Kr. m Dienstag» de« 21» September 1886. m. z-tzrg. JerlinerHolWltttl Krgsn für die Interessen der Arbeiter. Das.Berliner«olkeblatt- ßföätat t Laiich Molgmt auj««ach Sonn, und Aesttn«». Wbowmnentßnret» für verlin frei W'S hsuü vierteljährlich 4 S�otL monatlich 1,36«arf»Schentlich 86 Bf. P<' 1 Mösl.«Vvelne Summ« 6 ff. Sonn.-e!-Nmmn« mit d« illuMrtm v« («naetrasrn in d« f oiheitungrvrritMt« für 1886 unf« Rr. 78#.) 10 ff. beträgt für die 4m Bei größer«, Nüst Sachmittäg» in der .3» s-rtion« gebühr Ntkdrtim: K-»tl,Nr«ß-%—«.pediti«,! Zi«MerNr»ß« 44. A»chm»k die ßalbnnfrngt. Der Reichstag ist auseinand« gega»ge», ohne die bnl garisch«»der Baltavsraqe in de« Bereich seiner Debatte« erzogen zu haben. Daß die von de» s:zialistische» Abge» %b««(a eiugereicht« Interpellation die«oihwendige« Urterschriften nicht gefunden hat.«klärt sich wohl lediglich dem Umstände, daß die Volltvnttet« de« dringende» Wunsch hegte», recht bald wieder räch Haus« zu komme» 2a ein« ordentliche« Session wäre« die Unterschriften woh «fzabringen gewesen. Wen» eine Anzahl von Blättern über diese Zit«» prllatio»— oder vielmehr über de« Versuch«in« solche»— M aufhielten, so wirkt da« sehr sonderbar, wenn man be> beakt, daß kurz vorh« von de« Offiziöse« eine Debatte Üb« bt« bulgarisch« Frage großspurig angelündigt, und «er hingeschleuderte Handschuh von de« Fietsinnige» und Ultramontane« würdevoll aufgenommen wort tvar. Nu» hat man plöhlich, wie«4 scheint, beiderfe Zaterlfse an d« bulgarische« Frage v«lo?e», die t�ftre« Erachten« doch gar nicht so unwichlio ist. Sie birgt (1 uach de» Umständen eine» große« Krieg in ihrlS Mantel« Falte» und da« ist doch wichng genug, um darüber i* ditkntlren, um so mehr, al« Deutschtand wahrscheinlich einem solchen Kriege«ehr od« w.'»ig« in seine« Anesse, berührt wäre, wenn e» ihm nicht unmöglich würde, »tutral zu bleibe». Für üb« personifizirt sich keine«» wie für andere, die bulgarische Frage in dem Fürsten *W'lß»b« und wir habe« deshalb in da« große Teschrer �cht eingestimmt. Da« hat un» seilen« de« Herr» Richter � d«.Frankfurt« Zeitung' den schwere» Vorwurf �»bracht, daß wir and«« Meinung sind, al« Leute. Wir verfüge» glücklich« Weise über m»othwendige Gemüthtruhe um diese« schweren ?�wurf gebührend zu würdige», lln« erscheint e« ab« fMisch, daß dieselben Leute, die außerhalb de« Reichstage» "* so große« Geschrei üb« die bulgarisch« Frage gemacht, £u* im Reichstage selbst durchaus davon schweige, wollen. g* Session selbst hat u,« zur bulgarischen Frage nur eine Dützen, werth« Mitihei'unq gebracht. Die.Leipzig« Ztg.» »ämlich, da« amtliche Organ dn sächsische» Regierung, hat»« bekanntlich ein« dem Batte»b«ger günstige Haltung ""genommen; al« nun im Reichttage darau« gefolgert tturb«, die sächsische Regierung denke t» dies« Sache an- der» al« die Retch«regteru»g, so gab dtt Vertreter Sachsen» im Bundelrath dt« Erklärung ab, daß die sächsisch« Regie» rung in der Ortentfrag« ganz genau dieselbe» Bahne» wandle, wie die Reichtregieruag. Sonach ist die„Leipzig« Jettung' auch ein„freiwillig gouvcrvcmcntzle«' Blatt. Von ganz besond«« Wichtigkeit wäre e» wohl ge» Iseuilreton. o ertöten, [4 Ein Krillantenhalsband. Krimtnalnovelle von F«dincher Beunruhigung für die Bewohn« d« östliche» Grenze». E« mag wohl Leute im Reich« geben, die meinen,«an solle diese Dinge nicht all?« wichtig nehmen. Nu«, die Leute im R rche find gut daran, weil st« weit vom Schuß find. Aber man spreche einmal mit Leute», die an der fchUsischea Grenze wohnen, da wird man erfahre«, daß diese Grenz» vttlttzungen den« doch eine ganz andere Bedeutung habe« und daß viele solche Dinge, dt« dort vorkomme», gar nicht an die Otsfentiichkeit gelangen. S» ist wohl bekannt, daß fast alle Parteien de» Par» lamevt«. die deutschfreifinnige mit dem großen Staatsmann Eugen R cht« nicht au, genommen, eine aewrfse Scheu habe«, " h mit den Frage« der aus-värtige» Politik zu befasse». an sieht, wie fthr der deutsche Patlame»tari«mu«, mit dem e« ohnehin schon abwärt« geht, noch in de« Kinderschuhe» steckt. Die D plomate» habe« imm« noch da« etttbte Vonecht, in de» Frage« auswärtig« Politik al» alleinige Antoritäte« zu gelte« und wen» ein» mal ei«„Laie" seine Stimme«hebt, so wird« damit ab» gefertigt, daß«„Preßpolitik' treibe, während die Herren Diplomaten sich dann stolz in die Brust werfe« und die .Staatenpolitik' für sich in Anspruch nehme». Da« mag für die D plomateu ganz augenehm sei»; allein für die Staatsbürger und deren Vertreter ist«# in viele» Fälle» M nicht angenehm und wenn man Üb« de» Versuch, in ie autwärttge Politik' etwa» Licht anch für Nichtdiplomate» zu bringen, genngschätzig lächelt, so beweist die» nur, daß wir zwar große Parteien, aber nur sehr wenig eigentlich« politische Parteien habe». Kleiuk Deliirzkschichtk dn KeMeo. Unt« diesem Titel schreibt die„Zürich« Post": Obmohl wir Schweizer kein Hirtenvolk mehr find und die unvermtschte Milch,«elche unser« Lorsahren tranken, in'« Ge» biet der Sag« verwtefen ist, haben wir dennoch in manchen in der Schwei, Provokationsagenten, welch» die Nufgabe hätten, zum Haffe gegen fremd« Regierungm aufzureizen, wäh. rend sie hierfür gerade au« den Kaffen der letzteren bezahlt Dir so viel Leid und Kamm« bereite» sollte. Ich rafft« meine geringe» Ersparnisse zusammen und«achte Alle», wa« ich sonst»och besaß, so gut e« in d« Eil« zu bemerk» stellige» war, zu Gelbe. Dan« vertraute ich mrch mein« gute» Tante an, ihr, die mir eine zweite Mutt« gewesen ist— vor d« ich doch«ie ew Scheimniß gehabt hatte, und die ich anch die»mal nicht durch eine heimliche Flucht bettüben konnte. Sie aerieth zwar bei d« Aussicht, sich auf eine lange Zeit, vtelleicht auf immer, von mir ttenne» zu sollen, in eine wahrhaste Vnzweiflnng und versich«t« mir unt« heiße« Thränen, daß sie eine» solche» Schlag gewiß nicht lange überleb«, werde; ab« da sie sah, daß weder Bitte» noch Vorstellungen im Stande sein würde«, meine« Entschluß zu ändern, gab sie auch dazu ihre» Segen, wie sie ihn wir bish« zu jed« meiner Handlungen gegebe» hatte, und drängte mir trotz meine« entschiedene« Widetspruch« jene« kostbare Kleinod auf, da« sie zwar niemal« getragen, aber nichtsdestoweniger wie ihre» Aug» apfel gehütet hatte, und von dem fie unt« ankere» Um» ständen sicherlich nur d« Tod getrennt habe» würde. .Ich bin gewiß, daß auch Du e« wohl bewahre» wirst, Berne Harb,' sagte st« mit weinende» Augen,„denn e« ist d« Talik» man uns«« Familie, ei» heilige» Veraächtniß, da»«och Niemand ou» schnödem Eigennutz anzurühren wagte. S» war de« Geschenk, da» Dein« Großmutt« am Hochzeitstage von ihrem junge» Gatten erhielt. Damal» war fie reich und glücklich und die Zukunft war für sie voll der Herr, lichste» Hoffnungen. Ab« keine einzige von all' diese» Hlff. nuoge» ist ihr in Erfüllung gegangen. Nnch knrzer glück» lich« Ehe wurde ihr d« Gemahl durch de« Tod enttiffe» und eine lang« Reihe hart« Schicksalischläg« brachte fie und U»S— ihre Kind«— um all' ihr« Hab«. Ab« wie groß auch d« Zamm« sei» mochte, d« in unsere« Hause herrschte, in wie furchtbaren Gestalte» auch da» Elend über unsere Schwelle trete« mochte, jene« Hochzeittgeschenk blieb unan» otrtbrt urb sei» Besitz, wieviel ttaurige Elinnnunge» sich auch im«« daran knüpfe« mochtne, war fast die einzige Freude,«elche da« Dasein«och für meine arme Mutt« baue So ist der Schmuck auf mich gekommen, und so ge» dachte ich ih»««4 weintm Tode Dir zu vernbe«. Nu» «erden, so beareikt e» Derartige« nur schwer. Und spricht man ihm von Reottlienblättenr. so weiß ei auch da keinen Be» scheid und kann fich weder von Wort noch Sache eine rechte Vorstelluna machen. Ein Kapitel zur Naturgeschichte der Reptilien mag ad« heute mit um so größerer Autmerksamkeit gelesen werden, al« neulich in der bulgarischen Nngelegenhett immerfort von denselben die Red« war.„Wa» ig denn ein Revttltendlatt, ein Reptil?"„Wa» meinen Sie da mit einem Repitlien'cmd« j" soll Ranch« gefragt haben, und e» wäre«inmal Pflicht d« Schwltttrzeitungen, so wurde«klärt, Autkuntt üb« Benenn« ungern zu geben, welche ste alle Tage anwenden, die ad« ihre Leser nicht kennen könnten. Dt« Geschichte de» Worte« Reptil beginnt mit ein« Red« Bismarck« im frühem Norddeutschen RttchStcg. Von Hannooer, H.si-n und Nafiau redend, sagte der veuttche R-ich«kan,l«, man müffe die Anhänger der gestürzten Fürsten, welche denn Herrschaft wieder herzustellen trachten, wie„Reptile" in ihre Höhlen zurücktreiben. Nun hatte Preußen zirka fünfzehn Millionen Thal« vom Vermögen der genannten Fürsten lonfitztrt und den Zinsen diese« Fond« war die Bestimmung gegeben worden, sie sollten zur vetämpfung der Angriff« jener gegen da« Deutsche Reich verwendet werden. Jetzt üdeitrug der Vollsw tz da« Wort Reptil auf diesen Fond«, nannte ihn Reptitiensono« und bezeichnete seine Kostgänger— da« heißt: nicht die Partei d« gestürzten Fürsten, sondern die Zeitung«» federn, welche der Reichskanzler darau« besoldete— all Reptilien oder Reptile. Ei war da« ein« Svrachdilduna durch Gegensatz, wie ste schon oft vorgelommm ist. Sichtlich paßte auch die Bezeich» nung Reptil weit Keffer für diejenigen, welche die Regierung immer zu lodm und preisen haben; denn Reptil leitet fich de» kanntlich vom lateinischen repero ad: aus allen Vieren gehen, kriechen, im Busch hnumkrauchen. Bismarck allerding« war mit dieser Sprachbildung de« Vollsaeiste« nicht zufrieden. Er«tnnerte einmal im Reich«» od« Landtag daran, wie« seinerzeit da« Wort verst enden habe, i'.tvesscn, da« half nicht»; denn e« schaffen— Sott sei Dank!— die Völker die Sprach», nicht die Staattmänn«, und da« Wort nedinmn ist heute noch sächlichen Ge chlechtg, odschon Kais« Stgt»mund auf dem Konzil in Konstanz«# männlich gebrauchte und darauf befohlen hat, daß es mann» lich seil? Von d« Bedeutung de» Reptilienfond» kann fich nun leicht einen Begriff mache», wer bedenkt, daß demselben anfäng» lich elne Summe von etwa 7— 8000CO Tvalern zur Verfügung stand. Hiermit ließ fich gar manche Z-itung gründen od« sudoenlioniren, mancher Solvschreib« betmltch anwerben. Und selbstonständlich ist auch, daß diese Preßtruppen r icht dlo8 Segen die entsetzten Potentatm von Hannoo«, Heffen und taffau zu Feld« zogen, sondern gegen Alle» und J-ve», wa8 Oppofition war und hieß. Die Regierung besaß dngestalt «ahthaft glänzende Mittel, für ihre Anstchten in den weitesten Kreisen Zustimmung zu stnde» und sich in jeder Frag« die öffentlich« Meinung zu fichem. Selbst al« Heffen und Nassau fich mtt ihr abfanden unv einige Millionen zurückdizahlt wur» ab«, da eine heilig«« V«pfl chtuag an Dich h«aog«ttite» ist, und die Aufgabe, Dein« alte» Tante ihren kurze« Leben«, abend zu«Hestern, nun ist e« mein« Schuldigkeit, Dir D-i» Erbtheil schon sitzt auszuhändige», damit e« nicht d«ei»st in ftemd« Hände falle und fteventlich verzettelt werde. Möge» fich Glück nnd Freude für Dich an diese Eieine knüpfen und wöge» fie Dtt den Segen bringe», dm fie bither »och keinem ihr« Besitz« bringen konnte». Laß Dich»nr durch die äußerste Noch bestimme», fie von Dtt zn geben, nnd nur, wenn D» Deine heilige Pflichten gegen da« Mädchen, welche« Dtt vertrauensvoll in die Fremde gefolgt ist, ans keine ander« Weise mehr erfülle» kannst!" So sagtt meine Tante, und nur, um ihr nicht durch meinen Widerspruch Kummer zu bereite», nahm ich den Schmuck, d«— wie ich hoffte— in wenige« Woche« an unserem Hochzeitstage mein Angebinde für Dich sei» sollt«. Was dann west« geschehe« ist. ich brauche e« Dir kaum zu wie» d«hole», meine theure Else! Rar mit wenigen, de» allernoth, wendigsten Dinge, versehe», verließest Du heimlich da« HauS Deine« grausamen Vater«, d« Dir eben wieder auf's Neue ein« fürchtttliche Szene bereitet hatte und wir fuhren mit«in» and« zum Bahnhofe, um ans'« Gnathewohl zunächst hierher, in ki. rroai— w ix.wiw.»... .—,——-------•»»UW«zm w, in die Hafenstadt, zu reisen. Während ich die Fahrscheine löst« »,d für die U»t«beingu«g»ns«e« spärlrche» Gepäck« Sorg« trug, kam D r im Menschengewühl die kleine Handtasche«tt «»s«er Baarichaft abhanden. Sie rntglin Dir entwed« od« Sie wurde Dir gestohlen, und für beide Möglichkeiten konnte ie Verantwortung nur mich treffen; de». Dein««r» zweifelt' Angst war eine nur zu wohlb-rechligte und ich ver» diente C träfe, weil ich Dich noch obendrer» mit der Sorge um unsere Habe belasten wollte. E« war»i« Glück, daß ich die Billrt« bereit« gekaust hatte, dm» sonst hätte unter Besitz a» baarem Geld« nicht einmal aulgereicht, die Koste» der Reise zu bestreite«. Und ohne de« Brillantschmuck d« Tante hätte ich ja trotzdem nicht wagen können, mrt Dir, mein theure» Lieb, die Fahrt in die uvgewiffe Zukunft anzutreten. Ab« ich hoffe, da« Kleinod hier bei irgend eimm Pfand» leiher für die HSlste od««in Viertel serne« wirkliche« Werthk« verpfände« zu könne», und in d« zuversichritche» Stimmung je»««ste» Stunde« zweifelte ich nicht, daß e# fcm und alt der König vsn Hannov« starb, blieb der Rtptilienfondt fortbestehen, obwohl er doch angeblich nur gegen diese geg ünvet worden ist. Den ein, igen H-rzoz von Camder- land zu dekSwpfen, bedarf et nicht der Hunderttausende von Thalern iw Jahr. Aber et ist üdelflüsstg, weiter von einer Zweckbestimmung zu reden, welche längst off n zu Tage liegt. Äat jedoch dt« Reptile selbst anbetrifft, so bilden dieselben ein Reich von mannigfachsten Arten. Sie unterscheiden fich schon äußerlich der Größe nach. Da haben wir g'öß'e, große, ziemlich große, kleine und kleinst«(Beptilia maxima, magna, graudicnla, parva et parmla). Die größten und großen bifirden fich in der Haupistaot det R-ichS und in deffen sämmtlichen größern Städten; aber unmittelbar neben ihnen gedeihen auch ziemlich große, die in Tage» und Voiktdlättern ihr Wesen treiben und wehr in den untem Schichten arbitten. Den Kleinen und Kleinsten begegnet man in Dörfern und zwar dit int Gebirge hinauf und dit an die Grenzen det Tieflandet. Wer fich auf ihre Gangart versteht, findet ste noch auf der schwäbischen Alp, im Sv-ffart, im Riesengtbstge, selbst an der Lünedmger Haide und bei den Kaffuten. Mehr innerlich unterscheidet man feinere und gemrinere (nobiia et vilia). Die F.