Ur. Ml. Freitag, de« 15. Oktober 1886. ili. Zahrß. Serlmr?«»! Drgan für die Interessen der Arbeiter. Zm Fmtwzn Arizkß. Da« vo« Landgericht zu Freiberg im große» Sozia« listenprozeß gefällte Unheil, durch welche« über sechs der Angetlaiyen je neu», über drei derselben je sechs Monate Gefängnis} v er hängt worden find, ist, wie von fast Zeder- man« erwartet wurde, vo« Re?ch«gericht zu Leipzig volli»« halrltch bestätigt, die dagegen eingeleate Reoisto» verworfen worden. Vonach ist da« Freiberger Urtheil nunmehr recht«« kräftig und di, Verurtheibe», die all M tzlieder der vom Freiberger Landgericht angenommene»„Verbindung zur Verbreitung verbotener Schriften" angesehen werden, müssen demnächst ihr« Strafe antrete». Da« Freiberger Uriheil hat seinerzeit in de« weitesten Kreisen Aufsehe« und abfällig, Kritik nach fich gezogen und wir komme» d««halb nochmals auf daffelbe zurück, nachdem der oberste Gerichtshof de« Reiche« dasselbe bestätig» hat. Nicht al« ob wir etwa« Neue» sage» könnten. Aber wir wollen die Wirkungen erwäge«, die vorauSfichtlich nach dresem Urtheil kommen werde». Die Freiberger und Leipziger Richter halte» e« für erwiese«, daß innerhalb der sozialistischen Partei ein« förm« liche Verbindung besteht, deren Zweck e« ist, StaatSgesetz« unwirksam zu machen, d. h. verbotene Schriften zu ver« breite»; ferner»ahmen fie al« erwiese» an, daß die neun Angeklagte» Mitglieder dieser behauptete« Vkrbindung find. Nun, an dieser Annahme ist nun nicht« mehr zu ändern, fie ist vom Reich«gericht savktionirt. Sollen wir aber unser unbefangene« Laienurtheil in dieser Sache abgeben, so müsse»»rr sage», daß da» vorgeführte Material für u n« teineswea« ausgereicht haben würde, um die Existenz einer solche» Verbindung al« erwiesen anzunehme». Für un« war diese Thatsache, wie fie behauptet wurde, völlig neu; wir hatte» aiemal» eine entfernte Ahnung gehabt, daß eine solch« Verbindung bestände. Ua« ist e« nicht faßbar, wie ein« solche»»«gedehnte Verbindung wie fie da« Freiberger Urtheil annimm», Zahr« lang hat bestehe» könne«, ohne vo« der Polizei entdeckt zu werden. Wa« nun die Thsilnahme der Sageklagte« an dieser Verbindung betrifft, so sucht da« Urtherl dies« Theilnahme meisten» durch die anderweitige Theilnahme der Angeklagte» an den einzelne» btkannten Aktionen der soziaUsiische» Partei, Kongresse» ee., zu beweise». Dem steht etwa« Aedere« gegenüber. Unsere« Wissen« ist kein Einziger der Verurtherlte» wegen Verbreitung verbotener Schrift«»»er« urtheil» worden und da« fällt unsere« Erachten« sehr schwer int Gewicht. Der bekannte Leipziger Geheimpolizist Döbler hat in seiner Zeugenaussage Mittheilunge« über eine Art Ih4»r»a»ertstm. JeuMeton. [9 I Fndmilla. Novelle von Polevvi. l�u» dem Russtschen übersetzt von Dr. Carl Pinn.) diesem Worte Liebe verbindet fich ein UN« hmf S" de» Abschiede,. Sie werde» kein an« me!r fthe? wit hör--«e werden mich nicht MKifi lobte Laad geschaut; ei» Abgrund trennt mich davon. Zndeß, wa« liegt daran? Ich habe seine balsamische« Gärten geschaut und deren Geruch eingeathmet. Bin ich nicht vvr meine» Efter», vor Ihne», vor mir unschuldig? Die Welt kann mich verdamme«, aber e« giebt noch eine» ander« Richter und an ihn wende ich Mich. Bi» zum letzte« Athen zuge werde ich darum flehe«, daß kein anderer meinetwege» vor dem höchste« R chter an« geklagt werde. Lieber will ich allein für alle leiden. Bisweilen ftage ich mich, weshalb ich zu einem so greusame» Los« verurtheilt worden bi», weshalb ich von der Wiege gleichsam mit dem Stempel de« Kainfluche« ge» brandmarkt worden bi»? Um mich strahfte auf der Stirn anderer da« Zeichen der Freude, und ich war im Echooß meiner eigene» Familie ein, Waise; den» man demüthigte mich mtt der Bezeichnung„Zdiotin". Za. ich war ein« Zdwtr», und doch konnte rch andere glücklich mache«. Wie von Verbreitung verbotener Schriften gemacht, der er in Leipzig auf di« Spur gekommen ist. Wie un» scheint, rst die Döbler'sche Zeugenaussage besonder» schwer in» Gewicht gefalle». Aber e» will un« nicht einleuchten. daß da«, wa« man w Leipzig entdeckt, auch gleich den Schluß zuließe, daß in ganz Deutschland da« Gleiche besteht. Ohnehin wohnt nicht einer der»«geklagte« in Lepziq. Nachdem in de» beide« Urtheilen einmal al« erwiese» angenommen ist, daß die in Rede stehende Verbindung, die de« Zweck habe« soll. Staattgesetz« u»«i,ksam zu mache«, besteht, so kann die Anklage auf Theilnahme an dieser Ver« bindung auf Jedermann erstreckt werden, vo» dem fich nach« weisen läßt, daß er an Kongresse» der sozialistischen Partei und ähnlichen Aktionen derselben thetlgenommea hat oder in hervorl agender Weis« für diese Partei thätig ist. Wa« im Urtheil nicht autgesprochen, aber zwischen de» Zeilen zu lese» ist, da» ist offenbar die Annahme, der Hauptzweck der sozialistischen Partei sei eben die Ver« breitung verbotener Schriften. Ur» fehlt dafür da» Ver« ständniß, den» wir mußte» immer annehme», die sozialistische Partei al« solch« verbreit« kein« verbotene» Schriften und könne daher auch kein Interesse daran haben, daß sich innerhalb ih-er ein« besonder« Verbindung zu diesem Zweck