Ihr. 215. Mittwoch, im 15, S-xttmber 188«. UI. Iahrz. crliinWdsblx» Brgan für die Interessen der Arbeiter. Da«.Berliner Bolkstlatt- det-Sgi für Vit 4 Sei gröirrrn»u Ziachsittag» in bct Insertion«gebühr ....... st deren Raum 40 Pf.»rbetttmarv 10 EfeWgf. nach Uebeteinlunft Inserate werden br» 4 Lh, 40 Pf.«rbetttmar« 10 unft Inserate werden l . Berlin 8W, Zimmerstraße 44. sowie von allen XmnMKwo surtaut, ohne SrhShun« de« Preise«, angenommen. Kedaktio» i Keuchst»»«» Ü.—«»prttti»»: Ziwwerstraste 44. Iifm Zchissti- Mi Glschmrwtil- 1 � Der i» Wiesbaden ßch«it der Frage Mawrenengerichte zmchle. tagevde 18..Deutsch« Znristentag" beschäftigt, ob die Schöffen» und für die Rechtsprechung bewährt N »» davon ab, un« in die Jnaänge der dort zu vertieft« ui und wolle« Wir sehen »gen»« juristischen Deduktion««. nicht dem Redner, welcher eine».Befähigungsnachweis" . de» Schöffen und Teschworenen verlangte, die Eng» Mrzigkeit seiner«uffrssnng»och besonder««achweisen, son. «r« wir wolle» da« hochwichtige Thema einmal vom Standpunkt der allgemeine« Volksinteresse» au» beleuchte». Sowie wir unleugbar«in« Klassengesetzgebung *&««— den» die große Majorität de« Volke« »««« bei der herrschende» wirthkchafilichea Roth und politisch«» Unfreiheit, bei de« Wahlbeeinfloffunge«, unter w«*» alle nur irgendwie wirthschaftlich und politisch ab« zängize» Bolksklaffe» leide», bei der Diätenlofigkeit der nbztordnete», bei de» große« Mängel», welche de« Wahl» anhaften u. s. w. kau» an de» Wahle», geschweige «in» an der Tesetzgebung theilaehme»— genau so haben »ltei-elklassenrechtsprechung, soweit die Schöffen» "»d Geschworenengerichte in Frage komme». . Der groß« und schöne Gedanke, welcher der Recht» wrechung durch da« Volk zu Grund« liegt, wird zu einer Karci, d*»»«u [49 «ei,)»«,, aut htr befitzende« Klaffe» zur Rechtsprechung ö, 31**»«kc», neun jenen Millionen, durch deren Ar» ?st>» Befitz und Einkommen fangen, die ", wie fie durch werden, spreche« usammensktzuvg der» «» detheiligt»erden und die Rechtsprechung darf nicht **'" fiV ei» Privilegium der Befitzende» sei«. _.««»diese« Standpunkt au« find«»« die Berathunge« «» Resolutionen de« 18. Zuristenlage« ziemlich gleichgiltig, « wögen dieselbe» Beachtung finde« od« nicht, der «wstcht find, beß e« erst ganz ander« zusammengesetzt« Par« ««tent« bedarf, eh« da».ganz« Volk' auch in dies« Frage * sei»«« Rcchte kommt. Rur durch direkt« Wahl d« Schöffen und Geschworeue« »»d voll« Entschädigung fü» Ztitv«l«st wird e« möglich ff», Mänu« für dies« vtrllunge» zu finde», die«eben dem 5«rane« auch die Fähigkeit besttze», Uriheil, zu fälle», welch« 2* RechUbewußtsei» de» Volke« entspreche«, Mäan«, ��e�tan�fin����eöt�����u���ge' IeuMeton. gfurm im Knude. Roman von Ewald«uguft König. Schimmel war allein daheim und bereit« mit seinem 4% Mitiaa, ffen beschäftigt. »Vo ist Gketch,«?- fragte Hugo bestürzt. ijjf 4*2* wiama, ______________________>> JWchaU hat auch schon einen Nim» an ihr gefressen, fi« %2# von allen verhätschelt, und früh« wollte niemavd etwa« > ihr wisse».' �»Und vir«üffe» hin allein speise«? Komme« Sie .Danke schön, glaube» Sie wirklich, Zh,e Mama sei .»»höflich gewesen, Gretch«» allein einzuladen? Bewahre, mitkomme», ab« aal verschiede««« Gründen mußte '•»blehueu. Ersten« war hi« da« Esse» für heute Mittag 1«»f dem Feuer, zweiten« war ich zu bequem, Toilette 4«*, dritten« würbe ich die Gesellschaft nur gestört *»h s» weit«.' •B»H Mama war selbst hier?" «Persönlich, und fie ruhte nicht, bi» Gleichen mitging.' »»��we.will ich auch wird« gehe», ich habe«in« ange» »Uh Cr" ist heute Vormittag entlasse« worden, � bin in Mn« Stelle gnückt.' k»1 ist mir«in« große Freud« l" rief d« alte «Da«ratulire ich! Rur nicht übnmüthig 2h»e» wollte ich auch ein« Mittheilurg »w fich Äl"%» auf die Thür« zugkschrittea bei alle» et». D« Äte v«biffe»e Rentner i z« nufewnr..Bmon Bnga« war haben. Die Klage« und Einwenbunge« auf dem Zuristentage hätte» fich daher gegen die heutig« Zusammensetzung dieser Gericht« nicht gegen die Zdee, die>h«en zu Grnnde liegt, richte» solle«, man hätte, der Wahrheit die Ehre gebend, kovstatiren sollen, daß auch auf diesem Gebiet eine Thätigs de« gesammien Volke« allein«* ist, welche wirklich au leiste« kann und daß die Gefahr nahe liegt, bei ErH> keit ,, nahe liegt, bei Erhaltung de« jetzigen Zustande««ine Rechtsprechung zu«ziele», welche, im Widerspruch mit d« Volktseel« stehend, da« Aasehe« dn ganze» Zastiiulioa schädigt und u«t«grSbt. Zn diesem Sinne müßte fich der Reichstag mit d« Reform der Schwurgerichte beschäftige« und wir find üb«» zeugt, daß eine cverg'sche und planvolle Atndernng der Zu» fammensetzung der Echwurgnichte sehr bald da« gesunken« Ansehe» derselbe« hebe» würde. Wen« aber die Schwurgerichte wirklich«st einmal Volk«g«ichte sind, wenn an ihrer Thätigkeit alle Volk«, klaffe«, nicht nnr die Wohlhabende«, sonder« auch die Ar» beitir und die kleine» Leute, iheilnehmen, wenn so die Garantie gegeben ist, daß die.vor xopuli"«irklich zur Geltung kommt, dann ist e# auch»öthig, die Rechte der Geschworene»«heblich zu«weiter«. Man muß dann die Gtschworene» nicht nur üb« die Schuldfrage entscheide» laffea, soadera man muß auch die Entscheiduvg über da» Srrafmvß in ihre Hände legen. Bei d« heutige« Zusammensetzung d« Geschworenen» gerichte, welch«, wie wir oben nachgewiesen, NM befitzenden Klasse« erfolgt, ist t« UN« allerdings lich bei Sigenthum«» und politische« Strafsachen— imm« noch lieb«, daß der T«ichtshof die Höhe de« Straf maße« bestimmt, weil dabei doch größ«e Garantie» gegen den Einfluß d« wirthschaftlich«» Stellung und d« polt tische» Anficht de« Geschworene« gegeben find, al« wen» soziale und politische Gegn« de» Angeklagte«, al« wen» eine ganz bestimmte Klaffe der Gesellschaft e» in d« Hand hat, zu bestimmen, auf wie lange Zeit d« ihrem Spruch Unterworfene unschädlich gemacht««den soll. Prinzipiell ob« müssen wir fordern, daß bei richtig«, alle Bürg« an b« Rcchtsprechung betheiligender Organi» salio» der Schwurgericht« die Teschworeue» al«»«tret« der in ihre« Z»t«»ssen verletzte» Gesellschaft auch darüb« befinden müsse», mit welchtt Sühne da» Verbrechen zu de» lege» ist. Dan« erst kann von ein« wirkliche» Recht. sprechung durch da« Volk die Red« sein, dann«st kann da« ««letzte Rechtsbewußisei« de« Volke« beftiedigt werde«, dann nur au» den — nament» heute Morgen bei un»,« brachte W«thpapi«e, um fie un« in D«pofi»um zu geben." .Halt! Hi«gebliebe»!' fuhr d« Sousfltur«regt auf. .Welche Papi«e? Wie groß ist die Summe?" .Lieber Himmel, so bleibe» Sie doch ruhig— hat denn dies« Mittheilung so sehr große» Z«. ietcffe für Sie? Die Summe beträgt ungefähr sechzigtau» send Thal«—' .Ich muß«in Verzeichniß d« Pap!«« habe», könne« Sie e» mir»«schaffe«?' .Ich ahnte, daß Sie diese Forderung an mich stelle« würben, hier ist da» Bttzeichniß. Ab« wen« Sie dasselbe benutze« wolle«, dann vergessen Sie dabei nicht, daß die« eigentlich ew Geschäftsgeheimviß ist, welche« ich nicht au«» plaudern darf." D« alt« Man« entsaftet« da» Pap!« mit zitternde» Hände« und nickte lebhaft. .Ich werde e« nicht v«gesse»,' sagte er..vollen die Papiere verkauft w«de«?' .Jetzt«och nicht, ab« später." .Ab«« will jetzt schon Geld darauf entnehme«, wie?' Sobald« seine Reis««ach Italien antritt.' .Und wann will« abreise»?" fragte Schimmel hastig. .Nach sein« Hochzeit;« bleibt de« Winter üb« in Italien. W,sse« Sie nun bald genug?" fuhr Hugo scher» zend fort,„ich steh« hi« auf glühende» Kohle», und zu Hanse««de ich jedenfall« ungeduldig«wartet." D« Souffleur blickte ihn z«streut an, dann nickte er wied«. »Ja, ja, gehe« Sie«nr, Sie wnde» schon«wart« I' Hugo verabschiedete fich, d« alte Man« dachte nicht mehr an sein Miitaztmahl, dessen Rest-»och auf de« Tische standen,« zog hastig eine» a«d«e» Rock an und verließ ebenfall« da« Sau«..._ Ob da« Verzeichoiß b« vom Baro» depondte« P piere mit den Notizen sei»e« Bmw» Übereinstimmte, wußte« IK-ÄÄ«fuM wÄÄ,''Ä ävä" ä ää «st kann die Strafe mit d« That in Einklang gebracht werte». Di« Geschworene» find«», welche die Veranlassung zur That in da« B«eich ihr« Erwägunge« ziehe» müssen» und die Abmessung d« Strafe darf nicht«ach de» tobte» Wort de« Gesetze», sondern muß au» dem lebendige« Gekühl de» Mitmenschen hetau««folgen. Noth, Sorge, schlechte Erziehung, Unglück all« Art, Arbeittlofigkeit, zahl eiche Familie, wie oft find diese Verhältnisse nicht die traurige Veranlassung zu V«brechk«, und hier könnte die Abmessung der Straft, in die Hände d« Mitbürg« gelegt, gar oft die«nendlechen Schäden der Zachihäus« und Gesäagmsse, wen» nicht ganz verhindern, so doch erhiblich milder«. Wen» da« Prinzip d« Strafe die Besserung dedeutet, wa» wir glauben, da»« muß die Straf« den ftWma%n persönlichen Verhältnissen de» Verurtheilten angemessen sein, dann muß die Veranlassung zur That beiückstchiizt werden,. da«« darf die Strafbestimmung nicht in die Hand de« an den unbeugsame« Paragraphen de» Gesetze« gebundenen Nicht«« gelegt werde«, sondern die Geschworener, die mitte» au« dem Volksleben heraus ihr Urtheil abzugeben berufe» find, müssen auch die Entscheidung über die Höhe der Strafe habe«. So denke» wir un««ine Reform der Schwur» gerichte. 1 Politische Ueberstcht. Alle Menschen dürfe» streiten, nnr die Bäcker dürfen« atcht— da» ist die Quintessenz eine« Artikrl«, weichen die„Bäck«» und Cvndito: Zsttung" au» Anlaß der Hamburger Arbeitseinstellung dringt. Da«„mit« Mitwirkung intelligenter Fnchgenoffen redigirte* Meiüerorga« ist nämttck d« naiven Meinung, einen eigentlichen Gesellenstand gebe e« in d« Bäckerei nichi, derselbe bilde vülziehr nur ein vorüber» Shende« Durchgangsstadium ,m seltstständigen Unternebmer» oft, und wenn ja jemand al« Geselle alt würde, lo könne da» dlo« bei einem zutreffen, der seinen Beruf verfehlt habe und selber die Schuld trage. Selbst wenn da« richtig wäre, so würde da« noch imm« kein Grund dafür sein, daß sich die Gesellen alle« gefallen lassen müßten. Wenn da» Bäckcrhand. werk beute wirklich noch so sehr im Kleinbetrieb steckte, das jeder Geselle Meist« würde, so wäre es noch immer P f l i ch der Gesellenschaft, auf einen ausreichenden Lohn ,u haltk», da aus den Ersparnissen der Gesell»njahre doch v« Fond« zur späteren Gründung etncS Geschäfte» angesammelt werdrn müßte. Ferner hätten die Gefellm mindesten« darauf ,u achten, daß fi« nicht so ausgenutzt und abgear bettet werden, daß fie schon dem Siechthum und d« Krankbett verfallen, ehe fie fich selbstständig machen können. Herrn Modersohn, einem Mitarbeit« der„Backe.zeitung" scheint da« «»ä ää », Ä ÄörÄ M% Souffleur mußte einige Mrnute« warten, bis« vorgelassen WMDS.M merken,« blieb ruhig und prüfte sehr sorgfältig. .Da hätte« wir de» Bewei,,' sagte« endlich, tief aufathmend..Er genügt, der Vttbrech« ist entdeckt.� _»uud diese Papiere waren allesammt meine« Bnedtt« Eigenthum? ftazte d« Souffleur mtt zitternd« Stimme SKW .Jawohl, Sie haben geleistet, wa» kein and«« geleistet habe» würde, mckte d« Souffleur, mit der Hand über(.,» Anlfttz fahrend,„dem Verdienste seine Krone k' Ich Hüft» ja auch nicht an die Schuld diese« Manne» geglaubt» i4" baJ''"m« .Mit keiner Silbe I" .Auch mtt kein« and«en Person darüb« geredet?" „Komplott gkgin dl« Meisterlch-ist" betheiliptin, wllrd«! von d-m dtMschtn LäckrlvNdand Germania nicht mehr in Arbeit genommen werden. Die Gesellen werden tat abwarten. Ader sollten die Meister wirklich zu solcher Aechrung durch ganz Deutschland entschlossen sein, so werden stch auch dt« Gesellen ,u immer fetterem und einmülhigerem Vergehen im ganzen Reiche aus' äffen, um den vereinten Uedergriffen der Meister durch di: Vereinigung ihrer Kräfte zu begegnen. Es wird stch dann finden, wer ei am längsten oushalr. Der Frieden wird dadurch jedenfalls nicht geföidert, daß die Meister in ihrem Organ erllären laffen, die G sellen halten überhaupt nichts zu beanspruchen._.. Ueder die Juteressea der deutsche« Industrie i« Bulgartr« schreibt man der„Magd. Ztg.":„Wenn vom Stanvpu? lt der hohen Poliiik aus zu Beginn der bulgarischen Wirren erklärt werden konnte, daß deutsche JnterefftN durch jene Vorgänge ntchr berührt seien und auch nicht berührt wer- den würden, so hat die Handeliwelt nicht mit der gleichen kühlen Grlrff-rcheit die fich auf der Balkar Halbinsel abspielen» den Er-igniffe ansehen können. Das wird begreiflich erscheinen, wenn man fich vergegenwärtigt, welchen Aufschwung der deutsche Handel nach Rumänien, Serbien und auch nach Bul- garten fett dem Jahre 1878 genommen hat, und«enn man tveiier daran denkt, daß angeflchtS der Schwierigkeiten, welche Rußand dem deutschen Handel im riaenen Lande bereitet, die Besorgniß nicht ganz unbegründet ist, daß eine Verstärkung bei rulfilchen Emfluffe» in den Balkangebietm für den deutschen Handel kein erfreuliches Eriianiß sein werde. Denn Hand in Hand mit den politischen Bestrebungen Rußlands in jenen Ländern ist auch, und zwar in vr stärvem Maß« seit dem letzten Kriege mit drr Türkei, da» Trschten gegangen, auch wirthschafrspolitisch da» Land der Bulgaren zu einer Domäne d S rusfischen Reiches zu machen. Da,u kommt noch die ge- miß bemerkenswerthe Erscheinung, daß gerade in diesem Augen- dl'cke auch von franko fisch er Seile besondere Anfircngungen ge» macht werben, um den Orienthandel zu fördern, viellricht ein Fingerzeig mehr für die deutsche Regierung, über den politischen Vorgängen nicht der bedrohlichen L-ge zu vergeffen, in welche der deutsche Handel auf der Baikanhalbinsel zu gerathen scheint." Der bayerische Raupenhel« soll bekanntlich nunmehr der preußischen Pickrlha ide weichen, deren Einführung der oer- storbene König fich hartnäckig widersetzte. Daß im Trauer- gefolgt d«S Raup nhelms das„Bayer. Vaterland" deS Herrn ®:fll nicht seblen werde, war vorauszusehen. Cs ist denn— schreibt dte„Franks. Ztg."