Nr. 208» Dienstag, den 7. September 1886» III. Jahrg. .MerNKMl. Krgan für die Interessen der Arbeiter. Dos Zkickllll. Herr W iu d t h 0 r st hat auf dem Aatholikeutag zu "retlau recht viele gute und schlechte W'tze gemacht, die diel belacht worden find. Nu», wir liebe« auch den Humor, tier e» kann de« Tuten zu viel geschehe«. Wen» auch die k�sthaftefien Dinge und die weitgehendste» Frage« nur mit oder weniger gezwungene» Witzen behandelt werde«, UV einem tiefe» und ernsthafte« Singehe» auf die Sache Atzuto eichen, so gewinnt der unbefangene Zuhörer de« «mdruck, alt sei et de« Herren Witzbolde» mit der Sache Wbst nicht Ernst. Wir heben au« de« Verhandlungen die zwei Punkte vor, die un« am wich'igste« erscheinen. Herr Windthorfi betont, daß seine Partei nicht aufhöre» würde, die �üikbeiufung aller kirchliche» Orden, also auch der �esuite», zu verlange», und Traf Hompesch hat (v* weitschweifige R-solutio» in diesem Sinne beschließe» (%*. Da« dient al» Antwort auf die neuliche Erklärung vr„Nordd. Allg. Zeitung', worin e« hieß, daß die Reich». Merung bei der gegenwärtige» Halwag der Jesuiten in Rückkehr nicht willige« könne. Für die Regierung �« Zentrum« wird die Erneuerung de« Septennat« nicht P« bewerkstellige« sei» und wenn diese Partei al« Prei« für {9« Zustimmung die Rückkehr der Jesuiten und aller ähn» «che» Tesellschafte« fordert— mal dann? Ja, diese »Schwarze»' find gar.theure' Freunde und e« hat de« 5*1%:, al« ob fie noch immer„theurer' werden wolle». wundert fich sogar, daß nicht gleich„ganze »lebet und der Zustand vor dem Kulturkampf «em Reichtkanzler selbst mehr Sorge» gemacht habe» und »och machen, al«#,»» Teheimräthe«. tDen Bischöfen werde» wohl die Jesuiten«achfolge«, werde» wiederkomme». Und diese arme» Rational. ale«, die dann den letzten Rest bei Gebäude« ihrer 5?stige« Herrlichkeit zusammenstürze« sehen I Wir find Freunde der Jesnite», weil wir de» Jesuititmu« über» sv>pt verwerfe«; wir wolle» von liberale« Jesuiten eben 1° wenig wissen, al« von ultramontane». Aber wir waren Jvb find auch Gegner der Art von Autnahmegesetzgebuvg, rj* sw im Kulturkampf gemacht wurde. Den» solche Mittel !�chi» zum Kampfe gegen»ine Tedankenwelt, wie fie auch ""wer sei» mag, nicht au«,«ad K war«0» vornherein Ieuilleton. Spuren im Sanbe. Roman von Ewald August König. Eine«»bezahlte Rechnung. [43 ... Die Beerdigung war vorbei,»ur wenige hatte« der JKefi da« letzte Geleit gegebe». b die Leidtragenden de« Friedhof verlasse» hatte», LT* Paul und der Inspektor Dörner hinter einem Trab. w hervor. W*,-»: cl war nicht zugegen", sagte der alte Man» leise, Ahnung hat mich dietmal getäuscht. fi..Und Sie glaubte» wirklich, daß er komme« würde s' �t» Pß�t »Ich vermuthete e« ich habe e« oft erlebt, daß ein» h�tbare Faktor, vielleicht auch ist e« da», was �Bngeltung nenne«, erklären läßt e« fich nicht, aber »Sch äußerte schon gester« Zweifel—' ist.»Und die«mal habe» Sie Recht behalten. Na, verloren Ii* i»icht«. Habe« Sie Ihre Erkundigungen bezüg« �*1 Dietrich« fortgesetzt?' »Jawohl, aber ohne Erfolg." twibCr" habe» keinen Schlosser gefunden, der de» Hake» � gt hat s- ei,».'', w jetzt«och«icht. Könnte der Baron»icht selbst Ken Hake» angefertigt haben?" "m, halte» Sie für möglich?" der nicht? Wer so lange drüben gewese» ist. H W4» hL"0*J,be« Handwerk etwa«, und eine Kunst ist % bM« Dieb«i»firume»t«.zufertigen." �erth d.' lege im Grunde genommen keine« aroße« anzunehme», daß die Bischöfe und die Jesuiten über kurz oder lang mit Pauke« und Trompeten wieder einziehe« wür- den. Die Nationalliberalen aber werden, wen« sie«icht bei der»Norddeutschen Allgemeinen" in Ungnade falle« und alt„faktiöse Opposition' bettachtet sei» wolle», die Rück» kehr der Jesuiten al« einen Akt der Staat«wct«heit lob« presse» müsse», die de« Umstände» angemessen ist. Wir gönne» e« ihnen; fie habe« e« reichlich so verdient. Bon ganz besonderem Interesse für«n» find je»e Auslassungen de« Zentrumtführer«, die fich auf die sozialpolitische» Bestrebungen setner Partei beziehe«, soweit man der dieser Partei von Sozialpolitik sprechen kann. Herr Windthorst wendete fich diesmal auch an die Frauen und Jungfrauen und machte bei ihnen eine fast buchhänd» lerisch zu nennende Reklame für eine Schrift de««Uramontane» Abgeordnete» und Schriftsteller« Hitze, betitelt:„Da« häutliche Glück I" Wa« dieser junge Kaplan, der da» Ge» lübde der Ehelosigkeit doch wohl abgelegt ha», de» deutsche« Frauen und Jungfrauen wohl von häuslichem Glück zu erzähle« weiß! Man sollte doch im 19. Jahrhundert so weit gekomme« sei«, daß man über häutliche« Glück«ur von denen Lehre» empfange« kann, die selbst wissen und erfahre» haben, wa« Häu«lichkeit ist, und von Ihne», mit Verlaub, gottseliger Herr Kaplan Hitze, glauben wir»icht, daß Sie da« wisse»,»och viel weniger, daß Sie eine Auto« rität in dieser Sache find, wenn Sie auch sonst ei« leid» lich gelehrter Herr sei» möge»! Herr Windthorst meinte schließlich, die Arbeiter müßte«, um gegen den Sozialttmu«.geschützt" zu werde«, in die katholische« Arbeitervereine einttete», und verwies auf die Rede« seiner Freunde Hitze und Dr. Franz, al« die Sozial» Politiker de« Zenttum«. Nun, Herr Hitze hat fich für eine« Normalarbeitstag erklärt; aber wen» c« auch an fich ganz gut ist, wen» diese Herren de« RormalarbeUStag im Prinzip anerkenne«, so weiß man doch»ach de» Er- fahrungen der letzten ReichStagSsisfio«,»a« man davon zu halten hat. Diese ultramontanen Demagoge« werfe« gar häufig mit dem Worte.Normalarbeitstag' um fich, und geberde« sich, al« ob sie immer für diese Forderung einge- trete» seie», während fie erst seit ei» paar Jahre» noth» gedrungen da« Wort akzeptirt habe«. Aber auch nur da« Wort, den» wen» fie den Normalarbeitttag praktisch for» mulire« solle«, so wolle» sie ihn auf 12 dt« 13 Stunde« täglich festgesetzt haben, so daß viele Taufende von deutsche« Arbeiter« unter dem ultramontane» Normalarbeitstag längtr zu arbeiten hätte», al» heute. Man weiß, welch' hart» «äckige» Wide, stand Herr Hitze in der Aibeitttschutz-Kom. Mission gegen de» Aattaa der Abgeordnete» der Arbetter« Diese Herren wolle» die Arbeiter mit Partei ge hat. E« bedmfte Ihre« Instrument«»icht, um i* die Wohnung «iuzudringe«." .I» der That«ei«,' erwiderte Paul ironisch,.Gott» schalk hat ja selbst de» Mörder mtt hmeiogenommen." „Sie sagen va« mit einer Sicherheit—' „Ich kann mtt nicht denke«, daß eine andere Sr» klärung möglich w»re I Berga» hat nicht nur dafür ge» sorgt, daß der alte Mann berauscht wurde, er hat ihm auch eine» Schlaftrunk gegebe«, er mußte sich eine» Vor» wand sicher», der ihm erlaubte, ihn bi« in seine Wohnung zu begleiten. Und hier war e« leicht, dem gefräßige» Vogel ei« Stück vergiftetes Fleisch hinzuwerfen, Berga« durfte überzeugt sei«, daß de, Rabe schon in der nächste» Viertelstunde krepirte, während der Rentner de« Schlaf de« Gerechte» schlief.„Bergau mag da«»,' fuhr Paul fort, .wohl die Hautthür ziemlich geräuschvoll geschlossen habe«, aber er blieb im Hause, und nachdem eine Viertelstund« ver» striche»»ar, schlich er leise hinauf, um sei» Werk au«,u» führe«. Möglich, daß e, doch nicht so ganz leise abging, möglich auch, daß die alte Hauthälteri« schon früher erwacht war und nun nachsehen wollte, ob alle« in Ordnung sei. Bergau muß auf die Begegnung mit ihr vollständig vorbe» reitet gewese» sei», den« eheste nur eine« Schrei au«» stoße« konnte, lag fie schon betäubt auf dem Bode». So, Herr Inspektor, denk« ich mir dre Thassache«, und au« Ihre« Aeußerungen geht hervor, daß Ihre Vermuthunge« damit ganz übereinstimmen." Ei» spöttisches Lächeln umspielte die schmale« Lippe« M.Jedenfalls ist H jetzt«och ,« früh, solche Behaup. "IS? ÄÄ" die Beweise suchen? Daß Jrlä.w�w d«selbn Weifi�mÄe?««den, beweist g« �/N��Aw�hlo« wird?" bloße» Schlagworte» verttösten und predige» ihnen dabei, wie schon oft im offene» Reichstage geschehe«, die E» t» s a g u» g al« oberste« Grundsatz. Herr Windihorst sagte:„Alle Welt spricht über die Lösung de, soziale« Frage; viele Leute rauche« dabei eine Zigarre und trinke« ei» GlaS Wein, ohne zu arbeiten." Dieser Witz ward belacht; die Lacher dachte« im Mo» «ent wohl kaum daran, daß fich bei der ultramontane» Partei sehr, sehr viele Leute befinde«, die e» so mache», wie die kleine Exzellenz gesagt hat. Kiliiiililpilitik null Sklnmki. § In der»Köln. Ztg." hat wieder einmal Herr Buchner, der bekannte Afiikareisende, da« Wort ergriffen, um rückstcht«» lo« die letzten Konsequenzen unserer heutigen kapitalistischen Kolontalpolttik zu enthüllen. Herr Buchner hat vor seinen Ge« finnungtgenoffen in der Schwärmerei für Kolonien den einen nicht zu unterschätzenden Vorzug, daß er fich wenig um die „Humanitättfanatcker und Heuchler" kümmert, welche, blind und taub für die Fabriksklaverei Europa», beim Anblick der Plantagenwirthschaft überseeischer Länder plötzlich in helle Ent» rüstung gerathen.„Mit Gutherzigkeit und weichem Gemüth läßt fich nicht« Große» auiführen— meint Herr Büchner. Wohl all« Kolonien sind durch Sünden gegen dieMenschenliebegroßgeworden.und wenn wir sehen, daß fie hier und dort nicht mehr recht gedeihen wollen, so hat sicherlich die Humanität ihre ungeschickte Hand mtt im Spiele. ES ist recht bezeichnend, daß grade im Schöße der größten Kolonialmacht die Humanität am meisten Lärm erhebt. In ironischer Laune könnte man jedoch den Engländern zu« rufen: Jetzt erst, da ihr euch durch Unrecht gemästet habt, wollt ihr da» Unrecht abschaffen. Eure Mästung gebt ihr aber deshalb doch nicht zurück." Und Herr Buchner hat al« Wortführer der maßgebenden kapitalistischen«reise Deutschlands zweifellos recht. Unsere Broßkapitalisten wollen in Afrika und in anderen Erdtheiten fich doch nicht etwa für die«uSdreitung der Zivilisation opfern. sondern fie wollen verdienen, mehr verdienm. al««»ihnen in ihrer Heimath augenblicklich möglich ist. Verdienm läßt fich aber für da» Kapital nur. wenn man au» der Arbeitskraft Anderer mehr Arbeit herau»preßt, al« man ihnen im Lohn« oder im Untnhalte wieder zurückgtebt. Da« ist in Europa so und ist in Afrika nicht ander». Aber in Europa kann da« Kapital seinen Endzweck er. reichen, ohne daß e« die Vertragsfreiheit irgendwie zu durchbrechen braucht. In Europa verfügt et über einen Ardeitetstand, der nicht» mehr von dem ursprünglichen Gemein» eigenthum, der Erde und den Produktionsmitteln, fein eigm nennt, der darum auch nicht» für fich selber produzirm kann. der also morgen Hunger» stirbt, wmn ihn da» Kapital nicht in sein« Dienste nimmt, ihm Beschäftigung„giebt". Der europäische Arbeiter bietet fich unter solchen Umfiändm„frei- „Bah, man hätte de« Mann sofort verhafte« müssen!" ..»Dazu hatte da« Gericht keine Berechtigung,«j» schwaehe, Verdacht giebt solche Berechtigung«och lang« „Ein schwacher Verdacht? Wenn Sie alle« zusam- menfassm, können Sie dann«och behauptm, daß e« ei« schwacher Verdacht sei? Freilich, man könnte dagegen an- führen, e» sei ganz unmöglich, daß ei« Man» au« solche, Familie die furchtbare That begangen habe« könne, aber wa« hat dieser Man» vor andere» Mensche« voran» gehabt? Ich habe mich ganz genau«ach ihm erkundigt; st» dm letzte« Tage» war ich einigemal in Erlenbach, um dort wegm eine# neuen Hofgitter» Rücksprache zu nehmen. da fand ich Gelegenheit genug, mit einem altm Dimer über diesen verlorenen Sohn zu plaudern.' .Ei, ei, da« hätte ich»icht erwartet," sagte Dörner er» staunt;„wa» habe» Sie erfahren?* „Die Mutter de« Baron» ist stüh gestorbm, der Vater hat in Sau« und Brau« gelebt und fich um die Erziehung !ewe« Sohne««icht gekümmert. Der Jung« soll schon i» .. � süchtigen. Ich gebe ir gemeinen nicht viel auf da« Geschwätz der Dimer, aber etwa« wahre« muß doch daran sein, wenn jmer alte Mann behaupte:, der jung« Bursche habe scho» damal« gestohlm." „Gestohlm?' ftagte der Inspektor rasch. �Jawohl. Einmal hat er eine kleine Geldsumme an« dem Sekretär sei»« Santt genommen, ei» andere« Mal ist er über die Sparkasse setne« Vetter» hergefallm, und au« d» Aeußerungm de« Dimer» geht hervor, daß der Junge Ehrgefühl gar nicht gekannt hat. Unter seinen StandMge- »ossm hat er auch kerne Freunde gefunden, fie habe» sich alle von, hm zurückgezogen, er gerieth in schlimme Gesell- schaft, d,e au seiner verpfuschte» Erziehung auch nicht« besserte. Gelernt hat er nicht viel, und als sein Vater end- lich e» an der Zeit fand, fich um ihn zu bekümmern. da erklärte er, Komödiant werden zu wolle«. Darüber ist«# den«»wische» de« beide» zum Bruch gekommen und die ganze Verwandtschast hat von dem verlorme» Sohne nicht« 1 villia" zur ArbeU an,*wnn Ihm nur der nothwendige Leben?- unterhalt gewährt wird. Der heutige Lohnvertrag bedarf nicht de? geringsten Zwanges, um so auSmiallm, wie er tagtäglich ausfallt. Und dem Kapitalisten, obwohl ihm der Arbeiter rechtlich als ganz gleich und ganz frei gegenüderstcht, braucht um sein„Berdienen" nicht bange zu sein. Was der Unter« n; hmer als Lohn zahlt, das schafft der Arbeiter vielleicht in zwei oder drei Tagen, arbeiten muß er dafür aber sechs, mit- unter auch sieben Tage; der Werth des Arbeitsprovults der übrigen drei, vier oder auch fünf Tage der Woche gehö.t also dem Kapital ohne jeden Abzug. Auf diese Weise wächst es und in dieser Aneignung unbezahlter fremder Arbeit besteht überhaupt sein Leben, denn ohne diese Mehrarbeit, diese Rente ist eS nutzlos und todt für dm Kapitalisten. Da» System der Mehrarbeit kann daS Kapital natürlich auch in Afrika nicht aufgeben,? aber es findet dort keine hilf- losen Proletarier, welche die Autdeutung freiwillig auf sich nehmen, nur um nicht zu verhungern. Denn vielfach ist der Neger roch selber Landbefitzer; was er braucht, baut er sich selber. Er lebt dabei zwar, wie eben ein Wilder lebt, aber sein Kraftaufwand für die Produktion ist dafür auch ein äußerst mäßiger. Tritt er d:i' dem fremden Weißen in Arbeit, so lebt er auch nicht beffer, aber er muß doppelt soviel arbeiten, weil der weiße Christ in seiner alle Wclttheile umspannenden Nächstenliebe die Hälfte der Arbeit für fich, zu seiner Bereicherung beansprucht. Der emopäische Proletarier mußte, wie wir sahen, zu diesem Vorschlage ohne wetterei ja sagen, denn um zu leben, gtibt ei für ihn leinen anderen Ausweg. Der Neger aber wird auf seiner Erde wohnen bleiben und fich weiter bei halber Ar« beit seinen Unterhalt verschaffen. DaS Kapital kommt, wie man steht, hierdurch in eine höchst fatale Lage, und wenn es dem Neger vielleicht auch sein Land wegnimmt,(„Vertrags« mäßig abkaust" lautet die offizielle Faffung hierfür) so wan- dert letzterer am Ende immer noch ein paar Meilen weiter in d is Innere und hilft fich dort fort, da ihn die Sonne wärmt und das einfachste vambuszelt schützt und da die Natur einen großen Thetl setner Nahrung von selbst v oduzirt. So hätte daS Kapital wiederum das Nachsehen. Was soll man also mit diesen unzugänßlichen schwarzen Dickköpsen anfangen, um auf sie das kapitalistische H-xeneinmaleins anwenden zu können, nach dem ein Lohn im Werth von drei Tagen Arbeit als ge- u chter Entgelt für die harte Arbeit einer stedentägigen Woche anzusehen ist? Und Herr Buchner i st einer der Wenigen, die offen und ohne Heuchelei eingestehen: wir müssen die Neger„zwingen", um dem KapUal seinen Rehrwerth, seine Rente zu verschaffen, um deren willen es ja doch allein nach Afrika geht und Kolonien gründet.„Was sollen wir, heißt es in der„Köm. Ztg.", mit den Negern anfangen? Daß diese a i Erdenbürger zur Pfl'cht der Arbeit(d. h. der Mehrarbeit, der nicht bezahlten Arbeit. D. R.) ebenso herangezogen werden dürfen wie unsere faulen Staatsbürger, die Strolch«(!) weißer .Hautfarbe, hat wohl keinen Anstand. Nur das„Wie?' ist die ganze Frage. Mit Güte allein, durch gemeffene Vorstellungen rtwa, werden wir die schwarzen Taugenichts« nie bekehren. LloS durch physischen �.ruck, der je nach den örtlichen Verhältnissen verschieden einzurichten sein wird, läßt fich bei ihnen etwas er- reichen. Bei den Stämmen der Küste, die sich vom Handel nähren und sogar mästen(?), können wir zunächst durch zeit- weilige Sperrung des Handel» Hunger hervorrufen. Pei den Stämmen des Innern bleibt uns vorläufig nichts an- der«? als ihre Krleasgefaneenen oder Verbrecher zu kaufen, und da. wo wir ste verwenden wollen, als arbeispflichtige Hörige anzufiedeln. Wer daS Wort„kaufen" nicht vertragen kann, der mag ja meinetwegen„loskaufen" sagen. Wenn wir uns verpfltchtm, die Hörigen nicht wieder zu verkaufen, haben wir alles gethan, was die Fanatiker der Humanität vemünlttger« weis« fordern können.... Feder, der längere Zeit in Inner« afrika lebte, hat fich mit der uralten Institution der Sklaverei auf die eine oder die andere Weise abzufinden g'habt. Der Menschenkauf ist häufig die einzige Möglichkeit, ordentliche Dienstboten(d. h. Dienstboten, die fich ordentlich ausnutzen laffen. D. R.) zu erhalten. Wenig« waren ehrlich und muthig genug, da» offen herauszusagen." Mancke unserer Leser könnten versucht sein, fich über die zynische Offenheit de» Herrn Buchner zu entrüsten. Fnd<ß wollen wir ihm und der„Köln. Ztg." nur dankbar sein für die Offenheit, mit der ste die Grundlage de» kapttalisttsch-n Produktionssystem» bloßlegen. In der That, nm der Hunger oder der Zwang vermag daS Ardeitiverhällniß, wie e» bisher bestand und wo der Arbeiter immer nur mit einem Thcile seine» Produkte» abgespeist wird, aufrecht zu er- halten. In Europa thut es der H u n g e r. der den Arbeiter immer wieder zwingt, in da» Joch der Arbeit zmückzukehren und wenn der Entgelt für die Arbeit ein noch so.billiger ist, — und in Afrika, wo der Hunger nicht so leicht eintritt, tritt der Zwang wieder in seine alten Rechte ein. Waium fich hier entrüsten, wo da» R esultat doch auch kein anderes ist, als in Europa mit seiner persönlichen Gleichheit und seiner Vertragsfreiheit? Herr Luchner hat ganz recht:„Unter sämmt- lichen Sklaven des„umnachteten" Afrika ist entschieden mehr mehr wisse» wolle». Na, Schulde» hat er gehabt und fort mußte er. Z» Kalifornien waren die Goldmi»e» entdeck», und weu» ih«Zema»d das Reisegeld gegebe» hätte, da»« würde er a« ei» Verbreche»«icht gedacht habe«. Der alte Geizhals hatte Geld genug, er woh»te allem, i« eisigen Minute» war'« abgemacht, und auf de» Schauspieler fiel kein Ber« dacht. Er ging»ach Kalifornien, was er dort getriede« hat, weiß außer ihm»immd, ich denke mir, er fand»icht, was er suchte, u»d da er mit leere« Hände»»icht hei»»« kehre« wollte, so pla«t« er da» zweite Verbreche«. Wie viel der Zrländer gehabt hat, werß ich«icht, es war viel« leicht weviger, wie man glaubte, so daß auch dieser Raub schon vergeudet ist, da mußte da»» freilich die Bah» de« Verbrechen«»och emmal betrete» werde», damit die leer« Börse wieder gefüllt wurde." „Sie habe« fich das alle« ga«z so zurechtgelegt, wie «» Zhae« paßr," sagte der Inspektor«ach einer geraume« Wnl«.