-instcn schwimmen in der„Norddeut- schen Ällgemeinen Zeitung", schon etwat wer.iger frine in der „Post" und so geht ct in Abstufungen herunter bit zur„va- diichen Landetzeitung". Manchmal aber auch, wenn der«rod- kämpf befvndert befug ist, verschwinden die Unterschiede und man kann fie dann in dirsem Zustande sämmtlich alt gleiche und gemeinschaftlich«(aeqnalia aen commania) bezeichnen, U-drigent find st««inander wieder darin ungleich, daß die einen vom Repttlieniondt vollkommen ernährt werden, die andern nur ad und zu Rationen erhalten, welch« je nach dm Leistungen von verfchisdmer Größe find. Jene hadm ihren Wohnste in den eigentlichen Regicrungtblättern, diese in Zei- tungm, welche zweideutigen Sigenthümem orer Aktiengesell- schatten gebörm, in Telegraphen« Agenturen und Korrespondenz- bureaur. Begreiflicher Weise sehm die elfteren auf die letz- teren mit Stolz herab und nennen ste unter fich Zwitter (bemaphroditi). während hinwieder letztere die erster«»,«eil diese in größerem Beutedcfitz find, alt Räuder(praedonea) und trenn fie in Hafenstädten deden, alt Seeräuber(praedonea maritimi) bezeichnen. Sodann find die Einen binnenländische und die Andern auswärtige und et thetlen sich die auswärtigen auffälliger Weise in einheimische und fremde(inqnllina et peregrina aen exotica, endogenia et exogenia). Die Vermischung ihrer zoologischen Funktion:n erklärt fich so: et giebt Arten, welche ausschließlich im Reiche thätig find(die kinnenländifchev), sowie Andere, welcht dat Urtheil der Preffe det AuZ landet zu modeln haben(die auswärtigen) uno theilt geschieht diese» nun durch Reptile von Deutsch- land aui direkt(einheimische), oder et geschieht durch im Au» land ledende Reptile aui ändischer Ndlunft(kemde). »m intereffantefien sind viejrnigm, welch« die Forscher umer dem wiffmichaftlichm Ramm endogenia begreifm. Dieselben hadm ibr Lager in Berlin, unlttmchmen aber von dort au» große Wanderungen. Sie schwimmen durch die Spree int Meer und in alle Flüffe, so detspteltweise durch den Rhein in die Aare und bi» in die Limmat herauf. Auch den Größten unter ihnen werden solche Reisen dadurch möglich, daß fie fich unter- rvegt nach Bedürwiß zu verengen wiffen; in der Limmat angekommen, blähen fie fich aber auf und nehmm sofort die Berliner Maßglöße wieder an. Seidst in London, Wien, Rom und in entfernteren Städten wirken die ouiwä'.tigen Reptile, und die binnenländischen v-rlünten dann die Thatm derselben» obwohl diese vom gleichen Zentralpunkt aui bestellt warm, alt feldstfiändig« Nock sei eine Varietät genannt, welche selien deschriebm, oder höchst merkwürdig ist, nämlich dat Korreltor- Reptil(Reptile ccrrector) Dasselbe pflegt in die Rrdak- ttontzimmcr der Opposttionipresse einzudringen! et meldet fich dort, spricht von Freiheit und Gleichheit, von Barrtkadm- kämpfm und stellt fich von der Regtet ung alt verfolgt dar. Gt-dt man ihm mitleidig eine Korrektorstelle, so pnlustrirt et die Handschriften, schnllff-lt nach deren Verfaffrm und schleicht fich mit ihren Namen bei Nacht auf die Voltzet. Wird et endlich erkannt und autgetrieben, so giebt ihm der Reptilien fondt wieder eine Anstellung im inner« Dtmst. Freilich ist die speziell« Zoologie der Reptilim— wir miiffen et gestehm— noch nicht genügend durchforscht. Man kann dieset Gebiet dem„dunkeln Kontwent" vergleichen, der auch nur langsam aufgehellt wird. Der allgemeine Ttjeil Hin» g gen ist schon Keffer bekannt-, die Eigenschaften der R-ptitten. Bau, Ernährung. Verdauung und Produktion derselben stad manchem Zoologen vertraut geworden, und gerade anlaßlich der dulga-iichen Krlfis konnten frühere Erfahrungen expert- mentell auf» Btste destätiat werden. E« zeigte stch dabei, daß die Thä.igkeil der Rcptilitn nur zunimmt, wenn ste in der Nahrung v«rkür,t werden: feit der Hesfisch-naffauische Theil nur ein Leichte« sein würde, durch meiner Hände Arbeit in der neuen Heimath so viel zu verdienen, um«» wieder ein- lösen zu können. In alledem,«eine geliebte Else, habe ich mich bitter geduscht, und ich würde mich eine* neuen, schweren Unrecht» gegen Dich schuldig machen, wenn ich Dir jktzt noch etwa» verheimlichen oder doch über den traurigen Ernst ur seier Lag« hinwegtäuschen wollte. Sowenig, alt ich vor drei Tagm de« DubfiaHl der Handtasche anzeigen durfte, wenn ich un« nicht selbst verrathe« wollte, so wenig konnte ich et wagen, hier mtt dem werthvollen Schmuck tffen zu Tdge zu treten. Ich will Dich nicht detrüben durch«in« ausführliche Schilderung der Leiden, die ich an diesem Nach» mittag auszustehen hatte, wo e» fich unserer zwingenden Roth» läge und Deiner Erkrankung wegen für mich darum handelte, Geld zu erlangen um jeden Prei«. Genug, daß man über» all eine Legmmation von mir verlangte, da ich nicht erweisen konnte, daß keiner meinen einfachen Versuchungen Glauben schenken wollte, und daß man mir mehr al« einmal fast in« Gesicht hmeirr sagt«, ich sei«in Dieb und ein Betrügerl" Else begann wieder leise vor fich hin zu weinen; aber er lehnte ihr Köpfchen an seine Schulter und fuhr mit weicher Bitte fort: „Weine nicht, mein geliebte» Leben, denn da» Alle« ist jetzt überstanden, und ich würde e» mit Freuden ans «ich genommen haben, ohne Dich je durch eine Erzählung davon zu btttüben. wen« ich wenigsten» jetzt die Gewßheit erlangt hätte, daß Deine Zukunft gesichert sei. Aber da« ist U der nicht der Fall. Ich habe den Schmuck nicht ver- pfänden können, und habe mich schließlich, weil ich nicht mit leeren Händen zurückkommen durfte, gezwungen ge» sehen, ihn für eine uaverhältnißmäßig kleine Summe zu veräußern. Dieter Betrag macht jetzt unsern ganze» Reich» thum au» und er wird kaum ausreichend sein, uvt die Flucht über den Ozean zu ermöglichen. Selbst im aller- günstigsten Falle kann er un» kaum über die Bedürfnisse der ersten Wochen in dem ftemden Lande hinweghelfen; usd wenn der letzte Thal» dahin ist, befitze ich ntchi« mehr, alt meine bei aen Arme, um Dein und mein Dasein weiier zu stiften. Da» würde hier vielleicht genügen, aber aut der Krippe verstwrmden, beißen und heulen sie noch öärker. Aber besonder» hübsch war et, bei dem anrannten Anlasse die harmonische Gliederung de» gesammten Reptilien- reicht zu beobachten. Die Reptile thnn nämlich genau da», fie öffnen ihr G-diß, bewegen die Lungen und schwingen die Schwänze genau so, wie»er Berliner„Waschzettel" et vor- schreibt. Ohne den Waschzettel zu befltzen, können ste ihren Verpflichtungen nicht einmal obliegen. So kam et denn, daß bei der Vertreibung de» Fürsten«lexander die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung", die„Kölnische Z'.Uung" und die„Straß- bmger Post" just schreiben konnten,»at die deutsche Dipl»- matte wünschte, well ihre Reptile den Waschzettel schon er« halten hatten, die„Augsburg« Abendzeitung", die„Mül- hauser Zeitung" und viele andere aber zuerst für den Bulgaren- fürsten Theil nahmen, weil ihren R'vttlen der Waschzettel noch nicht zugekommen war, so daß st« einen Tag nachher, deffelden anfichtig, alle ihre früheren Urrheile zurück nehmen mußten. Für die besonder« Stellung d« oben- erwähnten Gattung dermapbroditus im Thierreich« lieferte da» „Frankfurt« Journal" ein charattertstischrt veisriel; man tat dort ungefähr:„Alexander verdiente eigentlich Köntg zu werden: freuen wir un» ab« auch, daß unser derühmte Reich» kanzler in dieser Frage seinem Lorbeer wieder ein neues Blatt eingneiht hat." Einet jedoch dürfen wir am wenigsten vergrffen, wat leine nn' andere Thiergattung mtt den Reptilien aemetn hat: welche» auch ihre Größe, Herkunft und fonüige Natt» fei, immer ist ibr Darmkanal von genau dnselden Länge und»aar von der Länge de» Waschzettel». Sie verdauen ihr Pensum mit der gleichen«underbaren Exaktheit. Politische Uederstcht. Zur sog-naouten Obstrukttouttakttk der Arbeiter» Vertreter i« Rttmttage demerkt die„Berl. Cour." sehr vernünftig:„Du Mehrheit der Mitglieder unserer gesetzg-brndtn Versammlung hat für nothwendig befunden, die soztalvemo» ktatische Partei in einen Auinahviezustand zu versetzen, die Regt« ung hat et für ihr« Pflicht gesalten, ihre Polizeidramten auf die Fersen der sozialdemokrat, schen Führer zu heften, und dafür muß jetzt dit Gesammthett der gesetzgebenden Kölp«. schalt, müssen die Vertreter der verbündeten Regierungen in Berlin aut halten, weil die sozialdemokrottschen Abgeordneten in Berlin stch ungestört untnhallen«ollen. Et ist da» eine Art der Vergeltung, welche det komischen Beigeschmack» nicht entbehrt. An diese Konstquenz de« Sozialistengesetze» hat man wohl nicht gedacht, alt man dasselbe erließ, und diese Konse» qaenz ist ganz gewiß die letzt« nicht. Dt« Sozialdemokraten hoffen, bei den nächsten Wahlen ihre Zahl erheblich vermehrt zu sehen, und dies« Hoffnung ist wohl keine ganz ungerecht- serttgte. Fürst Litmark hat den Sozialdemokraten bereitwillig ein dritte» Dutzend von Mandaten gegönnt. Dann brauchen ste auch nicht mehr nach Unterschriften haustren zu gehen, wenn ste«in« Jnt«pellation eindringen«ollen, und st« find in der Lage, so ost et ihnen deliebt, Debatten ynbeizuführen» für welche ste dat Thema bestimmen. Sollte et den Henm dann in B«ltn länger alt fünf Tag« gefallen, so brauchen fie ihrem Wunsche nur Autdruck zu geben, und der Herr Reichikanzler muß wohl oder übel den Wunsch erfüllen. Doch lasten wir diese Zukunsttbilder und begnügen wir uns mtt dem. wa» thatsächltche Wahrheit ist: der Reichttag muß seine Sesstan verlängern, damtt die Sozialdemokraten unge- stört konfniren können I"— Und die„B r e» l. M g z t g." cherakteristrt die Lage noch', treffend«:„Alt dat Autnahmegesetz aut geheißen wurde, lautete dt« Parole: D« Reichstag gegen Paul Sing«. Jetzt nimmt« seine Revanche: Paul Singer gegen den Reichstag— und diesmal ist er Steg« geblieben."— Der Abg. Hafenclever denutzte übrigen» am Sonnabend im ventor enkonoent die Gelegen hett, um da» Verfahren d« Partei am Donnerstag näh«»u begründen. Den sozialdemokratischen Führern biete dat Beisammensein det Reichstag« die einzige legale Möglichkeit, mtt einander zu kon- feriren. Ueberall sonst verbiete man ihre Zulammenkünste, über- wach« fie durch Detekttvt, und außerdem liefen ste Gefahr, wegen„geheimer Verbindung" unter Anklage gestellt zu uurden. Unter solchen Umständen könne man et ihnen nicht verdenken, wenn st« die geschäfttordntmetmäßig zulässtgen Mittel an wendeten, d« Se'.fion«ine Dau« von mehreren Tagen zuzugeben. Dlejinlgen Kollegen, welch« gegen dat Sozialist« gel'tz gestimmt, bebaut e«, aber die Anderen ernteten nur, wa« fie gesäet haben. Die Abgeordneten Rrckert und Marqardsen sprachen stch hierauf ziemlich übereinstimmend dahin au«, daß diese Erklärung ihnen eine gewiff« Befriedigung gewähre und daß ste unt« dem angeführten Gestchttpunkte für da» V«- halten der Sozialdemokraten Verstänvniß hätten. Sozialifttsche». Ausgewiesen,«eil„lästig" gefallen, wurde in Flensburg d« Webngeselle Jen» Andreas tzöj«, geb. 1832 in Famrlund bei Kolding.— Vergangen« Woche wurde in Sachen de» Naaelschmied» Schlichting au» Schlet- weg, welcher un Flenid urger Lanvgnicht alt Unt«. suchungtgefangen« untergebracht ist, d« Schneider M. alt ich weiß sehr wohl, daß fast in allen überseeischen Ländern eine Uederfülle von Arbeittkrästen vorhanden ist und daß selbst beim redlichsten Willen für den neuen Ankömmling oft Monate vergehen können, eh« er in der Lage ist, sich kümmerlich sew Brod zu verdtenen. Würde ich mich nnn nicht eine« Verbrechen» schuldig machen, wenn ich Dich, meine ibenre E s«, allen Schrecknissen ei»« so ungewissen Lage autsetzen, Dich viel» leicht dem gewissen Elend entgegeniühte» wollte!— Rein, mein Lieb, da« darf nicht geschehen, wenn ich mich nicht selbst al» einen Nichttwürdtgen und Erbärmlichen vir- wünschen soll, und wenn mir auch dat Herz dabei blutet, wenn ich anch in dies« Stunde noch nicht weiß, wie ich ein Leben ohne Dich«tragen soll, so ist et doch meine Pflicht, Dir den Vorschlag ein« Rückkehr zu Dtinem Vater und ein« Einwilligung in seine Absichten zu machen." Er hatte die letzten Worte nur noch mtt furchtbarer Anstrengung h«vorbri-gen können, und seine Stimme v«- sagte ihm, alt würde fie von Thränen«stickt. Da» junge Mädchen ab« sah ihn mtt wett geöffnete», entsetzten Augen an, wie Jemand, der aut eine« fürchterliches Traume ewporfährt und noch nicht weiß, ob et Weiblichkett od« nur ein Wahngebilde seiner Pbantafie gewesen, daß ihn mtt Schauern de« Schrecken»«füllt hat. „Wies—„Du wolltest mich aufgeben,?" flüsterte fie endlich mtt tonlos« Stimme,„Du wolltest mich v.r» stoßen?— Und womit habe ich eine so schreckliche Strafe verdient?" Er zitt«t» am ganzen Körp« vor Schm«z und müh» sa« unt«drückt« Aufregung. Ab«« glaubte dem 0e« bot sein« Pfl cht treu bleiben zu müssen, und mit ein« Selbstüberwindung, die ihm Anspruch darauf gegeben hätte, fich einen Helden zu nennen, wiederholte er noch ein» wal alle die grausamen Beweggründe, die jenen Vorschlag nach unbeschreibliche» Kämpfen in s-inem H«zes Ha ien reifen lassen. Alt er ab«mal« innehrelt, weil ihm die Stimme oersagte und weil« All:» erschöpft hatte, wat« vorzubringen wußte, da richtet fich Elke zu der ganzen Höhe ihr« schlanken Gestalt empor und sagte, indem fie ihre Zeuze vornommen, um«. A. die Frage zu beantwotfat, ob Schi, der Führer der Sozialdemokraten in Schleswig sei, oder od er Expedient det Zürtchir„Sozialdemokrat" sei, welche d« Zeuge jevoch sämmtl ch verminen mußte» da« davon keine Kenntniß hatte.— Dat Splonagesystem der Dresdener Polizei gegenüber den Sozialdemokraten nimmt eine Ge statt an, die in weitesten Kreisen schärfste Mißdilligm g finden wird. Der Abg. Singer hat nach dem„Berl. Cour." vorige Woche in Dresden seinen Wohnsttz genommen. Wenige Tag« danach erschienen bei seiner Wirthin ein Polizeikommiffär und-in Kri» minalpolizist, beide in Zivil, und examinirten die Wrrthtn, od ste auch w ff, wer ihr Loaiiherr sei. Derselbe sei ein sehr gefährlicher Mensch, ein arger Wühl«, d« streng überwacht werdet müsse. Die Wirthin möge auspaffen, was Singer lhue und treibe, melche Besuche« empsange u. f. w-, die Polizei werde von Zeil zu Z-it nachfragen und fich von ihr, der Wiithin, Bericht «statten loffen, doch soll« fie Singer gtgenüber da» strengste Schweigen beobachten.— Ein täglich erscheinende» Arbetterblatt werden vom 1. Oktober ab Mannheim und Ludwigthafen besitzen. Doffelde führt den Tttek „Pionier, Süvwestveutsch« Volkt Zeitung", Alt oe-antwori» Iteh« Redakteur, Drucker und Verleger zeichnet I. Willig, Mannheim.— In Buatburg ist wieder ein Sozialisten- prouß in Sicht. Derselbe führt den Namen„Web« und Ge- noffcn". Gelegentlich einer politischen Haussuchung bei d« Geliebten de» Weber fand vir Polizei eine kurz zuvor einge» troffen« größe e Sendung det Züricher„Sozialdemokrat". Zum Kösener Handwerkertag. Neben den uttramon» tanen Blättern stellen auch die konservativen bei d« Lespre» chung det Kösen« Kongreffet die kuriose Maxime auf, daß, so lange die 98»Ci. der deutschen Handwerker, die dort nickst vertreten waren, nicht gegen die von den 2 pCt. gefaßten Be» stzlüffe pro'eftiren, man annehmen müffe, daß ste dat Auf» treten der Minderheit billigen. So elwat kann man doch nur Lruien sagen, von denen man annimmt, daß st: ihren Ver» standeikasten überhaupt nicht strapazirm mögen. In d« „Naiton" finden wir eine ganz« Reihe von«�ötzlich-traurtgen Beispielen, welche Wirkungen die nach den Zunsi Prinzipien zu- geschnittene österreichische wirthschaftliche Gesetzgebung ausübt. Die Einführung des Befähigungsnackweises in Oesterreich Host dazu geführt, daß etr widerwärtiges Gezänk über den Umfang einzeln« Gewerbebefugniffe die zustänvigtn Behö ben beschäftigt. Eine Bezirkthauptmannschast hielt es für nöthig, ein Kammervotum darüber einzuholen, od Kürschner zur Erzeugung von Kopfbedeckungen aui Stoffen befugt seien. Im Leoben« Kreise ad« war zwischm den Schneidern und Handschuh» machern ein erbitterter L-derhosenkrieg entbrannt. Bis an da» Ministerium des Janern ging die Sache. Hi« wurde die Entscheidung der steiermärkrschen Stab halterei, betr ff.