Kr. 212. Kotmabend» de« 11. Septemder 1886. all Zahex erlincrllolbstilnll Krgsn für die Interessen der Arbeiter. 4 Inlniiiitiilllilt Fnbrikzkslhgekiliz. Der Gedanke eiuer intervationalea Fabrikgesttzgebung, «t»euerdmg« wieder vo« Pari» au» angeregt worden ist, bei de« vorgeschrittenen»rbeiter« die gewohnte Cym- pathi, gefunden, wen» auch die Vertreter der englische« Ge- �kvercine sich ablehnend dagegen verhalte» haben. Die HiUr dieser großen Arbeiter Verbindungen find«och gar tief w de» Vornrtheile« der bürgerlichen Ockonomie befangen u,d begreife« nicht, daß eben diese Oekoeomie in ihre» Erundanfchauungen sich auf Zustände gründet, welche wir «üngst hinter uns haben. Sie werde» durch die Macht der Thatsachen bald eine« Brssere» belehrt werde». Die Regierungen sind bekanntlich, mit Ausnahme der 'chveizerifchen, dem Gedanken einer internationale« Fabrik- ßksttzgsbung feindlich gegenübergetrete« oder wenigstens kalt Liblieben. Die Anregung de» schweizerische» Bundes- *811«, diese Frage auf einer Konferenz vo» Vsr« Detern der europäischen Staaten zu erörtern, blieb «hne Erfolg. Wie Fürst Bismarck zu dieser Frage stehe« Firste, läßt sich au» der bekannte« Aeußeruog entnehmen, «is er gegenüber der Forderung eines Normalarbeitstages Zkihau ha». Er meinte, der Normalarbeitstag ließe fich in Deutschland nicht einführe«, weil in den verschiedene» Ge- Kenden verschiedene Verhältnisse beständen. Wenn er also !* Deutschland schon so große Hindernisse erblickt, so wird 'hm kine sich über die europäischen Industriestaaten er- str ckende einheitliche Fabrikgesetzgebung ganz unmöglich icheine». Ei giebt viele industrielle Unternehmer, die in diesem Punkt andmr Meinung find, als der Herr Reichskanzler. Millich mag e» nur ei» Vsr wand fe m, um DZWWM wuvfchea, und zwar richt etwa aus Idealismus oder aus Philantropischen Rücksichte», sonder« weil sie stlbst vor dem Abgrund erschrecken, an dessen Rand sie die freie Kon- kurrevz geführt hat. Es sind doch viele unter ihnen, die sich kragen: wohin soll e« führen, wenn vo» Jahr zu Jahr btllrger produzirt wird? Heute hat ei» Industrieller»ach Anstrengung allen «�arf sin« z und nach genauester und niedrigster Berechnung Produktionskosten sich ein Absatzgebiet geschaffen. Aber «»übe» über dem Meere vielleicht sitzt ein Konkurrent, der 'ich«och billiger« Arbeitskräste zu verschossen weiß und der rsB um 20 Prozent billiger produzirt. Er überschwemmt "Iii seinen Maaren alle Absatzgebiete und der erste Unter- [47 Jeuilleton. Spure» im Saude. Roman von Ewald«rrgust König. Gesprengte Fesseln. Die Teheimräthi» hatte in de» Wunsch W-r»ers rascher niHu wie man ei e: warte» konnte, aber dabei auch ju?,."»schwiegen, daß sie zuversichtlich darauf rechne, da- 0* Paar«ach Italien begleite« zu dürfe». �sso»sta°z- wollte dieser Hoffnung� sofort mit einer Ablehnueg entgegentreten, aber rhr Verlobter »u rl'*uhig zu bleiben und die Dinge ihre» Gang gehc« tz»- n werde schon dafür sorge«, die Absicht der �wregermutter im richtige» Moment zu durchkreuze». W Der Teheimrath hatte anfangs freilich einige Einwen- z?Ben machen wollen, aber auch er fügte sich bald, »x*r hörte, daß feine Frau mit allem einverstanden war, «'Hßte ja au« Erfahrung, daß e« vergebliche Mühe war, «inen Entfchlnß feiner Gattin anzukämpfen. d�.So hatte Werner seinen Willen ohne besondere Mühe e J�rtzt, dennoch blieb auch j.tzt roch seine Stimmung diui oufgercgte und gereizte, daß sie jede» beftemde« ha». V Die Gesellschaft, in die sei« Vater ihn eingeführt der\ suchte er nicht mehr, er brachte jetzt die Abend« in niJWwm- seiner Braut zu, aber auch hier schien er fich H��n wohl zu fahlen. idr*1 i**f schon jetzt mit Fiebnhast alle Vorbereitungen via 7"'«» er schien den Tag nicht erwarte» zu köa- .."dem er die Reise antrete« wollte, und mit- d«ß...s�süpfi«« ihm Aeußeruvgev, die vermu'hen ließen, l",e w die Hoimeth zurückzukehren gedachte. KÄT s«V .(?. erinnerte. befuckt.s'l s� lh*» Rückkehr von der Reise noch Much%'"°d wenn c« ihm euch widerstrebte, dtefc« � e!wahr°t w«d� miien b04 bie Sestllschasiliche» nehmer sieht fich aus'« Trockene gesetzt. Morgen aber kommt vielleicht schon ei» dritter, der«och billiger pro- duzut u. s. w. Dieser Kampf spielt fich täglich in allen Länder» ab und»st durch die Grenze« der Staaten nicht eivge» schränkt. Schutzzölle verursache« zwar Unbequemlichkeiten, können aber de» Verlauf im Tanzen nicht ändern. Die Arbeiter find e« zunächst, die«nter diesem alle Sicherheit de« Geschäft« völlig ausschließenden Konkurrenzkampfe lei- de»; sie müsse» den Ausfall trage«, der durch die Verrin« gerung der Produkiionskoste» auf ei» Minimum entsteht. Aber die Arbeiter werden dabei nicht allun betroffen. Die Unsicherheit de« Absätze» lähmt auch den Unternehmer. Wenn er darauf lo« produzirt und ihm plötzlich ei» Anderer zuvorkommt, so erleidet er häufig ungeheure Verluste und kann zum vollständigen Ruin gebrängt werden. Da« ist bei dieser schrankenlosen Konkurrenz, die täglich ihre Opfer sucht, jeden Augenblick zu befürchte»;«S kann ei» Absatz« gebiet in kürzester Frist für eine« Unternehmer ver- schloffen sein. Wen» auch heute«och die Regierungen und, wie wir gesehen, theilweise auch die Arbeiter sich dteser Einsicht ver- schließe», so werden sie doch mit der Zeit auf andere Ge« danke» komme». Dies« schrankenlose Konkurrenz zerrüttet nicht nur die Verhältnisse der Arbeiter, sie zenüitet Alle« in Staat und Gesellschaft und läßt keine gedeihliche Eat« Wickelung zu. Wir sind der festen Ueberzeuguag, daß mau übe, kurz oder lang zur Verständigung über eine interna- tionale Fabrikgesetzgebung gedrängt werde» wird. Die ua- heilvollen Wiikungen der schwankenden Konkurrenz werde» zn empfindlich verspürt werde», als daß man länger ruhig zusehe» könnte. Daß es«och nicht zu einer internationale» B.rständigung der Staaten in Hinsicht auf eise Fabrik» aesitzzebung gekommen ist, hing vicllricht von einem Zufall ab. Nehmen wir an, r« wäre de» englische» Industriellen der Versuch, chinesische Arbeiter einzuführen, gelungen, den fi: vor einige» Jahre« gemacht. Dan» würde die irische Frag« in dem britannischen Königthum weit zurückgetreten sei« hinter die Frage, was au« den englische» Arbeitern werden solle, die mit chinesische« Löhnen nicht bestehe» könnte» oder auch in Folge der Kuli-Einfuhr gar keine Be« schäftiqung hätten. Europa aber würde widerhalle» vo« dem Lärm der Industriellen, welche die Konkurrenz der mit Chinesen arbeitende««nglsscheu Unternehmer absolut nicht « hr aushalte« könnte». Ober fi« müßte» selbst Kuli« ein« stellen. Und wa« dann? Die freie Konkurrenz wird die Staate» zwinge«, ge« meinsame Bestimmungen über Arbeitszeit, Verwendung vo» Kinder», Frauen u. s. w. zu treffe»; deß sind wir sicher, In der Wohnung de« Barons fand er statt der ge- wohnte« Ruhe geräuschvoll«« Leben. Zn alle» Stube« waren Leute, die mit ihren breite», plumpe« Händen die eleganten Möbel betastete», die E!a» stizität der Polster prüfte», alle« begafften und befühlte», und fich ihre Bemerkungen darüber zuflüsterte», oder auch in lautem, unverschSmtem Tone fich rohe Aeußcrunge» er- laubten. W-iner fragte nach dem Baren, aber niemand gab ihm Autkunst, und schon wollt« er sich wieder entfer- tun, als er sich im Korridor dem Gesuchte« plötzlich gegen« über sah.' Baron Raven hielt die Hand, die Werne? ihm reichte, fest und zog ihn hastig in sein Rauchkabivet, dessen Thür er hinter sich schloß. „Was sagen Sie dazu?" fragt« er mit hnferer Stimme. „In«einer eigene« Wohnung bin ich nicht mehr sicher vor der Unverschämtheit einiger Kräme: seile«, die nicht länger Geduld habe« wolle»!" .Vielleicht kann wa» da« de« Leute« so sehr übel nicht nehmen," erwidert« Weruer trocken,„t« kommt eben darauf an, wie lange ihre Geduld schon in Anspruch genommen worden ist."... Der Baro» blickte ihn bettoffen an, dann gl,» ein ver- legener Zug flüchtig über sein Gestcht. „Ach so, ich vergaß, biß ,ch auch Ihre Geduld in Anspruch genommen habe," sagte er ironisch,.ich dedauere wirtlich—* „Bitte, denke» Sie nicht mehr a» diese Kleinigkeit. Wa« bcabsichuge« die Leu'« draußen?" Der Baron»ahm eine Zigarre und zündete sie an, er blies einige Rauchwolke» vor fich hi» und zuckte mit de» ��Kö»ne» Sie es nicht errathm?" erwiderte er..Ich habe ihnen einige Zimmer preisgeben müsse», jetzt solle» die Sache« verkauft werden." ©Mit 6 "Nein morgen, aber die Leute wollen sich vorher die @e|.$a«hw|'\n einen Siss-l nieder und blickte mit die Wirkung wird keine schlechte sei» und wen» man davon auch kein goldene« Zeitalter erwarten darf, so würde« die Zustände in Produktion und Konsumtion doch erttigltcher als heute sei». Politische Ueberstcht. Die Kösener Meister loergletche die gestrig: Nummer) zeigten ihren ganzen KiaffenezotSmu« auch noch bei einem anderen BerathungSgegenstand. Der Hrndwerkertag billigte nämlich einstimmig eine reger« Beth'iligunz seiner Mit,iliidec bei den R-ichStagSwahien und war nur vorüber unschlüssig, ob er für die Vertreter de« deutschen Volkis Diäten fordern solle.„Reine Herren, äußerte Schneidermeister Möier au« Dortmund, so lang« die RetchZiagszbgeordncten keine Diäten erhalten, so lange ist da« RttchStagSmanvat ein Brivtle» gium der Großkapttalisten. Wenn wir Handwerker in den Reichstag komwen wollen, dann müssen wir dahin wirken, daß die Diätenlostzkeit de« Reichstages aufhöre." Herr Möller fand Betfall, bis Büttchermeitter Maqn aui Magdeburg darauf aufmerksam machte, daß alSdann auch die Wahlerfolqe der Soüa'.demottatt« wachsen würden.„Wenn wir für dir Diätengewäheung wirken, dann wirken wir gleich« zettig für eine Verstärkung der soflaldemokratijchen Fraktion im Reichstage. Die« dürfen wir nun und nimmerm-hr thun." Und Tischlermeister H.-inze(Hannooer) pflichtete diesen Ausführungen rückhalttloö bei, der Beseitigung der Diatenlostzkeit würde er zustimmen, wenn er wüßt«, daß ledtgltch die Hand- werter dabei größere Eefolge erringen würden.— Das find also die polilischen„Grundsätze" dieser bürgerlichen Ehrbar- keit! Ob Diäten nicht unter allen Umständen verlangt werden müssen, weil dem Volk, den r.ichtbeftsenden Klaffen, ihr Recht der Vertretung sonst seh: leicht illusorisch gemacht wird, da« lümmert diese Nachkommen der«inst für städlische Fteihetten fich opsernden Handwerker nicht. Diäten wollen fit, aber nm, wenn st« selber und zwar ganz allein dabei gewinnen. Diäten wollen ste«ber nicht, wenn auch der Aibeitetstand dadurch in seinem Einst aß auf die Gesetzgebung q-stälkt werden sollte. Dann wolle« ste lieber eine bloße Ve tietung de« Großkapital«. mit dem fich da« zünftige Handwerk, wie«S scheint. trotz aller äußerlichen Feindseligkeit immer noch einiger in seinen Interessen fühlt, al« mit dem aufstcevenden Ardett«. stand. Zur»ernfung de« RetchStaa». Dle„Nationalliberale Konrsp. meint, daß dem Reichstag außer der Verlängerung de« spanischen Handelsvertrages noch die Rechenschaftsbericht«; über die Verlängerung de« Belagerungszustandes über Ham. burg-Altona und Berlin zugehen würden. Da« stimmt nicht. Der Belagerungszustand über die genannten Gebieie ist zur Zeit, wenn die außerordentliche E-sston vor- autstchilich schon geschlossen wird, noch nicht abgelaufen. ES kann fich deihald nur um den RechenschastSdertchi der sachstschen Regierung handeln. Derselbe muß allerdings dem Gesetze g«. mäß sofort b-t dem Zusammenteeten de« ReichttagS vorgelegt unwilliger Miene de« blaue» Rauchwölkchea nach, die in phantastischen Verschlingunge» zur Zimmerdecke empor- stiege». „Wer kann gegen unverschuldete« Unglück!"«ahm er«ach einer Weile wieder du« Wort.„Wenn Fortuna mir nur einmal ei» Lächeln gezeigt hätte, so— aber da« sind Klagen, mit denen auch nicht« geändert wird. Ich bin immer ein Uaglückskind gewesen; Baron gebe» Sie acht, diesem EchicksalSschlag« werden wettere folgen." ..Wen« man solch« SchicksalSschläge vorauSfieht«mV auf sie vorbereitet ist, dann lassen sie sich abwenden." er- widerte Werner lakonisch. „Glauben Sie? Ich habe leider die Erfahrung mache« müssen, daß in solchen Stürme» die gute» Freunde sich ängsiltch zurückziehen. Von ihrem egoistischen Standpunkte au« haben fi« recht, sie könnten j, in den Sch ffbruch«er- wickeltchwerde», ich nehm- e< ihnen nicht übel, so tief e««ich auch betrüben mag." Em spöttischer Zuz glitt über da« Aatlitz Werner«, er verstand den Vorwurf, der auch für ihn in dieser Bemer- kung lag. »E« würde Ihre» Freunde» wohl schwer falle». Sie au« diesen Verlegenheiten zu befteien," sagte er,„die Opfer die gebracht werden müßten, sind zu groß." .Opfer? Ich verlarge keine! Im Grunde genomm« ist« ein« Bagatelle, zehntausend Thaler, ich würde diese Eumme�al« ei« Darlehen bettachte» und sie ratenweife zu- �.H«. und woher wollte« Sie die Mittel zur TilgNng dieser Schuld nehme»?"" .Kann ich diese Frage auch augenblicklich nicht beast- wortev. so dürfen Sie sich doch darauf verlassen, daß ich mein Wort einlöse» würde. Aber wo finde ich de» selb«- losen Freund, der zu solcher Hilfe beiett wäre? Würde» Sie mir die rettende Hand bieten?' „Ich bebau«—" „Ad, sehe» Sie? Diese bkide« Worte werde» alle übrige» Freunde mir sagen." „Es ist nicht Mißtraue«, wa« mich abhält. Ihren Wunsch zu erfüllen," fuhr Werser gelassen fort,„mröre werden.— Die letzte Eesilon de? Reick Siazs wurde mit Ver» Handlungen bezüglich dek Sozlattstcnglsitzt» geschlosien.— Die außerordentliche deoorsteh:nve Lesfion wird stch wieder mit der Eozialdemolratie(L-lagemnaSzustand über Leipzig) de» schattigen und die letzte ordentliche Eesfion dieser Legiklatur. Periode wird gleichfalls Debatten über den Belagerungszustand detreffS Beilin und Hamburg bringen.— Nach den Neu» wählen aber steht sofort wieder die Virlängerung deS Sozialistengesetzes auf der Tagesordnung. Also— Sozialdemolratie und kein Ende. Eine fette HnndStazsente. Durch die Zeitungen geht folgende absonderliche Nachiicht:„Ja der bevorstehenden außer» ordentlichen RetchttagSstsfion wird außer dem spanischen Handelsvertrag ein oder der andere RechmschastSbericht über auf Grund deS SoztalistengesttzeS ergriffene Maßregeln vorgelegt werden. Doch wird auch vaS den R'ichStag jeden« falls nicht lange beschäftigen. Allerdings heißt eS, daß die Eoj'aidemokraten deabfichtigen. bei Gelegenheit eines solchen B.-richteS oder vermittelst einer besonderen Jnter» pellation die AuSmeisung deS Abg. Singer und die damit zusammenhängenden Vorränge zur Svrach« zu brtngen." — Wir haben oben schon erwähnt, daß ei sich nicht um„einen oder den andern" Rechenschaftsbericht handelt, sondern speziell um denjenigen der sächflschen Regierung, den Leipziger Bela» gerungSzustand betreffend. Wenn bei der Berathung deffelben ein oder der andere Redner die Ausweisung deS Abg. Singer aus Berlin streift, so wird ihm d. s laum verwehr! werden können, jedoch glauben w'r, daß die ganze Angelegenheit Singer eingehender nur bei Bermhung des Berliner Belagcrungizu« standet im Svälherdste besprochen werden kann. DaS aber köanen wir verstchern, daß die sozialdemolratische Fraltion gar nicht daran denkt, die Ausweisung Singer'S zum Gegenstande einer besonimn Interpellation zu machen. Soviel wir den Abg. Singer kennen, würde er selbst stch sehr entschieden für eine solche Jnterpellatien bedenken, da er seine Ausweisung mit ganz denselben Augen anficht ali diejenige irgend«ineS Arbeiterl. Und ebenso denken auch wohl sammUtch« setner FraltionSgenoffcn. Der Bulgarenfrage erster Akt hat sich mit der Thron» entsagurg und kdieise deS srüheren Fürsten Alexander fried» Sich abgespielt. Dos ist ja gewöhnlich bei Trauerspielen der Fall. Mord und R leg dringen dann die weiteren Alte. Ruß' land wird in der nächsten Z:it seibstoeiständlich die„Unab» hängigkeit" Bulgariens achten, es wird daS Land nicht sofort oikupiren. DaS liegt nicht nur im ganzen Wesen de: russischen Polttik, weiche stch durch ein« ungemeine Zähiakeit auszeichnet, daS liegt auch im Interesse Rußlands. Eine Okkupation Bul» garieni kostet mehr Geld, alt eine Beherrschung deS Landet durch eine ergebene Regierung. Dann gilt eS auch, die übrigen Großmächte'von der„Ehrlichkeit" und dem Wort« hatten der rutfi'chen Regierung zu überzeugen. Hat der rufst fche Rudel stch aber der neuen bulgarischen Regierung nach und noch bemächtigt, befioden sich sämmtlich« einflußreichen Posten in den Händen von Raffen und Ruffenfreunden, so kann jede Gelegenheit benutzt werden, Bulgarien ohne Schwert- streich zu nehmen und dann direkt auf Ronstantinop:! zu mar« schiren. DaS wäre dann deS Trauerspiels zweiter Ast. Ruß» land alt Jntriguant würde bis dahin den größten Triumph davon getragen haben. 