Nr- 205. Freitag, de« B. September 1886. HL Ilchrg. criittcrUolUlall Brgan für die Interessen der Arbeiter. 4 Nolimlt und wkrillltiiiiiile Ixtmssrii. Meere u«d Linder werden verbunden und auch die Kölker zu internationalem Verkehr, zu internationalem um die Palm« de« Frieden«, die denjenigen gebührt, Welche in Gewerbe, Industrie, Kunst und Wlsienschast an Spitze marschirea. Und dennoch— überall Kampf, überall Zusammenstoß. Nicht wolle»»ir hier die widerstreitenden Interessen der einzelnen Nationen oder vielmehr der einzelnen Re» «iernngen in der Politik, im Lindererwerb oder in der Herrschaft über andere Staaten berühren, nicht den Rassen« Jttb Rationalitäten haß,»ein, einer viel ernstere» Erscheinung «oll Erwähnung geschehe«. . Bei allen Kämpfen der einzelne« Nationen oder Regierungen dirselben haben sich die Arbeiter, die Lohnarbeiter im Großen �»d Ganze« immer»emlich pasfio verhalte», so z. B. er- ?u«r«»i, an die Demonstratio« der Pariser Arbeiter im 1870 gegen de» Krieg. Bei den Arbeiter« ist der internationale Gedanke»och leb-ndig. al« bei den übrige» Be�ölkerungSllassen. kommt daher, daß die Arbeiter im eigenen Vaterland« »'cht die volle Beftiedigung ihrer Bedürfnisse finden könne» »«r nicht fiaden zu können vermeine», und so werken fie Blicke ftuf amKm GAmW mo ftß eive bessere LebenS' b.t daß der international« Gedanke auch hier, udl iw"' auf sehr materieller Sru.dlag. ruh,: vvnv, ibl patria Jcun fiebern wir aber, daß an« eben denselben materiellen Gründen die Arbeiter ungemein national gefinnt sein könne»; so in Nordamerika, besonder« in Kalifornien. Die Ehinesea arbeite» vi«l dilliger, al« die Amerikaner, Eng» «nder, Deutsche, auch«och dilliger wie die Zrländer; sie »rücken de» Lohn tief herab und schädigen somit die Lebe»«« Mltnng der übrige» Ardeiter auf da» Empfindlichste. Da vrt den» allerding« der internationale Tedanke auf und der Jtionale Kampf- und UnterdlückuagSgedanke tritt in den �rdergrunb. ffite tu Amerika, so steht*« in Frankreich; im süd- . chi» Theile diese« Lande« find viel« Italiener beschäftigt, �.weniger Bedürfnisse habe», al« die Eingeborene« und , Wb für niedrigere» Lohn arbeite». Da kommt 1.*«=» fast jede« Zahr zu ernsthafte« Zusammenstöße«, »bei Blut fließt und Menschenleben zum Opfer falle«. ,. Seitdem in Deutschland die Löhne immer mehr herab« jJ*®. hört man nicht mehr von der Konkurrenz der italie- JemlXetcm. Spuren im Sande. Roman von Ewald August Kiutg. h,,%i* schöne Frau hatte fich hastig erhoben, �orne« überzog ihr Antl'ch. solch,"?�. mich Dir gegenüber [40 die Rüth« flichtet, agte fie � diese* Weg ohne Zögern und Bedenke« gehe«— «Thorheit, Paula, Du würdest Dich in Deine» Hess« bitter getäuscht finden. Deine Stimmmittel find glänzend, und eine Baronin Raven kann fich nicht fühle«,»en» man fie nur al« Stern zweite«»der . � Rang«« gelten lasse»»ill.' �».»Staubst Du?' fragte fie verächtlich.„Zch könnte ander« denken." Du wirst Dir da« jedenfall««och gründlich tzeit und dun« wohl«insehe«, daß dieser Schritt Thorich Also sei so gut und erfülle mein«« Wunsch, VE» Os... ..Sache erleichtern. �«t«," schwieg, sie war an de« Blumentisch ge« .« tx I..«34 l_ am da« Dar« t, und e« schien .-.. fich seiner Frau gegen« nische» Arbeiter, denen trotz ihrer Bedürfnißlosigkeit Deutsch land nicht mehr lockend genug erscheint, um dort ihre Ar beit«kraft zu verwerthen. Nunmehr aber überschwemme» die allerdings zum Reiche gehörtgea in Pose», Westpreußen und Oberschltsiea seßhafte» Slaven das mittlere Deutschland und drücke« dort die Löhne noch tiefer. Auch dort führt oft genug dies« Konkurrenz zu wildem Streit.(Siehe unter »Soriale« und Arbeiterbewegung' die Korrespondenz au» der Provinz Sachsen.) Man steht au« alledem, daß trotz der Jnternatioaalität, welche ein GrurdprivzipZ der«ach Arbeiterschutz und Erreichung einer bessere» Lebenslage ringende» Arbeiter» sei» muß. die materielle» Zntmssen bestimmend auf die Arbeiter einwiike» und nationale Kämpfe erzeugen. Aber man kann e« de« einheimischen Arbeit«» auch kaum»umuthea, daß fie einem allgemeine» idealen Prin zu Liebe fich von ausländische» Arbeiter« unterdrücke» lassen solle«. Z» diesem Sinne ist ja auch vorläufig«och auf 6 Jahre die Chinesenfrage in Nordamerika gelöst. Aber man wird auch wohl thun, in allen Kulturläa« der« die Arbeiterfrage, den Kern und Mittelpunkt der so- ziale« Frag«, im Auge zu behalte» und vor« »ehmlich haben auch die Arbetter selbst die Pflicht, alle Hebel in Bewegung zu setze», daß ihre wirthschaftliche Lage gebessert»erde. Geschieht die« überall mit Ernst und Umficht, schließe» sich solche» Bestrebungen auch die gesetzgebenden Körper in de» Kulturländer« an, so wird die Zei» herannahe«, wo sich die internationalen mit de» nationale» Zateresse» überall verbinden. Möge man also in alle» Ländern eintrete» für eine verständige Arbeiterschutzzesetzgebung und volk«thümliche Sozialreform. Dann wird e« schon besser werde». Allgemeine Ar« beit«lofigk«it und sogenannte Weltkrise» werde» dann aufi höre«._ Politische Ucliersicht. Nochmal« die Gewtu»betheiltgung der Arbeiter. Bei Besprechung der auch von im« erwähnten Broschüre de« Dr. Frommer über die Gcwinnbetheiligung der Arbeiter ver schmäht e« s-lbst die Münchener„Allgemeine Zeitung", diese« Profefforenblatt, nicht, die Soziawemokratie mit dieser Frage in filschlicher Weise zu orrquicken. Da« Blatt meint, daß fich in dem Schatten der Forderung der Gewinribethelligung für demagogische Zwecke besser fechten lasse, daß die Sache jedoch nicht so reai'firdar sei, al« fie von sozialdemokratischer Seite hingestellt werde. Man steht da, au«, daß diejenigen Tage«> schriflsteller, auch in den solideren Zeitungen, welche über Sozialpolitik schreiben, vorher sehr wenig lesen und lernen, sonst könnten fie doch nicht derartige, oft widerlegte Jrrthümrr in die W II setzen. Uedrigen« wirkt e» komisch, daß im Laufe Du dagegen hegen könntest, Paula, Freund« müsse» in der Roth einander beistehen, nun mögen die Herren beweise», ob fie Deine Freunde find." Paula schwieg»och immer, aber de, herbe, verächtliche Zug. der ihre Mundwinkel umgab und immer schärfer her- vortrat, ließ nur zu deutlich erkennen, daß fie nicht gesonnen war, seinem Wunsch zu willfahre«. Bergau ihm angemeldet wurde. Mit lebhafter Freude g,»g er ihm entgege«, er wollte sofort ei» Gabelftühnück brfehlk», aber Werner lehnte ab. „Zch kann nicht lang« bleiben," sagte der letztere,.nur «ach Ihrem und Ihrer Frau Gemahlin Befinde» wollte ich mich erkundige», dann muß ich Sie leid« wieder ver- Sind Sie so viel beschäftigt?" scherzte Baron Raven. „Meine Braut erwartet mich—" .Ach ja. verzeihe« Sie, daß ich vergaß, Z�rn, zuZbrer Verlobung Glück zu wünsche», wir habe« sehr bedauert, daß wir nicht hier waren .Sie waren in Homburg?« � Der Baron dreht« fichtbar verlege» an de» Spitze« sei»«« blonde» Barte«. Jawohl,' erwidert« er achselzuckend,.«« war erne TKorhett, die ich nicht»och einmal begehe» würde.' .Diese Erklärung überhebt mich jeder wetteren Frage," fa0,e fad"" leider�v'-rehrter Freund; ich glaubt, auf ÄÄ'- verzweifelte« de« Artikel« der Verfasser selbst nach der Broschüre de« Herrn Frommer in einer ganzen Anzahl von Fällen einfach die Sozialdemokratie al« Ursache de« Scheitern» der Gewinnbetheiligunatversuche ansieht! Doch wir wollen hier noch einige Mittheilungen au« der Frommer'schen Broschüre hinzufügen, um zu»eigen, wie recht wir bei unserer letzten Besprechung dieser bourgroisen volkt- wirthschaftlichm Versuche hatten. Auf Deutschlano treffen nämlich von den 2Z von Frommer geschilderten Gewinn» betheiligungifällen nur vier: 1) Die Fabrik für Zündbütchen, Jagd- und Metallvatronen Braun u. Bloem in Düsseldorf; Resultate gut. 2) Chemische Fabrik von Schmer. Kefiner zu Thann im Elsaß; Resultate weniger in höherem Fleiß, al« in der auch zumeist beabsichtigten besseren Fefse» lung der Arbeiter an da« Etablissement be« fteheno. 3) Sammet- und Seidenfadrik H. vom Bruck in Crefeld; schlechte Resuttate, theil« wegen der zu sehr wechseln- den Konjunkturen diese« Gewerbebetriebe«, theil« wegen zu geringer und mangelhafter Gewinnbeihciligung. dt«halb Auf» gäbe de« Versuck«. 4) Mesfingwerke von W. Borchert in Berlin. Wirkung nur im geringeren Wechsel de« Arbeiterpersonal», Fleiß und Sorgsalt der Arbetter wurden nicht in erwarteter Weise gesteigert. Folge: Aufgeben der Bewinndetbetligung und Ersetzung derselben durch Gruppenaklord und Quantumiprämien.— Nicht weniger al« 10 Fälle treffen auf Pari«; in fast allen werden günstige Resuttate verzeichnet, meist Besserung de» Fleiße« und der mindesten» aber Fesselung der Ar» an da« Geschäft; wir nennm nur einige de» Allgemeine Verstcherungigesellschast(Direktor Alfted l); Buchdruckerei und Buchhandlung von A. Chaix ....(mit ungefähr 1200 Ardeitern): Lithoaraphie Büttner und Thierry; Pianofortefabrik Bord U.A.— Und mal sagten wir neulich: Die Gewinn betheiligung der Arbetter soll im Wesentlichen nur dazu dienen und dient auch in Wirklichkeit meist nur dazu, die Arbetter an die betreffende Fabrik zu fesseln und zum Nutzen de« Unternehmer» einen festen Stamm alter Arbeiter für da« Etablissement zu erziehen. DeSbalb die Begeisterung der„Arbetterfteunde". Für solche Unter. nehmungen der Kapitalisten vermögen wohl Dr. Böhmert und Dr. Max Hirsch fich zu begeistern, die Sozialdemokraten wollen aber nicht« von ihnen wissen. Der Getreidebau ist in Deutschland wenigsten« nicht wetter zurückgegangen. So schreibt die„Kreu,- Ztg.« in ihrer letzten wirthschaftlichm Wochenübersicht, in der fie den„Sieg« der neuen Witthlchastlpolitik feiert. Zunächst hat die„Kreuz» Zcttung" schon eingeräumt, daß die wesentliche Erweiterung, welche, wie im Jahre 1879 prophezeit wurde, der Getreidebau unter dem Schutze der Getreidczölle erfahren«erde, nicht ein» gefteten ist. Dann aber beweist die neueste offizielle Statistik der Emteflächen in Deutschland, daß bi» 1884 eine Abnahme der mtt Brodftucht bestellten Acke: fläche gegen 1878 eingttreten ist. In letzterem Jahre, also vor der Einführung """ Hot" Sorgfalt, beiter lanntere: de Courc und Co mit Wetzen debaute Fläche __________ ger.___ sich in demselben Zeltraum „Zch danke Zhnen." „E« ist eben sehr unangenehm, wen» man seine«api- talie» so fest angelegt hat und fie nicht in jeder Stunde flüssig machen kann, ich muß einige Htzpothekforderungea kündige« und sech« Monate warte», bi» ich da« Geld er» halte. Verkaufe» kann man solche Forderunge« nur schwer und auch dann»och mit großem Verlust, indessen, wie a«. sagt, unter solche» Verhältnissen setze ich meine ganze Hoff- »u»g auf mein« Freunde, die Rückzahlung ist ihnen ja sicher. Der Blick Werne,« ruht« lauernd auf dem Antlitz de« Baron», Spott und Hohn zuckten um seine Lippe«. ...Zch fü'chte nur, daß diese Hilf, quelle» auch schon erschöpft find," sagt« er kühl,.aber Sie müssen da« ja besser wtsse». Zhre Frau Gemahlin befindet fich hoffent- lich wohl?" „Zch dank« Ihne», wen» Sie ihr die Ehre erzeige» wolle«, fich persönlich zu überzeuge»—" »Jetzt nicht, mit fehlt leider die Zeit, Sie haben wohl die Güte, mich zu entschuldigen. Vielleicht find« ich morgen «ine ruhige Stunde, Sie glaube» nicht, wie sehr die Fa» milie meiner Braut mich in Anspruch nimmt." Werner war, während er da« sagte, von seinem Sitz aufgestande». mit einer zeremomelle« Verbeugung nahm er Abschied, und betroffen blickte der Baron ihm»ach Der erinnert sich selbst auf' brummte Herr auf seine Hilf« nicht rechne».' Die Stimmung der Baronin wurde dadurch, daß Werner in ihrer Wohnung gewesen war. ohne ihr sei«« Aufwarlung zu mache», nicht gebessert. Sie mußte daran» entnehmen, daß der Freund gut unterrichtet war und jeder wettere» Bitte um ei» Darlehen au» dem Weg« geh«* wollt«, und konnte sie ihm da« auch nicht verargen so fand fie doch in seinem Benehme« eme beleidigende erinnert sich auch nicht mehr jener Zeit, in der er de» Großmuth seiner Freunde angewiesen war," Herr v. Raven ärgerlich, ich glaube, wir dürfe« Daß die übrigen Freunde seinem Beispiel folge» würde« »llndwgD von 1 819 248 auf 1 918 962, also um 98 702 Hektar vermehrt. Aber im Ganzen waren doch etwa 20000 Hektar weniger mit Blvdfrucht deftellt, obgleich die Bevölkerung von 43600000 auf 46 860 000 veelen gestiegen war. also 2 250 000 Menschen mehr mit Brod versorgt werden muhien. E< ist auch nicht etwa durch eine intenfivere Bearbeitung deS BodenS ein höherer Ertrag erzielt worden. ES ist vielmehr der Durch- einittSernteertrag zurückgegangen bei Weizen von 1,44 Tonnen 1878 auf 1.29 Tonnen in 1884 pro Hektar, bei Roggen von 1 17 Tonnen in 1878 auf 0,93 Tonnen in 1884 pro Hektar. Der Gesammternteertrag ging in demselben Zettraum zurück von 2607166 auf 2478883 Tonnen an Wetzen und von 6919167 auf 6450992 Tonnen an Roggen! Deutschland ist also nach sechsjähriger Dauer der Getretdezölle weit mehr auf die Versorgung mit ausländischem Getreide angewiesen, alS vorher. Und ein weitblickender Staatsmann würde diesen Prozeh auch nicht aufzuhalten versuchen, sondern seine Be- mühungen vielmehr darauf konzentriren, den Uebergang in andere BerusSzwrige zu befördern. Denn so gut wir heute überseeische Baumwolle verwenden, um unser ftleidungS bedürfnih zu decken, während früher hierzu lediglich deutsche Wolle und deutscher Flachs dienten- so gut werden und müssen wir auch in Zukunft daS Ausland für unsere Lebensmittelversorgung heranzi'hen. Jede andere Polltik muthet dem deutschen Volte eine Kraft- Verschwendung sonder gleichen zu, und vermag am Ende die deutsche Landwirthschast in ihrer heutigen Gestaltung doch nicht zu erhalten. Einer der größten Umwandlungen gehen wir freilich durch diese Wirkung der modernen Vertehrtmittel, der Eisenbahnen, Kanäle und Dampfschiffe und dmch den Aufschluß der überseeischen Länder entgegen— aber besteht die Aufgabe der Staatsmänner etwa darin, fich der Entwicklung der„Welt"- wirthschast entgegen, ustemmen? Die deutscheu Agrarier haben wieder einmal eine Euttäuschung erfahrt«. Bekanntlich rechneten fte beim spanisch-deutschen Handelsvertrag darauf, daß der in Hamburg rektistzirte russische Sprit bei der Einfuhr nach Svanien nicht als deutsche Waar« zu betrachten, sondern dem höheren Zollsatze der nicht meistbegünstigten Nationen unterworfen sein sollte. Der deutsch« SchnupS sollte auf diese Weise dm Ham- burgern aufgedrängt werden. Spanten hat fich jetzt aber für die„liberale" Auffaffung der Spritklausel und also für die Behandlung allek Hamburgischen SpritS als deutsche Waare erklärt. Die deutschen Agrarier, in deren Interesse die Klausel eingefügt worden, haben also daS Nachsehen. Die ReichSre- ainung kann doch nicht reklaminn, weil spanischerseitS die Einfuhr auS deutschem Hafen zu günstig behandelt wird. Der Hamburger SpirituShandel hat denn auch, wie auS der Tabelle de» dortigen handellstatisttschen Bureau» erstchtlich ist, keinen Rückgang erlitten. Die Einfuhr noch Hamburg betrug 1883: 762 337 Doppelzentner, 1884: 665 905 Doppelzentner, 1885: 761970 Doppelzentner. Im Jahre 1884 wurden 322814 und 1885 425 211 Doppelzentner nach Spanien auSgMührt. Die GesammtauStuhr auS Hamburg betrug 1884: 538 000 Doppolzenlner, 1885: 598000 Doppelzentner. Unsere Agrarier setzen jetzt ihr« Hoffnung auf den preußischm Mnanzmintster, der die Hamdurgische Zollbehörde zwingen soll, den in Hamburg rektrstztrtm russtschen Sprit bei der Ausfuhr nach Spanien als ruistschen zu deklartren! Dte deutsche Schutzzollpolitik fördert auch in Bei- g i e n sonderbare Erfolge zu Tage. Von allen Seiten schreit man nach Schutzzöllen gegen die deutsche Konkurrenz. Ganz nach deulschem Vorbild will man die belgischen Produkte durch hohe EinaangSzölle auf deutsche Artikel schützen. Ja, da»„vrüffeler Journal" berichtet, daß eine gewaltige Liga in England fich bilvet, die auf ollen Punktm die deutsche Kon- kurrenz bekämpfen will!