»r. SSS. DottuerSag» de« 23. September 1886. HL Jahrg. StlliurVMKIl Brgan für die Interessen der Arbeiter. Abonnements- Tinlackung. Zum b«oolstthnid«n Ouartaltwtchskl«lauben wir uns »m Abonnement auf das „KerHuer Noiksbtatt' nebst der wöchentlich erscheinenden Gratisbeilage „Illustrirtes Joutttagsblatt" einzuladen. Der Standpunkt unseres Blattes ist bekannt. ES steht «uf dim Loden deS unbeugsamen Rechts. Die Erforschung und Darlegung der Wchrheit auf allen Gebieten del öffent« lichen LebenS ist seine einzige Aufgabe. AlS treuer verather Und Streiter für die Aushebung und Ausgleichung der stlaffen- SegensStze ist doi„fetUner VoUroblatt" ein entschiedener Eegner jeder Politik, die ih:e Endziel« in der Bivorzugung kin, einer heute schon begünstigter GesellschaftSklafsm findet, und derjenigen Politiker, denen nur die Wahrung ihrer persönlichen Anterefien aiS Leitstern ihrer Handlungsweise gilt. Doi„KerUne» VolKsblatt" sucht seine fich gestellte Aufgabe durch sachlich« Behandlung der großen sozialpolitischen «IS auch der Tageßfrogen zu erfüllen. Die gleichen Grundsätze Aiten uni bei der Besprechung unserer städtischen Angelegen« leiten. Thu« Jedermann, der fich mit unserm Zielen in Ueber« Zustimmung befindet, an seinem Platze seine Schuldigkeit. Der Aine durch Zurrendung seiner, Mitarbeiterschast, der Ander« dadurch, daß er dem„Lerltueu N»Ur»blatt" in immer«ei« �»u Kreisen Eingang verschafft. DaS„KerrHuer Kolksblatt" darf nicht nur allein dex meurd de» Volte« bleiben, fordern daß Volk mutz auch der (keund de»„Berliner VolkSblatl" fein. Die Aeußerung und Dethättgung dieser wechselseitigen Freundschaft ist in Wahrheft die Erreichung und Verwirklichung d«S uns vorgesteckten Ziele». Der Abonnementtprei» beträgt für da»'ganze Vierteljahr 4 Marie, monatlich 1.85 Warst, wöchentlich 85 Vf. 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Er öffnete wieder den mächtige» Kleider« ichrank und fördert« au» seiner schier unergründliche» Tief« swige Kleidungsstück« zu Tage, mit deren Hilfe Herr Zulw« «endeland seinem äußeren Mensche« eine elegantere Fassung SU gebe« versuchte. Einen wesentliche» Erfolg hatte diese« Bemühe« allerdina» nicht; den» die betreffende« Kleider, welche ursprünglich gewiß nicht für die winzige Gestalt ««» Pfandleiher« berechnet giwese« waren, schlotterte« s» erbarmungswürdig um sein« dürre, Glieder, daß sei« Anblick nur geeignet war,(« der Phantasie da» Beschauer» das Bild einer Bogelscheuche wachzurufen. Fehler der Eitelkeit schien indessen dem würdigen Manne �»rchau« fremd zu sein, und nachdem er seine Toilette durch **--—'- U---»» t.*.. t_.. � K „All ira GtWNl ftann man Iftara"— unter dieser Ueberschrift brachten wir vor Kurzem einen Artikel, der die bekannte P.etitio» gegen de« Putt« kamer'sche« Streik er laß au den Reichstag be« sprach. Dies« Petition ist von Dresdener Zigarrenarbeitey» ausgegangen und von zahlreiche« Arbeitern, besonder» auch von de« Berliner» im richtige« Verständniß mit Wohlwolle» ««tgegivgevommen worden. Unser Artikel richtete fich«och besonder» gegen die in einer große« Arbeiterversammlung zu Neumünster in Hol« stein zu Tage getretene» Anschauungen, daß alle» Petitio« »ire» a» de« Reichstag keine» Nutze» trag«; au» diesem Grunde wurde dort die Petition abgelehnt. Wir führte« au», daß diese Gründe nicht stichhaltig seien, obwohl auch wir der Meinung find, daß ei« d i r« k« t« r Nutzen durch eine solche PttUio» an den gegenwärtige« Reichstag«icht zu erwarte« ist. Ei« direkter Nutze» wird aber auch für die Arbeiter durch die Betheiligung an de» Reichstagswahl«» überhaupt»icht erzielt. Wen» man diese« allein im Aug« hat, so lasse man da» Petitionire«, sowohl an de« Reichstag als da« Wähle« zu demselben. Wir erklärte« in de« betreffende» Artikel«och au»« drücklich, daß die Petitio» wahrscheinlich zu anregoide» Debatte« in der PetttionSkommisfio» und auch im Plenum des Reichstag» führe» würde. Und was bedeutet denn die» ander», al» A g i t a t t o» fürdieSachederArbeiter?--- Wir erhalte» nun au« Neumünster ei» längere« Schrift- stück gegen unser» Artikel zum Abdruck. Wir müsse» dar- auf verzichten, da die Zusendung viel Nebensächliche» ent« hält; auch müßte» wir dasselbe au» andere« Gründe««och einer gründlichen Korrektur unterziehe», ehe wir dasselbe zum Abdruck gelange« lasse» könnte». Um dem Einsender aber Serecht zu werde», bringen wir den Schlußsatz de« Schrift« ücke«, in w'lchem fich der ganze Unmuth gegen unser« Ar- tikel i« drastischer Weise kund giebt: „Unbegreiflich ist un»«m, daß in einer Zeitung, welch« «in Organ für die Zateresse» der Arbeite» sei» will, am Schlüsse de« Artikel« die Bemerkung gemacht wird, daß wir un» konsequenter Weise auch nicht mehr im Sinne der Ar- beiterpartet an den Wahle« zum Deutscht» Reich»tage be- theilige» dürfe«, da die dan» gleichfalls nutzlo» sei» wür« de». Wir betheilige»««» an der Wahl hauptsächlich i» agitatorischer Hinsicht, um für u»ser« Prinzipien immer«ehr Anhänger zu gewin- ne», und um einem Kandidaten unsere Stimme zu gebe», welcher ganz entschieden für unsere Forderungen eintritt, auch ohne Nachschub von Petittone». Wen» e»»och Solche ein« Aufforderung, fich»iederzusetze», erging a« de» Pfand- leiher, obgleich ihm vom heftigen Lauf«« die dünne« Bein« che» zitterte« und obgleich er Mühe hatte, fich aufrecht zu erhalte». Aber ob nun da» Ehrgefühl keine der besonder« autgeprägte» Eigenschaften de« Herrn Zuliu» Wendeland war, oder ob der Glanz jener tausend Mark, die er im Geist bereit» vor fich auf dem Tisch gezählt sah, die UnHöflichkeit de« Polizeibeamte» erfolgreich überstrahlte, genug— der Pfandlecher zeigte fich dmchau««icht beleidigt und begann in möglichst gewählte» Worten und w ganz zusammenhän- Sender Rede die Ursache und de» Zweck seine« Erscheinen» » diese« geheiligte» Orte darzulegen. Je weiter er sprach, desto größere Aufmerksamkeit schenkt« ihm der Kommissar; aber die Darstellungsweise de« Herrn Wendeland schien ihm doch eine zu unklare und um- ständliche zu sei», den» er begann mitte» in feine schönste Periode mit einige« barschen Frage« hineinzufahre», die ihm al« schneller zum Ziel« führend erschienen. „Also Sie glaube», de« junge« Manne begegnet zu sei», der von M. au» al« der Mörder de» Fräulein v. Römer verfolgt wird?" „Zu dienen, Herr Kommissar. Und ich wollt« darauf schwöre»—' „Sparen Sie Ihre Schwüre, die hier»icht am Platze find I Er wollte et« Brillantenhaliband bei Ihne» ver- pfände»?* „Jawohl, Herr Kommissar I Ei» wunderschöne« Kollier mit Steinen wie Taubeneier. S» war unter Btüder» seine zwölftausend Thaler werth." „Daß ist vorläufig Nebensache. Stimmte da» Au»- sehe« de» Schmuckgegenstandes mit dieser Beschreibung überei»?" Er reicht« Herr» Wendeland eine» gedruckten Zettel, der auf seinem Schreibtisch lag, und der Pfandleiher be- mühte fich angelegentlich, denselben zu entziffern. „Es stimmt ganz genau, Herr Kommissar," sagte er dann.„Ts ist gar kein Zweifel, daß«» da« nämliche Hal»« band war." „Gut! Und Sie weigerte« fich, dem Mensche« etwa« darauf zu leihe»?" giebt, die in dem Wahne befangen find, durch aller- Hand Konzesfione» von der herrschende« Klaffe etwa« für die Arbeiter erreiche» zu könne«, so find dieselben auf dem Holzwege, und zu denjenigen scheint auch der Verfasser de« Arttkel« zu gehören." Auch die Hamburger.Bürgerzeitung" hat seiner Zert de« betreffende» Artikel gebracht und auch die betreffende Zuschrift au» Neumünster gegen de« Artikel«halten. Da da« genannte Blatt den Neumünsterer Arbeiter» und auch de» Einsender« der Entgegnung näher steht al« wir, so wolle» wir demselben zunächst da« Wort gebe«. Die „Bürgerzeiwng" sagt zu obigem Schlußsatz der Einsendung folgendes: „Die Herren, welche da« geschrieben habe«, find selbst — um ihren eigene» Autdruck zu gebrauche«— ganz ent- schiede«„auf de« Holzwege", wen« sie in der Forderung einer unter gegenwärtigen Verhältnissen durchführbare» be« schränkten Reform„eine Konzession der Arbeite, an die herrschenden Klassen" zu erkenne« vermetne». Genau da» Gegentheil ist richtig! Jeder klerne Schritt vorwärts verbessert die Bedingungen zu fernerem Vordringe«. Di« erwähnt« agitatorische Bedeutung der Reichstagswahlea wohnt einer kläftt,e» P-titionSbewe- gung ebenfalls bei. Wer die letztere nicht will, weil zu- nächst nicht« Greifbares dabei herauskommt, für den haben auch die ReichStagtwahle» keine« Ein«. Ein Solcher muß die ganze bisherige deutsche Arbeiterbewegung für verfehlt erklaren, und nach«ostische» Rezepten et- wa« ganz Neue« aufzubaue» suche«. Da« ihm dabei die auftichtigen Sympathie» der Herren von der„Nordd. Allgemeine« Zeitung' u. f. w. sicher find, ist ganz in der Ordnung." Wir selbst haben»och folgende« hinzuzusetzen: Agitatorisch solle« die ReichStaatwahle« bei alle» Par- teien wirke», agitatorisch auch die Reden, welche im Reich«- tage wett über den engen Zuhörerkret« hinaus gehalten werde». Daß aber solche Rede» im Reichstage gehatte» werde» könne«, dazu muß et« passender Anlaß vor- Hand«» sein. Bi« jetzt hat allerding« die Regierung selbst durch ihr ganze« Berhalte», durch Sozialistengesetz, Belagerungszustand und Etteikerlass« dafür gesorgt, daß die agitatorische Wir- kung der Rede» der Arbetterabgeordnetia von nicht geringer Bedeutung gewesen ist. Aber weshalb solle« die Arbeiter «icht selbst gleichfall» ihre» Abgeordnete« dazu Gelegenheit geben? Und liegt«icht schon im Sammeln von Unterschriften 8« eine solche, die Maßnahme» der Regierung gegen die rbeiter bekämpfende Petitio» selbst Agitation genug? Wenn man davon redet, daß Betheiligung an der Herr Juli«» Wendeland hielt e» für angezeigt, die Miene einer beleidigte» Unschuld aufzusetzen. „Wie könne» Sie denke«, Herr Kommissar, daß ich so gegen die Polizeivorschrifte« verstoße» würde. Der Man» war mir gleich verdächtig, und da er fich nicht legttimire» konnte, so wie« ich ihn einfach zurück." „Warum hielten Sie ihn«icht fest, wen« er Ihne« verdächtig erschien, und warum sandte« Et««icht sogleich »ach«ine« Polizisten?" „Wie hätte ich ihn festhalte« könne», Herr Kommissar, da er doch jung und stark war, während ich doch nur ei« alter gebrechlicher Man» bi», de»«in Ktnd über de« Haufe» werfe« kann. Er war auch sehr eilig, wie Sie fich wohl denken können, und ich war ganz allein i» meiner Woh- »ung, so daß ich ftoh sei« muß, wen» er mich»icht eben- fall« todtgeschlage» hat." „Nun, ich muß Ihnen off»» gestehe», Wendeland, daß «ich Ihre merkwürdige Ehrl qkeit in dieser Sache einiger« maße« in Erstaune» fitzt. Man ist dergleichen a« Ihnen kaum gewöhnt!" „Aber, verehrter Herr Kommissar, ich möchte doch ganz ergebenst gebeten habe»—" „Na, lasse» wir da«!— Fraate» Sie de« Menschen den» nicht wenigstens«ach seinem Namen?" „Jawohl I— Er nannte fich Bernhard Schmidt; aber ich wußte gleich, daß er«icht die Wahrheit sagte; den« ich habe für dergleichen«in feine« Ohr.""' V »Und Sie behaupte», auch seine hiesige Wohnung zu kennen?" „Gasthof zur Stadt Lübeck— mit Ihrer Erlaubniß, Herr Kommissar! Wen« Sie da«achftagen lasse», werde» Sie schon da« weitere erfahren!" „Na, höre» Sie, Wendeland! E» ist doch eigentlich recht»»wahrscheinlich, daß Ihne» der Man« da die Wahr- ßett gesagt habe« sollte. E» verriethe jedenfalls eine» sehr jehen Grad von Dummhett, wen« er fich au« freie» Stücke« dergestalt an'« Reffer geliefert hätte!" Der Psandlciher zuckte die Achsel«. „Der Herr Kommissar wird ja sehen, ob ich Recht habe oder nicht. Jedenfalls darf ich wohl bitte«, daß ei» Reichttagiwahl hauptsächlich dazu«ütze« soll, �um für die Prinzipien der Arbeiterpartei immer mehr»nhänger zn ge» Winne«/ so ist da« ganz in der Ordnung. Aber dient»'cht auch ew« Besprechung von Tesetze», Resolutionen, Peti» tionen*. s. w. im Reichstage demselben Zwecke? Die Agitation f ü r die Wahlen b e i den Wahle» und da» Auftrete» der Arbeiterabgeordnete» im Reichstag muß Hand in Hand gehe»; doch da» ist»och nicht genug: da» arbeitende Voll selbst muß seine« Wille» in der Zwischenzeit fetue« Vertreter» durch Petitionen, Reso« lutioueu u. s. w. kundgeben. E» muß auch im Bolkskörper selbst immerdar pslitischc» Leben erhalte« Dan» erst erfülle» die ReichStagSwahle« ihre» volle», berechtigten agitatorischen Zweck I Wollten die Reichstagsabgeordnete« aber im Reichstag« die HSnde in den Echooß lege», würde da» arbeitende Volk i» der Zeit zwischen den Wahle« sich nicht, so weit*» kann, a» de« RetchStagSarbeite« lebhaft mit betheilige«— wir «rinner» nur an die M a f f e n p e t i t i o« e« gegen da» Tabaksmonopol und die obligatorischen Arbeitsbücher dam» würde» bald schon die ReichStagSwahle« zu Ungunsten der Arbeiterpartei autschlage« und die Masse« der Arbeiter vou solcher„Agitation- fich zurückziehe».-- Wir bleiben also dabei, trotzdem wir„im Wahne be« faugen" und„auf dem Holzweg« un« befinden- solle«, daß diejenigen, welche eine solche Agitation, wie sie durch Kol- portire» der betreffende« Petition betriebe» wird, für über- fiüsfig erklären, konsequenterweise fich auch nicht mehr im Sinne der Arbeiterpartei an de» Wahlen zum Deutschen Reichstage betheiligen dürfe». Die gute Abficht der Einsender au» Neumüvster wolle« wir gar nicht in Zweifel ziehe», aber wir halte«— noch« mal« sei e« ausdrücklich betont— ihr Borgehe« nicht im Zutereffe der deutschen Arbeiter. Politische Uebrrstcht. Für den sreigewordeueu erste« Berlwer Wahlkreis wünscht die Regierung einen n a tionalli de ralen Korn- promißlandidaten— da» stellt fich mit jedem Tage deutlicher heraus. Denn wenn die Regierung andere Neigungen hegte, wie könnt« sonst die„National.Ztg." den Muth zu der Erklärung finden, die gemäßigten Liberalen würden fich nicht„wie ein unseldstständize» tzilsSrorp» der Konservativen zur Unter- stützung eine» Mitgliedes der äußersten Rechten kommandiren loffen?" Und andemsest» würden die Männer und binter« männer vom„Reichsboten" nicht gewillt gewillt sein,„den Mittel- Parteien— wie sie erklären— daS Feld zu einer Kraftprobe ganz zu überlassen. Der„Reichtbote" schrieb gestern bereit» restgntrt:„Fällt diese Kraftprobe zu Gunsten de«„Deutschm Tageblatt" aui und gelingt e» ditsem. auf seinen Kompromiß- kcmdtdaten mehr Stimmen zu vereinigen, al» der christlich- sozial« Professor Adolf Wagner im letzten Wahlgang erhielt, so werden Stöcker und seine Freunde Selbstverleugnung genug üben, um die Leitung der Bewegung den Glücklichen zu über« lvffen, von denen fie dann überholt worden wären" Da» heißt also: wie Bismarck will, wir halten still! ist auch der Grund- satz d«S einst so streitfertigen rechten Flügels der Konservativen geworden. Herr Stöcker ist al» Politiker zu den Todtrn gelegt und verzichtet darauf, ferner noch eine selbstständig« politische Roll« zu spielen. Wer hätte da» noch vor einem Jahre ge- «hnt? Die Richtung Knobloch hat die Richtung Stöcker Wfkßt. Der ReichStagtabgeordnete Kräcker ist, wie wirgestcrn unter„Letzte Nachrichten" msttheilten, nunmehr auch in zw-iter Instanz vom Landgericht zu Breslau zur Zahlung der empfangenen Partei diäten verurtheilt worden. Der Prozeß wird, wie wir hören, beim Reichsgericht weiter geführt wnd«?. Die erste endgilttge Entscheidung in der Diäienfrage findet am 18. November statt, wo beim Rtlch»g«richt der Termin Hasenclever kontra Fliku» ansteht. Hafen clever ist bekanntlich in erst-r Instanz freigesprochen, wurde in zweiter Instanz zur Zahlung der empfangenen Diäten verurtheilt und hat gegen diese» U.theil beim Reich»g«richt Reoiston«in- vo« der Liebknecht-Avtlivg'scheu AgitatiooSretse. Zu Ehren Liedknechl'» und seine» englischen Genoffen Aveling je-iU« am Sonntag in New.Uork ein« größere Ardeitersestlich« teit stat: finden. Berichte darüber liegen noch nicht ror. Da- «gm schlecht«in amerikanische» Blait über einen Besuch bei Dr. Aveling und dessen Freu, der jüngsten Tochter von Marx: Aveling ist ein iniereffanter Mann von 36 Jahren. Et hat lauge», schwarze» Haar und steht wie«in Quäker ar-'S. Frau Eleonore Mm x Aveling ist lebhast und im Gespräch in hohem Protokoll auftzenomme« werde, au» welchem hervorgeht, daß ich der Erste war, der die«»zeige erstattet ha». E» ist nur, damit fich nachher keine Sirer, igkeitea erhebe» können wegen der Belohnung." „Also darauf soll'» hivau«!" meiste der Beamte mit einem verächtliche« Blrck/uf den Pfandleiher, dessen Tugenden 5« genugsam bekannt zu sei» schienen, um ihn zu eine, chtige» Schätzung seiner Person gelange« ,u laffev. „Ahrem Wunsche wird Genüge geschehen, und wcvn fich Ahr« Angabm bewahrheiten, so wird Ahnen die Belohnung kanm entgehe«— vorausgesetzt, daß die Polizei in M. nicht Überhaupt auf einer falsche« FSyri« ist, und daß wir in dem jnngm Man» wirklich den Mörder zn suchen habe», wa» ja«och keinetweg« so ganz und gar al» eine ausgemachte Thatsach« gelten darf/ Herr Zultu« Wmdeland aber hegte daran offenbar nicht dm geringsten Zweifel, und der strahlende Ausbruck keine« Antlitze«, al« er eine Viertelstunde später da» Stadt- hau» verlirß, war der beste Beweis dafür, daß er seine Be- lohnuvg bereit« in der Tasche zu habe« glanbte. E» rührte ihn nicht, daß keiner der Beamte«, an denen er vorüber- rtt, seine« demüihigea Gruß erwiderte, und e« verdroß nicht im Mindesten, daß fich ihm einige Straßerjunge» al« freiwillig« Begliiter zugesellte» und unier einander mit erhobener Stimme allerlei launige Betrachtungen über seine schlotternden Kleiber und seine» versündfluthlichen Zylinder- Hut anstellte», dm er bei jedem zweitm Schritt in die Höhe schiebe- mußte, wen« er nicht ganz und gar in ihm ver» schwinden wollte.