«II »r. 209. Mittwoch» den 8. Keptemder 1886. III. Jahrg. crinurVolMiliill Krgsn für die Interessen der Arbeiter. Da«„Berliner Bolksblatt" »Icheinj täglich RorgenS nuter«ach Sonn- und Festtagen. Tdonnerienttmei» für Berlin frei in« dous sierteljährlich 4 Warf, monatlich 1,35 Wart, wöchentlich 86 Pf. Postabonnement 4 Rarl. Sinulne Nummer 6 Pf. TonniagZ-Nummer mit der illustrirten Beilage 10 Pf. fSingerragen in de, PoSjeiiungSrrriSltß« für 1SVS unter Xr. 769.) beträgt für dU�4�jpaltett Bei größeren Nachmittags in der Insertion«gebühr etitzeile oder deren Raum 40 Pf._»rbeitSmarkt 10 �fenn�Z adatt nach Uedereinkunst. Inserate werden_____.. . Berlin 8W� Zimmerstratze 44, sowie von allm Rmwncess ureaux, ohne Erhöhung deS Preise«, angenommen. Kedaktio«: Keathstraße 2.— Grp-ditto«: Zimmerstrahe 44. Die„Weil" des Dentscheii Reiches. Einige« Aufi« hm errege« i, der Preff« die Strafa«» drohuage-e, welche verschiede«« preußische La«dräthe Dm» jmigeo z« Shetl werde» lasse», welche armen Leute« AI» wwfe« verabreiche«. Dieser Akt der Humanität ist bi« jetzt nur vo» hart. herzige« Me«sch«« und vo« Zdealiste«, welche sofort die allgemeine» gesellschaftliche» Sinrichtuage» verantwortlich wache» für jede unangenehme Erscheinung in der K-sell- schaft, verurtheilt worden. Run kommt»och die Poliz-i dazu. Dadurch sollten die„Zdealiste»" auf diesem Tebtet« doch etwa« stutzig werden. Wir gebe» gern zu, daß die Gesellschaft eigentlich dazu verpflichtet ist, die Wunde« zu heile«. die sie schläat und daß in erster Linie der Staat al« hauptsächlichster Vertreter der Gesellschaft diese Ver- pflichtung Übernehmen müßte; aber wen» die Gesellschaft gar »»cht« thut und wenn der Staat lediglich mit Polizeimittela eingreift, dann wäre e« doch viel gefcheidter vo« unsere» bieder» Zdealistm, wenn sie ab und zu einmal in die Tasche griffe», statt au« lauter prinzipielle» Gründe» lediglich«ine Faust in der Tasche zu«achea.j Doch da« nebenbei. Die Verbot« der preußische» Landräthe steife« sich«eist auf alte Polizeiverordnunge», ja fie greifen Kit in da« Saht 1828 zurück, in denen in irgend einem Polizeibezirk ei» Verbot de« Geschenkgeben» an arme Reisende enthalten war. Zu solche» Verbote» werde» sogar Unterschiede zwischen heimische» und durchreisende» Bettler» gemacht. De»«stere» darf«ine Gab« verabreicht werde«, wahrschein. sich- damit dieselbe« de» unter dem La»drath«amte stehende« TO�V'cht lästig fallen solle». Wir hallen solche»erböte»ach de» heutigen»n« schauungen% vollständig ungerechtfertigt und allen humanen Anschauunaen in'« Gesicht schlagend. Unterstützt werde» wir i» dieser Ansicht durch ei« konservative« Blatt, welche« sagt: „Wir meine», solche landräthliche» Verordnungen laufe« der Humanität und dem Christenfin» schnurstrack««»tgege». Wem ja die Grausamkeit zugefügt würde, daß ihn der Land« raih für einen dem Bettler gegebene» Pfennig in ei»e Snafe von M. 9 nähme, der sollte die höchste» Znstanze» anrufen, um zu sehen, ob die.0« der Bibel in beiden Testamente» unzählige Mal« gepredigte Nächstenlieb« im Deutsche» Reiche paiizeilich bestraft werde» darf." Sollte man also solche Verord«»»ge« und Gesetz« nicht aald zu de« Tobte» legen? Ist da» Deutsche Rerch de«hald Aufgerichtet worden, um derartige, partikularistische, keines« weg« berechtigte Eigenthümlichkeite» weiter zu dulde»? Aber leider, letder ist unsere deutsche Reichsgesetzgebung Jeuilleton. Spuren im Sande. Roman von Ewald August König. [44 ...Mit Ihnen kann man heut« kein vernünftige« Wort i�i davon. . Damit ging st« hinaus, und als sie auf de« Hausflur 2%, sah fie sich de« beide» Töchter» de» Geheimrath, vo» wtschalx gegenüber. .,.Unser Onkel ist hoffenilich zu Hause?' ftagte Berena ihrem gewohnten schnippische» Tone. .„Er ist allein," antwortete Frau Lampe zuvorkommend, , � Besuch der beiden Dame» wird ihm gewiß sehr will» �me» sein." o„Er hat noch keine neue Haushälterin?" sagte Kon« Wal«. »Roch nicht. Wen» Sie mir eine» große« Gefalle» J<«gen wollen, dann, bitte, bewege» Sie ihn, nicht auszu- Z« jedem Hause kann man bestohle« werde«, e« ist "recht, wenn er mir jetzt«ine» Vorwurf mache» will.' ki Di« beide« Mädchen nickte« und stiege» die Treppe und nachdem sie oben mehrmal« geläutet hatte», "'"«der Rentner selbst ihnen die Thür«. foju.sflfo Such steht man auch»och einmal l" ftagte er .fc".ich. al« fie im Wohnzimmer Platz genommen hati««. Ät m?"lobunasfest habe ich»ichi« mehr vo» Such hüKm«zwischen hoben hier Ereignisse stattge. lag/Ww mochte« nicht kommen, so lange die Leiche bier % Hq« Ah» B ode», bei UN» zu wohne», aber Du lehntest sehr, sehr schwach. Vo««iai« rechtlich geeinte« Deutsche« Reiche kann noch gar keine Rede sei». Rur der Miliiär« Helm deutet auf eiae gewiss« E nheit hin. Auf eine Macht« etnheit, nicht auf ein« Rechtseinheit! Außer diesen preußisch-paitikularistische», landräthliche« Verfügungen, die sich auf anno tobak stützen, erinner« wir nur a« die Ausweisungen in dem Königreich Sachse» und diejenigen der Herren Keßler»ud Michelse», welche mit dem Freizügigkeitsgesetz im schnurgrade« Widerspruch stehe». Da» Reichsgesetz, da« deutsche Reichtgesetz, wird ohne lange» Be« denke« partikularistische» sächsische» und preußische» Polizei« gesetze« uaiergmdnei. Wie da die Liebe zum Reich entstehe« soll? Aber »eiierl Auch die Reichsgemerbeordnung wird vo« allerlei Partikulargesetzea in einer Wüse korrigirt, daß die vom Reiche gewährt« Koalitionsfreiheit für die Arbeiter illusorisch geworben ist. Wie dabei die Liebe der Arbeiter zu« Deutsche« Reiche und zur Macht, wir meine« zur gesetzgeberische« Macht de»« selbe» bestehe» bleiben oder gar sich mehren soll, da» ist UN« gleichfall« u« erfindlich. Doch noch weiter! Wen» der Fiiku« vo» Preuße» auf Grund de« längstvergessene« preußische» Landrecht« klag« bar werde» kann gegen Reich«tag«abgeord»ete, welch« Privat« diäte» erhalten habe», während diese Klage gegen Abge« ordnete, die im übrige« Deutschland und selbst in andere« Theilen de« pr-ußischo« Staate« wohae», ganz unmöglich ist, wie kann da im Volke der Gedanke an Rechisficherheit und Rtchiteinheit im Deutsche« Reiche gedeihe«? Z« Gegentheil! E« mag Lcute gebe», welche»ach dieser Richtung hin die Zeiten de« selige« Bundestag« wieder herbeisehne». Und dann die allgemeine Zerfahrenheit im Deutschen Reiche in der Behandlung der sozialpolitische» Fragen! Allgemeine Parteinahme für die Unternehmer, für die Mächtige» im sozialen Streite. Allgemeine Parteinahme gegen die Arbeiter, die so wie so schon in diesem Kampfe die Schwachen find. Soll da« zum Friede« führe« und zur Einigkeit; soll da» der zahlreichste» Klasse der Bevölkerung Liebe einflöße» zum Deutsche» Reich? Alle, die nicht Machtanbeter und Afterpatriote« find, Alle, die da» Vaterland in Wahrheit liebe», fie müsse» mit Wehmuth diese Frage» verneinen. Aber wohin soll da« führe»? Al« man da« Bssu: der Nation fordert« für die EinHeft und Freiheit de» Vaterlande«, da verhieß man dem Volk« auch da« Glück. Diese« ist ferngeblieben. Und dieFreihett im Deutsche» Reiche ist nur ei» Traum. Ader selbst die Einhett, die Tausende vo« Zahre» heiß Der Blick de«"lten Manne« ruhte forschend auf de» hübsche« Gesichter» der beide» Mädchen, au« seine» scharf markftie» Zügen sprach Mißtrauen. „Schicke» könnt Ihr fie immerhin," sagte er,„ob ich st« aber engagfte« werde, da« ist eiae andere Frage. Ich »«lasse mich in dies« Beziehung nur auf mein eigene« Ur« theil, Empfehlungen haben keinen Werth für mich." „Mama hat sich trotz ihre« Leiden« Müh« gegeben,«ine passende Person für Dich zu finden," erwiderte Verena, „Du wirst ihr gewiß dankbar dafür sei». Am beste» wäre e« fteilich, wen« Du zu uns ziehe» wolltest, wir habe» in unserem Hause Raum genug und Du hättest mit ftemde« Mensche» nicht» mehr zu thu«.' „Za, wen» Zhr ein andetr« Hau» führtet I" entgegnete et sarkastisch.„Denkt doch nicht, ich sei so thöricht, z« J laude», daß mir«ur au« uneigennützig« Liebe diese» lnnbiete» gemacht w«de! Ein« Hauihälteri« kann ich befehle», in Eurem Hause aber müßte ich mich drücke« und für alle«, wa» mir geboie« wirb, dankbar sein." „Du willst ja ohnedie» hi« ausziehen I" warf Kon« �"�„JUUibtngS, diese« Hau« bietet mir nicht mehr die röthige Sicherheit und ich werde hi« täglich an de» ent. setzliche« Vorfall erinnert." „Bi» Du eine neue Wohnung gefunden hast, könntest Du ja zu ua» ziehen." „W« hat Euch eigentlich beauftragt, mich in dies« Weise zu dtängen und Eure» Wünsche» geneigt zu machen?" ftagte er spöttisch.„Wrna ich einmal eine ablehnende Aat- wort gegebe» habe, so muß da» genügen." „S« geschieht ja doch»ur in Deinem Znt««ffe I" sagte ��S�behaupM Zhr, ich aber weiß da« besser." Willst Du un« Wied« beleidigen?« "Ach wa», ich kann'« nicht leide», w« Aeb wa», ich kann'« nilyi reioen. wenn man mft ein« Ä'ÄI» K V'« "�Werner?"«widert««onfianze befremdet..Welch, Pläne soll« e»tV«fe«?" «sehnte Einheit verschwindet, wie wir nachgewiesen habe«, vor dem Partikulariemu« d« Gesetze, so daß selbst diese so viel berufene Einheit nur«och in de« unklaren Köpfe» Sinzeln« ,u stabe* ist. Und für solche Scrungenschaftea hat die deutsche Nation gestritten und gelitte» s z N-chr einmal da« papi«»e Zdeal d« Freiheit, der Einheit, de« Rech!» für Alle, ist errungen,-viel wenig« «och die Wiiklichkeit. Und wie lange wird dies« Zustand«och dauern? Uolitische Ueberstcht. Der Reichstag ist durch kaiserliche Verordnung ans den 16. d. etnbernfea. Di« Nachricht erhält sich, daß nur die Verlängerung de« spanischen Hanvelsoei trage« zur Be« rathung kommen soll, elm Fieitag, den 10. d. M s., findet, wi« der„Reichsanzeiger" melvei,«ine Sitzung der»«einigten Ausschüsse deS Lundeiraih« für Zoll« uns vteuirwisen und für Hanvel und Verkehr stait. Die Hanstvdnftrie. Di«„Statistische Korrespondenz" hat sitzt die Veröffentlichung ein« Reche von Aufsätzen üb« „das Klein gewerde und die Hausindustrie" beendet. Sie kommt zu folgendem Schlüsse:„Wenn wir die Hausindustrie abficht» lich in einen gewlffm G: gensatz zum tzaad-veik gebracht haben» so ist uns»war nicht entgangen, daß ein solcher nicht überall besteht; aber, von zählbaren Busnahmen abgesehen, wsid nicht geleugnet werden dürfen, daß die heutigen Hauiindustrftllen in der Hauptsache nicht mehr Anspruch auf wirtschaftliche und soziale Gleichstellung mit den Hanvwtifcm«heben Pinnen. Die Hausindustrie ist ein« höhere Form gründlichster Ausnutzung der produktiven Kapital« und Arbeitskräfte und vermag unzweifelhaft den Mit« bewerd unser« Jidustiie auf dem Wellmarkte ,u steigern; der gesunde Boden iür einen breiten Handwe-kermittelftand. der fie vormatt war. ist fie aber nicht mehr. Und deshalb kann man die nicht immer von Unklarhett freizusprechenden Bestrebungen zur FSidereeng der Hausindustrie auch nur mit getheilten Syn« patmm aufnehmen. Man arbeite eifrig an der Hebung und«er« deffnung der Lage der Hausindustriellm; aber manwollenicht jeUig einen wirksamen gesetzlichen Schutz zur Seite stellen lann. D« Fabrikarbeiter ist durch unsere Gewerbe und neueste sozialpolittsch« Gesetzgebung und durch march«!" gewerdepoli, etliche Maßnahmen mit einem weitgehenden(?) und wohlwollenden(?) Fürsorge und Schutz« system nmgeden. Der seldsi ständige Hautinduftrielle ad«, in den meisten Fällen Lohnarbeiter wie jener, muß, eben sein« angrdlichen Selbstständigkeit wegen, auf viele Wodlthaten sin« fürsorglichen Gesetzgebung verzichten. Diese Klasse gewerblich« Arbeit« zu vermehren, kann nicht dem Zuze unsirer Zell, kann nicht den Bestrebungen zur wirth- schaftltchen und sozialen Hebung de» vierten Stand«» ent- sprechen.— Achnliche Anschauungen, nur konsequent« und „Zch dachte.« wolle ein Gut kauft»." „Wozu? Davon würde ich ihm abrathe», mein Ge« schmack wäre e« nicht, auf einem Landgut zu»ohne» und mit meinem Gatte» od« de« Nachbar» mich üb« Rübenbau und Viehzucht zu«nt«halten." .Hm, Du möchtest lieb« i» d« Stadt ei» groß«» Hau» machen?" „Nur im Winter, im Sommer dagegen will ich reisen." „Da« kostet viel Geld." „Wnuer hat'«!" „Weißt Du da« so sich«?" «ä'äu. L"»'--"w »Hast Du schon hineingesehen?" sR'M: Du bist heute sonderbar." sagt« Verena, al« ,bre Schwester schweigend mit den Achsel» zuckte..Diese» Mißtrauen ist ganz unbegtüadet, W«n« muß ei« reich« Man« sei«, da« unterliegt gar keinem Zweifel." „Muß?"«widerte er ironisch, während« geräusch« voll eine Prise nahm.„D« Geldschrank kann ja le« sein, damit streut man de« Leute« Sand i» die Augen" „Hast Du üb« W«»« etwa« Nachtheil, ge« vernom« men?" fragte Konstanze. „Ich? Nein; ad« ich glaube. Zhr habt Euch garnicht nach rhm erkundigt, ehe Du ,hm da« Zawort gabst" .E« scheint doch, daß Du etwa« erfahre« hast'—" „Nern,«e»n, ad« giebst Du den» nicht selbst zu, daß man in solchen Dinge« sehr vorfichtig sei» muß?" Dl« blauen Augen Konstanzen« ruhten voll ernster Besorgviß auf ihm; e« konnte ihr nicht entgehe«, daß er ihr etwa« verbarg, und diese« unbekannt« Etwa« mußte sie beunruhigen.' „Vorfichtig?" erwiderte fie.„Du hast doch auch Freund« schast mit ihm geschlossen, sogar Blüderschast mit ihm ae. trunken, ohne ihn näh« zu kenne«." „Da# ist«ine andere Sache, ich bin darum«och nicht mit unlösbaren Bande» a» th» gekettet. Wa«» soll w» Hochzeit gefeiert werden?"' e „Wie Du frage« kannst I Davon ist«och flat Ieilt# nttWfiet, find oft genug von sozialikischer Seite verfochten wo: den, leider immer ohne Elfolg. Od die amtliche Kund» grduna giöhere Wirkung Hoden wird, bleibt abzuwarten. Wichtig bleibt für uni aber die Bestätigung von dieser Seite: daß die sogenannte, oft so ttyllisch gedachte Haut« induflrie nicht» ist alt eine Form„ziünbltcher Ausnutzung der Vllbesttkräfte" seilen» de» Großkap'-tal», und daß dethalb die Hau»industrie in erster Linie eine» gesetzlichen ArdeUerschutze» bedarf. EozialMsche». Au» St. Ingbert(Pfalz) wird gegnerischen Blättern unter dem 4. September gemeldet: Hier wmde in diesen Tagen vom Bezirksamt Zweidrücken ein svrtal» demokratischer Agitator ausgewiesen, der die hiestgen Arbeiter aufzuwiegeln versucht hatte. Der betreffende hdfet Hugo Dullen», ist auS Westfalen gebürtig, war früher Kauf' mann und aab hier Sp:achunterricht. Dt« Autweisung dezieht Sb, der„Elbs. Ztg." zufolge, auf da» gesammte boyensche taattgebiet, und wmde der Ausgewiesene nach Saardrücken trantportirt.— Christensen soll in Plauen verhaftet worden sein, weil er an die eirquartirten Soldaten sozialistische Schriften vertheilt habe.— Gegen«inen Bäckergesellen in Hamburg ist eine Untersuchung eingeleitet. Der Bäckergeselle schrieb 8 Tage vor Beginn det Streikt an«inen ihm bekannten Kollegen in Lübeck einen Brief und bat in dem« selben, der Bekannte möge alle Kollegen und„Partei« genossen", fall» ein Streik ausbrechen soMe, zwecks Unter« stüyung auffordern. Dieser Brief wmde von dem Bekannten in einer Versammlung der Bäckergesellen in Lübeck verlesen und von dem überwachenden Beamten deschlaznohmt, worauf der Brief von der Lübecker Polizeibehörde an die Hamburger Polizeibehölde gesandt worden ist, welche in dieser Sache eine Untersuchung eingeleitet hat, und zwar gestützt auf da» Wort „Parteigenossen", indem man annimmt, daß die geforderte Unterstützung zu anderen Zwecken verwandt werden sollte.