Kr. m Mittwoch, de» September 1886» in. Iatzrg. eMelHMliill Brgan für die Interessen der Arbeiter. Abonnements-(Einladung. Zum bevorfiehendm Oualtaliwlchscl erlauben wir uns »um Abonnement auf dai „Kerttuer Nolksblatt« nebst der wöchentlich erscheinenden Gratisbeilage „Hll«strirt-s Komttagsblatt« «inzuladen. Der Standpunkt unseres LlatteS ist bekannt. ES steht auf dem Boden de» unbeugsamen Recht». Die Erforschung und Darlegung der Wahrheit auf allen Gebietm de» öffent« lich-n Leben» ist seine einzige Aufgabe,«l» treuer«erather und Streiter sür die Aushebung und Ausgleichung der Klassen- gegensStze ist da»„K-riiner N-Ul«blatt" ein entschiedener Gegner jeder Politik, die ihre Endziele in d-r Bevorzugung ein zelner heute schon begünstigter GesellschastSklaffm findet, und derjenigen Politiker, denen nur die Wahrung ihrer persönlichen Antereffen al» Leitstern ihrer Handlungsweise gilt. Da»„Kppline» Volksblatt" sucht seine fich gestellte Aufgabe durch sachliche Behandlung der großen sozialpolitischen ali auch de, Tagetftagen zu erfüllen. Di« gleichm Grundsätze leiten un» bei dir Besprechung unserer städtischen Angelegen« bitten. Thue Jedermann, der fich mst unseren Zielen in Ueber« Einstimmung befindet, an seinem Platze seine Schuldigkeit. Der Eine durch Zuwendung seiner Mitarbeiterschast, der Andere dadur ch, daß er dem„O-rlw»r Volksblatt" in immer wei« ttl*n Kreisen Eingang verschafft. Da»„tfofllimr N-lk»dlatt" darf nicht nur allein d &tund de» Volke» bleiben» sondem da» Volk muß auch d-r Freund de»„Berliner Volltdlatt" sein. Die Aeußerung und �ethätigung dieser wechselseitigen Freundschaft ist in Wahrheit dl- Erreichung und Verwirklichung de» un» vorgesteckten. Ziele». Der AbonnementSprei» beträgt für da» ganze Vierteljahr 4 N»aoK, monatlich 1,85 Mark, wöchentlich 85 Pf, Bestellungen werden von sämmtlichen ZestungSspediteuren, sowie von der Expedition unsere» Blatte», Awemrrstrasß» 44, entgegen»enommen. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Be» fiellungm an. �_ Die AedaEfion W%edi(ion de»„Keriiner Uolksblatt". Jeuilleton. lS Nachdruck verboten,—— Gin HriUantenhalsvand. Kriminalnovelle von Ferdinand Herrmann. Nach Ablauf einer Stunte trat er den» auch auf die Vtraße hinau». aber fichtlich in noch schlimmerer Verfassung °l» bei seinem Komm». Sei» Teficht war todtenbleich. seine Züge vnstört, und da- Haar, welch,» er sonst sehr wie die Frau bestimmt anzugeben vermag, vorher nicht mst fich geführt. Er lief eilend, die Straße hinunter, jedem Menschen, der ihm begegnete, in einem weite» Boge» au»« weichend und fich wiederholt umsehend, al» fürchte er, ver- folgt zu«erde». Schlußlich war e» der Frau»och auf« gefallen, daß Friulein von Römer, welch« sonst sehr viel von ihrem schmucke« Neffen hielt, diesmal uicht, ihrer sonst stet» geübte« Gewohnhest gemäß, a» da» Fenster gekommen war, um ihm nachzublicken, und da» Ehepaar Rüdiger hatte au« alledem den Schluß Bezog«», daß«in sehr heftiger Strest zwischen den beide» Person«« stattgefunden habe« müsse. Während der beiden folgenden Tage hatte» fie dann nicht» mehr von dem alte« Aiäulei« wahrgenommen und Frau Rüdiger, welche täglich �überzugehen pflegte, um fich»ach etwaige» Wünsche« und Bedürfnisse« der Dame zu erkundige», hatte auf ihr Klopfen überhaupt keine Antwort erhalte«, so daß st« jedesmal in de« Tlaube« versetzt wurde, Fräulein von Römer sei bereit» ou«gega,g«u. Al» fich diese Erscheinung aber auch am orittk» Tag», also heute, wiederholte, war die Besorgniß seift»'''-r wniwrxc oct oti !»%,%" Beobachtungen. Einige Beamte begaben fich wel»!?!?«�, a» Ort und Stelle; da» Drückerschloß, Veöffn,. �ur absperrte, wurde durch eine« Schlosser " und man begann, die Wohnung»ach der Vermißte« Die vttfliijsriik Srfsm ins Reichitlg«, welche, wie nunmehr feststeht, lediglich der Verlängerung de» spanischen Handelsvertrage« wegen einberufe» worden war, bot dennoch eine ganze Fülle von Ueberrafchunge». Zunächst war man erstaunt über die große Anzahl der «ach Berlin geeilte« Reichibsten; gleich bei der ersten Auszählung de« Hause» wurde die Beschlußfähigkeit konstatirt. Man war nun allgemein der Ansicht, daß die Session schon am folgende» Tage geschlossen werde» könne. Präfi« dentenwahl, erste und zweste Berathung de« Handelsverttage» sollten Donnerstag, de» 16. d. Mt»., der Rechenschaft»berich! über die Verhäagung des Belagerungszustande» über Leipzig und die dritte Lesung de» Handelsverttage» aber am Freitag, den 17. d. Wt«, erledigt und dann die Session geschloffen werde«. Doch man hatte die Rechnung ohne die sozialdemokrattsche Fraktion gemacht. Schon bei der Präsidentenwahl, welche der Abgeordnete Windt« Horst durch Alklamatio» vollziehen lasse« wollte, erhob man von sozialdemokratischer Seite Widerspruch, da der erste Präsident de« Reichstag«, Herr v. Wedell, in seiner Eigen- schaft al» Regierungspräsident von Magdeburg in rückfichts- losester Weise gegen eine« au» Berlin au»gewieseae» So« zialdemokratea vorgegangen sei und fich allzu sehr an die Anschauuege« des Minister» v. Puttkamer anschmiege. Ueberhaupt sei e« besser, so betoute der sozialdemokratische Redner, daß ma« al» ReichStagSpräsidente« keine» Beamte» wähle, da ei» solcher mehr odn minder abhängig von der Regierung sei. Bei der nun erfolgten Ztttelwahl, die im Tanzen ca. 2'/, Stunden dauert«, wurde zwar da» frühere Prästdium wiedergewählt, doch wurde» 41 weiße Stimmzettel gegen Herrn v. Wedell abgegeben. Daß an demselben Tage nunmehr kein« zweite Eitzuug abgehalten werden konnte, war selbstverständlich. Al» der Präfident die nächste Sitzung auf de» folgende» Tag mtt der Tagesordnung: erste«ad zweite Berathung de- spanische» Handel-verttag- und Rechenschaklibericht der sächfische» Regierung a» sitzte, er« 'oben die Sozialdemokraten Widerspruch auf Grund der eschäft-ordnüng, welche verlangt, daß der zu berathende Gesetzentwurf zwei Tage vorher in de» Hände» der Mft glieder sich befiude» muß. So fiel die Sitzung am Freitag au« und sie wurde auf Sonnabend, de» 18. d. M., ange setzt mit derselbe» Tagesordnung. Aber auch die Debatte über de« spanische» Handelsoer- trag selbst, von de, ma» gar nicht« erwartet hatte, gestaltete sich zu einer recht i«teressa«te», da Redner au- allen Frak. tionen da- Wott ergriffe« und die soziale Frag« mit in die zu durchsuche». E- bedurfte keiner langen Nachforschungen, um fie zu finde«. Auf der Schwelle ihre» Schlafgemache» lag die Leiche der alte« Dame, die, wie ei« einziger Blick darthat, da» bejammern-werthe Opfer«ine» bestialische» Ber« brechen» geworden war. Sin« Verletzung a» der Schläfe, die offenbar von einem wuchtige» Schlag« Instrument herrührte, mochte sie mtt einem stumpfe« zunächst betäubt und zu Bode» gestreckt haben, aber er hatte ihre» Todieden« fall-»och nicht sicher genug herbeigeführt, den» der Mörder hatte eine au- eine, starke» seidene» Gardinenschnur gebil« dete Schlinge um ihre» Hals geworfen und fie mittel« der« selbe« erdrosselt. Welche« Zweck er bei seiner vchandthat im Auge gehabt, zeigte schon eine oberflächliche Untersuchung der Zimmer zur Genüge. Die Thür«« der Schränke und die Schubladen der Kommode» waren sämmtlich geöffnet, l« Theil unter unverkennbarer Anwendung von Gewalt. er Inhalt der Möbel mar durchwühlt und durcheinander geworfen, so daß fich de» Beamte« schon bei der ersten Inspektion die Meinung ausdrängte, daß der Verbrecher wohl nach einem ganz bestimmten Gegenstand gesucht habe. Diese Annahme fand ihre Bestätigung durch die weitere« Angabe» der Frau Rüdiger, die dnrch ihre» langjährig«« Verkehr mit der jetzt Ermordete» auf da- Genaueste über alle ihre Verhältnisse«nterrichtkt war. Sie deponitte näm« lich, daß Fräulein von Römer Ersparnisse in baarem Gelde oder begehren-würdig« Werthobjekte bei ihrem geringe» Ein« komme« und ihrem au-geprSgte« Wohlthätigkettsfinn unmög« lich beseffe» haben könne, mtt alleiniger SuSnahme eine« allerding» sehr kostbare« BrillantenhalSbande», welche« sie al» ein the»re- Vermächtniß mit ängstlicher Sorg« falt behütete und welche»«ach ihrer eigenen Behauptung «wen Werth von mindesten» zehntausend Thaler« gehabt haben solltt. Au» dem Besttz diese» Kleinod« aber hattest« au« Furcht vor Diebstahl stet» ein strenge« Geheimniß ae- macht, und Frau Rüdiger ist auf'« Bestimmteste der An- - z. daß außer ihr und dem junge» Herr» Bernhard von ömer kaum irgend Jemand etwa« vo« dem Vorhanden. sei» de, Kollier, gewußt habe» könne. Dieser Schmuck- aeaenstand«u» ist ttotz der vo» de, Gerichtskommission an- gestellte« stundenlauge« eiftige« Nachsuchunge« nicht gefn». K Debatte hineinzogen. Auch Herr Stöcker, dessen Halsübel völlig verschwunden zu sei» scheint, hielt eine Rede, um mtt einige» banale» Phrase» die Jude», die Fortschrittler und Sozialdemokraten zu begeifern. Sonst hatte die Rede wei» ter keine» Zweck. Ueber die Debatte, de» Leipziger Belagerungszustand betteffend, läßt sich nur sagen, daß die Vertteter der sächfischm Regierung«» de» Sozialdemokraten uage» mein leicht machten, de» Bericht vor aller Welt zu diskreditire». Die Sozialdemokratie hatte ihre» gute« Tag. Alle-, wa» vorgebracht wurde, war den Verhältnisse» e»t. sprechend: kurz, schneidig und besonne». Auch der deutsch« freisinnige Redner, Freiherr vo» Stauffenberg, wie» tteffend «ach, daß die Art und Weise, wie der Belagerungszustand begründet und vertheidigt würde, die schwerste» Bedenken errege. Di« Maßnahme« der Regierung richtete« sich ent« gegen de« Voraussetzungen de» Sozial'steagesetze» gegen die gesammte« Arbeiter, obwohl da» Gesetz nur die sozialistische» Umsturzbestrebunge» tteffe» solle. An demselben Tage Vormittag- waren die Vertteter der verschiedene« Parteien im Reichstage zusammeogetteten,� um über de« geschäftliche» Verlauf der Sesfio» ihre Mei. «ungen auSzutausche«. Angeregt vo» einem Vertreter der deutschfteifinnige» Partei gab darauf dcr Vertteter der Sozialdemokraten ungefähr folgende Eiklärung ab. Gr Hab« gehört, daß verschiedene Herren der andere» Parteien über die Handhabung der Geschästsordnuag seiten« seiner Partei in Entrüstung gerathe» seien. Er wisse wohl, daß solche Obstruktion»- Politik nicht« Ange» nehme» sei, am wenigste« für diejenige», welche fie treibe» müßten. Die sozialdemokratische Fraktion aber sei i» «ine Zwangslage gebracht worden; sie könne, um Partei» und Wahlangelegcuheiten zu berathe», außerhalb de- Reichs» tag-gebäudk» nicht zufammenttetea. Durch die Polizei und da« Sozialistengesetz würde fie gehindert, öffentlich voll- ständig legale Angelegenheiten zu treibe» und wolle fie im Geheimen ihre Berathung«» pflegen, so drohe» nach der Auffassung der deutsche« Richter, wie fie im Freiberger Sozialistenprozeß zu Tage gettete« sei, der Staat-anwatt und längere S/rafhaft. Der Reichstag sei deshalb der letzte Zuflucht»ort für Fraktioisbefprechunge«. Jede Partei aber bespreche in ihre« FraktionSfitzuvge», außer den rein parlamentarische« Fragen, auch«och weitere Parteifrage». So sei der sozialdemokratischen Fraktion die Einberufung de- Reich-tag« sehr gelegen gekomme« und sie nütz« nur deshalb die Geschäftsordnung au«, um die Session zu verlänger», damit Zeit gewonnen würde, die «öthige» Berathungen zu pflege». Ferner erklärte der sozialdemokratische Vertteter, daß e» ihm leid thue, daß diejenige« Kollege», welche gegen da- de» worden, und e» unterliegt keinem Zweifel, daß er die Beute de« Mörder» geworden ist. Al, da- Ehepaar Rüdiger nach«imgem leicht begreifliche« Zöger» de« Gericht-beamtt» sein« Wahrnehmungen bezüglich de» letzten Besuch- de» junge« Herr« vo» Römer erzählt hatte, wurde» sofort«». stalte« gettoffe». de» junge» Mann zur Stelle zu schaffen- aber«» stellte fich heraus, daß e, feit jenem Ntchmtttage� wo er fich wegen eine, angebliche» Uawohlsein« entfernt da» Komptoir de» Bankgeschäft« nicht mehr bettet,» hatte «nd daß er seit jener Zett auch in seiner Wohnung«ich» mehr fichtbar aeworde» war. Seiner Wirthi» hatte er =& v jy» ÄÄpÄTÄÄSÄ unbefangene« Beurtheiler mehr einem Zweifel unter» lt-gen, daß in keinem andere« al, in Bernhard von Römer der Mörder seraer Tante und der Dieb de« Brillantschmuck- zu suchen ser. De, Telegraph wurde«ach alle« R chtunge» : ääää de« Schuldigen werde» berichten könne», wenngleich«ich» ,» MB aw-MSSSs Lozialiyevgesttz gestimmt HStie», einige Tage länger von ihre« Familie« und Beruftaeschäfteu adgehalte« würde», ad« diejeuige« Kollege«, welch« aus laut«„Äollegialtmt' gege« die sozialdemokratischen Abgeordnete« für die Ver« längerung gestimmt hätte«,!