Mr. 218. Sonnabend» den 18. September 1886. Iii. I-tzrg. ötrlmrVMU Krgan für die Interessen der Arbeiter. »a«„«erlt»-»«olkAblatt« «iich«wt tielich mmtni au* ei»ach e-mn. und Magen.«!>»nn«nent»?rri< für»erlin frei k* e«ul viert, liÄ-lich*«arl. monatlich 1,86 Diart, Wöchentlich 86 Pf. Postadonnement g Btc4. Utnzelrii Rummer 6 vsnn»ag»'Rumm«? mit der tllutzrirten vetlag, 10 Pf. ragen oiheitunchivretsliR« fit» 1888 unter Rr. 769.) beträgt sil, die 4 »et größeren Rachmtttägs in der Insertion«gebühr oder deren Raum 40 Pf. Rrbetttmarv 10 nach Uederrtnkunft. Inserate werden bis 4 . Berlin 8W� Zimmerftraß» 44, sowie von allen»nno»e«r- ohne Erhöhung de« Preise«, angenommen. Redaktion% Kenthstratze 2.— Grpedition: Zimmerstraße 44* An Kirchnstml. Herr W i» d t h o r st und die Seinen träume« nicht nnr von einer Wiederherst-lluag de» KirchenSaat», sie betrachte» dieselbe sogar al« ein« Art pratnsch-r Farderung, al« da« politische Ziel der Partei. Her, Wmdrhorst hat stch ans d«m Bietlauer Katholikentag uamrßoerstäadlich in diesem Sin« geäußert und da« ist für u»« Grund genng, auf die Sache nähe, einzugehen. Wenn die römisch.kotho- lisch« Geistlichkeit al« solche die Wiederherstellung de« Kirchen« staat« anstrebt, so fi-de, wir dabe, nicht»«uffalleade«; hinter den Führer» de, Zentrum«partei stehe» aber viel« Hunderttausende van deutschen Bürger», Arbeiter» «»d Bauern und alle diese Leute habe« doch sicherlich kein Jateress- an der Wi-derherstellung de« Kirchenstaat,. Herr Windthorst sagt:.Rom gehört der ganze» katholische« Welt". Nu», da« historische Recht de« Papstthum« auf die Stadt Rom rst doch wohl nicht so leicht »achzuweise« und selbst wenn die« der Fall wä-e, so ging« daraus«och lang«»ich» die Berechtigung»ine« Kirchenstaat« hervor. Der Papst hat ungefähr dasselbe Recht auf Rom, wie die Engländer auf da« Gebiet der Vereinigten Staaten von Nordamerika oder Oesterreich auf M.x ko. Wir find weder Bewunderer der sardinische» Dynastie noch de« «oder»«» italienischen Staate«; aber wenn auch in diesem Staate sehr Viele« faul ist, so kann doch Niemand wünsche», daß deshalb der»och viel faulere Kirchen- staat wieder hergestellt werden sollte. Dieser Kirchenstaat w««ine der widerwärtigste» politischen Erscheinuage» der lttzte» Zahrhunderle. Er zerschnitt Ztal,en in zwei Hälfte« schuf dadurch ein« Zersplitterung, die unendliche» «chaw«wgtnchtet ha». Kaum hat e««ine» Staat ge- »iven, de; schlechter regiert und vermaltet worden»*, al« 7* log, nannig Kirchenstaat. Die Justiz und die Verwal- 'U»g i, diesem Staate waren nur eine Karrikatur von dem, !po» st« sein sollten. Die Zvquifitio» hat in diesem Kirchen- Itaat ihre Orgien gefeiert, und wen» dt« Wände de, alte« Paläste, der Gefängnisse und de» andere« öffenilichen Ge- baude«den könnten, fie würde»«n« die Haut schaudern wacht». Der Kirchenstaat war selbst bei de» wenig evergische» Römer» so in der Achtung grsunke», daß er nur durch fremde Hilf« noch vi« in unser« Zeit hinein aufrecht« halte« wer« de» konnte. Schon 1849 mußte« die Franzosen dem ver- triebe»«» Papst« zu Huf« komme» und Rom konnte erst «ach langer und tapferer Vertheidigung durch Garibaldi von de« Franzose» eingenommen werden, worauf der„m'.lde* «nd.gütige« Papst P'u» IX., der sich einmal al«„liberalen Papst« aufspiele» wollte, eine grauenvolle Rache an de» Römer««ahm, die am»usfiande betheiligt waren«ad i» IseuMeton. oert-Un. 12 Gin KriUnntenhalsband. Krimina Novelle von Ferdinand Herrmann. Wieder stöhnt««nd ächzte die alte, hinfällige Treppe feinem Schritt uad ihr Knirsche» und K.arre» klang ww k'z Ohr wie«in mitleidvolle« Jammern. Wie viel «lend und Herzeleid, wie viel hoffaungSlos« Verzweiflung wocht««ohl auch üb«, dies« aUe» Stufe« schon dahtnge- schritte» sein I Wie viel zerrüttete« Menschenglück und wie �,l verlorene Existenzen mochte wohl da« niedrige schmutzige -komptoir de« würdige« Herr« Julius Wendeland schon»» seine» vier kahle« Wänden gesehe» haben l Verwirrt und fassungslo« wie ei» Träumender trat der lunge Man» auf die Straß« hinau». Ein scharfer Windstoß, der eben heulend und schneidend um die Ecke fuhr, brach»« ,h» erst»ieder«tnigermaße» zur Bestnnung, indem«r ihm Wr einig« Sekunden völlig de» Athem benahm. E« war enge, häßliche und dnnkle Gaffe, in«elcher fich der Abgewiesene da befand. In de» alte», verwitterte» und voll melancholischer Lebenßmüdigkeit seitwärts geneigte» Hüuser» war kaum hier und da«in vereinzelte« Fenster «ihellt— aus der Straße selbst aber war»irgend« ei« wntschliche« Wise« zu erblicken. Jen« lange männliche Ge» ualt, deren Hagerkeit selbst durch de« weite» Mantel nicht oerd«ckt wurde, de« fit über die Schulter« geworfen hatte dt« fich vorfichlig in die dunkelst« Ecke eine« Vorbaue« ge- niü wvr ja offenbar von dem lebhaften Wunsche erfüllt, ?'cht gesehen zu werde», und fie würde diese« Zweck auch wohl eneickt Labin. m#««* v*» seissr ümoebutö eine WL. 0lÄ 3e»et eine« Zvo:,pr«»g von«wo schau.»'?�cht hatte, langsam au« dem Häuser. seine Hände fiele». Zahlreiche Hinrichtungen und Ei«. ke kerunge» folgte« der Wiederherstellung de« Kirchen- staale«, und de» Römer» mochte»ohl für all« Zeiten die Lust vergehe», da« Märchen vom„liberalen Papst" jemals wieder zu glaube«. Der Kirchen- staat bestand nur«och durch die Gnade Napoleoat�III., denn dieser Staattstreichmann glaubte sich in dem durchweg katholischen Frankieich beliebt zu mache», wen« er da« Da- sein de« Kirchenstaat« garantirt«. und e« waren ja auch französtsche Troppen, welche 1867 de« Angriff Garibaldi'« ans Rom bei Meatana zuiücktchluge». Mit dem Fall Na- poleon'« III fiel auch der Knchenstaat, was von keinem Menschen bedauert wurde, dessen Anschauungen dem neun- zehnte» Jahrhundert angepaßt find. Wen» nun die ultramontan« Partei die Wiederher- fiellung de« Kirchenstaat« al« eine ihrer Hauptforderunge» proklamirt, wie thöricht müsse» die Arbeiter handeln, die sich immer«och als Anhängsel dieser Partei gebrauche» lasse« und die Wählermasse» dieser Partei bilde» helfen. Man wirst der Ardiiierpartei mit Unrecht oft Utopisterei vor; aber kann eS denn eine größere politische U»opisteret geben, al« die Wiederherstellung de« Kirchenstaat« und kann ei« deutscher Arbeiter gröber getäuscht werden, al« wen« man ihm von der Wiederherstellung de« Kirchenstaai« irgend eine» Nutzen verspricht? Die Arbeiter in den ultramontane« Vereine» würde« wahrlich weit besser thu», fich endlich ein» mal den moderne« Idee» u,d Bestrebungen zuzuwende«, statt fich mit der Beschwörung mittelalterlicher Gelpenster abzugeben. Für den Arbeiter handelt es fich um Besserung se«er wirthschaftliche» Lage und um Gewährung»o» mehr Biloung; damit hat aber der Kuchenstaat genau so viel zu thu«, wie etwa da« Reich de« König« Kakobau in Australien. Herr Windthorst wird also wohl auf die Herstellung de« römische» Kirchenstaat« verzichte« müsse». Aber wir wollen ihm eine« guten Rath gebe». Vielleicht hat er im Buche von Busch:„Fürst Bismarck und feine Leu»«" auch jene Stelle grltsi», wo der Reichskanzler fich ausläßt, e» wäre gar nicht unmöglich, daß der Papst ei»»ol in Deutschland«fidirte und man könne fi� eine Stadt t« Mitteldeutsch- land, etwa Fuld-, al« seine Refibenz denke«. Der Papst in Fulda— fürwahr keine üble Im. Herr Windthorst ist nun ei» mächtiger Mann— warum sollte er nicht versuchen, jene Idee de* Reichskanzler« aufzugreifen und zur Ausführung zu bringen? Wir habe» so viel Wunderbare« und Seltsame» in Deuischland uad der Papst in Fulda würde dazu un« gerade noch fehle». Also an'« Werk, verehrte Perl« von Meppen l Der junge Mann, welcher der Besitzer eine« kostbare» Biillantschmuck« war und welcher trotzdem behauptet«, fich t» einer enlsetzliche« Nothlage zu befiade», war offenbar uugew'ß, wohin e, seine Schritte eigentlich zu richte» habe. Fast an jeder Sttaßenecke stasd er unentschlossen still, und wenn er dann«ach kürze,«« oder längerem Zauber» mit müdem Sang seinen Weg fortsetzt«, so geschah e« jede«- mal mit einem tiefe» Aufseufze» schmerzlichster Refignatio«. Er hatte wohl nicht die Unwahrheit gesprochen, wen» er dem Pfandleiher gegenüber d<« Angabe gemacht hatte, daß er fich auf einer Reise befind« und daß er in der alte« Hafenstadt fremd war, dt«» er ging so unpraktisch kreuz und quer durch die Straße», daß die Geduld feine« une,- müdleche» Verfolger« wohl auf eine ziemlich harte Prob« gestellt werde» mochte, und daß st« fich»ach Berlauf einer halbe« Stunde kaum wesentlich vom Ausgangspnnkt ihrer Irrfahrt entfernt hatte«. Vor dem glänzend erleuchtete« Schaufenster«ine» Juwelier« blieb Bernhard Schmidt abermal» steht«. Auf einem Schild«eben der Ladenthür war zu lese»:„Einkauf von lose« und gefaßte» Ebelsteine« und von Edelmetalle» in jeder Form.' Seine Hand ruhte auf dem kostbaren Schatz in der Tasche seine« Ueberrocke» uad n kämpft« offenbar mit dem Entschluß, hier einzutrete» und sei» Heil«och einmal zu versuche«,«der würde man hier nicht noch strengere Anforderungen an ihn stellen, al« in dem Komptoir de« verkickt wohnende« Pfaadleiher«, von dem man ihm gesagt halte, daß er gern einmal et» Aug« zudrücke und e« nicht all' zu genau nehme mit der Herkunft der Dmge, die er bel'eh oder kauft«?— Muthlo« zog Banhard de» Fuß wieder zurück, de» er bereit« auf die erste Stufe der Laven- treppe gesetzt hatte, und eben wollte er fich zum Weite,. gehe» wenden, al« er«ine leichte Berührung an seine, Schüller fühlt«. Sei» Zusammenzucke» und die nervös« Sa» mit welcher er de» Kopf»ückwärt« drehte, verriethen, baft er st» wohl in einem Zustand« beständiger Furcht de- fi-rden müsse, uad e« war ihm vsseabar eine Erletchterung, al« er i« ein ganz unbekannte«, von einem dichte» roth. blonde« Vollbart u«radwte« und«rt große« Sommer. sprosse» übelsäte« Gesicht schaute, da« v»el»he, eine« Ate jJttlängniiiig des Ailaganngs- ZllstlUld« w Leipzig. §. D« gestttn von un« mitg'lhetlte R chenschaftßderickt hat insofern eine ganz besonvere Bedeuturg. d« er m-hr al« t'de« andere bisher oeröff-ntlichte oifi.ieUe Schrtstdück die Stellung der Rkgierungm»ur Fachverein« unv Lohn» dewegung enlbüllt. Der Etndruck der hierauf bezüglichen Auslüh ungen läßt stch kurz dahin zusammenlassen, daß Herr von Puttkamer mit seinem Streiterlatz Schule gemacht h et und daß auch die verdündeten Regterungen. und in erste: Linie gerade die sächstschen Behöiden, fich mit Freuden bereit er- klären, Siretk« uad Fachvereine in gleicher Weise zu behanveln» wie die« in Preußen seil langem geschieht. Die F,ch vereine Leipzig» haben zwar, wie man wider- willig zugestehen muß, in ihren Slalulen alle« vermteden, was wettergehenv« soziale und politische Ziele verrtethe,„aber g e» legenrltche»eutzerurgm und beiläufige Erschei- nungen und An,etchen" sollen gezeigt haben, daß fie in„Zusammenbang mit der sozialdemokratischen Partei" strh-n. Und solange dieser Z.sammenhang da ist,„muß die Weitrrentwicketun g der Fachverrjine al« ein die ösfentttchr Sicher» hett und Ordnung dedrohender Umstand angesehen werden." Wie lange mag da» wohl sein? Ran,„gelegentliche Aeutzerungen". die den Behörven mißlallen, werden so lange in Ardrtterve! einen aultauchen, al» e» Sozialisten oder auch nur unzufrieden« Aideitec giedt, und da die heutige En»»icke- lung immer medr Unzufriedenheit schafft, so desazt die osfi,»elle Begründung weiter nicht», al« daß die vehörd-n für all« Zeiten derFachoereinsdewegung den Gar au» machen wollen. B«t Streit» machen fich A.ußerungen„eine» pelstmistilcheri Geiste«" demerkdar? Ader solange noch da« «Herne Lohngese» auf dem Arbeilci stand lastet, solanze noch— um mt> dem von der RealirungDprefft so olt belobten Rod. dettu» zu reden- der Anlhetl der befitzenden«ioffen am Nattonaleinkommen deständig steigt und steig», während der Antheil der Enterbten edenlo ständig finkt— so lange wird auch eine pesstmisttsche Stimmung in Arbeiter ki eisen derrschen, und wieder und wieder und gerade bei Streik«, bei Kämpfen um«inen höheren Antheil zum«u»rruck kommen. Wrll dt« R-aierung letztere» um jeden Preis verhüten, so besagt da« wester»ich«, al« daß st- keine Lohnbewegung mehr du.vrn will. Wir, und andere mit un«, haben d.« nie de. zwetsett, um so eher könnt« aber dir Regierung eine ganz offen« Sprache führen. Wo.u die vielen„Wenn", t a man doch recht gut w-iß, daß keine« dieser„Wenn" jemals eintisti? Was un« aber noch mehr in Verwunderung setzt, ist der Umstand, daß die von un« berührten Ausführungen zur Be- aründung, nicht der Roihwendigkest de« Eostalistergtsetze« im Allgemetnen, sondern de« Belagerungszustände« der einen Stadt Lerpzta dienen sollen. Entweder fie reichen dazu hin: dann tft die Regierung zweifellos ih rn Lndä'g rn gegen» »nterwürfigen«nd demüthige« al« einen drohende» An«. druck hatte. „Ich bitte um Verzeihung, mein Herr," sagt« der Roth. blonde, der beim Spreche» sehr stark«st der Zun«, anstieß..«« ist ja möglich, baß ich mich täusche, ober e« schien mir, als wen» Sie hier fremd feien und de« Rath eine» erfahrene« Einheimischen gebrauchen könnten! Ich würde mich Ihn,» damit gern zur Verfügung gestellt haben." Bernhard schüttelte de» Kopf uad lehnte da» zuvor. kommende Anerbieten mit einigen höfliche« Worte« ad. Er sei hier allerdings fremd, aber es s«, auch wever sein» Ab. ficht, die Seher swürdtgkeste» der Stadt in«ugensdei» ,n nehme«,«och habe er irgend eine» aadna destimmte» «unsch, zu dessen Erfüllung ihm Jener deh'flch fei» könne. Er war elflau»», als der freundliche Ata»» kotz dieser unzweideutige« Abweisung unbeirrt an seiner Seste blieb. „Sie fürchte« vielleicht, mein Herr, daß ich Ihne»«ach. her durch unbescheidene Forderungen für me,ne Drenst» lerstunge» lästig falle» werde?— Aber diese Besorg».« wäre in der That ganz grundlos, den» wen« ich auch ei» armer Familie.vater bin, der de» hungernde» Sriniae» gern einen redlich verdiente» Guschen heimbringe« möchte so würde ich es doch ganz uad gar Ihrem Ermessen abw Uffe», ob und wie hoch Sie meine Dienst« belohne» wollte«. Irgend«in kleines»nl'eg«» oder Bedürlniß hat doch am End« jeder Fremde, und Sie werde» in der ganze» Stadt nicht leicht Jemanden finden, der mit alle» Verhalt. «issen so wohl verttout ist und in alle» Verleg«» heiren so sicher Raih weiß als ich I" Bernhard stutzte»nd sah de« sonderbar«« Unbekannte», der ihm ferne schweren Sorge« und seine bange Berzwerf- lung gleichsam von der Skr»» zu lese» schien, aufmei ksamer an. Von dem Gesicht de« Manne# war seines mächtigen Barte« und feine« große» drenrardlgen Filzhute» wegen nicht eben viel zu sehe»; aber diese« Wenige war bei Weitem«ich» so Vertraue» erweckend, al« die bescheidene» und verbindlichen Worte. Aber gleichviel I— Wer btefet Mann auch immer sein mochte,— wen» er die Wakrbett gefpioche« hatte, und wen« er eine«»u»weg zu finde» üb« vmstilbtet, bin Belag»rung«»ustand über all« industriellen Orte Drutschland»»u vn- hängen, denn üderoll giedt«I Fachoeretne?on gleicher Zu- sommensetzung und Tendenz. Oder ad«, die R-gierung»er- schaiht«», den velagerungtzufiand über das ganze Reich aus- zudehnen— damit würde sie aber selber zugestehen, auf wie schaachea ftüßm ihre Begründung für Leipzig st-ht. Freilich erfahren wir auS dem letzten Theil des Rechenschaftsberichtes noch mancherlei über Verbreitung verboten« Schriften, über die Schutzbedürftigleit des Reichsgerichtes und über einen Anarchrsten, der früher in Leipzig gewodnt hat. Kit aber in Amertla weilt. Ab« derselde Bericht gest h' zu, ß d« Belagerungszustand bisher gege" die Druckschriften- Verbreitung nicht? ausgerichtet hat. Im sei flössen en Jahr konnten im Ganzen drei Fälle konftatirt werden', in einem Fall« war alles Nachforschen vergeblich, in den beiden anderen Füllen kam man mi» den anderen Paragraphen des Eozialtsten gesetzcs auS. Für dm Belagerungszustand ist damit also auch für die Anhünaer des EozialistengesetziS nichts bewiesen. Den einen Anarch st.n aber vermören wir beim besten Willen nicht ernst zu nehmen, m>d die Gesährdung des Reichsgeeichtes ex-st�rt zweiielloS nur in den Köpfen der Verfaff« des Rechenschaft?. derichtes. An Ansehen hat daS Reichsgericht durch seine Hai- tung in politischen Prozefs: n zweifellos verloren, aber was sollte es zu befürchten haben? Und was sollte der Belagerungszu- stand hierin ändern können? Wäre etwa ein Lietk. verhindert rvorden, in Frankfurt einzuwandern, wenn dort d« Lelagelungs« zustand geherrscht hätte? Wir halten somit die Begründung der Regierung in allen Theilen für hinfällig. Politische N-berstcht. Die soztatdemolraltsche Frattton des RrtchStages hat fotgende Fnterpellat'on eingebracht: Jaterp-llatio«._.. Die g'ofe Beunruhigung weiche im deutschen Volke durch die Pol gänge der letzten Wochen auf d« Balkanha! Hinsel hervorgerufen wurde, sowie die Stellung, welche nach Mit» theilungen osfiz ös« Pcehargane der Reichskanzler diesen Er- etgn'.ssen gegenüber eingenommen hat, vnanlaffen uns, an die verbündeten Regierungen folgende Anfragen zu stellen: 1. Ist«S wahr, daß durch den Reichskanzler diesen Somm« in Kisstngen und Gastein im Namen der verbündeten Regteru« gen Abmachungen zugestimmt wurde, welche die Beseitiguna des Fürsten Alexander von Bulgarien im Interesse Ruhland« und dt« Siärkung der rufstschen Macht auf der Balkonbalbinsel bezweckten? 