wmn eine au» Technikem zusammmgesetzte besondne Kommisstonfich üb« da» Projett und die Chanzen deffelbm in friedlicher Weise auSge. sprochm habm wird.— Gegenwärtig wird da» Projett vom schwedischm Departement für Weg« und Waffndautm studirt. Wie Ihr v«tcht«statter au» gut« Quelle erfährt, darf e» al» Sewiß angesehm wnden, daß da» genannte Departemmt, wel- >em die au» gezeichnetsten Ingenieure Schweden« angehören, die Estheilung ein« Konzesston zu dem Tunnelbau zwischen Kopenhagen und Malmö defürwortm wird.— Die Unt«. nehm« sollm deadstchttgm, die Arbeiten binnen einem Jahre nach der Konzesfiontert Heilung in Angriff nehmen zu laffm, so daß d« Tunnelbau längsten» in zehn Jahren deendet würde. In fachmännischm«rstsm glaubt man indessen, d« Tunnel- bau könne sogar innnhalb einer Fstst von wmig« al» fünf Jahrm vollendet w«dm, wmn die Arbeitm glftchzeittg auf d« dänischen und d« schwedischm Seite in Angriff genommen werden. 8» wird daher detont, daß d« Boden de» Sunde« au« ftstkm Kalk b« steht, dessen Durchbohrung keine größeren Schwiestgkeitm darbistm dürfte. Diejenige« Metallarbeite«, welche au» Ehemnitzer Fabriken nach FI e n«b u r g abgegeben wmdm warm, um die dost streikendm Wnftarbstter zu ersetzen, find dnetts wied« zurückg-kehst. Sie habm die Hin« und Herreise inner- halb 3 Tagen pirückgelegt, und bei ihr« Ankunft in Flm»burg sofmt die Rückreise angetreten, nachdem fie gehört hatten, wie die dostigm Verhältnisse liegen. «rbeitsewstellnug. In den Teutoburger Sandstein. drüchen bei Horn haben die Steinhauer vm einigen Tagm die Arbett niedergelegt. Sie verlangen eine Erhöhung de» Tag«. lohne». Kleine Mttcheilnngen. Reumünfter, 23. August.(Unglücksfall.) Der W# Verein Eintracht unternahm am gestrigen Sonntag etnm*>» flug nach Boostedt, an welchem fich die VcreinSmitglied« nw ihrm Famllim recht zahlreich betheiligtm. Im Garten«> I. Rathge fand Konzest der Frey'ichm Kapelle statt, die Lie> destafel de» Verein» sang unter lebhaftem Beifall, Spiele«w Exku'.stonen nach dm Boostedt« Bergm wmdm arrangick. st daß d« Tag in schönster Weise verlaufen zu wollen s# — Leid« folgte ein entsetzlich« Abschluß. Gegm 8 UhrM ein Wagm die Heimfahrt antretm. Wie oerlautet, war d» selbe dmch Lampions beleuchtet. Die Insassen der WW waren vorwiegend Fraum und Kinder. AlSdald nach der»«' sahst wurdm die Pferde vm diesem Wagm de» Herm RaW scheu und gingen durch, bis die Thine mdlich mit dem besetzten Gefähst gegm einen Baum anrannten und so i"® Stehen kamen. Der Kutsch«, ein junger Knecht au» Est#' aspe, war während der Fahst so unglücklich vom Wagen l" stürzt, daß« alsbald in Folge d« erlittenen Vnletzurg«» starb. Von den Jnsaffm de» Wagm» find Frau Gründls im Haart wohnhaft, sowie deren 4 /, jährige» Kind, und jj1 Mädchen, am Schleus berg wohnhast, mehr oder mind« er»«' lich verletzt. Anzliche Hilfe war noch spät Abend» requWj worden und nach Loost-dt abgegangm. Man vermuthet, M da» Unglück dadurch entstanden, daß die eingespannten bt'j" jungen Pferd« nicht miteinander eingefahren warm und r» Kutsch« die Pfnde auch wmig gekannt hat Osterfeld, 18. August.(Unglückifall.) Vorgestern gen» die Mutt« de» Mühlmdesttz«» Einax in dem Nachbarbo® Panscha mtt der Schürze in da» Getstede der DreschmaWr wurde in da» Räderwest gezogm und erlitt dadurch so Verletzungen, daß ärztliche Hilfe ihrm Tod nicht abwe»� konnte..... Hamburg. 24. August.(Trauriger Unglücksfall.) der Nachtzug am Sonnabend Abend hi« ankam, vermißte den Hilfsschaffner Kapoelmann. Gestem fand man den mißten todt in einem Graben zwischen Pinnebng und bek. E» ist anzunehmen, daß der Verunglückte, der Frau-7 2 Kind« hinterläßt, beim Abnehmen d« Billett« vom P? breite gestürzt ist und seinen Tod gefunden hat.—"L wird mdlich da» so lebensgefährliche Koupiren d« während d« Fahst aufhören? Speyer, 23. August. Einen Selbstmord ganz etfl�rtr führte hier der 22jähirge Händl« Georg Spengl« von heim heute Mittag aus. Derselbe stieg am Dom bis vordere Kuppel und«reicht« von dost da» unt« d«»� befindliche Kreuz. HI« nahm« Aufstellung, feueste aus Revol?« 3 Schüsse ad und sprang sodann unter seine» Hute» vom Dom herab. D« Tod ist ftdenf»®, Erreichung de» Pflaster» eingetreten; beide Leine war»') pedrochen, außerdem war der Kopf znfallen, der Rw% rvelchem noch ein weit«« Schuß war. ist zerdrückt.*» Seldftmörd« zwei Briefe an dm Bischof Dr. v. seinem Rocke hatte, außndem mehrere religiöse Schr�'M, Sch trug, ist anzunehmen, daß der Unglückliche in öahnstnn die That vollführte. Da» Gericht nahm den Thatbestand auf, worauf die Leiche in da« Leiwtz«a einiger \ T' die autsahm wie ein im Meer verfiakende« Schiff. Bildseite de» Hause» hatte der Geistliche einig« gepflanzt und ei» Stückchen Ecde umgegrabm, wo er jlez� �iumen und Kräuter zog. Ei» kleine« Flüßche», welche» «s�l�ordm»ach«mm Wald« hinaufführte, floß am Nö h»Mb«; e« war g«ad« so breit, daß man«inm '» vorwärt»rudern konnte, wen« man sich mitte» , H�inn« hielt. Peter in Ra»bo»ar v-i t» i--— in Ratbo»ar mit der Sonne aufgestan« "o to* sein« Frau und die Kinder geküßt und war ®eit hEn7 d« Kirche gegangen, die nur einige Steinwürf« ki.'d®"s* enffernt lag. Sr hatte die Frühmeffe va»se'.'k Arbeit de« Tage« ge'egvet und war dann nach t �e freudestrahlend und lebmtftoh. Die Lnchm, »"Ken �''Aeelich nicht auf Raturschönheitm verstaadm, 9%; j, dem steinig«« Acker, al» ob fie die spärlichm Ä« 52? uiar»ach Haus» gekommen, hatte seine ita v du» in, r» 1n'eB und seinm Hautrock angezogen und tz.defreie, um di« Blume« au» der Sttohdecke zj�dtt fi. im Mint« eingehüllt gewesen wm-e». C�ühlm und begann die»mmwachende Erde " Arbeit i0„Ie brannte warm, und die unge« hogen, al« ob er»u»mem Lebe» er» ge«, al» ob er zu Wenn man erwägt, daß die ersten N ichrichten vom Revo- lutionischauplatze stch in den Emzelheitm wenig bewährt haben, so Darf auch anderer seit» da» T legramm der„Neuen Freien Preffe* zunächst mit einer gewiffen Vorficht aufgenommen wer- den. Zugleich muß die Frage aufgeworfen werben, welche» V.rbalien Rußland gegenüber einer eventuellen Wrevereinsetzung de» Fürsten Alexander beobachten würde. In dieser Hinstcht ist nachstehende» Telegramm bemerken, ronth: London. 25 Aug.. früh. Die„Timet" sagt, die weitere Entwtckelung der Ereigniffe in Bulgarien rücke eine Ge« fährdung de» europäischen Frieden» näher. Wenn Fürst Alexander friedlich entthront worden wäre, wenn der Wille der bulgarischen Bevölkerung stch al» mit der Ent» thronuna einverstanden ausgesprochen hätte, würde guter Grund zu der Erwartung vorhanden gewesm sein, daß die Aufrecht. erhaltung de» Frieden? gewährt worden wäre. Rußland scheine jedoch in einer Weise zu Werke gegangen zu sein, die den Bürgerkrieg in Bulgarim unvermeidlich und fruchllo» machen und damft dm Vorwand für eine Fntervrntion Rußland» liefern solle. Eine solche Intervention würde die Jatereffen von mehr al» einer europätschm Macht komprcmittirm.