»r.%%7, MMwoch, den 29. September 188S. Ui. ZlchrK. erlhiftDolteliliill Brgan für dir Intrrrsse» der Arbeiter. 4 10«f. "Sutcout ohne Erhöhung d«i Preist«, angenommen. gefcnkttoi: K-«chstr«tz< �— G»pedtti-«: ZimmerKraße 44. Abonnements�(EmWimg. Sum bevorfiehenden Ouartalimchsel erlauben wir uns W« Abonnement auf da« »»KerNner Polksblatt� Wist der wöchentlich erscheinenden Gratisbeilage „Ik»strirtes KonutAgsklatt" «lnzuladen. Ter Etandpunv unsere« Blatte« ist bekannt. ES steht auf d unser» ganzen politischen Leben» einzutreten gewillt ist."— Also soweit find die Herren von der freisinnigen Partei her- unter, daß ihnen diese selbstverständliche Forlerung noch de- sonder» an» Herz gelegt werden muß, damtt fie dieselbe nicht etwa übersehen? Die Erblichkeit der Kantlervürde im Hause Bismarck scheint eine neue Forderung der„Nationalen" wird!» zu sollen, wenigsten» bemüht fich die nattonalliderol:„Beel. Börsenztg." nach dieser Richtung sehr stark.„Heute erscheint Graf Herbert Bismarck al» Stellvertreter mtt dem Recht d» Nachfolge seine» Vater»." So lesen wir in einem Artikel d-t Weener„Preffe", weichen die„Berl. Börsenztg." mit ledhafics Beifall abdruckt, indem sie stolz ausruft, daß die„Berlin«! Börsenztg." die erste gewesen ist, welche darauf hingewiesen hat, latz in dem Grafen Herbert Bismarck der Nachfolger standen" ist Der Artikel der„Preffe" sucht in mehr«-» Soalten die Kanzlereigenschaften des Grafen Herbert nachi»' weisen. Auch die„Preffe" rveiß freilich nur die äußert chtt» Dinge über die Wirksamkeit de» Grafen Herbert zu bericht si- die ollgemein b-kannt find.„Aber wenn da« englische Voik. so meint die„P«ffe",„zwei Wrlliam Pitt» gekannt, so lönrt die Hoffnung nicht abgewiesen werden, daß Deutschland z«� Bismarcks begrüßen könne. Es sei auch anzunehmen, daß o» Reichskanzler, indem er für die Zukunft des Auswärtigen»w» vorsorgt, hierbei alle Faktoren in Rechnung gezogen welche für diese Zukunft bestimmend sein könnten." Dazu dl merll die„Freis. Z-g.":„Selten ist wohl in einer Dojefffs da» freie Recht der Ministerernennung mit so frecher Gert»» schätzung außer Brtracht gelassen worden, wie hier. nend ist übrigen», daß der Beweis für die KonzltrrtflreWWr* de» Grafen Herbert darin gesucht wird, daß er„die Pial» und Maßnahmen seine» großen Vater» versteht!" Ist ven- da» Verständniß derselben so üderau» schwer?".... Die„Nordd.«llg. Ztg." drinat heute, um die Z««st' der öfterrerchische-i Blätter an der Nützlichkeit der dertts»� Lundelgenoffenschast zu widerlegen,«inen Artikel, bei!' kräftigen Ausdrücken jedenfalls unübertreffliches leistet. ungezogener Knaben",„Sveklakelmacher",„Mangel an Vr, Logik",„wenig Witz und Geist",„blurtgste Selbst-e'höhnrw� Äerkehrtheilen",„einfältigste Gimpel",„Bedauern erregen. DtOGUnn Düritigfrit dieser dialektischen Kunststücke",„große D.'etftftleu l „Oberflächlichkeit",„roh und niedrig",„schmähen und dächtigen",„Kannegießereien",„gemein schädliche Arbeit Vergiftung der Beziehungen",„„U___________, .heuchlerische Lei Heuer ungen",„Hetzereien",„Unmrstand *! tf* „abgeschmackte Schimpfer ett».� ar--r» W■■.1.1 I'« Wunder nehmen, wenn die wirkich sachlichen Einwände MvU -or-ij uciunflcn, uv'vticttTi,„unDtrr&wn'/ �% Indolenz",„gefährliche Diatriben"— da» alle» findet dem kurzen Artikel de» Kanzlerdlatte», und e» kann daher», schul»»'' ganz oergeffin worden find. Und diese» Blatt tagtäglich andere Blätter wegen ihre» Tone»! Da» Schaapsmonodol spukt noch immer., soll tf in Bepern wieeer aufgetaucht fein. In onss»"�, zzif guter Aussicht auf einen Erfolg vorbereitet. Der Punkt, ihn auszuführen, schien gekommen zu sew, abermal» durch da« Verdienst de« Doktor Hartwig, eine wettere Entdeckung vo»«»tschiedener Wichtigkett»> � Der Arzt, welcher dem Untersuchungsrichter Besuche abstattete, drang nämlich immer wieder dora».'' man de» hinter dem Haus» de« Ermordete» oorbeistt"� Abzugsgraben gründlich durchsuche, weil er d« sei, daß der Verbrecher sei» Mordinstrument bei« f$<&' de» Hauses wahrscheinlich dort hinein geworfen W' rer« Tage hindurch hatte der Beamte diese Unnojl** � schüttelnd al» gar zu unwahrscheinlich zurückgewieft«! »dlich hatte er doch de» Vorstellunae» und eiostchnge» und allgemein und in aller Stille wurden getroffen. Der Grab n war nicht sehr tief, so > �orpeuunaeo""" �..,a>r"" "LÄ suchuug keine umständliche»'und''auffälligen BorbertJV ''«'»ige Min»«, die mtt wach»i"'w«B*,* et f erteile. und hohe» Wasserstiefel» bekleidet waren,»ah«'".?« der Nacht bei Fackelschein di« weniger gefohtm�* � ih»? genehme und müh'eüge Arbeit vor, und ei»«? lifl'j fördert« nach flundenlangkm vergebliche» flebeÄ Gegenstand z« Tage, der allerding» u»t« few' brtJL van Schlamm und Schmutz fast unkenntlich n: vr«a*«v«. rrxAi.**.«- all AfcriP* s««rive» psugi. VM �njzrumtvj mu*- dem ganzen Akie zugegen gewesen war, k«»»»� P-'�t im Gr.n>e welcher diesmal vre- übertreffe« hatte, seine Bewunderung'4%, ICH»HC zugegr»»»««-i»-" des 7' 1-e" de» gleich eine« Hammer—- gie«m rft. und befahl, die weiteren Nachfortchung«-� �»schalst mehr versprachen, einzustelle». Da»» hat glflj,» selbe» Nacht eine länger« Konferenz Erg«" und mit dem Chef der Kriminnlpoltzer, d ■ SISttetn findet man ziemlich gleichlautende Nngaben, wonach die Epkitutsteueiflaz« von Seiten der bayerischen Regierung an den Bundetrath gebracht werden würde. Et wäre inner- halb der bayerischen Regierung diese Frag« und»war auf der Grundlage des Rohspiritutmonopolt Gegenstand der VerHand- luvgen gewesen, und man will et nicht gelten lassen, daß die bezüzlichen Verhandlungen aufgegeben wären. Kamt et zu ■ Anträgen, so würde die Annahme nahe liegen, daß sich diese von vornherein der Zustimmung der preußischen Regierung ver« stchert hätten.— Vielleicht hat man et— bemerkt dat„Verl. Tagedl."— nur mit einem Fühler zu thun. Di« preußische Regierung, die diiher mit ihren Projekten abgefallen ist. würde et vielleicht gern sehen,«enn jetzt irgend eine ander« Bundei- r-gierung die Initiative und damit auch dat Odium für neue Steuerpläne auf fich nehmen wollte. Jedenfalls«erden alle betheiligten Kreise gut thun, die Möglichkeit einer Wiederlehr det Monopolorojektt scharf im Auge zu behalten. Haudeltvertrae- Dem Vernehmen nach(ollen die Verhandlungen wegen Erneuerung det deutsch. schwel, e- tischen Handelsvertrages Mitte nächsten Monat» in Verlin deginnm.„.. Sozialdemokratische Demonstration. Au» Leipzig. den 27. September, schreibt man der„Voss. Ztg.": ,.Jn der fünften Abendstund« de» gestrigen Sonntagt vollzog fich eine sozialdemolratische Demonstration, die ernste Folgen nach fich ziehen wird. Auf der Fransturterstraße erschien gestern Abend mplötzlich— et batte sonst Niemand eine Ahnung von deren Ankunft- eine 300 bi« 400 Mann starke Menge von Sozial- demokraten, von denen mehrere mit rothen Adz-ichen angethan waren. Di« Meng« sang die Arbeiter Marseillais« und zog «ciier über den Fleischerplatz nach der Pfaffendorfer Straße. Hirr versuchten et einige, einen Fahnenstvck mit einer rochen Fahne zu biffm, hielten dieselbe aber erst hoch, alt ste weiter aut dem Weichbild der Stadt entfernt waren. Da die Leip- s'ger Polizei von der deadstchtigten Demonstration vorbei kein« Kenntniß erhalten hatte, so waren msprünglich nur zwei Schutz- leute anwesend, alt et vom alten Exerzierplatz bei Gohstt zur Schlägerei zwischen der Polizei und der Menge kam. Et er- schienen jedoch bald mehr Schutzleute und auch eine Militär- Patrouille, bestehend au» einem Unteroffizier und drei Soldaten, «urde vorläufig requirirt. Die Schutzleute versuchten, der Meng« die rorde Fahne zu entreißen, womit ste jedoch auf heftigen Widerstand stießen. Sie wurden von der Menge an- gegriffen und konnten dieselbe nur durch den Anblick ihrer ge- ladenen Revolver, von denen ste bei wetteren Tdatl,»ketten stcher Gebrauch gemacht hätten, in Schach halten. Ein Schutz- mann soll bei dieser Affäre arg verletzt worden sein. Die Fahne ist aber trotzdem in dm«esttz der Polizei gekommen, ohne daß et jedoch ihr gelungen wäre, den oder die Träger festzunehmen. Die Menge zog darauf weiter durch Goh tt. Möckern und Wahren, bi» wohin ste von der Leipziger Polizei verfolgt wurde, vermuthlich nach der preußischen Grenze. Wo- her der Zug gekommen ist. konnte bi» zur Stunde nicht er- mittelt werden; man vermuthet, vom neuen EchützenhauS her. biS jetzt wurden nur fünf Verhaftungen vorgenommen, e» scheint aber, daß dicseldm heute fortgesetzt werden.— Es wird sich ja bald herausstellen, waS wahr an dieser«ittheilung und was übertrieben it.. �„ Zettungskoufittatto«. Karlsrube, 27 Sept. Die zweite Prodenummer der„Mtttelrheinischen Volkszettung" wurde heut« nachträglich kovstszirt. Gründe unbekannt. Oesterreich- Ungar»». In einer Wählerversammlung in Leu derg wmde mit Hin- weis auf Rußlands Haltung in der bulgarischen Frag« eine Resolutton beantragt, daß die polnischen Aogeordneten im Reichtrathe und der Delegation vor der von Rußland drohen- den Gefahr warnm und die Verwetflichkett der russtschen Annexionsgelüst« schildern. Der anwesende Regierung«. »ommeffär ließ die Abstimmung nicht zu, unter Androhung der Auflösung. Die Spannung»wischen Volttstimmung und Re« gierungspoltttt scheint darnach kein« kleine. Rußland. In Rußland trägt man fich mtt allerlei neuen Steuerprojekten. Konsulatiberichten zufolge wird demnächst eine Zündhölzchen steuer eingeführt«erden, und»war in Form von Landerollirung der Schachteln wie dei Tatak und Zigarrm. Femer ioll in RegieiungSkreisen die Einführung det Tabak- Monopol» nach Muster det in Frankreich und Oesterreich destehenden System» für Rußland und Polin emstlich erwogen werden. Schweiz. Der Antrag der konsemati» klnrkalen Partei in Gens» sämmtliche Volktabftimmungm und Wahlm anstatt in«tnheit- ltch-n größerm Versammlungm in den Gemeinden vornehmen »u lasten, ist bei der Volktadstimmung mtt geringer Majorität angrnommen aordm. Belgien« Au» Lrüffel meldet der„Hamb. Korr." daß die G S h- »unft im Laslin Charleroi auf» Neue emsthaft in der Zunahme begriffen sei. Die Direktoren und Besttzer der Ä iwua»um nicht geringen E, staunen der ganze» Einwohner» chast von M. bekannt werbe» sollte. Schon in der Morgendämmerung de« folgenden Tage« bewegte fich nämlich ein klewer Trupp von Männern auf das Haut de« Ehepaare« Rüdiger zu, wo noch Alle» i» liefe« Schlummer lag. Alle Ausgänge de« kleine« Se- bäudes wurde« von mehrere» Beamten besetzt, und alt de« s° Umschlossene» nirgend» mehr eine Möglichkett zum Ent- weichen geboten war, zog der Unte�uchungs.lchter, der fich i» bei B, gleitung einet höheren Knminalbeamte« befand, Wit sehr energischem Rnck die Hautthüralock«. Drinnen im Hause wnrde et»war bald lebendig, aber et währte doch ein« geraume Weil»,«he man et für gut fand, be« Einlaß Begehrenden zu öffne». Der Goldarberter war «. der endlich in tiefstem Neglige« auf der Schwelle er- schien und fich mit merklich zttlernder Stimme«ach dem begehre» de, frühen Besucher erkundigte. Statt ihm eine direkte Antwort auf diese Frage ,n geben, traten die beide« Hern« einfach in da» Haut, und der Unter- s»chung, richter sagte in einem strenge« und befehlende« KKMITZ'&Ä S-e fich guz ruhig I- Ich habe unter vier Auge»«tt MMW (Fortsetzung folgt.) An« Knust«nd Zeben. zx ÄÄ«»r SÄ tt auf all« Kulfbauti einen sensationellen Effekt hervorbrach- tn Zuschauer einen sensationellen Effekt hervorbrach C",«* ist die Familie Johnson, bestehendo de Janeiro auf da« Anwachsen der Textllfabritm in de« südamerikanische» Kaiserreich hin. ES bestehen daselbst Baumwollfabrikm in d« Provinz Rio de Janeiro 15, Mino» GeraeS 14 San Paulo 1$ Bahia 12, in anderen Provirzm 6. Daneben zwei Fadrile», die Schafwolle verarbeitm, eine in Rio de Janeiro und eise in Rio Grande do Sul. Nach einer Schätzung eniballm diese 62 Fabrikm zusammen 4836 Kraftstühle und 226 122 Spindel»- Die Zahl der beschäftigten Arbeller beträgt 8370. Der lägliltt i Spinner lohn schwankt zwischen 800-1600 Ret«, der Weber? lohn von 2000-2400.