Nr. S0S. Dienstag, den 31. August 1886. m. Jahrg. MnWKMl Brgan für die Interessen der Ardeiter. m Abonnement»- Einkaäung. SRit dem 1.$tpi*mbtv eröffnen wir ein neue» Abon- "ement auf da» uDerliner Nolksklatt" mit der Gratisbeilage „Illnstrirtes Kmmtagsdlatt«. L D«r Abonnementtvrei» de»„Kerliner NoUrsblertt" mit Tratiideilag«„Ztluftrirte» K»n«tagvblatt detrSat für ««rlin pro Monat 1 Mark 85 Pf., pro Woche 85 Pf. « �.Neftellunaen werden von fämmtltchm Zeitungi-khiediteuren, Z?* von der Expedition unsere» Blatte», Ztmmerftraße�, genommen. ig, M außerhalb nehmen alle Postanstalten Abonnement» o:»en Monat September gegen Zahlung von 1 Mark � Pf an. Die HedoEfioA amd Spedition ___ de»„Kerliner Polkadlatt«._ „Araklischr gojinlpolitif!", Li Nachdem un» die Konservative» schon so oft erklärt � r", wa« sie unter �praktischer Sozialpolitik' verstehe», »..�»achdem wir die kümmerlichen Resultate dieser„Sozial« Mtot« leibhastig vor un» erstehe» geschaut, erfahre» wir ®>>ch, wa» der sogenannte entschiedene Liberalismus, »ttsteh�.Freifinnige»', untir„praktischer Sozialpolitik' _ Fr«ifi»»ig« Blätter— namentlich die„Vossische Zeitung' dieser Tag« mit Recht, daß durch die gegen- Tür w. �«ftümionen unsere» Krankenkaffenwesen« wohl fundhelt zuttäglich w E« fehlt an Stätten, wo fich die ««» aus dem Krankenhause kommende» Arbeiter und Be« �nttge««och eine Zeitlang aufhaste« und die Ausheilung tuenden könne», bevor fie wieder in die ungesunde Atmosphäre der Fabrik oder der Werkstätte zurückkehren. V»911?"fi auf die Ferienkolonie« für arme Schulkinder und glaubt damit eine« praktische« Fingerzeig gegeben n r*«»' Also wieder ei» Appell an die P r i v a t w o h l« "ttgkeitl dal�»Vosfische Zeitung' führt au«, daß die Rekon- e,tLm>tev pflege in Frankreich und England weit mehr «'ckslt ist, al« bei un». Da« ist so, allew dort beruht Alle« ke,' �ivatwohlthätigkeit und so sehr»tr deren Leistungen aner« « wolle», so«enig könne« wir zugebe», daß eine um« [87 JeuMeton. Spure» im Saude. Roman von Ewald August Köutg. der Staatsanwalt gab dem Kommrssär einen Wink, Nif. ging hinau« und kehrte«ach einige» Minute» sragt«�®0d«t wissen Sie, daß dieser Man» e» kann?' °«r Richter. der«inmal ist hier ei» Einbruch versucht worden, tchui'"ch gelang nicht, aber der Spitzbnbe hatte da» L.?»»»n.*? l'gt l» mitunter Tift,«« die Mäuse zu *tcht gethan. fi« war in jeder Beziehung vor« fassend« und zweckmäßige Organisation der Rekonvaleszenten« pflege fich auf die Privatwohsthätigkeit begründen läßt. Ohnehin pflege» die privaten Wohlthäter die bezügliche« Zn« stttute»ach ihren pnfönliche» Neigungen einzurichte« und ReligionSbekeantniß wie politische Anschauungen spiele« dabei oft eine entscheidende Rolle oder auch andere Dinge. Wir wolle« nur eine» Fall anführe». Die Frau de» be- kannte« englische» Staatsmannes Gladstone hat ei» solche» Re« konvaleSzentenheim errichtet. E» liegt in Wordford, Grafschaft Essex, und in de« Etatuten heißt«», daß Fälle au» dem östliche» London, also au» de» ärmste« Stadtoierteln, de» Vorzug habe«. Aber dann heißt e« wieder:„Ansteckende Krank» heite«, Schwindsucht, Epilepfie, Nierenkranke find auSge« schloffen, desgleichen polizeilich Arme." Hier enthüllt fich eine der schwierigste» Seite« der Privatwohlthätigkeit zur Evidenz. Gerade diejenige», die der Hilfe am meiste« bedürftig find, bleibe»«»«geschlossen. Man muß sage«, daß in diesem Jahrhundert die Privatmohlthätigkeit al» etwa» Veraltete» erscheint. Sie erscheint al» e«» Uebetbleibsel au» de« patriarchalische« Verhältnisse« de« Mittelalter». Aber der Arbeiter von heut« ist zugleich Staatsbürger, der dem Staate gegen- über seine Rechte hat und seine Pflichte« erfüllt; er kann beanspruche«, daß auch auf dem»» Rede stehende« Gebiet« die staatliche Fürsorge Platz greift und daß ihm nicht die Demüthigung auferlegt wird, da» Mitleid reicher Leute in Anspruch nehme« und fich von ihnen Almosen reiche« lasse» zu müsse«. Die freistnnige» Blätter wolle« so etwa» natürlich nicht. Sie erschrecke« vor jedem Eingriff de» Staat» und wolle« von solche» staatlichen Organisationen nicht» wisse«. Sie präsentire« dem Arbeiter auch auf dem Gebiet der RekonvaleSzsntenpfleze da» alte, längst abgethane Rezept der„Selbsthilfe" und glaube«, daß diese, verbunden mit der Privatwohlihätigkeit, eine ausreichende Organisation zu schaffe» im Stande sei. Höre« wir, die „Voss. Ztg." in dieser Sache. Sie sagt: „Da« Feld der Bethätigung großartiger Privat- Initiative liegt offen da. Mit vereinte«, und darum ae- ringe« Mlttel» könnte« die Arbeiter w ihre« Kasse« sich selbst helfe». I« GewerkSkrankenverei« find mehr al« 190 000 Arbeiter und Arbeiterinne« vereinigt. Da» jetzt veröffentlichte und revidirte Statut de» Gewerkskrankenver« ein« gestattet die Verwendung feiner Jahresüberschüsse für geutseade Arbeiter zu Heilzwecke«, Heilbäder» und dergl. Ende diese» Jahre» werde» dies« Ueberfchüffe 30 000 M. übersteigen. Ein Pfennig Jahresbeitrag dieser 190 000 zur Krankenpflege vereinigte« Arbeiter und Arbeiterinnen macht 1900 M., 10 Pfennig pro Jahr ergebe» 19 000 M. „Also der Rabe lebte noch und Sie fanden bei Ihrer Heimkehr auch»icht», wa« Ihne« verdächtig erschte«?' „Nicht da» Geringste, ich würde e» gewiß sofort ent- deckt habe«.' .«er außer Ihne« wußte, daß fie die bedeutende Summe im Hause hatte«?' „Niemand. Ich habe die Papiere, die ich»erkaufe» wollte, persönlich dem Bankier gebracht und auch persönlich da« Geld in Empfang genommen.' „Hegen Sie irgend eine« Verdacht—" „Nein,«ei», ich kenne niemand, de» ich diese« Ber- brechen» fähig halte» könnte," erwiderte Gottschalk mit einer abwehrende» Geberd«, wen sollt« ich da verdächtige«? Ich vermuth», daß derselbe, der damal» de« Einbruch versuchte, auch diese« Verbrechen begange« hat, aber über die Person diese» mir ganz unbekannte» Mensche« vermag im«icht die mindeste Andeutung zu gebe», ich muß e» der Untersuchung überlasse», ihm nachzuforschen und da« dunkle Räthsel zu löse».' „Noch eine Frage l' sagt« der Richter..Könne» Sie die Geldsorte», au» denen die entwendete Summe bestaud, genau bezeichne»?" „Nein; sie bestand au« zweihundert Stück Doppelpistole« und dreißig Hundertthalerscheine«, aber die Num- mer» der Banknote» kann ich nicht angebe«." Da» war alle», wa» der Rentner«»»zusagen wußte, und der Mechaniker Heineman» konnte nur«enig hinzu- füge». Er hatte gehört, daß der alte Herr kurz vor Mitter« nacht die Trepp« hinaus gepoltert war, er glaubt« fich zu erinnern, daß kurze Zeit darauf die HauSthür zugeworfen worden war, weiter wußte er»icht«. Eine« Verdacht konnte er ebenfall««icht äußer«, so wenig wie Dora, die nur bezeugte, daß die HauSthür« am Morgen offen gewesen war. Die Frau Lampe mußte über die Einwohner de« Hause« Auskunst gebe», aber hier fand fich auch k�n Anhaltspunkt. die Leute schiene» w»gesammt ehrlich und unverdächttg JU%«» Brau« sagte au-,'h» Schwägerin sei am v«. gangrne» Abend in gewohnter Werse bei ihr gewesen, fie S El Und am Selbstanfange« liegt alle». Da» ist praktisch, Sozialpolitik.« Diese» Rechenexempel mit seinen Ziffer« steht gerade au», al« ob es der große Harmoniedoktor Max Hirsch selber gemacht hätte. Wen« fich unter den 190 000 keine„Steifleine««»' befinde»— nun, wa» wolle» da»» 19 000 Mark jährlich besage», wen» ma» de« große» Prozentsatz der Erkrankung«» von heute betrachtet? Da» erwähnte Gladstone'sche Institut hatte bei 1074 Vesucher» 31 000 M. Einnahme und unter 190 000 Personen werden fich jährlich wohl etwa» mehr als 1074 krank melde». Wir schwärme» natürlich dem gegenüber«icht r eine bureaukratische Sozialpolitik; da« aber, was ie„Vosfische Zeitung" hier al»„praktische Sozialpolitik' bezerchnet, ist denn doch, wie Jedermann einsteht, der ein- sehe« will, viel zu ärmlich, um etwa» Bedeutende« damit schaffe» zu könne«. Die Schwärme, für die„Selbsthilfe" vergesse« immer, daß gegenüber unserer heutige« Massen- armuth auch der beste Wille de« Einzelne« nur ein Tropfe» auf einen heiße« Stein ist. Und ohnehin lebe« wir im Zeitalter der Börsen- arvenu«. Auf deren WohlthätigkeitSstn« wirthschastliche »rganisatione« begründe« zu»olle», dazu gehört etwa» mehr al« bloße Naivetät. PolMschr Ueberstcht. Reich»rag«abgeo?dneter Singer. Durch die Press« gehen die versäiiedensten Nachiichtcn über den Ort, wo der au»gewiesmt Ädgeordnete Paul Singer seinen Wohnfitz auf- schlagen wird. E» wurden Kiel, Dresden, Frankfurt a. M., und jetzt wird München genannt. Au» guter Quelle können wir mittheilen, daß der Abg. Singer vorläufig gar nicht ge- wM ist, einen festen Wohnfitz zu nehmen, daß er vielmehr feine ihm aufgezwungene Abwesenheit von Berlin dazu benutzt, die sozialen Verhältnisse in den einzelnen Theilen Diutsch- land» durch persönliche« Studium an Ort und Stelle kennen zu lernen. Lauenbnrg, 29. August. Wie wir vernehmen, werden die Anhänger der sozialdemokratischen Partei, soweit fie über. Haupt stimmen, trotz de» stattgehabten erbitterten Wihllampfe», bei der Stichwahl f ü r dm Kandidaten der deutschftetfinnigm Partei ihre Stimmen abgeben. Man ist hier allgemein der Anficht, daß dann der deutschfreistnnige Kandidat den Steg davon tragen wird. Ei» Musrer-Manchesterman« ist der belgische Eisen- bahnmintfter Herr Vandenpeereboom. Ihm unterstehen Eisen- bahnen, Post und Telegraph. Da die Einnahmen der Staats» bahnen immer schlechter werden, so finnt er Tag und Nacht darüber nach, wie Ersparnisse herbeigeführt«erden können. Bald setzt er die Gebührm der Bahnärzte herunter, bald ver- mindert er die Zahl der Züge und der Arbeiter, läßt am Oel habe ei« Gla» Wein getrunken und dabei mit ihrem Sohne einen kleine« Wortstreit gehabt, durch de« sie veranlaßt worden sei, schon vor zehn Uhr fie zu verlasse» und fich zur Ruhe zu begebe«. «Hat Ihre Schwägerin nie eine» Verdacht geäußert, der sich gegen eine bestimmte Person richtete?' ftagte der Richter. „Nein, wenigsten« weiß ich mich einer solche» Aeußnung «icht zu erinnern." Paul, der inzwischen fich eingefunden hatte, wurde«u» aufgefordert, da» Schloß an der Schlafzimmerthüre zu unter- suche«, aber ehe er dieser Aufforderung Folge leistete, blieb er ewige Sekunden lang kopffchüttelnd vor der Leiche stehe«. Dem Staat»a«wav fiel da« auf. „Was habe« Sie?" ftagte er. Wie au««wem wüste» Traum erwachend, blickte Paul fich um, dann fuhr er rasch mit der Hand über dt» Auge«. „Nicht»," erwiderte er,„der rothe Streife» um de» Hal« errinnert mich an eine andere Leiche, die ich in Kali» fornim sah." „Ah, ah, war«icht Ihr Bruder—" „Er mußte für ei« Verbreche» büßen, da» er»icht be« gangen hatte, Herr Staatsanwalt," sagte Paul in einem so ernste» Tone, daß die Anwesende« ihn betroffen anschaut«», „der rasend« Pöbel da drüben ftagte«icht«ach Beweise», er mußte ei« Opfer habe».' Der Staatsanwalt zuckte schweigend mit den Achsel», er schenkte dieser Erklärung offenbar keine« Glaube». Paul untersuchte da« Schloß, er ließ die Feder spiele» und wiegte gedankenvoll da» Haupt. .Da« Schloß ist unverletzt,' erklärte er,„wenn hier ei» Dietrich angewandt wurde, da»» muß er in einer sehr geübte» Hand gewesen sein." „Kann eine geübte Hand diese» Schloß mit einem ge- »öhnliche» Dietrich öffne»?' ftagte der Richter. „Nicht doch, da» kann nur mit einem eigen« dazu a». gefertigte» Hake» geschehen," erwidert« Paul, während er da» betteffende Instrument de« Herren zeigte.„In Amerika ■paitn, leine Waggons mehr au! bessern— lurz auf allen Gebieten wird gesvalt. DaS mag ja alleS noch gehen. Dai originellste Nittel aber, daß wohl noch in keinem Staate Europa! zur Vermehrung der Staatseinnahmen wir Anwendung «ekommen, hat dieser geniale Minister dieser Tage erfunden. !r überträgt die Aemte r dem Mindestfordern« den. Diese Ausdehnung des üblichen SubmisfionSwesenS auch aus Besetzung der Aemter hat natürlich leine andere Folge, als dah nur Leute, die noch 91e beneinnahmen haben oder fich solche durch ihr Amt zu verschaffen hoffen, in die Stellen hin- eindrängen und daß Leute von tüchtiger Leiftun-'efädialeit, aber ohne private Hilfsquellen dem Staatsdienste fernbleiben. Mög- lichst billige Arbeitskräfte zu engagiren— da! hat, wie man steht, sehr oft seine recht bedenlliche Kehrseite auch für den scheinbar gewinnenden Theil. «lertkale Coztalholtttl. In der Genter Gegend ver- sammelt, wie man der„Germania" schreibt, allmonatlich der Dechant de Meeleer die Mütter der Arbetterkamilien in einem besonderen Vereint lokale und ertheilt denselben„nach einer erbaulichen Andacht Rathschläae in allen Angelegenheiten de! Leben!. Bei jedesmaligem Schluß solcher Vereinigungen er- hallen die Besucherinnen Brot, Lebentmtttel und Kleidung!« Segenstände für stch und ihre Kinder." Die„Germania" heint von dieser„sozialreformatorischen" Thätigleit sehr erbaut. Die Arbeiter dürften dieselbe weniger hoch schätzen. Wa! sie oerlangen, ist nicht, daß man fie, die Schöpfer alle! ReichthumS, auch fernerhin mit Hungerlöbnen abspeist, und daß man ihnen, wa! zu unumgänglicher LedenSnothdurft alt- dann noch fehlt, durch Bettelpfennige und Almosen ersetzt. Sie haben vielmehr ein Recht, zu beanspruchen, daß ste von vom» herein, al! Produzenten, menschenwürdig gestellt werden' die Almosen betrachten fie nur als eine Entehrung. In klerikalen Kreisen mag man diese! Gefühl nicht verstehen, in Arbeiter- kreisen ist man stol, darauf. Die vetefträger der Vereinigte« Staate« scheinen wesentlich Keffer gestellt zu sein, als unsere maßlo! üderlaflet-n, schleckt entlohnten Postdoi-n. So schreibt man der„Zür. Post" au! New Uoil:„In der Legislatur ist ein Gesetzentwurf eingebracht worden, der den Briefträgern achtstündige Dienst- psticht gewähren soll. Die Lage der Briefträger ist eine viel günstigere al! die anderer Postboten. Da! JahreSsalair eine! Briefträger! betrügt 1000 Dollar!; noch nicht fest angestellte erhalten 900 Dollar!. Die Arbeitszeit, da! heißt die An- Wesenheit im Dunste zwischen 11 und 13 Stunden, aber die wirkliche Thätigleit ist nur acht und eine Viertelstunde. Der hiesige Briefträger steigt nie eine Treppe, sondern läßt in dem Haut stur einen Pfiff auS einem kleinen Instrumente ertönen und die Empfänger haben stch die Treppen herab zu bemühen, wenn der Briefträger nicht überhaupt sämmtliche Briefe bei einer hierzu defignirten ebenerdig wohnenden Person adgiebt. Einen SchnellschrM im Dienste, wie ihre Kollegen in Deutsch- land und Oesterreich, kennen die hiesigen Briefträger nicht. An Sonntagen werden keine Briefe ausgetragen, in manchen Stationen einmal de! Morgens." Arbeiterbewegung. Die 8 auf St. Pauli verhafteten Hamburger Sojialvemokraten, sowie der mttverhaftete Birth haben thiilweise Kaution für ihre vorläufige Freilaffung angeboten, die indeffen abgeschlagen worden ist. Nach Lage der Sache dürfte die Eröffnung deS HauptoerfahrenS erst etwa zum November erfolgen, da da! zu dewältiamde Material sehr umfangreich ist. So schreibt die, liberale„Weserztg."