-nd die Feststellung des Befugnißumfangs d« Schneider unv Hand» schuhmacher aufgehoben und es wurde dahin entschieden, daß Schneider wie Handschuhmacher lederne Hosen„mit welch« Naht auch immer" anfertigen dürften. Damtt ist jedoch noch nicht die Frag««ledigt» od die Handschuhmacher auch gesütterte Hosen produzir n dürfen, denn au« der Wien« Handwerks» oidnung vom 11. November 1752 geht hervor,„daß vorhin schon die HandwerkSmach« und Gallenstepper stch u' tei stunden, gefüttert« lederne Hofen und Kam.isolS zu machen, milchet ihnen doch ein für allemale vnbol-n und die Arbeit hinweggenommen wurde." Der Artikel der„Nation" schließt mtt den Worten: „Man greift fich unwilllürlich an die Sttrn und fragt fich, ob «an wache oder träume, od es fich denn wirtlich um Srrun» genschasten einer modernen VolksdeglückungSiheorie handle, oder nicht vitlmchr um eine Zusammenstellung von Zunstkuriosa aut jener Zeit des Verfall» der attm Bilden" Und das ist da» Ideal, für das auch unsere Zänfiler schwärmen. Da» ,.v. T." sagt sehr richtig: Das Zunftwesen ist abgestorben im Folg« sein« nltrrsschwäche, nicht tn Folge von Gesetzen, und so««den auch Gesetz««» nicht vatmnd wieder beleben köunen. Ist dem Handwerk noch eine neue und krättige EntwIcketunU vorbehalten, so wird die Enlwickelung nicht erfolgen aui Grund veralteter Formen, die man jetzt mühselig aulzugraden sucht, sondern nur mit Kräften und Mitteln, wie fie die moderne Zeit und ihrr Kultur in so reichem Maße aufzuweisen hat. Soliugev, 18. September. Das heutige Morgendlatt de» „Kölnischen Zettung" schreibt:„Großes Aussehen«regte Hute Morgen die Verhaftung des Prokuristen einet htestgen größeren Hauset wegen Unterschlagung. Der Verhafiete hatte vor etwa einem Halden Jahre Prokura«halten und ist «in sehr eifriger Anhänger der Sozialdemolralie." Wir kon» statiren hiermit, daß d« detreffend« Prokurist, der übrigen» wieder auf freiem Fuße ist, der Sozialdemokratie schon seit Jahr und Tag den Rücken gekehrt hat und dir selbe heute nach Renegatenait allüberall in der gehälstgsten Weis« bekämpft. Wäre aber auch dat Entgegengesetzte der Fall, hätte d« Mann fich noch heule alt Sozialdemokrat aufgespielt, s» würde da» gegen die Partei an und für stch nicht» beweisen. Wenn man jedoch, wie et leider längst Sitte oder auch Unsitte geworden ist, diejenigen, welch« angeblich oder auch thatsächltch gegen dat Strafgesetz und die gute Sitte gefehlt haben, da Partei, zu«elcher ste fich bekennen od« bekannt haben, an die Hand wie zum Schwur gegen die nndrize Decke de» Zimmer» erhob: „Ich ab« gelobe bei Gott dem Allmächtigen utb All» gütigen, daß ich niemal» au» freien Stücken in da» Hau* meinet Vater» zurückkehren w«de und daß ich, wenn ich Deine Liebe wkktich verloren habe, wie ich et nach eine« solchen Vorschlag wohl sürchien muß, lieber sterben w«d«, ehe ich mich diese« Autwegt bediene. Wenn Du mich aber Dein« Liebe noch für würdig hältst und wenn et in Wahr» hert nur die Sorge um mich gewesen ist, welche Dein* Worte bestimmt hat, so laß Dir ein für alle Mal gesa# sein, daß ich kein köstlich««» Glück nnd kein beneiden*' wertheret Schick«! kennen will, alt da«. Deine Gattin 1* werden, und daß et an Dein« Seit« für mich weder El«»» noch Entbehrungen geben wird, so lange ich gewiß bin, W Du mich liebst I"„ Im nächsten Augenblick lag fie an sein« Brust, die beiden jungen Menschenkind«, welche da al» ein willenlos� Epieiball de« Schicksal» in die wildeste Sturmflath de» Leb*** h>nau»geschleud«t waren, vergaßen alle Gefahren d« wart, alle Schrecknisse der Vergangenheit und all dat w*' hende Entsetzen ein« hoffnungslosen Zukunft vor d« ztgen, beseligenden Gewißheit, daß ihre Liebe alle Siür»* überdauern würde und daß ihre Herzen durch nicht« Snd«tt» auseinander gerissen werden könnten, al» durch den Tod. � An dem nämlichen Tage, an welchem diese Dwg« d« Hafenstadt geschehen, lasen die entsttzieu Bewohnt» Provinzialhauptstadt M. in den Abendzeitungen eine tionelle Neuigkeit, welche im Wesentlichen folgenden 3'™ hatte: .Ein grauenhafte» V«brechen, da» sich aller schein lichkett nach schon«.vr mehreren Tagen in den Mau uns«« Stadt zugetragen, ist im Laufe d>» heutigen Mittag« entdeckt und zur Kenntniß der Behörden 0»"» worden. Nicht nur vm de« beklagen«w«then Opfert«" da» von der furchtbaren Thtt getroff-n worden ist. f08. ja noch wehr wegen der Person de» muthmaßlichen da» bluuge Eieigniß ganz danach angethan, tiefst« Mitgefühl al» de« heftigsten d« Behörden g�L. nsmnthen Opfer» f.n worden ist. uihmaßlichen TW"» � I ÄtSV» ?ic(ff45Se fcSnfit« wiS, d«mn wütbt dk Parkei d«„KSlnischm ritung" mit ih:en»patriotischen" vank und Aommunalkaffrn» plünoeiern wabrlich nicht zu btiz kommen! Ueber die Bedeutun« der bulgarische« Krage für Eaglaud schreibt»er„Pesten Lloyd":„Wenn die Engländer dergleichen thun, all od die Rusfistzirung LulaartenS sie gar nicht« anginge, find sie entschieden out falschem Wege, und wir wollen unsernstit» ihre billigen Rathschläge mit einer kurzen Darlegung deffm beantworten, wa» die russtsche Herrschaft in Bulgarien für sie bedeuten müßte: vorerst, daß da» mächti-e England in Europa gar nicht» mehr zu sagen hat; weiter die sofortige Reaktrotrung de» Frieden» von St. Stefano, schließ- lich die Eroberung von Konstantinopel und seiner Meerengen durch Rußland. In dem Maße ferner, al» Ruß- lar.d« Ansehen bei den Orientalm steigen und die Macht de» weißen Zar» sich ihnen al» unüberwindlich darstellen müßte, würde da» Preüige England» im europäischen und asiatischen Orient stnlm und vollmd» verblaffm. In Jndim aber regiert Großbritannien vorwiegend durch sein Prestige; ei hat dort»eniger ein« materielle al»»ine mora» Usch« Bast» für seine Machtstellung. Schon stellen stch, nammtltch im Pmdschab, bedenklich« Zeichen ein, daß die Undotmäßigkeit indischer Fürstm zu erstarken beginnt und heute bereits mag der Emir von Afghanistan stch die Frage vorlegen, od der englische Schu? ihm und seinem Lande nicht da» gleiche Schickal bereiten werde, wie de« Fürsten Alerander und seinen Bulgaren: ob es daher nicht kiüger sei, der ohnmächtigen englischen Freundschaft Valet zu sagen und stch freiwillig unter die Herrschaft de» allaewaltigen weißen Zar» ,u begeben. Die B-fivnadm« der Mermgen durch die Russen bedroht aber auch dm«anal von Suez, die Krieg»stroße, durch w.'lcke England mit Indien in Verdrnoung steht. Hat nämlich Rußland dm südweßiichm»ulgang der Darda. Hellen im Sinne eine» Brückenköpfe» befestigt, so ist e»— «eil eine» ungehindertm Rückzüge» in die dem Feinde allein unzugänglichen vasstn» de» Marmara« und de» Schwarzen Meere« stet« sicher— zu einer drohenden Flankenstellung gegen die englische Linie Gibraltar- Port- Said befähigt. Eng- land? kürzeste Linie nach Indien ist dann nicht mehr stcher und wird umso intenfiver getahrdet sein, wmn Rußland mit einer großen Floftenwacht in Allianz tritt. Diese Alltanz zeichnet sich dereit» deutlich ab, und alle«autelm, welche Fürst Bismarck durch seine weitgehende Konnivenz dagegen ergreift, werden sie ebenso wenig abwenden, al» die Flottenstaltonm, welche England in Eypern schon hat und auf Kreta oder sonstwo»u etadlirm gedenkt, eine Bast» gegen da» Vorrücken btr rusfilchen Flott« abgeben und eine Vereinigung mtt der alliirten hindern wetdeir. Daß England in seiner Jsolttung dicht fähig ist. Egypten dauernd zu besetzen, wie verschiedene «nglische Blätter tn Aulficht stell- n, resultirt au» der Beschränkt. heit seiner militärlschm Machtmittel. Wir brauchen übrigen« blo» an die kläglichen Erfolgt seiner jüngsten Expidtttonen nach Exyplen zu erinnern, unter welchen die Beschießung de» wehrlosen Al-xandrien durch die Flotte der Glanzpunkt war. England begt eine gewiss« Mißachtung gegen dt« russtsche Slotte. Da» ist ein schlimmer Rathgeder und kann zu de. dauerlichen Uederraschungen führen. Je mehr die englische Flotte im Mittelländischen Meere verstärkt und je intenstoer de zur Deckung der Transport« nach Indien in Anspruch ge- dämmen werden müßte» desto m«br würde die Kanalflotte ge- schwächt werden; e» würde die tusfische Ostsee-Flotre dann au» ihrer zuwartenden, lauernbm Haltung hervortreten und möglicherweise Erfolg« erringen, von welchen da» englische Selbstdewußtsein nicht einmal zu träumen stch herbeilaßt. England thut nicht gut daran, sich gänzlich zu isoltren UNd jede Allianz unmöglich zu machen." O-sterr-tch-Uugarn. Die Beunruhigung über die dulaarische Ent- Wickelung wächst zusehend». In der Rede, mit welcher 18. d. Balthasar Horvath im ungarischen Reichttage Ii Int«, pellation über die bulgarischen Angelegenheiten de- Z'ti'e.'e. sagte er zunächst, es ses für l>steneich Ungarn eine i'.�nSftaae, auf der Balkan Halbinsel die Bildung fteier un- Lbängi.»r Staaten zu fördern, und bemerkte dann, wcrin der ?ubm der von Oesterreich im Orient gebrachten Opfer destehe, Wenn troy der Tv-tsache. daß Oesterreich mit der derzeit ton- wigebenden Macht Surope» tn innigster Allianz ist, für Oestrr« wich so ungünstige Entwickelungen im Orient möglich find. D-niel Jraryt von der äußersten Linken erklärte, er lege großen Werth auf da» Bündniß mit Deutschland und er- ««n« an. daß Oesterreich Ungarn dessen bedürfe. Ader die» Bündniß komme sehr theuer, wenn von Oester« reich immer neu« Opfer gefordert«erden. Die usterreichisch-ungarische Armee ist f-hr ansehnlich und ein Staat, der über solche MaHttnittel verfügt, sei nicht angewiesen, den Fricdrn auch unter Bedingungen zu verkaufen, vi« nicht blo» seine Ehre, sondern auch seine Interessen tn F-aae stellen.— Ludwig Kossuth eröffnet im„PeM Naplo" eine Reihe ossen:r Schreiben über die bulgarische Frag«. Die Quintessenz setner Betrachtungen iß folgende: Die ortentaliiche Frage ist eine Frage der rusfischen Machtauidehnung, kombinirt mtt dem »##——=—=========!== 5M««r Mitbürger wachzurufe». Der Thatdefia»d aber ist, weit er bi« jetzt ermrttelt werden konnte, in Kürze fol« d», Fräulein Friderieke eo» Römer, K>e ältere, ziemlich gebrechliche Dame, die w der ganzen ��dtzeaend fast»va Jedermann gekannt und mtt Recht N geachtet wurde. Sie stammt au« einer vornehm«,»nd «heb«« sehr begüterte« Familie, welche'«dessen dnrch viele hatte Schicksalischlüge um ihr ganze« Vermöge» gekommen war. so daß dem alte« Fräulein zur Fr'stung seure» Dasein, eine Pension dienen mußte, welche ihr dre Großherzogi« von B.. bei welcher ihre Mutter einst Hofdame gewesen, �»»gkwirkt hatte. Trotzdem diese Emkünfte de» Fräulem von Römer, wie man sich wohl denke» kann, nur eine sehr bescheidene Höhe hatten, war die alte Dame doch so gut« herzig und für ihre eigene Person von einer so weitgehenden Bedürfnißlofiakeit, daß sie nicht nnr genug erübrigt«, um ganz tn der Ettlle zahlreiche Wohlthaten übe« zu können, >>«ber» daß st« auch«ine« verwaisten Neffen, Bernhard von "omer, an Kindetstatt zu sich nehmen und ihm eine vor« schliche Erziehung zu Theil werden laffe» konnte. Der lange Mann, welcher jetzt vierundzwanzig Jahre alt ist, Wi* fette Univerfitätsstüdten rndessen sehr bald abgebrochen, vstgeblich, weil e» seinem Ehrgefühl widerstrebt«, der arme« �ante«,ch länger zur Last zu fallen, in Wah-heit aber to°hl nur, weil ihm die strenge wissenschaftliche Arbeit vtcht mehr behagt« und weil er stch»ach bequemem Geld« Sfmerb und zügelloser Freiheit sehnte. Er war in ei» «avkg-schäft eingetreten, wo m°« ihm im ganzen da» �ugniß ei»»« tüchiigen und gewissenhafte« Menschen giebt, a° wo er ein für sein« Jahre bereit* ga», ansehnliche« «Wt bezog. Sei« Verhältaiß ,u der Tante soll«ach den sogen emiger Person«,, welche mit der letztere» in oo« Bnühiung kamen, bi« in die letzte Zett hinein ein guik» gewesen sei» und Niemand hatte jemal» ans die Panflawismu». Da» Exlstenzintereffe Oesterreich Nngarn» gt' bietet e», dieser Exvanston entgegenzutreten; die von Rußland in ihrer Selbststänvtgkeit bedrohten slawischen Rationen find tn ihrer Unadhängigk-tt und zur Wahrung ihrer Jndiotdua- Mi mtt allen Kräften zu unterLützen. Fürst Bismarck sei au» Furcht, Rußland könne sich mtt Frankreich»er- bünben, russisch geworden,«a» die deutsche Nation einst noch bitter bereuen werde. Durch die an die Grenze de» Selbstmorde» streifende Rolle, welche da» Wien« Kabtnet tn der orientalischen Frage spielt, Hab« stch diese zu einer Frag« d-r Machtauidreitung Rußland» entwickelt. Diese Ausbreitung der Macht Rußland» g-fäbrde Europa» Freiheit, zumeist aber Ungarn, die ößerreichilche Monarchie und da» Hau» Habsdmg- Lothrinäe«- Venn die Jntnessm dieser drei Faktoren seien mit dieser Frage untrennbar verbunden. Rußland. Die jüngsten Erfolge d-r rusfilchen Regierung auf dem Gebiete der aukwärtigen Politik und ihr dadurch gest:igerte» Machtgefühl machen ihren Eirfluß auf«ine Frage geltend, welche nach mehrmonatlicher Unt-rdrechung wiederum auf die Tagesordnung der russischen und polnisch-galizischen Presse ge- langte, nämlich die Versöhnung zwischen Russen und Polen. Al» ein Theil der Polen vor Monaten unter dem unmittelbaren Eindruck der Btjmarck'schen antipolnischen Kampagne einer Annäherung an Rußland da» Wort redete, fand dieselbe seitens der maßgebend rusfischen Presse eine ent- gegenkommende Aufnahme, und wenn fich auch»wischen den beiderseitigen Wünschen eine groß« Kluft ergab, so war schon die Thalsache der Anbahnung von Unterhandlungen bemerken»« werth. Ander» steht die Sachlage beute, indem vi« rufst che P esse angestcht» de» Siege» der rusfischen Diplomatie auf der Baltanhal»tnsel in der polnischen F-age einen ganz anderen Ton anschlägt. Sie findet schon die Erörterung der Kompromiß- frage al» üderflü stg,„da Rußland mit der polnischen Nation keinen Krieg führe und die Regierung nicht nöthig Hab«, auf die öffentliche Meinung in Polen Rückficht zu nehmen. Der arbeitsame Theil der polnischen Beoöllerung werde Schutz und Unterstützung für seine Bedürfnisse, ebenso VertheidUung cegtn los« Lehren bei der rusfischen Regierung finden. E» exifiirm keine Mißverständnisse zwischen Russen und Polen, weder ans politischem, noch religiösem Gebiete." Der überwundene Stand- vunkt der Versöhnung wird nicht minder durch da» Eingehen de» polnischen Journal»..Chwila" charaktertfirt, welche» de- kanntltch die Einigung mit Rußland al» seinen obersten Pro- gramwpunkt aufstellte; die Regierung erachtet e» j tzi offenbar tür überflüfstg, da» Blatt durch«eitere Subvention üb« Wasser zu halten. Belgien. Während die Arbeiter vurchweg einen Minimallohn von 4 Frank», in einzelnen Bezirken von 5 dt» 6 Frank» fordern, setzt et« im„Utoniteur" erschienener tönigltcher E-laß auf Grund drr Vorschläge der Provinzialbehörden den Lohn eine, Arbeitstage» in dm neun belgischen Provinzen also fest: In der Provinz Antwerpen 3,50 Frank», in der Provinz Bra» dant 1,25 bi» 3 Frank», in den fieben übrigen Provi-rzen 1,25 dl» 2 Frank»; für Kinder von 12 bi» 15 Jahren 75 Centime». Da» find in der That sehr niedrige Löhne, und die Ardeiter- dlättcr konstatiren, daß'/.» aller belgischen Arbeiter„wahre Hungerlöhne" haben. Frankreich« Da»„Peilt Jaurnal" hat die Geduld gehabt, die Z a h l d e r s e i t 1789 in Frankreich votirten Gesetze au»- zurechnen:„Seit dem derühmten Dekret vom 4/11. August 1789, welche Ludwig XVI. als den„Wiedelhersteller der ftan- zöfischen Freiheit" prollamirt. bi» ,um Dekret vorn 22. Prairial de» Jahre» il(21. Mai 1793), welch-» da» revolutionäre Tri- dunal einführt, wurden etwa 1200 Aktenstücke der Regierung erlassen, also ein jährlicher Durchschnitt von 800 Akten. Vom 31. Mai 1793 bi« zum End« der ersten R-oublik betrug die Gesammtziffer der Gesetze und Dekrete 8615(duribschnÜtlich 718 pro Jahr). Da» erste Kaiserreich, dt« hundert Tage tobe- E'en, brachte 10672 G-setze, E-nat.t-KoajuUe, Dekrete chschnitllich 1057 pro I cht). Die Gesetze und königlichen onnanzen unter Ludwig XVIII. erreichten die Höhe von 18653(burchschntttlich 2072 pro Jahr). Unter Karl X. brachten die Gesetz-, Ästen, Ordonr anzen mit einer Gesammtziffer von 15810, den jährlichen Durchschnitt auf 2635. Ludwig Phttipp sah 37 192 otfi'iell« Akten veröffentlichen(durchschnittlich 2066 pro Jahr). 12 386 Gesetz« und Dekrete erschienen während der zweiten Republik(durchschnittlich 2477 pro Jahr). Da»»weite Kaiserreich brachte deren 45589(durchschntttltch 2533 pro Jahr). Di« dritte Republik endlich erließ vom 4. September 1870 bi, zum 31. Dezemdrr 1685 40 126 Gesetze oder Dekrete, wa» einen Durchschnitt von 2675 pro Jahr ergiebt." Da soll stch ein gewöhnlicher Sterblicher noch auskennen. Grohbritannie». Die Ausrüstung der englischen Häfen und Flottenstationen mit Torpedo» wird in der letzten Zeit ledhaft betrieben. Der Dampfer„Eider" hat gerade ein« Anzahl unterseeischer Minen, Torpedoboote und elektrischer Apparate nach Tynemouth drei Tagen aber wachte die Frau bi» Goldarbeiter« Rüdiger, welche dem Fräulem v. Römer gegenüber wohnt und welche von ihr gelegentlich für die Besorgung kleiner Dienstleistun- een in Anspruch genommen würbe, die Wahrnehmung, daß er ihr wohlbekannte Bernhard Römer in vorgerückter Nachmittag«st«nde, also zu einer Zett, während welcher er sonst noch im Kowptoir zu sei« pflegte, in sehr aufgeregtem Zustande und mit alle« Anzeichen hochgradiger Verstörtheit in da« Hau« seiner Tante trat und in demselben länger al« eine Stunde verweilte. Sie theilte diese beftemdliche Be« odachtung sogleich ihrem Manne mtt, nnd vo« ihrer Wohnung au«, welche eine« bequemen Einblick in die Fenster de« Römer'sche« Vorderzimmers gestattet, bemerkten nun Beide, daß zwischen Bernhard und seiner Tante eme offen- bar sehr erregt« und keinesfall« freundschaftlich« Unterhaltung geführt wurde, deren Wortlaut fie selbstverständlich über die Straße hinweg nicht vernehme« konnten. Aber fie sahen, daß der junge Man« sehr lebhast gistikulirt« und daß die alte Dame wiederholt von ihm zurückwich, al» wen» er ei»« Drohung ausgestoßen hätte, und al» wenn sie fich vor ihm fürchte. Nach einer Weile ginge« da»« Tante und Riffe in eine» der Hintere« Gemächer, wo sie vo« de, Rfldiger'fche» Wohnung au» nicht mehr beobachtet werde« konnte«. Gelbst. verständlich ahnte da» Ehepaar«och nicht» vo» einem Ver- brechen, da» fich drüben in dem kleinen Häuschen vollziehen könnte, aber die Frau Rüdiger macht« fich doch, wie fie heute unserem Berichterstatter angab, gleich ihre eigene» Gedanke«, und behielt die gegenüberliegende Thür im Auge, um de« junge« Herr» von Römer zu beobachte«, wenn er da« Hau» verließe.