bilde. Oheehi» haben die zahlreiche» Prozesse wegen Ver« breitung verbotener Echriste» den Beweis geliefert, daß die Verbreitung eben durch einzelne Personen auf deren private« R-fiko hin geschah; daß hinter diese« Personen eine.Ver« bindung' gchande« hat, ist»irgend» ionstatirt worden. Da» Urtheil schließt, indem e« die Verbreitung ver« botener sozialistischer Schriften zur Grundlage nimmt, die Ausdehnung solche, Antlage« auf andere Parteien al« die sozialistische au». Um so mehr werde» wir pewisse fromme Seele«—„sanftlebige« Fleisch' würde der Dr. Luther siaen— nun wehklage» höre», daß man an solch« Wirkungen de« Sozia» listengesetze« bei dessen Schaffung nicht gedacht habe. Und doch ,st bei de» viele» Debatten über die« Gesetz tausend Mal vorher gesagt worden, man würde mit diesem Gesetze zu Resultate» komme», dt« man sich nicht träume« ließe. In der That ist der Freiberger Prozeß und sei« Resultat, wen» auch auf Grund de« Strafgesetzbuch« erHobe«,«in« der vielen Wirkungen de« Sozialistengesetze», wie sie fich au» der merkwürdige» Gestaltung unsere, politische« Zu« stände immer übenaschender herausbilde». Indessen ist e» doch vielleicht möglich, daß die liberale» Väter und Heb» amme« de« Sozialistengesetzes au« diesem Prozrß«och etwa« lerne«. Nur möge» sie keine KrokodiUthräne» vergieße«. denn davon hat«an längst genug; fie imponire» doch Niemandem. oft habe ich durch meine liebevoll« Hingebung meine» Vater in dem Kummer getröstet, de» ihm seine GeschSfWavgelegen« heften verursachte», in dem Grame, den er in seinem In« »er» empfand I Wie oft habe ich seine Thränen getrocknet »nd da« Lächeln auf sein« Lippe» zurückgeführt! Habe ich nicht auch an dem Glücke meiner Geschwister gearbeitet, in« dem ich mich ihrer Erziehung widmete und fie ihre Pflichte» lehrt«? Sie habe««ich. so hoffe ich wenigsten«, sichtlich nicht vergesse», vi« denken gewiß«och an ihre blödfinnige Schwester. Hab« ich nicht die Genugthuung gehabt, meinem arme» Vater beizustehen, al« er alt, schwach, verlassea war und. bi« er seinen letzte« Seufzer authauchie, ferne Stütze ,u sein? Diese« Glück, welche« ich and«« verursachte, war mein Glück. Aber warum habe ich mich«w« dem geringe» Gefichtßkreis««ntfernt. de« da« Schicksal ä?«'Ä damit zufrieden sein, wie ein« arme vlödstnnige zu �Zst die« jedoch«ein Vergehe«? Sie erschiene» mir, Anton, und auch jetzt«och begreif« ich nicht, weshalb Sie meine Leichtgläubigkeit so grausam getäuscht habe», und ich weiß nicht, tote vre fich meiner Gedanke» bemächtigt � Za e« war mir leicht, Sie inmitten der bedeutung«. UMMW AMWW MMMB Politische Ueberstcht. Noch weiß man nicht« flchere« über die Wiener Auarchtstev plane, und schon b-eta fich die gulgestnnu Press; von rnuem, ihre Leser zu zurrst:» eine* internationalen Zlnarchistengesetze« zu bearbeiten, unter da« natürlich alle Verfechter der Arbeiterintereffcn tallm würden, die gefährlicheren zielbewußten Sozialdemokraten noch mehr al« die hitzköpfigen unklaren Anhänger eine« Most, die für die beute herrschenden Klaffen viel wrniger zu fürchten find. Di« o'stüös« Presse spinnt hier nur«inen Faden weiter, den ste früher schon mehrere Male fallm lassen mußte,«eil da« Au«- tanv keine Lost verspürte, die Bahnen der Ausnahmeaesetz» geduna mst-uwandeln, und den man mit unermüdlich-r Regel- Mäßigkeit wieder aufnahm, so oft e« in irgend einer Ecke Europas zu noch so gertnofügigen Aullchreitungen kam. Od man fich diese« Verhalirrs schämt over od man e« nicht für klug hält, immer nur von einer Seile au« auf die Sache zurückzukommen— ci scheint, ol« od man jetzt mit Vorlteo« die ausländisch« Presse b- nutzte, um Stimmung für«in internationales AuSnahmeaefttz zu machen. So muß jetzt der englische„Daily Telegravh", ein konseroalive» Blart, schreiben:„E« gab eine Zeit, wo Engländer«nd Amerikaner thöricht genug waren, mtt jeder revolutionären Br- wegung in einem anderen Lande zu synpah firen. Ein Eng- länder, Namen« Walter Gavage Landor, schrieb selbst eine Be» lohnung zur Ermordung de« König» von Neapel au«. In Amcrtka waren Flüchtige au« allen Ländern stcher, weil Re- volten niemal» seine geheiltaten Ufer berührt hatten, vetd« Länder haben seitdem viel gelernt England weiß, daß seine Staatsmänner und öffentlich-n Gedäude jetzt mebr gefährdet find, nach zwanzigjähri-er guter(!) Regierung in J-ianv, al» zu der Zeit, wo di- Fenirr fich zuerst zeigten. In Amerika haben die Anarchisten keine Achtung für Republtlen g«. zeigt. Der Zettpunkt erscheint daher günstig zum Abschluß eine« internationalen Ver. trage« gegen alle Arten Mörder und Verschwörer aller Nationen. Wir sollten einem Elenden, der einen Mordversuch auf den Zarrn gemacht bat, keinen Schutz angedeihen lassen, deshalb, weil wir der Politik de» Katjer« nicht beistimmen. Ebenso sollte Rmerila O'Donovan Roffa nicht schützen, well er fich einen irischen Patrioten nennt. Ein Verbreche«, welche« au« einer politischen Bewegung her« vorgeht, ist dt»balb ntwt besstr, sondern schlimmer. Wir sollten mit Mondscheinlern und Drpia» mitardm nur um so kürzeren Prozeß machen,«eil ste fich Ra- tiov allsten und Parnelliten nennen. Es giebt schwachlöpfige Politil«, welche dem Kaiser von Rußland sagen:„Gewähre ein Parlament, und der Nih,li»mu« wird cu» hören", und welch« dem englischen Volle predigen:„Gebt Irland Home Rul«, und da« Dynamit wird au» ver Mose kommen." Solche «ockdlinve PolM wird durch die Pariser Kommune, den Chilagoer Aufruhr und die Wiener«narchistenver chwöruna Lügen gestraft. Die Nihilisten würden den Zaren in die Lust sprengen aus seinem Ritte zur E öffnung der ersten Rational« Weltmann seien!