„Belgien sei durch seine Freihandels- volitik der Spott Europa»!" ES wird abzuwarten fein, od die belgischen Schutzzöllner, die tn der That Tcrrain gewonnen hadm, ihre Wünsche durchsetzen. Au» Dresde« meldet dai„Sächfische Wochmblatt" fol- «ende»: Dt« Beschwerde, welche Herr Isaak wegen der Auf lsung der Versammlung, in welcher Herr Hasenclevtr sprach, an die Kgl. Polizeidircklion richtete, ist abschläglich be- schieden worden. Die Gründe hierfür lauten nach Abschrift wörtlich:„Isaak ist zu bescheiden, daß seinem Antrag auf Reklifizirung de» Kriminalkommiffari Hohlfeld, weil derselbe dt« am Al-rnd deS 17. Juli d. I. im Saat« der Zentralhalle abgehaltme öffentliche Volksversammlung aufgelöst habe, die Köntgl. Polizeidirektion stattzugeben nicht vermöge. Die Ver- sammlung und insonderheit der Vortrag de» ReichStagSabge« ordneten Hasercleoer sei nach den pflichtaemän darüber er- statteten Relationen nicht tn der tn seiner(JiaakS) Beschwerde gerühmtrn friedlichen und konstitutionellen Weise verlaufm. Es sei vor allen Dingm in ostenstbelfter Weise der Klaffen- haß geschürt und die sozialpolitisch« Thäftgkeft der Regierung verunglimpft und verdächtigt worden, so daß bei dem deirrffen- den Beamten die schon anfangs bei der schriftlichen Anmel- dung der V-rsammlung ertstandene Vermutbung,*» sei dabei auf eine Förderung der im§ 8 de» Reichsgesetze» vom 21. Oitober 1878 charakteristrten Bestrebungen adgesehm, werde», und e» gab unter diesen Freunden nicht einen, dem der Baron nicht eine mehr oder minder bedeutende Summe schuldete. Und nun die Zumuthungeo ihre« Gatten, die keine Rücksicht auf ihre Ehre und ihre» guten Ruf nahmen I Wie ganz ander» lautete« sie al« die Betheuerungen, die er damal« ihr gegeben hafte, al» er um ihre Liebe warb l Er selbst zwang sie, jene abschüsstg« Bah» zu betreten, die— aber nein, sie wollte jetzt darüber nicht nachdenken, sie wollte ruhig bleiben, ruhig dem Freunde gege-über- trete» und ihm beweise», daß sie ihre« Entschluß ernst und reiflich überlegt hatte. Z» der Nachmittagstunde fand Ferdinand stch ei», sie empfing ihn mit umwölkt« Stirne. „Wie sehr habe« Sie mir gefehlt, mein Freund,� sagt« sie leise, al» er an ihr« Seit« saß. und ihr Blick, d« «lang ihr« Stimme übte« de« alte» Zand« auf ihn.„Ich bedarf de« Tröste« und d« Ermuihigung, d« rettenve« Hand eine« treue« und aufrichtige« Freundes." „Sie erschrecke» mich, gnädige Frau," erwrdnte er de. stürzt.„Wo» ist vorgefallen?" .Weit«»ichlS, als daß ich zu der Erkenntniß ge- komme» bin, daß ich fortan allein meine» Weg durch da» Lebe» such n muß." .Unmöglich I" .Und dennoch Wahrheft!" nickt« st« tief aufseufzend. Ihne« gegenüber mach« ich kein Geheimv'b darau», weiß ich doch, daß ich auf Sie»«trauen darf. M-ia Galle ist ciii Spul«.« opfert sein« unseligen Leidenschaf, allt», ohne auf mich die Rückfichie« zu«ehmeu. die ich ford«n d»f ich jene Summe vstranenSooll ,« dre Hände meme« Gatten legte. Wir reiste««ach Homburg, dort- Sie könne» das Uebrige«rathe», meme B itten und Warnun- ge« waren fruchtlos, d« Dämon der Leidenschaft siegte. Dem junge» Manne war da» Blut heiß m dt« Wange» gestiegen. nähere Begründung und Bestätigung gefunden habe, Zudem sei bei dn Zuhörerschaft durch den Redner Venn auch dte von demselben zu erzielen gesuchte Stimmung wirklich hervorgerufm worden, welche fich so laut und stürmisch geäußert habe, daß allerdina» eine Gefährdung d« öffentlichen Ruhe und gesetz- lichen Ordnung zu befürchten gewesen wäre."— Es bandelte sich in d« Versammlung hauptsächlich darum, die bekannte Petftton an den Retchilaz zum Schutze der Koalitionsfreiheit zu empfehlen. Eozialiftische». In Elberfeld wurde eine Arbeit«- Versammlung, in der Herr Dr. Schönlank üb« die ökonomischen Krisen reden wollte, in dem Augenblick, al» d« Vorfitzende, der ReichStagSadgeordnete Harm, Herrn Dr. Schönlanl daS Wort ertheilte, auf Grund veS Sozialistengesetze« aufgelöS.— Die Düsseldorfer Sozialdemokraten hielten, wie d« „Köln. VolkSztg." gemeldet wird, am 29. v. M. außerhalb der Stavt unter freiem Himmel eine Versammlung ab. Dte Polizei fuhr in zwei Droschlen dt» mitten in die Versammlung, die eiligst auSeinanderstob. Die bekannten Personen wurden nottrt und eine Meng« sozialdemokratisch« Schriften konflSztrt. Nach d« Darstellung der Eibmelder„Freien Pr." hätte e» fich dagegen nur um einen Arsflva harn loser Naturfreunde gehandelt und außer einer Schachtel Shlips« und ein« Anzahl Exemplar« de» genannten Ardeiterdlattes sei nichts gefunden worden.— 28 Personen standen kürzlich in Köln a./R. vor den Gericht»- schranken wegen Uebertretung deS VereinSgesetzeS. Sie sollen unter fteUw Himmel eine Versammlung abgehalten haben ohne polizeiliche Genehmigung. Die„üblichen ro'hen Abzeichen", so meldeten rheinische Bläit«, gaben zu erkennen, welcher Partei dir GesetzrSübertret« angehörten. 6 der Angeklagten wurden freigesprochen, die übrigen zu 10 bi» 50 M. Geldbuße verurtheil«. Konservative Wahlfälschung. Nach dem Bericht d« „Möllner Ztg." find bei der Wahl, welche tn Golder.see (Lauendurg) unier dem Vorfitz de» GuftjägerS und Polizeioer- walter» Oedlstein abgehalten wurde, 38 Stimmen für den kon- fervativen Grafen Bernftmff und nur eine Sriwme iür Kam- merrath Lerling gezählt worden. Dagegen find 8 Wahlberechtigte bereft, eidttw zu erhärten, daß ste ihre Stimme nicht für den@ rufen Bernstorff abgegeben haben. Au» Nordhausen wt:d berichtet, daß da» Bestreben der dortigen Kriegeroeretne, am SedanSiage ein„Voiktfest" zu arrangiren, gescheitert sei, weil d« Magistrat jeden Kostepzu- schuß verweigerte. Darnach scheint in Nordhausen die Be- xeisterung für chauvinistische Demonstrationen bedeutend adge- kühlt ,u sein. «egeu de« Betrug mit Kuustbutter find neuerding» in mehreren Staaten gesetzliche Bestimmungen theil» ange- ordnet, theil» im Werte. Ein schwedisches Gesetz verordnet die auffallende Kennzeichnung ver Kunstbutter als solche und ebenso der mit Margarin vermilchten Natmbutter. In den Niederlanden hat der Justtzminlster die«enderung«ineS Artikels de» Strafgesetzbuches tn Vorschlag gebracht, um dem mit Kunstdutter getriebenen Betrüge zu steuern. Ein besonder«» Gesetz«achtet der Minister nicht für erforderlich. Bekanntlich wird die Fabrikation von Margarinbutter al» seldstständige In- dustrU tn den Niederlanden im großen Maßstade betrieben. Gut zubereitet Ist diese Kunstbutter geeignet, weiten Kieisen die theure Naturbutt« zu ersetzen. ES wäre deshalb verkehrt, die ehrlich« Konkurrenz d« Kunstbutt« gegen die Naturbutt« zu erschweren und da» Produtt einet Industriezweige» auf Kosten eine» andern zu schützen. Außerdem würde nach d« Anficht bei niederländischen J�stizmintstnS einem Spezialgesetze gegen Margarinbutter eine Reihe von anderen ähnlichen Gesetzen sür andne Waacen folgen müssen. Wo je loch die Konkurrenz aufhört,«ine ehrlich» zu sein, wo da« Sunogat nicht al« solche», sondern unter dem Namen de» ArttkelS, für welchen e««inen Ersatz bietet, vnkauft wird, soll da» Strafgesetz einschreiten. Der holländische Justtzminifler will deShalv durch dte Aenderung eine» Artikel« deS Strafgesetzbuches nur den mit Kunstbutt« betriebenen Betrug mit Strafe dedroht wissen. Der frühere„Germauia"- Redakteur uud Abgeordnete Paul Rajuuke, der berett» s.it«tn paar Jahren Seelsorg« in Hochkrrch war. hat nunmehr, wie die„Danz. Zta." meldet, Anstellung al» Pfarr« in diesem nahe der Stadt Glogau ge- legenen Dorfe erhalten. Daß die Regierung gegen dftsen , de Pfarrkandidalcn keinen Elnspiuch ei hoben hat, beweist wohl aus» K arst«, daß ste thatsächlich da» Einspruchsrecht vorrlst ah n läßt.— Herr Mcjanke vertrat die schärfere cpposttionell« Richtung im Zentrum und eS war wohl da» Werk de« diplomatistrenden Herrn Wtndtborst, daß er vor etwa zwei Jahren seiner politischen Thätigleit durch die Versetzurg in eine abgelegene ltrchliche Stellung entzogen wurde. Dänemark. . Steuerverweigerer haben fich in diesem Jahre im südwestlichen Jülland erheblich veraehrt. In der Ofter- und Westerharr«, die mft d« Stadt Ward« zum Amt RUpen gehören, find nicht weniger als 497 Außpsändungen, von denen 449 in Folg- von Steuerverweigerung stattfanden, und in der zu demselien Amte gehörenden SkadShars« find virhältniß- „Da« ist ganz unbegreiflich," sagt««,.wie kann man eine Bitte, die Sie ausspreche», unerfüllt lasse»! Befehle» Sie üb««ich, ich wnde mich glücklich schätz'», wen« Sie mft«laude»—' »Nicht doch, ich wnde kein zweite» Opf« von Ihne» annehmen," unterbrach die Baronin ihn rasch» während st, ihre kleine Hand auf seine» Arm legte,„dadurch wäre ja auch sür mich»rchi« gewonnen, denn auch diese» Geld wurde dem Moloch de» Spiel« geopfnt weiden. Mag da« B«d«bc», da» mein Gatte selbst heraufbeschworen hat, seinen Gang gehe», ich habe nicht die Kraft und de» Muih «ehr, ihm trotzig die Stirn« zu bieten." „Sie wollen ausharre«, bi»—" »Nein,«ei» Freund, ich sehe da« Ende komme», und Niemand kann«s mft verargen, daß ich nicht warten will bi« die Woge« üb« mft zusammenschlagen. Mein Entschluß ist gefaßt, ich kehre zur Bühne zurück." Der Ref«endar wiegte mißbilligend da» Haupt, der Zauber, de» die Reiz« d« schöne« Frau auf ihn übten, um- fiilckee ihn mehr und mehr. Greb» e« den» kein» a»d«en Weg. al« die mft«ich» unbedenklich«schervende Rückkehr zur Bühne, Zh»«« eme heitere, sorgenfreie«riflen, zu fich.ra?" fragte«. fiach«!»4**0�' p- mU gezwungen.« „D« Baron würde Sie begleften?" mmmm W-ZiÄKsZZ Durchschnittlich soviel Steuer« mäßig ebenso viele vorgenommen worden. giedt e» in den dortigen Kirchspielen doppelt Verweigerer wie im Vorjahre. Schweiz. Eine von den Holzardeilern tn Zürich einberuUne gut besuchte Versammlung im Schützenhause gestaltete stch zu einem Protest gegen die Ausweisung von Wöbbel«. Allgemein wurde den Behörden die Berechtigung abgesprochen, einen Mann zu maßregeln, der weiter nichts gelhan habe, al» daher fich d« Sache der UnUtdrückien angenommen,„während viele Große von anerlanttt« Verworfer heit auf Schwiizerbodea bleiben dürfen." ES wurde auch eingehend über eine Möbel- fadrik in Altstetten derichtet, welche stch öft«n Usberftetuns de» Fabrikgesetzes schuldig machte und wo dn an,iigende Arbeit« durch die Polizei gemaßregelt worden fei. Eist da» Einschreiten der Gewerkschaft führte zur Aufstellung ein« gesetz- lichen Werkstattmdnung. Rußland. Der„Swet" bringt muten tn d« Bewegung üb« die bulgarischen Angelegenheiten einen Artikel gegen de» deutschen Fadrikbezirk im Weichselgediet. Da» Komarow'sche Blatt erbringt in langen Spalten den Nrchweis, daß dte ausländiiche Fabrikation die beimische polnische, wie rusfische, schädige, und daß daher, bei den immer größ-ren Umsätzen der deutschen Industriellen, die von ca. 18 Miuionetl im Jahre 1876 auf 230 Millionen für da» Jahr 1836 ge- ftftgen seien, energische Maßregeln zum Schutz der einheimische» Jndustrft und zur Nioellinrng der Rechte zwischen In- und Ausländern ergriffen werden müßten. Die Maßnahmen, die da» B.'att in Vorschlag dringt, find dte nachstehenden! „1. Die Grenze dem ungehind-rten täalichen Verkehr der Ar« deiter hin und zurück zu verschließen. 2. Dem Beispiele Deutschlands folgend, alle Ausländ« auS de« Weichselgediet zu entfernen, die in irgend ein« Weise bei de» Angelezenheiten und der Produttion d« genannten Fabriken betheiligt find. 3 Die Grenzaufstcht zu««stärken und zn diesem Zwecke ste unmittelbar dem Warschauer General» gouverneur zu unterst-llen, mit dem Rechte— auf Gründl«« i'llhrrer Beispiele— zur Grenzdewachung in den gegebene« Rayon» Feldtruppen heranzuziehen. 4. Diejenigen Fabnke», welch« eigenmächttg in der vom Gesetz nicht erlaubten Za' von 50 Werft eröffnet wurden, zu schließen. Endlich 5. wäre e» als zeitweilige Maßregel nicht ohne Nutzen, gerade für** ausländischen F drikn, eine besondere AuSlaßsteu« ei»» zuführen, ohne deren Entrichtung nicht ein Stück d« Pro» duttion die Thor« der Fabrik pasficen könnte." Indem e»' Blatt diese Erwägungen ausspricht, will eS angeblich nur ri� weitere Besprechung verseldrn durch die rusfische Preffe regen.„ES giedt, so zu sagen, nur einige Punkte de« P! gramm», welch«» unverzügltch auSgeardrUet werden kann«? muß, für ein teste» System zur Befteiung d« russischen Fajf Industrie von ihren systematischen Unterdrückern. Trt*'. aelegenheit muß endlich so geordnet werden, dcß e» wPl künftig unmöglich wird, dieselbe zu untndrücken und fich( üb« da» rujstsche Gesetz hinwegzusetzen." Belgien« Ueb« die belgischen Unruhen«öffnet d« y, kannte delg'.sche Publizist und Naiionaiökonom La»«1?-. eine Artikelserie im„Pester Lloyd". Dabei konstatirt fe"; Laoeleye, ein durchaus liberaler Politiker, daß dft Tumut» mit der organisirten Sozialtstenpa r l r nichtSzu thun hatten, ste waren„tzungerauf.uhe". wen" nicht». E» heißt da:„Die Winen, welche im Verstoss«'� Frühjahre bei un» ftaufanvew waren aeqM sehr dedauerü» Eine bedeutende GlaSsatnk wurde vnvramit und v-rwüft� zwei and«» Gebäude wurden geplündert, und um dte nung herzustillen, mußten dte Solvaten auf dU Meultt� schießen, deren einige hierbei getövtet wurden. Allein, de>l» Auischreilungen kommen in allen industriellen Zemren, be» sonde S in England, vor und in kritischen Zeitläuften wervl» ste häust«ec. Während d« Epoch: de» Nredngange» � 1820—1830, derjenigen so ähnlich, die wir jetzt durchmack«'' haben weit«t'eylicherc Szenen, weit blutig«« Kampfes Manufatturdezftle GroßdriiannUnt tn Schrecken versetzt. beobachte nur, waß VUsn Tage in Belfast und anderwärts� Norden Irland» fich«eignet hat. Die belgischen UiW*f find im Ausland« gerade darum sc sehr aufgefallen, wsll„ unsnem Lande gewöhnlich vollkommene Ruhe herrscht- z Ueb« die große Massenkundgebung vom 15 schreibt Herr v. Laoeleye:„Die R-zftrung hat fich dir d« Mantsestanten in der Hauptstadt nicht nur nicht sondern sie hat ihnen auf den«ahnen sür jede Gcu<� mehr al« 20 Personen, dte r» oerlangle. besondere M-s. Haldem Preise beigestellt; man hat alle Gesänge, alle IHjl sogar die rothe Fahne geduldet, und m» svwi Recht gehabt. An Wahltagen stecken die Wähl« roihe Kokarden und Bänder, die liberalen blau« � Warum sollen die Arbeiter nicht dasselbe tdun dürfen. jjt Klerikalen? Es gehört übrigen» zu den groß-n Bstthei»''.gl vollständigen Freth-r, daß die Unzufriedenen offen ih-"�« fe" i'i) Holl uilamii leine lvi recht. I Zuhabe dir, a Wähle" ZkUd MnScj »xsen l! «trr.inl « kleri �ldsam d« unle fttm * denk« ,«ei i 1 De, vo ftietn i h'i > A i Nttte" iS ■l'aütur «i ftetiänt| �en best böbe vo Zoll uaufinde «Ä .Wo'zm?' ftagte Fndraaad, sein« E«egu»g gebietend. „Sre werde» e««fahre», sobald ich selbst... „Und wollen Sie mft gestatte», Sie«it de» Mitteln zu»«sehe» s' „Ich darf da« nicht aanehmenl" „Recht vo» dem Freund«, Paula?' � � »Nein, so dankbar ich Ihne» auch bin. Zch �«-rp» mnne» Schmuck, den ich ver kaufe» kann; auf der. � gelten die falschen Steine so viel wie die echlcn, t" erste Zeit bi» ich gefich««.".jcht „Nein,»ei», zu solchen Mittel» dürfe» v>« � areife», Sie müsse» e» mir üb«Iasse», Ihre Existe-z>' frei zu gestalten." „Soll ich Ihne» Bnlege» heile» bttette»—'. j 6? .Rede» Sie nicht davon, sage» Sie mft nur, meine�Hllfe»icht ve, schmäh«, wollen."_ � 1». Sie reichte ihm die Hand.« hrett sie fest bittend in» Auge. »We« ei» Freund „iva» e.» orrrono au« treuem 9«ft» darf man immnhin annehme»," sagte sie leise, ,«d« 0 Ke? 6UtA Sie mft, auch ohne diese' Hilfe""«««!»« ich Geschick ..... t__.___ wen furchtbare Druck von mir»enommen ist. Sie ...-. pme wurve»w finden, ich habt den Muth. dem Geschick enWS�J >wy wuuc oe« xKutp, oem �eia�ia � v v g und de» Kampf«st ihm aufzunehme», wen»»ur � furchtbare Druck von mft genommen ist. Sie w schon verlasse»?"