Ur. 287. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements= Preis pränum.: Vierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags- Nummer mit illustrirter Sonntags: Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mr. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen H in der Post Zeitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betttzelle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. " Beichen der Beit. Dienstag, den 8. Dezember 1896. war durch häßliche Thatsachen und Gerüchte aus den Roi je ne puis Prince je ne daigne Rohan je suis-*) " Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. " = die im Der Augiasstall ward den profanen Augen des Publi obersten, mit selbstherrlichem Heiligenschein fünstlich um- kums bloßgelegt die Reinigung erfolgte drei Jahre In der guten alten Zeit, da die Menschen noch an gegebenen Kreisen ins Wanken gekommen, der junker später im Jahre 1789. Wunder glaubten, weil sie das Wesen der Dinge nicht be- liche Sofadel erbitterte das Bürgerthum durch Angriffe Wir sind wieder in die Aera der Riesenskandale ein griffen, umwob die geschäftige Phantasie jene Vorgänge, die auf die bürgerliche Mannes- und Frauenehre, Exzesse der getreten. Der Panama Standal, die Verbrechen den Zusammbruch von Reichen und Herrschaftssystemen an- lieberlichen, duellwüthigen Junker, die sich unendlich mehr eines Crispi und Bismarck, deren Wirkung für das deuteten, mit dem Schimmer des Uebernatürlichen und dünkten als die bürgerliche Kanaille, brachten das Blut des herrschende System nur um so schlimmer ist, weil der verwandelte die natürlichen Anzeichen des Wechsels in Wunder. Bürgerthums in zorniges Wallen. Da plaßte der Ha Is- Strafrichter sich nicht an die Verbrecher heranwagt,- der Von Zeichen und Wundern" wird uns erzählt, die den Tod band- Skandal herein. Das Haupt der vornehmsten Roße Standal, und jetzt der Prozeß gegen die Cäsars, den Untergang des römischen Weltreichs und andere und reichsten Adelsfamilie Frankreichs, ein Kardinal türkischen Nebenregierungen", ungeheuere Katastrophen dem entsetzten Volk verkündigten. vom Geschlecht jener Rohan's, die den stolzen Wahl- Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte" seit sechs Mit den Jahrtausenden der Kulturentwickelung sind wir spruch hatten: Jahren, das heißt seit dem Sturze des Fürsten Bismarck, flüger geworden. Die Wissenschft kennt nichts Uebernatürhinter den Koulissen ihr Lichtscheues Wesen und liches. Wir forschen nach den natürlichen Ursachen der Dinge Gewerbe- denn das ist es im trasfesten Sinne des und Vorgänge; und die Entwicklung der staatlichen hatte sich in die leichtlebige Königin Marie Antoinette Worts- getrieben haben. und gesellschaftlichen Verhältnisse vollzicht heutzutage verliebt. Er kannte die lockeren Hofsitten, er, trob Der unreife Junge, der bei dem Reichskanzler antiunter der Lupe der Kritik, die sich von her seiner Kardinalswürde der Lockersten einer. Der Ruf der chambrirt, und der ausgereifte Mann, der das Handwerk Bhantasie sich kein für ein U vormachen läßt und Königin war kein guter, und, was hervorgehoben werden des Polizeispitzels mit dem gleich ehrenhaften des offiziösen die Staats- und Gesellschaftsumwälzungen mit ebenso muß, ihre n ä ch st en Verwandten, die Herzöge von Soldschreibers verbindet die zwei Hauptsünder, die auf tühlem Blick verfolgt, wie die organischen Vorgänge im Artois und Provence, die jüngeren Brüder des Königs, der Anklagebank sitzen sind nur Deck adressen. Es sind Körper eines Frosches, dem Bazillen ins Blut ge- waren die Hauptverleumder der„ Destreicherin", weil sie, wenn beides zwar werthvolle Typen, um so werthvoller zur deren Kinder illegitim, dem Thron näher sein würden. Der Charakteristik des Systems, je werthloser und geringfügiger Heutzutage sind es nicht mehr graufige Gespenster, am fromme- denn fromm war er selbstverständlich auch, schon die Individuen find, aber sie hat man blos am Kragen Nachthimmel flammende Schwerter, aus dem Erdinnern seinem rothen Rocke zu lieb der fromme Kardinal nahm gepackt, um die" intermänner" zu fassen und auf herausdonnernde Stimmen heute sind's Ereignisse und Borgänge, die sich vor unseren Augen abspielen, beren Ur- ich zur Unterhändlerin ein Frauenzimmer, das sich die Hände klopfen zu können, die diese Marionetten gelentt edelster Abkunft rühmte, eine gewisse Gräfin" Lamothe- haben, heber und Akteure mit Händen zu greifen sind. Und vor Balois, die ihm Briefe der Königin brachte und sogar ein Eine Hand ist gefaßt worden: der Leiter der nehmlich find es gerade folche Ereignisse und Vorkommnisse, Stelldichein mit ihr vermittelte. Dabei aber verlangte sie poltischen Polizei" oder, in richtigem Deutsch ausgedrückt: die in der denkbar nüchternsten Atmosphäre, auf der denkbar fortwährend Geld- angeblich nicht für sich, sondern für einer Spielbande, deren sich die politische Polizei nüchternsten Bühne, von der die Phantafie bei schwerer bie Königin, die freilich in fortwährender Geldnoth gelegentlich bedient. Doch Herr v. Tausch ist auch nur Strafe verbannt ist, sich uns enthüllen und darstellen: vor war, und schließlich als Preis der höchsten Gunst ein eine Schach figur, die ebenso gut von anderen Händen geDenkwürdige Prozesse find es, die den Um- Kardinal ohne Bedenken kaufte. Ünsäglicher Klatsch, un- Er hat Ehrgeiz und fträubt sich gegen die Rolle des WerkDenkwürdige Prozesse find es, die den Um- prachtvolles, Millionen werthes Halsband, das der schoben wird, wie er selber die Leckert und Lützow schiebt. wälzungen der Neuzeit vorausgegangen find, wie die fäglicher Schmutz. Bulegt kam heraus, daß die angebliche zeugs. Allein auch sein Werkzeug hat Ehrgeiz Lützow Sturmvögel dem Sturm. Wir wollen nur den Hals- Gräfin, die jedoch wirklich mit den höchsten Personen des will nicht den ganzen Unrath auf sich abladen lassen und band Prozeß erwähnen, welcher die große französische Sofes verkehrte, eine Schwindlerin war, die das Geld und beichtet. Revolution, die Prozesse Teste Cubières und die Halsbanddiamanten in die Tasche gesteckt hatte. Mit Da ist mit einem Male der Polizeichef und GesellschaftsBraslin, welche die Februar- Revolution einleiteten, den Schwindeleien der Lamothe mischte sich aber auch so retter von Tausch der Hauptangeklagte, trotzdem er winselt: Prozesse, welche die Sittlichkeit, moralische Fäulniß und viel Wahre 3, daß sie mit einer Abfindungssumme nach Ich bin ja blos Zenge! Er ist jetzt auch verhaftet, und verbrecherische Gewaltthätigkeit der herrschenden Gesellschafts- England geschickt ward. Allein der Lärm war zu groß wird nächstens auf die Anklagebank sizen- wenn er so klaffen dem Bolk offenbarten und in grelle Beleuchtung geworden; ganz vertuschen ließ sich der Skandal nicht, der lange lebt. bracht sind. den Schranken des Gerichts. 0 = stellten. Höchste Gesellschaftsspitzen und Höflinge, die den 1784 begonnen hatte, und im Mai 1786 tam Rohan, Wer aber steht hinter dem Tausch? Ein Name wird schmählichsten Laftern fröhnen und die öffentliche Moral den vorher ein Lettre de Cachet ein Haftbrief genannt: Gulenburg! Einer von dem Clan derer, frech herausfordern; ein Minister, der den Staatsschat getroffen, vor den obersten Gerichtshof. Und der Gerichts- die einft auf einer Hofjagd die seidene Schnur für Caprivi plündert; ein Fürst, der seine Frau vergiftet, sich der Sturz der Bourbonendynastie und ihrer jüngeren Nachweis zu liefern, daß er in jedem Falle der Betrogene, so fündigte hof sprach ihn frei. Es war dem Kardinal leicht, den gedreht haben sollen. Und sonderbar! Kaum ist der Name ausgesprochen, Linie: der Orleansdynastie an. das Opfer gewesen und daß das, was er angenommen so ist es, als sei im Gerichtshof ein Medusentopf gezeigt Der bekannteste dieser Prozesse ist der Halsband- und vorausgesetzt, den Sitten des Hofes und der gott worden- Versteinerung, Vertagung des Prozesses gerade Prozeß. Er wurde von dem obersten Gericht des ähnlichen Hof- Gesellschaft entsprach. Ein Bild gemeinster in dem Moment: damaligen Frankreich, vom Parlament zu Paris, ab- Intriguen, gemeinſter Ausschweifungen, gemeinster Leiden- Ein Eulenburg! geurtheilt im Frühling 1786- also vor jegt hundertschaften entrollte sich. undzehn Jahren. Die Stimmung in Frankreich war schwülder Glaube an den Bestand des alten Regimes ancien régime 138] Rienzi. Der letzte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. " Bu geringe, o nein, vor Gott ist nichts geringe, es sei denn ein gemeiner Mensch mit hohen Titeln. Für mich giebt es nur Einen Adel, und die Natur stempelt dessen Wappen. Du hörtest ja wohl schon viel von jenem Walter von Monreal, dem Bruder dieser Provençalen, dem großen Räuberhauptmann?" Und andere Namen sind auf der Zunge. Der während des Prozesses öfters genannte Schumanns Rönig tann ich nicht sein, Fürst will ich nicht sein, Mundt hatte notorisch und geständigermaßen Beziehungen zu dem Grafen Waldersee. ich bin Rohan. " Ich will es." " Dann schnell zu Pferde und erinnere Dich, daß ich außer meiner Gemahlin feinem Menschen in Rom voll kommen trauen kann." zu benutzen, und wir sind bereits Zeugen seiner Unterhandlungen. mit den Häuptern der letzteren gewesen. Auf diese Weise glaubte er aller Parteien sicher zu sein und aus jeder die für seine eigenen Zwecke nöthigen Materialien wählen zu können. 8 weites Rapitel. Die öffentliche Erscheinung Monreal's erregte in Rom Monreal in Rom. Wie er Angelo Villani aufnimmt. ungewöhnliches Aufsehen. Die Freunde der Barone sprengten Die Gefahr, mit welcher Rienzi durch die Ankunft aus, Rienzi habe sich mit der großen Kompagnie verMoureal's bedroht wurde, war in der That schrecklich. einigt und wolle die kaiserliche Stadt der Plünderung und Der Johanniterritter hatte seine Schaaren nach der Lom- der Brandschatzung barbarischer Räuber verkaufen. Die " Jawohl, und ich habe ihn auch gesehen." bardei geführt und sie dem venetianischen Staat in deffen Keckheit, mit welcher Monreal( gegen den der Papst mehr " Nun gut, er ist jetzt in Rom. Irgend ein kühner Kriege mit dem Erzbischof von Mailand zur Verfügung als einmal die heftigsten Bullen erlassen hatte) in der Plan, irgend eine wohlunterstützte und klug berechnete Unter- gestellt. Für diesen Dienst erhielt er eine ungeheure Summe Hauptstadt der Kirche erschien, war um so größer, nehmung konnte allein jenen Banditen veranlassen, sich und er war darauf bedacht, Winterquartiere für seine als der Tribun allen Räubern Italiens offenen Krieg ers öffentlich in eine italienische Stadt zu wagen, deren Gebiet Truppen vorzubereiten, für die er im nächsten Frühling flärt hatte, und diese Kühnheit erinnerte an den Umstand, er noch vor einigen Monaten mit Feuer und Schwert ver- Beschäftigung genug zu finden hoffte. Monreal begab sich, daß die Brüder des Provençalen Rienzi's Rückkehr möglich wüstete. Aber seine Brüder haben mir Geld geliehen und nachdem er Palestrina im geheimen verlassen hatte, mit gemacht hatten. Das Mißtrauen verbreitete sich so schnell meine Rückkehr nach Rom möglich gemacht, allerdings für einem kleinen Gefolge, das sich in Tivoli ihm anschloß, in der Stadt, daß schon Monreal's Gegenwart genügt ihre eigenen Zwecke, doch meine scheinbare Verpflichtung nach Rom. Der angebliche Zweck seiner Anwesenheit war haben würde, den Senator in einigen Wochen zu stürzen. giebt ihnen wirkliche Macht. Diese nordischen Söldner theils, dem Senator zu seiner Rückkehr Glück zu wünschen, Monreal selbst wies jede Vorsichtsmaßregel zurück und, würden mich umbringen, wenn der große Capitano es ihnen theils die Gelder in Empfang zu nehmen, welche durch seine verblendet durch den Glanz seiner Hoffnungen ,, schlug der geböte. Er rechnet auf meine durch ihn vorausgesetzte Brüder Rienzi vorgestreckt worden waren. Johanniterritter, als wolle er seiner Ankunft um so mehr Schwäche. Ich kenne ihn von alten Zeiten her. Ich ahue Seine geheime Abficht haben wir schon zum theil kennen Wichtigkeit beilegen, seinen Siz in einem der prächtigsten feine Absichten, aber ich kann sie nicht beweisen. Ohne gelernt, aber noch nicht zufrieden mit der Unterstützung der Paläste auf und sein Gefolge wetteiferte in äußerem Pomp Beweis tann ich ihn nicht anklagen und festnehmen lassen. Barone, glaubte er durch seinen ungeheueren Reichthum mit dem des Senators. Du bist schlau und gewandt, könntest Du nicht nach Rom Mittel in Händen zu haben, um eine dritte Partei zu gunsten Während die Aufregung in Rom noch im Zunehmen gehen, Tag und Nacht seine Bewegungen beobachten, er seiner eigenen späteren Zwecke bilden zu können. war, kam Angelo Villani dort an. Der Charakter dieses forschen, ob er in Korrespondenz mit Albornoz oder mit Keine Furcht störte seine glänzenden Hoffnungen. Seine jungen Mannes war durch seine besonderen Verhältnisse den Baronen steht, ob er mit Bandulfo di Guido Zu- Brüder waren die Anführer der Söldner Rienzi's, diese gebildet worden. Er besaß Eigenschaften, die den Sprößsammenkünfte hat, seine Wohnung, sage ich, Tag und Nacht Söldner waren seine Wertzenge. Ueber Rienzi ſelbſt maßte lingen ungesetzlicher Liebe oft eigen sind. Er war unverbewachen. Er verstellt sich wenig, und Dein Geschäft wird er sich das Recht eines Gläubigers an. So hielt er sich schämt, wie viele, die eine zweifelhafte Stellung haben, nicht so schwierig sein, als es scheint. Benachrichtige die für vollkommen gesichert gegen die eine Partei. Für die und während er sich schämte, ein Bastard zu sein, war er Signoria von allem, was Du erfährst, und lasse auch mich Freunde des Papstes hatte er sich mit geheimen, vorsichtig zugleich stolz auf den vermeintlichen Adel seiner unbekannten täglich Deine Neuigkeiten hören. Willst Du diesen Auftrag abgefaßten Briefen des spanischen Kardinals versehen, der Eltern. Die allgemeine Gährung und Aufregung in übernehmen?" nur wünschte, ihn für die Rückkehr der römischen Barone Italien zu seiner Zeit machten den Ehrgeiz zu der gewöhn der # Und damit der dritte im Bund der Edelsten der Edlen Der Polizeipräsident v. Windheim erschien heute im| Interesse der Staatssicherheit nach wie vor solches Lumpennicht fehle, führen die Spuren auch nach Friedrichsruh, wo Gerichtssaale, nachdem sein Kriminalkommissar verhaftet war; gefindel, denn nur Entgleifte, Schiffbrüchige geben sich zu Vater der Lüge, der Verschwörung und des und zu Duzenden überflutheten die Kriminalbeamten die Halle folchen Rollen her! Landesverraths fitt: der preußisch deutsche Nationalgöße und Wandelgänge des Gerichtsgebäudes, als könnten sie nicht Wir hatten also recht mit unserer Befürchtung vom Bismarck. begreifen, daß einer der Ihren und einer der höchsten vorigen Sonnabend! Wer Augen hat zu sehen, hat all diese in dem Prozeß unter ihnen wie ein gewöhnlicher Verbrecher aus dem Gerichts- Eine Gesellschaft, die sich nur halten kann mit solchen enthüllten und angedeuteten Nichtswürdigkeiten und Ränke saal weggeführt werde! Stüßen, ist unrettbar der Verfäulniß, dem Untergange verschon seit Jahren gesehen. Wie groß das Selbstbewußtsein der politischen Polizei fallen! Herr von Marschall, der anstößigste Stein des Anstoßes, sein mag, ging aus dem Ton hervor, den v. Tausch in Und es ist es ist nur ein weiteres charakteristsches seit Caprivi gestürzt, sollte jetzt an die Reihe kommen. Er den ersten Tagen gegen den Staatssekretär anzuschlagen Zeichen, daß der Herr von Lühow, wie er hat sich, seinen eigenen Verzweiflungsworten nach, in die wagte! Wie weit ist es es bei uns gekommen, fast durchgängig während des Zeugenverhörs geDeffentlichkeit geflüchtet". Welch' Geständniß, welche zer- daß der Minister des Auswärtigen vor Gericht nannt wurde nicht nicht vom Gerichtspräsidenten, wie schmetternde Anklage, dieser Nothschrei eines obersten Re- ausrufen muß: Wenn der Redakteur Plöh mir den wir rühmend hervorheben wollen zum Schlusse den gierungsmannes gegen das System mit seiner Junker- und Hintermann und Agenten des Herrn von Tausch Frömmler herauskehrte, der ganz wie Hammerstein mit Polizeipolitik! Er will die Hände der Schurken, die ihn nicht genannt hätte, der Polizei hätte ich dem lieben Gotte seine Rechnung beglichen und ein anJahre lang aus dem Busch heraus mit Roth bombardirt ihn nie erfahren! Und halb wie ein Wuthschrei, deres Leben bereits begonnen hat. Ganz wie sein haben er will sie fassen. Die Hände sind schon nah zum halb wie ein Hohn klang es, als dem gegenüber Herr Gönner Tausch, der mit erhobener Schwurhand den Saal Greifen. Da plöglich erscheint das Medusenhaupt. v. Tausch bemerkte: Wenn der Herr Polizeipräsident länger verließ, Gott zum Zeugen seines Meineides anrufend! Wenn die Grundpfeiler ins Wanken gerathen was im Amt gewesen wäre, würde er Herrn Marschall den bleibt denn da übrig vom Reiche der Gottesfurcht und Namen Lühow nie als meinen Gewährsmann angegeben frommen Sitte? Wenn alle Nebenregierungen gepackt sind, haben, weil die politische Polizei ihre Agenten nicht anwo bleibt die Regierung? giebt! Es war kühn vom Staatssekretär v. Marschall, daß er auf den Dachsfang ausging und kühn in den Dachsbau hineingriff. War es nicht zu kühn? Ganz wie jetzt. von -G Politische Mebersicht. Berlin, 7. Dezember. Und was sind das für Zustände. Am Freitag sendet- Der Kaiser und der Fall Brüsewiz. Dem ein Gerichtspräsident den Kriminalkommissar zu seinem Hamb. Corr." wird aus Hannover gemeldet: Vorgesetzten zurück mit dem bestimmten Wunsche, den Namen Bon zuständiger Seite werden die vom„ Hannoverschen Als 1873 die Gründerskandale untersucht werden eines Gewährsmannes zu erfahren, der blos verschwiegen Anzeiger" verbreiteten angeblichen Neußerungen des Kaisers an sollten, hatte jeder entdeckte Verbrecher einen anderen werden dürfe, wenn die Sicherheit des Reiches die Offiziere des hiesigen Militär- Reitinstituts über den Fall an den Rockschößen, und man kam immer höher hinauf, oder Bundesstaates gefährdet erscheine! Der Kom- Brüsewis als Erfindung bezeichnet. bis das Medusenhaupt erschien, das bekanntlich missar tommt zurück und erklärt dem Gerichte kurzerhand, nun dementirte Aeußerung abgedruckt. Am Schlusse der ersten Seite unserer Nr. 285 haben wir die versteinert. seine Vorgesetzten gestatteten nicht, daß er dem Verlangen des Gerichts entspreche! Und was stellt sich heute heraus?- Die preußische Zentral- Genossenschaftstasse eine Wer ist dieser Gewährsmann, dessen Namensnennung die Schöpfung Miquel's, beſtimmt, hauptsächlich den ländlichen GeSicherheit des Reiches bedroht? nossenschaften unter die Arme zu greifen, hat in dem Halbjahr Ein unbekannter Journalist, der Mitarbeiter des Ber- Laufende Rechnung mit Verbandskassen, Vereinigungen und April- September Gesammtumfag gehabt: Auf den Konten: liner Tageblatts"! Darlehnskassen 156 538 392 M. Der Gesammtumfah in laufender Rechnung betrug mit Vereinigungen von Genossens fchaften 32 037 665 M.( gewährte Darlehen 21 529 608 M., Rückzahlungen 10 508 057 M.); mit landschaftlichen und provinziellen Anstalten 37 055 572 Mart( gewährte Darlehen 20 847 540 M., Rückzahlungen 16 208 132 M. Wird im Dachsbau weiter gegraben werden? Gestellt sind die Dachse das wissen wir heute; und wir wissen, daß fie gefangen sind, wenn man sie fangen will. Läßt man sie laufen, wird die Fährte nicht weiter verfolgt, nun so ist vor aller Welt dargethan und eingestanden, daß der heutige Staatsorganismus teine chir urgische Operation mehr verträgt. Die Aerzte haben einen Schnitt gemacht in das faule Fleisch und kein gesundes Fleisch entdeckt, das noch eines Heilungsprozesses fähig wäre. Alles faul. Und das Faule muß verfaulen. Der Proze Teckert- Tükow ist zu Ende und wir thun vielleicht Herrn v. Marschall nicht unrecht, wenn wir die Meinung aussprechen, er sei felber recht froh darüber. Er hat Geister rufen müssen, von denen er jetzt bangen Herzens sich fragen wird: wie werde ich sie los? Heißt das nicht geradezu Schindluder treiben mit dem dem Ansehen der Justiz? Hat das Polizeipräsidium wirklich bei Kenntniß der Sachlage dieses frevle Spiel des Kommissars geduldet? Das ist natürlich ausgeschlossen, aber es beweist, welchen Einfluß Kumpanie à la von Tausch bei uns ausüben können. " -G Die Fideikommisse in Preußen. Auf Vers anlaffung des Ministeriums für Landwirthschaft, Domänen und Forsten sind durch die Ober- Landesgerichte Nachweisungen über die preußischen Familien- Fideikommisse( einschließlich der Thronlehen) aufgestellt und im königlichen statistischen Bureau vers arbeitet worden. Die Stat. Korr." bringt nun einige der gefundenen Zahlen. Ende 1895 umfaßten in Preußen die Fideis kommiffe 2 121 636 Heftar, b. i. 6,09 pt. der Gesammtfläche des d. Staates. In den einzelnen Provinzen betrug dieser Prozentsaz: in Ostpreußen 3,40, Westpreußen 3,88, Brandenburg 7,55, Pommern 6,64, Posen 6,00, Schlesien 13,66, Sachfen 5,95, Nassau 4,57, im Rheinland 2,65, Hohenzollern 16,82. Jm Schleswig- Holstein 7,28, Hannover 2,13, Westfalen 7,54, Seffen Regierungsbezirk Oppeln betragen die Fideikommiffe 18,93 pCt., und der Fideikommißwald allein bedeckt fast ein Neuntel der Fläche des ganzen Bezirkes. Im ganzen find 33 Kreise vorhanden, bei welchen die Fideikommisse mehr als ein Fünftel der Gesammtfläche unfassen; davon kommen allein 16 auf die Das politische Satyrspiel schlug mit dem Auftauchen des Gentleman Stärck geradezu in die Posse über! Drei Tage lang spielt im selben Gerichtssaal auf der Journalistenbank der Herr den entrüsteten Sittenrichter des Berl. Tageblattes" und am vierten Tage, unter den Augen seines Chefredakteurs, wird er als Buhälter des Herrn v. Tausch entlarvt. Und derselbe Chefredakteur, dessen Aussage dem Herrn Kriminalkommissar den Gnadenstoß versetzt, muß selber zugeben, daß er ab und zu den Sieger ist er geblieben gegen die beispiellose Korruption Besuch der politischen Polizei empfängt und Subjekte in der politischen Polizei, die Herr v. Tausch ihm gegenüber solchen Schlages als Nachrichtenschnorrer ins Auswärtige repräsentirte und vertheidigte. Sein Widerpart und Ver- Amt sendet! leumber sitzt, ein Verbrecher, hinter Schloß und Riegel, wohin er Ein beschämendes Zeugniß für die hauptstädtische Presse, in all' den Jahren seiner verderblichen Thätigkeit vielleicht für das Weltblatt" des Annoncentönigs Mosse! zahllose Opfer feiger erlogener Denunziation und bewußter Wie erhebend flang es, als dieser zudringliche Provinz Schlesien, 3 auf die Provinz Posen, auf die übrigen Schurtenhaftigkeit gebracht hat aber ist damit dem be- Journalist vom Berliner Tageblatt", der vorn hinaus- Provinzen je einer bis zwei, auf die Rheinproving feiner. hinten wieder Eintritt sucht, erklärte: er bewaldet wie der Staat überhaupt, nämlich mit 45 pCt. gegen leidigten öffentlichen Rechtsbewußtsein auch Sühne gethan? geworfen, Die Fideikommisse sind im Durchschnitt fast doppelt so start Nicht mehr stand in den letzten Tagen im Vordergrund habe sich zu der schimpflichen Judasrolle bei Herrn 23,50 pGt. In waldarmen Gegenden sind auch die Fidei. des Interesses die Frage der Verleumdungen des Auswärtigen v. Tausch bereit erklärt, weil er dem Staate einen tommiffe nicht besonders waldreich, aber immerhin weit stärker Amtes, sondern die Frage: was werden die Behörden mit Dienst damit zu erweisen glaubte! bewaldet als die übrigen Besitzungen. So hatten die Fidei dem Beamten und Mitleiter der politischen Polizei Und welch' tiefen Einblick in die Macht und Mißbräuchlich- kommisse in Schleswig- Holstein eine Bewaldung von 18,49 pet., beginnen, der seit Freitag nach abgemeinem Urtheil mit die Provinz überhaupt eine solche von nur 6,56 pet. In dem Makel des Meineides behaftet war! einundzwanzig Kreisen umfaßten die Forsten der Fideikommiffe mehr als die Hälfte der Forsten des Kreises überhaupt. Die Fideikommisse umfassen 5,80 pet. des Grundsteuer Reins ertrages im Staate überhaupt, also etwas weniger, als ihr Antheil an der Fläche beträgt. Hier dürfte der Wald, der mit weit geringeren Grundsteuer- Reinerträgen eingeschätzt ist, als der landwirthschaftliche Kulturboden, eine Rolle spielen. Im Jahre 1895 hatten die Fideikommisse einen Bugang von 12 491 Hektar und einen Abgang von 700 Hektar. Rund zwei Fünftel der 2121 636 Hettar Fideikommiß- Land sind erst in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts zu Fideikommiffen ge worben. Dabei find die Zugänge, welche ältere Fideicommiffe in diesem Zeitraum gehabt haben, nicht eingerechnet. Die Verhaftung des Herrn v. Tausch überraschte heute eigentlich niemand mehr, so dramatisch sich auch noch das Schlußverhör heute Morgen zuspijte! Graf Eulenburg hat zwar dem Manne, dessen er heute sich faum noch entsinnen konnte und von dem er verächtlich bemerkte, daß ihm, dem Botschafter nicht interessant sein könne, was einem Kriminalkommissar vielleicht interessant fei, zu einem Orden verholfen und ihn dazu noch beglückwünscht aber seine Aussage war nicht der Höhepunkt des Interesses der heutigen Sigung. feit der Macht der politischen Polizei läßt die andere Erflärung thun: er habe sich zu der Spionenrolle hergeben müssen, weil er sonst als Ausländer seine Ausweisung befürchten müssen! daß Solchen Erscheinungen gegenüber sollte man meinen fönnte nur eine Stimme sich erheben: Fort mit der politischen Polizei! Was heute ein v. Tausch verbricht, ist es ausgeschlossen, morgen nicht ein anderer an seiner Stelle dasselbe Spiel ähnlicher Weise wiederholt? in Und erstaunt hörten wir aus dem Plaidoyer des Staatsanwalts das alte Lied heraus: Leider brauchen wir im -Aerzte und Gewerbe- Ordnung. Die kürzlich lichsten aller Leidenschaften, und so drängt sich auch der Geißel Italiens geäußert, hatte auf den jungen Mann, der vereinigte wissenschaftliche Deputation für das Medizinalwesen Ehrgeiz in allen seinen verschiedenen Schattirungen und den anmaßenden Patriotismus der Römer theilte, tiefen sprach sich mit großer Mehrheit für folgende Forderungen aus: Varietäten in die Charakterschilderungen dieser Geschichte. Eindruck gemacht. Er nährte zugleich einen geheimen Groll 1. Bestrafung gewerbsmäßiger Kurpfuscherei. 