— Dan« ging ich in der Gluth meiner thörichten Illusionen so wett, mir allmälig einzubilden, daß Sie mich liebe« und mir Ihr« wahr« Stellnng nur deshalb verborge« hätten, um fich mir besser näher» zu kö»«en, und ich««wartete Ste und lebte»ur in der Hoff- nn»s?, Sie wiederzusehen. Ach, wen» Sie plötzlich mit dem Verlobungsring« zurückgekommen, wen» Sie so erjchiene» wäre«, wie ich Sie im Wache« und T-Sume« er» blickte, ich hätte einem solchem Glücke nicht widerstehe» könne». Ich wäre gestorben, aber auf welch' selige Weife! Die Sagel de» Himmel« hätte« mich um mein Sch cksal be- neidet und sich über ihre Unsterblichkeit beklagt. Zu jener Zeit hegte ich»ur eisen Gedanke», empfand ich»ur ei»«» Wunsch, und wer wich damal« beobachtet hätte, der hätte «ich wohl eine Wah« finnige, aber nicht ein« Idiotin««»,«» könne». Diejenige», die mir schon ei» bel«idige»de«»ort beigelegt hatte», habe« sehr bald auch ei» andere« heran««. funde«. Ihr, Bosheft hat fich nicht beruhige«, ihr« Schmäh- sucht einschlummern könne». Man hat mich eine» schänd. liche« Vergehen« beschuldizt; man hat behauptet, daß ich Ihre.... und Sie mein.... wären. Mein Bater einzig und allein hat e« stet, mtt Verachtung pnück- gewiesen, an diese Verleumdungen zu glaube». Al« er mich eine« Tage« betrachtete, begann er z» »einen, dann sagte er mir:„Du bist«». schuldig; ich kann mir da» Betrage« diese« junge» Manne« nicht erklären, ich weiß nicht, wesbalb er fich W unser Hau« eingeführt hat; aber Deiner Uabescholtenheit bi» ich stcher, und gleichwohl kannst Du«icht läng« bei un« bleiben." Ich ging nunmehr unter die Leute wie i» eine Wüste. Ich verbarg mich unter de« Kiadernj... Und wohin soll ich mich jetzt zurückziehe«? Von Neuem find Sie meine« Blicken erschiene«; an welchem Ort kann ich eine stcher« Zuflucht finden? Weshalb haben Sie sich den« nicht ver- stellt, al« ob Sie mich»icht kennen? Leider, Anton. glaube ich, daß Du e« nicht vermocht hast, ich glaub«, daß Du mich liebst; Dein Brief, Deine Sprach« beweise»«* mir;— überdies weiß ich, daß Du duldest, daß da« Schicksal Deiuer Existenz eine F-ssel aufgelegt hat. vo» der Du Dich«icht lotmache» kannst. Wenn mein Geständniß onfammlunj, und die Tynamitarden würden un>, wenn wir die Union aufhöben, so tange schnckm, dit wir in die Trennung Irland« willigten. Glauben diese wilden Gesellen erst, datz fie un« Furcht einjagm können� so haben st« gewonnene« Spiel. Ihnen muß man nicht entgegentreten mir schönen Worten und sck wichen Behördm, sondern mit dem Galgen und Beile, dem Gewehr und Lajonnet, und ihre Verschwörungen müssen durch geschickte Spio> nage, nicht kargende Geldauögaben und um» fassend« polizeiliche Maßregeln vereitelt werden. Die ganzen Grundlagen der Grselllchaft, Alle«, mal da« Leben werth macht, wird bedroht von Vagabunden, welch« nicht Demokraten, Republikaner, Nationalisten oder Patrioten, sondern Feinde der Ordnung, organifirte Meuchelmörder stnd, welche jeden Menschen hasten, der einen guten Rock am Leide hat, weschm Politik oder Sozialt«» mu« nur al« zeitweilige Malke dient. Zu zögern, solche Leute zu hängen, oder fie al« politische Fanatiker zu beklagen, ist die Schwäche schwachköpfiger Politiker unserer Zeit. Die Welt braucht Leute an der Spitz«, welche eisern« Nerven Hoden, um diesen Schurken ohne Gewtsten, Vaterland, mensch- lichet Mitgefühl und Glauben den Garau« zu machen."— Wir lasten dahingestellt, ob diese Musterleistung auf dem Miste de«„Daily Telegraph" selbst gewachsen ist; jedenfall« steht st« in England vorderhand einzig da. Symptomatisch ist für im« nur, wie die deutsche offiziöse Preff; sofort solche Aeußerungen ausnützt, um ihr« allen frethelllfeindlichen LteblingSpläne zu fördern. Ueber de««»«gang de« Prozesse« Jhring-Mahlow schweigen fich die konsrroatioen Blätter in einer Anwandlung von Schamgefühl noch immer au«. Dagegen schreibt die liberale„Saale. Ztg.":„Die polllischen Nachwirkungen der sehr peinlichen Angelegenheit liegen auf der Hand. Der Sozialdemokratie ist ein gewaltiger Triumph bereitet und der Handhabung de« Sozialtfiengesetz!