„ „Um die Pflichten de« Freund«« z««fülle»- „Und wann seh« ich Sie wieb«?" -Brellkich, hnu« noch." goll«» �ch wnde Sie mft Ungeduld erwafte«.. I* MwwAthßW ßiß tblft' � daß b«n Baron begegne», so verrathen Sie rhm „Er kennt Ihren Entschluß noch»#' „Er lacht« darüb«, keineSfall» glaubt er, rauscht von dem bezaudende» Blick, d« au � gtx ihn traf. Und doch fühlte«. al» er ��geele A daß ihm«in schw«« Druck ans Lnsp'g?h«« Wie sollte« rt möglich mache», da welche« ihm seine— wi««' «lich tutu t bf Inem mti» tintn aß» viel« !ovta 'übel» -tun« sende t tut leief c die den Da» wet», wie ß?ltN lone» > g" ischen und . Sie ,den: c Ariele de« \ den brilea d z« ner-l- idW oerrt jjtfeft S ix dir tii" Po; I H I I fS N-> 1 1 duleam können und aufhöienim Dunkeln zu konsoiriren. Und end« "4 hören die Konservativen auf, sich ,u entsetzen und die Diktatur zu Amiren, um fich vor einer in Wirklichkeit nicht bestehenden «efahr zu schützen. W-S die Manifestanten verlangtrn. waren i«me kommunistischen Maßregeln, sondern da» allgemeine Stimm- •tcht Bekanntlich muß man in Belgien, um da» Stimmrecht p haben, 42 Frank» an direkter Steuer zahlen, und somit ist Stimmrecht bei im* beschränkter als irgendwo, denn auf "W all 5% Millionen Einwohner kommen nur 115 000 «vahler." Obwohl die Ardeit-renquete ergebm hat, daß der größere der Kinder der A beiter ohne jede Schulbildung �fwachst und die Unwissenheit unter den Arbeitern bodenloi � glaubt da» Ministerium doch, Belgien leide an Uederfluß Lehrkrä'ten: also Verminderung der Lehrer- und L-Hre- mnenseminarten auf 16! Und selbst diese Zahl nur proviso- 2*11 Nitürlich! Der fiaatllche Etrfluß soll im Volksschul. immer mehr vermindert und dasselbe dem Klerus »"«n in die Hände gespielt werden. Daher die immer weitere Verminderung der staatlichen Lehranstalten, die Begünstigung -rr klerikalen. Die Folgen werden nicht ausbleiben; ein« un- k�Ssame, bigotte, unwiffende, aber dafür um so kirchlich ge- Wamere Generation wächst heran, und al» wertere Folge— r« unteren Klaffen werden durch ihre Beschränktheit jedem, 0$ Sem schädlichsten Einflüsse zugänglich. Wie dabei an eine Sifferung der moralischen und intellektuellen Kraft der Ardeiter * denken ist. ist unerfindlich. KraArreich« , Lei der internationalen Arbeiter-V�r- m l u n g in Pari» sprach auch der österreichische �lezirte und sagte unter Anderm, man werfe ihm vielleicht iu groß« Mäßigung vor; er wolle aber hier nicht» sagen, wa» "m Oesterreich nicht wiederholen könnte. Redner schildert, Sie Preffe in Oesterreich konfiSzirt werde, und fährt fort: ?y>n nennt un» Utopisten und Vaterlandslose. ES ist aber �ne Utopie, eine Verdefferung de» Looses der Ardeiter zu Mngen; wir find auch nicht Vaterland» lo», well wir nicht ,*»1 unser Vaterland, sondern auch die anderen lieben. Wenn 'f"Knen von 1789 fich bei un» ereigneten, würden nicht .�."nantwortlich sein, sondern die Regierung, well fit un» �»kholfen, wie e» ihre Pflicht war. Grohbrttauaie«. k. Der ständische Ausschuß de» Schiedsgericht» zur Schlich. Uvon Lohnstreitigkeiten zwischen den Eisenar- £«tn und deren Arbeitgebern im Norden England» wurde Mchrichtigt, daß die Fabrikanten demnächst eine Herab« J» u n ß der Arbeitslöhne beanspruchen würden, über �en Ausdehnung fie noch nicht röllig einig seien. Die »Mardeiter hatten die letzte von Dr. Spence Watson, dem Mdilichter, im Oktober festgesetzte Lohnherabsetzung ener- �«anstandet au» dem Grunde, daß dadmch ihre Löhne a�tgcr werden würden, ali ste jemal» gewesen wären. find die Preise von fabrizirtem Eisen um 5 8 Pro Tonne ermäßigt worden, und folglich ist da» �igen nach einer wetteren Lohnheradsetzung entstanden. Till. Besttzer von drei der größten Minen in Rhonda twT? haben ihren Arbeitern bekannt gegeben, daß in Folge z�.chlechten Geschäftsgänge»»um 1. September 2500 Ar- werden würdrn. 2000 Mann, weil In Eivdley ihnen die ge- I % l S H l&Mhüe) streiken------------. Lohnerhöhung nicht dewilligt wurde. Der Streik wird z�ilhrscheinlich lange hinziehen, da beide Thelle auf ihren Zungen zu verharren fest entschloffm find. ZahTf? V?�in nach dürfte sehr bald englischer im Markte sein. In der letzten Sesfion versprach die «ewig, Ä �''suche mll dem Anbau zu erlauben. Ste hatte lind tn �"Serrien dazu bestimmt, ihr Versprechen auszuführen, eliönt nttpriS, ist da» Experiment bereit« von Erfolg Der radikale Klub de» Londoner Wahlbezirk» Ma'ylebone lu. e'ner lüngsten Sitzung folgende, die Haltung ».�niberlain'« betreffende Resolution gefaßt:„Die �.�bamberlain eingenommene Stellung al» Anhänger der t«N»rS» und des Tvrythum» gebietet den Radikalen, ihn nicht al» ihrer Partei angehörig anzuerkennen." m, Italien. � de!? Brieftaubenwesen zu militärischen "tfoh, sat neuerding» in Italien eine demerkenSwerihe «* si- IÜ2 --j! i'h'S" ®45!l Al S' i 6* »v- % Ä- """" Iiiuu-uiuu» tu v.u.«.i cmc»rmritrno»ri>or lu i"Un9 gewonnen. Der erste Brieftaudenschlag wurde 1876 & eingerichtet. 1879 folgte ein zweller in Bologna; . nach den günstigen Erfahrungm, die man beim &t( k-�'bet Foligno 1882 mit dm Tauben gemacht hatte, Si«*2 Sen Truppen wesentliche Dienste leistetm, nahm «t»»Z�ung fich imstltch der Sache an und die Organistrung "»audenweleni in ihre Hand. Das KriegSministerium b... khörichte Schwärmerei für die schöne Frau mt- .r". einzulösen k Unwillkürlich erinnerte er fich der Uten seine» Bater« und Werner», es überkam ihn al» sei die Baronin einer solchen idealen Ber- er fie ihr widmete, vielleicht gar nicht würdig hals'«, er hatte sein Wort verpfändet, nun �0—««oen. b», Weg führte am Kaf« Schiller vorbei, er ttat hin- ki» Gla» Wein zn trinken und über da«, wa« nun > V1!*1!*« und konnte, nachzudenken. hem T.T kleinm«abinet saß Kurt v. Bergan allein an u'W, Aachen; so unangenehm da« dem Referendar in �*««4 war, mußte er fich doch zu ihm S 4?'' verließ» un» gestern so rasch, wußten Sie schon. -.'S j, Baronin Raven zurückgekehrt war? * Anw Cf_— i----- e» ok" wr« Frage fragte Kurt, stellte, lag«tu «m Ton«, mll dem er diese d �"skatmu«. % Referendar schlug vor dem klaren, durchdringenden ** Fragenden die Augen nieder. Baronin kehrte erst in der vergangenen Nacht u er autweichend. i J0. ich erinnere mich, der Baron war ja vorhin «Rein*? eit �0n Ses«h»** wslt®ird Ahnen die Baronin da» Resultat der On' habm, Ahr« Aufregung läßt mich da» ver- Ä k'iJS.Wfet.S Soll «V fuhr Kurt tteüherzig fort,.Sie seh«. I haben/ Ihre Aufregung läßt mich da« ver- »en Sie\ I�Se,* fi ht, die mo aronl" "h« Herr ifie mit a Weinei ei01 0n Warnung einräumt ja sein, aber der Dank bleibt Ahnen S!e auch kein« Notiz davon nehmen L. Ä ®«tne*?rcht der Warnung einräumen. Sie veranlaßt« die Anlegung eine» dichten Netze» von Brieftauben linien über da» ganze Land. Zu dm zwölf Hauptstatlonm, welche schon seit mehrerm Jahren tn Thätigkett find, find ebm noch zwei, nämlich in Affad und Maffauah hinzugefügt wor- den. Die Oberleitung hat da» Landwehr Gmie-Kommardo zu Rom. 3'd« Station steht unter dem betreffenden Lokal Genie« Kommando; zu jeder derselben ist ein mit dem Dienste ver- trauter Unterojfizier und ein Gehilfe deffelbm kommandirt. Die Tauben hrben ihre Matrikeln und werdm gleich den Truppenpferden in einer besonderm Rolle geführt. Zur Ein- Übung und Ausbildung der geflügelten Briefbotm trägt die Kriegsmarine bei, indem den auflaufenden Schiffen einig: derselben mitgegeben zu werden pflegen. Dir Taubenhäuser find so eingerichtet, daß die für den Verkeh: nach einer bestimmten Richtung dienenden Tauben eine gesonderte Abthellung de« wohnm. Die Oeffnungen find mit einem Fangkäfig vnsehm, in welchem die mit Depeschm anlangenden Thtere gefangen bleiben. An diesen Käfigen wird im GebrauckSfall ein elettri- scher Apparat angebracht, mittelst deffen ein Glcckenstgnal de« Huf» Meldung der Ankunft einer Depeschentaude gegeben wird. Die Glocke tönt so lange, dt» die Abnahme der Depesche erfolgt ist. Amerika. In Amerika geht man mll dem Plane um, eine per- manente Ausstellung, in welcher ganz«merika, Nord-, Mittel- und Süd- Amerika vertreten fein sollen, in» Leben zu ru'en Am 4. März 1889 wird die Verfassung dir Vereinigten Staaten ihr ertte» Jahrhundert zurückgelegt haben, und am 12. Oltober 1892 st-.v e» vier Jahrhunderte, daß der Welttheil Amerika von Christoph Co« lumdu» entdeckt wurde. ES ist nun die Abficht, und der Kongreß der Vereinigten Staaten hat die Sache schon in Er- wägung gezogen, daß die Bundesregierung die geeignete Feier dieser beiden Gedenktage in die Hand nimmt, und man will zu dem Ende eine permanm'e Ausstellung aller Erzeugniffe von Nord-, Mitttl und Südamerika gründen. Washington meint man, wäre die geeignetste Stadt dafür. Die v-erhan. dertjährige Feier der Entdeckung Amerika» am 12. Oktbr. 1892 soll im größten Stile vor fich gehen und zugleich die Eröffnung der AvSflellung dann stattfinden. Man hofft, daß nicht nur der Präfidint der Union und die fünfzehn Präfiventen der amerikanischen Schwester- Republilrn, ferner Brafilien und Canada, sondern auch Italien, wo Columbu» geboren wurde. und Spanien, von wo er aussegelte, zur Verherrlichung de» Fiste» mitwirken werden. Inmitten der permanenten Au» stellung in Washington soll eine Kolossalstatue von Columbu» errichtet werden. Die„Ritter der Arbeit" haben eine Erhöhung der Löhne der an der New Kork Zrntral-Eisendahn beschäftigten Taaearbeiter, Weichensteller und Frachtverlader mit inbe- griffen, von 10—15 pEt. verlangt. Der Betriebsdirektor lrhnte ei jedoch ad, mll den„Rittern der Arbeit" zu unterhandeln. Asien. Die Untersuchungen von Korea auf Kohlen- und Erzlager dauern fort. Neuerding» ist wieder ein Schweizer eingedoffen und in» Innere abgereist, um— angeblich im Auftrag« eine» deutschen Syndikat»— umfaffmde Nachforschungen darüber anzustellen, ob die Anlegung von Berg- werten lohnend erscheint. Durch die Überstürzenden Anerdietungen europäischer und auch deutscher Fllmen zu Schienenlieferungen für Eisenbahn. bauten find die Chinesen mißtrauisch geworden. St: ver- mutheten, daß, wenn die Eisenbahnen all die» Entgegenkommen werth seien, doch noch etwa» dahinterstecken müßte, da» zu begreifen fie bis jetzt außer Stand« find, und ste deschloffm daher zu warten, di» die ganze Materie ihnen verständlicher geworden ist. Der eine bot ihnen Geld zu bei ihnen nicht üblichem und zwar zu einem Zinsfüße an, der erheblich unter den in China gangbaren Zinsraten fich hielt: ein anderer«iklä.tt, daß eine bestimmte Art von Eisenbahn für China am besten fich eigne; ein dritter empfahl ihnen an der Küste de» Golf von Petfiell eine Bahn zu Vertheidigungtzwecken zu bauen, welche mll Ge« schützen besetzte Eisenbahnwagen tragen sollte. Folge aller dieser eifrigen Offerlen und Empfehlungen ist denn gewesen, daß die Chinesen erschreckt und mißtrauisch geworden find und daß vorläufig die ganze Angelezenhell auf die lange Bank geschoben zu sein scheint. Mit dm d e u t s ch e n Ingenieuren Bihke und Schmidt ist seitens China» ein Abkommen getroffen worden behuf» Ver« meffung de» Gelben Flusse» bei Honam, wo' deiselbe seinen Lauf ändert, und ob e» nicht möglich sei. den Fluß in sein alte» Bett zurück zu zwängen, um fernere Ueberschw mmungen zu verhüten. Außerdem sollen die genannten Ingenieure die Kohlen« und Eisenminen von Pung Tschun auSmeffen und untersuchen. Vizekönig Li hat beschloffen, an die Ausbeutung dieser Minen zu gehen, um die Schienen für den Eisenbahndau im Lande bersteilen zulassen. Wie lange wird e» dauern und China ist kein Absatzgebiet mehr für die europäische Uederproduktion. Ferdinand blickt« ihn befremdet an, da» Bild Adda« trat vor ihn hin— durfte er wirklich hoffen, jenen schönen Traum erfüllt zu sehen, der sein« Seele gefangen hielt, so lange er dem vei führerischen Zauber der Baronin Raven nicht entrück» war? „Der Baron hat gespielt und alle« verloren," nahm Kurt wieder da» Wort,„er ist ruinirt,[nun sollen die guten Freunde helfen, damit da» lecke Fahrzeug fich noch eine Weile über Wasser halten kann. Und wie lange wird'« dauern? Autbleiben kann der Schiffbruch nicht, und die guten Freunde werden kerne Trümmer au« ihm reiten." „Und wer hat Ahnen da« Alle« gesagt?' fragte der Referendar, während er di« Zigarre anzündete, die Kurt ihm angeboten hatte. „Wer? D-r Baron selbst!" „Sie scherzen l' „Keimtwegt, er gab mir ziemlich unverblümt zu ver- flehen, daß ihm ein Darlehen von meiner Seite nicht un- angenehm sein würde. Sie werden zugeben, daß er da» nicht gethan haben würde, wenn ihm nicht da« Messer an der Kehle säße. Daß ich auf seinen Wunsch nicht einge- gangen bin, auch seine überau« freundliche Einladung zu einem mufikal schen Abend nicht angenommen habe, brauche ich wohl nicht zu erwähnen, Sie wissen ja, wie ich über die Baronin urtheile." „Fmu v. Raven ist—" Bitte, Herr Referendar, wir wollen darüber nicht «reiten Sie urtheilen eben von Ahrem besonderen Stand- vunkie' an», während ich mit unbefangenem Auge tiefer Klicke Sie gehöien auch zu den guten Freunden, deren "f"•"" cU«."« W.) Wallner- Theater. SSSSIS Kommunales. w. Die Adjazeute« de» Neuftädtischen Ktrchstraße hatten die Herstellung von geräusidlosew Pflaster an Stelle de» vor wenigen Jahren neu gelegten Steinpflaster» bei der stadti« schen Baudeputation beantragt. L'tztre hat jetzt den Antrag abgelehnt, theil» weil hierzu leine Mittel zur Verfügung st-hen, theil» aber auch, weil anderweitig noch soviel schlechtere» Pflifier durch beffere» zu ersetzen ist, daß keine Veranlaffung vorliegt, an Stelle de» vorhandenm guten Pflasters der Neustädtischen Kirchstraße bessere» zu legen. Die Leistungsfähtgkett der städtischen Gasanstalte«. Nach den neuesten Au stellungm de» Kuratorium» für da« städtische Erleuchtung» wesin ist die Leistungsfähigkeit der vier großen städtischen Gasanstalten jetzt folgende: Erste und ält:ste Anstalt am Stralaurr- Platz Maximum 32000 Kbm-, zweite Anstalt in der Gttschinnstraße Maximum 132000 Kbm., dritte Anstalt in der Müllerstraße Maximum 136 000 Kbm. und vierte Anstalt in der GreifSwalderftraße Maximum 110000 Kbm., zu- sammen 411 000 Kbm. Für die Anstalt Nr. 1 ist die Ver» mehrung der Leistungsfähigkeit durch Beschluß ausgeschlossen, bei den drei Anstalten kann fie indtß noch durch neue Ein» richtungen erböht werden. Die größte Gatproduttion de« I-hreS 1885/86 erfolgte am 19. Dezember 1885, fie betrug 386400 Kbm. Im laufenden I hre wird fie am kürzesten Tage deS Dezember jedenfalls 390 000 Kbm. übersteigen. Da« Kuratorium für de« städtischen Zeutral-Bieh- hos hat Anfang Dezember 1884 auf dem städiischen Zemral- Schlachthof einen Esmarch'ichen Verbandlastin aufaestellt, der fich nach dem Bericht dcS Oder Thierarzt-S Dr. Hedwig al» außerordentlich nützlich erwiesen bat. Er ist in den oerfloffenen zwanzig Monaten im Ganzen 267 Mal benutzt worden, und zwar in vielen recht bedeutenden Fällen, in denen sehr erheb» liche Verletzungen du-ch Schlachtdeile und Messer stattgefunden datten urd die schleunigste Hilfe unbedingt nothwendtg war. Sehr oft«mde vor dem Transport dem Verwu-ideten ober Beschädigten nach dem Krankenhause ein erster Verband anae« legt. Der Verbandkasten steht unter der Ausficht der auf dem Schlachthof thättgen städti'chen Thierärzte. Herr Ober-Thier« arzt Dr. Hertwig hat den Antrag gestillt, ESmarch'sche Ver» dandlasten auch w den Markthallen aufzustellen, wo fie ohne Zweifel seltener benutz! werden würden, aber doch immer noch oft sehr gute Dienste leisten könnten. Oerichto-Zeitmig. Der von hier ausgewiesen« Reftauratenr Max Jaeobi war zu gestern vor die sechste Ferienstrufkammer hieflaen Landgericht» I vorgeladen und nach erlangter Erlaudiflß de» Polizeiprästdium» auch im T'imin erschienen. E» standen zwei BerufungSsachen zur Verhandlung an, deren AuSzang in erster Instanz begreifliche» Aufsehen erregt hat. In der einen ist der Angellagte wegen Uebertretung der Vorschriften bet.eff« Abhalten» von Tanzluftbarleiten mit gleichzeitiger Uebertretung der Polizeistunde in 9 Fällen zu einer Getammtstrafe von drei Wochen Hast; in der zwetten wegen Uebertretung der Polizeistunde, welche in der Nichtauflösuag der poitzei- lich überwacht gewesenen Versammlung der Papier» schläger nach 11 Uhr gefunden worden ist, zu einer Geldstrafe aon fünfzehn Mark oeruriheilt. In beiden Sachen hat ver Angeklagte, in der erstern auch die königliche AmtSanwaltschast zu Gunsten de» Angeklagten Berufung eingelegt. Die Staatsbehörde fühlt fich nämlich darüber beschwert, daß auk Haft erkannt worden ist. während die angezogene Polizeioerordnung nur eine Geldstrafe androht, welcher im Falle de» Unvermögen» Haft sudftituirt werden soll.— Liider hat die Verhandlung vertagt werden rnüffen, weil der al» Zeuge geladene Polizeilieutenant beurlaubt ist und deshalb sein Auibleioen entschuldigt ha'. Der nächste Termin wiro vor der sechsten Hilfiftrafkammer, irren Errichtung vom 1. Oktober er. ab bereit» witgeihrilt worden ist und welche im Sitzungssaal Nr. 1 de» Mo.- tag», Mittwoch» und Freitag« tagen wird, stattfinden. Kraustadt, 30. Aug. Gegen den vor etwa zwei Monat, n wegen Verbrechen« gegen die Sittlichkeit oerhafteten Prvpft Richard Franke au« Lutchwitz wurde am Freitag tn der Straf» kammerfitzung de» königlichen Landgericht» zu Lissa unter Au«» schluß der Oeffcntlichkett verhandelt. Angrklagter wurde zu drei Jahren Zuchthau« und drei I ihren Ehrverlust verurtheiu. RetchSgertcht»- Entscheidung.(Nachdruck verboten.) Liipzig, 31. August.