Hr. 338. Dienstag, de» 12.(Oktober 1886. Iii. Jahrg. .lll- ellmnMMII Srgan für die Interessen der Arbeiter. 4 Zu diu Euthülluugru der brlzischru Krdntllkrmmisjiui. Est find nicht alljuviele Blätter i« Deutschland, die et angezeigt finde», ihrem Publikum die Resultate der Unter« suchuage» und Verhöre mitzutheile», die von der bekannte» Arbeiteikommisfion in Belgien angestellt worden find. Wir begreife» da». Ein« solche Beleuchtung der moderne« Zu» stände ist namentlich jenem Pharisäer» und Philisterthum unangenehm, da« bisher immer mit überlegener Miene von „Utbertreibungen* sprach, wen« behauptet wurde, in de» Tiefen der Gesellschaft und unter der Meng« der arbeiten- de« Klaffe hnrschten Zustände, die der moderne« Humanität«» Idee spottete«. Man erklärte SSc« für bötwillige Gr» findung der Sozialisten. Nu« komme» aber au« erster und unverdächtiger Quelle Enthüllung«», welche zeigen, daß dort die Zustände viel schlimmer find, als behauptet worden ist. Belgien galt al« ei«„Musterland" moderner Industrie; man steht nun, welche Mittel von dieser Industrie an- gewendet worden find, um ihre„Erfolge" zu erringen. Indem die Kommission eine» Blick in de» Abgrund de« Maffenelend» thun läßt, da« in Belgien herrscht, richtet fis zugleich die Mahnung an Staat und Gesellschaft, mit pofitive» Reforme« diesen Abgrund auszufüllen. Diese Mahnung wird von jedem vernünftige« Menschen gern beherzigt werde». Ausgeschlossen davon habe» fich von selbst jene belgische» Unternehmer, die in ihrer Erregung über die in der Kommission gemachten Enthüllungen jene Arbeiter, von denen die Enthüllungen herrührte«, au« der Arbeit ent» lüße». Sie habe» damit erreicht, daß auch der leiseste Zweifel an de« Angaben der Libeiter, d»r im Publikum da und dort»och bestehen mochte,»unmehr vollständig de» seitigt ist. Man muß, wen« man soziale Reformen unternimmt, auch den Muth habe«, de» soziale» Zustände» in» Angesicht zu schaue«. AI« man in Deutschland mit dem Plan einer sozialpolitische« Arbeitergeietzgebung«»mag, hätte man fich über die Arbeiterverhältniffe au« dem Munde der Arbeiter selbst unterrichte» lasse» müsse», wie e« jetzt in Belgien ge» schieht. Statt dessen hat man da« al« feststehend angeoomme», was Geheimräthe, Komme, zienräihe und andere Räthe über die Arbeiterverhältnisse behauptet habe« und auf Grund dessen fiel den» die Sozialgesetzgebung auch so ungenügend au«, wie e« der Fall ist. Wen» heute im Reich«tag ei» Redner die gedrückte Lage der arbeitende« Klaffen betont, ist immer flug« ei» Geheimrath bei der Hand, der eine Statistik abliest, wonach die Einlage« in de» Sparkasse« ge» stiege« find. Mit dieser Thatsach«, die absolut»tcht« de» weist, wa« in solche» Dinge» von Bedeutung sei» könnt«, glaubt man dann die Sache abgetha«. N»ch»r«l v ertöten. JeuMeton. Ludmilla. je I Novelle von P o le v v i. dem Russische« übersetzt von Dr. Carl Pinn.) 2» der nächstfolgende» Woche kündigte ich ihr an, daß ich auf ihre» Rath hw deutsche Stunde» mit allem Eifer genommen hätte und bereit» begänne, geschriebene Bücher in dieser Sprach« zu lese». .3#" möglich!" rief si.„u,. „3«. Tebe» St« mir ei» Buch und Sie werden fich überzeuge« können." Sie»ahm ein deutsche« Elementarbuch und ich begann W lesen. Von Zeü zu Zeit machte ich absichtlich eine« Fehler, de« sie eiligst verbessert. Z« ihrem fteudige» Esser saß fie ganz in meiner Nähe, so«ah«, baß eine Locke ihrer .chöoeu blonde« Haare meine Wang« stnift«. ihr Halttuch war los« befestigt, und die Genugthuung, welch« fi, bei der Wahrnehmung empfand, daß ich m« Zntnesse ihrem Unter« richt folgt«, färbte ihr Gesicht mit eiuer liebliche« Röthe. Welch' ei« Naturkind I Sie verstand e« nicht wie andere Frauen, ihr« Empfindungen zu verberge». So veiflosse« einige Augenblicke. Da bemerkte fie plötzlich ihre Zerstreutheit, ordnete ihr Haar, befestigt« ihr Halstuch und senkte verschämt die Augen. »-Ach, liebe« Fräulein," sagte ich zu ihr..würde» Sie vielleicht die Güte haben, mich noch einmal in diesem St«. dium zu«nterstütze«. Mit Zhne» lerne ich allem Anscheine »ach viel leichte,!" .Sie scherzen!" antwortete Sie lächelnd. „Bravo! B:avo!" rief Rudolph au«, al» er»ernahm, welcher neuen Beschäftigung ich mich widmet«, und e« wurde vereinbart, daß Ludmilla«eine Lehrerin sei« sollte. Sie hat mich getäuscht, die fittenreine Ludmilla. Ihr gegenüber bin ich um ei« armer Schüler. Welchen L'.hreifer entdeck« ich in ihr, wen« Niemand in Wir find gespannt, zu welche« positiven Vorschläge» man in Belgien auf Grund der Enthüllungen in der Ar« beiterkommisfioa komme« wird. Wir hoffe» bei alledem nicht viel, denn da« Manchesterthu« wird in Belgien einer ein« greifenden Aibeitergesetzgebung denselben zähe« Widerstand entgegensetzen wie überall. Nu« kommt aber der deutsche Philister und sagt: „Solch üble Zustände herrsche« wohl in Belgien, aber bei un« gottlob nicht." Da möchte« wir nur wünsche«, daß einmal die Probe gemacht würde. Zugegeben, daß manche Einzelheiten in beide« Länder« verschiedene find. So z. B. habe» sich die belgische» Ar« beiter heftig über da» Trucksystem(Avtzahlung der Löhne in Waarev) beschwert, und in einige» Fälle» ist eine Ver« doppclung der Waarenpreis« durch da« Trucksystem«achge» wiese» worden. Diesem Uebelstand ist i» Deutschland durch eine entsprechend« Bestimmung der Gewerbeordnung vorge« beugt, wobei einzelne Unternehmer immer«och Mittel und Wege finde», da« Gesetz zu umgehe» und fich so eine» un« laubten Vortheil zuzueigne». Es wurde vor etwa zehn Jahre« einmal eine amtliche Anftag« über die Verhältnisse der„Gesellen, Gehilfe« und Fabrikarbeiter" in Deutschlaad gehalten und die Ergebnisse in zwei Bände« dem Reichstage vorgelegt. Sie waren un« bedeutend, weil man fich bei der Erhebung bestrebt hatte, de« sogenannte« brennende» Fragen au« dem Wege zu gehen. Die Lohnverhältmffe und die Arbeitszeit hatte man gar nicht berührt. Wollte wa» in Deutschland aber einmal eine Unter- suchung veranstalte», ähnlich der in Belgien, so würde» sicherlich Resultate herauskomme», über welch« unsere Philister genau so in Erstaune« gerat he« würde«, wie über die Eoihüllunge« der belgische« Kommission. Man denke an die Fabrikbezirke in Sachse» und Schlesien, an die Montanindustrie im Erz- gebirge und im Rheinland. Glaubt man den«, daß fich die Arbeiter dort besser befinde», al« in Belgien? Es giebt doch eine Menge von Gegenden, deren Nothstand schon Staatshilfe erfordert hat, wie Oberschlefie«, Oberfranke« und doch die Srbei der Thüringer Wald. Lasse man die Arbeiter jener Bezirke einmal selber über ihre Verhältnisse aussage«, statt fich immer nach den Aussage« der Behörden und der selten unparteiischen Zeitungskorrespondente» zu richte«. Und dann beschränke man diese Untersuchungen nicht auf die eigentliche» Jndustriebezirke. Lasse man doch auch die ländlichenArbeiter in de« Kret« der Untersuchung gezogen werde«, damtt einmal die„patriarchalischen Zustände", deren sich die Janker so oft rühme«, in ihrer wahren Gestalt erscheinen! Da wird man Dinge zu höre» bekomme», über die man nicht wenig staune» wird. der Nähe ist, um fie einzuschüchtern, welche Beredsamkett in ihre« Worte»; nie hätte ich geglaubt, daß ei« Mädchen au« dem Bürgerstand« fich so ausdrücke« könnte. Wa« «ich jedoch an ihr«och mehr reizt, da» ist eine Einfachhett, eine Güte sonder Gleichen; ei» Zauber, der auch nicht dem geringsten««reine« Gedanken Raum giebt. Ich fürchte, mich in fie zu verliebe«, den« ich merke, daß ich an de» Tage«, wo ich sie nicht sehe, schwermüthia bin. Meine Rolle in diesem Hause fällt mir indeß schon lästig; ich kann diesen Schein eine« harmlose«, unwissende« Mensche« nicht länger aufrecht erhalten. Welch«igenthüm. lrche Verkettung von Umstände» hat mich t* Rudolph'« Sau« geführt. Und wen« man meine Täuschung entdeckt, wie soll ich sie rechtfertigen?... Nein, ich liebe Ludmilla nicht, ich kann fie nicht liebe«; o, Pauline, mein Her, kann die Freuden der Liebe nicht mehr empfinden, den» Du hast et gebrochen I— „Anton Petrowitsch," sagt« eine» Tage« Ludmilla zu mir,„weshalb trage« Sie stet» Kleider von einer so auf- fallende» Fmbei" „Mißfällt Ihne« dies?" „E, scheint mir, daß ei» schwarze» Gewand Ihne« ��Ä?Tag�darauf kehrte ich zu ihr zurück, diesmal in sehr sie au»;„jetzt sehe» Sie fich selbst nt® Die�Träumnei mit ihre» Hirngespivnste««scheint MMWW Herzen, wie Binder und Schwester, die nämliche Trau«. Al» ich diese« Gedanke« aussprach, rührte ich da« junge Mädchen und sah Thräne» üb« ihre Waagen rolle». Eine solch« Untersuchung wäre in Deutschland vom größte» Werth«. Aber wird man fie veranstalte«? Leider hat e« nicht de» Anschew. Hichrichtal über wldeckie Anarchistm- laschwiwllM in Wen füllen heute die Spalten der Wiener Blätter. Viele verrathen natürlich sofort die sensationelle Mache; da e« dem Fern- stehenden aber nicht möglich ist, Richtige« von Falschem zu scheiden, so geben wir— unter allem Vorbehalt— die vorliegenden Schilderungen wieder. Die„Deutsche Ztg." schreibt:„Seit dem Verbrechen Stell« mach«'« und Kammerer'« schien die anarchistische Partei voll» ständig vernichtet, allein von der Polizei neuerdings entdeckte „anarchistische Regungen" bezeugen, daß weder der AuSnahmS« zustand noch da« Anarchistengesetz einzelne Fanatiker verhindem konnten, den Spuren Jener zu folgen. ES muß nur wunder- nicht unbegründet sein, daß man e« mit unsystematischen Fa- natikern zu thun hat, denen e» sich einfach darum handelte, zu regen degtnne. geheime Zusammenlünste verdächtiger Per- sonm ließen erkennen, daß eine größere„That" im Zuge sei. Nach dem polizeilichen Quellen entstammenden(also ficherlich übertriebenen!) Berichte haben fich Gruppen gebildet, in welchen die Propaganda der That eifrig gepredigt und die zur Aul- "" it Unterweist kührung von Anschläge!» ti Weisung«rtheilt wurde. in der Bevölkerung zu erregen bezweckte und durch Falschmünzerei und VermSgen».Konfi»kationen die Mittel zur Durch. führung ihrer Pläne zu gewinnen hoff!«. Man erficht darau», daß die Verschwörer«it den gewöhnlichen anarchistischen Mitteln arbeiteten und fich streng an die Schablone hiel'en. Peripherie Wien» sogenannte„Explofivfl ischen", allein dieselben «arm nicht gehörig eingerichtet, so daß fie den Dienst versag. ten. Man dürft« auf nicht» weniger gehofft haben, al« durch gleichzeitig in dm verschiedenst«« Gegendm der Stadt zum Ausbruch gelangende Brände eine solche Verwirrung und derartigm Schreckm zu verbrettm, daß e» vielleicht mtt Hllfe der aufgestachettm Meng« zu größeren AuSschreitungm hätte kommen können. Bisher find blo« stebzehn Vrrhaftungm vor- gekommm, wa» bei dem ziemlich weitgestelltm Netze der Polizei wohl am besten beweist, daß der Anhang ein ge. r i n g e r war." ".Uze i de r ich t enthält unter anderem folgende«: S» bildeten fich in iüngster Zell einzeln« Grugpen, innerhalb welcher Unterricht über die Ausführung anarchistischer Gewalt- „Es ist unmöglich," sagte fie zu mir,„daß diejenige», welche wir geliebt habe», welche wir«och lieben, unser in einem besser« Lebe« vcrgessm. Es scheint mir, daß sogar vom Trabe heraus ihre Stimme» bis zu un« gelange» kö«««." Wir begann« hierauf ei» längere« Gespräch über dt« Wirkung« der Sympathie, über de» Aberglaube» und die Erscheinungswelt. Ludmilla ist fest von all« dies« Wunder» über,«gt und will mich zu ihrem Glaub« be« alle diese Geschicht« von Zauberei und Erscheinung« nur dazu dient«, die Embildungskraft von jungen Mädch« zu beschäftig«. Da erzählte fie«rr, um mir de» Jrrthu« meiner Vorurtheil« klar zu mach«, mehrere, wie fie sagt«, sehr authmiische Geschichte» und unter ander« auch folg«d« „wahre Begebmhett": „Vor langer Zeit lebte in Nischnei. Nowgorod ei» junges, sehr reiche« und sehr schöne« Mädch«, Namen« Olga. Die glänzmdst« Parti« war« ihr angetraa« word«, ohne daß fie fich zu dem Entschlüsse auftvffm konnte, sich zu verheirath«.