------------ Bergede»« hatte Bernhard mährend de««Schstm Tage, auf da« Erscheine« de« Uvbekenutm gewartet, ber ihm se'ne Vermittelung für die Ausfahrung seiner Flucht so bereitwillig angeboten hatte. Wahr- scheinlich würde er indessen seine Zeit nicht mit frucht- losem Harren ungenutzt verloren habe», wen» nicht der immer bedenklicher werdende Gesundheitszustand de» ge- [übten Mädchen« vor der Hand alle weitere« Schritte so« selbst verboten hätte. Aber so sehr sich Else auch bc. mühte, ihr Unwohlsein zu verbergen, so wenig war sie doch Grade fesselnd. Aveling erzählte mir Viele« über seinm Bruch mit Hyndman in London, n klärend, er habe Beweise dafür, daß Hyndman von dm Torie« Geld gmommm habe. De«- bald tratm Aveling, Moni» und Andere au« der„Social Demrccatic Federauon" au« und gründeten die„Socialistic League", welche eine echt sozialistisch« und keine opportunistische Organisation sei, wie diejenrge Hyndman'». Der wahre Bruno Sit Einberufung de» Trafalgar Square Meeting», für welche» yndman und Gmossen prozeistrt wurden, war, wie Aveling sagt, die Thatsach«. daß die sozialistiiche Masse der Arbeiter mit Hyndman wegen seiner politischen Durchstecherei unzufriedm geworvm wae und„etwa»" aethan werden mußte, um die Gedanken der Menge abzulenken. Die Arbeiter fall.n jetzt in Massen von Hyndman ad und wendm fich der„Sceialtstic League" zu. Im Allgemeinm hält Aveling die Zeit für polt- tische Erfolge in England noch nicht gekommm. Aveling sowohl wie seine Gattin werden auf ihrer Agitatior.Stour Redm halten. In Meerave Huben die Eozialdemokrate« bei den ErgänzungSwahlen zur Gewerbekammer ihre drei Kandidatm durchgedracht, trotzdem fte vorher keinerlei Agitation mtfalteten. Erst Tag» zuvor, am 17. September, machten fie ihre Kan- divaten bekannt, verbreiteten ein Flugblatt und verthellten die Stimmzettel. Ueber die Untersuchung gegen die in Altona ver- hafteten Sozialdemokraten will der„Hamb. Corresp." wissen, daß dieselbe zur Ermtttelung weitverzweigter Ve:dindungm selbst nach Süvdeutschland geführt bade. Wie bekannt, ist Herr Fcohme, der bei Frankfurt o. M. wohnt, Vertreter Altona'» im Reichstage. Anf einzelne Briese desselben an seine Wähler beziehen fich die„weitverzweigten Verbindungen" de» osfiziösen Blatte» der preußischm Regierung zu Schleswig.— Dem„Hamburger Correspondmt" aber kann man zurufen: „Hugo, wie tief bist Du gesunken!" Bekanntlich geht da» Reichseiseubahnamt mit der Absicht um, eine Konferenz aller deutschen Eisendahnen einzuberufen, um über die Einführung ein:» einheitlichen BremSsystemSfürganzDeutschlandzu beschließen E» soll auf sämmtlichm deutschm Eismdahnm die tcrnlinuir liche Bremse nach dem System Karpmter eingeführt und damit die Möglichkeit geschaffen werdrn, dm Eismbahnzug durch einen Handgriff de» Lokomottvsührer» in türzester Zeit zum Stillstand zu bringen. Zunächst steht nun in Frage, ob fich sämmtliche Eisendahnoerwaltungm im deutschm Reiche zur Einführung der konttnuirltchm Bremse übet hauet entschließen werden, und zweiten» kommt e» darauf an, od dieselben fich für da« in Preußen bei den Schnellzügen eingeführte System Kaip:nt«r mtscheidm werden. E» existirm folgende Systeme kontinuirltcher Bremsm: Di« Systeme von WesttnahauS, Kar- penter und Sterl, deren Wirkung durch komprimirte Lust, die Systeme von Sander» und Hardy, deren Wirkung durch Luft- Verdünnung, und da» System Hrderlein, dessen Wirkung durch Friktion erfolgt. Sollte e» nicht gelingen, eine Vereindarung unter den deutschm Eismdahnverwaltungen zu«rzielm, so würde. wie-» hetßt, die Reich», egierung in Grmäßheit de» Artikel 43 der Rrichiverfaffung vorgehen:„Es sollm demgemäß in thun« lichster Beschleunigung übereinstimmende BetriebSeinrichtungm getroffen... werden. DaS Reich hat dafür Sorge zu trogen, daß die Eiienbahnverwaltungm die Bahnen jederzeit in einem die nöthige Sicherheit gewährenden baulichen Zustand« erhalten und dieselben mit Betriebsmaterial so ausrüsten, wie da» Ver« kehlSbedürfntß e» erheischt." Nach Art. 46 der RiichSoerfassunz steht dem Reiche auch Beyern geaenüder da» Recht zu, im Wege der Gesetzgebung einhetiliche Normen für die Konstruktion und Ausrüstung der für die Landeiverthetdigung wichtigm Eisenbahnen auszustellen. Peivatposte«. In Heidelberg ist, wie wir neulich mittheilten, seit kurzem von«wem Kaufmann ein« Privatbrtef« bel örderung eingerichtet worden. Der Sohn de» Unternehmer» wird, b*«„Fianis. 8t«." zufolge, dieser Tage tn Mann» heim ein gleiche» Institut in» Lebm rufm. Für Frank- furt a. M. wird eine gleiche Gründung beabflchtigt, die dm lokalen Briefoerkehr gegen eine wesentlich niedrigere Taxe und schneller besorgen soll, al» die RelchSvost die» thut. Nach dem tlane würden die Briefe alle Stunden, die Packet« all« zwei tunden zur velörderuna gelangen. Sin offener Brief solle 1 Pf., ein geschlossener 2 Pf., ein Einschreibe- oder Eilbrief 5 Pf. und ein dellarirter Werthdrief 10 Pf. Porio kosten.— Wenn da» so fortg.ht, so weidm die Uederschuß bringmdm Poftbesörderungm immer mehr in die Hände p rivater Unter- nehmer gelangen, während die Beförderungen aus wette Strecken, welche Zuschuß ersordern, der Post verbleidm. Dm Rückgang der Posteinnahmen hätten natürlich die Steuer» zahlet zu tragen,«u» deren Taschen also schließlich die Ge« winne der neuen Unternehmer gezahlt würden. Auf die Dauer find solche Zustände einfach unhaltbar, aber die ReichSpostverwaltung hat fie mtt verschuldet, indem fie fich hartnäckig der Poctoheradsetzung für Städte wie Berlin wider- Arbeiterbewegung. Der„Nat..Ztg." schreibt man au» Hamburg, 2t. September. Eine sozialistische Versammlung im Stande, Bernhard über die bedrohlichm Fortschritte des- selben z» täuschen. Sie Hab« am Morgen kaum noch die Kraft besessen, fich vo» ihrem Lager zu erheben, und al« der junge Man» in vorgerückter Vormiltagsstnnd« in ihrem Zimmer erschien,«schrak er anf da» Heftigst« üb« ihr»n- änderte« Aussehen, üb« de» Farbenglanz in ihren Angm und die brevnmde Röibe auf ihre» Wange». Trotzdem widnsetzie fie fich auf da» Entschiedenst« sein« Abficht,»ach einem Arzte zu fendm. Ahr Leide* wnde bald vorübergehe», und« möge nur«och eine kurz« Zeit Gednld mit ihrer Schwäche habe«, da fie dieselbe fich«lich sehr bald überwunden habm w«de. Bttnhard«kannte wohl, daß e» viel wmiger ei» bestimmte« körpnliche« Leide», al« ein« große Stelen angst war, vo« welch« Else gepeinigt wurde» und er sogt« fich«it ttef««etrübntß. daß die Kunst ew«, Arzt«, wohl kaum im Stande sei» würde, diesm Zustand ,» beseitige», während die Znansprnchnahm« desselben ihnen ander«seil» seh, leicht gefährlich««den könnt«. So hatte « den» rhrem Drängm«achgegeben;«der er hatte fie während de» ganze« Tage» nicht vnlassm und war mit liebevollst« Sorgfalt und»nfmerisamkett bemüht gewesm, ihr alle drejenigen Erleicht«u»gm und Erquickunge» z« Therl werde» zu lassm, die w dem elenden Gasthofe über- Haupt aufzutteibm warm. Auch für ihre Erheiterung und Zerstreuung suchte« unabläsfig ,« sorgm, soweit«» i« seinm Kräfte« stand, und währmd« selbst unter der Last seiner Sorgen und vesürchtunxe« fast zusammenbrach, tröstete « fie mtt dn»u, malung vo» lachmde« Zukunfitbiidir». an d«e» Verwirklichung« selber nicht mehr ,u glaubm wagte. Else hörte ihm zu wie eine Träumend«. Sie war ihm vo« H«,kn dankbar für sei» Bemühe», ihre« finkende« Muih nm zu belibm, aber nach der verzweifeltm Schilderung, welch«« selber am verfiossmen Abend vo« ihr« gegmwärtigen Lage mtworsen, fehlte auch ihr jme freudige Zuoerficht, deren«, bedurft hätte, um fie»och an die Mög. lichteit einer glückliche« Zukunft glaubm zu lassm. Der dicke Besitzer de» Gasthofe» war jetzt gegen seine jungen Gäste vo« ein« wahrhaft au«gesuchun Höflichkeit, die ihn fast«och widerwärtiger erscheine» li«ß, vl» seine ftühete Riicksichtslofigkett und Grobheit. Wa» Bernhard wurde gestern aefprmgt. Auf«in« Wiese hinter der Renn- bahn am Mühlmkamo sollte gestern Morgen eine Versammlung von Anhängern der so,>aldemokratisch«n Partei stattfindm. Die T Zeitnehmer hatten stch in einzelnen Trupp» an Oft und S'.elle begeben, wurden ob« von der Polizei, die von ihrem Lorhabm Kenntniß erhalten hatte, gleich bei Beginn ihrer Beraihunqen überrascht und auseinander getrieben. E» fand die Fest- stellung verschiedener Namen statt und auch einzelne Schrift- stücke wurden beschlagnahmt.— Au» K o t t d u» wird dem „Spremb. Anz." gemeldet: Am Sonnabend, den 18. v. M, Abend», wurde d« Vorstand de» Deutschen Manufaktur« Arbeiter- und Ardeiterinnen-Verein», Mitgliedschaft KottbuS, von der vorläufigen amtlichen Schließung de» Verein» durch die hirfize Polizei oerwallung denachricbtiat. Die Schließung erfolgte, wie»«lautet, auf Grund der§§ 8» und 8b foaü§ 16 de» Besetze» vom 11. März 1850. Em« für gestern angesetzte Versammlung mußte deshalb ausfallen. — Von anderer Seite wird noch mttgetheilt, daß beim Vor« fitzenden de» hlefigen Z-veigoeretn» zugleich eine Haussuchung stattfand, bei welcher die VereinZliste und da» Proiokollbuch über die stattgebadtm VneinSoersammlungen beschlagnahmt worden seien. Die Schließung de» hiefigen Z veigvererrS ist jedenfalls im Anschlüsse an die vo: einig« Zeil im benachbarten Sprembng angeordnete Suspendirung der dortigen Filiale er- folgt und scheint nunmebr gegen die übrigm Mitgliedschaften de» Verein» in d«selb«n Weise vorgegangen werden zu sollen. Belgier». In Namur fand zu Anfang Septemd« eine große Lehrer« Versammlung statt, auf der natürlich die Lehrerver« folgungen unter dem klerikalen Regiment viel besprochen wurden. Bei dem Festmahl brachte der Ehren- vorfitzende, d« RatdShrrr Ronvaux, den Trink'pruch auf den König au» mit folgenden Worten:„Im Altertdum rief« die Märtyrer, wenn fie die Arena betraten: Ave Caesar! rno* rituri te salntant I Heil dir, Cäfar I Dich grüßen, die ftnbrn sollen 1 Ich betheure hier den Pattiotiimu» all« Lehrer und Lehrerinnen; ihre Anhänglichkeit an die Dynastie ist nicht ring«, al» die der«sten Märiy:« de» Alterthum». Also, Sire, die belgischen Lehrer, die den wahlhast grausamen An- griffen d« Reaktion und de» Obskurantismus ausgesetzt find. fie grüßen Dich. Site, die Lehrer, die abgesetzt, gemartert und von Deinen Ministern geschlagen worden, wril fie den G- setzen gehorsam waren, fie grüßen Dich. Sire, die Lehrer und Lehrerinnen, die vielleicht zur Vernichtung verurtheilt ffn», weil fte i.i Ehren und Treue den Schwur ve» Patriotismus gehatten haben, fie grüßen Dich. Di« grüßen Dich mtt eirnr Herieniauftichtigteit, die Du niemals in Dein« theokraiischen Umgehung finden wirst, und mtt«wer Hingebuna, die Du unter den Uttramontanen vergeben» suchen wirst Di« Lehrer und Lehrerinnen hegen dm aufrichtigstm Wunsch, daß Deine Regierung und Dein Leben lang« gmug währen möge, u-n die Erinnerung an da» Leid, da» ste überwältigt, wieder ver« oeffen zu machen. Ich trinke auf da» Wohl de» Könift Leopold II. und der lörriglichen Familie!" Jeden Einzels nahm die Versammlung mtt stürmischem Beifall auf, der o Schluß zum wahrm Sturm wurde. Jetzt ist nun der R:vr' vom Proowzialgouoerncur Montpellier seine» Amte»««>' setzt worden,«eil sein Trwkspruch„eine Beschimpfung ß' den König, die Regierung und da» Gesctz" gewesen sei!" Der Lüttichrr Gemeinderath und die dortigen Schöffen bat- telegraphisch Ronvaux ihre Sympathie ausgedrückt. Wzbc schein lich dürften d« Brüssel« und dt« übrigm liberalen©f meinderäthe de» Lande» da» Gleiche thun. Die Brüssels Assoziation der Liberalen erhiett von mehreren Mitattedeln de» Vorschlag, eine allgemeine liberale Manifestation � Ehren Ronvaux'» zu orzanistren. Holla»». Bekanntlich untersagte dn Bürgermeister der Haupt? 5' im Monat Juni in Folge der dortigen Unordnungen so«*'' den Vetkaui al» die u.'.tntgettliche Verbreitung vt" Zeitungen und Drucksachen überhaupt auf öffei � licher Stiaße. Diese Maßregel sollte aber nur eine vorläusl( sein und später durch ein« bezügliche endgiltige Ve:o dnut i «setzt werden. D« Bürgermeister brachte denn auch küljl'" bei dem Stadtrath eine solche ein, welche die VerdreituM aller wie auch gearteten Deucksachm von einer durch ihn od-' in seinem Namen verliehenen Ermächtigung abhängig m«b; Da ab« die Niederlärd« üb«hauvt auf irgend eine o'j fchränkung der Preßfreibeit von jeher äußn schlecht zu sprechen find, wurde die Anordnung von verschied nen Seiten scharf betämpft und al» eine Art Prävmtiozenh hingestellt, welche, je nach dm polttifchm Anfichten* Magistrat», drnützt werden könnte, um ttgend ewe Pari' mundtodt zu machen. Der Büraermeist« suchte nachzuweist' daß dir Verordnung vielmehr bezwecke. Solchen da» 6'", we.k zu legen, welche den Verkauf von Zeitungen u. f. w. nl' al» Vorwand benützm, um Volksversammlungen, bezichuni weise Unordnungen, hrevor zu rufm, wurde aber nichttdi-l weniger genöthigt, die Verordnung ein« vollständigen v- dabei am meiste» bmnruh'gte,«rot d« Umstand, bat' Alle« zu errathea schien, wa» die Verhältnisse der b«'5' Flüchtlinge betraf, und daß er fich daraufhin gewisse �> »raulichkeite« herau»«ahm, die nachgerade fast un«t"0* würben.. E» war w ziemlich spät« Abendstunde desselben W 1 an welchem Hnr Zuliu« Wendeland in d« A «u»« ans ei-e Belohnung von tausend �. der Polizei seine Wahrnehmungen mitgetheilt hatte. die während de» ganze» Tage» fiebernd und trotz aller* v m« Umhüllung«# fröstelnd in ein« Ecke de« Scph<" � f.fse» hatte, war ei» wenig ei«geschlumm«t, und BernV f sah, den Kopf in die Hand gestützt, mtt sorgenvoll v Stirn« am Tische, um die zahlreichm traurige«, kette» zu übttdenkm, welche die nächste» Tage für'g, fich schließe» konnte». Da vernahm« draußen ettien �■ näh« kommeudm Schritt u#d wurde durch«i« J harte, Klopfm aufgeschreckt, welchem auch schon, eh« „h«ei»" rufm konnte, da» Oeffam d« Thür folgte.% Mädchen, welche« währmd ihre« hiesigm AufealhaU«'s dimung besorgt hat», stand anf dn Schwelle. E'- fthr roth im Gefich, und stand allem Anschein»ach der Wirkung eine« hochgradigen Schrecken», brauchte fie nur anzus-hm, um zu erk«««««, daß P � Uebttbringerin ein« Schreck«, botschaft sei««üff«-« i- warf einm rasche», ängfilichm Blick auf Else. und stch überzeugt hall«, daß diese noch schlumma«, trat Mädchen rasch mtgegm und fordnte e, auf, leise zu sp� damit da« Fiäuleiu nicht geweckt werde. „Ach, lieb« Gott, wm» ste nur nicht von Leirtei« geweckt wird, und da« viel unsanfter alS � 'K-A »%%%%,%' »«t ebm IM Vorbeigehe« in dn Küche zuflüstern, d«" gl» Beamten wollte« ihn gar nicht au» dm Auge« less�ß paar Minulm wollt« er ste wohl«och aushalten, ader� könnte« auch nicht« thun."*,«tt« Bernhmd war sehr blaß gewordm. Er war otbetiuna zu unterzieh« n, um die Zustimmung d«S Stadtrath» errnilkm zu können. Der Verlauf und die Verdnitung der Drucksachen u- s. w. auf öffentlicher Strahe stnd jetzt Jedem untersagt,»elchem da» Recht dazu seitens de» Bürgermeisters entzogen wurde. Nutzer dem geht man aber diese» Rechte» nur durch Unterbrechung de» Verkebr» oder Störung der öffentlichen Ordnung, und zwar jede» Mal auf die Dauer«ine» Jahre», oerlustig. Der Sozialdemokrat Geel, welcher de» vorbedachten und überlegten Attentat» angeklagt war, ist zu 8 Jahren®e« fängnitz verurt heilt worden. Frankreich. Datz die ftanzöstschen Radikalen durchau» nicht für ein russisch'französtsche» vündnitz schwärmen, geht au» verschiedenen Pretzäutzerungen hervor. Di«„Justice", da» Organ de» Herrn Clemcr ceau sagt, man könne nicht ohne Aerger die endlose Reihe von Depeschen und Zeitungtau»- zügen lesen, in welchem»da» lächerliche alt« Te» spenst de» franiöstsch-russtschen vündniffe» immer wteder vorkommt".