»r. SÄ6. Dienstag, de« S8. September 1886. lH. Iatzeg. MMolteMI Brgan für die Interessen der Arbeiter. ZvaA �Berliner V»lr»blatt- Jufertio»»gebühr b, trägt für dir 4«spaltet« BeutjeUe od« deren Raum 40 Pf.»rdeittmarv 10 Pfoorim, »d größeren Nusträgen boh« Rabatt nach Uedneinkunft. Inserate werden M* 4%$% Nachmittag» in d« Expedition, Berlin 8W� Zimmerstraße 44, sowi« von allen Ann»««. Bureaux, ohne«rhShung de» Prdse», angenommen. KedaKtw«: Kesthstraße%— Eepeditto«: Zimmerstraße 44. Abonnement«- Eintaäung. Zum bevorstehenden Ouartaliwechsel erlauben wir un» »US, Abonnement auf da» „KerNner KolKsvlatt" nebst der«Schentlich nscheinendm«ratt»beilage „Ik»strirtes Ammtagsl'latt«� einzuladen. Ter«tandpun» uns«e» Blatte» ist belannt. ES steht auf dm, Boten de» unbeugsamen Recht». Die Erforschung und Darlegung d« Wchrhdt auf allen Gebieten de» öffmt» lichm Leben» ist seine einzige Aufgab«.»US treuer Berather und vtrei!« sür die Aushebung und AuSgldchung der Klaffen« gegrnsätze ist da»„Gerttuer N-lk»blatt" dm entschieden« Gegner jeder Polttit, die ihre Endziele in der Bevorzugung einzeln« beute schon begünstigter Gesrllschafiiklaffen findet, und dnjenigen Poliiiler, denm nur dir Wahrung ihr« persönlichen Jntmffen all Leitstern ihrer Handlungsweise gilt. Da»„KevUne» V-llrablatt" sucht seine stch gestellte Aufgabe durch sachliche Behandlung der großen sozialpolitischen all auch der TageSfragen zu«füllen. Di« gleichen Grundsätze leiten un» bd der Besprechung uns«« städtischen Angelegen« heiten. Thu« Jedermann, d« fich'mit unseren Zielen in Ueber« «instimmung befindet, an seinem Platze seine Echuldigldt. D« Ein« durch Zuwendung sein« Mttarbdt«schoft, der Ander« dadurch, daß« dem„#«rW*w* VoUesbtatt" in tarn« wei» t««n Krdsen Eingang verschafft. Da»„Kerliue» V»Ur«dt«tt" darf nicht nur alldn der Freund de» Volle» bleiben, sondern da» Voll muß auch der Freund de»„Berlin« VollSblatt" sdn. Di« Aeuß erring und Bethättgung dies« wechselsdtigm Freundschaft ist in Wahrheit die Erreichung und Verwirklichung de» un» vorgesteckten Ziele». Dn Abonnementlpni» beträgt für da»'ganze Viertdjahr 4 Mark, monatlich 1,85 Mark, wöchentlich 35 Pf. Bestellungen werden von sämmtlichen Zeitung» spedtteuren, sowie von d« Expedition uns««» Blatte», Zlwnwrflraff« 44, entgegen zenommen. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Be» pellungm Bftd%pedition de»„Oerlwer P-lkabtatt". Ieullteton. Nachdruck vttteitn. [10 GW KMantenhalsvand. «dmwalnovelle von Ferdwand Herrmann. Er hatte i» der ganzen Nachbarschaft de« kleine« Hause» auf da» Eifrigste Nachftage gehalten, ob den« nicht doch vielldcht irgend Jemand an dem verhängnißvollen Tage etwa» bemerkt hätte, da» ihn auf eine neue Spur— auf die Spur de« wirk« lichen Verbrecher« hätte führen können. Bi«h« waren snne Nachforschungen ohne jede« Erfolg geblieben. Rd«« baite dem Häuschen und sdn« Bewohnerin dne besonder« Beachtung geschenkt, und kein« hatte wahrgenommen, w« au jenem Nachmittag od« Abend in dasselbe dngetrde« war. Trotzdem war Doktor Hartwig weit davon entfernt, schon jetzt jede Hoffnung fahre» zu lasse». Daß« nicht so schnell zum Ziel komme» würde, al» ein Polizeibeamt«, dem hundert« von Hilf»miUeln zur V«füg«vg stehe«, war ihm ja von vornherein klar gewesen, und« hatte sich sogleich gesagt, daß« nur durch eiserne Ausdauer und unnmüd« lich« Beharrlichkeit diese» Mangel würde ersetze» könne». Mochte«» auch immerhin dne« glückliche» Zufall« bedürfe», um für ihn da« Dunkel aufzuhellen, in welchem« bisher »och rathlo» umhertappte, so hatte« doch Vertrauen genug in die ausgleichende irdische G«echtigkett, um sich üb«« zeugt zu halten, daß d» solch« Zufall«och recht, dtig et«. treten würde, mennschoa« auch a»d«erseit» nicht daran dachte, in Erwartung desselben die Hände müßig in de« Schovß zu lege«. Er hatte e» bi»h« geflissentlich vermiede«, gnade die. jenige« P«so»e« aufzusuchen, an die sich d» And«« vielleicht zuerst gewendet habe» würde— nämlich da» Ehepaar Rüdig«, dessen Name al« dttjenige d« HauptbelaflungSzeuge» gegen Bernhard von Römn seit dem Tage, an welchem man da« Vndreche« entdeckt hatte, in de« Spalten all« Zeitungen zu finden war. Daß et von diesen Leute» nur Un«. wünscht«» und Ungünstige»«fahre« würde, konnte ihm ja »icht zwdselhast sd», und jede» Mal, wen»« in de» UaliiMl-Gltmmtir in w Schule. Wir finde« in mehreren Blättern den Vorschlag, daß in de» gewerbliche» FortbildungSavstalten, i» de» Hand. werker-, Gewerbe« vnd Ackerbauschule» die Nattonal» Oekonomie in den U»t«richt«pla» mit aufgenommen wer, de« solle. Dagegen ließe sich nicht» einwenden; die Idee wäre sogar ein« ganz vortreffliche, wen« man«ine Bürgschaft dafür hätte, daß in jenen UaterrichtSanstalte« die National», bess« Sozialölonomie auch sachlich und unparteitsch gelehrt würde. Aber ein« solche Bürgschaft ist unter den heutige» Verhältnissm kaum zu erreiche». Wa« in de» bezeichneten Untnrichtsavstalte« an Nationalökonomie gelehrt w«den würde, wäre sicherlich nur ein Autfluß der herrschenden bürg«ltche»«attooalökonomische» Richmng. Die von de« zünftige» Professoren, den Lohvaelehrte« d« henschende« Klasse», aufgestellte« falschen Lehrsätze und Trugschlüsse würde« da der Jugend von oben herab eingetrichtert wer. de» und die sdchte Kathederweisheit sollt« den junge» Staatsbürger» als theoretisch« Schatz mitgegeben werde». Die Gelegenhett wäre auch schön, den junge« Leute» die groß« Unwahrheit einzuprägen, daß das tndivi. dualistische Prinzip in der Bolkswirthschast, die Privatwirthschaft, da« einzig richtige sei. Freilich würde« diejenige« unter den Schülern, welch« »achh« nicht mit de«»öthige» Kapitalien ausgestattet find, die Schattenseite» der Priviriwirthschaft schwn genug empfinde«; st? werden fräst de» radioldualistische» Prinzip» von de» wirthschaftlich Stärk««» unter die Füße getreten werde». Die bürg«liche« Orkonome» der lib«ale« Schul« glauben— vielleicht thun sie auch nur so—, e» würde eine förmliche Umwälzung im Er»nb»leben eivtrde«, wen« ihre Semd, plätze w de« Schulen gelehrt würde«. D« bekannte Lamme;» äußerte sich tu dies« Sache ein. mal auf einem volkswirthschafiliche« Kongreß wie folgt: „Wer die Armenpflege nicht bloß au» Ziffer» kennt, dem ist bekannt, wie viel« Familien au» der Unwirthschaft. lichkeit d« Hautftau zu Grunde gehe», die zuletzt auch die BerusSthätigkeit de» Manne« von innen heraus vernichtet. Und da« in de» höhere» wie niedere» Stände«. Sollte dies« reichliche Quelle von Armuth durch rechtzdtige Auf. tlSruvg üb« de» Zusammenhang von Ursache» und Folge« auf dem wirthschaftliche» Gebiete nicht allmälig zuae» schüttet, nicht mindesten» eingedämmt werde« könne»? Elm Volkswirth wird sich hierüb« nicht«her beruhige», al» bi» der Versuch wirklich angestellt ist, al« bi» er sich schlechter» ding» übttzeuge» muß, daß ei unmöglich oder daß e« entschiede« unnütz ist, dem Arme»«in paar wirthschast. Blätter»«achla», mit ein« wie auffällige» Bestimmtheit und Ausführlichkeit jene» Ehepaar seine belastende« Au»« sage» gemacht, beschlich ihn«in gewisse« Mißtraue«, welche« ihn bish« immer wieder abgehalten hat!«, mit seinen Nach. forschuoge« gerade an dieser Stelle einzusetzen. Heute ab« gedacht««, da« Versäumte»un dennoch nachzuholen, da alle anderen Mittel vorläufiz«schöpft waren, und da« e« zudem für stine Pflicht haltt» mußte, stA von der Berechth, Suva od« Nichtberechttgung seine» Argwohn» durch dgene i-obachtung zu überzeuge». Eäe er ab« da« Hau» bettat, in welchem die Rüdig«. schen Eheleute wohnten, wendete er sich»och einmal dem eigentliche« Schauplatz de» blutige« Ereignisse» zu. Er kannte da» Häuschen de» alten Fräulein», seine Lage und sdne innere Einrichtung vop seine» häufige» Besuche« h« gut genug; ab« es drängte ihn doch, stch jetzt— so wdt e« bei de»»«schlösse««» und gerichtlich»«siegelte« Tbüre» möglich war, noch einmal gena« darüd« zu unttr» richte». Da» niedrig« und sehr bescheiden« Gebäude lag in. mitte» dne» kleine» Gärtchen», welche» indessen längst fast gavz verwildnt und verwahrlost war, und dessen Be« pflimzung beinah« nur au» niedrigem Strauchwerk bestand. Di« Thür de« eiserne» Tartengitt«« war nicht ver- schließbar, und so konnte der Doktor ungebivdttt dnttde» und steh dem Hause näher». Di« Fe»st« desselben waren wohl niedrig genug gewesen, um ihm dum Einblick zu ge» statte»; ab« man hatte von drinnen sämmtliche Vorhänge herabgelassen, so daß e» unmöglich war, in da» J«««e zu spähe». Ueb««ine« a«d«e» Umstand ab«, dessen Fest« stellnng ihm offenbar sehr am Herze« lag, konnte stch Hart. wig dennoch Aufklärung»«schaffen. Ihm war bi«h« nur d« einziger Zugang zu dem ycuse bekannt gewesen, nämlich derjenige, welcher«ach dn Ettaße lag, und welche« Bernhard von Römer«ach d« Aussage de» Rüdiger'sche» Ehepaare« bd seinem Komme« und Gehe» benutzt habe« sollte. Aber«ach seiner Kennwiß von der Bauart derartiger Häuschen kalkulirte er, daß dieser Zugang wahrscheinlich nicht der eivzige sei« würde, und er umging darum da« liche Lebensregel» auf den düster« Pfad seine» Leben» mitzugeben— Regel», die ihn durch frühe Einprägung vor grob« Unwirthschaftlichkdt bewahren, und in solch« allge. meine Ansichten von dem Ganze» der Volk«wirthschaft, die ihn gegen alte» und neue« Aberglauben, gegen ungerechte« Haß und entfittlichende» Neid, gegen trügerische Hoff. nung und unbegründete Berzwdflung einigermaßen sicher«..." Darnach hätten die Temdnplätze der bürgerliche« Nationalökonomie sogar die zaubnhafte Wirkung, die Ar. muth zu mild««. Wahrschdnlich dadurch, daß st« dem Arme« die Ueberzeugung beibringt, ihm sd nun einmal nicht z« helfe», so daß et sich stumpfsinnig in Alle««giebt, wa« kommt. Nu», die fade« Auslassungen der henschende» Professoren der Nationalökonomie könne« weder de« W«th dne» Markstückt»««ehren«och auch nur andeute», wie «in Markstück praktisch« v«weithet werde» soll. Di« Hau«. frauen, namentlich die Arbetterftaue», wissen viel bess«, wie st« ihr Wochengeld einzutheilen habe«, al» die so oft bi« zur LScherlichkeit unpraktische» Professoren. Alle Lehrsätze uns«« henschende» uationalökonomtsche« Schule«, und möge« sie so tieffinnig konstrnttt sein, daß fie von dem Autoren selbst nicht»«standen werde«, könne« die dne Bücherwahrheit nicht au» d« Welt schaffe», daß die Armuth de« Volke« nur dann gemildert wird, wen» da» Einkomme» de» Volke« sich vermehrt. Bei normale« Mensche« vnsteht sich da» ganz von selbst; de» Professoren von der National» Ökonomie muß e» erstnochbewiesenwerde«. DenBewei» kS«>e» fie leicht habe». Ei« möge» zu d« erste« beste« Bürg«- oder »rbdterftau«ehe», die stch mit ihrem Hau«halt in drücke». dn» Verhältnisse» befindet, und mögen z« ihr sage»:.Liebe Frau, studtte« Sie doch die«attonalökonomisch«» Wake von Professor Rasch« in Ldpzig od« von Professor Schöaberg in Tübingen, so wade« Sie mit Ihrem H-u«haltung»geld bess« auskommen 1"— Je nachdem die Frau grob oder höflich ist, wird fie enttved« dne bezeichnende Bewegung mit dem Zdgefiag««ach der Stirn mache« und de» Herren »nächtlich de» Rücke» zudrehe«, od« fie wird antworte«: «Dicke Büch«, die ich ohnehin nicht»erstehe, durchzulesen habe ich web« Lust»och Zeit; wenn Sie ab« dafür sorge» wolle«, daß md» Man» mehr verdient, so ist auch mir geholfen, den» dann kann« mir auch mehr Haushaltung«- geld geben." Und damit wnde« die Haren Nationalökono. me» am Ende ihre» Latdn« sei». Ab« die Professoren d« bürgKliche« Nationalökovomi, haben dne» so hohe« Begriff von dem Sammelsurium von Gemeinplätze., da« fie Volkswttthschast nennen, daß fie dasselbe al« dne Art Regulator d« Weltgeschichte de- ttachte«. D« Professor Rosch«, dessen Büch« stch durch Gebäude, um«» auch vo» sein« hintere« Seite in Augen- schein zu nehme«. Da war den» in d« That ebevfall««ine Thür zu sehen, die wohl ftüh« al» Eingang und»uSgana s»h« stark benutzt worden sein mochte; den« die vi« au» v«schiede» Stücken zusammengesetzte« Eandsteinflufe», welche Si ihr emporführte«, waren d«gestalt ausgdrete« und au« r« ursprünglichen Lage gerückt, daß sich überall breite Fuge», zwischen de» einzelne» Platte» zeigte». Hartwig Feg d,« klane Treppe empor und legte seine Hand auf de» Griff de» Thürschlosse». Derselbe gab seinem Druck nicht«ach; auch dies« Zu. gang war also verschlossen. Eine aufmerksame Plusterung sein« Umgebung überzeugte de» Doktor, daß Jemand, der vo» dieser Sdte her in da« Hau»«tnttat, kaum vo» eine« d« Nachbargebäude h« beobachtet werde» konnte, daß als» «in Vttbrecher hin sehr wohl hätte unbemerkt ei«, und au». «ehe« könuen. Diese an und für sich ganz bedeutungslos« Feststellung war ab« auch zunächst das einzige prakusche Srgebniß sein« Untersuchung, und eben wollte« die Stufe« der Treppe wieder httabstdge», um de« Garte» m ««lasse», als« einen Man« auf stch zukomme» sah. der ttotz �n�Zwilklndung in Gang und Haltung dwa» straff Der Man« lüftet flüchttg feine« Hut und ftagts: „Was thu« Sie hi«, mein Her,? Da» Haus ist n». bewohnt." -Ich«kih. es," gabk Hartwig ruhig zurück.„Es war »uc meine Absicht, die Lokalität ein wenig in»ugenschdn zu nehme«." »Zu welchem Zwecks— Haben Sie ei» besinbae» Jatnesse bara» s" „Ja i Ab« darf ich vielldcht ftage», mit wem ich da» Vergnüge« habe? Ich selbst bin der praktische Arzt Doktor Hartwig." Er hatte dabd seh, höflich seine« Hui gezogen, und««* folgte auch dn Andere diesem Beispiel; d« Name de» allbekannte« und geachtde» Arzte» wa, offenbar auch ib« geläufig gewesen. � ,34 bin dn Kriminalschutzman» Weinberg." sagie er. „und mit d« Observation diese« Platze» dettaut!— Habe» eise großartige Eeichtixkeit der Auffassusg und der Dar« pelluug ailSzeichses, sagt aavz usbefasges: . Wenn die Natiosalökosomik vormal« nur al« ei« Bereichenni x S mittel, das« wohl im allgemeise« alt ei« Regierusg«mitt«l geschätzt wurde, so ist ma« heutzutage wohl darüber eisig, daß die gedeihliche Estwickelung unserer ganze« Kultur durch die richtige Srgrü«du»a und allgemeine Vnbleitusg»ationalölonomischer Wahrheit bedingt wird. Viele Pseudrprophete« habe» sich nicht genug darüber»un- der« können, daß England in mitte« de« allgemeine« Erd- beben« vom Zahre 1848 so völlig unversehrt geblieben; dasselbe England, welche« doch m der Dichtigkeit seiner Beoöl« kerung, i« der uneimeßlichen Ttöße und Komplizirung seine« Verkehr«, in der Riesenhaftigkeit seiner Städte vielleicht mehr soziale Züvdftoffe besitzt, al« irgend ei« andere« Land, und dabei i« der Uagebundenheii seine« öffentliche« Leben«, sowie in der Termgfügigkeit seiner bureaukraüschen und militärische» Anstalten so wenige Löschmittel. Dies«« scheinbare Wunder hat zwar viele natürliche Erklärung«« gründe; einer der wichtigste» liegt aber ohne Zweifel darin, daß sich in England viertausend Schulen befinde«, wo die AnfangSgrüsde der Nationalökonomik aelehrt«erde»... Der große Volk««trthschaster wer? wahrscheinlich nicht, daß England im Jahre 1848 ganz erschöpft war von de« Anstrenzungen und Aufregungen, welchen die Chartistenbewe« guvg und die stürmische Repeal-Agitatio» O'Connel« mit sich gebracht hatte». Daß die Fabrikgesetzgebung, die be« kannte Zehnstundrnbill u. s. w., auch ihr Theil dazu bei» trug, d-e Arberei beweguug in andere Bahne» zu lenken, scheint Herr» Roscher desgleichen«»bekannt zu sein. Die Rolle, die er der Nationalökonomie zuschreibt, ist eine ganz unmögliche und kann nur i» dem Gehirn eine« zünftige« Profeffor««xistire«. Zm Uedr-gen wiederholt« wir: Wir sähe« die Natio« «al-, besser Sozialökonomie sehr gerne i» de« Schulen an Stelle erner Menge von überflüssige» Dmgen, welche heute «och dort dowiaire«. Aber darunter könne» wir«ich» die „Nationalökonomie" der Lammer«, Roscher und Genoffe« verstehe», welch« nur die wiffenschaftltch sein sollende Ver« herrlichuug der bürgerlichen Gesellschaft ist. Für die Schule« wäre eine ökonomische Wlsienschaft»othwendig, die sich der fortschreite»de« soziale« Entwickelung anpaßt. Aber eine solche ist von unserem zünftige» Proftfforenthum nun und «immer zu erwarte»._ Aus de» Nutnsulhuugru dir belzifcheu ArkitmuPetk-ßimmifliuii. Ei ist eine Riesenarbeit, weit« die wirthschastliche Enquete- Kommission zu dewältigen hat. Die„ftrankf. Ztg." areist au« dem Inhalt der Berichte der letzten Wochen da» Folgende heraus. Der Delegirte der Schuhmacher» Arbeiter in L ü t t i ch kommt jetzt an die Reihe. Er macht in zusammenhängender Weise folgende Außiagen: SS giedt viele Schuhmacher ohne Arbeit. Wir können nicht auSjühren wegen der fremden Zölle, «egegen beim Eintritt in Belgien da« fertige Schuhwerk nicht mehr bezahlt al« der Rohstoff. Unser« grötztcn Konkurrenten Snd die Gefängnisse und Beffrrunq»anst«rltm. Der nternehmer zahlt dem Gefängniffe 20 Ct. kür ein Paar Stiefel, für die er einem freien LrbeUer 1,70 Fr. bezahlen müßte. Die Maschinen find zur Zeit unser Unglück. Man sollte die Bildung von Arbeiter. Syndikaten«leichtern, dir sich Maschinen anschaffen lönntm. Aber heut« schüchtert man diejenigen ein, die sich affmiiren«ollen. In untere V-rsamm. lungen, wo wir den Gedanken der tlffosiation besprechen, kommt die Polizei, noiiit sich unser« Namen und dir Berhand« lungen.— Der Vorfitzend« erklärt, daß die Arbeiter da« Recht hätten, fich zu affoziiren, gleichviel«eichet der Zweck der Ver- dtrdung sei, worauf der Delegirte fortfährt: Di« Polizei geht auch denen, die un» ihre Lokale geben, mit der Drohung zu Leide, fie werde niemals mehr ein Auge zudrücken, und so hängt der Wirth von der Polizei ab. Die Ardeiter'Sqndilate sollten von der Kautionsstellung bei Submission en befteit werden. Im Namen der Würde der Arbeiter verlangen wir da« allgemeine Stimmrecht. Daß e« nützlich ist, das Stimmrecht zu haben, da» beweist zur Genüg« der Eifer der Zensutwählci, die oft mehr Steuern bezahlen, al« fie müßten, nur um die zum Wahlrecht nöthig« Summ« ,u erzielen. Die V-rleihung von Rechten und daS Bewußtsein bürgerlicher Pflichten eihedt den moralischen Zustand der Arbeiter. Das allgemeine Stimmrecht kann aber ohne weltlichen, obligaten- schen, unentgeltlichen und Fachunterricht nicht bestehen. In Sie irgend welche bes-ndere Wahrnehmung gemacht, Herr Doktor, so würde ich Ihne« im Interesse de» Dienste« sehr sehr verbunden sei», wenn Sie mir dieselbe« miitheiie« wollten." Doktor Hartwig verneinte; aber p'ötzlich glitt ei« An«» druck lebhafter Spannung über sei. Geficht,«nd er deutete auf ewe der Fug?« in der Sandsteintreppe. „Wa« für ei» glänzender Gegenstano ist e«, de« ich dort sehe 1" fragte er.