Kr. 210. Donnerkag» de« 9. September 1880. m. Jahrg. erlimrWksblii» Krgan für die Interessen der Arbeiter. Kulgmfih«. Der vielfälUg verschluvgene Kaotcn der Tragikomödie «m Baikaa geht seiner Auflösung entgegen; wir find im voUitzie» Alt. Der Helv dankt ab. Wa» der letzte Alt bringen wird, da» mögen die Gölter wifle». E« kann un» mit g?oßer Genugthuuvg erfülle«, daß wir von vornherein un» gegen die übermäßige Verherrlichung bei Fü'.sten Abxander und gegen da» Geschrei, welches da» "fleiftvvige- Büigerthum und seine Prefle über die Vor- Gänze in Bulgarien erhob, gewendet haben. Die demülhige Unterwerfung de» lleine» Alexander unter den autolrati» sche, Wille» de« größere» hat«u» wohl die«aiven Leut- enttäuscht, die de« Battenberger eine welthistorische Mission im Orient zugeschrieben haben. Wie beaoffene Pasel steh«, sie da, den» eine« solche« Ausgang hatten sie Vicht erwartet. Die Weltgeschichte lrebt eben zuweilen, ihre eigenthümliche» Späße zu machen. Sie iaßt eine»„Helden" durch eine« Staatsstreich steigen Und wirft ihn durch eine» SlaatSstreich hinab. Solche «inae sind von ferne ganz interesiant mit anzusehen; i» ber Näh« und für die Brihnligte« sind sie ziemlich««be» haglich. _ Ob sich der Battenberger durch die Bewunderung vsn ««gen Richter und dem„Berliner Tageblatt" für die er- «tlene Unbill getiöstet fühle« wird? Wir glauben e» kaum. Aber wie man ihn nun auch«och verherrliche« mag; e» ble dt bestehen, w-S wir vor Kerzem gesagt: Alexander von -Battenberg ist lein Staatsmann. Plrsöalicher Muth auf dem Schlachtfelde genügt noch lange nicht, um eine so vcr- knotYrno d.*....'..'. wi-...c v__ co�ri—:a übermenschliche Aufgabe, und seldst da» Genie cinc« Skanderbez, der einst in den albanefischen Gebirge« siegreich alle» Angriffen der damal» so gewaltige» Pforte widerstand, würde heute dazu nicht ausreiche». Al-xander hat die Lage Bulgarien» insofern verschlimmert, als er es isolirt hat. Sein Staatsstreich entzog ihm die Freundschaft aller Mächte, und weckte bei den andere« Balkansürsteu das schlimmste Mißtrauen, und wen» er glaubte, von dem Zaren durch vemüthig« Unterwerfung erreiche» zu lonnen, was er offen vrcht behaupte» kann, so hat er sich eben getäuscht. Dabei lann man nicht sagen, daß sei» Brief an den Zaren etwa geeignet sei» lönvte, ihm de» Ruf«ine» SiaaiSmannc» zu �schaffen. Denn wenn etwa» die eigene« Freunde Alex,«' verblüff-» mußte, so war eS seine Auffassung seiner �'iuaüoo. Er bezeichnete sich als einen russischen Vasalle» °b sagte, er habe seine Krone von Rußland empfange», HsittOL JeuM'eton. Spure« im Saude. [45 Roman von Ewald»vgust«öuig. .»Zch will da» auch nicht," erwiderte Werner rasch,.für ha» diese Heirath auch ohne klingende Mitgift Werth »e"u8, ich wünsche nur. daß der Termin zur Hochzeit so 'e wie möglich gerückt werde." »Aus besondere» Gründen?" s,'.»Aus viele» Gründe», die alle zu venne« zu wui '«hren würde." »)..»Ich glaube, daß dieser Wunsch auf kerne» große« �•derspmch stoße» würde; wen» Du willst, rede rch mit � Geheimrath darüber." i.Es ist vielleicht besser, wenn ich zuvor mit der Ge- rWihi» spreche. Man wird freilich Einwürfe mache« .'b mir entgegnen, die Aussteuer könne so rasch«'cht be« h.-'»- werden, aber ei ist eben alle« zu ermögliche», wen» �v nur den ernsten Wille« hat." k.»®o denke ich, wirst Du e» auch ermögliche«, daß rch � vi»lo«ve W-tte zahle?' �»Ermöglichen läßt es sich, aber Du forderst Opfer von "Es ist da» letzte, Werner!" »Du hast da« oft gesagt." ..Diesmal halte ich Wort." tttor!, t hütest Du e» nicht, so könnte ich nicht«och ein« a«» solchen Verlegenheiten Dich befreien." vor tl- ä'boimeur, W-rner." bitheuerte der alt« Herr, tretend.„ES ist betrübend, daß ich solche **6<§fn«kbe» und mch in jede, Weise einschränke» ich s,?.� Dir mach« ich keint« Vorwurf deshalb, den» % uw rt!ri bQ6 Du recht host. Wen» damals mein dem er sie wieder zurückgeben wolle. Er hatte also vergessen, daß er nach dem Berliner Veriiag, welche» er allerdings selbst zuerst brach, unter der Oberhoheit der Pforte stand und daß er nicht von Rußland mit einer Krone besche-kt, sondern von der bulgarische» Nationalversammlung zum Fürsten gewählt worden war. Warum will er diese« Wahlakt aus der Geschichte streichen? Dafür werden ihm die denkende» Bulgaren— und ei wird hoffentlich auch solche geben— nicht dankbar sei». Die Frucht ist nun reif und Bulgarien wird Rußland in den Schooß fallen, das sich anschickt, die Balkanhaldinsel wie eine Artischoke blattweise zu verspeise». Nun behalten diejenige» Recht, welche gleich bei der Abschließung deS Berliner Vertrages sagte«, die Zustände, welche dieser Ver« trag in Bulgarien herstelle, bereiteten die Russifizirung Bulgarien» vor. Man erinnere sich, daß die Raffe« dem neue« Staat erst eine so eminent freisinnige Verfaffang gaben, daß Alexander über dir Wirkungen dirselbe» erschrak. Sie hofften mit dieser Verfassung der ruffenfreundliche« Partei freien Spi-lraum zu ver« schaffen und da» gelang ihnen auch. Die Verfassung wurde späier modifizirt; allein das Unglück BulgarUnS lag eben nicht in seiner Verfassung, sondern in seinem Verhältniß zu Rußland. Nu« kommt das seit lange Befürchtete; Rußland setzt sich an der Donau fest u»d schiebt sich wie ei« Keil zwischen die Balkanstaaten ei«. Die westlichen Mächte sind dabei in der unangenehme» Lage, dies dulden zu müsse«, oder einen europäische», ja Weltkrieg zu entzünden. Da» ist da? Schwierige und Bedenkliche der Situation. Und unsere Ossiz ösen mögen die Zwangslage Deutsch« laud» mit«och soviel Auswand an Witz und Worten vrr« theidigen: Die Duldung de» russischen Borschreite«« ist und bleibt eine Folge der Einverleibung Elsaß« Lothringens nach dem französischen Krieg. Urber diese Einverleibung mag man sonst denke», wie man will, die eine Schattenseite tritt im Verlaufe der europäische« Entwicklungen und Verwicklunge» immer schärfer hervor: wir habe» die Hände nicht mehr frei gegen die russische« Uebergriffe, weil wir die beleidigte frarzösrsche Nation hinter unserim Nücke» zu sülchten habe». Daran ist nun freilich für de« Augenblick nicht» zu ändern. Die warnende» Stimmen, die sich schon während de» französischen Kiiege» erhoben, sind seinerzeit überhört und verlacht worden, urd heute habe» wir mit der fertigen Thatsache zu rechne». Aber die dringendste Aufgabe der deutsche» Diplnmatie sollte k» doch wenigsten» für die Zu- fünft sei», sich aus den Fessel»— den» c» sind nur Fessel«— des russischen Bündnisse» frei zu machen, um so mehr, als selbst die österreichische Freundschaft durch die auch nicht da» Geld mit volle« Hände« zum Fenster hin« auswerfen, ich muß Sorge tragen, daß mir genügende und sicher angelegte Kapital'?» für die Zukunft bleiben. Er« werbkquelle« besitze ich nicht und ich hebe weder Kennlvrsse noch Lust, ei» Geschäft zu gründe« oder mich an einem derartigen U-rternehme» zu betheilige».'___ Davon kau« ja auch keine Rede sei»! Vielleicht komm" doch«och eine Mugift heraus, Hur von Gottschalk wird ja selbst einsehe», daß er daran nicht vorbeikomme« kann." „Wir wolle« das geduldig abwarten," erwiderte Werner, de, seine Wanderung wieder aufgenommen hatte.„Ich wünsche jetzt nur noch, sobald wie möglich zu heirathen, da« mit ich in Ruhe komme." Du Baron trat rasch ans Fenster und blick-e auf die Straße hinunter, eine Equipage war wenige Sekunde« vor« her vorgefahre«._ „Sollte dieser Besuch uns gelte»?" fragte er.„Wer könnte so früh—* So sehr früh ist e» nicht mehr," unterbrach Weruer ihn spöttisch; aber auch er blick« überrascht auf, als in diesem Moment Konstanze und Verena eintraten. Wir fuhren gerade vorbei, da»«klart allein unser« Besuch,' sagte Kovstanze, ihrem Bs: lobte« die Hand reichend und de» alte« Heu» mit einer leichte» Verbeugung grüßend, „vielleicht hast Du die Güte, un« zu begleiten." „Wollen wir nicht in den Salon gehe«?" fragte Werner mit einem bedemuagi volle« Seitenblick auf de» Vater, der seine Toilette noch nicht beendet halte und solche Ueb«» ��Der�Vlick�Kovstavzeo» streifte de» Geldschrank, er de. gegnele nur für die Dauer einer Sekunde dem Blick JiStStS* SÄ'V übertriebene Nachgiebigkeit gegen Rußland in die Brüche gehe» könnte. Sollte es fich bewahrh-ite», daß«unmehr England eine aktivere Rolle in der Balkanpolmk zu über» nehme» geneigt ist. so wäre die Grundlage zu einem deutsch» östttretchlsch-ex-glische« Bündnisse gegeben, an dem alle A». maßung«» Rußlands scheitern müßten, ohne daß Deutschland für seine selbstständige Haltung gegen Rußland eme» russisch-französifche» Angriff zu fürchten hätte. Arbeikbörst«. § Die Wiener„Deutsche Ztg." bringt folgende Ausführung welche manches Jntmffante emhält: „Am 1. September ist zu Amsterdam die erste ArdeitS�Scse der Welt in'» Leben getreten. Die ku'zabe einer solchen Sin» richtung darf a!S bekannt vorausgesept werden: durch dieselbe soll die Stellenvermittelung zwischen Unternehmer und Ärdeiter, der Entwicklung der modernen Industrie entsprechend, erweitert, möglichst zmtralistlt und vereinfacht, sowie oerdilltgt werden: namentlich sollen die Arbeiter von der schamlosen Ausbeutung durch Private dadurch geschützt werden, daß dai Institut vom S.aate oder der Gemeinde geschaffen und verwaltet wird. E» ist noch im frischen Gedächtniß Aller, w. Ich: Aufregung kürzlich die nachgerade zur Blulsa-gerei gewordene Art der Pariser Stellenvermittelung durch Prioatagenten unter den dortigen Kellnern hervorrief. Um die Aufregung zu bcschwlcbtlgen, ver» sprachen die Paris« Behörden den Kellnern, die Einrichtung einer ArbeitSbörse in'S Auge zu faffen; sitzt ist aber natürlich Alles wieder still geworden. D-r Gedanke ist schon alt; b-relt» im Jahre 1845 hatte ihn der gegenwärtig in Paris lebend« belgische Voltewirth Molinari geäußert, aber natürlich ohne Eckolg. Seitdem haben ihn die orranifirten Arbeit« der m-istm Land« zu dem ibrigen gemacht und st! reichen fich hier dir Hände mit ei». fichtiaen Unternehmern, die der Sache durchaus freundlich gegen» überstehen. Selbst in Spanien hat kürzlich der demokratisch» Abgeordnete Montero RioS von einem einschlägigen Plane ae- sp ochen. Aber Belgitn und die Nird-rlanoe aNein werden den Ruhm haben, der Sache ernstlich und energisch nahe«treten »u flw. Die w-itest- theoretische Eiörtaung fand der G.danke eigentlich in Belgien. Dort traten im Januar 1895 Vertreter der Arbeiterschaft mit Bürgnmeist« Suis, Moltnari und Pro« feffor Denis in Untnhanviungen. Das Ergedniß war ein von dem L-tztgenannten auSgemdeitetn Entwurf. Die Brüssel« Gemeinde sollte die Verwaliung der Albeiisböll- in die Hand nehmen. N:biN der Stellenvermittlung sollte ein Nachrichten- dienst eingerichtet werden, welcher den Stoff zu ein« stetig ,u «gänzmden Arbeilöitatistik liefern und den Ardeitern die ge- naueste Aufllärung über die zu erwartenden Arbeitsbedingungen geben könne. Die Sache sch-.en völlig reif; wir habe., jedoch von der Vrrwirllichung des Suls'schen Planes nie wied« etwas gehört. Amsterdam scheint der bclgischrn Hauptstadt zu» vor gekommen zu sein und fich die Vorarbeiten der letztere« zu Nutze gemacht zu haben— denn die Organisation seiner ArbeitSbörse entspricht ganz dem belgischen Projekte. Wer bei fülle», weil ich einig« Ausgänge zu mache» habe, die nicht verschoben werde» dürfen." „Wie ungalavt l" schmollte V renn. „Ich muß die Dame» tausendmal um Entschuldigung bitten, wenn ich sie verlasss,' sagte der Baron,„der Tag hat für mich heute etwai spät begonnen und—• Er beendete de« Satz nicht, mit einer Verbeugung est» fervte er sich. „Ungalant ist Werver nicht," sagte Konstanz«, ,« würde gewiß meinen Wunsch erfülle», wen» ihn nicht triftige Gründe davon zurückhielte». Ich habe noch ein, zweite Bitte, aber ich spreche sie nicht gern aus, vielleicht ist h besser, wir fahren wieder«ach Haufe, um dai Vergessen« zu holen." „Was ist e»?' fragte Werner rasch. „Eine Kleinigkeit," erwiderte Verena,„Papa gab um» gester« Abend fünfhundert Thaler und wir habe» vergessen, sie mitzunehmen." „Ist es weiter nichts, so kann ich ja aushelfen," sagt« Wer««, an d-n Geldschrank tretend,„dazu bedurfte e< kein« lange« Einleitung." »Ich gebe Dir da« Geld heule«och zurück," entgegnete Konstanze, die sich hastig erhoben hatte und jetzt hinter ihm stand,„ei liegt in meivem Schreibtisch, ich begreife selbst nicht, daß ich es vrrgesse» konnte." „Man denkt al» Braut stet» an andere Dinge I" scherzt« Beuna. Werner hatte den Schrank geöffnet, die Blicke der bei» de« Mädchen ruhten auf de» Wertipacketen, de» Banknote« und Goldrolle». „Gold oder Papier?" „Bavkvoten," erwiderte Konflanze mit leise zitternd« Stimme.„Was enthalte» den« die viele» Packet«?" „Vielleicht Liebesbrief« au» frühere« Jahren?" fügte Verena hinzu. »Nicht doch, nur Werthpapieu, Staatsschnldscheine nub Obligationen,' antwortete W-rner gleichgiltig, wäbrend a die Summe abzählte und die Nste« seiner Braut U«* reichte.„Ich halte diese Kapitalanlage für die solideste dkr Nmst-rdamtt ArbeittbSrse um Nrbtit nachsucht, wird gegen Le�hlung von 4 CentS in ein Register eingeschlichen; wird er aufgerufen, dann empfängt er gegen Erlegung weiterer 15 CrntS eine Kalte mit der Tdesse de! Albeit gebelS; meldet man fich am folgenden Tag« nach dem Aufruf nicht an, so»ird der Name dei Arbeit» suchenden in den Büchern durchgestrichen. Genannte Karte miß, velsehen mit einer vom Arbeitgeber ausgestellten Erllä rung, od der Arbeitsuchende von ihm angenommen ist ober nicht, so bald aiS möglich an daS Komtoir der Arbeitsbörse xurückbesorgt werden. Wer dieS innerhalb zweier Tage nicht thut, wiid als untergebracht betrachtet; entbätt aber die Karte die Erklärung, dah der Arbeitsuchende nicht angestellt ist, so erhält er von den eingezahlten 15 CentS 12'/, CrntS wieder Srück, kann fich aber ohne weitere Kosten sofort wieder ein« reiben laffen. Der Havptfitz der AibeMbörse ist Amsterdam; noch Bedürfnis sollen in anderen Gemeinden deS Landes Filialen errichtet werden; die Direktion beruht bei der„Gesell- schart für den arbritenden Stand", welche durch ihre jähre» langen Bemühungen die genannten Einrichtungen auch inS Leben gerufen hat." BercstS andere Arbeiterblätter haben darauf hingewiesen, daß eS durchaus zu mißbilligt« srt, den Arbeitsnachweis mit Kosten zu verbinden. Gerade der Bedürftigste, der durch lange Stellenlofigk'.it auch keinen rothen Heller mehr in der Tasche hat, wird auf diese Weise von dem Vortheile der ganzen Ein» richtung ausgtschlossen. � Wichtiger scheint uni aber ein anderer Einwand. Der Arbeitsnachweis ist heute und das nicht nur bei Streiks und Boykotts, sondern auch in ruhigeren Zeiten ein wichtiges Kampfmittel für die Ardeiter, um ihren gerechten Forde» Hangen größeren Nachdruck geben zu können. Durch den Arbeitsnachweis habin eS die Arbeiter in der Hand, vor aewisien Meistern und Uniernehmern zu warnen, ihnen den Zufluß von Arbeitskräften abzuschneiden oder doch zu er- schweren. DaS alleS ist für die Ordnung der Lohnoerhältnisse eines Berufes von nicht zu unterfchätzender Bedeutung. Geben die Arbeiter den Arbeitsnachweis auZ den Händen, so büßen fie nicht nur diesen Vorihetl ein, sondern fie tauschen ihn sicherlich tn der Mehrzahl der Fälle gegen einen positiven Nach- lh-il auS. Der Arbeitsnachweis, wie ihn Kommunal- oder gar Polizeibehörden organistren könnten, würde sicherlich über» wiegend unter dem Einfluß der Unternehmer stehen, und diese würden ihrersestS dahin wirken, den schlecht angeschriebenen Ardeiter keine Unterkunft mehr finden zu lasten. Nicht die Ar« heiter, sondern die Unternehmer hätten alSvann die Stellen zu vergeben, und die Unternehmer würdm fich hierdurch alle miß- liebtgen„unruhigen„Köpfe" vom Halse zu schaffen wissen. Zur polizeilichen Maßregelung käme dann noch ein viel stärkerer «irthschastlicher Druck. Ei haben neuerdings Polizeibehörden den Unternehner« die Listen von FachvereinSleitem übersandt, doch offenbar, um diese außer Brod zu dringm. Nun denke man fich in die Hände solcher Behörden den Arbeitsnachweis gelegt,— «ahrlich, die„Stretlfübrel". die„Wühler und Hetzer" könnten dann nm ruhig ihr Bündel schnüren und nach einem anderen Orte wandern, der noch nicht mit einer ArbeitSbörse ge» �"aShll man also von oben herab den Arbeitsnachweis organistren, so mag man ihn den Ardeiterfachvrreinen anver» träum. Diese würden jedoch ein wichtiges Kampfmittel auS dm Händen aeben, wmn fie für scheinbar„unparteiisch" ae» leitete ArbeitSvörsm eintreten wollten. Wir hadm diese Un« partellichkeit an sehr bezeichnenden Beisptelm kennm gelernt und fühlen kein« Lust, wichtige Machtmsttel preiszugeben, um diese Uoparteilichkeit nochmals zu erproben. Dai mag Klaffen» polstt! sein, aber unsere Gegner treiben nun einmal auch keine andere. Politische Urbersacht. Herr v. Rtchthofen nvd da» Cozialtsteugesrtz. AlS vor wenigen Tagen die seltsame inzwischen alS völlig grund» lo t erwiesene Nachricht von dem Rücktritt dei PolizeiprastSentm v. Rtchthofen durch die Presse ging, wurde die Meldung mit dir allzu nachgiebigen Haltung, welche der Polizei. Präsident der sozialdemokratischen Bewegung gegenüber beodachtet hadm sollte, zu begründen versucht. Selbst die zahme nationalllberale„Magddurger Zeitung." bemerkte hierzu:„In der hiefigen Ardeiterdevölkerung wird man diese Mottvstung mit Kopfschütteln grlesrn haben. Die Schlag aus Schlag sollenden Verbote gegen die größten der hiefigen Ar» deitervereine, die neben den Fachvereinen wieder die ersten Ansätze zu einer Organisation der RrbeiterNaffe m< kielten, können auch kaum alS Beweise besonderer Nachgiebigkeit auf» aesaßt werden."