(1000 Rei« in Silber ungefähr 50 Cent»)| Der Einfluß dieser neuen Industrie hat fich bereit« im letzte» Jahr im Wertb der Einfuhr fühlbar gemacht. Der Wertb% Einfuhr nach Rio de Janeiro betrug: in Milrei»(1 Mirei« tleich 1000 3WS): 1883- 84 98 341000, 1884- 85 88 521(W Idnahme 9 820 000, die hauptsächlich der Verminderung b«k Einfuhr von Baumwollwaaren zuzuschreiben find. Wenn v»» bedmst, daß Vrc.fi-.itn sehr viel und sehr gute Baumwolle«r' zeugt, dann ist nicht zu bezweifeln, daß die junge Jadustr»' die schon in den ersten Jahrm ihre« Bestehen« fich so wirfst* geltend macht, schnell wachsm und vielleicht in nicht ollzul� ger Zeit Texlilfadrikate ausführen wird. Die« dme" zur Aa-* rtcht, die noch immer hoffen, durch Erschließung neuer der Ueberproduktion steuern zu können. In dm Kolonie f stehen anstatt neuer Märkte neu« Konkurrenten. � Die streikende« Hamburger Bäckergesellen haben einer am Freitag stattgehabten Versammlung da« biSheM' Verhallm der Meister getadelt und folgende Resolullon et»' stimmig angenommen:„Die heute, Freitag, den 24. tember 1886, im„Kaisersaal" tagende öffentliche Versammlu»» der Bäckergesellen spricht über da« bisherige Verholten der Meister dm Gesellen gegenüber ihr größte» MitiraueNi votum au« und erklärt, mcht« mehr von den Forderung' abzulaffm, sondern den Streik unter allen Umständen fr zusetzen." Kleine Wittheilungen. Warschau, 22. Sept. Seit einiger Zett vergeht. Woche, wo nicht HiobSpostm von großen, ganze Städte Stadttheile vernichtenden Feuer» drür.stm hier eintreffen. � Mangel der elementarsten RettungSmlltel etnerseit«, primitiv« Bauart der Wohnhäuser in den kleinen ruifischm Orlschaftm andererseits befördem außerorbenU'® � Ausbreitung de, Brände, die schwer zu lokaltfirm find.* dem daß in Rußland t« Hochsommer derartige Vras°'� strophm zu dm stet» wiederkehtmdm Erschetnungm wird von dm Behördm ebensowmig al» von den«u» etwa« zu derm Einschränkung unternommen. Sine gm»UA, firte Feuerwehr defitzm nicht einmal alle Gouvememen»»„ und die bestehmdm haben meist derartig mit finavzlllliN mitäten zu lämpsm. daß ihnen selbst die Anschaffung J � Pferde und derm Unterhaltung nicht möglich ist. Die �z» giltigkeit der Behördm und Bürger ist um so weniger lich. all die Feuerversicherung namentlich in kleineren zu dm unbekannten Dingen gehört. DaS Elend der vom.Aoft Unglück heimgesuchten Bevölkerung in WollowiSk TjgW zu beschreiben: mittel und obdachlos kamptrt st« l» weif« hungemd auf freiem Feld«. Dt« Zahl der Venw» ist noch nicht ermittelt worden, vermißt werden g Kinder. Der Werth der verdranvten Jmmobilim unv wird auf 800000 Rudel g-fchätzt. Die«evöllerunfl%s* au» 2500 Katholiken. 3100 Juben, der Rest au« orthodoxen. Kaum ist die Kunde von dieser Bronvta'<1� verklungen, al« eine andere nicht minder umfangrer»»'?.� do wird, wovon da« Städtchm Chiilawitz im Gouo. �>0? zg - 400 meist hölzerne Häuser mindesten« 1000 P-rsonen. stch. daß binnen einer Stund« fast da»® Flammen stand. Lauem der den achbattm Dorf � die Verwirrung und schleppten die au» dm F.a nm. UIUIM»"-""" die schlechte«ommunikatlon die Zufuhr__ an welchen«* ganz und gar mangett, au»e ��Ltlle. 23. September. Gestern MW NN« für den Leuthstraß« übrigen Theil der Zeitung R.»tiW Beilage zum Berliner Bolksblatt. »r. SÄ7. Mittwoch, de« SS. September 1886. HL ZahrS. Kommunales. TageSordu»«« für die Ettzuvg der Stadtverordneten- Derfammlung am Donnerstag, den 30. Veplemder cr.. Nach mittags 5 Ujt. Vorschläge d i AutschuffeS für die Wahlen von undesolveten Gemeindebeamten— Z�ei NsturoHfaitonS« B suche— Bornahme der Wahl von Mügliedern sttr ei.'ige iadtgc Ausschüsse der Versammlung, VerwastungS.Deputation und Suratorim, somie gemischte Deputattonen— Wahl deS vtadtoerordneten-Vo�steher'vtelloertreterS—, Be:ichtersta.tu'.g Über die Vorlage, betr. den Anlauf von Theilm der Grund stücke Tempelhofer Ufer Nc. 18 19 und 20«u Gemeind-schul. IBKden- Vorlage, betr. daS Projett zum N udau eineS HoS. pital, nebst Sie oenanstalt für Männer auf dem Grundstücke MW-MM IMMMMW gaffe in die städtische V-r»altung alS öffentliche Straße und für den Verwalter der D-Stnfektwnianftalt an der Prenzlauer Alle:- Einige Rechnungen._ � �._... Da««nratorinm der städtische« Sparkasse macht de. kann,, daß mit Zustimmung der Stadtverordneten. Versamm. lung am Freiiag. den 1. Oktober d. F. im Vorderhause der Markthalle M. Zimmerstr. 90/91, eine Z wette»bthetlung der städtischen Sparkaffe eröffnet«erden wird. dieselbe gilt, wie für die dliherige Svarlaff?, welch« fortan als Erste Adthei« luna in der Klosterstr. 68 fondestehm wird, da» Zweite reoi- dirte Statut der Sparkaffe der Stadt Berlin vom 27. Sep. ÄS Ä'Ä th eilung übernimmt in Folge deffen die Stadtaemeinde. wie für dir biSh.iige Sparkaffe die Garantie; dt« Beautstchtigung derselben erfolgt durch den Magistrat und die Stadtoerord- neten-Versammlung. und die Verwaltung liegt dem genannten Kuratorium od. Die neu begründete Zweite Abtheilung soll namenllich den Stadtthetlen Friedrichs stadt, Dorotheenstadt, Friedrichs«erder. FriedrichS-Vorstadt. Schöneberger Revier, Tempelhoser Revier, Moadtt, Webding und Gesund« drunnen ermöglichen, etwaig« Ersparnisse leichter nieder« »ulegen und im Bedarfsfalle bequemer»urückzunehmen. Die Sparkassenbücher, welche die Zweite»btheiluna ausstellt, find vollständig gleich den Eparkaffendüchern der Ersten Ad> theilung; fie enthatten wie die led eren einen Abdruck de« re> vidtrten Sparkassen statutS vdm 27. September 1877 und die ZtnStabelle, sowie die Blätter für die Eintragungen. Sie un- terscheiden sich aber durch den Umschlagdeckel, der bei der ersten Adtherlung schwarz ist, bei der zweiten roth, und ferner durch die Rummem, welche sie tragen, und die bei der Ersten Abtheilung»wischen 1 und S00 000 liegen, bei der zweiten aber mit 500 001 anfangen und darüber, so weit nöthig. hin« ausgehen. Im Lauf« diese» Kalenderjahre» ftnd bei der Ersten Ahlheilung bereits eine Zahl von Sparlaffmbüchern für die Zweite Abtheilung an solche Sparer, welche im Westen der Stadt wohnen, ausgegeben worden; dieselben find wie die oben bezeichneten Bücher der Zweiten Abtheilung ausgestattet und gehen mit dem 1. Oktober cr. an diese Zwette Abtheilung über. Sie tragen die Nummer 530001 und weiter.— Alle Einzahlungen auf Bücher der Zweiten Adthetlung erfolgen in Zukunft, soweit ste nicht in einer Filiale oder Annahmestelle gemacht werden, ausschließlich in der ZweUen Adthei« lung der Sprrkaffe, Zimmerstraße Nr. 90/91, wo auch autsch ließltck alle Rückzahlungen auf diese Bücher dewirtt werden. In gleicher Weise finden auch die Sinzahlun« gen auf Bücher der Ersten Abthiilung, weite nicht bei Ftttalen oder Annahmestellen geschehen, und alle Rückzahlungen auf diese Bücher ausschließlich in der Klosterstraße 68 statt. Die Zweit« Abtheilung der Sparkasse ist, wie die Erste Abthettung, täglich mit Ausnahme de: Sonn- und Festläge und der beiden letzten GeschäfiStage jede, Monat, von 9 Uhr Vormtttag» bi» 2 Uhr NachmiitaaS und bis auf Weiteres Sonnabend Nach. Ä%%%%% ezretdung von Büchern der Ersten Abtheiwng auf die Zvett« bthetlung nicht statt. Da» Kuratorium behalt fich indeß vor, v�mbtt d'.�J.�ad� bewirkt werden kann. Schließlich wttd darauf dinaewiesen. daß dir beiden Ftttalen der Sparkasse und die 74 Annahmestellen derselben unter dm biShertam Bedingungen und unter Garantie der Stadtgemeinde unverändert fondauern und Einlagen wie diSher annehmm.— Wer also in der glück« lichen Lage ist.„Ersparnisse" zu machen und dieselbm der städtischen Sparkaffe üdnmttteln will, der möge von vorstehen« der Bekanntmachung Notiz nehmen. Lokale«. Da« z«telligt»»dlatt. Passtrt man Nachmittag» um die fünft« Stunde die Kurstraße, die Zimmerstraße oder den Oranimplatz, so fi-ht man eine Menge Leute auf- und ad« gehen, od r in Thorwegm verweilen. Gruppen dildm fie «erden fU von dem Schutzmann auf dm Straßendamm ge« «lesen. Setzen st«{ich auf ein« HauStreope, so vertreibt fie der Vtzewirth oder der Portier. Auf dem Oranimplatz liest man in den Hauleingängen ein eigen» dieser Leute wegm ange« »rächt«« Plakat mtt der Inschrift:„Da, Sitzen auf den Treppm ist strengstens verbotm." Man begegnet diesen Ge« stattm zu jeder Jahreszeit, mag die Sonn« glühende Strahlen vom Himmel emsmdm oder der Sturm«ifiam Regen turch die Straßen peilschm. Da» buntgewürfette Ledm der Haupt« stadt tritt un« hier drastisch entgegen. Jene Leute find nur »«« geringsten Thetl Berliner. Die meisten find seit kür, er« »der längerer Zeit hier Eingewanderte. Einigm von ihnen steht man e» auf dm erstm Blick an, daß ste frisch au« der Provinzstodt oder vom Lande kommm. So verschieden wie ihre hetmath ist auch ihr Alter, ihr Geschlecht und ihre typische Erscheinung. Der eben der Schul« mtwachsene Knabe kreuzt den Weg mtt dem alter» graum Mann und da» haldwüchstge Mädchen stebt an der Straßenecke oder im Thorweg neben der Matrone. In der Art der Kleidun» giedl«S eine Grenze nach oben und nach unten; man findet keine eleganten, aber eben« sowenig zerlumpte Anzüge. In allgemeinen zeichnet fich der männliche Thett hier in der Kleidung voriherlhaft auS, auch tragen fast