Nr. 199. Freitag, de« T7. August 1886. Iii. Jahrg. MnWIM» Krgiln für die Interessen der Ardeiter. 4 Der tknAj ..Ä Iß Znilscht Keich und die preußischen Kundüthe. k. Bor einige» Tage« habe» wir die Thatsache erwähnt, d». 2? schlefischer Landrath, gestützt auf alte Lerordnunge«, r"" nvitjrmtt«anorniy, gtjiuyi uui uuc vnviunuancn, Spende» von Almosen unter Polizeistrafe gestellt hat. rTiwn großen Aäwpfer für Humanitättbestrebungeu find I s«10?«»«avipser sur«pumauiiaieoeiireoungea nnc La- Kollegen auf dem Fuße gefolgt«ad haben Shn< �e Verbote erlaffe». kf. m* W den Anschein, daß et» allgemeine« Verbot � �eschenkgeben» an Arme in Preußen eingeführt wer» Wir hätte» indem Falle nicht» gegen L»*" der Staat, in deffen Grenze» solche da» Verbot, Verbote er» tttüST* �iche Verbote der Humanität und, wie ei» kouser- R,«? Vlatt fich ausdrückt, auch jeglichem Chrifienthum in» ti«« 1 wir diese Verbote lasen, fiel un» eine Broschüre kj" preußische» Landrath« vom Zahre 1883 in de« Herr» Dr. Elser» zu Wernigerode, die fich koi' wtt Bettelei und Bagabondage beschäftigt, aber die a?°? ungleich höhere» Gefichtspunkte» aulgeht, al« kpende» � Herren Kollegen gegen da» Almosen» Der@ru»Sa.km,,f, je«« Schrift ist jedenfalls ein nuina.,» iSrundgedanke � w,,.,.»»»» «llaem�.�»"gleich unausführbarer und mit den heutige» sä;:%%% an ihre d»» H wird �«ng 00« Prügel, GefSngntß, Arbeitshaus, Zuchthau», "wjiullg von Almosen ic. und christlich aber der Gedanke de« Dr. se<« mag, so ist er doch, wie gesagt, uuausführ« ��«gi�ühl nichtme���� Mensche» wirkt auch da» �der «Uder-«}* stehen dem landräthliche» Bedenke»«och ganz ..,«y®on t-Ti'811 eminent wirthschastlicher Natur«ntgege«. "»b a- Maßregel wurden nämlich die großen Städte 'F nämlich die großen Vortheile, �da» platte Laad aber, «rschrV'u�emve» Schaden habe«. Deshalb wird der � 9 auch bei keiner Partei Anklang finden, nicht ein« IseuMeton [34 Spure« im Saude. vornan von Ewald August König. :tt hatte die erste« Tänze mit seiner Braut ge» zu ihrem Sitz zurück. entschuldigen, wen» ich den«' :n E -6\ß in); '> ei» schlage, liebe«onstänze,- sagte er. wähttnd» > ej.?, l Fruchteis überreichte, da» er von dem Servir» > �Diener« genommen hatte,.ich fühle mich gewifier- ,�iUick.�dstlchtet, mich auch einmal»ach unserem Onkel Oe»r. 2ch wette darauf, er fitzt irgendwo allein in �»Uti i Ben** und langweilt fich, und doch hat er c. e6e die Einladung angenommen." die Lippe» Konstanz«»« glitt ei» spöttische» B? i'" Du so große« Gefalle« an dem alte» He««?" gesagt— ja, man muß nur versteh«», ihn stuf?. uno verderbe« dlttfe» wir«» nicht mtt ihm. �Zlu��ksamkett rechnet er uns hoch an—" »VÄ da». Werner?" »W». Haushälterin zu stürzen," scherzte er. D» das fertig brächtest V H% %*», �de�e« mir zur" Aufgäbe gemacht, also auf Wie» Tänzer» wird e«"Dir während meiner Ab» vur»!�?«Sel'»." ?'» ölt-« Tm die angrenzende» Räume und fand«nd» Odilen(Stetttt'®le 81»«wartet hatte, einsam in einer uch, immer zu finden." 3.-3 a.Ä' " erwidert« der Rentner mür» der Tabakrauch beengt mir de» hier?" nicht." mal bei den Konservativen, bei de» Gefinnungsgenosse« de» Laadrath«. Die Liberalen aber werden in dem Vorschlag« nur eine» Angriff auf die Freizügigkeit erblicken und zwar mtt Recht, da bei einem derartige« Schritte von Seiten der Vertreter des platten Lande» unbedingt eine Erschwerung des AusziehenS gesunder Arbeitskräfte au» den Heimaths» orten gefordert werden müßte, weil man von den Land« gemeinden nicht verlange» kann, die in große« Städte» und Zadustriezevtte» entnervte»'„Vagabunden" ernähre» zu solle» unter Einbuße der gesunden Arbeitskräfte. Aber auch die prakttsch« Durchführbarkeit diese» von einem gewiffen Humanitäisgefühl gelettete« Vorschlag« ist sehr anzuzweifeln. Wer soll die„Vagabunden" den» in ihrer Heimath festhalten? Oder sollen sie do,t gar eingesperrt werde»? Dan» würde da»„HeimathSgefühl" ganz eigen zum Durchbruch kommen. Und sperrte man sie nicht ein? Der Wandertrieb würde die„Vagabunden" erfassen und sie wieder au« der Heimath treibe». Natürlich würden dann Polizei und Gen» darmerie in Bewegung gesetzt, Disziplinarstrafe« verfügt, und da« Ende vom Lied« wäre eine Verdoppelung der Zahl von Polizisten und Gendarme» und eine Verdoppelung der Gefängnißanstalten. Man würde in der That durch da« Znternirungssyflem die Zahl der Ueberttetungen und Vergehe« in« Unendliche vermehre«. Außerdem aber würde nebenbei der Polizeistaat gekräf» tigt werde«. Da« allerdings mag preußische» Landräthea erwünscht erscheine», den Staatsbürger» aber, die jetzt schon mit dem Polizeistaat« trübe Erfahrungen gemacht habe«, dürfte«ine solch« Kräftigung gerade nicht angenehm sein. Man soll überhaupt«ine große Frage— und da» ist die Vagabundenftage geworden— nicht mtt kleinen Mittel» lösen wolle«; und die OrtSgememden verfüge» doch in jeder Hinsicht nur über geringe geistig« und materielle Mittel.——— Wir meine«, da« Reich soll in solcher Frage ent> scheide«. Und wen« die Entscheidung beim Reiche liegt, so soll es in erster Linie alle Partikulargesetze und Verordnungen beseitige« undlferner soll e» nicht durch mehr oder minder scharfes Eingreife« in die Freizügigkeit den Gemeinde« spezielle Rechte«nd Pflichte« auferlege«, sonder» mtt den Reichsmittel» selbst ewgreife« und der Frage in anderer Weise näher trete«. Das Reich bat daran auch selbst«w große« Interesse. Ueberläßt es die Regelung solcher bedeutende, sozialer Fragen den Einzelstaate«— das Reich kann ja gar nicht direkt mit de« Gemeinden verkehre«— so geht immer mehr der Reichsgedanke, der Einheitsgedank« verloren, mit dem es schon jetzt leider sehr wacklig aussteht. Greift aber da« Reich derarttge soziale Frage» selbst geschickt an, hält e« bei „Welches andere Gettänk würden Sie vorziehen?" „Wenn ich ew Glas Bordeaux habe» könnte—" „Zch hole e» Ahnen." „Das kann ja einer der Lakaien besorge«. „Nicht doch, ich geh« selbst." sagte Werner rasch, der fich berett« erHobe« hatte,„auf die Lakaien kann man fich nicht verlassen."_ Er eilt« hinaus und kchrt« nach ewigen Minute« mtt einer Flasche und zwei Gläser» zurück. De, alte Herr schmunzelte beftiedigt, al« er an seinem Glase ae»ivpt hatte. „Vorzüglich I" sagte er..da» ist ei» Weinche««ach meinem Geschmack, dabei tan« man'» schon aushafte«. Kehre« Sie nur zur Gesellschaft zurück, Konstanz« wird Sie ver« "�Sie weiß, daß ich bei 3h««» bin." „Und fie hat Ahne««rlaub»,ß gegeben?" „Ohne Zöger«, überdie» bin ich auch k«w leideuschaft. licher Tänzer."._.__ „3(6 Hab' nie begriffe«, wt« man daran Gefalle« fin. de» kann," sagte der Rentner kopfschüttelnd, während er sei» Glas wieder füllte und die Tabaksdose aus der Tasche hotte. „Apropos, der Baron v. Raven und seine Gattw find wohl vilbt eivaelade»?" „Sie find verreist," erwiderte Werner.„Sie«,i»«er« w ,.»sch... "TgLw,.. MMMM solchen Gelegenheiten de» Stadtpolizifleo ebenso wie de» Landgendarmen fern, packt es vielmehr da» Uebel bei der Wurzel an, indem es Arbeitsgelegenheit schafft durch Reichskolonieu in Deutschland selbst, durch Hr* barmachung des Oedlande» und Aufforstung kahler Berge te., dann macht es wieder in dieser Richtung gut, wa« die Einzelstaate» fett Zahre» gesündigt haben, indem fie die Armen und Elenden fich selbst überließe««ad nur durch Polizei und Gefangeaenhäuser eine gewisse Regelung w dw Vagabundenfrage brachte«. Da» Reich selbst würde dadurch gekräftigt werde«. E» ist auch wahrlich Zeit, daß fich das„neuerstandene Deutsch« Reich" endlich einmal und recht bald von seiner guten Lette zeigt. Bis sitzt kennt das Volk von der Thätiakeit de» Reich» fast nur eine Vermehrung der Steuer« und Abgabe«, eine ungemeine Verstärkung de» Militarismus und der Po» lizeigewalt, eine zweifelhafte„Sozialreform', während von einer Förderung der große« Gesammttateresse» de» Bürger» und Arbeiierstaade« noch wenig zu spüre« ist. Wen» da» Reich aber sich solchen große» Fragen end« lich zuwendet, so möchte» wtt rathen, dabei die inhumane» und auch die humanen preußische» Landräthe fern zu hatte«. Diese Köche«erden auch den beste» Brei verderbe«. Politische Ueberstcht. Während die EchueideriunungSmetster am ersten Tage ihres Kongresse» zumeist der Regttmng wohlgefällige Wege wandelten, schluaen fie am zwetten Tag« plötzlich einen anderen Ton an. Es handelte fich um die Beamten» konsumvereine, besonder» um den Offijierstonsumverein, und da deiselben unleugbar die Folgen haben, daß gewisse GeschäftSgewinne, die bisher den Unternehmern verbltebm, den Konsumenten, in diesem Falle also dm Beamten oder Otfifierm, dtrett zufließen, so find fie natürlich den Meistern ein Dom im Auge, die von ihrem„Recht aus Rente" felsenfest überzeugt find. Wir wollen den Konsumvereinen kein Wort der Rechtfertigung widmen, aber die Meister müssen sich hier schon dasselbe gefallen lassen, was die Ardeiter alle Taae trifft. Der Verein macht verschiedene Ge« schäftsvermittler üderflüsstg— aber thut da» die Maschine und der technische Fortschritt nicht alle Tage den Arbettern gegen» über? Und kümmern fich die Meister et«a um diese ungb verhängnißoolleren Folgen? Der Konsumverein entzieht dm Gewinn am Einkauf und an der Produkt ion verschiedener Ar» ttkel den heuttgm Geschäftsinbadem, er schmälert die Rente— aber in gleicher Weise wird der Lohn geschmälert, wenn dtt Meister durch iramd welche Einrichtungen„an Arbeit sparm." Und haben die Meister bicrüber jemals ein Wort verloren? Noch mehr: andere sollen fich zu gemeinsamem Einkauf und Sie es mir, ich sorge dafür, daß Ahnen hier der Stoff nicht ausgeht—" „Mit dieser Flasche habe ich genug— ein« Prise ge- fällig?" „Ich danke Ihnen, also Sie verspreche»«S mir?" „Zevun, sobald geh« ich noch nicht." „Uad ich werde bald wieder bei Aham sein." Werner kehrt« zu seiner Braut zurück, er fand fie um» schwärmt von junge« Damm und Herren, uad rief ihm «eckend zu, er müsse fich«ach einer andere» Tänzerin «msede», da sie für dm ganze» Abend engagirt sei. Er nickte ihr lächelnd zu uad ging ins Rauchzimmer. Hinter dem Sessel feine« Vater« stehend, sah er eine geraume Weile dem Spiel zu, dann kehrte er zu dem Rmt» «er zurück. „Meine Braut hat mich entlassm,' sagte er heiter,„fie tanzt mtt anderm, da bin ich freilich überflüssig." „Das kommt davon, daß Sie fich um mich gekümmert habm," erwiderte Gottschalk, dem die Zunge inzwischen schwerer geworden war.„Glaubm Sie mtt, die jungm Damm—" „Ach wa», mir ist e« ja so ganz lieb, wir wolle» ei» ib dies Glas zusammen trinken und diese Stund« uns nicht trübe» lassm." Der Rentner hob die Flasche empor, fie war leer. „Da sehm Sie dm echten Deutschen, de, immer Durst hat!" sagt« er. Wemer lachte und ging, ohne ei» Wort zu erwidern, hinaus. Al» er zurückkehrte, stellte er zwei Flaschm auf dm Tisch. „Bordeaux für Sie und für mich ein leichtes Mosel» weinchea," versetzte er.„Die schwere« Weine darf ich nicht trwke», fie bekomme« mir nicht." „Am Grunde gmommm Hab« ich auch genug," erwiderte der Rentner, aber er ließ e» doch geschehe», daß sew Glas wieder gefüllt wurde.„Uad wen« es Ahne» recht ist, Baron, wolle» wtt Brüderschaft trinken." „Mit dem größtm Vergnüge», Onkel, ich wagte nicht. Dir dm Vorschlag zu machm, weil ich der Züngere bi«." Ndsatz nicht vereinigen dürfen, ader dieselben Echneide'tneister, die dieser Anschauung huldigen, beschließen noch an demselben Tage, daß die Innungen sogenannte„TheilungSgeschäfte" er« richten sollen, d. h., daß fie alle Stoffe, alle Sorten von Futter und ähnliches in größeren Quantitäten auflaufen sollen, um rS dann dillig an die Mitglieder abzugeben. Ja, ist denn da« nicht daffelde Verfahren, wie bei den veamtentoniumvereinens Entziehen die Jnuungen hierdurch den lletnen Tuchhändler- und anderen Geschäftsinhabern nicht etwa auch einen Theil ihre« Gewinne«? Mit solchen einseitigen Forderungen kommt man also nicht vom Fl-ck.— Zeigte stch hierin, wie gerecht die JnnungSmeister gegen andere Mitglieder der besitzenden Klaffe find, wie fie anderen Befitzenden daS- selbe Recht absprechen, da« fie für stch selbst fordem, so konnren fie natürlich auch nicht unterlassen, auch am zweiten Tag« erneute Beweise für ihre Liebe zu den arbeitenden Klaffen zu geben. Man stritt stch nämlich in Leipzig darüber, ob die Mäntelnähertnnen zu drn VerdandSkranken- lassen ruzulaffen feien. Und da die Meinung vertreten wurde, diese Näherinnen seien besonders häufig leidend und würden also die Kassen verhältnißmäßig stark belasten, so beschloß man, von ihrer Zulaffung„einstweilen" abzusehen. Der nächste Kon- greß soll stch erst näher mit der Angelegenheit befassen. Wie rührend doch diese Fürsorge um— den Geldbeutel ist. UnM warum find denn die Mäntelnaherinnen kränklicher al« andere A.deiter und Arbeiterinnen? Doch wohl, weil die Meister fie mit Spottlöhnen abspeisen und weil die armen Geschöpfe also übermäßig lange über der Arbeit hocken müffen, um stch er- nähren zu können. Und dieselben Meister, welche durch ihren Lohndruck dai Elend wesentlich mitverschulden, dieselben Meister wollen nicht einmal die kleine Belastung der Kranken> lassen auf fich nehmen? Wenn etwaS geeignet ist, die Eym- pathien für den Handwerkerstand zu untergraben, so ist e« eine derartige nackte Jntereffenpolttik, wie fie die Innungen ver> fechten. Von dem gegenwärtige« Reichstage erwarten die Bundesregierungen in keiner Form eine Steuerer« höhung des Branntweins. Wie nochmals auf da« bestimmteste von den Oifiz'ösen verstchert wird, beruht die Nachricht von der Ausarbeitung einer neuen Steuervorlage auf falschm Mittbeilungen.— Aus diesen wiederholten Ver- ficherungen geht hervor, daß die Regierungen in Bezug auf die höhere Besteuerung deS Schnapse» iore Hoffnung auf die nächsten R�tchitagiwahlcn setzen. Diese Hoffnung aber dürste getäuscht werden, da man doch in der That vom Volte nicht »erlangen kann, fich selbst neue, drückende Steuerbürden auf- zuerlegen. Wenn die nächst«« ReichStagßwahlen unter dem seichen de« Schnapse« stattfinden, so dürsten fie ausnehmend opposttionell ausfallen. Da« ist zwar kein besonder» gute« Zeichen von der Reife eine« Volte«, weichet fich ohne Murren die höchsten ideellen Güter nehmen läßt, wiche« stch gar nicht ereifert über daS fortwährende Hinschwinden der politischen Freiheit, welche« die Achseln zuckt über vre unficheren Recht«- »erhällnlffe, über die Ungleichheit der gesetzlichen Stellung der SlaaiSbürger, welche« aber wegen einer Erhöhung der Schnapß- steuer zum opposttionellen Stimmzettel greift. Doch wir leben einmal in einer sehr materiellen Zeit und eine wir llame Steuer- opposttion ist immer noch besser alt gar keine. Nur soll man über einer solchen Opposttion bei den nächsten Reichstag«- wählen nicht vergessen, daß der Reichttag noch höhere sozial- politische Aufgaden hat, al« die Schnapisteuer zu verweigern. Die AgitatiouSkraft de« Abg. Eugen Richter wird in manchen fortschrittlichen und liberalen Blättern ganz beson- der» betont. Man hat ihn seiner Zeit sogar mit Gamdetta verglichen in Hinweis auf dessen Einfluß auf die Angestellten der Kaufmannschaft. Ein solche» Lob verdient aber Herr Richter durchaus nicht; da« zeigt sein Verhalten gegen die Organisation junger Kaufleute. Wenn wirklich jener Verein stark mit sofialistrschm Elementen durchseyr ist, wie nämlich die„Freis. Ztg." behauptet, dann müßte Herr Richter diesem Berein erst recht nicht verächtlich den Rücken kehren, sondern al« tüchtiger fottschrittlicher Agitator denselben von den sozialistischen Elementen zu reinigen und für den Fortschritt zu gewinnen suchen. Statt dessen erklärt diese» Talmi- Gamdetta» er wolle mit solchem Verein: nicht« zu thun haben und nähme keine Zuschrift von demselben auf. Da« ist die Azitationt- Manier eine« pommerschen Junker«. Wenn et unter Arbeiter« einmal»« Thätlichkeiten kommt, villleicht in Folgt von Lohnstreittgteiten, so tönnen die bürgerlichen Zeitungen da« Ereigniß niemals genug auf- bauschen. Von Thätlichkeiten unter„Besse: stluirten" schweigt dieselbe Presse aber gewöhnlich, obwohl dieselben auch nicht selten in Folge geschäftlicher Differenzrn entstehen. So erhob fich am Sonnabend Mittag unier den Fondthändtern an der Hamburger Börse ein großer Tumult. Während Einige mit Stöcken und Regenschirmen auseinander totschlugen, rauften fich Andere gegenseitig an den Haaren, wobei ein furchtbares Geschrei herrschte. Durch da« Einschreiten de« Kastellan» und der Posten wurde der Tumutt beseitigt.