Kr. 2B0. Sonttabend, de« 2. Oktober 1886. IIL Jahrg. [710 [877 66. elliurVMlxI! Brgan für die Interessen der Arbeiter. Abonnement»- Einkaäung. Zum QuartaU Wechsel erlauben wir un? ,um Abonnement auf da» „KerHner Polksblatt" «ebst der wöchentlich erscheinenden Gratisbeilage „Ivttstrirtes Konutagsblatt" einzuladen. Der Standpunkt unsere» Blatte» ist bekannt. SS steht «ruf dem Boden de» unbeugsamen Recht». Die Erforschung und Darlegung der Wahrheit auf allen Gebieten de» öffent- Reben Leben» ist seine einzige Aufgabe. Al» treuer verather und Gtieiter für die Aufhebung und Ausgleichung der Klaffm« »«gensätz« ist doS„ftrtintr Kolkablatt" ein entschiedener Gegner jeder Politik, die ihre Endziel« in der Bevorzugung einzelner heute schon begünstigter GesellschaftSklaffm findet, und derjenigen Politiker, denen nur die Wahrung ihrer persönlichen Jntereffen al» Leitstern ihrer Handlungsweise gilt. Da»„gnliatr Kolkadlatt sucht feine fich gestellte Aufgab« durch sachliche Behandlung der großen sozialpolitischen al» auch der Tagesfragen zu erfüllen. DU gleichen Grundsätze ketten un» bei der Lesprechung unserer städtischen Angelegen» hetten. Thu« Jedermann, der fich'mit unserm ZUIen in Ueber» einstimmung befindet, an stimm Platze seine Schuldigkeit. Der Gin« durch Zuwendung seiner Mttarbeiterschast. der Ander« dadurch, daß er dem„Lerltae» Volkoblatt in immer«ei» teren Kreisen Eingang verschafft. Da»„Govlltwv Uollrablatt" darf nicht nur allein der Freund de» Volke» bleidm, sondern da» Volk muß auch der Freund de»„Berliner Volksdlatt" sein. DU Aeußerung und vethätigung dUser wechselseitigen Freundschaft ist in Wahrheft die Erreichung und Verwirklichung de» un» vorgesteckten AUle». Der AbonnementSprei» beträgt für da» ganze Vierteljahr 4 Mark, monatlich 1,85 Mark, wöchentlich 85 Pf, vestellungen werden von sämmtlichen Zettung» spedtteuren, (•»U von der«rpedttion unsere» Blatte», Zi««»r straff» 14, entgegen»enommen. Für außerhalb nehmen sämmlliche' Postanstaften Be. stellungen an. Die Aetfaßfioft und Expedition de»„Kerliner Molksklatt". Ieuilreton. »»chdruck««totm. [14 Mn Krillantenhalsvand. Kriminalnovelle von Ferdinand Herrmann. .. hatte sie ruhig ausreden lasse«, den« er wußu, leve U»terbrichu«g nur darnach avgethan sei« würde, S.««IbWi1 Ct81n0 ,u PeiflnB- 818 sie»«» aber er» dinglichem Tone-"" liebevollem und zugleich ein« fiud im Srnhu», mein Kind, den« nicht diese Bedingung«st e», welch« Ihr Vater Ihne» pellt. Er ver» aber.*» wird Zhne« kein Opfer und keine Eelbstüber» Windung kosten, diese beiden eipzigen Bedingungen zu er» Gr hielt eine» Augenblick inne, den» er wußte, daß auch ei« Uebermaß an Freude einem so geschwächten �a'per gefährlich werden könne, und daß ihre« TemlUh Zeft I.ia"«n werde« müsse, fich an de» Gedanke« de« Herr« ®lücke« zu gewöhnen. Erst als er sah,»i, fich all» ?n.. i. 8u»druck einer freudige» Spannung üb«» ihre oflge breiUte, wie ein Strahl seliger Hoffnung au« ihre« »ugea brach, evtschloß er fich, das bedeuwngsfchwere Wort autznspreche» und sagte: „ES find seit Ihrer Flucht au» dem Vaterhanse Er» �flulffe«»«getreten, welche Ihrem Vater eine andere Mei» oW aon jenem jungen Manne beigebracht haben, dem Ihr« sfthört, und de» er anfänglich so falsch und ungerecht de» «"h�'lt hatte. Er hat nicht»«ehr gegen Ihre Verbindung mtt J.?«'««Harb v. Römer einzuwenden, und er ist vielmehr (w.cT dringenden Wunsche erfüllt, daß Ihr« Vermählung finden möge, sobald Ihr Gesundheitszustand e» gestatten Eixe eristk Antmrl. Zahr für Zahr vergeht, ohne daß die sogenannte von de» Bundesregierungen inaugurirte Sozialreform vs« Flecke kommt. Die Kranken» und Unfallverficherunglges! tze find — die» leugnet j«tz« kew verständiger Mensch mehr— mehr oder weniger verfehlU Schöpfungen. Die Versuche, welche gemacht wekdeu sollen, dieselbe» zu verschönern, zu ver» besser» und zu erweiter», nennt man»Ausbildung und Fortsetzung der Sozialreform', während die in der bekanute» kaiserliche« Botschaft so energisch betont« Alter»- und Zrr- validenversorgung der Arbeiter immer mehr von der Bild- fläche««schwindet. DU henschende« Klasse» und die Regierungen, welche mtt so großem Pomp an die.Sozialreform gingen",„um die berechtigten Wünsche der ArbeiUrklasse zu befriedige»', wisse« selbst nicht mehr ei»,»och au«. Die ersterea de«- halb nicht, weil(U, nicht».wissen" wolle», die letztere» deshalb nicht, weil sie beeinflußt von de« herrschende» Klasse», diesem Druck«achgeben müssen und somft nicht« „wissen" könne«. Da»„wissen" hat hier die Bedeutung vo» wolle». Rathlofigkeit überall in der soziale» Frage. Selbst die deutsche» Professor««, welche mit großer Düakelhaftigkett vor«ehrere» Jahre««och auf ihre« Kathedersozialisten- Kongresse« die soziale Frage„vollständig löste»', habe« fich auf ihr.Altentheil' zurückgezogen, indem sie fich wiederum da» Pünktchen über dem i herumstreite«. Die Arbeiter find e» allein, die«och an die endliche Erlösung au« unseren sozialen Röthen glaube». Aber sie glauben nicht mehr daran, daß sie bei ihre» Bemühungen jung vo» andere« Klassen habe» würden. Dieser Glaube ist ihnen verloren gegangen durch da» mehr als kühle Verhalte« der herrschenden Klaffe« bei alle« Ver- suche«, da» LooS der arbeitenden Klassen zu verbessern. Aber auch die übrige» machthabende« Gewalte» im Reiche haben vielfach da» Vertrauen der arbeitende« Klassen verscherzt. Statt einer gesunden volk«thümltche» Sozial- reform hat man ihnen polizeiliche Verfolgungen geboten. Statt daß der Deutsche Reichstag— welch' ei« Ramel— der große« Masse de« deutsche» o l k e»— die Hand hätte reiche« solle» zur Befreiung aus der Roth, gab er dieser Masse ei» Ausnahmegesetz, welche» fie abhält, au« eigener Kraft fich«mporzuraffen, welche» dem Kapital im Kampfe gegen die Arbeit freie Hand läßt und umgekehrt der Arbeit im Kampfe gegen da« Kapital Hinderniß auf Hinderniß in de« Weg legt. Wo soll bei solche« Zustände» da« Vertraue» der Arbetterklasse« zu de« in Staat und Reich henschende» Daß die vorsichtige Art, in welcher« fich seiner Neuigkeft entledigt hatte, sehr wohl am Platz« gewesen war, «rwie» fich»u» auf da« Deutlichste; denn Else war auch nach seiner schonende« Vorbereitung jetzt«och einer Ohn- macht«ah«, und Minute» verginge«, ehe sie wieder Kraft genug gewonnen hatte, um zu spreche». Thräne» schimmer- ten in ihre« Auge», al» fie de» Doktor bat, ihr die glück- selige Botschaft«och einmal zu wiederhole«, und e« sie dann vo» ihm zu wisse» begehrt«, wie e« zugegangen sei, daß fich in dem harte« Herzen ihre» Vater««ine so seit- same Wandlung vollzogen habe, und warum Bernhard nicht selbst gekomme» sei, fie au» ihrem Schmerz und ihrer Ver« zweifluna zu befreie«. Auf diese Frage« blieb ihr Hartwig nun freilich die Antwort schulvig, den« er konnte ihr unmöglich schildern, wie schwer, Kämpfe er mtt dem ehemalige» Schlächter« «eist« zu bestehen gehabt, ehe derselbe sich seinen Wünsche« geneigt zeigte, und wie e« ihm endlich nur dadurch gelungen sei, de» hartnickige« Widerstand deffelbe» zu breche», daß er ihm erklärt hatte, er werde Bernhard adoptire» und ihn zum Erbe« seine» ganze« große» Vermögen« mache«. Einer so ver« lockende« Ausficht hatte der Herr Stadtverordnete allerding» nicht widerstehe« könne», und wen» er fich auch noch für eine gute Weile de« Anschein gegeben hatte, al» ob e» ihm sehr schwer würde, seiner Tochter zu vergebe«, so war er doch im Grund« mtt dieser neue» Wendung der Ding« sofort vollkomme« einverstanden gewesen. Aber er hatte de« Dekior gebeten, seiner Tochter in seinem Name« die betreffende Mittheilung zu mache«; den» er selber sagte fich wohl, daß er dabei immerhin in einer ziemlich und«- hagliche« Situativ» sei« würde. Ger» und widerspruchslos hatte Hartwig diesem Ersuche« Folge geleistet, denn die Fceude, in da» umdüsterte G-mü-h de« junge» Mädchen» wUder die erste» Strahlen des Glücke» falle« zu leben, war ja der einzig« Lohn und die einzige Genugthuung, deren er sich für seine aufopfernde Thängkeit im Interesse de« jungen Paare« und für de» selbstlosen Verzicht aus sei« eigene» Lebensglück zu erfrene« hatte. Al» er da« Krankenzimmer verlasse», traten die beide« Aerzte, welche Else behandelte», an da» Bett der Leidende«. Mächte», wo aber vor allen Dinge« zu der Gesetzgebung herkommen? Solle« die Arbeiter etwa«och die Hand küsse», welche fie schlägt? Ehe man Vertraue« verlange« kann, muß man e» auch zu erwerbe» verstehe«! Wie kommt nun da» Kanzlerblatt dazu, uns des- halb anzugreife«, weil wir gleichfall« zum Deutschen Reichstage kein Vertraue« habe«, daß er die Lage der Ar- beiter verbessern wolle oder auch w seiner jetzigen Zu- sammensetzung auch nur fie zu verbessern im Stande wäre? Und weil die» so ist, deshalb halte» wir es für selbstverständlich, daß eine Partei, welche im Reichstage die genügend« Unterstützung zu wahrhafter sozialer Reform nicht findet, innerhalb und außerhalb de» Reichstag» agitatorisch und aufklärend— wie wir mehrfach in unserem Blatte betont habe«— fich thätig zeige. Dabei bleibe» wir auch. Die..Rordd. Allg. Ztg." bat nämlich i» ihrer Abend- ausgab« Nr. 452 unserem jüngste» Artikel:.Von de« Gegner« kann man lernen" einer groß-« Beachtung„gewürdigt'. Di« vo» un» in dem Artikel näher präzifirte Taktik der Arbettervertreter im Reichstage und der Arbeiter- Partei überhaupt hat da» Blatt de« mächttge« Kanzlers i» große Aufregung versetzt, so daß e» fich gar zu folgender Denunziation hinreißen läßt: „Für die Beurtheilung der sozialdemokratischen Angc- legenheiten aber und für da» Verhältniß der übrige» Par« teie« zur Sozialdemokratie kann e» gewiß nicht unbeachtet bleibe», daß trotz de« Sozialistengesetze« diese Lehre unbeanstandet in dem Organe der Berliner Sozial- demokratie verkündet werden konnte." Vielleicht hat diese Auslassung de« Kanzlerblatte« nur dazu diene» sollen, de» bürgerlichen Parteien die„milde" Praxi» de« Puttkamer'schen Regiment« zu Gemüthe zu führe« und manche Bedenken zu beschwichtige», die«euer- ding« selbst bei offene» und verschämte« Freunden de» Sozialistengesetze« gegen die»«»führung desselben aufge- taucht find. Sollte die„Rordd. Allg. Ztg. aber andere Abfichte» verfolge«, so wird fie fich hoffentlich die Tragweite ihrer De- »uaziatio« genügend klar gemacht habe». Wir habe« von unsere« Worte« so wenig etwa» zurücknehme«, al« wir etwa« zu deren Rechtfertigung hinzuzusetzen habe». Aber die„Rordd. Allg. Ztg." täuscht fich, wenn fie glaubt, daß die Leser unsere» Blatte« und die sozialdemokrattschen Wähler in Berlin und in de« Provinze« in diesem Punkte von un» abweichen könnte». Im Gegentheil, die Masse» habe«, wie wir oben schon ausgefüdrt, die Hoffnung auf die„praktischen" Erfolge im Reichstag« schon längst aufgegebe» und denke« nicht im Sie hatte« dem Ausgang der lange» Unterredung doch nicht ganz ohne einig« B-forgniß entgegen gesehe« und e» ge- währte ihnen nun einige BiftUdigung, zu sehen, daß sich der Zustand ihrer Patientin nicht nur nicht verschlechtert habe, sonder« daß in demselben sogar eine deutlich wahr- nehmbare Besserung eingetreten sei, die fich besonder» i» «iner wesentliche« Steigerung der Kräfte und«ine, stetig wachsende« Zunahme der GitsteSfrische äußerte. Unter solche« Umstände« konnte« fie de« Doktor Hartwig mit der Versicherung entlaffe«, daß in etwa acht Tage« einem Besuch de« junge« Herr» vo» Römer nicht« mehr entgegen stehe« würde, da fich die Patientin noch Ablauf dieser Frist unzweifelhaft bereit» im Zustande der Rekon- valeSzenz befinde« würde. Und ihre Vorausficht erfüllte fich w der That. Else'» Genesung machte sehr schnelle Fortschrftic, und schon vierzehn Tage nach diesem erste» Besuch de« Doktor Hartwig konnte fie in seiner und Bernhard'« Begleitung die Heim- reise«ach M. antteten. Herr Rikolau« Hofferichter selbst hatte sich»icht entschließe» könne«,«och einmal»ach der Hafenstadt zu fahre»; aber er«ahm seine Tochter am Bahnhofe in Smpfang und war aufrichtig bemüht, seinem Gesicht eine« möglichst fteundliche» und wohlwollende» AuS- druck zu gebe«, al« er fie bei der Begrüßung in seine Arme schloß. Else kehrte natürlich zunächst in da» Vater- hau« zurück, in welche« Bernhard jetzt ungehindert Zutritt hatte; aber die Vorbereitungen zu ihrer Vermählung wur- de» mtt allem Eifer betrieben, den« die Hochzeit sollte schon «ach Ablauf vo» wenige« Woche« erfolge«. Außer dem Doktor Hartwig wurde während dieser Zeit kein einziger fremder Besuchcr in dem Hofferichter'sche» Hause empfange», so sehr auch die Neugierigsten unter den Bekannten darauf brannte», au« dem Munde des junge« Mädchen» selbst Nähere» über ihre Erlebnisse zu höre». Aber ihr noch immer recht angegriffener«nd der Schonung jedenfalls recht bedürftiger Zusta»d bot eine vollkommen genügende Entschuldigung für die strenge Ab- geschlossenheit, in welcher sie fich hielt, und welche auch di» i» ihre« Hochzeitstage nicht durchbrochen wurde. Bernhard t« natürlich, sobald er e» bei ihrem Krästezufiand Evtfeniteste« dara», ihre Vertreter im Reichstage deshalb zu»erlasse», weil dieselben»ichiS„Positives" leiste». W i r find es aber wahrlich»icht, welche diese hoff« ««««lose Stimmung in de» Massen großgezogen haben, da muß das Kanzlerblatt schon a» andere Adresse», die wir in diesem Artikel schon andeutete», sich wende». Glaubt das Blatt aber in feiner Verblendung an unsere Schuld, nun gut, so mag e» seine» Einfluß de« nutze», u»« zu beseitige«. Auf den Erfolg aber wird cs»icht stolz sei» könne», dafür bürgt uns die Erkenntviß und die Festigkeit der Ar« bester Berlins und Deutschland«. Ztt Zu« des Aiulmedliliils. Den Londoner„Daily New!" wird Über die Arbeiten am Panamakanal geschrieben: Die Energie, rnst der LeffepS vor- wSrtS geht, findet kaum ihreszleichcn Er schont weder sich noch andere. Bei dem Bau deS EuezkanalS hatte er gegen dm Einfluß Englands anzulämpfen, gegen den Panamalanal lehnm sich die Vertintzten Staaten auf. Nachdem die dortigen Zeitungen vorausgesagt hatten, daß die Schwierigkeiten deS Baue« jede menschliche Kraft llderschrittm, und da» Fortschreiten desselben seitdem bewiesen hat, daß weder die mächtigen Berge, die zu durchbrechen find, noch die großen Flüsse ein unüber« windbare« tztnderniß bilden, ist die Presse jetzt bei dem Klima angelangt, und behauptet, dasselbe wüide schließlich alle Hoffnungen auf da« Gelingen vernichten. Sin Brief auS Colon giebt ein Bild der Gesundbeitt« oder besser der KranIheitS« Verhältnisse— denn von Gesundheit scheint dort nickt die Rede zu sein— die in Panama herrschen. In den letzten S Monaten soll da« Sterblichkeitsoerhältniß der Beamten, für die natür« kich besser gesorgt ist alS für den gewöhnlichen Arbeiter, 83 Prozent betragen haben. Die fremden Ardester, die an dm heißen amerikanischen Sommer mit einem raschen Temperatur« Wechsel nickt gewöhnt find, werden nur hinaebracht» um zu gden. Von 30 Italienern, die in bester Gesundheit nach nama gebracht wurden, waren nach 3 Wochen nach ihrer Ankunft nur noch 6 am Leben. Die Ecd« jsoll auS einer zusammen gehäusten Masse von Pflanzenresten bestehen, die einen Herd von allen möglichen Fieberkeimen bildet. Jeder Spatenstich legt dieselben bloß, und gesährdet da« Leben deS Arbeiters. Dabei erhöhen vi: ge- wöhnlichen Naturbedingungen noch die Gefahren. Di« Mittag«« sonne, die Morgen- und die Abendlust bringen den Tod, jeder Regenschauer raff! hundert: von Menschen hin. Dabeiist da« Klima so ermattend, daß Reizmittel nolhwendig find, aber jede« stark« Getränk ist der Tod. Die Aerzte geben ei auf zu helfen. Einige rathen allerdings VorfichtSmaßregeln an, aber dieselben find mit der Arbeit unoereinbar. Die Landenge von Panama hat immer alle bekannten Arten von Fiebern in reichen und vielfältigen Formen besessen, aber jetzt hat sich noch eineS dazu «efunden, daS die Eigenschaften aller anderen in stck oereinigt. Ran hat die Auswahl, am gelben Fieber oder am Gallmfieder oder am TyphuS zu sterben, oder man wählt fich„BettelheimS" Fieber und vann hat man st: all« beisammen. Dabei kann daffelbe aber nur durch Verneinungen beschrieben werden, denn «S ist nickt gelb, e« ist kein TyphuS und Chinin ist ihm gegen- über einflußlos. Die Schilderung der Zustände auf der Land- enge find unendlich traurig und da« Bild wird nur dadurch etwa« lichter, daß am Fuße de« LergeS Anco» da« Hospital der AMengesellschaft bereit ist, jeden kranken aufzunehmen und auf da« Sorgfältigste zu verpflegen. Die Vollkommenhest, mit der e« eingerichtet ist, wird tonst kaum irgendwo gefunden, aber allerdtng», heißt e», würde man leider niemals so viel Mühe und Kosten darauf verwendet haben, wenn die trostlosen Grsui'.dh«U»''trhLltnifft nicht ernstlich dai Gelingen de« ganzen Werke« bedrohten. 