sämmtlich« Männer, Jünglinge und Knaben, einerlei in welcher Jahreszeit, blank geputzte' oder doch wenigsten» sauber abgebürstetes Schuhwerk, mag dasselbe auch sonst defekt sein. Gegen vier Uhr wächst die Menge der lautlo» Wartenden, und je weiter die Uhr vorrückt, um so größere Bewegung bemächtigt fich der h irrenden; ein Theil drängt nach einem bestimmten Thorweg, der Rest verHarn auf der Straße. Plötzl'ch erscheinen Frauen und Männer mit Zeitungen, und im Nu verwandett fich da» ruhige Siraßen« dild in ein wildeS Czaot. DaS ist ein Drängen, Stoßen, Greifen, Rufen, als wenn e, gätte, Nachrichten zu erhalten, von denen Tod und Leben abhängt. Und in der That hängt Tod und Leben zuwettm für manchm davon ab, daß er da, ZeitungSdlatt früher erhält als ein anderer. Das beweift tchon der kurze Polizeidericht an der Spitze de» Blatte». Ein stellungsloser Mann, heißt> S do, hat fich au» Nahrungisorgen erschossen oder«tränkt, an dieser oder jener Fcau ist eln Raub« mord degangen,«in Mann sank vor Hunger auf der Straße nieder, ein anderer wurde obdachlos hinter einem Zaune er« froren aufgefunden— ein traurige, Register! Da» ganze Elend der Hauptstadt ist in einem solchen Polizeidericht in rrenigen Zeilen trocken erzählt, und die Leute, welche, da» Blatt in der Hand, nach dm auSgedotenen Stellen suchen, fühlen ihre Angst stch verdoppeln, wenn ihr Auge den Polizei« dertcht streift, lieber diesem Bericht aber steht, fett gedruckt, da» Wort:„Jntelligenzblatt". Es ist die» jene, Berliner Annonzenblatt, in welchem Stellen für Köchinnen, Waschfraum, Arbeiterinnen, Lehrlinge, Gesellm, Kellner, Handlungsgehilfen u. f. w., kurz allc möglichen Dienste und Beschäftigungen auSgeboten und nachzesucht werden. Und die Leute, von denen wir reden, find eben solche, die, ohne Stellung oder sonstige Beschäftigung, Arbeit suchen. Je größer ihre Roth, desto eifriger drängen fie fich hier auf der Straße oder im Thorweg der Expedttion nach dem Blatte, damit ja kein an- derer vor ihnen die vielleicht günstige Annonze lieft und au»« nützt. Sind ste in den Befitz deS Blatte» gelangt, für daS st« zehn Pfennig bezahlm, fo durchfliegen ste, alle» um stch her vergessend, daff-lde in den zitternden Händen haltend, mit brennenden Bücken die Kolumnen. Andere, welche nicht im Besitze der zehn Pfennig find, fuchm dm dmeideten Inhabern über die Schulter zu schauen; aber nur wenige Gutmüthige find e», die fich ein solche» Mitlesen eine» möglichen Kon- tunenten gefallen lassen. Di« meisten miethen stch von einer Zeitungsfrau für fünf Pfennig ein Exemplar de» Blatte», da» fie zehn Minuten behaltm dürfen, worauf e» weiter an den Nächststehenden zur Levüre vermiethet wird. Unterdessen entwickelt sich auch in den nahe gelegenen Kneipen ein eigmthüm« ltche, Schauspiel. Kopf an Kopf ftehm hier die LtUle, still, andächtig, mit gespanntester Aufm-rksamkeit lauschend, al» vernähmen sie«irr« begeisternve, berzerquickmd« Rede; mit Spannung lauschen fie auf die Sttmme de» Schankwirthei, der ihnen da» Jntelligenzblatt vorliest. So kommt ihnen dt« Lektüre billiger zu strhcn; denn man kann für fünf Pfennig alles er ahren und noch eine Kleinigkeit dazu ge« nteßen. Draußen auf der Straße ist da» Bild buntfarbiger al» drinnen in dem rauchgeschwärztm WirthS« »immer, hier vermag man da» gedrängt stehende Auditorium kaum zu mustern, draußen aber tretm einem die eigenartigm Typen deutlicher entgegen. Der stramme Bursche dort in der dicken Lederhost und den hohen Stiefeln, wohl ein Bterfahrer, liest da» Blatt langsam und gemächlich. Ander» der langaufgeschossene junge Mann, der hinter ihm steht. Er war handlungSgehttfe in einem G-schäfte, da» vor einigen Wochen fallttte. Trotz allen Bemühens Hit er noch immer keine Stell« gefunden. Seine Uhr, seine besten Sachen find versetzt und die Kleider, die er anhat, eben noch in einem Zustand», um fich darin einem Piinzipal vorstellen zu können. Noch wenige Tage, dann trägt er auch da, kaum entbehrliche GarderobenstLck in» Leihamt, und wer weiß, wie lange er harren muß, ehe er wieder ein wenn auch noch so bescheidene» Unterkommen findet. Ja, da» Kleid, oder wie der Berliner sagt,, die K u't" macht den Mann. Die Kluft! Wie wichtig und bedeutungsvoll ste heutzutage ist, da» hat ein anderer junger Mann erfahren, der hier auf der Straße warten muß, bis sein Nachbar mit Lesen fertig ist und ihm da» Blatt schentt. Noch vor einem Halden Jahre war er einer der schmucksten Kellner in einem großen„KafS"; jetzt im Aeußeren einem Landstreicher gleichend, nähme ihn kein Kellnerwirth in Dienst. So mancher, der hier im Jntelligenzblatt eine Stel- lung sucht, hat fich da» nicht träumen lassen in jener Zeit, wo er al» Gelehrter glänzte, al« Künstler gefeiert wurde. Mit seinem durch Entehrungen getrübten Auge schaut der frühere Gelehrt« heute nach einer Stelle al« Abschreiber bei einem Rechtsanwalt oder Notar. Der Pianist, welcher dereinst od seine» herrlichen Spiel» ausgezeichnet wmde, sucht heute au» dem Intelligenz- blatt eine Kneipe herauszulesen, wo er AbendS gegen ein« ger'nge Vergütung zw-ideu ige Lieder auf dem Klavier de« gleiten darf. Und mancher, der alt Beamter oder im Komptrtr seine Untergebenen brüSlirte, ist heute froh, wenn er eine Stellung al» Diener findet. Bei vielen ist die Minute, in der fie da« Jntelligenzblatt lesen, für da, ganze Leben entscheidend. Da» blond« Mädchen dort, da» so einfach und sauder gekleidet ist. hat seine Stellung verloren, nicht durch eigene Schuld; eine gi wissen lose Stellen Vermittler ion brachte e» rn ein Hau», auS dem eS um seiner Ehre willen fliehen mußte.„Wenn Du kein« Stelle findest, kommst Du schon wieder", höhnre ihr da» Weib nach.—„Wenn Du keine Stelle findest", tönt e» dem MSd> chen jetzt beim Durchlesen de» Blatte» in» Ohr.„Wenn Du keine findest?"-- Da» mittellose Mädchen hat weder Freunde noch Bekannte in der Stadt. Wer weiß, wie am Abend, wenn e» keine Stellung gefunden hat. die Antwort lautet-- Schande oder Tob? Vielleicht bringt da» Jntelligenzblatt schon nach wenigen Tagen an der Spitze de» Polizeidericht«» die trockene Notiz über den Sklbstmord der Armen. Für dm Glücklichen, der an dem innersten Leben der Hauptstadt achtlos vorübergeht, hadm alle diese Gestatten keine Bedeutung: er steht einen Mmschm athemloi dahineilen, da» ZeitungSdlatt in der Hand, und dentt vielleicht an einen fliehendm und verfolgten Dieb; er weiß nicht, daß der Mensch dahinstürmt in der Jagd nach einem kargm Brot alt Schreiber, Jlalchenspüler. Hausknecht, nach einer der vtelartigm, oft seit- amen Beschäftigungen, dt««ine Millionenstadt bietet.— daß er dahinstürmt: um ehrlich zu bleiben, um nicht zum Diebe zu werden. Die Bildung«tue« VersicherungS-Jnstitut« gegen Wasserleitung«- und Kaualtsattoutzschitdeu wird gegen. wärtig, zunächst in engeren Kreisen unserer Hausbesitzer leb- Haft besprochen. Die überall bestehende Einrichtung, daß der Zufluß de» Waffer» von dem vor dem Hause liegenden Haupt- rohr der Wasserleitung nur durch einen von der städtischen Verwaliung beauftragten Beamten geschlossen werden kann, bat dm Uidelstand im Gefolge, daß bei einer»intreienden ve« schädigung d.» Hauptrohri oder der Rözrmleiturg vor dem Hause da» auSstiömenve Waffer so lange fließt, bis der be» treffende Beamte erscheint, waS naturgemäß stet» längere Zeit Vau rt. Der dadurch angerichtete Schaden ist für den Einzelnen oder die wenigen Beiroffenen immer«in recht erheblicher; die Kellerräume, dt« in solchen Fällen am übelsten daran fi..d, werden ganz überschwemmt, ihr Inhalt von dem Wasser oer» darben oder schwer deschädigt und auch anderwett fino schon oft schwer« EigenihumSdeschädigungen an den G-undftücken durch WafferlettungSschäden entstanden. Sind derartrge Fälle auch selten, so ist die im Einzelfalle eintretende Beschädigung für dm Betroffenm desto empfindlicher und man t>% std deshalb mit der Adstcht, unter dm hiestgm Grundstück» aefitzern eine Versicherung gegm solch« SchSbm zu errichten. Die Bei- träge würden, da verartige Unfälle immerhin nur fetten find, ziemlich geri-g ausfallen. Etu VtehmarktS-Bild. Der Vieh>Auftrieb auf dem städtijchen Vtehmarkte war vorgestern ein kolossaler. In Folge der langen Dürre ist da» Futter knapp und der Landmann muß verkaufen. Die drei Riesenballen für Rinder, Hammel und Schweine waren vollständig gefüllt; die für Schweine wird schon wieder erweitert. Dem Rinderftande sah man recht an, daß der Landmann verkaufen rnu». Ein Landmann erzählte, sein« Kühe geben jetzt nur 1100 L ter Milch, statt 2000. Da» G-wÜhl und der Lärm auf dem Viehhof war undeichreib- ltch. Da» Vieh brüllte in allen Tonarten und die Treider trabten schreiend mtt ihren Hunden um die Wette nach allen Sellen; ein noch nicht benützte» Sujet mit entschieden maleri- schem Anstrich für«inen Jlluftratrur. Ebenso eigenartig find die Gefährte zum ViehtranSport; ein Friedrichs derger Groß« schlächter befftzt einen förmlichen fahrenden Stull. Am Ein» gange zum Markt« befinden stch auf beiden Seiten leichte, elegante Verkaufshallen— wie auf den Promenadm in den Bädem— nur daß man hier statt LuxuSgeger ständen Schlächter Utenstlien, Geschirre, Pritschen, Säcke und verde Kleidungsstücke steht. RinaSum liegen R'staurant» in Menge, auf derm Verkaufi tischen Prachtbraten locken. Auch zu drei Hotel» hat e» die Gegend gebracht. Die Straßen führen landwirthschastliche Namen, wie Tbaer- und Elderaerstraße und find derettS gut bekannt. Ein fti.cher Luftzug geht durch diese Bergstraßen. Zwei wunderschöne blühende Oleanderbäume besaß ein tn der Reichendergeestraße wohnender Großd ftillateur, Zur besseren Pfl g« wurden die beiden Bäume täglich auf den sonnigen großen Hof getragm und zu beiden Seiten der nach dem»wetten Hof führenden HauSlhür aufgestellt. Hier auf dem Hinterhofe hatte ein Hol,- und Kohlenhändler setnm ver« käuflichen Vorrath und außerdem«inen Stall, inw-lchem sein werthvollstes BetiiebSr�jekt, nämlich«in Pferd fich defand, von dem Jedermann in der Nachbarschaft wußte, daß e» dtsstg war und gerne alle» anknabberte, wa» in die Nähe seine« Maule» gerteth; sein H-rr hatte deshalb Klippe und Wagendeichsel mit Eisenblech besä lagen lassen, traf aber keine Anstalten, dem disstgen Thier einen Maulkorb zu beschaff:», wa» jedenfalls nur übelwollende Nachbarin damit erklärten, daß der Gaul durch einen Maulko-d um einen guten Thetl seines Futter», den er stch bei j.der Gelegenheit aus der Straße zusammenstahl, kommen würde. An einem der letzten Tage waren nun wieder die Oleanderbäume an ihren Platz getragen worden; aber schon nach