— Wie wäre e», wenn man ein Ausnahmegesetz für Börsenjobber schüfe? „Uasina, wa« kümmern solche Etiquetiefroge« einen verständigen Mann I Also angestoßen— BchmolUs I" „Fidneit, Onkel I" Sre leerten die Gläser, und der alt« Herr schwankte, al» er sich erhob, um dem Baron de« Bruderkuß zu gebe«. ,Zch hoffe, wir werde« treue Freundschaft halten," sagte er mft unsicherer Stimme. „Da« unterliegt keinem Zweifel," erwiderte Werner, „ich dm kein Spielverderber und für einen Freund kann ich mich anfopfern." „34 glaub'«," nickte der Rentner,„bist ei« prächtiger Kerl und hast ganz gesuad« Anficht««." „Dafür habe ich ei»e schlimme Schule durchgemacht." „Sie hat Dir«icht« geschadet. Freilich, e» war ei» gefähll'cher Weg, Du hättest ebenso gut untergehe» können." „Drüben»icht—" „Aber unter den Komödiant«», ich Hab' alle» Respekt vor dem leichtfertigen Völkchen." „Et ist«icht so schlimm, wie man'» gern« macht." „Aber immer«och schlimm genug, Du«irst mir»icht da« Gegeniheil beweise« können." „Ach wa«, O»kel. strefte« wir»icht darüber," sagt« Werner heiter, indem er die Gläser wieder füllte;„ich Habe da» Völkchen kenne» gelernt und manche« gute Mensch««. herz unter ihm gefunden. Aber wa« iß da«? E« scheint irgend etwa« vorgefallen zu sei», die Musik schweigt, die Gäste breche» auf—" „Sieh zu, was e« ist, Bruderherz, ich möchte auch auf- dreche», de« Gute« ist genug geschehe» l" Werner war bereit« von semem Sitz aufgestanden, er horchte auf da« ferne Stimmengewkr, hastig legt« er seine Hand auf den Ar« de» Onkel«. „Du bleibst, bi« ich zurückkehre," sagte«r,.wir gehe« zusammen heim." Der Rentner brummte einige Worte und griff mft zit- ternder Haid«ach dem Glase. Werner wollte eben da» Zimmer verlaffen, al« sei» Vater eintrat. „Zch suche Dich," sagte der Baron, während er durch sein Lorgnon eine» prüfende« Blick auf de» Rentner warf, von der Arbeiterbewegung. In Leipzig tagten am 24. d. die B a u d a n d w e r k e r in öffentlicher Versamm- lung. Den einzigen Punkt der Tagesordnung bildete die Er- ötterung über die Frag», wie fich die Bauhandwerker zu der litzigen Organftage verhalten, d. h. weiche Fachzeitschrift al« maßgebend anzuiehen sn. Die Versammlung wurde, ohne daß man zu einem Risullate gelangt wäre, auf Veranlassung de« überwachenden Polizeideamten vom Vorfitzenden nach etwa ein- stündiger Dauer geschloffen.— In E r f u r t fand am 23. August eine Volksoersammlung statt, in welcher Generalsekretär Mauch au« Berlin über die Hirsch. Duncker'schen Gewerkoereine sprach. Die dortigen Sozialdemokraten waren so zahlreich er- schienen, daß bei der Wahl de« Lmeaui der Führer der So- zialiflen, der au« Berlin ausgewiesme Schneider Reißhau«, zum Vorfitz'nden gewählt wurde. Al« Herr Mauch zu Angriffen auf die Sozialdemokratie schritt, entstand ein derartiger Lärm, daß der anwesende Polizeilieutenant zur Auflösung der Vöfammlung schritt.— Ueber die Verhinderung sofialdemo- kratischer Zusammenkünfte in und um Stettin berichtet die„N. S». Ztg.":„Au« Anlaß de« Umstandet, daß am vergangenm Sonntage feiten« der Sozialdemokraten Stettin« und Umgegend der Versuch gemacht wurde, am Glam« deckst« eine große Versammlung in Szene zu setzen, welche da- durch vereitelt wurde, daß die Polizeibehörde rechtzeitig Nach- richt erhielt, hat der Landrath de« Krrise« Randow nunmehr Maßregeln angeordnet, um die Veranstaltung derartiger Massenversammlungen von Sozialdemokraten zu verhindern. E« werden nämlich sowohl an Sonntagen al» auch an Wochentagen mehrere berittene und Fuß Gendarmen der verschiedenen Patrouillendezirke de« Kreise« Randow fich zu gemeinsamen Patrouillen vereinigen und die irgend zu derartigen Versamm- lungen geeigneten und auch bisher dazu benutzten Gegenden deß Randower KreifeS abstreifen.— Der Reichstag«- abgeordnete Singer sprach am 24. d. in Zürich bei großem Zudrang und begeisterter Aufnabme über die Erfolge und Ziele der Sozialisten. Nachher mmde, nach der„Franks. Ztg", eine Tellersammlung für die Opfer de» Fretberger Pro« »effi« veranüallet. Zur preußische« Etsenbahnpolttik. Der Minister Maybach ist eifrig bemüht, seine schon vor Jahren eingeleftete ANton zur Verstaatlichung der Eisenbahnen zum Abschluß zu dringen. Der„Retchtanzeiger" veröffentlicht in seiner neuesten Nummer die Anerdielungen, welche die Regie- rung acht preußischen Privatbahnen für die Ab- tretung ihrer Unternehmungen an den Staat gemacht hat. Mft der Erwerbung dieser«ahnen— e« handelt stch um die Aachen- Jülicher» die Xngermünde-Schwedter, die Berlin- Dresdener, die Dortmund-Gronau-Enscheder, die Mariendura. Mlawka-, die Nordhausen Erfurter, die Oberlaufitzer und die Lstpreußische Süddahn— würde die Verstaatlichung der preußischen Bahnen im Ganzen und Großen zu Ende geführt werden. Zn de« Poleuaußweisnnge«. In Russtsch-Polen haben die Verwaltungen der Gouvernements die Ermächtigung er- halten, den dürftigsten der au« Preußen ausgewiesenen Fa« milim, welche im Königreich eintreffen, eine einmalige Unter- stützung in Höhe von 10 bi« gegen 90 Rubel zu gewähren. Diese Unterstützungen werden au» Spezialfonds ertheilt, welche unter die Gouvernement» mit Lerückfichtigung der Anzahl der Bedürftigen vetthetlt find. Die Auszahlungen haben vor Kurzem begonnen und in den G.'enz-Gouvernement« find berett« einig« hundert Rubel verthettt worden. Die Zefuttenfrage kommt nicht von der Tagesordnung. Der„Wests. Merk." meint, daß über kmz oder lang Rom und Berlin stch über die Heimkehr der Jesuilen einigen würden. Un« kann's recht fein— e« gtebt in Deutschland noch so viele Jisuiten, daß e« auf ein paar hundert mehr odrr weniger nicht ankommt. Oesterreich Ungarn. Au« der nächsten Umgebung von Budapest gelangen an ein dortige» Blatt Nachrichten welche dahin gehen, daß in dem oberen Waitzener Bezirke der Bevölkerung eine Hungers- n o t h drohe. Der Sluhlrtcht-r de« Bezirke« habe nämlich an den Vizegespan de« Pester Komilat« gemeldet, daß in seinem Amtssprengel Kartoffeln und Mai«, zwei HauptnahrungSmittel der armen Votktschichten, noch vor dem Ausreiten zu Grunde gegangen feien, während die Einkünfte der M itelklasse, die vom Erlöse de« Weine« lebt, gleichfalls auf Rull herabgesunken seien,«eil die Reblau« die ganz« Weingegend überzogen habe — von der schlichten Weizenernte gor nicht zu reden. Der Stuhlrichier de« arg dedränglen Bezirke« bittet den Vizegespan, dersetbe möge dem Finanzminister Vm.stellungm machen, daß dieser die Steuerorgane anweise, mtt den hilflosen Leuten scho- nung«voll vorzugehen.— Da« ist wohl da« Mindeste, wa» man ermatten darf. Hoffentlich wird der Bevölkerung auch noch nachhaltiger über ihre NotHlage hinweggeholfen.— Ande- rerseit« mache fich in den Proletatterkreisen in Budapest eine grauenhafte WohnungSnoth bcmerklich. Seit z,ei Wochen defichtigt eine au« vier Mitgliedern bestehende stavli- fche Kommission bei Nachtzeit solche Häuser, von denen ei de« kannt ist, daß ste Ardeitermassen zur Wohnung dienen. Sie „die Gehennräthi» hat fich zu ückjiehe» müsse», damit ist da« Fest beendet und wir wolle«»un auch gehen." „Wa» ist vorgefallen?" ftagte Werner besorgt. .Nicht« Besondere«— eine kleine Ohnmacht, dadurch hervorgerufene Anftegung unter den Damen und Aufbruch derjenige» Gäste, die diesen Vorwand willkomme» hießen — Toilä tont! Nimm Abschied, ich erwarte Dich in der Garderobe." Werner schob seinen Arm in de» de« Vater« und aina mft ihm hinaus. „Du wirst wohl allein heimgehe« müsse»," sagte er mft gedämpfter Stimme,„ich habe dem Erbonkel versprochen, ihn«ach Haus« zu bringe«; angeaehm ist da«»icht, aber Du weißt—" „Sehr wohl, dann sei so gut und halte mich auch nicht länger auf." Werner drückt« seinem Bater die Hand und trat rasch auf eine» Diener zu, der ihn zu erwarte» schien und der in der That de» Auftrag hatte, ihn zu suche« und in« Familienzimmer zu führe«. Konstanze und Verena waren untröstlich über diesen plötzlichen Abbruch de» Feste«, ihre bitteren»eußerunge« über da« Borgefallene ließe« Werner erkennen, daß fie die Ohnmacht der Mutter nur für eine Komödie hielte». Der Geheimrath fand fich»ach einige» Minute» au» ei«, er hatte Ferdinand gebeten, die Pflichten de« Hausherrn bei den letzte» Gäste», die auch schon zum Ausbruch rüstete» zu übernehmen. �' So thetlnehmend und besorgt er fich auch zeigte, einige Bemerkungen, die ihm unwillkürlich entschlüpfte«, bewies«, doch, daß e, innerlich seiner Gattin grollte.' Werner konnte nur wenige Wort« mft ihm wechseln da« Versprechen, welche« er dem Onkel gegehe» hatte, zwana ihn, Abschied zu nehme«, und man macht« auch keine» Ver. such, ihn zurückzuhalten; die Dame» waren«icht in der hat dabei kleine Zimmer gesunde», in denen 12 bi« 24 Personen auf der Erve zusammengekauert die Nacht durch schlafen. Viele Kellerwohnungen mußten so'ott auSg-leert werde». 28 HauSbesttzer wurden mit Geldstrafen von 5 bi« 10 Gulden belegt. Die unsittlichen Annonzen, welche die Rückseiten der Wiener Blätter zieren und selbe zu reinen Kuppeleianftallen machten, haben die Behörden zur Einschreitung veranlaßt. Z# erste Chef der Wiener Staatsanwaltschaft ließ sämmtlich« dakteure zu fich rufen und erklärte ihnen entschiedenst, daß in Hinkunst all: unfittlichen Ankündigungen aui d'r Presse ver« schwinden müßten, widrigenfalls er mit KonSfiSIaiton jede» Blattei, welche« die Weisung nicht befolgen sollte, vorgeht» werde. Rußland. Die Judenausweisungen au« St. Petersbmt sollen, wie der„Russkt. Cur."«rsähit, demnächst in giöß'reo Maßstade betrieben weiden. Man spricht nämlich in Zeit viel davon, daß die Juden aut den Dienstlisten säm«' ttcher Administrattvdehörden, wie wir auch säo» ausgeführt haben, ausgeschlossen werden sollen und daß diele Maßregel gleichzeitsg auch auf alle Pttvatinstitutionen, in denen Juden angestelli find, ausgedehnt werden soll. Femer hat � Siadthauptmann bemerll, daß die zum Aufenthall in der Ae< fidenj berechiigten jüdischen Handwerker in ihren Wm- stuben rusfische Arbefter haltcn und selbst nur die Areeit» beausstchtigen. Zu dieser Kategorie gehören verschiedene Was«' anstalten und Handlungen fettiger Kleider. Letzter» find«w mit Werkstuben verbunden, in denen auch auf Bestellung ge»' bettet wird. Außerdem giedt eS in der RefiZenz viele JaW- die zwar!ür Handwerker gelten und als solche verzeichnet fl1*' aber persönlich nie irgend welche Arbeiten ausführen.?«»» sollen alle jüdischen Händler, welche auf den Märften ur- Straßen handeln, ausgewiesen werden. Endlich soll dai 9#� werleramt aufgefordert werden, di-jenigen Juden, welche ew" Zunft beizutreten wünschen, in Bezug auf ihre Sachkenntnv strenger zu prüfen und unter keiner Bedingung zuzulassen, Juden Äeikftuben mft orthodoxen rusfischm Handwerkein fitzen. Eine Ausnahm« soll nur für diejenigen Juden stalw' sein, welche den orthodoxen Glauben annehmen, doch solle»" beim Dienst in Administrativ de Hörden, in welchen mit% Ausweisungen der Anfang gemacht werden soll, Rang gr Würden nicht erhallen, noch auch berechtigt sein, ia ministrativwesen die Leiiung und Verwaltung bestimmter gelegenheiten zu übernehmen. Diese Maßregel'-st- L „Ltrsh. Med. zufolge, durch dm Umstand hervorgeru'«'--j die Zahl der jüdtschm Restdmzbevöllerung fich derellS � 50000 belauft.— Der Antisemitismus blüht offen Rußland. Belgien., „Man kann in unseren Zeiten nicht Politiker((%, Sozial Politiker zu werden.... Auch die bclffa Katholiken haben vielfach vergessm, daß außer drtfV frage noch eine Magenfrage lxistirt.... Et bedurst� erschreckenden Ereignisse in den Lütttcher und HenNv. Jnduftriebettrken, um die Gemüther aufzurütteln So ungefähr littet ein katholisches Blatt, die-%# Volks-Zeitung", eine Betrachtung über den belflU?,� BifchofS-Kongreß ein, der Ende September in � � stattfinden und fich ausschließlich mit der sozialen schäftigen soll. Damit, schreibt die Wiener»Deutscht� � ist die bisherige Unsähigkett der belgischen% sozialen Frage gegenüber zugestanden. Ader�nunmch�$ S von ihnm im ___«der aunmcbr lurmschritt gelöst werden. Schon O01" ßii Gastlichen Belgiens auf ihren Pastoralveisammlung*» � Fragen eingehend zu erörtem: welches die Ursachen der F. y! Frage, die Mittel ihrer Lösung seien und welchen Anlh � Kleru» an letzterer nehmen müsse. Daß find aber n � Vorderetiungen. Die Lichter der Ultramontanm die Bischöfe von Lüitich und Tourr.ay, Senatoren,»» � nett und andere tresfl'.che Männer werden fich ta»»'»7 yp sagt, End« September tn dem hauptorte der Borinag � einigen und in drei Sektionm, sowie binnen � � M schlüsfig machen über daS, wa« Belgien von aller foiwf" g# befreien kann und muß. Man wird fprechm wn rung der höheren Klaffen, der veschränkunz de« Lux K» von der Bekämpfung deS liberalen Fr-imaurerlhumS;.. ß? duttionS und Konfumoneinen, sowie von kathomw derterverdänden, auch von SuSwandrrung und" ,? BVi � von staatttchen ArdetterveificherungSkaffen sowohl,<»•«. w Sonntagtruhe— zur Ecmöalichung der Sonntags»�,/ den Aldciter— von der Beschränkung der ArdeuB./ Nachtarbeit, der Frauen- und Kinderardett. schließlich jrf AlkoholitmuS. Vielleicht werden auch noch ein oder» Bzegeben, wenn die soziale Frage tn vterm nicht»"p# elt zu dringen ist. Denn„praktisch" soll auf vorgegangen werden— daS ist der ausgesprochene sozialm Bischofs Kongresse«. Am interessantesten»%# die Debatten dtffclden zu werden. Sie geben o0ta%;iK Gelegenheit, noch öfter auf die plötzltchm lozialrefo.w� Anwandlungen d-S belgischen Kleru« zurückjukomrne»�«--" „Da« nennt man zu tief in« Glas blicken/ jff er mft unsicherer Stimm«,„kann«ich der Z«ft*.. «rinntt», da e« mir zuletzt begegnete." „Und wa« liegt daran," scherzte Werner.. einen Rausch gehabt, der ist fern braver Man».... r „Sing,»icht, Bruderherz ," bat der ängstlich,„da« fehlte noch, daß un« die RachwW steckte» I". „Keine Furcht!". „Na, no, die machen wenig Umstände; 9a" Glätche« zu viel, wie?", „Kann sei« I"„ toH'jt .Versteht fich,«an muß die Feste feiern, wiest � M lallt« der Rentner,„aber da« graue Glend morg �> Du wa«, Bruderherz? Du kommst morgm* Jpvi* Rest soll un« ei» Katerfrühstück Vorsitzen, da« st-? 0 hat. Augmommm?' u, .Mft Vergnügen.". w.* ß*U lügst Du sitzt auf dem Pflaster. Weißt Du, macht meiner Frau Echwägett»— Don» schläfrig«ich de, Wein gemacht hat." .Du glaubst nicht an diese Ohnwawmer z me» selten in Verlegenheit." � 0 kein« ruhige Stund« mehr." „Kannst st« j« entlaffe» I" Der Rentner blieb stehe«. starr an, dann holte er die Doss al« u.b feine» V Wn auch von ein« RückwSrttrevifion d« sozialen Fraze wichen. Nach allm ihren Traditionen wird die GeistlichkÄ m Belgien stch ,u nicht» And«em, als zu einer solchen aufschwingen können. H» l l«» d. Sin wichtig« Segenstand, schreibt man der Münch.„Alla. Mtuna", wmde in d« Kammer von 11 Abgeordneten sammt« "4tt Parteischattimngen, Herrn Goeman Borgefiu» von d« vorgeschrittenen Linken an der Spitze, zur Sprache gebracht, in» vem dieselben, vermuthlich durch da» Beispiel de» benachbarten Belgien«muthigt, den Antrag auf E-nennung eine» Au»- schuffe» einbrachten, welcher eine Untersuchung über �srArbeiterverhältnisse eröffnen soll, undzwarhin- nchllrch 1) d« Steuerung der Arbeitsüberhäufung und 2) d« Einrichtung von Fabriken und Werkstätten mit Rückficht auf «ie Sicherheit, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Ar« , Knttagfiell« find zwar überzeugt, daß die ver- »n«te Untnsuchung die sozialen Berhältniff« nur theilweise de« »uchten kann; fit meinen aber, e» thue noth, wenigsten» einen Mang zu machen und mit Rückstcht auf die Dringlichkeit d« Untersuchung dieselbe inn«halb gewiff« Schranken zu halten. «ußerdem soll stch die beantragte Untnsuchung noch dadurch »°nd» belgischen unterscheiden, daß dieselbe ausschließlich Per- lonlichkeiten anoertraut wnden soll, die dem Parlament ange« boren.(Dann würde kein Arbeit« betheil gt sein.) Die Kam« «er beschloß ohne Abstimmung, den Antraa den Rbtheilungen tUjuwlisen. In Folge Veffen hat stch die Regierung veranlaßt Wehen, die Verwirklichung ihr« Abficht, die Ergreifung weiterer Maßregeln zur Beschränkung der Kinderarbeit, biS nach -Vollendung d« Aufgabe de» gedachten UntersuchungSauS« Ichuff«» hinauszuschieden. Buch haben die Kamawrabtheilungen vi« Anträge der Regierung zur Abänderung der Verfaffung, namentlich mit Bezug auf da» Wahl: echt von neuem in «itoägung gezogen und die Regierung aufgefordert, der Kamm« nächsten» neue Vorschläge hinfichtlich der Lösung dies« Frage i» unterbreiten. $ rdtttreich. Die Pariser Zeitungen beschäftigen stch fast au»schlitßlich wn dem von den Abgg. R. Duval und Lepoutre entworfenen Programm einer Fraktion„VerfaffungStreu« Konservativen" % ehr«„Republikanischen Rechte n". Fn d« E»ubl. Frangaise" führt Spuller aus, daß diese von seinem mde Ferry vorhergesagte Entwicklung nicht ausbleiben »b'4 und mein« Gewohnheiten— Sapperment, da i* schon vor dem Hause?' V» h-st doch die Schlüssel?" Hürlich_ alle.' *34 w«d« öffnen, gieb mir den Hausschlüssel." seines» �»hl«" brummte d« alte H«r. während et in �'4en suchte,„ab« Lärm wird'« geben, dann kommt LK&«nn,n—" "34 bleib» bei Dir. bi» Du im Bette liegst." 