„und ich bestreit«»icht, daß die Di»g« i» Wahrheit to liege« könnte«. Aber so lange wir k«i»e Beweise habe»—' „Beweise? wo wolle» Sie dieselbe« suchen?" „Sie werde» kei»«»»twort auf dies« Frage«»»arte«, ich kann Sie Zhae» auch nicht geben." .Vielleicht könnt« ich Zhne«(!*«* Fingerzeig gebe». Zch habe Tag und Nach« übe, die Geschichte»achgedacht, ich w»»sche ja nicht« sehnlicher, als meine» unglückliche« Bruder zu räche« u«d de» Makel von seinem Name« zu «dme«. Der alte Geizhals soll sei» Vermöge« i» Werth« papiere»»»gelegt habe», diese Papier« hat der Mörder geraubt, aber er durfte»icht wage« st« zu»erkaufe,. Lieat nicht die Vermutbu«g«ahe, daß er ste i» seinem Zimmer veryeckt hat? Wer wekß. wa» ihn abhielt, st« nach 'ä ä ä r c: mal, geäußerte» Wunsch de« Baro»,. i» diesem Zimmer eine Stunde allem weile««u dülfe«- „Verehrter Freund, alles wa» Sie mir da sage«. Hab« ch längst vermuthet und reiflich überlegt," unterbrach der wahres Menschenglück, namentlich Zufriedenheit, aufzufinden, als unter sämmtltchen Fabrikarbeitern des„hochjiviltstrten und erleuchteten" Europa" Aber welche» vemichtende Unheil spricht das natienalliderale Weltdlatt hiermit über unsere ganze ge- schminkte Ztzilisation auS! DaS wäre also die vielgerühmte Freiheit und Gltichderechiigung unserer Zeit, daß der größte Thcil unseres VoikeS fich auf Grund dieser Freiheit zu erner Lebensweise bereit finden laffen muß, noch schmählicher. alS ste der Niger femalS uuter dem härtesten Zvang erduldet? Politische Peberstcht. Privalpostanstalte» tauchen jetzt an allen Ecken und Enden Deutschlands auf. Der München«„Allg. Ztg." schreibt man hiuüber:„Bisher hatte fich die Konkurrenz von Privat- posten nur in Berlin und nur für den lokalen Verkehr elabltrt, dort ab« durch billige Preise einen sehr großen Theil der OrtSbrief'veföiderung an fich gezogen, jetzt ist ein zweites und auf veränderter BastS ruhende« Kontunenzunternehmen ins Lebe« getreten. Die Kölner Speditionsfirma Arthur Branken hat fett dem I.August einen Paket-Beförderunksvienst nach dem Jnknd eingerichtet. Vorläufig werden Paket« nur nach etwa 60 größeren und an d« Eisenbahn gelegenen Orten und von da zurück angenommen(diese Beschränkung ist die Frucht der Erfahrung, welche eine frühere Gesellschaft gemacht, die ausnahmslos noch allen Punkten Deutschlands Güter ver- sendete, aber den dadurch bedingten großen Apparat nicht zu erhalten v«mochte.) Die Pakete müssen ähnlich hergerichtet sein wie bei den Postsendungen, die Firma gibt unentgeltlich Paket- Adressen aus, sse verkauft zur Frankirung eigens h«gt- stellte Freimarken von ö bis 50 Pf., die Taxe ist bedeutend billig« a'S bei d« Post, und es wird auch für unfranktrte Pakero kein Zuschlagpoito erhoben; im übrigen können auch Paket« mit Werthangabe und mit Vorschuß, ganz wie bei der Post, aufgegeben werden und sämmtliche Pakete werden als Eilgut mit der Eisendahn de ördert.... Die ReichSpostver» waltung fühlt fich durch daS neue Unternehmen stark dedroht. Sie kann ihren Apparat, d« einmal auf die V«mittelung des Verkehrs im größten Maßstab eingerichtet ist, ihren Apparat an Menschenkräftm und Transportmitteln auch beim E-.tfallen ein« größeren Zahl von Sendungen nicht«ninaern— was soll geschehen? D« Ueb«schuß der Reichspost und Telegraphen- verwaUung hat fich von 2| Millionen Mark im Jahre 1875 bis auf 24 Millionen Mark im Jahre 1884 gesteigert, es ist also für den Staat das dringendste Interesse vorhanden der Post den aesammten Brief- und Pakrtverkehr zu«halten. Dem. Publikum freilich andererseits kann eine Konkurrenz nur«wünscht fem, welche die noch immer sehr hohen Verkehrs-vesen schließlich mehr und mehr hnaddrücken muß.... Die Frage dürste übrigens im Laufe d« Zelt nicht Mos für die deuisch«, sond«n für all« Staatsposten ewe brennende werden."— Wir bemerken hinzu, daß auch die neue Anstalt der Post offenbar eine ganz u n- billige Konkurrenz macht. Denn die neue Anstatt sucht fich die 60 bequemsten Ort« heraus und hat es alsdann natürlich leicht, billig zu sein. Die Post aber muß auch nach den abgelegensten Theilen Deutschlands zu ihrem Tarif be« fördern, st« muß hierfür selbstverständlich zu den dequemnen Sendungen einen gewiffm Zuschlag«heben. Entweder ent« scheidet man stch für Privatposten, dann müff-n dieselben ab« auch die weniger rentablen Sendungen übernehmen und dann wollen wir erst einmal die Preise sehen. Od« man bleibt bei der Reichspost, dann darf man ihr ad« nicht die gewinn« bringenden Beförderungen entziehen zu Gunsten weniger Geld« leute, die hi« den Rahm abschöpfen. Dann darf man die Reichkpost nicht auf die tostipieligerkn Thätigketten beschränkm. Eine»«artige Politik wäre dt« thöiichtste, welche man fich denken könnte. Die Sozialdemokrat«» deadfichti-re» nunmehr, fich an den boy nischen LandtagSwahlen zu detheiligen. DaS„Deutsche Wochenblatt" schreibt hittüd«:„Ein neues Element wird in den Wahlkampf durch die Belheiitgung d« Sozial?« mokratm an demselben getragen. Nümd«g und München»«den die V-rsuchSfeld« für diese Partei sein, wobei sretlich Nürnberg insofern in Frag« kommen kann, als die Partei dort all«dings stark genug ist, um auch ohne Kompromiß nach irgend ein« Sette den gegnerischen Liberalen gesäb'lich zu werden. In einem dort zur Brrthcilung gelangten Rechenichaftsbericht des »dneten Grillenderg« wird denn auch beleits ReiwStagSabgeoidneten. auf die Bedeutung der Landtagswahlen hingewiesen. Ebenso ist tn Nürnberg untn den Arbeitern eine stark« Agitation im Bange, daß die wahlfähigen boy irischen Staatsanaehörigen den Staatstü-gereid leisten, um so da» Wahlrecht zu ge« «innen." N.ch and«« Meldung soll von diesem Monat ab tn Nürnberg Stadt und Land all« 14 Tage eine öffentlich« Landtagtwahlonsammlung von Seite d« sozialdemokrattschen Partei stattfinden. Veemehrung der Laudräthe. Zu d« Adficht der Re- gieruno, die Zahl d« Kreise und d« Landräthe in Westpreußen und Posen zu««mehren, wird in der„Franks. Ztg." triffend bemerkt:„Von den 21 Landräthen in der Provinz Posen haben 8 resp. 5 Zeit gefunden, parlam« tarische Mandate an- Inspektor ihn,.überlasse» Sie es au» mir allei», diese Fährte weit« zu vnfolge». Sie werde» einsehe», daß die« mit große» Schwierigkeit«» verknüpft ist, daß ich außer« ordentlich vorsichtig zu Wnke gehe» muß, um den V«dacht »icht vorzeitig zu vnrathev." Sie bogen i» eine enge S raße ei», hi« blieb d« Inspektor vor dem Geschäftslade» ei»k» Schuhmach«« steh««. „Warte« Sie hi«, ich komme sogleich zurück," wandt« « fich zu seine« Begleitn, da«» ttat« i» da« Ha»» hrnein. Ei» all« Man« mit*(*« Hornbrille auf d« Ras« kam ihm entgegeu und ftagt«»ach seinem Begehr. Dörn« batt« lein Portefeuille au« d« Tasch« geholt und ei»««gilvtes Papier herausgenommen. „Ena««« Sie fich dieser Rechnung noch?" ftagt««. .Schauspiel« Müller?" las d« Schuhmach« vachdeuk- lich.„Ja, ja, ab« die Rechnung ist scho» sehr all." .Wurde sie iuzwische« dezahlt?" .Da« glaub« ich nicht, solch« Kleinigkeiten w«de» leicht v«gesse» und darin find die Schauspiel« besouder« stark. „«» handell fich da um ein paar Filzsohle»—" .Jawohl, ich«iunere mich d« Sache wied«" V litt wohl Oft kalte» Füßen?" fragte d« Inspektor tn scherzendem Tone, während« sei»« Börse öffnete. „Rein,«ei«, ab« wolle« Sie wirklich—" „Die Kleinigkeit abmache»? Jawohl" „Sind Sie veewandt mit ihm?" „Sie arbeitete» fiberhaupt für ih»?« zunehmen, ein Beweis, daß ihre Thätig.eit keine so anstrengende und ihre ganze Kraft in Anspiuch nehmend« sein kann, daß man an eine Venrnhtung der Landräthe denken müßte." KtrÄevpotttische». Die„Schles. Zig." schreibt: ,Mt' lich ließ fich die„Post" aus Oesterreich dertchten, daß, wen» auch den Jesuiten die Rückkehr nach Deutschiand nicht gt> stattet werven dürfte, doch wegen Zulassung wenigstens eines OrdenS Bemühungen zu registiiren seien, die vielleicht nicht ersolglo« bleiden würden. ES handle stch um den B ene- diktlner-Orden, dem von seinen Freunden große Fried- fertigkeit nachgerühmt«erde. Anfiedelungrn dieses Ordens seien für Preußisch- Schlefien od« überhaupt für Preußen de- abfichtigt. Es hätten bereits entsprechende Unterhandlungen stattgefunden mit dem mähtischen Benediktinersttst Raigern, sowie dem Vernehmen räch auch mit dem Konvent ein« döh« m schen Lenediltineradtei. Hierzu wird im! nun gerüchtweise mitgetheilt, daß man für den Fall d« Zulaffung der Ben«' dikrtner daran gedacht habe, ihnen eventuell daS ehemalige Ursulertnnen- Klost« am Rilterplotz in Breslau einzuräumen- Auch die gegenwärtige Kadertenanstall in Wahlstatt, ein früherei Benedtkiinerklost«. kann für die zukünftige schlifisch« Rtederlaffung d« Benediktiner vielleicht in Frage kommen- Die Verlegung d« Kadettenanstalt aus den ehemaligen W# statter Klosterräurnen an einen anderen Ort soll aus äußel« Gründen seit lange schon erwogen werden."— Man ist<"'• scitm» der preußischen RegUrung gewillt, A zu sagen urt wird seinerzeit auch B sagen. Herr Wlndthorst wird es«• Nöthigungen hierzu nicht fehlen laffen. Der Breslau« Kr# lilentag hat ja auch dtteits die Rückkrhr aller Orden, und d» sonders der Jesuiten, gefordert. Kouservattve Zeitungen und da« Heer. DaS Gene«� kommando in Königsberg hat, noch der„Altpr. Ztg.". den ¥ unterstehenden Tiuppentheilen diejenigen Blätter namhaft f macht, welche den Soldaten zu lesen verboten find. UM diesen figuriren u. a. das„W-stpreußische Volks dl.", Zeitung",„Memeler Dampfboot", Königsberg« Haltung» Zeitung",„Danzig« Kmier" u. J. w., sowie sämmM polnische Blätt«. AlS G und des Verbotes wird angegeb� die betreffenden Zettungen würden in deuisch- relp. vceat� feindlichem Sinne uns in entschieden« opposttionellel redigirt. Das Verbot d« lidnalen Zeitungen bedingt»w®, lich die Gestaltung d« Lektüre der konservativen Kita®? blättchen, auS denen der Mann nichts«fährt, als was da v schränk'« Unterthanen verstand begreifen soll. Et»«ationalltberaler Abgeordneter au» Herr Ludooieg, ist, nach dem Mitgltederverzeichniß, welches. den Anlagen zu den Verhandlungen des Abgeordnete!'?®? abgedruckt wird, in der litzten Landtagssesfion gar niat! da» Haus eingetreten. Er ist im vorigen Bürgermeister in Harburg gemo.den und soll stch dawM/z Nichtausübung seines parlamertarischen Mandats hadern. Dann hält« man ad« erwarten sollen, daß er niedeilegie.— Das Geschrei aber hätten wir boren. hätte fich eine gleich« Handlungsweise ein sozialistischer* lagsadgeordneter zu Schulden kommen lassen. � Die sächsischen Konservative« sollm das Tageblatt" zu ihrem osfiztellen Organ«wählt haben®jz Sleichzeitig« Bewilligung eines Zuschuffes zu den KofikN ilattet. gy) Plaue« im Voigttand, 5. September. in der neunten Stunde wurden der aus Berlin ausgew"� Schriftstell« Jens Christensen und der Schub®"?, Friedrich L a n g e n st e t n von hi« beim Nachhausegehen, d« Wohnung des ersteren auf offener Straße plö»!t® 5 Schutzleuten verhaftet, nach ihren Wohnungen gt'A, und ein«'/« stündigen Haussuchung unterworfen. dieselbe vorüber, wurden beide in die P lizeiwache oM"%. Langenstein, bei welchem bloß«tn« Sendung„Deutsch« blätter",„Recht aus Arbeit" und„Thüringer Waldpofi�-? wie ein alt« rother Kiffen Überzug beschlagnahmt worden wurde sofort wieder entlassen, edenio ssno demselben wurde sofort wieder entlassen, edenio fino demselben schlagnahmten G.'genstSnd« heute Vormittag wied«« händigt worden. gefängniß ein drn worden is«,»<>„»» u»-»v»»,» u* ums dies« plötzlichen Verhaftung unbekannt.— In der N®*' y 1. zum 2. September ist von unbekannt« Hand Telephonleitung eine rolhe Fahne mit d« Inschrift /W* die Sozialdemokratie" angebracht worden. Erinnerung»« an den Kölner KommuntftevM'l Unt« dt» Personen, die in dem großen Kölner ßom®y! Prozesse vor einem Mmschenalt« rinr Roll« spielten, d« Tod seit Jahr-sftist eilig aufzuräumen. Zuerst „rothe" Becker, d« bekannteste unt« den damalig»�, klagten, dann folgte ihm der Leiter d« öff-ntlich� � spätere Obrr R'ichSanwatt Frhr. v. Seckcndotff, � der ist in Köln d« G-nnal Advokat o. D. Saedi man dem Httnt o. Seckendmff als Substitut an stellt hatte, als jener nicht allein fertig zu wetden � meineidigen Zeugen aus dem Prozesse, welche ver- Fälschung»on Protokollen und Tagebüchern d!e B t ab- .Da«»icht, er hatte eiven andere» Schuster. « sagte, konnte dies« ihm die Sohle»icht»ach lief«».". Dör»« hatte das Geld auf de» Tisch gelegt- „Ich vnsteh« da«»och»icht recht." W'« sohl« mußt« doch genau d« SM» de« Stteftl» werben?" .Das war«icht uöthig, im Gegentheil, fi»*% plump geschnittt«— warten Sie, ich Hab« da � gr eine« vetkiüppette» Fuße« liege«, daran ka««. genau««kläre»." r D« alte Man» verließ de» Lade» u»b w einige« Minute» rntt dem Leiste« zurück..,�'''1, „Sehen Sie. diese Form hatte« die 6%'/" «,„der F»ß sollte ja auf d«»LH«« scheinen." „So, so,"«widerte d« Inspektor scheinbar» ,e» war mir i»t«effant, da« z»«fahre»." Der Schuhmach«»ick»« uud quittirte die! Dör«« da»« wied« in sei» Portefeuille legt«. „Haben Sie Filz vlwräthig?" ftagte t». „Im««, prima Maare." „Könnten Sie mir«ine solch« Sohle sch» „Sind Ei« auch Schauspiel«?", .......-«..-»s«" .Sie wolle» also auch Riem«» Nur die Sohl«, statt d« Riemen werde«» b« thu», und die kau« ich selbst ansetze». �% ___ jj.» mH einer uiM» 1«»--�«'. läßt fich da« scho» mache». es ist rasch geschehe»." Damit entsrrvte dn alt« trachtet« die autgestellie« W.-.. bis d« Meist« MÜckkehrte und ih« fca reichte. ,Ga», dieselbe Form? Stück id' 1 .Genau dieselbe:«ach '"L" S»«-»'■ „Und was kostet'«?" Nichts, was soll ich für das l fct AngeNazten zu schweren Freiheijkstrafm zu Wege gebracht Mum, find längst elend virdorb n und aestmden, der eine drrch Selbstmord in unehrenhafter Lage, der ander« trotz «emter und Würden alt ein verächllucher und verachteter Rann. Die Angellagten find dagegen von ihren Mitbürgern vhrbiiitirt worden. Oesterreich Ungar«. Zu welchen Adsmditätcn die Durchführung dei Be« sahlgungtnachwetset dieser überlebten, für die mo« dernen Berhälln ffe absolut ungehörigen Forderung in Oester« v'.ch'Ungarn führt, wo eine reaktionäre Gewerbeordnung den �MSHigungsnach-veit seit 1883 eingeführt hat, erhellt auS fol» Senden kleinen Probe. Neuerdingt wird aus Wien gemeldet von einem Zunftkrieg um daS— E a u e r k r a u t. Die Ge« noffenschaft der Gemischtwaarenverschlkißer(Spezeristen) ver« langt die Siftirung der Autführung einer Verordnung, wonach den Temischtwaarenoerschleihernund Fragnern(Vorkosthändlern) versagt sein soll, fernerhin so wie bisher Kraut einzuschneiden, «n Recht, dai man ihnen bestreiten will, weil eS ihnen an vinrm Befähigungtnachwet» für dai Einschneiden det Krautet rihst! 1 Schweiz. Im frommen Sinstedeln regt ficht. Ei streiken daselbst seit 9. August in den Geschäften der Herren Gebr. Barl und Nikolaus Lenziaer(„Tyoographen bei heiligen avostol schen Stuhlet" und„Geheimtämmerer Seiner Heiligkeit dei Papstes", wie ste fich zu nennen pflegen) die Maschinen« weister, odne daß bit heute die Arbeit wieder aufgenommen wurde. Die Streikenden verlangen weder Lohnerhöhung noch Reduktion der Arbeitszeit, sondern man höre und staune! fie »erlangen bloS eine menschenwürdige, anständigere vehand« «mg!l Gewiß eine berechtigte Forderuna. die ihnen von den *?pozraphen det heiligen avostrl schen Siuhlet, zumal wenn wan noch in den obersten Bundetbehörden fitzt, nicht abae» schlagen werden darf. Da in Etnfiedeln längst nicht mehr eine «unveSsektion(Lrlsverein) besteht, so ist uni auch nicht de« 'annt, od beim Streik Vereinsmitglieder betheiligt find, oder »b dietmal sogar die sonst so zahmen NichtoeretnSmitglieder »nfangtn, aus ihrem Schlafe au'jurvaien, um fich die Äugen ?uizurischen.) Auch beschäftigt Benziger u. Co.(wie längst »«annt) mir Vorliebe junge Seyerinnen, um dieselben befs.r iur Frömmigkeit anzuhalten und ste den Versuchungen det lungfrSulrchen Lebens desier fernhalten zu können?! Ebenso »rzahlt venziger, wie mir bekannt, Löhne, ich will lieber gleich w-ten: Hu�gerlöhne, die zum Leben zu wenig und zum Sterben ZU viel fin».— Es ist daher die Wallfahrt nach Sinstedeln r Buchdrucker, hauptsächlich abrr Ver-insmitglieder, für »gere Zeit zu ststiren. zu hören; dieselben find geeignet, über die Gefinnungen, welche die jetzt das große Wort führende panflavigifche oder pan- !ei geg..... Nutzlaud. Rußland beeilt fich, den„Zrnlralmächtcn" für ihre mehr uis entgegenkommende Haltung in den letzten Tagen auf seine ««ris« den Dank dadurch abiustaitm, daß et den Industrien ??„befteundeten" Nachbarstaaten durch neue Zoll er» hohungen einen weiteren schweren Schlag zu versetzen fich anschickt. Und zwar ist et nach der„Frankf. Ztg" gerade Wieder die ohnrdtet derzeit nicht von Gesundheit strotzende putsche Eisenindustrie, gegen welche der Streich ge« weiden soll. Die in Ausficht genommenen Zollerböhun« Atn, welche bit zu 25 pCt. det bisherigen Zollsatzes fich be« �Ufen, werden in einzelnen Fällen die Dank der fortwährenden Svllschraudunzen der letzten Jahre ganz enorm gesunkenen Ausfuhren der deutschen Metallindustrie nach Rußland vielleicht x»nz unmöglich machen. So betrug nach der deutschen Reicht statistik 1882 die deu'sche Ausfuhr nach Rußland in schmied« darem S'abeisen 357 881 Doppelzentner, 1885 nur noch 226 839 r7°ppelzentner, bei Eisenbahnschienen ging die Ausfuhr in der« n-nZ-it herab von 23278 Dz. auf 3248 Dz.