Aountag» de« S. September 1886. HL Iahrg« MnVMIall Krgan für die Interessen der Arbeiter. Em zlüzmilir ßödn. >rbeit«r l»Seid fromm wie die Taube«, aber auch wie die Schlangen", de»» schlangenklug find diejenige», Luch köder« wolle«! Tagte da i» der alte» Stadt Breslau eine �atholikenversammlu«g, wo sie all« zusamm««» «amen, die da« Volk abhalten wolle«, der Eide Frende» zu ,£»$«, um im Jenseits dieselbe« doppelt zu empfaage«. selbst fiid die H-rre«, diese Streiter für Papst u«d Loyola, gar nicht gewillt, nur ei« Titelche« der Erdenfteude» für d>e himmlische« zu opfer«; im Gegentheil— na« seh««ur ®««. stattliche« Bäuchlein, die weinseligen Wangen und Lippe«, ** lüstern.verschm tzien Leuglei« dieser Priester der»Ent» mmg" an. so könnte es einem fast bange werde« um de» .S-tsagungslohn', de» dieselbe» im Himmel empfange» kXrden. . Doch sie waren beisammen I Und einer ihrer Erz» bester, der Kaplan Hitze, zugleich Rüchstagsabgeord- �er, saltete die eine« französische» Abb«'« würdigen, zarte« r* feisten Hände über da« rundliche Bäuchlei«, drehte die �tglei« zum Himmel und sprach: . Die soziale Frage ist die bedeutsamste von alle« Frage« Gegenwart. Da« arbeitende Volk, welche« wir für die -nacht der Ruche brauche«, wendet sich vielfach von der» ttben ab. hört sozialistische« Irrlehre« andächtig zu und Weit nach irdischem Brode, mährend wir doch in der Lage Nxd. ihm himmlische« Mannah t«««gezählter Menge zu verabreiche«. Dieser Erscheinung muß entgegengettete« werden. Die «opläne und barmherzigen Schwestern und auch die Zesuite« — denn eine barmherzige Schwester r c; JU lasten. Aber RapUne und barmherzige Schwester« find«och gar nicht«— ich selbst bin ein Raplan und bm erst recht nicht«— aber———— Nun kommt«, meine Herren! Die Arbeiter find viel ja nüchtern geworden, der Zeitgeist hat sie allzu sehr schon Hrft. Selbst in die katholische« Gesellen» und «nglingsvereine ist er eingedrungen. Man branche«ur Esten a. d. R. und«ach Aachen zu sehe«, wo katho» W Arbester sozialistische Anwandlungen haben. i. Doch da« läßt sich ändern.— Entfalte« wir o'* ganze Pracht der katholischen Rirche. wdr die Arbeitervereine i« da« Gosteehau« ein. Die �ivahme in«inen katholischen Ardeiterverein muß in der JeuMeton. [42 Spure« im Saude. Roman von Ewald August Röntg. M»Vie dürfen nicht glauben, daß ich irgend einen Sin» M Ihre Entscheidung üben will." krf. Gedanke liegt mir fern, dennoch dank« ich Ihne« 55 daß Sie die Initiative ergriffen und so offen mst mrr Met Hab«. Auch ich wünsche nicht, sehnlicher, al« meinen y'W glücklich zu sehen, nur die Sorge um fem Wohl war ■k_ O***"»uuut� UI»�-7-0--. h�andere Ding« nachzudenken, Sie»erde« da« de- izb»Gewiß. Madame, ich finde e« natürlich. Hugo hat llz �e« erzählt, und ich habe nun eine recht große Bitte »Welche?" »3ch möchte die Table sehen." W»®«?* fragte die alte Dame«staunt.„Sie wiffen, zeftj*'»« Schwägerin nicht freundlich gegen Ihre Nicht« »t war." % ruhe in Frieden, Madame 1" erwiderte er ruhig. a»,?'stev. auch mein Bruder ist ermordet worden, und »chss� Mittheilungen Hugo« glaube ich entnehmen zu I>du,b,' � dieser Mord ganz w d«s«lb«n Weis« verübt ' Beerdigung soll ja«st morgen stattfinden �»Zawohl, da« Gericht hofft noch immer, bis dahin den £? 15b».« �"�cken und ihn angesicht» der Leiche verhören %, Sb-"; gder rch theile diese Hoffnung nicht. Romme» . Ä" 4 g-rne erfüllen. «ffene�A � in da« Zimmer, in dem die Leiche (f.™. lag! .�ster unhbmle � w»« Miene wurde immer ■- Ä'Ä SiÄSS% ÄÄ Rirche geschehen. Der neu Aufzunehmende muß sozusagen erst die Taufe erhalten al« Arbenerchrist. Bei dem geschwungenen Weihrauchfaß, während ein Zesuit ihm die Hölle vormalt, wird der neu aufzunehmende Ardeiter in da« Tausbecken solange untergetaucht, bis ihm Hören und Sehen vergeht und er bei allen Helligen dem Sozialiimu« abschwört und Zeugniß ablegt von der über» zeugenden Macht der kmholtschen Ruche. Stürmischer lang anhaltender Beifall, der fich bei der Erwähnung der Beihilfe der Jesuiten zur Abetterbekehrung bis zu« frenetischen Jubel himmelhoch emporhob, belohnt« den Herrn Raplan Hitze, diesen wahren Gölte«» strester und Apostel der Menschenliebe. An baut gont mahnte uns au« diesem Munde die Erinnerung, daß auch der Nazarener bis zu seinem 30. Lebensjahre al« Handwerktgeselle gearbestet habe.— Nun aber wollen wir von dem enfont terrible der katholischen Zentrumkpartei Abschied nehmen; dasselbe hat schon so oft im Reichstag selbst die klerikale Partei durch seine»hitzige" Vertretung in Verlegenheit gebracht, al« daß wir dieselbe noch weiter vermehren sollten. Nur da« Eine haben wir noch zu sagen. Wo alle Parteien, selbst die nationalliberal« fortmährend betonen, daß der Arbetterklasse hier auf Erden geholfen werden müßte, wo all« Parteien, wenngleich durch Anempfehlung absonderlicher Mittel, ihre Fürsorg« für die Verbeflerung der Arbesterlage hier auf Erden wenigsten« kundgeben wollen, wo selbst ein Stöcker in seinen wühlerischen Wahlreden den Himmel zumeist„den Englein und den Spatzen überläßt" und in hausbackener Weise greifbare Realpolitik treibt, da möge doch auch endlich bei Berathung der sozialen Frage die katholische Rlerisei den Weihrauchkessel, die Stola und da« Cmgulum, da« bekannte Hemd, welche» nach dem Poeten Blumauer der Geistlich« über den Hosen an W, in die Eck« oder ablegen— die Arbester haben jeglichen Glauben daran verloren, daß durch Anbetung der Rirche und solcher Aeußerlichketten derselben ihnen ein Heil werde. Einige Bauernjungen mag in Bezug auf die soziale age die Zentrumspartei durch solchen Sinneskitzel noch angen, ernsthafte Arbeiter aber niemal«. Wenn die katholische Rirche aber durch ihre Prachtentfaltung die sozialen Wunden heilen will, die sie selbst fest tausend Jahren mit hat schlagen helfen, dann irrt sie sich. Besser wäre e« schon, wenn sie mst ihren RuchengÜtern und ihren Rirchenschätzen herausrückt« und dieselben den Arbeitervereinen gäbe, dann würde sie ihr« großen sozialen Sünden in etwa« doch sühnen. Aber durch noch größere Rnechtschast, noch Herglauben, Fr. far größeren Abergk noch größer« Verdummnng .E« ist so, wie ich glaubte," sagt« er nach einer ge» räumen Weile, ganz dieselbe Geschichte—" „Was wollen Sie damit sagen?" .Nicht«, nicht«, Madame," mar sein« ganze Antwort. „Frau Braun schüttelte den Rops, fie verstand da» nicht.— .So wollen wir denn hoffen, daß in der That, wie Sie vorhin sagten, alle« fich zum Besten wenden möge," versetzte er, und ein treuherziger Blick traf st« dabei au» seinen Augen,„aber nochmal« wiederhol« ich, aufdrängen wollen wi, un» nicht, wir haben'« nicht nöthig und find auch zu stolz dazu. Und wenn man so lange mit den um« Da» Schicksal, mächten gekämpft und in diesem------------ sei« alle« eingebüßt hat, dann kann man nur schwer an den Sonnenschein nach solchen Stürmen glauben. „Und doch muß jedem Sturme Sonnenschein folgen," erwiderte die Mutter Hugo«, die jetzt innige« Mstleid mst dem gramgebeugten Manne empfand. .Muß?" warf er zweifelnd ein. So denke ich und Sie werden darin mst mir übereinstimmen, daß man nie die Hoffnung verlieren darf." „Gewiß nicht, und doch— wenn«an so oft fich in seinen Hoffnungen getäuscht gefunden hat, dann-" „Dann darf man noch immer nicht verzagen. Glauben Sie, daß Sretchen wich besuchen wird, wenn ich sie darum dttten�sse �llt� boJ �ggte Schimmel über» rasch», i« einen Gefallen erzeigen, wenn Sie diese Bitte vermitteln wollten." �"Jm�konidor�de?«sten'stockwerk« angelangt, sah er sozialen Frieden, soziale« Wohlergehen der Massen schaffen zu«ollen, da« heißt doch den Teufel durch den Belzebub austreiben. Zu solchem Versuche find allerdings die fanattschm An» Hänger de« Zentrum« und die verbündeten Jesuiten wohl fähig. Da« Volk aber und auch die katholischen Arbeiter wer» den auf der Hut sein und„klug wie die Schlangen" allen Bethörungen widerstehen. Den Himmel h,er auf Eiden wollen wst erstreben trotz allen Heuchlern und Verführern, die selbst ein üppige« Leben haben wollen, dem Volke aber da« Darben anem» pfehlen.zur höheren Ehre Gotte»." UoUtische Ueverstcht. will auf da« Bestimmteste wissen, daß fich der Rrtchltag nur mst dem spanischen Handelsverträge zu beschästigen haben werde» und daß eS deshalb sogar zwetfelbast sei, ob Fürst Bismarck wegen der außerordentlich kurzen Reich»tag«sesfion seinen demnächst anzutretenden Landaufenthalt unterbrechen und zur Tbetlnahme an dm Dedattm nach Berlin kommm würde. „Die Berufung de» Bunde« rathe« zu etwaigen Vorbe« reitungen für den Reichstag würde um so wmiger Schwierig« leiten machen, al« die Session de» Bundesrathe« nicht geschlossen, sondern nur vertagt ist und überdies eine erneute Thätigtett de« Bunde, rathe« für die nächste Zeit insofern in Auistcht ge« nommen war, als eS fich darum handelt, eine V e r l ä n g e» rung de» kleinen Belagerungszustandes für Berlin zu beschließen, welcher am 30. d. M. abläuft." Da» gegen äußert die„Franks. Ztg.":„Der Handelioertrag mit Spanien läuft erst am 30. Juni nächsten Jahre« ab, seine Vulängerung, um die e« fich, so viel man weiß, nur handelt» aber auch eine etwaige Abänderung desselben, würde auf keine Schwierigkeiten stoßen. Sie hat absolut keine Eile, und eS ist durchaus unbegreiflich, weShalb der Reichstag zu diesem rein formellen Geschäft 2— S Tage im September zufammentretm sollte. Von verschiedmen Seiten wird die Vermuthung laut. Ä8Äf SÄ0««SÄ1% is%% b- di» jetzt weiß. Esistnicht a nur versammeil werden soll, um Bismarck vom Bundetrathstische bulgarische RristS zu hören, aa« man jetzt täglich in olfiztösen Blättern liest. Drr Reichskanzler hat, auch wenn der Reichstag nicht versammelt ist, Mittel genug, seine Auffassung der Situation darzulegen, eine Publikation de« diplomatischen Notenwechsels der letzten Zeit, oder Mit» theilungm über die Verhandlungen in Rlsstngm, Gastein und mit aller Entschiedenheit bekämpft hatte. .Sie hier?" fragte er.„WaS thun Sie denn in diesem Hause?" „Sie wissen wohl noch nicht, daß ich mit Fräulew von Gottschalk, einer Nichte de« hier wohnenden Rentner«, ver» lobt bin?" erwiderte Werner in ironischem Tone.„Wenn Sie e» wüßt«, würde es Sie nicht befremden, daß ich meinen Onkel besuchen will."* � ich gratulire. Zu un» kommen Sie wohl man „Ah so. na, nicht mehr?" „Ich fand bi _____ bi» jetzt noch keine Zett—" .Hm. die alten Freunde find vergessen, sobald man neu« gefunden hat." . ,�uben Sie da« nicht, ich vergesse den Dank nicht. -- w, w«.. „Dank?"«widerte Schimmel..Sie schnlden mir keinen. Ja, wenn e« Ihnen damals gelungen wäre, meinen geizigen Brnder zu einem Darlehen zu bewegen?" „Wie kommen Sie nur darauf?" fragt« Werner, ib« einen lauernden Blick zuwerfend.* llit»Wissen Sie, wa« Gretchen behauptet?" „Nun?" >"""«-d« M ÄÄt � „Unftnn!* sagte er. xDa« sag« ich auch," nickt« der alte Mann,.aber Gr«. 4*# bierbt dabei, da« Mädchen hat ein gute« Gedächtniß und eine lebhaste Phantasie." We 4% selbst gefährlich werden könnt«" erwiderte Werner in warnendem Ton«.„Sie werden wohl thun, Sie darauf aufmerksam zu machen. Da« Mädchen muß ja bei ruhigem Nachdenken einsehen, daß—" .Ich habe ihr da, alle« gesagt, Herr Baron, jedenfalls hat Ihre Stimme einig« Aehnlichkeit mit der, welche st» jene* Nacht gehört haben will, und hätten Steuni noch FranMibad durch die„Norddeutsche" wären der einfachst« SBtfl dazu. Vielleicht ober ist die auSwärlige Politi! gar nicht die Veranlassung einer frühen Berufung de« Rcichitaget; wer bürgt dafür, daß n'cht im Geheimen wieder eine neue große Eteuervorlaae ausgearbeitet ist, mit deren Berathung der Reichskanzler E-le hat, und die er erledigt wissen will, deoor dem Reichstage die Mrlitärvorlagen zugehen. Auch da« wäre nicht unwahrscheinlich, daß über die zu erwartenden Militirvotlagen an erster E elle und möglichst schnell ent« schi-dm werden soll, und das deshalb eine frühe Einberufung de« Reichttage« erfolgt. Man erinnert stch jetzt, daß am letzten Tage der verflrssenen Session daS Gerücht verbreitet war,«S sollten dem Reichstage noch neue Vorlagen zugehen, und daß erst nach einem tclegravhischen Verkehr deS Präsidenten mit dem Reichskanzler die Genehmigung«um Schluß der Session erfolgte. Vielleicht bilden dieselben Vorlagen, d!e damals den Schluß der Session vechindern sollten, jetzt den Grund für die früh« Berufung de« Reichstage«. Welcher Art diese Vorlagen waren, vermochte damals Niemand zu sagen, man sprach von Steuerprojeiten, Forderungen für Militärzwecke ur d allerdings auch von dem spanischen Handelsverträge. Die Ungewißheit, die in dieser Lezirbung besteht, und die Beunruhigung, welch: die Einberufung des Reichstages zu so ungewöhnlicher Zeit in wetten Kreisen hervorbringen wird, sind wieder einmal charak« teristisch für unser« Zustände und da« Verhältniß der Regie« rung zur Volksvertretung."— Herr Eugen Richter, dieser dlarmtrommelvlrtuo«, spricht betest* von einer drohenden Auflösung des Reichstages, dessen natürliches Ende bekanntlich erst im Oktober 1887 einzutreten hätte. Ist dies« Bermuthunz richtig, so wäre eS also Aufgabe der nächsten Sitzungen, Stoff für«inen Konflikt zwischen Regierung und Volksvertretung zu schaffen und die Regierung würde sich natürlich hüten, durch Ein- bringung einer neuen Steuervorlage den Konflikt zu erzeugen. Denn wenn der Wahlkampf sich um neue Steuerbelostung oder deren Ablehnung bewegte, dann hätte die Opposition von vorn» berein leichte« Spiel. Der Konflikt könnt« unseres E-achtenS seitens der Regierung nur auf dem Gebiete der auswärtigen Politik gesucht weiden und hier wollen wir allerdings nicht verhehlen, daß die �eutschfreifinnigm in den letzten Tagen AlleS gethan haben, um ihre Stellung in einem solchen Kampfe zu erschweren. Auf jeden Fall darf man der parlamentarischen Entwicklung der nächsten Wochen mit größter Spannung ent« «egensehm. Der ReichStagSabgeorduete Liebknecht soll nach dem festgestellten Programm am 13. September zum ersten Male auf amerikanischem Boden sprechen und zwar in New Dvrk. Im September gedenkt er alsdann noch Newark, Jersey City Height», Hoboken. Philadelphia und Elisabeth zu besuchen. Für den Monat Ottober sind folgende Städte in Aussicht ge» nommen: New» Häven, Meriden, Hartford, Rockoille, Holyöke, AdamS» Manchester, Boston, Lawrence, Nkw«Bedford, Pro- viderce, Albaey Trry. Syrocuse, Rochester, vuffalo. Für November: Eleveland, Sandutky, Detroit, Chicago, La Salle, Mtlwaukee, St. Paul-Mtnneapolt«, Davenport-Moline, Kansas Esty, St. Loui«, Indianapolis. Für den Dezember endlich: LoutSville, Cincinatt, Dayton, Springfield, PiUSbwg, William«» port, Baltimore, Paterson, Greenpornt und New Uork. Mit dem 26. Dezember soll die AgitationStour abschließen, sodaß Liebknecht frühestens Mitte Januar wieder in Deutschland zu erwarten wäre. Die Sozialisten al< Verbündete der Kanzler- Presse,«Die«anzieipreffe hat endlich außer den Tschechen noch andere Verbündete gefunden. Ein Artikel de« sozia listischen„Berliner VolkSblatt" über die deutschen Bulgaren eifert gogen da«„Spießbürger- und Weißbielphstisterthum" und gegen den Fürsten Alexander."