— lieber Schließung der Stettiner Fachverejjre der Maurer und Tischler haben wir kürzlich nach der„N. St. Ztg." ge- meldet, diese Fachvereine seien auf Grund deS Sozialisten- esetze! aufgehoben worden. Diese Nachricht bedarf, wie die gl. Polrzeidirettion dem genannten Stettin er Blatte mittheiU, der Richtigstellung, da die genannten Vereine nach§ 8 de! Vereinsgesetze! vom 21. März 1850 vorläufig polizeilich geschlossen und nicht auf Grund de! Sozialisten- aes'tze! aufgehoben worden find.— Gegen den gesammten Vorstand der Allgemeinen Krankenkasse und gegen eine Anzahl Zigarrenarbeiter zu Altona ist«nklaae wegen Uedertretung de! VereinSgefttze! erhoben worden. ES handett stch hierbei um die bekannte Demonstration bei dem Begräbniß eine! Zigarrenmacher!. Von Seiten der Anklage wird diese Begräbniß al! eine Leichenfeierlichkeit angesehen zu der gesetzlich desondere Erlaubniß erforderlich ist und den Theilnehmern die Theilnah-ne bezw. die Aufforderung zur Theilnahme zur Last gelegt.— Der Schuhmachergeselle Woll- schläger, der Letter de! Streik! der Gesellen der mechanischen Schuhsadrik von Bühring u. Komp. in Mapdeburg- Neustadt, ist wegen Verstoße! gegen den§ 153 der Gewerbeordnung verhaftet und dem Amtsgericht in Neustadt zu- geführt worden._„. Armee und konservative Zeitungen. Im Anschluß an da! vielbesprochene Köller'sche Zirkular theilt ver„Anz. f. d. Havelland" mtt, daß in der Spandauer Garnison j-tzt wohl ausschließlich Zettungen, wie da!„D. Tageblatt" rein der Schülerbergkaserne früher sogar die antisemitische „Wahrhett"— au! den K a n t i n e n« E r s p a r n i s s e n be- schaffr werden. Diese Ersparniffe können nur bei Truppen- kennt man da!, die hiesigen Spitzbuben aber werde» keine Ahnuna davon haben." „Zeige» Sie einmal, wie'! gemacht wird," sagte der Staatsanwalt. Paul kam dem Befehle»ach, und da die Herren j tzi kein« Frage mehr an ihn zu richte» hatten,«»tfernie lese! erste Verhör hatte kein Licht in da! Dunkel Zer Rrubmörder mußte in dem Haus« genau be- kanni fem, ja,«! ließ fich sogar mit ziemlicher Gewißheit annehme», daß er von der große» Summe Kenntniß gehabt und ihretwegen da! Verbreche» begange» hatte. Er mußte ferner gewußt habe», daß der alt« Herr berauscht»ach Hause gekomme» war.«nd daß er die Thüre» nur einfach geschloffen fand. 3« jeder anderen Nacht wäre« sowohl an der HauSihüre, wie an der Thür de! Korridor! die innere» Riegel voraeschobe», die fich durch Nachschlliffel »nd Dietriche nicht beseitige« ließen. Oder aber hatte der Verbrecher fich sch«» am Abend in! Hau! geschlichen und hier im Versteck den günstige»»ugenbl ck abgewartet s Die! ließ sich auch nicht annehmen, der Med hätte dann ja die Abwesenheit Gottschalk! benntze» kö»«ea, um sein« Thai auszuführen.._ Weshalb war der Vogel vergiftet worden? Und wie hatte e! der Verbrecher ermöglicht, die That so völlig ge- räuschlo! zu verübe»? Auf alle diese Frage» fand man keine Antwort, der einzige Mund, der fie hätte deantworte« könne», war ver- stammt. Keine Spure» hatte der Verbrecher hintnlaffe», man fand nicht!, wa! der Untersnchung nur de» mindeste» Aahalttpnnft biete» konnte. Schon wollte der Untersuchungsrichter da! Protokoll schließe«, al! die Thüre plötzlich geöffnet wurde und Werner blieb bestürzt auf btt Schwelle stehe», sein Blick streift« flüchtig mtt lauerndem AnSdruck die Anwesenden, dann blieb er ftagend. erwartungsvoll auf dem Rentte« theilen vorhanden fein, welche die Kantinen selbst bewirth- schaften, und entstehen können diese Ersparniffe nur aus dem Uedersckuß der Verkaufspreise über den Einkauf und die Wirth- schasttkosten. Die Ersparnisse find also lediglich au! dem Geld« der Mannschaften entstanden und dürfen nur wieder zum Besten der Mannschaften in allgemeiner Form verwendet werden. Wie kommt nun die Kantinen Verwaltung dam,- die Mannschaften indirekt zu zwingen, ihr Geld für Zeitungen einer einzigen politischen Parteilichtung auszugeben? Ebenso wenig zu recht- fei Ligen erscheint ei aber, daß. ebenfalls nach dem„Anz. f. d. Havelland", au! denselben Mitteln ein„fteiwilliger Beitrag" an den Verein zur Verbreitung christlicher Zeitschriften geleistet wrrd, der dafür Schriften evangelisch-orthodoxer Richtung liefere, welche auf den MannschastSstuben zirkuliren. Der„Ä. f. H" wiederholt übrigen! eine frühere, unwidersprochene Notiz, wonach durch Kommandanturparolenotiz vom 16. September 1885 mttgetheilt wurde, daß im Komwandanturbureau eine Lifte zur Einzeichnung von Abonnement! auf ein konservative! Lokal- blatt auSliege und der inzwischen zum Major avanzirte Vor« steher diese! Bureau! bereit sei, ihm schriftlich zugehende AdonnementSaufträge in diese Liste aufzunehmen Unser russischer Erbfreund. Die„Soff. Ztg." erhebt wiederholt Klage über die Grenzbelästigungen fetten! der Russen. Al! ob e! fetten! der rusfischen Grenzbewachung dar- auf angelegt wäre, den deutschen Grenzbewohnern da! Bewußt sein von der Allmacht Rußlands und der Schutzlofigkeit der Nachbarn beizubringen, wieverholen stch die Fälle, daß deutsch« Staatsbürger auf ruffische! Gebiet gelockt und dann verhaftet oder auch von deutschem Gebiet weggeschleppt werben, in auf- fälliger Weise. E» gehört zu den größten Seltenheiten, wenn einmal ein übereifriger russtscher Grenzkosak von seinem Vor- gesetzten in seine Schranken zurückgewiesen wird, wie da! kürz» sich durch Verabreichung einer Anzahl Ohrfeigen geschah, al! ein Grenzkosak ein in die Przemsa in vre Schwemme gebrachte! schlestsche! Pferd, da! vom Waffer an die rusfische Seite ge- trieben war, al! gute Leute erklären wollte. Da! Blatt er zähtt, wie e! neuerding! zwei Zimmerleuten au! Püschen er- gangen, die an der Golkovitzer ProSnamühle die Schleuse repa« ftrl halten, und die von den rusfischen Grenzposten geknebelt abgeführt würben, weil ste fich hatten verleiten lasten, während einer Unterhaltung mit den Grenzkosaken über die Grenze zu treten. Der Magistrat zu Pitsehen hat Schritte zm Befreiung der Gefangenen gethan, über deren weitere! Schicksal noch nicht! bekannt geworden ist, ebenso wenig, wie über eine Gerug- tbuung, welche selten! der rusfischen Rachbarn für ftühere Glenzplackereien und Grenzverletzungen gegeben wäre. Zur Rede de! Herr« Singer in Zürich bemerkt die Berliner„Börsenztg", ein Blatt, daS wirthschaftlich gefinnung!- loi und politisch— nationallideral ist:„In Zürich, wo er sich aufhält, sprach am 24. Herr Paul Singer im oberen Saale de! alten Schützenhause! vor einer Versammlung von etwa 600 Personen über die sozialpolitische Lage in Deutschland und die Tbäligkett der Sozialdemokratie. Die Hörer waren durch- weg Artetter. Zunächst erklärte Singer, daß da! deutsche Krankentaffengesitz und da! neue UnfallverficherungSgesetz schlechte Versuche seien, die mehr in! Gebiet der Armengesetz- gebung al! in da! der sozialen Reformen gehören. Ja zum Henker, worau! schöpft denn die ganze Sozialdemokratie ihre scheinbare Berechtigung, al! au! der Phrase, man müste ein Herz für die Enterbten, also für die Armen haben. Bither hat e! ja immer geheißen, die ganze soziale Frage ist eine Magensrage, und nun, wo die Regierung daran gehl, die an- geblich Enterbten, die Armen und Elenden, vor bösen Zeiten zu schützen, ja fie sogar im Alter vor der Trostlofizkeit zu bewahren, jetzt kommen konfuse Köpfe und erklären, da! seien schlechte Versuche. Da möchte man ja auf den Tisch schlagen vor Zorn." — AlS Nationalliberaler hat man natürlich jeden Versuch der Regierung für gut zu befinden. Angehörige anderer Parteien werden fich aber immer daS Recht wahren. Kritik an der näheren Ausführung der angekündigten Sozialreform zu üben. Der Name„Sozialreform" macht gewiste Bestrebungen noch nicht bester. Belflien. Die„Voss. Ztg." erhält au« Brüffel, den 27. August, fol- gende intereffanle Korrespondenz: Der Finanzminister hat an den Vorfitzenden der Arbeitervereine der Stadt Brügge, welche da! Ministerium um Ausführung großer öffent« licher Arbeiten ersucht halten, ein Schreiben gerichtet, in welchem er die Bittsteller höflichst abweist. Die öffentlichen Arbeiten können nur einigen«rberier klaffen helfen; zur lieber« Windung der jetzigen Schwierigkeiten sei persönliche Initiative und eine unternehmende Thätigleit von Privaten erforderlich. „Dank den Anstrengungen Aller und der Einficht der Behör- den— so schließt da! Schreiben— hoffe ich, daß wir bald bester« Zeiten haben werden." DaS ist ein schlechter Trost, nachdem der Finanzminister nach Beseitigung der Unruhen große Versprechungen gemacht, aber nicht! ausgeführt hat, und e! dedarf nur eine! geringen Anlasse!, um dm Grimm der Ardetter wieder aulbrechen zu sehen. So war e! gestern im Zentre. Auf dm Kohlenwerken Houstu hatte man 6 Arbeiter entlassen; da! erschien den Ardettern al! eine günstige Gelegenhett, um ruhe«, der eben dem Staatsanwalt dm Namm dc! Ein- tretende» nannte. „Was geht denn hier vor, Onkel?" fragte er.„Deine, Einladung folgend, komme ich, um bat versprochen« Fittlhstück in Empfang zu vehmm, und— güttge, Himmel, wa« liegt den» dort auf dem Boden?" „Treten Sie näher, Herr Baron," sagte der Unter- suchungsrichter rasch.„Sie komme» wie gerufen, ich muß Sie bitte», einige Frage» zu beantwortm. I« de, vorigen Nacht ist hier ei» mtfetzliche! Verbrechen verübt worden, man hat dm Herr» Gottschalk befiohlm und feine HauShälten» ermordet." „Nicht möglich I" rief Werne, erschreckt. „Die Thatsache ist leider nicht zu dezweifel«. Sie waren gestern Abend mtt Herm Gottschalk zusammen?" „Allerding«, wir warm sehr vergnügt." „Er behauptet, zu viel gettunkm zu haben." „Lieber Gott, da! kann ja bei einer solche» Gelegenheit Jedem passtrm. Herr Gottschalk hatte dm schwerm Bor- deaux etwa« rasch getrunken—" „Sie brachten ihn«ach Hause?" „Jawohl." „Wie spät war e!?' „Gegen Mitternacht, e« war«och nicht halb Ei»!, gl, al! ich»ach Hause kam, und ich hatte von hier au«»och ein» tüchtig« Marsch zn mach«. Her, Gottschalk bat mich, ihn bi« r» ferne Wohnung zu begleitm, er fürchtete fflSMWZ „Und wie lange bliebe» Sie hin?" öffnet* hätte/ �«nd dort die Thür« ge- „Fandm«i« hin nichts Verdächtiges?" ihre Forderung« geltend zu machen. Sie verlangten nicht n« die sofortige Wieoereinstellung der Entlostmm, sondern auch 4 Frank« Tagelohn, achtstündige ArdeilSzeit(j-tzt find et 11 Stunden), feldstständige Verwaltung der HilfSkaste— kol AlleS, wa! den Arbeitern in den Veriammlungen al!„berech- tigte! Minimum" angegeben wird. Die Brdettn lehnen die Wiederaufnahm; der Arbeit ab und durchzieh« mtt ihre» Trommeln und Fabnm dm Kohlenbezirk. Mehrere Koblni« werte find entschlossen, unter solchen Zuständen dm Letncd ganz einzustellen. Kein Kohlenwerk will fich dazu verstehen, den Ardeitern ihre Forderungen zu dewilligen, obwol die ministeriell« Blätter für die Einigung auf da! eintreten._ Der Münchener„Allg. Ztg." schreibt man über die Folgen derArdetterenqueteau! Brüffel: Soweit man noch vor dem Abschluß dn Untersuchung unserer Arbeit»« verhältniffe einen bestimmten Anhaltspunkt für die R-tion der Regierung befitzen kann, schein« drei wirthschaftliche Reforin- gesetze ernste AuSficht auf eine baldige Verwirklichung zu h-dni- Diese Reform« betreffen 1) ein Gesetz über die Enichtueg von ArdeiterfchledSkammern(covaeilo de conciliation) nach fern Muster der englisch« bonräa of conciliation; 2) ein Gesetz Regelung der Frauen- und Krnderardett in Kohlengrubelt, Frbrik« und Werkstätten, wahrscheinlich nach dem Muster bei deutschen Gesetze!; 3) ein Gesetz zur Regelung der Unter- stützungSkaffen für arbeitsunfähige Arbeiter. Keine BuSst» hat dagegm die Forderung der Arbeiter auf Anstellung � Gewerbe- und Fabrikmspeklor«,„weil die Regierung Lust hat, die Fabriken zu bevormunden, und well die Fadit- kanten fich diese Bevormundung auch nicht gefallen 1# würden". Die letztere Stelle ist jedenfalls sehr tharoftet#"' Holl««». Wenn die Zweite Kammer wieder zusammenkommt, f fich mit der Untersuchung über die Arbeiterfrage zu*' schäftigen, wird ste reichliche! Material rorfind«, denn m» nur wird der„NormalardeitStag" in wiffenschastliche» o'; schrist« eiörtert, sondern die Zentrald-hörde de! allgemA? Arbeiterdunde! hat an alle BezirkSabthrilungen eine � von Fragen gerichtet, die ausführlich beantworiet worden und der VolkSvertrctung vorgelegt werden sollen. Bemeit� werth ist, daß die zehnte Frage:„Können Sie Beispiel« übermäßiger AibeitSzett, sei el in Ihrem Fach, sei eS in% nächst« Umgebung, anführen?" von sämmtlichen Zmeigoereijr mit der Behauptung beantwortet ist, daß die übermäßig« � beitSzeit derart zur Regel aeword« sei, daß man die ist? bester so gestellt hätte:..Kö.rnm Sie auch Ausnähmest dieser Regel namhaft mach«?" Schweiz. � In der letzten Sesfion ver BunoeSoersammlunz Vorlage zu einem neuen Haftpflichtgesetz vurchdeWj und alsdann an die Kommisfion de! Nationalrathe! _''_ ägtger Cfr, hat nunmehr die Kommisston den Gegenstand behand«» maligen P.ü'ung gewiesen worden. In dabei eine Ausdehnung der Haftpflicht auf die Telephost�, Telegraphenardetten, auf den Schrfforrkehr, auf da! und Addrechm von Maschinen und namentlich auf die J* B-triede zusammenhängenden Dienstoerrichtungm in! saßt. Im Ferneren deantragt die Kommisfion, den«Jap raih einzuladen, die Bildung von Genoffenschaften. pi einen zum Zwecke dn ftoUeliiov�ftchirurig anzuregen, ,,, fördern. Mtt verEinführung der odligatortl" aatlichen Unfallversicherung der Ardetter< ch die Kommisfion grundsätzlich einverstanden. Sraurreich. In der viert« Sitzung der international«�.� beiter- Konferenz berichtete der Delegirte der* � Union Australien! und von�NewSüd-Wale! uo tfd Lage der Ardetter in dem fern« Welttheile. soll nicht wenrger al!' vertreten. Gewöhnlich stelle man stch vor, sagte Herr JWCOyöoemtc sei da! PoradieS de! Arbeiters, und diesem Jrrtyum � gesteuert werden, da der aust-alische Arbeiter vielleicht glücklicher sei, al« dn europäische. AlS Austialien m» � Strajkolonte war, fielen die Ländereien in 0 Offizieren, Soidai« und sogar Sttäflingen, welche p eine erdrückende Aristokratie bildet«, in ihyer Art n H» drückender al! die in Irland hausende. Sie � bebau-? � Ländereim wenig ober gar nicht und last« fie einfaS l Bedarf der Viehzucht ausdeuten. Alle Jahre werden�. für Einwanderer ausgegeben, währmd man boch�lv-�ftj!» da! Land für die schon darin niedergelastmen bists Viktoria keine Cefefcätiiaung hat. Die Kolonie Fabrllen und Maschinenwerke und erfreute fich de!—. � Auch über die Konkurrenz der Chinesm beklagte st" y bitter. Ste find gewandt und laftnhast, wie Affen, � betten 16 Stunden täglich, den Sonntag nicht auSg�rtf unter d« gewöhnlichen Preisen. Den Kampf mu J zunehmen, sei rein unmöglich und da« einzige MuM. p vom Leide zu halt«, sei, ihre Einwanderung zu v-rbr« fyf Gesetzgebung habe fich bereit! damit beschäftigt; / „Nicht da! Geringste." „Sie hörte» auch kein Gnäusch im Hause? � tf. „Auch da! nicht;»ur al« ich da« Hau« sF lasse» wollte, war e« mir, al« ob ich unte» � f etwa! rascheln hörte. Ich habe nicht weiter achtet, dn Gedanke an die Mözlichkett eine! Leo mtt fern." ht „Und al« Sie da! Hau« vnließ«, habe» 65. Thür« h°»tn fich geschloffen?" Tbütt � „So gut rch e« vnmochte. Ich zog jede*9" mtt zu." u ,Auch btt HauSihüre?" .Gewiß, ich mußte, wie ich mich genau ertnn«'-,°A. al sehr kräftig an ihr zieh«, bi! fie in! � l 0*% dreimal sehr kräftig an ihr zieh«, bi« fie in! 65 V"" allgemein« g«agt ein solche, Anschluß ja, ps-S konnte wiffe», daß i» diesn Nacht bi« Rieg«'.j schob« waren.". rfi&Zfi „91» behauptet« vorhin, ttn Hausflur et« � f> Gnäusch gehört zu Hab«," sagtt der Richttt«' Paus«.