— Unwidersprochen bleibt eine Nachricht de» Züricher„Sozial» demokrat", welche augenblicklich die Runde durch die deutsche Press« macht. Danach hat Herr v. Puttkamer im Ottoder v. I. eine Verfügung erlaffen, durch welche die Herren Landräth« und die Minister der Kleinstaaten darauf aufmerksam gemacht worden sein sollen„daß die Gendarmerie angewiesen werde, ein strenge« Auge über Diejenigen zu haben, welche sozial« demokratische FachvereinS« und Krankenkassen« Versammlugen besuchen."„Bison der»", habe e» in dem Erlaß weit'.r geheißen,„sollen diejenigen Personen scharf über« wacht werden, welche im militärischen Alter stehen..... E» ist dem Ministerium bekannt geworden, daß die Führer der Sozialdemokratie ihrm Genossen, welche zum Militärdienst au»- gehoben worden, strenge anbefohlen haben, fich während ihier Dienstzeit wacker zu haften, damit sie Unteroffizier werden." Herr v. Puttkamer habe ferner im Anfang August d. F ver- fügt, daß�di« Herren Landräthe chm_„mit eigenhändigem ge> 'imen Schreiben die gesammlten Anfichten über diejenigen für den Militärdienst autaehobenen Mannschaften vor» legen, welche bereit» eine gewisse Führnrolle innerhalb der sozialdemokratischen Partei«ingenommen haben, oder wenigen» alt eifrige und zielbewußt« Vertreter ihrer Lehre gelten."— Zur Stichwahl in Lauenburg.„HanSwurstiade" nennt da» gouvernementale„Deutsche Tagedl." dm öffentlichen Brief de» SchuhmachermetsterS Brye, worin derselbe an den sozio» listischen Kandidaten die Anfrage lichtet, wieviel derselbe Geld beansprucht für die Ueberführung der sozialift.schm Stimmen bei der Stichwahl auf den konservativen Grafen vcrnstoiff. Die„Freis. Ztg." bewerft hierzu: Wir werden abwerten, ob die Stcattanwaltschaft in Laumbmg ihre Schuldigkeft thut und in Gemäßheft Vit§ 109 de» Strafgesetz irube« gegen dm Cttuhmacher Boye in Ratzeburg vorgeht.§ 109 de» Straf« gesttzduche» lautet:„Wer in einer öffentlichen Angelegenheit eine Wahlstimme kauft oder verkauft, wird mit Gefängniß von einem Monat bl» zu 2 Jahren bestraft. Auch kann auf Verlust der türgerlichm Ehrenrechte erkannt werdm."— Nach Ein» leitung der gerichlltchen Untersuchung wi>d fich der Thatdestand der„Han»wurstiade" klar herausstellen. Ergebvisse de« SrsatzaeschSftet 1885 in Bayern. Bei dem Eriatzgeschäft« de» Jahre» 1885 wurden 76 623 Wehr. pflichtigt. nämlich 47 163 Militärpflichtige de» Jahrgang«» 1885 und 29 470 Pflichtige ältere Jahrgänge, militä: ärztlich unter- sucht und 49206— 64.2 rCt. alt untauglich 27417--- 35,8 pCt. all tauglich befunden. Die entsprechenden Zahlen der beiden Berjabre find für 1884 64,0 und 36.0 pCt., für 1883 63,1 und 36,9 pCt. E» ist daher eine abermalige Verringerung de» Prozent« sähe» der Tauglichen»u konstatirm— ein Bewei», in welch ungünftigm Verhäftniffm bezüglich der Gesundheit» pflege und der Ernährung ein immer größerer Theil de» Volke» »u ledm gezwungen ist. Arge« Etmührung de» Sortbilduuglschul zwange« für kaufmännische Lehrling« sprachen fich die Handelskammer zu Nordhausrn und der kaufmännische Verein zu Halle aus. Den Prinzipalen widersteht e» offenbar, ihre Lehrlinge wöchent« lich einige Stunden nicht ausnutzen zu können. Rede ge»ese» und ich glaube«ich», daß die Hochzeit der Verlobuvg so rasch folge» wird. Die Abschaffung der Au«» steuer erfordert auch noch ein« geraume Zeit, e» ist da noch viele» vorher zu orduen und e» wäre sogar möglich, daß e» «ine Doppelhochzeit würde." „Inwiefern ß" „Ferdinand war gestern wieder in Erl-vbach, er kann die liedmSwürdige Aufnahme, die er dort gefunden hat, nicht genug rühmen, und«» gewinnt«ehr und mehr de» Anschein, daß er sei» Ziel erreichen wird. Eine glänzend« Par'ie wäre e» oder zweifelst Du auch daran?' „Die Bergau» in Erlenbach find sehr reich," erwiderte Gottschalk ruhig,„daran kann viemaed zweifeln und mich soll e« freuen, wen» Ferdinand feinen Zweck«reicht. E» wäre auch au» anderen Gründen ihm zu wünschen.' „Diese andere« Gründe interesfirea un» nicht," sagte Verena schnippisch.„Du mußt Dich jetzt sehr einsam hier fühle», Onkel.' Keineswegs, ich langweile mich nie; habe ich keine andere Befchäfttgung, so studire ich.' „Wal?" .Wa» mir zu wiffe» nützlich ist; man kann nie genug lernen. Ihr wollt da» freilich nicht glaube»: rch wette, ähr habt«och keine» Blick in die Bücher geworfen, die ich ach fchenfte. .Wie wäre dn» auch möglich!' lachte Konstanze.„Ich habe jetzt an andere Ding« zu denke»—* „Gerade jetzt solltest Du in der Haushaltung Dich aründlich umsehen und täglich in der Küche Dich beschäfti» ocn«» giebt nicht» Kläglichere« al»«ine Hausfrau, die in allen Dinge««an»»nd gar von ihren Dienstbote» abhängt. Und Du kaavst auch nicht voraus wiffe», wie die BerhSlt. WM» erfülle» wirst, Onkel.". „Nun?' fragte der Rentner gleichgiltrg. Der Stiftliche soll fich in öffentliche Dinge nicht bineinmeuge«.„Taceat lericua in foro"— so schließt der O-dnungSruf, dm die„Nordv. Allg. Ztg.' dem frommen „Reichsboten" für seine in der bulgarischen Frage bewiesene Hinneigung zur Opvofition, also zum„LandeSvenath" erthetlt dat. Die„Magd. Ztg." bemerft dazu:„Der Gcifiliche toll in öffentlichen Angelegenheiten schweigen"— gilt dieser Wahl sprach der„N. A. Z." nur, wenn ein Geistlicher in au»- w ä r t i g e n Fragen mitreden will, oder auch für dt« Partei- �■ leim* nähme der Geistlichkeit in Fragen der inneren Politik? Um bestimmt« Beispiele vorzuiühren, wie steht e» mit jenem Grund satz, wenn etwa ein Hofprediger in sozialm Fragen lei- denschastlich Partei ergreift, oder ein Generalsuperin- tendent an einer Agftation für konservative Zeitungen Theil nimmt, die von vielen Seiten sogar als ungesetzlich angefehm wird?"— Der„ReichSbote"«Ädert auf die Anzapfung der „N. A. Z." und ihre» großen Hintermanne» noch schlagferttger folgendes:„Nachdem die„N. A. Z." die Berufung de» Clehcnrn clericornrn— des Papste«— zum Schiedsrichter in der Karolinmftage vertheidigt hat— und zwar gerade un» gegenüber— so hat fie am allerwmigsten daS Recht, un» zuzurufen: Taceat clericns in foro!" Nicht Übel. Unsere«ltrnmoutanen Adeligen wissen wohl, wa» fie thun, wmn fie auch ihrerseits die„würdige Zurückoaltung" auf» geben, welche fie eine Zeit lang gegenüber den Lockungen de» preußischen Heere»- und Verwaltungsdienste» für ihre Söhne beobocht tev. Im Offizierlorp» ist, nach dem„Verl. Tagebl.", der Katholizismus schon seit geraumer Zeit wieder recht stark vertreten, und auch im Ztvilbeamtmstand« mehren fich die Bei» spiele solcher ultramontanen Junker, die fich leincSweg» durch die Erinnerung an die ersten Jahre de» Kulturkämpfe» schrecken lassen, welche die Regierungträthe v. Mallinckrodt und o. Heereman, die Landräthe Graf Schmifing und Freiherr v. Droste, dm Oberbürgermeister Kaufmann und viele andere zum Auttritt aus dem öffentlichen Dienste nöchigtm. Im Landkreise Köln bat fich neulich der junge Graf Neffelrode, der Sohn des Obersthofmeister» der Kaiserin, der»eim Fürten Bismarck, auch abgesehen von seiner Eigmschast alS Ultramon- taner, ganz besonders angefchli:den steht, zum Lrndrath „wählen" laffm; jetzt ist seinem Beispiele Gras Brühl, der Sohn dei Führer« der klerikalen Partei im preußischen Herren- hause» gefolgt, indem er fich von den Ständen de» gleichfall» rheinischen Kreise« Daun präsentiren ließ. Die Bestätigung hatten die Herren schon vorher in der Tasche, da fie von der Regierung zur kommissarischen Verwallung de» LandrathSposten» defignirt gewesen warm. Polnische». Nach einer Mittheilung au« Neudeck hat die Regierung zu Oppeln den endgiltizm Bescheid an dm dortigen AmtSoorsteher erthellt, daß alle Ausländer polnischer Natto» naiität, welche nicht den Nachweis liefern, daß fie schon vor dem Jahre 1843 die Grenze überschritten haben, oder nicht ständige Mitglieder der KnappichastSkafse find, bi» zum 1. Ottbr. da» pieußische Gebiet zu verlassen haben.— In Gletwttz find seit der Rückkehr de» Oberbürgermeister» au» Oppeln, wo er fich dem neuen Regierungspräsidenten vorgestellt hatte, acht» undzwanzig Ausländer au» Polen und Galizien ausgewiesen worden. Keine Staatsschulden mehr. Während die Finanz- minister der meisten europäischm Staaten fich dm Kopf darüber »erbrechen, woher fie die Mittel zu den Zinsen für die immer höher anschwellenden Staatsschulden nehmen, kommt au» dem Ländchen An h a lt- D e s sa u die Nachricht, daß man dort Äulstcht habe, mit dem Jahre 1896 den letzten Rest der Staat»» schulden gedeckt zu sehm. Oesterreich Ungarn. Aufsehen erregt, daß Prinz Alfred Lichtenstein, Führer der Deutscdtlerttaten und Obmann de» nach ihm be- nannten ZenNumSklub», sein Mandat für den Reichsrath und peyrischen Landtag n t e d e r g c l e g t hat. In einem Schreiben an seine Wahler giebt de: Prinz al» Grund den größeren Zeftaufwand an. den die Führung de» väterlichen Vermögen» erheische. Jndeß dürfte dre Ma:.datSniederlegung mit den bevorstehenden AuSgleichSberathungen zusammenhängen. Vor den Ferien soll der Prinz den C zechen zugesagt hadm, ihre Forderungen bezüglich der Bank- und Zuckersteuerirage zu unterstützen. Räch der Reis« Taaffc'S und Dunajewtk.'» wurde der Prinz für die Regierung umgestimmt. Durch die MandatSntederlegung de« Prinzen gewinnen die Klerikalen srete Hand. Schweiz. Die Arbeit der natrovalrSthlichen Haftpflichtkom« Mission findet in der demokratischm Presse eine günstige und in der übrigm Presse keine ungünstige Aufnahme. Man bat die Haftpflicht aus oerschiedme Gewerbe ausgedehnt, inso- fern ein Aideitgeber mehr al» fünf Arbeiter beschäftigt: so auf Bauarbeiten, Mühicn, Sägen, Flößerei, Fuhrhalteret, Her- stellung von Telegraphen u. s. w. Hwstchtlich der Postange» ftelltm wird der LundeStath zu besonderm Vorlagen oeran- laßt. Lei Klagen au» der Haftpflicht erhält der Arbeiter un» entgeltlichen RechlSdeiftand(England kennt diese Institution bereit».) Im Ganzen dürsten durch die neuen Le- siimmungen etwa 40 000 Arbeiter, die c» bisher nicht waren, Dir. „Ich hätte so gerve«inen Diamantschmuck." �„Sag't Deinem Verlobten, vielleicht schmd er ihn Da» kann ich nicht; Papa hat mir die Bitte schon abgeschlagen, und ich werde jetzt so oft Teleg-nheit erhalten, mich festlich schmücken zu müffe». D« könntest ihn mir ja al» Pathengesche» k verehre», er würde«ich stet» an Dich erinnern." Wieder glitt da» spöttische Lächeln über die markirte» Züge de» alte» Manne». „Ich glaube nicht, daß e» für Dich etoe angenehme Erinnerung sein würde.' sagte er,„da ist e» besser—' wie kannst Du nur da» de, „Aber ich bitte Dich. Haupte» I' „Weil ich e» weiß I Ueberdie» habe ich anch kein Gelb. um Diamant«» zu kanfen,«ine Rose im Haar kleidet eine Braut besser al» ein blitzender Diamantschmuck. Z« Er» füllung eine» vernünftigen Wunsche» wirst Du mich immer bereit finden, aber solch« Dinge kann ich nicht bewillige» »en» ich nicht selbst mich ruiniren will. Deine»uSfiattuna wird Gelb genug kosten, Konstanze—" „Wir müffe« gehen. Oakel,' unterbrach fie ihn un» freundlich, während ste ihm mit sichtbare« Widerstrebe» die Hand bot,„Mama wartet, gute Nacht!" „Tute Nacht, Oakel I" fügt« Verena schnippisch hy,«. g�chenken�dl�' kein Freund von solche» P�h,� """->«--- mm der Haftpflicht theilhaftia weiden und in Folge de» unentgell- licht» Beistände» auch die Vielen, welche oißher vor Prozesse» zurückscheuten, um zu ihrem Richte zu kommen. Ein Postulat, welches die Einführung der allgemeinen, odligatorischen und staatlicden Unfallverstcherung wünscht und den vundeSrath|U Vorlagen über dasselbe einlädt, ist vom Nationalrath bereit» angenommen. E» hat da» Gesetz über Erweiterung der Hrft- pflicht bloß einen transtiorischen Chirafter aber man will da»« selbe mit gutem Grunde für die Zeit anwenden, da die staot- liehe Unfallverstcherung erst vorbereitet werden muß. Der Be« richt de» Prästdenten ver Kommisston und die Gutachten solle» in den nächsten Wochen im Druck erscheinen. Belgien. Die München«„Allg. Zig." schreibt: Je weit« die ArbeitSenquete fortschreitet, desto schöner werten ihre Erzebnisse. In der großen Industriestadt Lüttich, die dick nicht, wie anvne belgi'che Jndustrieorte, irgendwo vnborge» liegt, traten Zustände zu Tage, welche eine» gesttteten Staate» unwüröig find. Hält« ich e» gewagt, darauf vor drei cd» vier Monaten in d«„Allg. Ztg." hinzuweisen, so hätte w«> mich der Uedertreidunz beschuldigt. Jetzt ad«, da ste offiziell festgestellt werden, ist eine solch« Anschuldigung nicht mehr erwarten. Wa» den Arbeit«» am meisten zur Klage Avlai giebt, find die von Fadrilanten, Direktoren od« Ingenieure» eingerichteten und gewerbsmäßig betriebenen Eßwaare«' gef chäfte, in welchen die Arbeit« ihre Einkäufe zu i>< to'gen gezwungen werten. Da die Preise daselbst weit HW find al« in den gewöhnlichen Gefchä'ten. so haben die Fatol» besitz« und ihre Beamten darin ein Mittel entdeckt, edm Theil de« Ardefterlohne» wieder herein zu bekommen. 3* welch« Weis« diese Ausdeutung«folgt, wird man am wß» aui der offiziell festgestellten Thatsache ersehen, daß Wc!' Fabrlkgesckäfte den Arbeitern da» Kilogramm Kaffee, statt u® den gewöh lichen Preis von 1,6-1,8 Fr., zu 2,5-3,5 Fr.«� kaufen. Wa» dei diesem Artikel der Fall ist, ereignet Wif allen Artikeln, so daß d« Piästdent der Kommisston, der geordnete Sainctelette, zu dem AuSmf«««anlaßt wurt' «Das ist ja die Ausbeutung zur l» t i t>° Potenz erhoben." Wie man steht, wurde die Arbem» revoltr vom März nicht durch die Phrasen der Hetz« hervorgnufen. M Al» Ergänzung hierzu kann noch folgend« Mittheilu»»� „Weser Ztg." dienen: Zu den von d« Regierung jetzt in g griff genommenen Vorlagen für die Kammem gehört ei»% setz gegen Verfälschung der Lebensmittel. Man Pr nämlich den Arbeitern an Stelle de» ihnen zustehe�fi Lohne» nicht nur Lebensmittel, die wett üb«'»?, Werth angerechnet werden, sondern auch gefils» Lebensmittel. Zu welchen Mitteln die klerikale Partei in gien deieit» Zuflucht nimmt, beweist die von «wohnte Thatsache, daß dieselbe nunmehr daran der delgisch-n Freimaurer zu vnöffentlichen.% eigenihümliche Publikation wild, so schreibt man dem Tagebl.", selbstverständlich in d« ganz vom KlerikaliSmin � MönwSlbum durckfautten Stadt Brüaa»«folgen und e» rtet tngv von UN» «geh».(1%, tlichen. Kj Mönchithum Namen von durchsauiten Stadt Brügge belgischen Freimaurern enthalten Ist vvi» vvimiu�ii IT-Vkuiuirniik tiuvuuuil., M an und für sich vnw«flich. daß eine polttische Pann.� J'nraib und den Meineid in ikeen Sold nimmt, um Grt' Vnrath und den Meineid in iheen Sold nimmt, um niffe zu vnrathen, zu deren Kenntniß fie nu. durch ei»» glaubliche P-rfivie gelangt sein kann, so zeigt un» der Jen« Veröffentlichung diese Partei erst in ihrem wahren� r» handelt stck um nicht» Geringere», al» alle höhere» � beamten, welche den Logen angehörm, dm denunziren, welch« heute an v« Spitze de» Staate» stehen. Da» Mintfteiium wi.d ayo iortiM welche Beamte eine» Avanzemmt» und welche einer rung würdig find, wodurch für die zahllosen Schützlings� Bischöfe in dm Aemtern Platz gemacht w«dm soll.