„Vielleicht ist e« besser, wen« Sie selbst ih« aufhebe«, Herr Weinberg." Der Beamte folgte mit de» Blicke« der vo» dem Doktor angedeutet«« Richtu»g und bückte fich,«m de« kleine« Gegenstand aufzuheben, von dem«ich» viel mehr al« ein« kaum erbsenaroße goldgläuzend« Kugel sichtbar war. Erst mit einiger Mühe gelang««, da» offenbar versehentlich i« die Eteiaspalt« getretene Ding hervorzuholen, und nun er- wie» fich, daß e« ein anscheinend goldener Ohrring vo« einer ganz eigenthümlichen, altmodische» Form war, welche freilich durch eine« energische« Fußtritt arg verstümmelt zu sei« schien. Der kleine Schmuckgegenstand glänzte«och so hell, al« wäre er eben geputzt»erden, und er konnte dar«« «och nicht lange hier am Boden gelegt» habe«. Der Schutzman« schüttelte de« Kopf und schien nicht recht z» begreife», wa« er mit diesem Fund anfange« sollte, der Dokior Hartwig kam ihm zu Hilfe. .Dieser unscheinbare Ohrring da, der offenbar erst seit ganz kurzer Zeit hier gelegen hat," sagte er,„kann möglicher Weise für die U-üersuchung der Mordsache von großer Wichtigkeit werde«. Ich möchte Ihne« darum empfehle», ih» nicht nur sorgfäUig zu bewahre«»nd ih« sobald al« möglich a« die Untersuchungskommisfio» ab,,. liefern, sondern sich auch die Stelle, an welcher Tie ihn nefunde«, und seine Lage recht ge«av einzuprägen Sie wiffe« ja so gui wie ich, daß derartige Kletmqkeue« oft von einer»«»schlag gebenden Bedeutung wadeu!" Offenbar, um darzuthu«, daß e« für ih, solcher Be- lehrungen nicht erst bedürfe, erzählte der Schutzmann. ; I'brend er de» Ohrring sehr behutsam»od«mständl«� einwickelt«, eine« Fall au» seiner eigene» kriminalch'fchea Erfahrung, in welchem durch eine« abgensseue« Knopf die unserem Handwerk existirt ein alles Vorurtheil. Um den Lehr- vng neue Sckuhe wachen zu lehren, giedt man ihm Jab'e lang nur alle Schuhe zu flicken. Das sollte das Geschäft aller Arbeiter sein, die ma« heute vor die Thüre s.yl. Ei sollte Lehrlingsschulen geben, gerade wie es solche in den Ge- fängniffen giedt. Da« ist der einstimmige Wunich der Arbeiter. Biel« alte Schuhmacher müssen betteln, bis st« da? Aller er- reichen, wo man sie ins Hospital aufnimmt. Dort kostit jeder Penfionär 750 Fr. Mit dieser Summe könnten zwei Greise, Mann und Frau, die man jktzt grausamer Weiie trennt, zu- sammen leben. Damit endet der Schuhmacher- Delegirte und wird wegen seiner zusammenhängenden, sachlichen und gut de- gründeten Angaben vom Vorsitzenden beglückwünscht. Die nächsten Zeugen find zwei Ztgarrenmacher und ein Delegirter der Zigarren« beiter, die folgendes aussage: Es giedt keine Fabrikorvnung und der Fabrikant legt nach Willkür Geldstrafen auf, die er für fich dehäll. Der Fabiikraum ist un- gesund' alle Arbeiter leiden an Kopfweh. Die A; belli zeit de- trägt 12 Stunden! oft muß man aber zwei b!s drei Stunden auiruhen, was G-tdbußen nach stch zieht. Wenn der Fabrik- Herr üvler Laune ist, so giedt er nicht viel Tabak her; wer rellamirt, dem wird die Thüre gewiesen. Ter Arbeller vei« dient Fr. 1,75 täglich, muß sich aber durchschnlltltch 1 Fr. Geld büßen per Woche«tollen lassen. Wenn die Arbeller aus einem Kilo nicht 1000 bis 1200 Zigarren erzielen, so müssen ste daß Manko mit 60 Z niimei ptc Zehntel bezahlen, währe rd et in Wirklich kell nur 55 Cent, kostet; den Ueberschuß steckt der Fabrikant in die Talche. Wenn die Tabakblätter noch grün find, taucht man ste in Farbe, um fie braun zu machen, und dann ist die Arbeit viel schwieriger. Di« Zigarren, die für schlecht erklärt und dem Arbeller nicht bezahlt werden, wer- den gleichwohl den Kunden al» gute veikaust. Man macht fast nie eine ganze Zigarre aul dem nämlichen Tabak, sondern wischt meistens. Es ist oft mehr die Arbeit eines Färbers, als eines Zigarrenmachers. Ei herrscht allgemein die Tendenz, die Männer durch weibliche Arbeits- kräfte zu ersetzen. Die Frauen verdienen zwar so viel wie die Männer, aber fie sfc.d leichter auszudeuten und tu bedrücken. Wenn eine meint, st« bade in der Woche 13 bii 14 FranlS verdient, so bekommt fie nur 10 bis 11 und darf ntchr reilamiren, sonst wird ste entlassen. J-den Morgen giebt «S ArdellSlose. Viele Fabrilherren dalten Wirthschasten und Läden, und was man mll der einen Hand empfangt, muß man mit der andern wieder weggeben, wenn am Zahltag die F-au des Fabrikh-rrn die Rechnung präsentirt. Der Delegirte zählt noch eine Reihe von Bexationen kleineren Maßstabes auf. die der Arbeitrr stch gefallen lassm muß, und verlangt schließlich das allgemeine Stimmrecht. Es folgt ein Delegllter der UnterstützungSge- selischaft des heiligen Jose» h. Er liest»in langes Memorandum von durchaus klerikaler Tendenz vor, gegen das die anwesenden Arbeiter protesttren. Die Verlesung wild endlich unterbrochen, dafür aber die klerikale Predigt mündlich foataesttzt. Auch dieser wird schließlich, auf G'uno der eifrigen Protest« der Arbeiter, vom Vorfitzenden ein Ende gemacht. Der nächste Zeug ist ein ehemaliger Unteroffizier, der im Namen seiner Kameraden verlangt, daß die Regierung fich um das Schicksal der(fx-Unteros fixiere kümmere, gerade wie ei in Deutschland und Franlleich geschehe. Er verlangt auch daS allgemeine Stimmrecht, weil es kei.'.e Pflichten ohne Rechte gedr. Zwei Zi e g e I m a ch« r, die mll einem achtjährigen Kinde. das ihnen bei der Arbeit hilft, gekommen find, erklären, daß ste stch nm noch von Wasser und Brod ernähren können. Die Ursache der niederen Löhne sei der Umstand, daß man zur Arbeit auch Frauen und sogar ganz kleine Kinder nehme; das sollte verboten weiden. Das Kind, das die beiden bei stch haben, steht elend aui;-i arbeitet von Morgens bis Abends. Wenn der Regen die Ziegel»erstört, muß der Ar- dellcr den Schaden tragen. Em Erdarbeiter sagt aus, daß er bei zwölfstündiger Arbeit 3 bii 3 25 Fr. täglich verdienen könne. Die meisten Arbeitgeber bezahlen jedoch drei Vierthelle des Lohnes in Waaren, und zwar zu theueren Preisen; so verknusen ste dai Pfund Butter, dai sonst 1,80 Fr. kostet, für 3,50 Fr. Di« Erdarbeiter bilden leine Gencssenschast; fie ardeiten isolirt. Der Zeuge verlangt einen Ardellitag von 9 Stunden und einen V-rdtenft von 45 Zent. pec Stunde; er klagt fern« über die GesundhellS Widrigkeit der Arbeiteiwohnungen. Der Zeug« wünscht saließllch vi« Unterstützung der alten Ar- beiter, die allgemeine Wehrpflicht, den odgiigatolischen Unter- richt, die Trennung von Slaat und Kirche und das allgemeine Sttmmrecht. Ein Anstreicher sagt aus, daß er 32 Cent, per Stunde verdiene, aber häufig ohne Arbeit sei. Er verlangt die amt- licht Prürmg der Leitern und Gerüste. Wenn ein Unglück passtre, vage man stets dm Arbeller an, daß er betrunken ge» wescn sei. Auch er verlangt das Verbot der Klnderardeit, das allgemeine Stimmrecht u. s. w. Ein Schriftsetzer klagt«, daß die Sterblichkell in Entdeckung eines Mörders herbeigeführt worden war. Hartwig aber wußte die Unterhaltung bald wieder auf da« hier vorliegende Verbreche« zu lellen, und de« Beamte» dabei, ohne daß jener selbst es so recht merkte, über alle« dasjenige auszuforschen, wa» ihm viffenswerth «schien. „Also da» Instrument, mit welchem der erste Schlag gegen de« Kopf tzer unglücklichen alten Dame geführt wor- de« ist, hat ma»»och nicht gesunde« s" fragte er„Ist den» überhaupt energisch darnach gesucht worden „Kein Wiakelchea des Hause« blieb uadurchpöbert," v': sicherte der Schutzmann.„Der Verbrecher»uß es wohl wieder mitgenommen und dann irgendwo von fich geworfen haben." „So hätte«an es also in der Umgebung des Hauses finden müsse« I' „Auch da ist vergeblich gesucht worden. Zch selbst habe in de« keinem Voraärtchen jeden einzelne« Strauch durch« forscht. Nicht eine Stopfnadel hätte da meinen Blicken e»t» gehen können!" „Und find hier in dem hinter,« Theil de» Gattens ebenso sorgfältige Recherche» angestellt worb«»." „Nene I Dazu war auch keine Veranlassung vorhanden. Denn es ist ja festgestellt, daß der Mörder sowohl bei« Komme« wie beim Gehe» de» vordere» Eingang de« nutzt hat." „Uud wodurch ist das so unzweifelhaft festgestellt, wen« ich frage« darf!" .-Durch die Aussage« de, Augmzeuge» und«och mehr durch die Thatsache, daß ihm dieser Hintere Ausgang gar «übt zugänglich gewesen wäre. Da« alte Fräulein bat den- ifclTÄ""> seinem Freie so groß sei. Das komme daher» daß man ,» seinem G-sckä te nur die schwächlichsten Leute bestimme. Auch sei die Unterweisung eine sehr mangelhalle. Ansere Z-ugen beklagen gleichfalls den gänzlichen Mangel von Fabrik und Atdettsoivnungen, den Mißbrauch der Strafen. die Unzulänglichkeit der ArbellSräume u. s. w. Einzelne ver- langen für ihre Schutzzölle, alle aber wünschen besseren Utter« richt und daS allgemeine Stimmrecht. Namentlich find eß die intelligenteren Arbeiter, die immer wieder auf die beiden letztere« Forderungen zurückkommen. Politische Ueberftcht. Die Atters» und Javnlidenverstcheraug soll nach den neuesten oifi, lösen Mitiyettunaen den Reichstag bekanntlich noch nicht einmal im Jabre 1887 beschäftigen. Wie hieß es aber in der kaiserlichen Botschaft, die der Reichskanzler am 14 April 1883, also vor jetzt 3'/» Jahren, zu dem Zwecke veranlaßle, um den Reichstag zur veralhung zweier Etats in einem Jahre zu nöth'gm. Da wurde im Namen de» Kaiser» verkündet:„Bliebe diese Vorlage(die Unsallverstcherung war gemeint) jetzt unerledigt, so würde auch die Hoffnung, daß in der nächsten Session weitete Borlag-n wegen der Alters- und Invaliden. Verfolgung zur gesitzlichen Verabschiedung gebracht werden, völlig schwinden, wenn die Be» rathung veS Etats für 1884 85 d.e Z.tt und Kraft deS Reichstags auch während der Wmtersesston in Anspruch nehmen müßte." Damals klang es also ganz anders und zur Er« klärung diese» Unterschiedes giedt e» nur zwei Möglichkeiten. Entwever die ReichSregierung hat damals noch gar keine Ahnung von den Schwierigketten gehabt, die fich jetzt geaen die AuSsührung des Projektes erbeben sollen. Oder die Rt- gierung hat schon damals ihre Versprechungen sehr wenig ernst genommen und mll denselven nur andere polllische Zwecke fördern wollen. B-ideS ist nicht geeignet, daS Vertrauen t» die neu-st-„Sozialre'o m" zu erböhen. Dte Waht vo» drei Eoztaldemokrate» in eine fächstfche Gewerucl-inmur gt-dt der nationallideralen„Magd Z-itung" Anlaß zu folgenden Betrachtungen:„In den letzten Jchcen hat die Soztald-mokcatte fich nicht damit begnügt, Vertreter ihrer Anschauungen in den Reichstag zu bringen; auch in de« Einzeilandtazen begegnen wir bereits sozialdemokrattschen Ab- giocdneten, in erster Linie im Königreich Sachsen, wo das geltende Wahlgesetz noch die meisten E-tolg« für ein derartiges Vorgehen in Au« ficht stellt. Dann find die gleichen Versuche — und zwar nicht ohne Erfolg— auch anderwärts angestellt. In Preußen, wo da» Dretklassenwahlsysiem dt: Bemühungen von vornherein all zi- milch auSstchtSIo» erscheinen läßt, hat man bisher von sozialdemokratischen Kandidaturen für dm Landtag nicht» gehör!. Oi die gleich: Enthaltsamkeit immer geübt wird, muß ftaglich erscheinen, nachdem stch die soz'a- ltstische Parte! auch im Königreich Baytrn zur Thcilnahme an den Wahlen anschickt, obwohl auch dort da» Wahlgesetz der» artigen Bemühungen so ungünstig wie möglich ist. Nach de« Sturm auf die Parlamente ist der Stmm auf die städttsche» Vertretungen erfolgt, und nicht ohne Glück. In einer ganzen Reihe von Städten sehen wir Vertreter der ArbkUerpartei an der kommunalen Selbstverwaltung Theil nehmen, und setzt hat die Sozialderrolratie auch Einzug gehalten in Jntereffenoer« Vertretungen wre die Handelskammern. Für einen Lpttmisttn könnte dieses Drängen zur Theilnahme an protti» schen Arbeiten als«in günstiges Z-ichen erscheinen, aber auch nur für einen Ootimisten. Der Endzweck dabei ist überall nicht die praktische Arbeit, sondern ein auf die Mass« cußithalb berechnetes agitatorisches»ullretm, und daium wäre e« ihöitcht, au» den erwähnten Erscheinungen aus irgend einen Umschlag in der Hallung der Sozloldemokrafte einen Schluß ziehen zu wollen."— Da» ist sehr richtig nur hält« dai nationalliderale Blatt hinzufügen sollen, daß Vi« sozialdemokratische Partei lediglich deshalb eine„peak« tische" Tbätigkell nicht ausübt, weil der Egoismus der bestven- den Klaffen hier doch leinen Erfolg erhcffen läßt. Ein.» „praktische" Thätigkeit mit schätzbaren Erfolgm für die Arbeiter, wie könnte itg-nd eine Partei thöcicht genug sein, darauf zu rerzlchlm? Ader welchen Verrath an der Ardeitersach« hieße et andererseits den Vertietern de» Proletariats zutrauen, wenn sie ihre besten Ktäste in nutzlosem varlam entmischen 3:00** und Antwortspiel vergeuden wollten? Die Haltung der Ar- dettervkrtrettr wlld fich nach der Haltung der Vertreter der bestyenden Klaffen lichten, und so lange letztere rundweg ab« lehnend ist, werden ste alle ihre Kräfte darauf konzentriren. die Massen zu belehren und ihnen einen einheitlichen fflillf einzuflößen- Reichstag, Landtag, die kommunalen Aemter, alles wlld von ihnen zu diesem Zwecke benutzt werden. Zu dt» Diätenprozesse« demerkt die„BreSl. Rrgztg.- «Wenn es der FiSlus, welchem es auf die Einstreichuna einigt* tausend Mark gewiß blutwenig ankommt, auf die Diskrevt» titung der Annahme von Diäten, wie alletdlnz« die Ober* landesgerichte im Gegensatz zu den Landgerichten bestätigen. abgesehen habt» sollte, wird er wohl durch die Aufnahm*' welche die«inander widersprechenden Entscheidungen der Lanm Aber er willfahrte ohne Widerspruch dem Wunsch* Doktor«, mit ihm»och einmal Umschau in dem Gart« lu halte», um dabei doch vielleicht«och irgend einen«*** »"halt zu gewinne». Aber Hartwig'» Erwartung**f� Sh nicht, und der einzige Umstand, der ihm vo««*"'*% edeutung schien, war die Wahrnehmung, daß de,©<»«*■ hinter dem Haus« durch eine» mäßig brellca Abzugigrad» begrenzt wurde, dessen ttübe«, schlammige« Wasser langst und schwerfällig dahinfloß. � Seine Frage, ob man auch diese« Grabe« von dem Verbrecher wahrscheinlich fortgeworfene» W* instrument durchsucht habe, wurde vo, dem Krimi-albea»"" verneint. Dann aber mochte» diesem wegen seine««"JT herzigen Verkehr« mit einer Zioilperso« doch«dg*% denken komme«, den» er meinte, e« sei«ohl besser,#* der Herr Dokter jetzt de» Garte« verlcsse. in welche** � »ach seiner Znstruktio» eigentlich Niemandem den gestatten sollt«. Hartwig fügte fich dieser etwa« verspäte» Wnsuag gern, denn für ihn gab es ja hier ohnedies otq mehr zu thun. Sr ging quer über die Straße und zog die der Wohauvgsihür de» Toldardeiter« Rüdiger, der, wt*% draußen befestigtes Schild bekundete, auch eine« Handel � Schmucksache« uud Zuwele» betrieb. Um einen®or?7 zg für seine» Besuch war der Doktor also zum Glück n>� � Verlege» hell und um seine« gute» Zweckes willen w« � dusitol kein Bedenken, sich hinter eine kleine Nothlüg verstecke«. Die weibliche Person, welche ihm öffnete, die in jüngster Zeit so viel genannte Frau Rüdtqe*' � und ihr Anblick allein war vollkommen hinreiche»' Hartwig zu überzeuge», daß sei« Mißtrauen 8*0**,,»»«** lastunglzeugi« wohl ein voll berechtigtes g*w*> de* Hatte er doch trotz seiner vielfache» Berührung*'' ge uuteiste« Schichten de, Bevölkerung kaum l*mal � gt** schernung v,» gleicher Wiserwärtigkett 8*�'*l_,ba«***!# war groß und stark und fast vo» dem*"*41 z,ok'**- Mannes. Sie üderraat« die zierliche#*#*.%, fU"* um ein beträchtliche» Stück, und die aufgeM p jjjtfgfr ihres Kleides ließen Armmut kil» von rrstauBi«? und der Li>erland,sgnichte so ziemlich überall gefunden haben, «inet besseren belehrt worden sein und später die Erfahrung machen, daß ficb in der Sache selbst nicht daS Mindeste geän. dert hat: die Sozialdemokraten werden nach wie vor tafür sorgen, daß ihre Ipeziellm Vertreter, ohne mit dem alt Ver- bottgrsetz aufgefaßten und— eventuell— vom Rctchtgericht anerkannten Artikel 32 der Reichtverfaffung in Konflikt zu ge» rathen, zu einem längeren Ausenlhalt in Berlin die nöchigen Sudfistenzmittel erhalt-n, währen? bei Mitgliedern anderer Parteien sich niemand darum kümmern wird, von wai und «i« dieselben während der Session in Berlin leben. et wäre denn, daß der Fitkut auch an der Beherbung und Bewirihung einet Freundet, welcher zufällig Reichttagsmttzliid ist, Anstoß nehmen sollte, oder auf der hcrautgade einet Gedurtttagt- geschenkt bestände. Diese Voraussetzungen deirrffm allerdtngt nur Möglichkeiten, deweisen aber, in welch kleinliche Perwicklungen man stch verrennt, wenn man VirfossungSartikel >u Zwecken verwendet, an welche deren Urheber nicht im ent- ferntekien gedacht haben." Enquete über de« Zwischenhandel. Der Verein für Sozialpoiitik, jene schwäaliche Vereinigung von vlelredenden und stelschreibenden und doch nichtssagenden Professoren und Strebern, bat folgende Enquete beschlosson: 1) Wie stellt stch dat Vrrhäktniß der Preise im Großhandel oder beim Ankauf von dm Produzenten zu dm Preisen beim Kleinverkauf an die Konsumenten V 2> Erscheint die Pretldlffermi nach dm Um- ständen deö gegebenen Fallt als eine übe: mäßige, oder ali rwe dm Dimsten, welch« die dlstributivm Gewerbe leisten, «ntsprech»«de Vergütung? 3) In welchem Verhällniß stehen die Schwankungm der Großhandelt und Kleindande, Spielst? ÄS würde erwünscht sein, wenn die obigen drei Fragm nicht nur in Bezua auf den Kleinhandel, sontern auch auf daS Bäcker- und Schlächtergewerd« Beantwortung fänden. In jedem Aalle aber dürtte et unumgänglich sein, daß die VerhSUniffe d'S zur Vwgleichung gezoutnm Gewerbebetriebes(Ort, Art, Umfang der selben) möglichst genau bezeichnet werden. 4) Im Falle die Beantwrrtung der zweiten Fa« dahin ausfällt, daß die Bertbeuerung eme übermäßige, so entsteht die weitete Frage, ob die Ur ache davon in einem außermdmtltch hohen Gew nn der betreffmvm Gewerbetreibenden oder in einer U,de,setzung de« Gewerbe« und in einer Vergeudung von Brbeiltkraft zu suchen ist. n. Welche Eefaarungm liegen vor über den Ein» st'aß. welchen 1) obrigkeitliche Taxm oder andere obrigkeitliche Beeinflustungm der Preise, 2) Konsumvereine auf die Preis- Bildung im Kleinverkehr auiüben? Eoztaltftische». Dieser Tage ging die Nochiicht durch die Pnffe, die Ludwig'sche Buchdrvckerei in C b e m n i tz sei polizeilich geschloffm worden, weil die Polizei sichere Beweise dafür in dm Händm habe, daß in jener Ofstzin da«„Marsch. sted an die säwstschm Trupven" gedruckt wordm sei. Wie nun -Herr C- H. Ludwig in sächstschm Bläitem erklären läßt, ist dw Notiz über die Schließung seiner Druckerei nicht zu» treffend. Aus Stuttgart. Zum Kandidatm der Arbeiter im 3. württemdergitchm Reichttagtwahlkreit(Stuttgart Stadt und Amt) wurde Herr Karl Kloß aufgestellt. Die Arbeiter des 3. Wahlkreise» haben out dem Grunde schon so frühzeitig zur nächsten Reichttagtwahl Stellung gmommm, um für alle Fälle gerüstet dazustehen und außerdem, um sür ihren Kandidaten «in« lebhaste und nachhaltige Propaganda entwickiln zu tzöanm. Antipolntsche Gesetze sollm vorläustg den preußischm Landiog nicht mehr beschäftig,». Gegen Ende der tetztm LandtagSieifion hieß et, et sollte diese Äesetzgebuna fortgesetzt «erdm. Diete Absicht wird von der„Köln. Ztg." als einst. weilm ausgegeben bezeichnet. Man will abwartm, wie weit d!« angeftredtm Zwecke an der Hand der Kit her erlast, mn «vtwürse ,u erretchm find. Alt wahrscheinlich wird bezeichnet. daß dem Landlag» in irgend einer Form Mtitheilungm über die bisher gema�-tm Verwendungen und die Wirkung der Gesetze zugehen würden. Ueder da» KUnrn in Afrika schreibt Piofefior Otkar Lenz, der gegenwärrta dort weilt und dem man stcherlich kein« Abneigung gegm die ofrikonlsche Kolonialpolitik vorwerfen kann, an die geographische Gesellschaft in Wien:„DaS ganze Kongobeckm, wie überhaupt da» g a n z.e tropische Afrika, ist und bleibt einmal ein für Europäerlungesundet und gefähr» lichei Lan», man mag dat zu beschönigen suchen, wie man will,«» nützt Alle« nicht«. Ich halte jeden Versuch, auch nur «in Wort zu Gunsten de« Klima« zu sagm, für gewissen» iot und verbrecherisch, nur geeignet, unerfahrene Leute Hierher zu lockm, wo ste neben Enttäuschungen aller Art auch «och Leben urd GesundhrU auf« Spiel setzen. Et ist ganz aleiebatlttg, od da« Land am Meere liegt oder im Innern, od der P atz doch oder tief gelegm ist, et ist und bleibt ein un» gesunde« Klima, und Feder, der mit heiler Haut dies« Länder verläßt, kann von Glück sagen." Arme Kolontalpoltttl! Rußland» Wie der„Rußk. Kur." aus guter Quell« erfährt, sollm bereit« in naher Zukunft Mißregeln getroffen werden, die dm rvlrksamm Schutz der russtschm Industrie, tntdesondere de« sehen. Noch häßlicher aber alt ihr ungeschlachter Körper, bau war ihr Gestcht, da« mit häßliche» roihe» Flrckea über» säet war und deste» Züge unverkennbar de» Autdruck der Rohheit und niedriger Leidenschaften trugen. Die «uffallsnd kleine» Aug» lagen tief in ihre« Höhlen, und sie warm von einer ganz unbestimmbare« Farbe, die noch am meistm derjenigm der Katzenaugen ähnelte. 