— So schreibt der biedere Eugen in derselben Nummer seine« Blatte«, in welcher die Depesche deS Battenberger« an den Zaren stch desinvet, worin der erstere seine Fürstenheit zu Füßen de« Kaiser» aller Reußen legt und sich somit»um unterthänigsten Bedienten desselben herabwürdigt. Und für Viesen Alexander sollen wir eintreten? Wir haben denselben niema.s über- schätzt und un« deshalb über die seltsame monarchische Ve« aeisterung der freisinnigen Weißbier Philister lustig gemacht und die Thatsachen haben un« in diesem Falle recht gegeben. Herr Richter aber befindet stch mit seiner Bulgarenpolitik heute im »ollsten Rückzug, den alle Ausfälle gegen Andersdenkend« nicht verdecken können. Leipzig, den 2. September. Da« hiesige„Tageblatt" er« zählt, dvß in der gestrigen Nacht ruchlose Hände sich an der FiiedcnSeiche im Romenthal vergiiffcn und dieselbe durch Messer- schnttte schwer beschädigt hätten. Sic bringt dieses rohe Attentat gegen Vernunft und gute Sitte naiürlich sofort mtt der So« zialdemoliatie in Veritndung. Dock sind die„boshaften Buben" bis jetzt nicht ermittelt worden. Wir glauben nicht an diese Verbindung— im Falle aber wirllrch ein Sozialdemokrat unter diesen Buben gewesen sein sollt», so geben wir denselben herzlich gem einer exemplarischkn Strafe preis, da auch wir nichts mehr verachtm, als solche kindisch- frechm Streiche.— In dem benachbarten Neu-Schönefeld«xzedirte vor einmal besucht, so würde ich im Beisein GretchenS mtt Zhvea darüber geredet habe«.' .Reo«« Ei« ihr die Thorhett au»," fiel Werner ihm in die Rede,„solche Behaupturgev können mir nur«van« genehm sei«. Ei« wisse» ja, daß ich Ihren Bruder gar nicht weiter gekannt habe und daß ich auch keme Veran- lassung hatte, sein Hau««och einmal zu betreten. Habe« Ei« denn wttklich«ach seinem Tode gar nicht« gefunden?" Diese Frage überraschte de» alte» Mann, er sah ihn ein« Weile befremdet an, dann schüttelt« er da« Haupt. „Gar nicht»," erwiderte er. „Dann wird et auch nicht« gehabt habe». Oder fan- de» Sie Beweise?" „Welche zum Bkispicl?' „Nun ei» Verzeichniß der geraubte» Schätz«, ein« Liste von Wertpapiere« ober sonst etwa«—" „Nicht« dergleichen l" „Na, dann kann man mtt Recht bezweifeln, daß er ew reicher Man« gewesen ist, und Sie sollte» endlich die Ge- schichte vergesse». Sobald ich Zett habe, komme ich noch einmal zu Ihne», also auf Wiebersehe»!" Gedankenvoll setzte Schimmel seine« Weg fort, köpf« schüttelnd trat er in die Wohnung de« Mechaniker«, um sich hier»ach der Wohnung de« Kriminalinspektor» zu er- kundigen. Heiaemann richtete einige Frage« an ihn, erhielt oder nur ausweichende Antworte», der Souffleur war off.«- bar nicht in der Stimmung, eine lange Unterredung mtt ihm anzuknüpfen, er verabschiedete sich bald und ging ohne Verzug in die Wohnung de« Z»spektor«, den er ,u ��Nuo, wa« bringe» Sie mir?" fragie Dörner, den Eintretende« mtt einem scharfe» Blick musternd.„Haben Sie vielleicht Entdeckungen gemacht, die meine Zweifel de- fettigen können?".. „Allerbing«," erwidert« Schimmel erregt,.nur fragt e« stch. ob Sie dieselben gelte« lasse« werden." „Wir werde« sehen,«nr heran« damit I" sagte der In- spektor, ungläubig lächelnd, während er ihm eine« Stuhl anbot. einigen Tagen nach einem Ball vergnügen eine Anzabl jagend' sicher Stetnefteiber. Da waren auch gleich einige Blätter bei der Hanv, welcke unter denielben bekannte Sozialbrmokraten entdeckt hatten. Von zuverläsfizer S-it: aber erfahren wir, daß gerade die Hauptexzedenten seiner Zeit die Srasten Schreier in einer Steinetreibelversammlung gegen den NorwalarbeitStag gewesen find. Ob sich nich! ein AehnlicheS bei den Baumfterlern herausstellen wird? Retchtzpost und Privatpost. Danstg. 2. September. Aucb an unlerem Orte wird die Reichsxofiverwaliung dem- nächst Konkurrenz erhalten. Unter der Firma:„Hansa, Danziger Privat- Stadtpost- und VerlehrSanstalt" ist hier eine Kommandtteesellschaft in» Leben getreten, welche nach dem Muster der Beritner Privaipostanstallen MUte diese« Monat« den Betrieb eröffnen wird. Gegevsetltge Zuschtedung von Zigeunern. Daß „Annab. Wochenbl." meldet: In eine ganz ver-wickte Lage sah sich die sächsische Behörde durch die am Dienstag Nachmittag von Annaberg eSkortirte Zigeunertruppe gebracht. Unter Gendarmeriebegleitunz langten die Etkoilirten zwischen 5 und 6 Ubr in Weipert an. Die(böhmischen) Grmzwächier wetger- ten sich, die Legtiimationslosen in va« Land zu nehmen. Nach Anfrage bei der BezirkShauptmannschast in Kaden wurde den Leuten, die stch inzwischen auf dem ZollamtSplatz gelagert hatten, der Eintritt in Weipert verweigert. Um stch die In- vaston vom Halse zu hallen, ließ Weipert gegen 9 Uhr die Schützen aufmarschiren. Bärerstein aniwottete mtt einem paffenden Schachzug. Hier wurde die Femrwrhr alarrnirt, und so standen sich nun zwei Heere feindlich gegenüber, al« wäre für einen bevorstehenden Krieg zwischen Weipert und Bären stein die Modttifii ungiordre eriheill. Die Zigeuner haben leine LegitimationSpap'.ere und trotzdem sie beim An- bl'ck de« Doppeladlers in Entzücken gertethen uno Oesterreich als ihre Heimath bezeichneten, weigerte stch die Weiperter Be« Hörde, die braune Gesellschaft aufzunehmen. Seitens der Bärenstciner Behörde ftaate man nun um wettere VerhallungS« maßregeln bei der hiesigen AmtShauptmannschait an. Herr AmlShauptwann von Mayer ließ sofort an die BezirkShaupt- Mannschaft Kaden telegraphiren. Die Requisition hatte die Folge, daß ron Kaden der Bescheid bei der Weiperter Be- Hörde einlief, die Zigeuner in Böhmen hinein zu lassen. Wie stch herausstellte, war ein gleicher Bescheid an die Weiperter Behörde berest« früher ergangen. Dt' letztere hatte jedoch der Anweisung keine Folge geleistet, weil sie dieselbe mißverstanden hatte. So hielt die Zigeunertruppe denn endlich ihren Einzug in Böhmen. In Weipert und Bärenstein wurde wieder ab- gerüstet Ja einem Flugblatt de* nationalliberalen Karlsruher RedatteurS Eckuchow wird Eugen Richter in pöbelhafter Weife angegriffen und unverschämt, bubenhaft, Ohrfetgengeficht, schändlich genannt. Selbst den nattonalltberalen Gentkmen soll daS zu stark sein. Oesterreich Ungarn. Die Wiener Kuchentragödie sei unteren Z ü n f t l e r n angelegentlichst empfohlen. Eine Wiener CafStiere, welche vom Marfttommissär beim Kuchenbacken betreten wurde, mußte eine Strafe von 10 Gulden bezahlen, da ihr hierzu der„ B«- fähigungSnachweiS" fehlie. Glcichz-itig wurde ihr auch von der Gewerbebehörde erklärt, daß eS absolut verboten sei, in der Kaffe«hau£lüche zu kochen und zu backen, sofern dieS nicht Artikel, zu deren gewerbsmäßigem Verkaufe ste berechiizt sei, betreffe; ste dü.fe daher keineswegs auch für ihren eigenen LebenSbedarf in der GefchäftSküche Speisen zubereiten. Diese Auffassung wurde auch von der Stalthallern getheUt und eß blieb daher bei der Geldstrafe für daS Kuchenbacken. Schwede»«ud Norwegen. Ter Gedanke der Eisenbahnverstaatlichung scheint jetzt überall mit Macht dmchzudrechen. So wird neu» «sich au» Stcckholm gemeldet:„Die Erwerbung der Privatbahnen für Rechnung deS Staate* scheint nunmehr wirklich in Frage gekommen zu sein. Auf Antrag de» von d« Regie« rung eingesetzten Komitee* zur Untersuchung der ökonomischen Lage dei Landes rverden jetzt die Bctriebtverhältniff: der Linie Upsala— Gefle-Ockelbo eingehend untersucht, um für eventuelle Anlaufsofferten eine Grundlage zu haben. Wie ein Provinzialtlalt aber alt zuvnlässig berichtet, gedenkt die R.'« gierung, wen« der Reichstag mtt der Verstaatlichung der Prt> vatbahnen einverstanden ist, zuerst den Ankauf der Stockholm- WefteraS-BnglagenSbahn vorzuschlagen." AuS Chrrfttania geht der„Hamb. Brgzg." die Mitthei« lung zu, daß sich daselbst ein ArdeiterbtldunaSver» ein gebildet hat, mit d« Aufgabe, die wahren Arbetter« inter-.ssen zu vertreten. ES sollen mehrfach lehrreich« Vor« träge gehatten wnden. Auch hat derselbe bereit* eine Bibliothek, die den Mitglirdem zur freien Verfügung steht. Da der Verein international ist, so kann Jed«, gleichviel welcher Nationalttät tc angehört, Mitglied werden. Die Geschäftssprache ist deutsch. Der monalltche Beitrag beträgt 25 One. In Goihenburg hat dieser Tage ein Kongreß von Delr- „Zch Hab« soeben die Leiche der Haushälterin ge« sehen." „Und»c« wetter?" »Di« Frau ist genau in derselbe» Weise ermordet worden, wie derzett mein Bruder. Durch eine» Schlag de» täubt und dann«drosselt; ganz so wurde auch mein Bruv« überfallen, auch ihm blieb nicht einmal Zeit, eine» Hilferuf auSzufioß«»." „Und wollen Sie daraus schon schließen, daß ein und derselbe Man« beide Mordthaten verübt habe» müsse?" „Liegt dies« Schluß nicht nahe?" „Scheinbar ja, aber trotzdem ist eine Täuschung»ichz allein möglich, sondn» sogar wahrscheinlich. E« jst ig natürlich, daß jed«, der auf einen Mord ausgeht, sei» Augenmerk besond«« darauf richtet,-daß sein Opf« keinen Lärm mache» kann, und diese» Zweck erreicht« am leichte- Pen und sichersten dadurch, daß« e« mtt einem wuchtige« Instrument niederschlägt." t die Erdrosselung!' warf Schimmel«in.„Daran denkt mcht ,«d«. die Meiste» würde» sich damit begnüai» da» Opf« zu betäube».' � 8' „Wir wolle» unß darüb« nicht de» Kopf»«brechen• „Zch Hab« Ihne, noch«eh, mitzutheile». Z, dem .Habe» Sie ihm vielleicht etwa« gesagt?" in je«« Mordnacht gehört°ha o�wolle"�««»»« .Bk"f- Z-'p-«-- Ä«% t ÄS otträf 2"- 6'' Wra«»»-> W», r. flirten der Fachvereine Schweden«, Norwegen? und Dänemarks stattgefunden. Zwilchen den Sozialisten und sol« chen Vertret in, die daS Wohl ver Brdeiter ohne Einmischunz deS Sozialismus zu fördern bestrebt find, kam e* zu manche« Tirff-n; schließlich wurde ein Anlrag angenommen, welcher »ine„Anerkennung de* sozialistischen Programm*", ab« nicht einen„Anschluß" an dasselbe enthalten sollte. Belgien. Der Generalrath der Aroeiterpartei beruft sebei) Sonntag 10, ja 15 und noch mehr Arbeiteronsammlungea für das allgemeine Wahlrecht. Kranrretch. D«„Cri du Peuple" v«öffentttcht Lohntabellm auS V i e r z o n, auS denen hervorgeht, daß die Löhne daselbst seit Uebernahme de* Geschäft, i durch die jetzige Unternehoingesell» schatt um die Hälfte reduzirt worden find. Tie Sawwlurzeo desselben Blattes für die Streikenden belaufen sich auf ew 5000 Frank,. AuS Pari«, 1. September,«hält die München«„Atz. Ztg." folgende seltsame MUtheilung: Die Zahl der Farn- lien mit sieben lebenden Kindern ist größer, al die Kammer es vorausgesetzt hatte. Da« heuttge„Journe O,flciel" enthält die Verleihung von 304 vollständigen Er ziehungistipendten für eben so viele Knaben aul den erwähnten Familien. Schon die KonventSregicrung halst verfügt, daß der Vater von fieben lebenden Kindern befugt ist, »inen sein« Söbne zu bezeichnen, welch«, wenn er da* acht« zehnte Jahr erreicht hat, in einem Ly mm od« in einer höhe«« Gewerbeschule auf Staatskosten«zogen werden soll. Dies» Gesetz wurde niemals vollzogen. Eist vor zwei I.ihren, dn Besprechung de* geringen Bevölke.ungSzuwachsiS, wurde« von einem Abgeordneten in Erinnerung gebracht. Zu dieK* Zwecke bewilligte die Kamm« dem Unten ichtiministeruiw eine» gelingen Kr»dt, weil sie nicht daran zweifesie, daß die errrM ten Nnderreichen Familien eine felttn« Ausnahme find. D« meldeten stch so unerwartet viele Familienväter, daß der Unterrichts minister schon im ersten Jahre stch genöthigt sah, Konkurs für die Bewerb« auszuschreiben und nur den d» fähigtesten Knaben da* ErziehungSsttpmdium innerhalb de* ditS von einer Million Front« zu bewilligen. Die heutig 304 Verleihungen überfchittten bneti, den Kredtt, ohne™ sämmtliche zur Bewerbung qualifiztrte Familienvät« b«� fichsigt werden konnten. Nach die!« zweijährigen Erfahr»� soll schon für da* nächste Jahr ein Kredtt von 10 MiUk�' zu der ausdrücklichen und obligatorischen Widmung an giß:'',, werden, daß au* jeder Familie mit sieben Wj! den Kindern ein Sohn auf Staatskosten's, zogen wttd, und zwar in einem Lyzeum und weiter i»� UntoersttälSfafultät oder in einer Gewerbeschule und fev� den technischen BlldungSansiasien. � Man liest in der„Pctite R-publiaue francaise": Kabinet ist mtt dm Madagaskar- Angelegenh tl-', sehr beschäftigt. Der im verfloffenm Dezember abgef4Wr. Vergleich zwischen ver französischen und der HovaS-R�%r2 giebl zu solchen Schwierigkeiten Anlaß, daß man die Mv-st unsere* Gene-alrestdenten. Herrn Le Myre de« Viler«. al*<3 bevorstehend betrachtet. Da« Schlimmste an der Sache ist-'' die jetzigen Konflikte kein Ende haben und daß man ding« zu den Waffen greifen od« eine sehr grausame fn niedrtgung wird«tragen müssen, um mit einer Frag» G „Sehr gut, daß wttd ih« mied« stch« mache „So holten Sie dennoch an dem Verdacht f«? „Habe ich da« gesagt?' „Es geht au« Ih«« Worten hervor." „Rehmen Sie meine Worte, wie st« Sie»ichtt anbne« hmein,"«widerte der 3m � ,,E« ist ei««igen«« Ding mtt solchem Verva�.� ernmal gewickt ist, dann«rgrßt man ih« nich' � wttd stet« an ih»«innert«nd sucht&b«oß ß1' � und Beweist», die ih» bestätigen könne». En» noch ziemlich lebhaft de« Schauspiel«« �lle«„, „Natürlich, wir waren ja täglich ZusamM' � M „Er war seinem Bai« daoongelaufe»," j a0W„„t � da« konnte ihm Niemand übelnehme», den« JT knne Spar von Talent. Gnädig« Herr-«�zter».> SÄ.