2. Entfernung Wenn auch die hochstrebenden Träume jener Geistes- gegen die Brüder Monreal's, deren rauhes Benehmen gegen aller ben rat betreffenden Bestimmungen aus der Gewerbefrankheit Angelo Villani nicht erfüllten, so wurde er ihn oft seinen Stolz verletzt hatte, und mehr als alles er- Ordnung. 3. Einführung einer deutschen Aerzte- Ordnung. doch durch den Wunsch beseelt, eine Rolle in der Welt füllten ihn seine früheren Erinnerungen an den Abscheu,- Die Tonnenabgabe der deutschen Schiffe zu spielen. Er war einiger Anhänglichkeit fähig, und seine mit dem Ursula immer über den schrecklichen Fra Moreale in amerikanischen Häfen. Zu der Proklamation des Präsidenten Cleveland, die diese Abgabe anordnete, bemerkt die Trene gegen seinen Gebieter war schon zu einer Tugend sprach, mit der dunklen Ahnung eines seinem Geschlecht. A. 3tg.":" Cleveland zog die Vergünstigung vermuthlich geworden, aber seine mangelhafte Erziehung und der durch den Provenzalen früher widerfahrenen Unheils, beshalb zurück, weil sich herausgestellt hatte, daß die eigenen verderbte Sinn der Gefährten, mit denen er in Vor- welches zu rächen er durchaus nicht abgeneigt war. amerikanischen Schiffe, die aus gewissen europäischen zimmern einen Theil seiner Jugend zubrachte, hatten ihm Uebrigens schien ihm jedes Mittel gesetzlich, wenn es Häfen auslaufen, in Amerita Tonnengelder entrichten weder höhere Grundfäße, noch ein tieferes Ehrgefühl zu nur dazu diente, seinen Gebieter zu retten, seinem Vater- müssen, während deutsche frei bleiben." theil werden lassen. Schlau und versteckt, wie viele lande zu dienen und für sein eigenes Fortkommen zu sorgen. Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozeffe. Italiener, machte er sich feine Gewissensbisse wegen eines Monreal war allein in seinem Zimmer, als ihm ge- Die Stettiner dritte Straffammer verurtheilte in einer Verhand Betruges, der einem Freunde nüßlich sein oder durch den er meldet wurde, daß ein junger Italiener ihn zu sprechen lung bei verschlossenen Thüren den Töpfer Leo Teßmar zu sechs selbst einen Zweck erreichen konnte. Seine Anhänglichkeit wünsche. Er ließ ihn eintreten. Monaten Gefängniß. an Rienzi wurde besonders durch befriedigten Stolz ver- Monreal erkannte gleich den Pagen aus Avignon wieder, 3um Untergang des Itis". Zu unserer letzten mehrt und seine Eitelkeit fühlte sich durch die Gunst eines und als Angelo Villani mit fecker Dreistigkeit sagte: Ich das Kaiserboch auf dem untergebenden ltis" betreffenden so berühmten Mannes geschmeichelt. Sein eigenes Interesse tomme, um den Johanniterritter an ein Versprechen Notiz in der Nummer vom 5. d. Mis. ist zu berichtigen, daß sowohl, als auch wirkliche Anhänglichkeit veranlaßten ihn, zu erinnern" Georg Hiltl nicht Dekorationsmaler, sondern Verfasser historiunterbrach ihn Monreal mit freund- scher Romane in der Art der Louise Mühlbach und Gregor ich Samarow's gewefen. -S alles aufzubieten, um seinem Wohlthäter und Gönner lichem Ton und sagte:„ Es ist nicht nöthig nüzlich zu sein, und indem er seine jetzige Sendung über- erinnere mich dessen. Bedarfst Du jetzt meiner Freundnahm, waren alle seine Gedanken darauf gerichtet, voll- schaft?" tommene Erfolge zu erzielen. Er war tapferer und fühner" Ja, ebler Ritter," antwortete Angelo." Ich weiß als die meisten Italiener, und sein Muth wich nie vor den nicht, wo ich sonst einen Gönner suchen soll." Plänen zurück, die seine List ersonnen hatte. " " 1 Rannst Du lesen und schreiben?" " Ich habe diese Künste gelernt," erwiderte Villani. Gut, bist Du von edeler Geburt?" " Ja." " Desto besser Angelo Billani." Dein Name?" - Der Parteitag der deutschen Volkspartei für Rheinland- Westfalen war nach dem Berichte der Frankfurter Zeitung" zahlreich besucht. Es waren 10 Wahlfreise vertreten. Den Jahresbericht erstattete Höhn aus Dortmund und den Bericht über den Ulmer Parteitag Heinrich aus Düsseldorf. Eine eingehende Verhandlung fand statt über Sonnemann's Antrag betr. Versicherung der Arbeitslosen. Ein neuer Boltsverein für Rheinland- Westfalen wurde begründet. - Konferenz der Oberbürgermeister. Ober bürgermeister Becker in Köln hat auf den 5. Dezember eine Ronferenz der Oberbürgermeister der Rheinproving zur Berathung über den Lehrerbesoldungs- Gesezentwurf nach Düsseldorf berufen. Als Rienzi ihm zuerst den Zweck seiner Sendung mittheilte, erinnerte Villani sich seines Abenteuers mit dem Kriegsmann in dem Gedränge zu Avignon. Wenn Du je eines Freundes bedarfst, so suche ihn in Walter von Monreal," waren Worte, die jetzt in prophetischem Sinn in sein Gedächtniß traten. Er zweifelte nicht daran, daß Monreal" Ich nehme Deine blauen Augen," sagte Monreal mit selbst ihm diese Worte gesagt habe. Angelo dachte weiter leichtem Lächeln, als ein Pfand der Wahrheit an. Von nicht darüber nach, weshalb der große Kapitän diese Theil- jetzt ab, Angelo Billani, stehst Du auf der Liste meiner Die sächsische Umsatzsteuer auf Ronsumnahme an ihm genommen habe. Wahrscheinlich war es nur Sefretäre. Ein andermal sollst Du mir mehr von Deinen vereine wird den inneren politischen Verhältnissen Sachsens neue ein schlauer Vorwand gewesen, eins der gewöhnlichen Schicksalen erzählen. Dein Dienst beginnt mit dem heutigen Schwierigkeiten bereiten. Die„ Frantf. 3tg." schreibt: Den Feinden Mittel, durch welche der Hauptmann der großen Kompagnie Tage. Uebrigens fehlte es dem nie an Geld, der dem der genannten Vereine geht die Umsatzsteuer nicht weit genug die Jugend Italiens, so wie die Krieger des Nordens, an Walter von Monreal dient, noch an Beförderung, wenn er sich zu fesseln wußte. Er dachte jetzt nur daran, wie er ihm treu dient. In jenem Zimmer erwarte meine Aufaus dem Versprechen des Ritters Vortheil ziehen könne. träge. Frage nach Lusignan von Lyon und schicke ihn zu Was war leichter, als selbst zu Monreal zu gehen, ihn an mir, er ist mein erster Sekretär und wird Dich in Deinem seine Worte zu erinnern, in seinen Dienst zu treten und so Geschäft unterrichten." ihn am sichersten zu beobachten? Das Amt eines Spions Angelo entfernte fich, Monreal's Blicke folgten hätte nicht jedem zugesagt, aber Angelo Villani nahm keinen Eine seltsame Aehnlichkeit," sagte er nachdenkend, Anstoß daran und der heftige Haß, mit dem sich sein Ge- Herz zieht mich unwiderstehlich zu diesem Jüngling." bieter oft über den geizigen und grausamen Räuber, die ( Fortsetzung folgt.) l und sie werden bei passender Gelegenheit die Regierung noch zu anderen Schritten zu drängen suchen. Diese Widersacher der Konsumvereine hat die Regierung also nicht befriedigt, gleichseitig sich aber durch ihre Begünstigung der Umfaßiteuer in den Ordnungsparteien" unter den Freunden wirthschaftlicher Selbsthilfe neue Gegner gefchaffen. Wenn auch, nach dem ihm. Ausfall der bekannten Reichstags- Erörterung über die Umsatzmein steuer, die sächsischen Konsumvereine von einer an die Regierung gerichteten Eingabe gegen die Sonderbelastung wenig hoffen, so wird doch die Frage ihrer Beseitigung in Sachsen schwerlich Rußland. genannt. wieder zur Ruhe gelangen. Schon die geringen Arbeitslöhne, vertrages sind, wie Norst Zelegram- Byran" meldet, gefahrens und Sicherung vor Wiederholungen einer Art bes Straf verfahrens gegen Verurtheilte, wie sie in den Fällen Kaufmann, welche in einzelnen sächsischen Bezirken die Lebenshaltung der fcheitert.Bevölkerung zu einer äußerst dürftigen herabdrücken, drängen die Rauch, Jaeckh u. a. stattgefunden hat. Endlich verlangt die lettere dahin, fich durch genossenschaftlichen Zusammenschluß das- Ueber bie legten Ereignisse in Moskau Fraktion, daß Aerzte und Vertheidiger in gleicher Weise wie nach tägliche Brot so wohlfeil als möglich zu verfchaffen. Aus diesem berichtet man uns noch aus Rußland: In der Nacht vom 28. Der II. Lesung Seelsorger in ihrer Vertrauensstellung als Zeugen Grunde wird die Umfagsteuer anf Konsumvereine in der ärmeren auf den 29. November( neuen Stils) find 60 Studenten der( und gleichzeitig damit Angeklagte) geschützt werden. Bevölkerung, namentlich in den Zeiten des wirthschaftlichen Twerer Landsmannschaft verhaftet worden. Am Montag den Sprachenantrag. Die dänischen Abgeordneten Johannsen Niederganges, sehr verstimmend wirken. Eine derartige Be- 30. November sind gegen 400 Studenten( darunter auch und Hansen in Apenrade haben im Abgeordnetenhause mit steuerung gemeinnützig wirkender Vereine wird fünftigen Studentinnen) verhaftet worden, welche auf dem Chodinskyfelde Unterfiüßung der Polen den Antrag eingebracht, die königliche Landtagswahlen ein ganz neues oppofitionelles Element geben, einen Trauergottesdienst abhalten wollten. Staatsregierung zu ersuchen, die Anweisung des Oberpräsidenten das den in der tonservativen Partei zu suchenden eigentlichen Die gegen die Regierung gerichtete Studenten- Demonftration zu Schleswig vom 18. Dezember 1888 betr. den Unterricht in Vätern der Umsatzsteuer wenig Freude bereiten dürfte. fam nicht unerwartet. Bereits unmittelbar nach der vor einem den nordschleswig'schen Boltsschulen dahin abzuändern, daß in Wer soll denn diese Opposition bilden, nachdem man die halben Jahre stattgehabten Katastrophe auf dem Chodinskyfelde den Schulen mit dänischem Religionsunterricht auch wenigstens Arbeiter mundtodt gemacht hat? Etwa die Volkspartei?! wurden in Moskau Flugblätter verbreitet, welche sich mit diesem zwei Stunden wöchentlich Unterricht in der dänischen Sprache Rudolstadt, 5. Dezember.( Eig. Ber.) Der Landtag be- erschütternden Ereignisse befaßten. Die Regierung schöpfte gegen gegeben werde. Jm Parlamentsbericht über die Sonnabendfihung des schäftigte sich in seiner heutigen Sigung u. a. auch mit der Neu- einen Theil der Moskauer Studenten Verdacht, sie seien Urheber regelung der Besoldung der Boltsschullehrer. Bisher galt als und Verbreiter dieser Flugschriften, und sie beschloß, eine Reichstages wird in Bebel's Rede für bessere Inspektion bei Anfangsgehalt 900 M., durch die Alterszulagen aber flieg das: Säuberung" der Universität vorzunehmen. Während der Bauten bemerkt, er hätte auch Hamburg angeführt als einen Don der Kanzlei felbe auf 1200 M., jedenfalls wenig beneidenswerth hoch, Sommerferien wurden 170 Studenten besonders wenn man bedenkt, daß in Schwarzburg- Rudolstadt der Moskauer Universität ihre Papiere zurückgeschickt mit der Ort, in dem die Bauteninspektion amtlich durch Arbeiter vorfein Lehrer unter 22 Jahren das zweite, d. h. das zur Austellung Mittheilung, daß sie auf Befehl des Ministers der Boltsaufklärung genommen werde. Dies ist unrichtig, er hat Hamburg nicht als Volksschullehrer qualifizirende Examen machen kann. Nach von der Universität relegirt worden seien. Ueber den Grund der den infolge heutiger Sanktion durch den Landtag Gesetz gewordenen Relegation tönne ihnen die Universitätsbehörde keine Auskunft Die von der Maß. Bestimmungen bleibt das Gehaltsminimum von 900 M. zwar geben, da ihr derselbe auch unbekannt sei. Die von der Maß. bestehen, jedoch wurde die Alterszulage auf 100, 180, 240, 300 und regelung betroffenen Studenten gehörten meistens Landsmann400 M. festgefekt, so daß jetzt ein Maximalgehalt von 1300 m. fchaften"( geheimen, aber harmlosen Studentenvereinigungen, die erreicht werden kann. Troß dieser Erhöhung bleibt die Be: ins Leben gerufen wurden, um nothdürftige Kommilitonen zu soldung der Schwarzburg- Rudolstädter Lehrer doch mit die schlechtefte unterstützen 2c.) an, wovon die Regierung Wind bekommen zu unter allen deutschen Bundesstaaten. Bis vor 3 Jahren waren haben scheint. Dieses brutale Vorgehen der russischen Regierung Erklärungen für die Streifenden und und die Absicht ausdie Verhältniffe jedoch noch geradezu unheimlich, denn bis dahin trug bei zur Vermehrung der Erbitterung gegen die Regierung.- gesprochen, finanziell das möglichste zu leisten. Mehrfach wurden entfandte man nach den armen Höhendörfern, die zu arm Petersburg, 5. Dezember. Dass Amtsblatt des Justiz- Zellerfammlungen vorgenommen; in Altona, das preußisch waren, befoldete Lehrer anstellen zu tönnen, Präzeptoren, minifteriums meldet, die endgiltige Entscheidung des Boll- ist, wurde deswegen die Bersammlung aufgelöst! junge Lente, welche 2 bis 3 Jahre das Seminar be- departements in dem Prozesse gegen mehrere Batumer Der Stand des Kampfes hat sich im wesentlichen nicht ges sucht hatten und nach ein oder zweijähriger Hilfslehrer. Naphta Industrielle wegen systematischen, ein Jahr ändert, auch nicht dadurch, daß, wie bereits telegraphisch gethätigkeit" wieder nach dem Seminar zurückwanderten. zehnt hindurch betriebenen Schmuggels ausländischen meldet wurde, eine in der Börse abgehaltene er samm Während dieser ihrer Hilfslehrerthätigkeit waren die Weißblech für Petroleumbehälter ist nunmehr erfolgt. Dalung Hamburgischer Unternehmer ihre Befriedi jungen Leute verurtheilt, alle sogenannten Annehmlichkeiten nach soll der Zoll für 600 000 Pub Blech mit 1 Rubel 55 Stopefen gung darüber ausgesprochen hat, daß der Unternehmerdes„ Wandertisches" kennen zu lernen, d. h. die jungen Herren in Gold für das Pud und eine Strafzahlung für das auf den verband das vorgeschlagene Schiedsgericht abgelehnt hat. mußten jeden Tag bei einem anderen Dorfbewohner zu Mittag Märkten des Inlandes zum Verkauf gebrachte Blech auf gericht- Der Inhalt des offiziellen Protokolls dieser Bersammlung effen. So paffirte es thatsächlich, daß mancher dieser jungen lichem Wege beigetrieben werden. Im Falle, daß sich die Fabri- ist so absurd, daß ein Eingehen darauf leeres Stroh dreschen Leute des Jahres über 365 Mal thüringer Kartoffeltlöße zu effen fanten dieser Entscheidung widersehen, soll ihr Eigenthum mit hieße. Von sehr gut eingeweihter Seite ist übrigens die Mitbekam; denn da jede Familie, welcher der Herr Lehrer" gerade Beschlag belegt werden. Die ganze Straffumme beträgt über theilung in die Deffentlichkeit gedrungen, daß die Bestätigung der zum Mittagstisch zugetheilt war, selbstverständlich eine eine Million Rubel. Die Geschichte ist um so schmußiger, da Ablehnung des Schiedsgerichts durch diese Unternehmer- Ber Ehre darein fetzte, dem Gaft das beste Gericht zu be- fich an ihr auch vielfache Millionäre man nennt unter sammlung den Kreisen der Hamburger Regierung sehr reiten und als solches in Thüringen aber unstreitig all- anderen den Pariser Rothschild betheiligt haben. gemein der rohe" oder„ grüne" Kartoffelkloß gilt, so passirte es, wie Türkei. " erwähnt, daß solch ein armer angehender Dorfschulmeister so oft Konftantinopel, 5. Dezember.( Times.) Laut Meldungen, dem Genusse des grünen Kartoffeltloßes fröhnen konnte, als das die auf der französischen Botschaft eingelaufen find, soll die Jahr Tage enthielt. Der Landtag nahm ferner noch einen Hungersnoth im Bezirke Diar befr( Kurdistan) immer Gefeßentwurf an, nach welchem den fürstlichen Staatsbeamten größer werden. In dem genanten Orte allein sollen fünffortan die Kommunalsteuer- Beträge über 100 pCt. der Ein- hundert Personen Hungers gestorben sein. tommensteuer im Sinne ausgleichender Gerechtigkeit" aus der Staatstaffe zurückvergütet werden sollen. Desterreich. Konstantinopel, 7. Dezember. Der im vorigen Monat ab. gefeßte Polizeiminister, dessen Generalsekretär, sowie weitere 19 Beamte wurden in das Innere Asiens verbannt. Auch in der Türkei scheint man also mit der Polizei böse Erfahrungen gemacht zu haben. Griechenland. Die Hafenarbeiter- Bewegung. Unfer Spezial Berichterstatter schreibt uns aus Hamburg unterm 7. Dezember: Die am Sonntag abgehaltenen 17 Boltsverfamm. Iungen waren sämmtlich überfüllt. Ueberall wurden Sympathieungelegen gekommen sei. Es heißt, daß der gesammte Senat im Interesse des Gemeinwohls die Ab. ficht gehabt habe, zu interveniren, daß dieser die Haltung der Unternehmer durchaus miß billige und daß trok allem, was bisher geschehen ist, auch heute noch von der Regierung VermittelungsDa die Arbeiter vorschläge erwogen werden. nicht um des Kampfes willen tämpfen, sondern um günstigere Lebensbedingungen zu erhalten, so werden ehrlich gemeinte Versuche, den Streit beizulegen, an den Arbeitern nicht scheitern. Aber anzunehmen ist doch, daß die Streifenden, wenn wirklich von irgend einer Seite neuerdings derartige Versuche gemacht werden sollten, erst gewisse Garantien von der Unternehmerpartei verlangen würden, daß - Der König hat an den Ministerpräsidenten eine Botdiese überhaupt zu Verhandlungen bereit ist. fchaft gerichtet, in der er die Errichtung eines per- Wie günstig der Streik für die Arbeiter steht, geht unter manenten Lagers fordert, in welchem das Heer sich ganz anderem daraus hervor, daß in den heute, Montag früb, abs der militärischen Ausbildung widmen könne. Um eine Streit gehaltenen Wolfsversammlungen infolge reichlichen Geldzufluffes Zürich, 5. Dezember.( Eig. Ber.) In den Kantonen Zürich, Reserven einzuberufen; macht von ungefähr 12 000 Mann zu bilden, sei es nöthig, beschlossen werden fonnte, die Streifunterstützung zu erhöhen. auch für berittene Gs befommen jetzt Verheirathete 10 M. die Woche, Ledige 9 M., Luzern und Solothurn steht die Schulreform auf der Tages: Truppen müsse gesorgt werden. Ferner müffe ein Ausschuß und pro Kind wird 1 m. mehr verabfolgt. Morgen Dienstag ordnung. Im ersten Kanton wird ihre Behandlung resp. Er von höheren Offizieren gebildet werden, der sich mit der Wahl erfolgt die Auszahlung. Die von den Unternehmern beabsichtigte ledigung noch eine geraume Zeit auf sich warten laffen, während eines Gewehres für das Heer zu beschäftigen habe. in den beiden anderen Kantonen sich bereits die Kantonsräthe Fragt sich nur, wer dem bankrotten Griechenland das Geld Gesammtarbeiterschaft, nicht gelingen. Aushungerung der Arbeiter wird, dank der Solidarität der ( Landtage) damit beschäftigen. Man will die Schulzeit verborgen soll, damit es, seinem Größenwahn gemäß, auftreten längern, die Lehrerbesoldungen erhöhen, die Fortbildungsschule tann. heben zc, lauter Bestrebungen, denen man uur vollen Erfolg wünschen tann. Der polnische Bauern- Agitator Pater Stojalowsti wird wegen Verbrechens der Religionsstörung fteckbrieflich verfolgt. Stojalowski war wegen seiner politischen Thätigkeit erkommunizirt worden, hatte aber trotzdem in Höfen und Häusern den Bauern Meffe gelesen und andere priesterliche Funktionen ausgeübt. Schweiz. Zürich, 6. Dez. Bei der Wahl für den National rath erhielt der Demokrat Schäppi, für den auch die Liberalen stimmten, 11 498, Genoffe Greulich 10 969 Stimmen. Der erstere ist somit gewählt. Basel, 5. Dezember.( Eig. Ber.) Der Große Rath des Kantons Basel beauftragt die Regierung, in thunlichfter Bälde Vorschläge über die Errichtung einer aus flaatlichen Mitteln zu erstellenden und erhaltenden Staatsapotheke einzureichen. Die hiesigen Apotheker haben gegen den Beschluß bereits das Referendum angekündigt. Schaffhausen, 6. Dezember. Das Volt beschloß mit 3600 gegen 2600 Stimmen, die vollständige Revision der Kantonsverfassung sei trotz der Verwerfung des dem Wolfe zur Abftimmung vorgelegten Entwurfes fortzusetzen. Frankreich. Amerika, Die Arbeit im Hafen ruht nach wie vor. Recht bezeichnend für die internationale Solidarität der Arbeiter in dieser Bes ziehung sind die Mittheilungen, die Wilson in England dem New- York, 24. November.( Eig. Ber.) Die von der Genossen von Elm über das Verhalten der englischen Goldpresse" folportirten Nachrichten über einen allgemeinen Seeleute gemacht hat. Er schreibt, daß obwohl die Strafen " Geschäftsaufschwung", die selbstverständlich ihren Weg auch in für Verweigerung übertragener Arbeiten außerordentlich hoch bie fapitalistische Presse drüben gefunden haben werden, haben seien die englischen Seeleute werden für solches Bergehen sich als einen auf nichts basirten Schwindel ergeben. An die mit Gefängniß bis zu zwölf Wochen verurtheilt er dennoch Arbeiterblätter, welche anfangs auf jene Nachrichten herein feinen Landsleuten auf deren telegraphische Anfrage aus gefallen" waren, liefen aus den verschiedensten Landestheilen feftländischen Häfen gerathen habe, die Ladung Hamburgischer Schreiben von Arbeitern ein, worin gemeldet wurde, daß von einem Aufschwung an ihrem Platz absolut nichts zu spüren fei, im Gegentheil der Tanz mit Betriebseinstellungen und Beschränkungen sowie Lohnreduktionen losgehe. Den einzigen Anhaltspunkt für jene Ausschwungsnachrichten bildet der Um stand, daß eine Anzahl Fabriken, welche einige Zeit vor der Wahl unter dem Vorwand geschlossen worden waren, daß die Kunden mit den Bestellungen bis nach der Erwählung Mc Kinley's zu warten erklärt hätten, nach der Wahl wieder in Betrieb gesetzt worden waren. Schiffe nicht zu berühren, und dieser Mahnung sei faft übers all Folge geleistet worden, troß der den Schiffs. bemannungen bei der Rückkehr nach England in Aussicht stehenden Strafen. Die Leute hätten direkt erklärt, dies auf sich nehmen zu wollen. In einzelnen Fällen aber, wo sie sich durch die englische Seemannsordnung für verpflichtet hielten, die verlangte Arbeit zu leisten, befolgten sie die ca canny policy, bie Politit, die darin besteht, zwar scheinbar zu arbeiten, aber nichts fertig zu bringen. Was schon seit längerer Zeit befürchtet wurde, ist nun eins Paris, 7. Dezember. Wie in Parlamentstreifen verlautet, Washington, 7. Dezember.( Daily Telegraph.") Das getreten. Auch für die Industrie wird die Nichtentlöschung wird der Deputirte Codroy ein Staatsmonopol für von den Republikanern geplante neue Zarisgesetz wird im der Schiffe jetzt verhängnißvoll. So muß eine hiesige Jute= Petroleum Raffinerie beantragen, dessen Er- allgemeinen an die Stelle der bisherigen Werthzölle Gewichtszölle fabrit wegen mangels an Rohstoffen und Kohlen den Betrieb einträgniffe die vorgeschlagenen außerordentlichen Marine- fehen; die Zollsäge auf wollene Beuge, Sammet, Plüsch und stellen. tredite decken sollen. Binnblech sollen erhöht und die Zölle auf Wolle, Bauholz und Eier wieder eingeführt werden. 