2. Ist es wahr, dah die Re-chsregierung bei dem Fürsten Alexander nach dessen Rückkehr nach Bulgarien dch n wirlte, daß diejenigen, die dem genc.nnten Fürsten die Regierung entrissen, ihn auS dem Lande trieben und dadurch sich nach den Grundsätzen der destehenden Staat«, und Gesellschaftsordnung des Verbrechens des Hochrnraihs schuldig machten, str-flcs ausgingen? 5. Wa« gedenken die verbündeten Regierungen zu thun, um bei dem unaushörlich wachsenden Cinfluh Ruhland« und d« Ausdrhnung seiner Aiachtsphäre aus der Ballan. Halbinsel die schwer dedrohten deutschen Interessen zu wahren? Zugleich stellen wir die Anfrage: Ist den verbündeten Regierungen bekannt, daß im Kieise Pieschen in d« Provinz Posen am 10. August d. F. der Wuth Wa czak aus Kachari und ein WtrlhS- söhn aus Pozowel auf preußischem Boden von rufstschen Soldaten übe, fallen, über d» rulstsche Grenze geschlippt, verhaftet und erst-rer gegen Zahlung von vier, letzt«« gegen Zahlung von achtzehn Rubeln«st nach dreiläaig« Hast entlassen wurden? Ferner: Daß in der Nackt vom 28. aus den 29. August d. I. der Wirth Derwich ebensall» auf preußischem Boden von rulstschen Grenz- soldaten üb« fallen, über die Brenz« geschl�ol. zunächst auf der Wache, dann aber in Kali'ch in'« Getängniß geletzt und erst nach fünf Tagen und gegen Erlegung einer Kaution von 73% Rudel und Garantieleistung Kalischn Wirthe entlassen wurde? Und was gedenken dir verbündeten Regirmngrn gegen diese, sowie die seil langem fortgesetzten G-enzo«!« Hungen russtick« Soldaten und die brutale völkerrechtswidrige Behandlung deutsch« Staatsangehöris!« durch rusfische Soldaten und Be- Hörden zu thun?. Zur Einbringung ein« Interpellation find bekanntlich 30 Unterschristen erforderlich. Tie Besvrechung ein« Interpellation, nachdem die Regierung dieselbe beantwortet oder die Beantwortung abgelehnt hat, kann nur erfolgen, wenn d« Antrag darauf von 50 Mitgliedern unterstützt ist. Kür die Retchstagsersatzwahl tu vertin«mpfiehtt heute auch die„Nordv.»llgem. Zig." einen mittelpartetlichen Kcmprom! ßlandidaten„Es kann nicht schw« fallen, meint da« Kanzlerblart, einen Kandidaten zu finden, sür den Konsttvaliv« und Gemäßigt-Llbnale gemeinsam stimmen lönnen; Sache des wußte au» eio« verzweifelte» Lage, so war sei» uvgebete««» Erscheine» eine Schicksalsfügung, sür die d« bedrängte junge Man» dem Walte» des Zufalls nicht dankbar genug sei» konnte. Wohl zögerte er noch eure kurz« Zeit, de» gänz- lich Unbekannte» i» sei» Vertraue» zu z'ehe»; ab« als Zea« in sunea Anspielungen immer deutlich« durchblicke» ließ, daß« wohl zu eirothen vermöge, von welch« Art die Bedürfnisse de« Fremde» seie« uad daß« auch um'die Mittel zu ihr« Befriedigung kaum i» Verlegenheit sei» würde, da theilte ihm Berhard kurz entschlösse» mit, daß er ihm all«di-g« gern eine anstäedige Belohnung zuwende» würde, wenn er ihm dazu behilflich sei» könne, auf «ine« werthvoll«» Schmuckgegeastavd ei» größer«« Darlehen zu«halte». „O, mein Herr, nicht« ist leicht«» als b»#," erklärte b« Man», der ihm aufmerksam zugehört hatte..Ich be greife, daß e» Ihne« peinlich ist, dergleiche« selbst t» die Ha«d zu nehme«. Ab« ich w«de Zhne» mit Freude« meine Kräfte dazu leihe». Gebe» Sie mir«ur den Gegen- strmd und irgend ei» amtliche« Papi«, durch welche« ich «ich legitimirr« kann, und ich w«de Zhne» Alle« bringe», wa« fich»ur i«m« herauspresse« läßt." Al« ih«»u» Bernhard erkläre« mußte, daß« eine solch« Legitimation nicht besitze, und daß« gerade deshalb schon an verschiedene» Stellen rundweg abgewiesen worde« sei, da setzte auch der Unbekannt« ei«« äußerst bedenkliche Miene auf und stimmt« seine» hoffnungsvolle« To» um et» ganz Beträchtliche« herab. Da« ist freilich schlimm, seh, schlimm l Die Behörde» find jetzt von ei»« lächerlichen Streng« i» diese» Dinge». Sie sehen de» Pfaadleiher»«od Rückkaufshändler» d«- maße« auf die Finger, daß die arme» Lru-e derartige Ge» schäfte gar nicht mehr wage« dürfe», ohne fich sogleich dn Gefahr auszusetzen, al« Hehl« in» Gefängntß z» wander«. Da wird fich kaum etwa« mache» lasse».' .Ad«, mein Gott, da« Haltband, welche« ich»«. pfände« will, ist ja nicht gestohlen,' rief Bn». hard verzweifelt«»#.„Derjenige, welch« mir«,« Dailehe« darauf gäbe wäre vollkommen fich«, et» L'beralismu«, der bisher dem„Deutschfreiswn" in erltn nur platonisch entgegen zetreten ist, dürste e« fein, zu er- kennen zu geben, daß er bereit sei, da« ernsthast und in der That zu thun." Es wird fich nunwehr zeigen, od He« Stöcker, der früh« die Versuch« zu einer Mittelparteidildung vom Ion« seroatioen Stand punkl bekämpft«, Muth genug hat, sein« Selbst- ständtgleit aufrecht zu erhalten, oder ob« auch zu tanzen be» -eit ist, wie die Regierung pfeift. Od« kommt Herr Siöck« kür die konservative Bewegung Berlin« bereiis nicht mehr in Frag«, seitdem ihm da« Kanzlerblatt die Fieunbschast lündtgte? »lt et» Zeiche« echt orthodoxer Gesinnung wird un« da» Schreibe» eine« Gemeinde Ktrcheoraths zur Verfügung gestellt. Wir bringen da« interessante Schriftstück seinem vollen Wortlaut nach: „Da Sie unseren Mahnungen, für Ihre am 2t. Februar diese« Jahre« geschirffene Ehe die geistliche Trauung nachzusuchen, keine Folge geleistet hab-n, ko«klären wir Sie auf Grund de» Ktrchengesetze« vom 27. Juli 1880 der Fähigkeit, ein ktrw ltche« Amt zu bekleiden, de« kirchlich«n�Wahlrechts, sowie de« Recht» der Taufpathensckaft hierdurch für ver- lustig. Auch können Sie bei beharrlicher Weigerung zum heiligen Abendmahl nicht mehr zugelaffm werden. Dasselbe gilt auch für Ihre Ehefrau. (L. 8.) Der Gemeinde- Kirchenrath. An (gez.) Z.-ller. en Herrn Lücke, Wohlgeboren zu den Rauwrgesellen Schmacht-ndagm." Wa» fetten« de« geistlichen Lbirhaupte« zu Schmachten- bagen(Kreis Oranienburg)» sowie de« orthodox m Kirchen« löcper« noch fern« aufaedoten worden ist, um dem in den „Bann" Erktälten da« Sündhafte einer nur standesamtlichen Trvuung begreiflich zu machen» geht weit über die Grenzen de« Zulässtgen htnau«. Da jedoch die beiden Eheleute auch in der Zukunft kirchlich« Hilfe entbehren zu lü.rnen glauben, ««den dt« Schmachtenhagen« Frommen keine Weilnungen zu defürchten haben. Sostaltsttsche». In Thien« Salon in Ottensen tagte eine allgemeine Ardeiterversammlung» in welcher über dir an den Reichstag abzulassende Petition wezrn Abänderung d-« § 152 d« Gewerbeordnung berat hm werden sollte. At« der Ziganenmach« Hark»lb«g staatliche Einrichtungen ein« Kritik unterzog, löste d« überwachende Polizeideamte die Vnsamm- lung auf Grund de«§ 9 de« Sozialistengesetze« auf.— In Wolfendüttel wurde bei einem Sozialdemokraten eine Haussuchung vorgenommen, die aber ergebmßlos gewesen sein soll.— lieber die Haussuchungen in Sachsen wird der Chemnitzer„Freie Presse" berichtet: Bei acht Haussuchungen in Lichtenstetn-Callnberg find einige einzelne Rum- m«n de«„Sozialdemokrat" aufgefundm und beschlagnahmt worden. Bei der einen Haussuchung in Gertdorf über einm au« DreSdm Autaewtesenen find sechs Nummnn de«„Sozial- demokrat" von 1334 mitgenommen worden. F«n«r haben tzautsuchungen in Bernsvo f und Hohen st-in stattgefunden, die jevoch resultatlo« verliefen, wenn nicht das Lufflndm der „Thllring« Waldpost" und de«„Norddeutsche Wochenblatt", bervei necht verbotene Druckschristen, al« Resultat anoesrhen wird. Die ersten Meldungen waren also, wie gewöhnlich, übertrieben. Anarchistische«. Aus Mannheim, 14. Sept., wird der„Frkf. Ztg." gelchrieden: Die Straikammer de« hiefigen Landgnichts hat sich in letzt« Zeit mit ein« Reche von politischen Prozessen zu beschäftigen gehabt, welche alle gezeigt haben, daß die Anarchi» ften eine eigenthümliche Talltk verfolgen. Im Gegensatz zu den von ihnen als ideale Schwärmer verachteten Soialderno« k aten, die überall da, wo es gilt, für die sozialistischen Ideen Propaganda zu machen, zumeist junge kräftige Leute in« Feuer icdicken, sür welche die Verdüßung ein« Gesängnitzstraf« von tetnm nachtheivgen Folgen sein kann, scheinen die Anarchist:« in Bezug auf die Wahl o« Weilzeuge zur Berbreitung d« verbotenen Druckschrttten„Der Rebell" und die„Frechen" ihr Hauptaugenmerk auf alte od« gebrechliche Personen geworfen zu haben, wobei sie e« auch nicht»«schmähen, da« weibliche Element mit in die Sla'lalion zu ziehen- So wurden in letzt« Zeit von d« Strafkammer de» hiesigen Landgericht««in 72 jährig« Grei« und eine bejahst« Frau wegen Verbreitung de«„Rebell" zu Gefängnißstrasen rerurtheilt, wäbrend heuft d« 40 jährige Elsrndieh« Franz Stetninger von Fürftenstein, ein kranker, gebrechlicher Mensch, der stch nur mühsam mittelst eine« Stocke« fostbewegen kann und zumeist in einem Roll» stuhle gefahren w«den muß, wegen Berbreitung der Nr. 9 de«„Rebell", in welchem neben Anderem«in„einfache« Re» zept", um Kirchen, Justizpaläst« k. k. in die Luft zu sprengen, empfohlen wird, zu ein« einmonatig«» Grfängnißftrase ver- urtheill wurde. Au» München wird d« Hamburg«„vgzia." geschrieben: „Wie sehr auch unser« Rilitäroerwaltung dafür besorgt ist, daß da»„Gift de« Sozialismus" nicht in das Herr eindringt, zeigt da« Militäroerdot, welche« gegen die Münchener Kind'lbraueret ergangen ist. In dm Gartmlokalttäten daß ihm nicht die mindeste» Unannehmlichkeiten darnu» erwachsen.' .Za, mein lieber Herr, solche Vnficherunge» könnte— ohne Anspielung natürlich— auch jeder Spitzbube gebe» l — Rein,»ei», auf diese Weise geh» es nicht I Ich wüßt« urter solche» Umstände» nur«in« einzige Möglichkeit— und die wird Ihn» wahrscheinlich nicht konvenirenl' „O, ich bin gezwungen, jede»»ushilfsmittel zu er, greife», rief der junge Mann au»,.wie verzweifelt es auch im«« sei» möge, den» es handelt sich hier nicht«ur u« mich, sonder»»och um ein« andere Perso», die mir unend. lrch theuer ist. und deren Lebe» vielleicht von dem Eefolg meiner Bemühungen abhängt.' „Nun. wen» es so ist, wird fich am Ende doch etwas machen lasse». Wir müsse» es dann eben nicht zu ver- pfände», sonder» z» verkausm suche», und es darf Zhne» dabei freilich auf eine» beträchtliche» Verlust nicht ankommen. Dies« Halsabschneider lasse» stch ihr Rifilo gut bezahlen.' Bernhard biß fich auf die Lippe» und seine Brust hob fich w schwere»»themzügm. „Es wä-e«in furchtbares Opfer für wich, dm Schmuck für immer fostgebm zu müssen und ohne ein« Ausficht, ih» jemals zurück z» nwerbm. Er ist ei» sehr werthe« An» denke» und es war mein fester Entschluß, mich setner niemal» ganz zu mtäußem.' „Ach, nehme» Sie mir'« nicht übel, ade, das ist ei» sehr»hörtchtes Bedenke« I— Ich kenne zwar Ahr« Verhält- »isse nicht, mein Herr, aber wm» man einmal so in der Patsche fitzt, wie es da mit Zhnm der Fall zu sei» scheint, so kommt man nicht in«wer so kurze* Zeit wieder heraus, wie es«öthig wäre, wm» Sie da« Ding wieder«rnlokm wolle». Glauben Sie mir'», ich Hab« darin mein« E>- fahruvgen I— Uad mit dm werthe« Andmkm, da« find so Fraumziwmer-Seatimmtalitäte», deren ei» Man» sich eigentlich schämm sollte. Heutzntag« legt man fich um de« werthm Andenken« willen keine todim Kapitalien mehr in die Schublade!" Wm» Bernhard de» Unbekannte» von vornherein wmig sympathisch gefundm hatte, so war ih« der Mann dieser Brauerei feierte nämlich der HIestge Sanitäts verein— der mit Politik ungefähr so vi.l zu thun hat. wie manch« große Staatsmann von der sozialen Frage versteht— früher bereits und auch neulich wieder ein Gartenfest. Mittag nun ist beim Rappoet der gesommtm Garnison der Besuch des Lokales bis aus weitere» untersagt worden.— Einer der im l-tzten Gewerkschaftsprozeß mit verwickelten Schneider» Namens G a ß m a n n, hat stch die Anklage so zu H-rzen ge- nomme«, daß er sett jener Zeit an Verfolgungswahn leidet. Der B-dauernswerihe befindet fich in der hiesigen Irrenanstalt, wo fich auch der in wefteren deutschen Ardetleikreism bekannte fiühere Gyamafiallehrer Franz Rohleder ebenfalls noch be» findet. Der Zustand des letzteren soll zu den schwerstm Be» sorgniffen Anlaß geben und befürchtet man, daß er schwerlich jemals wieder soweit hergestellt werden kann, daß er die An- st alt verlassen darf.— Seit Dienstag voriger Woche hält stch der Regierungsbaumeister Keßler hi-r auf, der beabfichtigt, in Räckstckt auf sein Frl. Tochter, welche die Kunstschul« b-suchen wird, hier dauernden Aufenthalt zu nehmen. Die liebe Polizei Hai dem in letzter Zeit viel gehetzicn Mann auch hier bereits ihr, Ausmerkwmkeit zugewandt und ihn mit einer Haussuchung deehrt. Gefunden wurde natürlich nichts." Daß Herr K-.ßler auch nicht öffentlich sprechen durste, meldeten wir bereits. vom russischen Srbfreund. Aus Anlaß der von der rufstschen Press« erhobenen Klagen über die Unmöglich keft. mit den deutschen Fabriken in Polen ersolareick zu lonkmrirm, veröffentlicht der oiss.löse„Dntewnik War, z." einen gegen dt« deutschen Einwanderer aertchteten Artikel, dem wir das folgend« entnehmen:„Die hiefigen Manusalturen» heißt et da, arbeiten gegenwärtig mit emrm solchen Erfolge» wie nock nie vorher... D« Ausfuhr au« der Stadt Looz ist, im Vergl'ick zur Mcxlmalausiuhc im Jahre 1885. in letzter Z-it iiii aus 57 409 und 51336 Pud per Woche gMiigm, d. h. übertrifft die mittlere WochenauSfuhr i J. 1835 grob- um da« Dopprlte u-d wird im Vergleich zur Ausfuhr i. I 1881 durch eine Zunahme um mehr als 200 rCl. ausgedruckt.— liebet die Geschäftslage in Tomaschow, Pabianice, Zdunska- Wola, Zgierz, Oza'kow, Sosnowice und Ziwrerce werden let- der derartige genaue Daten nirgend» puolizirt, aber ohne Zweifel blühen und erweitern ihre Produktion alle diese deutschen Nester, dl« auf Rechnung Rußland» leben und stch nähren und die ei dahin bringen, daß Tausend« non tusstschen Arbeitern beschäftigungslos find und hungern müssen. Die Deutschen könnten fich mit solchen glänzenden Erfolgen wohl zufrieden geben und et für nöthig befinden, ein wenig mit den Ausgaben für Errichtung neuer Fabriken»urllckz». halten, da ste wissen, daß die oberste RrgierungSmacht durch Ernennung der Kommisfion zur Untersuchung ver Industrie deS Weichselgebiets in andere Beziehungen zur hi stgen In- dustrie getreten ist, als wie solche noch unlängst herrschten. Allein unzweifelhafte und gewichtige Thatsachen beweisen gerade da» Gegenth-il: die Deutschen bemühen stch nicht nur darum» die Erlaabniß zum Bau neuer Fabriken zu erhalten(waS von ihrer Sei.