— Die „Morning Post" meint, die Mächte würden bald zwischen einer rusfischen oder türkischm Intervention in Bulgarim zu wählen haben. Die russischen Zettungen betonen bereit» die Nothwendialeit de» Ein>chreiten». Di«„Nowosti" und die rujst'che„Petertburger Zeitung" halten eine russische Intervention in Bulgarien um so mehr für ge- boten, al» daselbst jetzt Anarchie ausgebrochen sei. Die„Nowosti" betonen, daß nur eine rusfische Fntervmtion einer weiterm Verbrettung der Bewegung über die ganze Balkanhaldtnsel vor« beugen könne. Die russtsche„Petersburger Zeitung" meint hingegen, daß Rußland zu einer militärischen Okupatton Bul- garten» zunächst nicht schreiten solle, da die Ruh« Bulgarien» allein etwaige neue Blutopfer nicht werth sei. Der„Pester Lloyd" bmrtheilt die Lag« noch immer am ernstesten. Er schreibt wiederum in setner letzten Nummer: „Die Berliner osfiziösm Amßerungen laffen klar durchblicken, Rußland habe mit einem Kriege gedroht, wenn da, Schicksal de» Fürsten Alexander ihm nicht anhetmgestellt würde, und e» sei erwiesen, daß England weder für Bulgarien noch für Kon« fiantinopel in den Krieg eingetreten wäre. Diese Auffaffung stimmt volllommm mit dm Erklärungen der mglischm Preffe, von denen wir erst vor einig« Zeit die namhaftesten mitge. theilt haben; aber ist der Friede in diesem Augenblicke ausreichend und für die Dauer geschützt? Die große Frage ist die, welche Bürgschaften dafür festgestellt wordm find, daß Rußland den Machtmwach», der ihm ge« worden, nicht in einer für dre Jntereffm Oestnretch- Ungam» und de» Frieden» präjudizadlen Richtung autdeuten werde? Alles dreht stch darum, ob der Keil, den England zwischen Oesterreich Ungarn und Rußland einschiebm wollte, nunmehr nicht durch einen anderen Keil er- setzt iverden soll, der zwischen die Monorchie und ihre u.a veräußerliche Machtsphäre eingeschoben würde? Ob in Sofia ein Prinz Battenberg oder ein beliebiger Aleko Pascha regiere, ist zwar, den Gegenstand ganz isolirt betrachtet, für unsere Monarchie auch nicht völlig gleichgillig; aber e» ist da» sicher Itch kein Kriegsfall, wenn erwiesen ist. daß die Summe der Umgeftaftungm damit abgeschloffm sei. Aderstehenwir bereit» an der Grenze der russischen Au» breitung im Orient? Dmn ein Blick auf die Karte der Balkan Halbinsel gmügt, um die übermächtige Position zu konstatirm, die R u ß l a n d jetzt einnimmt. Die Entfernung de» Fürsten Alexander wird Niemand auf ander« Motive al» auf sein Geheiß zurückführen. Längst ist der rusfische Einfluß bereit» vominirmd in Griechenland, er wird künftig— durch bulgarische Vermittelung— stch auf Makedonien und die anderen„unbt> fteiten Theife" de» Orient» erstrecken und er ist vor Allem in «onstanttnopel zur Herrschaft gelangt. Wohl w-chselt nicht» so rasch, wie die Ditposttionen de» Sultan» und dieselben find offenbar von der ganz richtigen Erwägung gekettet, daß die Pforte eigentlich unter keinen Umständen mehr etwa» zu ver« lteren habe; aber die Geschrhniffe in Bulgarim werden auch die Pforte stärker mgagirm, al« ihr lieb sein kann. Sie hat bisher ihre Stütze in Deutschland und Oesterreich Ungarn ge sucht; wenn e« nun diese beiden Mächte find, die ste bei wacht wäre. Die Frau hatte auf der Sonnensette oie Fenster geöffnet und sah halbangekleidet der Arbeit ihre« Man« �Da« ist etwa» Andere», al» hinter de« Bücher« zu Dahättest Bauer werde» müssen," antwortete fi«. „Zch durfte ja nicht. Beste I O welch herrliche« Gefühl im Rücken in der Brust! Zu welchem Zwecke glaubt man wohl, daß Gott un«»wer. lange Arme gegebe« hat, wen» wir fie nicht gebrauche« sollen I" „3a, zum Studirea gebraucht man fi« freilich nicht." .Nein, aber um Schnee zuschaufeln, Holz zu hacken, di« Erde umzugraben, Kinder zu tragen»nd sich zu ver- theidige»: dazu hat man fie bekommen, und e« rächt stch, wenn ma» fie nicht dazu gebraucht. Wir Männer de« Geiste« dürfe» UN» aber mit dieser süadigm Erde nicht be« Nicht so laut," sagt« die Frau und legte einm Finger auf de« Mund,.die Kinder könnte« e« höre«." Der Man««ahm seine Mütze ab und wischte fich dm ���?«°Schwtib?w»e, Angesicht, sollst du dein Brot effm," heißt e».„O, wie herrlich ich jetzt schwitze! Da« ist etwa« Andere«, al- wen« S'«em die Angst, daß man de« Sm« irgend eine« dunklen Texte» vielleicht nicht richtig er- ■iii stehe«." einem so belangreichen Anlasse in da» Lager Rußland» hin« üdergeletten, steht da nicht zu befürchten, daß fi- künftig auch ganz allein d-n Weg dahin finden werde— namentlich, wenn d'rselbe mit russtschem G-ide ordenilich gepflastert ist! So schließt sich Besorgniß an vesorgniß, und je weiter wir diese G' dankenreihe fortführen, desto weniger vermögen wir die Geschehn.ffe al» beruhigend au»« zulegen. *# Nach einer neuesten Meldung der„Post" ist Fürst Alexander am 24. Nachmitrag» in Reni staatSgefangen an Rußland auSge» liefert worden. Ei wäre ein Vorgang ohne Beispiel, mmn die rusfische Regierung dm von einer Bande nächtlicher Verschwörer, gegen deren Staa'»streich die Bevölkeru g auf- steht, auf rufst che» Gebiet entführten Fürsten in Gefangen» schaft dehaltm wollte. E» scheint nur err.e Pflicht zu geben, daß Rußland den Fürsten inF.eiheit setzt und eine europäische Konferenz verlangt. Lokales. Wer wird die Mtethen zahle» könne«? Di, s- Frage hört man nicht selten auiwerfm, wenn man stv die P acht- bauten in der Kaiser-Wllhelm-, Kloster- und N u« Fri-vrich» straße betrachtet. Prachldauten find e» in der That: im Par» terre durchweg elegante Läden mit großen Spiegelscheiden, im ersten Stockwerk ausschließlich GeschäfrSlokal« und in den üdrt» am Etagen herrschaftttche Wohnungen, aber wer wird diese Räume miethm, die hohen Mte'dSvreise bezahlen können? Von den Läden ist keiner unter 2000 M. zu haben und für diesen Prei» ist nirgend» ein Wohn- oder Schlafzimmer dazu gehörig. Den kleineren G.'wetdtreidmdm ist«» arso ganz unmöglich gemacht, hier ein GeschSftS!okal zu beziehen»"d wer fich von den bkffer sttuirtm hier hineinwagt, de. wird fiterlich sehr bald die Wahnehmung mach-n, daß er fich in seinm Vor- autsetzungen arg getäuscht hat. E» ist durchaus unwahrscheinlich, daß fich in jener Gege.G ein umfangreiche» geschä-tliche» Leben entfalten werde, daß ein VerkaufSlagm neben dem andern werde bestehen können und ebenso unwahrscheinlich ist e», daß stch für all' die herrschaftlichen Wohnungen Miether fin» dm werden, dmn gerade an oroßm Wohnungen ist bekannt- lich noch zu allen Zeiten ein U-berfluß in Berlin g-mesm. Die Nachftage sowohl nach Läden wie nach großm Wohnungm scheint in dm Häusern der Kaiser W lh-lmstlaße Baugesellschaft sehr geriig zu fein, dmn in allen bisher fertig gestellten und {um 1 Oktober fertig werdenden Häusern zeigen die ange- lefteien Zettel, daß fie von oben bl» unten noch unvermiethet find. Die nächtliche Ctraßenreintgnng hat ja ganz zwettel- loS ihre großen Vorzüge, da fie weniger störend für den Der« kehr und weniger belästigend für dir Paffanten ist; fie hat aber auch ch e Schattenseite, insofern bei ihr vlel»u wenig Waffer in Anwendung kommt. Wenn die Stiaßenreiniger ge» wöhnlich gegen 12 Uhr Nacht» ihre Arbeit beginnen, find unsere Straßen sozusagen knochentrocken. Von der in der R-gel in der achten Stunde erfolgten Sprengung ist in den h-ißen Sommermonaten auch nicht eine Spur mehr zu ent» decken