11 Italien. Parlamentarisches. Die Hamburg- Amerita Linie veröffentlichte, wie schon im Vorwärts" erwähnt wurde, vor einigen Tagen eine - Das Finanzexposé des italienischen Schahmeisters Washington, 7. Dezember. In der Botschaft, die der ohn I fte, wonach fie an eine Reihe von Schauerleuten jährLuzzatti, das in der heutigen Kammerfißung gegeben wurde, Präsident Cleveland an den Kongreß gerichtet bat, heißt es mit liche Durchschnittslöhne von etwa 2500 M. gezahlt haben will. Das Hamburger Echo" ist jetzt in der Lage, schließt nur mit einem kleinen Defizit ab. Mehr als eine bezug auf Armenien, es dürfte der gegenwärtigen, traurigen Es handelt sich dabei um regel Spielerei mit Bahlen dürfte aber dieses rosige, öfters vor- Verfassung der Türkei nicht mehr lange gestattet werden, das die Sache aufzuklären. geführte, ftets aber Lügen gestrafte Bild nicht sein. Auge der Christenheit zu beleidigen; über Ruba: es sei unter mäßige Tag und Nachtarbeit, die der einzelne Arbeiter 3u dem neuen Grispi- Standal erhält das den gegenwärtigen Umständen nicht möglich, die kubanischen allein natürlich nicht bewältigen kann, sondern zu der er als triegführende Macht ang u in regelmäßiger Ablösung eines Erfagmannes bedarf, den Berliner Tageblatt" von seinem Rorrespondenten aus Rom Aufständischen folgendes Telegramm: Der Messaggero" veröffentlicht Details ertennen, doch könnte sich eine Sachlage herausbilden, daß die er aus seiner Tasche bezahlen muß! Das„ Echo" aus den von der Kammer vorgelegten neuen Erdbebendokumenten. Verpflichtungen der Vereinigten Staaten gegenüber der Sou- hat jedoch nach Angaben der betheiligten Schauerleute aus Besonders interessant ist folgendes Schreiben des Majors Chiarle: veränetät Spaniens durch höhere Verpflichtungen aufgehoben gerechnet, daß ein Schauermann, der die in der von der Amerikas Von vier wirklich bedürftigen Personen abgesehen, erhielten nur werden könnten, welche man unmöglich ignoriren fönne. Spanien Linie veröffentlichten Liste oft vorkommende Summe von 2732 M. reiche, ia fteinreiche(!) Leute Zuschüsse aus folle Ruba Autonomie anbieten, das würde dem verheerenden verdienen wollte, im Jahre 300 Tage und 282 Nächte arbeiten müßte. Nun wird man fich fragen," fährt das Hamburger Echo" fort, Kriege ein Ende setzen. Im letzten Etatsjahr, das am 30. Juni dem Erdbebenfonds. Den thatsächlich armen Familien wurden nur wenige Gentefimes(!) ge 1896 fchloß, betrugen die Einnahmen 409 475 408, die Ausgaben warum bei der Hamburg- Amerika Linie das seltsame System währt". Ein anderes Dokument, datirt Balmi, 17. Juni 1896, 484 673 654 Dollars. Von den Einnahmen stammen 160 021 751 eingeführt wurde, daß sie ewige" Arbeiter hat, d. h. Leute, welche auf dem Papier Tag und Nacht arbeiten, und daß die fagt: Die dem Unterpräfekten und dem föniglichen Stommiffar Dollars aus den Zöllen. Erfaßmänner garnicht aufgeführt sind. Dieses System ermög zugegangenen Summen wurden sämmtlich zu Parteilicht, daß ein Theil der Arbeiter in den Büchern nicht aufund Wahlaweden im Sinne der Regierung geführt wird, offiziell also gar nicht egiftirt und der Gesellschaft verwendet, und zwar stieg der Preis der Stimmen bis auf je 200 Lire. Der die Wahlbewegung dirigirende Bürgermeister Bur dritten Lesung der Juftiznovelle hat die sozialdemo. die Versicherungsbeiträge für ihn erspart bleiben. Die Erfah von Seminara erhielt allein eine Gratifikation von 5000 Lire. fratische Fraktion eine Reihe von Anträgen eingebracht, von männer arbeiten ziemlich regelmäßig, aber sie erscheinen doch Ein anderes Dokument, unterzeichnet Rechtsanwalt Murabirt, denen wir folgende hervorheben. Die Fraktion verlangt Auf nicht in den Büchern! Das ist ein Faktum, welches wir den fagt:„ Es ist hier allbetannt, daß die zu Wohlhebung derjenigen Beschränkungen der Deffentlichkeit des Ver Behörden zu ganz besonderer Beobachtung unterbreiten. Man thätigteitszweden geschickten Gelber für Wahl- fahrens, die das Kartellreichstags- Gesetz vom 5. April 1888 ein i part die Versicherungsbeiträge und nebenbei kann wede verwendet wurden. Aehnliches enthalten die geführt hat. Selbst die Spigen der jetzigen Reichsregierung haben man täuschende Lohnliften veröffentlichen." Wie wenig die auf so merkwürdige Art zu ftande ges jüngst die Deffentlichkeit als letzte Zuflucht gegen abgefeimte anderen Schriftstücke. Es wird ferner aus Rom telegraphirt: Die Kammer beschloß Hallunken, die im Dunkeln arbeiten, bezeichnet. Wird dennoch fommene Lohnlifte auf die wirklichen Verhältnisse zutrifft, bes nach kurzer Debatte, die von Rudini vorgelegten Dokumente, die eine von keinen Hinterleuten beeinflußte Regierung den Schuh wies am Sonnabend in der Versammlung der Schauerleute der Beschränkung der Deffentlichkeit vertheidigen Wird das Genoffe Döring, der der Versammlung folgende Fragen vors fich auf den unter Crispi verpulverten Erdbebenfonds beziehen, Bentrum jetzt entgegen dem Standpunkt Windthorft's daffelbe legte: 1. Wer hat 300 Tage im Jahre gearbeitet? Es erhob brucken zu laffen. thun? Ferner ist abermals beantragt, die bekannten Spigel- fich niemand. 2. Wer hat mehr als 1000 m. verdient? G3 Rom, 5. Dezember.(„ Lok. Ang.") Die Mailänder Gefell paragraphen(§§ 58 und 96) der Strafprozeßordnung aufzuheben. erhoben sich ganze brei Mann. Dagegen erhoben sich mehr als schaft, die von der Regierung die 3olleinnahmen der Häfen Dadurch würde dem Polizeipräsidenten z. B. die Befugniß ge- awei Drittel der Anwesenden auf die gestellte 8. Frage: Banaders( Mogdifchu u. f. w.) gepachtet hat, beabsichtigt, zum nommen, Herrn von Tausch die Genehmigung zur Stennung Wer hat mehr als fünf Röpfe au ernähsen Auf Schutz ein leines Kolonialbeer von 1000 Negern in Sold zu seines Hintermannes" zu versagen. Die Ausdehnung der Be die 4. Frage: Wer bewohnt mehr als zwei Zimmer? erhoben sich nehmen, und behauptet, dadurch ihre Sicherheit garantiren zu feitigung des Zeugnißzwangs für Redakteure 1. f. w. auf fünf Maun. fönnen. Die Regierung hat ihre Zustimmung dazu gegeben und Disziplinarverfahren wird gleichfalls von der sozial Das„ Hamburger Echo" schreibt: Die Soldschreiber der behält sich nur alle Maßregeln politischen Charakters und vor demokratischen Fraktion verlangt. Sie begehrt ferner: Ent Rapitalisten verbreiten die Nachricht, der Streit fei beigelegt. allem die exemplarische Bestrafung der an dem gemeldeten Ueber- schädigung unschuldig in Untersuchungshaft Genommener, Das ist eine schändliche Lüge. Im Generalstreit stehen fall betheiligten Stämme vor. Anrechnung der Untersuchungshaft auf die erfannte Strafe, 17 000 Mann! Sie harren aus!" größeren Schuß gegen ungerechtfertigte Berhaftungen, Beseitigung An die Aus ständigen richtet das Hamburg. Echo" des Berufungsrechts der Staatsanwaltschaft, Aufhebung der Aus folgende Ermahnung: Die rubige Entschlossenheit und fühle dehnung der Privatklage, Aufhebung eines beschleunigten Ber- Besonnenheit, die Ihr bisher in dem schweren Rampfe gezeigt Norwegen. Chriftiania, 6. Dezember. Die Unterhandlungen wegen Erneuerung des schwedisch- norwegischen Handels. 0 " habt, hat felbst den Gegnern imponirt und die Sympathien ber Lifte Nr. 38 Droschkentntscher beim Fuhrherrn Mühlbrod Straßen Zusammenstöße stattfinden tönnen, so wird man es als Bevölkerung für Euch vermehrt. Sorge jeder von Euch dafür,| 6,-. Fachverein der Stellmacher 50,- Verein der eine besondere Härte ansehen, wenn in solchen Fällen den daß es auch ferner so bleibt! Gebe keiner durch Unbesonnen- Bauanschläger Berlins und Umgegend Umgegend 100,-. Bau- vermeintlichen Schuldigen" eine Gefängnißftrafe trifft, während heiten Anlaß, daß den haßerfüllten Elementen, die dem legalen tischlerei Fromholz, Pankow, 3,20. Gesammelt bei Ritsche, sonst ähnliche Bergehen mit den polizeilichen Strafbestimmungen Kampf am liebsten durch brutale Gewalt eine Ende machen Roppenstraße 7, 12,- Vier Schafkopfspieler Reichenberger- mit einigen Mart Strafe geahndet werden. Es scheint uns dess möchten, auch nur ein Schein von Recht für ihre gewissenlose straße 148 1,50. Durch Opiß, Mariannen Platz 10 3,15. balb als eine Pflicht aller hier interesfirten Arbeiter, in Bas Heßerei gegeben werde! Lederarbeiter W. G. 2,20. Ueberschuß beim Preiskourant 17,30. fammlungen, die zu diesem Zweck einberufen werden, Stellung Das Wolff'sche Bureau meldete am Montag aus Lifte Nr. 693 durch Jahn 5,55. Sechs Korbmacher aus der zu nehmen. In den nächsten Tagen werden an alle in betracht Hamburg: Der Betrieb im Hafen gestaltet sich allmälig Wilhelmstraße 6,- Bambus Barh-50. Rauchtlub Neuer kommenden Gewerkschaften Flugblätter versandt, die einer recht reger. Der Zuzug von Arbeitern von außerhalb dauert fort, Hain 3,-. Gesangverein Freiheitsklänge I durch F. regen Verbreitung bedürfen, um bei den an der Sache Inter auch viele alte Arbeiter begannen wieder zu arbeiten. Jahn 15,-. Arbeiter der Metallwaaren- Fabrit Wasser- esfirten Klarheit zu schaffen. Außerdem ist es nothwendig, so Dagegen berichtete das Berliner Tageblatt" am vogel, Nachfolger Littauer, durch Parth 3,05. Tischlerei bald wie möglich Material( Erkenntnisse, Berichte über Gerichtsfelben Tage: Alle Mittheilungen, welche die Lage so schildern, von Eisenblätter Weinstr. 9 5,- Stockarbeiter Grünstr. 5,60. verhandlungen), Zusammenstöße mit elektrischen Bahnwagen beals werde der Verkehr im Hafen aufrecht erhalten, ändern nichts S. Scholem 2,-. Gürtler bei Mofert Ritterstr. 4,30. Gesammelt treffend, dem Unterzeichneten zu übermitteln. Der Vertrauensan der trostlosen Wahrheit. Der Hafen ist verödet, die bei Moses d. Engel 2,40. Sch. W. u. G. Klempner, Drücker u. mann der Droschkentutscher Berlins und der Umgegend. Erfahleute sind zur Arbeit ungeeignet und unwillig. Die Schleifer 19,10. Sieben Korbmacher 3,50. M. R. 63 a 10,-. Schulz, Berlin, Reinickendorferstr. 39, v. 4 Tr. Unglücksfälle unter ihnen mehren sich, einer ist ertrunken, einer Schneiderwerkstatt Truns u. Voß 7,50. Werkstatt Fischer 2,50. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. wurde durch eine Deckswinde getödtet, mehrere wurden verlegt. Gürtlerwerkstatt von Weidner durch S. L. 9,15. Schriftgießerei Es ist schon früher erwähnt worden, daß das Wolff'sche Bertholt, Belle- Alliancestr. 88 42,30. Bureau seine bekannte tendenziöse Berichterstattung in ArbeiterWeitere Sendungen nimmt das Berliner Gewerkschaftsbureau angelegenheiten auch beim Hamburger Streit beibehalten hat.( R. Millarg, Berlin S., Annenstr. 16) entgegen. an Partei- Nachrichten. An die Mitglieder der Orts- Krankenkasse für den Gewerbebetrieb der Kaufleute, Handelslente und Apotheker Berlins! In letzter Stunde fordern wir Euch auf, in der morgen, den 9. Dezember stattfindenden Versammlung zur Wahl der Delegirten Mann für Mann zu erscheinen, und geschlossen für die Kandidatenliste der aufgeklärten Arbeiter, welche mit Nr. 53 079 Friedrich Arndt nnd Gustav Wangenheim Firma Bark u. Co. beginnt, zu stimmen. J. A.: Joh. Hoff= mann, Friedenstr. 7. mandantenstr. 57, abends 9 Uhr statt. Die Stimmlisten sind am Die Versammlung findet in der Berliner Ressource, KomEingang zu haben. Die Frankfurter Zeitung" meldet aus Hamburg: Die Unglücksfälle zugereifter Arbeiter infolge der ungewohnten Hafenarbeit und des herrschenden Glatteises Gemeindewahlen. In Erfurt hat auch bei der Stichmehren sich in furchtbarster Weise zur Warnung wahl, die in der dritten Abtheilung vorzunehmen war, die auswärtiger Arbeiter. Allein am Sonnabend gab es zwei nicht theil. Obwohl also deshalb eine schwächere Wahlbetheiligung Beamtenpartei gefiegt. Die Arbeiter nahmen an dieser Wahl Zobte und zwei Arbeiter wurden lebensgefährlich verlegt. mit Sicherheit vorauszusehen war, hatte der Wahlvorstand für Die Voltsstimme" in Frankfurt a. M. weist darauf hin, die Stichwahl die Wahlzeit von früh 9 bis nachmittags 5 Uhr Bei der Wahl zum Kuratorium des Brauerei- Arbeitsdaß die Speditions Berufsgenossenschaft, zu der ohne Pause angefeßt, während bei der Hauptwahl in dieselbe nachweises, die am Sonntag vollzogen wurde, unterlag die Liste auch die Schauerleute Hamburgs gehören, im letzten Wahlzeit eine 1/ 2stündige Pause eingeschoben war, was der Be- der organisirten Brauer mit 260 gegen 430 Stimmen. Dagegen Berichtsjahr für Unfallverhütung nur 2681 M. theiligung der Arbeiter um so mehr abträglich war, als nur in fiegte die Liste der Hilfsarbeiter mit 600 gegen 300 Stimmen. ausgegeben hat, während Verwaltungstoften einem Lokal gewählt wurde. Der Streit in der Strickerei von Gutfeld u. Co. 168 376 m. verbraucht wurden. Kein Wunder, daß die In Solingen ist unsere Partei auch bei der Stichwahl in Berlin ist durch Vergleich beendet. Berufsgenossenschaft in diesem einen Jahr 5651 Verletzte oder unterlegen. Der von der Schumacher'schen Richtung aufgestellte Die Fachkommission. 61%/ 00 aller Versicherten zu zählen hatte, den höchsten Prozent- Kandidat Kirschbaum erhielt 482 Stimmen, nur 9 Stimmen Ju der Schuhfabrik von Merkel in Berlin, Flieder say, den Berufsgenossenschaften nach der Bergwerks, Eisen- mehr als bei der Hauptwahl; die Gegner 563 Stimmen, straße 4, baben wegen Entlassung eines Kollegen sirka 40 Arbeiter und Brauerei- Berufsgenossenschaft überhaupt aufzuweisen hatten." 2 Stimmen mehr als bei jener Wahl. Schuld an dieser Nieder- die Arbeit eingestellt. Bur Mittheilung der Magdeburgischen Zeitung", in Ant- lage trägt der Zwiespalt der Genossen. werpen habe die Polizei Londoner und Hamburger In dem Dorfe Pleisa bei Chemnih in Sachsen, wo unfere Dodarbeiter, die zwecks Geldsammlung dorthin gekommen wären, Partei bisher drei Siße im Gemeinderathe inne hatte, haben wir sofort festgenommen und ausgewiesen, wird uns aus Antwerpen unseren Vesihstand behauptet. geschrieben, daß diese Nachricht aus der Luft gegriffeu In Schmiedeberg im Erzgebirge zog der erste Sozial sei. Durch Londoner und Hamburger würden Gelder dort über demokrat in den Gemeinderath ein. haupt nicht gesammelt. Weiter wird uns aus Antwerpen beIn dem badischen Orte Elgers weier siegte in der richtet, daß der englische Dampfer Longland" Klasse der Niederstbesteuerten die sozialdemokratische Liste. Arbeiter von dort nach Hamburg mitnehmen wollte; das ist In Mannheim wurden am Freitag die Gemeindewahlen aber nicht geglückt. Ferner beschlossen die Getreide: abgeschlossen. Der Gesammt- Bürgerausschuß setzt sich nun zu Arbeiter, auf den von Hamburg kommenden Getreideschiffen sammen aus 34 Sozialdemokraten, 32 Nationalliberalen, 24 Freinicht zu arbeiten. finnigen, 19 Demokraten und 5 Zentrumsleuten. Früher hatten die Nationalliberalen die Mehrheit mit etwa 70 Stimmen. " Die Gürtler Berlins werden auf die heutige Annonce hiermit aufmerksam gemacht. Die Konfektionsarbeiter Magdeburgs unterbreiten den Konfektionsfirmen folgende Forderungen: Anerkennung eines festen Lohntarifs, Zahlung eines Minimallohnes von 15 M. für Wochenarbeiter, Beseitigung von Kost und Logi3 beim Meister, Festsetzung eines Maximalarbeitstages von 10 Stunden, Gr richtung von Betriebswerkstätten, Einſegung einer au gleichen Theilen aus Geschäftsinhabern oder deren Vertretern und aus Arbeitern bestehenden Kommission zur Austragung etwaiger Streitigkeiten; anständige menschenwürdige Behandlung; minde stens wöchentliche Lohnzahlung, und zwar am Schlusse jeder Eine imposante Kundgebung zu gunsten der Hamburger Streifenden fand am Sonntag in einem der größten Säle der Umgegend Dresdens, dem Gasthof zu Pieschen, statt. Die Dresden- Neustädter Metallarbeiter, die in letzter Zeit unter den föniglichen Bahn- und Arsenalarbeitern, ganz besonders aber unter den Werftarbeitern, eine außerordentlich rege Agitation Ju Bernau gab kürzlich der Vertrauensmann A. Garz In Bremerhaven haben auf Wende's Dod entfalten, hatten eine Versammlung der Schiffer, Hafen in einer Parteiversammlung feinen Jahresbericht. Danach be- 182 Schiffszimmerer wegen Lohndifferenzen die Arbeit ein und Werftarbeiter einberufen. Redakteur Eichhorn trugen die Einnahmen 179,16 M., die Ausgaben 107,10 M., der referirte über den Hamburger Streit, oft von stürmischem Bestand 72,06 M. Agitationstouren sind zwei unternommen gestellt. Buzug ist fernzuhalten. Beifalle unterbrochen. Nachdem der Vorsitzende, der frühere worden. Die Versammlung wählte Garz wieder zum Vertrauens- Der Streik der Maurer und Zimmerer in Vegesack Werftarbeiter Reichard, bekannt gemacht hatte, daß die mann und nahm dann Stadthagen's Bericht über den dauert unverändert fort. Auch die Hilfsarbeiter haben die Arbeit Neustädter Metallarbeiter, dem Beispiele der anderen Dresdener Gothaer Parteitag entgegen, sich mit den Beschlüssen einverstanden niedergelegt auf den Bauten, wo Streifbrecher arbeiten, um Gewerkschaften folgend, die erste State Unterstützungsgelder nach erklärend. Das Verhalten der Beruauer Polizei gegenüber den diesen das Weiterarbeiten unmöglich zu machen. Von den Hamburg gesandt haben, wurde eine Resolution angenommen, von den Parteigenossen veranstalteten Festlichkeiten, wurde von Maurern sind 85 im Ausstand, von den Zimmerern 30. Die worin die Dresdener Werfts und Hafenarbeiter und Schiffer sich Gary einer fritischen Beleuchtung unterzogen. Zum Schluß Unternehmer wollen offenbar die Organisation der Arbeiter mit den Hamburgern solidarisch erklären, ihnen finanziell Unter- beauftragte die Versammlung den Vertrauensmann, den kämpfenden sprengen. Wir hoffen, daß ihnen das nicht gelingt. 3uzug stügung zusichern und den Arbeiter suchenden Agenten der Hamburger Klassengenossen eine Geldsumme zu überweisen. von Maurern, 3immerern und Bauarbeitern ist nordischen Unternehmer mit allen Mitteln entgegenzuarbeiten Die Streitfominiffion. J. A.: In Breslau haben die Vertrauensmänner der Partei im letzten it reng fernzuhalten. versprechen. Verwaltungsjahr eine Einnahme von 3042,20 m. gehabt, der D. Riffe. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Am Sonntag beschloß in Leipzig eine von 1800 Perfonen 2672,20 M. Ausgabe gegenüberstanden. Die weiblichen Verbesuchte Versammlung, die streifenden Hafenarbeiter Hamburgs trauensleute nahmen 354,49 M. ein und gaben 210,98 m. aus; In Bettenhaufen bei Kaffel hat das gesammte Personal in der Weise zu unterstüßen, daß jeder Arbeiter wöchent- in der Versammlung, wo Bebel referirte, wurden 130,60 m. der Salzmann'schen Weberei wegen der niedrigen Löhne lich 50 Pfennige beifteuert. Weitere Versammlungen sollen eingenommen. Zu Vertrauenspersonen sind gewählt die Genossen die Arbeit niedergelegt. im Laufe der nächsten Woche folgen. Hoffmann und G. May, für die Frauen die Genossinnen Geiser und Kayser. Eine Parteikonferenz für den Wahlkreis Bunzlau- Woche; Anerkennung des Arbeitsnachweiſes in Händen der üben ist auf Sonntag den 27. Dezember nach Bunzlau Arbeiter. einberufen. Hauptzweck der Konferenz ist die Frage, wie die Der Leipziger Drechslerstreik, der nach fünfwöchiger Dauer beendet wurde, hat 1600 M. gekostet. Agitation am zweckmäßigsten zu organisiren ist. " In einer öffentlichen Arbeiterversammlung in Rostock, die von etwa 700 Männern und Frauen besucht war, wurden für die Hamburger Ausständigen zirka 70 M. auf Listen und rund 26 M. per Büchse gesammelt. Der erst türzlich in Berlin gegründete Verein der Instrumententräger, der 62 Wann start ist, hat für die Hamburger Ausständigen 80 M. Unterstüßung bewilligt. 11 Als Redakteur für den Basler, Vorwärts" wurde Depelthen und lehte Nachrichten. an stelle des zum Sekretär des schweizerischen Grütlivereins ge= Hamburg, 7. Dezember.( Privatdepesche des Vorwärts".) wählten bisherigen Redakteurs Wullschleger Genosse Wilhelm Arnold, bisheriger Redakteur der Helvetischen Die Gewerbetreibenden hielten heute 19 Bersammlungen ab, in Typographia", gewählt. Wullschleger hat die Redaktion bereits denen sie einstimmig beschlossen, die Streifenden zu unterstützen. niedergelegt, um den Verhandlungen der Bundesversammlung Lebensmittel aller Art gehen für die Ausständigen ein. Zahlbeiwohnen zu können. reiche Bäcker geben den Inhabern von Streiftarten 20 pŒt. Rabatt. Die Erhöhung der Streitunterstützung hat auf die Unternehmer, die die Arbeiter auszuhungern hofften, verblüffend In Rom erscheint zu Neujahr das erste sozialistische Tage weil die beförderten Waaren durch die ungeschickte Behandlung blatt Italiens unter dem Titel„ Italia nuova"( Das neue Die Seeversicherungs Gesellschaften verlangen, wie der Voff. 3tg." telegraphirt wird, Erhöhung der Prämien, der Streitbrecher in Hamburg leiden. " * Italien). " " Polizeiliches, Gerichtliches 2c. " " Gewerkschaftliches. ftrengste fernzuhalten! gewirkt. " Hamburg, 7. Dezember.( W. T. B.) In einer Bersamm. lung von fozialdemokratischen Gewerbetreibenden wurde eins stimmig ein Beschluß angenommen, von dem Senate und der Bürgerschaft zu verlangen, daß sie zu dem Ausstande Stellung nehmen. Bremerhaven, 7. Dezember.( W. Z. B.) Der Ausstand auf Wence's Dock war unbedeutend. Die Lohnstreitigkeiten sind beigelegt. Heute wurde gearbeitet. Hamburg, 7. Dezember.( Privatdepesche des„ Vorwärts".) Das mittelfränkische Schwurgericht sprach den Redakteur Bei der Berliner Gewerkschaftskommiffion gingen für die streikenden Hamburger Hafenarbeiter der Fränkischen Tagespost", Genossen Gärtner, Heute haben 250 bisherige Streitbrecher die Arbeit niedergelegt, schuldig, durch die auch der Fränkischen Tagespost" beigegebene jolgende Beiträge ein: 70 Werftarbeiter. Das Hamburger Fremdens Personal Ferdinand Stange, Beuthfir. 3, 12,10. Personal Unterhaltungsbeilage Neue Welt", in deren Nr. 33 die Er- ebenso der National- Zeitung" 19,10. Erster Saal von Mig 1. Geneft zählung Der Nazaren er" enthalten war, fahrlässige blatt" appellirt an den Senat, schleunigft Einigungsversuche Die Bürgervereine richten Petitionen an die 21,- Tischlerei von Otto Völker, Hagelsbergerstr. 52, 4,50. Gotteslästerung begangen zu haben. Das Urtheil lautete jedoch zu machen. Tischlerei F. Berendt, Krautstr. 39, Meister und Gesellen, 7,85. auf Freisprechung, da Gärtner frühzeitig den Verfasser Handelskammer, damit diese die Vermittelung für Beilegung Die Vertheidigung führte in glänzender Weise Maschinenfabrik von E. Grosse, Rüstrinerplatz 9, 6,75. Polier- genannt hatte. padden v. Spinn 3,30. Tischlerei v. Walter, Büschingstr. 7, 12,65. Herr Ferd. Heigl aus Zürich, der zur Zeit in Erlangen des Riesenausstandes in die Hand nehme. Die allgemeine Stimmung des Publikums ift andauernd außerordentlich günstig Rotbmacher Ritterstr. 86, 5,20. Tischlerei v. Mathuse, Aomiralstr. 18, zum Besuche weilt. für die Streifenden. außer einem Frommen 5,-. Silberwaarenfabrik v. Körner und Broll 16,25. Tischlerei Gustav Meyer, Neue Friedrichstr. 48 12,05. Arbeiter und Arbeiterinnen der Buchbinderei von Max Bading II. Nate 10,-. Silberarbeiter, Ritterstr. 3 3,-. Hart. Zuzug von Arbeitern nach den deutschen Seestädten gummifabrik im Norden 11,40. Tischlerei von Elsholz, Kraut ift während der Dauer der dortigen Lohnbewegungen aufs firaße 52, Saal II, 21,-. Bier Stralauer 3,-. Tischlerei von Rutsch, Königsbergerstr. 9/10 9,70. Lifte Nr. 2, Gasmesserfabrit Gelder sind zu senden an das Berliner Gewerkschaftsder englischen Gasanstalt Gitschinerstraße 24,40. Liste Nr. 1, Gamesferfabrik der englischen Gasanstalt Gitschinerstraße 11,- bureau( R. Millarg, Berlin S.0., Annenftr. 16.) Für eine gerechte Sache 3. 4,16. Freie Vereinig. d. Händler u. Königswinter, 7. Dezember.( B. H.) Ein der Vollendung Achtung, Former und Metallarbeiter! Der Streit der Händlerinnen Berlins u. Umg. 5,-. Lifte Nr. 171 d. Trunsch Kollegen bei der Firma H. Hartung in Berlin dauert entgegengehender Gasthof auf der Rosenau ift infolge eines 3,10. Arbeiter der Möbelfabrik von Lennig u. Jazki 29,-weiter, nachdem die sechsmaligen Unterhandlungen, welche heftigen Sturmes eingestürzt. Menschenleben sind nicht zu be. Liste Nr. 193 unb Liste Nr. 194, Militäreffekten- Sattler, Bülow die Arbeiter der Firma mit der Direktion auf deren Veranlassung flagen. ftraße 17,85. Steinbildhauer, Möckernstraße 15,05. Personal geführt hatten, das Resultat ergaben, daß wohl die sehr noth- fluthen sind die Ufer und die zunächst gelegenen Pläße und Trieft, 7. Dezember.( B. H.) Infolge großer SpringB. Borchard, Ritterstr. 78 6,70. Giftbrüder vom A.B.C. 7,45. Die Borhagener Mechaniker 16,-. Rontobucharbeiter von Weber, Kommissionsmitglieder wieder eingestellt werden sollten; jedoch Straßen überschwemmt und viele Geschäftshäuser unter Wasser wendig gebrauchten Former, als auch die gemaßregelten Bildhauer der Lindenstraße 5,-. Firma Schleicher 3, Der englische Dampfer Bassano" stieß mit dem gesezt. Tischlerei von Günther ca. 2/3 der noch Ausständigen nur nach Bedarf. Die Aus- holländischen Segler„ Bivia" zusammen, wobei letterer sant. Tischlerei Johannisstr. 14/15 2,25. ständigen haben darauf darauf einstimmig beschlossen, den 4,-. Liste Nr. 9, Bildhauer 3,25. Paul Fallascheck 10,-. Tischlerei von Teichmann 4,50. Tischlerei männer weiter treffen werden. Bis jetzt ist die Situation un- wurde von Räubern ausgeplündert. Werthpapiere, sowie als Mechaniker N. 34,65. Streit fortzusetzen, gleichgiltig, welche Maßnahmen die Sühne. Die Mannschaft konnte gerettet werden. Agram, 7. Dezember.( B. H.) Die Sparkaffe zu Poszfega von Gustav Stein 10,20. Fünf Schneider aus der Charlotten: straße 5,-. Lifte Nr. 3 Tischlerwerkstatt durch Bildhauer Meyer Halle und Thale sind, soweit solche überhaupt eingetroffen, sofort Pfand hinterlegte Werthpapiere in bedeutendem Werthe wurden 5,20. Rontobuch- Fabrit von Riefenstahl, Bumpe u. Ko. 24,20. Dieber abgereift. Die Ausständigen sind sich der Tragweite ihres geraubt. straße 5,-. Lifte Nr. 3 Tischlerwerkstatt durch Bildhauer Meyer verändert günstig die Streitbrecher aus Dresden, Magdeburg, wurde von Räubern ausgeplündert. Werthpapiere, fowie ala Rontobuch- Fabrit Klempner aus der Friedenstraße durch Maibuhr 8,55. Berliner Beschlusses bewußt. Die Kühnemänner wollen den Krieg bis zur den Küstenstrichen eingehen, lauten traurig. Infolge des letzten Paris, 7. Dezember.( B. H.) Die Nachrichten, welche von Marmor- und Granitwerke 11,35. Bildhauer- Werkstatt Weinrich: Erschöpfung; an den Kollegen wird es liegen, nach wie vor die Sturmes werden viele Schiffe vermißt. Viele Menschen sind Boeckhstraße, 8.-. Bildhauer- Werkstatt von Dochan auf Liste Nr. 5 5,50. Bildhauer Werkstatt Engelmann 6,70. Metallarbeiter d. Kronen Streifenden moralisch und materiell zu unterstützen. Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. fabrik H. Dietrich, Wasserthorstraße, 8,80. Stahlflaschen- Fabrik Otto Naether, N., Antlamerstr. 