« wohl für natürlich zu halten ist,) sondern ste er- hallen auch diese Erlaudniß und beeilen stch, dieselbe so ralch wie möglich zu benutzen, damit die erwarteten neuen Gesetze tn Betreff ausländischer Industrieller im hiefigen G-biet ste schon al» Befitzer von Fabnten antreffen, welche auf Gninv einer gesetzlichen von zuständiger Lbr, gleit ertheilt.-n E-Iaubniß befiehl n. Und all,» da» gehl bei den Deutschen, so zu sagen, wie gekchmiert, und bauen dieselben nicht etwa irgend w:lche kleine W.itstäiten, sondern gigantrsche Fabriken, und dabei nicht im Innern deS Gebiets, sondern unweit der Gienze ober sogar nur einen Schritt von dem 875 Sashen breiten verto'.enen Grenzfirich, indem ste so alle Chanren ausnutzen, die ihnen die enge Nachbarschaft ihres Vaterlandes und das dichtberöltert« Schiesten bieten, welch« ibnen ArbettskrSkt« uns billige« Hitzmaterial ganz nach Gefallen tn Hülle und Fülle liefern.— Jetzt einige Beispiel« und wa» sür Beismel-' Ein gewisser Herr Prlzer erbaut in der Näh« C,enLochau eine ungeheure Wollspinnerei; tn Eiedlc«, d. h.«» gleicher Linie mit Eotnowice, baut Herr Neugedauer ein« groß« Seifensiederei; der bekannte Herr Schön baut gleich'aus eine gigantische Wollspinnerei. Wie man erzählt, soll derielbe außerdem auch die Erlaudniß zur Errichtung aller zur Bei» arbeitung der sogen. Kammwolle nörhigrn Etablissements er» halten haben. Die Spinnerei wird von ihm ebendaselbst, dn Sosnowice, errichtet, wenn auch natütlich außerhalb des de- kannten 875 Sash-n breiten Striches, der s. Z von den polni- sehen Administratoren des Königreichs, die so eifrig die deutscht Industrie im hi fizen Gebiet anpflanzten, erdacht wurde...» Wenn das in dieser Richtung so weitergeht, so wird Eosnowict zu einem mächtigen Industrie Zentrum heranwachsen, mit wel» chem ein Kamps für unsere rufstschen Fabriken einfach urmöz« lich sein wird. Es ist Zeit, fich dieser wichtigen Frag« gegen» über anders zu verhaften und den Abfichten der oberste» Regierungsgewalt gemäß zu handeln, die tn den Aufgaben de» gegenwäriig hier idäligen Kommisston deutlich genug gelenn» zeichnet find I"— Es spricht ein ingrimmiger Hast gegen all«« diutsche au« diesen Ausführungen. Und diesen Nachbar, der jetzt geradezu verhaßt, aber er war ja der Einzige, von de« noch eirre Hilf« zu erwarten war und schweigend mußte dtt bedauernswerthe Jüngling seine Rohheiten anhören. Auch mußte er es lutz fernes innere» WiderwillerS dulden, daß der Rothblonde plötzlich eine adscheuliche Vertraulichteft a» den Tag legt« und«aaz ungenirt seinen Arm ergrff, u» ihn an den Ort zu führen, wo seiner Meinung»ach da«, Es' schäst' vielleicht zu machen sei» würde. Auf dem Weg« dahin welcher ausschließlich durch die häßlichste» und ruwpiigstt* Straßen der Stadt führte, wurde der Unbekannt« niV müde, sehr oft und mit großem Nachdruck zu wiederhol«»- daß es auch bei de« Verkäufer« Bereitwilltgkeit zu* großen Einbuße keineswegs leicht sei» wüide, so in oll«* Eil««ine größere Summe zu erholte» und daß Bernh«J* wahrscheinlich niemals zu einer E.füllung seiner Witts«' gekommen sein würde, wen» der Zufall»'cht gerade ih» v seinen Weg gekühtt hätte. � Ein unbefangener Beobachter wüide vielleicht auf Vermnthung gekommen sei», daß es dem SommnsprolstS''' mit seinem unaushörlichen, stet« die nämliche» Ding« holenden Geschwätz»ur darum zu tbun sei, die>ufu»�? samkeit seines Begleiter, von dim Wege abzulenken; ad" dies« Borficht war, wen» er ste in d«c That beodachl«« jedenfalls eine ziemlich überflüsfize, weil Bernhard w«d-r «cht«»och nach link« schaute, sonder» wie ei» Nachtwandln dahinschrttt, todtenbleich, und mit der Miene ein«» ur, heilten, der einem un-ntrinnbaren Schicksal entg««"� fühlt wftd. Er stutzte«st. al, sei» Begleiter vor der, ebener Erde eingehende» Thür eine, Schänk« Halt au» welcher ein nicht eben einladende« und»nlcckende«� wirr« heiserer und lärmender Stimme» auf die vttaß«™ autschallte.. ...--Wiek'f'agt««r..Sie habe» doch nicht etwa die», ficht, mich in diese Spelunke z» fühien? Zch brauch« wen'llp�, zweitausend Thaler und da drinnen ist sicherlich Niemand, d- über eine solch« Summe vnsügt.".. „Nicht nur über dies« Summe, sonder» über viel«A uni nach Mözlichkeit verdrängt und btschivpkt, stärken wir durch unseren Kredit und unsere volitische Unterstützung. _ Kheschtießunge»»wischen Dents»«« und Schweizer«. In Zuwnft sollen Deuljche, welche mU Hchwetzerinnen in der Schw-Iz und Schweizer, welche mit Deutichen in Deutschland eine Ehe abschließen wollen, wenn ste ihre Staatsangehörigkeit nachgewiesen haben, nicht mehr verrfl'chtct sein, durch Vor« legung von Nttesten ihrer bezüglicheri Heimathidehörde darzu« thun, daß st« ihre Slaatiangehörigteit durch die Eheschließung aus ihre zukünftige Ehefrau und ihre in die Ehe geborenen Kinder übertragen und daß ste demgemSß nach eingegangener Ehe sammt ihrer vorgedachten Familie von ihrem Heimat hi- staate auf Erfordern wieder werden übernommen werden. Wohl aber stnd die beiderseitigen Angehörigen verpflichtet, fallt dies in ihrer Heimath oder an dem Orte der Egeschlie» ßung gesetzlich vorgeschrieben ist, eine Bescheinigung ihrer zu- ständigen Landeibehörde darüber vorzulegen, daß der Adschlie« ßung der Eh« nach dem bürgerlichen Recht« ihrer Hrimath kein bekanntes Htnderniß entgegensteht. Vor Unterzeichnung deS Protokolls über den Vollzug und Austausch der beiderseitigen Erklärungen ist settenS der Schweiz darauf aufmertsam ge» «acht worden, daß die von einem Schweizer im Auiland in Gemäß heit de» dortigen formellen und materiellen R-chtS odgtschlosten« Ehe in der Schweiz sowohl in öffentlicher wie in privatrechllicher Beziehung als giltig anerkannt werde. � Wie et in de« StaattwerkstStte« zuweilen zugeht, dafür liefert nachstehender Fall auS Bay m wieder einen deut- lichen Bewei». Ein Arbeiter der Nürnberaer Zentral- werkstätte hatte sich nach der„Fränt. Tzp." im Dienst rinen dopveltm Leistenbruch zugezogen und war deshalb zu schweren Arbeiten unbrauchbar geworden. Born Arzt wurde die» ausdrücklich bescheinigt. DteS schien aber dem betreffenden Werkst ättenchef, Herrn»sfistent W, nicht zu paffen, denn nach einiger Zeit, al» der Mann nicht im Stande war, fich bei der Behandlung sehr schwerer FSffer zu drtheiligen, wurde er ohne wettereS entlassen. Der Unfall war ron dem Arbeiter beim Asfistenten zu Protokoll gegeben, von letzterem aber dem Ober- «aschinenmeistrr nicht, oder wenigstens nicht rechtzeUig, ge« «eldet werden. SS mag sein, daß die biergegen erhobene Reklamation dei Arbeiters beim Herrn Obermaschinenmeister dm Asfistenten so erbitterte, daß er deßhald die Entlastung «rbeiterS verfügte. Der Arbeiter, welcher in Folge der «Uttenen Beschädigung hochgradig erwerbibeschläntt wurde, >ucht nun seine Ansprüche auf Grund deS Unfalloerficherungi. geltend zu machen, wozu er seldstrrdend ein Srztliwc« �eugniß benöthizt. Aber der Bahnarz«, welcher ihn in Be- Handlung gehadt. Herr Dr.«roß, weigert fich, ein solches au». zustellen, da ihn die» von Sellen der Werkstätte verboten fei!!- Dg, ist ja eine recht nette Praxii: der Unternehmer, dei welchem ein Unfall vasflrt, bestehst dem von der Lltried». »Ne anaeftillten»rzt, kein Z-ugniß auszufertigen, damit der Geschädigte nicht klagen kann! Und der Unternehmer, der da» thut. ist der Staat! Schweiz., W Drr schweizer Bundesrat hat von den ihm vorliegendm drei verschicdenm Alkohol Gesetzentwürf en vorläustg «njmigen angenommen, der unter Vorbehalt glwiffer Be- Kränkungen die freie private Gewerbthäligkest und den freien Handel mit Alkohol einschließlich Einfuhr aufrecht HSst. Tie x«schrSnkungen bestehen im Wesentlichen darin, daß da» *"ennereigeweibe zu einem konzesstonspflichiigen Gewerbe ge- wacht und deffen Ausübung nur solchen Brennereien gestattet JNrd, welche eine technisch rationelle Etnrichiung haben, die eine Mich« Er,-umir.g von mindesten» zwei Hiktoliter von wenig- Ben* 80 t6t.«radholtigkeit ermöglichen. Der von diesen Brennereien erzeugte Rohspstitu» soll nicht unmittelbar in den Bertehr gebracht,«ondern zuerst der Rett>fijiruna unterworfen werden, welcher Pflicht die Brenner zu genügen gaben Ebenso Kursen vom Ausland in Gebinden nur keresnigt« Svirstuosen �"Sesührt M-rden. Die PreiSerhödung de» Trinkbranntweins noihmvndigt finanzielle Einnahme zu Gunsten der im a�r* erzielt durch Erhebung einer Steuer von dem 8»."ÄliÄ?= k SS %%%*«»«rzeugtm oder einaeführtm Spiritus, brim e steren s�,. Abrechnung von 10 vCt. Schwundung. trhovm und «%%%&. K K Brnlitb* Erzeugung einer Brennerei, sowohl wa» Menge al» was Gradhaltigkeit betrifft, wird ermtttelt durch einen Kontrol- ?rßopparat. Boraussetzuna dKseS Gesetzentwürfe» ist eine die -ronkurrenzfähigkeit der inländischen EpirituSerzeugung rrmüg- Uchend« und fichernde ErhShuvg de» EtngangSzolleS auf kremden eingeführten Spiritus und Branntwein. Belgien. Auf dem g.'planien latholtfch sozialen Kongreß >n Lüttich soll über Alle» in d«>.!» Tandem zu genire», mein Herr/ sagte er mit einem puffe« Wohlwollen..Wäre e» Zh«e« jetzt gefällig, mir Gegenstand zu zeige«»- ir.»Ihnen?— Ja, habe» Sie den» etwa die Absicht, � J« kaufe»?" u»Ich! Wo denke» Sie hin I Ich sagte Ihne» ja. daß / ei» wm» Familienvater bm. Aber— unter uni gesagt ber Wnth dieser Schäake ist so ein Stückchen von einem �hler. Ich henk, er wird da» Geschäft machen, wen« e» verdiene» giebt, und wenn ich ihm für die Der Mann hat viel Vertrauen zu mir. dabei zu eld?"«in stehe,.......-.....—„------ t b/I läßt fich bei solche» Affairen nicht gern blickt«, aber ju �stegi �mich dann zu bevollmächtige», in seinem Namen Alle« klang zwar höchst sonderbar und war nur Bernhards Argwohn gegen feinen freundliche» li«�u»r zu erhöhe», aber die Befürchtung, daß er wog- auch diesen Ort unoerrichteler Sache werde 'h» vÜ müssen, hatte offenbar etwa» so Beängstigende« für �ti'ck«. �" s«i» Mißtrauen und seine» Widerwille» unter- ' und dem Eommersprosfigea de» Schmuck wirklich und Berichte angtmeldet: Ful. Helbig: professtonelle Fort« bilduncSsstulen. Limbourg. PuMUst: die soziale Frag« auf dem Lande. G. Hellegütte, Profissor an der lt-rive>filät Löwen: Wiederherstellung der freien Korporationen. I. Da- martrau: die Züntte in Lütttch im Mstielalter. CanonicuS ThtzS: MUstSr-Seel'orgt. MUitärarzt Güstin: di« Religion in der Arme. Adb« Franken: milstärifche Vereine in Holland. Provinziolrath Fr. Schollaert: die Schulgefetzgebung und die ärmerm Klaffen. P. Verbeke: die Propaganda unter de» Ar- dritern. L-o Haemel, Fadrikbr fitzer: die chttstliche Organisation der Arbeit. Fabrikant S-pulchre: nämlich»» Thema. G Fran- rotte: die Tdätigkett de» Binzen zoeretnß in den Jidrstrte« gegrnden. Collinet: die Propaganda der geheimen G-Kll- schatten unter den Arbettern, anti freimaurerische Liga. P. Van Müllem: der Berlin vom h. Fran» Troer. PP. Rrdrwp- toristen: der Verein von der h. Familie, de BaelS: Arbeits- einstellungen, Aibettsbörse, Siellendurearx. de Ryckel: Patronagk» und Ardeittrjtrkel. Bertrand und Maresal: Ber- ein für Begünstigung der Revision der Ehegetttzgebung. anderc Pceßerzeugniffe. Graf Eigenthümer, Kapitalisten:c. Verheirathung Uabemttteiter, ffi. Berspiyen: Journale und Voert: christliche Aktton der Lagaffe: Arbeiterhäuser. Dr. Lkfedvre: die Sonntagsruhe, Regelung der Ardett vom hyzie« nischen Gefichtspuntte au». Halle» x: derselbe Gegenstand vom sozialen Standpunkte aus. Dr. Moeller u B.: der AlkoholiS- muß. Tdiebauld: Gesetzgebung gegen den AlkoholtsmuS. Professor Brandt«: Schiedsgerichte und VersöhnungSkomitreS. Mfgr. CartuyaelS: Auswanderung, Kolonificung. Senator Lammens: Expiopriatton nach Zonen, die reichen Viertel in den Städten. Baion van Caloen: landwirthschaftliche Svn- dikate. Jul. Houtait: die religiöse Propaganda in den In- dustriezentten de» Hmnegaue». Baren Dusart: VolSbanken. Abt6 Tinmermann: HauShavunqsfchulen. Micha, Iis: Annäherung der Klaffen durch die Thättgkeit de» VinzenzoereinS. P. Delavorte: Anti Freimaurerliga, Korporationen, Etzndikate. Brat N colay: Nochwendigk-ii der Vermehrung der Kirchen in dm Jndustrtegegenden.— Die Kirch« spielt, wie man steht, hierbei überall eine große Rolle, sodaß man fast sürchtm muß, daß in Lüttich für die Arbeiter überhaupt nicht» abfällt. Aran?r«I ch. Sla In der kleinen Stadt Maur»(Cantat) haben fich nach der „Köln. Ztg." vor einigen Tagen die Diener d«S Herrn und ihr: Getreuen wohrschkinlich zm größeren Ehre(Sottet mit der«eltltchm Oorizkeit hirumgezankt. Die Frommm der S-adt waren mit ihren Priestern nach Ouözec gezogen, um einer wunderthätigm Jungfrau dm Zoll ihrer Verehrung dar- zubringm. und auf dem Rückwege wollten die Pilger gegm das Verbot der Gemeindebehörde einen Umzug durch die Stavt vrranstaltm. AIS der beigeordnete Bürgermeister ihnen dar über Vorstellungen machte, drang die Mmge auf ihn ein, so- daß ihm Gm da: mm zu Hilfe kommen mußten. ES kam zu einem förmlichen Kampfe, der mit der Niederlage der Klerikalen endete. Die gerichtliche Verfolgung gegm die Anstifter ist «ingeleitet: unter ihnen befinden fich auch mehrere Pfarrer. Welche» Geschrei, wenn Arbeiter die Tumultuantm gewesen wären l Gr�oy unterzeichnet« da» Dekret, durch welches die Führer de» Streik» in Decazevtlle Dmquncy und Roch« degna- »igt werden. Grohbrit«»»»ie«<> Di- konservativen Blätter, die Berflchter der Interessen de» Großgrunddefftzer», ereifern fich auf das Höchste, über die Parnetl'schevill. Der„Standard" schreibt:„Aus- r chiiger wäre es gewesen, die Parnell'sche Bill aiS eine Maßregel zu Anschaffung der Exmisfionm und der R-duzirung der Pachtm um die Häitte zu betiteln. ES hält schwer, ,u glauben, daß der Parneü'jche Plan wirklich ernstlich gewrint ist. Alle», wai der Pacht«, welcher die Hältte der Pachtsumme nicht zahlm will, zu thun hat, ist, ein jGesuch um Nachlaß einzureichcn. Der Gerichtshof, vor welchem ein Prozeß wegen Zahlung schuldiger Pacht schwebt, soll diesen so lange suspmdirm, bis üb« da» Nachlaßgesuch entschieden ist. Dazu würde in«inigen Fällen wmigstm» ein Jahr und noch mehr erforde, lich fem. Es ist möglich, daß die Bill durch eine Meng« Aenderungm in eine Maßregel zur zeitweiligen Aushebung von Exmissionen verwandelt werden kann, in Fällm. wo die Zahlungsunsähig» kett wirkltch Folg« des Fallen» der Preis« der ländttchen Pio- dukte ist. Wie die Bill aber jetzt lautet, dient ste nicht sowohl zur Abhilft d« Roth der Pächter» al« zur Ermuthigung und Erleichierung von Angriffen auf die Rechte der GulSherrm." Eden so entrüstet spricht stck die„Morning Post" über die Parnell'sche Lll au«:„ES ist bezeichntnd für den entnervlen Zustand der öffentlichen Meinung dei Lande», wir ihn der Partctzwang gezeittat hat. daß da» Parlament wirklich ernst- hast diese» tUnaste Provutt der Theorien der« ditkutttt, welche „durch Raud ihr«» Wea geben", u« die Worte d-ssen zu ge- Z cb KUT.5VÄ Parnell mit immer größerem, unverhülltem Cyntsmu» sein politisches Erpreffungsfystem fortsetzt, gegen welche» die .Der Schmuck ist nicht nur zweitausend Thal«, sonder« wenigsten« da» dreifache wnth." .Gewese»— da« ist möglich I— Heute ab« find die Edelsteine sehr im Pceife gefalle«! Doch ich w«d« mit meinem Freunde, dem Schävkwirth rede». Vielleicht ist« e«ads bei gut« Laune und zeigt sich wenig« zugeknöpft als sonst!" Er ging hin««», ohne da» Halsband mitzunehmen,»ad «ach V«lauf von etwa«in« Viertelstund«, die er damit zugebracht hatte, draußen vor de« Schänktifch gemüthlich ei» Gla« Glühwein zu schlürfe», kehrte« mit ein« gut gtttpssenen Mi«« de» Beda»««» zurück. (Fortsetzung folgt.) A«» Kunst»nd Zeben. Ede«- Theater. Von heute, Sonnabend, wird d« ganze Abend im Eden-Thea!