3he Blick war unstet und stechmd; sie vermied et stet», denjenigen,«'t welchem sie sprach, gerade anzusehen, und doch entging ihr fichtlich nicht« von dem, wa» ring« um sie Her geschah. Eine Musterung von wmige« Sekunde» batte hinge- 'reicht,«« den Doktor alle diese unangenehme« Dinge wahr» «ehmen zu lassen, und ihm zur Geuüqe darzutdun, daß er diesem Mannweib« gegenüber mit großer Vorsicht zu Werke gehen müsse,«.-»» er überhaupt ngend etwa»«rreichm wolle. So antwortet« er dm» auf ihre mit einer rauhen, tiefen Gitmm* autgesprochene Frage nach seinem Begehr, « wünsche de» Golvarbeiier Rüdiger zu sprechen, um ihm etnm xeschäftliche» Austrag zu ertheilev. Darauf führte ihn die Frau durch ein ziemlich sauber und freundlich aut« sehende« Zimmer in die Werkfiätte ihre« MarmS, der eben wir de» Löihm eine« zerbiochme« Schmuckgegeustandk« de» fchästigt war. Sie rief dem Goldarbeiler wenige Worte zu, die ihn auf dm Besucher aufmerksam machen sollte» und rnifernte sich dann wieder, um an die häuslich« Ver- »ichtung zurückzukehren, in welcher fie durch Hartwig'« Klingeln gestört worden war. Sie hatte offenbar nicht« Verdächtige« an dem ihr unbekannten Doktor gefunden, and «ichi», das ihre Neugierde genügend gereizt hätte, um fie z» längerem Verwclm zu veranlassen. Der Goldschmiet aber hieß dm Fremde» mit einer un- grsch-ckre, Verbeugung willkommm und erkundigte sich mit einer »elsm und merkwürdig hohen Stimme, die mit dem tiefm Baß i�ner Gemahlin seltsam kontrastirte,«ach seinen Wünsche». Hartoig wußte sich gestehe», daß er kaum jemals ei«««. fierchere, Paar gesehe» habe al» diese»; den« der Gold. % WÄ.,u"i« r«s Moskauer Bezirk», anglficht« der überhand nehmenden Kon- turrenz der deutschen Industrie in dm polnischm Grenzaouvernemmt« zum Zweck haben. Die mit Sicherheit in Autficht genommenen Schutzmaßregeln werden in ihrem Um» fange und tbrm Einzelheiten von dem Berichte der mehrfach genanmen Spezialkommisston abhängen, welche die Erforschung der Fabrik- und Fndustrieverhältniff« in dm polnischm Grmz< xouocrnementt zur Ausgabe hat. Belgien. In drei Gruben des Chaileroter Kohlenbecken« ist eine thellwetse Arbeitseinstellung erfolgt. Die streikenden Arbeiter verlangen ein Lohnminimum von 4% Frk«. täglich. Ruhestörungen find nicht vorgekommm. Man meldet der«Franks. Ztg." au« Lüttich. 26. Sept.: Heute von 10 bis 3 Uhr fand hier eine große Manifestation der Arbeiter Lüttich« und llmgegmd statt. Gegm zwölftausend Arbeiter, worunter einige Frauen, zogm, die Ätai sellaise und Carmagnole stngmd, vom Stadtviertel oatro Menoe in geordnetem Zuge, zihlreich Tafeln mit Inschriften iragmd, durch die Eiadt nach dem Denkmal der am 80. Srptemder 1830 Gefallenen, jenseit« der Zitadelle» wo Redm gehalten wurdm. Die Demonstration galt dem all» gemeinen Stimmrecht und der Amnestie und verlief ohne Störung, obwohl die gesammte Bürgerwehr unter Waffen stand. Rufe, et lebe die Republik, wurden häufig ver« nommm. Der Lütticher katholisch»sozi ale Kongreß hat 1000 Theilnehmer gewonnen. Ist auch keiner der er» warteten vischöfe Deutschland« angemeldet, um so reichlicher ZentrumSdeputirte, neuerding« auch Lieber und Trtmborn. Der Lütticher Bischof eröffnet dm Kongreß mit einer Ansprache über die Pflichten der leitmden K'assen gegen die Ardeiter. Täglich von Morgm« 9 Uhr bis Abend« 6 Uhr Sektion« fitz ungen, um 8 Uhr Plenaifitzungm. Für die Arbeiter wird natürlich nicht« dabei herauskommen. Da« unüberlegt« Vorgehen der Regierung gegen den Echöffm der Stadt Ramur, den fie eine« bei einem Festbankett gesprcchenm Trintspruchc» wegen abgesetzt, hat ein von der Regierung nicht erwartete! Ergebniß gehabt. Wie der„Hamb. Corr." meldet, ist die liberale Partei Belgien«, deren Fraktionen stch bisher heftig bekämpft haben, wieder geeinigt und geht geschloffm zum Kampfe gegen da« Ministerium vor. Sowohl der Adgesetzle, wie der Gemeinderath der Stadt Nawvr selbst— ermuntert durch all« Gemeinderäth« und itberalm Vereine de« Lande«— haben die Absetzung alt gesetzwidrig einfach zurückgewiesen und ihre Autführung abgelehnt, oletchzeitig dem Könige einen Protest, der auch öffentlich ange. schlagen wirb, eingereicht mit dem Antrage, den Absetzung»» Erlaß zu annulliren. Da« Ministerium wird also ernste Be» schlüffe faffm müffm. Kraukreich. Zu der neuerltchm Freisprechung der Sozia» listenführer schreibt man der»Franks. Ztg." au« Pari« 24. September: Am 12. August hatte da« Pariser Schwur» aericht in einer Sitzung Louise Michel wegen aufreizender Reden in einer Versammlung de« Chateau d'Eau venutheilt, Mariotte, dm Redakteur eines reaktionären Wttzdlattr«„Le Pilori", der in seinem Blatte zum gewaltsamm Sturz der Republik aufgefordert hatte, freigesprochen. Damals waren zugleich mit Louise Mchel wegen de» gleichen Verbrechen» der Aufreizung zu Mord und Dtebstrhl die drei sozialistischen Hauptredner Jule« GueSde, Lafargue und Sulint in coEtnmaciam zu 4—6 Monaten Gefängntß und 100 Fr. Buße verurthetlt worden. Die drei Verurtheiltm legten Ver» Währung ein und � kam auch ihr Prozeß vor da« Schwur« gertcht und wurde heute mtschteden, und zwar in freisprechen» dem Sinne. Dm Grund hierfür hat man wohl in der ge» schickten Lerthetdtaung«u sehen, die Jute« Guetd« selbst geführt hat. Er sagte, indem er die Theorien de» Kolleltioit» mu« entwickelte, was er und seine Freunde wollten, da» sei dmchau» nicht Diebstahl und Mord, sondern im Gegentheil die Verhinderung de» gesetzlichen Raube« und Morde», deren Opfer gegenwärtig die Gesellschaft sei. Fn seiner Rede zu Chateau d'Eau sei kein« nach dem Preßgefttz strafbare direkte oder indirekte Aufforderung zu Raub und Mord vorgekommen, gegm Rothschild habe er kein« persönlickm Drohungen aut» gestoßen, sondern ihn nur al« Personifikation de« Kapital» angegrtffm. Er schloß mit dm Worten:„Man kann mit der vorhandmm Gesetzaebung über Preffe und Versammlung«» mesen die Redm von Chateau d'Eau nicht treffen. Ist diese Gesetzgebung ungmügmd, so möge man Spezialgesetze gegen die Sozialisten erlaffcn, wie da» Bismarck gelhan hat. Dt« Sozialistm würdm stch denselben unterwerfen, aber stch die Vergeltung vorbehaltm." Der Handeltmir. ister Lcckroq entwickelt hinstchtlich der W e l t» auSstellung großen Eifer. Er läßt stch dabei oft zu weit smtreißen, indem er z. B. in dem Rundschreiben an die Prä» fetten betonte:„Durch die unmittelbare Förderung(mittelst Subskription zu dem Garantiesondt) de« gemeinsamen Unter- nehmen» beweisen fie(die Beamten, Geschästtleute u. s.«.) »ugm und stumpfe» Züzm fast de« Ei»druck ei»e« halb Blödfi»»ige». .Zch wünsche mir eine goldme Kette bei Zhnm an» fertige« zu lassen." sagte der Doktor auf die Frage de« Mau»*#. „®« handelt sich da um eine Arbeit»ach bestimmtm An» S°be°. und ma» hat mir gesagt, daß Sie die erforderliche Geschicklrchkett desäße»." (Fortsetzung folgt.) An» Kunst und Zeven. Im Osteud'Zheater finden nur noch drei Vorstellungen unter ver Direttton Paul Streme statt, da vom 1. Od o der da« Theater anderwetltg verpachtet Ist.— Am Donnerstag, dm 30. d R., findet die 25 letzte Ausführung de« mit so großem Beifall aufgenommenen amerikanischen Volk« stücke« „Donati Morloy" zum Benefiz für den K wellmeister dieser Bühne, Herrn Theokoc Franke, statt, vor der Do stellung wird die bi« auf 45 Mann verstärkte Thiaterkapille einige der neuesten und beliebtesten Mufikpiecen im Theater zum Vortrag bringen. Nicht immer kommt«tt dem Amt auch der ver» stand... Beweis: Folgende« köstliche Stückchen de« Ort«» schulzen in Alt'v. Erhält da unlängst der Staatsanwalt in R. eine Postanweisung über 18 M-, über deren Bestimmung er zunächst vollständig im Unklaren blieb, vdschon der Ort«» schul»: in vlt-v. al««bscndrr angegeben war. Erst folgenden Tage« kam die erwünschte Aufklärung, und»war in einem Schreiben de« Orttoberhaupte« an den Staatsanwalt, worin bemerkt ist: Er, der Orttschulze, bade in seiner Ortschaft bei einem verdächtigen Individuum sechs anscheinend gefälschte Thaler beschlagnahmt und dieselben, der GeschäftSvereinsachung wegen, auf dem kürzesten Wege, nämlich per Postanweisung. an die königliche Staatsanwaltschaft eingeschickt. So geschehen im Sommer de« H-ilijahre» 1886. Die elektrische Erleuchtung de» Suezkanal«. Die Nachtfahrt cus dem Suezkanal ist durch Anwendung von Feuern läna« der«analltnie und durch elektrische Feuer an Bord der Sch.ffe aefichert. Die Anwendung de»«lettrtschen Lichte« bei der Paffoge ist zunächst mit Bezug auf Autfühiung von Nacht- arbeiten und vann mit Rückstä.! aus die Passtrung de« Kanal« ftudirt worden, indem fie die Dauer dct unvermeidlichen Auf» enthalt» Vi« dahin abzukürzen erlaubt, wo die Erweiterung de» den Grad der Theilnahme, welche fie demselben widmen; fie bezeichnen stch dadurch gewissermaßen selbst für dm Augenvlick» wenn et gilt, Männer von erprobter Hingade zu berufen." Also kurzweg: Wer für die Weltausstellung Zeichnet, wird de» fördert und gefördert. m Im Budgetautschuß entwickelte der radikale Abg. Pix* Guyot seinen Plan, detreffend die Einführung der Ein» kommenfieuer. Er wie» ziffermäßig nach, daß die Grund« steuer seit 1790 im Verhältniß zu dm anderen Steuern und Abgaben zurückzeqangm ist, indem ihr Ertiägniß damal» 16,66'pCt. de« besteuerten Einkommen« betrug, beute aber nur 449 pC». desselben autmacht. Nach der Auffassung diese» Depuiirten sollte daher die Grundsteuer bedeutend erhöht und dagegen die Stemprlgebühren für Erbschaftm und Handänderungm im Interesse der Erleichterung de« Verkehr« in edm demselben Maße herabgesetzt werden. Ferner umfaßt sein Projett dra» konische Anschläge gegen da« Einkommm der Rentier« und der Beamten. Der Plan hat keine Autficht durchzudringen, da da« Großkapital da« französische Parlammt beherrscht. G r o h b r i t a»« i e«. In Folg« des Wiederauftauchen« des Gerücht?, daß Glaofion«»m katholischen Kirche übergetreten sei. hat die „Pall Mall Gazette" eine diesbezügliche Anfrage an den früheren Premierminister gerichtet und darauf die nachstehmde Antwort erhalten:„Di,» ist die Wiederbelebung einer elmden Lüge. die ohne einen Schatten von Beweis von Zeit zu Zeit wieder auftaucht und der Nottznahme unwürdig ist, diS fie eine Natur annimmt, die von einer blas verleumderischen Erdichtung sehr verschi den ist." P a r n e l l beabfichtigt, der„Daily News" zufolge, einen besonveren Appell an die Inländer in den Vereinigten Staaten zu richtm. Pächter» welche in dem bevorstehmden Winter exmittirt werden dürften, in dm Stand zu setzen, den Grundbesttzern Widerstand°u leisten. Endlich ist es einmal gelungen, ein paar irisch» Mondscheinler gefangen zu nehmen. In Feale Bridge. halbwegs zwischen Crstlettland und AdNyseale, lagen am Donnerstag Abend drei Konstadler im Hinterhalt, die, wahr» scheiniich im Lefitz ausreichender Fniormation, der Dinge darrten, welche kommen sollten. Um 1 Uhr Nacht» näherte stch ihnen denn auch eine Lande vermummter Mondscheinter. Denselben wurde im Ramm Ver Königin Halt zugerufm, welche» fie jedoch nur mit mehreren Schüssen deantworteten. Die Poliztstm erwiderte« da« Feuer und sahen einen Mann fallen und die Uebrigm die Flucht ergreifen. Einem nochmaligen Halteruf wuide indeß Folge geleistet, und die Polizisten warm im Stande, die 6 Mann der Bande gesangen zu nehmen. Sie wurden gfteffelt und nach der Polizrtstation gebracht, wo» hin auch der Verwundete gettagen wurde. Seitdem find wettere sech» Mondscheinler verhaftet worden. BalkeuUÄede,. Nach einer Depesche aus Sofia mthättdos Ultimatum» welche» Baron Kauldari der bulgarischen Regierung zu über» geben hat, solzende Forderungen: Sofortige Aushebung de» Belagerungszustände«. Befreiung aller polirischen Gefangen« uns unbisiltnmte Vertagung der Wahlen zur Großen Sodranje. — Die PetelSdurger Journale schlagen einen ähnlichen gebt«» terischen Ton an. Sie oerlangen ein energische» Elnschrettm gegm die bulgarische Regmtschaft, die durch Vorgänge, wie die Verbrennung der Fahnen, ohne daß eine Einsprache Ruß» land« erfolge, dm Bulgaren die Ueder, eugung beibringe, daß Alle« mit Einwilligung Rußland« geschehe. Die konservative Londoner„Morning Post" schreibt: „Wir haben wieverholt ausgeführt. daß die sicherste und un» wtderstehlichste Garantie sür die E Haltung de» europäisch« Frieden« im Anschluß Großbritannien» an die Allianz der Zentralmächte gelegen Hab« würde. Et liegt auf der Hand, daß die Türkei nicht einen Augmdlick geiögerl hätte, einer Kombinatton oeizutreten, welche die best« Gewährleistung de« Schutze« der otlomani'chen Jateressm im Orimt geboten hätte. Wir wollen nicht die Motive erörtern, welche die veutsche Reichtregierung nach dm kürzlichm Ereig» niffm in Bulgarien veranlaßt«, ein Einverständniß mtt dem Kadtnet von Petersburg zu suchen. Wmn da« russtsch-deutsche Einverständniß zum Frieden führt, so habm wir kein Wort dagegen zu sagm. Bi« jetzt aber scheint e«, all od die Handlungsweise des oeutschen Reichskanzler» den Frieden Europa» in einem Grade aus'» Spiel gesetzt hat, wie es seit dem letzten türtisch-mlsticken Kriege niemals der Fall war. Möglich» daß Deutschland aus Koftm des von Rußland bedroht« Oesterreich- Ungarn» und deS von einer päpstlich, französisch« Allianz dedrohten Italien» stch Ruhe verschafft hat. Ader wir können nicht einsehen, wie der Friede Europas durch ein Ad» kommen erhallen werden soll, welches dte einzige friedliche Lösung vernichtet, die sorrohl Rußland wie Frankreich abgehalten hatte, ernstliche Verwickelungen zu erregm." Das mgiische Kadtnet hat au« verschiedenen Anzeichm dt« Ueber, eugung gewonnen, daß eine Annäherung, wisch« Rußland und der Türkei tdatsächlich stattgefunden Kanals die Fahrt erleichtern wird Während dreier Jahre hat man bezügliche Versuche angestellt. Zuerst wurden diescldm bei dm Baggerarbnten in der Nacht und bei dm auch in der Nacht waarmdesördemden Fahrzeuaen gemacht. An Bord der Bagger war« elektro-tynamische Maschinenapparate von Gramme, 3 Gramme'sche Lrmpen mit R flrkto:« und ein Brotherwood» scher Motor von 5 Pferdekräftm, der durch den Dampfkessel de» Baggers genährt wurde. Im Laufe des Jahre« 1884 schritt man dann zu ausgedehnter« Versuchen bei dem nächt- Uchen Waarentrantport, indem man dazu ein Transportschiff, welche« den Transport vm JSmae- nach Suez vermittelt, ver» wandte. Dabei überzeugte man stch. daß an dm SrleuchtungD» apparaten und den im Kunal schwimmenden Barkm einige Veränderungen vorzunehmen wärm. Ma-tneingenieure werden. so meint da« Journal„Science poar Toni", jetzt, wo diese Erleuchtungtftage p-akttsch gelöst(*, ohne Zweifel in dm in Suez eingeführten Methoden auch ein Beispiel finden, welche« fie in den Stand setzt, die Ledentttäftigkeit der Häfm zu ver» bessern und zu erweitern. Ein nette« Bild französischer Kolootsationtersolge glebt Ald-rt Millauv im..Figaro" unter dem Titel„Anam und der wiederhergestellte Friede". Er schreibt:„Die Bühne gtedt ein Bild au» nächster Zukunft. Im Hintergrund die von der Sonne verbrannten Grfiive Anam«. Recht» vorn Tong» king, link« der Kambodlcha. Große Oed«. Unheimliche Stille. Uederall Rainen und Spuren der Z-rstörung. So weit dag Auge reicht, kein Hauü, nur verwüstete Felder, vernichtete Wälder, verödete Steppen. Auf den Flüssen treiben Baum» stümvfe und zertrümmerte« Hautaeräth. Da und dort Leich» «am«, Strlette, an denen die Fetzen ftanzöst chrr Unisom« hängen, zerschlagene Waffen und zerbrochene Gewehre. Da» hinter erhebt sich ein Leichenhügel mtt der Aufschrift:„hier ruhen die sür die Eroberung Tongling« gefallenen Franzosen". Daneden ein zweiter mir der anamitischen Aufschrift:„Dieser Hügel birgt die Leider der sür ihr Vaterland gerallm« Krieget". Keine lebende Seele zeigt stch, nur in der Luft flattem matt einige Vögel, die vergedm» nach Nahrung such« und hunaeratbm-nde Schreie ausstoßen. Nun kriecht Paul Bert, in Thierfelle gehüllt, auf allm Vieren au« einer Hüh'.e. Lange betrachtet er dte Landschaft, wie fir vor ihm liegt, dann spricht er mtl zufriedener Miene'„Meine Arbeit ist gettan. Ich kann nach Frankreich zmückkrhren, in Tongking ist der Friede einsetzen." Sibf. Eklatante Beweise sollen Lord Salitbmy in dieser ichtung inidksondere durch Sir W. White geliefert wor- den sein. Der Korrespondent de?„Standard" teleqraphirt aui Athm: Nach den letzten Nachrichten au» Kreta ist daielbll da» Ge- rücht oerbreitet. England wolle von der Insel Besitz er« greifen, fall» Rußland fortfahre, den Berliner Bertrag zu ver letzen. Die Nachricht hat in Athen große Entrüstung erzeugt, und der Stadtrath hat bei den ausländischen Konsuln protestirt gegen jeden Versuch, die Hoffnung eine» Lande» zu vernichten, welche» so viele Opfer für die Freiheit und den Anschluß an Griechenland gebracht hat. Der Gouverneur von Kreta hat die Pforte dringend ersucht, sofort zwei Bataillone Verstärkungen zu senden. Da» Gesuch wurde jedoch abgeschlagen, da keine Trupren lür den Z-veck entbehrlich wären. Die Pforte scheint jetzt auch der Jesuiten überdrüssig S werden. In Karput sind Jesuitenschulen der französisch a«. ätzten Kapuziner und eine armmische Schule, wo Jesuitm lehrten, regierungsseitig geschloffen worden. »sie«. Di« Unterhandlungm zur Revision de» britisch-java- Nischen Handelsvertrage» werden fortgesetzt. Li» St sind dieseldm aber nicht so weit gediehm, daß eine baldige terzeichnung des Vertrage» in Aussicht steht. Amerika. Eine Depesche au» Mexiko meldet, daß der Kongreß eine Kommission eingesetzt hat, welche die Silberfrage studiren soll. Das„Reuter'sche Bureau" meldet: Zwischm Großbri« t a n n i e n und dm Vereinigten Staaten schwebm Unterhand« lungm für den Abschluß eines Handelsvertrages. AuS Philadelphia meldet man, daß die Winchester Waffen« fabrik in Newhaom, Connecticut, über Zeit arbeitet, um ein« Ordre auf Lieferung von 45 000 Repetirgewehren aut« zuführen. Wer dm Auftrag gegebm hat. ob die Vereinigtm Staaten selber oder das Ausland, ist au» der Meldung nicht zu trsehm. Die Behörden de» Staate» Illinois haben beschloffm, 9000 Stück Vieh, welches in Chikago und der Umgegend an der Lungenseuche erkrankt war, tödten zu iaffen, um die Krankheit auszurotten. Afrika. Von England aus wird auf die wichen Goldlager in der Drantvaal« Republik die Aufmerksamkeit de« Publi- kums hingelenkt, insbesondere, um auch die deutschen ftcpüa« listen zur Beiheiligung an den dorttgm Unternehmungen auf« zufordem. S» unterliegt nun zwar keinem Zweifel, daß die neu entdeckten Soldfelder in Transvaal von einer großm Er« giebigkeit sind; allein zu ihrer Ausbeutung haben sich bereit» Gesellschastm gebildet dezw. find in Bildung begriffm und ihre Aktien und Antheilscheine find in kürzester Frist Speku« lattonspapier« der schlimmsten Art geworden. Scheine, die in Afrika mit einem Pfund cusgegebm find, werden in London dereit» mit 150 Pfund gehandelt und Aktim von Gesellschaften, welch« erst ihre Betriebsmaschinen in London bestellt haben, stehen an der Londoner Börse 200 pCt. über Pari, doS Börsenspiel hat die neuen Papiere weit über ihrm wahren Werth getriebm. Da die Gewinnung de» Sol« de» nur mit Maschinen kraft möglich ist und in Folg« der schlechten Beförderungsmittel die Betlieb»kosten sich sehr hoch belaufen müffin, so ist selbst bei größter Ergiebigkeit der Gold» felder ein Krach, ähnlich demjmigm, von dem vor kurzem die Gesellschastm zur Ausbeutung der Diamanten von Kimberley betroffen und bei dem ungeheure Summen verloren P engen find, unausbleiblich, wenn sich auch vielleicht der punkt des Eintritts auf ein oder zwei Jahr« htnau» nicht bestimmen läßt. Gegmwärtig ist dir Sprkulatiem auf ihren Höhepunkt gelangt, zumal eine, der an ihrer Sr�ye stehenden reichsten Kapitalisten sich bereit» gänzlich au» der Sacht heraus« aezogm hat. Die insbesondere in Port Elisabeth gebildeten Handelsgesellschaften habm nicht sowohl eine regelrechte AuS« deute als die Erzielung eine» gemeinschaftlichen Gründergewinn» im Auge._ Gericht» Zeitteug. ReichSgerichtt-Entscheidnugen.