44. Charlottenburg durch A. S. 10,55. Perlmuttarbeiter der Fabrit von Schulz, Waldemarstr. 14, 4,40. Schneider der Firma An fämmtliche Kutscher, Hausdiener und Radfahrer! H. Hoffmann, Friedrichstr. 50, 10,40. Gesammelt von Fremden Durch die weitere Ausdehnung des elektrischen Straßenbahn2,55. Arme Schneider der Kommandantenstraße 2,-. Tischlerei Betriebes entsteht für die im Fuhrbetrieb Beschäftigten eine von Jungnickel, Langestraße 109, und Vergolder 3,70. Liste Gefahr, an die wohl wenige gedacht haben. Während bei Zu- Mailand, 7. Dezember.( B. H.) Infolge des in ganz Nr. 14 von Schmidt, Töpfer 5,60. Von den polnischen Juden, sammenstößen mit Pferdebahnen stets nur polizeiliche Straf- Italien herrschenden Regenwetters sind viele Ortschaften unter 2. Rate 2,10. Kempe, Blumenstraße 38, 2,-. Stattlub bestimmungen in Anivendung kommen, tritt bei Zusammenstößen Wasser gesetzt. Der angerichtete Schaden ist sehr bedeutend. Ramsch, Görligerstraße, 5,-. Pianofabrit Jaschinsky 13,- mit elektrischen Straßenbahnwagen nach§ 315 des Str.-G.-B. Civitavecchia, 7. Dezember.( W. T. B.) Durch eine in Deutscher Korkarbeiter- Berband, Bahlstelle Berlin, 7,50. Personal Gefängniß, und wird die Muthwilligkeit des Zusammenstoßes der letzten Nacht erfolgte starte Anschwemmung ist der Bahus der Berliner Zeitung 17, Drei Maler durch Fiedler 1,30. nachgewiesen, nach§ 316 des R. Str.-G.-B. Zuchthausstrafe ein. verkehr zwischen Gecina und Groffeto unterbrochen. Alle Züge Albert Schulz-, 50. Bautischlerei Memelerstraße 40 4,75. Wenn man sich vergegenwärtigt, wie leicht in verkehrsreichen treffen beträchtlich verspätet ein. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. umgekommen. Brüffel, 7. Dezember. Der Gemeinderath hat die Schöffen, welche sämmtlich Liberale sind und welche wegen Annahme des Antrages der fatholischen Gemeinderathsmitglieder, betreffend den Mindestlohn der Gemeindearbeiter, ihr Amt niedergelegt hatten, wiedergewählt. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 287. öffnet. Prozek Lekkert v. Tükow. Vierter Tag. Dienstag, den 8. Dezember 1896. 13. Jahrg. Legitimation her, die Interessen der politischen Polizei in solcher Art nach außen hin wahrzunehmen? Konnten Sie das nicht Ihren Herren Borgefeßten überlassen? - des Auswärtigen Amtes. Ich bin dem Herrn v. Tausch daselbst Präs: Wo haben Sie denn, Herr v. Tausch, die öfter begegnet, er war mir gegenüber sehr freundlich, zuvor fommend und ich habe ihm dies mit gleicher Münze erwidert. Die Sigung wird heute, Montag, vormittags 9 Uhr, er- 3um ersten Male begegnete ich ihm wohl im Frühjahr 1894 zu Stettin anläßlich des Besuches des österreichischen Kaisers. Der v. Tausch: Die Angelegenheiten der Presse waren mir Gegenüber falschen Vermuthungen in der Presse erklärt der Kriminalfommiffarius v. Tausch spielt in meinem Leben eine unterfiellt und außer Herrn v. Mauderode war niemand auf Borsigende, daß er die Sigung am Freitag vertagt habe so wenig hervorragende Rolle, daß ich mich nicht der politischen Polizei so gut orientirt wie ich. nicht deshalb, um bezüglich des Kommissars v. Lausch einmal befinnen kann, wo ich ihn zum letzten Mal ge Oberstaatsanwalt Drescher: Also, was Sie selbst für noch Erhebungen anzustellen, sondern lediglich, weil sehen. Das letzte Lebenszeichen von ihm war ein Brief, lächerlich und dumm hielten, erschien Ihnen doch interessant einige Herren der Strafkammer am Sonnabend dienstlich ver- den ich im Oktober nach Liebenberg erhielt. Dieser Brief genug für den deutschen Botschafter. pflichtet waren. enthielt einen Zeitungsartikel, der sich mit der Fälschung des v. Tausch: Nun, ich hatte die Absicht, dem Botschafter die Oberstaatsanwalt Drescher bemerkt, daß Oberstlieutenant 3arentoaftes beschäftigte. In dem Briefe bat mich ferner nackten Thatsachen zu unterbreiten. Ich bin noch heute Gäde den Wunsch habe, eine Erklärung abzugeben. v. Tausch, ob es ihm möglich sein würde, mich der Ansicht, daß Leckert Hintermänner hat Oberstlieutenant Gäde: Aus Loyalität gegen die Herren au sprechen, er habe mir Interessantes mitzutheilen, und wollte auch gern den Herrn Grafen zu Eulenburg sprechen, des Literarischen Bureaus habe ich folgendes zu erklären: 1. Der oder: er habe mir in bezug auf diesen um die Differenzen mit Herrn v. Marschall zu begleichen. Berdacht gegen das Literarische Bureau hat sich darauf bertiteli interessante Mittheilungen zu machen." Ich glaubte also eine gute That vollbracht zu haben. schränkt, daß einer der betreffenden Herren wissen könne, von Ich habe darauf, weil ich Herrn v. Tausch als Oberstaatsanwalt: Haben Sie Ihrem direkten Vorwem die Notiz in den Münchener Neuesten Nachrichten" fleißigen und tüchtigen Beamten kannte, ihm in freundlicher gefeßten, dem Polizeipräsidenten v. Windheim, herrühre, aber jeder Verdacht der eigenen Thäter Weise für seine Aufmerksamkeit gedantt und geschrieben, daß darüber Bericht erstattet, daß Sie die Absicht hatten, den ersten Artikel schaft und Beihilfe erschien von vornherein ausgeschlossen; er mich vielleicht in Berlin würde sprechen können. Jeh erinnere an den Grafen Eulenburg zu schicken? Zeuge v. Tausch: 2. die Quittung mit der Unterschrift„ Kufutsch" ist im Kriegs- mich des Inbalts meines Antwortschreibens sonst nicht mehr. Ich meine, daß der Polizeipräsident davon wußte. Obers minifterium von vornherein nicht für echt gehalten worden, so Schon damals hatte ich übrigens nicht die Absicht, Herrn staatsanwalt: Ich bitte mir eine präzise Antwort aus. daß der Verdacht, amtliche Schriftstücke preiszugeben auf Herrn v. Tausch zu empfangen, weil interessante Mit- 3euge: Nein. Oberstaatsanwalt: Warum nicht? eines Rututsch bei seiner Vernehmung nicht mehr vorlag. theilungen Polizeikommissars für Es war doch eine dienstliche Angelegenheit.- 3euge: Jch hielt Oberstaatsanwalt Drescher: Ich habe aus Wien mich uninteressant sind, wenn sie nicht es nicht für eine dienstliche Angelegenheit. Oberstaats= die telegraphische Mittheilung erhalten, daß der Botschafter meine Person betreffen. Ich pflege mich nicht an malt: Haben Sie Ihrem Vorgesehten von der Graf Eulenburg den dringenden Wunsch habe, hier vor Gericht um Dinge zu bekümmern, die mich nichts angehen und der Kukutsch'schen Quittungsangelegenheit Mittheilung Auskunft zu ertheilen über einige in der Verhandlung zur Brief des Herrn v. Tausch wanderte daher in den gemacht? 3euge: Nein. Oberstaatsanwalt: Sprache gekommenen Thatsachen. Ich habe diesem berechtigten Papierkorb. Ich habe mit Herrn v. Tausch absolut teine Und warum nicht? Beuge: Ich hielt es für nebenWunsche Folge gegeben und den Herrn Botschafter ersucht, hier anderen Beziehungen gehabt, als ganz äußerliche, gesellschaftliche. fächlich. Er wußte auch davon.- Oberstaatsanwalt: fich einzufinden. Außerdem habe ich den Chefredakteur des Eine andere Korrespondenz als diesen Brief bat es zwischen uns Haben Sie auch den zweiten Artikel, der in der Welt am MonBerliner Tageblattes", Dr. Levyfohn, als Zeugen nicht gegeben; ein anderes Mal hat er mir noch gedankt für fag" erschien, an den Grafen Eulenburg gesandt?- 3enge: geladen und zwar bezüglich einer Stelle in einem Artikel vom eine Freundlichkeit, die ich ihm erwiesen habe. Ich erkläre hier, Nein, ich hielt es nicht für wesentlich. Oktober, inhalts deren Leckert im Auswärtigen Amte empfangen sein wo jedes Wnrt unter meinem Side geht, es für Verleumdung Oberstaatsanwalt: Haben Sie dem Redakteur Levysoll. Ich möchte Auskunft darüber haben, wie Dr. Levysohn zu dieser und böswillige Erfindung, wenn behauptet wird, ich hätte Besohn vom Berliner Tageblatt" erklärt, daß Leckert im Ausv. Tausch: Nein. Notiz gekommen ist und ob sie nicht auf Herrn v. Tausch zurückziehungen zu Herrn v. Tausch unterhalten, namentlich solche, die wärtigen Amt empfangen werde? zuführen sei. mit dem Artikel der Welt am Montag" im Zusammenhang Oberstaatsanwalt: Haben Sie gar nicht darüber geRechtsanwalt Lubczynski theilt mit, daß die von ihm stehen. Derartigen Machenschaften intriganter Natur und der sprochen?- 3euge: Ja, ich habe über Leckert gesprochen, aber in der letzten Sigung benannte Zeugin Wenz eingetroffen sei. artigen Verleumdungen, wie sie in jenem Artikel zu tage treten, ich habe etwas derartiges nie von ihm erzählt. Oberstaatsanwalt Drescher: Es wird sich fragen, wie stehe ich gänzlich fern. Ueber die Angelegenheiten dieses Prozesses weit die Grenzen der Beweiserhebung zu ziehen find. Ich habe babe ich mit Exzellenz v. Marschall gesprochen und zwar in der in der Staatsbürger Zeitung" gelesen, daß Staatssekretär zwischen uns üblichen vertraulichen Weise. Sonst wüßte ich v. Marschall hier eine Rede gegen die Staatsbürger 3tg". ge- nichts auszusagen. halten habe, welche thatsächliche Irrthümer enthalte, es tönnten immer noch Beweise erbracht werden, daß die Heß- und Standalartikel auf das Auswärtige Amt zurückzuführen seien. Bisher hat die Verhandlung nach dieser Richtung nichts ergeben, es ist auch nicht einmal der schwache Versuch gemacht worden, dies zu beweisen. Ich möchte übrigens den Angell. Berger fragen, ob er sich mit den neuesten Erzeugnissen der StaatsbürgerBeitung" identifiziren will; bann bitte ich, nun endlich einmal " " mit Beweisen herauszurücken. " " Am Tage der Beschlagnahme der Staatsbürger Zeitung" ging ich auf die dortige Redaktion und erbat das Manuskript; ich erhielt nur den ersten Theil und den Rath, auf der Redaktion des, Berliner Tageblatt" den anderen Theil zu ver Präs.: Herr v. Tausch hat die Uebersendung des Artikels langen, da auch dies Blatt den Artikel gebracht habe. Wir an Sie damit motivirt: er habe sich Ihnen gegenüber zu Dank tamen dann auf Leckert zu sprechen; ich sprach meine Ververpflichtet gefühlt. wunderung aus, daß dieser junge Mann jetzt zur Politik überGraf zu Eulenburg: Jch kann die Gefälligkeit, die ich gegangen sei, während er bisher nur Feuilletonartikel geliefert ihm erwiesen, sofort nennen: ich wurde gebeten, mich für habe; seine politischen Artikel würden nichts besonderes sein. eine Dekoration für Herrn v. Tausch zu intereffiren. Das war das ganze Gespräch; ganz harmloser Natur. Trotz der Diese ist ihm verliehen worden und dafür hat er mir gedankt. Harmlosigkeit fagte ich beim Weggehen noch unter der Thür: Eulenburg zu, daß er Herrn v. Tausch die Dekorationsverleihung unter uns? Auf eine Frage des Rechtsanwalts Lubczynski giebt Graf ber nicht wahr, Herr Levyson, das bleibt mitgetheilt und ihm dazu gratulirt haben tönne. Oberstaatsanwalt: Ist es Ihnen nunmehr gestattet Die ,, Staatsbürger- Zeitung" will Herrn v. Köller als Rechtsanwal Schmilinski: Ist in dem Brief an den oder nicht vielmehr zur Pflicht gemacht worden, den Namen Beugen. Zeugen irgendwie erwähnt gewesen, daß der mit übersandte Ihres Gewährsmannes zu nennen, der Ihnen den Herrn Rechtsanwalt Glazel sucht nachzuweisen, daß in der Dar Artitel aus der Welt am Montag" aus dem Auswärtigen Amte v. Huhn als den Verfasser des Artikels in der Köln. Zeitung" stellung des Frhrn. v. Marschall wirklich einige thatsächliche inspirirt sei? Graf zu Eulenburg: Das glaube ich nicht, bezeichnete? 3euge: Ja, es ist der Journalist Stärd Irrthümer vorhanden seien, z. B. bezüglich der Zeit, in welcher auch nicht mal andeutungsweise. Rechtsanwalt Lubvom ,, Berl. Tagebl." gewefen. Oberstaatsanwalt: Der Minister v. Köller von den Nachforschungen nach dem Urheber czynski: Nach der Behauptung des Angeklagten v. Lützow Herr war gestern Abend bei mir, er ist geladen und wird des Artikels in den Münch. N. N." Kenntniß erhalten hat. hätte ihm v. Tausch gesagt, der Graf zu Eulenburg habe vernommen werden. In München sei ein Jugendfreund Röller's, der öfters ihn aufgefordert, aufgefordert, ihm mitzutheilen, wann er etwas Herr v. Tausch übergiebt dem Präsidenten einen Brief; da den Jagden mit Herrn Eulenburg eingeladen fei. Interessantes habe. Graf zu Eulenburg: Ich glaube bemerkt Der wirkliche Hintermann der Münchener nicht, es müßte dies sehr weit zurück liegen und könnte nur das Neuesten Nachrichten" sei noch nicht entdeckt, es sei also auf jene Reife bezügliche betreffen. tein Verdienst v. Marschall's, zur Minderung des Vertrauens Kriminalkommissar v. Tansch in der Klemme. gegen Herrn v. Röller bei diesem beigetragen zu haben. Weiter sei noch nicht aufgeklärt der Zeitpunkt. Die Staatsministerial- Sigung behauptet, daß Sie dem Artikel in der Welt am Montag" gar Oberstaatsanwalt: Benge v. Tausch! Sie hatten habe( statt Sonnabend, wie erst beabsichtigt) Sonntag Mittag statt: teine Bedeutung beigelegt und ihn lächerlich und dumm gehalten gefunden. Bereits Montag früh hätten die, Münchener Neuesten Nachrichten" den Bericht über den Ministerrath hätten. Warum haben Sie sich dann an den Botschafter Grafen gehabt, daß Bronsart und Hohenlohe gegen Köller für die Deffent. 34 Eulenburg gewendet? lichkeit des Gerichtsverfahrens im Militärftrafgesetz eingetreten seien, am Montag Abend hätten schon die Berliner Zeitungen jene Folglich könne die Indiskretion Notiz wiedergeben können. von einem Berliner Herrn, nicht aber von einem Münchener ausgegangen sein. Aus diesem Grunde beantrage er die Vernehmung des Ministers a. D. v. Köller, bez. des Striegsministers. au nur " " Zeuge v. Tausch: Der Botschafter hatte mir gelegentlich gefagt oder ich ihm angeboten ihm mitzutheilen, wenn ich mal etwas Interessantes hätte. Als der Artikel in der Welt am Montag" erschien, hielt ich ihn doch für den Grafen zu Eulenburg der Provenienz wegen für sehr interessant. Präs.: Aber v. Lügow erzählt uns, Sie feien bei Ueber bringung seiner Nachricht freudig erregt gewesen, hätten mit beiden Händen in der Luft herumgeschlagen, Ihr ganzes Geficht habe geleuchtet. Sie wieder behaupten, es als böchsten Unsinn bezeichnet zu haben. Nun ist es aber doch unbegreiflich, daß Sie solchen Unsinn an den Grafen Eulenburg als interessante Wit theilung" melden. zu Thatsachen zur Beurtheilung des Charakters wichtig seien. Der Vertheidiger verzichtet vorläufig, obgleich diese Thatsachen zur Beurtheilung des Charakters wichtig seien. Rechtsanwalt Schmielinsti: Herr v. Tausch sagte, er habe den Brief an Graf Eulenburg auch wegen seiner Herkunft aus dem Auswärtigen Amt nach Wien geschickt. Befand sich nicht eine solche Andeutung im Brief? Und existirt der Brief noch? Rechtsanwalt Qubczinsti: Ich muß meine Ver. wunderung darüber aussprechen, daß der Zeuge v. Tausch seiner Mappe immer neue Briefe entnimmt, die er schon am ersten geschworen hat, nichts zu verschweigen und nichts hinzu. Tage seiner Vernehmung hätte produziren müssen, da er doch zusetzen. Doch dies nur nebenbei. Ich will hervorheben, daß das Geständniß des Angeklagten v. Lühow sich bisher in allen Punkten als wahr erwiesen hat. Daß der Zeuge v. Tausch ein befonderes Interesse an der Veröffentlichung des ersten Artikels hatte, balte ich für erwiesen. Er wird es mir nicht übel nehmen, wenn ich annehme, daß er den ersten Artikel schon vor seinem Erscheinen gekannt hat? Zeuge v. Tausch: Nein, ich habe weder diesen Artikel, noch sonst irgend einen politischen Artikel inspirirt. Werth.: Halten Sie es nicht für einen politischen Artikel, wenn Sie Nachrichten über den Gesundheitszustand des Kaisers in die Presse lanciren?- v. Tausch: Das habe ich nie v. Marschall: Nachdem Hirth seine Quelle geschildert, gethan. Berth.: Haben Sie auch niemals einen ver sei für ihn wie Herrn v. Bronsart jeder Verdacht gegenüber legenden Artikel über einen Ihrer Vorgesetzten, den Grafen Herrn v. Köller als beseitigt angesehen worden. Die Sache sei von Hirch einfach erklärt worden. Einer seiner Freunde sei von Stillfried, in die Presse gebracht? v. Tausch: Niemals. Präs. Bei dem großen und berechtigten Interesse, welches dieser einem hochgestellten Herrn angesprochen worden: In Berlin v. Tausch: Aber in dem Artikel war doch auf die Prozeß erregt, ist gewiß eine möglichst weitgehende Aufklärung geboten, scheinen nette Dinge vor sich zu geben. Die Person des Herrn Botschafters hingewiesen. Ich hoffte auch, aber ich möchte doch den Vertheidiger bitten, seine Anträge auf rische Militärstrafprozeß- Ordnung folle beseitigt werden. Hohenlohe und Bronsart seien aber für Deffentlichkeit des wenn Herr Eulenburg hier sein werde, Gelegenheit zu haben, Beweiserhebung zu den von ihm angeregten Punkten vor. Berfahrens. Bei seiner Stellung in München habe jener Herr Außerdem war ich von vornherein davon überzeugt, daß Exzellenz das Mißtrauen im Auswärtigen Amt gegen uns zu beseitigen.läufig nicht zu stellen. dies wohl wissen tönnen, aber jede Möglichkeit der Indiskretion von Berlin aus sei ausgeschlossen. Der Herr Kriegsminister Gulenburg seinerseits nicht annehmen würde, daß ich gegen den Herrn v. Marschall hezze. v. Bronsart hatte meine Hilfe zur Ermittelung des Urhebers des Präsident: Davon reden wir nicht. Ich frage blog: Artikels aufgefordert und den Verdacht auf den Herrn Minifter Wenn Sie als Beamter dem Herrn Botschafter einen solchen v. Köller geworfen. Nachdem sich herausgestellt hatte, daß dieser Artikel zusenden, so spricht sich darin schon gewissermaßen die Verdacht gänzlich unbegründet sei, hat Herr v. Röller hiervon er fahren und hat diese Angelegenheit dadurch für erledigt gehalten. Behauptung aus, daß der Artikel doch nicht ganz ohne" ist. Zeuge v. Tausch: Ich habe schon vor Wochen dem PräfiEulenburg: Nein; der Brief enthielt meiner Erinnerung nach Welche Schritte Herr v. Bronsart gethan hat, weiß ich nicht; denten v. Windheim, dem Geh. Rath. Friedheim und dem Geh. teinen solchen Hinweis; er ging auch nicht nach Wien, sondern nach mich fümmerte das nicht, das war nicht meine Sache, Herrn Rath Mentel gegenüber meines Briefes an den Herrn Botschafter Liebenberg und wanderte in den Papierkorb. Vertheidiger: v. Röller aufzuklären; ich habe nie den Verdacht gegen Herrn erwähnt und dabei bedauert, daß Graf zu Eulenburg nicht hier sei, Warum hat v. Tausch diesen jezt dem Präsidenten übergebenen v. Köller gehabt, ihn im Gegentheil fofort als grundlos be- denn sonst hätte er den Vermittler zur Ausgleichung Brief vom 12. Oktober erst jetzt vorgelegt? Er hat die Briefe zeichnet. Rechtsanwalt Glazel bleibt dabei, daß Herr v. Köller und mir, bes. der politischen Polizei abgeben können, damit der Differenzen zwischen Herrn v. Marschall doch immer bei sich geführt? Aufklärung über den Namen des Verfassers des Artikels seiner die Verdächtigungen gegen die politische Polizei endlich einmal zeit verlangt, aber nicht erhalten habe. Der Oberstaatsanwalt beantragt, diesem Antrage Frhr. v. Marschall: Ich frage den Herrn Kommiffär: nicht zu entsprechen, sondern lediglich sich auf den Rahmen der Anklage zu beschränken. Sonst fönnten aus jeder Bernehmung 3 welcher Zeit und in welcher Form ich solche Verdächtigungen neue Erörterungen sich ergeben über die Nothwendigkeit der Prüfung gegen den Zeugen ausgesprochen haben soll? v. Tausch: Grzellenz haben ja selbst gesagt, daß er zu uns dieser Aussagen. Es tomme lediglich darauf an, ob der Angeklagte feit vier Jahren tein Vertrauen hatte. Praí.: Wo soll da Berger sich durch die Artikel der Beleidigung gegen Beamte des die Verdächtigung sein, wenn er Ihren Nachrichten nicht Glauben Auswärtigen Amtes im Sinne des§ 186 Str.-G.-B. schuldig schenkt? Nun, die drei Fälle der Thätigkeit Ihrer Vertrauens. Zenge Arthur Levyfohn vom ,, Berliner Tageblatt". gemacht hat. Präs.: Wie alt find Sie? 3euge: 55 Jahre. Rechtsanwalt Glazel: Wenn ich aber beweisen will, männer, die hier zur Sprache gekommen sind, konnten nicht dazu Präs.: Religion mosaisch? Zeuge: Nein, evangelisch. daß gerade für eine monarchisch gesinnte, loyale Beitung alle beitragen, das Vertrauen zu stärken. v. Tausch: Wir haben diese Nachricht blos mitgetheilt, wie Präs.: Es ist im Berliner Tageblatt" eine Notiz erschienen Beranlassung vorlag, immer wieder darauf hinzuweisen, daß der wir sie bekamen; wir selber haben sie auch nicht ge des Juhalts, daß Ledert im Auswärtigen Amt Verdacht, es bestehe es bestehe eine offiziöse Breßwirthschaft, nicht glaubt. empfangen worden sei. Von wem haben Sie diese beseitigt fei, halte ich die von mir vorgeschlagenen Staatssekretär v. Marschall: Wenn ich hier öffentlich Notiz?- 3enge: Von dem Kriminalkommissar v. Tausch. Ich bitte in Zeugen nothwendig. Präs. Unter welchen Umständen geschah dies? Der Gerichtshof ersucht ausgesprochen habe, daß ich zu dem Theil der politischen Polizei, 3euge: trages um einen Gerichtsbeschluß. betreff meines den Vertheidiger, seine Anträge schriftlich einzureichen und be- dem Herr v. Tausch vorsteht, fein Vertrauen hatte, so kann doch Eines Abends erschien Herr v. Tausch bei mir und bat mich um darin für Herrn v. Tausch keine Veranlassung gelegen haben, die zweite Hälfte des von uns gebrachten Föllmer'schen Artikels, hält sich den Beschluß darüber vor. Es wird die Zeugen- Herrn Grafen zu Eulenburg im November die betreffenden da er nur die erste Hälfte habe und die zweite ihm abhanden vernehmung wieder aufgenommen. Vor der Bernehmung des Grafen Eulenburg fordert der Berdächtigungen mitzutheilen. Wo habe ich Verdächtigungen gekommen sei. Diese Unterredung fand am Abend des 21. Oftober gegen den Zeugen ausgesprochen? statt. Ich wollte jedoch der politischen Polizei keine Dienste Präsident den Kommissar v. Tausch auf, den Saal zu v. Tausch: Zu dem Herrn Präsidenten v. Windheim leisten, es wurde mir auch sehr bald klar, daß der ganze Besuch verlassen, weil er unter dem dringenden Verdacht stehe, unter seinem Eide wissentlich die Staatssekretär v. Marschall: Der Präsident v. Windheim des v. Tausch nur ein Vorwand war, wie diese Herren hatte allerdings bei seinem Antrittsbesuch gefragt, warum wir gewöhnlich irgend einen Vorwand vorschüßen. Im Laufe Unwahrheit gefagt zu haben. nie die politische Polizei in Anspruch nehmen. Da habe ich ihm der Unterredung fragte ich v. Tausch: wer sind denn allerdings gesagt: Seit der Affaire Normann eigentlich diese Leckert und Lützow?( Auf Antrag des Oberstaatsanwalts Drescher beschließt der Gerichtshof, den Zeugen v. Tausch während der weiteren Vernehmung des Botschafter Graf Philipp zu Eulenburg. An= aufhörten. Ich kenne den Kommissar v. Tausch von Abbazzia her, wo Schumann haben wir kein Vertrauen mehr zur er in dienstlicher Funktion war. Ich war dort als Vertreter' politischen Polizei. v. Zausch: Diese Briefe sind Eigenthum des Polizeipräsidiums. Präf.: Haben Sie diese Briefe zu den Politischen Atten gegeben?- v. Tausch: Nein; ich hielt sie bei mir verschlossen. Alle solche Briefe werden von den Kommiffaren aufbewahrt, die mit den betr. Agenten verkehren. Präs.: Hatten Sie diese Briefe schon am ersten Tage bei sich? v. Tausch: Ja, aber ich habe sie gestern nochmals durchgelesen. Ich ahnte ja nicht, welche Anklage gegen mich erhoben werde. Bengen abtreten zu lassen.) v. Tausch fagte hierauf, Beckert sei worden. berathen. " Borsigender: Das Gericht wird über diesen Antrag Nach kurzer Zeit erscheint der Gerichtshof wieder und richtet an den bereingerufenen Zeugen v. Tausch nochmals die Frage, ob er bei seiner Aussage bleiben könne. Auf jede weitere Beweisaufnahme wird allseitig verzichte, ebenso auf jede weitere Verlesung von Zeitungsartikeln. Die Beweisaufnahme ist somit geschlossen. Bor Beginn der Plaidoyers tritt bis 2 Uhr eine Pause ein. Plaidoyers Wenn des Angell. v. Bütow in jenem Café zugegen gewesen sein sollte, wo beamter verfolgt doch gewiß bestimmte Zwecke mit einer ein Mann, der in feuilletonistischer Weise und als Theater der Zeuge Kuckutsch die Quittung geschrieben haben follte). Das folchen Frage. referent für verschiedene Zeitungen, so u. a. für die„ Tägliche Fräulein bekundet, daß die Quittung nicht in einem Café, fondern in Wirtl. Legationsrath Hamman: Stärd sei von Anfang Rundschau" thätig sei. Ich fragte dann weiter: wie fommt der Wohnung des Angekl. v. Lüßow zu stande gekommen sei. Der an mit etwas Mißtrauen behandelt worden, weil sein Auftreten Leckert dazu, sich auch mit Politik zu befassen und wie kommt lettere habe gesagt, daß er ihr eine Quittung diktiren möchte, habe ihn nicht geeignet erscheinen ließ zum Verkehr mit dem AusLützow zu einer Verbindung mit Leckert? v. Tausch antwortete sich dann aber eines anderen besonnen mit der Bemerkung, daß wärtigen Amt. Auch sein Benehmen war nicht derartig, mir: Beckert hat Beziehungen zum Auswärtigen Herr v. Tausch, für den die Quittung bestimmt wie man es bei einem ersten Besuche verlangen Amt, Lützow ist hierbei nur ein Strohmann und der Dupirte sei, am Ende ihre Handschrift erkennen könne und das konnte. Er ist deshalb nicht empfangen worden. Der gewesen. Alles dies ist später von mir aufgeschrieben und in nicht wünsche. Er habe deshalb das Dienstmädchen Emma Herr meldete sich dann nach einigen Wochen wieder und ich einem Artikel veröffentlicht worden. Dieser Artikel wird rufen lassen und ihr den Tert der Quittung diktirt. Diese entschloß mich, einen Beamten damit zu beauftragen, den Herrn getreuer als mein Gedächtniß die Ereignisse wiedergeben. habe so schlecht geschrieben, daß der Hausdiener gerufen wurde, doch einmal zu empfangen, um zu wissen, was er wünsche. Der Ich ahnte damals auch noch nicht die Bedeutung der der auf seine Veranlassung den Namen Rututsch" unter das Beamte hatte dann denselben ungünstigen Eindruck. Ich habe dann Sache. Bors.: Der Beuge v. Tausch hat nun eben unter Schriftstick setzen mußte. Präs.: Ist Ihnen dies nicht auf Dr. Levysohn bitten lassen, wenn er Informationen von mir feinem Gide befundet, daß er nie dem Chefredakteur Levy gefallen?