911« Letterin de« Hospital« waltet die Schwester Marie, die mit voller Ergeben Wt für ihren Beruf ollen Gefahren der Fieber Trotz bietet. Sie ist die Seele de« Ganzen, und ihrer liebevollen Sorgfalt und umfichttaen Wirken muß oft selbst BettelheimS Fieber weichen. Lel dem letzten Aufruhr auf der Landenge stürmte eine halb betrunkene, durch die beständige Berührung mit dem Tode toll gemachte Horde vai Hospital, um die Weinkeller desselben zu plündem, und e« war nur dem ruhigen und ernsten Zureden der Schwester Marie, die ganz allein zu ihnen hinabgegangen war, zu danken, wenn die Leute schließlich Vernunft annahmen. H:rr von L-ffepS steht wie ein zweiter Napoleon an der Spitze eine« Werte«, ab:r eS scheint, daß er e« leider mit der« seiden napoleonischen Gletchgilttgkeit gegen Menschenleben auS> führt. Er ficht nur ein Ziel vor fiv, den Weg nach San FranLSlo um 6000(engl.) Meilen und den Weg nach Canton und Shanghai um 10000(engl.) Meilen zu kürzen. Eine Armee von Arbeitern ging bei dem Bau der Panama Eisenbahn zu Grunde und, wie ei scheint, wird ihr jetzt eine andere Armee in da« Reich der Todten folgen. Männer von seinem Schlag« scheuen nicht«, weder fich selbst noch anderen gegenüber, und durfte, alles erzählt, was fich an entsetzlichen Ereignisse« ohne ihr Vorwifien inzwischen zugetragen, und unter einem wie furchtbare» Verdacht er ohne die thätige Mithilfe de« Doktor Hartwig wahrscheinlich zermalmt worden wäre. Seither war Eile'S Dankbarkeit gegen de» wackere» und uneigennützige» Mann zu einem Gefühl der innigste» Ver» ehruvg gewiger» worden, und e» war«in wahrhaft herz« erfreuendes Verhältuiß voll der schönste« Harmonie, welche« sich fortan zwischen de» drei schwer geprüften Menschen« lindern entwickelte. Dt« Hochzeit selbst wurde in aller Stille gefeiert und die neugierigen Einwohner in M. erfuhren erst davon, als alle« vorüber war, und als da« junge Ehepaar sein« Hochzeitt- reis«»ach dem sonnigen Süden bereit« angetreten hatte. Zum letzte» Mal wurde die Erinnerung an da« sen« fationelle Eretgniß in alle« Gemüther» aufgefrischt, als die beide» Mörder de« alte» Fräulein von Römer vor den Schranke» de« Schwurgerichts standen. Beide legte» jetzt ein unumwundenes Geständniß ab, welche« in alle» Emzelyeiie» mit jenen Angabe» übereinstimmte, die der Goldarbeit«» Rüdiger bei seiner Verhaftung dem Untersuchungsrichter gemach� Verhandlung war den» auch nur von kurzer Dauer. Nach einer Berathuog von kaum einer halbe» Stund« kehrte« die Geschworene« am Schlüsse derselbe» in de» Saal zurück, um die ihn«« vorgelegte« Echuldfragen zu bejahe«. Beide wäre» des überlegte» Raubmordes schuldig befunde» und dementsprechead«ach der Vorschrift de« Ge« fetz«« zum Tode verurtheilt worden. Der Goldarbeiier fiel r» eine todesähnl'che Ohnmacht, als er de« Spruch ver« »ahm; sein W-ib aber nahm denselben mit einer gleich« «Üthige», höhnische» M'ene entgegen, und«IS sie in da« Gefävgviß zmückgeführt wurde, zeigte fich«icht die leiseste Spur einer Erregung in ihrem brutale» Gesicht. Seiner wohlwollenden Gepflogenheit gemäß ver« wandelte der LandeSfÜrst. von feinem Begnadigungsrecht Gebrauch machend, die« Todesurtheil zu einer lebenslang« liche» Freiheitsstrafe um, und die Pforte» des Zuchthauses schlösse» fich hinter den beide» Verbrecher«, um fich nie wieder vor ihnen aufzuthun. sein Beispiel scheint ansteckend auf seine Untergebenen zu wir« ken. Der erste Ingenieur der Gesellschafr, ver so unklug war, seine Familie nachkommen zu lassen, hat jedeS einzelne Mitglied derselben fortsterbm sehen, und ist al« alleinstehend er, gebeugter Mann zurückgeblieben. AIS da« Geld anfing zu fehlen, wandte fich LeffepS von Neuem an sein Vaterland, und e« kam ihm au« jeder Hütte Frankreichs zugeflossen. So wird denn wahr- jcheinltch der Kanal vollende! werden, weil in nster Reihe ganz Frankreich an LeffepS glaubt, und zweiten«, weil er selbst fest überzeugt ist, er könne nicht sterben und sein Riesenwerk unbeendet oder in anderen Händen lassen. Politische Ueverstcht. SoziaUstevprozeß. D:r Termin am Reichsgericht für den Fretderger Prozeß ,st auf den 11. Lklober angesetzt. Der mit einer vrteffälschung verbundene Bestechung«- versuch de« Amtsgertchttzrathes Fraucke hat wieder einmal ein grelle» Licht auf die Korruption geworfen, welche fich in unserem öffentlichen Leben trotz aller heuchlerischen Beschönigung«« versuche breit macht. Wir find ja gewöhnt, daß Unternehmet — koaservatioe wie liberale— so wenig Achtung vor dem politischen Rechte ihrer Arbeiter haben, daß sie dieselben zur Urne kornmandiren und jede Kundgebung eines selbstständtgen Willen« durch sofortige Entlassung rächen. ES ist unS auch nicht« neu-S mehr, daß auf die Beamtenschaft ein starker MeinungSdruck von oben herab geübt wird, in freifinnigm Städteoerwaltungm so gut wie in konservatioen StaatSregte- rungen. Wir find e« aber nicht gewöhnt, daß man den Führer einer Partei offen um den Preis frfigt, für den er feine Gefinnung»genossen' an andere Parteien verschachern will. Daß ArdAter gar keine politische Meinung haben sollen, da« hat uni die alltägliche Erfabmng hundertfach gelehrt; aber daß man ihnen zumuthet, fie sollen ihre poltttsche Haltung de« liedig wechseln, e« käme nur auf dm Preis an— VaS ist die unerhö.'tiste, schamloseste Beschimpfung, die man ihnen anthun kann. Daß es ein konservativer Herr war, der in Ratze« bürg den Brief an Molkmbuhr verfaßte, kümmert un« sehr wenig; eS hätte eben so gut ein„Liberaler" sein können. Aber daß ei ein Beamter, ein Angehöriger desjenigen Stan- de« war, der un« täglich al« über den Parteien und dem Parteitreiben stehmd gerühmt wird, da« hervorzuheben halten wir un« allerdings für verpflichtet. Herr Francke hat mehr zur Erschütterung de« Vertrauen« in die stttliche Jntegrttät unsere« Beamtenthums beigetragen, als alle Kritiken der Gegner e« jemals vermögen. HandelSkammerbericht. Der soeben erschiemne JahreS« bericht der Handelskammer zu Bingen am Rhein für die Jahre 1884 und 1885 betont, daß die Hoffnungen in dem letzten Berichte auf eine Wendung de« wirthfchaftlichen Leben« zum Bessern au» gesprochen worden, leider unerfüllt geblieben seien. Di« rückgängige Bewegung und da« noch immer wachsende Mißverhältniß zwischen Pro« duktion und Konsum habe fich auch hier nahezu säwmt- licher Gebiete de« Handelt und der Industrie in beängstigm« der Weise bemächtigt. So fleht der WirthschaftZaufsch-vuna, den un« unsere offiziösen Blätter tagtäglich vormalen, in Wirk« lichkelt au». Dem ReichSschatzsekretär Burchard ist, wie der„Reich«- anzeiger" meldet, die nachgesuchte Dienstentlassung er« theilt worden. Burchard, der schon fest dem Frühjahr„in Folge von Ueberanstrengung" beurlaubt war, befindet fich erst im 50. Lebensjahre; etwa« über vier Jahre stand er an der Spitze de« ReichSschatzaml»; er war Ver Nachfolger de« Finanz» Minister» Scholz, de» ersten Chef» de» vom ReichSamt d«S Innern abgetrennten Schatzamt«. Er gehörte in seiner Eigen- schast al» vortragender Rath der Krmmrsfion an, welche beauf» tragt war, an der Hand der in dem bekannten Briefe de« Reichs« tanzierS vom 15. Dezember 1878 niedergelegten Gedanken die Grundlagen für eine grundsätzliche Aenderung de« dt« dahin bestehenden Zollsystem« auszuarbeiten. Er hat iodann an der Vertheidigung der Zolloorlage vom Jahre 1879 Antheil ae« nommen. Diese Thätigkeit trug Herrn Burchard bei der Er« richwna de« Reichsschotzamte« die Ernennung»um Direktor in dieser Behörde, später zum Staatssekretär ein, in welcher Stel- Iura er außerdem in den Adelsstand erhoben wurde. Nach« baltige Spuren einer selbstständigen Wirksamkeit in größerem Stile hinterläßt seine Verwaltung trotz alledem nicht. Er war dem Namen noch ReichSfinanzminister; der Sache nach, de« sonder» in Betreff der Ausarbeitung der so beliebten neuen Stmerpläne, war e» der preußische Finanzminister Scholz.— Im Finanzministerium sollen ebenfalls Penfionirungen in Autstcht stehen; anscheinend gehört der Generaidtreltor der indirekten Steuern, vurghart, zu den Perstor.irten.— Politische Bedeutung haben diese Personenveränderungen natürlich nicht. Ueber die Betheiligaug der Sozialisten a« de« bayrische« Landtagdwahlea schreibt man der Hambmaer «Baztg." au» München, 27. September: Nack einer wahr- schemlich von unterrichteter Seite stammenden Notiz in den hiesigen„N N" finden die nächsten LandtagSwahlm schon Aus Knust nnd Zeven. Ei«„korpulenter Tag". Der Kaufmann UameS Svan» besuchte da« Dru.y-Lane.Theater in Lcr.kon, um da« Stück „Hars im Glücke" zu sehen. Er löste an der Kasse eine Ein« tritttkarte für die Gallerte. AIS er u«f die Gallerte kam, sah er, daß der Raum überfüllt und für ihn kein Pläychen mehr frei war. Sofort ging er zurück und verlangte sein Geld, doch der Kasstrer sagte ihm, daß da» Geld niemals zurückerstattet werde, er könne jedoch seine Karte für die nächste Vo.stellung vnwenden. Evan« weigerte fich, die« anzunehmen und erstattete gegen den Direktor des Theater« eine BetrugSanzeige, indem er angab, man habe versucht, einen Platz, der schon verlauft und thatsächlich desetzt war, nochmals an den Mann zu dringen. Der Richter erkanme, daß Mr. Evani' Verlangen vollkommen begründet sei; ein vollgefüMe« Theater dürfe keine Karten mehr ausgeben. Der Vertreter de« Direktor» erwiderte, e« hänge davon ad, od magere oder fette Personen im Publikum seien; der Kasstrer trage keim Schuld, Mr. Eoan» jei gerade an einem„koipulenten" Tage in» Theater gerathen, an welchem nur eine geringere Anzahl Unterkunst finden konnte. Der Richter erklärte jedoch:„Wägen Sie zukünftig die Bewohner Ihre« Theater«, wenn Sie e« für nöthig finden, aber Mr. Tvan« müsten Sie sein Geld zmückerfiatten und die Kosten zahlen." Altegyptische GerichtSve, Handlung. In der arabischen Sektion de» in Wien tagenven Orientalistenkongreffe« dielt Prof. Dr. Eisenlohr au« Heidelberg einen interessanten Vor« trag über PapyruSfmrde, welche Gerichtsverhandlungen über Diebstähle in altegyvHschen KönigSgräbern au« der Zeit der letzten thebantschen Dynastie behandeln. Ein Verzeichniß der betreffenden Protokolle wurde vor vierzehn Jahren in der Amdraser Sammlung in einer Urne entdeckt; der größte Theil der Schriftstücke dagegen befindet fich in England, im Besttz deS British Museum, der Familien Harri», Abdot, Arnhurst. de Burah und eine« Stlberschmtede» Meyer. Et scheint, deß sowohl va» Wiener Verzeichniß al» auch die beträchtliche Zahl der Protokolle au« ein und demselben Archive stammten. Der englische Forscher Harri» erwarb sein« Sammlung im Februar 1356 in Tbeden von dem Fund,, der au» einem auf dem ßGs Harri« in Alexandren stattfand, leider Schaden. Die Profokoll« der verschiedenen Sammlungen ergänzen fich übrigens gegen« vor dem Juli nächsten Jahre», also wahrscheinlich im April oder Mai statt. Wie dereit« früher heroorgehoben. werden diese« Mal fich auch die Sozialdemokraten an der Wahl be« tbrüizen und wird von dieser Partei besonders der Wahlkreis Nürnberg auf» Korn genommen werden. Zu diesem Zwicke ist dort unter dm Arbeitern eine sehr reg« Agitation im Gange, um dieselben zu veranlassen, fich in die Wablliften eintragen zu lassen, welch« in der Zeit vom 1. di« 15 Oktober auSliegm. Nach dem Wahlgesetz ist jeder Bürger wahlberechtigt, der daS 21. Lebensjahr überschritten hat, eine dirette Steuer zahlt, unbescholten ist. und den Verfassung»«» geleistet hat. Da e« kaum einen Arbeiter geben dürfte, der keine direkten Steuern bezahlt, so kann man wohl sagen, daß da« Wahlrecht nahezu ein allgemeine» ist und eS geht insofern sogar weiter al» daS ReichStacswahlrecht, a'S e« schon mit dem 21. Lebens- 1#( beginnt. Dieser Vorzug wird nun freilich wieder auf» gewogen durch die B-stimmung, daß die Wehlen indirekt« find und daß die Wahlkreise nicht ein für alle Male gesetzlich abgegrenzt find, sondern zu jeder Wahl durch die Regierung geändert werden können. DaS indirette Wahlsystem mackt Wahlmänn» nothwendia, welche thrersett« wieder Bürger in dem betr. Wahlbezirk sein müssen, wai für die Ardeiteipartei immerbin Schwierigkeiten mit fich bringt. Gefährlicher für den Wahlaulfall ist indeß die WablkreiSgeometrie. Der Regierung steht nämlich da« Recht zu. Wahlkreise zu bilden, welche nur einen Abgeordneten zu wählen Heden, s t e kann aber auch Kreise bilden welch« fünf Abgeordnete wählen. Auf je 30000 Ein. wohner soll ein Abgeordneter fallen, über 15030 Ein» wohnet muß der WahllreiS zählen. Ei liegt ouf der Hand, daß mit diesem HUsSmittel die Regierung den größtin Einfluß ouf die Wahlen auszuüben vermag. Zur Zeit, als der Kultur» kämpf noch in voller Blüthe stand, machte daS Ministerium Lutz von diesem Recht dm rückfichtSlosrstm Gebrauch. Städte, von denen man bcffie, daß ste liberal wählen würdm, bildeten für fich einen Wahlkreis, während die vor dm Thorm liegen. den Landaemeindm großen Wahlkreisen zugetheilt wurden, so daß die Wahlmänner nicht selten 8 und 10 Stunden an den Wahloet zu reisen hatten.(!) Feeilich, hier und da ma:tm die Wähler du ch diese Rechnung einen Strich. So gelegent» lich der Wahl am Ende der Seckiziger Jahre, wo die Wahl» kreise Jmmenstadt Kempten und Miinchm je fünf Abgeordnete zu wählen bekamen, weil man hoffte, das liberale Allgäu und da« ebenfalls liberale München würden die klerikalm jchwädi» schen und altbayrrischen Bauern erdiücken. Diese aber boten, unter der Führung ihres«leru«. den letzten Mann auf und — siegten. Statt der liberalen Majorität, welch: die W-bl» kriiZgeometrie bringen sollte, kostete dieselbe dm Liberalen 5 Mandate, die ihnen sicher gewesen wären, wenn man d-n VolkSwillen nicht— allerdings auf gesetzliche Weise— hält! fälschen wollen. Nürnberg hat jetzt vier Abgeordnete zu wählm; e» kann also die Regierung ihren liberalen Freunden insofern zu Hilfe kommen, al« fie den Wahlkreis durch einen Bauern bezirk vergrößert, so daß fünf Abgeordnete gewählt werdm müssen. Ei sollte unS sehr wundem, wenn man da» Stückchen nicht aufführt«,«l« Kandidaten der Sozialdemo» kratm werden vorläufig für Nümberz die Reichitaaiadgeorv» neten Grillenberger und Witwer und der frühere Magistrat». rath von Fürih, Herr Löwenstein, und für München Herr v. Vollmar gmannt. Sozialistische». Eine geheim« Versammlung von So» zialdemokraten au« Hamburg und Altona soll nach d.m„Hamb. Corr." am Sonntag in dem Walde bei Schieren» holt stattgefunden haben unO von mehreren Tausend Mmschm besucht gewesm sein. Woher da» Blatt dies« Nachricht Hot, sogt es nickt.— Au» L ü d e ck wird der„Weserpg." geschrie» den: Der Schifi»koch Sckwartz, der in der letzten Reia-ztaaS« wähl von dm Sozialdemokraten al« ReichStagtkandidat aufge» stellt worden war und bei der nächsten Wahl wahrscheinlich wieder aufgestellt werden wird, hat in einem Kelleliokale der Breiten Straß« gegenüber der Hauptwoche«ine Spetlewirih« schaft eingertchtet. Den So'.daten unserer Garnison ist nun auf« strengst« jeder Besuch dieser Wirthschast untersagt wor» den.— Der Geraer Stadtrath hat eure Verordnung er» laffm, nach welcher dai Tragen äußerer Abzeichen,„welche nach allgemeiner Annahme uno nach der unzweifelhaften Ad» ficht ihrer Träger derm Bekenntntß zu dm Lehren der Sozial« demokratie bekunden sollen", verboten ist. Oesterreich-Ungar»». Di« Briefträger Niederösterreichs und Wien« haben dem eben zusammmgelretenm Retchsrathe eine Petition üser» wittelt, in welcher fie— bereits VaS vierzehntemal— um f ie Regultrung. beziehunasweis« Erhöhung ihrer definitiven Ge« halte ansuchen. Die Btttsteller begründen ihr Gesuch mit der von Jahr zu Jahr steigenden Theuemng aller Lebensmittel lo-vre der Wohnunam und wellen auf dm Umstand hin, daß fie trotz ihrer anstrengmdm Thätigkeit und ihre« verant« wortungSvollcn Dienstes materiell weit schlechter gestellt find al« die fich gleichfalls au« dem Stande der ausgedienten U-rteroffistere ergänzenden Bureaudiener bei den verschieden-n Ministerien. E» wird endlich mtt Recht geltend gemacht, daß seittg und man hat au» ihnm bereit»«in klare« Bild über . Gelichlsversahren in Altegypten gewonnen, ebenso wie über die Gewohnheit, den verstorbenen Pharaonm große S-ätze mit in ihre Gräber zu geben. Denn d-i einzelnen der durch Krtminalprozesse bekannt gewordenen Dtebstähle betrug da» Gewicht de« bei den Dieben vorgefundenen, also wieder zu Stande gebrachte« Silbers und Golder» di» zu 300 2m oder 27 Kiloar. Die DiebSbanden warm numerisch sehr stark, da man in einzelnen Fällen 30 der Diebe zugleich vor G-rtckt stellte, und auf die«öntgigräber. in derm„Vonathtkammern" so kostbare Geräthe und Gewänder aufbewahrt wurdm. Ickri» nen ste«S besonder« abgesehen zu haben. So wurden, d-n vorUeg-nden PapylutroUen zufolge, auch die jüngst durch MMMA ääu'ä teÄ arÄrd nchtiflKweife gegen die Herren, die wiederhntt als arge Böse« Ä« ÄÄÄ'ÄMSW'tff'IS Änderung von Vornamen. Di« Lemdrrger israelitisch» KultuSgemeind« ha: an da« Ministerium deS Innern eine E>n« gobe gerichtet, daß die Regierung eine Verordnung erlafftst möge, der zufolge el gestattet werde die veraltetm bidtitckea Vornamen der jüdischen Kinder in modern« allgemein üblich» Namen umzuändern. In der Eingabe der iSraelttischen KultuS« gemeinde wird zur Begründung de« Gesuche« darauf ding»? wiesen, daß die Kinder sehr oft wegen ihrer ungewohnten 9W»* von ihren Kameraden versvottet werden. Immer deutsch. In Wien erhielt Jemand unlängst einen Stadrdrief, wo die Ott« angab« mtt„Her" ausgedrückt al« unbestellbar zurück. Der Brief war voller Stempel und Vermerke. Auf die Frage, was da» zu b-deutm habe. tW1' der Briefträger dem Absender, daß der Brief nach Hier, d- nach flisro« in Frankreich ordnungsmäßig geschickt worden sej- »Ader, mein Gott," sagte der Absender,„hier ist dock i� deutlich!" Da erwiderte der Andere:„DöS versteht laNit«"®' Warum schreiben S'nöt deutsch: locoV Nachher hätten S' vi» Brief glct kriegt." 8 o, taten Kongreß schreibt man dem„Hamb. Corr." au» Brüff�l, 29. Sept.: Der katho- tische Kongreß neigt sich seinem Ende zu und so beginnt e» hoch herzugehen. Hatten schon gestern die eingegangenen Glück» wunschschreiben der deutschen ZentrumSmitgliever, wie de» Baron Hertling, de» Grafen LöwenSkin uns vor Allem Windt- Horst'» lauten Beifall hervorgerufen, so wuch» der Jubel, als der französische Graf Mui in seiner bekannten Weise für die katholischen Vereine und für den Kampf gegen die Revolution aufgetreten war. Der Enthusiasmus gewann aber seinen Höhe- punkt, al» Bischof Korum sich erhob und degeistert„Gott dantt« dafür, daß er»inen sollen Mann un» gegeben. Mit ihm rufe ich: Gott will«», also vorwärts I" Bischof Korum ist unstreitig die gefeiertste Erscheinung auf dem Kongreß; er tritt mit Talent und Schärfe für die Ansprüche der Kirche und de» Kleru» ein. Auf seinen Antrag wmde gestern gegen den Widerspruch der Industriellen Belgiens die Z vangSverfichiiung angenommen. Dabei erklärtt noch der Bischof, daß da» Zentrum»„um die Arbeiter von der Ausdeutung durch da» Kapital zu befreien", dt« Schaffung von ZwangSinnungen(!?) durchsetzen«erde. Daneben erhebt man die wildesten An- forderungen: Alle Werkstätten kirchlich I Nur katholische Ver- walturigSräthe und Direktoren! Keine Ar'oeitSbörsen, sondern katholische Ärbeiterverline I Vor Allem im ganzen Lande Vereine gegen die Freimaurer! ES ist selbstredend, daßdi« Klerikalen diesen Kongreß in allen Tonarten über alle» Maß feiern. Di« Liberalen uttheilen sehr abfällig; da» Organ deS Führer» der Partei, de» Deputirten Fröre> Orkan, da» „Lütticher Journal", erklärt kurz und bündig:„ES ist kein Kongreß von Staaiiökonomen,«» ist ein Kongreß von Jesuiten I" Die Ardeiter und ihre Organe schenken ihm keine wettere Beachtung. Sie thun recht daran. Frankreich- Die Londoner„Pall Mall Gazette" bespricht die fr an» zösische Besetzung der Neuhebriden. Der Artikel schließt wie folgt:„Warum die Kolonisten im Grunde gegen französische Ansiedelung oder Annexion find, ist nicht da» Mißtrauen gegen französische ZivUisaiion, sondern die Furcht vor französischen Sträflingen. Französisch« Minister mögen alle möglichen Versicherungen gehen, die australischen Kolonisten werden niemal» den Gedanken lo» werden, daß die Franzosen» wenn sie noch mehr Inseln im Stillen O-?an an- nettiren, noch mehr Sträfling« dahin senden werden. Und die australischen Kolonisten haben Recht. Die Franzosen wer- den Sträflinge hinsenden,— well sie niemand sonst hinsenden können." m Bei der Einweihung de» Denkmal» für B a r b ö L in Carcasionne zählte der offiziell« Festzug S00 Personen. Die Sozia lsten aber erschienen 10000 Mann stark mit der rothen Fahne. Polizei und Militär schritten vergeblich ein und kenn- len e» nicht erreichen, daß die rothen Fahne beseitigt«urde. „Waren aber— frägt die„Ziir. Post"— die Sozialisten nicht in vollem Rechte und durwcu» logisch? Ist nicht BartZS der Inbegriff aller Revolution? Und die Errichtung eine» Stand» bilde» für diesen Mann sollten die Sozialisten nicht nach ibrer Weise feiern dürfen? Verschiedene Deputirt« der äußersten Linken hatten flch geweigert, am offiziellen Zug Theil zu neh- men; fie schloffen sich den Sozialisten an." G r d tz b r t t a»»t i e«- Die englische Presse behandelt die bulgarische Frage vielfach mit eine: künstlichen Gleichgiltigleit. So schielbiN die «Daily New»":„In Europa herrscht der weitverbreitete Eindruck, Daß dt« Schwierigkeiten im Orient nicht ohne einen europäischen Krieg überwunden werden dürften. Die einzige Frag« scheint zu sein, od der bevorstehend« Krirg, der