(Mdei stand gegen einen Forstbeamtrn.) Wer einem Forstdeamtcn in der rcchtmäßigr« Ausübung seine« AmteS durch Gewalt Widerstand leistet, wird nach§ 117, 1 mit Gefängniß von 14 Tagen bis zu 3 Jahren bestraft, mar jedoch der Widerstand durch Gewalt an der Person des Bc» amten begangen, so tritt nach§ 117, 2 Gefängntßstrafe nicht unter 3 Adnaien ein. Diese Bestimmungen kamen gegen den Schmied Eduard Ernst Avolf Reo de in au« Neu- Mechow in Frage, als derselde am 24. Juni vor dem Landgerichte in Lübeck fich zu oerantworten hatte. Ein Forstdeamier halte eine« Abends verjchiedene Leute auf einer Bank, dle tn einem Lust» d.n Glanz seine» Witze« belustigt bat, eröffnete den Reigen mii dem vieraltigen Schwant:„Mein Alfred." Man kann nicht sagen, daß der Verfasser mit dem kleinen Stück einen besonder» glücklichen Griff gethaa hat, verschiedene Figuren find sozar verzeichnet, trotzdem nahm da« Publitum den Scherz in Anbetracht der geradezu tropischen Hitze immer noch mit ziemlicher Thellnahme auf... � Di« Hauptrolle hatte ein fortwährend zerstreuter Gelehrter, der, was Liebet aagelegenheiten betrifft, an einer ungemeinen Schüchternheit leidet, ein Rentier, deffen höchster Leder Szweck in gutem und möglichst vielem Essen besteht, ein verschüchterur L-Hrer, der unter der Herrschast einer verblühten altm Jungfer seufzt, und alS AllerweltSmensch tritt der unoermeiMich« Arzt auf. Der Träger der Titelrolle ist im eigentlichsten Sinne de« Wortei ein enfant terrible. An der Durchführung vi-fer Rolle ist die Kunst deS Dichter» enttchttden gescheitert. Wir «eben von vornherein zu. daß die Darstellung eine« leicht» nnigen und verliebten Primaner» für die Bühne nicht ganz l-icht ist; wenn e» aber geschieht, so müssen die ersten, arten Regungen der Männerseele denn doch in anderer Welse perst» fl rt werden, alt e» hier der Fall ist; dal wirkliche Leben pro» duzirt derartige Pflänzchen denn doch nur tn ganz vereinzelten Ae �männlichen Rollen wurden durchweg gut und frisch durchgeführt, die alten Mitglieder der Wallner« Bühne bewähr» tcn fich tn ihrer gewohnten Tüchtigkeit; die Herren Guthery, Blencke und Meißner ernteten reichen Beifall. Weniger im» ponirte Herr Barthold vom Lobe- Th?ater in Breslau al« Dolor Franke; trotz der infernalischen Hitze tonnte er nicht»r-rärmen. Herr Hertzer vom Thalia> Theater in Hamburg traf al«„Alfred König" nicht den richtigen Ton, e» mag hieran jedoch mehr die Verschrobenheit der Rolle im Allgemeinen al» er selbst schuld sein. Ungleich besser waren die Damenrollen vom Dichter durch« geführt. Die antikesten, heirathtmuthigsten alten Jungfem treten neben dem zarten, kaum dem Mädchenalter entwachsenen Backfisch auf, und auch die blonde Küchenfee, die ihren Feuer» wehrmann tn opulenter W.-isc dewirt bei, fehlt nicht. Al»«ine ltebeniwürdtge junge Dame von vielversprechendem Talent präsentirte fich wieder Fräulein Kramer, die fich seit dem vorigen Jahre entschieden vervollkommnet hat. Frl. von Meeisberg vom Hamburger Thalia- The ater war selbst fstr unseren nordischen Geschmack etwa» zu impertinent blond. Gut waren außerdem Fräulein Bock und Frau Schmidt. holz« stand, bttumfratrptln hören und sollte dieselben verhaften. Er traf aber rut den Z-npellagten an und arretirte ihn. Inzwischen kamen die anderen Personen, die sich verstickt battm, wieder hervor urd hetzten R'hbein gegm den Beamten auf. Derselbe ließ fich dadurch verleiten, auf dm Förster los- zuspringen, ihn fest am Arme zu packen und Bewegungen wie zum vchlage gegen ihn zu machen. In diesen Handlungen fand nun daS Landgericht ein Vergehen gegen§ 117,1 und setzte «ine sechtwöchige GesängnihSrafe gegen den Angeklagten fest. Von der Anklage de» grodm Unfug» wurde Rehdein steige- fprochen, da nicht festgestellt sei, wie weit er an dem Trampeln detheiligt war. Diese» Urtheil wurde von dem Staatsanwalt mit Erfolg angegriffen, denn da» Reichsgericht hob daffclbe am 23. August auf und verwies die Sache an da» Landgericht zu» rück. Es wurde in dm EnlschtidungSgründen ausgeführt, daß die vom Landgericht getroffene F.stftellung, wonach der Förster Schmerz durch das Anpacken empfundm habe, im Widerspruch mit dem Urtheile stehe und daß vergeffm worden sei, zu er- wägen, od nickt die Mitthäterschast am grobm Unfug hier ge- geben gewesen sei._ Koiiales und Arbeiterbewegung. Zur Unfallverficheruvg. Da» ReichS.Verstcherung»amt hat, wie wir schon berichteten, entschieden, daß Ziegeleien, abgesehen von den Bestimmungen ve» Z 1 de» Unfallgesetzr» vom 6. Juli 1884, auch dann al» Fabrikm zu betrachtm und zur Unfalloer ficherung Heranzuziehen find, sobald in denselben jährlich im Durchschnitt 100 di» 200000 Steine hergestellt werden. In den verschievenm Verwaltungsbezirken ist daher schleunigst feflzust-llen, welche Ziegeleien bereit» zur Unfall« verstcherurg angemeldet und in die BerusSgenoffenschast aufae- nomm'N worden find, und welche Ziegeleien in die vorde» zeichnete Gattung gehören und deren Anmeldung bither noch nicht bewirkt ist. Druckereien und Gewerbeordnung. Von dem Minister de» Innern ist in Uedneinstimmung mit dem Minister für Handel und Gewerbe au» Anlaß eine» Spezialfälle» Entschei« dung dahin getroffen, daß Druckereien im Allgemeinen a I» Fabriken nicht anzusehen find, vielmehr wie die Buchhandlungen eine besonder« Stellung neben den anderen Gewerbedetneden einnehmen. Diese Entscheidung bedeutet zwar nicht, daß die§§ 134—139 der Gewerbeordnung auf die in Druckereien beschatligtm jugendlichen Arbeiter nicht An- Wendung finden, weil nach§ 134 der Gewerbeordnung diese Vorschriften für alle Werkstätten Platz greifen, in deren Betriebe eine Dampfkraft regelmäßig benutzt wird, gleichviel od e» sich dabei um ein« eigentliche Fabrik handelt oder nicht. Sie ist aber auf anderen Gebieten von erheblicher Tragweite; fie schließt unter anderen die Anwendung der mehrfach für Fabriken erlaffenm strengen Vorschriften über Sonntagtarbeit auf Druckereien auS. „Die veefchiedeuartigsteu mafchiuellea Hebevorrich- tuuge« für»aumatertalte«, schreibt die„Baugewerktzreitung". kann man jetzt auf den Bauten der Aktiengesellschaft Kaiser Wilhelm-Siraße in Berlin in Thätigkeit sehen- Man er- kennt darau», wie leicht die Steinträger ersetzt werden können. Wir glauben nickt, daß auch nur eine Hebevorrichtung theurer al» die Steinträger arbeitet, mancke aber entschieden dilliger. Fn jedem Falle bieten fie den Vortheil, daß dt. Bauten unad- hängig von der Laune der Steinträger gefördert werden können." So äußert fich da» famose Organ der noch famoserm Innung». meister, Bauspekulanten und sonstiger Zuntthelden. Auch wir find der Anficht, daß allmälig die Maschinentechnik da» Bau« g, wer de noch gründlicher revolutioniren wid, al» di» jertt btreii» geschehen ist. Wir haben früher schon in einem Artikel über die„PSilei'ich« Bauwtnde" darauf hingewiesen. Vor- läufig ist ja wohl die Gefahr noch nickt im Verzuge. Die Arbeiter aber müffm fich klar werden, daß die Entwickelung der Verhältniffe auch im Bauhandwerk auf ein Heber flüsfig- machen der menschlichen Arbeitskraft durch die Maschine hin- drängt. Sie rrüffen veSbald dafür wirken, daß durch eine um- faffende Sozialre�orm dre Lage der Ardeiter gebeffert wird. Wenn, wie drther, die Anarchie im Wirthschastsleben ihr Spiel treibt, dann eröffnet fich eine Zukunft, gegm welche die trübsten Erwartungen de» schwarz eherischsten Pesfimtsten noch viel zu rostg erscheinen. Zur Lage de» Aachener Wolleuivduftrte bemerkt da» „Zenualblall für die Textilindustrie", mfizielle» Organ der norddeutschen Textil- Beruf»genoffenschaft. daß immer mehr mechanrschr Wedstüdi» m den„logenannitn mechanischen Wedereien, welche in Lohn arbeiten", zur Aufstellung gelangen. „Der Hand Webstuhl wird immer mehr verdrämgt werden und industriell beschäftigt find, werden vom Erdboden wegge- fegt, werden Fabrik Lohnarbeiter. So muß e» kommen. Au« der Prodi«» Sachse« erhalten wir folgende Mit- theUung: In der vorigen Woche ist e» auf offener Landstreße bei Bitterfeld zwischen polnischen und hiesigen Ar- heitern zu einer förmlichen Schlacht gekommen, an der sich »ttka 400 Personen belheiligten. Mit Hacken und Schippen, Mistgabeln und Chauffeestetnen rückien die Streiter fich gegen- seitig auf den Leib so daß zahlreiche Verwundungen stattfan- den. Die Sicherheitideamten waren völlig machtlos. Die Untersvchung ist eingeleitet und verschiedene Arbeiter find ver- haftet worden. Ei ist die» in unserer Provinz eine regelmäßig vorkommende Erscheinung. Wie in Lyon alljährlich zwischen italienischen und französischen Arbeitern blutige Streitigkeiten vorkommen, well die ftanzöfischen Arbeiter unter der Kontur- renz der italienischen schwer zu leiden baden, so haben wir hier dieselbe Erscheinang, da fich die ansässigen deutschen Ar- deiter durch die gedungenen, eingeschleppten polnischen Ardei- tem benochtheiligt sehen. Wir horten selbst einmal den Au»- druck einet braven Manne», der im Hinblick auf die fremden Ardefter sagte:„Die nehmen un» da» Brot vor dem Mund« weg, und unsere Kinder müffen hungern."— So lange natürlich unsere Großgrunddesttzer und Rübenzüchter die polnischm Ardettern au» pekuniären Gründen bevorzugen, so lang« wer- den wir auch Haß und ekle Streitigkeiten hier haben. Man steht, e» dreht fich Alle» um den leidigen Erwerb. Deshalb sollten unsere hiesigen Konservativen von den Phrasen von nationaler Würde u. s. w- endlich einmal adlaffen. Ja der Reicheuberger Tuchtnduftrte, ver dedeutend- trn in Nordböhmen, werden 10000 Leute, inschlteßltch der stetster, Werkführer, Buchhalter, beschäftigt, darunter 6000 Männer. 2000 Frauen. 2000 jugendliche Arbei er mit Wochen. löhnen von 8 bi» 8 Guld-n. Die Gesammiproduktion hat einen Werth von 17,4 Millionen Gull n.— Schöne Löhne da» I An» Heidenheim in Württemberg schreibt man der „Fränkischen TageSpost" folgende»: Unsere sonst so friedliche Stadt hat vor einigen Tagen da» sehr ungewöhnliche Schau- spiel einr» Streik» erlebt, welch letzterer aber nur kurz« Zeit Ixmetle. Di« Weber der Firma Pioquet stell en nämlich wegen bedeutender Lohnreduzirung! ie Arbeit ein, nahmen aber, nachdem die alten Löhne wieder bewilligt wur- #### servativen und würdig, die Reichistunnfahne zu tragen wie einst unsere Schwabenherzöz«. Daß schlechter Geschäftsgang nicht der Anlaß zur Lohnheradsctzung war, beweist der viele Tausende kostende Palast gegenüber der Fabrik, welcher zwar nach Anficht Sachverständiger nicht schön sein, sondern eher einer buntbemalten Panoramabude gleichen soll, der aber doch da» G:Id kostet. Daher, Aibetter, vereinigt Euch, um dm Ausschreitungen der Unternehmer wenigsten» einigermaßm Widerstand zu leisten. Ja Ungar« find wegen de? traurigm S p i r t t u» geschäfte» eine Anzahl Fabriken worden; die übrigm reduzirtm die Arbeft auf WaS wird au» den Arbeitern? Lag« de» gesckloffm die Hälfte. Uermischtes. Programm der Gleichmache». Leveller», Gletchmacher, eine Partei während der englischen Revolutionszeit, stellten folgend« RegierungSarundsätze auf:„1. England tollte von Gesetzen, nicht von Menschen regiert werden. 2. Alle Gesetze und Steuerauischreibungm, Krieg und Friedm sollten von de» Volke» Vertretern besckloffen werden, gewählt in wiederkehren- den Perioden. Der Monarch darf kein Veto haben, weil er e» häufig in seinem und seiner Famfti« Jntereffe zum Nachtheil de» Volke» brauchen wird. Dagegen wäre e» zweckmäßig, au» dm Abgeordneten de» Volke» zwei Körperschaftm zu dildm, deren eine die Gesetzr vorzuschlafen, die andere fie anzunehmen oder zu verwerfen hätte. 3. Federmann, ohne eine einzige Ausnahme, sollte unter dem Gesetz stehen. Sodann: lieber- zeugung kann nicht erzwungm werdm. Daher kann kein Mensch den andern zu de? wahren Religion zwingen." Eine Skelett- Fabrik. Ein Mitarbeiter der Londoner „Medical Preß" erzählt, er sei kürzlich in einer Klinik in Pari» gewesen, wo eine Kranke fich defand, die auf die Frage nach ihrer Beschäftigung antwortete, fie ziehe Knochen ab, die dann zu Skeletten für den anatomisch- mcdizinischm Gebrauch zu- sammmgestellt würdm. Der Korrespondent erkundigte fich weiter und erhiett die Adreffe der Skelett-Fabrik, der er sofort einen Besuch abstattete. Die Fabrik liegt in der Ebene von St. Denis und besteht aus einem Hauptbau in Holz und mehreren Nedmgedäuden. Im Hauptdau befinden fich zwei Reihen Kochkeffel, au» denen Düste aufsteigen, die selbst dm- jenigen unangenehm find, die an die Atmosphäre de» Sektion». saale» gewöhnt stnv. In diesen Kefieln werden die Knochm durch Kochen von den Sehnen befreit. Die schwierigste Arbeit ist da» Auseinandernehmen der Schädelknochm. Man gelangt dazu, namentlich beim Schädel von Kindern und jungm Leuten, indem man die Schädelhöhlung mit trockmen Erbsen füllt und diese mit Waffer begießt; fie schwellm dann auf und sprmgm so die feinstm Nähte. Mehrere Keffel find für Thierknochen bestimmt, au» denen gleichfall» Skelette für da» naturwiffm- schaftliche Studium gemacht werden; fie find billiger al» die mmschlickm Skelette und bilden ebenfellt einen wichtigen Ar- tikel der Pariser Auifuhr. Au» dm Keffeln kommm die Knochen auf Tische, wo fie von allm Anhängseln, Sehnen, Gewebm u. s. w. gereinigt werdm. Da» Fett, da» auf den Keffeln schwimmt, wird sorgfältig abgeschöpft und in besondere Gefäße gegoffm; wa» darau» wird, hat der Berichter- statter nicht erfahrm können. Wmn die Knochen und Knö- chelchm gesottm und gereinigt find, werdm fie gebleicht, und zwar mtweder durch Cdlor oder an der Sonne. Dann kommen fie in eine besonder« Werkstätte, wo fie sortirt, an Mesfing- drähte gereiht und zusammengefügt werden. Die letztere Arbeit setzt eine gründlich« Kmntniß der Osteologie sowie einen ge wiffen künstlerischen Blick voraui; e» müffen nämlich au» einer Anzahl gleichartiger Knochen stet» diejentgm auSgewähft wer. den, die ein Skelett so herftellm, al» od e» von einem und demselben Individuum stamme. Im übrigen wählt man nur die schönsten und normalsten; die übrigm werden an Stu- denken verkaust, die gerade den einzelnen Knochen brauchen, aber au» Sparsamkeit fich kein ganze» Skelett anschaffen. Jntereffant ist, daß da» Geschlecht von großem Einfluß auf dm Werth der Skelette ist; ein schöne» weibliche» Skelett kostet 20 bi» 25»Ct. mehr al» ein männliche» von gleicher Güte. Ebenso find die Skelette von Kindern themer al» die von Erwachsenen. In dm Magazinm der Fabrik find in Schaufenstern die Skelette von Kindern zu sehm und»war von der rudimentärsten Größe von 3 dl» 4 Zoll di» zum Kind« von einem Meter Höh«. Die Frage, woher nun aber die Knocken kommen, beantwortet der Berichterstatter dahin: Von den Hospitälern, dm S«ttion»sälm und au« dm Bcfängniffen. Im allgemeinen ist die Nachfrage aiößer al» da» Angebot; nur in der letzten Zeit hat eine starke Zufuhr von Menschen- knochm au» Oesterreich, di: man auf den russtsch- türkischen Krieg zutückführt, etwa» auf den Markt gedrückt. »riesdeförderuug de» Trtzykle. Der so häufig schon angeregte Gedanke, da» Tri.ylle oder da» Velozivid in den Dienst der Postanstalten zu stellen, scheint in Oesterreich seiner Verwirklichung entgegenzugehen. Da» österreichische Handel«- Ministerium bat nämlich mit Erlaß vom 17. August die Post- und Telegraphmdireltion beauftragt, fich darüber zu äußern. od und inwieweit zum PosttranSporte Trizykle» Verwendung finden könnten. Die Post und Telegrapdrndirektton hegt nun die Meinung, daß fich Trizykle« besonder» zm Einsammlung der Briefe au« den BriefsammlunpSkästen und zur Beförderung der Briefpostpackete von einem Postaml« zum anderen eignen würdm. Abgesehen davon, daß durch diese Einführung in Wim und in den Vorortm die Brieftamm elwagm erspart und auch viele Karriolwagen überflüssig würden, wäre auch in allm jmen Fällen, wo gegenwärtig die Briefpostpackete durch Fuß. bolm übertragen werdm, eine Beschleunigung de» Tran»port» erreichbar. Die Postdtr«ttion für Wien und Umgebung will aber, bevor fie dem Handelsministerium die abverlangte Aeuße- rung erstattet, vorher prakttsche Erfahrungen sammeln und zu diesem Zwecke mit Trizykle« Versuche machen. Zum Au». führm dieser praktischen Probe ist die Au»h«bung der Brief« au» den im. Rayon de» Postamtet Marokkanergaffe vor Kurzem aufgestellten neuartigen Weber'schm Briefkasten, sowie die Vermittelung der Briefpost zwischm dem Hauvtvostamte einer seit» und dm Postämtern Tadorstraße-Nordbahnhof und Land- straße- St. Marx andererseits auSersehen. Die Post. und Telegraphmdirettion gedmtt fich nur noch an die Polhei- dehöme zu wenden, inwieweit da» Veloziped, resp. da» Triinkle zum P Otmar Sporte im Poli«troyon von Wim au» Vnkebr«.' rückfichtm gestattet werden könnte. Kleiwe Wtttheilnngen. WWWW Trrka ist ein mäßiger, nüchterner und pflicktgetreii« iann, der nie zu viel zu trinken pflegte und veffrn m9 jährige Dienstzeit bei der Südbahn überhaupt eine tabeW w-»!. Er bat im Laufe de» UnglückStage» von seiner schast nur 30 kr. ausgegeben und hat überhaupt an ihm Ni» mand ein Zeichen de» Trunkenteini wahrgmommen WB aber stallen fich ander: Umstände heraui, durch we!