Nr. S37. Sonntag» den 10. Oktober 1886. Iii. Jahrg. MerVlllksllllllt Brgan für die Interessen der Arbeiter. Da««Berliner VolkSblatt« mzeln« (Sin getragm in der Postzeitungspreisliste für 1886 unter Nr. 769.) JnfertionSgebühr 11'* oder deren Raum 49 Pf. Arbeitsmarkt 19 Pf Bei Kid itkti»»: Keuchstraß« 2.— Erpeditio«: ZiMmerstraße 44. Htichrlri. Für das lioalitiontrecht der Arbeiter find die Deutsch- freifinnigen im Parlament und in der Presse eingetreten und auch für alle diejenige Vereinigungen, welche auf Grund de#§ 152 der Gewerbeordnung bessere Löhne und Arbeit»- bedingen erringen wollen. Da» sei hiermit konstatirt. Aber war«» den Herren ernst damit? Handelt e« stch bei solchem Eintreten nicht mehr um«ine Manchester liche Theorie, al» um da» Wohlerpehen der Arbeiter? Mischt« sich nicht ein große» Stückchen Täuschung mit in solche» Vorgehen? Wir glauben die letzte Frage bejahen zu dürfen, wenigsten« bei ewigen der Herren Deutschfreisinnigen und bei«wem Theil der Presse dieser Partei. Diese letzteren handeln ja eigentlich ganz korrekt und verdienen von deutschfreisinniger Seite keinerlei Tadel, da sie nur da« öffentlich autsprechen und thun, wa» w der rnnnfien Seele dieser Partei liegt, und entweder au» Klug» heit oder au««Wer gewissen Sentimentalität nicht überall «(«gesprochen wird. Wir bleiben also bei unserer oft gethanen Behauptung, daß die deutschfreisinnige Partei ein« den deutschen Arbeitern fewdselige ist. Die» läßt sich auch wieder au»«wem Vor« tommniß au» jüngster Zeit begrü-'den. Durch den bekannten Streikerlaß de« Minister« von Pustkamer wird die gesammt« Arbeiterbewegung in Deutsch- land, auch diejenige, welche sich lediglich in dem Erringen besserer Lohn« und Arbeittbedingungen äußert, mit dem Sozialistengesetz verquickt. Frchverewe, Gewerkschaften wer« den aufgelöst, weil sie Sozialdemokraten al» Mitglieder oder gar al« Leiter befitzen. Diesen Grund zur Auflösung haben allerdwg« die Deurschfteifinnigen nicht gelten lassen;«wer ihrer bravsten Führe, hat die« ausdrücklich im Retchsttag« erklärt, wdem er sagte, daß den Behörden da» Verständniß für den grundlegenden Paragraphen 1 de» Sozialistengesetze« bei 9u»führung desselben gänzlich verloren gegangen sei. Wir glauben auch, daß e« dem Abg. Stauffenberg mit dieser Erklärung vollständig ernst war. Aber betrachten wir nun die deutschfreifinnige Presse. Wo irgendwo ein Exzeß vorkommt, der von Mitgliedern de, Fachverein« od«, der Gewerkschaften verübt worden ist od«, auch nur verübt sein soll, sofort machen nicht nur die konservativen und nationalliberalen, sondern auch die deutsch« freifinnigen Blätter mit wenigen Autnahmen au» diesem Exzeß sozialdemokratische»utschreitun gen. Lesen wir nur die Berichte der deutschfreifinnigen Presse über die am HimmelfahrtStage in Grünau stattgehabten Borgänge. Zedermann wußte, daß«» speziell Maurer waren und zwar solche, die in der Streik« und *Mtn«»«böte». IeuMeton. Ludmilla. 15 Novelle von P o l e v v i. betrag vou 195 fl. Der königliche Gerichtshof in Steinaman« ger verurtheille Ladislaus Adelt wegen des Verbrechen» de» Morde» und de» Raubmorde» zum Tode durch den Strang. Die königliche Tafel änderte gestern die Todesstrafe in leben»« längliche» Zuchthau» ad. Kleine Wittheilungen. Mainz, 7. Oktober. Heute Nachmittag stürzte fich von einem Hause der Kapuzin ergaffe die Frau eine» hiefigm Buch« binder» von dem drillen Stockwerk au» auf die Straße. Eni» setzlich verstümmell wurde di« Unglückliche, die bald darauf ihren Leiden erlag, vom Platze getragen. Die Frau soll die That in einem Anfalle von Irrsinn verübt haben. Wien, 7. Oktober. Da» Opfer ei--«» entsetzlichen Verbrechens spülten vor einigen Tagen die Wellen der Donau bei Theben in der Nähe von Pceßdurg an da» Ufer. E» wurde nämlich der verstümmell« Leichnam einer 26» bis 33 jährigen Frauensperson au» dem Waffer gezogen, deren Name bith« nicht festgestellt werden konnte. Der Körper war schon in Fäulniß gerathen und wie» an der rechten Schläfe, sowie am Unterleid zahlreiche Wunden auf. Die Hände der Todtc» waren mit einem Draht nach rückwärt» zusammengebunden. Die Unglückliche ist aller Wahrscheinlichkeit nach ermordet und dann in die Donau geworfen worden. Da» Verbrechen dürft« in der oberen Donaugegend verübt und die Leiche von den Wellen bi» an die ungarische Grenze getrieben worden sein. wo ste aufzefi cht werden konnte. Da» Gesiebt der Er« mordeten war bei der Aufsindung nicht mehr erkennbar. Wie«, 7. Oftoder. In Cunowitz in Mähren auf des StaatSeisenbahn ereignete fich gestern in Folge falscher Weichen« stellung ein Zusammenstoß de» Personenzuge» mll dem Last» zuge. Ein Wagen de» Personenzuge» wurde zertrümmert, di» Maschine arg beschädigt. Der Maschinenführer und Hei- er find schwer, der Kondult, ur und mehrere Paffagirie leicht verletzt. Wie«, 7. Oltober. E» werden au» Trtest 13 Er» krankungen, 2 Todesfälle, au» Pest 13 Erkrankungen, 7 Tode»« källe, au« Szegedin 38 Erkrankungen, 13 Todesfälle an der Cholera gtmeldet. New> Bort, 6. Oktober. Der Dampfer„Anchoria", von der Anchor-Lmie, von Blcttgo« nach hier bestimmt, ist jetzt 9 Tage überfällig. Dt«„Anckoria" verließ Glasgow am 16. September mll mehr al» 400 Paffagieren, darunter 300 Zwischendecker, und man ist jetzt über den Verbleib de» «>chiffe» einigermaßen besorgt, indeß hofft man, daß die Reife de» Dampfer» nm durch einen Unfall an der Maschin« ver» zögert wird. Mehrere Ozeandampfer langten gestern hier an» doch hat kein» von diesen Schiffen die„Anchoria" pasfirt. Unter den gestern angekommenen Dampfern war auch die zun selben Linie gehörende„De-onia", welche eine Woche später von Glasgow abging. Die O fiziere der„Devonia" berichten, zeitseilig schlechte», jedoch nicht sehr schwere» Wetter gehabt zu j baden, und glauben zuversichtlich, daß die„Anckioite" unter■; Segel sein wird. Der Dampfer„Anchoria" ist 1874 w varrow, gebaut. DM- Ausverkauf in Kteiderstoffen zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Werliner Warb zu KauskCeidern 3Jlctct 80, 40— 50 Eine große Äuswahl moderner Kleiderstoffe in vielen sehr hübscheu dunklen Farbenstellungen, früher 75 Pf., jetzt Meter 40 und 50 Pf.— Eine große Äuswahl lvinter-Eheviots, wollener kräftiger Stoff für praktische Haus- und Straßenkleider, früher 90, jetzt Meter 50 Pf. — Ein großer Posten glatter, einfarbiger Tnch-Vonble- Foulös, dekatirte kräftige Waare, ftüher 1,50, jetzt Meter 75 Pf.— Eine große Auswahl sehr hübscher Kleiderstoffe, doppelt breit, ftüher 2 M. jetzt Meter 90 Pf. und 1 M. — Eine große Zlueamhl Winterstoffe, doppelt breit, Meter 1,30 bis 1,50 M.— Doppelt breit Tnch-Kama zu Morgenkleidern, Meter 1,20 Mark, 1,50 bis 2 Mark. 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El ist diel an stch gewiß eine recht erfreuliche Thatsache, daß auch der Arbeiterin Gelegenheit geboten ist, entweder stch zu vervollkommnen, ihr Rönnen und Wissen zu erweitem oder aber sich Rennt- stse und Fertigkeiten anzueignen, die ihr völlig abgehen. Daß dal weidliche P o'etariat sehr fortbildunzldedürftig ist, ist eine, wenn auch wenig erfreuliche, so doch nicht hinweg, uleugnende Thatsache, welch:r fich Niemand verschließe« kann und wird, am wenigsten aber die Arbeiterin selbst, welche unter den denkbar ungünstigsten Leben!- dedingungen zu leiden hat. Wird el schon von Hause aul, Berlin vielleicht aulgenommen, mit der Schulbildung der Mädchen der ardeitmden Klaffen nicht zu genau genommen, so wird dal Mädchen bereitl srühielliger all der Knabe der Schule entwöhnt, zur Arbeit angehalten und der geistigen Aul- dildung entzogen und hat el endlich dal Atter erreicht, wo el die Schule verlassen darf, so beginnt für dal arbeitende Mädchen sofort die selbstfländig: Erwerblthätigkeit. In großer Anzahl drängen die Arbeiterinnen nach Berlin, um stch hier eine Eriken, zu suchen, oft unter den schwierig- stm Verhältniffen. Während der Rnabe häufig stch einem bestimmirn Berufe zuwendet und zu diesem BeHufe eine mehtjährige Lehrzeit zu abloloiren hat, während welcher el ihm ermöglicht ist, eine Fortdildunglschule zu be- suchen, so ist bei den Mädchen beide» nicht der Fall. Von einem eigentlichen Berufe kann bei der Arbeiterin wohl kaum die Rede sein. Dal Endziel Aller ist lediglich die Erwerbung *•1 Lrbmlunterhattel, dal Mittel zur Erreichung diesel Ziele! ist die Arbeit und delhalb denützt die Arbeiterin jede fiw ihr bietende Arbeitlgelegenheit und ist gezwungen durch di- Roth vel Ledenl, sofort erwerbend thäiig zu sein. Die in einigen Eepetalpeigen nothwendige sogenannte Lehrzeit erstreckt stch auf böchstenl einige Wochen und dient zur Aneignung der unentbehrlichsten technischen Kenntnisse, mit deren Hilfe stch die Arbeiterin ein Fortkommen schaffen soll. So finden wir die Fabriken und sonstigen industriellen Ardeitlstätten von Arbeit rerinnen bevölkert, für da! tägliche Brot arbeitend. Weder die Arbeit!, eit noch der erzielte Arbeits oerdienst gestatten diesen industriellen Arbeiterinnen, welche meisten! mit mangelhaften Schulkenntniffen und noch mangelhafteren, wenn nicht gänzlich f-Unden häuslichen Fähigkeiten nach Berlin kommen, an ihre Zukunft zu denken, die doch in dm meisten Fällen der Ehe. stand bildet, stch darauf vorzubereiten und zu diesem Zwecke eine Fortdildunglschule zu besuchen, um stch diejenigen Kennt- Nisse anzueignen, welche die Arbeiterin all Frau und Mutter nicht entbehren kann. Ist dal Lool der sogenannten Fabrik- mädchen erstchtiich ein wenig erfreulichel, so find die tzaulin- dustriellm fast noch schlimmer daran. Wer einen Blick in dal Leben der Haularbeiterinnen thun will, der darf nur unsere sogenannten Miethlkasernen besuchen. Die Berliner Wohnhäuser gleichen mehr Fabrik- all Wohnräumen. Die moderne Bauart dieser Häuser mit ihren himmelanftrebenden Vorder-, Hinter- und Seitengebäuden, mit einem Hofraum, über weichen hinweg man stch beinahe die Hände reichen kann, gestalten naturgemäß einen unmittelbaren Blick in die einzelnen Proletarierwohnungen. Und mal «blickt dal Auge? Vom dumpfm Kellergeschoß bis zum luftigen„Parterre vom Himmel" erscheint hinter jedem Blumentopf mindestens ein bleicher Rät chenkopf, ostmall auch zwei und dtei, emsig über die Arbeit gebeugt. Die Eine näht Mäntel, die Andere Wäsche, vi- Dritte Trikottaillen, die Vierte Kragen u. s. f.; bis tief in die Nacht hinein ertönt dal Geräu ch der„eisernen Nähmamsell" und der junge Morgen findet fie wieder in Thätigkeit. Die Löhne, welche diese Arbeiterinnen erzielen, find bekannt. Daß el ihnen unter den gegebenen Verhältniffen nicht möglich ist, fich fort- resp. milzubllden, ist klar. Und doch find diese Arbeiterinnen der Fort- und Aul- bildung dringend bedürftig, denn fit find berufen, Frauen und KerUner Kotmtagsplanderei. .