Nr.*32. Dienstag, de« 5. Wittober 1886. Iii, Jahrg. SerlimMMII Brgiin für die Interessen der Arbeiter. 4 Uism MM-Iiisiiektirlil. Za de« soebe« erschiene« amiliche« Mittheilnvge« aus den Berichten der Fabriken-Josp ek tore«, auf die wir«och eingehend zu spreche« lomme« werde«, interesfirt unS be- sonders der Nbs«y«itt, der vo« de«„wirthschaft« liche« und sittliche» ZustSude» der Arbei» terbevökerung" handelt. UvS scheint, daß manchen Fabrilin.Zvspiltore», we«« sie auf diese« Pnnkt zu spreche» komme»,«s sehr schwer wird, sich vo» der althergebrachten spl.ßdtiraerliche« Anschauung loszureißen,«ach welcher man es bei de« Aibeiter» als unstatthaft betrachtet, wen« sie ins Wirthshaus gehe«, während man bei de«„Herren* und „Bürgern* dabei nicht» zu tadeln findet. Die Fabriken- Znlpektore« klage« vielfach über„den Verfall der Sitten' bei de« Arbmern. Wir»olle« die Stelle «örilrch anführt»; sie lautet:„Die urverheiratheten wänn« liche» Arbeiter, dere» ArbkitSverdienst ihnen meistens ein gute« Auskomme«(!) gewährt, werde« vament« lich in größere« Städte« häufig durch die mangelhafte« Wohnungsverhältniffe, w»»n fie fich»ur mit einer Schlaf« stelle begnüge« müsse», an ftühe«(?) Wir» h» haut besuch ge» wöhnt; unter den Arbei teri»oe« nehmen Putz- und Verg»a- guvgSsucht über Hand, der Sin» für Sparsanrkeit geht dabei verlöre». Der häufige Besuch öffentlicher Tanzmusiken, die an manche« O ten im Uebermaß geboten werde«, gredt Anlaß zu allerlei Abwege«. Frühe Heirathe« besser« nicht» daran, zumal de« Fabrikarbeiterin»«» bei ihrem Eintritt in die Ehe häufig jegliche Erfahrung für de« häusliche» Beruf abgeht'. Da« ist recht viel auf einmal, wa« da die Herre« Fabrikev'Znsptktore» dem Arbeiterstande vorzuwerfe» habe«. Sehe« wir nn» die Dinge etwa» näher o». Die Fabrik«»- Inspektor«» gebe« an, daß.die Löhne im Tanze» und Große« auf ihrer bisherige« Höh«(besser sagte«a« Niedrigkeit) erhalte»' habe«; i« einzelne« Fälle» seien fie„sogar(I) gestiege»'. Dabei wird aber hinzu« gefügt, daß spezielle Minheilunge» über die Höhe der ge- zahlte« Löhn« sich»ur i« sehr wenige« Berichte» voifiede». Da« Wenige,«a« a«g«g»bt« ist, zeigt, daß die Löhne in de« meiste» Branche» erschreckend niedrig find. Wie kommt man dazu, de» Arbeite««och Sparsamkeit an« zuewpfehle»? Au» Leipzig hat man 16 HauShaltungk- dudgetS von Arbeiter« eingesandt, die als„ordentliche Leute" bezeichnet werde», und«ur i« 4 Fällen übersteigt das Verdienst die Ausgabe«, und zwar sehr gering. Wo soll denn da gespart werde»? Uebrig««» hat ja die sächsische Regierung i« der letzten kurze« Session de» Reichstags durch «inm ihrer Vertreter erkläre« lasse«, die Ei» lagen t» de» Spar- lassen hätten fich vermehrt; da möge« fich also die Herre« Jleuilleton. R«4k(nS v ertöten,__ Die weinende Sultanin. Novelle vo« Maurus Zükai. (Uebersetzung von L. Wechsler, Budapest.) t(e-h'uß.) _„r"4 odwaltende« Umstände waren der Ausführung sehr günsnz; Do« Lamberts kam ganz& propos in Marokko an, da man de« zwanzigste» Sterndeuter gerade bei lebendigem Leibe brate« ließ, de, die Uhr der Sultani« repariren ge- wollt und fie nur«och m,h, verdorben hatte. Cr eilt«, fich beim Sultan zu meld». Der barbarische M hmte Mitleid mit dem junge« Chiiste«, de«« wir müsse»»ch« daß Do« Lamberto der Sohn de» Sultan» hätte sein könne» und er sagt« ihm, er möge, bevor er fich dem gesihrliche» Werke unterziehe, vor« erst daS Gesicht sei«eS Vorgä»gere betrachte» und die Tri- Masse» studire«, die jener schneidet, während er im fiedende« P-che liegt und erst we«n er meint, daß«, ein« gleich« Ei- tuatio« mit«ehr Phlegma zu ertrage« vermöchte, möge er erklären, ob er e« unternehme« wolle, der Nachfolger seines Vorgänger» zu sei«. _ Do« Lamberto aber verließ sich auf seine Kunstfertig- «it und sagte, er scheere fich nicht um da» Unglück Anderer; man möge ihm«ur da» Uhrwerk zeigen, welchem nicht ei«- »al eis heidnischer Uhrmacher Leben einzuflößen vermöge. . De, Sultan befahl dem Uhrmacher, am nächste» Tage rm Serail zu erscheine«, um fich dort mit eigene» Auge« von der ganz,» P�cht de« Hofe» und von der Trauer der Sultanin zu überzeuge«, welche da« Antlitz einer stet« weinende« Sultani» a«f diesen Glanz, auf diese Pracht wirft und dann möge er selbst beurtheilen, welch' furchtbarer Ucbelthäter da« ist, de, diese« traurig« Geficht«och verzagter machen will. Am nächsten Tag««schien also Don Lambeto bei Hofe; doch betrachtet«« wü>« die mit Perle« und Diamente» ge« schmückte« vornehme« Herren, noch die geschminkte« OdaliS- Fabriken- Inspektoren mit der sächsische« Regierung aulein- ander setze«. Ist e« den« so etwa» Entsetzliches, wen» die Arbeiter Abends ausgehe«, um fich bei einem Glas Bier mit ihre« Freunde« zu unterhalte» t Wen« fie in'eine Betstunde ginge«, so würde jedenfalls nicht» eingewendet werden. Wer elf, zwölf, dreizehn und mehr Stunden gearbeitet hat, der hat ein Bedürfaiß, fich i» Gesellschaft zu bewege», und wen« er keine Familie hat, so kann er fast»ur im Wirthshau» oder in Vereine« sich seine Gesellschaft, wie fie ihm paßt, suchen. De» Herren Fabriken-Znspektore» wird«»genauso gehen. Wenn fie de» Tag über gearbeitet habe», ist eS Abends für fie ei« Genuß, im Kreise vo« Freunden und Bekannte» zu sei«. Daß da« den Arbeiter« eb«»so geht, sollte doch eigentlich nicht« Auffallende« sei«. Es giebt gewisse Hausfrauen, die heute«och sich dar- über ärger«, daß dt« Dienstmädchen es wage«, Hüte aufzu- setz;». Sie glauben, man lebe in einer verkehrte« Welt, wen» die Dienstbote» nicht auch Sonntag» baarhäuptig und in möglichst dürftigem Anzug auf der Straße erscheine». An diese Hausfrauen werde« wir immer erinnert, wenn sich Jemand über die»Putz- und Vergnügungssucht' der Arbeiterinne« beklagt, wie e» in de» Berichte« der Fabriken-Inspektoren auch wieder geschieht. Di« Ar» beitertnne« sollen fich nicht putze» und solle« keine Tanz- musike« besuchen, die Arbeiter sollen nicht in'« Wirthshau» gehen. Nicht tinmal.früh heirathe«' sollen die Arbei- terinnen, denn sie versteht« angeblich nicht» vo« der Haus- Haltung. Da fragt man sich erstaunt:„Was sollen die Arbeiter und Ardeilerinnen den« eigentlich thun, wen» sie eine« Ruhetag habe«? Wen« fie den Herren Fabriken-Jnspektore» folgen wollte», so bliebe ihne« nicht» übrig, al« zu Hause zu fitze« und Trübsal zu blase«. . Et ist un» unbegrelflich, wie ma« im 19. Jahrhundert auch nur noch entfernt daran denke» kann, die geringe» Vergnügungen, die der Arbeiter fich erlaube« kann, anstößig und verderblich zu finde». Die Arbeitszeit ist meisten« lang, die Arbeit anstrengend und einförmig. Da« würde ja ein Volk von lauter Sauertöpfen werde«, bei dem der Grundsatz in Kraft trete« könnte, daß Vergnügungen ver- verblich seien und daß der Wirththautbesuch alle« schon hinreiche, um eine«„Verfall der Sitten' herbeizuführe«. Uebrigen» find die Fabriken-Jnspektore«, die diese« Lamento anstimmen, auch gar keine besonder« scharf- sinnige» Nationalökonome». Sie müßte» sonst be- denken, daß wa« doch vo« allen Seite« sich über die abnehmende KonsumtionSfähipkeit der Masse« beklagt. Was wäre dan« die unmittelbare Folge, wen« die Arbeiter sämmtlich oder auch«ur in ihrer Mehrzahl gen öihigt wäre«, ken, sonder« suchte bloS»ach Aldamira, die er da«« auch gar bald erblickte. Die Sultani» saß ganz i» Weiß gehüllt«eben dem Sultan auf einem erhöhten Kissen, welche» dort Thron ge« nannt wurde. Die we'ße Farbe bedeutet, safer« da« Konversation»- lkxckon nicht lügt, bei den Marokkanern Trauer. Aldamira trauerte also. Don Lambert meinte, um ihre« Gatte», der Sultan aber, daß fie ihre verdorbene Uhr betrauere. I« diesem weiße» Gewände, mit diesem traurige« Blick aber erschien fie«och schöner, als jemals. Al« der arme Do« Lamberts seine Gattin»eben dem Sultan fitzen sah, warf er fich zur Ecde und verbarg da» Gesicht in den T'ppichen. Nur wenig Gatte« mögen e» gern sehen, daß ihren Gattin««« eine so große Ehre wieder- fabre. ES ist darum bei den Türken sehr gut eingerichtet, daß der Mann i« ähnlich geartete« Situationen sein Gesicht mir der Erde verdecken kann. Aldamira ader that nicht so. Als fie ihre« einstigen Gatten erblickte, sprang fie von ihrem Sitze empor, stürtzte hinunter zu ihm und umarmt« ihn dort vor alle« Leute«, angesichts de« Sultan« und all' seiner Vezire—; der arme Do» Lamberto war zu Tode er- schrocke«, da er meinte, daß man ihm den Kopf auf der Stelle abschlagt« werde. Freilich war der ganz« Hof durch diese« Auftritt skan- dalifirt. der Sultan wa» sprachlos vor«ntsetzm und jeder der Anwesende«, der ei« Schvnt bei sich hatte.fuhr«ach dem Griffe desselben mit der feste» Abficht, von diesem, de» marolkamsche» Thron schändenden Paare, ebenfall» er« Stück zum Andenke« mit«ach Hau, zu«ehme». Aldamira ader schritt mit sreudestrahlendem»ntlitz zu dem Sultan hi« und de« Kopf de« fortwährend auf dt« Knie fallenden Don Lamberto unter den Arm nehmend, sprach fie mit einem be- �?Aer�mei« Gebiet«,, hier ist der einzige, ruhmreiche Mann,-- der meine Uhr verfertigte l' Don Lamberto reparirte dann auch die Uhr. fich von alle« oder de« meiste« Vergnügungen fern zn halte« und ei« ganz eingezogenes Lebe« zu führe«? Nu«, r» würden eine Menge von öffentliche« Lotale« eingehe«, ihnen würde« eine Menge von anderen Geschäfte«, die dann keinen genügende« Absatz mehr hätten,»achfolge« und der Rückschlag würde im ganzen wtttbschastliche» Lebe» zu spüren sei«. Die Arbeiter selbst würden noch weit mehr mit dem Mangel an Beschäftigung zu kämpfe« habe«, all heute, wen« der Konsum auf die angegebene Weise ge» schwächt würde. Nein, gönnen wir dem arbeitende« Volke sei»« gerin« gen Erholungen und Vergnügungen für die schweren Lasten, die e» zu tragen hat, und bedauern wir im Gegentheil, daß da« arbeitende Volk fich so ungenügend und so wenig er» holen kann. Bei all unserer Hochachtung vor dem Jnstttut der Fabriken-Jnspektore« aber möchten wir den Herr«» an- empfehlen, da» Moralprevige« dahinten zu lassen und die Berichte lieber mit ausgiebigem statistischem Materiol über Löhne u. s. w. zu versehen. Da« wird auch de« Beifall der Arbeiter finde«._ Al» ho Wtchchuozeo der belzischeo Arbriterrrqoetrkommillioo. (Vergl. No. 227.) III. Wir stellen nach der„Franlf. Ztg." noch einige bemerken»- wertbe Ergebnisse der letzten S tzungen zusammen. In H u q wurden die Ardctter der Ztnk-Jndustrie vernommen. Sie sagten au», daß fie, an den Oefen beschäftigt. 26 Stunden hinter einander ohne Unter» d r e ch u n g, von 5 Uhr früh bi» den andern Morgen stütz 6 Uhr, an der Arbeit sein müssen. Dann haben fie 23 Stunden Ruh». Sie verdienen für 25 Stunden 7 Fr., aljo 3,50 Fr. «er Tag. Aber fie müssen in 2 Wochen noch extra 2 bi» 8 Tage feiern. Sie wohnen meist nahe an den WerkNälten, als« sehr ungesund. Man zwingt sie zu dieser Arbeit durch ein Prämirnsystem, durch daS fie 300 Fr. per Fahr über ihren Lohn verdtenen. Nach 20 Jahren solcher Arbeit ist der Mann ruinirt, und da e» keine PeristonSkaffen giebt, ist er auf die Straße gestellt. Die Arbeiter müssen ihr Werkzeug bezahlen, wenn fie eintreten; wenn fie auSlretm, müssen ste daS Werk» zeug zurücklassen, bekommen aber ihr Gelo nicht heraus(!). Der Vorfitzende meint, eS bandle fich um einen Mtelhzin», ader die» wi derlegen die Arbeiter, da ihnen auch die Ausbesserung ihre» W-rtttua» bezahlen müssen, was fie monatlich auf durch- schntttltch 7 Fr. zu stehen kommt.— Die Unternehmer au» dieser Branche find nicht da; nur eine Aktiengesellschaft hat durch ihren Ingenieur erklären lassen, fie würde e» gern setzen, wenn die Ardeiter kommen und aussagen würden; fie würden ober schwerlich kommen, da fie sehr zufriedm seien. Außerdem erscheint noch der Direktor einer Zink- Gesellschaft, der Die» erweckte wieder große Freude im Marokko; Aldamira ward von neuem guter Ding«, bekam wieder rosige Wanaen und lachte; der Sultan war voll Seligkeit, er ließ die Gefängnisse öff-e«, viel« Diebe wurden fteigelaffe», die Schatzkammer ward ebenfalls geöffnet und von einer an» deren Ar» Diebe» geplündert, die Emir« quälte» da« Volk nicht, da» Volk firm nicht mtt den Nachtdarn, innen und außen überfloß Berg und Thal vo« Seligkeit— und alle»»ur, weil die Uhr der Sultania wieder ging, schlug und krähte. Für diese allgemeine Wendung zur erfreuliche» Besse- rung verdient« Do» Lamberto auch eine» besonderen Dank; der Sultan kennte sich vor Freud« nicht loflea und er bot ihm die Still««ine» Gcoßvezier»,— Kopudanpascha»,— Finanzminister«,— oder eines Obermusti an;— die Wahl blieb ihm freigestellt, nicht nach dem Maßstab«, von welche« Amt« er weniger verstand, sonder« welche» mtt größeren Einkünften verbunden ist. Die Hifioriter find uneinig über die Gründe, welche die Sultanin Aldamira dazu bewogen, Don Lamberto zu»««- wehre«, eine» dieser hohe» Amter anzunehmen. Sicherlich that fie e« in weiser VorauSstcht ihre« liebende« Herzen«� wohl wissend, doß wen» Lernte dies« glänzende« Stellungen ohne Gewissen erreiche», sie dieselben fier« ohne Kopf ver- lassen und darum schlug fie dem Sultan vor, ei» neue« und gefahrlose» Amt für de» Do» Lomberto zu schaffe«. Diese» Amt war da« de«„Wächter» der Uhr." Der Diva« bewilligte ohne jede Gegenrede die Creirung dieses wichtige« Amtes, was übrigen» ganz natürlich war, den» wen« solche Gegenstände, die rvhig stehe», ihre Wächte» habe», wie sollte ei» solcher bei eine« Gegenstand« fehle», welcher geht? Don Lamberto sah fich am Ziele seiner Wünsch««mge- langt. Er mußte vo» Amttwege« täglich in dem Zimmer der Sultani« erscheine«, in welchem die Uhr stand und dafür Sorge ttager, daß der Zeitmisser nicht stehen bleibe. Bei diese« Anlässe« nannte er Aldamira beim Namen,— fie waren ja ganz ohne Zeuge« und unbewacht— sagt ihr, wie sehr er fie lieb«, daß er ihr stet« treu geblieben, schildert« ihr dt« Opfer, die er dem Meere und dem Piraten gebracht folgendks oulfagt: 6t habe 169 Ai heiter, die alle 2 Tage einen 24ftltndtgen Arbeitstag durchmachen. Die ArbeU sei außerordentlich beschwerlich und ermüdend, desgleichen sehr ungesund. Lei ihm müßten die Arbeiter nichts sür die Werl- zeuge bezahlen. 6r habe auch ein« UnterstützungSkaffe, aber sie zahle dem tranken Arbeiter nicht länger alS drei Monate, da st- im Defizit sei. Die Gesellschaft gebe zuweilen auch Penstonen, aber das stehe in ihrem Belieben. Schließlich wünscht der Herr Direktor: Abschaffung der GingangSzSlle auf Z nk und die Rcviston deS Art. 47 der Versaffung. aber nicht zur Erweiterung, sondern zur Beschränkung des Stimm» recht?. Seine Forderungen erregen nur die Heiterkeit d-S Publikums. In F e l u y mit großen Steinbrüchen marschirten 1300 Arbeiter vor dat Gemeindehaus, in welchem die Kon misston tagte. Sie schickten ein« Deputation hinein, weiche erklärte, die Steinarbeiter hielten eS für üderflüjfig. ihre Klagen vo zubringen. da die Kommisston ihr Elend genugsam kenne. Dann zog die Deputation ab und die 1300 Arbeiter marschirten an ihre Arbeit. Die zurückgebliebenen Unternehmer bedauerten dieS Verhalten der Arbeiter und gaben ihre Aussagen allein ad. Der eine theilt mit: In den Steinbrüchen werben Lehr- linge im Alter von 10 und 11 I hren angenommen, die wöchentlich 1%— 2 Fr. verdienen. Nach einem oder zwei Jahren verdienen ste 1 Fr. per Tag. Der mittlere Verdienst der Arbeiter beträgt 2-3 Fr. Die Sttckardeiter können wehr verdienen, aber e» gtedt auch Zeiten, wo ste feiern müffen. Die Ardeiterwohnungen fi.rd üderauS schlecht. Er kmnt eine Familie von Personen, die in einem einzigen Zimmerchen wohnt.— Ein anderer Unternehmer'agt auS: Die Arbeiter stnd in der That sehr übel daran. Der Lohn hat seit zehn Jahren um ein Drittel abgenommen. Zuweilen haben die Ar- detter Ursache zum Streiken, um die allzustarke Hrrabsetzung der Löhne zu verhindern. Ei sei traurig, 70' und LOjähriz: Greise gezwungen arbeiten zu sehen, ohne laß ste ihren LedenS> unierhalt verdi-nen. Die PenfionSkaffen find unbekannt. In sozialer Beziehung herrscht eine große Kluft zmischen Bürger» tbum und Arbeitern. Der Zeuge ist für die Einführung der allgemeinen Militärpflicht. Schließlich erscheint doch noch ein Steinarbeiter vor der Kommiiston und sagt aut, daß eS Steinhauer gebe, die in dm vier Wintermonaten zusammm kaum 50 bis 60 Fr. verdienet», und davon sollen ste mit sbren Familien leben! Mehr Arbeit sei nicht vo Händen. Der Zeuge arbeitet jetzt 11 Stunden täglich und verdtmt 20—25 Fr. in 14 Tagen; starke Ardeiter kö, n n e« auf 40 Fr. hringm. Seit 15 Jahrm hat der Lohn um 32 pCt. abgenommen. Unter 20 Arbeitern ist vielleicht einer, der Sonntags Fletsch effen kann; Milch oder Eier nie. UnterstützungSgesrllschastm stnd vorhanden, aber die Arbeiter find nickt Mitglieder, weil ste die Beiträge nicht br» zahle» könnm. Der Zeuge klagt auch darüber, daß man die kleinen Unternehmer bei den Sudmisstonen nicht berücksichtigt, weil ste nicht„sckmierm" können. Zu dm intereffantesten Sitzungen gehötm diejenigen in Ch arleroi, dem Mittelpuntt deS Märzaufstande». Tau» ter.de von Arbeitern fanden fich dam ein und empfingen vom Vorfitzenden die Verstcherung, daß ste nichts zu defürchten hätten, wenn ste auStagm wü'.den; er glaube nicht, daß ein Unter» nehmer von Charleroi fähig wäre, einen Ardeiter zu entlaffen wmn er die Wahrheit spräche. Die Aussagen floffm denn auch reichlich. Der erste Zeuge, ein M i n e n a r b« i t e r, beklagte fich über dat Unsersuchungtversahrm bei Unglücksfällen. Auf die Ardeiter würde«in« unerhört« Prelston geübt; ste müßten angeben, wa» die Aufseher wollten, und so käme nie die Wahr. heil heraus. Auch verhörm nickt die Ingenieure, sondern der Direttor. und nach seinen Angaben wird da« Protokoll gemacht. Ein zweiter Zeuge verlangt die Abschaffung der Stückarbeit, weil ste die Arbeiter zu rasch aufreibe. Zu» dem wird von den Gesellschaften, wen« der Albeiter mehr al« den Durchschnitt verdient, der Lohn sofort herabgesetzt. Die« wird von andern Z ügen bestätigt. Ein dritter Zeuge sagt au», daß die Ardettioerträge nur mündlich seien, aber von den Direktoren nicht gehalten würden. Ein Arbetter hätte Fr. 2 60 verdient, aber nur Fr. 1.60 bekommen. Die Sache wird auf Reklamation d-S Voifitzenden von andern Zeugen bestätigt; die Bezahlung erfolge fast nie wie ausgemacht wor» den sei, und immer suche man am Arbeiter noch einen Ge winnst heraus, udiückm. Die Hauptschuld daran trage der Umstand, daß die Direftorm Tantieme bekommen; ste seien ei, die allen Gewinn an fich reißm. Sie hielten st« Kutschen und Pferde und wollten nicht mehr zu Fuße gehen. Ein vierter Zeuge rügt die Mängel de» KassenwesenS. Di« Penfionm seien viel zu gering, aber auch der L�bn sei zu gering, alS daß man dem Arbeiter die Bettragtpflicht auf» erlegen könnte. Die Unternehmer und der Staat sollten in gleicher Weise herangezogen werden. Die Kiffen sollten Keffer verwaltet und unter einander verbunden werden. Jetzt ver» ltert ein Arbeiter alle seine Ansprüche, wenn er in einen andern Bezirk geht. Bei der Zutheilung von Unterstützungen «nd all' die Leiben, die er ausgestanden. Die schöne Eul» tanin vernahm all' die» therloehmenben Herzen» und da» BSchlein der Uhr plätscherte so lieblich dazu. Und der Müller am Fenster der Mühle— der sprach gar uicht« und schien blo« in tiefe» Nachdenken über die Sache versunke« zu sei«. Eine» Tage« nun zog fich ei« große« Gewitter zusam» me»; der Nordwestwind trieb schwarze Wolke» über dem Meere, daß auch dieses vor Wuth ganz grün wurde,— Echifferbalken, die Kauffahrer beeilte» stch, de» Hafen zu erreiche». Diese« Wetter fand Do« Lambert» sür ganz geeianet, seine Gattr« au» dem Harem de« Sultan« zu eutführea. Sl» er zur gewohnte« Stunde bei der Sultani» er» schien, sagte er ihr: süße« Täubcheo, die Stunde hat geschlagen 1" .Und hat sogar mufizut", bestätigte die Sultani». „Eo habe ich e« nicht gemeint; sonder» die Stunde der Freiheit hat geschlagen, tu welcher»ir von hier ent» fliehen werbt«. Da« Meer wogt wild I Sieh, wie die Schiffe auf demselben tanze«. Eine solche tanzende Nuß» schale, die»»« unten erwartet, werde» wir besteigen und denjenigen auslachen, der un« verfolgen wollte. Bei Nacht, wen» weder Himmel«och E:de erleuchtet fei« wird, wirst Du an diese, Strickleiter au« dem Fenster de« Paloste« hinabsteige» u»d werde ich Dich mit vier kräftige« Bursche« erwarten,«od am Morgen werden wir die spanischen Küste» erblicken. Ach, Aidamira, wer« Du wüßtest, wie sehr ich Dich liebt, und wie glücklich ich bin, wenn ich Hiera« Wel" .Ich weiß da« sehr gut/ erwiderte Aldamrra und um» schlang de« Nacken de« Gatte«;.doch habe ich eine Be» merkung hinfichtlich der Ausführung de« Plane« zu machen, welche» Du mir soeben vorgelegt." Ich höre. Wa» Du sogst, ist mir heilig." „Ich fürchte mich sehr vor dem Gewitter; sowie fich meia Fuß erkältet, bekomme ich de» Schnupfe» u»d vielleicht gar de« Ro hlauf und Du würdest e» gewiß nicht gern sehen, wen« mei« Gesicht anschwillt. Außerdem liebe ich die Seefische ungemein, wen« sie bereit« w Oel gebacken und Penstonen herrsche die reinste Willkür. Da« Kiffmwesen verdiene eher Zuschüffe de« Staate« al« Kirch« und Kleru«. Die intenffantcst« AuSsag« war ditjtnig« eine« Dr. Thoma« au« Fontaine i'Eotque, der viele Iahte unter den Ardettern gelebt hat 6; sühne ungefähr Folgend,« aut: Da« Kastenwesen ist schlecht. UnalückSfälle find häustz und dt« Verletzungen verschlimmern stch in der Regel, da die Leute wieder arbeiten müffen, bevor ste geheilt stnd. Pcnfionen und Unterstützungen stnd lächerlich gering. Der Medizinal, uno Ge« sundhei svtenst in den meisten Bergwerken uns Werkstätten läßt Alle« zu wünschen übrig, N-rzte und Apotheker find Glnst« linge oder Intriganten. E» fehlt an Handwerk«, und L.'hr- lingtschulen. Früher kannte der Arbeiler meist zwei Hand werk«; wenn die Bergardett nachließ, ging man in die Stein- drüche oder fabrizirte Backsteine, polirte u. s.