28 e dann der dritte Ast, der ent- scheidende enden und wie er gespielt werden wird, wer die Hauptalteure sein werden, daS entzieht sich allerdings noch jeder Berechnung. Aber dci Eine ist stcher, der Jnteiguant ist den übrigen Mitspielern zwei große Sprünge voraui. Amdehnung der Uafallversicherung. Die„Brrl. Pol. Nachr." kündigen auf dem Gebiete der Unfallversicherung eine neue Vorloge an, welch- stch die Aufgabe stellt, auch die Seeleute an der Unfallverficherung theilnehmen zu lassen. Nach einem lehr übertriebenen Loblied auf die deutsche Sozial» reform, welch- dem Ausland überall zum Muster dien«, be» merkt das oifiziöse Blatt:„Die Vorbereitungen zu dieser wegen der eigenthümltchen Verhältnisse deS BliusSzweig-S an sich schwierigen Maßregel, deren zweckmäßige Durchführung über« dieS durch die mißliche Lage der Rhederei sehr erschwert wird, find betanntlich längst im Gange; desondert stnd die Grund- sätze für Ordnung dieser Materie unter Zuziehung von Sach» verständigen aut der Reihe der Interessenten in der ein- gehendsten Weise erö.tert worden. Auf Grund dieser Eiörte« rungen ist demnächst ein Entwurf in der Adstcht auszeardeitet, denselben in der nächsten ordentlichen Session dei Reichstages zur Beschlußfassung zu bringen. Ob diese Adstcht stch wird verwirllich-n lassen, hängt davon ab, od der Entwurf, welcher gegenwä.ttg der Prüfung der obersten RächSbehörde unterliegt, rechtzeitig alle diejenigen Stadien der Vorbereitung durchlaufen wird, deren er noch bet arf, um kür die Beschlußfassung der gesetzgebenden Favoren de» Reichet tvif �SoltalistischeS. Die ausgehobene Zusammenkunft in Chemnitz hatte nach oer Chemnitzer �Presse" nur den Zweck, Vorbtspreckungm zur Gründung einet SparvereinS abzuhalten. Eine für Montag beabsichtigte Versammlung, für die der Abg. Geyer ai» Redner bestimmt war, wurde von der Chemnitzer finanziellen Angelegenheiten find eben»och nicht ge» ordnet—" „Et genügt, wen» Sie meine« Gläubiger» gegenüber die Bürgschaft übernehme» wollen." „Dazu kann ich mich nicht verstehe«—" „Ich wußte es ja voraus," spottete Baro« Rave«,„so mag den» das Verderbe« seine« Gang gehe», ich kaa« dat rollende R-d nicht mehr aufhalten. Natürlich werde ich hier nicht lärger bleiben,«eine Reff» stnd beretts gepackt, ich reise morgen ab." „Und wie«trägt Ihre Fca« Gemahlin de« Schlags' Der Baron zog die Braue« hoch hinauf und blickte de» Fragerde« einig« Sekunde« lang starr a». „Habe» Sie mrt ihr heute Morge« scho« gesprochea?" fragte er. „Nein, ich wollte ihr meine Aufwartung machen, aber ich fand niemand, der mich anmelde» konnte." „Und ich glaubte, alt ich Ihne» begegnete, Sie kämc« von ihr. Paul» scheint ihie Ruhe und Besonnenheit gänzlich verloren zu haben, fie will zur Bühne zurück« �„Vielleicht ist ei dat Einzige, was ihr«och übrig bleibt." „Bah, sie soll mir vertrauen; et ist unverantwortlich d'.ß sie in de» Stunden der Gefahr und Sorge den Gatte» verlaffe» will. Was kann fie den« auf de« beschloffene» Wege erreiche»? Erfolge wird fie nicht erziele»; mit ihren schwachen Stimmmittel» kann fie „Verzeihe» Sie. die S imme ist»och immer schö» und reicht fie für die Bühne nicht au», so wird fie doch im Konzertsaal die Zuhörer eutzücke«.' „Im Konzertsaal? Hm, dat wäre eine Zdeel Aber was sagen Sie zu der Marotte, daß sie mir nicht gestatte« will, fie zu begleite»." L t t„ „Sie mag ihre Gründe dafür habe»." „Gründe?' erwiderte der Baro», ärgerlich vo» seinem Sitz empvrfahread.„Natürlich hat sie Gründe, aber fie will fie nicht nennen. Wen» ich glauben könnte, daß Herr v. Tottschalk odir ei» anderer Freund— aber ich werde et ja erfahre», u»d dann mag der Betreffende stch vorsehe«! Polizeibehörde verboten.— Bor der Mühlhausener Strafkammer standen am 8. d. M. zwei Arbeiter unter der Anklage, stch sozialistiscker Umtriebe schuldig gemacht zu haben. Die„Franks. Ztg." berichtet hie: über:„Bei einer Haussuchung, die lürzltch in ihren Wohnungen vorgenommen wurde, fand man dri jedem 7 Exemplare deS„Sottaldex-okrat", sowie an» bete Schriften sozialSemokratischen Inhalt». Der eine, ein aut Württemberg stammender Schuster Namens Schleifdeller, wurde zu 3 Monaten Gefänaniß oerurthellt. Der andere, ein 8 e wisser Bouffelle, de? stch der unerlaudten Rolportage huldig gemacht hatte und dei dem man auch noch einen für den„Sozia. demotrat" von ihm verfaßten Artikel vorfand, wurde zu 4 Monaten Gefänzniß und zu 40 Marl Geldbuße verurthetlt." Nachtrag zum Sedantfest. In Halle o. S- brannten „halbwüchsige Burschen" zur Ehre de» Sieget festet Feuerwerks- törper ad und gefährdeten die Passanten. Dem intelvxnirm- den Polizeibeamten wurde mit Messern zugesetzt; er erhielt einen Stich in die Oberlippe. Die Burschen stnd entkommen. — Wie oft spielen dei Ardeiteraufzügen und Demonstrattonen die„halbwüchstgen Burschen" nach der„patriotischen" Presse ein; groß« Rolle, indem fie rothe Taschentücher schwenken u. s. w. Dies;„Exrdenten" werden dann natürlich der sozial« demokratischen Partei an die Rockschöße gehängt. Wie steht es nun mit obigen patriotischen Meffnstechern aut? Erhören fie zur konservativen oder zur nationallideralen Partei? PolenauSwetsungen. Aus Memcl wird dem„Berk. Tagedl." geschrieben:„Der hi-fige Landrath hat einer Anzahl hier ansässtger tuifi'cher Uatetthanen, welche, obwohl auSge« wiesen, von Rußland nicht wieder aufgenommen werden, weil fie durch ihr lange» Foridleiden von ihrem Heimathlande ihre Staatsangehörigkeit eingebüßt haben, resp. weil fie in den russtschen Registern als dort staatlangehöiig nicht ermittelt werden lönncn, mit jüngster Verfügung ange« ordnet, sofort und bis spätestens 1. Seplember btn hiesigen RreiS bezw. da» RSnigreich Preußen, gleichviel wohin, zu oer« lassen, andernfalls fie eine G-ldstiafe von 50 M. eventuell 10 Tage Haft zu gewärtigen hätten. Von dieser Verfügung find ausschließlich arme, undcm'tteite Leute bettoffen, welche die Geldmitnl nicht besitzen, mit ihrer mitunter zahlreichen Familie nach England oder Amerika auszuwandern. Da dieselben, wie erwähnt, von Rußland nicht aufgenommen werden, so schon fie stch außer Stand«, der Ausweisungkverfüzung nachzukommen, und ei wird, falls die angedrohte Geldstrafe exetuiirt weiden sollte, ihnen ihr letztet Hab und Gut genommen." Der deutsche Konsul in Honolulu. Der„ReichSan- »eiger" vom 24. August meldet:„Dem kaiserlichen Roasul I. C. Glade in Honolulu ist auf seinen Antrag die Ent« l a s s u n g aut dem ReichSdtenst et* heilt wo:den." Sollte der „Antrag" nicht durch die Enthüllungen herbeigeführt fein, welche seiner Zeit die Adgeordnelen Bock und Hasen« clever im Deutschen Reichitage über die schimpfliche Beband« lung deutscher und speziell thüringischer Auswanderer auf den Planlagm der Firma Hackfeiv u. Komp. machten? Der Ad« geordnete Bock fragte damals bei der dritten Lesung dei Etats an: ob der Regierung di kannt sei, daß der deutsche Roniul Mitinhaber der Plantagen der F rma Hackseldt u. Rotrp. ist? Der Herr Staatssekretär v. Bötlicher wußte damals keine Aut» kunft zu geben, weil, wie er sagte, die Zeit vom 8. Januar— wo die Angelegenheit zum ersten Male angeregt wurde— biß zum 5. März, an welchem Tage Beck anfragte, zu kurz ge« «esen sei, um von den Sandwichtinsrln Bericht einzuholen. Der Bericht scheint mittlerweile eingelaufen und der oben er- wähnte„Antrag" wird wohl eine Folge desselben sein. „Die edle» und humane» Prinzipien der großen (franzöfischen) Nevolntton— Frankreich, dat ernste, ge- bildete Ftankreich"--- Die„Nsrdd. Rllg. Ztg." wird hcffentltch wegen dieser geradezu hock- und landeSveträtherischen Aussprüche wiederum über u n» herfallen, ähnlich wie ste eS that, alt wir der Münchener„Atta. Ztg." eine Rorrespondenz über die soziale Thätigkeit de; Paitser Gemeinderalht entnahmen.— Obige Aussprüche aber fanden wir in dem oben genannten gemäßigsten Blatte Nr. 249.— Die„Nordd. Allg. Ztg." bat übiigenS auf unfern Artikel: Die„Nordd. Allg. Ztg." gegen die Südd.„Allg. Ztg." noch immer nicht geantwortet. Ihr Reinfall hat fie erfichtlich ganz„paff" gemacht. «Wer im GlaShause sitzt, soll nicht mit Steine« werfe«." Tat hatte die„ R ö l n i s ch e Z e i t u n g" be. denken sollen, als ste dieser Tage schrieb:„Gegen diese verlogenen demokratischen Grfinnungs'uz-ven von 1648, die heute für die Nationalehre und daS getränkte Fürstenrecht auf die Bank steigen, weil'» nicht» kosttt, ist schlechterdings nicht anzu- kommen." Dazu demertt die„Aachener VoltSztg.":„Ver logen« demokratische GefinnungSlumpen ist sehr schön gesagt. Im Jahre 1848 erschien nämlich die„Röln. Ztg." auf blutrothem Papier, ste fo:derte energisch die„Volktrechte", ste protestirte mit aller Rrast gegen die Rückkehr dei„P-inzen von Preußen", kur?, fie war so„liyal", M fie e» 1879 bei der Düsseldorfer Ausstellung nicht wagte, diesen Jahrgang, der übrigens noch immer alt ubilltsch, revolutionär verboten ist, mit auszustellen. Somit muß die Mit der Klinge in der Hand stelle ich«och immer meinen Man»—" „Sagten Sie mir nicht früher eismal, Eifersucht sei Ihnen ganz unbekannt s" unterbrach Werner ihn sarkastisch. „Das behaupte ich auch heute noch, aber damit ist doch nicht gesagt, daß ich meme Ehre nicht vertbetdiz«« werde. Wehe dem, der e» wagt, eine« Makel auf st; zu werfen." „Ich glaube, Sie rege» sich unnöiheg auf," sagte Werner achselzuckend,„der Entschluß Ihrer Gemahli», zur Bühne zurückzukehren, hat für mich«ichtt beftemdevd s und wenn fie dabei Ihre Begleitung nicht wünscht, so wird dieser Wunsch wohl der Btsorgniß entspringen—" „Ich mache, wa« Sie sage« wollen," fiel der Baro« ihm mit wachsender Erregung int Wort,„erzeigen Sie mir den Gefalle« und rrdea Sie mit meiner Frau, vielleicht ge» lingt et Ihne», ihr Mißtrauen gegen«ich zu beseitig-n. Folgen werde ich ihr jedenfalls, fie hat durchaus keine Be» uchtigung, die Trennung von mir zu fordern." „Wo finde ich fie?' „Z» ihrem Boudoir, Sie werde» jedenfalls willkommen sei», ich erwarte hier Ihre Rückkehr, um da» Resultat der Unterredung zu«fahre»." Werner kam nur«»gern dem Wuvsche«ach, Helsen konnte er hier nicht, oder richtiger gesagt: er wollte e« nicht, und er war auch nicht in der Stimmung, Klage» und Vor- würfe anzuhöce« und zwischen de» beide« Gatte» zu ver- mittel«. Di« Baronin empfing ihn sehr kühl, die Unordnung in ihrem Boudoir ließ ihn etkenoev, daß sie zur Abreise bereit» gerüstet war. „Sie«och einmal wiederzusehe», hatte ich«icht er« wartet," sagte jii i» einem Toue, der ihm ihre« Unmuth nur zu deutlich bewies. „Ich muß um Verzeihung bitten—" „Keine R desSariev, Herr Baro», ich kann nicht wohl glaube«, daß Ihne« meme ptinüche Lage so"n;T®?r't aewesea sein soll. Hut Herr v. Gottschalk Ihne»»Ultch keine Mitthnluna darüber gemacht?" „Durchaus keine." „Röln. Ztg." die„verlogenen GestnnungSlumvm vo» 1848" seh: genau lernen." Ein Blatt von dieser WandlungSfähtg- tett, da» jetzt noch jeden Tag stch zu häuten bereit ist, sollte allerdings nicht Anderen politische Wandlungen vorwerfen. Schweiz. Die Ronvention, detuff-nd den Schutz de» lite» rarischen und lünstlerischen Eigenthumt, ist am 9. d. in Bern unterzeichnet worden. Der Auttausch der Raktifikationen soll binnen JzhieSsrist erfolgen. Belgien. Auch Belgien hat seine Nationalitätenfrage. Die Flamänder stnd jetzt in Antw-rpm zu einem flämischen Landtage versammelt. Senatoren. Deputitte, Richter, Adoolaten, Industrielle, Sludirende, an 2000 Personen, find vereint. Es herrscht unter ihnen eine sehr gehobenene und»u- ve.stchtliche Stimmung; man will diesmal da» gesammte Schulwesen fü: das Flämische erobern! Daß Ministerium, dai alle Wünsche dersciden mit großem Eiser erfüllt, hat zur Begiüßung dieset Landtages neue Zuaeständniffe gemachi! Der nicht amtliche Theil deS belgischen„Moniteur" wird auf- gehoben; daiüc erscheint der amtliche in flämischer und franzö?' scher Sprache. In den flämischen P:ooin,en wird vo« O'.'obir od auch in den Mittelschulen der Unterricht in de« neueren Sprachen, in der Geschichte, Geographie und d« Naturwissenschaften in flämischer Sprache ertheilt. AlleS dick bewirft nur, daß die Flamänder zwar alle Zuaeständniffe w» Dank annehmen, aber tmm« mehr soidern! Schon will m# die„nationale flämische Fahne"— dir gelbe— auf W Landtage en.t'alten! Wird so fortgefahren, so iS man a» dem besten Wege, den alten Sprachenstreit zu entflammen m» einen neuen Streit den schon bestehenden Zvist-gketten Hinz» %)( kampflustiger hier die Stimmung, um so trüber ist ß auf dem Rongreß der Volktschullehrer Belzwck rn der Stadt N-m.ur. So festlich auch die Stadt die LeM empfangen, nicht» al» Rlagen und Jammern! Absctz'Ma«� Gehaltminde:ung?n(die deschtidenen Gehälter von 3# Lehrern und Lehrerinnen find herabgesetzt worden), Rechtloftt' leit und Unficherheit der Stellungen, Abbänaigkeit von bw Gemeinden und deren Herten, dem Rletui! Der StaatSW» hat ganz aufgehört. Es stnd trübe Zellen für die Völkisch� in Belgien, iiotzrem fcffen die Lehrer unentwegt,„bessere erhoffend, treffttche, aber, so lange die Klerilalen am Ru»» find, unauisühtbare Beschlüsse. Anseele hat j-yt den Gang zum Gefängniß«itre»» müssen. Zahlreiche Fieunde degleiteten ihn. Sein elgcfl* Journal, der„Vooruir", erscheint während der st«? monatlichen Haft dei Gründer» und Leiter» mit eint» Trauerrand. Frankreich. x � Henry M aret, Abgeordneter de» Eher, hat na» � „Rai.- Ztg." an den RonseilSp'.ästVenten über die Anwest«� der Truppen in Vierzon nachstehende» Schreib» richtet:„Herr Prästdent! Während einer Reise in ertuhr ich, daß em Streik in Vierzon, einer der bedeuten«� Orlschasien de« Departements, da» zu vertreien ich die habe, aaSgedrochen ist. Gleichzeitig«fuhr ich, daß zur Unzusriedenheit der Bevölkerung der Arbeiter Truppen vad geschickt worden find. SS schien mir, als ob die Ruhe, w*1"! die Bevölkerung bewies, nicht diese milttärische Rundgett�» rechtfertigte. Wäre ich in Pari» gewksen, so hätte ich emu> Sch-.itt dei Ihnen grthan; in der Unmöglichlett, fi« i" stv« bade ich sofou an ven HandelSminister, meinen olitN � Edouard Lcckicy geschrieben� Bit zur pegenrrättigen Siur� hat fich lein Zwischenlall ereignet. Die Streitenden die Haltung, die dem Rechte gebührt. Und doch ist Vtett von ver bewaffneten Macdt besetzt. Ich weiß, Herr Mtw�t daß unsere Soldalin di- Brüder der A, better find; allein,»S man auch thun mag, in der Anwesenheit von Bataillone» � da zu sein scheinen, um zu Gunsten der Gesellschaft/?'.h greifen, liegt so etwa» wie eine Herautfordnung. glaube ich meine Pflicht zu erfüllen, indem ich Ste im%% der Ardeiter von Vierzon bitte, einer zum mindesten uvnu». Besitzung ein Ende zu machen. In der Hrffnung- Sie die E füllung des Wunsche» nicht verwetgem Mf den, dessen Fürsprecher ich bin. bitte ich Sie, P.ästdent, an meine besten Gefühle gütigst glauben l» w Henty Mate!."«gl Die franzöfischen Blätter nehmen die Drohung&"fti Mall Gazette", England werde die dauernde Lest/ � der Neuhebriven seitens Frankreich»'»».Jij Rriegifall betrachten, theil» mit Spott und Heitnieft., mtt leivenschastlichen Herausforderungen auf.„Rappel daß Londoner Blatt an die zahltlichen Einrerleidungenü�, Inseln und Inselgruppen, die da» drttiiche Reich in de» L*, Jahren und sogar noch vor einigen Tagen vorgenom«�, g ehre fich um anderer Staaten Anficht zu Mmtrent. That haben die Engländer erst dieser Tage die Jnlfj�ü» dem Wind bei Tahetti besetzt, deren Eignet hum fetten?� Kl land» zu Gunsten Frankreich« vertragsmäßig anertlm � .Seltsam ," erwiderte st; rnegi.„ich «ichi« vo» ihm, und doch hatte er mir da« feste gegeben—"„ tAppl! Sie brach ab, c» schien fast, al» fürchte st* W ,j vtel gesagt zu habe». Ihr Blick ruhte erwart»�/ auf seinem Antlitz, über da» flüchtig ei« 0�, Lächel« glitt. � ti fV „S-e werde» nun wisse», wie die Dinge rahm fie nach ei»er Pause wieder da» Wort, Ii der L.ichtsin»«eine« Manne» gebracht und» bleibt dabei empörend gleichgittig." �. „Sie wolle» ih» jetzt vetlaffe»?" fragte „Sagte er eS ZHnen s Hat er Sie gebeten..pp uad mir zu»ermitteln? Geben Sie sich keine Müh«- �& fruchtlos, die Trennung ist beschlösse«, ich wttde � meine» Weg wandern. Raven dilltgt meine � Bühne nur deshalb nicht, well ich ihm die Kasse nicht avverttauen will, und ich darf deshalb nicht, weil ich weiß, daß er kein Bedem�e» r würde, auch diese» Geld dem Moloch de« HazardP opfern" � m V Werter wiegte mtt ernster, bebtnklicher*ilt Haupt. „3ch fürchte, Sie werde» fich i» Ihre» v««' getäu cht sehen," sagte er in warnendem Tone....« p»�. »-�4 spa»»e ich meine Hoffuunge»»'ch �«> brach st« ihn rasch,„ich bia zu friede», wev»'�>�> das so esse» erkläre» zu müsse». Und ia der n ma» auf Frmnd« nicht vertraue»," fnhr fie räume« Weite fort..Ich»äre bereit« mich«ichi so sicher auf die Sifüllung einc» verlasse» hätte. Wenn ma» ei» solche» Berspr xio einlöse» kann oder will, da»» sollte ma«.** «eben, ich hätte mi, auf anderem Wege die«1 Mittel verschafft." �% „Und an mich dachte» S» dabei nicht. er ia vorwurfsvollem Tone..Habe» Sie w» schlagt England vor, zuerst W vor 4 J.h-en wider« tMftlich besetzle Egypten zu räumen, in welchem längst dieOid« «mrg herrscde.