Nr. iäB. Freitag, den$4. September 1886« III. Jahrg. Krgan für die Interessen der Arbeiter. Abonnements- Einknäung. Zum bevorstehmdkn Ouartalkwechsel erlauben wir uns ium Abonnement auf da» »»Kertiner Uolksvlatt" nebst der wöchentlich erscheinenden Gratisbeilage „Illastrirtes Smmtagsdlatt" einzuladen. Der StandpunU unseres Blattes ist bekannt. ES steht auf dem Boden des unbeugsamen Rechts. Die Erforschung und Darlegung der Wchrheit auf allen Gebieten de» öffentlichen Lebens ist seine einzige Aufgabe. Als treuer Berather und Streiter für die Aushebung und Ausgleichung der Klaffen- llegensStze ist das„Kerline» Nolksblatt" ein entschiedener Gegner jeder Politll, die ihre Endziele in der Bevorzugung ein zelner heute schon begünstigter Gesellschastsklaffen findet, und derjenigen Pollliler, denen nur die Wahrung ihrer persönlichen Tnteieffen als Leitstern ihrer Handlungsweise gilt. Das„Kerliner N-lKobtatt" sucht seine fich gestellte Aufgabe durch sachliche Behandlung der grofien sozialpolitischen ols auch dn Tagesfragen zu erfüllen. Die gleichen Grundsätze leiten uns bei der vesprechung unserer städtischen Angelegen- v-iten. Thue Jedermann, der fich'mit unseren Zielen in Ueber- Kimmung befindet, an seinem Platze seine Schuldigkeit. Der � durch Zuwendung seiner! Mitarbeiterschaft, der Andere .°°urch, tzgg ft dem„fttlitur ifelkablatt" in immer wei« Kreisen Eingang verschafft. Da»„Köllns» VoUrvblntt' darf nicht nur allein der "«und tzts Volkes bleiben, sondern da» Volk muh auch der vreund de«„Berliner Volks dlati" sein. Die Aeußerung und Dethätigung dieser wechselseitigen Freundschaft ist in Wahrheit d>e Erreichung und Verwirklichung, des uns vorgesteckten Ziele». Der Abonnementspreii beträgt für das'ganze Vierteljahr 4 Mark, monatlich 1,85 Mark, wöchentlich 35 Vf. Bestellungen werden von sämmtlichen Zeitungsspediteuren, sowie von der Expedition unseres Blattes, Zt««erftrastp 44, entgegen zenommen. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten ve« fiellungen an. Die fledafifion nid �pedifion de»„Kerliner K-lksblatt". IeuM'eton. verboten.-[7 Gin KriUantenhalsband. Kriminalnovelle von Ferdinand Herrmann. , Während da» Dienstmädchen vorauf ging, führte er die 'tanke Geliebte über eine« halbdunklen Korridor bis zu der Hiutertrexpe de« Hause», einer Stieg«, die bei ihrer liiterartigea Steilheit und bei der hier herrschende» Finster- wirklich nicht ohne Gefahr zu pisstren war. Dabei mußte er die zitternde Else, deren Füße mit jedem schritte den Dienst zu versage» drohten, mehr trage« als luhre«, und er sagt« sich selbst, daß sie rettuvgSlo» verloren "in würde», wenn e» ihm nicht gelänge, schnell einen Wage« «rbeizuschaffea und ein andere«, sicherere» Unterkommen zu li»deu. .. Die Hintertreppe führte nicht, wie er erwartet hatte, direkt auf die Straße hinaus, sonder« zunächst in eine« suchte» und stockfinstere» Keller, der zum Lager»»o» allerlei Borräthe» benvtzt zu werde« schien, und in welchem sich die Kiüchtltnge Schritt für Schritt vorwärt» tappe« mußte«. K* diesem abscheuliche», fiastere» Räume schien dem .'Uhrenden Mädchen ei»»euer rettender Gedankt zu �mme». ,•„Am beste» wär's vielleicht, wen« Sie erst einmal �«e Stund« oder zwei hier im Keller blteben l Etwa« »ar so Schreckliche« werden Sie doch wohl nicht begangen � die Polizisten Ihretwegen gleich da» ganze umkehren sollten, und wen« fie wieder fort find, ante» wir Zhnen ja eine Nachricht zukommen lasse»!" Vorschlag war gewiß gut gemeint und wäre auch wohl gewese». wen« de, Kellerraum von einer minder Wr.V Beschaffenhett gewesen wäre. Aber ei» stunden- »o» M JP6™"1!« i# d« kalte», feuchte» Atmosphäre, die «rsnn. dergerüche« und allerlei widerwärtige« Ausdünstungen schritt rHnb der man überdie» nicht eine« Zwe-.r wett lehe« to««»-, wäre bei Else'« Zustand ohne 'f«l von de« verhängnißvvllste« Folgen gewesen, Em drlgischn Archlsir. Die bekannten Unruhe» in Belgien habe« zur Ein- setzung einer Kommission durch die Regierung geführt, welche Uatersuchungen über die Arbeiterverhältnisse de» industrielle» „MusterfiaaiS" anzustelle» hat. Ueber die vorläufige« Re- sultate habe» wir schon berichtet; sie beweisen, daß die Ver« heeruvgen, welche da« moderne Zndustriesyfiem in Belgien anrichtet, selbst die schlimmste» Befürchtungen«och über« treffen. Man durfte begierig sei», welche Heilmittel in Belgien würde« vorgeschlagen werde«, und e$ liegen nun die erste» Vorschläge vor, die von dem berühmte» Professor der Nationalökonomie, Emile de Laveleye, ausgehe«. Dieser Professor ist mit Recht berühmt durch eine Reihe von tiefgelehrte« und geistreichen Schriften; wir erinner« nur an da« Buch„Das Ureigeoihum". Seme Anschauungen »eigen fich etwas der bürgerlichen Demokratie zu. Da Laveleps Mitglied der genannte» Uotersuchungskommisfion ist, so konnte man auf seine Vorschläge ganz besonder» ge- spannt sei». Man wird sich indessen einer tiefgehende« Enttäuschung nicht erwehre» könne«, wen» man die Vorschläge liest. Herr Dr. Lavelrpe fordert, wie»nsere Leser berett» wissen: ,1) Allgemeine Wehrpflicht als Garantie für die Auf" rechterhaltung der bestehende» Veihältoisse und als Gerech- tizkettsprinzip. 2) Energische Bekämpfung der Trunksucht, Vermehrung der A l k o h o l st e u e r und Ausführung öffent« li�er Ardeuen durch die dadurch erzieltm Fond»; auf diesem Wege Beschäftigung brodloser Arbeiter. 3) Ausbeutung der Eisenbahne» von einem Gesichtspunkte au«, welcher zurächst die von de» Schutzzöllen des Auslande» bedrohte Industrie berücksichtigt. 4) Freier obligatorischer Unterricht. S) Ernennung von Kommissionen, welche die Lohnftag« regeln und den Arbeiter darüber aufkläre«, daß eine Erhöh- ung der Löhne momentan unmöglich ist, daß im Gegentheil weitere Reduktionen erforderlich sei» werden. 6) Gesetze, betreffend die Regelung der Arbett in de» Bergwerke» nach englischem Vorbilde, Arbetterschutz- gesetzgebung noch deutschem Modell. 7) Errichtung gesunder Arbeiterwohnungeo. 8) Einschränkung de» Luxu» unter de» Besitzenden; derselbe erregt de» Groll der untere» Klasse». 9) Ausdehnung de» landwirthschaftliche» Unterricht«. Bekämpfung der landwirthschaftliche» Krifi« durch Anlage von Provwzialttambahnen und Tran»- porikostenvermtnderung, nicht aber(wie zu Gunsten de, klerikale» Großgrundbefitzer projektirt) durch Schutzzölle, welche Brot und Fleisch um 21 000 Sigenthümer willen vertheuer». 10) Endlich und vor ollem: Pflege de« Geiste« christlicher Liebe, welche befähigt, das in» und wenn fie selbst sich auch vielleicht einer so grau- same« Nothwendigkeit willig gefügt habe« würde, wie» doch Bernhard de» Vorschlag de» Mädchens auf da« Be- stimmteste zurück. »Na, wie Sie wollen," meinte diese ziemlich kurz an- gebunden und grob.„Sie werde« ja wohl wissen, warum Sie es so eilig haben, au« der Nähe der Polizei zu kom- men I Warte« Sie nur einen Augenblick! Ich muß erst de» Schlüssel zu der in'« Freie führenden Kellerthür suchen, die wir beinahe niemals benütze«." Während fie mit großer Umständlichkeit diese Absicht ausführte, schlug ei» Gewirr von mehrere» heftig durch einander sprechende« Männerstimmen an da« Ohr der Flücht- linge. Zwar konnten fie den Wortlaut der im Janer» de« Hauses geführten Unterhaltung nicht verstehe«, aber es war ihnen nicht zweifelhaft, daß dort die Polizeibeamte», welche ihre Zimmer leer gefunden hatte», dem dicke» Gasthofs. besitzer gegenüber ihrem Ingrimm in unzweideutigster Weife Luft machten. Elfe zitterte«och heftiger und schmiegte fich fester an die Seite ihres Begletter», al« wen» sie von ihm Schutz und Beistand vor allem fernere» Ungemach erwarte; Bernhard aber suchte die Magd durch da» Verspreche» einer ansehnliche» Belohnung zu größerer Eile anzuspornen, ein« Mahnung, die bei dem phlegmatischen Temperament de» Mädchen« nur von geringer Wirkung war. Endlich war der irgendwo zwischen allerlei Gefäße« versteckte Schlüssel gefunden pnd in da» Schloß gesteckt, in welchem er sich seine» langen Nichtgebrauch» wegen nur mühsam und mit einem weithin vernehmliche« kreischende« Geräusch bewege» ließ. Kaanend drehte fich die schwere, eisenbeschlagene Thür in ihre» Angel»; die zerbröckelide« Stufen einer kurze», aufwärt» führende» Steintreppe wur- de« sichtbar uro ein Streifen von dem schwachen Licht- schein einer Straßenlaterne fiel in de» dumpfigen Keller« XÜUVt, Bernhard athmete auf; den« für den Augenblick we- niastenS schien ihm die Rettung au« der drohendsten Gefahr gewiß zu sei». Er griff in die Tasche und drückte dem Mädchen da» erste Geldstück in die Hand, welche« ihm zwi- sche« die Finger kam. Dan» stützte er Else mit kräftigem Werk zu setze«, wa» die Lage de» Volke» verbesser» kann." Nun, die Gelehrte» der herrschende» Klasse» pflege» dem Eozialilmu» gewöhnlich vorzuwerft«, daß er nicht im Stande sei, geeignete prakttsch-posttive Vorschläge z» machen, und daß er sich auf die Kritik der bestehende» gesellschaft- liche« Einrichtungen beschränke. Die Forderungen de» Herr» de Lavelepe beweisen, daß die Gelehrte» gute» Grund habe», fich an ihrer eigene« Nase zu zupfen. „Bekämpfung der Trunksucht"— nun, wir wollen an« nehme», daß Herr de Laveleye diese Bekämpfung nicht der Polizei übertragen wissen wrll. Ueber ein« erhöhte Bräunt- weinbesteuerung brauche» wir un» nicht weiter autzuspreche»; wir verwerfe» fie so entschiede» wie alle die ähnliche» Pro- jekte in Deutschland. Au« dem Ertrag dieser Steuer öffent- ltche Bauten tc. aufführe» und die ArbeiiSlose» beschästigen zu wolle« ist eine Utopisterei, wie sie kaum toller gedacht werde« kann. Den» einmal wirft eine Schnapssteuer nicht entfernt soviel ab und zum andern würde» die Arbeiter eine solche kümmerlich« Konzession durch eine unverhältnißmäßig« Mehrbelastung erkaufe» müsse». Von der Ermäßigung der Gütertarise der Eisenbahnen— den» eine solche ist«tt Punkt 3 gemeint— verspricht fich de, Herr Prof.ffor augenscheinlich zu viel. Der„fteie obligatorische Uatenicht" ist eine uns sehr sympathische Forderung, deren Autführung, wie Herr Laveleye selbst bemerk», natürlich erst»ach langer Zeit ihre segensreiche« Wirkungen bemerkbar mache» würde. Dann solle» Kommisfione» den Arb-itera„klar machen", daß eine Lohnerhöhung momentan unmöglich sei, daß«a» sich aber auch auf wettere Reduktionen gefaßt mache« müsse. DaS ist also Alle«, wa« der Herr Professor zu sage» weiß. Giebt ihm denn seine ganz« bürgerliche Nationalökonomie keine Spur eine« Gedanken« ei«, die ihm zeigen könnte, wie eine zeitgemäße Arbeitergesetzgebung auch„momentan" die Situation der Arbeiter verbtsser» kann? Die Erhebungen der Kommission habe» doch hinreichend die übermäßige Ver- Wendung von Frauen und Ki ädern, die geradezu er- schreckend lang« Arbeitszeit«ad da« mtt unglaub» liche» Benachtheiligunge« für die Arbetter ver» bundene Trucksystem an de« Tag gebracht. Echo« ei» Gesetz, da» die Auszahlung der Löhne in baarem Geld« anordnet, würde die Lage vieler belgischer Arbeiter bedeutend verbesser». Und der Herr Professor weiß nicht« anzukündigen, al» neue Reduktionen, die dazu den Arbeiter» auf Staat»- kosten al«„unvermeidlich" vorgepredigt werden solle» i Unter de«.Arbeiterschutz nach deutschem Modell" ver» steht Herr de Laveley« jedenfalls«nsere Ktaaken- und Unfallversicherung. Nu« Herr Lavilkye mag fich»och in —=5=555"——"55*5# Arm und führte sie die Treppe hinauf. Aber er hatte die letzte Stufe derselben»och nicht erreicht, als fich eine feste Manneshand mit schwerem, eisernem Druck auf seine Schulter legte, und al» eine tiefe Stimme dicht an seinem Ohr« sagte: „Machen Sie keine Umstände und kein Aufsehen I Sie find verhaftet i" Da« war ei» Schlag, auf de« er nicht mehr gefaßt war und der ihn vollständig niederschmetterte. Nur ei» matter, dumpfer Aufschrei der höchsten Verzweiflung kam au« seiner Brust; dann umschlang er m.t beide» Arme» die zusammenbrechende Gepalt der Geliebten, welche lautlos an feine Brust gesunken war. Eine barmherzig« Ohnmacht hatte ihr« Sinne umschleiert, und so blieb es ihr wenigsten« erspart, da» Entsetzliche, welche« ihr für diese» Augenblick vorbehalten gewesen wäre, unvermittelt und unvorbereitet z» vernehmen. Bernhard aber, bisse« Schnlter der Beamte»och immer gepackt hielt, al« fürchte er energische Widerstandtversnche de» Verhaftete«,«kannte mtt einem einzige» Blick, daß ,r sich rettungslo« w der Gewalt feiner Verfolger btfand. Di« Polizisten, wilche mit der Festnahme de« Verdächtige» be- auftragt worden waren, hatte» jedenfalls ihre Vslsichismaf- regel sehr gut getroffen, und waren nicht eher in de« Gast- Hof eingetreten, al« bi* sie die Gewißheit gewonnen hatte», daß den Flüchtlinge» jede Möglichkeit de» Entweichen« ab- geschnttten sei. Sie mußten mit den örtlichen Verhältnissen sehr wohl verttaut gewesen sei«, den» ein vier Man» starker Schutzmanvsposte« hatte die»ach einer Seitenstraße aus- mündende Kellerthür de» Gasthofe« besetzt, und der Gesuchte befand fich kaum in ihre« Händen, al« Einer von ihnen eine« scharfen Pfiff ertönen ließ, der auch noch die im Hause befindlichen Beamte« zu ihrer Unterstützung herbeirief. Bernhard konnte fich trotz semer verzweifelte» Sttua- tio» eine« bitte, en Lächeln« nicht erwehren beim Anblick der gewaltige» Polizeimacht, die da um feinet» willen aufgrbote» worden war, und er richtete an denjenigen Beamte», welcher da« Kommando über die An» deren zu führen schien, in bescheidenem, aber wännlich festem Tone die Bitte, die junge Dame, welche sehr leidend de« Zllusione» bewege», welche dies« Gisetzzebu«g vielfach Hervorgerufe« hat; wir find darüber hinaus. .Einschränkung de» Luxus unter de» Befitzendea." Welche Utopie! Da« erinnert ja an die Verordnungen gegen den.Hosenteufel', d. h. gegen die Pluderhose», die einst«in Kurfürst von Sachsen erließ. So übertrieben der bezeichnete Luxus ist, so sehe» wir doch nicht, wie der Herr Professor seine Einschränkung durchsetz?