und wenn dann die Kehrmischinm in Funktion treten, wird der Staub in einer kaum glaublichen Wei»« aufgewirbelt. Dle Kehrmaschine ist von einer d den, undurchsichtigen Staubwolke umgeben, denn der trocken« Straßentehricht wird von der Maschine nur zu einem sehr aertngen The'le beiseite ge« schoben, da» bei weitem größte Quantum wird in die Luit geschleudert, von wo e» thetl» in dre Wohnungen dringt, lh-US wieder auf du» Straßmpflaster niederfällt. Die Reinigung ist auf diese Weise eine ungenügind«; fie würde tndeß ein« recht gründliche sein, wenn die Lesprmgung der Straßen nicht wie j-tzt mehrere Stunden vor der Reinigung erfolgte, sondern möglichst furz vorher geschähe. Die Zwangsvollstreckung und dt« vedrängniß de» Arbeiter». Da» gerade die werkthäiige Bevölkerung unter dm Härten der durchaus reformbedürftigen Zwangsvollstreckung»« maßnahmen zu leiden hat, dürfte keine» neuen Beweise« mehr bedürfen. In den Jahren 1882/83 wurden von 60 Millionen 126947 fälliger Posten 6 Millionen 197000 zur Z vangi vollst eckung überwiesen, wovon 1 Million 486 670 wirtlich durch Zwangsvollstreckung beigettieben und in 783 370 Fallen die „Du hast Recht," sagte der Geistliche und stellte die Hacke beisett«,„aber dann müssen die Kinder heran«, um zuzusehen." Ohne zu zöger« begab fich Herr Peter»ach dem Vieh« hause, da» tn der Gedäudereihe, au« welcher der Pfarrhof bestand, am Sußerstm Ende lag. Dort löste er die beide» Kühe, öffnete da« Schafhiu« und den Kälberstall und ließ die Schweine au« ihrem Verließe hervor. Zuerst kam die Leitkuh mit der Glocke; ste stellte fich breitspurig in die Srallthür, und obwohl da« Licht sie zu blenden schien, so streckte fie doch witternd der Sonne die Nüstern entgegen. Dan« that sie vor sichtig einig« Schritte auf die B'ücke hin« au», athmeie»och ei» paarmal so tief, daß ihr d-r Bauch an- schwoll, defchnüffelte da« neu keimend/ Feld und streck e dann, wie übermannt von den Erinnerungen de» Vorjahre«, plötzlich den Schwanz in die Luft, und fort ging e« über Srock und Stein dem Feldbrunne» zu. Dann kamen die zweite Kuh, die Kälber und Schafe und zuguterlitzr die vor Vergnügen schmunzelnde» Ferkel. Hinter ihnen her aber kam Herr Peter mit einem Baumast bewaffnet, dm er hoch in der Luft schwang. Er hatte nämlich vergesse«, die Garteathür zu schließm, und e« entstand nun ei» Wettrennen, an welchem die Knabe» eifrigst the'lnahmm. I» diesem Augmdlicke aber erschien die alte Köchm, und al« fie dm Herr« im Hautrock und mit erhobenem Knüppel auf dem Hofe herum« laufe» sah, kam fie zornig berbeigeravnt und frag,« voll Ent. rüstung,.wa« wohl die Leute zu solch' wel.l.chem Treibe« sage» würdm". Da aber der junge Geistliche zugleich scine Frau auf der Treppe stehen und von ganzem H/rzen lachen sah, vergaß er die Köchi«, die Gemeinde, de» Bischof und die ganze Klerisei und stürmte den Thier«»»ach auf die Landstraße hinau«. Aber kaum hatte er fich einige Schritte vom Hofe ent» fernt, al« da« Vergnüge» durch de« Ruf seiner Frau unter« brochm wurde. Ec wendete sich um und sah eine fremde Frau«eben ihr auf der Treppe stehe«. Beschämt und äraer« lich rückte er seine«leidung zurecht, strich sich da« Haar unter die Mütze, legte da« Geficht in feierltche Fal,e» und wendete stch langsam dem Hause zu. Al« er näher kam, erkannte er die kleine Frau, welch, Vollstreckung fich alt fruchtlos erwleS. vttnerlentwetth erscheint un« ein Vsrs»lag zu einer entsprechenden veschränkuna der Exekution S zollmacht, den wir in einer jüngst erschienenen PuMt- fatton„Die Autdeutung der Ardeiter und die Ursachen ihrer Verarmung"(In Dortmund erschienen) antreffen. Folgende« wird geraihen: ES ist durch Gesetz zu regeln, daff nicht wie diSder der Gericht« oolljither zu bestimmen hat, waS dem Ar- deiter als nolhw-ndig zu belaffen ist, sondem daß ein für allemal eine gewiffe Norm angenommen wird, die in klaren unewetdeutigen Wmten destimmt, waS fich deoingungiloß der Exekution entzieht,«ai dem Ardeiter an Besthtbum ver- bleiben muß. Um unnölhige Kosten und Härten zu vermeiden, wird vorgeschlagen: Da« vollstreckbare Ur- theit deS Gläubiger» wirb dem Schuldner zugest-llt und demselben angezetgt, daß er fortab MS auf Weiteres nicht mehr berechtigt ist, irgendwelche Weliba-gen> stände zu veräußern, ihm auch aufgegeben, binnen acht Tagen ein Verzeichniß jeine» BefitznandeS an Mobiliar, Kleidurgt- stücken u. f. w. unter eidesstattlicher Verficheiung der Richtig- keit und nachträglicher Vereidigung einzureichen. DiefeS Ver- zeichniß wild vom Exerutiontrichter geprüft und entscheidet dieser darüber, waS gepfändet weiden kann; selbstverständlich ist die Festsetzung einer Norm. AlSdann ist dem Schuldner und Gläubiger da» Ergedmß de» richterlichen BeschluffeS mit- zuthetlen und kann der Gläubiger die al» entbehrlich bezeich- neien Gegenstände gerichtlicherieilS in dem Falle verkau'en laffen, wo vorautfichllich da« Ervägniß d«S Verkaufes dl« Kosten der Zwangsvollstreckung nicht überschreitet. Bei der demnächst statlfiadeude« alljährlich vorzw- nehmenden Verloosung der zum 1. Januar reip. 1.«pril nächstfolgenden Jahre» zu kündigenden Berliner Stadt Odli- (ationen und Antheiischeine gelangen, außer den nach dnn ImorttsattonSvlane auS den«prozentigm Anleihen de 1866, 1875 m d 1878 zu tilgenden Summen, im Ganzen 1 805 317 Mark, zum ersten Male die Z�oiozentigen Scht Pfennig!" Ueber da« fer«ere Schicksal der in der letzten Zeit au» Berlin AuSgewtlsenen wi.d der„Vrss Zig." guch'ieden: Der au» AscherSleben auig« wiesen« Buchbinder Friedrich Rtchersen, „Dann reicht selbst dre Wertheit Salomo'« nicht hi», um diesen Zwrst zu lösen. Ab«r ich werde e» tbu», e« muß jrtzt ein Ende haben. Ich kam zu Euch, um Licht zu de- gehre«, aber Ihr leitet mich i« erneu dunkle« Gong hinein, löscht da« Licht au« und geht Eure» Weg. Aber Eines weiß ich: wo die Liebe verschwunden ist, da blerbt nur noch Sünde und Schande zurück; ich will aber»icht in Sünde lebe», und darum geh« ich." Vom Garte« her erlösten riefe Athemzüge, al« ob Je« mand Mühe Hab«, sein« Gefühle zurück zu halre«. Der Gerstlich« hörte e«, und«ach kurzem innere« Kampfe de» gav» er: „AI» Diener Christi habe ich mich einzig an die Wort« der Herligen Schrift und an die Sotzangen unserer aller«» seligmachenden Kirche zu halte«. Und diese find hart wie der F«l». AI« Mensch dagegen kann ich sage«, wa» mir da« Herz«ingrebt: ad.