(in Au« ficht «t™ aÜn�Ä��huvg von 20 pCt.!), bei Etsendraht, welchem von 9 pCt. droht betrug die Ausfuhr nach yiwBiano im______ � xokj. omvan* Doppel, entner in 1885 u. s. f. Unsere Otfi, lösen haben bisher gegenüber den immer maßloseren Zollerhöhungen Rußlands nur theilß lehrhafte Mahnungen gehabt über die Schädlichkeit der rusfischen Schutzzollpolitik für Rußland selbst, welch: fich allerdings in dem Mund« deutscher Erzschutzzöllner komisch aut. Gahmen, theili Drohungen mit Ripnffalttn auf die rusfisch». AuS« ?dr. von welchen freilich die„N. W." sofort nachzuweisen suchte, x-- ste Rußland„Wurst" seien, da Deutschland nur einen kleinen $feil der rusfischen Ausfuhr konsumire. Da die osfiziösm Be> Ehrungen an Rußland nichts gefruchtet haben, so dürfte also a Seiten der deutschen Regierungen wohl der Versuch mit Wim frischen fröhlichen Zollkrieg gemacht werden, falls fie die fotariaigung hierzu erhalten, wat unsere dicke Freundschaft mit Zarenreiche recht drastisch illustriren würde. ....Es ist von Interesse, einmal die«uslafiungen unserer fischen„Freunde" zur bulgaris chen Frage ! Wen« Sie einmal ein Paar Stiefel»öthig haben � fch mich empfohlen." to, �er Inspektor nickte zustimmend und ging hmau«, seine o�fhirende Miene mußte dem junge» Manne, der draußen ''h» wartete, sofort auffalle«. habe« eine Entdeckung gemacht?" fragte Paul er« titzUfltvoll. t,.Vielleicht/«»iderte Dörner achselzuckend,„aber lyK* Sie jetzt nicht weiter, Sie werde« später das nähere «s i IM' mqi wenn,>- Wohin gehen Sie?"_ in* ojS« meine. Braut; der Abend bricht schon an, und C«irbeit bin ich heut««ich» mehr aufgelegt. Ueberdie« »ch auch mit dem Mechaniker«och einiget zu überlege«, Zeit, daß wir mit der Autführung unseret Projekt« t .Welche« Projekts" „Die Fabrikation eiserner Geldschränke—" �«Ach so, ich erinnere mich, ist die Sache»och»icht 1 gidiehe» B Pläne für die neu« Fibri! find fertig, weg«« LJ* Grundstück» steh« ich auch schon in Unterhaad« ""g in»,»Va. dann beginnen Sie, frisch gewagt ist halb ge» 1* f Adieu, auf baldige« Wiedersehe»!" h,«! �°pfschüttelvd blickte Paul dem alte» Herr,«ach, der G*,?***«in« Eck« gebogen war u«d jetzt mit rasche» en von donae» eilte. der. pfbtzlich« Aufregung hatte etwa» Befremdende«; �«onfpettor mußte in de« Schuhwaarengeschäft irgeud „���«ntdetfung gemacht haben, die ihn zu dieser Y* ♦dmfall« seinen Weg fort, und alt er in i russtsche Partes gegen Deutschland und natürlich noch mehr gegen Oesteireich hegt, Aufschluß zu geben. Die„Row. Wr." behandelt die Frage einer Kompensation für Oester» reich im Falle der Wiederherstellung det rusfischen Einfl äffet in Bulgatim. Kompensationen"—„wofür?" fragt die„Now. Wr." Soll etwa Österreich dafür Bosnien und die Herzegowina schlucken, well Rußland auf den Gifilden Bulgarien« die Blüthe seiner Jugend geopfert hat und dann schließlich zusehen mußte, wie auS diesem Lande ein Herd rufienfelndltcher Macht« Nationen wurde? Oder etwa dafür, weil Rußland Kleinmuth genug besaß, an einem für daffelb« schimpflichen Festival theil« zunehmen, wo ehrliche und unehrliche Makler den mit Lorbeer gekrönten Sieger feinet Preiset beraubten und für Oesterreich zwei slavische Provinzen und eine fast den ganzen Wösten der Bslkanhaldinsel umfaffende„Einflußsphäre ad« feilschten? Oder etwa dafür, weil Oesterreich ein ganze« Jahr hindurch die venächerische Politik det Baitenbergert unter» stützte? Wenn man tza schon von„Kompens ationm" sprechen wolle, so gäbe et nur eine einzige,„die energische Forderung unsererseits, da« Oesterreich die otkupirten sla« vischen Provinzen sofort zu räumen Hab«, denn auch der Termin, auf den die Vollmachten Oester» reicht ausgestellt wurden, ist schon slängst abgelaufen. „Und um so erstaunlicher nehmen fich dies« in der Stadt kurfirenden„Kompmsatiort"« Gerüchte au«, als man von ihnen wie von einem fair accornpli spricht. Oesterreich-Ungarn annettirt definitiv Bosnien und die Herzegowina, heißt es; so sei es beschlofien und unterschrieben. Nun, in dem Falle bleibt nur zu hoffen übrig, daß wir zum mindesten den übrigen Theil der slavischen Balkanländer o k k u p i r e n, sonst haben wir es dort bald, an Stelle deS schwachen Türken, mit einem weit gefährlicheren Gegner zu thun, da kein Grund zur Annahme vorliegt, daß wir einer anderen Macht zu Gefallen auf unsere historische MUfion in der slavischen Welt Verzicht leisten sollten. Viel Mühe und unzählige Opfer hat es Rußland gekostet, die Macht de» otto« manischen Reichet zu erschüttern- Rußland hat dieserhald die Sntwickelung seine« Wohlstandes geopfert, et war gezwungen, all« seine Kräfte abzuspannen, um diese« Ziel zu erreichen. Und jetzt, wo man diesem Ziel schon nahe gekommen war, jetzt erhebt fich da plötzlich Jemand und vertritt unt den Weg; noch mehr, will un« gar zwingen, seine Berechtigung zu so frechem Ge» bahren anzuerkennen: wir schulden ihm ein«„Kompensation", andernfalls... Nun—„andernfalls was?" Wer ist dieser drohende Feind, dem wir ohne Kampf die Früchte Jahrhunderte alter Mühen abtreten sollen? Es genügt, diese Fragen zu stellen, um in evidenter Weise das Ungereimte all' dieset„Kom» pensaliont". Geredes darzulegen. Ist der rusfische Verstand umnachtet? Sind die heiligen Vermäcktniffe unserer Geschichte in V-rgeffenheit gerathen? Di« Feinde Rußland» können von unt denken und sprechen, was fie wollen; aber unter Russen können diese„KompensationS" Gerüchte nur ein mit Unwillen verbundenes Erstaunen hervorrufen!„Kompensation" für unsere Rechnung erscheint für alle rusftsch Gesinnten nur in einem Falle möglich— wenn man unS in ehrlichem Kampfe auf der Wahlstatr bestept- Aber da» hat nicht stattgef.ndrn und, so Gott will, wird'S nicht statiflnden. Wie kommt man aber dann auf„Kompensationen" zu sprechen?" Dieser Ton ist der vor« herrschende in der rusfischen Preffe. Die Schimpfereim gegen Deutschland und O-sterreich find nicht etwa eine vereinzelte Er- scheinung; auch die vollständig« Indifferenz welche die deutsch« Politik gegenüber den bulgarischen Umwälzungen an den Tag ge« legt hat, genügt unseren„Freunden" an der Newa noch nicht. Belgien« Die belgische Arbeiterpartei erließ eine Aufforderung an alle Arbeitervereine zurWtederherstellungderJnter» national«. Sranreeich. In den politischen Kreisen Frankretcht denkt man wirklich mit Ernst daran, da» Listen skrutin tum wieder abzu« schaffen. Im Laufe der nächsten Kammersesfion soll nämlich von einigen Deputirtm ein Gesetzentwurf eingebracht werden, wonach an die Stelle der Listmwahl wieder die Einzelwabl tritt, da die erste die von ihr gehegten Ermattungen nicht erfüllt bat. Die Urheber wollen indeß ihren Antrag nicht alt dringlich deHandeln und ihn lediglich einem regulären Autsckuß überweisen, da et ihr nächster Zweck ist, die öffentliche Mtt« nung zu sondiren. In der Preffe finden ste Unterstützung, denn da ist man auf die Listmwahl vielfach gar nicht mehr gut zu sprechen. So schreibt z. B. da«„XIX. Siöcle", daS früher«in Anhänger de» Listensystemt gewejen ist:„Wir etternen an, vaß die Einführung det Ltstenslrutiniumt die Mißbrauche, welche man vermittelst deffelden zerstören wollte, nicht auszurotten vermocht hat. Die Wahlkorruption ist nach wie vor dieselbe geblieben; die Deputitten verlangen nach wie vor Vergünstigungen für ihre Wahlmänner. Man kann sogar behaupten, daß da» Hebel ärger geworden ist. Da« Listen an der Hautthüre vor, wer dann»och draußen ist,«ag sehe«, wie er in» Haut kommt." „Davon ist keine Rede," erw'dette die Wittwe gereizt, „Herr Gottschalk meint nur, der Verbrecher«üffe sich schon am Abend hier eingeschlichen haben, und da« wäre ihm nicht möglich geworden, wen» Sie die Hautthüre scharfer de« macht hätten." „Und wa« verpflichtet mich dazu?' fuhr Heineman« auf.„Können Sie mir beweisen, daß ich ein« solche Ver« pflichtuvg konttaktlich übernommen habe? Der alte Herr da oben möchte jetzt Andere« auflade»,»at er selbst verschul« det hat! Er kommt betrunken heim und bringt eine» Frem« de» mit. dem er et überläßt, die Hautthüre zu schließen. Konnte er nicht seine Hauthälteri» wecke» uad ihr da» über« tragen?' .Gegen de» Herr« Baron läßt sich nicht« sage«—" . Natürlich nicht, weil er ei« reicher Herr sei» soll! Wie urtheilte« Sie damal» über ih». alt er durch. brannte und 3h"««»icht« zurückließ, alt ei« knarrmde« Brett i» semem Zimmer? Derzeit»-»«te« St« ihn et««« Und nachher hat er die Schuld bezahlt, also war er doch!i» Ehrenmann I* triumphirt« die Wittwe. „Habe, Sie«i« u»ter da» kaaneud« Brett gesehe»? fragte der Mechaniker. �Is�hätt«» ja Schätze in diesem Versteck liege» We«a er Schätze beseffe» hätte, wäre er«icht durch« gebra»»� � ic|e Brett __...._____ mußt« Ihueu doch auffalle«! i-ä'ÄÄb.MÄÄ if&S skrutinium hat weiter die üble Folge gehabt, daß fotthin kein unabhängiger Kandidat Hoffnung haben kann, gewählt zu werden." Auch daS leitende orleaniftische Blatt, der„SoWT, will von dem Listenskrutinium nicht» mehr wissen, da et die Unadhängiakttt dei allgemeinen Stimmrechts nicht sicher stelle und den Minoritäten nachtheilig sei. Gro hbritauuie«» DaS englische Unterhaus hat endlich die Adreßdedatte beendigt und die Adreffe in Erwiderung der Tbronreve. wie von vornherein zu erwatten stand, mtt großer Majorität an- genommen. Auffallend war da« Evtgegenlommen Sir Ran- volph Churchill'» gegen Pamell, welchem gegenüber er fich bereit erklarle, ihm Gelegenheit zu geben, eine Bill, de- treffend die irischen Pächter, einzubringen und zur Berathuna zu stellen. Eine Deputation Sozialdemokraten, worunter die Herren Bateman, Champion. Lynch, Newman und Rosstter, begab fich vor einigen Tagen In« Ministerium de, Innern. um dem Minister die am Sonntag bei der Volksversammlung auf Trafalzar Square angenommene Petition zu überreichen, den gefangenen Sozialisten John William» freizulassen. Der Minister lehnt: es, wie in solchen Fällen üblich, ad, di< man», putation zu empfangen, worauf ihm ein Schreiben übermittelt wurde, welche» u. a. folgende Stelle enthielt:„Wenn die Forderung dieser ruhigen, riestzen Versammlung kein Gewicht bei Ihnen hat, so wird da» Vettrauen des Volkes auf un- patttttsche Justizvflege einen neuen Stoß erhalten und sein Glaube an die Möglichkeit, durch ordentlich« maßvolle Kund» gedungen der Entrüstung Remcdur det gethanen Unrecht« ,u erhalten, zerstört werden." Im ersten Halbjahr 1886 fanden 2919 Bankerotte statt, wovon 286 auf finanzielle, Engrot- und Fabrikgeschäfte. 2633 auf den Kleinhandel entfallen. Der Große frißt dm «leinen auf. Da« zeigt die hohe Ziffer der zu Grunve ge- gangenen kleinen Geschäfte. Die von den welschen Farmern in Rhyl vereindatte Land« dill, welche, aut 13 Paragraphen bestehend, die Wünscht Ver Pächter und Kleinbauern det Fürstentdumt»er- köcpert, ist keine revolutionäre Maßregel. Buch ist ste von den welschen Parlamentsmitgliedern, die fich unter dem greisen Friedens apostel Hrmy Richatd in Nachahmung ver ittschen Vettretung zu einer welschen Patttt vereinigt baden, noch nicht definitiv angenommen worden; und die Autfichten, daß fich da« btttische Parlament mit derselben in Bmde beschäftigen wird, find sehr gering. Gleichwohl ist dieser G'setzentwms von bedeutendem Interesse und dürste in der Geschich:« det Fürstenthums alt ein Wendepunkt, ein Markstein angesehen werden. Die Bill geht von der sogenannten Ä-gncnUnnl Holdings Act aut, die 1883 angenommen wurde. In jener Akte wtrd den Pächtern jegliche Entschädigung verweigert für Verbcfferungen, die ste ohne die Zustimmung der Gcoßgrund» defitzer auf ihrer Farm vorgenommen haben. Die wrlsche Bill verlangt in diesem Fall die Ueverweisung de» streitigen Punktet an einen Schiedtttchter. Ein Pächter, der aufgekündigt wird, soll da» Recht haben, an dat Gericht zu appelliren, dem die Befuzniß zukommt, die Aufkündigung zu kasstren, fallt der Eigenthümer nicht den Beweit beibringen kann, daß der Pächter sein Land itrationell bewirthschafiet oder den Pachtzins schuldig bleibt. Weiter wagt die Bill in ihrer Bedauptuna de« Befitzr echte S det Pächter« nicht»u gehen. Im Uebrigen find mebrere Paragraphen der irischen Landakte von 1881 entlehnt. Sie beziehen fich aui daS Recht, daS I tterefie, da« der Farmer hat. an eine dritte Person zu verkaufen, vorauigesetzt, daß der neue Pächter dem Eigenthllmer angenehm ist. Der zwischen Pächter und Eigenthümer vereindatte Zin« soll auf wenigstens 7 Jahre giltig sein und Verdefferungm, für welche der Eigenthümer nicht gezahlt hat, sollen nicht zur Erhöhung de« Pachtzinses in Betracht kommen. Die wichtigste Vorschrift ist jedoch die, daß die beiden Parteien fich nicht vermittelst eine« privatim abgeschlvffenen Vertraget von der Wirksamkeit de« Gesetzt« lossagen können. Diese unter den Tory Land- junkern so beliebte Vertrag? freiheit hat frühere Gesetz« gänzlich werthlo» gemach». Wäre die Landw.rlhschast tn Prosperität wie noch vor fünfzehn Jahren, so würde auch die oereinte Unterstützung der w- Ischen Partei diesem höchst einfachen Bar« schlag kaum G-Hör vrrfd&affen können. Die landdesttzend« fÄi"%% und Wale, ist jedoch durch den landwicth- schafliichen Nothftand dermaßen in« Gedränge gebracht war« den, daß et zur Zeit die Pächter find, welche ihre Be- dingungen machen können. Darin liegt die Stärke ihrer Posttion. Amerika. Man schreibt der„Voss. Zig.": Wir befitzen in den B«. einigten Staaten gerade keinen„Dörchläuchttng", von dem Fritz Reuter so schön zu erzählen weiß, wohl aber einen Staat, der mtt Mecklenburg einige vligarchische Eigenthümlich. ketten gerrein hat, die fich sonst weder in Deutschland, noch in den Vereinigten Staaten wieder finden dürften. Ei ist die« da« tteine Rhode Jtland, welche« einen sehr bedeuten» den Theil seiner Bevölkerung geradezu entrechtet. Nach dem mir die Wohnung hier verleidet wird, wen« ich für alle« verantwortlich gemacht werde» soll, müsse» Sie natürlich fi»de«. Ich bin Zhr Portier nicht, Mavam«—" „Frau Lampe meint et ja auch nicht so schlimm," unterbraa Dora ih» beruhigend,„fie wtrd durch die Vor- würfe de« Revtver« selbst gereizt." „Muß fie darum an m i r ihre» Troll autlaffe»? Sie sollte besser dem alte» Herr» da oben mit dürre» Worten die Wahrheit sage« und mich in Schutz nehmen I" .Da« habe ich ja auch gethan," erwiderte die Wittwe. „aber Herr Gotischalk—" „Hat eine Averfio» gegen mich, ich weiß da«," fuhr der Mechaniker fort.„Ich mag'»»icht aussprechen, wie er über mich den«, aber er soll fich in Acht nehmen, baß mir»icht ein« eh>v-rletze»d« Aeußeruvg zu Ohre« kommt» ich würde ihm sofort eine Znjurienklage an de» Halt hänge»." (Fottsetzung sogt.) Ku» Kunst und Zelten. «in schneidiger«ittmetster. Wie dat„MSHrisebe Tageblatt" berichtet, ließ ein Rittmeister der Kavallerie im Orte Bielkowitz bei Brünn zwei Soldaten an einen Pfahl dinden.'!? spitzen den Boden berührten. Alt die Soldaten losgelöst wursen. waren ste ohnmächtig und konnten erst nach langer Zeit zum Bewußtsein gebracht wer- den. Die Bevölkerung war deratt empött, daß ste den Ritt- metster lynchen wollte. Der Bürge, meifier wwv dem Krieg.- minister die Anzeige erstatten. Die Londoner Skavdalchronik ist um einen noun „Sensorionsfall" reicher geworben. Ein den böheren Kreisen der Gesellschaft angehörender Herr batte eine schöne und lugend- haste Schauspielerin durch falsche Vorspiegelungen zu verleiten gewußt, ein« Höhle de» Lasters zu betreten. Er hatte fich da. dei der Mithilfe einer Verworfenen bedient, welche die Unglück» ltche völlig zu beihören wußte. Nur fast durch ein Wunder ist die zum Opfer Bestimmte dem ihr zugedachten Schtckjal em. S°ng»n. Die«ngelegenhett wird dat Polizttgettcht beschäf. W SÄlÄK w S"'»""" jüngsten StaattzensuS»Shlt Rhode Jtland Svt 284 Stnwohner, von denen nm 45 957 stimmoncchtiqt stnd und von dieser letzteren Zahl haben dei der jüngsten Souverneur» wähl weniger alt die Hällte ihre Stimmen abgegeben. Unter der Rubrik „no polidcal condition", d. h. kein poliltschei Stimmrecht, zähst der ZensuS 12688 im Anlande geborene Amerikaner auf. die daß 21. Lebensjahr zurückgelegt haben, aber nicht stimmbe- rechtigt stnd. In diesem Duodezstaat dürfen natmalistrte Bür« ger nm dann stimmen, wmn ste Trundeigenthum im Ver- kaufiwerthe von mindestens 134 Dollart oder im MieibSwerihe von mindestens 7 Dollart defitzen und außerdem ein Jahr im Staat« und sechs Monate in dem Orte gewohnt haben, in welchem ste dat Wahlrecht ausüben wollen. Hier geborene Bürger dürien unter denselben Bedingungen stimmen, und auch ohne Rückficht auf jene Qualistkation alt Ttundbesttzer, sofern ste zwei Jahre im Staate und secht Monate in dem betreffenden Orte gewohnt und dat letzte Jahr mindestens einen Dollar an Steuern entrichtet oder einen Tag in der Miliz gedient haben. Di« Stimm- berechtigten werden klasfifizirt alt 14554 hier geborene und 4821 naturalifirt« Grundeigenthümer, sowie 26 582 Nicht grund- desttzer. Verhandlungen im Songreffe und Korrespondenzen im «(Slobe-Democr." und anderen Blättern laffen die sogenannte Sträflingtsklaverei in ma-chen Südstaaten der Union alt ganz scheußlich und die Beseitigung derselben alt dringend erscheinen. Wird ein Neger B wegen einet unbedeutenden Vergehens verurtheilt, so wird ihm zunächst eine Strafe zu» diktstt, deren Schwere in keinem richtigen Verhältniffe zu dem begangenen Verbrechen steht. Dann wird er einem»rbettt» kontravor überliefert, deffen Hauptziel dahin geht, möglichst viel Arbeit aut ihm herauszuschlagen, oder man sendet ihn auf eine sogenannte Eountqfarm für Sträflmge, wo die Be» Handlung kaum bester ist. In Georgia und Arkansas entfallet sich dieses System in seiner ganzen Grausamkeit, ungemildert durch die humanen Rücksichten, welche in den anderen Süd« staaten wenigstens hin und wieder zur Gellung zu gelangen scheinen. In den meisten Südstaaten der Union wird die alt« RrchtSregel, nach welcher Jedermann alt unschuldig an zu- sehen, bit dat Begentheil erwiesen ist, auf den Kopf gestellt, sobald et stch um farbige handelt. Der einer Bagatellsache wegen angellagte Neger wird schon während det Prozesse«, also vor der Schuldigsprechung, einem Kontraktor überantwortet, nm mtt der mildernden Maßgabe, daß ihm im Falle seiner Freisprechung allet Geld aujgezahlt werden soll, dat er in» »wischen durch seine unsreiwillige Ärbett verdient haben mag. Da der Kontraktor nicht die Halste von dem zu bezahlen pfl-gt, waS ein freier Mann mtt sein er Hände Arbeit zu verdien«» im Stande ist, so hat die durch Vorschrist vorgesehene Entschädi» gung sehr w'nig zu bedeuten. Die Bestimmung, daß die schwarzen Sträflinge nicht nur die ihnen auferlegte Geldbuße, sondern auch die Kosten de« Prozesses durch ihr« Ardett ab- verdienen müffen, dringt eS mtt stch, daß