— Wir möchtm auch wiffen, waS man sich denn unter einer schärferm Handhabung deS SozialistmaesetzeZ auf Sette derjenigen vorstellt, dmm die heute beliebte Prox'S noch immer zu lax ist. Soll man elwa jeden Sozialisten auS dm Mauern der Reichshauptfiadt entfernm? Dann würde man Berlin sehr rasch auf daS Niveau einer Stadt mittlerer Gaöße heraddiücken! Oder soll man jede Zusammenkunst von man wird aller Sorge Überhobe« und kann stet« über sei« Geld verfüg«»." Ko»staaze schob da« elegante Notizbuch, in da« fie die Banknote« gelegt hatte, i« die Tasche ihre« Kleide». „Diese Papiere müssen eine sehr große Summe re» präsentirm," sagte fie. Werner nickte bejahend und fühlte seine Braut zu ihrem Sessel zurück. „Ich Hab« nun auch eine Bitte an Dich." nah» er da« Wort,„eine recht große Bitte, ich hoffe, sie wird Deine« eigene« Wünschen entspreche«. Du weißt, daß ich lange im Süden Amerika« gewesen bin, Du wirst «S also auch natürlich finde«, daß ich mich i« der Temperatur eine« deutsche« Winter« nicht behaglich fühle« kann. Wenigsten« dm erste« Winter möchte ich in einem wärmere« Klima verbringe«, unter de« binnen Himmel ZtalienS. Könntest Du Dich entschließe«, mich zu begleiten?* „Wenn ich Deine Gattin wäre, so würde mir nicht« angenehmer fem, als dieser Vorschlag," erwiderte Konstanz«, au« deren Zügm ängstliche Erwartung sprach. „Nu« wohl, Du könntest ja bis dahin meine Tatst« »nde« I" „Bis wann?" fragte Verena rasch. „Der längste Termin wäre sechs Wochm." „Unmöglich l" sagte Konstanze. .Unmöglich ist da» nicht," erwiderte ihre Schwester, die diese Sogelegmheit ebenso geschäftsmäßig behandelt« wie Werner,.«m« Mama ihre Zustimmung giebt, so sehe ich keine Sindernisse weiter." Die Aussteuer kann bis dahin nicht fertig sein!" warf "" AbT-Ä(«•... w d>-,--A-n toi«.!» scherzt« Verena.„Wir beschäfttge« ewige Dutzend Hände mehr, dann kann alle« bis zu der anzegebenm Zeit m bester 0£lm,�Jha �hörst, wie Verena dmüber urtheilt," wandt« mehr wie zwei oder drei Sozialisten polizeilich verbindem? Dann wag man— vom Tbiergartenviertel etwa abgaschen— nu: ruhig jede Kneipe und Wirthschaft Berlins schließen. Herr v. Richthofen hat gethan, wai ein Polizeivrafident lhun kann, und wenn irotzvem die Aldeiterpaatei foitdesteht, so beweist dal nicht» gegen seine Schneidiakest, um so mehr aber gegen die politische Befähigung der Ui heder deS SozialisaengesetzeS, welche durch Polizeimitiel eine große historische Bewegung glaubten vernichten zu lönnen. Zur Arbeitervetstcherung. Dai Jnslebentretcn der Gesetze über die Unfallverstchelung und die Krankenkaffen der Arbeiter hat nach verschiedenen Richtungen hin daS Bedürfniß zu einer Ergänzung oder Abänderung der betreffenden Gesitzzedung ergeben. Die einleitenden Arbeiten dazu find zett Kurzem im Gangs. Der nächste R-ichZtzg soll bereits mit diesen Dingen befaßt werden. Dagegen läßt es fich noch nicht absehen, ob eS w der nächsten ordentlichen Session de» reUS zu dem oft erwähnten AtterSversorgungSgesetz kommen wild.— So wird von offiziöser Sette gemeldet. Allem An« schein nach werden wir auf die Altersversorgung noch sehr lange warten müssen, da die Regierung offenbar noch gar nicht weiß, wie fie dieselbe anpacken soll. Dazu die an fich ganz unbedeutende Kranken- und Unfallverfichnung schon jetzt dringend verbefferungtbedürftig— wahrlich, man kann mit dieser Sozialresorm keine große Ehre einlegen! Sozialistisches. In RonSdorf wurde eine auf dm 6. d. anberaumte VollSoersamrnlung, in der der Reichstags- abgeordnete Harm sprechm sollte, verboten. Ebenso in Hannover eine Versammlung, in welcher die Abgeordneten Singer und Meister alS Redner austreten sollten. Die Zugänge zu der Ballauchstraße, in der daS Versammlungslokal fich befindet, wurden durch die zahlreich aufgebotene Schutzmannschaft ge» sperrt.— In Chemnitz sollen dreizehn Sozialisten wegm Abhaltung einer geheimen Versammlung verhaftet worden fein. — AuS Altona, 6. September, weiß der„Hamb. Corr." zu berichten:„Die hiefige Polizei war bereits gestern Morgen 4 Uhr in Thäligkett, um sine im Freien geplante sozialistische Versammlung zu verhindern. Etwa 500 Personen hatten fich in der Nähe der WindSderge versammelt, müssen aber Störung befürchtet haben, da fie von hier nach den Bahrenfelder Tannen und von da nach der Grandgrube bei Eivelsl-dt zogen. Bon dort kehrten fie nach der Ottenser Feldmark zurück, wo eine große Anzahl der Anwesenden, darunter dar ReichStagsabge» ordnete Kays« und verschiedene Führer der sozialdemokratischen Partei in Hamburg, anaehalten, aber nach Feststellung ihrer Personalien wieder entlaffen wurden." Die„schwarze Liste". DaS Dresdener„Sächsische Wochenblatt" veröffentlichte wie wir mtttheilten, vor einiger Zeit eine Liste, welche von Dresdener Baumeistern ausgestellt war und eine Reihe von Namen von Maurern und Zimmer» gesellen enthielt, welche— well fie durch ihr Eintreten für die Interessen der Bauardeller den Herren Unternehmern unbe- quem erwiesen— bei einer Konventionalstrafe von 1000 M. nicht mehr in Arbeit genommen werden dürfen. Wie nun das der tinge- reicht, ebenso ein Exemplar der„BaugewerlS-Ztg.", wo daS Statut deS Verbandes mit der Strafe von 1000 M. für den UebertretungSfall gegen die„schwarze Liste" enthatten ist. Wollen wir hoffen, daß der§ 153 endlich auch einmal seine Anwendung gegen die Herren Unternehmer findet, für welche er biS jetzt nicht da zu sein schien. Gegen die Prügekpädagogeu sprach man fich in sehr scharfer Weise auf der Versammlung dei deutsch- österreichischen LehrerbundeS zu Wien ouS. Dr. DttteS, eine anerkannte pädagcgische Autorität, äußerte unter anderem:„In Front reich wird keine kötperliche Züchtigung tn den Schulen vorge» nommen. Die ganze ftan'öfi'che Lehrerschaft will dieS nicht und würde entrüstet fein, wenn man ihr diese« Mittel in d.e Hand geben wollte, und doch harrscht in den franzöfischen Schulen eine sehr gute Disziplin. Wenn e« wahr ist, daß nur die Wiedereinführung der Prügelstrafe(in Oesterreich ist fie abgeschafft. D. Red.) die jetzt bestehenden moralischen Gebrech m der Schüler beseiligen kann, dann müffm wir wohl sagen: Die deutsche Fugend und die deutsche Nation stehen in moralischer Beziehung tiefer alS die ftanzöfifche..... Mit der Abschaffung der lörp-rlichen Züchtigung in der Schule waren ein Fortschritt und eine Erhöhung de« Ansehen» der Volksschule angestrebt und auch erreicht worden. Die Wieder- einführuna der körperlichen Züchtigung würde eine Degrada- tion de» Ansehen« der Volksschule bedeuten.... Mich würde schon der Umstand, daß mein Kind unter der Ruth« stehen kann, abhalten, dasselbe in eine öffentliche Volksschule zu schicken."— Lehrer Lealer au« Retchenberg polemificte noch schärfer gegen dm gestellten Antrag auf Wiebereinführung der Prüzeistrafe.„ES sei für Deutschland dezeichnend", meinte er, „daß vor nicht langer Zeit der Staatsanwalt im Regierung« bezirke Köln fich bei der Regierung darüber beklagte, daß er nicht Zeit fikide, die verschiedenen Anzeigen wegen Uederschrei» tung der körperlichen Züchtigung selten» der Lehrer erledigm Werner fich zu seiner Braut,„fie wird Dir gewiß mit Rath und That zur Seile stehen, und es ist ja auch nicht«öthig, daß die ganze Aussteuer fertig vorliegen mr-ß. Wir kehren vor dem Ftühling nicht au» Zlalie» zurück, vielleicht bleibe« wir«och länger dort, vielleicht auch weile« wir de« nächste« Sommer in der Schweiz oder in Frankreich—" „Da» wäre gewiß herrlich, und wal»ich betrifft, so gebe ich freudig meine Zustimmung dazu," fiel Konstanz« ihm i« die Rede,„aber Mama wird nicht dazu zu bewe» ge« sein." „Wir müßte» Mama dahin bringe«, in die vzn Euch aewüascht« Beschleunigung Eurer Vermählung zu willigen," sagte Verena.„Sie wird auch, denk« ich, leicht dafür zn gewinnen sei», wen» wir ihr vorstellen, daß et auch ihr nur wünscheußwerth sein kann, so bald wie möglich au» der Unruhe herauszukomme«. Pap, wird nicht» dagegen ei«. zuwende» habe«. „Aber wie wird man in unsere« Kreisen darüber rede»?" «widerte Konstanz«. „Liebe« Her,, wer« kümmert da« uns?" sagte Werner achselzuckend..Mein Vorsatz, dm Winter i» Zialien ,u verbringen, muß Allen als Grund genügen.' .Und daß die Hochzeit der Verlobung so bald folgt. ist doch nicht, Seltene«." fügte Verena hinzu.„Wen» der findm**** auch dal Uebrige sich „Na. Kinder, bereitet Zh, die Mama vor." erwiderte mm tftlWNM .Sind wa Drn vereint, so v«deu wi, ihn wohl be. zu kö-rnm.(Bewegung.) In Folge dieser Besckserd« hat< Vi: Regierung einen Erlaß herausgegeben, in welchem fie tz« Lehrern schärlstenS einprägt» fich jeder lleberschreitung der lörperllchen Zücktigung zu enthalten. ES fangen also, umm die körperliche Züchtigung eingeführt werde, die Klage« er? recht an. In Deutschlanv, wo die körperliche Züchtigung in dm Schulen eingeführt sei. sei die Jugend auch nicht besser als die österreichische Jugend.— L-Hrer Böhm(Olmütz) er> klärte, zur Zeit, da noch die Prügelstrafe bestand, hätten die Lehrer eine jämmerliche Rolle gespielt, in der„guten alte» Zell" halten oft Lehrer und Schüler gerauft. Wenn die lörperliche Züchtigung eingeführt werde, so finte der Leb« zum Prügejpädagogen herab, und der humane Zug, der da» österreichisch: RetchSvolkSschulgesetz durchziehe, gehe damit«r» loren.— Die Abstimmung zum Lchluffe der Debatte bli» leid« zweifelhaft, sodoß fie wiederholt werden soll. OesterreichUngar«« Wie die„Pol. Korr." miltheilt, hadm fich in Folge« stetigen Zunahme der Anzahl der Über die Bukowina# Galizien auswandernden rumänischenJuden die Laardet» regierungen von Nieder- und Oderösterreich veranlaßt geseha- gegm die Eoentualität der Niederlaffung subfistenzloser JnSn viduen dieser Kategorie gesetzliche Maßregeln zu ergreifm. Rußland'. Nach einer Warschauer Meldung find seit einiger Zeit* BediNMngen für die Auifolgung von AuSIandkpäfien seile» der rusfischm Behörde bedeutend erschwert worden, nanrenw» bezüglich der dem Armeeverbande angehörenden V» sonm. welch« in Folge dessen eine Reise inj Ausland nflfcjj unmöglich gemacht wird. Da« deutet auf keine ftiedlichm V sichten Rußlands._ Der„Kreta, Zig." zufolge geht in Petersburg da« rücht, daß der Kars« über dm Gang der seit einem JahttP' führten diplomatischen Kampagne in und wegen B u l g a riu höchst ungehalten sei und seine Unzufriedmbeit mit d« gntf* auswärtigen Polllil deutlich kundgebe. Die Stellung% Gl«« gelte daher alS wmiger fest, ja deffen Rücktritt sogar von der hauptstädtischen Bevöilerung in dm BtttieiM? Möglichkeiten gezogen. AlS möglichen Nachfolger nenne den biShttigen Botschafter tn Pari«, Baron Mohrmheia». Belgien. «sühr« Anser...... wenbung von Deputirten nicht begnadigt worden, Der Gent« Arbeiterführer' A n s e e l e, der trotz der% ~........... 7» % rrtnefkkflfl Gefängntß gewandert. Er hat einen Aufruf an die erlassen, einig zu sein, Etteilkaffen zu enichtm und für allgemeine Wahlrecht zu agitlrm. Da« Bestreben der Belgien von vntächttgm Ausländern zu säubern, sehr erschwert, da Preußm und Holland die AuSweisun« ihre Grenzen zurückweism. ttlM Demnächst soll mit Portugal ein Derttag werden, nach welchem Portugal fich verpflichtet, all« Pj# Kongobesitzungen«forderlichen Produtte, Portugal ste nicht fabrizirt, in Belgim anzukaufen. Belgien fich für seinm Export nach dem Kong» t« 1*� giestschen Flagge bedient. Da« Ministerium hat beschlossm, dm internales nalen Eisenbahnkongreß im Jahre 1887 t» � zweiten Eifsion einzuberufen. Sraurretch. „France" meldet, die Affaire deS mtlaffmm'JLm k fizier» fei noch nicht zum Abschlaaffe � worden. General Wolff hätte die Verpflichtung Sache bei den Gerichten anhängig zu machen, anstatt d« jQ loffung anzuordnen. Do# KriegSminiflerium schickte fcohö�S Ordonnanzolfijier nach Belfort ab, der die Sache wieder nehmen und die Untersuchung veroollständigen soll. Da« Journal ,�!a L interne" der«staunlichen Nachricht, de' L a z a r i st e n(einer katholiß...... welche ihn sein« Zeit zum Abschwören de» Prote,»»--/:� und zum Eintritt tn die katholische Kirehe bewogen»A Daraus crkäre fich auch die Schwäche de« Konseilprästa'� gegenüber dem Papste. Grotzbritaittsiett» Gladstone hat für seine jüngst«schienen� Die üb« die irische Frage von dm V«leaern derselben ein von 1000 Pfd. erhalten. Sie wird jetzt in mehrere Sprachen übersetzt.. UnterstaatSsekretär Fergusson«klärte im Uiterha�� sierung sei keine Mitrheilung von einer seitens O Regierung allianze angeblich beabsichtigten Theilung Südof gegangen. Der Gedanke ein« rusfischen garien« od« deffen Verwaltung durch einen Gouverneur beruhe auf der Hypothese von d« l ein« separaten Altion seitm« einer einzelnen die Regierung indessen nicht al» wahrscheinlich JTj h« könne. Wa» die Nachricht von dem Aufgeben" miltonS angehe, so habe die Regierung keinen � Beschluß gefaßt. fiegm!" unterbrach Verena fie. „Mir gefällt diese« Projekt, ich w«de mein thua, um die Htnd«nisse z» beseitige». Dich etwarte«, Wnnerk" „Ja einer Stunde l' „Gut, dann wollm wir auch ohne heimfahren, damit Du Mama vorbereitet findest- ftnotp- ihre Zustimmung, so ist die Einwilligung „Und D», Konstanze?" fragt« Werner, ihre Hand festhielt und ihr bittmd in« Auge )ano senyierr«*o iyr oarrmo in*»»»», v'� rj2itb« Himmel, ich will ja wünsche», daß"'U «un gm sich«füllen,"«wid«t« ste,„ich freue w �*#1 jetzt auf dm Aufenthalt in dem schönm, sonnig«, wenn nur d« herrliche Plan nicht durchkreuzt«?'' �i»r 1 nur d« herrliche Plan nicht durchkreuzt' Damit schieden die beidm Mädchm, und ei» � im spät« rollt, die Equipage wred« vo» bannen- � ff" Werner stand noch i» Nachdenke« onsu*"«, Vai« wied« eintrat...»ck" „Daß war eine sehr fatale Siwation," Herr, der in jngmdlich« Toilette mtt d«_ eine» Züngling« da, Zimm« durchmaß, �{*4 U.benaschung— so früh konnte mm» Dam«( � erwarten." M sind/ dadurch Gelegenheit, die beide« Dame« für mri» zu gewinnm."_„o-w f „Und mann soll die Trauung fiattfi°dm ans die Sk-se S(o* si n-» " �"t SSf Ä% Frau da» angtneh« wäre." dnß Dir L Spanien. Die„Pöln. Ztg.", siniich etne klwai fragwürdig« Quelle, «reiz au« vareeiona, 2. Eeptimber, zu meld«n: Am 1. Erp- temder erfolgte hier ein anarchistisches Dynamit. Attentat, worüber folgendes belannt geworden: Bereits feit einigen Tagen fand«ine ArdeitSeinst:llung der Maurer statt, Haupt» fach ich auS dem Grunde, dasj die Arbeitszeit auf acht Stunden heradgifitzt würde. Alidald jedoch trennte fich ein Theil der Arbeiter von ten Ausständigen: die letztern begannen gegen die ersten Drohungen auszustoßen und der Gouverneur er« «arte, er wnde die Arbeiter, welche ardeilen wollten, gegen Bedrohung in Schutz nehmen. Auch die Arbeitgeber vcr« einigten fich zu gemeinsamen Maßregeln und am 1. September fand in einem öffentlichen Gebäude eine Versammlung von etwa 150 Unternehmern statt, die fich sämmtlich mit Ausnahme von etwa acht schriftlich über die Bedingungen verständigten, unter w-l-ien fie weiter arbeiten laffen wollten. Während das Schriftstück zur Unterzeichnung umging, erfolgte ein ungeheurer Knall. Ein« in einem eisernen Roh: enthaltene Dynamit- Kartusche war unter einen Tisch geworfen worden und batt« fich dort entladen. Mnf Bauunternehmer find ledenS gefähr« »ich, fieben anrere weniger schwer verwundet. Di« Bestürzung in der Stadt ist groß. Amerika. Generalpostmeister VilaS bat einen glänzenden Sieg über die nach Sudfidien aus„Uncle Sam's" Tasche lüsternen amerikanischen Dampfergesellschaften davon« fietrazen. Man wird fich noch errinnern, wie diese Gesell« chaftm fich im letzten Jahre absolut weigerten, die Vereinigte« vtaaten-Post zu den ihnen vom Generalpostmeifier angebolenen Bedingungen fern« zu befö-dern und welche Anstrengungen fir gemacht, um vom letzten Kongrrß eine belrächtliche Substvie »erauszuschtacen. Nachdem dieser letztere Versuch durch daS vechtzeittge Einschreiten der Administration vereittlt worden und die Gesellschaften gesehen haben, daß unsere Psstdeförde« rung mittelst fremder Linien ebenso prompt und'glatt von stalten geht wie ttüber, haben fie fich eine» bess-ren besonnen und fich Herrn VilaS gegenüber auS freien Stücken erboten, ok PostbilSrderung auf BafiS der von ihm im letzien Jahre vfierliten Vergütung wieder zu übernehmen. Damit haben die «et'effenden Dampfei linien praltifch zugestanden, daß der Post« k ran Sport auf der beireffendm BergütungidafiS ein gewinn- blinzender für ste ist und daß fie denselben nur aufgegeben, um vom Kongreß mehr dafür zu erlangen. Der Generalvost. Meister, wrlchem in dieser Angelegenheit vollständig freie Hand grlaffen war, hat fich bereii erklarf, neue Kontra!!« mit den amerikanischen Linien abzuschließen und dieS mit fast allen der« leiden bereits gethan, so daß vorläufig daS alte Verhältniß aetüffs Beförderung der auswärtigen Post wlederher- eefirllt ist. „ Die„Voff. Ztg." meldet:„Noch den fieben Tsdetur« »heilen, welche Geschworene in Chitago über Anarchisten ge» stillt haben, scheint auch der Kopf I ohann Most'S» deS Häuptlings der anarchistischen Verschwörer in den Vereinigten Staaten von Amerila, richt mehr ficher. ES heißt, bei den Behandlungen in dem Chikagoer Prozeß sei unzweifethast er« wiesen worden, daß Most, der gegenwärtig in einem New- Nvr'er Zuchthause fitzt, der Anstifte deS Chikagoer Anarchisten« ausstände S gewesen sei und daß die dortigen Behörden, sobald l« n Etra'tennin abgelaufen, seine Auslieferung verlangen würden. Die Auslieferung, meint die heule hier eingegangene "N- V-'HdlSzig.", würde seitens deS Gouverneurs d-S Staates New Nmf anstandslos gewährt werden, und„wmn der Staats« anwal, in der Gartenstadt Most erst einmal unter die Finger bekomme, dürfte derselbe für sehr lang« Zeit, wenn nicht für « er. hait gestellt werden." In Chtkago wird gegen die t(n Wahre Vernichtungskrieg geführt; de Polizei« A�>.'°,�iA»schworm haben, dieselben völlig auSzurolten."— Ameiilan?. au« diese Mittheilung der blind« Haß de ei ne Gegen den Anarchismus hervor. leben r u f f i s ch e r P r ä t e n f i o n e n und die beim Ad« Ichluß xeS WerkeS der Grenzkommisfion hrrvorgetretene Schwie« aber andere Gründe der Beunruhigung haben auch mcht gefehll. Die BonerwalS, ein Grenzstamm, welcher fich «or einigen Monaten unruhig verhielt, find wlede in dai eng« 'stMMBebiet eingebrochen, haben zwei Törfe überfallen und v el Vieh weggettieben. Dann kommen wieder Nachrichten � Ruhestörungen im Pendschab. E» wird gemeldet, daß der »mir von Afghanistan neue Regimente erichiet und kriege« "ich« Vorbereitungen in großem Umfange macht, entweder um "bin rufst,'chen Angriff adzuwehren, oder, wie einige wiffen um Kafiristan zu unterwerfen. Etne in Lahor« erschei« Zeitung konftatirt, daß in einem sehr großen Theile deS »Rsginchm gewiß nicht," erwiderte Weaer achfel» ba»«»'4 will da« an mich herantrete» laffen, l � s ffedet fich»vhl ei» Vorwaad, die Begleitung abju« a»Und ich soll allein hier zurückbleiben ftagte der alte � brit unverkennbarer Besorgniß. ,i�. Wrrner zog seine Handschuhe a» und zuckte abermal« "bl'ch geringschätzend mit de» Achsel«. f«, j,Du wirst Dich hier langweilen." sagte er ruhig,„urd ka« P*'"* Bedürfniffe ist hier ausreichend gesorgt. Begleite« Du un« nicht—« „Abe rch könnt« späte»achkomme« 1" .Darüber ließe fich»och rede«. Sehe« wir u?