« will.>u« Belgien läßt fich sicherlich kein Sparta mache«. Vo» Schutzzöllnern hoffe» wir so wenig, wie Herr de Lavelcye. Aber auch eben so wenig vo» seiner.Pflege de» Geiste« christlicher Liebe" in eine« Lande, wo die Verhältnisse durch die schrankenlose Konkurrenz der Großindustriellen untereinander bestimmt werde«. Der„Geist christlicher Liebe" mag an sich etwa« Schöne« sein; aber er wird so wenig wie bei ua« da«„praktische Chnstenthum' vermöge«, mit de» Wir« kunge» der moderne« Technik in der Industrie zu konkur« rire«. Da» könnte der Herr Professor doch auch einsehe«, der so viele Studie« über die Wirkungen dieser Technik ge» macht und sie früher auch ganz richtig beurtheilt hat. Nu», wen« ei» Lavel-ye nicht« andere« weiß, wa« soll man da erst vo« de» Andere» erwarte« I Nicht einmal da« allgemeine Wahlrecht will, wie e« scheint, der Herr Professor gewährt haben. Natürlich nicht 1 Den» dann würden die Arbeiter Vertreter in die Kammer sende« und dort erkläre« lassen, wo« sie fordern. Aber da« will, wie «» scheint, der Herr Professor nicht hoben und da« läßt schließe», daß e« mit der belgische«„Sozialreform" sehr windig aussieht._ PoUtifche Urberstcht. Verlängerung de« Berliner velagerungszustaude«. Der„sttrichSanzeiger" veröffentlicht soeben die dahingehend« Verordnung de« GtaatSministeriumS. Diese Verordnung enthält auch die Erneuerung der Bestimmung, daß für jede Ver- sammlung, in der öffentliche Angelegenheiten erörtert oder be- rathen werden sollen, achtundvierzig Stunden vorher die Ge« nehmigurg bei der Ortspolizeidehörde nachzusuchen ist. Diese Brstimmung wird also offenbar eine dauernde werden. Auf Versammlungen zum Zweck einer aukgeschriebenm Wahl zum Relch«tage oder zur LandeSoertretung erstreckt fich diese Be- schränkung übrigen» nicht.— Auch die Verlängerung de« Be« lagerungSzustande« für Allona und Umgegend wird im „Zietchsanzeiger" verkündet. Herr Dr. Max Hirsch, der Gründer der famosen Ge- rmrkvereine, wird alle« Ernste« al« freifinniger Kandidat für den erledigten ersten Berliner Wahlkreis genannt. Wer da« der freisinnigen Partei eingegeben hat, der wollt« ihr gewiß zu«wem gründlichen Durchfall oerhelfen. Herr Dr. Biox Hirsch ist selbst in bürgerlichen Kreisen so wenig beliebt, daß an einen Erfolg seiner Kandidatur gar nicht zu d-nien ist. E»»iald«mokratischer Parteikongretz. Kürzlich ging bekanntlich durch die deutsche Presse die Notiz, wonach anged- lrch in einer kleinen thüringischen Stadt der diesjährige sozial- demokratische Partei- Kongreß in aller Still« stattgefunden hätte. Wir find in der Lage, mittheilen zu lö-rnen, daß all die Ammenmärchen, die über den sozialdemokratischen Kongreß in Umlauf gesetzt find, vollständig au» der Luft gegriffen find. Wie un« von unterrichteter Ente mitgetheilt wird, wird die sozialdemolratische ReichstagSfraktion zu der Zeit, welche ste für die Abhaltung de« Kongreffe« für geeignet hält, die Ein- ladung zu demselben öffentlich ergehen lassen. Selbst die �Kreuzzig." sowie die„Nordd. Allg. Ztg." soll die Einladung behufs Veröffentlichung zugestellt erhalten. Rehr kann man doch nicht verlangen! RetchStägtiche« Aus parlamentarischen Kreisen schreibt man un«:„Die„Magdeburger Zeitung" erzähtt, daß bei Schluß der letzten Session, als da« übliche Hoch auf den Kaiser aulgedracht wurde» zwei Sozialdemokraten im Saale geblieben seien, ohne fich an der Huldigung zu detheiligen. An diese angebliche Thatsache werden selbstverständlich allerlei Unartig- ketten gegen die Sozialdemokratie geknüpft, welche pflicht» schuldigst verschiedene Blätter, die„Nordd. Allg. Ztg." voran, abdrucken. Wir legen der ganzen Angelegenheit kaum ein« Bedeutung bei, doch wollen wir ausdrücklich erklären, daß an der Mittheilung kein wahre« Wort ist. Sämmtliche noch in Berlin anwesend« Sozialdemolraten hatten ftch schon vor Schluß der Sitzung aus dem Saal« entfernt.— Weshalb nennt die„Magdeburger Zettung" denn nicht die Namen der beiden „Uefrelthiter"? Sie ist doch sonst nicht so. Und weshalb werden solche alberne Lügen denn verbreitet? Wohl deshalb, und jebeafall» keine« Unrechte» schuldig sei, mit gebührender Rücksichtnahme zu behandeln und sie, wen» irgend möglich, in Freihett zu lassen. Statt die erhoffte Zusage zu er> Halle« aber wurde er sehr barsch zur Ruhe verwiesen, und »och«he er eigentlich wußte, wa« mtt ihm vorging, hatte man ihn vo» Else getrennt und ihm— der nicht im Est- fernteste« an«inen gewaltthätige« Widerstand dachte— die Hände auf dea Rücke» gefesselt. Bebend vor Zorn und Scham wollte er gegen«ine so schimpfliche Behandlung pro- testire«, ober man ließ ihn gar nicht erst zu Wort komme«; und da fich kotz der späten Abendstunde und der Abge- legenheit der Stroße bereit« eine beträchtliche Menschen- ansammlung zu bilde» begann, so zwang er seine« Unwille« «ied« und faßte den Eatschlnß, seine Beschwerde, die in diesem Augenblick doch wohl»utz'o« gewesen wäre, später an einer geeigneten Stelle voi zubringen. Sei» eigene» Schicksal war ihm überdie» jetzt, wo Alle» über ihm zu- sammengebroche» war, völlig gleichgilttg, und nur»och die Sorg« um E se beschäftigte all« seine Gedanke«. Da« Ver- halte» der Polizeibeamtea gegen die noch immer Bewußtlose aber konnte ihm ktioea Anlaß zur Klage gebe«. Der Kam- «issar, welcher die ganze Expedition befehligte, war, sowett ihm die Pflichten seine» harten Amte« die« gestattete», e« humaner und wohlwollender Man«, der selbst einem Verbrecher gegenüber immer»och eine« Rest vo» Mitleid bewahrte, und der namentlich mit dem Schicksal de« armen junge» Mädchen« da« lebhafteste Bedaner» fühlte. Auch war er Menschenkenner gevua, um sogleich zu sehe», daß Else'« Krankheit keineswegs Verstellung war, und daß sie der Schonung dringend bedürfe. Er halte einem der Kon» stabler de» Befehl ertheift, eine möglichst bequeme Droschke hnbeizuschaffe«, u«d er hatte da« junge Mädchen im Innern derselben untergebracht, so gut e« fich bei der immerhin recht «angelhafte» Beschaffevhett de« Gefährte« eben bewirken ließ. Mtt einem unsäglich traurigen Blick sah der gefesseUe Bernhard alledem zu; er fühlte wobl, daß die gegenwärtig« Trennung vo» der Geliebten einen Abschied bedeute auf eine sehr lang« Zeit, wenn nicht auf immer, und er hätte viel, unendlich viel darum gegeben, wen» er noch einen letzten liiberollen Blick vo» ihr hätte erhasche» könne», eisen Blick weil man mit der Wahrheit nicht mehr auskommen kann?— Noch wollen wir hier bemerken, daß die konservative Partei im Reichstage in ihrer Verblüffung und fast die gesammte anttsozialtstislbe Presse in ihrem blinden Zorn einen Punft bei den Vrrhandlungen über die Prästdenten- wähl aanz übersehen habcn. Haser clever repltzirte aegen Windthorst, daß derselbe ebensowenig wie er selbst das R:cht habe, darüber zu urtheilen, was sich sch cke und fich nicht schicke. Grade dieser loyale parlamentarische Ausspruch ist dem Redner besondert Übel genommen worden. Und was bedeutete er ander?, al» daß dem Prastventen eines Parlaments allein das Urihetl über die Schtcklichkett im Hause zusteht! Der Ab- geoidmte Windthorst bildet sich eben ein» daß er der Richter über die Rttglieder anderer Parteien fei. Da« bewies noch de- sonder» ein Vorgang im Fryrr des Reichstags, alS der alte Herr in geradezu kindlichem Zorne vor den Sozialdemokraten mtt dem Fuße stampfte, weil dieselben ihm rund erklärten, trotz seines Wunsches nicht von ihrer Odstrukttonkpolittk nochlassen zu wollen. Wo bleibt da die Schtcklichkeit? Doch auch diese Angelegenheit ist oh?« Bedeutung, nachdem die sozialdemo- kratische Fravion de« Reichstags ihren Willen erreicht hat." Die freikouservattve„Post" und die«ltramoutane „Germania" liegen einander tn dm Haaren. Die„P o st" hatte neulich nämlich angedeutet, daß gewiffe hohe Orden noch heute mit Gift umzugehen wüßtm und um gewisser Zwecke willen vor keinem Mittel zurückichreckten. Ei hieß da:„Vor Kurzem brachte die„Times" die Nachricht, daß daS neulich zu Gunsten der Jesuiten ergangene Breve des PopsteS au» Furcht erlaffen sei, da erstere dt« Adficht gehabt hätten, Leo Xlll. auS dem Wege zu räumen. In Italien hat man diese Nachricht sehr ernst aufgefaßt und verschiedene Anzeichen ge- sammelt, welche die Rtttheilung der„Times" als begründet erschetnm ließen. Die Wiener„Politische Korrespondenz" glaubt dieselbe einfach alS lächerlich bezeichnen zu sollen, ohne fich in eine sachliche Widerlegung einzulaffen. Wenn wir uns der ab- sonderlrchen Vorgänge erinnern, unter welchen der Tod de» Staatssekretärs Franchi erfolgt ist, so scheint es unk, als od die Befürchtung von einer Vergiftung durchaus nicht so grundlo» ist, al» da» Wiener Organ ste hinstellt."— Dazu bkmerlt nun wieder die„Germania":„Wir würden unser« Leser beleidigen, wenn wir auf diese unmoralische Leistung der„Post" eingehm würden, die«ine doppelte Ver- leumvung auSIpncht, ohne auch nur dm Schattm eines Beweise» zu erbrtngm. Wundern darf einm aber eine solche Leistung nicht mehr, dmn ein Blatt, welches soeben dm Bandttenftretch gegen dm Fürsten von Bulgarien sür eine europäisch« Wohlthat hinstellte, ist zu Allem fähig und bald geneigt, von fich auf Andere zu schließen."— Das ist die bürgerliche„gute" Gesellschaft unter sich! vekanntltch erhielt der Eoztaldemokrat Molkenbuhr in Kellinahusen vor der Stichwaht im Herzogthum Lauenbnrg ein H. Boye, Schuhmachermeister, unterzeichnetes Schreiben aus Ratzedu.g, in welchem derselbe gefragt wird, welche Ver- güligung er verlange, wmn er die sozialvemokratischen Slim- men in Mölle, Lauenburg und Lrhmrade dem konieraattven Kandidaten zuführe. Herr Loy: leugnet, der Lerfaffer dieses Briefe» zu sein. Diese Behauptung wird jetzt auch auf ande- rer Seite zugestandm, jedoch vermuthet man. daß eine andere bekannte Persönlichkeit in Ratzedurg dm Brief verfaßt habe. Mit Hilfe eines in dm Blättern veröffentlichten Falfimile des Briefes hofft man, der Sache auf dm Grund zu kommen. Zur aeuen Etumtschuu« de» Kürstea Bismarck gegen die Bestrafung der Verschwörer in Sofia— die erste geschah bekanntlich gegenüber dem Fürsten, die zweite gegenüber der Regmtschaft— schreibt die„Reue Freie Presse", daß diese Einmischung nicht die Mitwirkung de» öfter« reichischen Vertreter» gefunden habe.„So sauer man «» ftch auch sowohl hier al» in verlin werden läßt, die große Veränderung zu verbergen, welch« durch die bulgarischen Er- etgniff« in dem Verhältnisse der drei Kaisermächle zu einander hervorgebracht wurde, eSwird immer schwieriger, die F iktio n ausrecht zu erhaltm, daß da» alte Ernverständniß noch fortbestehe, und da» Alle», wa» geschehen ist, auch zur vollkommenen Zufriedenhett aller dieser Mächte geschah." Die„Kreuz-Zettung" wttde» bald dahingebracht haben, daß auch ihr die„Nordd. Allg. Ztg." da» Prädikat„reich»- feindlich" anhängt, dmn— men höre und staune— da» erstgenannte Blatt wagt es, dl« Haltung Oesteneich» zu dilligen, weil dieses die Bestrafung der bei dm, Attentat am 21. August Betheiligten als eine innere Angelegenheit Bulgariens be- trachtet, in welche fich etnzumischm Oesterreich, Ungarn nicht zukomme." «etchStagSabgeordueter Kopfer(Volksv-rt-i), gewählt für Mannheim, hat krankheitshalber sein Mandat nieder« gelegt. Kopfer wurde in der Stichwahl gegen einen National- liberalen mtt 9596 Stimmen gegen 7563 Stimmen gewählt. ?m ersten Wablgana wurden abgegeben für den Kandidaten der Voikspartei 5359 Stimmen, für den nationalliberalen Kandidatm 5901 Stimmen und für den sozialistischen Kandi- daten 4846 Stimmen. Die Sozialisten haben hirr also recht wohl Auificht, in die Stichwahl zu kommen. de» Vergebens für all' da» schwere Ungemach, welche» er durch sein« rasche Thai über ste gebracht. Aber ihre Auge« bliebe« verschlossen, und et mußte fich mit einem tiefen Aufseufzen schmerzlichster Refignatioa sage«, daß diese Oha- macht viilldchr nur eine Wohlihat sür sie sei, und daß sie verhältnißmäßig leicht über ein« Stunde hinwegkam, die ihr bei klarem Bewußtsein hätte die entsetzlichste ihre» ganzen Ltben« sein müsse«. Die Schutzleute hatte» Miene gemacht, Bernhard zu F.ß «ach dem Stadthause zu ka«»portiren, aber auf sei» E- suchea wurde auch ihm die Bergüsstigung gewährt, eine Droschke tn b«nützen. Der Kommissar selbst»ahm an seiner Seite Platz und auf de« Borderfitz ließe» fich zwei Konstabler nieder, so daß Bernhard die unmuthig« Bemerkung nicht unterdrücke» konnte, od man ihn den» für«ine» so sürchter« lichen und gemeingefährlichen Verbrecher halte, daß man kotz seiner Wehrlofigkett»och so wettgehevde Vorficht»« maßregeln keffe. Diese scheinbare Unverschämthett erregte den lebhafte» Verdruß de« Kommissar». „Sie thäte» besser, fich ganz ruhig zu verhalten", sagt« er barsch,„denn Sie sollt?» fich doch sagen, daß Ihre Sache eine total verlorene ist,«nd daß Sie mit der Ua« schuidSmiene, welche Sie da aufsetze» wollen, keinen Erfolg mehr habe« könne». Wir wissen Alle«, mein Bester', fügte er mtt erhobener Stimme hinzu.„Wir wissen, daß Sie nicht Bernhard Schmidt, sonder« Bernhard vo» Römer find— der Neffe de« Fräulein Fri-veiike vo« Römer I" .Nu» ja, ich zweifle nicht daran, daß Sie e« wissen", gab Bernhard zurück,„denn wie hätte ich mit sonst meine Verhaftung erkläre« sollen! Aber ich zweifle, daß Sie befugt find, mich daraufhin schlimmer al» eine» gemeine« Verbrecher zu behandeln!" „Da« ist starkl" fuhr der Kommissar auf.