« ein empfindlicher Schlag versetzt wordm. Di« Verantwortung dafür fällt allein auf die Regierung. Al« der Abgeordnete Singer zuerst auf da« Treiben de« Jhring-Mahlow hinwie«, erklärt« er ausdrücklich, daß er die Regierung nicht beschul- dii-en«olle, abstchtlich solche Dinge anzuordnen oder auch nur wissentlich zu dulden. Herr v. Puttkamer hätte dieser llyalen Erklärung größere Rechnung tragm und den angeschuldrgtm. swwer verdächtigten Beamten zur gehörigen Rechenschaft ziehen sollen'. Statt dessen trat er unbeuhm für ihn ein und kann ihn nunmehr allerding« sehr viel schwerer von den Rcckschößm der Regierung abschütteln, al« er e« im Februar V.J. gekonnt hätte. Zweierlei ist doch nm möglich: entweder wird die Konsequenz au« dem landgerichtlichm und Jhring« Mahlow nicht nur dilzi« auch wegm der MajestätSbeleidigungen wegen dringmden Lelbach« de« Mein- gestellt, oder aber— er bleibt»a« ist: ein Beamter der poMtlchen Polizei. unausweichliche Urtheil gezogen plinirt, sondern v. f. w„ sowie eide« vor Gericht er bißher gewesen Da der Minister de« Innern fich vor dem Reichstage ver- pflichtet hat. ihn seinem Schicksal zu überlasten, fall« er schul, d:g befunden werden würde, so liegt bisher kein Grund vor, daran zu zweifeln, daß der erste Theil jener AUernative ein» treten wird, aber selbst dann würde, wenn auch nicht so viel, wie in dem»wellen Falle, so doch immer all zu viel wider» wärtiger Skandal durch unser öffentliche« Leben toben. Tie ganz« traurige Sache kann im« nur in der schon oft an dieser Stelle geäußerten Ueberzeugung bestätigen: die R«, gierung ist mll der von ihr beliebten Bekämpfung der Sozial- demokratie auf einen grundfalschen W:g gerathen und wenn fie nicht bald umkehit, so wird fie fich ganz und gar in ein« Sackgaste verrennen."— Die„Frankfurter Ztg." de- Mlitt;„Der Ausgang der riridesprochenen Affäre Jhring» Mahlow ist eine schwere Rtederlog« de« von Herrn v. Putt. k a m e r beliebten System» der B-kSmpfuna der Sozialdemo. kralle dmch die Geheimpolizei und eine eklatante Rechtferti- gvng de« wegen dieser Angelegenheit so schwer angegriffenen Abgeordneten Singer, dessen Ausweisung sogar von Or. ganen der Regierung mll dieser Sache in Verbindung gebracht worden ist." StaatSbahne« und Eifeubeihuunfälle. Auch die dem Staaltdahnsyftem im Alleemeinen und dem Minister Maybach irSbesondere sehr rrohlaefinnte„Köln. Ztg." findet, daß die neuerlichen Unfälle auf den preußischen S< aal» bahnen nur zu sehr geeignet find, dir östmtliche Meinung ernstlich zu beun- ruhigen, und daß da« Publikum berechtigt ist,«ine eingehend« Untersuchung und Aufklärung über die Ursachen zu verlangen, dt« solch« traurigen Vmkommniffe in letzter Zeit so verhäl'niß. mäßig häufig haben eintreten lasten. Da« rheinisch« Blatt schreibt«eller: Mll der einfachen Bestrafung der im Einzel. falle schuldigen, meist untergeordneten Beamten kann die Sache unmö[ich abgeschlossen bleiben; bi« jetzt haben die oberen Eifendahnbehörden vorgezogen, fich diesem berechtigten Per langen gegenüber völlig a.szuschwrigen. Wir bellaqen da« angeficht« der neuesten Unfälle um so mehr, al« wir darin einen neuen Bewei« erblicken, daß da« Verhalten der Eisen. bahnver waltung dem Publikum gegenüber nicht da« richtige Dir irgend welche Ecbichterung verschaffen las», so wiederhole ich e« Dir: ich liebe Dich, Anton. Allein Du wirst mich nicht mehr wiedersehe». Morgen verlasse ich da« Hau« der Fürstin. Dein« Lieb« wäre für Dich wie für mich ei» Verbrechen. Sie würde«»« alle beide in de» Abgrund stürze». Ohne dies« Lieb« jedoch, wa« liegt mir am Lebe» s Wohin soll ich gehen? Wo mich verbergen s Z« Moetau kann ich nicht bleiben, wo Deine Fron, wo meine Stiefmutter wohnt. Zch habe kein« Angehörige» mehr; mein Vaier ist nicht mehr da, um«ich an sei» Herz zu drücken, um mir zu sagen: „Mag die ganz« Welt Dich verdammen, ich schwör« anf Deine Unschuld." Solch' eine« Schmerz, wie er jetzt in wehr« Seele ist, habe ich«nr ei» einzige« Mal empfunden, damals, al« mein armer Vater, von allen vrrlaffe« und vergessen, in meine« Arme»»erschied. Zch beschwöre Dich jedoch, bei allem, wa« Dir heilig ist. forsche nicht»ach mir und gieb Dir keine Mühe, zu entdecken, wo« au« mir geworden ist. E« giebt einen Zu- fluchtsort, wohin mir niemand nachzufolgen wage» wird und wo ich der Ruchlose« schimpfliche Rede» nicht mehr höre» werde.— Wirst Du mich bedauern, Anton? Oder ist Deine Lieb« nur ei« Hirngespinst?" Einig« Tag« darauf sagte eiue der Freundiune« der Fürstin zu ihr: »Wo ist denn Fräulein Rudolph? Mir schien, all ob Sie sehr zufrieden«tt chr gewesen wären." „Allerdings." antwortet« die Fürstin,„st* erfüllte vollkommen ihre Pflichte»; doch st« wollte nicht bei mir bleiben, und ick weiß«ich», wohin st« gegange« ist. G» ist eine gute, sanft« Person und andererseii« wiederum so sonder. bar, daß ich mir bisweile» beinah« ei geredet hätte, fie sei— wie soll ich den» sage«— ein wenig im Kopfe gestört." Und die Fürstin lächelt«, al« fie die letzt«» Worte au«- sprach, gleichsam um da« herbe Beiwort zu mildern, da« sie bsm jungen Mädchen beilegte. und sachgemäß« ist. Die vreußischen Bahnen sind ausschließlich de« Publikum««eaen da, und dir Eiler bah" Kramten, die höchsten wie die niedrissten. stnd, trotzdem st« Staatsbeamte find, vmzugSwetle Diener de« viel- löpfizen Publikum«, drffen berechtigte Wünsche und An- schauungen mll Aufgebot aller Kräfte und mit entgegenkom- mender LtebenSwüidigtett zu erfüllen find. Die Eisenbahn. Unfälle, wie fie zur Zeit fich auf den preußischen StaatSbahnen uniiebührlich vermrbrt haben, wffen zweifellos nicht da« Staatibahnsyfiem al« solche«, fie würden im großen Durch- schnitt fich gewiß auch dann ereignet haben, wenn die betreffen- den