— auch erschienen, aber nicht etwa, wie es wohl noch vor Jahresfrist der Fall gewesen wäre, als geknick'er Letdiragender, sondern mit einem naffen und mit einem trockenen Auge. Da» naffe gilt der vergangenen baju- »arischen Herrlichkeit jener Tage, in der man den Bruder „Pceuß" noch als einen Hungerliider ansah, das trockene den einzelnen Odj-kien der Liquidation jener Herrlichkeit, wozu ja auch der Raupenbelm gehört. Und tn dieser V-rfaffung widmet das Blatt dem Scheidenden folgenden Nachruf:„Die Raupe war so zu sagen ein bayerisches Wahrzeichen; dte Pickelhaube aber entsprich?, abgesehen von militärischen Gründen, dm that- sächlichen Verhältnissen. Schön ist sie nicht, aber die thatsäch« lichm Verhältniffe find auch nicht schön, und— hat man tn Bayern diese Verbäitniffe gewollt und hat stch Jungfer Bavaria leichtsinnig oder thöricht so tief mit dem Preußen«ingelaffen, so muß man auch dt« Pickelhaube hinunterwürgm, das— andere Wahrzeichen. Im Uedrigen ist's ziemlich„Wuischt", wie unsere Armee bedeckest ist, nachdem ste preußisch gedrillt, in« spirirt und kosmandirt und— nach Lage eben der Ver- häliniffe— nie Nieder aus der preußischen Umarmung los- kommen wird." ftirchenpolitische». Sämmtlichen Geistlichen in der Erz- diözes« Gnesen-Posen, welche wegen Vergehens gegen die Kir- chengesetze noch Strafm zu verbüßm hatten, ist, wie die„Ku- »yer Pozn." erfährt, Amnestie rrthetst wordm. Imme» mehr LandrSthe. da» scheint dte neueste Parole zu fem, um das Voll glücklich zu machen. Auch in Rbetn- land- Westfalen sollen nach offiziöser Mltthiilung der„Köln. Ztg." neue Kreise gebildet werden. Unter anderem soll es fich um Theilung de» Landkreises Köln handeln. Der Plau einer Kolouifatio« der Lüneburger Haide- wie er neulich in einer vom Verein für innere Kolonisation «inberufmm Versammlung von einem Freiherr» v. Hennederg dargelegt wurde, wird von de»,„Hann. Kour." sehr abfällig hemihettt.„Das ganze Projekt", sagt das Blatt,„zeugt von einer gänzlichen Unkenntniß der gesammten Lünedmger V« beitslostgkett dte Unzufriedenheit gegen die aus« ländifchen Arbeiter heftig«. C o l o m b, der kons«« vative Vrrüeter von Bow, erkundigte fich im Unlerhause bei dem Sekretär de» HandelSamts, od seine Aufmerksamkeit a» die Zeitungsberichte über eine angebliche Anhäufung ausländischer Ardettseräfte tn Tower Hamlets(im Ostend« Londons) aelenki worden sei; ob deabßchttgt werde, Mittheilung üb« Natur und Auidehnung ausländisch« Konkurrenz auf de« Arbeitt markt des B«. Königreichs in die ArbeitSsta- ttstiken aufzunehmen, und od üb« die Einwanderung Fremder au» europäischen Ländern in das Ver. Königreich«in Regist« geführt werde. Baron de Worms erwidert«« das HandelSomt hätte die darüber handelnden ZettungsderichA gesehen. Wenn das neu« Departement völlig organistrt sei, würde es die Pflicht deS mit d« Sammlung von Arbeitt- statrstikm betrauten Beamten fein, derartigen Dingen w» diesen seine Aufmerksamkeit zuzuwenden und Statisttten, so«* andere Mittheilungen zu veröffenilichm. Der Chef des De- partements werde nächsten Monat seinen Posten antrete» Ueb« die Einwanderung von Auiländem werde kein Regiß» geführt, ab« die Zensusausweisr gäben Einzelheiten üb«* autländilche Bevölkerung. In weiteren Verlaufe der Sitzung brachte Parnell seil» neuen agrarischen Gesetzentwurf ein, der(wie d«eii« telegr» phisch gemeldet) ohne Dtskusfion zum ersten Male gelesen wurde. D« Sntwmf zeichnet stch durch seine Kürze aus«g enthält nm drei Bestimmungen: 1) die Ausdehnung% Benefijien des Landgesetzes von 1881 auf die Pächter; 2) Revision d« gerichtlichen T xe der auf die Höhe des laich' wtrthschaftllchen Ertrages dastrten Packt, inse und 3) Einstellung der Exmission. wenn der Pächter einen solch«* Theil de« PachzinseS zahlt, der nach Berückstckttguna dck Umstände de» Falles nach dem Enrnffen des Gerichtshof«* 8&m 19. August hat in Chikago d« Kongreß dt« irischen Rattonalliga unter groß« Betheiltgung Vertretern aus allen Theilen der Vereinigt, n Staaten Kanada» sowie unt« Mitwirkung von Vertretern des«g": lichen Irlands stattgefunden. Unt« den gefaßten Beschluß» ist namentlich derjenige von praktischer Bedeutung, wonach g'oßem und allgemeinem Betfall der Boykott übe« Tal englischen Waaren verhängt wird. Inhalt» dieses ß? alle Vereine der NationaSIga geltenden Veschluss-s soft«* einen Thetl de» Piogtamm» der letztem bilden,„den Feind J» tung englischer Waaren abzuhalten." Di« bulgarische Sobranje ist von Sta««�Z tm Namen der RegentschastSmttglied« mit einer Red««öW? worden, in d« e,: heißt:„Sie kennen die letzten traun� Eleigniffe, welche das Land zu«tragen hatte, und das a»* verölkerung gerichtete Manifest des Fürsten, tn welch«»£2 selb««llfit», daß« in der Uederzeuzung, die Unabhinlnsi� und die Rechte des Landes würden nicht»«letzt werden-? entschlossen Hab«, auf den Thron zu verzichten, damit 0*%*, Beziehungen zwischen Bulgarim und Rußland, dem BuWS* seine Freiheit verdanke, schnell wieder hergestellt werden. JTl geficht» der kritischm Lage find wir über zeugt, daß alle garen ohne Untaschied d« Raffe, d« Religion „Du?' unterbrach Wem« ihn unangmeh» üb«ro� „Wie kommst Du zu dies« Idee?"-a .Ich habe da« mit Deiu« Schwiegermama v«avr� % rA«-A4A4 Km»«»«»»• 1 b«ittet bist." Wttu« hatte die Braum unwillig zusa»t»»e» gfß ab« d« alt« Her, bemerkte das nicht,« hatte da«»' « auf fich selbst achten mußte, genug zu thun. � f „Mit d« Mitgift scheint es freuich nicht weit SLst, sei»,'»ah« d« Baro» nach ein« Weile w»ed« das�h „ich habe gestem Abmb noch einmal bei de« angeklopft, di« heiter« Stimmung, i« d«« fich»f6�|A Bnlobung feine« Sohnes befand, wollte ich benutze*-�», aber— eine»«nünftige Antwort konnte ich nicht alle« unbestimmt, die gewöhnlich« Redmsart: t*,�,/ fich spät« finde», augeudlicklich sei kewe Zeit, rede», und was dergUichm schöne Wort« mehr st»*- „Bemühe Dich nicht wett«, es wäre«utzlo».% „Hm, Hen v. Gottschalk giebt fich de« A«s�* reich«« Mannes, da wird« doch mich zeigen»g,* « es'st. Und Dt? schulde:« noch besondere« D«*' Deine Bnmif.lung wäre die V«lobu«g Ferdina« leicht«icht zu Siamde gekomme«."-—* «'V*'V zu viande griomme«.- W««e, schwieg, er ließ de« alte« H«»« wußte ja aus Erfahrung,»ie«ntzlos es««, d'« n ew Stü,dche« zu schlafe», deffelbe» bekämpfe» zu»olle». So«reichte» fit" I fsi«och vo» ewe« Zimm« zurück, um tm oiu»»»»»" o- - äv&ä%% Arzt aufzudriwge«,»«« er stch»icht ernste« keite»�m.«setze�w«ll� scho/O �»«S" � einen Brief bracht«, b« kurz vorh« abge»»" Pariei We Resinung kräftig durch patriotisches Ausammen' «uri'N unterstützen werden, damit einerseits die Ordnung, Ruhe und Sicherheit im Innern gewahrt werde, und damit anderer seUS dal Land die gegenwärtige KiistS unter voller Bahrung seiner Interessen überstehen lönne. Da« mit der jetzt erledigt« Thron nicht zu lang« unbesetzt bleibt, wird die R gierung der Versaffung gemäß in lüriester Zeit die große Sodrarje einberufen." Die Ansichten der russischen Presse über die Stel- lung Rußlands zu Bulgarien gehen auseinander. Di«»,No> »oje Wrewja" dringt auf Entsendung eineS KommiffarS mit zahlreicher Suite und Regelung der bulgarisch-russischen Be« Ziehungen auf der Bast» d«S Vertrages von San Stefano. Der„Grashdanin" verlangt nicht mehr und nicht weniger all die völlige Einnerleidung Gioß.BulgarienS, die Aushebung der Aonstttutton und eine autolratische Regierung. Die„MoitowS- kija Wjedomosti" sind pessimistisch gestimmt und rarhen Ruß» land, seine volle AltionS ftetheit zu wahren welche Rußland stark «halte.— Der pöbelhafte Ton der panslavistrschen russischen Pl'sie gegen den Battenderger wird in seiner Widerlichkeit auch in Kreisen empfunden, denen man gewß leine neindseligktit gegen Rußland nachsagen kann. So schreibt »
gart und Dresden amerikanisch find. Gleiche Verhättn ffe herrschen in allm Großstädten, und im Allgemftnm hat man berechnet, daß tn drei Slaaten, einem Territorium und 259 Counttes-, die„Ausländer" die Mehrheit üb« dt« Hiergeborenen haben, und daß die Zahl der«steten die der letzteren auch tn 20 Städten(von über 100000 Einwohnern) üdersteigt. Da» Mutterland Ameriia'S ist dah« nicht E rgland, sond«n die ganze alte W'lt, und deutsche Sitten und Gewohnheiten sowie die deutsche Sprache haben hier genau so viel B«echtigung wie die englische."__ Kommunales. Tagesordnung für die Sitzung der Etadtverord» «ete«» Versammlung am Donnerstag, den 16. September, Nachmittag» 5 Uhr. Vorlagen, betr. einige Penstonirung»- und AnstellungSsachm— Vier NaturaltsattonSgesuche— Vor» lag«, betr. die Aufnahme von 5 Personen in da» Nikolaus- Burger-Hospttal und die Verleihung de» venefizium» der Stiftung d« Bürgerressornc:— Wahl de» Stadtverordneten» VorstehnS— Vorlag«, detr. die Anlegung ein« 5. Rath»» waage am Hafenplatz, sowie Ausdehnung der GeschistZstunden und die GewichtSb««chnung bei dm Rathiwaagen— deSgl., betr. die Einsetzung einer acmischtm Deputation zur Vorbe- «itung d« Neuwahl«in«» Mitgliedes für den Bezirksausschuß 2 Rechnungen— Vorbesprechung, betr. die Wahl von zwei Eine Romanszeue au» dem Lebe« erzählt da»„Franks. Int. Bl.": Am Montag kehrte«ine junge Frau, die ihrem Gatten vor etwa vi« Wochen durchgegangm und bedeutende Geldmittel mitgenommen hatte» nach Frankfurt a. M. zurück. Die Frau hatte während ihrer Abwesen bett nur etwa 600 M. gebraucht und bracht« den Rest de» milgenommenm Geld«» zurück. Nach einer großen V«söhnung«szene behändigte die Frau ihrem Satten da» zmückgebrachte Geld. Kaum fühtte der Mann stch in deffm Lefitz, da zog« ander« Seiten auf. und«kläfte, die Frau könne nun gehen, wohin St« wolle:« verbiete ihr da» sernere Betreten sein« Wohnung. In V«» zweiflung eilte die Frau nach ihrem Zimmer, kleidete stch reise- fertig an, steckte einen Revolv« zu fich, von de« ihr Gatte wußte, daß er geladen war, begab fich Wied« hinab in da« AlbebSziwmer ihre» Manne» und hielt ihm mit den Worten: „Entweder mein Geld od« Dein und mein Leben" die Waffe vor die Brust. Zfttnnd öffnet« der Bedrohte seinen Schrank und gab sein« Gattin das Geld zurück, ja sogar auf Anfordern derselben noch einige hundert Mark mehr. Hinauf schloß die Frau ihren Gatten in sein Schreibzimmer ein und eilt« rasch davon. Nach mehreren Stunden wurde etn Dlmstmädchen auf die Lage ihreS Harn aufmerksam und ließ da» Ztmm« durch einen Schloff« öffnen. Zur Einholung der Frau war «S bereit» zu spät, vi« war mit dem nächsten Zug« in der Richtung nach Köln abgereist. Obgleich die Letcheuverbrennung heute nur sehr v«. einzelt vorkommt, beschästigt stch doch die Wiffmschast damit, neue Verbrenn ungsartm zu*1 finden, für die unaewiffe Zukunft sorgend, in der man oielleicht zu der allen Bestefttuna». weise imüdkehrt. Zurückkehrt, sagen wir, denn bekanntlich sind e» g«ad« uns«« germanischen Vnrfahrm, welch« die Leichen ihrer Anverwandten im lodernden Feuer die letzte Ruh« finden Iteßen. Dafür legt die älteste auf un» gckomm«.« germanisch« Heldendichtung Zeugniß ab. der Beowulf, dessen Abfassung man in» 8. Jahahundert unserer Zeitrechnung zu setzen pflegt. d« ab« in seiner ur'prünglichen Gestalt well früher«rrstan» .»»ä WZM-M.GM unbesoldeten Stadträthen— Vorlage, betr. die Verlängerung eineS EngagementSoertrageS— Vorlagen, betr. die Wahl j: eine» Bürgerdeputirtm für die Deputation zur Verwaltung de» Skstnde'BelohnungS» und Unter ftützungSfond» und für die Gewttbe- Deputation— Fünf UnterpützungSsachen— Eine RemunnationSsache. Haudwerkerschule. Anmeldung« von Schülern für deS am 3. Oltoder beginnende Winterhalbjahr werden bt» zum 2, Oktober an den Wochentagen von 6—3 Uhr Abend» Linden» strafe 97 entgegen genommen. Die Lehrjäch« find folgende: Freihandzeichnen, Zackelzeichnen, darstellende Geometrie, Fach- zeichnen sür Tischt«. Drechsler, Klempn«, Schloff«, Maschmen» bau«. Mechaniker, Uhrmach«, Goldschmiede, Graveur«, Gürtler, Ziselem«, Maurer, Zimm««, Steinmetze, Bildhau«, Maler, Topezira. Li-Hograpben; Modellirm, dekorative» Malen. Algebra, Geometrie, Trigonometrie, Physik, Mechanik, Chemie. Rechnen. Buchführung. Für Tischl«, Mechanik« und Maler bestehen besondere TageSllaffen. Die städtische« Waage« mrden vom 1. Oktober d. I. ab in den Wintermonaten: Oktober. Novemb«. Deimnb«. Januar, Februar und März, an den Wochentagen von 7'/» Uhr Morgen», bt» 6 Uhr Abends und in den Sommamonaterr. von April bis inkl. September von 7 Uhr Morgen» bi» 6 Uhr Abend» geöffnet sein. Von demselben Zeitpunkt ab wird dt« GewichtSberechnung nicht nach Zentnern und Kilogrammen. sondern nur noch nach Kilogrammen«folgern. Za«rmenunterftütznngS, wecke« find bei der Haupt- stiftunaSkaff« im Monat August d. I. eingegangen: An Ver- mächtniffen und Geschenken 100 080,00 M.; au» Kollekten» Selbem 187,00 M.: au» schiedSmännischen Vergleichen, lesstonen*e, 550,97 M. In Summa: 100 817,97 M. Zeutral-vtehhof. Im Monat August V.J. stnd bei dem städtischen Fletschsedau» Amt 2t 677 Schweine auf Trichinen unt«sucht und darunt« 12 trichinöse und 74 finnige ermittell worden, welche al» zur mmschltchen Nahrung ungeeignet verworfen worden stnd. Gerichts-Ieitung. Kontrolvttsammlung. Große Uebeaaschung rief«in am SO. Juni v. I.