% kann mit Recht dehauptm, daß noch niemals et e Partei so kies herobzesuntm, wie die fterikale Partei in%'L welch« jede» Mtttel gut ist, d« Gegenpartei zu(*%,, Uebrigm» ist e» noch fraglich, od die klerikalm Fan«�, Früchte ihre» Vcrrathe» in Ruh« und Frieden genießt" den. Unsere Logen werden gegmüixr dies« unlhätig bleiben, und man organifirt dnelt» die lichung ein« Lifte derjenigen Mönch«,*.2 3 brüder und sonstiger Schaarzjacken,»�� dm letzten Jahrm Attentate gegen die keit an den ihnen anvertrauten Schulkindern beginge"- Liste, welche wahrscheinlich d« Freimaur«Iiste an 0*%& nachstehen wird, wird wenig stm» den Bortheil 8ü«n üb« die Wohlthatm de» geistlichm Unttn# Uärm."— Da» ist die Lourgeotste— unter steh! Fravtzretch. Dem im Dezember v. J. zwischen Frankreich --Ä dagaS kar adgeschlossmen Frieden scheint keine laN»�3 verbürgt zu sein. Vielleicht hadm sogar die Kämpft z» hat? ihm stehen, bei jeder Gelegenheit läßt« un» p und wir sollen'» schweigend hinnehme» I' „Ich Hab« da» spät««ich»«ehr nöihig.' »Wer weiß, W«»« ist mit ihm befreundet! � „Die Freundsaaft scheint schon jetzt eine» W» haben." „Wenigsten» sprach n sehr sonderbar&brt,%Vff „Glaubst Die, baß n Schlimme» üb«'d" � „Bewahre,« hat ja an Allem zu mäkeln. Dein« Stelle rtürd« ich doch versnchen,«neeu, »«» Geldschrank z» w«fe».' P .Da» Hab« ich mir betest»»orgenomme», V-cAaf' stanze,„ich will mir schon deshalb GeÄßheft�Tff «m späwen gehäsfigen»««ßeaungen de» � ist ,, gegne» zu können. Ich»eiß, daß Wn«« «uß e» sei» und ich begreife nicht, wie««» d-r"' kann.".._ „Mache Dir kein, Sorgen deshalb."-nvibstt' � „wir wiffe» ja au» Erfahrung, wie wenig W«™. die»inßnnnge, de» Onkel» legen dürfe».' Konstanz« schwieg, die beidm Mädtrt jetzt ihr» Schritte,»m da» eltnliche Hau» so lich»u erreiche». 9% -m Eine ernst« U»t«r Baron Friedrich v. Bergau schien � d" s-L sK/ „E« thut mir herzlich leib, Werter.■ tt «i« gesagt, die Sache genni mich«ud'4* recht"bÄ'airt dn'Wett schaff-».". �«8�� da» gern« glandm.'«wi»« tv Fordert-S- � � ,Mon Dien, t«.«"3 „Ich will—„- schneidendem vaakalmn»,.aber drese. 1 •ftst y Aranzostn und tzovat dereiii wilder begonnen, denn»in pariser Prlvattelegramm der„Soff. Ztg." meidet: Nach Ha« oagailat müssen Verstärkungen abgesendet werden; auch wurde die Wtederdesetzung der gnSumten Hafenplätze bt> Ichloffm. Ueber die Ergreifung eine? deutschen Spion? in Belfoit liegen wicersorechende Nachrichten vor. Gegen die sensationelle Aufbauschung mancher franzSiischer Blätter spricht die dereit? erfolate Freilaffung de? Verhasteten. Dagegen pro« Mren aber wiederum andere Organe. Die„France" sagt, Brneral Wolfs habe seine Lrfugniffe überschritten, indem er «n bei Belfort gefangenen deutschen Oberst ohne gerichtliche Entscheidung frei lieh; vi« Meldung, derselbe habe keine Zeich- nungen militärischer Art bei sich getragen, sei irrig. Der Rriegtminister Boulanger habe mit Recht eine genauere Unter« suchung veranlaßt. Ueber dt« Freigebigkeit der Orlean? wird wie- «r ein neue? Stückchen erzählt: In Saint-Pierre-en-Val find twei«ackere Achtzigjährige, die ihr ganze? Leben im Dienste der Prinzen vcn Orlean? zugebracht haben. Da ste nicht mehr «betten konnten, erhielten fi« fest etwa drei Jahren von dem «rasen von Pari? ein bescheidene? Ruhegehalt von 1,15 Fr. Mich. Sie hallen sich wohl am Tage der Ausweisung auf Schloß Eu eingefunden, um von ihrem ehemaligen Brodherm Abschied zu nehmen, der denn auch sehr herzlich ausfiel, aber -tag» darauf wurde ihre Penston unterdrückt. Italien«. Bei dem italienischen Finanzministerium ist laut amt« »cher Bekanntmachung in der„Gozz Usfic." ein permanente? stomttee für die Währungtfrage eingesetzt worden, dessen Auf» gaben und Obliegmhetteu folgende find: 1. Eine fortlaufend« Verbindung mit denjenigen autländtschen Bur* vvv Eisenbahnwagen hat bisher trotz oteltacher Ve. suche noch keinm rechten Fortlchritt zu verziichnen. Fast'ämmtliche deutsche lAUjötltz»Tüll'U?*?** fl** wv»0v•••••• Bahnen und vornehmlich auch die großen Linien der preußischen Staatseisenbahnverwaltung fahren deshalb fort, dir Beleuch- tung mit tcmprimirtem Fettga? als dt« bisher beste und in der Prori? bewöhrt-ste in dem ge-ammten Wagmpark durchzuführen. Es haben bis zum Schli-ffe de? Jahre? 1885 über 20000 Eisenbahn- Personenwagen mid zitka lOOO Lokomotiven auf sämmtlichen Bahnen der verschiedmm Länder diese Gasrtniich- '""�Elektrische»ah« auf dem Sänti». Der Säntt? in M Trotzdem ist da? Projett gefaßt und genehmigt wordm, eine elettriiche»ahn auf diesm von Scbiff-.l desungmen Kegel zu bauen. Die«ahn wird von St. Gallen ausgehen und bis zu WWMM A«KkM» in dir Reg Pm/unt�r Einnahme erreichen. gmmrn#: Kommunales. Die Stadtverordneten-Versammlung hä.t am Donnei?« tag, den 9. September. Nachmittag? 5 Uhr, ihre erste Sitzung nach dm Ferien ab. Die Tagesmdnung dieser Sivung ist folgende: 13 Raturalisationsaeluche— Vorlage, betr. vie Verleihung de? 2., 5. und 6. städtischen Eilpe: dium?— Be- richterstattung über die Votlage, betr. die Auslegung und Er- gänzung de? mit der Berliner Handelsgesellschaft über die Herstellung der Kaiser Wilhelmstraße abgeschioffenen Vertrage? — Vorlage, betr. dir Adanderunz ver Slatuim der städtischen Stipendimstiftungm— desgl., betr. die Verlegung der Maelt- polizeibude vom Neuen Maikt nach dem Armtnlus- Platze— dttgl„ betr. die zuläsfige Moximalzahl der Klaffen einer Ge« meindeschule— desgl.. betr. den Finalabschluß der Stadt- Hauptkaff« pro 1. April 1885/86— desgl., betr. die E. stattung eine? dmch Unterschlagung von Aibeit» löhnen bei der Kanalt- sattone-Bauverwaltung entstandenm Voischuffe?— Vorlagen, betr. die erfolgte Bauabnahme der höheren Mädchenschule, Jfflandstr. 9/10, und eine? neuen Pavillon? auf dem G und« stücke des städtischen Krankenhause? im Friedrtchshain— Vorlage, betr. die für da? Jahr 1888 geplante deutsch-natio tale Jndustiit-Ausstellung— desgl., betr. den GeschäfttdetrUd der Sparkasse im Januar/Marz- und im April/Junt-Quarlal d. I. — desgl., betr. die erfolgte Bauabnahme ver Desinfektions» Anstalt in der Reichmberaerstraße— desgl., betr. die Ecver» dung de? von dem Grundstücke Wallstraße 19 zur Straßen» regulirung«forde: lichm Terrain?— desgl., betr. die Erwer« bung des von dem Grundstücke Kastanimallee 61 zur Bürger» stetgregulirung er-orderlichm Terrain?— Vorlagm, betr. eine Abänderung drs Regulativs, sowie de? Temeindebeschliiffi? de» züglich der Unt«!uchuna de? von auswärt? einzelührten frischen Fleisches— Vorlage, betr. die Feststellung de? Etat? und die Festsetzung de? Gebührentarif? für die vordezeichnete Fleisch« Untersuchung— desgl., betr. die Erwerbung einiger zur Ver« dreiterunz de? Weg-? an dem projettlrten Gondelhafm hinter dm Zellen eisoideiiichm Parzellen de? Thier�atten-Tecrain? — desgl., beir. die pro 1886 erfolgte Zuerkennung eine? Preise? au? der städtischen Süstung zu Pretsaufgaben«ür Siubire-ibe der biesizm Universtiät— desgl., betr. dm Ankauf von Theilm der Gmnbstücke Tempelhofer User 18/19 und 20 zu Gemeinde» schul, w.cken— desgl., betr. dm Verkauf der zum Bau de? Gör» litze: Bahnhofe? oerwendetm Theile von ehemalig-n Separatton?« wegen— desgl., betr. die Uedeimahme der von der Keff-lst-aße abzweigmde sogm. Niedlich'ich-n Prioatstraßen in die städtische Unterhaltung als öffentlicken Straßen— desgl., betr. die Ueber- ficht der im April/Juni-Q iarlal v. I. von den städti chen Gasan stallen gespeisten Flammen— d.sgl., betr. da? Siaiut für die Albert Menzel Stiftung— desgl., vetr. die Ueber- nahm« der Garienanlagen auf dem sogen. Klasstschen Dreieck de? Ausstellungssark? in die städtische Unterhaltung— Etat für die zweite höhere Bürgerschule pro 1. Ottoder 1886 bis utt. März 1887— Vorlage, betr. die Erwerbung de? Nordiande? der Hasmhaide— desgl., betr. die Erwerbung de« zur Fc-i» legung der Kreuzbergstiaße von dem leichsmilttälstskaltschen Grundstücke erforderlichen Tarrain?— desgl.. betr. die erfolgte Bauabnahm« de? neuen Todtmgräderwohnhauses aus dem Zentralfriedbofe zu Friedrich? felde— desgl., betr. die Bewill- gung von Mebrkostcn für die Anlage der elevrischm Be» leuchtung der Markthalle II und der Handwe: terschule— desgl.. betr. die Rückgabe de? zur Stendaler Straße auf der Strecke von der Havelberger bis zur Stromstraße abgetretenen Ter» rains an die Attimbaugesellschaft Am kleinen Thiergartm— desgll, betr. die Stundung der von der St. N kolai- u.>d St. Marimkirche zu den Pflasterkosten der Fried enstraße zu entrichtenden Beiträge— desgl., betr. die An'rage von Mitgliedern der Versammlung in Bezug auf die Vcnti- lationseinrichtungen in den Markthallen— desgl., betr. den Ankauf einer neben dem Grundstücke Alt-Moabit 6770 belegenen Parzelle— deSgl.. betr. den Bau des Polizei-Dienst» gebSudeS— Vorlagen, betr. die Projekte zum Reubau je einer Gemeinde- Dcppelschule in der Derfflingerstraße und in der Perlebergerstraße— Vorlage, betr. die Anlage einer neuen Straße von der Gr. Hamdurgerstraße bis zur Sophier'.ttrcht in Verlängerung der Krausnickstraße— desgl., betr. d n Be- richt über die Kanalisatwnsarbettm in April Juni-O arial d. I.— Rechnungen— Vorbesprechung, betr. die Wahl von zwei unbesoldeten Stadträthm— Vorlage, bell, die Verlängerung eines Engagemmtsoertrages— Vorlagen, betr. die Neu« wähl je eines Bürgerdeputirtm für die Deputation zur Ver« waltung des Gestnde Belobnungs- und Unterstützungsfond? und für die Gewerbed-putation— einige Uvterstützungssachm — eine Remunerationssache.— Außerdem— und zwar um 6 Uhr— wird in dieser Sitzung von dem Herrn Oderbürger« metfter Dr. von Forckmbcck die Einführung von zwei mibe« soidrten Stadträthm bewirft werden. Im städtischen allgemeine« Krankenhaus« im Kried» richshain ist es den Anverwandten der daselbst in Behand» lung befindlichen Kranken bis jetzt gestattet gewesm, die Jdrt« gen an vier Tagen der Woche Nachmittag? je eine Slunde ,u vesuchm. Hierin soll jetzt eine«enderung einttetm, wie tol- a der «("be Bekanntmachung der Direktion de? genannten«ranken- hauie» besagt: Im Jntereffe der gegmwärttg vorhardenm großen Anzahl von Krankm ist eine Beschränkung der Besuch«» tage riothwendig und daher vom 15. September d. I. an d-r Krankenbesuch bis auf Weiteres nur noch an zwei Tagen wöchentlich— Mittwoch und Sonntag— Nachmittag» je zwei Stunden, von 2-4 Uhr. gestattet. Die Erlaudniß. die«ranken an dm ersten und zwettm Feiertagen zu derselben Zeit zu besuchen, wird durch Vorstehmde» nicht aufgehoben und ebm» sowenig die Besttmmuna, daß außer dieser Besuchszeit tn de« sonder» dringenden Fall:» auch Besuche mit Erlaudniß de? ärztlichen Direktor?, in deffea Abthetlung fich ver betreff-n j« Krank« best>det, zugelassen werdm können. Gerichts-Zeitnng. n, Reichsgericht?■ Entscheidung.(Nachdruck verböte:.) Leipzig, 6. September.(Besitzer oder Jnnhaber?) Einen bedimm. Die Reparaturkostm find unbedeutmd und«berso d:r Mehrbedarf an Kraft bei Einstellung eine? zweiten Wagen». « vorstehmde Natureretgntffe. Die«rdbedm der letzten Tage find bekanntlich von Professor Rudolf Falb in Wien vorausgesagt worden. Es sei hier kurz nur aus einige von dem Astronomen Profeffor E. Stone Wiggins-ausgehmd« Vorausdestimmung ähnlicher Naturereigniffe, nämlich brttiger Stürme, hingewtesm. Wiggin? hat srüher schon die Stürm« vom 9. März 1883, vom 26. Januar 1884 u. a. m. genau »mh rgesagt. Wiggin? stellt nunmehr auch für diese? Jahr und zwar für dm 29 und 30. September einen kehr hestiaen Iaht den größten Sturm de? 19. Jahrhunderts, den sog. Scx-dy Galt, der stch seimr Berechnung nach am 19. September einstellen wird. Der Soxeby Gale hat zuletzt am 7. Ottober 1869 gewüthet und sämmtliche Wälder Rtuenglar d? beinahe vnnichtet- für die Holzindustrie unbrauchbar gemackr. September 1887 abläuft. Sein« größte«rast wird der Stutm am Nachmittage de? 20. September? entfallen und soll von heftigen Scdbeben begleitet sein, die in Mitte ONoder in«alt- fomtm und Wist-Europa eintreten. Zwei«naelegenhetten ganz verschiedener Natnr haben in der letzten Zeit Ezyplen mit No-damerika in nähere B-rflb» rung gebracht. Die erster«, die Bekämpfung de» Baumwoll- wurm? betnffmd, ist von großer nationalökonomischer veseu« sa&RkB&ns dem E-suchm um Auskunft gewendet, od der die ameillanifchen Pflaazungen_ schädigende Baumwollwurm identisch mtt dem «gypttschen sei. Das genannte Bureau vemeinte diese Frag« und übersendete einm fünfhundert Settm umfoff-nvm, mtt kolorirten Zeichrungen vers-hmen«ertcht, in w-lchnn diese d>>ldiige�Frage nach allen Richtungen deleuchtet wird. Die ea cw. i uwn yiiiyiungtn viu uu,____ iwiite Angelegenheit bezieht sich auf ein durch dm amertke» Nischen diplomati'chrn Agenten, Mr. Cardwell. «...«-«vwiu, vermittelte? Er» suchen einer New-Uorker Gesellschaft um Gestatturg, die EheopS- Py amid« mittels durch Dampf getriebene Diamanlbohrer er» foeschm zu dürfen. Man vermulhet nämlich in dieser P«ra. Xkadl dafür, bat oft ganz neb«nsSchliche Dinar dm Richter d«i der vemtheiluna von Strafsachen leiten und ihn verhindern, da» ganz« llar sprechend« lSesitz richtig anzuwenden, gab eine Ber Handlung, welche s. Z. vor dem Landgerichte in Güttingen stattfand. Die Lnllage war erhoben auf Grund de» Z 328 de» Str G.-v� welcher lautet:„Wer die»bsperrung». oder Auf« stchtsmatrtgeln oder Stnfuhrverbote, welche von der zuständigen B: bürde zur Verhütung de» Einführen» oder Verbreiten» von Tiehseuchen angeordnet worden find, wissentlich verletzt, wird mit CBefängnit Hi zu einem Jahre bestraft." Diese Besttm mungen sollte der Ackermann Albrecht und dcffen Schwieger söhn Dave au» Ellinhausen verletzt habrn; da aber d«r erstece vor der Hauptverhandlung starb, wurde nur gegen Dave ver- handelt. Die vewei» aufnähme ergab dabei folgendes. Am 14. April 1885 erließ da» LandrathSamt eine öffentliche Be tanntmachung, betreffend die Echafräude, und beauftragt« J:mand. sämmtlichen Schafbefitzern der Gegend aufzugeben, ihre Schafe nicht eher mit einer Heerde oder anderen gesunden Schoten zu vereinigen, al» bi» gewiffe VorfichtSmaßregeln an denselben au»geführt worden seien. Dieser Verord« nung zuwider wurden Mitte Juri au» der Herde de» Aldrecht 14 Schafe an einen anderen verkauft und mll defftn Heerde vermischt; den Verkauf besorgte jedoch nicht der Lefitzer Aldrecht, sondern deffen Schwieger- söhn Dave. Dieser war nun nach dem klaren Wortlaute der angeführten Gesetzesbestimmungen al» Thäter anzusehen, aber die Strafkammer sprach ihn dennoch frei, weil die Bekannt» machung nicht eine allgemeine, sondern nur an die Schaf« defitzer gerichtete gewesen sei. Nur diesen habe ste ein Verkauf»« verbot auferlegt und ste sei ja auch nur an die Besitzer ver> sandt worden. Dave sei aber nicht Befitzrr gewesen, sondern nur Beauftragter seine» Schwiegervater», welcher al» Befitzer und Verkäufer galt.