«. Dabei konnte man fich von der schweren Bergwerktarbett einigermaßen er- holen. Seit dte« nicht mehr der Fall ist, stnd die Arbeiter sehr zurückgekommen. Manch« hadm ihr HäuSchm und ihr Stückchen Feld oerkaufen müffen, daS Erspart« wurde aufgezehrt, und nur noch die Wirthschaften gedeihen Der Z-uge schildert dann im Einzelnen die K-ankheiten und Plagen ver Ard-iter, ihre Eni» b-hrungen und vielfachen Quälereien, denen ste autgesetzt find. Dann schildert er die Beziehungen zwischm Unternehmern und Ardeiiein al« sehr gespannt. Er hält die Arbetter für würdig, daß m:n ihnen da« Stimmrecht gebe.?n den guten Jahrm haben d-r Spar- und O:dnungSfinn sehr zugenommen, nicht der Leichtstnn. Gebe man den Arbeitern mehr zu verdienen, so könnte man die Ordnung de« Kaffenwesen« ruhig ihnen selbst üderlaffm. Alle» sei jetzt persönlichen Jntereffen unter- geordnet. Man beklage, daß dte Arbeiter die Werlstätt« Bau daux zerstö't bältm. Er selbst habe auch eine Werlstätte ge- badl, die 600000 Fr. werth gewesen wäre. Ader weil ein Bankier seine Unterschrift nicht eingelöst habe, srim die Männer de» Gesetze« gekommen und hauen ihm Alle« genommen. Ob er nicht da« nämliche Recht auf Entschädigung hätte wie Herr Baudoux s_ Politische Ueberstcht. I» Cache» de« Kretberger Urtheil« wider die Vsr- urthertten Auer, Bebel und Genoffen ist, wie wir schon mit- tbeiltm, Termin vor dem ReichSzericht auf den 11. Oktober, Vormittag« 9 Uhr, angesetzt. Dte Reoiston kommt vor dem III. Strafsenat zur Verhandlung. Wird da« Freiderger Uithril, wie man vielfach annimmt, vom Reichsgericht bestätigt, so dürften die Verurtheillen noch im Laufe de» Oltober ihre Haft anzutreten haben, auf keinen Fall können dieiilben, soweit ste R-ichSiagSabgeordnete find, der nächsten S-iston de« Reichs« tag« betwohnen. Di« sozialdemokratische Fraktion erscheint dann um sechi Köpfe geschwächt. Nach dm m Sachsen gelten- den Bestimmungen über dat G.fängnißwesen hätten die 6 zu neun Monaten Verurtheillen, also die Herr-n Auer, Bebel, F ohme, Ulrich. Viereck und Bollmae, die Strafe im Lande«- gefängniß zu Zwickau, die 3 zu sech» Monaten Verurtheilten, die H:rrm Die«, Heinzel und Müller, ihre Strafe im Lande»- gerickttgefängntß zu Freiberg zu oerbüßen. Dem Vernehmen der Hamb.„Bgztg." nach beadfichtigm die meisten Verurtheilten, evemuell Gesuche einzureichen, daß ihnen die Verdüßung der Hast in Rückficht auf ihre Geschäfts« und Familimoerhältnisse in den GttSngniffm ihrer heimath gestattet wird. Der Ratzeburger Wahlbestechuugtverfuch giebt dm liberalen Zettungen natürlich einen hochwillkommenen Anlaß, ein Sündenregister der Konservativen zusammenzustellen. So schreibt heute die„vretlauer Morgenztg.": Ist der Fall F r a n ck e auch der schlimmste, w-il er ein Richter ist, dm P nteiletdenschaft zu seinen Verirrungen getriedm— so ist er do d bei weitem nicht der einzige. Derselbe Wahlkreis war e», in welchem der nun verstorbene Bennigsen-Förder wegen verleumderischer Beleidigung d-S KommerzienraihS Berlmg seine Bestrafung und Strafoersetzung«lhtell. Ein Zufall mag e» sein, daß in demselben Wahlkreis gegen den» selben Kandidatm mit unehrlichen und st-afbaren Mitteln sei- tenß der Konseroativm gekämpft wurde; aber et kann auch mehr sein alt ein Zufall. Et kann die durch die V-r wilderung u d politische Versumpfung h-rdeizeführte Nichtachtung von Recht und Anstand sein, die in dem Wahlkreije vergiftend um fich gegriffen bat, wenn man dedmkt, daß H:rr Frar.cke, der E ihrer der Konservativen daselbst, ihr Organisator und ihre auptstütze gewesen. Und haben die Konservativen nickt auch Herrn Slöcker an ihren Rockschößen hängen, deffen Glaub» Würdigkeit non mehreren Gerichten al« eine mangelhaste de- zeichne: worden ist? Und gehört Herr K ö l l e r nicht zu den Konseroativm, der entaeze« einem Verfaff unqiparagraphen die Politik in die Armee hineinzutragen versucht? Erst in unserm Tagen fallen die Enthüllungen über die Sammlungm einer dunllm Gesellschaft, de«„Pionier", um dem K.iscr eine Freude zu seinem Geburtstage zu machen, und eben mthüllt dte„Freifinnige Zeitung" einen weiteren Versuch, entgegen dm bestehendm G'setzen, die Jagend in die Politik zu ziehen, die — ein seltsame« und ominöze»Namen«anklingtn—„Jugend- dund" heißm soll. Ei kommt hier nicht darauf an(?), ein find, doch sehne ich mich nicht besonder« danach, ihre Be- kaantschaft in rohem Zustande z« machen; auch Im ich dessen nicht ganz sicher, ob ich im Roihfalle schwimme» könnt«." „Du hast Recht. Waite« wir also gute« Wit t pH, bis das Meer ruhig sei« wird und wir vhve Gefahr entfliehe« kö»«»."' .Du sagtest, Du habest daheim alle» ve, kauft, um mich aufsuche« und auslösen zu könnm; wir werdm also, wen« wir heimkehren, sehr arm sei» und Du wirst Dich selbst nur mtt Mühe erhalte» könne»." „Du hast Recht. Trachte» wir also danach, un« au» de» Sulla»« Schatzkammer soviel anzueigne», um bei unserer Rückkehr unser aufgegebene» Handwnk fortsetze« zu kö««m." .Wen« D««ich jetzt mit Dir nimmst, lasse» mich Deine Verwandtm soso« in ein Kloster sperren, dm« da« werdm ste in keinem Falle zugebm, daß ich, nachdem ich die Gattin eine« Muselmann« gewesen, wieder die deinige sei." „Du hast Recht; meine Verwandte« würdm die« sicherlich ihn«. Gehe»«ir also nicht nach Spanien, sonder««ach Deutschland, wo wir keine Verwandten haben." .Nu« aber werbe ich Dir etma« sage». E« war sehr schön von Dir, daß Du mich aufsuchtest und ich freue mich sehr darüber, daß Du«ich gefunden hast. Sieh', wir lebm hier sehr gut;— wir stnd hier die gescheidtestm Leute;— da« ist hier ei« schöne« Land l der Sultan biete» Dir ein Amt an, welche« Dich nicht besonder» in Anspruch nimmt und zahlt Dir dafür fünftausend Beutel Gold. Laß' alle Verschämtheit bei Seite;»im« e» a»— und bleibm wir hier ieisamme»." .Nu», schöne Damm, wa« sagm Sie zu dieser Geschrchtes di«»och dazu rein historisch und wahrheiiSge- treu ist." „W«• möglich ist. daß Alle«, wa« Sie da erzählt habm, wahr ist, daß Sie aber nicht Alle» erzählt hadm. wa« wahr ist."' Sündenregister der Konservativen aufzustellen; aber wenn her» vorragenden Führern in ihrer polttischm Thätigkett nachge» wiesen worden ist, sei e« dmch Eingestänvniß, sei e« durch gtrlchtliche Feststellung, daß zu denRequtsttm ihrer volitischm Agitation: falsch Z-uzntß, Bestechung, verleumderische Be- leivigung, VerfaffungSüberiretung gehören, dann ist e« an der Zeit, fich zu fragen: ist der Boden, au» dem die» Unkraut wächst, nicht verleucht? . Zum Jubiläum der„Rordd. Allg. Ztg."- dieselbe besteht nunmehr 25 Jahre— schreibt man ver„Pos. Ztg.": Da« 25jähr!ke Jubiläum der„Rordd. Allg. Ztg." brqeift-a die Redaktion zu einem Selbstlobarttkel, der wahrlich selbst den in Erstaunen oelsetzen muß, welcher die Unverfrorenheit de» Blatte« in Behandlung der Wahrhett oft gmug kennen ge» lernt ja'. Die Zettung verstcheri mit Genug! huun,-', fich darauf berufen zu können,„während dieser ganzen Zett unwandelbar zu der von unserem erhabenm Monarchen vorgezeichneten Politik gestanden" und„un»andelbar und vertrauensvoll die Wege verfolgt zu haben, welche der zur Leitung der Geschäfte berufene Staatsmann mit so aroßartigem und bewundern«» werlhem Erfolge einschlug." 1896 weniger 25 stnd 1861— und am 1. Olloder 1861 bestand da« liberale Ministerium Schwerin; der t'tzige Fürst Bismarck war noch Dlvlomat und wurde erst fast ein Jahr später zur Leitung der Geschäfte be» rufen. Der Begründer de» Blatte» war August Braß, der rotbe Braß von 1843 und 1849, seiner Zett einer der be. rüchtiztften Berliner Straßen demokraten. Der Dichter der „Barrikadenlieber", der al» Schweizer Flüchtling al« Sozial» demokrat galt. Al» in der später aufgelösten, wetten Kammer von 1849 die Linke in der Adresse an dm König dm Wunsch aussprach, dm über verlin verbängten Belagerungszustand aufzuheben, hielt der damalige Deich Hauptmann und Ritter» gutedestyer v. Bismarck Schöndausen am 22. März 1819 dagegen eine fulminante Rede, in welcher er zum Beweiie, daß der Geist deS Aufruh:» noch nicht geschwunvm sei, fich auf Lieder berief, die zur Feier de» 18. März in Gesellschaften gesungen seien.„Mir stnd zufällig ewig« derselben w die Hände g-rathm — fuhr et fort. In einem dieser Lieder werden die Anhänger der Freiheit zu einem<ö itlichen Kampfe aufgerufen; ste werdm aufgerufen, stch unter dem blutrothe« Banner, dessen Bedeutung wir lermm, zu versammeln. Diese« Banner soll nun gefärbt werden mtt Blut, nachdem da« Gold der Freibett dar» au« gestoblm, da» Sckwar, hinauSgeworfm(et. Es heißt dann: Wir färben echt, wir färben gut,— Wir färben mtt Tyrannmdlut Ich möchfe an die SBniammlung die Frage "töten, ob vielleicht stch in unserer Mitte Herren befinden, welche Gesellschastm, wo Lieder dieser Art gesungen, für welch« ste ausdrücklich gedichtet«urdm, beigewohnt haben, und od ste vielleicht AuSiunft darüber geben könnm, welche die Tyrann« find, mit deren Blut gefärbt werden soll u. s.w." Diese Pro» vokation erregt« einen Sturm der Entrüstung. Da* war ein» der»arikadenlieder von August Braß, der 12'/» Jahre später die„Rordd. Allg. Ztg." gründete. Braß wurde Kost» misstonSrath und ist al« reicher tonservaitver Rittergutsbesitzer gestorben, nachdem er die Zfttung an za»ei bald darauf geadelte Hamburger Guanohändler verkauft hatte. Von August Braß dt« zum vormaligen„Polnischen I.surgmtmführer", wie tbn einzelne Berliner Z-itungm beharrlich tttuliren, bU zum Geheimen KommtsstonSrath Pindter au» Böhmen od-r Galizlen! Die Lebenigeschichte der Redakteure unsere« hoch» osstziösm Blatte« in dm verfloffm-n 25 I ihren würde freilich ein Stück Zeitgeschichte darstellen. Von den Berlinern polttt« schen Z-Uunam bestanden vor 25 I ihren dereit« dte„Na- ltonalzeiiung", die„VoUSzeitung" un» dt«„Vo.fische". Revak- teure oder Sesttzir derselben fa»m damal« im ersten Z-ntcal- wahlkomttee der deutschen Fortschrittspartei. Di«„National. z-itung" ist jetzt den Sparen der„Norov. Allg. Ztg." gefolgt. Wo werdm„Nordd. Allg. Ztg." und„Nationalzellung" in abermali 25 Jahrm(itn? Hebet dte„Cparsamkeit" bei der Ctaattbahn-Ver« waltung machen selbst regierung»fnundliche Blätter recht un» fteunbliche Bemerkungen, so z. v. da« deutschkonservatioe „Schles. Morgenbl.", welchem au» diesem Anlaß auS Bahn. beamtmkretsen eine Zuschrift zuging, in welcher ausgeführt wird, daß Sparsamkeit nicht da« rtchttge Wort sei, man müsse geradezu von„Pfennigdrückerei" sprechen. Hiervon würden namentlich die unteren Beamten und Arbeiier de« Be» trieb« betroffen, die durch zehn- bi» zwölfstündtgm Dienst, Sonntag»- und FeiertagSardeit die unzulängliche Zahl der An» gestellten auSgleichm müßten. Unter dtesm Beamten sei die Mei. nun« verbreitet, daß durch die»um Schaden der Betii'bistcherbett an fie gestellten Mehrfordirungm im Direfttontbezirk Breslau miadestmi 1 Million Mark aus da« EtatSjahr ersport werde. alle» da» freilich nicht au» eigener Jnttiatwe der Direktion»- und Beirieds ämter. Vorstände, sondern auf«rund höherer W.isung au» Berlin.„Wir möchten- fügt da» Blatte ging hervor, daß eine Lähmung de» H-rzmuikel» «l» direkt« Wt'kung de» Cholnagtste» der Blutetndickung »arangehe, und daß man detdald dem Hetzen direkt durch die ? U'bvhn— nicht auf dem Wege üb« Magen und Darm— f„i. � una» mittel zuführen müsse. Dr. Keppl« machte also .�"such: Am Halse, beziehentlich in der Unter. Schiaffelbeingegnid de» Kranken öffnete« eine größ«« Blut« ?£.?« Swf xt}.dieselbe ein Rohr und spritzte nun»«mittelst da» höchst gefäh-liche M.ieindringen von « � Lösung von Chlornatrtum und absolutem WÄSÄ äE"ES swmttenen liegen blieb, gm Ganzen wurden je nach dem Zustande acht di«£»£««« eingespritzt. Die Erfolge er- mu higen durch-m», da« Verfahren weiter auszubilden; denn in achtzehn fast hoffnungtlostn Fäll.« wurden neun Kranke ge- «ltet. und drei würden ed'nsav» gerettet worden fein, wenn nicht anderweitig« Krankheiten(Scharlach u. s. w.) nach ein- xttetener B-ssnung dazugetreten wären. Dte übrigen se»» Fälle betreffen Sterbende, bei welchen auf kurze Zeit edenfall» da» Bewußtsein zurückkehrte. HeiratMlnsttge« Damen wird folgend« Wink willkom. wen sein. In Waggon Wheel in Idaho, im äußnstm Westen £|t Lereinigten Staaten, herrscht ein ganz außerordentlicher Mangel an aeidlichen Wesen. Di« Emwohn« der kleinm Stadt müssen stich fast alle ohne d-ssne Hälften durch» L een tottpm. Da geschah e» vor einig« Zeit, daß ein solch« starb,«in jung« Mann, zu dessen vetrdigung seine berden hübschen Schwestern au» dem Osten gereist kamen. Al» ste ad« da» weidnlose Nest wied«vttlaff«n wollten, begab sich eine zahlreiche Adoidnung, den Bürgermeister an der Spitze, ? b« Aufforderung, sich Gatten zu wählen. Da» Stadtod« Haupt selbst ,tQt 0ifl Peweidn auf. All die Mäd« wen ab« trotz dieser Anträge adretsen wollten, wurden ste ««bn« Tage h ndurch förmlich delagert, di» sie fich endlich «ntschlofien, zwei stattltchen Männern fich zu vuloben. Der Bürgermeister erhielt wegen allzu reifen Alter» einen Korb. Sie meldeten der zu Hause verbliedenen Mutter dte Nachricht. Diese kam sofort d«bet und erllärte, angeficht» de» Unpaffenden, nach dem Tode de» Bmdn» sich sofort zu verloben, w«dt fie Lüttich und vielen anderen Orten deweisen, ist e» jedoch nicht ein Gnadenatt, sondern eine umfaffende Amnestie, die von den Arbeit«««wartet wird.— Daß man selbst in Bürger»- kreisen die harten Urtheile mißbilligt, geht darau» hervor, daß vor dem obersten KaffationShofe der Generalstaat»» anmalt selbst beantragt«, da» in Betreff der Zerstörung der Baudoux'schen Gla»« werke ergangene schwurgerichtlich« Erkennt niß ganz zu vernichten. D« Kaffationibof hat allnding», entgegen d»m Antrage de» Staatsanwalt», die Berufungen d« in dem Prozeß wegen Plünderung und Zerstörung d« Baudoux'schen Glaifabril zu 20 Jahren Zwangsarbeit 58«» urtheitten, Schmidt und Falleur, verworfen; dagegen wurde der Appellation der wegen Anstiftung zu den Plünderungen und Ruhestörungen in Lüttich zu sünsjährig« Einschließung und zehnjährig« Polizeiausficht Verurthetlten, Wagn« und Ruffer», stattgegeben. Grstern sollte in Namur eine große Manifestaiion der ge« sammle« liberalen Partei Belgiens gegen da» Ministerium stattfinden. Ueb« 50000 Theilnehm« waren angekündigt. Frankreich» Die Maschinenfabrik Vierzon will am 5. Oktob« mit fremden Arbeitern die Arbett wieder aufnehmen. Die Sozia« listen sagen vorau», daß die Streikenden fich dagegen auflehnen würdm. Die Budgetkommisfion der Deputirtenkammer bat die E i n« lommenfteuer im Prinzip« genehmigt. Wilson ist zum «ften Bttichtnstatter ernannt worden. Zar Deckung des auf 104 Millionen veranschlagten DfijitS beschloß die Budgetkom» misston, 53 Millionen der Einkommensteuer zu entnehmen und 51 Millionen durch verschiedene neu anzusitzend« Einnahmeposten aufzubringen. G r o tz b r i t a«« i e«» AlS Beispiel der Eatwerthunz deS GrunddefitzeS in I r» land wird angeführt, daß kürzlich eine werthvolle Farm mit lljährig« Pacht, das Eigenihum de» Lord Anneßley, bei Tan» kardStown. Athy, an einen Herrn Kelly für 15000 M. verkauft murde. Da» Gut bat 208 irische Morgen. Die ursprüngliche Pacht betrug 5940 M., während die ritterlich festgesetzt« fich auf 4800 M. drlief. Allein die Gebäude sollen 60000 Mark gekostet haben. In Dublin fand die erste Sitzung ber i r i s ch e n R a« tionalliga nach Verwerfung de» PächterunterstützungSent« wurfS im englischen Unterhause statt. Die Stimmung war äußnst erregt und die Rathschläg«, dte den Pächtern«theilt wurden, zeugten von ein« unglaublichen Erbttt«ung.„Im Streite deS kommenden WinterS", so sprach wörtlich o« Pfarrpriest« Cantwell au» Tfppnary,„haben die Pächter mit dem Rücken gegen dte Wand zu stehen und ihre Taschen zu« zuknöpfen. Zuerst solle» fie fich selbst nähren und vor Hung« schützen. Dann sollen ste nach ihren Kindern schäum, damit ste rosige G-ficht« habm, gut gekleidet seien und täglich zur Schule gehen. Erst wmn fie fich und ihre Kinder genährt und untergebracht und die zur Erhaltung deS Leben» gemachten Schulden gezahll, dann«st dürstm fich die Gutsherren nit ihren Ansprüchen melden." Mit größter Milde sprach Se. Ehrwürden von dem Mord« d« Gutsherren.