«gangene» Uitheil de« Reichsgericht» bt- vor, durch welche» entschieden wurde, daß die Mannschaften de» BcurlaubtenstandeS an dem ganzen Tage, an evelchem fte zu einer Kontroloersammluna einberufen find, unter dem Militär- gesetze stehen. Da» U.theil stützte stch auf§ 38 de» Reich». Militärgesetze?, nach welchem u. a. zum akiioen Dienste gehören und demzufolge den Militärgesetzen unterworfen stnd,..die an» dem Bemlaubtenstande zum Dienste einberufenen O.fiziere. Aerzte, Militärbeamte und Mannschaften, von dem Tage, an welchem ste einberufen find, bi* zum Ablauf de» Tage» der Entlaffung". Weder au« der Begründung dei Gesetzentwürfe» noch au» den B-rathungen im Reichstage läßt stch Herletten. daß diese Bestimmung auß« den zu Hebungen oder bei einer Mobilmachung Einberufenen auch für dt« Kontrolversammlungen gelten soll, vielmehr waren bi» zur Entscheidung de« Reich». gericht» alle Betheiligten, auch die Milllärbchörden, d« An- ficht, daß gemäß§ 6 de» Mtlitärgesetze» die Reservisten und Wehrleute nur während der Dauer dn Kontroloersammlungen fich im Dienste befinden und den Strafvorschriften de» Militär» gesetze» unterliegen. Da» Urtheil de» Reichsgericht» hatte mehr- fach schwere Bestrafungen von Wehrleuten(u. a. im Attendorn) zur Folge, weil dieselben auf dem Heimwege von d« Kontrol- Versammlung O-fizine od« Unt«osfi,i«« beleidigt hatten, ohne daß ste ahnen konnten, daß ste noch unter dem Milttärgesetze standen. Auch von juristisch« Seite wurden große Bedenken gegen da»»ichSgerlchllichk Urtheil geltend gemacht, die mehr- fach ausgesprochene Erwartung ab«, daß die Angelegenheit tet Reichstage tut Sprache gebracht werden würde, ging nicht in Erfüllung. Nun ist die Frage durch die Entscheidung rheinischer Gerichte, insbesondere durch ein soeben«laffene» Urtheil de» OberlandeSgerichti in Köln in ein« neue Phase getreten. Dasselbe hat, tn Uedereinstimmung mit dem Landgerichte zu Köln und d« Staalianwaltschaft, welche gegen die Auffassung d«S letzteren nur delhald Revision angemeldet hatte, um eine Eni- schetduna de» höchsten GerichtSbofc« d« Proinz Herbeizuführen, dahin erkannt, daß die Mannschaften de» Beurlaubten- stände» mit während der Dauer der Kontrolvnsammlungen dem Milttärgesetz- unterstellt seien, nach Beendigung der seiden aber wieder in ihre Zivilverhältnisse zurücktreten. Da« Ober» landeßgericht zu Köln hat stch damit in direkten Gegensatz zum Retchsgertcht gestellt, und zwar, wie ausdrücklich bemerkt«er» den mag, abfichtl'ch, well eS die RechtSaoffassung de» letzteren 8« unzutreffend hielt: da» ObttlandrSgericht kann ab« fein« uffoffung mit durchsetzen, wenn e» fich um V«geh«n Harn Seit, zu deren A Kurth eilung dt« Schöffengerichte zuständig stnd. Räch Aeußerungen de» Vertreter» d« StaatSanevallschast in einem früheren Stadium de» jetzt zum Abschlüsse gelangten Prozesse» beabsichtigte die Anklagebehörde für den jetzt eingetretenen Fall, daß da» Odnlandesgerichl in ihrem Sinne«nt» scheiden würde, Schrille zu thun, um die Folgen de» reichgge« richtlichen Urtheil« besettigen zu helfen. Di ste in der Lag« stumrn redende» Drnkmal d« Macht und Größe de» unter Ihm ruhenden Recken. Von diesen Hügeln find so manche stehe« geblieben bi» auf unsere Tage, scheu betrachtet von den Um» wohnern durch Jahrhunderte; erst in unserem Sätulum wühlt b« berechtigte Forsch«trieb— oft freilich auch die atSe» dechtigte Neugierde— ste auf und fördert au» ihnen kost»«« Kunstwerke all« Zell an» Licht. Die and«e Weise ab«, der«, der Beowulf Erwähnung thut, schließt in harmonisch« Weise da» Leben der kühnen Seeköntge ab. Sie haben im Leben so oft auf dem„schaumhalstgen, vom wallenden Segelkleide de, flügelten Seegänger"— so nennt der alle Dicht« da« Schiff — die Wogen durchfahren, so wnden st« denn auch im Tod« gewappnet und geschmückt von ihren Getreuen ,m letzten Fahrt. Dann trägt man den Tobten in da» Fahrzeug und häuft um ihn eine Auswahl werihvoll« Waffen. Kleinodien und 9* wändet aus. Man wartet, bi» günstiger Wind die Segel bläht, dann zieht man ein goldene» Banner am Mastbaum auf, rückt da» Schiff unkt«lagegesängen in dt« Wogen, und durch die brausendm Wogen trägt«»den tobten König tndte Ferne. Aber so bestattet« man eben nur König«: die gewöhn. ltchne Art war die F-unbestaltung. Eine«tife«a« Amerika i» zehn et««dt». In einem englischen F-miliendlalte wird die interessante Frag« besprochen.in welch« Zeit d« schnellste Bogel d« Erde bk Reise von England nach Am«ika zurückzulegen im Stand« sei. Der Fregatten vogel gilt al» schnellst« Flieg«, doch ist e» fcfcl» her nicht möglich gewesen, seine Fluggeschwindigkeit genau m mrssen, da man eben beim Fregattenvogel nicht, wie B. bei Tauben, Schwalben im Stande war, denselben eine abav» «renzt-«recke durchfliegen zu lassen, um hittau« dessen r geschwindigkeit berechnen zu können, von der Thurmsck htngegm wird bestimmt angenommen, daß dieselbe im€ H«in« Smnelltgk.it von ungefähr 512 Kilometer per Stunde durch die Luft zu gleiten; und da der F eaattenvagel bedeutend schnell«« Flieg« ist al» die Thurmschwalbe, so dürft« dessen Fluggeschwindtgteit mit 680 Kilometern nicht üderschStzt sein. Setzt man nun den Fall, daß d« Feepatüm- vogel diesen schnellen Flug für mehr«« Stunden beibehav«« kann, wa» zu bezweifeln man keinen Grund hat, so könnte er, selbst wenn seine Fluggeschwindigkeit stch nach den ersten fün» Stunden auf 570 Kilomet« per Stunde vetrinaern würde, die Reise von England nach Am«lla(ungefähr 5500 Kllornetn) tn zehn Stunden zurücklegen, als« sechzehn Mal schneller ahg der schnellste Am«lla-Dampf«. \p1 dt» authentisS« Culbgtmg Btjts. Xenbctuttg bei Sd«tz-I b«d«ijufühlkn, muß man abmalt««: sehr groß ist unsere Hoff« nun» in dieser Beziehnng nicht. Indessen ist der jevl ae- schaffen« Zustand unhaltbar; in dem einen Orte wird in Zu- fünft der Reservist oder Wehrmann, wenn er nack der Kon- troloersammlüng einen Posten oder einen Unteroffizier belet« bißt, in Uebereinstimmung mit dem Kölner Odeilandeßgerichte, zu einer gelinden Geld» oder Haftstrase vermtheilt, während dal Gericht des Nachbarortes eine Entscheidung des Rdchsge- richte! all Norm betrachtet und für daffelde Vergehen strenge «ifängnißstcafen verhängt. In der nächsten vesfion de! Reichttagl kommt d-l Militär g-setz auf die Tagesordnung; vielleicht wird fich dann dn Abgeordneter finden, welcher sich derjenigen ReichSangehörigen annimmt, die zwar dem Beut laubterstinde angehören, aber auch auf die Erhellung ihrer Rechte als Bürger Werth legen. Kotlales m» Arbeiterbewegung Zer englische Gewerkschaftskongreß. In der letzten Sitzung des englischen Gewertvercinskorgreffes bildete die zu« erst erörterte Frage die Inspektion von Stein- drüchen, und es gelangte eine Resolution zur Annahme» «dche die Annahme eines Gesetzes befürwortet. wonach alle Steinbrüche unter geeignete und wirkungsvolle Beausstchtigung gestellt«erden sollten. Eine Resolution, welche die Abschaffung von Ueberzeit und Akkordarbeit empfiehlt, verursachte einige Meinungsverschiedenheit, da viele Delegirte der Anficht waren, daß diese Fragen gekennt behandelt werden solltm. Schließlich wurde die Resolution ad acta gelegt. Eine weitere Resolution empfahl die Ausdehnung des Haftpflicht« ae setz es. Der nächstjährige Kongreß wird in Swansea tagen. Der Abgeordnete und srühcre Unterstaalssekretär des Innern Broadhmst wurde zum parlamentarischen SdrdSr gewählt. Gin belgischer Sozialreformer. Der einflußreiche liberale belgische Publizist und Nationalökonom Laveleve tritt als Vorkämpfer für folgende politische und soziale Re- formen auf:„1) Persönlicher Wehrdienst als Maßregel der fszialen Garantie und als Erfmdnniß der Gerechtigkeit; 2) Scharfer Kampf gegen den Alkoholismus» erhöhte Steuer auf den Alkohol und Verwendung des Ertrages auf große Sffenlliche Arbeiten zur Beschäftigung der Arbdtslosen; 3) Ausbeutung der Eisenbahnen nicht als eine Quelle des Profits, sondern als ein Mittel, unsere durch die Schutzzollpolitik des Auklandes bedrohte Industrie zu retten; 4) Uneniaeltlicher und obligatorischer Volksunlerricht; S) Bildung von Versöhnung!- auSschüffin und Schiedsgerichten zur Regelung aller Lohnstreitigleiten und um den Arbeitern begreiflich zu machen, daß eine Lohnerhöhung augenblicklich nicht zu erreichen, daß »leim- h: in manchen Fällen eine Lohnverminderung unumgänglich nöthig ist; 6) Gesetze zur Regelung der Arbeitszeit in den Bergwerken und Fabriken, ähnlich denen, die in der Schweiz, England und in anderen Ländern bestehkn, sowie vollständige! Arbeiterverficherungswesen, wie es in Deutschland vorgeschlagen und zum Theil schon eingeführt ist; 7) Erbauung vonArbeiterwohn ungen durch Private, durch Gesellschaften und namentlich durch jene öffentlichen Anstalten, welche die verfügbaren Mittel dazu be fitzen; 8) Die herrschenden Klaffen sollen aufhören, ihre Einkünfte in einem Lr-xus zu verschleudem. der den Volkszorn reizt; sie sollen vielmehr neue Kapitalien bilden und ihre Kinder davon Nutzen ziehen laffen: 9) Landwirth. schastlicher Unterricht in allen ländlichen Distrikten, Vizinel- bahnen, billige Tarife, aber keine Schutz.ölle zur Erhöhung der Brod- und Fleisch preise, von denen blos die 21000 G' und» dgenthümer Nutzen ziehen würden; 10) endlich und hauptsächlich: christliche Gesinnung, die un! befähigt, alle Maßregeln »m Befferung der Lage de! Volke! gut aufzunehmen und in! Werk zu setzen." Wa! an dem Programm gut ist, ist längst von den Arbeitern verlangt und verfochten worden, und was an den Forderungen neu ist, ist theilS unwirksam, theils positiv schädlich. Unwirksam wird der Appell an die christliche Ge- jinnung bleiben, denn eine Gesellschaft, die aus d i e L u s- beutung eine Prämie setzt und welche diese Prämie mit der Efiöße der Ausbeutung steigert, ist kein Boden für christliche Nächstenliebe. Die Aufforderung zu größerer Kapital« aufhäufung und geringerer Konsumtion aber(Punkt 8) würde heule sogar die Uederprotuktion und damit da! Glend der Raffen vermehren. Immerhin beweist das Programm Laoeleye's, daß man sich auch in liberalen belgischen Kreisen heute eines gewissen Entgegenkommens gegen die Arbeiter zu befleißigen sucht, weil man sonst alles zu verlieren fürchtet. Die Arbeiter New> Uorks haben den bekonnten vesür- «orter der Grund- und Bodmverstaatlichung, Henry George, all Kandidaten für da! M a y o r s-(Bürgermeister)-Amt ttufßcffcQt. «naphschaftskassen. Der.. Franks. Ztg.« schreibt man: Zu der von den westfälischen Bergleuten fest längerer Zelt ämrr.er dringender erhobenen Forderung, daß die Knappschaft ihren Mitgliedern in Erkrankunassällkn die Wahr deS Arztes stdgeos, mit dem bisherigen System der Knapp. schasiSärzte also breche, hat der Vorstand des märkischen Knapp- schastsvereins endlich Stellung genommen. Er hat fich aber nicht dazu zu entschließen vermocht, den Forderungen der Bergleute nachzugeben, ist vielmehr auf ein Auskunstsmittel verfallen, welches vorausflchtlich weder die Mitglieder der Knappschaft noch die Aerzie befriedigen wird. Es soll nach wie vor bd der Einrichtung fest abgegrenzter Kurbezirke verbleiben, und die innerhalb dieser Bezirke wohnenden Knappschastsmit- «lieder bleiben aus den zuständigen Arzt angewiesen. Doch soll ihnen gestattet sein, an zwd Terminen jährlich, am ]. April und am 1. Oltoder, die Erklärung abzugeben, daß fie von jetzt an nicht mehr von drm Arzte ihres Bwrles, sondern von einem nicht über vier Kilometer von ihrer Wohnung«nt- feint wohnenden Arzte behandelt werden wollen. Auf diesem Wege hofft nach dnem den Blättern des Bezirkes der Knapp- fchafi zugegangenen Berichte der Vorstand,«dem Verlangen ernstlich kranker Mttglieder nach einem Arzte, zu dem sie per- sönlich mehr Verkam» haben, gerecht zu evnden." Um auch dem etwaigen Bestreben eines Knappschaftsarztes, seine Praxis auf Kosten der Nachbarverefne auszubreiten, und„dner nicht sachgemäßen Protektion einzelner Knappschoftsärzte durch poli- ttsche. konfejstonelle und sonstige Vereine, durch die Beamten und andere Mächte« vorzubeugen, ist ferner befchloffm worden, daß das auf die dnen andern Arzt wählenden Knoppschaft»- Mitglieder entfallende ärztliche Honorar»wischen dem Arzte des LezillS und dem von dem Mitglied« bevorzugten Arzte des Rachbarbezirks getheilt werde. Wie sich der Vorstand des Vereins die AuSsührong dieser Beschlüffe bei der flmwkenden Bevölkerung des Bezirks vorstellt, ist nicht recht zu verstehen. Der Wunsch der Bergleute geht dahin, fich im Falle der Er- krankung den Arzt aan, frei wählen zu können aus der Zahl der Aerzie, die überhaupt erreichbar find. Würde die Knopp schast hieraus dnaehen, so würde die Stellung der Aerzte selbst eine frdere. der Würde de» Stande« mehr entsp.echende werden. als fie heute ist. DaS Verlangen der Bergleute nach dner Aenderung de! gegenwärtigen Zustande! ist gerade dadurch entstanden, daß ihnen die«erzte als zu abhängig von dem Knappschastsvorstande oder von den bei dem letzteren dnfluß- reichen«ewerken- und Grudendirevoren erscheinen, und daß, wie«st im vorigen Jahre durch den smsattonellen Prozeß gen eine Bochu-ner Zeitung«wiesen wurde. Beschwerden der S" ieder üb« cinzelne Aerzte nicht die gebührende BerLck. ung fanden. Die Fu>cht vor d« Prolektion ettueln« ! durch politische und konfessionelle»«eine wkd übrigen! bei dem Beschlüffe de! Knappschaftsvorstandes««nig« ent- scheidend gewesen sdn, als die Furcht vor größeren Geldaus- gaben, welche die Genehmigung der Forderung der Bergleute im Gefolge haben könnte. Nachdem da» Vermögen der Knapp- schostskoffe schon im vor igen Jahre um 800000 R. fich ver- ringert hat, wkd vom Vorstände selbst für das laufende Jahr ein neues Defizit von 800000 M. in Autficht gestellt. Er hat dah« für die nächste Zett schon die Einberufung ein« Gen«alversammlung angekündigt, welche Maßregeln zur Ver» deffrrung der finanziellen Verhältnisse der Knappschaft bt schließen soll. Wie sehr die Zuckerfabrikatio« in der Provinz Sachsen in d«„Kampagne" von 1885/86 gegenüber dn von 1884/85 zurückgegangen ist, geht au« folgenden statistischen Daten hervor. Im Handelskammnbczkk Halle a. v. befinden fich 43 metst bedeutende Zuckerfabriken, von denen die arößte in der„Kampagne" 1884,85 ein Rübrnquantum von 62760 Tonnen(die Tonne 1000 Kilogramm), die kleinste ab« immer noch ein Quantum von 11 120 Tonnen verarbdtet hat. Sämmt- liche Fabriken haben nun in d-r letzten„Kampagne" ihren Be> darf an Rüb.m fast um die Hälfte reduzirt, drei find vollständig eingegangen. Der Gesammtb darf an Rüben betrug 1884/85 die Summe von 1 094 997 Tonnen und 1685/86 nur noch von 684 530 Tonnen. Wie uns mitgethdlt wird, stnli ab« der Bedarf für 1886/87 wieder um dn Bedeutendes, so daß die vor Kurzem noch blühende Zucknindust'ie, durch ein völlig v«- sehttes Steuersystem, welches die milkst« Konkurrenzwuth und somit maffenhaste Uebnproduktion hervorrief, tief geschädigt, imm« mehr zur LedeutunaSlostgkeit heradfinlen wird. Ob eine rationelle Aenderung de» Steu«syst hielt, waren nicht nur nicht neu und nicht geschliffen, sondern von einer d«artigen Beschaffenheit, daß ste als vollständig un- brauchbar weggeworfen««den mußten. Dieselben sahen«h« allem Anderem, nm nicht vettsedern ähnlich und hätten mit dem Schmutze, in dem ste fich defanden, viellcickt ein gutes Dungmttkl adglgeben. Eine Rücksendung der„Waare" od« Klage wegen Betruges läßt fich ab« bd den Gerichten im Auslande nicht so ldcht mit Erfolg anhängig machen; man bleibt eben da Geprellte und hat höchsten! den Vortheil, daß man durch den Schaden wieder etwa! llüger geworden ist. Zur wetteren ErlSnternng über die Art nnd Weise, wie die Franzosen die Unt«drückung de! Sklavenhandels in Ostafrika ausführen, kann ich Jbnen, so wird der„Köln. Ztg.