in der Rekonstruktion der Karte de» östlichen EurovaS enden wird, ob«; später beginnen soll. Er dürste kaum sehr lange htnaut geschoben werden. ES ist befriedigend, zu wiffen, daß unsere ebene Regieruna. obwohl fie viele derselben Perionen K u$ wie vor 8 Jahren, nicht von demselben Geiste deseelt ist. Lord Saliidury ist zu setner früheren und befielen Sinn:iwtise zurückgekehrt. Er hält e» nicht mehr für «in britisches Interesse. Rußland nördlich t'«kS-ü»"festzuhalten und der Türlet die südlicken Abhang« d«, Balkan und die Belkanpäffe zu erhalten. ES ist daher sehr wenig Befürchtung vorhanden, daß. sollt« der Krieg ausbrechen, während er am StaatSmder ist, England darin verwickelt meiden wird." Die erzkonfervative„St. James Gazette" haU die Verjagung de» Sullan» °u»«onstantin-p-l ebenfall, für selbstverständlich und tritt lebhaft für die Idee«in, dem Sultan- Kairo al» Wohnsitz anzuweisen. Da» Blait sagt unter anderem: �Kairo ist ein« heilige Stadt; dahinter liegt ein ungeheme» neue» Reich, welche» sich täglich mehr und«ehr aufschließt, worin der Glaube blüht und rapid« um sich greift. Mit kurzen Worten, würde leicht sein, zu beweisen, daß, wenn der Sitz de« Kalifat» au« konstanttnopel entfernt«erden soll, kein Ort in «er Wrtt namhaft gemacht werden kann, wohin die Uedertra- wit mehr„Kompensation", mit weniger Schädigung der «�Sultern», und mit weniger Störung für die mohameda- ntstfc Welt geschehen könnte, al» nach Kairo." ». �«gefahren werden, deglettet von einer Anzahl »»m« aj? Familien, genau in dim Zustand«, in wel- tueTerf«trten P* auS ihren Hetmathtstätten ver» b e in Nord-Staffordshir», gelegenen Kohlen- ,, J®< rk« Jammage und vignall haben ihren Betried b»r«Ä,«*'**» w«il die Bergleute fich weigerten,«ine Lohn- von 10»Ct. anzunehmen. DteS, gepaart mit der ���Seinstelluna in der Clough Hall Sisenfabrik zu Kidigrove. durch über 1000 Personen beschästigungSloS wurde», gestaltet die Zustände in Nord Staffordshire höchst düster. ES henscht bereits empfindlicher Nothstand. Balk«u»lä»der. Allerseits sieht man die Lage der Dinge in Bulgarien wieder ernster an. Genera! KaulbarS ist mit einer zur Schau getragenen Schroffheit in Sofia aufgetreten und hat damit das Erstaunen der Welt herausgefordert» obwohl man wahrlich nicht erwartete, daß er da« Sammetpfötchen zeigen werde. Er ist auch in der Form so ausgesucht ungehobelt. daß e» fast den Anschein hat, al» solle er den Bruch mtt der Regentschast herausfordern und herbeiführen und damtt zugleich die Besetzung de» Landes durch ruffische Truppen einleiten. Noch gestern wurde un» offiziös versichert, et sei da» Verdienst de» deutsch, österreichischen Bündniffe», den Einmarsch russischer Trupp:» verhinvert zu haben. Man muß daher mtt Spannung auf die unmittelbar devo» stehenden Entscheidungen blicken; ein Umschwung in der Stimmung der Großmächte gehört an- scheinend nicht zu den Unmöglichkeiten. Oesterretch-Ungarn ist in allen politischen Schichten auf» höchste erregt und e» ist der osfizitllen Politil selbst mtt dem Hinweis auf da» Unterbleiben de» russtschen Einmarsch:» nur mit Mühe gelungen, dt« popu» täre Erbitterung gegen Rußland» Vorgehen im Zaume zu hatten. Prooozirt nun General KaulbarS einen Bruch mtt der Regentschast und kommt e» gar zum Einmarsch russischer Ti upp-n, so kann Oesterreichs Haltung leicht umschlagen. Auch ist ein HerauSlreten England» au» seiner Reserve nicht un» möglich. Di«„Frankfurter Ztg." erhält folgende Nachricht au» Sofia, dm 29. September. Soeben beklagte fich der Sekretär der' russischen Agentur bejm Minister deS Aeußern, weil die Leute, welche in dm Kaffeehäusern dai Zirkular Kaul bar»' verbreiteten, durchgeprügelt wurden, und stellte eine schriftliche Rote in Aussicht, welche die Regierun i auffordert, für die Sicherheit der Personen zu sorgen. Da auf Rußlands Wunsch der Belagerungszustand heut« auf» gehoben worden ist» erklärte die Regierung» für nichts garan» tirm zu können, und ist willen», wegen der Schwierigletten, die Rußland verursacht, an Europa zu appelltten. Russische Emisiäre gehen nach Bulgarien, um die Kandidatur de» Herzog» von Oldenburg zu unterstützen. Schakir Pascha scheint in Konstantinopel erfolgreich für die wettere Befesitgung der russisch-türkischen Beziehungen zu wirken. Nach dem„Pester Llvyb" ist der angekündigte Be» such de» Zäsarewitsch in Konstantinopel für Mitte Ottober in Aussicht genommm. Der Petersburger Korrespondent der „Polit. Konesp." erklärt, der Vertreter Rußlands komme, um einen Kandidaten für den bulgarischen Thron in Vorschlag zu bringen. Die Meldung eine» Bukarester oppositionellen Blatte». wonach die Verhängung de» kleinen Belagerungszustände» in- folge de» Attentates auf den rumänifchm Ministerpräsidenten beabsichtigt wurde, ist völlig unbegründet. Portugal. Die R-gierung unterhandelt mrt Deutschland über die Absteckung der Grenzen in Südafrika zwischen Moffamede» und Ovampo. Den Hauptpunkt der Unterhandlung bilden die Flußgebiete Emme und Cubango, welche Portugal al» zu seinem Gebiete gehörig beansprucht. »sie«. Die seitens der europäischen Großmächte und der Ber» einigten Staaten von Nordamerika gemeinschaftlich geführten Verhandlungen mit Japan wegm Adschluffe» eine» Handel«» und NtederlasfungSvertrage» neh» men einen so befriedigenden Verlauf, daß ein günstigere» Resultat, al» e» vor Kurzem noch schien, erzielt«erden dürfte. Die mglisch« Regierung hat sich, wie der„Pol. Corr." au» London gemeldet wird, endlich mtschloffen, ein« Expedition in der Stärke von 8000 Mann behus» Eroberung von Birma auSzmüstm. Diese» Reich ist zwar im Dezember vorigen Jahre» mtt 50 Mann Soldatm und einem Kanonenboote zur Unterwerfung gebracht worden, aber dieselbe war von einer Anarchie gefolgt, welche die englische Herrschast in jenen Gegenden gänzlich zu vernichten droht- Der junge Fürst My ntsein, der ,um Glück für die englische Politik soeben dem Fieder erlegen ist, hatte fich an die Spiye einer einheimischen Armee gestellt, welche den größten Theil de» Lande» brherrscht und den englischen Truppen ernst« Verluste zugefügt hat. Gegenwärtig halim die Engländer nur noch die Linie des Jrawaddy, der übrige Theil dei Landes befindet fich in den Händen der Rebellen, und der von den Feindm verschonte Rest der Truppen ist durch das Klima dezimttt worden. 25 Prozent der englischen Truppen befinden fich in den Spi- tälern, und eine große Anzahl von Pferden ist ebenfallt un> tauglich««worden. Dieses Mißgeschick ist noch erhöbt wordm durch«ine Feuersbrunst, welche die Hälfte der Stadt Mandalay zerstörte, und durch eine Uederschwemmung. dl« 50 000 Personen ihrer Wohnstätten beraubte. Afrika« Die Lavison- Affair« in Kairo veranlaßt die „Timet", dem Institut der„Kapttuletionen" in Kairo, dem zufolg« Ausländer in Egyptm nur der GerichtSbarlett ihrer eigmen Konsuln unterstehen, eine kurz« Betrachtung zu widmen. Sie meint, eS wäre ja leicht, Herrn Lavison ebenfalls durch gedungene Landitm unschädlich zu machen, wobei man ja nur sein eigenes Beispiel befolgen würde. Ein solches Verfahren stehe aber einer zivilifirten Macht nicht an, und so bleib« nicht» übrig, als auf diplomaiischem Wege„reformatortsch" vorzugeben, d. h. die Kapitulationen abzuschasien. So leicht wie der Rath aegebm ist, wird er freilich nicht ausgeführt werden können. Im Uebrlgen sieht die„Timet" in dem Vorgang eine tiefer angelegte russische oder türkische Jntrtzue. Amerika« Ueber die Rolle der I r l ä n d e r in den Vereinigten Staaten verbrettet fich folgend« Korrespondenz der„Voff. Ztg.": Nach dm vorliegenden statistischen Angaben gab et in den Vereinigten Siaaten im Jahre 1880 1 854 671 Jrländer, d h. 27,7 pCt. von sämmtlichen Einwanderern waren geborene Jr- länder; tat deutsche Element war durch 29,4 zEt., das englische durch lo. da» kanadisch« durch 10,7, und all« übriam Völker waren durch 18 pCt. r ertreten; im Jabre 1870 sollen von sämmtlichen Fremden die Jrländer 83,3 pCt. ausgemacht haben. Von den nahezu zwei Millionen Jrländer» in der Urion hält sich die Mehrzahl in großen oder kleinm Städten auf, wo sie sich leicht organistren und ihren Einfluß bei politischen Wahlen zur Erlangung von Aemtern und Geld geltend machen können. Während fast die Hälfte der Bevölke- rung unserer Republik aus dem Land« wohnt und sich mit Gar',».. Ackerbau und Viehpicht beschäftigt, gebm sich kaum fünf Prozent der irischen Einwanderung dem Farmleben hin, und die überwiegende Mehrheit hiervon besteht au» Pro- testanten, die ous Ulster kommen; man d-zweifelt, daß«in Pro. zent der katholischm Jrländer hier vom Landbau lebt. Die» scheint um so auffälliger, als diese» Element vor s.iner Ein »andei un g in seinem alten Vaterlande den Acker bestewe. »ndeursett» widmen fich die Deut che» in Amerika fast zur Hälfte der Landwttthschaft.«ehnliche» kann von der EInwan. derung au» dm skandinavischm Ländern gesagt«erden, die fich zu- meist in den wefiiichm Staaten und Territorien niederläßt. Ein großer Prozentsatz der eingewanderten Engländer und Kanadier debaut ebenfalls den Boden, dagegen folgen Italiener, Pelm. Bödmen und die Juden au» allm Landern dem Bei» spiele de- Jrländer. indem st« die mühsamer« Arbeit mit Pflug und Hack« verabscheuen. Hieraus ergkdt sich, daß die katho» lischen Jrländer dieffeit» de» Ozean» da» H-uptelement der eingewanderten Städtebevölkerung ausmachen. Außerdem find die zwii Millionen in Siädtm lebenden Jrländer in der Mehrzahl erwachsene Personen; ihre in Amerika geborenm Nachkommen machen ebenfalls zwei Millionen Köpfe aus, denn dai irische Element vermehrt fich sehr schnell. Da die Jrländer in überwiegendem Maße in den nördlich gelegenen Städt-n wohnen, üben fie dort in politischen Dingen keine zu unter« schätzende Macht auS, st: sind, wie gesagt, äußerst ämtergierig und käuflich und wilden vielfach be« der Polizei und im Feuer» departement angestellt. Weil die Jrländer zumeist Katholiken find, siärkm fie in hohem Grade die katholische Kirche; hierin schließen fich ihnen meistens die Polen, Böhmm und Jtalimer an. Einen großen Vortheil haben die Söhne Irlands dadurch, daß ste ver englischen Sprache mächtig find; fie könnm in öffentlichen Versammlungen, vor Gericht u. s. w. viel leichter fich geltend machen, al» die nicht englisch sprechenden Ein« »anderer. AuS allen diesen und anderen Gründen suchen die amerikanischen Politiker gem die Jrländer für fich zu gewinnm; die Mittel dazu find natürlich nicht immer die besten. Im ganzen stimmen die Jrländer meist mit der demokratischen Partei, doch schließen fich in den größeren Städten, wie z. B. in New No:t, Aibany. vuffalo. Ch'cago, St. LouiS u. s. w., auch viele der republikanischen Partei an. Gerichts-Zeiwug. Sine zwölfjährige Mörderin vor Gericht. Vor dem Forum der drttten Strafkammer deS königlichen Landgerichts Berlin I gelangte gestern ein schauderhaflel Ver» brechen zur Verhandlung. Auf der Anklagebank erscheint ein kleines, sehr blaß aussehendes Mädchen, da» fich ziemlich un» befangen im Saale umsteht. Ei ist die» die am 1. Mai 1874 geborene Sophie Charlotte Marie Schneider. Am 7. Juli d. I. lockte die Angekiagte in dem Hause Pallisadenstraße 77 ein 3'/, jährigeS Mädchen auf den 2 Treppen hoch belegenen Flur, hatte ihr die Ohrring« auS und da da» Kind deshalb btttig schrie, so sagte die Angeklagte:„Wenn Du nicht ruhig bist, so werfe ich Dich zum Fenster hinaus." Die Kleine ließ fich aber durch diese Drohung nicht einschüchtern, sondern weinte unaufhörlich. Die Angeklagte führte in Folge deffen thatsächlich ihre Drohung au», fie öffnete daS Flurfenster und warf das Kind auf den gepflasterten Hof hinunter. DaS Kind kam mtt zerschmittertem Schädel unten an und war sofort todt.— Der vielen Zeugen wegen findet die Verhandlung im großen SchwmgerichtSsaale statt. Den Vorsitz des Gerichtshöfe» führte LandgerichtS'Direttor Schmidt. Auf Befragen de» Präfidmtm giedt die Angeklagte ihr« Personalien mtt lauter, klarer Stimme an. Präs.: Wer find denn Deine Eltern?— Angell.: Ich habe nur noch eine Mutter.— Präs.: Wie lange ist Dein Vater todt?— Anaekl.: Daß weiß ich nicht.— Präs.: Wie alt warst Du, al» Drin Vater starb?— Angell.: Da» weiß ich nicht.— P äs.: Gehst Du in die Schule?— Angekl-: Jawohl.— Präs.: Seit wann gehst Du in die Schule?— Angell.: Seit meinem sechsten Jahre.— Präs.: Zu wem Sehst Du in die Schule und in welcher Klasse bist Du?— lngeil.: Ich gehe zu Herrn Lehmann in die Schule und bin in der Klaffe 3a.— Präs.: Seit wann bist Du in dieser Klaffe?— Angekl.: Seit 2'/» Jahren.— Präs.: WeShalb wurdest Du nicht versetzt?— Angett.: Weil ich so faul war. — Präs.: Wer sagt« Dir da«?— Angekl.: Herr Lehmann. — Präs.: Wo wohnst Du denn?— Angekl.: Auzenblicklich bin ich im Geiängniß.— Präs.: Seit wann bist Du denn ickon im Gefängniß?— Angekl.: Seit dem 9. Juli.— Präs.: Wesbald bist Du denn im Gefängniß?— Angekl.: Weil ich die Grethe Dietrich zum Fenster hinunter geworfen bade.— Präs.: WeShalb Haft Du da» getban?— Angekl.: Weil fie schrie, al« ich ihr die Ohrringe auShatte.— Prä!.: Wie alt war wohl die Grethe Dietrich?— Angett.: 3'/, Jahr.— Präs.: Wann faßtest Du den Entschluß, der Ueinen Grethe die Ohrringe wegzunehmen?— Angekl: Schon«in paar Tage roeher.— Peäs.: Wie kamst Du nun am 7. Juli mtt der kleinen Grethe zusammen?— Angekl.: Ich wurde von meiner Mutter nach einem Herren- Garderodegeschäst in der Waßmann» strafe gelchickt. Ali ich au» dem Laden herauskam, sah ich die Grethe- ich lockte ste nach unserem Haus« Pallisadenstraße 77 und kühne ffe 2 Treppen hoch auf den Hwiflur. Dort nahm ich ihr die Ohrringe weg und da fie heilig schrie, so machte ich die Flurfenster auf und wollte die Grelhe zum Fenster hinunterwerfen. E» kam jedoch gerade ein Mann die Trepp« hinunter, deshalb machte ich da» Fenster wieder zu. Al» der Mann weg war, öffnet« ich wieder da» Fenster, hob da» Kind auf dt« Brüstung und stürzte«S hinunter. — Präs.: WeShalb thatcst Du da«?— Angekl.: Ich befürch» tete, die klein« Grethe lönnte e» sagen, daß ich ihr die Ohr» ringe weggenommen habe.— Präs.: Dle Grethe war doch erst 3V, Jahr alt, tonnte diese denn schon sprechen?— Angekl.: Jawohl, sprechen konnte fie.— Präs.; Stießest Du da» Kind mtt dem Geficht oder mtt dem Rücken nach Dir gewendet, binunter?— Angekl.: Ich stieß e» schräg hinunter.— Präs.: Du wußtest doch, wenn Du da» Kind zum Fenster hinunter« stürzt, daß e» dann todt sein wird?— Angekl.: Jawohl, da» wußte ich.— Präs.: Du hattest auch die Absicht, da» Kind zu tödten?— Angeil.: Jawohl.— Präs.: Dachtest Du nicht daran, daß Du durch Deine That den Eltern der kleinen Grethe großen Schmer, bereiten werdest?— Angett.: Daran dachte ich nicht.— Pcäf.: Hättest Du auch dak Kind»um Fenster binau»geworfen, wenn es nicht geschrien hätte?— Angekl.: Ja.— Präs.: Wann faßtest Du den Entschluß, die kleine Grethe zum Fenster hinunter zu werfen?— Angett.: Schon al» ich die Grethe in der Waßmannstraße traf.— Peäs.: WaS wolltest Du mit den Ohrringen machen?— Angell.: Ich wollte ste verkaufen.— Präs.: Solchen Ueinen Mädchen, wie Du bist, kaust doch Niemand etwa» ad;»o wolltest Du denn die Ohninge verkaufen?— Angekl.: BelmTröiier.— Präs.: WaS glaubtest Du denn für die Ohrringe zu bekommen?— Angekl.: 50 Pfennig.- Präs.: Wa» wolltest Du mtt den 50 Pf. anfangen?— Angekl.: Ich wollt« mir etwa» zum Naschen kaufen.— Präs.: Du naschst wohl gern?— Angekl.: Jawohl.— Präs.: Was für Näschereien wolltest Du Dir kaufen?- Angekl.: KönigStuchen.- Präs.:«etamst Du denn von Deiner Mutter nicht satt zu effen?— Angekl.(nach längerem Zögern): Jawohl, satt zu effen bekam ick.— PrSk.: Ader Du naschst außerdem gern.— Angekl.: Ja.— Präs.: W:nn Jemand einen Menschen töbtet, wie nennt man da»?— An» gell.: Einen Mord.— Präs.: Und wie nennt man einen Menschen, der einen Mord degeht?— Angett.: Einen Mörder. — Präs.: Du hast nun auch einen Mord begangen?— An« gell.: Ja.— Präs.: Was bist Du nun?— Angekl.: Eine Mörderin.— Präs.: Weißt Du, was mtt den Mördern ge» schieht?— Angekl.: Ja, die werden hingerichtet.— Präs.: Wie geschieht da» Hinrichten?— Angett.: Da» weiß ich nicht. — Präs.: Wenn Jemand hingerichtet ist, wa» ist dann der Hingerichtete?— Angett: Dann ist er todt.— Präs.: Wie stellst Du Dir die Hinrichtung vor?— Angekl.: Et wird der Kopf abgeschlagen.— Präs.: Wenn Jemand einem Andern etwa» wegnimmt, wie nennt man da»?— Angell.: Diebstahl. — Präs.: Wie nennt man denjenigen» der einen Diebstahl begeht?— Angekl-: Einen Dieb.— Präs.: Du hast nun der keinen Grnhe die Ohrringe weggenommen, was bist Du nun?— Angekl.: Ein« Diebin.— P:äs.: Wa» geschieht mtt den Dieben?— Angekl.: Di« werden bestraft.— Prä>.: Wie werden Diebe bestraft?— Angekl.: Mtt Gefängniß.— Präs.: Giedt«» denn nicht noch andere Straten?— Angett.; Ja, Zuchthaus.— Präs; Weißt Du, wenn ein Dieb mit Zuchlhau« bestrast wird?— Angekl.: Wenn er einen schweren Diebstahl begeht.— Präs.: WaS verstehst Du unter schwerem Diebstahl?— Angett.: Wenn Jemand einen Einbruch begebt. — Präs.: Wa» verstehst Du unter Einbruch?— Angell.: Wenn Jemand gewaltsam mit einem Dietrich in«ine Wob« »mng eindringt.— Präs.: Lind ähnlich« Fragen, wie ich ste Dir heute vorgelegt habe, schon von anderen Personen an Dich gestellt worden?— Angelt.: Jawohl.— Präs.: Von wem? »ngell.: Zuerst vom Herrn Wachtmeister und dann vom Herrn Untersuchungsrichter.— Präs.: Hast Du dem Wachtmeister so- fmt gestanden, daß Du die kleine Grethe getödtet hast?— Anqekl.: Nein.— Präs.: Schließlich gestandest Du eS aber zu?— Angekl.: Ja, der Wachtmeister sagte, wenn ich nicht arstehe, so würde er mir ein paar Ohrfeigen geben.— Präs.: In Folg« dessen gestandst Du es, Du hast also anfänglich die Unwahrheit gesagt?— Angell.: Ja.— Präs.: WaS warst Du in Folge deffen?— Angell.: Sin« Lügnerin.— Präs.: Weißt Du. wie der Untersuchungsrichter hieß, der Dich ver» nommen hat?— Angell.: LandgerichtSrath Hollmann.— Präs.: Haben nicht ander« Personen mit Dir im Gefängniß gesprochen?— Angekl.: Ja, eine Frau hat»u mir gesagt, ich bin bei dem Conrad'schen Mord betheiligt gewesen.— Präs.: Der Conrad'scke Mord ist Dir bekannt?— Angekl.: Ja.— Präs.: WaS hat Conrad gemacht?— Angekl.: Er hat seine Frau und seine Kinder umgebracht!— Präs.: WaS war also Conrad?— Angekl.: Ein Mörder.— Präs.: Wai ist mit Conrad geschehm?— Angekl.: Er wurde hingerichtet.— Präs.: Hat die Frau auch noch andere Dinge mit Dir ge« sprechen?— Angekl.(mit weinerlicher Stimm»): Ja, ste it, ich wäre bei einer Räuberbande gewesen und habe auch Olfen, die Frau Paepke ermorden.— Präs.: Woher de» ~ Du Kenntniß von dem Mord« der Frau Paepke?— Angekl.: Da« habe ich meiner Mutter aui der Zeitung vorgelesen.— Präs.: Haben auch ander« Leute mit Dir im Ge- fätigniß gesprochen?— An gell.: Ja.— Präs.: Siebst Du Jemanden im Saale, der mit Dir gesprochen hat?— Angekl.: Ja, der alle Herr G-heimrath dort.— Präs.: Marie. Du giedst ganz klare Antworten, sage mir, bereust Du Dein« schreckliche That?— Angekl.: Nein.