« nur durch Künstler- Spezialitäten auS« »kfüllt weiden. Da» Programm wird um so interessanter werden, da den Künstlern Gelegenheit geboten ist. ihr Können und Wirken in großartigerer Weise auszudehnen. Besonder» wird der Jongleur»rnesto durch neue und amüsant« Tri» zu erbeUrrn suchen und die Gestbwist« Matthew« werden al»Zu- aade zu ihrer Tgiophon. Nummer noch die englische Hornpipe ranzen. Die del'edten Wim« Duettisten Ludwig und Paula Tellheim, sowie Herr Zoch« haben ihrem R'p-rtoir ganz neu« Vorträge brigelegt und so werben die Vorstellungen de» In- �l�M«"s«nderbar«�Ko��-knlbufiast macht gegenwärtig bÄAÄÄS? ÄSlSS mmt rivalistrenden Parteien so wenig thun können. Zum Glück wird er im voritegenden Fall nicht sofort durchdringen. Wäre «» ander», so würde eine BoikSregiemng schon ein« nationalen Lähmung aleichkommen." Das Journal„U n i t« d I r e I a n d", daS Organ Pamell'S, macht mit Rücksicht auf die wahrscheinlich« Ablehnung d« Parnell'. chen Agrarvorlage den Vorschlag, daß alle au» dem V'fitz gesetzten Pächter in Miffe fich in die Asyle für Roth« leidende begeben sollen. DaS Blatt hebt hervor, daß man ttr solchen D steckten, ws die M drhett de» MunizipalraiheS au» Nationallsten bestehe, solchen Pächtern in Bezug auf die Frei- hett, in die Asyle einzutreten und dieselben wieder zu verlassen, sowie bezüglich ihres Unterhalt» besondere Privilegien zuge» stehen könne. Ja New Umk habe» vor einigen Tagen Mitglied« der irischen Revolutionspartei eine geheime V«samm« lung abgehalien, bei«elcher ungewöhnlich« VoifichtSmaßregeln getroffen wurden, um ,u verhindern, daß die Vorgänge bekannt würden. D« New Yorker Korrespondent de»„Standard" meldet, e» sei Grund zu der Annahme vorhanden, daß daS Verschwinden der Fonds derLiga sürrevo« lutionäre und Dynamitzwecke den Gegenstand der Diskutfion bildete. Von 69000 Doll., dt« für dm Ankauf von Dynamit beigesteuert worden find, sollen nur 4000 Doli, übrig ged ieben sein, während die Explosionen im Tower von London und im ParlamentSaebäude in Westminster die«tmiaen praktischen Ergebnisse find. Portugal. Portugal hat annähernd die höckstm Getreidezöll« Europa», e» erh-dt von dem Meterzentner Weizen 5 Mark, von dem pleichen Quantum Mai» 4,50 Mark und von Bohnen 4 Mark. Trotzdem strebte die dortiae Regierung eine weitere Ei höbung dieser Zölle an, wa» im Monat August einen gesteigerten Im« port zur Folge hatte. Der Sturm in der Preffe und die Furcht vor ernsteren Unruben zwangen die R-gierung, nach den neuesten offiziellen Mitthttlunaen, ihren Plan zum mindesten zu verschieden, so daß dt«-uk Weitere» die portugiefischen Zoll» sätze unverändert bleiben dürsten. Balkauläuder. Die bulgarische Sobranje hat am Mittwoch eine Adresse an den Kaiser von Rußland angenommen, in melcher es heißt: Die Vertret« der Nation richten ihre beißen Gebete für ein lange» und glückitche» Leben d-S Kaiser» an Gott: st« bringen dem Kaiser ihre aufrichtigen Glückwünsche, den Au». druck ihrer Anhänglichkett und tiefen Ergedenhett dar und find überzeugt, daß nach Allem, was geschehen, die Spannung in den Beziehungen zwischen Rußland und Bulgarien aufhö-en und der Kaiser, wie früher, das bulgarische Volk und da» nationale Werk unier seinen hohen Schutz nehmen wird für die Einigung d« Bulgaren, ihr« Selbstständigkeit und tlnad- hänaigkeit. Die Adresse wurde durch eine Deputation im rusfischen Konsulat überreicht. Die Sobranje beschäsiigte fich weiterhin mit Finanzoorlagen. Di« rumeltschen Reglmenier find, mit Ausnahme eine» einzigen, da» in Sofia verbleibt. nach Phtllppopel zurückkihrt. Die Mittheilung d«„Pol. Korr.", General Kaul- dar» werve demnächst al» rulstscher diplomatischer Agent nach Sofia abgehen, wird in Bulgarien nicht gerade anaenehm be« rühren. General Kaulbar» hat schon im Jahre 1683 in Bui- parier» ein««igentdüwlich« Roll« gespielt und sich um die Untergrabung der Sympathien d« Bulgaren und des Fürsten Alexander sür Rußland große Verdienste erworben. Im Ueditaen wird e» ftetlich auf die Person de» jeweiligen rulst- schen Bevollmächtigten nicht ankommen. Daß Bulgarien in der Hauptsache an Rußland ausgeliefert wird, daran ist nicht zu zweifeln, wenn auch die Wiener Meldung d«„Timei". daß zwischen den drei Kaiserreichen«in Einvernehmen üb« die bui» yarische Angelegenheit in naher«u» ficht«ehe, bi» jrtzt noch der Lestä'.izung bedarf. Darauf, daß Rußland«S vorziehen werde, die Frage auf der Bast» de» Berliner Vertrage» zu behandeln, war man ja rorberett-t. Von dem Augenblicke an, wo Rußland der Unterstützung Oesterreichs und Deutschland» fit« ist, wird«» ihm nicht schwer fallen, formelle Zugeständ- niffe zu machen, welche ihm die Erreichung sein« materiellen Ziele erleichtern. Amerika. Für Sonntaa. den 19. d. M., Nachmittag« 2 Uhr, ist selten» der N«.Yorker Sozialisten eine große Empfanps'eier zu Ehren der Ankunft Liebknechts und Dr. Aveltng« veranstaltet, die fich sehr großartig gestalten dürste. Ueber die Deutschen in Kanada schreiben amerika» nische Blätter: Ein« groß? Anzahl deutscher Landwirthe hat fich in diesem Somm« nach dem nordwestlichen Kanada begeben, um fich dort anzustedeln. Im Anfang« de» jetzigen Jahrhun» dertS ließ fich eine Anzahl von Deutschen in Waterloo, Ontarto. nieder, und rinige Jahre svät« lauste eine deutsche Gesellschaft in Pennsylvanien 45000 Morgen Land in demselben Terri- tmium. Daß st« fich vermehrt haben, geht au» dem letzten Zensu» d« Distrikte Nord- und Süv- Waterloo hrrvor, wonach in dem«steren unter einer Gesammtdeoölkerung von 20996 zu Worte kommen lassen, nur von den Theatern, von Mustk und mit dem grcßten EnthustaSmu» von Fräulein«rambilla. «zKhlte, daß«Tag» zuvor ein« Sängeein in Turin eine LS.%%%% habe. Fräulein Bramdilla, w:lch« ihr sonderbarer Besucher wmer unheimlich« wurde, wollte soeben ausstehen und zur liiiP ■ 606 � geklagte einer Irrenanstalt Die mit Elektrizität getriebene Yacht„volta" ä sT&is Mar E«kn rtcht weniger al» 15667 Deutscbe find, während sich in dem lttzteren unter 21 745 Sielen 8811 Deutsch« de finden. Wenn st- auch in andrer Distrikten weniger zahlreich verireten find, so ist ihre Anzahl doed nocd immer deträckllich. An Dun, dai z. B. befinden fich 6996 Deuiscde, in Lennox 4600, in Addinato 5048, in HasttnaS 54C6, in Monck 6261, in Lincoln 4595, in Eitv Gr-y 4700. in Nor.h Perih 7768, in SllS Huron 3821, in Effex 3476»c. In größeren Thetle von Ontario bil- den die Deutschen ein et, flußreichr« Element der fiKvölierung. Alles in allem genommen Riebt«S kein« fleißigere, erfinderischere, unternehmend-re und svarlamere tklasie von Bürgern. An Ma- ntioba leb-n 6600 bis 7000 Mennoniten. Der Bau neuer Eisenbahnen in Amerika nimmt in diesem J-Hr« große Dimrnstonen an. Dem„Railwoy Aze" zufolge wmven in den zwei Monaten seit dem 1. Aalt doppelt so viele Meilen gebaut alt in den vo. hergehenden 6 Monaten, und die Zahl der Str»ck«ir, auk denen die L-gung von Schienen im Aa-ae ist. hat fich auf 163 oermehrt. Ja 1885 wurden nm 3131 Meilen E fenbahn gebaut, in den ersten 8 Monate« von 1886 bereits 3475 Meilen. Im englischen Unterhausr richtete Maclm« an den Unter» staalSsekretir für Andien die ffrage, ob in Anbetracht des ge- gmwärtigen niedrigen Preise» von Stahlsibienen, Eisenbahn- Material u. s. w. die indische Regierung j tzt dm Bau jener Eisenbahnen in Andien in Ang ist nehmen würde, welche als von dringlicher öffentlicher Nützlichkeit für das Wohl des Landes bezeichnet worden seien. Sir A Borst antwortete:„Ihrer Majestät Regierung wünscht daS Eisenbahn« system Indiens so rasch entwickelt zu sehen, alt finanzielle ftlughett die« erlaubt. Sie erkennt den niedrigen Preis von Eisenbahnwaterial als ein Element an. welches dazu angethan ist, den Bau jener Eisenbahnen zu beschleunigen, die als von dringlicher öffentlicher Nützlichkeit bezeichnet worden find. Die KapUalautgade des laufenden Aahre» wird fich auf über 10 jkrore Rupien(200 Mill. M) belaufen, d. t. etwa« mehr alt die Hälfte deS Kapitals, welches vom Staate dirett und von dm ütnizen(Sesellschaftm unter der Garantie des Staates verausgabt ivelden wird. Der Staatssekretär wünscht, daß ich hwzulüge, daß er durchdrungen ist von der Rothwendigkeit, die Hilfsquellen des Landes durch energische Ausdthnung des Eiser» bahn, ystems zu entwickeln." Das wiese««« Gerichts-Ieitnng. verhalte« der Safte des au» verli« vermehrfach genannte« Reftavratenrs W srvack bei der am 23. Juni ct. erfolgten polizeilichen Schltegung des Lokals d-ffeldm zog Einigen davon Anklagen wegen verschie- dener Sesetz-sübrrtretungm zu. Eine solche gelanate gestem gegm dm Ma'eegehilsen Adolph Jccob» vor der 90. Abthei lung des Schöffengerichts rur B-rhandlung. Ihm wird zur Lost gelegt, fich an dem Nachmittage de« gedachten Tages auf die»ufforderung deS Polizeilieutmant Montaupt au» dem Wesenack'ichen Lokale nicht entfernt und alsdann auf der Straße die im Jnteriffe der öffmtlichm SIcheih-it getroffmm Anordnungen nicht befolgt zu habm. Der Polizei lieutenavt Monhaupt hafte, als die Ausweisung de» Weseneck zum 23. Juni, Nachmittags 3 Uhr, beschloffen war, vom Polizei Piifidium den Auftrag er- hallen, dessen Lokal zu schließen und etwaige Demonstrationen der Gäste zu verhüt>n. Unter diesm b-fand fich auch der Angeklagte, der trotz de» Einschütten» de« Polizei- osfitiers darauf bestand, wie alltäglich vor dem Verlaffen deS Lokal» erst seinm Kaffee zu trinken. Al» er schließlich auf die Stiaße hinaus gebracht war, folgte er der Aufforderung de» Beamten, weiter, ugehen, nur zögernd, indem er äußerte, daß er st» ja auch eine Droschke nedmm könne. Der Awtsanwalt erblickte nun in dem letztem Verhaltm de»»ngektogten«ine Ueberdertretvng des 8 117 der Straßenpolizeiordnung und be- antragt« 6 M. eveviuell 2 Tage Hast. Der Gerichtshof er» kannte aber auf Freisprechung des Angeklagten, da zur Anwen» dung der Strafbestimmung eine Störung der öffenilichen Oed- nung zu befütchtm gewesen sein müßte, waS aber vorltegmd nicht zutrifft. Hirschberg L Echl., 15. S-ptbr. Von der gestem statt. gehabten Feltenstraikammer hiefigen Landgerichts wurde wieder ein Mann wegen Vergehens gegm da» bekannte Dtznamttgesetz vom 9. Juni 1884 zu drei Monaten Gefängniß vemrtheilt. Der Bervhauer Koppe aus Hartau- Grüffau war als Arbetter in der„Gustavgrube" bei Rothenbach deschäftigt. Alle» Spreng» Material, Pulver und Dtznamiipatronen, wurde ihm vom Stn» ger Übergeben und,«ett die Arbeit«ine Akkordardrtt war, ist ihm später der Betrog von seinem Lohne abgezogen worden. Trotzdem besteht die strenge Vorschrift, daß der Btrgardeiter beim jedesmaligen Ausfahren au« der Grude alle« zurückge bliebene Material zur Aufbewahrung wieder abzugeben hat. Die» that nun Koppe eine« Tage» nicht, sondern er dehiett für sich eine Halde Dynamitpatrone, um mit ihr einen Holzstock zu sprengm. An Folge deffen wurde er unter die drpprlte Anklage der Unterschlagung und des Vergehens gegen da» Dqnamitges.tz gestellt. Erstere Anklage ließ aber der Staats» anwalt fallen, weil dem Angeklagten de: Dolus nicht nachge wiesen werden konnte, dagegen«mde er wegen de« zweiten Vergehens zu der odm angegedmm Strafe verurthettt.— An» sang Mai ds. I». wurde hier unter dem Vorst» de» Tischler» gesellen Enge au» Straupitz eine„Versammlung der Ttichler und verwandtm Berussgenoffen" adgtbatten. Ars ein srem der Redmr auftrat, verlangl- der die Versammlung über- wachende Poliuiinspektor Sooawe den Namen deffeldm zu wiffen. Der vorfitzende der Versammlung kam aber diesem Verlangen erst nach wiederholter Aufforderung nach, indem er ihm dm Ramm d«» Herrn K'ller au« Görlitz nannte. Dies« Weigerung, dm Namen rechtzeitig anzugeben, brachte Enge unter die Anklage des Vergebens gegm§ 14 des Vereins- und Versammlungsgesetzes, doch erfolgte leint Freisprechung, weil der Polizeibeamte nicht in Uniform war und nicht nachgewiesm werben kennte. daß derselbe fich als Ausfichtsperson oorge» stellt habe._ Soziale« nnb Arbeiterbewegung. Ersendahnunfälle. Der Bericht über die Unfälle auf den österreichischen Eisenbahnm im»er floffmm Jahre ist soeben erschienen. Die Zahl der Unfälle hat fich darnach— wir folgrn hier der Wiener„Deutlchen Ztg."— im Jahr« 1885 gegm das Vorjahr um 116, das find 9 66 Perzrnt vermehrt, dt» Schienenweg« wurden aber um 1539 P.rzent mehr befahren als im Jahre 1884 sodaß relativ eine Verminderung der Unfälle eingetreten ist. Während die Zahl der Sntglei. sungm, der Zusammenstöße und Unfälle in Abnahme begrrfftn ist, haben fich die durch Gebrechen derFahrbetriebs» mittel verursachten Unfälle um mehr al» dm zehnten Thett gegm daS Vorjahr vermehrt, sodaß gerade Unfälle, die am eheste« bei geordneter Verwaltung fich oermirdern könnten, an Zahl gestiegen find. Die Gtsammtzahl der getödteten und verletzttn Personm hat fich gegm 1684 um 158, also um 22 Perzent oermehrt: besor der« stark war die Vermehrung bei den durch Zusammenstöße und Bnsobrm verursachtm Unfällen, die von 32 im Jahre 1683 und 56 im Jahre 1884 auf 138 im veiflossenen Jahre stiegen, fich also mehr alS verooppellen. Dies« Unfälle fanden im letzten Jahre wert mehr auf den Stationen Patt al» in ftüherm Jahren, wahrend natürlich die Unfälle aus der Strecke in der gleichen Zett entsprechend abnahmm. Die Unfälle stiegen bei Frachtmzügen und fielen bei Personmzügen. Durch Bahnsrevel«md« im letztm Jahre kein Unfall verursacht. Sehr stark warm die durch«Heiß- lausen" bewirlim Unfälle gestiegen. Die Scherhttt für die Reismdm scheint im letzten Jahre größer gewordtn zu sein, dagegen hat die Zahl der verunglückten Bahnbrdienfteten tn erschreckender Weise zugenommen. Währmd erst auf 24652265 b-sö-derte Reisende ein aetödteter kam. war dieS det den Bediensteten schon auf 684785 Personm der Fall; die Gefahr der nicht tödtlichm Verletzung war im letzten Jahre für die Be- dimstetm z-hnmal größer, als für die besö.derten Reisendm. Mag auch der Dienst bei den Eisenbahnen viel Gtsahrm in sich schließen. so muß es doch das stete Bestrebm sein, die Zahl der Unfälle und der Opfer zu vermindern und die schon ohnehin angestrengten Beamtm möglichst zu schützen vor Un- fallSgetahr durch Ausnützung aller technischen Vortheile. H er wäre Sparsamkeit Übel angebracht. Der angezozme Bericht führt die bei einer Reihe von Bahnen gemachten Verbeffnungen zur Sicherheit des Betriebes an, wir bedauern nur, nicht mehr und nicht bei einer arößerm Anzahl von Bahnen von solchen Verbefferungen zu lesm.