„Fülst Bttmarck", fährt st: fort, Jann e» stch an den Fingern herzählen, welche Betzenken die sranzöstsche Demo« kratie hegt und wie ängstlich und votstchtig unser Minister de» Aeutzern ist. Er weif, datz die französischen Republikaner selbst in ganz andem Lagen, deren Eintreten stch gegenwärtig nicht v-rmuthen lätzt, e» stch noch zwei« und dreimal überlegm würden, ehe st« ein Bünvnitz mit Monarchen«ingingen. Er weitz, datz in den Augen nicht der Republikaner allein, sondern auch der aufrichtig freistnnigen Bürger aller Länder Europa» die Fortdauer der absoluten Monarchie in Rußland da» grotze, da» vornehmst« Hindernitz de» allgemeinen und«ndgllliaen Siege» der oolksthümltchen Vtrtr«tung»tinrichtungen ist, welch' letztere überall die unvirmetdliche Vorrede der grotzen Umge« staltungen auf wirthschaftlichem wie auf gesellschaftlichem flk« biete find. Au» all diesen und anderen Gründen weitz er. wie sehr ihm die mo»ko«itische Tyrannei nützlich ist und wie sehr fie un» Franzosen und Republikanern schadet, die wir, unserem Natlonalaentu» treu, überall Bewegung und Entwicke« lung wünschen. Er weitz et, aber da» thut nicht». Er wird dennoch fortfahren, seine Behauptungen aufzustellen. Ist er nicht der Mitwirkung einer gewiffen Anzahl Maulaffen ficher, die bei un» ebeniall« an da» Bündnitz der Republik mit dem Talgenregiment glauben, die nicht nur daran glauben, sondern deren republikanische» Gewiffen so getrübt ist, datz st««» sogar wünschen'i",, Grotzbritauttie«. In Belfast haben wiederum ernste Ruhestörungen statt« Befunden, die in der Verhaftung zweier Betrunkener ihren Ur« sprung hatten. Bald nach diesem Vorkommnitz rottet« stch eine grotze Menschenmenge zusammen, die eine drohende Haltung einnahm. Raum waren die»rretirten in der Polizeistation in Gewahrsam gebracht, alt auch schon die Menge vi« Station S stürmen begann. I« einem Augenblick waren all« Fenster« eiben zerschmettert, und der Pöbel war nahe daran, die ver« schlossenen Thüren mit Gewalt zu erbrechen, al« die Polizei von ihrer Schutz»äffe Gebrauch machte. Ein« schreckliche Szene folgte. Da» Geheul der wüthenden Menge vermischte fich mit dem Eiöhnen der Verwundeten. Bald langten polizeiliche und militärische Verstärkungen an. mit deren Hilfe e» gelang, die Stratzen zu säubern, wobei ermittelt wurde, datz ein Mann rrschoffen und viele andere Personen schwer verwundet worden. Von letzteren soll eine Frau bereit» ihren Wrmden erlegen sein. Man»«eilte fi». den v«fehl»hader der Gamison. die Friedensrichter und den Bürgermeister von dem Borgefallenen in Renntnitz zu setzen, und von diesen wurden alle Vor« ffchttzmatzregeln gegen eine Erneuerung der Ruhestörungm ge« . U'eber dt« Ruhestörungen in Liverpool werden folgende Einzelnheiten gemeldet: Die Sozialisten, welche in der letzten Zeit eifrig Propaganda sür ivr« Lehren unter den Arbeitslosen gemacht haben, hielten eine Versammlung ad. WMKMZ WMWM vrattische» Resultat die Verhaftung zweier Sozialisten war. Spante»». MU Bezug auf die Revolte in.Spanien erhält die .,Nat..Ztg." folgende Meldungen: Madrid. 2l. September. In Madrid selbst wurden 90 Infanteristen, 60 Ra-allertsten. 2 Offizier«, mehrere Unteroffiziere und Zivilisten, welche stch an der republttanischen Erhebung betheiligten. gefangen genommen. R'chrichicn au» Morata Tajuna bei Madrid kündigt-n an, datz 300 Ravalleristen unter dem Rommando von Gendarmerie. Osfizienn Herren der Stadt seien. Man hörte Gewehrfeuer, greifbar- Gestalt augenomme» hatte, schrea ihr doch für einen Moment seine Faflung und Ttifie«gegenw»rt zu ver« lasse». .Siebt e»«och eine Möglichkeit zur Flucht?" fragte «MlS Ä» wehr benutze« dürfe»?" Wecke« Sie nur da« Fräulein und folge« Sie mir, so w,« Sie da find. Ich will Sie schon führe« 1" Mit blutendem H-rzen leistete Bernhard der»uf- forderung de» Mädchen» Folge.@* war eine Grausamkeit, den wohl'hättge, Schlummer de» Kra-ke» zu störe»; »der die Magd hatte Rech», in wenigem Minute« würde fi« ohnedie« auf eine»och rauher« und grausamer« Art geweckt worden sei«. Mi» verwunderten Blicke» schaute Else umher, al» Bernhard'« Hand fie leise an der Schulter berührte. Vielleicht hatte eben eiu freundlicher Traum liebliche Bilder vor ihr« Seele gezau« bert, den» ihr bleiche« Antlitz hatte eine» beinaht heitere« Autdruck angenommen, und erst al« fi« ihre dürftige Um« grbung«kannte, al« ihr Aua« auf die ungeduldig dastehende Magd fiel, und al» fie die schwere Thräne gewahrt», welche »a Bernhard'» Wimper« hing, kehrte mtt der E,i,n«,«ug ** all die Echreckaisse de, letzien Tage auch der schmerzlich kummervolle Autdruck ihre» hübsche« Gtfidjichen» zurück. «a die Augenblicke merklich kostbar waren, durfte Bernhard »'cht erst daran deuke», sie i» schonende, Weise auf da» Geschehene vorzubnetten. Zu wenige« hastige« Worte« kh«'lte er ihr Alle, mit und ftagle sie. ob fie sich statt ge- »ug fühl«, auf der Stelle eiue Fortsitzung ihrer Flucht zu wage». Bestürzt, ja entsetzt, blickte Else ,« ihm empor, «der al« fi« seine verzweifelte Miene sah. kam«ine wunder« vare Earschlossenhei» und Energie über fie, und fie sprang schnell und elastisch empor, al« wäre ihre ganze Kran!« d"t»ur eine Einbildung gewesen. und e» herrscht« grotze Aufregung. In Sil« wurden von Madrid Truppen abgesandt. Heut« griffen nun die Regie« rungtttuppen die Insurgenten in Morata Tajuna an, tödteten mehrere und nahmen 32 gefangen; der Rest zerstreut« fich. Etwa 150 Ravalleristen wurden auf der Madrider Strotze de- mertt, im Begriff, fich in das Guadarama> Gebirge zu werfen. Die Gefangenen sind«üthend über die Führer der Empörung. Die dynastisch« Preffe verlangt einstimmig ein energische» Vor« gehen gegen die Republikaner. Eine Jnsurgentenschaar soll ihren Rommandanten getödtet und stch vann freiwillig unter« «orfen haben. Au» Aranjuez und Ocana werden wettere Unter« werfungen gemeldet.— Pari», 21. September. Die auf der biestgen spanischm Botschaft bi» gestern Abend eingetroffenen Telegramme de» Minister» de» Aeutzern über den Verlauf der sofort unterdrückten Revolte«ine» Theil» de» Raoallerie- regiment» der Aibuera Lancier» lauten wesentlich ander» al» die bitherigen Depeschen der„Agence Havai". Der offiziellen Verston zufolge hat ein Hauptmann de» in derselben Rasern« mit den Lancier» liegenden Jnfanlerieregiment» vorgestern Abend um 11 Uhr 300 Mann bewogen, mtt ihm die Rasern« zu verlassen. Er ritt mtt denselben nach der Raserne der Dock», um da» dortige Infanterieregiment für die vetheiltgung an dem Pronunziamento zu gewinnen. Auf den Anruf de» Wachtposten» antwortete der Rittmeister mit dem Rufe:„Et leb« die Republik I" worauf die Schildwache Feuer gab und die Rasern« alarmirte, gleichzeitig lam eine zur Verfolgung der Ausständigen abgesandte Schwavron, so datz die Insurgenten zwischen zwei Feuer kämm und mtt Autnahm« von vierzig Mann, die entkamen, sogleich feftgenommm wurden. Dt« vierzig hatten fich aber sämmtlich bi» Nachmtttag» dm Gen« darmm in der Umgegend von Madrid oder in ihrer Raserne gestellt. Bei dem Hauptmann hat man ein Emmnungtdiplom zum Briaadegeneral vom„Präsidenten der Repu« olil", Zorilla, unterzeichnet vorgefundm. Die Att und Weise, wie hier und in London dieser Vorfall gestem durch die„Agence Hava»" zur Veröffentlichung gelangt und an der Börse verwerlhet wordm ist, gestattet mtt vrstimmthett anzu« nehmen, datz, ganz wie vor zwei Jahren in Badajoz, mit diesem Putsche hauptsächlich, wenn nichtl ediglich, ein Börsenkoup bezweckt war. Balk««Iä»der. Wie au» Sofia selbst gemelvet wird, beabfichtigen Rara« welow und Radotlawow stch auf da» russtsche Ronsulat zu be- geben, um wegen der Zurückweisung der vorgestern von der vulaarischen Regierung auf die jüngste Rot« Rutzland» ertheilten Antwort Rücksprach« zu nehmen. Dt« Note Nutz« land» hatte, wie dereit» gemeldet, die Vertagung de» Prozesse» gegm die Urheber de» Stoatsstreiche» vom 21. August verlangt. In der Antwortnote der bulgarischen Regierung wurde dem Bedauern darüber Ausdruck gegeben, datz Rutzland auf Grund unrichtiger Mittheilungm seine Forderungen gestellt Hab«: die russtsche Note sei geeignet, Beunruhigung hervor« zurufm. In der bulgarischen Note wurde sodann noch erklärt, datz der in Rede stehende Prozetz nicht vor der Ankunft de» General» Rauldar» stattfinden werde.— Da» Dekret, durch welche» die grrtz« Nationalversammlung auf den 10. Oktober einberufen wird, ist unterzeichnet worden.— Die bulgarische Regierung hat die demnächstige Aushebung de» Belagerung»« zustande» beschlrffm. «sie». In England lommt man jetzt angestcht» der russtsche» Uebergriffi wieder öfter auf den längst besprochenen Vorschlag einer Eisenbahn entlang de» Euphrat-Tbale» und der Ufer de» Perfischen Golfe» zurück. Vor drei Jahrm sagte Graf Saliibmy darüber im Unterhause:„Der Umstand, datz diese» Vorhaben stch grotzer Beltebthett erfreut und be« deutende Aufmettsamkett erregt hat, ist nm eine» der vielm Anzeichen, welch« Ihrer Majestät Regierung veranlaffm sollten, dleVerbtndungzwischendemJndischenOzean und dem Mittelmeere al» ein« der wichligsten Tage»- fragen zu detrachtm. Da» ist»ine Sache, in welcher die Re« gierung vor der Nation eine grotze Verantwortlichkeit tragm wird, wenn fie nicht sehr bald eine bestimmt« Polittk in dieser Frage verfolgt— eine Poltttk, an der fie unentwegt festhält, und die den Gefühlen de» Lande» entspricht." E» ist damals Niemand diesen Au»führungm SalUbmy'» entgegengetreten. Von Lord Hartington zumal weitz man, datz er, der die in« dtschrn Zustände genauer zu studtren Gelegenheit gehabt hat, allerding» in Rleinafien englische Interessen erkennt und daher dem Plane der Euphrat- Thaldahn günstig g-finnt ist. Jetzt ist Salisbmy an der Regierung. Wird er sein eigene» frü« her«» Verlangen erfüllen, so lange ei roch Zeit ist? E» dedürft« freilich»ur Ausführung auch der Rücklehr zu der alten, «bemal» von Liberalen wie von Torte» gepflegten guten Be« ziehungen zu der Pforte, durch deren Gebiet eine Bahn geleitet werden soll, von«elcher Enaland im Nothfalle arotzrn kriege- rilchen Stutzen zöge. Eine Entfernung von 1000(englischen) Meilen würde durch Herstellung der Bahn umgangen. Statt in 20 Togen hätte man Postsendungen au» Indien in 10 Tagen in London. Truppen könnten au» England nach „Ich»erd« Alle« thu«, wa» Du verlangst,«ein Freund," rief fie au«, seine» Arm ergreifend.«Ciffiuh oäoor bssahtt» kann, zu meinem Vater zurückkehren zu müsse« I Latz Dich nicht dnrch irgend eine Rückstcht auf mich bestim- inenl Wohin Du mich auch führe» magst, ich werde Dir überallhin mit freudigem Herzen folge« 1" „Ab« Deine Gesundheit. Else? Wirst Du statt genug sein, diese« aufregenden und vielleicht gefahrvolle« Weg mtt mir zu unternehme»?" .Ich werde e» versuche« I" war die Antmott de« jungen Mädchen«.»Aber ich hoffe, de, Himmel wird mir Kraft genug verleihe». Handelt«» fich doch um meiae Zukuuft, um mein ganzes Lebentglück l" Bernhard wollte noch in aller Eile wenigfle«« die un« entbehrlichsten von ihre» spärlichen Habseligkeiten zusammen« raffe«. Aber die Dienstmagd verhinderte ihn daran, indem fie auf« Neu« zur Elle mahnte. „Wenn Sie«ine Ursache haben, vor der Polizei zu retirire», so lasse« Sie»ur diese Kleinigkeiten da getrost im Stich I Wir werden schon ewe Gelegenhett finde«, fie Ihnen wieder znkomme» zu lassen. Wen« Sie jetzt aber noch länger zögern, so ist Alle« verloren; den» ich mützte mich sehr täuschen, wenn fie fich nicht schon anschickte», die Vorder« tnppe herauf zu kommen I" So beschränkt« fich denn Bernhard darauf, in aller Eile seinen Neberrock über die Schulter« zu werfe» und Else'« zarte Gestalt in«ine» wärmende« Mantel zu hülle». (Fortsetzung folgt.) tns Kunst»nd leiten. eloziped« im Dienste der Feuerwehr. Schon «est aeraumer Zeit werden dretlädrige VelozipedZ in London als ralche» und verbältnitzmätzig billige» Beförderung»««»»! NxMSZVÄjSÄ-ÄW Kuradschi in 14 Tagen aesandt werden, und England wäre gegenüber eine» von Nordwesten her nach Indien vordringen« den Feinde in bedeutendem Vortheil, indem stch ein Angriff gegen denselben von der Flanke und im Rücken au»sühren lt-tze. Die Kosten der Bahn berechnet man auf 6000000 Pfund Sterling, für England wahrlich ein« höchst unbedeutend« Autgabe. Afrika, Amtlicher Mtttbeilung zufolge hat der Kongo staat» welcher seit dem 1. Januar d. I. der allgemeinen Postunion angehört, nun auch seinen Beitritt zu dem am 21. März d. I. abgeschlossenen Zusatzartikel erklärt, welcher von dem Liffaboner Uedereinkommen handelt. Amerika. Die„N. H.-Ztg." schreibt: Sine bemerkmtwerthe und in« teressante Erscheinung ist die gegenwärtig in einigen Theilm der V-reiniaten Staatmunterden arbeitenden Klassen im Gange befindttche Bewegung, welche darauf ab, iett, stch al» politische Partei astio an dm diesjährigen Rongretz-, Staat»« und Muniz, palwahlen zu tetheiligm.«i haben stch zu diesem Zwecke z. B. in Chilago, Portland. Hartford und Newhaven, und an anderm Octm die Arbeit« r organistrt und Randidatm nominttt. welch« sie in dm Herbstwablen zu erwählen hoffm. Selbst die Sozialdemokraten rührm fich, um ihren Einfluß bei den Wahlen gellend zu machen und dieselben haben de« schloffen, Mitte diese» Mona!» eine Ronvmtton in Audom ab« zuhalttn. um zu beralhm. in welcher Weise fie stch an der Wahlkampagne beteiligen sollen. In der Stadt N e« y o r k haben die zahlreichen, unter dem Namen„Central Labor Union" vereinigtm GewerkschastSvereine und Zweigvereine de» Dtben« der„Rnight» of Labor" bereit»«ine permanente polt« tische Organisation gebildet, deren Ausgabe e» sein soll, dahin zu wirken, daß au» ihrer Mitte Leute zu den Munizipal-, Staats» und Bundesämtern gewählt«erden. Diese neue po« Itttsche Organisation, welche fich von dm verschiedenen polttl' schm Parlcisraklionen in Newyark gänzlich emanziptren will, hat, wie jede andere politische Partei, auch bereit« eine Platt« sonn aufgestellt, d. h. eine Prinzipienerklärung vom Stapel ge« lasten. So werden In der betreffenden Prinztpienerllärung neben der Einführung eine» achtstündigen Normalarbeit»« t a g««, dem Verbot der Rinderardeit in Fabrikm. der Verftaatlichung der Eisenbahn« und Telearaphenlinien. da» Verbot der Spekulatwn in Siahrungsmllteln, gleiche «ezahlung der Männer« und Frauenarbeit, alleinige Emisston von Papiergeld feiten« der Bundesregie« rung und Widerruf der Gesetze, durch welche da» Boy« cottverkahren für illegal erklärt wird u.l.«. gefordert. Au» Newyork wird gemeldet, datz die Einwanderung»« Rommistaie beschlossen haben, 70 mittellose rumänische Juden. welche mtt dem Dampfschiffe„Ezypl" von Ltoerpool an«. kommen waten, zurückzuschicken. Gericht»- Jeittmg. LaudetverrathS-Proz-b Earauw und ket««ade. «, w» � Leipzig, dm 21. September 1886. Der in der ersten Hälfte de» Monat Februar d. I. vor dem vereinigtm zweitm und drttten Strafsenat de» R-ichsge« rtcht« stattgehabte Landetverrathi-Projetz wider dm dänischen RapttSn a. D v. Sarauw und den Schriftsteller Röttger hatte auch hmte vor dem Forum der zwettm Strafkammer deS hie« figen Röniglichen Landgericht« ein Nachspiel. Angeklagt warm auf Grund der ZZ 17 und 18 de» Preßgesetze» der Redasteur de»„Leipziger Tage». Anzeiger", Max Gärtner, der Verleger de» zu Chemnitz erscheinendm„Sächfischen Landetanz-tger". Max Wied«, der Redakteur deffelben Blattei, Wilhelm Götze, der Redakteur de»„Zwickauer Tageblatt", August Springer. und der Journalist Hugo Friedländer(Berlin) und zwar wegm eine« über den Beginn jener Verhandlung in den ge« nannten Blättern erschienm Berichte», in dem angeblich Mit« theilungm au» der AnNageschrift wider Sarau« und Genoffen enthalten warm. Den S«llniß geht nicht«etter als dahin, daß der Stein bruchsbefitzer oder» Pächter das Dynamtt den Ardettem zum Zwecke der Arbeit überlaffm darf. Wenn der Befitzer duldet, daß die Arbetter das Dynamtt mtt nach Hause nehmen, da in gefährlicher Weise aufbewahrm und frei darüber verfügen, so ist es klar, daß dies etwas ganz anderes ist, als die Kon« zessson gestattet, mtthin ist bei Krabbe» ein selbstständiger Be« fitz anzunehmm, der geeignet ist, unter§9 zu fallen. Die ftaalsanwaltliche Reoifion dagegen halt« ich für begründet. Da« Gericht hat angenommen, es müßte eine allgemeine ve- stimmung der Polizei übertreten sein. Eine solche Unterschei- düng zwischen behördlichen Bestimmungen ist aber rein will- kürlich. Dai Gesetz soll jeden G-drauch und Lefitz von Spreng« stoffen ganz bestimmt polizeilich regeln und ohne polizeiliche Gestattung einen solchm Lefitz überhaupt nicht zulassen. Daß nicht dlos allgemeine, sondem auch besonder« Anordnungen getroffen werden müssen, ist klar. Die Handlung des Ange« klagten war im Eröffnungideschluß nicht spezialisttt, das Ge« richt muß aber beurtheilen, ob dieselbe unter diesen oder jmm rechtlichen Gefichtspuntt fällt.