„Glaub« Sie, daß dies«! Geräusch � � M«sch« heerühr« konnte?" a..«eift�»r� .2ch habe keine Bnanlaffuaz, da! zu bei � widert« Wnnn ruhig,„aber, wtt gesagt, ich zzi. � darauf und legtt dn Sache auch kein« Bedeuw � Die GenchtSherr« wechselt«»och eimS«�»er einander, bann wurde da! Protokoll, nachdem.,|tt mau nur eme Ahnung davon Hab« köa«en. � worden bin, so ganz ohne Lärm kan» I- t fcütftn nicht mehr als eine» Chinesen ver Tonne einführen. «der diese Teufels� Chinesen»viffen sich Papiere zu verschaffen, welche ihre englisch« NationalitSt den laubigen, und dann ist chnen nicht mehr deizutommen. Endlich erklärte der Delegirte Australiens noch, seine Landsleute wären der Deportirung famzöstscher EirZflinge nach den Neu» H.'briden entschieden abgeneigt und suchten fie zu verhindern. Nach- dnn der Vertreter der ungarischen Arbeiter, Arnolo Rüller, ein Deutscher von Abkunft, in ebenso schwarzen Fai den We Lage der Arbeiter in Ungarn geschildert, legte ein gewiffrr stalle einen Entwurf einer internationalen Arbritsgesepgedung �or und verlangte, die verschirdenen Regierungen sollten durch ««träge gleiche Bedingungen für die Arbeit in allen Ländern aufstellen. In erster Linie will der Bericht folgend« Forde- rungm berücksichtigt wissen: I) Verbot der Arbeit von Kindern unUr 14 Jahren. 2) Besonderer Schutz für Kmder unter 14 Zahlen und Frauen. 3) Achtstündige Tagetardeit und ein Ruhetag in der Woche. 4) Verbot der Nachtarbeit. 5) An UJbnung von Gesundheitsmaßregeln. 6) Verbot geriffer der Aesundheit fchäolichen Industrien. 7) Verant»ortlichkett der Arbeitgeber bei Unglücksfällen. 8) Besichtigung der Werl- »atten, Fabriken, Gruben durch Inspektoren, welche von den «rbeitern selbst gewählt werden. Den Schluß der Sitzung bildete ein Vortrag des delgischm Arztes Paepr über Gesund« dmSpflege. Grohbritanuiem Im englischen Unterhaus« ist P a r n e l l' S Amendement »W Avreffe, welche» da» Elend der Pächter beklagt und gegen drn Versuch, den Eigenthümern die Ausfälle an Pachtzins «n Kosten der Steuerzahler zu ersetzen, protestirt, mit großer wiajori ät abgelehnt worden. Unter den Reden ist diejenige »hamberlain'S bemerkenimerth, der unter dem Beifall «r Konservativen das Amendement Parnell's für unnöthig mrd überfiüsstg erklärte. Dann führte er aus: Er würde jeden Zarschlag energisch bekämpfen, der dahin ginge, Verlufa der »uliherrrn, die aus der Lage der Verhaltniffe entspringen, auf britischen Steuerzahler abzuwälzen. Er würde nicht für 5" Amendement stimmen, welche» einem TadelSvotum der arrgierung gleichkäme, zu deren Sturze er niemals etwas unter- aehmen wolle, so lange die Regieruno, welche dadurch ans «über gelangen würde, eine separatistisch«, die besten Jnter« Fi" Irlands und Englands gefährdende Polittl verfolge. nachdem er sodann auf die Schwierigkeit der Stellung der �-astonianer hinstchtlich der vom letzten Ministerium ein- Rwradjten Landankaufioorlage hingewiesen, welche Gladstone u'tmal» fallen gelaffen hätte, erklärte der Redner, daß er aurchauS für einen Landankauftplan im Großen sei, daß aber a>e irische Frage nur durch die Schaffung eines Klein» aauerthums im ganzen Lande gelöst werden könne. Er Nud« mW Freuden für jeden dahingehenden Vorschlag der Z'gierung stimmen, unter der Bedingung jedoch, daß das -lstchtparlament die Kontrole über das Projekt ausübe und UMunizipalbehörden an der Durchführung bcihciligt würdm. richterlich festgesetzten Pachtzins« könne er nicht als un. �tastbar betrachten. Wäre ihre Zahlung unmöglich, so müffe £ Gulshm den Verlust tragen. Er bedauere, daß die Re> «nmg nicht den Vorschlag gemacht Hab«, die Exmisfionen zu �?«»diren. Dennoch könne er das Ministerium nicht deshalb weil sonst lange und fruchtlose Debatten die Folge ge wären. Die Rede schloß mit einer Warnung vor den o�bstchten der irischen MUglteder, welche die Chikazoer �ention enthüllt habe. Die Polttik der Regierung zur materiellen Prosperität und zur Wohlfahrt de« ta* Volkes gereichen, deshalb trete er ihr vorurtheilsfrei «S. Lustig gesinnt gegenüber. Diese Rede ist, wie man steht, �...Progiammred«; der Redner hat stch aber zugleich«nt. b Zz'" die Seite der jetzigen Regierung gestellt und da- DlT daß sew Programm nm auf dem Papier steht. «.�.�anlervattven nahmen natürlich die Unterstützung Ätn?st,Vi.?.� dankbar an: ist doch durch fie die Existenz ihres N°uf Weiieret gefichert. zahlreichen Butterkaufleuten und auderen Lord Sal,sk?.'..«�dtnsrichtern und Bürgern«ine P-tition an , worin es u. A heißt; und innige Bekanntschaft ind wiffen wir, daß es ««« �°bb--ngt. ins Verdnben stürzen wnden." Londoner Korrespondent de»„Dublin Expreß" ist be worden, daß im Lager der Parnelltten g» ö»« nlü j�jubel im Anzüge find. Die Gefahr kommt von Äch,, außenstehenden Persönlichkeit, die tndeß früher in die lagt. ,ff° der inneren Bewegung tief eingeweihi war. Man fraglich, od diese Person zum v hweigen gebracht Dz, P* 1» fest geschlafe» hast," meivte Werner,„wärest %.*4 geworden, so würde der Verbrecher wohl auch mit %*** Prozeß gemacht haben." schalt' läßt sich fteilich nicht bezweifelu," nickt« Gott. >hi> Revolver ist verschwunde«, de, Mörder hat wehrla. DO» dem Nachttisch fortgeaomme», um mich "tbeck. � mache». Wr», nur eine Spur vo» dem Halu»k«» �worh«, wäre!" �„ •"~,t viel hat er Dir de»« eigentlich geraubt s" . n f0»ftause»d Thaler baare« Geld." k Du hegst gar k«i»e« Verdachts Zch vermuthe, T" de» Thätir h diesem Havse suche» muß." weiß»icht. wo ich ih» suche« u»d auf we« ich werfe» soll!" rief der R-»t«er erregt..Der K drummt mir, als ob er zerspringe« wollte, u«d es *"utzlos, daß ich«i, setz! de» Kopf zerbreche, ich jbodj) keine» gescheite» Gedavke« heraus." .«hob fich. Sit will Dir nicht lä«ger beschwerlich falle», O»k«l," SS! leg Dich wieder hin und schlaf«, da« ist die beste »N». 5tu,<*u(»b komme ich wieder. Dein Kopf wild «t«a» klarer sei»; ich muß jetzt zu««i»er zu» «tk�.�chwiegermutter, um mich»ach ihrem Befinde« j Da« geheime Versteck. K?l#t sn*" M>tlh«ilu»ge» Heiaemaavs hin hatte der J»« fich bereit« eingefuuden, während die Ge« Ex im Haus« wäre». S* Ubw?�® die Wohvuvg de« Mechaniker«, die gericht« u*» et hatte keine» besondere» Werth für ih», ftbändio zB'wohnt. t« dunkle» und vnwickelte» Fälle» bis,$*»«tL.! zu suche» und zu verfolgen. au- wa, n".d« bereits verhört worden war, theilte ihm � S X Ä Amerika. Aui New> Bork, Zll. d.. wird gemeldet: Der Streik unter den Angestellten der Straßenbahnen dauert fort und der Bettieb auf der Strecke der 6. Avenue wird heute wahrscheinlich eingestellt werden. Einige auf der Broadway- streck« gestern Abend versuchte Ruhestörungen wurden von der Polizei unterdrückt. «si-a. Die weltbekannt« englische Firma I ardine, Matheson und Komp. soll den ersten chinesischen Eisenbahnauf« trag erhaltm haben, und zwar für die Strecke Tamsui-Kelung in Nord-Formosa. Die Bahn hat vor allem einen strategischen Zweck, denn der neue Stadthalter will die Insel gegen die Angriffe der Zukunft in VertheidigungSzustand setzen lassen. Lord Rosebery hatte bei dem Geschäft die Hand im Spiele und stellte obiger Firma sogar die Dienst« eine» mit der chin» fischen Sprach« oertrauten Konsularbeamten, Herrn Donald Spence, zur Verfügung. Auf Formosa befinden stch noch, im Sande eingebettet, die Reste der ersten chinestschm Eisenbahn, deren Material vom Festlande als Geschenke der Insel überwiesen, aber nie benutzt wurden. Dem„Manchester Guardian" zu Folge hätte dieselbe Firma außerdem große Kanonenliefe- rungen für Formosa übernommen. Ob sie dabei viel verdienen wird, ist sehr die Frage, denn die Chinesen pflegm der« gleichen Auftiäge unter der Hand auszudieten und das mlligste Angebot anzunehmen. Afrika. Man will wiffen, daß Mr. Gladstone kurz vor seiner Demission da» Projekt einer Expedition zur Wieder er« oberung Dongolas gutgeheißen habe. Durch den Ka- binetswechsel wäre die Angelegenheit wieder in's Stocken ge« rathen. N-uesten Meldungen zufolge wäre daS konservative Kadinet geneigt, gleichfall» auf da» Projett einzugehen, deffen wirtliche Ausführung natürlich in den günstigeren Winter« monaten stattfinden wüßte. Man nennt den General Buttler als präsumtiven Oberkommandanten. OerichtKZeitttNg. Parts, 27. August. Vor der 11. Kammer des Pariser Zuchtpolizetgericht« erschien heute ein Individuum, von dem wohl der Gerichtsarzt behauptet, er sei im vollen Befitze seiner geistigen Kräfte, den man aber aus leicht begreiflichen Gründen für wahnfinnig halten möchte. Man erinnert stch vielleicht noch d«S graufigen Vorfalls auf dem Friedhof« von Saint Quen im März v. I., da die Wächter aus ihrem Rund- gange den Leichnam eines Tagi vorher bestatteten Mädchens autgegraben fanden und zu ihrem Entsetzen konstatirten, daß die Leiche in schändlicher Weise mißbraucht worden war. Die Bevölkerung von Paris gen-ib dar od in große Aufregung, die stch noch erhöhte, als stch im folgenden Monat ein junger Mensch den Behörden stellte und daS Geständniß ablegte, er Hab« daS scheußliche Verdrechm auf dem Gewiffen. Bald zeigte es stch aber, daß man es mit einem Wahnfinnigen zu thun habe, der all« großen Mtff-thaten vollbracht haben will, Am 1. Juni wurde Duhamel, so hieß der Jnfinnige, der Hast entlaffen. Am 13. Juni, früh 5 Uhr, bemerkten zwei Aufseher de» näm» liehen Friedho'e«, daß ein Tags vorher beerdigtes, 11 Monate altes Kind au« dem Schachtgrab« ausgegraben worden war und entblößt auf einem benachbarten Grabhügel lag. Sofort de» gaben fie fich auf die Suche und sahen anS einer in der Nähe befindlichen Hütte einen noch jungen Menschen mtt verstörten Zügen heraustreten. Sie hielten ihn an und führten ihn zu der Kinderleicke, wo dieser gestand, das Grad geöffnet zu haben. Die Wächter erkannten in dem Mtffethäter«inen ehe» maligen Tobten gräder de» Friedhofe», Namen» Blot, der fich denn auch zu der Leichenschändung vom Mär, bekannte. Wie ein Lauffeuer verbreitet« stch da» Gerückt von der Festnahme des Scheusals in der Gemeinde Saint- Quen, und die Polizei hatte die größte Müh«, die Einwohner davon abzuhalten, an Blot Lynchjustiz zu üben. Wie bereits erwähnt, erklärte der mit seiner Beobachtung betraute Gertchlsarzt Blot für voll« kommen zurechnungsfähig und so gelangte er heute vor das Pariser Zuchtpolizeigerichr. Der Angeklagte ist ein schmächtige», blaffe» Männchen, an dem nur der unruhige Blick auffällt, sonst aber nichts Anormales zu bemerken ist. Alle Zeugenaussagen, darunter auch die zur Verlesung gelangte Mit thellung seiner Frau lauteten für Blot höchst ungünstig und der Gerichtshof verurtheilte ihn zu zwei Jahren Befängniß, welches Strafausmaß von dem zahlreichen Aubttorium murrend als zu gering angesehen wurde. Koziales m» Arbeiterbewegung Neber de» Bergwerksbetrieb im«egterungtbeztr! Münster äußert fich da« Oberdergwerksamt zu Dortmund, das die Nachfrage nach Kohlen in den Monaten April, Mai, Jun Kit nachgelassen habe; der Adsatzmangel sei gegenwärtig Ub.r« upt sehr groß. Außer verschiedenen Seschäftsstockungen seien auch Preisreduttionen«ingetreten. Größere Entlastungen von Dörner gab dem Mechaniker verstohlen eine» Wink, gleich darauf schickte Heinemav« Dora hinaus. „Nun?" fragte der Inspektor, sich zu Paul weudend. „Die Hauthälteri» ist in derselbe« Weis« gemordet wor« de», wie damals Master Patrick i« Kalifornien," erwidert« Paul hastig mit gedämpfter Stimme.„Der lobt« Zrländer trug auch deu schmalen rothe» Streife» um de» Hals; wie er, ist auch die Frau mit einer dünne» Schnur erdroflelt worden." „ßm— da» wäre etwas, aber immerhin«och kein Beweis," sagte der Inspektor ruhig.„Haben Sie auch de» Herren da oben dies- Mittheilung gemacht?" „Der Staatsanwalt sah mein« Bestürzung, er fragt« mich und ich mußt« antworten." .Ab», er ist darauf nicht»»her eingangen?" „Er glaubte an die Schuld meine« Bruders." „Das läßt fich denke», und«a» kaa« ihm keine» Bor« wurf daraus mache». Wie steht» mtt dem Diebshake» aus? hat Bergau ih»«och immer?" „Nein, er brachte ih« mir zurück." „Zn der That?" fragte der Inspektor überrascht. „Wann?' „Gestern Morgen." „Er war selbst bei 3hn(*? „3a, er sagte mir in höhnischem Tone.« wolle«ich «icht länger beunruhigen, da« Jnfirumeut Hab« für ih» ja doch keinen Werth." Und da« so kurz vor diesem Einbruch?" sagt« Heine« man« kopsschtttielnd.„Das hatte« Sie keinesfalls erwartet, �ll. Frk». mehr für Gewebe, Seide und Baum« wolle ergeben. Nahrungsmittel wurden im Juli für 5 Mill. Frank» mehr ausgeführr als vorige» Jahr. Die Einfuhr ver letzteren steht im Juli um 14% Mill. Franks niedriger als 1835, während in demselben Monat für 28 Mill. Frank» Rohstoffe mehr eingeführt wurden.— Wfae ja sehr gut, wenn endlich in einem der größeren Kulturstaaten eine klein« rvi.th« schaftliche Besserung eintreten würde. Od man aber diesen „offiziellen" Angaben träum darf? I« Jtalte« giebt eß nach dem Generalbericht über die italienische Volkszählung vom 31. Dezember 1881 877832 weibliche Personen, die als Spinnerinnen verzeichnet find. Was et» intereffante« Schlaglicht auf da» Kapitel dn Frauen« arbeit wirkt. In Niederländisch Judiea macht stch für den ein« gewanderten Europäer der Ueberschuß an der Ver« werthung harrenden Arbeitskräften ganz empfindlich bemerldar. Die wirthschattliche Lage Jaoa's ist, wie wir der„Oesterr. Monatsschrift für den Orient" entnehmen, in der letzten Zeit dedenllicher denn je gewrar cen. Hunderte von Europäern mtt der besten Qualifikation definden stch ohne Subfisten, mittel, find ohne veschästigung. Für dm Posten eines Klerls mit einem Monatigehatte von 75 holländischm Gulden stellen fich Bewerber in übergroßer Menge ein, die vollkommen kaufmännische Bildung defitzm. Ja der Umgebung von Buitenzo g „ist da» Elend so groß, daß zahlreiche Europäer zum Islam üdertratm, um fich durch den Einfluß wohlhabender Muhamedaner ihren L-benSunterhall zu fiebern". DieS zur Warnung für AuSwanverungtlusttge! Die Ltetttner Töpfermeister haben einstimmig den Beschluß gefaßt, den türzlich von den Gesellen ausgestellten Tarif, welcher eine abermalige Erhöhung der einzelnen Sätze um 20 bis 33'/, pCt. in fleh schließt, unter keinen Umständen zu dewilligen. Gleich, ettig wurde eine Konvmltonalstrafe von 30 M. für diejenigm Meister festgesetzt, welche die Akkordsätze nach dem neuen Tarif stellen. Es wurde erwähnt, eine größere Anzahl streikender Töpfergesellen, von denen einer als Unter» nehmer da» Gewerde angemeldet, hätten fich zusammen gethan und nähmen ganze Bauten und zwar nach dem srüherm Aklordtartf an. Die Gesellen haben bis jetzt bei einigen zwanzig Meistern die Arbeit eingestellt; wenige Gesellen arbeiten noch nach dem früheren Lohnsatze. Arbettertunenftretk. In Cannstadt ist nach dem „Schwäb. Wochenbi." ein Streit ausgebrochen. Viele Mädchen in der Fabrik des Herrn Rüsch habm vergangmm Dienstag „Er hat sie gründltch genug studirt." „Und da« ist die Hauptsache. Der Abguß der Stiesel. sohle ist vorzüglich gelungen, Herr Heinemao»."