— Präs.; Da« röthige Lerständniß für Dein Verbrechen hast Du wohl, Du hast aber kein Herz, ich muß gestehen, ein derartiger Fall ist mir in meiner langsährigen richterlichen Thätigkett noch nicht vorgekommen. Sag« einmal, Marie, Du wußtest also, daß, wer einen Mord begeht, hingerichtet wird, wer einen Diebstahl begeht, inS Gefängniß oder in« Zuchthaus kommt. trotzdem schaudertest Du vor der That nicht zurück? — Angeklagte: Nein.— Präsident: Weißt Du nun, «aS jetzt mit Dir geschehen wird?— Angeklagte: Ich werde hingerichtet.(Bewegung im Auditoriums— Aus weitere» Befragen d«S Präsidenten bemerkt die Ange. klagte: Sie hatte verschiedene Freundinnen, u. a. eine gewiffe Schmidt, die jetzt in der Erziehungeanstalt sei.— Präs.: Wo» bat diese Schmidt begangen l— Angekl.: Ungezogenheiten.— Präs.: Da», wa» Du aber begangen, find doch kein« bloßen Ungezogenheiten, da» find doch die schwersten Verbrechen?— Angell schweigt.— Präs.: In welcher Erziehungsanstalt ist denn die Schmidt?— Angekl.: In der Wadzeckanstalt.— Präs.: Glaubst Du nun, daß Du auch in eine Erziehung»« anfialt kommen wirst?— Angekl.: Ja.— Präs.: Wer hat Dir da» gesagt?— An gell.: Eine Frau Richard, die in unserem Hause wohnte, aber da« ist schon lange her.— Präs.: Bei welcher Gelegenheit sagte Dir die» die Frau Richard?— Angekl.: Frau Richard erzählte mir einmal, wenn solch' lleine Kinder wie ich ein Verbrechen begehen, dann können ste nicht bestraft werden, sondern kommen in eine Erziehungsanstalt.— Präs.: Du bist also der Meinung, daß Du auch in eineErziehungS« anstalt tcmmen wirst?— Angekl.: Ja.— Präs.: Du hast einmal einem Mädchen, an da» Du Dich von hinten herangeschlichen, die Augen zugehalten, und zwar so lange und so heftig, daß da» Kind länger« Zell heftige Auaenschmerten hatte?— Angell.: Ja.— Präs.: Au» welchem Grunde thatest Du da»? — Angekl.: Ich wollte da» Mädchen erschrecken.— Präs.: Dachtest Du nicht daran, daß Du dem Kinde Schmerzen be- rettest?- Angekl.: New.- Präs.: Ich bin doch der Mei. Du sollst nicht tödten.— Präs.: Aber trotzdem hast Du die kleine Grethe getSdtet?- Angekl.: Ja. ich wollte mir ja etwas»um Naschen kaufen.- Präs.: Du wußtest, daß die kleine Grethe. wenn Du sie zum Fenster hinunteiwrrfst, getödtet wird?- Angell.: Ja.- Präs.: Du beabstchtigtest also, die kleine Grethe zu tödten?-Angekl.: I,.- Präs.: Weißt Du. daß Du «ine geradezu ungeheuerliche That begangen best?— Angekl: Ja.— Präs.: Und Du empfindest keinerlei Reue?— Ange. klagte: Nein.— Präs.: Erinnerst Du dich, daß Du einmal einem Kaninchen die Augen ausgestochen hast?- Angekl.: Ja.- Präs.: Weshalb thatest Du da»?-»ngell.: Da» weiß ich nicht.— Präs.: WaS thatest Du mtt dem Kaninchen, als Du ihm die Augen ausgestochen hattest?— Angekl.: Ich schlitzt« dem Kaninchen den Bauch auf.— Präs.: Womtt thatest Du da»?— Angev.: Mit einem Brotmeffer.— P äs.: Du hast im Gefängniß ewmal an Dewe Mutter ge« schrieben?— Angekl.: Jawohl.— Präs.: Weißt Du, wa» Du geschriedtn hast?—»ngell.: Mit Freuden ergreif» ich die Fever.— Präs.: Nun, wa» schriebst Du weiter?— An« geklagte: Mit Freuden ergreif« ich die Feder, um Dir liebe Mutter zu schreiben.— Präs.: W«»hald schriebst Du Deiner Mutter?- Angekl.: Ich wollt« st« bitten, daß ste 2 Mar« «wzahlen soll.— Präs.: WaS wolltest Du mit dm 3 Mark machen?— Angeklagte: Ich wollte mir Schmalz kaufm.— Präsident: Du bekamst im Gefängniß trockme««rot?— Angekl.: Ja.— Präs.: Nun da» schmeckt« Dir nicht, deshalb wolltest Du Dir Schmal, kaufen?— An. geklagte: Ja.— Präs.: Du wurdest nun zu der Leiche der Leinen Grethe geführt, hast Du da kein« Reue empfunden? — Angekl.: Nein. E» erschien altdann al» Zeug, der Lehrer Lehmann: Die Angeklagt« sttzt w der dritten Klaffe schon sett zwei Zahrm. Ich halte fie für ew geiMg unsähige» Mädchen. Sir fitzt beim Unterricht oftmal» mtt vollständig cffmem Mund« da und wenn sie geftagt wird, dam, hat fie leine Ahnung, wa, tvgmdwie vorgekommen ist.— Geb. Medizinalrath Dr. Wolff, der die Leiche der kleinen Grethe Dietrich sezirt hat, bekundet, daß da» Kind, al» e» auf den gepflastertm Hof fiel, etnm Schädel- iruch erlitten und sofort tvdt war.- Der neue gerichtliche Ptustler. Saniiättrath Dr. Long, delundet: Ich Hab« die An. geklagte beobachtet. Al» ich fie fragt«, ob sie wiffe.»er ich sei, antwortete sie: Ein Physitt.- Nun wa» ist denn ein ftagt« ich.— Ew Mann, der beim Theater ein genannt wird, antwortete ste.(Heiterkeit im Auditorium). Auf meine wettere Frage, od fie wiffe, wa» mit ihr geschehm werde, antwortete sie: 34 werde 2 Tage im Gefängniß bleiben, dann wird ew Schreiben vom Magistrat kommen und ich werde w die Wadzeckanstalt kommm, denn ich dw noch zu jung, um bestraft werdm zu können. Ich Hab« die Angeklagte körperlich untersucht und festgestellt, daß fie ein vollständig intakt!» Mädchm ist, da» körperlich sehr weit mt- wickelt, btt dem aber«in aeistiger und modischer Defekt vor- rm ist.- Der Gefingnißarzt, Sehrimer eanität»rath Lewin. demerll: Er halte die Angeklagte für körperlich cntwickett; ihr Intellekt sei ganz normal, w ethischer und moralischer Beziehung sei st« jedoch«ine Idiotin. Sie vermochte daher die Tragweite ihrer That nicht zu bemeffen. Schuld hieran sei der Mangel an Erziehung. Sie sei von ihrer Mutter aller ihrer Miffethatm wegen w keiner Weise gezüchtigt worden. Sie habe außer dem Hier Vorgebrachten sogar ewmal den Versuch gemacht, mtt ihrem kleineren Brudrr Feuer anzulegen, aber auch d«»»egm wurde ste von der Mutter nicht aezüchtiat.— Der Vertreter der StaatSanwallschaft GerichtS-Affeffor Dr. Werner demerll Der Herr SanitätSrath Dr. Long habe ihm gleich nach der Mordtbat gesagt: er halte die Schneider für ew ganz raffi- nirtei Mädchm.— SanitätSrath Dr. Long: Ich muß dem Herrn Staatsanwalt erwidern, daß zwischm dem 9. Juli und heute eine sehr lange Zeit liegt, mew« Auffaffung hat fich in- zwischm geändert.— Nach wetterem Befragen erklärt Sanität». rath Dr. Long, daß er fich mit dem Geh. SanitätSrath Dr. Lewin im Wesentlichen einverstanden erkläre.— Da auf alle wetteren Zeugen verzichtet wird, so ist die Beweisaufnahme beendet Der Vertteter der Staatsanwaltschaft. GerichtS-Affeffor Dr. Werner führte au»: DaS Verbrechen selbst lieg« klar zu Tage, e» komme nur in Frage, ob die Angeklagte die erforderliche Ein- ficht beseffen habe. Die klaren und präzisen Antworten, die die Angeklagte gegeben, laffm hierüber keinen Zveisel auf- kommen. Die Angeklagte find« edm Gefallen, Thiere und Menschm zu quälen, event. auch zu tödtm. Sie wiffe wohl, daß die» mit harter Straft geahndet werde, fie sei jedoch der Meinung: ste könne ihre» jugendlichen Alter» wegm nicht be« straft, sondem lediglich einer Erziehungsanstalt überwiesen wer- dm. Der Staatsanwalt ging alsdann auf die Gutachtm der GerichtSärzt« näher ew und beantragte schließlich:„angesichts der grauenvollen That" eine Gesammtstrafe von 8Zj Jahrm Gefängniß. Vertheid. Rechtsanwalt Dr. Friedmann: Man dürfe fich durch die präzisen Antworten der Angellagtm nicht blenden laffm. Die Antworten machten trotz alledem den Eindruck, alt wenn ste eingelernt gewesen wären. Etwa» Aehnliche» habe ja auch einer der Herrn Sachverständigen bekundet. Die Ange- klagte habe unzweifelhaft den Eindruck«wer Idiotin gemacht, au» diesem Grunde sei eine Bestrafung unzuläsfig. Die An- geklagte sei fich ficherlich der Tragwette ihre» Verbrechen» nicht bewußt gewesen. Der Verthtidiger ging noch de» Längerm auf die Einzelheiten de» Falle» ein und beantragte schließlich die Freisprechung.- Präs.: Mari«, hast Du noch etwa» zu sagm?— Angekl.: Rein. m Nach sehr langer Beralhung verkündete der Prästdmt, Landgerichts direvor Schmidt: Die Angeklagte wußte, daß fie «inen Raub und Mord begeht, ste wußte, daß fie ein Verbrechen begeht, da» mtt der Hinrichtung geahndet wird. Trotzdcm hat fie mit großer Hartnäckigkeit das Verbrechm ausgeführt. Ist somit die Schuldfrage erwtesm. so entsteht die Frage: Hat die Angeklagte die er- forderliche Sinstcht beseffm? Ein berühmter Rechtslehrer sagt: Eine Strafe muß einlretm, wenn die nöthig« geistige Reife vorhanden ist. Daß dies« aber vorhanden, ja daß die An« Sg klagte geistig sogar sehr mtwickelt ist» hat die heutige Ver« >andlung hinlänglich ergeben. Der Gerichtshof, der nicht ver« annt hat, daß er vor eine sehr ernste Aufgabe gestellt ist, erachtet daher eine Bestrafung für geboten. Wa» die Straf- abmeffung anlangt, so hat der Gerichtshof in Erwägung gezogen, daß eine kurz« Freiheitsstrafe wenig beffernd auf die Angeklagte wirken würde. Unser« Gefängnißanstaltm für jugendliche Gefangene find so vorzüglich eingerichiet, daß fie alS gute ErziehungSanstatten anzusehen find. In Anbetracht deffen, sowie der ungeheuerlichen That, hat der Gerichtshof auf eine Gesammtstrafe von acht Jahren erkannt.— Die Angeklagte nimmt den UrtheilSspruch mit derselben Ruh« und Gleichgiltigkeit entgegen, die fie währmd der ganzen Verhandlung zur Schau getragen hat. Reichsgericht» Entscheidungen.(Nachdruck verboten.) Leipzig, 30. September.(Appetitliches Bier). Am 14. November v. I. nahm im Lustrag« der Staat»an«allschast der Polizeikcmmiffar Ackermann mit zwei Polizei bearntln ewe Revision de» Bierdruckapparate» in der Echentwttihsetasi de» Peter Wwschub in Duisburg vor. Wie sehr der Berbocht. daß e» dort nicht mtt rechten Dingen zugehe, gerechtfertigt war, zeigte das Srgedniß dieser Untersuchung. C» befanden fich nämlich auf dem Schenvische zwei Krahne, ein einfacher und ein Doppelkrahn, welche beide w Benutzung warm. Zapfte man au» dem einfachen Krahn vier ad, so erhielt man ew schöne», klare» Getränk. doS gleiche war der Fall, wenn man den Doppelllahn«ine Vierteldrehung wachen ließ. Ein ganz andere» Bild bot fich aber dem Beobachter dar, wenn man diesen Halden Krahn«ine halbe Drehung machen ließ; dann floß nämlich ew trübe», nicht mousfirende» und ekelhast lchmeckmdeS Bier herau», in welchem obendrein noch New« sandartige Körnchen schwammen. Daß diese eigenthümlichen Fähigkeiten de» Krahne» den Beamten enthüllt worden waren, machte Herrn Winschuh großen Kummer, aber er verlor wenigsten» die Geistesgegenwart nicht und sucht« zu retten, wa» möglich war. In der Mewung, er werde die veamtm üderzeugm können, daß der dös« Krahn nur ausnahmsweise zwei ganz ver schiedme Biersorten von fich gegeben habe, gäbet setner Frau einen Wink, dm diese auch richtig verstand. Sie lief nämlich schnell w den Keller und nahm den Scklauch von dem Faffe mit dem trüben Bier ab. Wwschub schüttete nun schleunigst da» Gla» trüben Biere», welche» Ackermann vorher abgezapft hatte, w da« Spülwaffer, und al» Ackermann von neuem ew« halb« Drehung machte, gab der Krahn kew Bier her. Di« nun von den Beamten im Keller vorgenommene Untersuchung ergab, daß der Doppelkahn mit zwei Fässern durch je ewm Schlauch verbunden war und daß dasjenige Faß, welche» da» trüb« Bier enthielt, soeben außer Verbindung mtt dem Krahne gesetzt war. Der Polizeikommrffar zapft« von diesem Faffe direkt ew Gla» Bier ab, und e» ergab fich, daß daffeld« eben so trüb« und ekelhaft war, al» dasjenige, welch«» ebm durch eine halb« Drehung de» Krahne»«rziell morden war. Al» nach Wieder- andringung de» Schlauche» Ackermann oben durch dm Krahn eine Flasche mtt trübem Biere anfüllm woM«, sprang Frau Winschuh schnell hinzu und drehte den Krahn auf ewe Viertel- drehung zurück, wa» aber der Beamte sofort mertte. Alle dies« Thatsachen bewiesen, daß nicht nur Winschuh, sondern auch seine Frau fich der Schuld an der so ingmiösen Biermischerei bewußt waren. Sie wurden daher beide wegm Vergehen» gegm da» NahrungSmittelgesetz unter Anklage gestellt und horten fich am 6. April vor der Strafkammer in Duisburg zu verantwortm. Hier gaben fie an, da» inllimwirt« Faß Bier habe seiner Zett schon einige Tage gestanden und sei daher nicht mehr ganz klar gewesen; fie bestritten, daß e» ver- dorbm oder Neigmdier gewesen sei und daß fie da» stehen« geloffme oder abgelaufene vier wieder»um Ausschank gebracht hättm. Aber der Winh hatte die Rechnung ohne die Kellnerinnm gemacht, denn diese gaben dem Gericht« ganz eigmartige Aufklärungen. Natürlicherweis« warm e» zwei von den Angeklagten «ntlaffen« Kellnerwnm, aber der Gerichtthof hatte(«wen Anlaß, in ihre Aussagen Zweifel tu setzen, da die Umstände ihre Be« hauptungen delläfttgtm. Sie gaben also an. daß gewöhnlich die Bierreste au» dm«läsem und da» beim Einschänlm ad- gefloffme Bier w ewe Blechkann« gesammett wurden. Wenn ieselbe voll gewesm sei, Hab« Frau Winschuh fie w dm K.ller getragen und dm Inhalt in ein» der zum Au»schank berett stehenden Fässer geschüttet. Jedm Sonntag sei dann von der S-rad« am Krahne beschäftigien Person, meistm» dem Ange- klagten selbst, vermtttel» de» Doppelkahne» vier zweierlei Art verlapst worden. Nur wenn Stammgäste Bier gefordert hätten. so habe die Kellnerin dm belleffmdm Ramm nennen müssen, KMMZW ..... Winschuh wurde zu 6 Wochm Gefängniß und -w«. va—................ ww»» uu». vnvi«ngeuagit yanm gegen datUttheil »«a-twortlich für dm poltttschm Thett und Soziale»«ax kchtppel, für«erewe und Bersammlungm». Tuvaue, rn, h™ Druck und«erlag von«ax Babing w Berlin 8W, BaSW« Revision eingelegt, welche dieser Tage vor dem I. Sllafsmate de» ReichSgertchte» zur V-rhandlung»am. ES wurde von ihnm hauptsächlich die Beweisführung de» Gericht» bemängelt und Beschränkung der Vertheidigung behauptet. Die Kellnerin F.» welche die gravttmdstm AuSsagm gegm die Angeklaztm aethan, wurde al» vollständig unglaubwürdig und rachsüchtig bezeichnet, da ste mtt Schimpf mtlaffm wordm sei Die Aus- sagen dieser Zeugin seien durchaus unwahr, und um da» Gegentheil davon nachzuweisen, hätten fie(die Angeklagten) verschiedene ihrer Angestellten al» Zeugen vorgeschlagen, ab« da» Gericht habe diese Zeugen ohne Grund abgelehnt. Dee ReichSanwalt bemerke dazu, daß diese Beschwerden fich nur gegen die thatsScblichm Feststellungen lichteten und deshalb keine Beachtung finden könnten. Wa» aber die angebliche Beschränkung der Vertheidigung betreffe, so habe da» Gericht ganz korrekt gehandelt, wenn e» die angebotmen Beweise al» unerheblich ablehnte, da nach der eigenen Angabe der Angeklagten die betreffenden Zeugen nur aussagen sollten, waS ste nicht gesehm haben, dadurch aber die Aussagen der beiden Kellnerinnen nicht widerlegt worden wären. DaS Reichsgericht verwarf darauf die Reviston der beiden Angeklagten. Koziales und Arbeiterbewsguntt. Sklavenhandel am Rothe« Meere. Ein Smdbote der PilgermisstonSanstalt auf St. Chrischona bei Basel, welcher 12 Jahre lang in«beffwien und dem angrm, enden Gallalande alS Misstonar thatig war, erstattet« jüngst dem Komitee dieser Anstatt einm auSführlichm und in seinen Detail« crsch üt». ternd en Bericht über die Art und W ise, wie der Sklavenhandel noch immer au« dem Innern Afrika« nach der Küst« des Rothen Meere» betrieben wird, und e» ist dieser Bericht um so beachtenSwerther, al» er deutlich«igt, daß die französtschen Kolonien Tadjurrah und Oboc am Rothm Meere, weit mtfernt, diesem schmackoollm Treiben zu steuern, dasselbe offendar degünstigen. Nach Verficherung de» Refermten ist der Sklavenhandel im östlichen Afrika in einer Vollkommenheit or- aanifirt, die geradezu Staunen erweckt. Die dortigen Sklavenhändler sehen dabei weniger auf die physische«rast, al» auf die Schönheit und Intelligenz ihrer„Waare", und rekrutire« daher ihr« Opfer mit Vorliebe unter dm schSnm Stämmen. die im Südm und Südostm von Abesstnten wohnm, wie zum Beispiel den Galla, die viel zu fteihettSliebmd find, al» daß sie fich, gefangen, zu schwerer Arbett gebrauchcn ließen. Die Sklaven für schwere Arbeit werdm dagegen an dem weiter westlich gelegenen weißen Nil geraubt, während an der Ost- lüfte die vklavenkarawanm fast ausschließlich au» Kindern im Alter von 6—15 Jahrm bestehen, zumeist hübschm jungen Mädchen, welch« für die mohamedanischen Harem» bestimmt find. Die Knaben hinwiederum werdm später meist ver- scbnittm. Heber die Leiden der Sklaven giebt der Referent (sein Vortrag ist auSführltcb in der„Allgem. Schweizer Ztg." Beilage zu Nr. 227 vom 25. September abgedruckt) Ernzel« Herten, die schaudererregend find. In der Uhreniudustrie vollzieht stch nach Mittheilungen in Genf gegenwärtig erne vollkommene Umwandlung und zwar in der Richtung der BuSdehnung de« Großbetriebe». Die FabrikationSbedingungen habm fich derart geändert, daß der kleine Fabrikant kein Auskommen mehr findet. Man er- zeugt jetzt in großen Mafien, und wenn der Fabrttant dl« nöth'gen mechanischen Vorrichtungen für die Maffenerzeugung nicht defitzt, so muß er die kompleten Gehwerke fich verschaffen wo« e Ge» welche kotz'ihrer Sußerm und fich mtt der Zusammenstellung derselben begnügen, durch sein Gewinn dedeutend verringert wird. Die groß nauigkeit der maschinenmäßigen Herstellung bringt Seit der Uhrendestand«beile mit stch, welche'.._____ Plumpheit, oft ohne Nacharbeit zusammengestellt, hunderte und ion ordinären Uhren liefern, die zum großm Tbeil tausend« von ihrm Zweck erfüllm, d. i. gehen. Die Einführung von Mo» schinen hat natürlich die Verwmdung„gelernter" Ardeiter über- flüssig gemacht, die letzterm finden keine Beschäftigung mchr, e» sei dmn, daß fie mtt dm niedrigen Löhnen derjmigm Ar« better zufriedm, welche im Uedermaße stch andietm. So wird eine Industrie noch der anderm immer ttefer in dm Strudcl der großindustriellm Entwicklung hineingezogen. Zur Unfallversicherung. Da»„C�ffeler Journal" kommt in längeren AuSiührurgm out einen Urbelftand zu sprechen, der fich bei der Uisallvnficbenmg der la-'dwitthschast« lieben Ardeiter rückfichilich ver Nebenbetriede dem-rlbar gemacht hat. Da» neue Grtetz enthält im§ 1, Abs. 2 die Bestimmung, daß diejenigm landwirthschasttichm Nebenbetrieb«. welche bereit» unter den§ 1 de» Unfallvelficherung, gesetzt» vom 6. Juli 1884 fallen, nicht dm Bestimmungen de» neuen (Besetze» unterliegen, d. h. mit anderm Worten, daß derartige Nedmbrtriebe den zu dildendm landwtrthschastlichm Berus»« gmofimschasten nicht angeschlofim werden dürfen. Landwirt he. welche solche Nebenbrtriebe mit ihrer Landwtrthschast verdun« den habm, werdm also nach Jnkrasttretm deS neuen Gesetze» rtner, beim, mehrelm industriellen und außerdem einer lanv« wirthschaltlichm VerufSgmoffmschast angehörm. Währmd der Industrielle mtt sämmtlichm zusammengehörigm Betrieben nur einer BerufSgenoffmschast anzugehörm braucht, ist der Land« winh gezwungen, unter Umstanden einer ganzm Reihe von Gmofimschaftm beizulleten. ,. B. der»rmnerei. Ziegelei,. Müllerei- und einer Hol,. LemfSgmoffenschaft. Daß darau» Verwirrung, materielle Nachthetle und eine gewifie Belästigung erwachst, ist zweifellos. DaS„Caffeler Journal" platdirt daher dafttr, noch gmauer Feststellung der Grenzm de« Nedenbe« triebe» dem Landwttth ein Gleiche» wie dem Industriellen zu ermöglichm. Selbstverständlich ist hier nur von wirklichen landwinhschastlichen Neben betrieben, wie die meistm Brm« nereim, viele Mühlen u. f. w. die Rede, nicht von felbststän« digm Etadlifiemmt», welche in einem gewifim losm Zusam- mmhanae mtt der Landwirthschast stehen, wie Zuckerfabriken, fltoße Ztegeleim u. s.»