„Verspür« Sie gar kein Ver- lang«," sagte zu ihr eine« Tage« ihre Amme,„Ihr Schicksal k«n« zu lern«?"—„Ich liebe die Räthsel nicht."—„Weshalb woll« Sie e» den» nicht ve» suche«? Vielleicht werd« Sie die Zukunft vor Ihn« Aug« fich «Köllen seh«?" Da« jung« Mädch« ging schließlich auf d« Vorschlag ihrer Amme ei». Gegen Mitternacht zogen fich beide in«in entlegene» Zimmer zurück, breitet« über de» Tisch et» Tischtuch au«, legten darauf auf diese« Tischtuch zwei Ge- decke und zwei Kerz«, und Olga setzt« fich sodann auf eine« Stuhl. Ihr gegenüber befand fich ein anderer Stuhk, der durch ihre» unblkannt« Gast besetzt werd« sollte. E« schlug Mitternacht. Ei» ftischer Luftzug verbreitete fich al«- bald im Zimmer, und Olga gegenüber»ahm ei« junger Man» mit schönem, aber von tiefer Trauer erfülltem G«, Ifcofcn ertheilt vurd«. In der Nacht vom 3. auf den 4. d. sollten die hohplätze in den westlichen Vororten. Gleichzeitig «der auch mihrere öffentliche TebSud« in vravd gesteckt werden. Di« Poltzeibebörde gelangt« zur Kenntniß, daß«ine verdächtige Sesellschast allsonntäglich in einem Uetnen WirthShause in Pen»ig regelmäßig sich einfand. 81 warm ungefähr zwanzig Personen, augmscheinlich der Arbeiterflaffe angehörend, welche in einem gesondertm Räume diese» Wiriht geschäfteS ihre Zusammentünft« hasten. Eine unauffällige Be- odachtung ergab, daß man«» hier mst einem ttonvmtikel von Anarchillm zu thun hatte. Der Wirthshautraum wurde von diesen Männern als Ltudirstube denlltzt, und den Untenicht»« gegmstanv bildet« Chemie, und zwar sener Theil derseldm, welcher die Zusammensetzung von Explostolörpem behandelt. Zur Zeit, als die Lehörd« ihre Beobachtungen begann» scheint die Gesellschaft in der Herstellung der Sprenglörper ziemlich vorgeschrstten und in der Feststellung ihre» RrtrgszuGiplancS bereit» einig gewesen zu sein. Die Verschwörer wolltm am Sonntag, dm 3. d. M., zur Thet schreiten und hattm fich Rudolph» heim, Hietzing und Penzing zum Schauvlatz« ihrer Thaten gewählt. Di« Hol, plätze warm al» erst« Brand- obsette auöersehen. Die erstm Feuer sollten in der Felder» straß« in Rudolphsheim, in einem großm Getretdemagazin nächst dem Penzinger Wegdurchlaffe und gleichzeitig in einem Gebäude Hietzing» aufflammen. All Zündapparate«arm eigen» Ion- strutrte und mit Salpetersäure gefüllt« Flaschen angefertigt wordm, deren Inhalt durch Explodiren den Brand bewirten sollte. Nach einer oerbürgten(!) Meldung wurden in dm letztm Tagen auf verschtedmm Hol, plätzen in Wim und in dm westlichen Vororten Sprengflaschen ntedergelegt, doch zur rechtm Zett, noch bevor Unheil angerichtet worden war, wurdm dieselbm entdeckt und beseitigt. Ein Arbeiter auf einen Holz- platze im neunten Bezirke fand zufälligerweise eine solche Flasche, die dm Dimst versagt hatte, zwischen zwei Holzscheiten; er war der Meinung, ste enthatte Politurmaffe, und vertaufte dm Fund einem Tischler in der Brigittmau für einig« Kreuzer. All die Organe der Polizeidirettton dieser Tage auf den Holz- platz tamm, um nach solchen Flaschen zu suchen, erzählte der Arbefter von seiner Entdeckung. Man eilt« in die Tischler- «erlstätte nach der Brigittmau und nahm dem Meister da» bedmlliche Gla» ab, noch ehe er zur Erlenntniß der Gefähr- lichleit der billig rrworbmen Politursubstanz getommm war. Wie schon erwähnt, wurden die Theilnehmer de» Komplot» Sonntag, dm 3. d., Abmd», verhaftet, zur Stunde, al» st« sich anschicktm, zum letzten Male vor der That zusammen- pttreffm, und zwar drei von ihnen auf der Schmelz, auf dem Wege zu ihrer geheimm WertstStte, die Anderen noch in ihrm Wohnungen. Zugleich mtt dm Verhaftungen wurdm auch Haußdulchsuchungen vorgenommm; die Saisirung mehrerer Kilogramm Dynamit, Dolche, sech» bi» acht glaschen Salpetersäure. zweterBomden mit i st o n», sowie hochoerrätherischer Flugschriften warm die «rgebniffe der Revision. Jetzt erinnerte man fich auch eine» Brande» in dem unwett von Wien aelegenm Wallfahrtsorte Maria-Lanzmdorf. Dort war am 27. v. Mt»., Nacht»,»in Brand mtstanden, dem mehrere Häuser zum Opfer fielm. Nur nach äußerster AnÜrmgung war e» gelungen, dt« bedroht ge« wesme berühmte Wallfahrttlirche vor dem gleichen Schicksal zu bewahrm. Einige Momente führtm zur Vermuthung, daß auch hier ein anarchistische» Verbrechen vorltegm dürfte. Eine Kommission begab sich an Ort und Stelle, ein Gericht»- Che- miter prüfte dm Schutt und fand die Reste und ve- ftandtheile der anarchistischen Explosion»- lasche, da» geschmolim« Gla»(?). an welchem noch Spurm von Salpeter haftetm. Den erstm Verhastungen find im Ber- laufe der letztm Tage die der anderen Verbündeten gefolgt. Einer der Hauptlchuldigen. welcher anarchistischer Umtriebe wegen im Jahre 1884 von Wim au»aewiesm wurde und der stch seheim in der Wohnung eine» Genoffen in Pmztng auf- gehalten hatte, mtfernte fich von hier, eh« die Polizei zur Kenntniß de» Komplott» gekommen war. Seit 4. fc, früh, werden die Verhattetm unausgesetzt Verhören unterzogen. Wie versautet, find Einige der Schuldigen zu GestSndniffm ge« schritten.— Soweit der Polizeibericht. Mtt aller Bestimmtheit wird nach anderen Quellen erzähtt, daß unter den V« hasteten stch jene vier Individuen beflndm, welche am 5. August 1885 in Metdling Geldrequisitionen vorzunehmen versucht hattm: durch List, oder, wenn die» scheiterte, auch durch Gewalt. Au» Meidling ging damals der Poltzeidirettion die Anzeigt zu, daß in die Wohnung der Franzttla Till, Schönbrunner Haupistraße Nr. 150, vier Männer eindrangen, wtlche stch al» Poltzeitommiffare und Amtödiener au»gabm, zur Durchsuchung der Geldschränte schritten, um vorgeblich in Folge erhattenm Auftrage» nach falsch« Banknoten zu fahnden. Frau Till hatte eine Summe von 470 Gulden den Erpressern berett» ausgeliefert, al» da» sicherer blickende Töchterchm dm Betrug ahnte, Lärm schlug und die anarchistische Req utfition». Patrouille zur Flucht zwang. Von dm inhastirtm Anarchisten sind zwei üderwtesm worden, diese» Bravourftückchen ausgeführt zu habm. Dieselben soll« auch die» eingestanden habm. Dieser Prooenimz solltm die ficht« Platz. Dem junge« Mädchen kam e» so vor, al» ob sie ihre» geheimnißvolle» Besucher schon irgendwo gesehen hätte; sie sagte sich, er wäre vielleicht durch ihr, Amme hierher gebracht worden. Zndesie» nähert« er sich ihr und streckte ihr stillschweigend die Hand entaegt», wie um sie»u veranlaffm, mit ihm hinauszugehen. Leise riß sie ihm ei» Stück von dem prächtige», grüne» Gewände, mtt dem er bekleidet war, ab. St« wollte fich schon erhebe» und ihm die Hand reichen, da ward plötzlich der Hahnenschrei vernehmbar, und— der Unbekannte ver- schwand. Olga begab fich an» Fenster und sah nur, daß der Tag bereit« zu graue« anfing. Die Kerze« waren er- loschen, und ihr« Amme schlief ruhig in einer Eck«. Da« soeben Erlebte wäre ihr wi, ei« Traum erschienen, wen» sie nicht«ine» Kaftaufetze» in ihrer Hand gehalten hätte. Von diesem Lugenblicke an begann fie, ohne daß ihr, Bemühun« oea mtt Erfolg gekrönt gewesen wärm, die Erscheinung, deren Bekanntschast fie auf so sonderbare Weis« gemacht hatte, zu suchen. Eine« Morgen« schlug ihr ihr Vater eine» neuen, jungen, schöne» und reiche» Bewerber vor. .Mag er komm««', sagte fie,.und da« Wettere wttd fi($ Rnbefl 0 Er erschien mtt einem glänzende» Gefolge. Da« junge Mädchm sah ihn an, erbebte und erklärt«, seine Bewerbung anzunehmm. Der Befteffmde war eben der in Red« stehend« Unbekannte. Di« Hochzett wmde mtt großem Aufwände ge- feiert, da« Hochzeitsmahl dauerte recht lange. »m folgendm Tage befand fich Olga bei ihre» Eltern, al» ihr Gemahl fich ihr mtt dm Worte« nähert«: »Welche« Gewand soll ich heut« anziehen?" »Sind Sie nicht im Besitze eine« grüne« KaftanS?" lautete die Antwort. »ei diesen Worten«ahm da» Gesicht de» jungm Manne» «in« düstere» Ausdruck an. »Ich kann meinm grünm«astan nicht anzieh««', ver- fetzt, er. »Und we«halb s" »Mtt diesem Kasta» ist mir etwa« höchst Sonderbare» pasfilt.' Geldmittel entstammen, welche zur Errichtung eines Dynamit- Arsenal»(!) und einer Falschmünzerwerkstätte nöthig waren. Die neue Taktik ging nämlich dahin, eine Falschmünzerei zu etabliren. Auch da war Alle» fix und ferttg; eben sollte ver erste Silberqu'itn geprägt werden, al» die anarchistische Falschmünteidande— vier Mann hoch— verhaftet uns die Stanzen, Melallplättchen beschlagnahmt wurden. Diese Ent- Deckung ging der Ausforschung der Brandleger vorau« und seit vierzehn Tagen fitzen die Falschmünzer hinter Schloß und Riegel. In der geheimen Werkftätte fand man sorgsam au»- geführte Prägestöcke au» dem feinsten Stadl, ferner Gyps« formen, Quantitäten unedlen Metall» und die bereit« herze- stewe und zu Guldenstückenformen gerundete Komposttion zur Prägung vorberettet. Da» so erbeutete Geld sollt« ausschließlich zur Anschaffung von anarchistischen Zerstörungswerkzeugm Ott wendet werden. lieber die Resultate der Verhaftungen wird noch weiter gemeldet: Die Wohnung eine» Maschinenwärters in Sechs- hau», Buchgaffe, war die erste, welche durchsucht wurde, und hier fand man vier Sxplostvflaschen von der berett« beschriebenen Art. Die Vorrichtung war derart, daß die vollständig adjustirt« Flasche 10 bi» 15 Minuten bis zur Explosion brauchte. Die zweite Durchsuchung ging in der W-Hrgaffe, SechShaus, bei «wem Weberaehttfen vor stch. Hier fand man eingemauert in einem Sparherd zwei mit einer Art Jantt gefüllte Wurfbomben, die außen mtt Piston» versehen waren, durch welche die Explofion herbeigeführt werden sollte. Wetter wur- den dort gefunden ein« Menge von leicht entzündbaren Flüsfig- ketten, falschen Lärten, Chloroform, eine Schachtel mtt Tyiamtt im Gewichte von ungefähr 2Zj Kilo, dann ein Klumpen Chlor« kall, welcher wahrscheinlich zur Präparatton von Sprergmitteln benutzt werden sollte. Eine dritte WohnungSreviston lieferte die Ueberzeugung, daß die Anarchisten genau die Wege der Nihttisten einschlagen wollten. Man fand nämlich bei einem Bronzearbeiter in Breitensee unter Anderem«inen polizei- l i ch e n Befehl, wrlcher in derselben Weise wie die Revistoni- befehle der Sicherheitsdehörde ausgefertigt war. Diese» Falst- fikat war mit der Stampiglie der Polizeidireltion und der selbstverständlich gefälschten RamenSfertigung diS Polize-.präst- denten versehen. Hier sei erwähnt, daß mit diesem Reoiston»- befehle der in dem anderen Berichte erwähnte Erpreffung»- versuch fetten» der falschm Kommiffäre in Szene gesetzt wmde. Die nächsten Tage«erden vielleicht schon erlauben, da» Uedettriebene an diesen Nachrichten festzustellen. Selbst wenn aber all da» Mttgetheitte stch bewahrhetten sollte, so wäre e» ein verhängnißvolle» Beginnen fetten» der Befitzenden und Regierenden m Oesterreich, die Einschüchterung drS Bürger« thurni zu neuen Einschränkung»« und Unterdrückungsmaßregeln gegen die Ardeiter auszunutzen. Gerade in dem Dunkel der erzwungenen geheimen Propaganda ist der österreichische Anar- chi»mu»— ein Ding von sehr realer Existenz— emporge schaffen und er wird nur verschwinden, wenn der Arbetteroe« wegung wieder die volle Freiheit zurückgegeben wird und wenn die Arbeiterpreffe fich wieder ungehindert ihrem Beruf« der Aufklärung der Mafien widmen darf. Oesterreich hat keine öffentliche Arbeiterbewegung mehr, dafür hat e» den Anarchismus mit feiner Propaganda der That und e» wird ihn solange haben, al» man fich nicht entschließen kann, dem Volke die ihm entrlffenen Rechte zurückzugeben. Di« Politik der Ge- rechtigkett ist hier, wie überall, zugleich die Poltttt der Klughett._ Politische Ueberstcht. Da» Neichsgertcht hat die Revision de» Urtheil» im Freiderger Sozialistenprozeß verworfen. Damit find fieben Arbeiteroertreter auf lange Zett ihrer parlamentarischen Thätig« kett entzogen, die Abgg. Auer, Bebel, Frohme, Ulrich, Viereck und v. Vollmar wurden bekanntlich zu neun, die Angeklagten Dietz, Hetnzel und Müller zu sech» Monaten vermtheilt. (Vergl. auch unter„Gericht") Da» athemlose Wettrennen der Rationen n« die beste milltärtsche Ausrüstung fängt selbst den Schweizern an besorgntßerregend zu werden. So schreibt die„Schweizerische HandelSzettung" zornig und ergeben zugleich:„Im Mai de» Jahre» 1867, ol» Pari» zum großen Feste der Jndustli« sich rüstete, schrieb der auf Jersey weilende Victor Hugo sein Herr- ltches„FriedenSmanifest an die Völker Europa»".