einigen Stunden mußte der Befitz« der« selben zuseinem Schrecken wahrnehmen, daß der einetoialzeroiochen und kohl gerupft, und der ander« in der Krone gründlich zer- zaust war. Der Uedelthäter war nicht zu ermittein, nur hatte man da» zurückkehrende Fuhrwert de» Kohlenhändler» de- merkt, daS auch einige Zeit tn der Nähe der Bäume gehalten hatte. DieSmal sollte der Gaul indessen seine unbezähmbare Freßlust mit dem Leben büßen. Schon am Abend disseldtgen Tage» lag er verendet im Stall zum großen Leidwesen seine» Herrn und nach zehn Uhr kam der bekannt« Wagen de» Ad- decker», um die sterblichen Ueberrefte nach R xaori zu schaffen; der schwankende Kanen fuhr zwischen den geknickten Oi-ander« bäumen hindurch, deren Blätter mtt ihrem narkoitsw-n Gift dem Pferde den To» gegeben haften. Der Tierarzt fand seine Vermuthung, daß die gefressenen Oleanderdlätter die Todesursache wären, bei der Oeffnung de» K.daver» deftäiigt. Die Visitenkarte de« Winter«. In der Morgenfrühe am letzten Sonntag ist der erste Frost bei verlin eingetreten; am Rande unserer beiden großen Landseen, Müggelsee und Tegeler See, ist etwa» schwache» Ei» bemerkbar geweien, auch war an einzelnen Stellen da» Erdreich einige Zentimeter ge- froren. Gereist batte e» bereit» in einigen sternklaren Nächten zuvor. Der Frost hat den Georginen und den feineren Pflaumen an den Bäumen etwa» geschadet. Auch die wilden Enten sammeln stch auf beiden Seen und die Kraniche ziehen hoch tn den Lüsten, alle« Vormrrk. der kalten Jahreszeit. ÄÄ.S ätsäI Natürlich leiden hierunter auch die Gesellen in anderen Werk- Mtm. denn ihnen wird die längere vrbettSzeit in obiger Werkstatt stet» vorgehalten. E» wäre daher Pflicht der in jener Wertstatt beschäftigten Gesellen, wenn fie energisch für eine Verkürzung der Arbeitszeit eintreten würden. Unter ganz eigenthümltche« Umstände« wurde am Sonntag Abend nach der Vorstellung im Universum ein M-MZUUM hinau», ulaffen. Der K-llner öffnet bereitwillig die sonst ver« schloffen« Gartenthm, und jener entfernt stch schleunigst. Gleich darauf fällt dem Kellner die frappante Aehnlichteit seine» ÄrrÄS Schnell eilt er dem Flüchtling nach; aber, o weh! Ein Ruck de» Gauner»— und der Kellner hat ein Stück seine« Klei- % den Marder zu fangen. ES stellte fich nun heraus, daß er noch zwei Uederröcke angezogen hatte, für die ihm augenscheinlich auch nicht da« Maß genommen war; wenigsten» reichten die Aermel deS einen über seine Hände hinau». Ob wohl der Ge- nchtthof, dem er demnächst vorgeführt werden wird, die Eni- Et»»(tut Pekhttd. Man schuibt»rS:„Sie bexich« mint die SchllßNratze von Pankow nach Gltönholz alt Pest- hnd. Wol'cn vir einen»tillichin Ptstbild kennen lernen, und noch dazu, wo eine große Anzahl Menschen wohnt, so begeben Sie sich nach der Ewtnewünder Straße. G-Hen Sie vom Ziontkirchplatz bi»-um»»konoplatz und bleiben Sie am Hause Granseeerstraße 5 ein halbes Stündchen stehen, nament» lich Abends 8 bi« 10 Uhr." W-itere»»u'»oen ist übeiflüsfig. Der Selbstinord de« Lehrling» Willy Ntednet in dem Droguengeschäst von Hans Tü»sch«r m R xocrf hat die seltsamsten Gerüchte Hersorgerufen. Auf Grund der polizeilichen Ermittelungen ist darüber festgestellt: Herr Tützicher hatte seit längerer Z it Defekte in seiner Tageskasse bemerkt. Der Per- dacht de» Diebstahl« fiel zwar auf Niedner, doch gelang e« nicht, denselben auf frt'cher That zu ertappm. Tützscher legte dethalb 5 gezeichnet« Markstücke mit dem Münzzerchen A. in die Raffe. J-n Laufe de« Tage« schickte er den Lehrling fort und fand in dessen Abwesenheit nur noch 4 dieser Markstücke vor. Er rief den Gendarm Peter« herbei und diesem gestand Rtedner den Diebstahl zu. In seinem Portemonnaie wurden 34 Mark gefunden, Übet deren redlichen Best» er stch nicht au» zuweisen vermochte. Endlich gab er zu, seinem Prinzipal nicht nur diese« Geld, sondern durchschnittlich täglich etwa 3 Mark au« der Kasse entwendet zu haben. Der Beamte fordert« Nledner nun auf. seine Kopfbedeckung zu holen und ibm zu folgen, wa« dieser auch that; kaum hatten Beide da« Zimmer verlassen, al» Niednrr anfing fich zu erbrechen und wenig« Sekunden danach stürzte er bewußtlos zu Boden. Herr Tützscher, Vergiftung vermuthend, wendete sotort Gegen- mittel an, j-doch vergeben«. Nach'/«stündigem Todeskamps gab er seinen Geist auf. Der Alkohol. Am 25. d. M wurde im Thiergarten an einer seichten Stelle de« Neuen See« die Leiche eine« et»a 40 Jahre alten Manne« gefunden und nach dem Leichenschau Hause gebracht. Der Leiltenkommiffariu« bemerkte an der Leiche, welche a!S die de» Kutscher« K. erkannt wurde, mehrere anscheinend von einem harten Gegenstand herrührende Ver. letzungen, so daß die Annahme eine« gegen K. verübten Ver- biechen» nicht ausgeschlossen schien. Dieselbe hat indeß durch die sofort angestellten roltzetlichen Ermittelungen fich nicht al« de gründet erwiesen. Vielmehr wurde festgestellt, daß K., welcher bei einem Fuhrherrn in der Klopstockstraße in Dier st stand, an SSuferwahnstnn litt und einige Tage vorher beim Putzen der Pferde umgefallen und von einem Pferde getreten norden war. E« läßt fich mtt Sicherheit annehmen, daß die vorgefundenen Verletzungen von den Tritten de» Pferde» herrühren. Am Abende de» 24. September hat K. stch au« dem Stalle entfernt und ist nicht dorthin zarückgekehrt. Ob er freiwillig den Tod gesucht hat oder verunglückt ist, hat fich nicht auf. klären lassen. vetm Hiuauswinden eine« große» valkeu« auf den Reubau de« Grundstück» Pottvamerstr. 27 riß. wie wir nach. träglich erfahren, am Sonnabend Nachmittag gegen%2 Uhr die Kette und stürzte der schwere Balken au« der sehr berrächt lichen Höhe auf da« Trottoir hinab, nachdem er da« Schutzdach de« Baue« durchschlagen und zertrümmert hatte. Es ist zu verwundern, daß bei dem starken Passantenverkehr in der Pat«dam«rst:aßt und der regen VerkehrSzett kein Mensch ver- unftlQdft ifL Ein Etsenbahnuufall, ähnlich dem auf der Potsdam- Magdeburger Eisenbahn, hat fich, wie ein Bnichterftatter schreibt, vorgestern Abend auf dem hiefigen Görlitz« Bahnhofe ereignet, wobei jedoch, wie wir gleich vorausschicken wollen, Personen nicht verunglückt find. Der l-tzte, um 7 Uhr 5ö Min. nach Königswusterhausen abgehende Zug, welcher auf dem rechtsseitigen Geleise stand, wollte gerade die Bahnhofshalle verlassen. al« e» ein gewaltige« Krachen gab und nun sah man. daß der Zug bezw. die Wagen mehrere Waggon« ge- streift hatten, welche auf einem Gele s« standen ,; da« fich kurz vor der Halle mit dem rechtsseitigen Geleise oereinigt. Es ist auch drsiibe Fall, wie auf dem PotSSam« Bahr bofe. Die Waggon« de» fahrenden Zuge« wurden wenig beschädigt, da- gegen wurd'N mehrere der gestreiften Wagen, welche einem haltende» Güterzuge angehörten, zertrümmert uns die Schienen total verbogen. Wie es möglich war, daß ein dera-ttger Zu fammenstoß nach dem Unfall auf d«m Potsdamer Bahnhof passtren konnte, ist ganz unerklärlich. Noch heute stüh sah man auf der Stelle de« U.fall« Wagentrümmer und die stark de- schädiaten Eisenbahnschienen. Etae tragische Szene spielte fich am Sonntag im hiesigen städttichen Krankenhaus« am Friedrichs Hain ab. Dort war einem uns« Mitbürger sein Töchterchen an Diphthertti« St starben. Bald darauf wurde den betrübten Elt«n die kleine eiche im Leichenkeller ausgehändigt, damit ste für die v«. erdigung Sorge tragen konnten. Sie kauften sogleich einen Sarg, ebenso ein Sterdegewand. Die tleine Leiche wurde so- dann dem Ausseh« der Leichenkapelle, die zu dem zuständigen Kirchspiele gehört, übergeben und dort aufgestellt. Bevor die Eltern sich entfernten, befahlen fie noch dem tlufseher, Niemand an da» Kind h«anzulaffen. Man denke fich dah« ihre schmerz- liehe Entrüstung, alt fie vorgestern die Leiche ihre» lleinen Liebling« fürchterlich entstellt, d. h. sezirt, ohne Zunge, ohne Eingeweide:c. wiederfanden. Erzürnt über die Beetnlrächti» gung ihrer Rechte, haben fie die Sache sofort der Staats• anwoltschaft angezeigt, welche nun über diese Prinzipienfrog« zu definb-n haben wird. Denn um«ine solche handelt e« fich hier.§ 168 des Strafgesetzbuches sogt: W« unbefugt eine Leiche au» dem Gewahrsam der dazu berechtigten Person wegnimmt, wirv mit Gefängntß bi» zu zwei Jahren bestrast. Da gegen setzt§ 367 nur«ine Grlvstrafe fest für den, welcher einzelne Tbetle ein« Leicht wegnimmt. In letzterem Falle hnH, d«r Gesetzgeber offenbar Mediziner im Auge, welche stch zu Studienz, cken unberechtigt Leichentheile verichaffai. Die Angelegenheit scheint insofern für da« Städtische Kranken hau« nicht sehr günstig zu liegen, al» die Leiche den Eltnn. wie diese behaupten, behus» Beerdigung berrti« über- geben war, den Aerzten also keinerlei Recht daran mehr zuüand. Ja der Umgegeud de« Arbeit«hause» in Rummels- hnta treibt stch täglich Gefind, l herum. Zuhälter und Dirnen und e« kommt ost zu ärgerlichen AuftrMen. Sine solche Band« soll sogar vorgestern Abend die Dreistigkeit so weit getrieben had-n, vor dem Arbetishaus« selbst Lärm zu machen und in die Stube de» Dtrektor». Herrn Demmnlem. der trank liegt, durch da» Fenster zu schießen. Da« Geschoß, ewe Bleikugel. soll aufgefunven worden sein. Die Ortspolizei, auf länöltche Aerhäl: Nisse zugeschnitten, scheint zu schwach, jene Leute, dt« dort»usammenst-ömen. in Ordnung zu hallen. Wie begründet die Abneigung vieler Laute ist. unt« dm Schutzdächern bei Neubauten entlang zu gehen, zergt ein bedaunlicher Unglück»fall, d« fich vorgestern vor dem Grund- stück Zimmerst: aße 8 ereignete. Dort wird ein Neubau auf- ««führt, au« welchem Grunde man einen Bauzarm mit Sarai. f befiadlrchem Schutzdach aufgesühit hat. Gegen 6 Uhr gab e« plötzlich ein gewaltige« Krachen, da« stch anhörte, al» ob da» aan« Gerüst zusammengebrochen sei. Von einem der Ballon» SÄ" Ä Äf Kür'schnnmtÄ-'Arndt" Zirnm" t- straße 10 wohnhaft, und zwar da« ältere ca 3 Jahre alt« -UZMMNZ juchung ergeben. Ei» schwerer Unglücksfall ereignete fich voraestern Mit- tag in der Trtloragentadrrl mit Dampfbetrieb von Ignatz N-u« mann. Wallstraße 13, Der Maschinenfühler stand g«ad« im Begriff, das Getriebe der Maschine von einigen Fäoen Garn zu säubern, al« d« rechte Arm erfaßt und in da« Getriebe ge- rissen wurde. Ein entsetzlich« Schrei durchdrang Den Fadiik- saal, der dem ganzm Fadrikpcr sonal durch Mark unv Bein drang, man fand den Unglücklichen mtt üb« dem Gelenk auSgniffenen Arm im Blute liegen. Lang« währte e«, ehe man ärztliche Hilfe erlangen konnte. J- zwischen hatte«in H-ilzehilfe dem «ermsten mtt raffen Handtüchern einen Noch verband angelegt. Später erfolgte seine