& C. Die laue, frühliuglartige Lust kau» unl nicht votübet hinwegtäusche«, daß wir unl dem Winter näher«. -I»• w6*1"ur die letzten Abschiedlgrüße, welche unl dal t sendet, mit denen el unl glaube« machen Üe ,ta Herrlichkeit sobald«och nicht ein Ende nimmt. Selbst wen« wst nicht wisse» würden, daß draußen der Nebelwind gar hetbkl.ch durch die dürre» Blätter säuselt. und daß eben derselbe Wind über die kahle« Stoppelfelder dahinweht uvd den K-utoffelbuddler», welche die spärliche Ernte vom Magisdailland ewheimsen, de« Staub ins Ge. ficht bläst, als»ollte er stch üb» die armen Leute lustig wache« und ihnen eine« Vorgeschmack seiner winterliche» Schärfe beibringe»— wir würde» aul ganz andere« winde- stenl ebenso unttügltche» Zetch» ersehe» könne«, daß die Zahreszett kommt, von der so Mancher sagt: Sie gefällt «ir nicht I Ei» Blick auf die»nschlagssSule« genügt. Tagtäglich sehe» wir die Plakate der christltch-soziale» Partei, die zu ihre« Winter-Vetsammlunge««ach de» verschiedenste» Lokalen einladet. Such de* deutsche Anttsemttenbund hat sein winterliches Suferstehunglfest bereit* gefeiert, ei wird also wieder munter darauf lolgehetzt. Allerdings find die Ein« ladunge« der Ehristltch-Loziale« mit einiget Borficht auszu- nehme». Shnungllol kommt man dorthin, vielleicht mit de» friedlichste»»dsichten von der Welt, man will den«»- lichte« jener semitenfeindliche« Herren die größtmöglichste Verbreitung gebe«, doch bevor man«och ein Wort gehört oder geäußert bat, geht's Einem, wie dem trinklustige» Gast im schwarze» Walfisch zu Slkalon: Da wirst der Hausknecht aul Nubierland Den Fremdling vor die Thür! Uad doch, wen« man fich die Sache recht überlegt, ging 1 in jener alkalonische« Kneipe noch gcmüthlicher zu wie bei de» germanische« Ehristlich-Soziale». Dort, im Morgenlande wurde» wenigstens nur zahlungsunfähige Gäste, Mütter zu werden. Der größte Prozentsatz der Berliner Ar- driterinnen, aus denen die F.aucn und Mütter de! Berliner Arbetterstandes hervorgehen, tft somit von der Fort- resp. Aus- bildung aulgeschloffen; gerade diese Fmuen werden durch die wirthschastlicken V-rhaltniffe auf einer Bildungsstufe erholten, die den heutigen Zrttoeihältniff-n durchaus nicht mehr entspricht und die Arbeiterinnen find außer Stande, ihren Platz im Leben würdig auszufüllen, so lange die wirthfchaftitchen Veihättniffe nicht eine Besserung erfahren, und die desteinge- richteten Mädchen-Fortbilvunglschulen verfehlen ihren Zweck, wenn fie nicht in ausreichender Weise benutzt werden können. Für de« Mühlendamm vollzog stch am vorgestrigen Tage ein wichtiges Eretgniß: die Häuf« 14—19 und 22—28 gelangten b-.hufl Abbruchs zur Versteigerung. Binnen vierzehn Tagen dürfte som't der Engpaß, welcher den westlichen Zugang zum Molkenmarkt bildet, verschwinden und der lang erfehnien Erweiterung Platz machen. Daß an dies» Stelle endlich einmal Bresche gelegt wird, ist, abgesehen von hyzienischen Rückstchten, um so nochwendiger, all der Verkehr einen solchen Umfang angenommen hat, daß man den Mühlendamm vorläufir nur mit einer gewissen Ledentgefahr paistren kann. Diese Ueber- lastung der engen Straße wird erklärlich, wenn man bedenkt, daß der östliche Spreearm, welcher durch dal Zentrum Berlins hivdurchführt in einer Länge von 20 Minuten nur drei Ueber« gänge b.-fitzt, und zwar außer dem Mühlendamm nur noch die Kurfürsten. und Friedtichlbrücke. Die Kurfürstenbrücke wird aber wegen ihr:! starken G-sälle« und ihrer geringen Brette van Fuhrwerken mit Recht gemieden, und so ergießt fich denn der größte Th-il de« Wagenverkehrl über den Mühlendamm. Auch der Fußgängerverkehr ist von gewaltigstem Umfange, liegen doch jenseits dieses Eng. paffes dal Polizeiprästbium, dal Rathhaul und dal Stadt- gericht. Die Verbreiterung der Straße wird demnach all eine wahre Wohtthat zu begrüßen sein. Allerdings wird ein Stück Berlin verschwinden, welches zu den ältesten und intereffan. testen Bestandthellen der Restdenz gehörte. Am Mühlendamm und am Molkenmartt soll schon in der Milte des zwölften Jahrhunderts mit dem ersten Anbau der Stadt begonnen worden sein. Schon im 14. I ab hundert weiden die an der Nordseite der Straße hinter der Häuseiflucht gelegenen landel- herrlichen Mühlen»wähnt; fie bildeten in Zeiten d» Roth für die Markgrafen ein besonders gern gewährtes Pfandodjett. Der Mühlendamm war in älteren Zellen nur ein schmal», unansehnlich» Gang mit zwei Brücken, welche üb» die Müh- lengerinne hinüberführten. Allerhand Krambuden, welche vom Rentlhauptmann gegen einen Zins vermlethet wurden, zogen fich zu beiden Seiten des Steges hin und»»liehen dieser Passage schon damall den' eigenartigen Trödincharakter, welchen fie noch heute besitzt. Unter dem Großen Kurfürsten wurden verschiedentllche V-rbefferungen an den Mühlen vorge- nommen, und zwar unter Aufstckt des damaligen Amtlhaupi- mannl des Mühlenhof:! von Canitz, eines Mannes, der all Dichter seiner Zeit geschätzt wurde. Seine jetzige Gestalt er- hielt der Mühlendamm nach vielen wechselvollen Schicksalen, unt« denen Brände eine große Rolle spielen, durch Friedrich U. Wiederum wurden zwei Mühlengänge mit den davor- steherden Häusern und Buden im Jahre 1759 durch Brand zetstölt. Wal dem Mühlendamm sein eiaenthüm« lichel Gepräge seit Jahren verlieh und vorläufig noch verleiht, find die Läden mit alten Kleidern. Vor den dumpfen, halddunuen Gewölben hinter den Vogenlauben, aul denen beständig ein musfig« Geruch herauldr ngt, hängen fie in stattlicher Reihe— die aufgeputzte Kammerherrn, und Osfizi»- Uniform, der Extra-Anzug des Et.- jährigen und begüterten Dreijährigen, die goldbetreßte Dienerlioree ein» längst versunkenen Börscnatöze und die Röcke und Hosen ehrsam« Zt. vilifien. Die„Mühlendämmler" defitzen eine staunen! werthe Kunst, solchen v»dlichen«n Glanz wieder aufzufrischen und dem ältesten Lumpenkram ein anscheinend respekladlel Aeußere zu g ben. Gewölbe an Gewölbe» gefüllt mit diesen glänzenden Kleidungsstücken, zieht fich hinter den Bogenlauben hin. Mit der Erweiterung des Mühlendammei werden diese intneffanten Bilder schwinden. Wie die Häuser de! Mühlendammei nach der Straßenseite zu so viel des Merkwürdigen boten, so auch ihre Hintnfrotrten. Wer in schwankendem Kahn den östlickten Spreearm hinunterfährt, wird finden, daß die südliche Rück» feite del Engpasses ein wirklich malerische! Bild bietet: Gallerten. Treppen, ziemlich verfallene Giebel und unten im Waff» ein wahrer Wald von Rostpfählen, auf denen dal Ganze ruht, verbinden stch zu einem vom Atter harmonisch verbundenen Totalrtndruck. Im Uebrigen empfingt man eine welche de« Kredit del lammfromme» Wirthel gleich Tage lang, ohne fich vom Fleck ,u rühren, in A»fpruch«ahmen, vom Hausknecht an die Luft gesetzt, Herr« Aschenbrenn« ist dal aber ganz gleichgiltig, ob Zemand für die zu erwartende Vorstellung schon pränumerando gezahlt hat od» nicht— wen« d» Gast im E«uch d« Oppofitto« steht— dann raus mit ihm;« ist ei« Bock, der von de« fromme» Schafe« getrennt««den muß. Wal man nicht weiß, macht Einem nicht heiß, und so können wir jene» überaus tolerante» und wohlanständigen Herren nur dankbar fei», daß wir unl ihretwegen nicht u«. nütz zu erhitze» brauche«.„Kühl bis ans Hnz hinan"— muß man sich ihnen aegenüb» verhalte», mögen fie ihr« Weisheit nur immer fein säuberltch unter fich aulkrame«, dal ist dal Beste»nd Unschädlichste. Wir wtffen ja doch, daß der goldene Tag der Freiheit»st dann anbreche» wird, wen« jed» Schwarzhaarige die glückliche« Gefilde Deutsch- lanbl verlasse» hat, uad daß fich»st dann eine ungeahnte Fülle des Glücks uud Segens üb««nl ergieße« wird, wen« alle Nasen«ach d»jenige» del Herr« Siöcker zuge- geschnitten find. Dal tst ja doch d« Gipfelpunkt all» Weisheit aul dem Munde del wackere« Gottelmaunel, und was die Nase anbetrifft, so wird schon dafür gesorgt wer- de», daß er«och recht oft mit«ia» ziemlich lange» ab- ziehe» muß. Wir find niemals so gallig« Natur gewese«, daß wir uns««. Nebenmenschen nicht eine Freude gö-nten. Muß fich Herrn Stöck»! Brust nicht mit stolz« Genugihuu»g UHK ««den fie n«n gehe«, jene Leute, d.e mtt ihre» alten Hosen. de» gettagenen, betreßte« Stötten jede« Genwl die Hm» unseres deutsche» Volkes verdarbe«, indem fie betm Einkauf '�üt% christlich-soziale deutliche Darstellung von der«bärmlichen Bauweise, die noch vor 100 Jahren Mode war: vorn glänzende, stattliche Faffadm und hinten dal elendeste Fachwerk und die unsolideste Aul« führung. Wie stch diese Bauten so lange Zell halten konnten. ist gradezu ein Rätbkel. Hansa, Lloyd, Packrtfahrt-Gesellschaft— alle drei bleibe» fich in unpünttltcher Brief beftellung gleich El ist gar nichts Seltenes, daß Bitten um Aufnahme von Vereinlversammlungen in dm Vereinlkalender ein, ja zwei und drei Tage post festnm ankommen. Eine Einladung zu einem V-reM am 30. September, am 29. September der, Hansa" zur Bestellung üb«» gebm, kam richtig am 6. Oktober in den Besitz dkl Adreffatm. Dal find Ungehörigkeiten, die dal ganze V-rtrauen dcl Publikum! zu den Privatanstatten erschüttern müffenl Die Aiphalttrung der Landsbergerstraße zwischen Aleranderplatz und Katharirienstraße ist bekanntlich eine Probestück ein« amerikanischen Gesellschaft, die, wie so viele and«« jetzt, der lünstlichm Aßphalibereitung ihre Aukmerksamkett zu« wenden. Dies« sogena.tnte„Barber.Akphalt" ist eine paten- tirte Mischung aul Quarzsand mtt