(Fortsetzung folgt.) Au» Knust«ud Keben. Da«„Evev-Thrater" hat in der Person seine» Kapell. MMMM «bracht. Man glaubt» baß die Haup�flottenstationen setzt zur G-nüge versorgt sind. Die wichtigste ist Malta, da von doet au» die Marine wie auch andere Stationen mit Torpedos ver- sehen werden. In Lydd wurden in der letzten Zeit von den Osstjiereir des Chatamer Ballonkorps zahlreiche Versuche mtt Luft- ballonS für Kriegszwecke angestellt. Besonders wurde auch die Gefahr, welche den Ballons von der feindlichen Artillerie droht, untersucht und zu diesem Zwecke ein aus sehr widerstandtsähigem Material bergest- wer Ballon als Zielscheibe benützt. Man ließ ihn etwa 2000 Fuß hoch steigen und ftuerte dann ShrapnelS auS einem Zaölfpsünder auf ihn. Die Shrapnels kamen bis dicht an den Ballon heran, ohne ihn jedoch zu beschädigen. Wie das„Daily Chronlcle" erfährt, deadfichttgt der Ge- meinderath der Ci'y von London, dem Ex-Fürste« von Bulgarien während setner demnächstigen Anwesen hett in England das Ehrendürgerrecht der City zu verleihen, und zwar in Anerkennung setner in dem bulgarisch. serbischm Kriege de- wiesenen Tapferkeit. Das klingt etwa» sonderbar. Nach einem der„Voss. Zig." zugegangenen Prtvattele- gramm entwickelt die englische R gierung in ver bulgari- schen Frag« jetzt große Geschäftigkeit; zwischen London und Sofia ist«in spezieller Kuiierdienst eingerichtet worden. In Konstantinovel gilt, wie der„Pol. Korr." von dort gemeldet »ttd. die Rückkehr des engltiid-n Botschafters Thornton auf seinen dotttaen Posten nicht für definitiv, vielmehr beab- stchtigt derselbe, da seine Dienstzett ohnehin mtt dem Jahre 1887 abläuft, mit Zustimmung des englischen Kabinet« nächstens seinen Absihied zu nehmen. Auf die Nachricht, England berette eine eventuelle Besitz» «rgreifung Egyptens vor. hat stch nach der„Franks. Arg." die Pforte noch mehr Rußland genähert. Ang-si-dtt solcher Eoentualtcäten haben thatsätlich trotz des osfizlöstn Dementis der Pforte zwischen Rußland und der Türkei Borde- sp. echungm wegen Adschluffe» einer geheimen Konvention statt- gefunden, allein vorest haben dieselben zu keinem Resultat geführt. Balke»»lS»der. Nach Eröffnung der Sitzung der bulgarischen Sobra�je am 18. d. M. schlug ein Deputirter die Abhaltung eine» Trdeums ,m Feier de» Jihrestages der Revolution in Philippopel vor. Dt« Mitglieder der Sodranje d- gaben stch in Folge deffen mtt den Ministern nach der Kathedrale und «obnien dort der vom Bischof von Makedonien abgehaltenen kirchlichen Feier bei.— Für die Mitglieder der Regentschaft wurde von der Sobranj« ein jährliches Gehalt von je 24000 Frks. dewilligt Die Wahlen zur großen Sodranje wurden aufAden 11. Oktober festgel-tzt. Im U-drigen verlief die Sitzung der Sodranje ohne Zvilchenfall. Abends ver» einigten stch etwa 00 Mitglieder d-r Sodranje au» Anlaß de» Jahrestage« der Rrvolution in Philippopel zu einem F-steffm, bei welchem ein Beprüßung»telegramm an dm früheren Fürstm Alexander beschlossen wurde.— Die Antwort d«S Zaren auf die Adresse der Sodranje giebt der Unzufriedm- hett Rußland» mtt der bisheiigm Haltung der Regentschaft Ausdruck und steht die guten Bcziehunzm noch nicht wieder- hergestellt. Die„Times" meint, die Untersuchung BulgarimS durch Rußland werde ruhig hingenommen werden; die Sinm würden bestochen, dl« Anderen gewaltsam bezwungen und wenn dann die Ruffm auf Konstantinop:! marschiren, werde die tn Berlin und Wim verbrettet« d-queme Theorie, daß Rußland in Konstantinopel«gerüder den deutschen Mächten schwächer sein werde al« jetzt, mdgiltig erprobt werden. In Keajowa(Rumänien) haben Ruhestörungen und Häuserplünderungen stattgefunden. Na:ürlich werden dieseldm als„sozialistische" bezeichnet. Afrika. Bei der Lerathung des AuSgabebudgets im englischm Unterhaus« betont« der Schatzkanzler CzurchtU. daß nicht die jetzig« Regierung für dt« Jniervention in Egypten verant« wörtlich wäre, sondern Gladstone; die Rückzahlung de» fünf« Prozent igen Abzuges von dem Koupon d-r vicrpro,entigm egyptischm Anleihe sei dmch internationales Abkommen bedingt; die Einsetzung einer internationalen Kommission zur Prüfung der eayptischm Finanzlage würde ein schlimmere» Uedel sein. Die Regierung erkenn« die große V-rantwortlichkett, die mit der Jniervmtion in Egypten verbunden sei; da aber England einmal tn Egyptm steh«, so sei die Regierung fest entjchloffm, nicht von ihrer Misston daleldst zurückzutreten, bis alle von England übernommenen Verantworllichleiten und Vcrpflich» tun«« vollständig und treu erfüllt seien. Anterika. Siebenhundert einflußreiche Mannet in Pittsbmg und vlleahany, welch« stch bisher nie mtt städtischer oder Staats« polttik belaßten, habm eine gthtime Gesellschaft gegründet, um die politische Atmosphäre in senm deidm Städten zu reinigen. Am Montag Abend fand die Wahl ver Beamten statt und wurden die Statuten angenommen. einen neuen„Raturforscher-Walzer" komponlrt. der stch in 8e» Zug auf meltodiösm Ret, seinen drstm Arbeiten anschließt. Heute wird der„Naturforscher- Walzer" von der Kapell« de« Hause» im„«dm- Theater" zum erüen Mal zu Gehör gebracht werden. Ader auch andere Mitglieder de»„Ebm-Theater»" nehmen die gute Gelegmheit wahr. Der bekannte Schlangen- mmsch„da» medizinische Räthsel" Herr SchiLy, dessen eiam- thümltchcr Knochenbau von berühmten Anatomen schon öfter« untersucht und bewundert worden ist, stellte stch in einem Brief« an dm Vorstand de« Kongresse», den Naturfoes-bern behuf« einer Untersuchung zur Verfügung. Daß auch die Komiker und Sänger die illustre Versammlung in desonderen, fein pointirte» Strvpfen und neum heiteren Szenen feiern, ist selbstoerständ. lich. Am Sonntag war da» Hau« in allen Räumen au, ver. kaust und der Beifall nach jeder einzelnen Nummer schier endlo». gl« so kolossaler Andrang de» Publikum», wie er c sk „Mitado Auffüdrungm nicht erlebt. Pa qaet und sämmtltcke Logen waren Aon bei Eröffnung der Abendkasse total v«. griffen. Die Aufführung selbst fand den vollsten Beifall de» animttten Auditorium», welches nicht müde wurde, tn erft-r Linie Feite Schweigbofer mit«vplaus zu überschütten. Do» „Blitzmädel" scheint noch auf Wochen hinaus da» Repertoire behaupten zu w-llen. � ###### HWMMMW nachzuahmen suchten. Da» italienische Blatt replizirte. mehr Miflg als sachgemäß, letztere Bemerkung sei doch nicht ganz richtig, denn die Italiener hätten ,. B. bei Dijon Stand«i Valien,«ahrend die Franzosen schmachvoll ausgekntffm feien. Resultat: Ein% entern re auf Säoel und ei«„Blutiger" auf deidm Seiten. Damtt aber war die Sache noch nicht ada«» than, denn einer der Sekundanten de» Franzosen ließ nun einen sehr de leivigenden Artikel gegen den Direktor der Va. lienrschm Zettung vom Stapel, der ein zweite» Duell tut Folge hatte. In welch, m der Fanzofe ganz unbedeutend, d« Die SeseMchaft führt den Namen„Pittiburg und Alleghcmy Reformverein"._ Die Ritter der Arbeit wollen fich ein Sffmtliche« Organ grünvm. Der Titel de« Blattei soll sein„Eguity"(Gleich bcit) mtt dem vubtttel JOIfittelle» Journal der vertintgten Arbeiter". Ben jedem Mitglied soll ein« KopMeuer von 60 Senil erhoben werden, um den B' stand del Blattei zu fichern. Wenn 100 000 Doli.(400 COO M.) eingezahtt find, soll der Gmeral-Exetutio Boa-d ermächtigt sein» mtt der Herausgabe zu beginnen. Cr soll einm Redakteur und seine Gehilfen» einm Gtschäftsfühm und andere Anaestellte aus der Mitgliedschaft dei Ordens ernennm. 30000 Doli, find nöthig zur Einrichtung. Die Nothwendigkett eines solchen Blattei, welches die Prinzipim des Ordens vertrete und Angriffe abwehre, müff« allen Mi'gUedetn einleuchtend sein. Die Ztff'mdliei(Filialen) werden aufgefordert» über folamde Fragen abzustimmen und das Resultat an den G-neralselretär zu berichten:„Soll bei Journal als öffentliches Wochenblatt erscheinen?"«Soll es obligatorisch für die Mttgiieder sein oder freiwillig subskridirt werdm f"„Soll der Adonnemmtk« preis 50 Eents oder 1 Doll. per Jahr sein k" Gerichts-Zeitung. «eichsgertchtt. Entscheidung.(Nachdruck verboten.) Leipzig. 16. September.(Ein Biimarckdel'idigungsprozeh.) S«n Landgerichte in FlmSdurg waren am 27. Mai der Re dakteur der„Flenidorg Avis", Jens Jeffm und der verant» worttiche Herouigeber eines in Hadersleden erscheinmdm dä- nischen Blattes, Axel Samuel wegm Beleidigung dei Reichs. kanzlerS Fürstm»tiwarck zu 5 bezw. 8 Monaten Gefängnis verurtheill worden. Auf ihre Revision hin wurde der Prozeß heute vor dem Reichsgerichte(lli. Strafsmat) nochmals ver> handelt. Die Anklage gründete fich auf»inen vom Ange» klagten Jessm verfaßten und in Nr. 20 seines Blattes vom 25. Januar d. I. veröffmttichtm Artikel über„das Bismarck- sch» Branntweinmonopol". Der zweite Angeklagte hatte tags darauf diesen Artikel in seinem Blatte abgedrrett. Der In» hall des fraglichen Artikels war etwa folgmder: S» scheine, alS ob im ganzm Iii Großgrundbrfitzer durch dos vrannt« weinmorepol nicht übervorthcilt neiden solltm, indem fie w«> nigsteni vorläufig ihre Waare vom Staate mit Preism befahlt bekommm sollten» welche zum Thett höher seien, als die Preise des Weltmarktes. Der Reichktanzler defitze nämlich auf seinm Gütern groß» Branntweinbrennereien. Sleichzeitta mtt der Herabsetzung der Steuern wurden die Großgrundbefitzer de- reichert mit Hilfe dei Monopols. Der große Reichskanzler werde also mit Hilfe de» Monopols auch bereichert werdm und könne fich so für die hohm stommunalpeuern in»erlin schad« los hallm. DaS Landgericht fand hierin ganz entschtedm ein» Beletdiaung dei ReichikanzlerS, insofern fich auS dem«rtilel die Schlußfolgerung ergebe, daß die Monopolvorlage mtt dm Privatintereff-n de» Reichskanzlers in Verbindung steh« und daß derselbe sein hohes Amt in eigennütziger Weise mißbrauche. Als nicht beachtmiwerth bezeichnete daS Urthril die Behaup- tung des Angeklagten Jeffm. daß er nicht die Absicht der Beleidigung gehabt habe, vielmehr nur dem Artikel einm pttantm Schluß Hab» geben wollen, ferner daß diese, Artikel nur ein Glied einer Artikelserie sei, welche zur»ekäinpsung eines nationallidrral'n Kandidaten für dm Reichstag ge- schrieben waren. Eben so wmig fand die Behauptung de» Mitangeklagten Samuel Beachtung, daß er gar nicht gemerkt Hab», daß der Artikel eine vitmarefd-leibigung enthalte Da bei Strafantrag deS Reichskanzlers in der bekanntm Art recht« zettig und formgerecht gestellt aar, so ttat die Vermtbeilung der Slngtllagtin zu den oben erw-chntm Strafen ein. In der Revision» schritt J.ffen» wurde zunächst Beschrärkung der Ver« theidiarmg gerügt,«eil e» ihm in der Verhandlung vor dem Landgerichte nicht gestattet wordm sei, eine Riihe von Num- wem seine» Blatte« vorzulegm, au» welchen er nachweisen «ollte, daß seine Artikelserie, k» der der tnkriminirte Arttkel gehört, nur den Zweck hatte, die rationalliberale Partei, sonst aber niemand anzugreifen. F-rner wurde ungmügmd« F. st- stellung de» ThatdestandeS gaügt.«ine Beleidigung fei erst dann vorhanden, amn fie auSaesprochm sei; nach dm Fest. stellungen sei dies hier aber nicht geschehm, es heiße im Ur« lhetl nur:„Aus diesen Vordersätzen ergiebt fich für jedm denkenden Lest, u. s. w." Um die Beleidigung zu«kennen, sei also«st Nachdenken rölhig. Wir viele Zestungs« leser gebe es ober nicht, die gar nicht denken. Bezüglich des Mitangellaetm wurde noch die Fest» stellung bemängell, daß er als vrosesfionell« Journalist das Vorhandensein der Beleidigung hätte merkm müssen. Man könne doch nicht dm allgemeine» Satz ausstellen, daß professionelle Journalisten stets versteckte Beleidiaungen er» kennen müßten. Der Vertheidig«. Herr Justiirath Dr. Lüntzel, führte noch folgende» au»: In objektiver wie in subjelttvn Beziehung scheint mir da» Urtheil bedmllich motivitt. Dm objektiven Thatdestand betreffend ist angeführt, daß eine ve« leidtgung in dem Artikel liege, welch« zwar nicht ausgewichen sei, aber auf dem Wege der Schlußfolgerung für jedm dmkm- dm Les« fich von selbst«gebe,«s erscheint mir zweifelhaft, od in dieser Weise übnhaupt ein« Beleidigung lonstruitt»erden kann in einem Falle, wo eine srldstständige geistige Thättgkeit eines drtttm hinjukommen muß zu dem, was der«erfafi« ge- than. Die Beschmerdeschrift sagt— und fie hat vielleicht nicht unrecht— e» steh- gar nicht fest, daß irgend ein denken- der Les« den Artikel gelesen habe. Da» Publikum, welches Lettartilel liest, hat me stens kein eigmes Urtheil und will durch diese Lektüre nur fremd« Urthette in fich aufnehmm. Wollte man dies nicht für rtcht>g halten, so muß man wetter fragen. ob d« subjeltive Thatdestand genügend festgestellt ist. denn es müßte dann jederfall» hinzukommen, daß o« Verfafin fich dewußt gewesen sei. Dies« Schlußfolgerung werde und könne von den letzt«« gezogen wnrm. Da» scheint mir auch nickt genügend festaest llt. Zwar ist im Urtheil« hinzugefügt, es rechtfertige fich U: Schlußfolarnmg der deleid'gendm Sdficht au» ander m Stellen de» Artikels in» deffm da» kann nicht gmügm, denn darn würde ja die Scche so liegen, daß in d« inlriminirtm Stelle zwar d« odjettio« Thatbeftand gegeben ist, daß aber d« subjektiv« aus and«tn Stellen entnommen werdm muß. DaS deckt stch ad« nicht, dmn es muß in d«srldm Stelle d« objektiv« und d« subjektive Thatdestand gesundm werden.— D« Angeklagi« Jeffm, welcher perjönltch«schienen war, sprach hierauf folgendes: »I» ich zum erstm Male W dies« Sache verhört worden, war es vnr außerordentlich aufgefallen, daß Fürst Bismarck eine Anklage gegen mich hatte austraam können, da ich nicht einsah, wie jemand in meinem Arttlel eine Bileidizung des Reichskanzl«!»«dlickm konnte. Ich weiß nicht, ob Fürst vis« marck der dänischen Sprache mächtig ist, nehm« aber an, daß « nicht Zeit hat. stch mit der Oppostttonspreffe persönlich zu befaffm» und glaube, daß von dimstferttg« Seite eine Ued«. seduna ihm gemacht ist, ad« nur von dem«inen Pafiu«. Tann ist« ab« mit den Umstände« und dem übrtgm In- balte de» Artikel« unbekannt gebltedm und hat glaubm können, daß der Artikel wirklich darauf au»ging- ibn zu belridigen. SBtM die nationalliberal« Partei g«ich!