ihre Strastermine stch stark verlängern. So kommt eS, daß ein Neger wegen eine« Rausches, einer Prügelei oder eine« geringfügigen Diebstahls thatsächlich zu zwei oder mehr Jahren harter Arbeit verurtbeilt werden kann. Dieses System ist eine Schmach für jeden UnionSstaat, der e» duldet, und kann un- möglich lange forlbtstehen, denn die Tage der Sklaverei, eirnrlei in welcher Umhüllung dieselbe austreten mag, find für immer dahin, und da» Strafgesetz darf ebenso wenig zwischen Schwarzen und Weißen unterscheiden, wie die Verfaffung der Gesammtrepudlik ei thut. Gerichts-Zettung. Die Aburthetlung der beide» Jhriug>Mahlow»Pro> zefl« wider den Tischlergesellen Lodtieäsicz und wider den Ttschlergesrllen Berndt und den Schriftsteller Christensen in der B-rusungtinstan, ist. da die zuständige fünfte Strafkammer bereit« diS in den November hinein mit Spruch'achen desetzt ist und die rechtbaldige Erledigung dieser Sachen im allseitigen Interesse liegt, der sechsten Strafkammer hiifigen Landgericht» 1 übertragen worden. Diese Hot dt: resp. Termine für den erst«ren Prozeß auf den 8. Oktober, für den letzteren derettS auf den 12. Oktober anberaumt. Anträge auf E, Hebung neuer Beweise find seitens der Vertheidigung biShrr noch nicht ein- gegangen, doch soll r» in deren Adficht liegen, dre Vernehmung de» Ministers v. Puttkawer über die ihm von Kriminalschutz- mann Jhring gemachten Angaben, welche mit dessen gertcht- lichen nicht übereinstimmen sollen, zu beantragen. z»r Warnung für Eltern, Vormünder und Erzieher mag folgender Vorfall dienen. Der dreizehnjährige Zögling einet hiesigen Penfionat» Emil S. war auf dem»bort eine« htefigen Bahnbot» von einem Srekuttvbeamten dabei dclioffen worden, als er dort die Wände mtt unstttlichen Reimen besudelte. Der Beamte brachte die Sache bei seiner vorgesetzten Behörde zur Anzeiae, waS zur Folg« hatte, daß gegen S. AnNage wegen Vergehen» gegen die Sittlichkeit(Verdrettung von unzüchtigen Schriften an einem öffentlichen Orte u. s. w.) erhoben wurde. Am jüngsten Donnerstag ist Emil S., der inzwischen auch schon durch Beschluß der Lehre: konferenz von der von ihm be- suchten höheren Lebranstall ausgeschlossen wordm ist, von dem hiestgen Schöffengericht unter Annahm« mildernder Umstände zu«wer zweitägigen Gefingnißstrafe verurtheill worden. DreSde«, 4. September. Von der Ferienstrastammer de» kbuigl. Landgericht» wurde am Frettag die 46 Jahre alte Sub« alUrndeamtenSehefrau Ernestine Pauline Groß wegen Beihilfe zm Desertion eine» deutschm Soldaten zu 3 Monaten Ge- fänaniß vernrtheill. Die Angeklagte vei schaffte ihrem bei der 1. Komvagnie de» Pionnterdataillon» dienenden Sohn Emst am Rachminag de» 26. Juni die Mittel zu einer erfolgreichen Desertion, bestehend au« 40 Mark daarem Gelde und einem Ztottanzug. Der Deserteur ist dt» heute noch nicht wieder er» griffen worden._ Soziale»#«& Arbeiterbewegung Z« zahlreichster vethetltgung der kondttioutrende« Kanstente�an der Unterzeichnung der � Petllion � an dm Deutschm Reichstag um eg der Aufheduni aller"» e'schr änkungen der KoalitionSfrethet? räth und ermahnt der„Handlungtgehilfk". dnverkmd, daß ÄÄ lta«lÄl»»-». Bdujii«» ist»on der„Allgemeinen Srankmkasse" in Allona in Amegung ge- bracht worden, einen Kongreß sämmtlicher etnge» schriebenen HUfSlassen Deutschland» ein»». berufen Dte Sache ist nun sowett gediehm, daß drei arößere �olallaffen deschloffen haben, einen Aufruf an sanmtlich« ein- A�schriebenm, sowie auf Grund landetrechllicher Vorschristm mm «erantworttich für dm poltttschm Theil und Sonate»«-l al» abänderungSbedürftig erwiesm. Die gepflogmm Be« rathungen führtm zu dem Endresultat, daß ein solcher Schritt nicht nm geboten erscheint, sondern daß eS h e i l i g e Pflicht aller Betheiligten sein müsse, diese» Vor- haben zu fördern. Niemand sei mehr verpflichtet, wie gerade dt« Vertreter der freien Krankenkassm. dahin zu wirkm. daß die endlich in» Leben gerufene Organisation dei KrankenkaffinwesenS auch da« wird, wa» ste sein soll: Eine ficht re Stütze für den Arbeiter in Krankheiti- und Sterbefällen. Wenn wir auch kein« Gelegmhett hadm, im gesetzgebenden KS per unsere Meinungm durch Worte zum Ausdruck zu dringen, so dürstm wir doch berufen und nicht nur berufen, sondern soaar verpflichtet sein, von dem un» zu Gebote stehenden Recht Gebrauch zu machen und alle Bethel- ligtm zu einer Berathung zusatr.menzu-ufm, um unsere Wünsche kundzugeben und dieselbtn in Form einer Denkschrift an maß» gebender Stelle zu unterbreiten. Et kann nicht anmaßend er- scheinen, wenn wir eine rege Betheeligung voraussetzen. Von der Zusage der letzterm wird e» abhängen, an welchem Orte der Kongreß abgehalten weiden wird; ob in Süd-, Mittel- oder Norddeutschland. Der Zeitpunkrzm Adyaltunz dei Kongresse» wird wahrscheinlich in die letzte Hälfte de» Monat» Ottober fallm. Ort, Zeit und Tagesordnung werdm recht» zetttg bekannt gegeben werden. Wir richten deshalb an alle freien Krankenkassen Deutschland» daS Ersuchen, stch hierher zu erklären, ob ste gewillt stnd, stch an dem von un» ein, übe- rufmdm Kongreß durch Delegirte zu betheiligen, eventuell ersuchen wir ste ferner, diejenigen AbänderungSvorschläze, die stch bei Jhnm al» nothwendig herausgestellt haben, un» spä- testen» di» zum 1. Ottober 1886 zu übermitteln. Alle Anfragm und Zuschriften find zu sendm an die Adresse: L. I. Levinson, Altona, Blumen straße 5». NB. Alle arbettcrfreundltchen Blätter werden um Abdruck diese» Aufrufe» gebeten. Deutsche Reklame. Au» Tunis vom 6. August wird dem„Export", Organ de» ZmtralvereinS für HandelSgeoara- phie jc. in Berlin, folgende» geschrieben:„Mtt dem hrutigen Briete send« ich Jhnm einen Arttkel des„TuniS Journal": La Toapet des Allernand« woraus Sie ersehen werdm, wie immer noch gewisse deutsche Fabrikm dazu beitragen, den Namm der deutschm Ja duftete im Auslände in Verruf zu bringm, ohne zu dedmkm, welchm Schaden ste stch selbst und dm loyaleren deutschen Industriellen zufügen. Die wesentlichen Stellen de» Artikel» im„TuniS- Jomnal" lauten in Uebersetzung: Deutsche Frechheit. Wir finden in der„Repudlique Franyaise" folgmde» einzig daftehmd« Schreiben vnöffmtlicht: „Bonner Fahnenfadrik in Bonn a. Rhein. Reine Herrml Wir gestatten un», Jhnm in der Anlage die Prei». liste unserer ZlluminationSarttkel und ftanzöfischen Tri- kolorm zu üdersmdm.... ... Der Versandt der Maaren geschieht stet» durch ein französische» SpedittonShau», so daß nie einer Ihrer Konku'.rmtm erfahren kann, von welchem Hause Sie Ihre Waare beziehen.... Bonner Fahnenfabrik." DiesoS Schreiben empfehlen wir der Beachtung der Handelskammer in Tunis, die darin eine Probe dessen finden wird» waS wir manchmal über uns habm er- gehen lassen müssm, daß nämlich viele ausländisch« Er- »eugniffe, dte nach TuniS kommen, mtt einer falschm Marke versehen stnd und unter dem Namen französischer Erzeugnisse zu uns kommen.... J. M. Wie Ihnen bekannt ist, habe ich dte Ehre, fast auSschließ- lich deutsche Häuser hier zu vertreten; dennoch stehe ich nammt- lich mtt der hiestgm französischen Kundschaft aus destem Fuße. Die Leute kaufen fortwährend deutsch« Artttel durch meine Vermittlung von deutschm Fabrikm, sobald der geringste PreiSvortheil ihnm dam Veranlassung giebt, ohne daß dabei wedtr ste, noch ich ze de» geringsten Angriffe» settm» der Presse ausgesetzt gewesen wären. Sie werden aber mit mir verstehm, wie recht dte Franzosen haben, beute im Journal von TuniS eine deutsche Fabrik anzugreifen, die stch nicht mt- blödet, dm Franzosen Rathschläge zu geben, welche Mittel und Wege sie eirzulchlogen habm, um deutsch« Maaren zu deziehm und dabei rbri LandSleute glauben zu machen, dieselbe sei fraozösischm Urspruna». Et lltnat dte» gerade so, al» wmn der betreffend« Fabrikant stch schämte. Deutscher zu sein, und stch sozusagen mtschuldigt, daß die Fahnen»war deutsch seim, man dte» aber vertuschen könne. Nie hat ein Franzose mir solche» zugemuthet! Die betreffende Fabrik, deren Reklamm in deutschen Zetlungen immer von PalriotiSmu» strotzen, hat sich durch da» in Rede stehmd« Rundschreiden ein nicht gerade schmeichelhafte« Zeugniß geschriedm und den übrigm deutschm Fabrikantm dadurch in dm Avgm dr- Franzosen, welche diesen glücklicherweise vereinzellm Fall zu verallgcrneinem suchen, rinen schlechten Dienst erwiesm. Ich überlasse e» völlig Ihnen, diesm Fall im„Export" zu veiöffentlichm; jedeniallt haöe ich «S für meine Pflicht gehalten, Jhnm davon Mittheilung zu machm." Na» DreSde«. Der Fachverein der Tischler hatte sich, nach dem„Sächs. Wochendl.", an dm Stadtrath um lieber- lassung eine» Schullokal» an den Sonntagm oder de» Abend« zm Erlheilung von Zeichmunterricht gewandt. Darauf«rhtell er folgmde Antwort: An dm Fachveretn der Tischler, ,. H. de» Herrn I. Günther, hier. Dem Fachverein der Tischler hier eröffnen wir hur mit auf sein Gesuch vom 17. d.M. um lieber» laffung eine» Schullolal» zur Erthettung von Zeichmunterricht, daß wir außer Stande find, dem Ansuchm zu entsprechen. Dreiden, am 28. August 1889. Der Schulautschuß. O. L. Heubner. Wann mdltch werdm die Arbeiter dte städtisch« Verwattung dahin bringen, auch auf st« Rücksicht zu nehmen s — Dte Bäcker wollen am 9. September eine große Ver- sammlung abHalter, um stch über dte an die Meister zu stellen- den Forderungm zu einigen. Kleine Mittheilungen. Rew-Pork, S. September. Da» Erddedm, welches in der Nacht vom Dimstag auf dm Mittwoch«vischm 8 und lOllbr Indianapolis, Indiana, scheinen die Erdstöße besonder» sdm in New- und MWWZWM &#### mmmm- um sich mit MUMNMM Sckadm. Im Sanzm zählte man 10 verschiedene Stöjte Am furchtbarsten wurde die Broadstraße mitgenommen. M Aextm bewaffnete Frauen versuchtm hier tapfer die Unglück- lichm au» dm eingestürztm Häusern zu befreien. Dte Geschäfte ruhen natürlich in der schwer dettoffmm Stadt gänz- lich. Die meisten Bewohner kampirm in Zeltm auf den Straßen. Auch die Gatwerke stnd beschädigt, so daß die Stadt in dm nächsten Tagen unbeleuchtet sein wird. Viel« Häuser stnd so voller Riffe, daß ein Schlag ste zum Einsturz bringen könnte. Im Erdbodm find Spattm, au» denen feiner Sand hervo quillt. Auch spürt man Schwefelgeruch. Zwischm 40 und 60 Personen sollen getödtet und über 100 verletzt sein. Der Schaden wird auf 8000000 Dollar angegeben. Die im Hafen liegenden Schiffe blieben unbeschädigt und da» Wasser im Flusse stieg nicht. Nach den neuesten Rachrichten kam Mittwoch Abend ein neuer, sehr heftiger Erdstoß vor, in Folge deffm wiederum mehrere Häuser einstürztm. Häuser schwanl- tm von einer Seite nach der anderen und der Erdboden stieg und siel wie Wafferwogm. Di« Leute eilten wahnfinnig vor Schrecken bald nackt auf die Straße. Einige sprangen aus den Fenst.-rn. Die stärksten Häuser wurden di» in die Grundoestm erschüttert. Bis 10 Uhr am Mtttwoch Morgen zählte man 11 Erdstöße. Die Reger glaubten, da» End« der Welt sei gelommm und hiellm Gedetsoersammlungen auf den Straßen. Fast kein Hau» ist unbeschädigt geblieben. Die fe richte auS Charleston find noch immer sehr unvollständig de die Telegraphendrähte zerstött und viele Telegraphisten gefloh» find. E» herrscht allgemeine Verwirrung in der Stadt. derte flüchten fit. Eisendahnzüge können nicht in die Sied fahrm, da der Bahndamm unbefahrbar ist. Die Etnwohm leiden Mangel an Nahrungsmitteln. Seit dem ersten Erdßn stnd keine Z-itungen eischienen. Man macht die größte«® strengungm, die Ordnung wieder herzustellm, aber dtete& mühungen scheitern an vem krassen Aberglauben der R'g� welche noch immer ihre lärmendm G.betsoeriamwlungm M setzen und selbst die Weißen in ihre unstnnige Erregung o™ Hineinziehe«. Die Verunglückten werden au» dm Trüin»n' der Häuser hervorgezogen und in Reihen auf teil« Straß« � legt. Die Verwundeten liegen auf den öffentlichen Dte ganze Bevölkerung wohnt im Freien. Flüchtlinge, DU � Summerville und Columbia eintrafen, berichten, daß ihre fast sämmtllch in Trümmem liegen. Der Erdbodm ßf, noch immer und ou» den Spaltm deffelbm dringt kochen»? Waffer empor. Nach den ersten Erdstößen brachm Feuer au».— Savannah wurde am Mittwoch von einem n«*" Erdbeben heimgesucht. Kirchen und hohe Gebäude schira� Fast jede» Hau» der Stadt ist beschädigt. Dte Panik ßfl maß wie an anderm Orten und die Bevölkerung cerliet_ Wohnungen. Kapitäne von Schiff.», welche in Savannah'� vetroffen find, meldm, daß die See zur Zeit de» Erdbeben» nichts bewegt wurde, e» vielmehr schien, al» od die Schiffe ge�en Sttömung in der Tiefe de» Meere» gerathm wärm. barstädte senden Zelle. Kleidung und Nahrungsmittel lefton.— In vellaplain. Iowa, ergoffen stch in Folge beben» zwei riesenhafte Ströme Wass.-r» rätbsechaften durch dte Stadt. Ein artestscher Brunnen schnellte«in* rere 100 Fuß hohen Wasserstrahl von 16 Zoll ZW**, empor. In Richmond, in Virginien, war die Aufregung d«, hast und seit der Einnahme der Stadt im Bürgerkriege Die Pani� unter dm Sttäsiinß� ,>* e» Zuchthauses wurde so groß, daß die B-Hördm da» MOiiL bieten mußtm, während durch da» unst-mige Läuten� Sturmglocken vi« gesummte Polizei und Feuerwehr zur%% kamen. Da» Erdbeben hatte die Sträflinge in ihre« 5 � schon beunruhigt, al» aber die Feuerglocken auch VLjß anfingen, vergrößerte sich ihre Aufregung unendlich, glouotm, daß da» Gebäude in Flammen stände un« � keinen Versuch mache, sie zu retten. Die Verwünschungen. männlichm Strafgefangenen mischten stch mtt dem Jm� geschrei der weiblichen, welche chre Wärter anflehten, ihnen Z erlauben, ihr Leben zu retten. Zwei Sträfli-'gen geM, nach verzweifeltm Anstrmgungen, dte Thürm ihrer erbrechen. Wie wahnsinnig rannten ste w dm her und versuchten ihre Mitgefangmm zu desteim. W®" ''ViB barer sein können. Endlich wurde ein starker sich den Lärm oorstellm, wenn man beventt, St» 800 Gefangene hat. Keine J-rmhauSszme er sein können. Endlich wurde ein starker MMta«� um da» Sefängniß gezogen; aber erst nach Verlauf � Stunden ließen stch die Gefangmm beruhigm. Diebes, � flohenm wurden wieder eingebracht. In der Gtodl MW Auflegung durch die Kunde, daß dte Slräflinge revoltw'w noch zu und eine ungeheure Mmlchmmmge begab Gefängniß.— In Cteoeland, Ohio, schwankten h'iW'Jf und dte Fenster llirrtm. Di« Leute liefen volterjw-r aus die Straße und Redatteure und Setzer der Morgig r verließm in Sil« die ZeitungSgebäude. Da»$%%% Opern Hause und in der Mustkakademt« wurde aufgestellt»? da» Schwanken der Kronleuchter und im Nu suchten Freie zu �langen, Zum Glück wurde NiemanV�iM verletzt. wenigsten ahnten, daß ein funden Hab«. Di« meisten glaubten, e» sei eine»Mgjb g dm Vorstädten gewesen.— In New Pork? Telegravdistm der Weftem Union Tel«graoenges'u> �5 Stöße deutlich. S» rvar, al» ob die Pulle in» i» 5 itethen und stch wie Wiegen bewegten. Dte G-t«» �? Stadt wurden stark erschüttert und viel« Leute liefen aus dem Postdampfer Ostend« nach England ge yt e> lDa da» Wetter am Sonntag nebelig war, so wuß'�.�,$ b'S gestern aufgeschoben werdm. Dte TaubM i aufgeschoben werdm. Dte Tau»m belgischen Gesellschaften. Dte Körb« f dem Quai au'gefiellt und auf ein% - mmm& und schtedenm Reihm auf alte zugleich geöffnet._______ kreisten einen Augenblick in der Luft in der Richtung von Calais. Kürz! welch« im Fall««ine» Kriege» al» Lrieftaubm ve»"" dm sollm. von Dover nach Pari» lotgelaffen.. fw München, 3. September.(Verunglückte Arb� zei ji ■»mitt/irt tonnt**.Moniten»N wf .._»t wurve lowrr in» oiw»""- mp»-;, r gebracht. Ein Tagelöhner brach da» Bew a und wurde In da» K.ankenhau» recht» der 3'®*� 6� dritter kam mit einer leichten Verletzung-» am Aug« davon. .. o. ständiger Miethe «ermiether erst d laffen.---- GsRHFM' ■""MÄ ZMMZMW adrigen Theil der Zeitung«. tW lher tte � aufbe-adrm nrufc Zwet«ttteode. Fleischdeschauer ist nicht d Oüts I di- Beilage zum Berliner Volksblatt. Ar. S08. Dienstag» de« 7. September 1886. in. Iahrg� Fürst llrtankts Abi»»iK»liz. Aus Sofia, 4. S-p'ember, wird aemeldet: AlS der Fürst grstrrn, nach dm ihm von dir Bevölkerung darzevrachten Huldigungen und nach dcm D'fi'S der Truppen, in fein Palais zurückzel-hrt war, versammelten sich in d:m großen Saale deffelben die Olfijiere und die Mitglieder de» diplo» mattschm Ko p». An vieseld« hielt der Fürst eine An« spräche, in welcher er etwa folgendes sagte: Während ' Fahim habe er an der Unabhängigkeit und für die Fnter« tssen Bulgariens gearb-itet. Seine beständige Sorge Hab« be« sonderi der Armee und dm Offizieren gegolten' er habe letztere «i« seine Familie, wie seine Kinder betrachtet und sei, waS seine persönliche Lage anbelange, beruhigt gewesen, da er stch non Oifizieren umgebm gesehm, die seine Gefährtm in den Kämpfm für den Ruhm Bulgarien« warm. In smer traurigen Rächt habe er, al« er da» erste Geräusch vernommen, gefragt, ob Truppen da seien, und sei auf Bejahung dieser Frage be« nrhizt gewesen, da er Verträum in seine Arme« gehabt habe. Dieses Verträum zu seinen Offizieren Hab« er auch trotz der lungften unglückseligen E:eigmffe nicht verloren-, dieselben hatten fich, Tank Popoff und Mutkuroff, bei den nach seiner Abreise vorgekommenen Unruhm auf der Höhe der Sitra'.ion befunden.