„Lt»er�S" meint, man dürfe die Ncufjmingen «J d-iannten«xrentirschen Blattei nicht ernsthast nehmen; auch d>« Fragen des Pendjchab und BatumS seien„kiiegtfälle" ge» «csen und Härten doch nicht zum Kriege zwischen England und Stuhland geführt. Die Einfuhr fremder Waaren unter fran- Zo sisch er Marke Ist vom 1. November ab definstiv ver« dotir. G r o ß b r i t a« n i e«o Die zur Prütung der WährunaSfrag« und jüngsten -Leränderungen in dem relativen Werth der Edelmetalle nieder« geletzte königliche Kommission soll, wie ri heißt, vorerst d'e Ursachen dieser Veränderungen untersuchen und inSbeionVere «Mitteln, ob dleselben 1) der Ellberentwerthung und 2) dem Dteizen des Goldwerthe« oder 3) beiden Ursachen zuzuschreiben »st. Sollte die Kommisston finden, daß die Veränderungen der Ttlberentwerthung zuzuschreiben find, dann soll ste unter« suchen, od diese Entwnthuni, drr Zunasme de! AngeSoti oder der Abnahme de: Nachfrage(durch Ausheounz der freien Silber« drägung) oder beiden Ursachen entsv inzt, und ste soll sich de« wichen, dt« Veehältniffe zu ermitteln, in welchen diese ver« scht« denen Ursachen gewillt haben. Wenn ste finden sollte, daß die Verändrrung dem Steigen de» Goldwerthe» zuzu« schreiben ist, ioll fie erforschen, ob desieloe aus der Vermin« �nrng de» Angebot» oder ai§ einer großen Nachfrage(durch Ei'.sührung der Goldwährung) entsteht, und die Veihäliniffe «Mitteln, in denen diese oerlchirdenen Ursachen gewirkt haben. Demnächst soll die Kommisston prüfen, welche Wirkung die Veränderungen in dem relativen Wcrtde der Edelmetalle aus- g-üdt haben cuk den Handel de» Vereinigten Köntzkreiche» wit anderen Selber verbrauchenden Ländern, auf den Au»- landsbandel diS Vereinioten KSnigreich» im Allgemeinen, auf «n Brnnenhandel und die Industrie de» Vereinigten König« rerch», auf die Produzenten, Karfleute und Steve rjahler in Indien und auf Kaufleute und Fadrilanien im Jnlande, die wtt Indien arbeiten. Die Kommisston besteht au» filzenden Mitgliedern: A.?. Balsour, Sekretär für Schottland(Vor- fismder); Joseph Coambcrlain, L. Courtney, L. Coden, W. H. HouldZworth, Sir J Laddcck. E. M. Barder(Sekretär de» Man», und HandeiSsepartementt der Regierung von Indien): 5" 8. W Birch(Direktor der Bank von England): Sir Farrer, C. W. Freemanrle(Direktor der Staatimünze und I. R. Bullen Smi'.h(Mitglied de» indischen Rothe!). Anläßlich der Pi-filion sür Krie a k m aterial ent« iv«elte sich im Unterbause eine lang« Debatte, im Verlaufe wacher vielfach über die s ch l e ch t e Q u a l i t ä t der Kanonen, besonder» der für die Marine und anderen Kriegsmaterial», «» wie Säbeitlingen, Bajonette u. s. w., geführt wurde. Der AnegSminister Smith ertiärte, daß er zur Beschwichtigung der «regten Stimmung im Lande beschirssen hätte, eine Kommtsfion Zu ernennen, der kein DepartementSteamter angehören wird, behuf» Prüfung der Klogen, die während der letzten fünf Jahr« u»/. Zeit hier den ersten, ganzen Erfolg devontrug. ''fii. at tr schon früher(am Bektorialheatei) ai» Gast hier ZV.77-N'. aber doch nur in einem großen Wiener Ensemble. l>>,»Blitzmädel" kam er zum ersten Malt allein— er �Z'ü iiU' D-Iiedrh-it in Berlin von jenem Abende her datinn. die Rolle in d.-n Händen-ine« Schaeighofcr letztere» schon durch die Auwahme einer Ueint � O-ernpa-odle. wie mcn denn auch mancherlei feint. E» gab im Ganzen 3 Zuckerfabriken, und ste produsirten während jenes Zeitraum» von einem Jahre 1250 Zentner Zucker, und dem FitkuS liefen 40000 L. ein. Bedenkt man. daß während de» Zeitraum» 1. Juli 1884 bi« 1. Juli 1885 7220 Zentner gewonnen wurden, wovon dem FtSku» 230 000 L. einliefen, so hat sich die Zuckerproduktion fast sechsfach ver- ringert, und eines schönen Tage» könnte ste überhaupt ver« schwinden. Ba!r«»Iä»der. Fürst Alexander ist am Donnerstag in Pest eingetroffen. Ueder den Empfang dort wird der«Voff. Ztg." gemeldet: Obgleich Fürst Alexander fich jeden osstiiellen Empfang hier veroeten hatte, erwarteten ihn mehr al» 200 Personen, darunter Geaf Eugen Zttfci, Graf Bat yani, Baron Orczy, ferner 200 Studenten mit Naiionalfehnen auf dem Bahnhofe. Bei dem Einfahren de» Zug» um 3 Uhr 25 Min. brach die Menge in stürmische„Eljen Alexander",„Esten der Held von Siionitza" auS. Der Fürst erschien am Fenster de» Schlafwaggon»; auf nicht endtnwollendes Rufen stieg er endlich auS. Graf Zichi begrüßte ibn auf ungarischem Boden alt Helden und Opfer fremder Willtür. Alexander antwortete:„Einer gefallenen G öße gehört daS Wort nicht mehr, und so kann ich dloS meinen Dank aussprechen für den Empfang, welchen ich auf ungarischem Boden gefunden habe. Ich scheide im Bewußtsein, daS Gute gewollt und meinem Nachfolger die Herrschaft er« leichtert zu haben. Nachmalt tausend Dank."— Nur Prinz Franz Josef von Battenberg und Major Popow sowie ein Diener begleiteten den Fürsten. Ja Folge der heftigen Ge« müthtdiwegungen und Strapazen sah der Fürst sehr leidend aus. Di« Berichterstatter, welche ihn beim Lutzuge bis zur Landetgrenze begleiteten, konstatiren, daß allci Volk ihm de« geistert ergeben war. Um 3 Uhr 40 Min. wurde die Reise nach Wien fortgesetzt. Die„Nowoje Wrewja" meldet laut einem Telegramm der »Fr. Zig." die ganz und gar unglaubwürdige Nachricht, daß de» Fürsten Alexander diplomatische englische, deutsche und österreichische Geheimkorrespondenz am 21. August in die Hände der Verfchwörer gefallen sei, welche Korrespondenz den Fürsten alt ein antirusstschet Werkzeug der genannten Mächte hinstelle. Ein osfiziöfer Artikel der„Nowoje W rem ja" erörtert Rußlands zukünftige Politik in Bulgarien. Danach gebe et drei Wege: 1) Die Vereinigung Bulgarien» mit Rußland, 2) eine zeitweilige Besetzung ocS Lande» und 3) Wiederherstellung der O.dnung und Unterstützung der bulgarischen Regierung ohne Einmischung in die inneren An- gelegenheiten Bulgaiiin?, aber mit Unterstützung in der äußeren Poliiil zur Lufrechierhaltung der russtsch bulgarischen Jntereffen- gemeinschast. DaS letztere Mittet wird empfohlen, von den anderen Blättern aber und von der„Nowoje Wrrmja" selbst redaktionell alS nebelhaft v:rworfen. Die„Nowoje Wremja" schlägt vor, die SuzeränetätSrechte de» Sultans adzutau'en und Bulgarien in daffelbe Verhältniß zu stellen, wie Egypten zu England stiht. Bezüglich de» Aufgange» der bulgarischen Krise machen stch in der Preffe Beioigniffe geltend. Den „Nowosti" zufolge hat der Metropolit Clement eine Aussöhnung Rußland» mit dem Fürsten gewünscht. Der„Standaid" räth der englischen Regierung, stch bei der Ernennung etneS NachfolgoiS für den Fürsten «lexandec nicht einzumischen: wenn dieser Nachfolger Rußland in die Hände spielt, werde Oesterreich nur um so rascher zum Bewußtsein dessen gelangen, welche wichtigen Jntmffm et in Bulgarien zu vertreten habe, und Deutschland werde dann ge« «wungen siin, zu entscheiden, ob«S Oesterreich Rußland ober Rußland Oesterreich opfern solle. Die Wiener„Neue Freie Presse" schreibt:„So weit et von dcm Fürsten Alexander abhängt, wird Bulgarien Europa nicht» ,u schaff-n geben. Aber wir tragen dennoch Be« denken, jenen LptimitmuS zu theilen, in welchem die Offiziösen Deutschland» und Oesteneichs schwelgen, seit dt« von ihnen er« sehnte Nachricht von der Aboankung de» Fürsten eingetroffen ist. Würde man den Herren Glauben schenken, so wäre jetzt «est der Honigmond de» Deei-Kaiser-Bündnissc» angebrochen und der europäische F-iede hätte deffere und fester« Bürg« schalten al» je zuvor. Wen will man mit diesen Vorspiegelunge» täuschen? WirrSumen gerne ein, daß die unmtiteldare Gifahr verschwindet, wenn der russtsch« Einmarsch in Bulgarien unterbleibt. Allein wenn auch die Ruhe dort nicht weiter gestört wird und die Wohl de» neuen Fürsten erfolgt, ohne eine Entzweiung der Mächte herdeizu. führen: wenn die europäischen Kadimte Rußland auch noch den Gefallen rhun, daß fie sämmllich den ihm angenehmen und von ihm bezeichneten Kandidaten tuiheißen, so ist der Stand der Dinge in Bulgarien doch nicht mehr derselbe, wie vor dem 21. August. Künftig wird in Sofia trotz der Ver« sprechungen, die heute in Petersburg gemacht«erden, kein unabhängiger Fürst, sondern«tn russischer Statthalter regieren." äffen. Seit Beginn de» Feldzuge» in Birma, noch mehr aber nach der Uederschwemmung de» Lande» mit engliswen Truppen und nach Einsetzung englischer Verwaltungsbehörden war e» zu v r Hinbein und die Abstimmenden der Mühe zu überheben, fich sjum Zweck der Abgabe ihrer Stimmzettel vom Pulte zu entseinen. Die Moschine ist erfunden von Herrn Dedcyeur, und geben wir in Nachfolgendem«ine kurze Beschreibung der« selben. Jede« Mitglied der Versammlung bat vor fich auf seinem Pulte einen Tran»metteur mit drei Knöpfen, einen Knopf sür Ja, einen sür Nein und einen für die Wahlent« Haltung. Die drei Knöpfe sunktioniren nur, wenn die Rbstim- mung eröffnet ist. Sie werden von einem elettrischen Magneten geschloffen, und nur der Piäfibent kann vermirtelst eine» vor ihm befindlichen Kontakte» fie freigeben. Um jede Konfuston zu vermeiden, ist ein« besondere Einrichtung angebracht, welche e« verhindert, die drei Knöpf« zugleich niederzudrücken. Der Kommutator ist ein« große Platte, auf welcher fich so vtele «ontakle befinden, al» Mitglicver ta find. Diese Kontakte find auf drei konzentrischen Kreisen geordnet, der eine für J-. der andere für Nein, der dritte sür die Wahlenthaltung. Der Auf- zeicknung» Apparat setzt fich au» fiebm Zylindern zusammen, welche wie die eine! Lotterierade» zusammengestellt find. Von den fieden Zylindern tragen die beiden ersten link», der vierte und der s.chire. die Nummer von ein», und die folgenden so viel al» Mitglieder in der Versammlung find. Der dritte, fünfte und fiebente enthalten dt« alphabetisch geordneten Namen der Mitglitder der Versammlung. Diese Namen und Nummern find beweglich in der Richtung de» Radiu» und können vei mittelst einer durch einen besonderen MechaniSmu, bewegten Tadel in die Höhe gehoben werden. Em Blatt Papier rollt fich am oberen Theile de» Zylinder» zwischen dem Zylinder und einem auswärt» parallel der Rotation»'Achs« de» Zylinder» angebrachten Kautschukstempel ab. Trotz der nicht oerade einfachen Konstruktion funktionirt die Maschin« außer- ordentlich leicht. In dem Augenblicke, wo die«bstimmunger- öffnet wird, öffnet der Präfident den Stiom, und jede» Mit- C&«%%% für die Engländer ein ungelöste» Räthsel, wie die Virmanen in den Besitz ihrer trefflichen Waffen, der Winchester R-. petirgewehre, gelangt seien. Al» die Verhandlungen mit China an der Hartnäckigkeit der chinesischen Tipsomaten zu scheitern drohten, benutzte man die Gelegenheit, um China de» Einoer- ständniffeS mit den Ausständischen zu verdächtigen; nlemord ander» al» da» mißgünstige China, so hieß c« damals, könne di« Feind« England» mit Waffen ausgerüstet haben. Jetzt endlich scheint sich da» Dunkel zu lichten, man hat die Quell- jener Waffenlieferungen— wenn der„Manchester Guardian" recht unterrichtet ist— entdeckt, und zwar in— Kaitutta. ler eigenen Lager.„Eine Firma in Kaitutta, deren Name bekannt ist, verkaufte die Gewehre an die Ausständischen und durch eine fast unglaubliche Fahrlässigkeit ließ man fie unde« hindert da» Ranguner Zollamt pasffren", so lautet die Meldung de» genannten Blatte». Man steht, ein Kaufmann wird ruhig zum Todiengräber seine» Lande», wenn er nur dabei aar- dienen kann. Amerika. Zur Charakteristik marcher VoilSoertreter der Union mag folgende Mittheilung eine» amerikanischen Blatte» dienen. Darnach ist die Lieferung von Kongreßreden für die Kongrcßmänner, denen e» ihre Z it und geistige Qualist- katlon nicht erlaubt, ihre Reden selbst auSzuardesten, irr Washington längst ein regulärer Erwerb«, weig a« worden. Den Literaten, die fich dieser verdienstvollen A-bcit widmen, vasfiren dabei manchmal kleine NachlSssigkeUen. Vor einigen Jahren z. B. geschah e», daß zwei Gesetzgeber tnn«. halb weniger Tage genau dieselbe Rebe hielten, resprttiae da gehalten im„Congresfioral Rccord" abdrucken ließen und an ibre respektizen Wählerschaften alS Belege ihrer legiSlatiocn Thätigteit versandten. Die Eetlärung für diese sonSerba.e Uederelnstimmung ihrer beiden Ergüffe war der Umstand, daß ste stch an denselben Redefabrikanten gewandt hatten und dieser Proletarier der Feder in der Eile nicht zwei verschi-denc Reden herzustellen vermochte. Ein in dieselbe Kategorie gehö ender Lapsu» wird von der„Sun" berichtet. Nach der„Sun" hielt Kongreßmann Dunn von Arkansas vor zwei Monaten eit e ausgezeichnete Rede über„freie Schiffe". Die Freihändler zolltm den glänzenden Argumenten de» sonst ziemlich stummen Kon„r<ßmcnnlS reichen Beifall, und seine guten Wähler tn Arkansas freuten stch über ihren tüchtigen Vertreter. Jedoch die Freude Dunn'» und seiner Bewunderer war von kurzer Dauer. Irgend ein Neidhammel stöberte au» verstaubten Schmökern ein Pamphlet auf, welche» die Rede de» englischen Freihändler» Poull-t Thompson, gehalten am 14. April 1829 über denselben Gegenstand, enthielt. Und da stellte fich W* erstaurliche Thatsache heraus, daß die beiden rhetorischen Mach- werke Wort für Wort übereinstimmten. Um dem ehrenwerther- Dunn nickt wehe zu thun, nimmt die„Sun" an, daß er fich an einen R-defabrikanten gewandt habe und dieser gewiffenkos: Mensch ihm anstatt einer funkelnagelneuen Rede, wofür er dezahlt wurde, jene» Plagiat von de» längst vermoderten Thompson Rede aufgeschwindllt habe. Bei den Wahlen im Staat« Arkansa» find die Demo» kraten mit einer Mehrheit von etwa 20000 Stimmen stegreich gewesen._ Gerichts-Zeitung. Die Frage. in welcher Form„Berichtigungen" auf Grund de» Pnßgesetze» verlangt werden tönnen, beschäftigte vorgestern wieder einmal da» biefige Schöffengericht. Die „Freis. Ztg." stand im Monat Mai d. I. tn einem Feder. kriege mit der„N. Ziir. Ztg." gegen welche drei Artikel unter der Uederschiist„Die Neue Züricher Zrifung",„Zur Chara?« teriftik der N>uen Züricher Zeitung" und„Sage mir, mit wem Du umgehst" gerichtet waren. Durch diese Artikel fühlt« fich der hirsiz« Korrespondent der„Neuen Züricher Zeitung", Hugo Herold, in seiner journalistischen Ehre und in seinem Rufe al» unadhängiger Schriftsteller geschädigt und übersandte der «Freis. Ztg." eine Berichtigung, welche aber eine»ufnobme nicht gewnden bat. Ii, Felge dcffen wurde gegen den Se- dalteur Emrl Barth auf Grund dej§ 11 de» Preßgesctze» die Anklage erhoben. Rechtsanwalt G.«aufmann deftrttt zunächst die Aklivl-gitimation de« H.rm Herold und hielt da» Ver«- langen zur Aufnahme der Berichtigung nicht für berechtigt, da dieselbe mit ihrer fünfmaligen Wiederholung deS Satze»„es ist unwahr" den Boden der objeltirren Berichtigung vcrlaffe. Der Staatianwalt beantragte eine Geldstrafe in Höh« von 30 M. D-r Gerichtshof, welcher annahm, daß der AngeNaite in gutem Glauben gehandelt habe, sprach denselben jedoch frei. ve.lügte aber dir nachträglich, Aufnahme der Berichtigung mk der Einschränkung, daß überall anstalt der Worte„«» ist um» wahr" zu setzen ist: ,.e» ist unrichtig". Der Fuhrherr R.. w-lcher am 4. d. Mi», wegen Heber» tretung des Droschken. Reglement» vom h'.efigen Schöffengericht tstche„Verl. Volksdl." Nr. 207) zu einer Mark Geldstrafe und in die Kasten oerurthrilt worden ist, wird, wie wir hören, gegen diese» Urtherl Berufung einlegen. Der AmtSanwast hatte eine Geldstrafe von 3 M. beantragt, da der Angeklagte de, vierten die Nein, an Stelle de, fünften Zylinder» wieder die Namen der so Abstimmenden. Die ganze Operation mB. zieht fich tt ii gkößter Geschwindigkeit und in weniger al» Minuten kann bei.noch so zodlreichen Versammlungen da« Resu'tat der Abstimmung bekannt gegeben werden. Eine Bettlerzettung. E» ist kein Scherz, wenn wir rnf» theilen, daß in Pari» ein Fachblatt für Bettler herausgegeben wird. Da»..Jonnral des Hendiants" erscheint wöchentlich et«» mal und hat lediglich die praktischen Jntereffen seine» Leser. kreise» im Auge. Der Inhalt desteht nämlich blo» au» Wm kündigungen. von denen wir zum richtigen Verständni» hier einige Beisprele folgen laffen:„Morgen Mittag findet tn der Madelaine da, L-ichenbegangniß eine» sehr reichen M-n-e» Post."„Um ein Uhr vornehme T'auung in der Trink'»tirche.» „Ein Blinder, der etwa» speit, wird gesucht."„Man wünscht m einem Seedade einen Krüppel zu engagiren. Gute Referenzen und eine kleine Kaution erforderlich." Diese letztere Anzeige ist durchaus ernst g, meint. Die Hot.'lwirthe und Badestrand. befitzer nehmen ganz richtig an. daß die Badegäste gern geneigt jcin würden, Almolen zu geben, wenn fich ihnen dazu etneGe« legenheit böte, und da fie doch nicht selcst da» Betteln besorgen können, so laffen st« stch BerufSdettler kommen, denen fie auf ihren Grundstück!« da» Bettelmonopol einräumen, wofür ihnen diese die Hälfte der täglichen Almosen«, nle abzugeben haben. und auf ein solche» Geschäft bezieht sich die zuletzt onaefuWe Ankündigung in der Bettlerzettung. Da» Ende einer Belozipedrsahrt. Am 10. September findet beim Krcttgerichte in Bozen eine Verfteiarrung statt. auf ih««izykte Tour durch Tirol am Bozener Bahnhof an einem Hote.portier n gewattthätiger Weise vergriffen, weil der letztere ihnen dedeutet hatte, e» würden durch da» Herumfahl.» vor den Hotelwagen die Pferde scheu n. Gegen die derben Radreiter wurde da» Strafverfahren einkeleilet. diese selbst aber bli-ben gecen Depontrung ihrer Vehilel al» Kaution auf ftrijm Fuß. Nun aber haben die Herren die Flucht ergriffen. und in Folge dessen tat; den die beiden Velozloede» zum AukrufSprei» von 80 st, deziehungtweise 120 fl, öffentlich orr- steigert. Lynchjustiz. An» Llmütz wird berichtet: Der Grvrd» besttzcr Kusstl in Dud, tn deffen Hause kurz i acheirand« mal Feuer ouibroch. wurde von einer Schaar DotfbmoWr die Ihn der«randleguna bezichtigten, derart mißhandelt, bli er den Verletzungen nach drei Stunden erlag.' haben, Ferner haben, nahz?e verpflichtet gewcsen sei, nachdem er Drauigeld(1 M.) an«e' nommen und behalten habe, auch zu warten, so lange eS dem Herrn Grafen gefiel. Sollte dai Berufungsgericht in der Berufungsinstanz daß schöffengerichtliche Erlenntniß bestätigen, so würde für die Droschlenkutscher ein Zustand geschaffen werden, wie er haltloser nicht gedacht werden lann. Der Kutscher wäre hierdurch vollständig von den Launen eineS Jeden abhängig, dem eS einmal auf eine Marl mehr oder weniger nicht ankommt, der einen Droschkenkutscher engagirt und ihn vermöge deS Draufgeldes zwingt, so lange zu warten, bis er schwarz wird; der Kutscher wird zum willenlosen Werk- zeuge in der Hand eines Zlnderen. Nach allgemeiner Recht* anschauung kann die Wartepflicht für den Kutscher doch nur so lange bestehen, als die Wartezeit durch die Höhe des em« pfangcnen Draufge.d-S entschädigt»scheint; denn daß die Wartezelt im Engagement auch dezahlt werdtn muß, dieS wird wohl Jedem einleuchten. ES zeigt dieser Fall wiederum, wie reformbedürftig daS Droschken-R-slement ist.