„Jedes Land," hieß«* darin,„erscheint mtt einem Probestück sciner Arbeit. China selbst, das fich für den Mittelpunkt der Wett bält, beginnt zu zweifeln und überschreitet seine Grenzen. Es stellt die Schöpfungen seiner Bhantafie neben die unsrigen, J'�van kommt mtt sein-m Porzellan, Nepal mit seinen Kaschemtt-Beweben, und der Karaibe dringt seine Keule; warum sollte er nicht? Stellt Ihr doch Euer Monstre« Geschütz aus! Der Tod wttd zugelaffen. Aber Keule und Kanone, die Maschinen de» Morde», sind nur da, um Schatten zu werfen. Sie schämen " „Wa« denn?" „Zch hatte ihn zu meiner Verhkirathung mache« lasse«. Al» ich ihn anziehe» wollte, sah ich, daß er in einem kläg- liehen Zustande war. Allem Anscheine»ach hat ihn Jemand zerrissen, den»«» ist unmöglich, daß die Mäuse ihn so be« nagt haben." „Und wa» habe« Sie»ach dieser traurigen Entdeckung gemacht?" „Zch habe«inen Zauberer»m Rath geftagt, der «ich dazu veranlasse« wollte, diest» Gewand zu ver- brennen." „Und habe« Sie e« verbrannt?" „Nein, noch nicht." „Bttte, zeigen Sie e» mtt, ich«erde vielleicht«in Mtttel finde», um*» wieder i» Stand zu setzen." Der junge Man» führte seine Gaittn«ach dem Ge- mache, wo er seine Kleidungsstücke und Waffe» aufbewahrte, »ahm seine« Kafta« vom Nagel, an dem er hiug, und»eigie rhu Olga, die sogleich au» ihrer Tasche da» Stück Stoff zog, welche» sie aufbewahrt hatte, und so da» zerrissene Gewand ,« Ordnung bracht«. „O, verdammte Zauberin," rief der jnnge Ehemann •*'/ hast Du mich bezaubert und in meinem Herzen eine solch« Liebe entfacht, daß ich seitdem weder esse»«och schlafen konnte." Mtt diese» Motten zog er seine« Degen und schlug Olga mtt einem«in, ige« Hiebe da« Haupt ab. „Nun de«»,' sagte ich, al« Ludmilla ihre Erzählung beendtt hatte,„au« Ihrer Geschichte ist mtt nur da» klar geworden, daß die Liebe ihre Zauberkünste hat, und daß wir sehr leicht durch zwei schöne Auge» bezaubett werdeu können." Ludmilla antwortete nicht» und ihr Gesicht«ahm eine» Au»dnick melancholischer Träumerei an, wie wen» diese» Wott„Liebe" fie in eine wehmüthige Stimmung versetzt hätte. .. J®'4 dem auch sei» mag, so wttd bei mtt immer mehr d,e Ueberzeugung zur Gewißhett, daß ich zu diejem junge» Mädchen durch em unwiderstehliche» und unerklärlich?» Gefühl«ich hingezoge« fühle.- O I Soll ich e, Dir eiu- fich, man steht k» ihnen an. Di« Ausstellung— eine Apotheose für all« anSeren Weitteuge der Renschen— ist für st« ein Schandptahl...." So ttäumte der Port und Tausende«nd Tausende glaubten, daß die Verwirklichung de« schönen Traume? necht fern mehr sei. ES gab noch ein RmschheitSideal, ein« Stern, zu dem die Besten aller Zonen vertrauend aufblickten. Da versank da» Gestttn in einen dunkeln Blutstrom. Die Nationen wurden auf einmal„vratttsch"; st« entsagten d« „unnützen" weltbürgerlichen Jaeen, da» Denken wmde „national" und e» begann der Tanz um da» patttotische Kalb. Der Unteroffizier wurde über den Philosophen gestellt und die Dichter Hollen fich ihre Jvspttationen au» dm offiziellm Wasch« »etteln. Und so habm wir e» sorett gewacht, daß der Karaibe feine Keule uni nickt mehr zu schicken braucht! Die Kultur macht da» Alle» besser; da» Todtschlagen ist eine der vor- nehmsten Wissenschaften geworden und e» Hai denn auch die belgisch« Regierung in dm letztm Tag« dm Plan einer internationalen Kriegsmaterial« Ausstellung für 18S3 genehmigt. Belgien erkmnt siwe Mission. ES will unS zeigen, wie ihöricht wir vordem ge« wesm; e» trifft Anstalten, den„Maschinen de» Morde»" d« ihnm lange vormthallernn Ehrenplatz anzuweisen. Wir soll« unS überzeugen, daß diese nicht Schatten werfm, sondern daß von ihnen Lickt ausströmt. Einst schämte stch der Pflug der grausigen Waffe der Zerstörung,— h:ute ist e» die Flinte, welche hochmüthig da» friedliche Geschirr de» Handwerks von stch stößt. Die Rollen find vertauscht, dem Krieg wttd ein« Ausstellung geboten, ihm ist eine Apotheose zugedacht. Die Monarchien sckretten voran und die Republikm folam— sie »ollen nicht hinter der„Kulturbewegung" zurückdleibm. So wird ohne Zweifel auch die schweizerische Eidgmoffcnschast auf dem von Belgien geplanten Karaibm- Tage mtt einer de- schrtdenm Keule fich einfinden, denn wir lesm«dm, daß iämmttiche europäische R-gterungm ihre Beiheiligung zugefichea habm." Ueber da« neue Autisemitengestir« mtt dem etwa» gewöhnst» en Namen„Böckel"— wi« ganz ander» glintt da« gegen„Capistrano"!— schreibt man der„Pos. Ztg.": Dr. Böckel, der au» Frankfutt a. M. stammt und jetzt in Mar- bürg wohnt, hat in mehreren Kreism Kurbeffen», in dmm die in den Dörfem«ohnendm Juden den Viehhandel fast auP schließlich betnidm, mtt seinm Hetzreden so große Erfolge tu zielt, daß die Konserraliven in allen K'.eiscn Kurhefierß »ei dm nächsten Wahlen fich mtt dem Antisemii-nhäupilinj werden autttnandersetzen müssen. Die Besonderheit diese! Redner» ist der rette Antisemitismus, der dtt Juden als Rasse in dm Rechten gesetzstch deschränkm und dtt ge taust« Juden ebmso behandelt wiffm will, al» die ungetauftm. D»n diesem Standpuntt au» griff Böckel die Cchrifllich- Sozialm und dm Hofvrediger Siöcker an. Stöcker habe der arlisewllisch« Beweguna geschadet, wett er fie in ba« christliche Fahrwaffet gelmlt. Böckel>Sth, fich mtt keiner der polttischen Patteim ein« zulassen, sondern nur jeden Kandiöatm zu ftagm, wie er fich zu« AntisrmUtSmui stelle; halbe od« DiSkretionSantisemiten gmügt« nicht. Wmn Herr Landeödttettor von Levetzow der Kandidat de» Konservativen bleibt, so wttd er den Lnsorderungm de« Dr- Böck-l insofern nicht entsprechen, als er bei aller Hinneigvn» zum RntisemiliSwu» dock an die Wirkungen der Tauf« glaubt. Al» vor 25 JahlM der Professor Stahl starb, nannte fich de« kanntstch die vorzugsweise au» Kleinadel destehende konfemaiW Partei de» Herrmhause» zu Ehren ihre» der jüdischen Raff« angehörenden Führer» Fraktion Stahl— dies« Name ist zwar vor«inigm Jahren abgeschafft, ab« auf gesetzgeberische An« tröge zur Beschränkung der Rechte auch gewutstr Juden werden stch diese Art Konservativ« nickt«inlaffen. Nebenbei bemerkt, scheint dm Getreuen de» Dr. Böckel noch Klarheit darüber'« fehlen, ob die holdblütigm Juden, also die Kinder au» einet Raffm-Mischeh«, auch rechtlo« gemocht«erden sollen. Das wäre eine hübsch« Konsiqumz. Et» sozialdemokratische«! Wahlerfolg.«ltenbur«. 8. Oktobcr. Während der Skattongreß hi« tagte und haupl' sächlich dtt Gemüth« deschäsiigte, fandm belanntlich die Wahlen»um L a n d t a q statt. Die Wahsbetheiligung war i« Folge d:ffcn bei allen Parteien ungemein lau, nur die Soziast demokratm warm auf dem Posten und ihr Kandidat Buchwa» wurde mit 119 Stimm»« zum Landtagsabgeordnetm gewäM auf die anderen Kandtdatm sttlm 85 Stmmm. Die WaV wmde kosstit,«eil Buchwald noch nicht drei Jahr« de« Staatsverdande des Herzogthum» angehört hatte. Di« Sozial' demokrattn nahmen dtt Agitation sehr ftühzeitia auf und thrrt Rührigkett ist e« wiederum gelungm. ihrem Kandidaten zu» feien? zu verhelfen; auf dm soztaldemolratischm fechuhmachet' meist« Friedrich in Poßerstein fielen 176 Stimmm, der Gegmkandidat, ein deutschsreistantg« Bäckermeister, blieb w# 20 Stimmen zurück. Staatsbahue« und Eisenbahuunfälle. Selbst Vis ulttakonservatioe..Kreuzztg." meint, e» könne nicht geleugnts werden, daß dtt Zahl der Eismbahn. Unfälle in jüngster Zw eine bedauerliche Höhe«reicht hob«, und wünscht eirt ,. authentisch- Darlegung der thatsächitchen Verhällniffe" für die StaatSdahnm. gesiehe«, Pauüne, treulose Pauline! ich liebe Ludm'ß Doch uei», ich lrebe nicht, ich will nicht« mehr liiben. N bi» zu lange hier gedlttbm; morgen werde ich abreise» In meine Stellung wnde ich nicht wieder eintreten; aus nach Pet«»burg überhaupt werde ich nicht>u:ticlM}re» Zch werbe mich in«ein Dörflei» begebe».— Nur ei» einzige» Mal noch möchte ich Pauline wiederseht» Wo weilt fie jetzt? Ist fie glücklich? Ich war bei Rudolph und habe mich vom ihm abschiedet. Zch sagte rhm, daß ich bald Wiederkehr«; würde. Er hat mich iu»ärtltchst« Weise umarmt. 34 weiß nicht, weshalb ich eiue gewisse Freude darüber W** daß Ludmilla nicht anwesend war. Welch« Langeweile, welch' trübselige Stimmung herrsch' ans dem Vefitzthum«erne» O-kel« I Ich kann mich � der Bewwthschaftung dieses Landgute» nicht befassen. 0* liegt mtt a« dresem Getreid«. diesem Heu? Wa« liegt-n" überhaupt a» Geld? Weuu ich nur ohne diese» V-' mögen irgendwo ei» fiille», angenehme» Unt«kom«en findt» könnte I Z» dem von mtt ge«btt» Hause befindet fich Menge Vorräthe und nicht ei» einzige« Buch. Um 2*% milla's Rath zu befolgeu. möchte ich lese». Womtt beschtf tigt fie fich jetzt, dies« zarte Ludmilla? Die Zeit, die ich in ihrer Nähe verbracht habe, kov»� mtt wieder in de« Sin» und e» will mtt so scheinen, a. ob e» durch die reiue» uud uaive« Gefühle, die fie bei w4 hervorrief, die beste Zett»eine« Leben« gewesen wäre. unschuldige Mädchen l Sie kann zwar nicht liebe«, jedoch sicher de» glücklich mache«, de« fie einst herrard� wird. Wen» nun ad« doch in ihre« kleine« ttäamerffch4' Kopf ei« Gefühl d« Lieb« für mich fich Eingang zu schaffen gewußt hatte! Sonderbar« Weise«faßt mich b# Gedanke znm ersteu Male. Die Frauen find nnsösb»' Räthsel, Räthsel, bei denen dtt Schwietigieit der Lös»« durch dtt hinzuttetende Lieb«»ur«och erhöht wttd. liebt« ich Dich, Paulinet Und wtt hast Du mich gleichsah geliebt! Dara« wage ich nicht z« zweifeln. Und»u»«£ ich von Dtt auf so plötzliche, so sonderbare Wesse gere» Die bayerische SebiraSbevSlkenmg scheint ihren Troll über vie Behandlung de» verstorbenen instnnigen König« noch immer nicht oeramnvm zu haben, vo hat in Füssen der Magistrat eine Bekanntmachung erlaffen, in der die Erwartung zum Auidrucke gelangt, daß nun, nachdem die Einzelheiten über die Kranlhest de« König« und die nachfolgende kata« strovhe bekannt geworden sei, die Einwohnerschast alle„dö«> willigen Aeußemngen" unter st>ffen werde. An« München, 8. Oktober, schreibt man der„Vollt-Ztg.": Die jehl beliebte schärfere Handhabung de« Sozialistengesetzes fördert ganz außergewöhnliche, bisher nicht angewandte Maß» nahmen zu Tage. Hier in München wurde bis zum eeuttgetr Tage für Rechnung eine« Verleger« in «ornwberg t. Th. die„Thüringer Waldpost" �druckt, in derselben Druckerei, in welcher da« unlängst sozialistengesetzlich verbotene„Deutsche Wochenblatt" ge-- druckt worden war. Beide Blätter warm anderthalb Jahre lmrg unbehelligt neben einander erschienm, der Inhalt deS einen ganzl'ch verschieden von dem de» anderen, da» eine unter Zu- ständigkett der Polizei und Regierung von Oberdaynn, da« mchere unter Zuständigkeit der Behörden de» Herzogthums Meiningen. Heute nun erschienen zaei Polizeikommiffare im hiefigtn Expidttionslokale der„Thüringer Waldpost" und pro. duzirten»inen Beschluß de« Münchener«mtsg'richt». dahin gehmd, daß sämmtliche seit dem Verbot de«„Deutschm Wochenblatt" er. schtmrnen„und noch erscheinenden" Nummern der„Wald. p beschlagnahmen feien, weil Verdacht vorliege, .biei Blatt eine Fortsetzung de« verbotmm„Deutschen Wochenblatt" und gegm den hier domizllirmden stell« Redatteur dieserhald au«§ 19 de« So» zialistcngesttze« ein Stratverfahrm