Bahnen nicht veifiaailicht worden wären; aber weil die Bahnen setzt unter SiaatSverwallung stehen, ist die Prrwal- tung dopprll verpflichtet, über die inneren Gründe der Häuftgteit dieser Unfälle öffentlich Rechenschaft zu geben. Die öffenttich« Meinung fürchtet, daß dies« Gründe in einer falsch angebrachten Sparsamkeit, in fehlerhafter llederstcht de» Brtriebe?, in Uederlafiung der untergeordneten Beamten beruhen, und ef ist schlimm genug, daß trotz der mannig- fachen Aufforderungen die Eisendahnverwaltung fich zu einer Beruhigung de« Pudlitum« bi« jetzt noch nicht herbeige» laffen hat. Schließung von Fachvereive«. Der Fachoerein der Tischler in Erfurt ist auf Grund de« preußischen VereinSgesetzr« gefchlofien worden, weil derseld« mll anderen Fachpereinen in Beibindung getreten sei bei Gründung der Zenttalherderg«, und diese Verbindung aufrecht erhallen Hab« burch Betheilipung an einer ständigen Kontrollommtsfion für die Zentralher berge. Gleichzettia wurden die Verein« der Schneider und Maurer geschloffen. Sozialifttsche« nu» Bayer«. AugSburg, 11.0kl* Nachdem eine auf den 8. d. M. nach dem benachbarten Oberhaufen einberufene große vrdettervtrsammlung, in welcher der ReichsiagSadgeordnete I. Auer über den Deutschen Reichstag und die Sozialreiorm zu sprechen de- aistchtigte, durch da» k. Bezirksamt AugSburg, und zwar unter Berufung auf da« Urtheil de« Landgericht« Freiderg wegen der Thetlnabm« Auer'« an einer oerbot«nen Verbindung, auf Grund de«§ S de« ReichSgesetze« vom 21. Oktober 1878 verboten worden war, fand gestern im hirfi'en Bräuhau« „Zum Blumenstock" eine von mchr al« hundert Arbeitern de- suchte Versammlung statt, deren einziger Redner der Ad- geordnete Auer war. Die Tagesordnung war dieselbe wie die der inhidirten Oberhäuser Versammlung.— Kaufbeuren, 10. Oklvber. Wie dt« Blätter berichten, ist dl« auf gestern Ateno einberufene allgemeine Volksversammlung auf Grund de« Sozialistengesetz-« verboten worden. AI« Grund wird folgende« angegeben: 1. Der Einberufet ist notorisch Sozial- demok.ai. 2. Der al« Referent bestimmte L. V i e r e ck von München killt durch fein agllatortsche« Wirken für die Zweck« der sozialSemotratischen Ardellerpartei in namhaftester Weis« hervor, und 3. ist mll Rilckstjr auf diese Thatsachm dir An« nähme gerrchifertigt, daß vi« Versammlung zur Förderung sozialdemokratischer Bestrebungen destimmt ist. „Die Entfernung sozialdemokratischer Führer«ach Amerika entspringt vielleicht dem Gedanken, den Krieg de» ginne« zu müssen, wenn die revolutionäre Idee noch die Rasten beherrschen soll, auf deutschem Boden aber dm Krieg nicht leiten zu können."— Es ist die freikonservatioe„Post", ivelche ihre Leser für einfittig genug hält, um ihnen solche Aeuße- ringen vorsetzen zu dürfen. Und da« macht in Deutschland „öffentliche Meinung"! Her« Creme, schreibt im„Deutsche« Tageblatt" mll der ihm angeborenen Höflichkert:„Mll den römischen Rüpeln der„Germania" würden wir un« zu allerletzt gemein machen. Im Uebrigen stnd diese„Herren" am wenig. sten in der Lage, da« zu dewetsm, wa« fie behaupten. Sie leben von der Lüge und mögen getrost bei ihrem Futter all weiden." Antisemitische«. Sehr interessante Geständnisse über den Niedergang der christlich- soiialen und anttlemittschen Be- wegung gab jüngst H n Prediaer Hap ke in einer Versamm- lung seiner Parteigenoffen zum Besten. Er klagte, einem Be« richi de«„ReichSbolen" zufolge, über Abnahm« der Begeisterung und Einwüthigkell in der Partei, über persönliche SUeUellen und Zerwürfniff«, über Mangel an Selbstlofigteit und werk- thätiger Liebe, und meinte:„Wir leisten nicht viel. Di« Bewegung hat vielfach Mtttämvfer gehabt, die ihr wehr geschadet al« gmützt haben. Wir stnd den Bewei« der Ein» Wirkung der Bewegung auf da« alltägliche Leben noch schuldig geblieben." Herr Hapke thut seiner Partei Unrecht. Eingewirkt bat dieselbe eine Zeit lang auf da« alltägliche Leben; aber fragt mich nm nicht wie. Zollpolitisch««. Offiiiö« wird angekündigt, daß den Wünschen unserer Müblm Jnvustrirll?« auf Abändrrung de« Regulativ« über die Zollerlcichtrrungm bei der Ausfuhr von Mühlenfabrikaten in Bezug auf die Bestimmung über da« LuSbeuteverhältniß stattgegeben werben soll. vm. Man lobt die Umgebungen Mölkau'«. Zch schließ« «ich keineswegs der Meinung derjenigen an, welche davon ein so verlockende« Bild entwerfe», und ei, ig« ihrer vielgerühmten AuSfichiSpunkte erscheinen mir unbe» deutend. De» Gmten- und Parkanlage«, den Schlösser«, auf die«an Milliono» ve-wendet hat, zieh« ich ländlich« Szenerie» vor, wo die Natur die Kunst noch nicht zu Hilf« genommen hat, wo Wald und Wasser fich»och im einfache» Glanz« ihrer ländliche» Schönheit zeige«. Gin« Gegend vor alle« ist«#, die aufzusuchen ich niemals müde werde» kann; ich«ein« Lonjeck. Auf der«inen Seit« ist da# Thal von Nooodievitfch mit einem alte« Kloster fichtdar, auf der an« der» pitoreske Hügel, zi deren Füßen fich die Moskwa schlängelt; hier und da hingestreut« Häuser, Dörfer und die ungeheure vom C«tu« durchschnittene Eben«. E« ist«in« Landschaft«tt einem würdigen, Achtnng durch ihre Verein- samung, welche man