-r da» ist vielleicht Sünde, den» da« Men- schenherz ist ei« schwache« Ding. Geht also i» Friede» und trennt»icht, wa« Gott vereinigt hat!" „Nicht Gott hat un« vereinigt, sondern unsere Elter« habe» es getha«. Habt Ihr kein Wort de« Tröste« für mich auf meinem schweren Gange?" Der Geistliche schüttelte verneinend de» Kopf. „Dan« will ich Euch nur wünsche«, daß»icht auch Euch einmal Stein« gebotr» werden möge«, wo Ihr«ach Brot verlangt," antwortet« fie ta fast drohendem Ton« und ging. Der Seistliche zog den Lmttrock wieder au», that eine» tiefe» Seufzer und suchte de» unangenehm«» Eindruck der Unterredung zu verwi'chev. Al« er in den Garten kam, beeilte er fich. seiner Frau zu ve> sichern, daß ihm die Be- dauernswerthe herzlich leid thue. .Warum hast Du ihr da» denn nicht gesagt?" ftagte die Frau, die de» Gang der Unterredung zu kenne» schien. Es giebt Sache», die man»rcht sagen darf," ant- wortere der Man» „Wer verbittet da»?" „Wer e« v«, bietet? Die Kirche und der Staat, liebe Frau,� find görtliche Gedanke», tie� aber von schwache» »sche» verwirklicht und darum tu der vorliegenden Form dem zur Ordnung seiner Angelegenheiten eine Worbe Frist de« willigt wurde, verläßt heute den Ort. Wir erwähnten, daß et Mtebelsen nach mancherlei Mühen geglückt war, tn Aicher»lesen ein Geschäft einzurichten. Verirauend darauf, daß ihm weiter keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt wtrden würden, schloß er einen zweijährigen Geschästsvertrog ab. Der Ausge« wtesene, der die eingegangenen Verpflichtungen nicht gut löse« konnte, ist insofrrn noch ohne großen Schaden davon ge« kommen, al» seine Frau den hier von ihr delriebenen Ziaanen« Handel mtt einigem Verlust gleich aufgeben und nach Ascheri» leben übe- fiedeln konnte. Wo Michelsen nun sein Heil«r» suchen wird, ist unbestimmt.— Der im Mai d. I. auf Grund de« Sozialistengesetze« au« Berlin autgewiesene erste Leiter der der Berliner Maurerbewegung, der Maurer Behrenv, hat fi« nach mancherlei Jnfahrlen und oft fehlgeschlagenen Versuten, Arbeit zu erlangen(er weilte in Bremen, Lübeck u. a. Städten), in Frankfurt a. O. niedergelassen. Behrend, der eine stärkt Familie zu versorgen hat, gedenkt stch in Frankfurt ein eigenel Geschäft zu gründen. Seit der Berliner Butweisung ist er nicht mehr öffentlich aufgetreten.— Der im Juni au» Berlin au«gewies-ne Maurer Wille, nedm Behrend und Keßler zu de» Leitern der Maurerdeaegung zählend, hat in einem kleinen» O'te Norddeutschland vorläufig ein Heim gefunden. Von der» Regierungsdaumeisier a. D. Keßler dagegen vernimmt m'J nicht» Sichere». Einige seiner Freund« wollen wissen, errreile in der Schwei».— Der ebenfalls au» Berlin auSgewiefeire Restaurateur Wesenack hat fich in Magdeburg ntedergelafirn und daf-Ibst eine Kaffeejchenle eröffnet. Gewissen Lakaieublätter« in« Stammbuch. Unt« der Sprtzmarle„Allerhöchst" erbält die„Franks. Ztg." � München folgende« Schreiben:„Eln hiestge« Blatt brachte Kurzem unter seinen Lokalnachrtchten die Miithellung, daß erHoheit der Herzog von T. mtt Gattin auf der Durchreise nw H-rchtiSzaden den hiefigen Zentraldahnhof pasfict Hab«. D-i« darauf empfing die Redaktion auf einem abgeriffenen und pa«' lässtq zusammengesalleten Stück Papier eine Zuschrift, rvo»J «in Herr v. R der Redaltton ein für alle Male und in Erwartung künftiger, strikter Nachrchtung kund und zu wi� tbut, daß Se. Hoheit nicht„mir Gattin", sondern stet« M Allerhöchst deren Gemahlin" reisen. Fcankirt war Schreiben nicht, denn der Absender hatte mtt demselben Si? etfer, den er bei dem Papier an den Tag gelegt, wohlvcie � auch von dem dem souveränen Behenscher desagt.n Dm>� staatrs vtrsassungiSinätziz zustthenven Rechte unentgelm� Briefdeförderung dadurch Gebrauch gemacht, daß er vafii? mit der Aufschrift„Herzogliche Dienstsache" versah. Ln* waren aber der Lied« Kühen umsonst gewesen, denn die r daftion theitte Herrn v. R- ku-z-r Hand mit. daß ste nijtjf wohnt sei, derartige anstanbsw.orige Zuschriften zu empfi Wie ledhaft e» der Herr Hofmarschall bei dieser G-U wohl bevauert haben mag. daß er nicht einige Jahrh srüder im gesegneten Zeitalter De» Absolutismus das L Welt erblickt dal, wo es ihm vielleicht möglich gewesen stch Die tn diesem Falle einzig unD allein angedrahte faltion dadurch zu verschaffen, daß er sämmtlichin MrtglP?. der Redaltton für diese höchst respeftwidrige Antwort zu"**, dcmeff nen Fünfundzwanzig verholfen. Auf die stereotype deS Generals Kanlschuloff in der bekannten Operette,% nur eigentlich diese Zeilungsschreiber auf der Welt seien, der edle Herr unter dem ftischen Eindrucke de» ihn fahrenen unerhörten Affronts itdenfalls eine sehr merk»»� Antwort geben." Ttteluuwcsen. Ein Berliner Blatt bringt lobungSanzetge:„Herr Fechtmeister Der Deutschen schule Lskar Retzow in Berlin, Mühlenstraße 59, lein Klara Rogier. Fechtmetsterin in Gleiwttz ende mtt tn m irrlW schlefien.— Wenn aus dieser Fechtecei nur nicht ein regi Krieg entsteh» I. Wege« Ausbruch« vo« ansteckende« Kraukhritt» mußten rm orrfloffenen ftäDtischen Lerwaltungßjahre melst� uiubi�ii imi viizsunt"*" r*UM4i|ujcn wf Schulliaff»n auf einige Zeit gelchloffen werden, und z-m»/ � Schule Nr. 1 auf 12 Tage. Nr. 63 auf 9 Tage, Nr. W � 11 Tage. Nr. 65 auf 9 Tage, Nr. 67 auf 7 Tage, Nr. 8! � 16 Tage, Nc. 99 auf 8 T>a«. Nr. 121 auf 10 Tage. m Eme ungewöhnliche Ralurerfcheluung kann in Jahre an fast allen Bäumin und Sträuchern wahr werden. Der JohanniStrted, welcher sonst dem Fiül oft gleichloarmt, hat fich nämlich fast gar nicht gezeigt. � dessen fallen Die gelben Blätter schon zablretch zur � nie Der. Dies.« Stocken der Säfte tn der Pflanzenwelt' auf ledr Kirigen Herdst- und Wintereintritt schließen.: Nachdem nun die Ergebutsse de» am 8. A«g«st la B.andendurg a. H. stattgehabte« Krti»turnftftt«« grltig frst�st lll ß»D,«rgiedt fich daß die eisten 4 Ptttst, p- glteoern Vis Beretn«„Berliner Turnerschaft�(jkorporat'tf' ktfallen fi rd und zwar erhielten Karl Kolß 66'/,, E. Er>l-ß F. Pannrer 62'/#, W. Luckow 51'/# Punkte. Ferner noch von Vielem Benin P. Kitnge mit 50 den 7. und n- � nrrt mit 47V# Punkten den 11. Pret». Weiterhin noch Prerse: der Akademische Turnverein, die BerltN�«� gemeinde, die Männer-Tmnoerelnt tn Forst N.»L, �-1� unvollkommen siad. Aber da« darf ma» sündige«� gegtnuber»icht zugeben. Ich glaub« bei alle«*. daß die Dämoven bis Zweifel« heutzutage die 0"*, vergiftet haben I Weißt du»ich», daß durch da« dre Menschheit in« Verderbe» gestürzt wurde?—®ct licht Legat hat wahrhaftig allen Grund gehabt, auf der letzte« Krrcheaversammlung diese« Land nannte." De Frau blrckre ihn an, al« ob fie fich verg« % um*«»IUI«. IV» U","»»»U I«' wollte, daß er nur scherze, und der Mann emiwor'■]i einem Lächeln, welche« bedeutete, daß die Sacht sonderttch ernsthaft gemeint sei._ � .Aber auf dies« Werse mußt Du»icht scherze"- die Frau;„ich lönnt« ja sonst glauben, daß e«— dein Ernst wäre. Man kann ja"schon so«'i so wrffea, ob du Ecnst oder Spaß machst. Zum/ du wohl, wa« du sa,st, aber«icht ganz; e« gerade vor, al« od du auch selbst von diese» erfaßt wärest." � Um«icht weiter auf drese« Thema ei«ge�",% schlug de» Pastor eine Kahnfahrt nach einem hüdsG� S tige» Plätzchen vor, wo einige Laubbäume stand ma» da« Mittagmahl einnehmen könnte. fi1'. bestrebte» dessen vergilbte Blätter vo» der»uferstehu-S Wr.tnschlafe flüsterten. Der Geistltche »sä solcher Wucht, als ob er sei» ganze« Lebtolaufl, � w-s-n wäre, und bald war man a« dem> tfin-j g' Hölze, da« wie«ine Oase im Siei-meere dala/- die Frau da« Miiiazmahl arrangnte, spra��jel", l j* den Knaben umher, pflückie«nemoae»«»d fic"� J zirie Stöcke und Weide« pfeift», kletterte mu Arss' � den Bäume» hinauf, wälzte fich mit rh«« fii"d lief schließlich unter schallendem Gcläch>er alle« Vieren al«„Pferd" umher. (Fortsetzung sogt) L M lwd Frantfurt a. O. Die Sieger eihiellen einen Eilbm« iuiz sowie Ehrenurkunde. Alt hervorragend« Leistungen find »i MWilbnen: Der Stab'prung von Aolß— 2,80 m hoch, so« Wt bat Stoßen einet 3t Pfd. schweren Steint! mit einem ann, bei welchem Klinge die stattliche Entfernung von 6,20 m metchte. . Entführt wurde, wie wir vor einigen Tagen mittheilten, "Munget Mädchen, Marie D., aut Troh.JannowItz in »Aesien von einer Frauenkperson, die stch auf dem Schle- Men Bahnhof an fie und ihre Schwester Anna herangedrängt «mit. Die anaestelllen Ermittelungen hatten nur so viel er« daß ein Droschkenkutscher die Marie D. und ihre Ent a, n0* dem Anhalter Bahnhofe gefahren hatte. G'stein t!