eingeleitet sei, welchem 1" be'chlagnabmendm Nummern„als Bewei»material" zu dienen hältm. Seine Kompetenz begründete da« München«: Amtsgericht damit, daß die„Waldpost" nicht blo« in Sonnederg zur Ausgabe gelangt, sondern auch in München verbreitet worden sei(forum deprehensionis). Auf Trund diese« richterlichen Beschlusses wurde nun beute von der Hiestgen Polizei sämmtliche hier be« findlichen Exemplare der Nummern 40 und 41, sowie die gesammte, eben im Druck befindliche Auflage der Nummer 42 der„Thüringer Waldpost" beschlagnahmt und al»„Beweis. matnial" mitgenommen. Die weitere Herstellung der „Thüringer Waldpost" in einer zum Polizei- und Amts« gericht« bezirke Münchm gehörigen Druckerei ist hierdurch vor« läufig unmöglich gemacht worden. Oesterreich'U«gar«. Der„Pester Lloyd" schreibt:„Die Haltung der Pan. s l a v e n im Norden wie im Süden unsere« Vaterlande« gegen» über den bulgarischen Vorgängen ist von einer U n g e n i r t. hett, die auf dieDauer nicht wird ignorirt werden können. Im Norden seiern die slovakischen „Narodni>Noviny" den Zar alt den Heiland, als den einzigen Freund und selbstlosen Gönner der Balkanvölker und st« sehnen driß den Tag herbei, da dies« Völker nicht mehr werden stoben Jntereffen dienen müssen, während im Süden die serbischen Organe„Branil" und„Zastaoa" darüber frohlocken, daß nun Rußland da« Heft in Händen hält und den Bulgaren den wohlgemeinten Rath geben, die zwölf Gebote de« Zar» willig zu befolgen und sich nicht den großen flaoilchen Interessen zu widersetzen, weil fie sonst zu Loden getreten «erden müßten. Wahrlich, diese braven ungarischen Patrioten verdienten e», in Rußland zu leben und von dort au« den Bulgaren die Anlehnung an Oesterreich> Ungarn an« zurathen. Für ihr wohlverdiente« Schicksal wäre unl dann nicht bange." Rußland. Ein Schmerzensschret über die Härte und Dumm. heitderrussischen Zensur ertönt heute durch drei Spalten der„Times". Darnach hätte die bötwillige Ver« stockt hrit der russischen Preß-, Post- und Telegraphenzensoren in dei! jüngsten Zeit arg zugenommen. Früh« beschränkte sich dn: Spüretser auf Briese und einlaufende Depeschen; jetzt aber verfällt ihnen alle«, wa» ein- und auiläuft, und je unschuldiger die Botschaft aussteht, mit desto größerem Argwohn wird fie aufgenommen. Ein Berliner Hau« telegraphirte seinem Peter«. bürge: Vertreter am Schlüsse der Kurse:„Al-xander in Sofia zurückgekehrt". Der Zusatz war unterdrückt. Etn Engländer in Petersburg wird auf« Telezraphenamt bestellt, um zu bezeugen, daß ein an ihn gerichtete» Armlose« Telegramm deffen Ab. man ihm vorlegt, wirklich harmlo» sei. Er ließ Ab. forift, die alle« enthalt, wa« er wifien will, und weist da« ar äwäs' ÄR:i&äE Telegramm anrüchiger wird, wenn e« au» irgend einem Grund« den Jnstanzenzug durchmacht. Und dabei rühmen einzelne der Petertburger Telegraphenbeamten stch, alle Geheimschriften der in dem Augenblicke getrennt worden, al« wir un« gegen« fettig in die Arme werfen sollte» I Ach, Du liebtest mich nicht, Pauline I Du hast mich nur gequält. Jetzt ist«ei» Lebe« so bedeutungslo», meine leer, mein«opf so verdreht I Der Winter ist in � M Moskau zurückkehre», ich werde (Fortsetzung folgt.) An« Kunst«ud letw«, Eden- Theater. Die berühmte Tauserfamili« Johnson, deren Produktionen im Eden- Theater eine kurze Unterorechuna erfahren mußten, well die Glaswände de» großen Basfin« trotz ihrer enormen Dicke dem ungeheuren Wafierdmck nicht »u widerstehen vermochten, haben seit vorgestern, seitdem da« «asstn eine neue zwei Zoll dick« Scheibe erhielt, ihre Thätig. lett wieder aufgenommen und zeigen nun allabendlich ihre phänomenalen Kunststücke, die von dem stet« vollen Hause mit ungemefienen Beifall aufgenommen werdin. Dtsgletchen außer. ordenlltchm Beifall««rfteut stch selbstverständlich auch die über. raschende Produktion der von offener Bühne plötzlich ver» schwindenden Dame, eine Uebenaschung,«elch« durch die nach. folgende Erklärung de» Kunststücke« durchau» nicht« von ihrem Reiz« einbüßt. Da» aulgezeichnete Duevistenpaar Tellheim, der treffliche Komiker Zocher. die vielsettigm, unübertrefflichen Schwestm, Matthew», der Fußdalanzeur Harweo und die an« deren Mitwirkenden sorgen dafür, daß da, Jntereffe de, Publikum« stet» rege und die gute Unterhaltung immer im �tstkn Fluß, bleibt. Am vergangenen Sonntag war da« Hau« in allen Räumen vollständig ausverkauft. Well zu kennen und selbst die chiffrirten Depeschen der au«- wärtigen Botschafter an ihre Regierungen lesen zu können. Rußland nimmt stch in den Augen der Zensoren wie ein große» Wickelkind au». Von don beiden Telegrammen der russtschen Regierung, die am 23. August, zwei Tage nach der Entthronung Alexander«, öffentlich in Sofia angeschlagen«ur- den, ward da« eine erst vierzehn Tage später in Petersburg und da« zwette überhaupt bi« setzt in Rußland nicht veröffent- licht. Die Agentur.Telegramme über die öffentliche Meinung in England betreff« der Entthronung wurden selbstverständlich unterdrückt und die enalischen Blätter erst ausgegeben, nach. dem fie im Schwarzen«abinet durch Auflegung von Drucker- schwärz« auf die bedenklichen Artikel unschädlich gemacht«or- den waren. Belgiem Große« Aufsehen ruft, nach der„Voff. Ztg.", in Reglerungskreisen ein Vorgang in Gent hervor. Dort haben die Obersten der in der Stadt befindlichen Regimenter den Mann- schaften dm Besuch der al« sozialistisch bekanntm Lokale, inibesondere de»„Vooruit" oerooten. In Folge dessen haben die Genter Sozialtstmführer alle jungen Leute, die 1837 in die Arme« eintreten müssen, zu Versammlungm eingeladen, die allsonntäglich im Vooruit stattfinden. Dleselbm find in Massen der Einladung gefolgt und werden nun Wochen hin. durch gründlich bearbeitetet. Einer der Führer, Looten«. hat den Obersten schriftlich mitgetheilt, daß ttotz de« Verbote, dt« „sozialistische Erziehung dm Genter Soldaten, dm Söhnen der Ardetter, eingeflößt werden wird." „Amnestie" für die wegen Tumulle« Vcrurtheilten ist jetzt da» allgemeine Losundswort gewordm, und vor dieser Frage treten alle anderen zurück. Für den 81. Oktober wird eine Monstre- Manifestation in Charlcroi angekündigt, an welcher sämuttliche Tla»., Kohlen- und Metallarbeiter diese« Bezirk«, sowie da« Centre theilnehmen werden und zu der Manifestanten au« allen Thellen de« Lande««ingeladen find. Zugleich wer- den Maffenpetitionm behuf« Erlangung der Begnadigung Falleur» und Genoffm in« Werk gesetzt, die fich rasch mit Unterschriften füllen. Man darf diese Bewegung um so wemger unterschätzen, al» ohnehin sett dm jüngsten Wochen, namentlich in den Kohlend czirken eine Gährung herrscht, die fich in zahl« reichen rasch einander folgenden kleineren, anschetnend zweck losm Arbeitseinstellungen tundgiebt.„Ein Geistder Fronde",— schreibt der Lharleroier Korrespondent der„In- degendarce delge"—„wehte heute daher; ich glaube, er grollt in unserem ganzen Basfin"; und indem er die vorhandene Gährung schildert, führt er als einen der Giünde, die dieselbe vermehrt haben, die Verhöre der Arbeiter»or der Enquete« Kommisston an, al« deren Folge eine Verschlechterung der Be- ziehungen zwischen Arbeitern und Unternehmern zu betrachten sei. In Wahrheit hat die Gährung sett dem Anfange diese» Jabre« gar nicht aufgehört;„da, herrschende Elend", konstatirt dieser Beobachter,„erzeugt dm Geist der Revolte, und e« gtedt nur ein Mittel, diesen Geist einigermaßen in Schach zu haltm und eine Exploston zu verhüten, da« ist die Fmcht vor noch größerem Elend." Zweifellos trägt aber auch die immer mehr fich ausbreitende Organisation der Arbeiter in Vereinen dazu bei, dm Geist de« Widerstandi« zu vermehren. Fast lein Tag vergeht, an welchem nicht die Konfittuirung eine« politischen Verein« oder einer korpmativ.Gesellschaft gemeldet wird, so nammtlich von Produktiv. Vereinm für Beschaffung billigen Brote«. Im Charleroter Bezirk ist e« bereit« zu einer voll« ständigen Föderation aller Arbeiter gekommm, und Aehn» ltche» ist anderwärts der Fall. Eine Bewegung, die unter diesm Umständen ausbräche, würde wahrscheinlich weit ernstere Bedeutung habm, al« die« mtt den Märzrevoltm der Fall grwesen. $ o 1 1« tt fr. Au« dm Kolonien wird berichtet, daß der holländische Dampfer„Radura" ein Sklavenschiff adgefangm hat, da» von Lombok(einer der oftindischm Molukten) kam und nach Singapore bestimmt war, wo immer noch ein starker Handel mtt Mmschen getriebm wird. Schiff mit Bemannung und Inhalt wurdm nach Timor abgeliefert. Leider wird man dm Stlaoenhändlem nicht viel anhabm könnm, da der jmt. stisch« Bewei« ihre» Vergehen» schwer zu liefern ist, weil die Sklaven selbst nicht gegm fie au»sagm. Die Sklavm«erdm nämlich, wenn nach Lombok zurückgebracht, von thrm Stamme«. gmoffen hingerichtet. Würde man fie nach einem anderen Ott« bringen, wo st« ihres Lebm« sicher wären, so würden fie gewiß«U ihren Aussagen nicht zurückholten, und so wäre e« leichter, dem schändlichen Treidm der Sklavenhändler ein Ende zu machm. Fraurveich. Au» Ana» wttd telegraphlrt, daß in den Bergwerken von Drocourt ein Streik auskedrochm ist. 120 Arbeiter weigern fich, in die Sckachte hinunterzusteigen und stellen fol. gend« Forderungen: 1. Entlaffung de« Aufsehers Dum«,; 1. Herabsetzung de« Arbeitstage« auf neun Etundm: 3. Er- höhung de« Tageloh'« auf mindestm« 4,25 Fcks. Die Streb lenden verhielten fich bisher ruhig, aber man befürchtet Berliner Stadt-Theater. Da« Volttstück„Des Tischler» Töchterlein" gelangte am Sonntag bei total au«oelkaustem Hause mtt großem Beifall zur Darstellung. s. äsää«.«wää ar» ääwä%%% K%?%%%%»&%&% lÄSi 011 SwEemffitonffite iomTil hielt Dr. Willem«, ■ Streitigkeiten zwischen den belgischen und den stanzöstschm Ardeitern, well die letzterm den erfterm nicht gestatten wollen, an die Arbeit zurückzukehren. Der Präfett de« Pas-de Calai» hat fich an Ort und Stelle begedm und die Gendarmerie ist verstärtt worden. Spante«. Spanien hat 600 Generale, 1366 Obersten, 2000 Majore, 5000 Kapitäne und 10900 Lieutenant« in und außer Dienst. Wmn man da« weiß, wird man fich über die dort üblichm Militär- Revolten nicht mehr wundem. Di« mllttärtschen Würdenträger haben ja sonst nicht« zu thun. G r o tz b r i t a»« i e»« Der„War C y"(kliegsmf), da» einmal in der Woche erscheinende tllufirirte O gan der englischen Salutistm, hat eine wöchc-uliche Auflage von 240000 Exemplaren und liefert, od« gleich e« keine Inserate dringt, der Httlsarmee einen jährlichm Reingewinn von 5000 Pfd. St.(100 000 Mark). BalkarrliiAde». Der Konflikt zwischm den r u s s i s ch e n Wortführem und der bulgarischen Regierung wird immer offmkundiger. Die„Politische Korrespondmz" meldet au« Sofia: Da fich gewohnheitsmäßig Unterthanen mehrerer fremder Staatm, dar« unter auch solche, die unter rusfiichem Schutze stehen, in die Wahlen einmmgm, richtete da« Ministerium an die fremden Missionen ein Rundschreiben, welche« erklärt, daß diejenigen fremden Staatsangehörigen, welche stch in die Wahlen einmengen, ausgewiesen werben würden. Der russtiche Konsul Netijudoff schickte da« Rundschreiden mtt der Ertlärung zurück, daß er die diplomatischen Be« ziehungen abbreche.— Ein wettere« Telegramm meldet ausführlicher: Der rusfische Konsul Nekljuvoff hat gegm da» an die Vertreter der Mächte gerichtete Randschreiben der bul« garischen Rezierung betreffend die Verhinderung der Ein« Mischung ftemver Staatsangehöriger in die Sobranjewahlen protestirt und erklärt, daß bi« zum Eingang von Jnstruttionm de« General« von Kauldar« jeder Austausch von Schriftstücken zwischm der russtschen diplomatischen Agentur und der bul« 6 arischen Regierung eingestellt sei. Die bulgarische Regierung at dies« Note de« Konsul« Nekljuvoff den Vertretern der Mächte mitgetheilt.