'Slr l' B»ud«h«z, wenn ich«st m meinem Schlaf- ae'»achh« finde ich mich schon tut echt.' .'Z". ich bringe Dich hinauf." �t.15 deinen Lärm machen!" sagte b« Rentner, der . Schlüssel gesunden hatte. % ii*'. öffnete und bugfirte seinen neuen Freund so ».'»* Haus hinein. Astert,„ Sätw ging e« freilich nicht ab, d« alte He« L E.>.j?4 zu gnäuschooll die Trepp« hinauf. %ab,7»««n fie oben, fie traten in* Wohnzimmer, he..»Ruh}»» keüthzenb au» dem Schlaf auf. 'sch ö. Zakob I' nef d« Rentn«.„Dort auf dem L, E» JäL0"ße|ü"btl ist-" S Hwar, bSe eine geraume Weile, bi» die Kerze brannte, Perle bei w �4 die, übernehmen, und jetzt schien " blösii* 1 R'Ntne»« wied« da« schlummernde Miß- fie ihnen mit Recht den Prei» für ihren Vnrath vttweigem werden. Wa» un» betriff», so werdtn wir, wenn die Ma»tm gefallm find, den Vortheil haben, einer klaren Lage gegenüb«- zustehen. E» werden vielleicht 20 bi« 30 Monarchisten mehr in der Kammer fein, ab« die republikanische Mehrheit wird imm« die Mehrheit bilden, und, von den ehrgeizigen Fntri- ganten befreit, welche fie unaufhö stich spalteten, wird fie wieder stark und einig dastehen, wie zur Z:it de» 16. Mai. Stch Ler- räth« vom Halse schaffen, ist schon viel Werth: ad« fie unseren Feinden gar noch anhängen, ist ein unnhoffter Gewinn."— Da»„Evönement" findet befriedigend, daß Konservative zwei Monate nach Verbannung der Prinzen einsehen, daß e» ge- fährlich ist, gegen die Republik anzukämpfen. Die Statistik üb« die Bevölkerung Frankreich» während de» Jahre» 1885 zeigt einen Zuwachs im Vergleich mit dem Jahre 1884. Allein diesen Zuwachs verdankt man nicht einer größeren Anzahl von Geburten— e» find im Gegenthstl deren weniger ai» im vorh-rgehenden Jahre—, sondern ein« ansehnlichen Abnahme d« Sterblichkeit. G r o h b r i t»«« i e«« Ein fast unerhört« Wtdnstanv wurde in den letzen Tagen den Pächterau» treidungen auf dem Güt«!omplex de» Marqui» von Clanricarde bei Woodford im Kreise Galway (Irland) entgegengesetzt. Ungefähr 1000 Polizisten find in Sotumna versammelt, welche fich jeden Morgen nach dem chauplatz der Austreibungen begeben. Die«ste Exmission fand am Donnerstag in Kllnawaüy statt. Als die Polizisten dort ankamen, fanden ste 500 Personen versammelt, die auf Da» Leuten der Kicchenglocken herbeigeströmt waren. Die Be- amten brauchten drei Stunden, um in da» verrammelte Hau» zu dringen Während der Arbeit wurden ste mit kochendem Kalkwaffer begoffm und mit Schief« beworfen. Das Volk nahm ihnen mit Gewalt die Brecheisen fort. In Drumrumrin, wo eine andere Austreibung vollzogen wurde, war d« Wider- stand so groß, daß Beamte und Polizei unverrichtet« Sache nach Portumna zurückkehrten. Am folgenden Tage war die Brücke über den Fluß, welche ste benutzen mußten, abgebrochen. — Man steht hinaus wieder, wie unhaltbar die Zustände in Irland find. Sämmtlichen Arbeitern in den Kohlengruben zu LIevynypta im Rhonddathale, Eigenthum der Herren Hood und Ko., stnv ihre Kontrakte mit dem Ende dieses Monat» gekündigt worden. Bleichzeitig haben fie zu dies« Zeit die von ihnen dewohnten, der Firma gehörigen Häuser zu v«- lasten. Die Anzahl der von dieser Maßregel betroffenen Ar« bell« ist ungefähr 1600. Jt al Ien* Von Neujahr 1886 bis zum 1. August, also innerhalb 7 Monate erreichte d« Import Italien» die Höhe— in Geldwerth ausgedrückt— von 800% Millionen L., während er im vorigen Jahre die Summe von 825 Millionen L. in der- selben Zeit«gab; demnach ergiebt stch ein Minu» von 24% Millionen L. D« Export detiug 589% Millionen L., im vorigen Jahre im entsprechenden Zeiträume 537 Millionen L., demnach ergiebt stch ein Plu» von 52%. Der Gelammtumsatz, Import und Export zusammen,«gab demnach 1390 Millionen Lire gegen 1362 Millionen L. in dm ersten 7 Monaten de» Vorjahr», demnach ein Pius von 28 Millionm L. Balkchnlander. Nach einem Berichte au» Pest soll in Serbien eine mächtige Bewegung gegen den König Milan im Zuge sein. Der König hat es Venn auch nicht für rathsam gehalten außer Lande» zu gehen und dem Grafen Zichy teiegraohisch mitgetheilt, er müffe in Folge der bulgarischen Reoolunon die deabfichttgte Reise nach Pest aufgeben. Amerika* Heb« Di* Cutting'sche Angelegenheit wird au» New-Vorl unterm 22 d. gemeldet:„Der oberste Gerichtshof in Mexiko reoidirte am Freitag den Cutting'schen Fall und entschiev, daß. während da« Urtheil ein gehörige» sei und auf gesundem Gesetze dastre, Tulling doch eine hinreichende Strafe «litten habe. Er soll demnach nächsten Freitag auf freien Fuß gesetzt werden. Die ihm auferlegte Geldbuße wird ebenfall« erlaffen. Diese» Erkenntntß läßt den internallonalm Statu» der Frag- unverändert, aber gestattet derm Lösung durch diplo- matische Unterhandlungm. Asien. In Folge der drohmden Natur de» russischen Vor gehen» in Port Lazareff, da» vondemTsung«Li'Brmen für die chimfischm Interessen in Korea al» bedrohlich erachtet wird, hat die chinesische Regierung beschlossen, al» Vor fichtSmaßreoeln eine Expedition dorthin zu senden. Die bnttsch. indische Regierung hat 15 Dampfschiffe zum Truppentransport nach Birma gechartert. Nachvem stch da» Vorhandensein von Petroleum» quellen in Ostindien und namentlich in Java und Sumatra al« ziemlich sicher herausgestellt, hat der holländische Kolonien minist« den Mineningemeur Stoo? beauftrazt, fich nach den V«einigten Staaten und Canada zu begeben, um fich mit der »w;* erwachen. fragte «So, Br«d«H«z, jetzt geh' heim,' lallte er,„schließ die Thüren hrnt« Dir zu." „Soll ich nicht vorher Dich zu Bette bringen? Werner. „Kann ich allein besorgen, gute Nacht." „Gnte Nacht," erwiderte Wern«,„bi» morgen i" D« Rentner nickt« zustimmend und sah ihm nach, wie er da» Zimmer»«ließ, er blieb stehen und horchte,«st al« « hörte, daß die Hausthür zugeschlagen wurde, die dadurch — wie« wußte— von selbst in» Schloß fiel, ging« in sein Schlafgemach und schon nach wenig Minuten lag« in tiefem, festen Schlaf—— (Fortsetzung folgt.) An« Ann» und geben. Et«(grab stein konfiszirt. Vor einigen Tagen wurde in dem Mar kr flecken Langenderg bei Gera ein Grabstein kor- fiizirt. Derselbe war von dem Bat« ein« jüngst verstorbenen jungen Frau derselben gesetzt worden und wurde auf Antrag de» Ehrmann» der Verstorbenen konfllzkt, weil« nach der Behauptung de» letzt«en in stenographischen Schristzügen eine Beleidigung de« Manne» enthielt. Au» einem Eerichtsfaale wird folgende Humoreske«- zählt. Vertheidiger:„Meine Herren Geschworenen! Von Euch ist zwar Einer dümm« al» d« And«-, ad«.. Prästdent: „Herr Justizrath, ich werde höheren Orte» Bericht erstatten." Vertheidig«:„Meine Herren Geschworenen! Von Euch ist zwar Ein« dümm« al» der Ander-, ab« trotzdem will ich einen Schnaps mit euch trinken. Mit diesen Worten trat, wie Sie au» den Akten eine» fiühnen Proieffe««sehen werden. d« Angeklagte� im Jahre 1881 in die Wirthsstude der Frau "'ueberall Gift. Fortdauernd gelingt e» den Shemikern, in diesem und jenem viel denutzten Rabrung». od« Genußmitttel die Anwesenheit gefährlich« Giftstoff« nachzuweisen und damit Die Ursachen manch« räthfilhaften Eltrankung»fäUe aufzudecken. Wie valland lürzlich gefunden, bilden sich giftige Alkaloide im Mehl, wenn daffeide läng«e Zeit bii�mch in Sackm aufb«. bewahrt wird. Wenn man solche» Mehl mit Aeth« dehandelt und den ätherischen Auszug der Verdunstung übttlaßt, so Ausbeutung d« dortigen ähnlichen Quellen vertraut zu machen._ Gerichts-Ielwng. Köl«, 24 August. Die„Köln. Voittztg." ist wegen Be- leidigung de» Ministers v. Goß!« zu 300 M. Geldstrafe ver« urtheilt worden. Zu dem Urtheil erhält die„Frkf. Ztg." üb« da» Reat folgenden interessanten Ausschluß:„Von dem unter Anllage gestellten Artikel haben nur zwei Stellen einen delei- digenden Inhalt. Die erste ist die, wo von dem Minister von Goßler gesagt wird, möge nun er noch auf dem Ministerstuhl fitzen oder„ein and«« Faden von der gleichen Nummer" in Gebrauch genommen sein. E» mag sein, daß, wie der Angellagte behauptet, vie hervorgehobenen Worte, welche in einer Zeitung mit Anführungszeichen Ledruckt find, die Redewendung eine» Andern, vielleicht de» Reichßkanzl«», darstellen, und es kann ebenfalls dahingestellt bleiben, ob fie da» erste Mal unter Um- ständen und in einem Zusammenhange gebraucht worden find, wodurch jede Kränkung ausgeschlossen wurde. In dem Zei» tungsartilel. um welchen e» stch hier handelt, find jene Worte nach dem Zusammenhange de» Absätze», in welchem ste vor» kommen, offenbar zu dem Zwecke gedrauchi, um die Gering- schätzung de» Minister» auszudrücken, und da» stellt eine Be« leidigung dar, wilche nach§ 185 de» Strafgesetzbuchs zu be» strafen ist."(Bezüglich der zweiten Stelle wird der Bewei» ein« Beleidigung als nicht erbracht erachtet.) Da» verurthellte Blatt bemerkt dazu:„Als der Herr kultutminifter am 31. De« zemb« 1885 w-gen zweier Artikel d«„Köln. Volliztg." Straf« antrag stellte— dieselben waren gegen die berüchtigten A-» tikel der„Kreuzzeitung" in Sachen de» Paderborn« Studien- «lasse» gerichtet, und fast ein halbe» Jahr zuvor, nämlich am 8. und 17. Juli 1885, erschienen— hat er stch wohl nicht träu« men lasten, daß der verantwortliche Redakteur der„Kölnischen Volkszeitung" gerade über diesen„Faden" stolp«n werde. In der V-lnehmung de» Angeklagten— der Vernehmungsbeschluß datirt vom 16. Januar, al» der erste Artikel bereii» verjährt war, und bi» zur Verjährung de» zweiten nur noch einige Stunden fehlten— ist von ein« an dieser Stelle an« genommenen Beleidigung gar keine Rede gewesen, in d« Anklageschrist eben so wenig, und sogar in der öffentlichen Verhandlung fiel e» dem Herrn Staatsanwalt nicht ein, hier eine Beleidigung de» Kultusminister» zu finden, obwohl« in einem theilweise sehr lebhaften Plaidoyer nicht weniger al» zwei Monate Gefängniß beantragte, und dabei sogar vie Anficht vertrat, bei ver StrafauSmeffung sei der oerjährte Artikel in Anrechnung zu bringen. Ganz beiläufig wuroe der Ange- klagte durch den Herrn Präfidenten befragt, weshalb die Worte „ein ander« Faden von d« gleichen Nummer" in Anführung»« zeichen ständen; ste wurden al» ein Dtklum de» Fürsten Bis« marck über Herrn v. Puttkam« bezeichnet, welche» Jahre hin- durch in Tausenden von Fällen anüandilo» wiederholt worden sei. Neuerdina» ist allerdings in Abrede gestellt worden, daß d« Herr ReichSlanzl« fich diese» Vergleiche» bedient habe; ab« man kennt diese namenlosen Dementi» nach so und so viel Jahren. Weder Staatsanwaltschaft noch Vertheidigung kamen darauf zurück, und al» schließlich eben wegen dieser Worte und ausschließlich w-gen derselben die V«urtheilung erfolgte, dürfte stch d« Herr Staatsanwalt nicht weniger gewundert haben al» andere Leute. Hätte die Vertbeidigung überhaupt geahnt, daß just an diesem Frden die Ehre de» Herrn Kultusminister» hänge, so würde fie selbstverständlich gellend gemacht baden, e» handele fich lediglich um ein harmloses Zitat, einen Schmuck der Rede, die Wied«holung eine» geistreichen Witzwortei de» Reichskanzler». Aber die Erkenntniß kam erst mit dem Urtheil»« spruch, mithin zu spät. Nun, vielleicht ist mit 300 M. und den Kosten die Moral von der Geschichte nicht zu theu« bezahlt, die wir in da» Gewand einer Mahnung an unsere Kallegen einkleiden wollen: Hütet euch vor den Worten de» Reich»« kanzl«»; denn wa» Milch ist in seinem Munde, wird Galle in euerm." Metz, 21. August. Ein eigenthümltcher Fall von Bigamie beschäftigte heute die Ferien- Strafkammer deShicfizen Landgericht». Im Jahre 1878 verh-iralhete fich der jetzt 33 Bahre alte Heizer Grelle au« Diedenhofen mit einer gewissen ach. Merz au» Zabern i. Elf. Letztere war jedoch eine lüder« liche Person, die ihrem Mann verschiedene Male davonlief, auch mit anderen Männern Umgang pflog, so daß fie in Zaber» unt« Sittenkontrole gestellt wurde. Die» verleidete Grelle den Rufenthalt in den ReichS.'anden, er kehrte 1882 in fein Gt« burttland vraunschweig zurück und ließ seine Frau in Zabern. Spät« jedoch sandte er ihr Reisegeld und wollte ste nach« kommen lasten, doch verwandte die Frau dasselbe zu ein« Reise nach Nancy, um fich dort in ein öffentliche» Hau» aufnehmen zu lasten. K., der die» hörte, suchte seine Frau in Nancy auf, um fie zur Rückkehr zu bewegen, später will« geböri haben, daß seine Frau gestorben sei und er heirathete im Jahre 1884 zum zweiten Male in Di«denho,en. Diese zweite Che war glücklich, bi» G. im Jahre 1886«fuhr, daß seine«st« Frau m Nancy noch lebe, er suchte fie dort auf und fand fie mit einem Andem zusammenleben', an. Er wurde dieserhald wegen === Waff« gemischt, liefert« einen Teig, der für Sperling- ein tödttiche» Gift bildet, sobald da» Mihi, au» dem der ätherische AuSzug hergestellt wurde, mindesten» IV, Jahr all ist: frische» oder nicht so alte» Mehl giebt keine giftigen Produkte. Al» deren Quelle glaubt Balland die Wirkung dct Getreides«« mente» auf den Kleber ansehen»u sollen und« betont, wie schon früh« Parmentier, die Gefährlichkeit der Vermengung alter Mehloorräthe im Heerwesen. Eine andne Entdeckung de- zieht fich auf da» Speise Ei», welche» au» Sahne hergestellt wird. Wie die amerikanische Zeitschrift„Science" miitheilt, find in letzt« Zeit zu wiederholten Malen Personen in größ«« Anzahl nach dem Genuß von solchem Gefrorenen erkrankt. D« dekannte Professor Vaughan hat nun einem derartigen Falle nachgeforscht und in dem Ei», welche» die Krankheit hervorrief. Tyrolcxcon od««äsegift entdeckt. Dies-» Gift hat Vaughan vor einiger Zeit im Käse entdeckt, der giftige Eigen« schaften zeigte und ihm dah« zur Untersuchung übergeben woiden war. Ob diese» Gift auf die Wirkung von Bakterien zurückzuführen ist, od« od e» rein chemische« Produkt darstellt, ist noch nicht festgestellt, aber e» ist ein neuer vereei« für die Möglichkeit, daß Milch, ob nur infizirt oder in Zersetzung be- griffen, al» Krankheitserreger wirken kann, und e» ist nicht ausaeichloffen, daß mit Durchfall«rbundene Kranlheften, wie ste m dm Sommermonaten unt« dm Kindem so häufig auf- tretm, mursacht oder wenigsten» verschlimmert werden durck Milch, welche Tyrotoxlcon mthält. Romavttt. Stne nahe Verwandte de» französischen General« Faidherbe, ein schöne«, junge, Mädchen, welche« im wandie. Die junge Dame zeichnet prächtig und e« fiel Nie- mandem auf, daß fie am frühen Morgen Promenaden machte, um Skizzen zu sammeln. Ende Mai wird fie plötzlich mmißt. k>aß fie da» Opfer eine» Verbrechen» geworden, und hörte«st nach einigen Tagen und Wochen nammloser Angst, daß da» Fräulein mit einem jungen Lauem nach England entflohen sei. Wetter fehlte jede Nackttcht dt» zum 2' u- M.; an diesem Tage kam d« junge Mann, d« fich zum Militär stellen mußte, mit seiner hübschen Frau in dir Rormandie. erzählte, daß fie in England Hochzeit gemacht und daß seine Frau ihm versprochen habe, keineswegs mit ihr« Familie nach Patt« zurückzukehren, sondern in der Hütte seiner Eltem zu verbleiben, bi» er seiner Dter.fipflicht aenüat habm würde. H a K Eingchuns einer Dovpeleh« unter Anklage gestellt und hatte fich heute vor der VKafkammer»u verantworten. In Anbetracht der oben geschilderten VerhäUniffe wurden dem G. mll- drrnde Umstände zuerkannt und die geringst« Strafe— sechs Monate TefLngniß— über ihn verhängt. Die Sache ist damit in sofern noch nicht beendet alS die Staatsanwalt« schast die UngiltigkeitSerklärung der zweiten Ehe beanttagen wird._ Soziales u«d Arbeiterbewegung. hft. Die diesjährige« Berichte der deutsche» Fabrik« Jnspetiore« sollen, wie wir schon mehrfach berichteten, in ver« änderter Form zur Veröffentlichung und»um Vertriebe gelan« gen. Um den bisherigen Preis von 15 M. auf 5 M. er« mähigen und dadurch einen größeren Absatz der Berichte er« zielen ,u können, will man, heißt eS, den Inhalt der Ver« öffentlichung nicht unerheblich einschränken, dafür aber denselben systematischer ordnen. UnS will S bedünken, als od man da« mit den deadstchtigten Zweck leicht verfehlen könnte. Wohl mag durch die gedrängtere, systematischer« Behandlung deS Stoffes srwe Ueberfichtiichteit gewinnen; ob aber die Ver» kürzung seines Umfanget nicht gerade die Vollständigkeit der« enigen T>at«-n beeinträchtigen dürste, welche die Arbeiterlag« am larsten und deutlichsten illustriren, ist eine wohl aufzuwerfende offene Frage von allergrößtem Gewichte. Sollte fich, so wie- der holen wir, demgegenüber nicht weit wehr der thunlichst billig zu berechende Einzelverkauf der verschiedenen in ihrem bisherigen Umfang« ungeschmälerten Sinzelberichte empfehlen, der auch den zu solchen Auslagen finanziell am schlechtesten auSge» rüstiten Arbeitern die Anschaffung und Lestüre der