(Nachdruck verbotm.) Leipzig. 2t. September.(Ausgewiesen und bankerott.) Vor einer Reihe von Jahrm kam der Handelsmann Simon Gudel au» Rußland na» Dan, ig und heirathete eine Frau, welche ein Geschäft mit Kurzwaarm besaß. Er selbst steckte 500 M. in dasselbe und betrieb außerdem noch einen Haustrhandel auf den Schiffen. Im Jahre 1680 miethete er einen größeren Ladm für 825 M. jährlich und Handelle von da ab auch mll Kleidungsstücken; seinen Haufirhandel setzte er dabei soft und ließ da» Ladengeschäft durch seine Frau leiten, die auch die nothwmdigen Neuanschaffungen selbst besorgte. Mitte Juni». I. gedeih er in Geldverlegenheit und mußte Waarm verpfänden; n September blieb ihm.nichti üdftg, als den Konkur» anzu- melden. Hierzu wurde er hauptsächlich dadurch gezwungen, daß ihm als russischen Untefthanen die Auiweisungsordre sür den 1. Oktober zugegangen war, daß er in Folge deffen von seinen Gläubigem gedrängt und daß ihm weiterer Kredit versagt wurde. Da er keine GeschäftSbüeher geführt hatte, angeblich, well er nicht schreibm und lesen kann, so wurde er wegen einfachm Bankerutts unter Anklage gestellt, aber da« Landgericht in Danzig sprach ihn am 11. Mai frei. well er nicht al» Vollkaufmann im Sinne des Handelsgesetz«» anzusehen sei. Zu dieser Annahme kam da» Gericht aut Grund der Feststellung, daß die Einnahmm de» Ladengeschäfte» nur geringe waren; das Haufirgeschäst wurde dabei nicht in Be« tracht gezogen, well Haustrgeschäfte überhaupt nicht unter die Bestimmungen de» Handelsgesetzbuch«» fallen. Auf die Revision des Staatsanwaltes hob jedoch kürzlich da» Reichsgericht (Ii. Strafsenat) da» Unheil auf. In den Entscheidungsgründen wurde es al» Rechttirr�um bezeichnet, daß da» Landgericht da» Haufirgeschäft bei Feststellung de»„geringen Geschäft, umsangeS" &Ä fe Ä% Ä WÄÄ UngerechtfertigteV erHaftung,«ine» Abend» fand in Stettin in einer Herberge die Vorstandsfitzung de, OrUkranker kaffe, statt, an welcher auch der Zimmerpolier Hermann Juliu» August «öckeritz thellnahm. Dieser denutzte eine Pause. um auf die Sttaße zu treten und etwa» vorzunehmen, wa» polizeilich straf« bar ist. AI» ihn hierbei ein Schutzmann überraschte und ihn ftagte,«er er sei. sagtt er, fcr Schutzmann möge m>t in da» Lokal kommen, seine Papiere lägen auf dem Tische. Der Be« amte meinte darauf, da» habe er nicht nörhig, worauf K. ihn schimpfte. Der Schutzmann erklärte ihn sodann al» seinen Ge- brA portes leistete K Widerstand. und er wurde deshalb sowie wegen Beleidigung de» echutzmanne, unter Anklage gestellt. Da» Landgericht verurthellte ihn jedoch nur wegen ###### Staatsanwalt legte nun gegen die Freisprechimg Revision ein und fühft« au», der Schutzmann habe nicht nöthig gehM. in ein fremde» Haus zu gehen rmd st» dort irgendwelchen Un« annehmlichkeilen auszusetzen. Da» Reichsgericht war jedoch der Meinung. daß es die Pflicht de» Schutzmanne» gewesen jojte, den angebotenen LegllimationsnachweiS anzunehmen Lnantwottlich für den pollltschm Thell und Sostales Rex und verwarf daher die staatsanwaltschastlich« Revision als un« begründet. Furchtbare Rohheit eise« Mädchens. Marianne Apostel, ein zwölfjähriges Mädchen au< Kwppitz, stand am 18. September cor der Strafkammer zu Ratidor, des schweren Verbrechen» des Mordes an einem sechs Monate alten Kinde angellagt. Die Angellagie ist in traurigen Familienverhätt- niffen aufgewachsen. Im elterlichen Hause erhrclt sie nicht» als Prügel und wenig zu effen, fo daß sie öfter» entlief und sich vagabondirend herumtrieb. Im Jahre 1885 verließ sie ihre Ellern von Neuem und ttieb sich vagabondirend in Ober« schlefien umher, bis sie am 12. Juli in Karchwitz bei Kosel an« langte, wo sie von der Arbeiteftrau Wollnil, bei der sie vorgab, eine Waise zu sein, zur Pfleg« für ihr sechs Monate alte» Töchterchen Anna aufgenommen wurde. Hier zeigte fie sich anstellig und arbellfam. Am 19. Juli war Frau Wollnik auf dem Hofe beschäftigt und der Ehemann schickte die Apostel mit dem kleinen Kind« spasteren und gab ihr auch eine Flasche mll Milch auf dm Weg. Die Angeklazte ging nun mll dem Kinde zuerst die Chaussee entlang und schlug dann, als das Kind zu schreim anffng. einm Feldweg ein, wo sie stch endlich auf einem Raine niedersetzte, das Kind au» dem Tragftuche her« ausnahm und vor stch hinlegte. Das Kind Höfte nicht auf zu schreim und die Angeklagte hielt ihm den Mund zu. Da auch das nicht half, umfaßte fie mll beiden Händm dm HalS des kleinm Kindes, drückte mit beiden Daumen an die Gurgel, umspannte dm Hals vollständig und drückte immer stäfter, bis das Kind nicht mehr schrie, well es sein schwaches Leben ausgehaucht und den Tod durch Erdrosselung erltttm hatte. Die Angeklagte nahm nun die Leiche auf, ging an dem Grmzraw ungefähr 100 Schritt weiter und bemertte, daß da» Kind, welches fie in der Schürze trug, noch Lebmszeichen von stch gab. Da blieb ste stehen, faßte da» Kind an dm Leinm und schlug es mit dem Kopfe mehrere Mal« heftig gegm dm Grmztaln, bis alles Leben vollends aus dem klemen Körper gewichen war. Darauf ent« kleidete fie die Leiche, warf dieselbe in ein Komfeld und nahm die Kleider an stch, um dieselben ihrer drei Jahr« alten Schwester zu geben. Zunächst wandte ste stch jetzt auf Kosel, wo ihr« Verhaftung erfolgte. Die Angeklagte war geständig, doi Kind durch Erdrosseln gftödtft zu habm, und zwar einzig und allein au» dem Grunde, well es zu sehr gefchrtm hatte und ste darüber ärgerlich und unmuthig geworden war. Der Staatsanwall dezeichnft« da» Verdrechm der Angeklagt«« als einen All der denkbar größ'en Rohheit und Verwahrlosung. Die Angeklagte habe vorsätzlich und mit Bewußtsein den Mord vollführt und besitze auch die Einficht für die Sirafbarkeit ihrer Handlung. Derselbe beanttagte, wie wtt der„Magded. Ztg." mtnehmm, für den Mord ein« Gefängnißstrafe von 10 Jahrm. Der Äertheidiger bezog stch auf da» ttamige Familmleben der Angeklagten, behauptete, daß fie nicht die volle geistige Ein« ficht in die Strafbarkeit des Verdrechm» gehabr Hove und plädifte für die Annahme der Körperverletzung mll tödtlichem Erfolge. Der Gerichtshof erkannt« auf ein« Gefängnißstrafe von 6 Jahren. Dem vernehme««ach so schreibt die„Magd. Ztg." sind mehrfach Meinungsverschiedenhellen darüber entstanden, ob das Auswürfetn oder Ausspielm gningfügiger Gegenstände bei VolkSfestm und ähnlichm Gelegenheiten zu dm in den §§ 55 und 59 der Gewerbeordnung bezeichneten vftm de» Gewerbebetriebe» zu rechnm fei, und ob für derartige Au»« fpielungm, sofern dieselben gewerbsmäßig im Umherziehen be« trtebm«erden, ein LegllimattonSschein eftheilt werden müsse. Diese Frage ist in der Ministeftaltnstanz in bejahendem Sinne mtschiedm wordm. Wenn für die adweichmd« Anficht Haupt« sächlich gellmd gemacht wurde, daß da» Au»sptelm au» sttt« ltchm Gründen nicht unterstützt werdm dürfe, so ist dem mt- egmgehaltm worden, daß,«bgesebm davon, daß die nach der tabinetsordr« vom 2. November 1868 unter gewissen Voraussetzungen zugelaffmm»uispielungm sich nicht füglich allgemein al« unstttltch bezeichnen laffm, in der Ertheilung vonLegitima« tton»- und Gewerbescheinen eine„Unterstützung" dieses Ge« werbe» nicht gefunden werdm könne. Die Verpflichtung, zu« vor einen LegitimationSschein zu lösen und Gewerbesteuer zu entrichten, erscheine i« Gegentheil eher al» eine Beschränkung der gedachten gewerdltchm Thätigkeit. da S so die höhere Ver« wattungSbehörd« in der Hand habe, die Anzahl derartiger Ge« werbettetbmder dm Berhällniffm de» Verwaltungsbezirke« mt« sprechend zu beschränken. Koziales und Arbeiterbewegung� Armuth»»d Cholera. Zur Abwehr gegen die Cholera wird in einem österrcichischm Statthallereierläß vom 19. d.M. empfohlen,„de» Morgm» nicht ohne etwas Warmes «moffen zu habm, auszugehm". Da, wie an einer andern stelle der Belehrung lautet,„jede einzelne Erkrankung eine Gefahr für weiter« Kreise zu bilden im Stand« ist", so mt- stände die Frage, ob nicht auch in dieser Hinsicht Voftehrungen zu treffen seien. Wie viele Rmsckm in Wim verlaffen des Morgm» da» Heim,„ohne etwa» Warme» genossen zu habm", da die Geldmittel hierfür nicht auslangm. Bei der drohen- den Gefahr würde es stch daher nach drr Wiener Besundhett»- kommisfion empfehlen, Maftm zur Verabfolgung von Suppe oder The« oukzufolgen, und zwar umsomehr, als» wie vaS Stadrphysttat in einem Bericht« anläßlich der Epidemie im Jahre 1866 darlegte,„kränkliche, schwächlich«, in Armuth lebend« Perlonm insbesondere disponirt erscheinen, von der Cholera ergriffen zu wervm".— Wenn da» ftchtig ist, so wttd unsere heutige Gesellschaft dt« Cholera niemals los werden,«eil ste die kränklichm. swwächlichm und in Armuth ledmdm Per« sonen" niemals los werden kann. Eine andere Wifthschafts« ordnung ist auch hier da» einzig« Heilmittel. FabrtktAspettorat. Di« amllichm Mittheilungen au» den Jahr-Sberichtm der preußischm Fabftkinspelloren, die jetzt sür das Jahr 1885 vorliege«, habm an Ueberfichilichkeit lehr g«. wonnen durch dt« Zusammmfcffung der vrr'chiedenm Berichte in einen einheitlichm Gesammtbertcht. Die Mittheilungen find unter folgmdm fünf GefichiSpunttm aufgestellt: 1) Einleitung, Eintheilung der Auffichtsbezirke, Stand der Industrie w.; 2) jugendliche Arbei er, Arbeiterinnen und Ai better im Bilge. meinen; 3) Schutz l«r Arbeiter vor Gefahren; 4) Schutz der Nachbarn gmehmigunaspflichtiger Anlagen und 5) wirthschaft. ltche und frltliche Zustande der Arbetterdevölknung, Wohlfahrt»« eindchtungen und Verschiedenes. Auf Einzelhetlm au» dm Berichten wird noch»urückzukommm sdn. Aus lauter Nattonalgefühl empfiehlt der national. liberal« hannoversche Courier" zum Bau desNord-Ostse«, Kanals polnisch« und auch ttaltmische Ardeiter. Dieselben seien sehr descheidm, Ausschreitunam und Exzesse kämm kaum vm und— fie seien den sozidistischm Lehren nicht empsäna« lich.— Minister von Bötticher aber hat in der Kommission des Reichstags sür dm Nord- Ostsee- Kanal erklärt, Sorg« dafür ttagen zu wollm, daß keine auslSndischm Ar bester d-t dem Kanalbau verwendet würden. Mit Ingenieuren und«in, einen Vorarbeitern allerding« würde eine Ausnahme gemacht werden müffen.— Wer nun wohl recht behaltm wttd s — i treideprelse nicht«folgt und trotz de» erhöhtm Zolles die Getreideeinfuhr immerhin eine sehr erhebliche gewesen ist, so ist doch so viel erreicht worden, daß die G-tretdepretse nicht noch tiefer gesunkrn und wenigstens um den Betrag des EingangSzol le» höher ge» h l i« b e n sind." Das ist doch de.tlich! Hätten wir keinm Zoll auf Getreide, so stände dasselbe noch tiefer im Preise, als jetzt und das Brot wäre noch billiger. Bei den niedrigen Getrddepreism überhaupt ist gegenwärtig die Wirkung de» Getrddezolls für das Volk nicht gefährlich, aber bei hohen Getteidepreism, di« doch auch wieder einmal, wmn auch nur für kurze Zeit, einttetm können, zahlt da» Voll dm Zoll noch darauf, und die Gefahr der Brotthmerung tritt sofoft ein. I« der zweite« Sektion der deatschev Kvappschasts« ver«s»ge«offe«fchast, welche im Wesentlichen den Oder» Bersamltdezirk Dodmund(also denjenigen Bezirk, in welchem am 24. September wieder das schreckliche Unglück auf Zeche „Konsolidation" stch ereignet hat) umiaßt. find nach dem Ge- schäftsbedcht des Vorstandes in der Zeit vom 1. Oktober 1835 di» 1. Juni 1886 im Ganzen 4895 Unfälle zur Anmeldung gekommen. Von dmseldm betragen die Verletzungen mit tödl. lichem Ausgange 143, die Verletzungen, welche eine mehr alS dreizehnwöchentliche Srwerbsunfahigleit zur Folge hatten, 449 und di« Verletzungen mit weniger als dreizehn» wöchentlicher Erwerbtunfäbigkeit 4298. Ja Zeitz ist kürzlich eine Pianoforttfabrik in Konkurs ge» rathen. Ties bmutzte der Konkursverwalter dazu, dm Ar, beitem sür die ncch in Arbeit befindlichen PianinoS 25»Ct. vom Lohne abzuiiehm. Sin Stteik zeigte stch erfolglot uvd so müßtm die Arbrtter stch sügm, ttotzdem fie in kurzer Zill ganz drodlos werdm. Altova, 23. September. Die Schuhmacher- Gesellin habm beschloffm, vom 27. d. M. an bei dmjenigm Arbeitgebern die Arbeit einzustellm, welche nicht nach dem neum Lohntadf zahlm wollm.— Da» von dm Bäckergesellen in Flmiburg für ihr« streikenden Kollegm in Hamburg und Altona gesam« melle Geld ist nebst den Sammelbogen von der dofttgm Polizei beschlagnahmt worden. Unter de« schottische« Kohlengrvbevarbeiter« sollm X''istische Jvem rasch Eingang finden. Die Löhne der Ar« find auf das äußerste reduztri; ste dettagm kaum mehr als 10 Shilling die Woche. Mehr noch als durch die offenen Lohnabzüge, deren theilweise Nothwmdigteit fie aneftmnen, werdm die Arbeiter erbitteft durch alle die Schliche, welche vielfach angewendet werdm, um die Lohnheradsetzungen tbat» sächlich viel weitgehender zu machm, als fie nominell sind. An Sicherhdtsvonichtungm in dm Grudm wird jetzt so viel wie mözlich gespaft, so da« die Zahl der Unfälle in bedenllicher Werse zunimmt. Das Trucksystem verbreitet sich immer mehr» ttotzdem es gesetzlich verboten; die Periode der Lobnzahlrnam wird möglichst ausgedehnt, mitunter zu einer monatlichen. In der Regel ist fie dne vierzehniägige. Verlangt der Arbeiter, der ein« Wote gearbeitet, seinen Lohn nach Ablauf derselben, so erhält er ihn al« Vorschuß, sür dm er wöchentlich 1 Shilling per Pfund, also 260 Percent jährlich(!) Zinsen zu zahlen hat. Durch solche und ähnliche Kunstftückchen gelingt es den Unter» nehmern, dm Lohn thatsächitch noch mehr zu beschneiden. Kleine Mittheilungen. UmerSIede« bei Halderstadt, 24. September. Gestern, dm 23. d». Mt». fiel da» uvbeauifichtigt gelassene einzige Söhnchm de» hiefigm Arbeiter» Fr. Fdcke in«ine Bütte mll siedmd heißem Waffer, welebes zum Waschen gebraucht werden sollte, und verbrüht» sich derartig, daß e» heute Morgm unter vielen Schmerzen verstarb. Thor«, 27. September. Der von Warschau kommende Kouderzug ist gestern Abend kurz vor Thom entgleist. Der Zugführer und der Packmeifter erlitten schwere Verletzungen. Sonst wurde Niemand beschädigt. Lemberg, 23. September.(Feuersbrünste.) In Kalu»z (Galizien) brach gestern Abend 8 Uhr auf der Südselle des Ringplatzes, wo in einem Holzgebaude unvorfichtiger Weise mit mtzünddarm Stoffen mantpultft wurde, ein Feuer aus. In Folge außerordmtlicher Dürre und des statten Windes nriff das Feuer äußerst rasch um stch. Obwohl aus der aanzM Umgebung in Kürz« zahlrdche Feuerwehren angerückt kämm, brannte doch bald die ganz« Häuserreihe auf dem Rwgplatz« nieder, worauf sich die Flammen nach der DolinSkagaffe loit« pflanzten. Innerhalb zweier Stunden waren sämmtliche Häuser auf dem Rtngplatze vollständig einaeäscheft. Der Schaden ist srbr groß; sogar diejenigm Habseligkeiten, welche man au» dm Wohnungen noch rechtzdtig fortgeschafft hatte, wurdm ein Raub der Flammen und die Einwohner retteten nichts, als das nackt« Lebm. Im Ganzm fielen mehr als 300 Gebäude dem wüthmden Elemente zum Opfer- Mehr als zweitausend Personen find brot- und unterstandSlcs." — Ueber einen»eiterm großm Brand in Ungarn wttd dem «N. W. Tgbl." aus Pest vom 23. d. M. telegraphtrt:„Tie Stadt Töiök-Vöcse(lorontaler Komitrt) steht in Flammen. Bis 5 Uhr Nachmittag» warm über 120 Häuser nebst Neben« gedäudm abgebrannt. Biel« Kinder find dem Feuer zu« Opfer gefallen, vi« freiwillige Feuerwehr und die hier gar« ntsonttendm Husarm arbeiteten unermüdlich an der Bewälti» gung des Feuer», welches erst gegm 11 Uhr Abend», als der Wind stch drehte, einigermaßen auf seinen Herd beschränkt werdm tonnte,«in Drittel der Stadt liegt in Asche. Budapest, 24. September.