— General von Kaulbar« degiebt stch von Rustichuk nach Vama. In dem Aufrufe, den die reglerungtlreundlichm Parteien an die Bevölkerung erlaffen und der in einigm Kemsätzen die Dinge beim rechten Namen nennt, erklären fie geraveweg»: „Von un« selbst hängt die Vertheidiguna ab. Wenn wir die Olkupation nicht verlangen, kann fie un« Niemand aufbürden!" Diese Sätze bekundm in der That ein gan, richiige« Verstand« niß der Lage und der den Bulgaren zutallmden Rolle. Daß fie von den Mächten nicht verlaffm und aufgegeben find, da« konnten fie, auch abgesehen von den Erklärungen de» ungari« schm Minister- Präfidmten Herrn von Tisza und de» britischen Schatzkanzleri Lord Randolph Churchill au« ver Thatsache er« sehen, daß General Kaulbar» mit seinen' Werbungen um die diplomatische Unterstützung setner Forderungen fetten« seiner Kollegen in Sofia vollständige« Fiasko gemacht bat. Selbst bei dem Vertreter Deutschland« fhat er fich ein Refus geholt. An Symptomen einer entgegenkommendm und versöhnlickm Gestnnung hat e« übrigen« die bulgarische Regierung selbst bi« in da« letzte Stadium der Verhandlungen nicht fehlen laffm. Jhrersetts war fie berelt. um dm Repräsentanten Rußland« eine gewiffe Satisfaktion zu berettm, um in den Aufschub der Wahlen auf a»t Tage zu willigen, wenn damit die Polemik in dieser Angelegenheit als definitiv erledigt betrachtet würde. Allein c« kam in dieser Sache zu nicht» und die aufwiegelnde Art. mit welcher d:r Repräsentant des Zar» die Bevölkerung und die Armee gegen die Regierung aufzuwiegeln sucht, hat seither die Kluft zwischen Rußland und Bulgarien über alle Maßm er- wettert. Wmn Gmeral Kaulbar« vom Schauplatze seine« unheilvollen« Wirken» nicht bald abberufen wird, so ist gar dicht abzusehen, welche Zwischenfälle und Eruptionen sein die ohnehin erregte Bevölkerung im höchsten Maße aufreizmde« Bmehmen noch piovoziren könnte. Amerika» Wir habm derett« mitgetheilt, daß Henry George von einer Rrbetteroersammlung in New-Nork al» Kandidat für dm Mayork.Postm dieser Stadt ausgestellt worden ist und Rusficht hat, zu fiegm. Hmry George wurde, wie man dem„B. T." au« New-Nsrk schreivt, am 2. September 1839 al« der Sohn amerikantiche? Eltern in Philadelphia gedorm. Bi« zu seinem 14. Jahre besuchte er dl«! Schule und trat dann al« L-hrltng in ein Geschäft ein. Diese« Leben behagte ihm aber nicht und er ging deshalb zur See. Nachdem er einige Zett oersckiedme Meer« defahren, wandte er fich wieder einer anderen Thätigkett zu. und al« 18 jähriger Jüngling war er in Kalifornien al» Schristsetzer thätig. Er wurde bald darauf Berichterstatter, Redakteur und später Eigenthümer de«„Sacra- mento Repotter" in Socrammto. Im Jahre 1869 war er dort Kandidat für die Staatslegislatur. Er gehörte der demo- kratischm Partei an und stand aus der Seite de« Gouverneur« ver ganzen Grmze entlang. Die Jungen«erdm die Brief- träger und Kutscher sein und Vi« Alten«erden da« Geschäft leiten.— Jeder Sioux- Indianer hat abwechselnd drei Monate im Jahre Postdienst zu thun; da« Geschäft wird nach dem Kooperatioplan degründet und gehört der ganzen Sioux Nation; nach Abzug der Arbeitt löhne wird der Gewinn unter die einzelnen Mitglieder der Nation vertheill werden- Mit dem veloziped von München«ach Holland. Von Münchm erhätt die„Donau-Zig." nachstchenve Mit« theilung: Am 6. September d. I. traten zwei UnioerfitätS- studentm von hier per Veloziped eine Reise nach Holland an; sie fuhren über Augsburg, Ulm, Stuttgart, Heidelberg, Darm. stadt, Mainz nach Köln und erreichten über Nymwegm am zehnten Tage da» Ziel ihrer Reise, Amsterdam, besuchtm hierauf Haarlem, Haag, Scheveninom, Delft, Rotterdam und tehrtm über Venlo,Köin, Frankfurt, Würzburg und Nürnberg am 25. September wohlbehalten in ihre Hetmath zurück. Nur»ine kurze Strecke, von Breda nach Venlo, wurde wegen unfahr« barer Straße tie Bahn benutzt. Eine Wasserkaraffe al« Brandstifterin. Wer da« hört der wird zunächst glauben, er habe e« mit einem Schey zu thun und doch handelt e« fich um eine Thatsache, die fich in MUau kürzlich zugetragen hat. wie etn Einsender der„Mtt. Ztg." berichtet. Derselbe war am Morgm durch ein quälmde« Befühl au« einem tiefen Schlaf, oder richtiger au» einer Halden Betäubung erweckt worden, die,«te er bald bemertte, durch den sein Zimmer ersllllendm dicken Qualm herbeigeführt worden war. Es warm die Fmstervorhänge in Brand gcrathm und z-var, wie Einsmder konstatirt dadurch, daß gewiffe Thrile der Karaffe, welche auf dem Fenfterbett stand, die Strahlen der Morgcnsonne auf einen Puntt de« Vorhänge« gesammelt und diesen dadurch entzündet hatten. villige Knöpfe. Au« Neapel wird gemeldet: Der Knopf« Händler De FcanceSc» gewann vor einigen Tagen eine Qua« teme in der kleinen Lotterie. Sein Gewinn deträgt 650000 Lire. In der ersten Freude kündigte der glückliche Gewinner an, daß er s«in ganze« Lager dem Volle Neapel» zur Verfügung stelle und Jeder stch nach Belleben Knöpfe aussuchen könne. Da« Gewölbe wurde Tag» darauf« von einer turbu- leatm Volksgemmge im Sturme genommen, e« gab Püffe und blutige Köpfe und nur da« Einschreiten der Wachen verhinderte ernste Ausschreitungen. Nach fünf Minuten aber war im ganzen Lokal kein Knopf mehr zu finden. Haight w btffen K-mPf« gtgen bic Eisenbahnen und anbei« fltofc Monopole. Die Folge hiervon war. bog er durch den Einfluh der«ahnm geschlagen und später badmch, daß seine politischen Gegner«in kontrolirendei Interesse an seinem Blatt« erlangten, auch guwunaen wurde, von der Redaltion zurück- zutreten. Im Jahre 1877 begann Georg« mit der Vdfassung seines BucheS„kroxross and Porertj"(Fortschritt und Armuth), «elcheS bei keinem Erscheinen 1879 so großes Aussehen erregte. J-n Jahre 1880 begab er sich als Korrespondent der„Jrish World" nach Irland und schrieb«ine Reihe von Korrespon» denzen für dat genannte Blatt. Im folgendem Jahre hielt er in England und im Winter 1884 auf 1885 in Schottland Vorlesungen über die Landfrage in Grossdritannien. George lieferte auch häufig Beiträge an Zeitungen wie„Nineteenth Eentmy",„North American Review" und andere. Außerdem veröffentlichte er die drei Werke:„Pamphlet on the JrishLand Queetion",„Social Problems" und„Protection and Free Trade"(Schutzzoll und Freihandel). Die Sozialist«« und der „Orden der ftutUSiilUi", welcher viel mächtiger ist, alS man in Deutschland glaubt, und zum Theil wesentlich sozialistisch« Ziele verfolgt, werden mtt aller Kraft für tzmiy George ein- treten, der ein Mitglied deS Ordens ist. New. Vor! ist in gewiffem Maß die politische Hauptstadt der Vereinigten Staaten, und wenn hier die Arbeiterbewegung solche Fortschritte macht. so kann mit Bestimmtheit geschloffen«erden, daß fie auch in b«n übrigen Städten in Fluß kommt. In einem wiffenschaftlichen Artikel in„BradstreetS Journal" wird dargethan, daß die Besorgniß wegen Ver« sie gen S der Galquellen unbegründet sei. Da heißt «S, daß daS ErdgaS nicht eine aufgespeicherte, nur einmal vor- Händen« Maffe sei wie die Kohlen« und andere geologisch« Formationen, sondern daß seine Entwicklung fortwährend vor fich gehe, daß, wenn eine Quelle geöffnet«erde, man damit nicht eine VorrdthSkammer, die fich erschöpfen lasse, auSzapst, sondern einen Brunnen, der fich fortwährend wieder füllt. AlS erwiesen wird in dem Artikel angeführt: Die Berührung von Waffer mit kohlehaltigen Formationen irgend einer Art ent. wickelt fortwährend daS Gaß, welches an Stelle allm anderen Brennmaterials zu treten bestimmt scheint. In den porösen Lagen der Grundfelsenschichten ist überall mehr oder weniger Raum für die Entwicklung dieseS Kohlen« WaffergaseS. Dringt man in diese mittelst Au»gradungm oder Bohrungen, so macht daS entweichende GaS nur Raum für die Bildung von mehr. Der Druck, mit w.lchem«S ausströmt, ist sehr stark, jedoch gleichmäßig fortwährend, wie dieS nur bei einer dauernden Quelle fein kann. Angeficht» der kolrffalen Kohlenlager, welche nicht weniger alS 30000 Ouadratmrtlen der Oberfläche am westlichen Ndhange deS Allegha.y Gebirges einnehmen und eine Dicke von 1000 bis 2600 Fuß haben, ist eS nicht wahrscheinlich, daß diese veränderte Form der Kohle, wie man fie bezeichnen mag, in langen Jahren ihren normalen Zustand einstellm wird. Bei der nächsten Wahl wird dem Volke deS Staates Wisconsin auch ein Amendement zur Verfaffung zur Ad- stimmung vorgelegt werden. Daffelb« giebt den Frauen daS Stimmrecht in Schulangelegenheiten. Dal Amendement lautet: Jede Frau, welche eine Bürgerin dieses Staates und 21 Jahre oder darüber alt ist(ausgenommen, solche Personen, welche auf Kosten der Gemeinde leben, unter Vormundschaft stehen oder durch Sektion 2, Arttkel 3, der Konstitution von Wisconsin ausgeschlossen find) und welche in diesem Staate ein Jahr und in dem Wahlbezirke, in welchem fie ihre Stimme adgiebt, 60 Tage vor einer Wahl, welche Schulangeleienhetten betrifft, gewohnt hat, soll da» Recht haben, bei solchen Wahlen zu stimmen. Gerichts-Zeiwng. DaS freisprechende Urtheil deS Schwurgericht» am hiestgen Landgericht I in Sachen der Landpartie nach Grünau bat ungewöhnliche» Aufsehen erregt. Der Bericht über die Verhandlung hat, da diese fich di» in den Abend hinzog. knapper gehalten werden müfftn, al» e» sonst wohl der Fall gewesen wäre, und e» erscheint deshalb nickt unangebracht, noch einige Punkte hervorzuhtbrn, welche da» Urtheil der Geschwo« renen vielleicht beeinflußt haben. Wie schon gemeldet, hatten die Gendarmen in ihren Bekundungen den Inhalt der Anklage voll bestätigt, dagegen traten zahlreiche Entlastungszeugen auf, von denen ewige über da» Vorgehen der Gendarmen eigen« thümlich« Angastn machten. So bekundete ein Zeuge Bock: »IS im Stein'schen Tanzsaal einer der Theiwehmer die Tan» zenden auffmderte,„fich streng an die Tanzordnung zu halten", trat ewer der Gendarmen mit den Worten am ihn zu,„daß hier keine politischen Reden gehalten werden dürsten". Um zu beweisen, wie planmäßig die Theiwehmer vorgegangen wären, führt« der Gendarm Schröder an. daß schon in der Köpnicker Forst der Angeklagt« Mdert Müller eine Red« gegen die Gendarmen gehalten habe, deren Inhalt er jedoch nicht kenne. Der Zeuge führt aber au», er habe angenommen, daß die Rede gegen die Gendarmen gerichtet gewesen sei, well er einmal daS Wort„Spitzel" gehört habe. Der Vertheidiger ließ hierzu durch die damals um Albert Müller herumstehenden Personen feststellen, daß diese angebliche Red« gegen nie Gendarmen „eine harmlose Anewote von den Abenteuern eine» Handwerks« gesellen gewesen sei." Ein VerfichemngSbeamter bekundete, daß, als nach der Verhaftung der Angeklagten sämmtliche übrigen Theilnehmer und unbethelligt»» Publikum fich zum Bahnhofe begab, die Gendarmen hinter ihnen her gerufen hätten:„Wenn ihr nicht schneller geht, werden noch mehr ein- gelocht!" und eine Frau Wwtelmann behauptet«, daß bei dieser Gelegenheit zwei Gendarmen unter einander gesprochen haben: „Ich hätte daraus WS gesckoffen, da» wäre wir ganz egal!" Der Zeuge Gendarm Markwardt führte alS Beweis für die Böswilligkeit Albert Müller'« an, daß derselbe, nachdem er ihn verhaftet hatte, abfichtlich fich nieder« gebeugt habe, um ihm so bei erster Gelvgenhett zu ent- schlüpfen. Dagegen bekundet eine Zeugin, Frau WergilS, eidlich, daß Gendarm Markwardt dm Angeklagten Müller bei der Verhaftung so fest am Genick gepackt hatte, daß dieser nicht mehr aufstehen konnte, sondern, um den Griff zu erttagm, fich niederbeugen mußte. Wie weit diese und andere AuSsagm aus da» Verdikt der Geschwormm von Einfluß gewesm find, vermögen wir natürlich nicht zu entscheiden, so viel steht aber fest, daß«wa im Gemüthe der Geschwormm mtstondme Zweifel durch die über 1% Stunden während« Vertheivigung». rede noch wesentlich verstärkt worden find. Der Vertheidiger suchte auSzusührm, daß die Haltung der Gendarmerie herau»- fordernd gewesm