(F. f.) JMt« Knust und Kebeu Im Ostend« Theater ging am Sonntag da» amerikanisch« VoltSftück„Donati Morloy" unter dem größten Beifall vor vollständig ausverkaustem Hause zum ersten Male in Szene, und fanden namentlich die prachtvollen Dekorationen und neuen Kostüm« allgem-ine Bewunderung. %"e Dame« des fieb,ehute« Jahrhundert« a« « M ÄÄ Js J-h» 1628 und lautet nach Weglaffung der Klagen über die Last der Einquartirungen auf den Gütern ihrer Eltern wört« lieb weiter:„Neben«bidtung meiner gantz unde-denigen und gehorsamen Dinft ktff ick meinen gedreisten enge! sine schöne mir aller« ste hendt zu fit mtlion malen gar gehorsamlich, weil wir auch da» gltck nicht so fil wil vergunen, daß Ich mein Ilbstes lieb diff gar lern sehen, so Hab ich nicht wolen under» lassen mein schuldtchkett durch schreiben zu fmichten, winsch hirmtt S. L.(Euer Ltedden) fon dem almechtigen Got ein gltek» selig neie« jähr und mer glickseltchkett als ich mir selbst«« winsch. bidt auch gar von hertzen, daß er mir S. L. diff jar und noch gar fil stl mag er« "bönst-r-ngel wag ich mtt langemb schreib.« nicht weidierde" aantzunderdenig. ferbleib auch biS dott E. l. weine« schönsten Engelff underdenige gehorsame magt .... Anna eltsabet. ach schönster engel E. l. die kumen doch baldt wieder dann l. ja schon gar zu lang ist auffgeweft ich sterd schier vor langer well dehtt eich got mein einiche ftetdt zu fil hundert- walen. Dinstag am neien jar 1628." Etwa» hat bei aller Verschiedenhett die Gräfin Pappen- beim auch mtt den Damen von heut« gemein— das Post. fsriptum; ohne ein solche» Hecken ste'S nicht gethan, thun ste's nicht und werden e» in all« Ewigkeit nicht thun. die Zkbeit eingestellt wegm Lohnreduktion. Den Mädchen über 15 Jahren war ein Lohn von 90 Pf. pro Tag versprochen, ste erhielten aber blo« 80 Pf, die Arbeiterinnen über 14 Jahren sollten 80 Pf. erhalten, belamen aber nur 60 Pf. pro Arbeitstag. Die Arbeitszeit dauert von Morgeni 6 Uhr Mi Abends 6 Uhr, tnllufive einer Frühstückspause von 15 Minuten und einer Unterbrechung am Mittag von einer Stunde; Nachmittags wird nicht gevespert. Also eine Arbeitszeit von 10»/« Stunden und ein solch übermäßiger Lohn! Bäckerftreik. In den Städten Hamburg, Altona, Har- bürg und Umgegend ist am Sonnabend, den 28, ein allge> meiner Sttetl der Bäckergesellen ausgebrochen. Die Streikensen «suchen alle deutschm Kollegen, den genannten Städten fern zu bleiben und bitten auch, ihre gerechte Sache durch Geld- mtttel zu unterstützen und versprechen, gegebenenfalls fich zu revanchiren. Alle Briefe und Sendungen find zu richten an I. vurgmai«, Gr. Neumarki 25, parterre, Hamburg.— Alle arbeiterfteundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. An alle Schmiede Deutschlands. Kollegen! Durch Verhältnisse gezwungen, unfern im Anfang dieses Jahres auf d« hiefizen Jnnungsherberge errichteten Arbeitsnachweis aufzugeben, treten wir nunmehr mtt d« Bitte an Euch heran, den in der Ansammlung vom 29. August bestimmten neuen Arbeitsnachweis der„Vneinigung der deutschen Schmiede" in der Wederstrafje 22 nach besten Kräften zu unterstützen und zwar dadurch, daß stch die gesammten Schmiedegesellm nach dem neuen Lokal hinziehen, daß kein Schmiedegeselle mehr in der alten der Irrung gehörigen Hirberge in der Mulack« straße, wo wir so unwürdig behandelt wurden, verkthrt. Nur durch Einigkeit körnen wir uns« Ziel,„regelrechte, urbestech liche A'detti ausgäbe", erreichen. Es soll und wird uns« einziges Bestreben sein, einem Jeden gerecht zu werden. Dai Vorziehen„beliebter Personen soll ein Ende haben. Darum, werthe Kollegen, unt«stützt uns in unserm Kamps« mtt der Innung, welche fich nicht and«? zu helfen weiß, als um Auflösung der bestehenden„Vneinigung" beim Reichskanzl« zu pettttontten. Zwingt ste dadurch, daß kein Geselle in ihrer Herbnge vnkehrt, ihre Arbeitikräfte von uni zu entnehmen.— Allen,»reisenden Kollegen legen wir noch befand«» ans Herz, nirgend anders als(mm« in der Webecstraße 22 zu»«kehren. Mtt kollegialischem Gruß: Der Vorstand d«„Vneinigung d« deutschen Schmiede.— Alle arbeiterfreundltchen Blätter »«den um Abdruck gebeten. Vermischtes. Elektrische Kraftübertragung. Räch den«stm, vom Ingenieur DeSprez in München und Tutin angestellten Versuchen elektrischer Kraftübntragung auf größere Entfernungen hat im vorigen Jahre das Haus Rothschild dem Ingenieur einen Kredit zur Verfügung gestellt, um zwischen Paris und Ereil diese Versuche im großen Maße fortzusetzen. Ein Fach- männ« Ausschuß von 38 Personen, der die Arbeiten von DeSprez beobachtete, hat seinen Schristführ«, den Ingenieur Maurice Levy, mit der Berichterstattung über die einzelnen Er- gebniffe dcaustragt und deffen Bericht einstimmig genehmigt. Nach demselben ist«wiesen, daß man mit einer einzigen Kraft. erzeugungs- und ein« einzigen Smpfangsmaschine ein« in- dustricll nutzbare Kraft von etwa 52 Pferden mit ein« Leistung von 45 Prozent auf eine Entfernung von 28 Meilen üb«- tragen kann, ohne einen Strom von 10 Amperes, eine Winkelgeschwindigkeit von 200 Umdrehungm in der Minute oder-ine peripherische Geschwindigkeit von 22 Fuß in der Sekunde zu üb«schretten.— Berücksichtigt man die Kraft, die durch die Dqnamomet« und andere Meßinstrumente, durch die Apparate zur Ermittelung d« besten Uedertragunzsart»c., absorbirt wird, welche Ding« sämmtlich bei d« industriellen Anwendung nicht Vorhemden sein»«den, so läßt fich schon jetzt die prak- tische Leistung auf nahezu 50 Prozent der Kraft bestimmen. Von den 55 Prozent der ottloten gegangenen Kraft haben die beiden Maschinen mit ihren Motoren etwa 45] verbraucht und die Linie etwa 10 Prozent absorbirt. Die Kommission kon statirt, daß die Maschine in durchaus regelmäßig« Weise funk tionirt. Seit dem Monat Februor d. I. arbeitete man täglich 5 Stunden im Durchschnitt und manchmal MS zu 9 Stunden ohne bedenkliche Erhitzungen, ohne Verbrennung von Draht, ohne Funkeniprühen der Besen.— Die höchste elektromotorische Kraft ist 6290 Volts. Vor der H«stellung des Desprez'schen Apparates überstieg das Moximum nicht 2000. Seit der Apparat in Thätigkett ist, hat man keinen Unfall zu beklagen gehabt. Der Lettungsvraht ist auf Stangm befestigt, wie der von Telegraphen, und kann nach dem Gutachten des Aus- schuffe» auf dn ganzen Strecke dloßliegen. nur soll« außer- halb des Bereiches der Hand bleiben. Wie theu« die Urb«. tragung von 50 Pferdekräften von Crett nach Paris kommt, hat die Kommission nicht festzustellen vermocht, da die V«suche natür. lich ausnahmsweise kostspielig waren- ste glaubt ab«, daß die Beförderung von 50 DampfBstrdeträften auf einer Ringlinie von 56 Meilen(hin und zurück) den Betrag von 124 809 Fr. nicht übersteigen wird. Sxpedittou«ach dem Südpol. Melbourne. den 19. August. Sine Deputation von Vertretern verschiedener wissenschaftlicher Gesellschaften suchte den Premterminift« Durcan Gillies für eine Expedition nach dem Südpol zu inttresstren. Dieselbe könne durch Fischfang ergiebig gemacht werden. Die Regierung von Viktoria möge das Projeft untnstüyen. Der Minist« erwiderte, daß die Regierung Mrett sei, einen Zuschuß für die wistenschastlichen Zwecke d« Expedition zu geben, und er wolle die and«en australischen Kolonien angehen, daffeld« zu thun. MUtlerweile wolle« beim Londoner Generalagent«nftagen, ob daselbst Dampf- walstschfahrer disponibel und zu»elchem Kostenpreise dieselben zu chartern seien. Ein«euer Meteorit. Körper, welch« bei hetterem Himmel auS dem Wettraum auf unsere Erde fallen,»«dienen die ein bekannt« französtsch« Astronom pUnStes de poche nannte, wenig geläufig. Sie stellen ab« das Bindeglied zwischm den Kometen und Sternschnuppen her, d«en bisher noch so räthselhaft« Erscheinung durch das Beachten auch der kleinsten httadfallmden Meteoriten weiter aufgeklärt w«den kann. Der jüngste d« Meteorsteine, so schreibt Dr. Häpke in d«„W. Z", ist am 28. Mai dieses Jahre» zu Barntrup im Mrstenthum Lippe gefallen,»arnttup ist eine klein« Stadt zwischen Ha Bttglande». dem«in Mi.________________________ Pyramide; derselbe wiegt 17Ä Gramm bei einem spezifischen Gewichte von 3,49 Gramm. Er ist mtt ein« ziemlich dicken schwarzen Rinde üb« zogen, die an mehr««, Stellen beim Fallen abgesprengt wurde. Dadurch ist das lichtgrau« Inn«« freigelegt, welches kömige Sttuttur zeig: und rvrwiegmd aus Kiesel, Bitter- und Thonerde besteht. Unter d« Lupe«blickt man deutlich gelbliche Krystalle, die wahrscheinlich aus dem i Meteorsteinen vorkommenden Schreiberstt od« Troilit ______________.... ngen, AML lich von Barntrup, am Rand« de» KrÜHenHolzes, da. wo es am zu Barntrup, welcher diesen Meteorstein dem Museum zu Det- mold übergab, berichtet über den Fall folgendes:„Der Bürger und Ackerwtrth Georg Schröd« von hier ging vom nahen Steinbruch in das Holz, um fich Master zu holen. Dabei hörte« in der Luft zunst ein mehrmaliges Knallen, wie von einzelnen Schüffen, darauf ein donn« artiges Ge- töse, da» ihm Angst machte. Kmz nachhn fiel der Stein durch die Buchen, aut dnen Neste er mehrmals aufschlug, zu Boden. Erst nach ciniger Z-tt entschloß fich Schröder, ihn auf. und mttzunehmen; heiß war er dann aber nicht mehr. Ein Steinbrucharbeiter fragte ihn nachher:„Was war denn loS? Hat man auf Dich geschoffen f Da» donnernde Getös« schien von Südwest herzukommen; Lichterscheinungm wurden nicht wahrgenommen, weil das Tageslicht zu intenfio war und die Bäume zu dicht standen. Das Weit« war warm, der Himmel nur mit einigen geballten Wolken bedeckt." Dieser Fund ist der zwölfte in der Reihe der Meteoriten, die im nordweMchen Deutschland fielen od« gefunden wurden. Er gehört, wie der Meteorstein von Bremervörde, zur Klaffe d« Chondrite und steht an Gewicht am nächsten dem Stein von ' Gramm wog Samm- ... Wien hnausgab und welches in rund« Zahl 360 Fälle umfaßt, «giebt fich für die letzten Jahrzehnte im Ganzen eine Zu- nähme. Unzweifelhaft werden diese„Tascher Planeten" jetzt best« beachtet. Man fragt ab« mtt Recht: wie ist es möglich, daß eine so winzige Maffe eine so bedeutende Wirkung h«- vorbringen kann, indem fie mit donnerndem Getöse aus d« Luft heradsällt und bei Nacht große Ländeistrecken«leuchtet? Wir wüsten deshalb annehmen, meint d« oben Genannte, daß die Meteoriten, gleich wie uns«e Erde, mtt ein« gas- artigen Umhüllung oder Atmosphäre versehen find. Gelangt nun d« kleine Wtllkölp« bei einer planetarischen Geschwin. digkeit von 40-50 Kilometer in der Sekunde innerhalb der Anziehungssphär« der Erde, so entzünden stch die Gaswaffen mittelst Reibung. Durch Mischung mtt dem Sauerstoff d« Lust entsteht die Explosion, d«en knall man beim Fall von Bremervörde(11. Mai 1855) und in Gütersloh(17. April 1851) in einem Umkreise von mindestens 35 Kilometern Radius gehört hat. Die Lichtnscheinunaen dagegen, die stch bei den Fällen des Abend» oder in v« Rächt bemerkbar machten, dehnten fich noch üb« weit größere Flächenräume aus, die mehrere hundert Kilomet« Halbmeffer hatten. Daraus«- ' dt fich denn eine sehr bedeutende Höh« und Jntenfität des Schwimmversuch durch die Stromschnelle« des Niagara. Ueber das unfinnige Wagestück eineS gewiffen William I. Kendall aus Boston, durch die Stromschnellen und Strudel de» Niagara zu schwimmen, liegt folgend« B«icht vor. Kendall ttug nur einen gewöhnlichen Rettung» gürtel au» Kork an seinem Leib«. Jn's Waff« tauchend, schwamm Kendall nach der Mttte des Fluffes, wo rhn der Wirbel«faßte, der ihn zuerst nach dem Wasserfall zurück und dann in der Gegen- strömung die SKotrschnellen hinuntertrug. Ali« das zischende Waffer eneichte, nahm Kendall durch Waffertteten ein« senk- rechte Stellung ein. Die«ste Brandung ließ ihn für einen Augenblick verschwinden; dann«schienen seine Hände mtt schwimmend« Bewegung, als die rtestgen Wogen ihn hoch in in die Luft schnellten. Dann begann der Kampf zwischen Leben und Tod. Kendall vttsuchte nicht unterzuteuchen, weil« glaubte, daß Wedb(d« englische Schwimm«) stch durch Untertauchen seinen Kopf an einem Felsen i«schellt habe. Die Stromschnellen stießen ihn umher, hielten ihn fast beständig unter Waffer und schnellten ihn einmal zehn Fuß aus dem Waff«. Dann vei schwand« für eine halbe Minute und kam mehrere hundert Nords weiter abwärts wieder zum Vorschein. „Das tödtete ihn!" schrie«in Augenzeuge und da sein Körper augenscheinlich leblos war, als« wenige Minuten spät« wieder in den Strudel gerieth, glaubte Jeder« mann, daß« todt sei. Bis zu dies« Zett hatte« in etwa 3 Minuten dreiviertel Mellen zurückgelegt. Bald nachdem er in den Strudel gelangt, wmde er unt« das Waffer gezogen und kam etwa 100 Fuß davon wieder zum Vorschein. Zwei Minuten später wmde er zur Jedermanns Ueberraschung lebend gesehen und begann auf da« kanadische Uf« zuzuschwimmen. In 10 Minuten«reichte er den Felsen, llomwnte fich an denselben, ab« da er nicht die Kraft besaß, aus denselben zu Nettem, wmde«, vollständig«schöpft, dmch Hilfe Anderer an'» Land gebracht. Die Fahrt durch die Stromschnellen hatte genau 5 Minuten gedamrt. Er wurde nach einem Hotel gebracht, wo ihn Branntwein bald Wied« belebt«. Kendall erzählte:„Vor einigen Tagen unterhielt ich mich mtt einigen Freunden über Webb's Tod. Ich behauptete, daß er durch die Klippen getödtet worden und daß ein gut« Schwimmer mtt etwaS Glück durch die Stromschnellen gelan- aen könnte, indem« stch aus d« Wafferob« fläche hält. Schließlich sagte Jemand, er wolle 600 Doli, wetten, daß vieS Niemand thun könnte. Ich«bot mich, 1000 Doli, zu wetten, daß ich es binnen einer Woche thun würde. And«e wetteten, und ich glaub«, daß 10000 Doll. von dem Resultate abhtngm. Ich werde auf all« Fälle 2000 Dollars empfangen, und ich glaube, daß die Freund«, die gewinnen, mir außerdem etwas geben w«den. Es ist genug Geld in der ganzm Wett vor- Händen, um mich zu bewegen, diese Fahrt nochmals zu unter- nehmen." Di« Doktoren sagen, die einzige Verletzung, die Kendall«litten habe, sei dt«, daß sein ganzer Körper Üb« und über schwarz und blau angelaufen sei. Ei« herzegowtaischer Räuber. AuS Serajewo meldet die„Bosnische Post" die Gefangmnehmung eines berüchtigten Räub«», Namen» Luka Sienic, welch« in der letzten Zeit verschiedene Raubanfälle in der Nähe der montenegrinischen Grenze verübt hatte, ohne daß es Ms jetzt gelungen wäre, sein« Hab- hast zu w«deu, da« nach jeder Raubthat fich nach Montenegro zurückzog, wo« vollkom.mm stch« gewesen zu sein scheint. Nachdem« schon mehrere Tage vorher die montenegrinische Grenze überschritten, sp«rte« mtt sein« Bande am 19. August die Straße zwischen Kepelina und Tanik vollständig ab und schleppte all« Paffanten nachetnand« in einen nahe gelegenen Watt),»o« fie vollständig aut zog und gefangen hiett, damit ste die Bevölkerung nicht von setner Anwesenheii avistren könnten. So hatte er nach und nach mehr als zehn Mann vollständia ausgeplündert, als ein Finanzwach- Aufseh« de» Wege« kam. der beim Anblick der Räuber mehrer« Schüffe abgab. In der hierdurch entstandenen Verwirrung gelang es den ausgeplün- Velten. Gefanaenen, zu entfliehen und die ganze Gegend ,u allarmiren. Sofort rückt« von Kepelina eine Jnsanteriepatrouille und eine in d« Nähe befindliche Gendarmertepatroutlle vor S1 Ä im Gerichten Kohl vorangehen und nannten ihn ein„göttliibei G«icht". Die Griechen und Römer waren große Liebhadek von Kohl und fest überzeugt, daß das Verspeisen desselben«r Trunkenheit schütze Die griechischen Aerzte schreiben dem Kohl alle möglichen Wirkungen zu;« sollte sogar Lähm«»«' heilen. In dieser Wcrthschätzung de« Kohl» wurden die Griechen noch von den Römern übertreffen. Diese meinten sogar,« sei die V«anlaffuna, daß ste sechshundert Jahre lang keine Aerzte brauchten, und Cato behauptet st if und fest, Kohl heile sämmtllche Krankheiten. Die Alten kannten verschiedene Kohlarten: den langblättrigen Grünkohl, den harten Weißlohh der zur B«eiiung deS Sauerkrautes dient, den Krauskohl und den Rothkohl. Dieser scheint besondns beliebt gewesen � sein und wurde von den Röm«n zu«st in Gallien eingeführt- De Griechen liebten, dem Kohl Kümmel, Korianden, Lei. Rostnen, Wein und Mandeln zuzusetzen. Damals war Kohl mit allen seinen Zuthatm ein Festtagsgemüse. Kleine MittheUnnge«. Nordhause«. 