Uednsührung nach dem Krankenhause. Der so schrecklich Verunglückte war nicht verheirathet, hat dagegen eine alte Mutter zu«nähren. Die Fabrik wurde sofort o- schloffen, weil Niemand im Stand« war, für den übrigen Tag zu arbeiten. Wegen Verdachte« eine« beabstchtigte» Dynamit- attental» ist d« tm Jahre 1884 au» Bnitn ausgewiesene, seitdem in Magdeburg«ohnbafie Eisendreh« D. daselbst ver- haftet worden. Am 21. d. M ist in Sudenburg eine Kiste angekommen,«ntballend Zeitungen revolutionären Inhalts, Czemikaiien zur Bneituna von Sprengstoffm und«ine Ouan- tttät Dynamit. Diese Sendung, welche in die Hände der Polizei gefallen ist. war, wie die Ermittelungen ergeben haben, für den festgenommenen D. bestimmt. Di« Ch mikalim find dieselben, wie fie in der mit in der Kiftc bifinvltch gewesenen Zeitung„Der Rrdell" zur Berellung von Sprengmttteln gegen Gebäude und Menschen zur Anwendung empfohlen werden. Das vor einig« Z-it bi« abgefangene Paket mit vielen Excm- plaren der genannten Zeitung ist, wie festgestellt worden, gleich- fall« für D. bestimmt gewesen. Sine» schreckliche« Aasgang nahm dies« Tage eine muthwtllige Neckerei. AIS auf dem Grundstück Oranien- straße 119 der Knabe Schelenz, welch« mit mehreren anderen dort bei einem Spediteur al« Rollwagenbegleit« angestellt war, auf einer Letter vom Boden nach dem Hofe herabsteigen wollte, nahm einer der Knaben ihm die Leiter fort. Sch. versuchte nun an ein« offenstehenden Tbür heradzulletlern, blieb dabei einen Augenblick auf d«Thür tittling« fitzen und fiel, al« der Knabe Burchardt die Tzür au« Stickerei heftig hin» und Her- bewegte, von telselben herab und so unglücklich auf da« Straßenpflaster, daß er einen Schädelbruch erlllt» an dem er bald darauf versta-b. Gemäß den Veröffentlichungen de« kaiserliche« Ge« sundheitsamts find in ver Zeit vom 12. bi« 18. Sepldr. er. von je 1000 Bewohnern, auf den Jahresdurchschnitt berechnet, als gestorben gemeldet: in Berlin 36,1, in Breslau 42,4, in Königsberg 34,4, in Köln 31,3, in Frankfurt a. M. 21,9, in Wiesbaden 16,9, in Hannover'—, in Kassel 21,9, in Magdeburg 26,9, in Stettin 30,8, in Altona 31,8, in Straßburg 39,9 in Metz—, in München 38,2, in Nürnberg 31,3, in Augsburg 35,7, in Dresden 32,8, in Leipzig 23,8, in Stuttgart 18,7, in KarlSrube 23,8, In Braunschweig 24,4, in Hamburg 36,2, in Wien 19,9, in Pest 34,6, in Prag 24,9, in Trieft—, in Krakau 23 2, in Basel 14,7, in Amsterdam—, in Brüssel 23,8, in Paris 21,5, in London 17,6, in Glasgow 24,2, in Liverpool 26,2, in Dublin 27,5, in Edinburg 13,9, in Kopenhagen 33,5, in Stockholm 17,5, in Cbristtania 21,4, in St. Petersburg 25 4, in Warschau 28,2. in Odessa 37,9, in Rom 17 5, in Turin 19,6, in Venedig 27,9, in Madrid—, in Alexandra 53,9, Ferner in der Zell vom 21. bis 27. August er.: in New Uork 23,3, in Philadelphia 19 9, in Baltimore 22,3, in San Franziska—, in Kalkutta 23.6, Bombay 21,1, in Madras 43,9. »arktyallen. Beruh» von I. eanomann, städtische« Lerkamsvermittler, Berlin, Zentral- Martthiui«, den 28. September 1886. Reh« 70—90, Hirsche 25—35, Dammhirsch 35- 50, Wildschwein 25— 36 Pf. pr. Pid� Rebhühner, junge 95— 120, all« 70 btS 85 Pf„ Fasanen 3-4 SR., W'-cbteln 50-60 Pf„ wild« Enten 0.80 bis 1,20, Hasen 3,00-3 75 Mark per Stück. Geflügel. Gänse 2,50—3 00-6,00 M., jung« Enten 1—1,50—2,00 Mark, junge Hühner 0,50-0,80 M., alle 1,00-1,70 M.. Tauben 30-45 Pf.. Poularden 4.50-8.00 R. p« Stück. Preise steigend. Butt«. Frische feinste Tafelbutter tc. 118—122 feine Butt« I. 110-118 U. 98-108, IU. fehlerhafte 82-92. Landdutt« l. 92—98, 0. 75—85 M„ Galiziscbe und ander« geringst« Sorten 55—72 Mark per 50 Kilo. Preise fest Käse. Echt« Emmenthal« 73—80 Mark, Wefipreußisch« Schwel,«käse L 66 b S 63 Mark. U. 50 W« 55 Mark, OL 45—48 SR, Quadrat. Backstein l. fett 22-26 SR., ll. 12-18 SR., Ttlfiter Fettküi. 45-50-60 SR., Tilstt« Magerkäse 18—23 Mark, Limburg« l 80—35 SR., n. 20 bi» 25 SR„ rheinisch«' Holländer Käse 45—68 M, n. Waare 35 SR., echter Holländer 65 M.. Edamer L 60-70 SR., n. 56—68 M.f ftanzöfischer Neufchateller 16 SR. per 100 Stück, Camembert 8,00—8,60 SR. per Dtzd., Main»« 4 00 SR., Harzer 3,50 pn 100 Stück, Roquefort 1 20—1,50 pr. Pfd. Eier. 2,50—2,60 SR. per Schock, steigend tm Preise. Honig,»in« deutscher 60, feinster weißer 70—80 SR. pr. Ctr. Die Nachfrage ist gering. Blumen unv Blätter. Lordl«blätt« 3—4 SR. pro Korb. Rosen 5—6 M. pro 100 Stück. Ldst und Gemüse. Weintrauben 25—30. Pflaumen 3-6, Birnen 5—10 Mark, feine Sorten 12—25 Marl, Aevfei 5—10 Mark, feine Tafelsorten 12—25 Mark, Zwiebeln 2,00—3,00, SR. pr. Ctr., Schalotten 6—7 M-, Neu« saure Gurken 1,50—2 SR. p« Schock. Paradiesäpfel(ESraugim) 1.50-3,00 SR. pr. Stück. Ananas 2,50- 3,00 Mark pr. Pfd. Karotten 2,50—5 SR. p« 100 Kilo, Wirsingkohl 2—3 M, Roth- und Weißkohl, große Köpfe, 3—4 SR. vr. Schock, Blumenkohl 10—15 SR. pr. 100 Stück, Meerettla 6—12 M„ Kartoffeln, im Preise steigend, weiße 3,50-4,0) M.»cht 2,80 bi» 3.00 SR., blau« 3,00-3,60 SR. pr. 100 Kilo. Geräucherte Fisch«. Rhein lach» 2,50—2,90 SR., Weser und Oftseelachs 1,20-1,40 SR., geräucherte Aale 70-1,00 bi» 1,30 Pf. vr. Ptd., groß« Delikateßaal 1,60 p« Pfd., Flundern, klein« 2,75-3.50, mittel 4,50- 8. groß« 12-20 SR- Bückling«, 3,50 bi» 5,00 SR. Dorsch 3-10 M. per 100 Stück. Sprockn 0,40—0,50 p« Pfund. Krebse,«leine. 10 cm. 1,00-1/0 M„ mittel 2-4 SR, große 8—12 SR. per Schock. Hummern 1,30—1,60 M. p« Pfund. Ledende Wche. Aal, mittelgroß 80—95, große 1,10 SR, Hecht 60-70 Pf, Schlei« 80-90 Pf. p« Pfund. Seefische. Lach» 1.00—1.20—1,30 Mark, Zand«, groß«, 80-100 Pf, Hecht 40-50-65 Pf, Steinbutte 70-80 Pf, See. Hingt, große 0,70—1 SR, mittel 50—60 Pf, Scholle 10—26 Pf, Schellfisch, groß« 20 Pf,«abitau 15 bi« 20 Pf. per Pfund, Makrelen 40-60 Pf. pro Stück Polizei- Bericht. Am 27. d. SR. Mittag» wurde ein Mädchen, welch»« an Krämpfen litt, in sein« Wohnung in der Palltsadenstr. 69 völlig angikieidet tobt auf dem Fußboden liegend vorgefunden. Die Leiche, au welch« äußere Ver« letzungen nicht wahrnehmbar waren, wurde dehuf« Feststellung d« Todesursache nach dem Letchenswauhause gebracht.— Am Nachmittag veiunglückte auf dem Lehrt« Güterbahnhof der Arbeit« Bohl dadurch, daß beim Verladen von Frachtgütern ein schwere« eiserne« Schwungrad auf chn fiel, so daß« einen Bruch de« Becken««litt und mittelst Droschke nach dem Krankenhaus« in Moabll gebracht«erden mußte.— Um dieselbe Zeit wurde in d« Wednei von Neumann, Wollstr. 13. der Heizer Kretschm«, als er an einer Transmisston hängen gebliebene« Garn»orschriftswidrig mit der Hand entfernen wollte, von dem SRaschinengetriede ersaßt und ihm b« rrchi« Unterarm abgerissen. Er wurde in da« Krankenhaus Bethanien gebracht.- Etwa« spät» fiel der«rdelltdursche Herrmann, al» er, auf einem Arbeitswagen fitzend, die Kommandanten straße entlang fuhr, au« noch nicht autgeNSrt« Veranlassung unmittelbar vor einem vorbeifahrenden Pfndeeisendahnwazen von dem Ardeitswagen hnab; da«in Anhatten de« Pferde« bahnwagen« nicht mehr möglich war, wurden ihm durch U-der- fahren von demselben beide Unterschenlel mehrfach gebrochen. Gerichts-Zeitung. t Unter der Anklage der wtffevUtey falschen Au» schnldtgung stand gestern d« Arbeit« Friedlich Ganz« vor der zweiten Strafkammer de« hiefigen Landgericht I. E« handelte fich um einen jen« Fälle, wo polizeilich Jnhafttrte fich über Mißhandlungen brschweren, die fie im Innern der Polizei-Wachtlokale von den Schutzleuten erduldet haben wollen. Am 10. Februar d. I. war Ganzer, weil er unt« dem Verdacht stand, eine Schaufel aestoblen zu haben, ver- haftet und nach dem Wachtlokal de« 50. Polizeireo ert gebracht worden. Zatri Tage später richtete er an daS Polireip Sfidium ein Schreiden, in dem er fich über die bardari'che Tortur be« klagte, der et im Wachilokal ausgesetzt gewesen sei. Da« Polizriprästdium sah in dies« Beschwerdcschrist den Vorwurf für drei Beamte, dm Schutzmann Brandenburg, den Polizei- Wachtmeister Heider und dm Schutzmann Luns, ihre Amts« defugnisse überschritten tu haben und stellte gegen Ganzer den Slrafaotrag. In der Verhandlung gab der Angellagle, der di eimalwegm Tiebst.'hIS vorbestraft ist, zu, jene» Schreiben an da« Polizeipräsidium v«saßt zu haben. ES heißt in demselben: Die Beamten haben mir einen Gummischlauch in den Mund gesteckt und Waffer hineingegoffrn. Sie haben mich an die Beine genommen und im Zimmer hemmgeschl-ist. St« haben mich so geschlagen, daß ich nach der Santtättwsche gehen mußte, wo die Striemen in der Haut zu sehen waren." Diese Angaben beruhen, wie er auf da« bestimmteste verfiebert, auf Wahrheit.— An See« stellen die Schutzleute den Vorfall dar. die in vollständigst« Uebereinsttmmung folgende» aussagtm: Der Verhastete habe fich geweignt, sein Nationale anzuo-ben und sei deshalb in die Jsolirzelle gesperrt woidrn. Räch einig« Zeit habe man au« der Zelle ein Geräusch gehört, als wenn Jemand von der Lank falle. Man sei hineingegangen und habe Ganz« lang ausgestreckt mit geschlossenen Augen auf dem Boden de« Zimmer» ruhend gefunden. Ein Schutz« mann habe an dem Kopf, der andere an den Füßen de« an- scheinend Bewußtlosen angepackt und so sei er in da» hellere Wachtzimmer getrogen worden. Dort habe ein Beamter, der zehn Jahr lange Lazareth« gehilf« gewesen sei, Ganzer an den Pul« gesüblt, ver normal gewesen sei und Hab« sofort«könnt, daß seine Krankbell fimulttt sei. Nun bade man au« einem T inkbecher cu« Blech dem Manne Mass« eingeflößt, wobei allerding« etwa« vorbe-g, flössen sei, der Kranke habe die Augen aufgc- schlagen und sei wieder in die Zelle zurücktransporttrt worden. Gnmßhandeli sei er nicht worden, ein Gummischlauch exlftirt im Wachtlokal übnhaupt nicht. Nach 8 Uhr habe man die Frau de« Verhasteten, der inzwischen seinen Namen genannt habe, herbeigerufen und ihr hätte Ganz« geäußert, daß er ge- schlagen worden wäre. Die Beamten seien üb« eine solche Verleumdung empört gewesen und man habe ihm gedroht, ihn wegen B-amtendeleidigung zur Verantwortung zu ziehen.— Di,« war im w-sent ichm die üb- reinstimmende Avssage der drei Z-ugen, die nachträglich vnetdigt wurden.— N-ldt»«' eidigt wurde Frau Ganzer, die erzählle, daß sie ihren Mann in der Jsolirzelle in einem traurigen Zustande angetroffen habe. Die Röcke w-rm über den KM da« Hemde stand offen, die Hosen waren zusammengeknöpft, Vau............---- beruntergttaffen. Ihr Mann habe gellagt.« könne nicht aus« stehen, weil er von den Beamten surchtdar geschlagen worden wäre. Al« ein Beamter die» hörte» habe er gesagt:„Wenn c" die Schnauze nicht hält, giebt e« eine Anklage wegen Beb digung." Schließlich sei e« ihr gelungen, ihren Mann zu de- wegen, mitzukommen und fie hätten fich nach d« Saniläit- wache in d« Linimüraße begeben.