sei. Er begann sein« Darlegungm nach dieser Richtung wie folgt:„Der Staatsanwalt hat die Anficht auSgeiprochm, daß ein grsiffer Theil der Preffe, welcher vor vier Monatm über dm Aueflug bericktet und denselben alS eine nur von der Gmdarmerie gestörte Idyll« hwgestellt habe, durch di« Gerichtsverhandlung eine» vefferm belehrt wordm sei. Der Staatsanwalt wiederholt damit nur,«a» der Landrath von Stubmrauch für angemrffm geHallen hat in einem bei dm Gerickttallen befindlichen, an die Staatsanwaltschaft gerichteten Expost auSewanderzusetzm, worin e» heißt:„Der Bericht de» Oberwachtmeister» Hübner. für dessen Objektivität die Persönlichkeit de» OberwachtmeisterS volle Gewähr leistet, be- »eist, wie tendenziös wieder die Darstellung der oppofitionellm Preffe war. welche zum Nachthell der Gendarmm die Meinung tu vertreten suchte, al» sei da» gewallsame Einschreiten der Gendarmen einem geringsügigm Anlaß gefolgt, der nicht pro- vozirt gewesen." Der Vertheidiger vertrat den gerade mtgegen- gesetztm Standpunkt, indem er die herausfordernde Haltung der Gendarmen seinerseits für«wiesen hielt und eS auch als erwiesm hinstellt«, daß die Gendarmen fich einzeln« Ausdrücke, wie„alle» Mamervuh", bedient und die Festthetlnehm«, Frauen und Kind«, ihre Anwesenheit vom Morgm bit Abend bei jedem Glas« Li«, bei jedem harmlosm Gesang und Spiel auf daS Empfindlichste hätten fühlm lassen. Im Gegensatz zu dem StaatSanwall erinnerte d« Per« theidiger daran, wie in einzelnen Zeitungen der Vorfall geschildert wordm sei, daß sämmtliche Festtheilnehm«, mtt rothen Schlipsen und Kravatten geschmückt, auS rothen DAen roth gefärbte Ei« genoffen hätten, währmd durch die Beweisaufnahme nm er- wiesen sei, daß ein einzig« d« Angeklagten einm rothm SchlipS getragen habe, alle« Uebrig« aber in daS Bereich d« Fabel gehöre. Der innere Grund für dat Verhaltm d« Gm- darmene sei d«, daß fie bestimmte Anweisung gehabt hätten, die Festthellnehm« alS eine sozialistische, eine Demonstration planende Mmge zu üb«wachen, und dies« Anweisung nach Anficht d«S Vertheidiger» ungeschickt folgtm, selbst alS die that» sächlichm VotauSsetzunam sich al» unrichtig«gedm hättm. Zum Schluß legte die Vertheidigung den Geschwormm dringmd an» Herz, durch ein freisprechende» Verdikt zu bekunden,„daß ß den Verhällniffm Rechnung tragm, daß fie da» Zusammen« ließen einer Rmge in einem verzeihlichen Affekt nicht alt ein auf Gewallthätigkeitm gerichtete» planmäßige» Zusammen- rotten erachtm und der Meinung find, daß da», wa» die An- geklagtm etwa gefehlt habm, durch ewe viermonatliche Unt«- suchungShaft gesühnt erscheine." Sowell die etwa noch nach- zuttagendm Punkte, welche auf die Geschwormm vielleicht von Einfluß gewesen sein können. Wa» nun dm Spruch selbst betrifft, so wurden dm Geschwormm 11 Fragen vorgelegt, welche mit einem„Ja" od« mtt einem„Nein" zu drantwortm «arm. Die Geschwormm ließen fich ad« dadurch irre führen, daß jede Frage dahin ging,„ob die Angeklagtm al» Rädelt« führ« und al» Leute, welche Gewaltthätigkettm gegm die Perfonm begingm, zu bestrafen feien," und fie beantworten nun jede Frage anstatt mtt einem einmalixm, mtt einem zwei« maligen„Nein". In Ueb«einstimmung mtt V«theidig« und Staatsanwalt wurdm die Geschworenen von dem Prästbenten nochmalt in da« BerathungSzi-rmei gesendet und strichen dort da» eine„Nein" bei jed« Frage au». Wegen Vergehen» gegen da» RahrnngSmittelaesetz hatte fich der zu Lmnep wohnende HanvelSmann und Wirth Karl Jülte vom 9. d. MtS. in d« Strafkammerfitzung zu Elberfeld zu v«antwortm. D« Angeklaate hatte wiederholt Schellfische, welche vndordm warm, unter V«sch«eißung dieses UmstandeS verkauft. Er pflegte die Fische, wenn fie in den Zustand d« Fäulniß üb«gingen, in einem Kübel auf dem Hose mit ein« Flüsstgkett abzuwaschm und auf einem Brett zum Trocknm auszulegen, um fie dann, nachdem fie auf diese Weise ein etwa» frisch««» Aussehen erlangt hattm, wieder zum Ankaufe auszustellen. Bei jenen Vorkehrungen entwickelte sich in d« Regel ein solch unerträglich« Geruch, daß die HauSbewohn« die Fernst« schließen mußtm. Sehr bezeichnend für da» nichtswürdige Verfahrm de» AngeklogUn ist auch die von ein« Zeugin bekundete That fach«, daß er einmal einen Schellfisch mtt einer nicht näh« zu bezeichnmdm Flüsstgkett behandelt hat. Bei d« schnödm Habsucht und d« höchst ehr. losen Gesinnung, welche der Angeklagt« bei sein« HanvlungS« wrise bekundet, hiell die Strafkamm« ein« hohe Strafe für angemeffm und erkannte auf vi« Monate GefSngniß und außerdem auf«Ine Geldbuße von 300 M. Zugleich verfügte da» Gericht die Veröffentlichung de» mtscheidendm Urtheil» in allen in Lennep erscheinmden Blättern. MSttntworllich für dm polttischm Thell und Soziale» Max Koziales««d Arbeiterbewegung� Trucksystem in Amerika. Au» Ctncinnati wird gemeldet: Nach tem letzten amtlichen Beliebte de» Chef« de» Staat»- bureauS für ArbettSftattstll in ColumbuS steht im Staate Ohio da» fogmar.nte Trucksystem in voll« Blüth«. Fast alle BergwnkSbefitz« find Eigmrhüm« von Läden, in welchen Lebensmittel, Möbel, Küchmgnäth, Bellndungk gegen- stände u. f. w. feil gehalten werdm, und die Bngleute w«den auf die ein« od« die and«« Weife g-.-zwungm, ihre Bedürf- niffe au» diesen Läden zu unvnhältnißmäßig hohm Preism zu entnehmen. Vielfach w«dm die Löhne üd«haupt nicht baar gezahtt, sondern an d«m Stelle Anweisungen gegeben, welche auf in den Läden d« Brotherrm zu liefetnde Waarm lauten. Obgleich die amerikanisch« G'.setzgebung d«arttg« Mißbräuche mtt Strafe dedroht, so sehm fich doch wed« die Staatsanwalt« »«anlaßt, gegm die» schändliche Au»saug«syst«m — so nennt«S sogar die„Nordd. Allg. Ztg."!— von AmtS- wegen«inzuschreiten, noch auch wogen e» die unglücklichen Bergleute selbst. auS Furcht vor d« Rache d« Minmdefiv« und mit Rückffcht auf die Kostspieligkeit und Langwierigkeit jede» PtozeßversahrenS, thrersett» die Hllfe der Gerichte anzu- rufen. Sehr zutreffend heißt e» in dem«wähntm Bericht«: „Wir Amerikaner sollen, wenn wir an da» Trucksystem denken, unsere Köpfe cor Scham beugen und eingestehen, daß uns«e Achtung vor den Gesetzm, mtt d« wir un» so gem brüsten, nicht» al» Schein und Trug ist, und da» G> setze, welche uns«e Habgier zügeln sollm, einfach nicht beachtet werdm." Dte Hopfenernte in England führt ähnlich wie in Südveutschrand jährlich eine Mmge sonst vogirmd« od« an- d«w«it beschäftigter Element« nach dm Grafschaften Kent, Suffex und Suney. In dm letzten 14 Tagm gingen von London von dm Batnhöfm d« Linien South Eaftem und London, Chatham and Dover Railway jedm Morgm Sonder- züge ab, die zu sehr«mäßigtm Fahrpreis« Leute, vi« fich an d« Arbeit de» PflückmS derheiligm wollten, an Ott und Stelle drachtm. Die Gelegenheit eine» wmn auch kleinen V«dimsttS wird von d« Srmstm Londoner Bevölkerung begierig ergriffen; viele Tausende von Männern und Hauen strömen herbei. Di« Sinttchtung hat natürlich für dm Grunddesttz« dm Vor- theil. daß er fich für alle Fälle am nächsten Bahnhofe schon so viel« Leute, al»« brauade, fich«« kann. Am lebhaftesten ist da» ganz« Treiben in dem Thal« de» Flusse» Medway, zwischm dm Städtm Tunbrtdoe und Maidston«. Hi« ist eine Anzahl großer Brauereien, und für dm Handel nach and«m Theilen Englands bildet Maidstone dm Mittelpunkt. In dies« Gegend ist et unmöglich.(?) für den aroßm Zufluß von Arbeit«« in den einzelnm Ottm selbst Untttkommm zu schaffm. Die größere Mehrzahl dnselbm bttngt dah« die Nächte im Freim zu. SS ist zwar für Zelt« gesorgt, ab« dennoch ist ein warme« und ttockme« Wetw, wie et diese« Jahr die gany Ernte üb« angehaltm hat. eine große Wohlthat. Die Pflück« find auf« Emsigste beschäftigt und e» ist ein eigmthümlich« Anblick, einm Hopfmpartm sein« ganzen Länge nach von«in« langm, dichroeschloffenm Menschmreih« desetzt zu sehen; sogleich wmn ein Feld fertig ist, wird da» nächste in Angriff gmommm. Für da» künstlich« Trocknm de« Hopfm» sind überall eigene Gebäude vorhanden, deren sondndare Gestalt jedem Fremden sofort auffällt und derm man auf jedem größeren ländlichm Anwesen mindestm» ewe» findet. S» find rund« Backstein. tbürme mtt spitzem Dach, im Ganzen durchschnittlich etwa 12 Met« hoch. G'nau in d« Spitze de» Dache» defindet fich die zum Schutz gegen dm Wind schiefgestellt« und drehbare Kaminröhr«. «»beitttschntz.«b« schon öft« von un, beklagte er. ReichS-GesundheitSrath in B-rlln ein Gutachten üb« die Frage einzuholm, wie die H«sttllung und Unter- Haftung d« Räume in einer Spiegelfadttk beschaffen sein müssen, damit die Arbett«, welche bei der Spleaelfadrikaiio« beschäftigt sind, thunlichst gegm die au» dieser Thätigkeit ent- svringenvm gesundbeitSgefährltchm Folgen gesichert würden. D« Reich SzesundheitSrath sandte eine sehr kurze Antwort: er bade nach den zur Zett für seine Thätizkett maßgebenden Grundsätzen technische Gutachtm in bürgerlichm Rechts- strettigkettm nicht abzugeben. DaS Verfahren deS Reichs« gesundheitSrathS wird ja dem Buchstaben sein« Instruktion entsprochen haben. Der Fall zeigt aber von Neuem, wie dttngend wünschenSwerth für diese und ähnliche notorisch gesundheitsschädlichsten Bettiebe die Ausstellung einheitlicher gesetzlich« sanirär« Minimalanfmderungm durch diejenige Instanz ist, welch« nach§ 120 Abs. 3 d« Gewerbeordnung dazu die Berechtigung und damit moralisch auch die Verpflichtung übertmgm wurde. Nach jenem Paragraph können durch Beschluß deS BundeSrathe» Vorfchttftm darüber «laffen werden, welch« Einrichtungen von dem Gewerbeunter« nehm« zu thunlichster Sicherung der Arbeiter gegen Gefahr für Leben und Gesundheit getroffen werden müffm. Von dieser Kompetenz hat leider der BundeSrath fast gar keinen Gebrauch gemacht. So hat« aller« ding» in dlesem Jahre für Bleifarbe« und Blei- Zuckerfabriken Bestimmungen zum Schutze d« Gefundhett der Arbeit« getroffen, während für die Wahrung derselben in Zündholjfabrikm durch die Bestimmungm de» Gesetzes vom 13. Mai und d« Vorschttfim vom 11. Juli 1884 Fürsorge getroffen ist. Dagegen entbehren die Arbeiter der Spiegel- fabrikm, welche von Quecksilbervergiftung bedroht find, d« Glasfabriken und Schleifereien, welch' letzt«« von den Fabtttinspektoren selbst„SchwindsuchtS- stationm" genannt werden, sowie die Arbeiter einer ganzen Reih« ander« nicht wind« gefährlicher Betriebe einer einheitlichen und wirkfamm gesetzlichm Regelung der santtärm Anforderungm an dm Bettteb. TheilS«xistiren näher« santtäre Bestimmungen für solch« Fabriken übtrhaupt nicht, theil» nur ali lokale, oft nur für einzelne Betriebe erloffene Polizeivorschristen, t heilS endlich haben die Bethelligtm selbst durch private Initiative Remedur gefchaffm, wie die» z. B. im vottgen Jahre durch dm GlalbekaerhilfSverein der Stadt Fürth geschehen ist. Wir könnm und brauchen auf die einzelnen Bestimmungen, welche dott von diesem Vttein netrossm worden find, welche nach den FabttkinspevionSbnichtm in Aachen und andnwättS mit Eifola in Geltung find, nicht näh« einzugehen; Fälle, wie d« Eingang» angeführte, beweisen edm, daß diese vereinzelten Maßnahmen zur Wahrung der Gesundheit dn Arbett« da» Bedürsoiß nach allgemein gilligm Bestimmungen noch nicht befriedigen könnm. Auch die Vorfchristen zur„Unfall- Verhütung", wie fie jetzt von den UafallbttusSgenoffmschasteii erlassen w«dm, könnm hier nicht» helfen; denn derartige chronische V«giftungm qualifi.irm fich keineSweg» al« solch« „Unfälle", für«eich« da» Gesetz vom 6. Juli 1884 Fürsorge trifft; vielmehr kann der Gefahr deS lchleichmdm Gift» d:S Metalldunst»» und de» Staub«», welche» langsam die Kon- stttutton de» Ardetter« unt«grSdt, fein Leben abkürzt und feine Nachkommenschast degmwitt, eben nur auf dem Wege einheit- iich«, strmg« santtär« Vorschriften für die beireffmdm Le- ttiedSatten begegnet werdm. OrtSkraukenkassenmtsere. AuS Burgdmf, 