Bericht« er- möglichen würde k Gerade für die Arbeiter ist«S von größtem Jntereffe und von höchster praktischer Bedeutung, wenn fie fich durch genaues Studium der FabrikinspestormSberichtS über den Werth derselben ein eigenes Urtheil zu bilden ver« möchten. Zu« Uukallverficheruug. S« beginnen bereits Klagen über daS UnfallverstcherungSgesetz in die O-ffentlichkeit zu dringen. So demerkt der Bericht der Elberfelder Handelskammer:„In der plastischen Behandlung machen diejenigen Fälle große Schwierigkeiten, welch« nur zu einer rorüdergehenven oder einer theilwetsen Srwerdk unfähig« keit räch Abschluß de: dreizehnten Woche Veranlaffuna geben. Hier ist das durch daS Gesetz vorgeschriebene umständliche Ver« fahren, betreffend die Feststellung der Entschädigungen, ebenso schwerfällig in der Handhabung, wie eS äußerst schwierig er« scheint, den richtigen Maßstab für die Dauer und die Höh« der zu gewährenden Beihilfe zu stnden. zumal in diesen Fällen der Simulation der Verletzten behuf« Erzielung einer möglichst auSgledigen und für eine möglichst lange Dauer zu demeffenden Rente am leichtesten Thür und Thor geöffnet find. Die Um- ständlichkeit de» vorgeschriebrnen Wege» der Rentenzahlung an den Verletzten in den erwähnten Fällen, sowie die Schwierig- keit einer fortlaufenden Rontrolr dürsten dahin führen, die Fürsorge für denselben während der Dauer de» Heilverfahrens zumeist den Krankenkaffen zu übertragen, in welchen der de« treffende Arbeiter bereit» während der ersten dreizehn Wochen seine Pflege gesunden hat." Hoffentlich sollen die stranlenkaffen aber nicht auch noch die Kosten hierfür tragen, da fie durch die drei zehn wöchentliche Karenzzeit heute schon über« lastet find. St« recht arbeiterfreundliche» Vorgehe», welches ver« dient, der Oeffentlichkest übergeben zu werden, zeigt fich darin» daß in Wilhelmshaven ew Unternehmer bei dem Bau der neuen Hafeneinfahrt jür jede Marl Vorschuß, welch« er einem Arbeiter giedt, 5 Pt. Zinsen berechnet. Die ArbeUer erhallen dort nur alle 14 Tage Lohn und kommen deshalb häufig in die Lag«, Borschuß verlangen zu müfien; namentlich ist die» meisten» bei den Arbeitem, welche von auSaärt» hier zugereist kommen, der Fall und liegt in dieser ungerechtfertigten Profitmacheret eine Inhumanität, welch« auf die Unternehmer kein günstiges Acht wirft. DaS Gesammtergebnitz der krtmiual-ftattsttschen Er« hebungtv für da» Jahr 1882 ist in Oesterreich ein erfreuliche» im Vergleiche zu demjenigen dri Vorjahre». Die Gejammt- zahl der Personen, welche Verbrechen begingen und deshalb verurthellt wurden, ist nach der Wiener„Deutsche Ztg." von 32 588 im Jahre 1880 und 3469 im Jahre 1881 auf 32092 im Jahre 1882 gtsunten. DaS ist eine besonders erquicklich« Erscheinung deshalb, weil man mil Recht hatte veimuthen können, daß die seit 1879 ungeschwächt wüthende WUthschastS- kttst» mehr und mehr widerstandslose Opfer au» den unteren und mittleren Klaffen in den Abgrund de» Verbrechen» ge» rissen Hab«. Schnellte doch in Folge de» Krachi von 1879 die Krimirr alziffer innerhalb eine» Jahre» sokort von 29 043 auf 32688! Statt dessen von 1881 auf 1832 eine Abnahme von etwa 5 pEt.! Zu voller Deutlichkeit kommt jedoch diese ab- steigende Entwickeluna erst, wenn man fie mit dem Wachsen der Bevöllerung in Beziehung dringt. So berechnet, entfiel im Jahre 1880 durchschnilttich auf 669, im Jahre 1881 auf 662, im Jahre 1882 dagegen erst aus 695 Bewohner der im ReichSrathe vertretenen Königreiche und Länder ein wegen «ineS Verbrechen» Verurtheitter. Wir haben ei also nicht bloS mit einer absoluten, sondern auch mtt einer verhältnißmäßigen Ab« nähme der Verbrecher zu thun. Der Anthetl de» Weibe» an der Summe de» verübten Umechte» blieb sich seltsamerweise — oder nicht seltsamerweise?— in jedem der drei Jahre gleich: auf sech» männliche Verbrecher kam jedesmal eine Frau ga. war der Armuth erzeugenden Krifi» geltend. Riir weniger alS 67% pEt. aller begangenen Verbrechen waren Diebstähle, Betrügereien, Veruntreuungen oder Fälschungen. Erfreulich ist Kioch auch hirr eine ganz bedeutend« Abnahme gegen 1880; nali waren nicht weniger alS 71% pEt. aller Verbrechen solche, die unter den Einflüsterungen der Roth oder de« Dämon» der Gewinnsucht degangen wurden. Da» Verbot der Einfuhr von Schweinefleisch an» Amerika, wozu der zweifelhafte Grund der Trichinen her« hatten mußte und von dem fich die deutschen Grundbefitzer ein Eldo'ado versprachen, hat denselben nichr« genutzt. RachHam- bürget Nottmngen kostete die beste Sorte Schweine noch ein � hr vor dem Verbote der Zentner 56 M., während er zwei h« n a ch dem Verbot, im Jahre 1885 auf 46 M. gefallen it. Man steht darau». daß ganz anderenFaktoren den Preis der Waare bestimmen, alS Verdate und Zölle. Mitwirkend ist hierbei auch die Kaufkraft im Volte, fintt diese, so finke» auch die Preis« der Waaren, steigt diese, so steigt auch der Werih der nothwenvigen Produtte. Van der Hebung der Kauskrast in der Maff« d«S Volles durch eingreifende Sozialreformen hängt daher da» Wohl und Wehe der Gesellschaft ab, nicht aber von zollpolitts hen Maßregeln. 3» der Schuhwaareufabrik von I. Stock in Ollen« fen baden, wenn wir recht berichtet find, die Zwicker die Ardett eingestellt, weil fie die Stift« k. von letzt an selbst kauftn Ä Ä.«« SÄ-ÄK Z'FSZUKW« dreißig Prozent angekündigt war. Uereine mh Nersammwngem Der Fachverei» der Trschler hielt am Sonnabend, den 21. August, eine außerordentlich« Generalversammlung in Jordan'S Salon, Neue Brünstr. 28, ab. Nach Entgegenr ahm« geschäftlicher Mtttheilungen vollzog die Versammlung die Wahl dreier ArbettSvermittler und eine» BeitragSsammlerj für die Zahlstelle V.— Herr Apett berichtet« sodann über eine Streit- fache der Vereintmttglieder Reichow und Mccca gegen ihren früheren Arbeitgeber, den Tischlermtister Herrn Hardt. Redner führte auS, daß die beiden Kollegen vollen Anspruch auf Rechtsschutz hätten, da er(Redner) bei den Unterhandlungen, welche er im Lustrage de» Vereint vorstände» mit dem Arbett- gebet geführt, sowie bei der Befichtigung der von den bilden genannten Kollegen hergestellten Arbeit herausgefunden hade, daß die Arbeit sehr schlecht bezahlt sei. Die Kollegen hatten daher die Arbeit ohi« vorherige Fertigstellung verlassen, da der zwischen ihnen und dem Meister verabredet« Preis durch da» ausgezahlte wöchentlich« Kofigeld aufgezehrt war. Auf diesen Umstand pochte denn auch d:r Arbeitgeber, jedoch mit Warten, die nicht sehr für die Arbeiterfteundlichkelt diese» Herrn sprachen. Die beiden Kollegen verzichteten später daraus, den Rechtsweg zu beschretten. Verschiedene Redner sprachen fich noch mißbilligend über die Zustände in der genannten Werkstatt auS.— ES gelangten hierauf die de« kannten Vorfälle in der Henfchel'fchen Werkstatt zur Besprechung. Dieselben waren bereits von einer am Montag. den 16. August, stattgehabten öffentlichen Bautifchlerversammluna einer Erörterung unterzogen und wollte auch der Verein zu dieser Sache Stellung nehmen. Leider konnte die« nichi geschehen, da Herr Röhn(der Einbeiufer jener Montagsversammlung), welcher auch zu den Kollegen gehört, welche die Arbeit in der Henschel'schen Werkstatt niedergelegt haben, über diese Vorfäll« Aufschluß geben sollte, aber trotz brieflicher Einladung nicht erschienen war. Derselbe hatte sein Erscheinen brieflich abgesagt mit der Motivirung, daß in dieser Angliegenhett schon eine öffentliche Bauitschlrronsammlung ge« tagt habe und dadurch diese Sache für ihn erledigt sei. Buch habe er fich nach der ArdettSnledrrlegung bei drm Vaifitzendm erlundigt, ob diese Angelegenheit nicht auf die Tagesordnung der nächsten VereinSoersammlung gesetzt werden rönne. ES sei ihm aerathen worden, diese Soche selbst durch eine Frage« stellung im Verein anzuregen. Er habe e» jedoch vorgezogen, eine öffentliche B-utischlrrversammIung einzuberufen. Der Vorfitzende klärt« d ese Mittheilung dahin auf, daß nach den teueren ministeriellen Erlaffen jetzt bekanntlich die Tage»« Ordnung für jede Versammlung dem kgl. Polizeipräfidium zu- gleich mtt dem Gesuch um Genehmigung der Versammlung angezeigt werden müffe. AlS Herr Röhn antrug, ob die Henschel'sche Werlstattangelegenheit auf die Tagesordnung der nächsten VereinSoersammlung gesetzt werden könne, war dies deshalb nicht mehr möglich, weil diese Versammlung mtt An- gäbe der Tagesordnung der Polizeidchörde nicht nur schon angezeigt war, sondern die polizeiliche Genehmigung zu dieser Versammlung fich auch bereit» in Händen de» Vorfitz-nden befand. Da jedoch auf der Tagesordnung auch„Erledigung der im Fragekasten befindlichen Fragen" stand, so hätte diese Angelegenheit sehr wohl durch eine diesbezügliche Frage an« geregt und somit einer eingehenden Besprechung unterzogen werdm können.— Auf Antrag Apett wurde in die Besprechung Werkstatt«irthschafteten, nicht zu billigen sei, doch seien an dem Tage, wo die Streitigketten zwischen einem Theil der Kollegen und dem detreffenden Derksührer offen zu Tage traten, leine drfinitiven Forderungen von Sellen der Kollegen gestellt, und Hab« er fich deshalb nickt veranlaßt gefühlt, die Arbeit nieder, uiegm.«S knüpft fich hieran ein« längere Di»- kusston, in welcher mehrere Kollegen fich auf Seite der Kollegen stellten, welche die Arbett niederlegten. Auf« schärfste wurde jedoch die Unsitte de» noch in vielen Werkstellen üblichen„Ein- und AuSkeileni" v:rurtheilt. Dieses Ueberdleibsel der alten Zunft werde am drückendsten von den Ardettern empfunden, welch« gezwungen seien, öfter die Werkstellen zu wechseln. Diese verwerfliche Unsitte de«„EtnstandaedenS" habe schon zu wiederholten Malen daS größte Zerwürmiß zwischen den in einer Werkstatt beschäftigten Kollegen hervorgerufen.— ES wurde sodann, da keiner von den Kollegen in der Versammlung zugegen war, welche die Arbeit bei Hensckel eingestellt haben, folgende von Herrn Hak« eingereichte Resolution mit allen gegen drei Stimmen angenommen:„Die heutige, in Jordan'S Salon tagende außerordentliche Generalversammlung de» Fach. verein» der Tischler drückt ihr Bedauern darüber au», daß, ob- gleich die Henschel'sche Werkstatt Angelegenheit auf der TrgeS« Ordnung der Versammlung stand und Herr Röhn hierzu brieflich eingeladen war, derselbe al« Betheiligter an diejer Sache nicht erschienen ist. Di« Versammlung enthäll fich au» diesem Grunde— und weil keiner der Kollegen, welch« bei Herrn Henschel die Arbeit ntederlegten. in der Versammlung die Ursache der Arbeitsniederlegung mitthetlie, die» vielmehr nur von einem derjenigen Kollegen geschah, welche heute noch in der betreffenden Werkstatt Mchä'uqt find— jeder Beschlußfassung in dieser Angelegenheit. Die Ver- sammlung spricht fich aber dahin auS, daß, wenn die in der Werkstatt deö Herrn Henschel arbeitenden Kollegen inSgesammt dem Fachverein der Tischler al» Mit« alteder angehört hätten, wa» doch Pflicht jede» denkenden Kol» legen ist, diese Sttelligketten nicht unter den Kollegen der Werkstatt Platz gegriffen haben würden, da von Seiten de» Verein» jene Werkstatt unregelmäßigkellen durch Verhandlungen mll dem Arbellgeber bejelligt werden konnten. Die Versammlung fordert deshalb sämmttich« Kollegen Berlin» auf, um Shn« iichen Fällen vorzubeugen, al» Mitglieder dem Vereine beim. treten." ES wurde hierauf bejchloffen, Herrn Henschel, der al» Delegirter de» kürzlich in Berlin abgehaltenen deutschen Tischler» JnnungSkongreffeS fungllte, auf welchem dekannttich beschloffen wurde, dt« Fachvereine auf» schärfste zu bekämpfen und zu vernichten, bi» auf Wettere» kein« arbertsuchenden Kollegen durch den Ar bell» nachwei» de« Verein» zuzuschicken. Ferner beschloß die Versammlung, am Sonntag, den 29. August, einen Autflug der VereinSmitalied« mll Famllie nach F tcdrichi, seid« zu veranstalten. Abfahrt vom Schiefischen Bahnhof Vor mittag» Ii Uhr 37 Min. und Nachmittag» 1 Uhr 47 Min. Nachzügler können auch den um 3 Uhr 6 Mtn. Nachmittag» abgebenden Zug benutzen. Treffpunkt im Restaurant„Schloß- park" in FriedttchSfelde. Oeffentiiche Schneiderverfammiong. Dienstag, den ÄÄ'Äi»,%% Alle Schneidermeister und Gefellen find hierzu eingeladen. vermischtes. iaa wunderbaren Erden winkel gewannen. Von der Nordinsel Neu- Seeland» gehött nahezu ein Drittel der vulkanischen Formati«« an, doch ist da» Feuer w den zahllosen Kegeln um Aucklan« und in dem einsamen Mount-Egmont längst erloschen, ab« nördlich von dem gleichfalls ausgebrannten Riesentegel det Ruapahu und der Gruppe gewaltiger, zum Theil noch ch" Kegel berge, welche man al» Tongartro bezeichnet, zieht stch gegen die nördlichen MeereSufer der jetzt viel besucht«, wnt- würdige Seen-Distrikt, ausgezeichnet durch Solfatoren, Schlamm« vulkane und durch ein großaitige» Auftreten heißer Grilet und Quellen. Hier lagern stch, durch einen schmalen Landiückm getrennt, zwei Trupp:n von Seen: im Nordm Rotorua, Ro« tollt, Rotoehu und Rotoma, im Süden Tatawera, Rotolahahi, Rotomahana und Rerewhataitu. An der Oftseite de» Tara« wera SeeS erhebt fich der 671 Meter hohe Mouat Tarawera, ein alter Vulkan, dm man erloschen glaubte. Vulkanische Ecuptionm find sell der Besetzung de» LandeS durch die Engländer nicht vorgekommen, wenn auch Erdstöße bi» in die neueste Zeit bewerft wurden! so fühlte man in Wellington 1880 und 1881 wiederholt staue Stöße; 1882 zählte man auf der ganzen Nordinsel 56 solche Stöße, davon 16 in Wellington und Nachbarschaft und 1383 wurden die Uferlandscha'tm der Plmty Bai wiederholl du'-o heftige Erderschütterungen beunruhigt. Der Seen Distrift iw südwestlich und in gar nicht großer Entfernung von d« Plenty Bai, diesem einsörmigm, hafenlosen Einschnllt d« Nordost- Küste. Der einzige leidlich« Ankerplatz dort ist Tau« ranga, ein Städtchen, d-ffen 2300 Köpfe starke Einwohn» schaft zur Hälft» au» MavriS besteht, denn Tauranga ist b» Pforte zum Maort Gebiet. Von hier auS begeben stch die»aa Wellington per Dampfer eingetroffenen Touristen über B# zu dem Badeorte Ohinemutu, die von Auckland Abreifenb«« nehmm in der Regel die Etsmdahn bi Te Awamutu,«j"® jetzt blühenden Dorfe, wo früher aber einer der stärksten der Neu seeländer fich befand, wie alle Pahi, durch die v«»« Gräber englischer Oifiziere und Soldaim und ein stum«*- Zeuge der zähen Tapferkeit der MaoriS. AlS ich Ohirtemu>a vor 19 Jahren sah, war eS ein sehr bescheidener Platz. einer Anzahl der ärmlichsten Maori-Hütim, deren Bewohn� denQ ieven, welche überall am Rotorua See, an dem der liegt, emporsprudeln, ihre Kartoffeln kochen und stch baden, 0�" nur ein höchst bescheidmeSWirthShau», dem einEhepaar volsttfl-! dessen stärker« Hälfte ausschließlich europäische» Blut in*® Adern hatte, während die schwächere stark mit neu seeländiiS� Blut imprägnitt war. Jetzt ist»er P latzjein ganz resp eftabler. rnutu ist da» Standquartier, von welchem all« Auiflüge? vielfach interiffante Nachbarschaft gemacht werden; der nendste war btther der zu den„Teraffm". Wie bemertt' die ganze Genend Eigmthum der MaoriS,«eiche sehr r�z darauf hielten, daß Niemand die„sighta* ohne einen bestellten Führer in Augenschein nahm. Eigentlich wäre«, iiü Hierinnen; au» irgend welchem Grund« wählle man � Mädchen, um die B, suchet über dm See zu rudern, thnS„ Merkwürdigkellm zu zeizm u. s. w. Diese Führerinnen% der Reisende fich in Wairoa, einem Maoiidorf, nehmen."L kurz« Bootfahrt bi achte den Reismden zum Rotomahana. Hochstetter'S klassische Schilderung Welibcrühmthett vctl*, bat. Diese« kleine, vtelgeduchtrte Waffeldecken, deffen triid«,S'� Flache und strupvige, dampfende Ufer jeglichen Reiz en WL, ist in ein enge» Thal gebettet, deffen Böschungen alleritV�, von kochenden Quellen und Schlammvulkanen duichwwÜQ.� den. Mitten unter ihnen hatte die Natur zwei st» alh�> märchenhafte Gebilde aufgebaut, wie kein dritte» mehr auf zu finden war. An beiden Enden dr» länglichen SceS, Osten und Südwesten, flössen zwei breite erstarrte StrNne. unendlich zart, und weichgefärbten Substanz von oben die Kiese! sinter-Teraffm Tetarata und Otukapuarangi, v' � alänzend weiß, die zwrite von einem reizenden Rosenro o haucht. Gleich erstarrten Ka»raden flössen sie au»!((t "°ä Brnnte.««* B.«rn ,.>«14»«-» m>«»« dt, in Ben Innenflächen nett.alten Stwerte.ftetten und mit Waffer vo« schönstem Türkisblau und � Temperaturen gefüllt, je höher desto heißer, je niedng� � kühler, ein Bad darstellten, wie e» der rasfinirteste Stzb°«pi- nickt köstlicher gewü.ijcht habm könnte. Diese Wund-- Q, Seeland» sind nicht mehr. Die lange schlummccnven irdischen Kräfte sind zum Ausbruch gekommen und Häven' � dem fie die Oberfläche d«S Landes veränderten und mp Verderben über die ahnungslose Bevölkerung brachten,»» � störungSwerk auch auf fie ausgedehnt. Am 10-«"Sali vtötzlich die ganze Gegend in fmchtbarer vulkanischer kell. Schwere Erdstöße, begleitet von betäubendem irdischem Donner, schreckten die Bewohner Schlummer, und mit Entsetzm sahen fie, wie ungeheure»zil balle und Flammenqarden au» den Gipst M Vulkane Ruawhia und Tarawera in die Luft ti» Velten, und eine mächtige schwarze Walke.