— Auf dm deutschen Bahnen kamen, wie wir hier gleich anfügen, im Monat Juli d. Z. an Unfällen vor: 7 Entflleifurgen auf freier Bahn, 23 Ertglei sungen und 18 Zusammenstöße in Stationen und 117 lonstjg« Unfälle. Et find dabei 130 Personm verunglückt, sowie 47 Slsmdahnsahrzeuge erb« blich und 112 unerheblich beschädigt. Es wurden von den 25998 349 brsördertm Reisenden 6 ge- tödtet, 6 verletzt, von Balm beamtm und Arbeitem im Dienst beim eigmtlichen Betriebe 19 getödtet und 60 verletzt und bei Nebmbtschäftigungm 1 getödtet, 7 verletzt, von Steuer« u.s.w. Beamtm 2 verlrtzt, von fremden Personen 11 getödtet und 6 verl-tzi, sowie bei Selbstmordoersuchm 11 Personm ge:ödt«t und 1 verletzt. Englands Sohlen« xport nach fremden Ländern zeigt nicht die geri-'gste Abnahme trotz der Demeiffon im Handel. Im Jahr« 1885 wurden exportirt 512 247 Tons Patent- feuerung, 548375 Tont Coals und 22 710 335 Tons Kobkm; total 23 770957 Ton», geam 20 934 448 Tont im Jatre 1882; 22775 034 in 1883 und 23 350 230 Ton» in 1884. Im Iaht« 1870 gelangim 11702 649 Tons zur Verschiffung. Es-raiebt ftch also tnneihald 16 Jahre«ine Zunahme von 12068 308 Tons. Frankreich bleidi der größte Abnehmer der-nglrschm Kohle, vmn es bezog 4 215555 Tons, alsdann kommt Oesterreich mtt 2705071 Tons und Deutschland mit 2 635 388 Tons. Nach dm röid.ichen Häfen Rußland« werden 1 239 924 Tons und nach dm südlichen Häfen 231283 Tons verschifft. Die Schweden nahmen 1 192 359 Tons'die Dänm 1 160 309 Tons; die Spanier 1328 601 Tons: die E�tzv'er 1 142 516 Tons und der Rest verbr-iret fich über Ost- und W sttndi-n. Nord- und Südamerika» Ost-, West und Südafrika, China. Japan, Australien und eine Anzahl Inseln in verschiedenen Gewäffem. Brttisch Ottndim erhielt 1 304 994 Tons und zwar mifi-lm auf die Konftnentalterlttori-n 807 883 Tons, Stroits Settlements 311 100 Tons und Erp on 186 011 Tons. ES kann gar keinm schlagenderen Beweit für die Umwälzungen, welche die modernen Transporterleichterungen geschcfftn haben, geben, als diesm internationalen Kohlenverkehr. Früher körnten die In« dustrim nur in unmittelbarer Nähe von Kohlenlagern gedeihm und heute holen ste ihr Feuerungsmaterial bereits aus anderen Ländem. Streik. Am Montag stellten etwa 40 der ältesten Arbeiter der Seidenweberei von Bauer und Schwaldach m Sachsen» Hausen die Arbeit ein, well die Fabrilherren ein den Ar- dettem gegebmes Versprechen im letztm Augmblick nicht ge- haltm ballen. Aufmf an alle SiftenmaSer Berlins und Umgegend. Berufskollegm I Freunde! Wie Euch Allen belannt lern wird, ist es un», der unterzeichnetm Tarif-Kommilston der K sten- macher, gelungm eine ansehnliche, wohl die Mehrheit der hiest. gm Kistmfadrtkanten darstellende Anzahl von Prinzipalen unserer Branche für ein gemeinsames Vorgehen mit den Kisten- machten Berlins zum Zwrcke der allgemeinen Anerkennung und Dmch'ührung unseres neureguliuen ArbeikSpreii- oder Stücklohn Tarif» zu gewinnen. Dieser Thett unserer Prinzi- pale hat erkannt, daß die Besettigung der Schleuderionkuiren?, welche lediglich den Ruin vieler ehrlichen und human gestnn- ten Unternehmer, sowie Lohnredultio.ren und Nolh und Elend für die Arbeiter zur Folge hat, nur durch ein gemeinsame», oeschloffmes Vorgehen mtt der Gesammthett der dmch ihre Jntereffen- Gleichheit und Gegmseitigkett naturgemäß emigm und geeinten Arbetter des Ktstenmachergewerk« erreicht wervm kann. Di« uns lywpatisch gegmüberstebmde Fadrikanienaruppe stimmt unserem neuen Normal-Stücklohn- Tarif rackhal'slo» zu und hat fich bereit erklärt, sein« allgemeine Dmchführung in allm hiefigen Fadrikm und Weikstättm des Hand- wie de» Fadrikbemedes kräftig zu unterstützm und vor Allem, dmselbm in Ihren eigenen Werkstätten und Fabriken einzusührm, vorausgesetzt, dc-ß fich alle Berliner Kiftenmacher (Lohnatbriter der Branche) ausnahmslos dirett und persönlich an der allgemein tn Taiiidewegung betheiligm, mit aller Snt- schied« nheri, und wo nöthig, unter Anwendung aller gesrtzlich statthastm Mittel, d. h. unter etwaiger Arbeitseinstellung in Fällen der von einem Unternehmer verweigerten Anerkennung des neuen Tarifs. Es ist dies als eine Forderung zu betrachten, welch« der vorhandme Konkurren, zwang den betreffenden Fabrttantmkreism gebieterisch auferlegt, da ste nur unter der erwähntm Voraussetzung in der Lage find, auf die rrhöhtm Lieferungspreile, gegenüber dm Kapflmtm, zu best« hm, welche — von vereinzelten Ausnahmen adgrsrhtn— mtt Vorliebe der (u jeder Preisherabsetzung bereitwilligm Schlmderkonkurrenz ich zuzuwmdm geneigt find. Die selbstsüchtig«, nur auf Ver- größerung des Kundschaftskreise» bedachte Schleuderkonlurrmz muß dmch die Vereinigung de» von humanem Geiste erfülltm Thetle» der Prinzipale mit den ArbettelN entwaffnet und un- schädlich gemacht»erden. Entweder sehen die gegen den neuen Tarif fich sträubendm Fabrikanten und Repräsentanten der Schleuderkonkurrmz noch rechtzeitig ein, daß unter dm gegen- wärtigmaßgedendenVerhältnifien, unter dmm die fich vollziehende Koalition zwischen dm humaneren, solid gefinnten Unter- nehmern und dm Arbeitern den Charakter eines SireilS der Produzmtm(Fabrikanten und Arbetter) gegen die der Krsten dedürfmdm Kaust, ut« annimmt, es schlechterdings nicht an- geht, geistig von dieser gerechten Koalition fick auszuschließen und dm drfferm, anständigen Theil der Geschäftsurnlurren, durch Unterangebot« gegenüber den Abnehmern zu schädtgm und zu überwinden, dann satteln ste um, treten der allgemeinen Produzentenvereinigung bei und fördern auf solch« Weise ihr eigene* Interesse tn«ett höherem Grade, als durch die schließ- lich auch ihnen verderbliche Schleuderkonkurrmz;— oder aber, ste verschließen sich dieser Einstcht und versuchen es, auf selbst- süchtige, die J, t»effen der Andern direkt schädigende Weise ihrm Vortheil zu suchm, dann werdm ste dem andienten Ge- schick: einem allgem« tn en Str« i k der Kistmmach« in allm, dm neuen Normaltarif ablehnenden Fabriken nicht entgehen! Der Sieg ist uns auch in diesem Falle gewiß, wo fern Ihr Alle mtt in die Rethm der Kämpf«, sei es dir Streikender, wo es geboten«scheint, sei es der dl« streikmden Berussgenoffen Unterftützmden, eintretet. Schließ« sich atto Keiner au» l Das erwartm wir von Euch mit aller Zuoerftcht. Die Tariskom misston. Kiew- Wtttheiwttge«. Stettin. 11. September. Ein wahr« R-tftnlönig v-m ÄÄÄ! 1% Polipimandat im grünen Borstmk-anz s. Z. im Schaufmfier ausstellte, von welchem vor einiger Zett in der Presse viel die Rede war. Zur vollen Würdigung der Thatsachm müssen wir aut den Urspiuna der Dinge zurückgreifen. Da» Sprüchwott: „Es kann der v-ste nicht im Frieden leben, wenn eS dem dösm Nachtar nicht gefällt" kommt in dieser lustigen Tffäte zur vollen Geltung. Am 12. Juli d. I. ersuchte unser Bürsten« macher die Polizei, einen Nachbarn, welcher ihn thätlich be« drohte, in die gesetzlichen Schranken zurück, uweisen. Die» ge- tchah und seitdem„zog da» Unheil In sein Hau*". Am selben Tage noch derunzirte der racheschrraubmde„getreue Nachbar und desgleichen" dm Bütstenfabrikantm„wegen Autdängens von Bertauftgegen ständen am 12. Juli d I." und die Polizei« behöide erließ wirklich mit der oleschen Begründung ein Mandat gegen Br., obwohl der 12 Juli ein Montag und gar kein Gor-etdienst an diesem Tage war. Um daS Treiben seine» Nachbar» zu kennzeichnm, unterstrich Br. die Stelle im Mandat, wo der Name deffclbm als Z-uge angegedm war, rahmte es ein und hing es im grünm Borstenkranz ins Schaufenster. Di« Polizei ließ sofort daS Mandat wieder mfternm und sch ckte Br. ein neurS tn höhe von 30 Mark„wegen Verübunggioden Straßmuntug» durch Vrrurfr-chung von Straß, nauflätttm" zu. Bemettt fei, dcß daS Befchäftsiokal an einem abgelegenen Platz liegt, den de« Taz« nur wenige Personen passtrm. G-grn b.ibe Pollzeimondate hat der Bllrstenfadrtkant Widerrpiuch erhoben und gerichtlicher Termin steht am 11. Nooemder an. Inzwischen sollte ihm eine neue Urbenaschung bereitet werde«. Gestem Vormittag erschlmrn tn seinem Gischästslolal drei Knminalkommiffare und zwei Schutzleute und hielten Haus« suchung bis auf dm Boden nach so�ialistischm Schriften ab. Das Reluäat der Haussuchung war, daß festgestellt wurde, daß Br. mehrfach von einem Freunde au« Lmertta Peckete er- haltm hatte, welche, wie aus dem gefühlten Schriftwechsel hervorging, die unichuldigstm Dinge von der Welt, als Ziaat« ren, eingemachte Früchte«. enthielten. Femer, daß ein Stettmek Sozialdemokrat Prietz mehrfach bei Br. gewesen war, bei dem er stch eine— Bürste bestellt hatte. Bei dieser Lage der Dinge sah die aufgebotene Polizeimocht davon ab, auch in der Filiale Brar d.'s Haussuchung zu haltm. Der superkluge Denunziant hatte die Packet« au» Amerika anlangen gesehen und daS mrh-walige Sin. und Ausgehen de» Sozialdemokraten bei dem Lürstenfabrikantm beobachtet und alsbald war fetne rege Phantaste mtt den haarsträubendsten Dingen gefüllt und ruhte nicht eher, al» bis Alles auf dem Papiere stand. Das Erheiterndste an der lustigen Geschichte aber ist, daß dtesec „aravirende Vn dockt" eine Zeit lang allm Ernste» auf einem Manne geruht hat, der fett seiner Ansässtgkett in Stettin sein« Loqalttät durch die Mitgliedschaft an der— tonsnoativen Partei zu dokummtiren bestrebt gewesen ist. Etberfeld, 16. September,(katzenmustkalisches.) 3« unserem belgischen Lance hat fich noch immer eine«rt Volks- justr, erhalten, die an da» bcq nische Haberfeidtreibm erinnert, und die selbst in dm großen Slädten, in dem Lärm der In« dustriewerlstätten noch nicht ganz verschwunden ist. H» irgendwo ein Ehemann seinem G-sponst die Treue nicht de« wahrt oder umgekehrt, die Fiau dem Manne ein Geweih ouf« gesetzt, so werden fich auch bald ob diese» Frevels entrüstete Nachdam einfinden, die ihrem Grimm ob der Versündigung an dm guten Sitten dadurch Lust machen, daß ste de« Sünder oder der Sünderin eine von dem schauert, chstm In- strummtm, als Ofendeckeln, alten Bleckst fieln u. s. w- in- tonirte Serenade darbringen. Eett zwei Tagen bereits die Bewohner de» sogmanntm Wederviertels dazu verdamMt» die in'nnalisckm Konzertaufführungm zu genießm. Vorgestern tobte in der Wederstraße und in der Hochstraße der Lärm von allerhand aneinander geschlagmem Geschirr, gestem Abend®af s nur die Hochstraße, die von der«atzenmustl heimgesua» wurde. Die Polizei war stark vertretm und gelang es ihr. mesnere der Mustkanten, die ein gewiffe« Virluoienthu-' kundetm, zu erwischen und hinter die eisernen Gewm«">u bringen. Wien, 14. September. Die Cholera rückt uns bedenklich näher. In Pest sollm heute Nacht vier Todesfälle vorgekom- wen sein und aus Raab, aus dem halben Wege nach W'««, wurde ebenfalls von mehreren Erkrankungen an Cholera bP richtet. In Dalmatien wurde der Ersenbahn betrieb auf v'.r Staatsbahn wegen der Czoliraoefahr ganz eingestellt. Ar® Kroatien werden aus einzelnen Orten wahr« SchreckmssztNtN gemeldet. Im Dorfe CIc empfing das Volk den mtsandtm Arzt mtt Si« inwürfen. Eine Kommisston. welche dann von Hau» zu HauS ging, fand in der Küche neben dem Herde d* Hauskau in Cholerakrämpfm. Halb nackt wie die lag neben der selben«in etwa 16jSbriges Mädchen, edentaU» von der furchita'en Krankheit ergrrffm. An der Thür lebim ein achtsähriger Knabe, welche, weinte. Als man die öffnete, bot stch dem Auge ein noch mtsetzlichereS Schaulv� ver Hausvater lag todt im Zimmer bingestreckt, über ihm-JR umschlingend, sein etwa 26 jährige, Sohn, edmfalls todt. erschüttert ließ man die beiden Kranken und den Knaben gleich aus dem Hause bringm und ordnete alles Röchige Die Leute hiellm fich scheu von der Kommisston fern: langem fteundlichen Zuredm gelang es, ste zum Näherko-� zu bewegm. Wien, 15. September.(Die Sisenbahn.Katastropb«,�„ Mödling.) Die Raihskammer det Landcsgetichts hat in beutigen Sitzung da« von dem Bertteter de« Lokomottvfüb� Trnka eingebrachte Gesuch um vorläufig« Stellung NN" auf freien Fuß im Sinne de«§ 176, Z. 3, der Sirasp otdvung(«ollustonsgefabr) zurückgewiesen. Die erwähnte � stimmung über die«ollustonsgefohr lautet:„Der Beichm� ist in Haft zu behalten, wenn er auf eine die Srmitlung � Wahthett hindemd« Hit auf Zeuaen. Sachverständige ov« Mitdeschulvitt« einzuwirken oder sorst durch Bemichtung" Verantwortlich für den poitttfwen Thett und. Soziale» Max -jLsmuAu�uiuiJic nrguuntun um|ur|i ouicy Zvernß«»—.u Svurm de» Vetbtechm« oder Vergehens die UntersuchuaZ' «schweren gesucht hat, oder wmn gegründele Bescrgntß Händen ist, daß die» geschehen könne." Nach den dishW, Erhebungen erscheint es nicht ausgeschloffm. daß außer noch andere Personm in dem bevorstehenden Prozesse als a» beschuldigte fungiren werden. M'tz. �. September. Heute früh 6 Uhr better an der Feisenbrücke im MoseUanal da« Antreibe» jg Leiche, die fich, an» Land gebracht, als die eine, O flauet voller llnifortn, den Degen an der Seite, die DienM»«.,« in« Gtfldjt gedrückt, erwies. Die Nachforschungen ergabt" �. bald, daß man in dem Verunglückt.n die Perlon des P�gg. lieutmant» Cord». Reqimentsaksutantm im 8. Rheint'�Ä«. tanterieregtmmt Nr. 70, Garnison Diedmhofen. vor ß*%, Derselbe war bereit« seit Donnerstag voriger Woch« ohne daß man fich fein Verbleiben irgendwie zu erllaren £»t4pn die Leiche allem Vermuthm nach sett mehreren* Jg dabei, mochte, war dieselbe doch«uN,?stcv entstellt. Am Hinterkopfe, dicht unter der Dienstmütze. n°» Angab« jmer Arbetter eint klcffmd« Wund« vorgeftt" y oben* ««to-Dorf, 14. September,«in gräßliches«lft-S jutßllitf har fich gestem bei Sttveiceal in Nordamenka« � Em Vergnügungtzug. der von Sri» nach dem NloS«» jpie Sing, streß bei Sttve.ceak mtt einem Güterzug zusamwen- g- serftSlung war fürchterlich. Der Rauchwaggon wurve ständig zertrümmert und find alle Paffagiere dlffelden, on der Zahl, ge'övtet worden. Dte übrigen BSoggor»® � ebenfalls stark beschädigt und zog man Über hundert verwundete und Sterbende auS den Ttürrmem hervor-._ � groß ist auch der Schadm, den der Güterzug erlrttcn a»'- krößte Tdeil der Ladung wurde vollkommin zerstört.__—' übrigen Thett der Zeitung tzt.«„«hei». tSmmUiS in 1 Hierin eine Betts»- Vellage zum Berliner VolNlatt. »r. 218* Sonnabend, den 18* September 1886* IIL Ilchrzj Kommunales» v. Ntvba« rivr« Hosptlat« acbft Ctechevha«». Rachl vem b«reU< tm Juni c. vre Etädtviiord�«ten> Versammlung sich «tt der ihr vcm Magistrat vorgelegen Llizz« ,um Vuu eint# ho'vitalt nebst Eiecher hauset für Märner auf dem Grund« stücke an der Pr-nzlauer«llee einverstanden erklärt hatte, hat »anmehr die Bauveputation die Projekte zu dem Verwaltung� aedäude und zwei Seitengebäuden der Anstalt angefertigt und fowohl diese Entwürfe alt auch die entsprechenden Rosten an, schiäge dem Magistrat>m Genehmigung vorgelegt. Der Ma Mrat hat stch mit diesen Profeltm einoerstonden erklärt und die Rostenanschläge im Betrage von 454000 refp. 373 CCO M. genehmigt und wird, um mit dem Bau der Arftalt unser rüg- Och vorgehen zu können, elfobald bei der Stodlver ordneten Versammlung die Bewilligung der Mittel nachjuluchen. w. Wegen der NtveauüdergSuge über die Etettiuer v»h» auf dem Gesundbrunnen wird der Magistrat demnächst mit den zuständigen Behörden in Verhandlung treten, während in Bezug aus den Niveauübergang in der Lesenstrahe derselbe sich noch seine Belchiüffe vorbehalten hat. w. Abschlägig beschtedeue Pettitov. Der Bankier Eduard ttoeser hat an den Magist-at eine Petition gerichtet, in welcher er den Verschlag mawt, den out den landwirlh. schasilichen Zöllen an die Stadt Berlin enthaltenden Betrag für Garten- und Parkanlagen und nicht zu Echulbouten zu »erwenden. Der Magistrat hat den Antrag pure abgelehnt, weil d-rs:lbe nach Anficht dei Magistrat» gesetzlichen Besttm- wunpen widersprechen soll. Dte Echlachtunge« auf dem städtische« Zentral» wchlachthos find auch im Monat August erheblich zahlreicher stnvtsen. al« im August vorigen Jahre«, und zwar kotz der dtihm Witterung. Die Zahl aller geschlachteten Tbier« betrug 2* August biete« Jahre« 60 935, im August 1885 dagegen 55895. Die Zahl der Schweine war im verstoffenen Monat 21877, der Schafe 23987, der Rinder 9152 und der Räider 5926 Ei wurden 12 trichinöse und 74 finnige Schweine beschlagnahmt._ Lokales* „ Romwunaisteuern tu verltu und Wie«, D»r soeben Mchlenene Magistraltdeiicht über da» Steuer» und Eirquar- twangsmesen in Berlin in dem abeelaufenenEiatsjahre 1885,86 «sigt, daß die Berliner Rcmmunalsteuern gegrn da» Boisahr «« Mehr von 1 376 660 M. ergeben haben und den Voran- ichlag de» Stadldau»hal'««tat» um den Betrag von 910 300 M. übersteigen. Di« Erträge der Gemeinde- Einlommmsteuer, va»«st-uer, MHbsteuer zusammen beliefert stch im Etattjahre 1885/86 auf 27 628 224 M. Wählend die Gemeinde- Ein. «Mminfteuer 12 120 126 M.