« Trnka al» unzeeignet für den schweren und anstrengende» Dimst eine» Lokomotivführer» auf einer so verkehr»reiae» Strecke, wie e» die Lokalstrecke der Südbahn ist erscheinen Ion» Trnka ist schon 67 Jahre al! und steht bereit» seit vierz'S Jahren im Dienste der Südbahn. Endlich aber wird# getheilt, daß die Tour mit dem Unglückszuge die dreizeM war, die Trnka am vorigen Sonntag gemacht hat. Eine sw körperliche Anstrengung bei vorgerückt-m Alter macht e» nw erklärlich, wenn die geistige Aufmerksamkeit und Umsiltt N' mattet, der Blick de» Auge» fich vüdt und eine Apathie greift, die allerdings von verhängnißvollm Folgm sein — Heber eine interessante Rettung». Episode wird au» coW berichtet: Die beiden Söhne der hiefigm Holzhändler W Zimmermeist» Töik und Eichberger, die in der Station in den verunglückten Zug einstiegen und im vorletztm WoM'J Platz nahmen, find auf eine merkwürdige Weile bei dem P sammenstoße dem Tode entgangen. Tölk und Eichberger, g junge Leute im Alter von 19 Jahren, saßm in der Milt<-° RauchkoupeS im vorletzten Waggon, al» plötzlich der HA Stoß von rückwärts erfolgte, durch welchen Eichberger � da» Fenster auf die rechte Seite hin ausgeschleudert während Tölk emporgehoben wurde und aus einen Haufen Holztrümmem unter dem losgelösten Blechdach« de» wagerecht zu liegen kam. Tölk, ein äußerst stark breitschulttiger junger Mann wurde fich jetzt erst der die er überstanden hatte, bewußt Nachdem er fit Hände frei gemacht zündete er ein Wachs Hölzchen an wahrte jetzt unt«. fich die aufgehäusten Holz- und trümmer, indem er zugleich da» Jammern und die der Verunglückten hö te. Tö-k kletterte nach Freimachunt � Dache» über den Waggon und fand, auf dem Geleiü� gelangt, seinen Freund Eichberger, der fich au» den Trümmern hervorgearbeftet hatte und am ganzen Körp« r schunden war. Die Verwundungen der beiden Freund«" aber nur leickter Natur. � Wie«. 31. August. Die städtischen Waffel leftungS�A Franz Glakr, Fra Kiopsch und Wenxl Dundasckek ß* heute um 7 Uhr Abend» in der L opoldstadt am 3" platz in einen Wafferwechsel, um eine Reparatur vor, wurden aber durch die dort vorhandene Stickluft betaun� stürzten dewußtlo» zusammen. In» Freie gebracht, g%i dlo» Dundaschek wieder in» Leben zu rufen, die dewen aber starben nach kurzer Zeit Salzburg, 29. Zwgust. Uede: die schrecklich�. fl. "lacht oom�' rM ioll-A Wüstungen, welche der Woitrndruch in der Nacht vom in der Umgegend Salzburg» anrichtete, wird wei berichtet:„Eine Schreckensnacht im wahrsten Sini war die Nackt für zahlreiche Orte in der Umgebung vau? Gegen 10 Uhr Abend» entlud fich der furchtbare Woll«� deffen verheerendes Wirken den Wohlstand ganzer sür lange Z-it vernichtet hat. Zunächst wurde da» 5m der Vorberge de» Gatsberge» reizend gelegene» Dorf schwer heimgesucht. Der da» Dorf in seiner ganzen � durchfließende Bergbach, an deffen Ufern zahlreich« �-.oi stehen, schwoll binnen wenigen Minuten zur furchtbaren an. Brücken und Stege wurden weggeriffen, Baiitw j wurzelt und in breftem Strome ergoß fich Steinger öu« � Schlamm den Niederungen zu, überall hin Schrecken un»� setzen verbreiten». Mit elementarer Gewalt bahnte fi°>* entfesselte Element seinen Weg, und al» um halb H' Nacht» die schaurigen Klänge der Sturmglocken stch mit voll Heuten de» Sturme» mengten und weithin Kunde fürchterlichen Gefahr brachten, in welcher da» schöne V schwebte, da hatten die Fluthen schon ihr VernichtungSw� fürchterlicher Weise geübt. In zahlreich« Häuser Waffer mit vehementer Schnelligkeit eingedrungen, so � Bewohner oft nur mit krapper Roth da» nackte Leben#' � vermochten. Ein« Mühle wurde beinahe ganz demoiw� «in Anbau, welcher eine Backstube barg, in der ex�. Bäckerdurschen thätig waren, weggeriffen. Zwri"Oii fi fanden ihren Tod in den W llen, während der vm durch ein Wunder gerettet wurde. Da» NeubHUJ»«' glich um 11 Uhr Nacht» einem sörmlichen See. 3%#%� Brausen ergoffen fich die Daffer in die Ebene und dem unterm Theil« de» Dorfe» an Gebäuden, Gär»*.«; M und Wiesen �noime» Unheil an. Der Jammer � Verantwortlich für den politischm Theil und Soziale,«tax Schtppel, für Vereine und Verjammlunam»* I-- und»«l-g von«lat»adwg Gnigler Bevöfterung ist ein unbeschreiblicher. So, dinnm wmigen Stunden Hab und Gut verloren«A% Bettler geworden. Gleich wild, wmn auch wenW*#; schwer in feinen Wirkungen geberdete fich der kommende GerShach, der in Parsch Wtesm und Waffer setzte, doch nur zum Theil versandete und mancherlei, aber glücklicherweise nur geringrügig Sanenter, welche am Staatsstreich detheiltgt waren, seien nach ««stendil zurückgeschickt worden: die dortige Bevölkerung babe «uf die Nachricht von der Rückkehr dieser Regimenter alle Mo- Mtton«vo:räthe in«ustmdil zerstört. Major Guger soll nach ™«m Telegramm der„Voss. Ztg." au» Wien Sofia verloffen baden, um südwestlich gute Stellungen einzunebmen. Guger «>ll angeblich entschlossen sein, dem Fürsten bewaffneten Wider- band zu leisten. Guger bat zirka 3000 Mann bei sich, die «wrding» schon genügen könnten, um dem russtschen Einmarsch dkn Vorwand zu liefern._, Die Progh-zeiungen der verschiedenen Blätter über die Nächste Entwicklung der Ballanfrage widersprechen natürlich «nmal vielfach. So schreibt die«TirnowSla«onsti. %to%:„Die Verhältnlff« selbst baden Oesterreich Weg nach der Balkan halbirsel geöffnet und deffcn Ein« «ußsphäre erweitert. Rußland wird nm dann die friedliche Ztontik der mitteleuropäischen Staaten haben. wenn e» seinen «bfichten bezüglich Bulgarien» entsagt und fich damit einotr. Mdm erklärt, daß Bulgarien friedliche Beziebungen mit an» dnen Staaten anknüpfe...." Daß diesen Wünschen eine Kjäk Seldstenltäuschung zu Grunde liegt, steht j tzt schon fest. «ag man auch von Wien au», schreibt die„Mazdeb. Z!g.", ?llnö» in Abrede stellen, daß„ein Emvcrständniß zwischen Österreich Ungarn und Rußland über die Kdlheilung der beider« i'itigen Jntereffensphärm auf der Balkanhaldinsel thatsächlich »esteht"— ti kann dahin gestellt bleiben, wie weit einzelne «öfter dieser Ableugnung deutungifähig find— immerhin ist �Thatsache, daß die beiden mitteleuropäischen Kaisermächte ditot gewillt find, Rußland entgegen zu tieten» wenn e» vul. Marien in seine �ntereffmsphäre" zurückbringen will. Ebenso die Meldung von einem Bunde Rumänien», ltirbien» und Bulgarien», der seine Spitze gegen rusfische Etnmttchung auf der Balkanhalbinsel -�»n soll, mtt großer Vorfichl aufgenommen werden. Die Mellung eine» guten Verhältniffe» zwischen Serbien und •Wgarien ist angebahnt und erfreulich. Ein Bund der drei �genannten BaUanstaatm gegen Rußland aber, wie er von ftotgen Blättern gemeldet wird, dürfte die Lag« nm verschärfen «td würde üderdte». wenn nicht eine Großmacht jenen Bund Merstützte. gegen Rußland nicht» ausrichten. Auch wider. 'bricht Serbien» Stellung zu Oesterreich der Theilnahme i;""«öniaret�Ä an einem akttven Vorgehen gegen weint, nach scheinen un» besonder» -------!öi«' Pariser., R ö p u b l. F r a n die Rückkehr de» Fürsten Alexander von langer Restauration de» Jfbung einen Schlag auf die rechte Wange erhalten. Wird e» brn glücklichen Siegern der jetzigen Gegenrevolution die linke Hinhalten? E» ist, wir find deffcn gewiß, zu tugendhaft, um dicht christlich zu sein. Wird e» aber die christliche Ergebung so weit sttiben ik... Der Prinz von Battenberg ist sicherlich mehr als T," bloßer Roman Held; er ist ein Rann, und wie auch schließ. Ä da» bulgarische Durcheinander enden mag, dieser kühne «vldai wird wobl"■--- ,» yanotii suv oa nicni um mr Weiry'wapung oorr mr �Hmpalhie, deren Fürst Alexander würdig ist: e« handett stch ?? Ä"« ganz ander« wichtige, ganz ander» gerechte Sache, die �.Frieden». Nun, wa» un» betrifft, so ist unsere Wahl Puchen dem Frieden im Orient und dem vattenderger ge- ?°ff-n. Der Fürst Alexander kann triumphiren, Tcdeum» �'Mafien, die russtschen«gentm. die ihn auf die Reise Stent und Lemberg geschickt haben, einsperren oder am- ij�en; er kann Rußland zuschwören, daß seine Treue von d-» S? untadelbast sein solle; er kann selbst von Stambulow, »<.?, Benjamin Constant von Tirnowa, eine Zusotzatte zu den AWKWWW HM % l?"". mit Rußland tn�gute»e,i.hung-n zu treten, er führt man au», mtt einer würdigen Proklamarion ch. die Bulgaren, die er in seinem Lalafte in Sofia freiwillig k�jen könnte, in sehr angemeffer Weise zurückziehen. Europa Si to tonn auf dem von Schwteftgketten gesäuberten Boden /küstößerer Frieden ituoerstcht weiterdauen Rußland würde iL*)- obgleich es dann relativ befriedigt wäre, immerhin Schwierigkeiten in Bulgarien begegnen Herr v. Gier» wie man hier meint, bald die Jniitative zu diplomati« tdeni�omparlel» auf Bast» der wahrschetnlichen und wünschen»- % J'" Abdankung de» Fürsten Alexander eröffnen. Zieht Ziuz?"�ürft zurück, so würde die Okkupation Bulgarien» durch beti?� ÜderflüsN" fW(Stnr.»nirn nn n(,(,r Fragen _«erden. Lei Erörterung all dieser Fragen >aß e» den Anschein habe, als ob nicht der ........ der Zar der Suzerän Bulgarien» wäre. !chein>K �auige ruffrnfreundltche Stimmung in Frankreich Mn. dieser Auslassung nicht ohne Einfluß gewesen zu ichen. Raffen die Abdankung de« Fürsten wün- besten wir keinen Augenblick, aber so leichten Spiel? „. Die �Liel doch nicht erreichen. jtohl. ift nkÜ ma risse aufzuregen._ Zokale». Ueber die Telegraphte i« Nerltu veröffentlcht F. Hennicke im litzten Augustheft von„Nord und Süd"«inen sehr lesmswertben Aussatz, dem wir folgenve Einzelhetten mt. nehmen: Nur Wenige unter un« wissen fich zu entfinnen, daß erst im Jahre 1849, und z»oi von allen europäischen Ländern zuerst in Preußen, die elektrische Telegraphie in den Dienst dei =%%{%%%% im November 1850 lange Erörterungen pflog. Ehe aber fett- dem die Telegraphie eine wirllich volksthümliche Einrichtung wurde, verliefm noch viele Jahre. Schon die Höhe der Ge- bühren verhinderte eine rasch« Ausdehnung. Nach dem ersten WKAKMAM m- indische L'ni« von London nach Singopore, auf der dem Schah von Perfim bei seiner Anwesenheit in Berlin da» Ve-gnügen bereitet winde, stch in direkte Verdinvung mit seiner 5000 Kilometer entkernten Hauptstadt zu sitzen, um mit einem setner Würdenträgen, dm man an den Apparat gerufen halte, zu svrechen. Auch die Entw ckelung de» übrigen telegraphischen Stadtverkehr» hat in Berlin gewallige Fortschritte gemacht. Vor 25 Jahren besaß Berit» erst zwei dem öffentlichen Ver« kehr geöffnete Telegraphenstationen; heute hat es deren über 90, abgesehen von dm Einrichtungen der Rohrpost und de? Fernsprecher», Damals krankte die Entwicklung an einem schweren Tartsüdel. Der Einheitssatz für da» einfache Stadt- telegramm von 20 Worten kostete 25 Pf. Selbstverständlich hielt der Aufgeber einer Depesche daraus, diese 20 Worte stet» voll-u machen, so daß eine ganz unnütze Veftchvendung in der Telegraphenleistung«tntrat. Die Durchschnitts vortzahl der Depeschen betrug damal» 18,3 Worte, sank aber sofort nach Einführung de» Worttarifs auf 13,38 um 27 xC'., so daß eine große überflüsstge Ardltt ertpaft wurde. Ungefähr gleichzeitig wurde die Emrichluna der Rohrpost in Berlin in.» Leben gerufen, um die schleunige gleichzeitige Beförderung einer größeren Anzahl von Eendungen zu ermöglichen, deren Be- tö.deiung auf eleftrischem Wege viel zu zeitraubend sein würde. Der Mittelpunkt der Rohrpost d. findet fich im Haupttelegraphenamt; von da au» gehen vier Hauptstränge nach den vier Himmelsgegenden und versorgen mit Hilfe einiger Seitenlinien sämmtliche Stadtgegenven Berlins und Umgegend. Jt den ein M-ter tief unter dem Straßer Pflaster eingebetteten 65 Mill mrter weiten eisernen Röhren bewegen stch mit der Geschwindigkeit von durchschntlt« lrch 1000 Meter in der Minute Büchsen au» getri-benem Stahl» blech, von denm jede etwa 20 Sendungen— Telegramme, Rohlvostdriefe und Karten— aufnehmen kann unv die zu 10 oder 12 hintereinander geordnet je einen Zug bilden. Diese Züge gehen viertelstündlich, so daß jede Rohrpastsendung irühesten» innerhalb 10 dt» 15 Minuten, spätesten» in 1 Stunde dem Empfänger ausgehändigt werden kann. Dt« Rohrpost, di« einschließlich de» Grunderwerdt einen Kostenaufwand von 2 736 000 M. v-rurlacht hat, zählt jetzt 31 Aemter, 8 Mischtnen- ftalionen und 5242 Kilometer Röhren. Im letzten Jahre find durch st« bereit» drei Mrlltonm Smdungm befördert worden. Bedenkt man, daß neben allen diesen Einrichtungen noch ein dichte» Netz von Fernsprechleiiungen über B.rltn au»gedrettet ist, da» durch fiedm Vermtttelungsämter für im Ganzen etwa 5000 Theilnehmer bedient wird, so wird man zugestehen müffen, daß in der ReichShauptstadt alle» gethan ist, um«inttt schnellen Gedankenaustausch zu erzielen. Da» dieijäheige Baugeschäft in Berlin scheint für alle dabei detherltgtin Untemehmertteise recht günstig und einträglich zu verlaufen. Da» Baumaterial ist billig, namentlich die Ziegelsteine infolge de» reichlichm Angebots der benachbarten Ziegeleien; die neue vaupsltzeiordnung, mit welcher die meisten Terrainblsttzer schon ihre etwa» ungünstigere Rechnung abge- schloffen hatten, ist noch nicht in Kraft getreten und ermöglichte noch einmal die Aufführung sechSetaziger Miethikasernen mit schornftewaittgen Hüten und solch« Bauten steht man denn auch in reichlicher Zahl fich überall erheben. Auch dies« Terrainbefitzer ei hletten noch einmal höhere Preise für die Bau« stellen, weit fich jetzt noch dieselben durch Errichtung sehr hoher Gebäude mit engen Höfen besser ausnutzen laff n, al» die» später der Fall sein wird, wenn eine mäßigere Höhe und ein größerer Hoftaum für die neuen Gebäude vorgefchrtedcn sein werden. Diese Umstände und die günstige Wrtterung haben eine große Anzahl der Bauunternehmer in diesem Jahre zu einer ordentlichen zweiten Vau. Kampagne veranlaßt. Während sonst um die jetzig« Zeit die ordentlich« Baupcriode stch ihrem Ende nahte» beginnen überall seit einigen Wochen neue Funda- mentirungSar betten, und man hofft, die neuen Gebäude bi» zum Eintritt der ungünstigen Witterung noch unter Dach zu bringen. Während so sür alle Unternehmer dt« die»jährig« Bauperiode eine sehr erträgliche geworden ist. gehen di- belhei- ligten Ardeiter ohne jede Lohnerhöhung au». Ii dm betreffenden Kreisen herrscht allgemein die Meinung, daß durch die polizeilichen Versammlung», Erschwerungen eine erfolgreiche Lohnbewegung unmöglich gemacht wor« den ist, und dieser Umstand von den Unternehmern natürlich weidlich ausgenützt worden ist, für diel« allo di« polizeilichen Maßregeln einen erheblichen postrtven Gewinn zur Folge hatten, während ein solcher den Bauardet- tem entzogen worden sei. In den Kreisen der letzt:«» ist man deshalb mtt dem Resultat der dieljährigen Baaperiod« wenig zufrieden, weil fich dasselbe kurz zusammenfaffen läßt: Viel Ar bell für wenig Lohn! San» eensthaft, nicht etwa in dem Bewußts tn, eine Satire zu schreiben, berichtet da»„Reichend. Wowendl." über die Durchreis« de» Fürsten Bismarck durch Reichenbach i. S.: „Als die Lokomotive dm Wagen an den Hofer Zug ang«. stoßen und da» Publikum, der Bewegung folgend, auch an dem neum Standpunkt, unmittel Zar am KönigSzimmer wieder Aulstellung genommen hatte, trat Bismarck von neuem an da» offene Fenster, musterte mit scharfem Auge die versammelie Menae und sprach schließlich einen unter dem F-nster stehen- dm Telegraphenbeamten an, der ein Kind«mporgehodm ha te. damite» den Fürstm besser sehe.„Ist da» Ihr Kind?" redete der Fürst Herrn Leitungsrevisor Schmidt— so hieß der Be- amte— an. worauf eine verneinende Antwort, alsbald aber die weitere Frage de» Kanzler« folgte:„Haben Sie Famllie?" „Jawohl» vier Sühne!" war die schlagfeftige Antwort, für die der Fürst«ine freundliche Miene und die Worte hatte:„Da» lft totöa;— werden tüchtige Soldaten werden;— segne ste Gott!" Auf diesen schlichten Dialog folgte eine kurze Pause ausgefüllt von tausend«» Hoch». Da» freudestrahlende Geficht eine» mtdiößt zur anverm Seite de» Wagen« fenfter» stehmden Herrn in» Auge fassend, sprach er auch diesen an:„Sie haben recht gm« Würstchen UMHZZMW »t'ß«rtdefitzer Fndinand Braun von hier, der Angeredete, und sofort schloffen fich an die>« gemüthltche Szene wieder die braustnbm Hoch» von vorhin an. Eine Stimme aut dem Hintergründe wünschte Sr. Durchlaucht, daß er noch lang« dem Reich gesund erhalten bleib«. Ein frcunvliche» N ck-n und Lüften de» Hute» war der Gegmgruß BiSma ck'S, da» Volk selundtrte die Szene mit abermaligem Hurrah.