ö»«e er nicht bedauer«, da sie nur ernteten, wa« sie gesäet. Da» Sszialiste«gesetz sei allein Schuld aa dem Auftrete« sein« Fraknov.— Vo» »«schiedene« Seite» wurde dies« Offenheit A»erke«»u«g gezollt. Ma» hatte vor, am Sonnabend i« ei»« Abe«dfitzn«g »och die dritte Lesu«g des Ha«d«lsvertrag» vorzunehme« »»d da»« das Hau» zu schließe«. Nach d« Erklärung der Sozialdemokrat«», daß sie da«« wiederum vo« der Geschäftsordnung Gebrauch mache« würde«, wurde dieser Vorschlag zurückgezogen. D« Präsident berief nunmehr die letzte Sitzung auf M»»taa. den 20. d. M. So hatte« die Sozialdemokrat«« die Session um drei Tage,«nter dene« em Sonntag war, «rläagert. Am Montag ab« wurde der spanische Handelsvertrag %* dritter Lesung einstimmig angenomme«. Auch die «och anwesende« Sozialdemokraten stimmte« dafür. Ma« sieht also, daß die vnflosiene Reichstagssessio« eine recht kurze, ab« nicht uninteressante war. Zur inwtlllischm Frljt liegen heute»wei wichtige Aeußerungen vor. Die eine findet sich in vcr„Nord d. A l l g e m. Z t g." und rührt zweifellos au» d« Wilhelmfiraße her. Die andere hat den Grafen «p p onv i zum Urheber, einen d« einflußreichsten ungarischen Politiker, in dem viele Magyaren den leitenden Staatsmann *** SM"" VoVö'b. Allgem. Ztg." wendet sich polemistrend «gen einen Artikel dcS nationallideralen«Hamb. Corr." und schreibt da:„Der Artikel de» Hamburger BlatteZ beginnt mit der Insinuation, daß man„wohl annehmen könne", daß außer den bekannten„eine speziell« Abmachung" mit Rußland getroffen sei, die Rußland zu Gegendiensten an Deutschland ausdrücklich verpflichtete. ES wäre o«> Elger und ehrlicher gewesen, jedenfalls d« Wahrheit ent» ender, wenn da» Hamdurgische Blatt fich auf die uthuna beschränkt hätte, die«S seinen Lesern nur al« „freilich denkbar" zu erkennen giebt, daß der Reichskanzler jede im Orient auftauchende eckwierigteit schon au» dem Grunde beseitigen helfe, um zu verhüten, daß au» ihr größere euro. päische Verwickelungen erwachsen lönnten. Die» Motiv scheint unS für einen deutschen Staatsmann an und sür sich ein ge. trügendes. Händel zu verhüten, in deren wittere Entwickelung Deutschland hineingezogen werden könnte, ohne ein eigene» Zatereffe zur Sache zu hoben, scheint un« die Aufgabt jedes ehr. und friedliebenden Reichskanzlers zu sein. Will man dem Fürsten Bismarck darau» einen Vorwurf machen, so muß man irgend einen Grund haben, den Frieden, deffm wir unS erfreuen, für einen unerwünschten und möglich zu beseitigenden Zustand zu halten- Di« Frage de» Bruche» mit Rußland hat vor etwa 7 Jahren nahe genug ge- legen, und wenn ein solch« einträte, so wird darüber kein Zweifel sein, daß dann, wie man in Frankreich sagt, die Cheff�pot» von selbst losgehen würden. Wir find nickt klein- müthig genug, um vor einer solchen SUuatton zurückzuschrecken, wenn fie unausweichlich werden sollte, od« unsere eigenen In« teressen st« unS aufnöthigten. Ad« mir fiad nicht gewifienlo» genug, um zu empfehlen, daß die deutsche Nation ohne jede in d« Sache liegende Nöthigung, lediglich au» französischem Prcstigebedürfniß, einem Kriege von dieser Ausdehnung durch ihre eigene Regierung wuthwillig enigegengeführt werdtn sollte..... Zu einer weiteren Insinuation behus» Ver- döchligung d« deutschen Politik, von denen der Artikel strotzt, gehört die Andeutung eine» den Russen in Bezug auf Bulgarien g ew ä hrten Z u ge ständn isse». Rußland hat diSH« keine Art Zugeständnis verlangt, welches Deutschland hätte gewähren od« versagen lönnen, und ti hat daher auch von keiner„Bürgschaft" für Rußland» Haltung in der orientalischen Frage die Rede sein können. Wir gestehe«, daß wir auch bei längnem Nachdenken un» keine genau« Idee von einer solchen Bürgschaft, oder „einem sonstigen Vortheil für Deutschland" machen können, welchen der Reichlkanzl« gegen„bulgarische" Zugeständniffe von Rußland hätte vnlangen können... Nach dem.Hamb. Korr."„ließ fnner Graf Kalnoky, al» dle Abdankung de» Fürsten Alexander bekannt wurde, beim Für- sten Bismarck anfragen, ob er er die russische Politik billige". Die» ist die«st- Lüge; auf diese folgt die zweite, daß Fürst Bismarck antwortete,„die Abdankung de» Fürsten fei da» ein- »ige Mittel, die Besetzung Bulgarien» von Seiten Rußland» zu verhindern und europäischen Verwickelungen vorzubeugen." anstehenden ausführlich« Berichts bildete. Ei« laatet«: „Die Sektion de« vo« feiaem Neffe» ermordete« Unglück- liche« Fräulei« v. Römer hat i« d« Tqat— üb«eia- stimmend mit de« Aussage« der HauptbelafluagSzeugi» Frau Rüdig«— ergebe», daß dir Tod wohl schon vor drei Tage» eingetrete» ist. Die V«letzu»g a» der Schläfe ist übrig«»» mit einem Instrument«zeugt worden, welche» «an am Thatorte bisher nicht aufzufinden»«mochte. Sie wäre indeffe»»icht hi«reiche,d gewesen, um den Tod h«« deizuführen, und e» ist festgefiellt, daß die alte Dame erst a» d« durch die Zuziehung der um de» Halt gelegte« Schli»g« bewirkte« Erstickung gestorbe« ist. Wen« also d« vektionibefund etwa« wefeatlich Neue««icht«gebe« hat, so ist im Laufe de« Tage« eine desto wichtiger« Mittheilung a» die Kriminalpolizei gelangt, ei»« Mittheilung, welche Kz darnach aogetya» ist, auch da« letzt« Du«kel aufzu- e», wtlche« bisher»och üb« d« traurige»»ffaire lag, wen« st« auch leid« de« Bewei« liefnt, daß d« Unselige »och«me andere hochgeachtete Familie unserer Stadt i« dt« tiefst« Betrübviß versetzt hat, indem er fich eine« weiteren, kaum minder fluchwürdige« Anbreche«» schuldig macht«. Auf die Nachricht vo« dem Morde hin, welche sich während de« Tage« wie ei» Lauffeuer durch die ganz« Stadt ver- breitete, machte«ämlich unser hochgeschätzt« Mit- iürg«, d« Reutin und Stadtverordnete N-colauS Hoffericht«, bei d« Behörde die A»zeig«, daß seine einzige Tochter Else sett drei Tage« aus dem vätnliche« Haus« v«rschwu»de« sei und daß et fich leid« überzeugt halte» müffe, sie sei vo« de« de« Morde« vo» sein« Tante vndächtige« Beruhard von Röm« entführt worden. Scho» «or mehrere« Monaten habe seine Tocht« durch eine» un- glückl'che« Zufall die Bekanntschaft de« sehr gewandte« u»d ia feinem»eußne« bestechenden junge« Ma»»e, gemacht. d« fich ihr sogleich- auf ihr- wahrscheinlich sehr bedeu- tmde Mitgift sptkulirevd— i« der unvnkenvbare« Absicht genähert habe, ihr Herz zu gewiaae«. Zwar habe«, der Bat«, sofort Alles i« sei»«« Kräfte« Steheude eufgebote«. «m ei»««»eitnc» Verkehr b« beide« zuugea Leute zu vn- hindenr, und« habe dem rxistenzlose» junge» Maaae a» da« Entschiedenste sei» Haus Verbote». Ab« Je»« müsse Med« die Anfrage dm, Seit« hatte«, angefangev, und einig« vo»"L S-aU durch dicke Blaustifistriche besonder» markttt. � Ist* i» bedrängter. Lage, der zu mäßige« Zi»ss» abgesehtn davon, daß die wie auf Bestellung eingetroffenen Nachrichten cuS Spanien heute bereit» anderen und»war durchau» beruhigenden haben«eichen müssen, ist ei doch zweifellos, daß ein« zum Siege gelangte rcpublilanische Partei in den ersten Wochen ihrer Hmschaft besseres zu thun gehabt haben würde, als früher gebilligt« Verträge umzustoßen. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" verübelte e» bekanntlich vor einiger Zeit dem Pariser Gemeinderath gewaltig, daß er für städtische Arbeiten einen Ne-rmalarbeititag und Mtnimallöhne rorgeschrieben hatte. Dai Kanzlerblatt wird jetzt zu seiner größten vetrüdniß vernehmen, daß auch die Stadt L ü t t i ch beschlossen hat, bei jeder von ihr zu ver« gebenden Arbeit Minimallöhne festzusetzen. Wie bedauerlich, daß die Stimme de» Kanzle. blatteS weder an der Sein«, noch an der MaaS Gehör findet. Von Herrn Hermann krimpe, dem deutschen Redner auf dem Pariser Arbeiterlongreß, geht uns folgendes Schreiben zu, daß manche irrige und erfundene Aeußerungen der gouvernementalen Presse richtig stellt: Geehrte Redaltion! Von Freundeshand geht mir die Nr. 216 Ihre» geschätzten BlatteS zu. AuS derselben ersehe ich, daß ein Thril der deutschen Presse, unter Anderem auch die„Nordd. Slllg. Ztg." fich mit meinm Ausführungen auf der internationalen Arbeiter-Konferenz, welche in der Zett vom 23.-30. August hier stattfand, beschäftigt. Da ich genanntes Blatt hier nicht zu G< ficht belommc, weiß ich auch nicht,«ai fie mich alles sagen läßt. Soviel ich aber auS der Note Jbrei BlatteS ersehe, handell e» fich um»eußemngm über die Oc. ganilation der deutschen Arbetter. Ich habe allerding» von den O ganisationen der deutschen Ardeiter gesprochen, wie die. selben v o r dem Inkrafttreten de» Sozialistengesetze» bestanden halten. Dann habe ich femer betont, daß, wenn diese Organisationen nicht»erstört worden wärm, die deutta«n Arbeiter gegenwärttg vielleicht macht« vollere Verbände aufzuweisen Härten, ali el die«uSgezeichnetm englischen TradeS-UnionS find. AlSveispitl der Organisation»« fähigkeit der deutschen Arbetter führte ich die deutschen Ar« beitervereine in der Schweiz, sowie in dm meisten Städtm Amerika» an. Bei Gelegenheit de» Angriff» gigm den Führer der mglischen TradeS-Untonistm, de» Herm vroadhurst, welcher all Vertreter der englischen Arbeiter für da» schimpf« lÄe UnterdrückungSgesetz gegen da» irländi sche Volk vor 2% Jahren gestimmt hatte, bemertte ich, daß ein ähnlicher Fall in Deutschland nicht eintreten könne. Bei dieser«elegenheit »!emplifi,irte ich auf einen allgemein bekanntm Fall.— Daß ich über die g e g e n w L r t i g e polittsche Organisation nicht» gesagt habe, resp. nicht« habe sagm können, geht schon darau» hervor, daß ich seit länger denn fieben Jahren hier in Part» «ohne und, mit Ausnahm« einer kurzen Unterbrechung, während dieser Zeitdauer meinen neuen Wohnort nicht verlassm habe.