« geschrieden, noch ewiges aus Obok, d« neuesten französischen Kolonie am Gelse von Aden, miithdlen. Die Gründung dies« Kolonie geschah bekannllich nicht durch die ftonzöfische Regle« rung, sondern durch Privatleute, welche die Gelegenhett bf nutzten, die Unkenntniß ihrer Landsleute und die Begeisterung für die„zloUttaloiifcht Bestimmung Frankreich»— stehe Tongkwa und Madagaskar— auszubeuten und mehr«« Han- delsgesellschaften zu gründen. Nachdem die Gründer selbst ihren»niheil beiseite gebracht hatten, gingen die Hanfels- gesellschaften— es warm ihrer drd mit 6 bis 6 Millionen Franken Kapital— zu Grunde und die Aktionäre haben nie «nm Heller des von ihnm eingezahlten Geldi! wkd«»u sehm bekommen. Diese ersten Gründer d« Kolonie Odok. die namentlich in Schoo grvßm Einfluß bd dem König Mmilek E-..... teder üb« ctnzewe«erzre mcyr vre geou?im-.>r wu«, gewannen und dabei auch den letzteren tüchtig rupstm, waren ung fandm. Die Furcht vor der Protektion ewzeln« und find zum größtm Thdle noch jetzt Abenteurer der gefähr. - durch politische und konfessionelle Berewe wkd übrigen! lichstm Art, und von dm in«den ansässigen europaisch«, Kaufleutm, selbst von Franzosen, wkd mehreren d«seU>m nach. gesagt, daß ste Stlavenhandel getrieben haben und noch Im- «emntworUich füi den polittschm Theil nnd.Sozlales«ax Kchtppel, für»«eine und V�ammlungm«. Tutzan« Druck und»erlag von«a» Babing w Berlin 8W, Beuthflraße bm mürben, falls es, ohne Aufsehm zu erregm, möglich rsäre. Sich« ist, daß die meist«, Sklaven, besonders Mädchen, be- seffm haben und auch Tauschgeschäfte damit dngwgen, sodaß die neuliche Sckilverung JbreS Berichterstatter», daß d« Gouver« neur von Odo! eine Sllaven-Karawane angehaltm, um stch ein Mädchm zu holen, dm Kenn« d« Vnhäliniffi nicht allzu sehr überrascht. Sdt die ftanzöflste Regierung Obok als Kohlenstation ausnsehen und mit 60 Marinesoldaten besetzt hat, ist ste dem Sklavenhandel gegenüber, der von Schoo und den Gallaländttn nach Süd Arabien schwunghaft betrieben wird, unthä'.ig geblieben, und grade die französtschen Behörden suchten fich um dem Großhändler in Sllaom, dem im De- zemb« v. I. in Sela verstorbmen Sultan und ftüheren egy?« tischen Gouo«neur Abu Bäk Pascha, aus dm besten Fuß zu stellen, um denselben gegen die Engländ« ausspielen zu tön« nm, und ste mußten allerdings Heid: Augm zudrücken, um die von Abu Lakr über die Bai von Tadjur.a betriebene Ausfuhr von Sklaven nicht zu bemerken. Die Verhältnisse liegen in wesmtliebm beute noch so, wie ste vor zehn Jahren lvgrn. Die Sklaven-Karawanen kommen von Schoa b!» in die Nähe der Bai von Tadjmro, vertheilen fich da und w«dm an der Küste zwischen Tadjurra und Äff ab bei Nacht durch die Segel- barkm d« Einaeborenm nach Süd-Arabien üdergejchiff!. Das Rothe Me« ist in dem südlichen Thdle sehr eng und bei dner frischen Brise, die den Barken eine Gischwindigkeit von 8 bi! 10 Seemeilen in der Stunde giebt, dauert die Fahrt nur ewige Stunden, so daß die englischen kreuz«, welche auf d« Lauer liegm und meisten» durch falsche Nachrichte« Kre geleitet werden, da! Nachsehen haben. Dabei ist die Küste sehr gefährlich, mit Untiefen und Korollmriffen bedeckte, zwischen denen die klewen Barkm fich« einfahren können, während die Krmz« et nicht wagm dürfen, ihnm dahin zu zu folgen, so daß die arabischm Segelbarkm, deren Führer selbst zur Nachtzett jede Handbreit Waffer kennm, fich noch zu retten vermögen, wenn ihnen die Kriegsschiffe bereits auf de« Spur find. Daher ist«! fast unmöglich, den Stlavenhandel im südiichm Thdle de! Rothen Meere! zu untttdrückm, und thatsächlich iß in den letzten fünf Jahren dort kein einziges Eklavmschiff von dm malischen Kreuzem aufgebracht worden. Es kann jedoch nicht vttschwiegen werden, daß England mittelbar ewm großen Theil der Schuld an dem Betreiben des Sllavenhandels w diesen Gegendm trägt. ES hatte nichts gegen die egyptische Besetzung der Küste dnzuwendm, obwohl man nicht fagm wird, daß Egypten od« wenigstens die egyptischm Behördm dnen grvßm Eifer zur Unterdrückung des Stlavenhandels an dm Tag gelegt hätten und Abu Bast Pascha, d« größte Sklavenhändler am Golfe ton Aden, war lange Zett ein bevorzugter Schützling Englands. Englan» ferner war es welches die Eaypter aus Harar verdrängte und die Henschaft des Emirs einsetzte, die durch die Ermordung d« Poiroschen Expedition bald so üble Bnühmtheit t! hieß und damit dem Sklavenhandel eine neue ergiebige Bezugs- quelle öffnete. Denn Harar war immer ein Hauptmcrktpiotz für Sllaom und das erste, wa» die von England eingesetz't neue Regierung von Harar that, war, die SllavmjaadeN gegm die umwohnendm Stämme wieder in d« altm Weise dnzuführm. Russische Willkür. Au! Posen, 10. September, wkd uns derichtet: Ein hiestg« Kaufmann befitzt im Kreise Pelschm, dicht an kr rusfischm Grenze ein Wksengrundstück. Um zu vnhindttn, daß russische Grenzsoldatm und Wirthe da« raus des Nachts ihre Pferde weiden, wird dasselbe vom D«' watt«, Wkth D«wich, oft abpatroullirt. In d« Nacht vom 28. zum 29. August wurde dieser von fünf russtchm Grenzsoldaten angefallen, umringt und ihm da» Gewehr entrissen. Nach vergeblich« Gegenwehr schleppten ste ihn aus rusfisch«» Gebiet, riefen durch GewehrschLffe noch andere 15 Grenzsoldaten herbei, brachten ihn auf die Wache und hielten dort bi» zum 30. fest. Dann führten fie ihn zur rusfisätfr Kammer und von dort in! Gefängniß nach Kalisch. Auf fchwerde de! Eigmthümer! de! erwähnten Grundstück» bei« Landrathsamt in Pleschm telegraphirte dieses sofort an ok be- treffend« Behörde nach Kalisch, legte dm Sachverhalt klar und forderte Freilaffuna des Verhafteten. Die Kalisch« Behörde achtete nicht daraus, ließ Denvich vielmehr in ein strenge»» Gefängniß bringen und erst nach vier Tagen gegm Erlegung ein« Kaution von 73'/, Rubel und Garantie dortiger, dm Ruffen bekannt« Wirthe frei. Derartige Fälle rusfisch« Will- tür stehen ob« nicht vereinzelt da. So wurden am 10. August der Wtrth Wakczack aus Kucharl und dn WkthSsohn aus Pozowel von denselben Ruffm üb« die Grenze geschleppt, ver« hastd, erst«« gegm Zahlung von 4, letzterer gegm Zrh'uvg von 18 Rubeln«st nach drei: ägiger Hast mtlaffen. Vorstihend angdührte Fälle find zur Kenntniß der hi-stam Behördm f» der Bitte gebracht worden, durch g«ignete Maßregeln solche Willkür vorzubeugm._ Kleine Wittheilungen. Karlsruhe, 11. September. Der OrtSgesundhettsrath erläßt folgmde Bekanntmachung:„Ein gewiss« Kart Dittmo� in Altona prdst durch ZeitungSannorzen und vroschürm gee� Rheumatismus und verschiedme andere Krankhettm dne.an geblich von seinem Vat« nsundme Lohkur an. Diese Lohk� destcht in Lohbädnn und im Einnehmen von Lohlrastpulvetv' Di« Lohbäd«««dm durch Einschüttm eines Badepulvers s? warmes Waff« zuberdtet. Das Waffer soll dabd bis � 37 Grad Reaumur«wärmt werden. Es unterliegt tetf'? Zweifel, daß es unt« Umständm, z. B. wenn der Patient � ov Ps. cttiCQi von UN» nuue ingncv vor, daß 30 Badepulo« aus dnmol angekauft werden rnfiVL Die Lohtraft pulv« wndm aus dn« Mischung von G'%, rindmextrakt, Serstmkastmehl. Dextrw und Waffcr gewo»� indem die Mischung«wärmt, zum Trocknm verdampft sodann gepulvert wird. Für Je 66®romm_ des gewonsm.. Pulvfts'aitb d« übermäßige Preis von 1 M. onömgt..�� brieflich«if Grund d« 1» mann behanvelt sdn«.___________ haftestm und unzuverläsflgsten KrantheitSb-schreibunsen- warnen davor, dm Anpreisungen deffelben Vertra' schmkm." Köln, 10. Septemb«.(Verunglückte Lauarbett«) �__ Nachmittag fiel dn an einem Neubau am Hchmiollern-v' � beschäftigter Maur« von einem Gerüst der erstm Etage w � Keller und zog fich anschdnmd schwere innne VerlMimgm w Fast zur selben Zdt fiel dn an einem Neubau Ecke£a"„r Nina und KümpchmShos beschästigt« Zimm«mann vm � Balkenlage d«»wdtm Etage hnab auf da! Kelletg� «litt ab« anscheinend nur geringe Verletzungm. Briefkaste« der Kedaktto«. � G. 22. Um Druckschristm verdretten zu dürfen,. � e! d« polizeilichen Genehmigung. Diese darf nur stimmten, gesetzlich festgesetzten Gründen, nicht etwa � mißliebig« poltttsch« Sefinnung v«sagt werdem ton kann die Srlaubniß zur Etnnahme eine! festen der Polizei ohne Angabe von Gründm-«sagt werden- T. Wenn Ihr»rud« derartig erkarkt ist, daß'� �j tfi. nungSwechsei Gefahr für fein Lebm herbeizuführen gceta � so kann« in der Wohnung auch noch nach Ablauf Kalte» bldbm. muß ob« dem Wtrth Schadmersatz hat nur mir dem Wirth zu thun._______— � übrigen Thdl der Zeitung«.«muhet«, sämmttich 1 Hierin eine»rw»» t i. Beilage zum Berliner Volksblatt. »r.»IS. Wittw-ch, de« IS. September 1886. m. Jahr>i Achtzehit« dwlschu Zmstkiltiz. IU. Wie» baden. 11. Eep'.'inber. _ II» letzter Verbandlurglgegenstand für die eestrtge Sitzung der 2. Adl Heilung(für Handelt kachen) stand auf der Taget- o?dnuna da» Thema: Ist eine Beschränkung der Haftung ber Mitglieder eingetragener Genossen» sch ästen zu empfehlen? An Stelle de» verhinderten Sie- ferenten Prof. Dr. Gierte. Heidelberg übernimmt da» Referat Herr Prof. Dr. C o s a ck> Berlin. Redner erinnert darin, früher sei die vorherrschend« Anficht dahin gegangen, daß nur Ginoffenschaftm mit strenger Solidarhast zuzulafien seien. Um« sekehrt gehe die jetzige Strömung, der auch die Reichtregiecung durch die Jnautfichtstellung der demnächstizen Einbringung eine» dementsprechend«» Gesetzentwurf» ,u zustimmen scheine, 5°iin, e» seien fakultativ neben den G-nvffenschaften mit strenger Solidarhast auch Genoffenlchasten mit de- schränkier Haft zuzulafien. Referent empfiehlt, bei dem alten Systeme zu bleiben, wa» nur Genossenschaften mst strenger Solidarhast zuläßt. Allerdings würde vom Standpunkte des JnterrfieS der Genoffmschasten selbst gegen die beschränkte Hast wenig einzuwenden sein. Gegenüber der Behauptung:„Die isenofienschatten können der Solidarhast nicht entbehren," prä' iifirt Herr Professor Dr. Cosack seinen Standpunkt dahin, man lvlle ,z den einzelnen Genossenschaften überlassen zu prüfen, ab fie bei limitirter Hast floriren können, oder nicht. AI» maß- gebend für(einen Standpunkt bezeichnet Referent die Bcant- «ortung der frage: Wie stellt sich da» Interesse der Gläubiger bei Borschußvereinen und Bolkibanken mit limitirter Haftung? fv'fr Frage aber sei dahin zu beantworten: Sie werden, wenn solche Genossenschaften insolvent werden, außerordentlich durch ** beschränkte Haftung geschädigt, weil man e» hier mit Adem streife kleiner Leute zu thun hat, für die ihr in solchen •Bereinrn oder Volt» danken d-xonirfrS G ld ihr einzige» Eigen» -dum ist und die gar kein UrtheU darüber haben, ob die Form der Zenossenschast ihnen eine Garantie für ihr Darlehen bietet. «ie Genossenschaften, wie sie a?» auf strenger Solidarhaft ruhend Schulze. Delitzsch gedacht hat, waren gedacht als ein« Amossenschast mit kleiner Ritgliederzahl, jede» Mitglied sollte da» andere kennen und event. kontroliren. Diefrr Gedanke Schulz-Delitzsch» hat stch praktisch nicht bewahrheitet, im Grgentheil haben stch in der Praxis G-noffenschatten mit ganz jfroß« Mtgliederzahl gebildet, die sogar den Charakter der Aktiengisellschast haben. Wenn ferner schon bei den Genossen, frbafren mit Solidarhast geklagt wird über den Mangel an G:füb? der engm Zusammengehörigkstt und über Mangel an dem Pflichtgefühle, daß man am GesellschaftSleden regen An» *Wl nehmen muß; wenn schon jetzt bei Solidarhaft. Genossen» "basten die Gefadr vorliegt, daß diese Gesellschaften als solche vlrsumpfen oder Aktiengtsillschaften werden, so muß diese G-» fahr noch mehr wachsen, wenn man Genossenschaften mit limitirter Haftung zuließe. Referent erklärt fich zwar für eine Stündliche Reform de» Gencssenschaf-Sgesrtz!». namentlich für milder« Durchführung der Solid arhast, er erklärt fich aber euch üav» entschieden dagegen, daß noch eine neue Form von Gr» ?A?iLast«n durch Zulassung von Grnossenschafrm mit limt« «,l,.s?astunA geschaffen werdt; schon um deswillen erklärt fich bag'aen, weil dadurch bei den«eiheiligten noth» wendiger Weise noch mehr Verwirrung entstände. Demgemäß Aurt»,�. Referent In erster Linie: l. D» deutsche Sunst«ntag«olle fich dahin aussprechen:„Die Beschränkung 5fr Haftung der MUglieder eingetragener Genofienschasten ist «icht zu empfehlen." Eventuell brantragt Referent: Ii.„Der vKtlcht Jaristentag«olle sich dahin �aussprechen: ..Ben Genossenschaften mit beschränster Hastung ist � die Annahme von Depofiien mit kurzer stün- lngmigSfrist ,u verschließen, d. der Name„Genossen» "bast zu versagen und ihnen nur Namen wie„stonsumver» M mit beschränkter Hast" zu gestatten."— Dr. Herz»Mann« Mm spricht für die Bejahung der vorliegenden Frage und itellt dm Antrag:„Der deutsche guristentaa wolle fich dahin Mrit sprechen: Genossinschastm mit beschränkter Hastung find Neben den Genossenschaften mit Solidarbast zuzulassen." biedmr führt au»: Für eine groß« Reihe von Genofienschasten jü die beschränkte Haftbarkeit die einzig richtige Fe m und e« ffrgt kein Grund vor, die Btlvung von G-nossmschaften mit �chränkter Haftbarkeit zulverbielen. Auch Schulze. Delitz'ck UMZNNZM Dir letzte Fechtstunde. Von L. v. Sacher» Masoch. �»chbru« verbot-«.j � i. u In einer durch ihre malerische Lage berühmten beut» N? Stadt Oesterreich» lebte vor etwa zehn Jahren em .�chtmeister Namen» Daniel!. Ein Lombarde, hatte er Wer in der kaiserlichen Armee gedient und sich dann n.cht «Wliefem können, unter veränderten Verhältnissen m seine xeimath zurückzukehrm. Der joviale, lreben» würdig« Mliener war der Liebling aller jungen Leute, welche ritter« "chen Uebungen huldigten, insbesondere der ganzen Ca- Meri«. Offiziere und Studenten, und e» gehörte geradezu ** guten Ton, an den gemeinsamen Uebungen, welche «den Sonnabend bei ihm stattfanden, theilzunehmen. Der- Mige, der an diesem Abend mit ihm selbst einen Asseult 5?S«u durste, wurde jedesmal von allen Uebrigen be- �« c «t, Sine» Tage» trat in diesen Krei» ein junger Graf ?