wenig Kaikpulv« und einem ungenannten Bitumen. Die Masse wird an dem B«» wmdunglorte selbst hergestellt, indem dal Bitumm mtt einem Oelzusatz in einer Trommel durch eine Untetfeuerung bis auf 150 Gr. C erwärmt und dann der mtt dem Kalkpuloer'gusatz vermischte Sand unter stetem Umrühren durch ein Mefferwerk zugegeben wird. Die hergestellte Masse wirv sofort auf da! vorbereitete Betonbett ausgebreitet und mit 2 schweren Walzen abgewälzt. Nachdem dann auf die noch warme Oder fläche eine dünne Schicht Zemmtpulo« gebracht und mtt ein« 200 Zentner schweren Walze eingewalzt worden, kann der be» treffmd« Slraßm'heil sofort dem Veikehr übergeben werden. Derselben Gesellschaft ist auch ieitenl der Stadt Paris ein Probeauftrag gegeben worden und die Leistunaßlähigteit des künstlichen Asphalts wird deshalb sehr Haid umfassend«probt werden. Das königliche Polizeipräsidium«läßt folgend« Be« kanntmachung: Nachdem dal aus Grund de! Reichsgefetzel gegen die g-meingelSbrlichm Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 erlassene Verbot des Arbeiter- Bezirks« verein! für den Osten Berlins endgiltig gewordrn ist, wird das L q uidation! verfahren üb« den genannten Verein eröffnet und in GernSßhett del§ 7 de! oben genannten Reichsgefetzel hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß zum L quidator des Vereins d« königliche Krtminalkommiffar von Krocht» Molkenmartt Nr. 1, Zimmer 18, hierseldst bestellt worden ist. Hierauf Bezug nehmend,»«den Diejenigen, welche dem ver» botenen Berein gegenüber Verdindlichketten zu erfüllen od« Vermögenlobjeve desselben in Gewahisam baden, oder Ford«» rungen an denselben zu haben vermeinen, hierdurch aufgefordert, ihre Verpflichtungen, beziehungsweise Ansp üche. binnen 14 Tagen bei dem Liquidator, Krtminalkommiffar von Kracht. anzumelden. Die innerhalb obig« Frist stch nicht melvenden Gläubiger««den aller etwaigen Vorrechte verlustig ertlärt, und mtt ihren Forderungen nur an dasjenige, was nach B,« friedigung der fich meldenden Gläubiger von der Masse noch übrig bleiben sollte, verwiesen»«den. Von der General- Lotterie- Direktion geht unl fok« gendel Schreiben zu:„Am Schlüsse eines in der Beilage zum „Berliner Volkldlait" vom 2. v. SR. enthaltenen Artikels mtt d« Spitzmarke„Lotterie und Totalisator" wird behauptet, daß jetzt die Kolletteure thatsächiich mit den Loosen h mfiren gehen. Sollten mit dem Ausdruck„Kolletteure" die königlichen Lotterte« „Einnehmer" gemeint sein, so«suchen wir die Redattion tu grdenst, unl durch Bezeichnung der Nimm in die Lage zu versetzen, diesem geschäftlwidrtgen Versah: en entgegen zu treten." SeldfloerstSndlich ist ein faktisches Haustren von unl nicht g«» meint aewesen. 5247 Strafen wegen Echnlversänmniß find nach Aus« «eil bei amtlichen Berichtes des Magtstrais im Laufe des letzten Geschäftsjahres gegen«ttern hiifiger schulpflichtiger«in. der««hängt worden; davon ist in 1173 Fäll-n die Strafe durch Gefängniß verbüßt worden, während in 722 Fällen die Geldbeträge der verhängten Strafen mit 1124 M. entrichtet wmden. Wal aul der«ettaul größeren Zahl der hiernach noch nicht«ledigten Straffälle geworden ist, dal ist aul dem amtlichen Bericht nicht zu entnehmen. El gewinnt ab« den Anschein, all ob bei VerhSngung solcher Strafen doch etwas zu rtgotol vorgegangen würde. In den weiteren Kreis«, des Publikum! ist man doch zu der Annahme geneigt, daß von d« firtlichen Beschaffenheit eines Menschen, der(eine Kinder nicht ordnungsmäßig zum Schuluntenichte anhält, nicht Partei angeregt zu habe» und wolle« nur wünsche», daß«s auf die Tagesordnung d« nächste« V»ti»loersammiu»g kommt. Den» dal ist doch eine Sache, bei dnen Erörterung schließlich«och etwas httaulkommt, während man, wahrscheinlich wegen Stoffmangell, fich letzthin schon mtt Dinge» abgebe» mußte, die mit d« Judenhetze absolut w kein» Beziehung standen. Man denke nur: neu» lich wurde de» Christlich-Sozialea ei« Vortrag üb»„Das alte Berlin" servtrt. Dal ist den» doch ein Zeichen, daß dal Berständniß für die.gute Sache" bedenklich im Schwin« de« begriffe» ist, also flugs heraus mit eiier aktuelle» Frage, die wirklich die Interesse« be! deutsche» Volkes berührt. Heb« dies« Augeloqeaheit läßt stch doch»och spreche», da ja außerdem glücklicher Weise auch alle Heis»« kiiilerscheinunge» bei dem Hauptredner beseitigt und die Kehlkopfvnhältniffe fich i» durchaus normale» Zustände» befinde». So geht's in der Welt, dal Gut« liegt manchmal so nahe, und d», d» es g»»e finde» möchte, sieht es nicht. Für die Antisemiten ab« würde d« Mühlendamm gnade jetzt«och eine fast unerschöpfliche Fülle del interessanteste» Agitation Smatnials biete«: jede Hose, die dort„verkloppt", jed» Rock, d« dort versetzt wurde, jed« Pfandschein, de» mau dort»«schob, ist ein Schrei»ach Gerechtigkeit»nd «ach Befreiung— und Herr Stöcker, d» doch sonst so feine Ohre« hat, hört dieses Geschrei nichts Wundnbar, sehr wunderbar. Ab» el ist ja wahr, Herr Stöck» gehört ja jetzt zu de»„Gemäßigten"— und Maß z« halte» w alle« Dinge» ist sehr gut und sehr verständig, nicht nur im Aulspreche» der Wahrhett. Die„Radikalen' verschreibe« fich j-tzt ihr« Redn» ans dem f»ne» Hissenlande od« sonst wo h», und Herr Stöck» sitzt im Schmollwinkel und schmollt. Inzwischen fällt na Stein»ach de« anderen vom Mühlendamm; wen« Herr Stöcker die alle auf dem Hnze» hatte, muß» fich jetzt recht erleichtert fühle». «kl zu halten sei. Nun mag man von der Sittlichkeit der Beiliner Bevölkerung so hoch oder so aering denken wie man will, aber daß«> in unserer Stadt»wischen 5 und 6000 Familien gäbe, in denen rt mit der jktndererziehung so traurig desteA wäre, daß der Schulbesuch bu ch Strasm erzwungen werden muß, da« wird kein Mensch glauben. Da 145036 Kinder unsere Voltt schule besuchen, so würden etwa in jeder Klasse zwei Schüler fitzen, deren Eltern wegen Schuloersäumniß in Straf« genommen«erden. Di« Sache dürfte fich durch einen üdertriebenen FormaltimuS bei der Kontrol« und Anietg« sowie bei der Entschuldigung stattfindender Schulversäumniffe erklären, und hier dürft« eine Remedur am Platze sein. Sie scheint um so dringender nöthia, ali man gar nicht wissen kann, ob nicht einmal zufällig andere ve« Höven von solcher Bestrafung der Eltern Kenntniß erhalten und daraui die weitgehendsten Schlüsse gegen die stttliche Qualiiät derselben ziehen. In»eurer Zell find solche Schlußfolgerungen gerade nicht selten gewesen. Ueber die Abenteuer deS berüchtigten Ein- und Aui« brecher» Krüger in Köln find dem„Berl. Tagebl." auS Köln noch folgende interessante Mittheilungen zugegangen:„Krüger wollte ein vlelsettigi r Künstler werden, nicht allein Schau- spieler, sondern auch Sänger. Zu letzterem Zweckt begab er fich zum hilfigen Kapellmeister Kleff«! mit dem Ersuchen, ihm Gesangsunterricht zu erihtilen, wurde aber von diesem kurzer Hand an P'vfessor Hoppe verwiesen. Da dem Krüger indeß die nöthige Vorbildung fehlte, so ward ihm von Herrn Hoppe zunächst ein besserer Mufikschüler zugewksen, welch letzterem denn auch daS Mißgeschick pasfirte, gelegentlich der verhängniß- vollen Kahnfahrt mtt verhaftet zu werden. Um auch die edle Schauspielkunst zu erlernen, begab fich unser hoffnungsvoller Jüngling zu Direktor Jul. Hosmann, welcher seinerseits den Schauspieler Zimmermann alS geeignet zur Unterrichts- Er- theilung bezeichnete. Krüger, der fich den Namen Gustav Gehrig beigelegt hatte» erschkn denn auch in der Wohnung deS Schauspielers Zimmermann, der dm Kandidatm einer kurzen Prüfung unterzog» ihm aber jedeS Taknt absprach und fich in Folge dessen weigerte, Unterricht zu ertheilen. Krüger-Gehrig bat indeß dm Herrn Zimmermann, ihn nur in einigm äußeren Disziplinen der Schauspielkunst zu unterrichtm, und wenn S auch nur wmige Stunden seien. DaS Honorar für vier Stunden zwang er seinem Lehrer mit 20 Mark förmlich auf. Doch Herr Zimmermann sollte stch dieser Spende nicht lang« freum, denn statt des Schülers erschkn unter dem 13. September ein Brief von Krüger-Gehrig an ihn, den wir zur Charattertfirunz deS verwegenen Verbrecher« nach dem flott und korrrtt geschriebenen Original nachstehend im Wort« laut mtttheilen: „Köln. 13. 9. 86. S-Hr geehrter Herr! Zur gefl. Mittheilung, daß ich nach nochmaliger reiflicher Ueberlegunz zu dem Schluß gelangt bin, mich doch nicht der Bühne zu widmen, auf der e» mir mtt meinen bescheidmen Mitteln sehr schwer fallm dürfte, daS vorgesteckte Ziel zu er- reichen. Wmn Sie, geehrter Herr, erwägm,«aS ein derarttger Entschluß erfordert und wie sehr für und wider bestrebt find, stch aaS Gleichgewicht zu hatten, so werden Sie gütigst ver« zeihen, daß dt-ser Entschluß so lange auf fich wartm ließ. Indem ich Ihnen für Ihre«erihe Bemühungen bestens danke, zeichne mtt vollster Hochachtung Gust. Gehrig. Reinoldstraße 22. II.« Herr Zimmermann ersucht« darauf den desertkten Schüler, dk 20 Mark gegm Rückgabe der detreffmdm Quittung in «mpsana zu nehmen, und bekam darauf mtt besagter Quittung ein zweites Schreiben, welches daS Ersuchen enthtett, Herr Z. möge fich da» Honorar für seine bisherigen Bemühungen in Abzug dringen, daß«» ihm- dem«rüger- sehr peinlich wäre, die Zett dei Herrn Z. ohne irgend welche Entschädigung in Anspruch genommen zu haben. Herr Zimmermann, der offenbar da» Talent seine» Schülers, Komödie zuspklen, unterschätzt hatte, verzichtete auf jede Entschädigung, sandk dem lküger die 20 Mark zurück und damit war dessen Künstler« laufdahn abgeschloffen.„. Unter den letzten Steckbriefen defindet fich auch ein Steckbrief de» Königt. Amtsgericht« I Hierselbst hinter den be- kannten Agenten Giovanni Franzeiko Angelo dt Dia au» Berlin, gegm d-n die Untersuchuneshaft wegen wieder holtm Betruges verhängt und welcher flüchtig ist. Die Polizei« deHörden werden ersucht, den Gmannten zu verhasten und in daS UntersuckungSgefärgniß zu Moabit abzuliefern. Berechtigte Furcht. Herr Stöcker erzählte in Elding, ein dreizehnjährige» Mädchen in Berlin habe bei seinem Anblick gezittert.