- Die französischen Zeitungen, «eiche auf der Konferenz vertreten warm, lassen mich, soweit dieselben mir zu Gesicht grkommm find, auch gar nicht derartige« sagen, und da deutsche Zeitungm keinen Berichterstatter auf der Konferenz hatten, muß ich annehmen, daß mir derartige» erst tn den Redaktionen der deut« schen Zeitungen in dm Mund aelegt worden ist. Zum Schluß bemerke ich noch, daß mein Vorgehen auf der Km« ferenz weder vm der deutschm, noch vm einer der ftanzöfi« schm Ardeitervarteien„inspirirt" worden ist, smdern daß ich lediglich der Emgedung de» Moment» folgt«. Pari», am 18. September 1886. Hermann Grimpe. Bei deu Münchene« Kachvereine« war bisher die An- ficht verbreitet, e» sei gestattet, zu dm«cstm einer Versamm« lnng der Art beizusteuern, daß die Theilnehmer schmkung»- Ms« ihren Oöolu» an einem destimmten Platz niederlegtm. Die üderwawendm Polizeibeamtm ei hoben ihrerseits niemal» Anspruch. Neuerding» jedoch wurde ein derartiger Fall von Polizei zur Anzeige gebracht. Der»ngeschusdigt- wurde Z>M Schöffengericht sretgefproch-n. mit der Mottottung, die »oiizei soll« chee Leute deffer instruiren. Der»mttanwalt Ävb Einspruch und da» Landgeiicht mtschied, daß derartige Sammlungen ebenso strasbar seien wie di«k'e Kollekten. Dem tttisprechmv wurde auch vom Schöffengericht da» am 17. Mai bJ. ausgefertigte Stlafmandat gegen den Vorfitzmdm de» Malir-Fachverein» wegen Veranstaliung einer Kollekte nach okngang» erwähniem Verfahren zwar oon 9 M. auf S M. er- Maßigt, thatsächlich aber al» zu Recht befiehend erkannt. „«trchevpoltttfche». In der Erzdiözese Gnesen- Posm fiod wiederum fiebm Geistliche, die wegen Vergehm» grgm die Maigesetze verrrtheill warm, begnadigt wordm. Polnische«. Di« literarische Gesellschaft der Freund« Solms warnt die au« Preußen ausgewiesenen Polen, nach n g l a n d zu kommen, da st« keine veschSitiguna finden können und die Mittel der Gesellschaft zu gering find für außer- ordmtllche Unterstützungen. Rußland. Mit großer Befriedigung blickt dl« russische HandelSwett auf da» Scgcbniß der ebm geschlossenm Mefie in Ntschntt- Nowgorod: fie bekundet die Klugheit jener Sttategen, welch« - Darlehen suchte, eine arme Witt««, welch« einm Theil ihrer lab« wege, drückender Roth zum Verkauf au»bot, ei« junger Xns. der seinen Anspruch auf.eine sichere Erbschaft mit 5«ßem Vetlust veräußer» will, und«och einige a.d»e �»glückliche, die hier ihre« letzten Hilfeschrei au» dem Schlff- �»uch ihre« Dasein»«rtönm ließ», warm damit auf die Vpferlifie de« menschenfreundlich« Herr» Juli«, Wende- sür würdig erachte» würde. Nach ErliSigusg diese« wichtigste Theil« seiner Lektüre hatte der Pfandleiber seine llufmerlsamkett dm Lskalereignissm der Hafmfiadt zu»«- w»»d«t und mit einer wahr» Andacht hatte er nammtltch Polizeibericht studirt, der von d» Unglücksfalle», d» Diebstäblm und dm Berhaftungm ertappter Verbrecher er- ßihlte. Dm Beschluß— gleichsam da» leckere Dessert an der Tafel seiner au««rles»» geistig» Geuüsse, bildete nun da» Studium de».Vermischt»", wo in bustem Durch»»- ander von auswärtigen F»tr»brüast»,«»«» Ersindung», wunderbarea Mißgeburt» und graufigea Berbrech» die «»de war. Da stand ganz zuletzt auch ei, Auszug au» dem ob» angefahrt» Bericht der Ab»dzeiw«g zu M., und Julius W»dela»d hatte kaum die erst» Zeil» de»« Mm gelesm, al» er durch ei» lebhaste« Räutper« seine �qgradige Theilvahme verrieth und in wachsender Uage» San» Mnem brettm Sitze hin- und herzurutsch» de- _"Ha« I Hum I Hab'» ja gewußt I" knurrte er ei» aar Mal vor sich hin.„Verstand fich schlecht darauf, verstell», der Bursche!- Ab« ein Mord! HumI �es»» war off»bar nicht seine stärkste fichu'* aäf>ttt eine genaum, Zett. eh» er WUMWAs der mittelasiatischen Eisenbahn eine eben so große Handel»- wie militärische Bedeutung beilegtm. Dank dieser Bahn warm Erzeugnisse au» Perstm, Khiwa und Bokbara reichlicher al» je zuvor vertreten, während zugleich die Bestellungen russischer Artikel für diele Länder beträchtlich zunahmen. Die Regierung hat den Meffekrämem schon den Tarif für die Waarenversmdung bis nach Bolhara zugehen lassen; et beträgt»/« Vence da» Pfund für die Strecke von Rischnet Nowgorod bis nach Bokhara. Die Dampf« der Lebed- Gesellschaft bringen die Waaren von Nischnei. Nowgorod bis nach dem Golf von Usunada am KaSpischen Meere; von dort gehen fie auf der Bahn bis Chardschut und von Chardschut auf dem Amu-Darja nach Khiwa oder vermUtelst Karawanrn nach Bolhara. Die„N. Fr. Pr." meldet au» Odessa: Auf Grund eine» ministeriellen Erlasse» beschloß da» tzandwerkeramt, sämmtlich« Werkstätten ausländischer Juden zu schließen und gezm 9000 jüdischen Handwerkern die Arbett zu»«bieten. Belgien. Der Lüttich« Bürgermeister hat den Arbeitern bei ihren Kundgebungen zwar die Entfaltung roth« Fahnen unter« sagt, aber dir der schwarz vei hüllten Nationalfahnm und d« schwarzen Fahnen gestattet. Die„Voss. Ztg." schreibt:„Von den abscheulichen Zu« ständen in den belgischen Fabriken gebm die Enthüllungen ein Bild, welche vor der Regierungskommisston in V e r v l e r s, der großen Fabrikstadt, fcstg'stellt wordm find. Di« gesetzlich vorgeschriebenen Befichtigungm und Unter- suchungen dn Fab.ilm finden nicht statt; die Sanitättlom- misfion tritt gar nicht zusammen; die Stadt kümmert fich nicht um die Fabrikm. In Folg« der in den Nteli«» Herr« sehenden Hitze(di» 40 Grad) tragen die männlichen Arbetter nur ein Letnmdetnkleid(kein Hemd!), die«eidlichen einm Unterrock und eine Jacke. Alle belletden und entkleiden fich in dm Ardeittsälen. Nur«ine einzige Wollfabrik in Veroier», die Peltzer'sche, läßt allwöchentlich ein Mal dm Fußboden auf- waschen; die anderm Fabriken ein Mal im Jahre. Selbst die Aborte sind in dm ArbeitSsälen. I: weiter die Enquese vor« schreitet, um so heillosere Zustände deckt st« auf, ab« an ihr« baldige Besserung ist bei dem Schlendrian in Belgien, bei dem alle Verhältnisse üb«wucherndm Parteigezänk trotz aller schönen Redensarten nicht zu denken." Araulreich. Man weiß hier, daß in neuerer Zeit die ftanzöstfche Re- gierung alle», selbst gewagteste Mittel aufbietet, um in K o n« stanttnopel fich de» Eirflufie» zu bemächtigen, dm die malische Regierung schon j'tzt fast ganz dort verloren hat. Herr v. Neltdow. der russische Botschafter, aus'» beste unterstützt durch die Unfähigkeit de» Sir Evw. Thornton, hat e» verstan« den, dm bisherigen Einfluß, dm dt« mglischm Botschafter auf den Sultan au»übtm, zurückzudrängen und zu vernichten. Die Lücke, die hierdurch mtstandm ist, benutzen jetzt die Franzosen, um in Mittelmeerfragen die Stellung zu«langen, welche die Engländer verlorm haben. Die französische Polttik hat fich für die nächste Zeit die Aufgabe gestellt, dt« Engländer au» Egypten zu verdrängen. Hierfür ist ihnen d« Sultan «in nützlicher Verbündeter. Gigmwärtig wird, anscheinend mit großem Eis«, tn Konstantia opel der Plan erörtert, daß der Sultan bei sämmtlichen Mächten Beschwerde führm solle über die durch England ihm zugefügte Schädigung seiner souveränen Rechte über Egypten. ES ist wahrscheinlich, daß dt« Franzosen hierbei noch Unterstützung von ander« Seite finden; denn ein Zerwürfniß d« englischen Regierung mtt dem Sultan, welcher al» Khalif auch über 85 Millionen mohamedanische Indiek Gewalt ausübt, würde sehr förderlich für die mittelasiatischen Pläne Rußlands sein. Der Zeitpunkt zu einem Vorgehen gegen die»nglilche veketzung von Egypten ist um so günstiger, da di« zweijährige Frist, nach deren Ablauf England den übrigen Machten Rechenschaft üb« die Ausführung de» ihm überwiesenen Austrag» abzulegen hat, zu Anfang nächstm Jahre» abgelaufen sein wird. G r o h b r i t a»« i e«. Vor dem Polizeigerlcht in!M rryledone(London) stand nmlich der Soz ialllft John Wardle unter der Anklage, am 28. August eine Verkehrtsperrung verursacht zu Hab», indem er auf offener Straße an etwa 200 Menschm eine Ansprache richtete. Da Wardle wegen eine» ähnlichen Ver« gehen» schon früher bestraft wordm, wurde er vor die Asfisen verwiesen, jedoch gegm Kautionsstellung auf freiem Fuß de« laffm. Die„Methodist Ttmet" erinnert ihre Lef« daran, daß da» Predigen Wesley's im Freien einst England vor den Schrecken der franzöfifchen Revolution gerettet habe. E» fei welch/$erleambeWe�b1�Co%[ifeI/�ee�oW��4"ber(üen mögen— fährt da» Organ der»tethodisten fort—„wir wer- dm uns niemal» darein fügen, unsere« Recht», im Freien zu predigen, beraubt zu werdm." Schließlich ertheitt da» Blatt dem Chef der hauptstädtischen Polizei, Sir Charit« Warren, dm Rath, die Sozialisten unbehelligt zulassen. Wäre er von einer stark» Fed« emporgeschnellt wor- dm, so hätte Herr Juliu« Wendeland nicht flinker in die Höhe spring» könne», al» angesichts dies« für ihn so v«- heißu»g«ooll» Neuigkeit. Mit«och größerer Behendigkett, al» fie ihm sonst eig» war, schlüpfte« Hinter die bunt«, gnlickte Gardine und in da» Nebenzimm«, wo d« lange, h«g«e, junge Mensch mtt dem sommttsprosfige» Gesicht genau in der nämlich» Stellung wie am Verstoss»» Tage eifrig rechnend vor dem schmi«ig» GeschSft»duche saß. „Da lie»— lie» l" rief b« Pfandleih«, der vor Aufregung fast den Sthem verlor» hatte, au«, indem « mit seinem»«trocknet» Zeigefiag« auf die bedeutsame Stelle w dem Zeitung«blatt deutete. D« And«« ab« schaute kaum flüchtig auf und sagt« sehr gleichmüthig: »Ich Hab'» schon gelesen— wa» weiter? Bei««» wird man da» Ding nicht fiade», und wen» man da» ganz« Hau« auf de« Kopf stell» wollt«. Die Steine find auigebrochea und die Fassung ist eingeschmol,». Un» kann's also gleichgiltig sein, wie« zu dem Ding gekomm» ist I" „Dummkopf!" knurrte H«r Juliu» Wendeland, indem « dem Andern zur nachdrücklich««» Bekräftigung dies« schmeichelhaft» Bezeichnung an die Stirn ttppte,„w« spricht auch davon? Wie sollte man denn darauf komm», bei un» danach zu such»? E» sei den«, daß Du Dich«ied« ein- mal sehr ungeschickt angestellt hättest 1" Ueb« da» magere, häßliche Gesicht de»»nd««« zuckte med« j«»e Grimasse, welche bei ihm die Stelle eine» ��Wa»�»'anbetrifft, so weißt Du doch wohl, daß Du Dich auf mich verlasse« kannst," meinte«.„Meine eigen« Mutt« hätte mich nicht«kannt in der Ma»k« und mtt d« r Sprache. Sie soll» mir d» Bursch»»ur getrost gegen- über stelle« und ich will auf dem Fleck ,a» Zuchthau»»an- Da» Hau» der Gemeinen, die Mutter aller Parlamente, erfordert«ine Bewachung, die ebenso eifrig und von ebensoviel Polizisten ausgeübt wird, wie bei einem Sultan, einem Zar oder einem irischen Vizekönig. Während der Session, wenn die Vertreter de» Volke» versammelt find, stehen beständig 183 Polizisten im Parlament und um dasselbe herum auf Posten, darunter drei Jnsvektoren und acht Sergeanten. Di« Kost» würden fich auf 17000 Pfd. Sterling(340000 Mark) jährlich belaufen, wenn da» Parlament da» ganze Jahr hin- durch tagte. Gladstone's Rücklehr von sein« Reise nach Bayern, schreibt der„Lionvool Mercury", wird ein bemerkenSwertHe» Ereigniß sein. Möglicherweise wird fie daS Schicksal der Parnellsschen Bill nicht stark ändern, ab« fie wird die Oppo- sttion über eine bestimmte Politik einig machen. Man hat Grund anzunehmen, daß er di« Hauptdestimmung billigt und fie mtt Wort und Stimme unterstütz» wird, wenn e» zur Abstimmung kommt. Sollte fich diese Hoffnung dewahrhetten, so wird die Maßregel«inen enormen Kraft, uwach» erhalt» und die Regierung wird die Verantwortlichleit üdernehm» müssen,«in temporäre« Hilfsmittel zu akzepttren, oder zu verwnfen, welche» d« einzige Mann, welcher agrarische Re- formen in Jeland erwirkt hat, für opportun und«- wünscht hält. Der Dubliner Gemeinderath beschloß mtt 27 gegen 6 Stimmen, fich in kein« Weise an den EmpfangSfeierlich- ketten zu Ehren de» Vizekönig» Lord Londondeny zu de» theiligen. Schweiz. Die Ausschüsse der englischen Friedenkgesellschaft, der in- t«nationalen Frieden»- und Freiheitsliga, der internaUonalen Schiedsgerichte und FriedenSsöbnation und ander« antimtli- taristischer Vereinigung» wollt.» zu Ende diese» Monats zu Bern«inen Friedenskongreß abhatten, in welchem der von ihnen gemeinsam ausgearbeitete Entwurf, betreffend Ein« setzung eine» internationalen Rathe» für schied»- gerichtliche Erledigung der zwischen den Staaten ausgebrochenen Streitigkeiten zur Bttathung kommen sollte. Sie hatten dazu den schweizerisch» BundeSrath bereit» um Einräumung eine» geeigneten Saale» «sucht. Nun