« vor im Caf« Schill« k" k,»Zedenfall«," nickie de Baro«. ,Abe wie ist e« tausend Louisd'or«? Ich muß da» Geld heute noch bj, �Jch gebe e« Dir«ach Tisch, augenblicklich fehlt mir �.�h»e eine Antwort abzuwarten, eilte Wene hinaus, «j."brchwanderte rasch die Straße» und trat nach �g�fittmlich langen Wandeung in die Dachkammer de» b'tirt."»!?. k°mmt mir solche Glanz in meine Hütte?" T,(. Schimmel übenascht, während e fich hastig vs« seine« nP(tQOb linh Vip« Rrrnsf �isch .«»d den fadenscheinige» Frack zuknöpfte. b>ir fi=M Sessel für de» Hee» Baro»! Seien Sie ko-nvu!« � willkommen, spät kommt Zhr, doch Ihr Ein GfpMgents Lächeln umspielte die Lippe« >sch!.j/!. Ehrend e den Gruß ewiderte und dann deu M'ee 81:4 lauernd auf dt« Antlitz Sre'chev« MSüMSSW Pendschab eine anonyme Proklamation in der Hinduspracht zirkulirte, welche die Eingeborenen aufforderte, mst Hintan« trtzung alle kleinen Zwistigkcften fich zu verbünden, um daS Joch der Tyrannei abzuwerfen. Weiter lündigt da« Schrift« stück die Ankunft einer großen russtschen Armee, die nach Im dien marschire, in Herst an. ES theift mit, daß de Maharad« fckah Dhulip Swgh fich mit diesem Heer« vereinigt habe und chm al« Führer diene; daß der Emir auf ein britisches Hilfe« geiuch erwidert hat, er persönlich wolle ja gern demselben Folge leisten, abe leider sei die Gestnnung seine« ganzen Volke« einer Allianz mit England nicht geneigt. Schließlich lündigt die Proklamation an, ein Zusammenstoß zwischen den russtschen und englischen Streitkräften an den Grenzen Indien» wede in nächster Zeit eintreten, und weist auf die Vortheil« für diejenigen hin, die fich dem Maharadscha und den Ruffen anschließen. Vermuthlich ist der Inhalt dieser Proklamation erlogen, abe der Gebrauch, der hier vom Namen des Maha« radschoh gemacht wird, und das Faktum, daß ein derartige« Machwerk»irkulircn kann, find höchst bezeichnend. Der vorer« wähnte Dhulip-Singh oder Dhalip-Sing ist der ehemalige Maharadscha deS PendschabS. AIS er noch mindejährig war, führten die Engländer(1845—1819) große Kriege mit den SikS d«S Pendschab, die mrt Emveleibung dei Landes in den englisch indischen Staat endigten. Thalip-Singh erhielt eine ledenklänglich: Pension, blieb abe Prätendent auf sein Land und war fortan ftilS im Lage de Feind« Englands zu finden. #*1 1*1*0«nd Arbeiterbsmegnng An die Arbeiter und Arbeiteinne«: Wie schon viel« fach an dieser Stelle erwähnt ward.'» ist eine Petition an den Reichstag im Umgang wegen Ergänzung deS§ 152 der Reichs« gewer beordnung. Liften zur Unterzeichnung liegen aus dei Mitan, Wienerstr. 31, Böhl, RüdecSdorferstr. 8(Feuerbaken), Bock, Fruchtstr. 53, Salzwedrl, Klosterftr. 83, Liewalo, Frankfurter Allee 143, v. Rolland, Landsberger Allee 43, Frau Cmtiuk, Wollinerftr. 50, Adamczek, Steinstr. 19, H.p'e, Prinzen Allee 13(Gesundbrunnen), Pfeiffer, Mühlengraben 3, Röpke, Brandenbuigstr. 56 bei Kohlherdt, Sperber, Frieden« ttraße 75 IV(nahe der Franlfurterstr.). Daselbst können noch L strn und PetitionSdozen in Empfang genommen werden. ES werden alle Inhaber von Listen dringend ersucht, dieselben— od viel oder wenig Unterschriften verzeichnet find— spätestens zum 10. Eepiembcr an letztgenannte Adresse abzuliefern, da die Listen am 11. September abgeschickt werden. Die„Nordd. Allg. Ztg." drucke in anetkennenSwerthrr Liebenswürdigkeit den Aufruf der Hamburger freien HilfSkaffen nach. Dir geplante Kongreß wird dem Kanzlerblatt für diese „Ardeitersreundlichkeit" gewiß dereinst seinen Dank abstatten. Dagegen wird er fich um die weiteren, natürlich sehr wohlze« meinten, Belehrungen der„Nordd. Allg. Ztg." kaum viel lümmrrn. ES mag ja richtig sein, daß sih die zentralificten Kasten erst noch weiter zu bewähren haben, aber da» gilt in gleicher Weise von den anderen Kaffenorganisationen. Und wenn man diesen daS Tagen und Betathen nicht verübelt, so wird man«S am Ende auch den freien HilfSkaffen gestatten müssen. Und wenn die NeichSregierung bereits Aenderungen de« KrankenkassengesttzrS ol« bevorstehend ankündigt(ocrgl. Polit. Ueders), so werden die Kaffenvorfiände wohl ebenfalls wenigsten« erwägen dürfen, in wie weit daS erwähnte Gesetz änderungsbedürtiig sei. DaS muß selbst dem Anhänger der beschränktesten Theorie vom beschränkten Unterthanenverstand einleuchten. Dte dänische«, schwedischen und voiwraischtv Ar» beiterfachvetetve haben auf dem Kongreß zu Gothenburg ein Programm er genommer, daS nach der Münchener„Allg. Ztg." im Wesentlichen folgendes besagt: Die Arbeite find mit den anderen Volks klaffen politisch gleichzustellen und haben durch die gesetzgebend« Gewalt dahin zu streben, daß fie geoen die Ausbeutung seitens der Kapitalisten gesetzlich geschützt werden. Die Fochvereine haben daher alle dte Arbefterllosse berührenden Fragen sozialökonomischen wie politischen EharaltetS in Lerathung zu ziehen. Es sind zwischen Arbeitern und Ar« beitgedern Lohr regulative zu vereinbaren, damit eine gerechtere, den«rdeitern günstigere Vettheilung deS ProdultionSgewinneS stattfindet. Den Lohn: egu'ati tun ist der Stundenlohn zu Grunde zu legen. Akkordarbeit ist nur nach Preikbestimmungen ouszusübren, welche von dm Fachorgamsationcn gebilligt find. DaS Prinzip der Seldstbilie kann in seinem vollen Umsonge von den Atbeiiern nicht al« berechtigt anerkannt werden, jedoch ist den Fachveninen die Errichtung von Unter« stützungSkaffen zu empfehlen, welche bei ArbeilSeinfiellungen. Ar- deitSmangel u. f. w. eineulrcten rermögen. Auch besondere Reise UnterstützungSkafim find zu errichten, da die jetzige Pro» duktlonSweife periodischen Arbtttsmangel ezeugt und dadurch besonder« die jüngeren Arbeiter zum Reisen zwingt. Der normale Arbeitstag ist auf acht Stunden festzustellen. Alle Etreiligkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitem find durch Schiedkgerichte auszugleichen. Zu Arbeiiseinstellur gen ist erst dann zu greifen, wenn alle anderen Mittel erschöpft Und wa« ich schon oft Ihnen sagte, das wiedehole ich noch« mal«, ich möchte Ihnen diese» Dank beweisen. Zch habe Rcichthum erworbev, ich möchte Ihr« Zukunft sorgenfrei gkstaliev, ich kaun.s, ohne mir»evnenSwerthe Opfer auf- zucrlegco. Und Sie dürfe» ohne Bedenke» mein Anerbiete« annehme«, e« wäre falsche Echem, wen» Sie e« ablehne« wollten." „Um keine« Preis!" ewiderte Schimmel mit eine abwehrende« Handbewegung.„Nennen Sie es nicht falsche Scham,»enn ich mich weigere, Almosen anzu» NihMZN." „Aber we spricht denn von Almosen? Liebes Fräu« lein, haben Sie die Güte, mir beirustehen, ich beabsichtig« ja da« Beste. Ich«ill Ihrem Onkel ei» kleine» Zahr» gehalt aussetzen, er soll nicht länge in dem Sousfleurkaste» fitze«—* »Jawohl, da unten ist's freilich fürchterlich!" unterbrach de alte Mann ihn..Ei» Zahrgehalt? Wofür? Ich wüßte nicht, womit ich c« verdient haben sollte, und soweit bin ich rech eicht herunter gekommen, daß ich Geschenke annehmen müßte. Nein, Hee Baro», ich muß auf da» freundliche Aaerbieten verzichte», aber darum keine Feind. f«l.) Ans Kunst und Lebe«. Unverdaute L-ktüre. In eine bcy eischen Stadt hielt KMWWU B### fich silder da« Leben nahmen. find. Die Fachvereine haben nach besten K-äft-n die»rbeitS» «instellungen zu uvterfiLtzen. Ein Antrag auf Enichtung einer gemeinsamen Streikkasse für die Fochvereine de drei skandi« r aviscben Länder wmde abgelehnt. Dagegen wurde beschlossen, zentralifirte Fachverbände mit ständigen Ausschüssen zu erichten, welche durch eine Oderleilung tn Stockholm, Christionia und Kopenhagen verdunven«erden. Di« in gewissen Zwischen» räumen abzuhaltenden skandinavischen Fachverrintkongreffe sollen bei paffender Gelegenheit zu internationalen Kongresse« erweitert werden. Die Vertreter der schwedischen Fachveetn« beschloffen schli-ßlieb noch mit 22 gegen 18 Stimmen, für ihren Theil ta« in Stockholm erscheinende Organ der sozioldeme» kratischen Partei zum„Zentralorgan der schwedischen Arbeiter" zu ebebm. Für freie sHilfSkassen. Der„An,, f. d. Havelld." meldet: Auf Veravlaffung der Ministerien de« Innen und für Handel und Gewerbe hat die tönigliche Regierung in Potsdam mit Bezug auf eine Vorstellung de« Vorstandes dt# GewerkoereinS der deutschen Maschinenbau- und Metallarbeiter» etne Versügung erlaffen, welche für alle freien HllsSkaffen maß» gebend ist und deshalb die weiteste Vedreitung verdient. Die» selbe bezieht fich auf die Kaff-n und Buchführung der gl» nannten Vereine und regelt die Frage, ob dei einen feiten« der Staatsbehörde vorgenommene« Revision sich diese gleichzeitig auf sämmt» licht Nebenkassen der Vereine erstrecken soll oder nicht. Von dem Vorstande de« genannten Hirsch» Duncker'schen Verein« war unter Einsendung de« gesammten einschlägigen Materials bei den Ministerien de» Innern und für Handel und Gewerbe die Bitte gestellt worden, die betreffenden Revifion.Sbeamten anzuweisen, gleichzeitig simmtliche Kassen eine« OrtSverein» zu revidircn. Darauf ist folgende Bescheid ergangen:„Potsdam, 20. August 1886. Dem Vorstand erwidere ich auf da« an da« Reichsamt des Innern und für Handel und Gewerbe abgegebene Gesuch vom 22. April d.J. im Auftrage de vorgezeichneten Herren Minister, daß dieselben über die Rerifion der mit der Kranken- und Begräbnißkafft vtldundenen anderweiten Kassen in folgender Weise unter dem 7. August v. I. entschieden haben: CS ist nicht zulässig, e,t» sprechend dem Wunsche deS Vorstandes deS GewerkoereinS de deutschen Maschinenbau- und Metallatbeiter, die Au'fichtt» dehörden anzuweisen, mit de R-vistxn de örtlichen Vewab- tungSst-llen der eingeschriebenen Hilsekassen der Gcwerkveein« gleichzeilig auch diejenige de übrigen mit diesem Gewekoeei« verbundenen Raffen vorzunehmen; dagegen erscheint eS und«» denklich und mft der Vorschrift deS§ 24 deS HllsSkasft». gesetzeS nicht uneereinbar, die Art der Buch- und Rechnung«. tührung, wie fie fich aus den beiden unte den Anlagen br» findlrchen Büchern egiedt. zuzulassen, da bei der getroffenen Einrichtung für die Kranken- und Sterbe lasse eine ohne Prü» sung der übrigen Spalten verständliche getrennte Feststellung und Verrechnung der röercinirabmungen und Verausgabungen der Kasse stattfindet. Ebenso wird e« zuzulassen sein, daß die Bestände der Kranken- und Stedekaffe mit denen der übrigen Kassen in einem gemeinsamen Behälter(Kassette, Grldschrank) aufbewahrt werden, sofern nur innerhalb diese» BebälteS die Bestände der ersten von denjenigen der übrigen Kassen so ge» trennt find, daß fie ohne weiteres als solche ekannt und ohne B-rückstcht�ung der übrigen Bestände in ihrem Betrage festgestellt werden können. Die beiden eingeeichten Bücher erfolgen anbei zurück. Der Regierung». Präsident. In Be« tretung: Goeschel". Ueber ei«« schändliche Ausbeutung de Ziegelei» arbeite» wird un« folgende Mittheilung gemacht. Auf ein» zelnen Ziegeleien in der Nähe von Betlin, Mittrnwalde und anderen Orten ist den Z'.egeleiblsitzern dem. deren Meisten die Veradsolgung der geistigen Getränke, Naturalien ic. von der Behörde gestattet worden. Während nun auf soliden Ziegeleien die Arbeite für die Anfertigung von tausend Stück Zleael» steinen einschließlich freier Ansuhr der Thonerde 6 M. 50 Pf. ehalten, dest-ht bei einigen Ziegeleien in der Nähe von Mitten» «aide, wo die Meister den RcfiaurattonSbetlied haben, mit den Z'.tgeleibefitzern da« Abkomm-n, daß die Meister 1000 Stein, dem Lefitzer mit nur 6 M. berechnen. Aufgabe der Meist« ist e» nun hier, an dem Vetkauf der geistigen Getränke«. s» vi«! herauszuschlagen, daß ste bei dem Abkommen keinen Schaden etliiden. ES kommt oft vor, daß ein Zirgelardeite seinen ganzen Wochenlohn für Schulden dei dem Meister-Restamatrur zu bezahlen hat und kommen die Frauen und lammen, daß ste kein Geld von ihrem Manne erhalten, um zu exlstiren. Ueewe nud Nersammlnnge«. hfi. Ueber de« derzeitigen Stand der Lohu-Tariffrage in der hiesigen Kiftenfadrikationsdranche wmde in der am Ron» tag, den 6. d. M, Abend», Alte Jakodstr. 48a, bei Deigmüller, abgrhaltenrn öffentlichen Vesammlung der Kistenmacher, welche auch von einigen Fabrikanten besucht war, von den beiden Referenten. Heren K-uftold und Tschenig, und den cn der Diskusfion fich btthriltgenben Rednern im Wisentlich-n daü Nachstehend« mitzethettt: Seit der erft.-n Fabrikanten-Vesamm» Eine Madounen-Erschetnnng auf dem RidSbea in Kämtcn. Eine Psarrersköchin, welche schon früher al«„Heilige", „dlutschwitzend" auf dem Schauplatz« vor abergläubischen Dorf» bewohnen fich gezeigt, macht fich nunmehr da« Vcrgr.ügln, Kindern a!S„Maria" tn weißem Gewand« zu erscheinen. Da» Gerücht davon vebreitet« fich mit Blitzesschnelle und zahl» reiche Projesfionen kommen im Orte zusammen, Krüppel suchen Heilung, Verliebte erflehen fich Beistand u. s. w. Kürzlich pilgerte auch von Grafenftein ein fanatistrtcS Weib mit zwei Kindern zur„wunderthätigen Gottesmutter", verirrte fich de» Nacht« im Waide, stürzte über eine FelSwand und blieb todt. Die Kinder, Knaben unter»ihn Jahren, harrten dt« ganze Nacht auf dem Felsen au» und konnten erst de« Morgen« dte nächste Ortschaft erreichen. Die Behörde ist übrigens bereits eingeschriiten. Ei« HäringS-Jubikäum. Man schreibt de„Miene Allg. Ztg." au« Amsterdam:„Di- Stadt Bierwich f-tette diese Tage daS sünshundeijährige Jubiläum der von Wilhelm Buckels gemachten Erfindung, die Härtnge durch Einsalzen zu konserviren und mittelst Verpackung in Tonnen in» Autland »u verschicken. Die HäringSfischeret war bi» zu dieser finnreiche» und glücklichen Erfindung eine« simplen holländischen Fischet bei Weitem nicht da«, wa» fie heute ist: eine« der hauotteck» lichsten Hilfsmittel de« holländischen Handel«. Karl V ließ diesem Wchltbäter de Menschheit eine«tldsäule erichten und eine Königin Mari« von Ungarn, welche da« Andenken BuckePt ehren wollte, verspeiste, anläßlich ihre« Aufenthalt«, in den Niederlanden, aus seinem Grabe einen Häring, was al««in». wenn auch nicht aeschmackoolle. so doch schmackhaste Ovation bezeichnet werden kann." ,, Nassau. 5. Sep'. Ein seit«inigen Monaten hie statin» nirter Hilftforstir versucht« gestern Nackt, als e in betrunkene» Zustande mit xeladene Flinte nack Hause kehrte, seine Kost- wirldtn, einem schon bejahrten Mädcken, UebleS zu thun. Mit Au'bietung aller Kräfte versuchte fie den Angreife, welche ihr. da st: um Hilfe schrie, den Mund zuhielt, lo« zu weder. worauf fie denselben in den Finger biß. Auf tcS HUfegesch,»! eilten die Nachbarn und ein Bruder de« Mädchen» hrrb-i. Plötzlich ertönte ein Schuß, und eine Schrotladung gina dickt an dem Kopfe de« Bruders vorbei in dte Wand. Gleich daraus börte man«inen Knall, und in dte Brust geiroffin. dtock d« HilfSsölste entseelt zusammen. lung am 21. v. M. hätten wieder mehrere über die Tarif» regulirung verhandelnd« Versammlungen derselben Art statt« gefunden Durch dieselben Hab« stch an dem in unserem Be- richt über die jüngste Kistenmacher-Versammlung dargestellten Sachverhalte nichts Wesentliches geändert. Hauptdedingung für die von der großen Mehrzahl der kistenfabrilanten zugr sicherte und eventuell abgegebene Zustimmung zum„neu« regulirten" Lohntarif der Berliner Kifienmacher ist die allgemeine, gleichmäßige Durchführung deffelben durch auS> nahmSlose Betheiligung oller Skistermacher an der Tarifdewegung. Hierzu r ölhige jeden Fabrikanten der Kon« kurrcnzzwang. Ebenso wurde detont, daß auch von den Dampf« betriedtfadrilen Niemand, weder Fabrikanten, noch Kisten- macher, be! Durchführung resp. Annahme und Vorlegung deS Tarifs stch ausschließen dürfe. Ganz besonders aber fordere die dem neuen Tarif zustimmende Fabrikantenmajoiität von den Kistenmachern, daS Vorgehen mit dem Tarif im Hinblick auf die bereits beträchtlich vorgeschrittene Saison möglichst zu beschleunigen, ohne jeden werteren Aufschub in sammtlichen Fabriken die Einführung des Tarifs mit allen gesetzlich zu- lässigen Mitteln durchzusetzen.— Da! Haup resultat der Ver- sammlung war der Beschluß, den Tarif, der bis zum ncchstm Sonnabend gedruckt vorzuliegen ha*, sammtlichen hiesigen Fabrikanten so schnell wie möalich behufs Anerkennung deS» selben durch eigenhändige NamenSuntersckrift zuzusenden urd bei allen, den Tarif durch Unterschrift ab« lehnenden Fabrikanten ohne Weiteres die„Arbeit niederzulegen." In einer am nächsten Sonnabend in dem« selben Lokal abzuhaltenden öffentlichen Versammlung der Kistenmocher, zu welcher, wie auch die anwesenden Fablikanten ausdrücklich wünschten, sämmtliche Fabrikanten der Branche eingeladen werden, soll über alles nähere besüloffcn werden. Allseitig sprach man die Erwartung auS, daß dies« öffentliche V rscmmtung von den Prinzipalen wie von den Arbeitern möglichst zahlreich besucht werde, um ein den Jntereffon beider Theile vortheilhafteS Resultat unter Vermeidung aller Konflikte auf dem Wege gütlicher Vereinbarung erzielen zu lör.n n. Lfj. Den Steiudrucker« und Lithographen Berlin» hat der Vorstand deS FachvereinS der Steint): uck-r und Lltho« graphen Billeli zu einer am 12. d. M., Vormittag», im Eben« Theater(frühe« LouisenstädtischcS Theater), Dreidenerstr. 