8. Oktober, wird der„Wi serztg." geschtti den: Die biefige die alten Amt»« bezirke Burgdorf und Burgwedel umfaffende Ortikrankenkasse bat trotz ihr« großm Mitglieverzabl, welche mehr«« hundert Personm betrügt, im vorigen Jahre ein erhebliches Defizit gehabt, und obwohl die Leistungen der«äffe schon bedeutend reduzitt find, auch im neum Rechnungsjahre daff-lbt ungünstige«rgebniß zu beklagen, so daß zur Deckung d« noch- »mdigstm AuSgadm eine ziemlich bedeutende Anleihe hat aufgenommen werden müffen. Die Raffe hat daher jetzt auck des« ließm müffm, die biSh« nur 2pCt.de» durchschnittlichen Arbeitslöhne» auf 3 pC!. zu«höhm, eine Maßeegel, zu weichet die städtische OrtSkran imtaffe schon früh« hat schreiten müssen. Uebrigent scheint da» ziemlich überall si AmtSvorstand« di» heute noch nicht aulgefettigt fei. AlS rauf d« Herr Bürgermeister, nachdem« unt« heftigem Protest der Rechtlräth«»ttenfamn und Bind« di« Verpfltch'ung seines seit» zur Ausfertigung bestrittm hatte, den Saal verlaß und nach Rtickkehr dm nachttä glich von ihm gefertigtem fchluß vorgelesm,«klärte H«r RechtSraih Attensam« auf Gr# von ihm ovigelegtn authentisch« Aufzeichnungen, daß die v-Z Bürgermttst« v«lesme Fassung d« Wirklichfeit absolut ni» mtsprech«. ein solch« Beschluß niemals gefaßt wordm fei# « nie und niemals und unt« kein« Bedingung unterschreibe'' werde;« verweigere durchaus Unferfchrist und Zustimnuit» RechtSratb Lind« gab die Erklärung ab, daß« in d« Sitz# vom 30. April die Forderung sofortig« Beschlußfassung da»v begründet habe, daß andnnfall» dem Bürgermeist« da» Refrt? würde abgmommm werden müffm; die» dürfe ad« nickt 9% schehen, da hierdurch deffm Ansehen al» AmtSvorstand ew ollzufchweee Schädigung«litten hätte. Im weiteren Verlag d« DiSkusston entstand ein allgemein« Tumult, man rief Schluß d« Debatte, ließ Herrn Bind« nicht zu Wort iom# und mehr«« bürg«lich« Räthe wollten dm Saal vetlanfr zweimal wurdm sie vom Bürgermeister zurück geholt. 6*1% lick berief st» letzt«« für die Richtigkeit sein««ufzeichn«™ auf da» Zmgniß eine» MagistrattmitaiieSZ, da» der fraglick Sitzung gar nickt angewohnt hatte. Zu einem«ndziltigen � schluß kam e» nicht, vielmehr soll am nächsten Frettag fön» sahrm w«dm." Beilage zum Berliner BolNlntt. Nr. 288. Di-nst-g. kr» 12 VIltrbrr 1886. HI. Ia>>rz. Kommunales. Städtische Hoildtlduvbtanfialtt». In dem bevor« steheuven Winter weiden in lolgenten tZheren L-hranfiaUen für Peisonen, die in i nw preplichen Fch. Ob'-r-Realichule. DrcfUntisiroft 113. An Anstalt wird auch im Zeichnen unterrichtet. Der Unter« licht wird in den ftenaneten Str.stalten an den Abenden der Wochentage und an Vormittagen der Sonntage ntheilt, und »war cm Sonntag, den 10. O'toder, diS Mittwoch, den IS- �Dezember d. A» und vcm 6. Januar vi» 19. Mär, 1887. «Dai kaldjährliche Schulgeld beträgt für jeden zweistündigen Aursui 2 M., für jeden vierstündigen Kurju» 4 M. Mrldungen«erden noch von dm Hmm Direktor m der genannten Lehranstaltm entgegengmommm. Im Aedettthause befanden sich am 30. Juni d. I. Detintrte. Obdachlose. Kranke und Poli»eigefangme:c. 1829 Personen. Der Zugang betrug in der Zeit vmn 1. Jait di» 30. September d. I. 370, der Abgang in demselben Zeiträume 663 Personen, so daß am 30. September d. I. ein Le« stand von 1336 Personen verblieb. Im Lazareth der Anstalt wurden am 30. September et 153 Personen verpfltgt und in der Schul« 14 jugendliche Häußlinge unterrichtet.— Zur Beschaffung von Kleidungkstüikkn und Vezablung der ersten Miethe wurden bei ihrer Sntlaffung in der Zeit vom 1. Juli bi» SO. September ct. 20t einzelne Personen mit 1358,36 M. und 200 Familien, aus 742 Personen bestebmd, mit 2740,15 M. unterstützt, so daß hierjür überhaupt 4098 50 R. gezahlt wor- dm find. Im Hospitale des Arbettshauses befanden sich am 30. September er. 382, und im Asyl« für obdachlose Familien 387 Personen. Aemtral-Btehhof. Im Monat September er. find auf dem ftädtifchen Fl-ischfchau-Amt 26380 Schweine auf Trichinen untersucht und darunter 16 trichinöse und 110 sinnige ermittelt worden, welche als zur menschltchm Nahrung unge- eignet verworfen»orten find. Kokale». Die gegenwärtigen Wasserverhältnisse de« Spree bei Berlin wurden in dem„Centraldlatt der vauoerw." folamder Besprechung unterzogen: Der ungewöhnlich niedrige Waffer. stand, welcher als eine Folge der anhaltmdm Dürre gegen» wältig in allen Flüffen und Stiöm-n, vielleicht mit alleiniger Ausnahme des Rheins, stallfindet» ist selbstverständlich auch bei der Spree und Havel sehr demerlbar. Um so lebhafter wird der wohlthäiige Einfluß empsundm, welchm die neue Stauanlage in der Spre bei Charlottenbmg auf dm Waffe:- stand nicht dlos der Unlerspree im Jnnem der Stadt Lerlw, sondern auch der Oberspree äußert. Es ist nämlich dmch diese Anlage möglich geworden, in beiden dm normalen, d. h. den- j mixen Wo ff« stand dauernd zu erhalten, welcher dem bis- heiigen mittleren Wasserstande gleichkommt. Di« höhe des Aufstaues bei Charlottenburg beträgt zur Zeit rund 1 Meter, dagegen würde, wenn der Steu nicht vorhanden wäre, die unlerspree in Berlin nahem ihren niedrigsten Stand einnehmen, drffen üble Folgen für die Schifffahrt und die aesundhdtlichm Berhältniffe von früherer Zeit her noch sehr wohl in der Ei in» nerung find. Wenn sonst dieser Zustand eintrat, so mußten der Oberspree jede» Mol größere«affermmgen mtzoaen und durch die Damm-Müblmgerinne der Unterspree zugeführt wer« deu, um hier die Schifffahrt wenigsten» nothdürslig ausrecht zu «hatten, wodurch euch die Oderspre« in nachlhniigster Weise Wjmtt wurde. Gegenwärtig braucht der Oberspree nicht mehr KßCAZ&t tS SÄ-f bemerbn ist noch, daß der Verkehr dmch die Schiffsschleuse bei MÄÄSfZ. m%'%%% »*>» erhebliche Maß des Gefälles dm Durchgong von Ibissen und Flößen durch das Trommelwehr zur Zeit ver- bietet, endlich, weil viele Schiffe, welche sonst dmch dm Berlin- Spandamr Schifffahrtskanal gehen würdm, diesen des niedrigm Overwafferstande» von Grandau wegen nicht benutzen können und ihren Weg nach Berlin durch die kanalrstrte Spree nehmen. Die Schlmsm erweisen sich auch diesen Ansprüchen vollkomen gewachsen. �Dte Unterführung der Yorkstraße unter den drei «tstlichen Bahnin wird bereits stark vom Publikum benutzt, ff- no» nickt amtlich«öffnet ist. Noch fehlen die 'rißkaagersterge zu beiden Seiten, noch rieseln von dm Lehnm ««Ifta!?*!.?en VSHt die dampfenden Atflüff« der«ahn- % S! Ittlmn Meittt. Nestdenz. Theater. w,» ä Pariser Boulevards wachzurufen. Es mag sein, daß sich in Paris Leute vom Schlage des tzeldm in jenem Lustspiel vor- stndp: hat es d« Autor»«standen, eine Un- dienen die Herren v. Ho�ar, Mügge und Pansa, und Hnrn Wallner kam diesmal die ihm angeborene Steifheit ganz aus- ßSZMMZKB voran, von dem nicht vUl ,u sagen»st. rv.-il nicht viel daran war. «egs der Pflicht enthebe, die kleinen Patienten stündlich zu untersuchen. Zunächst wies derselbe.auf die stumm- Beredt« samkttt der Augen bin, die beim gesunden Kinde glänzend hell und heil« in die Well schauen, beim kranken matt, dunkel de» schattet, tief in der Aug« höhle liegen. Das Gestcht eine« lleinen Kindes ist meist ein volles, ausdrucksloses— nach der Meinung de» Arzt:», nicht nach d« d« Mutter— es zeigt nur Ruhe und Frieden, eine seelische Harmonie, die noch durch kein« Ausdrücke de» G Synagoge, die einm saalartigen Raum von fünf Fenstern Front ernnimmt. Darüber befindet fich eine Federhandlung, während im ersten Stock»in umfangreiche» Felllager untergebracht ist. Auch da», wette Stockwerk diente, wie dn Aufzug noch zeigt, früher zu Lager. zweckm. Die„Post schildert den Vorgang folgendermaßen: In d«r Synagoge hatten vorgestem Abmd dt» um 9 Uhr Religion». Übungen stattgefunden, noch Schluß derselben war»in Wächter, ein atter Jude, in dem Raum zurückgeblieben. Als fich um ein halb fünf Uhr früh der im selben Hause wohnende Schank wirth in sein Geschäftilokal begab, wa» noch nicht das ringste zu bemerken gewesm. Kaum eine Viertelstunde später war der ganze Sqnagogenraum bereits mit dichtem Rauch er> füllt und vom Feuerschein hell erleuchtet. Der in der Synagoge zurückgelassene Wächter hatte, folgend dm Satzungm sdner Religion, da» hier durch Umfallen einer Kerze entstandene Feuer nicht, wie e» leicht möglich gewesen wäre, im Keime zu unterdrücken gesucht, fondern war nur, als er die wachsende Gefahr bemerkte, zu dem bereit» genannten Schankwirth ge- gangen, um ihn vom Ausbruch des Feuer» zu verständigen. Erst dieser schickte dann, da er selbst sein Lokal nicht verlassen konnte, einen zufällig passtrenden Arbetter nach der Feuerwehr in der Keibelstraße, die denn auch bald darauf auf der Brandstelle erschien. Nur der Entschlossenheit de» Schankwirth» ist e» zu danken, daß nicht da» ganze HauS dem Feuer zum Opfer ge» fallen ist. Die Feueiwehr ging sofort sehr mergisch vor, riß den brennmden AUar und die vom Feuer erfaßten Sitzrdhm nieder und warf die«tt einer Handipritze abgelöschten Theile auf dm Hof hinab. Auf diese Weise gelang es, dem Feuer verhättnißmäßig schnell Hatt zu gedietm und bald jede Gefahr zu beseitigen. Vernichtet ist der Attar mtt dem Synagogen. geräth und einige Sitze. Vorgestern früh um 7 Uhr begannen in dem intenfio nach Rauch riechenden Räume bereits wieder Religionsübungm. Ans der htefige« Roßschlächterei find im Jahre 1885, wie von amtlicher Sette mitgethdlt wird, 5894 Pferde von den 35 Roßschlächtem zur Untersuchung vorgestellt worden. Es wurden davon vor der Schlachtung 78, nach der Schlachtung 46 Pferd« al» ungesund zurückgewiesen, in Summa 124, so daß also in»gesammt dai Fleisch von 5770 Pjerden in den Konsum gelangt ist. Wir fügen dieser Mtttheilung gldch hinzu, daß im Magistrat Erwägungen darüber stattgefundm habm, ob e» fich empfehle, die Roßschlächterd(tn der GreifSw-lderstraße) in dm Lefitz der Stadt zu übernehmen. Man ist jedoch dahin schlüssig geworden, von der Erwerbung der Roßschlächterei städtischeisdt» Abstand zu nehmen. ES soll indeß schon im Laufe der nächsten Zeit von dem Magistrat in Gemeinschaft mtt dem Polizdpräfidium dne neue, die Fabrikation von Pferdefldschwmst unter strmgere Kontrole stellende Verfügung erlassen werden. Nach dieser Verfügung soll, wre wir erfahrm, die Fabrikation von Pferdefleischsurst überhaupt nur noch in der Roßschlächterei gestattet sein. Da die Pferde sämmtlich nur auf der Roßschlächterd geschlachtet werdm dürfen und fortan dott auch die Verarbettung de» FldscheS zu Wurst stattfinden soll, so wird die Auffichttdehörde dann in dir Lage sein, die Pferdewurstfabrikanten besser als bisher konttoliren zu könnm und auf diese Weise zu verhüten, daß Pferdefleischwulst unter anderem Namm in den Handel kommt. In Bezug auf die Fabrikationsart der Pferdefldschwurst ist eine Einigung»wischm dem Magistrat und dem Polizeiprästdium übrigens noch nicht erzielt; während letzterei bestimmen will, daß Pferdefleischwurst nur aus Pferd« fleisch und Talgzusatz bestehen dürfe, will der Magifirat die Verbifferung der Pferdefldschwurst durch Zusätze von Schnxinefett rc. gestatten. Um Portoersparniß ,« erzielen ist in jüngster Zeit »on Geschäftsleuten bei hiestgen Gerich«sbehö:den unter Bei. fügung von Frdmarkm der hier in» Leben getretenen Ver» kehrSanstalten— Hansa. Ar yd, Packetfabrt Gesellschaft— das Ersuchen gestellt worden, die für fie bestimmten portopfltchtigm gerichtlichen Bescheide nicht der kaiserlichen Postanstatt, sondem unter Verwmdung der deigegebmen Freimarken durch die be» treffmden Privat. Vnkehrs.Anstalten befördern zu laffm. Der« aitigen Gesuchen gegmüber haben fich, wie die„D. B. Z." mittheilt, die Gerichts behörden ablehnend verhaltm, da die de» stehendm Gesetze und Verordnungen die amtliche Stamschaft schalt dir Ueberdringer amtlicher Schriftstücke ausdrücklich vor» schreiben. Die