ist aber dies« Plan auf unbestimmte Zeit ver» tagt, v«mu>hlich weil, wie am letzten Sonntag von der Frie» d»»- und FreiheitSliga in Genf deschloffen worden, während der 1889 bevorstehenden Weltausstellung in Paris ein all- gemeiner FriedmStongreß zur Berathuna der internationalen Schied»gntchi»frage veranstaltet werden soll. Die französtschen Kammermitglted« I. Gaillard, Laisant, N»i Guyot und Senator Couturi« find von der Liga bereit» deaustragt worden, bei dem dortigen Handelsminister Lockcoy die nöthigen Schritte zu ihun. Di« Frieden»- und FreiheitSliga hat in ihrer Genfer de» BoSporu» und der Dardanellen. In Betreff de» int«» nationalen Schiedsgerichte» schlug da» Komitee vor, zu«» klären, dasselbe war« im jetzigen Momente eher eine Gefahr für den Fried» al» eine Garantie. Nach ein« glänzenden Rede de» französtschen Abgeordneten Gaillard sprach sich jedoch die V«sammlung für Gründung diese» Gerichte» au». BaltsuUSisder. Ii dem Erlaß Mulkurow», de» Oberkommandirend» der bulgarischen Armee, welchen dies« nach d« Abdankung»- erklärung de» Fürsten Alexander veiöffentlicht», befindet sich folgende bezeichnende Stelle:„Indem jetzt Seine Hoheit den bulgarisch» Thron verläßt, giebt« fich dem Glauben hin, daß seine Abwesenheit keine«ndgiltige sein wird, und denkt durch seine Abdankung d« ganz» Welt zu zeigen, daß währmd seiner Regierung seine ganze Thäti gleit und seine Anstrengungen nur auf da» Wobt de» Lande» gerichtet war»; er hofft, daß die» ihm die Möglichkeit bieten«erde, fich mtt Seiner Majestät dem Kaiser von Rußland in» Ein- vernehmen zu setzen(?). um zu beweisen, daß die von ihm de« odachtete Politik Rußland gegenüb« keine p«sönliche, sondern eine nationale war, welche die Unabhängigleit und die Sicherung der Interessen de» Fürstenthum»«strebte. Seine Hohrit ist fest überzeugt, daß er diese» Ziel wird erreichen tönnen und daß er von neuem zurückkehren wird. durch die Liebe de» Volke» und den Schutz Rußlands stärker al» vorher." Diese Worte sollen wohl mehr zur Beruhigung d« Freund« de» Fürsten dienen, al« daß fie ernst gemeint find.— Di« Krakauer„Nowo Reforma" meldet: Gruew und Bmdero» legt» umfassende Geständnisse ab, au» welchen hervorgeht, daß in fast jeder bulgarisch» Ortschaft zwei bi» drei Personen einen Monat vor dem Staatkstretch in denselben eingeweiht war». Der russische Konsul Bogdanow und der russisch« Oberst Keijakow waren di« Hauptkassirer der au» Rußland eingetroffe» wir un» etwa die tausend Mark entgehe» lassen t Wozu hättest Du den« seine Adresse m Erfahrung gebracht, wen« wir un« de»« nicht jetzt zu Nutz mache» sollt»?" „Ja, ich habe auch schon daran gedacht," meinte der Sommersprossige, der ei« viel weniger erregte« Tempera» ment zu haben schien, gelassen,„«».ist ein schöne« Stück Geld. aber einige Gefahr ist doch auch dabei. Warum sollen wir die Polizei aufsuche», da wir doch in der Regel froh sind. wen« fie fich nicht gar zu viel um un« kümmert I" (Fortsetzung folgt.) An» Kunst und zeve«. » ka&tüs&sz England die öffentliche Meinung damit zu beschVichtigen -suche, daff Oesterreich größere Jntereffm in Bulgarien und Aonstantinopel alS England habe, wird aulgeführi, daß that- sächlich England, Oesterreich und die Türkei gemeinsame Interessen hätten, indem Oesterreich speziell daran betheiligt sei, den Weg für ein« Eisendahn nach Saloniki offen zu halten und in Folge deffen auch die Ver« theidiguna der Ordnung in Serbien zu übernehmen. Wenn die Türkei ihre eigenen Besitzungen mit Einschluß von Stambul nicht vertheidtgen«olle, so würde stch auch Oester« reich nicht allein rühren; wenn England fich nicht zur Ver. thetdigung der Türkei in Bewegung setze, so würde auch die Türkei keinen Mann gegen Rußland aufbieten. Aber wenn England die Leitung übernehme, der Türkei Vertrauen ein« flöße und willens sei, mit Oesterreich zusammenzugehen, dann würde die türkische Armee bald unter englischem Kommando stehen und Oesterreich würde England moralische und materielle Unterstützung gewähren. Ein solcher Dreibund würde gleich« zeitig zeigen, daß Bulgarien, Rumänien und Serbien alle auf Englands Seite stehen. Der Verfaffer des Artikels, welcher fich a!S einen früheren Diplomaten bezeichnet, regt die Frage an, ob eine fo'che Verbindung auf einen Widerspruch in Berlin stoßen würde. Er verneint diese Frage. Afrika. Anknüpfend an die Rede des englischen UnterstaatSsekre« tärS des Auswärtigen, schreibt die Londoner ,,Pall Mall Ba« zelte":„Wir babm eine Misfion in Egypten zu erfüllen". sagte Sir I. Ferguffon gestern. Die Lage in Egypten hat stch freilich, wenigstens dem Anscheine nach, etwas gebeffert, aber ist durchaus nicht befriedigend. DaS ganze Geheimniß läßt fich mit einem Worte sagen:„Kapitulation"(Kapitulationen nennt man die Privilegien der Ausländer bezüglich der Recht« spr. chung. D. R.) WaS iß unsere Misston k Sie wurde von Lord Dufferin 1882 sehr klar in einem Briefe an Lord Gran« ville dargelegt. Wir haben nur zwei Jntereffen in Egypten: Die Freiheit deS Suezkanals und eine befriedigende Verwal» tung d«S Landes, so daß leine auswärtige Macht»inen Vor» wand finden kann, sich einzumischen. Ist di-S erreicht wor« dm? Fm Jahre 1383 berichtete der Generalinspektor der Po« lizei, La Touche, daß„auch nicht die allemothwendigstm Po- ltzeimaßregeln durchgeführt werden könnten, wegen der Ohn« macht, zu welcher die Kapitulationm die egyptische Polizei ver- urtheilen." DaS war der statu« quo pro 1883 und iß eS noch heute. So lange die Kapitulationen bestehen, wird es so bleiben, und so lang« eS so bleibt, wird die Erfüllung unserer Misston unmöglich sein. Deshalb beruht die einzige Möglich« keit für England, daß«S Egypten räumen kann, darauf, daß eS miweder seine Mission ausgiedt, oder daß die anderm Rächte die Kapitulationm fallen lassen. Der Befehlshaber der mglischm Okkupationsarmee, Ge« neral Stephensoo ist plötzlich nach Kairo abgereist, well aus dem Sudan schlimme Berichte eingelaufm find. Große Mengen Derwische sollen fich bei Dongola sammeln, um in Egypten einzufallen. Doch ist die Quelle dieser Nachricht frag- würdig und ist ste ohne Zweifel üdertriebm. Ägyptische Sträflinge hallen fich bei dm Petroleumquellm bei Djedelzeit zusammengefunden. Di« Revolte wurde durch eine Adtheilung schwarzer Truppm schnell unterdrückt, nachdem 24 Sträflinge erschoffm worden waren. 14 anderen gelang eS, in die Berge zu fliehen. Kommunales. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverord« «ete«« Versammlung am Donnerstag, den 23. September, Nachmittags 6 Uhr: Wahl eines Bürgerdeputirten für die Gewerbedeputation.— Vorlage, betreffend die zulässige Moxi- malzahl der Klaffen einer Gemeindeschule.- Berichterstattung über die Vorlage, d,tr«ffend die Erwerbung der von dem Grundstücke Krautstraße 33/39 zur Straßenverbreiterung er« fordellichen Flächen- deSgl. des AuSschuffeS für RichnungS. fachen.— Vorloge, betr. die Aussetzung der pro 1866/87 beschlossenen Umpflasterung der Roßftraße und der Neuen Roß« straße— deSgl., betr. den Abbruch der Baulichketten auf dm Grundstückm Mühlendamm 5 HS 11- deSgl., betr. die Ver« legung deS Platzes Ii in der Abtheilung XlV deS BebauungS. planes- deSgl.. betr. die für die neue Sparkaffe im Hause Zimmerstraße 90/91 pro 1. Oktober bis Ultimo Dejemder d.J. entstehenden AuSgaden- deSgl.. betr. die Notatenbeant-vorwng zum ffinalabschluß der Stadt Hauptkaffe pro 1. April 1883/84 — desgl., betr. die bei der Stadt Hauptkaff« pro 1. Aprtt 1885/86 vorgekommenen EtatSüderschreitungm.— Vorlagen. d.tr. die Erwerbung der von den Grundstückm Wallstroße 33 und Alt« Jakobstraße 18/19 zur Regulirung der betreffmdm Straßen erforderlichen Flächen.- Vorlaae. betr. dm Ankauf deS Grundstücks Birkenstraße 63 64 für Zwecke deS städtischen Krankenhauses Moabit.— 2 Rechnungen. Havdwerkerschule. Anmeldungen von Schülern für daS am 3. Oktober beginnende Winterhalbjahr aerdm bis zum 2. Oktober an dm Wochmtagm von 6-3 Uhr Abends Linden« straße 97 entgegen geroaimen. Die Lehrfächer find folgmd«: Fnihandzeichnen, Zcckelzeichnen, darstellmd« Geometrie, Fach- zeichnen für Tischler, Drechsler, Klempner, Schloff«, Maschinenbau«, Mechaniker, Uhrmacher, Goldschmiede, Graveure, Gürtler, Ziseleure, Maur»r, Zimmer«, Steinmetze, Bildhauer, Mal«, Tapeztr«, Lithograpb Z t g." folgender: Ein Thcil de» in der Kaserne San (Sil in Madrid uegenden Infanterie< Regiment» revcltirte am Sonnabend und plünderte die Kasse. Zwei Stwadronen Kavallerie weckten mit den Emro.ern gemetnsckaftliche Sache, während die O friere dem Fortschreiten der Revolte vorzu- beugen suchten. Die aufrührerischen Soldaten vrrließen die Kaserne, nackdem mehrere D fijiere verwundet wordm waren, und zwar marschirtc ein Tbetl der Bufrührer nach dem Pardo, während der andere die Strafen der Hauptstadt unter dem Ruke:„E» lebe die R-publil I" durchzog. U rter den Bürgern herrschte Panil, die Theatervorstellungen wmden abgebrocken. Die Insurgenten versuchten da» Arsenal zu plündern sowie sich der Kasernen und de» Süddahnhof» zu bemächtigen, wurden jedoch zurückgewiesen und zerstreut, al» die rviza'i, tischen T.up- p.-n unter der Führung de» General» Pavia eintrafen. Ueber die Unterdrückung de» Krawalle» meldet man der »Köln. Ztg." au» Madrid. 20. September, ausführlicher: Der Putsch, mit dem g, st nn Nicht die Republilaner unsere Hauptstadt heimrufuchen versuchten, ist durch die große That- traft und Schneidigleit deS Generals Pavia rasch unterdrückt worden. Unter Füh-ung de» republifanischen Brigadiers außer Diensten Villacampa verließen gestew lur, vor Mttternackt zweihundert Jafanterist'n mit einigen O fijieren und etwa K0 Kavalleristen, diese zu Pferde, aber ohae Offiziere. ihre Ka- ferne, und suchten sich der Artilleriekaserne zu bemächtigen und die Artilleristen für ihre Zw.cke zu gewinnen. Die übrige Garnison wurde von General Pavia, der sofort von dem Bor« Gefallenen Kenntniß erhalten hatte, alSbald alarmirt, erwieS sich al»»uverlSsfig und treu, und nun eilte Pavia sofort mit 3 Bataillonen den Aufrührerischen nach und zersprengte N« schnell. da lein ernstlicher Widerstand geleistet wurde. SS «elang, etwa vierzig Gefangene zu machen. Glrichzettiz hatten Zivilisten sich zu au'rührerischen Trupp» versammelt und unter andern den Obersten Grafen Mirasot er- wordet und einen Oderstlieutenant schwer verwundet.