�rtenstein, der einige Zeit Cavallerie-Osfizier gewestn tfh der den Dienst quittirt hatte und nach verschiedenen U»n und Abenteuern im Hause eine» Oheim» Erholung ""w und fand. E« zeigte sich bald, daß er Manche« verlernt hatte entschloß er sich, einig« Zeit mit Danieli allein zu tz'"- Schon währte der Unterricht einige Zeit, al» eines �"abends beim Affeult ein Rapier brach und Daniel, dem rechten Auge verwundet wurde. Er war außer C den nächsten Wochm Lecttonen zu geben. Wie »St.®raf zw« Tage später erschien, weniger des Unter- Rlt-n'"»Ken, al» vielmehr um dem Befinden de» guten T�-siachzustagen. ging plötzlich die Thür auf und statt _fr trat dessen Tochter Angela herein. Ber Graf, der sie da» erste Mal sah, stand geradezu P' daß man wohl von einer opinio commnnig sprechen kann. Redner untelsvcht dann zw« fragen: 1) Stehen Bedenken entpegm, insofern die Jnteriffen Dritter dadurch gefährvet werden? 2) Liegt ein Bedürfniß vor? Die erster« Frage ver» neint Redner, weil er e» für möglich hält, auch hier eine ge nügende Kreditbafi» zu schaffen; e« werdm ebm nur Genossen- schatten geschaffen mtt einem gettnaeren pital, da» aber dem auch gering««» Bedürfnisse vollflandig genügt. Redner er- innett daran, daß eine so h rsorragende wissenschaftliche Autorität wie Pro*. Dr. Goidschmtdt auch Genossenschaften mit nicht unbeschränkter Eoli aar Haft für existenzbrrechttgt er. klärt, für welchen Fall er allerdings verlangt: 1) stapitalhaft und daß dazu 2) Garantiehaft tritt, daß 3) die eingelegten Kapitalien nicht gekündigt und erst 2 Jahre nach dem Austritt hcrausgezogen werden können und daß 4) die volle Publizität gewahrt wird. Sind diese 4 Voraussetzungen erfüllt, dann weiß der Gläubiger zu jedem Zittpuntte: mir steht so und so viel bestimmte» Kapital gegenüber, dem ick Kredit gewähren kann. Die zweite Frage: Liegt ein Bedürfntß vor? wird vom Redner bejaht, weil es «. eine Reihe von Gmoss-nschaften giebt, die eben nur ein ganz geringe» Kapital brauchen, wei! ihre Zwecke ganz de- schränkte find,>. B. die Rodttoff., die Magazin- und andere Genossenschaften. Bei diesen Genossenschaften genügt eine de- schränkte Hastbarkett vollkommen, während die strenge Solidar- hast ihrer Entwickelung hemmend im Wege stände. Aber auch d. au» ethischen Gründen bejaht der Redner die zweite F age: eine Reihe derjenigen Elemente, auf deren Beitritt Gewicht zu legen ist, weil durch ihn die in sozialer Hinstcht so werthvollen Wechselbeziehungen zwischen Wobihabenven und Unvermögen- den ermöglicht werde«, tritt den Grnoffmschasten mtt strenger Solidarhaft nicht bei, zieht fich vielmehr zurück, während zu «warten steht, daß ste letztere» bei Genossenschaften mtt lim!» tirter Haftbarkeit nicht thun werde, so daß dann also hier die ethische Entwickelung der Genossenschaften erreicht wnden kann. Endlich führt Redner die von der Statistik an die Hand ge gebenen Ersahiungen in Oesterreich für seinen Antrag an. Dmt haben stch näm'.ich die Genossenschaften mit beschränkter Haftbarkeit erheblich vermehrt: ei exiftirtcn in Oesterreich Ende 1832 Vorschußnereine mit unbeschränkter Haftbarkeit 503, mit beschränkter 509, zusammen 1017; zu Ende 1383 exlftirten Vorschußvereine mit unbeschränkter Haftbarkeit 517, mit be. sckränkter Hastdarlett 552. zusammen 10S9; zu Ende 1881 «xistirten Vorschußvereine mit unbeschränkt« Haftbarkeit 530, mit beschränkter 584, zusammen 1114; in Oesterreich betrug zu Ende 1882 die Gesammtzahl dn Genvffer.frMten mit unde schränkt« Haftbarkeit 596, mit besch änlt« 653, zu End« 1883 betrug die Gesammtzahl der Genossenschaften mit unbeschränkt« Haftung 608, mit lieschränit« 712. Redner empfiehlt seinen Antrag zur Annahme, weil 1 die henschende Meinung in den betreffenden Kreisen selbst sür die Z rlaffung ist, 2 weil her- vorragend« wissenschaftliche Auloritäten wie Professor De. Gold- schmidt fich für die Zulassung von Grncssenschaflin mit de- schränkt« Haftung auts»rechen, 3. weil die Erfahrungen auch in anderen Ländern nicht dagegen sprechen.— Herr Dr. Heßdörfer schließt stch dem Vorredner an.— Herr Dr. Kerpal- Wien konstaiirt, daß in Oesterreich die Genossen» schasten mit beschränkt« Hasluna Gebilde getrieben haben, die nicht» weniger al» erwünscht seien, warnt davor, den arg«. führten Z fein viel Gewicht beizulegen, und empfiehlt schließ- lich den Antrag l de» Referenten Prof. Cosack- verlin zur An» nähme. Nach einem kurzen Schlußworte de» Referenten wird d« Antrag l de» Prof. Cosack mit 14 Stimmen angenommen gegen 11 Stimmen, die sür den Antrag Hnz- Mannheim ab- gegeben wurden. Hiermit waren die Themata, welche der Ab- lheilung für Handelssachen diesmal vorlagen, erledigt und der Vorfitzende erilärte die Abtheilungifitzungen für ge» schloffen. Aus den heutigen Verhandlungen find wiederum die Debatten über die Wirksamkeit der Geschworenen- gerichte dimerkenSwerth. Wir Hoden darau» folgende» hervor: Ob«lande»gericht»rath Dr. Wiesand(Dresden): Ich bade viele Jahre in einem großen S-bwmgerichttdezirke al» Vrästdent fungirt und kann sagen:»S ist mir niemals vorge- kommen, daß die Geschworenen ein falsche» Urthe'l abgegrdcn kälten. Wenn falsche U iheile voreommen, so hat die Frage- stellung und Belehrung daran schuld. Di« Belehrung der Geschworenen selten» de» Präfidenten muß kurz, klar und vor Allem nicht langweilig sein.(Betfall) Ich bcdau-re. daß. nachdem da» GtlichtioerfaffunKigesetz erst 7 Jahre besteht, diese Frage schon den deutschen Juristentag deschäsiigt.(Oho!) Ich weiß, c» exiüitt eine Strömung, die die Aufhebung d« Geschworenengerichle betreibt. Wenn nun diese Strömung zu geblendet da. Da» zwanzigjährige Mädchen war auch in der That ein Phänomen. Der Name Angela schien ihr wie eine feine Ironie anzuhaften; e» wäre g«echtfertigter gewesen, wenn die Hölle bei ihr Pathe gestanden hätte. Ihre schlanke elastische Gestalt, mit den kleinen aristokrati- schen Händen und Füßen, war die eines weiblichen Panthers, ihr edel geschnittener Kopf, an die stolzen Herrinnen de« allen Rom gemahnend, hatte einen dämoni- schen Zug um die vollen Lippen. Da» blaue Auge glich nicht dem Himmel, sondern bald einem träumenden, un- ergründlichen See, bald einer blitzenden Stahlklinge, und da» Haar, von jenem Mailänder Blond, da» em Ver- mächtniß der germanischen Barbaren der Völkerwanderung scheint, wogte gleich Flammen um die niedere Elfenbein- stirne. Angela trug rothe Halbstiefeln und einen kurzen Rock von schwarz« Seide; den Obnkörper umschloß ein blitzende» Panzerhemd, da» jed« Bewegung anmuthig nachgab und die herrlichen Arme sehen ließ. Die weiße Hand, vom Stulphandschuh umschlossen, führte em Rapl«. Da» schöne Mädchen setzte jetzt einen kleinen Helm mit Visir auf und erbat sich dann, artig und kühl, an Stelle ihre» Bat«» mit Wartenstein zu fechten. Der Graf nahm die» dankbar an und bald kreuzten die beiden ihre Klingen. E» währte nicht lange, so«hwlt Wartenstein den ersten Stoß, er lächelte verlegen, während Angela mit keiner Wimper zuckte. Bald traf sie ,hn zum «S« suchen ist in den reallionärsten Kreisen, so müssen wir al» de« sonnen« Mann« doppelt vorstchttg sein.(Beifall und Widav spruch) Zu betonen ist, daß der gestrige Beschluß mit einer sehr geringen Mehrb-it in der«b:h-ilung gefaßt worden ist. (Zustimmung und Wtdttspiuch.) Sollte die Plenarvnsamm» lung fich ebenfalls kür den Antrag erklären, nun m H., dann habe ich zu dem gesunden Sinn« de» veutschen Bo ke« da« Ver» trauen, daß«» dem Jurist«tage sagen wiro: Victrix causa diia placoit, aed vidi c&toni.(Beifall und WiSerspruch)— Landge- richtSdttekior Lr.Olihaufen(Schneid« wühl) trat wiederholt für seinen Antrag: D« Juristentag spricht seine Anficht dahin au«: 1. Die Slböffm j,«ichte haben fich in der allgemeinen Praxi» bewährt; 2. die G-schworenengeaichie verdienen da« ihnen»hnl» weis« geschenkte Vertrauen nicht; 3. al» die geeignetste Form dir Zuziehung de» Laienelemente in Strafsachen erscheint da» Schöffengericht,«in. Er bitte, eventuell zu sag«:„Die Schwur» g«tchte in ihr« jetzigen Farm verdienen da» ihnen theilweise g-schenkt« Vertrauen nicht."— Profeffor Dr. Rudo(verlin): Ich habe die Ehre, allm deutschen Juristmiogen beigewohnt zu haben und kann sagen, daß eine d«att»ge Sprach«, wie ste von dem Herin Ob«land:»g!richt»ia'h Wiesand geführt wor» dm, auf dem Juristentage noch ntemal» kundgegeben ist. (Rufe: Sehr richtig!) J-dmfav» entspricht diese» Auftreten nicht dem Zwecke de» Juristentag?», auf dem doch eine gewisse Kollegialität gepflegt werden soll.(Zustimmung.) Zur Sache selbst übergehend,«suche ich Sie, den Antrag«ab 1 und 3 anzunehmen, den Punkt 2 dazegen abzulehnen. Auch gegen den Antrag de» H-rrn Profeffor Cr. Gneift muß ich mich wen» d n. Dieser erscheint wi» ein Dens ex macbina, der erst ein« Vorbttathung dedarf.— Reichsanwall v l« n g l e i n(Leipzig): Ich bade schon gestern bew«kt. daß wir votiren müssen, ohne Rückstcht auf die Anficht de» R-ichStage». Der R-tchSlag hat auch ein Recht, die Anficht de« Juristentag«» zu hören. Ei ist gesagt worden: die Schöff-n haben nicht» geschadet. Wenn die» ab« der Fall, dann ist die Aufhebung de» Institut» ge- boten, denn dann darf man nicht so vielen Bürgern ein« so groß« Anzahl von ArbeitSIagen im Jahr« rauben. Ganz entschieden muß ich mich ad« gegen den Beschluß bezüglich der Schwurgerichte wenden. diese Frage ist jevensall» noch nicht spruchreif.(Beifall) — Rechtsanwalt M u n ck e l(Berlin): Wenn ich mich auch für die Schöffengerichte nicht begeistern kann, so bin ich doch entfernt zu lagen: ste haben ge chad.'t oder nicht« genützt. Ich bin der Meinung, die Schöffen haben insofern genützt, a'S der Voifitzende durch die den Schöffen zu gebend: Belehiung stch die Sache selbst klar wacht.(Heiterkeit!) Und deshalb halte ich unintelligente Schöffen für deffer al« intelligent«, da al»» dann der Vorfitzende genö.btgt Advokat Dr. I a q u e» (Wim): Ja muß bemerken, daß e» bi.'h-r auf dem' veutschen Juristentag« üblich gewesen ist Beschlüffe zu faffen, die der opinio«ommosia entsprechen. Ich warne, von diese« B-rfahien abzugehen. Ich muß bekennm, man würde in der Oiffmtltchkeit einen Beschluß auf Aufhebung der Schwurgericht« nicht verstehm. Herrn Prof. Dr. Hill« gegenüber muß ich bemerken, vaß in Oesterreich die öffentliche Mtnung für Schwurgerichte ist. Wenn einzelne Fälle vorgekommen find, die gegen Schwurgerichte sprechen, so find da« jedenfalls Au»« nahmen und keineSweg» die Regel. Jevenfoll« ist vi« Frag« noch nicht spruchreif; dafür spricht doch auch die hier zutage tretende große MeinungSoerschtedenheit. Ich ersuche Sie drin» gend, den Anfrag Olshiu'en abzulehnen.(Beifall und Wider» spruch).— Oderlavd'SgerichtSrath Heiniheimer(ftacll» rühr): Ich kann dem V nedn« nur beistimmen. Ich wünsche allerdings daß dem Gerichtshöfe da? KaffattonSiecht betreff» de» Veidikt» der Geschworenen zustehe. Mit«roßer Majorität wurde bierauf der Absatz 1 de» O!»hau!en'ichen Antrage»:„Die Schöffengerichte haben stch im Allgemein»» in d�r Praxi» bewährt", lowi- der Antrag de» Oa«lande»gertchtsprSstS-nten Dr. Kühne(C-lle):„Die d«. malige Einrichiung de» schwurgeiichiltchen Verfahren» ist der Reform dringen» d'dZrttig", angenommen. Ueber dt« Punkte 2 und 3 m O»hausen'schen Antrag.» wurde alSdann eine Abstimmung nicht mehr vorgenommen. fieberte vor Aufregung und Entzücken. Ein solche« W« b war ihm noch nie m den Wurf gekommen. All« di« Pariser, Wiener und Budapester Schönen, die irdische Rosen in sein vielbewegtes Leben geflochten hatten, er» schieden reizlv«, gewöhnlich, ja spießbürgerlich gegen diese» diabolische, kühne Mädchen, mit dem Marmorantlitz und den stählernen Nerven; der Graf machte Angela einige Complimente, welche sie ruhig hinnahm, und dann föchte« sie weiter. Immer wieder blieb sie Siegerin, war er der Besiegte. Bei der zweiten Lection hatte Wartenstein seine Sicherheit und Selbstbeherrschung bereit« so vollständig eingebüßt, daß Angela ihn gleich beim ersten Gange ent» «affnete. „Auf diese Weise kommen wir nicht vorwäit»," sprach da» schöne Mädchen mit d« ernsten Miene ein« strengen Lehr«in.„Sie sind noch zu sehr zurück, um mit Erfolg und Nutzen einen Asseult zu wagen. Wir wollen liebe« ganz von vorne anfangen." „Sie inen sich, mein Fräulein," erwiderte der Graf „nicht meine geringe Kunst trägt di« Schuld an meiner Niederlag«, sondern Ihre Schönheit „Ich bitte „Ihr Auge," fuhr Wartenstein begeistert fort,„das mich fascmitt, da» mich unterjocht, da« mich wahnfinnig macht." _--Noch ein Wort, Herr Graf, und ich vnlasse den Saal," sprach Angela. „Und warum?" murmelte Wartenstein, indem er sie bei der Hand faßte,„kann Liebe erzürnen, Anbetung beleidigen? Halten Sie m ch für einen Ehrlosen, der Ihre« Vertrauen» nicht werth ist?" „Nein," gab Angela zur Antwort, während sie de» hochgewachsenen Grafen und sein von schwarzem Haar und l Kommunales. Mut« itttmffanttn EtudUck in die vielseitige THStia« seit der fiSdlischen Eckullommisstoven gewährten dir Mitthn« langen» welche Herr Schullommisstorsoorstrher und Schul» vorftcher Dr. H-uer am 13. d. M. im Friedrich Wilhelm städtischen Ve»irt«v«rein über die Thätigkeit der Schullom» Missionen machte. Sine Vorstellung von der Autdehnung und Bedeutung de« Berliner Schulwesens tarn stch Jeder machen. wenn er hört, daß am 1. Mär, 1836 nicht weniger als 326 Schulen destanden mit 3309«losten und 190 474 Zöglingen 255 Schulen unterstehen allein der städtischen LftwaUung tcfp. Schuld« putation. Um der Schuldevu- tation ihr schwer-S Amt zu erleichtern, ist Berlin in 150 Schultommisstonen eingetheilt, tuten Zentralstelle die Schuldeputation bildet. Die«ommisstonen bestehen au» einem Vor- stehet und 10—20 Mitgliedern. Die erste Sorge der Rom- Missionen besteht in der Rontrole darüber, ob auch alle schul« pfiichiigen Rinder eingeschult find und wird hierzu die Hilfe der Polizei in Anspruch genommen, indem von dieser Listen, sogenannte Polizeilisten, aller schulpflichtigen, d. h. sechsjährigen Rinder der Z-niralstelle üdermitult und von dieser an die Rommisstonen vettheilt werden. Auf jede Rommisston entfallen ca. 1000 Rinder und auf j-deS Rommisstsnßmitglied eiwa 18 bit 20 Häuser zum recherchiren. Behut» Einschulung der Rinder wstd bei der Meldung beim Rommisfionsvorsteher, um alle Jrrthümer zu vermeiden, außer dem Impfschein auch die Be- scheinigung der TebmtSanmeldung gefordert. Die Rinder werden nun einer bestimmten Schule zugewiesen und gleich- zeitig der betreffend« Reltor von der bevorstehenden Anmeldung derselben benachrichtigt, so daß derselbe bereit« auf da« Si scheinen der Rinder vorbereitet ist. Nächst der Ein» schulung der Rinder ist die Hauptaufgabe der Schul» Immissionen, über den regelnäßigen Schulbesuch zu wachen. Nach dem Schulgesetze soll bereit« am ersten Tage da« Ausbleiben eine» Rinde« begründet werden, doch wird diese Vorschrift selten detolgt. An jedem Sonnabend stellt nun der Rlaffenlehrer eine Veisäumnißliste aller in der Woch« unentschuldigt ausgebliebener Rinder auf, welche er dem Nettor und dieser wieder dem RommisfionSvorsteher einreicht. Bon diesem werden die Nrmen u. s. w. in ein Journal ein» getrogen und den RommtsfionSmirgliedern liegt nun die Auf» gäbe ob, in den detreffenden Familien zu recherchiren. Der Rechercheur nolirt in jedem einzelnen Falle die Gründe der Schulversäuwniß, welche wiederum in dem Journal eingetragen «erden. Welche umständliche und wenig angenehme Arbeit diese» Recherchiren ist. wird jedem begreiflich sein. Berläumt ein Rind innerhalb 4 Wochen zweimal unentschuldigt die Schule, so tritt eine Verwarnung de« Vater« oder Vormunde« ein, später aber Strafe, 1 M. pro Tag oder entsprechend« Haststrafe. Der Schulbesuch hat stch bedeutend gebestert. Während im Jahre 1877 noch 10704 Strafen verhängt werden mußten, lamen im Jahre 1685 nur 722 Straten vor und zwar G-ld- Ken und au b Haststrafen. Vom 6. Mi 11. Jahre find die säumniste hauptsächlich wegen Rranlheit, vom 11. bi* 14. Jl»hr« indessen ab-r meist au« anderen Gründen, besonder« in den armen Stadtvierteln, wo die Rinder zumeist au« der Schule zurückbehalten werden, um den Eltern verdienen zu helfen. Während z. B. in der Friedrich Wilhelmstadt in einer Woch« die Zahl der Schuloersäumniffe höchsten« 6 betrug, erreichte die Zahl der Stulversäumntste in einer Woche in der Ackerstraße, Bernauerstraße u. f.»