25. August. Seit sechs Tagen wird dai Weichbild uns«« Stadt und die nächste Umgebung voa einem großen Zigeunerstamme bevölkert. Es M Freudenfeste, die das Volk jetzt hier feittt. Vor 1* Jahren lagerten in den Waldungen bei Lohra("" hiestgen Kreise, an d« Hainleite) viele Zigeun«.% Diebereien wurden damals, wie der Chronist erzählt, ganzen Gegend lästig, da man stch ab« die ungebetenen mPj auf keine Weise vom Halse zu schaffen wußte, so bereitete a» ihnen endlich in Friedrichslohra, einem Dorfe am AbhaA des Hainleitegebrige» Wohnsitze, und ste gaben nun<£ Gegend einen eigenen, wildromantischen Anstrich. � den 30« Jahren dieses Jahrhundert»»«suchte% da das Zigeunervolk fich in Friedrichslohra trotz k» ünstigen waldigen und gebirgigen T«rain» nicht fest 0% ed-ln vermochte, die Jugend von den Erwachsenen zu iE mn und elfteren Schulunterricht zu geben, während die wachsenen in das Arbeitshaus nach Großsalza gebracht Als ste nach einem Jahre zurückkehrten, verließen ls i den. ,»V«.HU, QM.MMfrVVV.V.I, W.t.v Q""i Jl mit ihren Kindern das„Taterdorf" und wandet� fort. End« d« vi«zig« Jahre kehrten viele ZigelvA famtlien nach Friedrichslohra zurück und auch in Blterim? und in W«rntg«ode setzten stch einige mufiftrnb»? Familien des Stammes fest. In den scchiziger 3%, packten ste wieder auf und zogm zu ihrem � Seitdem find wohl östn» größere und lleimre*"jZ Zigeuner in hichger Gegend gesehen worden,% nicht in so groß« Maffe, wie es jetzt d« Fall ist. SBorg'n hatten fie ein« Art Biwuack bei Crtmd«ode bezogen" gestern Abend bei Sundhausen. Da man in letztem Orte Aufenthalte Unbequemlichkeiten machte, so stellte der (Hauptmann) der Truppe, wie man min heilt, ein« in Höhe von 10000 M für etwaige Schäden.% fand vor versammeltem Stamme unt« freiem Hims«K Neuwahl des Hauptmanns statt, und heut« feiert d» eine Hochzeit. E« find zu diesen Festlichkeiten groß« läuft in hiesiger Stadt gemacht worden; von dm fildernen Pokalen hat einer ein Silbergewicht von Gekauft find fem« pfundschwere filMtne Sporen, ketten, Armbänder, Goldgeschmeide. Einige Männer � Fraum tragen an Oese« zahlreiche Fünfmarkstücke«n j Kleidung. Viele Wagen und Pf«de führt der Stamw � fich, auch viele Kinder. Wahrscheinlich geht die Wan«� jetzt nach Friedrichslohra. y« Bttterfeld. 25. August. Deser Tage fand»ur � Greppiner Werken ein Brand statt, bei welch« m zwei gjt schwere Brandwunden fich zuzogen. Auch in d« riquettefabrik entstand ein Brand, bei welchem drei Perfo" schwer»«letzt wmden. Metz, 26. August. Die Hinrichtung d«S durch kräffigei Urtheil de» Schwurgerichts vom 23. Juni d. I. Raubmordes zum Tode verurtheittm Acknknecht»€ Rouprich au» Lübeln bei St. Avold kam heute Morgen im inneren Hofe deS Unter suchungZgesängniffes an der 61% Slfstraße zum Vollzuge. Etwa 60„Zuschauer" wohnt«' aurigen Akte bei. Als man dem Vtturtheilten gefittts.% seine bevorstehende Hinrichtung ankündigte, hatte* jaLnfi Öffnung ansang« nicht ernst genommen, jedoch bald ausgesprochen, um Gnade nachsuchen�zu dürfen." _|..„ � �_____»UMW. L-�_.. dt« Zeit diS zum Morgen ruhig in stillem Htnb'rüten Alt der Staatsanwalt, in feine Zell« tretend, ihm anWo daß die Stund« gekommen sei, bemerke Rouprich,« b� V eingestanden und sei d«eit. Von dem Augenblicke der Delinquent, in sein« eigenen Kleidung, die unfi Hände vor fich hingefallet, stchnen Schrittes erschien, L( bis zur vollzogenen Hinrichtung nur drei Minuten- richtung wurde von dem Scharfricht« Schwartz aus und seine« 3 Gehilfen vollzogen. De Leiche wurde�',.i, w den bereit stehenden Sarg gelegt, um auf dem Cstst'Aittf? graben zu werden. An den drei bis auf eine geaw° � nung von einigen Schutzleuten freigehaltenen SiralM,% hatten stch ca. 200 Personen zusammengefunden. 7 an den vi« Seiten der Fallbeilmaschinc waren 10* Fuß-Artillerie- Regiments Nr. 8 aufgestellt. Sie«, 27. August. Ein Soldat de, in nirenden Kürassier. Regiment» stürzte diesen großen Exerzieren auf dem Manöverielde bei unglücklich vom Pferd«, daß« das Genick brach � todt blieb.„jjej m Parts, 24. August.(Schwindelei.) Gestern � Büch« ein« angeblichen„Lavqae panaieiine d Ep mtt«rlockenden Prospekten harmlose Leute»u.Kplird�'i I« gewiffer Barbut, au» Ve-saille»� betrieb, und wollte seine Briefe nach M-za» geschickt. Ein gleiches Gründer ein«„Benque gSnteaie d'eptfgue George». »»au v», iuicn unccicn oer"_ ..II«»«, Td««»-°-°>" w- W löTSTÄ "-östlni 8W., Beuth straße S. „v.v'n. Versäumen c" V»-.,— repti�� "sSs,-»'»»"- C« •nnril flfl.__.«iX f wie w.v rechtgewiesen. P. IT' Die dabei«». d« Chippwoy» an. Beilage zum Berliner Volksblatt. Kr. SOS Dienstag, den 31. August 1886* HL Iahrg� Jir bulzarischku Uinea. ßcflfrn wilder in kulAui-n. dkmerkt über die letzten Er« Fürst Zll'xander weilt seit Die„B o s s i s ch e Zeitung" "limste; Wie fich herausgestellt, hat Fürst A'ixander leine Rückreise bon Lemberg nach Bulgarien mit dem Entschluffe angetreten, leinen aus diplomatischen Rückstcht-n etwa veranlagten Z-vischen« ?utrntbalt zu nehmen, sondern geraden Wegt sein Ziel, die vauptstavt seine» Landes, zu erreichen, um Ordnung und littedln wenigsten» im J rnern so bald wie möglich zu be- nstigen; damit wird der orientalischen Gefahr nach außen immer am fichersten der Boden entzogen, wenn fie nicht ab- Nchlltch heraufbeschworen wird. Eo lauten denn die Meldungen «der die Reis« de» Fürsten derart, daß besten Einzug in die »ulgmische Hauptstadt vielleicht gestern schon erwartet werden Bnnk. Von Lemberg kommend, traf Fürst Alexander Mn Sonntag Vormittag 10 Uhr zunächst in Bukarest «n und wmd« dort am Bahnhof von dem Minister« Präsidenten Lratiano, sowie den anderen Ministern und «m englischen Gesandten White begrüßt. Um 11 Uhr wurde bi« Weiterreise angetreten. Sowohl bei der Ankunft wie bei Abfahrt wurden dem Fürsten von der zahlreich oersammel« «n Menge Ovationen dargebracht. Dort wurde er von einer rumänischen und einer bulgarischen Deputation empfangen, am varteplatz war ein« Ehrenkompaani« aufgestellt, welch« rhm mi' �irisch« Ehrm erwie». Der Fürst fchritt auf die von Slam- «ulo« geführte bulgarisch« Deputarion zu. degrüßt« dieselbe und «narmte Etambulow, während die Volksmenge, die au» der Umgegend, namentlich aber au» Ruftschuk in großen Masten vach Tiurgewo gekommen war, unausgesetzt Hurrah» und voch» auf den Fürsten ausbrachte. Die auf der Donau be« nndlichm Schiffe. Boote und Barken waren festlich deflaggt. "»n vielen Schiffen und von den Geschützen von Rast schul «urden Freudenschüffe abgefeuert. Der Fürst destieg kurzem Aufenthalte die nämliche Nacht, die ihn «n 23. diese» Monat» nach Reni gebracht hatte, fuhr nach Ruftschuk hinüber. Hier erfolgte die Endung unter Salutfchüstm der Geschütze und unter Nrmischen Freude /Kundgebungen der Kopf an Kopf gedrängten Llnge; die Stadt war festlich geschückt und beflaggt. Gestern Amgen 4 Uhr wollte der Fürst, dem Vernehmen nach, fich nach «mowo begeben und von dort zunächst nach T'rnowo, sodann Vhilippopel und schließlich nach Sofia gehen. Da e» der Döse Telegraph ist, welcher in dieser Weise über die Rund ,,i de» Fürsten und die ihm überall bereiteten Freudenkund« f.�Aen berichtet, gewinnt e» den Anschein, als od fich all- Mtg auch dort, wo man dither über die„Parteigänger de» �UendergerS" nur spöttische» Achselzucken hatte, die Stimmung 5 vollendeten Thatsachen zuzuneigen beginnt. Bestätigt wird �l! die Rückkehr de» Fürsten von Lemberg au» zwar ohne cKWe Zustimmung lder Großmächte«rsolgt ist, daß dem aber, wie es heißt, auch von keiner Seite von solchem �"L. obgeiathen wurde. Dadurch wird die anderweit ,g?°-sdt« Mi» Heilung, daß Fürst Alexander vor seiner Abreise nicht«mil M«n Telegramm de» Fürsten Bismarck empfangen, MMMM Wiedereintritt russtschn Osfiziere in die bulgarische Armee zu- lUlasten würde, versprochen, daß die bulgarischen Oifiziere mU Mm bulgarischen Range in die russtsche Arme« übernommen, zu Brigadekommandanten penfionirt würden. Nach einer Meldung de«„Berliner Tagebl." ist die Thatsache der An« �' t u n g Rußland» dadurch bekannt geworden, daß der »yr,,.welcher den Fürsten auf der EnttühnmgSfahrt von te�l?i*»ur Donau begleitete, gegen da« Ende der Fahrt �lelig wurde und mit seiner russischen Gestnnung prahlte. genannten Militär bevollmächtigten hatten schon vor i»»�aten Versammlungen aller an dem letzten Staatsstreich h,?°hre 1883 betherligten Osstziere stattgefunden, und waren 'elden hierbei große Vcrsvrechungen gemacht worden. oanlow und Gmew, die beiden Anstifter der Verschwörer, nach Telegramm au» Wien vom Kriegsgerichte zum «liw« 6tt Metropolit«lement zu lebenslänglicher Zwang»« #{2«erurtheilt worden. Nach einem Telegramm der osfl. ilair. L?»ence Havai" au» Giurgewo vom Sonntag ist «ruew in Rahowa, mehrere andere Offizier« sind in seh,? internirt. Zankow befindet fich noch, ohne verhaftet zu ' n vofia, wird j doch streng überwacht. „Köln. Ztg." geht au» Lemberg noch folgende �wg der ersten Ereigntffe in Bulgarien zu: m« Revolver auf den Fürsten und verlangten sein« V�ung. Der Fürst wandt« fich ruhig an Gruew mit der 1(3. was er wolle. Gruew sagte, der Fürst müste addrmken, Äl£8fß» ein Dezennium— mtt Ausnahm« de» Branden« burger Thore»— leine Thore mehr desttzt. Wir finden aber sowohl bei ver OmntbuS-, wie bei der Pferdedahngesellickate daß sie bei ihnn Linien und Theilstrecken die vertchiedenft-n Thore angeben, die in Wtrkltchlett gar nicht exisiiren Wir laben schon Fremde fragm gehört,«o denn Vas Frankfurter, Schönhauser odrr Orantrndurger Thor ,u suchen sei, al« der P'ti drdahnschaffner Diese Namen In Den Wagen htnetnrtef und RtemanD ein Thor ,u sehen vermochte. Der eSnoetftiea am Grabe. Fn der vorigen Woche rvurde aur Dem hieftgen FrieDhofe der AnduaSgemeinde der Schanlwirlh R. destattet. Der Schwager des Verstorbenen, Be»irlövorst«her, hatte für seine tief niedergedlückte Ver. wandte die Besorgung sämmUicher Beerdigungs» Angelegen- betten übernommen, darunter auch doi Engagement eines Sängerchors. welche? auf dem Friedhofe einige Brabgelange «rekutiren sollte. Am Tage vor der Beerdigung, an welchem die Todesanzeige in ,w,t hiesigen Blättern publiziit war. erschien deret«» um 7 Uhr früh ein Mann bei der»erwitt- weten Frau R., stellte fich alt Opern> und«irchensanger Ohlmeyer in der Chauffeestrahe vor und überreichte der Wittwe seine Adrehtarte, auf deren Rückseite eine grö feie Anzahl Grabgesänge verzeichnet standen, mit der Aufforderung, diejenigen Lieder anzustreichen, welche bei der Trauerfeter gesungen werden sollen. In der Meinung, daß Herr Ohlmeyer der von ihrem Schwager enga- girte Cbordirigent sei, bezeichnete die Wittwe R. einige Gesänge. Nun überreichte ihr Herr O. einen Zettel zur Unter- schrift, den Frau R. auch in der Annahme unlerschrteb, dah dadurch ihre Zustimmung zu den ausgewählten Gradaesängkn auSg-drückt werden sollte. AlS Herr O. aber einen Vorschuß von 9 Mark forderte, wurde Frau R. stutzig, da doch ihr Schwager die Bezahlung der BeervigungSlosten übernommen hatte. Sie fragte daher den O., wer ihn denn zu ihr gesandt, worauf dieser antwortete:«die Kirche". Auf die Erllärung der Frau R„ daß ihr Schwager K. auch die Bezahlung der Be. erdigungSkosten übernommen habe, antwortete O-, das ist mir ßich, dann werde ich zu K. gehen. Hierbei fiel der betrübten tttwe ein, daß ihr Schwager in so früher Zeit noch nicht zu sprechen sein«erde und gab Herrn O« um ihm einen vielleicht doppelten Weg zu ersparen, die verlangten 9 Mark. Einige S un den später machte Frau R. ihrem bei ihr erschienenen Schwager K- Mittheilung von dem oben erzählten Akt und erfuhr, daß dieser bereits einen Sängerchor engagirt hatte, wel- cher mit Dem Ohlmeqer'schen keineswegs identisch ist. Frau R. war sonach einem schlauen Geschäfttmanöver zum Opfer ae« fallen. Herr K. machte fich sofort zu dem Opernsänger Ohl- meyer auf dm Weg, um den von diesem erschltchmen Auftrag mrückzuzithm und" die gezahlten 9 Mark zurück zu erlangm. Dieser bestand aber auf seinem Schejn, einem in der That von «> Frau R. unterschriebenen formellen Auftrag, bei der am folgen« dm Tage statlfindmden Beerdigung ihres Mannes die ausge- wählten Lieder abzufingen. Ohlmeyer sprach Herrn K. jede Be» rechtigung zur Zurücknahme des erhattmen Auftrags ad und erschien wirklich bei der Beerdigung d«S R. mit seinem Cbor an der Grabstätte. Man kann fich die Indignation der zahl. retchen Leidtragenden kaum denken, alt et der eigenthümiiche Ehordtrigent in der That darauf ankommen laffm wollte, die nicht verlangte Abfingung der GrabgesSnge trotzalledem zu be- wirkm. Nur den ernstesten Vorstellungen der in ihrer Trauer- sttmmung empörten Leidtragenden gelang es schließlich, Den Auibruch des drohenden Exzeffe» zu verhüten. Daß dabei Au». drücke gegm den aufdringlichen„Opern und Krrchmsänger" von geringer Schmeichelhaftigkeit gefallen find, ist nur zu natürlich. Herr Ohlmeyer hat noch an Demselben Tage gegen Den Bezirk» Vorsteher K. eine Klage bei dem Schiedsmann angebracht und Der verw. Frau R. eine Liquidation über 30 M. zugesandt, deren Honorirung er auf Grund de» erhaltenen schriftlichen Auftrags nach Abzug des gezahlten Vorschuffe» bei VermeiDung der Klageanstrengur g verlangt.