«inbrachte, entfielen aus dte Rieth- st-uer 21268 076 M. und aus die Haussteuer 3 939673 M. Die Mt-thsteuer wird mit 6% pCt. vom Mtethsweith erhoben "gm Inhaber der Räume, also vom Miethec. oder dei der Nbsti, nützung vom Eigenthümer. Reden der Miethsteuer �ndie«igenthümer«ine gleichfalls vom Mefhiwerche mit berechnele Haulsteuer zu»ab'.en. Die Miethsteuer Sr»»�"�" Mieth-rn ganz ooer theilweise erlassm. Diese 24,n?�l�ssc oolljvzen stch im abgelaus-nen Etattjahre aus ZvÄ Wahnungm mit einem MtethSwerlhe von 4 Millionen 7 9a ffolge der für die Wohnungen der Oifljiere, der ???sen, der Geistlichen, der Lehrer. Behörden unv Institute �Mb-nden Auinahmen ist ein Miethtwerth von nahezu i0 Millionen in etwa 26000 Wohnräumen nur theilweise de- oder gänzlich steuertrei. Im Rechnung»abichlusie der Mener Gemeindeverwaltung für da» Jahr 1884 erscheinen TjJinobtntn und Aufgaben der Stadt Wien mit rund Millionen Gulden verzeichnet Die Steuereinnahmm waren angesetzt«"st 9,8 Millionen Gulden, davon die Zin» 2*«Kt von den Wohnungfwiethen mit 3,5 Millionen, der Zu ichlag ,ur lan.dt»Iülstltchen Hiu»,in«keuer mit 3,1 Millionen, ftt Grundsteuer mit rund 6000 fl, zur Erwerbstruir mit «82000 fl, zur landetfürstlichen Einlomm-nsteu-r mit 1 6S5000ft, bte Zuschläge zur Verzehr ungtfteuer mit 1502990 fl. Rar det dielen kam die Abflatrung der Gesammtgebühr gleich; dei den andere« Posten zeigen stch Ausfälle, die zu Ende Dezember 1884 Mein Denunciant. Von Otto Jelsing. �chdruck verbotn-s Warum ich ihn„m einen" Denuncianten nenne s M i» w,°tt. tza« ist ganz einfach. Er hat mich zu seinen L b- belle« so oft bei einer hochweisen und alle W ge löbliten Polizei denuncirt, daß ich auf eine gewisse Anhänglichkeit o» weine unbedeutende Person schließen muß, und da ich Wich seit längerer Zeit daran gewöhnt habe, einen«u öagelaufenen, ruppig aussehenden kleinen Hund �meinen" Hnnd zu nennen, nur»eil er sich so anhänglich zergte, daß wa« ihn von AmtSwegen al» mir gehörig betrachtete und wir seinetwegen Steuern abpfändete, so bin ich auch dahin gekommen, jenen Denuncianten„meinen Denuncianten" zu »ennen, obgleich ich zugestehen muß, daß ich keineSweg» ein ausschließliche« Recht auf rhn hatte. Er denuncirte ja durchaus nicht nur mich. Wenn Leute, die seine edlen Eigenschaften nicht zu würdige» verstanden, von ihm behaupteten, er sei ein ge- b o r e n e r Denunciant gewesen, so war da» grundfalsch. Er war nicht einmal gelernter Denunciant, nur ge- »rnter Schweiveschlächter und in Folg, dessen— kein Sreund der Juden. Er hatte frellich die von„Vätern" srerbte Schlächterei nicht in Flor erhalten können; aber oas lag nicht an ihm. Sie„ging" nicht; indeß nicht etwa, weil er sein Handwerk nicht verstanden hätte, sondern viel- wehr»e l m Berlin— seiner Behauptung nach— die Juden dermaßen überhandnehmen, daß für einen christlich- germanischen Schweineschlächter kaum noch etwa» zu thun übrig bleibt. Da er nm zum Betteln zu stolz, zum Stehlen ZU ungeschickt und zum Rauben zu feige war. e« aber doch lür unumgänglich nölhig hielt zu leben, so mufte er eisen G. schüft«zweig ausfindig zu machen suchen, der die dreifache Eigenschaft hatte: für ihn zu passen, nicht anstrengend und dabei recht einträglich zu sein. Er versuchte e» erst, 1®*« n b e r zu werden, fand ober bald, daß auch hierzu �ue gewisse Geschicklichkeit von Nöthen sei; er verlor den »»?-. �ongn» Rest des väterlichen Vermögen» und lrat z.m *ochoIici«m«8 über, um Mönch zu werben. Alleiner sonnte da» sittenstrenge Rlosterleben nicht erlragen, da» einen Rückstand vcn 764 610 fl. aufmachen. Zu den obigen Hauotsteuir innahmen der Gemeinde komm-n dann noch 90000 fl von der Hundesteuer und über 35000 st. von den St uererekuttonen, die daiür in der NuDgade mit 67 300 fl. angeietzl find. Tie Einnahmen au» dem Gemeindevern ögrn beirag'n etwas über 1 Million Galven, dir au« den öffent- ltchen Arbeiten 1,8 Million, wovon 1 2 au» den Wasserl-ituna'n, die au» dem Mx. tt und AporovistonirungswestN 562000 fl. au» dem SanttSUwesen fast 200000 fl, au» dem Unlenichi«. wsjen fast 2 Millionen(wovon 1,8 Million av» den sogenannten Schulkreuzer-Zuich lägen) gegenüber von Schulauslagen im Be- trage von 3 3 Millionen G Iben. Die Umwohner de» Pappelplatzr» find keineswegs ge willt. stch damit ju'iieden ,u geoen, daß statt der von ihnen a-wünschlen Scbmuckar lagen der umfangreicke Platz für die Auffahrt von Fuhrwerten de» künftigen Markthallenverkebr» bestimmt werden soll. Man derettet etne Petition an den Ma- gtstrat und die Stadtvervidneten- Versammlung vor, in welcher abermals die Bitte auSgrspiochen werden soll, die Umwandlung de» Pappeiplaye» in einen Schmuckolotz wowözlich noch im Laufe diese« Jahre» auszuführen. Gleichzeitig soll daraus hin- gewiesen werden, daß für die Auffadrt von Fuhrwerken für den Marbveikehr der nö.dltch der Ack-rstraße zwischen Invaliden und Slisabethkirche belegene Streifen geeignet erscheint, den Zwecken de» Marktoerkchrs also genügt werden kann, ohne den Wünschen der Petenten zu nahe zu treten. Auch d« Bcziik»» verein der Hamvurger Vorstadt wird stch mit dieser Frage dem- näwst beschästigen. Die Atphaltirnng de« Landsberger ftraße und die Legung der neuen Pseidebahngeirtje» die rhnehir. schon merl- würdig langsam vor stch gegangen, ist seit einigen Tagen ganz und gar in» Stocken gerathen. Um die Wagen der L nie Landsberger Allee vom Blixanberplvtz direkt durch die Lai b«- derarrstraße(statt aus dem bisherigen großen Umw ge über die Raiserstraße) führen zu können, hat die Reue Berliner Pferde- bahn- Gesellschaft in dem unteren Tzeile der LandSbergerstraße zvei Weichen angelegt und zwar etne zwischen der Rl. Frank- surterstraße und der Rathartnenftraße, dte andere zwischen Raiha'inen- und Rurzestraße. Al» vor mehreren Jahren da» erste Geleise gelegt wurde, mußte die LandSbergerstraße dadurch oerbreiterl werden, daß auf der linken Seite die Rinnstein- dorden zurückgelegt wuiden. Die Adsazenten wußten stch damals die Schmäleiung de» BürgersteigiS gefallen lassen. Die jetzige Anlage der Weiche zwischen Rleine Fcanlfurter. und Rathaiinenstraße hat i* nun aber nothwendig gemacht, daß auch aus der rechten Seite eine fußbreite Schmälcrung de» an dieser Stell« ohnehin sehr schmalen vürgerstetge» herbelge- führt wurde. Die Hausbesitzer und Geschä'tSleute sind nun der Meinung, daß die Auflagen in den Schaufenstern ganz werlhlo» werben, weil niemand auf dem schmalen Trottoir- streifen stehen bleiben und stch die Maaren ansehen lönnr und daß darauf etne Verminderung d?« Umsatz-» reiultiren muß. Sie haben daher gegen die bereits erwlgre Schmälerung de» Trottoir» remonstritt und find schließlich b.» an den Minister für ösf.niliche Arbeiten gegangen, der die vorläufige Eistirung der Arbeiten angeordnet dat. Auf der Strecke zwischen der Ratbarinm und der Rurzestraße aber hat da» Poltzeiprästdium die Fortsetzung der Arbeiten inbibirt, weil die neue Weich« dort ohne Genehmigung de» P'.äfidium« angelegt worden ist. So ruhen denn die Arbeiten an den Geleisen auf dm beiden obm bezeichneten Straßentheilm siit Leginn dieser Woche gänzlich, nur die Z mentirung zwiichen dm Geleisen und den Bürgersteigen wi,v vorläufig noch fortgesetzl. Die Wieder aufnahm« der Arbeiten hängt von dem Abschluß der Unter- handlu gen zwischen der Gesellschaft und dem Ministerium dezw. Polieeiprästtzium ab. Der Termin dafür ist aber noch nicht abzus hen. Die Arbeitm auf dem oberen Theile der Landsbergerstraße bi» zum BüschingSplag find dagegen gestern beendigt worden. Zu den Klassen fttnererlnsseu. In einem Reskript vom 3. August d. I. ist der Ftnanzmtnister verschiedenen unrichtigen Anstchtm hinstchlüch der ZalässtgkcU der Rlassensteuerrrlasse entgegengetreten. So ist dr« Anficht oerfochten, daß die Ge- wahrung etne» Rloffmfieuererlasse» weam unfreiwilligen V-r- luste» einer«inrahmequelle nur zulässtg erscheine, wmn diese gänzlich und für immer verlorm gegangm sei. BeiivielSweise seine Nerven schnell zu erschöpfen drohte, und da er in de» paar von ihm besuchtm unteren Elementarschulklassen unglücklicherweise zu viel gelernt hatte, um al« Sitz-Redak- teur einer mit dm Gesetzen ständig in Konflikt befindlichen Presse verwendet werden zu können, so ließ er sich wieder .zurücktaufen" und wählte da» Denunciren zum Leben«- beruf. Da» war da» Richtige für ihn; dabei gedieh er präch« tig. Er, der al» Gründer so dünn war, wie da» Papier, auf welche» er seine Schwindelprospekte schrieb, der als Mönch so heruntergetommm war wie en alter Rou«, blühte jetzt auf wie eine Rose von Jericho, die man in frische» Wasser setzt. Sein Geschäft betrieb der Mann folgendermaßen. Er zog sich leidlich gute Garderobe an, stülpte einen ebenfall» noch ganz leidlichen Eylindn: auf seinen dicken, kugelrunden Schädel und durchwanderte schon am frühen Morgen al» harmloser Spaziergang- r die Straßen in der Reihenfolge, wie er sie sich für sein Tagewerk verzeichnet hatte.— E» war posfirlich, ihn auf diesm Spaziergängen zu beobachten. Seine gleichfall» kugelrunden Glotzäuglein rollten dabei beständig, neugierig nach allen Seiten spähend, in ihren Höhlen herum. Zuweilm blieb er mit einem leisen Pfeiflaute stehen; er hatte etwa« entdeckt. Gewöhn» lich war e« eine strafbare Kleinigkeit, z. B. der Umstand, daß ein Hund ohne Maulkorb oder ohne Steuermarke auf die Straße gelassen war, oder daß ein weiblicher Jemand eine Tischbecke zum Fenster hinau« aufschüttelte, oder sonst etwa» dergleichen.— Da» wurde flug» notirt und denun- zirt, entweder schriftlich oder durch Vermittelung de« ersten besten Schutzmannes. Wa» seine geschäftlichen Beziehungen zu mir anlangt, so entstanden sie dadurch, daß er auf einem seiner Morgen- gange«ahrnahm, wie mein Dienstmädchen da« während der Nacht auf den Balkon der Wobnung herniedergeregnete Wasser in die an der Schmalseite hinlaufmde Rinne kehrte, daß aber da» Wasser, anstatt sich in ein allgemeines Ab- ugirohr an der HauSfacade zu ergießen, wegen fehlerhafter llnlage dieser Einrichtungen direct von oben her auf das Straßentrottoir strömte. Sofort notirte stch„mein" Denunziant den Vorfall, stellte Ort und Zeit fest und ging dann hin und denunzirt» Ist der Steuerlaß für einm nai der Veranlagung in Konkm» gerathmen klasiensteuelpflicht'gm Gewerbetreibenden deanstandet, weil derselbe noch vor Ablaur dcö Steucrjahies«Ken anberm Gewerbebetrieb degonnm hat. Ebenso ist dem B'fitzer eine» HauseS, w«lch-r daff-lbe nach grich-h-ner Vera- lagung wegen Baufälligkeit adzubiechm gezwungen wurde, dte entspiechende Steuerermäßigung versagt, weil demnächst noch im Laufe de» Steuerjabre» der Wiederaufbau erfolgte. Diesen Hu ff. ff un gm hat der Minister nicht b'i'retin können, weil dadurch die Zu- läistgkeit des Rlassmfieuererlaffe» mehr eingeschränkt werde, al» e» die gesetzlich« Vorschrift erfordere. In den beiden vorge» dachten und ähnlichen Fällm könne der B-rluft der Einnahmt« quelle unbedenklich al» vorhanden anerkannt weraen, und wenn durch solche Ereigniffe die Zu-ücksctzrmg de» Steuerpflichtigen in seinem NahrungSftande verursach! sei, so rechtfertigr stch die Bewilligung eine» entsprichenden Eteuererlaff S. während für die Btmeffung der Höh« de» btz'e-en allerdings der Wieder» beginn cineJ Gewerde» dez». die G-.bäudenuyu-g vor Ablauf de» Sieuerjihre» in Betracht komme. Ferner hat der Mimst- r eine Bestimmung über K affensteuererloffe wegen vermtnberten jährlichen AibeitSiie:H:nste» dahin erweitert, daß dte Bcwilli- gung de» Steuererlasse» auch dann zulä stz bleibe, wenn ein Riaffensteueuflichtiger dmch Rrankhett oder unfreiwilligen Ve> tust seiner bisherigen Stellung nach geschehener Berunlagung in seinem Nahrungsstande zurückgesetzt sei, wenngleich die Rrankheii bezw. der Verlust der ErwerblgelegznhtÜ nicht bi» zum Schlüsse de» Sie'-erjahre» andauere. E« kommt häufig vor. daß von Landbewohnern de» Lauddrteslrägern bei Seren Best-llgängen G-lboeträge zur Emzazlung auf der nächsten PcstlnstaU ohne di? zugehörigen ausgefüllten Postanweisungen üeergeben werden. Et wird hierüder anscheinend osfii'ö» geschii-ben: Die Landbewohner Überlassen e» meist den Lunbbrtettragein, dal Fmmular xur Postanweisung berjugeben, um selbst auszuiüUen. Zoar ist e» den LanddrieslrLgern ausdrücklich verboten, Postanweisung»- gelber anzunehmen, zu denen da» au»g, füllte Formular von den Absendern nicht gleichzittig mit üdeigeben w rd; allein da» bestehende V rbot fiabet leider nicht dte gehörige Beach» tung. In solchen Fällen unterbleibt dann stets dte Eintragung der betreffenden PostanweijungibetrSge seilen» der Aufgeber in da» Annahmebuch de» LanddriefirägerS. Aber auch in vielen anderen Fällen unte'laffm e» die Absender von Postanwci» sungen und Werthsenbungen fortgesetzt, dte Sendungen in da» Annahmeduch de» Landbriefträger» eigenhändig einzutragen, oder zum Mindesten stch davon zu überzeugen, daß der Land* dliefttäger in dem Augenblick der Empfangnabme di« Eintra» gung selbst dewirk«. Dte Absender der Postanweisungen über» nehmen hieidurch, wie besonder» betont werden muß, etne moralische Verantwortung für die nachthelligen Folgen, welche stch so häufig an die gedachten Verabiäumungen knüpfen. Die Ecfahruna lehrt, daß stch Landbrieftläger, welche nicht die röthrge Charakterfestigkeit befitz-n, in auzenblick.ichen Geldver- Icgenheiten in der Regel an solchen Geldbeträgen vergreifen, die in den Annahwctüchern nicht eingetragen woiden stnd. Sie ih n die» in der ziemlich sicheren Vor aaSficht, da» Verbrechen werde nicht entdeckt Werver?, weil die Buchung unterblieben, mtlhin der Nachweis de» E'v'ang» der Paftanstalt gegenüber nicht letedt zu führen sei. Sine Unterschlagung hat aber weitere zur Folze. So kommt e», baß nicht seilen Land» brtefträger monatelang derartige Verbrechen begehen, beeo. die Entdeckung ermöglicht wird. Der moralische und materielle Ruin der Betuffenden aber muß im Wesentlichen darauf zu» rückgeführt werden, daß die Aufgeber von Postanw isungen den sottgesetzten Aufforderungen selten» der Postoerwaltung, den Landdriesträgern nur dann PoftanweisungSgelver zu über» geben, wenn die zugehörige Postanweisung mit zur Uebrraabe gelangt, und Poftanwetiunzen. sowie W-rthsenbungen st.ls selbst in die Annahmcdücher der Landbrieslräger einzutragen, mindesten» aber stch zu überzeugen, daß die Landdriesträ ,er die Eintragung auf der Stelle bewirken, leider immer noch nicht die erwün-chte Folge geben. Verkauf von Eiern nach Gewicht. Die Forderung, daß die Eier noch Gewicht und nicht wie dither na» Stückzahl rerkaust werden sollen, ist schon so häufig gestellt und in ihrer vollen verechligung allerseits anerkannt worden, daß ei Wunder nehmen muß, wenn seither noch nicht da» Ge-ingste geschehen mich bei der Polizei. Diese schickte mir wegen Uebertretung de»§ so und so der Str.-P.-O." ein Strafmandat in Höhe von 3 Mark. Ich, der ich mich von jeder Schuld frei wußte, da ich mich nur meine» Rechte« bedient hatte, in- dem ich da» Wasser in die ja dazu angebrachte Rinne hatte schaffen lassen, protestirte dagegen und trug auf richterliche Entscheidung an. Es wurde ein Termin angesetzt und— mein Denunciant figurirte bei demselben als Belastung»- zeuge. E« kam ihm dabei gar nicht darauf an, daß ich verurtheilt wurde.... er war ja kein schadensroher, bo»- hafter Mensch... es war ihm lediglich um die gerichtliche Verhandlung an und für sich zu thun. Denn gleichviel ob ich nun verurtheilt wurde oder nicht, er bekam sein, Zeugengebühren für die Wahrnehmung de« Termin«. Sie fielen ihm al» reife Frucht seiner Denunciantenthärigkeit in den Schoost. In meinem Falle sogar nicht nur ein» mal; denn da ich zur Festst llung der im ersten Termine bestrittenen Thatsache, daß jene„Uebertretung" nur durch die fehlerhafte Anlage der Trauf- Einrichtung veranlaßt war, den Wirth und den Baumeister de» Hause» al» Entlastungszeugen vorschlug, so wurden noch mehrere Termine angesetzt, bei denen mein Denunciant wieder er» schien und seine Zeugengebühren einstrich; jedesmal drei Mark. Man muß aber nun nicht glauben, daß mein Denun- ciant nur den kargen Verdienst hatte, welchen ihm täglich e i n Termin einbrachte. Bewahre! Davon hätte er ja auch bei seinen Gewohnheiten nicht leben können. Er hatte immer mehrere„auf der Pfanne", wie er e« nannte.