«t waren. L-?:ni»oMich.für dm poltttschm Thett und�Soziale» Rar würde nicht ausschließen, daß das S-richt darin eine B.leibi- gung finden kann. Angekl.: In mehrrrm Wahlkreis« war im letzten Wint« der Wahlkampf entbrannt und die verschiedmm Patteim halten fich um dm nattonalliberalen Kantidatm ge- sckaatt. Ich wollte in dm Artikeln die Nationalltbnalm als Anhäng« des Branntweinmonopol» hinfiellm un» als Anhang d« Konservativen. Daß ich dies getban, wollte ich durch die Aeitungsnummem bewttsm, d«m Vorlegung mir Miwehtt worbm ist— Reichsrnwalt Stmzleir««td«te hierauf: Di« Behauptung, daß d« Artttel dauptsächlich gegm die na- lwnallid«ale Vattei gerichtet gewesm fei. schließt nicht aus, daß gelegentl ch ein« solch« Be'prechung auch Bel-ioigungm SM einzeln: Personen vorkommen könnm. Da» ist hier tfSchltch festgestellt. Wmn ad« behauptet wird, die natio- nallibcrale Pattei sei allein angegriffm, so entbehrt das jed« Begründung. Daher konnten auch die BeaeiSanttäge abge- lehnt werdm, welche datthun sollten, daß die» doch oer Fall sei. Wmn d« He« VettheiSig« sagt, Die Beleidigung sei nach dem Utthetle nicht ausdrücklich ausgesprochm, so glaub« ich nicht, daß die» d« Sinn d« Entscheidungsgründ« ist Die- selbm wollen, wie ich meine, nur sagm, es sei nicht mit dürren Motten ausgesprochen, sondern dem Les« so nah« gelegt, daß « dt« Beleidigung unbedingt«kmnm mllffe. Der Redakteur scheint geradezu die Verpflichtung zu haben, wmn er einen Attilel aufnimmt, auch einige» dabei zu dmkm. D« Ange» klagte S. wird doch von d« Bertheidigung nicht etwa als un« zurechnungsfähig hingestellt w«den sollm.— Dem Antrag des Reichsanwalte» entsprechend verwarf sodann da» Reichsgericht die Reviston beider Angeklagten. Die Beschwerde wegm Be- schränkung der Vettheidrgung wurde deshalb als unbegründet bezetchnet, wril d« Anttag in d« Haupivnhandlung nicht wied«hott wordm war. Bezüglich da matettellen Beschwerde wmde angefühtt, daß fie stch nur gegen die thatsächlichen Frst« stellungm wmde und deshalb keine Beachtung finden könne. t Ein brutaler Exzest D« Snopffabttkant Dirkampf würde jedenfalls sehr beleidigt sein, wenn man ihn nicht der „anstänvigm" Gesellschaft zuzählen wollte: er hat ein gut- gehende» Geschäft, Geld und„Bildung", viel höh«« Bildung als irgend ein„tobet" Arbeiter. Es kommt ja zuweilen vor, daß der Herr etwas über die Stränge schlägt, aber an wollte mtt so tieinen, unschuldigen Fehlern der ltedm Mitmmschm gleich unerdiölich ins Gericht gehen. Der Hrtt Knopffadttkant «freut fich d«„allgemeinm Achtung", und so wird er wohl auch Verzeihung und Nachstcht in den Kreisen, in denen er valehrt, finden, wmn in ihnen je die Töat, wegm d«« von dem hiestgm Schöffengericht zu zwei Wochen Gefängniß o«> urthettt ist, bekannt würde. Es war am 2. Februar dieses Jahre». D« Herr Knopffadrikant hatte mit seinem Frmnde, dem Schloffermeist« Edler, eine Reise durch die Stadt unter- nommen, die keinem weitam Zwecke diente, als die ve-.schie- dmm Binsottm kmnm zu lernen, die ln dm Wirthschaftm ausgeschäittt« laudte ihnm das. Gegm 11 Uhr Abend» langten fie in dem Lokale des Herrn Theefs an, wo noch einig« Gäste, meistens Ardetter, beim Kattmspiel soßm. Die beiden Freunde, die bereit» ziemlich angttrunkm»arm,»«tilgten eine Weiße und vnfchiedme Kognal». In wischen schlug rS 11 Uhr, da Wirth gebot F.ierabmd und«llärte, daß e» k«tn vi« mehr gebe. „Aber Kognal» giedt e» doch noch für uns," demerkte der ein« d« beiden Meist«, die sich«hoben und an den Schärivijch gttretm warm. D« Witth lehnt« ei ad, ib-er Forderung nachzukommen, weil« nicht in Strafe wegen U-dnichrettung d« Polizeistunde verfallen wollte. Nun wurden die ungebetenen Gäste unangmehm: fie verlangten stürmisch, noch Kognak eingeschänit zu bekommm, ab« Herr Theefs blieb bei seinem mtschiedmm„Nein".—„Was, die Ardeiter hier trinken noch Bt«," rief der Eine und deutete aus die Kartenspiel«, die ihr Bier austranken,„und wir sollm nicht» mehr bekommen ¥ Da soll dock..." D« Witth war froh, hinter dem Büffet zu stehen. Nun mischte fich ein« von dm Arbeit«», der Schriftsetzer Weigert, in da» immer heitig« werdende Gespräch und wendete fich an die lärmendm Gäste.—„Seim St« doch vernünftig, meine H«rm," sagte« höflich,„und deruhigen Sie fich; es liegt ja nicht an dem Wirlh, sondern an d« Polrzeiorr ordnung, daß« Ihnen zu seinem Schadm nichts mehr vnkaufm kann."—„Ach was, Poli-eivnord. nung?... lautet« die El«id«ung.„Kümmnn Sie fich um sonst was."— Dem Streit wurde daemch ein Ende ge- macht, daß der Witth drohte, da» Gas auszudrehen. Die Karten- spiet« entfernten fich und auch der kognakdurstige Stlofi«» meist« und d« tmbulmte Knopffabttkant waren wohl od« Übel gezwungen, die Restauration zu verlassen. Zuletzt ging W eigen», der mtt dem WKth« noch einige Worte gew-chsttt hatte. Als er au» d« Thür trat, stand t« Knopsfadttkant auf dem Tiottoir und schien ihn zu trwattm, während der Schloff«» meist« fich auf der Mitte de» Strajimdammes befand.„Da kommt auch Ein« von den Lausejungen", mtt diesm Motten begrüßte Herr Diekampf dm H.raustretenden und fuhr ihm mtt seine: Faust drohmd unter die Nase. D« Schttftsetz« hob zum Schutz dm Arm empor, wurde ab« in demseldm Augenblicke von feinem Gegn« um dm Leib gefaßt. Wie auf Kommando stürzt« stch jetzt der Schloffameifi« von hintm auf Wetgett und ttß ihn rücklings zu vodm. Nun schlugen die beiden Männ« aus dm Schttstsitza mtt ihren Fäusten ein— Stöcke hatten fie zufällig nicht d« stch, sonst HS ien fie wohl euch diese in Anwendung gebracht. Verzweifelt wehrte fich Weigert gegm die llebermacht, ab« die Schläge fielen hageldicht, so daß« fast betäubt war. Ein Hieb mtt der Faust zerschmeltttte seine Brille und dt« Glassplttt« dranam in seine Haut«in und ritzten fie, daß ihm das Blut vom Beficht floß; ein Wunder war es, daß die Augen nicht v«l-tzt wurden. D« Schttfts'tzer schrie um Hilse, ad« bevor der Witth,»« die Szene vom Fmst« au» beobachtet hatte und einig« Nachtwachtbeamte aus dem Schauplatz« erschimm, war « bereits so Übel zugerichtet, daß n fich in ein« Sanität». wack« seine Wunden mußte verbinden lasten und zwei Tage lang ardettsuvsähig war.— Die Persönltchkett der betdm rohen Patton« wmde sestgefiellt und ihnm d« Prozeß wegen gemeinschaftlich« Körp-rortletzung gemacht. Das Schöffen» gericht. vor welche» fie gestellt wurden, hielt beide An geklagte V« That für überführt und glaubte durch«ine ixemplan che Strafe den groben Exzeß sühnm zu müffm: Sdl«, d« üb« arößne Kvrpetträft« vnfüct un» deshalb die Havvkolle in der Schlägerei übernommm hatte, wmde zu vi« Wochen, Di«. kämpf ztt zwei Wochen«esängniß iwruttheilt.- D« Schloff«. meist« b«uh'.at« fich bei der Sttaf« und faß fie od, hint« eifernm Gardinen üb« die Schädlichkett d« VUtreilm nach. denkend, d« Knopffabttkant ab« wollte es doch wenigflen» auf einm V«such anlommm lasten, od die Gesängnißstraje nichtfdmck ein« höhere Instanz aufgehobm od« wenigstms in eine Gels. strafe, die ja lang« nicht so unangenehm ist wie eine Haftstrafe, verwondett»«dm würde. Und s» n klagte« aufzuttlegm seien. So wird H«r Diekampf wohl od« übel die Strafe für seinm rohen Exzeß abfitzen müffm. miales N*d Arbeiterbewegung. St» Rittrlmeer» Zollvmi». In dm Köpfen einig« franzosmfteundlich« Jtallswr ist da Bedanke eines Mittel» meer Zollvtteins aufgetaucht, und zwar nach dem Vorbilde de» Deutschen Zollvereins, dock als ei» Gegengewicht zu demselben, in»«schm angeblich demnächst die Holland«, Belgt«, Schweiz« und Oesterreich. Ungarn eiatretm werdm. Der neue Mittel» rneer-Zollxretn soll Pottugal, Spanten, Frankreich, J'alien, Montenegro, Albanien, Sri:chen!anv, Bulgarien und Rumänisn, sowie alle gegmwättigen und zulünstigm Kolonim dies« Land« im nördlichen Afrika umfaffen und d« Vorlauf« eines großen gttechisch- lateinischm Gtoaimdündniffe» sein. Nack d« Ar ficht d« Uched« dieses Plane» find die griechisch, latrinischen Völk« im Begr ff, alle Möglichkeit eines leichten und erfolg» reichm Sütttoustausches mtt Kleinastm, Indien und Äfnka an die englichen und deutschen Vermittler zu verlieren, w-lche das Geschäft monopol firm aollen, und es soll der neue Mittel» meer-Zollvttband Handel und Industrie der griechisch- lateinischen Völker vor dem Untergänge rettm. Jmerhalb di-ses Zoll» Vereins sollm zu-ächst folgmd« Verkehrtaleichtcrungen ange» strebt wexdm: Etnh-it de» gregorianischen KalmderS, d« Ge« wicht«, Maße und Münzm nach dem D-zimalsyst m(um im Orimt das Uederwiegen de» englischm Golde» und d-S öster» rttchrschm Maria- Th-r- fier tbaleri zu verhindern), Emheit der Portosätze für Postkarten»il 5, für Brief« mit 10 und für Drucksachen mit 1 Centime für je 50®r„ Einheit des Tele» gravhentarifs mtt 50 C». für die ersten zehn Worte und je 2 Ct». für jedes wettere Wott, Freiheit der Küstenschlfffahrt und Unmtgeillichkeit der Loburg. Einhett»ei Frachten für Güter und d« P«sonm-Fah:preise auf Schiffm und Eisen» bahnen. Besetttgung de» Prßwesmi, Abschaffung all« Zölle und V«brauch»steuttn im Innern des Mtttel«eer-Zollv«cinS, also volle Handels- und VettehrSsreiheit für Personm und Güt« unt« dm Ländem dieses Zollverein».„AuS dm Mittelmeervölkem kann Alles wndm", so sagm die Urheber dieses Gedenkens,„wenn ein solch« Zollverein ihnen mtt der Etnigkett die Stätte giedt". In der„Vereinlguna»« griechisch» lateinischen Völker" zu Florenz find zum ersten Male alle diese Gedanken ausgesprochen, welche auch in Mitteleuropa bemerkt zu werdm verdienen, obgleich an ihre Verwirklichung in ad» sehba« Zett offenbar nicht zu d-rken ist. U« die ungesrnde» Berhällniffe der Arbeit«» Wohnungen lümmern fich dir befttzmdm Klaffen immer erst, wenn Maffenkrankheiten, die durch una-sunde Be» hausungm besört«t»«der, auch für die Lefferstiairtm gefährlich zu werden drodm. In Pest ist bekanntlich die Cholera zum Ausbruch gekommen, und dies giedt wied« einmal V«anlaffung„geradezu haarfträubmde Zu» stände" in dm Master quattinm zu mthüllm. Die Wim« „Neue Fr. Pr." schreidl darüd«:„Namentlich in zwei tzäu» >«n am oberm Donau Kais(das eine Eigenthum eines Grafen mtt klangvollem Namm, das ander« eines Großgrunddefi,eri) fand man selbst in sm Höfen bundettundfünfzig bis zweihun» dett Mmichen vor, die auf d« dloßm Srde unt« Wagen und allem»rögliebenett«v«einen dm Mttdewnb bei dm Ausftellungsdautm zu«möglichen, von gewiffm Förmlichkeitm abzusehm und die vürgschafttsuwat h-i abzusetzm. Fünf Xrbeilervereinigungm wurden bis jetzt iU>n MUbewno»ugelaffm. Anhäufung de» vesttzes. Die Zahl der seldfiständigkN Unternehm« im Staat« Perm ylvanim ist nach dem Zensus innerhalb«ine» Jahrzehnts von 37 200 auf 31 232, also>A ein Sechstel, gesunken. Von den 842 Eismwetten, die Im� bestanden, find im Jahre 1880 nur 366 übrig geblieben, o" anderen Jnduitrim ist die Konzenttation. wenn nicht so st�i- so doch ebenfalls fottgesebrittm. Di« Zah! d« Befitzendm am Privatdefitz Jntereistrten nimmt also ab, die Zahl b« Befitzlosm, der gegenwärtigen und künftigen Anhängen Sozlalttmus»immt zu— da» ist im Sleinm ein Bild V-l großm Entwickelung all« Kutturstaotm der Erde.£o0(0(fl werden alle Ausnahmegesetze nichts ausrichten. OrtskNffe» u»d freie Htlfskass«». In der le,� Sitzuna d>r städttschm Kollrgrm in Flensburg rvurl» deschloffen, der Ortskrankenkasse ttnm Vorschuß vo. 1500«. zu gewähren, weil dieselbe bis jrtzt ein Defij'! von 1700« aufweist. Dies ist also au» bin da» R«� tn seit 1'«Jahren in Kraft gttrttenm offiziellen Krönten� ficherung. In Zukunft will man da» Manko der LsttsM.' dadmch bestttigm, daß gegm die Simulantm Front w«dm soll, daß man ttnm Kaffmartt anstellm will und o-l « Wen wir dageam auf die„Flensburg« JhoMenfofft( V nicht nur dm Reservefonds erübrigt hat. sond«n noch � Kaffmdestand von üb« 3000 M. aufzuweisen hatte. ff MZMWK KMMMZK 5$ Kneskasten der Kedaktiottn � wachm stch unnöthtge Soram. PS->«r derjenigen Berussgmoffmlchast verfichrtt _________ tütgen. Beilage zum Berliner BolNlatt. »r. SSV Dienstag, de» St. September 1880. m. I-drp Karla«entsberichtr. Deutscher«etchöta«. K. Sitzung am 20. September, 12 Uhr. Am Tische bei VunveSkathl o. Boettiche r, Braf Vlßmarck, Graf hohenthal, Schraut. Der P:cfi>ent cheilt dem Hiuse, defsm Mitglieder in unerwartet giotzer Zchl anwesend find, mit, datz der Ao« geordnete v. Papiui(Aschoffendmg) Mitglied bei Zentrums, sein Mandat niedergelegt bat. Die Vorlage, delreffend die Verlängerung des deutsch«spanischen Handels« und Schiff« fahrtsoertrages wird in dritter Verathung in seiirea Tbeilen und im Ganzen einstimmig angenommen, »romit die eingegangenen Pttitionen erledigt find. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. PrSstdent von Wedelt Biesdorf: Bei der fiärze der S-ssion darf ich wohl voraussetzen, daß das Huts mich davon dispenfirt, demselben die übliche Seschäflsüberstcht zu geben.(Große Heiterteit.)* Abg. Windthorst: Nun wir am Ziele unserer Ar» belle« angelangt find, darf ich Sie bitten, durch Ausstehen zu erkenne« zu geben, wie dankbar wir dem Herrn PrSfiienten fiad für seine umsichtige, fichere und unparteiische(Zafiim- mung), ich wiederhole, unparteiische Leitung der Geschäfte. (Unter allseitigem Beifall erheben sich die Mitglieder von ihrm Sitzen.) Präfibent v. Wedell« Biesdorf: Ich sage Ihnen wein«» wärmsten Dank für die Worte der Anerkennung, die Sie soeben gehört haben, die ich aber in der That in diesem «ralle nicht verdient zu haben glaube.(Lielsachrr Widerspruch.) Ich hüte Sie aber, in den Dank, den Sie ausge- {Wochen boben, auch die beiden Herren Viz-Präsidenten und die Schriftführer einschließen zu wollen.(Hiuerkett und Zu- nnnmung) Staatssekretär v. Boetticher: Ich habe dem Hause «ne kaiserliche Botschaft mitzutheilen(die Anwesenden erheben sich), dieselbe lautet: Wir Wllhelm von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen rc., thun kund und fügen hiermit zu wiffen, daß wir Unseren Staatssekretär des Janern, StaatsminiSer v. Boetticher, ermächtigt haben, gemäß Arttkel 12 der Verfafiung die gegenwärtigen Sitzungen des Reichstags in Unserem und der ver- bünbeten Regierungen Nimen am 20. September d. I. »u schließen. Urkundlich»c. Gegeben Straßburq im Elsaß, den 18. September 1836. gez. Wilhelm. Gegengezeichnet v. Boetticher. Aus Grund der mir ertheilten Ermächtigung erkläre ich die K'Ainwae'.ige Sitzung des Reichstag» sür geschlossen. . Präsident v. W e d e! l: Se. Maskstät der Kaiser lebe Ms(Die Versammlung stimmt dreimal lebhast in diese« Auf ein) Ich schließe die Sitzung. Schluß 12 Uhr 20 Minuten. Kommunales» I..W Die Kerie« der Berliner Gemetudefchulen beginnen St enden bekanntlich nicht zugleich mit den fterien der höheren S'Mansialten. Diese Einrichtung ist sowohl in weiten Kreisen � Bürgerschaft als auch von den Bemeindeschullehrern als N»loßer Mißstand empfunden worden.— In der letzten �Meralvcrsawmlung des verllner L.hieroerein», der gegen- 5Ug ex 1300 Mitglieder zählt, wurde von der Ferien-Kom- �'tfion dieses Verein! über die Statistik berichtrt, welche vor 2*" großen Zeiten in-allen Gemelndeschulen aufgestellt ist, um f�se gleiche yeriendauer mit den höher, n Schulm herbeizuführen !'>»- anzubabnen. Von sämmtlichen 159 Gemeindeschulen haben eö? mit 145 626 Schülern die betreffenden Angoben gemacht, ou» welchen sich folgendes Resultat ergeben hat: 1. Von obiger Sckülee, ahl waren swon vor den großen Ferien 2261, also 1,55 pSt., beurlaubt. 2. In den Ferren waren von Bmin abwesend 22432 Schüler resp. Schülerinnen oder 15,40 pCt.— � eyrT**~ Jt � � � �•• _. In der ersten Woche nach den großen Ferien waren noch <756 oder 3 27 rCl. verreist.— 4 Die Anzahl der Gemeinde« schüler, welcke Geschwister auf höheren Schulen haben, delräzt <043 oder 2,77 rCt.— Gerade hier steM fich der Nachthell pr die Eltern durch die Ungleichhe.t der Ferien heraus.— 7 Bon sämmtlichen 1691 Ledrern waren 69 demlaubt, oder ,�2 p(Jl.; von sämmtlichen 833 Lehrelinnen aber 98 odrr 3,13 pCt. �.wUrde der Stadt bedeutende Ersparnisse machen, wenn die rfcir jefp. Lehrcrinnrn« cht Uilaud nehmen brauchten bei »..««chen Sommerferikn. 6) Lehrerlinder besuchen 476 die f.Jptn Schulen, die aus der Sommerfrische ebenfalls 1 Woche heimkehren müssen. 7) An bözren Pcipatschuten unter- -'»ten Hg L, hier, dee von der Ungleichheit der Ferien be- werd a. Die Lehrerschaft wünscht durchaus nicht Ferien, sondern nur 5 Wochen Somm-rferien, bis. >?, also gleiche Dauer mit den höheren Schulen. In den L'adten Hanau,«odurg, Chemnitz, Straßkurg, Stettin, Posen, %4um, Hamm, Luckenwalde u. A. fiad bereits die Ferien aus NvnZ Gründen gleich gelegt. ES wurde deshalb eine v-lttton im Verein beschlossen, die zugleich auch im Intel« 'sie der Bürgerschaften an die Behörde abgehen soll. o>„ w Zur Ausschmückung der Aalage« aus den öffentlichen Klotzen der Stadt und des Ausstellungipmies, dessen Unter- Wllung b.