„Einen Gut»- Herrn, welch« MaffenauSweisungm vornähme, zu schonen, hieße da» Gebot, nicht zu morden, auf» äußerste dehnen." Die Bewegung tür H o m e r u l e ist sett lange auch in Schottland im Gange wo namentlich in dm Hochlanden ebmso traurige agrarische Zustände herrschm wie in Jr« land. Jctzt hat diese Bewegung einen neuen ttäfttgen Anstoß«halten. Wie d«„Vosfischm Zeitung" ein Prioattelegramm aul London meldet, hat dte„national« lidnale Vereinigung von Schottland" soeben ein Manifest zu Gunsten von Hom«ule für Schottland«laffen, well, wie eS darin heißt, die schottischen Fiagm in Westminster kaum Gerechtiglett«npfingm und die von Schottland seit Genera« tionm verlangten Sostalreformm in Folge dcs überwältigendm KonsnvatiSmui in England nicht«reichbar seim. G l a d st o n e hat ein Schreiben an die Vereinigung gerichtet und dieselbe zu dem«griffenm Schritte beglückwünscht. Da dlr Benennung„Briten" für die Einwohner d« beiden Inseln durch die TrennungSgelüstr d« Iren ihre All- gemetnbeit zu verlterm droht, hat der„Globe" e» fich angelegen sein laffen,«inen neuen Namen aufzuspüren. Er findet ihn in dm LnfangSduchstadm der vier„Fürstenthümer", aus denen daS Reich besteht: W(WaleS), I(Irland), 8(Scotland) und E(England)— Wise, weise, sodaß also die Brttm künftighin Wtselanv« au» Wlsciand, Wiiiländer wären. Alle Bergleute der Ruabon und Wnxham Kohlen- grubm, mehrere Tausend Ardeiter, legten die Arbeit nieder. Dte Ursache de» Streite» ist die Frage, wie viel eine Tonne wiegen darf. Di« Aufregung unter den Leuten ist groß und fehlt e» nicht an Vorboten ernstlich« Ruhestörungen, da einige Hitzköpfe di« Fenster der Bureau» d« Gesellschaft«inwarfm und die Schienengeleise der Pfndebahn aufriffen. In Folge deS DamiednlieamS der wallistschm Weiß- blechindustrie stellen eine Mmge Blechfabriten in Swansea nicht ihre Einwilligung geben. Kein Bitten half. Dir um ihre Sckönm betrogenen Bräutigame lrgtm dte Sache ein« einberufenen VoltSversammlung vor, die Mittel finden sollte, im Jitenffe dn Vergrößerung der Einwohnerzahl die jungen Damen zurückzuhalten. Der abgeblitzte Bürgermeister hatte au» städtischen Räckfichtm an der Versammlung theilgenommen« kam auf einen glänzenden Gedanken. Ec gina zu der Mutter der Damm, macht« ihr einen Antrag, fand Gehör und statt zweier Paare wurden bald darauf drei getraut. So«zählt die„Dublin Mail". Waggon Wheel ist«ine aufblühende Bergwertistadt, deren Zukunft in den Händm de» weiblichen Geschlecht« liegt. Verbot der Leichenverbrennung w Dänemark. Nach- dem da» in Koprr Hägen errichtete Krematorium in voriger Woche einer Probe unterworfen und al» vollständig seinem Zweck ent- sprechend befunden worden ist. hat plötzlich da» Jutttzministe- lium ein Verbot gegen die Leichenverbrennung«laffen, indem ,» fich auf die Bestimmungen de« dänischen ktrchentttual» vom J-rdre 1685 bezieht, nach welchen nm das Begraben der Leichm in Dänemark gestattet sein soll. Inzwischen waren bereit» v«. schieden« Gesuche um Benutzung de» Krematorium» au» dem In- und Auslände eingegangen, welche alle bt» auf ein» zurück. gew'esm werden mußten; letztere» ist von den Hinterbliebenm de» schwedischen Marinekommandeur» Uln«, seiner Zeit W-rft- chef in Stockholm, gestellt worden. Der Vorstand de» Krema- tortum« hoffte, wie der„Vvff. Zig." geschriebe» wird, daß da» eihrbm würde. Da die» doch gtschehen ist und alle Verhand- hingen in dieser Angelegenheit zmockgewle m wurden, so hat nun d« Vorstand eine Klag« gegen da» Justizministerium wegen Ä;%%%%%%%% MU5N-MW haben ge» öhnlich kein Geld!" am 2. Oktob« ihren Betrieb gänrlich od« theilweise ein, wo- durch mit einem Schlage über 3000 Handwerker beschäfttgung»- lo» werdm. Wie di«„Pallmall Gazette"«fährt, hat d« Chef d« London« Polizei, Warten, die zum Schutze der öffmtlichm Gebäude in London seit einig« Zfft getroffmm Maßregeln wied««ingeschräntt. Die hierdurch disponibel werdenden ca. 1000 Polizisten(!) sollen zur Ueberwachung verdächiig« In- dioiduen verwendet werben. Spanien. Da» Kriegsgericht verurtbettte dm General Villacamp?» den Lieutmant Senano und 5 Unteroffiziere zum Tode. Balkanländee. D« mglische Schotzkanzln, Lord Churchill, hielt in Drat» ford«ine Rede, in welch« er bezüglich d« bulgarischen Ar» gelegmheilm sagte: Weit ernster vielleicht, al« alleSAndere, sei gegenwärtig dieSachlage in Bulgarien. Im vorigen Herbste, al» Lord SaliSbmy Minist« de» Aeußem gewesen, bade man allen Gnrnd gehabt, anzunehmen, daß die bulgarische Union unt« vem Fürsten Alexander zur Entwickelung ein« glücklichen und unabhängigen Nation führm werde, deren wachsenve Stärke schließlich vre Lösung der orimtalischm Frage herbeiführen könnte. Dies» Hoffnungm seim augenblicklich größtentheil» zertrümmert. Ein« brutalm,(eigen Verschwörung sei e» gelungen, ehe d« jung« Staat fich konsolidirt, die RegiaungSautorität de» Fürsten Alexander zu paralyfirm und Bulgarien seine» Vertrauen genießenden Führer» zu derauben. Gegenwärtig schein« die Freiheit Bulgarien» wieauchdiejmige Serbien» und Rumänien» stark kompromittirt. Diese ernst- Frag««rege natürlich große Aufmerksamkeit in England. Die Behauptung, England habe an dies« Frage kein«nste» oder materielle» Jnt«eff«, scheine ihm, dm Redn«, zu wenig de. gründet. Die Pflicht der englischen Regierung sei e», Alle» aufzubieten, um da» beste und freundschaftlichste Einvernehmen unt« allen fremden Staatm ausrecht zu erhalten, und stet» freundlich« versöhnende Rathschläge zu erthrllen, um nationale Rivalitäten zu verringern und internationale Schwierigkettm friedlich zu lösen. Sollten sich jedoch Umstände«eignen, deren gewichtige gefährliche Natur England zwingen würde, zu wählen, so werde zweifellos die Su Apathie und sogar die Unterstützung England» denjenigen Mächten zu Theil werdm, welche den Frieden Europas und die Freiheit der Nationen suchen und Englands Eintretm zu deren Gunsten werde wahr- scheinltch ohne Gewattmaßregeln dm Ausschlag geben. Die Wien«„N. Fr. Pr."«fährt au» Sofia, 2. Ottob«: Gestttn Admd um 6 Uhr begab fich ein« au» den Ministem Natschewitsch, vtoilow, Geschow, RadoSlavow, Nitolajew und Zoantfchow bestehende Deputation de» Minist«rathl zu dem dtvlomatischm Agmtm Rußlands, Gen«al Raulbot», und e> öffnete ihm vor Allem, daß die Regierung auf jede Idee d« Wiederwahl de» Prinzen Alexander verzichtet habe. Die Minister sprachen fich diesbezüglich in der formellstm Weise auS. Sodann theittm dieselben dem Gtn«al den Beschluß mit, die Wahlen nicht verschieben zu lönnen. D« General antwortete der Deputation, daß fie dem Willen de» Zar» ent» gegen handle, daß die von Rußland festgestellten Punkte in unbedingt« Weise beschloffen wurden, daß der Kais« von dem nicht abgehen werde, wa» er(KaulbarS) den Bulgaren zu eröffnen beauftragt worden war, daß er ab« die AnschauungS. weise der bulgarischen R-gierung dem Minist« de» Aeußem, v. Girl», übermitteln werde. Hrn Kaulbar» fühlt stch offenbar ganz al» Dittator. Amerika. Der größte Verkauf von W a l d l a n d, den e» je im Nordwestm der Vtieiniglm Staaten gegeben hat, wurde neu» lich adgeschloffen. Ein gewiffer Pillibuny übergab seine Be» fitzungen der Grand-Haven-Lumber Kompany. D« Berkauf mihält 650000 Fuß Fichtenholz, von denen da» meiste üb« SO Meilen von Attktn in Minnesota liegt. Afrika. Der Paris« Korrespondent verschieden« englisch« Zettungen hat wegen der Lavison-»ffaire dm Exlhedive JSmail Pascha selbst interviewt und von diesem«fahren, daß die ganz« Nachricht auf Entstellung beruhe. Her Lavison habe an dem JSmail gehörigen Palast, dessen Eigenthum ihm gar nicht de» stritten wttd«, zwei neue Tbore durchbrechen laffen. In Folg« dessen sei der Gouverneur(?) mit bewaffneten Leutm etnge. brachen und habe die zwei Wächter Lavison» verjagt. Dies« habe Klage erhoben. So habe ihm Lavison selbst telegraphftt. Die Geschichte ist jedmfall» noch unllar. Wie scharf man eng« lrscherseit» in Egyptm dm Russen aufpaßt,«hellt darauf daß mit großem Applomb von einem anschetnmd politisch de» VeutungSlosm Cr,eß, welcher am Donnerstag in Kairo vorkam, gesprochen wird, blo» weil die Exzedenten russtsche Beamte sind. D« Vcrtrer« de» russtschen G-nnalkonsu!» und da» russische Mitglied d« Schuldenkaff«, Prinz Muruft, machten stch nach engl, icher Darstellung nämlich eine» heftigen und grundlosm Angriff» auf einen harmlosen einheimischen Poltzlften schuldig. Die Thatsachen sollen angeblich den blo» luh, störenden Cha- rakt« diese» Frevel» hinreichend«HSitm. Gerichts-Zeitzmg. Wegen Vergehens gegen da» Sozialrftensesetz halt, fich am Montag der Schrtslsetzer Robe« Schultz« in d« Rr» vifionSinstan, vor dem Strafsenat de» Kammergericht» zu oer- antworten. Im September vorigen Jahre» fand nämlich im Amvt'schm Lokal eine BezirkSversammlung de» wertthätigen Belke» im 29. und 31. Kommunalwahldrzi'.t statt, worin Schultz« den Vorsitz führte und der Schriftsetz« Kunkel da» Referat htett. Dte Art de» letzttten bestimmt«— so stellt der zweite Nicht« fest— den überwachenden Pottzrilieutmant zu dem Entschluß, dte Versammlung aufzulösen, doch ehe« noch zur AuSsühruna defielben gelangte, kam ihm Schultz« zuvor, indem«, den Redn« mitten in seinem Vortrage unterbrechend� mit laut« Stimme schnell die Worte sprach:„Ich schließe die Versammlung!" Schultz« behauptete, daß er dte» lediglich au» eigener Jnittatioe geihan habe, während der Poltzeilieutenant Schmidt angab, daß Schultz« nur au» der Beobachtung sein« Se» Polizeileutenant») Haltung, welch« den Entschluß, die nsammlung aufzulösen, al» unmittelbar vor der Ausführung stehend«raihen ließ, dazu gekommen sei, da» Präventrr zu spielen. Räch d« Erlläruna de» Schultz« verhiett stch d« Polizrileutenant noch einige Minuten abwartend, da« ab« sah, daß die Versammelten keine Miene machten, da» Lokal zu verlassen, so erhob« fich und«klärte die Versammlung für aufgelöst, ohne daß er hi«bei gleich auf da» Sojialistengesetz Bezug nahm. Al» nun Schultz« sich dann nicht entinnt«, forderte ihn der Beamte wiederHoll zur Entfernung auf, indem « ihn darauf aufmerksam machte, daß die Ansammlung auf Grund de» Sozialistengesetze» aufgelöst sei. Al» mm Schultz« darauf«widerte:„Ich habe die Ver» sammiung g« schloffen, ste kann daher nicht aufgelöst sein"— und sich auch nicht entfernen wollte, schritt der Beamte »u seiner Festnehmung. Schultz« wurde hierauf auf Grund d« §§ 9 und 17 de» Sozialistengesetze» angeklagt, ad« in«st« Instanz vom Schöffengericht freigesprochen. In der Berufung»- tnfian, ab« wurde« auf Grund der erwähnten Paragraphen zu 100 M. Geldstraf««vent. 10 Tagen Gejängniß veiuridettt. Dte Ausführung,— so hieß«S in dem U, theil der Slraf» lamm«— daß ein« geschlossene V-rsammlung nicht mehr aus» gelöst««den konnte, ist nicht zutreffend, denn d« Umstand» daß formell zwar d« Schluß ein« Versammlung«rkündet worden ist, beweist noch keineswegs, daß ste auch thatsächiich zn tagen aufgeholt hat. Wenn fit die Versammeltm nach der Erllälmig d«S Angeklagten nicht entfernten, so war für den Beamten die Möglichkeit zum Einschreiten auf Grund d«S SozialifiengesetzeS gegeben. Weil die Versammlung fich nicht entfernte, so tonnte er fie auslöste'. Wenn Schultze fit daraus nicht entfernte, so machte er fich strafbar aus Grund der §6 9 und 17 Absatz 1 de« SozialtstengesttziS. Sowohl der »ngellagte al» die Staatsanwaltschaft legten hicigegen Rcviston, letzlere namentlich deswegen, weil fi» der Anficht war, daß Schultz« thatjSchltch noch den Vorfitz der von ihm selbst ge. schloffenen Versaeranlung nachher noch weiter gesiihrt habe, wo» nach Absatz 2 deS§ 17 zutreffend sein würde. Daß Kammer. gericht wie» jedoch oi« beiden Revifionen zurück und erachtet« die Ausführungen deS VorderrichterS in jeder Beziehung für zutreffend, namentlich auch darin, dah eine Ve sammlung, die fich trotz dkt Schluffe» nicht entfernt, auch noch aufgelöst werden kann.... Die Probefahrt einer Lokomotive. Der«xaminirt« Heizer Albert Meeser in Breslau erhielt am 18. Januar d. I. den Auftrag, eine auf dem Kanäle d«S AuSfahnSgeleifeS vor dem WerkstattSgebSude der Oderfchlefischm Eisenbahn stehende Güterzug'Lolomotive Probe zu fahren. Zur Hilfeleistung waren ihm der Vorschloffer Nischke Ii und der Arbeiter Bru» der» beigegeben, welche mit ihm die Lokomotive bestiegen. AlS die letztere da» AutfahrtSthor passtrt hatte, gewahrte Meeser, dag auf dem von ihm zu befahrenden Geleise ein mit Schnee beladener Wagen stand, auf dem fich mehrere Leute, darunter der Arbeiter Lerche, befanden. Um nun die vorgeschriebene Fahrt mit der Lokomotive auszuführen, beabfichtigte Reeser, den Arbeitswagen von dem Geleise über die nächste Weiche hinauSzudrücken. Zu diesem Zwecke rief der Heizer den auf dem Wagen stehenden Leuten zu, fich möchten fich festhalten und niedersetzen, und fuhr dann mit der Lokomotive gegen den Wagen an. Da derselbe aber nicht so wett wie nöthig zurückrollte, fuhr Meeser noch einmal und heftiger an. Hierbei stürzte der Arbeiter Lerche, der fich nach dem ersten Stoße auf die Bordwand de« Wagen» gesetzt halte, auf da» GelriS herab und wurde durch die inzwischen herangekommen« Lokomotive erheblich verlrtzt. In Folge deffen hatte Meeser fich am SO. September vor der Strafkammer I de» Landgericht» BreS» lau wegen fahrläsfigir Köwerverletzung zu verantmorten. Er gab die erzählten Thatfachen zu. indem er erklärt«, daß Lerche lediglich selber an dem Unglück schuld sei. Der letztere, al» Zeuge gehört, bekundete: Er habe nicht geglaubt, daß der Heizer zum zweiten Male dem Wagen einen Stoß mft der Lokomotive versltztn werde; er sei vielmehr der Anficht ge» wesen, Meeser wolle ruhig an den Wagen heranfahrm und denselben mtt der Lokomotive verkuppeln. Deshalb Hab« er, der Zruge, fich, trov d-r Warnung seiner Genoffm, auf die Lordwand de» Wagen» gesetzt. Der StaatSanwall beantragte, den Angeklagten zu einer G-fSngnih strafe von einer Woche zu »erurthetten, indem er auSsüint«: ES sei ja nicht zu v«, kennen, daß bei genügender Aufmerksamkeit deS ArbeUerS der Unfall hält« vermtedm werden können. Dennoch fei der Angeklagte von dem Vorwurfe der Fahrläjfigkeit nicht freizusprechen, weil er gegen die Vorschrift für den Rangt, dienst gefehlt habe, nach welcher die Wagen, die mtt Personen besetzt oder an denen Personen beschäftigt find, niemals abgestoßen werden dürfen, sondern, fall» ihre Foftdewegung erfolgen soll, mit der Loko» motive verkuppelt werden müffen. Der Vertheidiger, Recht»» anwalt Poppe, trat dogeeen für Freisprechung ein, indem er gellend machte: Lerche habe so unbedacht gehandelt, daß er, auch wenn man die Verkuppelung vorgenommen, herabgestürzt wäre. Der Gerichtshof nahm die» ebenfalls an und sprach deshalb Meeser frei.„„ M �_ Hirschberg i�Schl., 29. Seplember.(Freisprechung.) Der Geselle OSkar S. von hier wurde wegen Sntztehuna der Militärpflicht in contumaciam zu einer Geldstrafe von 200 M. verurtheilt. Er war nicht wenig erstaunt, als er daS hierauf bezügliche Erkenntniß erhiett. denn- nach seinen grstern in einem Termine der hiefigen Strafkammer vorgelegten MUitSr» prpieren hat er die dreijährige Militärzeit in einem Hannover. schen Regiment« absolvirt I- Selbstv« ständlich erfolgte da» rausbin seine Freisprechung..,. Wien, 1. Oltoder..(Ermordung durch Mutter und Bruder.) Diese» Verbrechen» hatten die Grschworenen de» KreiSgerichtei»rix durch ihr einhellige» Verdikt die Ange» klagte Marie Stepicka au»«ujezb schuldig erkannt, und in Solge deffen ward fie zum Tode durch den Strang verurtheilt. eder die ZiichtigkeitSdeschwerd« dieser Angeklagten fand heute vor dem KaffationShose die Verhandlung statt. Die zur Ver« lesung gebrachten Strafakten boten«in grelle» Bild dar. Die Angellagte, ein« Skjährige ledige Person, ist geständig, daß fit fich ihre» ein Vierteljahr attm«irde» um jeden Piei» ent» ledigen wollte, und girbt an, daß fie vier Mal Mutter ge- worden von vier verschiedenen Vätern, von denen ihr jedoch dlo» drei dem Namen nach bekannt seien; da» letzt« Mal sei fi« aber selbst ein Lpser der Gewalfthätigkeit eine» ver» heiratheten Manne« geworden. Al» fie nun wegen diese» letzten Kinde», Namen» Juliana, ihren Dienst in Tuchoritz verlor und keinen anderen Platz finden konnte, kehrt« fie am 1. Aprsl laufenden Jahre» zu ihrem in Skupitz zurückgeloffenen elfjähriacn Sohn Augustin mit der Eröffnung zurück, daß fie fich oder da» Kind umbringen müffe. Darauf er» widert der klein« Augustin:„Mutter I Eb« Ihr in» Waffer soringt, werfe ich lieber die Juliana in» Waffer." Die Wutter sagt kein Wort, sondern begibt fich mit ihrem Söhnchen zur nahm Eger, dort erst wendet fie fich an dasselbe mit den Worten:„Nun, Augustin, werfm wir die Sultan» in'» Woffer?"—„Ja wohl", entgegnet der elfjährige nabe,„ich ertränk« fie, doch Ihr müßt ihr erst die Brust reichen, daß fie nicht weine, sonst könnte ich e» nicht thun." Die Mutter tränkt noch»um letzten Mal« da» Kind, küßt«», giebt e» dem Knaben mit den Worten:„Gehe, mein Söhnchen» in Tottelnamen, ei sei, wie tbm wolle", und ettt von dannm. Der Knabe nimmt da» Kind, und in der nächftm Minute ist die grausig« That durch ihn vollzogen. Der Mutter, die er dann einholt, erzählt er, wie fich da» Schwesterchm gegen da» Waffer gewShrl habe, di» e« untersank: e» Hab« ihm so leid gethan! Bei der KaffationS.Verhandlung vertrat der Lerthei» diger die Anschauung, e» treffe di« Anaellagie nicht da» Ver» brechm de» bestellten Morde», sondern Die mtservt« Mitschuld durch Anstiftung zum Morde, wethaib übe» fi« nicht die Tode»- sondern nur eine Kerkerftrafe zu vr, hängen war, da da» Kri> terium des bestelltm Mord«», da» Dtngm durch Versprechen, Drohen u. s. w., fehle. Der Vertreter de» Gmeral-Prokurator vpponttte dieser Anschauuno, indem er ausführte, in der mißdrauchtm Stellung der Mutter»um Sohne fei auch ohne wettere Mittelanwmdung„die Bestellung" zu sehm. Der Kaffattonihof entschied, daß di« Nichtigkeit»» Beschwerde ver» worfen werde.— Der Knabe hatte seiner Unmündigkeit««gen nicht gerichtlich bestraft werden können. Madrid, 29. September. Vor dem hiefigen Strafgerichts« Hofe haben heute die Verhandlungen gegen den taiholtschen Priester Galeote, den Mörder de» Bischof» Jzguierdo, be- zonnen. Galeote ist während seiner UntersuchungShast von ech» Aerzien beobachtet worden: die Uttheil« derselben über seinen Geisteszustand weichen aber von einander ab. Dt« einen hallen den Angeklagten für vollkommm zurechnungsfähig und verantwortlich, die andern behaupten, daß feine gristigm Fähigkeiten durch VerfolgungSivahn und Mystizismus, die fich in der Haft noch gesteigert haben, gestört find. Der Gericht«' saol war heute schon vom frühen Morgen an von einer Einlaß begehrenden Menge förmlich delagert. Der Angeklagte wurde urrgefeffett hereingeführt und trat sehr anmaßend auf. Während der Verlesung der Anklage protestitte er wiederholt in heftiger l Weis«; ebmso brauste er aus, al» sein Vertheidieer ertläfte, daß er, Galeote, seiner Sinne nicht mächtig sei. Da» Verhör war kurz. Der Angellagte behauptet, den Mord mtt vollem Bewußtsein begangen zu haben, um seine Priesterehre zu schützen, da ihm feine geistlichen Vorgesetzten Gerrchtigleit ver. weigert hätten.