�Ltd* Leichentuch stch auf da» Land ntedersenkt«. Lava und heißer Schlamm rannen überall ML# und mächtige Blöcke in Gluthitze wurde nach allen R� emporgeschleudcri. E n schwerer Aichenre Maottdörser, welche ring» um die Seen stch UmkrelS von 40 enzlllchen Meilen ist die*■, Steinen, Asche, Schlamm sech» Meter hoch dicht deveft �5 von den MaoriS mit Tabu belegten Walder find zersiu � nach den letzten Nachrichtm hiden mindesten» hundert� und acht Europäer ihren Tod gefunden. Die|4 Terraffm find verschwundm; am See Rotomahana NatmlrSste chre Macht am gewaltigsten. Jn dem.«� Beckm waren nickt weniger al» 16 Vulkan« tbaltfl># furchtbarem Donner wurden Dampfsäulen und m r glühenden Stetnmaffen au» der Tiefe de» See» Luft gettieben, und die weltberübmten Swtergemäive zerstört. Die Bäder in Obinemuiu sind unversehrt g � nur die Temperatur der Quellen hat stch dedeutenv� � Der große Reiz aber, welcher so viel« Touristen ist für immer dahin." Reuefte«ethode»«? vetlegung akademisch" ä'KäJääsJäI Unioerstlät herrschte. rp KeeKfaflww M-ZSÄWK- WW, dkl mit den Familienangehörigen in Ut! Briefkasten der M. Adaidertstr. Wenn Ihr gemiethtt hat. muß er spätestens am am 1. deS nächsten Monat« ziehen will. Kündigung genügt also vollkommen Beilage pm Berliner VolNlatt. Ar. ws. Freitag, de«!t7. August 1880. HL Iahrgt Dil Rronlutina in Rnlgatira. NllrK Alexinvrr ist von seinen Anhängern liei Galatz, noch «Mh bevor er leinen russtschen Todfeinden in Reni überliefert werden fonvte, gerettet worden und befindet sich auf dem Wege nach Sofia! Datz ist die wichtigste Mel- dung, die der Tclegrcvh aus Sularest gedracht hat Somit Hab«, die Dinge in Bulgarien eine demertenswerthe Wendung kmowmen, weiche allerdings die I.age, od ste zum Besseren »d« Schliff meren führe« werde, zunächst nach wie vor offen wtzt. Ader ste dringt wenigstens einige Klarheit in den p az- malischen Zusammenhang und die Aufemander>o!ge der jüngsten wreigniffe im Mrftenlhume. Nach dem„Hamb. Korresp." scheint fich die E.itihronung deS hülsten tll xmder ungefähr folgendermaßen zugetragen zu haben: Dcß schon seit Langem ruffenfteundliche Bulgarenpartei unter Zankow einen Hauvt- schlag gegen den Gü sten plante, ist eine delannte That ache, welche u. A. auch bei der Entdeckung der von dem ru fischen «apstän Nrboloo ang'zetteltm Verschwörung grell zu Tage trat. Jnzwrsche', hatten aber der rusfische Rubel und die In- Wutn der rusfischen dip'omaiischen»xenten in Bulgarien und »aarumelien tat Jarige getha.a, so daß die, räch dem Fehl- chlazen deS erst-n Versuche», den Fürsten zu beseitigen, in- Milte, Witte Verschwörung erfolgreich war— wenigstens 1®, weit fie der Person de» Fürsten Alexmder >Wlt. Dafür, daß sowohl die Verschwörung in BurgaS ®l« auch die Revolution vom 21. August dieselben giftigen Väter haden spricht beredt der gleiche Plan der Ver. schoörer: denn die Art und Weise, wie man fich de» Fürsten ®rmacht!gt und wie man ihn fortaeschaffl hat, entspricht �enau den vom Bauern Michailow gemachten ? Ulfagen über die verbrecherischen Absichten yl Kapitän» Nadolow und seiner Spieß. BM eilen. An der Spitze der Bewegung standen al.o Zan. der Erzbischol Klementi. Stojanow G ujew. Welttschtow «!.«.- furz. vie von Rußlan» erlausten Führer der Ovvo Mion. Dieselben, durch das Fiatlo von BurgaS belehrt, find unsemein schlau zu Werke gegangen. Vor Allem haben fie fich ?? bem Mmtsterium in Relation zu setzen gewußt- und der Kannte Besuch, den der Premierminister Karawelow mit ?ambulow beim russischen Generalkonsul Bogdanow gemacht scheint der letzte Vnsuch de» ersteren gewesen zu sein, den Mm mit Rußland auf dem Wege der d'piomattschen Ver. Äng und unter Beidehaltunz de» Fürsten Alexander zu C�en. Die Antwort d«S Herrn Bcgdanow war deutlich und »,1 rasch« Stur; de« Fürsten war seit diesem Momente eine l oT�ene Sache. Ueder die Rolle, die hierau K a r a w e- .°w«esoielt. find die«lim noch nicht geschloffen. Wah. find Me«nichte der ersten Tage ihn übereinstimmend wm schmählichen Lichte eine» treulosen Venäther» wüm %»tschehen lö nen. Man weiß, daß zwei dem.Fürsten er. «ine Bataillone de» Sofia Regiment» nach �Elionitza� und ©ötatCInn# Ort«»— Süt�" Ministerium selbst seit bestimmt hat. den Serben auf Grund et brti�ik üfuer Rüstungen vrn Krieg zu«klären, und daß � pursten einen förmlichen Mobilmachung«d«eehl der��hatte. Der Fürst hat ad« die Vollziehung ftandhaft besch?.� und durch seinen Widerstand da« jetzige Verhangniß !»,«Umat Mtnistnium hat offenbar versuchl, dm ES*#...________________ 1 in>L? ben unleidigen Friedentstörer hinzustellen und ihn isfmilichen Meinung dlotzustellen. Dann würde e« 0»»habt haben, Rußland» Einschreitm anzurufm und L Whae Zwecke. �telalterliche» Kulturbild au« Schweden von August Strindberg. Uebnsetzung von Jen« L. Christensen. »(Fortsetzung.) ?»»b«,.�de immer autgelaffmer, und al» schließlich die *11#»,.*" Rücken al« Zielscheibe für ihre Schießübungm k«; iT'»«fiel er in ein solche» Lachen, daß er im Tefichle lu wurde. Die Frau aber sah sich scheu nach allen üt, 06 wohl Jemand läme und fie beobachtete. 2Ssck i•* wich wenigsten» draußen w Gottes Natur 'aßlt w* Und die Frau fand dagegen nicht» i iit *w Gras« gedeckt war, war Herr Peter so Sfie. k** ßaBi den MrttagSsegen vergaß. Di« Kinder "*» und meinten: i,. Jl* betet heute nicht vor Tische.' Tra, keinen Tisch," antwortet« e, und setzte fich bL Niß» ruhig unterm Tisch, Max.' mahnte ß�kklej",'ß,>»fcht bi« Beine auf dm Tisch, Nil«." Und W» bli?b htUn' baß ihn« da» Essen fast in der Kehle st, war L. �*wal« hotten fie fich so amüfirt, dmn nie« «.»iel« s® lustig gewesm und ntemal« hatte h��er d'«?A?' gemacht, wie heute. hAfahrr rückte heran und man mußt« an die "sthJ" Ein, �5?- Man packte zusammen und stieg in den ** R,,?*» scherzte und lachte«an noch, bald aber Vi,« btr änU"b die Kinder schlummerten ein auf dem �"»i«.Hrrr Peter wurde schweigsam und &t(üiJ*»n dem'! Tb, wenn man viel gelacht hat, und je Ä'STe'ÄÄ ä den Fürstm abzusetzen. Dieser aber war klug gmug, die ihm peftellle F.lle zu erkennen und zu vermetden und nun wurde ec den Verschwörern überliefert, seine Absetzung erfrlzte auch ohne Berechtigung. Denn die Zett war zu günstig; die Gemü her waren durch falsch« Gerüchte über die ostiuweitsche Revistons Kommiifion in Erregung gedracht, uro die täglichen H tzereien der ron Rußland erkauften Preffe tbaten ein Uebrige«, eine Stimmung zu erzmam, wie fie die V-rschwöier für ihr Werk brauchten. Wle dasselbe ausgeführt worden ist, ist ou» den jüngsten Telegrammen bekannt; ebenso scheint et j'tzt ficher, daß Fürst Al-xander den Russen au«- geliefert werden sollte, ja e» heißt, daß auf der Vicht, die ihn am Montag empfing, um ihn in Reni zu landen, rusfische O fiz'er« befehligten. Somit schien die»utführung de« Staat». streiche» gelungen, um so mehr, al» die Leiter desselben, wie e» scheint, ei'rig bemüht waren, in Bulgarien und Ostrumelten die Nachricht ron der Besritigung de» Fürsten so lange al» möglich geheim zu halten. Und daß fie hiefür allen Grund gehabt haben, beweist der Umschwung, den die Angelegenheit nunmehr erfahren. In Einem nämlich hatten fich die Ver« schwörer verrechnet: in der Stimmung der wetteren Schichten der bulgarischen und namentlich ostrumelttchen Bevölkerung und der, wie e» den Anschein bat, größten Raffe der Truppen, und wir widerrufen gem den Vorwurf der Undankbarkeit und Treulofiakeit, soweit wir ihn dem ganzen Volke gemacht haben, und wälzen ibn doppelt schwer auf den Anhang der Ver- schwör'! u'.d die Oistziere und Soldaten, die fich mtt ihnen gegen Fürst Al-xander erhoben. ES hat fich unter Führung der oft- rumeltich-n Milizen und der städtischen Garnisonen eine starke, weite, fich über ganz Ostrumelien und Bulgarien ausbreitende und wie e» scheint, stegretche Gegenrevolution zu Gunsten de» entthronten Fürsten erhoben. An ihre Spitze find der Kommandeur der ostrumelischen Milizen, Oderft Matlurow, und der Piäfident der Sobranje, Stamdulow, getreten. Und ste baden rasch und ficher ope-irt; e» heißt, daß fie starke und dem Fürsten Alexander ergebene Trupv-ntheile nach Sofia geführt und die provisorische Regierung von ihrer usurpirten Stellung gestürzt haben; Zankow, der Erzdtschof Klementi und Grujew sollen verhastet sein; ob Blui geflossen, ist nicht bekannt. Gleichzeitig dürften Schritte zur Befreiung de» Fürsten ge- schehen sein, und daß dieselben erfolgreich gewesm sein sollen, war die Nachricht, die wir an die Spitze dieser Zeilen stellen körnten! Ist damit die bulgarische Revolution zu Erde? Wa» wird nun geschehen? Werden die Anhänger der Ruffm paitti stark gmug sein, einen Bürgerkrieg gegen den Fürstm und sein« Getreuen zu führen? Wa» wird Rußland thun, nachdem srin Versuch, fich vulgartm» auf dem Wege einer friedlichen Revolution zu bemächtigen, so gut wie gescheitert erscheint? Vor Allem— aber wird da» bulgattsch« Volk in seinen breiteren Schichtm männlich genug sein, um mit Energie und auf die Dauer den Ncchwei» zu führen, daß die Wett ihr Unrecht gethan, al» fie e« mtt den moralisch verkommenen, treulosm und täufltchm oberen Tausendm in einen Topf geworfen? Die» Alle» find Fragen, vor die un» die Ereigniffe de» heutigm Tage» ge- stellt habm; fie werden noch für länger« Zett offene dletben und erst durch vollzogen« Thatsachm die erschöpfende Antwort er hatten. Wir fügm dieser Darstellung die neuestm Depeschen in der Reihenfolge ihre« Eintreffen« an. Mittwoch Admd traf in Berlin ein Wolff'sche« Telegramm au« Petersburg ein fol- genden Inhaltes: „Fürst Alexander ist gestern in Reni angelangt und über Wolotichilk nach Oesterreich wettergereist und zwar ketnetweg» al» Gefangener." Dieser Nachricht folgte ein von un» bereit» mitgetheilte« Telearamm de«„Berliner Tageblatt" au» Darmstadt, 5 Uhr, 42 Minuten: „Bel demPrinzen Alexander von Hessen, demBaterde» Fürstm von Bulgarien, find so'gmd« Nachrichten«ingetroffen: Fürst Alexander und sein Bruder, Prinz Franz Joseph von Battmderg, wurden am 24. d. M. Abend» bei Rmt auf russtschem Boden gelandet. Der Schifftkapitän wendete fich um wettere Befehle nach Sofia. Da unterdessen die revolutionäre Regierung ge- stürzt war, erhielt der K-pttän von der neuen fürstllchm . Kukuk im Nord, Freude verdorrt!" sagte Herr Peter, al« od er damit seiner gedrückten Stimmung einen längst gesuchten Autdruck geben wollte. „Das gilt nur, wenn man ihn zum erstenmal« hört," tröstete die Frau,„und heute Morgen rief er ja im Osten. Kukuk im Oft, bringt Jedermann Trost, weißt du ja doch." »Jetzt kam da« Dach de« Pfarrhaus«« und dahinter der Kirchthurm zum Vorschein. Ste legten bei der Brück« an, und der Vater nahm die beiden schlafenden Kleinen und trug sie in da« Hau« hinein. Darauf küßte er seine Frau und ging nach der Kirche, wo er noch die Abendmesse zu lesen hatte. Al« er auf die Landstraß« hinautka«, läutet« die Vetperglocke. Er beschleunigte seine Schrttt«. Schon von Wettem bemerkte er, daß Leute auf dem Kirchhofe versammelt waren. E» war die« etwa» Ungewöhnliche», denn sonst pflegte nur der Küster bei der Abeudm.fle anwesend zu sein. Er dachte darüber nach, ob ihn wohl Jemand im Gehölze gesehen oder ob Jemand sein Gespräch mit seiner Frau ge- hört haben möchte. Und al» er dem Kirchhostthor näher kam, wurde ihm noch schwüler um'« Herz, denn er bemerkte nun deutlich zwei Pferde in glänzendem Geschirr und ein-n Archidiakonu« nebst Gefolg« au« dem Erzbischoffitze Upsala. Der Diakonu« schien gewartet zu haben, denn er ging sofort auf Herrn Peter zu und sagte, daß er ihm nach Schluß der Messe eine Mtttheilung zu machen habe. Noch nie hatte der jung« Geistliche mit so glühendem Hirzen da« Abendgebet gesprochen wie heute. Voller Angst rief er alle Hefligen an und bat um Schutz gegen unbe- tonnte Gefahren. Er warf von Zett zu Zett einen Blick nach der Thür, wo er den Diakonu« flehen sah wie«inen Büttel, der sein Opfer erwartet, und al» er Amen gesagt, aina er schweren Tritte«. den Schlag zu empfangen. Denn daß irgend ein Unglück bevorstehe, davon war er überzeugt. meinen Besuch»icht i« Pfarrhause ab- mmMm Regierung den Befehl, dm Fürsten sofort nach S stowo zu bringen." Der Kapitän hat also den Fürsten gewaltsam auf der Donau durch Rumänim(von Srlistria an find beide Ufer rumänisch) bis zur«rstm russtschen Station, Reni, gebracht und dort gelandet. Od der Kapitän den wetterm Befehl der neuen bulgatUchen Reaurung ausgeführt und den derett» auf russtschem Gebiet gelandeten Fürstm nach Stftowo gebracht, wird nicht gesagt. Stfiowo ist bulgarisch und die nächste Donaustation nach dem bulgarischen Tirnowa. Unllar ist dir Nachricht, daß Fürst Alexander über Wolotscht»k nach Oesterreich weiter gereift sei. Letzierer Ort liegt sechzig Meilen nördlich von Reni und ist von Reni aus der Eisendahn mittelst eine» großen, durch rusfische» Gebiet über TiraSpol führenden Umwege» zu erreichen. Wololschi»! ist galiztsche Grenzstation, und führt die Eismdahn von dort nach dem IS Meilen entfernten Lemberg. Die„V o s s. Z t g." dringt folgende Prioattelegramme: Wien, 26. August. Ueder die Eskoitirung de» Fürstm Alexander au» Kalafat wird gemeldet: Derselbe sei Montag mtt seinem Bruder Franz Joseph nach Rahova gedracht und auf feiner Bacht eingeschissi worden. Der Fürst wünschte ström- aufwärt» zu fahren, wa« zugestanden wurde. Am Land« sah man den Fürsten Brod und Traubm efim; Handtasche und Ueder, ieher trug er selbst. Al« er aber die Kajüte detreten hatte, besetzten Wachen die Ausgänge, da» Schiff wendet« und fubr stromabwärt» nach Rmi. Am Bord sollen dem Fürstm 3000 Napoleon« angeboten worden sein, gleichsam al« Abfin» dung, wa» derselbe zurückwies, Graf Sann Wittgenstein in G-az ethiett gestern au» Jngmhetm vom Prinzen Alexander folgende» Telegramm:„Danke für Thetlnahme, mein armer Soyn wurde heut« mdlich in Reni freigclaffen; er reiste hier» her ad, während da» bulgarische Volk ihn sehnsüchtig zurück- ruft." Au» Belgrad wird die Nachricht von einer theilweism Modilifiruna der serbischen Armee widerrufen. Wien, 26. August. Der„Pol. Korr." wird au» Bukarest gemeldet, daß die an dem Komplot gegen den Fürsten Al-xan- der bethettigt gewesmm miliiärischen Persönltchketten, soOoerst Kistaloff, die Hauptlrut« Dimitrteff und Bendereff, flüchtig stnd. Auf Befehl de» gegenwärtigen KabtnetS Cbef» Panoff wird nach ihnen gefahndet. Abgesehen von Ostrumelien mani« fcfttrten für den Fürsten die Sädte: Sistow, Gabrow, Plewna, Tirnowo, Nikopoli, Wtdvin, Rustschuk, Silisttta, Rasgrad, Varna, Schumla. Die Anerkennung der neum Regierung scheint derzeit im ganzm Land« eine vollständig« zu sein. Mtt Ausnahme von Sofia, wo Sttaßmkämpfe stattfanden, verlief die Gegm Revolution unblutig. Ueberall herrscht Ruhe. Da»„Neue Wiener Tagblatt" bringt folgende Depesche au» Bukarest:„Der Höchstlommandirende der russtschen Flott« de» Schwarzen Meere» hat Ordre bekommen, sämmt« liche KriegSdampser in Fahrbereitschaft zu setzen. DeSgleichm bat die Direktion der Gesellschaft der Dampf schiffsahrt und de» Handel» auf dem Schwarzm Meere den Auitrag erhalten, einen gewissen Theil der Schiffe lür dm Truppentransport dereit zu haltm. Diese beiden Befehle riefen in dm rusftschm HandelSkretsm eine wahre Panik hervor, obwohl fie sehr der Bestätigung bedürfen. Kommunales. w. Von den ftädttfae« Gasanstalte« wurden im Quartal Aoril Juni d. I. 12 065 000 Kdm. Ga» produzirt, gegen 11 649 000 Kbm. in dem gleichen Zeiträume de» Vor- iahtet, gegen dasselbe also mehr 416000 Kdm. Ultimo Juni diese» Jahre» dranntm 15001 durch die städtischen Anstfltm der durch die städtischen Ga»anstaltm gespeisten Privat- flammen d-trägt 707 113 Stück und die der Petroleumlaternm 1002 Stück. w. Gartenanlaaen in der Hasen Haide. Di« Ver» Handlungen wegm Erwerbung de» preußisch< fiskalischen Streifm» am Nordmd« der Hasenhaidt zum Zweck der Au»- führung von Garten- oder Promenaden. Anlagen werden nun» zu überbringen, welche tief in die innersten Verhältnisse des Pnvatlebil!