72/73, stall findenden MatinS zugesandt, welche zur Unterstützung zweier FachvereinSmitglieder veranstaltet wird, von denen daS eine seit dem Mä z d.J. krank ist und— laut ärztlichen Zeugnisses — noch geraume Zrit arbeitkunfähig bleiben wird, und daS andere Mitglied schon seit dem Dezember v. I. unheilbar krank darnicder liegt und wohl auf Lebensdauer ardeitSinvalide wer« den dürfte. Der genannte Vorstand richtet an alle Beruf»« kollegen die Bitte, die erhaltenen Billeti am Tage der Matinä an der Kaffe deS TbeaterS reguliren und stch ausnahmslos an dem kovegialischm UnterstützungSwerke betheiligen zu wollen. DaS Programm der Mattr.e ist ein äußerst reichhaltiges und gut gewähltes. Verein Ziehlke'scher Tanzschüler„Ttroltenne" jeden Donnerstag, Abends 9% Uhr, im Restaurant Poppe, Linden« stieß« 106. Ranchklub„Areona" jeden Tonnnstcig, Abends 9 Uhr, Forsterstr. 9. Schäfer'scher Gesangverein der Elfer. Jeden Don« nerstag. Abend-- 9 Uhr, bei Wolf u. Krüger, Sfalitzerfir. 126, Musik. Ranchklab„Kernspitze" jeden Donnerstag, Abends KV, Uhr, im Restaurant Holzmarktstr. 44. Rauchklub„Tömmerwolke" Donnerstag, Abends von 6—11 Uhr, im Restaurant Greiser, Reichenbergerfir. 16. vermischtes. Ei« ingeniöser SchwiLdrk. Vor einiger Zeit erhielt ein reicher Kaufmann der Seine.Mctrcpole einen ganz merk« wüidlgrn Brief; in demselben forderte ihn ein? anonyme Ge« sellschaft in seinem eigenen Jniereffe auf, 20000 Fr an» an ihie Kaffe zu spenden; S würde ihm nichts nutzen, stch etwa an die Polizei zu wenden, da die Gesellschaft dieser ganz un- erreichbar und der Protektion der eir.flußrcicksten Personen ge< rviß sei. Wenn er so veinünstig sein wolle, stch seinem Schick« sale zu sügen. solle er eine«nnonze im„Paix" erscheinen lcfferi, deren Inhalt in dem mit lateinischer Druckichrift ge« schriedenen Briefe angegeben war; wenn er dagegen stch wider- spcnstig zeige, habe er die Folgen stch selbst zuzuschreiben. Der Aduffat, ein sehr kühler GcschäflSmann, d,r auS keiner seiner Handlungen ein Gcdeimniß zu machen nothwendig hat, über- gab den Brief der Polizei; auf deren Rath ließ er die arg'» zeigte»nnonze im„Paix" erscheinen. Er«rbrelt darauf einen neuen Brief— immer m lateinifcher Diucksürist,— in dem er wegen seiner Klugheit gelobt wurde; man gab ihm demnächst auf, die detiiffende Summe in ein Packet zu schnüren und daff-lb? dem Abbü R.... an der Maoelcinekirche zu übergeben. Diesem Bifehl wurde pünitlich nochge» kommen; der Gristliche zeigte dem ihn Besuchenden höchst verwundert einen Brief(wieder in lateinischer Druckschrift), in welchem er aufgeso.dert wurde, eine Summe in einem Packet in Empfang zu nehmen und dann noch Versailles zu fahren; es fei dies ein Sühnegeld für «ine begangene schwere Schuld, und man setze von setner Di». lretion als Priester voraus, daß er ohne Weiteres dieser Auf« forderung nachkommen und Niemandem davon Mit! Heilung machen«erde, da«S stch um die Ehre einer cngesehenen Person handle. Auf dem Pofidmeau deö Bahnhofes von Versailles werde er weitere OrdreS antnff.n. Natürlich macht stch unser Priester unter Begleitung«neS krim.inolpolizisten in Zivil» tkitung sofort auf den Weg nach Versailles; durch die Unacht» samkeit eir.eS Postbeamten war der betreffende Brief aber ab- Herden gekommen und konnte erst nach mehrtägigem Suchen «irdergefunden werden. In demselben erhielt der Priester die Weisung, sich um eine genau angegebene Zeit ganz allein auf die Ehauffes ton Versailles nach Paris zu begeben, daS Pcck-t an e'ntm näher dezeichnelen Punlt? nicderzulegen, und bann, ohne stch umzusehen, seines Wege» zu geben, wenn er nicht einem der zahlriichen auf ihn gerichteten Revolver zum Opfer fallen wollte. Diese Stunde war nun leide: durch da» ver- !p iete Buffir.den bei Briefes verpaßt; ind.ffen war man über» zeugt, daß die mysteriöse Gesellschaft schon weilereS von stch hören lasten werde. Und richtig; nach«inigen Tagen erhielt unser Kaufmann wieder einen Brief, in dem er unter schreck- lichen Drohungen adermalS aufgefordert wurde, die 20 000 Franks zu hinterlegen; er solle wieder ein« Annonze, deren Wortlaut in dem nach bekannter Weise geschriebenen Briefe beilag, im Falle, daß er noch so raisonnabel wie zuvor sei, er« scheinen lasten. Pünktlich würbe diesem Verlangen rachgekom� wen; ein neuer Brief belehrte ihn, daß man in Erfahrung ge« bracht, er sei an dem unangenehmen Aufschub dieser»nge» leaenbeit ganz unschuldig. Er solle wieder eine dem Wortlaut nach angegebene Annen, e im„Paix" erscheinen lasten, wenn er fich einvnstar.den erlläre, daß die Gesellschaft unter seinen Belannten einen auslöse, dem er die betreffende Summe über« 1- den'olle. Tie Annonze erschien, und nun wurde ihm ein l?r T... ein guter Freund von ihm, genannt, an den er, mm Maßregeln erthellm werde. Sofort wurden nun du Mr. T.... zwei Geheimpolizisten plazirt, die man, um jeden Arzwohn zu vermeiden, für seine KommiS avSgab; man war somit sicher, die mysteriöse Gesellschaft in die Hände der Justi, Übergeben zu können. Und richtig, einige Tage darauf, als Mr. T---- gerade abwesend war, präfentirten fich zwei Herren und eine Dame in seinem Komptoir, welche, alS fie von den verkleideten Kriminalisten höflichst um ihr Begehr gefragt wurden, offenbar unter dem Banne einer großen Befangenheit erklärten, fie könnten nur Mr. T.... selbst ihr Verfangen mittheilen und würden deshalb wiederkommen, wenn derselbe zugegen wäre. Die Beamten, ihrer Leute sicher, baten die Herrschaften aber, ihnen zu folgen, um fie zu Mr. T---- zu führen, wa» diese aber hastig ablehnten, indem st- die Thür zu gewinnen suchten. J.tzt zogen die Kriminalbeamten ihre Revolver, worauf die Be tricher erschreckt um Hilfe schrien. Es sammelte stch ein großer Auflauf an, und die Beamten wären sicher tüchtig gelyncht worden, wenn fie fich nicht durch ihre Karten hätten ausweisen können. Man begab stch nun auf daS näck ste Polizei Kam- mlssariat, Um hier eine— unerwartete Entdeckung zu machen. Die Arretirten, die augenscheinlich sehr erschrocken waren, brach« ten nämlich einen Brief— wieder mit der bekannten lateinischen Druckschrift— zum Vorschein, in welchem sie beauftragt werden, einen beigeschlossenen Brief an Mr. T.... in den Post- kästen zu werfen, widriaenfaüS fi; der schwersten Strafe ge« wärlig sein könnten. Man öffnete diesen Brief und fand— wieder in den seltsam bezeichneten Lettern— die Weisung, da» Packet zurückzugebin, da man eS nicht mehr wolle. Die Empfänger, Bekannte deS Mr. T..... wollten fich aber bei diesem selbst Jrformationen über diese räthselhafte Weisung holen und waren deshalb in sein Bureau gekommen, wo fie in den beiden Beamten Gehtlfen der Sender des Drohbriefe» vermuthet hatten. Nun war für die Beamten, die schon vor« her ein gewisses Mißtrauen gegen ihren oktrcy'rten„Prinzi- pal" hatten, keinen Zweifel wetter: Mr. T.... selbst war der geheimnißvolle Lriefschreiber. Als die Beamten bei ihm einstallirt waren, mußte er die Hoffnung ausgeben, die 20000 Franks zu erlangen, und er suchte deshalb auf die an« Segedene Weise fich diese unangenehmen Gäste vom Halse zu Haffen. Er leugnete auch nich:; bei seiner Verhaftung sagte er nur:„£), Sie wissen garnicht, waS man nicht alle# von einem Menschen erlana'n kann, wenn man ihm zur rechten Zeit die Bemerkung:„Ich weiß alles" ins Ohr flüstert." Ist daS nicht eine bewunoerungSwerthe Mache* Sckate, daß das Gesetz leine Rücksicht auf den Auswand von Intelligenz nimmt, den Mr. T.... an den Tag legte, urd die Sache einfach mit dem plumpen Wort„Erpreffungiversuch" bezeichnet und dlshald bestraft. Kleine Mittheilnngen. LübbtN tu der Lausitz. S. September. Bei der jetzt herrschenden furchtbaren Hitze haben die Garderegimcntrr auf dem Marsche durch deö heiligen römischen Reichet Streusand« büchse einen schweren und verhengnißvollen Taa gehabt. Namentlich das 3. Garteregimen:>. F., da» am 3. S-ptember früh gegen 7 Uhr von hier nach Neuzauche abmarschirte, hat unterwegs beim Manöveriren viel gelitten. SettionSwtiie fielen die Mannschaften um und gegen 124 Mann konnten nicht mehr von der Stelle. Ein Reserveosfizier, in seiner Zivilstel« lung Rechtsanwalt, starb bald nach feiner Adlieserung in sein Quartier in Laasow. Zwei Soldaten von der Unterosfi.ier« schule mußten edenfal!» alS Leichen vom Platze getragen werden. Htrschberg(Schlefien), S. E.ptember. Tie Unsitte de» Böllerschleßen» bot in dem benachbarten Kunnertdorf ein Menschenleben gefordert. Zur gestrigen Vorfeier eine» Feste», daS heut« zur Erinnerung an den Tag ton Sedan im«• nannten Orte gefeiert wird, durfte da» leider noch in oitlen Dörfern übliche Böllerschleßen nicht fehlen, trotzdem bekanntlich durch diese Unsitte schon so viele Unglücke vorgekommen find. Nachdem der Werkmeister Lochmann der T'.rkkow'schen Ziegelei berelis mehrere Böller loSgeschoffen, versagte idm einer. Als er aber näher kam, um nach der Ursache de» NichtexplodirenS zu forschen, ging der Böller loS und zerriß ihm in schrecklichster Weise den Kopf, sodeß sein Tod auf der S elle eingetreten sein muß. Da» Gehirn war nach allen Seiten hin verspritzt. Der Leichnam deS Verunglückten wurde erst einige Zeit nach dem Unglücksfall aufgefrnden. Brandenburg a. H, 2. September. Am 31. August, dem Todestage Ferdinano Laffalle'», wurden die hiefigen Ein- wohner durch eine mächtige rolhe Fahne überrascht, welche, dem „Br. An;." zufolge, in der Nacht in der äußersten Spitze ciner der Pyramiden. Pappeln auf dem Spiita'ichcn Grundstück an- gebracht worden war.— Auf der Fahne befand fich, auS Gold pcpier geschnitten, die Inschrift:„Hoch lebe die Sozial- demolrattr" und auf der Röckseite der Name:„Ferdinand Laffalle."— Auf Veranlassung der Polizeibehörde wurde die Fahne von einem Schornsteinfeger heruntergeholt. Elberfeld, 7. September.(Streitlustige Jnnunglbrüder.) Recht eigenthümliche Zustände scheinen innerhalb der hiefigen Barbier- und Friseur-Jnnung zu herrschen. AI» nämlich gestern Abend die monatliche Versammlung bei Veidande» abgehalten wurde, muß«S dabei zu sehr handgreiflichen Ausführungen aekommen sein. Ein JnnungZmeist«, Herr BleSgen, ist im Verlauf der sonderbaren Sitzung thatsächlich mißhandelt war-- den und hat in Folge defirn bereits Strafantrag gegen den betr. kampflustigen Herrn gestellt. Auf das gerichtliche Nach« spiel darf man mtt Recht gespannt sein. J-n Sprcchsaal der biutigen Nummer der„Freten Presse" veröffentlicht daS mißhandelte Jnnungkmitglied folgendes:„Ich mache hierdurch die MUtheilung. daß ich gestern Abend ali Mitglied der Barbier« und Friseur-Jnnung in unserer monatlichen Ver« sammlung resp. Sitzung thatsächlich von einem Mitglied« über« fallen und mißhardelt worden bin ohne jede Veranlassung. Ich habe selbstverständlich die Angelegenheit heute Morgen meinem Rechtsanwalt, Schmitz U, übergeben, den Vorstand sowohl als die übrigen Mitglieder als Z-ugen angegeben, und wird die Sache am Gerichte abgemacht werden und ihr Nach« fpier haben. Achtung» voll! Prter BleSgen, Friedrichistr. 40." Mannheim, 6. September. In der Dampssägerei der Herren Hermann und Biermann waren heute kurz vor zwölf Uhr einig« Arbeiter mit Aufladen von Stämmen beschäftigt- ali der letzte Stamm auf den Wagen gebracht wurde, oiiit derselbe au» und traf den verheiraiheten Arbeiter Juiiu» Hermann so unglücklich an den Kopf, daß H. sofort eine Leiche war. «jl Wie«. 6. eextlmber.(Ne Cholera in Krain.) Awt« licken Lerrchten zufolge ist die Cholera nunmehr auch in den Gemeinden Loserbach und Gora in Krain aufgetreten und Nnd dißher von den 25 an dieser Seuche erkrartlen Personen 11 mmmm »tfiffel, 5. CfPleindn�Jn Belgien$ab.n„{tbet fu.4t. lühlung herorrjubringei-. �schwirre«ewtiUr, e» worden. »WZMHWWMZ Ach fi'len so stark« �Hzgelsru'ck"" zugerichtet.. ständig niedergeriff, MMAWZ _ fast sämmtliche Scheiben wird von dm dortigen Blättern euf 0— zertrümmert nurden. Der im schätzt. In einer Fabrik Ruysbroekt und in einer Fabrik in Loch wurden die zettlümmcrtei, Scheiden nach vielen Hunderten gezählt. In Wandrez ist die Ersenbahnbrücke zerstört. In Forest ist der ganze Bahnhof unbenutzbar, die Kohlen vorrärh« längs der Samdre flogen wie Staub auseinander. Die Be» schavigungm der Fruchtdäume, der Ernte, der Gärten, find noch nichr abzuschätzen möglich. Auch Menschen find durch den Blitz erschlagen, andere schwer verwundet worden. In Brüssel selbst tobten schwer: Unwetter; auch hier fanden drei Personen durch den Blitz ihren Tod. Trotz der tägliche» schweren Gewitter dauert die Gluthhitze fort, so daß man für den Gesundheitszustand ernstlich zu fürchten beginnt. Pari», 5. September. Infolge der großen H'tz: wäre» während der letzten Tage zahlreiche Selbstmorde und durch Wuthauibrüche hwvorgcrufene Verbrechen zu verzeichnen. In einer Dachwohnung»eS Frubourg St.- Denis töbtete ein junger Mechaniker s-inen Pfl:gevater, nachdem er seine Mutter noch Mich aeschickl hatte, mit vielen Hammerschlägm, brachte dan» seiner Mutter vier Stiche mit einem großen Messer in Hal» und Geficht bei und stürzte fich schließlich auf den Hof hinab, wo er altbalv verschied. Der Mörder und Selbstmörder war sonst sanften Charakters und vertrug fich mit der Mutter und dem Manne, mit welchem ste seit 17 Jahren lebte, auf's Beste. Ein gerlnglügiaer Zwist soll ihn in Raserei versetzt Haien- Nach anderer Mrtth-ilung grollte er, weil die Mutler ihn a!« aehaltm hatte, ein Mädchen, das er liebte, zu heirathen. Dit Verwundung der Mutter ist keine lebensa-fährliche. Trieft, 5. Spt. Eine schreckliche Unthat ereignete fili gestern Abend gegen 3 Uhr im neuen Hafm. Um diese Slunb« nämlich beobachteten drei junge Leute, die kurz rorher dock eine Katze ersäuft hatten, von der Ferne dai eigenihümlick' Borhabm eines Weide S, daS von der Böschung einen diS dab'« unter dem Arme getragenen verhüllten Gegenstand in's Wcfst' stieß, und daß der in» Wasser geworfene Gegenstand sich K' weg«. Dai W'lb festhalten, einer heibolge ufenen Wache über« geben und dm Geg'nstand wieder herausfischen, war daSWe» tiniger Minuten. Mit Greufen mußten fie fich überzeug« daß derselbe nicht, wie dai Weib vorgab, ein Hund, sonder» ein liebliche», blonde» Mädchen von etwa 7 Jahren war. arme Geschöpf hatte um den Leib einm derben Slrick gedund« der nach hintenzu zu einem großm Knoten geschlungen und etwa einem Sreine oder Aehnlichcm zur Befestigung tf dient haben mag. DaS bedaurrnSwerthe Geschöpf war miW weile schon tobt. Soweit man über die Unthat Nähere» oy der unnatürlichen Mutter herausbringen konnte, ist fie gewisie Agne» Maur e. 30 Jahre alt und mit einem Fcct? de» Zollamtes vnhetralhet. Daß entmenschte Weib gab** daß fie auch dem Kinde, daS fie auf dem anderen Arme M und dann stch selbst ein Ende habe beeHten wollen. Anficht einiger wäre eS eine That deS Wahnsinns geiwv Die Untersuchung wird Licht in das wy�ier öse Dunkel b:*, Trtest, 6. Seplcmder. Von gestern di» beule Mittag»«» in der S:a:t Triest mit den Vororten 4 Erkrankung.» 1 Todesfall und im Trrrttonum 3 Erkrankungen inFofei'| Cholera vorgekommcn.... Fiume, 6. September. In den letzten 24 Stunden hier 4 Erkrankungen und 7 Todesfälle(worunter 5 von f18™ Erkrankten) in Foloe ron Cholera vorgekommen. N w Aort, 2. September. Ein Telegramm au»«L Leaver.woiiy meldet, daß die dortige Eilenbahn.brück: üb« r» Missouri abgebrannt ist, wodurch ein Verlust von 400 000*., vilursacht wurde. Diese Brücke bildete da»«lnstg« dungSmittel für die Ch crgo, Rock Island und Paclstc Eä; bahn nach Lmvenworlh.— Die Post de» im Gldne?'«'» 7 gestrandeten Dampfer»„AlaSka" von der Euionlinie den Norddeutschen Llcyd.Dampfer„Saale" gebracht Nachdem ein Theil der Ladung ausgeladen worden, gelang. 5 Schleppdampfern, da» Schiff flott zu machen. Et hat Schaden gelitten und wird, nachdem e» seine Ladung rck*� an Bord genommen, die Reif: nach Liverpool fortsetzen. New-Uork» 5. September. Ueder die Erdbeben in �i Vereintgten Slaalen wird dem„R.'Uler'ichen Bureau" gr&eg Dle Ruhe, welche die Einwohner von Charleston infolge � Aushörens der Erdstöße wieder zu gewinnen begannen-� wiederum gänzlich erschüttert worden. Die Stadt würbe von neuen Erdstößen und einem Kiese lsteinregrn H.W'' wodurch die größte Bestürmung unter der Bevölkerung'.'.Fj wurde, die von Furcht völlig gelchmt ist. Eine Diilttäringeniiure ist entsandt worden, um die not ffgMP Gebäude zu prüfen und zu enischeiden, od dieselben wr-??«» hert wieder bewohnt werden lönnen. Auch ist eine V? Zelten für die Obdachlosen eingetroffen. Der Hast"'-iiFem da» Erdbeben gänzlich unberührt geblieben, die Tiefe's, blieb in ollen Th eilen unverändert. Ter Kcpüä» dampfe rs meldet, daß er, während sein Schiff»4 ron Port Royal(Jamai'a) lag, ein fürchterliche», I ch«» Geräusch hört«, dai 1'/, Minute anhielt. Mab �.,11 w einige Besorgnisse betreffs der Bermuda- Inseln,% dem KurS liegen, den dai Eidb den«ingeschlag«» v.s'zsrcW N-W Pock, 4. Scptmdr. Dai Städtchen wurde gestern von einem Erdbeben hrimgesucht.»''L ten Einwohner haben den Ott verlaffen und läget" In Sommcrvill: beobachtete man nach den ersteN fV� � die seltsame Erscheinung, daß stch ausgetrocknete Lru--��!? vollkommen trinkbarem Waffer füirten. Der E"„ w; il? ist in Süd-Karolina wieder aufgenommen, rrährerro � N graphenverdindungen noch immer sehr unvoulom Seit dem Crdtebcn hat fick da» Tai, welches in L- Pennsylvanien, in großer Menge au» der Erde � Beleuertunaizwecken verwandt wird, bedeuten» r?., In Charleston fängt die Becölierung allwäiig an, 5» wieder zu gewinnen. Die Läden wurden wieder P« die Straßenbahnen eröffnen den Verkehr. Die V Häuser der Stadt muß neugebaut werden. Die Bma � pn daß der Staat ihnen 10000 000 Dollar zu dem os schießen wird. Die Park» sehm noch immer i".m Zigeunerlager au». Einige schlalm in Zrlten, f-.'öjla»�, deckten Wagen, während die Meisten auf Stroh u" st" 5 Lager haben. Neger und Weiß« rühm bei einant gjarf'Lii vannoh etngetrcffen« Reisende derichlen, daß fie'Lgi e'"' zü große, 600 Fuß lange Erdspalten gesehen haben- stiegen Schweseldämpfe auf, während auS anderen� Fuß hoch emporschoß. Die„Charleston N-a S o tt» schreibt heute in einem LeitaNitel t»Die Stadt bürgerlichen Geschäfte zu deginnen, trotz der Bnv- � v � Erdbeben». Charleston fitzt nicht da auf der"„i Ä S7ÄÄ& ä« fefe zu behaupten."- Um Mitternacht«mu«l« P® tischen Küste von Jacksonvlll« in Florida bi* noa, daS Erdbebm. In Charleston ltw Eine Frau wurde getövtet. In Saoanno NuSS-m,»- »ückgekehrt._____ «MtäBtf*'; tf- MWMU'-i' Maßregeln erthellen werde, coron muraen nur.»» ciaiitm auf gut 700000 Ftent» oV» �«»»" betten, wenn Sie an ven--- � in � SrnntortH 1°.