„Gott und die Kirche", sagte er,„gewähren da» Recht, die Ebre zu rächen!" Und am Schlüsse de» Ver- hör» rtef er in höchster Erregung au»:„Nie und nimmer habe ich GewiffenSdiffe empfunden. Indem ich Msgr. J-.quierdo lödtete, habe ich geglaubt, ein gute» Werk zu thun. Ich habe an den päpstlichen Nuntiu» und an da» Diözesankapttel ge- schrieben, daß ich mein Verbrechen nur bereue au» Rückficht auf meinen Vater und well ich der Kirche einen Skandal hätte ersparen lönnen." Morgen beginnt die Vernehmung der Zeugen, deren, ohne die Aerzte, 71 geladen find. Pari», 30. September. Vor den Geschworen de» Pal- de-Ealat» standen gestern und vorgestern die IKjShrigen Henri Muchemdled, NotarSgehilse, und sein Vetter Klömrnt Mucham« dled, Schlofferlehrling, welche beiden braven Bauernfamtlien de» Dorfe» Riviiie>ltk'Arras angehören. Sie waren ange« klagt und geständig, die löjährige Marie Ledont, welche mtt Kläment«in kleine» Liebet verhältniß unterhalten, fich dann aber von ihm lotgemacht hatte, mit Vorbedacht unter unglaublich romantischen Umständen erstochen zu haben. Al» st: einmal einig waren, an dem Mädchen für die Untreue Ra i« zu nehmen, deriethen fie lange darüber, welche geeigneter wäre, ihnen einige Berühmtheit zu verschaffen, und wurden endlich einig, die blanke Waffe sei dem Stricke vorzuziehen. Auf dem Jahrmartt« zu Arra» kauften fi:'»»et Messer, ließen dazu Lederfutterale machen und trugen diese dann stolz einige Tage am Gürtel. Inzwischen setzten fie nach Art der Helden der Feuillelon-Romane de»„Petit- Journal" ihre Selbstdetenntniffe auf, in denen der Eine nach Cooper die„große Schlange" und der Andere der„behende Hirsch" heißt. Tie Zutunst kö�ne ihnen nicht» mehr bieten, fie wollen also würdig enden. Und nun erzählen fie im vorau« mit allen erdenklichen Einzelheiten die geplante Mordthat und schließen damit, daß fie fich selbst in ihre gezückten Dolche stürzen. Sie unterließen freilich, nach. dem sie der armen Marie Ledout 17 Messerstiche versetzt hatten, diesen Thett ihre» Programm» auSzusühren. Die Geschwore- nen nahmen mstdeinde Umstände an und der Gerichts dos ver- mtheilte Beide zu 15 Jahren Zwangsarbeit und je 4000 Frk». Schadensersatz an die Familie der Gemordeten. Kottale« und Arbeiterbewegang. Die Wikderbegründuug eine» internationalen Ar« beiterbuude». Die Vertretung der englischen TradeS.Union» verständigte den Generalrotd der belgischen Arbetterpartei, daß fie dem Wiederausbau der Internationale zustimme. Di« Vor« läge der Statuten soll auf einem im Jahre 1887 in London stattfindenden internationalen Arbetterkongreffe«folgen. Bezügttch der Haftbarkeit für spezifische Berufs- kranthette« t« Fabrtte«(z. B. Phosphornetiose) wird von Seite de» schweizerischen Bundesrathe» beantragt, in da» Hastpflichtgesetz eine Bestimmung aufzunehmen in folgen- dem Sinne: In denjenigen Industrien, wiche gefährliche Krankheiten erzeugen, haftet der BetriebSunternehmer auch für durch Krankhttt eine» Angestellten oder Arbeiter» entstandenen Schaden, wenn die Erlranlung erwiesenermaßen und aus- schließlich durch Fabrikbetfteb erfolgte. Die nationale Haft- pflichltommisfion wird om 11. Lltober zusammentreten. Zur Charakteristik der heutige« Koukurreu». Um der neundrngs sehr erfolgreichen deutschen Konlunenz auf dem Londoner Markt ,u be segnen, haben die Fabrikanten von Meffingfchlöffrrn in Staffordfhir« in ihren Fabriten Dampf kraft»ingefühft und für ein« noch dtlltgere Herstellung Sorge getragen. Die imporlirten deutschen Artikel werden täuschend nochgeahmt und zu billigeren Preisen angeboten, in Folge deffen mehrere Fadri. kanten tn Wolverhampton de» verlorene Terrain allmälig wledererobern. Fabritinspeklorat. Tie Amtlichen Mittheiluneen au» den Gewer btlathSderichten für da» verfleffene LnichtSjahr liegen jetzt abgeschlossen vor(vergl. den heutigm Leitartrkel) im Buchhandel werden fie allerdings erst im Verlauf der näch- sten Woche zur Ausgabe gelangen. Man hat früher bekannt- lich viel darüber geklagt, daß der Umfang und der hohe Peel» der Mttthellungen der an fich wünschentwerthm Verbreitung derselben hinderlich sei; aach ward daraus hingewiesen, daß die Verthetlung der dieselben Gegenstände betreffenden Mir- theilungen auf eine große Zahl einzelner Berichte da» Studium und die praltiscke Verwerthung derselben erschwere. In dieser Beziehung ist Wandel geschaffen aorde-. Da» zur Vnöffent« lichung gebrachte Material nimmt an Raum etwa den dritten Theil de» leiten Berichte» ein. Entsprechend ist der Prei» von 15 M auf 4 M. h-iabges-tzt. Ueber da» Reichtkraukeukasseugesttz läßt fich di« „Elderf. Ztg." au» Hagen folgende» fchxiben: Daß da» neue Krankenkaffengesttz eine ganze Reihe»um Theil recht fühlbarer Mängel befitzt, darüber benscht wohl kein Zweifel mehr; natür- lich est e». daß diese Mängel erst allmälig hervortreten, je nachdem dieselben in der Praxi» zum Vorschein kommen. Der § 2 Nr. 5 dt» Gesetze» destimm?, daß der Versicherung»- zwang durch statutarische Bestimmung der Gemeinde ausgedehit werden kann auf selbstständige Gewerbe- treibende, welche in eigenm Betriebsstätten im Austrage für Rechnung anderer Gewerbetteidender mit der Herstellung oder Bearbeitung gewerblicher S, Zeugnisse beschäftigt werden (Hausindustrie): die Tüffeldorfer Versammlung ver- langte den tlä'enden Zusatz„gleichviel ob dieselben W Rohmaterial und die Hilftstoffe geliefnt erhalten od« selbst be- schaffen". Nun entsteht die Frage: Wer hat dies« durch Ortsftawt in den Bereich d-r Versicherung gezogenen Gewerbe- treibenden anzumelden? Die anschttnend io leichte Beont- Wartung glebt zu großen Sckwitrtgtttten Vnanlaffung, die wohl erst dann ganz gehoben«erden können, wen« da» Gesetz klarere und mehr in» Einzelne gehende Bestimmungen über die bisher sehr spärlich bedachte Anmeldung st! dst giebt. Daß diese Schwierigkeiten unter Umständen zur schweren Schädigung der bethetligten Kreise führen können, beweist der folgende heute vor der Strafkammer verhandelle Fall. Ein Fabrtldefitzer in der Brüne bei Jsnlohn beschäftigt ein« ganze Meng« von Kettenschmieden in der HauSindustr!«; die Leute holen fich ihre Arbeit und liefern die tn ihrem Haufe fertigfieUte Waar« in der Fabrik wieder od. Durch OrtSstatut de» Amte« Ergste werden auch diese HauSinduftrtellen verstcherungipflichilg gemacht und nach einiger Zeit«Utt der Fabrikant vom Amt« Ergste ein Strafmandat(10 M.) wgen Nichtanwldung dieser H-uSarbeiter. Der Bestrafte ruft richterliche» Erkennt niß an und wird vom Schöffengericht freigesprochen; zugleich aber erklärt er, daß er fich niemal» virpfiicktm tön«, vulmebr müffe er, wenn er dazu gezwungen»erde, säwmtliche derariize Arbeiter au» feinen Diensten entlaffen. Da euch die ütrigen Fabrikanten ebenso denken, war die Aufregung in jener Gegend keine geringe, zumal die AmtSanwaltfchaft gegrn da» Fr- kennlniß de» Schöffengericht« Berufung einlegte. Vor der Strafkammer führt« der betreffende Fabrikant au», daß di« von ihm gefordette An- und Abmeldung eine baar« Unmöziichkett sei; e» fehle ihm jede Kontrole über diese selbstständigen Ar- bester, die oft für drei und mehr Fabriken arbeiten; er wisse nicht, wann fie arbeiten und zu welcher Zeit gerade für ihn, und binnen drei Tagen bei den so verwickellm Vnhältniffen. die fich übrigen» beständig ändern, die nöihigm Feststellungen zu machen, sei er nicht im Stande. Der Anxeklegte wurde fretgesprochen. Damit dürft« die Frag« aber noch nicht er- ledigt sttn. zumal in ähnlichem Falle ein anderer Gerichtshof anderer Meinung fein kann. Die An- und Abmelvevfl wt, namentlich wem dieselbe zufällt, muß gesetzttch klar gestellt werden. Wie üble Folge« da» zu billige Ueberuehmeu von E«bmtssion»ardettes haben kann, haben die ursprüngstchen Uedernehmer der zur Heistillung der Stallungen de» neuen Kasernement» in Wandsbeck erforderlichen Maurerarbttten erfahren. Dieselben hatten fich verpflichtet, die Arbeiten für einen Preis herzustellen,»elcher ca. 6 zC'. unter dem Kosten- anschlage, der 56 000 W. betrug, blieb. Nachdem von ihnen ein bedeutender Tdeil de» Mauerwerl» bereit» aufgeführt to:- den war, mußten fie piöpltch die Arbeiten einstellen. Die R-ft. arbetten»urden dann in einer neuen Sudmisston für Rech- nung der ersten Uebemehmer vergeben, in welcher der hüstle Maurermeister W. R. H. Siivert al» Mindestfordernder mit 48 680 M. den Zuschlag erhielt. Der Ausfall, welcher den ersten U-dernebmern hierdurch erwächst, wird dadurch noch erheblich vergrößert, daß der jetzige Uebemehmer beauftrazt ist, die dm lontrattlichm Bedingungen nicht entsprechenden Thetle de» bisher aufgesührten Mauerwerk» auf Kosten der ersteren abreißen und neu herstellen zu lassen. Für diese Arbeiten, welche im Tagelohn outgetührt werden, erhält derselbe für jeden Gesellen vw Stunde 70 P'g, und für jeden ArdettSmaon per Stunde 58 Pfg. Neber eine»rbettsüberbürduug von Eisenbahn. arbeiiern erhält die„Voff. Z g." von dmchau» vert auen»- werther Seite folgmde Mittheilung:„G-wisse Arbeiten, wie Aui»echselung von Schienen an Uebergängen und W-ichm, lassen fich nur Nacht» auStührm. Anstatt aber in solchem Fall« rndere Arbeiter eiszustellen oder die vttnffmdm früher zu entlassen,»erden hier die Kräfte der Leute auSgebruiet. Am Freitag, den 17. September, wurde die in Lichterselve ar- beitmve Kolonne, die tbeil» in Sieglitz, theil» tn Zeblenvoif ihren Wohnsttz hat, um 6 Uhr Abend« entlaffen. Es lonn'm die einzelnen also frühesten» um Uhr zu Hause sttn. Um 10 Uhr mußten die Arbeiter deieiii wi-der ausbrechen und um £11 mittelst Lowry die nölhigen Gerätbschasten nach Lichterfelde schieben; fie wurden die ganze Nacht hindurch und dm folgenden Tag bi»£5. die Steglitzer sogar bi«'/,S Uhr Nach» mittag» btt strenger Arbeit festgehalten, so daß fie neun- zehn respektive zwanzig Stunden von Hause fern waren, ohne daß ste bei der weiten Entfernung von Hause in der Zwischen, ttt irgend etwa» Warme» zu effen erhallen hätten. Die dtt der Privatbahn gestattete freie Benutzung der Eisenbahn bi» zur ArdtttSstelle wird diesen armen L-um von der verstaatlichten Bahn nicht gewährt. Der Verdienst dieser neunzehnstündigen Leistung beträgt trotz der nächtlichen»rbttt nur 3 M. 40 Pf." Waruuug. Der in London«rscheinmde„Anzttger" warnte die deutschen Arbttler davor, nach England zu kommen, um Arbeit zu suchen. Wenn irgmdmo fich, so h-ißt e» in der Warnung, die ArbttiSlofigittt bitter fühlbar macht, dann ist e» hier in London der Fall. S» giebt vitte Fabriten, die, wenn ste nicht gar ganz geschloffen find, so doch nur noch einige»enige Tag« tn der Woche arbttten, und natürlicher Weis« dann auch mit äußerst oerrinpetter«rdetttkrast. In Fabriken und Geschäften, wo sonst Hunderte von Deutschen Beschäfltgung gefundm haben, tr fft man dm Deutschen heul« nur noch veteinzelt an. Mit dem Uebcrhandnehmen der Ar- beilSlofigkeit steigt im gleich-ei Beihälmiß die E'bitterur.g de» einheimischen Arbeiter» gegen den Ausländer. Und nun steht der Winter vor der Thür; mehr denn je find die Auifichtm auf Er»erb in der RtLionmstadt trüb und ernst, wenn nicht gar trostlo»._ Vermischtes. Eldbebe«. Nachdem am 27. September um 4£ Uhr Nachmittag» ein hestige» Erdbeben in der Dardanellen straje und in Klttnafim eingetreten war, folgten in der Nacht vom 27. auf den 28. September ziemlich starke Erderschütterunaen in Langenberg. Gera und anderm Orten Thüringen». So hat fich die veröffentliche Vokau»s-g« Rudolph Falb'», welche für die drei Hochfluthlermine a» 29. August, 13. und 27. S-p« temder Explosionen schlagender Wetter oder Erobeden ankün- digte, auch in dem dritten Termine erfüllt. «tue reiche velohuuug ist. wie der„Franks. Ztq." au» London geschrieben»tr». tn den letzsm Tagm ttnem Z mmer- mann, Richard L. W'Uinson, für ttne von ihm gänzUch otr- geffcn« Heldenihat zu Tbeil aewordm. In 1862 stand Wllkin- son w der Näß« von Newcastle(Uyon Tyn«) tn Arbeit und spiziette eine» Abmds läng» de« Tyte», al» der Besitzer einer konnte, besann sich nicht lange, sprang ihm nach und bracht« nicht ohne Schimettgketten dan bewußtlosen Mann ans User Eilige Zeit lang konnte der Gerettete kttn Wort sprechen al» er»ttder zu fi» kam, half Wtllinson ibm seln Hau» zu er. rttchm. Mr. Willi» gab seinam Retter 5 Schilling i8!c!) oi« Belohnung, foite ihm jedoch, daß er seiner gedmtm«erde. verlangte ftt»e Adreffe und di« sttn« Angehörigen und erkundigte sich genau na» sttn«« Umständen. Alle»»ttchntte« in sein Notizbuch auf. Bald nachher verließ WiMnson die Gegend und fiedelte fich tn Stourbridae an, wo er noch jetzt in Arbeit steht. Vor aivigm Ronatm starb Rr. Willi», der ein linder. loser Wittmar war,«it Hinterlafiung ein« Kohleng'ub« im Werth von Lstr. 25000 un» eine» Baarvermözent von L. 1450. Richard Ltghtfowler Wilkinson«ar der Universalnbe. Der Teftammtsvollstrecker ließ in dmZtttungm Annonzen einrückm. und Wilkiuspn»urd« von Freundm darauf ausmnksam ae» macht, daß man Jemanden sttne» Ramm» suche, aber« hatte mm meilt,»al«atürlich sehr auffallmd war. Als nun die dem Stationsgebäude stillstand, klärte ftch«st 5»» V/rschMndm»e, dewffmdm Schweine» aus. Dasselbe aar nimlich»«keürdigerwttse auf da» vorstehmd« Brett de» unt« dar Maschine befindlich«« Aschenlasten» geschleudert wsr» d« und«u>t.de«selbm li««m gebltebm, di» dt« Raschln« vor dem Statioaßgebäude und gerade über der Aschengrube still» Kam.»«auf da» Schaettn in die»mannte Grude sprang und nach Eatferuuna de» Auges vom Sigmthümer wieder gang unversehtt abgehtti w.pden konnte." Die frguzöfischeu»rmeekatze« t« Budget. Der �aAistsche»udgetausschuß hat in sttner letztm Setzung einen Abstrich von 3 Rillianm vom Heeregerford-rnlß gmnacht, darunter auch 5000 Frankan für dl« Armeekatzen, welche w wn BeklttdungSmagazinen unierbaltm werden. Diese Thier« bezogen bisher 8 Zeniüue» Tageslöhnung, waren aber offenbar * getüttert und vernachlSsftgtm dm Mäusesang: di« w lung ist jetzt auf fech» Smttme» herabgesetzt. rn k.«.«.»m iw. rn. ew, mK rnw aw*.»«m.». Beilage zum Berliner BolNlatt. Nr. S3Ä. Dienstag, de« 5 Oktober 1886. in. Jahrg. Kommunales» w. Dt« Breuvmatetialicubedarf für die üädtifchea Institute im Emttjahre 1895/86 stellte sich noch dem«eiichie de, Deputation>ur N-schcffunl, der Brennmawialten an dm Magistrat aut S206Z6Ztr. etücksteinrohlen. 184 945 Ztr. Klein. steintohlen. 140 874* Ztr.«raunlohlen uns 4814% Kubikmeter Holz. In Bezug auf vi« Verwendung der Pretzloolm wurden die Versuche fortgesetzt. Dieselben find in den städtischen SotpitSlem und Anstalten, welche Brennmaterial in nur kleinen Quanittäien gebrauchen und bei welchen die Verautgadung zum Zwecke der Selbstfeuerung direkt an dt« Insassen erfolgt, an Stelle de» bei dtNselden bikher üblichen Torfe», verwendet worden. Unsere Hautfrauen dürfte ei besonder» interesfiren, dost bei diesen Versuchen festgestellt worden ist, daß die Preß. Braunkohl« wegen ihrer Heizkrast dm Vorzug vor den Stein- kohlen- Br-quette» verdiene. Bei de» hiesige« Stavde»>Aemter« find in der Woche vom 19. bis intl. 25. Sevlemder cr. zur Anmeldung gekommen: 278 Eheschließungen, 944 Lkdendgeborene, 33 Todtgedorene, 812 SterderäUe. w. De» Verbrauch an Echreibmaterialte« bei den städtische» Behö-den hat sich wiederum in dem Etattjohre 1885/86 gegen vre Vorjahre bedeutend vermehrt. Diesem Um- stände liegt bauvtsächlich zu Grunde die Erweiterung der Verwaltung durch Ecrichtuna zweier neuer Standetämter, durch die Organisation der Verwaltung zweier Radialiyfteme der Kmaiiiation, durch die Uebergabe der vier Markthallen dem Verkehr ic Aber auch da» strttge schnelle Anwachsen Berlin» übt seinen Einfluß auf die Steigerung namentlich auch de» Druckmaterial» au». So find während de» R.chnungßjahre» 1885/86 unter Ander m verbraucht worden 351 168 Bogen Schreibpapier, 568 805 Bogen Konzeptoapier, 2420 Groß Siadl» federn. 16445 Stück Bleistifte, 6140 Roth« und Blaustifte, 1804 viter Tinte, 336 250 Stück Kouvert» jc. An Druckpapier find 5 168 864 Bogen erforderlich gewesm. zokale». Nachdem da»„Fürftenha«»" und die dauebeu stehende »Alte Münze" gefallen find, wird Berlin demnächst auch ein andere» Bauwerk au» älterer Zeit endgilttg verlieren. E» handelt sich um eine der wenigen monumentalen älterm Brückenbautm, die„tzerkuletbrücke". Di« Könia»drücke und die Spandauer Brück« mit ihrm alten Sandsteinfiguren au» der Zeit Friedrich'» u. find bereit» in den letzten Fahrm ab« gebrochen worden. Mit der Hertuletzdrücke verschwindet wohl der letzte der au» älterer Zeit hei stammenden architektonisch- künstlerisch behandeltm Spreeübergäng«— von der Kurfürsten. brücke mit ihrem berühmten Reiterstandbilde natürlich abgesehen. Der Abbruch der Hertuletbrücke ist freilich nothwendig und längerer Aufschub hätte keinen Zweck. Der„Brücke" kehlt die Berechtigung, da der König»grabm, über den sie einst führte, nicht mehr vorhanden, vielmehr zugeschüttet ist, seitdem wir die Stadtdahn befitzen. Die schmale Brücke, welche den Ver« kehr von der Burgstraße nach dem Mondijouplatze vermsttelte, ist jetzt nm ein Hinderniß diese» immer reger werdenden Ver- kehr». Nach längeren Veihandlungen hat daher der Kultu». minister die Erlaubniß zum Abbruch jetzt ertheilt. Vorher muß jedoch der alte Brückenbau(irren wir nicht, au» der Zeit Friedrich Wilhelm'» u., unter Schadow'» Oderaufficht ent standen) photogiaphirt und architevonisch aufgenommen, so wie «in GypSmodell desselben hergestellt werden. Man kann diese Fürsorge im Jnterefie der Kunstgeschichte Berlin» nur billigen. Da» Bhpsmodell soll der technischen Hochschule, welche eine g;6ne Sammlung architektonischer Modelle hervorragender auwerke befitzt, überwiesen werden. Da» Schönste an der Brücke find die Siatuengruppm, zwei Thaten de» Herkule» darstellend und in Sandstein au»gesührt. Dieselben werden an einem andern Platze, hoffentlich im Freien, wo sie hinge« boren, und nicht in den Dunkelkammern de» Märkischen Museum», wo fie Niemand sehen würde, aufgestellt weiden. ES wäre sehr wünscheniwerth, wenn auch vom„Fürftrnhause" «in GypSmodell hergestellt würde. Dieser schöne und stattliche Vau ist ein Werk I. A. N-ring's von 1686. Ursprünglich war et der Palast de» Oberpräfiventen v. Dankelmann. Nach deffen Sturz ward da» Gebäude zum kurfürstlichen Absteige« quartier für vornehme Gäste de» Hofe» eingerichtet, daher e» den Namen Fürstenhaus erhielt. E* gehört zu den wenigen Privlltpalästen vornehmer Adliger au» dem 17. Jahrhundert, welche Berlin überhaupt aufzuweisen hat, und würde mehr «ine künstlerisch durchgefühlte Wiederherstellung au» seinem iitzigen Verfall als den Abbruch oerdien! haben. Anträge ans Erledignng schleuniger Miethssachen, «L*0!}? btt den OuartalSumzügen ziemlich zahlreich bei den Amttgelicht-n gestellt zu werden pflegen, find beim � da« sür den Stadtbezirk Berlin zuständig ist, r"® W Zgwwärtigen Umzug und trotz de» bedeutenden Um- nur wenig« gestellt worden. E» dürste indeffen iwzutrrffend sein, wenn man darau» folgern wollte. N öä%%,%%%%% Einrichtung er««i en. S» ist jedenfall» kein Zufall, daß- wie un» mttgetheilt« rd- einer unserer Schiedtmänner am ÄSÄ ÄÄÄSTSÄ'Ä tonnte;«» kamen noch mehrere Fälle bei ihm zur Sprache, doch ließen fich einige in Güte nicht«rledigen.