„Sie scheine» sich also noch immer sehr sonderbare» Zllusionen hin zugeben. Vielleicht klärt e» Sie einigermaßen über Ihr« Lage auf, wen» ich Ihne« sage, daß man auch de» Brillantschmuck in Ihrem Besitz gesehe« hat, daß fich der Pfandleiher gemeldet hat, bei dem Sie de»'?lb«a verpfände« wollten." Der Verein deutscher Eisen- und Stahlinduktteller hat fich gegen eine Betderlizunz Deutschland» an der teer» nationalen Pariser Ausstellung von 1889 elärt. Allerdings ist dieser Beschluß nur durch den Vornan de» Verein» gefaßt, doch hält man dafür, daß auch die M.sttät der Vereinsmitglieder der gleichen Anficht sind. A-ßzem Besckluß geht aber nicht hervor, ob die Herren auch dann, enn das Reich fich an der Ausstellung detheiligt, für fich undhre Industrie die Mitwirkung dennoch versagen. Wir dezweeln dies. Denn wenn das Reich eine» Theil der Belchickuzi« kosten trägt, dann werden die nach Staatshilfe dü st-r feiertage werden hier Verkauftgeschäfte für aller« Hand rituelle Osterwaaren, zu denen auch ein besonder» präpa- rirter Li quem gehört, errichtet, die nach dem Feste witder geschloffen werden. Bisher hat weder die Polizei- noch die Steuerbehörde daran Anstoß genommen, daß zum Verkauf de« Liqueur» weder eine«onzesstonß nachgesucht, noch daß außer dem HantelSgewerde ein besondere« zum Kleinhandel mit Branntwein zur Versteuerung angemeldet worden war. In diesem Jahre hat die Polizeibehörde Anzeigen gegen die Inhaber der betreffenden Geschäfte erstattet, und dies« wurden auch durch richterlichen Sttasbefehl in Strafen von je 48 Mact entlp-echend dem doppelten Betrage der JahreSsteuer. genommen. Der Kondi'or T. erhob Einspruch, und sein Ver- theidiger RechtSar.watt I. Fraentel macht« im Termin geltend, nach dem Geiste der Gewerbeordnung der V'rkauf von verschloffenen Fläschchen mtt Liqueur unmöglich al« der Klein- Handel mit Branntwein gedacht sein könne, welcher wegen seiner Gefährlichkeit der polizeilichen AufstÄt unterstellt se<. Hätte der Gesetzgeber diese Ausdehnung beadfichtigt, so würde er anstatt de« Ausdruck»„Kleinhandel" der„Handel von Spirituosen in geringen Quantttäten" gebraucht haben. Der Gerichtshof erkannte zwar an, daß der Verkauf in verschloffenen Flaschen ungefährlich sei, meinte aber, daß da» Gesetz nach seinem Wortlaut ausgelegt werden müsse StetchSvericht«- Entscheidung. Leipzig, 21. September. Wegen Mordversuches wurde am?. Juli vom Schwurgericht« in Erfurt der Landwirth Heinrich Ludwig Tamm au» Walschleben zu 12 Jahren ZuchlhauS verurtheilte. Er hatte eine, andern in seiner Kammer im Bette überfallen, ihm einen Strick um den HalS gebunden und durch da« Frst-.r vom Hofe auS an dem Strick« gezogen, lieber die Bnletzungen. welche hierbei da» Opfer erlitten hatte, waren zwei Sachverständig« vernommen worden, aber ein Antrag de« Angrk�a'.cn aus Ein- holung eineS ObergutachtenS abgelehnt worden. In seiner Re- viston behauptete er. daß hierin ein« Beschränkung der Ver- theidigung liege. DaS Reichsgericht, III. Strafsenat, verwarf jedoch am 20. September die Beschwerde, weil die Frag«, od ein Gutachtm erforderlich ist, lediglich in da» Ermessen de« Gerichte« aestellt ist. Die That ei«e< Sisersüchtige«. In der Ottschaft LozS lUngarn. Ledenburger Komttai) bewarben fich zu gleicher Zeit sowohl wie auch deren EUern begünstigten den Horvath, da ÄÄ.'Ä Der Verloduna Horvath« mtt Amalie anberaumt war, da kannte Bßgm verurtheilte Josef Brnai wegen Verbrechen« der vorsätzlichen Tödtung unter Berückstchtigung der obwaltenden MilderungS- gründe zu 10 Jahren ZuchlhauS, welche Strafe vor einigen Tagen von der königlichen Tafel bestätigt wurde. Soziales««d Arbrttsrbewegnug. f.„Da» Gtft unserer Zeit." WaS ist nicht schon über die Frauenftage geschrieben worden? Berufene und Unberufen« haben da« Wort ergriffen. Leider übersteigt die Zahl der letzteren die der ersteren bei Weitem. Ein empfängliches Herz für die Roth und da» Elend, wie der gute Wille zum Helfen: fie find rühmeniwerth, genügen aber doch nicht allein, um mit ihnen ausgerüstet in die Kawpfarma de« TageS treten zu können. Den meisten weiblichen Wortführern fehtt e« an Geist, Erfahrung und Kenntniß der Volksseele. Wir haben in den letzten Jahren geschm, wie die Rechte der Frau immer mehr Anerkennung fanden, wie fich die Arbttterinnen in den verschttdcr sten Theilen Deutschland« aufgerafft und organifict haben. DaS war die praktische Agitation. Soll dieselbe aber zur vollen Entfaltung gelangen und nicht wieder einen Rückschlag erleiden, so muß Hand in Hand mtt ihr da» geschriebene Wort gehen. Leider können wir kein einzige« geistiges dilSdezüglichei Erzeugniß namhaft machen, daS auch nur den bescheidensten Anforderungen genügte.„Im freien Reich, Memorandum an alle Denkenden und Gesetzgeber zur Bestttigung sozialer Jrtthümer und Leidenden", von Irma voll Troll-Borostyar.i, ferner daS„Recht der Freu" von Sec.-tan, denen wir da» Wort reden könnten, find, b-dauerlich genug, für ganz andere Kreis« berechnet, als die der Arbeite- rinnm. Zwar erschien 1883 von August Bebel ein Buch über „Die Frau in der Vergangenheit, Gegen wart und Zukunft", doch wmde diese« auf Gmnd de« Sozialistengesetze« verboten. Eine klare, überfichtlicke und unparteiisch« Darlegung der deutschen ArbetterinnenverhSItnisse würde deshalb auf viele Unterstützung zu rechnen haben. In kluger Spekulation dieser Sachlage hat nun die bekannt«„Frauen- Dichterin" Anr.y Wothe den Ver- such unternommen, al« Verfechterin von Ardetteriimenforde- rungen aufzutreten. ES ist da» ein htttere« Schauspiel.„DaS Gift unserer Zeit" lauttt der Titel der Wothe'schen Brochme. Ein gehaltloseres» frivoleres Druckwerk ist unS seit langem nicht zu Gesicht gekommen. Hier einige Belege:„Der unge« nitte Verkehr, der jetzt zwischen dm Arbettern und Arbeiterinnen in vielm Fadrikm herrscht und mtt der Zett in dieser Gesellschaftsklasse jede« Schamgefühl erstickt, weil ihr Bil« dungSmangel die Schranken, welche Gesetz, Sttte und Orb- nung vorschreiben, nicht aufrecht erhalten kann, ist daS Grab der Sittlichkeit.— Am meisten aber können die betr-ff-nden Fabrilbefitzer selbst thun." Natürlich. Ader lassen wir davon. Vernehmen wir daS A B C der Verfaffettn:„Um dem Gift unserer Zeit wirksam entgegen zu arbeiten, würde zuerst nolh- wendig sein, daß der ardettenvm Klaffe klar gemacht wird. daß eben Arbeit und nicht Gmuß deS Leben« Zwick ist. Ellern, Brüder, Verwandt« und Vormünder müßten darauf hinwirkm, daß die Mädchen von ftühester Jugend auf zu praktischer häutlicher Thätigkett angehalten würden, dieselben würden dann, sobald fie erwachsm wärm, fich nicht so auS- schließlich der Stellung al« Fabttkarbeiterin, Verkäuferin re. zuwmdm, sondern ste würdm gem und willig ein ehrsame« Dimstmädchen werden oder fich durch praktische Thätigieit, ihrem BttdungSgrade entsprechend,«in« Stellung suchen." Diese Motte erinnerten un« an den Ausspruch einet reichen deutschfreifinnigen Abgeordneten, daß die Reiz« de« Leben« allein in dm Entbehrungen lägm. Daß ein« Näherin oder «in« Fabrikarbetterin, die lagau«, tagein von früh bi« spät geschafft, fich auch einmal auf Stunden der fie bedrückenden Sorgen entschlagen will, ist allerding» nur dem verständlich, der mtt dm armen geplagtm Wesen fühlen und denken kann. Im Uedttzm geht Amy Wothe jede Kmntntß unserer sozialen Vcrhältnisse und Produktion Sentrvickelung ab. Wir gehen dethalb auch nicht weiter mtt ihr in'« Gericht, daß fie in der Zuwendung zum Dimstdotenlach ein RettungSmittet steht. Wenn wir ihrer überhaupt gedacht haben, so geschah e« mtt Rückficht auf ihren Ramm, der viele über den schalm Inhalt der Brochüre, die vornehmlich für die Lrdeitertnnenfteise de- stimmt ist, täuschm könnte. Die Ritter der Arbeit. AuS Philadelphia kommt die Nachricht, daß Pooderly seine Stellung alS Großmeister der„Ritter der Arbeit" niederlegen will, sobald seine Amtszeit um ist, well so verschiedene Strömungen in diesem Arbetter« ordcn herrschtm. Von anderer Sette wird jedoch behauptet, daß die» nicht der Fall sei, eS bestehe vielmehr unter dm Leitern de» Orden« die vollst« Einstimmigkeit und Harmonie. Powdeely't Einfluß ist in sozialer und politischer Hinsicht mächtig, und man darf gespannt darauf sein, ob jene erste Nachsicht degründet ist od« nicht. Uebrigm« hat Powderly öffentlich erklärt, daß der Orden der ArdettSrttter die Anarchisten alS ssine unversöhnlichen Feinde betrachte und fich gegen die- selben�durchau« feindlich verhalten werde. ». In der schweizerischen Presse über die Fadrikarion der PhoSohor- .. ir derm Beseiligunq hauptsächlich die Aeqte plädiren. Schon im Juni kam Diese Sache im National- rath zur Sprache und letzter Tage erschien die Schsift eines angesehmm Mediziner», Dr. Custor, welcher mergisch da« Verbot de« gelbm PhoSphorS fordert. Im Einklänge mtt An- trägen, die ssiner Zett von VolkSoertretem gestellt wordm find, fordern manche Preßstimmm, daß der Bund die Zünd- bolzfabsikation übernehme und dabei nur dm rothen Phokvhor verwend«. Wer bezahlt die Zeche? Am schwarzm Br ite der Brunshaufmer GlaSfadsii wurde dm Glasmachern angekündigt, daß Diejenigen, welche fich nach dem Streik, respektive nach Löschen d-r Oesen wieder zur Ardett melden, dt« Kohlen zu: Wiederintsiedsttzung der Oefm zu bezahlen haben.— AlS Gegen stück dazu fällt un« ein. daß neulich die fiegreichm New- N orker Arbsiter, all fie die Kosten de« BcpkottS vom Unternehmer verlangtm, wegen„Erpreffung" in« Gefängniß wandern mußten, und daß die bürgerliche Preffe— nicht bloß AmesikaS — diese, Verurihsilung zujubelte. Wenn„Gerechtigkeit die Grundlage aller Stcatm ist", so rühm die modernen Industriestaaten wahrlich alle auf sehr bedenllichem Unter- grund. Sonderbare Warnung. Einem Psivatdriefe sine« Fritr.dcnIegionärS in Algier, der in Naumburg gedorm ist, entnimmt die„Hallesche Zeitung" folgmde Warnung:„Ich warn« Jeden, zu der Fremdenlegion zu gehen. denn ein deutsche» Zuchthau» ist hundertmal besser al« Afrila. Man kann fich nicht sinmal Tabak kaufen, so arm ist der ftanzöfisch« Soldat, denn wir erhallm früh V.10 Uhr Suppe und Asisch. Abend» 5 Ubr Gemüse oder Hülsmsrücht- und Fleisch und alle 5 Tage 7 Sou«(— 28 Pf.)."- Wir gestehen gem ein. daß auch wir nicht wünschm, daß Deutsch« fich für die algierische Fremdenlegion anwerbm laffm. Doch dafür find eine aarit Anzahl anderer Gründe maßg.bmd.- Der angegebene Gmnd mtm lagt«, indem derselbe allen Srbettgebem Straßbmg« und der Vmotte dm Donnerstag al« solchm ganz besonder« empfehlm zu sollen glaubt. Dm am Donnerstag erhaltmen Lohn legt die Arbsiterftau am zweckmäßigstm auf dem Freitag« statt» findendm Markte an, wo fie wohlfeiler und Keffer kaust, al« sonst in dm Magazinen. Die Erfahrungen, welche man in Straßburg mit dm DonnerstagS-Zablungen gemacht ha», find sehr günfiig. So wird B. im Hause Schultz u. Co.(Ver- lagSgeschäst und Druckerei) schon ssit langen Jahren am Donnrrfiag ausgezahlt. Da, wo geschäftliche Hinderniffe im Wege zu stehen scheinen, mache man den Versuch, oder man befolg« daS Beispiel von mebrerm Arbeitgedern in dem fran» zöstschm Departement Haute Saone, welche zwar am Sonn« abend mtt dm Rrdettem abrechnm, aber zur Vtirneidung der Sonntaxssiörungen und der blauen Montage er st am Donnerstag auSzahlm. Ganz ähnlich verfährt schon fett vielm Jahren sine der größten Lokomotivfadrikm bsi Lyon, welche in ihren Besichtm nicht genug rühmen kann von den großen Vortheilen, die fie hi-rdurch erzi-It habe.— Dieser Bericht dr« ..Verein« für Sonntagsruhe in Streßdurg" ist»echt inier, ffant. Wir wollm gar nicht in die Diskussion darüber eintreten, welcher Lohntag am besten ist. Bsi den gesinpm Löhnm, die gegmwärtig im Allgemeinen gezahll werden, ist ksin Lohntag für die Ardeiter sin guter zu nennen. ES kommt kaum darauf an, welchm Wochentag man wählt. Daß die Fabsikanten aber die großen Vosiheile rühmen, die dadurch entstehen, daß ste fünf Tage länger die Lohngelder für fich noch ve-werthm können» daS glauben mir gem. Bsi großm Etail ffewent« und zahlreichem Aibeitttpeifona! macht da« auf die Dauer schon sin ganz erkleckliches Sümmchen au«. Und da« Alle« geschieht noch dazu unter dem Deckmantel der Ardeiterfteund» lichlsit. Der Antheil Sachse«» an der deutsche« Industrie. In den allgemeinen Bemerkungen, welche den demnächst er» scheinenden JahreSbesichtm der sächsischen Gewerbe- und Berg- inspeltorm für 1885 vorgedruckt find, wird mtt Hille der neuesten Ergebnisse der Statistck darasihan, welchm Anthett Sachsm an der deutschen Industrie bat. Daß derselbe ein hoher ist, degrsist fich schon au« der Tbatsache, doß Sachsm an industsieller Bevölkerung nicht nur alle anderen Theile de« Deutschen Rsich« mit Ausnahme von Berlin, sondem auch solche fremde Staatm übettsifft, welche man vorzugSwsise al« Industrieländer anzusehen gewohnt ist, wie England und die Schweiz. Die Größe d>s AnthsilS wird aber doch erst dann recht deutlich, wenn man in Anbetracht der Tbatsache, daß von der Gesammifläche Deutschland« auf Sachsm nur 2,8«Ct., von der Gesammtdevölkerung 6,6 tCt.