— Der H-iigehilfe Aneckel. d« Ganz« uniersucht hat, ist wegen zu großer Entfernung seine« jetzigen Wohnorte» kommissarisch vernommen worden und sagt au«, daß er fich nicht mehr ganz genau aus den Vor« fall d«finne; soviel« wisse, habe Ganz« ad« leine Verletzung am Rücken gehabt, die von Schlägen herrührte, sondern m* eine leichle Hautabschürfung, die durch einen Fall hnvorgeruftn worden sein kann.— Der Arbeiter Gottschewsli hat Frau geholfen, ihren Mann nach Hause zu traniportiren.«luch hat gehört, wie G. fich sofort üb« Mißhandlungen beklag und"hat auf seinem Rücken„Streifen, die'äuisahen, al«#0 fie mit dem Meff« gezogen" bemerkt. Dies« Z-uge WW, W»..V, VV»„V wird ort eidigt.— Der Staatsanwalt beantragte eine G-fängnißstkatt von 3 Monaten. Dm Aussagen d« Beamten sei voll« GlM ben detzumlssen.— Der Bngrklagt« betheuert die Wadry«» srtn« Angaben. Der eine Beamte habe gesagt:„Lang w» mal den Ochsenziemer her, wir wollen ihn schon ledenv'S machen", und die Beamten hätten nicht früher aufgehört, Wl zu mißhandetn, bt« d« Lieutenant gekommen wäre und g«l#» dötte: Der Mensch stirbt uns noch unter dm Fingern. � Nach kurz« Berathung«kannte d« Gerichtshof(Vors. Lan»' geeicht«» Direllor Lüty) nach dem Antrag« de« Staatsanwau'! Der Gerichtshof hielt für erwiesen, daß die Anzeige Ganztt falsch und wiver deffere« Wissen adgegeb n sei. Der%% klagte Hab« K-ämple fimulirt und die Bcamtm hätten M nungsmäßig mit ihm v«jahren. Die KelSftignug eine« echutzmanu« wird von V«? Schöffengericht ai« grober Unfug nachtet. Der Rnnhoid Krehan wurde am 10. Juni cr. auf dem Gelaü?.' gange duich die Pcrlebergerstraße von zwei Arbeitern Sand beworfen unv verlangte von einem auf dem PatroutU'' gange befindlichm Schutzmann, daß« die beiden dehuf« ihrer Festftelluna nach der Polizeiwache fistire- fL, Beamte w,ig«te fich dessen, und e« kam deshalb zwischtN und Herrn Krehan zu ein« längeren Auseinandersetzung, «ster« damit beendigen wollte, daß er letztem zum gehen aufforderte. Dies« macht« noch neue Wendungen und wurde nun seinnseit« von � Schutzmann behu!« Feistellung sein« Person ,m Wij transportirt. Im weitem Verfolg diese» Dorkommw". «htell H�rr Kiehan ein« Anklage wegm gioden Unsugs� � ,,.......... milage wegm groben uniufl» � wegen Uedenrrtung de»§ 117 der Slraßenpolizeioldnung. � welche« stch gestein vor der 95. Adthetlung de» vbtheilung d« hiefigen Schöffmgertcht« zu vnantwortm« � ZUÄSWSK.« und«kannte dafür auf die beantragte Strafe., a» #### 1 nach 8«tUn schaffen wollte, fand man in der Gefangenenzelle wohl ein groheS Loch in der Mauer, durch welches die Sonne htneinschien, von dem Gefangenen indessen sah man nichts. «er Berliner Kriminalbeamte mußte daher ohne seinen Schütz- Uns allein nach Berlin reisen; ganz unoerrichteter Sache kam er jedoch nicht zurück, denn er hatte bei der Leibetvisttation dei Lanke eine bedeutende Menge von Goldsachen. Uhren)c. vor- gefunden und er war demnach in der glücklichen Lage, diese Werthgegenstände, herrührend auS einem kurz zuvor dei dem Uhrmacher Glanz in Zoffen verübten Einbruch, seinem Bor- aesetzten gegenüber aufweisen zu können. Die geraubten Weithgegenstände wurden damals in polizeiliche Ver- Wahrung genommen, der geflüchtete Einbrrchir aber blieb vorläufig verschwunden. Im Riesengebirge. in der romantischen Umgebung der Ruinen dei sagenreichen Bergschloffe» Kynast, befindet sich eine Höhle, von den Ein- wohnern dei H.rschbcrger Kreiset die„TeufelShöhle" genannt; hier befand fich vor zwei Jahren auf einer Erholungsreise der Kriminalkommiffar Breun auS Berlin. Im Beschauen der ihn umgebenden henltchen Naturschönheiten störte den genannten Herrn eine alte tzolzsällerin, welche ihm dienstfertig einzelne mit der Umgebung verknüpfte Begebenheiten tn Erwartung «inet anerkennenden Trinkgeldes schilderte; die Erzählungen der harmlos plaudernden Alten verhallten anfangt tn den Wind; mit gespanntefier Aufmerksamkeit aber lauschte der Krimtnaltommifiar, alt die Alte ihm die Mittheilung machte, baß auf ihre Veranlaffung ein Raubmörder, der in der Ttufelihöhlt seinen Schlupfwinkel gehabt, dingfest gemacht worden ist. Das scheue Benehmen diese» Verbrecher», den fic öfter nach der TeufelShöhle schleichen gesehen, sei ihr verdächtig erschienen und — so ließ fich die Holzfällerin weiter vernehmen— bei seiner Ver« baflung„vo hom se in döh Höhle an Schoatz: Uhren aach Guldsaach'n g'sunde".— Die Personalbeschreibung, welche die E-zählerin dem Kriminalkommiffar gegeben, erinnerte denselben sofort an den in Luckau geflüchteten Lank« und die hinterher angestellten Ermittelungen ließen in der That keinen Zweifel, baß jener„Raubmörder", der in der Hirschderger Gegend durch sein Erscheinen die Landleute in Schrecken gesetzt, mit Lanke identisch sei und et war demnach die Möglichkeit geboten, den Urheber jene« in der Nacht vom 24. zum 25. März 1881 bei dem Zoffen er Uhrmacher verübten Einbruch» zu«reichen. «Njwischen ist Lanke wegen eine» Raubmordversuch» vom Schwurgericht in vreSlau zu 10 Jahren Zuchthau» und ferner vom Schwurgericht zu Guben anderweitig »u 5 Jahren Zuchthau« verurtheilt; zur Verbüßung dieser 15 Jahre ist Lanke gegenwärtig im Zuchthause zu Striegau in Schlesten intnnirt. Von dorther wurde« am Sonnabend der Strafkammer de» L-ndgtticht» Ii vorgeführt, nachdem Legen ihn wegen d«S Einbruch» in Zossen da» Strafversahren wegen schweren Diebstahl« eröffnet worden. Zur Vermeioung eine» abermaligen JluchtonsucheS war der gefährltche Ver- brechet bi» zum Eintritt tn den GerichtSsaal mit eisernen ketten gefeffelt. Vor Beginn de« Verhüll ermahnte der Vorsttzende. Herr Landgerich ttdirektor Meißner, den Angeklagten, ein offenes GrstSndniß abzulegen, da die Strafe, die den Angeklagt n bereits getroffen, nicht mehr«höht werden kann, weil dai in diesem Falle gesetzlich»uläsfize Strafmaß von 15 Jahren Zuchthau» gegen ihn bereits erkannt worden ist. Lanke blieb trotzdem hartgesotten; er bestritt jenen Diebstahl tn Zoffen, obwohl ihm vorgehallen ward, daß er in der Nähe des Thatorteö in bäuerlicher Kleidung gesehen und daß damals in Luckau die gestohlenen Werthsachen dei ihm vorgefunden wur> den. Dementgegen behauptet Lanke, er habe diese Werl hsachen, welche von einem Bekannten zum königlichen Leihamt in Ver- satz gegeben seien» au» seinen Mitteln aulgelöst, nachdem er diesem Bekannten in einem Schanklokal an der Acker- und Gartenstraßen. Ecke die bezüglichen Pfandscheine beim Kartenspiel abgewonnen habe. Der Gerichtshof sah fich in Folge diese» Ein« «andeS genöthigt, die Sache zu einem neuen Termin zu Verlagen und Behuf» weiterer Recherchen in der von dem Angeklagten angedeuteten Richtung daS königliche Polizeipräsidium zu re« quiriren, unter Uebrrsendung der GnichtSatten. Zar«eist» der Berliner Arbetteriunenbewegung. Nunmehr ist auch den vier angeklagten Vorstandsmitglieder de»„Verein» zur Vertretung der Interessen der Arbeiterinnen", den Frauen Dr. Marie Hofmann, Stagemann, Ihrer sowie Fräulein Jagert die Anklageschrift zugegangen. Die Anklage stützt fich auf Vergehen gegen§§8 und 16 de» Vereinsgesetz!» vom 11. März 1850. Bekanntlich ist auch der„Fachverein der Mänteln äberinnen" polizeilich geschloffen und gegen den Vor« stand Anklage erhoben wordcn. Künftige Woche steht bereits T«min zur Hauptverhandlung an. Als Zeugen find dazu seitens der Staatsanwaltschaft im Ganzen srch» geladen, und zwar nur PolizellieutenantS, denen die VersammlungSüder- wachung oblag. Ein umfaffrndes Belastungsmaterial wird gegen dm„Verein zur Vertretung der Interessen der Arbeiterinnen" vorgebracht. Fünfundzwanzig Polizeüieute« nantS aut allen Reoieren Berlin», auch Frauen und Mädchen, Mstglieder und Nichtmitglieder der Arbeiterinnenveretne, find von dem Staatsanwalt Heinemann in Vorschlag genommen. Ferner wird Bezug genommen auf die im Mai d. I. bei den angeschuldigten Vorstandsmitgliedern fiattgesundenen Hau»- suchungen und deren Resultate, ali beschlagnahmte Briefe, Schriften und Vnsammlungkprototolle. Vereine mh Versammlungen- t„Schon wieder ein unehrlicher Hausdiener", so lautere da» Thema eine» Vortrage», welchen der Vorsttzende de» Verein» Berlin« Hautdimer in d« letzten Mitgliederver« sammlung desselben, die am Montag, dm 27. d., in Jordan'» Salon, Neue Grünstraß», stattfand, hielt. Unter dieser Spitz« Marke, so etwa führte der Vortragende au»,«schienen von Zeit»u Zeit in den Berliner Zeitungen Artikel in denen über die Unredlichkeit irgend eine» HariSdienerS berichtet werde. Die Ueberschrift enthalte eine schwere Beleidigung für den Stand, weil in ihr die Vorautsetzung liege, daß gerade die Hauivier.« am ehesten gmeigt zu Unterschlagungen und Be« lrügeretm seien. Allerdings setze fich d« Stand mehr alS leder andere aui den onschtedenartigsten Elementen zusammen, JUS solchen, die in ihrem eigentlichen Beruflleben tbeil» durch die Schuld ver Verhältnisse Schiffbruch gelitten hätten, au» solchen, d«en Ellern zu arm waren, um ste eine Profession er« '«nen zu lassen, und die dethaib al» Laufburschen in ein Gr« 'ihäft eintreten mußten, um etwa» zu verdienen, und auS abgehenden Milllärpersonen, die während ihr« Dienst- jähre die Annehmlichkeiten de» großstädtischen Leben» «nnen gelernt hätten und nun nicht mehr zur harten Landarbeit oder tn die Kleinstadt al» schlecht bezahlte Hand» werksgehilsen zurückgehen wollten. Aber trotz dies« bunten ousammenwürfelung sei der Stand der Hausdiener nicht deffer ober schlecht« al« jeder andere Stand, und e» enihalt« eine Ungerechtigtett gegm die ehrlichen und anständiam Elemente, welche die weitaus größte Mehrzahl im Stande bil- ?*«n, fte inigesammt in einen Topf zu werfen und thnm eine 0tsond«e Veranlagung zur Unehrlichkeit nachzusagen. Der vau»dim«r nehme eine gewiffe Vertrauenlstellung im Geschäft und hierin liege für schwach« Charatt«« eine große Ver« mchung. Ader ebenso sei«S bei vi«lm anderen BeschäfttgungS« Traurig sei für den HauSdien« der Auidlick auf die «». wo« alt und schwach geworden sei, bei Seite geschoben u«b leine Stellung mehr finden könne. Auch diese �usgcht dränge manchen auf unrechte Wege. Solchen Kol- müsse man die entebrenden �ala,n ikbASd- speise Durch Unterstützung im Falle d« Noth und ArbeitSlofiqkeit, durch Regelung deS Stellennachweise»»c. seien manche U:del- stände bereit»«solgreich bekämpft worden. Weitere Ziele, wie die Errichtung einer AllnverforgungSkaffe, würden fich nur unter Mitwirkung der Prinzipale erreichen(offen. An den HauSdimern aber fei e», durch Zuführung neuer Mitglieder den Verein zu befähigm. immer mehr für feine Mitglieder zu leisten.