Ä-«ÄeSÄ-jS K «Wen angehende» Ro»c u» hielt. wollt«« nie hören." „Wie lebt««?' ¥ 1 jJtlanb haben. Lord Randolpb ChurchM'S Reaieruna hat � Tuttherren schon Muth«ingeflöh». Wir müsse« Wider- »and leisten. Zuerst wird delselde pasfio sein, abrr Wider- stand müssen wir auf alle Fälle leisten. Ich wäre der L:tzie, iu unrechtmäßigen Mitteln zu raihen; wenn aber die Guti- «nm versuchen, unmögliche Pachtzinsen zu erheben, und die Pachter auZgetrieben werden, s» wird sich bei den letzteren jedenfalls die angeboren« Natur de» Menschen geltend machen." „ Fn Belfast wurde zum ersten Male seit den jüngsten steawallen die bewaffnete Polizei wieder mit dem Wachtdienst detraut, den WSHer daS Militär gehabt hatte. In dem pro lmamifchen vtavttheile gab dieke Veränderung zu neuen Ruhe- starungen Anlaß. Die Polizei wurde von dem Bolle mtt «teinen beworfen. GelegrntHch wurden auch Rwolverschüffe adzefeuert. wodurch ein Polizist verwundet wurde. Die Polizei »mreutc schließlich mit Hilfe de» Militär« die Aufrührer und »nhaftete 1 derseldm. Eämmtliche Ardeiter der WynnStoy Minen, welche der XiwBrttischen Eisen« und stohiew Gesellschaft gehören, haben m« Arbeit niedergelegt. Der Grund de« Streili find «ahndifferenzen, welche schon lange schwebten und nun zum «uttrag lammen sollen. Der Streik wird wahrscheinlich sehr mage Zeit andauern, da beide Theile entschloffen find, nicht dachzugeben. Italien. Die italienische Regierung hat den Mächten den Entwurf murr internationalen sanitären Konvention dargelegt, der, abgesehen von einigen Konzesfionen, die der Zglischen Regierung in Betreff der Bestimmungen über daS Pa'siren deS Suez Kanals gemacht find, im Ganzen und Großen den Bescklüffen der technischen Kommission der tnter« Nationalen Sanitätikonferenz entspricht. Balk»«lä»der. , Wie ängstlich Sultan Abdul Hamid darüber wacht, daß ntner Regierung keine Patteinohme nach irgend einer Rich- >ung vorgeworfen werden tönne, geht auch daraui hervor, daß S-altihm derichttt wurde, der russisch« Konsul in «ofta habe 70,000 türlische P'und von der Ottomanbank er« halten, augenblicklich Aghop Pascha den Befehl ertheilte, zu �utren, wie e« steh hiermit verhalle. Da» E;gebniß der in l'O'a« deffen an gestellten Nachforschungen war, daß die Lank lailisch dem Her, n Konsul fünfTaae vor demPro- n ziamtento 70000 türkische Pfund in Sofia ange- Arsen. DaS Geld soll aber für„die bulgarischen Klöster" be- Wrnmt gewesen sein. „ Ueber die türkischen Rüstungen schreibt man der »Pol. Korr." au« Salonichi vom 19. Auaust: ES kann keinem «meffel mehr unterliegen, daß die Türkei stch neuerdings utstet, oder richttger gesagt, daß fie die angesichts der Wen- der griechischen Frage angeordnete Abrüstung und Heim- Milderung ihrer Truppen zurückgezogen hat. Dott, wo diese Vllmsendung bereit» ganz oder theilweise zur Durchführung Wangl war, find strikte Weisungen eingetroffen, die RedtfS »5>«dingS zu den Waff-n zu rufen, worüber auS mehreren yiltlen unbestrittene Nachrichten vorliegen. Hierselbst soll eine r Oberkommando errichtet werden, und melde» man die nahe Erstehende Ankunft zahlreicher höherer türkischer Generale, SJJtn« Retsep Pascha«, Haff an Pascha», der wieder zum »iUttäliommandanten von Salonichi defignirt lein soll, ferner xNamt Pascha» und schließlich de» MuschirS Achmet Eyud S�icha. Zwar behauptet man in RepierungSkreisen, daß daS b- m�n so vieler hervorragender MilttärS auf dai Bestreben "'r P ovte zurückzuführen sei, dem Herzog von Edinburgh, � flUlUUjUkUV«»»»»»« WWI VVMIwb wit der englischen ESkadre ttwa Mitte September hier 7?., a»'on- einen möglichst glänzenden Empfang zu bereiten. c�eze Moltoirung findet aber um so weniger Glauben, alS bei wiog von Edinburgh ftüber Gast de» Sultan» in Konstantin «od haben wird, ihm einen Grlegenhett genug. sm, OsttunMlttn ,u 2a«« tretende Bewegung zu Gunsten Makedonien» veranlaßt seien. «utzlaud. Die„Daily New»" veröffentlichen nachstehehende Nachricht: •»rntl der neuestm Gerüchte in diplomatischen Kreisen ist, daß % Absicht bei Zaren, stch in Samarkand als Kaiser von m-ntralasten krönen zu laffen, aufgegeben worden ist, daß dieser Titel du ch E laß eine« Uka» angenommen werden wird, »i? zu Ehren diese» Ereigniffe» in Samarkand, vothara Festlichkeiten stattfinden werden. Die Gründe für �Sinnesänderung versteht man noch nicht recht." »„ Den Redaktionen wurde auf Verfügung de# Minister» de» b�"ern vorgeschrieben, auf die unumgängliche Nothwendigkett «.fcößtm Reserve bitt den Erötterungen über dle dulga« Ereignisse zu achten, worau» zu schließen ist, Hz,% eine abmattende Haltung zu beobachten beschlossen • Nichtsdestoweniger geht in unterttchteten Kreisen da» "%a, so lauge er eiuea Groschen in der Tasche hatte, .bestich nicht oft vorkam, außerordentlich flott, in Zell legt« er stch krumm, oder er machte "M»d«, Leute, die ihm borgten?� ihbe."� findet man immer,»an muß e« NU, verstehe», d«,«rei um de» Mund zu schmiere». Und da» hatte Herr heraus I Mit seinen aalglatte» Manieren und »e» Ude« Redensarten wußte er stch beliebt zu machen, Griff»nd den rechten Ton kannte er; überall V'«b Äind." "�atürliw auch bei de« Dam««?" --Veist�ht stch," nickt« Schimmel. »Zeichuvte er«iue Dame besonders au»?" �'Zamohl. die wild« Paula, die jetzige Baronin von \ g Es hieß damals, er sei mit ihr verlobt, und an �?tted« muß auch etwa» gewesen sei», man sah die � immer beisammen." so," sagt« der Inspektor gedankenvoll,„die Raven? Er hat fie»ach seiner Rückkehr von besucht, noch in de» jüngste« Tage» mar er bei S I?*** die Freundschaft scheint doch eiue» Riß bekom« »»wen," unterbrach der Souffleur ih». %*** schließe. Sie da«?" St'Jr*' die Baronin hat mich gestern besucht, fie hatte 8en,«nd ich helfe ja gerne, wen» ich«» ver« KWMMSZ mmm Gerücht, die Okkupation Lulgarfen» werde im Geheimen fott- gesetzt bettieden. Depeschen au» Bulgarien werden aufae- haltm. Amerika. Amettkanische Blätter veröffentlichen eine Zusammenstellung der Summen, die in den letzten 5 Jahren in Philadelphia von Bankbeamten veruntreut find. Dieselben belaufen stch rund auf 3 000000 Dollar» und vettheilen fich auf etwa ein Dutzend Deftaubanten. Mafo: Pdipp» teschwindeft- seine Freunde um 560000 Dollar. I. F. Cotringer stahl der Central' T anspoitation Compagny 330000 Dollar. R. B. Morell und I. S. Smith erleichterien die GaS Trust Compagny um 400000 Doller, G. M Todd lackte ai» Angestellter der Piosi der« Trust Compagry 150 000 Dollar ein, John Coop.-r deschwindelte die Frankfort BuUding Bffcc'ation um 45 000 Dollar, O. P. Hazzard die U. S. Smelting Compagny um 100000 Dollar und Louis I. und Wm. Ladne.S begaunerten Bankier» und Brokers um 300000 Dollar. Alle diese L uie find nun im Ge�ängniß. Außer diesen begingen noch eine Anzahl An derer Schwindeleim zum Betrage von 1700000 Dollar. John D. Hopper, der Kasstrer von I. I. Bailcy u. Co., unterschlug 30000 Dollar und fitzt setzt sammt dem Kasstrer Pierson von der Baptist SccWy in Untersuchungshaft.(1 Dollar— 4 M) Kommunales. w. Die zweite Abtheilung der städtische« Sparkasse in dem Martthallm-Giundstück in der Zimmerstraße, selche für die Stadttheile FriedrichSwerder, Friedrichstadt, Dorothrrn- ftadt, Tempelhofer Revier, Scköneberger Vorstadt, Friedrich- Wilhelmstadt, Wedding und Moabii destimmt ist, ist in seiner oaulichen Einrichtung zur Aufnahme derselben am 1. Oktober cr. fertiggestellt. Die erste Adtheilung in der Klosterstraße umfaßt die üdttgm Stadttheile. E« soll nun die Einrichtung getroffm werden, daß die Spareinlagen au» dm Stadtiheilen der einen Adtheilung von der anderm Abiheilung angenommen und zurückgezahlt werden. Was die innere Organisation ber zweiten Abtheilung weiter betriff», so hat der Magistrat deschloffen, zunächst nur«ine Zahlstelle zu eröffnen, und soll eine zweite Zahlstelle unverzüglich eingerichtet wervm, wenn der Gang der Geschäfte daselbst die Nothwendigkeit hierzu erweist. Da» Beamtenpersonal wird aus einem Rmdantm, einem Kalkulator, welch:r auch den Schriftwechsel, die ExpedittonS- und Re- gistraturgeschäste zu übernehmen hat einem Kasstrer, einem Kontroldeamten, vier Buchhaltern, von dmen zwei angestellte Beamte und zwei Hilfsarbeiter fein sollen, bestehen. w. Auf Autrag der städtische« Schuldepntation hat der Magistrat die Errichtung zweier Gemeinde Dopprlschulm deschlyssen, und zwar soll die eine in der Perlebergerstraße mit 36 Klaffen und einem Kastmaufwand« von 464 OOO M. und die zweite in der Derfflinzerstraße mtt 34 Klaffen und einem Kostenaufwand« von 393000 M erbaut wordm. Zum Bau de» neuen Poltzei-Prästdtal Gebäude». Die Stadtverordneten-Vnsammlung hatte zu den Funvirungi» arbeiten für da» neue Polizei- Dimstgedäude 300 000 M. de« reit» bewilligt! zur weiteren Fortsetzung der Maurerarbeiten werden von der Bau. Deputation noch für dieS Jahr 600000 Markt verlangt. Der Magistrat hat dm Antrag genehmigt und wftd die Zustimmung der Stadtverordneten- Versammlung einholen. Nach Mittheilung de» Stattsttsche« Amt» der Stadt Berlin find bei dm biefigm Standesämtern in ver Woche vom 22. August bi« inkl. 28. August er. zur Anmeldung gekommen: 159 Eh-fchließungm, 920 Lebend geborene, 42 Todtgeborme, 807 Sterd-fälle._ Soziale» und Arbeiterbewegung An die Arbeiter und Arbeitertnue«! Wie schon viel- fach an dieser Stelle erwähnt wurde, ist eine Pe ttinn an den R-ichStaz im Umgang wegen Ergänzung de»§ 152 der Reich». oewerbeordnung. Listen zur Unterzeichnung liegen au» bei Mitan, Wimerstr. 31, Böhl, Rüderdorferfir 8(Feuerhaken), Bock, Fruchtstr 6o, Salzwedel, Klofterfir. 83, Ltewald. Frank. futter Allee 143, v. Rolland, Landsberger itllee 43, Frau Cantiu», Wollinerstr. 50, Adawciek, Steinstr. 19, Hepke, Prinzen-Allee 13(Gesundbrunnen), Pfeiffer, Mühlerg' oben 3, Köple, Brandendurgstr. 56 bei Kohlh-rdt, Sperber Frieden- straße 75 IV'(nahe der Frankfutterstr). Daselbst können noch Listen und PetitionSbogen in Empfang gennmmen werden. E» werd:n alle Inhaber von Listen dringend«sucht, Fdieselden— od viel oder wenig Unterschriften oerzeichnet find— spätifim» zum 10. September, an letztgenannte Abrisse abzuliefem, da die Listen am 11. September abgeschickt werden. Aabrikantenschwindel. Di« Herrm Fabrikanten erlassen folgende Notiz in den ihnen ergedenm Blättern:„ES ist ge» wiß ein erfreuliche» Zeichen für die Haltung unserer Arbeitgeber, daß fich in den westlichen Distrikten der Eisen« und Stahiinbustlte die Ardefttlöhne, soweit fich die» übersehen läßt, auf dem Niveau de» Vorjahre» erhalten haben. „Und damals machte er ihr wohl kostbare Geschenke?" „Za, wen« er da« Geld dazu gehabt hätte, wäre et vielleicht geschehen I* erwiderte Schimmel achsilzuckenb. „Schulden hatte et ohnehin genug—" .Und sagte er Ihne« nie, daß diese Schulden ihn drückten?" „Bah, wa« macht fich ei« junger Springinsfeld da* au»! Nachher habe« ih« die Schulden fortgetriebm, er mag wohl»ingefehm haben, da« er«# nie zu einem nennen». werthe« Erfolg bringen würde." „(Sc war einmal t« Ihrem»uftraz bei Ihrem Bruder?" „Nur einmal, so viel ich weiß, er»einte, e« müsse leicht sei», da» Her, de» Bruder» zu rühre», wenigsten« wolle er e» versuchen, nachher sagte er, der Versuch sei ihm schlecht bekommen, und er denke nicht daran, ihn zu wieder- holen." .Sie w'ssen nicht, welche» Eindruck er auf Ihre« Bru- der gemacht hat?" m t..... „Nein, ich habe ja mtt meinem Bruder nicht darüber sprechen können.", m .Erinnern Sie fich, wie lange der junge Man« »och«ach dem Tode Ihre» Bruder« hier in der Stadt blieb?" „Er war am Tage der Beerdigung»och hier." „Merkte« Sie in jener Zett keine VerSndcrung an ihm?" Daranf kann ich Ihne» unmöglich eine bestimmte Antwort gebe». Acb war in jene» Tage« in einer so auf- geregt», �g«ei|U« J��h««'zutfltf, oder besucht» er fie «ach wie»or? �«»«««« kan», bewies er m« Diese» Verbleiben der Löh-e auf der bisherigen Swfe bei stet» st-ttenden Verkaufspreisen der hauptsächlichsten Produkte dieser Industrie und bei der steten Verminderung der ArdettS» gelegen heit legt ein erneute» Zeugniß von der Opferwilligkeit unserer Ardettgeder ab."— Der klerikale Abgeordnete von Schorlemer-Blst hat seiner Z-it im Deutschen Reichstage kiesen Schivindrl schon auiged.ckl. Unwidersprochen blieb seine Be- haup'.ung, daß die Lözne nur deshalb dieselken geblieben eien, weil man eine größere Zahl von Ardeitern mtlaffen und den übrig gebliebenen Ardeitern U-dei stunden aufgebürdet habe, sodaß jetzt in der Eisenindustrie die noch beschäftigten Ar» bitter für 12 Stunden Arbeit genau denselben Lohn erhielten, wie früher für 10 Stunden. Da» nennt die servile Pceffe..ein erfreuliches Zeichen für die Haltung der Arbeitgeber". Da« nennt fie..Lvierwilligkeit!" Au» Berichten vo« Handelskammern noch einige kurze Zitaie:„Vielfach Mangel an hinreichender Arbeit und wenn diese vorhanden war, kein lohnender Verdienstl"— so steht'S im Bericht der Solinger HandelSlammer.— Die Aachmer schreibt:„Abermals vermehrte Anstrengung und vermin» derter Gewinn."— Und in dem Bericht der Handelskammer von R-ichenbach-Schweidnitz Waldenburg heißt e«: „Der Gefammtverdienst der großen Masse der gewerblichen Arbeiter ist sehr zurück« gegangen, denn der Konsum der gewöhnlichen Verbrauch»« werthe stockt ganz besonder», trotzdem die LedenSmittelvrttse recht billig find."—„Der Hauptoerlust am Gesammta-bettS» lohn, welcher den Minderkonsum veranlaßt, rührt von dem Minderverdienste der nichtständigen Arbeiter her, welch« stcher am meisten eingebüßt haben. Verhältnißmäßig günftiz sttuirt fi rd nur die, welche fich eine» festen Gehalt» er« freue», doch ist ihr Gesammtbudget im Verhältntß zu den Einnahmen all�r anderen Klaffen zu gering, um den zurück« gegangenen Konsum der letzteren auszugleichen."