— Das Reichsgericht verwarf dm Anttägm des Reichsanwaltes gemäß die Reoifion des Krabbe» und hob da» Uttheil, sowett es sich auf die Frei- sprechung Stoye» bezieht, auf. Koziales m» Arbeiterbewegung, Aus Irland. Die Exmisfionen der Pächter wegen Nichtzahlung der Pacht habm überband gmommm. In dem Halbjahr vom Januar bis Juni 1886 wurden exmittlrt: In der Provinz Ulster(Norbirlard) 474 Familim mit 2151 Personen: in der Provinz Leinster(Ostirland) 229 Familim mtt 1180 Personen; in der Provinz Munster(Südttland) 569 Famttim mit 3203 Personen f in der Provinz Connaught (Westirland) 736 Familim mtt 8863 Personm; in ganz Irland also 2007 Familien mit 10397 Personm. Davon ist etwa die Hälfte als sogmannte„caretabere"(Verwatter) vor- läufig auf der Pachtung belasten«orven, bis dieselbe and-r- weit verpachtet ist; die anderen find einfach auf die Straß« gesetzt worden. Für den Winter erwartet man— nach der „Voss. Ztg.", der wir hier folam—»in« bedeutende Steigerung dieser unheilvollm Vorgänge. Denn unheilvoll in höch« stem Grade für die Ruhe des ganzen Landes ist die Wirkung der Exmissionen. Die irischen Pachter hadm sich längst mt- wöhnt, eine Exmission wegin Nichtzahlung der Pacht als«ine Schicksalsfügung ruhig hinzunehmen. Sie bettachtm stch als die eigentlichm Herren des Grund und Boden», dmen ein ungerechter hoher Tribut von dm Großgrunddesttzem abverlangt wird, und setzen stck deshalb gegen jedm Versuch, sie von Haus und Hof zu vertreiben, er« bittert zur Wehr. Wie es dabei hergeht, davon kann man stch in Ländern mtt friedlichen Agrarzuständen kaum eine Vorstellung machen. In diesem Sommer war z. B. in dem GuiZdezirk Woodford in der westirischen Grafschaft Galwoy, der dem Marquis von Elanricarde gehört, ein förm« liches Heer von Polizeisoldatm, 1000 Mann an der Zahl, unter Führung zweier Friedensrichter, zweier Graftchaftspolizei- Inspektoren und von acht Bezirkspolizei-Jnspevorm zur Durchführung der Exmisfionen erforderlich. Nach einem Bericht der„Daily Nervs" bewerkstelligten sie derm durchschnittlich je eine täglteb, so oerzweiftll war der Widerstand, der von dm Pächtern mtt Unterstützung ihrer in großer Zahl erscheinenden Nachbarn geleistet wurde. In einem Hause, beißt es in dem Berichte, brauchten die Exekutorgehilfm(die sogenanntm ernergency rnen) drei Stunden, um einen Eingang zu erzwingen. Während dllser ganzen Zeit schüttetm die Verthei« big« im Hause und auf dem Dache lochenvi» Waffer und Kalk über sie aus und dewarfm ste mit Schieferstückm. Die Exekutorgehilfm zogm wiederholt die Revolver, und wurden nur mit Mühe durch die ihnm zum Schutze mitgegebenen Polizeisoldatm von denn Gebrauch abgehalten. Nachdem in der ersten Farm schließlich die Exmission gelungen war, zog die Truppe nach Zurücklaffung der erforderlichm Besatzung». Mannschaft nach dem drei englische Meilen entfernten O.te Drumin, um auch dort die gewaltsame Austreibung durchzuführen; so«bittert war indeß der Widerstand, daß der Versuch aufgegebm werden mußte. Zur Kennzeichnung der«oderum Cpekulatto». Vor etnigm Monaten wurde es ruchbar, daß im österreichisch« ungarischm Heere das Repetirgewehr eingeführt werdm sollte. In der Annahme, daß mtt der Herstellung defietbm die Werndl'sch« Waffmfabrif. Gesellschaft w Steyr beauftragt»er« den»ü»d«, stiegen die Aktien derselben(30 000 zu je 100 fl.) von 145 auf 165. Nun, da mtt Bestiir.mtheit die Einführung des Repetirgewehr» in Aussicht steht, hat sich die Börsen« spekulation beeilt, dieses Geschäft bereit« zu eskomptirm. Es handelt sich um die Anfertigung von 1 Million Gewehre zu je 33 Ve— 35 fl. das Stück, also um ein Geschäft von 35 Mill. Gulden. Alsbald trieb die Spekulation mit der Versicherung, das Kriegsministerium habe mit der Werndl'ichm Wafienfavlik bereit» einm Vorvertrag abgeschloffm, die Aktien derselben von 165 auf 195, so daß diese Aktien um etwa IKMill.(rtsc 3 Mill, Mar!) im Werthe Siegen. Natürlich ist auch diese kolossale Steigerung der mte nur eine Frucht des„Fleißes und der Sparsamkeit' der glücklichm Rentmbezieher. Die russische Metallindustrie i« Uralgebiete durch« schreitet gegenwärtig eine K r i s i», wie ste nach dm Verficht« rungm russischer Blätter seit dem Jahre 1848 nicht dagewesen ist. Sine ganze Anzahl Werke hat geschloffm werdm müffen; überall klagt man über den Mangel an Betrtedskapttal; selbst die größten Etabliffemmts könnm nicht mehr regelmäßig die Wochenlöhne zahlm, und die Betriedsbeamtm erwarten fett Monaten ihr« rückständigen Gehalte. Um stch zu helfen, zahl! man schon vielfach dm Arbeitern mtt Waarm, oder giedt ihnen Anweisungen auf Monate hinaus. Die Eisen« und Blech« preise fallen unaufhörlich, so daß die Einnahmen der Fabriken um ein ganz vedeutmdes gesunken sind. In Nischnij« Nowgorod liegen fett der 1884« Messe noch gewaltige Vorräthe von Eisen, die kein« Abnehmer findm. Von den Hüttm könnm gegenwärtig nur noch die Stand hatten, die stch all« Fortschritte des modernen Betried» zugeeignet haben oder staatlich« Beihilfe genießen. Am schlimmsten find die Zustände im Gouvernement Kasan, wo 47 Hütten innerhalb 14 Tagen geschloffm worden find und andere dm größten Thetl de» Arbeiter habm mtlohnm müffm. Trotz der deutsche««trthschastsreson» und ihrer so bochg'pliesttrm Wtttungen geht es besonder» der«eflfälischm Eisenindustrie herzlich schlecht. So habm die in der Bürger« meisteret Haßlinghausm(Kreis Hagm) belegenm Hochöfen und Eisenstein,«chrn sett dem Jah>« 1878, wo ste noch ca. 2140 Ar« beiter beschästigim, bis jetzt 1600 Arbetter entlassen, so daß nm noch die klein« Zahl von 540 Ardettem dort thätig ist. Man hofft dmch die Herstellung einer Zweigeismbahn die Zu« stände wieder zu verbessern; mag die» für kurze Zeit und in geringem Grade auch gelingen— die Ursachen des raptdm Verfalls der dortigm Industrie liegen tiefer, ste find nur die weitfichtbaren Auswüchse unserer allgemeinen wirthschastlichm Lage, unserer regellosen Produttion.. t i Wie man an de« Staatsbabnen bezahlt, dafür führt S„Schief. Volktztg."«in gute» Beispiel von der„Rechten er-Ufer- Eisenbahn" an. E» heißt da:„Dm Lotomotio« beamtm ist ftüher außer ihrem Gehalt auch eine Snlschadigung in Form vm Stunden« oder Kilometergeldern gewährt worden. Unter der Privatverwallung erbleltm die Lokomotiv« und Zugführer der Rechte Oder-Ufer-Eisenbahn pro Fahrstunde 20 Pf., Heizer und Schaffner aber 10 Pst, außerdem für jede Unterbrechung über 3, über 6 und über 10 Stunden reglemmls« mäßige Entschädigung. Gleich nach der Verstaatlichung«ur« dm diese Stundengelder in Kilometergelder umgewandelt, auch hörte die Entschädigung bei der Reserve, welch« dem Lokomotio» führ« 10 Pf., dem Heizer 5 Pf. pro Stunbe eintrug, auf. Hierdurch erwuchs gerade dm ällerm Beamtm ein nicht uner» heblicher Verlust, jedoch vertrösteten stch all« damit, daß bei einer späterm Regelung und der etatsmäßigm Anstellung diese Verlust« berückfichtigt würden. Doch auch hier trat das Gegentheil ein. Wir wollen dies an folgendem Fall klar machen. Im Privaidtmst hatte ein Beamter, welcher über 25 Jahre dient, 1600 M. Gehalt, 180 M. Wohnungsgeld« zuschuß, freie Uniform, freie Fabrt für seine Angehörigm und bei straffreier Dienstzeit 100 M. Weihnachtk'R'muneration. Etatsmäßig im Staatsdimst wurde derlelbe mtt 1800 M. Ge« hall und dem ortsüblichen Servis angestellt, alle übrigen Ver« günstigungen kamen in Wegfall,»ehnlich, mitunter nah schlechter kamen jüngere Beamte weg, mtt wenigen Ausnahmen, und gerade infolge dieser Ausnahmen fühlten stch Beamte, welche stch keine» Vergehen» bewußt waren, veranlaßt, bei der Behörde vorstellig zu werden und um Aufklärung zu bitten, warum die jüngeren Beamten im Gehalt zurückgesetzt wären, da ste stch doch nicht» zu schulden kommm ließen. Die Ant« «ort lautete, ste st»d nicht geschädigt, indem ihre früheren Ein« nahmm auch nicht höher warm, rtllem Anschein nach müffen derartiger Gesuche zu viele einaegangm sein, denn die Behörde hat fich plötzlich veranlaßt gesehen, allen Beamtm dieser Klasse, welche über 1200 M. Gehalt haben, folgmdes Schreiben zukommen zu lassen: Breslau, den 30. August 1886. Königl. Stsenbabw Betriebs- Amt Breslau- Tarnowitz. Unsere Verfügung vom 20. April c. Nc C. 335% betreffend die Erhöhung Ihre? Gehalies auf 1700 Mark,, wird hierdurch aufgehoben, da Ihnm mtt Rückflcht auf Ihre Anzimnttät eine Gehaltserhöhung noch nicht zusteht.— Sie erhalten demnach vom 1. April c. ad da» frühere Gehalt von 1600 M. weiter gezahlt. Der Ihnm für die Zeit vom 1. April c. bis ultimo September c. zu viel gezahlte Betrag wird in zwei Ratm am 1. Oktober c. und 1. Januar f. I. seitens der königl. Eismbahn-LettiebSkaffe von Ihn« wieder eingezogen«erden. Raumann. Vergangene» Jahr um dieselbe Zett«urdm uns die Be- träge für die von der Prlvatvermaltung a« lieferten und zum 1. April 1885 noch nickt ausgetragenm Uniformen abgezogen und jetzt wieder diese Uederraschung I Und dann sollen dl« Beamten„verufsfreubigkett" habm!— Und, fügen wir hinzu, für die heutigm Verstaatlichungen schwärmm Leute wie Prof. Ad. Wagner, meil ste für ote StaaiSarbeiter eine Lohn« erhöhung errnartm und im Gefolge davon eine a l l g e« meine Lohnfteigerung. Sind ste auch heute von dieser sonderbarm Schwärmerei noch nicht kurirt? Jnuungsanmaßungen. Die BSckelinnung in Koblenz fordert, nach der„Fnis. Ztg.", im Jnseratmtheil der„Koblenzer Ztg." die Eltern und Vormünder auf, ihre Pflegedefohlen« nur bei Jnnungsweistern in die Lehre zu gebm, da dieselbe« sonst vor Nachtheilen nicht zu schützm find. Als ein solcher Nachtheil wird hervorgehobm, daß es dm JnnungsmeisteM »ur Pflicht gemacht sei, nur solche Gesellen in Arbeit 1* nehmen, die mtt dm Verbandspapieren vnsehm find.— Wer lrtztens dm Jnnungsmeistem„zur Pflicht gemacht", hütet st» das Inserat anzudeu'en. Die Eltern müffm nach demselben alauden, daß eine obrigkeitliche Bestimmung vorUegt, während Innungen und Jnnunosverdände als solche keinerlei©efufin'f haben, den Jnnungsmeistem zu defehlm, nm Gesellen mit Verdandspavinen m Arbeit zu nehmen.— Sin wetterer Fw wird aus Görlitz berichtet. Der Vorstand der vereinigten Arbeitgeber des Maurer- und Zimmerergewerks in Görlitz will nämlich dm dortigm Gesellm der beiden G.wnke ein«Ar» b e i t s b u ch" ausdürdm, deffm Zweck dmch dm ersten Pat°? graphen, welchen dasselbe enthält, genugsam qekennzeichntt wird. Dieser Paragraph lautet folgendermaßen:„Unterzeichnet«» Geselle verzichtet hierdurch ausdrücklich jede Kündigungsfrist jedem Arbettgeber gegenüber, bei welchem er auf Grund dieses Luches in Arbett steht', v et' pflichtet sich dagegen seinerseits, dem Arbei' aeber eine Woche vor seinem deab sichtigltN Austritte zu kündigen." Bezeichnend ist, daß Arbeitsbuch, das ein« so rigorose Bestimmung enthält und b>' Rechtsgleichhett zwischen Unternehmern und Arbeit«« o# Empfindlichste zu Gunsten der ersterm verletzt, auch hier „Jnnungsmeistem ausgeht. Die Mamer- und Zimmergese»"' wollen sich aber nicht dazu verstehen, fich das famose Arbei»' buch aufokttoyiren zu lassm. Sie habm eine Versammlung gehalten, in der beschlossen wurde:„auf leinen Fall die »en vereinigten Arbeitgebern des Maurer- und Zimmergewe»? »u Görlitz ausgegebenen Zensur oder Gefindebücher, genan«? Arbltttdücher, anzuerkennen; sämmtliche Anwesende verpfli»'� fich, auf keinen Fall die, e Bücher ,u unier'chreiben." geht« der Arbettgeber ist um so unkluger, als sett dem Streik noch eine große Verbitte rung unter dm Gesellen bertt» Da»„Arbettsbuch" wird gewiß dazu beitrogen, dies« 25 bttterung noch zu steig««. � Die streikenden Sias arbeite? de» Ctemenssche« ML t« Dresde« hatten nach dm„Dresdener Nachr." Mitte ooW, Woche eine Deputation zu Herrn Siemens geschickt unb � tragen lassm, ob derselbe geneigt wäre, mtt vm feierndM � deitem dehuf» Wiederaufnahme der Arbett zu dm aftefl ict dingungen in Unterhandlung zu tretm. Herr Siemen» vermischtes. Ei« Duell mit töbtlichem Ausgang. Aus«od Panama wir» von einem Ptstolenduell berichtet, welch» dortige Einwohner mit einander au, fochten. Zwei Sckuß dm»wischen dm beidm Gegnem gewechselt, worauf die b SekundaRtm erklärten. der„Ehre" sei Genüge ges-bei" «rbl keiner der Duellanten verletzt worden, und dock lo Todt« auf dem Platze. Wenn auch die beidm% M l ka tr mtin �onkurrmt ße8enü� MWsWS «oenern„uomaTI"», wn www vu»\ji tfoun VVN ppct__■_ Beilage zum Berliner Bolksblatt. »r. S2S Donnerstag, den 33 September 1886« HL Intzr», Um NatNsorslhnKiwgnß. 1. Die Magenfraae in der naturwissensch oft« lichen Ausstellung. Ä-gensärttg tagt in verlin die olljährliche Vctsatirnlung deutsch-r N itursoricher und Aerzte. Eß ist det dteker Belegen- h-it eine F»mauistellung veranstaltet worden. Natürlich hat ein grot-r Tveil verselden nur für enge Gelehr'eolieis« Jäter- est-; in einem Zimmer deS XuSstellungSaeväudeS ist oder ein Grgenitm d venretm, der für weitere jcreise verständlich ist Ei bist en stch dort eine Anzahl von Nährmitteln für Magen- tranl-, R lonoaleS�nten und Kinder. Ihre veieulurg wird mittel« tirtt»leinen Erläuterung de» VrrdauungSvorgangr« «rlanvt-erven. Di. R.h'ung»«ittel, welche in den menschlichen Körper eingehen,«- lhalten arw'ffe Gruppen von etoffen, auf derrn Vorhandenlern ihre Wirkung für die Erhaltung und den Auf. dau de» Kö per« beruht. E» find die» zurächst Stoff- au» der sogrnannten Gruppe der Kohlenhydrate, sdisondtl« al» Stärke und Zucker auttretend), dann Jett» und schließlich Stvetß körper, wi« da« eigentlich« Eiweiß der Eier, der Käseftoff der Vtilch, da» Fleisch— au» dem PflanMreiche die neben der Stä'ke in den Betretdekömern und Hülsenfrüchten aufge- fpetcherten ktrffe von der Beschaffenheit de» Kleber» im Weizen, (dem Schuster bekannt a!»„Popp") und de» Käsestoffe» in den Erbsen und Linsen, welcher beim Kaltwerden eine» Gericht»» davon die Haut bildet, gerade wie auf d-r Milch. Die Strlffe dieser drei Gruppen bilden in der Nahrung die Haupimostm. Außerdem erhalten die Nahrung»» msttel al» wichtige Bestandtheile, aber in geringer Menge, einige mineralische Salz«, z. L. PhoSphorsäureverdindungen zum Au'dau der Knochen. S eht man von dem Zucker ab, so find die nährenden Grundlagen der Nahrung in der Form, wie fie in den Speisen mit anderen nicht nährenden und nicht verdaulichen Stoffen vermengt vorkommen, ohne weitere» nicht von der Beschaffenheit, welche ehre«ufnahme in den Körper ermöglicht. Wenn, um den Fall zu vereinfachen, ein Löffel voll Stärke genoffen wird, fo gelangt er durch die Spetwöhre w den Magen, von da in den Darm, aber e» ist keine Möglichkett, daß er al» Stärkt in die Säfte de» Körper», in da» Blut, u»ergehen kann. Um durch die Darmwand hindurchzudringen, muß die Stärke gelöst werden, et geschieht diese» auch durch den Einfluß de» Sperchel« und einer ähnlich wirkenden Absonderung eine« Organe», Bauchspeicheldrüse genannt, welche kurz hinter dem Magen in den Darm einfließt. Die Stärke wird durch diese müifigkriten lö lich gemacht und durch die Darmrvände in den Körper üdergeiührt. Genau so verhält e» stch mit den Eiweiß» körpern. Fleisch(Muikelfaser) ist, noch so sein gekaut, nicht tahig, durch vir Darmwand zu dringen. Gelangt daffelbe aber »n den Magen, so wirkt ein saurer Satt darauf ein, dieser «ithält einen Sioff den die Chemiker Pepsin nennen(man »ionte da» Wort mit VerdauungSmiitel übersetzen). Dstser in saurer Lösung bat die merkwürdige Fähigkeit, Fleisch, 7/�bllupi teste E w-ißstoffe B. Käse, den ähnttchen Bestand' stMl der Hülsenfrüchte und Betretdelörner) bei der Wärme de» .Körper» autzulösen. Der gelöste neue Körper, P,p!on genannt, tst säbig. durch die Darmwand zu dringen, er ist da« eigent» «che Nah ung»mtttel, da» mir brauchen. � �, . Die hier angedeuteten Verdaungtoorgänae find jedoch nur bei dem gesunden Erwachsenen möglrch, in sehr vielen Fällen «on Magen, und Darmkcankheiten, ebenso in der frühesten Kindheit können fie nicht stattfinden. Der Nährsteff der frühesten Kindheit ist die Muttermilch. Aber in vielen Fällm ist heute da» Kind nicht in der glück- lichen Loge, MuLer milch genießen zu können. Die Thiermilch, welche al» Ersatz dafür gegeben wird, hat aber erheblich andere Eigenschaften. Ein«'genstand der naturwiffen schaftlichen Aulstellung giebt eine fichtbare Darstellung davon. Et find zwei röhrenförmige Bläser neben einander auf- gestellt, in jede» Gla» hat man 1 Kubilzentim-ter Milch je» geben, in da» erste Kuhmilch, in da« zweite Muttermilch. Der wichtigste Nährstoff der Milch ist Kasein, Käseftoff. Ii jedem warmen Sommer macht e» stch unangenehm demirkdar, wenn die Milch sauer wird, dabei sällt der ursprünglich gelöste Eiweiß- GW Zievesopfer. Erzählung von Georg Keben. Nachdruck verboteul. (wCv'Ud»/ Diese Botschaft war ein harter Schlag für un» Beide, Ich hatte mich mit der stillen Hoffnung genährt,«ich be freiem Schulgeld durch da« Gymnasium durchzuschlage» und wein Vater hatte«ich in dieser Hoffnung bestärkt. Ich "war ja der Erbe seine« Ehrgeize», wie er lächelnd zusagen Pflegte. Ein Stipendiu« für da» Gymnasiu« hätte ich wahrscheinlich erhalten, aber zehn Thaler«onatlrch für den Vater— da» war umnöglich 1 Ich weinte heiße Thränen liber«ein verfehlte» Leben, die ich aber«einen Vater Nicht«erkm ließ. Der«achte e» ebenso und so sprachen wir einige Tage„nur wenig«it einander. Mein Vater war ganz versti«mt. Er rauchte nicht mehr, ja er vernach- lässigte sogar seinen Verein, so daß der Vorstand einmal theUnehmend anfrug, ob er krank sei. Endlich kam mein letzter Schultag. Der Rector war außer sich, al» ich ihm«einen Zukunst»plan eröffnete. Er donnerte au» zornigem Herzen gegen die elende Welt, in der da» Geld den Geist unterjocht. Dann entließ er mich »hne besonderen AbschiedSgruß. Wer deschreibt mein Erstaunen, al» der Rector spät «send» in unsere Dachstube trat. „Herr Rolfs«", begann er ohne Einleitung,„ich komme Are» Sohne» wegen. Wissen Sie, daß Werner seltene «egabung hat?"- Mein Veter nickte stumm und trübselig mit de« Kopf. „Gut, au» d-m Jungen soll etwa» werden. Ich über- nehme e«, ihn bi« zu seine« Doctor zu bringen." Mein Herz pochte laut auf vor Entzücken. „Sie sind sehr freundlich," antwortete«ein Vater, ZT" wa« soll ich inzwischen beginnen. Ueberzeugen Sie # s'lbst von«einen Verhältnissen.' w..