(Wir verweisen hier zugleich auf den ominösen§ 40 deS Reglements, nach welchem die Kutscher, wenn fie etwaS schneller fahren, alS wie ste nach dem amtlichen Wegemesser verpflichtet find, aber für die Entfernung Bezahlung verlangen, bestraft werden.) Alioua, 9. September. Ein Prozeß gegen 30 Z'gar en« arbeite: wurde am 8. d. M. vor dem hiesigen Schöffengericht verhandelt. Die Angeklagten waren beschuldigt, am 4. Juli einem außergewöhnlichen Leichendegängniß beigewohnt zu welche? einer polizeilichen Erloubniß bedurft hätte. find 2 beschuldigt, gegen daS Vereinsgesetz gefehlt zu daß ste am Grade geredet und 2 weil fie zur Thnl- durch eine Annonze in der„Bürger Z-itung" aufgefordert haben. Die Angeklagten gestanden zu, daß fie rothe Schleifen getragen haben, und auch da! Reden am Grabe wurde nicht in Abrede gestellt, dagegen wurde bestritten, daß daö Lrichenbegängniß ein außtrgewöhnlicheS gewesen sei. Der Staatsanwalt hob hnvor, daß die ganze Leichenfeier schon durch daS Tragen der rothen Abzeichen«inen sozialistischen Charakter angenommen habe. DaS Gericht entschlld, daß der Leichenzug im Sinne deS Gesetzes ein außergewöhnlicher ge» wesen sei. Deshalb seien auch die Aufforderungen in den Zeitungen und daS Reder halten strafbar. 10 d« Angeklagten, welche leine Rosen im Knopfloch getragen, wurden freigesprochen, von den übrigen winden diejenigen, die Rosen od» Schleifen getragen, in 6 M., die Kränze getragen in 10 M., die Annonzirenden und Redner in 20, bezw. 50 und 70 M, Geldstrafe genommen. Reichsgerichts> Entscheidung.(Nachdruck vnboten) Leipzig, 9 Siptemd». Ein sehr intereffanter Fall kam in der lehtcn Sitzung deS ReichigerichtL zur Vnhandlung in der Sache gegen den Schreib« Laudon und die unverehel. Lüttge aus Berlin. TaZ dortige Schwurgericht hatte die Lüttge schuldig befunden: 1) einen Meineid geschworen, 2) gemeinschaftlich mit Laudon eine wiffentiich falsche Anzeige gemacht zu haben; ferner Laudon 1) gewohnheitsmäßige Kupprlei getrieben, 2) die Lüttge durch Drohungen zu Handlung 1 ge- »rvungen, 3) mit ihr gemeinschaftlich jene Anzeige gemacht und 4) ste durch Drohungen zu dieser Anzeige(Handlung 2) br- stimmt zu haben- Laudon, der allein Revifion eingelegt hatte, war zu 3 Jahren ZuckihauS vcrurtheilt worden, welche fich u.a. au! Einfotzstrafm von je 6 Mcnaten für die Handlungen 3 und 4 zusammensitzte. Nun können bekanntlich in der Rrviston formelle und motnielle Rügen vorgebracht werden» ab» oft greifen beide Arten derartig ineinander, daß eS schwer wird, «ine Trennung eintreten zu lvssm und daß sogar hochgebildete Juristen im Zweifel find, ob eine formelle Rüge nicht etwa »ine matttielle in stch schließt. Der Angeklagte Laudon hatte ei.tge Rügen vorgebracht, die unzweifelhaft formelle waren, dann ab» fand fich in dn RevistonSschrift noch folgende Stelle: „Ich fechte dai Urthril an, weil die festgestellten Thatsachen nicht den Thatbestand der Ges tztSbestimmunaen ergeben." Diese Stelle gab dem ReichSanwalte Anlaß zu folg» den Bemerkungen: Ich entnehme auS diesen Worten, daß ste eine mat»illle Rüge enthaften sollen. Von diesem GefichtSpunkte auS ergiebt stch folgende prinzipielle Frage von schwerwiegend» Tragweite. Nach Anklage und ErössnungSbeschluß sowie nach dem Spruche d» Geschworenen ist die Verurtheilung erfolgt in Beziehung auf eine und dieselbe wiffentiich falsche Anschuidlgung, und zwar erstens wegen MitthS'.eischaft, zweitens wegen Anstiftung der Milthätilin und zwar so, daß MittbLterschast und An- stiftung in Reellonkunenz angenommen wurde. Für beide Handlungen ist daher eine Einzelstrafe von je 6 Monaten ausgeworfen worden. Ich bin der Meinung, daß inso'ern aller- dingS ein Rechtsoerstoß alS vorliegend anzunehmen ist. Eine Reihe von Entschkidungen lauten in diesem Sinne. So spricht z. B. der dritte Strafsenat ouZ, daß der Anstifter nicht zu- tleich Gehilfe sein könne und begründet dies damit, daß der in still er alSTHät» bestraft werde, eine Bestrafung de! ThätcrS vom Gistchttpankte der Grhilfenfchast daher nicht zulä-fig«- scheine. Der zweite Senat spricht auS, daß Beihilfe neben An- stiftung nicht konkurriren könne, mindesten! nicht real.— De! «eiteren behandelte der Reichtanwalt die Frage, wie dilser offenbar vorliegende Verstoß proz-ffual zu behandeln sei und deantrazte dann schließlich die Entscheivung insoweit auf. zuheden, als der Tenor deS ErkinntniffeS eine Ver« urtheilung wegen Anstiftung neben der Mitthäterslbast feststellt, und demnächst unter Aufrechterhaltung der thatsäch- licht» Festfiellungen die Sache zur Bestimmung einer Gesammt- Scafe an den Schwurgerichtihof zmückzuverwcisen.— Da! rtheil dei Reichsgerichte! lautete aber dahin, daß die Rkvifion zu verwttfen fei. weil man davon ausgehen muffe, daß Mo« prozentuale— und zwar unbegründete— Angriffe, dagegen kerne materiellm»Hoden feien.— DaS Reichsgericht faßte also di- oben angeführte Stelle der RevistonSschrift ander! auf alS der Reichsanwalt und sah fich so veranlaßt, den Verstoß de! Bnlin» SchwurgnichtS zu fanktiontren. Ware die Anficht de! Reichsanwalt» durchgedrungen, so wären dem Angeklagten wohl drei Monate der Strafe in Abzug gebracht worden. Geschehen wäre dies natürlich auch, wenn der Angeklagte ausdrücklich er- klärt hätte, daß er daS Urthei! noch allen Richtungen, sowohl formell wie materiell anfechte. Wer fich daher vor verach- tbkiligung schützen will, der muß alle! nur irgend mögliche zur Begründung der Revifion hervorsuchen. Soziales mi Arbeiterbewegung. Der britische Gewerkschaftskongreß. Im Laufe d» ersten Sitzung de« in Hull tagendm KongreffeS der mMchen Gewerkveretne hielt der neugewähtte Präfident Meddifon feine Antrittsrede, die fich hauptsächlich mit der Arbeiterfrage und der Wirtsamleit d» TradeS Union! befaßte. Dann wurden Resolutionen gefaßt zu Gunsten einer giöß»en Entwickelung des GewrrkvneinSwesenS; d er Einführung de! acht» stündigen Arbeitstages; gegen die systematische Uebelzkttarbeit; zu Gunsten der Hnstellung von Gewerk-Orga- nisattonen in andem Ländern, um die Uebel auSländstch» Konkurrenz zu mildern; endlich zu Gunsten de» absolut fretenUnterrichts. Ferner bildeten die HandelSstockung, die Nationalistmng von Land, die Auswanderung, Genoffen. irnrnrn d. h. günstige ArbeitSdedingungm find. Zur GefSvgnißarbeit. Die Jnsterburg» Handels- lamm» beschwert fich, daß die Direltion der dortigen St.af» anstatt ihr jede Auskunft verweigert habe in Bezug auf die von Prlsatunternehmnn in jener Anstatt veranlaßte industrielle Arbeit. Auch der Regierungspräsident hat keine V»anlaffung gefunden, die Direktion zur Hergäbe der statistischen Notizen aufzuiordrrn. Lohnverhältvisse. In der Heinrich Bötichei'fcken Tuchfabrik zu LeiSnig in Sachsen exifiirt ein kigerrhümiicheS Lohnverhallniß. Hier»hatten Raver, Scheenr und alle in festem Lob» stehenden Arbeiter bei llflündig« Arbeitszeit pro Stunde 12 bis 15 Pf. Ist ein flotter Geschäftsgang, so müssen Uebnstunden gemacht weiden, wofür— nicht jene Sätze— sondern pro Uederstunde 10 Pfennige gezahlt werden. Die Geschäfte mit unserem„Erbfreund" gestalten sich für Deutschland immer ungünstiger. Während die Einfuhr Rußlands tn das Deutsche Reted mit einem Werthe von 336 Millionen Mark im Jahre 1880 MS auf 413 Millionen Mark im Jahre 1684 gestiegen ist, hat die deutsche Einfuhr nach Rußland in diesem Zeitraum von 228 auf 169 Millionen nachgelassen! In Altona streike» 20 Gesellen der Faßfadrik dek Herrn Klüver t wegen Lohndifferenzen. Die Hamburger Maurer find gegenwärtig beschäftigt, einen Lohnrarif für Bttordardeit aufzustellen. In einer zu diesem Zweck abgehaltenen Versammlung einigte man fich dahin, in Zukunft für 1000 Mauersteine die mit Kalk vermauert we'den 8M. und für 1000 die mit Zement vermauert werden, 10 M. zu fordern. BemerlenSwer-h find die enormen Unter- stützungen, die die Maurer an Streikende bewilligen. So nottrte man 200 M. sofort und fortlaufend 100 M. pro Woche sür die streikenden Bäcker. Au die Bildhauer Berlin». Kollegen! Wir wenden un! auf diesem Wege wieder einmal an Eucb, da da! Abhalten von öffentlichen Versammlungen jetzt mit Schwierigkeiten verknüpft ist. WaS der Gauoerein Berliner Bildhau» re'p. der Unterfrüyui-gSverrin der Bildhauer Deutschlands dezwrckt, wißt Ihr. Erzielung günstiger Arbeitsbedingungen, Rechtsschutz, Unterstützung für Ardeitslose, Reisende, Wittwen und Waisen find Ziele resp. Einrichtungen, die alS humane bezeichnet wer. den müssen. Der Beitritt wäre Pfl-cht eineS jeden Bildhauers gerade in der heutigen ernsten Zeit. Kollegen! Auch die freie HilfSkaffe für die Mitglied» de! UnterstützmigkvereinS dn Bildhau» DeutlchlandS bringen wir in Erinnerung. Die Vor. Iheile dieser Keff« im Gegensatz zu d« lokalen Orttk.entenkaffe liegen auf der Hand. Vor allem sollte jed» unvnheirathete Kollege den Beitritt nicht versäumen» da n auf der Reise an jedem Orte Deutschland! Müglied d» Kasse bleibt und Kranken- Unterstützung»hält. Doch auch für den Verbei: athiten ist es von VorlheU, stch einen Arzt ftei wählen zu dürfen— dei einem Krankengelde von 2 M. pro Tag, die Woche zu fieben Tagen gerechnet. Oder sollten Kollegen auf den'/»- Beitrag deS PrinzipalS versessen sein? DaS können wir nicht gl.uden; verkaufen Sie doch dadurch einen Theil ihr« Freiheit in Raffen» angeleg-nheiten. Kollegen! Wer auS der Orttkrankenlaffe auS» treten will, muß jetzt bis Ende September beim Vorstände kün- digen. Die Kündigung geschieht entwed« persönlich od» am besten in einem eingeschriebenen Brief MS spätestens 30. Sep> temder früh. Bis Ende Dezember d. I. muß Jeder, der gekündigt hat, nachweisen, daß er einer anderen Raffe angehört. Bi» zu dem Termin(31. Dezember) ist« noch Mitglied d« OttStrankenkaffe, braucht also erst ein paar Tage vo her der treien HilfSkaffe beizutreten. Die Kollegen Emil Donath, Naunynstraße 22, 1, 12-1; Rubbert. Al xandrincnstr 118a, Quergrb. IV, 12—1, 7-8 Abend!; Otto K. pp sch, MarkuS- straße 25. pari, bei Rauschardt, 12—1; Otto Miyw, Strelitzer» straße28, 7'/,— 9 Ädendl; Ed Fl ckscku, Maaßenstr. 35, Hof IV, 12— IV,; Paul Dupont, Solmkstr. 33, II, IV»— 2%. find gern dereit, bei der Kündigung zu unterstützen, üdnhevpt jede ge> »ünschte Auskunft zu ertheilen. Mit folleaialischem Gruß D» Vorstand deS GcuvereinS Berliner Bildhauer. Nermischtes. Spekulative Spitzbuben. Aui Groß Gcr'ca wird der „Azr. Ztg." unt» dem 6. d. geschrieben: Dm außerordentlich zahlreichen Besuch deS hiefigen ViehmarlteS dertitzren einige Marlldtede auS dcm ehemaligen Grenzgebiete, um eine sehr unerquickliche Szene zu veranstalten. Die Diebe verthellm fich nämlich aut olle Seiten dei Markiplatze», schleichm auf ein gegebene! Zeichen an das Hornvieh heran, stecken demselben Klettm oder irgend einen anderen juckenden Gegenstand in die Ohren, worauf die Thlere wie rasend zu brüllen und zu rennen anfangen, alle! ihnen tn dm Weg kommend« umstoßen, kurz eine heillose, unbeschreibliche Verwirrung anrichten. Die auf dem Markte«»sammelte Minge rennt wird dutcheinander, Jedermann trachtet, sein Leben in Sicherheit>u bringen. Wal die Thier« nicht umwerfen oder mtt den Hörnern nicht rer» retzm, das wird von der fliehenden Menge zu Boden gerlffen. Menschen und Thier« lausen larüder in wilder Flucht. Auch auf dem gestrigen Marlte in Groß-Gorica anangtrte das DiedSgefindet eine derartige entsetzliche Szme, wobei viele Menschen mehr oder minder gesährttch vnletzt wurden. Die Verwirrung benützten die Arrangeure, um fremde Taschen zu leeren, die Tordai unserer Bauern abzuschneiden und was nur möglich war, zu stehlen. Merkwürdigerweise haben die Gendarmen keinen einzigen dies» gefährlichen Leute verhastet. Etwas vom Aal. In den Kreisen der Nalurforscher und der Fischnettreidendm ist d» Aal sett Jahrtausinden ein un- enthülltes Geheimriß gewesen. Auf die wunderlichste Weise sollte er auS den eigenthümiichsten Materialien entstehen; daß « lebendige Junge gebäre, wird noch jetzt von sehr vielen Ftschern geglaubl, währmd die Wissenschaft diese Annahme längst widerlegt hat. ES wird behauptet, daß im Frühjahr vom Meere auS dichte Züge junger Aale, nock nicht so stark wie Bindfaden, in unzäh'.barem Gewimmel Nachli tn den Flüffen sich hinaufbewegten. Diese Aaldrut soll sich tn den Binnen- Gewäff- rn diS in die letzten kleinen Waffcrläufe ver- theilm und so auS allen Meeren in die Flüffe aussteigen; nur auS dem Schwarzen Meere nicht. ES ist deshalb auch daS ganze Donau- Waffergediet ohne Aale. Wenn nun die jungm Aale aut dem Me«e kommen, so müssen ste dort auch geboren sein. Die männlichen Aale leben nur im Meere od» im Brack- waffer, d. h. in dem baldsalzigen Waffer d» Flüffe und Buchten nahe dem Meer-. Die weiblichen Aale gehen tn die Flüffe hirauf al» jene schon erwähnte Brut. Sie werden im Süß. waffer geschlechtireif und lehren dann zum Me»e zurück, um dort da! GennationSgeichäft zu vollztehen. Wahrscheinlich werden die beftuchteten Ei» in den Sand der Meere sküst-n gelegt und entwickeln fich dort, worauf die ausgeschlüpfte Brut die Wanderung in! Süßwasser antritt. Diesen Prozeß fest zustellen, ebenso zu entscheiden, ob der weidliche«al nach dem Laichgeschäfte stirbt, wie z. v. da! Neunauge, ist der Wissenschaft noch nicht gelungen. Bisher hat man auch dem Aale, wie anderen Fi-chen, eine Schonzell ergeben— Mr. I. C. Wiikcr in Plymoutb, eine an«kannte Autorität auf dem Gebiete der Hochseefischerei, macht dem„Field" eine Mit theilung über dm Kannibalismus der Aale, laut weleber dft kleinen Fische dieser Spelles sehr oft von den größeren ver. StTÄÄ K eine englische Meile langen Schnur befestigt warm. Tieselbe war in dem Sund zwischm der Insel Man und dem Krlf cu!. nebst d« Angel vnschlungm, so daß nicht selten zwei dieser Fische an einem Haken gefangen wurden. In zweien dieser Falle hatte ein kleinerer Aal von zwei Fuß Länge die Lock» speise in stch aufgenommen und war sodann von einem Riesen- aal von mehr al! fünf Fuß Länge mit der Angel verschlungw. ron welcher er fich nicht loßmachm konnte. Viele lleinne Aale tragm überhaupt an ihrem Körper die Merkmale dn Angriffe, welch- fie von ihren größeren Genoffm»fahren haben, und ist diese Erscheinung den Hochserstschern an dn englischen Kllf« wohlbekannt.— In den deutschen Binnengewäffern, welch« mit der See in Verbindung stehen, finden fich in der Regel nur kleinere Aale, welche nach Erlangung einer gewiffen Größe in! Meer zurückkehren, au! w-lchem ste in die Flüffe emporgestiegen find. Einige Rieienaale von gegen 5 Fuß Länge find aller« ding! in einem Mühlenteich in Norddeutschland getroffen«er- den, au! welchem fie nicht entschlüpfen konntm. Spuren de! KannidaltSmuS, welcher bei den H-chtm und Barschen so stark ist, daß dieselben ganze Fische ihr» Spelles verschlingm, welche bereits kleinere Exemplare davon im Magen haben, find bei diesen Aalen nicht aufgefallen. Borr»iuenr neue» Wunder»zählt Aurelim Scholl im „Maiin": M-in Freund V. sucht eine Wohnung, aber n be�tzt leider einen großen Paragei un) b» verschließf ihm est» Thurm. Endlich, al! ihn die Befitzerin-in» reizenden llein« Wohnung, eine, wie er wußte, sehr bigotte Dame, au! tbe» demselben Grunde hinauskomvlimmttten will, sagt er lmz->>!' schloffen:„Wie kann der Papagei Sie stören? Seit er#* ror sieden Jahren»schrecki, hat er leinen Ton mehr gesprochen. „Und daS ist wahr?'„Wie ich Ihnen fege." Der KsntM wird geschloffen. Freund V. zieht in seine neue Wohnunl- P pchen fitzt im dunkel verhängten Käfig und schweigt. a: brtn Tage macht V. der frommen Frau seine AufwartM „Nun, hat mein Papagei Sie gestört?"„Ganz und kZ nicht."„Ja, stellen Si; fich vor, daß ich alle möglichen Mw versucht habe, ihn wieder zum Sprechen zu bringen; nick» hilft. Nun hat man mir noch ein Mittel oerathm, aber>« glaube nicht recht daran."„Und des wäre?"„Ich soll ih» ein paar Tropsen wunder Ihätig-S LourdeSwaffn einflSßÄ. „Mein Herr, an der Macht dieses Wafferi können 9% zweifeln?"„Gut, machen wir einen Versuch!' Papchm arrS dem Käfig geholt und schreit und schwatzt von fifid"® spät; die würdige Dame aber setzt den Klagen d» übw» Miether feste Ruhe entgegen.