— Hiergegen hotte die StaatSonwallschast Revision eingelegt, indem ste ausführte, daß bei solcher Auf- faffung die Durchführung derartiger Verordnungen unmöglich werde. Da» Gericht Keife fich auf den Auidruck Befitzer, während doch der§ 338 gar nicht von Befitzern rede, sondern ganz allgemein denjenigen mit Strafe bedrohe, der die Vcr« Ordnungen übertrete. Der Reichlanwalt schloß fich diesen Au»- führungen an und bemerkte, die Bekanntmachung habe für all« diejenigen zu gelten, welche in die Lage kommen könnten, ste tu übertreten. Daher sei die Freisprechung nicht gerechtfertigt. Die Feststellungen sprächen immer nur von Befitzern, aber e» könne hier nicht der zivilrechtliche Lefitz in Betracht kommen, wo e» fich um die Durchführung einer allgemeinen sanitären Maßregel handelt«. Festgestellt sei, daß Albrecht ein alter, schwacher Mann war und daß Dave vollständig in der Eigene schast eine» HauSsohne» schaltete und waltete und unbedingte Vollmacht hatte. Wenn er aber diese hatte, so müffe man ihn cl» Besitzer, d. h. Jnnhaber im Sinne dieser Polizeimaßregel betrachten und für deren Uebertretung strafbar machen. Da» Reichtgericht hob dermaßen da» Urtheil auf und verwie» die Sache an die erste Instanz zurück. Soziales«ad Arbeiterbewegango fr. Die deutsche Arbettertvnenbewegnug und die Purteie«. Welch' bezwingende Macht in den Frauendeftre düngen unserer Tage ruht, offenbart fich immer überzeugen ver. Wohin man auch schaut, überall tritt«S zu Tage. Und wenn auch hier in der deutschen Reichshauptstadt durch behördlichen Machtspruch der öffentlichen Bewegung ein vorläufiae» End« bereitet worden ist, im Reiche draußen nimmt die Sache trotz mancher Trübung ihren Fortgang. Auch die Pieffe, sei eS nun für oder gegen, nimmt jetzt entschiedener Stellung. Vor allem aber ist e» der Aleru», der evangelische sowohl al» der kacholtsche, der die volle Bedeutung der Frauer.frage zu wür> Ligen weiß. Ihre markanteste Vc.körperunz bat die letztere in der Arbeiter innenbewegung gefunden, und diese in ibre Bahnen »u lenken scheuen die Stöcker und Windthorst kein Mittel, da» erfolgversprechend ist. Dem Zentrum ist eS darum zu thun, die Kirche zu befestigen, die Männer durch die Frauen im reaktionären Sinne zu beeinflussen und die katholische Sozialpolitik in dem ihr eigenen Rahmen zu erhalten. Da» Gleiche gill von den Trabanten de» Herrn Stöcker. Un» können weder die flrokodiltthränen der Christlich. Sozialen um die Roth de? Mänteln äherinnen, noch die Phrasen einer anti- femitisch-gouvern« m« ntalen Presse deinen.„Hilf dir selbst" müssen fich die Arbeiter und Ard ltci innen sagen, zwar nicht in manchesterlich. liberalem Slnne, aber insofern, daß ste, nur ihrer eigenen Kraft vertrauend, die Gesetzgebung zu beeinflussen suchen. Unterstützt ste Jemand in diesem Lestreten, ohne B«. dingungen dabei zu stellen, nun so wird die aereichte Hand jedensall» nicht turückgestoßen werden. Im liebt igen wirb wohl weder da» Zentrum» noch der KonselvatiSmu», noch der Ltberali»mu» zu haben sein, wenn die Frau die gleichen Rechte für fich in Anspruch nimmt, die der Marn genießt; wenn ste auf der rechtlichen und wirthschaftlichen Unabhängigleft, wie auf der Forderung nach attivem und pasfioem Wahl:, cht be- harrt. Dal find die Prüfsteine. Und so klug und verbällntß« derechnend dt« Anhänger einer fich den Umständen anschmie- genden Reaktion find auf diese Höher« Warte der Anschauung und de« Fühlen» vermögen ste fich doch nicht zu erheben.— Vorläufig haben die Herrrn von recht» und liirkl, wie au» der Mitte nm ein höhnische» Lächeln für ein so weftgehende» Programm, da» die Geschlechter doch nur gleichstellen will. Se deffen hat sich fteilich auch hier viele». Al» vor zwei Jahren die längst todtgeglaudte Bewegung stärker denn je der tiefen sozialen Roth de» Volke» entsprang und au» unzähligen Versammlungen erschütternde Bilder de» Elend» und der Vnzweiflung auf« stiegen, da schrieb eine groß«„liberale" Zeitung folgende»: „Schluß! sollte nun endlich auch der Frau Guillaume Schack zugerufen«erden. Daß die Vorstandidame Frau Dr. Hoff- mann der VereinSdibliotbek ein Kochbuch undHuusst» Märchen »eschentt hat, ist eigentlich Seldsttronistrung. Denn viel besser wäre e» allerding», wenn die Damen, welch« jene Versamm« lung besuchen und vor allem die, welch« an der Spitz« stehen, sich lieber um die Küche zu Haus« kümmern und dafür sorgen wollten, daß da» Fleisch nicht anbrennt, anstatt der urlheil». losen Menge Märchen aufzubinden. Wenn man solch« Sachen krribt, hat man kein Recht, fich darüber zu beUagen, daß so viele Frauen ledigbleiben Im Gegentbeil, nur immer roch mehr werden die Männer dadurch vom Heiraihen abgezogen «erden. Sine Frau, die politische Versamm« lungen besucht....ein« netteFrau da»!"— In dieser widerwärtigen Weise wurden damals noch die «eisten Bestrebungen verhöhnt und verkannt. Run, die Zeiten haben fich geändert. Jcne» Blatt, welche» damal» von Schmähungen überfloß, macht heute Konzesstonen, sowett e» Kn Standpunkt nur gestattet. So wird«» auch in der Zu nst sein. Wa» heute auf da» heftigste befehdet und al» wahnwitzig verschrien wird, wird dereinst al» selbstverständlich erachtet werden und wenn Herr Windthoist neulich in vreSlau die Macht de» Frauengemüth», die häusliche und industrielle Wftksamkett de» Weibe» prie», wenn er weiter de» weithin reichend« Einflüsse» der Arbeiterinnen« vereine gedachte und sie in ullramonr.nem Sinne zu leften amofabl. und wenn die Versammluna ihm hier laut zustimmte. io dewerst da», daß Herr Windlhvrst ebenfall» die Bedeulung der neuen Bewegung erkannt bat. Will Herr Windthorsl arcr zunächst auch dem Klerus zu gute kommen.da» rollende Rad Herr Windthorst mag also nur thun, was er nicht lassen kann. Und zum Schluß noch einig« Worte. Die Gegner unserer deutschen Ardetterinnenbewegung weifen mit Borlieb« auf die bin und wieder in derselben auldrechenden Zwtstigieiten hin. Un» lassen dieselben, so sehr wir ste beklagen im Gcunde ge« nommen, recht ruhig. E» find einfach die Gährungen einer jungen Bewegung. Sind erst die indifferenten, unlauteren Elemente über Bord geworfen, greift erst die Erlenntniß von dem Ernst und der Nothwendigkeit der Arbeiterinnendewegung auch in den R:ihen der Ardeiterinnen ganz Platz, dann werden nlle Schwankungen von selbst aufhören. Etellevlofigkeit junger Kaufleute. Sine Firma in Forst in der Laufitz schrieb neulich eine Komptoftifienstelle au» mit 500 M JahreSgehalt. E» meldeten fich nahezu hundert jung« Kaufleute. Und dabei nehmen die Kaufleute noch so wenig Antheil an der sozialen Bewegung, al» ob nm Hand- werker und Arbeiter die Stellenlostgleit kennen und um ihre Emanzipation zu ringen brauchten. Arbeitsräume iunerhaib der deutsche« kigamu- fabrtkatton. In der Börse zu Hamburg hat eine tntereffante Vorbesprechung über die Arbeit»« und Wohnungloerhällniffe der Hamburger Cigarrmarbeiter stattgefunden. Nach Anficht de» Hamdurgischen Fabrikinspektor Steinert muß auf jeden Arbeiter oder jede Arbetterw in einer Cizarrenfabrtk mindesten» 6 Kubikmeter Raumgehalt entfallen. Em« Trennung der Ge« schlechter ist nicht voll und gan» du'chsüdcdar, da stch die Ar- heiten der männlichen und werblichen Arbeiter gegenseitig ergänzen. E» soll jedoch empfohlen werden, daß jugendlich« weibliche Arbeiter unter 21 Jahren getrennt von den männ« lichen Arbeitern in abgesonderten Räumen arbeiten sollen. Um der Hausindustrie schrittweise auf den Leib zu rücken, empfehle e» fich, daß reichSstilig ein Gesetz beschlossen werde, welche» bestimmt, daß die Wohnräume von den Arbeit»« räumen bei den Cigarrenarbeitern völlig ge» trennt werden, und zwar mit der Klausel, daß die Eingänge zu beiden Räumlichkeiten separirt find, so daß man von einem Wobnraum nicht zu einem Arbeittraum gelangen kann, ohne die Wohnung selbst verlassen zu müssen. Ein solche» Gesetz hätten die eingewanderten deutschen Ciganenarbriter im Staate New Hork durch Agitation schon srtt dem 1. Oktober 1883 zu Stande gebracht und lasse fich für da» ganze Deutsch« Reich empfehlen. Die„ABC-Kirmen". Ueber eine neue Att de» G e> schäftlschwindel» schreibt man der Wiener„Deutschen Zeitung": Neunundneunzig unter hundett Lesern werden keine Ahnung haben, welche Att von Handelsfirmen mit dem ab« sonderlichen Aufdruck„ABC Firmen" wohl gemeint sein mag. Und doch giedt e» ein« so große Zahl von solchen„ABC- Firmen", daß fie bereit» zu ttner förmlichen Einrichtung im kaufmännischen Verkehr geworden find unv die Handelskammer fich sogar genöthigt ficht, durch ein eigene» Rundschreiben an Behörden und Korporationen gegen diese Mrßüdung zu Felde S ziehen, welche allerdings offiziell mit dem oberwähnten, erzHast klingenden Wotte eicht bezeichnet wird. Der In Haber einer„ABC Firma" ist nicht» weniger al»„ABC- Schütze" im Geschäftsgetriebe, denn er hat meistens schon sein Mattrität» Examen in der Form eine» Konkurse« oder eine» mehr al» mageren„Ausgleiche»" abgelegt. Er hat viel- leicht im geeigneten Momente„an die Nachficht seiner Gläubiger oppelltrt" und bat dieselbe auch erhalten. Oder er steuert soeben mit vollen Segeln diesem enlschttdenden Augen« blicke so mancher kaufmännischen Karriere entgegen. Auf jeden Fall handelt e» fich ihm darum, über die eigentliche Identität seiner Person und Firma die Welt im allgemeinen und seine GeschäftSgläudiger insbesondere in spannungsvoller Ungewißbett zu lassen.„I. Engländer" wird 480 fl. schuldig und entpuppt fich dann hinterher al» ein„Jules", der fich weiaett, die Schulden de»„J" zu bezahlen,„Ant. Schachert", wie er aus dem Gcschästtschtlde und auf den Fakturen k. heißt, verwandest fich an den Tagen, von denen e» heißt, ste gefallen ihm nicht, au» dem vermutheten„Anton" in eine überraschende„Antonie", welcher gegenüber der Gläubiger, auch wenn er in Beiseite« setzung der Galanterie noch so weit geht, doch gänzlich machtlos dasteht. Im Wiener„Manufaktur- Viertel", dem Franz Josef« Kai, wo man in de» Leben» Ungemach so reichliche Ersah- rungrn sammelt, hat man derlei bedenklichen KausmannSschil» dern, bei denen<» fich r.m die Frultifizirung de» Alphabet» bei der Vornamenkürzuna handelt oder doch handeln kann, die drastische Bezeichnung„Aß C Firmen" gegeben. Die Wiener Handeltkammer erinnert in ihrem Rundschrttden nun daran, daß jeder Gewerbetreibend« die Verpflichtung hat, seinen vollen Vor- und Zunamen auf seiner Gewerbestä r« anzudrin- gen und«u» Unterschrift zu gebrauchen, und daß Uederirttun- gen dieser Vorschrift mit Geldbußen bi» 400 st., mit Arrest bi» drtt Monaten, ja mit Entziehung der Gewer bSberechtigung de straft werden. Uereine und Versammlungen Außerordentliche, Delegt, tenlag de» Allgemeine« deutsche« vrauergeselleu-verdaude«. Im großen Saale de» Schultdeiß'schen Brauerei-»ulschank»(Neue Jakobstraße), fand am Montag ein außero dentlicher Delegirtentag de» All- gemeinen deutschen Brauer- Verbände« statt. E» waren Dele« flirte auS Berlin, Breslau, Ma�dcburg. Chemnitz. Har.nvver, Kaffel.»raunschweig, Stettin, Schleswig und Deffau erschienen. — Herr LatattuS, der die Verhandlung leitete, theitte mit, daß ,. Z. dem Verband« ca. 3500 Mitglieder, darunter 1000 Ber- liner Brauer, angehören. Auf dem zu Dretden im Monat Juli stattgefundenen Delegirttntag« de» Allgemeinen deutschen Brauer- Verbände» Hab« stch nun anläßlich eine» auSgebrochenen Zwiespast» die Nothwendigleit herausgestellt, daß der Gauverein Berliner Brauer- Gesellen stch-u einem selbflständigen Verbände konstitutre. Der Berliner Verband soll dahin mitten, da» Bewußtsein der Zusammengebö.igkeit unter den Brauergesellen zu beleben und zu stärken. Der Verband soll aber auch eine Stufte sein, wo eine Mitglieder Rath und auch Hilft in der Roth finden. Da die Jrtereffen der Berliner Brauer aber wesentlich von denen anderer Städte und speziell der Provinz verschitden find, so habe der Berliner Gauoerrin der Vra'-er- aesellm deschloffen:«m» dem allzemttnen Verbände auSzu« scheiden und einen selbstständtgen Verband zu begründen. ES wurbe�alSdann mit fast Sttv meneinhest Dresden al» Vorort Ä ÄssÄ- ## vrouergefellen die velttäge zu zahlen. Eine Agitati««, die Arbeitgeber zum zahlen der B-ifräge zu veranlassen, wüffe, obwohl auSfichtSloS, doch versucht werden. Von anderer Seite wurde betont, daß man nicht zu viel vom Staate»nlangm solle. EI emvfthle fich, vorerst die Arbeitgeber zu bewegen, derattige Kassen für die Brauergesellen zu deg'ünden. Uebrigen» sei zu hoffen, daß fich die Braukret« befitzer dieser Kasse gegenüber nicht ablehnenv verhalten werden.(0 Hierauf beschäftigte stch der VerdandStag mit dem Lehrling»« wesen. Et wurde bewerft, daß durch die vielen Lchrlinge, welche in den Brauereien gehalten werdrn,«Im fl'tsr klnzabl von Brauergehilf-n stellungslos werden. Schon durch die sich steigernde Technik im Brauergewerbe wiid die Aidettilofiglitt unter den Brauelgesellen erhöht. Schuld an diesen Perhait« niffen sei die grosje Ausnutzung der Lehrlinge. Solle aber ein Brauergehtlfe Tüchtiges leisten, so müsse er mindesten» 1 Jahre in der Brauerei, 1 Jahr in der Mälzeret unv 1 Iah» in der Malzfabrik lernen.— Die weiteren BeiathungSgegen- stände de» Kongresse» waren geschäftlicher Natur. Eine Generalversammlung der Maurergeselle» Berttn» fano nach mehrmonatltcher unfteiwilliger Pause«w Sonnabend, den 4. September unter Vorsttz der Herren Boa und Grothmann im großen Saale der„Tiooli- Brauertl" M- Trotzdem diese Versammlung weder durch Säulcnanschlag, noo durch ZellungS- Inserate bekannt gemacht werden konnte, doch jirta 1500 bi» 1700 Theilnehmer erschienen; gewiß em Beweis, daß die Berliner Mauter trotz aller Voikommnisfi»' letzten Monate stet» auf dem Posten find. Auf der IM* Ordnung stand: 1. Besprechung über die am Sonntag»� mittag im vuggenhagen'schen Saale stattfindend« Wahl c<* Innung:. Ausschüsse».(Siehe hierüber den Bericht m tn Sestrigen Nummer de»„Berliner VolkSdlatt".) 2. baftliche». Der»um Vorsttzenden gewählte Herr Bock gwl" nächst die Erklärung ad, daß der Referent Herr vorn W hntShalber nicht erscheinen könne und er deshalb bereit in- da» Referat zu übernehmen. Redner fühtte in seinem an, daß daß 13. 14 und 15. Jahrhundert all die der Innungen zubetrach en seien; die Jnnnungen waren dem allgemeinen Kulturstandpuntt entsprechend, am Platz«, b»«'? sogar auch Dank der damaligen Oraanistrung der G.seUM � der Handhabung der damaligen JnnungSstatuten vur»' Gesellen vielei Gute für die letzteren geschaffen. Heute»£' wo die Maschine menschliche ArdeirSk.äfte üdeiflülstg seien auch die Innungen mit ihren Bestrebungen auf Gß »ung von Arbeitsbüchern u. Vgl. m. nicht im Stand«, und Elend unter den Arbettern zu beseitigen. In Folge drst meinte Redner, versprech« er fich auch nicht» von eine« o? nun g». GesellenauSschuß, wenigstens nicht» Gute» für de. Berlin ansässtaen Maurer; namentlich, da dieser AuSsctuß° Gesellen gebildet werden soll, welche zwar im SoinuiN Berlin arbeiten, den Winter aber in ihrer H.imaih deshalb aber auch von Roth, Sorgen und Bevrängrrffeofi' Berliner Familienvater» gar keine Ahnung haben. Berlin ansässigen Kollegen wären nur allein im Sta#. berechtigt, über da» Wohl und Wehe der Beriiner berathen und zu beschließen. Nun wären aber von de« in Berlin ardeitenten Maurern nur 1300 al« anerkannt und geladen worden, von dielen 1300 wären 200 nur erschienen, während 600 Einlasungen stellbar wieder zurückgekommen find. Reiner ermahnte die senden nochmal», stch über diese Wahl erst gründlich klar zu®« � In der DiSkusfion erhielt z-ierst Herr Grothmann"[,«! Derselbe sprach seine Freude darüber au», daß man fi® p einmal in einer Versammlung triffen und über_ ttrr ,f J atlcatnbSÜcn btralhm fätmt. Wtbner ttflätf# RA kor' gelegen Hetten berathen könne. Redner erklärte fich 5!j B Jnnungautschuffe», denn, weinte«s- � man die Bestrebungen der Innungen gegen die Wahl«ine» und die öw»,»ciithftraif gelernt bei den Verhandlungen de« Kongrefie» dir* Innung, dieselbe scheine überhaupt keinen anderen veftreb«'�. zu huldigen, al» den Gesellen sämmtliche Rechte abzusch«� Ebenso erklärte fich der Kollege von valewSki gegen riee � und empfahl zugleich jenen Henen, welche /'«-L da» Wohl und Wehe der Gesellen berathen wollen, erst e- Woche in der glühenden Sommerhitze in der Miste dtt g sellen zu ardetten, vielleicht— so meinte Redner-- dann nicht mehr sagen, die Gesellen fallen Wassee � Al» letzter Redner in der DiSkusfion w# vleu-rock daß Wort. Derselbe verglich die,.