— Man steht, daß unter den Armen die Aermsten noch am meifirn leiden wüffen und am wenigsten AuSficht auf VorwättStommen haben. Ueber Bleivergiftung vo» Jacqnardwebern hat R. Schuler in Staefa am Züricher See folgende Beobachtungen zu machen Gelegenheit gehabt: Die Erkrankungen kämm zumeist in Etadliffement» vor, wo viele Leute in engen, niedrigen Räumen zusammen arbeiteten und warm durch dm Bleistaub bedingt, der von den Bleigewichten der Jacquardstühle fich ablöst. Derselbe besteht bald au» vleioxyd, bald au» metalli« schem Blei. In dem Fußbodenstaude unter einem verarttgen Webstuhle ließ fich 56,9 pCr. Blei nachweisen. Außer den fich selbst krank Meldenden hatte eine große Zahl der übrigen Är- beiter den charakteristischen Bleifaum am Zahnfleisch; ein Kranker bekam eine halbfeitige Lähmung und ging zu Grunde;«in anderer zeigte in der fortschreitenden Hirnlähmung ein ähn* liche» Krankhettibild. Von 200 an 180 Webstühlen ihäiigm Arbeitern erkrantten 16. Die meisten Fälle kommen im Winter vor, wo die ArdeitSlokale stet» geschloffen fi rd und die Arbeiter dieselben während der Pausen nicht verlassen. Von dm von verschtedmer Seite in Vorschlag gebrachten Maßregeln empfiehlt Schuler, neben reichlicher Ventilation, die Bleigewicht« womöglich durch eiserne zu ersetzen, oder wenigstens dauerhaft zu lackirm. Vereinbarung über Arbeitszeit. M.-Gladbach, 2 September. Mit dem gestrigm Tage ist die Vereinbarung der Spinne, eidefitzer de« diesseitigen Bezirk» über die Einiührung einer MaximalardeitSzeft von 12 Stunden in dm Spinne» reien in Kraft getreten. Wie groß muß also die Stunvmzahl vorher gewesen sein! Und dabei soll ein gesetzlicher Max!malarbett»tag noch immer nicht nölhig sein. Der Bäckerstreik in Altona ist nicht, wie verichiedene Blätter melven, beendet. Die Stretk-nden gedenken autzu« harren, bi» alle ihre Forderungen durchgesetzt find. Iereine«nd Nersammwngen td. Die Wtnterkampagne der„Freien Organisation junger Kanfleute", lautete der erste Puntt der Tagesordnung ver am 3. d. M. in Niest'» Salon abgehaltenen Mitklieder» Versammlung dieser Be-reinigung. Vom Bureau de» Reich»- tage» ist die Mittheilung eingegangen, daß wegen eingetrete cn Schlusses der Selfion die von der freien Organisation junger Kau ieuie abgesandte Petition betr. da» Arveitcrschutzgesetz im Plenum des Reichstage» nicht zur Lerathung gelangt' und somit ad acta gelegt sei. Hr Wecker mußte demzufolge Jon« statiren. daß die vorjährige Winterkampagne von pofitivm Er- feigen nicht gekrönt worden sei und empfahl er demzufolae. gc» nau in derselben Weise vorzugehen, wie im Anfange de« I-bre» und in diesem Winter mit aller Kraft und Energie an» W ik zu gehen, um die Allgemeinheit für die Fragen de! Kauf- manntstandc» zu interessiren und die vorgesteckten Ziele eine» nach dem anderm zu erreichen. Eine rege Agitation müsse entfaltet werden und könne die» nur in wirksamer Weise ge« schehen auf dem Gebiete der Versammlungen. Von anderen kaufmännischen Vereinen werde zwar die agitatorische Thätigkrit eigenen Angelegenheiten genug zu schaffm. Daß er mich räch seiner Rückkehr«ieder aussuchte, da« that meinem Herze» wohl, er bot mir sogar eine Unterstützung an, aber ich konnte mich nicht entschließen, fie anzunehmen." „Sprach er»ach seiner Rückkehr wieder mtt Ihne» über die Ermordung Zhre» Bruder«?" . Nur vorübergehend; er war nur eiamal bei mir, vielleicht wollte er erforsche», od damal« kein Verdacht auf ihn gefallen sei." „E» ist gut," sagte der Znsp-ktor»ach einer geraume» Weile,„Sie müsse» über die Entdeckungen, die Sie ge- macht habe» wolle», schweigen, ei» unbedachte« Wort kann alle» mrderbe». Warden Sie da» weiter« ab und sollim Sie noch einmal dem Baron begegnen, so seim Sie vorsichtig." Der Souffleur versprach e», er verließ de» Inspektor in sehr unbefriedigter Stimmung; von dieser Unterr-dung hotte er ein ganz andere», seine» Wünschm entsprechende» Resultat erwartet._(Fortsetzung folgt.) K«» Kunst und Zeben. Zf%%%-% Ir&fi Monta?, den 6.; Dtr Trompeter von Sfimngen; Dienstaz dm 7.: Flick und Flock; Mittwoch, den de» Figaro: Do Ntlstag, der. 9: Der Frei- fjtlitz; Freitag, den 10.; P.eciofa; Sonntag, den 12.: Don Juan.— Im Sckausp'elhause. Sonntag, d,n 5.: Di« Be- �ntn ffe Drei Flvum; Montag, dm 6.: Di- Rantzau- Mittal ch. d.n 8: Han» Lange; Dvnne.sta r. km 9- Tilli' Zl'ie*" fctt ftrien Dtflarlfdion ltdiglich als„Tamtam schlagen" de zeichnet, doch habe dieselbe bewirkt, die kaufmännischen Vereine auS ihrem sanften Schlummer aufzurütteln, indem auch von anderer Seite ein« rege öffentliche ThätigkeU für den Winter in Auistcht genommen ist. DieS fei nur mit Freud« Mi de. grüffen und habe die frei« Organisation die ernste Pflicht, derartige Versammlungen reckt fleihig zu deschicken, und forderte Referent die Mitglieder auf» stch dem Vorstande zur Verfügung zu stellen und zwar möglichst zahl reich, und so einen festen Stamm, eine Kolonne zu bildm, welch« jederzeit bereit ist,«inzutreten für die Wahrung der In- teriffen der Freien Oreanisatton sowie deS KaufmannSstandeß, keine Sprengkolonne, wie tz-rr Henning später bemerkt, sondern eine Kolonne zieldewuhter Männer zur Verfechtung der Ideen der Freien Organisation. Den augenblicklichen Stand der An gelegenheit, die Ausdehnung dei KrankenoerftcherungSzwangeS auf die Handlungsgehilfen betreffend, konnte Referent als einen günstigen bezeichnen, welcher zu der Hoffnung berechtige, daß die Wünsche der Freien Organisation wenigstens nach dieser Richtung hin erfüllt werden. Ein besonderes Programm laffe sich nicht entwerfen, die fernere Thätigleit müsse fich im Grasten und Ganzen in dem Rahmen der bisherigen hallen und mit Muth und Auidauer müsse auf der befchrittenen Bahn vor« wärtt gestredt werden- An dieS Referat schloff stch eine längere DiSkusfion. Herr Hintze brachte in Erwähnung die Sonntagsruhe, die Lehrlingifrage und die Kranken« verficherungSpflicht der Handlung?> Gehilfen für daS ganze Reich. Die LehrlingSftage erachtete Herr Henning wichtig für daS ganze Volk, da die KaufmannSlehrlinge auS allen Ge« sellschastlklaffen rekcutiren, und wünschte deshalb diese Frage in öffentlichen Volksversammlungen erörtert zu haben, wie eS bereUS im vorigen Winter einmal geschehen sei. Herr v. d. Land« hielt eS für angezeigt, hierbei auf die Eltern und Bor« münder dahin einzuwirken, dast ste ihre Pflegebefohlenen einem anderen LebenSberufe, als dem KaufmannSstande zuweisen mögen, doch versprach fich hiervon Herr Mtecker keinen Erfolg, namentlich in Bezug auf die Regelung der LehrltngSfrage nicht. ES müsse entlchtedcn eine Aendemna im LehrlingSwesm er. strebt und erzielt werden, welche eS den Prinzipalen weniger, als jetzt, vortheilhaft erscheinen läßt, auf Kosten der Gehilfen Lehrlinge zu züchten und auszunützen. DieS sei nur zu er» reichen, wenn die betreffenden Paragraphen deS Arbeiterschutz- gesetzt» in Kraft träten. Deshalb müffe die diesbezügliche, so- wie alle übrigen unerledigt gebliebenen Petitionen dem Reichstage sofort wieder zugestellt werden. Auch Herr Rojenthal blickte mit Befriedigung auf da» bisherige Wirken der Freren Organisation zurück. Wenn auch noch kerne posttiven, durch- greifenden Erfolge erzielt worden seien, waS bei der erst drei« jährigen Thäligteit d,S Verein» und seiner verhältnistmästtg ge- ringen Mitglieverzabl auch kaum zu verlangtn sei, ganz nutzlos sei die bisherige Agitation der Freien Organisation doch nicht gewesen, ste Hab« zum mindesten bewirft, daß die öffentliche Ausmerliamkett auf die No'h und Uedel« stände im Kaufmann stände bingelenft worden sei, sodast man schon begonnen habe, in maßgebenden Kreisen der Sache näher zu treten, ein gewiß schöner und nicht zu unterschätzender Er« folg. Deshalb sollte auch jeder mit fteuvigem Ruthe«intreten in die Wtnterkampagnr. Der zwette Punkt der Tagesordnung betraf die Verschiebung der beschloffenen Enquete auf spätere Zeit, da mit Sicherheit anzunehmen sei, daß eine behördliche Enquete veranstaltet werde, welche möglicherweise die Privat. enquete unnöthig mach«, wodurch dem Verein große Mühe und Kosten erspart würden. Jedenfalls solle erst da» Resultat der behördlichen Erquet« abgewartet werden, um dieselbe späterhin event. zu ergänM. Dieser Antrag auf Vertagung der Enquete wurde zum Beschlust erhoben. Den Schluß der Verhand« lungen bildeten einige inner« Angelegenheiten. Der Fackverein sämmrircher an Holzbearbeitnna»« Maschine« beschäftigten Arbeiter hielt am S0. August eine Generalversammlung bei Säger, Grüner Weg 29, ad. Der verlesene Kaffendericht ergab eine Einnahme von 113,40 M., der Bestand vom vorigen Vierteljahr betrug 79,80 M„ in Summa 193 20 M. Di« Autgade betrug 178,95 M.: bleibt «assendestand 14,26 M. Bei der hierauf vorgenommenen Er. gänzungSwahl de» Vorstände» wurde der I. Kasstrer Herr Vinte, welcher sein Amt wegen übler Nachrede niedergelegt hatte,«instimmig wiedergewählt. Zum 2. Kasstrer wurde Herr Richter gewählt. Sodann wurde auf Antrag deS Vor. stände» dtschloffen: Den§ 10 drs Statuts dahin abzuändern. daß bei Aiiflölimg de» Verein», da» Vermögen beffelben nicht einem öffentlichen Krankenhause überwiesen wird, sondern dast die Generalversammlung eventuell der Vorstand über den Ver. bleib entscheidet. Ferner legte der Vorstand den ausgearbeiteten Fragebogen vor; nachdem derselbe von der Versammlung eine Aenderung erfahren hatte, wurde beschloffen, da» Manuskript in Druck zu geben. Die nächste Versammlung findet am 26. September m demselben Lokale statt. Die Bereinigung der deutsche« Schmiede hatte am vorigen Sonntag Vormittag eine große Versammlung sämmt« licher Schmiede Berlin» in Gratweil'» Bierhallen einberufen, mtt der Tagesordnung: 1. Verlegung de» Arbeitsnachweise». 2. Errichtung einer Zahlstelle der Zentral-Kranken- und Sterbe» lasse der deutschen Schmiede schiedene» und Fragekasten. verband der Möbelpolirer für Berlin und Umgegend. Montag, den 6. September, Abendi 8 Uhr, im Lolale d«S Herrn Säger, Grüner Weg 29, Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung von der Dampferpartie. 2. Abrechnung vom zweiten Quartal. 3. Vereinsangelegenheiten und Anträge. 4. Arbeitsnachweis für selbstständige Möbel- polirer. Bereinigung der deutsche« Stellmacher, Mitaliedschast Berlin. Montag, den 6 September, Abend» 8 Uhr, Ver- sammlung in Niest'» Salon, Kommandantenstr. 72. Fachveret« der Stuckateure Berlin». Mitgliederversammlung Rontag, den 6. Sevtemder, Abend» 7 Ubr, bei Rieft, Kommandantenstraffe 71/72. Tagesordnung: 1. Wissenschaftlicher Vortrag. 2. Behalten oder verwerfen wir den Ar- beitSnachweii? 3. Verschieden« innere Angelegenheiten. jeden * Rännergesangverei«„Schneeglöckchen" Montag Abend im Restaurant Naunynstraste 78. ♦ Zitherklub Amphion". Jeden Montag Abend UebungSstunde im„Kurfürstrnkellrr", Poststraste 6. all« anderen Meister die Uermischtes. Sine Modekrankheit. Zu den verdreitetsten Krankheiten der G-genwart gehören diejenigen de» Maaen» und überhaupt der VerdauungSorgane; namentlich der Magenkatarrh wird, neben Nervosiiät und vlutarmuth, schon zu den Modekank- heften gezählt werden dürfen. Unter diesem Titel werden frei« lich ziemlich verschiedene und verschiedenen Quellen entsprungen« Formen von Mag nleiven zusammengefaßt; doch rviid unter denselben der(chronische) Magenkatarrh im engeren Sinne immerhin weitau» überwiegend sein,«ine der häufigsten Eni. stehungSursachen desselben ist, wie namentlich die Magen- Spezialisten unter den Aerzten bestätigen werden, im kalten Trunk«, insbesondere im„Bier auf Ei»" zu suchen. In vielen Fällen bleibt e» freilich beim akuten Katanh, der aber, wo irgend begünstigende Umstände vorhanden find, nm allzu leicht in den schwer zu beseitigenden chronischen übergeht. Wir lernten «ffi dieser Tage, so schreibt die Chailottenburger„Neue Zeft", ein paar solcher Leute kennen, die unzweifelhaft ihrer eigenen Verficherung nach ihren hartnäckigen Magenkatarrh einem einzigen Gla» Bier auf Ei» verdanken, und von denen der eine, ein Wiener, schon seit«in paar Jahren leidend ist. ES sollt« deSbalb weit mehr, al» bisher gefchrrbt, vor dem unvor- fichtigen Trinken kalten Bier«»(und auch Weißwein») gewarnt werden. Die Leute wissen zwar wohl, dast man in erhitztem Zustand«, nach raschem Gehen und dergleichen, nicht kalt und in vollen Zügen trinken kann, da dir» Lungenkatarrh und sogar Lungenschwindsucht zur Folge haben kann(waS jedoch, in Hinblick auf die zahlreichen Wände zwischen Magen und Lunge, vielfach bestrftten wird); aber fie wissen und bedenken nicht, daß auch, wenn man garnicht erhitzt ist. jede plötzliche stärker« Temveratur Erniedrigung de» Magen» durch kaltes Trinken oder durch Genuß von Si» einen Katarrh zu erzeugen fähig ist. Bier auf Ei» darf daher verständigerweise anfäng- lich nur in gan» kleinen Schlucken getrunken werden; auch est e» rathsam, vorher ein paar Bissen Brot oder dergl. zu essen. BesondtrS stark ist die Versuchung zu unomfichtig raschem Trinken bei Eismbahnreisen in der heißen JahreSzeft, und die Paffagiere, wenn nm ein paar Minuten Aufenthalt find, an da» Büffet rennen und dann da» im Sturm erkämpfte Seidel in ein paar Züoen hinunterstürzen.— Eine ander« Ursache der Häufigteft der Magenleiden, die wir nur noch ganz flüchtig erwähnen wollen, ist da» Zuviel« ssen. Man darf wohl de- haupten, dast namentlich die„besser sttuftten" Klaffen im All- gemeinen größere Ouantttäten Speisen konsumiren, al» zur Er- nährung nothwendig und für die gehörige Verdauung heilsam ist. Da» muß mtt der Zeft zur Ragenschwäche(Dytpepste) führen, und, wie besonder» da» Beispiel der Nordamerikaner zeigt um '"' durch die reisen die kein andere» Heftmfttes al» so wirksam gegen Magenkatanh� «npfohlen«erden, al» knappe(und reizlose) Diät, unter Um- ständen sogar hungerdiät— unter Ausschließung nicht etwa bloß der bekannten ichwerverdaulichen, sondern auch aller erre- aenden Nahrungsmittel, zu denen auch Fleisch zu rechnen ist. Von diesem ebenso«infachen al» billigen Mittel, zu dessen An- Wendung nicht» al»«in wenig Entsagung gehört, wird heut- mtag« viel zu wenig Gedrauch gemacht. Di« Patienten(und thellweise auch die»erzt«) legen ein üdermSstige« Gewicht auf pWÄÄWWÄfÄfS? ■Iii verantwortlich für den polftischen Theft und Soziale» Max Schitzpel, für Vereine und Versammlungen F TuNane» mTIZr »niel und Verlag von Max Babing w Bölb 8V�e&% 1 einem Schüler beim Turnen ein paar Ohrfeigen gegeben; ball darauf verlor der Schüler die Sprache, so daß er nur ganz leise zu liipeln vermocht«. Der Lehrer mußte«ine VerurtheiluM über fich ergehen lassm; der Junge war unglücklich; denn alle Hilfsmittel erwiesen stch al» unzureichend. Ostern 1885 wurde der Knabe konfirmirt und suchte nun, al» Hütejunge seinBrod zu verdienm. Am Sonnabend war er mit seinen Kühen auf dem Felde, als eins der Thier« unruhig wurde und weglaufm wollte. In seinem Aerger und seiner Angst wollt« der Knabe schreien; natürlich kam kein Ton; statt dessen aber flog ein Stück geronnenen Blute» au» dem Munde, welchem ffießenbeS folgte, und— mit einem Male konnte der Bursche nach alt« Weise sprechen.