„Durchlaucht sehr» recht wohl aus," unterbrach nachher Herr Braun die ein» getretene Ruhe.„Die Kur scheint gut bekommen."„Nun nein, Gastein hat meine Nerven etwa» angegriffen." entgegnet« Bismarck, und degeisterte Hock« bestegeven auch diesen natür* liehen Gedankenaustausch.«Der poltiische Himmel bft rn* recht umbüsteft, Durchlaucht! Man hat in den lrtzten hoch auf und lehnte sich von Niuem in da? offene Aenst». „Gewiß, man ist nach dem Swrz det Fürsten Alexander zu Anfang der Woche um den Frieden befolgt gewesen", bestätigte nochmals Herr Braun.„doch hat man mit vollem Vertrauen jederzeit zu Ihnen emporgeseben. Run, die Gefahr liegt doch wohl nicht so nahe?"—„I bewahre," versicherte der Kanzler,„I sen EU Goelhr'S Faust!" war die lakonische Antwort deZ Fürsten> Reichs lanzlert.„Durchlaucht, waS Sie hier sehen, wir Reichendacher find oute Deutsche. Wir stehen treu auf Ihrer Seite, auf unS können Durchlaucht rechnen!' „Dal ist schön, dal freut mich." entgegnete der Kanzler auf diese patriotische GefüblSentwickclung de! H-rrn Braun.„Doch nur, wenn Roth an Mann geht," setzte der Fürst hinzu.„Auch ich bin, wenn ti no'hwcnvig wird, gern noch einmal dabei/ ließ fich in diesem Augenblick Herrr Revisor Schmidt oul Zwickau vernehmen, zu dem fich wendend Fürst Bismarck frug: ,�aden Sie schon Krieg« mitgemacht?" Sie haben wobl bei den Schützen, bei den Schwarzen gestanden?"„In Plauen, bei drm 105. Regiment. Durchlaucht," erwiderte der Ange- sprochene. Losbrechende Hochs setzten in diesem Momente der Unterhaltung ein Ziel.„Fürst Bismarck hoch I" rief eS auS hundert Kehlen;„auch die Familie Sr. Durchlaucht soll üben!" rief eine krä't'ge Stimme, eine kurze Pause benutzend, dazwischen und von Neuem Hoch und wieder Hoch. Bei dieser letzteren Begrüßung winkte Fürst Bismarck seine Gemahlin an! Fenster, die darkend fich verneigte." Ueber dte Fortschritte der Leichenverbrenuuugtfrage entnehmen wir einem Referat d«S„Crntraibl. f. allgemeine Gesundheitspflege"(Heft 6 und 7) folgrnde Einzelheiten: In den Vereinigten Staaten finden fich Feuer sestattungen zu Rcwyork, Lanaaster, Buffalo. San Franzi?co und Boston. Die Leichenverbrennung begegnet dort keinerlei Schwierigkeiten; eS genügt, den Todtenschein im Bureau der Gesellschaft für Feuerbestattung vorzuzeigen. Ein Verwandter oder Erbe muß dem VerdrennungSvorgang beiwohnen. Die Kosten betragen, Allel mit eingegiiff'n, 40 Dollar!(160 Mark).— Fn Deutichland wurde bekanntlich dem Reicht tage«ine mll 23000 Unter« schristen versehene Petition behufl Hwflellung der fakultativen Lrichenverbiennung eingereicht.— Ja der Schweiz beschloß der Genfer Große Rath die Zuläffigkeit der Feuerbestattung, mit der einzigen Bedingung, baß daraus keine Vermehrung der öffentlichen Ausgaben«rvachfe. Ja Zürich, wo die Feuer« bestattung gestattet ist, wird in kurzem ein Apparat errichtet werden, wahrscheinlich wird die Wahl hier, w!e auch kürzlich in Buffalo, auf dal System Venini fallen.— Fn Italien wächst die Zahl der Vereine für Leichenverbrennung täglich; man zäblt deren augenblicklich über sechs, ig, deren einige 5 bis 6000 Mitglieder aufweisen. In Rom allein wurden im Jahr« 1885 mehr all 100 LeiÄen verbrannt.— Auch in Schweden, Norwegen, Holland und England wächst die Propaganda. In Belgien vagegen litt der dortige Verein Schiffbruck an einem Gesetz, welckeS die Beerdigung in einer gewiffen T'tfe vorschreibt und welche! die unerhofft« Auslegung fand, daß damit jede andere Art, die Leichen zu zerstören, verboten sei.— In Frankreich hat der Gemeinderath von Pari! auf Grund eine! Gutachten! d«S Seine- GesundheitSrathS die Verdien- nung der sezirten Leichen, 3 bis 4000 jährlich, ein Zwöftel fast der Gesammtsterbefalle der Stadt Pari!, beschloffen und fich für den Apparat Gorini, welcher auf dem Kirchhofe P-re Lachaise errichtet werdrn soll, entschieden, und die Deputirten- Kammer hat da! vom Senate angenommene Gesetz de! steige- stellten Bestattung mit 321 gegen 174 Stimmen in folgender isung angenommen: Jeder Mündige j)der für mündig er- ärte Minderjährige kann die Art seiner Bestattung selbst de stimmen und die Wahl treffen zwischen Beerdigung und Ver- brennung. Dem konservative« Verdienste seine EchulrathSstelle. Die antisemitisch- gouvernementalr„Staatldüigerztg." dringt «ine Korrespondenz au! Zinndorf bei Al'-LandSderg und feiert darin die Ernennung de! dortigen Prediger! Steuer zum Plovinzialschulrath in der Provinz Westprrußen damit, daß „derselbe fich vor allen Dingen in seiner Eigenschaft al! Vor- fi, ender de! konservaliaen VolkSverein! Niederdmnim all geschickter Organisator.nd schneidiger Redner bemerkbar gemacht habe. El mag da! auch wohl vorzüglich die Bl'cke auf ihn gelenkt haben, da in Westpreußen ein Mann au! solchem kernigen Holz sehr von Röchen ist%" Mit dem Abbruch der Moltke-Vrücke wird demnächst begonnen. Dersilbe wird gegenwärtig von der Bauverwal- tung durch öffentliche Verdingung ausgeschrieben. Dem Unter- nehmer sollen sämmtliche Eisenmaterialien im Gewichte von zirka 384400 Kilogramm überlassen bleiben. Aus Lehrerkreise« wird der„Nast-Ztg." geschrieben: „Vor veischitden'n UnterrichtSanstalten in Berlin S. wurden am Mittwoch Morgen vor Beginn de! Unterricht! an dte Schüler und Schülerinnen auf der Straße Reklamezettel eine» biefizen Theater! vertheilt, da» den Besuchern in markt- schreterischec Art außer unübertresflicken„Egypten» Welt- wundern",„humoristischen Phantast-gedilden" und„urkomischen Verwandlungen" auch eine großartige Gratis- Präsentoertheilung von Armbändern, lebenden Goldfischen. Parfümerien. Uhrketlen, Porzellrnsera'cen, Thermometern und Alabastervas-'N verspricht. El braucht wohl kaum gesagt zu werden, daß derartige G:- schä tSp.-akt.ken für da! Schulleden über au» störend find und den Ernst de! Unterricht! gerade in der ersten Stunde ge« fährden. Leider find die Dirigenten der mit den Theater- zetteln beglückten Anstalten jenem Treiben gegenüber machtlos und e» bleibt den betreffenden Behörden überlaffen, Wandel zu schaffen." Zur Warnung für Liebhaber übermästtaen Rauche«» sei hier miigelhetlt. wie fich Profeffor Fräntzel, dirigirender Arzt an der Charitee, über die Folgen deffelben äußert: In den Charitee Annalen berichtet ver bekannte Arzt über sogenannte idiopathische H.rzleiden und zählt dazu auch die Erkrankungen de» Herzen! nach üdr'mSßigtm Rauchen. Dieselben äußern fich porzuglwetje in beschleuniater, unregelmäßiger Hcizihätigkeit und führen zu quälenden Beschwerden: Unruhe in der Herz- gegend, Kr-rzatbmigleit, Mattigkeit, �Schlaflosigkeit k. Forscht man nach drn Ursachen, durch welche eine so gewasttge Unregel Mäßigkeit der Herzlbäiigkeit bedingt sein kann, so erfährt man ziemlich leicht, daß dte Kranken leidenschaftliche Raucher find. Sie rauchen aber nicht gerade sehr ntkottnreichr Ziga.ren, son- dern stalle, au! der Havanna importirte Z ganen. Jahre lang, oft zwanzig Jahre und länger, wird die! Rauchen gut oer- trage,! wenn auch allmälig immcr mehr und immer feinere Zigarren gewählt werden. Dorn stellen fich eine! Tag«! ohne so istige dekannte Veranlassung Herzbeschwerden ein, welche rasch ansteigen und dte Hilfe de! Arzie! in An fpruch nehmen. Sehr selten steht man ähnliche Beschwerden allmälig bei Leuten fich entwickeln, die keine echten Havanna'!, sondern gewöhnliche bei un» im Handel vorkommende Zigarren in ganz ungewöhn- ltcher Menge, selbst achtzebn Stück täglich, geraucht haben. Nach übermäßigem Genuffe von Ziganetten find derartige Herzbeschwerden noch nicht beobachtet worden, wenngleich e! frstttiht, daß auch hierdurch gewiff« Kranthntterscheinunaen erzeugt werden können. Da! Alter, in welchem diese Herzde- schw rven fich gellend machen, ist sehr verschieden. Selten find die«ranken unter dreißig Jahren, am häufigsten in den vier- MMMMM Entschließt sich der Leidende zu raschem Ausgeben de! Rauchen!. so ist dle Krankheit oft wie abgeschnitten; in anderen Fallen dauert es längere Zell» ehe da! Herz wieder regelrecht arderret. In solchen Fällen muß neben dem unbedingten Verbot de! Rauchen! sorgfältige Regelung der Diät zu Hilfe genommen werden; leicht oervaultcke Speisen, lein Kaffee, leichte! Bier und Wein in mäßiger Menge, dazu kürzere Spaziergänge, Auf- enthalt in mittelhohen GrbirgSorten und entsprechende innerliche Behandlung. Bei dieser Kur gehen oft im Lauf« eine! Jahre! alle KrankheiiSerscheinungen zuiück und bleiben dauernd oer« schwundin, wenn der Patient nicht wieder anfängt zu rauten. In einer dritten Reihe von Fällen laffen nach diesen Ver« Ordnungen die subjektiven Beschwerden vollkommen nach, die Kranken fühlen fich gesund und l'Sftig. aber ein« mehr oder minder ausgesprochene Unregelmäßigkeit der Herz'dätigkeit bleibt besteben. WaS bei dem Rauchen schädlich wirkt, steht noch nicht fest Jedenfalls ist die Erkrankung nicht von dem Nikotingehall der Zigarren adbängig, denn e! giebt z. B. Kranke, welche von bestimmten Zigarren, die hierher in Kisten au! Havanna eingefüblt find, krank wurden, während ste Zigarren oertragen, welche ocn drmselben Tabak au! der Havanna stammen, der aber erst im Bremen ober Hamburg verarbeitet worden ist. Hier tann also von Nikotin-Wirkung nicht die Red« sein. Zum Trost für leidenschaftliche Raucher sei gesagt, daß ihnen nach längerer vollständiger Entsagung jeden Tabakgenuffe! mäßige! Rauchen von in Deutschland fadrizirten Zigarren auS Havanna- Tabak gestattet w:rden tann. Nach dm bisherigen Erfahrungen gebm aber diese Kranken nach einiger Zeit weist da! Rauchen von selbst auf. Die O-ffaunge» der Kanalisation sollen seit einiger Zeit einen sehr üblen Geruch ausströmen, der an Berlin! Käß- lichste Tage erinnert. Die Beschwerde ist zutreffend. 93er- muihlich legt die anhaltende Dürre und die tropische Hitze den Behörden eine große Sparsamkeit im Wafferoerdrauch auf, so daß ein« ungenügend« Spülung dte Ursache sein mag. In diesem Falle würbe Abhilfe allerdings allein vom Himmel zu erwarten sein, der e! gar zu gut mit un! weint. Allerding! ist nebm dem warmm Wetter auch eine Neigung zur Ge- witierdUdung vorhanden. Aber diese Neigung ist schon öfter dagewesen, ohne fich zu beihätigen. Da heißt e! eben, fich in Geduld faffen. Al! drastische Illustration zu dieser Klage finden wir in einem hiefigen Blatte folgende Notiz: In der Nacht zum Mittwoch waren säwmiliche Sprengwagen der städtischen Stiaßmreinigung auf dem Tempelhofer Felde an der Arbeit, um durch Sprengen die Trockenh:it zu beseitigen und dadurch den Staub für die große Parade nach Möglichkeit zu beseitigen: obgleich da! Waffer in Strömen floß, da! Sprmgen war oerlorenc Liedelmü'ze. Der Staub war trotzdem am Vormittage so groß, daß der Kaiser befahl, daß der zweitt Voldetmarlch dcr Truppen ausfallen solle.— WeShald fließt auf dem Tempelhofer Felve da! Wasser in Strömm, während pan, Berlin unter dem Waffermangel leidet? Der Grund und Bode«, auf dem Berlin steht, ist von größerer Mannigfaltigkeit, al! man gemeinhin glaubt. Schon mancher Bauherr hat stch au! Unkenntniß dieser Manniafaitig- kell an den Fundamentirungen arm gebaut. In der Friedria.- straße neben dem Kolonial Panorama senkt man jetzt bei einem Neubau Brunnen an Brunnen, während fich in der Dorotbeenstcaße neben der Marktballe trotz der Nähe der Spree der schönste weiße Sand beim Fundamentiren zeigt. Früher tappte man in dieser Beziehung im Dunkeln, jetzt hat man an der geologischen Karte von Berlin, herausgegeben von der geologischen LandeSanstalt, einen stcherm Anhalt. Ihre An- gaben beruhen auf Bohrungen, welche fich bi! 15 Meter tief erstreckten. Erst in jüngster Zeit, in dm Gcündecjabren, hat Berlin begonnen, die Niederung de! allen Spree- Thale! zu verlaffen und die Plateauränder de! Barnim im Norden fo' wie de! Teltow im Süden zu erklimmen. Dte alten Stadt- thore lagen hart an der Grenze de! Plateau! und der Thal- Niederung. Die Höhmrändcr bestehen meist au! lehmigem Sande; in der Thatniederung hingegen fehlt der Lehm gänzlich. Diestlde ist sandig oder moorig und zeiat darin verschiedene Höhenstusm, welche durch Abtragen und Aufschütten allmälig ausgeglichen worden find. So die Flugsandhürel von der Kurfürsten- bi! zur vlücherstraße. Auf der zweiten Stufe, dem rölliz ebenen Thalsandi. liegt der größte Theil der Friedrich- stadt zwischen Behren- und Kochstraße. Die dritte Stufe bildet Moor und Torf, wie da» Dreieck zwischen ASkanischem Platz, Aupusta-und Großveermbrücke, welche! eine zusammri- hängende Torf fläche ist. Den schlimmsten Baugrund endlich gehen die Jnfuiorienlager ob, die fich meist entlang der Spree zeigen. I« Betreff dee Grünaue« Affäre wird un! noch fol gend'.s mitgethctll: In ver Notiz ooai 31. August und 1 September de!„Berliner VolkSblatt" bedarf et einiger Richtig« stellungen. Wenn der Korrespondent de! ersten Artikel! sagt, -! sei mit der blanken Klinge auf unbewaffnete Arbeiter eingehauen, so hat derselbe Recht, nur hat er fich in der Person de! EwpsängerS der Hiebe, wi:«S ja in Nummer 203 an gegeben, geirrt. Derjenige, welcher am Arm verletzt wurde, war nicht Herr OSiar Schindler, sondern Herr Hermann Ktelewetter. Außerdem erhielt Herr C. Flicke einen Hieb über die linke Schuller. Wie wir hören, wird die Slaailanwallschast stch noch mit der Sache zu beschäftigen haben. Dte»uteruehmungsluftige äugend ist nun einmal überall die gleiche, in Berlin wie in seiner Umgebung. Am Mittwoch fuhr einer von den großen Gänse TranSvoriwagen dte Chaussee entlang nach B itz. D.e furchtbare Hitze hatte ras sonst deftändtg und laut schnatternde Federvieh verstummen lcff n, der Führer de! FuhrweikS schlief, die Pferde ttottcten langsam ihren Weg, und ein vorn auf dem Wasen liegender Hund schielte blinzelnd ein halbe! Dutzend Britzer Junger! an, bei denen der Gänsewagen oorüberfuhr. Sofort hielten nun die jungen Britzer einen KriegSralh: Hinten un dem Gänse« wagen defanden stch Thüren, durch welche die Jnsaffen zu den einzelnen ttdlheiiungen de! Wagen! gelangt waren. Diese Thüren versuchte man mit langen Knütteln zu öffnen. Der hiergegen heftig opponirmde Wachhund erregte lediglich da! Gelächter der Attmtäter, denn auf dem gitterartigen Deck de! Wogen! konnte er stch nur schwer behaupten und glitt fort- während mll den Beinen durch die Sproff.n. Plötzlich sprang eine der Thüren auf und das eng eingepferchte Federvieh stürzte schreiend heraus auf die Chauff e und da! Feld. End« lich erwachte auch der Fuhrmann und fing von den Flücht iingen so viele al! möglich ein; ob alle, möchten wir dezweiieln, denn die bei seinen Gefangenen angestellten mehrfachen und mühsamen Zählversute schienen kein befriedigende» Reiullat zu ergeben. Dte Jungen waren natürlich längst verschwunden, und der Fuhrmann wahrscheinlich der Meinung, die Thür Hab« fich von selbst geöffnet. Gm Ioserateuschwtudler. Zu der Inhaberin einer Kra- vattenfabrik kam anfangs August ein Mann, welcher fich Schmidt nannte und zur Vermmelung von Inseraten für den Skat Block erbot, indem er bemcrtte, daß in nächster fleit 20000 Exemplare zur Vertheilung kommm würden. Die F au ging aus Ool Angebot ein und zahlte dem angeblichen Schmidt abschlägig 10 M, hat von demselben aber später nicht! wieder gehört und glaubt umsomehr. in die Hände eine! Schwinbler« gefallen zu sein, al! S. in der angegebenen Wohnung nickt aufzufinden war. B U'1 Gestohlen worden find nach einer Miitheiluna au, O.aniendurg dem dort wohnhaften Gärtner Ger icke«awi Blutvergiftung durch etueu Mücken sei» stadt gekommen war, einen Mückenstich unterhalb ihre! Knie! leicht an und beging sogar die Uaoorfichtigkeit, die detriffend« heftig juck-nd- Stell« mll den Fingernägeln blutig zu kratzen. Dte kleine Wunde war bereit! nach einem Tage ziemlich ver« narbt, so daß da! Mädchen weiter nicht mehr daran dachte und ahnungslos nach Biüffel zurückkehrte. Dort sollte ste jedoch bald wieder emxfi rblich daran erinnert weiden. Da! ganze Bein schwoll schon am anderen Tage bedenklich an und ver« ursachte nicht geringe Schmerzen. Eiligst wurde nun ein Arzt berbeizerufen, der dann auch bald eine bereit! in schlimmen Grad getretene Blutaergistung bestätigte. Di« Aermste, welche fich vor Kurzem mll ihrem oerwittweten Schwager au! Frank« furt a. M. verlobte und bald den Band für! schließen wollte, muß nun berell! vier Wochen da! Bett hütm und dürste wohl kaum Hoffnung auf eine oöllige Wiederherstellung oorhanven sein.