nicht ohne melancholische Rührung an« sehen kann, einflößende» Charakter. Oft verweilte ich dort am Abend und sah voll Entzücken, wie bei Sonnen» «ntergang die«lostcrglocken in de» Welle» de« Ciew» erglänzte», wie der Mond fich sodann am Horizont eerhob, fich'im Bache abspiegelte und durch da« Laubwerk hin« durchschimmerte, während die Rachttgall ihre melodische« Gesänge wieder begann. Wie süß und wie traurig zugleich siab doch die Erinnerungen an die»»widerruflich verstrichene Lergongenhettl An de« soeben geschilderten Ort schritt ei» noch junger Mann an einem schöne» Sommerabenb anf und ab, in ein schmerzliche« Nachdenke» versunken. Rur hin und wieder schweiften sein« Blick« mit scheinbar«, Neugierde»ach dies«, oder jener Richtnng: e« schien, al« ob die Szenerie der Natur ihn au« seiner düsteren Ermattung durch-in uner- wartete« Vergnüzen. durch eine neue und severe Empst«. dung auftüttelt. Win» man ihn so ansah, wäre.« sch-rer MÄ»«»ÄS Oesterreich-Ungar». Bei dem Tode Ofenheim'«, de« Ritter«»* Bontevxin, kommt die„Deutsche Zeitung" auf den berühwta Grünverprozeß und auf vi« ganz« Grün der ir« überhai-p! zurück. Sie schreibt hterüder: N�ckt au« Den reinste» Bewrggrünven war die Anklage gegen O'enheim herverz»' gangen und mancher Ilrine Zug von Mißwollen wirkte hier mit. Ader über Alle« merkwürdig war seine BertheidigMt- Auch nicht eine Thatsache stellt« er in Abrede; aber er»ick mit vernichiender Ueber�ugung nach, daß e« allgemeine Sitte sei, einen Thttl de« Avtenkapllal«, wiewool die P» spelle da« GcginiheU vertündigen, unter die Gründer zu verthetlen, daß ein unlösliche« Gewirr« bestehe zwischen Bauunternehmern und de» sie überwachenden Organen, zwischen Konzesst»' nären und zwischen VcrwallungSrälhen,«eiche den erftere» Gewinne auischreiden, zwischen dm Provistonm, welch« dir Beamten einer Gesellschaft für die letztere auSbedingen, un» zwischen solchen, welche die Gesellschaft den Beamten anz» nehmm erlaubt. Und all' die« ward ihm dmch die an»» sehmstm Männer dezeugt, durch die Vertreter de« hohen Tb» die Sapieha und die JablonowSkt, ja selbst durch geprieseA Redner und VolkSveitreier. Welch Herder Schlag für vi« Bolss moral, al« Karl G«kra, der Bürgermeister, zur Vcrtheidizirtt Ofen Heia.'« die seltsame Trinlgeldertheorte entwickeA und all der Br«f Alexander Schindler'« zur Besprechung ka» in dem er an feinen„lieben V c or" die ungeduldig« Frack stellt«:„Wo bleiben meine 10000 Guldm?" W-lcher Siruin in die Anschauungen eine« hohen Richter«, al« Obel' landeSgerichtSrath Plettutki auf die Frage bck Pcäfivenlen, ai« welchem Titel er eine stattliche Summe A der Fottsetzmg de« Baue« der Lemberg C>ernowitzrr Balm ilchen J De«" priel. Et warm innige Band«, welch« Heck v. Ofenheim mit einem großen Theile der Presse verknüpft« und viele von den Journalen, die für ihn schwärmten. thatS die» nicht blo» au» einem selbstverständlichen Gefühle% Solidarität, sondern au« ganz bestimmten, nicht zu ufl' schätzenden Gründen. Denn der umfichiige Mann hatte zri'.ig«inm Patt mll der Presse geschlossen, früher noch» er ahnen konnte, daß er vor die Geschworenen geladen Al« die„N. Fr. Pc." wenige Jahre nach ihrer Gr' eine« Tage« trotz stchtbarm Emporblüh«"« in eine»« Geldklemme gerteth, da durchschaut« Ofmheim bereit« werdend« Bedeutung Friedländer'« für die Gestallring_ öffentlichen Meinung und er ttat al« Helfet und Retter* Zu welchen schönen Leitartikeln setzt« ft: sein Kapital nicht um! Ader O mhetm verstand* die ihm iongeniale Presse nicht blo« mit Zuckerbrot zu handeln, sondern er wußte auch rechtzeitig die Geißel� schwingen. Die Lorbeeren der„N. Fr. Pr." ließen den nehmenden Herausgeber eine« großen PolUdlatte« schlummern, und all diese« einmal mll allzu ungestllmm derungm an die von Herrn v. Ofmheim gelelteie Gcs«lls<-„ herantrat, da vnöffentltchte er im, mtsckloffm in seinem S? und Liedlingldlatte eine Erklärung, dahin gebend, plötzlichen Angriffe de« Volkßdlatt?« daher rührten, vergeblich eine Erpressung an ihm verübt hatte. dieser Zell hatte er Ruhe. Dänemark.« Die sozialistischen Abgro.onetm im dänischm 3% thing, Holm und Hördum, haben mtt U-rteistützung ttojjf anderer Sdgeordneim eine Vorlage, bett. Kredit von 4 v? Kronen zm Steuregullrung und Expropriation ungesund«? beiter quartiere und zur Errichtung von»weckmSßigen»* detterwohnungen, eingebracht, die»ufsehrn erregt. Belgien. Die Petitionm um Begnadigung der GlaSardeirer Falleur und Schmidt habm bis gestern Untnschrtftm, darunter die sämmtlicher GlaShJltter-.besttzrt' AuSnadme eine« einzigen, und die von 10000 Frauen«"f den. Ein Komitee der htzierm hat fich an die Königw L wendet und um ein« Ludimz dehuf« Uederreichuag" Frauenadiessm gebeten. Daneben gehen überall Petittf'J um eine vollständige Amnestie im Land« herum. Nach" belgischen Gesetzen tonn eine Amnestie nur dann von Könige erthellt rverdm, wmn beide Kammern ihre Zusti verurtbell»! lestern 33*. AuSseh« deutete vielmehr auf«ine gedrückte, muth'ose für die da« Leben zu einer schweren Last geworden Al« er so einig« Stunden am Ufer de« C dieser lautlosen Stille der Natur, welch« nur von Zell durch da« Rausche» einiger von ihren Zweige» fallender Blätter geßöct wurde, gesessen hatte, wurdt Aufmerksamkell plötzlich durch die Seufzer einer alte»#7 die in einiger Entfernung von ihm ans de» Knie«» unterbrochen. Er näherte fich ihr: Wa» bedeutet diese« Stöhnen?" sagt« er zu ihr. ist Ahnen passtrt?" „Nicht«,' antwortete ste. .S» scheint«ir jedoch, al« ob fie weinen." „Man weint nicht immer über sein eigene« H „Sie haben also krine» persönliche» Zorn?" „Gott sei Dank! Nein. Zch Hab« eine a» Wohnung, genügenden Lebensunterhalt und Kleidung.. die« Kinder, dt« mir Freude bereite»; allein ich de» eine» Unglücksfall, der fich gester» hier ereignet hat,» ich nie vergesse» werde." „Bitte,«zählen Sie«ir den Vorfall." .Vor zwei Tagen erschien hier ein sehr hübsches!