-Auch dieser Leute wurde man schnell Herr. Die Ruhe ist äugen» dlickltch vollständig wiederhergestellt; in der Provinz scheint fie nirgends gestört worden zu sein. Der„Jmparctal" demerlt, die Vorgänge überstiegen ihrem unerwarteten, sinnlosen und unbegretslichen Gepräge nach alle,. was in diesem an„Verirrunger� so fruchtbaren Lande bithcr ZSSSS-D-N tos um Mitternacht in wichen vor dem ersten Angriff und wurden zerstreut, ohne Widerstand zu leisten. % die Provinz Zokales. . Die vermehrtt« Lotterteloose haben schon Gewinne Angebracht, noch ehe fie gezogen find, allerdtrig« nicht den «viclern. sondern den kommunalm und dem staatlichen köttuersäckeln. Bekanntlich waren auS Anlaß der Vermehrung d.'r Loose eine ganz dedeutend« Anzahl von Bewerbungen um die Uedertragung der neuen Lotterielollelten eingegangen. Hierbri wußte der Nachweis eines Vermögens von 60 000 M. IlVl'vW*«» v VI I WVI I V0,»W.»»V.» � W> W.. M>>v.. V*.» W----- mit dem heimathitchen Magistrat de, Bittstellers statt. Dteser «rtdeckte nun den ungeahnten Wohlstand de« Lstterieaspiranten. und korkte diesem auch die gewünschte Kollekte nicht gewährt werden, so- schätzte man ihn doch wenigsten» in die ent tÄ« ä Ei« Liebesopfrr. Erzählung von hA?n?amüsirt? daß sie heulend autemanverfiooe». doch eben in hellster Weltfreude strahlend, nahm plötzlich 'w düstere Amtsmiene an, die er sonst rn Gegenwart der ?e>nen Teufel von Leidtragenden, welche diese FnedmSstatte Elend» betraten, fast immer vergaß. Und wa» die Untergebenen de» Herrn Jnsvector«, die da wußten, daß ** diejenigen, welche in sein Revier kamen, immer«vre boS- willige Schuldner zu behandeln pflegte, am meisten vet« hätte: Seine Amtsmiene war zugleich ehrerbietig, ja JU schieden devot. Zum ersten Mal in feine« langjähngen machte der Herr Inspektor eine tief« Verbeugung. Die Ursache diese» raschen Stimmungswechsel» war Equipage, welche vor der EingangSthür hielt. �. Eine Equipage vor dem Armenkirchhof— da, war �V'cht dagewesen, so lange er hier den.Hausvater" dem Wagen stiegen ein Herr und eine Dame. W(P,ew?t reicht« vom Kutschersitz zwei große Kränze, die 1? Empfang nahm. ES waren eigenartige Kränze: ßesckr. Epheublätter, zwischen denen weiße Alpenveilchen »znungen warm. Herr'Ä"VW* a«rn dm Inspektor sprechen," redete der ienrgen an, welcher von dieser Würde vollkommen �drungm war. "�rr bin ich selbst." -»-'b'»-"" i«»-«««» «ÄWWK«!» 60000 M. besitzender Kapitalisten bei Weitem größer ist, als man bisher annahm. „Die Frtedrtchstraße von der südliche« Seite der Wetdendammer Brücke diS zur Uederführuna der Stadtbahn, au»sck>t«ßlich der südlichen Einfahrt zu der Bdfahrtsseite de, _ de, Holz> auf weiteres für Fuhr werte Bahnhofs Friedrichstraße wird behuft Erneuerung pflistert vom 25. d. M. ad bis und Reiter gespent." So lautet eine eben erlassene amtliche Lelanntmachung. Die bezeichnete Strecke bildet ein unmtdehr» licheS BerbindungSglted in der einzigen direkten Straße zwischm Norden und Süden. Hier ergußt stch der Verkehr vom ganzen Norden nach dem Bahnhof Friedrickstraße. ES ist eine der allerlebhaftesten Stnckcn in Berlin. Jeder Umweg ist nicht nur sehr zeitraubend, sondern eine Höllenpein, da er durch die entsetzlich gepflasterte Stallstraße führt. EZ ist deshalb jetzt !chon dringend darauf hinzuweism, daß die Erneuerung de, Holzpflaster» mit all« nur denkbaren Beschleunigung erfolge. Da» Polizlipiüsidium hat fich schon vor einiger Zeit veranlaßt gesehen, gegenüber der drohenden Choleragefahr Vor- fichtkmoßregeln zu treffen, die, wenn fie auch Manchem unde» quem, im Allgemeinen sehr dankenSwerthe Anerkennung gefunden haben. Dessenungeachtet find di« sanitären Zustände keineswegs derart, daß wir dem event. Herannahen dieser ver» beerenden Epidemie ohne Lesorgr.iß gegenüberstehen dürfen. Ist in Berlin auch Manche« gethan, um ein Festsetzen der Seuche zu verhindern, so trifft die» doch keineswegs in dm umliegmden Ortschaftm zu. In Pankow werden der„Voll«» Zig." zusolge z v. mit srltmrr Ausdauer Zustände inszenirt, die die für Berlin gegebenen sanitären VorfichtSmaßregeln mit beißendem Hohn verspotten. Die nach Schönhausm führende Schloßbraße wird von zwei flachen Gräben begrenzt, die trotz DeSinfettionkpulver so pestartige Dünste verbreiten, daß viele Passanten fich genöihtgt sehen, die Mitte de« StraßendammeS aufzusuchen, um— athmen zu können. Trotz aller Beschwerd:» ist e« nicht gelungm, die maßgebenden Behörden zur Beseiti» gung dieses PestherdeS zu bewegen; möchte der Herr Polizei' Präsident doch von einer so gefahrdrohenden Nachbarschaft gelegentlich Kenntniß nehmen! Eine Beletdiarntglklage mit heiterem Hintergründe ill kürzlich einem hiesigen RrcktSanwatt zur Führung vor dem Gericht übertragen worden. Ein sunger Mann. Buchhalter in einem vanlgrschäft, hatte jahrelang über sein« Verhältnisse hin» au» flott gelebt und da er kein eigene» Vermögen besaß, so war ihm nur noch die AuSstcht geblieben, seine immer unge« stümer drängenden Gläubiger durch eine reiche H.irath»partie bezw.«inen Theil der Mitgift zu befriedigen. Der Zufall war ihm auch günstig, denn ec lernte einen alten Wittwer kennen, der neben einem schönen Vermögen eine, wenn auch nicht mehr ganz junge und auch nicht allzugütiz von der Mutter Natur au»ge«atlete Tochter besaß. Der alle Herr war gutmüthig, ge» nug, dem jungen Manne, der ihm offen seine momentane Geld» vellegmhtil klagte, einige.Hundert Thaler zu leihen, um ste, wie er sagte, dem Schwiegersohn inspe von der einstigen Mitgift in Abzug zu bringen. Gefiil e» dem allen Manne und der Tochter schon nicht, daß der junge Mann nach Empfang de» Darlebn» fich nur selten ließ, so flammtm fie in Empörung aus, al» ste erfuhren, daß er von seiner zukünfttzen Braut nur sehr geringschätzend sprach und st«„alte Schachtel" und „Vogelscheuche" nannte. Daß unter diesen Umständen der Vater de» so gekräntten Mädchen» dm jungen Mann gericht« lich belangen will, ist ganz erklärlich. Wie e» mit dir Einllagung de» Darlehn» steht, ist noch zwetfelhoft, da der alt« Herr»ich weder eine Empfangsbescheinigung hatte geben lassen, noch die Zurückerstattung der Summe zur Bedingung machte. Mnthmaßlich gestohlener Schmuck. Am 21. v. Ml». erschien«in unbekannter junger Mann in einem hiefigen Ju» welierladm und bot emen au» mattem Golde gefeitigten Schmuck, bestehmd au» einer Brosche, zwei Ohrringen und einer Busennadel— Brosche und Ohirinze mit unechten Blil» lernten besetzt— zum Kauf an. Nachdem der Inhaber de» Geschäft» stch mit dem Verkäufer dahin aeeinigt hatte, daß letzterer gegen Abend wiederkommen, seine Legimationspapiere mitbringen und den vereinbarten Kausp.-et» für die im Ge» wahrsam de» Juwelier» zurückgelassenen Pretiosen in Empfang nehmm solle, entfernte fich der Unbekannte unter Zurücklassung seine» auf„Hausknecht Franz.Hau» berger aus Wien" lautenden Dienstbuch:« und ist mcht wieder zurückgekehrt. Die Der Herr nahm den Arm seiner Begleiterin und folgte schweigend dem Inspektor, der einige Schritt« voranging und vom Tisch seiner Dienststube eiligst ein« Weinflachse verschwinden ließ. � �, Während das Paar wartete, schlug der Inspektor em große« Register auf. „Wann ist Herr Conrad RolffS gestorben?" fragte er höflich. Da» Wort.Herr' war ein Prädikat, welche» er in gleichen Fällen sonst für durchaus überflüssig hielt. „Er starb im Iah« 1867." „Hm! Da« sind schon neunzehn Jahre her. Eme lange Zeit I E« ist nicht unmöglich, daß die Leiche in» zwischen wieder ausgegraben worden ist, denn ww haben hier sehr wenig Platz." Der Herr preßte d» Lrppen zusammen, als wollte er' eine Bewegung unterdrücken. Begleiterin sah ihn besorgt an, hielt seine Hand in der thngen und sagte lerse und rnnig:„Werner!" Richtig, hier steht'S! Conrad Rolff». Maurerge» selle?" „Ja!" „Selbstmörder? „... ES ist mein Bater!" Der Inspektor war sprachlos vor Erstaunen. Dieser feine Herr, der in einer Equipage vorfuhr, war der Sohn des Maurergesellen und Selbstmörders I Welch seltsame Berirrung de« Schicksal«! Sein Respekt wurde plötzlich em ZI« mtt'Ln sein!« Kirchhofes irgendwie srAsa&e Schmucksachen haben einen Werth von 120 Mark und dürft«! gestohlen sein. ES ist biß jetzt nicht gelungen, den Eigen» thümer derselben zu ermitteln, und find auch die Räch» forschungen nach dem angeblichen HruSberger erfolglos ge» wesen. Die Sachen werden auf dem Kriminal> Kommissariat verwahrt. In manche« Städten rxlsttet n«ch seit alter Zeit ei» Wahrzeichen in Gestalt einer Keule, die fich gewöhnlich an einem Thore befindet und die Aufschrift trägt:„Wer seinen Kindern gibt da« Brot und leidet später selber Not, den sechlag mit dieser Keule toi." De» vesttze« einer solchen«ntiouität erfreut stch auch die Stadt Müncheberg. Mit dieser Keuie ge» schah nun vor etwa'14 Tagen etwa» ganz Ungewöznltche». Sie war nämlich eineS schönen Morgen« von dem Ort, wo sie seit Jahrhunderten gehangen, verschwunden, und wurde emf dem Marktplatz, glücklicherweise in unversehrtem Zustande, auf» gefunden. Ganz Müncheberg war enteüstet od dieses Frevel», und mit Eifer forschte man nach den Thätem. Eine alte Frau wollte in der Nacht drei Hoboisten de« Elisabeth< Regiment» von dem ein Theil daselbst gerade Manöver quartiere bezogen hatte, in verdächtiger That bemerkt hobm. In der Tbat steMe «» sich am Morgen heraus, daß drei Mustier diese« Regiment» die Urheber de» genialen Streiche» gewesen waren. Mehrere Tage Arrest warm der Lohn für da» in jener ehrsamen Stadt noch nie dagewesene Beginnen. Et« schwerer Unglücksfall mit wahrscheinlich tödt» lichem Ausgange ereignete fich aestem Vormittag#11 Uhr auf dem Grundstück Kronenstraß« 36. Dort wird auf dem zweiten Hof ein große» Gebäude aufgeführt, in dessen zweiter Etage der Maurer Kanzler beschäftigt war. Bei ver Arbeit stürzte er au» dem Fenster auf den Hof hinab und blieb bier anscheinmd innerlich schwer verletzt regungiloi liegen. Der Verunglückte, welcher nur noch schwach athmete, wurde per Droschke nach der Charit« überführt. Man fürchtet, daß S. inzwischen verstorben ist. Eine ältere Dame kam vorgestern Abend am Rosenthaler Thor dadurch, daß fie auf eine leichtfertig auf da» Trottoir oeworfme Pflaume trat, so unglücklich zu Fall, daß ste nicht im Stande war, fich zu erheben. Zwei Schutzleute hoben die Dame auf und führten fie zu einer Droschke, um fie nach ihrer Wohnung in der Joachimstraße zu fahren. Eine Irrsinnige, welche sich mit der fixen Idee trägt, „Königin von Preußen" zu sein, belästigte im Laufe de» Senntag» Nachmittags mtt wirren Anreden di« Spazierzänger auf dem KöntgSplav in aufdringlicher Welse. Schließlich haranguirte fie den Kastellan der Siegessäule, indem ste al» „Königin von Preußen" freie» Entree zum Besteigm der Säule beanspruchte. Da die Unglückliche durch gütliche» Zu» reden zum Aufgeben ihrer Forderung nicht zu bewegm war, wurde ste schließlich durch einen Schutzmann zur Wache ststtrt. Hier stellte stch sehr bald herau», daß man e» mit einer Irr« finnigen zuthun habe, und erfolgte die Uebersührung derselben nach der Königlichen Neum Charit««. Di« Unglückliche war gut gekleidet, in dm mittleren Jahrm und scheint den besser« Ständen anzuhörm. I« Mannheim find vier Personen wegen Taschendieb» stahls verhaftet, welche höchst wahrscheinlich einer international« Gaunerbande angehören. Einer verseldm ist ein Italiener im Alter von 30 Jahrm und nennt fich Giuseppo Ferrero au» vroatto in der Provinz Asti, der zweite ein Belgier Antoine van den Berahe, 24 Jahre alt, der dtitt« ein Schweizer au« Bern, Jean Petiö, 24 Jahre alt, und der viert« Franziska d'Art», ein Spanier au» Aldon« in der Provinz Verona, 30 Jahre alt. Sonst und jetzt. Während man stch heut beim Vor» rücken der Cholera nach Norden aller Orten mit sanitären Bor» fichismaßregeln zu ihrer Adwebr richtet, waren die Maßregeln gegen Pestgefahr in früheren Zelten sehr fimpler Natur. Der Magistrat von Nürnberg z. B. erließ unter dem 10. August 1666 folgende» Dekret:„Demnach die tägliche Erfahrung leider bezeiget, welcher gestall durch Gölte» gerechte Straff und Verhängniß die erbärmliche Seuch der Pestilentz an viel« Orten je länger je mehr einreist und dteser Landen und Gegend stch nähert, man dahero Ursach, durch Reu und Büß, auch inbrünstig Gebet Gott in seine Zorn Ruthen zu fall« und um gnädige Abwendung solcher wohlverdienten Straff inbrünstigltch zu bitten und anzuruffen; Al« läst ein Wo!