(sichtiger 6,8 pCt) und von den Erwerdthätigen der Landwittbschaft und Gättnersi nur 3 5 pCf. entfallen, erwägt, daß z. B. die Erwerbthätigm bsi der Veifeitigung von Maschinen und Werkzeugen mtt 11,8 pCt., die der Papier- und Ledesindustsie mit 128 pCt.. die der poltzzraphischen Gewerbe mtt 16 9 pCt. und die der T-xtilindustrie sogar mtt 26 8 rCt. den auf die Gesammtbevölkerung enllallmden Setz der Erwerdihätigm von 6,6 pCt. überschrsiten. Die große Leveutung der säitfirchen Textilindustrie tntbesondere erhellt auch darau«, daß 478 000 Menschen, also ziemlich 16 pCf. der Gesammtdevölkerung und etwa 40 pCt. der gesammtm Fabrikardsiter, von dieser In- dustsir leben, daß m hr al»\ der gesammtm Textilindustrie de» Deutschm Rsich» auf Sawsm kommt, daß die Zahl ihrer Arbetter und Arbeitgeber nahezu an die Zahl der mtt Land« wttthschast Brschältiglm heranrsicht und daß in einzelnen Zweigen der Textilindustrie, nämlich in der Wirkerei. Slicker-i, Spitzmfadrikation und Zubereitung von Svinnficffm(nicht also, wie vielfach angenommen wird, in der Weberei und SpinnewsTdai Königreich Sachsen sogar mehr Erwerbthätige zählt al» da» übrige Deutschland zufawmm genommen. Er- wähnt ssi noch bezüglich der G r o ß Industrie, daß die Z K der stehenden Dampfkessel von 650 im Jahre 1856 auf 6#® im Jahre 1885 gestiegen und daß fie namentlich von 1878 dr« 1885 um 38 pCt. angewachsen ist, gewiß ein beredte« Zeichen für die Zunahm« der Groß industrie in Sachsm. Kleine Mittheilmtge«. Halle a. S.» 21. September. Schon wieder ist ans hiestgem Zentralduhnhof sin Unglück aufzuwsism. Der gestern Abend von Berlin kommende lange Güterzug mtglsist« un- vttteltar an der Zucker wffln sie, wodsi fünf Wag* zeitrümmert wurden. Der Bremser Fuhse au» dem naven Reideburg, wurde von seinem offmm Sitze heruntergeschleudert» übesiabren und zermalmt. Börde i. W., 20. Srpiember. Ein entsetzlicher Unglücks» fall hat fich am Scnnabmd Abmd dahier erelgnet. Da« drei« jährige Söhnchen de» Evezereihändleri Thun stieß brennende Petroleumlampe so unglücklich um, daß fich der In* hall derselben auf da» Kind erroß und daffelbe sofottin hell* Flammen stand. Die zwanzigjährige Schwester de» Knadm riß diesen, um die Flammen zu erstickm, an fich, erlitt aber auch so bedenklich« Brandwunden, daß beide in kurzer Z'jj ibrm Leidm erlagen. Die Eltern der Kinder erhielten bei®* Rettungßveisuchm auch verschiedene Brandwunden. Kriedrichstadt, 20. Seplm»be?.(Vier junee Mädchen er» trmttm.) Drei junge Mädchen ginzm gestern Nachmittug vo» »ergmhusen nach Esid«. Zwsi von ihnen wolltm ibre.®®? wohnendm Verlobtm besuchm. Sie schlugen einen Richten ei», auf welchem fie die Sorge bsi dem Lmdbtfiy-r Ttcsi* passtrm mußten. Deffm Tochter setzte die drsi Freundinnm über und schloß fich ihnm auf ihrer Wanderung nach an. Sie blieb» dort bi» spät 12 Uhr und sollen an eifw Tan,«rgnügm Thsil genommen haben. Dann schlugen A denselben Weg. den ste gekommen warm, wieder sin, um n" nadb Beraenhufen zurückzubegeben. Die beiden Verlobten fl. leiteten fie e.ne Stricke bis kurz vor Sorge und kehrten ä WÄrÄffirÄ? "wndm haben,»sim Siwachen vermißt« t Mädchen ertiunkm seftn. ata »udapest. 22. September. Die Lokomotive de»«yS bzeaebin anaelanatm Nr. l(.TT tlljjlt. �(4114, WrtSflm unO TTlrtÄ«-'™ fS.3," M°vz iZ auf dem hirstpm Bahnhofe verhaftet, die bereit«> tende Anzshl Mädchm listigerwsise aufgmommen �. seldm noch Italien und dem Orient zu exoediren.• vaftete heißt Katharina Györfiy, ist au» Budapest»n® w � dem LandeSgerichte ein zeltefett. Beilage zum Berliner VolNlatt. Freitag» den 34. September 1886* in. IahrGj Am Nawsorschakimzrkß. 2) Werner Siemens über:„DaS naturwissen« schaftliche Zeitalter.« Au» dem Vortrage deS Herrn Siemen» in der ersten all« gemeinen Si»ung(Sonntag, 19 Sevlember) scheinen uni besonder» folgend« Stellen heroorhedenSwerth: „Wir baben da» Glück gehabt, Zeuge de» gewaltigen Auf« schwunge»«u sein, zu dem die menichltche Thatigkeit auf fast allen Gebieten de» Leben» durch dm belebsndem Odem der N Um Wiste?, schasten angeregt wurde. Für un» Alle dedarf e», um dm gewaltigen Unterichied»wischen sonst und jetzt»u über- sehen, nur eine« kurzen Rückblicke» auf unsere eigene Jugend« zeit. Wir entsinnen un» noch der Zeit, al» Dampfschiff und Lokomoitve ihre ersten schwachm Gehversuche machtm; wir HSrtm noch mit ungläubigem Staunen die Mähr, datz da» Licht selbst die Bilder auch malen sollte, die«» unserm Aug« fichlbar macht; daß die räthselhafte neue Kraft, die Elektri« zität, mit BlitzeSgeschwindigkeit Nachrichten durch ganze Kontinmte und da» sie trennende Weltmeer übermittelte, daß dieselbe Kraft Metalle in fester Form au» ihren Lösungen au»« schied und die Nacht mit tag«»hellem Lichte zu vertreidm ver« mochte I Wer wundert sich heute noch über diese jetzt selbsivrr« ständlichen Dinge, ohne welche sich unser« Jugend ein zivilisirte» Leben kaum noch vorstellen kann, in einer Zeit, wo nach Reuleaux' Berechnung für jeden»ivilisirten Menschen mehrere eiserne Ar beiter Tag und Nacht arbeiten, wo durch Elsenbahnen und Dampfschiffe täglich nach Millionm zählende Mmgm von Menschm und uner« Mißliche Gütermaffen aufweite Streckm in früher kaum denkbarer Teschwindigleit befördert werden, wo der weltoerdindende Telegraph logar unseren Berkehrtbedürfniffen nicht mehr ge> nüat und der Uebertragung de» lebendigen Worte» durch da» Telephon Platz machen mu», wo die Photographie allen Ge« sellschasriklcffen unmtbehrliche Dienste leistet» und die Elektro« techntk in ihrem rapiden Entwicklungsgange der Menschheit immer neue in ihrer Ausdehnung noch ganz unabsehbare Ge« biete für weitere Erforschung und nützliche Anwendung der Naturkräste eröffnet. Für den Natulforscher, der mehr al» an- dere Menschenllaffen daran gewöhnt ist, au» dem Verlaufe be« obachtrter Erscheinungen Schlüffe auf da» sie beherrschend« Gesetz zu ziehen, ist aber nicht der letztgegedme Zustand der Entwicklung, sondern ihre Ursachen und da» dieselben bedin- gende Gesetz von überwiegmder Bedeutung. Die» klar er- kennbar« Gesetz ist da» der proglesfioen Beschleunigung unserer ntzigen Kulturen twicklung. EntwicklungSperiodm, die in früheren Znten erst in Jahrhunderten durchlaufen wurden, die im Be« ginne unserer Zsitperiode noch der Jahrzehnt« bedurstm, vdllmd-n sich heule in Jahren und treten häufig schon in doller Ausbildung in» Dasein. E» ist die» die natürliche , folge unsere» UnteriichtßsySem». durch welche» die Errungen« itatten der Wiffmschaft. nammtlich aber die wissmschaftlichm Methoden im dreitm Strome der Technik und dem VolkSlebm UnHaupt in allen setnm ThätigkeitSformm zugeführt werden. S" liegt daher kein Grund vor. an der Fortdauer de» progresstvm 7l7','5»«unze» der nawrwlff-nschaftlich technischm Entwicklung zu P'ifeln, wenn nicht die Menschen selbst durch kulturfeindliche Handlungen sie durchkreuzen. Dock selbst solche feindliche Eingriffe «inen fortan nur zeitweilige Unterbrechungen de»«ntwicke- jUdgigongx,. höchstm» nur partielle Rückschritt« hervorrufen; , Dank der Buchdruckerkunst und der jetzt schon großm räumlichen Ausbreitung der modemen Kultur können die Naturwiffenschaftlich. technischm Srrungmschaftm der Menschheit nicht wieder verloren gehen. Auch erwächst dm Völkern, welche fit pflegm und heben, durch sie ein so gewal« >igr» Urberg«wicht, eine solche überwiegende Machtfülle, daß »hr Unterliegen im Kampfe gegen unzivilistrte Völker und da- mit da» Hereinbrechen eine» neuen darbarischen Zeitalter» al» vollkommm auSgeschloffen erscheint. „Wenn wir aber die jetzige Kulturentwicklung al»«in« unaufhaltsam« und unzristörbar« ansehen müffen, so bleibt un» zwar da» Endziel verborgm. dem diese Entwickelung zustrebt, wir lönnm aber au» ihrm Anfängen erkennen, in welcher Richtung sie die bisherigen Grundlagen de» Völkerleden» verändern muß. Wi» erkennen dann leicht, daß im Zeitalter der Herrschast der Natmwiffmschastm dem Menschm die schwere Körperarbeit, von der er in seinem Kampfe um da» Dasein stet» schwer niedergedrückt war und großm Theil» noch ist, mehr und mehr durch die wachsende Benutzung der Naturkräste zur mechanischen Arbeitsleistung «bgenommm wird, daß die ihm zufallende Arbest immer »ehr ein« intellektuelle wird, indem er die Arbeit der eisernen Arbeiter zu leiten, nicht aber selbst schwere Körperarbeit zu leisten hat. Wir sehen femer. daß im naturwiffmschastlichm Zeitalter die L«ben»bedürfniffe und Smußarltkel mit weit wmiger Menschenarbeit herzustellen find, daß also Auch bei geringerer Arbeitszeit doch immer noch eine weit größere Meng« von diesen Arbeitsprodukten auf jeden Mmschen ent- fallt. Wir sehen auch, daß man durch wiffmschaftlich und «chnisch richtig geleitete Bodenkultur der Scholle eine bedeu- «nd größere Mmge von Ernähruna»mttteln adzugewinnm velwag al« bisher, sodaß die Zahl der auf sie ange- wiesmen Mmschen eine mtsvrechmd größere werden darf; wir finden, daß durch die Verbefferung und Beschleunigung de» Kommunikation»« und de» TranSportwesm» ein immer leichterer ««»tausch der Produv« der verschiedmm Länder und Klimate Ermöglicht wird, der da» Leben der Menschen gmußretcher ge« fi öltet und ibr Dasein gegm die Folgen lokalen Mißwachse» sicherstellt. E» erscheint sogar sehr wahrscheinlich, daß«» der E zemie im Bund« mit der Elektrotechnik dereinst geliagm wird, au» der unerschöpflichen Menge der überall vorhandmen El«- wente der Nahrungsmittel diese selbst herzustellen und dadurch Pj* Zahl der zu Ernährenden von der schließlichen Ertrags« >ah gleit de» Boden» unabhängig zu machen. Diese sich pro- firessiv steigernde Leichtigkeit der Gewinnung der mater tellm �kistmzmmel wird dem Renschen wegen der kürzeren Arbeit»« p*»- die er darauf zu verwmdm hat, den nöihigen U e b e r« hchuß an Zeit zu seiner besseren geistigen »usdildung gewähcm; die immer vollkommener Md leichter heriuktellcndm mechanischm Reproduktionen künstlerischer Schöpfungen werden Viesen auch Ein« »aast in die Hütt« verschaffen und die da» Lebm verschönernde und die G-firtung hebende Kunst derganzenMensch« anstatt wie bisher nur den bevorzugten h'(' n derselben zugänglich machen! Halten wir dubei an ÄSÄ __ VW.VM VL-CllUb WV*�"11 1-7_ »oVBlreJ�3uoerlid't' daß t» die Menschheit moralischen und materiellen Zuständen»u« führen werde, die besser sind, al» sie je waren und heute noch sind.*)--- Die folgenden Ausfübrungm de» Redner» glauben wir unberücksichtigt laffm zu können, weil sie nur die oft beleuchtete und widerlegte Behauptung varitren: sinkende Preise der Waarm und finkender Zinsfuß seien gleichbedeutend mit einem steigenden Anthetl der Arbeit an dem Ertrage der National- Produktion. Dagegen gedm wir dm Schluß vollständig wteder: „Auch für die weitere und scheinbar gewichtigste Klage der Gegner unserer gegmwärtigm sozialen Entwickelung, die Be- hauptung, daß durch ste die große Mehrzahl der Menschm zur Arbeitsleistung in großen Fabriken verdammt würde, und daß bei der fortschreitenden Arbeitsleistung für frei« Arbeit de» Einzelnen lein Raum bliebe— auch hierfür tragt der natür liche Gang der Entwickelung de» naturwiffmschastlichm Zeit alter» da» Heilmittel in stch. Die Notwendigkeit großer Fa briken zur billigen Herstellung von Verbrauchsaegenstäaden ist wesentlich durch die oezenwärtiq noch geringe En-wickelung der Maschinentechnik bedingt,(f?) Goß« Maschinen geben die mechanische Arbeitsleistung bisher noch viel billiger al» kleine, und die Ausstellung der letzteren in den Wohnungen der Ar' beiter stößt außerdem noch immer auf große Schwierigkeiten. E» wird aber unfehlbar der Technik gelingen, die» Hinderniß der Rückkehr der konkurrenzfähigen Handarbeit zu beseitigen(??) und zwar durch die Zuführung billiger mechanischer Ardert» kraft, dieser Grundlage aller Industrie, in die kleineren Werk stäften und dt« Wohnungen der Arbeiter.(??) Nicht eine Menge großer Fabriken in den Händen reicher Kapitaltstm, in denen„Sklaven der Arbeit" ihr kärgliche» Dasein stiften, ist daher da» Endziel der Entwickelung de» Zeitalter» der Natur« wiffens basten, sondern die Rückkehr zur Etnzelarbeit(?) oder» wo e» die Natur der Dinge verlangt, der Betried ge- meinsamer Arbeitsstätten durch Arbeiter« as s oziationen, die erst durch die allgemeinere gesunde Grundlage erhattm werden.**) „Stenso unberechtigt ist die Klage, daß da» Studium der Naturwiffenschaftm und die technische Anwendung der Natur- kräfte der Menschheft eine durchaus materielle Rich'ung gäbe, ste hochmüthtg auf ihr Wiffen und Können und idealen Be- strebungm abwendig mache.. „Je tiefer wir in da» durch ewige, unabänderliche Gesetze kcregelte und unserem vollen Verständniß dennoch so tief ver- schleierte Walten der Naturkräfte eindringen, desto mehr fühlm wir un» umgekehrt zu demüthiger Bescheidenheit ange- regt, desto kleiner erscheint un» der Umfang unserer Kenntniffe, desto lebhafter wird unser Ssteben, mehr au» diesem uner« schöpflichm Bom de» Wiffen» und Können» zu schöpfen, und desto höher steigt unser Foischungsdrang, jene hingebende, reine, ihrm letzten Zweck in fich selbst findmde Liebe zur Wiffenschast. die dem Gelehrten stet» zur hohen Zierde gereichte und die hoffentlich auch dm künftigen Generationen erhalten bleibt! „Und so, meine henm,«ollen wir un» nicht irre machen lassen in unserem Glauben, daß unsere Forschung»« und Er- finvungsthätigkeit die Menschheft höheren«ufturstufm zuführt, ste veredele und idealen Bestrebungen zugänglicher macht, daß da» hereinbrechende naturwissenschaftliche Zeitalter ihre L-ben»« noth, ihr Siechthum mindem, ihren LedenSgmuß erhöhen, ste besser, glücklicher und mft ihrem Geschick zufriedener machm wird. Und wmn wir auch nicht immer den Weg klar er- kennen können, der zu dielen besseren Zuständen führt, so wollen wir doch an unserer Ueberzeugung festballen, daß da» Licht der Wahrheit, die wir ersorschm, nicht auf Irrwege führen und daß die Machtfülle, die es der Menschheit zuführt, sie nicht erniedrigen kann, sondem sie auf eine Höher« Stufe de» Dasein» erheben muß." Kommunale». Stadtverordneten-Nersammlung. Sitzung vom Donnerstag, den 23. September. Der Stadtverordnetm« Borsteber Dr. S t r y k eröffnet die Sitzung um SV« Uhr mit einer Reihe geschäftlicher Mitthei- lungen. Die Bdtheilungen find zusammmgetreten und haben die Wahl von 15 Mitgliedern für dm Ausschuß zur Prüfung de» Rechtsverhältnisse»»wischen der Stadt Berlin und der Edison-Gesellschaft, bezw. der Gesellschaft„Städtische Elektri- zilStiwerke": von 15 Mitgliedern für den Ausschuß zur Vordereftung der Neuwahl von»»et unbesoldeten Stadträthen und von 10 Mitgliedern für die gemischte Deputation zur Vorbereitung der Neuwahl eine» Mitgliede» für den Be,trksau»schuß Berlin vollzogen. Außerdem hat die 3. Adtheilung ein Mitglied an Stelle de» Herrn de Rio« für den Ausschuß zur Vorberathung der Vorlage, betreffend die Festsetzung von Baufluchtlinim für die Verlängerung der Eharlottmstraße»on ver Georgenstraße bi» zum Weidendamm gewählt. Nach Eintritt in die Tagesordnung wird zur Wahl eine» vürgerdeputirten für die Gewerbedeputation geschritten. Gemeldet hadm stch der bisherig« Vertreter, Tischler « a h l k e. der Obermeister G e m l i n h a r d t und der Kunst- schlossermeister Fritz Mündt. Adgeqeden»erden 84 Stimm« zettel. von denen 4 unbeschrieben find. Es erhalten Herr Bahlke 79, Herr Mündt 1 Stimme.