«? Mädchen mit ioblenbleichem Aussehe» und bat mich laubniß, meine Wrhnung d«rete» zu dürfen. Sie da einig« Zeil, liebkoste meine Kmda, dann weinte fi> lich. i»drm ste«in Buch in d« Hand hielt. Zch M p» daß st« de» besseren Kreisen angehört«, den» fie die städtische» Damen gekleidet und, al« ich mich W übet über mein«»rmuth beklagte, übergab sie mir ein«® � undzwanzigrubelschei». Am nächsten Morgen setzte r-jjjpi auf de» Platz, auf dem Ei« fich jetzt b. finden,*n» lange starr in« Waffer...." J Bei diese» Worten bekreuzte fich die oft« fügt« Hinz»:„Gott sei ihr« arme» Seele „Und wisse» Sie nicht, w« Ei« war," rief l* bleich d« jung« Man». „Rein, Niewand hat»ach ihr fand ste im Mass« und verscharrte Mörderin im Walde. Zch bin fest davon„ fl« ein»orttiffliche« Geschöpf war, welch«' «»»gesprochen haben. Man will auf diese durch Massen« Petitionen einen moralischen Truck auSüdm. Biß jetzt ist in RegiemnaSkeism»ine Reiaung»ur E-theilung einer Amnestie wcht vorhanden. In der Genter Arbeiterbeovlkerung gShrt ei bedentlich; bejeichnend ist ei daß überall bei allen Arbeiter Dilationen daß weibliche Element stch stark delheiligt. Ein Straferlatz für den im GefSngnih fitzendm vqialistenführer * n see l e ist reglerungiseiiig deadfichtigt. Die stlerikalen fahren fort, die»Wale Frage"|U ihren «niiumutzen. Ihre Organe rufen in allen Tonarten: »steine Veranügunaen� Bälle, Theater! steine kostbaren Toi- Wten iinb Rennstalle! Fort damit! AlleS Gelv- da» ist da» Wesentlich«— für die frommen katholischen Werke I Die Arbeiter kümmern sich um diese Liebeimüben nicht. . Die Thronrede ,m bevorstehenden» öffnung der Kammer» Won wird eine Reih«„sozialer Reformen", sowie die «dstcht, größere öffenlliche Bauten in Angriff zu nehmen, an» 5UNvigM. Die»weite Kammer nahm, nach der»Franks- Zig-", mit «Z gegen 3 Stimmen einen von 11 Depuiirten gestellten An- trag an, wonach eine parlamentarische Enquete über die «in d« r a r b e i t und die hygienische, materielle und mora- lisch« Lage der Arbeiter in Fabriken und Werkstätten angestellt«erden soll. Die E-quete soll vor dem 1. Juli 1837 Kommisston wurden gewählt: Borgefiu», «mii, �eltt, Vanderloeff, Bändelst, ydm(Liberale), Beelaert», «an llphffl(Uitraptotestanten), Bahlman, Ruys, Banbeeren- o.o:r inalholti-n)' Da» der Zweiten stammer vorgelegte Gesetz zur Abände- VA dt» Versammlung»' und Verein»rechts /-'owobl s" der liberalen wie in der antiliberalen Preffe aus sehr entschiedenen Widerstand: man nennt dasselbe einen unberechtigten Angriff auf die VolkSrechte und Freiheiten, welche v-riaffungimäßig verbargt seien und welche da» nieder- ländliche Bolk stet» mit hartnätllge: Eifersucht vertheidigt habe; vasselde sei zwar gegen die Sozialisten gerichtet, aber nicht allein diese würden vi« Schlachtopfer sein, sondern alle, zu welcher Richtung und Partei man auch gehören möge; daher fei zu hoffen, daß die Arbeit de» Minister» vom Ausschuß be« graben werde, ehe sie die Zweite stammer erreiche. Frankreich- Die v i e r f r a g e soll in Frankreich nun im nationalen Sinne geiöst werden. Nachdem e» den chauvinistischen Schreiern in Pari« nicht gelungen ist, durch allerlei falsche Mittheilungen da» deutsche vier bei den Konsumenten in Miß» kredit zu bringen, regt man jetzt beim Handelsminister den Ge- danken an. in Pari»«ine Schule für Brauer zu errichten, in «elcher gelehrt werden soll, auf welche Weise deutsche» Bier bereitet wird. Die französischen Brauereien sollen dann diese zu Braumeister auSgebUveten Leute engagiren und überall deutsche» Bier brauen.— Da» wäre beffer, so bemerkt ein französtsche» Blatt, al» da» gut« Bier deshalb zu verlästern, well«» au» Deutschland stamme.