«,t anderen wurde die Aufnahm« eine» schiedimannischen Vergleiche» mtbehrlich. Die Zweckmäßigkeit, solche Strettigkesten bei d,m zuständigen SchievSmann zu erledigen, erklärt fich eigentlich von selbst: «nn dieser Beamte wohnt in der Nähe, ist ohne große Be« mühungen zu sprechen und so im Stande, einen Streit in Zeit zu schlichten, voraulgesetzt, daß beide Partien fich seinem Urthelle unterwerfen und dasselbe w der Form eine» ""gleich«» anerkennen. Viele Angelegenheiten werden dabei natürlich durch bloß mündliche» Verfahren theil» erledigt, theil» ohne Resultat erörtert. und eS ist de»hald wenig zutreffend. wenn man die gesammte schiehSmännt che THStigkeit nur immer nach der Zahl d« gefchloffenen schriftlichen Vergleich« oder nach der Kahl der amtlichen Protokolle de» Schiedtmanne» de. urtheilen will, wie die, heute gewöhnlich geschieht. _, 8««iner int«»»ffanten«»»legnng de» Keanken« kasseng« setze» vom 15. Funt 1893, betreffend die Leitrag». pfllcht zur«rankenkaffe, tntdesondere die Sudstantttrung de« Begriff»„ilohn und Gehalt", hat die Dewerdedeputation de» Magistrat» in ihrer jüngsten Sitzung fich bekannt. Da» Gesetz deiagt, daß al» Gehalt oder Lohn im Sinne de» Gesetze» auch »Tantieme oder Natural dezlige" gelten. Nun glaubten die« jenigen Schankwirthe. welcheweidliche Bedienung ealien und dieser weder Lohn noch Kost, auch lein Logi» ge« währ-n, die Kellnerinnen vtelmebr lediglich aus die Trmrgelder der Gäste verweisen, daß wever fi« al»«ibeitgebe� noch jene al» Ardaitnehmerinnen im Smne de» Gesetze» zu betrachten seien und weigerten fich, d-n ihnen von der Krankenkaffe der Gastwirihe abgeforderten Odulu» von ein Dittlel der gesetz- lichen BeitragSpflicht»u erlegen. Auf die erfolgte Denunziation der Orttkrankrankenlaffe hat nunmehr die G-werd-deputatton in voriger Woche dahin entschieden, daß die den Kellnerinnen von den Gastwirthen gegebene Befugrnß— durch Bedienung der Gäste und durch Empfangnahme der„gewohnhertSmäßig" von den Gästen den Kellnerinnen gewährten Trinkgelder,„Geld- erwerd" zu machen, al» Gegenleistung und zwar a'i den Kell- nerinnen gewährte..Naturalbezüge" zu betrachten sei.— „Jedoch"— tührt die Gewerbederutation weiter au», und die» ist da» Interessante an der Sache,— seien diese Gastwitthe, «eil fie den Kellnerinnen einen„daaren Lohn" nicht verad- folgen, mithin denselben„Abzüge" im Sinne de» Ges-tze» nicht machen können» verpfl chtet, statt de» üblich n Drittel» dm vollen Bettrag für sämmrliche bei ihnen dcschäftigt gewesenen und noch deichästigtm K-llnerinnen zu entrichten.— Durch diese Entscheidung werden v ele Schankwirih« zwar ba.t, aber gerecht getroffen. So mo» ein Schankwirih S&u'z: 429,70 Mk. nachrahlen, eine Frau Süßkow, Friedenstraße 74, muß 71 Mk. 35 Pr. opfern, und dab>i werden fie nun auch noch von dem Schöffengericht in empfindliche Strafe genommm. Da» königl. Polizeipräsidium erläßt folgende Bekannt- machung: E« ist in jüngster Zeit häufig vorgekommm, daß an da» Polizeipräsidium girichiett Briefe von Privatpersonen, mit einer Marke d-r„Hanta" oder«ine» anderen Privat- Brief- bestellung» Institut S verfthm, in die Postkästen geworfen wer- den und dann, mit 20 Pfennige Slratporto belastet, an da» Polizeipräsidium gelangen. Da e» fich in diesen Gesuchen häufig um Einhaltung von Frist-n handelt, bat da» Polizei prästdium diiher in den meisten Fällen da» Porto bezahlt und nachträglich von den Absendern wieder einzuziehm versucht. Da durch die Wiedereinziehung de» verauilagten Porto» dem Polizeiprästdium jedoch Weitläufigkeiten und Mühwaltung-n erwachsen, im Falle der Nichtetnziehdarkeit aber auch Berluste entstehen, zu derm Tragung es keine Verpflichtung hat. so steht fich da» Polizeipräfidtum gmölhigt, solche mit Stiasporto belasteten Gesuche von Privatpersonen künftig zurückzuweisen. Daß Polinipiästvium kann dethald dem b'thetligtm Publikum nur Vorficht empfehlen, damit e» durch die drrau» mtstihenden Verzögerungen und Z-itversäumniffe nicht Nachthelle erleid«. Den Unfall ans dem«örlttzer Bahnhof dringt die „Dein lebe Bauzeitung" gletchfaU« mir dem auf dem Patedamer Bahnhofe in Zusammenhang und bemerkt dazu: Die Kürze, in der beide Ereignisse aufeinander gefolgt find, gestattet vielleicht, auf eine Gemeiniamkeit der Ursache zu schließen. Hierzu kann man fich die vielfachen Wechsel, die in der Form der Marktr. »eichrn nach und nach eingetreten find, vergegenwärtigen. In der eisten Zeit de» Eisenbahnwesens destanden die Markirzsichen durchgehend» au» kräftigen, in h'llen Tönen gestrichenen Holz- pfählen von 20— 30 cm Höhe, welche auch au» weiterer Ent« firnung gut erkennbar waren. Da diese Pfähle die üble Eigen» schaft desaßen, für da» BetriebSpilsonal der Bahnhöfe, intde« sondere die Weichensteller, gifährltch zu sein, wenn letztere Abend» fich zwischen den Geleisen bewegten, hat man au' anderweit« von diesem Mangel freie Formen gesonnen und ist dabei auf kleine Erdbügel, platt liegende vohlstücke, farbige Streifen an der Außenseite der Schienen und noch sonstig« Formen ge- kommen. Seldstoetständllch aber büßen die neuen Formen an ihrer Eikennbaneft sür da» Fah personal in demselben Maße ein, al» die Eigenschaft der Gefährdung der Weichensteller»c. abnimmt, d. h. e» werden gefähriilde Zugftreifungen begünstigt im Jnterefie de» Schutze» der Weichensteller. Di man bei den beiden in Rede bifindlichen Unfällen e» mit iokchen neueren Formen der Markirzeichen zu thun gehabt hat, missen wir nicht; sollte e» der Fall gewesm sein, so würde die Nutzanwendung fich von selbst ergeben. Denn ei ist zwei'ello», daß unter den beiden Uedeln, unter welchen man hier wählen kann, dasjenige da» kleiner« ist, bei dessen gefahrdrohenden Eigenschaften immer nur ein einzelner in Fiage kommt, zumal ein solcher, dem die Gefahr genau bekannt ist. Die vierte Mädchen« Kortbildung«s»nle, welche seit ihrer Gtündung im Januar 1881 in der XXU. Gemein beschule (Kurfürstenstraße 141) unter gel» acht war, soll mit Beginn de« Winterkurw» nach der in der Kulmstraße 15 befindlichen neuen Gemeindeschule verlegt werden, damit fie, nachdem die Unter. sührung der Bülowstraßc unter die Sisenbahnlölper vollendet ist, auch von den Bewohnern der südwestlichen Vorstadt b quem ,u erreichen sei. Gleichzeitig gebt die Leitung der Schule auf den im neuen Schulgedäude wohnenden Rektor Schmidt über, welcher auch die Anmeldungen für den am 11. Oktober degin» n enden Kmsu» entgegennimmt. Da e» im Süowesten ganz an einer Mädchen- FortdUvungsschule fehlt, so wird durch die Verlegung einem vielfach empfundenen«edürfntß entsprochen, wie fich die» schon durch die bi»ber nfolgren Anfragen und Anmeldungen bestätigt. Der Lebrplan umfaßt Deutsch, Rechnen Buchführung. Zeichnen. Handarbeit, Maschtnennähen, Schnei dem, Plätten, Gesang. Al» Unterricht»»eU finv die Nach. mittag»- und Abendstunden der Wochentage gewählt. Junge Mädchen, welche die Schule verlassen haben, finden hier Ge. legenheit zur«utdildung für da» Hau» und für selbstständig« Erwerb» thätigkeit. �,, Da» Waterloo-Ufer ist eine derjenigen Straßen,»eich« man mit dem Namen Sackgasse zu belegen pflegt, indem dieselbe nur eine Einfahrt von dem»lücherplatz au» b» fitzt: diese Einfahrt wird aber meistentheil» dadurch versperrt, vaß auf dem Blücherplatze neben der«rück« oftmal» 4-6 Omnibusse neben einander Aufstellung iiebmen. Wollen von der Siavt au» Fuhrwerke zum Waterloo-Ufer fahren, so müssen dieselben im weiten Bogm um den großen Kandelaber ihren Weg nehmen und so im Zickzack ihrm Weg verfolgen, welcher oft noch durch die Pferdedahn versperrt wird. Durch eine ge. eignet«« Aufstellung der Omnibusse wäre wohl diesem Uedel. MVVV SMKMD spinde» eine nicht unerhebliche Summe entwendet, Antiquarische Sachen haben in Folge der großm jetzt berrlchendrn Sammel-Liebhaberel einen überraschend hohen Werth. So figuriren in dem Katalog eine» hiestzen Anti quatat» eine Reihe vnn Flugblättern au» dem Jahre 1848. Die ausgeworfenen Preise bewegen fich in der Regel zw schm 5 und 6 Mail. Und dabei st?d die Sachen ihrem Wesennach nur Kurioja. Ihr geschichtlicher W.rig ist nur ein sehr be- din/ter. Nach einer Mittheilnng de» Kaiserlichen Stadtpoft- amte« an die dtestae Krimmalpolizet sin» am 25. v. Mt«. bei der gegen 8 Uhr Abend» stallgefundenen Leerung der zum Bestelldeztrke desselben gehö izen Slraßenbtiefkasten in einem Ottfelben, w-lcher aber nicht näher bezeiit'-et n)»rt«n kann. zwei Preußisch« 3* pro,. StaatSschulascheine Lit Q 91:. 21318 und 25191 über je 50 Tbaler vorgesunden wo den. Wahr» scheint ch rühren diese Papiere au» einem Diebstahl« her. Die letzte Stat-Rnnde. Da» Werkch-n de» Di- Schubert:„Da» Skaftpiel im Lichie der W.hflcheinlichkeit" behandelt in seinem dritten Kapitel dt« GJammtzahi aller möglichen Skaispieie in einer so fesselnden Weese, daß dieselbe nicht Mo» die Skatspieler, sondern auch solche Leser, welche dem edlen Spiele nicht huldigen, in hohem Grave Mter'sstcen durfte, weshalb wir von der betreffenden Berechnung hier Notiz nehmen wollen: Di« in Zeitungen und Unteihaltung» Jour» nalen härfiz mttgetheilt« Anzahl aller denkbaren Skat pieke, oder, wie man genauer saaen müßte, die Anzahl aller möglichm VettheilungSartm der 32 Ka-ten de» Skatspiet» unter die drei Spieler und den Skat ergiedt fich nach bn in§ 2 besprochenen Meihode der Berechnung der KomdinaUo»zahlen au» 32! 32io. 22io• 12io, oder, wa» dasselbe ist, au»[q] io i 21 und man findet genau 2 753 294 408 504 540, also über 275� Millionen mal Millionen für die gesuchte Anzahl. Da de» Mensch an dt« Vorstellung einer derartig großen Zahl nicht gewöhnt ist, so muß er versuchen durch Beispiele fich ein« Vaistellung von ihr zu verschaffen. N'hmen wir an, daß drei M nschen auf Speise und Trank, aus Srhalung und Schlaf verztchtm könnten, um fich der edlen Aufgabe zu unterziehen, alle möglichm Skatlpielt dmchzuipielm, und daß vteselben dabei durchschnitilich nur drei Minuten für ein Spiet brauchten, so würden fie doch über 15 733 M-llionen Jahre spielen müssen, ehe st« die letzt« Runde ansagen dmft-n. Da also drei mensch» licht Leben lteder nicht ausreichen, um alle BeithetlungSarten beim Skatsptel durchzuspielen, so«ollen wir, dem Grundsatz« nviti» riribnä huldige nv, annehmen, daß alle Einwohner de» Lanve» Sachsen- Attendurg fich zu Dreien vereinigten, um dt« gewaltige Ausgabe zu erledtgen. Vergebliche» Mühen I Auch dies«»ackern Skatspieler wüiden, selbst wenn fie so rasend schnell spielten, daß fie in jeder Minute ein Spiel machten, über hunderttausend Jahre daran ar betten wüsten. Run. so lassen wir denn die ganze jetzt ledende Menschhett, Jung und Akt, Mann und Weib, im Ginzen, wie man annimmt, 1500 Millionen Jndioiduen, in Gruppen von je Dreien, zum fröhlichen Skal piel fich zusammensetzen. Wenn wir ihnen dann zwölf Gründen E bolungSzeit täglich gönnten, so daß sie nur zvölf Stunden zu spielen hätten, und wenn wir fie in der Stund« 20 Spiele nlei-igen ließen, so würde die Menschheit ihr« große Kulturauigade, all« dentdaren Vertheilurgtaiten de» Skatsptel» durchgespielt zu haben, in 62 dt« 63 Jahren gelöst haben. Over, nehmen wir an. daß jetzt, beim ersten deutschen Skatlongreß da» ganze Land Sachsen- Allen bürg abgeholzt und planirt würde, um p.tt Skattischen so eng dejetzt zu werden, daß aus je zwei Quadeatmeter ein Skatttsch käme, und daß an jedem soichen Te-ch täglich 340 Spiele gespielt würden, so würde e» vom Sommer 1886 bt» in» Jahr 1924 hinein dauern, ehe de» Gedurtslano de» Skat» mll Stolz aul» rufen dürfte:„Jede möglich« Karten- Vertheilung ist hl« durchgespielt." „»tückablatt für Arm und Reich". Der frühere öfleritichiscke Unterlieutmam Heinrich Plaiicheck, welcher fich nach w.chselvollen Schicksalen hier niedeegtlaffen Hai und un» berechtigter Weise a» Professor der Mathewatil Rudolf von OilicS dezeichnet, obwohl er der tt» wtederdoit wegen Anmaßung ne» Adel» und Pros.ssorentttel» bestraft ist, Hai bisher durch Inserate in öNerretchtschen und deutschen Zeitungen da» Publikum zum Spiel in dem österreichischen Zahlenlotto an» g«rttzt, indem er bei Befolgung der von ihm angeblich er» sundenen Spielregeln sicheren G«inn in Buiftcht stell:. Gegenwärtig wird Deutschlanv mit dem„Giück.blati für Arm und Reich" überschwemmt, welche» fich gleichfalls eine Veiherr» lichung de» Lottospiel» zur Aufgabe macht und zahlreich« un- ta.irte Danksagungen solcher Personen, welche d m von Ortic» angeblich ihr Glück verdanken, entväli. Den K-euzoand- sendungen liegt ein„Geheimer Auftrag" bei, in welchem Platscheck fich erbietet, die von ihm hergestellte„geheime Reseroatinstruktion", welche eine gan, absolute„Terngewinn» Cbmze" darbiete, zu übersenden. Der ebenfait» deige'ügte „Gtückfor-pon" verpflichtet den Besteller,«inen Gevinnanthell von 1» Prozent an den P.ofeffor von und enthält außeidem den Vermerk, daß nur gegen eine vo herige Anerkennung durch Bezahlung von mindesten» 1 Fl die Jnftruktton auSgeardettrt werde. Eine st, afrechtliche Ver'ol- gung diese» Schwindel» ist nur dann möglich, wenn ein Be, trogener fich meldet. Ueber dm gefährliche« verbreche» Adolf Krüger au« Berlin, der, wie wir meldeten, in Köln verhattet wurde, Mingen rheinische Blätter folgende hochinteressante Einzelheiten. Al» 17jähriger Untero fizierlchüler in veiltn beurlaubt, oerübte er berett» den ersten Raudanfall daselbst. Er trat tn»in Droguengeschäft und bat, man wöge ihm etwa» gegen Zahn» schmerzen geben. Der Ladend, sttzer bückte fich hinter dem Laden» Usch, um dm Menschen zu bedienen. Im selben Moment schlug ihn dieser mtt dem Stttengew'br zu Bobm, in der Ab- ficht die Theke zu berauben. Der Schwerverletzt« sckrl« um Hilfe und Krüger wurde festgenommen. Ee sollte schwurgericht- lrch verurthetlt werden, wurde aber in Folge ärzll-cher Gut» ochtm einer Jrrenanftatt zur Beobachtung übergedm. Hier fteundete er fi» mtt seinem Wärter an und veranlaßt« Meiern, unter Versprechung einer giözeren Summe Geld«», mit ihm zu flu hm. Mit dem W irter unternahm er nun Raubzüge und verschtedme größere Einbrüche in Oimltz, Prag, Breslau und in and-ren Städten Schlesien». Bon Berten au» wtrd dem Verbrecher auch ein Raubword zur Last gelegt. Längere Zell hat er fich im Au»land herumgetrieben. Nicht weniger al» jeitS Päffe dezw. Legitimationen fand man unter seinen Pa- pieren. Die Verhaftung Krüger« gelang auf nachstehende Weise: Vor drei Wochen ungefähr mi-thet» er fich tn der Reinolvftraße 'N Köln unter dem angenommenen Namen Gottfited Gehrig ein. Er wußte fich da» Zutrauen seinei Harttleute zu gewtrnen, auch Site er fich in kurzer Zeit Etntfttl in bessere Familien zu ver» -äffen gewußt; u o. nahm er bei einem der eisten Ktavier» lehrer Untenicht. Seinen L brer bot er, er möge peftatten, daß er fich ihm anschließe. Der veiltner Kiiminalko«w'ffar Braun nun, welcher sett dem von un» derett» gemeldeten Ein» biuchidi�stobl bei tinfm Bankier in Frankfurt am Main, bei velchem 60000 M. gestohlen wurden, die Ep« Adolf Krügeri verfolgte, die ihn auch nach Köln führte, machte mtt Hilfe der Kölner X'!mina!poli,ei die Wohnung einei jungen Menschen auifindtg, dcffen Handschrift genau mit der deS gesuchten Krüger übereinftimmte. Dieser junge Mann war der Gottfried V°hrig, und dessen Jventität mit dem Adolf Krüger wurde bei einer sofort vorgenommenen Haussuchung erwiesen, indem die Hcusdc�ohner mit Bestimmchr t in der ihnen vorgezeigten Photog.aphie des Adolf Krüger ihren Miether wiedererkannten. Darouf begaben sich Braun und einige Kriminalschuhleute auf die Suche nach dem Verbrecher, und ti gelang ihnen, denselben auf dem Rheine, während er mit seinem Klavierlehrer eine Vergnügungsfahrt zu Kahn unternahm, festzunehmen.— Krü» ger'S Legitimation als Gottflird Gehrig stammt auS AmerSoille in der Schwei,. Krüger giedt an, er habe in Lmerkville in der Schwei, die Papiere von einem Gmtfried Gehrig, welcher nach Ostindien gegangm fei, geschenkt erhalten. Der betreffend« Geh ig ist vor einiger Zeit p'özl'ch verschwunden. Ja der Wohnung de» zu Köln festgenommene« hie« stgeo Einbrechers Adolf Krüger wurde außer einem ge» ladenen Rwolver, einem starken Dolchmesser, DiebeSlaternen und einer reichen Gardeiobe ein Depotschein über 11 000 M. baar, 5000 M. in Wertbpapieren und 5- 6000 M. in KouponS rorgefunden. Der Begleiter de! Krüger bei der Flucht auf d-.m Rhein war fein Mufill hrer, welcher ihn dmch Eccheilung von Klavier, und(Besangunterricht für die Bühne auSdiiden sollte. Nachdem Krüger seine anfängliche Behauptung, daß er«in schweizer Bürger Nament Gehrig sei, gegenüber der bestimmten R kognitiv» deS Kriminalkommissars Braun hatte fallen lassen, räumte er nicht nur den in Frankfurt verübten Einbruch ew, sondern bekannte sich auch zur Thä'crschast deS im März d. I. bei dm Gebrüdern L. in der F�anzstraße hirrselbst verübten großen SilberdiebstablS. Der hltfigen Kriminalpolizei war be» reifs bekannt, daß Krüger und der Arbeiter Franz Letzin. welch« kurz vorher gemeinschaftlich auS der Irrenanstalt zu Dalldorf autgebrochen warm, diesen Diedstabl verübt hatten, denn«in Tie l de« gestohlenen EuteS war bei dem Hond-ISmann P. in Wktßmsee vorgrwndm und ermittelt worden, daß K üger und Lrtzin bei P. verkehrt hatten. Franz L'.hin spielt, nachdem er früher wegm Diebstahls und Hehlerei vielfach vorbestraft wor- den ist, mit Erfolg dm»ildin Mann und ist bereits drei Mal aui der Irrenanstalt zu Dalldorf entwichen. Er hat aber nicht fo viel Glück al» Krüger, denn er wird in der Regel schon nach VerÜbung deS ersten neuen Einbruchs ergriffen und befindet sich auch jetzt wieder in Dalldorf. Einer, der a«f da» verlaufe« reist Dem„B. Z." wird aeschriebm: Vor etwa iechS diS acht Wochen wurde Schreiber dieser Zeilen beim Bahnhof Bellevue seitens eine« lr ästigen jungen Renschm um die Richtung noch d-m Kaiser Franz-Grmadierp'atz angesprochen, wobei der Fragmde mtt verhaltmm T-iränm, zuck ndm Mundwickeln, in scheinbar ver» zweifelnder Auftegung und natmwabr hervorstotterte: sein Ruf und seine Zukunft hingen davon ad, dcß er fich noch am selben Tage vor zwei Uhr Nachmittags bei einer am genannten Platz (telegenen Mtlitärbchörde stelle, andernfalls er fich lieber das Lebm nehmen würde, ehe et als Deserteur erscheinen wolle. Nun habe er— der gänzlich Fremde— fich ve.lau'm und « ff« keinen Rath in seiner peinlichm Lage. Da die Uhr bereits 5 Minuten nach 1 Uhr anzeigte, riech der so Befragte zur schleunigen Benutzung deS nächsten«den fälligen Stadtdah"- zugeS bii zur F an nowitz brück«, drückt« d«m verzanifrlten Manne auf feine Andeurung, daß er keinen Pfennig Geld befitze, rasch noch eine Halde Mark zur Lösung eineS BilletS in die Hand und— ohne fich mit einem DankeSwort aufzuhalten, stürzte der die Situation kegreisende Jünglina dem Bahnhof zu. Der ganze Vorgang hatte leine voll« Minute gedauert. Vor zw.'i Tagen wirr» Schreiber vor der UniveifitätS Frauen- Ulnit lLrtilleriestraße) von dems'lben Individuum nach der Richtung zur Oranienflraße dcfragt, ohne ihn»leich wieder zu erkennen. Man bätte ihn wohl irrthümlich zur„Oranienburger. statt zur Oranienfiraße gewissen, nun sei er völlig erschöpft, mittellos—„Milttärangelegrnheit— höchste Eile— wäre in der Stimmung, fich am liebiim daS Leben zu nrbmm— kurz, wie oben mit obligaten GcstchtSzuckungm und einer Ver- »wuflung, derm Naturtieue jedem Schauspieler Ehre mach:» könnte. Ein dringlicher Geschäftsgang des Btfragien schloß leider