., 130. Die Rontrole wird wesentlich erschwert durch häufigen Wohnungswechsel. Doch auch hierfür K Vorkehrungen getroffen. Verzieht«ine Familie, so daß ein scheiden de« Rinde» au« der so lange besuchten Schul« er« forderlich ist. so hat der Vater dies dem Reltor zu melden. Der neue Reltor wird sofort benachrichtigt, so daß dieser lon» troliren kann, ob die rechtzeitige Anmeldung bei ihm erfolgt. Außerdem werden alle von auswärt« zuziehenden Rinder von der Polizei der Schuldeputation gemeldet. So wird den bestehenden G-fetzen G-Uung verschafft. Auf Rosten der Stadt besuchen 160051 Rinder Gemeindeschulen und 381 höhere Schulen. Der Unterricht in dm Gemeindeschulen kostete im vorigen Jahre 6 773 464 M. Außerdem werden geiste«. schwache Rinder 19 privmim vorbereitet. Nach dem neuesten Berwaltungtdericht de« Magistrat« tostet ein Rind in der Ge« meindeschuie 63 M., Rnaden in höheren ü-bronftalltn 80 M., Mädchen 29-31 M., Oderrealschüler ca. 129 M. Außerdem haben die Schullommiistonen jetzt auch die Ferienkolonien mit in da« Gebiet ihrer Fürsorge gezogen. Die Schulpflicht endet mit dem Schluß de« Semester«, in dem ein Rind da« 14. Jahr vollendet, doch kann e« auch noch länger in der Schule ge« haltm werden, sofern e« noch nicht die erforderliche Reise er« langt hat. BemerkmSwerth ist noch, daß von 100 Seelen der Berliner BevSikerung 14 Schulen besuchen und von diesm wiederum 11 Gemeindeschulen Lokales. „Der gute To« in allen Lebenslagen" ist ein Buch, da» die beiden klerikalen Rampfhähne, weise«den in Bayern miteinander hewmraufen, entschieden nicht gelesen haben. Eine Sprache, wie sie da« von einem Benefiziatcn redigirte „Slraudinger Tagblatt" gegen dm sattsam bekanntm Dr. Sigl vom„Bayerischen Vaterland" führt, hoben wir noch selten vernommm, am allerwenigsten von Rlerikalen gegen— Rlerikale. Allerdingt hat der Dr. Sigl dm Benefiziatm vom „Stiaubinger Tagdlatt" herausgefordert, indem er letztere« all Bart umrahmte» Antlitz mit glühendm Blicken verschlang, „aber ich fürchte—" „WaS fürchten Sie, schöner Dämon?" „Daß auch ich Sie lieben könnte, und dann wehe Jhnm, wenn Sie mir nicht ganz angehören, wenn Sie mit »ir spielen, ich bin nicht da« Mädchen, da« sich mit einem Stück Ihre» Herzen« zufrieden giebt." „Angela," Sie machm mich zum glücklichsten Men» schm, rief der Graf,„sobald Sie nur wollen, gehöre ich Ihnen, nur Ihnen." Er schlang seinen Arm um da« hebende Mädchen und zog e« an sich, ihre Lippen fanden sich in einem langen, brennenden Ruß, dann riß sich Angela lv» und en'floh für diesmal. Am folgenden Tage erbat und erhielt Wartenstein ein Rendezvous. Die Liebendm trafen sich Abends auf der Promenade. Angela hatte sich durch Mantel und Schleier unkenntlich gemacht. Auf einer Bank, die mitten unter blühendm Büschen stand, bei Rosenduft u»d Nachtigallen. gesang tauschten sie neue Schwüre, neue Küsse au«. Die Fechtstunde» nahmen hierauf ihren Fortgang, und die Art und Weise, wie die schö°e strmge Lehrerin ihren Schüler behandelte, wurde für diesen zu einem neuen Reiz und einer neuen Fessel. Ali Danieli feinen Unterricht wieder begann, blieb der Graf trotzdem seiner Lehrmeisterin treu. Sie waren stet« allein während der Lectron, und wenn der Alte je SÄJVÄ ÄÄ.""' Eine« Abend« fand der Graf l-doch einen jungen «ie sonst. Sie stellte die Herren einander vor. Herr „da» dümmste Blatt im RSnigreich Bayern" bezeichnete. Wa« entgegnet nun Bruder Straubinger darauf? Man lese fol- gende« Schimpflexikon:„Herr Sigl wurde al« ehiloier Schuft, al« Dieb, al« nvlorischer Sd'b.echer und fchamioser Mädchen- Verführer vom„Anderen Vaterland" unter Vorfühiung bestimmter Tbatsachen gebrandmarft und dann nicht bloß ein oder da« andere Mal, sondern oft aufgefordert, wigen verleumderischer Beleidigung Klage zu kellen. Wenn e« mit den ihm sorge- moiflNin Schändlichkeiten nicht seine Richtigkeit hätte, so würde Herr Sigl bei einer solchm Klage»ein gar nicht« liikirm; die Beweitlast obläge ja nicht ihm» fie fl-le dem Beklagten zu, und dieser müßte verurtheill werden. Dennoch hat der sonst so Freche nicht geklagt, er hat den Lumpen auf stch fitzen lassen und hat stch mit kindischen Ausflüchten an der Riagestellung vorb igedrückt. Wir dächten, für katholisch G-istliwe, Prediger und Vertreier der christlichen Moral nehme eS stch doch ganz eigenihümlich au«, wenn fie in der Geiolgschatt eine« so verächtlichen Individuum« gesehen würden I Ei kann nicht schaden, an diese Dinge wieder einmal zu erinnern, um damit auch den Abscheu zu moiiolren, der einen ehrlichen Menschen von jeglicher veiübrung eine« solchen Rep'.ilS niedrigster Art »utückhätt. Ist doch sogar s-ine Maitrcffe, die Anna Buchmcter, vor Ekel und Geusen bll Wien durt gebrannt!"— Run, da« läßt stch doch ganz gut neben die berühmtesten Schlmp' muster: wie Böme'» Hiringisalot und die Anrede de« Hauthofwetster« Rent im„König Lear" stellen, ohne al« schwächere« Produkt zu erscheinen. Und«aS antwortet Dr. Sigl auf diese wohl- gemäfteten Lästerungen? Er windet stb im Briefkasten seine» „Vainlanvei" hin und h-r und giebt schließlich die Erklärung ad, daß er den Benifiziaten„auinahmSa-dsi" v«i klagen werde. Daß von«ufern H?m« JnvuugSmetstern der Arbeiter zu den vollgilligen Menschen nur dedingung«weise ge» rechnet wird, dafür hat wohl Jever, der da« zweifelhafte Glück genoß, einmal dei einem dieser Herren in Arbeit gestanden zu haben, nach mehr al« einer Seite bin genügende Beweise er- hallen. B S zu welcher Lornirtheft sich ein derartiger Zopf» meister oersteigen kann, beweist folgender Vorfall. Kommt da zu einem Tischlermeister in der KÜrasstcistraße eine« schönen Tage« der Rutscher au« der Fraiserei und dringt dt« gefraisten Arbeiten. Der gestrenge Herr Meister hört durch die zufällig cffene Thür seine« Zimmer« pfeifen und vcrmu'het, daß dieser unglückselige Rutscher der Urheber diese«„ruhistörmden Lärmt" sei, schickt also den Hausdiener mit der gemessenen Weisung ab, daß er daS Pfeifen nicht gestatte. Doch nicht genug da- mit! Alt der Ru.fcher in Abrede stellie, gepfiffen zu haben, da er überhaupt nie pfeift, wurde idm eine Zurechtweisung zu Theil, wie man fie von einem Unierolfizier einem Rekruten gegenüber stch wohl erklären löante, über die man an dieser Stelle aber doch wobl billig staunen muß. WaS blieb dem vermeintlichen U-delthSter jedoch übrig, alt zu schweigen, wenn er nicht unangenehmer Weiterungen gewärtig sein wollte. Wie eifrig würden doch diese Meister bestrebt sein Zichl und Ordnung, d. h. wa» fie darunter verstehn, in die Gelellen hinein zu bringen, wenn man ihnen nur dir obligatorischen Ar» beiiSdücher geben wollte! Die chemtfcheu Fabriken an der südöstliche« Peripherie urserer Siadt gestalten stch mit ihrem Beiriede von I h: zu Jahr immeißmehr zu einer auf die Dauer uner- träzlichen Plage für die dortigen Bewohner. In Sodom und Gomorrha tann am Tage ihre» Unterganges lerne qual rollere Atmokpdäre geherrscht haben al« hier an heißen T�gen zwischen dem Görlitzer Bahnlö per und dem schleftschen Busch, und nrch MS tief in den Treprower Park hinein find die Ausdünstungen der chemischen Produkte dieser Fabriken demiikdar und ver» derben allaZendiich den Tausenden, die dort in der Adenvkühle Erholung suchen, den Grnuß der Adendluff. ES ist ja ganz nalürlich» daß in der Umgebung solcher Fabriken, in denen der au« der Stadt abgefahrene Dünger und Unrath chemisch ver- arbeitet wird, keiee angenehme GervchtSsphäre stch entwickeln kann, aber mit Recht hat man ähnliche Fabrikanlagen im Nor- den und Süden der Stadt verdränat und»war bereits zu einer Zeit, als die detreffenden Sladt» gegenden noch bei Weitem nicht so unmittelbar an vat Fabrikterrain heran stch entwickelt hatten, wie die» jetzt im Südosten der Fall ist. Unter der dort herrschen- den Ralamllät leiden nicht dlot die nächsten vnwodner, sondern auch die Vororte an der Göditzer Bohr; kein M nsch hat Lust, mit einem Bahnzuge zu fahren, der ihn am Abend räch einem in freier und gesunder Luft zugebrachten Tage und, ge- wiffermaßen zum Adlchluffe det Naturgenuffe«, beim langsamen Einfahrrn in den Bahnhof noch auf mehrere Minuten der Einaihmurg einet betäubenden Pech- und Schwefelgerüche» aussetzt. Die Görlitzer Bahnverwalrung ha* stch kürzlich dereit finden laffen, ihre hübsch entwtckelren Parkanlagm in einen Rohlenplatz umzuwandeln; könnte fie nicht auch etwa» dazu rbun, damit für die einfahrenden Personenzüge die Einfahrt st.ts offen gehalten wird und diese schnell und ohne die jetzt sast bei jedem Zuge übliche Zögnung, so recht unmilteldar neben den ckemiswen Fabriken, staltfinden kann? Zum Gaftvirthschaftsbetrtede. Infolge der von den zustinbigen Mtnrstern auf G.und ver Erfahrungen getroffenen Vereinbarung wird nun durch Bestimmungen über die in bau- llcher und gefundheiUicher Beziehung an dte Gast« und Schank- wtfthschaflen zu machenden Mindestanforderungen drm Bc» dürfniß abgeholfen. Den detheiltgten Behörden ist sitzt durch allgemeine Ministirlal- Anordnuna folgende» zur Befolgung mllge hrilt worden. Sowohl in Städten alt auf dem Land« Luzarsy, Graf Wartenstein. Dann begannen sie urd der Graf zu fechten. Plötzlich unterbrach sie Luzarsy.„Nur ein paar Worte, Herr Graf. Ich liebe diese Dame hier und durfte hoffen, dieselbe zu erringen, bi« zu dem Tage, wo Sie dieselbe durch Ihre Vorspiegelungen blendeten—" „Herr Luzarsy," fiel Wartenstein drohend ein. „Ich kenne Sie, Graf Wartenflein", sprach der Ungar, „und werde Ihnen deshalb Angela nicht ohne Kampf über» lassen. Hier sind Floret«, wählen Sie, Einer von uns muß auf dem Platze bleiben." »Ich denke nicht daran, die Waffen entscheiden zu lassen", sogt« Wartenstein,„wo es Ihre Pflicht ebenso gut als die meine ist, sich dem Willen der Dame auf Gnade oder Un- gnade zu ergeben." „Vertheidigen Sie sich," schrie Luzarsy, warf da« Floret dem Grafen vor die Füße und machte sich bereit, mit dem zweiten auf ihn einzudringen. Doch im nächsten Augenblick stand Angela zwischen den beiden Männern und entriß dem Ungar die Waffe. Ein Blick von ihr genügte, um den Letzteren zu bändigen. Er warf sich vor ihr auf die Rniee nieder, preßte weinend seine Lippen auf den Saum ihre« Gewände« und stürzte dann hinau», wie«n Rasender. Am nächsten Morgen fand man ihn todt in den An» lagen, die Rechte hielt noch krampfhaft die erlösende Pistole umklammert.' mmmm Wartenstein schloß sie stumm und zärtlich an seine (Schluß folgt.) Brust. dürfen Gast- und Schankwirthschasten nur auf solchen Grund« stücken errichtet weiden, welche an Lffentlichm Wegen liegen und zu letzteren einen Zugang haben. In Städten dürfen fie an unbefestigten und unbeleuchteten Streßm oder Straßen« lheilen nicht errichtet werden, desgleichen ist die Errichtung ver» doien: in Häusern, die gewerbsmäßig Schlupfwinkel gewerd«» mäßiger Unzucht find, oder in welchen drr gewerbsmäßigen Unzucht obliegende Frauenzimmer wohnen oder verkehren, in Räumlichkeiten, welche dem vefitzer oder anderen Pirionen zu Wohn- oder Wtrthschafitzwecken dienen oder in welchin noch andere fremdartige Gewerbe betrieben werden, in unmittelbarer Näbe von Kirchen, Pfarrhäusern, Untenicht«- und Kranken« anstaltm. Die G-bäude, in welchen diese Wirthlchasten errichtet werden sollen, müssen eine feuerfichere Bedachung haben, der Zugang muß gefahrlos und bcquem fein, die Treppm müff-n genügend breit, nicht zu steil, mit einem festen Geländer versehen, die Zugänge zu den Treppen von außen her nicht schmäler al« dte Tripp'nläufe, die Thülen entsprechend breit sein und von außen. Die Gastzimmer und in Gasthöfen auch die Schlaftäume müsse« durchaus trocken sein, gedielte Fußböden haben, verschließbare Thüren, gut schließende, zum O.ffnen eingerichtete Fenster, die einen hinreichenden Zutritt von Lust und Licht unmittelbar von der Straße oder dem Hofe au« gestatten, soweit nöihiz mit sonstigen, zur Herstellung eine« genügenden Luftwechsels trsorderlichen Einrichtungen versehen und überhaupt nach ihrer ganzen Anlagt so beschaffen sein, daß fie die menschliche sundheit in keinir Weise gefährden. An den Zimmerösea dürfen Klappen, Schieber und dergleichen nicht vorhanden sein. Sämmtllche Räumlichkeiten find mit dm erforderlichm Aul« staltungSgegenständen zu versehen. Relleraeschosse dürfen ail Schlafläume für Gäste überhaupt nicht, alt Schanllokale nur unter der Bedingung benutzt werden, daß die Fußbödm nicht tiefer als 1 w unter der Oberkante der vorbeisührendm Straße llegm und die bezüglichen Räum« gegen da« Eindringen und Au'steigm der Erdfeuchtigkeit geschuxt find. In jeder Gast» und S-dankwirrhschast muß stch ein Zimmer von mindestens 25 qrn Boder fläche zum gemeinsamen Aufmthalte der Gäfle dtfiasen und in jeder Gaflwirlhschafi müssen mindesten» drei wohleingerichiete Schlafzimmer für Fremde vorhandm sftn. Für sämmiliche Gast» und Schlafzimmer wird eine lichte Höhe von mindestens 2 80 m erfordert» für die Schlafzimmer find mindesten» 3 qrn Bodenfläche und 12 kbm Luftraum auf j:d!N einzelnen Gast zu rechnen. Die Errichtung von Gast» und Schankwirthschaflen darf nur auf solchen Gmndflückm erfol« gen, welche mtweder an eine öffmiliche Wasserleitung ange« schloffen find oder einen eigenen Brunnen mit rölltg out» reichender Waffcrmmg« haben. Hinsichtlich der Bedürsnißan« stalten find eingehendere Anordnungen getroffen. Betreff« de« vielbesagten Petition werden die Inhaber von Listen dringend ersucht, vieseldm umgehend an h. Sperber, Friedenstr. 