., bei denen die gerügten Uedelftände nicht zutreffen. vorstände der freien Silfskassen Frankfurt» und Bockmhrim». welch« am letzten Sonntage ein« Versammlun» adhttllm, haben w einer Resolution anerkannt, daß ein» dem Zenttal-Komitee zuführM' ferner stch vorüber klar machen» � wert)«« soll« oder nicht. 1�* münde. 28. September. Seit voriger find dtt Ardetten für die Vergrößerung de» Hafen» und für den Zollanschluß im Gang«. Denselben droht aber «in« Stockung, da heute Vormittag die dabei beschäftigt«» M o u r e r die»rbeft eingestellt habm.-Solingen. 30. CtPttmWr. In der letzten Gmeralverfammlung de» Meffer« Wrtfer-Verein» wurde der Messerfabrikant v. d. Kohlm** G-äfrath in Streik erklärt. Der Streik bei der Firma W-k Helm Schmal, u. Co. in Solingm wurde durch Uebereinkunft etlediat.— Wald, 30. September. Laut Lekanntmachun» de»„Pl«tterl.Mefien eider- Verein»" ist die htefige Firma Gedr- Torl.y in Sllrti erklärt. Kriefkaste« der Kedaktio». H. S. Kriedrich«be?». Der WIrth kann Sie nur dann mtt der Miekhe steigern, wmn er da» Recht hat. Ihnm kündigen, also nur immer einen Monat vorher. G 1. Sie können den Herrn auf Rückgabe 3%% �klagen, ohne daß dieser für m» gend welche Vergütung deanspruchm kann, aus wenn Sie ihm solche versprochm haben übrigen Thett der Zeitung R. Cranftri«, sämmtlich w Bf8* 1 hierin eine Beil«»»- Vellage zum Berliner Volksblatt. Ztr. S30. Sonnabends de« A Oktober 1886. IIL Jahrg. Zokales. Lotterit and Totalisator. Lott«?« imb Totalisator machen beide glrlchtettig viel von stch«den. ftov zu eleichei Z«tt rahm die Regi'ivng den beiden, schließlich demselben Boden«ntwachsenen Einrichiungen„tflenüdcr eine grnndsS,Iich verschiedene Stelluna ein. Unter Zuftimwung d'S Landtage« wurde eine Verdoppelung der preußischen Loiterieloole de- schlössen. Aast»u gleicher Zeit erfolgte da« Verbot de« Totali- saior« aus den Rennbahnen. Man mag über Schaden oder Harmlofigleit der Lotterie denken wie man will, darüber wird man nicht hinaulkommen können» daß die Frage de»(S üd spiel« auf dem Rennplatz und beim G.ücktrade die pleichmatztge Behandlung verdient» weil ei stck eben um dasselbe Ting handelt. Hier entscheidet der größere Schwung de« Rade«, wie die Loose fallen, dort der größere Schwung der B'iae, welches Pserv zuerst durch« Ziel geht. Mir Aufnahme weniger Sportge lehrt« steht der Besucher de« Rennplatze« ebenso dem Zufall gegenüber, wie der Spieler eine« Losterieloose«. Beide verbieten oder beide gestatten— dm in wäre wenigsten« Logik gewesen. In der Tbat ist jetzt der Totalisator wieder gistntet worden, aber unter Einschtänkungcn, welche zeigen, daß man ihn denn dock nicht für so hatmlo« halt, wie e» den Anschein haben soll. Et ist räml ch die Höbe der Emsätze begrenzt worden, und die ÄesellschaflSkl-ffe, welche stch betberligen kann. ist edenfall« eingeengt worden. E« sollen fünfzig Mark der höchste Betrag sein, der auf ein Pkerd gesetzt werden darf. und nur die Besuch« de« Sattelpiotze« und d« Tribüne dürfen mitipielen. Letzterer Punkt ist ohne alle Bedeutung für diejenigen, welche entschloffen sind fich beim Toialtsator zu balheiltgen. Er zwingt fit nur zu der Ausgabe für«inen theunen Platz, al« derjenige ist. den fie ohnehin genommen hätten. Gegenüb« den großen Z ffern, um die e« sich bei Te. wtnn und Verlust d« Wettenden auf den Rrnnolätzm handelt, fällt dieser Unterschied kaum in« G< ficht. Wa« aber den Einsatz betrifft, so sann auch diese Bestimmung umgangen ««den. Man kann and«e für fit setzen lafi-n, gnade so gut, wie man bei der Sporkoffe. die»ür j'de Persan nur ein Spar- kafiinduck in bestimmter Höhe ausstellt,»in Buch auf einen zweiten Namen anlegen lofirn kann. Die Hauprsache aber ist, daß die einmal«ted« staatlich gestattete Wettlust fich nicht einschränken lafien wird. Will man Geister loswerden, so ist's deffer, st« vo her gar nicht zu rufen. Wie will der Staat e« übernehmen, zu beweisen, daß für 49 Marl zu wetten wohl gefällig, für 61 Mark zu wetten stiatfällig ist. Bisher galt die Lotterie al« da« einzige Glücksspiel, da«, weil e» unter staatlich« Fübrung vor stch ging, die absolut« Gewähr der Ehrlich kest in stch barg. So lange man ftühn dm Toiai saior duldete, hatte da« Weltm lein mo:altschtS Gewicht für fich in die Wagschale zu werfen; jetzt, wo er ausdrücklich gestattet worden, wird man stch auch außerhalb d« den Sattelplatz und die Tribüne be> suchenden Kreise damit zu deschästigen anfangen. W'Shalb dies«„Bevorzugung" der wohlhabenden und der Offlii-rSkreise? Soll eine gesellschaftliche Schranke gezogm werden derart, daß d« Charau« eine« Gentleman bestimmt wird dadurch, od er wetten datf oder nicht? Over soll der wind« Bemittelte ae schützt wrrden gegen die GeiaKren d-S W ltent? Tie Er- fahrung hat gelehrt, daß die Spieler und Wetter in dm Kreisen zu sucken find, die zur Zeit einen Ueberfluß, nicht einm Mangel an Geld haben und nicht»iffcn, wie fie et loswerdm können, undle» wird nicht autbleiben, daß der Faden weit« gesponnen wird. Durch die Beschränkung der WettbetheUigung wird gar nicht erreicht wrrdm, wa« erreicht werden soll. Dmn wenn der kleine Mann seine letzten 60 Werl nimmt, stch ein Billet Sm Sattelplatz kaust und die verbleibenden 60 Mark auf ein ferd setzt und verliert, so bat« eben fein ganze« V-r- mvgm verloren und die Wirkung ist dieselbe wie bei dem Ostzi«, der Zehntausend« einbüßt. Vor allem ab«: Die offizielle Wiedtteinsühnu'g de« Totalisator» wird die Auffaffung aufkommm losten, daß da» Glücksspiel ear nicht so schlimm ist, wie ei gelchildert wurde» und e« gekört wenig Piophetmgabe dazu, voraus, usagm, daß«» langsam od« fich« im Geheimen mied« aufwuchern wird. Nur eine Erscheinung könnte eine Einschränkung de« letztm Setz'« de- rechtigt«scheinen lasten. Die Verdoppelung v« Lotterieloose Ei»»ra«„Wleill-dick-dich". Au« dem Amerikanischm v. W. O'Lrim, üb«setzt von G. Oitmann im„Bund". (Schluß.) „Sehr wohl, Madame," antwortete eine mürrische Stimme, *#*** Agve«»icht«§« bemerken schien, daß fie oU» Dick« liefst« Brust kam. Nun untnhielte» fich AarnS und ihr Gtttte ei» paar Minuten lang vo« gleichg ltigm Dinge», wie um sich damit die Zeit de« peinliche» Wartm« avf da« Efim zu»«kürze». Nach angemess«»« Frist meldete Zahn, mürrische Stimme auf die gehetmnißvolle»rt wie vorhi», daß aufgetragen fei. Hierauf reichte D ck in höchst zeremoviös« Weise Ag,l« hm Arm, um fie i» großer Toilette t» da« Speisezimmer zu führe«. Diese« fefllrche Geleite bestand jedoch nur darin, daß er«in paar Mal mit ihr in dem öden Zimm« auf und ab ging und fie an de» ecke» tanneae« Tisch fühlte, de» man fickl mit alle» Delikatesiea der Jahreszeit belade» vorfiellie. Dick war an» genehm überrascht vo» d« Uepp'gkest de« Mahle»." „Was," rief«, indem er fich auf dem alte» Flaschen« gestell vied« ließ u,d über de» leere» Tisch h.nblickte, »welch ei» köstliche« Mahl! Ha! Ich will mir'« schmecke« Ws« I Ich habe ei»*» herrliche» Appetit, geh», decke die ®wpt>e auf. Potage& la reine, wen» Liebe. Vortrefflich, nach zu schließen. Darf ich Dir davon brivge« --Ja, danke, mein Lieber," erwiderte Ag»e«. indem fie sich von htm mythischen Z°h» eine» ideale« Suppentell« "irl l'*-"«östlich I Ab« o weh! Atzt habe ich mir ?«"'ch den Mund v«bra.»t. fie ist so he.ß l"-*>*««« stellte Agve» täuschend alle Quäle» dar, die ei» Löffel voll ,u hecher Suppe v. rursacht. .,.»Salm, so w»hr ich lebe." rief Dick mit gut ge« gj*™ Elstaune«.„Für diese» Fisch ist e«»och früh aa »Gr kommt au« Schottland i» Ei«." ."«'u strlze« Thier!" bemerkte Dick, während er ew «»gebildete« Frschmeff« mit wu»d«bar« Fntigkeit Hand- hadte.„Kein herrlxtne« V«g»üge» al« der Solmfarg, zumal a» de» Flüsse» Schotilaud««»d Irland«. Di« hat beim Publikum keinen so-derlichen Anklang gefunden. Tie Spielirulh kann nickt so allgemein sein, wie man an nimmt, b, nn die Loose fiiden nur langtam Absatz. Es müfim viel mehr Laote übrig geblieben sein, al« man an nimmt Ta'ür sprechen nicht allein die schon bekannten Thal socken von der V llängerung d's Adlicferungslermin« uno« kaust« L ose u d die Verkauft anzeigen in den Zeitungen. Dre Kolleklture gehen tdotiSchl'ed mit den Loosen haustrcn, und hätten fie nickt ba« Recht, st? wieder zurück zu geben, so würden wir e« erleben, daß preußtscke Lottnrclocs« unter dem K�ficnvrets oerkaust werden. E« ergiedt fich Sarau« die seit same Erscreinung, daß der Staat, welch« auf der einen S ite der Spielwutb ee tgegcntiiit, w-nn auch mit Maßregeln, die stch alt rnniitsam erweisen, auf der anderen Seite die Spiel- wuth zu w ck n nicht un'erlefftn kann; denn darauf fo nmt r« bwau«, wenn« durch Ver.ä gerung tri Termin« für die Rick ahme der nicht v-rkau>ten Looie den säumigen Nicht- spie lern zurutt: Besinnt Euck Ihr badt noch drei Tage Z-tt, ein Lsas zu nehmen, ehe g-ich off-n wird. Da» allgemeine G-tdbedürfvtß beim Oaartal«- beginn äußert fick i r einer wen g erfreulichen und chr unsere wtllh'chastlecken Verbältniffe bezeichnenden Art durch den seit mrbreren Tagen ftmfindenven starken Andrang zu den Ver- sctzaitheilungen unse er königlichen Leihäml«. Schon vor Beginn der Dierststunden belagern Männ« und Frauen mit ihren zum Vcriatz bestimmten Habteligkeilen den Eingang zum L idowr, m d di, Zahl d rjenigen. welche nach Beendigung der D'enststunven zuruckgewielen werden müffen, ist keine geringe. Die Z.hl d« einzelnen Versatzposten bei einem Lethamt deläuft fich j-tzt an einem Tage mitunl« auf üb« 600 Einen Be weis di-für, daß auch„vornehme" Leute, oder wenigsten« solche, die fich für zu vornehm hallen, um periönlich einen Versatz zu besorgen, von d« herrschenden Geldklemme betroff.n weiden» liefern die zai-lreichen Dienstleute, welche stch mit der Erlevi> gung von Versatz Au'trägen beschättigen und den Erlös ihren Auftraggebern gegen Vergüiunz für die aufgewendete Zrit zu- stellen. Der elegante junge H-n od« die vornehme Dame sttzm, während der Dienstmann die goldene Uhr od« den Diamantring dem T xrtor de« L ihrmtt vorleat, gemülhlich hmt« den großen Spregellchelben de« nächsten Crfä's und« warten sehniucktSooll die Rilcklunit de« Mann-« mit der rothen Mütze, der Müh« hat, au« dem Gedränge im V«satzam> wieder heiauszukomo en, wo auß« den übliwtr Ä-rtbiachen gegenwärtig die sommerliche Garderobe in zahlreichen Fällen sür den Hbamilich-n Winteriwlai eingeliefert wird. Die Winteefahrpläoe der Eisenbahnen treten mit dem Heutip-n Tage in Gungtetl und weift namentlich der l« Stadt- und R ngaahn mannigfache Veränverungen auf, namentlich in Bezug der l-tz«n Ziige. D-r letzte vtadtzug verlSßt jetzt Westend schon 1120(statt 1130) und trifft auf dem Sckles. Bahnbof'in 11,56(statt 12 6) U'oekeh t gebt d« letzte Zug vom Sckl-fi che» Bahr hos ad um 11 40(statt 1210), g-ht auch nur bis Cbailotlendurg. wo er 129«ntr.fft, v« vorhergehende Zug vecloßr den Schlefischen Bahnhof um 1130 und trifft in W stend 12,6 ein. Der letzte Zag der Rorr ng üge geht um 9 20(statt 10 20) au« Westend ab und trifft dort wied« um 10,38(statt 11,38) ein; ebenso gtb* der letzte Zug oom Schlt- stsck-n Bahnbof um 9 30(statt 10,30) ab und kehrt dahin um 10,49(statt 11,49) zu Cd. Bei den Südrinn'ügen ist zunächst zu dem-rkei«, datz der vom Sckles. Bohnb um 5 17 trüb abgehend« und auf dem Potsdam« Bahnho'um 5,51 emtreff nde Zug vom 1. No remb« bis 28. Februar au« all.; der l tzte Zug acht vom Schl fisch'» Bahnhof um 9 40 ab und tr fit vorl 11 9 wieder ein(statt 10 40, r sp. 12 9). Bei den Vo ortrügen ist zunächst sür die Zeit vom 1. Nouembn bis 31. Mä z bestimmt, daß der erste Zug vcm Schlefischen Bahnhof räch Rahnsdorf«alt um 4 5, erst um 55 abfährt. D« von Potsdam um 5,53 ab« gebende Zug hat Anschluß dt« Erkn»-; dahingegegen ist der Zug, der von Potsdam um 1043 abgina, und um 11,25 Czarlotlenburg nach Erkner palfi te von Potsdam bis Caar lottenburg gestrichen. Der«st« Zug, der Frtedrtckihagen 443 v«läßi und bisher 5,34 am Z olog. Garten erdete, geht jetzt bit Potsdam(6,35). Der diSH'r 5,40 von Erkner abgebende Zug wird vom 1. November 1866 di« 31. März 1887 in Friedrichi Hagen um 5 56 abgelafien. D« letzte Zug geht«st um 11,15 von Erkner ab und trifft 12 30 in C gar lottenburg großartige Umgebung, die rerßevde Srrömuag, die laage, biegsam« Angelrute, b« zischende Streife», de» die ptichtige Fliege bildet, wen» fie hivet» fällt i» de» Tümpel, i» dem die filderschupp pe« Schelme stecke». Dan« d« Ruck, da« rasche Schwirren de« Rade«, die blitzende» Sprünge dt« gefangene» Fische», die Verzweiflung, wenn die Schnur»ach läßt, weil er stromauf- wärt« schwimmt, die Fr»ude, wen»« wied« anzieht, die athemlose Spannung, wen» d« Haken an sei»« Unterseite festsitzt, der tufe Seufzer der Erleichterung, wenn er i» da« Boot herausgezogen wird,«mfichschlagend und Blitze sprühend im Todeskampf; da« alle« ist.. „Eine höchst lebendige Schilderung," wirst Hl« Agnes ei»,„allein Dem Salm wird darüber kalt, mein theur« !' .Ach freilich," ruft Dick plötzlich abbrechend und widmet fich nun mit hingebendem Elfer der Zerlegung eine« imaginären Stücke« von dem rostqen, mit zarten weiße» Schichten durch« setzte« Fleische. Welch köstlich« Salm I Wir find unserm großmüihigeu Freunde in Schottland wirklich zu Dank ver« pflichtet." . Du wirst diese» trnban de yolaille anx trnffea ganz vortrefflich finden/ sagte Agne«, die vor ihr stehende ideale Platte mit Kennermiene betrachtend. Francoi» ist, wie sein vorig« He« sagt, belühmt dafür." .Hm. wir n ollen sehen." murmel'e Dick, die Lippe» kräuselnd und fich mit kritisch« Wichtigkeit auf seinem Flaschen« gestell zurücklehnend, so weit« konnte..Lieb« Himmel, Agnes," rief er jedoch plötzlich mit ein« Geb«de de« Ab- scheu«,'„wie magst Du so etwa« lobe»? Wa», dn Kerl hat ja nicht eine« eirztgen Hahnenkamm hinein getha«! Pfm!... Hi«, John, nimm da« weg und sage Fcaneoi», wenn er noch et». mal ei» deiartige« Gericht herauf schicke, wnde ich ihn zwinge», e* selb« aufzuessen." „Zum Glück find»och ei» paar vorzügliche cßttelettea ft la financlere da, so daß wir da«»eflitgel entbehre» könne»." dem«fte Agnes. „D-ese find in d« That vortrefflich,"«wtderte Dick und that dab'i, al« hätte er ei« Stück vo« de» saftige« Kotelette» zwisch-» den Zähne«.,.. So ging e« fort bt« zu« Echluffe de» sondnbare« Mahle«; ei« Lecket bissi»«ach dem andern wurde angekündigt, ein. Die Grunewaldzüge zwischen dem Anhallischen Bahnhof und Grunewald find gestrichen. Bei Den 6taM. und Vorort« zügen nach G ünau und Köitgswustnhaus-n ist zunächst zu be« merken, daß fit von Caa lotie-du-a statt von Grunewald ab« g-laffcn werden. Der letzte von Grünau abgehend« Zug v«» äßt die« um 10,18(ftatt 10 20 und 10,59) und endet in Charlottenburg 11.24. Bei den Fernzüge"'st zu bemerken, vaß der 1-tzie Zug au« Breslau schon 12 24(statt 1230) in Charloltendu g eintrifft. Nack Spandau gebr ver letz« Zug d« HamiUiger Bahn schon 10,17(statt 10,55) vom Schiist- fi ch-n Bahnhof« ab; der letzt« Zug rat Hamburg verläßt Den L hit« Bahrchol schon 11,15(statt 11,30) und triffi in Ham« bürg 6,0, statt 6 16, ein. stuf 0«r Anhallischen Bahn tr ff> der letzt« Zug au» Fror Ifurt a. M. eist 12 35(statt 12,28) ein. Bei der Nord- und Stettin« Bahn ist zu bemerken, vaß die bisher nach Stralsund Dampflch ffrähre verk-b' enden Züge, di« nack und von Malmö und Stockholm An'chluß hatten, j'tzt in Neuftrelttz Anschluß von uno nach Roiock und Lübeck haben; in N udrande? bürg jetzt nur nach F t dland. Statt de« um 12,40 au« Oranienburg eintreffenden Zuae« kommt ein solch« e-st um 1,17 an. Die um 10,0 und 415 n-.ch Päse« walk- Stralsund abgehenden und der von dort 8,20 eintreffende Zug find gestrichen. Ein unangenehme« Hochzeitsangebinde dürfte der junn« Bräultsam erhalten Häven, v« am Donnerstag in ein« ,m Oiten der Stadt belegenen Küche mit der Tach'er eine« wohl- badenden Rentier« gestaut würbe. Die Anfahrt der zahlreichen Kutschen hatte die Spaziergänger au« dem benachbarten Park angelockt, die fich ailmästg wieder zer streuten, nachdem die T ouung vorüber war. Da bemnkten einige F auen etwa« abseits auf der Sckwclle zur Ktcchenthür ein abgerä-mte«, wei« nende« Mädchen fitzen, die bald von einem Kreise Neugierig« umgeben und autge'ragt wurde. E« war die lei'« nicht neue Geschichte, dm eben Gestaute war Fahre lang ihr Bräutigam gewesen und hatte fie nun wegen d« reichen Mitgi't seiner jungen Frauen verschmäht. Der Eindruck, den die Erzählung de» armen Mädchen« machte, entzündete das G müth ein« nahewohnenven und ebenso körperlich robusten, wie schnell ent» schloffenen Obsthändlerin.„Marlen Sie mal meine Dochter. den Most« wollen wir schon kriegen" sagte die Alt«, warf schnell mit d« dekan rten Bewegung ih Tuch über und lot ging» nach dem Restaurant, in deff n Säl-n die Hoch« zeit gefetrtt wurde, dort beautiragt« fie einen der Lohndten«, ihr« Anmeldung bei dem HochzeilSvat« zu belo gen.„Sagen Sie ihm«st so.tde, wenn er aber Sparen, ten macht, dann sagen Sie ihm man, ick mach« hier Mordskrach vor die Gäste!" Diese Drohung«wie« stch bald übnflülfig, der neue Schmie« gervater«lchien, hört« die interessante Mahr mit an und gab d« Alten so bestimmt- Vnspreckungen, daß diese von dem Er- folge ihrer Miiston völlig befriedigt nach Haus« ging. Mit seinem neuen Sckwtege-.sohn aber hatte d« Hochzdttsat« bald darauf«in« Unterredung unter vier Bugen und e» blieb unter den Gästen nicht unbenerlt, daß der Bräutigam später und den ganzen Abend über--cht einstlbig war. Die a« de« Konflikten der Grünauer Lassalle-Ge« devkftier dethetltgt« Arbeiter werden,«ir vte„Voff. Ztg." mit heilt, demnächst vor dmn Strakrtchter erscheinen. Die Anklage lautet auf„groben Unfug". Einen d-d-uiend ernsteren Htnstrgrund hat die gegen drei hiestge Mtgliever dn Arbeiter« p riet schwedeno: Untersuchung wegen Verlhdlung de« im An» fang de» September ausgegebenen sozialdemokratischen Flug- blatte». Hier in Bnltn i« fett läng« denn Jahretfrist keine solche Anklage mehr zur öffentlichen Verhandlung gekommen. Dt« in den letzten Monaten und Tagen außerhalb erhobenen Anklagen wegen sozialdemokrotisch« FluzMä-ttrvntheilunz endeten stet« in einer Vtturtheilung zu mehrmonatlich« Ge» fängn'ßst aft. Dt« Firm» Simon«. Mülle». Kistenfabrik, beklagt fich darüber, daß fie, t.vtzoem fie vollftä- dig nach dem neuen Tarif bezahlt und ihre Preise von der Ssteilkommisfian nochmal» genau geprüft find, von dem Arbeitsnachwei» keine Arbeit»« st äste«halten kann. Et« rechtmäßta«, Ueberfall war e», durch den ein Gläuaiger gegen einen hiefiaen bekannten Sp-et« bei dem letzten Rennen tn W sterd Chmloitenburg eine Zwangsvoll« streckung ausführen l eß B sott war e» ihm niemal» gelungen, die zum Therl Anklang fanden, zum Tg«! scharf krttifUt und »och öft« mit Eastüstung zurückgewiesen wurden. D« un« glückliche F-an�oi» m,ß'««ehrere strenge Verweise über fich«gebe» lasse», die ,hm der my hischeJohn übermittelte. Da» Wildpr« wurde für ausgedöirr«klärt, und bei einem englischen Fasa»— einem Geschenk vo» einem hochftehen« de» Freunde— lautete da« Urtheil dahin, daß derselbe durch di« Zub«etiung gänzlich verdorben worden sei. Da« Deff tt dagegen, best hend au« einem aouküö und köstlichem Koaf.k», g&teanx sgyptieirneB genannt,»urde feinlech al» gaez»ollendet anerkannt, und J-h»«hielt de» Auftrag, Fron 90t» al» Pflaster auf die Verweise, die er bei de« vorhnige» Gänge»«halte», eine» schmeichelhafte« Lob« spruch dafür zu überb-ivgea. Zwei Kinder, die.Ge« sellschaft" halten, hätten diese» eingebildete Mahl nicht mit größtem Ernste durchführe» könne». Die zugehörige» Werne wurde« jedetmal a» dn richttge» Stelle ge« trunken und all« die kleine» Z«emo«ie« eine« förmliche» Gastmahle« aewissenhaft durchgemacht. Ganz zuletzt,»ach« dem dn Kaff« servirt und getrunken und di« Tafel abge« räumt war und John sich ehrerbietig zurückgezogen hatte, begegneten fich die Auae» de» junge» Paar-« und beide brache» dabei in«i» belle« Lachen auS D-e vornehme Steifheit der große» Dame en grande terms von fich werfend, lief Agne» zu ihrem Gatte» hm, faßte ihn um de» Hal» und ließ a» seiner Brust ihrn Heiterkeit volle» Lauf. „Hör' einmal, meine Liebe/ sagte Dick nach einer kleinen Weile, ,ob man«ich«un für eine» Vielfraß, eine« Währwolf, eine» Vawpy« und wa« sonst noch alle» ansteht od« nicht— ich kann Dir da« Gestindviß nicht et' sparen, daß ich eigentlich jetzt noch huvgng« bin al» vor Begin» diese» ausgesucht feine» Mahle«, da« abgesehen vo» ei» paar mißlungenen Gerichte» Fransvi« di« höchste Ehr« macht." „Möchtest Du e« noch einmal durchkoste», Dick?" fragte Agne«, ohne eine Miene zu verziehe».