(Hier umarmte der Fürst die genannten Offiziere). Die Ehre der bulgarischen Arme« sei wiederhergestelli. Srsrhe «ule Offiziere um fich versammelt, die ihm ihre Er« Nbmheit dewiesm hättm. Er könne Bulgarien "erlassen, ohne daß die Ordnung ae< »ort werde, welche« auch immer die Umstände «ein möchten, in denm er selbst stch befinde. Er werde stet« m Gott beten für dieses Land, sein Her, werde stet« mit seinen Osfizierm sein und er werde der erste sein, der al» Frei« williger zugelassen zu werden verlangte in «inem Feldzuge für Makedonie«. Er kön ne nicht in Bulgarien bleiben, denn der«aiser von Zußland wolle e« nicht, weil feine Anwesenheit in Bulgarien im Widerspruche stehe mit dm F-rtereffm deS jwnde«. Er sei also gezwungen, da« Land zu verlaffcn. Hier bnnerkte Popoff:„Wir warm, find und werden stets mit Ahnen sein. Muth I Vorwärts 1" Der Fürst erwiderte, daß bie Unabh ängigtett Bulgarien« verlange, baß er daS Land verlasse, denn, wennerdie» nicht thäte, würde e« zu einer Okkupation Much Rußland k o m m m. Aber bevor er geh«,«erde er bie höherm Offiziere befragen und eine Regentschaft einsetzm, welche versuchen solle, die Fntereffen der Ostziere sicher zu «llm. In allen Fällen rechne er auf die Armee. Gegenüber Mn russtschen Generalkonsul vogdanoff, welchtr stch gestem Rbmd in da» Palais begab, soll der Fürst seinm Entschluß, binnen Kurzem dir Gewalt niederzulegen, bestätigt haben. Heute wird großer«onseil statstndm, an welchem Stamduloff, «araweloff und andere Personen theilnehmen werdm. ES gilt mr wahrscheinlich, daß die Einsetzung einer Regent« ichaft beschloffen werben wird. Der Fürst soll die Adstcht �«gesprochen haben. Sofia in»wei Tagm zu verlaffm. Auch Dersammlung von Offizieren soll heute abgehalten Stadt ist vollkommen ruhia. anderzusitzm. Dst bulgarische Regierung ließ gleichzeitig bei dem rustschm Konsul die Erllärung abgeben, daß der Fürst beschloffen habe, abzureisen, da aber die Bevölkerung Lulga« AenS und die bulgarische Armee ihre Anhänglichkeit an den Fürsten zum Opfer brächten, so hätten fie da» Recht, dagegen Garantien für dt« Unabhängigkeit Bulga» Mens zu verlangen. Die bulgarische Regierung bitte daher M Konsul, die folgenden Punkte in Petersburg zu unter« weiten: ersten» die Frage, wer der Kandidat Rußland» für b«n bulgarischen Thron sein«erde, zweitenSsoll« Ruß- jand da» Versprechen aeben, daß Bulgarien n Rußland nicht okrupirt werden würde, ferner solle die Auftechterhaltung der gegmwärtigen Verfaffung Mangt werden, sowie die Freiheit für dt« Bulgarm, ihre Leeren Angelegenheitm selbstständig zu führen, endlich soll« %#md, fallS ti die» wünsche, die Entsmdung eineS ruifischm generali freistehen, aber nur alt KrtegSmtnister. um die Re. �I?bnisatlon ver bulgarischen Armee zu leitm in der Weise, bulgarische Offiziere an Stelle der russtschm velwandt«er» sollen. Der russische Konsul hat sofort nach Petersburg �Uhirt. eine Aniwort ist bisher noch nicht eingelroffm. Dir glauben auch nicht, daß Rußland fich zu Versprechun« � Herdeilaffen wird, und sollte da« gcschehm, so würden die solaren fiut ,h�. fich im Borau» auf dm Bruch der Zu« 522»'faßt zu machen. Wo e» fich um Macht« wld Znler. k?in bandelt, spielen Aeußerungm irgmd welchtr Regte« bie Beschlüffe. welche in Gastein und FranzenSbaV gefaßt h�fber, find. Die ganze Anstrengung Deutschland» geht da« 2?' Oesterreich und Rußland daran zu verhtndern, Krieg mit» Zonder wegen der Thdlung der Türkei zu führm. Bezüg« »2 bei Mittel, welche e» ausgedacht hat, um anscheinend un« liche Ansprüche zu versöhnm, haben die letzten Zwischen- helle» Licht gebracht. Unter dem hohen Schutze ihre» e�wttgln Alltirtm find Oesterreich und Rußland dahin über- «, Wommen, fich im Borau» in die Nachfolge zu thellen, die »eil �ren. Rußland wird nach Konstantinopel ba man eS einmal nicht daran verhin« Ii*!?onn» dafür wird aber Oesterreich Salo- fg, ,.'.baben. In den so bestimmten WirkungSkretsm bleibt bebn.«" bf* Freiheit, leinen Einfluß hermfiellm und auSzu- ff-.. Protektorat Österreichs über Serbien, Protrttorat luntt 5 Lber Bulgarien. ES gab eine Z U, da man die Zu» fasien, f Balkanhaldinsel auf zwei verschwteden««rtm er- tri,.�nnte: alz»ine Föderation der christlichen Rationalitä« buick% aI* eine Absordirung dieser kletnm Völkerschaften Nach v£«roßen Staaten, die fich bemühm, über st« hinweg Softem �bischen Meere zu gelangen. Diese« letzte pai Vit(ISwknmh /<*tnnrtnm(»It dem Tagt» 60 �Utschland überhand gewann m fett �'�neich au» seinem Schooße gestoßm und ge- UWWSKMß g Post" tritt ittattv« zur greift. Sie schreibt:„Wenn die„Norddeutsche" sagt, daß Deutschland keln Jnter ffe in Bulgarien hat und, soweit diese Frag« in Betracht käme, keinen einzigen Soldatm unter Waffen stellen wüld-, so folgt Sarau« nickt, daß die Mächte,„welche ein Fniereffr in Bulgarien haben", ihre Pflicht nicht erfüllen sollten. Eine russische Invasion der Balkanhaldinsel würde eine ebenso große Gefahr für Oesterreich Ungarn und die Türkei, der kleinen Balkanfiaaten nicht zu gedenlen, bilden, al» eine französische In ooston Ersoß-Lothringm» für Deutschland. Dir Behauptung der„Norddeulschm Allgemeinen Zettung" ist daher nur ein Beweis von der dringenden Nothwendtgleit, daß alle Mächte, welch« den Frieden lieben, fich über ein gemeinsames Vorgehen einigm sollten. Di« öffentliche Meinung in Zentraleuropa hat sich deutlich genug gegen jeden Versuch, den Frieden deS WelttheilS zu gefährden, auSg-spiochen. Sie kann mU Recht jetzt prompte und energisch« Aktion für diesen Zweck, welcher allen am Hrrzen liegt, fordern. Die Bemerkungen der „Nordd. Allg. Ztg." haben übrigen» ein« gerechte Verwunderung in Wim und Pest hervorgerufen. Die österreichisch'ungarische Preffe fragt fich, welcher Art dal in Gastein befestigte Bündniß ist, wmn Oesterreich-UngamS tiefste LevcnSintmffm duchstäb- lich vom Berliner Kadinet ignortrt«erden. O-sterreich-Ungarn hat fich, wie man annimmt, verpflichtet, Deutschland im Falle einer franzöflschen Invasion beizustehen, während andererseU» Deutschland neutral bleiben will, wenn Rußland versucht, Oesterreichs Jntereffm im Orient zu schädigen? Dem mag aber »ein wie ihm wolle, e» bleibt ein« Thatsache, daß, wenn auch Deutschland nach seiner Anficht keine In«reffen zur Fnterven Hon veranlaffm können, andere Mächte folche Fnteressm haben. Wir würden unsere Stellung al» europäische Großmacht auf- geben, wenn wir noch länger zögerten» die von un» auf der Konkermz in Konstantinopel inaugurirte Politik, welch« voll« kommen den Traditionm Englands entspricht, auszuführen. Wir demerktm vor«inigen Tagm, daß der Vormarsch Rußlands für Frankreich eine ebenso große Gefahr wäre, wie für die anderen Mittel« meermächte. Mag Frankcetch auch daran dmken. stch alle möglichen Verwickelungen zur Ausführung sein«„Revanche" zu Nutze zu machen, wir lö-mm kaum glauben, daß e» so kurzfichlig ist, eine Lag« erieugm zu helfen, durch welch« e» in erster Linie selbst am meisten leiden würde." Di«„Time»" bespricht die bulgarische Frage wie folgt: „Nach unserer unmaßgeblichen Anficht wird die so zynisch von der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" befürworiete Polttil sehr wahrscheinlich ihren eigenen Zweck zerstören. Rußland soll mit Bulgarien und dem Fürsten Alrxander machen können, wa« e» will und Deutschland will kein Wort sagen. Mit anderm Worten, Rußland darf, fallt eS ihm beliebt, Verträge zerreißen und da» europäische Völkerrecht y-rletzm ohne Vorwand und Entschuldigung und der Vorfltzende de» Berliner Kongreffe» wird zuschauen und gut Freund bleiben. Weshalb diese plötz lich« Indifferenz im höchsten Rath« Europas, od intern otionale Verpflichtungen gehaltm werden oder nicht, weShalb diese Er> muthigung ungesetzlicher Handlungen? Einsach daher, daß Ruß land, wenn«S nicht bei gutem Humor erhalten wird, fich Frank« reich in dt- Arme wirft. Welch' ein Geständntß für Deutschland am Jahrestage SedantI Di« Freund- fchast von Deutschland»„mächtigem Nachbar" ist nur zu haben, wenn SrprefsungSgelder dafür bezahlt werdm. Ruß land soll freie» Spiel in Bulgarien haben, mit od-r ohne Zw stimmung Europa», welche» Bulgarien giündete und seinen gegen wältig m Herrscher einsetzte, unter der Bedingung, daß Frankreich isolirt bleibt. Wie aber, wenn Rußland immer neue Forderungen stellt, ,. V. auf Kon zesstonen, welche Deutschland näher berühren? Rußland kann immer die Kart« einer französischen Allianz ausspielen und für dies« Kart« hat Fürst Bismarck, wie er mit erstaunlichem Freimuth erklärt, keinen Trumpf. ES giebt aber noch andere Spieler, welche diese» seltsame Spiel mit Jntereffe verfolgm. Bei einem gewiffm Punkt wird Oester« reich gezwungen sein, mitzuspielen und kann den willfähligrn Freund Rußland» zum Partner wählm. E« steht auS» al» ob Fürst Bismarck entweder schlechte Karten oder noch nicht sein wirtliche» Spiel enthüllt hat." Die„Germ an ia" schreibt: Hat Rußland auch nur einige Jahr: lang am vallan und d:r unteren Donau freie Hand, tritt eS den dortigen Bevölkerungen als die mächtigste oder gar allein gebietende Macht Europa» gegenüber, dann find die hoffnungsvollen Ansätze zu setbststänviger Entwickeluna der Donau Mittelstaaten verlorm. Und doch hätten diese mit einigem Schutz Eu opaS eine unüberfieigbare Barriere werden können gegen die für die europäische Kultur, die wirthschast« liche Enfa»ck«lung Europa» und da» europäische Gleichgewicht verhängnißvollm Herr ich astSgelüste Rußland« im Orient I Der Stur, de» Fürsten Al-xander, an welchem ein Zweifel kaum noch möglich, eröffnet die Zerstörung der europätschm Arbeit von Rmschmaltern gegen Rußland, eine Arbeit, an der alle Großmächte, auch die beiden deutschen, betheiitgt warm, während jetzt durch heillose Uneinigleit Europa— dem Zaren »u Füßm liegt. Kommunales. Die Antwort de» Magistrat« auf die seinerzeit von den Stadtverordneten G-ercki und Genossen gestellte Anfrage wegen ungenügender Vmttlationleinrichtungm jc. in den Markt« hallm ist setzt der Stadlverordneten- Versammlung zugegangen. Der Magistrat theilt darin mit, daß die anfänglich erhobenen, nach Anficht de» Magistrat» nicht vollständig motivirten Klagen über unamllgmde Ventilation und in Folge davon austretende üble Gerüche in dm Martthallen in der Hauptsache darauf beruhten, daß von ven vorhandenm kein ausreichender Gebrauch gemacht und daß zur Retniäung-st Waffer in-llzugroßm a w UiNfl dieser Uebelständk. sowie durch sorgfältigere Reinigung sei be- uil» eine erhebliche Verde ffemng eingetreten. Der Magistrat habe indeß noch mehrfache Aenderungen angeoldnet. welche zum Tbeil auch bereits ausgeführt worden find. Namentlich habe «W wickelten, zum Thcil sehr starken Geruch ganz zu beseitigen, w«s auch nicht einmal auf dem offenen Markte mSalich ist. Im ArbeitShavse befanden stch am 1. August 64 Familien mit 230 Personen. Arn 1. September war der Bestand 54 Familien mit 193 Personen. Da» Asyl für»ädiUtche Obdachlose benutzten im Laufe de» Monat» August 4277 Personen, und zwar 3803 Männer, 474 Frauen. Von dtesm wurdm 2 der Charttee, 31 dem Krankenhaus- Moabit. 1 dem Krankenhaus« Friedrichthain über» wiesen und 196 der Polizei vorgeführt. Zokales. Ueber die Lohnde, hältntffe beiden Privatpostanstalten erhalten wir von einem Angestelltm folgende Mach ilungen: Ich bin bei der„Neuen Berliner OmntbuS-Packetfahrt'Aklten« Gesellschaft al« Biicfbote thätig. DaS GehaU beträgt monat« lich 55 Mark. Wmn ich nun drei Monat« bei der Gesellschaft beschäftigt bin und mich während dieser Zell gut geführt habe, so erhalte ich eine Zulage von monatlich 5 Marl, also monat» lich 60 Mark. Nack einem Jabre erhält man bei guter Füh- rung monatlich 75 Marl. Die Einrichtung, fährt der Einsender nun fort, ist ein« sehr mangelhaste. Es giebt ein Hauptbüreau und vier Filialen, von wo au» sämmtliche Bezirke Berlin» be» stellt werden. Ick habe über eine halbe Stunde von meinem Revier nach der Filiale zu laufen. Die Bestellungen erfolgen täglich vier Mal. Erhält man nun viele Briefschaften, so ist man nicht in der Lage, Alle» zu bestellen, weil durch da» Ab» holen der neuen Briefsacken die Best-llzett sehr eingeschräntt wird. Daraus entstehen denn auch die Unregelmäßigketten. Die Brtefboten sind meist verheirathete Leute, welche die Norh dazu zwingt, für 1 83 Marl täglich von früh bis spät zu ar- beiten, ohne AuSficht auf«inen Ruhetag. Die Gesellschaft müßte darauf halten, ihre Einrichtungen stet» zu verbessern, fie muß ihre Leute besser besolden und dieselben nicht überbürden, dann würde nicht so häufig gewechselt werden und der Arbeits- etfer der Nngestellten würde ein viel regerer sein." von einem Abonnenten erhalten wir folgende» Schreiben: „Ich wohne vor dem Halle'schen Töor und denutzte oft de» Morgen», um zur Arbeit zu gelangen, die Pferdebahn Kreuzberg— DönhosSplatz. Während nun der Wagen die Brücke pafstrt» bringt mrr der dort postirte ZeitungSfpediteur meine Zeitung an den Perron de» Wagen», ist jedoch der Spediteur an feinem Kasten anderweitig beschäftigt, so springe ich rasch vom Wagen, hole mir die Zeitung und springe wieder auf den Wagen hinauf. DaS Gleiche Hab« ich schon von mehreren Leuten demerft, ohne daß die» von einem Pferdrbahnschoffner bli unstatthaft dezeichnet worden wäre. Am Sonnabend früh aber, al» ich im Begriff stand, den Wagen zu oben genanntem Zweck zu verlaffm, sagte mir der Schaffner, wenn ich die Fahrt unterbreche, dürfe ich nicht wieder dm Wagen best-tgen. Ich protestirte gegen eine derartige Auffassung, indem ich ein ein- fache» Abspringen al» eine Unterbrechung der Fahrt nicht gelten laffen konnte. Auch die übrigm Fahrgäste waren auf meiner Seite, doch der Schaffner dehauvtet« im Recht zu sein, und meinte, ich solle mich bei der Direktion beschweren, rraS ich auch zu thun gedenke, da meine» Erachten» diese Frage von prinzipieller Bedeutung ist." Formell mag der Kondukr-ur ja in seinem Recht sein, wenn er aber im Auftrage der Dtreltton R&w: W sar""-« Die kolossale Hitze ist bereit» ein VertagungSgrund in unser» G.richttsalm geworden. In dm letzten Tagen wur» den zur Mittagsstunde angesetzte Termine wiederholt in Folae der geradezu tropischen Temperatur aufgehodm. Tie Briefträger in ihren Tuchuniformen find in diesen Gluthtagen zu brdauem. Die Nachricht, daß fie für den Somm-r Drilltchröcke beiommm würden, hafte fie freudig erregt, die elbe hat fich leider aber nicht bewahrheitet. Sie würden fich, wie man hört, die Röcke gern selbst beschaffm, wenn fie nur die Erlaubniß zum Tragen bekämen. Die GntchtStarel oder der AnShang an der Se< richte stelle, wie die detrrffende Einrichtung nach dem astm Gericht»verfahren bieg, spielt für unseren Recht! verkehr eine viel bedeutender« Rolle, al» ihr gewöhnlich zugetraut wird. Nur selten hält e» Jemand der Mühe Werth. die trübseligcn, Inhalt näher zu untersuchen; solche» Bemüden wäre auch wenig lohnend, denn wenn man beispielsweise im Monbiter GerichtSaedäude lieft, daß in der Strafsache gegen den X. B. wegen Arrestdruche» die so und sooielste Strafkammer sllr Recht erkannt hat, wa« auf der Rückjeste de» Blatte» geschrie» ben steht und dethalb von der öffentltchm Gerichtttafel diskret verdeckt wird, so kann man für die weitire Lestüre solcher Pu« blikationen fich schwerlich bea«t«-rn, waS ja nicht ausschließt. daß der detreffende Herr X. U. für diesen„Umschlag" zur rechten Zeit der besagten Gertchtßtafel sehr dankbar ist. Die Sache hat aber noch eine andere und wichtige Bedeutuna. Durch Anheflen auf die Gerichtttafel erfolgt auch auf An« suchm einer Partei die öffentliche Zustellung an den Gegner, die nur, wenn fie eine Ladung mrhSlt. außerdem noch zwei mal in da» amtliche PublttattonSorgan de« Gericht» und etnu al in dem„RetchSanzeiger" inferirt werden muß, während an- der« Gerichtsbeschlüsse und Entscheidungen durch bloße» An- besten an der Gerichtttafel zugestellt werden können. Die große Zahl der in un erm Gericht, korrtdorm au»HSngmden derarrtgm Zustellungen liefert«inen Beweis dafür, wie oftma!» von diesem Verfahren Gebrauch gemacht wird, und die westgeh nten rechiltchen Folgen dess.ldm gegenüber dem Betroffenen, devür'm keiner näheren Eiörtcrung. Eine solche Art ver Zustellung kann jeden treffen, der, während er etnm Prozeß hat. leine Wohnung wechselt und dem der Postbot« einen solchen Ge- richtSbeschiuß in der alten angegedenm Wohnung nickt be. handigen kann und al» unbestellbar zurückgehen lä't ftüt ##### möglichm, ihr Recht wahrzunehmen. Ei wäre wohl zu wün- schen, daß unsere Berliner Justizverwaltung diesen Punkt einmal in Erwägung nabme. Kaufmäuntsche Kortbtldnngöschule ,« verlt«. Diese» zu Michael! 1885 eröffnet« Jnftttm beginnt im Oktober er. mit seinem 2. Jahrgang den 3. Halbjahttkmsu«. Die nothwendiae Reorganisation dieser kaulmänntschen FortbildunaS schule b». dingte die Au»dehoung der dietjährtgen Ferien di» zum Oktober V»anlaßt durch die erzielten pädagogischen Erfahrungen auch auf dem Gebiet dei kaufmän« nischen UnterrichUweseni bereit* bewährt hat. Der Unterricht ist von der F'ffel der„obligat oiischin* Lehrfächer befreit worden. jeder Schüler wird nach„Bedürfnis" seine Lehrgegei, stände wählen lönnen. auch seinen Vorkenntniffen entsprechend«„Stufen" finden. Der Schüler wird unter den neun Fächern, in wel- chen unterrichtet wird,„unbeschränkt" wählen, d. h. an einzelnen oder an allen Fächern theilnehmen können, für dasselbe geringe Honorar von 9 Mark pro Quartal, ja man wird Unbemittelten sogar Ratenzahlungen von 3 M. p o Monat gestattm. Außerdem sollen die Schullokale nach Lage wie Ausstattung nicht* zu wünschen übrig lassen, da die Behörden in diesem Punkte dem humanitären Werke wohlwollend zu Hilfe kommen. Die soziale Bedeutung eine* solchen Unternehmen* ist sicher nicht zu unterschätzen und dürfte Manchen, der dem kaufmännischen Berufe fern strht. zu einem Freunde und Förderer der Anstalt machen, und der Freunde und Förderer bedarf ein solche* Unter- nehmen gar sehr, denn— je mehr Mittel hinzuströmen, desto mehr Segen strömt zurück. Die Berliner Zinkgußwaarev-Fabritation hat unter den Schwierigkeiten zu leiden, welche auf dem ganzen Gebet« der Metallwaareninduftrie herrschen. Wenn die U-berproduktion auch lange nicht so bedeutend ist, wie die der echten Bronzen, so find die Zinkg'«ßwaarenfabrikanten trotzdem gezwungen, fort- während neue Modelle zu sckaffrn, um den an sie gestellten Ansprüchen zu genügen. Sie müffen, nachdem sie die fran- zöfische Konkurrenz au* dem Felde geschlagen haben, für den Bedarf de* Auslände* sorgen und den Geschmack, welcher in den verschied-nen Ländern herrscht, mit Eifer studiren Wir finden daher in ein und derselben Mustersammlung Gegen- stände der verschiedensten Richtungen vereinigt und der Berliner Fabrikant ist bereit* so geschult, daß er genau weiß, welche Muster er dem Amerikaner und welche er dem Engländer, Spanier k. mit Erfolg empfehlen kann. D-r Zinkgußsabrtkant ist oermöge de* Umstand«*, daß die Zinkgußwaaren nicht gleich der Bronze„ewig" halten, mithin also immer wieder erneuert und ergänzt werden müffen. in der angenehmen Lage, selbst bei Rückgang der Preise einem gewissen Verbrauch seiner Kundschaft Rechnung zu tragen und dadurch seiner Fabrikation eine bestimmte Grundlage zu geben. So haben fich schließlich dt« Zinkgußfabrtken au* kleinsten Anfängen zu großen Anstalten herausgebildet, welche die geschmackvollsten Zierrathen und Luxusstücke in den feinsten Farbenabstufungen fertigen und so« wohl in