-kannilich gegen di: vom Kultusministeiium «U zahlende JahreSsumme von 10 000 M. dic Gemeindebehörden genommen haben, find im S.attjabre 1885/88 96098 Stück ?'%nSf und Dekorationspflanzen im Werthe pon 15156.19 M. �urgezogen und verwendet worden. &*• Der Pläuterwaid hinter Treptow und die städtischm Z««nschulen. welche im Statsjahre 1885,86 501 426 Stück «««Ö,»c im Werthe von 71 091,75 M. tür deren Veroollftändi- L?st sowohi, als auch sür die Unterhaltung und Erweiterung «J* städtischen Park-, Garten« und Baumanloqen überhaupt s�ben. enthielten im August 1885 3 783499 Gehölat per« "biedenei»Gße. bis zu 630 Meter hoch. � Zodale». bat Zf Totalisator Unsere Leset werden fich entsinnen, Ja�e« die auf den preußischen Rennplätzen »rrdm?!...�'".�st-lungen, die sog. Totalisatoren polizeUich -VDIf«"------- L---*,..,.1�,« nWWKLS» 1.1 NV M MM. /I L— f~ C~ /T» r am I f. AP i»M. L. � M Are�in7müd:.°sen"«n'' ihr. »".»itWenlen Groschen dem Moloch des Spieles auf der die iu o-fetn. Um so befremdender erscheint urS daher vm einem hiesigen, anscheinend wohlunttrrichteten Blatte gebrachte Mritheilung, der Totalisator solle, wenn auch unter gewissen Beschränkungen, wieder gestattet w-rden. Wir bellagen diese neue Entschließung im J-rtereffe der Moral, welche durch die wieder entfesselte Spielwuth aufs Aergste gefährdet wird, wir beklaaen dieselbe wegen der sozialen Schäden, welche die« selbe den dadurch zum Wetten Verlcckten bereitet. WaS wir aber an der Aufhebung jeneS Ve-botes am meisten bellagen und verurtheilen, dal ist die Schädigung deS Rechtsdewußt- siins, welche durch dieselbe hervorgerufen wird. Wir hatten schon oben erwähnt, daß wegen des Betriebes des Totalisators gerichtliche Verurtheilungen ergangen waren. Eine Anzahl von Gerichten erblickte in der Veranstaltung eines Totalisators die Kriterien des gewerbsmäßigen Glückspiels(§ 283 Str. G. B), und das Reichsgericht hat in einem ausführtich motivirten Er- kenntnisse diese Rech und Dampf- spritze seine Errahlen in die wüthenden Flammen entsandte; andere Rngristspunlte etabltrte man an den Giebeiseiten und an der Hinteeftont, so daß daS brennende Gebäude förmlich umstellt wurde. Außer der GaS> und Dampf, pritze gelangten hierbei noch eine zweite Dampfspritze und drei große Hand« druckspritzen zur Verwendung. Ungeachtet dieser großen Macht- entsaltung währte es doch beinahe zwei Stunden, bevor die Macht deS Feuers gebrochen«erden konnte. DaS oberste Stock« werk war inzwischen bis auf die masstven Umfaffungswände ausgebrannt und die Dachkonstruktion, nachdem die Sparren fast vollständig verkohtt, in dasselbe herabgestürzt. Die dar- unterliegenden Fabrtkräume find, abgesehen von kleineren Schäven, welche in Folge Dmchbrennens der Decke hier ver« ursacht find, intakt verblieben, so daß der Geschästsbettieb in denselben seinen ungehinderten Fortgang nehmen kann; die arg gefährdeten Baulichteiten, welche die Brandstätte umgeben, haben vom Feuer gar nicht gelttten. Sehr umfangreich gesafteten fich die AurrSumungtardetten» so daß Morgens um 7 Uhr die Ablösung der hiermit beschäftigten Mannschaften er- folgen mußte, und erst gegen 11 Uhr Vormittags war man mtt denselben so wrtt gediehen, daß an die letzten Ab- thetlungen die Ordre zum Abmtmch ergehen konnte. Urber die SnlstehungSulsache hat fich V-rlSßlicheS noch nicht er« mittel« lassen. ÄÄ« d»S Fuhrwerl eines vornehmen Herrn— ein russticher Hart- traberschimmel mit Kab— welches von dem Kutscher Augenblick verlaffen worden war. Während dieser Zeit fuhr ein Arbeitswagen, defien Pferde gescheut waren, auf das leichte Gefährt zu und kaum wurde der Schimmel berührt, als er im Galopp, den leichten Wagen hinter fich, die Marl» grafenstroßi hinunter stürmte. Auf seinem wilden Lauf schleuderte er einen Laternenansticker zur Erde, über welchen das G-fährt hinweafuhr. Als man daS Pferd in der Nähe der Lindenstraße einfing, hatte es fich derartig schwer am rechten Hinterhuf verletzt, doß das Blut förmlich aus der Wunde herausströmte. Der nicht unbedeutend verletzt« Laternenansteckec, welcher mehrere, anscheinend von Husschläg«, herrührende Kopfwunden erhalten hatte, fand die erforderliche Hilfe bei einem Heilgehilfen in d«r Marigrafenstraße. Eft» entsetzlicher Unglücksfall dem drei blühende Menschenleben zum Opfer gefallen, ereignete fich in der ver« oangenen Nacht im Hause WilSnackerftraße 12. Die dort im Vardergebäuve wohnhaften Schneider Hlbnerschen Eheleute hatten fich noch spät Abends in ein nahes Lokal begeben und ihre drei Kinder, ein Mädchen von sechs und zwei Knaben von vier Jahren resp. sechs Monaten, schlafend in der verschlossenen Wohnung zurückgelassen. Starker Rauch, welcher fich gegen 1 Uhr nach Mitternacht im Hause verbreitet hatte, veranlaßt« einen heimkehrenden Bewohner, die F verwehr zu alarmiren. Diese ermittelte als Ursprungs stätte deS Rauchet die nach dem Hofe hinaus gelegene Hüdnersche Werkstart, aus welcher ihr beim Orffnen der Thür ein dichter Qralm entgegen« drang. Derselbe rührte von dem durch einen Brand bereiil total zerstörten Sopha und von dem unter letzterem und in der Umgebung desselben entzündeten Fußboden her, welche Objekte leicht abgelöscht werden konnten. Während einige F uerwehrm annschaften hiermit beschäftigt waren, wurden von ander«« beim Absuchen der Wohnung, in einem kleinen, neben der Werkstatt befindlichen Zimmer, welches als Schlafgelaß de» nutzt wirb und nur einen Eingang von- elfterer hat, die drei Kinder leblos in ihren Betten aufgefunden. Die sofort ange» stellten Wtederdelebungsversuche verliefen leider erfolglos. Die Veranlassung zu dem Unglück hat fich nicht aufklären lassen; Explosion der Petroleumpe ist jedenfalls ausgeschloff n, da l'tztrre beim Eindringen der Feuerwehr in die Wohnung noch brennend auf dem Tische stand. »karkUmllen« Bericht von Zf. Sandmann, Berlin, Zentral-Martthalle, Verkaufsvermittler, tember 1880. Geräucherte Fische. Rheinlachs 2£0— 2,90 3JL Weser» Ostseelachs 1,20—1.40 M., geräucherte Aale 70—100 bis 340-0.50 per Pfund. Krebse,«leine. 10 cm. 1.00-1,50 TO, mittel 2-4 TO., große 8—12 TO. per Schock. Hummern 1,90—1,60 TO. per Piund. Lebend« Fischt. Aal, mittelgroß 80-96, große 1,10 TO, Hecht 60-70 Pf, Schleie 80—90 Pf. per Pfund. Seefische. Lach« 1.00-1 20-1.30 Marl. Zander, groß«. 80-100 Pt, Hecht 40-50-65 Pf, Steinbutte 70-80 Pf, See. junge, große 0,70-1 M.. mMel 50-60 Pf, Scholle 10-» Pf� Schellfisch, große 20 Pf, Kabltau 16 bis 20 Pf. per Pfund, Makrelen 40-60 Pf. pro Stück. Gemüse und Obst. Neue französische Wallnüffe 40 TO. pr. Str. Pfirsiche 25—46 TO, Tomaten 10—15 M per Eit, Weintrauben 25—30, Pflaumen 4-8 TO, Bienen 5—10 TO, Aepfel 5—10 TO, Zwiebeln 1,76—8,00 TO. pr. Cir, Schalotten 6—7 M, Rem saure Gurken 1,80—2 TO. per Schock. Paradiesäpfel(SSraugim) 1,50-3,00 TO. P'. Stück. Melonen 20-30 Pfennig pr. Pro. Ananas 2,50—3,00 Mark pr. Pfd. Pretßel« beeren 9—10 TO. per Zentner. Karotten 250—5 TO. per 100 Kilo, Wirstnglohl 2—3 TO, Roth, und Weißkohl große Köpf«. 3—4 TO. pr. Schock, Blumenkohl 10—15 TO. pr. 100 Srück, TOeerett'g 6-12 TO- Kartoffeln, im Preise steigend, weiße 3.50-4.00 M, rocht 2,80 bis 3,00 TO, blaue 3,00-3,60 TO. turnen und Blätter. Lorbeerblätter 3 TO. pro Korb. Rosen 4 TO. pro Korb von 200 Stück. Wild. Rehe 70-90, Hirsche 35-55, Wildschwein 25-35 Pfennig vr. Psd, Rebhühner, junge 95-120, alte 70— 85 Pf, Fasanen 3 TO, Wachteln 50—80 Pf, witve Enten 0,80 bis 1,20, Hasen 3,60-4 Mark. G.flügel. Junge Gänse 2,50—3.00-5,00 TO., jung« Enten 1—1.60—2,00 Mark, iunqe Hühner 0,45—0,80, alte 1,00-1,40 TO, Tauben 30-45 Pf, Poularden 4,50-8,00 TO. per Stück. Butter. Es wurde bezahlt für frische feinste Tafel» buiter x. 112-118, feine Butter l. 106-112 U. 95-105. ni fehlerhafte 82-68, Landkutter I. 99-96, U. 75-83 TO, Galtzische und andere geringste Sonen 65—70 Mark per 50 Kilo. Eier. 210 TO. per Schock. Käse. Echter Emmenchaler 73—80, Mark, West» preußischer Schwelzerkäse L 56-63 TO, U. 50-56 TO, XU. 45-48 TO, Quadrat« Backstein I. fett 22-25 TO, n, 12-18 TO, TUsiter Fettkäs. 45-50-60 TO., Tiistter Magerkäse 18-23 Mark, Ltmburaer I. 30-35 TO, n. 20 bis 25 TO, Rarnadour 30—36 TO, rhetniievei Holländer Käse 45-58 TO, U. Waare 35 TO, echter Holländer 85 TO, Edamer I 60—70 TO, n. 56—58 TO., ftanzöftscher Neuf« chateller 16 TO. per 100 Stück, Samern beft 8,00— 8J50 per Dtzd. Mainzer 4,00 TO, Harzer 3,60 per 100 Roquefort 1,20—1,50 pr. Pfv. Honig, retner deutscher 60, feinster weiß!» 70—80 TO. pr. Cr. NB. Vorstehende PreiSnolirumgen find gewissenhaft zu- sammengeftellt und entsprechen den wirklich erlangten Engros» preisen. Wasserstand der Spree in der Woche vom 5. MI inkl. 11. September 1886.(Angabe in Metern.! TO. Stück. nach dem Schauhause gebracht.— Nachmittage wurde auf einem Kioset des Etadibahnhofti Al xanderpiatz die ganz in Verwesung übergangene Leiche einet neugeborenen Kindes, in Zeitungi panier eingehüllt, aufgefunden und nach dem Leichen» schauhaule gebracht.— Am 18. d. M. Abends fiel«in 11 Jabre alter Knabe, welcher fich bei Bekannten in der Marlusstr. 33 besuchiweise aufhält, aus dem Fenster der drei Treppen hoch belegenen Wohnung in den Garten hinab und erlitt außer inneren Verletzungen einen Beinbruch. N.chdem ihm in der Sanilätswache in der Blumenstraße ein No.hoerdand angelegt worden war, wurde er mi telft Dcoichke nach dem Krankenhaus« im Friedrichehain aeschasft.— Zr derselben Zeit entstand aut dem Bosen des Grünt stückFliedrichsstr. 37a auf nich aufgeklärte Weise Feuer, durch welches der Dachftuhl des N-denhauses Nr. 37 und die Seitenflügel beider Gebäude zerstört wurden. Die Feuerwehr war mit 3 Dampfspritzen und einer Gasspritze weh» rere Stunden in Thätigkeit.— Am 19. d. M. früh wmde in dem Vorgarten des Hauses Waterloo« Ufer 15 ein etwa 49 Fahre alter Mann tovl vorgefunden. Nach ärztlichem Gut- achten ist der Tod während der Nacht am Herzschlag erfolgt» wahrschei-ilich veranlaßt durch vorangegangenen übermäßigen Älkvholgenuß.— Als am Nachmittag ein Lm'ibus der Linie Slettiner Bahnhof— Kurfürstenstraße die Leipzigeistroße ent» lang fuhr, wurde an der Kreuzung dieser mit der Wilhelms» firaße der auf dem Hinterperron stehende Schaffner Lahn von dem Echc»,„Schülerltebe" de« titett, deren harm'oser und finniger Jnhatt die He.zen der Leser rührt- Eoen o harmlos war in seinen ersten Anfängen «tn zarte» Verhältntß, welches der Untersrkundaner des Gym» nafiums tn Ra idor, Johar n Drost, mit der Tochter einer nicht undea.itt llen Wrltwe, Anna Bartsch, die in demselben Hruse wohnte, wo er in Pension war, angeknüpft hatte. Er ist jetzt allerdings so ungalant, zu behaupten, daß jene» Berhällmß ei allein verschuldet habe, daß er in der Klaff« fitzen e blieben fei, weil es ihn am Lernen gehindert habe. Jeoentall» verließ er die Schule und sprach davon, nach Berlin zu gehen und dort zu versuchen, ein« Stell« in der Reichsdank zu erhalten. Das, was anfangs nur eine kindische Liebelei zu sein schien, wmde nun eine ernsthafte Angelegenheit. Dir Zwanzigjährige erschien vor der Mutter seiner Geliebten und hielt in aller Form bei ihr um die Hand ihrer Tochter an. Die gute Frau Bartsch wollte dem G. ticke ihre» Kindts nicht im Wege st hen, auch ihr gefiel der schmucke Junge und fit gab ihre Einwilligung. Aber die Verlobung sollte solange nicht öffenitich oelannt«erden, bis der junge Mann in Berttn ficher untergekommen sei. E» fiel dem Verlodien nicht schwer, seine Schwiegermutter in epe über diesen Punkt ,n derudigen. Er sprach von einem Onk-l. der«in Studienkollege de« R-.tchibank» prästventen Herrn o. Dechend und bereit sei'hn zu»rottgiren und Vir nöihize Kaution von 2000 Thaler für ibn zu erlezen, von den Segenswünschen der Familie Bartsch dampfte der zukünttig« R-ichsdankbeamte nach Berlln und«tn lebhaster«rief» rvechsel entspann fich zwischen ihm und seiner Braut und berichtete von den Erfolgen, die er errungen hatte. Er schilderte, wie schnell er bei der RetchSdan! untergekommen sei, wie angenehm seine Stellung wäre und welche Aussichten fie ihn eröffne; binnen kmzem würde er Rechnungsführer mtt einem GeHall von 800 Thlrn. jährlich werben. Anna Bartsch gerteth in Entzücken, alS fie diese Nachrichten empfing, nun rückte die Hochzeit, die ersehnt« Vereinigung mtt dem Geliebten immer näher Um ihrer Mutter zu zeigen, daß Drost die voll« Billigung seiner vermögenden Eitern— der att« Kaspar Drost iü Ge» meindeoorfteher in Kiodr itz. einem Dorfe im Rattborer Kreise, und hat ein schuldenfreies Gut von 150 Morgen— für seine Hiirath erhatten habe, führte fie folgenden Koup aus: Ihre Tante halte ihr zum Ankauf ihrer Ausstattung 590 M. geschenkt; dies.s Geld schickte sie ihrem Verlobten in Berlin und ließ es fich von ihm zurücksenden, so daß ihr« Mutter onneh» men mußte, Drost habe die Summ« au» eigenen Mitteln her» gegeben. So wuchs die Zuoerstcht der Mutter so, daß fie, als Drost zu W-ihnachten naw Ratibor zurückkehrte, zugab, daß am 1. Januar 1885 die öffentliche Verlobung gefetert würde. Bevor ber Bräutigam ledoch wieder nach Berlin zurückging, wendete er stch an jene Tante seiner Braut, welche die 500 M. hergegeben hatte und ersuchte fie, ihm 100 M. zu leiben, die er dazu verwenden wollt«, in Berlin ein« Wohnung zu mtethen, welche er und ihre Nicht« später als Ehepaar beziehen wollten. Er bekam ohne Weiteres das Geld, denn cr wie» auf die glänzend« Stellung hin, die er einnehmen würde. Ali er wieder in Berlin war, begann in Ratibor fich ein Verdacht zu regen, ohne daß man wußte, wo- her er gekommen war. ES wmde Stadtgespräch, daß der junge Drost gar keine Stellung bei der Reichsbank in Berlin habe. Dieses Gerede wurde durch ein: Anfrag« bestätigt, welche der Stadtrath Schreiber, ein guter Freund der Familie Bartsch. an die Vnwrttung der Reichsdank in Berlin richtete, ob dort ein gewiffer Drost angestellt sei, was verneint wurde. Nun wmde Frau Bartsch ernstlich desorgt und sie wäre selber nach Berlin gesahrm, um persönlich Erkundigungen einzuziehen, wenn fie nicht plötzlich krank geworden wäre. So schickte st« chre Tochter und im Februar 1885 erschien das junge Mävchen in Birlin. Ihr Bräutigam lachte ihr ins Geficht, als sie ihm von den Nachforschungen des Etadirathes erzählle und er fragie fie despektirlich, od der würdige Herr etwa„im Suff" geschrieben habe; er hätte wahrscheinlich„Grost" für„Drost" geschrieben und ein Grost sei allrrdings bei der Reichsbank nicht angestellt. Die Zweifel des jungen Mädchens schwanden röllig,— man glaubt ja so gern, wenn man glauben will — und zum Ueberfluß ließ fich Drost ron ihr zur Reichsbank begletten, zeigt« ihr das Fenster de» Bureau», in dem er ardettete,(wie fich später herausstellte, war es ein„Fluisenster") und vir- schwand in dem G-bäude. Ja, fie hott« ihn sogar zur testge» setzten Zett einige Male von ver Reichsdank ab. wenn ste zu- sammm ausgingen, um die Hurlichkeiten der Reichshauvtstabt in Augenschein zu nihmen. Di« Vorgesetzten des jungen „Kandidaten der ReichSdanl" mußten nach seinen Angaben recht liberal denkende Herren sein; er erhielt wenigsten» Ur» laud in Hülle und Fülle. Der Verkehr der beiden jungen Leute wurde sehr vertraut, rechnet« doch das Mädchen stcher darauf, bald seine Frau zu sein. Johann Deost aber gebrauchte Geld. Seine Einnahme bestand in 60 M„ die er von seinem Vater monallich erhielt, und mtt diesem Betrage reicht man nicht wett. Da war seine Braut das geeignetste Ausdeutungiobjev. Er sagte zu ihr:„Zeig' mtt doch emmal Dein Portemonnaie," und als ste es ihm gab, nahm er einen Hundertmarkschein heraus und meinte, er werde ihn an der R-ichsbanUaffe gegen neu geprägte Geldstücke einwechseln lassen. Cr erhob aber eine sehr hohe W-chslergedühr, denn er brachte ihr nur 60 Mark zurück, 40 Mark hatte er fich„geborgt"; so schön aber auch dtt Gold« stücke glänzten, war seine Braut über dm Verlust der 40 Mark doch nur dadurch zu trösten, daß er ihr sagte:„Sobald ich Gehalt bekomme und wenn wir verheirathet find, crhälst Du alles doppett und dreifach wieder." In ähnlicher Weise wußte er ihr 60 Mark und dann noch einmal 80 Mark abzunehmen. Das Mädchen glaubte ihm, daß er als Rechnungsführer 800 Thlr. jährlich Gebalt bekam und deretts war dtt Hcchzett auf den 21 Juli 1835 festgesetzt. Zu Pfingsten war Drost wieder in Ratibor und legte einen mtt dem Gemeindtstempel von Klodnitz versehenen Hettaths« konsenS seines Vaters vor. Nun erhielt er noch 150 M., um eine Wohnung zu miethen und dtt Wtttwe vertraute ihm noch die goldene Uhr ihres„Seligen" an. Mit dieser Uhr ver- schwend Drost ohne Abschied zu nehmen, wieder nach Berlin. Nun wurde Frau Bartsch ernstlich unruhig, zumal es ihr ausfiel» daß Drost ttetz seiner Stellung bald in seirnr Heimach, bald in Berlin weilte, und ste machte fich dlesmal selber auf die Reise. Zunächst ging es nach Klodwitz; hier wußte der alte Drost durchaus nicht» von einer Erlaubniß, die er feinem Sohne zur He Wh erlheilt haben sollte; der Konsenz war gefälscht. Ader auch die Gildsummen, um die sein Sohn seine Brautaeprellt hatte, wollte der zähe Bauer nicht zurück,-hlen.