„Nicht« ist ja leichte« al« da«, wie Du weißt." „Gew'ß," entgegnete dies« mit«»stch«« Stimme, „nicht» leicht«; aber— leider nimmt mein Geichmack eine etwa« ordinär« Richtung. Ich eriöihe wirklich bei dem bloße« Gedanken; ab« e« hilft»ichi«: ich«wpfub« i» Wc ziemlich bedeutcnde Fordening in erfolareicher Wiise seliend B machen; doch wußte er, daß sein Schuldner bei keinem Minen fehlte und an dm Wettm daselbst mit hohen Tin« sätzm fich delheiltftte. Darauf gründete fich nun der geniale Plan, dm der Rechtsanwalt del AiSubignS in Siene sehte. Da Zwangtvollstrcckungm am Sonntag nur mit tichterlicher lKrlaudniß gestattet find, so wurde ein derartiget Gesuch mit gehöriger Begründung eingebracht und vom Richter genihmigt. Run begab sich am lehten Sonntag der Bvreauvmsteber des Rechtsanwälte« in Begleitung eineS GeltchttoollzteherS auf den Weg nach Czailottendurg zum Rennen, wo man sehr bald unter den eifrigsten Buchmachern auf dem ersten Platze auch dm Schuldner er'pähte. Die beiden setzten fich in seine Rahe und machten bald zu ihrer Freude dt« Beobachtung, daß j-ner gut bei K-ffe war und anscheinend mit Erlolg an dm Wetten fich betheiligte. gm geeigneten Augmbl'ck trat der Gerichtivollzieher vor den Schuldner, zog seinen Ueberziehrr au», so daß seine Dienst. uniform frei wurde, und ersuchte jenm, ihm zu folgen. Ali er aber dann kurz und erbaulich ihn aufforderte, all' seine Schätze berauszugcden, sträubt« fich der Schuldner, macht«, wie der Berliner sagt,«gewärtigen Radau" und warf fich aus die Erde. Allein auch diese Opposttion war vergeblich, denn der Gerichtivollzikher hatte Slcherheittha'.der noch rinm Polizei- keimten bei fich, und so gelang e S ohne große Mllhe, dem Spieler frine Baarschaft von viertausend Mark abzunehmen. Zwar kamen noch einige tzrrrm, die erkläitm, ihnen geböre ein Theil deS Gilde» und jener habe eS nur zu ihrem Vor« theile verwenden sollen; doch auf solche Einu-mdungen und Weitläufizkettm läßt fich kein Gerichtsvollzieher ein, und der SlSubigrr ist somit, zu einem Thetle wenigstens, in dm Lefitz de» ihm zustehenden Geldes gelangt. Für den Schuldner aber» dem man nur 20 M. au» Barmherzigkeit noch zurückgab, war jmes Sonntagsoergnügen in der Thai«in«Hindern ißrmnm." Unter Anzeichen der Tollwuth ioll, wie eine htefige Bomfpondenz mitthetlt. da» vretzehnjähltge Töchteichm des in der Alexinderstraße 23, Hof 2 Trepvm, wohnmden Hin« delimannS Siebold, Namens Margarethe, gestern Vormittag auf Beranlassung der städtischen Armenverwaltung in die königliche Chariire eingeliefert worden sein. Seit kurzer Zeit fiel da« arme Kind ihren Angehö.igm durch ein eigenihllmlich verstörte! Wesen, sowie durch daS Ausstoßen von unartiku- ltrten, dem Hundegedell ähnlichen Lauten auf, vornehmlich aber durch heftige epileptische Anfälle. Da fich auch ein« au»« gespiochene ängstliche Scheu vor d-m Waffer zeigte, so zog man den Armenarzt zu Rath« und derselbe glaubte in treten verschiedenen Anzeichen die Tollwuth konstatiren zu müffen, worauf auf Anordnung der vo-genannten Behörde die Ueder« führung nach der königlichen Chariiee erfolgte. Dort ist die Kranke vorläufig unter strengster Osservatton. Wie fich jetzt herausstellt, soll daS arm« Kind vor zirka 6 Monaten von einem Hunde gebiff-n wordm Wir. Et» schwerer Unglücksfall, welcher den Tod eine» Mmtchen zur Folge hatte, enignete fich gestern Mittag in der 12. Stunde aus einem Neubau in der Lübbenerstraße. Auf dem bis zur ersten Etage errichteten Bordergebäude war ein Maurer mit dem Autstellm eines eisernen Träger» beschäftigt, als fich plötzlich ein Mauerstein löste und der Maurer sammt dem schweren Träger in die Tiefe stürzte. Zum Unglück fi-l derselbe dem Maurer gerade in das Kreuz» wodurch ihm das selbe vollständig gebrochen wurde, und er nach wenigen Mi- nuten seinm Grift aufgab. Seine Leiche wurde nach dem Leichmschauhause gebracht. Der Name de« Verstorbenen ist August Horn; er wohnte in der Reichmbrrgcritraße. Groß war der Schmerz der unglücklichen Ehefrau, als st« mit dem Mttlageffm kam und ihren Mann nur noch als Leiche vor- fanö. Außer der Wittwe hinterläßt er mehrere unerzogene Kinder. Polizei- Bericht Als am 30. d. M. früh der Arbeiter Schmolling auf dem Neubau Ocanienstr. 1' 4 mit einer Last Kalk die Leiter emporstieg, fiel er in Folg« Bruchs einer vproffe etwa 4 Meter tief auf den Hof hinab und erlitt dadurch so schwere inner« Verletzungen, daß er mittelst Droschke nach dem Krankenhaus« Bethanien gebracht«erden mußte.— Um dieselbe Zeit wurde in der Nähe des Schlosse» Bellevue die Leiche einer 40 Jahr« alten, anscheinend dem Ardetterstande angehörigen Fraurnsperson aus der Spree gezogen und nach dem Leichen- schauhause gebracht.— Gegen Mittag wurde in der Grenzstraße ein 5 Jahre alter Knabe durch«inen Bolle' chen Milchwag n überfahren und so schwer verletzt, daß er bald darauf starb. Den Kutscher des Wagen« soll kein« Schuld treffen.— Am Nachmittag fiel in der Lindenstraß« ein Postwagen in Folge Bruch« eine« Rade« um. Der Postillon Trapp wurde dabei vom Bock geschleudert und erlitt durch den Fall auf da« Straßenpflafter eine so bedeutende Verletzung an der Stirn, daß er mittelst Droschke nach der Klintl gebracht werden mußte. — Ebenfalls am Nachmittag schoß fich In der Nähe der Hof» jäger- Allee im Thiergarten ein etwa 20 Jahre aller Mann mittelst eines Revolvers in den Mund und winde, anscheinend diesem Augenblick ei» ausgesprochene« Verlangen«ach einem Stück Rostbraten." «W,e sonderbar," erwiderte verwundert Agne«.«Run, die Natar bestraft manchmal die Schweiger, indem ste rohe Gelüste in ihnen erweckt. Ich bedauere Dich, Dick. Wa« «ich angeht, so vermöchte höchsten« vielleicht ein zarte» saf- tigr« Rebhuhn— aber wkkiich«in Ausbund von duftendem kräftige« Wohlgeschmack— meine» übersättigten Appetit noch z« retzen." .3ch sag« Dir, Agnes," rief Dick,„ich habe jetzt nun einmal dt« Neigungen eine« arme« Teufel«, der keine» Heller i» der Tasche hat. Ja. zucke nur mit den Schulter», aber ich fühl« wirklich de« Wunsch, mich meine« Glänze« zu ent- kleiden und etwas zu thu«, wa» zu der Ueppigkett, die un« «maiebt, gar nicht paßt." „Und da« wäre?" „Du kennst die prächtig« Ausgab« de« Erasmus, die ich von meinem alte« Freund Harry Water» bei meiner Ab- reif« zum Geschenk erhielt. Nu», ich häng« zärilich an dem Buch um seinet- und um der liebevolle» Widmung willen, die er auf die erst« Seite geschrieben. Wen» e» einem «cht arme« Man» gehörte, der sonst nicht« zu vertrete» ha», so würde der es verkaufe«, den» e« ist mit Silber de» schlagen und werthvoll. Nun möchte ich, blo« um«ine Grille zu befriedigen und um praktisch zu erfahren, wie e« einem arme» Man« zu Muth« ist, hivgehe, und diese» Luch verkoule»— rein nur dieser Grille zu lteb, auf Ehrenwort!" „Du hattest von jeher sonderbare Zdee», mein Lieber," »ersetzte Agne» mtt einer Unbefangenheit, als hätte sie über Millionen zu verfügen; doch merkte man deutlich, wie durch diese sorglose Heiterkeit für einen Augenblick ein plötzlicher Hoffnungsstrahl blitzte. Man sah wohl, wie sie au» diesem Buch— an da» sie sicherlich inzwischen gar nicht mehr ge- dacht hatte—»och einmal die Hoffnung auf eine kurze Henkersfrist schöpfte und der Muth, mtt dem sie lachend dem Hungertod in« Auge geschaut hatte, erschien in diesem Augenblick in um so hellerem Lichte „Jetzt will ich«och de» letzte« M'llionärstreich aus- führe»,»he ich die Rolle eine* Bettlers übernehme," sagte D ck, indem er fich munter von seinem Flaschengeflell erhob. „Sardanopal verbrannte seine ganz« Habe, warum soll ich nur lelckt verletzt, nach der Charit«« gebracht. Er verweigerte bi»her jede Autlunft über seine Person, sowie über die Ver- anloffung zum Selbstmo dversuch.— Am Vormittag desselben Tages gerieth auf einem Neubau in der Ohm, äffe der Maurer« polier Kohn mit dem Maurer Schwarz, welcher Tag« vorher die Arbeit wegen Mangel« an Bausteinen halt« einstellen müffen, in Streit, in deffen Verlauf Schwarz dem Polier einen so heftigen Stoß verletzte, daß letzterer von der Balkenlage de« dritten Stockwerls in da« erste Stockwerk hinabstürzt«, da» link« Schlüffelbktn brach und eine Gehirnerschütterung erlttt. Der Thätrr ist verhaftet. Gerichts-Jeitmig. In der bekannten Zrvilpiozeßsach« der Kinder des verstorbene» Redakteurs Rrqaid Jüterdock Wider den Eteueraufseher Maatz wuroe gestern vor dem rtandrichter Jarckel als Zeuge de» Vorfall«, bei welchem I sein L-ben ver« lor, der Kellner August Neumann in Anwesenheit der Gericht«- ärzte Geheimen MediziaLäthe Dr. Simon und Dr. Wo ff vernommen. Der Zeuge bestätigte nach vorheiiger Beeidigung und eingehend« Befragung im W-sentltch-n die in der Klageschrift behaupteten Tbatiachen. Namentlich bekundete er, daß der verstorbene Jüterdock fich bei Mitaß noch enlschuldlgt hat, daß er ihm gegenüber dm Ausdruck„Flegel" ge- braucht Hab«, worauf letzterer jede« Entschuldigen ablehnte und dem Andern zurief, daß er froh sein könne, daß er ihm»'cht die Krochen entzwei geschlagen habe. Als Jüterdock darauf drohend seinen Finger erhob, Hab« Maaß drei bis vi« Hollge Schläge nach deffen Kopf geführt. Infolge dieser Mißhandlung sei I. zu'ammensesunken, und Maaß Hab« ihm einige Tropfen Waffer«tngrflZßt. Auf den starken Anruf:„Wo wohnst Du?" Hab« der bewußtlose I, nachdem ihm Maaß dm Mund aufgeriff-n, noch mtt matter Stimme seine Wohnung genannt und sei daraus in die her- betgehcltc Droschke geschafft worden. Kellner Huth Hab« ihn begleiten wollen, Maaß habe die« aber untersagt.— Di« beiden Gutachter ersuchten um Uedirsendung der Alien, auf Grund wrlcher ste alsdann ein eingehend mottontes lchiistllchei Gutachtm abgeben würden. Die anwesmden Parteien warm damtt einverstannden. Der Verhandlungstermin wird erst nach Eingang beider Gutachten anberaumt werden. Die verltner Srb-itertonenbevegung vor dem Rtchterstuhle. Als die l'tzlm baden nunmehr auch dt« wegen Vergehens aeqm§§ 8 und 16 de» Vereinsgesetzei vom 11. März 1850 angeliaztm Vorstandsmitglieder dr«„Verein« der Ardeiiertnnm Berlin«"(Nordoerein) vi« staatsanwaltliche Anklageschrist erhalten. Dielelde richtet fich gegen die Frauen Vötting, Crntiu«. Grothwann, Steinicke, Walter und Blech- jchmidt. AI« Belastungszeugen find selten« de« Staatsanwall« zehn Polizeilieuienants au'g-iührt wordm. Hetdetberg, 25. September. Heut« Abend 6»/« Uhr erfolgte nach vv! ausgegangener achtstündiger Haupto«! Handlung vor der Straflammrr U de« Landgericht« in Mannheim die Verurthellung de« früheren Geistlichen und jetzigen in Wie«- daden lebenden Rmiters Friedrich Krug von Norvhausen wegen in 7 Fällen begangenen resp. gewerds- und gewohnhettSmäßigm Wucher« m einer Gefängnißstraf« von 5 Monaten abzüglich 1 Monat Untersuchungshaft, einer Geldstrafe von 1000 M. eo. weitere 100 Tage Grfängniß, zweijäbiigem Ehrverlust und dm Kosten Krug verübte dm Wucher während sein?« hiefigm Auf- enthalte« und e« wurde einer leiner„Beiireibe'." edmfall» mit 6 Wochm Gefängniß und 60 W. geahndet. In allen Fallen hatte der ehemalige Geistliche die Unerfahrenheit. den Leicht- stnn oder die Norhlaae Anderer in schnöeester Weise ausge- deutet, um fich einen Vermögenivotthetl zu vrrschaffen. Uerewe mb UersammwngeM Die Mitglieder der Sterbekasse der Maschimuba«- arbeiter zu Verltn«erden zu einer auß-rardmtlichm Benercr Versammlung, welche am Sonntag, den 3. Oktober, Vormittag« 10 Uhr. im Wintergarten de« Zenttalhotel«(Eingang Docolheenstr.) stailfl-rse', eingeladen. Tagesordnung: 1. Da» Verhalten oe« Vorstände« der Orttkrankenlasse gegenüber den Interessen der Mitglieder der Stnb.kasse. 2. R-chenschaft«- dericht dir Statutenkommisston event. Annahme de« von der Kommisston autgeardettetm Etatut«.— Da« Stelbekassenbuch legtttmtrt. Der Fachverein der Tischler veranstaltet am Sonntag dm 17. Olloder, in der„Berliner Rrffoutce", Kommandanten- straße 57, ein Vminilränvhm. Billet« find nur vorher bei dm Vorstandimitgltedem, in der nächsten Veretnsversammlung, welche am Dienstag, den 5 Oktober, in Jordan'» Salon. Neue Grünstr. 28, statt jtndet, und auf dm Zahlstellen des Verein« zu haben. Die Zahlstellen befinden fich in folgenden Lokalen: 1. Blummftraße 56 auf der Ttschlerherberge. 2. Skalitzerstr. 107 bei Kuntzmann. 3. Bellealliar.cevlatz 6 bei Htischer. 4. ZionSkirchplatz 11 bei Hohn. 6. Müller« nicht meiae Stühle verbrennen? Da« Feuer geht in höchst u°veravtwortlicher Weise au»; nun wollen wir einmal sehen, wie dieser„Fauteuil" brennt I' Damit schlug er da« Gestell i» Stück« und warf dies« auf de» beinahe leer gebrannten Rost. Mit hoher, hell« Flamme loderte da« Holz auf; ein rother Schein erfüllt« den kalte«, nackten Raum, al« wäre von dem purpurnen Burgunderwein, der einst zwischen de» Bretter» geruht, eine Spur daran zurückzebllebe«. „Diese Flamme ist wirklich wohlthuend," sagte Agne«, indem sie fich die Hände wärmte, während ei» schwacher Schimmer von Freude über ihre Züze lief. „Weißt Du, daß mir ei» Holzfeuer lieber ist, al« irgend ei» andere«?' „Es versetzt«inen in die Feudalzetten." Damit be- ganu er da« äimliche Zimmer wie die reich mit Wappen und Fahae» geschmückte Halle eine» freiherrliche« Schlöffe« a«»zumalcn. worin er und Agne« stch in Federhut und langer Schleppe bewegte». Eben überlegte er, ob Hubert, der EeneschaU, enthauptet werde» soll« oder nicht und wandte fich an Agne« mit den Worte»:„Soll ich seine sofortig« Hinrich'uog anordne» oder..." „Da« Buch verkaufen?" linterbrach ihn die letztere; „wie e» Euch beliebt."' „Beim Jupaer, da» habe ich vergeffm l" rief Dick, der nun in einem Augenblick seine ganze feudale Herrlichleit vergaß..Agne«, in fünf Minuten bin ich zurück. Sage John, daß er den Thee richtet, wir werdi« da« Sevre«- Service nehme»" Damit stürmte er mit ei» paar Sprünge« die gebrechliche Treppe hinab. Mit sorgenvollem Lächeln beugt« fich Agne« übe» da« schnell v-iflacker»d« Feuer. Kaum»arm die Schritt« ihre« juBgett Gatte« in der Fern« verklungm, al, da» Be- wußtsei» ihrer Lag« ihr mit ganzer Schwer« auf« Herz fiel- e» war ihr. al, schließ« fich ein« dunkle Mauer nnnier ctg« um sie, die fi« zu erstick« droh«;«den wollle de* letzte Streife» blau« Himmel« verschwind«— da er- uangen rasche Schritt« auf der Treppe und Dick stürmt, in« Zrmmer, jubelnd und tanzmd«in Stück Papier hoch empor- «Zwei Dollar." rief er unter tollen Sprünaen. .zwei Dollar für diese, hrrrlich«. prächtig«, köstlich», saftig« straße 184 bei Härtng. 6. Gneiscnau- und Solms strafen- Ecke bei Lindenborn und 7. Steglitzerstr. 91 bei Gürgen«. Daselbst werden jeden Sonnabend von 8% bi« 10 Uhr Abend« Beiträge von d« Mitgliedern in Empfang genom« men und neue Vereinimitglieder ausgenommen. Der Beitrag beträgt monatlich 40 Pf. Der Vorstand macht bekannt, daß die ausgegebenen statistischen Fragebogen aulgefüllt di« spatesten« heute. Eonnabend Abend, bei den MttglieSrrn der Fachkommission oder aur den Zahlstellen zurückgeliefert werden- müssen; später einlaufende Fragebögen körnen nicht mehr de- rückstchtigt werden. An die Töpfe« Berlin« und Umgegend. Wir ersuchen sämmtliche Kollegen, die noch aus stehen ben Sammellisten so schleunigst wie möglich einsenden ,u wollen. Die Lohn« kommisfion der TSp'er Berlin« und Umgegend. I. A.: Dolor Wolfi, SchiUinqstr. 35, III. Verelaiaung der deutschen Schmiede, Mttaliedschast Berlin. Vnjammluva heute, Sonnadrn», Adendb 8'/, Uhr, rit den Gratweil'schen Bt« hallen, Kommandanten straüe 77-79. Tagesordnung: 1. VereinSangelegenheit. 2. Besprechung über da« geplante Winter vergnügen. Zeutral-Krankeu« und Eterbekasse der Tischler u. (O-rtliche Verwattuna Berlin W.) Den Mitgliedern zur Nach« richt, daß vom 1. Oktober zwei neue Zahlstellen, Wcangel« straße 86 und Lausttzelstr.9 dei Wetzrich,»öffnet find. Ferner ist die Zahlstelle Mantmffelstr. 21 nach der Manteuffelstr. 32 b-i Alex verlegt. In sänmtlichen Zahlstellen werden jeden Sonnabend Abend von 8—10 Uhr Beiträge angenommen und f neue Mitglieder aufgenommen. Deutscher V getarter-Veretn. Am Montag, dm 4 Oktober 1886, Adenvs 8 Uhr, firdet im Saale de« Dorotheen- stabtischen KastnoS. Dorolheenstraße 57, nahe der Neuen W'.l- f Helmstraße, eine öffentliche Versammlung de« Deutschen Vege« tafteroerein« statt. Z> derselben werden Vortrag hallen: Herr Dr. Paul Förster(Berlin), erster Vorsttzender, über da« Thema:„Ist der Mensch von Natur ein Vegelafter?"(mtt Bezug auf vi« Aufsätze von Carus Sterne). Herr Marimtlian Kl-In(Zürich) über:„Die ästhetische Seite des Vegetarismus."' Ditkusston erwünscht. Auskunft wird bereitwilligst erthrilt. Flugblätter grali«. Eintritt stet. Gäste, auch Damen will- kommen. Der öffeutliche« Geueraiverfammluug de« Benin» zur Wahrung der Interessen der Klavterarberter, wrlche am Sonntag Vormittag in den Gratweti'schrn Bierhallen statt«< finden sollte, ist dl« polizeiliche Genehmigung versagt word.n. vrrei« zur Wahrung der Juteresse» der Tischler Berlin» G neral Versammlung am Sonnabend, den 2. 0!t.» Abb«. 8% Uhr, im Vereinilolal, Richaelslirchstc. 39. Tages» Ordnung: 1. Vierieljahrt-Abrechnung. 2. Verschiedene«. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen.— Da« Mitglied« buch legitimirt. Kachveret« der Putze». Sonntag, den 3. Oktober, Vor« mittag« 11'/» Uhr, im Lokale de« Herrn Scheffer, Jnselstra'ze» ordentliche Mitglieder-Versammlung. Tazesorvnna: Kassenbericht. Neuwahl de« gesammten Vorstandes. Verschiedene Vcreirs'Angelegenheiten.— Um zahlreiche« Erscheinen wird ersucht. Berei« dir Einsetzer(Tischler). General Versammlung am Sonnlag. den 3. Ottoder, Bormittag» 10% Uhr, Neue Friedrtchstr. 