— Gewählt ist der Elftere. Die zulässige Maximalzahl der Klaffm einer Gemetndeschule schlagt der Magistrat vor auf IG festzusetzen. *) Anmerk. der Redaktion. Dies« Zuverstcht werden alle unsere Leser mit Herrn Siemen» thetlen. Herr Stemm» irrt aber darin, wmn er glaubt, daß schonunterderheu« tigen Wirthschast». Ordnung die Fortschritte der Technik Segnungen für da» Volk find. Gewiß, jede Arbeits« ersparung bei Herstellung eine» Produlle» solldereinstdie ArdtilSzeit abkürzen und dem Volke reichlichere Muße zu setner geistigen Fortbildung gewähren» aber heut« sühtt sie bloß zu ArbeUerenllassungm und zur Vermehrung de» Elmd» und der Verwilderung. Aehnlich verhält e» fich mit allen anderen Fort- schritten, die heute alle mehr oder wmiger au» einer Wohllhat zu einer Plage werden. Herr Siemm» schildert aber in sehr deredten Wortm, nicht wa» t st, sondern was sein k a n n— und sein wird, wmn unser Wirthschast»system einem anderen, �merl der Redaktion. Nur da» letztere scheint un» richlia. Die ganze Entwickelung ver letzten Generationen steuert auf den Großbetrieb, auf die vollständige Ad- ZZMMM Stadtschulrath Bertram empfi h't diesen Antrag zur Annahme. Es tübre zu Unzut-Sgltchkeilen, mehr Klaffm unter die Aufsicht eine» Rektor» zu stellen. Siadto. Langerhan» ersucht den Antrag abzulehnen. Die Zahl„16" sei vollkommen willkürlich angenommen. Die Gutachten ver Schaiinipeltoren teien zwar, wie«» zu erwartm war, im Sinne de» Stadtichulrath» zugespitzt, und doch sprechm fich nur wenige für die Anficht de» Magistrat» au». Weide der Vorschlag de» Magistrat» angenommen, so binde stch die Veisammlung die Hände und gerarhe in eine Reihe von Widersprüchen. Entscheide man wie früher von Fall zu Fall; man warte ab, b!» man größere E.fahrungen gesammett Hab«. Stadtv. Horwitz stellt fich auf den Standpunkt de» Magistrat», während Sladtv. Kreitling seine adlehnmde Haltung motioirt. Auch er vermag nicht einzusehm, weshalb die Zahl„16" gerade die normale sein soll«, die zu dem orga» nischen Ausbau ver Klaffm nicht paffe. Stadtschulrath Bertram glaubt jede absichtliche Beein- flaffung der Schulinspektorm vermieden zu haben unv empfiehlt wiederholt warm den Magistratsanttag. Der Stadtv. Jakob« beantragt dl« Uiberweisung der Vorlage an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern. Stadtv. Herme» hält die Fra�e für noch nicht spruch« reif, weil die Pädagogen noch nicht unter stch einig seien. Er bftte, den Antrag de» Magistrat» abzulehnen. Der Antrag auf Einsetzung eine» Ausschuffe» wird ab» gelehnt und ebenso der Antrag de» Magistrat». E» folgt die Vorlage, betreffend die Erwerbung der von dem Grundstücke Krautstr. 38/39 zur Straßenoerdreiterung erforderlichm Fläche. S« ist ein Autschuß gewählt worden, der durch seinen Berichterstaver Stadtv, Talke vorschlägt, die Maa>«rat»oor» lag« mft der Veränderung zu genehmigen, vaß für die 93 Quadratmeter. welche von der Stadt erworben weiden sollen, 75 Mark pro Meter und nicht 100 Mark, wie der Magistrat beantragte, aufgewendet würden. Die Versammlung erhebt dm Antrag de» Ausschüsse» zum Ds« Umvf lasterung der Roß- und Nm« Roß« ftraß« mit definftioem Material war für 1886/87 im Plane angesetzt worden. Die„Große Berliner Pferde« Eisenbahn Rktimgesellschast" beabstchltge jedoch, durch diese Straßen«ine neue Linie zu legm und deshalb schlägt der Magistrat vor, die Um Pflasterung und die Arbeiten zur Legung der Pferdedahnschienm gleichzeitig vornehmen zu lassen. Nachdem der Stadtv. ver gemann fich kurz gegen dm Antrag ausgesprochen, weil der Termin, an dem die Schienm gelegt werden sollen, unbestimmt sei, stimmt die Versammlung dem Antrage zu. Der Abbruch der Baulichkeiten auf den Gmnd« stücken Mühlendamm 5—11 soll im Jahre 1887 erfolgen, ver Magistrat beantragt daher, daß die Grundstück« Mühlen« dämm 5— Iva zum Januar 1887, da» Grundstück Mühlendamm 11 zum 1. Ottoder 1887 miethssrei gestellt und daß die «aulichketten zum Abbruch öffentlich oersteigert werdm. Die Versammlung nimmt dm Antrag de» Magistrat» mit dr Einschränkung an, daß in Betreff dl» Hause» Mühlendamm 11 ein Ausschuß von 10 Mitgliedern t'nß Die Erwerbung de» von dem Grundstücke Wallstr. 38 und dem Grundstücke Alte Jakobstr. 18/19 zur Straßenregu« ltrung erforderlichen Tenain» wirv vom Magistrat deantragt. Di« Versammlung stimmt dem Vorschlage in Bettest de» ersten Grundstück« zu und verweist dm zweften Antrag zur Prüfung in einen Au»schuß. Der Ankauf de» Grundstück» Bttkenstraße 63/64 für die Zwecke des städtischen Krankmhause» Moabit zum Preise von 180000 M. wird genehmigt. Damit ist dt« TazeSordnung erschöpft. Schluß 8 Uhr. Eine geheime Sitzung findet nicht statt. w. Zur Durchlegung der Zostenerstratze nach de» Blücherstraste muß detanntlich der größte Theil de» rrforder- lichm Straßenlande» von dem Grundstück« de» Kaufmann» Herrmonn in der Blücherstraße erworben werden. Derselbe hat fich bereit erklärt, da» erforderlich« Land für den Prei» von 65 Mark pro Quadratmeter an die Stadtgemeinde aizutretm, wa» einen Gefammtprei» von 233000 Mark für 3600 Meter ergiebt. Die städtische Bau-Deputation hat deschloffen, dm Kommunal-Behördm die Annahme diese» Anerdietm» zu empfehlen. w. Die große Berliner DampfschifffahrtS-Sesellschaft zahlt bisher tür ibre LandungSbrücken in Treptow und am Eierhäuschen keine Pacht. Da aber, wie erfahrungimäßtg fest« steht, die an« und abfahrenden Dampfschiffe insbesondere eine Veranlassung für die stattfinden Uferzerstönrngm find, welch letztere oberhalb de» Sterhäuichm» sogar in einer Ausdehnung von ca. 100 Metern stattgefunden haben, ist man gegmwärttg in der städtischen Verwaltung mit der Entscheidung beschäftigt, in wieweit die Dampfschifffahtts-Gesellschaft zm Erhaltung der Ufer in Form einer Pachlsumm« heranzuziehen sei. Die neue Dampfsch.fffahrts-Gesellschaft, welche von der Schtllingsbrücke abfährt, ist, wie wir hören, bereits mit einer jährlichm Pacht von 200 M. für die Landungsbrücke in Treptow bedacht worden. Iokales. Da« Auktiontwese« in der Zentral- Markthalle giebt der„Dtsch. Flschr. Ztg." zu folgendem Bericht Veranlassung: „Bei einem»uttion»oermittler wurden am vorigen Mittwoch Partien Fleischwurfi von 3 Pfund und 5 Pfund versteigert; 3 Pfund erzielten 75 und 80 Pf., 5 Pfund 1 M. 20 Pf. bi« 1 M. 30 Pf., mithin im Durchschnitt 25 Pf. da» Pfund; rechnen wir 3 Pf. auf da» Pfund für TeanSport und Aullion»« gebühr, so bleiben 22 Pf. für da» Pfund Fletschwurst-- entweder ist dafür nur ver allerschlechteste Schund herzustellm (in einem Privatgeschäft wird kein Käufer für diesen Prei» gut« reelle Waare verlangm oder, wenn angeboten, kaufen) oder der Fabrikant schleudert die Waare auf dm Markt; wo die Lieferanten ihr Geld herdekommm, mögm fi« selber zusehen. Die reelle Gesckä-tisührung aber wird dadurch schwer geschädigt. Ein reell arbeitender und reell denkender Fleischer kann für diesen Pitt» gute Wurst nicht tiefem. Diese Aurt on ist ein neuer Beweis für unsere seit Bestehen der Maikihalle aufgestellte Behauptung: durch die Auktionen ist«» möglich, jede Schundwaar« an den Mann zu bringen. Unserm Klagen wird«on der Tagetpreffe oft genug erwidert, vaß wir Sonderintereffm verfolgen— die„Berliner Z-ttung" bringt in ihrer Sonntagsnummer folgend«»:„In der Zentral-Rarktballe schleppte sich oestern Alle» mft Käse. Ein Maller versteigerte einen großm Posten. 5 Stück großer, rechteckiger Käse gingen mft 25-30 Pf. fort. darin steckte, ist freilich eine andere Frage.— Uebriseni fand!« unS aestnn ein Abonnent ein« Wurst, die derselbe ebenfalls in d'r Zentral- Markthalle dillia gekauft hatte: pro Pkund 1 M. 15 Pf.— ober zu essen war die Wurst nicht.— Wenn fich in der Zentral Markthalle daS„billig und schlecht einbürgert, wird e» balS mit dem Verträum deS Publikums vorbei fein!"— Wenn in einem reellen Geschäft ein Käufer einmal trotz aller Aufmerksamkeii«in» nicht ganz gute Waare erhält, gehl er meist zur Polizei, und eine Antlage wegen Ver� gehen« gegen daS tziahrungimittelgefetz ist die Folg». Wenn olle Käufer in der Zentral-Markthalle, die Wurst für 25 P'. pro Pfund od« zu ähnlichen Preisen gelaust haben, diese Waare zur Untersuchung gegebm hättm: eine besondere Abtheilung müßte im TertchtSgedäude zu Moabit eingerichtet««den, um olle Fälle zur Verhandlung und Aburthellung zu bringen. Die wenigen Thierärzt« können diese Rengen von verschiedenen Waaren nicht lontroltren, und praktische Sachverständige— werden leid« nicht angestellt.— Fern«: Laut Bekanntmachung de« Verkauflvnmittl«« JuliuS Treitel hat derselbe fich mit Gut«befitz«n in Vnbindung gefetzt und-- wird in kürztst« Zeit mit den Auktionen srischm Fleische« begonnen werten! Da« Endergebniß dies« Fleischaukitonen dürste voraus- zusehen sein: jene« Vieh, welche« der Händl« nicht mehr kaufen will, alle a'ten Kühe««den von den H-rren GutSbefitzem geschlachtet nach Berlin gesendet««den. Sollen diese Auktionen nicht aber den reellen Detailgeschäften schw««n Schaden zufügen, so muß da« AuktionSwesen in die« jmtgen Bahnen geführt«erden, für die e» bestimmt ist. Dem Gioßverkehr ,u dienen, dafür müssen Bestimmnngen«lassen ««dm. daß R ndfleisch nur in viertel Rind«n, Sckweine. fletsch in Haiden Schweinen, Kalt fleisch nur in ganzen Kälbern, Hrmmelfleisch nur in ganzen Hammeln v«auktionirt werden darf. Wird Rind», Schweine-, Kalb- oder Hammelfleisch in losen Stücken eingebracht, so darf nicht unter 50 Psv. davon verauktionirt werden. Wurst, geräucherte Fletschwaarm aller Art dürfen ebenfall« nicht unter 50 Pfd. verauktionirt werden. Rur durch derartige Verordnungen ist e« möglich, daS Auk- twniwtsm zu regeln und den Kleinverkebr von ein« unbe> rechtigten Konkurren, zu befreien."- Hinzu bemerkt die „Staat»d. Ztg.": Räthfelhaft muß da« Verhalten der stadti- leben Organe diesen wiederholten Klagen gegenüber erscheinen. Al« der Schlachtzwang eingeführt werden sollte und dagegen geltmd gemacht wurde, d-ß durch denselben da« Fleisch zu sehr veitheuert wnden würde, erklärte Professor Virchow in der Stadtv«ordneten>Versammlung:„Wir wollen auch nickt für billige«, sondem für gute» Fleisch sorgen." Kaum ad« ist der Z-ntral Viehhof fertiggestellt und der Schlachtzwang durch. geführt, so wird die von Hnm Virchow auiaesprochene Abficht durch die GeschästShandhabung in dm Markthallen illusorisch gemacht. Vielleicht ändert Herr Virchow jetzt seine Erklärung dahin, daß« sagt:„Wir wollen auch nicht für gute» Fleisch sorgen, sondern für billige«."— Wir uns««rsetiS «ollen zur Illustration dies« Zustände noch folgende Mit- thellung beibringen, die wir in dem„Anz. f. d. Havell." finden: „Ein Makler d« Berliner Zentralmartthalle halte mehr«« Zentner Schlackwurst nach Soand-u gesandt, welche hi« ver- auktionirt w rden solltm. ES mußte sofort auffallen, daß man ein solche« Quantum nicht lieber in B«lin absetzte. Bevor die Wurst zur Versteigerung kam. wurde fie auf polizeiliche An- ordnung von den Herrm Thierarzt Grätsche! und Fleisch» beschau« Koch untersucht und sofort der Inhalt von sech« Kisten für ungmießdar erklärt und der Vernichtung preis. gegeben. Der Rest in zwei Kisten, d« weniger dedmkiich er- schien, soll«st einer noch genau««» Untersuchung unterzogen ««den."— Wmn man alle« hi« Angeführte in Betracht zieht, so drängt fich unwillkürlich die Beobachtung auf, die man bei den meisten städtischen Einrichtungen machm kann. Sl« dienen auf Kosten d« Gesammthest dm GeschäftSinteriff-n Ewzelnei. So ist e» mit den Pferdebahnm und d« Be« leuchtung, und so ist e» auch mit den mit so großem Pomp w» Leben gerufenm Markthallm. Hi« allerdings scheint der Schwindel denn doch in ganz ungeahntem Maße zu blühen, e« hat fast dm Anschein, al« od die großartigen Einrichtungen, die so viele Rilltonen gekostet babm, nur zum Vortheile ein« zelver Auktionsvermittler und Waarmkommisstonäre hergestellt worden find. Ueder die rechtliche Natur«ud die Bedeutung der Füllstriche aa Schankgefäße« herrschen die wunderlichsten Anschauungen, namentlich unter den Schankwirthen und d«en Gehilfen, aber auch unter denen, welche dem Schankgefäße fast täglich al» Gäste gegenübn fitzen. So hört man häufig die Aeußerung: Mein Seidel ist„geaicht", al« ob irgend Jemand jemals au«§ 369 Ziffer 2 de» ReichSstrafgesttzbucheS, der Maß. und Gewichttordnung vom 17. August 1858 ob« der Aichordnung vom 16. Juli 1869 bestraft werden könnte, wenn die Polizeib'hörde bei ihren Revifionm Schankgefäße ohne den Füllftrich vorfindet. Die» ist nicht richtig, dmn e« kann eine Bestrafung in diesem Fall, nur au«§ 5 de« Reichtgesetze«, belreffmd die Beeeichnung de» Raumgehalte« der Schankgefäße vom 20. Juli 1881(R.G.-Bl. S. 249) erfolgen. Zwar ist die Strafe nach beiden Gesetzen dieselbe(Geldstrafe dii zu 100 M. oder Haft 61«»u 4 Wochen und eoent. Konfiskation» nach dem Gesetze von 1881 auch Vernichtung der qu. Gesäße), allein der Untnschied ist doch der, daß die Schankgefäße selbst nimmermehr zu den gesetzlich zulässtgen Maßen gerechnet wer- dm tönnen, vielmehr gilt die« nur von denjenigen Flüssig keltSmaßen, welche festen« der Gast- und Sckankwirthe zur Prüfung ihr« Schankgefäße dnest zu halt:» find.