„„ liebet de« Raubmörder Keller gehen der„Saale- Ztg. folgende Miitheiiungen zu: Keller ist nach seiner eigenen Aul« sage vom Schauplatze seine! V-.rdrechen! direkt bi! Lichterfelde gegangen, von wo au! er mittelst der Bahn nach Jüterbogk gefahren, da aber wieber ausgestiegen und bis Wittenberg ge- wandert ist. Im Freien hat er dort genächtigt, ist dann am 11. Jani ver Bahn nach Hall« gefahren und hat längere Z-» in einer Äastwitthschast an der Magdedmgerstcaße verweilt. Hier hat er auch dai Näher« über den Schtffltng'fchen Mord in der Zeitung gelesen und aus derselben entnommen, daß was ihn auch in Halle oermutd«. Er ist daher sofort über Äerse- bürg nach Leipzig gegangen, wo er indeß ein Unterkommt» nicht fand und deshalb fich wieder zurück in die Nähe von Halle begab. Hier ist Keller bekanntlich 00m O Verpächter M- in der Äerseburgerstraße mehrere Wochen hindurch al« Oebfitt- knecht beschäftigt worden und zwar ohne j den AuSweiS: er nannte fich Otto Stein. Eine! Tage! sagte dte Frau M. dem Oedsterlnechte:„Keller soll stch in hiestger Gegend Kerum» treiben, Du bist e! doch nicht etwa? Zeige mir mal Deine» Arm l" Keller soll ganz verdutzt dreingeschaut und ihr de» Arm gezeigt haben, doch so, daß fie die Tätowi'.ung nicht ge- sehen. Am andern Tage ist er spurlo! verschwunden gewesen und will fich nach Leipzig gewandt haben mll der Abficht, den Behörden zu stellen; er hat dte! indeß nicht gethan, Ion« dern ist wieder zurück über Halle nach Falkenberg gewandert, in deffen Rahe er beim Odstpächter Ziegendalg etwa 4 Wochm lang al! Oedsterkneckt gearbeitet hat. Hier hat er er fich obnc jeden Autwei! al! Otto Zimmermann ausgegeben. Ai! ihm gesprächsweise mitgetheiit wurde, Keller sei immer noch ni»l gefaßt, doch würden die Osstplantagen durch die GendumM fleißig abgesucht, wa! bei Z. auch bevorstände, verschwand Keller spu.lo». Da! war am 8. August. Er ist, wie er M*, zugesteht, mit der Bahn oi! Kohlfurt gefahren und von de W Breslau zu Fuß gewandert. In dortiger Gegend ist er, Arbeit suchenb, von einem Landsmann« entdeckt und auf Anzeige hin ergriffen worden. Der Schreiber Adolf Krüger, welcher durch seine wegenen Ein- und Ausbrüche fich etnm bekannten Namen s" der Verbrecherwelt oerschafft hat, hat in einem in Amsterdam aufgegebenen frankirten Briefe, den er an die Adreffe„Mollen' marll 1"(Riejendurg) richtete, mitgetheitt, daß er stch in Hnl- land für die indische Armee habe anwerben laffrn. Belann» lich konnte Krüger hier zur strafrechtlichen Verantwortung niw' gezogen werd-n, da die Gerich.lärzt« ihn tür geisteSk.anl er» klarten. In Oesterreich, wo er auch zahlreiche Diebstähle oft' übt hat, wollte man an seine Geiftetllankheit nicht glauben- doch wußte er fich auch dort durch eine üderau! kühn: Entwe" chrum au! der Frohnaeste zu Olmütz der Strafe zu entziehen- — In der indischen Armee wird er noch viele Kumpane treffen... Unvorsichttaes Gurgel« mit Kaltchlortkum bat wiederum den Tod ein«! Menschen, den de» ArdeUerS v« herdeiaefLh t. Ein Hochstapler. Ii Lugen ist bei dem Verbuch, ß* Daeleyen zu oerlchaffen, ein von Geldmitteln vollständig b ößt« junoer Mann verhaftet worden, w.-lcher fich für den Sohn de! Oberst Lieutenant» Grafen Schmettau auf Sck-oB Stoeoelzood in Holland auizad und auch Vifitenlarten am die Namen Theosor Graf von Schmettau und Friedettem Smito da Jama ci bei stch führt. Da der Verhaftete die A>� demie für neuer« Sprachen in Berlin besucht haben will, wura* die hiesige Kriminalpolizei um Rachforschungen nach der son de! angeblichen Grafen Sckmettau ersucht un) ermitttv- m demselben den 18 jährigen Schüler Karl Schmidt, w«!«» im Juni v. I. bei einem hiefigen Sprachlehrer Unte-rich! 6? nornrntn, diesen Unterricht aber wegen mangelnder Mittel � Vollen,.tniffe bald«teder aufgegeben hat. Die Dumme« werdeu utcht alie! Zu einem D% mädchen kam cor einigen Tagen eine etwa vierzig Jrh« Frauentperson, erbot stch zum Antauf alter Sachen unv Su«m tm Laufe de« Gespräch», daß sie da» Wahrsagen versteh«-'* doch zu diesem Zweck« getragene KlerdungSstücke deSjen's,, welcher da» Schicksal befragen wolle, einige Zll an nehmen müffe. Da» Dienstmädchen ließ stch durch plumpe Vorspreg-lung bestimmen. fast ihre gesaww� Garderobe im Werth« ven hundertfünfzig Mark Schwindlerin, dte fich natürlich nicht wieder sehen ließ, vertrauen. j ®?n,';tnem sähe« Tode wurde eine junge Frau H% mixbort, Mutter cor? vier unmündigen Kindem, vorgestern. Kaudusrr Thor ereilt in dem Moment, al» ste von««» �«bebahnwagen stieg. Frau H. war auf dem Wege g«-™� ch«m Manne da» Mittagessen nach dem Wochenmvrlt«. bringen. Vom H�chlage getroffen, stürzte ste tovt den S'.raßendamm nieder. Obgleich man die Aertnste i. fort nach dem nahegelegenen Kranlei. hause Bethanien bra« tonnte der dortige Arzt doch nm den berell» eingelreir- Tod konstattren. «arkthalleu• Bericht vo» 3. Saudmau«. üädtts»�. ■2? •iff« ver 'a»iU' _»nunuiautn» xoinqi oon a.«anomanu. LertaufsvermtVier. Berlin, Zentral-Ntarltbuär, d.2 Seplt"'?� Fische. Die Zufuhr war in der onfloffmen Woche u ttchec, wa» bei der andauernden Hitze nicht günstig am. Prti» wirtte. Lebend abgesandte F.sch« starben meist am Zp Transport. E« ist deshalb rathsam Filche nur in gM« � ünd sehr begehrt und erlangen det regelmäßiger Zafuhr S "reise._ �».,6- »eräucherte Fische. RöeinlackS TÜ0-2.S0 junge, MsÜß...__________________ I Makrelen 40—60 Pf. pro Slück,, i j 3%-- l 83—88, n. 66—76 M. Galtzisch« und andere germgp UMWMN 80-36 SR., n. 20-25 M.. Ramadom 30-86 3», cheinis»« Holländer«äse, 20-22Pfd. schwer. 45-58 SR, echter Holländer 66 SR., Edamer L 60-70 SR, n. 56-68 SR., französischer «ufchateller 18 SR. per 100 Stück, Eamembert 8.00—8,60 R. per Ttzd, SRainzer 4 SR, Harzet 3,60 per 100 Stück. Eier 2,25-230 SR. per S-dock. Gemüse und Obst. Pfirstche 30—45 SR, Tomaten 10—15 SR v« Zentner, Weintrauben 35— 40 SR, Preiselbeeren 9—10 SR. Z«Ztr,«motten 2 50-5 SR. per 100«ilo, Wirstnaiohl 2-3 Roth' und Weißkohl, große Köpfe 3—4 SR. per Schock. Blumenkohl 10—15 SR all, Erfurter 15—20 SÄar! pr. 100 «anoffeln, weiße runde 3,00 SR, Nierenkartoffeln 3 00 R, röche 2,80 SR, blaue 3,00 SR. or. 100 Kilo. Pflaumen J~163R, Birnen 5— 203R., Aepfrl 5-20 SR, Tq roter 20- 25 SR, owiebeln 2 00— 3,50 SRail per Zentner, Schalotten 6—7 Mark. wut saure Gurken 2 SR. per Schock. Melonen 20—30 Pf. H- Pfd. Ananas 2—2,50 Mark pr. Pfd. Getrocknete Morcheln �60 SR. per Pfd., getrocknete Steinpilze 6,50 SR. per Pfd. , Blumen und Blätter. Lordeerdlätter 3 SR. per 10 Pfund l«b. Rosen 4 SR. . Wrld und Geflügel. Rehe 60-75, Hirsche 35-50, Wild. Aw«in 25-30 Pf. pr. Pfd, Rebhühner, junge 90-110, alte 70-85 Pf.. Wachteln 50-80 Pf, wild« Enten 0,80-1,20 SR, unge Gänse 3,00-5,00 SR, jungt Enten 1-1,50-2,00 SR, imge Hühner 0,45-0,80 alte Hühner 1,00-1,40 SR, Tauben 30-45 Pf.. Poularden 4L0-7 SR per Stück, . Polizeibericht. Am 1 d. SRtS., Nachmittag«, fiel der Klf einem Neubau in der Leipzigerstraße 2 mtt annageln von Dachsparren beschäftigte Zimmermann Mecklenburg in Folge Umer Unvorsichtigkeit vom Dack heran und erlitt einen «chädeldruch, so daß er msttelst Droschke nach der Cbaritet «bracht meiden mußte.— Gegen Abend wurde in der Neuen Wr.iiijfttaße ein Knabe von einem Geschästswogen und An Spandauerblücke ein; Frau und deren 6 Jahre alte Tochter M einer Droschke überfahren und namentlich lctztere so be» «utend am«opfe verletzt, daß ärztliche Hilfe in Anspruch ge« "ammen werden mußte. Gerichts-Zeiwng. � t Wegen U b.rtretuug de« Droschken. Polizei-Regle« Atttl« war der Kutscher Doelltng vom Schöffengericht zu einer Mbftrafe von 15 SR. verurlheilt worden. Er hatte gegen da» unhtil rechtzeitig Berufung eingelegt und gestern kam die ?achk von Neuem vor der sechsten Ferienstrafkammer de» Maen Landgericht» n zur Verhandlung. Leute, welche eine **''-''ren meistenthetl» der wohlhabenden Klaffe Zum Schutze ihre» Portemonnaie» ist ,„ ,v,.v.yv..... so weit durchbrochen morden, al» ein j%Ut«b festgesetzter Tarif die Höhe der Forderungen der ?«Icher für die Fahrt bestimmt. Man hat dem„T'gm der (.•Rn Konkurrenz" nicht zugetraut, daß er einem Regenguffc Niel» weise Stand halten würde, wo die Kutscher dt; große erfrage nach und das geringe Angebot von Fahrgelegenheit � dazu ausnützen tönnten, da» Gesetz de» augenblicklichen llchen Leben» anzuwenden und ihre Fahrgäste etwa» zjtoflren. Nun besteht aber der Tarif und die Fahrgäste 8"n/tn auf ihren Schein, sie zahlen keinen Pfennig mehr, al» && zahlen verpflichtet sind, ja e» giebt unter ihnen Leute, o'„*» mit ihrem Anstand vereinbaren, dem armen » Ocher einige Groschen abzud'ücken.— Kam da an einem »io,. 2.3 tm Herbst vergangenen Jabre» ein dtederer Provin- z>,°' Rentier natürlich, mit seiner Nichte au» der Haupt, und stii»« Gstadt jene» Lande»,«tlche» einen Ochsenkopf tm Wappen na<5 um fich hier zu amüstren. Die beiden Neu die tu«. u.\ sparsam« Rentier.„Sie vergeffcn den Keffer, unter 10«uo wiegt, beträgt da« Fahrgeld allerding, tfiil p" r Angabe wurde noch durch den Gtichäft»« eÄ!? �i» Hotel» destäligt. Der Koffer war aber bereit» hin l Ttrra.fltn un'3 slhlteßltch gab der Rentier dem Kutscher nur Wr"' � l'Vire auch annahm. SRtt der Er- WnSt.oon � Pfennigen war aber Herr Bliesen noch b&mi. de"» et zeigte den Kutscher auch noch wegen Tarif. kürtei ung an. if M'|h'---- ■.rjL: Er reiste in seine Heimath zuiück und gab vernommen an, daß der Koffer„nach seiner «ow �",3 höchsten» 6 Pfund gewogen" habe, da er ihn..seiser dles«,»vvbof zur Droschke habe tragen können". Auf Grund den»?u»sage kam da» Stöffcngericht zu einem verurthiilen- » ,tz�"»nntniß. Di« Berufungsinstanz gelangte jedoch zu einer ktzxJ" Auffaffung. Ihr schien die Sache nicht genügend auf» Wi\Und die Aussage de» Rentier» zu unbestimmt. Sie �.vaher d n Kutscher oon Strate und Kosten frei. früh,' um Unterschlagungen zu verdecke«, verübte der d reltor» W. hierseldst. Hildegard, genannt Kälhe, besuchte«ine» Tage», Anfang Mai diese» Jahrc», ihre Mitschülerin, die Tochter de« Kausmcnn» N. hierselbst, um derselben eintae Bücher zu überbringen. Bei dieser Geleaerheit hielt fich Käthe auch einige Zeit lang in der Küche der N.'schen Wohnung au'. Nachdlm die Kleine weggegangen war, bemerkte Frau St., daß von 21 Pf., einem Zehnpfernig-, einem Fünfpfennig- und drie Zwilofennl�stücken, die auf dem Küchenttsche gelegen hattrn. 15 Pf, da» Z hn und da» Fünfpfrnntgftück, fehlten. Frau N. nahm an, daß Käthe da» Geld genommen und machte au» dieser Meinung lein Hehl. Sie sprach nicht nur ihren Kindern gegenüber davon, ste sagle bald darauf auch zu der verehelichten Schuhmacher SR.:„Käthe W. hat mir 15 Pf. gestohlen." Da die N.'schin Kinder sowohl al» Frau SR. sich die Verbreitung der Neuigkeit angelegen sein ließen, stand Kälhe bald bei vielen Leuten namenlltch bei ihren Mitschülerinnen unter dem häf- ltchen Verdachte, eine Diebin zu sein. Nicht genug damit, daß man die Kleine scheel ansah, man deutete den Be dacht auch gegen ste au». Eine« Morgen» zischelten fich die Mit- schülelinnen die Nachricht zu:„Käthe W. bat schon wieder gestohlen l" Der Letter der Schule, Rektor L., dem die Nachricht ebenfall» zu Ohren kam, prüfte dieselbe sofort, auf ihre Wahrheit. Auf seine Frage, was die Kleine gestohlen habe, antwortete ihm eine Schülerin:„Eine Erbdeere und ein Stückchen Cbokoladc." Gleichzeitig'heilte ihm die Angeberin mit, daß Käthe beide Gegenstände in ihrem Tornister versteckt Hab«. Der Rektor ließ unoerzügltch nachsehen, in Käthe'» Tor- ntster fand sich jedoch das Naschwerk nicht. Dagegen wurden die E bveere und da» Stückchen Chokolave in dem Tornister von Käthe'» Schwester, w iche dieselde Klaffe besucht, entdeckt. D-r Rektor, welcher der Nachricht von vornherein mi! Miß- trauen begegnet war, folgerte und augensch-inlich mit Recht au» diesem Umstar d, daß Käthe verleumdet worden s i, daß eine Mitschülerin, um ste de» Diebstahls zu verdächtigen. Erd- beere unv Chokolade ihr hat« zustecken wollen, dabei aber Käthen» Tornister mit dem der Schrvester gehörenden ver. wechselt habe. Käthen» Vater, de; von dem peinlichen Auf- triite Kenntnlß erlangte, war darüber natürlich empört. Er zog Erkundigungen ein und etfuh', daß die Quelle ver gegen seine Tochier erhobenen Beschuldigungen in den Auslastungen der Frau R. zu suchen sei. Er erfuhr auch, daß die letztere Frau SR. gegenüber seine Tochter ganz unzweideutig des Diebstahl» der 15 Pfg. bezichtigt hatte. Da Frau N. sich zu einem Wibenuf« ihrer Aeußerungen nicht versteben mochte, wurde W. gegen ste wegen verleumdertfcher Bele dt�ung seiner Tochter klagbar. In eer heutigen Verhandlung darüber war W. durch ven Rechlsa walt Oeltig vertreten. Der persönlich anwesenden Frau N. stand alt Verthridiger R-chttanwalt Fabritzi zur Seite. Letzt rer suchte durch Vernehmung mehrerer Zeugen den Beweis der Wahrhell für die Behauptung feiner Klier, tin anzutreten. Ts ergab fich, daß Käthe W. an dem betreffenden Tage mehrere Minuten allein in der N.'schen Küche gewesen war; eS ergab fich lernet, daß Käthe um die in Rede stehende Zeit aus dem SRutthiaspIotz einer Mitschülerin 15 Pf. gezeigt und fich dann sür 10 Pf- Naschwerk gekauft hatte. Auch lheilte diese als Zeugin gehörte Mitschülerin mit, daß Käthe bei dieser Gelegenheit zu ihr geäußert:„Sag' aber der Frau N. nicht» von den 15 Ps." Einige Tage darauf hatte Käthe, wie dir Mttstülerin wellet bekundete, gemeint:„Wenn Frau N glaubt, daß ich ihr die 15 Pt. genommen Hab«, werd' ich ihr da« Geld ersetzen." Der gleichfalls und zwar über den erwähittm Auftritt in der Schule sehörte Rektor L. erklärte: Er p laude ietneSweg», daß Käthe W. die Erdbeere und dos Stückchen Cbokolade einer Mitschülerin weggenommen;„denn," me nte der Rektor,„hätte st« da» gethan, all de ste beides nicht ver stecki, send rn balv gegessen haben. Ein Mädchen in Käther» aller hebt ftch so etwa» nicht auf." Rechtsanwali Oettig dean- troale hierauf, Die Angeklagte zwar nicht wegen verleumv-etschrr, wohl aber wegen einfacher Belitdigung zu bestrafen. Der Bewei» der Wahrh-tl>>i nicht erbracht, führte der Vertreter de» Kläger« au»; die Aeußerungen, wrlche Ka he W. zu ihrer Mitschülerin gelh n, s.ien noch kein Schulbbewei». Keinesfalls Hobe d e Angik.agie ein R-ckt gehabt, die Tochter de» Kläger» ohne wellt r» de» Diebstahl» zu zeihen. Rechtsanwalt Fabritzi trat demgegenüber für Freifprechunz«in, indem er geltend machte, daß die Angeklagte, wenn auch der Wah hilltdrweiS nicht vollkommen erbracht sei, doch in Wahrung der«chtiat«r Jnter- effen gehandelt habe. Nach kurz-r Berathunz erkannte da» Gericht dahin, daß Frau St. der Beleidigung der Tochter de» Kläger» schuldig und deshalb zu einer G-lvstrase von 3 SR., sowie zur Tragung sämmtltcher Kosten zu vcrurtheilen ist.„E» ist nicht zu orrkennen," bemerkte der Bat fitzende,„daß die Angeklagte einigen Anlaß zu der Annahme hatte, daß die Tochter d.» Kläger» die 15 Pf. genommen. In Wahrung be» recht, gier Jntereffen hat die Angeklagte jedoch nicht gehandelt, wenigsten» nicht, al« ste zu der Frau SR. die Ueußerung that, daß Käthe W die 15 Pf. gestohlen. Frau SR. stand der An. gelegenhert volllommen lern; die Angeklagte hatte keinen Giund, ge ad: ihr jne Mttthlllu' g zu machen. Die Singe- klagte war demnach zu bestrafen. Iii Würdigung der obwaltenden Uaistä-ide ist dl« niedrigste»ulässtge Strafe für äuge- m-ffen erachtet worden." Die Wohlthat der Abzahlungsgeschäfte sür da» ärmere Publikum zeigte sich wieder recht deutlich am kgl. Amts gerichte ,u München. E n« arme Wiltwe besaß eine auf Ab- zablung gekaufte Frister Roßmann. Maschine und hatte bereits 109 SR. daran dezahlt, wäzrend ste noch 40 SR. schuldig ist. In Anbetracht der bereit» großen Abzahtung pfändete«in W raren Abzahlungsgeschäft die Maschine weg. ließ dieselbe dem Nuhmaswinenhändler, weicher da» Etgenthumsrecht bt« zur völligen»Zjahlun« hatte, aushändigen(oerselbe steht in V r- blndung mit dem Abzahlungsgeschälls-Jntaber), händigte jenem den kietn-n Schuldbetrag aus und statt nun für vte arme Frau einzutreten, fordert er seine Restschuld auf einmal oder behält die Maschine trotz 109 SR. Abzahlung für fich I Und doch giebt ,» immer noch höiichle Leute, die fich trotz den bittersten Erfahrungen mtt solchen Adzahlungsgeschästen eintasten. vereine«nd Urrsammlnngen bt« In der gut besuchte« SRitgltederversamniluug be» Parte tbodeuleger» veretu«, welche am 30 August bei Piepe-, Mauerstr. 