(Blutiges Liebesdrama.) Eine Kellerwohnung im Hause Rosmgaffe Nr. 37 war d ute Nacht» der Schauplatz eines blutigm Vorfalles. Ein Mädchen»er« suchte au» Eifersucht vorerst ihrm Geliebtm, sodann sich selbst m tödtm, erreichtt in deidm Fällen aber nicht ihre Absicht- Der Sachverhalt ist folamder: Der au» Bayem gebüdigk 2?jähdge Buchbindergehtlfe Simon Herold unterhielt scW seit längerer Zeit mtt der 21jährigm Irma Kostyan ein in? times Verhältniß. Herold mußte vor Kurzem sein Hanvweft ausgeben und war im Kiosk am Eltsadeihplatz al» Dimer beschäftigt. Di« deidm jungen Leute lebten in stetem Zwist miteinander. da die Kostyan ihrem Geliebtm nicht traute unv ihn im Verdacht hatte, daß er anderm Mädchen den mach«. Gestern Abmds. anläßlich eine« Besuch-» bei ihrem Geliebten, ttaf fie dmselden schäkernd mtt einem vimstmädchen- Sie machst ihrem Geliebtm hierüber bittere Vorwürfe. JoWS sich aber schließlich anscheinend mtt ihm aus. In jedoch beschloß die Kostyan, sich an ihrem Geliebtm»u und führst ihrm Vorsatz auch aus. In später Nacht er»aa, Herold aus demfSchlafe in Folge eine» fürchstrllchm Schmer dm er in der HalSgegmd verspüfte. Di« Kostyan halst nämlich mit einem Küchmmefser eine tief« Wunde a« v beigebracht und dann versucht, sich ebmfall» dm Ha> � dmchschneiden. Auf da, Geschrei H-rold's«wachten � übdgm im Zimmer befindlichen Personen, welche tUf1 g, iungm Leute von Blut überströmt im Bette bemerkst«., ÄWlftÄf W letzunam Beider sind schwer, aber nicht lebmsgefShm«. ihrer Vemehmuug gab die Kostyan mi. daß sie. von � sich auch der Fabdkstnhaber Maßloff._____— „ übrigen TheU der Zeitung vtmhftraße 1 Beilage zum Berliner VolNlatt. Ar. 226 IienUag, den 28 September 1886« in. Jahr,. Lokales. AuSstelluvg de»«trahendahuveretoS. Vcrburdtn mit der ffiet'oc niluna ist eine inUKstontt«utstelluns von Mo» btUeti, Zeichnungen, Pbotogiapht-n, Plänen, Fabrikaten und Entwlirten, die verbältnizmäßiz reich deschickt ist. Voran steht «ine ans-hnliche Kollekiion bezüglicher Gegenstände, die die Große Berliner Pferdecisenbahn- G-sellschast autgest'llt hat. ?n die Augen trit: zunächst ein Tableau, worin die verschieden- farbigen Fahrbillcti zusammengestellt find. Darüder hängt ein in giößestem Maßstab angesertigter Plan von Berlin, worin farbig alle Pferdebahnlinien und Depots eingezeichnet find. Außerdem ba die G-sell'ch.ft den Plan eine» E'.agen. Pferde stalle» für 2CO Pferde, sow�e verschiedene Schienenprofile au», gestellt. Im Anschluß an diese Sammlurg ist eine neue Er fiiidung zur Erleichteiung de» Anziehen» für die Pferde, in» besondere für solche vor Pferdebahnwagen. ausgestellt, die groz« Beachtung in technischer, wie wirthschastlicher Beziehung findet. ES wird diese dem Ingenieur Wilhelm Werntgh(Berlin) paten- tirte Anuiedtvorrichtung in einem Modell vorgeführt, nach dem da» Problem durch eine höchst«in'ache Konstruktion gelöst ist. Die«rast ,um Bewegen eine» Ps-rdebahnwagen» betragt bei Anwendung der AmriedSvorrichtung nur die Hälfte de» jetzigen Kraftaufwandes de» Pferde»; dieselbe kann jedoch je nach dem U'bersetzungkverhättniß des die Kraft übertragenden Doppel» hcbelt vergrößert oder vermindert werden. Der neue Apparat ist bereit» versuchiweik« seit längerer Z-.it°uf einer Linie der Großen Berliner Pterdeeisenbahn» Gesellschaft in Gebräu». Von hiestgen Fabrikaten tritt zunächst Herr F. Eckert mit seinen Fabrikaten au» schmied» barem Eisenguß, sowie mit seiner Stroßenkehrmaschine und seinem Schneepflug hervor. Sehr umfängliche Ausstellungen haben von auswärt» die Phönix Attiengesellschaft für Berg. und Hüttenbitried in Laar bei Ruhrort a. Rh. und da» Eisen. und Stahlwerk zu Olnabrvck geliefert. Die Sammlung der ersteren zeigt besonder» 18 Stahlschienenprofile. die in ver» schtedenen Theilen der Welt, in Berlin. Köln. Barbado», London und Manchester, Melbourne rc. zur Anwendung gekommen find. In der Osnadrücker Sammlung ist besonder» beachtenSwerth ein Schtenenprvfil für Sllaßendabnen, bei welchem jeder Schienenstoß vermieden wird. W- R. Rowan hat ein Wagenmodell vtt beweglichen Achsen für Kurven von 40 Metern, sowie einen Kondensationsapparrt für seine Dampf» wagen, die hier auf der Kurfürstendamm Allee nach dim Grunewald hin laufen, ausgestellt. Die hiestge Fabrik für Pferdebahn» BetrledSmat'rial von H. Grengel hat u. A. eine neue Weiche und«ine Schutzvorrichtung an Pferdebahnwagen, die vom Ingenieur Peifer ver Großen Berliner Pferdeetsen- bahngefellschaft konstruirt ist, ausgestellt. Zu erwähnen find noch hübsche Sammlungen von Schmiergefäßen au» Messtng und Eisen der Fabrik von Reifert in Köln, von Gummipufiern, Petroleumkackeln au» Gußeisen, Wigenlateinen und anderen Bileuchtungeopparaten. Auch hat die Berlin Himburg» Naloufiefabrit ein büdsche» Tableau von Hölzern für Straßen- Pflasterung aulgestellt. Unter den Ausstellungen auswärtiger Pferdedahngesellschatten führt der Direktor der Breslauer Straßenbahn gesellschaf', Otto Büfing, vetaillirte Pläne elne» größeren Bahnhofes, sowie«ine intereffant« Sammlung von Schienen, Laschen, NS>la und dergl. in ihrem abgenutzten Zustande vor. Gegenwärtig wird die GreifSwaldrr Straße ngulirt. Die Straße erhält auf jeder Seite einen 4 Meter breiten Bür« gersteig, recht» und link» einen breiten Fahrdamm und in der Mitte eine mit Baumen bepflanzte Promenade. Nur die Georgengemeinde(!) weigert fich, den alten baufälligen Zaun ihre» Kirchhofe» um die erforderlichen 4 Meter zurückzurücken und den dahinter liegenden Streiten frei zu geben. Der zwischen der an der Bauflucht! nie liegenden Leichenhalle und drm an der Straße entlang führenden Zaune liegende Sttelfen wird zum Thetl zur Ablagerung von Schult und Dünger, zum Thetl vom«irchhofSgäriner zur Aufstellung seiner Blumentöpfe denutzt. Auf diesem Streifen liegen aber noch ein paar Kin» dergräber, von deren Hügeln alleiding» keine Spur mehr zu s.hm ist. Die Anverwandien laben kein Anrecht mehr an diese Gräber, well die Verjährungifrist längst verstrichen ist. Die letzten Leichen find an jener Steve bereit»«n Jahre 1847 beerdigt worden, Da da»»rrrcht der Angehoiigen an die Am Fenster. Ein Straßenbild von Ludwig Thaden. fNachdruck verboten.) Man hat gesagt, daß, wenn von unserer heutigen Kultur auch nicht» auf die Nachwelt käme, al« eine Num« wer der Time», man doch au» dem Inhalt sich annähernd ein Bild würde machen können von dem Leben de« moder- neu Menschen und wie er auf Erden sich eingerichtet hat. Entsprechend würde auch für denjenigen, dem e» nie gestattet worden, au» seinen vier Wänden heraus zu kommen, ein Blick aus einem Fenster meiner Wohnung genügen, um ihm auf einem Raum von einigen hundert Quadrat« Metern alles da» zu zeigen, was den Stolz jdeS neunzehnten Jahrhundert» ausmacht, dem wir den größten Then der Annehmlichkei en und Bequemlichkeiten unseres täg- lichen Lebens verdanken; er würde ihm den Menschen von heute zeigen fast von der Geburt bis zu seinem Tode, m Freud und Leid, in seiner ganzen viel verzweigten Thätig- reit, in seiner Blüthe und Entartung, in allen Phasen der »�zunächst ins Auge fällt, ist freilich meistens nichts weniger als anmuthend— alles grau in grau, graue Dächer, graue Seitenmauern, graue lang sich dahinziehende Straßenseiten, Ruß, Rauch und Staub. Dann hebt auS dem Dunst zunächst eine Krrche sich empor aus rothgrauem Backstein mit kahlem, schmucklosem Thurm und ernem Hos, von dem nur einige Baumwipfel und ein schmaler Rasen« 3'pfel für uns sichtbar bleiben. Hinter ihr nach rechts hrn dehnt eine große Gasanstalt sich au» mit langen Arbetts- hallen, hochragenden Gasometern und noch höheren Schlo- «n. Ihr ,ur Seite wäk.t b!« Svrce ibre dunklen Fluthen Un. Ihr zur Seite wälzt die Spree ihre duvklen Flr.. vahin. Kähne, Dampfer und Flöße tragend. Bon der Brücke, welche breit und massiv über den Fluß her sich wölbt, fällt nur noch die nördl'che Ecke in unfern Gesicht»- Links begrenzt die gegenüberliegende Seite der Straße eine Mädchenschule mit einem großen Hof. Ueber «.!*, Straße hinweg fährt in niedrigem Bogen die Stadt« , hoch durch die Luft eine Telephonleitung mrt vwl» z«, di» drei Dutzend Drähten. In der Ferne glän- S n die Scheiben eine» großen Bahnhofs. Gräber nur 30 Jahre währt, so bat der Kirchenroth bereits tett 9 Jahren da» VerlüpungSlecht über diese G abstellen. Run besteht aber eine alte Beiordnung,»oß Kirchhoftland erst 20 Jahre nach dem Erlöschen aller privaten Anrechte, also in» gelammt 50 Jahre noch der Beerdigung der Leichen zu bau liehen oder Straßmzwecken b»nutzt weiden darf. Der Raum kann also frühestlns in 11 Jahren enteignet werden. Der Kirchemath könnte aber gestatten, daß die L-ichen ausgegraben und an anderer Stelle dmdigt würden. Darauf geht aber der Kirchenrath nicht ein. Der Magistrat hat stch de». halb entschließen müsien. so weit der Kirchhof reicht, dm einm Straßendamm um 1% Meter zu verringern und einen ganz schmalen Bürgerfieig von 1% Meter herzustellen. So schneidet der Zaun de» Friedho'ei an ver östlichen Ecke rechtwinklich in dm neuen Falndamm hinein. Die Rntiidung de» Retentionsrechts spielt bei dm großen Quartattumzagen hier in Berlin stei» eine große Rolle» namentlich in unserm Vorstädten, wo jeder CUaUalt umzug eine kleine Völker iranderung rcp'äskntirt. E» erscheint daher zeitgemäß, darauf hinzuweisen, dvß die vteloerbreitete Anficht, al» stände der Polizeibehörde bezügl ch des an den Effekten der Mietb« seiter» der Vermiether ausgeübten Retentionsrechte» eine Einwirkung zu, eine durchaus irrthümliche ist. Da» dem Vermather«ingerLuaitt Retentionsrecht ist leider ein parz unbeschränkte» und steht daher den polizeilichen Organen kein Recht irgend welcher Intervention zu, ja, e» ist denselben solche ausdrücklich untersagt, selbst tür den Fall, wo eine ungerecht« fertigte Rctinirung der Effekten vorzuliegen scheint. E» ist sehr begreiflich, daß zumal die kleineren Mieiher in ihrer Herzensangst, wenn ihnen die nolhwrndigstm Betten, da» Handweik»- zeug u. vgl- unentbehrliche Dinge, welche sonst der Pfändung nicht unterliegen, relinstt werden, fich zunächst an da» zu» ständig« Polizeidureau wenden und von dort Hilfe erwirtrn, ste müssen aber abgewiesen und an da» Gericht gewiesm wer- dm. Ob eine so weitgehende Berechtigung zur Pfändung wegen einer Priratschuld ver Billigkeit entspricht, darf füglich de- zweifelt werden und ist nicht abzusehen, weßhalb bei einer MiethSschuId nicht ebenso wie bei jeder andern Schuld die zum Leben und Ledenserweid unentbehrlichen Gegenstände, wie Betten, Handwerkszeug u. s. w. der Pfändung und zwar von vornherein entzogen, und der Polizeibebörde die Möglichkeit gegeben werden könnte, zunächst einm modus vivendi zu schaffen, d t. t» zu vilbindem, daß da» Retentionsrecht auch an den sonst der Pfändung nicht unterworfenen Gegenständen aus- geübt wird. Ebenso entspricht eS kaum der Billigkeit, daß in strittigen Fällen, wo die Berechtigung der Ansprüche noch richterlichem Spruch zu unterliegen hat, dem„beert! possidentes" eine so weitgehende und oft verbängnißrolle Berewrtgung ein« geräumt ist, daß dem Schuldner nicht nur die Verfügung, son» dern sogar die Benutzung seiner gesammten Effekten ohne Wei- tere« vom Gläubiger entzogen werden kann. Es würde jeden- fall» genügen und auzendlrckllchen Verlegenheiten, auf welche es häufig amug gerade abgesehen ist, vorbeugen, wenn bei er- hobmrn Miethranspeüchm dem Vermiether da» Recht zustände, die Effekten de» Mtether» mit Arrest zu belegen bi» ,u erfolgtem Rtchterspruch, welcher festzustellen hätte, welche Effekten rvent. der Pfändung und weiteren Verwerthung unterwortm werden sollen. Eine gesetzliche Regelung dieser namentlich für die weniger Bemittelten äußerst wichtigen und ott von undcrechen- baren Folgen begleiteten Verhältniffe dürste unabweisbare» vedürfniß sein. Ucber die Cholera schreibt der„Volks-Z'g." ein Mitar« beittr: Erlauben Sie mir, Ihnen angeficht» der in einigen Theilm der österreichisch-ungarischm Monarchie herrschenden Cholera einige Beobachtungen mitzutheilen, welche ich hinstcht- lich der Vnvreilung der Cholera in einem längeren Zeitraum gemacht habe. Wenn die Czolera in Budapest statt Anfang September im Juni, Juli ober Anfang August aufgetreten wäre, so würde die Gefahr einer Verbreitung nach Deutsch land viel größer gewesen sein, al» gegmwärtta; zumal va seit länger al« einer Woche ein dedeutender Witterungsumschlag eingetreten ist und die sommerliche Hitze einer sehr herbstlichen Frische, ja sogar Kälte— in Thüringen ist in dm letzten Nächten schon vielfach eine dünne Etshaut auf stehendm Ge- wässern demerki worden— eingetreten ist. Ist nun kalte Witterung auch nicht im Stande, die Cholera da, wo ste fich im Früsommer eingenisttt hat, zu ersticken und ist bei früheren Da» ist der äußere Rahmen, in welchem da» Tage»- getriebe mit stet» wechselnden, stet» fesselnden, stets neu an- regenden Bildern sich abspielt. Es ist Morgens gegen vier Uhr. Die Sonne ist eben am Horizont emporgetaucht und färbt den östlichen Theil des Himmel« goldig roth. In den Straßen ist eS noch still, nur in langen Zwischenräumen holpern schläfrig einige Nachtdroschken vorüber. Die Spatzen lärmen, die Schmal- den zwitschern, auf einem vorspringenden Giebel des Kirchen- dache? schmettert flügelschlagend ein Staar sein Morgen- lied der Sonne entgegen. Nun kommen schon einige Wa- gen mit Grünkram, Gemüse, Fleisch, Butter und Milch vor- übergefahren, spät heimkehrende Nachtschwärmer mischen sich mit schon vom Bahnhof hereinschlendernden Fremden. AuS dem Innern der Stadt wird das Gebraus« flotter, stärker, lauter und lauter, immer reger wird«S auf der Straße, die Trottoir» beleben sich. Nun rollt bereits die erst« Pferdebahn vorbei, Gefährt folgt dem Gefährt, leere Roll» wagen, Wagen mit Baumaterialien— Steinen und ge- löschtem Kalk— mit Eisen, Kohlen, Bierfässern. Brodaus- tragende Jungen, Männer, Mädehen und Frauen im Ar- beitSkleide eilen vorüber; nun kommen bereits die Kinder zur Schule gelaufen, die Mädchen mit der Büchertasche in der Hand, dee Knaben mit dem Ränzel auf dem Rücken; die Läden öffnen sich. Die Stadt ist erwacht und das TageSleben beginnt. Wie dieses TageSleben sich gestaltet— der Großstädter merkt es kaum. Er ist an den brausenden Strom des Ver- kehrS mit seinen stet» wiederkehrenden Typen und charakte- rist'schen Erscheinungen so gewöhnt, daß eS schon eine» ganz besonderen Anlasses bedarf, seine Gleichgiltigkeit zu besiegen und sein Auge zu reizen. Erst bei fortgesetzter, eindrinz- licher Beobachtung werden wir uns bewußt, wie viel dort eigentlich zu sehen ist und aus wie vielen verschiedenartigen Einzelheiten daS Schauspiel, das jeder Tag un» bietet, in seiner Totalität sich zusammensetzt. Dort hat eme Anzahl •auen und Mädchen auf den Stufen und Wangen einer gSWK SH Cholera Epidemien grade der September häufiz ein durch große Sterbliibkeit fich auszeichnender Monat gewesen, so trifft Bö» doch immer nur für solche Epidemien zu, die sich im Sommer eingestellt hatten und dann bi» m dm Herbst hinein dauerten. Die Cholera muß fich also schon in den heißen Monaten eingenistet haben, um im Herbst gefährlich zu werde«: hat fit aber im Herbst, zumal tn einem mit solcher kalten Dem» peratur auftretenden, wie dem gegenwärtigen, fich noch nicht in Deutschland festgesetzt, so schwindet die Gefahr mit jedem Tage mehr, mit welchem wir dem Spätherbst und Winter ent- gegengehen. E» liegt die» mit wesentlich daran, daß mtt Ein» tritt der kälter«!, Jahreszeit elne Menge die Keankhett begünstigende Momente in Wegfall kommen. Erkältungen und Diätfehler und deren Folgen kommen häufiger Ende Sommer vnd in den ersten Uedergangswochm vor, al» im Herd», wo fich Diät und Bekleidung schon mehr nach der kälinen Jahre»» zeit eingerichtet haben. Ferner geht der Zersetzung», und Ber- wcsung» prozeß organischer Stoffe im Herdfl und Winter nicht so rapid- vor fich, wie in den heißen Monaten, außerdem stellm stch die großen Luftreiniger. Regen und Wind, im H rdst häufiger ein. Alle» da» find Umstände, welche der Ar stedlung und dem Einnisten der Cholera tn den späterm Monatm de» Jahre»«ntgeqenwtrkm. Man braucht daher wegen de» Auf- treten» der Cholera in Ungarn fich argenwärtig in Deutsch» land nicht sehr zu beunruhigen, obwohl Voifitt jederzeit nütz» lich ist. Schlimmer würde e» aber für da» nächste Jahr sein, wenn die Chrl-ra tn Ungarn überwinterte und im Frühjahr dort wieder ausbrechen würde. Dann würde eine Autbreituna der Seuche nach Norden zu, begünstigt durch die warme Wtt« terung der Sommermonate, eher zu erwarten sein. Dieser Ge» fahr vorzubeugen dürft« vor Allem Sache unserer deutschen Sanitätsbehörden sein, und ste werden wohl auch darauf ihr« Aufmerklaml-tt richten. Am Kottbuser Damm werden aegenwärtig die G und- stücke der Stavt- und Ringbahn zur Vermt-thung al» Lagerplätze vom Eisenbahn Ft»lu» außgedoten. Dem gegenüber er- scheint e« angezeigt, darauf hinzuweisen, daß in nächster Zeit mit Rückficht auf die bei dem großen Brande in der Schinke- straße hervorgetretene Feuergefäh-ltchkett von Lagerplätzen der Erlaß weitgehender polizeilicher Vorschriften für solche Liger. statten bevorsteht. Danach dürste insbesondere die Lagerung von Brennmaterialien und dergleichen von polizeilicher Erlaub- niß abhängig gemacht werden, welche nur unter besonderen. jede Feuergksährlichkett ausschließenden Bedingungen ertheitt werden wird. Di« Pächter von Lagerplätzen werden sonach gut thun, gleich bei Abschluß der Pachtvernäg« darauf Rück- ficht zu nehmen, daß ihnen durch Erfüllung der polizeilichen Vorsebriften nicht unerhebliche Unkosten entstehen können. Die«aturwisssnschaftliche«nsftellang, welche vor. gestern Abend geschloffen winde, ist im Ganzen von 6000 nicht zum Kongreß gehörigen Personen besucht worven; dazu kommen die 4155 Mitglieder und Thetlnehmer der Versammlung, die fast täglich die Ausstellung in Augenschein nahmen. Am Sonn» tag allein«rfchlmen daselbst 1000 Besucher. Die Kurrend« ist wieder da! Wer verkennt nun noch den Werth ver Zeil.' Gin, tn der Still-— von dem wider» Hfl«, G-pIScr abgesehen— hat stch diese, von den Bettel» Mönchen, fahrenden Schülern und A-B-C� Schützen de» Mittel» alter« hergeleitet« Institution«euerding» wieder unter der Sonne de» 19. Jihrhundert» hervorgewagt, nachdem ste im Jahre 49 drm gewaltigen Umschwung der Dinge gewichen und nach einem kläglichen Versuch, ste während der darauffolam- den Reaktionszeit wieder einzuführen, endlich Ausgang» der 50er Jihre von der allgemeinen Mißachtung eingesargt wor- den war.— Vorläufig scheint die wiedererstandene Kurrende die Weisung erhallen zu haben, auf der ersten Etappe für da» Heil der sündigen Bewohner de» Pottdamer-Viertel« zu sorgen und zu fingen. Seit einigen Tagen durchziehen, ganz wie vor nahezu 30 Jahren ausgerüstet mit den bekannten Shwarzen Kurnndemäntelchen, die modernen Bettelmönche an er Spitze eine» frrmm dreinschauenden Führer» die Straßen de» Potsdamer Viert«!»,'aufiden Höstn fingend und betend fromme Lieder und, wie früher, spärlich fließende Gaben von der ver» wunderten Zuhörerschaft einsammelnd; laut schwatzend und lustig, lärmend, während der hagere Fübler die Stimmgabel in die Westentasche hineinsteckl. schweift dann die erlesene Schaar weiter von Hof zu Hof. Verblüfft und unwillkürlich Seide und Spitzen verhüllt von der Amme au» dem Spree» walde vorbeigefahren wird. Dort vor der Kirche spielen eine Anzahl vier- bi» fünfjähr ger Knaben und Mädchen durcheinander. E» sind einige unter ihnen, die nicht Strümpfe und Schuhe an den Füßen haben, andere im Sammethöschen, Röckchen und weißem Strohhut. Noch find die Standesunterschiede nicht zwischen ihnen auSgepräg», aber auch sie sprechen schon von Geld und Gut, Reich und Arm. Schärfer wird die Differenzirung. sobald da» Kind da« schulpflichtige Alter erreicht hat. Dort hinein in die Schule jenseits der Straße verirrt sich nur selten ein Gold- fisch. Die Kleider, welche die Schülerinnen tragen, sind stets sauber, aber wenig kostbar und wenig ele- gant. Aber schauen wir nur ein wenig hinunter auf das Trottoir. Siehst Du dort daS Dämchen mit dem Sonnenschirm, dem kurzen flatternden Kleidchen, dem zier- lichen Hütchen auf den»landen Locken? Sie ist kaum acht Jahre alt, aber ahnst Du nicht schon da» Modepüppchen von achtzehn Jahren in ihr? Und dort sind ja auch der Herr Papa und die Frau Mama— et in hohem Hut, weißer Weste und schwarzem Leibrock, sie in weit nach hint-n sich aufbauschender Seiden-Robe, im Affenjäckchen. daS Kasuarhütchen weit auf der hochhinaufgekämmten Fri- lur-— J" der Schule hat inzwischen das akademische Vrertel begonnen, in hellen Haufen strömen die Schüle- rinnen auf den Hof, jubelnd wirbeln sie durcheinander— rasch aber ordnen sie sich in«nie lange Schlange zusammen und schreiten je fünf und sechs neben einander unter Auf, ficht einer Lehrerin ehrbar und gesetzt wie alte Damen dahin. Tollheit, Uebermuth, Tanzen, Lachen und Springen scheinen ihnen bereit« stündlich ausgetrieben, selbst auf der Straße scheinen sie hübsch manierlich, ruhig und ernst. Um so eiliger hastet die ältere Menschheit vorwärts, besonder» der Jünger Merkur«. Er ist PetS wohlgekleidet und trägt stets etwas unter dem Arm, wenn eS auch weiter nicht» ist al« ein Regenschirm. Häufig begleitet ihn ein Dienstmann hoch bepackt mit Packen und Packetchen. Nicht so leieht zu unierscheeden sind die verschiedenen anderen Gewerbetreiben- den. Jener da mit der hohen Seidenmütze und d r weiße« Schürze ist freilich nrcht zu verkennen— er ist Fleischer: der dort mit den schwarzen Händen und der tufsigm. fraßt sich mancher seit den 50.* Jahren inzwischen zum Mann« vereiste Berliner bei dem leibhafttaen Austreten dieser Jugend- erinnmmg, ob er wohl noch ein Kind sei— oder, od er um- sonst biiher gelebt?