(§ 3 de« G-setzeS.) Diese letzteren werdm„geaicht", nirmal» aber die Schankgefäße selbst. Deshalb haben auch die staatlichen »ichungtdehörden mit d« Anbringung de» Füllstriche» durch- au« nicht» zu thun, ja e« ist die Ausführung dies« Arbeit den Atchmeiftnn durch die Erlasse der Minist« für Handel und Gew«de und de« Innern vom 4. März und 27. April 1883 ausdrücklich vnbotm worden. Dabei ist bemerkt, die Bezeichnung der Schankgefäße nach ihrem Sollinhall trage nicht den Charakt«»in«„amtlichen" Beglaubigung und Fist- stillung,(« sei vielmehr jedem Gast, und Schankwkth« üb«« lassen, in welcher Weise und durch wm I« dies« Bezeichnung ausführen lassen wolle, wobei d« Wtrth natürlich für die Xichligleit der Bezeichnung haften müsse. Hiernach ist die Aufgabe der Polizetbehö de bei dm Maß- und Gewichtsreoi- flonen auch«ine ganz and«e, wie bei dm Revifionm d« Schankgefäße, denn im erft«en Falle«streckt stch diese Thätig- kett auf sämmtliche in den Lokalen defi-rdlichm wirklichen Maße, also auch aus da« oben gedacht« zur Prüfung bereit zu haltcnde Rormalmoß, in anderem Falle hat die Polizei ad« nur darauf zu sehen, od d schehenm Uebervortheilungen durch Zeugen, welche nicht gerade Polizeideamt« zu fein brauchen, festzustellen und dann die Be strafung bei d« Staatsanwaltschaft au«§§ 263—265 d-S ReichSstrafgesetz buche« zu deantragen. In vielem Srnne hat stch auch da« Kammergericht in seiner Entscheidung vom 28. Sep- tember 1885 ausgesprochen, indem dasselbe den Satz ausstellte: „Zweck de« Gesetze» vom 20. Juli 1881 ist. dem Konsumenten völlige Klarheit und Gewißheit über dm Jnhrlt deS ihm vor. gesetzten Schankgefäße« zu geben und jeden Zweifel an dessen Solltnhalt zu beseitigen." Der ehemalige Reitplatz de« 2. Garde- Dragoner. Regt- mmtt an der Urban, und Bärwaldstraße hat fich rasch zum Thetl bereits mit Häusern ded,ckt Der Erwerb« des ganzen Platzes fordert für die Quadratruth« 2400 M.; ihm selbst kommt dieselbe auch schon 2250 M. zu stehen. Al« im Jahre 1764 die Ephraim« schräg gegenüber am JohanntSttsch 4'/, Morgen zur Anlage ein« holländischen G.auptnmüble kauften, dezahllcn fie dafür in Summa 500 Thal«, und 1767 bezahlte der Hoflieferant Eichholtz für den heutigen neuen Hof, jäger an der Hasen Haide, den„ersten Weinberg mit Wohn hau«, Viehstall und einigem Gartenland" für 300 Thal«. So ändern stch die Zeiten! Der Etraßenbahnba« hat stch zu einer ganz speziellm Technik entwickelt, wie dt« AuSst-llung zum Kongreß der Siraßenbahnlngenieure im Architektenhause zeigt. Die größten Hütten haben hier ihre Speztalitätm für Strcßentahnen ausgestellt, prächttge Proben der deutschen Stahlindustrie, dmn Stahl muß jetzt alle« sein: Schimm, Achsen. Raver und der- gleichen mehr. Stahlwerk Phönix bat dereit« 800 Kilometer Straßenbahnen geliefert, Osnabrück 550 für 32 Städte: Madrid, Lly?m, Kopenhagen, Stockholm tt. Von dem Betriebe der Pferdebahn erhält man ein vollständige« Bild. Man steht eine Bahnanlag« mit allen ihren Schichten, eine Billetkollektion, Plan« von Bahnhöfen und Wagenzeichnungen, so daß die Sache auch für dm Laim Interesse hat. Wochenlang war da« Terrain auf der östlichen und südlichen Seite de« DönhotSplatze» bis zur Ecke d« Linden« straße fast unpasficdar. Di« Direktion der großen Berliner Pferde-Etlmbahn führte daselbst R-novirunzSarbelten au« und auch der Magistrat half buddcln. Nur mit Anwendung der jedem Berlin« eigenthümiichen Köcp-rgewandtheit, die er fich im Sommer bei anhaltendm Straßmumwälzungm aneignet, war e« möglich, diese Stelle ohne«hedlichen LeibeSschaden zu pa firen. Doch dir geduldige StaaiSdürger erträgt derartige Und-quemlichkriten gern, weiß er doch, daß die Bauten der Pferdedahn hauptsächlich den nothletdendm Aktionärm zu Gute kommen, und welch« billig denkend« Mensch unterstützt nicht gern«inen kouponabschneidmdm Dividendmoerzehrer in fernen berechtigten Bestrebungm? Dah« sei eS f«n von un«, üb« diese Straßmdauten zu klagen Ander» verhält es stch jedoch mU dm Anwohnern jener Strecke. Sie habm während der ganzen Zell den Staub geschluckt, der Atp-'altqualm zog ihnen in die Fenst« und al« Alle« nun glücklich zu Ende gefühlt war, S'audten fie auch der Segnungen d« neuen Pf«dtdadnli.iie ellbafttg zu werdm. Leid« hatten fie die Rechnung ohne den Fahrplan der Pferdedahn gemacht. Die Strecke wurde nicht befahrm. Einer der Adjazmten wandt« stch mit einer Eingabe an die Dstektion d«„Großen Berliner Pferdeeisen- bahn" mit d« Brtt« um Aufllärunz. Er«hielt folgende« klassische Schreiben: Auf die grfl. Zuschrift vom 16. d. M. erwidern wir Ihnen ergedenst, daß nach dm destehendm Fahr- plänen die Streck« in d« Lindenstraße zunächst nicht befahren werden soll. Die Direktion der Großen Berlin« Pferde- Eisenbahn- Aktien- Gesellschaft. (Name unleserlich.) Nun ist da« Alle« ja ganz gut und ganz schön, ad« damit ist dem großen Publikum denn doch in keiner Weise gedimt. Außerdem steht an der Ecke der Linden straße eine d« bekannten Tafeln, welche viele Passantm veranlaßt, stehen zu bleiben und auf die Pferdedahn zu warten. Dies« können allerdings dort so lange stehm, b>» sie die Farbe uns«« Landsleute au« Kamerun annehmen, wenn fie auf Besörde« rung rechnen, irren fie fich eben. Eine Unkoulanz gegen da« Publikum bildet d« letztere Fall immnhtn: entweder soll man die Takel mtfernen oder, was besser wäre, die Bahn in Be. trieb setzen. Ueder deu au« Berlin ausgewiesenen Buchbinder Michetse« hatten auch wir gestern eine der„Voss. Ztg." e.'.t- nommen« Notiz veröffentlicht, welche durchav« nicht den Tbat- sacken entspricht. Herrn Mtchelsen sollte danach vorn Ober- prästdentm die Erluubniß eetheili wordm sein, fich wied« in Halberstadt aushalten zu dürfen. Et ist die» keinetweg« der Fall. He« Mtchelsen hält fich nur seine« Geschäfte» wegen vorübergehend in Halderftadt auf, wa« nach dm Beftimmun- gm de« Preußischen Landrecht» nicht strafbar ist. Die Maß- «gel de« Oderpräfidevtm ist also durchaus nicht rückgängig gemacht worden. Im Gegmthetl ist Herrn Michelsen auf«ine Beschwerde gegm seine Ausweisung vom Obnpräfidmten der Provinz Sachsm unter dem 1. September v. I. folgende Ar.t» wort zugegangm:„Ihre gegen die Verfügung de» Königl. Regferungipräfidenten zu Magdeburg vom 17. d. Mi»., durch welche Ihnen der Aufenihalt im Stadteezirk Ascher»leben untersagt worden ist, unter dem 22. v. MtS.«chtzeittz angebrachte Beschwerde wird hiermit nach Prüfung de« Sachverhalts al« unbegründet zurückgerofesen, nrtl d« in Z 2 Nr. 2 de« Gesetze« über die Aufnahme neu anziehender Personen vom 31. Deeemder 1842 gebrauchte Au«. druck„Vttbrechm" nach dem Sprachgebrauch de» damalt geltenden landrechtlichen Strastecht« auch auf solche Hand. langen zu beziehen ist, welche nach den heutigen strafrechtlichen Bestimmungen zu dm»«gehen gehören und die in Anwen- dring dieser Vorschrift getroffene landetpolizeiliche Anordnung nach Lag« der dortigen Veihältnisse im Interesse d« öffmt. lichen Sicherheit gerechtfntigi erscheint. Der Oderpräftdmt der Provinz Sachsen, gez. v. Wo!ff." Bei dies« Zurückweisung d« Beschwerde de« Herrn Michelsen hat e» sein Bewenden ge? habt, und ist ihm von ftn««mdnung der gegen ihn v«. hängten Maßregel nicht« bekannt««worden. Im Uebriam g?äw-nd** getheilt habe.— Von den vier Entlastungszeugen hat Hrrr Sch'offrr Gehrisch von dem ganzen Vorfall nichts bemerkt. Der Zeuge Felgentrrff bekundet dagegm auf daS Bestimmteste, daß d r Vorgang stch so abgespielt habe, wie der Angellagte«» angtebt. Er habe in solcher Nähe bei dem Angellaqtcn gestanden, daß er jedeS Wort desselben habe hören müssen und er habe nur jene Aufforderung an den auch ihm(Zeugen) un- bekannten Mann gehört. Außerdem erwähnt der Zeuge noch, daß ihm daß ganze Bmehmen diS Gendarmen Höhne in der Restauration provokatorisch vorgekommen sei. Der Gmdarm habe eine große Leberwurst hervorgezogen und in der Lust damtt herumgefuchtett: auch habe er eine SchnapSflasche in der Hand gehabt.— Dieselben Thatsachm hat der Zeuge Buchdrucker Werner beobachtet. Auch er befand stch, wie er angtebt, in solcher Näh«, daß er jedes Wort diS Angeklagten hören und verstehm mußte. Die inkriminitte Atußerung hat er aber nicht gehört. Auch ihm ist jmer Mann, der zuerst mit dem Beamten sprach, unbekannt geblieben. Der Zeuge Arbetter Hoffmann sagt mit großer Sicherheit dem Sinne nach dasselbe wie Werner und Felgentreff auS. Er sei zu Scholz herangetretm, um fich von ihm ein« Einrichtung totl Dr. Petn'ichen VeifaheenS erklären zu lassen und habe dabei jener Szene beigewohnt. Nur darin setzt fich der Zeuge in Widerspruch mit dm übrigen Aussagen, daß er behauptet, jener Vorgang habe fich nicht im Gastzimmer, sondern im Buffetzimmer e eignet.— Damtt ist die Beweisaufnahme geschloffm. Der Staatsanwalt kann zunächst sein« Verwunderung darüber nicht unterdrücken, daß weder der Angeklagte noch die EttldstungS» zeugen die Person jmeS Unbekannten ermittelt haben und angeben können. Die Aussage des Zeugen Hoffmann müsse bei der Würdigung deS Materials auSscherden, da erdie Szme an einem Orte beobachtet habe, an den st« weder die Anklage noch der Angeklagte verlege. Den Aussagen der Zeugen Werner und Felgentreff stehe die bestimmt« und präzise AuS» sage deS Gendarmen Höhne gegenüber, der man vollen Glauben schmken könne. Bei der Schwere der Beleidigung sei eine Geldstrafe von 30 Mark an» gemessen.— Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Flatau, steht in dem Widerspruche der AuSsagm Hoffmanr.'S in dem einen Punkte zu den AuSsagm der übrigen EntlafiungSpugen nur einen Beweis für die innere Wahrheit jener Aussagen und ihre vollständig« Parteilofigkett. Es sei nicht auSgeschloffm, daß irgend einer von dm 57 Perionm, weicht die Parti« mitgemacht und daS kleine Lokal gefüllt hätten, die beleidigende Aeußerung habe fallen laffen, aber eS sei nicht erwiesen, daß Scholz eS gewesen sei. Er dttte um die Freisprechung seine» Klimten, eventuell um Vertagung deS Termins, um die Persönlichkeit jene» Unbekannten fest- äustillm.— Nach kurzer Lerathung erkannte der Gericht»» of(Vorfitzender LandzerichtSrath Herzog) nach dem An« trage deS Staatsanwalts. Durch die glaubwürdige AuS» sage de» Gendarmen Höhn« sei die Beleidigung festgestellt; diese Glaubwürdigkeit könne durch daS Zeugniß der Entlastungszeugen in keiner Weise deeinträchtigt werdm; daS- selbe sei nicht so überzeugend gewesen, um die Autsage der Gendarmen erschüttern zu könnm. Dem Beleidigten wurde die Befugniß zugesprochen, da» Urtheil auf Kosten de» Ange- klagten im„Teltower KretSblatt" zu publtziren. Uereine mh Versammlungen Der Verband der MöbelPolirer hielt am 20. d. M. bei Böttcher, Köpnickerstr. 150/151, ein« Versammlung ab. Herr Canitz hielt einen Vottrag über„Die Lunge und ihre Pfl'ge in gesunden und kranken Tagen". In diesem Vottrag erklärte der Vortragende die Lage der edlerm Thetle in menschlichm Körper und zeigte, wie die Lunge, um gesund zu bleiben, gepflegt werden müsse. So mancher, meinte Redner, glaub« nicht» Bessere» thun zu können, al» in frischer Waldetluft tüchtig Zigarren oder Tabak zu rauchm, und dedmke nicht, daß ihm dadurch dl« frische und reine Luft verloren geht. Man solle tüchtig, nammtlich im Ferim recht tief und voll athmm, sowie kalte Abreibungen vornehmen und Gymnastik treiben, dann würden die verderblichen Staubtheilchen der Fabttk und Werkstatt au» der Lunge entfernt und diese zu einer kräftigen Eni» Wickelung de» Menschen viel btttragm. Reicher Beifall lohnte dm Vottragendm und die vielen gejielllm Fragen be« wiesen, mtt welcher Aufmerksamkeit die Mitglieder dem Vortrage gefolgt waren. Beim zweiten Punkt der Tageiordnung erläuterte der Vorfitzmde die Auf» gaben, welche der Verband noch zu lösm habe und ersuchte die Mitglieder, zur nächsten Generaloersammlung am l.OUober bei Säger, Grüner Weg 29, recht zahlreich zu erscheinen und bei der Vorstand»wahl Sorge zu tragen, daß nur tüchtige Leute in den Vorstand und in die Kommisfion gewählt werdm. Bei„Verschtedme»" verla» der Vorfitzmde«inm Bttef de« Herrn Tischlermeister W. Krüger, Fciedmstr. 44, worin derselbe sich beschwette daß er keine Polirer vom Arbeitsnachweis be- kommen könne. Nach längerer Debatte, in welcher ein Mit- gtted, Herr Reuter, welcher in demselben Hause wohnt, ertlätte, aß tn allen 11 Tischlerwnlstättm, welche im Hause Frieden- straße 44 fich definden, jeden Abend bi» 12 Uhr und de» Freitag» die Nacht durchgearbeitet wird, wurde der Vorstand deaustragt, Herrn Krüger zu benachrichttam, daß deshalb keine Polirer bei ihm anfangm, weil dieselben nicht Nacht» und nach Feierabend arbeiten wollm, jedoch sei der Verband der Möbelpoltrer bereit, Herm Krüger Gehilfe» zu schickm, fall» derselbe bei der üblichen 9'/» ständigen LrbcitSzeit 24 Mark Lohn zahle. Die Freie Vereinigung aller in der chirurgische« vranche deschäftigtm BerufSgmcffen hielt am 21. September ein« Mttgliederverfamwluna in Seefeldt'» Salon, Gcmadter» straße 33, ab. Herr Dr. Baumgart hielt einen beifällig auf- genommenen Vottrag über„die praktische Kciminal-Justizpflege während de» Mittelaltel», mtt besonderer Berückfichrtgung der etnschläglichen Verhältniff« in der Mark Brandmdurg und tn verlin".