75, einzusenden, denn et find bi» jetzr kaum die Hälft« der ausgegebenen Listen eingegangen. Auch die alte OmutbuSgesellschaft giebt von heute ab Fahrscheme au» und führt neue Theilstrecken ein. So z B- tosten die Touren Oranienplatz— Hackescher Markt und Halle» sche» Thor— I-oalivenstraße 15 Pfennig. Die E öffnung der Pferdedahnitnie Sefundbrunnev- Chailotteudur« hat nunmrh? grst-rn früh stattgefunden, und zwar in de- ursprünglich konzesstoniitm Wriie, daßdie Waz-n vom G[unddrunnen au» über den W-dding, Moabit noch Charlotten bürg durchgehen. Bckannillch Mldet die neueröffneie Linie ein Glied in der projeltirter zweiten Ringhahn, an deren anderm Thrilen in der Bülow- und Narkstraße k. bereit» flrißig gearbeitet wird. Dte Trtvkgelderfrage kam in dm letzten Tagm in vrm Verein der Dresdener Gastwirthe zur Verhandlung. D>e wirlhe setzen den Bestrebungen, welche dahin zielen, daS Trmi« geld durch einen angronffmm Lohn zu ersetzen, in üderwre- gend-r Mehrheit Widerstand entgegen. Diesen Widerstand be grur« deie in der Dresden- r Versammlung Gastwirih Loren», welcher cU»» führte:„Da« Titnlaeld-ristire keineswegs allein in den Restaura» tionen; e««xiftire seit Menschengedenken in allen 9-'-'7>m f? Bevölkerung. Daß«S in Restamaflenm auffällig � und cM' breiteier sei, sei nur ein: Folge der Eigevaftigkert de« G*' werde» der Gastwirthe. Seien Dotationen, Gralisttationen keine Trtnlgeiver k Die Geschenke an Künstler und Rür.stlerM' nen? Erhielten nicht auch die ZeitungSkritiker„höhere T-ink» gelder". nach denen stch Lob oder Tadel richte? Die Herrschaft? lichen Dienstmädchen würden oft genug mit wenig Lohn am die Trinkgelder vertröstet. Womit solle aber ein Kellner oder Kellnerin die Verluste decken, die ihn fast täglich treffen dtfw Zechpreller oder unvermeidliche Jrrthümer? Auch müßten die Kelle- er und R-llnerinnm eveii erößere Außgabm für RieiWJ; Wäsche ic. machen al« andere Bedienstete." Hierzu bemerkt d» „F-ets. Ztg.": Daß diese Beweisführung an oielm Stoßen Mntt, ist klar. Vor allem ist r» keine Entschuldigung eine» Mißbrauch», wmn die Gastwirthe betonen, der Un'ug herrich« auch in anderm Kreisen. Gewiß ist e« tadeinSwerth. wen» Dimstgeder ihre Dienstleute auch auf die Trinkgelder verweisen- Ze tu gikliiiker, welche sogen annteTrinkgelver annehmen, find ab� geradezu bestochene Subjekte und al» solche der allgemeinen Berachlung unterworfen. Der Hinweis hierauf n>v also recht unglücklich gewählt. Giaiistkationm«•£ Dotationen aber kann man femer ebensowenig& Geschenke an Künstler und Rünstlerinnm ali Trinkgelds hinstellen» dmn st- erfolgen doch nur au» außergewöhnliche Ursachen und al» Folge außerordentlicher Leistungen. vernünfiigm Gegner de« Trinkge'.derwesm» werden» av« nie verlangen, daß beispielsweise ein Kellner oder ein oder ein HauSdimer eine« Gasthofs für größere BmttrÄ KU. bei größerer Inanspruchnahme seiner Kraft nicht d"™ eine Gegenleistung entlohnt werde. e» soll nur der g-S*' roartlir htn ichende motalliche Triikgeldzwang aufgehoben den. Für Witzblatter ist et ein häufig angewandter, tankbar? Vorwurf, dm Einfluß de» Trinkgeldes auf die Kellner draM? zu fchilvern. Bekommt der R-llner kein Trinkgeld, ist er gl*' "nd rückficht, lo« gegen dm Gast. Fünf» und Zehnpfennig R Ä." ÄÄ SffirÄT m 4 tun« bedimtenhafter und seine Titulatur de» Gaste» sch�, � können nur beseitigt werden, wenn der Kellner stch al» s-W diesen . die Leistungen der betreffenden Personen bejaMt find, die Kellner aber nach dem aegenwärligen<5*0 Mt Dtafle fast ausschließlich auf da« Trinkgeld ongeg sind, ja in manchen Wirthschasten, wie in dm Wimer R»L# imv, zu m uwnmcn WUidswaftm, rote in om Wien»»-v,'«» fogac von ihrem Trinkgelde gewisse Prozentsätze an den wi th abgedm müssen.,, bltf Im vauue de« Alkohol«. In der Faenilie Wn" f, oerbeitalMt«! Tochter hi.lt sich seit mehreren Jahr«« � perfioatrte Steuerbeamte St. auf. Der alte Mann HL- � würdiger Gestalten mittelst Droschke �_________________. H-use S� sol» wurde,'denn da» Desttllmpudlikum wußte genau, id-m Falle die Tochter de««tm die Deofi�tzfc* und gewöhnlich den fteundlichen Veglettem ein Trinlg« währte. Bor einigen Wochen»eigim st».bei dem»* � Spuren de« Säuscrwahnstnn«, der jedoch infolge einer lchen ärztlichen Behandlung nicht zum Ausbruch kam und diese wurde nun auch gegen die Ursache d«S UedelS gerichtet. man gewöhnte dem alten St. die Spirituosen ad, indem man ihm weniger schädlich« und anregende Getränke zukommen lies und seine Angehörigen hielten daS Uebel bereili für btseiiigt, «IS fich in neuerer Zeit wieder Fälle von Trunkenheit ein« stellten, ohne daß«» gelang zu ermitteln, woher der Alte die Spiriluiisen entnommen. Am Montag Vormittag sand ihn seine Tochter wieder besinnungslos in der Wohnung vor. Ein Gefäß mll einem fliissigen. entsetzlich nach Terpentin riechenden Inhalt wurde in seiner Nähe gefunden und man ermittelte nun, daß der Alte, der fich streng überwacht wußte, mtt einigen im Hause beschäftigten Lehrjangm in Verbindung getreten «ar, damit diese ihm die gewünschten Getränke heranschafften. Die Jungen scheinen nun mtt dem Allen ihren Schabernack getrieben und dem Fusel alle möglichen, widrigen und unge- uießdaren Bestandtheile beigemischt zu haben. Der Zustand d«S Alten soll ein bedenklicher sein. Ei» kleiner B-rirrter. Am ehemaligen Rosenthaler Thor wurde am 6. d. M., Mittags, ein unbekannter, ca. 3 Jahre alter Knabe mit röchl'ch:» Haaren hilflos aufgefunden und dem Waisenhause zugeführt. DaS Kind war bekleidet mtt braunem Anzug, braunem Hut und Stulpenstiefeln. Ei« größerer Tackboden- und Dachstuhlbrand fand ««gtftern auf dem Grundstück Chaufieestr. 83 statt; er wurde um 3'/, Uhr von einem Passanten mündlich auf der Zugwach« m der Pankstraße gemeldet und trat schon bei Ankunft der «Ken Feuerwehrabtheilungen mtt einer Heftigkeit auf, welche die sofortige Herdeirufung weiterer Hilfskräfte nothwendig machte. Der Angriff erfolgte gleichzetttg vom Vordcrhause und vom Seitenflügel auS mit einer Dampfspritze und mit iwei Handdnickip'.itzm; erleichtert wurde derselbe durch den günstigen Umstand, daß die in beiden Gedäudetheilen diS in den Dachboden führenden Treppen trotz deS starken RaucheS von den auf ihnen vordringenden AngrrffSkolonnen anstandslos pasfirt werden konnten. Derartig umstellt, vermochtm die machtig emporlodernden Flammen weiteres Terrain nicht zu lewinnen und schon nach einer Stunde hatte man daS Feuer toviit in der Grwa'.t, daß verschiedene Löschzüge zu ihren Machen zurückbeordert werden konnten. Mtt dem endgiltigen "«löschen und dem Aufräumen hatten sedoch einige Abtheilungm *0* bt» in den Vormittag hinein zu rhun. Die Lrandzerstö ung umfaßt die BodenverschlSge mtt ihrem J�.hall vom Vorder- dMe und linken Seitengebäude, sowie die Dachkonstrullion n.ii Men Baulichkeiten, dagegen find Wohnungen außer vurch Söafferschaden nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. .,1?' unerheblichen Schaden im Vergleich zu seinem Umfang auch der nächste, Abend» aeam 8% Uhr, im Industrie- tzevaude, Kommandantenstraße 77/78, zum Ausbruch gelangte ?eand an. Die Stätte deffelben defand fich im Dachgeschoß v«r an der Beuthstraße belegenen Frontseite, speziell in dem »�Vorgebrachten Posamentterwaarenlager von Prtzall. Der �eschaftSdefitzer, welcher ziehen will, hatte beim Licht mehrerer Pilroleumlampen gepackt und letztere brennen laffen, al» er vuf kurze Zeit den Lagerraum verließ. Bei seiner Rückkunft uanden fast die gesammten Lagervorräthe in Flammen und sattm letztere fich auch bereit» in die unmittelbar darüber urgende Dachkonstrullion eingenistet. Die Feuerwehr«ar schon Minuten nach erfolgter Meldung mit der auf der Hruplfeuerwache stationirten GaS- une Dampfspritze in Güster Thätigtett und ließ den Brand über da» bereil» er« Baffen« Terrain auch nicht einen Fuß weit hinauSgelangen. *** Schaden wird durch Verstcherung gedeckt. ,.Bon einem Fremde« wurde am 6. d. M. NachmitagS «r Bedürfnißanstalt eine» htefigen Hotels eine Brieftasche % 1165 Mark Inhalt abgelegt, dort vergeffen und war später AM wieder aufzufinden. Eine sofortige Durchsuchung der 2» SM d«S in der Rahe beschäftigten Kellner» D., gegen den Verdacht zunächst angeregt wurde, da von demselben be- «TA* vor JahreSflist in einem andern Hotel ein Diebstahl von nickt Vgen einen Hemden verübt war, führte zunächst Durckw�A-llnschten Erfolge. AlS jedoch eine nochmalige einige 5?�.? Mn«» Körper« vorgenommen wurde, nachdem D. ä ÄfÄ üä ver ü-.. ���s.Idst verst. ckt gehalten. DaS Geld war un- ttnh«'A&anden und tonnte dem Geschädigten rurückgegtben lieat t. � ln Hast genommen, zumal der Verdacht vor« g». daß er weitere Diebstähle in Hotel» ausgeführt hat. schi-i? ki«em Trödleraeschäft der veteraueuftraße er- 2,9 am G. d. M. ein Mann und bot einen alten grauen, eir!?«ntn' mit zahlreichen Mottenflrcken versehenen und an v..?..Sett««ingeriffenen Brüffeler Teppich zum Kauf an. Nach liJPlt.�anSpapieren befragt, wollte der Urbekannt« dies« so- Jy holen, ist aber nicht wieder zmückgekehrt. ES wird ange- ?«vimen, daß der Tevplch gestohlen ist. Der unte« j?*t»te Eigen thümer defielben wolle fich in den Vormittag»- *"«mc«d-igmvumrr 9ij\tivzu rvvur naj in vcn wihuisuhs' �Mden auf dem Kriminal Kommiffariat, Zimmer 87c, melden. �.Cl« entsetzliches Unglück hat fich, wie nachträglich mtt- rschfttt wird, am Sonnabend Nachmittag auf dem Michael» .,,?*!otz durch die Pflichtvergeffenheit eine» Kindermädchens »Met. Während daffelbe, anstatt auf da» seiner Oihut an- »g« Kind Acht zu geben, mit anderen auf dem Pl'tze Vi Dienstboten eisriaft fich uaterhielt, war da» Kind, MMMH. da».."»ch vorn üb-- fiel und so unglücklich,» liegen kam. daß gÄ* Ii» Ä.MWÄÄ forden. Dieselbe datte stch am Sonnabend Abend mtt d> m" anderen jungen Mädchen in die städtische Badeanstalt »..bcardhafen deaeven. Sie war do t die erste, dtt da» ffiV vrrli.ß. Sie setzte fich sodann auf den im Waffer X�Mwenden Ballen, der da» Basstn begrenzt und zugleich «j», Herste Grenze bezeichnet, bil zu welcher fich die Badenden t»!,. Gefahr wagen dürfen. Auf dem Balken schaukelnd,«- sumste den noch im Basstn fich befindenden jungen Mädchen, «m Jorgen, am Sonntag, ihr vierzehnter Geburtstag sei und am nächsten Freitag eingesegnet werden würde. Hierbei W?.« da» Gleichgewicht und stürzte unter gellendem Schrei bw,"sv in dal Waffer. Sie versank nicht ganz, sondern htell W-mtze Z«tt lang den einen Arm au» dem Wasser empor. kt ii* war den andern jungen Mädchen nicht möglich, der $aft;,en«ugen Sinkenden zu Hilfe zu kommen, indem daS fe eimJnn>,,tftt Stelle sehr tief ist. Den auf die Hilferufe «ti SU,. K(chn herbeigeetllen Schiffern gelang e» nur noch, vcht,"Vglückte al» Leiche au» dem Waffer zu ziehen. Die Mbur.» �vn Eltern, die schon alle Vorberettungen für den Ä&ÄÄ Ä wieder vor einer Strafkammer de» Landgericht» Ii, die Sache mußt« aber vertagt«erden, weil der Angeklagte dm Eindruck etneS vollständig geistesschwachen Manne» machte und deshalb die Exploration seine» Geisteszustandes angeordnet werden mußte. DaS Resullat muß für dm Angeschuldigten nicht günstig auSgefallm sein, denn der Termin für die Schlußv«. Handlung und die Verhaftung de» Beschuldigten wurde ange- ordnet. Der Verhaftete hat alle weiteren gerichtlichm Proze« duren übe flüsstg gemacht, denn in der Nacht vam Freitag zum Sonnabend hat fich derselbe im Gefängnisse erhängt. AlS man den verübten Selbstmord entdeckte,«ar der Tod längst eingetreten. Et« bedauerlicher Unglücksfall soll, wie ein Bericht. erstatler meldet, einem der MuseumSsiener in dem„Museum für Völkerkunde" in Folge eigener Unvorfichiigleit zugestoßen sein. Beim Putzen ein-» vergifteten Jndianerdolche» soll fich ders.lbe mtt dem Dolche die Hand geritzt habm; dieS habe eine Biutvergistung herbeigeführt, die ihn veranlaßt habe, Aufnahme und Heilung in einer Krankenanstalt zu suchm. Markthalle«- Bericht von Z. Sandmann, städtische« Verkaufsvermittler, verlin, Zenttal-Marllhalle, dm 14 Sep- tember 1888. Wild. Di« Zufuhr an Rebhühnern war größer, deckte aber noch durchaus nicht die gesteigerte Nachfrage. An Rehen und Hirschen warm die Eingänge gering; ei werden dafür außerordentlich hohe Preise gezahlt. Am 15. tc. beginnt hier die Hasenjagd, e»«erden dereitZ sehr gute Preise offertrt. Rehe 70-90, Hirsche 35-55, Wildschwein 25-35 Pf. pr. Pfd., Rebhühner, junge 95-120, alt« 70—85 Pf., Fasanen 3 PI.. Wachteln 50-80 Pf., wild« Enten 0,80-1,20, Hasen 3.50 bii 400 Mark. Geflügel. Die Zufuhr an feltem G-fllgel war gering, die Preise find dem Bedarf und der Qualllät entsprechend günstig. Magere» Giflügel in großen Mengen vorhanden, erreicht gegenwärtig etwa» günstigere Preis«. Jung« Gänse 2,50-3,00-6,00 M., junge Enten I—1,50—2,00 M., junge Hühner 0,45-0,80, alte 1,00-1,40 M., Tauben 30-45 Pf.. Poularden 4�0—8,00 M- per Stück. Butter. ES wurde bezahlt für frische feinste Tafelbutter w. 112-115, feine«utSbutter t 102-110, II. 92-100, III. ------ 80-86, Landbutter L 85-90, n. 70-80 Mark. und ander« geringst« Sorten 55—66 Mark per fehltthaft« Galiztich« 50 Kilo. «äse. Echter Emmenthaler 73— 80, Westpreußischer Schweizerläse L 56-63 M., u. 50-55 M., m. 46—48 M.. Quadrat- Backstein I. fett 22-25 M., n. 12-18 M.. Tilstter Fettkäse 46-66-60 M.. TUstter Magerkäse 18-23 Mark, Limburger l 80—85 PL, n. 20—25 M., Ramadour 30-86 M„ rheinische, Holländer Käse 45-58 PL, n. Waare 35 M., echter Holländer 65 M., Edamer I 60-70 M.. u. 56 MS 68 M., ftanzöstscher Neufchateller 16 M. per 100 Stück, Samembtrt 8,00—8,60 R. per Dtzd. Mainzer 4 M„ Harzer 3,50 per 100 Stück. Eier 2 40 M. per Schock. Honig 70- 80 M. pr. Ctr. Geräucherte Fische. RheinlachS 2M-2.90 M., Weser- und Ostseelach» 1.20-1.40 M.. geräuchert« Aale 70-100 bil 130 Pf. pr. Pfd., großer Delilateßaal 1,50 per Pfd., Flundern, Nein« 2,75—3450, mMel 4.60-8, große 12-20 M., Bücklinge. 