—„Na, Berlin, verproviantir« Dir! Der Eogroevandel t« der Zeutralmarkthalle, der gegenwärtig um 2Zs Uhr MorgenS beginnt, wird vom 1. Ott. an erii um 4 Uhr ictnen An'ang nehmen. Nach etuer dem Auswärtigen Amte zugegangene« Anzeige des kaiserltchea Seueratkousulatt»« Rotterdam hat die Polieeidrhöide daselbst die Zusage ertbrilt, dafür zu sorgen, daß d�njentgen in holländischen öffrntlichrn Häusrrn fich aufhaltenden Mädchen, welche den Wunsch zu erkennen geben, ihrem traurigen Gewerbe zu entsagen, ermöglicht werde, jene Häuser zu verlassen und dabei mstzunebmm, waS ste in dleselbm«ingebracht haben. Eiwaige Schulden, welche ihnen dort auf Rechnung geschrieben find, sollen als nicht vorhanden betrachtet werden und nicht«inllagdar sein. Dir vom kaiser- litten Konsul eingezogenen Erkundigungen haben bestätigt, daß längS der preusjisch-hollandischen Grenze, namentlich aber von der Rbeinvrooinz auS, durch Grlindevermiether, Jnbaber öffent» licher Häuser und verkommene Frauenzimmer der Handel mit deutschen Mädchen zu deklagenSwerthen Zwecken betrieben wird. Die unglücklichen Geschöpfe, welche aui den bezeichneten holländischen Häusern sott wollen, können die Hilfe der nieder- ländtschen Polizei in Anspruch nehmen. Die Mode erstreckt fich in unserem lieben Berlin und seiner Umgebung auch auf Konsumartikel, waS die fortwährend f{steige! te Einführung fremder, namentlich Münchener Biere eweift. Ein darauf bezügliches Kuriosum wird unS von einem aus der Sommerfrische, dem Seebad Rüdersdorf bei Berlin. heimkehrenden Kaufmann, der nur echtes Bier trintt, verbürgt. Betreffender Kaufmann erklä te dem dortigen R staurantbefitzer, H-rrn Liesen, daß er in Berlin täglich ein Dutzend Seidel „Weihcnstephan" trinke und daß er daS auch in Rüdersdorf tbun würde, wenn er Wcihenftephan haben könne.— Herr Liesen, der bisher Berliner Hosdräu zapfte, wollte einem so guten Gaste willfährig sein und schaffte Wtihenstephan an, womit aber die anderen Gäste, da ste solches thmer bezahlen wußten, nicht zufrieven waren. Nun war guter Rath(Heuer; auf der einen Seite Unwillen der Gäste, auf der anderen die MMichleit, einen sehr guten Kunden zu verlieren.— Da de« schloß man in pleno, dem Weihenstephan. Enthufiasten Ber- einer Hofdräu anstatt Weihenstephan vorzusetzen. Geplant— geihan! Am nächsten Abend, nachdem in fröhl cher Tafel- runde einige Dutzend Seidel koni'umirt und auf besondere An- frage der S rff als ganz vorzüglich befunden war, offenbarte man dem echten Biertrinker, daß er mit vielem Behagen Ber liner Hofdräu für Weihenstephan getrunken habe, und zahlte ihm die Differenz zwischen Hofbräu und Weihenstephan herauS. Aber— der Prophet gilt nichts in seinem Vaterland«. Die Amerikaner beim ASvhalttre« der Landsberger- straße machen durch ihren rlegarten Darr piwal. wagen, wie durch die srdwarzen Arbeiter so viel Aufsehen beim hiefigen Publikum, daß die Polizciorgane sehr oft genöthigt find, ort- rund einzuschreiten und die angesammelten Mengen neugieriger Zuschauer zu zerstreuen. Dieses Interesse wäre jedenfalls einer deff.ren Sc che würdig, denn Neger hat man hier schlUßlich zur Genüge gesehen und Dampfwalzen, wenn auch nicht in so eleganter Form, find gleichfalls nichts Neue? für den Ber- liner. Ader vaS Fremde übt auch hier, wie überall, seine An- zichungSkrast auS. Unsere gtfiederte« Sommergäste find gen Süden heimwärts gezogen— aber sie tehren gleichzeitig, so wider- sprechend daS klingen mag. in großen Massen wieder, d. h. ste erscheinen in unzähligen Ex-mplaren auf den neuen Saiscn- hüten unserer Damen. Emen Blick in die Schaufenster der Damenhuthandlungen oder auf den ersten besten Mädchen- oder Frauenkopf, drffen Bedeckung den Reiz de: Neuheit Huf, belehrt unS, daß die vorjährige herzlose Mode, die Hüte mit Volgel bälgen zu verunzieren, nicht nur im Verschwinden, son- d'rn im G'giniheil bedeutend im Wachsen ist. Die todte» Vögel tauchen j tzt auf den Herbst- und Winteihüten paar. weise auf und Damen, die einen besonders„feinen G.fchmack" haben, auch für diesen keine Kostin scheuen, tiagen ganze Kränze kleiner Sänger oder Kolibris auf fich b-rum. Giebt «S denn kein Miltel, unsere Damen von der Geschmocklostgleil und Widerfinnigkett dieser abscheulichen Mode zu überzeugen, durch die g«rade,u zum Mass nmord unserer Singvögel tzr- ouSgeiordert wird? Ein Blick auf die Kc-nfilverke unserer Museen zeigt unseren Damen, daß kein Künstler e» wagte. seiner Schöpfung einen derartigen„Schmuck" als Kopfbedeckung zu geben. Woher kommt eS, daß unser« Damen gerade in dieser Beziehung dem Unlünftlerischen huldigen und der Mode zu Liebe Jndianersttten annehmen? Wie g« wältig der Anprall bei d'm entsetzliche« Eisendahu- Unglück ans dem Potsdamer Bahnhofe ge« Wesen ist. erst bt man daraus, daß VaS OdergesteU des ersten Waggoni des einfahrenden Reservisten Zuge« vom Untergestlll förmlich rastet und in dm nachfolgenden zweiten Waggon ge- trieben, und da» Dach über mehrne Waggon» hinweggeschodm Blouse ein Schlosser oder Grobschmied, da» kleine zierliche Männchen mit dem unternehmenden Gesicht ohne Zweifel ein Schneider, der Würdige, Nachdenkliche mit den Cotel» kette» in dem bleichen Gesicht ein Kellner. Aber jener dort mit der kleinen Mappe unter dem Arm— eS ist ein Student? Nein, er ist nur Barbier! Nur? Hüte Dich, Freund, daß er Dir nicht zzelegentlich diese» Wort einmal einreibt. Studerten triffst Du in unserem Viertel nicht häufig. Aber einzeln siehst Du auch hier die bunte Mütze und daS Verbindungsband. Willst Du einmal zu Mittag essen dort»"ter dem Stadtbahnbogen in der Alhambra für sechSzig Pfennig— und gar nicht schlecht, sage ich Dir — so wirst Du sie dort in größerer Anzahl beisammen- finden. Der Arzt, der Jurist, der Beamte et hoc genus omne— sie verschwinden, von der ulleS nivellirenden Kultur beleckt, unter der Menge. Sieh nur den dort mit dem Aktenbündel, dem grauen Haar, der großen Brille und dem schäbigen Rock. Klug, spähend, ironisch, fast hämisch lächelnd schaut er um sich— er gehört zum Gericht, wenn auch vielleicht nur als Win'eladvokat. Der Postbote rennt von Haus zu HauS. Der dort an der Straßenecke mit der Pickelhaube, der so väterlich von oben herab in das Getriebe hineinsieht— e« ist ein Schutzmann, wenn Du e» noch nicht weißt. Er ist der gemüthlichste von allen und wird Dir mit Rathschlägen und Fingerzeigen, so weit er kann, zu Hilfe kommen, wenn Du ihm nur ein guteS Wort gönnen willst.— Wie die Blumen auf der Flur, so sind dort unten in dem farblosen Einerlei— die Damen. Freilich bedeckt und verhüllt, mit Ausnahme der wenigen Sommermonate, fünfzig unter hundert der Regen- mantel, wie die Nacht allen Glanz und Schimmer, alle Löcher und Blößen. Aber welche Mannigfaltigkeit in allem, was zum Schmuck de» Kopfe» gehört, welcher Reichthum selbst hier in den Farben. Siehst Du dort da» Mädchen mit dm lang über den Rücken herabhängenden Zöpfen! Wie hübsch sie angemalt ist I E« ist eine von— jenen Damen. Und jene dort in Sammet mit der klirrenden Kette am Handgelenk? Auch hübsch weiß und roth be- pinselt ist sie.— Es ist vielleicht eine wirkliche Dame. Der Unterschied ist nicht groß, meinst Du?— Wer wird heim so grob sein! Im? dort nach der neuesten Mode ge- wurde. So auch ist nur die Berstümmelurg der unteren Glied- maßen sämmtltcker Bwunplückten zu ertlärm, die förmlicb ein geteilt waren; einer derselben, der am schwersten verletzte Unter- o fizier. muß,« au» dm Tiümmern mit Rrrlm herauSgehaum werden! Ueber einen Selbstmordversuch in einer Droschke er. halten wir folgende Mitthetlung. An einen dir auf dem Haukoviateiplotz haltenden Droschkmführer trat am Donnerstag Abend ein junge» Mädchen in d«n 20« Jahren mit der Auf- sorderung, ste nach der Neuen Hochstraße zu fahrm. Bor dem bezeichneten Hause angelangt, machte da» Mädchen trotz lauter Zuru'e de» DroschkenführerS keine Anstalten, die Droschke zu verlassen. Der Droschkensührer stieg daher vom Bock und al» er den Wagenschlag öffnete, machte er die Entdeckung, daß da» Mädchm kein L-bmSzeichen von sich gab Ei sammelten sich bald zahlreiche Personen an, von dcnm eine rief:„DaS ist ja die Anna, welche fich schon vorgestern daS Leben nrhmm wollte." Durch hefligeS Rütteln und Schütteln erwachte da» Mädchen auS seiner Betäubung und stch«staunt umsehend rief ste ein üb r da» and re Mal:„Otto, da» ist Dein Werl!" Dann verließ ste mühsam die Droschke, brach aber schon nach wenigm Schritten zusammen und wurde nun auf Veranlassung zweier Schutzleute mit derselbm Droschke nach der ChariiS de- fördert. Da» Mädchm besaß nickt die geringsten G,ldmittel und machte überhauvt einen fehr kümmerlichen Eindruck. Bei fich trug ste ein Köck chen, in dem fich ein kleiner Topf vorfand, der höchst wahrscheinlich eine giftige Flüsstgkeit enthalten hatte. Ei« grausige« Blutbad ist im Dunkel der Nacht ron Sonnabend zum Sonntag auf dem drei Treppen hoch de- legen«» Ftur de» Hirn«Hause» auf eir em Grundstück in der Mariannenstiaße angerichtet noden. Der etwa vierzehnjährige Sohn eine» dort wohnmden Postbeamten hiett in einem üb« dem Kloset d-leaenen Verschlage«ine gan,e Anzahl ron Kaninchen zum nicht gningen Aerg-r sämmtlich« Nachdaren, die namentlich während der heißen Tage von dem dustenden Kaninckenstall im Hause auf da» schwerste belästigt wurden. D« Wirth, ein weiß« Rabe unter seinm Berliner BeiufS« genossen, vertröstete fein« MietHrr, so oft ste bei ihm Klage führten; ind-ffen wurve dir Sache nicht besser, selbst dann noch nicht, al» man mtt der Poiizei drohte; d.-nn der junge Kaninchenzüchter hatte bei dem HauSwtrth soMsazen einen Stein im Brett, und von den MUlhcrn rrohle auch N emand so recht mit der Polizei anrücken, schon auS Rücksicht gegen dm Wirth, der sonst mit allen seinm Mielhein und sogar mit d«m Kindern auf dem besten F.ße steht. In dem gespannten Verhältnisse zwischen Mitther und Kaninchenstall ad« nahte die Kalostrophe am letztm Sonnabmd in der Gestalt einel großen schwarzen Katn», von dem allerdings noch heute nicht klar ist, wie« eigenUich in» HcuS kam und noch wenig«, wer ihm dt« verschlossen« Thür de» Kaninchmstallri erbrach, wozu all«dingi k-ine große Krastaufwendung gehörte. AlS in d« Nicht zum Sonntag Leute, die im Hinterhause wohnten, zurückkehrten, stießen ste gegen einen auf dm Flur geschleuderlm Kaninchen Kadaver; ste machten Licht und sahen nun da» von dem eilig«tfliehen- drn kat« angerichtete Zerstörung» werk. Die Bestie Hute dm größten Theil der Kaninchen erwürgt und zirfl-ischt und au» dem kleinm Stalle floß da» Blut auf den Flur h-rnieder. W-bklagend stand der aui dem Schlaf« au'geschrrckte junge Befitzer an dem Grabe sein« Habe und nahm die Tröstungen der Houtdewohner, die fich um die Mords>me versammelt hatten, entgegen. Durch alle diese Tröftungm kam zugleich die Anficht hindurch: In Berlin gedeiht solche Viehzucht nicht! Bewegung der Bevölkerung Berlin« nach den Ver- vffmtlichungen des stat.niiwen Amr« der Stadt. Die fottg« schrieben* Bevölkerungszahl betrug am 4 Sevtemdirinkl. der nachträglichen An- und Abmeldungen 1 339 776, hat fich demnach gegen die Woche vorher um 43Z Seelen vermindeit. In d« Woche vom 5. bt» 11. September wurden polizeilich gemeldet 3158 »ugezogme, 2158 fortgezogene Personen; standesamtlich wurden 199 Ehen geschlossen. Geboren wurdm 910 Kinder, und zwar ledmd: 404 männliche, 403 weibliche, zusammen 867(darunter 113 außerehelich«), todt 22 männliche, 21 weibliche, zusammen 43(darunter 8 außereheliche) Kinder. Die Ledendgrdormen, aufS Jahr berechnet, bilden 33,7, die Todtgeborenen 1,7 pro Mille der Bevölkerung, die außnehelich Geborenen 13,39 pCt. aller in der Woche Geborenen, davon die bei den Ledend- geborenm 11,88, die bei den Todtgeborenen 18,60 vCt. In der kgl. Cbaruee und Entbindung» Anstalt wurdm St Kinder geboren Gestorben(ohne Todtgeborene) find 933, nämlich 607 männliche, 426 weibliche Personen. Von diesen warm unt« 1 Jahr alt 534(inkl. 105 außnehelich«), 1 bis 5 Jahre 134(inkl. 10 außereheliche), 5 big lOJahre 16, 10 biS 15 Jahre 7. 15 dt» W Jabre 8, 20 dr» 30 Jabre 24, 30 bis 40 Jahre 47. 40 bi< 60 J.hre 81, 60 bis 80 Jahre 63. über 80 Jahre 14 Die Sterbefälle beim Alt« von 0 MS 5 Jahrm machen 71,60 pCt. sämmtlich« in dieser Woche Gestordmm au». Von dm im All« unter 1 Jahr gestorbenen Kindern starben 76 im ersten, 71 im zweiten, 63 im dritten, 53 im vieitm, 43 im fünften, 57 im sechsten, 171 irr siebenten bl» zwölften LebenSmonat«; leidet mit dem hochragenden Cul ist eine Covfcctioncuse — ihre Nachbarin mit dem zierlichm Gange, dem blei- cherm Gesicht und der bescheideneren Kleidung eine Näh- t«in. Leicht kenntlich ist die Köchin und da« Mädchen für Alle». Sonst ab« trägt da» Weib da» Signum dessen, wa» e» ist und treibt, viel weniger ausgeprägt mit sich herum als der Mann. Lautlos eilen die Menschen an einander vorbei, sie kümmern sich nicht um einander, sie verhalten sich wie die Atome al» sie noch indifferent und ungestaltet im Räume sich herumtrieben. Und doch welch' ein Lärm— ein Gewirr von Tönen, da» selbst die geschickteste Tonmal«« nicht würde wiedergeben können I— Die Lokomotiven pfeifen, die Tramways klingeln, die Wagen donnern, die Pf«de stampfen auf dem Pflast«— da« knattert, klirrt, rauscht und rasselt, daß selbst die Trompetentöne eine» Leinkasten» nicht durchzudringen vermögen.— WaS der Mensch an Farbe für seine Person gespart, das hat er an den Vehr« kein all« Art, deren er sich bedient, wieder gut zu machen gesucht— die Wagen der Post sind gelb, die der Packet- fahrtgesellschaft und die Sprengwagen sind roth, die Käfige der hohen Behörde am Molkenmarkt, de» Polizeipräsivn grün, die Droschken und Privatfuhrwerk? schimmern in allen Nüancen de» Regenbogens. Und so mannigfaltig wie die Farben, so mannigfaltig sind auch die Formen. Vom Hundewagen bis zum Eisenbahnw'gen«fter Klasse, vom Lastfuhrwnk einfachster Construction, vom Plan-, Möbel- Bi«- und Flaschenwagen bis zum h«rschaftlichen Coups und Landau« mit Gummirädern dürfte kaum ein Modell »«hangle Pferde biegen über den Straßendamm; em imm von denselben waren«nährt 59 mit Muttermilch, 2 mit Ammenmilw, 300 mit Thiermilch, 18 mit Milchsurroaaten, III mit gemischt« Nahrung, von 44 war e» unbekannt. Todesursachen waren beiond«»: Lungenschwindsucht(66), Lungenentzündung(24). Bronchtalkatarrd(16), Kehlkopfenttünvung(7), Krämpfe(74). Gehirnschlag(21), Gehirn- und Gehirnhautentzündung(33). KredSt20), Altersschwäche(17), Lebensschwäche(25), Adzebruna(33), Matern(—), Scharlach(4), Diphtherie(25), Typhu»(5), Diarrhöe(125), Brechdurchfall(233), an anderen Krantbeitim starben 194 und durch Selbstmord 11, davon durch Vergiftung—, durch Erbangen 7. durch Ertrinken 3, durch Erschießen 1. Die Sterblichkeit der Woche, auf da» Jahr de« rechnet, kommen durchschnittlich aus 1000 Bewohn« in Berlin 36 3, in Breslau 50,2, in Frankfurt a. M. 15 5, in Köln 42,2, in Dresden 37 5, in München 40,0, in Bremen 22,7, in Stuttgart 16,9, tn Wien 22.7, in Pari» 21,2, in London 16 6, in Liverpool 30,4. In der Woche wurden dem Polizeimä- stdium gemeldet al»«trankt an TyvhuS 48, an Mafnn 51. an Scharlach 44, an Diphtherie 141, an Pocken—. In den 9 größeren Krankenhäusern wurden in der B«ichtSwoche 756 Kranke aufgenommen, davon litten an Mas«n 1, an Scharlach 6, an Diphtherie 28, an Tyvhu» 28, an Role 2. ES starben 116 P«fönen od« 12,4 pEt. all« in d« Woche Ge» storbenm; als Bestand verblteden 2947 Kranke. Etraßenfperrangev. Die Borlstraße, von der Belle- olliarce- dit zur Gioßdenenstraße, jedoch ausschließlich de» Kreu, dämme» mit der tetz'«en, wird behuf» Einlegung von Pier debadn geleilen vom 27. d. M. ad, die HeinerSdorferstraße, von der Prenzlauer All« biß zur Greiskwalderstraße, einschließ- lich deS Kreu, dämme» ont d« ltz leren behuft der Utnpflisterunz vom 29. d. M. ad, die PotSdamerftraße, von der LlvenSleb«!- biß zur Kmsürstenstraße, und die Bülowstraße, von drr Stein- wetz bis zur Froben straße, behuf! E nlegung von Pserdedahn- geleisen, und dt« Chaussee nach Saatwinkel, von der Fenn- bis zur Torfstraßen-Brück?. behuf» d« Reubelchüttung vom 30. d. ad dt» auf Weit««» für Fuhrwerke und Reiter gesprttt. «arkthalle»- Bericht von Z. Saud«»««.»Svtifche« BerkaufSvermttti«, Berlin, Zentral-Martthalle, den 27. Sep» temd« 1886. Die Zrfuhr an Hafen, Rebhühnern, Rehen ist noch nicht hinreickmo, den gesteigerten Bedarf zu befriedigen. Die Ber- lin« Markthalle npr«st hatten fich daher auf ein« Höhe, wie fie von Händlern nicht gezahlt werden. Noch pflegen die Absender nicht imm« zu beachten, daß Wild, G stägel und Hasen vor dem Bersandt auSgewkidet werden müssen. Die Hühn« sollen einzeln tn Papi« gepackt in Körben vnsandt, die Hrsen bloß an Stangen gebunden wnden. Der Preis für Hirsche ist wegen dir begonnenen Brunst gering«. Reh« 70—90, Hirsch« 25—35, Dammhirsch 35-50, Wildichwein 25 di« 36 Psennig pr. Rebhühn«, junge 95—120, alte 70 bi» 85$f, Fasanen 3—4 R., Wackteln 50—60 Pf, wild« Enten 0.80 bli ILO, Hasen 3.00— 375 Mark p-r S-Ück. Geflügel. Fette Gänse find seh: begehrt und sed« Posten «wüniat; die Preis« ftnd iobnend. Mager»« Grflügel wild zahlreicher zugeführt, mag«e Tänse bringen 50 fette 60-70 Pf. per Plund. Junge Gänse 2,50-3-6 M, junge Ente» 1—1,60—2,00 Matt, junge Hühner 0,50-0,80 M, alt» 1,00-1,70 M, Tauben 80-45 Pf, Poularden 4�0-8,00 R. per Stück. Preise steigend. Butt«. Frische feinst« Tafeidutt« sc. 115-120, fein« Butt« L 108-115. u. 98-106. Ol febitlhafte 82-90, Landdutt« L 92—98, O. 76—85 M, Galrzisch« und and«« gerinaste Sorten 66—72 Matt ver 60 Kilo. Preise fest. Di« Zusuhr ist ausreichend, in feinst« Waare gering. Käs«. Tendenz ruhig. Echt« Emmenthal« 73—80 Mark, Westmeufisch« Schweizer läse L 66-63 M. IL 60-56 TU UL 46— 48 M, Quadrar. Backstein I. fett 22-25 8*. n. 12-18 M, TU«« Fettkas. 45-56-60 M.. Tilfit« Magerkäft 18-23 Matt, Limhurgn l 30-36 M, ll.» b!« 25 M, rheinische. Holland« Käse 45-68 M, n. Waare 35 M, echter Holländer 05 M, Edamer l. 60-70 M, B- 56-58 M.. franMsch« Reufchatelln 16 M. per 100 Cttf Camembert 8,00—&60 M. per Dtzd., Mainz« 400 5t. Harzer 3,60 p« 100 Stück, Roquefort 1 20—1,50 pr. Pfd. Ein. 2,(0-2,60 M. per Schock, steigend im Preise. � Honig, rein« deutscher 60, feinster weiß« 70—80 M- pr. Ctr. Di« Rachfrag ist gering. Blumen und Blätter. Lordeerdlätt« 3—4 M. pro Korb- Rosen 5-6 M. pro 100 Stück. Obst und Gemüse. Weintrauben 25—30, Pflaumen 3 bis 6 M, Birnen 6-10 M,«epfel 6-10 M, Zwiebel« 2,00-3,00 M. pr. Ctr, Schalotten 6-7 Bt, Reue sau» Gurten 1,80—2 M. per Schock. ParabitSävftl(ESraugiw) 1,50-3,00 M. vr.«rück,«nana» 2,50- 8,00 M-» pr. Pfd. Karotten 2.50-5 Bt p« 100 Kilo, Wirsingkohl 2—3 M, Roth, und Weißkohl, große Köp!*- 3—4 M. vr. Schock, Blumenkohl 10-15 M. pr. 100 Stü«. Meeretttg 6—12 M, Kartoffeln, im Preis« steigend,»eil* 3,50-4,00 R, roch« 2,80 dt» 3.00 Bt, blaue 3,00-3,60»t pr. 100 Kilo. steigen ihr— e» ist ein Brautpaar, da» heute Hochz«* macht. Höchste« Glück und tiefstes Leid begegnen sich."" Vor b« Kirchenthür hat sich ein ganz« Haufe Neugier g«* angesammelt. Plötzlich strömt« wie auf Befehl der näch' sten Straßenecke zu. Ein Vnunglückler, ein schwer»e» trunken« vielleicht, ist dort umgesunken und wird eben von einigen Schutzleuten bei Seite geschafft. Dort faßt Pferd. Wiederum sammeln sich die Neuginigen. Eine faßt den Schwanz, d« Anb«e den Kopf— f®" »ieht, zerrt und schiebt, d« Eine schreit: Hü, der Anve» schreit: Hot— ab« Alle« ist»«geben». Das arme Th'e» stöhnt, streckt alle Biere von sich— noch ein Zittern; Zähne entblößen sich: e» ist todt. Eine halbe Stum? stehen die Zuschau« wie eine Mau«— auf die Trottoir» und Straßenecken sich vertheilend, wenn ber Stiuywa* sie auSeinand«treibt, an Zahl noch immer zunehmend,° tnd'ich dn Abdecker kommt und den Leichnam fortbrr» -Hurrah! Wa» ist da»? Erne Anzahl mit Fahnen un Guirlanden geschmückt« Kremser fährt vorbei; schallt. ES ist«m Klub, der auf» Land fährt. Musik! Eine Abtheilung Soldaten marschirt v Dann heftige», anhaltende» Geklingel, das Geräusch ü � pttend« Pfnd«! E» ist die Feuerwehr, die*inem gemeldeten Schabenfeuer zu davonfprengt. rsi ihr Weg z« verfolgen an dem rothen Licht der o* die jedem einzelnen Wagen voranleuchten.