44. Ein Vereins- Kränzchen zum Besten eine« kranken Mitgltede« findet Sonnabend, Abend« 8 Uhr, im Saale de«„Freischütz", Fruchtstraße 36», statt, wozu ergeben# eingeladen roiro. verein der Sattler und Fachgenosseu. Versammlung am Sonnabend, den 2. Ottoder, Ulbends 8'/, Uhr, tn Gratwei»'« Lierhallen, Kommandantenstlaße 77—79. Tagesordnung: Vvrttag des Kollegen Li-tze über„die Forderung der G g-n- wart an da« Handwerl". Verschiedene« und Fragekasten. Die Turnhalle de» ueuen Gymnasiums auf de« Weddiug, Panlstr. 9, ist nunmehr auch dem VereinSturnen übergeben uns den Vereinen„Wedding" und„Gesundbrunnen" zur Benutzung sür ihre Turnstunden vermiethet worden. Zur Elöffivng de« Turnen« dieser Verein« findet am Sonntag» den 3 Oltoder er., Nachmittag« von 4-6 Uhr, ein gemein« schastliche« Turnen statt, wozu Freunde de« Turnen« eingeladen find. Die Turnzeiten für den Verein„Webding" find Mi t« woch und Sonnabend, für den Verein„Gisundbruanen" Dien«« tag und Freitag, sür beide Verein« von 8—10 Uhr Abends. Außerdem eröffnet der Ve-ein„Wedding" noch eine Lehrlings« Ldtheilung in dieser Turnball« und zwar soll dieselbe Sonn« tag« Nachmittag« von 4—6 Uhr turnen. * verein der Württemberger. Jeden Sonnabend Versammlung beim Landsmann Vaihtnaer, Dorotheenstr. 84. verein der Taubenfreunde. Jeden Sonnabend Abend« 8'/» Uhr, Sitzung im Restaurant Kleemann, Lausttzerstraße 41. G sangvereiv„Harmonta". Jeden Sonnabend. Abend« 8 Uhr, UedungSftund« im Reslaurant, Alle Jakobstr. 38. _ Gesangverein„Sängerluft", Pallisadenstraße 9. Jede« Donnabend Abend 9 Uhr UedungSstunde. Buch mit Silber trefsea wie ei» Milizosfizier, zwei Dollar! Wee bietet mehr?— Niemand!— Also fort sü: zwei Dollar I' „Du willst doch nicht sage»...." versetzte Agnes, fich heftig erhebend. „Ja wohl. Genau zwei Dollar habe ich sür da« Buch bekomme». E« war fünfzehn werth, aber wir dürfe» es un» nicht so sehr zu Herze» nehme». Ist da«»rcht großartig?" Damtt schwang er de» Zweidollarschei» wie «i» junger Fähudrich seine Fahne i» der Schlacht.„Ich habe da» Geld heimgebracht, liebe Agne«, weil ich de-k«, Du metßt e« am beste» zu v:rwe»de». Hätte ich selbst versucht, Eßwaare» einzulaufen, so würde» mich diese Schufte von Händler» sicher betrogen habe». Wa«»olle« wir»«hm«»?' „Wa« hälft D» von Würsten?" wagte Agnes ziemlich schüchtern vorzuschlage».„Sre find billig und..." „Köstlich l' rief Dick mtt einem neue» Freudensprung- .Satzückend I Ich schwärme für Würstchen l Würstchen mtt zartem Weißbrot»nd Butter— und ei» paar Aepsel-* und wir werde» herrlich und in Freude» lebe» I" „Die Zigarre für Dick nicht zu vergefien," flüsterte Agne«, liebevoll»u ihm aufblickend.„Ich weiß, Du sehnst Dich»ach einer Zigarre." „Engel I" rief Dick, schloß sie in die Arm« und tanzt« «tt ihr im Zimmer umher.„Unergründlich ist de« Weide« Liebe!" »Ich gehe fort ans de» Markt, mein Guter," sagt« Agne« und gab ihm eine» Kuß zum Abschied. Im selbe» Augenblick klopft« e« an der Thür. Da« Her, schlug beide». Wer kount« e« sei»? Ein neue« Mißgeschick? E«»ar D» vorgekommen, al« ob der Buchhändler, bei dem er da« Buch verkaufte, eine» solche» Befitz bei ihm verdächtig find«. E'" Stcßzedet sandte da« junge Paar zum Himmel, daß doq lein Unheil drohen möge. „Wohnt Herr Burdoon hier?" fragte draußen eins tief« rauh« Stimm«._ „Jawohl," erwidert« Richard unelschtocken.„90« herein." M Ei» kleiner untersetzter Man» w ettrenr Ueberz'eh« trat«in und blieb an der Thür stehe». Ein düst" Zwielicht herrscht« im Zimmer. Di« letzten Zuckung»» DSuische« Oeteio„Kreha". Vttsammluna jedm Sonnabend. 9 Uhr, Rosenthalnstr. 39. Dänisch« Blätter find vor. Händen._ Uermischtes. Ei» Mäethrerder dSpstlicht» Herrschaft. Aui Rom «ird unterm 27. v. g«sch:tel»en:„Am gestrizen Tage wurden die Gebeine C-sar Lrcatelli's, der wegen angeblicher Ennor- dung cinei p-ipstlichen Gmdarmen von Piui JX. zum Tode verurtheilt und gtföpft worden war, unter ko'.offaler Tzeil» nähme der Bevölteiung auf den Varano- Friedhof übertragen. Anläßlich diese« Eceigniffe« erzählen die italienischen Zeitungen folgende intereffante Detail« über da« End« diese« Mäityreri de» Prpstthum«:„Am Abend dr« 29. Juni 1831 wurden im päpstlichen Rom an einem Hause am Korso von unbekannter Hand»«et Transparente mit den Aufschriften„Hoch Viktor Emanuel!" befestigt: all d!- Menge sich, laut Beifall rufend, davor staute, schlug ein päpstlicher Soldat, Velluti, dl« Trantparente mit seinem Säbel herunter, wurde dabei jedoch ron rückwärts von unbekannter Hand tweimal tödtltch verwundet: Velluti starb nach wenigen Tagen. Ali die übrigen anwesenden Soldaten die Berwundung ihre« Kollegen sahen, hieben ste mit blanker Waffe auf da« zurückweichend« Volk ein: unter den Verwundeten befand sich auch Cesar Lucatelli, Kameen- schneider und ehemaliger Soldat. Derselbe wurde von dm Soldaten gefangen genommen und in« Spital gebracht. Die päpstlichen Wachen verlangten heftig Satisfaktion und blutig« Sühne für den Tod ihre« Kameradm. Da nun der Brizadter Zampoltni Cesar Lucatelli al« den MSrdcr de« Villuti bezeichnete, wurde dieser, schwer verwundet wie er war, au« dem Spital in die Carceri Nuoot gebracht; er muste, von den Kolbenstößen der Sdirren getrieben, den wetten Weg zu Fuß zurücklegen. Der nun folgende Prozeß war reich an Ungeheuerlichketten. Trotzdem alle Verdachtlmommt« gegen Lucatelli fehlten und derselbe eine ganze Reihe von Entlastungszeugm führte, trotz. dem sein Ver theidtger dewieS, daß die Wunden de« ermordeten Gendarmen von zwei ganz verschiedenen Wösten herrührten, bei Lucatelli jedoch nur ein ungebrauchte« Mester vorgefunden worden war, wurde die Anklage nur auf Zampo'.tni's Aussage bin aufrecht gehalten. Ei half auch nichts, daß ein gewiffer Crstiucci, ein römischer Flüchtling, sich den Behörden in Florenz mit der Seidstantlage stellte,«r fei der Mörder de« Gendarmm Velluti— man wollte ein Opfer haben; Lucatelli wurde in geheimer Sitzung, schuldig gesprochen und zum Tod« verurtheilt. Seine Vertheidigungirede schnitt der Vorsitzende mit den Worten ab:„Genug, genug, die„savra, eoosnlta" weiß, wo« ste braucht," Am 22. September 1861 wurde Lucatelli, der den Beistand de« Priesters hartnäckig abwie«, unter M ßhanblungen aller Art zum Richtplatz geführt. Er blieb btS zum Tcde ungebeugt, laut seine Unschuld beschwörend. Einem Priester, der ibm am Schastott« daS Kreuz entgegm- streck!«, spie er in« Geficht. Bevor er da« Haupt neigte, schrie er au« Leibeskräften!„Hock Jtrttenl Nieder mit den Pfaffen!" Dm a af siel der Kopf de« 37jädriaen blühenden Ken-.es. Ein Schrei de: Entrüstung erschallte in ganz Italien über diesen schrecklichen Justizmord: überall fordert« man laut Rache, auf allen Theatern wurden Dramen oufaeführt, welche den unglück- lichen Mä�y'-r gloriststrten und seine Henker brandmarkten. Gestern, 25 Jahre nach seinem Tode, hat da« römische Volk di-Uederreste de« Märtyrer« in imposantem Zuge von derRicht stätte in den Friedhof üderführt." Frauenleben im alte« Ro«. Einer kulturhist irischen Skizze von Trmr Moestl, die in der„Sammlung gemein- nütztoer Vorträge" erschienen ist, entnehmen wir solgende« über die Toilette einer römischen Domina(Herrin). Der Satiriker Lucian sagte in seinen Amore«(Die Liebkosungen) von den vornehmen Römerinnen:„Sollte Jemand diese Damen in dem Augenblicke sehen können, wo sie stch endlich au« ihrem Morgenschlafe erheben, so würde er sicher glauben, er begegne einer Meerkatze oder einem Pavian, mit welchem beim ersten Ausgange de« Morgen« zusammenzutreffen« wir im gemeinen Leben für eine sehr schlimme Vorbedeutung zu halten pflegen. Damm schließen fie sich auch um dies« Zeit so sorg. fältig ein, daß sie kein Männerou» erspähen kann. Nun treten ste in«wen Krei« von dienstfertigen Mütterchen und Zofen ein, die stch oll: um die Welte bemühen, die erstorbenen Reize auf dem Gesichte ihrer Gebieterin von den Todten zu erwecken. Da müssen vo: allen Dingen allerlei Salden und Pulver aufgetragen und Slbönheitttintturen an- gestrichen werden. Sine jede Zofe und Aufwärterin hat ein andere« Stuck der Toilette herbeizutrazen. Die eine bringt ein stlberne« Waschbecken, die andere eine Pose, die dritte ein« Gießkanne, wieder andere Spiegel und Büchsen, so viel nur immer in einer Apotheke in Reih und Glied stehen können. Und in allen diesen ist nicht« al« Unrath, Lug und Trug ent- hatten; w der«Inen Zähne und Zahn fleisch beizen, w de« affyrische» F enbevfever« waren soeben erstorben und vergebe»« bemühte sich Dick, da« XuSsehea de« Fremden zu erkenne». .Sind SieHerr vurdoo» fragte derselbe.„Der bin ich", lautet« die Antwort.„Wo# wünschen Sie? Ich würde Ihnen «ine» Sitz anbieten, allein leider ist mein ganze« Mobiliar «ingepackt." „Macht nicht« I" antwortete der Man« mit rauher �"mme.„Sie habe» vorhin im Mardellsche» Buchlade» e» Buch verkauft, nicht wahr *34 sehe wirklich nicht ein," versetzte Dick in hoch» müthigem ion»,„daß da« jemand ander« angeht, al« mich „Sachte, sachte, Freund; Sie brauchen sich nicht zu er« Hitze«. Wie kam da« Buch i» Ihre« Besitz?" „Sind Ste ein Polizttbeamter?" .Einerlei; beantworte» Sie«st«eine Frage." „Gut; aber nachher werf« ich Sie die Treppe hinunter, Freund." „Darauf lasse ich e« a» komm«»," meinte der Fremde mit«ve« kurze» Auslache«. „Nun denn: ich hatte e« von einem Freund bekommen," erwiderte Dick und trat dabei w«nheilo«, kündender Weis« auf den lästigen Frager zu. ..Warte» Sie nur«och eine» Augenblick, ,h« Sie mich hinauswerfe«. Warum gäbe« Sie da« Buch her?" „„«"•3 um Henker, da« geht Sie nicht« an!" schrie Dick Ki,;."Wenn Ihnen Ihre Knoche» lieb find, so mache» ttV, daß Ei. fortkommen!" A«m«n Knochen liegt mir nicht«, deshalb geh« ich nicht, b,« Sie mir geantwortet haben," vns'tzte der Fremd» tU�0- dies« Kühnheit vermochte D.ck ei» Lächeln »'cht zu unterdrücke». t&og*, die ich beantworte, bekomme« Sie E?e als�wmer"'u." W�<" die Bedingungen. Frage» "Warum gaben Sie da, Buch her?" wt."-»ch om Verhungern war und mtt ansehe» mußte, "v ätus% der anderen schwarze Wimpern und Augenbrauen und andere dergleichen Tüncheret. Doch die größte Kunst und die meiste Zeit wird an den Haarschmuck verwendet. Einige, die die Wath haben, ihr natürliche« schwarze« Haar in blonde« oder goldgelbe« umzuwandeln, färbrn e« mit Salben, die ste dann in der Sonne am Mittag eintrocknen lasten, Andere, die stch ihr schwarze« Haar noch gefallen laffrn, ver schwenden daran da» ganze Vecmözen ihrer Männer und lasten einem da« ganze glückliche Arabien au« ihren Haaren «ntgrgenwehen. Da werden Brenneisen bei einem lodernden Feuer warm gemacht, um damit krause Löckchen zu schaffen, die die Natur verweigerte, da müffen die Haare weit in die Stirn berad bald bis in die Augenbrauen gezogen werden, damit der Tummelplatz für die LtebeSgStierchen auf der Stirn ja nicht zu groß sei. Hinten aber willen in stolzen Rollen die Locken über den Rücken herunter." In der Thai, wenn die Römerin gegen elf Uhr Morgen« ihr Lager verließ, so war ihr Geficht in der Regel mtt der Poppäana, einer schützenden Teigmaffe, bedeckt, welche die Zartheit de« Teint« dewahren sollte. Nun tritt au« der Z hl ih'.er Sllavinnen eine hervor, welche der Domina die Tetz- trust« abnimmt und ifc das Gesicht mit EielSmilch adwä'cht. Ist da« Geficht der Domina mit der VerschönerungSmilch gereinigt worden, so wird mit Seifenkugeln und Effenzen die Haut eingerieben, um ste glatt und glänzend zu machen. Varro, ein Z-.ttgenoffe C'cero's, nannte in seinen Sattren eine solche lunzeloeitreidende Hautsalde«inen Lederspanner, womit die Schuster da« Leder auszudehnen und über den Leisten zu schlagen pflegen. Die rein gewaschenen und auSgeglätteten Wangen der Herrin mit Weiß und Roth anzumalen, war die Beschäfiigvng der zweiten SUavin. Doch bevor diese stch an ihre kosmetische Operation wagen durfte, mußt« ste früher einen metallischen Spiegel anhauchen und diesen der Dame zum Bertechrn dardreten. Dadurch erkennt die Herrin, ob da« Mädchen einen reinen, wohlriechenden Speichel im Munde führt und die regelmäßig vorgeschriebenen Pastillen vorher gekaut Hai; denn die Sklavin muß mtt Speichel die Schminke erst anreiben und so austragen, wenn ste die ge- hörige Glätte und Dauer auf den Wangen der Domina erhatten soll. Die hundert Schächtelchen und Muschelchen und der ganze mannigfaltige Apparat, den die Prozedur de« Schminken« erforderte, all« die Farben, die Pasten und Salben ruhten in zwei ziemlich großen Kästchen au� Elfenbein und Berzkiystall, die damal«, mst dem griechischen Ramen„Rar- lbekia" benannt, wie Marlial berichtet, ein überaus kostbare« Stück der Toilette einer Römerin ausmachten, lieber die Schminkmittel selbst erfahren wir. daß außer dem atzenden Blelweiß, welches schon damal« ein sehr beliebte« KoSmetikon gewesen, fast all« übrigen Schminlen au« dem ungefährlicheren Pflanzen- und Thierreiche genommen wurden und daher wett weniger»erstSrend wirkten al« die berüchtigten Schönheitsmittel unserer Tage. Rcch hat die eine der Sklavinnen mit der Malerei de« Gefichte« vollauf zu thun und schon steht eiee ander« Sklavin, man nennt fi« Stimmt, da« ist der Name für Augtnschwärz«, mit einer Muschel in der linken Hand, worin eine feine Schwärze von gepulveitem Bleiglanz, die wie Ruß aussteht und auch schlechtweg Ruß(Fuligo) genannt wurde, eingerieben und mit Waffec angemacht ist, und in der Rechten«ine Art von Nadel oder Pins-l haltend, in vereitschaft. Wa« nämlich jetzt noib im Orient einen Hauptgegenstand der weiblichen VerschönerungSlunst bildet, schwarze Augenwimpern und Augendrauen, die in zwei schön gewölbten Halbkreisen di« zur Nasenwurzel eng an einander laufen, war auch schon bei den allen Griechinnen undRSmerinnen ein unerläßlicheSEcforder- niß einer schönen Frau. Sind die Augenbrauen tadellos an- gepinselt, so tritt die Sklavin Mastiche vor, di« Zahnputzerin, die nach dem, wa» fi« in der Hand hält, nach dem Mastis, von der Insel Cb!oS stammend, welche» die Damen alle Mar- gen gegen die Fäulniß angestestener Zähne zu kaum pflegten, genannt«urde. In einer niedlichen Kapsel verwahrt, hielt die Sklavin auch Zähne au« Elfenbein, die fie der Hinin mit Golddraht in» Zahnfleisch einsetzt«. Nun müffen die Haarschmückerinnen da« Haar flechten, kräuseln und mtt kostbaren Eff-nzen anfeuchten. Die armen Sklavinnen, wenn fie unglücklich waren, eine wenn auch noch so unbedeutend« Ungeschicklichkeit«Sh- rend de» Frifiren« oder Ankleiden« zu begehen, wurden dafür von ibren Herrinnen auf da« Härteste bestraft. Macht eine Ocnatrix irgend etwa« der strengen Ge- dieterin nicht recht, ist st« nicht schnell genug, kommt eine Haar locke wegen einer nicht am richtigen O-ie nngesteckten Nadel nicht an ihren gehörigen Platz, so ergreift die Dame sofort den ihr von einer Sklavin vorgehaltenen Spiegel von polirtem Silber und wirft ihn der Unglücklichen, die ihren Zorn gereizt hat, an den Kopf, stürzt dann zu ihr hin, schlägt fie, r-ißt ihr da« Haar au« und zerkratzt ihr da« Geficht mir ihren Nageln. Ja oft geht die Dame in ihrer Rache so weit, daß fie ti- arm« diesen Gründe» habe ich da« Buch verkaust, da« der gute alte Harry Water« mir gegebe«; etwa« andere« hätte mich nie so weit gebracht, sei» Geschenk zu veräußern. Nu« habe ich Ihne» meine elende Lage «löffnet und Sie solle« mir theuer dafür bezahle», seien Sie, wer Sie wollen. Ich schlage Ihnen alle Kaoche» im Leib« entzwei.' Damit stürzte er wie«in Tiger auf den kleine»»»tersltzte», im Dämmerlicht vor ihm stehende» Man« lo«. Plötzlich fühlte er stch an der Schulter gepackt und wie vo» einer rieseastarke» Schraube auf der Stelle festgehalten. „Dick Burdoon," sagte der Fremde— und jetzt klang seine Stimme zart und sanft—„Du wirst mich nicht hin» auswerfen; hast Du doch in mancher sternhelle» Nacht auf der schweigende« Flur in meinem Arm und an meiner Brust geruht, während wir vo» de» herrliche« Dinge« zusammen sprachen, di« wir einst im Lebe« Hand in Hand mtt ein« ander ausführe» wollte«. Dick zitterte wie Espenlaub und war keine« Worte« mächtig. „Du wirst mich nicht hinauswerfe», Dick Burdoon," fuhr der Fremde fort, indem er Dick« Schulter losließ und ihn an stch zog,.den« al« an einem heiße» Tage einst ei» kleiner schwacher Knabe an klarem Flusse Kühlung suchte, gerieth er in ein« tief« Stelle und sank. Da stürzte sich sein Freund, der älter und stärke, war al« er, in« Wasser, entschlossen, ihn zu retten oder mtt ihm zu sterben. Zweimal tauchte er in da« tiefe Waffer, und da« zweite Mal fand er ihn an Wasserpflanze» festhängead und einem ficheren Tode grwecht. Er rang stch mtt ihm bi« an« Land und al« er da« Ufer eneicht hatte, war der Retter kaum weniger er« schöpft al« der B-runglückte. Al« fie aber Kraft und Sprache wiedergefunden, schwor der jüngere seinem Retter ewig« Dankbarkeit und sie gelobte» stch Freundschaft für all« tX„Zch weiß, ich weiß I" rief Dick schluchzend. .Seither," fuhr der Fremde fort,„sind ihre Lebensweg« auseinandergegangen, aber ich weiß, daß in beide« Herze» noch die alte Freundschaft lebt, und daß, wen« e« dem eine» übel erginge in der Welt, der andere seine« letzten Athem. zug daran setze» würde, um e« wieder gut zu mache«. Da» Sllarii mtt der langen Spitz« einer zu ihrer Koiffme verwendeten Nadel schlägt, daß da« Blut hervor» spritzt. Rur zu oft fiid Langsamk-it und Ungeschick» lichkett der Sllavinnen nur der Vorwand zu solchen Mtßbandlungev. Die Gebieterin züchtigt fie blo«, um stch wegen der Äiderwältigkeiten, die ste betroffen haben, zu rächen, odcr au« Verdruß, wenn fi: fühlt, daß fie nicht schön genug ist, wenn ste zu den öffentlichen Spielen, auf die Promenade oder za einem Feste gehen soll. E« gab zu jener Zeit F-auen, welche forderten, daß ihre Sklavinnen bi« zum Gürtel entblößt sein mußten, wenn st« st« bedienten, um fie leichter züchtigen zu können. Solche Frauen trieben oft ihre Grausamkeit soweit, daß fie eigene Ex-kutoren bestellten, die den Leib dieser armen Skia« omncn, die ste an einen Pfosten binden oder an ibren Haaren aufhängen und schrieben ließen, mit Peitschen oder rindSiedernen schmalen Riemen zetfleischen mußten und die« alle« in ihrer Gegenwart, während ste stch in einer mit Wohlgerüchen von Amd:a, Narden, Costu« und Cassta, Zimmet und My.'then angefüllten Athmosphäre mitleidslos mit ihrem Putz de« schäfttgten. Dm größten Laras trieben die römischen Frauen mit ihrem Geschmeide. Ihre Arme, ihre Finger, ihre Ohren bedeckten fie mit Gold, Ketten ouS diesem Edelmetall, HalZdändir von Smaragden, von Diamanten und Perlen ruhten auf ihrem Busen. Die Hände hatten fie mtt Ringen, worin kostbare Steine getafct find, dedeckt und ihre Handgelenke mit als goldene Schlangen faffonirtm Armbändern, die biS sechs und zehn tö mische Pfund schwer waren, geziert. Die Leidenschaft sür dieses Geschmeide rührt« au» der Zeit, da Pompejus, nach Befiegung deS Milhridate», eine große Menge von Juwelen nach Rom brachte. Viele Frauen befesttzten an j:dem Ohr« zwei bis drei Gchänge, die aneinanderschlazend ein Klingen und Klappern hervorbrachten, daS ihnen besondere« Vergnügen machte. Uederglückiich waren dieDamensmerZeitwenndieSchwere der kostbaren Gehäng« ihre Ohrläppchen herabzog und wenn fie an ihren hierdurch verlängerten Ohren den Werth von zwei oder drei Landgütern und daS Vermögen eines reichen Hause« heradbängen fühlten. Wenn vo» den Wachethumsvorgängen beim Krebse die Reo« ist, so erhebt stch sogleich die Frage, in welcher Weise diese sich wohl gestalten mögen, da der hart« Panzer der Thier«, wenn er stch einmal gebildet hat, nicht mehr der Autdehnung fähig ist und auch durch Substanjaufnahm« nicht mehr ver« giößert werden kann. Wie mag also die G.'