«m ,.11.114™ 5t l«-»«--»°1.««»»l"'"«°" 141 -„...» �%h«tm« st?.?,«etle� Beilage zum Berliner VolNlgtt. Ar. 210 Dotmerstag» den 9. September 1889. HL I ahrgi First KlrWiltt Hit Kulpiim orrtoss-ll. D-e D'v-iasm. welche die neueste Sntwickelung in Bul« Wer detttff-n, lauten: _ Sofia, Dienstag, 7. September, Abends. Der Fürst en- pfii'g heute Vormittag die Vertreter der fremden Mächte, »jmfte denselben für die moralische Unterstützung und für die Juihschla�e, die sti ihm in einem schwierigen Zeitpunkte ge- N°en däiten und bezeichnete dai Konstantinopelcr Protokoll alt eine der Hauptursachen für leine Abdankung, weil daffelbe seinen Feinden gestaltet »ade, zu tagen, daß er einfacher Beamter Rußlands fei. Er babe in da« Land zurückkehren wollen, um dafielbe an hellem Aaze mit seiner eigenen freien Zustimmung und nicht wie ein Urdelthäter verlessen zu können. Der Fürst betonte besonders, wie schwielig e« sei, daS Land unter dm gegenwärtigen Um standen ,u regieren. Er wünsche dem Lande einen gleich er- grbenen R-gierungSnach'olger und hoffe, daß deffen Bemühun- Ken von E»olg gelrönt fein möchten. Sofia, vrenstag, 7. September, Abends. Fürst Alexander ist h>u e Nachmittag nach Lompalanka abgereist, er morgen Nachmittag eintreffm wird. Der Fürst oerließ Wf« Zia-.mer im Palais um 4 Ugr, begab sich» von den Kor« jUln der Mächte, auch demjenigen Rußlands, gefolgt, in dai �'kidül un» verabschiedete fich dort mit kurzen Ab chiedS warten pan den Beamten und anderen heraomof den Persönlichkeiten, 5�. stch daselbst eingeiunden hatten. Nach Begrüßung der Mattere, welche im Hofe dei PalaiS Aulstellung genommen Aatten, bestiea der Fürst mit Stamdulow den Wagen; die Minister,' die W«tglied«r deS RegenifchaftirathS und eine Anzahl Öderer Personen gaben dem Fürsten in mehreren anderen «lagen daS G-leite. Die Bevölkerung brachte dem Fürsten, alz ex das PalaiS verließ und bei der Fuhrt durch die Stad: lowie am AuS-, an g derselben unauSgesevt enthuftastische Ooa- rionen dar. Ja der Stadt hatten die T-upp-n der Garnison ahne Waffen Spalier gebildet.— Der Fürst hat betreff« Mir Advznkung eine Proklamation eriaffen, welche also lautet: »Nachdem wir unS von der schmerzlichen Wahrheit über- Mat haben, daß unsere Abreise aui Bulgarien die Wieder« JKlstellung guter Beziehungen zwischen Bulgaren uad Ruß- 'anv erleich e-n wird, und nachdem wir von der Regierung des sr-Ur» von Rußland die Zustcherung*< hatten haben, daß die llaashänu gkeit, die Feeiheit und dai Recht'»nsereS Staates Mange.üKrt bleiben werden und daß fich Niemand in die '»neren Landetangelegenheii einmischen wird, e-llären wir unserem vielgeliebten Volke, daß wir auf den bulgarischen Thwn Wir wü" scher, damit vor oller Welt zu bcw isrn, theuer unS die I tsreffrn d-S Vaterlandes find und M wi; vtuit stnv, iß: ,eine Unabhängigkeil Alles zu opfern, seiest ua?, wai unS roch h werer wie da« L-ben ist. Indem wir �richtigen �a k auLspiecken für die Ergeoer httt, die .�alk!N den glücklichen wie in den trüben Tagen be lanit in«' In> «, Die Abenddämmerung war bereits hereingebrochen, al» r�a in H. ankam. Sie war in Beglettung rhrer Zofe L�ren, und während diese eine Droschke Herbe, rref, welche «? beiden Damen in ein Hotel bringen sollte, ließ dre Schau- �lerin ihre Blicke suchend auf dem Perron umherschwerfen. � Erwartete war nicht zu sehen; aber statt seiner trat, U dem Hute in der Hand, ein Diener an sie heran. .«Fräulein Gerda Schönburg?" fragte er unterwürfig, als sie bejaht hatte, fuhr er fort: �„Herr Wallhofer läßt sich bei dem gnädigen Fräulein � schuldigen, daß er nicht selbst am Bahnhofe sein konnte. 1 2 baß Befinden seiner Frau Mutter hat sich leider sehr &enklich verschlimmert und die alte Dame wollte ihn nicht st* ihrer Seite lassen I Herr Wallhofer läßt das gnädige Sfaultm dringend bitten, sogleich zu kommen und sich seines gens»u bedienen!" „. Gerda zögerte. ES war gewiß nicht ihre Absicht ge« drin kQÖ Haus ihreS Verlobten zu betreten; aber die b!n yicha Art, in welcher er nach ihr verlangte, raubte ihr h, den Diener mit einem ablehnenden Bescheide thr � �"den. Sie kannte ja die Größe seiner Liebe zu wußte, daß er selbst das Sterbebett seiner jetzt"°�ss«n würde, um zu ihr zu eilen, wenn sie ihn Zos.V�bl.ch warten ließ. So bezeichnete sie denn rhrer in d Hotel, in welchem sie adzuste gen habe, und fuhr Wallhof-. r's davon. Mit wachsender Her« c J,e de» Ereignissen der nächsten Stunde! ent« �nisch.�'� Beginn ihrer Bekanntschaft mit dem tta- Mann.«(f aP?den hatte das ernste, edle Gesicht des jungen wonnen, hifi fich in unserer Stadt eine auffallend lebhafte militärische B-weoung zeigt, welche in normalen Zeiten nicht beobachtet wtrv. So rmmmett es seit einiger Zeit in unserem Hafen von Kriegt ichiffen, Schoonern und allerlei anderen KriegStahr« »uzen, welche ebenso, wie sie unbekannt woher deS NachrS ankommen» auch des Nachts wieder ab- segeln, ohne daß Jemand wriß, wohin. Unter dem Vorwande, daß in der K im große Mar.S-er stattfinden sollen, erh'elt ein Theil der hi-fizen Garnison Befehl zum Ab marsch. Im Hafen standen diei Schiffe zum Truppentrankport bereit, und bereits am frühen Morgen trafen dort Infanterie, Jäger. Sapp-u.e nnd andere Truppen ein. die mit Sack unk» Pack gekommen waren, um, unbekannt wohin, auf den Scbiff n abzureisen. Es wutden die 4. Schütz nbrigade, eine Rolle Soppeur-', eine Rotte Pontontere und eine Abtheilung Kosaken aut den Dampfern eingeschifft. Aui der einen Seite stand der Dampfer„Zartza", dann der„Nachimow" und ihnen gegenüber der„Dünas". Die Emsch ffung vollzog fich unter Kommando des Generallieutenants Röhrderg, des Cz.fS der Schützen- drigade. Die Schiffe damptten unter Mufikklängen und Hurrahrufen ab, ohne daß selbst die T nippen wußten, wohin. Es heißt zwar, daß ste zu den Manövern in der Krim ad- gingen, aber hier ist man allgemein dec Meinung, daß diese Truppen zur Okkupation von Bulgarien bestimmt find, da ste polllommcn kriegsmäßig ausgerüstet waren. Die drei Dampfer -vurbm noch von dem Ktt-aidampker„Parnja'i Rerkury" de- g keilet, auf welchem die Oifiztere fich befanden. Auch einem Kandttaken für den ecledigien Thron hat Ruß- land in Bereilichaft: den Herzog Alexander von Oldenburg. Herzog Alexander, geboren am 2. Juni 1844, iii der zweile Sohn drS im Jahre 1881 verstorbenen Herzogs Peter, der mit dem regierenven Großherzog von O'dendurg G fchwifterlind war. Aus Konftantinopel wird geschrieben, daß man dort den Prinzen Waldemar von Dänemark, jüngsten Bruder der Kaiserin von Rußland, als den Kandi- vaicn Rußlands betrachte, fall« dieses mit Peter Karageorge« wi'fch, dem serdischin Prätenventen, nicht durchdringen könne. ES ist inviffen wenig wahrscheinlich, daß einer dieser Kandi- daten die Zustimmung Englands erlangen wirb. Oesterreich wü-ve sicher gegen Karageorgemitsch sein. U:der die Fü st-n- wahl brstimmt der Artilel lll d-S Berliner Friedens vom 13. Juli 1878 wie folgt: Der Fürst von Bulgarten wird frei durch die Bevölkerung gewählt und du ch die hob- Pforte de- stätigt mit Zustimmung der Mächie. Kein Mitglied der regierenden Häuier der Großmächte kann zum Fürsten gewählt werden. Fall« die fürstliche Würde erledigt wird, wird die Ncuarahl d-S Fürsten unter denselben Bedingungen und Formen vorgenommen. Die Preßäußerungen bi-t-n heute weitet nichts neueS; nur inO st er reich ist eine Ausbreitung des Unbehagen« zu bemerken, mit dem man die eirs-itige Begünstigung Rußlands durch VaS Deutsche Reich beodachiet. Tie Wever„N Fr. Pr." schreibt in ihrer letzten Nummer: Die heimische osfiz'ös- Presse spricht stch mit großer Reserve ttinschen u�dew rg tn dnem so geheul ver„No ddeutschen Allgemeinen Zettung" Hot sie auch nicht ewaestimml; an dem Jnvianertanze, den die deulsche o fiztöse Presse um den Efaip de« BatienbeegerS aufführte, bat fie fich mit gutem Geschmock nicht dclheiligt. DaS allein giedt swon zu denien. Die öffentliche Meinung in Oesterreich jedoch hat geradezu eine Entiäuschung erfahren. Sie hat nicht erwartet, daß man R-ßland wegen Bulgailets den Krieg erklären werde; fie hat ob:r auch nicht geglaubt, daß daS oeu.sch östeireichifche Bündniß in einem entsch-idendm Augen> blick: nicht mehr Wiikung äußern ref-tt, als daß Rußland un» d hindert ganz Eurooa seinen W llen auferlegen könne. Denn so wie Vie Diu ge sich entwickelt haben, hätten sie sich vermuthlich auch ohne daS deutsch« ötterrel wische B ün 0niß entwickelt. Die öffentliche Me r ung in Oesterreich hat die Wieder Annäherung Rußlands an O-sterre.ch und Deuischland, wie fie in Skurrtu-wic: unv Kremfirr stch z:igte, mit aufrichtiger F cude begrüßt, Venn ste schien ein Unurp'and de« Friedens unv namentlich der Ruhe im Orient zu sein; aber man halte uns gesagt, daß daS Ein- verständniß d:r drei Kaisermächte auf der Grundlage der be« slehenven Machtvcrhällniffe und der Verträge ruhe. Dieser Glaube hat stch als ein I rthum erwiesen. DaS Attentat war, so wollte sie fast daran verzweifeln, daß sie Math genug haben würde,'hm zu sagen, was doch ohne Säumen ausgesprochen werden mußte. Mehr als einmal war sie nahe daran, den Waren halten zu lassen und unter irgend einem Vorwand umzukehren; aber jedesmal kämpfte sie doch die Regung der Schwäche noch rechtzeitig nieder, und als die Equipage endlich vor dem alten Patrrcierhause hielt, da war es ohnedie» zu alledem zu spät. Sie hatte erwartet, daß Wallhofer sie wenigstens hier in Empfang nehmen wüide. So wenig geeignet auch immer daS Haus seiner Mutter zu einer solchen Ausern- andersetzung gewesen wäre, so würde sie ihn doch aus der Stelle um tv t geheime Unterredung gebeten und ihm ihr Gcständnrß abgelegt haben. Nun schien sich Alles gegen ihre Absichten verschworen zu haben, und rhre Lage wurde mit jedem Augenblick peinigender und unerträglicher. Der D ener hatte sie über eine breite, mit dicken, weichen Tcppichen belegte Treppe in ein Zimmer de« ersten Stockwerkes geführt, ohne daß fie irgend einem lebenden Wesen begegnet wäre. Hier bat er sie, einen Augenblick zu ver- weilen, da er den jungen Herr benachrichtigen wolle. Sem Ausbleiben währte lange genug, um Gerda'« Unbehagen und ihre Bellomme heit auf das Aeußcrste zu erhöhen. Wie sollte sie sich diese scheinbare Ruck- sichtSlosiflkeit ihres Verlobten erklären, und wie sollte sie nach einem langen, peinlichen Warten inmitten einer Umgebung, deren düstere.Fcemd- artiakeit beängstigend und niederdrückend auf sie einwirkte, die Kraft finden, ihm mit einem vernichtenden Wort ent- gegen zu tr.ten! Rings um sie her regte sich auch n.cht war, sie ständen still. vom 21. August war nicht bloS gegen dl: Person des Fürsten Alk x ander, sondern auch gegen vi« Veiträg: g-richlei, auf Grund deren er die Krone Bulgarien« besaß, und durch dke Antwort deS Czar« auf da« UnterwerfungS- Telegramm de» Fürsten hat fich Rußland o'fiziell und offen mit denjenigen idmtifi.ir». die dm Fürsten ,u vertreiben versucht hatten. Da« ist keine Politik auf Grundlage der Ber« träge und roch weniger eine Politik deS europäischen Gleich» gewichik. W:nn jetzt nach ver Abdankung des Fürsten Attxmder der rusfi che Einfluß wieder zu herrschen beginnt, so ist nicht zu verg-ffm, daß er fich nicht bloß auf Bulgarien, sondern auch auf Ost« Ramelim erstieckt, und da« hat für Oesterreich eine ganz andere Bedeuiung, als die Union»-Bewegung unter dem Fürsten Alrxander gehabt hatte. Wenn da« die ganze Frucht sein soll, d-e Oesterreich von dem Baume deS Drei Kaiser- Bundes pflückt, fo fürchten wir, daß dieser Bund nicht von Dauer sein wird. O-ster» reich, welche« fich auf den Boben dei Berliner Vertrages ge» stellt und dem Frieden an der Seite Dettschlans« gern und treu gedient hatte, wird nothwendigerweise mit stch zu Rathe gehen müssen, ob angefich!« der fich vollzieh-nden funda» mentalen Zerstörung de« Berliner Vertrage» der D»i«Kaiser«Bund noch auf den alten Grundlagen ruht und od seine Stellung in demselben nicht«fährdet ist. Ii, wir besorgen, daß man O:sterceich in die Naihmendigkett ver» fetzt hat, zu ermäzen, ob sein« Interessen selbst durch da« Bündniß mit Deutschland genü» gend gewahrt sind. Kokale». Beachteniwerihe ärztliche Rathschläge für Mütter gehen dem„DreSoener Anzeiger" von berufener Seite zur Ber» öffentlichung zu. Unter der j-tzt her fchenven enormen Hitze (erben entschieden am meisten unsere Säuglinge. Leider können st« noch nicht sprechen, sonst würden fie gewiß laute Karge« über ih-e unzweckmäßige Kleidung und namentlich über die dicken Betten, in denen st-, fest eingehüllt, den beißen Sonne«» strahlen im durchglühten Kinderwagen ausgesitzi strb, von stch stoßm. Die armen Kinder liegen förmlich in einem chronische« Schwitzbade; eingewickelt und festgebunden in dicken Feder» betten, angezogen mit dicken Jäckchen und Hrudchen, so sieht man ste täglich jetzt den heißen Sonnenstrahlen ausgesetzt i» der glübenven Sonnenhitze herausfahren: um fich zu erhole«» zu kräftigen an der Luft, wie die Eitern meinen. Und doch, wie viele solcher armen Säuglinge unterliegen dieser verkehrten BehandlungSweife jeden Sommer I Vor allem find«i Blech» dmchfälle, noch mehr ade: die gesürchlete und meist löttliche Gehirnhautmlzünvung, die durch eine unkluge Behandlung«» weite enl stehen. Deshalb me-ke man stch folgendes: An heißen Taren lasse man die Kmder früh de» Morgen« höchsten« bi» 9 Uhr ausfahren; dann babe man si- erst und lege fie in ein küzieS Zimmer und lasse sie den Tag über dort bis zum Ädend, j-tz! bi» gegen V:5 Uhr; dann dringe man fie wieder an die Luft biS 7 oder V>8 Uhr, ältere Kinder noch etwa« länger, und ÄeTÄro?«? der Wohnung die vchlafz.mm« und Abend» dagegen an die Luft; vor Allem aber entferae man bald die Federbetten, wenigsten« im htißrn Sommer. Man lege den Säugling, wenn er 3—4 Wowen alt ist, auf eine Seegratmatratze mit kleinem Ro-eharrkeiliissen, die beide auch in den Ki.'derwagen paff n müffen, und decke die Kleinen mit einer leichten, mil Leinwand überzogenen Watt- odir Wollen» dicke zu. Alle Federn, j-des Einbinden und F stw-ckein ver» me'.de man: der kleine Körper soll fich recken und str< ckm können. So liegen vie Kinder iuhl, lchwitzei entschieden weniger und die wiotige Bluizlrkul ttion zum G-birn wird eine entschiede» gleichmäßigere! Mögen doch die Mütter diese Rathschläge de» herzigen, bi" wih'mernende und erprobte find. Zur Med'.zivaltaxe macht die„Bert. Z g." folgende recht lr-ffenven v-merkungen:„Bei der Warnung vor Ge» he mmitlcin wird besonder« auch au' den Werth di-i Geheim» mittels hir geniesen und derselbe als ein eno m boher deziich» net. L-tzlerc Thrtsache muß zugestanden werden; fie mag un« aber gleichzeitig Gelegenheit ged?n, unseren Lesern ein Btld zu entwerfen von dm eeormen Pleistn, wttche vi« Apotheknc fü: Rezepte nach der ihnen deiö.vlicherseils oorgeschriedcnm X v zu berechnen befut f und berechiigt find A i« diesem Da öffnete sich leise eine der in das Zimmer münden» den Thüren— so leise, daß die Schauspielerin nichts da» von bemerkte, und daß sie einen kleinen Ausruf deü Schrecken« ausstieß, als Wallhofer plötzlich vor ihr stand. Er hatte sich sehr verändert in ver kurzen Zeit, während deren sie ihn nicht gesehen hatte; seine Au en schwammen in Thranen und ein Ausdruck tiefsten, hoffnungslosesten Schmerze« lag auf seinem fernen, blassen Gesicht. Die Hand, welche er ihr entgegenstreckte, brannte heiß wie die eine« Fiebernden in dec ihrigen. Was sie befürchtet hatte, war eingetreten: seinem treuen Antlitz und seinem Uesen Schmerz gegenüber hatte sie den Mulh verloren, unverzüg- (ich das entscheidende Wort zu sprechen. „Ich danke Dir, meine theure Gerda, daß Du meinem Wunsche gefolgt bist," sagte er mit bebender Stimme,„Du hattest wahrhaftig nicht viel später kommen dürfen. Folge mir, meine geliebte Braut, und sei gefaßt und muthig!" Ein Schauer deS Entsetzens rieselte über ihren Leib. WaS verlangte er von ihr? Was halte er vor? Er hatte sie schnell mit stch fortziehen wollen, aber widerstrebend war sie stehen geblieben. „Ich Hube mit Dir zu sprechen!" kam es mühsam und tonlos von ihren Lippen.„Nur einen Augenblick!" Aber er schütuli« den Kopf und sah sie mit eine« unbeschreiblich angstvollen und flehenden Blicke an. „Nicht jetzt, Gerda, nicht jetzt! Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren, der Tod läßt uns keine. Ach. Du weißt ja nicht, mit einer wie qualvollen Angst ich auf Dei« Kommen gewartet habe!" Sie wollte auch jetzt noch widerstehen, aber ihre Kraft war gebrochen. Die Glieder versagten ihr den Gehorsam und sie folgte ihm— willenlos, hilflos wie ein Kind. Er fühlte das Zniern ihm Finger, als sie die Schwelle des Krankenzimmers überschritten,— des Kranke-zimmers, das>n diesem Augenblick bereils ein Sterbezimmer aar' und noch einmal stüste t« er ihr ein Wort der Beruhigung zu. Gerda aber wußte kaum noch, was um sie her ge- fchah. Wahrend ihres ganzen Lebens war ihr nicht» so fürch terlich, so unerträglich gewesen, als der Anblick des «-chwei» mos wiederum erhellen, wie schwer dies««an, unze« wöhnitch hohen Preise den«einen MMelstanÄ und daZ Pro> letariat treffen. Rachenkatarrh«. DtirrhSen und Vrechdurch. fäll«»bei Kindern kommen in den unteren Volksschichten am zahlreichsten vor. Von hundert Aerzten verordnet der größte The«— die Dost« ist seldstverständlich von dem Alter und der körverlichen Beschaffenheit des KindeS abhänaig fol« «eadeS Re,-pt:„Calomel 0,01, Saccktrum 0,3. X Pulver." Die Taxe für diese 10 Pulocr mit Arbeit und Vervickuna de. trägt 95 Pfennige, der Werth deS Heilmittel« 0.315 Pfennig und der der Verpackung 5 bis 6 Pfennige. cS feste* also da» ganre Medikament etwa» über K Pfennige. während 95 Pfennige bezahlt wer» den müssen. Wenn nun im Publimm die Anficht verbreitet ist. daß die Apotheker 99 Prozent verdienen, so wird der oben oenau berechnete Satz diese Anficht in vollem Umfange mehr ott bestätigen. Wir verwahren uns gegen den Vorwurf, daß wir gerade jeneS Rezept gewählt hätten, um diese ungewöhn« «chen Verhältnisse zu illustriren; im G-gentheil, wir warm in der Lage, diese noch krasser zu beleuchtm, wenn wir bestimmte Rezepte zu diesem Zweck herauisuchtm. Diesem etwaige n Vor. wutf gingen wir au« dem Wege dadurch, daß wir sehr baufig vorkommende Rraniheitm und das allereinfachste Rezept wähtten. Bleibe., wir bei obigem Beispiel urd verdoppeln die Dost« und die Pulverzahl: die Taxe stellt fich alSdann auf 1 ER. 45 Pf., während der P-etS der Waaren nur um einen «einen Bruchtheil und der der Schachtel um 1 bis 1% P'. steigt Wenn der Einwand gemacht wird, daß die Arbeit und die Ver« emtwortung bezahlt werdm müssen, dann führen wir hiergegen an, daß ein geschickter Arbeiter unter gewöhnlichen Verhältnissen in einer Stunde sedr bequem 5. bi» 600 Pulver fertigstellen kann, für die mit der Einkapselung 30 M. berechnet werden, während für die 600 Puloer die Verpackung selbst etwa 1 ER. lostet. Dabei wird der G-schäftSgehilfe mit einem jämmerlichen(St. ha« von jahilich 12. bis 1500 M. bezahlt. Führt man nun von betheiligter Seite zur Entschuldigung der tiankhasten Zu. stände immer die Verantwortung im Beruft in« Gefecht, dann müssen wir hierauf erwidern, daß es Berufszweige aiedt, die viel mehr Gefahren in fich bergen, a» die Pharmazie. Während der Apotheker auS Unachtsamkeit oder Leichtsinn Fehler begeht und diese dethalb immer selbst verschuldet, giebt e» Beruft zweige, bei denen unglückliche Zufälle die größten Ge- fahren für Leib und Leben der Angestellten heraufbeschwören: es liegt aber nicht in ibrer Macht, fi: zu verhüten, oder abzu- wehren. Wie in unserem ersten Beispiele, so stellt fich daS PreUverhältniß fast auf allen G. bieten der Rezeptur; ausschließen kann man nur die wenigen Fälle, wo theure Präpa. rate, wie Chinin, Jodkali. Jod, Jovoform und einige Atka- loide oerorvnet w.'even; aber auch in diesen Fallen ist der Ver. dienst s» hoch wie selten in einem anderen Geschäft. Geheim. msttelpreise und M-dizinaltox? geben st», wie wir dargethan haben, gegenseitig nichts nach. Die Behörde giebt trohdem bei ihrer Warnung unter Darlegung der Nutzlofigkeit des Geheim- mittels den im Vergleich zum Werth ungeheuerlichen Preis an, um das Publikum zu übe: führen, daß e« betrogen werde. Da« theure Rezept ist von einem Fachmann verschrieben irnd muß laut Medlzinaltoxe bezahlt werden, trotz. dem da» bereitete Medikament sehr oft wenig oder garnichr» nützt. Ader hier darf von einem Betrüge des Pubiitums nicht die Rede sein, es zahlt eben eine betördlicherseit« festgesetzte «ranlensteuer für ein Privilegium, welches einigen Glücklichen dewillizt wird. Der hohe Prei« ver Heilmittel hält Viele sehr oft davon ad, ärztliche Hille herbeizuholen, und selbst, wenn dies« he-bkigeschafft ist. bleibt daS Rezept entweder liegen, oder man läßt die Medizin, nachdem man den PceiS erfahren, ruhig der Apotheke und überläßt denPatienien seinem Geschick. Zum Arzt nimmt der Arme eher seine Zuflucht, als zum Apotheker: er wetß, daß der erster« Kredit gewährt, während d-r letziere gerade von drn Armen unbedingt bare Bezahlung für daS Medikament verlangt. Wahrlich, solche Zustände find min. defien« ebenso.beklagenZvett�Me daß daS Publikum geschützt werde vor Bukdeutung nach jeder Richtung bin, nicht nur vo: der Ausdeutung durch te.n Ge. heimmttteischwindel, sondern auch vor der U-derrortheilung durch enorme Preise für verordnete Medikamente. Man be- fettige das Apothrken- Monopol; mit dieser Beseitlgung wird dir hohe Medizinaltax« fallen und mit ihr wiederum der Ge» HcknmUtelschwind! l." Eine Beschwerde der Kellner. Seit der RrchtSgelehrte Jhering in seinem berühmten Buche:„Ter Kumps um'» Recht", euch die Frage des Trinkgelvunwesens derührte und damit den Feldzug gegen die Trinkgelvmani« einleitete, wurde diese Frage in den verschiedensten Zfttschrittm nach allen ihr abzugewinnenden Seiten— für und wider— besprochen. Rltürlich überwogen die Nuchthcile de» Trinkgeldwesen». Wie Tode«, und in diesem Moment brachte er sie vollends einer Ohnmacht nahe. Und doch wäre» viel eher ein rührendes, als ein schauerliches Bild, welche« sich hier ihren Blicken bot. Die filberhaarige Matrone, welche da, durch Kissen unterstützt, halb aufge- richtet auf dem Lager ruhte, rang nicht in schwerem, gräß» lichem Kampf mit dem Würger, sondern ihr Hinscheiden glich dem langsamen Untergange der Sonne an einem «ilden Sommerabend, dem Einschlafen eines müden Kindes, dem von allem Lachen und Weinen des langen Tage« keine «mdere Erinnerung im Herzen zurückgeblieben ist, als die, dah e« gut und köstlich gewesen sei. Ihr ehrwürdiges, faltenreiches Gesicht sah so feierlich aus, als ginge ein Ge» vet durch ihre Seele, und wie sie nun mit einer kleinen Anstrengung die gesenkten Augenlider aufschlug, als die Kremde an der Hand ihres Sohnes an ihr Sterbelager trat, da brach es schon wie ein Strahl himmlischer Ver- klärung unter ihnen hervor. Gerda hätte laut aufschreien mögen in dem wilden Schmerz, der ihr Herz zerwühlte, aber kein Laut kam über ihre Lippen, keine Thräne netzte ihre Wimpern. Ihr Körper schien nicht mehr ihr selbst zu gehören, und nicht mehr dem Einflüsse ihres eigenen, sondern dem eine» fremden Willen» zu gehorchen. In ihrem Kopfe wirbelte und brauste e», »or ihren Augen schwammen Menschen und Gegenstände i» einander und sie wußte nicht» von dem, wa» sie that. Nur wie in einem Traume war ihr'«, als ob sie an Wallhofer'S Seite nebe» dem Lager niedergekniet wäre, «l« ob sich eine leichte Hand auf ihren Scheitel gelegt hätte, während eine milde, versagende Stimme flüsterte: „Gott segne ihn und Dich, meine Tochter!— Gelobe mit'« in meiner Todesstunde, daß Du ihn glücklich machen untfl 1" Und wie in einem Traume war ihr'», al« eb sie mit einem„ja!" geantwortet hätte; dann aber hatte ihre Empfindung von dem, wa» um sie her geschah, vollständig aufgehört, und al» sie ihr wieder zurückkehrte, befand sie fich in einer völlig veränderten Umgebung. S.e lag auf einem Ruhebette und auf einem n.edrmm Sessel neben ihrem Haupte saß Wallhofer. Er hatte d.e Ellenbogen auf L- Knien gestützt und da» Gesicht ,n den Händen vergraben. Al» er es emporhob, da die Schauspielerin eine kleine Be. nun dcr«Freis. Ztg." zufolge eine Beschwerde von Killnern Berlin« auifübit. welche von dem Vorfitz-nden des Fechloerttn» der Belliner Kellnerlchast verfaßt ist, habm die öfteren Hin- weise der Presse aus die Unfitte de» Trinkpeldgeben» die praktisch« Folge gehabt, daß angeblich ein starker Prozentsatz der Gäste grundsätzlich kein Trinkgeld mehr giebt. Davurch sei bereit» ein thatjächlicher Nochstand unter den K-llnern ein» getreten, den desondil» die V-iheiratheten bitter kmxfä'den. Die Kellner bitten darum» die Zeitungtfehden gegen diSTrifk- geld einzustrllm, zumal der Gast, wenn er ein Trinkgeld frei- willig gebe, die» bestimmt übrig habe, der Kellner aber ledig- lich darauf angewieftn sei. Unsere» Erachtens geht diese» An. suchen an die Presse durchaus nicht auf den Kern der nicht un'nzztigm Angelegenheit ein. Ob der Gast da» Trinkgeld bestimmt übrig habe oder nicht, tnffi die Sache nicht, abgesehen davon, daß der gebräuchliche Trwkgclbzvang wirklich für viele, die auf den Gasthauidesuch angewiesen find, eine emvfiadliche JahreSsteuer bedeutet. Gewiß erkennen wir die Pflicht de» Unternehmer» an, seinen Kellnern einen ausreichenden Lohn zu geben, nicht aber— weil dies in den meisten Fällen nicht geschieht- die Pflicht des Gaste?, den Kellner zu entlohnen. Wenn dem Trintgeld gegenüber unausgesetzt dieselbe will. fährige Nachgiebigkeit vom Puslikum geübt wird, dann wird es muthmaßlich nie dahin kommen, daß die Unternehmer die Lasten aut fich nehmen, welche das Publikum freiwillta trägt. Ein eigenthümliche» Streiflicht auf die Forderung der Berliner Kellner wirst übrigens daS Ergebniß einer Kellneroersamm lung, welche kürzlich in Wien stattfand und in welcher über die Abschaffung VeS Trinkgelbe» und den Ersatz hierfür durch einen regelmäßigen Lohn bcrathen wurde. Hierbei entschied sich die große Mehrzahl für Beidehaftung de» Trinkgelvek, denn da» Trinkgeld sei jedenfalls eine reichlichere Entlohnung, al» daß fie ein G-Halt der Koffeebefitzer und Gastvirthe er setzen könnte. Sollten diese Zustände nicht lür Berlin zu. ttissend sein, so wäre e» doch in erster Reihe die Pflicht der Berliner Kellner, durch einmüthtge» Zusammenstehen sich von der Nothwendigkeit, aus'» Trinkgeld angewiesen zu sein, zu befreien. Hierin werden fie ficherlich die Unterstützung der �"�Wie�sehr auch manchmal ga«, Unbetheiltzte unter der Hartherzigkeit unserer Hauspascha» zu leiden haben, be« weist folgende von einem hiefizen Blatt mit einem Anflug un» begreiflicher Schadenfreude erzählte Vorfall:„Ein cigenar« tige» Bivouaileden entfaltete fich vorgestern aus dem Hofe eine» Hauses in der Bülowstrvße. In dem genannten Hause hatte dl» zum gestttgen Tage eM Schneidermeister gewohnt, dessen Geschäft so schlecht ging, daß er schließlich die Wohnung»- miethe nicht mehr bezahlen konnte. Um ihn lo» zu werdm, machte nun sein Hauswiith gestern Nachmittag kurzen Prozeß, pfändete ihm die Nähmaschine ab zur Deckung der rückständt gen Mieth: und ließ darauf die Wohnung räumen und den Mann mitsammt seinen Sachen auf den Hof setzen. Nun hatte aber der Schneider«inen Astermiether bei fich wohnen gehabt, einen Arbeiter mit Frau und Kind, der also mit ge- fangen, mttzehangen, das heißt, zugleich mit seinem Vermiether durch da» energische Verfahren de» HauSwirth» exmittirt wurde. Während nun der Schneider mit seinen Sachen abzog, blieben die Möbel de» Arbeiter», der gerade auf Arbeit abwesend war, auf dem Hofe zurück, von der weinenden Frau gehütet. G.'gen Abend kam ihr Mann heim und gewahrte die Ueberraschung, die ihm inzwischen bereitet worden. Da er an den Schneiter seine Miethe pünktlich abgeführt hafte, so wollte er fich nicht so ohne Wittere» hinauswerfen lassen; e» gab stürmische Szenen aus dem Ho'e und er schwur, nicht von der Stelle weichen, sondern stch an O t und Stelle häutlich einrichten zu wollen. Und da» führte er denn auch au». In einem Winkel deS Hofe» schlug er da« Familienbett auf, stellte Kommode, T'lch und Stühle zurecht, und die Wohnung, deren Decke der aestirnte Nachthimmel bildete» war fertig. Gleich al« wären staunen eller Hausleute die Nacht auf dem Hof.:. Zum Glück für die Aermsten blieb da» Wetter schön, sonst hätte da» im. provistrle Bivouak ein traurige» Ende genommen."— Wie man diese höchste Potenz menschlichen Elend» mit Ironie de- handeln kann, ist wirklich ganz unerfindlich. ES ist geradezu wunderbar, was der Mensch alle» aushalten kann, ohne zu sterben, oder fich auch nur unbehaglich dabei zu fühlen! Man kann stch über etwas den Kopf zer- brochen, den Kopf verloren haben, auf den Kopf gefallen sein, «inen offenen Kopf,«in Brett vor dem Kopf, daS Hi:n ver- brannt haben, oder auch vernagelt sein, und lcbt ruhig wetter. Wir sterben darum noch nicht, weil das Herz gebrochen ist, oder weil wir dasselbe muthwillig verschcntt haben, weil wir uns schief, buckelig oder todt gelacht, die Lunge auS dem Leide gesprochen haben, au« der Haut gefahren oder durch die H.'chel eingegraben hatte. Einer wie treuen Lieb« mußte das Herz dieses ManneS fähig sein, der solche Trauer bei dem Hin- scheiden seiner greisen Mutter empfand! Gerda hatte sich rasch aufgerichtet. Sie fühlte sich wohl schwach und angegriffen, aber nicht krank, und ein glühendes Verlangen hatte sich ihrer bemächtigt, zu erfahren, was von den dunklen Erinnerungen, die dumpf auf ihrer Seele lasteten, Traum oder Wahrheit gewesen sei. Sie brauchte keine Frage danach zu thun, denn schon die ersten Worte Wallhofer'S verriethen ihr Alles. „Mein geliebtes Mädchen," sagte er, ihre Hand er« greifend und sein Schluchzen mannhaft niederkämpfend, „nun auch meine Braut— nicht nur vor meinem Herzen, sondern vor aller Welt! Mit eine« Segenswunsch für unfern Bund ist meine arme Mutter aus dem Leben geschieden und Du hast sie glücklich gemacht durch Dein Versprechen, mir allezeit ein treues und liebevolles Weib zu sein.— Aber was hast Du? Du willst doch nicht fort?" Gerda war aufgestanden und sie hatte in der That nach ihrem Hut« gegriffen, der neben ihr auf einem Tischchen lag. Ihr Gesicht war marmorweiß und selbst au» ihren Lippen war die Farbe entwichen. „Laß mich!" bat sie.„Morgen werden wir weiter davon sprechen! Aber ich bedarf der Ruhe!" „Gewiß, mein Lieb!— Und längst ist ein Zimmer für Dich bereitet I Ich werde das Mädchen rufe», die Dich dorthin führen und Dich bedienen soll!" „Nein!" wehrte sie mit Entschiedenheit ab. darf nicht in diesem Hause bleiben;— meine Zofe erwartet """»"u-d- Ihr Benehmen hätte ihn vielleicht defremdet, wenn necht der große, ungeheure Schmerz von seinem Wesen so sÄ'f« Ä"Äte": gl®.!S«.'"6. tÄn$ Ä fÄÄ% Ä« (Schluß folgt.) gezogen find. Gewöhnlich spürt man e» sogar recht spät nachher. daß man stch den Mund oder die Finger verbrannt hat, eaß man über'« Ohr gehauen oder über den Löffel bardirt ist. Wir selbst fühlen es niemals, wenn unS eine Schraube los ist, andere dagegen merken ei bald. Ohne unser Aussehen zu ver. ändern, können wir em Auge auf etwas werken, die Hand vergeben, Sie Nase in eine brennende F-ag« stecken, den Rücken frei machen, die Beine in den Leib stehen oder die Hamme!« deine knicken lassen; kann uns ferner ein versengenver ober stechender Blick treffen, eine Thatsach« in die Augen springen, auf den Z hn gefühit werdrw oder können unS gar die Haare zu Birg? stehen. Dagegen wirkt ei sehr akut, wenn jemandem der Mund gestopft, oder mit dem Zaunpfahl gewinkt wird, wenn er von der Tarantel gestochen wird, oder ihm eine Lms über die Leder gekrochen ist. Außerdem kann eine spezifisch Berliner Natur„mit die Oogen klappern", und fich bei sauere« Bier„den Magen verlenken"— aber„ein Fremder kann das nicht." Die Feuster.Vermatterttugs'Prozesse drohen bei vn» Mode zu werden. Der Verkauf des FestungsgrabenS wird vir« schieben« derartige Prozesse im Gefolge haben. Der Fiskus hat fich kontraktlich gegen Rückgliffr auf ihn gifichert. Verschtetene «dj»zenien haben stch gütlich geeinigt, indem fie fich da» Terrain zwischen ihren Grundstücken getheilt haben, z. B. auf der einen Seite der Beutdstraße. Auf der andern wird«» da» gegen zu Vermauerungen kommen, Die Geschichte von dem Knabe« Hübner, der fich a» Paravetag beim Fallen auf einen Gitierstad spießte, regt in einem Leier dcr„Voff. Ztg." eine Jagenderinnerung aus ve>» Jahre 1817 an. Er jchreidt: Wir«chüler au» der Realschule deS Direktor« Krech an der F iedrichstraße, gegenüber der Oranienburger strc.ße, neben der„RettenSen Artillerie Kaserne"» hallen die G-wohnhett, unS MittaaS nach beendigtem unter» recht an dem eisernen Stacket der Charttee» da wo heute da» Denkmal Gräfe'« steht, einzufinden und un» dort von den Sträuchern die sogenannten Al beeren auf alle nur denldarr Weise anzueignen. Die Polizei war machtlo», denn uns« Kommiffarius(mit blauem Rock und roth«n Aufschlagen urd Kragen) wurde,„natürlich" auS respektvoller Ferne, einfach!ür seine wchlgemeinten Warnungen verhöhnt. Da schrieen am denn hinter ihm her:„Fuch»(so hieß der Mann) mtt die Bierstrippen." Diese Bezeichnung bezog stch auf die dar oft üblichen Stege von Leder, welche an dm Hosen getragen«»:» den. Eine« schönen TageL hatte auch ein Spielkamerad die eiserne Umzäunung erklommen(die heute noch unverändert ist), um unS anderm mit frischen Beeren zu versehen. Da komw» Fuchs. Vor seiner Donnerstimme stoben wir auseinander, un!» Kamerad aber fällt vor Schreck von oben herab und aus den unteren Spitzen der Geländer bleibt er hängen. Er ist dann unter unsäglichen Schmerzen verstorben. Die große Hitze der jüngstm Zett soll— wie ein Fa»' gelehrter im„Prster Lloyd" versichert— eine Folge der W wöhnltchen Höhe d:r Sonnen-Peotuberanzen(Eihöhung#' Hervorragungen) sein. Von der Höhe dieser ProtuberaoB hängt die Normalität oder die Adnormalttät der WärmeoeP hältniff: unserer Erde und der anderen Planeten ab. W-N" die Pcotuderanzen bloS 12000 Kilometer hoch find, was un» gefähr dem Durchm-ffer der Erve entspricht, so werden st- durch die Astronomen gar nicht in Betracht genommen.� diese Höhe der Protlideranzm entspricht den normalen Wa-ws' verhältniffen der E de. ES ist jedoch durchaus nickt daß diese eoolutionirenden Eonnenflammen eine Höhe von 100000 Kilometern erreichen, und w:nn fich die Flamenwoil der Sonne bis zu dieser Höh« gegen Wentels Ende �iu schwingen, dann«andern auf der Erde die Winterrocke tr. P andierhanstalten; stellen fich aber die Flammende:(!?'■* Vommer ein, wie jetzt in der zweiten Hälfte August'» und vi» ersten de» September», nun dann i�d.-n wir jene unerttog» lichen Hitzen, Dürren und and»»» Fataltlitten, deren stch ai«n«i areme Nicht erinnern. Die Protuberanzen find bäufigsten und mächtigsten gegen Ende Juni und% Oltober, am seltensten und schwächsten Mitte und Ende � und in der ersten Hälst« de» August. Während dieser sttzicrev Perioden ist die Sonne nicht nur nicht der Schauplatz,� Eruptionen, sondern die die Sonne umgebende Flammmss1»' selbst scheint von nirgends Nahrung und Zufluß zu bekommm» ste»ebrt so lange an fi», bis fie schließlich zu einer Höhe � 5- 6000 Kilometer zusammenschrumpft. Wehe unserer 6"% wenn ein solcher Fall eintritt! Denn je tiefer W F!»"31'!, mrer im Mal fällt, desto ärger hausen die EEvinN» Servatius, Pankratia» und Bonifazius und desto oc»«» nehmen fie ihr« Backen, um mtt ihren eifizen Winden Hoffnungen für«in ganze, Jahr zu vernichten, fürchten zu müssen, daß irgend eine«ohlthätige trolubetanz ihnen ein„Qnoa egol" entgegendonnert. � Oder flache der Sonne ist seit Mute August wiede. platz fortwährender Evolutionen: die Protuberanzen mit außergewöhnlicher Kraft in die Höhe und erreichten den Berechnungen der Astronomen am 24 August Höhepunkt: über 300 000 Kilometer. Diese EooluU� verursachten die außerordentliche Schwüle der letzten l,4*£> und diese macht un» Erdenmenschen dni irdische Daß" sauer. Elu Naturfreund schreibt einem hiefizen Blatt von Suphan, schreibt et, hat stch, ohne darum zu werden- � Emsührung de» Telephon» neu« Freunde erworben und f � " der gefiederten Welt. Man weiß, daß Thier« w � jungen Jahren sehr zu Vergnügungen neigen. JMflJÄI und Katzen können fich und un» stundenlang durch Sv« unterhalten und unsere zahmen Papageien ruftn° a ihre tollen Streich« oft d!e grüßte Heiterkeit hervor.