der Größe der Autwahl wie in der Neuheit der Muster ihre Pariser Lehrmeister übertreffen. Da*„O.gaa für Schorufteinfegerweseu", eine vom Zentral Fnnui gt-Vorstand der Schornsteinf-ger de* Deutschen Reiche* heraut gegebene Monattschrift, berichtigt in fachgemäßer Weise«ine auch von un* oeröffentlichte Notiz über den Zweck einer breiten Kappe au* Diahtgeflccht, die auf einem der Schornsteine der Reichidruckerei angebracht ist. Et wurde dar» über gesagt, daß die* der Schornstein des£)lenS sei, in welchem die eingezogenen Schatzscheine und Werthpapiere vernichtet werden, und daß man die Kappe auf dem früher offenen Schornstein angebracht habe, weil einmal durch zu starken Zug da» zu verbrennende Papiergeld au* dem Ofen emporgeriffen und über die benachbarten Gärten verstreut sei. An dieser Notiz— so bemerkt da* oben zitirte Fachblatt— ist nur richtig, daß vor Jahren einmal einzelne, halboerbrannte Werth» ichen au» dem Schornstein dei Verbrennungsofen* vom Luftzuge in* Freie entführt wurden. Dagegen befindet fich weder auf einem Schornsteine der Re-chSbruckerei eine Kappe au* Drahtgeflecht, noch werden die Werthpapiere in der Reichsdruckerei »erbrannt, und deihalb befindet fich dort auch kein O'en zur B-rbrennung eingezogener Schatzscheine. Wa* der Z:itungs- Berichterstatter auf dem Heizschornsteine der Reichidruckerei ge- sehen haben will, ist nichr* weiter, alt eine Schutzvorrichtung gegen Einregnen, bestehend in«tazenfö�mig angebrachten Platten über dem Schorn stetnlopfe. Die Reichidruckerei fertigt wohl die Reichswerthzeichen aller Art an, die Vernichtung eingezogener Schatzscheine und sonstiger Werthpapiere wird aber von der Verwaltung dei preußischen Staatsschulden in den beiden neben der R:ichSdruckeret belegenen Gebäuden de* preußischen Staate* bewirk'. Zum Zwecke der Vernichtung genannter Papiere befindet fich im Erdgeschoß der letzeren beiden zu einem Hofe vereinigten Gebäude ein großer Ofen au* Backsteinen in Form der Backöfen, in welche von der oberen Etage her eine Art Trichter au* Backsteinen«inmündet. Durch diesen werden dann, nachdem der Lfen feurig glüht, die in Wagenladungen bestehenden Mafien von Werthzeichen von den Beamten sukzesfioe in die Flammen geführt, nachdem sie die amtlichen Vernichtung* Formalten überstanden. Mittet* langer Stangen, welche dui ch die in den Heizthüren de» Ofen* vorhandenen D< ff.rungen eingeführt werden, findet dann nach Bedürfniß die Wendung der eingeschütteten Papiere statt, um diese ficher in Atome zu verwandeln. Der zu diesem Ver- drennungtoken gehörige Schornstein steht am entgegengesetzten Ende de« Hofe«, zirka 100 Schritt von einander entfernt und ist etwa 60—70 Fuß hoch, oben ganz offen. Die Verbindung de* Ofen* mit dem Schornstein bewirft ein unter dem Pflaster de« Hofe* angebrachter gemauerter Kanal. Ueber der Einmün- dung de» letzteren in den Schornstein, also am Fuße deffrlben» befindet fich ein praktikabler gußeiserner, doppelter durchlöcherter Dcckeloerschluß. so daß nur ganz kleingebrannte Partikel de» V rdrennunztmaterials über diese stebartige Vorrichtung in dm Schornstein bezw. in die Luft gelangen können. Sin Hinaus- {regen ganz unoerbrannter W-rthzeichen ist demnach seit Her- lllu.ng dieser Einrichtung völlig ausgeschlvffen. Vor dem Be« ginn de* Verbrmnungtvrozeffe* wird zunächst der Rauchkanal durch Verbrennm von Hobelspähnen ang heizt, um die Lust« giulen in diesen beiden Zügen zu erwärmen und genügenden ug herzustellen. Während die hier eingezogenen Werthpapiere selbst vernichtet werben, fallen die eingeiönen Koupons der» seiden in der in der Tgubmstraße befindlichen Nebenabchetlunz der Staattschuldenlilgung dem gleichen Schicksale der Vernich» tung durch entsprechend gleiche Starichwna anHeim. «Wer tätovirt?" S'ne seftsame Frage, in der That. In diesen wenigrn Wotien findet ste fich in dem Jnseraterthe l ctnc* htestgen Blatte* aufgeworfen, kein Zusatz weiter ali die Ch ffre, unter der die Meldungen abzugeben find. W r dies« zwriwo tlge Anzeige liest, schreibt die„Rat.. Ztg.", und zwischen den Arerdietungen zum Verkauf gebrauchter Pianir.o* und der Empfehlung von Landammen, der körnte auf den Gedanken kommen, daß da* Tätowirm fich bei uni schon zu einem In« dustriezweige ausgebildet hat, zu einer Spezialität, in der die Konkurrenz groß ist Nicht» irriger al« da*. Allerding*, da» Ge chäft auf welche* die Anzeige hinweist, die Herstellung von „Naturwundern", bat in Berlin stet* einm günstigen Boden gehabt. Von den Urberlinnn, die in der Halenbach« noch zu den ZFien de* seligen Eckensteher* Rani« ali Wilde lebende Frö'che schluckten bi» King-Fu und dm durch die Wunder der Optik weggespieaeltm halbe» Körpern hübscher Mädchengestalten, zieht fich ein roiher Faden. Aber Leute, die täto- wirm, hat man bither in Berlin nicht gesucht. Dieser Industrie» zweig gedeiht in dm Hafmviätzm mit ihren kunstgeübten Ma< troser kneipen beffer al* im Binnmlande. Zudem ist daS Täto- wtrm etwa* in Verruf gekommen, auch dei Denen, die in luaendlichem Leichtsinn dazu neigen würdm. alle Dummheiten Äfn'« der Dopvelmörder, nicht au seinen Armen einige besondert y"ir&rn: äää"ä ä bezweifeln. Allerdings, da* Geschäft ist immer noch ein gute*. Unsere* Wiffm* exiftirm nur zwei Menschen, die frei nach Shakespeare von fich sagen können,„jeder Zoll eine Täto- wirung." Der Eine ist ein Grieche, eine wahrhafte King Lea: Gestalt, der zu seinen Hautoekorationen durch Abenteuer gekommm zu sein behauptet, wie fie in allen Romanen Cooper'* und Gerstäcker'i zusammengenommm kaum anzutreffen find. Da* Seitenstück ist eine Dame, die, weniger romantisch ange- legt, erzählt, daß die Roth sie und ihrm Mann, eine alte See» ratte, auf den Gedanken kommen ließ, fich auf diese Weise zu einem Ausstellungsobjette ersten Range* machen zu laffen, um fich dadurch ihrer bitteren Nothlage zu entreißen. Allerdings wurde die Hilfe eine* Maler* zu Rathe gezogen. Seine Entwürfe find außerordentlich künstlerisch, der Vorwurf ist die Schöpfungtgeschichte, die ihm Gelegenheit gab, Himmel und Erde mit allem, wa* da keucht und fleucht, in chtnefischer Tusche buchstäblich zu verlebendigm. Ob der Berliner Frag?» steller wünscht, der Dritte im Bunde zu sein? Ober sollte e* ein Unternehmer sein, der da wünsche, fich tür die Zukunft ein Sensationistück ersten Range* billig herzustellen? ES wird be« hauptet, daß Tätowirungen, die einem Kinde beigebracht wer- den, mit dem Kinde wachsen, ohne fich zu verwischen. Wie dem auch sei, e* bestätigt fich, daß in Berlin der Boden auch den son- derbarsten Einrällen fich gefügig zeigt. Und man kann et den Unter- nehmern gar nicht oerargen, wenn fie auf Neue« finnen. Wie schnell haben fich nicht selbst die Ausstellungen„fremder Menschenbrüder" überlebt. Seitdem eS fast kein Land der Erde mehr giebt, da* einen Theil seiner üderschüsfigm Be» völkerung in die Hagenbeckschm Einfriedigungen entsendet hat, find wir auch damit übersätttgt. Zumal, settdim un* die Wilden nicht immer echt, sondern oft auch„farzitt" servttt werden. Noch heute reut den Schreiber jeder Blick der Be- wunderuna, den er„Adzowrula, König Ketschway.'s" lieb» reizender Tochter gewidmet. Ach, in Herrn Lüderitz eigenster Gegenwart erklärte fie Herr Einwald, der viel genannte R-isende in der Santa Lucia Bai, für echt. Und heut? steht fie doch wieder al* Ltzzie Grant, die in Alabama* Gefilden groß gewordene vollblutige Negerin, die ste ist, in Liverpool hinter dem Schänktisch, und dem Gehege ihrer Perlen, ähne entfließen die englischen Kernflüche, die fie so lange unter- drücken mußte, al* fie ein« süsostafrikanische Prinzesfin dar» stellte. Und jene ChippewayS, die bei der Rückkehr nach Amerika mit der„Cimdrta" untergingen und hier Kriegitänze aufführten, bei deren begleitendem Geheul nervenschwache Per- sonen in Zuckungen geriethen, saßen fie nicht vordem friedlich selbander an den Ufern de* NlagarafallS und verkauften Perlenstickereien wie ihre längst zivilisttten Eltern e* vor ihnen gethan?— Die Wahrheit ist, wie auf allen Gebieten Ueber- Produktion schadet, so wird mit diesen Schaustellungen de* Guten etwa* zu viel gethan.„Ablö-unz vor!" lautet jetzt da* Kommando. Der Schaulust soll Neue* geboten werden. Die Drachenwiesen und Vogelwiesen werden neugierig und recken dt« Hälse. Und wie liebliche Mustk klingt et in ihren Ohren: „Wer tätowirt?" Dem„verein Berliner Droschkenkutscher" find vom Polizei- Präfidium, Abth. 5 für Fundsachen, 45 Gegenstände zurückgegeben, welche von Droschkenkutschern in ihren Droschken gefunden und bei dem obengenannten Verein eingeliefert wurden. Dieselben find in der Zeit vom 31. Januar bi* 15. März d. I. gefunden worden. Unter diesen Gegenständen befinden fich u. A. 20 Schirme, 1 Domen Haltkette. 3 Armbänder, 4 Opern« gläker, l.Reitedecke, 1 Muff, 2 Pelzfußtaschen, 1 Portemonnaie, 1 Umhänge-Ta'che. 3 Spazier st öcke u. vgl. m. Nachdem durch Uithril de* Kgl. Am'sgertcht I Hierselbst da* Au*ichlußurtheil erlaffen worden ist, weiden die Gegenstände wieder an die betteffenden Finder ausgehändigt. Wer ist der Erstuder der Eervelatwurst? Da* ist eine Frage inhaltschwer, ste geht von Munde zu Munde— wenigsten* in Den Kreisen unserer Abonnenten und Aller, dt« in Folze unserer Cervelat wurstkonturrenz dem Ursprung der Crrvelatwurst, deren Schicksale fie sonst vollkommen— Wurst ließen, nun intimere Beachtung geschenft haben. Wo finden wir die ersten Spmen der Eervelatwurst? Da* ParavicS und da* gram Alterihum kannte fie noch nicht, auch die Jahr- hunderte de* Mittelalter* durchsuchen wir vergeben*; man er» fand da* Pulver, die Buchd'.uckerkunft, entdeckt« Amerika— alle* ganz hübsche Dinge, aber an die Erfindung der Eervelat- wurst dachte damalt kein noch so genialer Güst. Dem neun» zehnten Jahrhundert blieb, wie die„Allgemeine Fletscher Zettung" berichtet, dies« Elfindung vorbehalten. Es bildet ein Talent fich in der Stille— nicht im Lärm der Großstadt, sondem in der idyllischen Ruhe von Waltershausen bei Gotha fand fich der Mann, der die Crroelatwurst der dankbaren Mit weit erschuf. Durch da» liebenswürdige Entgegenkommen de* Walterthausener Bürgermeister*, Herrn Albrecht, und der oortigen Firma Johann Daniel Kestner«so. find wir in den Stand gesetzt, mittheilen zu können, daß der Begründer der letztgenannten Firma Herr Johann Daniel Kestner im Hause seine» Vater», im alten Gasthof zum Löwen, im Jahre 1815 diejenige Wurst zu fabriziren begann, die jetzt in Alldeutschland männiglich unter dem Namen Eervelatwurst bekannt ist. Johann Daniel Kestner war erst im Jahre zuvor von lang- jähriger Wanderung au» der Fremde heimgekommen: zuletzt war er im Nordwesten de* heiligen Rußland gewesen und dort war er mit der AnieUigung von Rodwurst bekannt geworden. Wie sehr nundie russische Rohwmstverschieden ist von der deutschen C'roela-- wurst. wieviel der deutsche Krstner au* eigenem Erfindeitalent zu der russtschen FabrikotionSweise hi-zugethan, darüber giebt teine Ehronik. kein Aktenstück un* genügende Nachricht. Naderet über den Lebenslauf de* Erfinder* haben wir bither nicht erfahren können,-den so wenig ist e* un» möglich gewesen. ihn unseren Lesern in bildlichem«ontetfei vorzuführen. Aber wi- so oft eine große Jbee gleich, ettig an meh.eren Orlen auf. taucht, so ist auch die Ei findung der Eervelatwurst fast gleich- zeitig an zwei Orten erfolgt, wie dt« un» zur Verfügung steh-nden Quellen besagen, und e* ist leicht möglich, daß nun noch eine dritte und vierte Bedurtzstadt der Ceroelatwuist fich meldet- stritten fich doch im«lterthum sieben Siädte darum. dl« H->m°th Hom-rS zu sein.- Fast gleichzeitig also mtt Kestner m Wallerihausen erfand man auch in Gotha die Eervelatwurst; aber während da« G. schlecht und die Firma Kestner in Watter-haufen noch heute florw, stellte die Gothaer Ferota Anfang der vierziger Jahre die Fabrikation der Er.v«. ktoijrst bereit* wieder ein. Die Walterthausener Eervelatwurst. Fabrikation hob fich dadurch in so hohem Maße, daß Johann Daniel K-stner-«in erneuter Bewei« seinen Intelligenz und Srfiodungtgabe- berert» damals den Besuch machte. Fleisch. wiegeavpa ate einzuführen, die Wu:stfabiitation also mtt Hilfe de» Dampfe« zu betreiben. Der Versuch scheiterte damal*. die Idee aber war«in« richtige und ftuchtbare; seit etwa„«j mm dieser die Sklavin gern neckle, kam e* zwischen ihnen auf der Treppe zur Schlägerei. Biridi kniff, Mahubaba biß und kratzte» bi* der„bildschöne" Pückler mit der Reitgerte kam. Er führte Gutzkow zum G afen Roß, einem Sonderling. Sein ganze» Hau* in der Johanntsgaff« war mit auf Papp« gemalten Seen, Gärten. Springbrunnen, Alpenlandschattm, Ricsen» Gnomen und Chinesen angefüllt, und ring* an den Wänden» vom Erdgeschoß bi* zum Dache, hingen Waffen, vergiftete Pfeile, Priestergewänder und alle Kleider. In diesen Schätznr zu stöbern, machte dem Grafen und Fürsten da* größte Ver« gnügen, und einst— Gutzkow kam eften durch die Johannis» gaffe und war„de* Tode* erschrocken"— bliesen Beide auf Wivderhörnem, Prachtstücken der gräflichen Sammlung, zu den Dachluken heraui. Von viele« Seiten lanfen an* dem Publik«« Klagen über die Ungenießdarkeit gewiffer Biersorten ein. Einzelne Gastwirthe, insbesondere in den umliegenden Vergnügung«» orten, find gewiffenlo* genug, den durch die große Hitze er» zeugten Durst der Besucher auszunutzen und ihnen Bier vor« zusetzen, daS man sonst unter keinen Umständen genießen würbe. Et wäre richtig, wenn man derartige Gustwttthe in den Z«i» tungen namhaft machen würde. Zu der Frage, od e» zweckmäßig ist, Salat und kohl» artige Gemüse vor dem Gebrauch zu waschen, wird einem schweizer Blatt in dijuhendem Sinne geschrieben. Et heißt da: Inwieweit die Gemüse beim Waschen und kochen da* eigen» thümliche Aroma verlieren, läßt fich am besten wahrnehmen. wenn man da* hierzu verwendete Waffer lostet und e* ist namentlich dat kochwaffer, welche* geradezu ekelerregend schmeckt. ES ist richttg, daß die Flü fizkeit einen Theil der in den Pflanzen- stoffen vorkommenden, flüchtigen und vai Aroma bedingenden Oele aufgenommen hat, aber et enthält auch den größern Theil einer Anzahl höchst unangenehm schmeckender Extraktivstoffe und Schwefelverbindungen. Man wird daher zwischm zwei Uebela da* kleinere wählen t gründlich waschen und gut abkochen. Die* in Bezug auf Gemüse, welche doch nie in rohem Zustande ff noffen wurden. Höchst gefährlich wäre e* tr.deff-n geradezu, bei dem Salat das Waschen zu Unterlasten. Es ist bekani», daß kein lebende* Wesen ezMtt, deffen Körper nicht ander« parafilischen Thieren zum Wöhr platze diente, ja, daß selb? solche Parafiten wiederum von andern Parafiten in Miethe fl* nommen find. Sogar die edelst-n Organ«,»ie Auge, Oh-, BeHirn, Rückenmark müffen Wohnstätten für die bezeichnetest Schmarotzer abgeben. Die Parasiten oder deren Samen ßf langen theil* direkt durch die natürlichen Leibetöffnungen und durch Eindohren u. s. w. in das Jener« de* Körper», oder fi- können auch auf indirektem Wege mtt den Nahrungsmitteln Eingang finden. Eier und Nachzucht derselben werden avs dem Wege der natürlichen Absonderung autgeschieden, gelav gen zum Beispiel al* Mist auf die F-fter, durch Regen m die Wafferläufe und auch durch Luftzug auf rohe oder zubereite» Nahrungsmittel. Weitaut der größte Th'il det Material* gw allerdingi dabei zu Grund-, well fich für deffen Eniwickla-f kein günstigen Boden findet; aber die Natur hat Viesen lust schon zum Borau* in die Rechnung einbezöge'-, und Eiern, oft auch den GcschSp'm selbst, eine Leben* zähigkell jf. liehen, welche Alle* ausgleicht. Die Menge der Eier deziff£' fich nach unaussprechbaren Zahlen I Ein verirrt-* Thier tosto Begründer einer neuen Generation, es gelangt auf einem d» bezeichneten Wege wiederum in den Ocganismui und vcr Kreitlauf beginnt von Neuem. Et genügt wohl an dieltst Andeutungen' man hätte nicht einmal röthig da» War'- Bandwurm, Spulwurm, BSkaride u. s. w. aut,»sprechen I A." unter laffen et jedoch nicht, da» Wort einet auf diesem Gedie» sehr erfahrnen und verdienstvollen Forschers anzuführen. Et ZW• „Wie viele chronische Krankheiten, organische Le, den, S*®™*', zusälle und lokale Siörungen mögen wohl durch verirrte EiW' weidethiere und wandelnd« Emdtyonen in Meeschen und Thi"" veianlaßt werden, bedenkt man nur, daß Millionen von unfia»' baren Ötern unsere Gewässer, Düngerfelder und Emgeme.b- un'er-r Nahrungtthieie füllen. So ist i.um BeiftLek die meri' würdige Verbreitung det Bolhriccephalut. welcher mit P'f graphischer Abgrenzung fich in Polen, Rußland, der Holland so häufig findet, daß fast jeder Mensch ein in seinem Darme wohnen hat, recht gut durch die LanjW»» zu erklären, wonach in den genannten Gegenden die B»!«» und Felder nicht mll Mtst gedüngt, sondern mit Avrrtttja� vegoffen werden; Millionen von Bandwurm Eiern müffen lP aus die Felder gelangen und mtt allen tohgenoffenen o'' und Gar enfrüchten, G.'würzkr Sutern und Salalpflanzen wie in den menschlichen Darm gelargen." Unmittelbar dräazl�. die Frage au», warum ist für den lebmoen Körper diese Jpj, der Parasiten gelchaffen? Die Bertheidiger einer in dem 4% halt der Ratur bestehenden Zweckmäßigkeitt Theorie kaum eine g-nüg-nbe Antwort darauf finden können, nicht dtejentge eine* unserer früheren Schulmeistert wätt- � vorwitziger Zunge gefiagt, welchen Nutzen die« oder gräuliche Vieh bringe, wußte er stet* ein andere» zu dem e« zur Nahrung diene. Wir Jungm waren beschiwAA Die verehrten Hau»ftauen aber mögen fortiahren, den* � gut und recht gründlich zu waschen, ganz so wie G"* terchen stets verfuhr. Da* Bessere ist der Feind d-*®W An mehreren Stellen de» Grunewald«»(an«" 1 rend det letzten Sonntages Btände statt, rvelchet durst�», Aufmerksamkett der Besucher in keinem Falle«ine größte � dehnung gewonnen. In der Nähe de» großen Stern»(„ veelitzhof brannte e* in der Nähe der«isenbahnanlaß-- � daß die Annabme berechtigt erscheint, der Brand{-♦-rM Funken au* einer Lokomotio« entstanden. Auch in dieinn' wurde da* Feuer durch Grunewaldbesucher entdeckt unv angenommen aldbränden|? ox onu&mnoe �uiic eine so yoye, oaz oft nur ein{(p- fortgeworfene* Streichhölzchen oder ein noch brennender SV. stumv e genügt, um einen Waldbrand herbeizuführen- daher gerade j-tzi nicht dringend genug zur größten gemahnt werden. Wieder|»ei Menschen vom Hitzschlag aetödtet.