« elser Rath �"-"' edler, Gestrenger und Hochwch th dieser Sradt von Eltern auch hier zu finden sein. Die meisten Gräber waren kahl ober nur mit spärlichem Rasen bedeckt. Und selbst diese waren häufig zerfallen, und nur eine dünne Saudschicht über dem Erdboden bezeichnete die Stelle, wo ein Unglücklicher von seinen Leiden ausruhte. Nirgend» eine Cypresse oder auch nur eine Blume. Kein Grabstein war auf dem weilen Kirchhofsfeld, nur eine kleine Holz- tafel, auf der eine Nummer stand. Namenlos hatt« diese Menschen gelebt, namenlo» waren fie auch begrab«. Der Inspektor hielt vor einem Platz, dicht an der Kirchhofsmauer. „Hier ist da» Grab." „Ich danke Ihnen," sagte der Herr in einem Ton, der wie eine Verabschiedung klang. Der Inspektor ging und beobachtete da» Paar au» der Feine. Die Zurückgebliebenen blickten auf einen verwahrlosten Erdhaufen. Von dem Eichbaum, der die KirchhofSmauer hoch überragte, hatte der Sturm einen Blätterzweia abgerissen und, wie zum Schmuck, auf den Grabhügel ge- Ein Schmetterlmg kam herbeigeflogen und fetzt« fich auf em Blatt. In diesem Augenblick wurde ein Schaufeln vernehm- bar, da» verneth, welche Arbeit wieder gethan wurde. Ern Knabe mrt blassen, vergrämten Zügen stand dabei und wemte bttterlzch. Er streckte die Hände au», al« wollt« er �1�"» ihr Opfer zurückzugeben. Ein Mann in arobem Arbeitskittel ging in der Näh? mit glezchgilttger Miene auf und ab. Plötzlich schien er ungeduldig zu werden und rief dem Knaben ein barsche» „Komm!" zu. Ec war sicher nicht der Vater, wahrschein- ltch nicht einmal em Anverwandter, ein Vormund vielleicht der dem Kinde noch fremd war. Der Knabe gehorchte nickt gleich, seine Gedanken schienen sich von dem frischen Grab- Hügel n,cht trennen zu können. Der Arbeiter stieß ihn DbtigleUlläen Amts wegen und aui getreuer Vätterlicher Vorsorg dero liebe Büraerschofft und Angehörige hierzu so woln bey gemeinen öffentlichen Versammlungen in den Airchen wohnenden Totteidienstet neben«mbstger Be. suchung der Betstunden alt auch zu Hause bei ihrem haltenden täglichen Morgen« und Abend. Gebet fleisfig ermahnen: dagegen von allem Unerbarn Leben, Wesen und Wandel, Uppigreiten, Ueberflust im Essen und Trinken, Hoffart und Pracht in Klei« dung und sanften. J temder 1888. Wild. In der verfloffenen Bericht«?-riode war die Zufuhr an Rthen, Rebhühnern und Hasen zwar größer, jedoch für den Bedarf kaum ausreichend, so daß die Preise noch ge« hatten«erden konntm. ES ist nothwendig, Hühner und Hasm auszuweiden und die Hühmr in Papier g« pickt, die Hasen blos auf Stanzen gezogen zu oersmden, weil fie andernfalls meist dlau ankommen. Heute find folgende Preise gezahlt worden. Rehe 70—90, Hirsche 35—55, Wildschwein 25—36 Pfennig pr. Pfd., Rebhühner, junge 95-120, alt« 70—85 Pf„ Fasanen 3 M, Wachteln 50-60 Pf., wild« Enten 0,80 bis 1,20, Hasen 3,00-4 Mark. G.flugel. Die Zufuhr an fettem Geflügel ist gertna, ob« wohl gute Preis« erreicht werden. Für fette Gänse ist pro Pfund etwa 60—70 Pf. zu rechnen. DaS vorhandene meist magere lebende Haußgrfläzel brachte: Junge Gänse 2,50—3—6 M-, junge Enten 1—1.50—2,00 Mark, junge Hühner 0,45-0,80, att« 1,00-1,40 M.. Taubm 30-45 Pf.. Poularden 4,50-8,00 M. per Stück. Butter. Es wurde bezahlt für frische feinste Tafel- butter k. 112-118, seine Butter L 106-112 ll. 95-105. m. fehlerhafte 82-88 Landbutter l. 90-96, ll. 75-83 R„ Galizische und ander« geringst« Sotten 66—70 Mark per 50 Kilo. Eier. 2 50 M. per Schock.� Käse. Echter Emmenthaler 73—80, Mark, West- preußischer Schweizerkäse l. 56—63 M., ll. 50—55 M., in. 45—48 M„ Quadrat- Backstein I. fett 22-25 M.. ll. 12-18 M.. Tilstter Fettkäs. 45-58-60 M., Tilstter Magerkäse 18—23 Mark, Limburger L 80—35 R.. ll. 20 bis 25 M., Ramadour 30—36 R„ rheinisch«, Holländer Käse 45-58 M„ Ii. Waare 35 M., echter Holländer 65 M, Edamer I 60—70 M.. ll. 56—58 M., französtschrr Neuf- chateller 16 M. per 100 Stück. Camembert 8,00-8,50 M. per Dtzd. Main,«« 4,00 M., Harzer 3,50 per 100 Stück. Roquefort 1,20—1,50 pr. Pfd. Honig, reiner deutscher 60, feinster weißer 70—80 M. pr. Ctr. Geräucherte Fische. Rheinlach» 2,50—2,90 M., Weser« und Ostfeelachs 1,20-1,40 M.. geräucherte Aal« 70-100 bis 1,30 Pf. vr. Pkd., großer Delikateßaal 1,50 per Pfd., Flundern, kleine 2,75-3,50, mittel 4,50-8 große 12-20 M.. Bücklinge, 3,50 bis 5,00 M. Dorsch 3-10 M. per 100 Stück. Sprotten 0,40—0,50 per Pfund. Krebs«. Kleine, 10 cm. 1,00—1,50 M., mittel 2—4 M., große 8—12 M. per Schock. Hummem 1,30—1,60 M. per Pfund. Lebende Fische. Aal, mittelgroß 80—95, große 1,10 3JI, Hecht 60-70 Pf.. Schleie 80-90 Pf. per Pfund. Seefische. Lach» 1,00—1,20—1,30 Mark, Zander, große, 30-100 Pf.. Hecht 40-50-65 Pf., Steinbutt« 70-80 Pf. See- junge, große 0,70—1 M, mittel 50—60 Pf., Scholle 10—26 Pf., Schellfisch, groß« 20 Pf, Kabliau 15 d!S 20 Pf. per Pfund, Makrelen 40—60 Pf. pro Stück Gemüse und Obst. Neue französtsche Wallnüffe 40 M. pr. Ctr. Pfirfiche 25—45 M., Tomaten 10—15 Ist. per Ctr, Weintrauben 25—30, Pflownen 4-8 M, Birnen 5—10 R, Aevlel 5—10 M., Zwiebeln 2,00—3,00 M. pr. Ctr, Schalotten 6—7 M, Neue saure Gurken 1,80— 2 M. per Schock. Paradies- äpfel(ESraugim) 1,50-3,00 M. pr. Stück, Melonen 20—30 Pfennig vr. Pfd. Ananas 2,50—3,00 Mark vr. Pfd. Preißel- beeren 9—10 M. per Zentner. Karotten 2,50—5 M. per 100 Kilo, Wirsingkohl 2—3 M, Roth« und Weißkohl große Köpfe 3—4 M. vr. Schock, Blumenkohl 10—15 M. pr. 100 Stück, Meerettig 6-12 M, Kattoffeln, im Preise steigend, weiße 3,50-4,00 M, roch« 2,80 bis 3.00 M, blau« 3,00-3,60 M. pr. 100 Kilo. Blumen und Blätter. Lorbeerblätter 3 M. pro Korb. Rosen 4 M. pro Kord von 200 Stück. NB. Vorstehende Preitnotirumgen find gewissenhaft zu sammengeflellt und entsprechen den wirklich erlangtm Engrot« preisen. Polizet- Bericht. Am 20. d. M. Abend» fiel der Ar- better Roche, als er fich wegen plötzlichen Unwohlwetden« vor dem Haufe etckerstr. 107 niedersetzen wollte, so unglückftch in ein nicht geschlossene» Kellerfensttr de« erwähnten Hauses, daß er nicht undebeutende V-rletzungen am Kipf erlitt und nach dem Lazarus Krankenhaus« gebracht werden mußte. Oerichts-Zeitnng. t Unter der Anklage de« veesnchte« Todschlaget stand gestern der Aktuar a. D. Johann F ievrtch Adel vor den Ge- schworen in der zweiten Sitzung der eisten Schwurgeticht« Periode d-t hiestgen Landgerichts L®« bandelte fich um eine Reooloeroffaire, die in der Nacht zum 3. Mai d. I. vor dem Lokale de» Gaftwirtht Hinz« in der Mutelstraße fich jpg« traaen hatte. Gegen vier Uhr ftüb war in der genannten»m Keller gelegenen Restauration der Angeklagte in etwa» eigen- Pfennig durfte über diesen Etat ausgegeben werden. Der einzige Luxus meines Vaters war«ine kleine Thonpfeife, aus der er rauchte. Ein jüngerer, ehemaliger Camerad von ihm, dessen Pathe er gewefea war, versorgte ihn mit Tabak. Er hieß Jenkins; rührend war es zu hören, wie er stets behauptete, Ueberfluß an Tabak zu haben, worauf mein Vater nach einigem Sträuben erklärte, daß er seinem Pathenkinde eine Bitte nicht abschlagen wolle. Wir wohn« ten in einer Dachstube, die wir einer Wäscherin abge- miethet hatten, ein Raum ohne Luft und Sonne, aber er erschien un» freundlich, weil er einen Ofen enthielt, der uns im Winter vor Kälte schützte. Unter solchen Verhältnissen wuch» ich heran bi« zu meinem dreizehnten Jahr. Ich besuchte die städtische Ge« meindeschule, welche den Vorzug hatte, unentgeltlich zu sein, und ich darf ohne Ueberhebung behaupten, daß ich der fähigste und fleißigste Schüler war. Ich empfand einen unbezwingbaren Eifer, von Allem, was ich dort hörte, noch mehr zu erfahren. Jener schülerhafte Erkenntnißdrang war — daS weiß ich heut«— das unklare Ahnen des Forscher« geistes, der sich später so mächtig in mir offenbarte und mich auf immer selbstständigere Bahnen trieb. Besonder» die Naturwissenschaften, deren schwach« Anfangsgründe ich in der ersten Klasse erhielt, interessirten mich lebhaft. Ich fing frühzeitig an, über da» Welträthsel in meiner kind- lichen Weise nachzudenken und da« Resultat meines Nach« denken» mit meinem Lehrer zu besprechen. Diesen Lehrer, »elcher zugleich der Rector der Anstalt war, würde ich den „verkannten GenieS" einreihen, wenn mir diese Bezeichnung für den Mann nicht zu frivol dünkte. Er hatte schwer und bitter unter dem Fluche de» Brotstudium» gelitten. Ein feiner, universeller Geist, der ihm eine ehrenvolle Stellung im Staate gesichert hätte, reichte seine Protektion gerade hin, ihm statt der erträumten Universität ein Unterkommen im Seminar zu ermöglichen. Sein ganze» Leben war ein Kampf gegen Entbehrungen aller Art. So wurde er, wie begreiflich, ein Pessimist, und ich muß gestehen, daß ich die Logik seiner Weltanschauung noch heute nicht überwunden habe. Ehre seinem Andenken l Er muß etwa» von meiner Bestimmung schon damals in mir entdeckt haben, denn er ibümlicher Weise erschienen. Di« Thür hatte fich plötzlich ge» öffnet und mit ztemlickem Geräusch war ein etwa 25jähria«r, gut gekleideter junger Mann die Treppe hinuntergerollt, der offenbar stark angetrunken war. HilfSbereU sprang der er» «achsme Sohn de« GastwirthS hinzu und hol' dem sonder« baren Gaste wieder auf die Beine. Ab« di-ser Samariter- dienst brachte ihm wenig Dank ein. Der Unbekannte mußte fich in einer sehr ungemülhltchen Stimmung befinden, denn er begann laut zu schimpfen, daß er„angerührt" worden sei und sitzte fich schließlich brummend in eine Ecke, wo er einen Kaffee trank, um fich zu ernüchtern. Diese« sonderbare Benehmen erregte die Hetterkeit einiger Drosch lenkutscher, die an einem Tische in der Nähe saßen und ihren Frühtrunl nahmen. ES ist möglich, daß einig« Scherze über den Betrunkenen gemacht wurden, jedenfalls trat derselbe mit wüthender Geberde heran und drohte dem Einen:„Ich schlage Sie zu Boden!" Der anaeredete Dcoschkenkmschir erhob fich mit sehr großer Ruhe und setzte den Drohenden etwas unsänftiglich wieder auf seinen Stuhl hin. Nach fünf Minuten trat aber der Betrunkene wieder an den Tisch und suchte von Neuem Slrett. Um Thätlich leiten zu verhindern, mischte stich der Sohn de» GastwirthS hinein und ersucht« um Ruhe. AlS die Mahnung vergeblich war, ersuchte der Buffetier einen Droschkenkutscher, ihm beizustehen, der renitente Gast wurde an Kopf und Füßen gepackt und auf diese nicht mehr unge- wöhnliche Weise an die Lust glsetzi. Draußen gaben ihm die beiven noch einen kleinen freundschaftlichen Stoß und gingen dann in den Keller zurück. Dort tranken die Kn: scher ihre Getränke au«, zahtten ihre Z-che und vr- ließen da» Lolal. Vor der Thür fanden fie zu ihrem Erstaunen den trunkenen Gast. Er stand lauernd an der Seite und schien jemanden zu er- matten. Bereits war derjenige Droschkenkutscher, der fich am Transport vorher betheiligt hatte, an den Wartenden vorüber« geschritten, da kam als letzter der Droschkenkutscher Raue, der fich ganz neutral anhalten hatte. Auf ihn schien eS der An« geklagte abgesehen«u haben. Ec trat an ihn heran und sagte im drfeblmden Tone:„Sie gehm sofott in den Keller hinunter!" Raue glaubte- daß es stch um einen W!tz handle und erwidette:„Geben Sie was zum besten, dann werde ich schon mitkommen!"— Aber spaßhast sollte der Vorfall nicht enden. Der trunkene Aktuar wiederholte noch einmal im drohenden Tone sein« Aufforderung und als Raue erwiderte:„Machen Sie fich doch nicht lächerlich!" wurde srin Blick so wild, daß der Droschkenkutscher erschrocken einen Schritt zur Seite trat. ES war siin Glück: in demselben Momente krachte ein Schuß und daS Projektil fuhr dicht am Kopfe Raue'« vorbei und bohtte fich in die Mauer de« Hause« ein. Mit rauchendem R.'volvrr stand Abel da und bevor ihm noch die Waffe entriffen werden konnte, krachte ein zweiter Schuß, der dem Sohne des GaftwirthS Hinze zu gellen schien, abrr ebenfalls unschädlich vorbeifuhr und das GlaStenster derKelln» thür zerschmetterte. Inzwischen waren«in Nachtwächter und Straßenpassanten hinzugeeill, dem Rwolverhelden wuri« da» gefährliche Spielzeug entwunden und er verhaftet.