°rmmag betraf ein Po'.izeibeamter die unbekannte Frauen!« welche im Begriff war, nach Kreutz zufahren, auf dem �leftschrn Bahnhof« und veranlatzt« die Verhaftung der« '°«n. In ihrer Person wurde die 17 Jihre alte, oerettt «edrfach wegen Schlafstellen Diebstahlt bestrafte Emma Mündt % KonigZdrrg ermUtelt. Dieselbe gab an, daß sie mit der Mte D. zufolge getroffener Vereinoarung nach Leipzig ge« W»n sei, stch dort aber von ihr sofort wieder getrennt habe, r?,1«" Begleiterin nach Schlesien habe zurücklehren wollen. % Angaben richtig find, erscheint zweifelhaft. Da die Mr- D. noch nicht ermtttelt ist. 40 M. baaret Geld bei stch mii!' und im Be fitze der Mündt 39 M. vorgefunden wurden, �angenommen, daß letztere die D. bestohlen und dann ver« ...®iu«l Unglücktfall hat am Dienstag die oft vergeben! fiiügte Pferdebahn'Billet Bettelei veranlaßt. In der sechsten 5»chmittagSstunde de! genannten Taget umschwSrmte wie die M lstne Schaar von kleinerm und größeren Kindem die n der Haltestelle Rosenthaler-Thor ankommenden Pferdebahn- und ungeachtet wiederholter Abmahnungen von Seiten Dienstpersonals wmdm die aufsteigenden Fahrgäste um« iM.und von der stnn losen Sammelwurh der Itcben Jugend "cstigt. Da geschah etwa! Entsetzliches, zwei durch« Ift« m Bierde, deren Führer in einem Neubau ii/.tn Zenichtungen nachgegangen war, stürmten— einen faul Ardeittwagen schwersten Kaliber! hinter fick einher- enrd— die Lotbringernraße entlang und nahmen im «t«, Lstel zurückgelaffen. originelle Geschichte, die al!»»anter Roman zu i. �urb nu.r 0ui(ine nüchterne G-ichasttttst I°n-eintt Korrespondenz berichtet. Ein liu��amenkonfettionär, welcher sehr viel für die weiblichen ikflKn»_____________________________________________■ blk..P Theater den versühreiischen Vorschlag, fie auf acht bi! wtiufTt icoi D.ci für cic rpcxDuaicn der hiesigen Theater ardettet, mcchte vor einigen �"N zwei jungen, hübschen Schauspielerinnen eine» unserer �i wten8®* mil n0*- QI"- nehmen und dort vollständig Die beide« Schauspielerinnen gingen Vergnüg' n auf diese!«nerbieten ein, und auch Üsttürlich"}u wollen. xk fe-u.,?'' SSergnCgüt auf vt«>e« Äneroieien em, uno aueg Bedingung, recht große Reisekö.de mit möglichst wen g yvjU""""• nr•*—7- v--- r,------„ h.iv'.bmen, erfüllten stc nur zu gern. Al« Gattin (wen det herm Konsekrionäit dan pften darauf die Ä'uf mit ihrem Freunde räch Pari! ab, wo fie stch 'l'ttibb �ust" vierzehn Tag« lang„göttlich" ohne ihren U ZseiÄ,?Ucn und dann mit ganz volloestopflen Koffern » bos Se ne-Label rerl efen. Lei der Vislta'ion �>iser»v. der französtschen Grinze muß'en alle die w �iiv, und neuen F-?onS von Damen« Garderobe Ü'Cbep». fei b°s?°uf«Hielten fie ihre Rets-köibe. indeß nur mit- ?«chi>u�euem Inhalt und den qutttirten Pariser Hotel. . Modelle der dieejährigen Damen-Herbstmoden. Eindigkett sondergleichen verrathen die heiratbt- g}h B.ind« Aufsuchung von geeigneten„Partien". Wo- t b � davon haben, daß dieser oder jener Herr die ben iJ? ium ersten, zweiten oder dritten Male zu ver- wt,'». ,>(bwer zu nmltteln— kurzum, der hcirathtkan- btl?. schönen Tage! mit der Gegenwart eine! onenwi er! oder einer hetrathSoermittierin überrascht, C"»stk.d'e er nie vorher gesehen oder gekannt hat. Die s,, bi« al! reine! Geschäft behandelt, der hrrathSagent L ied-m Falle sehr annehmbaren Offelten und «C. tia.�u« Provifion, welch««_ stch vorher durch einen '##5% % B'ftffn in die Luv,« mit dncm v!,chbeui,l bracht« .....— _____...... durch Rever» sichert. Wie un! von eingeweihter jetzt die Lager heirathtlustiger den heirathtvermittlern„wohl- Wteland in der Tischleret von »■ L �..wunun griwanr U"V "4 bu��dlu� genommen, doch ist nur alter Mensch, der ihr da! Gepäck nach dem Bahnhos getragen hatte, ihr anbot, ein Fahrdillet nach Kreutz für fie lösen zu wollen. Die Frau gab dem Unbetannten da! Geld, womtt er auf Nimmerwiedersehen verschwand. Unsere liebe Straßenjugend macht stch nicht selten ein Veranügm darau!, auf den eisernen Röhren, welche über Wafferläufe fühien und in denen die Rohrpost« und Tele- graphenleitungen liegen, herumzurutschen. Bei einem d»rar- tigen Vergnügen stürzte gestern Mittag ein etwa 12 Jahre alter Krade an der Jungfern brücke in die Spree, wurde aber von einem Schiffer gerettet und seinen Eltern zugeführt. Wege» versuchte« Mordet wurde gestern der wegen Stttlichterrtverdrech-n mir 6 Jabren Gefängniß bereit! destrafte Maler K. zur hast gebracht. Derselbe erschien gestern Vor- mittag det der in der Markutftraße wohnhaften Wtttwe B., mit welcher er seit mehreren Jahren im Konkubinat gelebt hatte, und verlangte von ihr die Fortsetzung det fiüheren Verhält« niffeS. Al! die B. die» verwetgeite, zog K. ein Meffer au» der Tasche, drang mit den Worten:„Ich laffe Dich nicht mehr lot, vor meinen Augen mußt Du sterben ," aut die B.«in, und stieß mit dem Meffer auf fie lo!, ohne fie indeß zu ver« letzen Die Bedrohte flüchtete hilfesuchend nach der Küche, wo fie von Hausüewohnem in Schutz genommen wurde. Markthalleu- Bericht vou 3. Saudmauu, städtischem BerkausSvermittler, Berlin, Zentral-Mortthall«, den 25. August. Wild und Geflügel. Reh« 56- 65, Hirsche 30—45, Wildschwein 25—30 Pf. pr. Pfd„ wild« Enten 0,80—1,20 M., junge Gänse 3.00—5,00 M., junge Enten 1—1,50—2,00 M., junge Hühner 0,45—0.80 M., Tauben 30—45 Pf. per Stück, Poularden 4.50—7 M, alte Hühner 1,10—1,40 M, Rebhühner, junge 80-90 Pf., alt« 60-70 Pf. Geräucherte Fische. Rheinlach! 2,50—2.90 M., Weser- und Ostfeelach! 1,20-1,40 M.. geräucherte Aale 70-100 bi» 130 Pf. pr. Pfd., großer Dclikateßaal 1,50 M„ Flundern, kleine 1,75—2 M„ mittel 3—5 M, große 8—9 M. per Schock, Bücklinge, per 100 Stück 4,60 bi» 6,75 M. Dorsch 3-10 M. Seefische. Lach, 1,10 bi! 1,20 bi! 1,30 Mark. Zander, große. 90 Pf., Hecht 50- 66 Pf.. Steinbutte 70-80 Pf., See. .unge, große 1,00-110 M., mittel 60-70 Pf.. Scholle 10 bi! 25 Pf., Schellfisch, große 20JBf, Kabeljau 20 Pf. per Pfund, Makrelen 40—60 Pf. pro Stück Lebende Fische. Aal, mtttelgroß 80—95, große 1,10 M„ Hecht 80 Pf., Schleie 90 Pf. per Pfund. Krebse. Kleine. 10 cm. 1,00-1,50 M.. mittel 2-4 M.. �roße� 8—12 M. per Schock. Hummern 1,60—1,75 M. per Gemüse und Obst. Weintrauben 40—60 Pf. per Pfd., Pfirfiche 0,20- 0,30 M. o«r Pfund. Pfl'fiche 20 bi! 30, Priißelbeeren 8— 10 M. per Ctr., Karotten 250-6 M. per 100 Kilo, Wirfingkohl 2—3 M., Roth« und Weißkohl, groß« Köpfe 3—4 M. per Schock, Blumenkohl 10—15 M., Erfurter 15 bi! 20—25 M. pr. 100 Stück, Kartoffeln, weiße runde 3,00 M. Nicrenkartoffeln 3,00 M.. rothe 2,80 M.. blaue 3,00 M. pr. 100 Kilo, Pflaumen 4—16 M., Birnen 5—20 M., Aepfel 5 bi! 20 M., Zwiebeln 250—8,60 M. per Ztr„ ZUronen, Autschußwaare. 