die Möglichkeit auS, diesen fich höchst wahrscheinlich täglich„verlaufenden Jünger dkS Mari" der Obhut deS nächstm Schutzmannes zu überweisen. Da aber anzunthmen ist, daß dlr Biedermann noch manchem theilnahmvollm Herjen gegen» über sein Spiel versuchen dürfte, so sei cuf sein Treiben hier« durch warnend aufmerksam gemacht. Der„Verlaufme" ist ein doch aufgeschofftner, robuster, junger Mensch von 18 diS 20 Jahren, hat ein volle!, bartloses, offenes Gcstcht, trägt etnm dunkeln, ziemlich wohl erhaltenen, städtischen Anzug nebst schwarzem, breiikräwv gen Füzhut und kehrt eine gewisse naive Würde heraus, die dazu angethan ist, Vertrauen zu wecken. Eine empörende Thie? quälerrt versetzt« vorgestern Vor» mittag dte Passanten der F tev'ichS drücke in nicht geringe Auf- regung. Ein Hundefänge: ver fiskalischen Abdeckerei haste einen kleinen Affenpinscher eingefangen, bei dieser Prozedur dir Schlinge aber derartig fest angezogen, daß daS arme Thier, wklche» er unter den Arm Genommen, fich heftig sträubte und zalrtzt zur Erde stürzte. Der brutale Mensch zog nun dm Hunt) derartig mehrmals an der Schnur zu sich, daß demselben, welcher sich derettS beim Fallen eine Verletzung am Kopf zu» gezogen, die Zunge aus dem Halse und die Augen aus ihren Höhlm t-aien. Diese» schien den Hundetänger aber durchaus nicht zu alteriren vielmehr setzte er die Quälerei ruhig fort. Da» schnell fich ansammelnde Publikum sah fich demnach ver» anlaßt, energisch zu interveniren und requtrirle schließlich einen Schutzmann, welcher der ekelhasten Szme ein Ende machte und sie Personalien de» brutalen Menschen feststellte. Dt« zu Montag vo mittag anberaumte Hanptder- Handlung gegen„Kran Büge und Genossen" rst, wie ein am Sonnabend Nachmittag den Angeklagten zugegangene ge» richtliche Berachrtchtigung mittheilte, verschoben worden. Dies« V rtagung ist auf«inen Antrag de» Rechtsanwalts Stadt« dag:», V-rthu.diger de» Fräulein Wadnitz, zurückzulühren. Der Genannte begründete seinen Antrag vor allrm damit, daß zu» nächst gegen Den„Verein zur Vertretung der Jnteuffm der Arbeiterinnen" und dann erst gegen die z?tt anderen ange- klagten Vereine:„Fachverein der Berliner Mäntelnäherinnen" und„Verein der Arbeiterinnen Berlins" verhandelt werden dürse. In letzter Stunde hat der Gerichtshof dem gestellten Antrage Folge gegeben. Es wird demnach zuerst gegen dm „Verein zur Vertretung d« Jsttressen der Ardeiterinnen", al» d-m ält«si«n ver Bnltner Ardeiterinnen vereine(er wurde im März 1885 ins Lebea gerufen), verhandelt werden. An» de» letzten Winterkampagne de» Berliner Ar» beitertnnenbewegnng. Ein Prozeß dürfte in dm nächstm Wcch-n oder Monaten zur Verhandlung kommen, der allenthalben da» mößte Aufsrhen erregen wird. In einer der ver» gangeren Wiarervirsammlungkn de» nun auf G und de» Vereinsgesetze» polizeilich geschlossenen„Verein« zur Veriretung der Jntetessen der Arbeiterinnen" hielt ein gewisser Herr Bursche einen Vortrag über„Schiller» Leben und Werke." An diesm Vortrag, der frei von politischen oder sozialen An» spiegelunatn war, schloß fich eine Dtikusston. Jnmittm der zahlreich besuchten Versammlung befand fich auch der Reich». tagt abgeordnete Frobme. Derselbe nahm zunächst doS Wort. Er knüpfte an das Gehörte an und»einte, auf Schiller» Be» d.-utung al» Nationaldichter hinweisend: Da habm nun Viele unsere» Dichter Werk« auf den Regalm stehen; sie lesm die» selben zwar, aber ste Hanseln nicht Danach. Kaum warm diese Worte verklungen, so erfolgt« die polizeiliche Auflösung der Versammlung auf Grund des SoziallLengesetzeS.— Worauf fich die gegen Frohme dieserhald erhobene Anklage stützt, wissen wir nicht. Ein Pferd auf offener Straße in Klamme« veranlaßt« am Sonnabend Abend in der Leipzigerstraße einen großm Auf» lauf. Dmch dm Stur» eine» DroschkenpferdeS erhielt dt« Droschke eine derartige Erschütterung, daß die eine der dren« nmden Laternm deiselden herunterstürzte und zerschlug. DaS ausfließend« Petroleum wurde in Brand gesetzt, ur.d da fich dasselbe auch über und neben das Pferd ergoffin hatte, welch:» fich nicht sofort aufzurichtm vermocht«, so lag da» Thi:r ihat- sächlich mitten in dm Flamm«» und erhielt, bevor da» Feuer erstickt w«dm konnte, nickt unerhebliche Brandverl- Hungen be» sonder» an den hinteren Toeilen de» Körpers. Wenn ew Mensch überfahre« wird, so ist die öffmt» liche Meinung gleich mit ihrem Urtheil bei der Hand, der Kutscher hätte seine Aufmerlsamleit nicht seinem Gefährt, son- dem einem anderen Gegenstand« zugewendet. In vielen Fällen geschieht die» aber mtt Unrecht, wie in dem nachstehenden. Sin Kutscher einer Droschke erster Klafft kam gestern Mittag die Fiiediichstraße entlang gefahren und»war, dicht an der Pferdehahnhaltestelle an der Kochstcaßen-Ecke. Un zu dem angekommenen Pseidebahnwagen zu geiangcn, lies eine Frau mtt ihrer zehn Jahre alten Tochter dicht vor dir D oschk« über dm Straßendamm, wobei da» Kind umgerissen wurde und unter da» Gefährt gerieth. Große Entrüstung der Passanten und Herbeimsung dne» Schutzmannes! Ei habm fich aber auch Zcuaen gemeldet, welche die Unschuld de» Kutschers an dem Unglück bekunden werden. Da» Kind wmde zu einem Arzt Getragen; e» war nicht unerheblich verletzt. Die Witterung de» Monats September zerfällt in zwei ganz genau zu trennenS« gleiche Abschnitte. Die außer- ordentlich warme, sonnige und regenlose P-.riode, welch« am 17. August begonnen hatte, setzte fich bis zum 14. September fort; ste hat also aerad« 4 Wochen angehalten. Während ihrer Dauer stieg an 26 Tagm das Thermometer über 25 Grad: am 2 und 3. September erreichte es sein Maximum mtt 30,5 und 30,6 Grad. Die ersten Sevtemdeitage waren überhaupt die sonnigsten und schwülsten Tage des ganzen Sommers, wenn auch ihre Mitteltemperatur die einiger Taae de» Juli nicht enetchte. Regen fiel in der virrwöchentlichm Nachsommer- zeit nur strichweise. und die allgemeine Trockenheit erreichte gegen Mitte September einen desorgnißnißerregenden Grad, da die Höhe der seit Mitte August gefallmen Niederschläge im Ganzen nur 3,8 Mm. betrug. Am 15. trat bei stark stei- aendem Barometer und ncch Nord drehenden Winden in dm Vormittagsstunden ein schroffer Witterungswrchsel ein, so daß da» Thermometer am Admd 13 Grad tiefer stand, als 24 Stunden zuvor. Der nächste Morgen brachte nur 5 Grad Wärme und am 17. wurde früh bei 0 5 Grad bereits die«rst« Reifbi dung konstatirt. Wie enorm die Ttwveraiurerniebrigung tn diestn Tagen war, zeigen die mittleren Tageitemv Naturen; der 14. hatte 21,5 Grad, der 15 13 5 Grad, der 16 10,3 G ed., der 17. 7,4 Grad. Die Mittag! stund-n blieb m euch tn dieser kalten Z U ziemlich warm, so daß da» Maximum stets 16 Grad Überschritt; erst am 21. wurde daS Wetter auch tagsüber rauh und unfreundlich, und der erste eraierige Regen seit 6 Wochen trat ew. Nachdem dann wieder Aufllärung erfolgt war, sank dt; Rachttemperatur vom 23. bis 24. derart, daß da» Thermometer bis auf 1,5 G.ad Kälte kam, wodurch mit einem Schlage ein großer Thell der Vegetation, die kurze Zeit zuvor noch unter der tropischen Hitze gelitten hatte, vernichtet wmde. Li» zum Schluß des Mords herrschte dann bei maßig steigen» der Temperatur und starken Westwinden Regenwett«! vor: der 30. war nach vorausgegangener außerordentlich«armer Nacht (Minimum. 15.3 Grad) ein angenehmer Herbsttag, der den U:dergang bildete zu der gegenwärtig herrschenden fieundlichen Witterung.— Da» Resultat der tn dieser Zritung täglich publizirten meteorologischen Leobachtungen war für den Sep» tember er. da» Folgende: Der mittlere Barometerstand bitrug 759,7 mm und war 15 mm höher al» für den September nor- mal ist. Beträchtliche Schwankungen fanden nur in der zweiten MonatShälste statt. Da» Maximum mtt 771,1 wm fiel auf den 16., da» Minimum mit 747,7 mm auf den 21. Di« mittel«« Morgentemperatur war 10,1 Grad, die Mittag« temperatur 2040, di- Adendtemperatur 13 3 Grad, worau« fich eine mittlere MonatStemperatur von 14,80 Grad ergiebt, daS find 0,6 Grad mehr al» dem September nach langjährigen Beobachtungen zukommt. Daß trotz der großen Hitze in ver eisten Monatshälfte die Abweichung von der normalen Temmratur nicht größer war. verschulden die Tage vom 21. bll 26, die absonderlich kalt waren. Der kälteste Tag war der 24.. mit 5,4 Grad Mitteltemperatur, d«r wärmste der 2. mtt 21.8 Grad. Die absoluten Temperaturextreme(+ 30,6 und— 1,5 Grad) lagen um 32.1 Grad auseinander. Sommir- tage, an denen die Temperatur über 25 Grad ging, hatte der September noch die hohe Zahl von 13. Die vorherrschende Windrichtung ist für den Berichtimonat der vielen konstatirten Windstillen(33) wegen nicht mit Bestimmtheit zu ermitteln. In der ersten Äonatihälfte und in den Tagen vom 16. di» 20. prioalirttn Ostwind«, im Ucbrigen Westwind?, die 18 Mal beobachtet wurden. Die Windgrschwindigk?tt war oft absonder« kich gering(am 13 6 48 Km., am 18. 7,33 Km. pro Stund-); bedeutend war st« nur an den letzten beiden Monat» tagen mtt 36.75 Km. Die Bewölkung war sehr gering; ste betrug im Durchschnitt(von 0-10 skalirt) 41; 7 Tag« tonnten al» heiter(unter 2) und nur 3 als trübe(über 8) gelten. Die relative Feuchngkeit der Luft war mit 69 8 vC'. etwa» unter normal; ste schwanke« zwischen 23 und 92 pCt. Die Höhe der Riederschläg« betrug im ganzen Monat nur 19,8 Mm., wogegen dem September 56 Mm. zukommen. August und September hatten in vielem Jahr« zusammen nur 36 Mm. Niederschläge, während 116 Mm. für diese beiden Monate normal find. Feuer. Unter befremdenden Umständen brach am Sonn» abend Abend tn den Fabrik- resp. Lagerräumen der Hunde» Sbrtt von Kakper u Co, Sckwedtnstraße 255, Feuer ottl. n der genannten Fabrik werden die dekannten Hunde enge» fertigt, wie ste al» Kinderspielzeug in den Handel kommen. Di«»«sagten Räume befinden fich im Parterregeschoß, und iwar de» Vorderhauses und de» Hinterhauses, find durch ew «sondere» Seitengebäude mtt einander verbunden und mün» den auf«wen zweiten kl, wen, hinter dcm Hinterhaus« del-ge- nen Hof, welcher lediglich al» Arbei'Sho' von der Hundefadrik benutzt wird und mtt alten Kisten, Brettern und dergl. m. an» gefüllt ist. Außerdem ist auch der Haut stur deS Hinterhavse» mtt Kisten bestellt, sodaß bei eintretender FeuerSgetahr in Folge det massenhaft angehäuften leicht brennbaren Sieff S ein Unglück von ganz unabsehbaren Folgen kaum zu vermeiden wäre, da da» Hau» dicht bevölkert und die Wohnungen direkt über den gedeichten Räumen tilgen. Diese Gefahr hatte offenbar Veranlassung zur Kündigung der Inhaber der Fabrik gegeben; der Kontrakt war am 1. Oktober abgelaufen und mußten die Räume spätesten» am Montag, den 4 Ottober, verlassen«er» den. E» war am Sonnabend gegen 9 Uhr Abend», eine Stunde, zu welcher stch bereits viele der müden Hausbewohner anschickten, stch zur Ruhe zu begeben, al» plötzlich der Ruf:„Feuer!" ertönte und jece» Herz mit ban„em Schreck erfüllte. Ein erstickender Qualm drang aui dem Lagerraum«, dessen Fenster nach dem zweiten Hofe hwou» gelegen find, und erfüllte da» ganz« Hau» mit eine« schmälenden Rauche, die Hautwsassen. einer ernsten Er» stickungigesabr au» letzend und eine allgemeine Panik hervor» rufend, veherp« Männer schlugen sofort die Fenster«in und öffneten dieselben, wodurch da» glimmend« Feuer zur bellen Flamm« entfacht wurde, während hilfderette Hände tn Eimern Wasser herbeischafften, wodurch e» gelang, ew weitere» Um fich. greifen de» FeunS zu v« Hindern bii zur Ankunft der re- quirirten Feuerwehr, welch« bald jede«eitere Gefahr beseitigte. Wie Hausbewohner behaupten, habe der Inhaber de« Geschäft» kaum zebn Minuten vor der Entdeckung de» Feuer» da« Ge« fchäftSlokal verlassen, und herrichte unter den HauSinfaffen die bochgradigste Erregung, da über die EntstehungSmsache des Feuer» gar sonderbare Vermulhungen gehegt wurden. Di« Erregung war um so begreiflicher, al», wie gesagt, da» größte Unglück hätte entstehen können, wenn da» Feuer weniger schnell enidecki wordrn wäre, sondern die Hausbewohner im Schlafe überrascht hätte. Keinesfalls sollte ein derartige» freie» Um» heiliegen und eine solche Anhäufung leicht brennbarer Stoffe w einem stark bevölkerten Wohnhause ohne jedwede Sicherung geduldet werden. Wenn die freiliegenden Holzplätze feuere gefährlich erscheinen und besondere VorfichtSmaßregeln erheischen, so ist die» erst recht in einem bevölkerten Wohnhause der Fall. Bewegung der vevölkeruug Berti»» nach dm Per» öffmtltchungen de» statistrschrn Amte« der Stadt. Di; fort- geschriebene Bevölkerungszahl betrug am 12. Sevtemder inkl. der nachttäzlichm An» und Admeldungen 1 340552, hat stch demnach gegen die Woche vorher um 776 Seelen vermehrt. Ii der Woche vom 12. dt» 18. Eeplemder wurden polizeilich gemeloet 2853 zugezogen«, 1822 fortaezogene Personen; stanve». amtlich wurden 191 Ehen geschloffen. Gedorm wurden 934 Kinder, und zwar leben 9: 466 männliche, 441 weibliche, zu» lammen 907(darunter 95 außereheltcke), todt 13 männliche, 14 weibliche, zusammen 27(Darunter 4 außereheliche) Kinder. Die Lebenvgeborenen, auf« Jahr berechmt, bilden 35 3, die Todtgtborenen 1,1 v-o Mille ver Bevölkerung, die auß::chelich Gebor-nm 10, GÖ pCt. aller in der Woche Geborenen, davon die bei den Ledendgeborenm 10,47, die bei den Todtgeborenm 14,81 pCl. In der kgl. Charttee und Entbindung«. Anstatt wurden 49 Kinder nedoren. Gestorden(ohne TsZtgeborene) find 912, nämlich 477 männliche, 435 wribl'chi Personen. Von diesen warm unter 1 Jahr alt 548(inkl. 87 außereheliche), 1 MI 5 Jahre 113(inkl. 9 außereheliche), 5 diS 10 Jahre 20, 10 di» 15 Jahre 9, 15 dt» 20 Jahre 8, 20 MI 3) Iah:: 38, 30 bi» 40 Jahr« 39, 40 di» 60 Jahre 66, 60 bis 80 Jahre 67, über 80 Jahre 4 Die«lerdefälle beim Älter von 0 bis 5 Jahren machen 72,48 pCi. sämmt- licher in dieser Woche Gestorbenen au». Von den im Alter unter 1 Jabr gestorbenen Ä ndern starben 102 im erstm, 61 im zweiten, 66 im dritten, 58 im vierten, 46 im fünften, 41 im sechsten, 174 im siebenten di» zwölktm Ledmimonate; von dmselbm warm«nährt 62 mit Muttermilch, 2 mit Arnrnmmilch, 305 mit Thiermilch, 15 mit Milchsurrogaten, 124 mit gemischt« Nahrung, von 40 war ei unbekannt. TodeSiinachm warm besonders: Lungenschwwdsucht(70), LungmentM. dung(31), Bronchialkaiarrb(7), Kehlkopfentzündung(11); Krämpfe(55), Gehirnschlag(12), Gehirn- und Gehimhimtent» zündung(19), Kreds(13), Altersschwache(9), LedenSschwäch«(41); Abzehrung(46), Masern(7), Scharlach(3), Diphtherie(29), Typhui(6), Diarrhöe(140), Brechdurchfall(218), an anderen Krankgriten starben 183 und dmch Selbstmord 7, davon durch Vergiftung 1, durch Erhängen 2. dmch Ertrinkm 1, dmch Erschießen 3. Die Sterblichkeit der Woche, aus da» Jahr de» rechnet, lommm durchschnittlich aus 1000 Bewohner in Berlin 35 5, in Breslau 50,2, in Frankfurt a. M. 15.5, tn Köln 42A in Dresden 375, in München 40,0, tn Bremm 22,7, in Stuttgart 21,0, in Wim 22,7, in Paris 21,2, in London 16,8, in Liverpool 30,4. In der Woche wurden dem Polizeiprä» fidium gemeldet als erkrank an Typhus 44, an Masem 53. an Scharlach 51, an Diphtherie 141, an Pocken—. In dm 9 größeren Krankenhäusern wurden in d« Berichtswoche 756 Kranke aufgenommen, davon litten an Masern 1, an Scharlach 6, an Diphtherie 28, an Tyvhui 28, an Rose 2.®f starben 122 Personen od« 13,4 pCt. all« in d« Woche Ge» storbmm; als Bestand verbltedm 2947 Kranke. Ptarkthrrilen- Bericht von I. Sand»c nee, städtische« Verkaufsvermittler, B«lin, Zmtral» Markthalle, dm 4. Ok« tob« 1888. Obst und Gemüse. Bei zunehmende? kühler Witterung gefialtet fich da« Geschäft tn O:st und Gemüse flo.t«. Di« Preise w«dm fest«, da di« Produktion der Umgegmd zu Ende geht und es lohnmder wird, die Waaren aui größeren Entfnnungm heranzudringerr Weintrauben 24-25, O»im. auzm und Muikall« Weintrauben 26-28 Pf. Pflaumen 225 bis 4, Birnen 4 20- 6 5 Mk. feine Sorten 12-25 Ml„ JUpfti 4,25-6 Mari, feine Tafelsortm bis 25 Mari, Zwiebeln 2,25—2,(5 M. vr. Ctr., Schalottm 6—7 TL, Neue sau« Gurken 1,50—1,80 M. p« Schock. Melonen 15 bis 20 Pfennig vr. Pfund,»nana» 2,50-300 Mari pr. Pf». Teltow« Rübchen 9-12 Mk. Sellerie 7-8 Mk.. Mmrettig 6-12 M.. Kartoffeln, weiß, 3,50-4.00 TL, rocht 2,80 di« 3,00 M.. blaue 3,00-3.60 M pr. 100 Kilo. Blumenkohl 20 bi» 50 15 M. pr. 100 Stück. Blumen und Blätter. Lordwtblätt« 3—4 M. pro Starb. Rosm 8—12 M., RosmknoSpen 2—4 M. pro 100 Stück. Butt« Frisch« feinst« Tafridutt« k. 120—1128. fein* Butt« l. 112-120, U. 98-110, Ol fehlerhafte 82-92. Landdutt« l. 92—98, n. 75—85 M. Saltzische und ander» geringste Sortm 65 di» 72 Mari»« 50 Kilo. Preise fest Käse. Echt« Emmenthal« 73—80 Marl. Westpreutzitcha Schweiznkäse l 56 di« 63 Mark. U. 50 bii 55 Marl. in. 45—48», Quadrat» Backstein I. fett 22-25 Dt, n. 12-18 M., Limburg« l 80-36 M. n. 20 bis 25 M., rheinisch« Holländ« Käs« 45-68 M.. O. Waare 35 M.. echt« Holländ« 65 M.. Etorn« L 60-70 n. 66-68 M.. ftanzöftschn Neuschatell« 16 R. p« 100 Stück. Roquefort 1 20-1.50 pr. Pfd. Ei«. 2,50-2,60 M pa Schock. Honig, rein« deutscher 60, feinster weiß« 70—80 R. pr. Ctr. ««äucherte Fisch«. Rheinlach» 2�0-2,90 M., Wes«. und Oststtlach» 1,20—1,40 ssÜ, geräuchert« Aale 70—1,00 b» 1,30 Pf. pr. Pfd., groß« Delikat-ßaal 1,60 p« Pm Fttmdern- llrine 2,00-3.00, mittel 2 50-6 große 8-16 M. Bücklinge 8�0 bi» 4,00 M. Dorsch 8-10 R. per 100 Stück. Sprotten 0,40—0,60 p« Pfund. Krebse. Kleine, 10 cm. 1,00—1�0 U. mittel 2—4 9t, rsÄti Äe;�1'60"• umge-�großr 0,70-1 M.. mittel 50-60 Ps„ Scholle 10-15 P«, Schellfisch, groß« 20 Pf�«a-bliau 15 di» 20 Pf. p« Pfm». Mak-elm 40—60 Pf. pro Stück , Rebhühn« und H ilm hoch im Preise und sehr begehrt. Reh. 70-90. Hirsch. 25-35. Dammhi:sch 35-50,«tt»» s�n Ä-N Pf, pr.Pfd� Redhühnn. junge 100-120. atte w M» 90 Pf Fasanen 3-4 M-, Wachteln 60-60 Pf., wild» »jrt» 0.80«| ILO. Hasen 3.00- 3,75 0. vrr Stück«rametz. 25 Pf. per Stück. Auerhahn 3-4,50 M- Birkhuhn 1 75-2,50 Mk. pr. Stück ... ksistügel. G.ößere Zufuhrm fett« Gänse pn Pfund 60 Hl 70 Pf.«wünscht. Magere» Geflügel ist nur mtt Mühe und zu sehr niedam Pretsrn unterzubringm. Gänse 2�0 bi« 3.00-6,00 M, junge Enter 1-1Ä)-2,00 Mari, jung« Hühner 0,55-0,80 M„ all« 1.00-1,70 M„ Taudm 80 HS 45 Poularden 4�0 di» 8.00 M p« Stück. Polizei« Bericht. Am 2. d. M. Vormittag» hatte stch der Kausmannllehrling Astmb«g im G schättlhause von Lewin, am Haulvotgteiplatz 13, mittelst Fah�uhli tn die«st« Etage begeben, um von dort einen Gardnovmfiändec hnunt« zu hnlen. Wäh'md«sskndcrg dm Ständer an die Tran»» portöffnung schcfft«, war d« Fahrstuhl inzwischen weit« auf« grstiegen. so daß Affenberg, welcher die« nicht bemerlt hatte, und denselben rückwärltgchend wieder besteigen wollt«, in den Imen Schacht trat und durch denselben Kit in dm Keller hinabstürzte. E- erlitt einen Bruch de» Unterschent-lS und wurde mitteist Droschke nach der Charit«« gebracht.— Zu d?r- selden Zeit wurde in einem Bretterschuppen auf dem.voll- lag-rvlay von Zimmermann u. Sohn, LuckmwalVerstr. die Leiche eineS unbekannten, anscheinend dem Arbeiterstande angehöligen, etwa 45 Jahr« alten Manne» aufgefmrden und nach dem Leichenschaubause gebracht.