— DaS Mädchen ist wahrscheinlich sehr Wahrheit»- lkvend erzogen. n Eine treffliche Antwort findet fich im„Süddeutschen Postillon": Baron: Sage mir, Johann, betheiligst Du Dich auch an der ReichStagSwahl? Johann: Sehr wohl, Herr Baron! Baron: Für welche Partei stimmst Du denn? Jo> Hann: Für die nationalliberale. Baron: Warum gerade für diese? Johann: Ich Hab« gehört, daß e» die Ledkntm- partei ist. Et« sübe» Malheur ereignete fich am Freitag gegen »bmd in der Mariannenstraße nah« beim HeimichSplatz. Ein beladener Rollwagen fuhr beim Umdiegm um die Straßenecke so heftig gegen die hohe Lordschwelle, daß daS ganze Fuhrwerk schräg stand und ein« Tonne von demselben herunter auf Kerliner Theater. Da« Ofteudtheater ist fett seiner Wiedereröffnung bestrebt, die ernstere Richtung de» Drama» zu pflegen. Ver- dimen diese Bemühungen schon deshalb die regst« Unterstützung settcn» de» Publikum», well un» in Berlin ein volkSthümltche» TheaUr dieser Art vollständig fehlt, so wünschm wir der Dttektion um so befferm Erfolg, ali fie für dt« gestellte Auf- gab« sehr tüchtige Kräfte herangezogm hat. und derm Zu- sammenspiel ein« sehr kundige und tüchtig« Regie verräth. SS find also alle Elemente für eine gedeihlich« künstlerische Snt« Wicklung de» Theater» vorhandm. Freilich, diese» ein« müssm wir offen gestehen: in der Wahl de» EinführunpSstücke» ist dk Direttion nicht glücklich gewesen. Ist dmn wirklich eine solch« Rath an volkSthümlichm Dramen, daß man auf dm„Deut- sehen Michel" von Rötel zurückgreifen mußte, auf diese Unglück« »che Mischung von gekünstetter Romantik, von überfließender Sentimmtalität auf der einen, und unerträglicher Trivialität auf der anderm Seite? Auf ein Stück, da» fich auf ganz un- dmkbarm Voraussetzungen aufbaut— der Michel, einFünfzi- ger, findet nach einem unstäten Kriegerlebm seine Jugmdlied« ali WUtwe wieder, da er aber nie an Atter und Jahre gedacht hat, wirbt er sofort um dk Tochter— au ein Stück, deffm Handlung stch alidann nur mühsam weiier- windet und deffm Charaktere— mtt Ausnahme vielleicht de» Wachtmeister» Buseck— über dk gewöhnliche Schablone nicht hinausgehen? Direttion und Personal haben hier gethan, wa« stch thun ließ und wenn der Beifall trotzdem nur ein mäßiger blieb, so war e» nicht ihre Schuld. Von tm Spkkrn zeichneten fich besonder» au» Herr Ratzedurg, welcher dkTttel- rolle, von einigm Ueberschwänalichkeitm im dritten Akt« abgesehen. sehr glücklich durchsührte, fern« die Herren Linzen f Buseck) und Kauer(Frankenstein); von dm Damm Frl. Lmau(Käthchen) und Frl. Büchler(Wirthschasterin). Am wentgstm glücklich war Frl. v. Waldheim in der Roll« der Katharina._ dm Damm fiel; diese hatte bedenklichm Schaden gelittm, dmn au» dm geplatzten Holzlheilm quoll ein« dicke, zäh« und braun« Maße hervor. Die liebe Straßenjugend, dkse unoer> meidltchen Zeugen jede» Sttaßmunfall», stand bald in dichkn Schaarm um die von dem Fuhrmann ausgerichtete Tonne und prach lange Zstt von„schwarze Seefe", dt» ein neugkrig hin- eingesteckter und abgeleckter Finger dm wahren Charatter der dickm SyrupSmaffe verrieth. Bald mtwickette stch denn auch ein Bild, da» auch der geschickkst: Zeichner nur annähernd «kdergebm könnte. Ueberall, wo fich der süße Stoff hin ver« irrt hatte, wischten ihre geschäftige Nein« Finger auf und in dm Munde und der in Mttletdenschast gezogenen Lederschürze deS Rollfuhrmann widerfuhr auf diese Weise die delilateste Reinigung, ohne daß der Mann stch dabei zu bemühen brauchte. Wegen de? schmutzigen Wetler» war da« auf dm Boden ge- fallme Quantum zum großm Ledaurm der kleinen Lied- hadir dato ungenießbar geworden. Fieilich, von der„durch- schlagenden" Wirkung diese» Genüsse» schweigt de» Bericht« erstatter» Höflichkeit. Et«««erklärlicher Selbstmord versetzte vorgestem Mittag, wie eine Lokalkorresondenz berichtet, die Bewohner de» HauseS Stralauerstraße 11 in die größte Aufregung. In dem Hause wohnt seit geraumer Zeit der Gold- und Silberschmelzer Sldmtvt. Al» derselbe Vormittag» gegm 11 Uhr von einem Beschästigange nach setner Wohnung zurückkhrte, fand er seine junge hübsche Frau sich in Krämpfm windend und laut jammernd tnmittm der Wohnstube auf der Erde liegend vor. Schnell enischloffm eil'e Sch. zu einem Arzt und konstatiite der letztere übereinstimmend mtt den Autsaaen der dereit» in Tode»- zuckungen fich befindenden, trotzdem aber vernehmungsfähigen jungen Frau, Vergiftung mittel» Strichnin. Wettere Auf- klärungm über da» Motiv zu dem Selbstmord« warm nicht zu erhalten. Im letzten TobeSkampfe schien aber dir Reue über die Unglückliche zu kommm, dmn bi» zum letztem Athem- zuge flehte fie, Gott möge fie dock am Leben lassen. Leider warm alle Versuche seiim» de» Arzte» vergeblich. Um 11 Uhr verstarb dk Anmste unter heftigen Konvulsionen. Auf dem Tische stand ein Wafferala», in welchem stch noch Reste de» im Wasser aufgelösten Gifte» vorfanden. Herr Sch. ist ein noch junzer. in den dreißiger Jahren befindlicher Mann. Wie man fich erzählt, soll er mtt der Verstordenm in anschetnmd recht glücklicher Ehe gelebt haben. Markthalle«-Bericht do» Z. Sa«d«u«». städtische? Verkaufsvermittler, Berlin, Zentral- Markthalle, dm 9. Ok- tob« 1886. Butter. Frische feinste Tafelbutt« x. 125—130, feine Butt« L 116-122, n. 100-112, Ol. fehlerhaft« 85-95, Land- butter l. 95— ICO, a. 86- 90 E�lizische und and«« geringst« Sorten 66—72 M. v« 60 Kilo Preis: fest. Käse. Schweiznkäs« L 66-63 M.. O. 50-66 lU. 46—48», Quadrat- Backstein I. fett 22-25 IQ. 10-16 M., Limburg« L 80-36 M.» H. 20 bi» 25 M, rheinisch« Holländer Käse 45—58 M., n. ffiaait 56 M„ echt« Holländer 85 M., Edamer L 60-70 R„ U 66—68 M.. französtsch« Reufchateller 16 M. p« 100 Stück, Roquefort 1,20—1,50 pr. Pfd. Ein find adermal» im Preise gestiegm, so daß Zusmdungm darin rentabel«scheinm. 2,70—2,76 M. per Schock. Geräucherte Fische. Rhemlach» 2�0—2,90 M., Weser- und Ostseewch» 1,20—1,40 M, geräucherte Aale 70—1,00 bi» 1,30 Pf. pr. P'd., groß« Delikaicßaal 1,60 per Pfd„ Flundern. klein« 2,00-3,00, mittel 3,60-6 groß« 8-16 M- Bücklinge 1,80 Mi 4,00 M Dorsch 3-10 M. per 100 Stück. Sprottm 0,40—0,60 per Pfund. Krebse. Klckie. 10 cm. 0,75-1,00 M„ mittel 1,60-3«. große 4—10 M. per Schoek. Hummern 1,30—1,60 M. p« Pwnd. Austnn 7,50—12 Mt. pr. 100 Stück. Lebend« Fische,»al, mittelgroß 80—95, große 1.10 R. Hecht 60—70 Pf., Schleie 70—80 Pf. p« Pfund. Karpfen in Stückm von je 1—18 Pfund in großen Posten ange- boten. S«fisch«. Lach» 1,00—1,20—1,30 Mark, Zand«, große, 80-100 Pl,. Hecht 40-50-66 Pf, Steinbutte 70-80 Pf, See- «rnge, große 0,70-1 M, mitte! 60-60 Pf, Scholl« 10-26 Pf, Schtllffsch, große 20 Pf, Kabliau 16 bi» 20 Pf. p« Pfund. Makrelen 40—60 Pf. pro Stück. Dorsch 5—12 Marl pn Zentner. Obst und Gemüse. Ung. Weintraudm 26—23, Ochsmaugen und Muskateller Weintrauben 28— 30 Pf. Reue C'tronm 80—48 M. per Kiste, Pflaumm 2,26 dt» 4. vtrnm 4 20 bi» 6.60, TakelMrnm 7-15 M,«evfel 4,25-6 Mark. Tafeläpfel 7-15 M, feinste Sorten dt» 25 Mark, Pstrstche 20-30 M Anana» 2�0—3,00 Mark pr. Pfd. Neue saure eingelegte Gurken 1,50-1,80 M. p« Schock. Zwiebeln 2,25-2,75 M Kartoffeln, weiße 3L0-4.00 M. rothe 2.80 M» 300 R, blau« 8,00—3,60 M. vr. 100 Kilo. Schalotten 0—7 Ä., Teltow« Rüdchm 9-12 M, Melonen 15 bi» 20 M. pr Ctr, Sellerie 7—8 M, Menrettig 7—12, vlummkohl 20 Mi bi» 50 R pr. IOC Stück. Blumen und Blätter. Lorbettblätkr 3—4 M. pro Korb. Rofm 8—12 R, RosmknoSpm 1—" M, pro 10 Stück Tuberosen 4—5 Ä. pro 100 Stück. Wild. Reh, 60-90, Hirsche 20-30, Dammhirsch 60-45, Wildschwein 20—35 Pk.pr.Pfd, Rebhühner, junge 100-120, alt« 80-90 Pf, Fasanen 3-4 M, Wachteln 60-60 Pf, wild« Enten 0.80 btt 1,20, Hafen 3,00— 3,50 M. per Stück. Krametk« vöael 18—23 Pf. pn Stück. Auerhahn 3—4,50 M- Birkhuhn 1,75-2,50 Mk. pr. Stück. Geflügel. Fette Gänse p« Pfund 60 bi« 70 Pf. Halbfett« Gänse 50 b!» 60 Pf. p« Pfund. Magere» Geflügel ist nur mtt Müh« und zu sehr ntednm Preism unterzu« dringm. Gänse 2,50-3,00—6,00 M, sungt Entm 1—1.50 bis 2,00 Mark, lunge Hühn« 0,55-0,80 M.. alle 1,00-1,70 M Tauben 80 MI 45 Pf„ Poulardm 4,50 M« 8,00 M. p« Stück. Polizei« Bericht. Am 8. d. M, Lormittag», ongistek fich eine Frau in ihr« Wohnung in d« Stralauerstraße mittelst Strpchnin».— Al» am Rachmittag dn Putz« Müller mit dem Abbruch der Rüstung dr» Neubau-» Bärwaldstraße 12 beschäftigt war, fiel ihm ein« durch den Regen glittgewortme Rüststanae au» d« Hand und einem vorübergehenvm Mann auf den Kopf, wodurch dies« eine anscheinend nicht bedeutende Lerktzung erlitt.— Abend» gegen 7 Uhr feuerte vor dem Hause Auguststraß« 14—15 ein etwa 60 Jahre alt« Mann welch« jede Auskunft über fich verwdgtrte, angeblich in selbst mörderisch« Abficht einen Revolonschuß gegm stch ab, blkb jedoch gänzlich unverletzt. Er wurde, nachdem ärztlich festge- stellt worden, daß er geisteskrank ist, nach d« Charike gebracht. — Ebenfall» dorthin wurde ein etwa 60 JaMe alt« Mann gebracht, welch« um dkfelb« Zill auf dem Bürgersteig vor dem Haus« Grünstraße 14-15 bewußtlos und anscheinend vom Schlage getroffm vorgefunden worden war.— In d« Nach »um 9. d. M. entstand im dritten Stockwerk de» Hause» G-orgenkirchftraße 37 in einem unbewohntm Raum auf b'l jetzt noch nicht aufgillärt« Weise Feu«, durch welche» der Dachstuhl de» Vorderhause» zum größten TbeU vernichtet bei beiden Brändm in Thätigleit. Gerichto-Zetttma. Personal der Hyan'schm Fabrik einen AuSflug uach K Speick und gelangte schließlich nach dem bekannten TeufelSs«. In dem dort befindlichen WirthShause liegt ein Fremdmbuch au», da» von wahrhast himmelschreiendem Unfinn strotzt. In da»« elbe schrieb nun vnndt folgenden bekannten Ausspruch: Den Sozialiimu» in seinem Lauf Hält weder Och» noch Esel auf. Auf Zureden eine» sein« Kameraden setzte er die Unt«schrift darunter: Jhrtng- Mahlow- Puttkamer. D« Schutzmann Jhring tellte in Folge defien einen Strafantrag und am 7. Oitoba satte fich Berndt wegen Beledigung de» Schutzmann» Jhrtng U verantworten. In dem Termine bestritt Berndt entschieden die Abstcht, daß er den Jhring habe persönlich dekidigm wollen. E- wie» nach, daß die in Red« stehenden Thiername« nicht» mit der P«son de« Jhring zu thun haben, und daß er nur in ironisch« Weise einen Gedanken dem Jhring unter« geschoben habe, d« gerade den Anstchkn de« genannten Herrn diametral entgegenlaufe. Er rechlferltgte seine That mtt d« bekannten Prcxi» der Witzblätter. Trotzdem ab« beantragte d« Staatsanwalt eine Bestrafung de» Berndt zu 2 Wochen Gefängniß, welche jedoch der Gerichtshof mtt dem Hinwei» auf„da» gefährliche Treiben" der Sozialdemokraten in hiestz« Gegend in eine Bestrafung zu 4 Wochen verwandell«. Son« d«bar ist e», daß die beleidigenden Worte de» Berndt di» zum Tage de» Termin» in dem öffentlich au»geleg!em Luch« standen.