(?) Kleine Mittheilungen. Hamburg, 3. September. Ein schwere» Brandungläck, in Folge Exvlofion eine» Ballons mtt Benzin, ereignete fW vorgestern Abend im Hofe Niedernfiraße 61, in der Färbern de» Herrn Trautschold. Die Explosion war eine so defttzn dast der dadurch hervorgebrachte Luftdruck auf etwa 60 Schritt Entfernung eine Spitgelscheid« eindrückt«. Der in der Färbern beschäftigte Färber, sowie auch sein Geselle R. Mimitz,# litten schwere Brandwunden und wurde ersterer in Steinstraste 138 belegene Wohnung, letzterer auf Anordnuns de» Dr. Lang in'» Allgemeine Krankenhaus geschafft. 3# Züge ver Feuerwehr hatten vollauf zu thun, daS Feuer m seinen Herd zu beschränlen und die Gefa?r gänzlich zu dv seitigen, wa» in Zell von 1'/« Stunden gelang. Wie b' Explofion und da» Feuer entstanden, konnte bisher nicht f(r gestellt werden, da der Färber, wie auch sein Gesell« biSb» nicht vernehmungsfähig waren. Oldenburg. 31. August. Ein eigenartiger Unfall(jf fich kürzlich auf hiefigem Bahnhof zugetragen. Stand da,»» die„Franks. Ztg." schreibt, im Schuppen eine Lokomotive lf, Abkühlen. Sie verfügte noch über zwei Atmosphären.*- unaufgeklärte Wei e setzte ste fich plötzlich in Bewegung>Z? ranm unterweg» noch zwei auf dem Geleise stehende, Manövergepäck beladen« Wagen mit. Der ganze Train gw auf daS Thor loS, durch welches da» BahnhofSterraW A sperrt wird, durchbrach die dicken eisernen Stäbe und be>� die Straße. Zum Glück hatte die Lokomotive nicht 0#* Kraft, um auch noch die gegenüber liegenden Häuser i""! reichen. Mitten auf dem Strastenpflaster blieb fie mit iPJ Wagen stehen. Da» alarmitt« Bahr personal vermochte nach langer Ardeft den sonderbaren Train wieder zurün»� fördern.. Pest, 3. September.(Dm Flammentod erlitten.) junge» hoffnungsvolle» Mädchen, die 14jShriqe Etelka»JL wurde heute zu Grabe getragm. Vorgestern NachmiitazS»�, fie stch die Haare fttfiren und benützte zur Erhitzung bel% eisen» eine Spiritutlampe, welche zufällig umstürzte, _.---.... miva,,., tW* brennende Spirftut stch auf die Kleider de» Mädchen» welche im nächsten Mommte hell auflodertm. Al» die™ barileute auf daS Hilferufen der Unglücklichm in» hereinstürzten, war e» berett» zu spät. Da« Mädchen.'Jjü, derartige Brandwunden erlitten, daß r» trotz der sorgfaU'»' ärztlichen Pflege unter schrecklichen Leiden starb. Athen, 2. Sept. Die Berichte de» Präfetten konMU dast durch da» Erdbedm in M-.ssenien 6000 Häuser wurdm.„(.rti* Trieft, 2. September. Von gestern Mittag» bl» j Mittag« find hier 9 Peisonm an der Eholera erkranft uv Personen gestordm. � Retv-Bork. 1. September, lieber da» stark« Erbbt� von welchem gestern ein großer Theil der Vereinigten heimgesucht wurde, wird weiter folgende» berichtet: Am wmde�da» Erdbeben gespürt an der Küste von Aladawe New Uoik. Die Erdstöße waren am ftäfttgstm im Südfa,, Washington, Richmond. Savannah, Augusta und Ralei»»� ____., w ♦♦UgUJäU UHU tnUltHWeliUi Lugusta zählte man 10 Erdstöße. Ebenso war die rung besonder» heftig in Pitttburg, Circinnati, Sleoel«� Detroit und Indianapolis. In vielen Städten liefen die � auf die Straße. Theater und öffentliche Versammlungen w den geschloffen, lieber Chikago, wo e» unbedeutend da» Erdbeben nicht hinau». Neuengland, mtt-!u»nav?f&i Connecticut, wo die Erdstöße heftig waren, blieb veisv� � New- Pork und Brooklyn dauerten sie 10 Minute"'.�, Savannah und Augusta wurden die Bewohner>o y titj" dast viel« nicht wagten, zu Bett« zu gehen, während vu last uitic niu�t u;uu»ii, ju*jt«w gu k)»«? aA richt in unserer gestrigen Nummer) hat nach dem ua>i in unterer genrigen ytummet; yar nacy yj,, «in« Bevölkerung von 49 984 Seelen gehabt, darun• Weiße und 27276 Reger. Die Stadt ist in lung dmch die Eieigniffe de« Bürgerkriege» jeK% worden, erst neuerving», seftdem ein erträgliche»...Ulffl »wischen dem Süden und den Rordstaaten fick zwuwen dem Süden und ven �corosiaalen n« hat ste fich erholl. Von seinem Handel giebt un« ey' Statistik Kunde, die zwar schon zehn Jahre alt ist. ober y, n, darauf schließen läßt, wie sehr schwer der SchlaS darauf schließen läßt, wie sehr schwer v» ganzen Staat Süd Carolina getroffen. Danach wm � � in einem Jahre 385 185 Ballen Baumwolle 37 67/ p. f- � -------_..-------------- SorooE�pE«� 20716283 Fuß Hol» 216413 Fässer S-bffSvro � Diese« Ziffern entsprechend war auch der Wohlstan ein bedeutender. Der Werth de» GrundeigenthuM» Jahre 1875 auf nahepr 100000000 M hatte zwei gut sundirt« Höhere Lehranstalten—""5«» viele öffentliche Schulen und«ine sehr beder»��, bidliothek. Polftisch ist Charleston dadmch herv««�-' x. __________■ TöUttinuw Di» erklärt e» sich auch, daß gerade Charleston wahren� � � und in dm ersten Jahren nach len sichersten|j küste Amerikas. w»« »ZWXKMM Beilage zum Berliner BolkMatt. »r. 207 Sonntage de« 5 September 1880» HL Iahrgi Du Glwickliiiz io KiilMeii. Der Fürst ist nunmehr in Vesta tingtjoßen, wie ei ober weint, ohne allzulenthufiasti'che Auf-- ahme zu Rnben Die Anl. wort de» Zaren auf die Unterwü firkeit-bezeuaung seitens»ei «ulgarentürfien hat offen! ar ihren Emsruck nicht verfehlt. Iozar ein neuer Anschlag auf dai Leben bei Fürsten wirb bereits gem?lbet. Nach bei„Agerce Havai" oui Philivoopel waren über die Schienen, welche bcr Zug mit •ern Fürsten Ahxanber paffiren muhte, an einer Stelle tzolz- scheite gelegt worOen. Dem Lolomotivführer sei ei gelungen, [ttiz vor ber betreffenben Stelle ben Zug zum Stehen zu dringen, so laß eine Entgleisung vermieden wurde. In Sofia waren die Truppen seit dem Staatsstreich in Met feinbliche Lager getheilt und man befürchtete von Tag zu Tag einen Zusammenstoß. Dai revolutionäre Artillerie- Regiment hatte die östlichen, dai ebenfalls revolutionäre zweite Rlrxanbev Regiment die nördlichen Festungezwecke besetzt und beide tonnten die Stadt jeden Augenblick in Asche legen. Andere Stadttheile befanden fit, in den Händen bei Majori xvpow. Wie wir der„N. Fr. Pr." entnehmen, befreite stch Popow, Kommandant des ersten Alexander- Regiments, am 23. August, Morgens, auS der Gefangenschaft, wtgeblich, indem er die Wache mtt dem Revolver niederschoß. Popow eilte hierauf in das vor der Stadt befind- liche Lager feines Regiment#, ließ die beiden Bataillone bei- telben antreten und hielt eine stiebe an die Soldaten, in welcher er ste fragte, ob sie den Eid der Treue, welchen fie dem Fürsten geswworen hätten, halten und für ihn sterben wollten Die Soldaten nahmen diesen Appell mit Begeisterung »uf und er Härten, ihrem Kommandanten folgen zu wollen. Povow marschirte nun mit seinen beiden Bataillonen nach «osta und ließ das Kriegimwisterium und dai Telegraphenamt Militärisch besitzen. Herrn Karawelow gab Major Popow eine xicherheitswache. Popow begab stch bann in das russische «onsulat und traf alle Maßregeln, um die Mitglieder der pro- msotischen Revolutioniregierung zu verhaften. So standen stch Zu-r in der Stadt zwei feindliche Tiuppenmaffen gegenüber. Tie Ankunft bei Fürsten entschied zu Gunsten Popowi. Die Aufständischen Truppen haben stch nach den neuesten B richten Mef Gnade und Ungnade ergeben und die Milde des Fürsten jjngrrufen. Die Meldungen über angebliche blutige Zusammen- ooße find vollkommen unbegründet. Trotz alledem soll die Stimmung des Fürsten eine sehr /übergeschlagene sein, da er sich auf die Dauer g e ae n Rrß. •Mtb nicht zu hatten vermag und keine europäische Macht Net- JNfl zeigt, ihn zu unurftützen. Nun kann die Person bei trürfttn Alexander am Ende allen europäischen Staaten, außer Rußland, gteichgiltig sein. Dagegen ist die Frage um so wich. 29«, ob Rußland die Gelegenheit benutzen wird, in Bulgarien mit H«reSmacht einzuschreiten: Einzuschreiten, wenn Alexander «teldt— um die russischen Jntereffen zu wahren. Einzuschieilen, wenn Alexander gehl— um den inner« Frieden zu stchern. Unter Umständen gewinnt folgende Autlaffunz bei„Peper a?,Y„'« einflußreichsten ungarischdn»altes, an «orten r,2.:.»Der E i n m aN ch Rußlands nach Bul- rnshue,«»a wogen, welche ihre Informationen angeblich aus Regierungs. kreisen empfangen. Vielleicht ist ei nicht zu opiimtstisch, wenn wir diese in russischen Blättern lanzirtm Erwägungen und Drohungen vorläufig nur als Aeußerunzen jenei Verdruffes beachten, welchen da« tlSaltcke Scheitern dei Zanww-Klemenr'schen Anschlages gegen den Fürsten Alexander und die durch den, mben vertretene Unabhängigkett Bulgariens und Ost- ."Mellens von der panslavistischen Propaganda in Rußland .'egretslicherw-ise eneugen mußte. Sei dem übrigms wie wrmer, das Eine läßt sich auf Grund der thatsächlichen politi- 'wen und geographischen Verhältniffe heute schon mtt Be> Z/Mmmlheit sagen: eine unmittelbar be vorstehende ?vetzun g vulgär iens und Ost rumeli ens durch »JjUHtbe Heersäulen i st einfach undenkbar. xiese Okkupation könnte, da Rußland dank dem Berliner Z» 5'n nirgends an Bulgarien oder Ostrumelirn grenzt, nur J;', nolge einer vorausgegangenen diplomatischen Abmachung s,»�Rumänien und der Türkei ins Werk gesetzt werden. Und bei Entgegenkommen d:r Pforte und des Bukarefter Kerliner Sottntagspla«derei. U,. k. c. Zwei Dinge find ei, die Berlin in Schweiß Ü® Spannung erhalten: die Hitze und de» Balten berge». »i«.. der etsteren haben wir alle ,« leiden, letzterer kränkt % diejenigen, welche sich berufsmäßig oder am Stamm- ,2 w.t.hm zu beschäftigen haben. Letzteres allerdings &[4iehi s,,(ian Weise, die uns unsere» lrebgewordene» �'««wplatz verleiden könnte, wenn dai überhaupt möglich Wf* Freilich, unliebsame Fragen muß ein jeder erttagen, � in dem Geruch steht, daß sein Beruf ihn mtt Dinte und 2.7% zusammenführt. Allwissend ist nun allerdings niemand, s, denjenigen, die die Extrablätter, mit welchen Berlin St%n letzten Tagen überschwemmt wurde, fabriztrten, brefe wiffe» sogar häufig manches, was niemals pasfirt ist. De» weltkundige Mann thut bei den jetzige», so über» �.'bewegten Zeiten gut daran, wenn er stets und unter Umständen eine eiserne Zugeknöpftheit zur Schau tt ägt. hin«*%ieiht eine gewisse Wücde, man ist stets geneigt, % einer kraus gerunzelte« Denkerstir» tiefe Tedanken zu selbst wenn der Inhaber besagter Sttrn fich �»tclz sa«chi darüber klar geworden ist, wo Bulgarien li»..Manche anderen Länder auf unserem Erdball eigen t, Wirb er abdanken oder wird er bleiben, nämlich der "hth, o0n, das ist die große Frag«, die jede« tttssts�.'�egießer jetzt von Herze« bewegt, wnd er dem sieche» Trotz bieten, ober wird er zu Kreuze ' verduften?� � Mohr, der sein« Schuldigkeit gethan dierti�.? �klich ein ergiebiges Thema für alle Weiß- di,' Frage, die nicht genug venttlirt werden kann P"'lle%*= Konsequenzen eine fast unerschöpfliche Pro,,«.. Verbalinjurien nvd den demeutsp echev- Kabinets gegen die Absichten Rußlands vorausgesetzt, hat lezt-reS stch denn doch auch der Zustimmung Oestcneich'Un« garns zu vergewissern, denn ohne solche riikitt die über Rumänien in Bulgarien eingerückte russische Armee, fich mit Einem Male in der Flanke angefallen und ihre Brücke über die Donau zertiö t zu sehen, also von ihrer Verbinduna mit Rußland einfach abgeschnitten zu werden. Und ob das Wiener Katnnet heute so ruhig wie vor neun Jahren zusehen würde, wie die rustsschen Kolonnen Rumänien als Durchzugiland b' nützen und die untere Donau als ihre Zwischenbafis einrichten. darf füglich bezweifelt werden. Im Jahre 1877 konnte das Petersburger Kabinet noch a s der von den ottomanischen Behörden uns d-n reichen Grundbesitzern, den Begs, mißhandelten bulgarischen Rijah ausireten. Die„bnlgarian atrocitie»" vorn Jahie 1876 stansen noch in frischer Erinmrung und die russtiche Akt o.r tonnte daher immerhin mit dem Glorienscheine einer erlösenden, christenrettenden Thal umgeben werden. Dieses Lustre würde aber jetzt k inen adermaltgen russtlchen Donau- Übergang verklären. In Bulgarien giebr es nichts mehr zu er- lösen und nichts mehr zu retten, und waS Ostrumelien betrifft, wo übrigens die Christen auch nichts mehr von einer„Unter- drückung" verspüren, fo ist ja bekanntlich daS Petersburger Kadinet seit dem vorjährigen Ph'.lippopeler Staatsstreiche der erdtttertste Widersacher der Vereinigung dieser türkischen Provinz mit Bulgarien. Der abermaligen Olkupation Bulaariens und Ost» rumeliens ließe fich also j tzt nicht mehr der Mantel der christ. lichen Lied« umhängen und die nackte moskowitische Eigensucht und Havgier ständen am hellen Tage auf offenem Markte da. Unter solchen Bewandtnissen hätte Oesterreich- Ungarn gar keinen G und, Rußland gegenüber eine Konni- venz zu üben, die gleichbedeutend wäre mit der Auslieferung des um seine Selbstständigkeit und die Bewahrung seiner Individualität ringenden bulgarischen Volkes an die rusfische Knute." ♦* Die neuesten Dep'schm lauten: Sofia, 3. September. Fürst Alexander hat diese Nacht eine Depesche erhalten des Inhalts, Bismarck rathe ihm da- von ab, die Schuldigen zu bestrafen. Der rusfische und der deutsche Konsul betheiligen fich nicht an den Smpfangsfeier- lichkeiten. Rustschuk, den 3. September. Aus Ost- Rumelien«erden türkische Trupp-nvorschiedungen von Adrianopel gegen die Grenze bei Mustapha Pascha fignalifttt. Der„Pol. Korr." wird aus Kanstaniwopel gemeldet» daß die Pforte deadstchtige, den Mächren die Einberufung einer Konferenz zur Lösung der bulgarischen Frage in Vorschlag zu bringen. Das Resultat der darauf bezüglichen Sondlrungen bestimmte die Pforte, den Konferenzgedanlen ,da derselbe ruistscherseits entschiedenen Wide, stand fand, aufzu- geben. Nach d-n Einwendungen, die jettens Rußlands erHoden worden find, dürfte der Konferenzzedank« in naher Zett kaum wieder aufleben. Kokalr». Die Arbetter-Bcstrtsviretne der Oranienburger Vorstadt und Wcddtna, der Rasernhaler Vorstadt, der Louis-nkadtifche Be- zirtsoereln„Vorwärts", der Bezirks verein des werkthätigen Volles