— An dem Tage, wo mir da» Schöffengericht die wegen jene» Balkon» polizeilicherseit» auf drei Mark normirte Strafe «auf da» geringste gesetzlich zulässige Maß, nämlich 1 Mark Strafe event. im Unvermözensfalle 1 Tag Haft" ermäßigte, mir aber zugleich die Kosten(im Betrage von 39 Mark!) auferlegte, hatte mein Denunciant noch zwei weitere Ter» mine wahr zu nehmen. Cr stand sich also auf 9 Marian einem Tage...... ein« ganz hübsche Belohnung für sein Denunciantenthum! So wie mit mir machte er e» mit vielen Anderen. Natürlich war e« nur die große Anzahl von Gerichten in Berlin die e» verhinderte, daß man ihm so bald hinter die Schliche kam und ihn, al» einen„gewerbsmäßigen" W, um bUf« Zmberung tu otrüflen, zumal WeftlBt sosohl im Jntncffe b<9 kaufenden Pudltkum», wie solcher lStflügelh-ilter liegt, die«8 stch angelegen fein lassen, mS glichst gute Lege- Hühner zu halten. In gießen Städten pflegen die Händler die Ster nach der G öße in ve,fckitdene Sorten zu fch-tven, in manchen Fällen geben Hllhneib'sti-r, welche schöbe Eier er- zielen, diefelden zu«Hüsten, oft»u dcppelten Pieifen an ihre Kunden ab. Der erste Fsll betrifft eben Händler, weiche durch das Soriren der Eier nach der G öße einen Vortheil erzielen wollen. Der zweite Fall, wenn auch vereinzelt, findet auf dem Markt überhaupt keine Anwendung. Der Grund, weihalb die Gewichtsfrage beim Eierverkauf bis heute noch nicht in befrie- digender Weise gelöst ist, wird von vielen in dem pasfiven »iderstanbe unserer Landleute gisucht, welche zum großen Tbell noch an d-m Grundsätze:„Ein Ei ist ein Ei" festhaiten wöchtlN, wohlgemerkt adcr da, wo ei fich um den Berkauf handelt, dmn im Urbrigen kennen ste die Reders�n:„En Ei U tn Et, s«d de Schaulmeste: un greep nach den GSseei", viel zu gut, um an die Wahrheit die er Behauptung zu glauben. Aber die Bauern find schließlich, wenn auch die Ber- käufer auf unseren Märkten, so doch nicht diejinigen, welche allein den Veriaufkmodus auf den Mätiten zu bestimme» haben, und we'n die Marktpolizei die Anordnung träte, deß Eier nach dem Gewicht verkaust werden sollen, so würden fie stch dem ebenso wenig widersetzen, wie etwa der Bestimmung, daß der Sack Karirff in ein bestimmtes Gewicht haben muß. Der Grund liegt nämlich einzig und allein darin, daß man von dieser Rruerung„eine Belästigung des den Marft bt< nutzenden Publikums, eine unverm-iblich« Störung des bisher gewohnten Marft aerlehrs" befürchtet. Wenn auch diese Be- jürchtung n cht a!S durchaus berechtigt anzuerkennen ist. so muß man allcrdincS zugeben, baß eS schwerhalten dürfte, jede Bauersfrau zum Mitbringen einer Waage zu veranlaffen und dürste folgender Vorschlag in Erwägung zu ziehen sein. «Butter wird in Stücken verkaust, deren Gewicht zu Hause vom Ankäufer bestimmt worden ist; der Käufer ist in diesem Falle,— wo nicht die Marftpoliz-i streng untersuchend und strafend mitwirft— dem Rechllichkei'.sstnn deS Verkäufers über- antwortet. Dies körnte auch beim Eierverkauf so gehallm werden. Der Verkäufer hätte dann zu Haufe zu e Mitteln, wie »tet der für den Marft bestimmten Eier auf ein P-und ginge, nöthigenfallS große und kleine zu sondern und sobann auf etnem im Eiertorb offen liegenden Zettel das Gewi htsverhält- niß zu bemerken, etwa so: „11 viück gleich 1 Pfund," „8 Stück gleich 1 Pfund." Ein durch Ungleichheit der Eier nicht zu vermeidender Gewichtsunterschied von 20, höchstens 30 Gramm beim Pfund, könnte außer Lerückfichtigung bleiben, da er gegrnüber der heutigen Schwankunz bei großen und kleinrn Eiern ohne Bc- tzeutung wäre. Eine Kontrole durch die Marktpolizei eoentmll, wie»orgrschlagen wird, durch Aufstellung einer den Käu'ern zur Disposttion gestellten Waage, wäre sehr erwünscht. Ein in der angedeuteten oder doch ähnlichen Weise geregelter Ver. kauf wäre für den Marttoerkauf kaum belästigender als der dtsherige; er würde stch jedenfalls leichter durchführen lassen als irgend ein anderer und in kurzer Zeit die Billigung von Käufer und Verkäufer st rden. Er würbe aber auch den erfolg- reichsten Anlaß geben, daß nach und nach bessere Legehühner in unseren Landorten heimisch würden, Hühner, die ohne er» höhte Ansprüche an Futter und Pflege, die Lelstunglfähigkeft der bisherigen doch ramhaft üvertreffen. Diesen Schlußsatz müssen namentlich unsere Nutzzeflügelzüchter beherzigen, ste müssen orrsuchen, durch den engtten Be�ührungkpunkt zwischen Stadt und Land, durch den Markt, einen biretten Emfluß out den Landmann zu gewinnen und werden dadurch der Hebung und Förderung der Geflügelzucht auf dem Lande nützlich sein. Seit««» de» kgl. Polizei Echifffahrts-Bureaus war dem Magistrat die Mitthrilung gemacht, daß der Pfe:d«badn> betrieb dadurch häufigere Störungen erleidet, daß VaS Zied-N und Schließen der«lappenbrücktn nicht schnell aenug vor stch gehe. DaS kgl. Polizefprästvium und die G oße Berliner Pserde-Ttsenbchn� Gesellschaft haben stch nunmehr damit ein- verstanden erklärt, daß da« Pfcrdebahnpersonal beim Ausziehen und Riederlassen der Brllckenklappen unter Anliitunz ver LrüSenwärter mitwirft und zu dem Zwecke die gezogenen Klappen vorher betritt. Dadurch glaubt man die etwa vor- kommenden Störungen im Pferdebahnbetrieb aus ein sehr ge» rtng's Maß befch-Snken zu können. Die Speisekarte eines Krankenhauses im Laufe eine» Jahre» ist uu» dem Fahretberich. de» städtischen all» Onneirtn K anken Hauses am Filedrichthain zu ersehen. Wäh ttnd der 365 Tag« find im vrrfl.sscnen Vcrwaltunekjahre folgend« Hauptmahlzeiten in Wechselfola« und den Jahres« Zeiten entsprchend verabreicht worden: 23 Mal weiß« Bohnen mit Kattoffeln und Rivdfletsch, 32 Mal grüne Bohnen mU Leugen, ablehnte. Allerdings kam ihm bei seinem Geschäft auch noch der Umstand zu statten, daß er schlau genug »ar, niemals zu denunciren, wenn nicht wirklich eine straf- bare Handlung vorlag. Man konnte ihn auf diese Weise auch niemals wegen leichtfertiger oder böswilliger, wider besseres Wissen erhobenen Denunciation belangen, und so geschah e», daß er sein Geschäft eine ganz geraume Zeit hindurch unbelästigt betrieb, und von Tag zu Tag dabei «ehr gedieh. Allein der Denunciant geht so lange»um Termine bis— man ihn da behält.—.Meinen" Denuncianten hatte bei irgend einer Gelegenheit daS sonst so unerschütter- liehe Gleichmaß deS GemüthZ verlassen, er war bei der er» vegten Verhandlung wegen eines von der Herrschaft angeb- lieh geschlagenen Dienstmädchens selber erregt geworden und hatte sich zu der Behauptung hinreißen lassen, er habe nicht nur gehört, wie die Schläge klatschend niederge» fallen seien, sondern er habe„die Madame' da» Mädchen auch schlagen sehen.— Nun widerfuhr ihm da» Mißge- schick, daß ihm nachgewiesen wurde, er habe daS garnicht fehen können. Da» wurde ganz unbestreitbar darge- »ha». Da.mein' Denunciant diese Aussagen aber unter feine« Zeuzeneide gemacht hatte, so wurde sein Meineid zu Protokoll und er selber wegen Fluchtverdacht» sofort in Hast genommen. Er hatte sich unfreiwillig selber denuncirt, kam in'» Luchthau» und wurde dort von einem„(Sollegen" welchen er ganz ohne Aussicht auf Zcugengebühren beim Aufseher wegen irgend einer DiSciplinarwidrigkeit denuncirte, im Dunkel eine» Wintermorgen» beim Austragen der K-Hricht- Eimer dermaßen geschlagen, daß er eine Woche daraus starb. AlS man ihn in seinem letzten Ruhebette auf dem Zuchthausfriedhofe in die Grube senken wollte, stärkte sich einer der dazu Beorderten verbotswidrig aus einer ihm heimlich zugestechten Flasche mit Branntwein; in demselben Augenblicke senkte sich der schmale, am Rande deS Grabe« »iedergesetzte Sarg und stürzte kopfüber hinein. Die Leute behaupteten nachher, man habe eben den Sarg zu nahe an den Rand der Grube gestellt. Allein, ich weiß da» besser. Der Sarg stürzte, weil sich mein Denunciant au« Aerger darüber, daß er den brannt» weintrinkenden Beamten nicht mehr denuncrren konnte, noch im Sarge umgedreht hatte! Kattoffiln und Hammelfleisch, 32 Mal Erbsen mit Kartoffeln und Rivdfleiscb, 2 Mal grüne Erbsen wtt Mohnüdnr und Hammelflrifck, 3 Mal seine Graupen mit Kartoffeln und Ham» melfliifch, 26 Mal Brühkartoffeln mit Rindfleisch, 3 Mal ge« säuerte KaUoff-ln mit Rindstrisch, 5t Mal Kartoffeln mit Mostrich-, Härings-, Rcstnen- oder Z niebelseuce mit Rind oder Hammelfleisch 35 Mal Kartoffeln mit Kalbsbraten, 8 Mal Kohlrabi mit Kartoffeln und Hammelfleisch, 11 Mai Kohlrüben mit Kartoffeln und Hammelfleisch, 18 Mal Linsen mit Kar- löffeln und Rfndfleiich. 31 Mal Mohrrüben mit Kartoffeln und Hammelflei ch, 33 Mal Brühreii mit Rindfleisch, 17 Mal Milchrels mit Kalbsbraten oder Bratwurst, 17 Mal Weißkohl mit Kartoffeln und Hammelfleisch, 12 Mal Wtrstnglohl mit Kattoffeln und Hammelfleisch, 3 Mal frisches Oost mit Klößen und durchwachsenem Speck, 5 Mal Backobst mit denfetd.n Zuthaten und 3 Mal Reis mit Kattoff-ln und Rindfleisch. Ueber die vauthättgketj tu den Vororten wird de» richtet, daß im Lause d Entscheidung.(Nachdruck verboten.) Leipzig, 16. September.(Bestätigung dreier Todeturtheile.) Das Schwurgericht in WleSbad-n venu theilte am 2. Juki die Tazelöhn« Heinrich Andel und Mallmann wegen schwtten Raubes und Mordes»um Tode, einen gewissen Zöller wegen Raubes zu lebenslängltcker Zuchthausstrafe und den Mitangeklagten Albrecht wegen Begünstigung de» Raube» und Mordes zu 10 Jahren Zuchthaus. Nach dem Wahlspruche d« Geschworenen hatte Andel in der Nacht von 24. zum 25. Januar 1886 zu Biebrich Meßbach allein od« gemeinschaftlich mit anderen 1) den Landwirth Christian Schneid« vorsätzlich getödtrt, 2) mit G-walt gegen denselben ihm verschiedene Werth« lachen geraubt. Daffelke war gegen Mallmann festgestellt, während dem Zöll« v« Raub einer goldenen Uhr mit Kette zur Last fiel.— Gegen da« Uctheil hatten Andel und Mall. mann Reoifion eingelegt und stch darin beschwert, daß fie nicht wegen Toltschlages verurtheilt seien in ideal« Konkurrenz mit Raub. Eine von ihnen beantragte Feaa« auf Todtschlag sei vom Schwurgerichte ohne zutreffenden Grund abgelehnt worven. D« Reichsanwalt sah fich nicht in d« Lage, diese Beschwttde als begründet zu bezeichnen, da nach ein« früheren Entscheidung des Reichsgerichtes ein« besondere Frage aus Todtschlag neben Mord übe. flüssig fei, weil es den Geschworenen freistehe, die Fragen nur theilweise zu bejahen und lomit in der Frage nach Mord das ThatbestandSmerkmal d« Uebttleauna zu verneinen. Daran hin verwarf das Reichsgericht die Revision der beiden Todetkandidaten.— Da» dritte Todesurthetl, welche» vom Retchtg-richte in derselben Sitzung bestätigt wurde, betraf den wegen Morde» vom Schwurgericht« in Beuthen vrrurtheilten August Roth« aus Königthülte. D«selb« hatte gerügt, da die Zeugen nicht über ihre persönliehen Beziehungen zu ihm ge- fragt seien und daß«in alS Sachverständig« vernommener Arzt nicht ausdrücklich«klärt habe, daß« dir Richtigkeit sein« Angaben auf den Sachverständigeneid nehme. Da» R-ichSgericht verwarf die Reviston, weil, was die«ste Beschwerde betrifft, in der Hauptverhandlung keine Anträge ge- stellt waren, und weil üb« die Art, in welch« die Berufung auf den Sachverständigeneid stattgefunden hat, keine destimwt-n Vorschriften bestehen._ Pereine und Nersammwngrn MMMUK General»ersammiung. Mitglrevjbuch legiiimnt. * Freie Vereinigung de? vergolde? und Fachge- «osse«. Versammlung am Montag, den 20. Septem1)«, Abends 8Vi Uhr, im Saale deS Herrn Scheffer, Jnselstr. 10. Tagesordnung: 1. Der Rückgang der Löhne in unsttem Ge» werde. Referent Herr Böhl 2. Abrechnung des Vergnügung»- tomiteeS. Z. Verschiedene».— N:ue Mitglied« werden auf- genommen. Fachveret« de? Putzer. Die zu Sonntag Vormittag aubiraumt gewesene Mitgliederversammlung kann nicht statt« finden, da die polizeiliche Genehmigung»«sagt wu-de. Der Vorstand beadfichtigt nunmehr,»um Mittwoch, den 23. 0. M., Abend« 8 V» Uhr, eine Mitglteveroersammlung einzuberufen. Da» Näh«« soll durch Inserat und Säulenanschlag bekannt gemach', werden.— Die Genehmigung zur Abhaltung deS SMungS feste» des Verein» ist, wie unS der Vorstand mit- theilt. ertheilt worden. ... FachOfteiu de? Tischler, heut«, Sonnabend, Abend« 8% Uhr, Versammlung in Jordans Salon. Neue Grünste. 28. Tagesordnung stehe Inserat.- Die Zahlstellen de» Verein» definden stch: 1. Blumenftraße 56 auf der Tischlerherberge. 2-. Skal!tzerstr. 107 bei«im, mann. 3. Bellealltarceplatz 6 bei h lisch«. 4 ZionSkrrchvlatz 11 bei Hohn. 5. Müllerstraße 184 bei häring. 6. Gneiscnau. und Solmsttraßen- Ecke bei Lindenborn und 7. Steglitz, rstr. 91 bei Gürgen?. Da leibst werden jeden Sonnabend von 8% bis 10 Uhr AbendS Beiträgt von den Mitgliedern in Empfang aenom- men und neue VtteinsmUglied« aufgenommen. Der Beitrag beträgt monatlich 40 Pf. Die Mitglied«, welche noch BillelS vom Sommerfest in Händen haben, wetden ersucht, dieselben an Herrn Kanowade, Admiralstraße 33, Hof links IV., zurück- zuliefern. »«ein de? Sattle? und Fachgevosse«. Sonnabend, dm 18. d. W., Abend« 8V, Ubr, in Gratwell's Bierhallen. Kommandanten- Ttraße 77/79. T. O.: 1. Abrechnung über dt« Dampferva tie. 2. V«einSangelegenhettm. 3. Verschiedene». Gäste willkommen. Im Verein de? Maschinisten und heize? wird Soi n- tag, den 19. d. M„ Nachmittag» 5 Uhr, Reue Jakobstr. 24/25, Ingenieur Strobel üb« eine technische Studienreise in Süd- deutschland b«ichten. Ingenieur B. Mittag wird einen Vortrag halten„Zur h-izersra,«". Vttetu zur Wahrung de? Interessen der Korb- mache? Berlins und Umzegimd. Versammlung Sonntag, den 19. September. Vorwtrtag« 10 Uhr,»ei Otto. Adalo-.rtK. 21. Tagesordnung: 1. Zuchthausarbeii und haust Handel. 2. Ver- einsangelegenhelten.— Zu dem am Sonnabend, den 25. Sep. Itn.ber, tn Feuerstein'» Salon, Alte Jakodstr. 75, stattfinden. den 4 Stiftungsfeste de» Vereins, bestehend in Tanzkränzchen und Vorträgen, find Billeis für Herren 50 Pf., fö: Damm 25 Pf. bei den Herten Reddemann, Wrangelstr. 109, Krüg«. Slalitzerstr. 11, und Schulz, Lottumstr. Id, zu haben. Fgchverein der Schlosser und verufsgenossen. Die für heute deabfichtigte Versammlung kann, wie un« v« Vor- stand mittheilt, nicht stattfinden. Kranken-«ad VegrSbuiHkasse de» Bereiu« sämmt- Itcher verusSklasseu, Zahlstelle 4. V«sammlung jeden dritten Sonnabend im Monat bei Kuß, Karlsbad und Flottwell- straßm.Eck-. Neue Mitglied« werden daselbst aufgenommen. Dänische? veretu„Freya". Versammlung jeden Sonn» abend, 9 Uhr, Rosenthalerstr. 39. Dänische Blätter sind vorhanden. * verein der Württemberger. Jeden Sonnabmd Versammlung beim Landsmann Vaihinger, Dorotheenstr. 84. verein der Tanbenfreunde. Jeden Sonnabend Abend« 3'/, Uhr, Sitzung tm Restaurant Kleemann, Laufivnstraße 41. Gesangverein„harmonta". Jeden Sonnabend, Abends 8 Uhr, UebungSstunde tm Restaurant, Alte Jakodstr. 38. Gesaugverein„Eäugerluft", Pallisadenstraße 9. Jeden Sonnabend Abend 9 Uhr uebungs stunde. Vermischtes. Kriegerische Fischer. Etwa vier Meilen von Danzig ent- kernt liegt dl« ca. fünf MrUen tn die Ostsee stch«streckende Halbinsel Heia. Dieselbe hat über 2000 Bewohn«. Hauptorte find dort da? katholische Kirchspielvorf Hristerneft und das evangelische Pfarrdorf H.