„Mag der Schwindler fitzen", meinte er. Run fuhr Frau Bartsch nach Bertin und suchte die Wirtbin auf, bei ver Drost wohnte. Sie erfuhr dort, daß der junge Mann stellungslos sei, den ganzen Tag auf dem Bette läge, Zeitungen lese und Zi> galten rauch«: erst des Abends stehe er auf und verschwärme die Nacht.— Welche Enttäuschung und welche Schmach für ihre Tochter! Ganz Ratibor sprach mehrere Tage von dem traurigen Schicksal der getäuschten Braut. Mtt Spannung erwartete man den Ausgang de» Straf. prozeffe» gegen Johann Drost. Da» Schöffengericht sprach Ihn frei, weil es dm Aussagen der Belastungszeugen, die»um Theil kommissarisch vernommen«arm, keinen Glauben ichmkie und weil es den Angeklagten für—„unzurechnungs-ähig"— hielt, wie es wörtlich in der Begründung heißt. Drost trium- phirte und schrieb einen Brief an sein« frühere Braut, deffen hohngetränkter Inhalt seine niedrige und schmutzige Siele noch mehr enthüllte.„Wer zuletzt lacht, lacht am dcsten", dteß es zum Scktuß triumrhirend in dttsem Schreiben, dessen Anrede „Gnädigstes Fräulein" lautete, während es früher„Geliebtes Weibchen" geheißr» hatte. Aber der Betrüger lachte nichi, als er in der gestrigen Derhrndlung den Antrag des Staatsanwalt» hörte, ihn zu 9 Monaten Gefängniß zu verurthellen. In s»ärlste: Weise hatte der Vertreter der Antlag« daS schänv. liehe Treiben des Angekiazten grgeißelt und trotz seiner bis- herigm Undescholtenheit eine harte Sttafe für dmielden ver» langt. Der Gerichtshof ging über daS beantragte Strafmaß noch hinaus. Er legte den belastenden Aussagen der Mutter und der Tochter, die in ihrer schlichtm Etnfachhrtt den besten Eindruck machten, vollen Giauben bei und veructheilte Johann Drost, der fich jetzt„Privatlehrer" nmnt, zu einer Gefängniß» strafe von einem Jabre. In Anbetracht der hohm Strafe wmde die so'o tige Verhaftung des Veruitheilten verfügt. t Etsrnthumtfirn. Die Frau des Bahrbeamten Z. h«. st. dem Sonnenschirm zu verbergm. Aber es war zu soäi: mtt Adlerblick hatte Frau Z. da» jung« Mädchen, Amalie D., welches ste zu ve suchen pflegte, und an ihrem Halse ihr Eigenihum,. die Fünfzigpfennizdroche, erkannt. vi« stürzte auf ste los nnd verlangte kategorisch die sofortige Auslieferung de» kostbaren Schmuckes. DaS junge Mäbchen war so verwirrt, daß ste kaum im Stand« war. et» Wort zu sprechen. Run mischte stch ihr Bräutigam hinein und verschlimmerte die Sache nur, denn jetzt holte Herr Z. einen Schutzmann herbei und beide Parteien kamen nach der Polizei» wach«. Dort gestand Amalie D. ein, die Breche genommen zu baden. Frau Z. war unerbittlich, sie erstattete von dem Dttb» stahl der Staaitanwaltschast Anzeix« und gestern stand Amalie D. vor der 87. Adtheilung des hiestgen Schöffengerichts. Sie versuchte zur ächst, den Diebstahl in Abrede zu stellen und de» hauptete, die Bloche fich gekaust zu haben. Auf die eindrin» liche Vorhaltung des Richters, lieber die Wahrheit zu sagen statt durch Lügen ihr« Lage zu verschlimmern, gestand ste ab« schließlich die That zu. In Anbetracht des sehr geringfügigen Lbjelles und deS GoständniffeS der Angeklagten beurthttll« drr Gerichtshof den Fall milde m verkannte auf einen Verweis. + Unter der Anklage der schwere« UrkandeufSlschuna, der Unterschlagung und de» schmeren Diebstahl« stand gestern der Kautenannslehrling Oskar Karl Schneider, ein einund» zwanzigjähriger junger Mann au«„guter Familie", vor de» Geschworenen, in der ersten Verhandlng der diesmalige» erste« Echwurgkrichtspeliov« des hiestgen Landgerichts I. Schneider hatte im Oktober 1885 in dem Geschäft von Nienstädt hier Stellung al« Lehrling gefunden und bekam monatlich eine „Entschädigung" von 25 M. Dieses allerdings geringe Salär reichte jedoch, obwohl der Angeklagte«inen erheblichen Zuschu» von feinet Familie erhielt, für die Bedürfnifie de» junge» Manne» nicht wett, der dm Lockungm der Großstadt nicht widerstehen konnte. Er verkehrte mtt Damen zweifelhaft«» Rufes und verlhat mit thnm viel Geld, aber nicht fem eigenes, sondern das seines Chef», welches er auf dem Wege de» Bew drechenS erlangt hatte. Er hatte fich einen Nachschlüffel an» fertigen lassen und öffnete mtt ihm ein Pull, und entnahm dem Checkduch drei Formulare, die er mtt der Uiterschrist feinet Prinzipals versah, auf 100, 150 und 150 Mark ausstellte und bei der Nationalbank präsmtirte, wo fie ohne wettere» honorirt wurden. Auch auf eine Wechselfälschung verstet der hoffnungsvolle junae Mann, und ebenso unterschlug»r einen Geldbrief mtt 350 M. Jihalt. Er hatte sich auf fctefe Weise in kurzer Z-tt zirka 800 M. verschafft» von dmm bei der Entdeckung seiner Fälschungen nicht ein Pfennig mehr bei ihm vorgefunden wurde, er hatte alles durchgedrackt. Im März dieses Jahres wurde er verhastet und legt« ein offenes Seständ» niß ad. Diesem Umstand« und seiner Jugend hatte er et zu danken, daß der Staatianvall für mildernde Umstände plate dirte, welch« die Geschworenm auch für vorhanden ansaht», während ste in allen Fällen dm Angeklagten für schuldig er« Häven. Der Siaatsanwatt beantragte eine Gesammtstrate vo« 2 Jahr und 6 Monaten. De: Gerichithof erkannt« nach dies-» Antrage und brachte drei Monate der Strafe auf die erlitten« Unleriuchungsbaft in Anrechnung. Leipzig. 16. September. Vor dem hiestgen Schöffengericht wurde türzlich gegen einen Leipziger Kaufmann verhandelt» welcher fich wegen Uebertretung des SonntagSheiligungsgesetze« zu verantworten hatte. Der Angeklagte hat, wie der„Voss. Ztg." berichtet wird, am letzten sächstschen Bußtag« des ver» schlossenm Thürm, in Gemeinschaft mit einigm Herren feinet GeschSstSprrso-rals, in seinem Komplott mehrere schriftlich« Ar» bellen erlet igt. Die Staatsanwaltschaft beantragt« wegen dieses Vergehens eine vierzehntägige Haststrafe, weil der Angetlagte innerhalb der letzten drei Jahr« schon dreimal wegen des gleichen Vergehen« polizeilich bestraft worden sei. Da» Urlheil deS Gerichtthotes lautete nur auf 60 M. Teldftra'e, jedoch wurde in demselben ausgeführt, daß«in« FrrihritSstrate sehr wohl am Platz: gewesen wäre mit Rückficht auf die Smete» gefährlichiett, die in einer derartigen Ausnutzung der Arbeit« liege. Mainz, 17. September. Ein hiestzer Apotheker hatte stch heute in Lppellatior.Sinstanz wegen ve« Verkaufs von Geheim» Mitteln— es handelte fich tn diesem Falle um die sogmannte» Brand'schm Schweizerptllm— vor der Straskammer zu ver» antworten. Das Schöffmgericht hatte den Beschuldigtm sein« Zeit freizesprochm, gegm welche» Erkmntniß die Staats dehöeds Appell eingelegt hatte. Aach in der heutigen Sitzung der Sirafkammer haben verschiedene Aerzte eidlich deponirt, daß ste bei Patienten vrand'sch« Schweizerpillen verordnet hält««- Herr Geheimer Medizinalrath H.-llwig iheilte aber tn Sitzung eine Reihe von Analysen mit, aus weichen hervocgett- daß die in Rede stehenden Pillen auch Aloe enthielten uäd ihre sonstige Zusammensetzung nicht dm Angaben des Brand entspreche. Da» Gericht hob daraufhin das freisprechende 9c kmntniß auf und vtturthrilte den Angeklagten zu einer Seid» büße von 10 M. und in die Kosten. Uereine mh Versammlungen Die Zentralkrankeu- und Eterbekasse der Trschler� (Bezirk Berlin A) hielt am Mittwoch, dm 15. September, Mitgiiedervei sammlurg Manteuffelstraße 9 ab. Die letzte sammlung dieses Versammlungsdezirks hatte den Vorstand% austragt, da die zwei bisher angestellten Aerzte»«! mehr für dm zirka 1600 Mitglieder umfassende» genügten, noch einige Aerzte zu engagtten. Der B«o«5 mächngte, Herr Nötke, berichtete nun, daß der Vorstand** Auftrag der Versammlung ausgeführt und bei verlchiedmr» Aerztm angefragt habe, und nannte derselbe mehrere die fich bereit erklärt hatten, für den von der Kasse sestgese»� Satz ron 75 Pf. für ein« Behandlung thättg zu sein, y wurden von dm vorgeschlaamm Herren Art, im folg«*': akzeptttt: Dr. Kamnitzer, Grünaurrstr, 14. Dr. Wrangelfir. 125, Dt. Manie. Wrangelstr. 29 Dr. Davttj? Mariannenste. 7». sowie der Speziaiarzt Dr. Katz, D flraß« 144, für Nasen« und Ohrmleiden. Den gestellte«% trag aur Abschaffung der Hilfideitragsammler*3* virte Herr Godttng damit, daß er an'ührte. Beamten hätten stch nicht als nutzbringend weder hätten dieselben dem veitragsammler eine Srletcht-sA ee-ährt. noch feien dieseib n in der»giration liUJTe F:cu:nfi:tb«toffe und da, Publikationsorgan. dtt»*% Tt'chttrieitung" in der Weise thätlg gewesen, wie tn«« jf. V ihnen erwartet Hab«; da jedoch die Mi'gliederzatzl st«™.'* nehme, halte er es für angebracht die Zahlstellm um vermehren, um dadurch dm Mitgliedern da» Zahlen trSze leg«intt zu machen. E n Theil der an der DKW� stA dethnligendm Redner b'lämpfte diesen Anttaa, Meinung»arm. daß die Hillsdeittagiammler ein%e» dazu beitragen lönntm. die Kaff« zu stärken und da,*M orgon zu verbreiten. Die Versammlung beschloß: fi stellen um zwei zu vermehren und die Hllstbeitragsaw»»�,. b. affin, jedoch nur ta. wo dttse unbedingt nolhivend-S.'�i, Die Versammlung beschloß httrauf, tn der nächstm araphe« hielt am 16. d. Abend», eine von Sievern besuchte V-rs°mmlung ad. w welcher-MAtze- Heppe zwei rasch nm an der Maschine eingelern«. dnickerei aber zänilich unkundige Nrbtiter ßegm niedrigeren Lohn, als taiifinähig, ,u verschiedenen Arbeiten verwmdet «ürden, waS allgemeine Mißbilligung fand. Bon der früher in vutflchi genommenrn Gründung einer �ach»eitschlift für Steindnicker und L thogrophen«rurve mit Rücksicht auf Vre ungünstigen derteittgen Bkihältniff« vorlSustg Abstand genom rnen. Em Gesuch um Gewährung de« Rechtsschutzes durch den Berein überwies man eine: tiommHfion von 5 Mitgliedern zur Prüfung. Zur Vergrößerung der VereinSbidliolhef, speziell Sur Weiteranschoffung fachlicher und wissenschaftlicher Schriften, u Till igte die Versammlung 100 M. Au« der vbrichnung über dai diesjährige So � merkest de« Verein« ergab fich ein Llrberschuß ron 114 M. 80 Pf. Schließlich lhrilte der Vor- sttz-nde»it, daß dir nächste V rsammlung erst am 21. t. M-, «der in einem anderen Lokale stanfinden wird. Fachverew der Patzer. Mittwoch, den 22. September, Aber dt 6% Uhr, Miigiteder-Versair mlung im Vereintlokal, �iselstraße 10 T.-O.: Vereintangelegenheften. Autgabe der killet« nur Landvaitie.— Da» fünfte Stiftungsfest de» Verein» st ldet am Sonnabend, den 25. September, im Lokal« »Philharmonie", Berndurgerflr. 22a 23, statt. Billct« find bei nachstcb-nden Komiteemitgltedrni zu haben: ffl. Arendt, Pallisadenstcaße 71: Kleber, Orantenstraße 171 b. Stock; %. Juhl, Schlestscher Bahnhof 3; L>. Hautschild, Plan» Ufer 7 bei Rumpj 6. Walter, Münchebergerstra�e 31; in Rixdorf. Generalvn sammlung der Zimmerleute verllu« und Umgegend Dienstag, den 21 S schießende Versammlung der Mitglieder statt, in welcher über «ine äußerst wichtige Gemeirdeanzelegmheit verhandelt und Beschluß gefaßt werden soll. Et ist dringend nothwendig, daß sämmlliche Mitglieder in der Versammlung pünktlich er. scheinen. Gauverein der Maler. Heute Abend 8% Ubr, Ver. smnnlung in Gratweil« Bierhallen(oberer Saal), Komma». �dntenstraße 77/79._ _ Deutscher Eeuefelder vuud, Mitgliedschaft Berlin, Dierstag. rer 21. S�ptembw, Abend» 8Vi Uhr, im Restau« kant We�ck. Al xar.dnrstr. 31, Versammlung. Cchäfer'sqer Gesangveret» der Elfer. Dienstag, Abend« 9 Uhr. bei Wolf u. Krüger, Skalitznstr. 128, Gesang. • Rauchklub„Zum Wränget" jeden Dienstag Abend d /: Uhr im Restaurant Wranaelstr. 32. Rauchklud„Deutsche Ktagge" jeden Dienstag, Abend» 8 Uhr. Wrangelftr. 128. _.. Gesaugvereta„Bruderbund" jedm Dimstag, SbendS A Uhr. Aoaloertstr. 4. im Restaurant. Uermischtes. Wie«a» die Dummheit kartrt. folgende Geschichte vird von dem„Tage» d. a. Mähr." al««in Faktum ml' gel hellt: Am 7. d. gwg eine Bäuerin au« dem Docke D. in Mähren �*3) Tischnow'tz»u einem Arzte. Auf dem Wege traf ste einen Bettler, den ste schon öfter beschenkt und dem ste nun ibrHer, Ausschüttete. Sie gehe zum Arzte, um fich und ihre Tochter Miren zu lasten, denn ste und ihre Tochter litten an einem bälen Ucbel, an der— Dummheit. Der Bettler mißrieth der Bäuerin, ihr Geld an den Arzt zu verschwenden. Er werde W ein Radikalmittel geben, da» die Dummheit schwinden �>uche. St« und ihre Tochter mögen noch dem Brodbacken in rjn noch warmen Ofen kriechen, dann würden ste Beide gcschrit S�den. Die gläubige Bäuerin gab dem Bettelarzte zehn tflkHJ" und trat den Rückweg an. In D. wie der angelangt, l,*b, wie die Nachbarin just frische« vrod au» dem Back. »og. und indem ste die« kür ein Vorzeichen hielt, bat ste u« die Erlaudn'ß, mit der Tochter in den Backofen kriechen dürfen, da ste nur solcherart dem Rath« de»«i»te» gerecht reiben fönne. Die menschenfreundliche Nachbarin war ein» �standen, und wenige Minuten später saßen Mutter und •c'Xhtti, aller Kleidung bar, im Osen.«I» der Mann der jKachbarin g gen Mittag vom Feld« heimkam und die Stube «etrat, Höne er vom Backofen her ein ängstliche» Stöhnen und Bommern. Er eilte hin und zog die viiden weiblichen Gr »olten, die schon in Schweiß gebadet und mit Branifl'cken an fänden und Füßm behatiet waren, herau», um ste der Lrzt «chen Hilfe zu überantworten, die ihnen nunmehr«od! die Brandwunden, aber kaum die Dummheit zu kuriren verstehen wird. Wo»« Vi« To«r«»re g«t ist.«u»»paiin(Ungarn) wird bcrtchiet, daß dort ein Mädchen im Biegl'ichrn Bade eine (inz eigene Art de« Diebstahl» praftizirte. Sie besuchte da« lad recht oft und„sobald dai Mädchen Abschied nahm", fehlte stet» ein— Leintuch. Achiundzwanzig Tage verschwand immer ein Leintuch, sodaß der Badedifitzer fich oeranlaßt sab, fca« Mädchen einer Leibesvisitation zu unterziehen. Die Bist- Ftion ergab, daß da« Mädchen fich auf den gestohlenen Uchern eine Tournure geformt halte, wa» ihr da» unauf. sästge Entfernen durchaus leicht machte. Die Apatlnec Mel- desagt auch, daß Vie Diebin einer vornehmen Familie » Eine furchtbare Geschützexplofio« wird au« dem Fort u3* Benigno bei Genua gemelve». Man war damit deschäf« L?!. in Nmvesenhrit de» General» Sala acht neue Zweiund. »?