% � nicht bekannt dürfte sein, daß uns.re Täubchen die lag« unserer Postexzellenz ihrer Vergnügungssucht dien. � machm Seit drei Tagen habe ich Gelegenhett. von w-„ im Studenteaparterre belegenen Wohnung cu«, jede» der Adenddämmerstunde, eine weißgraue Taube»u die fich etwa eine Halde Etur.de lang auf einem der va* Drähte der R-ichspostharse schaulelt. Die Beweguntf* kleinen Vergnügungssüchttgen find dabei überaus 6%Ln» «inltch. Ein Schlag mit den Flügeln genügt, den v« res de S Drahte» zu beschleunigen; haben ad« die Bewegunl �u, Drahtes, wie dies ja bei völliger Windstille öfter ganz aufgehört, so rührt die Taube kräftig gleich,-ttig»V* und F.ügel oder macht auch wie ein Turner am R ck an.�.z, Draht- die Riesenwelle, d. h. fie üd«sch'.äät fi» stützt nach vorn über, hängt einen Augenblick mit der» e. Körper nach unten, um von der anderen Seite wieder � plck Draht in ihre frühere, fitzend« Stellung zu gelangen.�(w» Täubchen etwa ein« Kollegin des Herrn Stephan, a.s�st« Brieftaube ist, die nicht dem Vergnügen, sondern twn �„riev- Ä;« ÄsÄÄTÄ'WS?®« L UM»M Ms-MZMSs- mrt) zusammtngeschlickert ist) 20 Pjd. getoit« und Mkleinerie liirtofftln zusttze. Er ha&z dieS aber nicht gethan, um stb einm Vermözentvoitbiil zu verschaff-n, sondern um d.n Käse schmickhaster zu machen und rascher der Reife zuzuführen. Durch Untersuchungen Hai fich ergeben, daß dieser Kartoffe! «usatz zwar nicht gesundheitsschädlich ist, ader den Nähroerth des KäsiS wesentlich verringert. Der allgemeine Gebrauch des KäseS als Nahrungsmittel beruht auf seinem hohen Gehalt (30 pC.) an etweißartigen, stickstoffhaltigen Kölvrrn, von denen die Kartoffel nur höchstens 2 pC'. bat. De: Zusav von Kar, ioffrln muß deshalb schon den Nährwerth VeS Käse vcrrin- Znn, abgesehen davon, daß Vi; Kartoffeln eine nicht geringe Aenge Wasser dem Käse zuführen und ihn sonach w;rthlos:r machen. Ans eine Gefahr bei sdem Betriebe der Damchfdahn nach dem Grunewald wird d-r„Voff. Zg." Folgendes ae- fchrieben:„AtS ich Sonntag Abend 9V« Uhr mit meiner Fa- «ilie die Strecke vom Restaurant Halens« zum Bahnhof zu tuckiegte, war ei wegen de? Dunkelheit kaum möglich, da? vtraßengeltise zu erkennen. Ein hinter unZ lommender Dampf. wagen nach Berlin, den ich zeitig gewahrte und auf welchen iw andere Leute vor unS noch rcchrzeitig aufmerksam machen konnte, wäre um ein Haar wieder auf einen Kremser gefahren. A» der Dampfwagen kaum bei uns vorbei war, ertönte p'ötz� kW nicht weit vor unS auf der Brücke ein vielstimmiges mchreien und der Dampfwagen hielt schnell. Vermuthltch hatte «r Maschinist den vor ihm fahrenden Kremser in der Dunkel- »in nicht erkennen können, da Fuhrwerke hinten kein Licht Kizen. Die Jnsaffen kam?» mit dem Schrecken davon und auch stcheclich trifft beide Thrtl« kein Vorwurf. Ader die ganze Einrichtung ist bei den dunklen Abenden und dazu am Sonn- kg nicht ungefährlich. Der Dampswagen kommt ganz ge- rauschlsS heran und daS Unglück ist da, ehe man fich drffen »asttbt. Unbedingt erforderlich halt- ich es» daß die Glocke iilS Dampfmagens am Abend ununterbrochen wahrend der Sanzen Fahrt die vorher passtrenden Menschen und Fuhrwerke Mvn zeitig warnt, die Geleise frei zu mach-n."— Was bei „Klingeldahnen" für nöthig erachlet wird, dai sollte aller» orngs auch, und noch weit mehr für die Dampfwagen gelt-n; ubmfalls muß dem Uedel, da! hier berührt wird, abgeholfen w«rden. WaS sonst ein Vorzug der Dampfstraßenbahn ist, Nkd hier zum Fehler. Anderwärts verkehren überall die Kawpfwagen selbst in den Straßen der Städte zwischen starkem SfJwühl. Aber die schweren, mehrgliedrigen Züge, die fie Men, ächzen gehörig. Soll die Dampfbahn auch für unseren «kraßenverlehr ausgenutzt werden, so muß man auf die Ge» iauschlostgkeit, so angenehm fie auch ist, verzichten. . Dce praktische Werth des V-lozipeds als Verkehrs- ?»tel beginnt auch auf dem Lande überzeugte Anhänger zu Mden. Wk sehen, meint die„Landw. Lörs.'Ztg.", den durch �S Zmeirad beflügelten Landstephan die Dörfer und Gr« warkungen durchqueren. Trankporidreiräder für den Milch- ÄZhtzort nach der Stadt huschen an dem schwerfälligen Karren« Mhrt vorüber und JnspittionSbeamt« beginnen fich seiner zu Mienen. Do hat ein Kreisdaumeist« auS Oderschlesten viele ?,»auffttn und KrelSmege zu bereisen. Hierzu war er durch « örtlichen Verhältnisse gezwungen, ein bis zwei Pferde, die °«l kosteten und auf die Dauer harte Weg- nicht auShteite«, S unterhalten. Zu Anfang September 1884 lernte« daS Mvsabren und bestreitet damit fast während neun Monaten Dlenstreifm ,c. ausschließlich. Wer halbwrgS eine Vor» «uung von den Kosten der Pferdeunterhaitung oder der �'«tiiS/uhren hat. kann sich leicht die Nutzenberechnung hierzu Letzter« wird nach den örtlichen Verhältniffm nalür» >w schwanken, aber selbst bei d« Pfndehallung wird man s.' während der Emtez it nicht imm« Pferde disponibel un»wchtn zj«; reine Koni, rem epaio oeer nimmt st» bedrückt ste. Im Stalle od« im Hausflur WÄNAGW Konstruktion eines Engländ-rs zeigt, denn dak» stch zerleg» und in ein Boot verwandeln.- Ach, bJuk.nIan �'4 verschlafen so ein paar tausend Jahr'! Wie n vutsehen— gar sonderbar! 4 r>Dte F-chschule für Mechantker in Berlin deginnt am «SÄ ää%%%%%% zur n diejenige Ausbildung zu geben, welcke er öaW.,'dto{n Ausübung ferne« Berufs oder für Heber» liti,.ein« sachlichen GeschäftSleitung nöthig hat. Münd- ��lider schristlick« Anmeldungen nimmt der Direktor der M�e.schule O. Jrffen im Schullokal, Berlin S..W.. 97, entgegen; auch«ihellt derselbe jede gewünschte Auskunft. der Sif.� dem Namen„ParlamentStribüne" hat st», �bürgerZig." zufolge in den Kreisen unserer AuZl,.?'ntjbuichierstatter ein Verein gebildet, der e« stch zur -"wen. wachen will, die gemeinsamen getsttaen, gesellschaft» '0(6%, Unb materiellen Jntereff-n diel« Journalisten zu Jöetofj Et soll dadurch ei em Bedürfniß abgeholfen werden, bei verschiedenen Gelegenhiken sühlbar gemacht �ertk»,. welche» namentlich in einer festen und solidarischen wen k n0 jener journaltftischen Körperschaft besteht. Wenn 'NtNtm.ic��iichtigt. mt w:lchen Schwierigkeiten die parla» fest_r'w; verichterflattuna verknüvft ist und eine wie wenig kR Stellung die mit ihr betrauten Journaiisten den der Parlamente gegenüber, vom P aüdcnten bis zum »uz �'.einnehmen, so«irv man eine solche L«einigung gewiß ES wird damit keineswegs die Gründung ein« S»bs!k.??�ktS"' wie« vor 2 Jahren einmal tntendwt wurde, %*»! sondern man will in aller Harmorr: mit den W».?lrr Bureaux bleiben und zunächst ganz von Agitationen höhung der G hält« od« dergleichen absehen. Dus- St, oer Bureaux find entweder seldstftändig und geben ihre ««'Korrespondenz heraus, wie daS Oldenderg'sche Bureau, ytU w.rden von einzrlnen Zritungen fü» deren eigene Be- «iz��kagirt und haben stch nun wieder ihre Hilfskräfte auf KJ50"? zu suchen. Diese Herren nun haben einen äuß-ist Skitii»? Stand dadurch, daß ste einerseits die Jntereffen rer !�V?. auch in pekuniärer Beziehung wahrr.ihmen mLffen, ab« auch bestrebt find, ihren mitarbeitenden jbb ak?.??slichst hohe Saläre zu»«schaffen. Am schl mmsten Mch�oksr Mitarbeiter, die eigentlichen parlamentarischen iSfoli* k daran, die nur einen Theil de» Jahres, ge» &Ä von«* vj* 7 Monat«, beschäftigt und während der Rest» Mat,?,Wg auf den Zufall angewiesen find; denn die % dlr Ät» sind keineswegs so glänzend, daß die Erspar» Mlaten..��imonat« für den Unterhalt in den Feier» Ma»«,Meichm und etwa so normirt wie bei den osstjtcllen ll.>"°U°vhtn, die den amtlichen, wörtlichen Bericht di«s, Sukunft wird eS nun Sache d«S Vereins sein, UMMM MMMW m Lwken einen Schläfer in die Eck.' stnken. Erst krampfbastcs Gähnen und vergebliche Versuche d-S müden PaffazterS, stch aufrecht zu halten; allmälig ad« giebt der Körper den Widerstand au?, noch einige l tzte Zuckungen, dann neigt stch der Kopf auf die Brust herab, d-r Fahrgast ist «ingeschlummert, und selbst die Erschütterung deS WagenS bei dem Pahren der Kursen v«mag die Müden nicht aus dem süßen Schlummer aufzuiütteln. Ein sehr wachsame« Buge müffcn dafür die Kondukteure dies« Nachtwagen haben. Gar Manch«, welcher am Königsplatze«insti-g, um nach dem L-ip> zigerplatze zu fahren, würde in der Piinzenstraße erwachen, wenn nicht v« Kondukteur rechtzeitig als W-ck-r«schien. Diese ErmunterungZonsuche seitens des Kondukteurs find häufig mit großen Echwierizkeiten vnknüptt, und so manch« hiitere Episode spielt fich hierbei ab.„Mein He«, Sie müssen aussteigen, Sie wollten nur bis zum ASkanischen Platz fahren"— ruft z. 8. der Kondukteur und schüttelt einen korpulenten Fahrgast, weicher statt aller Antwort furchtbare Schnarchlauie von fich giedt und fich auf die andere Seite neigt. Dem Kondukteur bleibt schließlich nichts übrig, als den Schiäser mit sanfter Gewalt an die Lust zu setzen. Solche Szenen kommen fast allnächtlich vor zu„allgemeiner HeUerkeU" der noch nicht vom Schlafe bestigten Fahrgäste. Da««e«e Thieras>>l, das in Britz«richtet worden ist. hat mit manchnlei Echwierigietten zu kämpfen. Da« Asyl hat fich bekanntlich dereit«klart, auch solche Tblere aufzunehmen, welche die bisherigen Befitz« nicht mehr dt holten wollen od« können. Von diesem Zugeständniß ist nun d«eitS in einem solchen Umfange Gebrauch gemacht, daß daS Asyl gar nicht mehr weiß, wo es namentlich mit seinen Katzen hin soll. D-r geplante Wiederverkauf dieser Thiere, auch der der Hunde, wird dadurch«schwert, daß der Käuf« stch durch Unt«ich:ift eineS Reverse« verpflichten muß, da« betreffende Thier gut zu behandeln, beziehungsweise nicht»um Ziehen zu verwenden, nicht zu verkaufen und nicht zu tödtm. Tritt k.ine Aenderung ein, so wird im Asyl freilich nicht» übrig bleiben, alS dai seibst zu thun, waS man gerad« verhüten wollte: die Thier« einfach zu tödten.— Wenn man auf die Menschen nur ebenfalls so viel Rücksicht nehmen möchte. Ein förmlicher VeentchtuugStrieg ist im Botanischen Garten gegen dir... Katzen«öffnet worden, �sede Katz', die eS wagt, dort einzudringen, wird, sobald st« erhascht ist, sofort ersauft. Diese Strenge ist geboten im Jrrterrffe deS VogelbtstandeS, den stch der Garten erhalten muß, da er ihm in der Vertilgung des Ungeziefers getreuliche Hilfe leistet. F-eilich gar mancher Liebling der in der Nähe des GartenS wohnenden Domen, ist so eine? jähen Tode» gestorben, ohne daß die Besitzerin eine Ahnung von diesem Geschick hatte. Der Eparkassenbuchfäischer fitzt bereits seit Montag hinter Schloß und Riegel. E-ine hohen Gönner und voiili» schen Freunde werden für längere Zeit von dem Schriftsteller G. nur wenig hören. Sein; Bücher:„Wie muß der O fizierS- dursche beschaffen sein?" und„Welche Stellung gebührt dem deutschen Offizier?" ruhen jedenfalls in Moabit und v-rfehlm nunmehr ihren„heiligen" Zweck, wie G. in seinen Zuschriften fich ausbrücktr Sein neuestes Werk:„Ein Berzetchniß der Inhaber von Giro-Konten bei der ReichSbank" war nicht mehr für Kaoaliere, sondern für die kaufmännische Welt bestimmt. Daö Buch wird in dem versandten Zirkular als unentbehrlich bezeichnet und darauf hingewiesen, daß nach Empfang deS Buch«? od« gleich bei der Bestellung 1,80 M. einzusenden find Auf diesen L-im sollen viele Pnsontn heteingeiall-n sein und für ihr« 1,80 M. entweder ein jämmeriicheS Machwerl oder überhaup! nichts empfangen haben. Der buchhändierische Betrieb G's ist von d« Andreaistraße auS geUitet worden und zwar befand stch daS sogenannte Komptoir in ein.« V«- tttchttklappe, wo G. mit seinen Kumpanen Tag und Nacht verkehrte. D« Umgang mit seinen Zimstgeneffen war ihm so zur zweiten Natur geworden, daß« sein„Geschasi", nachdem ihm von dem eisten Wirth die Freundschaft gekündigt war, in eine ander« Vrrdrecherllaep: in derselbcn Straße vftlezte. Hier t ieb er sein Unwesen bis zur Verhaftung. Man soll!e kaum glauben, Uß ein heruntergekommener Mensch so lange unge- strast bald diesen, bald jmen Schwindel betreiben konnte, ebenso wunderbar erscheint tl, daß die Polizeibehörde dem Schrittstell« G. nicht genau« auf die Finger guckte, nachdem die Press- stch eingehend mit seinem LLcheroerlag und mit der Act der Versendung der„Werke" beschäftigte. Erst«in ebenso frech« wie plumper Schwindel führte dcn Jndustileritt« nach Moabit, wohin er schon längst g-höite. UedrigenS scheinen die Fälschungen einen größeren Umfang anzunehmen, alS man ursprünglich annahm; eS stnd bereits zehn Fälle konftatirt und vielleicht melden stch aus G-und unserer Mtitheilungen noch andere Hineingefallene beim Kriminalkommissariat. Der zoologische Garteu ist von einem schweren V-rlust getroffen worden; vorgestern ist, wie eS beißt, in Folge be: Einwirkungen der Hitze d« groZe Eisbär taselbst v.-r-nd-t. Der Verlust dürfte jedoch bald ersetz! sein. Der D-rektcr deS zoologischen Garten« befindet stch zur Zeit in Antwerpen, um der dort alljährlich fiaitfindenden großen Thierauklion bkizu- wohnen und«S soll ihm dereiiS ein Prachtexemplar von einem Eisbären angeboten sein. Muthmnstiich von Beriitte? Einbrechern ist in d-r verflossenen Nacht tn ein« Villa in Z-Hlendorf ein erheblich« Diebstadl an Gold- und Sildcrsachen verübt worden. Unt« den gestohlenen Sachm befi iden stch Brillant> Odrringe im W'kth: von 1200 Mark, Löffel, welche theilS E. D., und Serviettendänd«, welche E v. gezeichnet find, sowie eine Carver» Pistole in grünem Ledersutt«al, gez. P v. Zu der Krau M. in der«urfürstenstraße kam em 4 September ein Mann, welcher daS Aussehen eines Kolporteurs hatte und fragte, ob ein bei der Frau M. wohnender Assessor za Hause sei. Auf die vtlneinenv« Antwort überreichte d« Unbekannte der Frau M ein Heft„Ueber Land und Meer" mit dem Bemerken, daß der Affessor dasselbe bestellt habe und erhielt die für da? Heft geforderte Mark. Da eine Be» stellung d:S Heftes niche stattgefunden hat, liegt anscheinend ein Schwindel vor Kür Grundstücke werden jetzt«staunliche Preise in Berlin angelegi. vo hat Jemand für da« Dreieck an der Ecke der Nork' und der neuen V-rdindungSstiaße nach der Potsdamer Vorstadt 162 000 M. dezahlt. Der Eewerber vnspricht fich viel vom P'eededahnverkehr, plant abermals einen„echten" Ausschank u. dergl. m. Sehr gesund«scheinen die jetzigen Verhällnisse auch dem Baumarkte nicht. Der Arbeiter K. traf am Nachmittag de« 6. September» in der PotSdamerstraße einen unbekannten Mann, welcher fich a'S Hausdiener de« Fri:drichstr. 109 wohnenden Kaufmann« Vogelfang aufgab und den K. auffordert«, dort gleichfalls in den Dienst zu treten. Al» letzt«« zusagte, führte ihn der Unbekannte nach einem Hause in der Steglitznstraße, wo an» aedlich d« Agent wohnen soll, ging allein in daS Haus hinein und kam mit der Erklärung zurück, daß der Agent den K. als Hausdiener für den«aufmann Logelsang engazirt und für ?ine V-rmUtelung S Mark zu beanspruch m habe. K.. welcher kein kleine« Geld bei stch hatte, gab ein Zehnmarkstück dem ZMWWW M'MMMW »äwä« kommende Güterzug der Eiation Vetschau anlanzte(er war nach Berlin bestimmt), fand ein Rabreifen druch am Tender statt, in Folge dessen die Maschine auSge« hoben wurde. Ein witteres Unglück ist nicht entstanden. Mit einer b?dlu!en?«n Verzögerung traf der Zug hier ein. Ein merkwürdiges Natmphänomen nahm gestern da» regste Interesse aller Berliner tn Anspruch; in den vorgerückten Vormittagsstunden überwg fich da» Azur des Himmels mit einer grauweißlichen Schicht und gleich darauf fielen trop'en» artige meteorische Körper zur Eide, die fich etwas feucht, etwaS naß anstihikn. Kopfschüttelnd blieben nie Prsianten auf den Straßen, auf deren Pflast« st« die Qualen de» Heist zen Laurentius nachempfanden, stehen, und vesprachen die sonder« bare Eischeinunz. Die bekannten ältesten Leu!« uns«« Rest« Venz meinten, da« sei wohl d:r Regen, von denen ihre Ur» großväier«zählt. Ehe st- aber ihre etwas verölaßien Er« innerunzen aufgefeischt hatten, war die Erscheinung vor» bei, und wir stehen noch imm« einem ungelösten Räihsel gegenüb«. Der„Lloyd" hat sitzt auch ein eigene« Organ heraus« gegedm, da» in seinen 461 Brief-Annahmestellen unentgelistch zur V-rthrilung gelangt. Eine der 30 Werth-Annahmestellen bat auch der Stadtverordnete Fritz Görcki inne. Bisher find 40 Briefe unbestellbar geblieben, die mit den Nvreff-n im „LIvydblait" veröffentlicht werten und von den Absend-m ad« zuhoien find. Markthalle«« Bericht vo« I. Earrdmau«, städtifÄs« VerkaufSvermittl«, Berlin, Zentral-Markthalle, den 8. Sep« tember 1883. Butter. In der Situation des ButtergefchästeS hat ficy nichts geändert, die vn mehrte Zufuhr r«icht noch immer nickt au», den Bedarf zu decken. D« Begehr nach frischer feiner Waare ist andauernd geblieben und bat fich in den letzten etwa« kühleren Tagen noch vermehrt. Für Markstich werden die höchst möglichsten Preise gezahlt. Geringer« Sorten find dagegen noch vernachläsfigt und folgen nicht der schnell aufsteigend«! Preis- bewegung beffirer Qualitäten. ES wurde bezahlt für frische feinste Tafelbutt«%. 112-115, fein, GutSbutttr L 102-110, U. 92-100. 