„ES ist die Wirkung der wunbck' thätigm Quelle von LourveS!' K!eme Mitthettlmge«.. Posen, 7. September. Als heute früh der Geistliche, � feffor DzidynSli, am Hochaliar in der hiefigen Pfatrtirdj« � Messe laS, trat ein Mar» an das den Altar lldichließ�, Gitter, drohte dem Geistlichen mtt«hobenem Stocke■£!, schimpfte mit lauter Stimme in polnischer Sprache:-PL fluchtes Hrrndeblul". Der Fcevl» wurde von mehr»en OTK, Wuchern sofort ergriffen und einem Schutzmanne llß,. Haftung üderceden. Der Verhaftete soll srüber am. j tremens geritten Hoden. Er war gegen die Geistlichkeit weil» al! fleißig» Kirchen de suche: vennoch nicht»um reS Adendmahre! zugelassen wurde, ihm auch vor wmfe Tagen ein Schi»trank, den er Sonnabend begraben 0%. d» Geistliche aber da! Begräbniß verweigerte, weil W � erdigungcschein von der königlichen Staatsanwaltschaft nicht eingegongln war und nun die Angehötigen und dei-r- Veten Familien deS Leidtragenden unvnrichteter Sache Haus« gehen mußten. w Thorv, 6. veptemb». In d» vergangenen Jrj 'S M in unserer Stadt ein großer Brand gewüihet. Zwischen-„ 2 Uhr entstand in einem Hintergebäude der Bachestcaße einem Stalle Feuer und verdreiteic fich auf bem Ha» Steinkohlen, The«, Tack poppe ic. lagerten. Nachdem Stoffe in Brand gerathen, ging da! Feu» schnell c ganzen Gebäudekomplex zwi chen der Bache- und der straße über. In d» letztgenannten Straße find die Mi Gastwir.hö P. c.kowSli, deS DachdcckermeisterS Höh» � deS Hautbefitzers Timm abgebrannt, auch drei Speicher- dem Glasnmerster Bron und den Karfleuten Fliedläns' Kock! gehörter, find mit bedeutenden Waarer.ronalre � Raub de» Feu»! geworden. Mehrere der benachdar»".� däude find noch erheblich beschädtgt worden. Ueber zwe-»�.� Familien, zum Theil au» den ärmeren Volksllaffen, st"®, pl den Brand obdacklv! geworden. Auch eine Frau im Feu» ihren Tod gefunden. Ihren vnkohlten V' nfii fand man erst heute Mtttag. Ferner w»ven»®% Kinder vermißt, man vermuthet, daß fie ebenfalls Fiarr.men umgekommen find. Eine Anzahl Person lls Verletzungen davongettegin. Das Feu» wüthete ck Heftigkeit biß 5 Uhr Morgen». Bei der DämvfurS f#* besonders ungünstig, daß die Feuerwehr schwer an Vi« Gebäude herankommen konnte. ,, Elberfeld. 8. September.(Unglücksfall) hiefigen Slückiärderei auf der Hosauerst.aß: paistrte b� mittag um 6 Usr ein gräßlicher Unglücksfall.% gerieth in die Schickertmafchine und zerbrach beide. eine unterm«nie und da» andne an den L Aermste wurde darauf in! St. Josephthospttal An seinem Aufkommen w rd gezweifelt, was um 0«i# liier ist, da er der Emährer setner allen Mutift- � Wiltwe, ist.„{ »««lau, 8. September.(Unglücksfall) E'N°- Lewaldstraße wohnender, bei einem Neutau auf t(l W «ewarvstraye woqnenoer. Cet«rem Neubau oui straße beschäftigt» Maurerpolier wurde heute Nacken W er auf dem Gerüst vor dem dritten Stockwerk stand, wn einem OhnmachrSanfalle heimgesucht und stürtt Straßen pflast» hinab. Bei dcm fui-S>il>aren Aufpr� VA wfy* d» Mann einen Schötelbiuch, srwie schwer«. letzungen, an denen er bereit! auf dem TranSpo»"_ Hofpttal verschied., ujÄ fö ÄK HKMZTW .-1.t_n_®.cn.<8 abzuputzen. Da die F-nsterrahw'�� sst r«» lönnm ihn höchsten« auf Herausgabe vetklagin... julb'1 „ H. 8. Wir können Ihnen üb» Wkunft Hebeammen betreffenden Einzelheiten leine Wenden Sie fich doch an eine Hrbeamme-�—-�in � »cn er» w r*n.«»m TM-°r°-«-e w«, IW°°«nw.«. i i Beilage zum Berliner VolNlatt. Ar. 31%. Sonnabend» den 11. September 1886$ HL Iahrzi AchlZthllln iiinlfdjft Juistwtig. (Unbefugter Nichd.uck verboten.) Wietb.dtn. 9. Eevlemder. In Wteibaden wurd: gestern der beu'tdje J�ristentaz er» «stmü.®tn hotwichliger Berarhungsaegenstand. der wohl R( 0«n«t ist, alle Kreise ,u tnterelfire-r, stand zur Tazekordnune, Witz zwar: »Haben fich die Vorstriflen txi deutscben Gerichttve''' »»fsungkgesetzci Titel 4 urb 6 bezüiil?ch der Zuziehung von «taten m Strafsachen in der Proxit biwährt? oder scheinen gesetzliche Aenderungen rathsam und nach w-lchen Richtung?» PN*" worüber Oberamtirichter Eüxfl? tHlidelderp) referiite w* Redner erliärte sich in sehr entschtedenrr Wei>e für vinzuztehung von Laien bei der Recht- Lprechung.(S8 sei dtei im Jntereffe der Beförderung deS NechtiberruhiseinS im Volke dringend gebot,». Wrnn man «nwende, daß die Schöffen zu sehr vom Vo fitz-nden beeirfluht verde», so mllffe er erwidern, daß einmal Tyatsachen hiersü. Jrtcht vm liegen und daß andererseits auck bei Richterlollegien «er Vo sitzende dea üht sei, seinen Einfluß sowohl bezüglich *# Schuldig'prucheS, als auch bezüglich des St-a'n-aßr» geltend zu machen. W.nn auch zugegeben werden müffe, daß �'chter sich seitener beeinfluffen laflen, als Lairn, so sei Merers.its der Werth der Mitwirkung von Leuten aus d«m Mke mit praktischem Sinne in die Wazschale zu werfen. Er lRebver) sei dcihalb nicht nur für Beibehaltung der Schöffen- Höchte, sondern auch für Er Witterung derselben unter Auf» Wung der Schwurgerichte. Er halte eS!ür falsch, b�ß wie � setzt geschehe, zwei G-rtchte, ein Gericht über dt- Thatfrage und dlj andere aber da» Strafmaß urthitle. Allerdings Wm* Verbesserungen auf brm Gebiete der Schöffengerichte «forderlich. Zunächst kei eS rothwendia. daß eine gröf-re Autwahl in den Schöffen insofern stattfinde, daß von 100) Einwohnern, und nicht, wie eS jetzt der fdall, von 500 E n» vohnern ein Schöffe gewählt und daß die Zahl der BitzungS- «ge vermehrt werde, damit die Sciöffen mehr Ucturg erlan- tzrn. Ferner sei eS erforderlich, zu Vor fitzenden der Säöff n- ßreichte nur alte, erfahrene Richter und auch zu BmtSana alten dewährt« Juristen zu wählen. Im AmtSgerichtSdezieke «annheim habe in den wenigsten Fällen eine Bnufung gegen sttöffingerichilich: Urtb-ile und eine roch mindere Zahl von Aenderungen der schöffengerichtlichen Urtheile stattgefunden, in den meisten Fällen fanden diese Aenderungen infolge neuer «rweiSerhedungen statt. In den meisten Fällen erscheinen «ämlich die Angeklagten vor den Schöffengerichten ohne Vcr< «heldiger und erlangen erst nach d-.r ersten öffentlichen V r» gmdlung Auflistung. Für zu bildende höhere Schöffengerichte» die an Stell« der Schwurgerichte zu treten hätten, sei aller» dmgl ein« Vermehrung der Richter zu empfehlen. Er schließe *« der Broposition folgender Thesen: *_--}) Die Schöffengerichte haben fich im allgemeinen in der vxoQ bewährt. bebuni Verbefferung der StrafrechtSvflege ist durch Auf- Schöffen��bwurgerichle und Ersatz derselben durch große MUAZ-iSÄ?.- rhetlung untnbleiben." � � jjjeichlpnwaü Stengletn(Ötipstg): Obwohl er niemals Schöffenrichter gewesen, so könne er doch dem Herrn Vorredner dstht beistimmen. Der Voifitzend« werde die Schöffen durch mn« rechtliche Belehrung stet« deeinfluffen. Geradezu gefähr» uch sei die verlangte Vermehrung der Schöffen. Gm, deson- «» in kleinen GerichtSsprengeln wü de davmch insofern eine «efahr geschaffen werden, al» eine Feindschaft ober Freund- Vaft det Publikums mit den Schöffen nicht gehindert werden iSnSa®tnn fu Baden die untilen Schöffengerichte fich de» i�tzn haben» fo fei das doch wohl kaum in allen anderen «Mfchen Landest heilen der Fall. Eine Vermehrung der Ju. ,'nin bei den Schöffengerichten halte er für grundfalsch, da de- Mniermaaßen unter Juristen zumeist verschiedene Anstchten zu *®8« treten, derartige Vorgänge aber auf die Schöffen schädlich müßten. Dagegen plai.irte er für erwetrerre Schöffen. N'chte Stell« der Schwurgerichte. ES fei allbekannt, daß am. Schwurgerichte leine Sympathien m-hr im Volke haben. Geschworenen haben oftmals Fragen zu beantworten,� wo» ' RlfTCD Uiu W LY*«MUS* ervov'H» ged.I-�land" zu erinnern, in dem Geschworene geständige An» freisprachen, well bo« ihnen so gepaßt habe. Diese «Apa; «»Wfl OUS: 1) Die Mitwirkung von Laien bei Aburtheiluvg �Strafsach.n vor den Gerichten niederster Ordnung(«mt!» �«n) al« Schöffen hat stch nicht bewährt und ist zu de» „A: 2) dagegen ist diese Mitwirkung einzulühren bei den * i a mittlerer Ordnung(den Landgerichten); 3) von den «, V siemachten Erfahrungen ist eS anhängig zu mache», od bs�J�rgerichte durch höhere SchöffrNgerichte zu ersetzen »&»ndrichter�Dr. Kroneck er(verlin): Er sei seit 1879 I7*lttzender von Schöffengerichtm gewesen und lönne nur K?: Die Schöffengerichte haben fich vollfommen bewährt. krlßm müffe er den Auisührungen de« Vorredner« bezüglich d � Schwurgericht« beistimmen. Viele Geschworene haben ibm auße stand«, über die ihnen „— u o—.n, und die Verantwortung, die ihnen auferlege, sei eine ganz enorme. Er stimme den de« ersten R-dr er« bei. J'*»«•(•'»1*/V a VI■ Vd V Vtz-I. I�JN.chtSonwalt Munckel(verlin): Ich halte die ganze hsA�aenheit noch nicht für spruchreif. Daß diese Frage aber ytzs�r Dttkulslon steht, spricht für meine vehauplung, daß Aar. �t'chtSverhältniffe unhalibare find- Ich bin wohl nie» «S tz��tzäff nrichter gewesen und weiß daher auch nicht, wie �ebeu«.. Deralhungen der Schöff-ngerichte zugeht. Von � ulung törrien die Vorgänge dabei jedenfalls nicht lein, ferr..'s.M'ä in Frankreich Urtheile von Geschworenen abgegeben worden find, die wir für falsch halten, dl« aber in Frankreich den Bei» fall und Jubel de« gesammten Volkes hatten, so entsprachen eben diere Urtheile dem Rechtibewußtsein deS Volke« und dieies Rechtibewußtsein werden wir durch eine Aenderung de« GerichlSversaffungSgesetzeS nicht ändern. Ein Volkturtheil wird man nur erzielen— ohne Beimischung de» R chterelement«. Ein Mangel ist e« allerdings, wenn der Riebter von dir Schule lostgieit eine» Angeklagten überzeugt ist, die Geschworenen ibn trotzdem re un heilen und der Richter altdann da« Slrosmaß begründen soll. E« wäre deshalb zu empfehlen, bei Freisprechungen die Omnipotenz der Geschworenen wallen zu lvsi.n, bei Verulthtilungen dagegen auch dem GeriebtShof eine Entscheidung einzuräumen. Im allgemeinen hatte ich die Erfah-ungen, die auf dem vorliegenden Gebiete gemacht war» den find, roch nicht für derartige, um ur» für eine Aenderung zu entscheiden. Ich ersuche daher, alle Thesen abzulehnen. (Bei'all.) Prof. Dr. R u b o(Berlin): Ich muß zunächst die An- griffe de» Herrn Rechtsanwalt Munckel auf die deutschen Straf» RechtSverbä'tniffe zurückweisen. Ebenso muß ich mich gegen die Angriffe wenden, die gegen die Schöffengerichte gemacht worden find. Ich behaupte, e« ist unwahr, daß die Sctöffen Mo« zur Dekoration dienen. Der Richter soll fich mit Leuten cut dem praktischen Leben berathen, damit auch bei der Recht« sprechung doS praktische Moment nicht außer R bt gelaffen werde. Die Schöffengerichte werden mit der Z it vollständig dem RechtSbewoßlsein deS VoJe« Rechnung tragen. Wenn man einwendet, die Stöffen laffen fich zu sehr vom R chter berinflaffcn, so bemerk« ick. daß e« auch Richter giedt, denen die nö htge Earenhaftigkeit und Charallnstärke 7'hft- ES ist mir ein Fall bekannt, wo der Vorfitzerde einer Strafkammer, der, im Gegensatz zu 2 Betfitzenden, für die Vtlu'theilung war, sagt«:„Meine H-rrm, wenn Sie den Mann sreisprechen, dann gebe ich mein Votum zu den Akten." Ein olS Beisitzer sungirender Affcff-r bemerkte b crauf:„Dann, Herr P ästbent, stimme ich auch für schulvig." Der Ang? kiagte wurde nuvmebe mit 4 gegen 1 Stimme für schuldig eracht t und zu zwei Jahren Gelängniß oerurtheilt. Sie sehen also, daß auch die reinen Richter- Kollegien ihre Mängel haben, lieber die Geschworenen- Gerichte will Ich nicht spreche», da ich diese Frage noch nicht für spruchreif halte. RtichigerichtSralh Wteland(Leipzig): Er müffe warnen, in dtrser Frage irgend einen Beschluß zu faffen. Er Hille die ganze Angelegenheit für nicht spruchreif, wenn auck auS ande- ren Motieen, wie Herr RrchlSanwalt Mui ck.l. Er halle die Eimichtu-g der Schöffengerichte für eine segensreiche und auch die Geschworenen- Gerichte für Keffer, al« dieselben hier geschil- dert worden seien. Er beantrage:„Der Juristentag beschließt, «S liegt zur Zeit noch kein Betürlniß für irgend ein« Aende ru»g in dieser Frage vor."— Ncchbem stch noch RechtSan- wall Faid in demselben Sinne gräußirt, wurde die weitere Dedatie und auch die Sitzung aus morgen(Zrettaz), Vormll- tag« 9 Uhr vertagt._ Kommunales. Neuerverstthr,ung der WtarNhaUe«. Nach der vor einigen Monaten rrtolgten Feuerve.stcherungtaufnabme der Markthallen stellten fich nachstehende, r«»t erhebliche Feueroer» stcherungSsummen bereuS: Z�tralmmkihalle(Nr, 1), Neue Friedrichftraße 24—28. 1931800 Mail, Stadtbahn beider Z niralmarlihaU« 70200 M., Marllballe N- 2(L ndenstraße 97-98 und Friedrichfiraße 18) 1 185 600 M. Mmkihalle R?. 3(Mauerstraße 82 und Zimmerstraße 89- 91) 604000 M und Marlihalle Nr. 4(Dorotbeenstr. 28—30) 613000 M. w. Ein Kongreß für Haudfertiskrttb-Unterrtchl soll am 20 September in Siurtgart abgehalten werden und hat der Vorfitzend« de» KovgreffeS cm den hiefigen Magistrat eine Einladung zur Bethetltgung an demselben gerichiet. Der p-tfttwral hat btschloffen, ein MagistratSmitglikv dorthin zu entsenden. W. Stn aufgestellte« Bedarf an»renumaterial für die unter städtiicher Benwaliung ü>kend«n Schul»" und anderen Institute für die Heizperiode 1866 87 hat der Maststrat gc» nebmigt. Darnach ist ertord-rlich für die Gem- in beschulen 2265 Kubikmeter Holz. 73556 Zentner Braunkohlen, 80 590 Zentner Sleinkohlev, 12306 Hektoliier Koaks, sür die höberm Schulen und die anderen ftädttschen Institute: 4351 Kubikmeter Holz, 138 622 Zentner B aunlohlen, 363 066 Zentner Stück.'oblcn(Steinkohlen), 242563 Zentner Klein kohlen, 22 693 H lioliter KoalS und 192 Kaditmecer Torf. Nach Mrttheilung d« Statrsttfche» Amt« der Stadt Berlin fit d bei den hiestgen SiaedeSämtern in der W.che vom 29. Augufi bis inll. 4. September cr. zur Anmetdung «'kommen: 165 Eheschließungen, 901 Lebendgelorene, 31 Todtgeborene, 906 Sterdesälle. Zokales. Bei dem außei o dculltch start.n Fährverkehr in der Leihztgerstraße bitten die Haltestellen der Pierverilentazn am Po-Sdamer Thor einen ganz bedeutenden Uedelsttmd. Für diejenrgen Wagen der Pferdeeisenbahn. welche zum Potsdamer Thor« hir au» fahren, difir.det stch die Hrl'estell: gerade vor dem allen Thorgebäude, in dem heut« eine Telegrophenstition untergedrech! ist. Vor diesem stehen nun de« Oefteren Sqai- pcg-n)c„ deren Jnsaffen stch im Trlezraphenbureau befinden. Halten nun mehrere Eisenbahnwagen zu gleicher Zeit an dieser Halteftelle, wie e» ja bei den verschiedenen, daff lb« Geleise benutz-nden Strecken häufig vorkommt, so ist ein Vorbeifahren eiire« desselben WegeS fahrenden L rstfuhrwerkeS ein Ding der Un» möglich kell, dazwischen demPterdedahngeleise und der Borbschwelle de« Bürgersteige« nur so viel Raum vorhanden ist, daß ein Wagen, unv öglich abik neben einander zwei Fuhrwerk« pasfiren iönnen. Auf dir andern Seite ist e« genau daffeld« und kommt zudem auch eine solche Fülle von Fuhrwerk zum Thor hereingefahren, daß ein Einlenken in diese Strömung von vvrn- berein au«g«5ch!offen ist. Einem Lastfuhrwerke dielbt dem-U' fo'g« nicht« and r«S übrig, al» auf dem glatten ASphal Pflaster an deraater Stelle, wo gerade die Straße eine Steigung hat, anzuhalten und zu warte.?, di« entweder die Pferdeeisendahn. wagen weiter gefahren find, oder die Sq-ipage o�r de» gtfe»Äffi(Slt'elH'i ««W zu befürchten ist. Ein anderer Uedelst-nd macht fich ebenso fühlbar. So angenehm eS im allgemeinen ist. Pferdebahnen zu befitzrn, d. h. fie benutzen zu können, so unangenehm ist doch der Bau derselben. Wenn auch nicht alle Unzuträglich» keiren deseirigt werden können, so find dock auch wiederum andere mit leichter Mühe aufzubeben, deren Unle-laffung um so befremdlicher erscheint. Zu diesen leicht zu besertiaenden Uebelständen gehört das Urderschreiten der auf dem Beton» Untergrund« liegenden, zum EinaSphaltiren bereiten Eisendahn» schienen, wa« für Männer nicht weniger alt angenehm, für Frauen und Kinder geradezu gefährlich ist. Eine Uederbrückur g durch Bohlen an den Simßenkreuzungen würde da« U d l sofort Heden. Da eine derartige Ueberbrückung d?r freiliegenden Eisendahnschienert in vereinzelten Fällen staüfindet, so wird dadurch bewiesen, daß man an maßgebender Stelle die Noth- wendigkeit einer solchen Maßnahme erkannt ha? und ist es deshalb um so befremdlicher, daß diese Röltsiht auf daS Publikum nicht durchweg, sondern nur in vereinzelten Fällen beobachtet wird. Od hier die Schuld an den ausführenden unteren Organen liegt oder an sonst wem, vermögen wir nicht zu entscheide». Auf der Pferdebahnstrecke Moritzstlatz» Moabit— Wagen Nr. 76— betrug die T-mperarur am Montag 29 Grab — ein wabihait gesundheittgesähilichcr Zustand. Wa« im Wagen Nr. 76 der Fall war, ließ stch in einigen hundert and'-rn Wagen sicher l ei) ebenfalls konstatiren, es ist daS konkrete Bei» spiel nur heraukgegriffen, well eben hier die Meffung vorge» nommen wurde. Nun wäre eS ein unbilliges Vorgehen, der Großen Berliner Pferdebahn- Gesellschaft Vorwürfe über Zu- stände machen zu wollen, die ste nicht verschuldet. Hier aber t-ägt fie die Schuld! Eine außerordentliche Mehiheit der Wagen, in der Tsat alle Wagen, die nach dem neuen Muster seit Jah?»n gebaut werden, haben theiiS'großr, nicht beweglich-», fest cingetügle Ftnster, die überhaupt nicht g-öffnet werden können, theilS zwischen diesen großen Scheiden kleinere Fenster» die man zwar öffnen könnte, aber nicht öffnen darf, weil di?» selben mit Anzeigen beschrieben find und der Anzeigenkunde nicht dafür dezadlt, seine Anzeige in die Virsenkung sahren zu sehen. Das Publikum aber ist auf Gnade und UngnaZe diesen unert-äglichen Zuständen überantwortet. Wenn je, dann haben die l-tz!en fünf Wochen dargethan- daß neben ditsen herme'-ilch verschlossenen Wagen auch noch offene vorhanden sein mllffin. Wenn