�igpfünder zu prodiren und gerade sollte die der General». Foppe zunächst ausgestellte Kanone auf ein im Meere be- Mitte, Zl-l abgeschoffen werden, al« plötzlich ein« furchtbare K�onaiton erfolgte, welcher herzzerreißende Jammer- und Mfelaute folgten,»nfana« konnte man fich über die Natur 2** Unglück« wegen de« Rauche« nicht klar werdtn. Al« dieser m oetzog, erbliche man zehn Soldaten, welche bei der ersten ?onone beschäftigt gewesen, am Boden liegen, zwei davon Aaren todt. der eine mit aufgeriffenem Leid, der andere war «ne unkenntlich«, formlose Muffe; von den acht anderen find Art lebensgefährlich, die anderen schwer verwundet und ver« Wimmelt. Dir Explosion war so heftig, daß die Erde in der Entfernung von hundert Metern aufaenffen wurde. Die An- wesenden, darunter auch z-h'reiche Osfiziere, haben durch die aufgeworfen m Erdstücke leichtere Verwundungen erlitten; selbst L der Entfernung von dreißig Metern wurden Soldaten zu Podnt gtwotfin. vie Ursache dieser Kttastrophe scheint in der «thlei batten Ko�struftion de« Rohre» gelegen zu haben. a. Post Statifttk. Die Ges-rmnlzahl der auf der ganzen bei der Post aufgegebenen Briefe und Postkarten betrug iX"*: 6928 Millionen oder 19 Millionen per Tag. Unter >�»mewnung der Zahl der übrigen Briefsendungen und Druck fc?.*". GeschäftSoaptrre, Z-iwngtnummern und Waarenp'oben d>.» tt* die Gesammlsumme auf 11 610 Millionen. Wird „,_5't06Ifmnig der Erde zu rund 1 400 Millionen S"len an» to Neffen auf einen Menschen im Jahre 8 3 Brief. oangfn, da, unier 4,9 oder rund fünf Briefe uns Postkarten. 6tt Bei hältniste noch in den einzelnen«uro« den Staaten nähn in da» Auge, so steht in Bezug auf GM?-».«« stelle �""kreich mit 1364 391 OCO, an vierter ftwt,.',.Une?yn mit 607805000 Srndungen, an »Da» Echo" au» deren Leserkreis« herau» unter Anderem fol» gende Bcartwortung. Sir Mose» Montrfiore, der übrigen« nicht 104, sondern nur 100 Jahre und einige Monate alt wurde, erreichte sein hohe« Alter keineswegs infolge besonderer, sonvern infolge natürlicher und ungezwungener Lebensweise. Er war sehr thätig, ertrug die Strapazen setner letzten Reise nach Jerusalem trotz seine» hohen Atter» leicht, führte ein«gel. mäßige» Leben und war den Freuden der Tafel nicht abhold. Die wohlge meinten Rathsch!äge Hufeland» und Anderer werden allerdings Niemand schaden, dos auch andererseil» sicher nicht allein ern lang-« Leben herbeizuführen im Stande sein. Leben heißt für dm Menschen: thätig sein, kämpfen, streben I Wo diese geistige Ledmibedingung fehlt, fehll der Hauptfavor zur Verlängerung de» Sein». Wer nicht» mehr hofft, wünscht, er- strebt, wer nur noch von E-innerungm oder nur noch in seinen Kindern lebt, der fühlt stch alt und übeiflüsstg und jede ge- itnge Ursach« kann den Lebmßfaden eine» solchen vegelirenden Dasein» zerreißen. Wo Thättgkeit und Streben freiwillig find, der Neigung cntsprechen und nicht nur dem Zweck« dienen, Sudststenzmittel zu erringen, da wurde immer und wird noch heute da« höchste Lebensalter erreicht;(f. v. Ranke, Lest.p« u. A.) Wo einfeittge Thättgkeit nur die Folge dtr Gewöhn- hell ist, wo die Fähigkeit, auf einem andem, resp. selbst. gewählten Gebiete au« eigener Anregung zu schaffen, verloren gegangen ist, da tritt, sobald jene Gcwohnheitithäligkttt fort» fällt(wie bei zahllosm verknöcherten Beamten bei der Pmsto» nirung), gewöhnlich bald der Todahl d« A i*a« wiesmen z» unterstützen. Von dm sell dem Herbst« 1885 dl« Ende August l. I. au« Prmßen ausgewiesenen und in Galt, im engetroffmm 576.russisch polnischen Familien mtt 1726 Personen fanden bisher nur 55 Familien mtt 137 Per» fönen ken Plazemmt, für welche« jedoch bald vorgesorgt "�Dlmütz.� 16. Seplemb«.(Einsturz ein« Kettmbrück,.) Dt« zwei'« ESkadron de« 13. Uhlanm-R-gimmt«, welche« stch auf dem Mmsch« au« Olmütz nach Balizien bestndet. passttte «dm gegen%9 Uhr Morgen« dl« zwischen Mährisch- unv Pol- nisch Ostrau über die Ostraw'tza gespannte Kettenbrücke, al» da« Mittelfeld derseldm plötzlich unter wet'.hin vemehmbarem Krachen ttnsiürzte. S« ist kein Zweifel, daß die Brücke unter der Uederlastung durch die Kavallerie Troppe und vielleicht «»« Kind« de» hier wohnhaften Hmn Bemhard Stein. Achtzehn schw« und leicht« Verwundete wurden in« Spital gebracht. doch ist die Zahl der Vnwundetm weit grkßft, ta fich viele dnselden in häuslicher Pflege befinden. Auf telegraphische O-dr« gingen von Olmütz mebrere Militärärzte hierher ad. Unt« de: hiesigen Bevölknung henicht große Aufregung über da» Unglück, zumal— wie schon bemerkt— der Bauzustand d« Brücke berell« sell längner Zeit ein bedenklicher war. Budapest. 15. September.(Ein mtsprungener Raub- mördn). Der sammt seinem Genoffen Andrea« Diost zu 15 Jahren Zuchthau« verurlhitlte Raubmörder Ernst Plesswg« ist heute— etwa zwischrn 2 und 4 Uhr Morgen«— au« dem G-sängniffe de» könial. Gerichtshöfe« iür dm Pest« Landde. zirk mtsprungm. Plesfinger wurde sell seiner Verurlhetlung in gefeffeltem Zustande in ein« Sinzelzelle internirt. Hmte Nachts duichsägte n die Eismstäbe seine« Fenster« und gab an Stelle dnselbm gleichfarbige und gleich große Holzstade, damit d« Abgang de« Gitter« nicht auffalle. Pleistna« kroch durch da« Fenst« und gelangte in die Schneiderwerlftatte, von da auf den Koiridor im nsten Stock. Bon hier drang et in da« Zimmer de« Richter« Fabry und nachdem er fich deffm Rock angeeignet, ließ er fich vom ersten Stockwerke durch da» Fenster mtt HUfe eine» Stttckr», den er mitgebracht, in die KomitatShauegaffe hinab. E» wurde sofort- nachdem die Flucht de» Raubmörder» bemerkt worden, noch demselben gefahndet» bis jetzt jedoch vergeblich. Die SiaatSanwaltschaft ordnete die vttfolgung deffelden an und«suchte die hauptstädtische Poliz-i, den F üchttng zu ermitteln. Ein beim Gerichtshöfe angestellt« Diurntst, der den Plesstng« wiederholt g-fehen. will ihn heute in Erzsedelfalva bemerkt haben. Aller Wahrscheinlichkrll nach dürste Plesstng« die Hauptstadt bereits vetlaffm haben. Wa» dt« Flucht de» Mörder» anbelangt, so weism viele Anzeichm darauf hin, daß dieselbe nur mit Sinvirständniß d« den Wachtpostendienst vnfebendm Justizsoldalen ermöglicht wurde. Staatsanwalt Emerich HavaS hat stch auch in Folge deffen veranlaßt gesehen, eine strenge Untersuchung anzuordnen, und wird er jene Gefängnißwächter, d-rm Nichlässtzkett oder Pflicht»«» fäumniß da» Entkommen Pftlstngn's ermöglichte, zur Verantwortung ziehen. Am must-n gravirt erscheint jener Wacht» meister, d« in der v«gangenen Nicht den JnspeklionSdtenst versah. S» gehört zu dm Pflichten de» Jispeklioninndm, nächtlich dreimal die Zellen zu vifitirm. Gestern hat der be» treffend« Wachtmeist« um 11 Uhr und um 2'/, Uhr Nacht» die Zellen th-tjächl'ch inspiztrt, ab« nur oberflächlich. Er schaute nur dirch dt« Thüiluke in die Zellen, tzinelnzeganam IfL(t nicht, obwohl die Instruktion die» ausdrücklich vorschreibt. Et begnügte fich, auf die dai Bell okkupirmden Gestalten einen Blick zu«nsen. So geschah e», daß er auch in der Zell« Plesstng«'», die dies« mit noch drei Genoffen theilte—<3 waren die» die«igen Todtschlage» zu Zuchthausstrafe ver« urtheilten Stefan Haraßtt und Peter Surmann, ferner d« wegm Diebstahl vnurtheilte Jznaz Arthab«— und Plesstng« auf dem Bett liegen zu srhm glaubte. In d« Thai befand stch ab« toll dlv» der Rock Plesstng«'». Dieser hall« da» Kleidungsstück auSgestvplt und sodann an dem Rocke eine au» eirnm L'intuch bnge stellte Kopfform befestigt. Laut Angab« seiner Zrllmgencssen hat fie Plesfinger in der Nacht vom 13. auf den 14. durch Erzählung setner Erlebnisse lang« wachpw halten gewußt: wahrscheinlich that er die» in v« Borau»» setzunz, daß seine Zellengenoffen in d« folgmdm Nacht, in der er seine Flucht zu bewerkstelligen gedacht, um so fest« schlafen werden. Seit setner Bermtheilung war Plesfinger soitwährmd gefeffelt und ist e» Aufgabe der Untersuchung,»ich festzustellen, wie fich Plesstng« ohne frm. de Beihilfe der F-ffeln entledigen konnte. Budapest, 16. September. Nach dem Ausweis« de» Ober« phystkat» ftr.d von gestem Mittag» bi» heute Mitlaz» an Cboterin« 5, an Cholera nostras 2 und an Cholera edmfall» 2 P«son«n«krankt und von früher Erkranlten an Cholera vostras 1 und an Cholera gleichfalls 1 P-rson gestorben. Vom 12. d. bi» heute Mittag» find im Gonzen 39 Erkrankungen und 15 Todesfälle vorgekommen. Professor Scheuthauer Hab« gtst«n in Gemeinschaft mit Dr. Babe« seine Untersuchung deendet und sein Gutachten dahin abgegeben,„daß in Buda» »est die astalisch« Crolrra ausgebrochen sei". Wa« unter solchen Umständen da« offizielle Telegramm bedeuten sollte, welche» meldet, daß in Budapest noch kein Fall von astatischer Chol«« konstatirt wordm sei, ist unerfindlich. E» wird berichtet, daß di: wohlhabender« Bevölkerung au» der ungarischen Haupt« stadt topf« zu flüchten deginnt. Trieft, 16 September. Von gestern Mittag» bi» heute Mittag» find in der Stadt und dm Vorortm 8 Erkrankmlge« und 2 Todesfälle an Cholera vorgekommen. Von gestttn di» heute Mittag« wurde im Bezirke C.po d'Jstrta, und zwar in d« Mühle Grisoni(Gemeinde Dccanic). in Jsola, L. Martins und in der Stadt Rootgno je 1 neuer Cholerafall konstatirt. In Stalnica(Bolokei) wurden 3 Choierafiille zur Anzeige gebracht. Sprech faal. Di« NedaNion fielt dt,«emitzmi, de»«prechsanl», soweit It-m»• abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung uon Slngelegeicheiteu oUgeuw Jnterefie» ,ur versiigung! st» verwahrt sich ab« gltichialig dagegen,«it Inhalt defielden tdenttfijirt zu werden. In dm Berichim über die letzte Versammlung de» Ver« ein» für innere Kolonisation schrieben mehrere hiesige Blätter Frhr. v. Hennederg forderte den Dr. Lütgenau zu ein« neuen Dttputution herau«,„zu welch« letzter« stch jedoch nicht stellt«"» bezw.„letzterer zog e« jevoch vor, stch zu entfttnm" Ich hatte und habe leinen Grund, ein« Disputation mtt dem Frhrn. v. Henneberg auszuweichen, bin euch nicht so unhöflich. eine vollständig auigedrückle Aufio:derung oder Einladung gar keiner Antwort zu würdigen. In Wirklichkeit hat Freiherr v. Hennederg jene Herausforderung«st ausgesprochen, nach» dem ich den Saal verlassen hatte. Einem der betr. Blätt« habe ich eine berichtigende, ruhig gehaltene Erklärung»uge« schickt, welche dasselbe nicht ausgenommen hat. Dieselbe de» sagte zugleich, daß ich dem Frb n. v. hennederg in einer von demsclden anzuberaumenden Versammlung Rede zu steh« bereit sei, wann immer dieselbe stattfindm möge, wofern ich rechtzettig benachrichtigt würbe. Diese Erklärung wird nicht abgedruckt, d. h. die Behauptung wird ausrecht gehalten, daß ich d« Ditputation ausweiche. Wer der Debatte ausweicht» ward man in Bälde deurthellen können, da ich dm Herrn Freiherrn schriftlich aufgefoideit habe, eine Versammlung, in welch« di« von ihm gewünschte DiSvutation stattfinden soll» herbeizuführen. Dr. Franz Lütgenau. Zetzte Nachrichte». Revolution in Spanien. In Madrid ist e». tele» graphischer Meldung zu olge, in der Nacht zum Montag m lumulruarischm Auftritten gekommen, bei dmm der Ruf:.8» lebe die R-publik!' ausgestoßen wurde.— Eine neuere De» pesche lautet: Die aufständische Bewegung greift um stch, ste geht von Truvvmtheilen der Garnison au» und trägt eine« mililärtschen Charakter.— Zu«wähnen ist noch. daß. wie soeben au» Baicclo.ra telegrophlrt wird, die Gendarmerie in Sindavella« eine Anzahl Waffen und Munition, welche karlistttchen Ursprung» sein sollen, mit Beschlag bilegt und mehrere V«haftung«n vorgenommen hat.— So schwirren die N rchrichtm noch unklar durcheinander. Dtt wohr« Charakker d« Unruhen wird ja bald zu«kennen sein. Die Gewalttvateu in Irland, insbesondere in de» K-eisen Kttit) und Cläre, nehmen eher zu ai» ab. Al« Po«. zistm am Freitag 15 gepfändete Kühe nach Waterford tiieben, {owwcBe stck tire Menschenmmae an. Die Vlockln wurden SelSutet und die Poltzet mit Etrinm pewmfm. Ein Kon« adle,»hielt ein« schw.re Aopiwunde. Tie Pächter, denm die Kühe gthö-t hatten, waren die Pacht fü- zwei Jahre schuldig geblieben. Vorgestern haben in velsast wiederum ernste Ruhestörungen stattgefunden. Sine grobe Menscher mlng» rottete sich vor der Pelizettaserne zusam- m,n und verlangte die Freilaffung von Gegangenen, welche wegen Jnsuttirung der Polizei ocrhastet worden waren. Da die» verweigert ttuUe, gr ff die Menge die Kaserne an. Di« Polizei gab Feuer, wodurch eine Person g« iöStei, mehrere schwer verwundet wurden. Nachdem die Polizei Verstärkung erhalten hatte, gelang e», die Ruhe wiedelherzustelltn. Mehrere V«, hastungen wurden vorge- nommen. Bulgarische». Nach der„Voff. Ztg." zugehenden Bc. richten au» Giuraewo herrscht unter den dortigen bulaarischen Offizieren eine lebhafte anttrusfifche Agitation, deren Csaratier iür ungemein bedrohlich drjüalich der Gestaltung der Dinge in Bulgarien angesehen wird. Die O stziere versa» mein sich fast iägiich zu vertraulichen Besprechungen- Tilg, er ein befürchtet man einen Umschwung der Situation, durch welchen da» Ein- greifen Rvhland» heivorgeruf,« werden lönntr.— Räch einer Meldung au» Ecfla beharrt der KriegSmintster Nilolrjew, trotz der rusststen Eirslurnabmr, aui d Vor- Passage 1 Tr. 9 M.- 10 A. Kalaer-Psnorama. In dieser Woche:- Eine Reise durch Arankreich. Pyrenäen. Wundergrolte Lourde». Da» malerische Jtalteu und Pompeji. Hertha Reise. Carolinen-Jnseln. Entree 20 Pfennig. Kinder nur 10 Pfennig. 1 Sopha ist zuverk. Reichendergerstr. 166 b. Meyer. Schläfst., sev Stng.,f.2Hrn.,NndrkaSstr.lL.v.4rr.l. KdemTheater. (F.-ich« lianiseoat&dtiaehes Theater.) Dreldenerstratze 72/73. DM" Auftreten der"Wtt 7 Kchneestern Mathe w». grotzartige Gym- naftikn innen, Gedr. Kanola, die vorzüglichsten Reckturner der J-ytzeil. Mr. Srnests, der ausgezstchnete Jongleur (ohne Konturren»), Mr. perey Harvey» berühmter Fuhbalanzem, Mr. Kchilly, medtzmiscke» Räthiel. Ludwig uno Paula TeAheim» Wimer Ge- sangsouettisten, ««g»» Ioeher, GesangShumorist, Frl. Teich« mann, Jantna. Held, Sängertnnm. Ansang 7'/, Uhr. _ W Königlich L Ireilßlslht Kkssell-Lotlerir Sauptgew.k eoo.coo, 2 a 300.000, 2 a 150,000. 2 a 100,001, 2 a 75,000, 1 a 60 000, 2 a 50,000«. Mt. daar. I. K'affe: 6-8. Dttobtr. Kuth.ill.:'/, 6 M., 3 M.. IV. M.,'/.. 90 Pf.[619 «riginall.:»/., Vi- V«. Rothe«p Leese ä 5 M. Rieh. Schi öder, Kerlin W., Markgraf«» straff« 46, Geuvdarmenwarkt. tut Meddin» und Umgegend. Homöopathische Poliklinik läßlich 27,-3'/. Uhr.[543 an Sonn« und Flsttagm 10-11 Uhr. Dr. Bocacb, approb. homöooathischer Arzt. T«itriil-Kri»km- uib Sterbt- kllssc der Dichbelber geutschlllllbz „Emgkeit" (F. H. Ne. 69, Sitz Berits). Die Ort» ooi stände weiden biermit aufge» fordert, zum Sonntag, den 10. Oktober c., ein« Mltgltederversammluug beyuf» Wavl der Delegtrten»u der am Sonntag, den 14. No- vember c., in Berlin statifindenden ordentlichen Geneealvirsammlung einzuberufen. Die Wahl ist nach§ 38 bei Statut« zu vollziehen. AI» Wahlkomi!» wird der OrtSoorstand eingesttzt. Die Protokolle über die Wahlhandlungen und event- Anträge find dem Vorsttzenden der Kasse unverzüglich einzureichen. Ott und Zell der G neralversammlung wird noch näher bestimmt. 625] Der Ceutralvorstand. Gauverem der Maler Lerltusl Dienstag Abmd 87, Uhr: Versammlung im oberen Saal bei Gratmeil, Kommandanten. stcaßr 77-79._[630 Arbeitsmarkt. Gesellen oder Mamsell» auf Regenmäntel ( Dollman») oerl. B. Fietz, Peinzenstr. 67 IV. WIIDul-'jäÄrtjJsüE,S: 1' Blumenstr. 06. Die Arbeit»« Vermitteluna geschieht unentgeltlich Avreffenausgabe an Wochentagen von 87. di» 9V. Uhr Aoends. Sonntag» von 9—11 Uhr Vormittag». X Einer geehrt. Nachbarschaft emvf. mein»als-«. AohleugeschSft. Karl Wahner, Adalbettftratze 6. X Soeben ist erschienen: Der ,eiltN>tlt-Kllltudn! für 1887. Aus dem reichen Inhalt heben wir hervor: Reichshaulhalts-Etat»et Devt- schr» Reich«.— Zerbrocheee Kette». Tr« »ählung von Rob. Schweichel.— Bär- liz» Frame» nnb Haarmernsche».— Ei» Proletrnrierkmb. Erzählung v.E.L an ger. — Der Km«pf zwjsche» Fe»er». Waffer i» der Welt. Von P. O»w. Köhler.— Wie na» eine Million vertzieat.— Alle- «-»de Bltttrr(humoristisch). At» Srati«»KrU«ge»: L Laeia. 3. Mitlertzlt». 2.«lanchr. I. Dir beitze, Alk«. Zu beziehm durch die Tepetzitto«, Zim- «eraraf-e 44, «coantwortlich für dm poitttschen Thett und Soziale««ax Schtppel. � Verein« und Versammlungen K. Totzauer, für dm übrigen Theil der Zettung R.«rouhtw, sämmtlich w Druck und Verlag von Max»adtug in Berlin BW., Beutdstratz«&