« eingreifen wird." Hier stockte er, da er die Angst de« Opfer» sah, und übergab ihm ein Pergammt, welche« der junge Geistliche entfaltete und la«: „DllectiB In Christo fratribns I— Geliebte Brüder in Christo!... la» er; Episcopus Sabinsnsis, apostolicae sedis legatns... Der Bischof von Sabina, der Legat de« römischen Stuhle».. Die Augm flogen über die geschnörkeltm Buchstaben- reihm, bi* fie endlich bei einer Zeile stocktm, welche mtt höllischem Feuer geschriedeu zu seiu schien. Der jung« Geist- liche war wie vor Schreck gelähmt. Der Diakonu« schien Mtikib zu empfinden und sagt«: „Wie au« diesem Schreiben hervorgeht, find die Forde- rungm der Kirch« hart: vor Jahr««schluß sollen die Ehen aller Priester aufgelöst seiu, dm« ein wahrer Dimer des Herrn kann nicht in Gemeinschaft m't einem Weibe leben, und sein Herz darf nicht getheilt werben zwischen Christus und«wem sündhaften Nachlommm des ersten Weibes." „Wa« Gott zusammengefügt, da« soll der M.-nsch nicht scheiden ," antwortet« der Priester, al« er erst zur Befin- nung kam. .Da» gflt nur für die Gemeinde... Und achtet auf dm Wortlaut:„soll der Mensch nicht scheidm." E» ist also nur der Mmsch, der nicht eine Eheschudung vollziehen kann• hier aber ist e« Gott, der dnrch seinen Diener da» auflöst, wa» er selbst vereinigt. Also gilt für diesen Fall nicht. wa« sonst für alle Fälle zutrifft." „Aber Gott hat ja selbst die Ehe gestiftet," mtgegnet« der Zermalmte. „Genau wie ich sage, darum kann er fie auch auflösen. „Aber diese» Opfer verlaugt Gott nicht von seinen schwachen Dienern." „Er verlangte von Abraham, daß er seinm einzigen Sohn opfern sollte." „Aber die Herzm werden brechen." .Gewiß, die Herzm sollen brechen, desto glühender werden fie sein." .Da« kann niemal« die Abficht de» Gotte« sein der Mkhr, nachdem da» Abkommen mit dem Fiikui wegen An> lezung de» Viktoria. Pari» auf dem«reuzberge nahezu perfekt geworden ist, vom Magistrat wieder aufgenommen werden. ZoKales. Tie Hasenhaide de» Norden» ist der Gesundbrunnen. Trotz seiner grotz artigen Entwtckeluna und trotz seiner un. mittelbaren Zugehöriftkeit ,u Berlin hat fich dieser rtadttheil doch bi» auf den h-utigen Tag den eigenartigen Czarakter eine» volksthümlichen Vergnügungsorte» gewahrt, zu dem die Berliner, jung und alt, vonntag» wie Wochentag» in ung«. Ahlten Schaaren pilgern, um fich im Freien zu ergeben, wozu die benlichen mit uralten Bäumen bestandenen Garten die schürfte Gelegenheit bieten, und fich einige vlunden in Harm« lloier Weise zu belustigen, wa» man ebenfalls auf die vor. lefflichste Weise dewertstelligen kann. Entwickelt fich auch im großen Ganzen hier daffeld« Bild, wie e« in der Hasenhaide typisch geworden ist und da» fich zusammensetzt au» Kaffee- kochen, Konzert und Tanz, au» Karouffel», Wllrfelduden, Kegelbahnen u. Vgl. m. und einer urftöhlichen, fich den man- Mfachsten Vergnügungen ungezwungen h-ngedenden Men chen- menge, so fehlt doch hier da» wüste Treiben, der gewohnheit» mäßige Radau der Hasenhaide; da» Bild, da» un» b-»--»tcht-t,«->»»«- tw ÄwfeÄ.% ZK de» vergoldete» Altarschranket standen rffe«, und die rothe» Strahlen der Aberdsoun« beleuchteten magisch dt« Wanderung Jesu nach Golgatha. Herr Ptter war in diesem Augenblicke der der die Fischer bei ihrem Fang begleiten sollt«. Der Zii fich bald darauf in Bewegung setzte, wurde von dem fe geschmückten Dampfer„Nlxe" eiöffnet, an deffen Botd fich»ine kostümitte Kapelle befand. Di« Theilnehmer am Zuge selbst, gegen 100 Personen, vertheilten fich in drei mächtige Z llen. Auf der ersten thronte inmitten eines glänzenven Geiolge» der aroße Kurfürst mtt seiner Gemahlin(Herr und Frau Stüler). In der zweiten hatte fich eine„altdeutsche T-ink-rgeseUschaft' installtrt, die dritte endlich war von venettanischen F schein und Ftscherinnen bevölkert. Die am Fisch tug olllo th-tlnehmenden Fischer folgten in biflafgtm kleinen Fischerbooten. D r Zug bewegte fich von der Verbindungsbahn nach Treptow und von da nach dem U'er vor der Stralauer Kirche, wo in Gegenwatt einer vieltausendköpfigen Menge da» große Netz g.leett wurde. Der Erfolg war kein sonderlich günstiger. Außer einem Hechte von 6 Pfund wurde ein halber Zentner Plötzen dem N'tz entnommen. In feierlichem Zuge marschtrten dann die Fischer durch da» Do-f. Dte Ss eeufer bieten in den Tagen de» F ichzuge» unvermittette Gegensätze. Die Stralauer Festwiese mit ihren w-tthin ficht» baren Staubwolken und ihrem Gevttr primitiver Leinwand- buden ist nichts welter als ein DariscKüsenp'atz im Großen, von dem ein Gewirr sogenannter Mufik weit hinaus über das Waffer dringt. Und selbst die Lokale in Stralau tragen«inen primitiven Charakter, den man sonst bei Berlin vergeblich sucht. Die Mehrzahl steht heute noch au», wie fie fich vor 50 Jahren präsentitte: einige Bäume, grün gestrichene Stühle und Ttsch« darunter, eine Flotte grün gestrichener Käbne am U'er, da» ist die ganze H-rrltchkeit. Einen seltsamen Gegensatz daiu bilden die kostbaren Segelyichlen, welch« in grmeffener Eatternung von dem Gewühl ootüderaletten, sowie die hocheleganten Ruder- boote der KludS von Mahagoniholz mit dt'tzenden Nickel- bescklägen. Am flachen Ufer bei der Kirche lagern Familien imGttlnen und verzehren die mitgebrachten Vorrälhe, während ihre männliben Sv ößlinge in Schaaren mit aufgekrempten Hosen tm flachen Waffer herumwaten und fich mit gegen- seitizcm Bespritzen amüären. Treptow dagegen ptäsentirt fich durchaus großstädtisch. Im stävtischen Gastbau» herricht eine vornehm« Ruhe, elegante Toiletten zeigen fich in Mafien und die Schaar der Kellner servirt mit voll-ndeter Gewanotheit an den dicht besetzten Tischen daS Adendeffen. Binnen wenigen Minuten vermag unS der Fährmann au» dö flichem Trubel in großstädtisch elegant« Gesellschaft zu versetzen. Und die» ist da» Originell« am Stralauer Flschzuge, wa» ihn vor allen sonstigen Festen au? zeichnet. Anlästltch de»»tngehen» der voifig'schen Fabrik am Orautenburger Thor ist aut die Werlhftetgerung hin- gewiesen worden, welwe diese» Grundstück seit seiner Er- Werbung durch Bmstg erfahr rn hat. Man hört darüber häufig irrige Angaben; der„Voff. Ztg." werden darüber folgende verbürg e Einzelheiten mttgetheilt: Vor nun gerade öO Jabren, im Sommer li36, begann August Borstg damal» erstei W�rk- führ» und Faktor in der EgeU»',chen Maschinendauanstalt. fich mit einem selbst erarbeiteten Kapital von 5000 Thalern selbst- ständig zu machen. Vor dem Oranienburger Thor sah e» zu jener Zeit noch öde aus. Auf der westlichen S-ite lagen dt« h-ute noch destehenden Kirchhöfe der kaiholischen G-metnde. der tranzöfischen Kolonie, der Friedrichs- Wer derschen und Dorotheen« städtischen Gemeinde. Auf der östlichen Seite standen nur kleine ärmliche Häuser, hinter denen fich Gärten bi» zur Garten« straße hinzogen. Wo heute der Stettin»! Bahnhof steht, lag damal» die Scharfrichterei. Da» ganze Stück von der Stadl- mauer bi« zum Ltefen'schen Grundstück(der j tzigm Ro d« deuischen L aurrei) ttnerseit« und von der Berg- bi« zur Heide« straße andererseits, gehörte al» Ackerland zum Jnvalbenhause. Di-set Ackerland wurde später ze? schlagen und verkauft. Das erste Stück, da» Bo>stg erward, wa.- da» Grundstück Thorstraße Nr. 46—52 mtt einem Fläck-ninhatt von 1357 Quatrttruthen, das er am 5. November 1836 von dem Thterarzt BUier!ür 10 000 Thaler kaufte. Diese» Grundstück hatte im Jahre 1' 94 der Viehmäster Abel Jouin au» dem Jnoalisen.aa, acker er- worden; seine Wtttwe hatte fich 1820 mtt Bitter verbei'athet. DaS zwei!« Grundstück war C.a.ffeeftr. 1. Es war 1789 von dem Odermarstollamt auch vom Invalider Hause in Größe von 754 Quadratruthen für 200 Tbaier angekauft worden, um daraus nn Magazin für den Marftall anzulegen. Di-s-r Plan wurde aber aufgegeben und das Land im Jahre 1796 lür ein« jährliche Pacht von 8 Thaler dem Bereiter und Wagenmeiftcr Karl Brandt auf 20 Jahre in Zeilpacht gegeben. Nach. dem Brandt fich ein zweistöckiges Wohnhaus er tiebiet hatte, wurde durch Kadtnetsordre vom 6. Dezember 1803 die Zcitpacht aufgehoden und das Grundstück für 400 Thaler an Brandt verkauft. Dieser starb 1810 als Scharfrichter von Berlin und hinterließ das Grundbück se'ner Tochter, separitten Wernicke, wieder aerehelichten Stavtqetichts- sekretär StooL Diese verkaufte 1825 an Egens 270 Quadrat« rutben für 2050 Thaler und 1830 noch 178 Quadratruthen für 1526 Thaler 12 Sgr. Bet d»m letzten Kaut wurden nur 4 Thaler 12 Sgr. angezahlt und da» gan,e Restlaufgeld als Hypothek eingetragen. Es wäre lehrreich, vergletchen zu kö rnen, nicht mehr der drohende und strafende Richter des Herrn; er lag jetzt wie die so oft von ihm gezüchtigte Gemeinde auf seinem Angesichte und flehte um Gnane. Von Zeit zu Zeit blickte er zum Czttstusbtide empor, aber er bemerkte kein Mitleid in den blaffen Zügen. Doch Christus nahm ja auch seine» Kelch und leerte ihn bis aus den Grund; er»ahm sein Kreuz auf de» zerfleischten Rücke» und ttuz# den steilen Hügel hinan, wo die Henker serner watteten, aber über dem Gekreuzigte» rhar sich der Himmel auf. E« gab al'o etwas, das über und hinter allen drese» Lerde» stand. Er begann die Gründe für dieses Menschenopfer zu suche», welche« jetzt überall vollzogen werden sollte. Die Krrche hatte offenbar bemerkt, daß die Mensche» anfingen, an der geistliche» Macht- vollkommeahett Zweifel zu hegen. Sie wollten die Prester nicht mehr als göttliche Richter und Büttel gelten lasse», den» sie sahen, daß die Geistlichen selbst voll von mensch. liche» Schwäche» waren. Nu» sollte die Piiesterschaft zeigen, daß fie um Christi Wille» selbst da« Her, au« der Brust reiße» und es auf den Aliar dir Kirche lege» könnte. Aber, entgegnete seine aufiühierrsche Vernunft, da« Christenthum hat ja die Menschenopfer adg'schaff: I Seine Gedanke» ginge» wieder ihre eigene» Wege: Vielleicht log dennoch dem alt- heidnische» Opfer«in vernünftiger Gedanke zu Grunde. Abraham war Heid«, denn Christus war damal«»och nicht geboren, und dennoch war er bereit, seine» Sohn auf Gottes Befehl zu opfern. Christus selbst wurde geopfert, alle heilige» Märlynr wurde» geopfert— warum sollte denn gerade er vetschont bleiben s Dazu lag keine Veranloffung vor und man mußte zugeben, daß. wen» die Gemeinde fortfahren sollte, an seine Predigt zu glauben, dann müffe er ihr auch beweise», daß er im Stande sei, sein Liebste« dahinzugebe» Eigentlich vpfette er ja auch nur fich s.lder, den» er und sein« Frau waren ja«in». Er konnte fich»ichz hl»« daß ein»euer eigenthümlicher Genuß in de» L-iden liegen müffe, die ihm bevorstanden, und dazu kam noch der Hoch. muth und winkte ihm mtt der Märihrerkrove. welche ihn mtt einem Schlage hoch über die Gemeinde hebe« würde die in der krtzte» Zeit schon wiederholt trotzig ihr Haupt er-' hoben hatte. tvii viel jetzt die Ezelli'sche Fabrik bei der Zerstückelung dieses Grundstück« zu Baustellen herausgeschlagen bat. Den Rist des ursprünglich Brandt'schen Grundstücks mit 406 Q aoratrutheii lautt« Borfig am 18 Januar 1838 für 14000 Tholer, wovon er 4000 Thaler gleich anzahlte. Dies waren dir drtden Haupt« grunvttücke, auf denen Borstg leine großattigen Maschtnen- Werkstätten errichtete und wo er Namen und Verwözen erwarb. Einzelne kleinere d», wischen liegende G undstücke wurden später btnzugekauft, so 1810 da» Vtehhalter Dück-n'schr G undüück, Tdorttr. 53, mit 39 Quadratruthen, 1847 da» Boucht scht Grundstück an der deultgen Tieckstraßr und 1856 da» Ma quetsche Grundstück. Thorstr. 45 mtt 130 Quad-atruihm.«o> 12. September 1836 reichte Borstg das Bauerlaudnißgrsuch zur Anlage einer Eisengießerei beim PoltzeiprostJtu-n ein und erhielt die Genehmigung am 7. Oktober 1836. Am Weihnachtt» Hkiligadeno irahm er von den Arbeitern vrr Ezellt'>»en Fadru Adschted und begann am 1. Januar 1837 seine neue Thätigketl in der eigenen Fabrik. Am 16. Mat 1837 erschien in der „Voff. Ztg." und„Spen. Ztg.", sowie im„Jrtell-Bl.' die amtrichr Bekanntmachung, daß Boistz«ine Dampfmaschine mll 2 DampsLffeln zum Betrieb einer E.sengießerei ausstellen wolle. Da Einwendung:» hiergegen nicht erHoden wurden, erfolgte 4 Wochen später die Aufstellung und am 22. Juli 1837 d# erste Eiien ,uß. Im Ganzen mögen Borstg die Gcunvfiu« rund 100 000 Mark gekostet haben. Witt mehr eriorvetten die Maschinen- Anlagen, die im Laufe der Jahre von ihm un» seinem verstorbenen Sohne, dem G-h-imin Kommerzienliutz Aldett Bmfig, ausgeführt wurden Diese Einrichtungen ursachten einen Aufwind von drei Millionen Mari, die na» der gezenwältigen Konjunktur im Maschinenbau alleeding» völlig ertrag» ro» daliegen. Dieser Umstand deftiminte, on- man weiß, da« Kuratottum, den kostspieligen Lolomotioeada» einzustellen.._.„ Wie sehr die Thättgleit unserer R-ichipollbliefttäg« hier in Berlin ouich die Konluirenz der drei Prioatdeförderung� Anstalten vermindert ist, zeigte fich vor Kurzem recht Vraftil»' Zwei ambulante Obsthändler gniethen in der K— nuß° mit einander in Streit. Unter den Neugierigen, die die!» ebenso heftigen als intereffanten Diiluifion ent ückten lauschten, defanden fich auch vier Jünger Stephans, denen B» bald noch zwei htnzugesellten, so daß eine solche Anhäurn"» und ein derar-iges Beharrungsvermögen dieser sonst nur einzelt auftretenden und gazellenhast flüchtig-n Fußes Sur« Snaßen eilenden Postmenschen einen durchaus ungewohM-» und daher die Aufmerksamkeit fesselnden Anblick bot. 3» dieser ehedem so emfigen Dauerläufer, Veten schaiacvu» Taillenumsang das Auge jedes Temperenzlers und an>-£ Mäßigkettsapostei entzücken konnte, zeigte bereits Spuren de« dolce far niente in einem äußerst behä� Emdonpoint.— Wer weiß, wie bald die schönen Tag«"? Aranjuez für die Herren Stephanisten zu Ende sein da wohl kaum anzunehmen ist, daß die von ihnen mit allen dishettgen Wahinebmungen in der Geschäftswett�- _(n Wayineomungen tn oer gegenstehenden. noch nie dagewesenen Wohlwollen bthor»� fich wegen ihrer Uederzahl allzulang«! Lebens»«� Konkurrenten fich wegen ihrer Uederzahl allzulanger t ersreu-n werden.. � Da» Anschlagewese« in de« Vororte« erfährt je»' wesentliche Aenderung. In Zehlenvoef ist gesteen der � „Oefienlliche An�tger in Gestalt einer gl aßen schwarzen L. am Restaurattonsgebäude dicht neben dem Bahnhofe w � woiden. Diese Takel enthätt Angaben über die Lag« s i# licher Bureaus, Behörden und über die Wohnungen aU« � schnelle Hllfeiftuiigen aufzusuchender Personen, de« Arpe> � Heilgihttten, der Hebeammen u. A. Ferner find ouk»er � die Fe� ermelde stellen und sämmlliche Straßen des E auf< Angade, ob rechts oder linkt von der Eijenbahn un» gelührL Der ganze Mttleiraum der Tafel ist für P"' Anzeigen aller Art freigelafim. i. fditfi r Da,«esqäft der Sänsehäudier steht�l� ffLtaj* Höhe Sie st d deständig unterwegs, und auf der» � Iah t nach RummelSöurg kommt man stet« mit i»-_ Ae< von ihnen zusammen. Da l-rnt man denn au» v � sprächen die Techniken dieses Handels kennen,»r d jeder Handel, feine Konjuntturen. Anfangs dieser[ diejeiden ungünstig; die Zufuhr war zu groß.#"N waren übrig. Alebald�sptelte der T-iegraph naw � i jCeirt _ der » imenc oer �.eergiopi,""r l„ Brombe.g u. f. w.: W-iiere Zuwdren zurückhatt'N' � in Berlin kosten die Thiere jeden Tao Futte' rechnete auf seinen Th.il allein täglich 45-60 M- in der Provinz weiden sich die Gans« durch. JmMttv � o» ---...—-—- Ho en das G.schä't seinen Mann, denn in Rulfisch- Pol-". ----- P�nn.g dis�l Ma-k uA� Gans im Einkauf auf nur 75 rechnung de« G- winne» am Rudeltur» zu stehen. Abgang, Standgeld u. f. w. mögen immerhin de preis verdoppeln..(-!-> Einer der Schornsteine der Retchsdruckertt Lranienftroß« zeichnet stch durch eine breite Klappe von ge stecht aus. ES ist, wie die„Volks-Ztg." sct>rcidl,����< VerdiennungSoiens.'tn welchem die etnaezog-rerr Sckat �'..... In ftüherer S"'.- und Werlhpapiele vernichtet werden. altar. Er war nicht mehr der zerknirschte Sünder, der Gerecht«, welcher eben so viel leide» wollt«%t f und der darum auch verdient, ihm zur Seite werde». Er blickte stolz auf die Gebetschemel fn � welche i» dem Zwielicht Kniende» gliche«, T isf schleuderte das Strafuttheil des Gerechie» a Häupter hwab, daß fie nicht seine». p' glaube» wollten. Er r ß den R>.ck am tfi zeigt« ihnen sein« blutige Brust, wo ein leeres Lock de« Herzens, da«»"seinem Gott geschenkt. Erj�e�l kleingläubig««, die Hand in sein« Seit« zu leg-a .... MW.* Nägelmale zu berühren, damit fie überzeugt fühlte, daß er unter der Wucht de« Leidens wuch», ,ik Bilder seiner überreizte» Phantast« versetzt«» ih" derartige Ekstase, daß er d«, Sinnenwelt vollständig war und wähnte, er und Cqristu« seien eine jkii� ging«»»ich», nnd als der Küster hereinkam,«m xz P abzuschließen, fiel et zusammen, wie«in vom*v Bode» geworfene« Segel.. a-t d» Auf dem Heimwege bedauett««»ur. daß 5 � ,h« Ekstase verlöre« Hab«. Er wäre gerne mngakehtt, w �t«. nicht ein«»bestimmtes Gefühl davon zuiückgeb�».