der Schönhauser Vorstadt und der Arbeiter-Bezirksverein „Süd Ost" fiid gestern auf Grund des Sozialittengefetzes polizeilich geschloffen worden. Die Vorstandsmitglieder der Vereine wurden theilweise von ihren Arbeitsstätten fistirt und wurden in ihren Wohnungen polizeiliche Haussuchungen zum Zweck der Kor.fitzirung der Vereinsutenstlien und Bücher abgehalten. Von Seiten des Poliz-ip-äfioiums ist dem dcrzeitiaen eisten Voifitzenden des Vereins„Süd-Ost", Herrn G-Ibgießer G. Schulz, folgendes Schreiben zugegangln: Beilin, den 1. September 1886. Landeipolizeiliche V-rfügung. Auf Grund des§ 1 Abs. 2 bei ReichZgesetzeS gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemolratie vom 21. Ottober 1878 wird der Arbeiter- Bezirksverein„Süd, Ost" zu Berlin hiermit verboten, weil in demselben sozialdemoteotllche. auf den Umsturz der bestehenden Staa-s» und Gesellschaftsordnung gerichtete Bestrebungen in einer den öffentlichen Frieden» insbesondere die Eintracht der Berölkerungstlaffen gefährdenden Weise zu Tage treten. Namentlich zeigte fich die# darin, daß die in l-enVer- eins Versammlungen von bekannten soziaidemokralischen Agtta- toren gehaltenen Reden die Schürung des KlassenhaffeS und der als gänzlich Unbetheiligter in die Näh« einer in hoher Politik mach«»»«« Gesellschaft geräth. Unerbittlich wird er gefragt, ob nach einem eventuellen, glücklichen Kriege mit Rußland«S angebracht»Sre, wenn wir z. B. die Ostsee, Provinzen aunektirlen, oder ob wir auch noch Russtsch-Polen baut nehmen müßten. Verweigert«an— wie es ja im Interesse des Swzelne» liege« kann— die Auskunft, so wird man mit Blicken betrachtet, die ganz deutlich sage», daß kein polttifirender Rentier fich jemals wieder mtt ewem solche» Ignoranten einlassen wird. Ganz ebenso verhält es fich mit der Hitze. Wte lange wird fie noch anhalten, wird es ein Gewitter geben, welches uns Kühlung»«schafft, oder bleibt das Wette» so,— das si»d freilich Frage», die uns vorläufig näher liege« als di« dulaanschen Waren. Leide, ob« läßt fich in dieser Beziehung ebensowenig eine bestimmte Auskunft«theilen. wie in Bezug auf Bul. gare««. Es kommt eben nnr ans da« bekannte Einsehe» a», welches der Himmel in bestimmten Fälle» habe« soll, welches ob« manchmal riefig lange auf fich warten läßt, oft üb«. Haupt«'cht eintrifft. Da kann man warten, bis man weiß wttd, wie ei« Kameruner Sprichwort lautet. Ab« wie sehr auch die Hitze drückt, wie sehr die Ver« hältniff« in Bulgarien das öff-nrliche Interesse auch in An. sprach nehme«— in Berlin giebe'l trotz alledem«och manch« Reue, welche« uns«kenne« läßt, daß d« Sin» für Originalität am grünen Strand der Spree»och lang« nicht rttiÄ% 5 die Aufreizung der Arbett« gegen die befitzenden BevölkerungS« klaffen bezweckten und daß in einer nicht unerheblichen Anzahl von Fällen die Auflösung d« VereinSoersammlungen auf Grund des§ 9 des vorgedachten ReichSgesetzeS erforderlich wurde, auch läßt die Be'-heUigung bei Arbeiter- BeziiksvereinS »Süd Ost" an d-n Ausflügen nach Köpenick und Grünau in den Jahren 1834, 1885 und ern laufenden Jahre in Anbetracht der bei diesen Gelegenheiten stattgefundenen Demonstrat-onen darüber keinen Zweifel, daß der Ai bester- Bezirksverein„Sud Ost" als ein Verein zu«achten ist, in welchem sozialdemokratische, auf den Umsturz d« bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung gerichtete Bestrebungen in ein« den öffentlichen Frieden, ins. besondere die Eintracht der BeoölkerungSklaffen gefährdenden Weise zu Tage treten. D« Polizeipräsident, v. Rick Hofen." Gegen diele landespolizeiliche Verfügung ist für den Vorstand ves Vereins eine p.äklufivische F. ist zur Anbringung einer Be» schwerde gesetzlich festgesetzt.— Aehnltche Schrtflstücke find auch den Vorflyenden der übrigen Vereine zugestellt worden. Um ein Versehen zu berichtige«, müssen wir noch einmal aus da? vernagelte HauS in der Friesenstraße zurück* kommen. Der von der G.orgen gemeinde erwirkte Gerichts' defehl ist den 17 Miethern nicht schon am 28. o. M. zugestellt worven. Sie hätten stch ja dann auf die Exmisston vorbereiten können. An jenem Tage empfingen ste vielmehr die Voll- streckungSklausel. nach weich« die Kirchengemeinde die Eitfer. nung der Bretttroerschläge bewirk- n sollte. Es war gerade an demselben Tage, an welchem die städtische Feuerwehr im Be. griffe stand auf Antrag der Polizei die Bretter zu entfernen, rrell im Falle eines Brandes das Leben aller Mielher auf's Höchste gefährdet wäre. Min kann stch denken, mtt welcher Eile die vernagelten Fenster„dar" gemacht wurden. Am 2. September, Morgens um 7 Uhr, dagegen wurde den Mielbern der GerichtSbefehI zugestellt, welch« wörtlich folgendes enthält:„Der Beklagte(Sch«ent«liy) wird vermt hellt, nach freier Wahl entweder den von ihm unmittelbar an dem Kirch« Hofe der St. Georgen gemeinde«richteten Neubau 17 Fuß von der Grenze abzu ücken(!) oder(äoirntliie Orffnungen in der unmittelbar an den Kirchhof stoßenden Wand dief-S Neubaues zuzumauern." Zwei Stunden früher ab«, schon um 5 Uhr, ehe die Miether dieses Erkenntniß erhielten, hatten Maurer im Auftrage des Kirchenraths schon versucht, die Fenster zuzumauern. Da griff der Polizeilieutenant des Reviers zu Gunsten der bedrohten Mieiher ein. indem er erklärte, daß et diese Massen- Exmisston(-in« solchen kommt ja doch die Vnmauerung aller Lickiöffnungen vollkommen gleich)„nicht am Sedantaze, unt« Glockengeläute", vor fich gehen lassen werde. Ritts desto weniger hat die Ausrichtung de« Gerüsts für die Maurer bereits begonnen.— Auf eine Kritik der merkwürdigen Verfügung können wir uns nicht ein« laff.n. Für Laien ist ste unverständlich und die Mieth« fragen fich: Wie kann man gegen unS vollstrecken, was gegen einen Anderen verfügt wurde? Wie kann üb«baupt eine Zraigsvollftreckung eintreten, wo die thatsächliche Unmöglich. lest einer Erfüllung bei Urtbeils vorliegt? Ist eS nicht ge» radezu unmöglich für den Mieiher, das ihm nicht gehörige Hau« um siebzehn Fuß zurückzurücken? Hat er ein Recht, die Fenster zu vermauern? Kann er, der gar nicht oertlagt war, verurthritt werden? DaS find Gcfichtlpunkte eine« Laien; wir mögen ste nicht oertreten. Wohl aber find wir sehr gc svannt auf die Broschüre, die d« Gemeinderath von St. Georgen versprochen hat und worin« nachweisen will, daß er nicht mit Härte gegen die Miether»«fahren sei. Vielleicht finden wir darin eine leidliche Bezeichnung für daS Verfahren, d'N Leuten Nachts die Fenster zu v-rmaunn, ehe ste überhaupt wissen, daß ein Beschluß gegen fie«gangen ist: jetzi fehlt uns eine solche Bezrichnung. Die Retuhaitung der Straßen Berlins ist ein« in de: ganzen Wllt aierlannte guie Eigenschaft unserer Hauptstadt. Diele Eigenschaft bezieht fich aber wohl lediglich auf die eben-- Erde; denn die R-inheit dir Lust in den Straßen läßt noch manches, waS bei einigermaßen energischem Vorgehen der Be- Hörden wohl zu erreichen wäre, zu wünschen übrig. Dabei denken wir nicht an dai Platzen eines GasrohrS, oder den Bruch eines RohreS in unserem Kanalnetz, sondern hauptsäch- lich an die allerdings schon oft ge ügte Belästigung durch den Rauch auS Bäckereien u.rd Fabrilschoinftttaen. Diese Belästi- ging ist j-tzt bei der übergroßen Hitze geradezu unerträglich; der Rauch, der in kohlschwarzem Strome den Schornsteinen entquillt, wttd durch die drückende Luft niedergehatten und er. füllt nun stundenlang die Straßen, jedes O-ffnen der Fenster heirathe», d« jemals mtt dem Junggesell« v«ei« in Ver» hmdung gestanden hat. Hartgtsottea« Sünder würde« fich ja vielleicht nicht abschrecken lassen, ab« es wäre doch immer. hin eine Warnung für Solche, die heute noch über ihre Zu, kunft unschlüssig find. Freilich find derartige Repressalie« imm« zweischneidiger Natur, fie bilden eine unabsehbare Kette von R-ibereien, deren Endresultat schließlich die gävz« liche Außerdienststellung d« Standesbeamte» sei« würde. Und diese Leute wollen doch schließlich auch beschäftigt sein, «i wäre wenigstens schrecklich, wenn vor den Thiiren der Standesämter Gras wachse» würde. Vorläufig dülfte ja di« Gefahr noch nicht so drohend sei», denn man sieht ja glücklicher Werse die Hochzeitskarossen imm« noch durch die Straßen fahren, und recht häufig sammeln fich liebevolle Neug>«ige vor den Häusern, um ein glückliche« Brautpaar auf„seines Leben! schwerstem Gange" in Augenschein zu nehme«. So lange wie das noch der Fall ist, fürchten wir kein« allzu große Verbrettung des Junggesellenvereins. Ans Kunst nnd geben. _ Die Direktion bei Eden-TheaterS, d°S fich fett seiner «»%%%% «ÄI'ÄÄ ÄÄ heute, Sonntag, km die Geschwister Matthews, deren Leistungen lttoßhe.l rst ei» groß. Ä �»lles. was da« Herz begehrt, wird dem Leser m ein. schmeichelnd überredender Weise oder m.t dem zudringliche» Posauvenschall der Reklame angeprrese». W»«fahre», wo die delikateste« Bratwürste zu habe« find, und welche* Beste, wrll. xuten Kaufes läßt die Frauen fich muthig über die finsteren Gesichter der Mitfahrenden im koupe« ob der Raumbeengung durch den großen Marktkord hinwegsetzen, und in der furcht. barsten Hitze gehIS nach dem Gänsedahnhof, aber trapp, denn au» dem Zuge sah man mehrere von den ominösen Markt- iöiden herausheben und jede Frau will natürlird beim Kaufen die erste sein. Groß ist die Aus wohl der im Einzelnen ver- kärflichm Gänse nicht und gewöhnlich find eS Thier« mit er- hebltcden Fehlern, welche fie zum weiteren T.aniport ungeeignet machen. Von solchen an den Beinen oder Flügeln lahm, vom Hund« gebissenen oder sonst verletzten Thieren wurden ein paar erhandelt, denn in einem mäßig großen Haushalte kann man bei der jetzigen Temperatur unmöglich einen größerin Fletschvorratb anlegen — dann wird noch schnell eine Erfrischung genoffen und mit dem nächsten Zuge geht» zurück. Od das ganze Geschäft des Schweiße« der Eolrn werih ist, kann dabin gestellt bleiben, aber daß bei solchem Gänschandel, namentlich in diesen Tagen, viel Schweiß vergoffen wird, das dedarf wohl keiner weiteren Verstcherung. Vergnügt schmunzelt die kleine dicke Frau über den billigen Preis für ein paar erhandelte Gänse, daS vcn der Hitze hoch geröthete Gesicht wird schon etwas ernster, als st« zu dem Kaufpreise noch die AuSgade für die Eisenbahnfabrt und für die konsumirten Getränk« hinzurechnet und wenn fie nun zu Hause gelegentlich erfahren wird, daß fich der Preis für zwei gesunde geschlachtete Gänse, die fie in ihrer näcksten Nachbarschaft frisch haben kann, auch nicht höher stellt, dann wird jedenfalls in der Häuslichkeit der kleinen Frau irgend ein Blitzableiter für ihren Unmuth gesunden werden müssen. — Das Gänsekaufen in Rummelsburg kann man ruhig einigen behäbigen Berliner Rentiers überlaffen, die daffelde als Sport betreiben und fich dabei gegenseitig übers Ohr zu hauen suchen. Etue schauderhafte Beleuchtung, und noch dazu eine elektrische, hat man auf der SchilUngsdrück« angebracht. Wenn es darauf abgesehen grwiscn wäre, das Glühlicht gegenüber der Gatdeleuchtuna zu dttkreditiren, so hätte man gar nicht zweckmäßiger zu Werke gehen können. Auf dem westlichen Brückengeländer brennen vier kräftige GaSdoppel flammen, wäh« rend auf dem östlichen zwei ganz abscheulich trübe Glühltchte in zwei ehemaligen Gatlatrrnen untergebracht find; nm auf Sekunden erhöbt fich ihre Leuchtkraft so weit, daß sie mit dm vier Gailaternen gegenüber lonkurriren kann. Diese ungleich« Beleuchtung macht dm Eindruck des TröSelhaftm, Zusammen- geflickten, und läßt jeden großstädtiichm Cbaratterzug nermtffen. Beim Passtrm der Brücke hat man Vis Gefühl der Unbehag- lichte, t und es ist zu verwundern, daß diese Empfindung den inspizirmdm Personm der städtischen Erleuchtungsdeputatton entgangen ist. Die Truppenmärsche und der Stratzeuverkehn. Der „Frets. Zig." wird geschrieben:„Dringend noihwmdig ist es, doß bei Truppenmärschen in Berlin die VerlehrSoeihältmsse der Großstädte berücksichtigt werden. Am Paradetage standen Morgens bald neun Uhr in der Fliedlichstraße zwischm dem Bahnhof Frietrichstraße und der Sireße Unter dm Linden je ein Bataillon des zweitm Garbercgtm-ntt und des Garde- Füfilierreaiment», denen der Weg durch Fuhrwerk gesperrt war. Ali die Passage in der Gegend der Miüelstraße frei geworden, entwickelte fich an der Ecke Unier dm Linden ein wahrhaft lebensgefährliches Durcheinander von Lastfuhrw-rlm, Droschken und Publikum. Die Artillerie rückte von der UniverfftSt. die Infanterie von der Friedrichfiraße heran, und zum Uederfluß erschien die Feuerwehr, die, keine Rückstcht auf die Stockung nehmmd, in die Friedrichstraße einfuhr. Von allen Seiten gab man seinem Unmuth Lu't, denn die Paffage für Fuß- gänger war unmöglich. Wäre die Fnianterie durch die Karl st.aße marschirt, dann würde die Sperrung vermiedm worden � n Recht verhäognißvoll ist wieder einmal da» Spielen der Kinder mit Häkeihalm geworven: Da» bildhübsche, stcdrn Fahre alte Töchterchm einer Wtitw« in der Prtnzenftraße hatte vorgestern Vormitiag mit einem fiählernm Häkelhaken gespielt, war gefallen und hatte fich die Spitze mit dem W.der« haken tief in die Innenfläche des rechten Händchens gestochen. Da die Spitze die Handbänver und- Sehnen durchdrungen hatte und der Häkelhaken stch durch den Widerhakm weder rückte noch rührte, so mußte drselde unter entsetzlichen Schmerzen de« KindeS herausgeschnitten werden. Bei« Abspringe« von einem Pferdebahvwage« am Kottouser Thor tum gestern Abend ein Fräulein B.. Adalbert- straße 98 wohnhaft, so unglücklich zu Fall, daß fie mit der rechten Hand unter da« Hinterrad zu liegen kam und ihr zwei Finger adgefohrm wurden. Die Entweich»«« des Kanfmaavs H. Lebst jun., welche in dm Kreism der Konfektionidranche peinliche« Auf- sehen erregt, war üdrtgmS langerhand vordereilet. Schon am 13. v. M. hatte stch der Betreffende angeblich auf eine Ge- schäitsreise noch England begeben und auch anfangs von toft geschriedm; erst seit einer Woche ist keine Mtlthetlung mehr hierher gelangt. Unter seinen Hauptgläubigern befindet stch die Bergtlch-Mäektsche Banl in EldnselS mit einer Forderung von 60000 M.. wovon jedoch die Häljte gedeckt ist. Größere hiesige Banken haben schon seil einiger Zell die Checkt von