� gestern Mittag halb 12 Dame vor dem Hause men. Puffanten hoben.......... � in den Hu! stur de* genannten Hauset und hoi'.eo�M schleunigst einen Arzt h-rdei. welcher den bereit* eingw zeiF vom Wchlage getroffen, bewußtlo» zusammen, pN wurde in den Thor weg de* genannten Hause» und brachte ihn mittelst Droschke zu seinen in der m wohnenden Elletn._«chre�U Ein schwerer Unglücktfall, ähnlich dem Vorgänge am Paradetage vor dem Vorgarten de» «n.tsenaustraße 115, woselbst ein Knabe in W Jfar.ePfa MZM-ZSHM'M WSSWÄtW eilig al* möglich hinunter.� Sin S-�nder»� Krau* so unglücklich auf eine der spitz m f *1, W Mdkn, daß die Spitze ihm tief in da» fleisch de» reckten «tme» drang und er so an dem Eisinstab hängen blieb. Au» maer entsetzlichen Lage defreU, fand man. daß er fick ein EiLck Fleisch von 15 Zentimer Länge und 8 Zentimeter Breite °ui dem Nim berausgeriffen hatte. Zum Verband waren 21 Ztähte erforderlich. Bewegung der Bevölkerung Berlin» nach den Ver- offenilichimflen des stattflijchen AmtS der Stadt. Die fortge. chriedene Bevölkerungszahl betrug am 14. August inkl. der nach- »aglichen An- und Abmeldungen 1 337 774, hat fich demnach Wen dir Woche vorher um 603 Seelrrr vermirdeit. In der «oche vom 15. bii 21. August wurden polizeilich gemeldet 2700 jugezogene, 1904 fortgezogene Personen; standesamtlich wurden l« Ehen geschloffen. Geboren wurden 894 Kinder, und zwar Mrd: 444 männliche, 410 weibliche, zusammen 854(darunter Jw außerehelich«), tobt 24 männliche, 16 weibliche, zusammen �(darunter 8 außereheliche) Kinder. Die Lebendgeborenen, «>» Jahr berechnet, bilden 33.9, die Todtgeborenen 1,6 pro �ille der Bevölkerung, die außerehelich Geborenen 12,86 pCt. in der Woche Geborenen, davon die bei den Lebend- geborenen 12,53, die bei den Todtgeborenen 2000 pCt. In °kr lgl. Charilee und Entdindungs Anstalt wurden 46 Kinder Waren Gestorden(ohne Todtgeborene) stnd 6f3, nämlich männliche, 309 weibliche Personen. Von diesen waren Ater 1 Jahr alt 331(inkl. 72 außereheliche). 1 bis 5 Jahre «(inkl. S außerehelich«), 5 bis 10 Jahre 21. 10 bis 15 Jahre 6. j5 diS 20 Jahre 9, 20 bii 30 Jahre 30. 30 bis 40 Jahre 46, WM» 60 Jahre 69, 60 M 80 Jahre 53, über 30 Jahre 11. Sterbefälle beim Alter von 0 bis 5 Jahren machen 62,29 sämmtlicher in dieser Woche Gestorbenen auS. Von den im «Uer unter 1 Jahr gestorbenen Kindern starben 62 im ersten, ,1 jm zweiten, 45 im dritten,[36 im vierten, 35 im fünften, im sechsten, 99 im fiedenten bis zwölften LebenSmrmate; S®" denselben waren ernährt 46 mit Muttermilch, 1 mit 'otmenmUA, 176 mst Thiermilch, 9 mit Mtlchsurrogatm, 73 mst WWschtcr Nahrung, von 26 war eS unbekannt. Todesursachen besonder«: Lungenschwindsucht(70), Lungenentzün- (20), Bronchialkatarrh(12), Kehlkopfentzündung(6), «ompfe(31), Gehirnschlag(19). Gehirn- und Gehirnhautent» mndung(i9). KrebS t2Z), Altersschwäche(13), Lebensschwäche(23), MMüng(36), Masern(5). Scharlach(3), Diphtherie(26), JiJphu»(7)( Diarrhöe(67), Brechdurchfall(126), an anderen ?mnkbeiten starben 152 und durch Selbstmord 2, davon W Erschießen 1, durch Erhängen 1, durch Ertrinken—, durch �abschneiden—. Die Sterblichkeit der Woche, auf da» Jahr de- Met, kommen durchschnittlich auf 1000 Bewohner in Berlin w Jn Breslau 32.5, in Frankfurt a. M. 18,5, in Köln 28,4, ? �Dresden 23 3, in München 27,8, in Bremen 147, J vluttgart 20,5, in Wien 23,0. in Paris 22,5, in London 18 9, ? Liverpool 23,4. In der Wocke wurden dem Polizeiprä« ?lum gemeldet als erkrankt an Tyvhu» 41,> an Masern 54. ?.Bcharlach 56, an Diphtherie 118, an Pocken—. In den 9 Men Krankenhäusern würben in der BericktSwocke 796 U*"«' aufgenommen, davon litten an Masern 7, an Schar- 2J;.8. an Diphtherie 35, an Tyohu» 15, an Rose 7. ES 118 Personen oder 13,2 pCt, aller in der Woche Ge< W«n; als Bestand verbliebm 3353 Kranke. »�.«artthalleu» Bericht von Z. Eaudmann, stadtischem �wfivermittler, Berlin, Zentral-Markthalle, d. 6. Siviembcr. f.t,«ild und Geflügel. Die Wildzu'uhr ist knapp, die Preise M günstig. Für Fasanen noch wenig Begehr. Die heiße Ln, Iß verursachte härflg, daß da» Wild sehr erhitzt an- «?'. weil auf die wiederholt angegebene Art der Behandlung uSL K'nvgend Rückstcht genommen wurde. Rebhühner und sollen stet« vom After her ausgeweidet und tu It �ück dann einzeln in Pcpier g- wickelt zu je 20 Stück Poftfotb gepackt werden. Rebhühner, Rehe und Hirsche tls!.»" �1' höchsten Preise. Für zahme», magereS Hau« Ge- err-Ä Dünsen, ist wenig Begehr. Fette Gänse und Eatm Preise. Rehr 60- 75, Hirsche 35-50. Wild 45 M. P°ular�4�-?M'p«r''Stack? S Gemüse und Obst. Neue französtsche Wallnüffe in Sckaale Pfund 30 Pf., geschält 60 M. p Ctr. Pficfiche 25—45 M-, muten 10—15 M. per Zentner. Weintrauben 25—40, Unga- 5)4« 25— 30 M., Franzö fische 30—40, Spanische und Liffadoner Dauben 30-40 M., Preißelbeeren 9—10 M. per Zentner, Notten 2,50-5 M. per 100 Kilo, Wirfingkohl 2-3 kJRoth. und Weißkohl, große Köpf« 3—4 M. per Schock, �rnkohl 10-15 Mari. Erfurts 15-20 Mark pr. 100 Kartoffeln, weiß« mnd« 3,00 M., Rierenkanoffeln 3,00 Q.rothe 2,80 M.. blaue 3,00 M. pr. 100 Kilo, Pflaumen IbZ Birnen 5-20 M. franzöfische 40-60, 5�1 6-20 M, Tyroler 20- 25 M.. Zwiebeln 200-8.50 rS v« Zentner, Schalotten 6—7 Mark. Neu« saure Gurken Schock. Melonen 20—30 Pf pr Pfd.«nana» t,Zz SR ort pr. Pfd. Getrocknete Morcheln 2,50 M. per Pfd., Schock. Sllr� s�ark pr. � Sl-inpil� 6.50 M. per Pfd. .?lUmen u-d Blätter. Lorbeerblätter 3 M. pro Korb. Kord von 200 Stück. 'ü'* ".ndTS-chene Fisch«. Roeinlach» 2�0-2,90 ur pro :lQch» 1,20—1,40 M., geräucherte Aale M., Weser 70-100 bi» 130. Restle Pfd., großer Deltkateßaal 1,50 per Pfd., Flundern, Mif-il ä2ä8ä ' Lach» 1,00-1,20-1,30 Mark. Zander, große. ,% Hecht 40— 60-65 P� Steinbutt« 70—80 PL See- 1,00 M. mittel 60-70Pf.. Scholl«10dt«S5Pf.. »(.M große 20 Pf, Kabeljau 15 dl« 20 Pf. per Pfund, S* 40-60 Pf. pro Stück t�de Fische. Aal, mittelgroß 80-95, große 1,10 2R, Rttkf, Pf-- Schlei« 80-90 Pf. per Pfund §s »,12 M. per Schock. «leine. 10 cm. 1,00-1�0 M., mittel 2-4 M.. Hummern 1,30—1,60 M. per Frische feinste Tafelbutter»c. 112—115. feine Ä«« L 102-110, ll. 92-100, IU. fehlerhaft« 80-85, i. 85-90, ll. 70-80 M. Gatrzifch« und ander« ge- Korten 55-66 M. v. 60 Kilo. „..l& Echter Emmtnthal«r73— 80, WestpreußifcherSchwtizer- M.. N 48-62 5Ä, III. 40-46 M., Quadrat- � W-25 M,. ll. 14-18 M..�Tilsiter Fettkäs. »"r, 4 ew.-»»»W 66�)1 V. sU�Wt», W W JJl-f tUt ?vamer I. 60-70 M� ll. 56-58 M., französtscher 18 M. per 100 Stück, Samembert 8,00-8,60 Mainzer 4 M., Harzer 3,60 per 100 Stück. � 4. d. M. früh wurde der Arbriter 'Ä"unden»7 Wohnung Frodenstr. 38 todt im Bett liegend der Umf» 1* dem Bett befindliche große Blutlache, »«gefüne«' daß auch der Mued de» Verstorbenen mit > der N°/f*'i darauf schließen, daß der Tod •SÄ" Ä Jhff"' Die Leiche wurde Am Vormittag fubi m dteseld« Zeit erschien aus dem Bureau de» 70. Polizeirevier» ein Mann mit einer frischen weitllaffm- ten Wunde am Halse und gab an, daß er«den den Versuch aemacht habe, fich um» Leben zu dringen. Da er«in notorischer Trunkenbold ist und auch kurz vorher in seiner Wohnung alle Fensterscheiben zerschlagtn hat, so ist anzunehmen, daß cr die That in einem Anfall von Säuferwahnstim vollbracht hat. — G:gen Mittag fiel auf dem Ausschachtung» Terrain in der Neuen Friedrich« st: aße, hinter der K!osterstraß« 89,90, der Arbeiter Mangold, vom Sonnenstich detroffen, plöv- llch befinnungSloS zu Boden und mußte mittrlst Krankenwagen« nach der Charit« gebracht werden.— Am Nachmittag fiel auf de-n Neubau Viltmiastraße 22 der Maurergeselle Felzmann in Folge eigener Unvorfichttgkeit auS einer Höhe von etwa 4 Meter von der Leiter und brach daS linke Handgelenk. Er wurde nach dem Elisadetb Krankenhause gib: acht.— Abend« nach 10 Uhr wurde in d.r Ruheplatzstraße ein unbekannter Mann anscheinend detrunken vorgefunden Während der mittelst Droschke bewirtren Ueberführung nach einer Sanitätiwache starb derselbe und wurde, nachdem dort der Tod festgestellt worden, nach dem Leichenschauhause gebracht. — Am 5. d. M. Vormittag« wurde aus dem Stettiner Bahn- bof der Füfilier Nutz vom Pommerschen Füstlier-Regiment Nr. 34, welcher noch Swin«münde zu reisen im Begriff war, vom Hitzschlag befallen und nach dem Garnisonlazareth ge- bracht.— Gegen Mittag wurde auf der Langendrücke ein taubstummer Mann von einer Drosckke überfahren, sedoch anscheinend nur leicht verletzt— Am Nachmittag entstand in d:r Stallsckreiberstraß« 38/39 im Dachgeschoß belegenen Woh- nunz de« Schneider« Bry-r Feuer, wrlchei die Wohnung und einen Theil de« DachftuylS zerstörte und die Thä igkeit der Feuerwehr etwr zwei Stunden in Anspruch nahm.— In der Nacht zum 6. d. M. wurde in der Haidestraße am Direktion«- gedäude der Hamburger Eisenbahn ein Mann krank auf der Straße liegend vorgefunden und mittelst Drosch!« nach der Charitee gebracht._ Gerichts-Zeiwng. „Ich will Dir die Epistel Jofua auf de« Rücken fchretbeu!" kündigte der vier zehr jährige Klempnerlehrling Otto Friedrich Schulz«inem gleichaltrige« Gegner an, der kämpf- grrüst.-t auf dem Tcottoir vor dem Haufe Arksnaplatz 5 ihm gegenüber stand. Leider wurde die theologische Welt um die Enldrckung der Epistel Josua nicht bereichert, so intereffant et gewesen wäre, ein Schreiben de« altjüdischen Nomadenführer» und sei e« selbst in einer Abschrift auf dem Rücken eine« Schneiderlehr.ingi, kennen zu lernen. Der Kampf wurde ander« auSgefochten. Der streitsüchtige junge„Theologe" nahm nämlich zunächst scheinbar Reißaus, bückte stch rasch und hob «tn wallnußgroße« Eisftück— ei war am 5. Februar d. I. — auf. Als nun der strgretche SchnetSerlehrling, der ihn ver- folgte, bi« auf wenige Schrtt herangekommen war, warf er da« EiSstück und traf seinen Verfolgrr mitten auf die Stirn und zwar so heftig, daß eine stark blutende Wunde in der Stirnhaut entstand. Der kleine Attentäter flüchtete und erhielt seinen Lohn erst durch da« hiestge Schöffen- gericht, da« thn wegen Körperverletzung mittelst gefährlichen Werk-euge« zu einer Geldstrafe von 30 Mark v.rurtheilte. Mit der Zahlung einer so hohen Summe für die Unthat seine« Sohi e» war der Vater nicht einverstanden und legte R-viston ein, um eine Milderung de« Urtheil» durchzusetzen. Die Staat«- onwaltsckast war der migegengesetzten Anficht; ihr erschienen 30 Mark tn keinem Verhäitniß zu der Schwere der Verletzung und de« Lelch'finn«, mtt dem ste hervorgerufen war, zu stehen und in Anbetracht, vaß Otto Friedrich Schulz eine gewtffe Last an Raufereien zu defitzen scheint, da er bete.t« einmal wegen Kö-perverletzurg zu einer Geldstrafe verurtheilt worden ist, glaubte die S-aatSanwalrschast, daß nur eine längere Httlstiafe die gewaltthätize Ralur de« Knaben zügeln könne. Gestern kam die von beiden Seiten somit eingelegte Berufung vor der fünften Ferienstrafkammer de« hiesigen Landgerichl« I zur Vi» bandlong. Ei wurde dabei die Borgeschichte jener Szene am 5. Frbruar M. IS. am«rkonaplatz erörtert, die sehr einfacher Natur ist. Der Klempnerlehrling hatte fich fett einiger Zeit da« Vergnügen gemacht, ocr der vchneiderwnlstatte, deren Finster nach der Straße hinau« münden, fich hinzustellen und die arbeitenden Gesellen zu necken. Da»„ewige(Bemerk er" vor den Fenstern hatte dt: Schneider empört und ste hatten dem kindischen Spaßvogel Rache geschworen. Diese Rache wurde auch vollzogen: der Kirmpnerlehrltng erhielt an demselben Tage, an welch m er einige Stunden später den Schneiderlehrlmg verletzte, seine P figel. Nun wollte er Vergel'ung üben und dieselbe fiel in der Art, wie ste oben mitgetheiit worden ist, ou«. Der Ver- theidiger de« Angeklagten beantragte die Freisprechung seine» Klienten, der grwiffeimaßm in der Nothwehr gehandelt habe, während der Vertreter der Staatßanwaltschast mtt Rückficht auf die Vorstrafe de» Angeklagten eine Gefängnißstrafe von zehn Tagen beantragte. Der G«richt»bof gab dem Antrag« der Staatsanwaltschaft nicht nach, änderte aber da» Urthcil nur insofern ab, als die Verletzung nur ai«„einfache", nicht mtt. reift gefährlt�en Wetkieug« erfolgte betrachtet mürbe, am Straf- maß, welche» die erst« Instanz angemeldet hatte, aber nichts ge- är.d.rt wurde. t Wegen Münzvergehe«» hatte fich der Techniker P. gestern vor der 91. Adldülung de» hiefigen Schöffcngertcht» zu r er mtworten. Der Angeklagte hitte einen Koup oersucht, deffen Steasdarkeit oft genug unbekannt ist. Nach seiner Erzählung lukam er im M.'schen Ristaurant von dem Kellner, der ihm «tn Zwanzigmarkstück wechselte, u. a. einen falschen Tdaler. Bei einer Fahrt mit dem Omntdu» wurde da» Geldstück von dem Kondukteur, dem P. e» reichte, als falsch erkannt und zurückgewiesen. P. wollte nun nicht gern um einen T»aier kommen und suchte da» M.'jche Restaurant wieder auf, um dort, wo er ihn erhallen, auch den Tdaler wieder„anzudrehen". Diese» Manöver mißglückt« und P. wurde deshalb in An- klage versetzt. Der Tnmin mußte jedoch vertagt werden, weil der«ellner nicht zur Stelle war, dem P. daS falsche Geldstück wie er behauptet»nicht zur Bezahlung, sondern mit dem Auftrage, eS am Büffet gegen ein echte» umzutauschen", ge« geben hat. + Unter der«aklage d« Hehlerei stand g'stern der K-ukmann Odeloff vor der 91. Abtheilung dr» hiefigen vchöff.-n. g rtchtS: er war in Anklage versetzt worden, während der Stehler frei ausgegangen war. Dem«aufmann LandSberg fiel auf. daß sein Lehrling Albert Braun, ein sech�hr jähriger junger Mann, de» Abend« regelmäßig von einem älteren jungen Mann in der Nähe de» GeschSft«loka!S«waltet wurde. Da er seinen Lehrling einige Mal« bei Schwindeieien «tappt hatte und unter d« Hand tn Erfahrung bracht-, Vaß de, selbe ein leckere» Leben führte, wozu ihm sein Gehalt al» Lehrling wahrlich nicht die Mittel an dl« Hand gab, so faßte er Vervacht und nahm eine» Tage» den Süntn tn« Gebet. Nun gestand Braun, auf Anstiften j-ne» FreundeS mmi ste keiner sähe!" In dem Haußflur eineS Hause» in der Nieder» Tiallstraße hätte ihm Odeloff dann die gestohlenen Gegenstände abgenommen. Trotzdem Oveloff jede Schuld entschieden bestritt und behauptele, dem Braun die Sachen dezahlt zu haben, kam der Gerichtshof doch zu der Anficht, daß d-r Angellagte fiü der Hrhlmi schuldig gemacht habe und verurtheilt« ihn nach dem Antrage de» Staatsanwalts in Rückstcht auf die Gew.cinxe- fahrlickkeit seiner Handlungsweise zu fünf Tagen Gttän miß. Dbeloff, der bisher noch nicht bestraft ist, erklärte Betufui-g einlegen und Zeugen stellen zu wollen, die zugegen waren, al» er Braun den Auftrag eriheilte, ihm„zum Einkaufspreise" Futtersachen au« dem Geschäft von Landtd«g zu drscr en. Uerewe mb Uerfammlungev hfe. Der«ersach einer G-selleu-AuSschuh Wahl der Bau-Zu»»««,„Bund der Bau-, Maure» und Zima.er- meister von Berlin", zu der am Sonntag, den 6. d. M, Vor- mittag», im Buggenhagen'jchen Eladliffement auf dem Mo!tz- platze ein Tnmir. anberaumt war. ist, gleich der vor 8 Tagen in vemselbcn Lokal von d-r Innung rcsp ihrem„AuSichußfür Gefellenwesen" veranstalteten„Vorbesprechung" der Wahl u.rd eveiiturllen F-stsctzunz der Wahllandidaten, resultarlo» ver- laufen und— wie man wohl annehmen darf— endgiliig g«. schritert. Beide Versammlungen waren vom Ratbs-Zimmn- meist« Hnrn Otto. Vorfftzendn de« JnnungS-Autschusse« für da« Gesellenwesen, einberufen. Nach dem(revidirten) JnnungS« fiatut ist ein Innung«. GesellrnauSschufc, bestehend au« 10 Mitgliedern, und zwar 5 Maurern und 5 Zimmcrern. sowie je 3 Stellvertretern, zu wählen und sind wablbn.chtigt alle G:- fellen, welche im Ganzen mindesten« 1 Jahr bei ein-m In- nungSmeist« gearbeitet haben, im Befitz der bürgerlichen Ehren- rechte fich befinden, nicht in Folge gerichtlicher Anordnung in der Verfügung üb« ihr Verwözm beschränkt find und da« 21. Lebensjahr überschritten haben; wählbar dagegen find nur diejenigen Wahlberechtigten, welche da» 30. Leben». jähr zurückgelegt haben. Zur Vorbesprechungkveisammwi'g waren, wie tn d«selb«n zur Mittheilung kam, inSgesammt an 1500 Maurer, und 650 Zimmergesellen Einladungen versandt worden, von denen gerade die Hälfte wieder a!S„unb-stell. bar" an den Absender zurückgelangte. Besucht war dte 8«. sammlung von ca. 500 Thetlnehmern, theil« Maure», WI» Zimmcrgesellen. Nach Erledigung der Formaliläten und Ver- lesung der oben erwähnten statutarischen Bestimmuigen hielt d« VorfitziNde, He« Ztmmermeister Otto, an die Versammel- ten eine Ansprache, welche der darin enthaltenen„Spitzen" halb« alSdaid eine gewtffe Enegthett«zeugte. So behauptete der Redner unter anderem, daß die vrrloren gegangen,', nach Adstcht d« Innung durchaus wied« herzustellende Eintgk.it zwischen den LaugewerkSm! istern und Gesellen«st im Jahre 1869 durch daS„provokatorische" und„onlctzende" Aufire'en d«„Agitatoren" in die Brüche gegangen sei. Darauf tnter- pellirt« der Maurer Har Scheel den Vorfitzenden kurz, od de-- züglich der Wahlberechtigung und Wählbarkeit zum Gesellen» a'.Sschvß von der Bedingung einer mindestens einjäh/gen ArdeitSstellung bei einem Jnnungimeift« nicht abgegangen rüive, und forderte, nachdem ihm dir» vttnrinend beantwortet worden, alle anwesenden BaugtwttkSgenoffen auf, stch an einer Gesellen- auSschußwahl. welche kaum ein Sechstel der Gelellenschalt um« faßt, gar nicht zu detheiligen. Der Zimmerer Herr Hugo L'h» mann d«ichttgte den vo'nwähnten Ausspruch de» Vorfttzrndm dahin. daS nicht feit 1869 und durch„vie Agitatoren" die Einigkeit zwischen Meistern und Gesellen Schiffbruch gelitten habe, sondern vielmehr seit der Jiaugurirung dcS neuen In- nuagSgesktze« und durch d-ssen Interpretation seitens der In- nungSmitaiirder, welche dte Innung lediglich auf Kosten d-r Gesellenschast, wie all« nicht der Innung angehörenden iMster „z« melkenden Kub zu machen bestrebt seien".