� qs» Of» A...r. i___ w � a., on- rnillD*_ flS* Ze näher er dem Hause kam. desto ftosttger w»-d«. gtst Herz und desto kleiner kam er fich vor. Und als«»»' vwz»»» veno«etner tam er ftq vor. uno—-, v- '»« Hau, trat und die Frau ib» mtt geöffnete»*, fg :»%%%% Ä N? ö v v" U4» oe» uJarrncR jv»» � entgegenstrahlen sah. und al, er die beiden schlaf» � et� «blickte, die ft, edvoll und blühend dalagen: da fu» Kff-t» aaväe»****** /»,,k foutc ganzem Werth dessen, wa» er aufgebe« die 9% da« überströmende Herz und fühlte von**aeai w,t :r—>.v>.v.,iv>>uc Vnn ohw— o die e» L himmelstürmend« Muht der ersten, junge» Leve. �b ertragen, Allem entsagen kann und d»»och schwur, nie und»immer die Geliebte 0#� �z et tragen, Allem entsagen kann schwur, nie und»immer die. & Ä« nste» Tage ihrer Eh« und saßt« zusammen d o»« � nacht, plaudernd von vergangene» Tagen, r" Aefav Zukunft und derathschlagend, wie der drohe» begegne« sei. (Fortsetzung folgt.) i I 'S» I n 4 ts I i � Lchornsttin diese Klopse nicht. Sinei Tage» aber regnete <• in den umliegenden Gärten Papiergeld; der starke Zug ei unverbrannt emporgeriffen und seitdem trägt der lowfttln diese Sicherheiti-Vonichiuna. . Sie schade I Herr Hofprediger Eiöcker wird, wie da» »V-Tgdl." von ihm selbst mit, ul heilen gebeten wird, vorläufig »d. während der nächsten Wochen noch nicht öffentlich reden, M bei der vedanfeter nirgend» die Festansprache halten.— "j* Feier dann überhaupt zu Stande kommen wird? _ Die Hitze! Vier Erlrankungen auf offener Strafe, die Anschein nach auf die abnorme Hitze, die auch am gestri- M Tage herrschte, zurückzufübren find, werden uni allein vom �ieefiag gemeldet. In der Neustädtiichen Kirch firaße fiel ein bekannter, anscheinend dem ArdeUelstande angehöriger Mann Abend plötzlich bewußtlos zur Srde und mit dem klopf Mt auf die Bordschwelle de» Trottoir», daß er fich eine T g, blutende Kovwerletzung zuzog. Fast gleichzeitig wurde Arbeiter vor dem Hause DreSdenerstraße 84 ohnmächtig. stürzten in der Köpnicker. und Auguststraße �Männer, von Hitzschlaganfällen betroffen, bewußtlos zu« (.n Die neuen Loose für die preußische«lassculotterie �.7 nach einer Berliner Korrespondenz in der„Magdeburger %.irotz der stattgehabten Verdoppelung bei den Berliner «itelten sogleich verarifsen aeweien lein. Eine nickt unbe> vi? �2lichst dadurch zu verhindern, daß ."'.da LooS erhalten sollte. Allein die jeder Käufer immer Händler wußten fich tili«, m' ,1e tnxagirten Käufer, die ihr Loos gegen eine g«. M Provision an die Sammelstellen abzugeben hatten, und »iifc®*.'st"1 stod einzelne Spekulanten in den Lefitz von 50 wZ, Loosen gelangt. Diese Loose'Inhaber spielen die rdi Cen drei ersten Klaffen auf eigene» Rifiko, und die �7 Kezogenen Nummern geben ste dann mit Aufschlag zur w. 7 klaffe für den vollen Pret» ad. Sie stchern fich da- ltu.» etwaigen Gewinne in den ersten drei Klaffen und <°en damit nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit gut staut?' Don künfzig Loosen werden etwa fünf gezogen;«» Sa«.1° nachdem ein leidlicher Gewinn von vornherein Üh w o � Verlust kann nicht vorkommen, da fich Abnehmer »ei« l,00� der vierten Klaffe finden, die obenein noch gern wz�iilMen.— Alle solche Manipulationen find nur dadurch yjji?' baß die ganze Einrichtung der preußischen Staat»- sinw?! 0UÜ,ie Anreiznug zur Spiellust in der denkbar scharf« wkn Weise angelegt ist. Whi"*»iemiich weite Seereise hat«in neuer für dm jjefcw iwischm Berlin und Potsdam bestimmter Salondampfer l gemacht, nämlich von Holland— wo er im Auf- len ja* Lerltner Firma OSlar H-nckel u. Komp. erbaut wor- illiiai �üder die Nordsee nach Berlin durch dm Slbe-Havel- slsin,, � Seereise hat da» Schiff, welcke» 550 P-rsonm Nt»«.?*?' unter der Fühmng de» Stettiner Krpstän» B löhdorn legt. Derselbe Kapitän bringt in einigen Wochen im S der gleichen Firma ein zweite» Schiff Namm»„Möwe" .»u"�.uach Berlin. %% L�vsfische Zeitung" brachte unlängst einen Artikel lo Projell einet Berliner Zlniralbahihofci. E» war, k' Etnlil M@m» hiifige» Blatt wissen, allerdings Abficht ?trka�?°°dnverwallung. auf dcm Terrain, welche« durch die lchung de« Magdeburg Halber städter und Berlin« üiw J 3"®obn Eigen! hum de» Eisenbahn. Fi»lu» geworden, �illib? u für den Westen herzustellen, welcher den .�mdrm,.. Btilin-Stettiner, Berliner Nordbahn, Berlin« Me. m' Und Magdeburg. Halberstädter Bahn aufnehmen Lirwaltu?»?. s albenden Verhindlungm der Eisenbahn« � lin m?>!.. �l°adtre der Direllionm Magdeburg und kr 3nbuftti, in Interessenten au» den Kreisen de» Handel», weil demo.�u'de da» Projekt indeß aufgegeben, nicht xN- sondnn weii �.k�alsch- Schwterigkeitm im Wege stan- 00a 5 Gewöhnlich nimmt man 3 biß 5 >e, welche dann zuerst zurückkommt, gewonnm. Diesen Sonntag veranstaltet «en n. Süd- Ost sein Preitfliegm und hat man plannt..."�ommm, ohne vorher den Ort de» Auffluge» k»ii J Kden. Derselbe wird erst am Sonnabend bestimmt, b Waffen dw nicht im Stande sind, ihr« Tauben vorher n, iauh,«iU? dieselben einzuübm. Deshalb ist man unter Uer kfitzern sehr gewannt auf da» Resullat, welche» �llnr. trzikitn wird. Wir werden daffeld« später mit« t&tL Z>a�5»thümliche» Borkommniß, über welche» dem von stcherer Seite berichtet wmben ist, läßt da» avttesx.'.»ach werden, den jetzt hier arbeitenden privaten Nötigt' Beförderung»> Anstalten offene Karten, welche B7?'Uhiiiungen enthalten, zur Bestellung anzuvertrauen. Uar/»-°�haIt ist folgender: Der Maurermeister Herr £. dnew �bstraße 7, warf am jüngsten Sonntag in einen �esktiC Kaufmann in seiner Nackbarschaft angebrachtm Mem?,>r„Berliner Packetsabrt- Gesellschaf." acht«orre- N>>ha t� 7' unter denen fich eine an dm Waldemar str. 29 K. �osd-chdeckermeister Herrn Förster adresfirte de- yi** derselbe anfgefordert wurde, am Dienstag b» �ienv Komtotr de» Absender« zu erheben. Am betreffen« kWWof Vormittag zwischm 10 und 11 Uhr erschien nun wfch, Uwen Komtoir ein etwa 17 jähriger Bursche, der die .�denbe Km respondm, karte zunächst alt Legitimation k« die>»tvdann im ongkblicken Auftrage des Herrn Förster L? Namen unterzeichneten Brief überreichte, der f?. fi�iÜl'uthtelt, auf Grund der detgeschloffmm Quittung iy« h�tinger die 1500 M. auizuiahlcn. Herr Iths« tJ'< rjjll�tuichfN, in welchem Verhältniß er zu Heren Förster Ni».' btn Jehsar traute aber der Sache beauftragte vielmehr seinen Buchhalter V�'Uen Burschen zu dem Herrn Förster »„uvd diesem da» Geld selbst auSjuzahlen. Kaum ilw. �Vt»a zwanzig Schrttte vom Haus« entfernt, so us« d,.'Ä jugendlicher Begleiter, daß er gerade nicht '»ab.i'd, n... Fester«ohr e, von diesem auch gar nicht abge- hru, tr�'K von zwei Männern, die ihn an der Bär. Wi!\ kr a� ftter' dm Auftrag erhalten habe, unter Vor- «ch�da».� dpondenzkarte dm Brief abzugeben und ihnen % kn, wa»«r im Komtoir de» Herrn Feh ar Fang begab fich nun mit dem Burschen � in der That zwei nach verschiedenen �biar h-t von dem stltstrmen Vorgangs sofort Meldung bei der Polizeibehörde erstattet und dies« wird wohl zunächst feststellen, auf welche Weise die inhaltsschwere Korrespvndenzkarte in die unrechten Hände gekommmen ist. Dem Adressaten ist ste nicht zugestellt«ordm, derselbe hat vielmehr erst durch Heim Jung von der Adsenduirg der Kart« u-ib von der ohne sein Wissen auf den gefälschten Brief und die gefälschte Quittung hin versuchten Erhebung der für ihn bestimmten Summe Kmniniß erlangt.— Da» ist der Thatbestand, wie er dem genannten Blatt von bethetligter Seit« mitgetheitt wurde. Unser Straßenverkehr bietet für Kutscher und alle Führer von Fuhrwirken bei der beständigen Zunahme der F�e« qomz von Tag zu Tag größere Schwierigkeiten. Ist der Gaul alt und nicht mehr ganz kapitelfeft auf den Beinen, so stürzt er an jeder aSphaltirtm Straßenecke; ist da» Thier jung und kr ästig, so ist e» für den Führer unmdlich schwer, ihn so in der Gewalt zu haltm, daß Karambolagen, oder gar ernster« Unfälle in den delebterm Thcilm der Stadt vermieden werden. Am Mittwoch fuhr der leichte Kastmwagen einer HUfizen Chokoladenfablik zwar im Trabt, aber nicht übermäßig schnell durch die Oranienstraßc. Bei der Adalbertstcaße überschritt eine ältliche Frau den Straßendamm in möglichst langsamen Schritten und wäre unfehlbar mindesten» von dem zwar vom Kutscher angehaltenen, aber immer noch in der Vorwärt»« bewegung begriffenen Pferde de» Kastenwagen» heftig zu Boden geschleudert worden, wmn nicht ein Herr vom Trottoir au» die Frau bei Seite geriffen hätte. Die Alte, trotzdem fie äugen« scheinlich im Unrecht war, machte ein gewaltige» Halloh; der Kutscher müsse fich mehr vorsehen u. dal. Solche Prätenstonrn au» dem Publikum find leider nicht selten und bei jedem noch so geringen und von ihm in keiner Weise verschuldeten Unfall hat der Kutscher eine oft stundenlange polizeiliche Vernehmung, die ihn in seinem Geschäft schwer hindert, zu bestehen und da» allgemeine Vorurtheil gegen fich. Bei de« meisten unserer Leichenbegängnisse kann man, namentlich wenn man an einer der zu den Kirchhöfen führenden Straßen wohnt, die nicht sehr erfreuliche Thatsache konstaiircn, daß in dem Lcick:ng-folge, namentlich wenn fich dvffelde au» einer größeren Anzahl von Personen zusammen- setzt, vielfach jede Stimmung fehlt, wie man ste beim Tode eine» Bekannten nach allgemein menschlichem Empfinden zu haben pflegt. E» macht einen recht peinlichen Eindruck, w.nn hinter dem großen Trauerg» pränge eine» vierspännigen Leichen« wagen», dem ein Mustkkorp» und schwarz auistaffirte Leichen« träger voraufschretten, au» den nachfolgenden Kutschen dichter Tabaksqualm hervorquillt und eine lebhafte Unterhaltung ae« führt wird, bei der oftmali ein herzliche» Gelächter folgt. Wir sollten doch meinen:„Alle» zu seiner Zeit!" Wer einem Anderen die letzte Ehre erweist, könnte fich hierbei wohl soviel Entsagung au legen, daß er fich während der Fahrt nach dem Kirchhof, namentlich wenn fie in großen, feierlichen und Auf» sehen erregenden Zuge stattfindet, de» Genüsse» der sonst viel- leicht beliebten Zigarre und einer animirten Unterhaltung ent- schlägt; zu beidrm ist ja nach dem Begräbniß Zeit genug. Man klagt über da» vielfach so pietätlose Umgehen de» Leichen« fuhrpersonal» mit den Leichentransporten, und mit vollem Recht, denn solche» Verfahren verletzt unser G.'fühl; aber diese Leute können die alltägliche Beschäftigung wenn auch nicht al» Rechrferttgung. so doch al» MUderungsgrund für einzeln« Laxheiten ihre» Verfahren» angeben. Einer Unstte im Publikum gegenüber ab» erwächst für die Presse dl« Pflicht, einzuschreiten und alle Sinstchtigen — und diese find ja doch immer die Mehrzahl— zur Ä.ltend- machung ihre» Einflüsse» dahin zu veranlassen, daß unsere Ber- lin» Leichenzüge nicht in Vnruf kommen. Wem da» langsam feierliche Gefolge zu unbequem ist, der mag doch lieber den Leichenzug auf dem Kirchhof erwarten. E« gtebt leider immer noch gewissenlose Unter' uehmer genug, welche fich nicht scheuen, d e ArdeUSlräste selbst im zartesten Alt« stehend» Kind» auf geradezu unnhörte Weise auszubeuten. So wird gegenwärtig ein im Anlage von Werner Große erschienener Sckauerrowai,„Die Tochter de» Arbeiter»" betitelt, auf dem Wege der Kolportage abzusetzen versucht und zwar bedienen fich die Herren Buchhändler hinzu Knaben im Alter von zehn bi» zwölf Jahren. Ein solcher Junge muß Mittag» um 12'/» Uhr seinen Dienst antreten, d. h. in dm ihm vorgeschriebenen Häusern 350 dl» 400 Hefte verthetlen. Diese Arbeit nimmt steben bi» acht Stundm Zeit in Anspruch und wird den Knaben mit 25 Pf. bezahlt; da» nämliche Honorar empfangen die kleinen Bursckm für das Zu- rückholen der Hefte. Erwägt man nun, daß 400 Hpiüche lernen. E» ist ein trübe», frruden- lose» Leben, welche» diel» Proletarier Kinder führen. I« große vetrübntß wurde gestern die Familie de« Arbeurri Waller, Skalitznstr. 59a wohnhaft, versetzt. Während die Frau dem Manne Effen nach d» Arbeitsstelle trug, spi-lte da» 3Zj Jahre alte Mädchen derselben ohne genügende Aufficht auf dem Trottoir vor dem Grundstücke Nr. 65/56 derselben Straße, durch welche» die Baumaterialien zu einem Bau der Lübbenerstraße angefahren werden. Um 1 Uhr fuhr ein mit Sand beladen» Wagm nach dem Bauplatz, da» Kind wurde von den Plerden umgerissen und kam zwischm die Bord»« räd» zu liegen. Dieselben gingen, ohne da» Kind zu v»« letzen, an demselbm vorbei, durch eine Wendung de» Körper» kam daZ Kind ad» mit dem Kopf vor die Hlnttträv». Da« eine ging über dm Kopf weg. dmselben in eine unförmliche lange Maffe verwandelnd. Mit schwachen LebenSzeichm wurde da« Kind von der inzwischm herbeigeeilten Mutt» nach der Sanitätswache am Görlitzer Bahnhof gebracht, wo e» unt» den Händen der Anzte verstarb. Dtejentge« Eltern, deren Kind» die Ohrlöcher gestochen werden sollm, können nicht genug qewamt werdm, unechte Ohrringe zum Tragen für die Kinder zu benutzen. E» find un» ärztlicherseits in letzter Z-U mehrere Fälle mttgethellt wor- den, in dmm die Gefahr ein» Blutoergiftuna vorlag, da man die frisch gestochenm Ohrlöcher mit unechten Ohrgehängm v». sah. Ebenso ist dagegen zu warnen, daß die E tnn selbst die Manipulation de» Durchstechen» vomehmm,«eil den Rindern hindurch nicht selten unnütze groß« Schmerzen verursacht n>tt*3n Folge eigener Leichtfertigkeit v»unolückte am 23. d. Ml», beim Baden in einer Badeanstalt am Noidhafen der fich hier al» Patient ein« Augenklinik aufhaltmde Knabe O. P. Dnselbe hatte, obgleich» nicht schwimmen konnte, fich mit einem Schwimmgürttl oersehen, in da««asstn für Schwtm« m» gewagt und wurde am folgenden Tage al» Leiche heraus- «"Xf die«r»ittelu«a de« Mörder« der Frau Geh. EESSSSSSS estohlen worden: Nr. 2047 Kompaß» Kös.n ist in der Rächt vom 24.»um druck, diedstah, verübt wmden. E»%,» 788 M. 5000 Mark in baarem Geld«, 89 Pf., eine Ankeruhr mit Goldrand und der und 41. H. 1393, und eine goldme Uhrkette mit gez. F. T. Elend im Gaftwirth»- Gehilfenftaud. Ueber die traurige Lage dn Lohniellner wird geschrieben: Ei ist doch traurig um diesen Stand bestellt, trotzdem er in manch» Be» ziehung so verlockend erscheint. Wir wollm beute nur einige Punkte besprechen. E» ist ja richtig, daß die Sicherheit in dm heutigen Ardeit»o»hällniffm dn GastwtrthSgehilfen gewachsen ist. ja ab» nur für dm Arbettgeb», nicht für dm Arbeit« nehmer. In den frühnen Jahrm mußte». B. ein Jihaber von Sommngeschäftm fich Freitag, spätesten» Sonnabend sein» Zahl Lohnkellner verfichern und diesm letzteren waren beim schlechtesten Wetter ihre 3 M, Lohn fich». Und wie ist e» heute? Wir haben außer einigen kleineren„Bureau- Chrfi", zwei von hiestgen Gaftwirth» oereinen eingerichiete Kontrolen und fünf von Gehilfenoereinen eingerichtete Stellenonmitte» lungs-Bureau». Durch diese stebenfache Gelegenheit zu jed» Zeit stchere» und zuoerläsfize» Personal zu»halten(zwei Kon« trolen und zwei Bureau» find telephonisch angeschlossen) ist ei dahin gekommen, daß von irgend einem stcheren, im Borau» im Lohn feststthendm Brod« nicht m.hr die Rede ist. Bei Lohnkellnern, und da» ist der größere Theil» ist es jetzt noth« wendig, daß dieselben einfach Sonnlag früh geschäftsmäßig in dm resp. Bureau» fich einfiiden und nun hoffnungsvoll resp. hoffnungslos, je nachdem die Sonne fich sehen laß', der Dinge wattm, die da kommen. Die zu Hause gebliebene Familie, sehr oft ohne den nöthigen Lebensunterhalt, gedenkt während dessen zitternden Herz-n» de» abwesenden Vater». Dann geht'» mtt einem Male um 12 Uhr durch da» Telephon:„Brauche um 1 Uhr 12 Lohntelln», tüchtige Lerne, 1 M. Lohn mit Nachputzen, aber gute Garderobe, nach Dingida", unter U n« ständen 3 Stunden entfernt von dem betreffenden Bureau. Ob die betreffenden Kellner, meist Familienväter, da» nöthige Fahrgeld haben, damach wird nicht gefragt, die Hauptsache ist, den Lohn, eitel nehmen, pünktlich antreten, sonst gied.'S da» nächste Mal überhaupt keine Arbeit. Man muß e» selbst durch- gemacht habm, mit leerem Magen um 8% Uhr auf dem Bureau, mit le»em Magen weit nach dn ArbertSftelle hinau«, wenn e» an Fahrgeld mangett,-u Fuß, um 4 Uhr eine Tasse so» gmannten Kaffee mit Schrivpe; dann sängt e» an zu regnen, man erhätt im günstigsten Falle seine Mark Lohn und trollt dann nach Hause, den langen Weg dazu benutzend, zu be« rechnen, wie die erhaltene Mark auf die Familie für die laufende Woche eingethetll wird. Da» ist der Segen d« so geregelten Vermittelungiverhältniffe. Gegenseitige» Unter« bieten der Ardeittträfte feiten» der Bureauchef», um recht viel Arbeit vergeben zu können, jedoch nicht etwa der viel vor» handmen Acbeitikräfie wegen, sondern vor allen Dingm müssen die 150 M. Gehalt und 20 pCt. Rabatt von der Netto» Einnahme h»auigeschlazen werdm. Denn da» beweist d» folgende Punkt: die zu zahlenden Gebühren für den Nachweis. Jed» dem Gewnbe Fernstehende wird wohl meinen, daß die BerusSvneine in ihrm Lureaux theil» gar keine, theil» nur geringe Vergütigung für den Nachweis verlangen. Da» ist je» doch nicht der Fall. Ein jüngst adgesetz!