- 3eugin: Nein garnicht, Lüßom sagte: Herr wünsche, mir doch boch einen bekannten Herren zu senden. sohn erklärt habe, Leckert sei im Auswärtigen Amt empfangen v. Tausch wollte es haben. Ich wußte, daß er von Die ganze Stufenleiter der Ablehnungen dem Herrn Stärk gegen Beuge: Ich bleibe bei meiner abgegebenen Herrn v. Tausch abhängig und ganz in dessen Gewalt war. Er über war erschöpft, ich habe mich erst sanft ablehnend verhalten, Aussage. Rechtsanwalt 2uczynski: Ist Ihnen vielleicht beklagte sich häufig darüber und gab zu erkennen, daß er sich dann mich nicht sprechen lassen und endlich ihm sagen lassen, ich die Veröffentlichung der Unterredung von v. Tausch verboten gern von Herrn v. Tausch befreien möchte, denn er wünschte ihn nicht zu empfangen. Herr Stärt tam aber immer worden. v. Tausch behauptet, daß er Ihnen gefagt hat, das empfinde schier das wenig Ehrenhafte seiner Thätigkeit. wieder und wenn die Thür Nr. 76 verschlossen war, ging er bleibt unter uns und soll nicht veröffentlicht werden." Präsident: Hat er Ihnen gegenüber wohl den nach Nr. 75. Dann tamen ins Berliner Tageblatt" Nachrichten, 3euge: Dies ist möglich. Ich bezog dies aber zumeist auf die Namen v. Marschall erwähnt?-8eugin: Nein, deffen ent- die theils richtiges theils schiefes enthielten und deshalb Ver Mittheilungen, die er mir über verschiedene hochgestellte finne ich mich nicht, wohl aber, daß er den Namen des Grafen legenheiten bereiteten. Es wurden dann Vorrichtungen getroffen, Männer machte. Präs. Hat v. Tausch dabei auch den Gulenburg nannte. Präs.: Hat der Angeklagte v. Lühow daß Herr Stärk unter keinen Umständen empfangen werden dürfe, Namen des Herrn v. Marschall erwähnt?- Beuge: auch einmal einen Brief an den General v. Bronsart geschrieben? denn es war der dringende Verdacht aufgetaucht, daß Herr Stärt Ich kann dies nicht mehr sagen. Wahrscheinlich. Gr 3eugin: Ja, wenigstens hat er einen solchen durch den Haus- ein Abgesandter des Herrn v. Zausch war. Dieser sprach im allgemeinen. Präs.: Bielleicht hat Herr diener schreiben lassen des Inhalts: Wollen Sie wissen, wer Verdacht wurde noch bestätigt durch Mittheilungen, die wir von v. Tausch Ihnen zwar über die Sache selbst nicht Schweigen ge- gegen Sie putfcht, so fragen Sie Eckert, Hammann, Kukutsch." dem Direktor Mantler erhielten, ferner durch Wittheilungen des boten, Sie aber gebeten, über die Quelle zu schweigen? Damit ist die Bernehmung der Beugin Wendt, die auf Befragen Dr. Runge vom Wolff'ichen Telegraphenbureau. Dieser hatte Beuge: Jch erinnere mich jetzt, daß er zu mir noch bekundet, daß sie auch Herrn und Frau v. Tausch sich über die Person des Herrn Stärd, der sich fagte Das bleibt unter uns". Ich habe dies aber auf die untenne, beendet. um Beschäftigung für das Wolff'sche Bureau beworben gefch mintten Ausdrücke bezogen, die v. T. über die hatte, bei dem Herrn v. Tausch erkundigt und Regierung machte. Auf die Mittheilungen über Leckert, welcher Ein Redakteur des ,, Berliner Tageblatt" Bertranensmann von ihm eine überraschend günstige Auskunft erhalten, er sei Affäre ich damals überhaupt geringe Bedeutung beimaß, bezog der politischen Polizei. ein gut konservativer Herr, der alles Vertrauen verich das nicht. v. Tausch sprach oft zu mir über die Regierung Journalist in golf Stärd am Berliner Tage: biene, bei namhaft gemachten Reichstags- Abgeordneten der Rechte in den ungefch minttesten Ausdrücken, sodaß ich ihm miß: blatt" bekundet, daß er vor etwa Jahresfrist, als er bei dem verkehre und mit einer Broschüre über die Marinetraute und es für eine Provotation hielt. Ich wußte, daß Depeschenbureau Hirsch in Stellung war, durch einen frage hoben Beifall gefunden habe. In einer Fußnote ich einen Beamten vor mir hatte und habe nie diese Mit- Polizeimachtmeister zum Kommissar von Tausch gebeten war von Herrn v. Tausch sogar bemerft: Geeignet auch theilungen für mein Blatt verwerthet. Rechtsanwalt Genne worden fei, um Auskunft über seine Personalien zu zu größeren politischen Attionen". Dadurch war rich: Hatten Sie die Empfindung, als ob v. Tausch die Be- geben. Da habe Herr von Tausch zu ihm gesagt; Hören für mich der Ring geschlossen, daß Herr Stärk ein Vertrauens. ziehungen des Leckert zum Auswärtigen Amt als eigenes Erlebniß Sie mal, Sie scheinen gute Verbindungen zu haben, mann des Herrn v. Tausch war. hinstellte oder erhielten Sie den Eindruck, als ob er dies von Sie könnten eigentlich der Polizei einen Dienst erweisen, indem Präs. Ich will Herrn Dr. Levysohn Gelegenheit geben, Lühow erzählt erhalten habe? Beuge: Ich hatte die Sie uns Auskunft ertheilen. Ich verlange durchaus nichts sich zu äußern: Haben Sie denn von den Beziehungen des Herrn Empfindung, als ob v. Tausch dies alles aus eigener Unanständiges oder Ehrenrühriges von Ihnen, Sie sollen uns Stärt zu Herrn v. Tausch etwas gewußt? 8euge: Nicht Wissenschaft erzählte. Es wird hierauf der oben erwähnte nur den Namen des Verfassers von Zeitungsartikeln nennen, das geringste. Was die anonyme Karte betrifft, so babe ich Artikel des Berliner Tageblattes", welcher sich auf die Unter- wenn wir es für nöthig halten. Der Zeuge habe sich zwei fie natürlich dem Herrn Staatssekretär nicht in der Absicht zu redung des Zeugen mit v. Tausch bezieht, verlesen. Stunden Bebentzeit ausgebeten und dann das Anerbieten afzeptirt, gestellt, ihm eine Falle zu stellen, sondern ganz im Gegentheil.Freiherr v. Marschall erbittet sich die Erlaubniß zu einmal, weil er glaubte, damit dem Staate Dienste zu leisten, Präs.: Das hat auch niemand vermuthet. folgenden Ausführungen: Unmittelbar nach Erscheinen des frag- und dann weil Herr v. Tausch ihm vorzüglich Herr v. Holstein lichen Artikels fragte ich den 3eugen Levysohn nach Entstehen nannte als den, an den er sich wenden sollte, weil er fürchtete, des Artikels. Herr Dr. Levysohn erzählte mir genau dasselbe, Herr v. Tausch würde sich für eine Ablehnung dadurch rächen, was er hier foeben ausgeführt hat, nur stellte er die Sache so daß er ihn als Desterreicher ausweisen würde. bar, als ob er feine Mittheilungen von einem Anonymus habe. Präs.: Hat Kommissar v. Tausch sich Ihnen gegenüber über Er nannte den Namen v. Tausch nicht und sagte zu mir, er fönne Herrn v. Marschall ausgesprochen?- 3euge: Ja, er hielt ben Namen des Betreffenden nicht nennen. Hierauf sagte ich zu den Herrn Staatssekretär für einen Usurpator, der die Stellung Oberstaatsanwalt Drescher: Wir nähern und dem Ende ihm: aber ich fann Ihnen den Namen nennen, es ist v. Tausch. nicht verdiene, die er einnehme. Kommissar v. Tausch hatte eine eines großen Prozesses, eines Prozesses von hoher, eminent politischer Dr. Levyfohn antwortete darauf nichts, aber ich hatte die andere politische Richtung wie Herr v. Marschall. Wie die Bedeutung. Der Gipfelpunkt wurde heute erreicht in dem Empfindung, als wenn das, was ich gefagt hatte, nicht falsch sei. meisten Gegner des Herrn v. Marschall sei v. Tausch ein Moment, als ein Mann zur Haft gebracht wurde, der in dieser Kriminalfommissar v. Tansch verhaftet. enragirter Bismarckianer.- Präs.: Welchen Eindruck Sache eine gefahrbringende, eine verhängnißvolle Rolle gespielt Oberstaatsanwalt Drescher: Angesichts dieser Aussagen hatten Sie von diesen abfälligen Aeußerungen gegen Herrn hat. Es ist nicht meine Aufgabe, auf die Vorgänge, die zu dem ist der Moment gekommen, den ich fürchtete, der Moment, in v. Marschall? War es nur persönliche Animosität oder politische Sturze dieses Mannes geführt haben, hier näher einzugehen. welchem ich gezwungen bin, den folgenschweren Antrag Gegnerschaft? Bis jetzt hat Herr v. Tausch davon nichts gefagt. Der Mann wird seinem verdienten Schicksal nicht entgehen. zu stellen, den Zeugen v. Tausch wegen drina 3euge: Es war wohl beides. Herr v. Tausch sagte: I eßt aber schon ein voreiliges, endgiltiges Urtheil genden Verdachtes des wissentlichen meineides Herr v. Marschall sei politisch nicht am Blaze, er fei feiner au fällen, würde dem obersten Grundfage der Rechtszu verhaften. Aufgabe nicht gewachsen, an diesen Plaz gehörte eigentlich pflege: audiatur et altera pars" widersprechen. v. Zausch aufgefordert, mich au bemühen, in Beberühren, hinweggebe, fo fann ich aber doch schon Herbert Bismarck. Ich wurde wiederholt von Herrn ich also über alle Vorgänge, die diesen Mann sie hungen zum Auswärtigen Amt zu gelangen, fagen: dienstlich ist er schwer kompromittit. Ich berühre er nannte mir wiederholt den Namen des Herrn v. Holstein, aber heute diese Borgänge nur so weit, als sie in unmittelbarem Bus an den ich mich wenden sollte. Ich schrieb auch an Herrn fammenhange mit der Schuldfrage und der Frage der Strafabmeffung v. Tausch: Ja, ich schwöre bei Gott, ich habe nie zu persönlich an Dr. Hammann mit der Bitte, mich durch Auskünfte Persönlichkeiten der Angeklagten begründet. Höchstens die beiden v. Holstein, erhielt aber keine Antwort. Dann wandte ich mich stehen. Die hohe politische Bedeutung des Prozesses liegt nicht in den Dr. Levysohn gesagt, daß Leckert im Auswärtigen Amt empfangen worden fei. Borsigender: Haben Sie unterstützen zu wollen. Auch hier erfuhr ich Abweisung. angeflagten Redakteure fönnen auf etwas politische Bes denn den Artikel im Berliner Tageblatt" gelesen? ( Während dieser Vernehmung ift der Polizeipräsident deutung Anspruch machen. Die vier übrigen Angeklagten Beuge: Jawohl und ich fagte fofort zu Herrn Geheimrath v. 28 in bheim im Saale als Zuhörer erschienen.) baben nicht die geringste politische Bedeutung. Der An Friedheim:" Da sehen Sie doch, da ist ja alles veröffentlicht Berlauf: Die Vernehmung des Zeugen nimmt ferner folgenden geflagte Fölmer wird es mir wohl nicht übel und gerade das, was ich garnicht gesagt habe, ist gesperrt ge nehmen, wenn ich sage, er hat lediglich aus aus Un druckt." Oberstaatsanwalt:: Ist Ihnen bekannt geworden, daß verstand gehandelt und der Angeklagte Leckert fen. mag das Präs: Ich weise Sie auf folgendes hin: Ihre Ver. Sie in dem Augenblick nicht mehr im Auswärtigen Amt em- Interesse feines Sohnes haben wahrnehmen wollen. Leckert und nehmung ist hiermit abgeschlossen und wenn Sie noch etwas pfangen wurden, als bekannt wurde, daß hinter Ihnen nicht das v. Lützow bezeichne ich als ganz gewöhnliche Verleumder. abzuändern haben, so ist es jetzt die höchste Zeit dazu. Gie Berliner Tageblatt", sondern v. Tausch stand?- 3euge: Sedert jun. ist ein junger, unerfahrener Mann von zwanzig bleiben also bei Ihrer Behauptung, daß Sie nie zu Dr. Levy- Das höre ich heute zum ersten Mal. Jahren, der vor drei Jahren noch die Schulbank drückte, dann ein sohn gesagt haben, Leckert sei im Auswärtigen Amte empfangen Herrn v. Holstein darauf hinweisen, daß diefer hochehrenhafte und plötzlich den Beruf in fich spürte, Schriffteller und Journalist Staatssekretär v. Marschall: Ich möchte in bezug auf halbes Jahr ergebnißlos die kaufmännische Laufbahn verfolgte Beuge: Jawohl. Präs: Das Gericht beschließt, den Zeugen und hochverdiente Beamte der Mittelpunkt der gehässigen Attionen zu werden. Um Schriftsteller zu sein, dazu gehört mehr. v. Zausch wegen dringenden Berdachtes bez gegen das Auswärtige Amt war und besonders heftig angegriffen Dazu gehört gereifte Lebensanschauung, Urtheilstraft und wisfentlichen Meineides zu verhaften. worden ist. An diesen wandte sich vor zirka einem Jahre, wie vor allem Liebe zur Wahrheit und Liebe ( Große zur Ehre. Senfation.) v. Tausch ist zur gerichtlichen Haft abzuführen. Es mir Herr Hammann mittheilte, wenn ich mich recht erinnere, eines Daß aber gebt ihm alles ab. Der zweite Angeklagte ist ein Mann steht Ihnen( zu v. Tausch) gegen diesen Beschluß Beschwerde am Karte, dann einen Brief von Dr. Levysol vom„ Berl. Tageblatt" Offisier, der jetzt auf der Anklagebant fizt. Er steht auf der Tages ein neuer Journalist, namens Wingold Stärt, der erst eine von altem Adel, von hohem berühmten Namen, ein früherer tönigl. Amtsgericht offen. v. Tausch hebt die Hand zum Schwur hoch und betheuert: überbrachte und bat, daß er zur Empfangnahme von Informas gleichen Stufe wie sein Geschäftsgenoffe Leckert. Er be= Ich schwöre bei Gott, was ich gesagt, ist wahr. tionen zugelassen werden möge. Der Mann machte feinen fist allerdings Lebenserfahrung Präs.( tura): Die Sache ist erledigt. günstigen Eindruck und sollte nicht empfangen werden. Später zuviel Gewandtheit. Aber auch ihm fehlt die Liebe erfuhr ich, daß es dem Herrn doch gelungen fei, Butritt bei zwei zur Wahrheit und die Liebe zur Ehre. Für eine wissentliche Herren anderer( der Handels- und der rechtspolitischen) Abtheilungen unwahrheit hat er sein Ehrenwort eingesetzt. Er hat ferner eine soll darüber vernommen werden, ob v. Tausch dem Angeklagten zu erlangen. Ich merkte dies an einigen Notizen, die im Berl. Doppelrolle gespielt, als Journalist und als Vertrauen3v. Lühow gegenüber den Namen des Hauptmanns Hönig als Tagebl." erschienen, und gab dem betr. Diener den strikten Befehl, mann der politischen Polizei.( Der Justisminister Verfasser des Flügeladjutanten- Politit" überschriebenen Artikels den Herrn bei niemand mehr anzumelden. Wir hatten den Ein- Schönstedt tritt in den Saal). in der Rölnischen Zeitung" genannt habe, bevor er später den drud, als ob wir diesem Manne gegenüber sehr vorsichtig sein Ich tomme auf die in dem Prozesse viel besprochene Stellung Schriftsteller v. Huhn als Berfaffer bezeichnete. Rechtsanwalt müßten. Als die ersten Artikel über diesen Prozeß erschienen, der Vertrauensmänner. Es könne in der Deffentlichkeit der Lubczynski ift bereit, auf die Bernehmung des Beugen zu betam ich einen Brief von demselben Herrn Stärt mit Glaube entstehen, daß auch den Behörden durch die verzichten, wenn der Gerichtshof diese Behauptung des An- einer anonymen Rarte, deren Inhalt sich anscheinend Anstellung von Vertrauensmännern ein gewiffer Matel anhaftet. geflagten Lüßow als wahr unterstelle. Präs.: Jeßt, nachdem gegen Herrn v. Lützow wenden sollte. Ich ließ mir Herrn Dagegen muß ich die Behörde verwahren. Leider sind wir ges die Glaubwürdigkeit des Beugen v. Tausch in Dr. Hammann kommen, der aber sofort sagte: Grzellenz, lassen zwungen, derartige Leute haben zu müssen, sie sind unentdieser Weise erschüttert ist, kann sich der Gerichtshof Sie die Finger davon! Das ist sicher eine Falle! Der Herr ist behrlich im Sicherheitsintereffe des Staates. nicht veranlaßt sehen, von der Vernehmung des Hauptmanns wohl nicht besser als Lützow selber." Es war dann in der That Eine andere Frage ist allerdings, in welcher Hönig Abstand zu nehmen. Oberstaatsanwalt Drescher: ein Verdacht aufgestiegen, daß mit dieser anonymen Karte uns Weise die Vertrauensmänner benut werden und Auch ich bestehe auf der Vernehmung, um nach allen Richtungen ein Paroli geboten werden und der Beweis konftruirt werden welche Personen sich dazu hergehen. Werden hin den Verdacht flar zu ftellen, als ob das Auswärtige Amt sollte, daß das Auswärtige Amt in Beziehung zu irgend einem solche Vertrauensmänner angenommen, dann muß es mit dem Artikel im Zusammenhang steht.-- Hauptmann anrüchigen Menschen stehe, während wir bis dahin ganz fleckenlos auch mit besonderer Vorsicht und großem Taft geschehen, sonst Hönig wird hereingerufen. Präs. Herr Beuge, bastanden. Als Herr Stärt eine Antwort erbat, habe ich ihm treten die verhängnißvollsten Folgen ein, wie fie der Prozeß auffönnen Sie uns fagen, wer der Verfasser Des an die anonyme Karte durch den Diener einfach zurückgeben lassen. gedeckt hat. Nicht jeder giebt sich dazu her. Es sind Leute von 28. April in der Kölnischen 3tg." erschienenen Artikels ist. Ich möchte aber den Beugen Stärt bitten, mir zu sagen, wie er verlorener Eristenz. Der Angeklagte v. Lützow hat in seinem Leben 3euge erklärt sich als den Verfasser dieses Artikels? dazu gekommen ist, Herrn v. Huhn fälschlich als Verfasser des Schiffbruch erlitten und wollte sein Brot verdienen. Er ist auf diese Er habe es jedem gegenüber zugegeben, der ihn darnach gefragt. Artikels der Köln. 3tg." zu nennen? Weise auf den Weg gekommen, den er zu seinem eigenen Vers Schon am 18. April sei er in der Zeitung des Abg. Richter Zeuge Stärt: Ich fann sagen, ich bin auf das peinlichfte derben eingeschlagen hat. Er ist auch kein Mann von als Verfaffer genannt worden, diese Notiz sei in eine große An- berührt worden von den Mittheilungen des Herrn Staats- politischer Bedeutung. Wo liegt denn nun aber die zahl anderer Blätter übergegangen und er halte es deshalb felretärs. Ich kenne die Herren Leckert und Lüßow gar nicht, eminent politische Bedeutung des Falles? geradezu für unverständlich, daß Herr v. Tausch nicht auch den habe auch nie im Auswärtigen Amte einen Besuch zu dem den Personen der Beleidigten und in dem Gegenstande Sie liegt in Berfaffer gekannt haben solle. Oberstaatsanwalt: Ich wed gemacht, die Herren im Auswärtigen Amte auszuhorchen. der Beleidigung. Beleidigt find: der Graf zu Eulenburg, möchte nun an den Herrn Zeugen die Frage richten, ob er zum Die anonyme Rarte habe ich von Herrn Dr. Levysohn empfangen, Hofmarschall Sr. Majestät des Kaisers. Beleidigt find ferner Auswärtigen Amt, oder au einem Beamten Beamten bei demum fie dem Auswärtigen Amt zu übermitteln und dort mit der Staatssekretär v. Marschall, der Prinz Alexander zu Hohenfelben in irgend welchen Beziehungen steht?- 3euge autheilen, daß eine solche Karte beim„ Berliner Tageblatt" ein. lohe und der Wirkliche Legationsrath Dr. Hammann in ( erregt): Nein, ich bestreite unter meinem Eide, daß ich gelaufen sei.( Dr. Levysohn bestätigt legteres.) Staats- bezug auf ihre Amtsehre. auch nur in der allerentferntesten Weise irgend welche Befekretär v. Marschall: Durch Herrn v. Tausch war amtlich wieder das Wort„ Nebenregierung" benutzt worden. Ich muß Es ist bei diefer Gelegenheit ziehungen zum Auswärtigen Amt gehabt habe. Ober- gemeldet worden, daß der Artikel der Rölnischen Beitung" von fagen: mir ist diese Bezeichnung in meinem dienstlichen Leben ftaatsanwalt: Herr Zeuge, Sie brauchen fich nicht au er Berrn v. Huhn herrühre. Wie kam der Zeuge zu solcher In- darum allein kann es sich handeln, nicht aber um meine perregen. Sie leiften jedenfalls der Deffentlichkeit durch ihre Er- formation-Beuge: Ich habe Herrn v. Huhn allerdings fönliche politische Stellung öfter begegnet und ich muß sagen: flärung einen erheblichen Dienst. Bezieht sich Ihre Erklärung genannt, denn ich wußte, daß dieser Herr Korrespondent der es ist ein nichtsnuziges Wort, das in jedem Falle geeignet ist, ebenfalls auf den von Ihnen verfaßten Artikel im„ Hamburg. Köln. 3tg." ist.- Präs.: Auf grund einer so dünnen Unter- die Ehrfurcht gegen Se. Maj. den Raiser zu verlegen, unter Um Korrespondenten- Beuge: Ja gewiß. Oberstaats- lage tonnten Sie doch aber nicht solche Mittheilungen ständen sogar ein Wort, welches eine Majestätsbeleidigung entanwalt: Beziehungen zum Kriegsminifterium oder zum machen.- 3euge: Ja 3euge: Job habe auch nur meine Ver- enthält, insofern als Sr. Majestät Mangel an Willensflärfe vorGeneral von Bronsart haben Sie nicht unterhalten? 8euge: muthung ausgesprochen, daß Herr v. Huhn der Verfasser geworfen und er als gefügiges Werkzeug irgend einer Klique Nein, das nehme ich ebenfalls auf meinen Eid. Ich fann er fei. Präs.: Die Köln. Zeitung" bat doch aber viele hingestellt werden soll. Ich würde feinen Augenblick zaudern, flären, daß ich nicht die Ghre gehabt habe, während des letzten Korrespondenten; wie können Sie denn einen bestimmten Herrn, gegen Jeden mit einer Anklage wegen Majestätsbeleidigung Jahres mit dem Herrn General zu sprechen. von dessen Verfasserschaft Sie doch nichts wußten, mit Namen unter Umständen vorzugehen mag er einer Partei anFräulein Adeline Wendt Beuge: Ich habe das nur gethan unter der ein gehören, welcher er wolle der dieses Wort unter besonderen ( welches auf ein Telegramm des Vertheidigers Lubczynski von für alle Male festgestellten Vorausseßung, daß gegen den Herrn Umständen anwendet! Ich habe schon darauf hingewiesen, daß Breslau nach hier geeilt war, weil sie nach der früheren Angabe nichts unternommen werde.- Präs.: Ein Kriminal. vor Jahren dieser Vorwurf gegen den Chef des Ziviltabinets in worden? Hauptmann a. D. Hönig nennen? " und Gewandtheit, all = " Dreistester Weise von antisemitischer Seite erhoben worden ist. das Wort für den Angeklagten Berger von der Staatsbürger- Brauerei, Am Tempelhofer Berg; Ronzerthaus Dieses nichtsnuhige Wort ist auch dazu benutzt worden, Beitung". Der Staatsanwalt habe vermißt, daß derselbe sich Sanssouci, Kottbuserstr. 4a; Keller, Koppenſtr. 29 um Angriffe gegen das Auswärtige Amt und seinen Chef nicht frei und offen, nach deutscher Art, schuldig beschweizer Garten, Am Friedrichshain; Kösliner all erheben. Diese Angriffe sind nicht neu. Der Ana tannt flage Artikel ist eigentlich Er müsse hier erklären, daß der Annur eine Fortsegung einer geklagte Berger erleichtert aufath me, weil auch Sof, Röslinerstr. 8; Kronen Brauerei, Alt- Moabit 47/49. ganzen Reihe anderer Artikel und Vorwürfe, die mehr oder jeder Schatten von Berdacht von dem Auswärtigen Amt Referenten find die Genossen Liebknecht, Frohme, weniger versteckt an die Deffentlichkeit gekommen sind. Da mag genommen worden sei. irgend ein Angriff gegen die Umgebung Sr. Majestät erhoben der Vertheidiger dazu über, den beanstandeten Artikel Nach dieser Erklärung geht Begien, v. Elm, Förster, Molkenbuhr. werden, sofort heißt es: Die Nebenregierung" ist im Spiele. feinen Worten und seinem Sinn nach zu erläutern. Dem Arbeiter, Parteigenossen! Der Kampf, der gegenwärtig von Alle Minister- Veränderungen werden auf die Thätigkeit des Aus- Angeklagten muß der Schuh des§ 193 des Strafgesetzbuchs der Arbeiterschaft Hamburgs gegen das Prozenthum geführt wärtigen Amtes zurückgeführt, welches als die Brutstätte zugebilligt werden. Er bitte in erster Linie auf Freisprechung wird, ist von einer Bedeutung für das gesammte Proletariat, aller Kabalen und Jutriguen geschildert wird. Ja, was sind erkennen zu wollen, eventuell aber, es bei einer Geldstrafe zu wie sie bisher nur wenige Lohnfämpfe in Deutschland gehabt das für Zustände? Ist es nicht im Staatsinteresse dringend belassen. geboten, einmal Klarheit zu schaffen? Deffentliche Berichtigungen Der Oberstaatsanwalt tommt auf einen von dem letzten haben. Die arbeitende Bevölkerung Berlins hat heute Abend die des Staats- Anzeigers" nugten nichts, man stürzte sich viel Wertheidiger berührten Bunft zurück, nämlich daß der erste Ehrenpflicht zu zeigen, daß sie sich mit ihren Hamburger mehr wieder auf diese Berichtigungen. Dagegen hilft nur Artikel auch im Kleinen Journal" Aufnahme gefunden habe. Brüdern in jeder Beziehung solidarisch fühlt. Versäume keiner, das eine Mittel: Strafantrag und Gerichtsentscheidung. Er habe dem Staatssekretär v. Marschall die Frage unterbreitet, für zahlreichen Besuch der heutigen Versammlungen zu agitiren. Die Hauptaufgabe dieses Prozesses ist gewesen, den Beweis ob auch gegen das, lJourn." das Verfahren eingeleitet werden solle, dafür zu erbringen, daß alle die Vorwürfe, welche seit langer die Antwort sei aber verneinend ausgefallen, nicht weil gegen die Zeit und systematisch gegen das Auswärtige Amt ge- Staatsb. 3tg." ein besonderer Standpunkt vertreten werden sollte, schleudert wurden, in nichts zerfallen, daß fie unwahr fondern weil dem Staatssekretär v. Marschall an einer Häufung durch dessen polizeiliche und gerichtliche Anwendung der sozialDie Unhaltbarkeit des prensischen Vereinsgefehes, sind von A bis 3. Und das ist meiner Ueberzeugung der Strafanträge nichts liegen konnte, sondern nur an einer demokratischen Arbeiterschaft gegenüber jeder nach im vollsten Umfange erreicht. Ich halte es für unwiderleg. Aufklärung der Sache und dazu war ein einziger sich darbietender Schein des Inverbindungtretens" scharf geahndet wird, hat sich bar dargethan, daß auch nicht der Schatten eines Verdachts, Fall genügend. auch nicht die Spur eines Makels an den Beamten des Aus am Sonnabend wieder einmal gelegentlich einer im BürgerDer Angeflagte Ledert giebt in einem längeren Schluß- faale des Rathhauses abgehaltenen Versammlung gezeigt. wärtigen Amtes haften geblieben ist. Ja, das Gegentheil ift wort, das im übrigen nichts Bemerkenswerthes enthält, die Wie uns von ber erwiesen! Und daß dies erreicht ist, das verleiht dem Prozesse Versicherung ab, daß er sich nie an den gegen den Freiherrn theiligten Vereine" mitgetheilt wird, Preßtommission der be. die eminent politische Bedeutung! mitgetheilt wird, wurde am v. Marschall gerichteten Intriguen betheiligt habe.