die Pferdedahngesellschaft dcl-aupiet. daß da« Publikum in Bezug auf den Zug im Wagen verschiedener Anficht ist— wa« nicht bestritten werden soll— so baden wir bereit« darauf hingewiesen, daß im Sommer die Wagen ja abwechselnd geschlofftN und vff.n fahren lö-nten. Es bavdell stch nicht allein um«ine Frage deS Komfort« und der Bequemlichkeit, sondern auch um eine Frag« der G'sund» hell. Unter diesem GestchtSpunkte sollte da« Berliner Publi» kum nun zu einer, mir allen zuläsfigen Mitteln zu eih-den"«» Forderung machen, um wa! es alle die Jahr« hier vergeblich pititionirte. Und eS sollte Mittel geben, dieser Forderung G hör zu verschaff.n. Exstirte ein Konkurrenzunternehmen, so würde man ebenso wie in Bezug auf Tarifermäßigungen auch hier Zugesiändnlff- erreichen. Da dem nicht so ist, wird die Ftage gestattet sein, ob bei Neu- Kon>esstonlrungen nicht auch dt« Einstellung einer enispiechenden Zihl offener Wagen zur Bettngunq gemacht weiden könnte. BrS dahin ad-r. daß die cffmen Wagen eigesübrt find, wird man, ohne Rückstcht auf die anzeigertdemalun F.nster, diestlben öffnen misten. Früher kam noch durch da» zestweilige Ocssoen und Schließen der Thülen zum Vorderperron ein gelegentlicher friicher Luftzug in da» innere de« Wäger», jetzt find auch diese Tdüren fest verschlaff n. Item: der Zustand ist ein solcher, daß er dringend eine Abänderung rrh-ischt, und eS ist zu hcffen, daß die Sache nicht zur Ruhe kommen wird, di» Abänderung geschaffen ist. Wir wiffen, daß 100 Millionen Passagiere Alles in Allem in den Berliner Pferdedahnen pro Jahr befördert werden. Davon entfallen reichlich 40 Millionen aus die heißen Mo- ate. Vierzig Millionen Paffagiere(oder die Passagiere, welche 40 Millionen Fahnen rep-äs-miren) find abcr eine Macht, deren Rufe nicht ungelöst verhallen sollten. Ja de« verschiede»«« Geschäftszweigen beginnt die andauernde Httze fich bei un« recht emvsi blich drmerkdar zu rnaehtn. Daß die in Folge der hohen Temperalur in diesem Jahre lang.r al« gewöhnlich andamr? d-„MoNerzeit" die In- Haber großer Lager von Woll und gewcblen Wamen zu de» sonderen Voistcttltmaß egein Anlaß gt-bt. wäre«ielleicht noch zu«'raren, aber viel schlimmer fl-'-d Milch», Delilaieffen» und Butterhändler daran, gegen dnen Vonä.he die sonst allgüiig? «on-re gegenwärtig einen wahren VecntchtungSkrt-g führt/ Alle dies Geschäftsleute deschlänlen ihre Waarendestände"aus die r e t. dar gerivgsten Ouantstäten und s,tz-n damit ihre Kunden im Falle eines zufälligen außergewöhnlchen Bedarf» nicht selten in die größte Verlegenbrit. Bei den Fleischern liegt die Sache nicht besser und da» für eine Landpartie erforderliche Ertrtt» Quantum an Kardonade muß von der HauSsiau zeitig voth-r bestellt werden, vergißt ste'«, so gegen die Tbeilnehmer rettungilo« ohne Karbonaden über Land. Daß trotzdem der EiSkonsum in allen dies-n G.schäiten ein enorm« ist. ta-n man stch den!,« aber die meisten der«wähnten Produlte leiden an Güte und G-ichwack, auch wenn st: destär big auf Ei« ee» harten werden und man kann eS den GeschäfljleuikN verdenken, wenn sie nicht Last haben, ein gut,» W IbreS gerade bet LedenImilteln nicht allzubob'N Verdienste« für Ei» autzugeben, sondern lieber ihren Vorraih vermindern. In eine ganz eigenartige Ptfi-ion aber werden die Schanlwirrhe gedrängt; zunächst blüht-h- Gstchäft. denn die H'tz: erzeugt einen grßarrigen Durst und ein gewöhnlich weit über den Dmst gehende« Trinkdetülfniß: ad« ebenso groß und schädlich ist dcr E nfluß, den ste auf das Bier übt Tagelang muß ein Faß Br-r auf Ei« liegen, lh cS fich„ai der beruhigt"— wie dcr termanua techniova lautet— nachdem eS ##### ii?a 5 � � ftaifci etneebraute Bterjorlen, namentlich im- portiste, sogenannte echte Biere, vertragen vrejach die Hitze nicht und ist dtten Ausschank mehrfach in bafigen Lok-len au« diesem Grunde eingestellt worden.- Der üde.möß'g- EI». konfurn, d« dr« vorhandenen Bestände stark vermir-d>rt bat, gredt ebenfalls zu Bevensen Anlaß, d nn vor uns liegt noch die Periode der berdsilichen Fiedertranfheilen, TyphuS»c., zu deren Behandlung d.s Eis une tdchrlich ist. Zu unserem gestrigen«rttkel, betreffend die Ver- theiluna de» u«dm?hr verboleuen Flugdtatre», l.en wir der„Boff. Z g" entnommen honen, wud un« lolgend S b«. M-MMZZW Ob Jemand einen Polizeideamten hinzugeholt hat oder ob U-ser«ndemelV in der Nähe weilte, war nicht zu ermitteln. Die Verhaftung erfolgte auf einer der Promenaden de« Südosten«." Diese Darstellung entspricht nicht ganz den thatsäch ltchtn Verhältniffen. M-brere Arbeiter hatten stch, wie uni au« durchau« zuverläsfiger Quelle mitgetheilt w'id, auf einer Bant im alten Jokodi Kirchhof zu ihrer Erholung niedergelaffen. Man besprach da« Flugblatt und einer der Aibciter< heilte dem Anderen mit, daß er ein solche« in seinem Briefkasten vorge funden habe. Der später Vrrhastete sagte hierauf, M er auch ein Flugblatt gefunden habe, und zog dafielde zu gleicher Zeit au« der Tasche, indem er e« einem der Mitanwesenden zur Lektüre präsentstte. Nack RLckempsang de« Flugblattes entfernte sich der Besitzer diffelben, wurde jedoch an der Ecke der Kürasficl' und Alexandrinenstraßen-Ecke von einem Manne» der fild al« Kriminalbeamter legtlimirte, ver- tastet und nach dem Polizeibureau in der Alexandrinenstrahe fiftirt. Hier wurde er einer Durchsuchung unterzogen, bei wel- eher Gelegenheit bei ihm außer dem erst erwähnten Flugblatt noch«in altere«, sowie da« Mitzlicdbuch zu dem nunmehr auch polizeilich geschloffenen Bezirktverein„Vorwärts" und eine ErantcgSbeikage de«„SLchs. Wochenbl." vorgefunden wurde. Säm»Utche Druckschriften wurden in vorläufige polizeiliche Verwahrung genommen. Der Verhaftet« wurde nach dem Molken' markt trankportirt, Hierselbst einem sehr eingehenden Verhör unterzogen und schließlich mittelst giünen Wagen nach dem vntersuchungSgefängniß in Moabit georacht. Der Untersuchung«« richter fand jedoch keinen G und, den biiher undeschollenen Verhafteten in Haft zu behalten. Der Jnkulpat wurde daher in Freiheit gefeht. Die erste Verhaftung durch den Kriminal- beamten erfolgt« am Mittwoch gegen 11 /« Uhr Vormittag«, freigelassen wurde der Jn.hastirte schließlich am Donnerstag Rachmittaa gegen 3 Uhr. Die Uatersührung der Uorkftraße macht jetzt Dank dem trockenen Wetter rasche Forrschritte. Die Betonirung ist auf der ganzen Strecke vollendet und da« Gcundwaffer de- wältigt. Von der Großdeerenstraße biß zu den Eisenbahn- Viadukten ist die Straße sogar im Wesentlichen fertig und geigt stch in ansehnlicher Breite mit doppelten Fohrdämmen. Hier liegen auch schon die Pferdedahnltnien. In der Mitte führt eine breite Promenade entlang, welche mit Bäumen und Laternen besetzt wird. In da« Chao« de« früberen Hinter- lande« zu beiden Seiten kommt ebenfalls Ordnung; bereits steigen eine Anzahl stattlicher Häuser empor. Von der Kreuzdergstraße h-rab legt man durch einen früheren Garten die breite Kotzdachstraße. Mit den P'erdebahnschitnen rückt man von beiden Seiten, von der Bülowstroße und der Gnetsenaustiaße vor. So hat e« den Anschein, al« ob die langersehnte Verbindung noch in diesem Herbst eröffnet wer« de« kann. Sticht so ganz unrecht! Man schreibt der„Berk. Ztg.": MU Ihrem Artikel über die hohe Medizinaltcxe bin ich nicht Kl einverstanden. Gewiß haben Sie darin Recht, daß der e Prei« ver Heilmittel so manchen Pattenten von der An« »enduna der Arznei abhalten wird; darin liegt aber gerade — der Vortheil für dm Krankm. Ich würde e« im Erkran« kungöfalle mit Entrüstung zurückweisen,«inen Arzt für mich rufe« zu laffm, die Zumuthung aber, irgendwelchen Quark au« der„lateinischen Küche" meinem Innern einzuoerlerven, al« ein Attentat auf den gesunden Menschenverstand betrachten. — Wie, der Arzt soll im Stande sein, innere Krankheiten zu heilen? Konsultire ich wegen eine« einfachen Magenleidens sech« Aerzte, so höre ich ficher fünf verschiedene Anfichten: wa« mir der Erste verordnet, verbietet der Zweite und so in infini- trun. Wa« soll man dazu sagen, wenn ärztliche„Autorität! n" getegentlich einer Scharlacherkrankung in ihren Verordnungen vollständig von einander abweichen? Dieser Fall pasfirte erst »or einigen Wochen, die Bestimmungen beider Aerzte wurden nicht derückfichtigt und der Kranke— gena«, ohne jede Medt« «r. überhaupt ohne jede ärztliche Anordnung. Von dem ugendlicke an, wo die Aerzte etwa« leisten werden, vei schwinden die Kurpfuscher ganz von selbst. So lange die« aber durch Arznei eneicht werden soll, wird noch viel Wasser in daS Meer kaufen, eh« wir dahin gekvmmen sein werden." Die fremde« Gäste zum NaturforschttkougreH de. ginnen tn verlin einzuireffen. Nordamerika z. B. entsendet eine ganze Anzahl Aerzte zu demselben. Dieselben werden zum Theil zum Studium unseeer medizinischen Institute einen län« geren NufentbrU tn Berlin nehmen. Die Prüfungen tn de« Grmeivdeschule«. Wie ver« kautet, liegt ei in der Abficht der städtischen Schuldeputron, die öffentlichen Prüfungen in den hiefigen Gemeindeschulen nicht rnebr wie dither durch die Schulinspektoren, sondern durch die Rektoren der Anstalten vornehmen zu lassen, da» wie e« heißt, für die Schulinspektoren diese Arbeit bei der stet« wachsenden Zahl der Anstalten kaum noch zu bewältigen ist. Dte Abholzunge« für den neuen Rangirdahnhof bei Station Johannttthal erstrecken stch auf ein« Länge von 800 Metern. Gestern wurde da« gefällte Holz unter der Verpflichtung der sofortigen Abfuhr versteigert und wird nun mit den Bauten ungesäumt vorgegangen weiden. Dk Chaussee nach Jchanni«- tha! erfährt in Folg« der Lahnhofsanlagm in ihrem Anfange eine Verlegung und da der ganze Bahnhof auf die Johannis« thaler Seit« verlegt wird» so werden auch Niveau« Uedergänge geschossen. Auf den Linien der Große« Berliner Pferdeeisen- bah« find im Monat Augukl d. I. 7 412040 Personen de« fördert und dafür 917111,71 M. oder durchschnittlich auf den Tag 29 584,27 M. eingenommen. Die Einnahme im August 1885 betrug 775 386 91 M. oder durchschnittlich auf den Tag 25012,48 M. Die«rbetteu zur Fortführung de« in de» Mitte her GUschinrrftraße angelegten Promenadenwege», welcher dt« zur Lrandenburgstraße dereit« fertiggestellt ist, nehmen einen nm langsamen Fortgang. Ei erklärt ssch die» durch die Entfernung de« Fundamente« der ehemaligen Stadtmauer, welche« einem Wachsen und Gedeihen der hier einzupflanzenden Linden bäume hinderlich wäre. Da« Fundament der Stadt« mauer ist von einer enormen Festigkeit und kann nur stückweise durch starke Meißel, welch« mit wuchtigen Schlägen in da« Mauerwerk getrieben werden, beseitigt werden. Da die Ab« ficht desteht, Viesen Promenadenweg durch die ganze Gitschtner« straße und in deren Fortsetzung durch die Skalitzerstraße zu führen, um einen Anschluß an din Promenadenweg zwischen dem Lavfitzerplatz und dem Schlefischen Thor zu erhalten, so dürft« da» Jahr 1888 herankommen, eh« diese großartig« Ver« schönerunztanlage vollendet sein wird.. St» der heitere« Muse gewidmete« Küvstlerlebe« bat am Donnerstag ein trag sche« Ende gefunden. Fräulein Eugent« Erdösy vom Walhalla-Theater hat vorgestem Abend im Thiergarten den Versuch gemacht, fich zu er« schießen, und ist im Laufe der Nacht ihrer schrecklichen Wunde erlegen. Frl. Erdösq verließ Abend« gegen 7 Uhr ihr» tn der Friedrichstroße gelegene Wohnung, angeblich um tn««alhalla' Theater zu gehen. Sie war ir.deß nicht im Tdeater gewesen und wurde eine Stunde später im Threr« naittn bewußtlos, blutend aufgesunden und zunächst nach dem Nolbeibiueau Nr. 33 in der StgiSmundstraß: und von dort WMMMW MZMMM da« Bewußtsein wieder; st« nannte dem Arzte, der die Entstellte nicht erkannt hatte, ihren Namen und fl-hte ihn an. nicht« zu ihrer Rettung zu thun. Der Tod hat fie in wenigen Stunden von ihren Leiden befreit. Da« Motiv, welche« die unglückliche, ungefähr 26 Jahre alte Künstlerin in den Tod trieb, war Liebeskummer; ste soll vor Ausführung der That einen fie tief erschütternden Brief«halten haben. ES wurden bei ihr mehrne Bliese vorgefunden, unter denselben einer an den StoatSsnwalt, in welchem fie, wie in Thcaterkr-isen 6:« richtet wird, bittet, durch gerichtliche Besichtigung den N ichweis ihrer fittlichen Makellosigkeit zu erbringen. Frl. Erbö'y lebte tn sehr geregeUen Vermö.,enSvkrhäItnissen; sie soll größeren Grundbesitz bei Groß KaniSza, ihrer Vaterstadt, besessen haben. Erdösy war nur ihr Künstlernamen, ste hieß eigentlich Eugenie Biba, unter welch«« Namen ste einige Z:it der hiefigen Hos« oper angehörte. Herr Direktor Stein«, von dessen Bühne Frl. Erdö'y mit 1. September fich beurlaubt hatte, um vor ihrem Rückmtt von der Bühne cine Gastspieltour, die in Breslau deginnen sollte, zu unternehmen, hat an ihr eine liebe Freun« din, da« Berlin« Publikum einen seiner Lieblinge verloren. Auf der Cpree zeigen fich von Zeit zu Zeit richtige kleine Seeschiffe, auf Kiel gebaut und mit seemäßiger Takelage. Die Frau veisehlt nicht, die OderlichtSsenst« der Kajüte mit Miniatur» Gardinen und Blumeniöpscken zu schmücken. Diese Schiffe find Häringtkutter au« Stettin, Greifenhagen%., welche die Spree so weit hinauf abklappern, al« fie ich ffdar ist. DaS Fremd« artige dies« Fahrzeuge zieht die Käufer, besonder« die Berliner Sommergäste an, und die Händler machrn ein ganz gut:« Ge« schäst, trotzdem fie nicht billiger find al« die ansässigen Kauf« l-ute. Erst wenn die Schiffsahrt zu Ende geht, kehren die Kutter in die Heimath zurück. Et« richtige« Berliner Mnster-Weißbierlokal hat stch noch tn dem Durchgang« von d« Neuen Grün-, nach der alten Jakodfiraße erhalten. H'er hatte man einst am allen Festung«« graben«in Gärtchen ausgespart» welches jetzt von himmelhohen Häusern umgeben ist, ober seine Existenz noch immer behauptet hat. Früh« saß e« ssch h'er am Strand de« Wasser« gewiß ga-z hübich. Da« Gegenüber bilvete freilich ein Militär' lazareth, welche« heute noch im G:brauch ist, aber uns«: Aitvordnen waren nicht so sensibel, wie wir e« heute find. Der gegenwärtige Wirth vnanstallet unter seinen paar Bäu- mm fogar„Künstler Konzerte", deren Klänge hint« dem altm schwarzen Gartmzaun hervor den Passanten de« engen Durchgänge« Ateno« überraschen. Eine umgestürzte Fuhne He«, deren Ladung am Donnerstag Vormittag den Damms d« Martannenfiraße bedeckte, gab der Gegend für einige Zeit eine sonderbare Pbystognomie. Jeder Gaul, der an der Stelle de« Unfall« vorüber kam, konnte e« fich natürlich nicht versagen, ein kräfti- ge« Maul voll de« würzigen Trockenfutter S mit auf den Weg zu nehmen und noch in entferntmn Straßen begegnete man diesen kauenden Pferden. Nun hatte ei aber auch gerade elf «schlagen und die Schulen entleerten fich ihr« lernbegierigen Jugend beiderlei Gesckilecht«. Da« war ein Jrbel in dem dohen Heuhaufen I Kopf unten, Kopf oben ging« da hinein; Jungen« und Mädel« sprangen, fielen, rutschten und stießen stch da herum, bi« der zurückkehrende Besttzer d« allgemeinen Freude ein Ende bereitete. Er hatte ein and«e« Fuhrwerk be« sorgt, auf welche» daS Heu umgeladen wurde. Außer einig« beim Spielen zerrissener Kindergarderobe und m'hrerm dabei »«lorenm Schulutenstlim hatte der Unfall glücklicher Weise keine weit«en üblen Folgen. Der neue Direktor der städtischen Jrreu-Austalt, welcher erst kürzlich sein Amt angetreten hat, ist, wie man hört, ebmsall« gemülhikrank, so daß die Stadt abermal« vo: der Wahl eine« N.rchfolaerS st' hl. Poli»eiltche Milchrevtsionen. Im Laufe de« Monat« August wurden tn Berlin im Ganzen 2454 polizeiliche Milch revistor en vorgenommen, bei denen tn 19 einzelnen Fällen 175 Liter Milch al« zu leicht wiegend vorgefunden wurden und zur Vernichtung gelangten. Gegen die Vertreter wurde US polizei, liche Strasveifohren eingeleitet. Et« Unglücksfall«eignete stch gestern früh gegm 8 Uhr im Kriminalgertcht zu Moabtt. Al« ein in dasselbe von d« Rathenownftroße hineinfahrender Kohlenwagen da« Po tal M passtrte, sprang d« Führer diffelben, Kutscher Rudolph Scheller, herab, stolperte dabei aber so unglücklich, daß« zwischen die Räder zu liegen kam und ihm ein« derselben über den rechten Odnschenkel fubr und denselben betnahe gänzlich vom Rumpfe trennte. D« Verunglückte wurde nach d« köntglichm C Harris geschafft. Eine ganz bedeutend« Störung des Pferdeeismbahn« vilkehr« fand gestern früh gegen 8 Uhr in der sehr belebtm Königstraß« dadurch statt, daß vor dem Hause Nr. 30 ein« der Atphallkcchwagen der Firma Johannes Jeserich durch Aul» druck der Speichen eine« Rade« zusammenbrach und direkt auf die Pferdebahnschtenm zu liegen kam. Während der halb« stündtgen Arbeiten zur Beisetteschaffung de« ASphaltwagen« mußten die kourfirenden Pfttdedahnwagen durch Vnsatzstücke au« den Schieren gehoben werden und die Unglücktstelle auf dem Straßendamm passtren. Ein Glück war e«. daß die ge« kochte Akpbaltmaffe fich in einem allseitig verschlossenen eisernen Behälter befand. Die Staatsanwaltschaft in Kiel stellt Ermittelungen an üb r die Periönllchleit einet Manne», welcher im Sommer d. I. in Kiel, Schleswig, Lüdeck und Güstrow al» Reffend« von Breslauer und Berliner Firmen aufgetreten ist, und Geschäftsleuten und Handwerkern Kautschuckstempet zum Kauf offnirte. Dnselbe bat an verschiedenen Stellen unt« dem Versprechen demnächstig« Zusendung der Fabrikate Baarzah. langen zu erlangen