Möbelmag aziae.nie wieder so billig" ihre Waarm los- schlage». Brauchst Du«ine» elegante« Ueberzieher zu.Spott« preiie»", dann wende Dich vertrauensvoll an die„Goldne 110";— plagt Dich Zahnschmerz, dann wird hofftntlich der „Zadn-Eagel' fich als rettender Engel erweise«, und lichtet fich Dein Haupthaar mehr, als Dir erwünscht, dann greif« muthig zu.Kneifel« Haar. Tinktur". Aber auch in delikatertn Verlegenheiten erweist fich das Inserat als Hilfteich;— es pfuscht sogar de« lieben Gott in'» Handwerk, den« es nerräih discret, wer fich mit„Nasen» correctur" befaßt, wo„Formenschönheit und na« t ü r li ch e Büste" zu erlange» find, und theiU die Quelle mit, in der fich eine„Regen erationskur von Dame« aesetzte« Alters" vollzieht. Die fteundliche Leserin«r. firht Hiera»«, doß in unsmr praktischen Zeit da» Mätchen von der„Altweibermühle" zur Wirklichkeit ge« worden«st. Doch nicht nur reifere» Dame», sonder» auch unmün- digen Zünalwge» soll geholfen werde» und mit Entzücke» liest der Fähnrich;.Zungen Leutev, denen ein»ecke« Schnur,. tärtche» erwünsch» wäre, könnte» wir mit dem beste» Tc- wisse»«. s. w" Wo die Anpreisung nicht» meh, hilft, geht da, Inserat «och einen Schritt wette, und ermahnt in oft reebt energischer Weise. Mancher Gatt« wird fich pjötzUch der «'ödsten Unterlaffungssüod« bewußt, wenn«r liest- Jede, tg&mmssMs mm H. Leist jun. nicht mehr in Zahlung genommen. Früher war derjelde mit einem anderen affoziirt, der jetzt als Mitinhaber einer hiestgen Firma angehört. Das von ihm verwaltete und wahrscheinlich unterschlagene Kapital rührt von einer Verwandten» die unter(einen Bekannten als seine zukünftige Verlobte galt. Der Giflüchtete ging in letzter Zeit überhaupt stark auf Freiers« süßen und bcffte durch eine sogmannte„große Partie" seine zeriütteten Vermögensveihältnlffe aufzudeffem. Familiengeheimntffe sucht man doch möglichst der Oeffentlichleit vorzuenihaitm und dennoch giebt eS Charaktere» welche gerade die Orffmtlichlett betreten, um das Ansehm einer geachtetm Familie lediglich der Sondntntereffm wegen in den Staub zu treten. So bat in letzter Zeit immer mehr die Un* sttte Platz gegriffen, bei Aufhebung einer Verlobung die» öffentlich aller Well preis zu geben. Fn den meisten FäKen geschieht dies sriteni des Mannes. UnS ist speziell ein Fall bekannt, in welchem eine junge Dame aus sehr geachteter Fa» milie, die fich verlobt hatte, erst nach der Verlobung zu der Uederzeugung kam, daß ff« stch alt Gattin mit ihrem AuS« erwählten unglücklich fühlen würde und deauttragte einen ihrer Angehöiigen, hiervon den Bräutigam in Kmntniß zu setzm und ihm den Verlobungsring zurückzugeben. Voll Zorn ü«r die Entsagung der Hand des vermögmdm Mädchens machst der junge Mann am anderen Tage bekannt, daß„er die Lei- lobung mit Fräulein£ aufgehoben habe". Das junge Mädchen ist sell diesem Tage gemüthSleidend. Dieser eine Fall, welche« dt« übrigen gleichen, zeigt, welche niedrigen Gestnnungm jene Personen besttzm müssen.| Bekanntlich geben grüngefärbte, arsenikhalttge Ta- Pete» nicht sellen Veraviaffung zu Alsmikveigistungen. Der derühmte Hyaieniker A. L yet macht nunmehr in de:„ReoM sanilaire d- Bordeaux"(1885 Nr. 42) darauf aufmerksam, M eS nicht, wie vielfach noch angenommen wird, lediglich gtün- gefärbte Tas ten fiid, welche Arfm enthalten, sondern baß auch namentlich von den jetzt beliebten kräftigen Farben ei« ganze Reihe häufig arsenhaltig find. So das Koballdlau (arsensaurer Koball) die gelbbraunen und rothdraun« Farben der Lederimitation, ferner rosa, blaßgrün und«« rothe Farben, welche durch arsensaure Alkalien M brillant werven, besonders das Magenta-Roth. Gegen der- artige Vergiftungen vermag nur die strengste DuichführrlKI des Verbotes aisenbaiiiger Farben zu schützen.„ Richt Euch! Die„Potsd. Nachr." schreiben: Den M«% leuten auf dem Wochen markt zu Potsdam ist sell kurzem zeilich die Anweisung gewordi n, stei s mit dem Ge ficht vorn zu schauen und sich nicht umzusehen, widrigenfalls««« eine Denunziatson bevorstehe. z Häuslicher Krieg. Fn der Kommandantenftraße k# fich ein Haus, welches den zereifelhaften Vorzug besitzt,»« Restauranis in seinem Fnnern zu dcherberaen: im Keller, Parterre und in der ersten Ctape. Während das R'% reftaurant, unbekümmert um die andern, W«»•; „Warnung! Um Frrthümer zu vermeiden, mache ich%% aufmerksam, daß die Parum Räume nicht zu meinem W gehören." Daß diese Attaque nicht unerwidert blieb, tfl. kläglich; in welcher Weise und wie geschickt der Feind 1A? opertit und manövrirt, erhellt zur Genüg« au« einer zw«'' Ankündigung, welche der„Obere" der ersten hat folgen die nun»binialli mehrfach an Fenstern und Thüren«o™ und die da lautet:„20 Mark Belohnung zahle demjents? vefcher mir nachweist, wer mir meine Warnungsanzeigen T reißt, sodaß ich denselben gerichtlich belangen kann." 6% rerslä- dltw hat auch jede Partei ihren Anhang und so«J stch eine kleine Armee gegenüber zur Aussechiung deS Krieges.". w Et« für die Augenzeugen schrecklicher vorgads» fich in der vorvergangenen Nacht zugetragen. Der in vritzirstraße 28 in Schlafstelle wohnende Arbeiter � welcher anfchrinend am Delinimn tremens leidet, fi"«. vergangenen Nacht gegen 2 Uör zu Ikandaliren an, iLm seine WilthSreute erwachten. Da er unausgesetzt nach � ,t verlangte, wurde ihm solches gereicht. Kurz darauf rann � in die Küche und von hier vernabmen die WiilhileUL�, Geräuird. oll wenn Fernand in dem Küchenspinde herrnn�wr wo vi« Messer und Gabeln lagen. Boll Angst erfüllt!� fie fich leise in die Küche und sahen hin den vollftärtf* zpl dastehenden G aus mehreren Wunden an den Ai««»«� bluten. Ali G. stch deodachur sah flüchtete er aus nung und auf die Straße. Hin wurden Paffantm. c™.,# und Nachtwächter auf den nackten, über und üb«(tf' detp itzlen Menschen aufm« k aar und nun beg«?(8 tolle Fagd nach dem eiligst davoneilenden stch nicht beschreiben läßt. Writ voran t!«, bluiizr Mensch und hinter.hm Schutzleute, Nachtn»«'�, Wen« ein Vater nicht weiß, wie er seine»» Sohn uvterbrrngcn soll, dann braucht er nur'" JW Zeitung in die Hand zu»ehnea, um sogleich z" wer„Gesucht' und„Verlangt" wird. Selbst �,15� Neiguage» finden Berücksichtigung, wie rrachstehe«9" � beweist: „S ch n e l l l S u f« r." r .Herren uvd Damen, die mindesten» 21 �r1'?..jui Stunde laufen können, werden sofort für Rußland« � Gage von 100 bis 200 Marl pro Abend, wo gel�u Preise von 400-1000 M. außer der Gage."—® C leichten Windbeutel kann da geholfen wttde« I Wer aufmerksam die Znseraie liest,»trd in d er»« unerschöpfliche Quelle der Erheiterung und« � r willigen Humor« finden, wie der.Briefkasten" liebteste« Witzb.Stter beweist. i,«»� Ein« etwas sonderbare Schwärmerin scheint j» zu sein, welch« inserirte: m „Einreicher S o« d e r l«« g, ptf E der de« Glauben an gut« Mensche««och"'ch' �rs' hat, wird von einer älleren Dame bei einem mWiir>s� den, edle« Untnnehme« sofort gesucht ,( erweckende(!) Offate»«. s. w."—. itf De« Glauben an gute Menschen hat auch Man» noch nicht verloren, welcher inserirt: .An F r a n e« h e r z e a. fi* L Sollte fich denn nicht eine vermöz-rd« � die einem strebsamen Apotheker,„Mitte D« 6 ö--jz ständigkett vnhilst.".....mat schon � 3m..»»««<"»,>h- m#» I Sf E % i Wanten. Durch bie Britzelstraße, bol Rollkufet Ufer ent- .'?"8, in die Glimmstratz« hinein, zurück zum Kottduser Thor *)% die wilde, schrecklich« Jagd. Hier gelang eS, fich de» Renschen zur bematt(igen und ihn zunächst nach der CanüäiS- u>°che in der Adalbertstratze zu bringen. Hier wurde lonstaiirt, #®. stch mehrere Male mit einem Mrffer die beidm Unter- atme in der Gegend der Pulkadern durchschnitten hatte. Nach »riegung eines NoihverbcndeS wurde G. unter Asststenz «ei« Schutzleute mittelst Droschke zur Chrritee gebracht. Für Wirthsleute dei G. war das Benehmen destelben in der Wohnung um so aufregender, als e: drohte, nicht nur die dnden Eh-gatten, sondern auch deren beide Kinder zu er- wordin. G. ist ein großer, stattlicher Mann. Der Boden der «onitätSwache, woselbst G. verbunden wurde, war noch gestern wit großen Blutspuren bedeckt; so fest hatte stch dasselbe in die Dielen gesetzt, daß es trotz sorgfältiger Reinigung nicht zu eisern en war. Der Milzbrand ist, wie ein Berichterstatler mitthellt, am •Conneiflag out dem städlischen Zentral- Vi Hofe und zwar bei tinem Ochsen konstatirt worden. Das beireffende Thier ist so- w" dn fiskalischen Abdeckerei überwiesen, und find von vem �evartementS-Thierarzt Dr. Woiff alle Veterinär- polizeilichen «sorstchUmatzregeln angeordnet worden, um einer Wellerver- nellung der gelährlichen Krarkhell vorzubeugen. . Sin tragisches Geschick scheint die Familie d«S seiner SM in weiteren Kreisen bekannten Schriftstellers, jetzigen Aeateragenten O. My'iuS zu verfolgen. Vor clnigen Fahren �rzte sein Schwager, der Redakteur Faulhaber, au» vem »knfier seiner in d!r Miltelstraße belegenen Wohnung und Marb kurze Z-it darauf an den Verletzungen. Die Schwester Mqliuk, die an Frulhaber verheirathet war, wurde in n»ige dieses Unglücksfall« nervenleidmS. Vorgestern nun wurde dai au« dieser Ehe stammende sechi jährige Töchterchen w> der Ecke der Friedrich- und M ttelftraße von einer Droschke "Wahren, und zwar so unglücklich, daß ihn die Räder üVr 0"bt Beine gingen. Von einem Dienstmann wurde die be« wutztlose Kleine unter dem Wagen hervorgezogen und in die llierliche Wohnung geschafft. m Lerlwer Asyl-verein für Obdachlose. Fm verfloffenen ?»onat August nächtigten im Männer> Asyl 8417 Personen, ®4»on badeten 1127 Personen, im Frauen A yl 1469 Personen, fca�n 155 Personen. De» Vau guter Isidor Echlochauer. Fabrikbefitzer und Meni�mer Danzigerstr. 1, ist mit dem in unserem gestrigen vlait erwähnten mit 3 Mona'.en Gefängnitz wegen Betruges �straften Kaufmann Fstdor Schlochauer nicht identisch. .. Ardeiter Heinrich Schul», der früher in der Nähe *W> Tivoli wohnte, wird ersucht, sein« Adreffe beim Tischler »wrt E dmann, P-tristr. 2. abzugeben. E« Hand lt fich um tw omgenausiage in einer Ptozetzsach« gegen letztgenannten Wn. Der Termin in dieser Angelegenheit findet am w d M, lOV« Uhr Vormittag», vor der I. Strafkammer �ndaerichlk II statt. �.Aartthalle«- Bericht von 3. Sandmann, städtische« �«mfSvtrmlltler. Berlin. Zentral- Markthalle, d.4. September. Gemüsr und Obst. Neu« französtsche Wallnüffe in Sckaale ?Äsund 30 Pf., geschält 60 M. p. Ctr. Pficstche 25-45 M.. m*1"1 10—15 M- per Zentner, Wein Nauden 25—40, Unga- o?1« 25-30 M.. Fran,ö fische 30-40, Spanische und Liffadoner Ätn 30-40 M.. Preißelbeeren 9-10 M. per Zentner, Krotten 250-5 M. per 100 Kilo, Wirsingkohl 2-3 Solh. und Weißkohl, große Kchfit 3— 4 M. per Schock, Lmm.ntohl 10-15 Marl, Erfurter 15-20 Mark pr. 100 Fuck. Kartoffeln, weiße runde 3,00 M.. Nieren karioffeln 300 rocht 2,80 M.. blaue 3,00 M. pr. 100 Kilo, Pflaumen . M.. Birnen 5-20 M. franzöfische 40-50, stSM.5";20 M. Tyroler 20-25 M. Ty oler 20-25 M.. aWebtln 2,00—3,50 Mark per Zentner, Schalotten 6-7 Mark. Gurken 2 M.»er Schock. Melonen 20-30 Pf. 2vo M p««?»2-2�0 Marl pr. Pfd. Getrocknete Morcheln SS —"••'« 3,00-5,00 M.. junge Enten 1-1.60-2,00 M.. 0,45-0,80 alte Hühner 1,00—1 Pf., Poularden 4,50— 8 M per Stück, Bu'ter....... 1---- N« Ganse WWWWWWW M»« Hühner 0,45- 0.80 alte Hühner 1,00-1,40 M. Tauben �~45 Pf., Poularden 4,50-8 M per Stück. .. Bu'ter. Frische feinste TafelbuUer x. 112—115. fein» Muster l. 102-110, U. 92-100, III. fehielha'te 80-85, jJJbuttn l 85—90, U. 70-80 M. Gaitzische uns andere ge- �' Sorten 56-66 M. v. 60«llo. (s,«oft. Echter Emmenchaler 73—80, WestpreutzischerSchwtizer- �56-63 M.. II 48-62 PL IU. 40-46 M. Quadrat. MW I. fett W— 25 M.. II. 14-18«..JCUfllet Fettkäse oo— rÄ~' 80�-60 M.. Tilstter Magerkäse 18-23 M.. Limburger I. M.. n. 20-25 M.. Ramadour 30-36 M� rheinische, �"Mrr«äs«, 20-22 Pfd. schwer, 45-58 PL, echier Holländer 3jj£. Edamer L 60-70 M.. n. 56-68 M.. französtscher U"w«ttlltr 18 M. per 100 Stück, Samembert 8.00-8�0 Dtzd.. Mainzer 4 M.. Harzer 3,50 pa 100 Stück. tDtov�ste Arbeit,»ämlich da« Soriuea derselben, über« Jltzj? 4, trifft man fich, mri der bekaunieu Rose im geht auf« Standesamt, und da« Geschäft ist sist ff*»och höchst selten hüll es der Herraihs.Caadidat fich mit erheuchelter Schüchternheit durch die liche�v!?""schuldigen:„Auf diesem nicht mehr un gewöhn. », e�"». s- w. ße>«}* luvige« Zeiche« de, Zeit ist es zu betrachte», baß �»» Menge„Herren von altem Adel' in j'Pot« ober Heiraihskammer« auf Lager find;— W,.a*n es ein zum Argwohn neigende« Gemüth stutzig »«?.' wenn so erstaunlich oft„schöne und gebil« dd��iillionärinnen" in der Zeitung ausgedote» � k** nicht»nr der Man» preiset muthig stch an, son- A>, �ch die holdverschämte Zungsrau greift zur Reclame, »tu J1* die Haube zu kommen, und pflegt meist die finnige \ W Dichtung zur Selbfiportraitirung zu wähle«. So kürzlich zu lesen, wie folgt: .Noch steh ich i, der Zagend Blüth«, �'»getst. und körpnlich gesund, �ab braune« Haar und grau« Augen �»d eine« nicht zu große» Mund. '«tn Wuchs ist schlank, mein Fuß ist klein, vi selbst, muß ich nicht hübsch dann seta s" �ßei.'Ä,�«»'schließt fich diese Dame mit dem„nicht zu de» wx' rt wit jenem kühnen Weltumsegler zu n«> *"»längst wiederholt insertrte: Der«oG.-Heirathsgesuch. «Ä's-'Ä9- u- Ä*i»e%TV �le Frau fehlt ihm noch nb Lübens- davon ver- Welche« reizend« Eier 2,20 M. ver Schock. Geräucherte Fische. Rheinlach« 2,60-2.90 M., Weser nnd Ostseela»» 1,20-1,40 M.. geräucherte Aale 70-100 dls 130 Pf. pr. Pid., großer Delilatebaal 1,50 per Pfd., Flundern, klein« 2,75- 3.50, mittel 4,50-8, große 12-20 M. Bücklinge, 4,50 bis 6,00 M. Dorsch 3-10 M. per 100 Stück. Sprotten 0,50 per Pfund. Seefische. Lach« 1,00—1,20—1,30 Mark, Zander, große, 80-90 Pf.. Hecht 40-50-66 Pf„ Steinbutte 70-80 Pf.. Se: jungt, große 1,00 M, mittel 60-70 Pf., Scholle 10 b« 25 Pf., Schillflsch, gioße 20 Pf„ Kabeljau 16 bi« 20 Pf. per Pfund, Maklelen 40—60 Pf. pro Stück Lebend« Fisch«. Aal, mittelgroß 80—95, große 1,10 M. Hechl 60-80 Pf., Schleie 80—90 Pf. ver Pfund. Krebse,«leine. 