( Seiterkéit.) gedachten Tage im Rathhause eine Versammlung von VolksDer Staatsanwalt wendet sich zur Schuldfrage der einzelnen Er bitte um eine milde Strafe, mindestens um Anrechnung schullehrerinnen behufs Stellungnahme zum Lebrer= Angeklagten und stellt folgende Anträge:„ Ich beantrage gegen der Untersuchungshaft. Leckert ein Jahr sechs Monate Gefängniß. besoldungs Gesetz abgehalten. An derselben betheiligten Gegen Der Angeklagte v. Lühow führt mit vor Erregung sich dem uns zugefandten offiziellen Bericht zufolge: Der Ligow fommt in betracht, daß er als ehemaliger Offizier und zitternder Stimme in seinem Schlußwort etwa folgendes aus: neue Boltsschullehrerinnen Verein Berlin, der Charlottenburger Träger eines altehrwürdigen Namens mit der Ehre anderer Menschen Meine Situation in den letten Tagen und Monaten ist von Volksschullehrerinnen- Verein, die Vereinigung technischer Lehrebesonders vorsichtig umzugehen hat, ferner daß er sich mit Herrn meinem Bertheidiger so treffend charakterisirt worden, daß rinnen zu Berlin und zahlreiche direkte Mitglieder des Vereins v. Tausch in Verbindung gesetzt hat und recht viele Verbindungen ich feinen Ausführungen nichts mehr besaß, in welche seine Berleumdungen durchfickern konnten. Troß babe. Ich preise die Vorsehung, daß sie es so fügte, dieser Versammlung haben die Lehrerinnen in ihrer politischen hinzuzufügen preußischer Boltsschullehrerinnen aus Berlin und Umgegend. In seiner Enthüllungen liegen auch bei ihm mildernde Umstände wie es gekommen ist, daß ich mich aus dem Schlamme, der mich Unschuld durch Fassung folgender, das Gebiet der Politik be nicht vor. Ich beantrage auch gegen ihn ein Jahr sechs mannshoch umgab, herausreißen fonnte und ein neues Leben rührende Beschlüsse sich unzweifelhaft eines Bergehens Monate Gefängniß. Gegen Dr. Plög beantrage ich, schon begonnen habe. mit Rücksicht auf die guten Folgen, die die Sache ich abgerechnet und ich appellire an den Gerechtigkeits- gemacht: Mit meinem Gott habe gegen den§ 8 des preußischen Vereinsgefezes schuldig schließlich gehabt hat, eine e stungshaft von einem Milonjat, finn des Gerichtshofes, mein Thun und Lassen gerecht zu be gegen Berger zwei Monate Feftungshaft, gegen urtheilen und mir eine milde Strafe angedeihen an laffen. Föllmer 300 M. Geldstrafe, gegen Ledert sen. Freisprechung. Das Ergebniß dieser Verhandlungen muß im all zurück. Der Gerichtshof zieht sich hierauf um 61/2 Uhr zur Berathung gemeinen als ein glückliches bezeichnet werden, es mußte Wandel und Klarheit geschaffen werden. Dem Staatssekretär persönlich ist an der Bestrafung der einzelnen Angeklagten nichts gelegen, er hatte seine schiver gefährdete Ehre zu wahren; deshalb hat er fich in die Deffentlichkeit geflüchtet und der Gerichtshof wird, denke ich, nicht umhin können, den schwer beleidigten Herren zu fagen: Wir gewähren Euch den nachgesuchten Schutz und geben Euch Euer Recht! " Nach fast dreistündiger Berathung verkündet der Vor sitzende das Urtheil dahin: Das Gericht hat als erwiefen angesehen, daß der Angeklagte v. üow gegen einen Sold von monatlich 200 Mart im Dienste des Rriminaltommissarius v. Tausch stand, daß er diesem nicht nur Auskünfte über Verfasser von Artikeln 2c. er theilte, sondern ihm auch zur Förderung seiner( v. Tausch) persönlichen Intereffen behilflich war. " " Der Entwurf desLehrerbesoldungs- Gesetzes bedeutet den bestehenden Verhältnissen gegenüber durch feste Normirung des Grundgehalts, der Alterszulagen und der Miethsentschädigung einen großen Fortschritt in der Entwickelung der Lehrerbesoloung. Die Lehrerinnen erkennen die auch ihnen dadurch gebotenen Vortheile mit Dank gegen die Regierung an. Die aufgestellten Gehaltsfäße, die dem vorjährigen Nothgesez wieder entnommen wurden, bieten aber nicht ein auch nur für die bescheidensten Bedürfnisse ausreichendes Einkommen Die Lehrerinnen schließen sich, angesichts der günstigen Finanzlage des Staates, durch die ein Nothgefeß nicht gerechtfertigt werden kann, den Rechtsanwalt Dr. Gennerich als Vertheidiger Leckert's: Bitten der Lehrerschaft um höbere Normirung der Gehälter, die Verfasser der beiden Artikel ist ohne Zweifel v. Lützow. Leckert welcher v. Lüßow hat den ersten Artikel der Welt am Montag", einigermaßen denen der mittleren Beamten entsprechen sollten, schwere Beleidigungen auf grund unwahrer an und fordern in Rücksicht auf ihre besonderen Verhältnisse: war, bis er von letterem für die politische Berichterstattung entdeckt Thatsachen gegen den Grafen Gulenburg enthält, auf grund der a) Das Grundgehalt der Lehrerinnen sei dem der Lehrer wurde, ein harmloser Mann, der aus der Lehre ge: Informationen des Leckert geschrieben. Letzterer hat nach Ansicht gleich. b) Die Lehrerinnen sollten das Höchstgehalt laufen und Schriftsteller geworden war. v. Lühow hat sich des Gerichts wider besseres Wissen gehandelt, denn er ist mit nach spätestens 25 Dienstjahren erreichen. c) Bei Andie Großmannssucht dieses Jünglings zu Nuze ge feinem angeblichen Gewährsmann nicht herausgekommen. erkennung des Prinzips des gleichen Grundgehalts möge die macht, er brauchte einen Hintermann, der ziemlich unver Beckert ist also der verleumderischen Beleidigung schuldig, die Summe der Alterszulagen der Lehrerinnen drei Fünftel des fänglich war und diesen fand er in der Person des Leckert, Behauptung, daß er einen Gewährsmann gehabt, Grundgehalts betragen. d) Wo Dienstwohnung gewährt wird, ber sich sehr geeignet zeigte für die Zwecke des Kriminal erscheint unglaubwürdig. Bei tommissarius v. Tausch und auch des v. Lützow. Letzterer der Gerichtshof hinsichtlich des ersten Artikels v. Lüßow hat sollte auch für die Lehrerinnen ein Mindestmaß der Räume war sein Lehrer und hielt ihn in voller geistiger Abhängigkeit, Beleidigung nur eine 2 heizbare Zimmer und Küche festgesetzt werden u. s. w." im Sinne des§ 186 für vorliegend Die Lehrerinnen werden kaum mit einer Anklage wegen wie er selbst sich in einem Abhängigkeitsverhältniß zu v. Tausch erachtet. Es ist ja befremdlich, daß er einem so jungen Menschen Bergehens gegen das Vereinsgesetz behelligt werden. Sie können befand. Leckert that das, was ihm von Lützow suggerirt wurde. so ungeheuere Behauptungen geglaubt hat, aber das Gegentheil es uns daher ruhig verzeihen, wenn wir sie darauf aufmerksam v. Lüßow hat, ohne daß ihm der Name des Grafen Eulenburg läßt sich nicht behaupten. Auch der zweite Artikel machen, daß sie am Sonnabend eine Gesegesverlegung genannt worden war, offenbar zuerst diesen Namen in den ist vollständig aus der Luft gegriffen und ent- begangen haben, welche, von Sozialdemokraten geübt, Artikel gebracht, jedenfalls auf Jufpiration des Herrn v. Tausch, balte schwere Beleidigungen. Bezüglich des An- unzweifelhaft mit scharfen Strafen geabudet worden wäre. der vielleicht glaubte, dem Botschafter Graf Eulenburg einen getlagten Dr. Blö hat der Gerichtshof nur eine Beleidigung, Mögen die Lehrerinnen an diesem Beispiel erkennen lernen, daß Dienst zu erweisen, wenn er diesen Namen nannte. Der begangen durch die Veröffentlichung des ersten Artikels für es ihre Pflicht und Schuldigkeit ist, gleich anderen proletarischen Artikel Leckerts richtete fich lediglich gegen die Unverantwort vorliegend angesehen und angenommen, daß Dr. Plöß die in Frauen und Mädchen die heutigen unhaltbaren Zustände energisch lichen", er ist mit dem Artikel in der Welt am Montag" nicht den Artikeln enthaltenen Thatsachen für wahr hält. Es war zu bekämpfen. zu identifiziren. Der Vertheidiger glaubt nicht, daß der Angeklagte ferner Bedert wegen verleumderischer Beleidigung Leckert wider besseres Wiffen gehandelt habe und bittet den jungen des Frhrn. v. Warschall und anderer Beamtenreinigungs- Arbeiter, denen besonders die Reinigung der Asphalt= Die ,, Asphaltburschen", d. h. die jüngeren Straßenund bisher unbescholtenen Angeklagten nur wegen Beleidigung, des Auswärtigen Amtes nicht wegen Berleumdung zu bestrafen. zu verurtheilen. v. 2üow straßen obliegt, haben der Direktion der städtischen Straßenist auch in diesen Fällen nur aus§ 186 für schuldig befunden; Bild von der wechselvollen Bergangenheit des Angeklagten Lühow, Frhr. v. Marschall, Dr. Hammann 2c. an Blöh wider befferes fchloffen worden ist, die Zahl diefer Burschen, troß der weiteren Rechtsanwalt Lubczynsti giebt in furzen Zügen ein es ist nicht angenommen worden, daß er die Mittheilungen überreinigung auch im Verwaltungsjahr 1895/96 zu fortgesezten, ständig fich mehrenden Klagen Anlaß gegeben, so daß nun be der auf grund widriger Geschicke an den Abgrund gelangte, dem Wissen gemacht hat. Herrn v. Tausch in die Hände fiel, erst deffen Werkzeug und Bericht Wegen der Mittheilungen in feinem starken Vermehrung des Asphaltpflasters nicht mehr zu ver an v. Tausch ist er freigesprochen worden. dann deffen Kreatur wurde. Der Bertheidiger holt weit aus zur Angeklagter Berger ist verantwortlich für die in zwei größern. Die Burschen", sagt der legte Verwaltungsbericht, Ent, chuldigung und Erklärung der Spigelrolle Lützow's und schließt: Artikeln der Staatsbürger Zeitung" enthaltenen Beleidigungen schlagen nur in seltenen Fällen ein und geben meist die Arbeit v. Lützow ist unter dem dämonischen Einfluß des Kommissars Der Gerichtshof hat die volle Ueberzeugung erhalten, daß nach furger Beit wieder auf. Unter diesen Verhältnissen bringen v. Zausch gewesen, dessen Rolle nun ausgespielt ist. Der An- in diesen Artikeln die Vorwürfe gegen den Freiherrn von von 200 find während des letzten Jahres 825 Arbeitsburschen sie der Verwaltung nur geringen Nugen. Bei einer Kopfzahl getlagte v. Bügow wird die ihm aufzuerlegende Strafe ertragen Marschall nicht abgeschwächt, sondern verschärft burch die Berwaltung gegangen." Werkwürdig ist, daß( wie in und sich einen neuen Beruf suchen. Erschweren Sie ihm dies und weiter verbreitet werden sollten.§ 193 Str.-G.-B. steht einem früheren Berichte gesagt wurde) gerade unter den Söhnen Von einer angeblichen der Straßenreinigungs- Arbeiter, auf die man in erster Linie geseinem Schicksale erlegen ist. Rechnen Sie seine Strafe nach Rede sein, das Gericht steht für vollständig widerlegt an, daß rechnet hatte, die Neigung. Asphaltbursche und später StraßenMonaten und bringen Sie einen Theil der Untersuchungshaft in das Auswärtige Amt mit Segartikeln in Verbindung 2003 eines Straßenreinigungs- Arbeiters- anstrengende Arbeit, gering ift. Das Oberstaatsanwalt Drescher: Ich muß meinen Strafantrag die Leckert und Lützow über die Beziehungen des Freiherrn dings so wenig Verlockendes an sich, daß sich die Abneigung steht, wie es auch erwiesen ist, daß von den Behauptungen. Enappe Löhne und dabei„ militärische" Disziplin hat allervervollständigen und berichtigen. Ich habe bei Dr. Blöv. Marichall zu den Artikeln aufgestellt, auch nicht ein Wort wahr gerade der Söhne von Straßenreinigern gegen diese Karriere am 1 Monat, bei Berger 2 Monate Festungshaft in Antrag ift. Föll mer hat sich einer schweren Beleidigung schuldig gemacht, Ende verstehen läßt. Bemerkenswerth ist auch, daß man bei den gebracht. Das ist nach§ 186 nicht zulässig, ich beantrage baber nicht dagegen Ledert sen. Die Verhandlung hat erwiesen, daß Asphaltburschen den Lohn noch weniger zu erhöhen geneigt ist, das gleiche Maß von Gefängniß. Ferner beantrage ich Ein es sich um ziehung der Schriften, Unbrauchbarmachung der Platten und durch schwere Berunglimpfungen eines boch dem Jahre der ersten Einstellung von Burschen, ist der Lohn für fch were Mißbräuche der Breffe als bei den erwachsenen Straßenreinigungs- Arbeitern. Seit 1880, Formen und Publikation des Erkenntnisses im Reichs- stehenden und makellosen Mannes handelt. Man Anzeiger", in der Staatsbürger- Zeitung" und der Welt am fühlt sich beschämt, wenn man sieht, wie durch einen Burschen nur um ganze 10 Pf., von 1,50 auf 1,60 m. pro Tag, Montag". geftiegen. unreifen Menschen und einen Agenten der Rechtsanwalt Schmilinski: Der Herr v. Tausch hat politischen Polizei die Ehre von tadellos Wie unglos es war, in diesem Jahre sogar drei Sonnfeine Rolle ausgespielt und das von ihm beliebte System ist bastebenden Berfonen in der frivolften und tage vor Weihnachten geschäftsirei" zu machen, zeigte sich vorzusammengebrochen. Hier handelt es sich um eine von langer leichtsinnigften Weise angetastet werden tann. gestern mit aller Deutlichkeit. War auch eine große Menge auf Hand angelegte Intrigue, die Dr. Plöß unmöglich durchschauen Das sei die Breßmißwirthschaft, das sei der Unfug, gegen den ben Beinen, fo gähnte doch selbst aus den größeren Geschäftskonnte. Wenn ein so viel gewandter und gerissener Mann, wie mit aller Schärfe Front gemacht werden muß. Der Gerichtshof läden eine verhängnißvolle Leere heraus. Die überangestrengten Herr v. Tausch glauben konnte, daß Graf zu Eulenburg an diesen hat sich deshalb im allgemeinen den Anträgen der Staats: Verkäufer und Verkäuferinnen aber waren glücklich um den RuheAnzettelungen ein Interesse haben könnte, so konnte umsomehr Herr anwaltschaft angeschlossen und verurtheilt: Sedert wegen tag gebracht. Und das scheint unseren arbeiterfeindlichen RückDr. Plöß aus dem ganzen Milieu der Verhältniffe, die damals öffent verleumderischer Beleidigung in brei Fällen zu einem Jahr wärtfern die Hauptsache zu fein. lich so vielfach besprochen wurden, an Konfpirationen an hoher Stelle se ch 3 Monaten Gefängniß, v. 2ühow wegen wieder- Ginige größere Geschäftsinhaber scheinen übrigens ganz glauben. Man erinnere sich nur an das Auftreten des Herrn holter Beleidigung nach§ 186 zu einem Jahr sechs richtig erkannt zu haben, daß das Publikum nun einmal nichts v. Tausch am ersten Tage, wie er dem ersten Minister gegen Monaten Gefängniß, Dr. Io zu 500 Wt. Geld- mehr vom Sonntagsgeschäft wissen will und daß die„ silbernen" übertrat, ihn anfchrie und förmlich, zur Rede stellte! Da strafe, Berger au 1 Monat Gefängniß, Föllmer Sonntage kaum das Gas einbringen. So waren die Bazare des mußte man doch auch annehmen, daß Herr v. Tausch zu 100 M. Gelbftrafe. Sedert sen. ist freigesprochen Herrn Wertheim vorgestern völlig gefchloffen. Herr Wertheim starke Hintermänner habe, baß er nicht auf eigene worden. Bu einer Unrechnung der Untersuchungshaft hat übrigens vor der Kommission für Arbeiterstatistik schon in Faust Politik trieb, sondern geschützt und gedeckt werde lag gat teine Beranlassung vor. Außerdem ist be- der Frage des Achtuhr- Ladenschlusses bekundet, daß er bei Einburch starke Kräfte. Dazu kommt die Erinnerung an so manche züglich der Publikationsbefugniß zc. nach dem Antrage des führung diefer in jedem Fall fegensreich wirkenden Maßregel Borkommniffe, wie den Sturz des Grafen Caprivi und die für Staatsanwalts erkannt. Angefl. v. 2übow erklärte feine Geschäfte bereits um 7 Uhr schließen werde! den Angeklagten Dr. Plög absolut unglaubwürdige Thatsache, fich zum Antritt der Strafe bereit. Ledert behielt daß von dem Wolff'schen Bureau auf eigene Faust des Bericht sich eine Erklärung vor, ebenso der Staatsanwalt bezüglich des betreffende Anfragen geben und Veranlassung, darauf hinzus Mehrere, die Wirksamkeit des Turnvereins Fichte erstatters ein falscher Raisertoaft telegraphirt sein sollte. Er v. Lüßow. Um 10 Uhr ist die Sigung beendet. weisen, daß außer der ersten Damenabtheilung dieses glaubte eben dem Ehrenwort des Herrn v. Lützow, den er als Offizier fannte, ihm war doch auch bekannt, daß mancherlei Turnvereins, welche Dienstags und Freitags von 8-10 Uhr In unseren Betrachtungen über den Prozeß in Nr. 283 hat abends Mariannen- Ufer la turnt, noch eine zweite DamenIntriguen hinter den Kulissen spielen, wie die Affäre des fich ein unangenehmer Druckfehler eingefchlichen. Herrn v. Arnim, der Streit Koze- Schrader, die Machen- Leckert ist ein 20jähriger, unreifer Bursche; nach seinem Abfalls von 8-10 Uhr Ackerstr. 67 ihre Uebungen abhält. Der Es heißt, abtheilung errichtet ist, welche Montags und Donnerstags ebens schaften des Herrn v. Hammerstein bewiesen haben. Und wenn gang von der Schule war er ein halbes Jahr lang Kaufmanns mäßige Monatsbeitrag von 40 Pf., sowie die günstige Tageszeit ein Minister, wie Herr v. Bronsart selbst einem Minister- Kollegen lehrling, dann wurde er durch die Deutsche Wacht" als erleichtert den Arbeiterinnen wesentlich die Betheiligung. nicht trauen zu dürfen vermeinte, so ist es doch wohl nicht so Theatertrititer in die journalistische Laufbahn eingeführt." wunderbar, daß Dr. Plöh den Versicherungen des Angeklagten Bemerkt sei ferner, daß der Beitrag zu den Männerabtheilungen Es handelt sich nicht um die Dresdener Deutsche Wacht", monatlich 60 Pf. und der Monatsbeitrag zur Lehrlingsabtheilung v. Lügow glaubte. Er babe geglaubt, im Intereffe der Wahrheit, wie infolge eines Druckfehlers mitgetheilt wurde, sondern um nur 20 Pf. beträgt. des Rechts und der öffentlichen Sicherheit zu handeln und ver- bas hiesige Reklame- und Sensationsblatt die Deutsche Warte". diene mindestens die größte Milde. Anrechnung! " " Rechtsanwalt Braß führt aus, daß sein Klient Föllmer abends in größter Eile die kleine Notiz geschrieben und daß ihm dabei nicht die Absicht und das Bewußtsein einer Beleidigung inne gewohnt habe. " Lokales. P Aerztlicher Brotneid. Zu der Anstellung der Frau Dr. Plöt für die weiblichen Mitglieder der Ortstrankenkasse der Buchbrucker bemerkt die„ Berl. Aerzte- Korr.":" Da nach der Gewerbe Der Ausftand der Hafenarbeiter in Hamburg soll Ordnung eine weibliche Person die Approbation als Arzt in Deutschland nicht erlangen tann, so ist die Anstellung dieser Nachdem Rechtsanwalt Gennerich noch mit wenigen beute Abend vor der Berliner Arbeiterschaft in sechs großen Dame rechtlich ganz baffelbe wie die Anstellung eines KurWorten für die Freisprechung des Angeklagten Leckert fen. ein- Boltsversammlungen erörtert werden. Die Verfamm- pfuschers oder Naturarztes. Dies ist in Preußen bisher noch getreten ist, nimmt der letzte Bertheidiger, Rechtsanw. Glazel, lungen finden in folgenden Lokalen statt: Berliner Bod. nirgends gestattet gewefen.- Thatsächlich besißt aber Frau Dr. Plög die gleiche medizinische Vorbildung wie jeder männliche| aller Frühe durch einen Geheimpolizisten aus der elterArzt und auch eine ausländische Approbation. " lichen Wohnung abgeholt wurde, um um über ihren an" Soziale Rechtspflege. Gerichts- Beitung. Die Dummen werden zwar nicht alle, aber ihrer werden geblichen Verkehr mit einer( wegen Abtreibung) in Haft be- Der felbständige Schloffer Ohlig, der als Kleinmeister doch merklich weniger. Das merken auch die braven Kühne- findlichen Frau F. vernommen zu werden. Der betreffende nicht versichert war, beanspruchte pon der Maschinenbau- und männer zu ihrem Schmerze. Die Genehmigung für eine Geld: Kriminalkommissar begnügte sich dann, nachdem die Vor- Kleineifen- Berufsgenossenschaft eine Unfallrente, indem er gellotterie zur Deckung des Defizits der Gewerbe- Ausgeführte ausgesagt, daß sie das Haus der F. nur zwecks Ron- tend machte, im Betriebe feines Sohnes, der ebenfalls„ selbstellung ist, wie die„ Berliner Ausstellungs- Beitung" meldet, fultation eines in demselben wohnenden Zahnarztes aufgesucht ständig" ist, sich verletzt zu haben. Die Berufsgenossen. bereits vom Ministerium des Innern ertheilt; allein die habe, mit der Erklärung. daß nur ein Irrthum vorliege. Dies i cha ft erkannte ihn aber nicht als versicherungspflichtigen Ausführbarkeit des Planes würde an der Unterbringung geschah Mitte Oktober d. J. Wenige Tage, nachdem wir den Fall Arbeiter des Sohnes an und wies seinen Anspruch zurück. In der Loose scheitern. Schon die Reihe C der Ausstellungs- Lotterie besprachen, übersandte uns der Herr Polizeipräsident eine„ Be- der Berufungsinstanz wurde festgestellt, daß der jüngere Ohlig richtigung", wonach Fräulein D., wie„ einwandsfreie Zeugen" die Arbeit in Frage stehende litt unter diesem Uebelstande. Von den 500 000 Loosen konnten bekundet haben, jener Frau" wiederholt längere Besuche als Unternehmer angenommen hatte, aber durch Krankheit an in seiner Eigenschaft mit Mühe nur 200 000 untergebracht werden, 300 000 mußten abgestattet haben sollte. Das war gewissermaßen schnelle Justiz", ihrer Ausführung verhindert worden war, und daß er sie des= das Lotterie Konfortium und die Ausstellung gemeinsam und verhältnißmäßig schnell wurde Fräulein Q." dann auch vor halb seinem Vater übertrug. Das Schiedsgericht und das spielen. den Untersuchungsrichter zitirt, nachdem sie sich auf Drängen Reich 3. Versicherungsamt entschieden auf grund dieser Merkwürdige Anschauungen herrschen bei der kaiser des Vaters einer jedes ehrbare Mädchen tiefbeschämenden Feststellung übereinstimmend zu gunsten der Berufsgenossenschaft. lichen Oberpostdirektion. Ein Privatmann hatte Untersuchung durch den Bezirksphyfitus hatte unterziehen Das Rekursgericht sprach den Grundfah aus, daß ein selbstfürzlich aus Versehen auf einen gewöhnlichen für zehn müssen. Go tlar, wie sich dort ihre Unschuld heraus- ständiger Unternehmer nicht zu einem Arbeiter im Sinne der Pfennig zu befördernden Brief eine Fünfzigpfennigmarke stellte, so glänzend bestand sie bei der Gegenüberstellung Unfallversicherungs- Gesetzgebung werde, wenn er für einen geklebt. Er schrieb an die zuständige Behörde um Zurück mit der Frau F. Inzwischen hatte der Vater eine Be- anderen selbständigen Unternehmer eintrete. erstattung der 40 Pfennige, die der Post zuviel zugewandt schwerde an den Herrn Minister des Innern gerichtet; 1 Monat waren. Die Antwort des faiserlichen Oberpostdirektors lautet ist bereits darüber verstrichen und noch kein Bescheid ergangen, furz und bündig:" Eine Erstattung von Franto, welches auf so daß Fräulein D. nunmehr volle fieben Wochen mit jenem den durch die Briefkasten aufgelieferten Sendungen irrthümlich schändlichen Verdacht behaftet dasteht! Weshalb, so schreibt die zuviel verrechnet worden ist, findet grundsäglich nicht Bolts- Beitung", welcher wir diese Mittheilung entnehmen, ist Wegen Vergehend gegen§ 153 der Reichs- Gewerbeſt at t." Wenn ein Geschäftsmann dem Kunden, der irrthümlich ber Herr Minister nicht ebenso schnell mit einer Ehrenerklärung Ordnung war der Zimmermann Karl Hargesheimer aus das vierfache des schuldigen Betrages eingezahlt hätte, die bei der Hand, wie der Herr Polizeipräsident mit seiner Be- Wochen Gefängniß verurtheilt worden. Dagegen hatte er Friedrichshagen vom Köpenicker Schöffengerichte zu vier Zurückerstattung des zuviel erhaltenen Geldes verweigern wollte, richtigung"?! so würde das Grund zu einer Klage geben. Die Post, welche Berufung eingelegt und gestern fam die Sache vor der vierten bei einer irrthümlich erfolgten ungenügenden Frantirung Durch das geftrige Glatteis find zahlreiche Personen und Straffammer am Landgericht II zur erneuten Verhandlung. Das nicht allein den fehlenden Betrag, sondern obendrein die gleiche Pferde zu Falle gekommen. Schöffengericht hatte als festgestellt erachtet, daß im Monat Juni Summe als Strafporto einzieht, scheint in diesem Falle jenseits 8 Uhr in der Dranienstraße 140, am Morigplay, ein großer inszenirt worden war, welche auf die Durchführung der neunDurch eine Gasexplosion entstand am Sonntag früh um unter den Zimmerern in Friedrichshagen eine Lohnbewegung von Gut und Böse zu stehen. Warum fehlte Herr Schöne? Einige hiesige Beitungen, Ladenbrand. Dort war man bis zu dieser Zeit mit dem Aus- stündigen Arbeitszeit zielte. Am Abend des 16. Juni habe der statten der großen Schaufenster der Firma Julius Leopold, Angeklagte drei Zimmerer vom Sch.'schen Plaze herunterso das„ Berl. Tagebl.", brachten anläßlich des Prozesses Lühow: Hamburger Engroslager, beschäftigt, wobei auf einem Gastocher kommen gesehen und habe denselben, mit der Kaffeekanne drohend, Leckert eine kurze, an sich bedeutungslose Notiz über die Organi: Kaffee gekocht wurde. Man vergaß den Gashahn zu schließen zugerufen: Na wartet nur, ich schlage Euch die Knochen entzwei!" sation der politischen Polizei. Merkwürdig war an der Notiz und als man später den Raum nochmals mit einer Lampe be- Gestern traten nun die Zimmerer Schüß und Kühn den Benur, daß unter dem Verzeichniß der Braven, welche als trat, erfolgte die Explosion, die im Nu die Waarenvorräthe, laftungszeungen, dem Handelsmann Wegener und dem Zimmerer Kriminalkommissare den Umsturz und sonst noch was bekämpfen, Herr Schöne, der durch den Auer- Prozeß zu so Bänder, Garne u. s. w. in Brand ſetzte. Die Familie eines im Friese, gegenüber, indem sie eidlich versicherten, daß der Anfeltsamer Unsterblichkeit genannte Mann, völlig fehlte. 