«• t Wegen fahrläffiger Brandstiftung hatte fich gestem d« KaufmannSlehrling Robert Doddert vor d« ersten Sttaf- kammer htefigen Landg«icht» I zu verantworten. Am 5. Juli d. I. war in dem Keller de» Kolontalwaarenhändl«» Fister, Dreidenerstr. 85, ein Feu« ausgebrochen, da» d« Angektagk verschuldet hatte. Er sollte eine Flasche Petroleum abfüllen» ohne Laterne begab er fich in den dunklen Lagerraum, zündete ein Streichholz an und wdllte ein Licht, da» in ein« festen Hülse an der Kellermaun zu stecken pflegt«, in Brand setzen. Da» Licht war ab« nicht vorhanden, und nun wollte d« Lehrling da» Petroleum beim Schein de» Streichhölzchen» ab« füllen. Da» Hölzchen brannte ab« rasch« nkd« al» er gedacht und um stch nicht die Fing« zu««brennen, wart« e» von fich. Unglücklicherweise fiel e» auf einen Haufen Papier- obsälle, dk rasch oul stammten. Der Lehrling hatte noch soviel Bestnnung, den Hahn de» Fafie» zuzubreben, dann lief er hllfeschreimd in den Laden. In vi« Minuten war dl« Feunwehr zur Stelle und ihr schnelle» Kommen verhinderte daß da» Feu« nicht größ«e Ausdehnung annahm und dk io Keller lagernden Petroleum- und SpirttuSvmrätb««griff- Der Angellagte wurde zu ein« Geldstrafe von 20 Marl»er- urtheilt. t Ei« jugendlicher Ausreißer. Daß e» in unfetf GeseUschatt, die den Menschen Uasssfizirt und rubrizirt, ihn vo» sein« Geburt an mit Dokumenten»«sorgt, ihn an jcdst Straßenecke nach seinen LegttimationSrioieren fragt, ihn d!» zu fernem Tode in so und so vielen R-gistern führt, mögl» ist, fich den Nachforschungen der Behörde zu entziehen, bewi» ein llein« Bursche, Paul Gottschlag, der gestern vor d«l 87. Adiheiluna de» hirstgm Schöffeng«tcht» sich gegen d« Anklage der Unt«schlagung zu verantworten hatte. Vor 1*° und einem halbtn Jahre war Paul bei dem Hofspeditcuk Löwenthal al* Ardeitidmsche beschäftigt geweser. 7. April 1884«hirlt er 70 Marl mtt dem Auftra ze, auf dc» Anhatt« Bahnhofe Frichtbltese dafür einzulösen;« kehrte adrt nicht zurück und blieb verschwunden, trotzdem die Polizei ort einen Strasanlrag de» Spediteur» hin Ermittelungen nach k* anstellt.. Da tarn er vor einigen Monaten freiwillig nach Rixd»"' wo er Wohnung nahm, und nun erst war ti möglich, ihn zur V«antwo?»unp zu z»«h n. Vor dem Schöffengericht erklärte rt sein Verschwinden auf dk einfachste«eise;« bihauptete, drt Geld verloren und nicht gewagt zu haben, nach dem GeschÄ zurückzukehren. So sei er nach Britz gewandert, wo seitz Stiefeltern damal» wohnten, dann Hab«« fich nach Magd» bürg begeben und dort Arbeit gefunden. Er sei ordnuna� mäßig bei der Polizei angemeldet worden, aber man habe st» nicht wett« um ihn gekümmert. Da» Schöffengericht schenk sein« Behauptung, daß« dk 70 M. nicht unkischlagen. so»' der» verloren Hab«, um so wen ig« Glauben, ali der Ang» klagt« auf dm Antrag de» Staatsanwalt». ihn zu oiri/P Tagen Gefängniß zu verurtheilen, feine That wsofern einräumk, daß er um mlldernd« Umstände dat. Diese Veröden Umstände wurden ihm nicht dewilligt, di? Strafe auf eine Woche Gefängniß festgesetzt. t 6t« falscher Baumeister. Vor einigen Wochen rom� in dm Zettungen vor einem Schwind!« gewamt, der ti hau? sächlich auf die GaUkrnm von Baumeistern bei seinen Betrug Manövern aba-sebm hatte. Zu einer Zett, wo« annebw? konnte, daß die Männer in ihren Berufsgeschäften von 6*% fort«arm. erschtm ein anständt? gekleidet« ällner Herr, steU» stch alS Baumetst« Lamprecht, Niemann K. vor, sprach da'J daß er in groß« Sik sei, sein Portemonnaie vergefim ha� eine Droschk benutzen wolle und daß« deshalb gleich? f einen alten Freund, den leider abwesmdm Freund N. hade. Dk Frauen trugen in dm meistm Fällm kein Brvenlrt dem ättnen Herrn, der einm sehr aichänbtgm, verirau� weckmden Eindruck machte. auS der Verl-genhett zu d<>!? dorgtm ihm derettwllltg 60 Pf. od« 1 M. und warm nstount, al» ihre Männ« bei der Rücklehr in die Wohnort stch auf«wen solchen alten Freund gar nicht destn'» gelangten Anzeigen üb« Anzeigen� p konnten. Nun U � llCdfivn die Potizei und'dieselbe nmiitei'l'e' in" dem" Schwing der"% einm alkn Zuchthäusler, dm Ferdinand August Böttch«. dn... hauSstras« vor Kurzem vnbüßt hatte. „Privatschretd«" eine ttveijährlg« Nach sein« 3$ laffung war««ettragsammkr für da» Elisabeihsttft geort!2 war aber fein eigen« Wohtthät« grwordm, indem« Gaben" im Gejammtbetrage von 40 M. unkrschlug. W,? stand er vor d««sten Straflamm« de» hkstgen Landg««'?, btt bürgerlichen Shrmrechte auf 2 Jahre vnurtheilt., »a«t Beleidlguna durch di, Peesse. dt, gestem vor d« � Inder Normer b«»%ä2 Geboten bei Lehr«» Hoffmann vom dortigm Realgymnafiu«'�- 'inigm Schreiben von Reichenbach« vürgem b««tt» bek�w � fie wiffe, daß derselbe Schükr von Bätnn, dk der 1%� Part« angehören, wegen d« polttlschm Geskmuna thrn C-'�j in mißbräuchlicher Weis« behandle, st« glaub« ab« dock' � dk Ansicht, eine Be>chrv«d« an dm Dtrettor de» Gy rrnan dm Prof-ffor Dr. Weck, üb« dkse Vorgänge wäre wA »ol derselbe dem Vorstand de» konsnvativm Lnetn»° höre, auk einem Jrrthum beruhe. Durch dkse Notiz hol Herr Hoffmann dekidigt g-'ühlt und den Sttafanttog M In der Verhandlung bestritt d« Angeklagte, b« Jn'L, k Smfl Barth, die Abficht der veleidkMig. E» Hab« �i"«! sein« Antwort nur daran gekgm, dem Frag-stelltt P* u Beschwerde an den Direktor zu rathm. Auch«bot � durch seinen Vntheidtg«. Rechtsanwalt Kaufmann, v?' weil der Wahrheit für sein« vehauptunam über da hatten de» Lehr«» Hoffmann anzutreten, und legte eimk-, � von Retchmbach« Bürger« vor. D« SerichtShos Termin zu vertagm und dk vrkffchreiber sowk ih« kommissarisch vnnehmm zu laffm. Hkrmtt fonv o vorläufig ihrm Abschluß. "* Wie wir aeweldet habe«, wurde der für Montag, den 4. Olloder, vor dem Schöffengericht unter Vorst» de»«mtß- gerichlirath Laitifiut angeletzt« Termin gegen die Vorfitzend« de» Mäntelnäherinnen« Verein» in letzter S unde aufgehoben. Wie wir nun hören, hat die Verhandlung in voriger Woche deihilb nicht stattgefunden, weil man von Seiten de» Gerichts tweifelhast gewordm ist, ob die Angeleger h fit zur Kompetenz de» Schöffengericht» gehöre, und ob dteselde nicht vielmehr vor der Strafkammer de» Landgericht» zur Verhand- lung kommen müffe._ Koziales««d Arbeiterbewegung Irjc Zur Jnteruatiouatitit de» Kapital». Der amerUa. Nische lkonful Wood zu Dundee in Schottland veranschlagt nach genauen Ermittelungen die Zahl der fich mit Bergbau und Viehzucht defaffenden englischen und s chottischen Landgesellschaften in den Vereinigten Staa» ten auf einundacht, ig und er rechnet au», da» ste zusammen ungefähr 123 000 000 Dollar»(über 500 Millionen Mark!) dieffcit» de» Ozean» angelegt haben und zusammm in diesem Lande gegen zwölf Millionen Akre Land defitzen. Die Zwecke, welche von diesen au»wartigen Gesellschaften auf ihren ameri. B-fitzun-m verfolgt werden, find theil» Bergbau, theil» Bi«h»ucht, theil»— Verpachtung. Im Bergbau und de« sanier» in der Viehzucht haben solche Fremde allerding» grohe Kapitalien stecken, so sollen einige Gesellschaften von Dundee und Edinburgh in Schottland in derartigen Untemehmungen ein Kapital von mehr al« 20000000 Dollar» angeleqt baden. da» ihnen jährlich einen Reingewinn von ungefähr 2 000000 Dollar» abwerfe. Riesta find die Vieheerden mehrerer dieser GesrUschasten; einige schottische und englische Verbände de« sa?en zusammen im vorigen Jahre ungefähr 700000 Stück Rindvieh und verkauften in demselben Jahre 90000 Stück. Mit dem billigen Vieh und den sonstigen Erzeugniffen machen ste dann zum Theil ihrer eigenen Hrtmath Konkurrenz, ruintren ste die Landwirthschaft ihre» Vaterlande». Da» ist dasselbe Kapital, da» bei un»„nationale" Wirthschaftspoltttk treibt,— weil ei gerade seinem Geldbeutel zuträglich ist. Wirthschafttzdruck. Die Berichte der Fadrikinspektoren find un» noch nicht zugegangen. Wir beschränken un» dt»halb heute darauf, nach der»Freis. Ztg." einige Mitthlilungen über Betrieb»» und Ardetteretvschiänlungen«iederzugeden. Im Bezirk Merseburg. Erfurt scheint„Herabsetzung in den Arbeit». stunden und in den Schichllohn- und Akkordsätzen" in ewigen Provinz Brandenburg haben Kürzungen der Arbeitszeit statt« gefunden. In Westfalen hat der Rückgang de» Strontlanit» bergbaue» infolge der Einführung von Cölrstrin„die Entlaffung «wer größeren Zahl von Arbeitern zur Folge gehabt." Arbeiter« entlaffungen find ferner vorgekommen in den größeren Ma« schinenfabrtken der Provinz Sachsen. Im Regterunaibezirk Düffeldorf hat fich„in vielen Betrieben die Zahl der Ärbetter vermindert, e» find kürzere oder Feierschichten eingeführt und hier und da find die Lohnsätze herabgesetzt worden, sodaß der G-sammtverdenst der Arbeiterdevölkerung verringert erscheint." Im Regierungsbezirk Aachen hat„der Rückgang der industriellen Betriebe die Folge gehabt, daß w vielen Betrieben die tägliche AneitSzeit bedeutend verkürzt worden ist."