— Auf den Rath verschiedener Leidtragender ist zur Begegnung derartiger Ge» schäftSpraktiken diese Angelegenheit der Staatsanwaltschaft zur Prüfung und etwaigm Stratoer! olgung übertragen worden. Da» menschliche Schicksal gestaltet sich doch mitnnter »echt wunderbar und nicht selten tränen sich tm Leben«e- gedenhetten zu, wie man solche wohl in Romanm, aber schwer- ttch in der Wirklichkeit kennen zu lernen pflegt. Eine derar- ttge romantische Geschichte ist auch die folgende. Vor etwa zwei Jahren wohnte in einem Hause der Spandauerstraße eine junge Frau, der es herzlich schlecht ging. Sie hatte kaum ihr Seanzigste» Lebensjahr überschritten und war bereits Wittwe. leich nach ihrer Verheirathung erkrankte der Mann und ehe noch ein halbes Jahr vergangen war, starb er. Während seiner Krankheit war so manches Stück Möbel veräußert war. den, und so war es gekommen, daß die junge Frau nur mtt wenigen Habseligkeiten in einem kleinen«tübchen hauste, da» sie von anderen Leuten abaemiethet hatte, und dort mtt Bangem dem Tag mtgegensah, wo sie einem Kinde da» Leben geben würde, das gleich als Waise Do» Licht der Welt er- blicken sollte. Ihre traurig- Lage aber sollte noch verschlim- mert werden, denn unsähia, fich etwa» zu erwerben, war ste außer Stande, ihrer Wtrthin Die Miethe zu zahlen, und diese war herzlo« genug Die arme Frau ermittiren zu laffm. So auch der letzten Habe beraubt, blieb der Unglücklichm nicht» andere» übrig, als die Hilfe der Polizei in Anspruch zu nehmen und diese sorgte denn auch für ihre Unte kunft und Verpflegung. In d-r Entdindungsansta't gena» ste eine» Knaben, aber auch die Mutterfreude sollte nicht lange dauern, denn trotz aller aufopfernder Pflege, die ste ihm zu Theil werden ließ, starb der kleine Weltbürger nach wenigen Monaten, und so det-auerte Die Arme jetzt Gatten und Kind. In ihren Verhältnissen ttat indeß bald eine Besserung ein. Die junge Frau bekam eine Stellung als Plätterin in einer Wäscherei und hatte die Verpflichtung, auch dann und wann einmal die fertige Wäsche Den Auftraggebern ins Hau» zu tragen. Da fand es fich nun, daß in einer Familie, die zu dm Kunden der Waschanstalt zählte, ein besuchsweise aus Amerika eingetrcffmer Verwandter fich aufhielt. Der Mann hatte slühzeitig sein Vaterland verlaffm, um fich jenseits de» Oz-an» eine neue Heimath zu gründm und im harten Kampf um» Dasein war es ihm geglückt, in der neuen Welt zu Wohl« hadenhett, vielleicht zu Reichthum zu gelangen. Er war unver- hetraihet und wollte es bleiben, wie er fich vorgenommen Satte; allein er wurde diesem Vorsatze untren. Als er Die leine Prälterin in ihrem sauberen Kattunkleide mtt der weißt» Schürze und den dicken blondm Zöpstn gesehen hatte, fühlte er, daß ste einen unauslöschlichen Erndruck auf ihn gewacht hatte. Sie war ja zweifellos nur ein armes MSvchm und er ein reicher Mann, sagte er fich; aber ste war jung und schön und er stand beretts im vierzigstm Lebmsjahre, sein Gestcht war von Wetter gebräunt, die Stirn dmchsurcht und an den iä k da» war seine vollste Uederzeugung und so besann er fich denn auch nicht lange, sondem machte der jungen F au bei ihrem nächsten Erschnnen von seinem Entschluß Muth-ilung. Sie war bestürzt, erröthete und erzählte, daß sie gar nicht Fräulein" sei, wie er sie anrede, sondem daß sie beretts Gattin und Mutter gewesen; ste erzählte ihre ganze Leben,»« unD Leidensgeschichte und als er nach Anhörung derselben ste so dringend bat, seine Frau zu werden und ihn über Den Öiean zu begleiten, da willigte sie gern ein; denn die treuen, aulrichtlaen Augen des ste begehrenden Manne» sagten ihr, »MWiSk-STM vor_ "ira-»>»-, de. denen sammtliche Lotterieeinnehmer mtt einer entsprechenden fahl ausgestattet wurden. In Berlin bestanden bisher l Kollekten mtt 18286 Loosen; neu hinzugekommm find 24 Kollelim mit 11 100 Loosen. In der Provinz Brandm« bürg bestanden bisher 12 Kollekten mtt zusammm C410 Loosen, und zwar inBranoenburg 1 mit 340, in Jüterdogk 1 mit 400, in NeU'Rupptn 1 mit 300, in PotSDam 2 mit 1200, in Prenzlau 1 mit 375, in Wrietzen 1 mit 450, in Guben 1 mit 345, in Küstrtn 1 mit 450, in Frankfurt o. 0. 2 mtt 1000 und in Landsberg a. W. 1 mtt 550 Loosen. Neu hinzugekommen find 20 Kollekten mit zusammen 5300 Loosen,>mD zwar 1 in Angermünde mit 200, in Brandenburg 1 mtt 200, in Char- lottenburg 1 mtt 800, in Eberswalde 1 mtt 250, in Havelberg 1 mit 200, in Luckenwalde 1 mit 300, in Perleberg 1 mit 250, in Rathenow 1 mtt 200, in Spandau 1 mtt 300, in Tempein 1 mit 200, in Guben 1 mtt 250, in kottbus 1 mit 250, in Finster walde, Forst N.-L. und Friedederg N.-M. je 1 mit 200, in Frankfurt a. O. 1 mit 400, in Fürstenwalde und Sommerfeld je 1 mit 200, in Sora» N. L. 1 mtt 300 und in Spremberg 1 mit 200 Loosen. Da» Polizeipräsidium erläßt folgende Bekanntmachung. Der Kaufmann Paul Heider hier selbst, Anklamerstr. 28 wohnhaft, verkauft unter dem Namen„Harzer Gebirgsthee" eine Mischung von Schafgarbe, Laoendelblüthen, Schlehdornblüthen, Saffaftasholz, Sennesblättern, P-effermünze, Huflattta, Süß- holz" und vereirzetten Bruchstücken von drei anderen Pflanzen in Pappkarton? mit etwa 50 Gramm Jrbalt für den Preis von 50 Pf. als Heilmittel. Die amtliche Prüfung hat festge- stellt, daß der wahre Werth eineS Packet» mit der vorbezeichneten Menge der Mischung höchstens 10 Pf. beträgt. Hiervon wird das Publikum hierdurch in Kenntniß gesetzt. Berlin, den 27. August 1886. Königliches Polizeiprästdium. I. V.: Friedheim. vet einem Verbrecher find ein dunkelblauer Anzug, so« wie verschiedene Wäschestücke, gez. E. L., vorgefunden worden, welche derselbe in der Nähe der Waldemarstraße auS einer verschlossenen Wohnung mittelst Nachschlüssels entwendet haben will. Der unbekannte Eigenlhümer kann den Auzug u. s. w. auf dem Molkenmarkt Zimmer Nc. 77, in Empfang nehmen. Dies österreichische Regierung stellt Nachforschungen nach der Persönlichkeit eine» Manne» an» welcher am 13. Juli d. I. aus einem Etsenbahnzuge Der Kararan-Karänsebes heraus- gestürzt und in Folge der erlittenen Verletzungen verstorben ist. Bei demselben wurden 7170 FrankS 60 Cts. Haares Geld und andere Effekten gefunden. Der Verunglückte war zirka 36 biS 33 Jahre alt und 180 Zentimeter groß, hatte braune schwache Haare und schwarzen Bart(Henry quatre) und war bekleidet mtt blauem Reck, grauen Betnlletdern, schwarzseidener Mütze, Schuhen, Flanellhemde, M V., und zwei goldenen Manschettenknöpfen mit denselben Buchstaden. Angaben über den Verstorbenen werden im Kriminal Kommissariat entgegen- genommen. Die Leiche eines neugeborenen Kindes männlichen Ge- schlecht», in einen alten grauen Lappen und ZettungSpapier ge- wickelt, wurde am 28. d. M. am südlichen Ufer der Spree in der Paulstraße aus dem Waffer gezogen, in welchem ste acht bis zehn Tage gelegen haben kann. Die Beamte« der Sittenpolizei üben, wie die„Börsen- Zeitung" berichtet, in letzter Zeit während der Nacht auf den Straßen der Friedrichstadt ein scharfes Regiment. Jede Ueder- tretung der fittenpoltzeilichen Vorschriften wird mit sofortiger Sistirung nach der Polizeirevierwache geahndet, ebenso erfolgt Sistirung und Festnahme, wenn zwei unter polizeilicher Kon- trole stehende Frauentpersonen zusammen die Straße entlang gehen. Gegen die Auflösung der vuchdrucker-Versammlnng am 22. D. M. war Beschwerde geführt worden. In der Ant» wort, welche daraufhin das Polizeiprästvium ertheilte, wird aus- gesührt» daß ein Grund zur Auslösung der Versammlung nicht rorgelegen Hab», und daß deshalb der betreffende Polizei- lteutenant rrktifizirt worden fei. Eine da» biertrinkende Publikum iuteressirende Augelegeuhett wurde im V.'rein Berliner Gastwirlhe ge- legentltch der Besprechung des Waarenmarftes, der mtt jeder S tzung verbunden ist und eine kleine Ausstellung von Bedarfsartikeln bildet, vom Gostwttth K. angeregt. Um beim Verzapfen oder vielmehr durch zu langsames Verzapfen matt gewordenem Bier durch Verschneiden mtt fttschem Bier wieder Die nöthige Irische und„Süsfigkeit" zu geben, hat fich der ge- nann e Herr einen Doppelhahn anfertigen lassen, mittelst welchem er nach seinem Belieben, unbemerkt von Jedermann, da» Bier au« dem einen oder anderen Fasse verzapfen kann. Es bedarf dazu nur einer geringen Seitwärtsdrehung des Hahne» nach der einen oder der anderen Seite. Beim„Ver- schnitt" erfolgt da» geheime Exerzitium„halb rechts und halb links präparirt". Große Heiterkeit erregte es übrigens in Der Versammlung, als von mehreren Seiten Herrn K. sein „Doppelhahn" als„Novität" stretttg gemacht und als„alte Geschichte" bezeichnet wurde. Von der Schnelligkeit«userer Justiz wird man in Sachen Schwenterley contra Georgenklrchhof. Verwaltung immer noch nichts gewähr. Am 26. Juli ward« dos Erkenntniß rechtskräftig. welchcS die Gemgenltrchhof» Verwaltung zum so- fortigen Abreißen der Bretterwand am Giebel de« Hauses Flitdenstraße 97 verurtheilte. Am selben Tage wurde der Antrag auf Ertheilung der Vollstreckungsklausel gestellt. Bis zum 30. August war letztere noch nicht erth-ilt. Die Wand bleibt nach wie vor stehen, fast täglich werden neue Leichen auf dem alten Kirchhose beigesetzt, als habe das Allgemeine Land- recht dergleichen nur zum Scherz verboten. Heirathsschwindler. In den diesbezüglichen amtlichen Kreisen beschäftigt man fich lebhafter als je mtt Den HeirathS- Ich»indeleien, welche hier in wahrhaft großartigem Maßstäbe betrieben werden. Die Zahl solcher Gimpel, welche fich durch die Heirathsreklamen auf Den Leim locken lassen, ist ungemein groß. Da« erh-llt schon aus der Tbatsache, daß allein in Berlin ca. 600 solcher Vermittler oder Vermittlerinnen, welche öffentlich bekannt find, ihr Wesen treiben. Die Zahl der ge- heimm HeirathSagenten ist Legion. Die meisten dieser Schwindler arbeiten mit Vorschüssen, d. h. fie lassen fich, bevor ste ih:e angebliche Vermittlerrolle an.reten, eine gewisse Summe als Vorschuß geben. Diese ist in den bei weitem meisten Fällen verloren für die Hestaths lustigen. Eine Anzeige bei den zuständen Behöiden unterlassen die G schädigten aber in den meisten Fällen, da ste fich vor der Oeffentlichkeit nicht blamiren wollen. Gewisse Heiraibsvermtttler haben sürstliche Wohnungen inne und suchen ihre Op'er in den höchsten Kreisen so daß fie dem Anschein nach große Summen zusammen-' schwinveln. Ein großer Thett derselben unterhält übrigen» sehr intime Verbindungen mtt denJnhad-rn anderer Geschäfte z. B. mit Wucherern, gewissen Mödelhändlern ,c.' Ergriffene Schwindlerin. Am 1. Juli erst mm MHRZZMM KÄMWMMM schloffen erscheint, daß ste noch andere gleichartige Schwinde« leien verübt hat. Z« dem Mordversuch in der Heiderentergasse, von dem wir berichteien, geht einem hiefigen Blatt noch folgender wissenschaftliche Nachtrag zu: Der Tischlergeselle Otto Specht hat nicht nur unsere Sicherheitlbehörden, sondern auch die Ge- Psychiater in Heroorragende? Weise beschästigt. richtsärzte und--...--------„------------..., Derselbe leidet an ein» eigenthümiichen Form von Geistesstörung, die ein hohes wissenschaftliches Interesse»regt, und störung, vre rrn yoprs wrnrniwaiinwrv- Morgens konnte die Feuerwehr die Brandstätte verlassen- der hat ein Feuerwehrmann bei den Löscharbeiten schweres letzungen davon getragen; noch in der Nacht mußte«y ein« Tragbahre nach dem Krankenhause getchafft werden� Feuer soll durch da» Bnsten ein» Petroleumlampe vvsA sein. Während die KindiaufSgafte im Vorderzimmer fis st ftöhlich im Tanze drehten, schlug ihnen, als man zufä�st zur Küche führende Thüre öffnete, von hier aus plö»!«�. belle Flamme entgegen, so daß man Mühe hatte, no» fehlt die Wohnung zu verlassen. Fünf Minuten vor.z<, bruch des Feuers hatte man erst den Täufling auS der» � wo man ihn während der Nacht ged-ttet hatte,% fernt. Mehr«« Familien haben schweren Schaden erlit�' � Fem« wird zu Dem Feu» noch geschrieben: Sck®:. j*f Schaden kam in Dieser Nacht in Ausübung seines Verul � Obnfeuermnnn Völker. Von der Anklamerstraße 36 Dachstuhlbrand gemeldet worden. Beim Einfahren V wehr in den Hof des G-undstückS geriech Völker zwis»«'� Prellstein und einen d» Wagen und»litt derartig Quet'chungen am linken Knöchel, daß» nach dem pf «ranken hau» überführt werden mußte. D» Verletzte vor wenig Monaten in Lebensgefahr geaoesm. 2* tva* � i» beim Ablöschen von btennendem Werg von der Leiter die Flammen gefallen und hatte nur mit Mühe �1?- y vor wenig Monaten in Lebensgefahr gewesen i» ÄflS lannt. Beim Brande De» Hohenzollern-Museums Flammen gefallen und hatte nur mit Mühe«- »»Den können. Vöik» ist üdnhaupt als muchiger � Familie des Kastellans vom Dache des brennend«» herab. Sein Bild wurde aus diesem Anlaß auck im, abgedruckt.— Das Feuer selbst, bei welchem Vö.ttr l uralückte, hatte eine Wohnung und einen Thett ve � stuhl»«griffen und«üchete mtt solcher Mackt. Dermpsspritzm und drei große Druckspritzen läagece�� Aktion ttetm mußten.-"Zur' Wbef&W wur�-zx «rand g«a'hm. Es gelang, das Feu» durch«ufs®j Sand zu löschm. b KWMHWß abladep.atz von Neumann legte D» � W . von «leider ab und stieg Wasser, um nach dem dem Hinwege ging alle«_ wurde« mitten auf dem Wege— wi worden.-- v' -■mim Reit» gesperrt. ve". öffmtlichunaen schriedene Bevl ttägltchm gegen die Woche Ä l i Bo4e vom 8. MI 14. August wurden polizeilich gemeldet 2837 wgezoame, 2177 fortgezogene Personen; standelamtltch wurden -10 Ehen geschloffen. Geboren wurden 914 Kinder, und zwar kMnd. 437 männliche, 443 weibliche, zusammen 880(darunter außereheliche), todt 21 männliche, 10 weibliche, zusammen 31(darunter 5 außereheliche) Kinder. Die Lebendgeborenen, jufl Jahr berechnet, bilden 34,3, die Todsgeborenen 1.3 pro Mille der Bevölkerung, die außerehelich Geborenen 10,20 pCt. in der Woche Geborenen, davon die bei den Lebend- Nborenen 10,11, die bei den Todtgeborenen 14,70 pCt. In vn kgl. Chariiee und Eni bindungl� Anstalt wurden SO Kinder �boren. Gestorben(ohne Todtgeborene) find 753, nämlich *05 männliche, 348 weibliche Personen. Von diesen waren unter 1 Jahr alt 384(inkl. 74 außereheliche), 1 bis 5 Jahre »0(inkl. 6 außereheliche), 5 biS 10 Jahre 15, 10 bis 15 Jahre 5, 15 bis 20 Jahre 11,20 bis 30 Jahre 34. 30 bis 40 Jahre 37, *0 Ml 60 Jahre 82, 60 bis 80 Jahre 60, über 30 Jahre 15. EterbefSlle beim Alter von 0 bis 5 Jahren machen 65,60 iämmtlicher in dieser Woche Gestorbenen aus. Von den im «»er unter 1 Jahr gestorbenen Kindern starben 64 im ersten, 46 im zweiten, 48 im dritten, 37 im vierten, 35 im fünften, im sechsten, 129 im fieberten bis zwölften Lebensmonate-, Wn denselben waren ernährt 50 mit Muttermilch, 2 mit �mmenmilch, 214 mit Thiermilch, 4 mit Milchsurrogaten, 80 mit gemischter Nahrung, von 34 war eS unbekannt. Todesursachen waren besonders: Lungenschwindsucht(79), Lungenentzündung(37), Bronchialkatarrh(16), Kehlkopfentzündung(12), Krämpft(34), Gehirnschlag(13). Gehirn- und Gehirnhautent« Sndung(18). Krebs(23), Altersschwäche(14). Lebensschwäche 35), Abzehrung(36), Masern(12), Scharlach(4), Diphtherie(16), »iphus(2), Diarrhöe(83), Brechdurchfall(130), an anderen urankheiten starben 182 und durch Selbstmord 10, davon •urd) Erschießen 2, durch Erhängen 5, durch Ertrinken 3, durch valsabschnetden—. Die Sterblichkeit der Woche, aus das Jahr be- Ahnet, kommen durchschnittlich auf 1000 Bewohner in Berlin rA in Breslau 32,5, in Frankfurt a. M. 18,5, in Köln 28,4, w Dresden 23 3, in München 27,8, in Bremen 147, M Stuttgart 20,5, in Wien 23,0, in Paris 22,5, in London 18,9, AAverpool 23,4. In der Woche wurden dem Polizeiprä- gemeldet als erkrankt an Typhus 31, an Masern 68, � Scharlach 45, an Diphtherie 112, an Pocken—. In den 9 Oberen Krankenhäusern wurden in der Bericktswoche 796 «Kmle aufgenommen, davon litten an Masern 7, an Schar- Ah 8, an Diphtherie 35, an Typhus 15, an Rose 7. Es Alben 128 Personen oder 17,0 pCt. aller in der Woche Ge- wubenen- all Bestand verblieben 3353 Kranke. u. Wafferstand der Spree in der Woche vom 16. August W in kl 21. August 1886.