28 a rum ersten Stock wohnenden Rechtsanwalts fonnte sich nothdürftig geklagte nur seinem Freunde Kuhn mit der Kaffeekanne gewinkt wurde feiner nicht gedacht? habe, von der anderen Seite der Straße zu ihm herüber zu die Verkäuferin eines Wäschegeschäfts in der Straßburgerstraße Straffammer zu der Anschauung, daß die Entlastungszeugen einen Da somit Aussage gegen Aussage stand, gelangte die Von einem feltenen Mißgeschick wurde gestern Mittag fommen. betroffen. Durch den intensiven Asphaltgeruch, der durch anderen Vorfall im Auge hätten, als wie die Belastungszeugen. Pflasterungsarbeiten auf der Straße verursacht war, wurde die Das Zeugniß der letzteren wurde daher für ausschlaggebend betreffende junge Dame zu anhaltendem Erbrechen gereizt, das erachtet und die Berufung verworfen. sich derart steigerte, daß sie sich dabei den Kiefer verrentte, ein Zustand, den man allgemein als Mundsperre bezeichnet. Trog aller angewandten Mühe gelang es nicht, den Kiefer zurück Die ,, Strafe" eines Duellmörders. Einem hiesigen Blatte zu bringen und die Patientin wandte sich schließlich an die bewird aus Glas über die Strafverbüßung des tönigl. Beremonien- nachbarte Unfallstation X in der Alten Schüßenstraße. Der meisters v. Kobe, der bekanntlich seinen Kollegen v. Schrader Arzt derselben leitete die Narkose ein, wobei es unschwer gelang, im Duell getödtet hat, das folgende berichtet: die junge Dame aus ihrer qualvollen Lage zu befreien. Das Opernhaus soll, wie gemeldet wird, vollständig neu gebaut werden. Auch wird von einer Erweiterung der Museums bauten berichtet. Letztere Nachricht dürfte wohl mit großem Zweifel aufzunehmen sein. Glaublicher flingt schon die Meldung, daß abermals ein Hohenzollern Denkmal, nämlich eines für Friedrich III. und zwar auf der nördlichen Spitze der Museums insel errichtet werden soll. retten. Der Brandschaden ist bedeutend. Vermischtes. Auch ein Nothleidender. Wie reich der verstorbene Fürst Egon von Fürstenberg gewesen, mag aus nachstehendem hervor. geben: Der Fürst war Besizer des mediatisirten Fürstenthums Fürstenberg, das etwa 2090 Quadratkilometer groß ist und die " Herr v. Roße verläßt morgens um 81/2 Uhr sein Lager, Durch einen Sturz aus dem Fenster hat sich vorgestern, Grafschaften Heiligenberg, die Landgrafschaften Stühlingen und kleidet sich mit Hilfe eines Privatdieners, der in der Sonntag Abend, das 17jährige Dienstmädchen Minna Jordan Baar und die Herrschaften Hohenhowen, Jungnau, Trochtelfingen, Stadt Glaz wohnt und jeden Morgen auf die Festung aus der Belforterstr. 1, bas bei dem Kaufmann Riebes in der Haufen im Kinzigthal, Meßkirch, Wildenstein, Waldperg, Neufra tommt, an, trinkt seinen Kaffee und macht bis 10 Uhr kleinere Köthenerstr. 15 feit zwei Monaten in Stellung war, zu tödten und Hayingen umfaßt, außerdem war er Freiherr zu GundelSpaziergänge auf der Festung. Um 10 Uhr beginnt sein täglicher versucht. Frau Niebes hatte dem Mädchen Vorwürfe gemacht. fingen. Diese Besigthümer werden auf etwa 350 Millionen Mark Urlaub nach außerhalb. Diesen benutzt er zu Spazier. Die Gescholtene lief aus der im ersten Stock gelegenen Wohnung geschäßt. Ferner besaß er mehrere Landhäuſer. Der Fürst besaß gängen in die umliegenden Ortschaften, in die Hintertreppe hinab und über die Bordertreppe bis zum Flur hierselbst das Haus Wilhelmstr. 23. Baares Vermögen hinterließ deren Wirthschaften er beim Glase Bier zu des dritten Stockes hinauf. Hier schwang sie sich in das Fenster er etwa 43 Millionen Mark. Bei der Reichsbank hatte er allein frühstücken pflegt. Um 12 Uhr kommt er nach Glaß, und sprang auf den Hof hinab. um im Hotel Stadt Rom zu Mittag zu essen. NachDen gesuchten Tod fand sie 10 Millionen hinterlegt. dem er dann seinen Raffe getrunken hat, geht er wieder jedoch nicht. Mit schweren Verletzungen wurde sie in ein Krankenwohin er will. Um 6 Uhr Abends stellt er sich pünktlich haus gebracht. auf der Festung ein." Das reisende Publikum wird auf die bei der ReichsTelegraphenverwaltung bestehende Einrichtung aufmerksam gemacht, nach welcher die Einlieferung von Telegrammen auf den in den Eisenbahnzügen fahrenden Postbüreaus erfolgen kann. Diese Telegramme tönnen auch auf Postkarten geschrieben sein, Aus den Nachbarorten. Theater. Der Rechtsanwalt May Tartara vom Landgericht Ronih, der wegen Veruntreuung von 15 000 M. fomie wegen Urkundens fälschung und betrügerischen Bankrotts verfolgt wird, ist in Wien verhaftet worden. Tartara wurde in einem dortigen Vergnügungs Etablissement erkannt. Er legte bereits ein Ge ständniß ab. 4000 m. wurden in seiner Brieftasche, ein größerer Betrag in feinem Mantel eingenäht vorgefunden. Auf Zeche Conftantin" Schacht 2 bei Bochum wurde am Sonnabend durch einen Sprengschuß ein Bergmann getödtet; zwei wurden schwer verwundet. " " So verbüßt in Preußen- Deutschland ein Mann, der nach ben Begriffen aller gefitteten Menschen das denkbar schwerste Ein kaiserliches Gnadengeschenk. Dem Maurer Boch Verbrechen begangen hat, fidel seine Strafe. In den Gefchen Ehepaar sind am Sonntag zur Feier der goldenen Hochzeit fängnissen desselben Preußen- Deutschland werden sozial breißig Mart als Guadengeschenk übermittelt worden. Der demokratische Rebatteure, die bei Geißelung unserer Pastor hatte die Geldsumme dem Jubelpaar zu übergeben. Zustände ein Wort zu viel gesagt haben, gleich den Spizbuben gewöhnlicher Sorte aller Freiheiten beraubt, zu den ungewohntesten Ruppin ist ein Steckbrief erlassen worden. Er hat 1200 Mart Hinter dem Gerichtsvollzieher Hammann aus Neu: und eintönigsten Arbeiten angehalten, in Sträflingskleider gesteckt unterschlagen und seine Frau mit neun Kindern im größten Elend gegeben zu haben, fireiten fich zur Beit die Niederlande, FrankUm die Ehre, die erste Zeitung in Europa heraus. und gefesselt durch die Straßen geführt. Merte dir, figen lassen. arbeitendes Volt, diesen Unterschied! reich und Belgien. Brüssel begründet seinen Anspruch unter Zur Frage der Sittlichkeit auf dem Lande, die in der Hinweis darauf, daß bereits im Jahre 1605 in Brüssel Von einem großen Tamtam zur Feier des hundertjährigen Reichstagssigung vom Freitag von unserem Genossen Bebel ge- die Nieuwe Tydinghen", ein unregelmäßig erscheinendes Geburtstages Wilhelms I. ist namentlich in der Bismarckischen, streift wurde, schreibt man uns aus Zielen zig: In unserer militärisches Bulletin, herausgegeben wurde. Dem gegen der Tausch- Korruption zugethanen Presse viel die Rede. So lange hochkonservativen Gegend trieb vor etwa einem Jahrzehnt der über hebt eine französische Zeitung hervor, daß in die antisemitischen radaupatriotischen Elemente unter sich lärmen Baster Richter in Tempel( Ost- Sternberg) mit seinen Kon Paris schon 1494/95 während des Feldzuges Karls VIII. wollen, ließe sich ja kaum etwas sagen; neuerdings ist aber das firmanden die gemeinsten Unsittlichkeiten. Ehe ihn der Steckbrief gegen Italien den heutigen Extrablättern ähnliche Berichte aus von die Rede, daß die Gewerke" mitmachen. Wir nehmen an, des Staatsanwalts erreichen konnte, war er, wie es heißt, in die gegeben wurden, die das Bolt über den Stand der Dinge daß es die Junungsbrüder allein sind, die unter diesem Namen Schweiz entflohen. Pastor Dessin in Gleißen( Off- Sternberg) im Felde, die Kämpfe und Siege informirten. Damit hätte einbegriffen sein wollen. Der Gedanke, daß Berliner Arbeiter hatte sich vor etwa 4 Jahren an einem Schulmädchen vergangen. Frankreich aber noch nichts bewiesen, denn diese Art des Zeitungss an einer Feier zu Ehren Wilhelms I. theilnehmen, unter dessen Auch ihm gelang es, rechtzeitig zu entfliehen. Vor etwa 5 Jahren wesens ist schon in der Mitte des 15. Jahrhunderts in Italien, Regierung das Sozialistengesetz erlassen wurde, kann nur im mußte Pastor Liebig in Heinersdorf( Ost- Sternberg) wegen England und Desterreich üblich gewesen, wo über Naturerscheinungen, Scherz erörtert werden. eines Techtelmechtels mit seiner Köchin sein Amt aufgeben. Ein Unfälle und Morde ein beinahe regelmäßiges Nachrichtenwesen anderer Pastor in Laubow bei Drossen wurde ebenfalls von in Einblattform sich ausgebildet hatte. Mitte des 16. Jahrfeinem Amte entfernt, weil er gar zu stürmisch geliebt hatte. hunderts wurden in Köln, als dem damaligen Mittelpunkte Deutschlands, schon regelmäßige wöchentliche Rorrespondenzen herausgegeben. 1608 erschienen in London als erstes Blatt Englands, die Weekly News"( Wöchentliche Neuigkeiten"). 1609 welche dann an stelle der auszustreichenden Ueberschrift" Post- Die Zustände im Theater des Westens. Hiesige Blätter folgte Straßburg mit einer Wochenschrift, 1615 Frankfurt a. M. tarte" mit der Bezeichnung Telegramm" zu versehen, mit berichten: In der am Sonnabend stattgehabten Generalversamm Frankreich erhielt erft 1681 in La Gazette" ein regelmäßig den erforderlichen, der Telegrammgebühr entsprechenden lung der Gesellschafter des Theater des Westens, Ges. m. b. H., erscheinendes Wochenblatt. Postfreimarken zu bekleben und durch den an jedem Post- wurde einstimmig der Beschluß gefaßt, das Kapital der Gefell Aus Brüg wird gemeldet: In der Nacht zum Sonntag er wagen befindlichen Briefkasten zur Aufgabe zu bringen sind. schaft aus den Mitteln der Gesellschafter um 100 000 Mart folgte im Verbruchsgebiet der Katastrophe vom September d. J. Wo die örtlichen Verhältnisse und die Dauer des Aufenthalts zu erhöhen, in der Voraussetzung, daß das Schau- eine neuerliche Erdfenkung; der Vorgang war bis 3 Uhr morgens auf den Eisenbahnstationen es gestatten, werden auch mit Marken ipielerpersonal in eine Reduktion der Be bemerkbar und ließ an mehreren Häusern Risse und andere nicht bellebte Telegramme gegen Baarzahlung durch das Fenster züge um Drittel der bisherigen Beträge willigt, Merkmale zurück. Die Senkung dürfte mit Bohrlocharbeiten zus oder die Thür des Eisenbahn- Poftwagens angenommen. Eine da das Unternehmen durch den übergroßen Gagen- Etat zu sehr fammenhängen. Im Annabilfschacht haben keinerlei Ber Zuschlagsgebühr tommt hierbei nicht zur Erhebung. Es empfiehlt belastet ist. Das Schauspieler- Personal würde auch nach dieser änderungen stattgefunden. Der Betrieb der Auffig- Teplizer Bahn fich, daß der Aufgeber feinen Namen und Wohnort zur Seite Reduktion weit höhere Einnahmen beziehen, als dasselbe hat teine Störung erfahren. des Telegramms, behuss Erledigung etwaiger Nachfragen, nach bisher gehabt oder anderweit erzielen würde. Weitere Beschlüsse richtlich angiebt. Durch den Sturm an der Rüfte des nordwestlichen Frankwerden einer nach Ausführung dieses Beschlusses unverzüglich reich ist das Feuer des Leuchtthurms auf der Jle de Sein( Dep. Das neue Männer Asyl, das von dem Berliner Asyl- einzuberufenden Generalversammlung vorbehalten. Ueber Finistère) ausgelöscht. Eine schwarze Fahne weht auf dem verein für Obdachlose in der Wiesenstr. 55-59 errichtet worden sonstige Erörterungen i ft Stillschweigen Leuchtthurm. Das Berlöschen des Feuers ist eine große Gefahr ist, wird am Sonntag, den 13. d. Mts., mittags 12 Uhr, feierlich protlamirt. für die Schifffahrt. Infolge des hohen Wellenganges können eröffnet werden! Einigen Blättern ging zu diesem von leitender Stelle mit Boote fich dem Leuchtthurm nicht nähern. Wie Zeitungen bedient werden. Ein merkwürdiges getheilten Bericht vom Theater des Westens folgendes Schreiben Malheur ist hiesigen Blättern bereitet worden. Sie brachten zu: Zu dem in den heutigen Zeitungen veröffentlichten Beschlusse dieser Tage eine Mittheilung, wonach den Studenten der Ber- der gestrigen außerordentlichen Generalversammlung unserer Geliner Universität von Profeffor Friedberg verboten worden sei, fellschaft wollen Sie gefälligit davon Kenntniß nehmen: daß der ihre Fahrräder in den Räumen der Hochschule unterzubringen. Beschluß nur das darstellende Personal( nicht auch das technische Diese Meldung wurde von amtlicher Seite sofort damit dementirt, und Bureaupersonal) und auch dieses nur in Ansehung der daß es gar keinen Professor Friedberg an der hiesigen Universität jenigen Mitglieder betrifft, welche ein Monatseinkommen von gebe. Wie ist aber die Nachricht entstanden? Ein Berliner mehr als 200 m. beziehen. Reporter hat ein Leipziger Blatt in die Hände bekommen Zu diesen Mittheilungen wird uns geschrieben: Die unterund darin eine entsprechende, vom dortigen Universitätsrektor zeichneten Mitglieder des Theaters des Westens bitten die verFriedberg erlassene Bekanntmachung gelesen. Flugs setzte er sich ehrliche Redaktion um nachfolgende Berichtigung:„ Der Aufhin und arbeitete" die Sache mit Gelassenheit für Berlin um, ſichtsrath des Theaters des Westens versendet nach der letzten Dandert. Wir halten die Angaben unseres Berichterstatters wobei es ihm denn nicht darauf unfam, selbst den Namen des Generalversammlung am 5. d. W. an die Zeitungen einen Be- für zuverlässig. Die Differenz ist von untergeordneter Bedeutung, Leipziger Professors stehen zu lassen! richt, worin es unter andern heißt:" Selbst wenn die Mits da an dem Ergebniß der Abstimmung nichts geändert wird. Im Reduktion erlitten, hätten sie immer noch höhere Bezüge, also gleichfalls dem Jrrthum unterworfen. glieder eine Kürzung ihrer Gagen durch eine Drittel übrigen ist Ihr Resultat auch das Ergebniß einer Schäßung, wie fie oder in ihren früheren Engagements hatten haben würden." E. B., Hennigsdorf. Darüber existiren bestimmte Gesetzes. Die Unterzeichneten fühlen fich durch vorschriften nicht. Wenden Sie sich beschwerdeführend an den diesen Passus zu der Mittheilung veranlaßt, daß diese Behaup- Kreis Schulinspektor. G. P. 1. a. 1. Jn 80 Jahren, falls 30 tung eine vollständig unzutreffende ist. Wir haben, ein Miethsvertrag und nicht ein Kaufvertrag vorliegt. 2. In bevor wir am Theater des Westens verpflichtet wurden, da 32 Jahren vom Ablauf des Jahres ab, in dem die Forderung felbe Einkommen gehabt, wie gegenwärtig. Der betreffende entstanden ist, verjähren im allgemeinen die Forderungen der Ausspruch könnte sich nur auf Mitglieder beziehen, die thatsächlich Handwerker, Arbeiter u. f. w. für gelieferte Arbeit.- A. Sch. eine Ausnahmegage haben. Bach. Halm. Löwe. Pittschau. Nein.-H. B., Freiburg. Versicherungspflicht liegt leider Unsere Polizei. Unter der Ueberschrift:„ Ein schwerer Ries. Rohland. Ballentin. Vorwerk. Haßterl. Wessels. Haid. nicht vor. Sommerlieutenant. Interesfirt Sie die Mißgriff der Kriminalpolizet" meldeten hiesige Blätter vor einiger Possansky. Hofpaner. Hofpaner. Rober. Bergère. Gabri. Heinrich. Frage, wieviel der Finanzminister als Steuerzahler ver Zeit, daß die Tochter eines achtbaren Beamten, Frl. D., in l Müller. Rupricht. Went. Immisch. Albrecht. Bahlen. fteuert, so ziehen Sie direkt von ihm Erkundigung ein. Elendsstatistik. Jm Berliner Asylverein für Obdachlose nächtigten während des Monats November 9297 Männer und 904 Frauen. Arbeitsnachweis wird erbeten für Männer Büschingstraße 4, für Frauen Füsilierstr. 5. Die 10 Berliner Unfallstationen wurden im Monat November 1896 in 1251 Fällen für erste Hilfe in Anspruch ge nommen und zwar 1113 Mal bei Unfällen und 138 Mal bei plöglichen Erkrankungen. In den Stationen wurde Hilfe 1168, außerhalb derselben 83 Personen gewährt. berichtet: Der Infanterie- Hauptmann Leduc verwundete im Aus Bergerac( Frankreich, Departement Dordogne) wird Militärspital den Oberstlieutenant feines Regiments Lancelin durch drei Revolverschüsse und tödtete sich hierauf selber. An den Rüften der Inseln Elba und Sardinien wüthet ein heftiger Sturm; die Schiffe suchen die nächsten Häfen auf. Man befürchtet, daß Unglücksfälle vorgekommen sind. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Briefkasten der Redaktion. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 287. worden. tommen. Soziales. Dienstag, den 8. Dezember 1896. 9 13. Jahrg. Ober Verwaltungsgericht, wo sie Genosse Stadthagen. formell wie materiell ant, daß überhaupt ein Ge= = die simple Thatsache, daß jetzt die Zahl der gegen Krankheit, halten gab er an, vom Dienstherrn und dessen Kindern Betriebsunfälle und für die Tage des Alters versicherten Personen schlecht behandelt worden zu sein. Hensche selbst hätte Ueber den Verkehr in dem Nordostsee- Kanal während größer ist als zu Beginn der staatlichen Arbeiterversicherung ihn am 6. Dezember mit der Faust in die Seite gestoßen des ersten Betriebsjahres vom 1. Juli 1895 bis 80. Juni 1896 Das sind aber nur die ganz selbstverständlichen Folgen der vor und wiederholt mit der Peitsche gegen den Kopf geschlagen. werden amtlich folgende Nachweise veröffentlicht. Den Kanal sehn Jahren begonnenen staatlichen Arbeiterversicherung; schon Die Polizeiverwaltung ordnete die Rückkehr des jungen Menschen haben in diesem Zeitraum befahren 16 834 abgabepflichtige ber Zahl der Versicherten mit sich. Aber auf dem Hauptgebiete liche Mißhandlung nicht für erwiesen erklärt. Die Verfügung die Vermehrung der Bevölkerung bringt ja eine Vergrößerung in das angebliche Dienstverhältniß an, indem sie eine unaufhörSchiffe mit einem Raumgehalt von 1505 983 Registertons netto, des Arbeiterschutzes, dem des wirthschaftlichen Verhältnisses des der Polizeiverwaltung wurde dann im Verwaltungsstreit Verdarunter 7531 Dampfschiffe im Raumgehalt von 1140 578 Re- Arbeiters zum Unternehmer, ist sehr wenig geschehen und das fahren angefochten. Nach fruchtlosen Beschwerden beim Land giftertons; 14 957 Schiffe führten die deutsche Flagge, 3 die belgische, 184 die britische, 812 die dänische, 8 die französische, nur im Schneckengange, während es mit dem Schuße der Herren rath und beim Regierungspräsidenten kam die Sache vor das 381 die niederländische, 60 die norwegische, 84 die russische, Agrarier und Fabrikanten selbstverständlich stets pressirt. 336 die schwedische und 9 eine sonstige fremde Flagge. An Gewerbliche Schiedsgerichte in der Schweiz. Nun im öffentlichen Interesse energisch wahrnahm. Er zweifelte Ranalabgaben, find 827 876 M. und an Gebühren im ganzen will auch der Kanton St. Gallen in die Reihe der Kan( einschließlich der Schleppgebühren 2c.) 896 452 m. erhoben tone treten, welche Gewerbegerichte haben, ein dahingehender in de Miethsverhältniß hier bestanden hätte, und hob Gesetzentwurf ist bereits dem Großen Rathe eingereicht. Danach hervor, daß die Kinder einer„ Herrschaft" nicht durch Ueber die Lebensgefahr im Seefischereigewerbe giebt es tönnen gewerbliche Schiedsgerichte für das Gebiet einer oder die Gesinde- Ordnung befugt worden wären, das Gesinde mit Das Gericht beschloß in Frankreich statistische Aufzeichnungen, die vom Marine- mehrerer Gemeinden auf deren Antrag durch Beschluß des geringen Thätlichkeiten" zu bedenken. Ministerium unter dem Titel veröffentlicht werden: Statistique Regierungsraths eingeführt werden. Ihre Kompetenz erstreckt damals, Beweis zu erheben, welcher Art die Stellung Ladedes pêches maritimes. Danach sind in dem dreijährigen Zeit- fich auf die Zivilftreitigkeiten zwischen Inhabern von Gewerben, mann's gewesen sei. Nach den Aussagen Hensche's, die un raum von 1888 bis 1890 durchschnittlich von 1000 auf See be- Handels- und Fabrikationsgeschäften und ihren Angestellten, gestrigen Termin verlesen wurden, ist L. als Dienstjunge für ein schäftigten Fischern 4 bei Ausübung ihres Berufs ums Leben ge nicht übersteigt. Arbeitern und Lehrlingen, insofern der Streitwerth 200 Franks Jahr gemiethet und mit Haus- und Feldarbeiten aller Art bes Aus den übrigen Zeugenaussagen ist noch der dem deutschen Reichstag zu hervorzuheben, In Die Unternehmer und Arbeiter werden in schäftigt worden. daß eine Frau gesehen hat, wie Labemann gegangenen Novelle zur Unfallversicherung, worin Berufsgruppen eingetheilt. Für die Wahlberechtigung und Wähl- einmal im Sommer 1895 mit der barkeit gelten die betreffenden Verfassungsbestimmungen. Den Peitsche so yCe die Ausdehnung der Unfallversicherung auf die Seefischerei Auge eine blaue Geschwulst vorgeschlagen ist, hat man jenes Ergebniß der französischen Vorsitzenden und Sekretär stellt das Bezirksgericht. Für jede schlagen wurde, daß am entstand. Der Senat wies die Klage unter Statiftit der Berechnung der Unfallgefahr zu grunde gelegt. Sigung giebt es eine Entschädigung von 2 Franks aus der wird angenommen, daß damit die Gefahr des Fischereibetriebes das Sigungsgeld S Franks. Die Gerichtsgebühren für die Par: Hensche habe unzweifelhaft ein Gesindedienstverhältniß bestanden, als Verhandlung beträgt und teien betragen 1-20 Frants. Die Oberanfsicht über die Gewerbe- daran ändere nichts, daß L. kein Gesinde- Dienstbuch, sondern ein Arbeitsbuch besaß, wie es minderjährige gewerbliche Argerichte übt das Kantonsgericht. beiter brauchen, und ebenso wenig ändere daran, daß er bei der Orts- Krankenkasse in Teltow versichert war. Allerdings habe er der Genehmigung des Vormundes für das Dienstverhältniß be durft. Diese müsse indessen nicht durchaus eine ausdrückliche sein, es genüge auch eine stillschweigende, und eine In den staatlichen Sparkassen Rußlands waren am 1. Juli solche sei hier anzunehmen, da der Vormund als Stiefvater des dieses Jahres Gelder im Gesamtbetrage non 399 913 977 Rubeln. monatelang dessen Beschäftigung bei Hensche geduldet habe. angelegt. Am 1. Juli 1895 betrug die Summe 363 363 491 Rubel. Die Bezeichnung als Sozialdemokrat ist keine BeIm Laufe eines Jahres ist also die Summe der in den staut leidigung. Vor dem Strafsenat des braunschweigischen Ober lichen Sparkassen angelegten Gelder um 46 550 486 Rubel landesgerichts ist kürzlich die Frage entschieden worden, ob der gestiegen. Vorwurf: Jemand sei Sozialdemokrat" eine Be: leidigung darstelle. Der Klage lag die Aeußerung des Beklagten zu grunde:" In das Lokal gehe ich nicht, der Mann ist ein Sozialdemokrat." Das Gericht ift zu der Ueberzeugung gekommen, daß diese Worte Den Zentrumsmännern, die sich zur Zeit etwas darauf an sich keine die Ehre objektiv verlegenbe einbilden, daß sie„ regierungsfähig" sind und reaktionäre Ketten Behauptung enthalten, da bei der heutigen, schmieden dürfen, mag es nicht schaden, wenn ihnen einmal die auch im Reichstage anerkannten Stellung der Behandlung der katholischen Interessen von Gerichtsstelle aus zu Sozialdemokraten als einer politischen Partei Gemüthe geführt wird. Der Redakteur Stanislaus Kaczmareck in der Bezeichnung jemandes als Mitglied derfelben eine Herabwar vom Landgericht Posen zu 50 M. Geldurafe verurtheilt feßung der allgemeinen, äußeren bürgerlichen Ehre des be= worden, weil er das Benehmen der deutschen Soldaten bei einer treffenden nicht gefunden werden kann. In der gegenwärtigen Frohnleichnams Prozession gerügt hatte. Das Landgericht Zeit der prozent- patriotischen Heze foll es uns nicht wundern, batte eine Beleidigung der gesammten Garnison angenommen. wenn gegen dies Urtheil staatserhaltende Bedenken erhoben Db der Angeklagte, so hieß es im Urtheil, als Katholik und werden. Redakteur eines polnischen Blattes berechtigte Interessen hätte wahrnehmen können, könne dahingestellt bleiben, da der Angeklagte solche gar nicht habe wahrnehmen wollen. Er habe nur seine Leser gegen die Evangelischen und Deutschen aufheben Mehl wollen. Das Reichsgericht hob das Urtheil wegen unklarer BeHand im gründung auf und wies die Angelegenheit an dasselbe Land über gericht zurück. Ob nunmehr anders erkannt wird? in den deutschen Gewässern mehr als ausreichend hoch an= genommen ist, weil die Ostsee nicht so große Gefahren biete als die Nordsee beziehentlich der Atlantische Ozean. Ferner soll die Juvaliditäts- und Altersversicherung der Seeschiffer und Seefischer in die See Berufsgenossenschaft aufgehen und gleichzeitig ist die Errichtung einer Wittwen- und Waisenversorgung vor gesehen, für welche eine Beitragspflicht festgesezt werden kann. Eine Bäckerei- Jdylle. Aus Bäckerkreisen wird uns mit. getheilt: Bom 1. Mai bis 3. Juli arbeitete ich in M. bei einem Innungsbäckermeister. Wir waren 4 Gesellen, die täglich 17-18 Stunden zu arbeiten hatten. Die Arbeit begann abends 7 Uhr und währte, die Zeit für Essen mit einbegriffen, bis nachmittags 1-2 Uhr. Die Arbeit war schwer, denn wir mußten täglich nahezu 5 Zentner Mehl zu Brötchen und Wasserwecken ver arbeiten, außerdem mußten noch ca. 300 Hörnchen und 60 Pfund Weißbrotteig fertiggestellt werden. 