„Betriebtein- schränkungen und Arbeiterentlassungen haben ferner im König« reich Bay-rn in dem Aufstchttbezirk Oderpfalz und Regens- bürg in Tabak»«, Goldtressen« und chemischen Fabriken, sowie w Sviezelglaideleganstalten stattgefunden." Im Bezirk Leipzig hat die Arbeiterzahl trotz ungünstiger Lage der Industrie zwar zugenommen, obschon„mehrfach Verkürzungen der Arbeitszeit, Herabsetzung der Löhne, zum Theil auch Entlassung von Arbeitern und Einstellung ganzer Betriebe" erfolgt ist. In einer einzigen Fabrik zur Herstellung land> rvirthschaftlicher Maschinen wurde die Arbeiterzahi von 842 auf 604 vermindert. In einer großen«ürttembergischen Maschwenbauanstalt find die Arbeiter„beurlaubt" worden. „Au» alter Anhänglichkeit an da» Geschäft fügen fich die be« urlaudten Arbeiter in diese» unnatürliche Verhaltniß; statt fich anderwärts nach Arbeit umzusehen» ergeben fich manche in ihr Schicksal und gerathen stet», voll Hoffe ung auf Wiederkehr der früheren glänzenden ArbetWverhälwlsse, in Roth." In Thürtnaen haben„in der Industrie der Wollwaarenphantcfii« artikel BetriebSeinschränkungen und Arbeitaentlassunaen stattgefunden"; auch find dort„ArbeftSlürzunxen in der Porzellan« aeschilr« und der Lampenfabrikotion nolhwendig geworden." Die ungünstige Lage der Zuckerindustlie hat„natürlich auf die Arbeiter mit zmückgewirlt."„Die andauernde B-fchäftizungs« lofigkeit der Werften für den Eisenschifftdau in Hamburg und Bremen hat eine wettere Vmwgerung der Arbeitskräfte zur Folg« gehabt."„Auch der Bau hölzerner Schiffe auf den beiden olbenburgtschen Werften Brak« und Eltfl-th ist zurück« gegangen und mit ihm die Zahl der bisherigen Arbeiter." Auch„die theilweise ungünstige Lage de» Bergbau«» hat gleichfalli hie und da zu Einschränkungen genöthigt." Di« Entlassungen der ManSfelder G.werlschaft betrafen di» dahin fast ausschließlich unvrrheiratheie, w dortiger Gegend nicht an, sässtae Leute polnischer Zunge." Im Saarbrücker Bezirl ist die Belegschaft aller Gruden vermindert worden, was„zwar zunächst nur eine Verminderung der Zahl der jugendlichen Arbeiter zur Folge gehabt hat, nichlSdestoweniger aber eine «chmälerung des Einkommen» der Arbeitersaminen bedeutet." Im Könige eich Sachsen„hat da» Sinken der Metallpreise, tl.*.*ete der Silberpreise im Let.ied« der Gruben zu Ein« 1�, Hungen genöthigt" u. s. w. u. s. w.— Da» klingt durch« Ä?t erbaulich. l»i..A.l�8?�d«stche,««a der Arbeiter, welche auf An« 1?*$ 0**1. c" Eisenbahnen zu gewerblichen Etablissement» � L w w1!?' wlt der Eisendahnminister verlangt, von den Inhabern der gewerblichen Etablissement» übernommen werden. lehnen, weil dieselben in keinerlei Lohn oder Arbeit, verhältniß ju den Unternehmern stehen, und die Privatgesellschaften auf die Verstcherung nicht ewgeben,«est den Prioat-Eladliffement» keine Einwirkung°uf den Betrieb zustedt. E» bleibt also schließlich für dl« Unternehmer nur dt« Möglichkeit übrig, die Eisenbahnardeiter. weiche auf den«nschlußzeleisen beschäftigt find, versonaltter gegen Unfälle zu verfichnn. A« die Töpfer vo» verli«««d Umgegend. Kollegen! Seitens der«rdeitgeber, an deren Spitz, der Hoflieferant Herr O. Tttel, wird jetzt, wo wir dem Winter entgegen gehen, und In unserem Gewerbe für den Arbeiter ungünstigere Verhältnisse eintreten, ein Angriff auf dt« unter grofen Opfern festen» der Kollegenschaft errungenen 25 Prozent g'vlant. Da der jetzt destewnde Tarif trotz de» 25prozcntigen Ausschlage» noch west hinler dem Tarif lleinerer Etädte zurücksteht(#. v. dem von Leipzig. Lübeck und Hamburg), so ist diese» ein sicherer Beweis, »aß unsere«kkordpretse keine ,u hohen find. Da bei den jetzt bestehenden Preisen jeder gewissenhafte Tipf« seine ganz« Arbeitskraft anspannen muß, um den heutigen Ans o: Öttungen gerecht zu werden, so ist e» Pflicht ein«» jeden Kollegen, diesen Angriffen der Unternehmer- entgegen zu treten. Noch baden wir die Kraft. dies« Swmälerung unserer Existenj energisch zmückzuweisen, den« die Bauperiode ist trotz de» scheidenden Sommer» noch eine günstige zu nennen. Bei gutem Willen und festem Zusammenhasten sammtlicher Kollegen wird e» un» nicht schwer fallen, unser« Stelluna den Meistern gegenüber zu behaupten. Nun zu Herrn D- Titel. Da derselbe sein Geschäft nickt mehr au» eigenen Mstteln be« treibt(er ist zur Zeit erster Direktor der Akttengesevschaft für Osenfadrikatton, oormal» O. Titel), ist«» geradezu verwunder» lich, daß derselbe fich st» letzter Zeit so eingehmd mit der Regelung von Lohnftagen in unserm Gewerbe befaßt. Denn während unsere»»uledt vnfloffenen Streik» ordnete sich dem« elden der größte Theil der Meister unter und machte seine Bewilligung von der Meinung de» Herrn Titel abhängig. Jetzt erscheint derselbe wiederum zuerst auf der Bildfläche, um — gegen sein Versprechen— die auf ein Jahr bewilligten 25 pCt jetzt schon durch Lohnabzüge um 10— 15 pCt. herabzusetzen. Wir machen hiermit sämmtltche Kollegen Berlin» darauf auf» merksam, daß die Meister gar nicht so freie Hand haben, sondem daß die Bauten fertig gestellt werden wüsten. Wir brauchende». halb keine Lohniedukrion zu Vulven. Man steht aber, daß die alte Beschichte von Sommer« und Wtaterpreisen wefter fort« bestehen soll. Wer hierbei den Kürzerm zieht, mögen sich die Meister selbst h«rau»r«chnen. Sie scheinen aber zu denken, daß ste mit un» jetzt machen können, was ste wollen, da unsere Zu« sammenkünfte in Form von Versammlungen nicht gestattet werden. Kollegen! Ihr seht au» Vorstehendem, wie die Situ« ation in unserem Gewerde fich gestaltet hat. Noch find die Wunden vom letzten Streik nicht vernarbt und schon droht ein neue» Ungewitter. Haltet fest an den Beschlüffen, welche wir in den letzten Versammlungen gefaßt haben. Namentlich ist e» erforderlich, bei den heranrückenden kurzen Tagen nur bei Tageslicht zu arbeiten und dafür zu agitiren, daß sämmtlich« Kollegen unsere Beschlüsse, sowie da» mühsam Errungene auf« recht erhalten helfen. Di« auswärtigen Kollegen warnen wir, jetzt nach Berlin zu kommen. SS amtliche in unserem Gewerbe vorkommmden Lohn« oder sonstigen Streitigkeiten find zu melden an die Lohnkommisfion. Mit kollegialischem Gmß: die Lohnkommisston der Töpfer von Berlin und Umgegend. I. A.: I.«auschke. Münchebergerstr. 30; OSIar Wolff, Schilltngstc. 85.-(Wie wir nachträglich erfahren, ist in dem oben genannten Gefchäst bereit» die Arbeit niedergelegt«or« den wegen de» Versuch» einer Lohnreduktion um 12% pCt.) Nercinr und Uersammlunge«. Ms. Sine sogenannte„anttsemttische Beztrktver« sammluug im 1. Berltner Wahlkrets", welche für da» Wesen de» vulgären„Anttsemirismu»" unserer Tage äußerst charotteristisch war, tagte am Donnerstag Abend im„Klub- Hause",«rausenstr. 10. Einberufen war dieselbe vom„Deut« schen Antilemiten-Burd", der die„antisemitischen Wähler" de» 1. Wahlkreises von Berlin unter Hinweis auf die in demselben deomstehenden Ersatzwahlen zu reger Betheiligung an der Versammlung aufaefordert und auf deren Tagesordnung in erster Linie einen Vortrag de» bekannten hessischen Antisemiten Dr. Böckel au» Marburg über da» Thema:„Die Juden und der deutsche Arbeiterstand" gesetzt hatte. Bekanntlich hat der genannte Redner am vorigen Montag auf dem„Tempelhofer Bock"— jedoch nickt al» Dr. Böckel, sondern unter dem Namen„Capistrano" einen ähnlichen Vortrag über:„Die Juden, die Könige unserer Zeit" gehalten. Da» Auditorium der neuesten„Antisemiten"« Versammlung schien nur au» Antisemtten bestanden zu haben. Von Ar« beiterelementen, auf die man e» dabei doch auch, wenn nicht vielleicht gar hauptsächlich, abgesehen haben mochte» war, bis auf etwa anderthalb Dutzend auffällig jugendlich aus« sehender„christlich sozkler�Schttler, Verehrer und Gesinnungsgenossen de» jetzt wieder„»ahm» antisemitischen" Herrn Hof« predig«» Stöcker, nicht», rein nicht» in der Versammlung zu erblicken. Off nbar ein Sympton, da» nicht üderfehen werden darf! Der zweite Vo-fitzende eröffnet« um 9 Uhr die bereits der kommenden Ding« ungeduldig, mit antisemitischem Fußge« stampfe und Pfeifen harrende Versammlung mit einem von derselben stürmisch erwiderten dreifachen Hoch auf den Kaiser, worauf er dem Redner de» Abend», Böckel« Capistrano, da» Wort er! heilte. Der Redner bekennt fich zur ertx'.m�anti- semitischen Grupve, welche, zum Theil im Gegensatze zu der etwa» mildere Saiten aufziehmden, konservativeren Stöcker» Cremer'schm Richtung und den mehr oder minder„antisemttisch" angehauchten konservativen Fraktionen, die soforüge„Lösung der Judenfrage" durch den Deutschen Reichstag will, der zum Schutze der nationalen deutschen Existenz gegen die drohende Juden- henschoft die„gänzliche Aufhebung der Judenemanzipation" und„Gesetze zum Schutze gegen jüdische Einwanderung" be« schließen müsse. Um die» zu begründev, verlas er«ine Unmasse aus diversen Pamphleten und Zeitungsartiteln zum größten Theile längst bekannten hin ficht lich seine» Ursprung» und seiner Verlässtakeit aber meist sehr zweifelhasten und fragwürdigen statistischen und anderweitigen Material» über die schwache und leti lich ausbeuterische vetheiliaung der Juden an der pro- duktiven Arbeit, der Landwirthschaft, dem Bergbau, dem Hand- werk u. s. w. Der Redner wollt« damit bewiesen haben, daß die„Juden" eigentlich die alleinige, ausschließliche und deshalb so schnell wie möglich zu beseitigend« H-uptursache de» PauveutmuS und alle» Elends der Welt und dafür verant« «ortlich zu machen sein, daß«» überhaupt.ein nothleidende» Proletariat,«inen bis auf's Aeußerfie auSgbeutetm Ärbetter- stand gebe, und daß. wenn man nur erst di« Jaden vertrieben oder durch„strenge Judengesetze unschädlich gewacht" habe, da» Problem der sozialen Frage, die Arbeiter, und Handwerlerfraze, an und für fich so gut wie gelöst wäre. Die Judenfrage,«ine „Rassen« und national« Frage im eminentesten Sinne", gehe allem Uebrtgen vor, dann erst könne die Handwerker« und Arbeiterfrage aelöft werden. Anderer Meinung waren die R'dner der„Christlich- Sozialen", welche besonder« bei der Be« sprechung der Wahlf.age im ersten Retch»tag»wahllrel» fich nicht von der Nothwendigkeit überzeugen wollten, daß der in demselben ou'zustellende Kandidat ein rabiater Antisemit sein müsse. Trotz allen Häkeleien und Sticheleien aber, die e» hinüber und herüber setzte, johlt« und jubelte man allgemein den hetzerischen Tilade« de» antisemitischen Reiseapostel» Böckel Capistrano wacker zu. Weiter hat die Sache ja auch t«r Wahrung der«aterielle« Inter- esse» der Fabrik und Handardeiter hielt am Dtenstae. den 5 V Andrea»ftr. 26, bei Mahlt, eine Versammlung ab. in welcher Herr Dr. Stahn einen sehr beifällig aufgenommenen Er wie« darauf bin, daß die größte Zahl der Arbeiter an Er« krankungen, welche durch Schadhastwerden der Langen herbet« geführt werden, zu Grund« ging«, da dieselben gezwungen seien, in dm Fabriken, insolge �en mangelhafter Anlage, die unrein« Lust, Staub und andere schädliche SubstanM einzu« atbwen. Der Vortragmde kam zu dem Schlüsse:«daß, wmn die Fadrilen mtt einer geeigneten«entilatton verseh.n wären, LA«Ü Ä1Ä«Ä Ä legte sein Amt nieder. Herr Bartsch wurde zum zweiten Schriftführer gewählt. Di« nächst« Versammlung findet am -.RMMxWZW WWiÄM-U schäftlich« Siteung ab und vereinigt seine Mttglieder und deren Famtlim jeden Monat einmal zu einem geselligm Abend. Die Aufnahme findet bei allen VorstandSmitgliedem und beim Kasstnr Herrn Zirfch, Französtschestraße 49, zu jeder Zett statt. Stellungsangebot« und Gesuche werden dort ebenfalls ent» oegen genommen. Zu jeder Auskunft ist der Vorfitzmde Oswald Grauert, Dennewitzstr. 