9 M. pr. Kiste von 260 bit 300 Stück, neue saure Gurken 2 M. per Schock. Melonen 30 Pf. pr. Pfd. Anana! 2—2,50 M. pr. Pfd., getrocknete Morcheln 2.50 M. ver Pid.. getrocknete Steinpilz« 6,60 M. per Pfd., Tomaten 25—30 M. per Ctr. Blumen und Blätter. Lorbeerblätter 4 M. per 10 Pfund« korb. Butter. Die Zufuhr an i. Maare war! reichlich, genügt« aber doch nicht, die in der Markthall« zunehmende Nachfrage zu befriedigen. Die �reisc konnten trotz der schwülen Tempe- ratur, die ein Halten der Waare nicht ermöglicht, auf ibrer Höhe erhalten werden. Besonder! begehrt war beffere Butter zum Marltftich; es wurde aber auch mit Leichtigkeit für feine Butter 110 und 112 M. erreicht. Frische feinste Tafelbutter x. 112-115, feine Guttbutter l. 100-110, U. 90-98, IU. 75 bi« 86, Landbutter I. 83-88, U. 66-76 M. Baltzische und ander« geringst« Sorten 56—66 M. p. 60 Kilo. Käse. Der Begehr nach Schwetzerläse zum 0,60 Verkauf ist schwer zu befriedigen, da nur noch geringe Qtanttiäten von AuSfchußwaare an drn Markt kommen. Beffere Winter»aare ist knapp und wird gut bezahlt. Quadratsahrrenkäse ist in größeren Posten zugeführt, der Bedarf ist geringer. Echter Emmentbaler 73—80, Westpreußischer Schweizer« käse l. 55-60 M.. n. 48-50 M., IU. 40-45 M.. Quadrat. backstein l. fett 22-25 M.. u. 14-18 M.. Tilstter Fettkäse 45—56—60 M.. Tilstter Mager läse 18—23 M., Limdurger l 30-35 M., U. 20-25 M., Ramadour 30-36 M„ rheinischer Holländer Käse, 20—22 Pfd. schwer, 45—58 M., echter Holländer 65 M. Edamer L 60-70 M., II. 56-68 M.. ftanzöfischer Neufchaieller 18 M. ver 100 Stück. Camembert 8,00—8,50 M. per Dtzd., Harzer 2 vchockkist« 4 M. Eier. 2.50 M. per Schock. Polizetbericht. Am 24. d. M. Morgen! wurde in einem Fahrfluhischacht der Zentral Markthalle der Schlächtermeister Lippelt au» Glienicke todt vorgefunden. Wahrscheinlich ist der. selb« während der Nacht in den Schacht, dessen Schutzgitter offen starb, hinabgefallen und hat doS Genick g brachen.— Al! am Vormittag deffelben Tage! in der Pianotortefabrik von Köhler, Grciftwalderstr. 22, der Tschleiaeselle Röhn den in Unordnung gerathmen Treibriemen einer im Gange befind- lichm Welle zurechtlegen wollte, wurde er von demselben erfaßt und mehrere Male um die Welle geschleudert, bevor die Ma> schine zum Stthen gebracht werden konnte. Er erlitt, soweit die» sogleich festgestellt werden konnte, einen mehrfachen Brach de! rechten Arme! und mußte nach dem Krankenhaus im Friedrichtbain gebracht werden.— Am Nachmittag fiel auf dem Neubau Oderbergerstr. 56 der Maurerlehrltng Wüstef-ld beim Autbau einer Rüstung in Folge eigener Unvorstchtigkeit durch den Leitergang etwa 4 Meter tief hinab und brach da! rechte Handgelenk. Er wurde in da! Krankenhaus im Friedrich! Hain gebracht.— Zu derselben Zeit ging in der Lothringerstraße ein unbeausfichtigl gelaffenet Pferd mit dem Wagen durch und überrannte einen 8 Jahre alten Knaben. Derselbe erlitt dabei einen Beinbruch und mußte mittelst Droschke nach der Charit«« gebracht werden.— Gegen Abend verwundete in Folge einer eingetretenen Geistesstörung ein Tisckler seine getrennt von ihm in der Heybereutergaffe wohnend« Ehefrau und seine 12 Jahre alle Tochter mittelst einet Meffer! zwar sehr erheblich, aber nicht lebeitgesährlich. Er wurde mittelst Krankenwagen! nach der Charitee gebracht. Gerichts-Zettmig. Der La«de«vtrrathepr»»tß gegen de««apttäu a D. Sarauw und Rütlger hat dekanntl.ch auch gegen fieden Berliner R:vatteure und zwei velichierstatter ein Ver'akren grulllat, welche! sich auf eine angebliche Verletzung der§§ 17 und 18 de! Preßgesetz-t vom 7. Mai 1874 erstreckt. Betannt- lich war in der Verhandlung vor dem Reichtgericht die O ffent» lichkeit ou»geschloffiN, und dl« Strafbarkett der beiden B utchte, denen übrigen» mehr oder weniger die An klage lchrift zu Grunde liest soll darin beruhen, daß ihre Veröffentlichung schon vor dem Ende det Prozeffe, erfolgt'st Dagegen machen die Ver« saffer der beiden»riitel geltend, daß der Präsident ihnen aut- ZMMSN t Der Leichtfiu«. mit welchem manche Leute aut Ge« sälliglett sich herdeilaffen, falsche Angaben über ihre Perso« nalien bei Eintragung derselben in öffentliche Register zu machen, ist bekannt. Lehmann hat beispielt weise irgend welche Änmel« dung bei dem Standet beamtm zu machen, et fehlt ihm aber an Zeit selber hinzugehen, und so bittet er seinen Freund Schulze, ihn zu vertreten; Schulze erscheint vor dem Stande!« bcamten, giebt an Lehmann zu heißen und unterzeichnet da! Protokoll mit dem Nimm feinet Freundet. Man ist der Meinung, derartige falsche Angaben, die keinem Menschen Schaden und dem Fälscher auch keinen materiellen Voitheil bringen, seien nicht verboten und selbst wenn man stch bewußt ist, da! Gesetz zu übertreten, glaubt man doch nicht, daß et zur Kenntmß der Behörde kommen werde. Thatsächlich ordnet da! Gesetz aber ziemlich strenge Sirasen süc solche Vergehen an, und dos mit Recht, denn würden fie allgemein, lo wäre eine große Rechttunstcherheit die Folge.— Ein solcher Gefällig» kttttdienst brachte gestern einen völlig unbestraften 65 jährigen Mann, den Kaufmann F.iedrich Wilhelm Müller, vor der vierten Ferienstraikammer de! htefiaen Landaerichl! l aus die Anklagebank. Am 5. August 1881 erschien er vor dem Handelsrichter und beantrag!« die Eintragung der Firma F. A. Lange, Möbel und Polsterwaarengeschäst, PotSvamer» straße 27, in da! Firmenregister. Er gab hierbei an, F. A. Lange zu heißen und setzte diesen Namen unterAdat Protokoll. Er war Buchhalter bei Lange und hatte von diesem den all« gemeinen Auftrag erhallen, diese Formalien zu erledigen. Fast fünf Jahre lang blieb dies« Fälschung unentdeckti da erschien in diesem Jahre— Müller hatte inzwischen seine Stellung ge» ändert— der wirkliche F. A. Lang« vor dem Handelsrichter, um die Streichung der Firma zu deantragen. Nun wurde die falsch« Eintragung in dem öffentlichen Register offenbar und Anklage gegen Müller erhoben. Der Angeklagte suchte fich mit seiner Unkenntniß det Gesetze! zu entschuldigen und wie! darauf hin, daß durch sein Veraehm niemand gefchädigt war« den wäre Der Staatsanwalt beantragte ein« Geldstrafe von 100 M. Der Gerichtshof faßte die Sache milder auf und er» kannte auf 20 M. Geldstrafe gegen den Angeklagten. t An» Rache. Unter der Anklage der wiffentlich falschen Anschuldigung stand gestern ein Fräulein Johanna Münster« bera vor der vierten Ferienftraflammer de! Hiesigen Landgericht» I. Die Angeklagte, welche zu jenen dedauernswerrhen Geschöpfen zählt, die, um zu leben, ihren Körper preitgeden, reichte im Oltober vergangenen Jahre! eine Denunziation an da! Königttche Polizeiprästdwm ein, in der ste den Kellner Emil Dombrowskt schwerer Verdrechm, de! Diebstahl!, der Unterschlagung und der Kuppelei beschuldigte. DombrowSkt hatte die Angeklagte vor«inigen Monaten kennen gelernt und ste liebgewonnen, obwohl er wußte, welche! Gewerde fie