8 u awei Für uns und noch zwei Gesellen, die in der Nachbarschaft in einer Brotbäckerei des Schwiegervaters unseres Meisters arbeiteten, gab es nur zwei Betten. Wir vier Gesellen schliefen in diesen Betten zwei und von 1 oder 2 Uhr nachmittags bis abends 7 Uhr; sobald wir aufgestanden waren, legten sich die beiden anderen Gefellen in unsere Betten, von denen jebt jeder eins betam. Die Arbeit war so streng, daß an ein Sieben des zur Verarbeitung gelangenden Mehls nicht gedacht werden konnte; und doch ist in der Bäckerei die erste Bedingung für reinliche Arbeit das Mehlsieben. So kam es, daß wir eines Tages eine todte Maus aus dem Brotteig zogen, an einem andern Tag kam ein ganzes Neft junger Mäuse Mäuse aus einem Sad zum Vorschein, das einer mit von uns der herausfischte, ein brittes Mal ein Stiefelabsah Mehl and Tageslicht. Schlimmeres will ich gehen. Der Lohn betrug pro Woche für den ersten Gesellen, der ein Mann von 48 Jahren war und eine lahme Frau mit 4 Kindern zu ernähren hatte, 13 M., der zweite er hielt 9 M., der dritte 61/2 M. und der vierte 5 M. Rost und Wohnung hatten wir beim Meister. Für den Secheuhr- Ladenschluß agitirt in London die Early Closing Association( Gesellschaft für früheren Ladenschluß); es handelt sich dabei um die Firmen im West End. Jetzt ist dort der Ladenschluß um 7 Uhr. Gerichts- Beitung. " Versammlungen. Die Firma W. Hamann a. Co., Lederpantoffelfabrit, Berlin C., Neue Friedrichstraße 36, erklärt die in dem Vers sammlungsbericht vom 2. Dezember enthaltene Angabe, daß bei uns eine Lohnreduzirung von 15 pet. stattgefunden habe, für Von der antisemitischen Agitation. Jeder Deutsche, eine bewußte unwahrheit und find wir bereit, durch Zeugen, welcher kein Antisemit ist, übt Verrath am Vaterlande, sowie durch unsere Lohnlisten und Bücher aut bc= bewußt oder unbewußt", einen mit dieser Devise vorgedruckten weisen, daß unfere Arbeiter bis jetzt einen regelBriefbogen benutte der Apotheker Dehlmann in Wülfel mäßigen Lohn von per Tag 3,50-5,50 verdienten, alfo per ( Hannover) zu einem Berichte, den er dem dortigen Amtsgerichte Woche 21-36, fogar 39 M. in neunstündiger Arbeitszeit. Den Als der 3. Juli herankam und der Meister teine Anstalt einzureichen hatte. Dehlmann wurde deshalb unter Anklage ge- Abzug, den wir jetzt machten, beträgt nicht 15 pet., sondern machte, die vorgeschriebene Normal- Arbeitszeit von zwölf stellt und vom Schöffengericht wegen ungebührlicher Aeußerungen nuc 2-3 pet. Diese 2-3 pCt. werden aber fast ganz aufStunden einzuhalten, während man das in anderen vor Gericht zu einer Geldstrafe von fünf Mack gehoben durch andere Einrichtungen und Erleichterungen, sodaß Werkstätten wenigstens versuchte, legte ich mich morgens verurtheilt. der Lohn fast derselbe bleibt wie bisher. 9 Uhr, also nach 14 stündiger Arbeitszeit zu Bett. Darauf tam es zu einer Auseinandersetzung mit dem Meister und ich wurde entlaffen. Eine Klage bei dem zuständigen Gericht fiel zu meinen ungunsten aus, es hieß, die Verordnung über die Arbeitszeit sei noch nicht in traft getreten(?), und so wurde ich kostenpflichtig abgewiesen. = Ober Verwaltungsgericht und Gefindesklaverei. Der Im Verein zur Wahrung der Intereffen der Maurer Prozeß Lademann fontra Regierungspräsident in Potsdam", den hielt am 3. d. M. das Mitglied Beiersdorf einen beifällig der Vormund des minderjährigen, 1879 geborenen Wilhelm Lade- aufgenommenen Vortrag. Unter Vereinsangelegenheiten wurden mann wegen Aufhebung eines Dienstverhältnisses führte und mehrere Unterstüßungsgesuche erledigt, und hierauf folgende über den wir seineracit schon berichteten, wurde am Freitag Lokale, in welchen die Morgensprache" des Sonntags vor voriger Woche vor dem ersten Senat des Ober Vers mittags abgehalten wird, bekannt gegeben: Swinemünderstr. 20 Die ,, Deutsche Tageszeitung", der Moniteur der agrari- waltungsgerichts erledigt. Lademann hatte am bei Geite, Rotbergerstr. 23 bei Raabe, Thurmstr. 84 bei Holzschen Voltsausbeuter, fühlte sich dieser Tage gemüßigt, abzu- 6. Dezember 1895 seine Stellung bei dem Gärtner Hensche in bächer, Waldemarstr. 61 bei Roll. Bei Böhl, Rüdersdorferstr. 8 leugnen, daß es mit der Fortführung der Arbeiterschutz- Gesetz- Teltow, in die er am 15. Mai 1895 eingetreten war, verlassen finden die Besprechungen auch an Wochentagen statt. gebung in Deutschland langsam vom Flecke geht. Das Blatt und bei der Polizeiverwaltung beantragt, für die Herauszahlung Charlottenburg. Am 1. d. M. fand hier im Lokale vermochte für seine Behauptung weiter nichts anzuführen, als seines rückständigen Lohnes zu sorgen. Als Grund für sein Vers Bismarckhöhe" eine Mitgliederversammlung des Wahlvereins Kunst und Wissenschaft. = feinen Nugen davon, nicht einmal dankbare Rollen fallen ihnen zu. " Im Belle Alliance Theater ist am Sonntag Nachmittag Im Theater des Westens geht es jetzt unruhig zu. Der Shakespeare's Romeo und Julia" unter Leitung des Herrn Brunkbau ist auf Schwemmsand errichtet. Wir haben schon Türk vor vollbesetztem Hause aufgeführt worden. Aus der im seinerzeit darauf hingewiesen, als die Flugschrift des Er- Direktors ganzen befriedigenden Vorstellung ragte Frau Sophie Bursta Blumenreich erschien. Die Broschüre gab sehr bezeichnende Beiträge durch ein geistvolles und interessantes Spiel hervor. Die zu dem Thema Wie entstehen heutzutage glänzende Musentempel? Künstlerin verschmähte es, die Julia mit dem heißen, über- Nun ist das Theater des Westens bereits ins Gedränge gekommen uno quellenden Temperament der Südländerin zu geben, sondern seine Gesellschafter wollen es faniren". Natürlich hat man die schuf eine Liebende, die sich mehr dem milderen Ideal des Unternehmer- Natur nicht verleugnet und mit dem Sanirungswerk Deutschen nähert. Unter dieser, den nordischen Begriffen leichter beginnt man bei den Schauspielern. Die sollen bereit fein, auf ein faßbaren Darstellung mag es verzeihlich erscheinen, daß aus dem Drittel ihrer bisherigen Bezüge zu verzichten. Denn erstens wären 14jährigen Kinde des Capulet eine 18jährige Tochter wurde. manche von ihnen überzahlt und zweitens feien viele aus kleineren Schien dieser Julia gegenüber auch der Romeo des Herrn Jürgas Orten gekommen, wo sie überhaupt nicht solche Gagen erhalten hätten. ein wenig butterweich und sanft, so muß doch anerkannt werden, Das ist eine merkwürdige Logit. Wenn man einen Schauspieler daß der Künstler mit feinem Verständniß in seiner Rolle aufging. aus Altenburg oder Rudolstadt berufen hat, so muß man ihn Die Väter waren von den Herren Türk und Karfiol brav ge- für tüchtig genug gehalten haben, um im hauptstädtischen spielt, ingleichen verdienen Herr Rusch als Lorenzo und Frau Ensemble mitzuwirken. Dazu kommt, daß seine Lebenshaltung Hüftel als Amme Anerkennung. War so die Vorstellung schlicht hier kostspieliger ist und daß man ihn vielleicht aus gesicherten und recht, so muß bedauert werden, daß das Publikum es zum Verhältnissen herausgerissen hat. Noch haben die betroffenen theil an Verständniß für Shakespeare's Meisterwert fehlen ließ. Schauspieler selber sich zu dem Vorschlag nicht geäußert. Die herrlichen Liebesszenen, die durchaus befriedigend gespielt wurden, erregten unter den Zuschauern schlecht verhaltene Heiter: feit. Ein kleiner Anachronismus wird vielleicht bei der nächsten Vorstellung abgestellt werden. Beim Fest des Capulet spielten die Musikanten das Menuett aus Mozart's Don Juan. Kleine Leute sind ausgeschloffen. In diesen Tagen wird im Opernhause Richard Wagner's Ring der Nibelungen" in der Bayreuther Besetzung aufgeführt. Zu diesen Borstellungen find die Preise um das Doppelte erhöht werden, sodaß der letzte Sigplatz nicht weniger als drei Mark kostet. Das kommt einem Theilnahmeverbot für das größere Publitum gleich, und aus den Kreisen der ärmeren Konservatoristen sind uns bittere Beschwerden über die von der Intendanz geübte Rücksichtslosigkeit zugegangen. Man spottet, die Religion soll dem Volte erhalten bleiben, bie Kunst aber, die sicher besser das Gemüth bildet, als die hebräische Mythologie, bleibt dem Geldsack reservirt! = Heinrich von Kleist's Prinz von pomburg" geht morgen, mittwoch, im Friedrich Wilhelmstädtischen Theater zum ersten Male to Szene. 11 Eingelaufene Druckschriften. Sosiale Praxis, Bentralblatt für Sozialpolitik".( Berlin, Carl Hey mann's Berlag) enthält in ihrer neuesten Nr. 10 folgende leitende Aufs fäße: Die deutsche Strafgesetz- Novelle. Von Privatdozent Dr. J. Jastrow. Der national- soziale Verein. Von Pastor P. Göhre. Die Programtills revision der schweizerischen Sozialdemokratie. Bon Landrath St. Gschwind. Aus dem Notizentheil heben wir hervor: Amerikanische Umfrage über Währungs- und Lohnverhältniffe in Rußlano sc. Enquete über di se seitigung städtischer Abfallstoffe. Lohnerhöhung der städtischen Arbeiter in Stuttgart. Arbeiterausschuß der städtischen Gasarbeiter Berlins. Die Sommeraufnahme der Arbeitslosen in Berlin. Von Dr. E. Hirsch. berg.- Lithographenstreit in Berlin. Anwendung der Bertraggoruchs Klauseln. Organisation der füdischen Arbeiter in Manchester. Lade: t= personal- Gesez für England. Deutsche Unfallnovelle. Deutsche n validenversicherungs- Reform. Konferenz der besonderen Kaffen. Eins richtungen" für die Invalidenversicherung. Zwangsversicherung des Anwaltstandes. Geschlechtsgeinyl. Bon Ilts. Verbrechen. Von Ferri. Sozialdemokratie. Von Lorens.Einführung in den Sozialismus. Von Calwe. Leipzig, Georg 5. Wigand's Verlag. 3witterbildungen. Von Laurent. Im Schauspielhause wurde am Sonnabend Oskar Blumenthal's Lustspiel" Abu Seid" zum ersten Male aufgeführt. Da jetzt jedermann den Ritt ins alte romantische Land unternimmt, so hat denn Blumenthal auch seinen Klepper gefattelt und sich an einen der lustigsten Käuze der Weltliteratur, Jm Theater des Westens wird jetzt eine Bearbeitung der den arabischen Bettelvaganten und Dichter Abu Seid Novelle Zwischen Himmel und Erde" von Otto Ludwig ge- herangemacht. Aus dem prächtigen Schalt und Makamenfänger geben. Die meisterliche Erzählung, die vor zwei Jahren in der Abu Seid, der seine Bettelarmuth lachend ertrug, wurde aber bei Neuen Welt" abgedruckt war, ist von D. F. Gensichen zum Blumenthal ein sehr belehrsamer, guter alter Herr, eine Art von Drama„ ausgeschlachtet" worden. Es giebt kein anderes so be- Pastor oder Rabbiner, der sein Gesicht in sehr nachdenkliche zeichnendes Wort hierfür. Wenn ein Kunstwerk, wie das Falten zieht, selbst wenn er ganz triviale Spruch gedanken zum Ludwig'sche, eine klassische Form gefunden hat, so rühre man besten giebt. Der brave Onkel Abu Seid verbindet in seiner Herzens nicht daran und gieße es nicht in andere Formen. Das güte Fatme, die Tochter des habgierigen Teppichhändlers ist Kunstbarbarei und geschieht nur der Spekulation Ibrahim, mit dem armen Versdrechler Jussus. Zuvor mußte wegen. Otto Ludwig hatte selbst ein feinfübliges ästhetisches er Ibrahim's hartes Herz durch seine Parabel- Weisheit rühren. Gewissen und wenn er für die Geschichte seiner Handwerker- Das Publikum war vom Verstlang gerührt, wie der geizige familie, für die Gestalten zweier Brüder, die sich grundverschieden Ibrahim von der schönen Fabel Seids und rief Herrn Blumen- E entwickeln, die epische Form wählte, die eine bedachtsame Ent- thal, der wohl aus alter Anhänglichkeit für den Schauspieler faltung von Seelenzuständen gestattet, so wußte er genau, was Klein ans Schauspielhaus gegangen war. In der That ist der er that. In der Theaterbearbeitung wird eben auf den Hörer salbungsvolle Abu Seid wie geschaffen für die dozirende Weise herumgehämmert, das ist alles; und auch die Schauspieler haben dieses Schauspielers. Boltsliteratur F. Harnisch u. Ko. Religion und Wissenschaft. Bon Alfred Dees. Berlin, sagst für was and und was wollen die Deutschen Zahnkünstler? Sas Bedeutung des Sürgerlichen Gesetzbuches für den Arbeiterad. Bon Grober. Stuttgart, Roth. Socialismo e Patria di Edmondo de Amicis. A cura del oes Bereine Deutscher Zahnfünfiler. Comitato Regionale della Feder. Socialista Ligure. se il Socialismo non vuole Dividere le Ricchezze cha cosa vuol fare adunque? di G. Bonzo. A cura del Comiteto Regionale della Feder. Socialista Ligure. Legal Subjection of Men. By two Barristers. London. Twentieth Century Press, Limited 37a, Clerkenwell Green, E.C. The Entwickelung und Stand der Frage des Arbeitsnachweises. Berlin, Heymann's Berlag. Die Schulra ume sind zur Benugung der Bibliother und des reichen Beitſchriftenmaterials schon von 8 Uhr abends an geöffnet. mann, Basewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Bereinskalender sind zu richten Arbeiter- Sängerbund Berlins und Untgegend. Vorsitzender Ad. Neuan Friedrich Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Tr. im Bereinstalender sind zu richten an Otto Schulz, Kottbuser Damm 72. Arbeiter Rancherbund Berlins und Umgegend. Aenderungen für Teltow- Beeskow- Stortow- Charlottenburg mit folgender Tages- und Brill gewählt. Sodann erhob die Verfammlung einen I ordnung statt. 1. Vortrag des Genoffen Metzner über das vielfach ausgesprochenen Wunsch, Mitgliederversammlungen in Thema: Ethit der heutigen Gesellschaft." 2. Diskussion. Butunft in allen Bezirken abzuhalten, zum Beschluß. Nach einer 3. Verschiedenes. Da der Referent bei Gröffnung der kurzen Diskussion über die Regelung des Versammlungswesens Versammlung noch nicht anwesend war, wurden die beiden wurde, da nunmehr der Referent erschienen, zur Tagesordnung ersten Punkte vorläufig von der Tagesordnung abgesetzt übergegangen. Der Referent behandelte das Thema in einem Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. und zum britten Punkt, Verschiedenes, übergegangen. etwa 1/2 stündigen Vortrage, der überaus zustimmend aufgenommen e Zuſchriften, den Bund betreffend, sind zu richten an Herinann Ein hierzu vom Genoffen Flemming vorliegender Antrag, wurde. Jahn, Schönhauser Allee 177 c. Wahlvereins- Mitgliedern, welche arbeitslos und nicht über drei Rosmos, Verein für volksthümliche Wineufdjaft.. Seute abends Charlottenburg. Eine Versammlung der Bauarbeiter, die 8% Uhr, bet Benfet, Brunnenstr. 173, Distuffton über„ Spiritismus". KorMonate mit ihren Mitgliederbeiträgen im Rückstande sind, event. am 5. 6. M. tagte, beschloß nach einem Vortrag des Mitgliedes referenten Herr Baumann und Herr Grempe. Gegner wie Anhänger des auch deren Frauen, Freibillets zu dent am 5. Dezember cr. ftatt Rennthaler, für den im nächsten Jahre stattfindenden Kongreß Spiritismus willkommen. findenden Stiftungsfeste des Wahlvereins zu gewähren, wurde einen Delegirten zu entsenden und wurde M. Reimann einnach furzer Debatte einstimmig angenommen. Ein weiterer Anstimmig mit der Vertretung betraut. Briefkasten der Redaktion. trag des Genossen Prill, den festgesetzten Diskutierabend in diesem Monat des Weihnachtsfestes vegen ausfallen zu lassen, Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 9-10% uhr: Südir Bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( awet Buchstaben oder eine Bah!) o ft Schule Waldemarstr. 14: Deutsch( Die beutsche Biteratur in der anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden foll. gelangte gleichfalls zur Annahme. Da mehrere Bezirkse zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. Auffazlehre.) Herr Heinrich A. H. 34. Aerzte empfehlen wir im Briefkasten nicht. führer ausgeschieden resp. durch Umstände verhindert sind, ihr Schulz. Norbfchule, Brunnenstraße 25: Nationalökonomie( Uebersicht Wenden Sie sich eventuell an eine der Kliniken der öffentlichen Amt weiterzuführen, wurde zur Neuwahl derfelben geschritten und der verschiebenen Wirthschaftsstufen- Entwickelung der bürgerlichen theoretischen Jähnert, Scharnberg, Wacker, Pfeiffer, Paulsionrad Schmidt. Die Marr'sche Werth- und Mehrwerthlehre) Herr Dr. Krankenhäuser. Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 8. Dezember: Opernhaus. Keine Vorstellung. Schauspielhaus. Abu Seid. Das aweite Gesicht. Deutsches Theater. Die verfuntene Glocke. Berliner Theater. Renaissance. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Dienstag, abends 8 Uhr: Tedeum. Mittwoch, abds. 8 Uhr: Der Bureaukrat. Alexanderplatz- Theater. Bum 3. Male: Sein Verhältniß. Pikante Novität. Berliner Sittenbild in 8 Bildern von K. Pohle. Anfang 8 Uhr. Bons, auch die zu anderen Stücken Leffing- Theater. Das Deltrüglein. ausgegebenen, behalten ihre Giltigkeit. Jenseits der Liebe. Zwischen Theater des Westens. Himmel und Erde. Neues Theater. Bocksprünge. Bor her: Die sittliche Forderung. Rehdenz- Theater. Verschwunden. Schiller- Theater. Tedeum. Thalia Theater. Das Wetter hänschen.( Weather or no.) Da= rauf: Gebildete Menschen.. Belle- Alliance- Theater. Die Tannen fee. Lumpacivagabundus. Oftend- Theater. Der deutsche Michel. Volks- Theater. Robert und Bertram. Theater Unter den Linden. Der Lieutenant zur See. Bentral- Theater. Eine wilde Sache. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Geier- Wally. Alexanderplatz- Theater. Sein Verhältniß. Paffage- Panoptikum. Traumbilder. Spezialitäten. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor ftellung. Central- Theater. Alte Jakobstr. 30. Direttion: Richard Schultz. Emil Thomas a. G. Eine wilde Sache. Große burleste Ausstattungsposse mit Gefang und Tanz in 6 Bildern von W. Mannftädt und J. Freund. Musik von J. Ginödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen: Eine wilde Sache. Thalia- Theater ( vormals: Adolph Gruft- Theater) Dresdenerstr. 72/78. Das Wetterhäuschen. ( Weather or no.) Mufital. Genrebild von Adrian Roß. Deutsch von Hermann Hirschel. Mufit von Bertram Luard Selby. Darauf: Zum letzten Male: Morgen und die folgenden Tage: Sein Verhältniß. Sonntag, nachm. 4 Ühr: Nansen's Reise nach dem Nordpol. Ausstattungsstück in 4 Aften u. 7 Bildern von Hugo Buffe. Musik: Alb. Wicher. Volks- Theater 34 Reichenbergerstr. 34, nahe dem Kottbuser Thor. 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Ihrem langjährigen Vorstands- Mitgliebe 262 12 Carl Ludwig widmet der Borstand der Freien Vereinigung selbst. Barbieve, Friseure und Perrückenmacher Berlins nud Umgegend einen herzlichen Nachruf. Ehre seinem Andenken! Danksagung. Für die liebevolle Theilnahme bei der Beerdigung meiner unvergeßlichen Frau Auna Kladziwa, geb. Schuhmann, sage ich allen Freunden und Bekannten meinen innigften Dant. Josef Kladziwa, Badstr. 23. Beweise Theil18186 50 Pf. Kinder und Militär die Sälfte. Grande soirée équestre.bie vielen Bertigung unferes Böhmisches Brauhaus Landsberger Allee. Heute: Letzte DienstagSoirée der Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und der Die trauernde Wittwe n. Sohn. Massen- Bezug. Tourbillon équestre, geritten von lieben Mannes, und Vaters Rudolf 20 Damen. 4 ungar. Amazonen. Der Scheschonk fagen wir allen Verphänom. Sprung über einen Landauer wandten und Bekannten, insbesondere mit Infaffen. 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Für den Weihnachtstisch im Lokale des Herrn Feind, Weinstr. 11. Zages- Ordnung: Um 7 Uhr: Wahl von 17 Arbeitgebern zu Delegirten für 1897/98. Um 8 Uhr: Wahl von 34 Arbeitnehmern zu Delegirten für 1897/98. Die Wahl findet in getrennter Weise statt. Um zahlreichen Besuch bittet G. Krebs, 1. Vorsitzender, Bergstr. 28, I. 1814b Gürtler! Den Kollegen hiermit zur Kenntniß, daß ich sämmtliche Be- und Außenstände vom Kollegen Heinrich übernommen habe. Zahlungen, auch restirende, sind daher an mich zu leisten. Ich tafsire Mittwochs abends von 7-9 Uhr bei Mehner, Oranien straße 184. Ich ersuche die Kollegen aus allen Werkstätten, sich durch einen Werkstattbindung zu setzen. geeignet empfehlen wir: Buch der Jugend. Bestes Weihnachtsbuch für Kinder von 10-16 Jahren. Preis M. 2. Buch der Freiheit. Sammlung der schönsten Freiheitsdichtungen aus allen Ländern. Preis M. 5. Geschichte der Berliner Bock- Brauerei, Am Tempelhofer Berg. Bertrauensmann mit mir in Ver- Modernen Gesellschaftsklaffen Konzerthaus Sanssouci, Kottbuserstraße 4a. Keller, Roppenstraße 29. Schweizer Garten, Am Friedrichshain. Kösliner Hof, Röslinerstraße 8. Kronen- Brauerei, Alt- Moabit Nr. 47-49. Referenten: Liebknecht, Frohme, Legien, v. Elm, Förster, Molkenbuhr. Bei der Bedeutung des zur Verhandlung stehenden Themas erwarten wir von der Berliner Arbeiterschaft eine rege Betheiligung. Die Versammlungen werden pünktlich eröffnet. Die Vertrauenspersonen. Zentralverein der Bildhauer. 117/14 Der Vertrauensmann der Gürtler Paul Sucker, Rixdorf, Friedelstr. 2, II. 23 M. von Herrn G. B. Leer erhalten. Zentral- Streitkommission der in Deutschland. Preis M. 2,-. Hafenarbeiter. J. A.: Schippmann. Laffalles Reden.. Schriften Genollen, Gefangverein beizutreten, tönnen fic welche gewillt sind, einem ArbeiterWaldenserstr. 23/24. sich Uhr 1196b Werl. am 27. v. M.( Rosenthaler Thor) 2 Tauf-, 1 Trauschein, 2 Briefe, 1 Todes- Anz., zur Klage gebr. Bitte geg. Bel. abzugeb. b. Heymann, Maxstraße 20 u. 21, 4 Tr. 1812b Künstl. Zähne. F. Steffens, Rosenthalerstr. 61, 2 Tr. Theilzahlung pr. Woche 1 M. Zimmerer. Wegen der heute stattfindenden großen öffentlichen Bersammlungen Bentral- Kranken- und Sterbekasse der Zimmerer. fällt die Vereinsversammlung aus. Wir mahnen aus Anlaß des nahen Quartalsschlusses die Kollegen, welche noch mit ihren Beiträgen restiren, diese zu reguliren, um ihren Ausschluß zu verhüten. Oertliche Verwaltung Berlin. Paul Kirschke jeden Sonntag, vormittags von 9-12 Uhr, KreuzbergDen Mitgliedern des 1. Bezirks zur Nachricht, daß der Raffirer # traße 12 part. bei Rothe Beiträge entgegennimmt und Krankengeld Am 3. Weihnachtsfeiertag findet bei Schmiedel, Alte Jakobstr. 32, unser auszahlt; jeden Montag, abends von 8-10 Uhr, Pallasstraße 16 bei Faller Annahme von Beiträgen. Aufnahmen und Krantenmeldungen finden in seiner Wohnung Arndtstr. 11 statt. 259/6 Der Vorftand. J. A.: A. Gruse, Barnimftr. 41a. Weihnachts- Kränzchen statt. Billets à 30 Pf.( inkl. Tanz) find bei den Kollegen Rubbert, GitschinerStraße 4, Hof 4 Tx.; Koswig, Manteuffelstr. 28, und im Vereinslokal Annenstraße 16 zu haben. 20/14 Achtung! Schlosser. Achtung! Mittwoch, den 9. Dezember, abends 8 Uhr: Verein der graphischen Arbeiter u. Arbeiterinnen Deutschlands, Filiale Berlin. Donnerstag, den 10. Dezbr., abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Hoffmann, Alexanderstr. 27e, ( Englischer Garten): Große öffentl. Versammlung der Schloffer Mitglieder- Versammlung. in Cohn's Festfälen( großer Saal), Beuthstr. 20. Tages Ordnung: 1. Die Forderungen der Arbeiter an die heutige Gesellschaft. Referent: Reichstags Abgeordneter Seifert. 2. Die jüngsten Vorkommnisse in den Schloffereien und welche Stellung haben wir dagegen einzunehmen? 3. Berschiedenes. Pflicht aller, denen an der Erhaltung des Errungenen gelegen, ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. 117/15 Paul Quast, Vertrauensmann der Berliner Schloffer, Höchftestr. 4. Steinarbeiter. Donnerstag, 10. Dez., abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 270: Oeffentliche Versammlung. Zages Ordnung: 1. Unsere örtlichen Verhältnisse. 2. Wahl der Delegirten und Anträge aum Rongreß. 3. Verschiedenes. 172/4 Um rege Betheiligung ersucht Der Vertrauensmann. Posamentirer. Mittwoch, den 9. Dez., abends 81/2 Uhr, bei Kintz& Co., Alte Jakobstr. 83: Versammlung. Zages Ordnung: 153/3 Bericht des Vorstandes, der Arbeitsnachweis Rommission und des Bibliothekars. Neuwahl des Vorstandes zc. Bericht über die Differenzen in Posen. Achtung! Puker. Achtung! Mittwoch, den 9. Dezember, abends 6 Uhr, bei Buske, Grenadierstr. 33: Versammlung der Baudeputirten der Puzer Berlins. Kollegen, jeder Bau muß vertreten sein. Gleichzeitig mache ich den Baudeputirten bekannt, daß sie die Karten der Kollegen mitbringen, damit sie abgestempelt werden. 132/10 Der Vertrauensmann. Achtung, Friedrichsberg! Tages Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Genossen Millarg. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht 96/19 Die Verwaltung. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonnabend, den 12. Dezbr., im Saale der Brauerei Friedrichshain Zur Feier des VI. Stiftungs- Festes Gr. Liederabend u. Juftrumental- Konzert = unter gütiger Mitwirkung bewährter Solo- Kräfte. Nach dem Konzert: Tanz. 16/7 Einlaß nur für Bundesmitglieder und deren Damen. Bundesmitgliedskarte legitimirt. Entree frei. Anfang präzise 8 Uhr abends. Programme an der Kontrolle. NB. Die Generalprobe mit Orchester für den ,, Gesonderten Chor" des Bundes findet Freitag, den 11. Dezember, abends 8 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain statt. Sämmtliche Betheiligten werden ersucht, pünktlich zur Stelle zu sein. Der Vorstand. Meine Fabrikate sind weit bekannt als gut und billig! Rem. Nickel 29 M. 6.Silber 800/1000 Goldr. M. 10. Ancre Spir. Breguét 15 Stein. M. 16.nit 16 Stein., 1 Châton, System Glashütte M. 20. Wecker, leuchtend M. 2.70 Regulateur 1 Tag Geh- u. Schlagw. 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