— Durch die AuSsaie de» Nachtwächter? wurde überdies festgestellt, daß in dieser Nacht bereit» um 3 Uhr in der Nähe des KasS Bauer ein Schuß gefallen sei, der aller Wahrscheinlichkeit nach eben» falls von dem Angeklagten abgegeben worden ist.— Der Staatsanwall hielt dl« Anklage im vollen Umfange aufrecht, während der Vettheidiger für Freisprechung plädirte, da kein versuchter Todtschlag, sondern nach der ganzen Sachlage nur grober Unfug vorliege.— Die Geschworenen erkannten nach längerer Berathuna auf Nichtschuldig. Nir wegen de» rer« botmen Tragens einer Schußwaffe(Sozialistengesetz) wurde er für schuldig erkannt und zu 3 Monaten Gefängniß verurthrilt. +, Die„Klamme" des Zornes«nd der Beleidigung war in dem Vorstande des hlefigen„Verein« für Feuerde» stattung" ausgebrochen und mach«« die Athmosphlr« in den sonst so ruhigen und ftiedlichen Sitzungen schwül. Der Tischlermeister Abel gehörte als technischer Kommiffar und der Kaufmann Hugo Cohnfeld als Kisstrer dem Vereine und dem Vorstande an. Der Hoiphotograph v.Ronzeelen erkundigte stch bei Adel, wie hoch die Kosten für die Verbrennung einer Leiche in Gotha stch stellen würden und erhielt die erforderlichen An« gaben. Daraufhin ließ Herr v. Ronreelerr die Leiche einer Verwandten in Gotha durch Feuer destatten. Bei Bezahlung der Rechnungen fand er, daß die Rechnung, welche für d'e Ablösung der Leich« von der hiestgen Kirchengemeinschast ur« svrünglich auf 6,25 M. lautete, auf 11.25 M. ausgestellt war. In den Vorstandssttzungen kam dies« sonderbar« Veränderung, die an der Rechnung vorgenommen war, zur Sprache und ebenso wurden im Allgeweinen die Kosten für diese Feuerde« stattung alk zu hoch erklärt. Und da entstand der Verdachl, daß ent» weder der betreffende Küster oder Abel die Rechnung gefälscht bade und bei der Reorganisation des Vorstande» fand dieser Verdacht durch einen Brief Ausdruck, den Cohnfeld an Adel richtete und der die beleidigende Vermuthung cff-n aussprach. Aus Grund dieses Schreibens strengte der Beletdiate die Privatllage gegen Cohnfeld an, die gestern vor der 93. Ab« theilung de» Schöffengericht» zur Vn Handlung kam. Cs wurde festgestellt, daß H.-rrn Abel ebensowie dem Küster mit dem verwandte redlich Zeit und Mühe auf meine Ausbildung. Ich durfte ihn rn seiner Wohnung besuchen, die— von der B bliothek abgesehen— vre! Aehnlichkeit mit der Tonn« de» Diogenes hatte, so einfach und bedürfnißlo» sah et dort au«. Viel« Abendstunden lanschte ich seinem Vottrag und er hielt darauf, daß ich da« Gehörte stets selbstständig wiedergab. Die Bücher die er mir lieh, la» mein Vater»u Hause ebenfalls, wie er überhaupt während der ganzen Zert, so zu sagen, mein Mitschüler war. Er war glücklich, mit dem,«a» er auf diese Weise erfuhr, später in der Oeffent» lichkeit glänzen zu können. Ja, er»ar ein unverbesserlicher Politicu», der gute Papa! Die Politik»ar sein Steckenpferd. Er»ar ein« von jenen idealen Naturen, die man unter dem Arbeiter« rocke am seltensten sucht und doch am häufigsten findet. Er sprach gern und ausführlich, und der„alte Rolffs" war in den VolkSversammftrngen ein« populäre Erscheinung. Wen» ich daherm meine Gedanken mit ihm austauschte und von Zoologr«, Geschichte und Mathematik eifrig plauderte, dann nahm«ich mern Vater oft zwischen seine Knie, sah mich mit seinen großen, hellblauen Augen liebevoll an und sagte:„Nur Geduld, kleine« Kerlchen, Du sollst auch ein« mal ern Menschenaufllärer werden I" Menschenaufklärer I Da» war sein Lieblingswott. Es ist nicht gerade geistreich erdacht, aber ich habe e» mir doch geme�t für mnn ganze» Leben. Allmälrg rückte der Tag heran, wo ich die Schult verlassen muhte. Jener Stiefbruder, unser„ConcurS- Verwalter, rvre ihn mein Vater mit bitterer Ironie nannte, hatte auf diesen Tag ungeduldig gewattet. Seit eine>n Jahr fragte er in jedem Brief an, wann der Junge etwa» verdienen werd«. Sein letzte« Schreiben war noch beut; licher. Gr thnlte un« mit, daß er in einer Aclienbank eine Laufburschenstellung für mich besorgt habe, die �T(�Xt%Unhrmln,itlvS) Thaler einbrächte. WMMWBW ganz zu erhalten."(Schluß folgt.) Vndaite ein große» Unrecht anaethan worden ist; weder dieser noch jener hat die Fälschung degangen, sondern ein Ver- wandter de» letzteren, der später von dem G:meindekirchenr<.th veranlaßt worden ist, den Mehrbetroa an Herrn o. Ronjeelen jutütfjujohlen. Lei dieser Sachlage sprach Herr Cohnfeld sein Bedauern über seinen Brief au» und nlläite fich zu einem Vergleich bereit, auf welchen der Privatkläger auch einging; er zahlt 50 M. an die Armenlaffe, übernimmt sammtliche Prozeßkostin und veröffentlicht im BereinSorgan, der„Flamme", eine Ebrenerliärung zu Gunsten Abel'». t Ein Pflegevater. Der Waisenknabe Mcx Wolf hatte am 17. Mai dS. I». da» Unglück, zu einem Pflegevater, dem Stadtreisenden Josef Kubareck, gebracht zu werden, der seinen erzieherischen Beruf sehr sonderbar aufgefaßt haben muß. Vier Tage war der Knabe nur bei ihm, aber diese vier Tage ge« nüzten dem Unmenschen, da» Kind jämmerlich zulUlichten. Al» der Vormund den Kleinen fortnahm, mußte er ihn einem Arzt zur Behandlung geben. der feststellte, daß der Körper de» Knaben und besonder» der Rücken mit zahllosen braunen und blauen Flecken und mit blutrünstigen Schwülen bedeckt«ar, ein Zeichen der grausamen Mißhandlungen, die der Pflege- vater an seinem Schutzdefohlmen vollzogen hatte. Der Waisen' rath stellte den Strafantrag und gestern stand Kudarcck unter der Anklage der Mißhandlung vor der 92. Abtheilung de» hie- fizen Schöffengericht». Der Angeklagte gestand selber»u, den Knaben geschlagen zu haben aber er bestritt eine eigentliche Miß« Handlung und wollte durch Ungehorsam gereizt sein. Der StaatSan- walt hteU die Mißhandlung für erwiesen, maß dem Angellagten mildernde Umstände zu, weil er unbestraft sei und auch wohl im Zorn gebandelt hatte und beantragte gegen ihn eine Geld. strate von 50 M. oder 10 Tage Gefängniß. Der G-richtihof schloß flch diesen Gründen an und erkannte nach dem Antrage dr» Staatsanwalt». m Unverbesserlich. Am zweiten Weihnachtifeiertage 1885 unternahm der Zigarren macher Johanne» Normann— ein Lnß-rst gefährlicher und vielfach vorbestrafter Einbrecher— wohlversorgt mit allerlei Diebeshandwerkzeug«ine Kunstretse in die Provinz; jedoch schon in Strau»btrg an der Ostbahn ereilten ihn bei Ausübung seiner Kunst die Häscher. Normann, ein vielseitige« Genie, hatte zunächst in aller Eile einen Ein» bruch in einem leerstehenden Hause, dessen Bewohner flch arg» lo» der Weihnacht»freude hingaben, verübt und bei dieser Gelegenhest wertbvolle Goldsachen entwendet; demnächst zeigte Normann seine Geschicklichkeit al» Paletotmarver, indem er au» einem öffentlichen Lokale einem Gast den werthoollen neuen Uederzieher entwendete. Dem Bestohlenen gelang e», auf idem eine Stunde von der Stadt entfernten Bahnhofe de» Diebe» habhaft zu werden, bevor derselbe den nach Berlin gehenden Eisenbchnzug benutzte. Normann ward darauf mit Stricken an den Händen gefesselt und nach Strauß» derg mittelst de» zwischen dem Städtchen und dem Bahnhof kourstrenden Personenwagen» zurückgebracht. Am nächsten Morgen entdeckte der Besitzer de» Personenwagen» unter den Kiffen de» Wagen» oersteckt eine Anzahl Golvsachen, da» Er» xedriß de» vorder von Normann verübten Einbruches, von dem die Bestohlene, ein Fräulein Bertha Peter», selbst noch nicht» gemerkt. Zu ihrer Uederraschung wurden der letzteren, al» fie 14 Tage später ihren Verlust gewahrte und von dem» selben Anzetae machte, ihre gestohlenen Werthsachen selten» der Polizeibehörde zur Rekognition vorgelegt.— W-gen eine» anderweiriz verübten Diebstahl» ward Normann Anfang» Februar d. I.»u einer längeren Zuchlhau»strafe ver» urthellt, und vor einem Transporteur au» dem Zuchlhause v arg« führt, stand er gestern nun wiederum vor der Straf» kämm« de» Landgericht» n, um fich wegen setner in Strau». derg verübten Kunstleistungen»u verantworten. Mit Rückficht auf die Gemeingesährlichkeit eines Menschen, welcher, wie der Angeklagte, in der Weihnachtszeit in die Häuser schleicht und stiehlt, erkannte der Gerichtshof gegen dm Angeklagten auf eine Zusatzstrafe von 2 Jahr 6 Monaten Zuchtbau«. .«Ich bin der Rittmeister au« dem Marstall I— brüllte au» Leibeskräften d« au» der Unt«suchun«Shast von swei Gerichtidienern mit Mühe und Roth in den GerichtSsaal geführte Metallschleif« Schlinck. welch« wegen verschiedener Ichw«» Diebstähle zugleich mit einem Genossen fich gestern vor d« Strafkammer Landgericht» Ii vttantwortm sollte. Da» zu kam e» jedoch nicht, denn kaum hatte d« Vorfitzendr, Herr Landgertchts-Direktor Meißner, dm Angeklagten Schlinck nach sn-rm Personalien gefragt, al» Schlinck, der seit Kurzem eifrig dm„wildm Mann" macht, über die Ba»ri«e mit katzenartiger Gewandheit hinwegsprang und mit d« höflichen Erwiderung:„Erlauben Sie, meine Herren, ich komme zu Jhnm l" sich anschickte, daiß Aller heiligste de» Forum zu detreten; ab« vi« kräftige Fäuste, den beiden ihn eskortirenden zerreibende Szenen folgten der entsetzlichen Katastrophe: In der Dunlelheit suchen menschliche Wesen, halbnackt und unter Leichen umherinend, stch zu erkennen; hier erfüllen die Ver« »weiflungSrufe eine» Vater» die Luft, der mit seinen Händen in den Trümmern seines Hause» wühlt, um seinen verschütteten Lieben Rettung zu bringen; dort irrt eine Muiter, ihr kleine» Kind an ihre Brust drückend, wie eine Rasende umher, um ihren Gatten aufzufinden, und dort wieder beweint eine ganze Familie den Verlust ihre» gesammten Hab und Gut». Der Reiche war plötzlich arm geworden, der Glücklichst« elend— liw», der Jammer war und ist noch grenzenlos." Die volkSzahl einiger deutscher Städte im 15. Jahr. hundert und die danal» übliche ErmittriungS weise d;S Standet der Vevöllerung. Gegen Ende des Mittelalters und im Beginne der Neuzeit wurde nach Jastrow*) die VoliSzahl der Städte auf dreierlei Weife«rmiltelt, nämlich durch durch Berechnung oder durch Schätzung. Die Zählung erbrachte natürlich die genauestrn Ecaebnifie, die Berechnung und die Schätzung nur ungefähre. Man zählte im 15. Jahrhundert die Beoöll . llerung vorzugsweise zu dem Zveck«, um den V-r< pflegungSdedarf der Städte für den Fall einer Belagerung kennen zu lernen. Schon damals begnügt« man fich nicht mit der Kmntnih der bloßen Soo'zahl. unterschied vielmehr de- stimmte Bevölkerungigruppm. Eine der ältesten VoltS« zählungen ist die von Nürnberg im Jahre 1449 zu welcher die damalig« Belagerung durch den Markgrafen Aldrecht von Brandenburg Veranlassung gegeben hat. Ei sollte ermittelt werden, wie lange stch die Stadt noch ohne Zufuhr würde halten können. Sämmtliche Verzehrende wurden auf Giund eidlicher Vernehmung...... nach betrug die sonen. von denen> die Geistlichkeit und deren Anhang, 150 auf die jüdische Bivölkerung und 1986 auf sonstige Nichtdürger entfielen. Bringt man wegen der in Folge der Belagerung nach der Stadt glflüchteten Landbewohner einen Tbeil der Nichtdürger in Abzug, so läjt fich für daS Jrbr 1449 Nürnbergs wirkliche Einwohnerzahl aus rund 20000 Köpfe schätzen.