30, gern bereit. Am Dienstag, dm 12. d. M-, findet der erste gefellige Abend bei Rieft, Kommandantenstr. 71—72 statt, woselbst die Aufnahme neuer Rttglieder erfolgt. * Eiae große öffentliche kausmäuuische Versammlung, einberufen von der freien Organisation junger Kaufleute mit der Tagesordnung: Di« angestrebte Ausdtshnung de» Kranken« kaffenvelfichcrunglzwange« auf die Handlungsgehilfen Berlin» und das diesbezügliche Gutachten de» Aellesten- Kollegium» der Berliner Kasmannschaft" findet am Montag, den 11. Oktober, Abend» 8Vi Uhr, in den Büraersälm, Dresdenerstraße 96, statt. Zu derselben find die Mttglieder der Gewerbe- Depu« tation de» Aellestm-Kollegium» der Berliner Kaufmannschaft, die Vorstände sämmtlicher kaufmännischer Vereine, sowie Stadt» verordnete sämmtlicher Parteirichtungm«ingeladen. * Die Zeutralkraukeu« und Begräbnißkasse der Buch» biuder(E. H.) feiert am Sonnabend, den 23 d. M., Abend» 8% Uhr, in sämmtlichm Räumen der Philharmonie ihr zehn» jaarige» Bestehen. Da ein etwaiger Ueberschuß an kranke, biltSbedürstige Mttglieder zur Verthetlung gelangt, so ist in Anbetracht de» edlen Zwecke» dem UnterneHmon ein volle» Hau» »u wünschrn. Eintrittskarten für Herren 75 Pf., für Damm 50 Pf. find zu habm beim Kaistrer Woller, Alexandrinm» straße 116, H. IV, Freudenreich, Stallfchretberstraße 24 H. Ii, Schneider. Raunynstraße 60, sowie in den Zählstallm bei Reichert, FriedlichMaße 34, Sperling, Oranienplatz, Schiöder, Weinmeister» und Rosenthal-rstraßm« Ecke, Berg«, Stall» schreibelstraß« 26.(Siehe Inserat.) Zeutral-Kraukeu» und Sterbekasse der Dachbecker Deutschland«(E. H. 69) örtliche Verwaltung Berlin. Sonn» tag. 10. Oktober, Vormittags 10 Uhr, im Lokale de» H'rrn Sahm. Annenstr. 16, Generalver fammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht vom 3. Quartal 1886. 2. Wahl der Delegir« ten zur dritten Gmeralvei fammlung, welche am 14. Rovem» der in verlin stattfindet. 3. Wahl des Ort»vorstande». 4. Verschiedenes. Zeutral-Kraukeu» und Sterbekasse der Schuhmacher und Berufsgmossm. Zu dem heute Abend im Königstadt» Kasino, Holzmmktstraße 72, stattfinaenden Tanekränzchrn find Billet» für Herrm& 60 Pf. und Damen i 25 Pf. noch zu habm bei dem Bevollmächtigten Papke, Skalitzerstr. 117, und bei dem Kasstler Burisch. Andreasstr. 49, Hof Ii. Der Rein- ertrag ist für dm Jnvalidmfonds bestimmt. Fachverei« der Posameutlrer und Seidmknopfmacker. Montag, den 11. Oktober, Abends 81/« Uhr. Holzmarktstr. 72, Versammlung. Tagesordnung: Rechnungslegung und Vor« standSwahl. Fachvereiu der Eteiut-Sger verliu». Versammlung am Sonntag, den 10 Ottoder, Vormittag» 11 Uhr, in Scheffer'» Salon, Jnselstr. 10. Kachveretn der Metallschleifer und verwandtm Be« rufsgenossen. Die zu heute, Sonntag, anberaumte Versammlung, in welcher Herr Jhlau über:„Die Vorzüge des Naturbeilver- fahren» gegenüber dem anderm Heilsystem" einen Vortrag halten wollte, findet nicht statt, well die polizeiliche Genehmigung nicht ertheilt wurde. Berbaud deutscher Zimmerleute(Lokalverband Berlin Zentrum). Dienstaa. den 12. d. M., Abend» 8 Uhr, Kommandantenstr. 77/79, Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung. 2. Verschiedene». 3. Fragekasten. Die noch restirenden Mitglieder werden ersucht, ihre Betträge zu ent- richten. Oeffeutlicher Vortrag. Montag, den 11. Oktober, Abend» 8Va Uhr, wird der pratt. Arzt Dr. med. C. Sturm im Saale de» katholischen Vereint h mses, Ntederwallstraße 11, einen Vor« trag halten über da» Thema:„Der Schnupfen, seine Ge« fahren, Verhütung und Hftlung". Damm wie Herren haben Veretu der Modelltischler, Ackerstr. 63. Montag Abend 8 Uhr Generalversammlung. Jahresbericht und Vorstands wähl. Da» Mitgliedsbuch legittmirt. Verein verttuer Hausdiener. DI« auf Montag, dm 11. d. M, fallende Beneraloerfammlvng findet am Donnerstag, den 14 Oltober, N.ue Grünstraße 28 statt. Tag«to:dnuna, 1. Mittheilungm. 2. Jahresberichte. 8. N-uwahl de» Vor« stände», der Revisoren und de» Ehrenralh». Qaittung»di-ch legitimirt. Gesang« und gesellige Vereine am Montag. Gesana» verein„Männerchor Linde", AvmdS 8 Uhr, Naunynstraße 70, bei Stab.— Männergefangoerein„Schneealöckchen". Abend» 8% Uhr im Restaurant, Naunynstraße 78.— Zitherklub „Awphfan", Abends 8% Uhr im„Kursürstmkelle-.", Post» straße 5._ Uermischtes. Gut beleuchtet. Im Jahre 1706 unter der Regierung der Königin Anna von England verlängerte da» Parlament, angeblich um da» Land vor einer jalovitischm Majorität zu dewahrm, nicht nur für die Zukunft die Wahlperiode von drei auf sieden Jahre, sondem dehnte auch gleich da» Mandat de» vorhandenen Unterhause» um vier Jahre au». Die Legalität dieses Schritte» ist von der Minorität des Oberhause» in einem Protest vom 14. April wie folgt beleuchtet: „Wir diffentirm l) weil wir dafür haltm, daß häufige und neue Parla« mente von der Fundamentalverfassung de» Königreich» ersor- dert«erden, wie di« Praxi» vieler Jahrhunderte deweist; 2) weit«» feststeht, daß da» Unterhau» vom Volke gewählt sein muß und, wenn so gewählt, airllich«ine Ver« tretung de» Volke» bildet, wa» man nicht sagen kann, wenn e« länger fungirt al» die Zelt, für dt« e» gewählt ist. Dmn nach der Zeit ist e» vom Parlament gewählr, nicht vom Volke, und da» Volk wird so de» einzigen Hilfsmittel» be» raubt, welche» e» gegen diejmigen hat, die entweder da» ihnen anvertraute Amt nicht verstehm oder abstchllich verrathen— nämlich dessere Männer an ihrer Statt zu wählen; 3) well die angeaedmm Erwägungsgründe un» nicht ge- nügmd scheinen, ein so wesmtlichr» Stück unserer Verfassung umzustürzm. Denn ») wa» dm Grund detrifft, daß dies« Ver» längerung die Fürstm und Staaten Europa» bereit« williger machm werde, in ein Bündniß mit un» zu treten, so habm wir von keinem Minister gehört, daß irgmd ein Staat oder Fürst eine solche Veränderung verlangt oder nur al» wünschentwerth bezeichnet Hab«. Auch kann da» ver« ständiger Weise gar nicht vorauigesetzt werden. Fremde Staaten können unmöglich rrwartm, daß«in Volk ihre Freiheit und ihre Interessen vertheidigm werde, da» man dazu gebraucht hat, ein so wichtige» Stück seiner eigmm Rechte aufzugeben. Sie könnm auch verständiger Weise fgar nicht den Wunsch haben, daß ein solche» Experiment gemacht werde, nachdem Europa erfahren, wie groß« Dinge da» englische Volk unter der Verfassung ausgerichtet, die durch diese Bill geändert w»t» dm soll. Im Gegmtheil dürsten fie von einer Verbindung mit'un» abgeschreckt werdm, wenn fie au» dm Mottorn der Bill erfahren, daß die papistische Fraktion den Frieden und die Sicherheit der Regierung bedroht. Au» den außer» ordmllichm Sicherunglmaßregeln werdm ste schließm, daß di« Regierung schwach, daß dm«ngltschen Gmtlemm nicht zu träum, und daß gute G-finnung nur in der llernm Zahl von Personen vorhanden ist. die gegenwSrtig da» Unterhau» wir filoubcn, dah diese Pill die Bestechung und die Kost. spieligkeit der Wahl nicht vermindern, sondern vermehrm wird. Denn je länger da» Parlament dauert, desto werthvoller wird ein Platz darin, desto größer auch die Gefahr, daß die Mitglieder fich kaufen laffm. Sollte je ein Ministerium nur Parlament» de- dürfen, um stch dahinter ,u verstecken vor der gerechten Ahndung de» Volle» oder vor der Entdeckung seiner Uedellhaten gegen den König, der darüber nicht ander» oder doch nicht besser unterrichtet werden kann al» durch ein unabbängige» Parlament, so würde«in solch-» Ministerium so sehr dabei interelfirt sein, Einfluß auf die Wahlen zu üben(wozu ihm die Staattgelder zur Vec'ügung stehen), daß zu fürchten ist,«» werde der Versuchung nicht widerstehen: c) wir glauben, daß all die Gründe, welche da» Hau» be> ««gen wögen, diese Bill anzunehmen, am End« der fiebern Jahre ebenso triftig, ja durch die Schuld der Minister noch triftiger sein werden, um eine fernere Verlängerung zu recht» fertigen, also eine gänzliche Zirstörung de» dritte» Reichistanve» herbeizuführen. Gedenkfeier für zwei Hingerichtete. Au» Hamburg berichtet man vom 6. Oktober: Die hiefigen Lürgervereine begingen am Montag eine eigenthümliche sseier, eine Ehren- «rllärung der vor zweihundert Jahren— am 4. Ottober 1686 — Hingerichteten Bürger Jastram und Schnittger, die alt an» xrbliche VaterlandSoerräther ihr Leben unter dem Beil de» Henker» aushauchen mußten. Beide wurden ohne alle Beweise deschuldigt, mit dem Feinde» König Christian v. von Dänemark, der mit 17000 Kann vor den Thoren Hamburg» stand, unterhandell zu haben. In der Geschichte Hamburg» bildet diese»weifache Hinrichtung«inen unverwischbaren Schandfleck. Ein Chronist der damaligen Zeit erzählt, dm Verurtheiiten seien erst zwei Finger der rechten Hand und dann die köpf« abgeschlagen worden. Man riß die Eingeweide au» den blut» triefenden Körpern herau» und zerhackte die Leiber in vier Theile. Die Köpfe der Enthaupteten wurden am Millern» und Steinthor auf Pfählen ausgestellt. Kleine MitcheUnngen. Nacht«, 6. Ollober. Im Jahr« 187% verließ ein Soldat der damal» in Koblenz stehenden reitenden Adtbeilung de» S. Feldattillerieregiment», nachdem er bereit» ö Monat« ge» dient hatte, die Tmppe und floh nach Seraing in Belgien, wo er einen Fleischerladen eröffnete und stch vor kurzem ver- heirathete. Da» Geschäst ging gut und der Ausreißer, der sich nach Kerlauf