3,50 bi» 6,00 R. Dorsch 8-10 M. per 100 Stück. Sprotten 0,40-0,69 per Pfund. Krebse,«lein«. 10 cm. 1,00-1,50 M„ mittel 3-4 M- große 8—12 M. per Schock. Hummern 1,30—1,60 M. per Pfund. Lebende Uch«. Aal, mittelgroß 80—95, große 1,10 M, Hecht 60-70 Pf.. Schleie 80-90 Pf. per Pfund. Seefische. Lach» 1,00—1,20—1,30 Marl, Zander, groß«, 80-90 Pf.. Hecht 40—50— 65 Pf„ Steinbutte 70-80 Pf, See «unge, große 1,00 M., mittel 60— 70 Pf., Scholl« 10 bt» 25 Pf., Schellfisch, groß« 20 Pf„ Kabeljau 15 dlS 20 Pf. per Pftmd, Makrelen 40—60 Pf. pro Stück. Gemüse und Obst. Neue ftanzöstsche Wallnüffe in Schaale »er Pfund 20 Pf., geschält 40 M. p. Ctr. Pficfiche 25-46 M.. Tomatm 10—15 M- per Zentner, Weintraudm 26—40, Preißelbeeren 9—10 M. per Zentner, Karotten 2.50—5 M. per 100 Kilo, Wirfingkohl 2—3 M., Roth- und Wctßko! große Köpfe 3—4 M. pr. Schock, Blumenkohl 10—15 M. rr. U SlÜck, Kartoffeln, im Preise steigend, weiße 3,50-4,00 M., Nierenkartoffeln 8.003»., rothe 2,80-3.00 M.. blaue 3.00-3,60 M. pr. 100 Kilo, Pflaumen 4 bis 15 M„ Birnen 5—20 M, Aevsel 5—20 M., Zwiebeln 1,75—8,00 Mark per Zentner, Schalotten 6—7 Marl. Neue saure Gurken 2 M. per Schock. Melonen 20—30 Pf. pr. Pfd. AnanaS 2�0—3 Mark pr. Pfd. Getrocknete Morcheln 2,50 M. per Pfd.. getrocknete Stein- pilze 6,50 M. per Pfd. Blumen und Blätter. Lorbeerblätter 3 M. pro Korb. Rosen 4 M. pro Korb von 300 Stück. NB. Bar stehende PretSnotirumgen find gewiffmhaft zu sammengefiellt und entsprechm dm wirklich erlangten Engro». preisen. Wasserstand der Etzree in der Woche vom 29. August biß inkl. 4. September 1886.(Angabe in Metern.) Polizeibericht. In der Nacht zum 13. d. M. sprang ein 18 Jahr« alte» Mädchen in selbstmörderischer Abficht au» einem Fenster der in der Trmpilherrenstraße 1 Tr. hoch belegenen elterlichen Wohnung auf die Straße hinab und erlitt dadurch außer einigen Verstauchungm schwere innere Verletzungen.— Am 13. d. M. früh wurde in der Näh« de» Hamburger Bahnhof» dt« Leiche eine» Manne» au» dem SchifffahrtSkanal mögen und nach dem Leichmschauhause gebracht.— Gegm Mittag ertrank keim Laden in der Spree der Maurer Schelen, hinter der Guttmann'schen Mörtelfadrik vor dem Stralauer Thor.— Zu derselben Zeit wurde tn der Oranimstraße ein 3 Jahre alter Knabe durch einen von dem Kutscher Marx, Adalbert- straße 80, geführten Kutschwagen überfahren und am Kopf und der rechten Hand verletzt.— Am Nachmittag wurde ein vier Jahre alteS Mädchen vor dem Haufe Langestraße Ne. 63 durch einen mit Hol, deladenen Handwagen, den der Arbetter Otto vor fich herschob, üderfahrm, anschetnmd jedoch nicht dedeutmd verletzt.— In der Nacht zum 14. d. M. wurden ein Arbetter m Maschinenraum der Brauerei Engel u. Voß, Klosteistr. 10, und ferner ein Mann am Bauzaun de« ReichSlagSgebäudeS tn der Nähe der Frieden»-Allee erhängt vorgefunden. Beide Leichen wurden nach dem Leichenschauhause gebracht. Gerichts-Zeiwng. Bon Herr« Rechtsanwalt Dr.«atz rrhattm wir mit d« Bitte um Aufnahme folgende» Schreiben:«In Jhtem heutigen Referat üder den„Prozeß Weim" findet fich folzender unrichtig, wie fich schon daraus ergtebt. daß ich über dmselben Sachoerhalt bereit» in der Untersuchung gegm den früheren Bureauvorsteber Voehr» vernommen und vereidigt wordm bin. mung ausgesetzt, konnte aber heut« nicht nachträglich er« folgen, weil vi« Verhandlung durch den von Ihnen mitgetheiltm Zwischenfall unterbrochen uns vertaat wurde. Der Vorfitzende verwies mich nach Vorschrift de»§ 54 Strafprozeßordnung vor der Vernehmung darauf, daß ich die Auskunft über solche Fragen verweigern dürfe, deren Beantwortung mir selbst etwa die Gefahr strafgei ichtlicher Verfolgung zuziehen könnte, worauf ich erklärte, daß ich einen solchm G.und der Zeugnißverweige» nmg nicht habe. Hieraus ist offenbar daS Mißverständniß Ihre» BerickterstatterS zu ück-uführen." t Mtt dem heutige« Tage gehe« die GerichtSferie» #* Ende. Die Strafkammern, von denen einzelne an de» stimmtcn Tagen die Sitzungen ausfallen ließen, tagen dann ebenso wie die einzelnen Abtheilungen der Schöffengerichte regelmäßig an jedem Wochentage. Eine neu- Schwurgerichts» Periode beim Landgericht I beginnt unter Vorfitz des Land. gerichtSdirektor Martiu» bereit» am 20. d. M. SS erscheint zweifelhaft, ob in dieser Periode- wahrscheinlicher ist erst in ver nächsten- der Prozeß gegen den Doppelmörder«eller stattfinden wird.— Der Prozeß g-gen die zwölfjährige Mör» dertn Marie Schn-ider. der interessante Aufschlüsse über da» (vermutdlich gestorte) Seelenleben deS Kindes geben wird ss-t» det am Freitag, den 1. Okiober, vor der dritten Strafkammer bei Landgerichts I statt Die gerichtlichm Sachverßändigen. Gehetmrarh Dr. Wolff und Physiku» Dr. Long werden ihr Urtheil über den Geisteszustand de» Mädchen» abgeben, da« bekanntlich ein 3j-hiigeS Kind aus dem Flurfenster de« dritten Stockwerks hinadstüizte, nachdem eS ihm vorher die goldenm Ohrringe auSaehakt hatte. DI« Vertheidigung ruht in den Händen de» ÄechtSanwa'tS Fr. Frledmann. t Uater der Ankiage der»eamtenbestechung stand gestern ver Kellner Franz Radokau vor der dritten Ferien- strafkammer d.-S hteftgen Landgericht» I. Am 4. Juni d. I. war zu einem in der Näh« de» Kastanienwäldchen, stationirten Schutzmann ein Mädchen getreten und hatte ihn ersucht, die PetlMichkeii eine« Manne» festzustellen, der sie in schamloser Weise belästige. Der Schutzmann folgte und fo-derte den Kellner Radokau— er war der von der Dmunzi antin Be- zeichnete- auf, ihm zur Wach« zu folgen. Ei,«cei» von Passanten bildete fich. die alle gegen den Verhafteten Partei nahmen. Der Zug setzte fich In Bewegung und langte vor dem W-chtlokal an. Dort aber gab e» etne lleder» raschung: die Denunziantin war verschwunden. Sie hatte das Gevrchage benutzt, um stch heimlich zu entfernen, vielleicht, weil ihre Angabe mcht auf Wahrheit beruhte, vielleicht, weil fie die Unannehmlichkeiten einer Gerichtsverhandlung vermei- dm wollte. St« war verschwunden und e» wäre nun nicht» weiter übrig geblieben, al» den Verhafteten zu ent» laff-n, wenn derselbe nicht vorher eine Bestechung versucht hätte. Er hatte den Beamten, der ihn verhaftete, himmelhoch gebeten, ihn doch laufen z« laffen, ihn nicht zu ruiniren und uw s-inen Bitten mehr Nach. druck zu geben, hatte er«inen harten Thaler in die Hand de» Schutzmanns zu drücken versucht. E: war aber an den Un» rechtm gelommm und wurde nun wegm diese» Versuche» ver» b-ttet und angeklagt. In der Verhandlung suchte R den Vorgang so darzustellm, al» hätte er au» Freude über seine unerwartete Entlassung, al« die Denunziantin stch au» dem Staude gemacht hatte, dem Beamten da» Gilostllck gereicht. Die Zeugenaussage de» Schutzmanne» stellte dies« Behauptung jedoch als unwahr hin und schilderte den Vorgang so, wie er oben dargestellt ist. Der Angeklagt« wurde zu 14 Tagen Ge- fängniß verurthetlt. t Wegen eine» brutale« Akte» de» Rache war der Kaufmann«elp von dem hiefigen Schöffengericht zu 6 Wochen Gefängniß verurthellt worden. Der Verurtheilte hatte Be» rufung eingelegt und gestern kam die Sache vor der fünften Ferienstrafkammer de» Landgericht» 1 zur nochmaligen Ver» Handlung und zur wesentlich verändettm Entscheidung. Der Thatdestand, aus den hin da» erstinstanzliche Urtheil«folgte» ist folgender: Kelp wohnt in einem Haus« de» Weinberg!» wegS. da» von einem aewissen Schönebng verwaltet wird. Zwischen Verwalter und Miether besteht eine erbitterte Fetnvschast, die ihren Ausdruck in Beletdigunaen und Körper» vcrletzungm und tn dem Gegenstück dazu, in J ijurtmprozeff.-n und Denunziationen, in Zivilklagen und vtrakprozeßonhand- lungen gesunden hat. An einem Sonntag Morgen unter» nahm K-lp nach der Schilderung Schönederes einen hinter» listigen Urb«, fall gegen ihn. Beide Männer ttafen fich zu» fällig, al» fie beide im Begriff waren, zwei Kloseträume zu ketteten, die auf demsetbm Flur mit den Rücken aneinander liegen. Böse Blicke flogen, grimmige Ridm wurden in dm Bart gemurmett und die Thüren schloffen fich. Ein« gelt verging und kein« von beiden wagte, daS schützende Asyl zu vnlaffen, weil jeder dem Anderen Böse» zutraute. Herrn Schöneberg wurde schließlich der Ausenthall in dem engen Raum« zuerst unangenehm und er öffnete die Pforte. In demselben Augenblicke that fich auch die andere Thür auf und Kelp trat hinau». Zugleich fühlte Schöneberg einen stechenden Schmerz in den Augen. tu.. sofort„übergingen" und die er schließen Wochen ladorirte er nach seiner Angabe an einer heftigen Auaen. vollen Glauben eingeflößt und da er aussagte, daß da» Puloer gestoßener Pf ff-r gewesen sei. so hatte dieser Umstand die planmäßige Vorberettung de» UeberfallS deweisen und die Hinlerlift de»«elp in den schwärzesten Farben erscheinen laffen. Dle RevifionSinstan, hatte jedoch nicht da, gleiche Ver» £>uen wie die Voiinstanz zu dm Angaben d-S Schömberg. MMiii #### bestrast davongekommen, weil den Richtern die Sachlage nicht genügend aufgeklärt erschien, um eine Berurtheilung de» An» mm folgend«: Herr Hermann hatte da, Glück, eine Wohnung in dem Uttter sein« Verwaltung stehenden Hause an den Kaufmann Landow zu vrrmiethen. Landow zog am 1. Ol- r ä Hch«.Vertrag war verabredet worden. Banbo» Ä ÄÄÄ'l.Ä« Ä'Ä Vach« zog fich di« zum 30. MS«, 1865 Mm. Ta trutbt di:n Felde pasfiren." Im nächsten Augenblicke schlug, wie die„Voff. Ztg." berichtet, ein Blitz in die Eiche, mit schrecklichen Folgen für die darunter stehenden Arbeiter. Der eine von ibnen, Namen! Herzog, fiel iodt um, der Bauaufseher blieb gelähmt liegen und mußte in ein Krankenhaus geschafft werden, und die übrigen Arbeiter waren längere Zell betäubt, einer klagt sehr über he'ttge Schmerzen tm ganzen Körpcr. An dem Tobten find am Halse und am Oderarm breite dunkle, wie blutunterlaufene Streifen zu sehen!— Ein anderer Blitz hat in Arnsdorf ein Hau! entzündet. Aus Sachse«. 13. September» wird der„Volks- Ztg." geschrieben: In geradezu empörend« Weise benahmen fich die bei dem Bau des Pleißbachlanals bei Chemnitz deschästtgten löhnischen Arbeit«, welche mit den beimischen Ardellern Diffe- renz«. bekommen hatten. Einen l9jählizen deutschen Arbeiter warfen fie unt« anderem zu Boden und schlugen mit Hacken und Schaufeln auf ihn los.— Die Bauuntnnehmer sollten doch in d« Thal bei Einstellung fremder Arbeittlräste die nöthige Auswohl treffen. Am besten allerding! würden fie thun, auf solche! Arbell!ma!«ial zu verzichten, da wir in Deutschland ja übergenug unbeschäftigte Ardeiirr haben. Zürich, 11. S,duigstraße 66. 1° IÄi. SperMreptow. W« SijH NB «ad morgen, Donnerstag: Großes Concert und Gala-Borftellung.! Auftreten der Speziallläten und de« gesammten neuengagirten Künftttrpersonatt. Anfang 4 Uhr. Enttee 20 Pf. Nachzahluna I. Platz 55 Pf.. II. Platz 30 P'. on heule ab nur jeden Kanntag. Mittwoch u. D-nnrrftrrg Vorstellung. I Passage 1 Tr. 9 M.- 10 f KsUer-Panersaia. In dteser Woche: Eine Reife durch Bayern- Das malerische Italien und Pompeji- Hertha Nets«. Caro.inen-Jnseln. j. Entre« SO Pfennig. Kinder nur 10 Psenw- Danksacnng. Allen Freunden und Bekannten, welche mei» nem Mann Albert Linsetberger dtt letz'e Ehre«wiesen haben, sowie Herrn Prediger Griese für Vre ttofireichen Worte am Grabe sage ich meinen besten Dank.[571 Die Hinterbliebene Wtttwe t-nise Finfrlberger nebst Kinder«. Klavittarbeittt, Kchtmis! DieUmdaumacker derPianofabrll oonvrand Gitschinnstraße 94, haben wegen Lohnredultton die Arbeit ei ig- stellt und ersuchen dringmd, den Zuzug fern zu hatten.![674 /achverein der Steindrucker und Lithographen. Versammlung Donnerstag, de» 16. d. Mll„ Abends 8 Uhc, im KSntgstadt-Kastna» Holzmarttftr. 72. Tagesordnung: 1. Bericht vom So.mm«fest. 2. Vortrag de» Herrn Dr. Zadel Üb« Geschlechtskrankoeiten. 3. Diskussion. 4. Verschiedene« und Frage» kästen. Um zahlreiches Erscheinen«sucht 5731 Der Borstand. Nie ÄjuldtWknttt sor dem Deutschen Reichstage, Komplet Heft 1—5. m durch die Grvedttio» d»»„De». ol-latt", Oertt« 8W� Zi»««». trotz, 44 [1067 KchlafsteUe gefacht für einen einzelnen H«in»um 1. Ortober, ftp. Sing., nahe dem Koltbuser Thor. Abrissen unter K. K. 66 an die Expedition diese« Blatt» S erdeten.[677 Cigarren-& Tabak-Pabrik «■ detail Ca n. fieheffier« AMWWM sr)„»u, r no> Tabak».[563 Rordhäus« Kautabak von®.». Hanematler. MUMM Eine 572] geübte»tepp«rw wird verlangt Manl-uffelstraße 61 Hof 1 Tr. ««antwortlich für den poittischen 2 heil urd Soziales Max GSttW, M �««samo.luneen F. 25 Mädchen auf Kirtonagen sucht 01586125«® 5!®!__ Z«np(%*etbetg%a��Mi»b«a. W«nob%%%r" 70J vath. N-ue Friedrichstraße 10. Soeben ist erschienen: Der .caeWeltKaleiidel für 1887. AuS dem reichen Inhalt heben Benrot: Reich»h--,halt».6t,t bei Deet- «che» Reicht.— Zerbroche»e Rette*. »ihlung von Rob. Schweichel.— Bjr nie Frone»»ob Haormeosche».— Proletnrierkinb. Trzähwng o.#.ä an| — Der Komps zwischen Frier». in ber Writ. Bon P. Osw. Köhl'� Nie man rioe Milttn verdient.— 8'� «ende Blätter(humoristisch). »lo«ratia-K-ilag-mt L Lnrim X«ntteriiss- 3. Blanche.«. Die beiden vi» Wonbknlenb«. -=»»et» 60 Pf.»" ; Stuttgart. 3- 6- I Zu bezieh"! durch dtt«epedUtef' �"z�demeerkSuser» ____ u-i..«.. tat fimmlltch