-Weiß schon!" sagte der Rector kurz und schob den den«ein Vater ihm hinreichte, bei Seite. lö per al» weiße klumpige Masse nitder, in Folg« der Eni» ftebung von Säure in der Milch. Diese» N'ederfallm ersolgt auch det Zusatz irgend einer Säure(j. B. Salzsäure, Esst») «ur frischen Milch und tst in dem ersten Glase bewirk worden. An Boben diese» Glase» ist eine mehr al» zentimeterhohe weiße Schicht von unlöslich gewo-denem Kaiestoff, der au» der mit Waffer verdünnten Kubmilch stch niedergeschlagen hat. Ran kann von diesem Niederschlag auf den Kluwpm von Quarck(weißen Käse) schließen, welcher nach dem Genuffi von Kuhmilch in dem Magen durch den sauren Saft daselbst entsteht. In zwei.rn Glase daneben ist dteseld« Menge Mutter» milch genau ebenso dehandelt, r» zeigt stch nur eine Spur von Niederschlag am Boden. Die Muttermilch enthält sehr wenig Eiwetßsioff, welcher durch Säure gefällt wir». Zu diesen zwei Gläsern ist ein dritte» gestellt, darin best idet stch ein Kunstprodutt, nämlich Kuhmilch, welch« durch Behandlung mit einem BerdauungSmttiel so verändert«ordern ist, daß beim Zusatz von Säure kein Riederschlag erfolgt. Da» Ansehen der dritten Röhre in Bezug auf unlöslich gewordene» Kasein gleicht fast ganz dem der zweiten. Die geschilderte Vorführung ist da» Werk einer Berliner Fabrik von„künstlicher Muttermilch", eine» Fabrikate», welche» schon von einer großen Anzahl von«erzten für die Ernährung der Kinder verordnet wird. Der V artheil solcher Ernährung leuchtet ein. Da» Kind, da» zu früh-eitig gewöhnliche Kuh milch trinkt, dekommt eine feste Mäste in den Magen, die ent» weder schwer oder gar nicht gelöst(„verdaut") wird, so daß fie geradezu wirkt wi« eine Handvoll weichgelochter Sägeszähne; durch die künstliche Muttermilch wird da» zarte Organ fast gar nicht belastet In ähnlicher Weise, wie die naturwissenschaftliche Er» kenntniß ein geeignete» Nahrung«mittel für Kinder au» Kuh milch geschaff-n bat, ist tn einem anderen Falle für ein etwa» späiere» KtndeSalter oder al» Beigade zur Ernährung ein neue» Kindermehl erzeugt worden. In düsem Kindermehl ist mit der Siärke da« vorgenommen worden, wo» in der Kuhmilch an dem Käscstoff geschah. Die Stärle ist tn lösliche Form maßen außerhalb de» Kö'per» netfeaut.______ gewiesen, daß in dem jüngsten Kindekalter die Adsonderung von stärleverdauenden Fiasfi.!keitin noch nicht oder in äußerst geringem Maße erfolgt. Die Eiweißlörper de» Mehl»(Werzen) find im gewöhnlichen Zustand. Dasselbe ist also— die übriien M-Hle z. B. N-stle'» noch mehr— bei weitem nicht so schätzbar we die Milch. Auch für Erwachsene, denen die V-rdauung gestört ist, bat die Wiffen'chaft gesorgt. Einige deutsch- südamerikanische Firmen, welche ihre Ergedniffe gekauft haben, stellen„Peptone" au», dunkele, roihbraune dicke Masten, vom äußeren Ansehen etwa d-» bekannten L-ebig'schen Fletsch Extrakte». Ihre Er. zeugniffe find im wrsenllichen aufgelöste» Fleisch. Da» frisch« Fl-tch, welche» die B-unslage dersclden bildet, ist den Ein» flüffen der chemischen Kö per ausgesetzt worden, welche im Magen dir Verdauung bewirken. Die Lö-ung. welche so ent- standen ist, wurde dann eingedampft. Die fo entstandene braune Masse ist also etwa» ganz andere», alt Liebig'S Fleisch ertratt. Fletschextrakt ist eingedickte Fleischbrühe, e» enthält nur die Stoffe de» Fleische», welche nicht nähren, sondern nur anregend wirken, Prplon aber nährt. Seine Bedeutung für den Masrnlranken läßt stch kurz au»drückm, wenn man sagt: Wer Fleisch genießt, verdaut in seinem Magm, wer Pepton verzehrt, verdaut tn Südamerika. Wenn man durch den im Vorstehenden angedeuteten Thell der naturwiffrnschafUichen Autstellung geht und von den Zeugnissen Kenntniß nimmt, welche pravisch« Aerzte und wissenschaftlich« Theoretiker den genannten Präparaten gegeben haben, so wird mit Nothwendigkeit da» Gefühl der Befriedigung über einen schönen r.alurwiffenschastllchm Erfolg herroegemfen....... Ader leider ist für dm Kenner unserer volkSwirihschaft» lichen Zustände diese angmehme Stimmung von kurzer Dauer. Sin Blick auf die Preis« der erwähnten Nährmittel zeigt ihm, «a» auch von den anwesendm Vertretern der Fabriken selbst zugegeben wird, daß diese schönen Hll'Smittel durchaus nicht V o l k» Nahrungsmittel find. Der Arbeiterstand. also der größte Tberl de» Volle», ist von diesem Fortschrttt vollkommen ausgeschlossen. Wer Müh« hat. für seine Familie da» nöthtg« B r o d zu schaffen, ist nicht entfernt im Stande, t« Bedarf»» übergeführt, gewisser- E» ist nämlich nach» „Wozu haben wir denn die Armenunterstützung s" „Die Armenunterstützung!" Mein Vater war aufgesprungen und seine Sti««e bebte vor innerer Erregung. „Nun ja, Sie werden Ihre zehn Thaler auf diese Weise erhalten. Da» bi«chen Resignation ist schließlich Werner'« Earriere werth." „Sie vergessm, Herr Rector, daß die Annenunter- stützung dm Verlust de» Wahlrecht« nach sich zieht." „Wahlrecht? Dummheiten I Wann ist vo« Wähle« schon jemal» etwa» Vernünftige» für da« Volk herau»ge- kommen? E» bleibt Alle» beim Alten. Basta!" „Da haben wir verschiedene Ansichten, Herr Rector," sagte mein Vater«it erzwungener Ruhe,„der Verlust de» Wahlrecht» bedeutet für«ich den Verlust der bürger» lichen Ehre, und die Ehre ist da» einzige, wa« ich nsch be- fifec." Der Rector maß ihn mit einem geringschätzige« Blick. „Ist Ihr Entschluß unwiderruflich?" -Ja I" Der Rector kehrte ihm den Rücken zu und trat an mich heran. Er faßte«eine Hand und sagte in eine« Ton, der die Rauheit seine« Wesen» Lügen strafte: „Du siehst, Dein Vater will kein Opfer für Dich briu- gen. Ich habe eS gut«it Dir gemeint. Sei ehrlich und brav l Adieu, lieber Junge!" Dann wandte er sich ab, um seine Rührung zu per» bergen, und rief von der Thür, ohne sich umzusehen: „Wenn Du Zeit hast, besuche mich einmal!" Wir waren wieder allein. Mein Vater ging mit starken Schrittm i« Zimmer auf und ab und sprach halblaut vor sich hin: Armenunterstützung... Oho I... Wahlrecht... Rüraerliche Ehre... aber der Junge l... Du Raben- vater.. nicht einmal ein Opfer kannst Du ihm bnngen!" Plötzlich wurde er still und trat an'« Fenster. Er vreßte seine Stirn an die Scheibe, al« wollte er einen Gedanken erdrücken. Nach ern.gen Minuten ging er wie- der auf und ab und sagte gelassen; „Geh' zu Bette I" fall,«ie er e» müßte, für längere Zell al» Nahrung und nicht al» Arzenet künstliche Muttermilch zu laufen, die ouf 50 Pf. da» Liter im Abonnemmt zu st-bm kommt, oder ein tyeure» Kindermehl, da» Pfund 1.50 R., oder gar Fletsch- P pione, von dmen eine Büchse von 100 gr. mit 2 M. de, ab» wird. E» fleht hier wi« in tausend anderen schmerzlichm Fällm: der Arbeiter hat leinm materiellm»ntheil am Kultur« fortschrttt._ Dr. X. lokal*#* Zur Vorgeschichte de« Zentral-Vieh-«nd Schlacht- hos» entnehmen wir der von dm»äsitfchen v-höcoen dem Raturkorscher Kongreß dargedoimm Festschrift„Die Anstalten der Sladt verlin für die öffentliche Gesundheitspflege und für dm naturwiffenfchaftlichm Unterricht" einige inier-ffante vatm. Berlin besaß schon im vorigen Jahrhundert und vielleicht noch f-üd-r öffentliche Schlachthäuser und Schlachtz-vang Vor 150 Jahren warm dieselden freilich in so trauriqem Zustande, daß die Fletscherzunft am 13. November 1725 dem Magistrat klagte,„daß unser Schlach hauS durch die Länge der Z-tt in solchen baufälligen Zalland geraihen, daß wir nedst unserem Befind« de« Leben» darinnen nicht mehr stch« find." Diese Klage blieb nicht unbeachtet, e» wurde alSdaio in den Jahrm 1726—27 ein neu«» Rmderschlachihau», und»«ac tn der— Paddenaaffe, 1749-50 ein zweite», und ein dritte» an der WaismhauSdrücke für Neu Kölln und an der dama igen Mar- fchallSdrücke erbaut. Diese Schlachthäuser standen auf Plädlm über der Spree, und tn diese wurde der Dünger einfach hin- eingeworfm-, Ställe und Waschlüchen gab et freilich noch nicht, die Gedärm« wurden im Spreewaffer von einer Wasch- banl au», die auf dem Waffer schwamm, gereinigt. Die bei- den Schlachthäuser in der Paddenaaffe und an der Waisen- hau»dtücke gingen im Jahr« 1810 ein. Die Folge davon war, daß mehrere Schlächtermeister Prioatschläch« tereim einrichteten. Diese werden freilich wenig den sanitären Anfo de-ungm genügt habrn, dmn beretl» am 3. Februar 1314 beantragten die Sladt oerordneten beim Magistrat die E.dauung neuer Schlachthäuser. Der Antrag »urve der großen Kasten wegen zwar abgelehnt, dagegm die »btel zum Au«dau de» Schlachthauses an der MmschallSdrücke bewilligt. 1825 wurde d-m Bürger Kläger die Kon, esston zur Anlage eine» V ehmartte» am Landsberger Thor« ertheilt. Im nächstm Jahre wurde dieser Viehmartt eröffnet und hat dann fünfundvierztg Jahr« lang, dt« zum J'hrr 1871, dem B eb- Handel Berlin» grdient Im I ihre 1842 mußte da« immer baufälliger gewordene„Neustäotische Schlachthaus" abgerissen »erdm— die Folge davon war wiederum die Errichtung einer Anzahl Prioatschlächtereim. Dieser Zustand währte zwanzig Jahr«. Die weitere Entwlckelung ist unserm Lesern mehr oder minder noch in Erinnerung. Sie«iffrn, daß in Fol,« der 1362 vom Stadtverordneten Schm ff- r und 1864 von B-rchow gegebenen Anregungen die Erbauung lommunaler Schlachthäuser in'» Auge gefaßt wurde, daß die städtischen Behörden in der Mitte der stebziger Jabre der Anficht wurden, daß die Er» richtung kommunaler Schlachthäuser und einer lommunalm ViehhofS-Anlage, verbunden mit Schlachtzwang und einer odltgatorischm Fleischschau ein öffentliche» Bedüttniß sei, daß dann da» Lichlenberger Grundstück erworben, im Dezember 1877 der Grundstein aeiegt und Ende 1831 der Zentral-Vieh. und Schlachthof der Benutzung übergeben werden kennte. Gegenüber der Rott» verschiedener Blätter, betreff« angeditcd geplanter Etnziebung de» Berlin Börtitz-r Bahnhof» ist die„Nordd. Alla. Ztz." tn der Lage, au» bester Quell« mitzutheüen, daß niemal» die Anficht d standen hat, den ge» dachten Bahnhof eingehen zu laffen. Jene Notiz entdeh.t daher jeglicher Begründung. St» vor ea. 10 Jahren vom Schwurgericht in Meserttz gefällte» Todeeurthetl wegen Bistmorde» durch Arsenil war im April 1886 zum Gegenstand eine» Wieder- au'nahme- Antrage» gemacht worden. Bekanntlich wurde in demselben der Befund de» verstorbenen P ofeffor» Dr. Sonnen- schein in den von demselben untersuchten Letchenthe len der an- aebltch ermordeten Ehefrau de» Angeklagten angefocht-n und behauptet, daß die dargestellte geringe Arsenilspur nicht au» den Leicheniheilen gezogen, sondern durch die zur Untersuchung benutzten R-ogentin,— dem au» Lagrange'schen Schwefeleisen bereilet-n Schwefelwasserstoff— in dieselben hinetng-bracht E» war eine unheimliche Nacht. Ich wachte auf und schlief«in, um wieder aufzuwachen. Zwischen Schlaf und Wachen sah ich meinen Vater am Tisch sitzen und schreiben. Später war'» mir, als Hörle ich seine Summe: „Weine nicht. Junge I Ich habe Courage I" Dann sah ich ihn halb im Traum an mein Bett treten und mir mit dem Licht in'« Gesicht leuchten. Seine Augen waren thränengefüllt. Er küßte mich leise auf beide Wangen und flüsterte: „Lebe wohl, Werner!" Endlich schlief ich«in. . Wa» ich Dir weiter erzähle, habe ich au» dem Munde ferne» Freunde» Jenkrn». . Die Hcrbstnacht war stürmisch und die Maurer, welche mrt dem Nredmerßen eine« Hause» beschäftigt waren, fühl- ttn sich unbehaglich bei der naßkalten Witterung. Die Flammen der Kohlenbecken, die ihnen bei ihrer Arbeit leuchteten, sahen von Ferne durch den dich'en Nebel- schlerer wie Irrlichter au». Man arbeitete Tag und Nacht an einem Etraßendurchbruch, welcher ohne Verzug herae- stellt werden sollte. Jenkin» hatte eine klein« Jmbißpause gemacht und promemrt« auf de« Trottoir auf und ab, al» sich eine Hand auf seine Schulter legte: Schwere Arbeit heute— nicht wahr?" filin« drehte sich um und sah meinen Vater i.» zwÄV5-" I°" 3*»• „Ich wollte mir noch einmal da» Hau» ansehen, auf de« ich damal« verunglückt bin." „Richtig... da» war'S I" Er füllte die Pfeife meine» Vater» mit Tabak,«a» d>«s«r zu seinem Erstaunen ohne Sträuben geschehen ließ. „Wieweit seid Ihr mit dem Abbruch?" .Bi» zum zweiten Stock." 0Uf„"H" 1 mir den Gefallen und führ' mich hin- Dinge?�» da»> Man erinnert sich nicht gerne solcher »crttn sei. Diese Behauptung erregte damals in den Kreisen der Ckemiler eine ungeheure Sensation und rief zahlieicbe Explllorationen in der Press« pro und conti» hervor. Dte Anhänger deS Profi ffoi Sonnenschein, die seldstoerßändlich bemüht waren, für die Zuverläffigkeit der von demselben ange« wendete« Untersuchungjmethode einzutreten, veröffentlichten ganze»ttenstllcke jenes Prozeffe», um auch auS diesen die Schuld de« Venntheilten datzuthun. Die Strafkammer de« Landg-richt« ,u Meseritz wie« unter theilwetser Bezugnahme auf diese Veröffentlichungen den gestellten Wiederaufnahme Antrag ab, und die dagegen eingelegte Beschwerde, in welcher u. A. Exhumirung der Leiche und nochmalige Untersuchung derselben auf da« Vorhandensein von Bi senil durch Autori« tätm auf dem Tebiete der aerichtlichen Chemie beantragt war, wurde vom Strafsenat de« OberlandeSgericht« zu Posen zurück- gewiesen. Heroo-juheben ist, daß in j nem Mordprozeß die medizinischen Sach erständigen ihren Schluß, daß die Veistor- hene durch Arsenil vergiftet sei, obgleich die Krankheit«- sympiome viel mehr auf eine Vergiftung durch Siltzchnin hindeuteten, hauptsächlich auf die Thatsache stützten, daß die Ümm«in Jahr in der Erde befindliche Leiche fast vollständrg mumifizirt war. Hierauf haben auch die Gerichte in der Wiederaufnahmern stanz ein besondere« Gewicht gelegt. Zu setner großen Befriedigung hat Schreiber diese« am Dienstag, an welchem Tage er der Sektiontfitzung de« Naturforscher« Kongriffe« sür gerichtlich« Medizin beiwohnte, erfahren, daß sich die Autoritäten auf den Gebiete der Medizin und der Chemie auf da« Eingehendste mit diesem SrnsationSfall de- schäfttgen. Geh. Rath Piofeffor Dr. Lim an erstattete vor «wem überfüllten Auditorium von gerichtlichen Physikern über denselben einen eingehenden Bericht und kam au« der Krank- heitSge schichte der Verstorbenen und dem von den medizischen Sachverständigen abgegebenen Befund zu dem Resultat, daß der« selbe nicht für eine Arjenikvcrgiftung spreche und daß fih au« der Mumifikation der Leiche eine Arsenikoergiftung keine«- weg« erwiisen laff«. Mit Rückficht darauf, daß die konkrete Sache gegenwärtig in der Schwebe sei, versagte e« stch der Herr Vortragende, den Namen de« zu lebenslänglichem Zucht- haus« begnadigten Verurihrilten zu nennen und weitere An- gaben au« den ihm vorgelegt gewesenen Akten zu machen. Im Laufe seine« mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag« er- wähnte Profeffor Dr. Liman auch der Erscheinungen, welche auf«ine Strychninvergiftung schließen lassen, doch wurde au« dem Auditorium herau«, da die jiranie vother bewußtlos gewesen war, diese Annahme al« unzutreffend bezeichnet, da erfahrungimäßig Strychninoergittete vor ihrem Totze nicht in Bewußtlostgtetl vei fielen.— Nach der Erklärung de« Pro- feffor« Liman dürste nunmehr Au« ficht Vorhandensein, daß diese einmal angeregte Affair« ihre vollste Aufklärung findet. Sollte« die Tage der Berliner Nachtwächter gezählt sei«» sollte man ernsthaft in den maßgebenden Kreisen daran denken, diese ehrwürdige längst veraltete Jnpitu'icn abzu- schaffen und den Sicherheitsdienst während der Nacht anderen Kräften zu übertragen? Eine unlängst aufgetauchte offiziöse Miltheilung, worin auf die Iii beistände der Nachtwächter Einrichtung hingewiesen wird, giebt dieser Vennuthung Raum. S« wird in jen-m Kommunique mit Recht die Zwitterstellung de« fiLvtischen Nachtwächter« bemängelt, welcher einerseits ve- amter mit der ganzenMachtbefugn'ß eine« solchen, anve-erseiii aber im Dienste de« Publikum« steht, da er von den Mieihern sür da« Aufschließen der HauSthür bezahlt wird und außerdem auch von dem Wirthe«ine Remuneration erhält. In der vor einigen Monaten erschienenen Schrift„Die Verbrecherwelt verlin»"— der Verfoffer derselben ist ein hoher Beamter de« öffentlichen Sicherheitsdienst»«— wurde bereit« die Noth- «endigkeit detont, im Ncchlwachtwesen eine durchgreifend« Reform eintret-n zu laffen. E« liegt auf der Hand, daß die völlige Ablösung der Nachtwächter durch die straffer ditzipltnirte Schutz mannschatt für die Sicherheit auf den Straßen nur förderlich sein kann. In anderen Weltstädten, ln Pari«, in Londan, kennt man üb rhaupt kein Nachtwächter-Korp«. In Pari« steht man gewöhnlich zwiiGardier» de la Prix paar- weise, auck in größeren Gruppen durch die Straßen wandeln. Mit dem Oeffnen und Schließen der housthüren haben ste absolut ntch!s zu thun. Es ist da« Sache der Konziergen, welche auf da« Klingeln der Miether von ihrer Loge au« den „tirs-coräon" die Ziehstiippe in Beweguig stzen. In Peter«- bürg hat ein jede« Hau«, der Palast de« Fürsten, wie dte arm« seligste Baracke seinen Dwornik, den pelzoerhülltm Wächter, welcher vor der Thür liegt und über den die Heimkehrenden oft genug hinweg stolpern. In Berlin befitzen nur die öff-nt- lich'n Gibäude, die Palaii und die Häuser der tefferen Viertel Portier«, deren Thättgkeit jedoch um zehn Uhr zugleich mit dem Tai erlischt, dte ab« hausschlüfftUosen Mieiyern gegen eine besondere Vergütizung auch in späterer Stund« die Thür öffnen. Allmältg vermehrt stch allerdings die Zahl der Privat- Wächter, namenttich in Häusern, wo stch groß«« Geschäfte und Etabliffement« befinden. Da« Verschwinden der städtischen „Wenn ich Dich bitte 1" „Meinetwegen\" Er nahm meinen Bat« unter dem Arm und trat mit ihm in da« Hau«. Zwischen dem ersten und zweiten Stock- werk war die Treppe bneit« abgebrochen und sie mußten die Leit« hinaufsteigen. Endlich waren sie oben. Mein Vater lehnte sich an eine morsche Steinwand unb sagte, indem er den Dampf sein« Tabakspfeife vor sich hin- blie«: „Man ist doch recht unnütz auf dn Welt, wenn man ein Krüppel ist." „Niemand ist unnütz, der noch ein« Pflicht auf der Welt hat. Hast Du mcht einen Sohn, der Dir Freud« macht?" „Ja, bei Gott, da» thut n! Aber gerade deshalb.