— Hierauf refnirt« Herr Schmädick« über die vom Verein angeregte„Statistil" und bedauerte, daß die Betheiligung der Mitglieder so gering sei, daß, wenn e» so weiter geht, der Verein mtt dieser Angelegenheit überhaupt niemal» zum Ziel« gelangen wird. Di« Herren Laddey und Schmä- dicke kritisttten den wieder zum Vorschein kommenden In- differentismu» der Kollegen. Während da» Interesse anfänglich so groß war, daß stet» zirka 120 Mitglieder in dm Versammlungen«rschienm, besuchen jetzt kaum 40 Mitglieder die Versammlungen. S» wurde von Herrn Schmäricke der Vorschlag gemacht, nochmal» ein Flugblatt unter die Mit- § lieber zu vertheilen, um endlich den JndifferenttSmu» der ollegen zu besettigm. Herr Schmädick« tadelte femer die allzulange RrbcitSzett in der Krüger', che» Werkstatt, welche in einer Woche 92 Stunden betragen haben soll. Nach Er» ledtgung interner Vereinsangelegenhetten wurde die Versamm- lung geschloffm. + Der Fachverei» der Schneider hielt am Mtttwoch. dm 22. September, eine Mitgliederversammlung ii Gratweil» Bierhallen, Kommandantm straße 77—79, ad. Zunächst er- stattet« der Kasstrer die QuartalSabrichnung, die al« richtig an. erkannt wurde. E» folgte die Besprechung de» Stiftung»« feste», da» in einem großen Lokale Mitte November stattfinden soll. Zur Unterstützung de» Vorstände» in den Vorbereitung». arbettm für diese» Fest wurde eine Kommisston von riet Mit- gliedern gewählt.- In Bezug auf dm Zuschnetdekursu» wurde beschloffen, dem Vorstande die wetteren Maßnahmen zu üder.'affm.-Son verschirdenen Seiten wurde betont, daß eine lebhaft« Agitation unter den Kollegen entfaltet werdm müsse, damit derselbe zu seiner früheren Höh« wieder_ und die Aufgabm, die er stch gesteckt, erfüllen könne. Alt solche Aufgaben wurden bezeichnet: Die Wahrung dir mate- riellen Interessen nach allen Richtungm, Gründung einer Ver- «inßbtdliolhek, Regelung de»„Arbeitsnachweis", der Herberg»» frage und der Reiseunterstützung und Gewährung unentgelt» licken Rechttschutze» für die Mitglieder in gewerdlichen Strtt- tgketten. t Der Fachverei« der Mechaniker, Optiker. Uhrmacher, chirurgischer und anderer Jnstrumentmmacher hielt am Mitt« »och, den 22. Stpiember, unter Vorsitz de» Herrn Spieß eine gut desuchte Mttgliedewirsammlung ab. Herr Dr. Baumgart hielt«inen Bortrag über da»„Vorherjaaen von Naturer» scheinungen", an dem fich ein«„Fragekasten- Debatte" anschloß. — Unter„Verschiedene»" kam der Bttef eine» Götttnger Kollegen zur Verlesung, der ein interessante» aber auch trauttge» Bild von dm Lohnverhältniffm der Gehilfen von Götttngen entrollte. Der durchschnittlich« Lohn beträgt wöchentlich 4-5 Thaler. In Bezug auf da» Lehrlingiwesm herrschen dort arge Mißstände. Die eine Fnbril(SartortuS) beschäftigt bei 4 Ge« bllfen 13 Lehrlinge, eine zweit«(Winlel) bei 6 Gehilfen 15 Lehrlinge, eine dritte(Apel) gar bei 2 Gehilfen 12 Lehrlinge. Dw 30 bü 40 Gehilfen, die in Göttingm thäiig find, habm nun deschloffm, fich zu einer festen Organisation zusammm zu schließen, um derattige Zustände au» der Welt zu schaffen. Ihr berechtigte» Vorgehen stößt jedoch auf hattnäckigen Wider- stand bei den Prinzip alm, die mtt einer einzigen Auinabme erklärt haben, eine Vereinigung der Gehilfen mit allen Mitteln zu detämpfm. Unter diesen Umständen ist e» nicht unwahrschein» lich, daß e» in nächster Zeit dort zu einem Streit kommt. Für diesm Fall beschloß der Berliner Verein, die Göttiger Kollegen tn ihrer gerechten Sache thatkräftig zu unterstützm und vor allem den Zuzug au» Berlin fernzuhalten. De» Weiteren wurde mitgetheilt, daß der Vorstand im Verein mit der Ar« beittnachweii-Kommtsston versucht habe, die Prinzipal« für den „ArbettSnachweit" de» Vereins zu intere firm» leider mit ne- gativem Erfolge. Der Versuch soll aber trotzdem im Interesse der Sache noch einmal wteberholt werdm.— DaS Stiftungsfest deS Vereins findet am 4. Dezember d. I. in der„Ton« Halle" statt; die Programmfrage wird erst in der nächsten Ver- fammlung erledigt werdm. Die Resultate der von dem Verein angestellten Statistik über die hiefigen Lohn- und ArbeitSver» Hältnisse in der Branche können erst im Anfang deS kommen» den Monats zur Veröffentlichung gelangen. * Der Fachverei« sämmtlicher im DrechSlergew erk beschäftigte« Arbetter häll am Sonntag, den 26 Septmbr.» Vormittag» 10 Uhr, tn Breun'» Salon, Gr. Frankfurter- straße 74-75, eine Versammlung ab mtt der Tagetordnung: „Der DrechSwtag zu Leisnig in Sachsen, abgehalten vom 21. dt» 23. August d. I.; der Werth der dort gefaßten Beschlüsse und wa» lehren un» dieselben V— Der w chliam Tagesordnung wegen werden zu dieser Versammlung sammtliche Kol« legen, sowie die Herren Meister und Fabrikanten au» allen Branchen de» DrechtlergewerkZ eingeladen. Insbesondere wird da» Erscheinen der Berliner Delegtttm de» DcechSlettage» be« stimmt erwartet: mehrere derselben, wie auch der Innung»« vorstand, haben vom Vorstand de» Vereint speziell Einladun« gen erhalten. Allgemeine v«chdr«cker« Versammlung Sonnabend, dm 25. September, Ädmb» 9 Ubr, bei Bugzmhagen am Moritzpiatz. Tagetardnuna: 1. Erklärung der Kommisfion. 2. Besprechung de» Zeitpunkts der Einführung de» Tarifs und der Organisation eineS VertraumSmänner Institut». 3. Be« richterftattung über die Thätigkeit der Kommisfion. 4. Re- muneriruna der Kommisfion. 5. Wahl der Tattf-Ueber« wachungS- Kommisfion. 6. Verschiedene». «ranken-«ud Begräbnißkasse de« Verein« sämmt- ltcher verusStiafie«, Berlin i(E. Hl. Sonnabend, den 25. d. M., Abend» 8 Uhr, Münzstr. 6, Versammlung. Gäste find williommen. Stauch klub„Westend" Freitag, Abend» 9 Uhr, im Hohmzollemgattm, Steglitzerstr. 27. Vermischtes. Ueber da» jüngste Erdbeben in Amerika sandte Major Powell, Dirrttor der geologischen Lande« aufnahm« in den Bereinigtm Staaten der„Btttish Association" einen Bc» richt, dem wir da» Fo'gmde entnehme«: Soweit man dmkm kann, ist diese» Erdbeben in den Vereinigten Staaten da» he ttgste gewesm und erstreckte fich über dm größtm Flächen» räum. Der Ursprung desselben läuft an einer DiSlolalion»» linie auf der östlichen Seite de» Alleghani Gebirge» entlang und ging vorzügich von der Stelle au», wo dies« den mittleren Thett von Nord- Karolina kreuzt. In beiden Staaten von«arolina vernahm man schon einige Tage zuvor leichtere Stöße gleichsam alS Vorläufer, die am 27. uud 28. August in der Gegend von Charleston heftiger wurden. Der Hauptstoß, welcher in letzterer Stadt so groß« Zlr- störungen anrichtete, nahm seinen Ursprung ebenfalls von Nordkarolina her am 31. August 7 Uhr 50 Min. Abend». Von dort au» verbreiteten fich die Stöße nach allen Richtungm hin mtt großer Schnelligkett, welche zwischen 25 und 65 Meilen in der M'nut« vartitte, und zwar über einen Flächcnraum von 900000 englischen Quadratmitlen oder über den vierten Theil der Ver. Staaten. Man spütte da» Erdbeben vom Golf von Mixico bi« zu den großen Sem und den südlichen Neue ngland- Staaten und von der atlantischm Küste di« zum mtttlerm Flußthal- de» Misfisflppi. In beid-n Karoltna» verursachte e« außer Erdfällen, Landschlüvfm und Spalten eine groß« Zerstörung de» Eigenthum». Charleston liegt halb in Trümmern und beinah« hundert Tobte wurden gezählt. Merkwürdigerweise wird von keiner Bewegung oder Veränderung de» M-ere« berichtet, obgleich da» Erdbedm von dm auf der Rhede liegenden Schiffm au» bemerkt wurde. Nur bei der Insel Sulltvan erreichte da» Wasser während der Nippfloth eine un- gewöhnliche Höh«. Ein neuer Stoß von gntngerer Heftigkeit ereignete fich zu C Harle»on am 1. September, 8% Uhr Vormittag». In zunehmenden Zwtschmräumen folgten diejem schwächer« Stöße, welch« in Memphi» 1 Minute, in St. Loui» 6 Minuten, in Ftorida 11 Minuten und in Milwaute« 12 Minuten später ge« spürt wurden. Von den mächtigen Spaltm, die in der Erde ent» standen waren, hatten einige die Richtung von RorZ nach Süd, an« der« von Ost nach West. Ewig« Telegramme geben an, daß Steine au» der Luft herabgefallen seien, welche au» dergleichen Spalten und Schlünden zugleich mit Schlamm und Sand emporgeschleudert wurden. Alle Bettcht« stimmen darin über« ein, daß da» Erdbeden von rollenden oder raffelnden Deto« nationm begleitet war. Wenn die Meinungen über die Richtung der Siöße auch getheilt warm, so steht doch fest, daß fie stch von Süden oder SSW. nach Norden oder NNO. erstreckten. Auch diesmal wurden wie gewöhnlich bei Erdbeben die Brunnen und Quellen in Mtt« leidenschaft gezogen; einige trocknttm au», während an anderen Stellen fich neue Abflüsse bildeten. In Pennsylvanien verminderten fich die Autströmungen der natürlichen ÄaSreser- votrc. Ein B-yser oder periodisch sprinamder heißer Quell. »elcher im Nationalpark am N-llowston« seit vier Jahren geruht hatte, begann mit dem Erddedm seine Ausbrüche von neuem.— Merkwürdigerweise traf da» Erdbeben im sübltchm Europa» welche» dm Peloponne» und besonder» die Stadt Philiatra am 27. August hetmiuchte, genau an demselben Tage mtt dm ersten Stößm, die in der Union beobachtet wurdm, zusammm. Daffelbe «streckt fich von Griechmland über den Süden Italien» bis noch Malta- Kurz zuvor hatte der Kapttän eines englischen Dampfer» 200 Seemeilen östlich von letzterer Insel«ine Feuer« fault aui dtm Mctre htrvordrtchtn stbtn, deren Höbe er auf 100 Fuß und deren Breite er auf 30 Fuß schätzte. Wenn hier auch noch weitere Einzelheittn zur Aufklärung nöthig find, so erinnert daß Treigniß doch an die Autbrüche in der Gegend von Eanforin und mahnt die Geh#* in diesem vieldefahrenen Meere weaen Bildung neuer Inseln zm Vorficht. Etn Kmiofum in Steuersachen auS Anlaß der Ver« mehrung der Lotteriekollekten ist in Beuthen in O.'Schl.passtrt. Dort ist die stäotische Verwaltung in der günstiam Lag«, die Kommunal-Einkommensteuer von 260 auf 250 pCt. herunterzusetzen, weil die maffenhaft erfolgte Bewerbung um eine er» ledigt« Lotterlekollektur. bei welcher der Nachweis eineS Ver« mögenS von 60 000 Mark erforderlich ist, mit einem Echlage den Nachweis geliefert hat, daß die Zahl der Kapitalisten, welche zur Einkommensteuer heranzuziehen find, erheblich größer ist, als man viSher angenommen halte. m,„ Eine merkwürdige Mißgebvrt ist, wie der„Pet. List." finnländischen Blättern entnimmt, dieser Tage von Fischern an der Küste de« finnischen Meerbusens gefunden worden. In der Nähe des DorseS Arcö fanden die Fischer nämlich einen Eack. der offenbar von den Wellen anS Ufer gespült war, und in dem Eock den Leichnam eine? KindeS, das ein phänomena- le» Aussehen hatte. Der Kopf war ungewöhnlich groß, daS Geficht sehr lang und glich eher einem HundSkopf, als dem eineS Menschen. Mitten in der vtirn defand fich nur ein Auge; statt der Beine waren nur ein Paar kleine, rund« AuS- wüchse vorhanden. ES heißt, ein Photograph habe die phäno- mmal« Leiche photographirt. Kleine Mittheilungen. Görlitz, 22. Geptemder.„Die LandeSlrone brennt!"— ging S w Görlitz Montag Nachmtttag von Mund zu Mund. Leider hat eS fich zum Tbeil bewahrheitet. Nachmittags l Uhr en! stand— auf welche Weise, ist noch nicht aufgeklärt— auf der Südwestseite der LandeSkrone Feuer, welches etwa vier Morgen Strauchwerk und Bäume vernichtet hat. Da die Bäume bis zu einer«temlichen Höhe angekohtt find, wird der ganze zwischen Promenaden und Fahrweg liegende, vom Feuer vernichtete Theil abgeholzt und neu bepflanzt»erden müffen. Nur der raschen Hilfe ist e» zu danken, daß daS Feuer nicht größere Dimenfionen annahm. Amsterdam, 21. September. Nach 24stündigtr Arbeit ist eS am Sonntag gelungen, den„Scorpion", daS vor etwa drei Wochen gesunkene Panzerschiff. Üder den Wafferspiegel zu heben und in daS große Trockendock in Nieuwediep zu dringen. Da daS Schiff nicht außer Dienst gestellt ist, so wurden alSdald die Flaggen gebißt, die Matrosen begaben fich sämmtlich an Bord und der früher« Kommandant d-ffelben übernahm wieder die Führung. Die Maschine scheint unbrauchbar geworden und auch da« sämmtlich« Inventar verdordm zu sein. Wie«, 21. September. Am Sonnabend Morgen fand der Kondutteur Josef Swcctwa einen schrecklichen Tod, al» er den um 8 Uhr früh nach Wien verkehrenden Porjerbacher Zug begleitete. Beim Pasfiren der sogenannten Karserweg- drücke stieß SwocSina mit dem Kopfe an einen der nahe am Geleise befindlichen Brückenpfeiler, wurde von der Wucht deS Anprallt kopfüber vom Waggon geschleudert und blieb, gräß- lich entstellt, todt auf dem Platze liegen. Der Verunglückte ist seit dem Jahre 1874 bei der Süddahn dedienstet und hinter- läßt eine Frau in gesegneten Umständen und drei unmündige London, 21. September. Die Krawalle in Belfast scheinen lein Ende zu finden. Wie am Sonntag, so brachen auch am Montaa wieder ernste Ruhestörungen au«. Am Morgen war eine Revue der etwa 3600 Mann starken Garnison im Ormean Park gtwesen und hatten, um derselben beizuwohnen, die Schifftzimmerleut« von OueenS Island und die Arbeiter anderer größerer EtabliffemenrS fich einen Feiertag gemacht. Al« fie auf dem Rückweg die Shankdill-Road pasfitten, begann da« alle Spiel von Neuem! Anfang« Schimpfwort«, dann ein dichter Hagel von Steinen au« den vielen kleinen in die Straßen mündenden Gäßchen. Die Zimmerleute, welch« in g, schloffen« Masse marschirten und 150 Mann zählten, erwiderten übrigen» sofott die Anariffe. Zehn Minuten etwa dauert« d« wiwe Karrpf, bi« eine starke Polizei- und Militärmacht auf dem Kampfplätze«schien und die Tumultrianten auSeinandntrnb. Eine Frau und ein Soldat wmden schwer verwundet. Kaum war in Shanthifr Read der Friede wieder hergestellt, so wurde die Polizei telegraphisch nach der Clifton. Straße deordert, wo neue Unruhen auSge- krochen waren. Erst nach großen»nstrenqungen wurde die Polizei hier Sieger. Damtt war d« Tumutt jedoch nicht unterdrückt. Dt« Tumultuanten marschirten von d« Clifton« Straße nach dem nationalistischen Registrirungtbureau in d« Fleetwood- Straße und machten einen Angriff auf daffelbe. Am Abend aber war wiedn die Shankhill-Road der Schau- platz großer Unruhen. Die dort stationirten Polizisten wurden angegriffen und mußten fich schleunigst flüchten. Eine Kompagnie d«S Regiment«„Black Walch" säuberte Hut- auf die Stieße. Al« um halb 6 Uhr die großen Etsenwnke der Herren Comb« u. Barbone in Nord Howard Straße, welche ungefähr 2000 Leute beschästigen, geschloffen wurden, kam et beim Verlaffen der Fabrik zwischen den