10 cm. 1,00-1,50 M-, mittel 2-4 M.. nog« 8—12 M. per Schock. Hummern 1,30—1,60 M. pe: fund. Poltzeibericht. Am 2. d. M., Abends, nach 10 Uhr, wurde auf oem Platz vor dem Neuen Tbrr ein unbekannter, etwa 30 Fahle aller Ardetter augenscheinlich schwer krank vor gefunden und nach der C;antee gediacht.— Am 3. v M., früh, wuide ein Mann in seiner Wohnung in der Koppm- stroße am Fensterkmiz e häagt vorgrfundin. Die L'.iche wurde nach d:m Ltichenschauhauw gcdracht.— Am Vormtttag deffelben Taz.s fiel die obdachlose KaiguS vor dem Grundstück N ue kö.llgstraße 94 piötz'ich ohnmächtig nieder und mußt« mitteist Droschke nach drm Krarlenhause im Friedrichshain gebracht werden.— Am Nrchmit ag wurde vor dem Görtitzrr Bahnhof ein unbekannter, etwa 30 Fohre alter Arbeiter bewußtlos und nach ärztlicher Fiststtllung cm Hitzschlag irkranlt vorgefunden und zuerst nach de: doriigm Sanitä-Swache und demnächst nach dem kranlenhause B-thanien gebracht.— Bei einer zu derselben Z-it auf dem Neubau Prenzlauerstraße 23/24 unter den doit deschäftigten Maurern und Steinträgem entstandenen Schlägerei wurdtn die Maurer Schulz und Golze so bedeutend veil-tzt, daß fie die Arbeitsstelle oerloffen und stch nach Hause begeben mußten.— Zu seritlben Zeit getieib in der Fungsern baide in der Nähe der Schießstände des 2, GarderegimenlS zu Fuß daß GraS und Unlerholz auf einer etwa 1 Morgen großen Fläche in Brand. Die Feuerwehr war über 2 Stunden in Thätigkeit, bevor dai Feuer erstickt werden konnte. 8 Wa4«>, so wolle st» Je." Weichet Gerichts Zeitnug. t Die Hochstaple»!« Marie Rohrbrck war,«in wir(. Z. mittheilt haben, vom hiestgen Schöffengericht wegen Betrugs in zwei Fällen zu fünf Monaten Gefängniß veruriheitt worden, von denen drei als durch die Untersuchungshast verbüßt de- trachtet wurden. Gestern wurde die Betrügerin, beten abenteuerliches Vorleben bei der ersten Verhandlung gegen ste zur Sprache gekommen ist, auS der Slrashgft vorz- fühlt, um stch in drei weiteren ähnlichen Fällen vor der 92. Abtheilung dei Üestgen Schöffengericht» zu verantworten, die bei ver erstern Verhandlung ausgesetzt waren, weil die Beschädigten damals im Bade weilten. Man erinnert fich, wiffen die Angeklagte beschuldigt wird. Fn diesem Frühjabre erschien bei einer großen Anzahi von reichen Leuten, meist jüdischer Konfesston, deren Wohithätialeit gerühmt wird, eine dicht vnichleterte Dame in tiefster Trauer, stellte fich a'S die Witlw« eines Pester Ingenieurs, NamenS H-rzberg, vor, bracht« ein Schreiben dei SanitäiSrath» Dr. Woiiert bei. in d-mderselbe die arme Witt weder Unterstützung wohlthätiger Menschen empfahl, damit eS ihr möglich werde, einen Kindergarten zu gründen, und legt« eine List« vor, in der einige Millionare, Bleichröver und PourtaleS an der Spitze, mit nam hatten Beiträgen verzeichnet standen. Die„velschämte Arme" hatte mit ihrer Bettelei ziemliches Glück: ste zog selten von Damen, ohne daß fie 10 oder 20 M einge- h imst hätte. Ein et Tages blieb ver EmpfehiungSdrief und die Litte bei einem Wohttbäier auS Versehen liegen, und da die„Dame in tiefer Tra.er" fich nicht mebr sehen ließ, o wurde da« Schreiben an den Saniiätsrato Dr. Wottert zurück- gejchick', damit versetbe e« der Wttt-v« Herzdira wieder zustelle. Nun(am der Schwindel an den Tag: der Euipfchtu-rgSdr rf war gefälscht, die Liste mit den Namen an der Spitze des- gleichen und eine Wittwe Herzberg, die einen Kindergarten zu Münden beadfichiigie. existine nicht in Berlin. Alt die„verschämte Arme" wurde dteM.Rohrveck entlarvt, die in sehr anrüchrgaGeiell- schalt fich hier aufhielt, während einer ihrer Liebhaber, der von Wechselfälschungen lebt und von dem st- ein Kind bat, in einem böhmischen Zuchthaus« saß. Die Fälle, die gestern zur Verhandlung kamen, lagen ähnlich, nur vetmochien dl« Z-ugen, eine W itwe BreSiauer i-nd die kaufleut« Grumach und Moser, mit Be- stimmtheit die Angetiagtc nicht zu rikognoSztren. Ei scheint sogar, atS wenn auf den gefälschten EmpfeblungSdries mecrere „Damen in tiefer Trau-r" gereist seien, wenigsten« bekundeten zwei Zeugen, daß bald nachdem die angebliche Wittne Herz- berg, die ab« größer und schlanker als die Angeklagt« gewesen sei, bei ihnen erschienen wäre, eine oeiwittwete Premier lieutenant, angeblich Lüyowftiaße wobnhafl, stch eingetunden hatte, die gle chfallS das dringend« Bedürfet ß an den Tag ge- legi vabe, auS müden Gaben einen Kindergarten zu gründen. Da aber die Zeugen(eint bestimmten Lelundungcn gegen die Stillleben würde fich da in de» Flitterwochen entfalten!— Allerdings mahnen in dem Zvftrat die Worte;„der etwa« davon versteht' zu einiger Vorstcht, und verrathea, daß der kühn« Züaglrag nicht nur mit seiner Aach», sonder» auch im Boudoir vertraut ist. Da wird so häufig über engheizigeu EgoiSmu« und die zunehmend« Verhärtung des menschkichtn Gemüth« Klage geführt; wie ungerecht da« ist, bclthre» un» wiederum die Inserate. Glaube mir, lieber Leser, e« giebt noch sehr viel uneigennützige Mensch«» I— Du schüttelst mit dem Kopf? — Hast Du nicht täglich Gelegenheit zu lese»:„Wir versende» gratis'»c.„Halb geschenkt erhält ober:„Unterm Seibstkostenpretse, um damit zu räume», oerkaufen wir." Ist da« nicht nett von den L-uie»? Da legen fich diese menschenfteundliche» Händler große Opfer auf, miethe» einen t heute» Lad««, hoaorire» zahlreiche« Personal und dann de- danken st» fich noch schön, wen« Du ihnen ihre gute Waare zum Haiden Preise abnimmst. Da« Znserat begleitet uns von der Wiege bis zum Sarge. Al» ei»„kräftiger Zunge', wttd der kleine Eiden- bvrger von der Zeitung zum eisten Mal in ihre Spalten aufgenommen, spät/r empfiehlt fie ihn al«„Verlobt" und „Neuvermählt' und zeigt an, daß er fich al« praktischer Aizi oder Rechtsanwalt nievergelasien hat. Wenn ihn nach aller- Hand Mühsal und Plage der Tod endlich in de» langen traumiose» Schlaf gewiegt hat, dann«rfSb:t die Welt, was für ein braver Mensch, fleißig« Arbeiter, auftp'ernder Freund, gemein nütziget«ü g« und lieber de» Gatte der theut e Selige ®ea,'«a l'roit All« weiden vom Jaseret noch am Rande WWM-t«-- der Zeitung und de» gtihriea Publikum». Rohrbeck, deren Aussehen durch die Gesängnißhafi aller« ding« verändert worden ist, machen konnten so kam die Angeklagte gut weg: ste wurde wegen nicht genügender Auf« k-ä-ung dei Sachverhalts fteiaesp:och/n und wird am 8. Sep« tember, wo ihre Strafe ablaust, wieder in Freiheit gesetzt werden.— Au« der Verhandlung möge ein Zwischenfall noch erwähnt werden, der beinahe die Vertagung bei Termins noch« wer, big gemacht hätte. Die Zeugin LreSlauer schein streng orthodoxen ReitgionSgrundsätzen zu huldigen: fie weigett« fich zuerst entschieden, am Sabdath einen Eid zu leisten. Es»e« durfte der nachdrücklichsten Verwöhnung d«S Richters, dir die Zeugin darauf aufmerksam machte, daß ste wegen Eidesoer« Weigerung zu den Kosten de» Termini und zu einer Geldstrafe bis zu 300 Mark veruttheitt werden würde, wenn ste bei ihrer g-setz'ich nicht zuläsftgen Weigerung beharren wollte, um ste nachgiebig zu machen. Nach einigem Zögern leistete fie schließ» lich den Eid, nachdem fie die Hand vorher von allen Ringen frei gemacht hatte. t Wegen Uedertretung de» Droschken. Polizei« Reglement« batte fich gistern der Führer einer Droschke erster Klaffe vor der 96. Bdiheilung de« hiestgen Schöffengerichts zu verantworten. Ec war am 3. Fuli d. F. Abend« gegen 11 Uhr bei„Sternecker" in Weißensee von zwei Männern zur Fahrt nach Berlin angagirt worden, doch sollte er noch einige Augen- blicke warten, weil die Fahrgäste der R-stauraiicn erst noch einen Besuch abstatten wollten. Der Kutscher glng ficher und forderte Angeld. Nun wurde ihm gesagt, daß er„auf Zeit" engagirt werde und man zahlte ihm gegen Marke 1 M. Der Kutscher wartete und wartete. Au« den wenigen ilugenMicke-i wurde eine halbe Stunde und die beiden Männer ließen fich nicht sehen. Schließlich mußte er belürchten, genarrt wo.den zu sein und zwecklos die ganze Nacht Hinduich zu warten und er nahm deshalb einen anderen Fahrgast an. Wenige Minuten nach seiner Wegfahrt erschien n die beiden ersten Fahrgäste und sahen fich vergeblich nach der Droschke um. Aergerilch etstatteie dir Eine:on ihnen, Lieute- nant v. d. Goltz. Anzeige. Da» Schöffengericht sah r>«n Fall milde an und erkannte auf eine Geldstrafe von 1 M. gegen den Angeklagten._ Kleine Wittheilungen. Wesel, 29. August. Gestern Vormittag gegen 12 Udr, al« auf der vv'llener Heide da» Schießen aufgehört, war-in Beodachiung« Kommando de» 7. Fuß- Artillerie- Regiment« da- mit beschäftigt, sogenannte Kanonenschläge, weiche versagt hatten, zum Rücktransport zu ver laden, al« auf eine bis j tt unerklärliche Weise dieselben explodirten und dabei fieben Mann mehr oder weniger am Gcstchi und an den Händen verbrannt wurden. Zwei Sergeanten, ein Einjährig Freiwilliger au» Köln und zwei Gesrette mußten dem Garnisonlazareth Wesel üdrrwiesen werden. Stettin, 1. September. Auf die gefährliche Unsitte Hunde zu küffen oder fich auch nur von ihnen bei den zu lasten, st bereits vielfach aufmerksam gemacht worden; trotzdem gehör.n Fälle, wo dieselbe zu bösen Folgen Anlaß gegeben bat, noch immer nicht zu den Seltenheiten. Gegenwärtig befindet fich hier im Krankenhause„Bethanien" ein zehnjähriger Knabe au» der Umgrgend Treptow o. T., der durch diese Unsttie fich eine bedrohliche Krankhei« zugezogen hat. Da»„Tr. W." berichtet über den Fall: Schon vor einem Jihre bemerkten bie Hofbesttz'.r H.'schen Eheleute bei ihrem zehnjährigen Sohne in der Gegend der Milz eine Geschwulst, die fich mit der Zeit immer mehr vergröß rte und oem armen Knaben unsäglich« Schmerzen verm sachte, so baß er in der letzten Zell kaum noch da« Liegen im Bette aushalten konnte. Aul An- rächen der Aerzte i erste der Vater mit ihm nach GreifSwal". El wurde ihm dort gesagt, daß eine Operatton vorgenommen werden müsse, und er mit seinem Sohne nach einiger Z:it wiedeikommen solle. Da stch der Zustand deffelben jedoch mit jedem Tage oerschlimmerte, so wurve er in vergangener Woche nach Stet-tn gebracht, um dort in die vebandlung dt« H-rrn Dr Mäste gegeben zu werden. Derselbe hielt eine unoeizü?« liche Operation für nöchch, die denn auch am letzten«or-n. abend glücklich vollzogen ist. Der«tzt konstatiite einen soae- rannten Hund«wurm. die Folgen der oben erwähnten Unfit'e. Hetzte Kachrichte«. � Gin deutscher Spion soll in Belfort gesaßt worden sein. Der„Rat. Zig." telegraphirt man darüber aus Pari«, 3. Sep. Krnber, Abends: Hiestgen Journalen wird au« Belfort b.« lichtet, daß dort am letzten Sonntag ein Individuum in Al« betttlkleidung abgefaßt worden sei, als es gerade d«n Zugang zu einem Fort ad-dchnete. Vor den Piaykommandanten ge« führt und durchsucht, befand stch der V'i haltete im Besitze von 5000 Feankt. Zugleich zeigt« fich, daß der Betroffene drp Lb-rst dei 103. Deutschen Infanterie Regiment« wäre, welcher stand, daß seine Notizen und Zeichnungen mi« tttärische Zwecke hätten. Die„Fra c<" und die anderen Hetz« diatter verlangen, d-ch dieser„deuische Spion' dem neu«, G-setz- über die Spionage g.mäs abgeur-Mlt werdr und drohen mit einer Interpellation der patriottsch-n Deputir-en. fall» man jenen lausen taffen sollt«. Der„TempS" enihalt eine anscheinend o stziös« Nottz. nach welcher die Thatsache der Verhaftung eine« deutschen Ooerften. der Z-ichnungen machte, richtig sein soll. Derselbe sei jedoch wieder ftetgelaffrn worden. Sozialistische«. Schweitn, 3. September. Der als soziakxmokralisch-r Huup agitator Mannte Zigairenmacher Peter» ward- wegen Berdr-itung sozialdemokratischer Diuck« schiiften vom hicstgen Landgericht zu etn er Gefängniß strafe von 4 Moraten und zum Tragen der Kosten de» Veifahren« ver« urthkilt. Fn Folge der Verhaftung von Sozialdemokraten in Hamburg wurde auch in B r e m e n bei drei von Hamf-urg autgewiesenen Zigarrenardeilern Hmssuchung gehalten. Man üüeiraschte dieselben beim! Exvediren de»„Sozialdemokrat" und verbaftete st- in Folge besten. ReichStagtwahl. Fn Lauenburg ist«erling»(kreis.) Wahl geflch'.n. KriefKasten der Redaktion. E. Sp. in Pr. Diejenigen Versammlungen bedürfen der vorhnigea Ar meidung, in wrlchen öffentliche Angelegenhetten erörtert werden sollen. Der Beariff der„öffcnilichcn Angelea-n- beiten' wird aber von den Gerichten sehr weit ausgedehnt so daß nur die reinen Privaiangelegenheiten nicht darunter fallen. MMW „��st�ungen de, von Ihnen odg-schlcff.n.n Kon. traltek hangt e« ab, ob Sie trotz der V«>züg»lung blos die bedungene Anzahlung oder aber den ganzen kauspiets auf ein» mal zrmen rrün-n. P..»öputcker straffe 100. Melden Ste Ihre Braut ein« fach al« Astermi therin an. O. S. Wenn der«rbeiigeber die L-stimmungen der Fab ttoivnung n'chi innehält, sondern auch wöhrend der F-üä. stucks und V-sp-lzett arb.r-en läßt, so wt-d roch»«durch nicht Theater. September. Sonntaa, den vtzeruhau«. Undine. Morgen: Der Trompeter von SSSingen. «chavsptelhau». Die Betenntntffe. Hierauf: Drei Frauen und keine. Morgen: Die Rantzau. Deutsche» Theater. Don EarloS. Stroth» Theater. Die Hugenotten. Friedrich. WUhelmftSdtisare» Theater. Die schöne Galaihee. Zehn Mädchen und kein Mann. Flotte Bursche. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wallner-Theater. Mein Alfred. Montag: Dieselbe Vorstellung. V-lle-AllWnce Theater. Da» Paradie». Montag: Dieselbe Vorstellung. DSend-Theater. Donatt Morlay. Montag: Dieselbe Vorstellung. Btktoria• Theater. Amor. Tanz-Voem von "uigi Manzottt. Rontag: Dieselbe Vorstellung. �ralhalla-Theater. Don Sesar. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kestde«»«Theater. Die Donischefft. Montag: Dieselbe Vorstrllung. Tentrat» Theater. Alte Jakodstr. 80. Direkt. Adolph Ernst. Der Wald- Teufel. Gesang« rosse in 4 Akten von W. Mannstädt. Aouplet» von«. Görtz. Mustt von G.Steffen» Mtt neuen Dekorationen und ftoftümen. sZiovitätl) Montag: Dieselbe Vorstellung. Konrordta» Theater. Speztalttäten- Voll ßellung. Aaufmann's Vartett. Spezialitäten> Vor. steltung. America«» Theater. Spezialitäten- Vor stellung. .ietchthalle«- Theater. Spezialitäten> Vor stellung. X8(toii»Tlieatoi% "irrühet JLonlaeBatädtlactaes Theater Dresdenerstraß« 72/73. Heate. Sonutaa. de« 5. Septbr. 1886: Die Hata d» Ätgincnis. Liederspiel in 1 Akt von R. Linderer. 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