gewußt. Seine Angaben haben fich ober als unwahr«wiesen. Der Schwindln wird al» groß und stark, mit blonden Haaren ohne Bart beschrieben. Ertrug eine Brille und war bekleidet mit hellgrauer Joppe. Die große Hitze hat wieder zwei Unglücksfälle verur« sacht. Vorgestern Nachmittag brach ein Ardeiter vor dem Hause Arndtstraß: 25 zusammen und verstarb, obgleich er sofort nach der Ciiamee überführt wurde, bald naS derEinli-ferung. Ein ähnlich« Unfall trug fich vorgestern Abend vor dem Haufe L-rnis'Npraße 35 zu. Daselbst war ein unbekannt« Mann ohnmächtig geworden, den man gleichfoll» in die nahe« gelegene Charitee schaffte. Der Zustand desselben ist sehr bedenklich. In beiden Fällen gaben die Aerzte Hitzschlag ol« Ursache an. Ein Fa«iliendrama, dessen Ursprung wohl in der sabel- haften H'tze der letzten Zeit zu suchen sein dürste, bat fich vor« gestern Abend in einem Hause d« Königgi ätz« stieße abgespielt. Ein daselbst im Souterrain wohnend« Schankwirth M., deffin Geisteszustand stet» ein völlig normal« gewesen, hatte seit einigen Tagen, nachdem er vorher über den üblen Einfluß der Hitze auf sein Gehim geklagt, Zeichen von Geistesstörung ge« geben, denen jedoch feiten» sein« Angehörigen die noihiae Aufmerksamkeit nicht geschenkt wurde. Vorgestern Abend nun versuchte M. in einem Anfall von GeisteSgeftürtheit mittel« Chloral seinem Leben ein gewaltsame« End« zu machen Bei dieser Manipulation wurde er von seiner Ehefrau überrascht und nachdem dieselbe für Hndeiholung eine« Aztei schleu-iast werlstelligf. SWWM- Preise steigend. Neu« französische Wallnüffe in Schaalt per Pfund 20 Pf., geschält 50 M. p. Cir. Pfirsiche 25—45 M, Tomaten 10—15 M. p« Zentner, Weintrauben 25—40, Preißelbeeren 9—10 M. p« Zentner, Karotten 2,50-5 R. per 100 Kilo, Wirfingkohl 2—3 M., Roth- und Weißkohl, große Köpfe 3—4 M. pr. Schock, Blumenkohl 10—15 W. pr. 100 Stück, Kartoffeln, weiße runde 3,00 M., Nifreakanoffdii 3.00 M., rothe 2,80 M., blaue 3,00 M. pr. 100 Kilo, Pflaumen 4—15 M., Birnen 5—20 Di., französische 40—60, Bepfel 5-20 M., Tyroln 20-25 M„ Zwiebeln 1,75-3,00 Mark per Zentner, Schalotten 6—7 Mark. Neu« saure Ämken 2 M. p« Schock. Melonen 20—30 Pf. pr. Pfd. Ananai 2—2,50 Mark pr. Pfd. Getrocknete Morcheln 2,50 M. per Pfd« getrocknete Steinpil-ie 6,50 M. per Pfd. Wild. Rebe 79-90 Hirsche 35-55, Wildschwein 25-35 Pf. pr. Pfd.. Rebhühner, junge 95-120, atte 70—85 P'« Fasanen 3 M., Wachteln 50-80 Pf., wilde Enten 0,80—1,20 Mark. Geflügel. Junge Gänse 3,00—5,00 M.. jung« Eni« 1—1,50—2,00 M, junge Hühner 0,45-0,80 alt« fciibrei 1,00 bi» 1,40 M., Tauben 30—45 Pf., Poularden 4,50—8 M-?« Stück. Butt«. Ei wurde bezahlt für frifchefeinste Tafelbutter 112-115, feine Gutidutter l. 102-110, II. 92-100, lll. fehlerhafte 80—85, Landbutt« L 85—90, IL 70-80 Mack Galizische und ander« geringste Sorten 66—66 Mark per 60 Kilo. Käse. Echter Emmenthal« 73— 80, WestpreuZisri« Schweizerkäse L 56-63 M., II. 50-55 M., HL 45—48 Quadrat« Backstein L fett 22-25 M.. ll. 12-18% Tllstt« Fettkäse 45-58-60 M.. TilM« Magnläse 13-23 Mark. Limburg« L 80-35 M.. n. 20-25 M.. RawadsS 80-36 M„ rheinischer Holland« Käse 45-58 M., IL 3Saa« 35 M, echter Holländer 65 M., Edam« l 60-70 M., ll. 5« dt» 58 M., ftanzöfischn Ncufchatell« 16 M. p« 100 Stück, Camembert 8,00—8�0 M. p« Dtzd., Mainz« 4 M., Harzrl 3,50 Vit 100 Stück. Eier 2,30 M. p« Schock. Geräucherte Fische. Rheinlach» 2�0—2,90 M., nnd Ostseelach» 1,20-1,40 M., geräuch-rte Aale 70-100 130 Pf. pr. Pfd., großer Delikaießaal 1,50 p« Pfd., Flunder« kleine 2,75-3,50, mittel 4.50-8, große 12-20 M. BücklinS«. 3,50 bi» 6,00 M. Dorsch 8-10 M. p« 100 Stück. Sprolles 0,50 p« Pfund. Seeflfche. Lach« 1,00-1,20-1,30 Mark. Zand«, große. 30-90 Pf., Heckt 40—60— 65 P Stewbutte 70-80 Ps.. zunge, große 1,00 M. mittel 60-70 Pf., Scholle 10bi«25f« SchMsch. große 20 Ps, Kabeljau 15 bis 20 Pf. per Pfui» Makrelen 40—60 Pf. pro Stück._ Lebend« Fische. Aal, mittelgroß 80—95, große 1,13 � Hecht 60-70 Pf.. Schleie 80-90 Pf. per Pfund. Krebse,«leine. 10 cm. 1,00-1,50 M„ mittel 2-4& �oße�8— 12 M. p« Schock. Humm«n 1,30—1,60 M. f Blumen und Blätt«. Lsrdendlättn 3 M. pro Rosen 4 M. pro Kord von 200 Stück._ Polizeibericht. Arn 9. d. M.. Vormittags gegen ll erkrankte auf dem Neubau Jägnstr. 47/48 ein Arbe»'' Lüpner plötzlich, onicheinend am Hitz'chlag. Er wurde wiuno Droschke noch der Charitee gebracht.— Gegen Mittag Wss? der am KreuzungSpunkte der Königistrcße und H'tlig«�. firaße al» Posten aufgestellte Schutzmann von einem G:s�° Z wagen der Brauerei von Gabriel u. Jag«, Chonnnstr-° bi« 86, übniahren und am rechten Fuße nicht unbideuun ««letzt— Nachmtttag« schoß fich eine Schauspielerin im garten, in der Nähe der Hohmz ollernstraße. mittelst«mt Rerolver« in die Ecb!ä'>. Sie wurde noch lebend nat Charitee gebracht. Veranlassung zur That nicht bekannt. T' Zu derselben Zeit aericth vor dem Haus« Schützenfir. 73/74«g 6 Jahre all« Knabe in Folge eigen« Unoorfichtlgl»it Räder einer im Schritt fahrenden Droschke und erlitt/ einen Rippenbruch.— Abend« nach 8 Uhr wurde auf dem*"' halt« Bahnhof der Lahnarbeiter Lenz von einim Zvae, sahrm und auf d« Stelle getödtet.— Um dieselbe Z'1'% ein Arbeiter in der Trunkenheit vor dem Hause Kopp-nstL. zu Bodcn und«litt dadurch so schw«« Verletzungen daß er mittelst Droschke nach dem Krankenhause im Fritvr«� Hain gebracht werden mußte. Gerichts-Ieiwng. ,, t I» harter Kälte, mit d« Picke ob« der Schiws« der«starrten Faust und mtt haldeefrorenen Füßen KL rissenen Stieseln, im EiSwass« zu stehen und Schnee zu s«'�,, — ein Vergnügen ist e« nicht und wenigen Sterblichen e« darnach gelüsten. Und doch ist e« besser, al» ohne% zu hungttn und scheuen Blicks auf den Straßen an den fo., zisten vorüdeizuschleichen, die in jedem dürstig gekleideten schen einen Bettler oermuthen, alt zu wissen, daß zu F-au und Kinder fitzen, die auf den Vater warten, d? � mitbringen soll. Ja, eine böse Arbeit ist e», den UnbilA� Witterung ausgesetzt zu sein und mit leerem Magen KT jji' lotift die»ckneeslbaufel au ffibrfn unb hl»»»""V., _» ü«wfufy»wm»|v»i» i, zureicht und einen tüchtigen Schluck Schnap» nimw', wärmt und gießt Feuer in die Adern, da« giedt Kraft und man füoll nicht so, daß man hungrig ist- W% man ob«, ohne feste Nahrung genossen zu haben, irinu, wirkt der Alkohol um so schneller; und während der/ mäßige und reichliche Nahrung gewöhnte Stud'nt uvSS Mengin Line« vertragen kann, ohne mehr al« ein tr v würdige« Räuschchen" davon und nach Hause zu tragen, liö genährt und dessen 3K»6(N' � »et cnpuic tarnen, uoet ew, lustig, der betrunken in einem Elsafferflraße lag und kräftig schnarchte. der Ardeiter®., seine« Handwerk« Zeugschmied, aber und augenblicklich„städtischer Schnttschipper".% der Arbeiter, der schlecht genährt und dessen Mogl wie seine Tasche ist, schon beim geringen G«' Spirttuosm um.— Am 21. Januar d. I. mochten Schuljungen, die eben au» der Schule kamen, über einen yi (..&<*-1-— Schneehaufen, .......................... einen Schutzmann, der den Trunkenen nach der et 7 XIL Poli.eirevi«« in der Rosmthaler straße brachte,.<${ bell« ff end die Krankenveistcherung der Arbeiter vom babL�i 1683. ist es din Kassen fteigestellt. ihre Leistungen ... sie lg er wettern, daß ertränkten Familienangehörigen.. ckrztliH� dem Klantinversicherungszwang unterl egen, freie tttthZ* Behandlung, Arznei und sonstige Heilmittel gewährt aber. Aus der EnIst'hungSgeschichte jeneS Paragraphen geht .............. die Leistungen nur einem zu Gute kommen. Das ist der Generalversammlung de- troftJgiweideutig hervor, daß die Bestimmungen nicht so ge- T h l. werden dürfen, daß!' «ber d/ Mitglieder %!!?' nm'dfrAnuÄaAöttsen. welche.«» den Kassen- ®n bln o"°uf Rügen einen gemeinsamen Haushalt bilden, .Leistungen thellnehmen sollen, da somit die Familien- di»! SM derer, welch« zwar Mitglieder der Kasse, aber *2 auf Rügen ihren Wohnsitz haben, von der Veraünsti. ausgeschlossen find. Für die Voraussetzung der Kläger. W,.J?e Mitglieder der gedachten Kassen immer in dem Bezirk j!?n beschäftigt sein werden, bietet fich kein« Unterlage. 1 Line Mörderin i« byl-riolischem Zustande. Turin, ».September. Vor den htrfigen Lsstsen wurde folgender Zi.ieß virhandev, dessen Ausgang allgemein überraschte. Die " Maria Uberti hatte vor einigen Monaten mtt dem be«. wanne Rivter ein Liebeiverhättniß angeknüpft, in Folge be�?.ssch die Uberti Mutter fühlte. Das Verhältniß»wischen durch den Flatleifinn der llb..«wen Liedendm hatte indessen. stblÄ und der Brutalität ihres Liebhader» ftarT gelitten; die ttt hinten» ihren Geliebten und schloß fich einem seiner .Hachborn, einem gewesenen Karadinter, an. Als Rivier str B�keue seiner G-liebten entdeckte, mißhandelte er die sich selt.�SkrüAer Schwangerschaft Befindliche wiederholt, bis die- "euen m Entschluß fasle, ihn zu tödten. Mtt Hilfe ihre, ärilifc« jtoMen brach sie in das Gewcch Riviers ein und von Lf. gm mit einer Hacke neun schwere Hiebe, so daß Rivier Rohen" überströmt wie todt liegen blieb. Die Liebenden wurden jedoch ,...________— durch die Hiebe verstümmelt ist, wegen vorsätzlichen Mordes und WOMW. solchen Zustande, daß ste fich schon durch F'xirung eines leuchtenden Gegenstandes in huonotischen Zustand versetz?» kann. Da fich die Uderti zur Z:tt der G-waltthat auch in hochschwangerem Zustande befand, ist ihre Zurech.iungSsähigkeit entschieden abzuleugnen, denn hysierische Frauen in solchem Zustande werden leicht reizbar, zu Wulhausbrüchen geneigt und find fähla, Gewattthättgkeitm zu verüben; die Uberti sei zur Zeit des Verbrechens entschieden eine willenlose Beute von Pauxi»mu» und Halluzinationen gewesen; ihre damalige Za» rechnungsfähigkeit sei daher entschieden zu leugnen." Der Saatsanwall verfocht diesen AuSlührungen g'genüder energisch die rolllommene ZurechnungSfähigkeit und Haftbarkeit der Angeklagten und warnte die Geschworenen vor den unaus- dleidlichcn Folgen eines Freispruches. Nichttdistoweniger wurde die Uberti sowohl als ihr Komplize einstimmig steige- sprochm._ Vereine und Versammlungen« Eine allgemeine Bötleyergesellen-Versammlung fand am 7. d. Mt». statt mit der Tagesordnung: 1. Besprechung über den UnterstützungSoerein. 2. Beiheiligen wir uns an der Generaloersammlung oder nicht?— Der Vorfitzende erläuterte zunächst die Jnieressen und Zwecke des Vereins und stellte denselben alS für jeden denkenden Böttchergesellen unumgäng- lich nothwendig und nützlich dar. Er sprach fich für Bethel. Itgung an der Generalversammlung aus, indem er darauf hin- wies, daß auch die Meister Kongresse abhalten, welche von vielen deutschen Städten beschickt würden. Auch die G sellen müßten von diesem Rechte Gebrauch machen, zumal die Meister weniger an Beseitigung der Konkurrenz und anderer Uedel dächten. Ihr Hauptaugenmerk(siehe Tischler Kongreß) sei auf Reduzirunz der Löhne, Einführung odligalo lischer Arbeitsbücher, Schließung der Fachvereine ic. geachtet. Um diesem nun etwas entgegenzusteuern, sei eS vor allem vöthig, daß fich die Gesellin von allen ihnen vielfach noch anhaftenden Zunft- klauseln abwenden und sich dafür ein Jnpttut schassen, welches ihnen bei Unglücksfällen und sonstigen Bedrängnissen Unter- stützung gewährt und fie von der Abhängigkeit von den Arbeitgebern befrett; ein solches Institut sei der Retseunterfiütz angsverein. Um nun aber etwas nützliches und vollkommene» zu haben sei eS nöthig ge, worden, eine Statutenänderung vorzunehmen, welche am 12, 13.Eund 14. d. M. in Gera vorgenommen werden soll. Die Filiale Berlin sei nicht verboten, sondern nur seitens des Polizeipräfidtums eine Etatutenänderuna verlangt worden; da aber die hiesigen Mitglieder eine solche seldstständig nicht vor- nehmen tonnten, halten fie der Mitgliedschaft freiwillig ent- sagt. In der Diskussion sprachm stch alle Redner für Be- schlckung der Generalversammlung au». Ein Antrag. 2 Dele- Sirte zu entsenden, wurde angenommen.— Zur Deckung der Inkosten soll jeder Löttchergeselle Berlins mtt einen Beitrag von 25 Pf. fich betheiligen, der event. Ueberschuß soll für be- dürftige Kollegen verwandt werden. Außerdem wurde noch aufgefordert zu lebhafter Betheiligung an der Matinee, welche für hilfsbedürftige Kollegen arrangirt wird. Dieselbe findet am 26. d. M. strtt. Alles Nähere wird noch bekannt gemacht. — Die 25 Pf. Reisediäten können an den KrankenkafiemZahl« strllen abgegeben, sowie daselbst Programme zur Matinee ent- gegen genommen werden. Fachverein der Metallschraubt«', Fassondreher und verufsittnosse« Berlins. Sonntag, den 12. Scptember, Voimtltag» lOjj Uhr, Alexanderstr. 31, bei tzrrrn Weick: Glneralverfammlung. Tagesordnung: 1. Wahl eines zweiten Schriftführ-rs. 2. Antrag Horn(Aufhebung der Drriehns» fasse). 3. Antrag Hecht, ErgänzungSwahl der Bibliothel Kam- Mission. 4. Sind die Mitglieder gewillt, auf Grund der Ver- eindarung zwischen Arbeitgeber und Ardeiinebmer ein Arbeits- nachweii-Bureau inS Leben zu rufen? 5. Verünkangelegen- heit. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Fachverei« der Werkzeugmacher Berlivs. Sonntag, den 12. v. M.. Vormittag« 10% Uhr. Köpnickerstr. 158. Versammlung. Tagesordnung: Vertagung der Vereinsversamm- tungen und Verschiedenes. In der freireliatöse« Gemeinde spricht am Sonntag, Vormittags 10 Uhr, Rosenthalerstr. 38, Herr Schäfer über: „Die Wurzeln der Seele". Zutrift steht Jedem frei. Verband der MöbelHolirer Berlins und Umgegend. Morgen, Sonntaa, große Herrenpartie mit Musik nach Köpnlck. Abfahrt vom Bahnhof Alexanderplatz früh 6 Uhr 53 Minuten, vom Schlestschen Bahnhof um 7 Uhr. Zum Frühstück wird Freibier gewährt. Nachzügler werden um 10 Uhr im Schützenhause zu Köpnlck erwartet. Alle musikalischen Kollegen werden gebeten, ihre Instrument« mitzubringen. Fachveret« der Rohrleger Berlin?. Versammlung Sonntag, den 12. September., Vormittags 10'/, Uhr, in Ech Versammlung. Tagesordnung: Verelnlangelegmheiten. Fachveret« der Tischler. Sonntag, den 12. September, AuSflug mit Damen nach Finkenkrug. Abfahrt 9 Uhr 40 Minuten vom Lrhrter Bahnhof.— Die Zahlstellen de» Vereins befinden sich: 1. Blumcnflraße 56 auf der Tischlerherberge. 2. Skalitzerfir. 107 bei Kuntzmann. 3 Belleallianceplatz 6 bei Hilscher. 4. ZionSlirchplatz 11 bei Hohn. 5. Müller- straße 184 bei Häring. 6. Gneisenau- und Solms ftraßen- Scke bei Lindenborn und 7. Steglitzerstr. 91 bei GürgenS. Da ielbst werden jeden Sonnabend von 6% bis 10 Uhr AbendS Betträge von den Mttgliedern in Empfang genom- men und neue VeretnSmitglieder aufgenommen. Der Bei- trag beträgt monatlich 40 Pf. Die Mitglieder, welche noch BilletS von Sommerfeft in Händen haben, werden ersucht, die- selben an He:m Kanowade, Admiralstr. 38, Hof links IV., �Fachverew sämmtlicher im Drechslergewerk be« schSfttgteu Arbeiter Berlins. Sonntag, den 12. Septbr, Hrrrenpartie nach Osdorf. Treffpunkt Anhalter Bahnhof, früh präiise 8 Uhr. Für Nachzügler VersammlungSzett Nachmittag? 2 Usr Anhalter Bahnhof. Ziel: Gr.. Lichterfelde, Bahnhof- straße 5. Rctourbillet 30 Pf. Kranken- und SterbeuuterstütznngSkasse de« Vereins sämmilicher Beruf» klaffen(E. Hilftk.). Heute, Sminabend, Versammlung bei Löskow. P-inzenstiaße 79. Daselbst werden neue Mi'glieder aufgenommen, ebenso beim Kasfirer Schumacher. �Fachverein der Luxosvapier- Präger und Pavter. schläaer. Der Vorstand macht bekannt, daß die in«usstcht iZUZMZVLs. zu finden. Die Gesangvereine„Ordheus"«nd„Berti« erMäuuer« qnartett"(ehemals Schulken'scker V-rein) veranstalten am Sonntag, den 12. September, NachmittazS 5 Uhr, im Saale de« Böhmischen Brauhaus«», Landiberger-Allee 11—13, ein Vokal« und Jnstrumental-Konzert. Billet» find vorher& 30 Pf. in den mit Plalaten belegten Handlungen, sowie Schmtdstr. 14 pari, bei Ernst zu haben. Kassenpreis 50 Pf. Dänischer verein„Freya". Versammlung jedm Sonn« abend, 9 Uhr, Rosenthaleistr. 39. Dänische Blätter find vor» Händen. * Verein der Württemberger. Jeden Sonnab:nd Versammlung beim Landsmann Vaihinger, Dorotheenstr. 84. Verein der Taubeufr euvde. Jeden Sonnabend Abend» S'/, Uhr, Sitzung im Restaurant Kleemann. Laufitzerstraße 41. Gesangverein„Harmonia". Jeden Sonnabend, Abends 8 Uhr, UebungSstunde im Restaurant. Alte Jalobstr. 