1U. fehlerhaste 80-85, Landbutt« l 85-90, ü. 70—80 M. Galizifche und andere geringst« Sorten 55—66 M. p. 50 Kilo. «äse. Der Begehr nach Schweizerkäse ist andauernd, bis Preise steigend. Alte Waare ist sehr wenig ooihanden und wird theu« bezahlt, auch an Irischer Waare ist der Konsum groß« alS die Zufuhr. An Quadrat« Backsteinläse ist nur wenig mehr Nachfrage al« ia der Vorwoche. ES treffen jetzt regelmäßig Zufuhren Ia Neufchatell« ein. Echt« Emmen« thaler 73—80, Westpreußisch« Schweiznläse L 56—63 M., u. 50-65 R., UL 46-48 M., Quadrat- Backstein I. fett 22-25 M.. U. 12-18 M.. Tilsit« Fettkäse 45 biS 53—60 M., Tilsit« Magerkäse 18—23 M., Limburg« L 80—85 M., U. 20—25 M., Ramadour 30—86 M., rheinische» Holländer Käse, 20—22 Pfd. schw«, 45—68 M., echter Holländ« 65 M., Edamer L 60—70 M„ n. 56—68 M., französtsch« Neufchatell« 18 M. p« 100 Stück, Camembert 8,00—8,50 M. per Dtzd., Mainz« 4 M., Harzer 3,50 p« 100 Stück. Eier. Bei eingetreten« kühlerer Temperatur zogen die Eiirpreise um etwa« an. 230 M. per Schock. Wild und Geflügel. Rehe 65-80, Hirsch« 35-50, Wildschwein 25—30 Pf. pr. Pfd� Redhühner, junge 90-110, alte 70-85 Pf.. Wachteln 50-80 Pf., wilde Enten 0,80— 1,20 M., junge Gänse 3,00—5,00 M., junge Enten 1—1,60—2,00 M., junge Htthn« 0,45-0,80 alte Hühn« 1,00—1,40 M, Tauben 30—45 Pf., Poularden 4�0—8 M, Fasanen 3 M. per Stück. Gemüse und Obst. Neue franzöfische Wallnüffe in Schaale p« Pfund 30 Pf., geschält 60 M. p.Ctr. Pfirfich: 25-45 M.. Tomaten 10— 15 M. per Zentner, Weintrauben 25- 40, Unga« rische 25- 30 M„ Französische 30— 40, Spanische und Lissaboner Trauben 80-40 M., P«ißelbe«en 9-10 M. per Zentner, Karotten 2,50-5 M. per 100 Kilo» Wirsingkohl 2—3 M., Roth- und Weißkohl, große Köpfe 3—4 M. p« Schocks Blumentohl 10—15 Mark, Erfurt« 15—20 Mark pr. 100 Stück, Kartoffeln, weiße rund« 3,00 M., Nierenkartoffeln 3,00 M., rothe 2,80 M.. blaue 3,00 M. pr. 100 Kilo, Pflaumen 4-15 M„ Birnen 5-20 M„ französische 40-50. Aepfel 5—20 37k., Tyroler 20—25 M., Zwiebeln 200—3,50 Mark per Zentner, Sckasotten 6—7 Mark.?kme saure Gurken 2. M. per Schock. Melonen 20—90 Pf. pr. Pfd. AnanaS 2—2,50 Mari pr. Pfd. Getrocknete Morcheln 2,60 M. per Pfs., getrocknete Steinpilz« 6,50 M. p« Pfd. Blumen und Blätter. Lsrdeerblätt« 3 M. pro Korb. Rosen 4 M. pro Korb von 200 Stück. Seräucherte Fische. Rheiniachi 2,50-2,90 M.. Weser» nnd Ostseelackö 1,20-1,40 M., geräucherte Aal« 70-100 bis 130 Pf. pr. Pfd., groß« Delikaitßaal 1,50 per Pfd., Flundern, kleine 2.75-3,50. mittel 4.50-8 große 12-20 M.. Bücklinge, 4.50 biS 6.00 M. Dorsch 3-10 M. per 100 Stück. Gprottcn 0,50 per Pfund. Seefische. Lach« 1,00—1,20—1,30 Mark, Zand«, große. 80-90 Pf.. Hecht 40-50- 65 Vf., Steinbutte 70-80 Pf., Seezunge, große 1,00 M., mittel 60-70 Pf., Schotte 10 dt« 26 Pf., Schellfisch, große 20 Pf„ Kabeljau 15 bis 20 Pf. per Pfand. Makrelen 40—60 Pf. pro Stück. Lebende Fische. Aal, mittelgroß 80—95, große 1,10 M., Hecht 60- 80 Vf.. Schleie 80-90 Pf. per Pfund. Krebse. Kleine, 10 cm. 1,00-1,50 M.. mitte! 2-4 M., |roge�8— 12 M. p« Schock. Hummern 1,30—1,60 M. p« Polizeibericht. Am 7. d. M. früh wurden an der Lichtenstein brücke dezw. an der Werft der Berlin« Dampf« schiffwhrtl-Grstllschaft, Köonickerstraße 8a, die Leichen von zwei Mann«» auf dem Waffer gezogen und nach dem Leichenschau- hause geschafft. In beiden Fällen scheint Selbstmord vorzu» liegen.— Am Vormittag dcff:Iben TagtS fiel auf dem Grund« stück Alte Jrkobstraße 68 du Arbeiter Schulz durch eigenes Verschulden in einen noch unfertigen, mit Brettern zuoedeckien Kellerlichtschacht und ttlilt dabei einen Bruch deS linken Unte». schenkelö.— Um dieselbe Zeit fiel gleichfalls durch eigene Ecfcuis t« Arbeite- Rauhaut in eine auf dem Grundstück d« Mörteifabrik von Born, Holzmarttstraß« 33, dtfird- iiche, mit gelöschtem Kalk gefüllte Grube und«iitt dadurch so schwne Brandwunden am ganzen Körper, daß» nach dem Krankenhaus« Bethanien gebracht w«den mußte.— Gestern Mittag starb in der Bertheim'schen Dampfmühle, Michaellirchstraße 22-23, der Arbeit« Kahl am Hitzschlag. Die Leiche wurde nach dem Leichenschauhause gebracht.— Am Nrchmittaz«(hängte stch ein 11 Jahre alter Knabe auf dem Boden der elterlichen Wohnuig in d« Echönhauserstraße, vermuthlich aus Verdruß darüber, daß ihm kurz vorher vom Later verboten worden war, auf den Ho»' svielen zu gehen.- Zu derselteu Z-it wurde ein Mann in der Wohnung sein« Eltern tn d« Louisenstraß» am Thürpfoften erhängt vorgefunden.__ GerlchtsIritimg. _ Bezüglich de« Ersatz:» der Koste« für Pflastemng und Entwässerung seitens d« Bifitz« von Grundstücken an neuen Straßen hat der fünfte Zivilsenat de» Reichsgerichts eine namentlich für die Berliner Verhältniffe wichtige Entscheidung gefallt, welch« der biSh« tn Geltung gewesenen Plenar-Ent« schetdung de« vormaligen preußischen Obertribunal» direkt ent» g-aensteht. Der Kläger Kaufmann FuchS hatte im November 1832 von den Schleise'schen Erben da« Grundstück Husfiten« straße 81 mit der Verpflichtung gekauft, dasselbe im Iahe« 1883 zu bebauen. Der Leitrag zu den Kosten der Fleileaung. ersten ÄtfKB Kläger eingesorten worden. Dieser erhob nun an die Be« klagten den Anspruch, ihn von der Bezahlung dieser Kosten zu befreien. Eo-vohl dai hiestze Landgericht I. al« taS Kammer« gericht erkannten dem Kläger einen derartigen Anspruch nach§ 175 Theil I. Tit. H A. L. R. nur dann zu, wenn der Der« kSufer die Verpfltchiung in Sdrede gestellt ha», wai durch einen auferlegten Eid festgestellt cd« widerlegt werden sollte. Die vom Kläger gegen diese« Urtheil eingelegte Remston wurde zurückgewiesen. In der sehr intnestanten Begründung heißt e«:„Der Revident erachtet die fragliche Last nicht al« eine „gemeine", sondern al« eine„außerordentlich,.". Die« ist nickt anzuerkennen; die„gemeiner" Lasten, von denen die§§ 175 bis 182 A. L.-R. I 11 handeln, flehen lediglich im Gegensatz zu den im§ 183 erwähnten Privatdienstbarleiten, Lasten und Adgaben, welche nicht allen Grundstücken derselben Art in der Provinz gemein zu sein pflegen. Die hier in Rede stehend« v raßenbaulast wird mit Recht al« eine„gemeine" bezeichnet, weil ste!ff.'ntlich»rechtlich und nach einer b< siebenden Regel allen Grundstücken gleich« Art aufnlegt ist. Ohne Recht«« Verletzung hat daher der BerufungSrichter da« Vorhandensein einer auß'.rordentlichen Last verneint und die sür gemeine Lasten bestehend« Bestimmung zur Anwendung gebracht. t Unter der Anklage der fahrlässigen Körpelver« letzuvg standen gestern der Zimmermerster David Lagt«« und der Polier Samuel Steinke vor der ersten Fertenstrafkamm« de« hiestgen Landgericht« L Der erste Angeklagte hatte die Ar-Zführung der Zimmerarbeiten auf einem Neubau in dn Steinmetzstraße übernommen, soweit dieselben nicht bereit« von einem Vorunternehwer fertig gestellt waren. DtrBau gr hörte einem Reflaurateur M., dem vermuthlich die„Lust ausging", al« der Bau beinahe vollendet war. Nun wurde auf allen Sfltcn gespart: es war lein Holz sür die Lager zu dm Treppen« podefien vorhanden und da gab der Zimmnmeist«, der im Gespräch mit M. stand, einem Gesellen den Auftrag, gerriffe Tbetle de« Bauzaun« dazu ru verwenden, od« auch die zwei Hinterpfosten abzujagen ur d>u benützen, welche da« Dach der Abtrittkanlage im Hofe trugen. Diese Abtritt«« anlage, die für die Bauarbeiter bestimmt war, hatte eine sehr vrimitiv« Gestalt; ihr Dach wurde von vi« Pfeilern getraaen und streifte die Giedelwand de« Nachbarhause«. Dem Gesellen Tarn dies« Austrag bedenklich vor und« meinte zu dem Meist«:«Die Stühle schneide iü nicht ab, ich laste die Dinger lieber stehen." Damit gab fich Herr Lagie« zufrieden. Während diese« Gespräch« war der Polier Steinke cor- über gegangen und hatte gehört, wie d« Weist« destimmte, daß die beiven Hinterpfosten dr« Daches zu Podestlogern verwen. det werdm sclltm. AI« nun am Sonntag, dm 14 März d. I. — auf dem Bau hnrsckte die„schöne" Gru ohnheU der Sonn« tagkarbeit— wieder Mangel an Material war, sägte der Polt« srlb« die Hinterpfosten ab, wie er behauptet, nachdem er vorher von dem Z mmermeister den bestimmten Auftrag dazu erhaltm hatte. Einen solchen Austrag will Herr Lagie« rriemal« erlheilt haben. Da« Dach wurde nun ausschließlich hinten dadurch getragen, daß e« an d« Mau« de« Neben- Hause« lehnte und so eine Stütze fand, die fch bald al« trü- g'lisch«wieS. Am 15. März war ein heftig« Schneeball, fodaß der Schnee auf dem Dache mehrere Zoll hoch lag. Am nächsten Tag« trat Thouwetter ein. Die Schneemaffm deZ Daches de« NebrnhauscS, an dcffen Giedelwand daS Dach d«S AbtrittgedäudlS lehnte, prcstcllen in jentnerschwnen Klumpen zusammengeballt— Lawinen im Kleinen— auf daS Dach nieder, doS ungestützt durch die Mauer zufav men« brach. Unglücklicherweise befand fich der Tischler Kullu! ferave unter dem Dache, er wurde ersaßt und zu ioden gedrückt. Seine Kollegen mußten ihn mühsam unter den Breitem hervorziehen und seine sofortige Uebersührung in das Elisabeth Krantenholpital«wie» fich als nothwendig. Der Arme hatte eine Verstauchung d« Haliwirbelsäule und eine Erschütterung deS Rückenmarkes davongetragen und brachte steden Wochen auf seinem SchmerzenSlager zu. Die Kur hatte jedoch Erfolg; der Verunglückte war obne dauemvm Schaden weggekommen und ist jetzt wieder vollständig hergestellt und «bei Sfähig.— In d« Verhandlung gab d« gerichtliche Sach- verständige, Baurath von Stückerath, sein Gutachten dahin ad, daß die Wignabme der Pfostm, wodurch die Dachkonsttuktion ihren Hinteren Stützpunkt verlor, einen aroben Verstoß gegen die einfachsten Regeln der Baukunst mthalle, d« von jedem Gesellen gewrißt und v«mi,den werden könne. Die übrigen Zeugen belasteten durch ihre Auksagen wenig« den Zimmer. meist«, als den Poll«, der seine Behauptung, im dirrkren Auf- trage deS«stiren gehandelt m haben, nicht zu beweisen ver- mochte. Der Staatsanwalt beantragte gegen Steinte 60 M, gegen Lagiet 40 M. Der G«icd?«hof sprach jedoch den. letzteren frei und verurtheilte den«steren zu 100 M. Geldstrafe. + Fahrlässiger Meineid war e«, dm die Anklage, die gestern vor du ersten Ferien strafkammer deS htefigm Land» gerichtS i zur Verhandlung kam, dem Kutscher Gutsche zum Vorwmf macht«, und währmd und nach der Verhandlung mußte man fich fragen, wer von dm Zeuam, die ihre Aussage deschworen, einen fahrtässtgcn od« deadfichtigtm Meineid de- gangen habe» so widersprechend standen fick die Bui sagen gegenüber. Der Kutscher Gutsche war bei dem Destillateur Tilsn.« seit drei Jabren beschäftigt und sein Prtnz'pal stellt sein« Treue, Zuoerläsfigkcit und WahrbeitSliebe daS beste Zeugniß auS. TilSr.er liefert« für den Restaurateur Mermel in der GipSstraße die L qucure»c.. Die Geschäft« serbindung war jedoch für ihn keine günstige, denn er konnte seine Rechnungen, die fich zusawmm aus ca. 89 M. beliefm, nicht bezahlt bekommen. D« Restaurateur Mermel hatte die Echant- wirthschaft von seinem Va!er übemommen, dn fich gegen Zuficherung eineS„AltentheilS" von 150 M. zurückgezogen hatte und in Spandau wohnte. Der junge Mnmcl vunachläsfizte sein G.schäst,« würbe bald derjenige Gast bei fich scider, mit dem er amzukiedinst-n sein konnte, denn« konsumirte täglich solche Quantiiätm Bi« und Spirituosen, daß« in kure-.r Zeit fich das ckeUrivm tremens angetrunken ha!t«. In dies« balbm GklsteSumnachtung beging er allerlei Streiche, blieb iagelana vom Geschäft« fort und verschwand schließlich ganz- lich. Der Vater wurde kenachrichtigt, kam auS Spandau, übernahm die Refauration und ließ Nachforschungen nach seinem Sohn anstellen. Inzwischen«schien, ei war in den ersten Tagen de« Dezember o. I., Tiikner und verlangte von dem alten Mermel die Bezahlung d« Schulden seines SohneS. „Was, hat d« Bmgel bei Ihnen auch Schulden k" fragte M-rmel senior und fügte hinzu, daß er sein Geschäft zu vir- lausen gedenke und daß er dann„allei glatt machen" würde. Ties« beedfichtigte Verkauf de« Geschäfts ließ dem Destillatem noch zweiftlhajt««scheinen, daß« zu seinem Beide kommen würde und er dachte dekhalb dir Sache zu be» schleunigen und zum gerichtüchkn Auftrag zu bringer. Er schickte seiny» Kutsch« Gutsche mit der quittirtm Rechnung zu Mermel sen., um einen Zeugen für die Anerkennung der Schuld seines Sohnes durch den Vater zu hadm. Gutsche überbrachte auch als Antwort seinem Prinzipal einen„schönen Gruß" und daS Versprechen deS alten Mermel, die Rechnung bald zu bezahlen. Da daS Versprechen nicht gehalten wurde, machte Tilsn« einen Z'.oilproz� gegen Mermel sen. anhängig, in dem der Kutscher beschwor, bei Mermel sen. gewesen zu sein und von ihm die oben«wähnte Antwort erhalten zu baden. Daraufhin«frlgte die Verurthetlung deS Mermel sen zur Zahlung der 39 M. Nun erhob der letztere ad« gegen Gutsche den Vorwmf, einen fahrläsfigcn Meineib geleistet zu haben; er wollte den Kutscher niemals ge« sehen haben. DieS gab den S!lff zur Anklage. In der Ver« Handlung standen fich, wte derciis angedeutet, die Zeugenauk« sagen schroff gegenüber. D« Prinzipal hatte über der Charakter de« Angettogten das günstigste Urtheil. Ein Reisender, der drei Monate bei TllSn« beschäftigt war, bekundete daS Enl« gegengesetzte. Diese Stulfoge verlor aber an Werth, weil feftge- stellt wurde, doß dieser Reisende entlaffen worden war, weil der Kutsch« reeschiedene Unregelmäßigkeiten, die derselbe fich hatte zu Schulden kommen laffen, dem Prinzipal mitgetheilt hatte. Zur Charaktelistrung d« Autsage des Zeugen Mermel senior, der dabei bcha-rte, doß der Angeklaate nie- >ra!« bei ihm gewesen sei, diente die Thatsache, doß er in einer anderen Sache gleichfalls einen Zeugen wegen fahrläsfigen MrtnetdS denunzirt habe, mit feiner Denunziation aber zurückgewiesen worden sei.— Die übrigen Zeugen vermochten nicht« wesentliche« zu bekunden. Bei dieser Sachlage hielt der Staatsanwalt die Anklage nicht aufrecht, sondern beantragte selb« die Freisprechung deS Angeklagten. Diesem Annage schieß fich der Gerichtshof denn auch an._ Vereine nnd Nersammlnngen- Die Vereinigung deulsMer Stellmacher, Mitgliedschaft B«Iin. hielt am 6. d. M. in Nieft« Salon, Ksm-mandanten« straße 72 eine Versammlung ab, in welch« zunächst Hnr Wenzel zum 1. Vorfitzenden de« Vftein« gewählt wurde. Altdann hielt Herr Kanitz einen beifällig aufgenommenen Vortrag üb« .�Lungen leiden", wobei er manchen beherzigenswuthen Rath zur Vnhütung der so häufig auftretenden Kiankheilen der Lunge gab. An der fich dem Vortrage anschließenden Diskusston br« theiligten fich viele Redn« im Sinne des Vortragenden. Auch wurde besonder« auf die Rotbwendigleit der Verkürzung der Arbeitszeit al« ein wirksames Mittel zur Verhütung viel« Le- rusSkrantheiten der GewerkSgenoffen hingewiesen. Hie» auf wurde daS vom Vorstand vorgeschlazene Lokal, Webnstr. 22, zur Er« richtung ein« Herberge mit ArdiitSnachweiS für die Venini« gung deutsch« Stellmacher(Mitgliedschaft Berlin) von der Versammlung anerlannt. DaS genannte Institut tritt am 1. Oktob« in Funktion. Di? Herren Wachhan«, Böhm, Engelte, Wilhelm, Singer, Dreier, Wilde, Wißmann und Höltzke war- den zur Ardeitkauigade Kommijfion gewählt. Ein Kollez« machte bekannt, daß die Stellmacher Berlins einen Klud ge» gründet haben, welcher den Zveck hat, det der Beerdigung eine« jede« Kollegen dem Velstordenen die letzte Ehre zu erweise». Diesem Vorzehen wurde jedoch von vielen Mitgliedern widersprochen und darauf hingewiesen, daß zunächst eist alle Kollegen der„Vereinigung deutsch« Stellmacher" al« Mit« glied« fich anschließen sollten, dann würde dn von dem rannten Klud verfolgte Zweck durch die Organisation weit besser erreicht werden. Der Verein„Eintracht" eröffnete am Dienstag, da 7. September, im„Englischen Garten, Alixanderftr. 37, seine diesjährige Wintnsaison. Nach geschästltepen Mitlheilunga und Bericht ü!« den Kaffenbestand sprach Herr Dr. Benkenvorß üb«„Effen und Trinken vom humanistischen Standpunkte'- Der Vortrag fand det den zahlreich versammelten M» gliedern und Gasten lebhaften Beifall. D« Red»# schilderse die heroorragendsten Völl« alt« und neu# Zeit bei Tische und hinter der Flasche, wieS F« die kulturhistorische Bedeutung der Weinkuitur und seines nuffeS(der bei unS leid« nur den Bemittelten möglich w hin, zeigte ferner, daß die Forderung unserer Picudo Mor» listen, welche keinen Werth cuf Essen und Trinken gel# rviffen wollen und möglichste Enthaltsamkeit aller finnlla#' Genüffe verlangen, eine durchaus irrige sei, und daß � den Grundsatz: ES giebt kein bessere« Leben, alS ein gut» Leben, unbedenklich gutheißen könne, vorausgesetzt, daß man«' Mittel dazu habe, wa« heute bei vielen nicht der Fall ist. Kriefkaste« der Redaktion. L. H., Halleschestraße. Schlafburschen, die monatZl»#» gemiethet haben, können nur bis zum 15. eines Monat« zunächsten ersten kündigen, nicht auch umgekehrt. Wenn dies Kündigungsfrist nicht innegehalten ist, soklönnen Sie für den laufenden Mo.rat re'p. noch für den nächsten verlangen und zu Ihrer Sicherheit die von dem Schlaf durs� eingebrachten Sachen retiniren. Vrrdieten Sie den Ea-» burschen die Wegschaffung ihrer Sachen und machen Sie � selben darauf aufmerksam, daß ste fich sonst Krafdar machen. I. Frankfurter Allee. Wenn in Ihrem sckrijAf? Kontrakt vie vermietbeten Räume nur a!S zum Betrie» r, Kolonialgeschäftes und nicht auch der Biennerei anzexv,, find, so ist ver Wirih nicht verpflechtet, die Brenne!«iitnlick>#f' I auf seine Kokten den polizeilichen Anfolderungen gemäß 9" stellen zu laffen..„j W- St. Ritterstr. Die Klage auf Rückforderung('% Darlehns verjährt erst in 30 Jahren vom Togk Fälligkeit. ,v 3» G- Weißenburgerstr. Konzesstonen zum Mpw'Lp betrieoe kö rnen Mitgliedern jeder Konsejfion, auch Juder', � liehen w«d«,. � Grüner Weg 77. Ter Satz ist au« dem hang gerrffen und daher schwer verständlich. Dem Am»' nach heißt c«: Der Räumung drö Mühlengrader.s uro oe jenigen Lasten, welche der Gemeinde übnhaupt xuMmE untei zieht fich der Kauf« nach dem Verhältniß seiner � fitzungen. Eine nähere Eellärung können wir Ihnen nur wenn Sie unS den ganzen Kaufvertrag vorlegen. 6. S. Skalttzerstraße. Wahrscheinlich ist in#3 Miethisonirakt EiwaS für den Fall destimmt, daß Wafferlc tun swaff» vrrschwendrn. Sie müssen jedinfaU« � Wtrth den Werth des verjtwenvetm Wasser« ersetzen:' � Marl ist aber natürlich eine übertrieben hohe Fmber�, Bieten Sie dem Wir h veraleichZweise 1 oder 2 Mar'- von Ihrem Wirth g«for!»«te Brtrag kommt unge'ähr d� M, für luO Kurikmit« Wasser gleich: nach Lew uns oorl.-M�A Verwaltungsdericht deS Magtst-a'S für do.Z Etaiijahr j-. jj, betrugen die S.lostkoflen für 100 Kubikmeter Waffer He und ver dafür erzielte Preis 18 68 3){. Vor einer stj klage brauchen Sie fich nicht zu fürchten. Wender v" eoent. p-rjönlich an die Rebaktion. Theater. Donnerstag, den 9. 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