katholischen und protestantischen Arbeit«» zu blutigen Schläg«eim. Di« Polizei erschien in großer Zahl bald auf dem Platze. Spät am Abend begann da« Steinewrrfen und Reoolvnschießen wird« in der DioiSstraße, wo Tag« zuvor die Polizeistation demolitt worden war. Die„Block Walch" matte, da ihr daS Schießen verboten war, einen kräftigen Bajon netangriff. In der Duihamstraße gettethen die Protestanten und Kathollkm auch wieder an etnandn und wurden durch die Dragon«, welche mit blank« Klinge in die Menge hineinhieben, getrennt. Ein Mann«hielt hier einen Schoß in die Schultern und viele wurden v«wundet. In Ballymocarett daurtten die Un- ruhen US Morgens 1 Uhr. Besonder« heftig waren die Kämpfe in d« Killenfiraß« und auf dem Colleae-Square. Hier wurde ein Knabe in die Brust geschoffen. Di» 6. Dragoner und die wallifischen Füstliere, letztere mit gefälltem Bajonntt, stellten die Ruhe wieder her. Bis zum Morgen wurden 20 Perhastunaen vorgenommen. Da« Militär hielt die Straßen bi« 3 Uhr Morgens besetzt. London, 19. September. Eine tragische Begedenhett spielte fich vor einigen Tagen in FinSbuty Park, im Norden London«, ad. Dmt wohnte ein Handlungsreisender NamenS Undttwcod. ein nücht«n«, fleißig« und allgemein geachteter Mann, d« da« Unglück halte, eine Frau zu befitzm, welche dem Trunk« stark«geben war und, wie man sagt, während d« letzten neun Monate fich nur selten in nüchternem Zu- stände befunden hat. Während dies« Zeit hatte Frau Under- «ood Stück für Stück der HauSeinrichtung verkauft o?er ver« pfändet, um fich Geld für Branntwein zu verschaffen. Vorigen Mittwoch versetzte fie zu diesem Zweck zuerst die stlbnne Uhr und alSvann die letzte Weste ihre« Manne«, und mtt dem er- langten Geld« stöhnte fie wird« ihr« Trunksucht. Zwischen den beiden Eheleuten kam e» in Folge dessen zu ein« furcht- baren Szene. Al« d« Sohn de« Ehepaare«, etn KommiS in einem Schnittwaarengeschäft, Abend« nach Hause kam, fand« seine Mutter augenscheinlich bestnnungSlo« auf dem Fuß- boden de« Zimmer« liegen. Daran gewöhnt, fie in starkb«auschtem Zustande zu sehen, nahm« keine weit«« Notiz davon und ging zu Bette, in der Annahme, daß sein abwesender Vater bei sein« Rückkehr fich der Mutter annehmen würde. Al«« am nächsten Morgen fand, daß seine Mutt« noch immer auf den D'elen lag und d« Bat« noch nicht zurück gekehrt sei, holte« in größter Angst einen Arzt, welcher konstatirte, daß die Frau todt sei und«- droffett worden sein müsse. Al« man na» dem Vater forschte, fand man ihn ebenfalls entstell vor. ES unterliegt keinem Zweifel, da« Underwood, erbittert durch die Unmäßigkeit seiner Frau, dieselbe«würgt und fich alsdann selb« deS Leben ge- nommen hat. Maudalay, 22. Septemd«. Dem„Reuter'schm Bureau" wird gemeldet: Al» heute früh die Thür«» der öffenttichen WohlihäligieÜSanstalt geöffnet wurden, um LebenSmtttel an die von der jüngsten Uederschwemmung Betroffenen zu ver- thetlen, stürzte fich ein Haufe Nothleidend« gewaltsam gegen die Thürm, wobei 12 Personen zertreten und 8 verwundet wurden. Fast 6000 Personen empfingen im Laufe deS gestrigen Tage« Lebensmittel. Barop, 20. September. Ein« Wetterentzündung entstand in vtrgangener Woche im Karolinen-Flötz auf dem Schachte „GieSdttt" hierseldst. Die Explofion ereigntte fich de« Mor« aenS bei d« Anfahrt, und vermuthet man, daß dieselbe in Folge Mitführen? eine« offenen Gruieniichte» b«vorge,ufen woiden ist. Verbrannt wurde durch die Wetter» xplofion der Bergardeiter Lorenz Charonitz au« dem Hombruck, welch« dem Marienhospital daselbst überwiesen wurde; glücklich«- weise ist aber«ine Gefahr für dat Leben deS Verletzten nicht vorhanden. Rew-Nort, 20. September. Lieutenant Schwatka, der die AlaSka-Expedition d«„New-Nork TimeS" befehligt, b«ichttt au« Sitka, daß er die Icy'Bay vnmeffen und in den St. EliaS-Alpen(in der Nähe von Mount St. Elia») Foisckungen angestellt habe, die« in ein« größnen Höh« über der Schnee- region erstieg, al« fie von Alpensteigern jemals vorh««reicht worden ist. Nach dem Bettcht scheint e». daß die Jcy-Bay einen Einschnitt in die Küste bildet, und daß an ihr« Spt,e ein ziemlich bedeutender Fluß in die See fällt; d«selb« etljitl! den Namen JoneSfluß. Mount St. Elia» wurde au* südlich« Richtung bestiegen, wo alle Zugänge zum Gipfel gesehen werden konnten. Die Expedition pasfirte rothen Schnee in großen Massen. Die«reichte Höhe betrug 7200 Fuß üder der Lchne««gion. New-Nork, 21. September. Nach hier eingegangenen Nachttchtrn haben in den letzten Tagen in Summerville und CMleston adttwalS mehrere von tonnerähnlichem Geräusch begleitete Erderschütterungen stattgefunden. In Charleflon geriethen in ongangen« Nicht die Häuser in eine so schwankende Bewegung, daß die Einwohner in« Freie eilten. Ketzte Kachrichte«. Die gesammte republikanische französische Presse setzt ihren Felvzug gegen England fott und drängt die Re- ginung, die« g y p t i s ch e Angelegenhett nicht länger ruhen zu laffen, sowie die Vettheidigungd« französischen Interessen energisch zu vettolgen, wobei die Mitwirkung der Mächte nicht fehlen würde. Dt« radikalen Organe verhatten fich nach der „Natztg." noch abwartend, während die monarchistischen Blätter den Konsellpräfid-nten Freycintt vnhöhnrn, weil« gleichzeitig die Politik d« Opportunisten wieder aufnehmen und fich Deutschland näh«n wolle, waS zu einem doppellen FiaSko führen w«dc. LaadtagSwahl. Posen, Donnerstag, 23. Septemb«. Bei der heutigen Ersatzwahl zum Abgeordnetenhause an Stelle de« verstorbenen Abg. Büchtemann erhielten nach amtlicher Feststellung von 217 abgegebenen Stimmen im zweiten Wahl« gange OaerlandeSgerichiSrath Schmied« in Breslau(deutsch- steiss) 140 St., Rentier Krysiewicz(Pole) 76 St.,«ster« ist somit gewählt. Bei dem ersten Wahlgange waren für Schmied« 82, für K ysiew'cz 77 und für OderregierungSrath Gaedel(freikons.) 68 St. abgegeben worden. EonutagSarbett. Die„Kreuz, tg." meldet: Die Sichtung und Bearbeitung de» Material« d« angestellten Untersuchung über die Sonntagsruhe, womll bekanntlich seit anfangs Januar V.J. fünf derelli stüher genannte Herren betraut find, wird ihre Arbeiten, wie neuerdingS verlautet, kaum viel vor End« diese« Jahre« zu Ende bringen können. Durch da« fort- währende Eingehen neuerm Material««gänzte fich da« Auf« gearbeitete stet« wieder, so daß d« Tnmin der Fertigstellung imm« weiter hinausgeschoben wurde und nunmehr d« Ad« schloß d« Ardellen eist um die eben«wähnte Zell zu er« matten ist. Uebrigen« sollen diese Arbeiten die ganze Auf« merksamkeit und Umficht der damit Betrauten«fordern. ZettuugSkonfitkatton. AuS München, 22. Septemb«, schreibt man der„VolkSztg.": Hier wurde aestem die Nr. 33 deS im Vnlaa von L. Vi«eck erscheinenden„Deulschm Wochen- blatt" sozialistengesetzlich konfitzitt. Die betreffende Numar« (da? Blatt ist ein Wochenblatt) ist bereils am Mittwoch vorig« Woche zur Ausgab« gelangt, die Konfiskation«folgte am Dien?« tag diel« Woche. Inzwischen liegt die Rede vor, welche der Abgeordnete Viereck am Sonnabend vottg« Woche im Reich?« tag gelegentlich der Berathung der Denkschrift üder den kleinen Belagerungszustand für Leipzig geHallen hat. AuS Sachse«. 21. Septemb«. In Limbach, ein« kleinen Stadt bei Chemnitz, gelang eS der Polizei, eine Anzahl Sozialdemokraten in flagranti zu ertappen, al» diese eben be» fchästigt waren, eine Partie verboten« Schriften zu expediren. Die Ueberraschuna erfolgte Abend« 11 Uhr, al« die Versammelten in voller Tdättgkeit»aren. Nachdem die P«sonalien festgestellt, wurden die Verha'teten wied« entlaffen. Die Soziakiste« Liebknecht und Dr. und Frau Aveling hielten in Newyork am 19. d. Mt«. ior ein« 5000 Personen zählenden Veriammlung Reden. Die„Rat. Ztg." bringt darüb« eine Aittheilung. die un« wenig glaubwürdig«scheint. Kriefkafte« der Aedaktiott. K. V Veteranen str. Wenn der Aufenthalt de« Vater« eine» 19 jährigen Mädchen» seit lang« Zell unbekannt ist. wa« durch Attest de« Einwohnermeldeamtes nachzuweisen ist, so muß ein auf desonderen Antrag vom VorwundschallScerichte einzusetzend« Pfleg« und auß«dem die Mutter deS Mädchen«- wenn fie lebt und ihr Aufenthalt bekannt ist, die EtnwilUgung zur Vnheirathung«theilen. R. I. Friedrtchstr. 1 Sie können die Leistung de« OffendarunaSeiveS nicht darum»«weigern, weil Sie die Klägerin wegen MetneidS denunzirt haben und da« Strafverfahren schwebt. Erscheinen Sie in dem T«min zur Leistung de« OffendarungteideS nicht, so kann die Klägerin den Erlaß eine« Haftbefehls gegen Sie beantragen und, wenn fie den Haftbefehl e, halten hat, Sie durch einen Gertchttvollzteher verhasten laffen. 8—10 Tage können inzwischm wohl vngehen. Die Hastkosten muß die Klägerin, obwohl ihr da««rmenreckt bewilligt ist, richtig« Anficht nach trotzdem vorschießen, eh« Ihre Abführung zur Hast(nicht ab« blo« Ihre Vorführung vor da« Gnicht) erfolgen kann. Doch ist die Frage bestritten.— 2. In den meisten Fällen werden Sie au» der Zivilprozeßordnung und dem GtrichtSo«faffungszesetz«sehen können, welche« G«icht für eine bestimmte Sache zuständig ist.— 3. Ist un» nicht bekannt, da wir damit nicht« zu thun haben. Theater. Freitag, den 24. September. vsteruhaa«. D« Trompet« von SäUtngm. Oper in 4 Allen nebst einem Vorspiel. GHausptelhau». Maria Stuart. Deutsche« Theater. Hamlet. «»»ll'S Theater. Konzert von Henry Marteau. »rredrtch.WUhelmftidttsche» Theater. D« Zigeunerdaron. Walluer-Theate«. Sin Blitzmädel. »elle-Slltauee-Theater. Boccaccio. vAeud-Theater. Donati Morlaq. Wittoria. Theater. Amor. Tanz-Poem von tuigi Msnzotti. Walhalla- Theater. Don Cesar. Bestdeuz-Theater. Die Danischeff». Ueutrai- Theater. Alle Jakob str. 30. Direkt.. Adolph Emst. D« Wald- Teufel. Gesang»- poffe in 4 Akten von W. Mannst avl. «ouplet« von®. Görß. Muff von®. Steffen». Mtt neuen Dekorationen und Kostümen. (Novität!) A««k«rdta- Theater. Kellung. Naukmauu'S»artet». Spezialitäten» Bor« Spezialitäten. Vor- »«ertea«- Theater. Kelllmg. Netckshalle«« Theater. Kellung. Spezialitäten- Vor- Spezialitäten. Vor- M Pafrue 1 Tr. 9 SR.— 10 1. (slaer.Pawwn In dieser Woche: Eine Reise durch Frankreich. Pyrenäen. Wundngrotte Lourde». Da« malettsche Italte« und Pompejt. Hertha- Retse. Carolinen-Inseln. Entre« 20 Pfennig. Kinder nur 10 Pfennig. Unserm Freund und Gen., dem Schuhmach« W. Krüge» zu feinem heuttgen Wiegenfeste ein donnernde« Hoch, daß der ganze Lausitz« wackelt. L. F. K. H» O. A. K. B, P. Klaviersp.tMpf.s4Festl.«lalle,Brand«ndurgstr.48. RCdern-Theatzer. (Früher LaaiaeaatMtlachea Theater.) Dresdenerstraße 72/73. KM- Auftreten der'MV 7 Kchwester« Mlathe»», großartige Gym- nastikntnnen, Geb». Kanola, die vorzüglichsten Reckturner (ohne Konkurrenz), ausgezeichnete Jongleur *». Peeeq Karory, berühmt« Fußbalanzem, M». Schilly, medizinische» Räthsel. Ludwig uno Paula Sellheim. Wien« Ge- sangsouettisten, «Nge» Zoche». Gesangshumorist, Frl. Teich« mann und Frl. Held, Sänguinnm. Anfang 7V» Uhr. Flulwern» färattiduc i« Lreckelergtvmk btMst. Arbeiter Lerlius. pnesammlnug am Sonntag, den 26. Sev- temd« er., Vormittag« 10 Uhr. in Breuer'« Salon, Große Frantfurt«straße 74/75. Tage»- ordnung flehe redavtonellen Theil. Gäste habm Zutritt. Neue Mitglied« wnden aufgenommen. I] Der Vorstand. Verkammlmeg der Mitglieder de« Oeicta i&c Kabnurg cker' cka. Rlaiievubeikr am Sonnabend, den 25. Septbr., in Gratweit'a Bllrhallen, Kommandantenstraß« 77/79(unterer Saal). Tagesordnung: 1. Vortrag de» Hntn Prediger ernertt Kenvziora üb«:„Darf die Moral nur Tugendlehr« od« kann fie auch GlückfeliakellSlehre sein? 2. Abrechnung vom Sommerfest. 3. Der Abzug in d« Ptanofabttl von Grandt.— Gäste können durch Mitglied« einaefühtt w«den. 6401 Der Vorstand. Fach verein der Forme»«.»erm. Kerusoo. DrosZe ZAitsliederoerf'amminuo Moniaq, den 27. d. Mt,., Abend, 8 Uhr. in pieft« Salon, Komwandantenstr. 71/72. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2 Rechenlchastidertcht über die Thätigkell de» B«ein». 3. Wahl einet Schrift- führer«, Verschiedenes, Fragekasten. Die V«- fammlung findtt destimmt statt. NB. D« Vorstand macht hiermit allen Mit- alledem bekannt, daß diejenigen, welche üb« 15 Wochen rückständig find, gestrichen wnden, fall« dieselben ssch bi« Montag nicht mtt dem Kasstr« vnständigm.[641] Der Vorstand. Mvttti« der Rohrltser. K«ß»»-»>e»tl. Ntefammluus am Sonn ta�.den 26. Sevtbv. Vormittag» 10 Uhr. in M-Ie de, T-O.: 1. »m. pieft, kommandantmstr. 71*72. ettchr üder die Regelung de««rbrit«. nachweisedmeauS. 2. Wahl de« Vergnügung»- komttee« zum Winterongnügm. 3. Verschiedene» und Fragekasten. 644] Aufnahm« neu« Mitglieder. Der Vorstand. E. frdl.Schlasst. f.l 0.2 H. Langestr. 73 III b. Treu. Gdttbrulher ZettgSiist. auch ausgenommen und getheiit, Fpber. Pflehll Eiligst 8R. Saaäl? AsaTbert ßr. f oom 1. Ollod« Richaelkirchstr. 5.[639 I Uk ein feines Henengarderoben. mm gefthaft naift Maj in d« Prooin, wird B rtn tüch: ger Zuschneider, d« auch I W-ksSWI Ein DrechSlerlehrl. v. A. Lehmann, Wrangelstr. 6. w. verl. Giischtnttstr. 62 Haf pari.[gZ7 Für Meddw« und prugegend. Homöopathische Poliklinik täglich 2'/«— 3V» Uhr,[543 an Sonn- und Ftsttaam 10-11 Uhr. Dr. Ho«sch, approb. homöopathisch« Arzt- Soeden ist erschienen: MaeWeltKaltudtt � für 1887. AuS dem reichen Inhalt heben wir hervor: Reich»ha,»l>aIt».Stat»e» Dent- schen Reich».— Z«br«che»e Kette». 9f »ihlung von Rod. Schweich»!— Bir- «1» Frone»«mtz Haarmmsche».— Si» Proletatterki»». Erzählung v.EL«» t«r. — Der Kampf»wische» Fe»«». Waffe» i» de» Weit. Bon P. V«». KStzler. 7» Wi« maa eia««iSioa»ertzimt.— Fttk- lentze Blätter s humoristisch). ZU««»atta-Kettagpa t L Laeia.*.«»tterpstck. % Blanche. 4. Di. beitze»«t»- «. Wandkalmbe». —*# preia 50 Pf. ss~ Stuttgart. T HW. Dietz- UL # d--"« ZW k.».wn.». Zu beziehen durch die#»»###»**' mtwrhmr* 44. in