38. Gesangverew„Sängerlust". Pallisadenstraße 9. Jeden Sonnabend Abend 9 Uhr UebungSstunde. Vermischtes. Morphwomante in Part». In einem intereffanten Feuilliton deS„Budap. Taa-bl." über„moderne Krankheiten" erzählt der Verfasser Graf NilolauS Bethlen:„Graf B. wohnt in Paris, aber einige Monate im Sommer weilt er in Ungarn; er erzählte mir unlängst über die Morphinomanie der Pariser Frauen folgendes: ES ist kein Geheimniß, daß zahlreiche Pariser Damm stets eine kleine elfenbeinerne Spritze mit fich tragen; in diesem„zierlichen Bijou" ist Morphium enthalien, und man kann oft bemerken, wie die Damen ganz ungenirt bei jeder Gelegmheit daS kleine Bijou ergreifen und fich mtt diesem einen Stich in den Arm versetzen. Aver bald genügen diese steinen Stiche nicht mehr, um die Nerven der Morphium Damen zu animiren; die Dosts ist zu stein. Nun heißt e», die in neuester Zeit etablirten Worphium-Jnstitule aufzusuchen, wo die alten Fraum unter den Namen:„leg morphineuseg" ihr Handwerk treiben und den Damm die Stiche nach allen Regeln der Kunst in Arm und Brust versetzen. Unlängst bat mich eine bekannte Dame, fie in eine dieser geheimen Anstallen zu begleiten; ich fügte mich ihrem Willen und sah dort haarsträubende Dinge. Wir fudrm in ein entlegenes Ouaitier, an der Ecke einer finsteren Gaffe ließ die Dame den Wagen halten; wir stiegen aus und gingen zu Fuß weiter. Nach bei« läufig zehn Minuten erreichten wir ein einsam gelegenes Haus. Nach längerem Läuten wurd n wir eingelassen, aber unter dim Thore mußte die Dame i�re SmpfehlungSkarte vor« zeigen. Endlich wurde uns da» Appartement de«„Morphi» Neuses" geöffnet. Wir pasfirten einen langen, schmalen Gang und traten dann in ein gioßrs Zimmer ein. In dir Mite desselben stand ein großer eiserner O.'m, dessen röthliche Gluth die einzige Beleuchtung diB Gemaches bildete. Um die Mauer ringsherum standen gepolsterte Bänke; ich erblickte auf dm« selben mehrere Frauen fitzend oder liegend; fie boten einen ad« stoßenden Anblick dar. Ihre Augen warm trübe, ihre Ge« stch'Sfarbe fahl und blutleer; fie sahen einander an, ohne zu lächeln, sozusagen gedankenlos, und machten dabei zuckende Bewegungen, die ich mir nicht er« klärm konnte; die eine halte eine erloschene Zigarrette im Munde und bewegte die nackten Arme in der Luft; die andere lispelte unverständliche Worte vor fich hin und schrie dann und wann so laut auf, daß mir das Blut in den Adern stockte. Eine reichgekleidet« Blondine batle den oberen Theil ihres KleideS ganz offen und preßte ihre Hände an ihre weiße, obgr- magerte Brust. Plötzlich öffnete fich eine Seitenthür; es strömte hellrs Licht vom Nebenzimmer in das unheimliche Gemach, ein wunderschönes Weib etlle in leichten Sprüngen durch das Zimmer- Ihre Lippen waren purpurroth, ihre Augen blitzten und glänzten....„Tuch ich werde in einigen Minuten so schön sein," flüsterte mir meine Dame ins Ohr und ziitette vor Ua- &eduld. Alle Frauen erhobm fich und stürzten wie Furien i zur Schwelle des Nebenzimmers; dort erschien ein alteS Weib mit einer Lampe in der Hand; fi? war in einen alten indischen Shawl elnä'hallt und blickte mtt Wohlgefallen dem forteilenden schönen Weibe nach..Mich! mich I" schrirn die Frauen und stießen einander zur Seite. Endlich nahm die Alte eine d-r Frauen bei der Hand und führte fie inS Neben- zimmer. AlB st? die Thüre schloß, hörte ich noch rufen* „Wenigstens drei Stiche. Frau Clara, wenigstens drei Stiche in Arm und Brust." Ermordung eines Postexpeditors. Au« Bruneck im Pusterthal wird unterm 4. d. M. berichtet:„Heute Nacht ist hier lin Mord verübt worden, der die Beoöllerung in nicht geringe Aufregung versetzt. Ein gewisser Polorny, gewesener Schreiber bei einem hiefigen Adoolaten, begab fi» gestern um 8 Uhr AbendS mit dem ihm befreundeten Post-xp-diior Steiner in ein GafthauS, woselbst fie zusammrn btS 10 Uhr Abends zechten. Pokoinp überredete seinen Freund, welcher etwaS angeheitert war, mit ihm nach Lorenzo, einem ungefähr eine halbe Stunde von hier entfernten Dorfe, zu gehen. Auf dem W-ge dahin feuerte Pokorny plötzlich auf Steiner einen Sckuß ab und schlug ihn, da er annahm, daß Steiner WSPSWsZ der Schlüssel zum Postamte und warf dt« Leiche in ein; für diefm Zweck hinter einem großen Gebüsch schon früher vor- bereit« te Grube. Nachdem der Mörder das Grab jorgfättia verschütttt hatte, kehrte er hierher zu-.ück, schlich fich in de« Postamt, sperrte das Bureau aus und entwinde e drei Geldbeutel, welche für die Frühpost vorbereitet waren. In denselben befand fich ein Betrag von 1473 fl. Da der Mörder da» Postamt wieder zu'pirrte und der Posterpeottor um 8 Uhr in demselben nicht erschien. so war man Anfangs der M«tnung, daß HI«r eine Defraudation verübt worden. Um weidete fich b-im Postmeister ein Bauir, welcher«- »ahlte, daß er in der Nahe von Lorenzo einen blutb-fl Stcn s 0%%% neten®telle und fand die gesuchten Blu! spuren. Na» eint- gen Minuten stieß er hinter dem früher bezeichneten Gebüsch auf frisch aufgeworfene Erde. AlS er hier kaum zwei M'uKIM«.!" SÄ AUir stattete von dem Vorfalle der Behörde dt- Anzeige. In Folge derselben begab stch sofort eine gerichtliche Kommission zur Aufnahme des Thaibefiandes an Ort und Stelle, wo im Beisein derselben der Leichnam balv wieder ausgegraben wurde. Mittlerweile war auch ermittelt worden, mit wem der Er- mordete zuletzt gesehen war; der Verdacht lenkte stch sofort auf ÄS ÄÄÄÄ lommin, 14 000 Personen haben persönlich vorge, prochen und WMSWK M»n$aiyU' a,eI�e8 öft Redakteur mir ange- SUMUD ffiutjtl dt« ulmenblSttrixln Epit'.fllcrchei(Spirae* nJmana L.) dn c«jüßl;4»l Mittel gegen die Totlaulh ist, weit dieield« ein« hochgradige Echweißadsonderung b-wktt. Gleichttilig wurde der Wrinsch autgesprochen, daß man in größerem Maß Sab« mit diesem Heilmittel Bersr-che anstelle. 30« der„Pet. ist.* nunmebr erfährt, ist in der Nähe von St. Peter! durg ein kleine« Märchen, welche« von einem tollen Hemde gediffen war, in dieser Weis« behandelt worden. Man gab ihm näm« iich dreimal täglich 1 Gla« vom Delokt der Bünde(soll wohl heißen Wurzel) dieser Pflanre zu Irinken, und da« Kind ist biiher vollständig gesund geblieben." Im Manöoeraefecht wurde bei Müncheberg ein Soldat von einer Patronerhülse in die Seite getroffen und schwer verletzt. Gegenwärtig befindet er fich im Lazareth zu Färsten» walde._ Kleine Mttcheslnngen. Halle a. 9. September. AuS zuverlässtger Quelle will dl«„Magdb. Ztg." erfahren baden, daß die Schuld an dem gemeldeten Eisenbahnunglück d.-m dienstthuenden Inspektion«- asststenten auf dem Ranoirbahnhof am Strintbor»uzuschreiden ist, welcher fälschlicher Weise das Einfahren de« Hllberstädter Zuge« gestaltet haben soll. Der Vorfall beweist übrigen« wieder, daß e« höchste Zeit ist, daß der Umbau unsere« Lahn« Hofe« zu Stande kommt. Spremberg, 7. September. Ein unheimlicher �und wmde hier in Nbsenkgruben, in der Nähe de« alten SchloffeS, welches jetzt al« LmtigerichtSgebäud« benutzt wird, gemacht. Man fand die Kleider eines Mannet und zwar in einem Zustande, der den Gedanken an ein aebeimnißvolle« und graufiget Verbrechen nahe legte. Ein eingeschlagener Cyllnderhut, ein Frack, eine Weste, ein Paar Beinkleider, ein Vorhemd, ein Hemd und ein Taschentuch waren zu einem Bünd l vereinigt. Die Sachen waren all« mehr oder weniger von Meffeistichen durchlöchert, zum Theil zeruffen und voller Bluifl cke. Besonder« auffällig erscheint e«, daß au« Taschentuch und Hemde diejenigen Stellen heraukgeschnstten find, die gewöhnlich den eingestickten Namen tragen. Da in der Stadt Niemand vermißt wird, so scheint die Bermuthung. ein Fremdcr sei da« Opfer ein, S Raubanfall« geworden, am glaublichsten. Bt« j-tzt ist trrtz eifrigen Suchen« weder eine Spur von einer Leiche, noch sonst irgend«in An« hallSvuntt gefunden mo d n. Lübeck, 9. September.(Ein Athleten-Kongreß.) Nicht« Sertngrre« al« ein— Athleten-Konareß wird hier am 26 September stattfinden, zu welchem einige Hundert der„stärksten Leute" Norddeutschland» bereit« ihr Erscheinen in BuSficht gestellt haben, darunter au« Berlin, Hamburg, Bremen allein etwa 120 Mann. Der Kongreß findet im Viktoria- Theater- Elabliffement statt; die Einladungen gehen von dem hufigen seit etwa zwei Jahren bestehenden Slhleten'Kiub„Luken" au«, wilch:r eine Anzahl Silber. Preis« für die besten Kraftlristungen ausgesetzt hat. Wie e« heißt, soll dabei auch ein„Meister schasitpreii" für Deutschland verheilt werden. AI« der stärkst« Mann gilt setzt allgemein der Gastwirth Ka'l Abs in Hamburg, in deffen Lokal«wer der dortigen drei Athleten« klub« seine Versammlungen abhält. München. 7. September. Die beiden Ebemäener der beim Etfendahnungtück dci Pastng verunglückten Frauen, Wein» datier lind Schmid, werden einen Prozeß gegen den Bahn« fitku« anstrengen auf eine Entschädigung von je 6000 Mark; ff« begründen ihre Forderung dc mit, doß vorschristtwäß'g ein Aufseher für ein« au« drei Frauen bestehende Partie Arbeiter, wenn selbe isolirt arbeiten, aufzustellen ist. Diese Vorschrift war im gegebenen Fall« nicht eingehalten, obwohl S Personen thätig waren. New- Kork, 4. September. Sin« von ungarischen Ar« beitern bewohnte Hütte unweit WilliamSport, am rördlichen Zweige de- Pennlylvanischen Eisendahn, wurde in frevel« daftcr Weise in Brand gesteckt. Sämmtliche 9 Insassen verbrannten. London, 7. September. Uebcr den Wolkenbruch, der am Sonnabend über Swansea hereinbrach und einen Tbeil der Stadt, da« am Fuße de« Kilvey Hill liegende Quartier Frxhole, zerßörte, lügen heute in der„Köln. Ztg." voUständigere Nach. richten vor. Da« Regenwaffer strömte an verschiedenen Stellen de« atschüsfigen AbHange« hinunter und riß da« Erdreich und ftelsentlötze im Gewicht von 8000 Tonnen mit fich in die Tiefe. De« Erdreich wurde von der Gewalt de« Regen« in dü unten« stehenden Häuser getrieben und wieder hinausgestoßen. Zwei Kinder wurden dergestallt au« einem Zimmer gewaschen und von dem Eidstrom abwärt« gewälzt. Ein Mann suchte ste zu retten, wurde aber von dem Strome einige hundert Fuß weiter gerifien und rettete sein Leben dadurch, daß er fij an einem Lampenpfosten anklammerte. Die zwei Kinder wurden in ihrem Falle durch einen Felsen, der im Wege stand, aufgehalten und ebenfall« gerettet. Ein« Fischersfrau, die an der Hinterthüre stand, wurde von der Schutt.Lawine ergriffen, durch den Korridor in die Vsrderstube gestoßen und dort in einer Eck« eingerammt. Al« der Wafiersturz fein Zerstörung«»»! vollbracht hatte, fanden die Leute, welche durch Schreien herbeigelockt wurden, die Frau ausrecht in der Ecke de« Zimmer«, biS zum Halt mit Skt utt und Erdreich bedeckt, so daß e« einer halbstündigen Ar« beit mit Schaufeln und Hacken bedurfte, um st« au« ihrer un- bequemen Lage zu befreien. Etwa 50 Häuser wurden aufähn« liche W-ise heimgesucht, und da« Erdgeschoß mit Schutt und Felsen bi« zur Decke gefüllt. Tie Bewohner, meist arm« Leute, find um ihr Alle« gekommen. Ketzte Kschrichte«. Chi«« und die dentsche Industrie. Marqui« Tseng sagte in Pari« einem Besucher, dem er den ihm in D-utich. land bereiteten Smp'ang rühmte, er habe mit den deutschen Stoa'Smännern hauptsächlich über die Errichtung einer dinkien Uederland Telegraphenlinie Prking-Berlin und über chtrefische EisendahirpISne gesprochen. Ja Stettin habe er eine Korvette, in Elbing zahlreiche Torpedoboote bestellt. Alrxander von Bulgarien traf Donnerstag Abend in W i e n ein. An dem Empfange dort bethelligte fich keine osfizielle Persönlichkeit. General Lehne, der erschienen war, kam al« Freund und im Auttragt de« Prinzen Alexander o. H-ff-n. von cem er dem Fürsten Depeschen überbrachte. Der EmhufiaSmu« de« Publikums, da« den Fürsten begrüßte, war s» stürmisch, daß derselbe mitunter au« dem Gedränge nicht herouszulonmen vermochte. Za einer Rede ließ sich de: Fürst hier nicht de wegen. In Preßburg sagte er zu der ihn begrüßenden Menge, e« thu« seinem schwerverwrindeten Herzen wohl, die Stzvpr, thten Suropa« auf feiner Srtte zu wiffen. Auf der Fahrt nal Pest äußerte fich der Fürst dem General Klapla gegenüb« über feine Situation, wie folgt: Bleich nach feiner Anluvst b> Philippop.l habe ervondendrei Nordmächten messene Aufforderung erhalten, in kemem Frlu irgend ein TodeSurtheil zu fällen. Dadurch fei ihm die MSz- lichleit benommen gewesen, selbst gegen die RäSelSführer strafende Hand der Gerechtigkeit«alten zu laffen. Ohne®'' rechtigkeit, ohne Achtung vor dm Gesttzm s:i aber keine 91* gierung möglich. Da« bulgarische Volk sei wohl ein 1* gute«, aber apathisch und jedem Einfluß zugänglich, für lonsti- tutwnelle Zustände sei es nicht reif. Aas Spremberg. Die gelegentlich der Spremderz« „Unruhen", deren Folge die Verhängung de« kleinen Belaz* rungkzustande« war, v-rhastetm 19„Sozialdemokiaten" fit? noch immer in Untersuchunz»hast. Zahlreiche andere, Grundbesitz haben und darum weniger fluchtverdächtig neu, find vorläufig auf freien Fuß gesetzt worden. AnzekleS- find ungefähr 50 P rsonm. Zur Führung der Vorunun suchung weilten ein RegütUngSoertceter und ein Landgerilbl»» rath wochenlang in dm Mauern Spremberg«. So mri» wenigsten« die„Post".___ Briefkasten der Redaktion. K. M. 3G00. 2 heilen Sie dem hiesigen AmtSger-Sil Abthl. für VormundschastSsacheo, mit, daß Sie fich wieder? verhetrathen gedenken, und deantragen Sie, zum Zwecke* Auseinandersetzung mit Ihren Kindern diesm einen PflegeeP bestimmen. Sie können auch für diese« Amt«ine bestteis* geeignete Persönlichkeit in Votschlag bringen. Aus Ihr« teren Fragen erhalten Sie beim StandeSamt Auskanst. � G Ä. Gitschtnerstr. ES kommt darauf an, wo* 5 Ihrem Kontrakt über da« Halten von Schlafburschen befWf ist. Ist Ihnen die« allgemein gestattet, so lann der Wstlh"* Beseitigung eine« bestimmten Schlafburschen nur dann � langen, wenn dieser gegen die konti ältlich flstgesetzte W ortr.urg verstoßen hat. Ist dagegen im Kontrakte die ö* lässtgkei! der Aufnahme von Schl-sburschen von der Geneh� gunz de« Wntbe« abhängig gemacht, so kann die einmal � mündlich erthiilte Genehmiaunz jederzeit zurückzezozen wir� und Sie wü dm dem Wirthe«inen ExnisfiontgrunV wenn Sie dm Sch'afdurschm trotzdem behalten. O. S- Sie müssen Ihr Kind vor Ablauf de« auf lf! Geburltjahr folgenden Kalenderjahr.« impfen laffm, wenn ff nach ärztlichem Zeueniß die Jmp'ung eine Gefahr für d«? Lebrn oder Gesund hei! besürchten läßt. Das ärztliche AtJ in welchem«ine solche Gefahr bescheinigt wird, muffen Sie? Jmpfarztr Jh-ei Bezirk» vorlegen, welcher darauf seine s merkungen setzt. Auf amtliche« Erfordern müffen SU diese« Attest der Behörde vorlegen. Wenn sie diese VoiWU nicht befolgen, können Sie mit Geldstrafe oder Hast üF rverd'N. W Ä Natürlich find die Reisegelder R-iseunierstü... an Slretkend« und an Durchziehende. Wir kommen»ula, Sache zurück.— Die zwette Frage laßt fich an diesem 1 nicht beantworten. Nr. Theater. Sonnabend, den 11. September. vtzernhau«. Der schwarz Domino. Schemspleihau«. Sin Sommtrnachtil'aum. Dänische« Theater. Zopf und Schwert. «toll'« Theater. Unvtne. Srtedrtch.SSithelmftädttscke» Theater. Die schöne Galalhee. Zehn Mädchen und kein Mann. Flotte Bmiche. Wallner-Theater. Sin Blitzmädel. Ateile'Alltanee- Theater. Da« Paradies. OLeud« Theater. Donati Morlay. Sittarta- Theater. Amor. Tanz- Poem von Sntoi Msnzotti. l�alhalla-Theater. Zum 4. Male: Gräfin Duvarrq. Srfidenz-Zheater. Di« Danischeff«. Lentrat-Theater. Alte Jakodstr. 30. Direkt.. Adolph Emst. Der Wald-Teusel. Gesang«- «ff« in 4 Altm von W. Matrnstädt. Kouplet« von G. Görß. Musti von B. Steffen». Mit neuen Dekorationen und Kostümen. (Rovität!) fianiotdia• Theater. SpezialttLtm« Vor« tUUuna. Kaufen ann'« Bartet«. Spezialitäten. Vor- Ballung. «»eriean« Theater. Spezialitäten« Vorstellung. SUtchshallen• Theater. Spezialitäten. Vor« ftellrmg. Kden>Theater. l Früher JLealsenatadtisrhea Theater.) DreSdmerstraße 72/73. 9m füüftstt fflaaa des ißegimeats. Liederspiel in 1 Akt von R. Linderer. Mufik von Tbiele. Au'treten der bedeutendsten MSnstlar-KpezialitSten der Jetztzeit. Anfang V/t Uhr. Vaffag« 1 Tr. S M.- 10 A. »mlaer Pamermmm. Nur diese Wocher Eine Wanderung durch Rußland— Polen. Entree 20 Pf. Kinder nur 10 Pf. 4. Stiftungsfest de« Slamiarlieiier-fereiiis za Berlin z«mabknd, den 11. SepfemBec 1886, ün dfcblifement„Sansfoaci", Kouduserstraße 4». n"f».wn Sf- mm ttemarstraße 61, zu haben. L410 «öarantwortlich für dm politischen Thetl und Sozlair» Die Beirdigung de« Ztmmergrsellm Ailiert ginUibttctv siadet Sonntag 'Rachmittag 4 Uär von der Leichenhalle de« neuen J-itodt. Kirchhofe« au« statt. f545 tSrwertschast der Metalla» heiter Berlin« nnd Umaegen».[648 Dstttglieder-Nersammlnng sämmtl. Metall arveUer am Eonvtao. den 12. Septbr., Vorm. 10'/, Uhr. im Weddinoprrle. Müllerstr. 178. T.-O-: 1. Vortrug über da« Unfalloerstcherung«. ges.tz R:f. Hr. Krohm. 2. Dittusston. 3 Vrr. schtedene« und Frazekasten. Neue Mitglieder w-rdm aufgenommen. E« ist Pflicht eine« jeden Mttallard., in dieser Versamml. zu erscheinen. Die Genehmigung ist ertheilt. Der Vorstand. Oeffantlicha Versammlung der Listcnsabrikante« und Kisten- arbeiter Lerlms Sonnabend, den 11. Septbr., Abend« 8'/, Übt, in veichmSller's Salon, Alte Jakobftr. 48a. _.J- 0.: JÖtfchlußfatfunfl übte die Lohnfrage. __ D ie Tartf-Kommisston. Verein znr Wahmng der Interessen der Lacktrer alter Kranchen Verfammlnng Montag, om 13. September, Abend« 8'/, Uhr, in PUft'o großem S'.al, Kommandantmstr. 71/72. T. O.: Inner« Vrr« einSangelegenhelten, VersStedme« und Frage« tasten. MUgliediduch legitimiit. Gäste, von Mitgliedern eingeführt, haben Zutritt. Der unmtgeltliche Arüettsnachwei» befindet fich Kreslanerstrage 27.|650 Ick empfehle allm Freundm und Belanntm mein Schuhwaareugeschäft. Auswahl von Kerren-» Va«eu- n> Kinderstiefeln. Bestellungen nach Maß» sowie Re- paraturm schnell, sauber und billig.[468 WUh. Kröger, Laufitzerplatz S. Zimmer für Klub» u. Vereine Adalbertfiraße 4. Geschasts-Eröffnung. Am beutizm Tage eröffne ich Ktzaiitzer- straff« 117 ein Schuhwaaren-Geschäft. G oß« Auswahl in Kerrrn-, Damen nnd Kinderstiefeln. Bestillungen nach Muß, sowie Reparaturen in kurzer Zeit. Einer werthen Nachtaischast sowie allm Freunden halte mich bei Bedarfifallen auf« beste emplohlen.|554 Wilhelm Paphe, Ekaiitzerftraße 117. Reelle Bedienung. Bill ß« Preise. JläÜtioa- Llkakkaiensilimverkallf. 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