— Sage Jenkin», glaubst Du, daß da«, wa« ein Vater für sein Kind thut, eine Sünde sein kann?" J nkin« sah ihn betroffen an. .Eine Sünde? Aber, Alter, wie sprichst Du heute!" Mein Vater zuckte schmerzlich zusammen. „Die«tdammte Eicht sagte Jenkin« bedauernd. Keine Antwort mehr. Im fernen Horizont erschien ein matter Lichtschein. D« Streifen wurde breit« und breit«, färbte sich pur- purn und trieb die Eturmwolken vor sich her. Die Nebel zerstreuten sich und durch die reine, thaufrische Lu ft brachen siegreich die Strahlen de« Morgenroth«. Mein Vater hatte die Pfeife au« dn Hand gelegt und blickte mit vnklärten, glänzenden Augen in die« großartige Schauspiel. „Die Sonne I Dte Sonne!" Da« war sein letzte« Wort. Dann beugte er sich über den Mauervorsprung und sank lautlo« mit zerschmetterten Gliedmaßen hinab auf da« ��°Wnne� hielt einen Augenblick inne. Der Feunball, welch« das Weltgettiebe regiert, stand leuchtend am Mit- tagShwm�pheuHättt« glitzerten goldig und der Schmetter- ling flatterte lustig im Sonnenstaub. „In d« Rocktasche meine« Vater«" unterbrach Werner da« Strllfchwcigen,„fanden sich zwei Briefe. Der eine war Wäcbt« wird ohne Zweifel einen noch größeren AnwackS dies« nächtlichen Schptzgeifter zur Folge haben. E« wird eben Sacke d.r Wuthe sein, hi« Ersatz zu schaffen. Jedenfalls paßt dte anftpittte Eintickt.ng der Nachtwächter schon längst nicht mehr zu dem großstädtischen Charakter Berlin«, und man wird stch in wenigen Jahren dies« biederen Beamten, dt« schlüffeldund- raschelnd einher schritten, mit demselben Lächeln erinnern, mit welchem man an die längst außer fiour«, oder vielmehr außer Pfiff aesitzten Nachträchterpfeisen denkt. Eine recht sonderbare Art und Weise, Arbeiter zu be« bandeln, scheint auf einzelnen königlichen Bauten zu herrschen. Da« Zrughau« wird bekanntlich einigen RenooiningSardeiten unterzogen. S« find hierbei auch eine Anzahl von Steinmetzen beschäftigt. Wn die durchaus ungesund« Beschäftigung dieser Leute kennt, die fortwährend Staub und Steintheilchen zu ver- schlucken gezwungen find, wird et begreiflich finden, daß fich diese Arbeit« hin und wieder durch den Genuß eine« Glase« Bier zu erfrischen versuchen. Bit vor einigen Tagen hatte man ihnen denn auch diese„Vergünstigung" anstandslos gewährt, bi« e« schließlich einem der vott angestellten Baumeister ein- fiel, den Genuß von Bi« während dn Arbeitszeit gänzlich zu untersagen. Al« die Arbeiter in sehr descheidin« Weise gegen diese Niunung remonsttittm, sagte dieser liebevolle Herr ein« sich zu ihnen: Wem da« nicht paffe, der tönne stch ja nach einer anderen Arbeit! st itte umsehen, wo da« Bin trinken ge- stattet wäre. Wir möchten wohl«iffen, od dies« H«r Bau- meist« selbst noch nie während seiner Arbeitszeit«in Gla« Bier getrunken hat, und od er auch dann noch den Bingenuß vn bieten würde, wenn er selbst einmal nur einen einzigen Tag Steine behauen und dm hindurch entstehenden Staub ein- athmen müßte. Auf spicituose Getränke hat fich da« Verbot übrigen« nicht erstreckt. Das Poitzeipläsidium ist. mtgegen der Anficht de« Magistrat«, bei sein« Anficht stehen gedliedm, dcß darüber, ob eine Abaetchung von d« Polizeionordnung vom 6. April d. I. beziehentlich de«§ 66 der Gewerbeordnung in Hinficht d« Begrenzung dn Gegmständ« de» Marktverkehr« zugelassen werben könne, nicht da« Polizeip ästdium und der Magistrat gemeinschaftlich zu beschließen haben, sondern d« Bezirli- auSschuß. Vi« dieser eine Abweichung zugeloffm hat, soll der Magestcat sowohl in den untnen al« den oberen Räumen dn Markthalle Gegenstände nicht zulaffm, welche al« Nichtwochm- mmltWaare erachtet werden können. Der Magistrat wird weitere Schritte thun, um eine defriidlgmd« Lösung der Frage zu erreichen. Es ist zur Keuntniß de« königlichen PolizeiprästbiumS gelangt, daß fich der Loosehandel auch zur 176. Pceußischen Klaffenlotterte eine« Theil« der Loose zu bemächtigen gewußt hat, und vielfach da« Gerücht vnbreitet ist, sämmiliche Loose seien dneit« vergriffen. Sowett dt« Loosedestände von der Lottnieverwaltung zu übers« hm find, glaubt dieselbe tndeffen in der Lage zu sein, die Nachfrage nach Loosen von Selbst- spielern befriedigen zu körnen. Die königl.chm Lotterie Ein- nehmer find angewiesen, soweit ste selbst nicht mehr in der Lage fiad, L.ose zur 175 Klaffenlotterte abzugeben, jedem Einzelnen ver fich meldenden Looseläuf« mehrere von denjenigen Lotteri«' Einnehmern zu bezeichnen, bei welchen noch Loose zu der genannten Lotterie zu haben find. Gleichzeitig wiro ouf da« Verbot de« Spielen« in auswärtigen Lotterien mit dem Bemerken aufmerksam gemacht, baß alle nichtpreußt- schen, von anderen deutschen Bundckfiaa en veranstalteten Lotterien dem Strafv«bot unterliegen.— Also man darf nur in der preußischen Lotterie sein Geld vnhazardiren. Wer etwa« übrig hak, kann e« ja thun. Daß die Krumme Lauke ausgetrockaet sei» sollte, war tüezlich in unsere« Blatte zu lesen. Wir hauen dt-se Nachricht anstar.dSio« al« richtig ausgenommen. Am vorigen Sonntag jedoch würben wir durch einen Grunewald- Enthufiasten einet Best ien belehrt. Der Erwähnte, der jähre- lang gleich dem Gö-He ecken Fischer von früh bi« spät an den Gestaden de« See« ruhelo« nach der Angel schaute, war üb« die Verdächtigung seine« Ideal« empö.t. Mit ihm viele Ln- d«e. Nun wir können e« ihnen nachfühlen und glauben ei gern, daß nicht all« Waff« der Krummen Lanke in die Lüfte gestiegen find.— W« e« im Uedrigen vermag die jetzigen schönen Tage noch zu genießen, dnthue es Der vollste Hnoft- zoub« ruht über der Natur. Nicht lange mehr und der Grüne- wald ist entblättert. Also hinau« an bx Seen; Vergessenheit der Alltagssorgen gesucht unter Elchen und Tannen. Die Kußgängerbtücke über den Lvuisenstädtiscken Kanal im Zuge der Melchtorstraß« wird demnächst einen Ramm er- halten; dir„D. Bau, ig." thellt mit, baß die Unterhandlungen darüber mit dem lön.gl.cheir Pottzriräfidium augenblicklich schweben. Dte viücke, welch« zwei schmiedeeiserne Havptträgn befitzt, ist eine eiserne Logendrücke. Dt« nutzbare Breite de« Wege« beträgt zwischen den Geländern S Meter. Za den Ge- stnsrn und Abdeckplatten ist Gcanit verwendet. Die Bestellung der Wid«lag« ist durch dte Firma R. Schneid«, die dn an den Rector gerichtet und empfahl mich sein« Fürsorge, den andern habe ich selbst ausbewahrt." Und cr nahm au» seinem Portefeuille ein vergilbte« Papier, dessen unbeholfene Schriftzüge dem Kenner beut- lich v.rriethen, daß sie mit der linken Hand geschrieben waren. Werner la«: „Mein einzig geliebt« Sohn I E» drückt mir da« Herz ab, daß mir ein Fremd« vorwerfen durfte, ich will Dir kein Lpf« bringen. Al« ob ich für Dich nicht mein Leben opfern würde, mein Gut und Blut. Und so soll e« auch sein. Ich w-ll den alte» Invaliden fortschaffen, damit Du die Bahn frei hast für Deine glänzende Zukunft. Ein Krüppel für ein Geniel Da» ist gar wenig, ab« e» ist Alle«, wa« ich Dir geben kann. Kämpfe muthig,«ein Werner, die Segenswünsche Deine« Vater« find mit Dir. Und wenn Du hoffentlich spät« einmal eine Frau nimmst, die D ch ebenso liebt, wie ich,«zähle ihr nicht« Schlechte« von dem einfältigen Mamergesellen. Wa« da» Schicksal nicht hat au» mir machen wollen, da« soll e«»u« Dir machen. Dir Rector hat Recht, Du wirst einst berühmt werden. Behalte mich hübsch im Andenken— hörst Du!« -u. � » tz%% stubium, Chemie, zu studiren. Durch meine große Ersin- üfüiü L» b«'--«... war Eisenkonstrultion im Gewichte von 7500 Kilogramm Schmiedeeisen von Belt« und Schneeoopl dewittt worden; da« sckmt-de- «iserne Geländer ist au« der Werkstatt von Tb. P l« her vorgegangen. Für dt» Erleuchtung der Brücke find achr ttanitlaber vorgeiehen. Zum Bau wurden von Seiten der stäbtiicken Behörden 23 000 M. zur Vettügung gestellt. Hi«von entkaNen aus die Eise: konstruktion 2570, auf die Maurnarbe, i n 12 000 und auf da« Geländer 3150 M. Dte Memipulattonea der vreuumateriaii-nhä-'dltr scheinen trotz der neulichen Aufsehen«regenden G"wisvir« Handlung fort,»dauern und d« Eigennutz findet hier, wie auch bei anderen Gelegenheiten, immer neue veisteckie W-g« zur E reichuna seine« Ziele«. Von dem Grundsätze ausgebend, daß der Einkauf nach Gewicht der»uverläsftgst- tü: beide T heile sei, beziehen viele Leute ihren Bedarf an K hlen nach diesem Modul. Nun ist beim Einkauf von Eiet, koyl-n nach Gewicht bei unreellen Kohlen Händlern ganz besondere Vo ficht. erforderlich. Steinkohlen find dasjenige Heizmaterial, vem bei seiner Verwendung ein ziemlich bedeutende« Maß von Fcuch« tiqkett nicht nur nicht schadet, sondern da« eine gen esse Nesse zum btffercn Brennen sogar nöthig hat. Dieser Um- stand wird von vielen Kohlenhändlern doppelt ausgenützt; einmal suchen fie die ankommende Kohle in mögltckfi trockenem Zustande zu«halten, wobei stch die geringste Giw chtSaunge an giebt, nach der fie den Prei» bezahlen, und sod.nn werben beim Detailoerlauf die Kohlen gründlich durchnäßt und so der Käu'« genö.higt, für da« Gewicht de« zugesetzten Waff r« dm Kohlen prei« mttzubezahlen. Wer also Steinkohlen nach Ge« wicht taust, möge auf diesen Umstand ausmerksam sein. Hebet die Bchandiung einiget wichtiger Srkrau- funge» von Pattenten de« städtischen allge nierner Kranten- hausi« am Friebrickthain enthält d« neueste Virraltungsbettcht folgende intereffante Bemerkungen: Der UirlerletbStyohuS wurde in frischen und sch o«en Fällen meist mit pttmamnun lauwarmen Bädern(25 Grad Reaumur) mit bewäbttem Erfolge dehandelt; bei Liieren und le ch'eren Fällen wurde Amivy ii» durchschnittlich mit zusrteder stellend« Einwirkung auf Fiedcr und Allgemeindefindm gegeben; üble Nebeawi.kungen wurd-n dabei kaum je beobachln. Neben Antipyrin, desondn« da, wo eine genügende Wirkung nicht hervor trat, wurden naßkalte Bäber(18 Grad Reaumur) für die Dauer von du-ckschnittlich 20 MtnutiN eing- schoben.— Blutungen wurden durch Lignor feni bekämvit. K rtttn wurde nicht mehr angewendet.— Co« Fieber bei Pneumanie wurde fast durchgängig durch Antipy in bekämpst mit gut« Wirkung auf Temvaratur und Pulk. Ja» (« schien, al» od in sehr frischen Fällen durch A't xycin eine schnellere Krifi« hnbeig-führt wurde.— Der akute Gelenk» rhiUna rSmu« wurde ausschließlich mtt Kat. salicjl. in groß-N Dosen(täglich 9 Gramm) behandelt; die Schmerz n verschvan- den danach meist schon am zwetten Tage.— Lei Diphtherie wurde nedtt Gurgelung mit 2—3 Prozent. Lösung von Kalt» chloricum Pinselung d« nkcantten Pattim mtt P payolin cn» gewendet; letztere« mit deutlichem Erfolg rückstchtltch der Lösung der Membranen. Der au« Berlin und kürzlich auch au» Ascherßlebea »»«gewteseue Buqbtuder Friedrich Mtchetsra Hai, wir der„Voff. Ztg." mitoetheiit wird, vom Lberpräfidenten der Provinz Sachsen die E.Iaudniß erhalten, fich wird« in Asche:«' leben au'baltm zu kö rnen.— Er scheint also trotz seiner ein» maligen Vorbe strafung wegen eine« politischen V«gehm« denn doch nicht so ung-h.-u« gemeingefährlich zu lein. Die iu Leipzig erschetuevde«Päd. Revae" bringt fol> gende Nachricht au« Spandau: Ein Jazdichctn wurde in Span» Hau einem L-Hr« au< gestellt, nachdem Irtzt«« in der Hand» habung der Schußwaffe von der Polizei geprüft, seine Schule auch durch den KreiSschulinspektor im Auftrage d« kö'iglickcN Regierung reoldtri worden war. Die Aushändigung de« Jagd» schein«»«folgte nunmehr zwar, doch mtt der Einschiärkun«, daß die Ausübung der Jagd mit in den Ferien unb vav« auch nicht am Ott« der amtlichen Wirksamkeit gestattet sei.-7 hierzu demerkt der„Anz. f. d. Havell.":„Eigenttich fehlt ro® die wcilere Einsch.'irkung, daß dem Lehr« nur erlaubt sitz Löwen, Ttg« und Rhinozerosse zu jagen."— Namentlich an letzteren Biestttn dürste in Spandau und Umgegend kein Man» gel le.rschen.. Die gegenwärtige Witterung steht unter dem E-r.flul niedrigen Lastdrucks. Der Hamburger WttterungSkundtge o» „Voss. Ztg." schreibt darüber ä. d. 21. Sevtemd«: In de« drei letzten Tagen ist da« Barometer von 18 mm üb« norrnai auf 6 mm uutn normal, im Ganzen also um 24 mm gefallen- Da« Gebiet hoben Drucke« würbe dabei nicht durch heran' nahmde Depresfionen v«drSngt, sondern dieselben entstanden am Ott« selbst Über Zentraleuropa, zm Zeit da d« Hionnf' noch meist h 41« war. Trotz dies««heblichen Druckoerw«" dnung ist bi« heute nur wenig Regen gefallen zumal ist Streifen detroffen, welch« von Belgien gegen Oinordost Hannover nach Berlin verläuft. In Hamdura sah man n» Dienstag früh dte Nordgrenze des Regenaewö.te« am Horizonte; dort bestand da« hohe Sewöik au» Ketten CirruSwöikchen, deren LängSerfircckuna. Streifung. in der Z richcung d« Wolken von West und Ost verlief, während ltt?. Fädenwölkchen, die sogenannten Au«tämmung«streiien, senktt� b. zu, nach dem Regrngediet im Süd hinwiesen. J.r Hanrbiu« hielt stch die Witterung noch fast ganz trocken. Bei vre*<>• handenen Druckoerthrtlung ist dt« Witterung al« eine unst«� zu bezeichnen.„ Der»etliuer Schutzmau» ist eine Pnsönlichkeit. dc�? Handlungen auf der Straße und selbst auf Grundstücken de« Pudirkum« die größte Aufmettsamkett oder Keffer Neugi-rd« zu Theil wird. Sobald er seinen Standpunkr � d« Straße oder einem öffentlichen Platze in etwa» 14"% Gangart verläßt, folgen ihm die Blicke d« Paffanten. « eilig ein Hau», so drängen fich rhm Leu» nach. W*% in Gesellschaft einrr Dirne oder eine« Herrn die Straße lang, so onmutbet der Paffant hint« ihnen sofort«n% mäsesä«r ä Ab" die Ursache de« Zusammcng.hen« zu«sehen. Elfi-A MMMM MMMM Stra�ndroo. ngen. platzet WWW im �rldstmordversuche. Der Platz am d?, �'"Satten war vorgestern Abend in der a-i-ten WMBW-W Venn, bewußflo« und au« einer Bruftwunde dUu-n°' � «auk liegend vor. Reden dem Urdekannten aufdtt�� «n noch mit mehreren scharfen Schüssen geladener «urch einen hin zugerufenen Schutzmann wurde»er � noch lebend in die königl. Charit« eingeliefert und dort aul vorgefundenen Papieren all der Mitinhaber der E.'|chen Kunftoerlagkanstalt in der Luisenkraß«, Philipp v., relognoizirt. S., der schon seit linderer Zeit leidend war und au» diese« Grunde schvermüthia erschien, scheint die Thai in einem An- falle von Echwermuth vollbracht»u haben. Nach ärztlichem Urthril dürft« der Unglückliche jedoch am Leben erhalten bleiben.— Unter Symptomen, die eine Vergiftung alt»weifel» lot«richeln?n ließen, brach gestern Abend«ine unbekannte, zirka 30 j ihrige, sehr S-mIich gekleidete Frauensperson vor dem Hause N ur Hochstr. 54 ohnmächtig zusammen. Durch einen Schutzmann wurde die Unbekannte nach der königlichen Ch-riiee geschafft und ihr dort Gegengift eingeflößt. Sine Ver» nehmung oder eine Feststellung der Person«ar bisher noch nicht möglich. Vterkttzalle»» Bericht»«» I.«»»dmiNl«. städtisch» Verkauftvermittler, Berlin, Zentral« Markthalle, den 22. September 1886. Cutter. Die Eingänge an Cutter stehen in keinem Ver« bältniß zum Bedarf. Die Nachtrage ist andauernd stark, die Preise rapide steigend. Stundenlang warten die Käufer auf die azifi.ten Posten und unbeadfichtigt entstehen Cutter« auktionen, indem ein Käufer den andern überbietet. Die Klagen, welche in der flauen Zeit über den Cutterverkauf in der Markt« Halle laut wurden, find jetzt verstummt und die Produzenten, welche jetzt nach der Markrhall« ihre Cutter senden, find mit dem Eaöt sehr zufrieden. Et»erden in der Markthalle jetzt wesentlich höhere Preise enielt, alt der Produzent bei direkten Sendungen an Händler erhält Geringere und Cackbuttter folgen wegen der«onkmren, der Kunstbutter nur langsam der Prei». steigerung Et wurde bezahlt für frische feinste Tafel- dutter zc. 115—120 feine Cutter L 108—115, II. 98— 106. m. fehlerhafte 82—90, Landöutter L 92—98, n. 75-85 M, Galizische und andere geringst« Sotten 55—72 Matt per �KSf«. Das Geschäft in käse ist gleichmäßig ruhig. Nur billige Waare flndtt schlanken Absatz, für beffere Oralitäten find wenig Nehmer zu entsprechenden Preisen. Echt« Emmenthal« 75—80, Mark. Westpreußischer Schweiz«!?;« 1. 56-63 M.. U. 50-55 M� lll. 45-48 Quadrat« Backstein I. fett 22-25 M. D. 12-18 M.. Tilfit« gettkäs, 45-56-60 M.. Tilfitn Magettäs« 18-23 Mark, Limburg« L 80-36«.. n. 20 bi« 25».. Ramadour 80-86 M� rheinisch« Holländer käse 45-58», IL Waare 35 SR., echter Holländer 86 SR., Edam« 1 60-70 SR., 0. 56-68 SR., ftanzöstsch« Neuf« chateller 16 SR.»