— Jene Unter- scheldung zwischen bürgerlicher Bevölkerung nebst Giistlichkeit und Juden mit ihrem Anhange einerseits und sonstigen Nicht- bürgem andererseits entspricht ungefähr der jetzt üblichen Un- terscheidung zwischen den zur Wohnbevölkerung gehörigen und den nur vorübergehend anwesenden Personen der ortSanwesm- den Beröllerung. AuS ähnlicher Veranlafiirna wurde in Slraßburg i. E. während der Jahre 1473 bis 1477 der Stand der Bevölkerung ermittelt, hierbei jedoch nur die städiischen Brwohner von den in der Stadt befindlichen LaMeuten un- *) I Jastrom, historische Untersuchungen, Heft 1, Berlin (R. Gärtner) 18S6 terschieden. Die Zählung ergab 26 198 OrtSanwesend«. und zwar 20 722 Stadtbewohner und 5476 Landleute.— Wollte man die VolkSzahl einer Stadt ohne Zählung durch Berech- nung bestimmen, so ermittelte man in der Regel die Zahl der Haushaltungen und zähste jede derselben zu fünf Köpfen. Auf diese Weise wurde die Bevöllerung von Rostock im Jahre 1410 auf 13 935 Köpfe berechnet, da 2787 HruShaltungen dort vorhanden waren. Zuweilen schätzte man die VolkSzahl der Städte auch nach an- deren Unterlagen, über welche fichere Nachrichten vorhanden waren,> B. nach der Zahl der wehrhaften Bürger, nach dem Verbrauch« gewisser NahrungSmiitel u. s. w. Nach Vorstehendem scheinen die ptctzen Handelsstädte Deutschlands im Mittel« alter nicht, wie bisher vielfach argenommen worden ist, auch ihrer VolkSzahl nach Großstädte, sondern vielmehr Mittel» oder Kleinstädte gewesen zu sein, deren politische Bedeutung durch ihren Handel und Gewerdefl-iß, welch« eine für jene Zell außergewöhnliche Wohlhabenheit der Bürgerschaft herdeisührten und innerhalb der Städte beträchtliche Reichthümer anhäuften, bedingt worden ist. Di« wenigen über Nüntberg, Stcaßbmg l. E und Rostcck mitgeihetlten BeröikerungSzahltN laffen freilich über die Richtigkeit dieser Annahme noch kein flbereS Urtheil gewinnen, und eS wäre erwünscht, auS dem Maiectale der Archive über die VolkSzahl einer möglichst großen Zrhl anderer deutscher Städte für jene Zcst Nachrichten zu erhalten. De» große Stervschnuppenfall vom 27. November v. I. bietet wegen seiner innigen Beziehungen zu dem Biela'schen Kometen besonderes Jitereffe. H. A. Newton hat daher eine große Reihe von Beobachtungen deffrlden einer Wissenschaft- liehen Erörterung unterworfen. Die Hauptergebnisse, die er schließlich erhalten hat, find folgende: 1) Die größte Zahl der Sternschnuppen fiel nahe auf 6 Uhr 15 Min. Green wicher Zrit. 2) Drei Stunden nach dem Maximum war die Zahl der Meteore aus ein Zrhniel hnunteraegangen, und«S ist anzu- nehmen, daß der Haupitheil deS Falles 6 Siuiden gedauert Hab«. 3) Die Grsammtzahl der Meteore, die an einem Ort während ver Dauer einer Stunde für einen Beobachter fichtbar wurden, drtrug 75000. 4) In dem dichtesten Theil des MeteorschwarmeS, an der Stelle, wo die Erde demselben be- gegnet», war der Raum, welche- den einzelnen Meteoriten ent- iv'.ack, gleich einem Würfel, deffen Seiten etwa 20 englische Meilen dildetcn 5) Der dichteste Theil de» Schwarme« war nicht über 100000 englische Meilen dick. 6) ES ist anzunehmen. daß die Meteore ihre Richtung änderten, brvsr ihre Bahn lruchtend wurde. Durch die Wärme, welche nämlich durch den Widerstand der Las! entwickelt wurde, schmolzen die hrrvorragenden Thetle vis Meteorsteine« ad und die be- schriebenen Bahnen gingen in gerade Linien über. Die übrigen Ergebnisse, welche obengenannter Astronom erhallen hat, über« geben wir, da dieselben zu»in eingehende« wiffenschaltlichcs In- terefie beanspruchen. Ein interessante» RechtSfall schwebt in Freiburg in der Schweiz. Der El-phont Jamba, welcher in der Menagerie K'eederg mit dem Rüffel die Taschen der ihn bewundernden Besucher zu durchsuchen pfl gt, um etwaige Leckerbiffm auS- findig zu machen, eiwi-chie bei dieser Gelegenheit daS Parte- monnaie eine« Gaste! und steckte e« sofort in den Mund. DaS im Portemonnaie enthaltene Geld ko.rnte sammt dem Porte- monnaie ohne Schwierigkeit wieder herouSaeholl werden! da- argen blieben zwei Banknoten von je 50 FrcS. verschwunden. Der Elephant hatte dieselben verschlungen. ES entsteht nun die Frage, wer den Schaden zu tragen hat: der Befitzer de« Portemonnaie«, welcher daffelbe nicht genügend verwahrt hatte, oder der Menageriebefitzer, der eincn solchen Strcich de« Elephanten nicht voraussehen konnte. Merarisches. Reise- Eeinnerungeu au» Egypten und Arabia Petrea. Von Dr. Albert Dulk. Leipzig, E. Thiele. PreiS 1 M. 50 Pf. Da» vorliegende Buch au» der Hinterlassen schast de» vor mehr alt Jahresfrist verblichenen Verfasser«.ist mehr als eine gewöhnliche Reife beschreibung. Der vortheilhaft b-kannte schwäbische Verfasser weiß nicht nur Land und Leute anschaulich zu schildern, sondern überall giebt er stch selbst, sein eigene», fesselnde» Wesen hinzu. Den altm Kulturboden unter den Füßen, zieht er fast völlig den Europäer au». Er wird jsöcmlich ein Kind de» Boden», den er betreten. Er fiebt Land und Leute nicht mit den Augen d-s ausbeutungssüchtigen Westeuropäer» an. Er weiß st h Mensch und fühlt stch alS solcher. Sein« I-reale find andere und würdiger«, als die Füllung einc» bodenlosen GelvsackeS. Darnach find auch seine Betrachtungen, die fich für ihn er- aeben und die dem Leser die werthvollsten Anregungen bieten. Wie eS seinem Chara'ter entspricht, vermeidet er, wo e» nur irgend angeht, die aukgeiretenen Wege. Eine einfach« Barle bringt ihn von Alexandrien nach Kairo und von da weiter nach Oderegypten. An den Katarallen de» Nil«, in den Teufel»« bergen, da weitet stch sein Herz, da atbm.t er die gelben« Freiheit, da findet er, wo» seine Seele braucht und sucht: Ruhe und Frieden. Aber er vermag stch daran noch nicht zu sättigen. Es zieht ihn weiter fort in die wellen, unwirthlichen Wüsten Arabiens. Abenteuernd, wie in Egypten, gelangt er an den Sinai, ws der Geist de« PcophetentbumS stch ihm er- schii-ßt, wo er stch klar wird, daß eine grcße Seele Befriedigung nur finde in der Hingab; an die ganze Menschheit, im Aus- gehen in dieser. Nach mannigfcchen Kreuz- und Querzügen drängten ihn Umstände— er war die ganze Zeit üb» ohne Geld und ohne Nachricht von den Setnigen geblieben und die Sorge um fie hatte ihn mächtig erfaßt— zur Heimle hr. Hatte er auch nicht alle» auSgefühit, rva» er stch vorgenommen— der Hauptsache nach hatte er seinen Zweck erreicht; er hatte sein Sehnen nach Freiheit gestillt, seinen Geist»frischt und gelräftigt und besonder« der Gedanke der Einheit von Natur und Menschheit hatte in ihm feste Gestalt gewonnen. Eigenartig wie daS ganze Wesen DullS ist auch seine Dar» stellunat weise, sein Stil, und manchmal will eS scheinen, alS wäre die Sprache zu arm für die Fülle, und zu schwerfSlltg für den Flug seiner Gedanken. So emxfi-htt fich da« Buch nicht nur als«ine sehr interessante, sondern ebenso sehr auch a!S eine geistigen G-winn dringende Lektüre für die Stunden der Rast._.______ Ketzte Kachrichte«. Rnfstsch-PolnischeS. Warschau. 20. Septemb». Die hier destetzende Janterschule, w:lche Oifijiere ausbildet, soll am l. Januar 1887 aufgehoben werden, weil da« polnische Element vorwiegend vertreten ist.(Hamb. Korr) Dtätenprozeh. Breslau, Dienstag 21. S.'piember. In dem Dtätenprozesse gegen den RiichStazSadgeordneten Kräcker hat da« hiestge OberiandeSgericht das die Klage de» FiSkuS abweisende Uitbeil bei hiesigen Landgerichts vom 24. Noaem- b,r v. I. aufgehoben und den Beklagten zur Zahlung von 1501 M. oetutl heilt. In den EntscheidungSgründen wird hnvorgehjjdcn, daß die V-rfaffung eine ausdrücklich« VrrdotSbestimmung enthalte, überdies sei durch die BeweiSauf- rahme festgestellt, daß bei dem Sozialistenkongreß in Gotha den Abgeordneten zur Pflicht gemacht worden sei, mit der Partei zu stimmen, durch die Annahme von Diäten binde fich daher der Abgeordnet- wenigsten« moralisch in verfassungS» widriger Weise hinfichtlich seiner Abstimmung. Anarchistisch?» aus „Voff. Ztg." nach soll e» d» Leipzig» Polizei bei den kürzlich stattgehabten Haussuchungen gelungen sein den Virfaffer de» anarchistijchen Flugblattes„Marschlied für die deutschen Trup« pen" zu»Mitteln. Der Beschuldigte, ein Tischlergeselle, soll fich vereit» in Hast b-finvni. Dem V»nehmen der KmfUasteit der Redaktion. M. B. Tai Verlangen Ihrer HauSwirthin, einen biSH» von Ihnen gehaltenen Hund auS dem Haus« zu schaffen, ist nur dann g»echtfntigt, wenn in Jzrem Miethtiontratte da! Halten von Haulthi»en v.'rboten ist. Enlhält der Kontrakt ein solche« Verbot, so kann die Wirlhin Sie wegm de« Hunde» exmilli-en lassen. Theater. Mittwoch, den 22. September. vSwaha««. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg. ' hau». Der Leibarzt. Lheate». Sin Erfolg. Theater. Konzert von H:niy Marteau. � ?«edrich.«UhelmftSdttsche» Theate». Der Zigeunerdacon.._. Kall»«»- Theate». Ein Blitzmädel. Selle Alliauee Theate». Bcccaccw. vti««d--Theate». Alartch, der Goth-niönig. «Msrta- Theate». Amor. Tanz- Poem von Suigt M-mzotti. Dathalla-Theate». DaS lachende Berlin. «tstdenz-Theater. Die Dantschess». Teatral- Theate». Att« Jakobstr. SO. Direkt.. Adolph Ernst. D« Wald-Teufel. Gesan »oss« in 4 Akten von W. Manns Kauplet» oon G. Görß. Ruft, von G. Siel Mtt neuen Dekorationen und Kostümen. (Novität!) N»»ka»dia* Theate». Spezialitäten- Vor- stellung. K rafmauu's vartetck. Spezialitäten- Vor- Sellrmg. U«e»ttaa» Theate». Spezialitäten- Vor- stellung. Reichshalle«» Theate». Spezialitäten> Vorstellung._ ISden-Tlieater« (F üher Xi«alaewrt*iUlaehea Theater.) DreSdenerfttaße 72/73. MF* Auftreten der"MR 7 AchW«st»n Math««»», großartige Gyn- nafttkttwnen, Gel»». Kanola, die vorzüglichsten Reckturn» d« Jetztzeit. M».«»»eflo, d« ausgezeichnet« Jongleur (ohne Konkurrenz), >»rey Sarvey, berühmt« Fußbalanzeur, illy, medizmtsche» Räthsel. uno Paula Teklhew», Wiener G> sangSouetttften, «mae« Joche», Gesa mann, Janina, Httd, Ansang 7V» .. Frl. Teich- [«rinnen. ir. e,„-fh, Passage 1 T». S M.- 10«. QMr Kalmer Panorama. In dieser Woche: ' Sine Reise durch Krankeich. Pyrenäen. Wundngroite LourdeS. Das malerische Italien und Pompeji. Hertha- Reist. Carolinen. Inseln. Sntree 30 Pfennig. Kinder nur 10 Pfennig. Fachverein der Putzer. Mittwoch, den 22. September, Abend» 8'/, Uhe, Mitvl!ed»»»ßle»fa«Wtnug im V»einSlokal, Jaselstraße Nr. 10. T. O.: VereinSangelegenheiten. Ausgabe dn Billet» zum StiftunaSfe». Um zahlreiche! E-scheinen ersucht 615] Der Vorstand. Fachmeill der Schncker. Ur»sammw«g Mittwoch, den 22 Srpt. er., Abend» 8'/, Uhr, in GratweU's Biechallen, unter» Saal. Tagesordnung wichtig, wird in dw Vttsammlung delannt gemacht. 6231_ Der Vorstand. mmmmmm. Soeben ist«schienen: M p« IlclltWklt Kalküder � für 1887. AuS dem reichen Inhalt hervor: ReichshaashaltS.Etat 1 fchea Reich». heben»ir I be» De»t. Zerbrocheve Kette». Sr< Zählung von Ziob. Schweichel.— Vir- lig« Fra»e»»»> Ha,r«e»sche».— Ell, Prolet«ri»,ti»b. Srzählung».S.L»ng«r. — Der Kampf»wische» Fe»«». Wasser ll»»« Welt. Von P. Osw. Köhler.— Wie«a» ei»« Milioa»erbieat.— Flle- »«»be BUitt«(humoristtsch). Ai» vratia-Krilagr«! L L»ei«. Z.«»ttttglillk. Z. vla»ch«. 4 Die beibe» Alte». vi» Wenibtale»»«. -= ¥rti» 50 Pf. ss- Stuttgart. Z. H.«. Dietz. A. V- DttH.| Zu beziih-n durch die«»paditi-u. Zi«. 44,__ Slaviersp.empf.s.z.F«stl.Klaile, Branden durgstr.48. August Herold Berlin SO�, 113 Skalitzerstrasse 113._ löbel-, Spiegel- n. KolsteM-Magazist.! Eigene Fabrik. Soll« Prelsfl, Prompte Bedienung.« Cigarren- u. Tabak-Handlung en rroi em detail Fritz Goercki Berlin SO,, Admiralstraße 40(frühere„Linde"). Import echter Havanna, Lager aller Sorten Ranch- und Schnupf-T, Molch i