- d ... Der Tag ist vorüber, d« Abend kommt, o{ Lade» ist bereit» da« Ga, an die Stelle der So"» g treten, die Straßenlaternen werden angezündet,*9"* unb blaue Licht« kreuzen sich«ie die Glühwür d« Sommernacht. Drüben üb« d« GaSansui.. � weiße Dämpfe sich empor, von unten bläulich S beleuchtet durch eine unsichtbare Flamme;. Scheiben b« Bahnhof«halle fchimmnn in eig � Hellem weißlichem Glänze. E« ist der jW'dersch*'»�" scher Lampen. Der Kirchthur« v«sch«'ndet na« �« Dunkeln, nun i»#n Aäutert» Nnk mir nOW IN N I Geräucherte tische. Rbetn lacht 2�0—2,90 M-, Weser wb Dftf«locht 1�0-1,40 M.. geräucherte Aal» 70-1,00 MI 1,30 Pt. vr. Ptd., grotzer Delikates aal 1,50 per Pfd., Fluvdern, kleine 2,75-3 60. mittel 4,50-8, aro�e 12-20 R..«äcklinge, 3�0 bi, 5,00 M. Dorsch 3-10 M. per 100 Stück. Sprotten 0,40—0,50 p« Pfund. «rrdse.«leine, 10 cm. 1,00-1�0 M, mittel 2-4 M.. große 8—12 M. per Schock. Hummern 1,30—1,60 M. Per Ptund. Lebende Fische. Aal, mittelgroß 60—95, große 1,10 M, Hecht 60- 70 Pf.. Schleie 80-90 Pf. oer Pfund. Seefische. Lacht 1.00— 1 20— 1,30 Mark, Zander, große, «0-100 Pi.. Hecht 40-50-65 Pi., Steinbutte 70-80 Pf. S«. tunge, große 0,70-1 W., mittel 50-60 Pf� Scholle 10-25 Pf� Schellfisch, große 20 Pf,«abitau 15 biS 20 Pf. per Pfund, Makrelen 40—60 Pf. pro Stück. Waflerstand der Spree in der Woche vom 12. bit inll 18. September 1886.(Angabe in Metern.) Poltteibertcht. Am 24. d. Mit. Nachmittags war der Knabe Schelcvz auf dem Hof« det Spediteur Giolhe, Ocanten- firaße 119, mir etwa 12 anderen«oaben, wilchc fämmllich bei 4Sroth« a.S Rollwagen degleiter angestellt find, beaustragt, den Knechten beim Verpacken von Heu auf dem Heuboden behilflich «u fein.»,» nach gethaner Arbeit auch Schelenz auf einer Leiter vom Boden nach dem Hofe beradstetgen wollte, einer der andren Kn-btn ihm ab« die Leiter forinahm, versuchte M an einer lffinstehenden Thür herabzvklettern, blieb dabei «Inen Aaaen blick auf d« Thür rittlina» fitzen uno fiel, al« der Knabe Burchardt die Thür auS Nickerei heftig hin» und crrbewegle, von derselben herab und so ungli.cklich auf dai Sraf-er pflaster, daß er einen Schädelbruch erlitt, an dem er bald darauf velstorb.— Am 25. d. MiS. früh wurde im Thier» garten, unweit der Stadlbavn, in der Nähe der Charlotten- durger Crauffee, die Leiche eine» etwa 40 Jahre alten Manne» «iL gefunden urd nach dem Schauhause gebracht.— An demselben Tage Nachmittag» verstarb ein Mann auf dem Jlur de» Hause» Jriedenstr. 54 Derselbe hatte sich auf dem Wege e�ach dem in der Friedenstraße gelegenen Asyl für Obdachlose befunden und fich, um outzuruhen, auf dem dezeichneten Hauiflur niedergesetzt. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht.— Um dieselbe Zeit stürzte»ine etwa 26 Jahre alte, anscheinend keanle» dem Arbeiter- stände angehSrende Frauenkpnson von der Straße au» in einen Geschästikeller de» Hause» Langestr. 44 und erlitt dabei an- scheinend schwere innere Verletzungen. Sie wurde nach dem «rankenhause im Fiiedrichthain gebracht.— Am 26. d. Mt». Vormittag» wurde auf dem«trchhof im Friedrtchthain die Leiche etne» neugeboren«tnde» aufgefunden und nach dem Schauhause gebracht.— Um dieselbe Zeit fiel auf dem«ohlen- Plötz Mihlenstraße 12—13 der Arbeiter Glaubitz beim Ver- laden von«ohlen und b-ach den linken Unterarm.— Am Mrchmittag fiel in der Neuen Jakobtstraßr ein Knabe beim Abspringen vom Vo:drrpenon eine» in d« Fahrt befindlichen Pfkrteetsenbahnwageni so unglücklich zu Boden, daß er unt« die Räder deffelden gerteth und ihm der linke Unterschenkel völlig zermalmt wurde. Er wurde nach dem«rankenhause «c-b-nt.n gebrach».— Abend» gegen 10 Uhr stürzte ein der GU'fjfaat« Zwei Treppen ho» wohnender Arbeit«, wahr- schetnirch ,n Folge von Trunkenheit, au» dem Fenster auf den {lepflastertm Hof hinab und«litt dadurch so schwere Ver- etzonzrn am Kopfe, daß« nach dem«ranken hause Bethanien flet rächt w«'d-n mußte.— In der Nacht zum 27. d.M., gegen 2 Uhr Morgen», wurde tn der«leinen Markutstraße der Schloff« Dredelt von dem Arbeit« Sattter, angeblich ohne jede Veranlaffung. mit einem Meffer in den Untnletb ge- stachen. Er wurde, nachdem ihm in d« nächsten Sanität». »ache d« erste Verband angelegt worden war, mittelst Droschke nach dem«rankenhause im FrtrdrichShain gebracht. DerThäter ist verhaftet._ Gerichts-Zeitnng. i Der Mörder Keller— Prinz Handj-ry— Land» rath Etubenrau« und Gendarm Horndogen. Gcstorn stand der Gesanglehr««arl Wuth au» Rixdo.f vor d« 92. Ddtheilung de» biistgen Schöffengericht» unter d« Anklage, den tn Rixdors stationirtm Gendarmen Hmnbogen öffentlich bileidlgt zu haben. E» war am 22. Juni d. I, acht Tage, nachdem der Mörder Kell« jene graufige Blutthat veiübt und flütt-g geworden war. In einem Lokale am Rmitzvlatz saß hört das Läuten eine« Dampfer» auf d« Spree, einen Hund bellen, sogar eine einzelne Menschenstimme. Dann wieder für einzelne Minuten da« verschwimmende, in ein- anderrauschende Concert de« TageS. Die Läden und die Hausthürcn werden geschlosien. Einzelne Klavierakkorde, den Gesang rauher Kehlen au« dem gegenüberliegenden Wirthshause! Jetzt hat auch die Pfttdebahn ihre Fahrten «ingestellt. Einzelne Dirnen, eine Colonne Straßen» fehl« gehen vor üb«. Alle» still— die Stadt schläft, um freilich schon nach einer Stunde dm Kreislauf zu«- »reuern..... Das ist, von unserem Fenster auS gesehen, daS Leben der Woche— in Regen und Sonnenschein, in Frühling, Sommer, Herbst und Wint« fast dasselbe. Anders gc- staltet es sich an Sonn» und Festtagen— etwas anders, aber nicht viel. DaS Getriebe ist weniger lebhaft, die Ge» schäfsSwagcn find zu Hause geblieben, Arbeiter sieht man in geling«« Zahl, ab« um so mehr geputzte Leute, hellere Kleider bei den Damen, mehr hohe Hüte bei den Herren. Ilm die Kirche herum sammeln sich dann und wann nach Schluß des Gottesdievste« größere Massen. Die Glocken läuten, zuweilen ein Orgelton— das ist bis auf dm ffroßen Ballon, d« zuweilm am Nachmittage vorüberfliegt, der Sonntag. WaS ein Sonn- und Festlag ist, weiß nur i>er, welcher auf dem Land« gelebt; diesen ist der Sonntag in dn Stadt um so weniger erträglich. Er träumt sich hinüb« in die Heimath, in die sonntägliche Ruhe, die dort sei«nd über Feld und Wald, Hag und Flur liegt,« sieht «en Landmann in feiertägiichem Gewand dahinwandern,« hört das Fallen d« Kegel, in d« Abendstille weithin fchallmd, da» behagliche Schnauben de» Liehe» auf d« Weide, er sieht da«»«glühende Abmdroth am westlichen Horizont... bi« ihn plötzlich ein gellend« Pfiff vom Bahn- Hof h«, das nur für einige Minuten vergessene Straßen- fltiofe weckt und er wünscht, daß der Tag nur erst vor- üb« und die Woche mit ihr« Arbeit, mit ihren Sorgen, Leiden und Freuden ihn wieder zwischen ihre harten Hände «�nommen, um ihn zu schütteln und zu rütteln und alle Sentimentalitäten gründlich auszutreiben. eine Gesellschaft beim Biere und besprach dm Mord in d« Möckernstraße. Unt« ihr befand fit dn Gesanglehr« Wuth, dir mit dem Bat« eines fein« Schüi« nach Berlin gegangen war, wo man Einkäufe desorgt hatte, die nun wie üblick de- gössen wurden. Da wurde im Gespräch das Gerücht«wähnt, tn Mö der Kell« sei in einem Biunnen tn Rixdorf versteckt aufgefunden worden. Herr Wuth bestritt diese Behaupiung auf das entschiedenste und, um jedem Wiv«spruch zu begegnen, berief er fick> aus bie Autorität de» Gendarmen Horndogen, der al« tüttia« Beamter von ein« so wichligm Entdeckung doch Kmntniß haben müsse und von der romaniischen Brunnen- geschrchte nicht ein Wort gewußt habe. Soweit wäre nun alle» gut gewtsrn, wenn Herr Wuth fich auf diese Mtitheilung de- schränkt hätte. Ab« sein Redefluß strömte weit«:„Ja, der Horndogen ist ein tüchtig« Beamter; wegen sein« Tüchltgkert ist« auch al» Kandidat zum Landraihkpcstm(an Stelle de» Prinzen Handjery trat damal» H. Stubenrauch al» Lindrath de» Teltower Kreises) aufgestellt gewesen und jetzt nimmt« seit vi« Wochen Schreibuninricht bei sein« Tochter, da« selb« nicht im Stanve ist, eine Anz-tge zu«statten, ohne in jedem Worte 25 Fehler zu machen." Eine fei«liche Stille entstand, denn in der Nähe saß ein anderer Rixdorf« Gendarm, der j-dr» Wort gehört hatte und seinem Kollegen von dem hohen Posten erzählte, dm zu bekletvm Hm: Wuth ibn für fähig erk ärt hatte. Ii d« Verhandlung best itt He« Wuth die beletdtgmde Adstcht sein« Worte. Auch stellte er den ironischen Sinn seiner Rede tn Abrede und behauptete st-if und fest, daß nach sein« aufrichtigen Meinung der Gendarm Hornbogen fich zum Landrath de» Teltower Kreise» q ralifistre. Seim doch auch tn Berlin niedrige Polizeideamte in hohe Stellm befördert wor- den. Ab« da« Schöffengericht glaubte dieser Ver- thetbizung nicht,(8 meinte vielmehr, daß die Ironie uno«- lennb.r und die Beleidigung erwiesen sei und««urtheilte den Angeklagten nach dem Antrage de» Staatsanwalt» zu einer Meibstrase von 30 Mark. Gendarm Hornbozen«hielt die Befugniß zuzesprochm, dai Urtheil durch Aushang an d« Gerichtsttell« zu publizircn. t DaS Verloreue Umschlagetuch. Eine» Tage» saß die HandetSsrau Johanna Ecnestrne Schultz mit d« Händlerin Frau Dormann tn ein und demselben E-sendahnkoupee und und um die langweilige Bahnfabrt abzukürzen, hatten die Flauen ein Gespräch begonnen. Während die Unterhaltung fich zunächst um gletchgtlttze Dinge trchte, kam man plöyl ch auf einen Gegenstand zu sprechen, d« dm friedlichen Gleich- muth der Redendm ve, scheuchte und ein« sehr kriegerische Sttm« mung hervorrief. Fau Dormann faßte nämlich da» Umschlage- tuch, welch« S Frau Schultz trug, an und meinte:„Ach, wo baden Sie Venn da» schöne Tuch her? Da» ficht ja gerade so au», wie da», welche« ich verlorm habe." Nun gab ein Wort da» and«« und schließlich verstieg stch Frau Dormann zu so anzüglichen Redensart, n. daß Frau Schultz beinahe die Abficht hatte, nach der Ankunft in Berlin einen Schutzmann herbeizurufen, um die Frau Sch. wegen falsch« Anichuidigung vrrhasten zu laffm. Sie ließ e» jedoch dei d« Absicht bleiben und ging nach Hause. Um so mehr«staunte ste, als fie ein« Vorladung vor die Kriminalpolizei erhielt, und nun«fuhr, daß ste wegen Fundunterschlagung von Frau Dormann denunzlrt worden sei. Und die Staatsanwaltschaft «hob Antlag« gegm Frau Schultz, weil Frau D. fest rrllärte, sie erkenne da» Tuch an bestimmten Merkmalen wieder. Gestern stand Frau Sch. vor drr 93. Abthetlung de» hirfizm Schöffen- gertcht«. Frau D. wtebnbolte ibre Auslage und zeigte an dem Umschlagetuche, da» al» corpus delicti dem Gerichtshof vorlag, eine Anzahl abgeschabter Slellm und Flecke, an denen fie ihr Eigenthum wieder erlmnen wollte. Frau Sch. war jedoch tn der glücklichen Lag«, durch Zeugm den Nachweis ,u«dringen, daß fie da« betr firnv» Tuch im Jahre 1884 alt von ein« tzZnblerin gekauft habe.— Unter diesen Umständen sprach der Gericht« Hof ste frei. Leipzig, 27. Srptember. In d« Anklagesache gegen die Redakteure de»„Dresden« Anzelgn" und der„Dresdener Zettung", sew e den Journalisten Miy« tn Berlin wegen vorzeitiger Vnöffentltcvung de» Jnh ttt» drr Anklageschrift in dem Hochonralhtpro�sse gegen varauw und Roettg« verwarf da» Reichigertcht die von den Angeklagten eingelegte Rcvtston. Da« freisprechende Urtheil deS Landgericht» Halle gegen vm Redakteur der„Saale-Zettung" wegen desselbm Vergehen» wurde aufgehodcn und drr Prozeß zu nochmalig« Verhandlung an die erste Instar, zurückv rwtetm. Güstrow i. M., 25. Slptemb«. Vor d« Strafkammer det großherzogllchen Landgericht» hatten fich kürzlich zwei ge- fährt, che Verbrecher zu verantworten. Am 16. Mal v. I. versuchte d« wegen Morde» zum Tode verurthetlte und zu lebenslänglicher Zuchtbausstrafe begnadigte Dtenftknecht Warne- münde au» Klütz in Gemeinschaft mit dem vuech den bekannten Einbruch auf dem hiestzen Steueramt zu langiähiig?, Zucht« hausftrafe vnurtheilt-n vrumorskt au 3 Neuhof dei Königsberg einen Fluchtversuch au» der Lande» strafanftalt Dreibergen. Warnemünde, welcher an dem genannten Tag« zum Beiuch der Kirche beordert war, meldete stch tn dem Augenblicke de» Abgange» krank, drr diensthabende Aufseh« wie» ihn an, stch in seine 2 Treppen hoch belegene Zelle zurückzubegeben. Der Aufseher begab stch gleich darauf nach der Zelle. Warnemünbe lockte ihn, unter dem Vorgeben, daß dort ein höchst wid«Iicher Geruch sei. tn dieselbe und, wäh- rend er fich in der Zelle umsah, wurde er von dem Verbrecher gipackt; ein heitign Kampi enlstond und der Auf- seher war der Unterliegende, Durch Schläge mtt»in« Spule oder ein«„Handeule" auf den Kopf wurde er fast betäubt. Wamemünde nahm den entwed« tn der Hos-ntasche de» Be- täubten oder in dem Schlosse steckenden Echlüffrl, schloß den Ausseher in der Zill« ein und öffnete mtt dem Schlüssel die Zelle de» Brumorskt, der, vom Kirchengeben auSgeschloffm, stch nach anfängttcher Weigerung zum Mi'gehen entschloß. Beibe bemächtigten fich verschi den« Schlüssel und gewannen den Ausgang au» dem Gebäude; eine angeschlossene Leiter wurde losgebrochen und mit eir.« kürzeren, welche freistand, zusam- mmgedunden, um mtt dies« die zwanzig Fuß hohe Einfriebi- aungsmauer zu üb-rsteigen. Die L-iler«wie» stch um etwa 7 Fuß zu kurz, der Versuch mißlang. Inzwischen waren Stimmen in der Anstatt laut gewmden, Warnemünde hirlt e» für gnathener, stch auf dem eingeschlagenen Wege zurückzugeben, während Brumorski noch den Versuch machte, einen anderen AuSgang zu gewinnen, was aber fehlschlug.— Warnemünde bemerkte zur V« heikizung, daß er schon wegen dieser Sache mtt 26 Stockschiagm und ein« zwetmonalltchen Kettenstrafe bedacht sei, er töane also nun vom Gericht nicht mehr bestrast werden. BrumorSki«klärte, mit 12 Tagen Latten dteferwegen bestraft und durch Wamemünde zum Flvchioersuch veranlaßt zu sein. Die Anklagt beantragte gegm Wamemünde eine dreijährige, gegm BrumoSti eine lömonatliche Gesängntßstrofe. Das Ge« rtcht«kannte gegen erstam gemäß tiefem Antrage, a-gm letzteren auf da» Minimum 6 Monate Gefängniß. Weit« entschied da» Gericht, daß dn«hobme Einwand wegen zwei- sacher Stta'e zu ückzuwrtsen sei, weil die erlittene stch auf da« Vergehen gegen die Hautorbnung, die jetzt erkannte fich auf V«g'b-N gegen da» Strafgesetz bezieht. Stuttgart, 25. Sept. Der biestge Bevollmächtigte ein« zmtralrfirten r ten HitsSkaffe«hielt einen auf 20 Mark event. 4 Tage Gefä-'gnißftrofe lautendm amt«richterltchen Strafbefehl, wett« im Monat Juli zwei Mttgliedn tn die Kasse au'ge- nommen refp denselben Mttgli-d«düch« ausgtfolgt hatte, che die Aufnahm« durch den bettiff-ndm Zer.ttalvorstanb«folgt war. Am 10. August d. I. erging bekanntlich von Seiten der kal Sladtdirektion eine Warnung vor einem folchm Vorgehen an sämmtliche hiesigen Bevollmächltgien der eingeschriebmen HIlsitaffm, und glauben wir arnehmen zu dürfen. daß diese Warnung auch allseitig respestirt wurde. Bedaunlich ab« ip» daß die Slrafen auch für solche Handlungen jetzt ausgesprochen wrrden, die vor dem 10. August«folgten. Die Bevollmächtigten find durchweg arme Arbeit«, die au» Lust und Liebe zu ben freien Kassen ihr sch«i«ize» Amt verwalten. Um so hart« trifft fie eine d«artige hohe Straf«, die fie au» ihrer eigenen Tasche bezahlen müssen. In Leipzig kamen ähnliche Fälle vor, dort aber lautete da» Unheil nur auf 3 Mark. Uerewe ttttfc Versammlungen t Eine allgemeine Buchdrucker-Versammlung fand am vonnadmd, den 25. d., dei„Buggmhagm", Moritzplatz, unt« Vorfitz de» Hnrn Wimm« statt. Anwesend warm zirka 1000 G-Hitim. Der erste Punkt der Tagesordnung:„Erklärung der Kommiiston" würbe abgesetzt und sofort in die„Be- sprechung d« Einführung de» Tarif» und der Organisation eine» VnttauentmSnner-Jnftttut»" eingetreten. He« Besteck empfahl al» Rttnent, als Termin dm 1. Ollober». I. fest- msetzen und für viejmiaen Arbeiten, deren Autfübrung ton» tcattlich nach dem alten Tarif übernommen wordm ist und die rn Arbeit find, den 1. Januar t. I. al» Zettpunkt für die Ein» führung de» neuen Tarif» zu bestimmen. Sr forderte dt« Sc« Hilfen auf, für die strikte Durchführung der neuen Sätze mer» glich zu sorgen und sah in d« Ocaantsation etne» Vertrauens» männir-Jnstitute» ein geeignete« Mittel hierzu.— Nach länger« Dttkuifion entschied fich die Ansammlung tn diesem Sinn« durch einstimmige Annahm- folgender Resolution:„Die Ew« führung de» neuen Taris» geschieht in Berlin am 1. Olloder.— Vertrauensmänner find sofort zu wähle« und die Namen und Wohnungm derselben dem Vorsttzenden der Tarif- Uebcr-achung»- Kommisfio« zu übermitteln."— Herr Besteck theilte mtt, daß« stch mtt den Leipziger Kollegen» die morgm(Sonntag) Besprechung hättm, in Verbindung«c,en werde, so daß die Einführung de» neum Tarif« in Berlin und Leipzig gleichzeitig«folgen ««de.— ES folgte Berichterstattung über dt« Thäiigkeit der Kommission, welche Herr Gasch gab. Ihre Haupttdatigkett bezog stch auf die Uainstützungiangelegenbetttn sür Gemäß- regelte, und hi« kam die Hauptaktion in der Oifiztn d« „National Zeitung" vor, wo atS Anfang zu dem System,„die 1000 aus» Pflaster zu werfen", um durch Ueberfüllung des ArbeiiSmarktet den Tariskampf der Gehilfen zu erschwerm, 9 Kollegen gemaßregelt wurden. Aehnlich lag das Verhältniß in der„Kreui-Zig", wo«in Kollege mtlaffm wurde. Diesen zehn Gemaßregetten ist die übliche Unterstützung gewählt warben. In d« O-fizin de» chriftlick-sozialm„Deutschm Tage» Wall" wollte man om zweiten Pfingstleiertaa als Feiertag nicht geltm laffm. Sin Setzer, welcher stch widersetzte, wurde 8 Tage spät« entlassen und«hält ebenfalls die UUerstsitzung. Auch in dem artistischen Institut von Alexander König ergaben fich Slreitigkeiten in Folge der Wertstatt» ordnung, welche da» Rauchen, vm Genuß spieiiuos« G-tränk« verbietet und vi« monströse Bestimmung enthält, daß die Ar- beitnehm«, die plötzlich die Arbett nieverlegen, auf dm Loh« verzichten, dm fie für geleistete Arbeit noch nicht ausbezahlt bekommen haben. Auch hler waren Gemaßregelte zu unter» stützen. Der Referent zog aus all Wesen Vorkommniffm den Schluß, daß die Tariflaffe zur Duechsüdrung de» Tarif» sehr nothwendig sei uno daß die Kollzm im eigenen Jntereffe nicht» besseres thun könnten, al» stch einmüihig an ver Tarifsteu« zu bcih-tligen. Hierauf wurde die Remuneration dn Kommission festgesetzt. Jede» Mitglied«hält für die besuchte Sitzung 75 Pf. und al» besuchte Sitzung gelten auck die offiziell von einem Mitglied« d« Kommesfion besuchten Druckereiversamm- lungen. Vorfitzend« und Kassteer erhalten außerdem einm Zuschuß von je 30 M. Die Tarisüberwachuag»-Kommission gab durch ibrm Voifitzenden, Herrn Besteck, die E.tlärung ab» daß fie im Jat«effe der Durchführung de« neuen Tarif» betdt sei. ihr Amt bt» zum 1. Januar k. I. weilnzusührm, bei dem Anwachsen d« Geschälte ab« bitte, die Zahl ihrer MUglied« von 7 bi» 11 zu erhöhen. Hlrrmit war die Ansammlung durchaus etnvmrstanden und vollzog sofort die Wahl. Gewählt wurden die H«rm: Wimm«, Wieck Pehmöll« und Keohn. Auch Herr Besteck erklärte, trotz viel« Unzuträglichkeitm fein Amt al» Vorsitzender und Einiauna». mann weiterführen, zu wollen.