« 100 Stück, Camembert 8,00-8,50 SR. p« Dtzd. Mainzer 4,00 SR, Hotz« 3,50 p« 100 Stück. Roquefort 1 20—1,50 ,r. Pfd. Eier. 2,10 SR. W Schock._ � Honig, rein« deutscher 60, feinster weißer 70—80 SR. pr. Ctr. m Wild. Reh« 70-90, Hirsche 35-55, Wildschwein 25-56 Pfennig»t. Pfd., Rebhühner, junge 96—120, alte 70— 85 Pf, Fasanen 3 SR, Wachteln 50- 60 Pf., wild« Enten 0,80 dt» 1,20, Hasen 3,00-4 Mark. . G-flilael. Junge Gänse 2,60-3-5 SR, junge Enten 1—1,60—2,00 Mark, junge Hühn« 0,45-0,80, alt« 1.00-1,40 SR, Tauben 50-46 Pf, Poularden 4�0-8.00 SR per Stück._ w««räucherte Fisch«. Rheinlach, 2�0-2,90 SR.,«es«. Und Ostsrelach» 1,20-1,40 SR-, geräucherte Aal« 70-100 bi» 1,% Pf. vr.Pfd, groß« Delüaießaal 1,60 pn Pfd, Flundern. «nn« 2,75- 3 50, mittel 4,50-8. große 12-20 SR, Cucklinge. 8�0 dit 5,00 it. Dorsch 8-10 SR. p« 100 Stück. Sprotten 0.40— 0,60 per Pfund. krebse, kleine, 10 cm. 1,00—1,50 SR, mittel 2-4 R., Voße 8—12 M. p« Schock. Hummern 1,30—1,60 M. Pfund._ Fisch«.*«I, mittelgroß 80-96, große 1,10 SR, 60-70 Pf, Schleie 80-90 P° ver Pfund. DüMRTNKVK Makrelen 40—60 Pf. pro Stück. m Gemüse und Obst. Neue ftanzöstsche Wallnüffe 40 SR. w. Ctr. Pfirfich« 26-46 M, Tomaten 10-15 M- per Clr, Weintrauben 25-30, Pflaumen 4-8 M, Birnen 5-10 M, Lepfel 6-10 SR-, Zwiebeln 2,00-8,00 SR. pr. Ctr, Schalotten 0-7 R., Zieue saure Gurken 1,80-2 M.p« Schock. Parodie». äofel(Eltauair) 1,50-3.00 SR. pr. Stück,«nana» 2�0-3,00 Matt pr. Pstz. Preißelbenen 9-10 M. v« Zentner, Karotten 2,50—5 SR. p« 100 Kilo. Wirfinakohl 2—5 SR, Roth« und Weißkohl groß« Köpf«, 8—4 SR. pr. Schock, Blumenkohl 10—16 SR. pr- 100 Stück, Mtttettig 6-12 R, Kartoffeln, im Preise steigend,»ech« 8.50-4.00 SR., roch« 2,80 bi» 3.00 M, blaue 3,00-3,60 M. �Blumen und Blätter. Lorbenblätt« 3 SR. pro Korb. Rosen 5 M. pro Korb von 200 Stück. Polizeiberichf. Am 21. d Ml»., früh, slflrzle flch In einem Anfall von Jrrfinn eine Dame au» dem Fe�e»t«st wurde gestern eine Schlafstellendiebin der gefährlichsten Zttt von der ersten Strafkammer de, hiesigen Land- {IttichU vttmtheilt. Da, Hohe Strafmaß stndet in den zahl« lasen Vorstrafen d« Angeklagten und d« beispiellosen F echheit, Art welch« die«graut» Diebin in den zur An! age stehenden Fällen vettuhr und hauptsächlich recht arme Leute schädigte, seine Beoründung und Ettlärung. Dit Ang-klaat« ist eine Wittrre Namen, Pauline Kullrvick: fie kam am 21.Oktod«v.J. M« zu einem FrL Kram«, um ivm Grüße au, dn Heimalh von t« SRulin zu überbringen. Sie wurde mit offenen Annen Aufgenommen und»eil sie andeutete, daß ste noch kein Untn« gannen in der Reich, Hauptstadt gefunden habe, aufqefordnt. ui« Nacht über da zu bleiben. Sie belohnte diese» Vertrauen >*dr schlecht, denn ste ließ am nächsten Morgen ein Pott« jnwrnme»>tt 99 R. Inhalt, da» fie in d« Kommod« entdeckt r't", und miß««leider dt» Frl. Krämer mitgehen. Bald «arauf mietheie st« fich hei einem Frl. Dietze ein und stahl dort 'lnen Korb mit Seidenzeua. In ähnlicher Weise führt« fie noch u>*hrere Schlafstell-ndi-bsiähle au» und nahm fort, wa» ihr w die Hände fiel. A« schlimmsten«ging«I dem Arbeiter Roiher. bei dem die«naellagte sich ein« A.Ä-batte. Er vrrwahrte die jahrelangen Ersparnisse hatt« �it. 150 M., in«wem Strohsack. Ader da, Versteck war «Al lich« genug für die schlaue Diebin, die durch ihr freund« tuiraulichetWesen fich rasch in dai Vettraum ihr« «rr �%% "4%%%& schlimme Ahnung«faßte ihn und er fand, daß« vollständig ausgeplündett worden sei.— Am 26. Juni d. I. verübte die Wittwe Kullwick ihren letzten Diebstahl, dann fiel st« der Kriminalpolizei in die Hände, die schon lange auf fie fahndete. Sie gab zwar ebenso wie bei ihren zahlreichen MieihS« leuten einen falschen Namen an. ab« die Identität der«Frau Kuhnert" mit der oft vorbestraften Wittwe kullwick wurde ohne besondere Schwierigkeit festgestellt.— Der Gerichtshof hrelt die Angeklagte tn allen Fällen für übnfühtt und o«uttheUte ste zu der oben genannten Sirafe. t«Laß doch Kiitche« zufrieden I"—„Wenn ich die Kate ktt'gr, schmeiß' ich sie doch noch'mal mit einem Steine tobt!" E« war ein böser Junge, d« diese schlimmen mördr» rischen Reden führt«, d« dreizehnjährige Karl Schröder, und da, zatte Wesen, dem diese sürchlnlichen Drohungen galten, fuhr zusammen und Kock ängstlich unter den Reck seiner Qk dieterin, einem ältlichen Fräulein mit einem polnischen Namen Ja, die Bedrohte war ein»arte, Bologneser Hündchen mit schneeweißen, seidenweichem Felle und so klein und niedlich, daß e» in einem Muff Platz hatte. Da, Herz der W«ll und Manner verachtenden Jungfrau hing mit tausend Fäden an diesem seltenen Exemplar hündisch« Schönheit und wenn e, tn einsam« Dämmerstunde in ihrem Schooße ruhte und mit seinen prachtvollen, dunkelbraunen großen Augen, die wie mit einem Schlei« von den Seidenhärchen halb bedeckt waren, zu ihr aufsah, und seine kleine rofig« Zunge zärtlich und demüthig ihr die Hand zu lecken trachtete, dann ging etwa, durch da, verschloffene Her» der Jungfrau und fie konnte nicht and«,, fie mußte ihre Käte an fich pressen. 200 Mark hatte man ihr b«eit, für den Hund geboten» ob« ste wäre eher gestorten, al, daß fie fich freiwillig von ihrem Liebling getrennt hätte. Und nun kam diese adscheu- liche Drohung au, dem Munde eine, ungezogenen, iö, artigen Jungen, der da, Thier nicht leiden konnte, weil e, ihn einmal angebellt und ihm die spitzen Elfenbeinzähne gewiesen hatte. Käte war ein llugei Thier, ste unterschied sofort, ob ein Mensch ihr und ihr« Herrin wohl od« übel wollte und Fräulein W. benutzte ihn deshalb als Barometer für die Gefinnungen ihrer Freundinnen. Ader vor Karl Schröder mußte Käte geschützt«erden» denn der Junge stand bei dir ganzen Nachbarschaft in dem Rufe, ein Störenfried zu sein und bösartige Scherze zu lieben. So ließ fich Frl. W. die Mühe nicht v«»tt«ßen, ihren Liebling auf allen seinen noth« neadigen Gängen auf die Straße zu begleiten, um ihn vor den Nachstellungen de, Burschen zu schützen. Bereit» war ein halbe, Jahr seit j:n« Drohung vtlfloffrn und da» Fräulein hegte schon die Hoffnung, daß der Feind sewen Haß gegen die Bologneserw begraben hätte, da zeigte eine» Tage»,«» war der 17. Februar d. I, da» reizende Thi«chen den drin« genden Wunsch, w» Freie gelassen zu werden. Fräulein W. hüllte fich in ein Tuch und hwau» ging r» auf dt« Straß«. Die Jungfrau ließ ihre Blicke nach allen Seiten schweifen und rekoznoszitt« das Terrain, od der Feind nicht in d« Nähe sei und Kätchen-- lauert« nieder, während ihre Besitzerin fie mit ihren Kleidern vor den profanen Blicken d« Außenwelt schützte. Da plötzlich tönte ein jämmerlicher Schrei au» der kleinen Hundedrust und wie FrL W. sich umblickte, sah sie den bösen Buden, wie« in grausamer Weise auf dem Leibe ihre, Liebling» mit den Füßen herumtrampelte. Bevor st«, fich soffen konnte,«ar d« Atten- tätet verschwunden und ihr blieb nicht» übrig, al, den»er« tretenen Kö p« ihre, Schoßhündchen, mitzu-.ehmm und zu vnsuchen, ob so gsamste Pflege e, noch retten könne. E, war vergeben,; zwei Tage später hatte Käthe ihre Seele(ein Hund wie Käte tann nicht fedenlo, fein) ausgehaucht und nac au, diesem angenehmen Hundedasein geschieden. Mit Thränen degrub fie Frl. W. unttr Blumen, nachdem fie vorh« durch ein« Seition von dem dehandelnden Thinarzt hatte feststellen lasten, daß der Tod in Folge jener barbarischen Thierquälerei, welche innere Gafäße zerrissen hatte, eingetreten sei. Doch «Zte sollt« nichl allein beweint, sie sollt« auch gerächt wttden. Und Frl. W. beschloß, eine furchtbare Rächerin zu sein; zunächst sammelte ste gegen den Mörder ihr« Käte belastende» Mat«ial, alle die bösen Streiche, die Karl Schröder verübt und die ihm den Ruf in d« Nachbarschaft eingetragen hatten, daß die Eltern ihre Kind« vor ihm warnten, stellt« fie fest und nannte fie in d« Denunziation, die fie gegen den Knaben bei der Staars« anwaltschast«inreichte. Da waren e, besonder, zwei Fälle von SRißhanvlung, die auß« der rohen Thierquälerei und Sachbe« schävigung zum Gegenstand der Anklage gemacht wurden. D« vi« zrhnjährige Max Perlitz«ar mit Karl Schr. in«ine Prüge» ltt gnalhen und von jenem dabei mit einem Wafierglase so hef.ig üb« den Kopf geschlagen worden, daß da, Gla, einen Sprung und Max eine klaffend« Wunde im G« ficht davontrug, dt« zugenäht«erden mußt« und zu ihr« Heilung mehr«« Wochen brauchte. Im»weiten Falle war«in kleiner steben« jähriger Junge so unglücklich gewesen, den Zorn de, jugend- lichen Raufbolde, zu reizen, der sofort sein Taschenmeff« zog, e, austlavpte und e» dem Kleinen nachwarf, so daß e, ihm mit der Spitz: am Arm traf und gering verwundete. Al» später die Mutt« de» Verwundeten ihn zur Red« stellte, de« nahm stch Karl Schr. sehr ftech, meinte im höhnischen Tone, al» die Frau drohte,»um Rektor zu gehen: „Ach na», Sie können mir ja gar nicht»!" und„Gehen Sie nm zum Rektor l" und gab schließlich, al» die Frau den Rück.n wandte, ihrem Sohne noch ein paar Katzentöpfe. Der Lohn für diese Thaten blieb nicht au»; Frl. W. hatte die Genugthuung, den dreizehnjährigen Buttchen v«m Schöffen« gettckt zu 4 Wochen Gefängniß vermtheilt zu sehen. Gegen da» litt hell wurde Berufung eingelegt, dt« gestern vor der fünften Siraslamm« de» hiesigen Landgericht» l zur Verband« lung kam. Die Beweisausnahme«gab daffelde Resultat wie in der ersten Instanz. Von Jnt«effe war nm die Ver« nehmung de» Rektor» de» Knaben. D«selbe stellte ihm«in glänzende» Zeuantß au»; er sei in der Schule ein fttedlicher und fleißiger Schüler, üb« den noch keine Klage laut geworden sei. Ad« diese« günstige Lemnundtzeugniß konnte eine Aenderung im Urtheil nicht h«beisühren. Die Richter gelangten zu d« Anficht, daß nm eine strenge Strafe den Knaben beffern und den zukünftigen„Mefferhelden" in ihm «sticken lönne. Sie erkannten auf Verwerfung der Berufung. t Unter der Anklage der Blutschande stand gestern d« Schuhmachermeister Bottlieb Wilhelm Langer, ein zirka 40jähriser Mann, vor d« ersten Strafkamm« de» hiefigen Landgerlchl» l, die unter Ausschluß d« Leffenllichkeit gegen ihn verhandelte. Der Angeklagte war beschuldigt, sein« jetzt sechszehnjährige Tochtn von ihrem zehnten Lebensjahr an schändlich gemißbraucht und ebenso an«tn« noch jüngeren Tochter unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben. Da, Urtheil lautet« auf drei Jahr Zuchthau» und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahr« gegen den vollkommen überführten Angeklagten. Steine— statt baaren Velde» vnabfosgte eine» Tage» der Kommisfionär«uaust Gesch. zu FriedrlchSftlde wohnhaft, dem unwillkommenen Mahner in Gestalt eine» Schuhmacher« lebrllng», der im Austrag« seine» Meister, zu Gefch gekommen war. um von demselben eine rechtmäßige Forderung im Be« trage von zwei Mark Unzmieben.- Der Lehrltng. den Zorn seine, gestrengen Herrn und Meister« sürchtend, v«bli«b, trotz« dem ihm Besch Zahlung de» geringen Betrage, verwrigerte. deharttech bei dn Erllärung, daß er ohne Geld nicht zu seinem iilBlÄI stlönt sofort hinterrücks taumelte.— Der gestrenge Meister war aber mit einem derartigen Zahlungsmodus nicht ttnver» standen und noch weniger duldete er eine dermaßen rohe Behandlung de, Lehrlings, welcher sein Jntneffe so rege wahr« genommen; er veranlaßt« daher ttne Strafanzeige gegen dm böSwilliaen Schuldner. Dies« wird nun infolge seine, Jäh« zorni erheblich mehr zu zahlen haben, al» vordem von ihm in Güte getordnt worden; da, Schöffengericht veruttheilte ihn unter Kostenlast wegen Körp-roerletzung mittelst gefährlichen Werkzeuge, zu 4 Wochen Gefängniß.— Geam dies«, Urtheil legte G-sch Berufung ein, trotzdem im Hinblick auf seine Vor» bestrafungin, welche« wegen fahrläsfigen Meineide, und wegen Betrüge,«litten, die rohe That, deren er über- tührt worden, immerhin noch mit«in« gewiffen Milde von Seiten de, Schöffengettcht, beuttheilt worden war. Die Strafkammer de, Landgericht, II, welche NW gestern in d« BnufungSinstanz mit der Sache nochmal» beschäfligte, fand au» dem ebenangefühtten Grunde keinerlei Vnanlaffung. ttne H«absetzung der obigm Freihttt, strafe oder Umwandlung dttselben in ttne Geldstrafe eintreten zu lassen; dmrgemäß ward die Berufung des Angellagten untn Be- stätigung de,«stm Utthttl« verworftn. Ueder den Dtätenprozeß Kisku« gegea«eScker wird der„Voiksztg." au» Breslau noch folgende» geschrieben: D« Bellarte würbe, wie wir«est«» bnttt» kurz mittheilten, vermtheilt, die Summ« von 1501 M. nebst 5 pCt. Zinsen an den Fi, tu, zu zahlen, sowie die Kosten in erster Instanz zu*/«■ in »wttter Instanz ganz zu tragm. Der Uägettsche Anwalt hat wahrscheinlich au, dem Grund«, daß das OaerlandeSgettcht, wie au, der angeordneten Zeugenvernehmung hrrvorging, nicht hat ohne WtttereS annehmen wollen, daß ttn Retchltags- abgeordneter durch Annahme von Parteidiäten fich verpflichte, mit dnjenigen Partei zu stimmen, welche ihm Diäten zahlt, da, gegen den Abg. Httne vom Obnlandelgericht zu Naumburg a. S. ergangene Utthttl dem hiefigen Gericht in Abschrist eingereicht. Fern« soll derselbe auch auf die Ausführungen Bezug genommen, welche von dem kSnial. OberlondeSgericht zu Königsberg i. P. nach ttn« tn Nr. 274 d«„Schlestschen Zeitung' vom 18. April d. I. mitgetheilien stenographischen Aufzeichnung gemacht worden sind. Nach letzterem h be fich btt der Verfassung, berathuna nicht»«geben, wodurch die Auslegung de, Artikel, 32 der Verfassung nach sttnem Wort« laute, Zusammenhang und Zweck in Zwttfel gesetzt wnden könnte. Im Gegenthttl würden die Männer, die vom Reichstag« nach der ausgesprochenen Abficht der Regierung und d« Konsnoativen, welche von den Liberalen ebenso vnstanden und deshalb bekämpft ist, fern gehalten werden sollen, nicht fem gehalten»«den, wenn die Zahlung von Diäten au» Privat- Mitteln erlaubt wäre. Der so festzustellenden Auslegung de» Attikel, 32 gegenüber kämen Analogien au» anderen Gebieten de, öffentlichen Recht, nicht tn Betracht. Die Frag«, ob und welchen Einfluß die Uebettretung de, Verbote» etwa auf die Fähigkeit, SRitglied de, Rttchstage, zu fein, au»übt, würde nach Artikel 27 der Reichkonfassung zur auischließlichm Zu« fiändigkttt de, Reichstage, gehören. Von nebensächlicher Be« deuiung sei, daß da, Verbot nach den jewttligen Bunde,« aesetzen vnschtedme Wirkungen hervordringen kann; die» müsse vi, zur Jnkraftiretung«ine, einheitlichen bürgerlichen Gesetz- buche»«tragen werden. Da, von dem Reiche ausgesproch-ne Verbot sei für alle Miiglied« de, Reichstage, bindend, gleichviel in welchem Bundesstaate ste wohnen od« gewählt werden. Man onkenne, so heißt e» in dem von dem kläaettschen Anwalt abschriftlich angezogenen König, b«g« Urtheil weit«, fern« den Einfluß de, Reichirecht, auf da» Landrecht, wenn man annehme, daß nicht Verbote des«stnen auf letztere» bezogen werden lönnten, die in späterer Zttt von neuen Staatsdtldungen ausgehen möchten. Nach der Vorschttft deS Attikel 2 der Reich, oettaffung stehe unzmeifel« Haft fest, daß die Reichiaesetze dm Landesgesetzen vorgehen. Sollte man diesen Satz aber nur von den auf Grund der Verfassung selbst«gangenen Gesetzen gelten lassen, so stt doch die ReichSvrttassung. die Verfassung de» Norddeutschm Bundes in der vreußischm Gesetzsammlung verkündet und also preußi« sche» Gesetz geworden.— Es erschein« demnach jeder Zwttfel ausgeschloffen, daß da», was nach der Reich, oerfaffung v.r« boten oder unerlaubt, im Sinne de, allgemeinen Landrechts als vnboten od« unnlaubt gellen muß. Diesem Gedanken- gange desskönigsberg« Gerichithofe, analog motivttt« der Vor» fitzinde de» hiefigen Gnichtthrfe, da» Eingang» mitgetheilte Urtheil dahin, daß d« Att. 32 ttn allgemeine» Verbot ent- halte und ein allgemeines Verbots- und Rechtsaesetz sei. AuS d« Eitstehungsgeschichte der Vettaffung ergebe stch nicht» Gegmthetligei und ttn Reich, tag, beschluß dahin gehend liege nicht vor. Da nun ttn allgemttne, Vnbot vorliege und da» allgemttne Landrecht die Tendenz Hab«, dai verbotiwidttg Empfangene zurückzufordem, so würde da» Verbot umgangen wnden, wenn die Wahlkreise oder sonst Jemand die Diäten zahlten.— Wenn ein Abgeordneter auch nur unter der Vor» aussetzun g aewähll würde, für dt« Pattet zu stimmen, so sei die» eine Verletzung de» Art. 29 der Reichsverfassung, und da nach dem Gotha««ongreßprotokoll dem. der nicht im Int«: fie d« Pattei stimme, die Diäten entzogen werden könnm und da auch die» ein« Verletzung gegen Art. 29 sei. so sei der Be- klagt« nach dem Klageantrage zu veruttheilm. limine und Nersmnmlnngen» b. Die öffentliche«tstenneacher-versammlung. welche am Montag, den 20. o. M.. bei Deigmüll«. Alte Jakodstr. 48a, unt« dem Vorsttze de» H-rrn kaufhold stattfand, um endgiltia über den neu reviditten Normallattf zu beschließen und Fabri» tantenuntnschttften für dens.lben entgegen zu nehmen, war von mindesten« 400 Theilnehmern besucht. Auch hatte fich eine nicht unerhebliche Anzahl von Fadttkantm eingefunden, die ihre Unterschrift auf dem Tarif der Kommission Übergaben. Da, Hauplresultat der Vnsammlung war die einstimmige Annahme einer von Henn Lttchnitz beantragten Resolution, durch welche 5»°?