�z der Gesellen in den ftüherm Innungen im zu der heutigen.„Wer da mtt thatet, auch mit ra hen." Ber der Berathurg der J?nu«8b�>vl habe man aber keinen Gesellen gefragt, ob er mtt d<�.,# einverstanden wäre. Gan, etwaS Anderes sei Vi*-.fe-% Fachvereinen. Er unterzog ferner die Bestimmung�' igM Wählbarkeit der Gsellen zu diesem Ausschuß ki«? zahlst Ktttik, indem er hervorhob, daß selbst an den»iii® nicht solche Fordemngen gestellt werden, wie Hk*�»? JnnungSwahlen, und tteth entschieden von Beih'"�.� dieser Wahl ab. In seinem Schlußwort über den ni 1 tf der Tagesordnung vertat der Referent einen Arltre' „BaugewrrkS- Ztttung" über die Vorverfammlung.„.Mf. den Jnnung'meistern am 29. August nach dem BuSS fch n Saale einberufen war. Dtrs.-m Artikel, weint. m lebe man eS beim ersten Wott schon an. weß � dcr Vrrfcffer desselben sei. Ferrer bemerkte Redner er zur Zeit de» d'kannten Minister alerlaffeS beim merster Herrn Brendicke arbeitete, die erste Versammlung verboten„r. pudlizttt war. feinen Gesellen sofort erklärte iahl. ich nicht mehr 50 PL sondern 45 Pf. Lo� — Diese Worte riefen einige unbedachte mÜJu-* J —«lese Worte riefen einige unbedachte Zw''? Mitte der Versammlung hrrvor, welche den die W i überwachenden Polizribeamtcn veranloßten, die SoLalistengesetzeS erklärte auch der zwestt nff.n. Afti _. WWW________ Iveranlaßten, auf Grund deS§ 9 de« So, erklären. Zu gleicher Zeit er! die Versammlung für geschlossen.. � Cit«(ranken lasse der vöttchep. Mittwoch, temder, Abend» 8 Uhr, In Heist'« Salon. Lichle«�,.�; außerordeniliche Generalversammlung. Tagetor»' d\ speechung innerer«affenangelezenhttten. steifst" mtj* Berel« für Technik«vd Gewerbe, Msttwoch. Abend» 8'/. Uhr. Vortrag. Gäste willM * Ranchktnb„Unienm" jeden Mittwoch,* im» «dalbertstr. 4. Q B' .«anchktnb„Westend" Frtttag. Abend»» � Hoyenzollerngatten. Steglitzerstr. 27. � °.??««kt»b„Tämmerwolke" Donnerstag. zS- 8—11 Uhr, im Restaurant Greiser, Reichen berge d Kiew« Wittheibm-e».�, Athen, 3. September. Wie b�fige Blatter aftechische Banditen den«reisen Erzdischof 0°na3HL_ Banditen onfolgten und ergrlffrn. wode.e» J einige Todt. uns Verwundete gab- Die H sZMKUN sürchtungen gehegt._______—-�sn�. _______ übrigen Theil der Zeitung R. Lrorrheim. � ««uthstraßt 1 � I Jttfe »etg, xew *ob n« s B ®lai fiutt wer, | »th, Beilage zum Berliner Bolksblatt. R». so». Mittwoch, itu 8. September 1886. m. Z-Hr«- fit Eulvicklmz in Knlgnrun. Die neuefttn Nichrtchten au« Bulgarien lauten: Sofia, vonntaz, S. Septemder. Gestern fand h!«r unter dem Vorsttz: de« Fürsten Alexander eine iSersammlung »»» Vertretern aller Parteien statt, um über die gegenwärtige ziage zu deraihm. Ei wurde eine Kommission ernannt, bestehend au« Stambulow, RadoSlawow, Karawelow. Kuechow Und Stoilow, und dieselde btausttagt, mit R rßland und ven Übrigen Mächten Über die Lösung der gegenwäctegen Krist« zu «erbandeln.„... Sofia, Montag, 6. September, Prch mittag« 3 Uhr. Der diiherige russt'che Konsul Bogdonow und deffen vor mr�m ernannter Nachfolger Nelitnvow überbrachten dem Fürsten den Wortlaut der eben eingegangenen russischen «ntw ort auf die gestern in Petersburg telegraphtsch unter. bresteten. von der bulgarischen R-gierung aufgestellten Puntle. Die beiden Konsuln erklärten dem Fürsten, daß e« nicht in der Abficht Ruhland» liege, sich in die inneren Angelegenheiten Dulgarimt einzumischen, vah von einer Ollupatton kriten» Ruhland« nicht die Rede sei w d dah rndlich, wat die Entsendung eine« Kommissart angehe, an «ine solche nicht zu denken sei, so lange der Fürst «l Bulgarien verweile. Sollte späler eine solche Entsendung nothwendiz werden, so würde der Abge. «andte de« Kaiser« weder eine gouoernementale, roch eine administrative Wtsfion haben, sondern stch besonder« darauf be Mänken. den Bulgaren Rathschlägezu erlh-ilen und die Anzelnen Parteien zum Wohle Bulgarien» mit einander in« «iavernehmen zu bringen. � Sofia, 6. Sevlembn, 7 Uhr Abend«. sTelegramm de« aBörsenkourier"). Dir Fürst besuchte heute da» Lager vor der Stadt und richtete an die QsfUtere eine lange Azschiedtrede. Die Ofstzier« erwiderten durch Popow, fit wollten Dt" Fürsten Utcht ziehen lafi-n, ste wollten nur ihm dienen. Nach dem Fortgänge de» Fürsten hielt ein O fijier eine fulminante Rede »(gm Rußland. Dt« Offiziere wollen thatsächltch den Fürsten tstcht fortlaffm, sondern ihn eventuell im Palai» festhalren.(?) Man fürchtet jedenfalls nach dem Fortgänge de« Fürsten eine lirmiiche st Manische Vesper gegrn die russtsch'grstnnten Oifiztere. — Diese Schilderung ist wohl stark übertrieben. Wie man au« allen diesen Mittheilungen steht, befindet M die Frage der Abdankung Alexander» noch immer in der vchwebe und wenn nicht alle Anzeichen täuschen, so beginnt »Zmmrhr England energische Schritte, um da» Uebergemicht de» rulstschen Einflaffe» zu bekämpfen. Salt«' bu«?'» Organ, die„Morning Post", bringt in s.-iner letzten Rummer einen geharnischten Artikel. Da» Blatt spricht dir Hoffnung au». England werde dal» G-legenhcit haben, die Ausfische Diplomatie davor, zu überzeugen, daß, wenn ihr Vor« «ihm auf der Balkanhalbinsel stch»heilweise auf die Annahme ütze, daß stch England nicht« darau» mache, ob Bulgarien unabhängtaer Staat bleibe oder alt Brücke für einen fc,.*? ber Rüsten nach Konstantinopel diene, da» Ptter». maßt VV" b inet die Rechnung ohne ven Wirth .„,ä,?t''dt d«, Schicksal Bulgarien», sondern der Tltumpb .. Polstik auf der BaNanhalbinsel derübre England, al« große mohamedanische. wie auch-l» eu opäische /7schln den schweren Portieren oder zwischen grünem Lfianzengewirre hervorlugten l Und mit wie entzückender �ürrhrit und Schärfe zeichnete sich in diesem silbernen �ondlicht da« reine Profil de« schlummernden jungen Weide« »(«(n die lichtblaue Seide de« Bettkissen» ab, über .(lch(« die aufgelösten blonden Haare bi« zum Fuß. ik"'(d«r flutheten I Jammerschade war'«, daß die häß- Wölbung de« Souffleurkasten« und«in paar flackernde �wpenlichter sich mit so unbarmherzigem Realitmu« vor ßi,, stimmungsvolle Seene drängten— man hätte vor der« kleinen Meisterwerk de« Regisseur« sonst wahrlich ßeffen können, daß man in einem Schauspielhause sei. h«n k(is(<, rasch vorübergehende« Rauschen war durch P. üesüllten Zuschauerraum gegangen- ein Aufseufzen der DoW��ng j dann aber breitete sich eine feierliche m ilder da» ganze Hau«. dir �üafchlos hatte sich eine Seitenthür geöffnet, und derfi«nl� �lt de« Mohren, die in der Dämmerung der k(iner V** �ühn( und in dem ungewissen Flockerlicht schwell. Srradrzu riesenhaft erschien, war über die dieser n.,®!'™.1"-®» war in der That ein schöner Mann. Und,""ttnrsch. Feldherr, trotz seiner dunklen Hautfarbe �micke« �.."?h(iwlich rollenden, wuthfunkelnden Augen. �('S und �'ch' Her, da unten in der Tiefe de» Par- " Ii; j.. Vben 1---- MMKS �hemlo«~ 7 asinrei oes vuuh» oufchte da« Publikum seinem ergreifende» Sir Edward Tbornton durch den gegenwärtigen Gesandten in Bukarest Sn W.ll'am White deutet auf einen Umschwung in der englischen Politik: nach einem Telegramm au« Kon> stanti, opel von gestern soll der Sultan von rufstscher Seite darauf aufmerksam gtmacht sein, daß diese Er'etzung„ge eignet sein könnte, die Orientstaze einigermaßen zu ver. schärfen". Au» London wird auch bereit« von Botschafter» konferrnzen gemeldet, die jedentall« sehr bald zeigen wer- den, wa» England in der bulgarischen Affäre zu thun gedenkt. Die Bo'schast'r Deutschlands und der Türkei, sowie die Ge» «chäfiSiräaer Julien«, Frankreich« und Oesterreich«(Rußland febne), hatten längere Untrr-edungen mit Lord Jrveßletgh, welcher altdann in Laute deS Tage« wiederholt mit Lord Sali«. dmy konterirte. Vorläufig ist nicht abzusehen, welche Macht außer England dem Fürsten vor der Abdankung retten sollte. Die Haltung der deutschen Regierung läßt keinen Zveifel über ihre Auffassung der Laie zu, und die der österreich schm liegt ebenso klar zu Tage. Da« ofii'.Sse Wiener„Fremden- dlatt" belobt ivgar die Abstpt de» Fürsten Al Lander, seinen Tdron aufzugeben. Da« Blatt steht in diisem Entschlüsse de« Fü st-n ein unübertroffene« Beispiel wahrer Hingebung für sein Volk und einen hochherzigen Akt zur Abwendung von Ge- fahren. Hoffentlich wrrde dir Fücstenfrage in voller Legalität und friedlich ausgetragen werden.— Die gleich. fall» der Regierung nah« steh-nde„Presse" fordert vom Wiener Kabinet eine gesunde und kräftige Kompensalto-ipolitik, aber krineSweg« eine selbstmörderische Politik, welche die bulgarischen oder englischen Krstanten au« dem Feuer hole. Auch V r sonst sehr ene-gisch ruffenfetndltche „Peftrr Lloyd" erklärt, Oesterreich Urzarn dürfe für den Battenborger keinen K iez führen; ii haoe stch j-tzi nur noch um die Fuge zu kümmern, wa« nach der Enltyronung de« Fürsten Al-xander in Bulgarien weiter zu geschehen bade, d. h. wie die dortige Frage im Einklang mit ven österreichischen In- trreff n geiegelt weiden solle. Di«„Nordd. Allg. Ztg." deutet bereit» in oerschäm» ter Form an, daß ste Dm Gedanken einer friedlichen Thei- lung der Ballanländer zwischen Oesterreich und Rußland nicht für au>fichl«!o« hält. Sie schreibt „Wenn der„Standard" von einem Antagonismus der In tereffen spricht, so hat er dabei, obwohl er von„drei nilttärlichen Märkten" spricht, jedenfalls die Jaterrffen Oesterreich» und Rußland« im Auge. Diese Jnter ff-n stehen aber keineSwca« in einem„unver ähnlichen" W der'p.uch. Der „Tempi" drhaupiete neulich, man sei in Gasttin üderein gekommen, die Tü ket zwischen Oesterreich und Rußland zu Ibei'en. D ese N ichrichi scheint un« eine Eingebung stan. zöstscher Phantafie zu sein. Ader wenn der bewffende „Tempi". Korrespondent auch schlecht unter ichtet ist, in srinem politischen Urthril ist er seinem„S'anvard"«Kollegen jedenfalls insofern überlegen, al« er ai Die Möglichkeil eine» woäas vivendi zwischen Ö sterreich und Rußland glaubt Dre deu'.sche Poltuk hat nur da« eine Ziel, diese Möglichkeit zur Wirklichkeit zu machen, und die Lage der Dinge scheint un« dafür zu sprechen, daß ihre Beftrr düngen keinetweg« autfichrilo« stnd. Dt« Vilstcherung de«„E andaid", daß keine« Menschen Witz dazu au«reili,ei die«rbetteroerfammlungen oerdietet, zeigt er stch sehr nächst httg gegen die Ardeitertnn-noersammlungen, die seit einiger Zeit an der Mode stnd. Die Lorbeeren der Louise Michel und der Paula Kink haben die sozwldemo- kratischen Unterröcke jenseil« De« Rhein« nicht schlafen lassen. Zuerst fielen die Kanfeklionsardeilerinnen der revolultonS-en Azttalion anHeim, und laut deklagten st« stch, ste würven au«- gedeuiet und bekämen lächerlich geringe Löhne, die„zu viel zum Sterben, und zum Leben zu wenig" feien. Nicht« kann sonderbarer und lustiger zugleich sein, al« eine solche Frauen« Versammlung. Kleine, geschriebene Ankündigungen kleben an den Thülen der Häuser, wo stch Konfetltonswerkstätten defiir» den, und laden vre Arbeiterinnen ein, stch im„Apollosaale" einzufinden, um dort die Lohnsrag« und die Frage der Ver» kürzung der Arbeitszeit zu eröltern. Der„Apollo", ist ein große» Russee R staurant, da» mit schreiendem Luxu» ausgestattet ist; ring« um den Saal läuft eine Gal-rre, die von stuckgeeirlen tauten getragen wird. Um achteinhalb Uhr Abend« ist Ver Saal, der ungefähr acht- bi« neunbundert Per» tonen faß«, noch so gut wie leer: nur einige melancholtiche Gäste styen einsam an einzelnen Tischen unv trinken ihr Bier over schwarzen Kaffee. Aber gegen neun Uhr beginnt stch der Saal zu füllen, Vre Galerien werden besitzt und beleben stch, trupvenwetse kommen die Tbeilnehmer der Versammlung an, die Werlstuden stnd geschlossen und die Fräulein Näherinnen find nun ftei und können ihre Muße der Politik widmen. Die meisten stnd kokett gekleidet und wenn man ihre munteren und niedlichen G stchter steht, so iommt man zu der Vermuthung, st: seien nur dter erschienen, un eine angenehme Stunde zu oerleden und ihren Kaffee in G sellschast zu trinken, al« tnter» eifire st« aber die soziale Frage am allerwenigsten. Sie mustern die Velsammlung. dekriieln sehr ungezwungen Geficht, Klei» dunq und Haltung der Anwesenden, und ihre Bemerkungen entbehren nicht eine» gewiss-n W tze». Aber jetzt wenden st h alle Köo't dem Hrntergrunde de» Saale« zu. Die Präfidentin hat auf ihrem Sessel Platz genommen. E» ist eine Frau reifen Älter«, ihre Haare stnd ergraot und ste ist in ernrte« Schwarz gell-idet; ste trägt ein« Brille und hält eine Tabak»« legen hatte, erstarrte zu einer Miene de» Entsetzen« beim Anblick seiner von rasender Leidenschaft geschüttelten Ge- stall. Wie zaghaft und doch wie weich und zärtlich kam es über ihre Lippen: „Willst Du Dich schlafen legen, mein Gemahl?" Und dann, al« er sie aufgefordert, zu beten, al» er ihr in kurzen, abgebrochenen, mit heiserer Stimme hervor» gestoßenen Worten seine furchtbare Absicht mitgetheilt, wie zuoe» sichtlich klang ihr Zweifel an dem Ernst seine« gräß» liehen Vorhaben«, welch' eine Welt von unendlich ver- trauensvoller, hingebender Liebe leuchtete au» dem klaren Blick ihrer Augen, tönte au» jeder ihrer einfachen, sanften Antworten auf sein« grausamen Anklagen und Fragen. Tief erschüttert und in allen Fibern gewaltig erregt, verfolgten die Hörer den weiteren Verlauf der tragischen Schlußscene de« Drama«. Kein andere« Moment in der» selben aber war von gleich rührender und herzzerreißender Wirkung al« die Antwort der sterbenden DeSbemona auf Emilien« Frage:„Wer hat diese That vollbracht?" „Niemand I— ich selbst!— Leb wohl I Empfiehl Mich meinem gütigen Gemahl. Leb wohl l" Die Frauen im Zuschauerraum schluchzten laut, und die Männer kniffen für einen Moment die Augen zusam» men, weil sie die unmännlichen Thränen zerdrütfin mußten, die stch da wider ihren Willen hervordrängen wollten. Und al« nun endlich der Vorhang gefallen war, da brauste ein ungeheurer, endlose, Beifallssturm durch da« Hau«, der sicherlich ebenso sehr der Darstellerin der DeSdemona galt al« dem gefeierten Gaste, welcher sich mit dieser seiner glänzendsten Leistung von dem Publikum der Stadt verab- schiedet hatte. Seite an Seite mußten sie noch mehrmal» vor der jubelnden Menge erscheinen, und der Enthusiasmus erreichte seinen Höhepunkt, al« der Italiener emen Lorbeer- kränz, der auf die Bühne geworfen worden war, seiner Partnerin üderreiehte. Für die Dauer einer Secunde begegneten sich dabei ihre Blicke, und die ganze leidenschaft» lache Gluth, welche vorhin ihr Spiel durchtränkt hatte flammte noch einmal auf dem Grunde ihrer Augen auf.