— Der lebbafte Betfall, den der R dn« fand, bewies ebenso wie die Diilusfion, nelche im durchweg zustimmenden Sinne verliek. daß der Vortrag angeregt und befriedigt hatte.— De» Witteren wurden Verelniangelegenheiten interner Natur bebandelt. Zu Sanfte« de» Verein« für Reform der Sefiule und Erziehung hält Frau Clara N ymann auS New Iark am Donnerstag, den 30. September, Adens» Uhr, in ver Louisenstädtischen Konzerthalle, Alte Jakodstr. 37, einen öffent- liehen Vonrag üb« daS Thema: Wa» unS fehlt? Damen und Herren find dazu eingeladen. Krankea-UaterftützungSbund der Schneider(E. H.). Mitgli der. Versammlung der örtlichen VerwattunaSstelle Berlin am Mittwoch, den 29. September, Abend» 8V, Uhr, in Grat- weil» Lterballen, Kommandanlenstcaße 77,79(unter Saal). Mitgliediduch legit'mirt. Verein für Technik«nd Gewerbe, Mittelstraße 65. MUtwoch, AdendS 8'/, Uhr. Vortrag. Gäste willkommen. „Freys", Gesangverein der freirellgiösen G:meinde. Uebungtstunde Mlltwoch, Abends von 8— lOjUfzt, Münzstr. 5. Ranchklnb„Unieum" Mittwoch, Abend» 8'/, Uhr, Köpentcknstraße 146 bei Bernharvt. Uermischies. Ein alücklicher Zufall. Vor einigen Tagen hatte nach d«„Th Ostd. Ztg." ein etwa llsährige» Kind, nachdem eSsein VeSperdrot erhalten, die in der Nähe der Hallestelle Papau bei Thorn gelegene Wohnung sein«Ett«m verlaffrn und war nach dem Eisenbahndamm gegangen, wo eS fich, nachdem«S die Stull: verzehrt,»wischen den Schienen niederlegte und bald einschlief. Der Lotomottosühcer eine» bald darauf hnanbrausen« den Gat«zugeS demerkre dai Kind nicht und fuhr mit dem ganzen Zuge über daffelbe hinweg. Erst al» der Zug vorüber war, wurde daffelbe demerkt. Hinzufpringende Leute fanden«S vollständig unversehrt. Etwa» schwierig. In einem Refe'ate d«„Stralsundi« schen Z-ttung" über einen auf einem GutShofe begangenen Diebstahl versteigt fich der Berichterstatter zu dem folgenden kühnen Schlußsatz:„Hebet den Thäter hat noch nichts ermittett werden können; hoffentlich wird e« gelingen, ihn tn dem am Thatorte zurückgelassenen— Beile zu finden." Der kleine Passagier. Aus Broky schreibt man der „W. A. Ztg.": Bei dn Revidirung de» von Rußland hier angekommenen, bereit» von den Reisenden verlaffenen Zuge» fand der revidirende Schaff»« unter der Bank eine» Koapee» dritter klaff« einen Paffagier, der fich durch sein vehemente» Schreien demnldar machte. ES war ein in Windeln gehüllter, ungefähr fünf Monate alter, gesunder Junge, mit prächtig entwickelten Stimmbändern, den der nicht wenig erstaunt? Beamte hervorzog. Mit seltener Rührigkell beeilte fich der Finder seinen lebenden Fund zur Anzeige zu bringen. Nach langen Irrfahrten vom Bahnvorstande zur Polizei und von dort aus'» Gemeindeamt, wobei dem kleinen hungernden Uly ffet die hellen Thränen über die Wangen liefen, fand er endlich sein Ii Kala an der Brust einer von der Stadt für ihn aufge« nomwenen Amme, in deren Pflege er bleibt, bi» es der eifrigst recherchirenden Polizei gelingt, die Mutter deS Kinde» zu ermitteln." Katzen in Paris. In d« französtschen Hauptstadt findet demnächst eine große Aui stell ung von Katzen statt, welche un< gemein reich detchtckl wird. Im Publikum giebt fich für die- selbe eine rege Theilnahme kund, wa» sehr begreiflich, da Pari» lese Stadt ist, welche die meisten Katzen beherbergt. In der Nähe der MSrtte, wo sie fich von den Speiseabfällen nähren und die Ratten vertilgen, findet man ganze Kolonien. In den Zentralhallen vermehrten ste fich in letzterer Zeit derart, daß man einen Tbeil vertilgen lassen mußte, da ste in Schaaken, gleich wilden Thier en, umherzogen und r ahezu gefährlich wur- den. Der bekannt« Tenorist Tupre, gilt als der Pariser Katzenvater, er nährt täglich Hundert« auf seine Kosten. Die Polizeipräfektur hat gleichfalls eine große Katzenkolonie, die täglich mit Fleisch und Milch gefüttert wird und zu d««n Aufficht eine 70 jährige Frau bestellt ist. Eine«ene Hemmungsvorrtchtnng für Schiffe ist seit einig« Zeit tn Amerika mit günstigem Erfolge versucht worden. Dieselbe besteht aui zwei eisnnen viereckigen Platten van 8* Fuß Durchmefflt, welche am hinteren Ende oe» Sckiffei derartig befestigt werden, daß ste wie«ine eingehängte Thür vor- und rückwärt» schlagen. Die äußeren kanten dieser beiden Platten find an Ketten defestigt, welche vom Vordertheile bei Schiffe» ausgehen und dazu dienen, die Eisenplatten in Be« wegung zu fitzen. Im Rohr,»stände find die Ketten straff an« grzogen und die Platten, oder„Flossen" wie der Erfind« der- selben, ein H«r Mac Adam in Brooklyn, fie nennt, liegen fest an der Schifftwand an. Soll da» Sch.ff in voller Fahrt gehemmt werden, so w«den die Ketten gelockert, die„Flossen" schlag,» nach außen, wo fie von den Kellen im rechten Winkel zur Fahrtlinte feftgehaltrn werden, und die Folge ist, daß da» schnellste Schiff in unglaublich kurzer Zeit zum Stehen gebracht od«, wmn man die Flosse nur auf ein« Srll« benutzt, ge- wendet wird. Ein Dampfer von 127 Fuß Länge und 6'/, Fuß Tiefgang ward im Hafen von New Bark bei voller Fahrt in dieser Weise binnen 22 Sekunden gestoppt, bei gleichzeitig rück- wärt» arbeitender Maschine begann die Rückwärtsbewegung de» Schiffe» schon innerhalb 12 Sekunden» und zaac auf einer Strecke von 35 Fuß. Kleine Mittheilnngen. Dortmund, 26. September. Ued« ein schreckliche» Gtu« benuiglück im OderdergamtSbezirk Dortmund berichtet die „N. W. Ztg." wie folgt:„Seit dem letzten furchtbaren Gru- b-nunglück auf Zeche„Pluto" bei Wanne find erfreulicher« weist mehrere Jahre vergangen, ohne daß im rheinisch«est« fälischen Kohlenrevier von einer auch nur annähernd großen Katastrophe hätte bmichtet werden müssen. Nur hin und wie« du haben einig« Explostonen stattgefunden. Di« Zahl der unglücklichen Lpl-r derselben war jedoch gering im Vergleich mit derj-nigen der Katastrophen von„Pluto" und„Neu Jser- lohn". Mit Trau« wird darum heut« Jedermann v«r.ehmm, daß fich am Freitag, den 24. September, diesen zwei Fällen ein driiter zugesellt hat. An diesem Tag« Vormittag» 10 Uhr ist auf d« Zeche„Konsolidation" bei Schalke, ein« der ersten und vornehmsten im Oberbergamttdezirk Dortmund, im Schacht H der Zeche auf Flötz r Süden eine Entzündung schlagender Wetter entstanden, welche fich bi» nach Flötz q au». gedehnt hat. D« Katastrophe find, soweit bil 6« die Nach« tichltn reichen, 61 Mann zum Opfer gefallen. Von denselben wurden 45 todt au» der Grub« gefördert; die anderen find virwundtt, und zwar 8 Mann schwer verwundet, zu Tage ge- bracht worden. Unter dm Todten b, findet fich auch der Stei« g« Oligmüller. Ein später« Bericht meldet folgende Einzdbeiten über die Katafti ophe:„El warm zur Morgen- schlicht auf Schacht II 450 Mann angefahren. Die Exvloston fand in Folge eine» noch unaufgetlärt gebliebenen Umstände» im F öS 17 Süden statt und«streckte fich dt» auf da» neben- anluaende Flötz 16 Süden, in welchen beiden Flötzen bedeu- tende Verheerungen angerichtet wurden. In beiden Fiötzen waren etwa 100 Bergleute vor Ort. Bald nach Bekanntwerden de» Unglücks war d« Afststent de» kgl. Revierbeamten von Gtlfenlirchen, Herr Lergaffessor Randedrock, zur Stelle und leitete die RettungSardeiten, an denen auch die Beamten der beiden and«en Schächte, sowie diejenigen der bmachbarten Zeche„Wilhelmine Viktoria" Antheil nahmen und durch ener» gtsche» Einschreiten der RettungSarbellen erheblich fördern halfen. Ader die Wirkung die Explofion war zu gewallsam gewesen. Der«ste Todte wurde gegen 11 Uhr Vormittag» zu Tage gebracht. Von da an hob und senkte fich der Föidei» korb, um immer und imm« wied« bi» Abend» 9 Uhr Todte und Verletzte zu bringm. Nach dem Aussehen du in der Zechentischlerei in langer Reihe zusammengelegten Ver» unglücktm läßt fich schließen, baß die größer« Zahl derselben im Nachschwaden erstickt ist. Mehrere find verbrannt, ein« bi» zur Untmntlichkeit verstümmelt. Die Mehrzahl war verheiralhet und zum großen Theil Familien« väter. Auch mancher Vet«an de» Bergbau,.» d-flndet fich unft» dm Todtm. D« Bergmann Kohlleppel, ein Greis im Silber» baar, war 71 Jahr alt, und d« edenfall» verunglückte Steiger Oligmüller, ein geborener Essen«, eine tn b«gmännischm Kreisen sehr bekannte P«jönltchkeit, war 45 Jahre lang al» Steiger im Dienste. Die fich schnell verbreitend- Unglückskunde rief in allen Kreisen der hiestzen Bevölkerung und weit darüber hinau» eine tiefe Bewegung beroor. Die Angehörigm der eingefahrenen Bergleute eilten in angstvoller Eile berdei, der Jamm« und da» Wehklagen der Frauen und Kind« war herzzerreißend. Die fetten» de» königlichen Bergrevierbeamlen sofort vorgenommen« Untersuchung d« Unglücksstätte hat ergeben, daß die Wetterführung fich in d« vorzüglichsten Ordnung befunden hat, welcher Umstand e» auch ermöglichte» daß die Retiungimannschaften so schnell vordringen konnten. Leider warm ihre Bemühungen wenig erfolgreich, da der Tod bei ihrem Eintreffen reiche Ernte gehalten hatte. Am Sonnabend Morgen ist mit dem Einlegen d« Todtm in die Särge begonnen wordm. Da» defintttve Resultat bleibt 50 Todt«, 16 in den Krankenhäusern zu Gelsenlirchen unter« gebrachte Verletzte, von dmen bi» heute Vormittag keiner v«» storben ist, i obgleich man für da» Leben mehrerer derselben fürchtete; einige Leichtverletzte find nach ihren Wohnungen ge« bracht worden. Wie die königliche Bergbehörde heute fest» gestellt hat, ist da» Unglück durch einen in der Kohle abgethanen Sprengschuß, welcher eine umfangreiche Entzündung von Kohlenstaub und in Folge derselben eine heftige Entwicklung und Verbreitung von Nachschwaden herbeiführte, entstanden. Die Beerdigung der ihrem schw«en Berufe nlegenen Opfer wird am kommenden Montag, Nachmittag» 3 Uhr, statt- finden." Pari«, 24. September. Im Jahre 1885 beförderten die Omnibusse tn Pari» 105'.', Millionen Personm, die Pferde- bahnen der inneren Stadt 85'/, Millionen, die der nördlichen Vororte 24% Mill, die der südlichen 2% Mill., die Dampf« schiffe 13'/« Mill. und die Gürtelbahn 18 Millionm.