— Hiermit war die Tage»» ordnung«schöpft und die Versammlung schloß nach 12 uhr. lumuuuiiH»»» wu#iwM»ws* lll?, IN Heu Dr. Siahn einen beifällig aufgenommenen Vortrag über dm W rlh der Gesundheit hielt. Nachdem wurdm einige Artikel au» der„Baugewerk» Zettung" verlese» und schmf krttistrt. In einem derselben herßt k«:„Der Arbeit« läßt es jetzt schon an d« nö rhigen Vorstcht dei Ausübung seine» Berus» sehien. da für dm Fall sein« Jnoalidiiäl die Uniallvnficheruna ihm ein« gute jährliche Rente zahlt. Ein Arbeiterproletari« ist kaum noch dmkbar", und weiter heißt e«:„Die Gesetzgeber sollen vvrstchttg sein beim Schaffen neun Gesetze(Jn�alidttäts» gesetz), denn die Aedeiter find nicht williger, sondern trotz des guten Gesetz« halsstarriger aewordm." Alle R-dn« üblen an diesem G-schreibsel scharfe Kcitlk und wurde die Verwunderung autaesproch'n, daß fich die Abonnenten de» Blatte«, dt« Meisterschast, mit diesen Hetzereien und Denunziattonm ein««» standm erkläien; die» sei jebenfallt'dezeichnend genug für ihr« Humanität. Im wetteren wurden die Mitglieder, welche ih« Wohnung»«ändert,«sucht, die» dem Kassie« Petnmemn an» zu, eigen, d« jetzt Müll erste. 7b vorn 3 Trepp rn wohnt. Dt« nächste Ansammlung findet om S. Oltoder, Abend» 8% Uhr, in Schramm'» Lokall Hachstr. 32», statt. Ms Der Gauverrin der Berliner Maler«ledigte in seiner letzten Mitgliedervtisammlung in G-atweU» Binballen nach Anhörung eine» interessanten Vortrage« de» Hm. Dr. Stahn über„Wndm und Entw ck lunq der Welt und ibr« Erschei» nungm" auf Grund Darwin'sch« und Haeckel'sch« Lehr» Meinungen, eine Reih« von Vereins- und Geweekschastsange» l-g- hkttm. Zunächst«staltete der Vereintkaifir« die Kassen» berichte für die Monate Juli und August. Dt- Berichte w«» den al» rickt g anerkannt. Eingehend wurde über die Lokal» frage d« Fachschul« de» Gauo«etns««handelt, vekanntli b hat die städtische Gewerbedepution dem Verein da» neuerdings wird« gewünschte frühere Schullokal««weigert, worauf stch dn Verein an den Stadtlchulrath Bertram gewandt hat, um eomt. beim Magistrat selbst Beschwerde einzulegm, womit der Bor» fitzende deauftragt wurde. Bezüglich der Bibliothek beschloß man, Büch« überhaupt nur gegm Stellung ein« kleinen Kaution auszuleihen. Ferner wurde beschlossen, den Vwein«- Ardettsnachweis auch Nichtmttgliedera gegen Entrichtung etwa Gebühr von 10 P'. für Erfolgfälle zugänglich zu machen. Gauveret« Berliner Bildhauer. Amurstr. 13, Dienstag, dm 28. S'vtember, Versammlung. Tag-sordnrma: 1. Geschäftliche». 2. Vorlesung. 3. Verschiedenes. Verein der Bureaubeamte« der kechtsauwittr» Notare tt in Berlin. Mittwoch den 29. Septemd« er, Adind» 8 Uhr, in Gratweti'» Bierhallen, Kommandant«» straße 77/79, vrM« Vortrag des Herm Rechtianwatt» Walter: Di« Normalgedührm det Prozeßbivollmächrtgten im regei» mäßtgm Prozeßverfahren und deren Modistlattonm. Begriff der Instanz.(§§ 13-18. 25-29). Verband deutscher Zimmerleute(Lokalverband Berg» Zentrum) Dienstag, dm 28. d Ml»., Abens» 8 Uhr, OÖy. mandanienftrase 77/79 Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag üb« da» Unfallverstcherungsgesty. 2. Verschiedmes, Feogl» kästen. Aufnabme neuer Mitglieder. Schreidaedühr 60 Pf.. Wochmbeitrag 10 Pf. » Stauch klub„Deutsche Flaggt" jeden Dienstag. Abends 8 Uhr, Wrangelftr. 123. CchSfet'scher Sesaugverei« der Elfer. Dienstag, Abend» 9 Uhr, bei Wo» u. Krüger, Ekalitzerstr. 126, Gesang. • Ranchklub„Zum Wrangel" jeden Dienstag Abend S'/, Uhr im Restaurant WrangelÄ- 32. Sesangverei«„Bruderbund" jeden Dienstag, Abend» 9 Uhr, Adaldertstr. 4, im Restaurant. * verein ehemaliger S»üler der 87. Gemeinde- chule. Heule Abend 9 Uhr im Ristaurant Kenner Köpenicker- rahe 68, Vortrag de» Herrn Qaeva über„Elektrizität". Nach em Vortrag KrSmchen. Gäste willkommen. Rauchtlub„Morgeuröthe" Dienstag, den 28. Septbr„ Abend» 8% Uhr, Rhetndbergerstr. 48. verichtiguug. Die Firma Simon und Müller(Kisten' fabrif) theilt unfl mit, dah die in dem Bericht über die letzte Kistenmacher. Versammlung(Nr. 225 de»„Verl. Volktblatt") C' rächte Mittheilung, wonach die genannten Fabrikanten ihre erschrift zu dem von ihnen bereit» anerkannten Lohntarif wieder zurückgezogen hätten, unrichtig sei. Die Firma weigertt fich nm— wie st« un» mMheilt—„eine Nummer höher zu bezahlen, al» die anderen Fabrikanten der Branche". Mit diesem Verholtin der Firma hätten fich selbst die Mitglieder der LohnkomÄisfion, die Hmen Hadschek und Hlntze, einver- standen erklärt. Uermischte». Ein merkwürdige» Expertmeut hat soeben in Railand seinen Abschluß gefunden. Succt, der Virtuose im Fasten, hat am 18. September dm dreißigsten Tag seine» ununterbrochenen Fasten» übn schritten und dadurch die Skeptiker, die vor Monatsfrist sein Vorhabm vornehm belächelten, zu Schanden gemacht. Da» Bedeutsame dieser Leistung liegt namentlich in der Art und Weise, wie Succl seiner Aufgabe gerecht wurde. Er ist mährend de» Fasten» und nach demselben im Vollbefitz seiner geistigen und körperlichm Kräfte geblieben, hat«ährmd der ganzen Zeit die Elastizität seiner MuSkeln, die Spannkraft feiner Intelligenz und sein volle» Gedächtniß bewahrt. Hätte er nicht ungefähr ein Viertel seine» Körpergewicht» dabei ein» gebüßt und wäre nicht da» frische Roth seiner Wangen einem mumienhaften Gelb gewichen, so könnte man sagen, daß diese beispiellos« diätetische Hebung vollkommen spurlo» an ihm vor- übergegangen sei. Der Mann gedenft da» Geheimniß seiner Leistung aller Welt zu rffmbaren und hofft, durch die Verlautbarung dtfselben wichrige Umwälzungen auf monnigfachm .....■' an. daß verdient ——-—,,„,_... steht im Alter von 35 Jahren und hat jede Laufbahn, der er fich in seiner Jugend widmen wollte oder sollte, versehtt; erst die wissenschaftliche, dann die militärische. So wurde er im Manne»- alter zum Abenteurer. Sein Beschick verschlug ihn nach Afrika; er durchstreifte wette Gebiet« desselben und kehrte kürzlich nach mehrjähriger Abwesenheit in seine Hettnath zurück. Zuerst tauchte er in Rom auf und erzählte, er habe auf seinen. Wanderungen zuweilen Gebiete durchwandert, wo Wochen hindurch keine men- schenwürdtge Nahrung sich fand; dem Verhungern nahe, Hab« er einst von einem Eingebomm einen Saft bekommen, der ihn in den Stand setzte, Tage, ja Wochm hindurch jegliche Speise entbehren zu können; von diesem Saft habe er ein Quantum mit fich gebracht und nun sei er in der Lige. vier Wochen zu hungern. Eucci besucht« die Redaktionen der römischen Blät- ter, dann hervorragende Aerzte, doch begegnete er allenthalben entschiedenem Unglauben. Die» mochte ihn irrttirt und zu aufgeregten Aeußerungrn hingerissen haben— kurzum, da» End« war, daß er in» Jrrenhau» gesteckt wurde. Kaum entlassen, fing er wieder an, sein« Propaganda zu betreiben, und da er diesmal nm noch heftiger wurde, gerleth er ein zweite» Mal unter die Sorafatt der Irrenärzte. Um fich zu befreien, stmu- litte er jetzt wirklich den Wahnsinn, dann ein alltrSlige» Genesen, so daß er aberma!» in Freiheit gesetzt wurde. Nun kehrte er Rom den Rücken und ging nach Mailand, wo er sein Ex perimrnt ausführte. Freilich kaßte er hier die Sache wesentlich ander» an. Er ging zu ärztlichen Autoritäten und beugte ihrer Skepfi» durch die Erklärung vor, daß er fich der strengsten Be- wcchuna eine» au» Aerzten und achtbaren Bürgern zu bilden- dm Auffichtskomiter» unterwerfen wolle. Allrrding» wurden auch hier noch manche Bedmkm gehegt, doch gatt«» nm einen Versuch. Gelang da» Expnimmt ohne Betrug, so war der Wissenschaft ein großer Dienst erwiesen; mißlang e» oder ent- puppte fich Succi al» Schindler— nun, dann war ja nicht» riSkttt und die Entlarvung eine» Charlatsni da» bescheidnere, aber dankenSwerthe Ergebniß der Mühen. So dachte man, al» Srcct unter der Aufficht eine» au» fünfzig Bürgern bestehenden Komitee» zu fasten anfing. Da» l tzte Essen, da» er vor dem Antritt zu fich nahm, reichte quantitaiio nicht über da» Maß einer ganz normalen Mahlzeit hinaus. Nm trank Suci nachher ein Gläschen sein,» afrikanischen L qeui». Vorbehalten hatte er fich, während der dreißig Tage nach Be- darf Wasser und täglich ein mäßige» G!al Huryiky Jana» Bitterwasser zu trinken.— Die Mitglieder de» Komitee» hatten einm Turnus festgestellt, nach welchem fie Eucci gruppenwttse bewachten und so blieb dieser keinen Augerbftck allein. Am ersten Tage schien er müde und erschöpft, er ruhte viel auf seinem Lager. Doch schon am zweiten warm seine Lebenggeister wie neu erwacht und von da ab behtetten fie ihre Frische bi» zum Schlüsse. Da» ist da» Moment, durch welche» die Lttstung fich von den Monstre-Fasten, die die Geschichte bisher kennt, wesmtlich ur ter scheidet. In allen bisher bekannt gewordenm Fällen handelte et fich um Leute, die an Neraenstörungrn litten oder deren Verdauungiorgane sehr alleritt waren; ein langwierige» Fasten hatte denn auch bei ihnen eine wesentliche Abnahme der Mutkelkrast, der Intelligenz und der Willen- stärke zur Folge; fie fasteten ihre Zeit au», doch lagen fie in einem fast thiettjchm Zustand da: Bilder de» Jammer» und Elend».— Srcci'» Intelligenz blieb nach wie vor eine klare. und daß seine Muskeln ihre Elastizität bewahrtm, das beweism die Fuß- und Schwimmtouren, die Tum- und Fechtübungm, die er täglich machte und die einen Kraftaufwand erbeischtm, wie eine» solchen nicht jeder fich normal ernährende Mmsch fähig wäre. Ja, sogar die letzten zwei Stunden verbrachte er mit einer Fechtübung, wie fie gewöhnliche Sterbliche nur nach guter Mahl,«tt aushalten.— Und daß seine geistigen Kräfte stet» beisammen warm, da» haben die Besucher, die fich zu Hunderten bei ihm einfanden» und mit welchen er fich immer lebhaft, oft auch witzig unterhielt,«rfahrm. Ein anderer würde die aufdringliche Neugierde dieser Massen sart bekommen haben und jedenfalls nervö» geworden srin. Nicht so Succi. Stet» heiter und ruhig bewegte er fich in der Menge, plaudernd, Händedrücke wechselnd und auf jede Frage eine Antwort enheilend.„Ich braucht Ihnen," äußerte er fich zu un»,„die Wichtigkeit meiner E-findung nicht erst auseinanderzusetzen. Sie ist von höchster Bedeutung und ihre Anwmdung auf die Medizin und Chirurgie wird törmliche Revolutionen bewirken. Nock wichtiger ist aber die Sache für Schiff'ahrer und Reisende. Man wird fortab nach dem Herzm Afrika'» ausbrechen könnm, ohne den grausamen Hungertod sürchtm zu müssen. Belagette Festungen und Armeen im Felde werden sürder ohne Sorge hinfiwtltch der Verprooiantrrung sein— ein Schluck im, meinem Liqueur setzt jeden Soldaten in Stand, durch Wochen auf jegliche Nahrung verzichten zu können."— Auf die Frage, ob er sein Geheimniß schließlich verkau'm werde, antworte er:„Nein. Die Expettmente werfen ein Erträgntß ab, ba» groß genug ist, um meine geringen Be düttnisse daraus zu decken. Sobald alle Zweifel zerstreut sein werden, gedenke ich. die Vettreter aller Staatm einzuberufen und ihnen mein Geheimniß zu offenbaren."„Unter welchen Bedingungen V"„Geld wird hier keine Rolle spielen."„Aber" so fragte man ihn,„warum unterwerfen Sie nicht eine andere Person Ihrem Verfahren, wodurch dieselbe vermöchte, wie Sie, ohne Nahrung zu leben k"—„Mein Geheim niß besteht nickst allein in dem Saft, den ich bei Anttttt mein«» Fasten» getrunknu, sondern auch in dem System, durch welche» ich mich dazu vorbereite.... Da stockte plötzlich seine Rcde. Er schien zu weit gegangen und lenlte da» Gespräch auf ein anderes Thema. Wa» seinen L quem oder Satt betrifft, so hat ein Herr Previtali in den Zerlungen eine Hypoihese aufgcsteA, die manche» für fich zu haben scheint. P-'vitali meint, dieser geheimnißvolle Saft sei Laudanum, an dessen Genuß er fich gewöhnt hatte. Nun sagte ja Previtali, der e» bi» zu tausend Tropfen täglich gebracht halte, seit zwei Jahren aber förmlich abgespannt ist, daß da» Laudanum bei voller Jntegrttät der geistigen und Muskelkräfte die Funktionen de» Mögen» lähmt und beständig« Apptttt- lofigkeit herbeifühtt, welche fich bei allmäligem Genuß bi» zur Ecv ährungiuns ähigkeit steigern dürfte. Wie dem auch sei, Er cd hat bi» auf weitere» der W'.ssmschatt ein inter-ssante» Räthsel ausgegeben. Sein erste» nach Ablauf de» Festen» war, eine Tasse Bouillon und später ein Glas Milch zu irintm. Dann nahm er ein regelrechte» Mahl mit drei Fleischspeisen, Käse, Obst und Milebtaffee. Gr aß mit vorzüglichem Apoetit und betheiligte fich ftöhlich an der Konversation seiner Um» g,bung. Er hat von seinem Gewicht 15 Kilogramm weniger 100 Gramm verloren und gedenft nun, durch zwei Monate reckt viel zu esien, um sein ursprüngliches Körpergewicht(63 Kilogramm) wieder zu bekommen und dann in Patt» ein zweile» Konzettfasten zu veranstalten. Er wird dort stcherlich genug Bewunderer finden. Auf Freiersfüßen. Sir C Harle» William in London, Direftor eine» Mädchen- Waiienhauie», erhielt vor»inigen Tagen folgende» Schreiben:„Eure Lordschaft! Bitte ergedenst, mir eine» der verlafienen armen Mädchen zu übersenden, ich möchte daff-ibe Heirat ben. Ich hin 64 Jahre alt und fühle mich einsam. Mein W.ib hat eine schöne Wohnung zur Ver- sügung, genug zu effen und zu tttnken. Wenn Sie vielleicht mehrere Mädchen haben, so daß ich eine Auswahl hätte, komme ich selbst. Ergebenst William Flood, Gutsbefitzrr." Der Brief wurde der Versammlung der Ausschußmitglieder vorgelegt und deschloffen, dem Verlangen de» httreuhSlusttgen Greise» keme Folge zu geben._ Ketztr Kachrichte«. Au» Euglaud. Belfast, Montag, den 27. Seplember. Gestern erneuerten fich h'er die Ruhestörungen. Die Die Polizei, welche einschtttt, wurde von den großen Volk»» maffen mit Steinen beworfen, wodurch viele Mannschaften ver- letzt wurden. Schließlich mußte die Polizei van der Schuß- waffe Gebrauch machen, wodurch eine Person schwer v-rwundet wurde. Erst durch Verstärkung der Pol z et und Entfaltung von Truppen gelang e», die Ruhe wieder verzustellen. Liberale uud Klerikale ia Jtakiev. Bei der Feier zur Erinnerung nn dm Einzug der italienischen Truppm in die Stadt Rom kam e» zwischen den liberalen Vereinen, die mtt ihren Fahnen die Toledostraße entlang zogen, und mehreren klerikalen Vereinen, die unter dem Rufe:„Et lebe der Papst- König" au» einer Seitenstraße kamen und den Zug der lide» ralen Vereine wiederholt störten, zu Thätltchkeitm;«» wurden zahlretche Verhaftungen vorgenommen, worauf fich die Ange- höttgen der liberalen wie der klerikalen Vereine zerstreuten. Frankreich und Radavatzkar. Die„Agerce Havai" erklärt die Mitlheiiung drr„Liber:»", daß man fich im Falle de» Bluche» mit Madagaskar lediglich auf ein« Blokade de- schränken und keine Expedition in» Innere de» Lande» unter» nehmen würde, für unbegründet, übrigen» sei noch kein die»« bezüglicher Beschluß gefaßt. Die„Lanterne" will wiffen, die Regierung habe Maßregeln zur eventuellen Abiendung von Verstärkung nach Madagaskar getroffen, die Schiffe dazu lägen bereit und die zur Einschiffung destimmten Trupp in seien dereit» bezeichnet. Verboten auf Grund de» Sozialistengesetze» wurde die erste Ausgabe der Nc. 224 de» in Franlenthal ericheinenden „Frankenthaler Tageblatt"(welche» auch unter den Kopfttteln„LudwigShafener Tageblatt",„Gcünstadter Tageblatt",„Lambtheimer Tageblatt",„Dtimkt einer Tageblatt", „Tageblatt für Oagershttm. Mutteistadl und Umgegend",„An- »eiger für Wntenheim am Sand" gedruckt wird), vom 24. September 1836, in welcher auf Seite 3 ein„Eingesandt", unterschrieben: Verlag und Redaftion des„Deutfchland", ent« hatten ist. Sozialistisches au» Leipzig, 25. September. Ein sozialdemokratischer Agitator, der htefize Tischlergeselle Richard Schumann, ist von hier ausgewiesen worden. Kriefkasten der Redaktion. A. K. 196. Nur Vereine, welch« eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten bezwecken, müssen nach§ 2 de» preußischen VereinSgesetze» ihre Statuten und ein Verzeichniß ihrer Mitglieder der Oissosizeibdöide einreichen. Da Sie uns nicht mittheilen, wa» der Verein, den Sie gründen wollen, bezwecken soll, find wir nicht in der Lage, beuttbeilen zu können. ob Sie die Statutm dem Kzl. Polizeipräfivium zur Kmntnißnahme unierdrettm müffm. Theater. Dienstag, den 28. September. viserntz««». Aladin, oder: Die Wunderlampe. .... zzamen krieg. Zopf und Echwett. ---- Konzert von Henry Matteau. L«ttdvich-Wilhel«städtische» Theater. Der Nachtwandler. Wallner» Thea ter. Ein Blitzmädel. »«lle-Allianee- Theater. Bcccaccio. Vfirnd-Theater. Donatt Morlay. Miitvria- Theater. Amor. Tanz- Poem von Luifti M�rzotti. »aktzalla-Theater. Don Cesar. Kestdenz» Theater. Die Danischeff». Tentrat-Theate». Atte Jakobstr. 90. Direkt.. Adolph Ernst. Der Wald-Teusei. Gesang«- pofi« in 4 Aftm von W. Mannstodi. fimmlet» von G. Börß. Mufi. von G. Steffens. Mtt neuen Dekorationen und Kostümen. (Rovttät!) Storfardia- Theater. Spezialitäten- Vor- Sellung. Rankmav»'» variet». Spezialitäten. Vor- ftellung. «»erican» Theater. Spezialitäten- Vor- Heilung. »hallen- Theater. SpezialMm- Vor- SdcB-Theator, (Früher l�mlMaatUtlache« Theater.) Dresden erstraße 72/78. The Johnson Family, 4 Damen und 1 Herr, prei»g«krönte Schwimm» und Tauch- künstler vom Hippodrom zu Patt», 7»chwestrrn Math,»«, großartige Gym» natttkerttmen, Geb». Kanola, die vorzüglichsten Reckturner der Jnztzett, Mr. G»nrsto, der ausgezeichnete Jongleur (ohne Konkurrenz), litet) Sarvttf, berühmter Fußbalanzem, " hUiy, medizmtsche» Räthsel. ,— uno Paula Uellhrim, Wiener(Fh> sang»vuettisten, *#0«a Zochrr. Gesangihumorist, Frl. Teich- mann und Frl. Heid. Sängerinnen. Kassenöffnung 6»/, Uhr. Anfang 7V, Uhr. ArnaMtkliaik Neue Köniastraße 6. Behand hing und Medizin«urucktFktiich v. 9— 10 Uhr. 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Mitgitede»- Urrfammiuuo der örtlichen Verwattungtstelle Berlin am Mittwoch, den 29. September, Abend» 8'/» Uhr, in GrätmtU'i Bierdallen, Kcmmandanteostraße 77/79(unterer Saal). MItgliedtbuch legitimitt.[688 «nits» Spshr, Bevollmächtigter. MshflWStztlölldtWg. Meinen geehrten Kunden zur aefl. Nechttcht, daß stch meine ZeitungO-Kpedilion vom 1. Eklober ab Ritterftrag« 107,"WM Ecke der Piinzenstraße, defindet. Gleickzeiliq empfehle mich wir pünftlichm Lieferung de» „$«11«*» pilfciblatt" sowie sämmtlicher in Berlin erscheinenden Zeitungen und Journale. Achtungsvoll 1666 Max Kirsch, Admiralstr. 28. Soeben ist erschienen: ?er MtWelt-Kalelldn für 1887. AuS dem reichen Inhalt beben mir hervor: Reich»h»»shUit».Etat»e» Deut- sche» Reich».— Zerbroche»» Kette». Er- zählung von Rob, vchweichel.— Bärtige Fr«»e» sab Haeruensche».— Ei» Proletariern»». Erzählung v.E.S a» g« r. — Der Kampf»mische» F«»er*«äffe» t» de» Weit. Bon P. O»a. Köhler.— Wie m» ei»« SKilio»»ertzintt.— Fit«. »e,»« Blätter(humoristisch). Zill Gratti» Ktttaga» i L 8«ri«. 2.«»ttertztttck. 2«iamh». i. Di« beide,«Um. Et» W«»bk«te»be,. — mp»�# 60 pf. ss- •t«tt|«ii Z.H.». Kietz. '~~*-------- im« Allen lieben Freunden und Genossen sagen wir bei unserer Abreise von Deutschland ein herzliche» Lebewobl.|685 Th. Masmtack nebst Frau. Dem Zimmerpolier Hinn Gusta« Kchulz, Wrangelstraße 122, zu feinem 30. Wiegenfeste ein dreimal donnernde« Hock, daß die ganze Weberstraße wackelt.[683]> ausgefühtt von G. Acholf. Eisenbahnstr. 366__ Arbeitsmarkt. t... 1 Pickte« sägenschneide» und arbetter al» Kistenmacher werden soso».� Tüchtige Kiste» mache- werden nach dem neuen Tarif verlantt v' ___--------- wMuvPnr.unnr i�uiatnniir. 01 i iäSSÜi» w»Ol IM»a.-° A-u .Z" d«r Zeitung R. Creuhtt», sämmtlich in