86, unter dem Vorfltze de» Herrn Heß statt. fand. reselirte zunächst der Vorsttzende über die jetzige Gc- lchäftelage und den Stand der T tritdewegung in der Pallct bodenleger Branche. wobei er, gleich allen an der Ditkusflen sich d-td illj-enben Rednern, konftatiite, daß nun dt» auf eine «enzige Ausnahm- sämmtliche hiestgcn Fadn kanten nach dem M ysriu? s stch hauptsächlich um eine Auslastung de» Herrn Müller, welche dahin ging, saß man die Packeldovenleger ein wenig aushungern, d. h. zu jeder flauen Geschäftszeit lieber das Pioduzireir ganz einstellen müßte, anstatt ste so gut ei geh« weiter zu be« schäftigen. Hierzu wurde schließlich ein« von Herrn Schwitz eingebracht; Resolution zum Beschluß erhoben, die in einer Art von Mißlrauensvotum gegen Agenten Herrn Müller gipfelt» jedoch der Meinung und dem Wunsche Ausdruck giebt, daß die wechselseitigen Beziehungen zwischen dm hiefigen Boden« legern und der Firma Levl nach wie vor ungetrübt fich erhal» ten haben und erhalten sollen. Der Fachvetei« der Böttcher Berlin» hielt am Sonntag, den 29 August, in Heise'» Lolal in der Lichten dergeifiraße eine Mllgliederoersammlung ab, in welcher zunächst üb t die Anschaffung einer VereinSfahne debatttrt wurde. Der Vor« fitzende empfahl den Mitgliedern, fich mit der Anschaffung einer solchen Fahne etnoerstanden zu erklären, fand hieim jedoch nicht den Beifall der Versammlung. In der Ddatte prachen sich verschiedene Redner für die Vertagung dieser An» gelegenheit au», dl« günstigeie Zeilen eintreten, außerdem habe der Verein in nächster Zill noch viele wichtiger« Ausgaben zu bestleiten, auch würde e» sich empfehlen, sämmtliche Kollege.: sür diese Sache zu tnteresfiren. Die Versammlung beschließt hierauf die Vertagung dieser Sache.— Alsdann empfahl der Vo. sitzend« die Leranstallung einer Matinee zum Besten hilfsbedürfttger Kollegen. Die Versammlung erllärte fich hier- mtt einverstanden und deauftragt den Vorstand, die nö hignr Arrangement» zu treffen. Hierauf wird der Tarif au» Kuffel oerlesiN und mitgethetlt, daß stch dort alle» nach Wunsch gl- staltet bade, jrtzt ab« sei ei Pflicht der hiesigen Böttcher, sür die Kollegen in Wanosdick, welche die Atbeir eingestellt Hasen» nach Kräften«inzutreten. Es wird von der Versammlung die Hilfe zugesagt, und dem Vorstand übertragen, sofort nach eigincm Ecrreff-n zu hanbeln. In Betreff der in Gera statt» findenden Generalversammlung de» ReiseunterstützungSvereirR erklärt dir Vorfitzende, eine allgemeine Böttcherversammlung einberufen zu wollen. Et werden hierauf noch einige versön» liche Angelegenh?tten geregelt, wonach der Schluß der V.r» sammlung um 12% Uhr erfolgt. f Eine öffentliche Versammlung der Etuckateuee, die s«h:»ut besucht war, fand am Mittwoch, den 1. d. SR., unter Vorsitz des Herrn H-.indorf in Nteft'S Salon, Kommandanter- straße 72, statt. Die.�LehrlingSfrage im Stuckgewerbe" war der erste Punkt der Tagesordnung, zu dem Herr Gottheiner da» Referat übernommen hatte. D-r Redner gab in ku-zeu Zügen ein Bild ver Vorkehrungen zur Heranbildung de» Nach» wüchse» tm Gewerbe, die höchst trauriger Art seien. Dt: Lehrlinge würden häufig wie ArdeitS'utschen oder Tagelöhner auf» genutzt. Die Kommisston. die mtt der Untersuchung der U:» sacht de» Abfallen» des Stuck» beauftragt war, sei zu dem Re- jultaie gekommen, daß die traurigen Mißstände im Leh lingt» wesen die Hauptschuld an derartigen Vorkommnissen trügen, dir das Leben der Bürger gefriedeten. Bedauerlich sei, daß die Prinzipale nicht d.s geringste zur Regelung der Frage gethcn kälten; so müßten auch hier die Arbeiter die Initiative ergreifen. ZurAuSdildung des Lehrling» seien dreiJahreecfordcllich, imerstcn Jahre hätte er da» Formen und Gießen, im zweiten las Ziehen und Zusammenstellen und im dritten Jahre das An- sitz!» zu erlern in. Dies wäre ein richtig eingetheilter Lehr- plan; statt deffm würden hiutc die Lrhrlinge nur zu den rohesten und köiperlich anstrengendsten Arbeiten verwendet, ste müßten Säcke Gypt tragen u. a. m. U'der Gebühr werde ihre tägltche Arbeitszeit ausgedehnt; ihm(Redner) sei ein Fall bekannt, wo der Lehrling von 5 Uhr Morgens bi» 9 Uhr Abend» regelmäßig Arbeit leisten mußte, ja sogar in den Zlaischenp uisn wurde er zu HSuslichtn Arbeiten versend t. Solchen Fällen gegenüber müsse die Hilfe de» G-setze», welches die ArdeUszeit jugendlicher Arbeitskräfte regelt, angerufen und der Behö.de Anee-ge gemacht werden. Der Leh:liog müsse Zeit baden, um fich zu erholen und stch Wissenschaft! ch und technisch fortzudrlden. Hierzu werde die Fachst- U, welche der Fochverein zu gründen im Begriff sei. Gelegen heit geben. Hoffentlich werde der Gedanke recht bald zur Auf- iührung kommen; dann werde ein wichtiger Schritt r H.bung de» Gewerbes gethan sein.(Lebhafter Beifall).- D-r zweite R-serent, Herr Kit», führte ebenfalls unter allgemd-c: Zustimmung dielen Gedanken noch weiter au». Er machte e« sonder» auf da» Tagelöhnerwesen im Stuckgewerbe aufmer'. sam, welche» dem gelernten Ardeiter Konkurrenz mache u- d welche! auf die eine ober andere Art zu deselligen sei. Li.ch er eo pfähl warm die Gründung euur itach schule.— In eint Diskusston wurde in Anbetracht der Wichtigkeit des fclg«nb-n Punk!«» der Tagesordnung nicht«wgetreten, dagegen folgende Resolution elnftimmig aagenonmen: Die heule versair» mellen Stuckateme Berlin» erkennen die von beiSen Rckermten beleuchteten Uebeiständr im LehrlingSwesen an, sehen in der Gründung einer Fachschule ein MUtel. ste abzuschaffen und über weisen die Sache dem Fach verein zur Erledigung.- mmmmsk von Stuck- und Zementgteßereien Berlin», durch 36 Firmen gebildet) und dem Stuckatemverein zu Berltn ist am 12. Aprtt d I eine V-reinba-ung ad eschloffen worden, wonach der vom Stuckateurverein aufaestellte Lohntarif in ollen seinen Therien von den der freien Vereinigung angebörigen Meistern angenommen wird und Geltung bi» zum 15. April 1887 haben soll Weiter heißt e» dann:„Wahrend ftch also die SR-ifter ver freien V-reii igung bis zu dem genannten Z i punlt der Gi liokeit an ven Tarif al» gebunden eiachlen, geben die Mitglieder dk» Sluckaleur Vereins die ebenso bindend« Erklärung ad- Bei % Tarif vorschreibt, aufzunehmen. Die Nichkinnehaliung dieirr Bireindarung. von der einen wie von der anderen Sdt-,„ilt WWWZ�W Mtist«.Vtreini?una am 24* August lichtn folgend.» mitth.llt: Bei Beginn ver Vn sammlung wurde jedem Mitglied« eine gedruckte Liste der Mitglieder de» Slucka. teurvereln» übergeben(!) Aus der Mitte der Vereinigung wurde die Frage gestellt, od der Lohnvcitiag, welcher zwischen den vtuckatcmen unv der Meist, r-»aft geichlofim noch m Reck! bestehe, da vielfach- Uebergiiffe s-Ueni der Sluckateure(?s«att. MSB II*!!!«?', K Ü1 rtutn Liderungen vorzutreten(?). nament- lich aber fordein. daß zur Ei langung von ArbeitSkläften nur mmmm �vwckakm Vtrsawmkma" H«r Hcindorf, mittheille, in dem angegebenen Sinne abgesagt eingetloffen und von der Lohn» kommilfion sofort beantwortet worden. Die Erwiderung lautet im Wesentlichen wie solgt:„In Anbetracht der von unS nicht anzuerkennenden Gründe, welch« mahaebend sein sollm, sLmmtlichen Stuckateur» Gehilfen Berlins den ab geschlossenen Kontrakt zu kündigen, weU vielleicht einige derselben Forderungen gestellt haben, die kaum zu erfüllen find, oder weil vielleicht andere fich Uebergriffe erlaubt haben, oder weil einige Kollegen in einer Werkstatt zur strikten Durch- Shrung des Tarif»(oer ja gerade dazu dienen sollte, allmSIig ejenigen kennen zu Innen, welche den Beruf und da» An- sehen de» Gewnbet gewiß nicht sördern) fich genöihigt sehen, die Arbeit niederzulegen— und in Anbetracht, daß die un» übersandte sog. Kündigung nicht von jedem einzelnen der der Vneinigung angehörmden Prinzipal« unterzeichnet ist, fieht die Korr Mission hinin nur t!n« Vcrkennung der rechtmäßigen?er Hältnisse von Seiten der Prinzipale und hofft, in kurzer Zell diise Angelegenheit auf die«ine odn andere Art erledigt zu sehen. Weshalb haben fich nicht auch jetzt so wie früher die Prinzipale an die Kommission in so'cken Fällen Beschwnde führend gewandt? haben fie nicht stet» eine befriedigende Antwort erhalten? Persönliche An« fichten über die Kommission und falsche Zeitungsberichte recht- fertigen nimmermehr eiren solchen Schritt der Gesammtheit gegenüber?— Da» war die Antwort, in der außerdem die Meister noch ersucht wurden, fich in der öffentlichen Versamm lung am 1. Stplemder einzufinden. Der Referent hob hervor, daß kein Meister dieser Einladung gefolgt sei und erö'terte dann die Ursachen, welche die Meister veranlaßt hätten, den Tarif zu kündigen. Die von denselben angeführten Gründe seien hinfällig; wenn wirklich Uebergriffe feiten» der Gehilfm vorgekommen seien, so hätte der einzelne Meister fich an die Lobnlommisfion wenden können, die jeden Fall geprüft und er- lcdtgt hätte. Höher« Lohnforderungen seien wohl auch nur da erhoben worden, wo der Tarif«ine Lücke habe und „freie Vereinbarung" zulasse. Der Haß gegen da» Arbeit»- Nachweis- Bureau de» Fachverein», dessen Ejistenz dm Prinzipalen durch Zirkular mit der Bitte, e» zu benutzen, mtt getheilt worden sei, rühre daher» daß ihnen die Ueder ficht über da» Arbeitsangebot erschwert werde. Der wahre Grund jnr Kündigung deS Tarifs liege jedoch tiefer; die Z-tt sei eine andere geworden und man habe fich nicht gescheut, die Kollegen, die an der Spitze der Bewegung ständen, all Streik- führ« bei d« Behörde zu denunztren.(!!) Und doch hätttn dieselben auf gesetzlichem Boden für die Beffnstellung der Ardetter und die Hebung teS Gerverk» gekämpft. D« Red« ner schloß mtt dem Rath«, fest am Tarif zu haltm und vor- läufig einen«ontraktdruch abzuwarten, dann ad« e» auf ge» richtliche Entscheidung ankommen zu lassen. Er deutete noch an, daß, wenn die Prinzipale die V«eindarung aufheben wolltm, die Gedllfm daran denken würden, auf genossenschastlichem Wege fich Selbstständigkeit zu erringen.(LebW« Beifall.)- Eine lebhafte Dilkufston schloß fich an. die fich weit ausdehnte. E» sprachen in ihr die Herren Gotthein«, Grünb-r, l, Sieben dach, Kietz, Schmiedel u. a. m. Von allen Seiten wurden die Anstchtm de« Refnertm bestätigt und noch hervor» gehoben, daß die Meist« durch die Anficht, daß eine »endnung d« Konjunktur bevorstehe, zu ihrem Vorgehen gegen die Gehilkm veranlaßt worden seim. Schließlich gelangte folgmde Resolution zur Annahme:„Die heutige öffentliche Beisammlung der Stuckateur« Berlin» und Umgegmd hält die Zuschrift der Prinzipale für nicht gerechtftttigt und lehnt die Kü, dipung de» Kontra»» ab, bevor nicht pofit-ve Beweise er bracht find und jeder Prinzipal die«ündigurg eigenhändig unterschrieben hat."- Nachdem hierauf noch einige gewerk- schaftlich« Angelegenheiten besprochen worden waren, schloß d« Vorfitzmd« die Versammlung gegen 11 Uhr. «bendsVÄr, bin Man'» sÄon. Neue�Grünst� 28' Versammlung. Tagesordnung: 1. Beschlußfassung über die OulttungSduch legitimirt. Neue Mitglieder werdm autgmommm. Di« MUglieder, welch« noch villet« vom Sommerfest in Händen haben, werden ersucht, dieselben in der Versammlung an Hnro Kanowave zurückzuliekern. �„._, verein de, Maschinisten und Heizer. Sonntag. dm t. September. Rachmiitag» 6 Uhr, Reue Jakobstr. 24/25 Versammlung. Tagesordnung: Vortrag de» Maschinen» fadrikanten Herrn Ziegler über elastische Lag«.— Neue Mit- glieder w«den aufgmommen. Die Versammlungen de» Verein» finden von jetzt ad wttd-r jeden erstm und dritten Sonntag im Monat im oben aenannien Lokal statt. Verein zur Wahrung der Interessen der in der Hntfabrtkation beschästtgten Arbetter. Sonntag, den 5. Sep« tember, Herrenpartie nach Erkner RüberStoif. Treffpun»: Schlestsch« Bahnhof, präzise 9 Uhr Vormittag». Freund« und Gönner d-s Verein» stnd«ingeladm. Allgemeine Kranken- und Eterbekasse der Metall» arbetter(E. H. Nr. 29 Hamburg). Filiale R xdorf. Sonn» abend, den 4. September, Abend« 8% Uhr, Berliretstraße 136 Mitgliederversammluna. TagiSordnung: 1. Kassenbericht pro Fult und August. 2 Geschäftliches. Ten Mitglied«« zu: Kmntniß, daß am Montag, den 13. Septrmd«, Berlineist-aße Nr. 136 ein Vergnügen stattfindet, verbunden mit Gesangs-, Zithe?- und komischen Vorträgen. D«Utb«schuß ist für hilf»- bedürftige Mttgltrd« bestimmt. verein Berliner Mechaniker. Die Unterricht» Kom» misston dti V««ins macht bekannt, daß der vom Verein für Mitglied« desselben beschlossene Untenichttkursu» in den Elementen d« Maihemattk am 6. Dllob«, Abend» 8 Uhr, unter Leitung de» Herrn P. Bollert, Lehrer an der Hand- wirkerschule, beginnt. Anmeldungm wndrn in dm Sitzungen de» Verein» im September rntgegen genommm. Da» Honorar für den 9 monatlickm Kmsui deträgt 3M.; für neu eintretende Mitplteder 4 M. 50 Pf. Freie Organisation junger Kaufte ute. Heute, Freita», Abend» 8 Uhr, im Nieft'schm Lokale. Kommandantenstr. 70/71, Versammlung. Tageiendnung: Winterkampagne. Enquete- Angelegenheit. Geschäftliche».— Gaste sind willkommen. MaritNdorf'TtMpelhof. Zentral Keanken. und Stnde- kaffe der Tischler und anderer gewerblich« Arbeit«(E. H. Nr. 3, Hamburg), OrtSoerwaltung Martendorf. Tempelhof. Am Sonnabend, den 4. September, Abend» 8Zt Uhr, findet im Lokale de» Herin Teichert in Tempelhof eine öffentliche Mit- gliederversammlung statt, wozu Jeder Zutritt hat. TageSord. nung: 1. Welche» ist für Handwerker und Ardetter die geeig- netste Krankenkasse? Referent: He« Oskar Krohm. 2. Vcr- schieden« Kaffmangelegenhrtten. Uermischte». Eine Art Straßen silubernug will man jetzt auf dem AUantischen Ozean vornehmen. Die Beamten de» hyvrographi- schen Bureau» im Marineministeiium zu Washington stnd laut «New Boiler HandelSzriiung" mit Ausarbeitung eine» für alle verfahr« außerotdmilich wichtigen Plane» beschäftigt. Dies« Plan geht dahin» dm Atlantischen Ozean in verschiedme Ab« schnitte-inzutbeilm und jeden derselben d« Aufstcht eine» der seefahrenden Völker zu unterstellen zu dem Zwecke, die in dm üblichm Fahrstraßen d« Schiffe blstndlichm Wrcckl, welche der Schiffsahrt so hinderlich und so gefährlich find, zu entfernen. ES soll fich auf den Stroßm der zwischen Europa und Amerika hin- und herfahrenden Schiffe«ine so große Menge von oer- laffenm Fahrzeugen befinden, daß diese Maßregel gewiß von allm Seefohrern freudig begrüßt werden wird. Die stärkste Maschine der Welt dürfte diejenige sein, welche stch in den Zinkmtnm von FrledmSoille, Pensyloanien, befindet und unter dem Namen„Der Präsident" bekannt ist. Die Maschine wird von 16 Keff-ln mit 5000 Pferdekäften unterhatten. Durch jede Drehung der Raa« wird soviel Wasser aufgeworfm, daß dasselbe einen ansehnlich großen Teich füllen könnte. 23 Ton» Kohlen find täglich nöthig, um die Maschin« im Gange zu halten. Die ScknelligkrU d«selben deläuft sich auf 7 Umdrehungen in der Minute. Die Räb« haben 37 Fuß Durchmesser. Kleine Mittheilttttgett. Bielefeld, 31. August. Im Dienste der Menschenliebe fand hier am Sonntag ein Arbeit« seinen Tod. Ali n auf seinem Spaziergang an einer in unmittelbar« Nähe der Stadt belegenen Zementgiude vordeikom, die gegenwärtig voll Wasser st/,(Ihr, im Michaelkirchstraße 39 ine PersamS�gi ad. Tagesordnung: 1. Vortrag de» Gundelach über die GlaSfabrikation. 2- schieden«». Neue Mitglied« werren aufgenommen-% haben Zattiit. A Der Vorst-� Cigarren- u. Tabak-Handlung ea rro» ern detail Fritz Goercki Berlin SO., Admiralstraße 40(frühere„Linde"). 1 mport echter Havanna, Lager alier Sorten Ranch- and Sehnnpf-Tab» .. Neich assevttrt» grgmr echt tärktscher, ram/ch aa» ttmertkamtschnr«tgaeette» n. Tabak»,«cht Pordhau, aus"#«atah#l«\JL Augfust Herold Berlin SO� 113 Skalitzerstrasse 11� . Spiegel- a. Polkem.-Magazi»'! Eigene Fabrik. SolldS Preise. Prompte Bedienung. Zu beziehen durch die«epadtttaa, gtm- UfrStmrt 44 MUhnmvkiaferK hohe» Rabatt. rerontwottlich für den politischen TheU und Soziale» Max Lchippel, für«.reine und Versammlungen F. z« Neftaurant r d. Mi tan, Wiener- Straße 81, «tnpfuhlt allen Freunden und Bekannten sein neu rrrooirte« _.... Welsi. aad Bairlach-Bler-Lohal. , ssannttilb Druck und Verlag von übrigen Tbeil B« Zeitung«. Cronhetw