— Während de» gestrigen Tage» hat die Polizei in den Champ» E.ysö!» und um die großen Hallen 32 Obdachlose verhaftet. Die meisten derselbm waren beschäftigunzzlose Arbeit«. Pari«, 26. September. Der Bau de» eisernm Thmme» Eiffel's ist nun endgiltig beschloffen. Der Staat wird daran einen Lellrag von 1% Millionen und die Kompagnie Eissel dm Rest, 4J$ Millionen, liefern. Der Thurm soll 20 Jahre lang stehen bleiben, aber nicht mehr in d« Mitte d-S Mar»« felde» errichtet werden, sondern näher der Jena Brücke. Zwei Gründe find hierfür maßgebend: 1) die Störung, welche der große Thurm spät« auf dem weiten Exttzierplatze bei Trappen« manövern oei Ursachen würde, und 2) die erdrückende oplische Wirkung de« Ungeh uer» für die Pavillon« der schönen Künste» von denen e» nach dem ursvrüngUchen Plane nur durch ein«, Zwischenraum von 30 Metern getrennt gewesen wäre. In vierzehn Tagen soll vom MarSfelde ein gebundener Luftballon 300 Meter hoch steigen und au» dem Schiff- deffelbm wird man vier Kabel Herniederlaffen, die an dm vi« im Borau» bezeichneten Ecken de» künftigen Baue» befestigt werden follm. Diese Kabel stellen die Kurven dar. welche die Kantm de» Thurme» machen werden, und daran befestigte Fahnen de« stimmen die Höhe d« einzelnen Stockwnke. Loudov, 25. September. Auf d« Londoner unt«trdischrn Eisenbahn«ergnete stch vorgestern Abend ein schrecklicher Vor. fall. Al» der von der City kommmde Zug in Queen» Road bemerkte etn Z-itunöSjunge. wie an einem«oupee erster Klaffe Blut herabtröpfelte.«l» man da»«oupee öffnete. fand man einen etwa 45jährigtn Mann, au, d.ffrn tiefer Stirn« wunde stch Stiöm« Blute» ergossen. Die Wunde war etwa ein Zoll lang und der Schädel»«schmettert. Der Unglückliche wurde in» St. George Hospital geschafft. Während der Rächt «langte er da» Bewußtsein wieder, doch nicht hinlänglich, um Aufschluß über die Umstände sein« Verwundung gedm zu können. E» besteht geringe Hoffnung, daß er mit dem Leben davon kommt. Seine Jdentifizirung begegnete großen Schmie« rigkettm; er hatte eine goldene Kette und Uhr, und ebenso Ringe, al» man ibn fand, ab« kein Geld bei stch. Außerdem sttckim in seinen Taschen einige deutsche Zellungen. Au? einer vorgefundmm Visttenkarte stand d« Name: Mr. Moritz Fischer. Di- Polizei glaubt nicht, daß ein Verbrechen rorliept.— Wie später ermittelt wurde, ist der Verunglückte ein Deutsch«, Namen» Fisch«» Chef d« Agenturfirma M.«. Fischer u. Co.. 35 Carte» Lane. Er wohnt Westdoor 5 und war ein regelmäßiaer Paffagier auf dem Metro rvlitan Railway zwischen der City und Prard Street. Die von der Eisendahngesellschaft gegebene Erklärung de» räthselhastm Vorfall» ift. daß d« Retsende in einem der Tunnel» seinen Kopf unvorfichttg« Weise zum Fenster hinau»« gestreckt und auf diese Weise die schreckliche Wunde erhalten habe. So nur lasse stch da» Blut auf der Außenseite de» Wagen» ertlären. Der plötzliche Schlag gegen die Stirn« würde genügen, um den Unglücklichen so auf den Fußboden hinzustrecken, nie man ihn ausfand. Vor einem Jahre soll Fischer etwa» Aehnltche» passtrt sein und seine Freunde Pflegten ihn seitdem scherzend zu«mahnen, nicht so neugierig zu sein und seinen K-pf nicht au» dem Waggonfenst« zu stecken. E» Unglückliche den Schädel an einem Mauervorsprung zer« schmetterte. Konftantinopel, 26. September. Heute früh 4% Uhr w�de ht« eine ziemlich starke ErdnschüUerung wahrgenommen. Schaden hat dieselbe nick, angericht.t. Auch in Srryrna wurde da» Erdbeben um etwa 4% Uhr verspürt. Daffelbe äußerte sich dort n zwei ziemlich hefltgen Stößen, die aber wenig Schah«! verursachten.___ Ketzte Machrichte». LW-MWLS Sie Kriefliasten i>er Kedaktion. pÄÄS, KU S.ÄÄ*(Ä"Äo.°""'"■""*'"* MZZWZWZ 589 H. Wenn die Leinffttide fich ouf?bre Uufford«urg «eigne, der She mit Ihnen zu rollzieben, so können Sie ander- «eitio heiraiben.»limente erlssen Sie aber trotzdem zahlen. W. e. Alventlebevstraße. Ta Ihre Tochter von der Herrschast in der von Ihnen beschriebenen Weise gemihhandelt norden ist, lonn sie den Dienst sofort verlaffen. ®. G. Ter Wirth kann wegen Ihrer asten MIethZschuld die Hachen tinbehalten. Miethtforderungm verjähren in vier Jahren. C. B- 14. Bei 120 Mark monatlichem Verdienst müssen Nie Ihre Estern unterstützen; Sie können aber verlangen, daß Ihr unverheiratheter Bruder«benfallt in Anspruch genommen wird. A. S., O— Pratze. Wenden Sie sich an dat königlich« Klinikum in der Ziegelstraße. O. B. Hollmanvstraße. Sie verlangen offenbar für 'S Pf. zu viel. Grüna bei Chemnitz. Die Gewinnlisten der Jubiläum»' Aukstellung». Lotterie weroen durch dat»Berliner Volktdlatt" nicht veröffentlicht. P. M. Ihre Frage eignet fich nicht zm Beantwortung durch den„Briefkasten", wir können Ihnen nur m.stheilen, daß et noch lange nicht genug stnd. St. v. Admiralftratze. Den aröhten oller vorhandenm Diamanten befitzt der Rasah von Mattan auf Borneo. Der Diamant soll ein Gewicht von 363 Karat haben. Hermtg 1202. St« brauchen den von Ihnen bearbeiteten Tisch nur gegen Zahlung de» Ihnen für die Arbest zukom- wenden Betraget herautzugeden. L. L. Et steht nicht» im Wege, daß ein Einjährig Frei- williger mit seiner Braut zusammen wohnt. E. 100. 1. Sie können die Rücknahme der gekausten Nähma'chme rnr verlangen, wenn dieselbe bestimmte, Ihnen autdrückltch zugesagte Etgenschastm nicht befitzt oder wenn fie bestimmt« Mängel hat, die beim Einkauf nicht erkennbar w««a. Mit der allgemeinen Behauptung, die Maschine sei alt gut garanttrt, erweise fich aber alt schlecht, kommen Sie nicht dm«. — 2. Die Frist für die Appellation an dat Kammergtricht betrug in Strassachm b>» zum Jahre 1879 zehn Tage von der Lerlündung de» ersten Uitheil». Alter Abonnent Cf. Et besteht keine gesetzliche V«' schrist, wie oft und wie lange ein Chef seinem den Dienst v«' lassenden Hautdtener Urlaub geben muß, um fich einen andere« Dienst zu suchen. W. 6. Wegen bötlicher Verlassung kann erst dann m Scheidung geklagt werden, wenn der verlassene Ehegatte de» anderen einen gerichtltchen Rückkehrbefehl zugestellt hat, um* die in diesem bestimmte, gewöhnlich zweiwöchentlich« Frist er» folglo» verstrichen ist. Ist der Aufenihilt de» fortgegangene« Ehegatten nicht zu ermitteln, so muß der Andere ein Jahr :(n. w Theater. Mittwoch, den 29. September. Dstrrtrhatrt. Rigoletto. VHemspteihaut. Ein Wintermärchm. Deutsche» Theater. Ein Erfolg. «»»ll't Theater. Konzert von Henry Rarteau. Amedrtch-WilhelmstädtischeS Theater. Der Nachtwandler. »allner-Theater. Tin Blitzmädel. Welle Alliauee- Theater. Boccaccio. losteüd-Theater. Donati Morlay. Otttorta- Theater. Amor. Tanz. Poem von Suigi AsnzoUt. Malhalla-Theate«. Don Crfar. Aestdeut-Theater. Die Danischeff». Spezialitätm« Vor- Speziallläten> Vor- Spezialltaten- Vor- Speziallläten- Vor- _........................ Kouplett von G. Görß. Must. von T.Steffen». Mit neuen Dekorationen und Kostümen. l»-vitStI) «ontordm- Theater. stellung. Kaufmann'»»artet«. stellung. »meriean» Theater. stellung. «eichthalleu- Theater. stellung. � 1 T' 9 TO.- 10». CPv Kulacr-PuBoram«. TfefeiSSB In dieser Woche: Eine Reis« durch Ceypte«. Dat malerische Italien und Pompeji. Hertha- Rktse. Carolinen-Jnseln. «ntree 20 Pfennig. Kinder nur 10 Pfennig. Danksagm,!?. Allen Freunden und Bekannten, intbesondere den Kollegen meinet verstorbenen Manne», sage ich für die liebevolle Theilnabme bei der Be- ervtgung und für die mir zu Theil geworden« Unterstützung mrinen herzlichsten Dank. 692] Mittwe N»ack. JKden-Tlieater« (Früher I-oalseiutUtisehe« Theater.) Dretdenerstraße 72/73. The Iohusou Family, 4D-mm und 1 Herr, preitg« krönte Schwimm- und Taucher- künstler vom Hivpodrom zu Pari», 7 Ochmestern Math»«»», großartige Gym- naMkertnnen, Sebr. Panola, die vorzüglichsten Recktumer der Jetztzeit. Mr. Erursto, der autgezeichnete Jonglem (ohne Konlurren»), irrry Karory, berühmter Fußbalanzem, 'chilly, medtnnischet Räthsel. uno Paul« Sillheim, Wiener Gc- sangtouetttsten, Guar» Zocher, Gesangthumorist, Frl. Teich- mann und Frl. Held, Sängerinnm. Kaffcnöff.iung 6'/, Uhr. Ansang 7'/, Uhr. Maimlnilldmiig. Den Mitgliedern der Orttverwaliung Berlin G (Frankfurier Tbor- Bezirk) der Tentrat-ßtran» Ken- und KterbrKasse der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter in Hamburg zur Nachricht, daß der Orttkasfirer A. poelche am 1. Oktober seine Wohnung nach der pallis«den- fteaß« 47 verlegt, und werden die Kassen. geswaste daselbst parterre im Zlgarrenladen von 12—2 Uhr Mittagt und von 8—9 Uhr Abend» besorgt. Zugleich werden die Mtalteder darauf aufmerksam gemacht, daß laut§ 23 de» Statut» und Verfügung de» Zentral-Vorstandet der Bevollmächtigte jede Zahlung anweisen muß, daß die Autzahlung dtt auf Weitere» daselbst jeden Abend von 8-9 Uhr und Sonntag? Vor- mittagt von 9—11 Uhr fiatifindet. Z ar Regelung der Geschäfte findet am Sonn- tag. den 10. Oktober, Vormittag» 10 Uhr, bei »U**, Bndreatstraße 21, eine Mitglieder- «rfamMtung statt.[697 Der Bevollmächtigte. Unserm lieben Freunde Alwin stoeroten zu! seinem 30. Wiegenfeste ein vonnerndet Hoch, daß die Wienerstr. wackelt. Seine Freunde u. Kollegen.; Flchvtttin der ßürfdintt. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß fich der trbeitvnachwei» von heute ab im Lokale de» rrn Kakow, Meilßenburgerstr. S, befindet. 695] Der Vorstand. Cigarren-& TaBak-Fabrik en gros en detail Ca II. Schefflera I. Geschäft: Reiaickendorferstr. 69. II. Geschäft: gteinickendorferstr. 25«. Lager aller Sorten Rauch- und Schnupftabake. Reich affortirtet Lager echt türkischer u. russticher Sigarrtten med Tabake.[563 Nordhäuser Kautabak von G. A. Hanewacker. Alle wiffenschasll. Werke u. Zeitschriften find in Lieferungen zu beziehen bei£. Mohlhardt, stolvortrur, Buchhändler u. Buchbinder, Bran- denorngstraße 56.[534 Iptaaino, 50JH!r., 1 z.löThlr. Oranienstr. 4 III. 2 frdl. Schlafstellen Alte Jakobstr. 16 bei Riegel. 8. srdl. Schläfst, für 1 Hrn., sep. Eing., zu verm. Grüner Weg 165. Qu«rg.r.pt.d. Winkln. Schläfst, f. 1 H„ sep. Eg., Schlefischestr. 7 IV v.l. filaviersp.empf.s4Festl.Klaile,Brand«ndurgstr.43. ArbeitsmaM. Ein Kch«h«ach»»geselle wird vnlangt 690] Brückenstraße 10« bei Conrad. 1 Dickten sagenschneider und 4 Holzarbeiter alt Krstenmacher werdm sofott ver- langt bei[682 Fastg. Lindenstroße 35. Soeben ist erschienen: JäclltWllt-Kalellder � für 1887. Aut dem reichen Inhalt heben wir hervor: Reich»ha»thalt».Et«t be» De»t- fche» Reich».— Zerbrocheue Kette». Erzählung von Rod. Schweichel.— Bärtige Franeu»üb Heurarusche».— Et» Prolet»rierki»b. Erzählung v.E.L an ger. — Der«»mpf, wische» Feuer». Wasser i»»er Welt. Bon P. Otw. Kitzler.— Nie ma» ei»« Milio»»erbie»!.— FUt- «t»be Blätter(humoristssch). Als«ratio-Krilag»«: L Sads. 3.«»ttergläck. 2.»lauche. 4. Di. beibe» Alles. Ei» Waubkaleuber. — w tztrri« 50 Pf. s- Stuttgart. Z. H.». Dietz. Zu beziehen durch die ErPedittoa, «»»st»aß« 44. |lr. 83 de« „Wahren Jakob" ist erschienen und in der Erveditwn, Ziw* kroße 44, zu baden. eetomworma für den poiMschen Thett und So�alet Max 8%" 1 � Ut Settuna«.«roahet».