ößenzunahme de« Krebse« zu Stande kommen? Offenbar ist e« nur möglich, wenn der starre alte Panzer vollständig adgewoifen wird. und die« g« schiebt wirklich. Man sagt dann: der Kceb« häutet stch. Diese«„Häuten" ist aber gar leine so einfache Sache, sondern lostet dem Tdiere große Mühe und viel lölper« liche Anstrengung. Wenn der Krebs fühlt, daß die Zeit gelommen ist, wo er seinen alten Panzer mit einem neuen vertauschen soll, so berettet er stch stundenlang auf diese» Er« eigniß vor. Er reibt die Beine aneinander, bewegt jede« Bein einzeln, wendet stch um, so daß er auf den Rücken zu liegen kommt, biegt den Schwan, hin und her und vergleichen mehr. Kurz, er macht förmlich« Turnübungen, die alle den Zweck Hab m, dt« Körpertheile in ihren Wllgm Scheiden zu lockirn. Endlich gelingt e« dem Thier«, durch eine heftige B-wegunz da« Kaxf. Bruststück zu Heden, und ist da« geschrhen, so hält nicht« m«hr dt« Fortsctzung der Häutung auf. Der abgestreifte Panzer gleicht dem Krebse in allen Puntten haargenau, und wenn lrtzterer sich ruhig verhält, so find beide, abgesehen von der frischiren Farbe de» gehäuteten Thier«, kaum von einander zu unter« Scheiden. Der neue Panzer blctdt für die Zeit von drei bi« vier Tagen vollkommen weich, und diese kurze Frist muß der Kreb« benutzm, um zu wachsen. Ist erst wieder die Erhärtung »ingetreten, so ist e« mit der Möglichkeit einer Größenzunahme die auf Weitere« vorbei. Der Kreb« wächst also, wie wir sehen, ruckweise. Sein« Propottionen bleiben in den Zwischen« räumen zwischen den Häutungen völlig unverändert, und nur in den wenigen Tagen, während deren der neue Panzer in Bildung begriffen ist, findet ein wirlliche« Wach«« tbum statt. Räch den Erfahrungen glauhwürdiger Beobachter wirst der junge Kreb« während de« ersten Jahre« zwei, bi« dreimal feine Umhüllung ab. Später ge« fchteht die Häutung nur«in einzige« Mal im Jahre, und zwar mitten im Sommer. Di« Z-tt, welche von der ersten Zerreißung de« alten Panzer« bist zur vollkommenen Au«« fchälung de« Tbiere« verstreicht, beläuft stch bei kräftigen Individuen auf 10 bi« 15 Minuten, bei anderen auf mehrere Stunden. Uebrigen« ist noch zu erwähnen, daß nicht dsoz die äußeren Hattgebtlde bei diesem Prozeß abgeworfen und erneuett werden, sondern auch die hornige AuS- Neidung de« Magen« fammt ihren Zähnen, die eine Art Magenmühie vorstellen, und auch die sogenannten „KrebSaugen", jene bekannten rundlichen Kalkmaffen, die zu beiden Seiten de« Magen« liegen. Alle« wird regenerirt. Hierzu kommt noch die merkwürdige Fähigkeit der Krebse, auch rum glaube ich, daß Du mich nicht hinanswerfe» wirst, Dick Burdoon." „Harry I Harry Water«— mein lieber, guter, alter Zunge!" rief Dick unter ThrSae« und warf sich i» die Arme de« Fremden..Gott sei gelobt, Harry, daß Du gekomme« bist, e« war die höchst« Zettl' „Ich sah Dich,«ei» Junge," sagte Harry, ihn mit mütterlicher Zättlichkeit in die Arme schließend,„gerade in den Laden eintrete». Du weist, ich war stet« dafür bekannt, gerne in alte» Buchläden herumzustöbern und ich bi« jetzt froh über diese mein« Liebhaberei. Ich sah, wie Du den alte« EraSmu« verkauftest, und wußte also, daß etwa» bei Dir nicht in Ordnung sei» mußte. Ich ging Dir hierher »ach— und jetzt find wir Drei beisammen, Gott sei Dank. für ei»« lange Zukunft." Damit ergriff der gute Mensch die arme zagende Agne« bei der Hand und zog auch fie Hera« zu der Truppe liebevoller Freundschaft, die nun alle Drei vereiute. Ich brauch« w.hl kaum erst zu sage», wie Harry Water», der reiche Zunggeselle, Agne« und Dick«och denselbe« Abend zu sich in« Hau»»ahm und ihnen hohe Ehre anthat; wie ste bei ihm wohnte», bi« Dick Beschäftigung fand, durch die er stch Schritt für Schritt zu einem bedeutend?« Kauf- man» aufschwang; wie Dick« Erstgeborner feierlich auf die Name« Harry Äater« Burdoon getaust wurde. Nein, der theiluehmende Leser, der ja sicher schon lang« uoserm junge« Paar ei» ordentliche« Mahl gewünscht hat, vermag sich diese glücklichen Tage selbst genügend aufzumalen. Nur eine» muß ich«och erzähle« vo» jenem Abend, an dem der EraSmu« zum Buchhändler wandert«. Nachdem da» Schluchze» und die Umarmungen ihr Ende gefunden hatte», fragt« Harry, um überhaupt etwa« zu sage», Dick:„Apropos habt Ihr schon gegessen?" Dick wandt« sich zu seiner Frau über bereu Züge ein Lächeln glitt, und gab zur Antwort:.O ja, vor einer Stunde habe» wir üppig gespeist." „Ahl Wirklich?" versetzte Harry, fichtlich erstaunt. „Ja! Am„Tischlein-deck-dich" unsrer Phantasie habe» »ir geschwelgt!" solch« Verluste von Körptrl Heiken, dt« durch Zufall Weiße führt werden, autgletchen zu können. VerUeit ein KcebS durch den viß einer Wafferralte eine seiner Scheeren, so wacht ihm dal anscheinend keine grofen Schmer»». ES bildet sich sehr rasch eine häutige Kruste an der Oberfläche des SwmpfeS, und unter dieser wächst altbald ein« rundl'che Knospe, die nach und nach die Gestalt deS amputirten Gliedes annimmt. Bei de? nächsten Häutung wird die umhüllende Haut(Kruste) lammt dem übrigen Panzer abgeworfen, und nun er- langt daS regenerirte Glied genau die ihm zukommende Organisation. Nur in der Größe bleibt die neugedtldete Gcheere noch hinter der unverlitzt gedi. denen zurück. Hieraus erklärt eS st», daß wir sehr ost Krebse mit ungleich großen Beinen und Scheeren finden; die kleiner und schwächer aussehenden Gliedmaßen find immer die neugebildeten. Man bat auch vielfach ein freiwilliges Abwerfen von Beinen und Scheeren bei Krebsen beobachtet. Dieser Fall tritt ein, wenn sich die betreffenden Thtere nicht anders aus einer mißlichen Lage befreien können, als dadurch, daß fie da» Glied, dai der Feind festhält, fahren lasten. Ein KredS, dcffen vorderes Scheerenende man kurz« Zeit in eine kleine SvirtuS. flamme hält, säumt in diesem Falle gleichfalls nicht, stch deS ganzen KneifapparateS der betreffenden Kölpersette zu entledigen._ Kleine Mittheilnttgen. Posen, 28. September.(Jugendliche Räuber.) Sin vier» jihrigeS Mädchen von der Kämer stieße wurde heute Nachmittag durch zwei ältere Knaben und ein Mädchen hinter daS Ritterthor tbeilS gelockt, theilt geschleppt, wo dem Kinde al». dann die Ohrringe ou» den Ohren genommen und daffelye dtS aufS Hemde entkleidet wurde, worauf die beiden Knaben und da» Mädchen fich mit den Kleidungtstücken entfernten. DaS Kind blieb längere Zeit frierend dort fitzen, bi« eS endlich vom Vater» der von dem Vorfall gehört hatte, abge- hott wurde. HerSseld, 27. September. Familienzerwürfnisse haben in dem nabegelegenen Dorfe Friedlos zu einer furchtbaren Mord- that gefüh't. In der Nacht vom Sonnabend auf den Sonntag, gegen 12 Uhr, kam die Ehefrau deS Georg Sauerwein daselbst zu dem Bürgermeister Kaufmann und theilte ihm mit, daß ihr Mann im Hose befinnungSloS von ihnen aufgefunden worden, zu Bett gebracht und alsbald darin verschteden sei. Gestern Morgen begab fich daS Gericht srfort zur Stelle und fand den Sauerwein in einem furchtbaren Zustande. DaS Stirnbein war zertrümmert, der rechte Oberarm und linke Unterarm zer- schmettert und auch der recht« Oberschenkel zerschlagen, und zwar allem Anscheine nach mit einem stumpfen Instrumente. Die Angehörst,«« de» Ermordeten» seine Frau, deren Sohn elfter Ehe, Namen» Schneider und sein eigener fünfzehnjähriger Sohn suchten den Verdacht der That auf einige ander« Bewohner de» Dorfe» zu lenken, indem fie angaben, daß Sauerwein deS Abend» gegen 8 Uhr zum Fuchen gegangen und an der Fulda jedenfalls ermordet und auf seinen Hof geschl-ppt worden sei. Diesem widersprachen nur zu erdrückend die Thotsachen, daß weder im Hofe noch vor demselben irgend welche Blutipm gefunden werden konnte, daß da» Bett dageaen über und übet mit Blut getränkt war. Noch viele andere Momente und die Au» tagen vieler Zeugen ließen fast keinen Zweifel auskommen, daß der Mord von dem Stiefsohn deS Sauerwein, jedenfalls im Ein- verständniß mit deffen eigener Frau, ausgeführt word'N iei. In Folge deffen wurde der etwa ZOjährige Schneider, welcher in Kürze seine dreijährige Dienstzeit antreten müßte, und deffen Mut'er verhastet und elfterer geschloffen hierber in Unter- suchung gebracht. Gie chzeitig fand gerichtliche Oddukiion der L-iche durch Herrn Kr�ttphy-UuS Dr. Vcklor statt.— Heute Morgen wurden die Verhafteten, welche noch immer hartnäckig leugnen, nach dem Tdatorte gebracht, um fie eventuell an der Leiche zu einem Gettändniß zu dringen. Zabrze, 26. S-ptember.(Grubenunglück) Dem„Ober» schlefifchen Anzeiger" wird gemeldet: Gestern Nachmittag er- eignete fich auf der Tiefdau'Por'mba Anlage zu Zabrze ein schwere» Unglück, indem die Belegschaft eines Orte» nach einer verlaffenen Strecke der alten Anlage duich'chlägig wurde und von den hierdurch plötzlich eindringenden, gewaltigen Waffer- maffen theilt getöftet, iheil» schwer verletzt wurde. Zoe, Häuer und ein Schlepper blieben sofort tobt, zwei Mann find-chwe: verletzt. Die meisten der Verunglückten find Familienväter. London, 28. Septbr. Der im St. George Ho'pital liegende, durch einen Unfall auf der unterirdischen Eisenbahn schwer verletzte Moiitz Fischer, hat gestern seine Bestnnuag wtederlangt und auf Befragen eingeräumt, der Unfall sei ihm dadurch zugestoßen, daß er seinen Kopf zu weit au» dem Fenster de» Waggons herausgesteckt hatte. Kriefkaste« der Redaktion. Trutz. Wenn das Ehepaar da» delr. Kmd durch schrist' lichen, gerichtlich bestäiigten Vertrag an Kindetftatt angenommen hat, so haben die sonstigen Verwandten(Geichwtster rc.) kein Erdrecht gegen da» Ehepaar; da» Kind erbt Alle», ebenso wie ein leidliche« Kind. St. S. Sie find nicht strafbar, wenn Sie Jemandem, der Ihnen Geld schuldet, einen Gegenstand wegnehmen, diesen ver» setzen und den Pfandschein dem Schuldner geben. Denn offen« bar haben Sie fich hierzu für berechtigt gehalten und daher in gutem Glauben gehandelt. In Zukunft hüten vi« fich aber vor solcher immerhin rechtswidrigen Handlungsweise. E. W. Da der Lthrherr Ihren Sohn zur regelmäßigen Sonr.tagSarbeit zwtngt und seine Gesundheit durch tägliche 13 stündige Arbeitszeit gefährdet, so können Sie gegen ihn auf Aufhebung de» L-brvertragk» klagen. Ist der Vertrag nicht schriftlich adgeschlrffm, so nehmen Sie Ihren Sohn einfach, ohne weitere» auS der Lehr«. S. D. Solmtzstr. Eine von Ihnen gemiethete Wohnung. die voller Ungeziefer ist, brauchen Sie nicht zu beziehen, wem nicht der Wtrth so'o tige Abhilfe schafft. Mittags 12 Uhr. Ihre Auffaffung der Polizeiverord» nung rst ganz richtig. Bezüglich der kleineren Wohnungen ist nur vorgeschrieben, daß dieselben am Ouar»altrrsten, also ior Laufe de» Tage» geräumt werden müffen. Tie Z-it bi» Mit» tagS 12 Uhr bezieht fich nur auf mittlere und große Woh» nungen. Auch wenn ein Miether feine Wohnung nicht zu der verabredeten Z-it räumt, kann die Polizei ihn nicht Heraul« bringen, sondern nur da» Bericht. Abonnent 120. Sie find zur Bezahlung der Ihrem Sohne zum Vertrieb gegebenen Speisemarken zwar nicht ver« pflichtet, indeffm thäten Sie vielleicht gut, freiwillig zu zahlen. um Ihrem Sohne Strafe zu ersparen. Es kommt ou' die zwischen ihm und dem Restaurawr getroffene Abmachung an zur Beurihiilung, ob eine Unterschlagung vorliegt oder nicht. Hat der Restaurateur Ihrem Sohne die Marken fest verkauft» i so l egt nicht» Strafbare» cor. wchl aber dann, wenn er ihm die Marlen zum Verkauf in Kommtffion gegeben hat. Der Restaurateur hat jedenfalls nicht» Unrechtmäßiges gethan. R- H. ES besteht in der Reich» oerfaffung keine Vorschrift. innerhalb welcher Frist der Reichstag nach Ablauf drr Legis« laturpiliode wiedergewählt und einberufen werben muß. Er« folgt innerhalb einer Legislaturperiode eine Auflösung, so ist die Frist 60 resp. 93 Tage. H H Em uneheliche» Kind verliert dadurch nicht sein Recht auf Alimente, daß seine Mutter fich mit einem Andere«» oerheirathet. W K. Eine Glasscheibe, die schon bei ihrem Einzug zerbrochen war, muß der Wirth revariren laffen, und Sie find» wenn er die» trotz geschehener Aufforderung unterläßt derech» tigt die verauslagten Rrparaturkofien von ver Mirth« in Abzug zu dringen. Theater. Sonnabend, den 2. Oktober. Otzernha«». Coppelia. Vorher: Der betrogene Kadi. Schauspielha«». Der geheime Agent. Deutschet Theater. Die Räuber. £"£'5 ZittttZ. Konzert von Henry Marteau. Krtedrich-Wilhelmstädttsche» Theater. Der Nachtwandler. Wallner-Theater. Ein Blitzmädel. »elle-Alliaaee-Theater. Drei Paar Schuhe. Ofteud-Theater. Der deutsche Michel. «tktorta« Theater. Amor. Tanz-Po-m von Luigi Manzotti. Walhalla-Theatev. Don Clsar. lltestdeu,-Theater. Dt« Danifcheff«. Zentral-Theate». Alte Jakobstr. 30. Direkt.; Adolph Emst. Der Wald-Teufel. Gesang»- poffe in 4 Akten von W. Mannftädt. Koupleti von G. Görß. Must von G.SteffenS. Mit neuen Dekorationen und Kostümen. (Novität!) «onkordw- Theater. SpezialUSten« stellung. Saufmanu'S variet». Spezialitäten, stellung. »merieau» Theater. Spezialitäten- stellung. MetchShalleu» Theater. Spezialitätm> stellung._ JBden-Theater« (Früher LemlmemmtääWmche# Theater.) DreSdenerstraße 72/73. ?«» oroffartigste program« drr Residenz. The I-Hnsis« Family, 4 Damm, 1 Herr, derühmie Schwemm- und Tauchlünstler. Oaktrk-SrsirUschaft Riegel. 12 Damm. 2 Herren. Mr. floffwBtttt mit seinen dresstrten Schafen und Hunden. 7 Amerikanerinn m Kchmrftrr« Makhrm». Kch western Milanollo, berühmte Violin- Vtrwostnnm. Mr. Srnest», bedeutendster Jongleur der Jetztzeit. Mr. prrry Aarvry, Fuß-Equilibrist. paala und ß»d«ig Srllhrtm, die beliebten Wimer Duetttften. «agra Zocher. outzge». Universal- Humorist. Urt. Kathi PrAoui, Konzertsängerin. Kafienöffnung S>/» Uhr. Anfang 7'/» Uhr. Vor- Vor Vor- Vor- - Passage 1 Tr. S M.- 10 A. PPjf Kaiser- Panorama. In dieser Woche: Sin« Reis« durch Egypten. Da» malerische Italien und Pompeji. Hertha- Reise. Carolinm-Jnseln. Entree 20 Pfennig. Kinde, nur 10 Pfennig. Mittwoch, de« 6. Oktober: Eröffnung von H. prauschn's anatomische« MUSEUM. Kommaudauteustraße TO u. 71. Täglich von MorgenS 9 bi» Abend» 10 Ubr für erwachsene Herrm.[704 {irnstags und Freitags liefttich«nd na» astrim für Pamen. Kgl. Preoss. Lotterie-Loose auch Antheile im Fottrrir-Komtoir von[677 M. Meyer, Koppenstraße 66, Am 80. d. MtS. entriß un» der Tod«inen i unserer ältesten Arbeiter, Herrn Carl Dohrmann. Durch Fleiß und Treue hat fich derselbe bei- un»«in gute» Andenken dewabrt. 734]_ Achnstrr& Karr. Mvtttin dkl KüMlltt. Den Mitgliedem zur Nachricht, daß fich der Arbritsnachmeis von jetzt ab im Lokale des H rrn Nakow, Wrihrnburgerstr. S. befindet. 695] Der Vorstand. Fachnereiu der Äulltateurr Kertin». Mitsiirdrr-versamariang am Monlag, den 4 Ottoder, AdendS 7 Ubr. in Uirft s Kalo«, Kammandantenstr. 71/72. Tagecoidnung: 1. Ueber die Aufgaben deS Verein» für die Zukunft. Referent Herr Kietz; Korreferent Herr Gotthetmer. 2. Innere Ver- einiangelegenheiten. 3. Versä iedene» u. Frage- kastm.— Um zablreiche» und pünktliche» Erscheinen bittet[738 1 Der Vorstand. Kterbetrasie drr Maschinenbau arbritr» z» Krrli». Außerordentliche Generalversammlung am Sonntag, den 3. Oltoder, Vormittag» 10 Uhr. im Wintergarten(Zentralbotel), Eingang Dorotheenstr. T.-O.: 1. Da» Ve, halten de» Vorstände» der O.tSkrankenlaffe gegenüber ben Interessen der Mitglieder der Sterbekaffe. 2. Rechenschaftsbericht der Statuten- Kommisfion, evmt. Ai-.nabme de» von der Kommisston auS gearbettetm Statut». Du» Sterdekaffmduch legi- timirt. Um recht rege Beiheiligung bittet 737] Die Kommission. Kranken- nnd Kegrälmihkasse drr Kan- und La'arikarbrttrr(«. K.) «rnrralvrrsammtl'.ng der Mitgtteder am Sonntag, den 10. Oltoder, Vorm 10'/» Uhr, in Venz' Kalo«, Naunynstraße 27. Tage«. ordnung: Kaffmdericht und Kaffmangelegmhett. Um zahlreiche» Erscheinm ersucht[736 Der Vorstand. I. A.: W. Reinert. Ceuttal-kraukeu- u. Sterbekaffe der Tischler etc. Den Mitgliedern sowie Freunden unserer Kasse zur Nachricht, daß am Konua'eend, den 9. vktolir», In Kenz' Kalo», Naunynstraße Nr. 27, ein Familien-Kränzchen, bestehend in Tanz und deklamatorischen VottrSge« rc., stattfindet. Anfang 8 Uhr. Der R-tn ertrag ist für den JnvalidmfondS unserer Kasse best mmt Einlaßkarten tosten für Herrm 50, für Damm 25 Pf. tnklufioe Tan, und find auf sämmtliihm Zahlstellen unserer Kaffe sowie bei unserem Kasfirer Herne W. Geiling, Manteuffelstr. 115 v. Ii, zu haben. DeS wohlihäugen Zwecke» wegm bittet um regen Besuch[732 Di« SrlsnermaUnng. Arbeitsmartt. I Sehr gute Mäatei-Arbeiterwue» finden bei gute«. Loh« dauemd« ve- schäftigung[707 ftrinaim& Koseaberg, Kommandantenstraßc, Ecke Lmdenftraßt. Sohn anständiger Eltem sucht Stellung al» Gürtler- und Bronzmrlehrlina. Antritt 1. Oktober. Adresse Friedenstraße 78 3 Tr.[718 Soeben ist im Beilage von I. H. W. Dtetz in Stuttgart erschienen: Internationale Bibliothek Heft I. Die Darwin sche Theorie. Zu beziehen in Berlin durch alle Buchhandlungen und Kolpotteure, sowie in»b« sondere durch dir Grpedltio« de«„Krrliver Uolksblatt", Zimmerflrage 44, C. Weeklrnbnrg. Knchhaudlung Kranseastrake 4S, Louis Abel, Knchhandluuo, Sebastianstraße 87, Ich bin von Geimmftraß« 39 nach Grimmftratze 88 verzogm. Dr. Haaren, pratt. Arzt. Floß-Habak, Größte Auswahl, billigste Preise. A. Boldschmidt, nur Kmllellßr. 155, Empfehle mein neu eröffnete»[648 Schnhwaaren Geschäft Skalttzerstraße 117, zwischen Mariannen- und Manteuffelstraße. Große» Lager i. Herren-, Damm- u. Kinder- stiefel. Bestell, n. Maaß u Reparaturen i. kurz. Zeit. All« Freunde u. Bekannt« ers. b. Bedarf um geneigten Zuspruch. Wilhelm Papke. Reelle Bedimung. Billige Preise. WM" Uhren-Fabrik «. Seharno w» ,u allerdilligsten Preisen: Srlb. Zylinder-Uhren 15, 18,20, 24 W.; fllb. Zylinder-Uhrmmit Remontoir Aufzug 24— UM.; filb. 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M.,'/.. 90 P-.[7331 SriginaU.: Vi. V», V«. Rothe? Loose ä 5 M. Rieh. Seht öder, Krrli« W., Markgrafen straß» 46, Grnsdarmenmarkt. elleWeU Kaleadtr für 1887. AuS dem reichen Inhalt heben wir hervor: ReichShaaShaltS-Etat de» Dmt- scheu Reich».— Zerbrochene Rettern. Erzählung von Rod. Schaeichel.— Bär- lige Rramoa aab Haamensche».— Si» Praletariertiatz. Srzähiungo.S.Laagor. — Der Kampf z wische, gerne* m Waffe, ia»er Welt. Son P. Di». Köhler.— Wie mam Hat Wiliaa»erbumi.— FU«. «eabe Blätter(humoristisch). AI» Gratis-AeUageut L Lucia. S- WatterKU. 2. vluache. 4. Die Wttta«tr». «a«aabfalfaker. i- Zu deztehm durch dir merftrsßr 44 «»»editto». 5«*- 1�4 Hr. 83 de« „Wahren Jakob' ist«rschimen und w der Expedttion. Zimmer» straß« 44. zu haben. «enmtmort'ich für den politischen Thell und Sozialr« Mar Schippet, für Vereine und Versammlungen K. Tutzaner. für dm üd-igen Theil der Zeitung R. Crruhei». sämmttich in Bttlis »rtanraciui« im. Druck und»erlag von Mar Babing in Berlin 8W, Beuthßmß«�»