(Stürmisch« Betfall.) Da d« Redner im weiteren Verlaufe sein« Äu«> fühmngen vom Vorfitzensen mehrfach nnterbroben wurde, richtete«, unter Hinwei« darauf, vaß unter solchen Umständen an ein zweckmäßige» Weit« oer handeln nicht gedacht werden könne, an die versammelten G-sell.n beider Gewerke den Auf- ruf, ihm zu folgen und den Saal zu verlassen. Da dir» so demonstrativ wie möglich geschah, blieb dem vor- auistchtlich mit einem fast unstchtbaren Häufl-.in zurückbleibenden einmal so schnell vnlief, also kaum eine Viertelstunde dauerte die eigentliche„Wahlversammlung", ,» der tn»gesammt ca. 400 Maurer und Z-mmergesellen«schienen waren. Da d« Vor- fitzende den„Herren Gesellen", wie er mit eigenthümlichem Akzent und unt« auffälltg-r Wiederholung ste stet« beti'klte, konsequmt da« Wort zu irgend welch«, auch noch so kurzen Ausführung nicht«thcilte und ihnen nur Kannidatenvorfchläge zum Wahlvorstand, bestehend auS den Meistern Menzel und Arand, fern« auS 3 Maure» und 3 Zimmergesellen, sowie zu den zu wählenden 10 G-sellenauSschuß Mitgliedern und3SieU- Vertretern gestatten wollte, verging den«regten Verfammrlten schnell jegliche Lust an der„JnnungSkomödie". wie dt: Wahl- v-rsammiung benamfi wurde, noch länger ff» zu betbeiltsen. Sie war tm Begriffe, stch von selbst autzuiösen. al« ftc co-n Vorsitzenden geschloffen wurde.— Wie wir nach Schluß der. selben hörten, deabfichtigt d« Zimmer« Herr Lehmarn. zum nächsten Sonntag eine große Bejellenonsamnlung in« Konzert- hau«., Sanssouci" einzuberufen mit d« Tagesordnung.-„Die Stellung d« Zimmerleute Berlin« zur Gesellen- AuSschußwahl im Sinne de« JnnungSstatut«". i ft< Veeeinigung deutscher Schmiede, Mitglied. schatt Berlin, hielt am«onnadend, den 4. v„ unter Vorsttz de« Herrn Matthe« eine Versammlung in Gratweil'S Bier- hallen,«ommandantenstr. 77-79, ab. E« erfolgte die R ch> nungSIegung üd« da« vommerfest, die in allen Punkte., al» richtig an« kann t wurde. Sodann wurd: die Verlegung d<» «rdettSnachwettbureauS von d« JnnungSherderge naj- der Wederstruße 22 bei Wtenecke besprochen und die«ufiordeiuag an alle Schmiede Berlin« daran geknüpft, künftig nur dort zu »«kehren. Hierauf schritt man zur Wahl von strden MiUl:, d«n für die„ArdettSauSgade Kommtjston. Gewählt wurden die Herren Haffe. Thumann,«osin, Stange, DettlewS. Plauch. und Linbenderg.- Die übrigen Vereinlangelegenheiten. Li« zur Erörterung kamen, waren interner Nalut. Der»achveretn Berliner Droschkenbesitzer hielt am Freitag, den 3. Sep.emd«, eine Versammlung bei Herrn See» feldt, Grenadierstr. 33. ad. ES fand zunächst eine««athung üb« den laut Statut den Mitgliedern zu gewährenden Recht«- Ich tz und de« hierzu von d« Kommisfion ausgearbeiteten Rechtsschutz Reglrment« statt, welche» einstimmig a- genommen wurde. Hierauf fand«tn« Diskussion über die Wobnuna«, verhältniffe im Berlin« Droschiengev?rrb« statt. Nach«wer r a&As niederlaffen. Hierzu wurde von Henn WieSncr au« Neu- treffend die Aushebung dieser Verordnung, gntchtet worden m!ln de« Polizei. Präfiaii an dm AmtSvorsteher Feldmann««lesen, welche« eine ablehnende Antwort bekundete. Herr Wt«»n« tbellte semer noch mit, daß dzk.Slnttkpmstetzer der umliegendm Ortschaften mit dm Land» läthen der detr-ffendm«reife m d dem Kgl Polizei. Präsidium R«* Wei> Frag, in Berathung stehen und daß eine Konferenz der Votstanhe de« Verein» mit Vertretern d>r vehörd- statt- finden würde. Nachdem noch durch einige Redl« erörtert wurde, daß die Stallungen für da» Dioschlengkweibc in B.r. lin immer seltener würden, indem dte alt- n Häuf« nti,»« P�tz machen müffen, in denen nur wenige S'allungm arg«. baut»(rten, außerdem aber die Miethen sehr gesteigert wer« den, wurde der Beschluß gefvßt. daß drei Vorstandtmstglieder «m der Konferenz mit den Behörden theilnehmen sollen und dann ein« öffentliche Versammlung sSwmtlich« Droschkenbe» sttzer einzuberufen. Ferner wurde deschloffen, eine Petition an da« Königl. Polizei« Präfidium zu richten: den Pferdeeisen. bahngesellschaften nicht mehr zu gestatten, die Nothgeletse— wie« sitzt auf dem Wervtl'schen Markt der Fall— auf dem Eteaßenvflaster zulegen, da hierdurch der Ver lehr für da« andere Fuhrwerk gehemmt und mit Leben«gtsahr verbun« Der Kachverew der Steinmetzen hielt am Sonntag, den 5. Skptember, In Ahlgrimm« Colon, Cophienstr. 34, seine regelmäßige Monat«versammlung ab. Die veilesene Abrech nung de« Commeroergnügen« ergab ein Defizit von 17 Mark. Der Vorsttzende ersucht um zahlreichere Ltlbliliguag bei fünf tigen gemeinschaftlichen Vergnügungen.— Altdann wurde be- schloffen, daß da« dte«jährlge CiistungSfest am 9. Oktober in Ahlgrimm« Salon abgehalten werden soll.(Der Eintrittspreis deträgt für Mitglieder inkl. Dame 50 Pfg.; für Gäste inkl. Dame 1 M.; für Damen allein 25 P'g)— Hierauf wurden die Plätze verlesen, von welchen Einstand an den Verein de- zahlt wurde.— Der oitSübliche Einstand wurde auf 1 Mark reduzirt, indem hervorgehoben wird, daß e« immerhin den« jmigen Kollegen, welche öfter wechseln müssen, noch schwer fällt, auch diese 1 Mark zu dezahlm. Al« Kaistrer für die Fremden» lasse wird Herr Voigt gewählt.— Ueber eine Unterstützung«» angelegenheit entspinnt fich eine lebhaste Debatte, wobei der Vorsttzende fich veranlaßt steht, die Versammlung zu schließen. Aachverein der Mechaniker, Optiker, Uhrmacher. chirurgischer und anderer Jnstrumentenmacher. Mittwoch, den 8. September, Abend« 8'/, Ubr, im Lokal« de« Herrn Niest, Kommandantenstr. 71 u. 72, Versammlung. Tage« Ordnung: 1. Vortrag de« Herrn Dr. Zadel über Darwinismus, 2. Di«. kusston, 3. Verschiedene«, 4. ss-ragelasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Die Protokolle vom Verdandttage find& 15 Pfg. beim Kassirer zu haben. Zentral» Kranken»«vd Sterbekasse de« deutsche« Senefelder-Bunde«(E.H.) Vermalt. Stelle Berlin, Alexanders straße 31, im Restaurant Weick, heute Abd. 8 Uhr: Mitglieder. und Verwaltungs» Versammlung, RechnungSahsch.'uß pro iL Quartal. Sauverei« Berliner Bildhauer, Annenstr. 16 Heute Abend 9 Uhr' Delegirten. Versammlung. Aachverein der Metallschletfer und verw. Beruf«- genoffen. Die zu vorigem Sonntag nach dem Restaurant Baerwirth, Rosenthalerstraße 4, einderuf-ne Versammlung konnte nicht stattfinden, da die polizeiliche Genehmigung hierzu versagt wurde. Echäfer'scher Sesangverei« der Elfer. Dienstag, Abend« 9 Uhr, bei Wolf u. Krüger, Skalitznstr. 126, Gesang. • Aauchklub„Zum Wrangel" jeden Dienstag Abend 8»/, Uhr im Restaurant Wranaelstr. 32. *«anchklub„Dentsche Flagge" jeden Dienstag, Abend» 8 Uhr, Wrangelstr. 128. Kleine Mittheiwngen. Wien, 4. September.(Selbstmord eine« Dienstmädchen».) Gestern Nachmittag nach 6 Uhr bat fich ein junges Mädchen im Stadtbezü ke durch einen Revolverschuß getüdtet. Die Selbstmörderin heißt Julie Schol i, ist zu Grau in Ungarn ge» bürtig, 25 Jahre alt und bei dem WeißwaarengeschästS.Jahader tgna, Beraer, Riemergaffe 14 im vierten Stocke, fett drei ihren dedlenstet. Frau Beraer war mit ihrer Magd außer» ordentlich zufrieden. Da« Mädchen war gegen Mitte de« vorigen Monai« an einem Sonntage oon einen, Ausflüge, den fie in Gesellschaft ihrer Schwester und ihre« G-liedten gemacht hatte, spät Abend« in angetrunkenem Zustande nach Hause ge. kommen und hatte doshalb von Herrn Lerger die Kü-d gung erhalten. Vor ungefähr acht Tagen äußerte fich die Magd zu Freundinnen und zu ihrer im selben Hause bediensteten Schwester, daß fie ihrem Leben ein Ende machen werde. Sie seh« ein, daß fie den Vorwurf verdiene, doch scheide fie ungern au« dem Hause, in welchem fie bisher so liebevoll behandelt worden sei. Gestern Nachmittag nach 6 Uhr hörte der Privat- diener eine« im Hause wohn enden Oifizier« plötzlich einen Schuß. Da auch der Diener von der Adficht der Maid, fich zu tödten, gehöri hatte, vermuchete er sofort, daß da» Mädchen fich getödtet haben könne, und rief dekhulb vom Fe.ifia in den Hofraum hinab:„ES hat sich wer erschofim l" Die Hau«. leutt eilten auch direkt in dt« Wohnung de« Herrn Beiger, und im Vorzimmer fand man da« Mädchen auigestreckt und in einer Blutlache auf dem Boden liegen. In der Hand hiell Julie Scholz noch den Revolver, au««elchem fie fich eine Kugel in dt« rechte Schlafe gejagt hatte, in Folge deffen der Tod sofort eingetreten war. Kur, vorher hatte da« Mädchen an ihre Dienstgebertn ein Schreiben gerichtet, in welchem fie diese um Verzeihung bittet. Ein zweiter Brief, welcher die Aufschrift„Mein Testament" trug, war an die Schwefier der Unglücklichen adresfirt. Julie Scholz vem achtt in diesen schiist» lichen Mittheilungen ihre Eisparnlffe in der Höhe von einigen hundert Guldcn und ihre Effelten ihren beiden Schwestern und ihrem Bruder, von denen fie ebenfall« in herzlichster Weise schriftlich Abschied nahm. Eine poltieiliche Kommijfion, welch« im Haus« erschienen war, hat die Thatumfiänd« aufge- nommen. Prag» 1. September. Em« entsetzliche That haben am letzten Sonntag zwei Brüder, Namen« Becher, unter Beihilfe eine« dritten Burschen. Namens Braun, in dem Dorfe Wald» heim bei Dachau in Böhmen angerichiet. Die„Boh." schildert den Vorfall wie folgt: ,,Jm Gasthiuse des Herrn Stark in Waldheim wurde Sonntag AbendS eine Tanzwufik abge» halten, zu der fich auch die obengenannten drei Burschen ein- fanden. Einer der Brüder Becher trat schon mit den Worten: „Heute wird noch Einigen da» Licht ausgeblasen, trifft e« wen irr mir" auf. Der Bursche trank sein Bier au« und warf dem Wirlhe da» Litergefäß unter entsetzlichen Drohungen vor die Füße, auf diese Weise einen Streit viovozirend; der Wirlh ermahnte den Emedenten zur Ruhe, derselbe jedoch hieb dm Wt:th mtt der Faust über daS Geficht, und al« fich hierauf einige von den Anwesendcn in« Mittel legen wollten, zog Becher ein lange« Fleischermeffer au« der Tasche und schlug und stach um fich wie ein Rasender. Auf diese Weise wurden nicht wmiger al« 6 Personen schwer verwundtt. Becher war auch von seinem Bruder und dem benannttn Braun in dieser Metzelei Unterstützung gelttstet worden. Gegen l Uhr Nacht« begaben fich einige Mädchen in dm Hof, wobei fie an einen Körper stießen. Al« man denselben bei Licht befichttgte, erkannte man in demselben einen jungen Burschen auS Waldheim, Namen« Friedl, gänzlich mit Blut überströmt und schon tobt. Furchtbare» Entsetzen ergriff bei diesem Anblick die Anwesenden. Friedl war stets friedliebender Natur gewesen und hatte auch an dieser Schlägerei nach keiner Richtung hin Thei! genommen. Er war um ca. 11 Uhr, nicht» Böses ahnend, in dm Hof ge» gangen, und bei dieser Gelegenheit stieß Becher, wie derselbe bereits zugestand, dem Ahnungslosen ein große» Fleischermeffer von rückwärt« durch dm linken Lunger flügel, was dessen Tod durch Verblutung, da er, wie schon erwähnt, erst um 1 Uhr gefunden wurde, herbeiführte. Der Ge'öbte!« hatte mtt keinem der Anwesenden, auch nicht mit den Thätern, je einen Streit, überhaupt ist jeder Racheatt autgeschloffen. Heute wurden die beidm Becher und Braun dem hiestgen Gerichte eingeliefert. Epremberg. Sonnabend, den 28 August, fand in dem BelagerungSgediet Spremdergs ein Maffm Haussuchung noch verbotenen Schritten statt, und zwar wurde tn der Stadt selbst bei 11 Personen, im Dorfe Slamen bei 14 und tn der Kolonie HeinnchSfeld bei 3 Personen gehauS'ucht. Darüber zu urtheilen, ob diese HauSsuch ungm da« gewünschte Resultat zur ferncrm Mo.ivirung de« Belagerungszustände« gehabt haben, bleibt Jedem selbst überlassen. Zu berichten ist nur, daß thetlweise gar nicht«, theilweise keine verbotenen Schriften, und bei etlichen verbotene Schritten, welche fich dieselben zu ihrer eigenen Lektüre deschafft halten, beschl.gnahmt wurden. Zu berichten ist ferner noch, daß diese HauSsllchungm wohl einige Beschwerden, ja sogar Klagen wegen Sachbeschädigung zur Folge hrben werden. So fanden die HauSsuckungen in der Stadr Spremberg, welche« der Sitz eine« Amtsgericht» ist, ohne jede schriftliche Vollmacht, auf mündlichen Bef hl de« Königlichen Landrath» statt. Zwei t-n« wurden im Dorfe Slamm, wo der Gendarmmwachtmeifter Weder, zur Zeit tn Spr-mberg stattonirt, mtt dem Gemeinde» Vorsteher hauSsuchte, dt« Thülen und verschiedene Behälter in den Wohnungen ohne die Inhaber der Wohnungm oder deren Frauen Davon in Kmntniß zu setzen evmt. fich nach dem Aufenthalt derselben zu erlundlgen, vom Schmied de« Dorfe» erbrochen. Ein« Person, bei welcher durch diese« Erbrechen die Eachm deschädigt wurdm, wird in Folge deffen Klag- führen. Eine zwelte Person, welche behauptet, daß ihr ein Liederbuch und eine Photographie bei dieser Huutsuchung, da ebenfalls in feiner Llwcsenheit Alle» er. brachen wurde, abhandm gekommen ist, will edmfall« Klage führen. Dank der Ruhe der detteffenden Personen in Sprem- berg, bei welchen gehauSsucht wurde, find dieselbm mit de» hau«suchendtn Beamten nicht in Konflikt gerathen. Uermischtes. Ei» barbarische« Bolttgericht. Au» der Tartarenstadt MezeitnSk wird ein haarsträubende- Vorfall berichtet: In der Nacht auf den 24. Juli hielten die Tattaren üb« einen der Ihrigen, einen Limor admhändler, ein VollSgericht ab, worauf ste ihn erdrosselten und die Leiche zwischen dm Feldern ober» flächlich in ver E de verscharttm. Am anderen Tage ver» nahmen russtsche Weiber, die zur Arbeit auf« Feld g'-ngen,«m leise« Stöhnen und Wimmern au« der Ecde herouftönen. Sit gruben nach, und nach einer Arbeit von einer Stunde gelang e« ihnen, den Tattaren auszugraben, dm seine Landsleult Tags vorher eingegraben hatten. Der Unglückliche lebt« noch und wurde an da« nächst« Spital abgegeben. Literarisches. Der Reichstag«- Abgeordnete Bruno Geiser hat i» Breslau(Augustaplotz Nr. 5) unter der Firma: Geiser u. ein Verlagsgeschäft gegründet und übernimmt«im 1 Dttojf dieses Jabrei den Verlag der von ihm fett 10 Jahren gUten„Neuen W e l t". Der ReichitagSabgeordnete JuM Kräcker in Breslau ist in da« Geschäst al« L-iler der Expedits eingetretm. Keifte Kachrichte«. Die Wahlergebaisse bei der ReichStagSwahl im ffi«1' kreis« Lauenburg liegen nunmehr vollständig vor. Ä Berling(vfr.) find 4435, für Graf Bernstsrff(kons) find Stimmen abgegeben worden, der erster« ist sonach aewaS» Bei der Haupiwahl halten Berling 3510, Bernstorff 2903 un» der Sozialist Molkmbuhr 665 Stimmen erhalten. Die der für den konscroattom Kandidaten abgegebenen Stiw� hat also nur wmig, der auf Berling gefallenen Stimm« J"? fast 1000 zugenommen. Die Sozialisten find offenbar«U#* für dm D-utschfreifinnigm eingetreten. Verbote« ans Grund de« Sozialistengesetze« da« in polnischer Sprache gedruckte Flugblatt, wein»«»>?. Uederschrist:„Bobotoicy(Arbeiter)' und der Unterschuß! Komitet robotniczy(Arbeiter-Komitee)" versehen ist, und welchem weder der Ort, noch der Drucker und Verleg« gebm find. Kriefkafte« der Redaktion._ St. v. Brunnenftraße. Es ist nicht gerechtfertigt,% die Polizei ober ein Beamter derselben einem Witth,% Lokal für eine ordnungsmäßig angemeldete und ae> Versammlung an einen Verein orrmiethet hat, Voi darüber macht, ob er dm Saal hergeben soll oder nicht- K Wirth braucht einer derartigen Anordnung nicht Folg' r leisten. H. W. Schtllingftr 1. Nach dem Reichsgesttz � 6. Februar 1875 bedürfen Söhne bi« zum 25., Töchi�»� zum 24. Lrbmsjahre zur Verheiraihung der väterlichen• willigung. Wird diese ohne gerechtfertigten Grunv�� sagt, so kann der Sohn resp. die Tochter, sofern das jähr erreicht ist, dm Vater beim Landgericht auf der Einwltigung verklagen. 2. DaS ist uns nicht bnanru- � R. P.. Wallftratze. Der Beschluß. die alte»«"' GertchtSlaude zu beseitigen, wurde von der StadtverordN'„ Versammlung am 6. Mai 1869 gefaßt. Der Aodruch«M, indeß erst tn der Zeit vom 11. bi« 17. Mär, 1%, Im Ollober 1871 wurde die Gerichtilaude im Park o" Kgl. Schlöffe» zu BabelSderg wieder aufgebaut. Zwei Wettende. Da» Eismbahnungläck in ereignete stch am 2. September 1884___ A. 8. Stetnickendorf. Sie können zweifellos den � treffendm Strafantrag wegen HauiftiedenSbruchs steuen ,�. eine Bestrafung rvegm des Bedrohms mit einem Perm' erfolgt, hängt davon ab, ob die Drohung ernst gemetm doch von Ihren ernst genommen wu de. H. v. Epremberg. StwoS Bestimmtes über den lichm AuSganz derartiger Klagen läßt stch vorher nicht]'» Im IL oitgen warm die Leute formell in ihrrm Recht- Tbeater. Die kein OON Dienstag, den 7. September. OSernhaa«. Flick und Flock. «cheraspietttau».«eine Vorstellung. Deutsche« Ttzeatr'-r. Hamlet. OrsV» Theater. Margarethe. Artedrich.«UhelmstSdttsche« Theater. schöne Galathee. Zehn Mädchen und Mann. Flotte Bmsche. Wallner-Theater. Mein Alfred. Bell«. Alltauee. Theater. Das Paradies. Ostenb-Theater. Donati Morlay. Viktoria• Theater. Amor. Tanz-Poem *'!gi Manzottr. »alhalla-Thealer. Geschloffen »efidenz.Theater. Die Danischeff«. Teatrat-Theater. Alt« Jakobstr. 30.. Direkt.. Adolph Emst. Der Wald- Teufel. Gesang«. »off« in 4 Akten von W. Mannstavt. Kouplct« von G. Görß. Mustt von G. Steffen«. Mtt neuen Dekorationm und KostÜmm. (Novität!) Konkordta» Theater. Spezialttäten- Vor» stellung. Kaufmann'« Variett. Spezialitäten> Vor- stellung. Nmeriea«- Theater. Spezialitäten> Vor stellung. Leichthallen- Theater. Spezialitäten. Vor. stellung._ Bden-Theator. (Früher LanlsenatAdtlachea Theater.) Dretdmerstraß« 72/73. Heate, Dienstag, den 7. Septbr. 1886: M(ÄfaN äomm da üigkois. Liederspiel in 1 Att von R. Linderer. Mufik von Tdiele. Auttreten sämmtlicher Uostler'SpMialltftton. Anf. 7Vi Uhr. Der Sommergartm ist eröffnet. A. Rur diese Woche: Eine Wanderung durch Rußland— Polen. Enttee 90 Pf. Kinder nur 10 Pf- Killigste Kezugsqnelle für Gold- u. SilverWaaren. Zu Fabrikpreilen empfehle: Kinge, Arrnz». Medaillon», Vfirrinoe, Kröche», Ar«» bände»,«ollter», Aerre«. und Kameukettr«, Chemisett- und Mau scheiten knöpf«, Kimili schmuck, Granat», Korallen» und KUderschmvck. Tranringe tn Dulatengoid, auch t* 14 karat. Golde und in Silber vergoldet fiel« vorräthtg Wnlftaii iür neue Arbeiten und für Repaeaimen, Gravirungm. Vergoldungen, Verfilberungen ,c Einkauf von Juwelm, Gold und Silber, Medaillm und Münzen. Reelle Bedienung mo fest« Preise.[41Ö A. Oertel, Lindett-Ktratze 109. Alt» Kopha» umzugshalber billig f uK aufm bei Kröme», Ltndenstraße 107-" Soeben ist erschienen: MkWelt KalkM für 1887. AuS dem reichen Inhalt h�ben � hervor: ReichShauShatts-Etat tti* � fche» Reichs.— Zerbrochene Kettt�� »ählung von Äob. Schweichel.— »ig« ifrauen b*> Haarmensche». � Proletarierki»«. Srzählungv.S.Lan»�, - DerKeUpf«wische» FeBer».� � i»»er Welt. Bon P. OSw.«öhl«�. Wie i»BB eine Milio»»eebieAt.— irakt Blätter(humoristisch)- AI««rati- Keilag-»' L a«ri«. 3.«"«»''.älUS- 2. vlLBche. 4. Die bei»- Et» WBBbtBleBber- — prei» 50 pf-==r2.> Stuttgart. 3- 0- ürnnto«,». fc, Dm ,MIKtm IW»«««' ZW» sw, Bruthstraße 2. 55�505��««�—— Zu beziehen durch die Soeben erfcblen Nr. 32 de« Zeitung«. Crouheim.