« Bureauchek de» größten hier bestehenden Beru'Soneint halte da» Recht, 20 M. für den Rachwet» einer Stellung zu v»langen. 3, 5—10 M. für feste Stellungen. 20-25 Pf. für TageSarbeiten, in letzterem Falle also unter Umständen 25 pCt. de» bezahlten Lohne», find regelmäßig in den Bureaux zu entrichlen. Und da glauben die Herren ein Recht zu habm, Privataflenten Vorwürfe wegen zu Hohn Gebührm zu machen. Vor allen Dlnam ist dem V'cein der Berlin» Gastwirthe und dem Verein Ber» lin» Weißbierwlrthe die Bitte an: Herz zu legen, daß beide vereint doch der lebenden Generation ihrer G-hilfenschaft noch etwa» von den Wohlthaten zu Theil werden lassen, welche sür die Nachkommen durch die Theodor Müll«- Stiftung bestimmt find, und zwar zunächst 1, durch Errichtung eine» kostenlosen Arbeitsnachweises, 2. durch Emrichtung eine» den beiden größten GastwirthSvneinen würdigen Kellnerheim», in welchen den Gehilfen durch Benutzung der Fachliteratur Gelegenheit gegeben wird, fich in der freien Zeit auch theoretisch auldiloen zu können, Da» find freilich sehr geringe Wünsche, die bei einigem guten Willen wohl zu»füllen wären! Da» Poltzerp ästdtum»laßt folgende Bekanntmachung: Der hiistge praktisch« Arzt Dr. Siegmund Marcus«, zur Zeit kergmannstn. 14» wohnhaft, hat fich bereit findm lassen, dt» dekanntm Hetldefl'ffmen Richard Mohrmann Methode d» Bandwurm-Abtreibung, deren Werth durch dietseilige Be» kanntmachung vom� 14. Mai d. I. bereit» z gekennzeichnet ist, besond«» in der Provinz zu vertreten. Da» Publikum wird auch vor diesem neuen Betrieb de» Mohrmann'schm Gewerbe» hierdurch gewarnt. Königliche» Polizei- P.ästdium. I.V.: ��Etraßensperrunge«. Die Louisenstraße, auf dem Kreuz» dämm m-r d>m Sckiffoauerdamm, sowie die Marschallbrücke und die Neue Wilhelmsstraße von der M.rs ballibrücke bi» zur Dororheenstraße, werden behuf» der Uwpflasterung und Stnl-gunz von PferDebahngeleifen unter Benutzu rg der Dampfwalze bi» auf Weiteret für Fuhrwerke und Reit» gisv»rt.— Ferner wird die Straße Alt Moabit von Station 1,6 4- 23 vi» Station 1 8(Ottostraße bis Bo stg'sche Eisenbahngeletie), behuf» dn Neubes chüttung der Fahrbahn vom 30 d. M bi» auf Weitere» für Fuhrwerke und Retter gespnrt. Markthalle«« Bericht von 3. Saaomaa«, städtische« Verkaufsvermittler. Berlin, Zenkal-Markthalie, den 26. August. Wrld und Geflügel war in ausreichenden Quantitäten zu» geführt. Die Preise hieiten flch aus der Höhe o» Vorwoche. Fette» Geflügel knapp. Rehe 55-65, Hirsche 30—45, Wrldschwein 25-30 Pf. pr. Pfd„ wild« Enten 0,30-1,20 M., junge Gänse 3,00-5,00 M, junge Enten 1-1.50-2,00 M.. junge Hühnn 0,45—0,80 M, Tauben 30—45 Pf. per Srück» Poularden 4.50-7 M. alte Hübn» 1.10-1.40 M.. Rebhühn». junge 80-90 Pf., alte 60-70 Pf. Blumm und Blätter. Lordeerdlätt« 4 M. per 10 Pfund» korb. Gemüse und Obst Weintraube« 40—60 Pf. per Pfd., Bflrfiche 0,20- 0.30 M per Pfund. Pfi fiche 20 bi» 30, Preißeldeer». 8-10 M. pn Ctr., Karotten 250- 5 M. per 100 Kilo, Wirsingkohl 2— 3 M., Roth- und Weißkohl, große Köpfe, 3—4 M. pn Schock, Blumenkohl 10—15 M., Erfurter 15 bi» 20-25 M. pr. 100 Stück, Kartoffeln, weiße runde 3.00 Zst. Ntermkartoffeln 3,00 M. rothe 2,80 3R.. blaue 3,00 M. pr. 100 Kilo, Pflaumen 4—15 M., Birnen 5-20 M., Aepfel 5 bi» 20 M., Zwiebeln 200—3,60 M. PN Ztr„ Zitronen, Ausschußwaare. 9 M. pr. Kiste von 260 bis 300 Stück, neue saure Gurken 2 M. p« Schock. Melonen 30 Pf. pr. Pfd. »nana» 2—2,50 M. pr. Pfd., getrocknete Morcheln 250 M. per Pfd.. getrocknete Steinpilz« 6.50 M. per Pfd., Tomaten 25—30 M. per Cir. »«äuchert« Fische. Rheinlach» 2,50-2.90 M.. Weser« und Ostfeelach« 1,20-1,40 M., geräucherte Aal« 70-100 M» vöckringe, p» 100 Stück 4,60 bi» 6,75 M. Dorsch 8-10 M. Spro ten 050 per Pfund. v«fll»e. Lach« 1,10 dl» 1,20 bi» 1,30 Mark, Zand«, groß«. 90 P-., Hecht 50- 65 Pf„ Steinbutte 70-80 Pf„ See» zun«, große 1,00-110 M, mittel 60-70 Pf.. Scholle lObi» 26 Pf.. Schellfiich. große 20 Pf„ Kabeljau 20 Pf. pn Pfund. Maftelen 40-60 Pf. pro Stück Lebende Fische. Aal, mittelgroß 80—95, große 1,10 R. Hecht 80 Pf.. Schleie 90 Pf. per Pfund. Krebse. Kleine, 10 cm. 1,00—1,50 M, mittel 2—4 TO oße 8—12 M. p» Schock. Hummnn 1,50—1,75 M. ptt und. Butt«. Frische feinste Tafelbutt« jc. 112—115, feint (Buflbuttet L 100— 110, U. 90-98, HL 76—85, Landbutt« l. 83-88, n. 65—76 M. Balizischt und ander« geringst« Sorten 55-66 M. v. 60«ilo. R5f«. Eckter Emmenthaler 73—80, Westpreut. Schweizer« käse L 55-60 M.. ll. 48-50 3«, IIL 40-45 K, Quadrat. backstein I. fett 22-25 5L ll. 14-18 M.. Tilstter Fettkäse 45-56-60 M.. Tilstter Magerkäse 18-23 M-, Limburger L 30-35 M., ll. 20-25 M., Ramadour 30-36 My rheinischer Holländer Käse, 20— 22P'd. schwer, 45— 58M., echter Holländer 65 SR., Edamer 1 60-70 SR., N. 56-68 SR., französischer Neufchateller 18 SR. ver 100 Stück. Camembert 8,00—8,60 SR. per Dtzd., Harzer 2 Schockkiste 4 SR. Eier. 2,50 SR. per Schock. Poltzeibericht. Am 25. v. SR., Vormittags, wurde in der Nähe der SRathäikirchstraße die Leiche eineS etwa 6 Monate allen Kindes auS dem Landwehrkanal gezogen und nach dem Leichenschauhau'e gebracht.— Zu derselben Zell fiel auf dem Grundstück Hollmannstraße Nr. 35 der Arbeiter Pohl von einer Bourüstung aus der Höhe deS zweiten Stockwerks auf den gepflasterten Hof hinab und erlttt außer einer Gehirn. erschütterung so schwere innere Verletzungen, daß er bewußtlos mittelst Krankenwagens nach der Charitee gebracht werden mußte.— Als am Nachmittag der Arbeiter Klix in der Nähe deS Großen Sterns im Thiergarten damll beschäftigt war, Bauholz von einem zerbrochenen Wagen auf einen anderen überzuladen, wurde er von einem ins Rollen gerathenen Balken derartig gegen den Kovf geschlagen, daß er eine Gehirn. erschütterung erlttt und von seinem anwesenden Bruder nach der Wohnung in Charlotten bürg gebracht«erden mußte.— An demselben Tage, AbendS, wurde ein Mann in seiner Wohnung in der Slalitzerstraße erhängt vorgefunden. Gerichts-Zeitwig. f Ein ausgedehnter Prozest wegen Betruges und Fälschung einer eidesstattlichen Verstcherrnig fand gestern gegen den Kaufmann Landow und seine Frau, sowie gegen die Friseurin Frau Engelhardt statt. Die sehr umfangreichen Ver« Handlungen wurden noch nicht zu Ende geführt, da ein Zeuge, der für den dritten und vierten Betmgifall der Anklage wichtig erschien, nicht zur Stelle war und der Gerichtshof dem Anttage der Vertheidigung nachgab, wegen der Fälschung noch weitere Zeugen zu einem neuen Termin vorzuladen. Es handelte fich um die Thatsache, daß Bandow von 1883 bis 1885 insofern elf Personen benachthetligt hat, als er ihnen die schuldige Miethe nicht bezahlte. Obgleich nun auch nicht darauf zu rechnen ist, daß er etwa später seinen Verpflichtungen nach. kommen werde, ließ fich doch der Nachweis nicht erbringen, daß er bei Abschluß der Mtethsverträge Thatsachen vorge» spiegelt, also einen Betrug verübt Hab«. Der GkltchtShof sprach den Angeklagten deshalb, wie auch der Staatsanwall beanttagt hatte, von der Begehung deS Betruges in steben Fällen frei, weil die Sacke nicht genügend aufgeklärt sei. Wegen de» zweiten DelittS hatte der Staatßanwall gegen Bandow und seine Frau neun resp. drei Monate Gefängniß und außer. dem die Freisprechung der Fr. Engelhardt beanttagt. Da erst in dem räcdsten Termin die Entscheidung erfolgt, so kommen wir dann ausführlich auf fie zurück. + Ewer fahrlässigen Körperverletzung angeklagt ttaten gestern der Geh. Kommerzienrath Kühnemann und sein Kom� pagnon Rösemann vor die dritte Ferienstraskammer des Land» genchtS l. In ihrer Fabrik oermittell zur Zeitersparniß ein Fahrstuhl den Transport von Roheisen und Brennmaterial nach der Gießerei. Wie festgestellt wurde, dürfen nur be sonderi beauft.agte Arbeiter diesem Fahrstuhl fich nähern. Neben ihm befindet fich ein Platz, wo solche Eisenstücke lagern, die von der Gießerei autrangiri find. An diesem Platz hatte am 4. Januar d. I. der Arbeiter Strutz zu thun, und un< glücklicherweise gerieth er dabei unter den Fahrstuhl, der gerade heruntergelaffen wurde. Strutz wurde gequetscht und erhielt Verletzungen, die ihn auf 17 Wochen nach der Charitee brachten. Tm Angeklagten wurde nun ty.v Vorwurf gemacht, die nölhlgen Sicherheitsmaßregekn bei dem Fahrstuhl nicht ange« bracht zu haben. Sie wurden jedoch so sehr durch daS Zeugniß bis GewerbercuhS von Eiüipnagel, der alt Sach. verständiger fungirte. entlastet, daß ihre Freisprechung er« folgte. WeitzenfelS, 21. August. Dai hiesige Schöffengericht vemrtherlle heute u. B. den auf Grund d«S Sozialistengesetzes auS Leipzig ausgewiesenen Schloffergesellen Friedrich Hermann Deumer wegen groben Unfugs>c, begangen durch Ausruf der Worte:„Hoch lebe die Sozialdemokratie", d«S Nachts vor dem Rachhause, zu 16 Tagen Hall und wegen Beleidigung deS �oltzeisergeanten, der seine Verhaftung vornahm, zu 14 Tagen tzerrtnr und versammlunge«. Der Spar« and Kredttvereta„Ewigkeit" hatte zum vorigen Sonnabend eine Festlichkeit, bestehend aui Konzert und Ball, arrangirt. Als jedoch die Festtheilnehmer Arendt nach 7 Uhr im Festlokale erschienen, wurde ihnen durch den Herrn Lieutenant deS betreffenden Polizei-Revieri die ebenso unerwartete alt unliebsame Mitthellung gemacht, daß daS pro« jekttrte Vergnügen nicht stattfinden dürfe, well die Eintritts« billetS öffentlich verkauft worden wären. Wie uns mitgrtheilt wird, find BilletS an der Kaffe deS FefllokalS nicht verlaust worden, vielmehr Halle man fich damll begnügt, dieselben vor. her an Freunde und Bekannte der VcreinSmitglieder abzugeben. Auch die persönliche Rücksprache beim kgl. Polizeipräfibium, daS Verbot der Fcstlichteit wieder aufzuheben, hatte keinen Erfola. Magdeburg, 25. August. In der letzten Versammlung deS diestgen Fachvereini der Töpfer wurde u. A. der Beschluß gefaßt, über die Osenfabriken der Bau« und Kreditbank, der Herren Gebrüder Bock und Mesch u Co die Sperre zu ver« hängen; es wird dort vorläufig weller gearbellet, doch ein Zu- zug stemder Gesellen nach Möglichkeit fem gehalten werden. Dfc Versammlung wurde schließlich infolge der Aeußerungen deS Töpfers Schultheiß durch den überwachenden Polizei. beami'N aufgelöst. Freiburg i. Cr, 24. August. Gestern Abend fand in der„Gambrinukhalle" eine sehr zahlreich besuchte Vnsamm« lung statt, in welcher der Stadttath Dreetbach aus Mann« heim über„die Vorlheile und den Werth eineS gewerblichen Schiedsgerichts" einen Vorirag hiell. Zu Leginn der Ver» sammlung tbeilte der Vorfitzende mll, die htefigen Fachvereine J allen fich an den Stadtrath gewandt mll einer Eingabe um irrichtung einet gewerblichen Schiedsgerichts durch Ortsstatut, seien indeß abschlägig beschieden worden, da nach Lage der Gesetzgebung in Baden sr-lcke Gesetze au»g«schloffen seien. Diese Begründung ist im Hinblick auf§ 120a vgl. mit Z 142 der R. Gewerbeordnung in der That eine etwai eigenthümliche, und Herr Dreesbach wieS auch alsbald darauf hin, daß nickt nm in einer Reihe außerbadiicher größerer Städte(,. B. Leipzig, Breslau, Frankfurt a. SR. u. f. w.), sondern auch in Karlsruhe und nemrdingS in Mannheim gewerbliche SchiedS. gerichte bestehen und»ur Zusriedenheit der Betheiligten ollsten. Der Vortragend« beleuchtete daraus die Vortheil« der SchiedS« gerichte, namentlich insofern fie die Arbeiter zur Selbstverwal« tung erziehen, und ihre Einrichtung, wobei er insbesondere allgemeine direste Wahl der Beisitzer au» den Kreisen der Ar« beitgeber und Arbeitnehmer, Ausschließung der Berufung gegen ihre Entscheidungen und Entschädigung der Beisitzer empfahl. Ferner empfehle eS fich, die gewerblschei, Schiedsgerichte al» EinigungSämter bei Streiks auf Anrufen der Fntereffenten und zur Entscheidung der aus dem Krankenkaffengesetz resultirenden bezügl'ch-n Strritigkeitm zu benützen. Der Redner lonstatirte, daß den Ardellern zu den bis jetzt bestehenden betreffenden Behörden daS Verstauen fehle. In einer zweiten Red« for« derte Herr DreeSbach in kräftigen Worten die Arbeller auf, fich an den Kommunalwahlen rege zu bethetltgen, damit auch in der Gemeindeverwaltung ihre Jntereffen Vertreter hätten. Fachverew der Former und BerufSgenoffen. Sonntag, den 29 August: Famtlienpartie nach dem Grunewald. Ab« fahrt Moigeni 73/« Uhr vom Schlestscken Bahnhof, Anhalter Bahnhof und Station Wedding. Treffpunkt: Station Grüne» wald. Nachzügler 8»/« Uhr. Nähere« in den Zahlstellen WeinbergSweg l£b bei Michelsen und Ritterstraße 123 bei Sodtke. Daselbst werden Beiträge für den Verein an jedem Sonnabend nach dem 1. und 15. entgegen genommen. Frage- bogen liegen au». Allgemeine Buchdruckerversammluug Sonnabend, den tlhr, in der Philharmonie, Bernburger« firaße 22a/23. Tage»-Ordnung: 1. Beschlußfassung über dt« Annahme de« zwischen Prinzipalen und Gehilfen in Leipzig vereinbarten Tarifs. 2. Neu. resp. Ergänzungkwahl der«om. wimon. 3. Errichtung eines Vertrauensmänner, Institut». 4. Verschiedenes. Fachverein der Böttcher. Die nächste VeieinSversamm« lung findet am Sonntag, den 29. August, im Verein«. lokale statt. . Arew zur Pflege freireligiösen Leben». Sonntag. den 29. d. Mts., Vorm. 10 Uhr, im unteren Saale, Nieder« wallstraße 20, Vorttag de« Herrn Dr. Völle! über:„Die gute alte Zeit". Zutritt hat J-der. Louisevstädtischer Be,irk«verew„vorwärts". Die Zahlstellen zur Entgegennahme der Beiträge der Mltgliider befinden stck: 1. bei dem Kasfirer Lündermann, Gltschtner« straße 61; 2. bei Görck'. Admiralstraße 40(täglich); 3 bei Decker(Restaurant), Holzmarktgaffe 3(Sonnabend» von 8 bi« 10 Uhr).— Am Sonntag, den 29. d. SRI»., findet«p Familien-Landpartie nach Grünau statt. Sammelplatz 10 Uhr Görlitz» Bahnhof: Nachzügler 1 Uhr. Freund« Gönn.-r find eingeladen. Nähere» flehe morgen Annonz«. Kleine W- -K 3 pfl* Wtttheikmge«. Mannheim, 25. August.(V-runglückier Arbeiter.) 6 Schieferdecker stürzte gestern von einem Neubau herab;(4* verletzt brachte man den Verunglückten nach dem allgemein Kcankenhause.. Bingen, 24. August. Während eine« heute Mtttaa i» getretmen Gewitter» von sellen dagewesener Heftigkell dn Blitz sowohl in da« hiestge Rathhaui. als auch in die'' tholische Pfarrkirche, ohne zu zünden. An beiden(Wi# wurde nur da» Dach ganz unerheblich beschädigt.— Wie v „Franks. Ztg." schreibt, ist man Bingen gegenüber a# blickitch damit beschäftigt. daS im April v. I. in dem% riff„grau? Sau" gestrandete Schiff zu heben und dadurch Fahrwasser wieder frei zu machen. Diese Arbeit ist sehr mühsame und wird von zwei Schiffen aus betrieben, zu beiden Seiten de» qu» zur Stromrichtung liegenden verankert wurden. Görlitz, 19. August. Ein gefährliche« Spiel trieb- � Tage ein etwa zehnjähriger Knabe auf der schlefischen GiM bahn bei Laubau. Beim Herannahm eine« Güterzuge» er fich vor demselben in einer Entfernung von etwa( Schritten auf die Schienen, al« wolle er dai Kommen, Zugei behorchm. Der»schreckte Lokomotivführer bremste-' aber dn nun langsam fahrend« Zug in dn Näh« de»%% ankam, sprang dieser auf, um fünfzig Schritte weiter b% Manöver zu wiederholen. Daffelbe that n noch 4 bU" tj* bis die entrüsteten Bahnbeamtm«in Treiben auf ihn N? anstalten vnsuchten. Da lief n mll großer GeschwiattP davon._ Letzte Nachrichte».„ Belfast war am Rontag Abend wieder«» S Schauplatz aufrührerischer Ezeue«. In dn � K Lodge Roav noch Shankhtll führenden Straße hatte P Volkshaufen angesammelt. Die Polizei suchte ihn Guk% zu treiben, wurde abn von einem so heftigen empfangen, daß fie fich schleunigst in die Kaserne flüchten?? Darauf griff die Menge diese an und demolirte fie Zur Zell befanden fich nur 20 Polizisten in derselben-? stärkungen an Polizei und Milttär trafen auf militärism j, quifition gerade rechtzeitig ein, um zu vnhindern, wüthend« Menge die Kasnne nicht stürmte. Hieraus ss? dll Säuberung dn Straßen schnell. Nur die Mäßige/ Polizei, die kein Feuer gab, verhtndnte wahrscheinli?� Blutongießen. 9 Verhaftungen wurden voraenomm»�! Beschlaguahme eine« ArbetterblatteS. Der„stn?sj schreibt man aus Breslau 25. August:„Die Nunun« ,>tl im Verlage des srz'aldemotratischen Agitators Conr»»,!» früherm Maurers) erscheinende Blatt:„Breslau« BoS�i Organ für da» werkthätige Volk in Stadt und L-mb ,%! Beschlag belegt worden. Wie verlautet, bildete em Gedicht, welches den bei Gelegenheit deS Jubiläum» lauer Tischln-Jnnung vnanftalteten F-stzug«»iraf. m?.- zur Konfiskation. Die �Sozialdemokraten dai'' da« Gedicht noch in 20000 Eremplaren»u veiblev�- � Druck wurde aber von dem Buchdruckereibefltzer, � die Herstellung in betreffenden Exemplare überttaZ�zzs Herstellung ad gel: hat. Die gedrurtt." „BreSlaun VoUSstimwe" wird Kriefkaste» der K-dakti