be» trieb. Sie hatte aber versprochen, ein andere! Leben führen zu wollen und er war entjchloffen. ste»u heirathen und fie da» durch von den peinlichen Konrroloorschristen frei zu mach Notiz v Unfug» zu 30 M. und in die Kosten verurtheilt. dt« Verhandlung gegen die Leiter de» htefiaen! Uereine und Kerfammlungeu. Die Einweihung de« Gewerktschilde« der Böttcher- Herberge, da» von dem Fachverein der Böttcher Berlin» ge- stiftet worden ist, fand am vorigen Sonnabend unter großer vetheiligung statt. Da» Fest verlief zur Zufriedenheit aller Belh-.iligten und endete erst in stüher Morgenstunde. Man wird stch noch lange an die stöhlichen Stunden erinnern. In- iereffant ist die Vorgeschichte dieser Einweihung. AI» tm Januar d. I. der Str-ik zu Gunsten der Arbeitnehmer beige- legt wurde, war dai Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein friedliche» zu nmnm, da die Meister die Forderungen der Gesellen al» gerecht ansahen und erfüllten. Um nun diese Errungenschaft nicht so bald wieder einzubüßen, erschien e» dm GewerkSgenoffen rölhig, fich zu einer festm Organisation zusanmenzuschließm. Ein Fachverein wurde gegründet und mft ihm ein„GesellenardtitSnachweiS" verbunden. Bither bestand «in„ArbeittnachweiS" nur von Seiten der JnnungSmeister. Alle Versuche, fich mit den JnnungSmeistern zu einigen oder fie zu bewegen, für die Beherbergung zugereister fremder Böttcher etwas beizutragen, scheiterten voll- ständig; die JnnungSmeister verlangten hingegen ihr ArbettSnachweiS-Plakat auf der Gesellenherderge aushängen zu dürfen. Da die Gesellen die HerbergSlasten allein zu trogen haben, so gingen ste auf diesm Wunsch nicht ein und der HerbcrgSwirih, dem an heim gestellt wurde, od er da» Gesellen« oder da»„Meister- Plakat" behalten wollte, mtschied fich für da» erstere. Nun war der Aerger der Meister groß und die Folge war. daß ste eine neue Herberge mtetheten und mft ollen JnnungSutmfilten, die gern vermißt wurdm, vorhin üderfiedeltm. Da e» nun gegenwärtig bei dm Böttchern noch Usu» ist, auf den Herbergen ein GewertSschild auSzuhängm, so entichloffen stch auch die Berliner Böttcher- Gesellm, ein neue» anzufertigm. Diese» Schild wurde, wie oben erwähnt, am Sonnabend ein- geweiht. Allgemeine Kranke«- und Eterbekasse der Metall« arbeiter(E. H. Nr. 29, Hamburg), Filiale H verlin. Montag, den 30. d. M., Abends 8 Uhr, Mitgliederversammlung in Sanssouci(oberer Cacl), Kottbuserstr. 4&. D-O.: 1. Kassenbericht. 2. Veischledent».— Sonntag, dm 12. September, veranstaltet der Vorstand ein Sommervergnüngen zum B-sten hilfsbedürftiger K-anker der Filiale. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich daran Thiil zu nehmen. BtlletS i 30 Pf. find in der Versammlung, auf der Zahlstelle der Filiale, ferner bei den Vorstandi Mitgliedern und in den mit Plakaten belegtm Handlungen zu haben. Berliner Bereta für volktverständliche Gesundheit«- eae und Natui h stlkunde. Freitag, den 27. August, Adend» Uhr, in Gratwei.'S Bierhallen, Kommandantmstr. 77/79, Vortrag de» Herrn Könitz über den Einfluß der Schule auf da» Familienleben und die Gcsuntheit des Kinde». Zentral-Kranken-«ud vegräbnißkaffe der Buch« binde» und oerwandten BerusSgenoffm. Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedem und Freunden der Kaffe zur Kenntniß, daß am 23. Oktober d. I. in dm Sälen der Phil- barmonte daS 10jäh ige Bestehen der Kaffe gefeiert wird. Nähere» wird durch Inserat in dieserkZeitung bekannt gemacht werden. Lillet» find in allen Zahistellm dar Kaffe, sowie bei den VorstandSmitgltedern und in den mit Plakatm belegtm Lokalen zu haben. verein Ztrhlke'scher Tanzschüler„Tirolienne" jeden Donnerstag, Abend» 9% Uhr, im Restaurant Poppe, Linden- straße 106. Ranchklub„Dämmerwolke" Donnerstag, Abend« von 8-11 Uhr, im Restaurant Greiser, Reichenbergerstr. 16. Rauckklub„Arcona" jeden Donnerstag, AdendS 9 Uhr, Forsterstr. 9. Echäfer'scher Gesangverein der Elser. Jeden Don- nerstag, Abend« 9 Uhr, bei Wolf u. Krüger, Skalttzerstr. 126, Musik. Rauchklnb„Kernsvitze" jeden Donnerstag, AdendS 8% Uhr, im Restaurant Holzmarktstr. 44. Vermischtes. Weiberrache. Der Postmeister Peter Rattigan in den Ver. Staaten, welcher zugleich HrrauSgeder deS„Millerstown Herald" ist, fühlte fich gemüßigt, seinem Witze über rin von dem dortigen weiblichen Zweig verein der MäßigleitSgesellschast gegedeneS Fest in seinem Blatt die Zügelschteßen zu laffen. Fortan wird er wahrscheinlich etwa» wehr Diskretion walten laffen. Zwei Tage nach Veröffmilichung der unbedachten Witze, be- gaben fich 15 der Mäßigkeitsgesellschaft angehörtge Frauen mit Reitpeitschm bewaffnet nach der Post von Millerstown, und versteckten fich. Die Sonne war untergegangen uud schattig waren die Pfade. Peter trat nach gethanem TageSwerl au» dem Hause, alS die fünfzehn fich plötzlich wie eine Sturmbraut erhoben und den Ahnungslosen mit ihren Peitschen zu de- arbeiten begannm. Peter fühlte, daß er mit seiner Fever die Schläge nicht ungeschehen machen konnte und ist jetzt die Ehegatten der streitbaren Damen um Genugthuung an- gegangm. Die Badepolizei in Dieppe ist nicht sehr galant! Sie hat seit Kurzem folgcnde Verordnung erloffen:„Den Bade- Wärtern wird anbefohlen, wmn eine Dame in die Gefahr de» Ertrinken« geräih, di-selbe am Kleide zu erfaffen u-d nicht an den Haaren weil diese oft in ver Hand de» darnach Greifenden zurückbleiben." Kleine Mittheilungen. Pest, 22. August.(Mord auf offener Straße.) Au» Duna-Szerdahelq wird über eine aus purem Uedermuihe auf offmer Straße verübte blutige That d« richtet. Der Finanzwächter Marek gerieth am Dienstag Abend im Wirthebause mit mehreren Bürgern in Streit und fuchtelte mit seinem Säbel herum. Später begab stch Marek in seine Kaserne, holte sein Dtcnstgewehr und begann auf der Sttaße nach Heizens« lust zu schießen. Der zweite Schuß traf den mit seiner jungen Frau eben de» Wege» kommend.» Schuhmacher Franz SooS mitten in die Brust. SooS starb in Folge der erlittenen Ver- letzungen noch im Laufe verselden Nacht. Marek wurde bald darauf nach heftiger Gegenwehr durch die Gendarmerie festlP nommen. m Wie«, 23 August.(Ein Selbstmord im%) W' nungelose Liebe trieb ein junge», blühend schönes Mädchen w dm Tod. Die Detall» de» tragischen Vorfall:» find folgend. Heute Vormittag» um 11 Uhr kam in eine auf der Lmbstrap befindliche Badeanstalt die 25jShrige BranntweinerStochler Marie K und miethete eine Kabine. Da» Mädchen vertviltie ungefähr dreiviertel Stunden in derselben, al» die BadedieneM au» dem Jnnmraume eine schwach« Detonation hörte. i* tm ersten Augenblicke glaubte, e» sei ein unter der Kam laufmde» Rohr ge'prungen. öffnet« ste die Thür und nun bo fich ihr ein schrecklicher Anblick. In unmittelbarer Naht vn gefülltm Badewanne saß. den Kovf zur Veite geneigt, entkleidet Marie K. Nebm dem Mädchen, au» deffen na» Schläfe stch«lutwellen auf da» Gestcht und die Kleidung stücke ergoffen, lag ein neuer sechSläufiger Revolver,»in der Badeanstalt zufällig anwesmder Arzt wurde herbeigeholt, doch konnte er hier nicht mehr helfend eingiei™: da der Tod sofort eingetreten sein mußt?. E» wurde nun# Polizeikommiffariat Landstraße unverzüglich verständigt>u> eine polizeiliche Kommisston fand fich alSbald im Hause � um dm Thatbestand auszunehmen. Neben der Leiche lag-r verschloffmer Brief ohne Adieffe und ein Zettel, d�•' Worte trug:„Ich bitte meinen Ramm in den Jow�? nicht zu veröffentlichen und dm Revolver meinen Eiletn t n i...».»