-la. Die Beoölkerung nährt stch vom Fischfänge; eS ist ein kräftiger Menschenschlag, der an seiner heimarh und s.inen alten Sitten mit Zähigkeit sesthätt und seine Rechte, wenn ti fein muß, sogar mit den Waffen in der Hand verteidigt. Während Europa trotz der bulgarischen Frage im tiefsten Friedm ruht, entspann fich vorige Woche auf der Halbinsel Heia ein Krieg, der bi« jetzt unblutig v«Iief. Die Gemeinde Krakau, eine Viertelstunde von der Ostsee entfernt und»um Landkreise Danzig gebörig, Hai eine rührige und in- telligente Fischer'Bevölkerung. Mittelst zwei« Kutter, größeren Fischer-Fahrzeugen, fahren die Fisch« weit in die See hinaus und betreiben die sogenannte tzochseefi-cheret; fie behaupten, von der Regierung die Ermächtigung erhalten zu haben, wo es ihnen beliebt, sifchen zu dürfen. Am Montag(6. d.) ankerten die beiden Kutter vor der Halbinsel hela. unweit deS Dorf-» Kußfeld. Plötzlich.demertte die Mannschaft, daß eine groß« Anzahl Boote, mtt bewaffneten Leuten gefüllt, von d« Halbinsel abstieß und auf ihre beiden Fah.».uge zu- steuerte. In d« Nähe derselben anaekommen, stießen die Insassen der Boote Drohungen auS,„sie würden die fremden F.sch« todtfchlagen, wenn dieselben fich jemals mied« unt«, stehen sollten, in ihren Gewässern zu flischen" und„nicht der Regierung, sond«n ihnen hätten fie Gehorsam zu leisten.« Inzwischen stießen von der Halbinsel imm« mehr mit Bewaffneten aesüllte Boote ab und richteten ihren Km» nach den beiden Kuit«n Die Mannschaft der letzteren hielt eS deshalb für aerathen. schleunigst abzufahren. Z-,m Glück wehte ein günstiger Wind, so daß die Kutter bald die hela« Boote, oon .«rfolgt wurden, hinter fich ließen. Am Mtwoch(8. d.) omkerten die beiden Kutter wied« in v« Nähe de» Dorfes Kußfeld. Diesmal sollte die Sache fich schlimm« Gattin. Ein Schwärm von Booten, deren Insassen mtt Flin.eN' Beilen, Aexten und Harpunen bewaffnet waren, um« tingelte die Kutt«. Dl« hela» Fischer erstiegen unter D-o» düngen die beiden Fahrzeuge, wollten die Masten herunter. hauen und die Segel zerreißen, die Mannschaft«säufen od« «schießen, kurzum, es war, als wenn Wilde etir feindliches Fahrzeug erstiegen hätten und dort hausten. Die«rafauer Fischer baten auf den Knien um ihr Leben und versprachen. nie wied« das Fischereigediet d« H-Iaer zu betreten. Darauf verließen letzt«« die Kutt« und begaben fich unter fortwähren» dem Droben tn ihr« Boote zurück. Die Krakauer lichteten so- fort die«nk« und segelten so rasch als möglich in die S:e aus Rmagnte�Nou�ahÄ�tß ««emvärtig in den Ställen eine» großen Hotel, d« Rue Royal« unieraedracht. Nach der Vorstellung am 13. d. Ml). verabschiedete sich d» junge Miß hava von ihren Thltten und fuhr ins„Grand Hotel", um daselbst ihr Nachtmahl einzu. nehmen. Dm treuen Elephcnten ergriff die Sehnsucht um die Httrin, er stieß die Thür ein, folgte ihren Spuren, ging in» ""*"■" tzott m freundlich grunzend Hintergern Glübl seine r" Herrin� Ehe�fich diese von ihrem Staunen«hott, hatte der Siephant in seiner Freude einige Tische adgttäumt. den gesammten Inhalt d« NS%% ä ein nett«» Stückchen von der alten vürsergaide in Frankfurt a. M. erzähil die �Sldnfclvn Z'g.": Sitzt da rSm- wb der Wachkwmanvant grade b-t seinem Frühschoppen im „Schmmen*, ali ein Gefreiter eintritt, stch stramm vor ihm avfpflanjt und sagt:.�err Leutnam. Se solle gleich uff de Wacht tomme."—„Wal werd denn ta sei? Mei Sckoppe «cid ich doch erst austrinke derfe?"—»Herr L>utnam,'« iß wa« besonncrsch."—„No. waS dann?"— wWrt han an Demokraten arretirt, wie er grad eine Laterne tingeschlage hat." —„So? Gehe Se nor e weil voraus, ich komm' nach, wenn ich auStlunke Hab."— Jndeß nachdem der Lieutenant seinen ersten Schoppen cuSgeirunlen hat, denkt er: W�ibaib soll ich mich wegen eineS solchen Maltsizvemokraten übereilen?IDer kann warten; und bestellt einen zweiten Schoppen, übereilt stch nicht und bncht endlich auf, nachdem er seiner Gen üthlichleil genug gethan. AlS er nun endlich in die Wachstube eintritt, fragt er:„Na, wo habt Ihr dann Euem Brrestaten s Mer woll'n ihn«mol »er HSre." Da kratzt stch der dienstthuende Untere-ffizier hinter dem Ohr und sagt:„Melde gehorsamste Herr Leutnam, der ist sort l"—„Fort, daS Donner..."—„Ja, fort... Wir „WaS gefallen laste*...—„N», Herr Leutnamt w'e wir so den Kerl vor uni hatten, konnten unS daS doch nicht gefallen laste, Herr Leutnam..." sah er gar nicht so arg auS. Und wie er stch in unfern DiSkurS einmischte, da dachten wir unS auch nichts weiter und ein Wort gab daS andere,»der dann fing er an, pfi Frank> fort zu raiionrire, und daS kannten wir unS natürlich nicht gefallen last n, da haben wir ihn— hinauSgeschm ffe." Ein drrnneude« Berg. Ueber einen in den Schmöll« nitzer Schwefelkies- Bergwerken aührnden Brand wird dem „Ztpser Boten" folgendes mitgethetlt: Wohl liest man zuweilen in Retsebeschreibungen von brennenden Birgen; daß eS aber feit einiger 3 stt auch in Zipfen einen solchen giebt, dürste vielen unbekannt sein und den meisten kaum glaublich erscheinen, und doch verhält eS stch leider so. Ja der Nacht de? 31. August ergriff der durch Selbstentzündung vor einem Monat enistanvene KieSdrand allen Löschaersuchen zum Trotz den mehr alt 100 rn über der Thalschle gelegenen Eiisadethschacht, welcher nur ali Wetterschacht zur Entfernung der heißen Grubengase dient. DaS trockene Gebälk dcS«ckachteS fing wie Zunder Feuer. In wmigen Minuten glich der Schacht einem feuerspeienden Krater; die Flammen schlugen weh: ali 100 rn hoch zum dunkeln Nacht. Himmel empor. Doch nur kurze Zell dauerte diese» schrecklich schöne Schauspiel, dann stürzte der Stacht krachend in fich selbst zusammen; die immerfort fich bildenden Schwefelgase fanden in Folge deffen krinen Auttritt und machten seither daS wettverzweigte Bergwerk»um großen Theile unfahrdar. Bier beim Löschen in der Grude beschäftigte Bergleute erlitten bei der Schachlkatastrophe schwer« Brandwunden; fi« konnten von ihren Gefährten nur mtt L-benSgefahr vor dem Erstickungstod« dewahrt und gerettet werden. Einer ist nachträglich in Folge der Wirkung der eingeathmeten Schwefeldämpfe gestorben, die andern schweben noch immer in Gefahr. Der Brand wüthet im Innern d«S LergeS heftig fort. Sin zweiter konnte nur mtt Mühe gerettet werden. Der brennende Berg ist fort- während in eine Wolke von Schwefeldünsten gehüllt und die zunächst gelegenen Häuser mußten geräumt werden Di- Löschardeiten werden Tag und Nacht mit fieberhafter Thätig» krit betrieben und doch dürften noch Wochen, vielleicht selbst Monate vergeben, dti eS gelingen wird, den vrrheerenden Brand zu bewältigen. Kleine Mittheilunge«. Hamburg, 14. Seplcmder. Eine Vergrößerung deS Kon- stablrr> KorpS, drsten Stärke augenblicklich mtt dm Chargittm 650 Mann beträgt, ist hier in Autficht genommen. Dem Senat wird demnächst eine Vorlage zugehen, wonach die Zahl der Konstabler auf 1000 erhöht werden soll. Budapest» 15. September.(Zur Radnaer Katastrophe.) Dem Bericht« eineS Augenzeugen, welcher dt« in einem Hause untergebrachten Leichen befichttgte, entnebmen wir zur Srgän» jung unserer Mitiheilunaen über dm furchtbarm Vorfall in der Radnaer Wallfahrtskirche folgende Details:.....„Wir treten ein. Ein schrrckiicher Anblick. Auf der Bank liegen vier Leichen, eine derselben im Sarge mtt der Aufschrift:„Heß Barbara". Di« erste in der Reihe rechts ist ein 12— 13jShrt' aeS Mädchen mit d:m Ausdrucke unendlichen Schmerzes im Antlitz. Dieses ist unverletzt, man hat der Armen die Brust zertrerm. Daneben liegen die Schwiegermutter und die Gattin deS Segaer LehrerS: daS Kind der letzteren und derm Brust find zerschmettert. Der alten Frau wurde auf dem Kopfe her. umgetreten. Hunderte und aber Hunderte von Menscbm mochten über die Leiber der Aermsten hinweggestürmt sein. In einem Hause gegenüd-r dem Frievhose wird Frau Johann Der äi avS Arav gepflegt; man hofft nicht, ste rettm zu löri- nen".— Die Radnaer Katastrophe halte bald ein furchtbares Nachspiel gebadt. Am Sonntag gegen 5 Uhr AbendS kehrten nämlich die Wallfahrer auS Szegedin und Umgebung, etwa 3000 Personen, oui Radna zurück. Ihnen warm mindestens ebenso viele mit Fahnen entgegengezogen und diese rleflze Menge zog auf einmal über die Brücke, waS zur Folge hatte, daß der mittler« Bogm zu schwanken begann, wie ein Kahn auf dem Woffer. DieS veruriachte unter den Paffantm eine förmlich« Panik und namentlich die Weiber stürmten angstvoll kreischend dahin; die Nachfolge nver, die nicht wußten, waS vorging, strebten noch rascher vorwärts, so daß daS Schwanken immer hettiger wurde und selbst Jene in Angst versetzte, welche die Tragfähigkeit und Solidität der mächtigen Brücke kennen. Zum Glück ltef Alles ohne Schaden ab. London, 15. September. Die sranzöstschm Luftschiffer Herr6 und«llouard, welche am Sonntag Abend in Boulogne aufstiegen, um eine Ballonfahrt nach Norwegen zu unternehmen, wurden Montag Abend an der mgliseben Oftküste außerhalb Croß Sands von dem Schleppdampfer„Gleaner" autgenommm und mtt ihrem Ballon in Great Uarmouth gelandet. Die Lustschiffer geben an. daß ihr Sieuer zu arbettm aufhörte, wodurch st- zum Niedersteigm gezwungen wurden. Jedenfalls haben ffe von Giück zu sagen, daß ihr Signal um Betstand von der Bemannung deS Schleppdampfers bemerkt wurde. Ntw»Vork, 4. September. Im Januar dieses Jahres wurden zwei böhmische Anarchisten, die Brüder Henry und Edward Kohut, schuldig befunden, daS TenementhauS Nr. 404 Oft 64 Srr, in welchem ste wohnten, in Brand gesteckt zu haben. Da bei dem Brande drei Bewohner deS Hmsel, eine Wittwe mtt ihren zwei Töchtern, umS Leben kamen, wurden dir beiden KohuiS zu lebenslänglicher Einsperrung im Zucht« Hause zu Sing Sing verurthttlt. Der Chef der hiesigen Ge« heimpolizei und energisch? Verfolger der Anarchisten, Inspektor ByrneS, interelfirt« fich für den Fall, weil die Vermtheillen zu den eifrigsten Anhängern des Anarchisten Most gehörten. Er untersuchre daher die BrandflistungSangelegenheitim Geheimen, um festzustellen, ob nicht nrch andere Anarchisten in dieselbe verwickett gewesen. Bei den betr-ffenden Nachforschungen gelangt« der„N. U. H Zig." zufolge Jnlpeklor Byrnes zu der Ueberzeugung, daß Edward Kohut nicht an dem rhm zur Lost gelegten Verbrechen detheiligt gewesen uno somit unschuldig reruriheilt worden war. Die Geheimpolizei fand nämlich auS» daß daS in Red« stehende Verbrechen von Henry Kohut in Gemeinschaft mtt dem Klempner John Kylian, einem An» archisten, verübt worden war, und daß stch dre beiden Verbrecher daS Wort gegeben hattrn, im Falle deS Ertapp IwerdenS ein« ander nicht zu venathrn. Di« Folge dieser Abmachung war» daß Edward Kohut für Kyiran geopfert wurde. Der letzt«« ist»«haftet worden und fi ht seinem Pro,«ffe entgegen. Die beiden KohutS find von Sing Sing hrerher gebracht worden, um a!S Zeugen gegen kylian aufzutreten. Henry Kohut hat dereiis«in volles G standniß abgelegt und eS ist nichr daran zu zweifeln, daß kylian vnurtheilt und der unschuldig«rr» mthcilte Edward Kohut seine Freihitt wieder«hattm wird. Letzte Umtzrichte». AuS dem westliche« Irland werden neue tumultuariiche Szenen gemeldet. Ali Polizist m am Dienstag Abend 18 Ge» fangen« nach Galwoy«inbrachten, wurden fie von ein« noch Tausenden zählenden Menschenmenge angegriffen, welch« ste mit Sietnen bomdardirte. Di« Polizei macht« hierauf einen La« jonnetangriff und wurden dabei mehrere Personen mwundet. Der erbitterte VolkShaufe suchte nun daß Gesängniß zu stürmen und warf alle Fenster deffelben ein. In d« S abt Galway henscht große Aufregung, und befürchtet man, daß fich die auf» rühr«ischen Szenen wiederholen werden, da noch mehr Ge» fange ne ankommen sollen. Attentat tu Numäuie«. Wien« Blatt« haben beute auS Bukarest die Nachricht von einem Attentat«halten. Dies« Meldung zufolge hat ein ehemaliger Feldwebel d«S GentekorpS auf den Minist'.rp ästdnrten Bratiano geschaffen, welcher unver« sehet blieb. Der Verbrecher wurde verhaftet. Bulgarisches. Der„Voff. Ztg." telegraphirt man auS Wien, 17. September. Wie aus Sofia gemeldet wird, be» zeichnet die dortige österretchisch« Agentur ali Politik Oester« reich S, daß d« Balkan den Balkanvölkern geböee, und gab eine nachdrückliche Erklärung gegen die ru fische Oklupation ad.— Die Untersuchung über die Vorgänge vom 21. August ergiebt zweifellos, daß zwei Montenegriner zur Ermordung deS Fürsten Alexand« gedungen gewesen find. Kriefkaste« der Redaktion. A. V- Der verstorbene Siadtoerordnete Ludwig Löst vntrai in der Stadt anordneten� Versammlung den zweiten Koa» munal Wahlkreis, Iii. Wähl«adib"lung. Er wurde zuletzt bei dm allgemeinen Wahlen im O'toder 1853 gewählt, sew Gegenkandidat seitens d« A.derterpartei war d« Tischler Henke. v. R. Ist unS nicht bekannt. E. P. Wir bitten um Jdrm baldigen Besuch. A. R. Unter diesen Umständen find Sie zur Zahlung d« Alimente verpflichtet. Theater. Sonnabend, den 18. September. Oetnfcau«. Aleffandro Sttadella. UchansptethauS. Hamlet, Prinz von Dane« BentfcheS Theater. Ein Erfolg. srsll'S Theater. Der Barbier von Sevilla. Kriedrich.WiiheltnstidttscheS Theater. Die schöne Galathe«. Zehn Mädchen und kein Mann. Flotte Bur'che. Wallutt-Theater. Sin Blitzmädel. SSekle-Alliauce.Theater. Brccaccio. VÄend-Theater. Donati Morlay. »Maria- Theater. Amor. Tanz-Poem von «rngi Msfi-otti. Valh»Ua»ThtSter. Gräfin Dubarry. ««Kdens-Theater. Die DanischeffS. Dekorationm MV neum (Novität l)_ Aonfotdia- Theater. ßellrmg._. «anstuavu'S»artet*. Rettung. ftnwtican• Theater. Rettung. «eichShallen» Theater. ßelwng. Kostümen. Die Buchdruckerei von Max Bading Berlin SW., Beuth-Strasse 2 empfiehlt sich rar Anfertigung von Druck-Arbeiten jeden Genres bei prompter und solider Bedienung. 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Die von mtt ausgestoßene Beleidtgung gegen Frau H o f f m a n n nehme i»hierwtt zurück und «kläre dieselbe für eine«hrmhafte Frau- 5991 fm* Kayes. rSrsfSJsÄS und Reparaturen schnell und billig.�_ Soeben ist«schienen: Der .eneWeit-Kalelldtt für 1887. AuS dem reichen Inhalt beben wir hervor: Reich«ha»Sh»ttS.Etat bei» Devt- sche» Reich».— Zerbrochene Settev. Sr. zählung von Steh. Schweichel.— Bärtige Krove»»üb Heorwensche».— Ei» Pr»l»t«rierki»b. Ärzählungv.SLanger. — Der S»r»»s zwischr» F»«er». W«ff« t»b«Welt. Bon P. OSw. Köhler.— Wie mm» ei« MiSio»«rbintt.— FU«. >e»be©litte»(humoristisch). Kt» Sratio-Krilage»! L»«ei«. y«»ttrrgtSi. 2 BUache. 4. Di.»rite,«Ute*. W*«S«bk»lr»b«. — s*»rrta 60 Pf.=— Stuttgart. 3-»-«• Dtetz. Verein der Stuckateure Oertin». Mitglieder-Versammlung , am Montao. den 20. viptdr.. Abend» 7 udk« bei PI est, Kommanvantenftrag, 73. lageimonung: 1. Vortrag deS Herrn Dr- Max Baumgari über die Hzuvtgrstndt, , welch«, die Menschen in ihrem Wollen und Handeln bestimmen. 2. Ein Blick in die Ber« ?airgenh'tt deS VnetnS. Ref.: Herr Heid« � d o r f. Sin Blick in die zusünitig« GcftaltunS dr fiel den. Ref.: H«r Kietz. 3. Vnschiedene» : und Fragekasten. Wtt bitten in Anbetracht d«S wichtig-n VW trage«, sowie bei zweiten Punkte« die Mitzliedtk« reit zahlreich und pünttlich zu«scheinen._ 595]__ Der Vorstands Fachverein der Tischler Sonnabend, den 18. Sevibr„ AdmdS 8% Uhk' Ve'Sammlung in Zordan'e Kalon, Neue Grünstr. 28. Tagesordnung: 1. DrSkusston über die Handlungen deS vom 8—10. August in l abgehaltenen Hl. deutschen TischlertageS. | Fragekasten. Di« Mitglied«, sowie alle Kollegen, noch staltstisch« Fragedozen in Händen w«den ersucht, dieselben schleunigst au#pf% _ und biS spätestens 1. Ottober an die Müßs� Remontoir. Aufzug S4-Ä) M.;, der Fachkommission zmückzuliefern. Auch könn« stlb Ank«. Uhren m-Remontoir. die Bogen srdm Abend im ArdetlSrachwei» v Aufzug 36, 40. 45. 50 M.; gold. Verein«. 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