— Am 2. d. all. Morgen» wurde ein Mann auf einem Grundstück in der Kömerstraße im Hol, stall und zu derselben Zeit ein anderer Mann in seiner Wohnung in der Urbanstraße erhängt aukge« funden.- Am 2. d. R. Nachmittag» wm»e ein 4 Jahre alte» Mädchen beim Ueberschretten de» Fahrdamme» an der Ecke der WiiSnacker. und Verlebergerstraße von einem mit Flaschen deladenen Wagen überfahren und erlstt dadurch einen Bruch de» Oberarm» und ein« Quetschung am Kopfe, so daß «S nach dem Krankenhaus« in Moabit gebracht weroen mußte. — Am 3. d. M. Vormittag» fand man im Park am Frank» furter Thor die schon in Verwesung übergegangene L'-iche eine» neugrbormen Kinde» und um dieselbe Zeit in der Nähe de» Hamburger Bahnhofe» die Leiche eine» etwa 35-40 Jahre alten Manne» im Schifffahrttkanal.— Rachmittag» wurde in den Gartenanlazen am Lehrt« Bahnhof ein etwa 50 Jahre alter Mann offenbar schwer krank vorgefunden und mittelst Droschke nach d« Charit« gebracht. Gerichts-Zriwng. t Unter der Anklagt der Majestätsdeletdiung stand gestern, au» der Untttsuchung»haft vorgeführt, dir Porzellan- maier Eugen Hein vor der ersten Straflammer des HUstgen Landgericht» I, die unt« Ausschluß der Oeffentlichkeit gegen ihn oerhandelte. Der Bngellaate soll die beletdizende Teußnung, auf ein« Bank im Thiergarten sitzend, gethan haben. Sie wurde von dem Kaufmann Briest, der in der Nähe saß. gehört und zm Anzeige gebracht. Der Angeklagte will sinnlos bettunken gewesen sein, nach der Angade de» Zeugm war« jedoch nur emaetrunken. D« Gerichtshof hielt eine Gesängnißstrafe von 4 Monaten für angemeffen. i Da« Landgericht n begann gestern seine Schau:» gerichtipniode mit ein« Verhandlung wegen Verbrechen» gegen die Stttlichkeit. Derartige Prozesse sollen in dies« Periode noch in einer großen Anzahl in Aukstcht sein. f Gegen da» Urtheil im Prozeß gegen die zwölljährige Marie Schneider ist, wie wir hören, von dem Vertheidlger, Rrchtianwalt Dr. Frtedmann, Revision beim ReiStgericht ein- gelegt worden. Es wird darin bestritten, daß die Zurechnung»« täbigkeit der zwölfjährigen Mörderin durch ihr Verhalten im Termin nachgewiesen werden könne. t Nach Holland. Am 8. Juli d.J. wurde d« Komm!» P-.ter Andrea» John, ver in der H:r!ng!handlunz en gros d« Gebrüder Knörke hier angestellt war, mtt 1176 Mk. 50 Pfg. fiüchtiz. Zunächst wurde der Verlust einer so großen Summe nicht bemerkt und da nm ein klein« Betrag unterschlagen zu sein schien, so unterließ die Firma zunächst jede Anzeige bei der Polizei. Allmälig erst stellte sich h«auS, daß d« Schaden viel bedeutender sei, al»>u«st angenommen wurde, und nun ertt dachte man an die Verfolgung de» Flüchtigen. Dieselbe wäre wahrscheinlich fruchtlos autgefallen, den« et war eine zu lange Zeit vergangen; da«schien eine» Tage» John in Berlin und stellte fich freiwillig der Behörde. Run wurde die An« klage wegen wiedelhotten Betrüge» gegen ihn eingeleitet, die gestem vor d.r ersten Straflammer de» hiefigen Landgericht» l zur Verhandlung kam. Die Untttschlagungen waren auf eine !-? einfache Art zu Stand« gekommen, daß dadurch die That de» Anxetlagtm beinahe in müderem Lichte erschien, da er gewiffer» maßen durch die Gelegenhett verführt worden war. John hatte zu verschiedenen Malen von dem Prokuristen de» Geschäfte» Rechnungen mit dem Austrage«hallen, sie einzukasfiren, Da» that « auch sehr gewissenhaft: statt ab« die ganze Summe an den Kalstr« abzuliefern, dehiell« den Betrag einzelner Fakturen an fich und erklärte, daß dieselben von den Kunden noch nicht zahlt seien. Dabei detuhigU fich der Prokurist, statt fich selb« von d« Wahrheit der Angaben zu überzeugen. So kamen 11 Betruglfälle vor. die in d« Zeit vom 1-8 Juli d- I. ver« übt würben. Der Angeklagte, der bereit» zweimal wegen Be« tru» s vorbestraft ist, führt zu sein« Entschuldigung an, daß «. bevor er Beschäftigung bei den Gebrüdern Knörke fand, lange Zeit stellungslos gewesen fei; nun sei ihm plötzlich von Herrn Knörcke seine Entlassung am 1. August angekündigt worden;« habe wieder da» frühere Elend vor fich gesehen und da fei ihm der Gedanke gekommen, auszuwandern. Aber auch in Holland, wohin« fich gewendet, habe ihm da» Glück nicht geblüht; er habe keine Beschäftigung gefunden; die tausend Mark, die er mitgenommen, seien zu Ende gegangen und so habe er da» letzte Geld zur Rückreise nach v«Un verwendet. — Der Gerichtshof«kannte nach dem Antrage de» Vertretet» der Staatlanwaltschaft auf eine Gefängnißstrafe von 1 Jahre und auf den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zwei Jahren gegen den Angeklagten. t Profit Neujahr! D« Oberpostsekretär Rodert Voigt, der Vorsteher de» Postamt» 81, war am 1. Januar d. I. nicht gerade angenehm üdnrascht, als« auf seinem Arbeitstische ein offne» kouvert fand, da» an ihn adrefsirt w»r und in dem eine jener bekannten Neujahrskarten steckte, die Odszenikät und �o»hrU in Wort und Bild enthallen. D« Oberpostsekretär sagte nicht, �wett« und warf die Karte in den Ofm. Ander» « die Sache aufzufassen, al»« am nächsten und Tage wieder ähnliche Sendungen«hiell, an �.ms i;*»»ei. Run wollte er dahinter, welcher T'-und sich hinter der Anonymität und den verstellten Schrift« da fiel ihm ein, daß ihm über einen sein« % BrkfMg« Johann Gottfried Gessat, etwa» Brhnlichet berichtet worden war. Gessat war auf eignen An« trag nach Postamt 61 versetzt worden. Bold ab« liefen ü.« ihn al» BUlfiräg« zahlreich« Klagen cu» dem Publikum %&%=%%% er bei Uebnreichung ein« Druckschrift, die er einige Treppen h�- mrportragm müssen, zu den Adressaten: Wie oft kommt denn eigentlich der verdammte Wisch'. Der Oberpostsekretär hielt«Wn solchen Biiefttäg« fü: unfähig, seinen Posten mit«»u bekleiden, und stellte thn in die Postschaffn« ein. Als so�r«hie!t Gessat auch ein« direltion den Auftrag, einen Bntcht üb« da» diinstliche und Nb«di«nstlichk Verhallen Gessat» einzureichen. Um den letzten fein« Aufgab« zu«füllen, begab fich der Beamte zu 5» Frau Giesccke, d« Frau ewe» Grhtimselretär», der mtt «r Familie Gessat auf demselben Flur wohnte. Dort«fuhr 5' ooß zwischen beiden Familien Streit Dorgclommcn und w»"�eujahr 1884 auch«in anonym« Brief mit brletdi« gend« Gratulallonekart« angelangt sei, der von binem an« dnen al» von Gessat hnrühien könne.— Diese Mlltheisung fie dem Oderpofisikritär ein, al» er nach„seinem Reu, jhtSfltotulanun" forschte; er theille seinen Ver. Dacht der Oderpostdirektton mll und dieselbe«hob {egen Gessat die Sttafanzeige.»a» Schöffen gerichl ielt den Angellagten auch für überführt und verm heilte ihn %»in« Geldstrafe von 80 M. Gegen dieses Erkenninlß legte Giff-t««ufung ein und so kam die Anklage gegen ihn gestern »or der fünften Strafkammer de» hiefigen Landger'cht» I zur Vechandlung. D« Schreibsachperständiz«, Kanzlettath Seegel, belunhete, daß die Adresse zwei« d« Neujahrsdrirfe unzweifel« Haft von dem Angeklagten herrühre. Trotz dies« Auisage sprach d» GerichUhof Gessat frei. Zwar habe d« Gerichtshof die Ueberzeugung, so hieß e» in der Begründung, daß G. d« Thät« sei, da» delastende Matertal sei ad« nicht so vollständig, um ein« Verurtheilung zu rechtfntizen. Dreimal Hab« Gessat schon unt« der Anklage derartiger anonym« Beleidigung ge« standen und« sei imm« noch durchgeschlüpft;« möge fich aber vor dem vierten Falle hüten. Wegen Bestechung eine» Bezirttfeldwedel» hafte fich gestern der Schiff« Emil Gambom vor der ersten Strafkammer hiefigen Landgericht» i zu verantworten. D« Angeklagte, welcher im Somm« mtt seinem Fahrzeuge in Stettin hielt, richtete im April d. I. an den Bezirk« feldwebel Heinrich bei der Landwehrdrigade Berlin ein Schreiben, in welchem« den Adressaten ersuchte, für den Fall sein« Einbnufuna zu ein« Uebung zu bewirken, daß« diese bei dem in Stettin in Garnison befindlichen Pionierbataillon mttmachm dürfe. Zur Begründung dies« Bitte hatte er geltend gemacht, daß er ohne genügende Vertretung sei und daß er. wenn« in Stettin bleiben dürfte, nicht die hohen Vertretungtkostm zu tragen brauchte, da« dann ab und zu selbst zum Rechten sehen könne. Diese» Schweiben, dem ein Fünf- marlschein beigefügt war, wurde, da d« Bezirks« feldwebel H inricb bereit» einige Monate zuvor«tt Penston vom Militär entlassen worden war. im Birnau de» Beziikskommando» gr öffnet und d« König!. Staatsanwallschaft zur wrileren Veranlassung überwiesen. Diese setzte dm Brirfschreiber wegen obigen Vergehen» unter Anklage und beantragte im gestrigen Termine durch ihrm Vertreter die Bestiafung de» Angellagten, welch« fich mtt der Behauptung auszureden versuchte, sein Schaag« hätte den fraglichen Fünfmarlschein au» Jrrthum in da» Kouvert ge« than. Der Gerichtshof folgte aber d« Ausführung de» Ver« theidigei» Richtsanaalt» Dr. Jon», daß von einer Bestechung um deshalb nicht die Rede sein könne, weil Bezirkifeldwebel Heinrich zur Zeit der Adlendung de» Briefe» nicht mehr in seinem Amte vor. Da ab« ein Versuch nicht strafbar ist, mußte vn Angeklagte freigesprochen werden. Kümmelblättchen im Walde. Die Bnlin« Lauem« fang« ftnv, Dank d« regen Fürsorge der großstädtischen Sichnheitspolizet, in ihrer vordem so gefährlichen Wirksamkett gewiffttmaßm„matt g' setzt", desto«giediger blüht da» Gewerbe diese: Jndustrieritt« in d« Umgegend Berlins, wettad von den Späheraugm der Bnliner Kriminalpoltzistm. In d« Bäck«« Herberge?u Spandau befand fich am 27. April d. I. der auS der Provinz zugneiste Bäckergeselle Jansen;« machte feinen mitanwesenden Beruftgenoffm gegenüber die völlig überflüsfige Aeußerung, daß«„von Mullnn" mtt den noth» wmvtgm Fond» mehr al» hinreichend vnsorgt wordm und deshalb in der Lage fei, eine zeitlang die freie Butschmlust de» Wandern» genießen zu können. Der gute Junge ahnte nicht, daß ihn Tücke umlauerte; unter den An« a elenden befand fich auch der Konditor Preitz, ein arbeitsscheuer Mensch, welch« unt« andnem dneit» zweimal wegen Bauernfängereien vorbestraft ist und zuletzt 8 Monate Gefängniß im vergangenen Frühjahr»«büßt halt«. Sein Plan war bald gemacht, denn hier galt e» einm „G-Ünm"»u rrpfen; bevor Jansen die Herberge»«lassen, de« fand stck P-eitz in Beglettung eine» Spießgesellen, Ramm» Otto, auf dem Wege nach der nahe belegenen Haide, um da« selbst im Waldekgrün ein» jener bekannten ver-vnfltchen und doch so«nfäUigen Manöver au»zuführm, auf wilche» nur ein Einfältig« hineinfallen kann; so geschah e» trotzdem, und ihr Vorhabm glückte den beiden Freibeutern nach Wunsch. Jansen traf auf seirnm, den Spießgesellen bekannten Wege in der Haide zunächst den Preitz,«elcher sich betrunken stellte und auf dem Wege hin- und hertaumelnd dem„Grünen"«zählte, daß« ebm von Bauern« fängem im Kümmcldlättchm seiner Baarschaft beraubt sei. Nunmehr trat auch der Spießgeselle Otto„rein zufällig" seitwärt» au» einem Gebüsch herau» und überhäufte feinen Grnoffm in gutgespielter Entrüstung mtt«heuchelten Vorwürfen,«eil angeblich Preitz fich von ihm mtf«nt hätte; als An wort und EntschuldigungSgrund wiednbolte Preitz dem Otto gegenüber seine Klagm üb« da» beim Kümmelblättchen angeblich widerfahrme Mißgeschick.„Zeig' mir doch'mal, wie wird denn det jemacht?" ließ stch Oro vernehmen, und wie auf Zauber«» Wink waren Spielkarten zur Stelle. Mittlerweile war aber auch Jansen begierig geworden, sein Glück bei dem neuen Spiel zu versuchen; die Sache erschien ihm so ein« fach, denn es galt doch nur, richtig zu«ralhen, in welchem der beiden Kartenhäufchm d« gewinnend« König steckt, und zudem hatte soeben ein« der beiden Spießgesellen dem andern daare 15 M. in drei neuen 5.Markscheinen alSGewlnnausgezochtt; daß diese Scheine sog. Blüthen gewesen, ahnte d« harmlose Jüngling nickt, noch weniger wußte er, daß nur dem Singe« weihten de« Räthsrl» Löwna kund wird.— Er setzte und ver« spielte schnell Uhr und 50 Mark haar, und mtt dem Gewinn verschwand Preitz wie der Blitz im nahen Gebüsch. Otto blieb zum Schein noch ein Wellchm bei dem Geprellten, um bald darauf ebenso schnell der Fährte seine» Genossen zu folgen, nachdem er dem jammernden Jansen noch da» Versprechen ge« geben, d-mselben des verlorene Geld wted« zurückzuerstatten, sobald er„wird« Arbeit haben" werde. Run scheint ad« Otto di» heute noch nicht„wieder Arbeit zu haben", ebensowenig al» Jansen sein(8:1) erhalten Hit. Jansen hatte aber nach länger« Zeit, al»« am 27 Juni d. I. nach Betten kam, die Genugthuung. den beiden Gaunern daselbst zu begegnen und durch einen Gendarmen dm Preitz»«haften zu lassen, während Otto entkam.— Preitz stand am Sonnabend vor der Strafkammer Landgericht» U, angeklagt wegen geanbsmäßigm Glücksspiel»; eine andere Rudriztrung seiner betrüg«! schm Handlungsweise gestattet da» nach dies« Richtung hin milde Strafgesetz nicht. — Preitz legte ein dm oben geschttderten Tbatbestand um« fassendes Geftändniß ab, welchem« noch die Mittheiluna hin» zufügte, daß er die Uhr deS Jansen verkauft und von seinem Genossen Otto seinm Anthett empfangen Hab«. Dem Antrage de» Staatsanwalt» gemäß verurtheilt« die Sttafkamm« den gemeingrfährlichrn Burschen zu 1 Jahr Gefängniß und Ehr« vnlust._ Vereine«nd Dersammlungen. f Eine avHerordevtlrche Generalversammlung der Strrbekasse de- M-»schwenba«arbeiter zu Berlin fand am Sonntag, dm 3. Ollodrr. Vormittag», im Wintngartm de» Zentrathotel» jirtt und war sehr gut besucht. In das Bmeau wurdm die Mitglieder der Statutenkommisston gewählt; all «SAMM wmm werden». D« R-fennt emvftchlt dah« der Ansammlung, da» mmmm zur Verlesung dt» Statut» geschritten. Hieran schloß fich eine längere Debatte, in d« von einigen Rednern gewisse Lara- graphen bemängelt wurden. Der auf 40 Pf. monatlich festgesetzte Bettrag erschim zu hoch; e» wurde vorgeschlagen, die 25 Pf„ die jetzt gezahlt werbm, auf 30 Pf. relp. auf 35 Pf. zu«höhen. Diesen Vorschlägen traten die Haren Mey-r, Klein und Math« entgegen. E» wurde berecknet, daß bei 40 Pf. monatlichem Beitrag und bei 15000 Mitglied« die Jahreseinnabme 72 000 Mk. betrage, die Ausgabe bei d« An» nähme von 444 Sterdesällen pro Iah: inkl. der Verwaltung»- kosten 64000 M. und daß d« Uednschuß zur Bildung de» vorgeschriebenen Reservefonds notwendig sei.— Auch die Festsetzung der Nlt«igrmze auf 35 Jahr und die Bestimmung, daß gegen Nachzahlung der Jahresbeiträge die Aufnahme bttk zum 45 Jahr«folgen könne, wurde bekämpft. Alle diese E.« ötterungen wmdm dadurch beendet, daß die Vnsammluerg nach Ablehnung eine» VertagungSantrage» mit groß« Na« jorttät einm Antrag annahm, der die Annahme des Statuten» mtwurf» en bkoo ausspricht und d« Kommission die Ermäch»- tigung giedt, über die Punkte, wo stch abweichende Meinungen gezeigt haben, mtt d« Behörde zu vnhandeln.— Al» Ak t. wort auf die von gewisser Seite gegen die Statutenkom- Mission und besonver» gegen eine» ihrer Mitglied«- erhobenen V«dSchttgungm wurde folgender Resolution mtt groß« Majorttät zugestimmt:„Nachdem die außnordentliche General» Ansammlung der Mitglie« d« d« Stndekaffe d« Maschinmbauarbeit« Kennmiß «langt hat üb« dm materiellen Stand der Kasse, sowie üb« die inneren Verhältnisse der Verwaltung, beschließt sie toi- gmde»: 1. Da durch die Zerwürfnisse innerhalb dcr Verwaltung, wegen d«en d« Vorfitzende bnettS ausgeschieden ist und andne ihm nachfolgen werden, wir»u der Majorttät dieser Verwaltung kein Verträum haben; 2. da ferner durch eine Feststellung, ob die Kasse lebensfähig sei, noch Mona.'« vngehen«ürdm, ehe wir in die Lage kämen, neue Mitglied« aufzunehmen und da wir z. Z. mit großem Verlust arbeiten, da die Einnahmen die Ausgaben bei weitem nicht dicken, so ersucht die heutige V«fammlung die lönigl. Regierung und da« könizl. Polizeiprästdtum, vorläufig von einem Gutachten Abstand nehmen zu wollen und dem von der Kommisston aus« aearbettetm Statut die Genehmigung zu ertheilen. Die Vn« sammlung«sucht s«n« die Ausfichtivehöide, in Anbetraitt d« oben angeführten Verhältnisse nur mit d« am 16. Mai diese» Jahre» gewählten Statuten- Kommisstor, soweit e» da» Statut dettifft, unterhandeln zu wollen. Die Versammlung«thettt zugleich der Kommtsston die Vollmacht, in allen die Mitglieder interesstrmden Angelegen- Helten zu handeln und die Busfichtsdehöide von diesm Be- schlüffm in Kmntniß zu setzen." Damit endete die Versammlung, nachdem der Voifitzende auf da» am 16. Oktober d. I. in d«„Philharmonie", vernburgerstraße, statifiivende, zu Gunsten der Kasse veranstaltete große Wint«.Vergnügen auf» m«ksam gemacht hatte, zu dem Btllet« im Kaffenlokal, Neue Schönhaus«straße 16, sowie in den Zahlstellen, Tiekstraße und Prinzenstraße und bei sämmtlichen Kommisfimimitgliedem zu haben find. Eine Kranenversammlnng. zu der auch Männern der Zutritt gestattet war, fand am letzten Donnerst az im Louisen» städtischen Konzerthau» statt. Einderufer war d« Sprecher der freireligiösen Gemeinde, Herr Schäf«. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag einer Aweitkanerin Namen» Klara Neymann über:„Wal un« fehlt." Die Referentw, welche die Fiauen« frage an den Lebensläufen anglo-amerikanifcher Frauen in üb«» au» unklar« Weife zu entwickeln suchte, fand bei der zahl. reichen Versammlung fast gar keinen Anklang. Sehr enttäuscht wann die erschienenen Arbeiterinnen, die da» cheatralilche Wesen de» stemden Gaste» gar nickt zu fassen vermochten. Wie«an natürlich spricht, die Roth de» Volle» in de« redt« Weise zu entwickeln und die Männer nicht in b't gehässigsten Weise anzugreifen, fondern st;«er Mitarbeiterfchast aufzufordern hat. die» hätte Frau Neymann in vielen Berlin« Arbeitninnenonsammlungen vernehmen können. Al» die Genannte geendet halte, war e» über 10 Uhr geworden. Sie hatte über zwei Stunden vorgetragen— pardon— vorgelesen. Die Veriamailung verzichtete darauf. in eine Diskulfion über da» Gihöttr einzutreten. Verein zur Wahrung der materielle» Jutereffe« der Kabrtk« und Handarbeiter. Heute Abend 8 Usr Andreaistcaße 26 bei Mahlitz. Versammlung. Tages ordnuna' 1. VierteljahrSderichf. 2. Wohl de» zweiten Schriftlübrn»! 3. Vortrag de» Herrn Dr. Stahn und Disrusston. 4. B«. schieder.es. Gäste haben Zutritt. Di« Mitglieder welche mit dm Bei rSgm im Rückstand« find, werden auf§6 de» Statuts aufmerksam gemacht. Der Ka'fir«, H-rr Rosenow. wohnt Z-uzhosstraße 4 und nimmt daselbst jeden Sonntaz, Vrr- mittag» von 9 bis 11 Uhr, Beiträge entgegen, auch können dort neue Mitglieder aufgenommen werden. Zentral-Kranken- und Sterbekasse der Maler und verwandten Berufsgenoffcn Deutschland»(E. H. 71 Hambura) Filiale l(Nord) am Dienstag, 5. Okioder, Abend» 8% Uhr Ack.rstr. 144(Vorstädtischts Kasino) Mttglied«v«sammlung. Die Mitglieder der Filiale IV.«e lin W„ versammeln stch ebenfalls heute, Dienstag, im Restaurant Sckmarr, Blum«» thalstr. 5. Tazesordruna: 1. Kassenbericht. Verschiedene». Fachverei« der Mechaniker, Optiker, Uhrmacher. chirurgisch« und andern Jnstrumentenmach«. Mtttwoch. den 8. Olloder, Abend» 8'/, Uhr, im Lokale de» Herrn Rieft, Kom- mandantenftr. 71— 72, General- B«sammlung. Taaesorv nmg: 1. Kafimdericht. 2. B-rickt der Revisorm. 3. Eiaan- »ungswahlm des Vorstände» k. 4, Verschiedene». 5. Frage- lassen. Mitgliedsbuch legittmirt. Aufnahme neuer Mit« glieder» ®auveteitt Berliner Bildhauer. Heute Dienstag, Abend» 9 Uhr,«nnenstr. 