—— Im Zuschauerraum war e« bereit» ganz finster und auf de, Bühne brannten nur noch zwei Flammen. dost in der Hand, die sie würdig auf dm kleinen Tisch legt, der vor ihr fleht. Sie dankt den Anwesenden für ihr zablriichei Erscheinen und bittet sie, mit der schuldigen Mäßigung und Ruh« die Bürger und Bürgerinnen anzvböien, die da» Wort ergreifm würdm. Diese Litte ist lehr ange brecht, aber man scheint nicht besonder» geneigt, sich nach ihr zu richten. Ew kleine» Männchen, kaum einen Stiefel hock und bärtig wie ein Gnom, deginnt «ine R'de, die in drei Theile zerfallen soll, aber nach den ersten Wortm wird er verwirrt, verliert dm Faden und fängt «i stottem an. Statt nach fichtig zu sein, macht fich die Ver- mmlung über ihn lustig und überschüttet ihn mit faulen Witzen; man schreit:„Steckt ihn wieder in den Kasten", man zischt, man heult, man wälzt stch vor Lachm. Der kleine Demosthme» steht ein, daß er heute keine Lorbeeren pflücken kann und verschwindet. Eir« Revnerin folgt auf ihn; e» ist ein richtiger Dragoner, mit Schultern wie ein Sackträger, mit Handbewegungen wie ein Wachtmeister, eine Blondine mit thurmartig aufgekämmten Haaren. Di« Sprache Schiller'» und Göthe'» spricht fie nicht; diese» Deutsch ist gut für die Aristokraten. Sie redet im Berliner Jargon, fie gurgelt die Votale hervor und läßt die Simme am End« jede» Satze» fintrn. Sie arnirt fich nicht, Jedem gründ« ltch die Wahrheit zu sagen. Die Meister, welche die Arbet- terinnen autbeuten, find„nicht viel werth" aber auch die Ar- deiterinnen„taugen oft gmug gar nicht»". Sie denkm nicht daran, gute Arbeit zu liefern, fie wollen stch nur immer amü- firen und Gänsebraten effen und Weißbier trinken. Wenn fie dm Meistern durch ihr Benehmen Achtung einzuflößen wüßten, würde man ste nicht so au»zubtut« Gastwirth kotz wiederholt« Aufforderung, die Gläser bis zum Füllftrich vollzusckänkin, von seinem gegenihelligen unlödlichen Thun nicht abließ, eine Denunziation bei d« Volizeiverwal« lung einreichten. Diese Denunziation hatte indessen nicht den «warteten Erfolg, indem die Polizeiv«wallung die Klag« ad« wies, dem Einwände des Gastwirth» zustimmend, daß da» Gesetz das Füllen d« Gläser bis zum Füllstriche nicht vor- schreibe. Auch die Staatsanwaltschaft in Neu-Ruppin, an welche fich hittauf die in ihrem B!«genuffe geschmälerte» Friesack« wandten, trat der Anficht d« Friesacker Polizeioer» wallung bei, daß d« schneidige Gastwirth in seinim Rechte sei und die Friesacker müffen nun wohl od« übel zufrieden sein mll dem, was fortab für ste in die Glas« htneinträufelt. Dies« Fall ist zugleich int«effant und lehrreich und dürstr auch für weitere Kreise bedeutungsvoll sein. Jedenfalls wird aber für Jeden die Frage näh« gelegt: Wozu d« Aichskit, wenn es den Gaftwtrlhen überlassen bleibt, nach ihrem Gut« dünten die Glas« zu füllen? Bom„vernagelte« Hanse" weiß ein Berichteifiatter folgendes mitzutheilen: Die im Vollstreckungivnfahren anze« oidnete zwangsweise Bermauerung de» nach dem GeorgenttlV Hofe belegenen Fenster des Hause» Friedenstraße 97 gelangt seit Sonnabend mit unnachstchllich« Strenge zur Ausführung- Di« einzige Konzesston, welche den Mielhern auf polizeilicht Intervention zugebilligt ist, desteht darin, daß einstweilen ew Fenster in jeder Wohnung von d« exekutiven Bermauerung freigelassen werden soll; einzelne Wohnungen in dn ersten un» zweit:» Eiag«, welche birellt früher von der Exekution bettoffen worden,«freuen fich auch nicht einmal dies« Bttgünstigung, vl-lmehr erhalten diese Licht und Lust nur durch die nach dein Hofe hinaus belegenen Küchenfenster, sonst dringt kein Sonnenstrahl in diese von der Außemvelt völlig abgesp.-rrten räume hinein. Wenn katzdem keiner von dies« ganz ex«� tanten Maßregel betroffenen Mieth« bish« von dem ihm V* stehenden Rechte der sofortigen Auflösung de» Rtethsveittag» Gebrauch gemacht hat so v«l>ient die» gerade gegenüd« 0% Rigorosität de» GemeindekirchenratheS von St. Georg um Ij mehr Anerkennung, al» man die» lediglich au» Rücksicht™ die ohnedies schwere Schädigung de» HauSwirthe» unterlofst» hat und deshalb bi» zum 1. t M. auch unter den obroalteflJJ" Verhältnissen in den Wohnungen auszuharren beabsichtigt. Herren vom Gemeinde- Kirchenrath aber würden gut thun, t» einmal an Ort und Stelle zu begeben, und dort aus d«« Munde der zahlreichen Paffanten eine Kritik de» mintuM! seltsamen Versah: en» enigegenzunehmen; fie möchten ln� Dinge zu hören bekommen, die ihnen noch recht lange in � Ohren gellen würden., Werth 1,70 R., Spesen 7,60 M. Da» ist ein<< Mißverhättniß, und um unsere Leser in gleichen FälWff, Schaden zu behüten und zur Vorficht zu mahnen, oedFL Uchen wir den kleinen Vorfall. An ew norwegische» Ha#} Bergen) sendete laus Verlangen die Exvrdition der„08"% Fteischerztg."«in« Drucksache, Gewicht 153 Gramm, Werth#? Nachnahme« 1,70 M. Die Srndung wird ad« in Bergen w?? eingelöst, geht nach B«lin zurück und die Absendenn hd da» Hin- und Rückporto zu zahlen und nicht»venig« M 7 M. 60 Pf. Da, schien selbst d« Postbehörd« el-va« � viel zu sein, ad« die Rechnung stimmte genau.(Vww-vi 60 Pf. d.utsche» Porto, 330 Pf. fremde» Porto: 1»"!° 40 Pf deutsche, Porto 330 Pf. fremde» Porto), UN? tief« Aufstellung ließ sich nicht» zurücknehmen. Also in ähnlichen Fällen!-a Falschmünzer. Am Sonntag, den 22. v. M-, mach« in den Lokalm von Schtldhorn ein Mensch dadurch aup™' daß er an mehr««» Ollen sew« Zech« mtt harten ThalnN zahlte. Der dienstbadende Gendarm wurde darauf ausmerkp" gemacht, sah fich mehr«« der o«au?gadten Thaler genauer erkannte dieselben al» falsch, trotzdem fie den echten t&>s«� ähnlich find, und nahm vier Stück in Beschlag. D« gib« harte benit» einen Krems« bestiegen, doch wurde«» demselben herabgeholt;« hatte jedoch keine falsche» mrhr bei stch, so daß seine Verhaftung nicht«folgen ton und der Gendarm e» dabei bewenden lassen mußte, son al» di« eine» Kellner» Krause au» Bnlin se''»ufleUe» � die nunmehr dn Kriminalpolizei gemachte Anzeige>0 00» Vsv IlUiiimV' JVlkUIMlUipUilZt» zwischen delselben gelungen, so viel Belastungimateruu zuschaffcn, daß Krause und noch vi« Pnsonen wegllt münzeui und w-gen wifientlich« Verausgabung de» zum Untttsuchungs-G.sängniß in Moabit«ingilikr Un find. Das Taubeupreitfliege« de» B«»in«„Taub�Hg- Süd Ost, auf welches wir in unser« Fi eitaas- NPTLW* wiesen, bat am vergangenen Sonntag, nachdem am C# ,,(ust Abend Biesen-Hal, an de» Stettiner Bahn gelegen,*„ gll slagsort bestimmt war, stattgefunden. 51 Tauben wu» �i» 7% Uhr au'gel.ffm. und da dekannil'ch solche Taut»«»' g» Toaren längere Zell zusa-nmenfliegen, bevor fi- fick ti-Taub.n In«tesemhal allein ca. 21 Stunden geslog"�- »rs ; hew� ..$a'?enn« aus H. zurückgekehrt ist,, das Lager ferner schwererkrankten Mutter gerufen s°5" unverzüglich geschehen. Will mich doch die Last «drucken, dre ich da auf dem H«zen trag«!",. . standen vor dn Behausung der Schauip' � und fie streckte ihm zu eine« letzten AbschiedSgrtße' Hand entgegen. Ihre Stimme ab« klang merf®Ür i' preßt, al» fie sagte: „Lebe wohl, mein Freund I Alle guten Geister Dich begleiten!" .«Kein Lebewohl! Kern Abschied!" flüsterte«-' hnßen Lipp« auf ihre schmale Hand pressend... zuversichttiche«:„Auf Wiedersehe»,!— auf fröhliches- l'che« Wiedersehen!" stthe«, bis chr« fein. Gestalt an eine« erhellt* � de« zweiten Stockwerks«schien, und ihm noch nachtgruß zuwinkte. Er sandte ein Dutzeirt hinauf, und«st al« die Vorhänge herabgelassen%,##' »aren, ging er in der Richtung nach seinem H* Sein Dien« war noch mit dem Packen d«K�z»« schaftrgt, denn mit dem ersten Frühzug«»»ollte dtt d" Stadt verlassen. Er«theilt« Jenem»»* fid- Besehle und zog sich in sein Schlafzimm« «ne permgend nervöse Umuh«. die fich? hatte, hinderte ihn daran, sein Lag«»u* wandert«'-"* einen feiner«igancucn«u..—-------. Morgen wecke» wollte, fand rh» noch'» serner zu erkennen. In«in« halben«ri-� ßu meldete«, und den Herrn f* rh« ste stch trennten, gelangte die erst« um 1 Uhr 3 Minuten nach Berlin. Sie brachte ihrem Besitzer Herrn Jahns, Liidbener- ßratze 3, den ersten Breis und zwar ein prachtvolles Gehänge »in. Die zweite, Besitzer Herr D. Dochow, Wienerstr. 63, traf 1 Uhr 33 Min. ein und brockte demselben ein Bier. Service ein. Die dritte traf 4 Uhr 30 Min. ein und brachte ibrem Besitzer, Herrn Schloff er, Naunynstr. 13, einen großen Korbkuhl mit Schauleleinrichtung ein. Die vierte traf am Montag Mittag ist Uhr ein: Befitzer Harnisch. Forsterstr. 4; Preis: ein ele- Sanier bronzener Goldfischständer. Außerdem trafen am Mitt« woch zwei, am Donnerstag und Freitag je eine Taub« ein. Ein arger Schwindel mit Eparkafsenbücker» ist von dem früheren Buchbtnderaebilfen G. in Szene gesetzt und an »nschiedenen Stellen mit Erfolg durckaeführt worden. Der Betrug wurde in rasfinirter Werse betrieben. G. zahlte bald an dieser, bald an jener Annahmestelle eine Marl ein, ver- schaffte sich so Sparkaffenbücher, trug dann höher- Summen ein, fälschte Daten und Namen der Beamten. Mit diesen Büchern rüstete er heruntergekommene Individuen auS, welche fk bei Prioetpersonen verpsanden mußten. Der Betrug ist an mehreren Stellen gelungen und wurde erst entdeckt, als ein hineingefallener den hergegebenen Betrag bei der Sparkaffe er« heben wollte. Das Buch wurde angehalten und der Kriminal- volizei zu weiteren Recherchm übergeben, die diS jetzt etwa sechs Fäll« festgestellt hat. Der sogenannte Buchbindergehilfe ®- ist. wie es heißt, festgenommen worden, während auf seine «omvlizm noch gefahndet wird.- An diese BetrugSgeschichte «üpfen sich manche intereffante Einzelheiten. Vor längerer seit machte G. viel von sich reden; er war es, welcher ge- «isie Kreise mit Broschüren überschwemmte, an daS patriotische ®rfühl seiner G-finnungsgmvffen appellirte, um von ihnen «nen Obolus für sein Leben voll Müßiggang herauszuschlagen. •int der Broschüren verherrlichte einen bekannten antisemitischen Zlgitator und gelangte de» Oefteren an eine falsche Ldreffe. Auf dies« Weis« wurde dieser Schwindel, etwa» Andere» war A nicht, bekannt und zur Zell vielfach in der Pceffe besprochen. Dem Jndustrieritter ward das Handwerk gelegt, und um stch "un auf noch bkguemere«eise Existenzmittel zu verschaffen, Wk wieder ein Büchlein, diesmal jedoch eine Urkunde in eines Sparkaffenbuches herhalten. Em Handlanger des f- war ein studerer Theoloae, welcher bei der furchtbaren Zlsth, in die er durch ein Nervenleiden gerathen, sich d«S Schwindel« kaum bewußt war. Derselbe leidet an Verfol folgt, die ihn zu vergiften trachten. Sobald man dieses Thema mtithrt, hat man das ausgeprägte Bild de» Gemüth» kranken vor sich. Dies-r Helfershelfer hat bis vor Kurzem anständige Stellungen bekleidet und ist durch sein Leiden von Stufe zu Stufe gesunken. Berliner Junge«. Einem hiesigen Blatte schreibt ein Abonnent:„Ich ging gestern am T-mpelhofer Ufer und sah, ein Bengel von etwa neun Jahren hart am Rande des «onais auf ver Einfriedigung berumtumte. Ich rief:„Junge. �u willst wohl in« Waffer fallen?"—„Det möchten©« woll," �«ortete der Ranae,..damit Se sich'ne Rettungmedallje krdienen können I Ree. iS nick!" . Durch riutu nichtswürdigen Bubenstreich ist ein im Stadrtheile Moabit wohnender Bäckermeister empfindlich ge- ichädig, worden, ohne daß es dl» jetzt gelungen ist, den Thäter ®Wfindig ,u machen. Die Backstube und der Vorrathsraum "»gen,«ie die» meistens in Berlin der Fall ist, im Kellergeschoß 2»* Hause» und diesen Umstand bat irgend ein neidischer »rnkur.ent— das B-schäft war erst vor wenigen Monaten «offnu— oder irgend«in anderer nichtsnutziger Bursche de- "u»i und durch die Fensteröffnung Karbol gegoffen, so daß BfffhJiy 11 an®cm Zag« bereits fertigen Backwoaren total -■ n«aren und weggeworfen werden mußten, sondern MZWUMMZ Geschäftsmann das Fernbleiben der derctts gewonnenen Kunden, die ter sonderbare Geschmack der Waare natürlich abhält, ihren Beda:f wetter zu beziehen. Hoffentlich gelingt es noch, den boshaften Veranstalter des Streiches zu entdecken. a«ie sehr die jetzige abnorme Hitze auch auf die Werde einwirkt, zeigte stch am Sonnabend Nachmittag, wo tkgen halb 4 Uhr am Kreuzpunkt der Pferdebahnlinien auf «m Hockeschen Markt da» Vterd eines PferdebahnwagenS in Na» Hitzschlage» stürzte. Obgleich ein Abveckereiwagen, der Tbier, welches noch Lebenszeichen von stch gab, nach dem �tt>ot G:sunddrunnen schaffte, schnell herbeigeholt wurde, hatte boch bald, zumal bei dem g-steigerten Sonntagsverkehr, ein wrrniicher Wagenpark gebildet. Auf eine ganz raffiairte Art ist ein armer Handels- welcher auf dem Arkonaplatzc mit Pantoffeln h-ndette, a« �iner Gaunerin empfindlich geprellt wo den. Derselbe hatte r1* Ctn# e>____ �Z"e Frau ein Paar Filzpantoffeln verkautt, worauf er von ein Zweimarkstück erhielt, auf welches er nicht heraus- er las das kurze Briefchen zu wiederholten '«he er sicher war, daß er sich nicht getäuscht habe. ÜL/Ü doch gar zu überraschend und unwahrscheinlich, was da wurde. Es biest in dem Brief: MitgetheiÜ wurde. Es hieß in dem Brief: Mein theurer Freund! sich«dl« Mann,»elcher noch immer ein Recht hat, für««•(pttVipf ttitv fnpfi#n ptn N,'Üt weinen Verlobten zu halten, sendet mir soeben ein e7''Sram« mit der dringenden und flehentlichen Aufforde- tuuMnfiflltif nnrft A in kommen. Seine Mutter se, � Unvnzaglich"näch'"KV'zü"kommen.' Seine Mutter sei di»., �e nahe, schreibt er, und er bedürfe meiner unbe- 8*. 5W& fim t« pitipr ♦rrtiinop« SßoQtf lch fciUC fcT5'- Ich bin in einer ttaurigen Lage. unerf""~...... »n fflv,............—----------—-------- R etwa telegraphiren— ich. die ich nicht ein- unerfüllt lassen, so müßte ich ihm auch die wahr« Li; unrrs— \yl?tn Gründe meiner Weigerung mittheilen. �.den' Und kann Muth finden würde, sie niederzuschreiben? »s. es bleibt mir keine andere Möglichkeit, die der Abreise, und ich hoffe. Du wirst Bettrauen iJ3 zu mir haben, mir deshalb nicht zu zürnen. Gleich --? weinet Ankunft soll er Alles erfahren, was ich ihn p«* habe. Vielleicht ist diese Lösung de» peinigenden --v- Aber ich durfte «je 1?°�* besser als irgend eine andere,«ver»»»i" �? Vorhaben nicht verschweigen, wenn ich Dich auch �ied../?� um Deine Zustimmung beftagen konnte. Auf Ziehen denn! Ewig Deine Gerda." WdP*"" g«ht der nächste Zug nach H.?' herrschte der "n.«�v mit funkelnden Augen den erschrockenen Diener Wtm, eilte, sich bei dem nächsten Kellner zu infor« einer Miene de» Bedauern» kehrte er zurück. % '«w zehn Uhr." So fahren wir um zehn Uhr nach#.!