Staats» und Kommunalbehö-dm könnm fich demgemäß zur Zustellung der für das Publikum bestimmten Briefsendungen nur entweder ihrer angestellten Boten oder der kaiserlichen Postanstalt bedienm; die Bestellung durch dne Prioat-Be örderungt-Anstalt ist jedoch unzulä stg. Ein Uvfall, der über Erwarten aut ablief, ereignete fich gestern Vormmogs 11 Uhr in der Rosenthaler Sttaße am Hackefchen Markt. Eine leere Droschke l. Klcsse, mtt einem irästigm Grauschimmel bespannt, jagte im schärfsten Gange auf dm Perron des Hackeschm Maiktes zu, wo Pferd, Wagen und Kutscher, im plötzltchm Anprall an die Bordschwellen um- gestürzt, einen vollständigen Knäuel bildeten. Wunderbarer Weise blieben Pferd, Wagen und Kutscher, kleine, unbedeutend« Schäden abgerechnet, unverletzt, und das Gesährl konnte, unter Beihilfe des Publikums schnell wieder aufgerichtet, sdnm Weg fonsetzm. Den Kutscher trifft keine Schuld, da er dai durch den herauiaefallmm Scheerbaum wild gewordene Pferd nicht haltm konnte. Jv Grüna« hat man vorgestem Nacht am Waldrande die Leiche eines Mannes gefunden, über diss'n Tod in dem kleinen Ort allerlei Gerüchte umhergettagen werden. Man er» zählt fich, die verirrte Kugel eines Jägers müsse den Unbe» kannten getroffen habm. Jedenfalls ist er lange vor der Ruf- stndung seiner Ldche gestorben. Schon Nachmittags gegen 6 Uhr habe man dem Förster gemeldet, daß etwa 1CC0 Schritte von sdner Wohnung am Sv!. lplatz ein Mann, krönt oder be» trunkm, am Boden liege. Der Förster, den der Dienst dlig in dm Wald rief, deauttrogte seinen Lehrling» nach dem Un» dekanntm zu sebm. Elfi Abend» gegen 11 Uhr lchrie er heim und auf seine Frage erwiderte der Lehrling, er habe nieman. den gefunden. Nun wach'e fich dir Förster in Begleitung einiger Männer selbst auf die Suche; st: fanden, wie erwähnt, einen Todim. Ob jmes Gerücht begründet ist, ob der Unbe- kannte, feiner Klddung nach dir Arbeiter, überhaupt eines gcwali amen Todes gestorbm ist, wird erst die Obduktion fest« stellen. Dem Voten einer hiesige« Privat.Postanstalt wur« dm im August d. I., unmttteibar nach seiner Annahme, eine größere Anzahl von Briefen und Karten zm Bestellung inner« bald einer Stunde übergeben. Da er nicht glaubte, diesen Auftrag in der gefiellten Frifi ausführen zu können, entledigte K der Lote dne» Tbdls der Sendu-gm. indem er in dner dürfnißanstatt der Elisabethstraße den Rest der Karten zer» a und wegwarf. Eine firafrechtliche Verfolgung wegm Ver« ms wider§ 364 des Strafgesetzbuchs kann ihn nicht tnffm, da die Unterdrückung anvertrautrr Briefe nm dann strafbar ist, wenn fie von Postbeamten begangen wird. Doch dürfte in dem Verhalten de» ungetreuen Prival Briefträgerl wohl der Thatbestand der Unterschlagung gesundm werden. . Die dekaunnte Brauerei Sauft Anna in München wild in diesen Togen auch in Berlin dnm Ausschank ihre» vorzüglichen Gebräus eröffnen. Das mit allen Mitteln modemer Technik und großstädtischen Komforts hergerichtete Lokal gehört zu dm größten und schönsten der Refidenz und befindet sich an der bekannten nassen Ecke der Leipziger- und Charlotten straße. Die Lettung des Unternehmrnt untersteht dem in gastrono« mischen Krdsen«ohlbekanntm jovialen Oekonom Paul Cor» nelius, dessen Küche fich stets dir Beliedthett all« Feinschmecker erfteute. Wasserstand der Spree in der Woche vom 26. vep» tember bis inkl. 2. Ottoder 1886.(Angabe in Metern.) Tage Am Oberbaum Dammmühle, Oberwasser. Dammmiihle, Unterwasser. 26/9. 2,31 2.29 0,61 27v9. 28,9. 3,32 8,30 0,62 29./9. 2,29 2,25 0,64 3.32 2,31 0,65 30./9. 2,31 2,27 0,63 I./10. 2,35 2,34 0,64 2./10. 2,38 2,35 0,60 Polizeideetcht. Am 9. d. Mts., Vormittags wurce in der Spree vor dem Hause vurgstraße 17 die Leiche eines MäbchmS aufgefunden und nach dem Leichenschauhause ge» bracht.— An demselben Tage, Nachmittag», erhängte fich«in Mann auf cinem Grundstück in der ProSkaurrstraße.— Um dieselbe Z'.tt fiel der von der Firma Siemens u. Halske de« schäftigte Arbetter Kraus« in der Markthalle II von dner zur Herstellung einer eletidschm Lettung benutzten 6 Meter hohen Letter herab und erlitt dadmch eine Verletzung am Kopf, eine Verstauchung der rechten Hand und eine Verletzung am Fuß. — Am Abend desselben Tagei wurden ein Dimstmädchm in einer Küche in der Grdfswalderstraße und dn Mann in dem Zimmer«ineS Hotel» tn der Jnoalidenstraße erhängt vor« gefunden. Beide Leichen wurde« nach dem Letchmfchauhause gebracht.— Am 9. d. Mt»., Admds, fiel ein unbekannter Ar» detter auf dem Halteplatz der Omnibusse in der Invaliden stcaße vom Verdeck eines Omnibus auf die Straße herab, so daß er bewußtlos liegen blieb und nach der Charitee gebracht werden mußte.— Am 9. d. Mts., Abend», starb dne Frau in ihrer Wohnung in der Nauynstraße anscheinend in Folge von Ver» gtstung. Dieselbe hatte fich zum Abendessen roheS Fleisch zu» berettet und dasselbe verzehrt, obgldch ei auffallend derk ae» salzen geschmeckt haben soll. Bald darauf trat histizes Er» brechen dn und starb st«, bevor ärztliche Hilfe hwbetgeiuftN werden konnte. Die Leiche wurde nach dem Leichenscheuhause gebracht.— Am 10. d. Mls, Vormittags, fiel auf dem Bürgerstdg vor dem Haus« Strelitzirftraße 20 ein Mann nieder und starb auf der Stelle, wahrschdnlich am Schlagfluß.— Nachmittag» fiel in der Nähe de» Lehrter Bahnhofes ein 4 Jahre alter Knabe durch die plötzlich aufgehende Tbür einer in der Fahrt befindlichen Droschke auf die Sttaße und wmd« überfahren, anscheinend jedoch nur leicht am Rücken veclitz!.— Um dieselbe Zett stürzte sich ein obdachloser Mann in selbst» möiderischer Abstcht von der Jmnowitzbrücke in die Spree, wurde ader alsbald wieder herausgezogen und demnächst mittelst Krankenwagens nach dem Krankenhause im Friedrichs« Hain gebracht.— Abend» machte dn Mann in sd.ier Wohnung in der Kommandanienstraße den Versuch, fich mtttelst eineS Revolvers zu erschießen. Er wurde schwer verletzt, nach An» legung eineS Nothoer bände», mtttelst Droschke nach der Charitee gebracht._ Gerichts-Zritnng. Der Kreisterger Eozialtstenprozeß vor dem Reich«- Stricht. Der Freiberger Sozialistenprozeß gelangte geittrn vor dem Forum de» dritten Strafsenats de» kaiserlichen Reich». gerichts zur Verhandlung. Den Borfitz de» Gerichtshofes führt Senatsprästdent v. Wolff, die katserlich« Reichsanwaltsch-st vrrtritt Reichsanwalt Stenglein, die Vertheidtguna führen die Rechtsanwätte Frdtag I(Lelpfig) und Munckel(Berlin). In den Reoifionsgründen rügen die Veribetdiger zunächst tn for» meller Beziehung, Namens der Angeklagten v. Vollmar und Viereck, einen Verstoß gegen§ 377»ad 4 der Strafprozeß» Ordnung. Leide Angeklaate seien rechtskräftig zur Verhandlung vor da« Landgericht Chemnitz verwiesen worden, in diesem Stadium de» P'ozeffr« sei also eine Verweisung vor Di» Landgericht Fretberg nicht zulässtg gewesrn. Bezüglich alltt Angeklagten wird gerügt. daß verschiedene Reden von Ana«» llagten, welche fie in ihrer Eigenschaft als Reichstag» abgeord» nete geHallen haben, zur Verlesung gebracht und ats Bew-is» stücke zu ihrer Veruttheilung benutzt worden srien. In wate» rilller Beziehung wird geltend gemacht die rechtSimhümltche i Anwendung de»§ 69 de» SirafgefetzbucheZ und die nicht völ» lige Berichtigung der§§ 66 und 67 de» Strafaesetzduche». Tie Paragraphen behandeln haupisächlich die VirjährunÜ- Da» Reichsgericht verwarf schließlich die Reoiston. Der KoM» petenieinwand bezüglich Vollmar» und Viereck« sei hinfällig, weil die Verweisung der Sache an das Freiberger Gericht ge- setzlich zulässtg sei. Di« Existenz der geheimen Verbindung sei iweifellos erwiesen, die ZeitbefHmmung bei der Strafabmeffunt sd konekt, die gerügten Rechtttrrthümer bestanden nicht. t Unter der Anfinge der fahrlässizen Tödtung ftan» gestern da» DiyistniäDchen Leopolvine Schulz vor der dritte» Strajkammer des hiestgen Landgerichts 1. Die dreiundzwanzig' jährige Angeksagte stand bei dem Kaufmann Rosendors i» Dien». In demselben Hause wohnte der Handelsmann J rlodi, der Vater zweier tleiner Mädchen, der vierjährigm Rrcha ufl» der fcchsjähitgen Ella. Di« beiden Kinder waren der pofse in 4 Men von W. Nannstädt. Aouplet» von«.®ät*. Musik von B.Vteffen«. Mit neuen Dekorationen und Kostümen. (Novität!) «öuiastSdttsche» Theater. Der Jongleur. Sonkordta« Theater. Spezialitäten* Vorstellung. Kaufmauu'« Variet». Spezialitäten- Bor« stellung. Americau» Theater. Spezialitäten- Vor« stellung. Neichshalle«- Theater. Spezialitätm* Vor- stellung._ Berliner Stadt-Theater. (Früher Alhambrs• Theater.) Wallner. lheaterstratze 15. Dienstag: Zum 2 Male: De« Tischlers Tschtnlm. Volklstück mit Gesang in 4»ktin von A.Reich. Musik von®. Michaeli». Dirigent Herr Kapell- metster Zh. Franke. Regie: Hm Emil Cjaschi«. Vor d>r Vorstellung: Großes Coucert der Hauskapelle, unter Leitung de» Kapellmeister» Hrn. Th. Franke Anfang der Vorstellung 7'/, Uhr.[805 In dieser Woche: Eine Wanderung durch Tyrol. Zweite Wanderung durch Pari». Hertha- Stctsc. Earv tnen-Jnseln. «ntree 20 Pfennig. Kinder nur 10 Pfennig Geburtsanzeige. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß nach siebenjährigem Krieg ein hoffnuna». voller Etaatebürger angelangt ist.[815 Emil Hillner »ebft Krau. P. P. Die unterzeichnete Brauerei erlaubt sich hiermit die ergebenste Mittheilung zu machen, daß sie in dem Hause Leipziger Straße Nr. 36, Echt der Charlottcn-Ärvßc, einen Ausschank ihre» anerkannt vorzüglichen Bier«» Mitte diese» Monat» eröffnet und die Lotung de» Geschäste» dem in Berlin rühmlichst bekannten Oekonomen Herrn Paul Cornelius übe, tragen hat. Hochachtungsvoll St. Anna-Brauerei in München. Soeben ist im Verlage von I. H. W. Dietz in Stuttgart erschienen: Internationale Bibliothek Heft I. Die Darwin sche Theorie. Prei« pro Hesr 50 Pf. Zu beziehen in Bniin durch alle Buchhandlungen und Kolporteure, sowie insde- sonder« durch die Erpeditio« de«„Kerlwer NoUrsblatt", Zimmerstraffe 44. MT zptederverkSufer« Kat-at».-MM sn J�d®ii»TIa®atora (Früher X.eailsena(&4tisehe« Theater.) DreSdsnerkraße 72/73. The Johnson Family(4 Damm, 1 Herr), »rnSgerrönte Schwimmer und Taucher vom Hyo» podrvm zu Paris. Kiesel'« Kallettrappe (12 Damen. 2 Herren). Mr. ioffmantt-ml seinen d-ismt-n Hunden unv Schai'en. 7 Kchwe- ster» Matthew». Enresto. Harwey. Zocher. Ludwig und Paula Tellheim. Frl. Belloni, Sängerin. zlnerkläettche« ritth sethafte» Kerfchmiu- dea einer fuuge« Käme von offener Kühne vor deu Auge« de» Kadlikum«. jlnmittelbar nach dieser Produktton: Vollstaudtge Aufklärung äjtv da« Nersehmiude» der Dam«, wohin ond woher diesew» kommt. Kaffenöffnting b'/t Uhr. Ansang 7Vi Uhr. Für Klavierarbeiter befindet sich der ur entgeltliche Arbettsnachw»i« zu jever Tazelzeit bei Ktramm, Skalttzerftr. 1». Allen Freunden und Bekannten zur Nuchrichi, daß ich ein[802 Schankgeschäst Landsbergerstr. 3 im Keller eröffnet fade. ifüt gute Speisen und Ä.'tiä-.ke ist bestens ge« sorgt-„Bert. Volltbl." und„Baugewerkschaster" liegen au». Hochachtungsvoll A. Kielet. H«»« 2 mstr. Stube vorn hochpact. sozl. oder z. 1. Rod. bei Kleinitzke, Urdanftraße 83.[792 Arbeitsmarlt. 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Aus dem reichen Inhalt heben«ir hervor: Rcichshaaehattt-Etat de» Deal- scheu Reichs.— Zerbrocheue Kette». Sr< »ählung von Rob. Echweichel.— Bir- nge Ftmtn oub Huarveasche».— Ei» Proletirtrrkmb. Erzählung v.E.L aag rr. — Der Kampf»wische» Feuer». Waffee iu ber Wett. Bon P. O«w. Köhler.— Wie«a» ei»« WiSio,»erbimt.— FUe» ,e»>« Blätter(humoristisch). AI# Gratt»- Keilas»» i L S»tia. 3. Rultergltt. Z. vllwche. 4. Die beide» Alto». St» Wa»»l«lr,ber. Prei» 50 Pf. Stutttzirt. Z S.«. Dtetz. Zu be,i«hm durch die G»»«»ttio», 3� »»-vtt«aff« 44. WiederverkSufer erhalten hohe« Kabai* und Sozial,» Map Smi�pei, für Vereine »-w übrigen Thrii der Zeitung Cr-uhei«. sämmlltch