16, Delrgiiien. Versammlung. Zentral- Kranken««nd Sterbekasse für Tapeztrer urS verwandte Berufsgenoffen. Dienstag, ren 5. d. M., Abend» 9 Uhr, Mtglieterverlammlung in Grataeii's Bierhaller Kommandantmstraße 77-79, Tagesordnung: 1. Nmtraa' 2. Kaffendnicht. 3. Bnschievene«. QuittunzSduch legiiimiit verband deutscher Zimmerleute(Lokalaerdand Berlin Ost) D enstag, den 5 Oktober. Proskauerstraße 37/33, General Versammlung. T. O.\ 1. Vortrag. 2. Abrechnung. 3. Ba« schtedene» und Fragekasten. � De» Lokal-Berband Berlin„Nord" hält am Miitwoeb. den 6. Ottoder, Abends 8% Uhr, im Lokale von Schramm, Hochstr. 32,«in« General V«sammlnng ab. T.-O.:»drech> nung. 2. B«schiedene». 3. Feagekasten. Cchäfer'scher Gesangverein der Elfer. Dienstag. Abend« 9 Uhr, bei Wolf u. Klüger, Skalitze-str. 126, Gefor • Ranchklnb„Zum Wrangel" jeden Dienstag ö'/, Uhr im Restaurant Wrangelstr. 32. Gesangveret«„Bruderbund" jeden Dienstag, Abend» 9 Uhr, Aoaldertstr. 4. im Restaurant. * Rauchklub«Deutsche Flagge" jeden Dirnstag. Abend» 8 Uhr, Wrangelstr. 11, �Restaurant Hänoler. vom Vorstande de« Fachverein».ämmtltcher im Dr«ch«tergewerk beschäftigten Arbeiter verltn» geht uas wlaender Aufruf zu. Ardetter! Kollegen! Die Arbett« d« Steinnußknovssabrik von Wolfiobn und Sponbolz zu BreSkau haben am Montag, den 26. Eeptemd« 1886, wegen eine« Lohnabzüge» von 10 rCt., sämwtlich die Arbeit eingestellt. Der Wochenoerdier.st betrug dort bei den bisher gejwfeltm Alkordsätzen„9 Marl";— sage und schreibe„neun Mark" pro Wocke bet einer täglichen Arbeitszeit von 10— 12 Stunden? — Sollt« tun der geplante Abzug zur Tbat werden, so würden die dortigen Arbett«, da zur Zeit die Branche eine still« schäftszeit hat, demnach kein« volle Beschäftigung vorhanden ist, einen Wochenvndienst von.,5—6 Mark" erzielen! Mso mit einem Wochenverdienst von 5 resp. 6 Mark sollen die Arbeiter, wo e» jetzt zum Winter geht, die Ansprüche höhere werden, ihre Familien ernähren I Sollte man nicht meinen, e# wäre die reine Ironie von dem„Werthe der Arbeit". Nein! That» fachen find e», und damit wollen wir rechnen,»rdeiter! Kollegen! Daß diese erbärmlich niedrigen Löhne nicht fernerhin mehr den Arbeitern angeboten werden, sondern daß auch dm dortigen Kollegen eine menschenwürdige Existenz gesichert wird, dafür einzutreten ist die heilige, ernste Pflicht aller Berliner GewerHgenossm! Gewerkigenossen Berlin»! Thut Sme Schul- digkeit! Alle weiteren Mitteilungen in der am Donnerstag, den 7. Oktober, Abmd» 8 Ubr, bei Wohlbaupt, Manteuffel. straße 9—10 stat.findendm F rchvereinßversammlun g. Zahl« reichen Besuch erbittet mit kollegialischem Gruß der Borstand. Achtungiooll F. A.: Rodert Sündermann, GUschinerstr. 61 L vermischtes. Etz kommt an de» Tag. Bor sieben Jahren kehrte ein junger Gärtner mit einigm hundert Gulden, die er fich in Wim erspart hatte. In# heimatliche Sannthal zurück. Aus der Straße von Cilli gegen Neuhau» kehrte er ein und dort schloffen stch ihm zwei Männer an, denen er seine Leiden». aeschichte erzählte und von feinen Ersparnissen Kunde gab. Mit diesm beiden Männern virließ der Reisende da» Wirth». bau» und kurze Zeit damach wurde im Höllergraben in der Nähe de» Punkte», wo von der Straße Cilli- Wöllan der Weg nach Neuhau» abzweigt, die mit Farren kraut bedeckte Leiche eine» Manne» gefunden, der, fast völlig mtkleidet, äugen schein- lich da» Opfer eine» Raubmorde» geworden war. Der Leu» mund bezeichnete damal» dm Wirth Mo»tnar und dessen „Freund" Cokan al» Thäter, e» wurde auch die Untersuchung eingeleitet, aber dieselbe blieb resultatlo».— Vor wenigen Wochm nun hatte, wie die„Deutsche Wacht" erzählt, da» achtjährige Töchterlein Mo»tnar'», al» e» zur Schule nach St. Johann kam, einen goldenen Ring, der offenbar von einem Erwachsenen herstammte, denn da» Mädchm hatte ein Stück zusammengerollter Leinwand unterlegen müssen, damit der Ring nur überhaupt am Finger stecken blieb. Dem Lehrer fiel da» auf. er frug da» Kind, von wem e» dm Ring erhalten; da» Mädchen antwortete, daß e» ihn in der Truhe de» Vater» gefunden. Der Lehrer, der fich de» vor steden Jahren vor. gefallenen Morde» erinnerte, schöpfte Verdacht, machte die An« zeige, und heute find Mo»tnar und Cokan bereit» in sicherem Gewahrsam. Sie wurden dem Gerichte eingeliefert und haben bereit» ein Geständniß abgelegt. Uebe« Wurstvergiftung macht Prof. Nauwerck> Tüdin- am in dem„Corr.- Bl. de» Württemb. ärztl. LandeSverein»" interessante Mitteilungen: In dem Dorfe S. erkrankten im April d. I. zehn Personen nach Genuß von Würsten, die 12 Tage vorher au» Fleisch, Blut, Lunge, Leber, Speck von 2 angeblich gesunden Schweinen bereitet und erst noch 24 Stunden in den Rauch gehängt worden waren. Die Wurst- mafse hatte man theil» in die Gedärme, teil# in die Magen von Schweinen gefüllt. Da» Krankheitibild bot die charak- teristischen Zeichen der Wurstvergiftung... Zwei von dm Kranken starben. Die Zeitdauer vom Genuß der Würste bi» »um Eintritt der Kranteit»erscheinungm betrug meist 20 bi» 24 Stunden, in einigen Fällen mehr, bi» zu 3 bi» 5 Tagen. Der Tod«folgte am 3. und 6. Tage nach dem Wurstgenuß; die ersten Erscheinungen hatten stch nach ca. 20 Stunden gemeldet. Von den beiden Vnstorbmm ist nachgewiesm, daß ste nicht mehr Wurst genossen, al» etwa einer Tübinger Psifferwurft entspricht; der eine hat seine Portion mit großem Widerwillen gegessen. Im physiologisch chemischen Institut zu Tübingen wurden die Würste, sowie ein Theil der Organe durch den»sstftentm Dr. Ehrmderg der Analyse ,mt«worfen, bei welcher anorganische Gifte nicht gefunden wurden. Dagegen ist bei der Untersuchung zum ersten Male der Nachwei» ge- lunam, daß in giftig wirkenden Würsten stch bastsche Produkte vorfinden, wie ste unter dem Einflüsse d« Fäulnis; von Eiweiß» körpern fich zu bilden pflegen lLeichmalkaloide od« Fäulniß- bösen). Eine Zersetzung der Eiweißkörper, welche zur Bildung solch« Alkalien Veranlassung giebt, ist nur denkbar unt« der Mitwirkung von Spaltpilzen. Prof. Sauw«ck hat nun au» den beschlagnahmten Würsten drei Pilze, einen Bacillu», sowie iwci Mikrokokken gezüchtet, von denen einer die Nährgelatine vnflüsfigt, d« andere nicht; beide wachsen aber so langsam, daß ste an der Fäulniß bildung keine wesentliche Rolle spielen. Dagegen hat der Bacillu» die Eigenschaft, bei Zimm«iempe. ratur wie bei Kö pnwärme sehr schnell zu wachsen, auf ver« schiedmm Nchtoden, namentlich auch auf Kartoffeln. In glöß«m Mengen in da» Blut von Kaninchen gebracht, tödiet der Bacillu» die Versuchkthiere nach 12 Stunden. Zur Vor- sorge ergiedt sich die Notwendigkeit, Magen und Darm, die ,m Füllung benutzt»«den, sorgfältig zu reinigen evmt. zu deiinfijiren. Zur Abtödtung der in die Würste gelangten Spaltpilze ist ein gründliche» Durchkochen erforderlich. Da die» an großen Würstm mit Schwierig leiten verbunden ist, find nur kleinere Würste anzufertigen, die„Schweinemagen" aber völlig ,u»«werfen. IS B«giftung«ingerrelen, so hat man den Darmkanal möglichst zu entleeren und bei der Ernährung Eiweißkörp« thunlichst zu vermeiden. Vielleicht gewinnt man mit d« Zeit auch wirksame„Gegengifte". Kleine Wittheilnngen. Aschaffenbnrg, 29. September.(Ein Jnfinniger.) Auf dem hiesigen Bahnhofe tauchte vorgestern plötzlich ein nobel gekleidet« Fremder auf, welcher stch al» Fürst von Bulgarien gerirte und eine Ansprache an fein Volk halten wollte. Wie stch bald herausstellte, war derselbe ein I««, welcher von einem Wärter begleitet war. Al»« trotz Hefligen Widerspruch» feine Rede fortsetzen wollte,«llärte ihm d« Wärter, daß die vor ihm Versammelten keine Bulgaren, sondnn Russen wären, und da verstummte er plötzlich, warf nur einen Blick auf die Scheinbulgaren und verließ, den Worten seine» Begleiter» folgend, den Pnron. Bochum, 10. Oktober. Unter den unglücklichen Opf«n der Kohlenstaub Explosion auf Zeche„Konsolidation" defand stch auch d« Sohn eine» allen Mütterchen», welcher am Donn«stag voriger Woche vom Mrlrtär— er hatte bei der Garde in Berlin gedient— al» Resnvist entlassen worden war. Am Tage seine» Eintreffen» in der Heimat sah er fich nach Arbeit um und bekam auch solche auf Zeche„Kon- solidation". Die am folgenden Morgen angetretene Schicht war die letzte seine» Leben». Er befand fich unt« den in der Tischlerei niedergelegten Erstickten, und die alte Mutt« stand stundenlang an seiner Leiche, ohne fich in ihren Verlust schicken zu können Düsseldorf. 1. Oktober. Einen grausigen Selbstmord vollführte heute Nachmittag ein Mann auf der Fahrt nach hi«. Derselbe war in den gegen 5 Uhr hier einiteffenOen Personen lug in Neanderthal bei Erkrath eingestiegen und hatte ein villet bi» hi« gelöst. In dem Koupee, welche»« denutzte, befanden sich noch mehr«e Passagiere, welche, nachdem d« Zug im Fahren war, durch ein eigentümliche» Geräusch aufmerksam wurden und zu ihrem Entsetzen den zuletzt einge- stiegen en Passagier blutüberströmt mit vurchschntttenem Halse vor stch sahen. D« Mann war in wenigen Minuten eine Leiche. Da d« Zug in Gerresheim hielt, wurde die Leiche dort ausgeladen und d:e hiesige Behörde sofort de- nachrichtigt. Wer der Selbstmörd« ist, konnte vorab nicht festgestellt werden. Misdroy, 29. Septemb«. Vi« Fisch« versuchten gestern Nachmittag in d« Nähe von Swinehöst zu landen, da» Boot, ca. 200 bi» 300 Met« vom Strande entf«nt, kent«te ab« in der hohen Brandung, wobei drei Fisch« Namen» Karl Hübn«, August Krause und Karl Riem«, sämmtlich au»Mi»»roy, ihren Tod in den Fluiden der Ostsee gefunden haben. D« Fisch« F«d. Jäger au» MiSdrry hat fich unt« furchtbar« Anstrengung gerettet. Sämmtliche Fftcher find verheieathet und haben außer ih en Frauen ein Kind bezw. zwei Kind« im bezüglichen Alt« von 8 bi» 14 Jahren nachgelassen. Die Leiche de» Hüdner ist gestern Abend noch aufgefunden, die beten anbeten Leichen werden noch gesucht. Fünf Fischer stnd bei trem schweren Beruf in diesem Jahre schon ertrunken. Ketzte Kachrichte». Die Mär,««ruhe« werde« i« Belgien z« reaktionäre« StsetzeSvorfchläge«««»genutzt. Die Regierung hat den Kammem eine»dändnung de» Gesetz«» über Vereine und Versammlungen vorgelegt. Darnach sollen künftig alle Kundgebungen od« öffentliche Vneinigungcn im Freien ohne Genehmigung der OrtSdehörden verboten sein. Letztere kann solche bedingungsweise erteilen, indem fie die Mitsührung von Fahnen und Emblemen verbietet. D« Minist« de» Jnn«n kann, wenn die Umstände die» erfordern, die Vereinigungen zeitweise oder allgemein od« in ge- wissen Gegenden u n t e r s a g e n. Die V onokation zu ein« strafdaien Handlung od«»um Ungehorsam gegenüber den Gesetzen, gleichviel ob diese Provokation nur eine indirekte, bedingungsweise od« in allgemeinen Auidiückcn gehaltene ist, berechtigt die Behörde zur Auflösung einer Ler» sammlung oder eine» Zuge». An der am Sonntag in Nam ur stattgefundenen liberalen Kund- aebung, mit welch« gegen die von d« belgische« Regierung verfügte Absetzung Rouvaux al» Kirchenvotsteh« protestirt werden sollte, nahmen Delegirte aller lidnalen V«» eine de» Lande» Thcil. Mehrere liberale Zeitungen sehen in dies« Kundgebung ein Zeichen der Aulsöhnung von ver« schiedenen Scbattirungen der liberalen Partei. Pariser Weltausstellung.„Gauloit" will wissen, man trage fich mit dem Gedanken, die Weltausstellung auf 1690 zu vertagen, weil 1889 die Stadtbahn noch unvoll- endet und Past» von den Erdarbeiten für dieselbe verunstallet sein werde. Kampf gegen da»— Kapital. Der Gouverneur von Pennsylvanien richtete em Schreiben an den Generalprokurator diese» Staate», in welchem« dessen Aufmerksamkeit auf da» Verfahren der Koilitton der Kohlen-Kompag» nieen(coal pool) lenkte, welche dm P eit der Kohlen in die Höhe treibe, invem fie die Kohlenförderung beschränke. Der Gouverneur sagt, da» Publikum sei der Gnade der Koalition überliefert, diese sei dem Gesetze zuwiderlaufend und dies« Zrfiaed den Interessen de» Publikum» nachthstiiz. Der Gou- v«neur spricht fich auch gegen die Trunk Eisen dahnkoalitton au» und bittet den Generalprokurator, von Amt# wegen gegen die Koalition einzuschreiten. E» heißt, der Generalprokurator werde sofort gegen nie Kohlenkoalilion vorgehen. Unruhe« in Indien. Al» bei der Feier religiös« Feste in Etawah bei Auahadad zwischen Hindu» und Muhamme» danern Strell auszubrechen drohte, ließ die Vehörve einen Eisenbahnzug mit britischen Soldatm, welche auf dem Wege nach Birma waren, anhalten, um die Ruhe wiev« herzustellen. Durch da» Erscheinen d« Truppen wurde jedoch die Menge aus» Aeußerfie erregt und stürzte sich auf die Bajonette d« Soldaten, wobei Viele leicht, M-Hrere tödtlich verletzt wurden. In Allobabad find Vor- ftchtSmaßregeln getroffen worden. Alle nach 9 Uhr mit Waffen oder Stöcken auf der Straße angetroffenen Eingedornen werden verhaftet. Zur Bnchdruckerbewegung. Leipzig. Montag. 4. Oll. Von den etwa 2000 hin beschäftigten Buchdruckcrgehilfen stellten 540 die Arbeit ein,»eil die Prinzipale neue Foid«ungen in Betreff de» vereinbarten Tarif» ablehntm. Die Prinzipale riefen die Entscheidung de» im§ 43 de» Tarif» vorgesehenen Schiedsgericht» an. Reichstagswahl. Mannheim, 3. Oktober. Die Demokraten badm für die R«ich»tag»wahl dm ReichitagSadgeordneten von Feder, die Nationallidetalen dm Tadaksfabrikantm Dissens al» Kandidaten aufgestellt. Sozialistisch« Kandidat ist bekanntlich DreeSbach. Kriefkaste« der Redaktion. R. 6. 31. El giebt außer Btrlin noch eine kleine Anzahl von Städten in Preußen, in denen dir MiethSsteu« erHoden wnd. H W. Sine Zahlstelle bei Verein» befindet fich Blumen« straße 28 im Laden bei Herrn Schneid«. SR. H., Mauerfteaße. Besten Dank für Ihre Freund- lichkett, wir haben jedoch keinen Grund, un» mit jmm „Herren" noch weiter einzulassen; ei wäre im Interesse jm« Leute gehandelt, wollten wir ihren Auslassungen Raum ge- währen. «.». 188. Bei der Reichstag» vahl im Jahre 1373 wur- den im ersten Berliner R ichstagswahllreise für den sozialdemokratischen Kandidaten 2121 Stimmen abgegeben. 3 Z 100. Zunächst besorgen Sie fich beim Magistrat ein ArmuthSattest, dann beantragen Sie in d««nmeldestude, R-ue Friedrichstraße 13, die Anberaumung eine» Sühne« termin» und dann bitten Sie ebenda um Bewilligung de» Armmtecht». Theater. Dienstag, den 5. Oktober. Opernhaus. Fidelis. Echausptelhan«. Ein Wlnteimärchm. Deutsche» Theater. Ein Tropfen Gift. Kroll'» Theater. Konzert von Hmry Marteau. Friedrich- Wilhelmstäbtische» Theater. Der Nachtwandler. Wallner-Theater. Ein Blitzmädel. velle-Alliauce-Theater. Drei Paar Schuhe. Osteud-Theater. Der deutsche Michel. Viktoria- Theater. Amor. Tanz-Poem von Luigi Manzotti. Walhalla-Theater. Don Cesar. Refidenz-Theater. Die Donischeff». Zentral- Theater. Alte Jakobstr. 30. Direkt.: Adolph Ernst. D« Wat-Teufel. Gesang». posse in 4 Akten von W. Mannftädt. Kauplet» von®. Görtz. Musik vonG.Stefiens. Mit neuen Dekorationen und Kostümen. si(Novität!) Königstädttsche» Theater. Pechschul«. Stadt- Theater(früh« Alhambra- Theat-r). Agne» Bernau«. Konkordta- Theater. Spezialitäten- Vorstellung. Kaufmann'» Beriet*. Spezialitäten> Bor- stellung. America«- Theater. Spezialitäten- Vorstellung. Reich»hallen- Theater. Spezialitäten- Vor- stellung._ Bden-Theator. (Früh« I.o«laeBStMtlschea Theater.) Dreidmerstraße 72/78. ehe Johnson Family(4 Damm, 1 He«), preilgeuöntt Schwimm« und Tauch«. Niegel- «che Kallettrnpye(12 Damm, 2 Herren). W». P offmann mit dresfittm Schafm und Hunden. Matthe»» Family, 7 Amerikane- rinnen. Emesto Harwey. Paula und Ludwig Tellbeim. Zocher. Frl. B-lloni. Anerklarliche» räthselhaft»» Verschwinden einer junzen Dame von offener Kühne vor den An gen de» Pedlikam». Unmittelbar nach dieser Produktion: VollstSvdige Aufklärung Auer da» Verschwinden der Dam», wohin «nd woher dieselbe kommt. Kassmöffnung 6% Uhr. Ansang 7'/, Uhr. Soeben ist im V«lage von I. H. W. Ttetz in Stuttgart«schienen: Internationale Bibliothek in Heft i. Die Darwin sche Theorie. Berlin durch alle Buchhandlungm und Kolporteure, sowie inSbe. Zu beziehen sondere durch bi««rpedition de«„Kertwer Volksblatt". Zimmer straff» 44, C. Mecklenbnrg, Knchhandlnng Krause» straffe 43, Koni» Abel, Knchhaudlnna. Kebasti an straff» 27. Dem Kollegen A ermann Meigt zu seinem 35. GebmtStage ein dreimal Donnernde» Hoch, daß der ganze Oppeln« Kietz wackelt. Zugleich wünschen wir ihm viel Glück in dem Stand d« geflickten Hosen, und al» Kollege in O-dnung und Recht weit« zu fahren und ein fröhliche» Leben zu führen. Die Hauptsache, die nöthiaen Biete, nicht vergessen.[762 Von seine« mitarbeitenden Kollegen. Danksagung. Für die große Beteiligung bei dem Begräb- niß meine» lieben verftorbenm Manne», den trostreichm Worten de» Herrn Predig« Lrake, dem Personal d« Herren Schufter und Ba« und dem Kriegervnein„SleSvigia" spreche ich hi«mtt meinen tiefgefühltesten Dank au».[764 Die liefbetrübte Wittwe Ch. Dohrmann nebst ftinbern. _ Königlich__ IttllMt Klafft»-KnUent Kanptgew.: 600.000, 2» 2 a 150,000, 2 a 100,000, 2 1 a 300,000, ..» 76,000, 60000. 2 a 60,000 ,c. Rk. baar. L Klaffe: 6—8. Oktober. AntheiU.: V» 6 M„ 3 M. Vn IV. M.. Vm 90 Pf.[733 Originall.:'/>. Vi V«. Rothe t Loose ä 5 M. Bich. Schröder, tf erlitt w., Markgrafen straff» 46, «ensdarmenmarkt. X Ein« geehrten Nachbarschaft mpf. mein Kol,.«. Kohleneeschäst. Karl Mahner, Adaldntftraße 6. Witt W Untre, Die Buchdruckerei toh MAX BADIUG BERLIN S Wn Beuth-Str. 2 empfiehlt sich rar Anfertigung von Druckarbeiien jeder Art bei prompter und billiger Bedienung. Koeten.Anechlflgc and PapUrprohea gern«, und franco. Fachverein der Tischler. V'ute, Dimstaa, Abend» SV, Uhr, Mit- aliedernersammlnng in Kordan', Knlon, I N:ue Gtünstraße 28 Tagesordnung: 1. Vor- trag de» Herrn Kmdiiora üb«: Schiller'» ästhetische Erziehung de» Mmschen. 2. Antrag de» Vorstand-», dm Arbeitsnachweis betriffend. 3. Wahl eine» Arbeitsvermittler». 4. Frage- lasten. Ouittunglbuch legittmitt. N-ue Mt- i glieder werden aufgenommen. Billet» zum ' VereinSkränzchm am 17. Ottob« stnd in der V'rsammlung zu haben. 7633_ Der Borst and. Kerberg» n. K er kehr»- lokal sowie Zentral-Ar- stbeitonachwei» de» Fach- oerein» der Tischler O. Blnrnenstr.«6. L. Arbeit»« Bermitteluna geschieht unentaMich. AdressmauSgabe an Wochentagen von SV, dt» 9V» Uhr Abend». Sonnwg» von 9—11 Ubr Vormittag»._[724 Tapeftr«»l»hrling verlangt 764] Keinr. Kahlen. PotSdamerff-. 20. , Passage 1 Z». 0 M.- 10 A. Kalaer-Puarsrna. In dieser Woche: ___®in« Reise durch Egypten. Zweite Wanderung durch Paris. Hertha- tzi eise. Carolinen-Inseln. i 20 Pfennig. Kinder nur 10 Pfennig. Soeben ist erschienen: ÄtueWellKaltildtt � für 1887. »U» dem reichen Zuhält beben mir bernor: Reich»li->,daft».Et.t de» Dmt. — Zerbrocheee Kette». 9o »aljlung von Aob.«chrneichel.-«t». ti»e Frame» Homeasche«.— St» Areletarierti»». Erzählung v.»L«»ger. — Der Kampf, mische» Fe»«».»«A« h» ba Welt. Von P. OS«. Köhler.— Wie ma» ei»e Wilia»»«bieaL— Flte- »eabe fBUUtn(humoristisch). AI»«ratio-KeUaEeme L«»ei». 3.«nttttilU. X. vlanche. 4. Die beide»«Um. Si» Wa»dk»le»d«. »rei» 50»f.=- Statigari A H.». Diatz. »nantworllich für dm politischen Theil und Soziatrs«ax Geytppel. für Veretne und Versammlungm K. T Zu beistehen durch die'Groedition. ftm- 'HtTuVUfft 44# SStf'Sb'«wSTm IR«t W1 � Zeitung A.«renheim. sämmtlich in Berlw.