so vieler Jahre völlig sicher glaubte, kam öfter über die Grenze, um hier Einkäufe zu machen. Sein Nachbar in Seraing, edenfall» Fleischer, neidet« dem Desertem schon lange da» blühmde Geschäft; au» Brotneid und weil er vor Jahren einen Streit mit ihm gehidi, wollte er ihm nicht wohl. Da der Fahnenflüchtige fich wieder über die Grenz« wagte, schien dem Belgier die Zeit gekommen, den Preußm zu verderben. Er beachte in Erfahrung, daß Ver Gehaßte gestern nach Nachen reisen wollte, deshalb fuhr er ihm vorauf und benachrichtigte den auf dem rheinischm Bahnhof befindlichen Schutzmann, daß mit dem nächsten Zuge«in preußescher Desertem, deffen Namen und Persondeschreidung er gab, eintreffen würde. Ahnungslos langte der Andere an und wurde in Gegenwart de» Angeber», der ihm noch zm genaueren Kennzeichnung mit heimtückischer Freundlichkeit die Hand gereicht hatte, verhaftet und dem Garnisonkommando zugeführt. Leipzig, 6. Oktober. Ein schwere» Unglück ereignete fich heute auf dem Tenain de» hi-figen Zmtral, Gülerdahnho'S. Ein dort mit dem Stellen der Weiche beschäftigter Arbeiter, Namen» Schöne, hatte da» Herannahm einer Rangirmaschin« nicht oder zu spät bemerkt, war von derselben daher zu Boden geworfen und überfahr-n worden; der Tod trat auf der Stelle ein. Der Unglückliche hinterläßt drei unmündige Kinder. Wie«, 8. Ottober. Cholerabericht: In Trtest 5 Personen erkrankt und 2 gestorben, in Jstrten 3 Personm erlranlt, in Pest 10 Personen erkranft und 3 gestorben. London, 7. Oktober. Ein furchtbare» Unglück ereignete fich im Staunion Kohlenbergwirk bei Ashbq de lmZouch. Da sich Base in dem Schacht bemerkbar machten, so ging der Sohn de» Sigenihümer», William Lakin, hinein, um Vorkehrungen zu tteffm. Al» er nicht wieder herauskam, folgte ihm sein Bruder George Latin, und als auch dieser nickt zurückkehrte, begab fich der Vater selbst in das Bergwerk. Auch dieser kam nicht wieder herau». Seine Söhne John undAaron, die end« Itch fich in dm Schacht hinabließen, fandm die Liichm de» Later» und ihrer beiden Brüder, die von dm Gasen erstickt warm. Zetzte Kschrichte«. vnlgarische». Der„Times" wird nach der„Boff. Ztg." au» Sofia gemeldet: Obwohl die Misfion Kaulbart'«iß« lungen ist, droht Bulgarien doch große Gefahr au» seiner Finanznoth. Die Staattkaffe ist leer, Oifiziere und Be» amte erhaltm die Gehätter sehr unregelmäßig. Wmn die Mächte Bulgarien unterstützen wollen, so könnt« die» nur durch Aufbringung einer Anleih« geschehen. Erhält Bulgarien keine Hilf«, so wird ei unfehlbar in die Arm« Rußland» ge« trieben, welch:» bereit ist, ihm Geld zu leihen, fall» e» seine Bedingungen annimmt. Nu» England. Der Staatssekretär de» Auswärtigen, Lord Jddesleigh, hat bereit» vor etwa 10 Tagen«in Rund« schreidm an die Mächte gerichtet, in welchem der Wunsch au»« gesprochm wird, laß die Mächte Bulgarien eine moralische Unterstützung gewähren möchten, damit ernste Störungm der Ruh« vermieden werden. Coztaltsttsche». Der„Voss. Ztg." wird gemeldet:„In Schönhaide an der säckfisch-allendurgischen Grenze hat kürzlich eine Bersammlung sächstscher und attmburgischer Gendarmen und Polizeideamten stattgefunden, die, wie es in dm Amtsblättern heißt, au» mancherlei wichtigen Gründen geboten war. Vermuthlich hat e» fich dabei auch um ein gemein« same» Vorgehen gegenüber der Sozialdewolratte gehandelt." KriefKasten der Redaktion. Lei Anfragen bitten wir die Abonnements» Lnittung beitufiige». Brieflitze' Antwort wird nicht ertheiit. P. k. 10. Die polizetlich« Genehmigung einer Verfanm« lung«iro Ihnen per Post zugesandt. Minvestm» 48 Stunden vor der Versammlung haben Sie da» Gesuch um Gmehmigun» beim löniql. Polizeiprastdium einzureichm. W. L«txbors. Nein. Theater. 10. Oktober. Vorher: Der betro Sonntag, den Opernhaus. Sylvia. am« Kadi. Montag: Der fliegende Holländer. Schansptelhav». Der geheime Agent. Montag: Ein Wintermärchen. Deutsche« Theater. Ein Erfolg. Montag: Nathan der Weise. Nestdeaz-Theater. Ein Gioßstädter. Vorher: Ein anor.ymer Brief. Montag: Dieselbe Vorstellung. Srtedrtch.WUHelmftitdttsche» Theater. Der Nachtwandler. Montag: Dieselbe Vorstellung. Walluer« Theater. Sin Blitzmädel. Montag: Dieselbe Vorstellung. Belle-Alltance. Theater. Drei Paar Schuhe. Montag: Dieselbe Borstellung. Ostend-Theate«. Wilhelm Tell. Montag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria« Theater Amor. Tanz-Poem von Luigt M-nzotti. Montag: Dieselbe Vorstellung. Walhalla-Tdearer. Die Piraten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Zeutral-Tvealer. Alle Jakobstr. SO. Direkt.: Adolph Emst. Der Wald-Teufel. Gesang». poffe in 4 Allen von W. Mannftädt. Kouplet» von G. Görß. Mufik von G. Steffens. Mit neuen Dekorationen und Kostümen. (Novität!) Montag: Dieselbe Vorstellung. Sönigftädttsche» Theater,»er Jongleur. Montag: Dieselbe Vorstellung. tkontordta» Theater. Speztalttäten« Vorstellung. Kaus«a«A't Beriet». Spezialitäten. Vor- stellung. America«- Theater. Spezialltätm- Vor. stellung. Reich»halle«- Theater. Spezialitäten- Bor- stellung. 1( im klär liehe«»äthlelhafte» de» einer jungen Da»« von-st vor de« Augen de» P«di l&ctoB-Tbeator« (Früher L-mimem-UUItimtk«# Theater.) Dresdenerftraße 72/73. vhe Johnson FamUq(4 Damen, 1 Herr), pretsgelrönte Schwimmer und Taucher. Kteoei'» Kallettrappr. Mr. A-sfman« mu feinen dressllten Hunden und Schalen. Ecnesto. Har- w«y. 7 Schwester» Matthew». Paula und Ludwig Tillhetm. Eugen Zocher. Frl. Belloni. e» Kerfchwin- t-steuer Kühne publik««». Mnmittelbar«ach dieser pr-bnktt-n: Vollstäudige Aufklärung Lee» da» Verschwinde« de» Pam«, wohin »nd woher dieselbe kommt. kaffenöffnung 5 Uhr. Anfang 6Vi Uhr. Montag: Gr. Vorstellung. Anfang 7'/, Uhr. Berliner Stadt-Theater. (Früher Alhmmbrm Theater) Wallner. theaterstraße 15 Sonntag: Zum 1 Male: 1(8 Wlers Nchkrlm. Bolksstück mit Gesang in 4 Allen von A. Reich. Mufik von«.Michaeli». Dirigent Herr Kavill- metster Th. Franke. Regie: Hen Emil Czaschke. Vor d�r Vorstellung: Großes Coucert der Hauskapelle, unter Lellung de» Kapellmeisters Hrn. Th. Franke. Anfang der Vorstellung 7'/, Uhr.[805 '"ffajaUel'paaer~ 10** In dieser Woche: Ein« Wandeiung durch Throl. Zweite Wanderung durch Pari». Hertha- Reise. Caroiwen-Jnseln. Untre««Pfennig. Kinder nur 10 Pfennig. Eeuiral-Araulua- a. firgräfiniß&Qfe der LuM»d« und oerwandte««eschäft-zweige. Zur Feier de» zehnjährigen«enehm« und zum Bellen für kranke, hilfsbedürftiger Milgliev:: StlftaDgafeat am Sonnabend, den So. Oktober, in d-r philharwonte, Bernbu-gerftratze Nc. 22»/23 «roste» Vokal»». Instrnwentat-Soueert. ausgeiührt vom Siväser'fchen Gesangverein der Elfer und der aus 55 Man» bestehenden Kapelle de» Verein», unter Leitung seine» Dirigenten Herrn Otto Schäfer. Nack dem Concett: Kroßer Wall. Anfang präzise 8'/, Uhr. Entree für Herren intlufive Tanz 75 Pf., für Damen 50 Pf. Billet» bei sämmtlichen Vorstandsmit- liedein sowie in den Zahlstellen. Um zahlreich- 'ligung ersucht[794 Der Vorstand. Herein zur IDifrcung der bfeceffen der Ciufucec aller ßiami&en. Versammlung Montag, den 11. Ollober, Abend» 8V, Ubr, in Niest'« Salon, Kommondantenstraße 71/72. 1. V orttag de» Dr. Stöhn. 2. Fragekasten. 3. Verschiedene». Der Ardeftsnochwei» befindet stch BreslouerKr. 27.[784] Der Vorstand. Der Fachverei« de? Chartottenbnri»? rlanrer feeeN am 16. Oktober, Abend» Uhr, sein erste» Atist«n?»frst TR in den Räumen auf Ki»marek«häh« bei Hrn. Ziebich. Wir laden alle Kollegen von Nah und Fern dazu ein.[765 _ V«? Vorstand. verein der Parauetdodeuleger Kerti»,«nd Umgesrab. General-Vers aulmluug am Montag, den 11. Oktober, Abend» 8 Uhr, in piepe»'» Salon, Mauerstraße 86. Tagesordnung: I. Berichterstattung über den Ardettsnachwei». 2. Erledigung der Anträge Kofeid Simund über Abänderung de» Statuts. 3. Verschiedene». 4. Fragekasten. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. 793] Der Vorstand. /achvereiu der Schneider. Nerjawwlnnz am Montag, den 11. Ottober, Abend» 8Vi Uhr. in Gratweil'» vierhallen (unterer Saal). Tagesordnung: 1. Die jetzig« gute Zell und ihre Konsequenzen. Res. Herr Radnttz. 2. Wiffenschafliicher Vortrag de» Zu- schneivelehrcrs Herrn Mallwitz. 3 Verein«. angelegenheitcn. Gäste willkommen. Aufnahm« neuer RUglieder.[795] Der Vorstand. Mttgliederversammlung der«entrat-Kran- Ken-«nd Kterbebaffe de» Mater und ver- wandten Beruftgmofien(S. H. 71), Berlin II, am Dienstag, den 12 Olioder, Abend» 8 Uhr, im Lokale Göttel. Andreasstraße 34. 791] Der Bevollmächtigte. ttntajfcttuiftsofma der Ktnämalk«. Montag, den 11. d. Ml»., Abend» 8'/, Uhc, Wanderversawmlnng Elisadethlirchstr. S bei Ktltan. T.'O.: Ueder fachliche Ausbildung. Ref. Herr Schlüter. Di« Versammlung ist vo. Itzrilich genehmigt._[808 Gesangverein Lorbeerkranz FamUtenkränzche« am 16. Ottober, in der? anhafte, Große Friedrichstraße 11%.[810 Kiftet« find beim Unterzeichneten und bei folgenden Mitgliedern zu haben: Rülicke, Land«. dergerstraße 3; Hermer ichmibt, kcppenstraße 92; Restauiateur Fröhlich, Manteuffelstraße 76; Restamatem kuhlmey Neue Friedrich, u. Rosen- straßen-Scke; Rrstauratem Schmarr, Blumen- thaistraße 5; Gebe, köpnickerstraße 118 Hof ll; Däbne, GypsSr.ll; Giün, Rheintderaerstr.Zl Mar Zander, Maurer, Friedrichshain 3. s"„Deutsche Schneider-Akademie">» ... Erausenstr. 41»».» Seydelstr. 27-WS Beginn«euer Kurse: 18. Ottober: f A. Mallwltz, s.h\r55Ä.r. Fachlehrer nad Äeftaurant F e r d. M i t a Wiener- Straße 31, empfiehlt allen Freunden und Bekannten sein neu renovittes Welsa. nnd Balri»eh>Bier-L.okal. Guter, reichhalliger Frühst» rk»-, Mittag»- und Sbendttfch. Ein großes Ver»i»»ztw»e» steht den geehrten Gästen Verfügung. 1182, Schönhauser Allee 182, 790 pnrterr». OmniduS.Holtestelle am Schönhauser Thor, parterre. I 14000«leg. Herbst-«. Winter, Paletot»(neu u. wenig getraaen) von 8 12, 15—35 M„ 10000 Rock- und Jaquette»- Anzüge von 10. 12, 15—35 M.(Pracht. Exemplare). 15000 Knaben-» Burschen-Anzüge von 4 M. an. Hüte, Uhren, auch für loipu- lent« Personen paffend« Sacken. Elegante moderne Damevmäntel für den 3. 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