«®«lin««istena acher zur energischen Durchführung de» Tarif» und zur sofortigen Ardeitseinstellung in allen Fa. briken vnpflichten, in welchen am Dienstag, den 21. d». M-f, d« Tarif nicht durch Namensunlerschttst de» bttreffenden Fa- dttkcmten bewilligt worden sttn sollte. In d« Dtskusston sprach ttn anwesender«rttssägenschneider sein Bedaunn dar- über au», daß stch die Kiftenmacher nicht mit sttnen Gewerl,« aenoffen in BerUnbung gesetzt und Vorsorge dafür getroffen hatten, daß auch d« zu geringe Lohn dnselden, der besonder« durchweg besrlldigenden Bestimmung gedacht sei und die Kisten- mach« zu jtt>« Seit für diese Bestimmung der krttssägen- schneid« einstehen würden.(Allgemeine bttfällige Zustimmung au» d« Versammlung.) Fretreliotöse Gemeinde. In d« am 21. September bei Gratweil abgehaltenen Gemttndeversammlung nach den Wi-n stand al» wichtigst« Gegenstand auf der Taget Ordnung *ner Penfionsgesetz Entwurf, welch« schon lange vorh« die Gemüther d« Gemelndemitglied« stark aufgeregt halte. Durch Lässigkeit rm Besuch der beschließenden Versammlung im Monat Juni war«S den Anhängern de» früheren Vorfitzenden May, der sogenannten Protestportei. gelungen, nur SRitglied« ihr« Richtung in d!« Kommisston zur Ausarbeitung ein« diesbezüglichen Vorlage zu bttnaen. S, war eine ftett de suchte Versammlung, welche am Dienstag tagte, nahe an vierhundert al» vollberechtigt legitimirte Milgliev« waren an«' «Ä Ä.«%% DWplin und die Redner sowie die Versammlung fügten sich musterhaft trotz innerer Erregung. St wurde namentlich« Ad» stimmung beantragt und angenommen; da» Resultat der Hb» stimmung war. datz mit„Ja", also für die Vorlage, netto«in Viertel, mit„Rein", also gegen die Borlage, drei Viertel der anwesenden Mitglieder stimmten.— Mögen die Mitglieder auch künftig die beschließ endm Versammlungen recht fleißig be» suchm, damit fie mit dem inneren Leben der Semeinde recht vertraut werden und sich so ein möglichst unbefangene» Urthetl über deren Ungelegen heilen biidm. Stuttgart, 16. September. Die hier am Sonntag im „Schützenboi" abgehaltene Arbeiterversammlung war so zahl- reich besucht, daß der geräumige Saal di» auf den letzten Platz gefüllt war, ein vewei». wie sehr da»|U behandelnd« Thema: „Der§ 152 der Gewerbe-Ordnung und der Puttlamer'sche Erla fi", da» Interesse der»rbeiterwelt erregt. Herr Kloß beleuchtet« in sehr autführlicher Weise di« Lag« de»»rdeiter» unter den heutigen Produktiontverhält» Nissen, denselben stehe der einzelne Arbeiter wehrlo» gegenüber, dem ficheren Ruin geweiht; e» sei de»halb da» au»gedebnteste Koalitiontrecht für ihn dringende» Bedürfnitz. Der§ 152 der Gewerbeordnung habe nach allgemeiner Auffaffung diese» Recht gewährleistet, und zwar nicht nur in Bezug auf sogenannte Streilverbindungen, sondern auch auf solch« Organisationen, welch« sich di« Aufgabe«stellt haben, ihre Fachzenossen auizu» klären, Bildung in die Reihm derselben zu tragen, um so da» richtige Verständnitz über die eigene Lag« und Sikenntnitz der Verhält iffe herbeizuführen. Hierdurch würden nicht nur Au»- schreitungen, wie wir solch« in Belgien, England und Frankreich in neuester Zeit gesehen, verhindert, sondern sogar die Streik» an sich würden seltener»erden, weil, wenn die Arbeiter al» Organisation eine gewisse Macht repräsentiren, »her auf ein Entgegenkommen von anderer.Seite gerechnet werden kann. Der Pultlamer'sche Streikerlatz sei eine Be- schränkung der Koalitiontsreiheit der Arbeiter, er mache da» Recht der Organisation illusorisch, well die Behöbe in Be- lagerungsbezirken jeden Augenblick berechtigt ist, die Organi- sation, obgleich selbe unter dem Schutze de»§ 152 steht, auf- E'sen, deren Führer, wie die» geschehen, au»,u«tisen, vor» Vene Gelder zu kor fiiziren u. s.«. Aber auch in Nicht» gerungtgebieten gehen einzelne Behörden auf» Schroffsie gegen die gewerkschaftlichen Organisationen der Arbeiter vor. So in Braunschweig, wo die Behörde den Streik der Maurer und Steinhauer einfach für sozialdemokratisch erklärte. Wenn so der Puttkamer'fche Erlatz den Koalttion»paragraphen illusorisch macht, so standen andererseft» die landetgesetzltchen Bestimmungen einzelner deutscher Staaten dem Genuffe der durch besagten Paragraphen dm Arbeitem gebotenen Koalition»» freiheit hindernd gegenüber. So z. v. in Sachsen, wo dies« Fachorganisaitonm nur in lokaler Begrenzung zulässig find, ihre für dm Arbeiter so segm»reiche Thätigkeft jedoch erst bei Zentralisation dieser Vereine recht mtfaltm können. E» sei daher eine Petition der Dre»dmer Zigarrenarbeiter, welche vom Reich» tag Abhilfe dieser Mängel fordert, mit Freuden zu begrützen. Nachdem Redner die Petilion, welche wir in Nr. 182 unsere» Blatte» dem Wortlaute nach zum Abdruck gebracht haben, in ihren einzelnen Punkten erläutert hatte, empfiehtt derselbe der Versammlung: dieselbe wolle beschltetzen, datz fragliche Petttion hier in Zirkulation gesetzt wird, und solle da» Bureau der Versamm- lung mit Ausführung de» Beschluffe» betraut»erden.— Herr Wiesingcr ersucht, dm Klotz'schen Antrag abzulehnm, petinoniren nütze nicht»; nicht die Gesetzgebung schaffe andere Verhävniffe, sondern die Entwickelung.— Her Reichttagtabge- ordnet« Bio» tritt dm Auffaffungm Wiestnger'» entgegen, und empfiehtt edmfall» die Petition zur Unterschrift. Ein an den Reich»tag eingesandter Protest verfalle dem Papierkorb ohne besprochen zu werdm. eine Petttion aber»erde, sofern nicht zu grotze» PetittonSmarerial vorliegt und die evmt. Ver- tagung de» Retckltage» eine Erledigung verhindert, zum Mindestm in d,r Petitionikommisfion, wmn nicht im Plenum de» Reichstage», befprochm, wa», da auch Mitglieder feiner Fraktion in der Petition»kommisfion fitzen, immerhin einm kleinen Nutzen in Autficht stelle.— In seinem Schlutzwort tritt der Resermt den Ausführungen Wiefing, r'S mt» gegen und kritistrt speziell die Logik deffelden, wonach «ine Aenderung der Verhättniffe nicht durch Gesetz«, sondern durch Sntwickelung herbeigeführt werde. Wenn, so führt Redner au», die Sntwickelung in ungehinderter Weise vor fich ginge, könnt« man dem zusttmmm; aber der ruhigen Sntwickelung werdm thett» in der Natur unserer Produltion»» verhältniffe liegende, theil» selten» der defitzmden oder Herr schmden Klaffe„willkürliche" Hinderniff« mtargengestellt, viese &dtseitigm und so die natürliche Sntwickelung zu ermögen sei unsere Aufgabe. Die Besetze find der Autdruck der jewefligm Entwickelungtstufe; Sache der Arbeiter sei e», fich an der Gesetzgebung so viel al» möglich zu brtheiligen. Eine solche Betheiltgung sei auch in dem durch Unterzeichnung der Petition dm gesetzgebenden Faktorm gegmüber autgesprochmm Willen zu sehm. Nachdem Redner nochmal» setnm Antrag empfohlen, wird derselbe mit allen gegm 15 Stimmen angenommen.— Da» Bureau» al» beauftragte» Komitee, wird fich nun angelegen sein laffen, Listen sowohl in Stuttgart wie in Württemberg überhaupt in Zirkulation zu setzen und ist e» Pflicht der Arbeiter, für massenhafte Unterzeichnung der Peti» tton zu sorgm. De« Mitglieder« de» Zevtral-Krauke«» uud Be» grSdnttzkaffe der Sattler und verufsgenossr« Deutsch» Ia»d«.„Hoffnung"(H. H. 64) zur Nachricht, datz Sonntag, den 10. Oktober er., in dm renovirten Räumm de» Louisen- städtischen Konzertbause», Mte JakobSstr. 57, da» 2. Stiftungsfest, bestehend in Theateraufführung und Tanzkränzchm, statt» findet. Programm» find zu habm bei allm VorstandSmtt- gliedern, sowie in sämmtlichm Zahlfiellm. Berliner verein für volksverftändliche Gesundheit»- pflege und Naturheilkunde Freitag, den 24. Seplnnber, »dmd» 8'/« Uhr, bei Gratweil, Kommandantenstr. 77—79. Vortraq de» Herrn Canitz über:„Der Stoffwechsel im mmsch- lichm O:gani»«u»." Verein Ztehlke'scher Tanzschüler„Tiralte«ue" jeden Donnerstag, Abend» 9% Uhr, im Restaurant Poppe, Linden» stratze 106. Schiifer'scher Gesangverein der Elfer. Jedm Don« n«rstaa, Abend- 9 Uhr, bei Wolf u. Krüger, Skalttznstr. 126, Musik. viauchklub„Kernsditze" jedm Donnerstag, Admd» 8'/» Uhr, im Restaurant Holzmarktstr. 44. «auchklud„Tämmerwolke" Donnerstag, Abend» von 8—11 Uhr, im Restaurant Greiser, Reichmbergerstr. 16. Ranchklub„Arcona" jedm Donnnstag, Admd» 9 Uhr, Forsterstr. 9. Mufikdilettanteuverei« Glocke. lAedm Donnerstag Uebung» stund« Fttedrtchtdergerstr. 10. Uermischtes. Sklaverei i« Deutschland. Unter dieser Spitzmarke berichtet die„Slderf. Zw." au» Frankfurt a. M. folgmdm Vorfall: Sin hiestger Bankier ist von einem seiner ehemali» gm Kommi» auf HerauSzahlung von 5500 M. verklagt worden und zwar, weil der Bankier bi» vor kurzem dm jungen Rann wegen einer im Jahre 1873 vorgekommenen Unregelmätzigleit, wo e» fich um 27 Guldm, die der junge Rann angeblich un- terschlagm hatte, handelte, mtt einem monatlichm Gehalt von 35 M. abgefunden hatte. Sobald der arme Mensch eine beffere Stellung gefunden hatte, drohte ihm sein Herr mit Ge» sängnitz und soforiigem Verhaftenlaffm. Die» zwang den armen Teufel, vom Jahre 1873 b>» 1886(31. August) aulzu- hanm. Vor einiger Zett entdeckte nun der alte Vater de» Kommt» einem hiestgen angesehenen Herrn die Lage seine» Sohne», worauf fich der Herr erbot, dm jungen Mann sofort in Stellung zu nehmm und ihm 120 M. monatliche» Gehalt zu gebm. Am 1. September trat der mdlich Gerettete sein« neue Stellung an und reichte sofort, auf Veranlaffung seine» neuen Herrn, gegm seinen»hemoligm Prinzipal Klage ein. Letzterer bot dereit», um der furchtbaren Blamage au» dem Wege zu gehen, 1000 R. Entschädigung, womit fich jedoch der so lange geplagte und aeänaftigte Mmsch nicht zufrieden er- klärte. Sr verlangt«tndesten» 5500 M. oder bester, für jedm zu 35 M. gedienten Monat»ine nachträgliche Zulage von je 55 M. Auch Frankreich hat««««artmbriefe(oerschlietzbare Postkartm) eingeführt. Wie höchst praftisch diese neue posta» lisch« Simichtung ist, und wie sehr fie fich der Gunst de» Publikum» erneut, mag darau» erhellen, datz seit ihrer Sin» führung in Frankreich der Absatz der Franko- Kouvert» fich nahezu um die Hälfte, der der rffmm Postkarten um ein Viertel verringert hat. Kleine Mtttheiwngen. Bamberg, 21. Sevlember.„Schnickel" und„Steckm- reiten" find die hösllchm Bezeichnungen, welche fich die hitfigm Jnfanteristm und Ulanen einander beilegen. Darüber giedt e« regelmätzig Prügel und so war«» auch am 1. April im Cas» Eck, allwo die Ulanm mtt Infanterie anbanden. Be- sonder» Jakob Haa« von Neustadt a. H..«in Ulan, hielt bi» zuletzt au», aber all er fort aing, liefen ihm drei Jnfanteristm, darunter Josef Fischer von Sulzfeld, nach, erwischtm ihn und zerschlugen ihm den Schädel mit dem Pttagan, so datz er länger krank war. Der Spatz ttägt dem Fischer laut Urtheil de» MilitärdezirkSgericht» Würzbmg 3 Monat« Gefängnitz und wahrscheinlich eine Tracht Hiebe«in, wenn er wieder hierher kommt. Wien. 21. September. Eholerabericht. In Triest kämm von gestern Mittag di» heute MMag 9 Srkrankungen und 2 Todesfälle, in Jstrim 7 Erkrankungen und 1 Todesfall, in Pest 12 Srkrankungen und 3 Todesfälle und autzerdem 11 Todesfälle von bereit» früher Erkrantten vor. London, 19. September. Selbstmord ist nach der Theorie der engltschm Geschworenen die Folge geistiger Störung: allein der.Fall de» 78jähttgtn Frednick Goodman war denn doch für die Geschworenen de» öffentlichen Leichmschauer» zu viel. Um 6 Uhr Morgen» begab fich der Alte in» Waschhau» überm Hof seiner Wohnung; er hatte ein Hemd, sein« Hosm und Schuh« an. Darauf schüttete er dm Inhalt einer Bm- zolinflasche über seinen Kopf, datz die Haare und seine Kleidung ganz durchnätzt waren. Mtt einem Strick band er fich di Beine zusammen, kniete auf dm Lobm, füllte setnm Mund mit Oel und suchte fich mit Streichhölzchen in Brand zu setzen. Mtt seinm von Oel feuchtm Händen scheint ihm da» zuerst nicht gelungen zu sein,«st da» vierte Hölzchen fing Feuer und bald war der arm« Mensch eine lodernde Flamme. Die Nachbarn liefen herbei, abir alZ man dmUnglücklichm in da» Spital brachte, fand fich sein Körper mtt schrecklichm Brand« wunden bedeckt. Um Mittag erlag er seinen Verletzungen. Ketzte Kschrichte». Au» Engkaud. Im Verlaufe der Sitzung de» engiischm Unterhause» wurde die Parnell'sche Bodengesetzdill schlietzlich mit 297 gegm 202 Stimmen in zweiter Lesung ad» gelehnt. Bei der Berathung hatte Dillon geäutznt, datz die Parnell'sche Bill dm Pächtern in Irland anzeige, datz fie nicht mehr aus da» Parlament, sondern lediglich auf fich selbst zu rechnen und bei ihrem Widerstand« zu vnharren hättm. Hick»-Beach hatte«klärt, die Zustände in Irland feien der» arttge, datz die Regierung gmöchigt fein könne, da» Parlament aufzufordern, fich früher mit dmfelbm zu beschädigen, al» ur» sprünglich beabfichttgt gewesen sei, die Regierung könne dm Frieden aber nicht durch Dinge erkaufen, die fie nicht für gut und heilsam erachte. Allerhand Tynamitgeschtchten spuken in südwest« deutschm Blättern. Wie au» der Münchmer„Allg.Ztz." her» vorgeht, find dieselben darauf zurückzuführen, datz ein«rbetter im Kreise Chateau-Salin», der auswärt» Arbeit gefunden hatte und dmch da» bisher in feinem Haufe vnwahrte Dynamit da» Lebm feiner Familie nicht gefährden wollte, solche» an einer abgelegenen Stelle im Walde vngraden hatte. Dtrs«»PSckchm wurde gefunden, al» man in dem Walde nach einer Kindek« leiche forschte. A«» Sachsen, 21. September, schreibt man der„Voss. Ztg.": Wie fich neuerding« hnauSgefhllt hat, ist da» im Juni d. I. in Leipzig verbreilete sozialistische Flug« d l a t t, in welchem insbesondere die Verlängerung de» kleinen Btlag«ung»zufiande» und die Ausweisung onschiedm« Sozial« demokraien befprochm wurde, nicht, wie falschlich auf demselben angegebm war. in Zürich gedruckt, e» ist dasselbe vielmehr in einer Chemnitzer Drucknei Hergestellt worden. Der Inhaber derselben wird fich in Folge deffm demnächst gerichläch zu verantworten Haben. Wegen Verbreitung de» erwähnten Flugdlattet wurdm im August d. I 17 Personen zu Gefängnitz» strafen in Höhe von 2 bi» 3 Monaten oeruttheitt. A»< Epremberg«fährt die Berliner„VoltS-Ztg.": Die in unserem Orte vor einigm Tazen auf Grund de» vozialifim« gesetzt» erfolgte Auiweisuna de» Schloff«» B. wird noch ein nnsie» Nachspiel erleben. Et hattm stch nämlich hunderte oo» Rmschm am Bahnhof eingefunden, die der Abreise de» B. beiwohnen wollten. Die Behörde betrachtet jetzt diese Ansamm« lung von Rmschm al»„Theilnahme an einem nickt gm»hmigtm öffeniltchen Aufzuge"; zahlreiche polizeiliche VernehmungM hierüber habm bereit» stattgefunden und mutz abgewartet att» den, ob die Erhebung von Anflogen fetten» der StaatSamvaft» fchaft erfolgm wird. Gegen da» Streikkomitee der Hamburger Bäcker« gesellen ist eine Untersuchung eingeleitet wordm, und zwar, weil e» Postm nach den Bahnhöfen geschickt habm soll, um dl« zugereisten Bäckngesellm von der Sachlage in Kenntnttz zu setzm._ Krieflmsten der Kedaktum. F. F. Abonnent seit 1884. Wir find natürlich erst recht lein« Freunde von der Sacke, die Sie mtt Bnechitgung, alt„Zauber" bezricknen. Die objekttve Berichtetftattung j-vinfl» un» allerding» vonallmDingen ,die vorkommm, Kmntnitzzugeien. Wo e» irgendwie angeht, wird natürlich, sowie bisher, jeglicher Zauber, auch wenn er noch so faul ist, vermieden werden- Von den Personen, die Sie meinen, war selbstverständlich Niemand dabei._ Zwei Wettende. Die Erde dreht sich natürlich um di« Sonne. Kmnen Sie die derühmte Geschichte vom Past« Knaak nichts � Z. S. 7. Eine Militär. Mustkschule, in welcher Knaben unter vierzehn Jahren Aufnahm» finden, giedt e», sootel w» wiffm. nicht.._ 6. F. Kisdorf. Soweit reichen unser« binologischk» Kenntnisse auch nicht. Am destm ist e» jedenfalls, wenn während der Nackt überhaupt kein Bier stehm bleibt. Soldatenmütze. Sie dürfen die Mütze ganz ruhig w» der Kokarde tiazen,»mn Ihnen da» Spatz macht, e» hat au» Niemand ein Recht, di« Kokarde zu entfemm. Od Sie SolW« gewesen find oder nicht, ist ganz gleichgiltiz.. ,, 2. W. Auch wmn die Frau grotzjährig ist, bedarf v* der Zustimmung ihre» Shemanne», um hypothekarisch ein»'' tragme» Geld abzuheben. Man kann stch da» Geld A? fchickm laffen, mutz aber dann eine notariell oder gerichw» beglaubigte Quittung einsenden. Theater. Donnerstag, den 23. September. vdetmha««. Der Wildschütz, oder: Die Stimme der Natur. «chauspielhau». Der Leibarzt. Deutsche« Theater. Romeo und Julia. *##kp$ Theater. Konzert von Hmry Marteau.__ Fmrdrich-WilhelmstSdtische» Theater. Der Zigeunerbaron..._. WaiUrer-Theate». Sin Blitzmädel. Vallr-Alltauee-Theater. Boccaccio. vAe«d»Theater. Do.nati Morlay. Btttoria» Theater. Amor. Tanz-Poem von MlMall�Theater. Don Crsar. MMMRL« Kouileti von G.Görtz. Mufl von G. Steffen». Mtt neuen Dekorationm und Kostümen. (Novität I) Ksakordia» Theater. Spezialttätm« Bor» Kemfmann'ä variett. Spezialttätm- Bor» Amertea«- Theater. Spezialttätm« Vor» N�chShalle«* Theater. Spezialttätm »elluna.__ -Vor» «JWtSZ- Unferm VereinSkolleam Srast Ainz« zu fei» nem hmttgen Wtegmfrstr ein dr«mal donnernde» Hoch, datz der Bovm au» der Kodlmkiepe fliegt. H. L.«.«. R M. A. R. W. M. «. L. R. Sch.[631 Den Mitgliedern der freien Kranken» und Legrädnitzkaff« der Schubmacher u. Beruf»- gmcssm Berlin»