..« ii«.«». Deiche in 52 Kr. D«/' eladen. Marie? Toilette«M Se. übergedm." Im Besttz« d«S Mädchen», deren Leiche in Todlenkammer gebracht wurde, fand man voloer war mit noch fünf Patronm hatte in dm VormittagSstundm ihre beste. und einm außerordentlich zärtlichen Abschied von ihrer g' nommen. Wie eingangt erwähnt, ist da» Motto ufl8l licht Liebe._ Ketzte Nachrichte«., Im englischen Unterhause erklärte nach der„Voff ö� Parnell, nicht» alS da» Zugeständniß der SelZstreginu tönnte die irische Frage lösen, gleichwohl sollte in>w>! etwa» geschehen, um. die gegenwärtigen beklagenSwerihtn o stände in Irland zu deffern und Ruhestörungm vorzu�B. die schließlich zur Erneuerung de» Zwanges führen wl>° Al» Linderungtmittel empfahl Parnell, die irischen Gerick� ermächtigen, Exwisfionrn zu fistirm, wo der Pächter Drittel de» Pachtzinses hinterlegt, sowie alle drei Ja«� � Pachtzinse zu revidiren und nach den derzeitigen Pwi� Farmprodukte festzustellen. G lad st on e demängeli:„ irische Programm der Regierung al» unzulänglich und � nur Gewährung der Selbstverwaltung würde Irland den dringm. Die Bromberger Wahl. Nach dem definiUvm Resultate der ReichklagSersatzwohl, (lons.) 4882, KomierowSli 3912, Schröder(fwfLkV Stimmen. Die Stichwahl ist auf den 10. Septei»� gesetzt. Die Revolution in Bulgarien. Da»„Verl. Lffmtltcht folgende» Extradlait, welch:» seinem Sf'«ufltli Inhalte nach folgendermaßen lautet' Darmstadt, � 3 Uhr 42 M. Nrn. Bei dem Prinzen Al-xander eo"% dem Vater de» Fürsten von Bulgarien, find folgen" richten eingelaufen; Fürst Alexander und sein BlUder,„�z Fram Josef von Bottmberg, wurden am 24. d. Mt»- A ist auf rusfischem Bodm gelandet, der SchiffStapitäa wende � um wertere Befehle nach Sofia. Da unterdrffen die r» � lionäre Regierung gestürzt wa', erhielt der Kavitän»oo � neuen fürstlichen Regierung den Befehl, den Fürsten r nach Sistowo zu bringen.„ m& AuS Sofia meldet der Aabinetirath Menge». � telegraph sche Verbindung ist wieder hergestellt, na*"A,, Rwolution»regi«ung gestürzt, nachdem Karaweloff, low und N kiferow beseitigt find. Die neue Regierung%'ß aui Stoiloff, Gaschow und Ranow. Die ganze Armee dm Fürsten, da» Land ist ruhig. k Tbeater. Donnerstag, den 26 August. Dpernhan«. Lohmgrin. Schauspielhaus. Keine Vorstellung. «roll'» Theattr. RigoleUo. Delle- Alltavce- Theater. Da» Parodie». Sriedrich-Withelmstädtische« Theater. Der Zigeunerbaron. ästend- Theater. Vom Golde versührt. Dttftoria- Theater. Amor. Tanz- Poem oon -...igt Manzotti. Wallner-Theater. The Country Girl Vorher A Woman's Won't. Walhalla-Theater. Don Eesar. Central- Theater. Alte Jakobstr. 30. Direkt.' Adolph Ernst. Der Wald-Tmsel. Gesang»« poffe in 4 Attm von W. Mann' Schweizer Garten. ÄSTÄt. -Tr Heute, sowie taglich: Große»|KUitSr-C«t»(«t, Uhratervorstettnno. "Ä,4" fetrencii Im Saale: Uanzkrämche«. Ab.nd»: Gr»! Slettrische Eisenbahn. Rutschbahn u. s. w. Anfang 8 Uhr. Bon» haben Wochentag» GUtigfett. «/trete» fS««tlich»r Opeft olk»t>»l«stto«ng»« alle» Art. alitäte». I-MK-AKA» sowie de» Trio» Jona». Grosch HAHWU?, und Gläser, Geschwister Heffat. ste Flluminatw« und Kelevchtnng. Entree 36 Pfennig. Kouplet» von G. Görß. Mufti oon G.Steffm». Rtt neuen Dekorattonm und Kostümen. (Novität i)_ ISden-Theator. (Früher LcaleenatAdtlBchea Theater.) DreSdmerstraße 72/73. Erößhung Sonnabend, den 28. August. Der»chönete Hann des Realmernta. Operette in 1 Att von R. Linderer. Mufti von Tdtele. Auftreten der hervorragendsten Küustler-Kpeziatitate« alle»#»»»##. Sperl— Treptow,[448 Heute u. folg. Taae:«-.«oneert u. Morftellg. »tat.»acht. P-tk»»-». all. Art.«ntree 80 Pf. Ans. 5 Uhr. GM" Nur noch kurze Zeit Auftr. der der. Thuimseilläufer Bloadin Zrtre» de» phänom. Tenor. Hm Nomt» u. der bei. Besch«. Kepler al« Wim« Duettisten. Tgl. Vorst. u. Gore E. vurchardt& H. Köppea. i M Paffage 1 Tr. 9 SR.- 10«. Halaer.Paaorans. FlßMM Zum ersten Male in diesem Jahr: «5��� Da» maler. Schottland in. Reif?. Neu I Kanada— Amerika. Neu! Vanllfaom�S. w Allen lieben Verwandten. F runden und Be- bannten für die herzliche Thetlnahme sowie für die Beweise der Liebe bei der Beerdigung meine» Manne» und unseres guten Vater», inkdesondere Herrn Pastor Grauenhorst für die trostreichen Worte am Sarge de» Entschlafmen unfern tn- nigftm Dank. Zp«»r. Marie Manaeledorf 447] nebst Kinder» a. Kater. Reichhaltiger kalter und warmer FrQhstQckstisch. Einem geehrten Publtwm empfehle mein Weiß- und Reichhattiger Nlttagstlllch von 12 bl» 2 Uhr. mit Bier a Kouvert 50 Pf. Arbeltanacliwela rär Klarierarbeiter."WM nchwngsvoll Hermann Stramm, Restaurateur, Skalitzerstr. 18. Augrust Herold Berlin 80� 113 Skalitzerstrasse 113. iöfiet-, Spiegel- n. i)o(f{ettD-ilagajin.! Eigene Fabrik. SolldS Prelte, Prompte Bedienung.« I verri» der starke« Miitettetn� Donnerstag, den 26, 8* Uhr, ou6««Ä Generalvers. 1. Statutenderatbung. üder Bockftaiserei u. Kaanen. Ref.Hr- �tt 3. Wer nicht erscheint, mit den� � � 1443J reene——— Restaurant zum AiD� Breslaaerstrasse Allen Frmnden und Bekannten Weiß- u Batrtschbter- Lokal. ��pe>� •Haff* u. Adendtisch. [424] Gin- nnd Nerktnf neuer Herren- u. Damensiiefei zu den billM'-�avtw P. Dllarkn», Ormimstraße 11. � und R patolutm schnell und billig- Artikel für Herren-Schneider. glatten und aemufterten Lama», baumwollenen Kosen..__,___ bügelsteife» Mattirl» ine«, fowte sammtliche Lutterttotfe und beste Nähw.ateitalien, die auch im Einzelner, zu Engro» Presen abgebe.— Taufend» Kester von ofigen Skoffm und be- sonder« Diester von fchmarzem und granem Köper-Knttun. Aermelfutter. Safchen-N-flel und Zwischenfniie- bedentrnd unter dem Kostenpreife. Meiste«nd bunte Ktetten da» Stück von Mb. 1,»6 an. Keitenhenke», weiß und gelb, unzerreißbar, 10 Ktck. 85 Pf. {Unter- a. Kommer-Korien tn Ktohair-MoU- und Keide zu Fadrikpreifeu. Bei asta-ßttnkflnfe« von 10 Ml. an-x'a 4 vC> pabatt. r�i Siegmund Berger, Aerttn S., 65 Alt« Aakobstraste 65, __ Z ntrai Stelle für G:leamdeitSkaufe. Arzt gesucht für einen Sanität» ver ein in einer Prosinzial- fiadt. Reflettantm wollen fick gefälligst wegen näherer Auskunft an die Expedition diese« Blatte» unter A. wenden.[439 Einen Drechilerlehrling verlangt 442] O. Nasche, Wrangelstr. 6 Eint durchaus tüchtige Kerrenhut Garni- *%%%%% 445] N�hrmst�'z�'20. amaRm* Soeben ist erschienen: .kveUWKalciikl für 1887. Aus dem reichen Inhalt � jitit- hervor: Reich»hau»halt«-Elat» Arsche» Reich..- Zerbrocheve S't'e'Azr- »ählung von Rob- Schweiche- � ßi« iwUUrUrtill? Srzihlung°� Aff- Wie»a» ei.e Millio» geade Blätter(humoristisch)-_ AI»«ratio-Keil'"»"' I; Ä, I: vi» W«»>tale»>er' —— preis 60 Pf- � Stuttgart. 3- H Oiet' Zu beziehen durch vir G»ptk «W»av»r« 44. pas�- wl-dernerkSufee» (Smwtlia Vttan'wettlich für den politischen Thell und Soitale» übrigen Thetl der Zettung R.«ronhetm