(Angabe in Metern.) Tage 15./8. Amberbaum ?wnmmühle, �berwaffer. 2,30 2,27 0,74 16./8 2,32 2,29 0,75 17/8. 2,32 2,30 0,74 188. 2�1 2,29 0,73 19/8. 2,30 2.29 0,74 20,8. 2,30 2,29 0,74 21./8. 2�0 1 2,29 0,74 �.Nartthalle«• Bericht von Z. Sandmann, städtische« �ZrfSvermsttler, Berlin, Zmttal-Markthalle, dm 30. August z,«ild und Geflügel. Rebbühner find in der vciflossmen in kaum ausreichenden Quantitäten zugefügt worden; flehen war Mangel, so daß 70-76 Pf., in einzelnen �ßen 80 Pst pro Pst», gezahlt wurde. Die Rebhühner sollten j,? anders als einzeln sauber in Papier gepackt in kleinm ?°cbtn versandt werden. FetteS Geflügel kommt noch wenig in. Markt und wird gut bezahlt. Mageres wird dagegen Postm aus Galizien zugeführt und drückt auf den deutscher Waare derart, daß der Erlös unlohnend wird. weil«ird gegenwärtig auSschließ'ich lebend zugeführt, WWW Mt Ganse 3 00-5 oo Tl.. junge Enten 1-1.60-2,00 M.. Bs* Wn« 0,46-0.80 alte vühner 1,10-1,40 M. Tauben 45 Pf., Poulardm 4,50-7 M. per Stück, »Vutter. frische feinste Tafelbutter k. 112—115, fein» refMjctttr L 100-110, II. 90-98, NI. 75-85, Landbutter 65—75 M. Galizische und ander« geringst« Sotten S6 M. p. 50 Kilo. Iii, Echter Emmenthaler 73—80, Westpreuß. Schweijet« 55-60 Tl., U 48-60 W, m. 40-46«, Quadrat. (CT I. fett 22-25 R, n. 14-18 M, Tilfiter Jettkäs. &L$6-60 M, TilMer Magerkäse 18-23 M., Limburg« L toi«$ M, n. 20-26 M, Ramadour 30-36 M, rheinischer T Käse. 20-22Psd. schw«, 45-68 M, echter dolländ« «damer L 60-70 M, n. 56-68 M.. ftanMsch« Zp AU-ller 18 M. vn 100 Stück. Camembert 8,00-8,50 "% Dtzd.. harzer 3.50 per 100 Stück. Ur- 2.50 M. p« Schock. to��iulnen und Blätt«. Lorbeerdlätt« 4 M. per 10 Pfund« und Lbst. Tomaten 25 bis 30 Mark per ße Kövie 3-4 M. p« Schock, 15-20-25 M. pr. 100 �.......... WV,BV.... PL, Nierenkartoffeln 3,00 ÄtÄ,8««% te � Melonen 30 Pf. pr. Pfd. BnanaS 2-2.50 Pfd. Getrockn'te Morck.ln 2,60 M- per Pfd, ge- SWm.ie..« nn sn>«j ojp) tbemlach,' 2,60-2,90 M, Weser- M, geräuchette Aale 70—100 Iis 1W alCtrtnpllze 6,60 M. pe IÄÄ-oT KtoUlch«. Lach, 1,10 bis 1,20 bis 1,30 Mark. Zander, l y, � Vicht 50- 66 Pf, Steinbutt. 70-80 Pf, See- S|( Vvße 1,00-1.10 M, mittel 60-70 Pf, Scholle 10 bis �'ienMfisch. L°ße 20 Pf, Kabeljau 20 Pf. p« Pfund. a Lch".40--60 Pf. pro Stück % Fisch«,»al. mittelgroß 80-95, große 1,10 M, tr�ebi,'Schleie 90 Pf. per Pfund. Uie Kleine, 10 cm. 1,00-1,50 M, mittel 2-4 M, « ptt Schock. Hummern 1,50-1,75 M. per täSSSX*«m 27. d. M, Vormittags, glitt der in »Ii*"Vi0" Sondermann, Mühlenstr. 64, beschäftigte v? Tragen von Garn aus und«litt einm Am»«��"ach dem Kranken hause Bethanien ge �& w. Ä ein« Bank sttzmd, bewußtlos angetroffen und, da man eine V«giftung vermuthete, nach der Charitee gebrachst— Zu derselben Zeit wurde Bahnhofe! eine alte betroffm und mußte gebracht werdm.— wurde in der Spree, straße, die Leiche eines im Wartesaal des Potsdamer Dame von einem Schlaganfall nach dem Elisabeth- Krankenbause Am Nachmittag desselben Tages in d« V«lSng«rung der Paul- neugebormen Kindes angeschwemmt und nach dem Leichenschauhause gebracht.— Zu derselben Zeit verunglückte d« Zimmermann Seeg« auf dem Neubau Weidenweg Nr. 42 beim Heraufziehen von Balten dadurch, daß« durch einen Jehltritt aus dem 1. Stock in das Erd- geschoß hinatfiel. Er«litt anscheinend inner« Verletzungen. — Am Nachmittag de! 28. d. Mtl. wurde ein 6 Jahre altei Mädchen beim Ued« schreiten deS FabrdammeS vor dem Hause Kommandantenstraße 29 von einer Droschke überfahren, wo- durch es außer Hautabschürfungen am Kopf anscheinend schwere inn«« Verletzungen davontrug, so daß es in die Charitee ge» bracht««den mußte.— Zu derselben Z-it wurde im dewal- deten Theile der Hasen Haide ein dem Arbeiterstande ange- hörender, etwa 30—35 Jahre alter Mann todt aufgefunden. Dn Tod scheint in Jolge von Vergiftung eingetreten zu sein. — Am Abend des 28. wurde am Humboldthafen die Lriche eines 18—19 Jahr« alten Mädchens auS dem Waff« gezogen und nach dem Leichenschauhause gebracht.— Am 29. d. Mtl., Vormittags, starb plötzlich in der Wohnung eines Ar- dettns in d« Müuerstraße der dort unangemeldet fich aufhaltende, dlschäfttgungslose Christian Titz. Da die Todesursache nicht festgestellt w«den konnte, wurde die Leiche nach dem Leichenschauhauke gebracht.— Zu derselben Zeit fiel ein 4 Jahre altes Mädchen an d« Auslad-stelle Nr. 4 des Mariannen>Uf«s in den Kanal, und zwar zunächst auf einm dort liegenden Kahn, wodurch es einige Verletzungen im Gesicht«litt. ES wurde von einem Schiffer sofort aut dem Mass« gezogen und seinen Eitern übergeben.— Am Nachmittag sprang ein an Verfolgungswahnfinn leidend« Mann aus einem Fenster der in der Elsasserstraße, 2 Tr. hoch, de« legen«» Wohnung sein« Eltern nackt auf die Straße binab und zog fich durch den Fall einen Buch des rechten Fuß- gelenkS und anscheinend auch innere Mrlitzungen zu. Er de- findet fich bei seinen Eltern in ärztlicher Mchanvlung.— In der Nacht zum 30. d. M. brach in ein« Wohnung im vierten Stockwerk deS HauseS Anklamerstraße 38 Feuer aus, welches rasch um fich griff und die Wohnung und einm Thell des Dachstuhls völlig zerstört«. Die Fm«webr war üb« ein« Stunde in angestrengter Thätigkeit. Beim Hineinschieben eines Fahrzeuges derselben in einen HauSeingang wurde einem Oder- teuermann d« linke Fuß derattig gequetscht, daß er nach dem azarus-Krankmhause gebracht werden mußte. «» » Daß Refidenz-Theater hat am Sonnabend die dies- jährige Kampagne«öffnet. Ein vi«aNiges Schauspiel„Die Danischeffs" leitete die diesjährige Saison ein, und wenn an dem Stück selbst auch Manches auszusetzen ist, so zeigte doch das Anno'sch« Ensemble, daß man durch Kraft und Verve, fleißige! Einstudiren und exaktes Zusammenspiel schließlich auch ein mtndnwnthizes poetische! Erzeugniß üb« Waffer haften kann. Das Stück spielt in der Zell der Emanzipation der russt- schen Leibeigenen, und trotz d« an fich guten Idee hat eS der Verfasser doch nicht v«standm, seine Charaktere und Figmm konsequent bis zum Ende durchzuarbeiten, vor Allem hat«S dm Anschein, als ob« die Klaffen d« Gesellschaft, die er schild«t, aus eigen« Anschauung niemals kmnen ge- lernt hat. Die Grundidee des Stückes ist nicht ganz neu. Eine alte, in aristokratischen Voruttheilen verknöcherte Grafin wünscht einen einzigen Sohn, den letzten seines Stammes, zu verheirathen. Selbst- verstandlich muß das eine sogenannte„standesgemäße" Heirath sein. D« Sohn hat ab« seine Liebe bereits ein« Leibeigenen geschenkt, die« zu Heirathen die Abficht hat. Die Gräfin ist mit ein« detarttgen„Mesalliance" jedoch keineswegs rinver- standen, fie verheirathet diese Leibeigene daher mit ihrem Kut- scher, dem fie dafür die Freiheit schentt. Dies« Kutsch« ist ein solch« Jdealmensch, wie man ihn fich eigentlich kaum vor- stellen kann,« verzichtet schließlich auf seine junge Frau, um dieselbe dem Grafen zu üb«lafftn. Er selbst geht in ein Klost«. Die Darstellung war eine vorzügliche. Charlotte Frohn gab die rückfichtslose, herrische alte Gräfin in durchaus mar- kanter Weise, ebenso gab fich Herr Reicher alle erdcnftiche Mühe, den Schwärm« Olstp in anziehmd« Weise darzustellen. Die Jwanowna wurde ansprechend von Frl. Wolf gegeben; auch Frl. Arnim sei lobmd erwähnt, Herr Alixander, welcher fitzt dem R'stdmztheat« angehört, fand fich recht geschickt mit der Rolle des französtschen Attachs ab, welche freilich Herrn o. Hoxrr noch besser gelegen hätte. He« Würzburg bewähtte fich wteder all den tresflichm Darsteller attvorratischer Bäter, Herr Pansa verhalf d« kleinm Rolle des Schnapspächi-rS zu hübschem Erfolge, und da alle übrigen Dar stell« der Neben- rollen ihre Schuldigkeit thatm, so war d« Betsall, mtt welchem das Publikum nicht kargt«, ein wohlverdient«. Gerichts-Zeiwttg. t DaS zweite und daß dritte Stockwerk. In einem Haus« der Müllerstraße henscht nicht jener Friede einträchlig. lichm BeitinanderwobnmS, der nach dem Psalmisten so„lieb- lich" ist. Grimme Feindschaft ist zwischen dm weiblichen Bewohnern zwei« Slockwerke entbrannt, die fortgesetz! fich bethätrat und dm Männern das Lebm schw« macht. Wer will«gründen, welches die erste Ursache des tövtlichen Streites gewesen ist? Genug, er ist vorhanden und bald hat die eine Pattei, bald die andere die Ob«hand. Denn das ist das merkwürdige, in den Mälarstrom dieses HasseS wird ein jed« hineingeriffen und mag er noch so unbethei igt und noch so fttedfntigen G-müths sein,« muß Parttt nehmen, muß fich für daS„zweite" oder das„dritte" Stockwerk«klaren. Und so wie in jedem wirklichen Kampfe find auch in diesem Gemrale voihanden, die ihre Truppm inS Feuer führen. Zwei Wittwrn habm die Rolle d« Fühinrnnen übernommen, eine Plätterin und eine Wäschnin. Am Mittage eines schönen JunitagcS kam es zu einer Haupkattlon: schon am Vormittage «arm die ersten Kugeln gewechselt, waren jene anzüglichen Redensarten gefallen, die so unbestimmt gemünzt find, daß fie K'km sah.-n fie die Wäscherin. daS Haupt ihr« Partei, m Freisprechung der Angeklagten. Böse Blicke wechselnd»«ließen die beiden Wittwen, gefolgt von ihrem Anhang, den Gerichts» räum. L«ndet wird der Hausstreit durch diese Vnhandlung wohl noch nicht sein._ MereSne und versamminngew + Eine allgemeine Vuchdruckerversammlung fand am Sonnabend, den 28. d. M., in der PH lharmonie, Bern» durgnstraße, unt« Lorsttz des Herrn Wimm« statt. Die Ansammlung wac stark besucht, es mochtm ca. 1500 Gehilfen anwesend sein. Vor Elntrttt in die Tagesordnung theiltr der Vorfitzende mtt, daß daS Bureau der am Sonntag, den 22. d. Mtl. in dir Philharmonie stattgefundmen und auf Grund de!§ 9 de! Sozialistengesetzes aufgelösten Ansammlung sofott Beschwerde bei d« Polizeibehörde eingelegt habe, die den Erfolg gehabt habe, daß die Auflösung als zu Unrecht«» folgt bezeichnet und der überwachende Polizcibeamte„rektistzitt" worden sei. Mit der Bitte an alle Redner und an die Ver-- sammlung, fich d« Ruhe und Mäßigung zu befleißigen, er» öffnete er sodann die Veibandlunaen. Es handelte fich darum, über die Annahm« deS in Leipzig zwischen Prinzipalen und Gehilfen vereinbarten neuen Tarifs Beschluß zu fassen. Eine große Anzahl Resolutionen und Anträge hierzu liefen ein, von denen einige, da fie dem Sinn« nach mit anderen Resolutionen übereinstimmten, zurückgezogen wurden; die übrigen wurden zunächst von dm Antragstellern begründet und sodann in ausgedehnter Diskusston erörtert. Zunächst be» gründete Herr Dolinski seine Resolution, die folgend«» maßen lautete:„Die heutige allgemeine Buchdruckngehtlfm» Versammlung erklärt: 1. Sie spricht dem Einigunglmann für Berlin-vrandenburg. Herrn H. Besteck, ihre volle An- «kennunz und lltd«einstimmung über sein Verhalten bei Berathung der TarifreoistonS-Kommisfion in Leipzig au«; 2. fie«klätt ferner, daß der vereinbarte Tarif in kein« Weise den Anford«ungen entspricht, welche die Berliner Gehilfen» schaft auf G.und aufgestewer LedenSvnhältniß-Statistik zu stellen berechtigt war, fie ist daher nicht in der Lage, die Annahm« dieses neu v«einbarten TattfS der Berliner Kollegmschaft zu empfehlen; 3. in Anbetracht iedoch. daß die Versammlung nicht beabfichtigt, irgend welchen Druck auf die L«lin« Gehilfmschft ausüben zu wo i und iJÄ"". Rückst»� daß die augenblicklich bestehend.. Ver» hältniffe ein selbststandtgcS Vorgehen d« Berliner Gehilfen unmöglich machen, üb« laßt die heutig« allgemeine Buchdrucker» GeMlfmversaamlung den Berliner Kollegen, bei der demnächst stattfindenden Urabstimmung über den in Leipzig vereinbarten Tarif nach freier Ueberzeugung ihre Stimme cbzugeben."— Zur nah«en Begründung fügte der Antragstell« noch hinzu. daß. wenn die Ablehnung deS Tarifs durch die Versammlung auch nur eine formell» sei. da man fich schließlich doch der Majorität der deutschen Gehilfenschaft, die fich für die An. nähme des Tarifs fich« finden««De, fügen werde, fie doch ihr SelbstdestimmungSrecht fich nicht nehmen lassen dürft und in Konsequenz mit früheren Beschlüssen dl« Ertlärung dm Prinzipalm gegenüber abgeben müsse, daß die minimalen Aufbefferungen des Tarif» nicht dm berechtigten Anford«ung«n d« Gehil'en genügen könntm. Ein selbstständiges Boraehen fei durch die gegen- wattigen Bei hältniffe, die am besten durch die Auflösung der Versammlung am vergangenen Sonntag illustrirt würden, ver- doten; eS würde„uns" dasselbe passtren, waS anderen pasfirt ist-— Der Antrag, dm Herr Königeinbiachte und der besonders das Bedauern darüber, daß keine Verkürzung der Arbeitszeit er- reicht worden sei, ausdrückte, fand nicht die nothwendtge Unter. stützung dmch die Versammlung und wurde deshalb zurück- gezogen.- Herr Giesecke stellte folgenden Antrag:„Da der § 29 Des vor kurzem in Leipz'g derathenen Tarifs eine für die Berliner ZeitungSverhSUniffe höchst ungünstige Gestalt erhalten, indem die unpräzise Fassung diffelben d« Schmutz. lonkurrm, Thür und Thor öffnet, während eS im Jnterlsse her Z-ttuog�«kaer. Prinzipale und Gebtlfm liegt, gesunde und stabile BerhSltniffe zu erhalten, beantragt Unterzeichneter:. Di- heute tagende allgem-inr Versammlung der Berliner ä«». riffKÄ SHSHSZAN-K Dein nur verhindere, daß wiev« Anarchie in dem VerhSItniü zwischen Zettungssetz« und Prinzipal einträte. ES solle ein er» gSnzmd« Nachtrag zum Tattf geschaffen werdm, der genaue B-stimmungmüber den ZettungSsatz enthalte. Herr Lust beantragt unter ausführlich« Begründung, dm Tarif„um d«S lieben Fiiedms willen" anzunehmen, da eine Ablehnung deff-lben eingestanden« maßen doch keinen Zweck habt. Im wesentlichen d-ckie fich dieser Antrag mit der Resolution, die Herr Leopold Le hrnann cor fdjlug und ausführlich begründete. Sie lautet: s%%% andnen Dru�Iädte� gegenüber nur�hSchst�'minimtte'�lI befferungen«zielt worden find, welche bei den hi.figen Leb«', T'»Tfl iVw», V Ulm wcgii# fm, welche fich aus der letzten Revifion heraus bekundete, auch eine Errungenschaft ist welche eS vielleicht«möglicht, in wetterer tr.edlicher Uebereinstimmung schon in kurzer Zeit für die Bei» l'ner Buchdruckergehtlfen ein dm bestehenden witthschaftltchen V«HSltniffcn entsprechendes Einkommen zu«zielen, beschließt die heute in der Philharmonie tagmde allgemeine Buchdruck,?» Versammlung, dem in Leipzig zwtschen Vertretern von Prinzi» IMMNBM trag Gt-s-cke fand seine Gegner und warmen Fürsprech«. Zu 7, ffir/Ä � r»%.%% de? Setzern wüiven.- Segen den Antrag sprach d« Ma. schinenmeister Wem«;« ging von der Anficht aus, daß in die Sieb« n«kommisfion nur Z ttungtietzer gewählt werden sollten und befülchtete deshalb eine Theilung in Kategorien und eine Zersplitterung der Gehilfenschaft. Im Uebriaen empfahl er die bündige Ablehnung DeS Tarifs. Seine Meinung über dt« Tarifverhandlung in Leipzig war. daß die Ver. trete, der G-Hilfmschaft dort nur all gut genuz det" chftt und MWMWW Zum Thema der Lokalzuschläge verlas der Redner einige recht ä*% Versammlung in Erstaun m und Hefterkett versetzte. So de» haup et daS Blatt, daß Lokalzuschläge für dt- größeren Städte „sachlich nicht berechtigt" seien; in Berlin wäre„das Leben dilligtr all in d«r Provinz und auf d«n Lande".: für»VOM. bekam« der Arbefter eine wund«schSne Wohnung. allerdinuS nur in der Pertphaie der Stadt; eS„schade aber etwa! Be. wegung dem S-tz«r, d«r Tag» üb« am Kasten stehe aar nichts"; die»ihtlfm„setzten zuviel Kinder in die Welt" u. f. f.