— telegraphiren, daß ich morgen nicht te«offer aber bleiben einstweilen hier M Di. (Fmtsetznrg folg».) L geben konnte. Behufs Wechseln» des Geldstück» begab er sich in ein in der Nähe befindliches Galanteriewauengeschäft, seinen Korb unter Obhut der Käuferin zurücklaffend. Als er aus dem Loden zmückkam, war die Frau nebst seinem Korb oerschwunden. Di« darin befindlichen Pantoffeln repräsenttrten einen Werth von 10 M. 50 Pf., ein Kapital für den armen Händler. Von der Diebin war leider keine Spur zu finden. Unter dem dringende» verdacht derlvraudfttftuug ist Freitag in Chattottenbmg der Schorn steinsegermeifter Lange verhaftet worden. Lange wohnte in dem Haus« in der Schillcr- stcafe, in welchem vor einigen Tagen das verheerende Feuer stattfand. Er hatte sein Mobiliar wett über dessen Werth ver- sickert, und soll nun den Brand angelegt haben, um di- Ver- ficherungssumme ausgezahlt zu bekommen. Den am 8. Mal an derselben Stelle staltgefundenen Brand angelegt zu haben, ist Lange, wie die„Neue Zeit" mittheiit, edmfall» im höchsten Grade verdächtig. Er dechriligie sich damals zwar eifrig an den Löschmbeiten, suchte auch den Verdacht der Bra.idstifiung auf einen Anderen zu lenken. Damit vermochte er jedoch den Scharfblick unserer Kriminalpolizei nicht zu täuschen. Dieselbe ließ ihn seitdem unausgesetzt beobachten, und das Resultat ist eben die erfolgte Verhaftung. von einer Lebrnsrettung durch ein zwölfjährige« Mädchen weiß ein Berliner, der gegenwSttig in Erkner weilr, folgende» zu erzählen: Der Sohn de» Amtsdiener» Schmidt hatte sich zu weit in dm Karußsee(1 Kilometer von Erkner) hineingewagt und war an eine Stelle gerathen, wo er sich in dos Schlingkraut dermaßen verwickelte, daß er weder oorwätt» noch rückwärts sich bewegen konnte. In setner Anast tiammette er sich an einen dott eingerammten kleinen Pfahl und schrie um H.lfe. Von den am Ufer oe» sammelten zahlreichen Sommer- gästen war keiner zufällig des Schwimmens hinreichend kundig, endlich trat die zwölsjährige Luise Wollenderg, die Tochter einer ottsarmen Frau hervor, und nachdem sie stch von einem vorbeifahrenden Kutscher die Pserdeleine hatte geben laffen, sprang fie beherzt in das Waffer, schwimm dem Knaben entgegen und warf ihm aus der Entfernung die Leine zu, mtt deren Hilfe fie ihn aus der Gefahr befreite und ans U er zog. Die Berliner hallen inzwischen ein« Geld Sammlung veranstauet, die fie der kleinen braven Ledensretterin als äußeren Lohn überreichten. Eine« schauervollen Selbstmord beging, wie nachträg- lich gemeldet wird, am jüngsten Freilag ein ardeiisloscr, in der Stetlinerstraße(G-sunddrunnen) wohnbafter Feilenhauer da« durch, daß er stch in der Nähe der Norddahn Uebersührung auf das Schienengeleise der Stettiner Eisenbahn warf und von dem um 5 Uhr Nachmittags aus Berlin kommenden Schnell- zuge überfahren ließ. Der Sö-per wurde der Länge nach förmlich in zwei Hälften getheilt und der Kopf zermalmt und vom Halse getrennt, so daß der Tod sofort erfolgt sein muß. Der Lebensmüde ist mehrere Tage an der betreffenden Stelle gesehen worden und hat jedenfalls bereits vorher schon den Versuch gemacht, stch durch Verbluten zu töbten; denn an dem einen Arme fanden sich frische Schnittwunden vor, welch! mtt Lappen verbunden waren. Unverantwortlicher Leichtfin«. Als ein Herr E., ein GreiS von 75 Jahren, am Sonnabend die Lotst ingerstraße auf dem Bürgersteig entlang ging, fiel au» der zweiten Etage de» Haufe» Nr. 26 eine Flusche mit Oleum auf ihn dera-t herab, daß die ätzende Flüssigkeit stch über ihn ergoß und die Klei- dung des allen Herrn vom Kopf bis zu den Füßen ruintrte. Es ist als ein wahre» Wunder zu bezeichnen, daß ihm G-stcht und Hände verschont dl, eben. Wie sich ergab, hatte»in Dienst- Mädchen während der Putzardett die Flasche mit Oleum auf die nach außen schräg abfallend« Fensteroerkleidung gestellt und durch eine unvorsichtige Bewegung hinadgeworsen. Dieser fteoelhaste Leichlstnn erbitterte die stch um den Betroffenen an- sammelnden Paffanten derart, daß der alte Herr fie nur mit vieler Müh« beruhigen und davon abhallen konnte, dem leicht- fettigen Mädchen auf der Stell««inen nachdrücklichen Denk- zettel zu geben. Stne Hanstreri«, die,«in« groß; Kiepe auf dem Rllckn tragend, Sieinautgeschirr feilbot, hatte am Montag Vormittag auf dem Oranienplatz daS Malheur, über einrn forlgeworfenen Odstrest auszugleiten und mit ihrem zerbrechlichen Vorrath zu fallen, von dem natürlich ein großer Theil in ocherben ging. Das Malheur zog viele der vom Wochenmarkt kommenden Frauen herbei, die von dem noch brauchbar gebliebenen Geschirr lauften mit Rückstchi auf di« Eigenattigleii des„Falles" und die trübe„Lage" der Händlerin. Ein menschensreur.dlicher alter Herr veranstaltele außerdem eine Kolleki? unter den An- wesenden, die so reichtich au, fiel, daß er schließlich abwehrte; die Frau machte mit ihren Sckerden ein befiereS Geschäft, alt mit dem guten Geschirr.„Ick wer' man mein Jelv wieder instecken", meinte«in dicker Fleischer, der auck seinen Odorus zur Kollekie beitragen wollte,„sonst kriegt die F;au so'ne jute Einnahm«, det se rasch an die nächste Ecke noch mal fällt I" Murtthalle«- Bericht von I. Sandmann, städttsck«» Berkaufsvermittler, Berlin, Zentral- Markthalle, den 7. September 1886. Butter. Frisch« feinste Tafelbutter x. 112—116, feine Gutsdutter L 102 110, II. 92-100, IU. fehle, hafte 80-65, Landdutter I. 85—90, u. 70-80 M. Galizische uns andere ge- ringst« Sotten 55—66 M. p. 50 Kilo. Käi«. Echter Emmtmbater73— 80. WestpreußischerSchweizer- käse L 56-63 M., U 48-52 M., III. 40—46«, Quadrat- badstein I. fett 22-25 M., Ii. 14-18 M.. Tilsiter Fettkäj. 46—56—60 M., Tilstier Maaerlfife 18—23 R., Limburger I. 30—36 R-, II. 20—25 M„ Ram<«our 30—86 M.. rhrwisch«, Holländer Käse, 20— 22Psd. schwer, 45—58 M, echter Holländer 65 M., Edamer I 60—70 M., II. 56—68 M., franMscher Neufchateller 18 M. per 100 Stück, Camembert 8.00—8,60 K. per Dtzd., Mainzer 4 M., Harzer 3.50 per 100 Stück. Eier 220 M ver Schock. Geräucherte Fische. Rheinlachs 2�50-2,90 NL, Weser- nnd Ostseelachi 1,20—1,40 M, geräucherte Aale 70—100 bis 130 Pf. pr. Pfd., großer Delilateßaal 1,50 per Pfd., Flundern, kleine 2,75-3.50, mittel 4,50-8 große 12—20 M.. Bücklinge, 4,50 bis 6,00 M. Dorsch 3-10 M. per 100 Stück. Sprotten 0.50 per Pfund. Seefische. Lachs 1,00—1,20—1,30 Matt. Zander, große, 80—90 Pr., Heckt 40— 50-65 Pf„ Steinbutte 70—30 Pf.. See» mittelgroß 80-95. große 1.10 M. nste80--- oße 8—12 M. per Schock. Hummern 1,30—1,60 M. per *UTtb. Gemüse und Obst. Neue franzöffsche WallnÜffe in Sckaale per Pfund 30 Pf., geschält 60 M. p Slr„ Mfickc 25-45 iß,, Tomaten 10-15 M per Zmtner. Weintrauben 25—40, Unga- rtldit 25-30 M., Französische 30—40, Spanische und Liffavoner mmm# 4-16 M.. Birnen 6-20 Amftl 5-20 M.,.Tyroler M 20-25 M. französische 40—50, , Zwiebeln 2 00-8,60 WWMAÄW 8»•...««.• Rosen 4 M. pro Kord von 200 etutf. Wild und Gtflügel. Rehe 60-75, Hirsche 35-50, Wild- schwetn 25—30 Pf. pr. Pfd., Redhühner, junge 90-110, alte 70-85 Pf,; Wachteln 50-80 Pf., wild« Enten 0,80-1,20«, junge Gänse 3,00-5,00 M., junge Enten 1-1,60-2,00 M, 'unge Hühner 0,45-0,80 atte Hühner 1,00—1,40 M., Tauben 30-45 Pf.. Poularden 4,50-8«. per Stück. Wasserstand der Spree in der Woche vom 22. August bis inst 28. August 1886.(Angade in Metern.) Pottzetbericht. Am 6. d. M, früh gegen 6 Uhr. kam der obdachlose Dachdecker Herrmann in die Wohnung seiner früheren Geliebten in der Chauffeestraße und oerlangte von ibr Unterkunst und Wiederaufnahme de« früheren Verhältniffes. Ali ihm beide« abgeschlagen wurde, zog er ein Terzerol au» der Brusttasche und schoß es gegen seine linke Brust ab. Er wurde, anscheinend iöbtlich verwundet, aber noch lebend in die Chatttee gebracht.— Am Vormittag deffelden Taget fiel in der Matthäikirchstraß« der obdachlose Maurer Sieger« bei dem Versuch, undefugier Weise auf einen in der Fahtt befindlichen Mörielwagen zu steigen, wieder auf da» Straßenpflaster herab und erlitt dadurch eine recht erhebliche Verletzung am Hinter» köpf, so daß er nach der Caartlee gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit starb plötzlich während der Arbeit auf dem Stettiner Bahnhof der schon seit längerer Zeit kr.,nk- Arbeiter Prehn nach vorangegangenem kurzen Unwohlsein. Die Leiche wurde von der anwesenden Ehefrau nach ihrer Wohnung ge» bracht.— Am Nachmtttaa fiel auf dem Grundstück Königin» Augustastraße 19 der Maurer Bamack in Folge eigener Un» Vorsichtigkeit 3 Meter lief von einem Gerüst herab und erlitt dadurch einen Rlppenbruch. Er wurde nach dem Elisabeth» Krankenhause gebracht.— Zu derselben Zeit wurde bei dem Grundstück 5tottbuser Ufer 14 die Leiche eines Manne» aus dem Kanal gezogen und nach dem Leickenschaudaufe gebracht. — Gegen Abend geriethen an der Ecke der Friedrichs- und Jägerstraße ein Laufbursche und ein Straßenreiniger in Streit, in besten V-rlaul erfterer seinem Gegner so in da» G-fickt schlug, daß das Glas zerbrach und dieser durch die Splitter sehr bcdeutend verletzt wurde. Er wurde, nachdem ihm sofort ein Noihverband anaelegt worden, nach der Klinik und. nachdem ihm dort die Wunden zugenäht worden, nach der elterlichen Wohnung in der Schulstraße gebracht. Gerichts-Zeitung. t Unter der Anklage de» Betrüge» stand gestern der Bürgermeister a. D. W. Laser vor der II. Abthettung de» hiesigen Schöffengerichts. Als Bureauvorsteher des Recktsan» walts Ratzel valie er von einem Mandanten daselbst, Namens Leuschner, 70 M. an Gebühren und Kosten einzuziehen. Er kam mtt Leuschner zulammen und wußte ihn— so erzählt er wenigstens— zu überleben, ihm gegen Wechsel 100 M. zu leih n, wogegen er ihm versorach, mit der Eintreiduna der Gr- bührcn für den Rechtsanwalt noch zu warten. Sr verließ jedcch diese Stelle und nun entdeckte sein Nachfolger, daß Leuschner nock immer die 70 M. nicht b.zahlt habe. Aus eine Mahnung «wldette Leuschner, daß er an den früheren Bureauvorsiehrr daS Geld beretti adgeliefett habe; er wurde jedoch in einem Zivilpeozeß, den der Rrchtkanwalt Ratzel jetzt gegen ihn anstrengte, zur Zahlung des Betrages ver» ur, heilt, gleichzeitig aber gegen Laser eine Anklage wegen Be» irugeS eingeleitet. Die Sache nahm insofern eine überraschende Wendung, als Leuschner eine Aussage abzugeben ablehnte, ae» stützt aus die Bestimmung, wonach Zeugen die veantwortuna von Fragen ablehnen können, durch welche fie sich selbst einn straloaren Handlung schuldig bekennen würden und da» Ge» richt ging auf diese Weigerung ein, weil, wenn durch die leugeneidliche Vernehmung Leuschner» es stch als ttchtig heraus» stillen würde, was Laser behauptet, Leuschner dann sich eine Anklage wegen Verleumdung und falscher Anschuldigung zu» ziehen könnte. Unter diesen Umständen mußte der Angenagte srttgesprochm werden. Vor der erste« Ferieuftrafkammer de» Landge- richt» I wurde gestern die Anklage gegen dir verantwortlichen Redatteure dcr„National Zettung",„Freistnnigen Zeitung", „Bülsen- Courier",„Be.l ner Volksdlatt",„Börsen- Zeitung", „Neuen Preußischen Zsttung",„RelchSdoten" und gegen die Berichterstatter Friedländer und Meyer wegen Vergehm gegen §§ 17 und 18 deS Preßgesetzes oei handelt. Die Beschuldigten Fctedländer und v. Hammerstetn waren ausgeblieben; da: auf» bin beantragte der Staatsanwalt Dr. Ltppert Vertagung der s ft» a'tJ-s den betreffenden Zettungen gebrachten Notizen über den Proaeü Sarauw«im Veröffentlichung der Anklageschttst darstellen. Der Staatsanwalt begründete dm Vettagungsänkrag mit dem Hinweis, daß die V-rlefung der Anklageschrift au» dem Prozeß Sarauw, die veröffentlicht wordm sein soll, volle vier Stun» den in Anspruch nehmen würde. Die von der„National» Z ttung" und dm mitanaeklagten Z situngm über die betreffend« Verhandlung gebrachte Nottz enthält ungefähr sechzig Zeilen. Es wird fich daher vor Allem darum handeln, od eine„Per- öffentlichung" eines Aktenstückes von so voluminösem Umfang SSÄÄÄrs iÄÄ SÄ S analogen Anklage verneint. Der Gerichtshof beschloß, dem Antrag des Staatsanwatt entsprechen� Vertagung, unter Si- stirung der diesmal ausgebliebenen BeschuldiM Der au» dem Dickhoff-Prott» bekannte Bauunler. nehmer Schmrdt(dem in den«reisen der Kommisstonäre wegen ttae» Nasenübel« der Spitzname„Rasenschmidt" beigelegt wies) Hatte stch gestern vor der 97.AdIhnlung des hiefigen Schöffm» gettcktS auf eine Anklage wegen groben Unfug« zu verant» sotten. In der Nacht zum erftm Pfingftfeiettage d. I. war» fofo Her Panoramaftraße der Ttschlermeister Schwenck auf die Oiffnung der Z ntralmarttballe, um Einkäufe zu machen Der Angeklagt« kam hinzu und ließ stch mtt dem Anoern in ein Gesprach ein."-—- �" Einkäufe G. erklärt« sich« er solle nur-hier zog der Angeklagte ein au» seiner Tasche— seinen Namen querschrril euagre ram yinzu und ueß st» mu dem Andern in ein tm,fc u. A. fragte er denselben, od er denn für seine Schv 1Ä.»« «eru«auinche« haben!" Unter der ?% ÄS vor der mbten«, daß er einer Nachbarin frühmeraen» Schule einige Gänge. besorgt. AllmAig l«»u» rr heitm dieser Frau kennen und sah. wie fiTifc vor föftti IHebtn zu schützen, die ihr schon einwal die Pom oode n krochen Kotten, in einem ollm Portemonnaie im Sischenloch de« O'en« verbarg. Kehrte nun Hermann Bl. von seinen Botengängen zurück, so war die Frau oft schon fort gegangen und er befand fich allein im Zimmer. Eine» Tage« — e« war der 24. J.mi d. I.— führte et den Diebstahl, den er schon vorbereitet hatte, au«. Vor einigen Tagen hatte er in einem Winkel de« Hofe« ein kurze« Stück weggeworfene« Bleirohr gefunden und durch Klopfen mit einem Stein hatte er ihm eine viereckige Gestalt gegeben, fr daß e« den Hohl- schlüfsel ersitzen konnte, der zm Schraube der Thür de«»schen> loche« patzte und den die Frau st-ti sorgfältig abzog und mtt» nahm. Und richtig, es ging. Hermann Bl. drehte die Schraub« mtt Hilfe seine« Gasrohre« nur einmal herum und die Thür öffnete fich. Da lag vor der zurückgeschobenen Asche da» Poltemonnaie mit einem Inhalt, der grötzer war, al« der kleine Sünder gedacht hatte. S« waren einige Zwanzigmarkstücke, zwei Zehnmarkstück« und etwa fünf- zehn Silberstücke in verschiedenen Münzsorten. Genau vierzehn Mark nahm der Bursche hcrau« und legt« da« Portemonnaie wieder an seinen Platz; dann wurde e« ihm aber an der Stätte seine« Diebstohl« so unheim- lich, datz er fich ra'ch entfernte und die Otenthür nur anlehnte, nicht verschlotz. Alt die Frau den Aufbewahrungsort ihre« Schatze« so offen fand, vermuthete ste zunächst, datz ihr Mann Geld herau« genommen Hab«. Am Abend vorher hatte eine kleine Beamtenfrau ste um ein Dar! hn von 10 Mark ersucht und ste hatte die Frau, um ihr nicht den geheimen Geldversteck zu verrathen. an ihren Mann gewiesen, der derselben auch die gewünschte Summe vorgestreckt hatte. ES feh ten aber vierzehn Mark und nicht zehn Mark, wie ste fich durch genaue« Nach- rechnen überzeugte.„Nun, mein Mann hat da» Geld gleich Zinsen tragen lasten 1" tröstete sich die Frau. Die Enttäuschung kam erst, al« ste von ihrem Manne erfuhr, datz er ihren Schatz gar nicht berührte habe.— Der kleine Sünder und Thierfreund hatte inzwischen seinen Plan ausgeführt; von dem gestohlenen Geld« hatte er ö M. zum Ankauf zweier Kaninchen und einer Taube und dem nöthigen Futter verwendet; ein hölzerne« Swiff und ein Taschenmeffer wurden autzetdem noch von ihm erworden. Dt« Geger stände machten ihm jedoch kein« rechte Freud«, denn die Furcht vor Entdeckung nahm von Stunde zu Stunde zu. Die 9 Mark, die er noch hatte, brannten wie Feuer in seinen Händm und am nächsten Morgen trug er ste heimlich an den Ott zurück, von wo er ste genommen hatte. Da« schützte ihn aber nicht davor datz die Frau in ihm dm Dieb entdeckte und ihn anzeigte. Er war durchweg ge- ständig und sehr reuig. Der Gerichtshof billigte ihm deshalb mildernde Umbände zu und erkannte nach dem Antrage de« Staat«- anwalt« in Rückfichr auf seine Fugend und sein offene« Ge- ständnttz, sowie darauf, datz er die 9 Marl der Bestohlmen wieder zurückgegeben hatte, gegen ihn auf einen Tag Gefäng- Nitz, die niedrigste Straf« für schweren Diebstahl. Vereine und Versammlungen. f Der Unterftützuugtvereiu der Buchbinder und ver« wandtm BerufSgenosten hielt am Montag, den 6. d., unter Vorfitz de» Herrn Paul Schneider in Gralweit'« Bierhallen, Kommandantenstr. 77/79, eine Mitgliederversammlung ad. Herr Krohm hielt einen beifällig aufgenommen Vortrag über „Da« Gla« und seine Bedeutung für die Kultur der Mersch- heit"; im Anschlutz an diesm Vortrag wurden au« der Milte der Versammlung einigt Fragen gestellt, die von dem Vor. tragenden zur allgemeinen Zufriedenheit beantwottet mu den. — Hierauf folgte die Mttthetlung einiger VerdandSnachiidtttn durch den Vmsttzenden, die eine sehr erregte Debatte Kervor« riefen. Zwischen dem ftüheren Vorstände de« biefigen Verein« und dem VerbandSoorstande find einige Mitzhelligkeitm vorgekommen, die den Verband« vorstand veranlatzten, ein Rund« schreiben an alle Vneir«vorstände in Sachen der Ber- tiner Angelegenheit zu richten. Der Schriftführer de« Verein« erhielt den Auftrag, diese« Schreiben entsprechend zu dear twmten. Del Wei eren dreht fich der Streit zwischen dem Berliner Verein und dem Verbandsvorstand« darum, datz der Berliner Vrrein verlangt, datz alle Unterstützungen, die von am an Streikend« gezahlt worden find, von der Allgemeinheit »ernommen, d. h. von der Verbandskaste getragen werden, während der Verdandlvorstand und der Aulfchutz gestützt auf den Buchstaben de« Statut« diese U.- bot nähme verweigern und den Berliner Verein damit belasten Auf diese Weise ist der Berliner Verein zu«wer bohm Schuldenlast gekommen, die er selber nicht tilg'n kann. Trotzdem find der Verbandsvorstand und Aulschutz bei ihrer anfänglichen Weigerung geblieben und haben fich nur berett erklärt, dem Berliner Verein die Betträge bi« zum vierten Quartal zu stundm. Angestcht« dieser Ver- hältntffe erklärte v-r Vorfitzende sein Amt nicht länger al« bi« zum 1. Oktober bekleiden zu können, fall« nicht irgend ein Au« weg getrvffen werde. Herr Mehnert und andere Redner sch'ugen vor. au» der ZenKaltsqtion auszutreten, den be- stehenden Verein aufzulösen und«wen neuen Fach. verein zu gründen. Dieser Vm schlag fand lebhasten Widerspruch und da» schlietzliche Resultat war, datz die Versammlung den Antrag Mehnert ablehnte und den Antrag Jost annahm, wonach gegen den Beschlutz' de« Au«schuffe« und de« VerbandSvmstande»"n die höchste Instanz, an den Ver- dandltag, der im nächsten Frühjahr stattfindet, appellirt werden soll.— Au«„Verschiedenem" sei noch mitgetheill, datz Herr Höhne zur zahlreichen B l Heiligung an der Unterzeichnung der Petition an den Deutschen RiichStag um Herbeiführung der Aufhebung oller Beschränkungen der KoalttionSfreiheit der Arbeiter lebbaft aufforderte Der Unter pützvugsverew deutsche» Schuhmacher hatte zu Montag, den G. September, eine Versammlung nach Scheffer« Lokal. Inselstr. 10, einberufen, mtt der Tage»« ordnung:„Die Entwickelung unsere« Verein»". Diese Ver« sammlung konnte indetz nicht stattfinden, da die polizeiliche Genehmigung hierzu versagt wurde.— Der Vorstand de« Verein« macht bekannt, datz er nachstehende Zchlftellen er- richtet hat, woselbst jeden Montag Abend die Beiträge der Mttg lieber entgegen genommen werden: 1. Elsafferstr. 68 im Restaurant Burchardt; 2 Manteuffelstr. 21 im Restaurant; 3. AndreaSstratze 44 bei Wir fing; 4. Seidelstratz« 16 im Restaurant Seide l. Am Sonntag, den 19. d. M. grotze Herren futzpattie d:« Verein«. Treffpunkt: Schlestscher Bahnhof, Nachmittags 1'/« Uhr. * Verband deutscher Zimmerleute, Lokalverband Berlin Süd. Mittwoch, den 8. September. Abend« 8 Uhr, Versammlung, Maitannen str. 31/32. T. O.: 1. Vortrag. 2. Verschiedene«. 3. Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Vermischtes. Pffj Die Eigen tbSmltchkeite« de« russische« Dichter« Graf Leo Tolstoi, de« Vertaster« der bekannten Romane „Krieg und Frieden" und„Anna Karemir". beschäftigen leb- hast die Petersburger Gesellschaft. Er huldigt nämlich fett einiger Zeit der Anficht, datz WohlthStigkeit durch Geldspenden nicht ausreiche, sondern datz fich die Nächstenliebe wertthätig bezeugen müffe, womöglich durch eigene piyst che Arbeit im Schweitze feire« Angefichte«, durch welche fich der Reiche dem Ärmm, der ja nur auf E werd durch diese phystsche Arbeit im Schweitze seine« Angefichte« angewiesen sei, gleichstellt. So fand denn auch ein Bekannter de« Dichter«, wie derselt« w der russischen Wochenschrift„Redelja" erzählt, Graf Tolstoi bei einem Besuch auf destzn Gut in der Hütte einer armen Wittwe, wo er damtt beschäftigt war, für ste—«wen Ofen zu setzen. Er erzähtt über diese Begegnung folgende«: „Graf Tolstoi bemerkte mein Rommen nicht, war in seine Arbeit de« Ofensetzen« vertieft. Wenn ich ihn nicht schon früher gesehen, hätte ich ihn für irgend einen von den Ardeitem im Dorfe halten können. Sein schmutzige«, mit Rutz und Lehm verschmierte« Hemd, der kurze, dünne Gürtel. riemen, die weiten Bauernstiefel, di« nach oben mit Lehm de» schmutzt, schienen in voller Harmonie mit dem zerzouften Haar und dem breiten Rücken, von welchem der BrbeitSschwdh durch da» Hemd drang..." Es wäre eine gute, wtereffante Ar. beit, meinte der G-af später, nachdem er seinen Gast endlich erblickt batte und nach vollendetem Werk mit ihm nach Hause ging. Am seiden Tag« galt e» jedoch noch ein zweite« ähn> liche« Werk zu oernchten: eine Scheuer bei einem Bauernhause neu zu decken, wa« Graf Tolstoi mit eigenen Mitteln und mit eigener Hand desorgte. Er behobelte und zersägte die Balken und Bretter, zog die schwere Last selbst empor, oerrichtete mtt einem Worte die ganze Arbeit unter Anleitung eine« alten Bauer« eigenhändig. Sie oewädtte ihm viel Benutz und in seinen Zügm spiegelte stch deutlich die Genugthuung, die er darod empfand."_ Kleine Mittheilunge«. München, 6. September. Eine grotze Feuer« brunst hat hier gewüihct. Die„Neuest. Nachr." berichten darüber folgen« de«:„Seit vielen Jahren hatte München kein so grotze« und gefahrdrohende» Brandunglück zu verzeichnen, al« in der letzten Nacht. Gegen halb 11 Uhr war ei, all im Südosten d« Stadt eine furchtbare vrandröth« entstand und ihren dlutrothen Schein weithin über die Stadt und deren Umgebung, sowie da« ganze Firmament warf. Mit Blitzesschnelle»erdrettet« fich die Kunde:„Da« Auer Zuchthau« brennt" und Angst und Schrecken bemächtigte fich Aller, die st« vernahmen. Und nicht mtt Unrecht, denn man ver- gegenwärtige stch die SUuaiion! Hunderte der schwersten Verbrecher, darunter viele mit lebenllängiicher Strafe, find au« dem brennenden Gebäude zu dringen, und dabei war nur eine schwach« Sicherheittmannschast sofort zur Stelle, dann die Bauart der meisten Häuser w der Au, welche mit ihren Hölzemen Dächern und Altanen buchstäblich an ei: ander geklebt find I Bedenke man, welche« UMuck hätte entstehen können, wenn eine Anzahl der schwersten Verbrecher mtt Erfolg den Versuch wacht«, auszubrechen, oder wenn ein starker Wind die Flammen aus die hölzernen Baracken übertrug! Da« Feuer war, nachdem man schon um 7 Uhr Abend« Brandgeruch gespürt Hader, will, ohne jedoch den Ursp:ung«ort zu ent- decken, um halb Uhr auigedrvchen und zwar im Wollboden oberhalb der vierten SträflingSadtheilung; e« verbreitete sich rasch über diesm Loden und dm der drtttm und sürsten Ab» theUung, sowie über die AastillSktrche, so datz dt« sehr rasch zur Stell« gekommene Feuerwehr diese Objekte schon w vollen Flammen antraf. Dt« erste und dringendste Arbeit war, die Sträflinge vor dem Feuer in Sicherhett zu bringen und ein AuSdiechen derselben zu oerhltm. Die Räume, in denen die Sträflinge schlafen, find gut gewölbt, so datz ewe direkte Gefahr nicht bestand, doch war zu befürchten, datz fich da« Feuer von der nicht gewölbten Kirche wetter ver. breite und der Rauch in die Gänge dringe. Man wollte an« fänglich die Slräflinge in ihren Schlafsälm beiaffm, st- gaben jedoch, die Gefahr ahnmd, keine Ruhe mehr und verlangten unter Schreien und Toben freigelaffm zu werden. Sie wur« den deshalb au« den Schlafsälm der dritten, vierten, fünften und einem Theile der sechsten Abtheilung in den Hofraum hinter der Brandstätte geführt. Die Bewachung dewerkstelltgten lediglich eintze Ausseher und einige Rtlttärposten. Einzelne schwere Verbrecher, welche in Einzelnzellen ihrer Gefäbr- ltchleit wegen fich bestndm, wurdm speziell deodachiet. Au» der Stadt lamm alidald weitere Miiitärwannschasten zur cf wachung der Grtangenm. An den Löscharbetten bethciligte stch zunächst die ständige Feuerwehr und sodann drei Koi» paznten der freiwilligen Feuerwehr. Da auf dem Sperchck sehr viel Wolle und Wollstoff u. derzl.«lagert war, so loderten die Flammen immer von Neuem wiebtt auf. Nach Mitternacht war die dringendste Gffatt besetttgt und gegen 1 Uhr der Brand so ziemlich 8* löscht. Die Hauikirche wurde im Innern beschädigt, indem ein Theil der Hol.d cke in Brand gerieth und einstürzte. U-d« die EntstehungSursache fehlen bestimmte Anhaltspunkte. No» am bmttgm Vormittag züngelten die Flammen an verschieden» Punkten immer von Neuem hervor und die Hydranten warm ui» heu!« noch in Thätigteit. Zahlreiche Sträflinge wurden beule mittag auf dem schwarzen Gemäuer zwischm dem rauchenden, kehltin Gebälk« geseben und halfen beim Aschen und Wegräum» de« Schutte«. Der Giebel der einstmaligen Klosterkirche ragt_'w| und geschwärzt in die regenfeuchte Luft hinein. Alle EingiiG zum Zuchthau« find mit Militär und Gendarmerieposten setzt. Der mtstandene Schaden ist ein enormer, da sehr»>» aus dm Sp-ichem untergebrachte Vorräth« zu Grunde Die gewöhnlichen Arbeiten der Sträflinge werdm ttßf einiger Zeit wieder aufgenommen werden können. Die linge benahmen fich während de« Brande« musterhaft � nicht ein einziger machte den Versuch zu mtweichen; st«# fich jeder an sie ergangenm Anordnung." Ketzte N«chrichte».. China und Korea. Da«„Journal de S'. PeterSdA erwähnt die Nachricht au« Uokohama, datz angeblich Truppen in Korea gelandet und verUeivet in Seoul eingebt« seien. Afghanistan. Englischen Quellen zufolge find o*!, 0000(englischen) Gevierimeilen de« disher iwischm Ruj�f und Afghanistan streitigen Gebiete« etwa 7000 dem('PL 2000 dem Emir durch dm Grenzaullchutz zugesprochen�� Die Kodscha Salrh Flage aber wünsche man«ngHl®'1' einem Schiedsgerichte unterbreitet zu sehrn., Verbote« auf Gruud de» Eoztattftengesetzes vom Berliner Poiizeipräfidtum da« Flugblatt mtt W. xia I schrift: Arbeiter! Bürger! und den AnfangSwort�n- � schon 8 Jahre versucht eine wüthendc Reaktion u- 1-®'*» den Schlutzwortm:„Hoch die Eozialdemolratte!", 0#� der Vereinsdruckerei Hottingm- Zürich. Kriefkasten der Redaktion. Ein alter Abouueut. Damtt haben wir nW* thun; wenden Sie fich an den Verlag von I. H. W. Du» Hamburg. � A. H Ihre Frau mutz Ihr Gewerbe beim hiefigf�K gistrote anmelden und Gewerdesteuer zahlen. DI* 1°' Steuer wird wohl 24 M. betragen. ,,„W « v. 186. Die Frage ist sehr zweif.lhaft-»Ly Meinung nach haben Sie in die sofortige Entlaffunfl.�, willigt und können daher nicht mehr l4tägig« Lohn*®' gung verlangen. W E. B.. Engelufer. Wenn bei einem in«1®? � gnügur gtlokaie abgebrannten Feuerwerke die Rk®,. Gaste« vmch einen FmerweriSkörper deschäbigt M der Gast von demjenigen Entschädigung verlangm, � Nachlässigkeit die Beschädigung erfolgt ist, in der% nur von dem detreffmden Feuerwerter. Jedenfalls von dem Gast daegethan werdm, woiin die Fahrläik�MM Verklagten bestan!.n hat, z. V. in der unterlaffenm AjiwßiP von Schutzvorrichtungen, oder darin, datz der Feuer�j zu lose oder in zu grotzer Nähe de« Publikum« angt» oder dergl. Zwei«etteud* tu N. Fragen Sie»*"%% selbst; um derartige rein persönliche Angelegenheiten wir un« nicht. Theater. Die kein Mittwoch, den 8. September. Dtzernhau». Die Hochzeit de« Figaro. SLKuspielhau«. Han« Lange. Deutsche» Theater. Zopf und Schwert. Iftoir« Theater. Unvine. »riedrich-Wiliielmstädttsche« Theater. schöne Galathee. Zehn Mädchm und Mann. Flotte Bmsche. Wallner-Theater. Mein Alfred. Belle-Alltauee-Theater. Da« Paradie». Vsteud-Theater. Donati Morlay. Nittoria- Theater. Amor. Tanz-Poem von Zuigt Manzottt. Walhalla-Theater. Zum 1. Male: Grafin Dudany. Resideui- Theater. Die Danischeff«. poste in 4 Akten von W. Mannstädt. «ouplet» von«. Görtz. RusttvonG.Steffm«. Mtt neuen Dekoranonm und Kostümen. (Novität l) t /ukordta• Theater Spezialitätm« Vor» Zellung. t aufmann'« variett. Spezialitätm> Vor- tellung. Nmerica«- Theater. SpeMttätm- Vor- H'.�chShavea- Theater, epqialitätm. Vor. stellung. I Sämmtitch« Uctheii«, welche von einer grotzen Zadl der Herren Aerzte täglich ein« laufm, bestätigen übereinstimmend, datz H. Kufeke9« Mndermehl« f/ ein vortügltche« Nährmittel und da» deste Hellmtttel bei Magm-Darmkrtarrh und vrechduredfall ist. Zu deziehm durch alle Apotheke«. Bmeral Tepot: Avotheker HOrntaeh. Pot«damerstratze 117. 635 .»li-».?.» Nur diese Woche: Sine Wanderung durch — �polciu Entree 80 Vf. Kinder nur 10 Pf- M 10 IL SUlen-Theater« Früher l-anlaenaildtlachea Theater.) DreSdcntrstratze 72/73. Heute, Mittwoch, den 8. Septbr. 1886: tn ßürnß# ftut dn dkgirnrnk. Liederspiel in 1 Alt von R. Ltnderrr. 2 Mustk von Tbiele. Auftreten sämmllicher Küii#tler-8pe%lAlitäten. Ans. 7«/« Uh-. Der Sommergartm ist eröffnet. ijol)-Mschuh.u.pa«twen-Fadrik 414] von Christian Geyer, 80, 10 fiantiAeftfba§i 10, 80, empfieblt alle in dies Fach eir.ichtagenden Artikel in gediegmer AuSsübrung bei soliden Pr-tsen. Lager anerkannter Pantimm für vteinttäger. Alle«istmschasll. Werte u. Zeitschriften find in Lieferungen zu beziehen bei K. Kohlhardt. Kolporteur, Buchhänvler u. Buchbinder, Bran- dmdurgstratz« 66._[534 Aophaa und Matratze« werdm billig aus. geardettet, Stt-b-n werdm tape�rt, pro Rolle 36 Pf. von Kra«e». Topezirer. Lindmstr.107. w Selbstunterricht der einsachm und doppelten kauf. männischen[800 Bachf&hrang und Darstellung eine« ututu adno. ktonUm ttsßsm* zur doppelten Buch. Berant wörtlich für den poMtschm Thett und Soziale» Wa« ��'���*l�und Versammlungm K. Cocdt"«schien Nr. 32 de« , �''Ntbreu Zatol". »l- w-ft. Clatttl, Wertführer gesucht. MMK Düchü»ch»«Nh»Ndrrhrr«. v. HandnSher.a.Matz.v. Fertau,Stolttznttr. 106h p l. Soeben ist erschienen: elleWelt-Kaleil�l für 1887. .--- Aus dem reichen Inhalt hervor: Reich»ba»«hatt».Stat& s»'° Reichs.- Zerbrochen« zählung von Rod. Schweich-»- «i. m.» ei»'«i»io» ,».»« Blätter< humoristisch)- .. bii Prot» 50 Vf' vtuttgnrt. 3-® .9*. »vi--- V und Verlag von �itung Zu desiehm durch dt«