- Die weiterte Diskusston förderte nichts h«. ««tinSlvnthti mehr zu Tage; erwähnt sei nur no». daß der Anficht de« Herrn Werner über den Antrag® lese de von verschii denen Seiten mit der aut drücklichen Verficherung ent. gegengetre�en wurde, eine desondere Erhöhung sür Zeitungssetzer sei nicht geplant, man wolle nur gewisse Lücken deS TarisS ausfüllen, wo er nicht genügend alle Spezialitäten der Arbeit und der Eintheilung der Arbeit des ZeitungSsatzeZ de< und die Siebenertommisfion soll««ine allgemeine e. sein. N?an schritt nun zur Abstimmung über die Resolutionen. Die Resolution L. Lehmann wurde mit ca. 500 gegen 350 Stimmen abgelehnt; die Resolution DolinStt mit großer Majorität angenommen und ebenso schließlich der Antrag Siefeck-. Zu der Wahl der Siebenertommisfion, wie fie der letztgenannte Antrag vorschlägt, wurde sofort geschritten. Ge> wählt wurden folgende Herren: Giesecke, Dolrntti, AobanneS Otto, Max Beyer, P. Strempel, Lehmann und Peter Maurer. — In Anbetracht der vorgerückten Zeit—_ eS war inzwischen Uhr Nacht» geworden- wurde hierauf die Versammlung vertagt und die nicht erledigten Punkte auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung gesetzt. Eine öffentliche Schneiderversammlung findet heute, Dienstag, Abend« 8% Uhr, im Deutschen Verein shause, Wil helmstr. 118, statt. Taget ordnun g: L Die Verhandlungen der Lnnungtmeister auf dem deutschen Schneidertag in Leipzig 'Me" 2. Welche Vortheile bietet dem Arbeitgeber die schlechte Zeit? — Die Mtlitärschneider werden darauf aufmerliam gemacht, daß Neue» au» dem„Deutschen Offizier.Verein" in der V-r< sammlung mitgetheilt werden soll.- Zu dieser Versammlung sind Meister und Gesellen eingeladen. Der Vorstand de» Sachvmtn» der Drechsle«, Knopfarbetter und verwandten BerufSgenvffen ersucht alle Diejenigen, welche noch Listen vom Knopfarbeiterstrcit in Händen höben, dieselben binnen acht Tagen beim Kasfirer A. Moench, Adalberlstraß« 28 IV einzuliefern, widrigenfalls die Namen der Inhaber veröffentlicht werden. EchSfer'fcher Sesaugverein der Elfer. Dienstag, Abend» 9 Uhr, bei Wolf u. Krüger, Stalitzerstr. 126, Gesang. • Rauchklud„Zum Wränget" jeden Dienstag Abend 8'/« Uhr im Restaurant Wranoelstr. 32. � * Rauchklub„Deutsche Flagge" jeden Dienstag. Abend» 8 Uhr, Wrangelstr. 128. Uermifchtes. Während der Eiseubahufahrt vom Blitze getödtet. Während der Fahrt eine» von Glauchau nach Zwickau vnleh- renden Güterzuges ereignete fich in den Nachmittagsstunden de« 24. der fellene Fall, daß lur, vor Zwickau der Bremser Drechsler von einem Blitzstrahl erschlagen wurde. Der Zug blieb völlig unbeschädigt._..... Und fie kommt dach! Die Seeschlanae. we ch« bereiiS vor einiger Zeit in den Zeitungen ihr Wesen trieb, scheint un«, so schreibt die„H. Z.". bedenklich naher zu rücken. So erzählte Herr S. au» Büsum einigen Freunden eine ihm nor Kurzem pajstrte merkwürdige Begebenheit. welche wir nicht umhin Ißnntn, unserm Lesern mitzutheilen, umsomehr, da diese Erzählung den Vorzug der W-hrhrrt für fich in Anspruch nimmt, wenn fie auch einiges Gruseln erregen sollte.- Bei Gelegenheit einer voottour von Büsum au« in See, welche Herr S. mit einem jungen Seemann zw sammen unternahm, um Wildenten zu schießen, befanden fich die Genannrev ungesähr zwei Stunden entfernt von de; Küste, al« fie plötzlich vor fich aus dem Waffer ein UngethÜm fich ei' heben sahen, welche» ebenso plötzlich wieder verschwand. Leider kann Herr S., welcher sammt seinem Legleiter, obgleich Beide ziemlich kurögirte Leute, im Augenblick ziemlich perplex war, da» gesehene Thier nicht genauer beschreiben, doch meint tr, weiße» Haar an dem Körper deffelben bemerkt zu haben. Mit der Jagd sei e« übrigen» nach diesem Eiledmß vorbei gewesen, beide Jäger hätten schleunigst die hetmathlrche Küste zu erreichen gesucht; beide behaupten aber steif und fest, da» Ungeheuer sei nicht etwa ein— Seehund gewesen, fie glauben eher an Meerweib, Seejungser oder eine ähnliche der gegen» wältigen Jahre»z»U mehr entsprechende Rarität. Kleine Mittheilungen. Eaga«, 28. August. Da« beim hstfigen Photographen H. in Arbeit stehende Dienstmädchen wollte Frrilag Morgen im Ofen Feuer anmachen. Jedenfalls brannte e» nicht gehörig und deshalb goß die Unvorfichttge Petroleum in da» Feuer, welche» sofort hoch aufloderte, den Inhalt der Kanne ent- zündete, so daß eine heftige Cxplofion erfolgte und da» Mäd» chen erhebliche Brandwunden im Gefichte davon trug. Glück» lichrr Weise konnte den Flammen noch rechtzeitig Emhalt ge» than werden und auch dem arg verletzten Madchen wurde rasche Hilfe zutheil, so daß die Sache keine ernsteren Folgen '~"~ rbetracht haben dürsten. Es lollte fich aber doch Jeder in Anbetracht der vielen Unfällr, welche schon durch Petroleum hervorgerufen worden find, der größten Vorstcht bei dem Gebrauch der so leicht entzündbaren Substanz drfleißigen. Wien, 29. August. Nach heute an die k. k. Zmtralan- stalt für Meteorologie eingelangten Depeschen fand gestern Nacht« noch 11 Uvr im Karst und den dtnarischen Alpen ein ziemlich heftiges Erdbeben statt, welche» fich von Nordost liegen Südwest fortpflanzte und theilweife von unterirdischem Getöse begleitet war. Hierüber berichtet: Trieft: Grfiern 11 Ubr 2 Minuten Nachts schwache«, wellenförmige« Erdbeben. Richtung Nordost gegen West. südwest, Dauer 3 Sekunden, Gelöse hörbar, auch von L.ssa gemeldet. P o l a: Gestern NachtS 10 Uhr 59'/, Minuten drei rasch aufeinandirfolgende Erdstöße wahrgenommen. Richtung nicht angebdar. Adazzia: Nacht« 11 Uhr 8 Minuten Erdbeben, drei schwache Stöße. A g r a m: Während starken Gewister« Erdeben um 11 Ubr 7 Minuten au« Ost gegen West, Stärk« 3, Dauer 1'/, Sekunden. Sarajevo: Gestern 11 Uhr 16 Minuten Abend« heftiger Erdstoß, 3 Selunden Dauer, Richtung Oftwest, nach 3 Minuten ein zweiter ebenso starker Stoß durch 2 Sekunden in gleicher Richtung; Rom, 28. August. Gestern um 11 Uhr Abend« wurden in Neapel eine leichte und in Brindist eine starke, zwei Mi» nuten währende Erderschütterung, wtlch' letzterer sofort eine zweite Erdbewegung folgte, beobachtet. Ferner wurden Er- schütte? ungen verspürt in Foggia, Caserta und Tarento. Die Bewohner verbrachten die Nacht unter freiem Himmel. Weder Mensch mopser noch größere Beschädigungen werden gemeldet. Athen, 28. August. Ganz Griechenland erlitt gestern hef- tige Erderschütterungm. Der größte Schaden ward dadurch auf Pyrgo« verursacht, woselbst alle Häuser zerstört wurden. Eine Ortschaft in der Röhe von Pyrgo« ist vollständig ver- richtet Die Zahl der umgekommenen Opfer wird auf 300 eschatzt. Auch in Zante hat da« Eidbeden viele Häuser be- ädigt, j-dock lein Menschenleben vernichtet. lhea, 29. August s Durch da« am Freitag stattgehabte und Gr E dbeb-n wurden&'« Städte Filiatra M:ss-n:en ur.d die Dörfer Kyfartffa und Cboremi in Arkadien vargaliano in vollstä, dig zerstört, viele andere Stäitr und Dörfer Haren mehr oder weniger schwer gelitten. Gegen 80 Personen baden bei dem Erdbeben de» Tod gesunden, in Filiatra find 20, in ~"""---"' 0.—'" Gargaliano 16 um« Leben gekommen, i- Logudista wurde eine große Anzahl Perfonen nerletzt. E!» KiiegS'chiff ist mit Aerzten, Arzneien, Zellen und Leben! Mitteln, sowie mtt einer Sapprurablhrilm.g nach Kai, mala abgegangen. GetneitmiHpges. Da» Wasche« von Gemüse und Salat soll nach dem „Oesterrelchtsch-ungallschen Obstgarten" immer erst unmittelbar vor der Zubereitung sür die Küche oder Tafel geschehen Kartoffeln, weiße Rüden, Mohrrüben, Sellerie verlieren ihren eigenthümltchen, feinen Geschmack gerade durch Coj Waschen. Bringt man im Sommer Earstol un» andere Kohlarten in Berührung mit Waffer,>« verdirbt e» diese schnell und nimmt den Pflanzen ihn» Wohlgeschmack. Noch schlimmer ist e» mit den Salat» Allen; wenn man fie überhaupt waschen will, so sollte die« nur un» mittelbar vor der Zubereitung geschehen, alle» Wasser dann dura Aufschütteln und Schwingen in einem Bindsadenn.!». Durchschlag oder einer Serviette entfernt und der Salat li>» gleich angemacht werden. Je kürzere Z-tt au» dem Bsont, desto seiner und frischer schmeckt er, sowie Rapünzchen, Kopssa� Endivien und Kräutersalat. Nicht» verdirbt den ß# getchmack der Gemüse mehr und macht den guten Salat schnell» fchal und ungenießbar, al» wenn Waffer karan hängt.# der Salat ganz rctn, so beretiet man ihn am befiin ungewaschen zu, muß er ade; gewaschen werden, so geW*; die» rasch und man trockne danach die Blätter schnell mtt ciiK« reinen, wkißen Tut; niemalt aber lasse man irgend wel»"> Salat mehr al« einige Minuten im Wasser. Durchstch liger Kitt. Die gewöhnlichen zur VerwendM kommenden Kitte hinterlassen meist geldliche Spuren, namentlich b«i transparenten Gegenständen unschön aussW». Folgende Vorschrift soll einen völlig farblosen Kitt lf«M' Man übergießt in einer luftdicht verschließ baren JW® 75 Gramm in Stückchen geschnittenen Kautschuk mtt 60 Chloroform. Nach völliger Autlösung dc« Krutltul»% man 15 Gramm Mastix hinzu und digerirt ca. 8 Tagt? � auch dieser gelöst ist. Der so bereitete Kitt wird wie P andere für Glat ac. gebraucht. jtr. $ Zetzte Nachrichten«. sche» au« London. London, 29. August. anläßlich der Verurtheilung ve« Sozialisten William» � kündigte Monstreverfammlung hat heute Nachmittag 6 Uhr � dem„Tratalgar Square" staltgefunden. Zu derselben au» verschiedenen Stadlthetlen Züge von Sozialisten wobei die Mustk die Marseillaise spielte. Mehrere wurden geha'ten und Resolutionen angenommen, in wklchtN f. Fretjaffung Williams gefordert und die Nothwendiglett ff rf rV« /»•••» i f- �#*» 9F T« VN n 3 Ha«» 91 J Emanzipation der Arbeit, sowie da« Recht der A deiter, Mittel zur Produktion selbst zu besitzen, verlangt wurden- w Polizei war zu Fuß und zu Pferde in großer Zahl in gedung de«„Trafalgar Square" aufgeboten,« kam F keine Unordnung vor. a Eoztaltfttsche» an» Posen. Unter dem 29. Aua- � dem„Bert. Tagebl." geschrreden: In mehreren Si% unserer Stadt, namentlich in den von Arbettern b 'P . Mi •iemöst U 9 find in der ietztvergangenen Nacht und beute ftüh eine Inhalt« I aufgl dt? Plakate sozialistischen worden. Sie enthalten einen Aufruf an kleinen Handwerker und Kleinhändler, in welchem aufgefordert werden, fich geschickt zu organifiren. E» iß Aufruf nur an Polen gerichtet, in deren Spreche er alV' gefaßt ist; er träat die Unterschrift:„Da« Arbtttelkoff� ohne Angabe de« Orte« und de: Firma der D> uckerei, j, verboten auf Grnnd de» Sozialistengesetze» die in K ö n i g» d e r g i. Pr. unt-r dem Vorfttz de» G. Sloo ke destehmde Kommission der Ttsa-�, sowie die durch dieselbe geleitete Verbindung der in befl tigm Werkstätten beschäftigten Ttschlergesellen. •stmi„ Driefkaste» der Kedaktio». «. S. 124 Wenn e» Ihre Zett erlaubt, so desnib«' uns Do6 gelegentlich. C W. Wir find leider nicht in der Lag», darüber kunft geben zu können. T. E. Adalbertstraße. Am 18. Dezember 1735. Theater. Dienstag, den 31. August. vtzernhan». Fidelis. GchansPielhau». Tartuffe. «roll'S Thealer. Die Hugenotten. Belle» Allianee» Theater. Da« Varadre». Friedrich» WUhelmstädttfche« Theater. Gatparone. Ostcad-Theater. Donatt Morlay. »Maria« Theater,«mor. Tanz» Poem von «volph Srnst. Der Wald.Teufel. Gesang». poffe in 4 Akten von W- Mannstädl. Kvuplet« von G. Gvrß. MusU von G.Steffen». Mtt neuen Dekorationen und Kostümen. (Novität I) Kontordia» Theater. Spezialitäten» Vor» stellung. Schweizer Garten. JBden-Theator« (Früher Lonlaenatidtlachea Theater.) DreSdenerstraße 72/73. Heute, Dienstag, den 31. Augnst e.: tn slkö»ste ffloan des Kegimmis» Operette in 1 Akt von R. Linderer. Mufit von Tbiele. Auftreten der hervorragendsten Känstter43pezlalit&ten. «affenöffnung 6V. Uhr. Anfang 7«/. Uhr. MM 1 Tr. 9 M.- 10 A. Kaiser- Faaerama, l&mm 1 Rur diese Woche: » Seltene Naturaufnahmen au» dem Feldzng 1870/71. in. Reise dmch da« malerische Schottland- Einer geehrten Stachdarschall em elf-«. Kohlengefchäft(engroaJ wngivoU Karl Mahner, Ada! geehrten Nachbarschaft empfehle mein gro*& en det&il) Adalbertstraße 6. KUe Kopha» umzugshalber billig zu ver. laufen bei Krämer, Lindenstraße 107. [480 veffeutliche Schlltidn-NnsWmluug ÄÄÄirÄÄ"« Tagesordnung:_ 1. Der Kou reS der Nm,«ng»sch«eid»r- »eister fa Leipfig. 2. Verichtedene»._ I483 Dienstag: grosses Coocert i. Yorstellmi, Aonreten der Sjezialitäton. Mittwoch: Grosse Eitra- Vorstolloou, Anltretei säinü. Siezialitäten Drahtseilfahrt der Signora Cecilia. Abends: Große Fackelpolonaise. Elektrische Beleuchtung. Eatree 30 Pf. Kinder 10 Pf. Donnerstag: Gr. Eitra-Yorsteltai, Aollretea säamtl. SpezialltäteD. Sedanfeier d. Kriegervereine Berlins. Ä&. Keine Vorstellnng Oecti» zu fOaRmiQ der In fdmmfltdiec faultet LerüN and Vmgegtnd. Der unentgeltliche EM" ArbeitonsF� befindet ftch vom 1. September v. I-" � Herrn Tempel,„Nestaurrmi zum BreSlauerstraße N,. 27, und zwar 3) Abend« von 3'/,— 9'/, Ugc und Sonn 9V.-10V, Uhr. Kgl. Preuss. Lotterie- auch Antheile im Lotterie-Aomtolr von Meyer, Koppeustrahe Die Buchdruckerei von Max Bading Berlin SW., Benth-Strasse 2 empfiehlt sich iut Anfertigung von Druck-Arbeiten jeden Genres bei prompter und solider Bedienung, Kosten-Anschläge und Muster werden auf Wunsch gern übersandt. i Arbeitsmartt. Geübte Präger, prageliuneu und plauireriuueu werden verlangt von 482] Frikdbtlß k Iilbttstm, 44 E'tsaherh Ufit 44. Wickelmocher auf ha'b? und ganze Tage oder Wochenlohn verlangt s486 A. F. Dinolage, Kottbuferstraße 4 Ein j. Mädchen für die Nachmittagsstunden wird gesucht bei DrSder, Kreuzbergstlaße 9. »ophas und Matratze« werden billig au'. geardetlet. Siub-n werden tapezlrt, v o Roll: 35 Pr- von Kramer, Tapezlrir, L nde.rfte. 107. „ auf Paletot, verl. K. Dowsh« Krautstr. 34 I, Ecke der Langenfir. Gute Pret'e. Der unentgeltliche Arbeits- Nachweis der Klavierarbeiter befindet sich Skalitzerstr. 18 Soeben ist erschienen: .eneWeit-Kalell)� für 1887. ----' v Aus dem reichen Inhalt Hebert� hervor: Reichshaashalts Etat de»»Si sche» Reichs.— Zerbrochcac A»ii»Sy zählung von Rod. Schweichel.•— g# tige Frauen«atz Haarmeusche». Praletaricrkiatz. Erzählung V.E.L Wu — Der Kampf, wischen Seur»«- r*% Der Kampf zwischen Feue»« i» der Welt. Bon P. Osw. «ie man eiae Millio» pertzient.- 0 grate Blätter(humoristisch)- Kt« vratio- Keilas-«' L Bado. 3.»JatteM�'W Z. Blauche. 4. Die beitz»»«� Ei» Waudtalratzer. ''«v. ß - preis 50 Pf. Stuttgart. A H*" 4� bc! Stramm. B«-n,wrr'Iich: für den politischen Thett und Sozuur- M°r�S»ttz»et.'dr Btlewe urd»'.s°mmtungen F. Zntzaner für den üdriqen Th-il »ruck und Verlag von Mu»»adtng in Bnim 8W., Beuthstraße 2.; Zu beziehen durch die mertlrase 44.._ � WiederuerhSuf»-» der Zettunz�R. Cronhet«'. sowwti