— Ob e» den Franzosen übrigen» gelingt, so gute» Bier, wie in Deutschland, zu de- wtten auch wenn sie theoretisch gebildete Braumeister stch an. schaffen, ist ein« zweite Frag«, da bei der Bierberettung noch viel« ander« Umstände in Frage kommen. Bringt man«» doch in Noiddeutschiand nicht einmal fettig, ttchtige» Münchener Bier zu draum. Die„Agerce Hava»" macht den Blättern die offiziöse Mit» theilung, der Handelsminister 9. Lockroy hätte dem Polizei» pläfetten dm Befehl ertheilt, strenge Maßregeln gegen die Ver« käufer deutscher Spielwaaren mtt französischer Marke und namentlich einer„verstümmelten starte Frankreich»" zu ergreifen, welche au» Deutschland importitt und al»»jonet öantaia"(französische» Spielzeug) oerkaust wird. Ueber die Ursachen de» Zehntenkrieg«» in Wale» wird der„Boff. Ztg." geschrieben: Di« reichen Einkünfte der englischen Staat»kirche bestehen zum größten Theil, sofern fie nicht au» Kirchengütern entnommen werden, in dem auf Grund und Boden lastenden Zehnten, der ursprünglich von den Produkten erhoben wurde, aber längst in Geldwetth um« gewandelt worden ist. Dabei hat sich in Folg« der fast all- gemeinen Verpachtung aller Ländereien die Regel herausgebildet, daß diese kirchliche Abgabe nicht von dem Grundbesitzer, son- dern von deffen Pächtern gezahlt wird. In England selbst, wo die überwiegend« Mehrzahl der Pächter dem staattkirch- lichen Bekrnntniß angehört, wird da» Unnatürliche diese« Zu- tzMMMZs'Z'w Mehrzahl nach allerhand protestantischen Sekten, besonder» den welschen Weilryanem, angeschioffen. E» war dithalb auch früher schon eine stehende Beschwerde d-r nonkonformistischen Pächter, daß fie vom Sttrage ihrer Pachtungen der Geistlich. . oin» fremden Kirche einen auf den Pachtzins berech. neten Zehnten zollen müßten. In ruhigen Zeiten wäre eJ in» s>tß kaum zur thatsächlichen Zahlungsverweigerung gekommen; «st» Bösewicht iv» Unglück gestürzt hat. Um ihrer Seelenruhe willen habe ich da» von ihr hinterlassene Geld ****** Tobtenmesse verwendet, ich habe nur da» Buch be« &r**' i* dem fie unanfhörlich la», nebst dem von ihre« »WNMtoetzten Battisttascheutuch." »£***8*« Sie mir beide Gegenstände." .Da find Sie." Weiße»******* deutsche« Gebetbuch,»uf«ine« %?** folgende Worte auf deutsch verzeichnet: -ine ÄZ damit fie bete. fall. Gott ih, ..j.««*» an einem Rand L. R., R.d.lph'. MWMW «Ä Aä S Taschentuch.' Sie verbeugte stch stillschweigend von ihm und er ent« «ernte sich. Wahrscheinlich ist er reich, überdie» der Gatt« einer j*»»eu, schöne» Frau und erfteut stch einer sehr angenehmen Stellung. An» Kunst und Zeven. Eine jnvge Schullehrert« in Westmorelaed, Pennsyl- »anitn, wollte ihren Schülern mehr Eifer bttdringen und fie besondll» Morgen» früher in der Schule haben. Zi diesem 2?�« machte fie eine» Tage» dekannf. daß fie denjenigen Schüler lüffen werde, welcher zuerst in die Schule komme. Die Folge davon«m. daß einige der achtzehn- und neunzehn- jährigen«urschen, die bei ihr noch zur Schul« gingen, auf .3�*». übernachteten, um Morgen« die ErSen in der Schule zu sein. Die Vielküfsende mußte ihre Methode bald wieder einstellen. die Beschwerde hätte nur dazu gedient, die Lgttaiion für die Abschaffung der Staatskirch« in Fluß zu hatten. Jetzt hat die Sache aber eine schlimmere Wendung genommen. Da durch den Preisrückgang aller landwitthschastlichen Erzeugnisse viele Pächter in die Unmöglichkeit versetzt wurden, ihre Pachtzins« zu erschwingen, so war eine Anzahl von Großgrundbesitzern in England und Wale», geschreckt durch die irischen Vorgänge, vorstchtig genug, au» freien Stücken ihren Pächtern eine stellenweise recht bäieuiende Herabsetzung de» Pachtzins«» zu de- willigen. Die welschen Pächter folgetten darau», daß auch die Geistlichkeit auf einen entsprechenden Projmt. satz ihrer Zehnten Verzicht leisten müsse. Darauf ließen stch die Pfründner aber nm in den sellensten Fällen ein. Die Pächter, durch den konfesstonellen Gegensatz gegen diese hochkirchlichen Geistlichen ohnehin erbittett, ent schloffen sich sehr bald, da» Beispiel der ZahlunaSoerweigerung. welche» die ittschen Pächter mit so vielem Erfolg gegen die Großgrundbe- fitzer angewandt hatten, jetzt gegenüber den staat.lirchlichen Geistlichen zu befolgen. Ei bildete stch nach dem Vorbilde der ilischen Landliga in Wale» eine Antt-Zehntm-Liga, die stch zuerst im nördlichen Tbttle de» Fürstenlhum» erheblich au»« brettete. Al» Endziel faßt die Liga die Besttttgung der Zehnten überhauvt, sei«» durch Abschaffung der SiaatSkirche oder auf andere Weife, in» Aug«; ihr nächster Zweck indeß ist nur die Unterstützung der einzelnen Pächter bei ihrem Versuche, eine zeitweise Herabsetzung der Zehnten zu erzieten. Während der letzten 7 Jahre hat Irland nach der ..Cort Constitution" nicht weniger al» 360000 Lstr.(über 7 Millionen Mark) zur Landliga bttgesteuert, d. h. mehr al» 60000 Lstr.(1 Million Mark) jährlich. Im Einzelnen wurden bieroon verwandt zum»Parnell'schen Vertheivigungs- fond»" 17961 Lstr., zum„Parnell'schen Ehrengeschenk" 33808Lftr., zum Ehrengeschenk für Sexton 5363 Lstr., für Advokatengebüh- ren an W. O'Brien 8200 Lstr. Mr Diäten ittscher Paria- wentsmitgiiever sind 7200 Lstr. derechnet und außerdem für den ittschen ParlamenUfond» 6692 Lstr. 160 000 Lstr. stgmiren unter der Uedersckttft:„Wahrscheinliche Ausgaben für Versammlungen und Vertheidigung von Angeklagten". Die„Land- liga der Frauen" und der Fond» zum Besten der Gefangenen bat 39 176 Lstr. betommen. Für die Hilktbedürfligen aber sind in den ganzen steben Jahren nur 942 Lstr. verwandt worden. In den Schiefersteinbrüchen bei stilrush(Dublin) wird von den Bergleuten eine Lohnerhöhung von 7% pCt. gefordert. Die Sittnbruchbefitzer verhalten stch dieser Fordemng gegen über ablehnend, so daß der Autbruch eine» Sireil» zu erwarten ist. In den Brüchen werden gegen 2000 Arbeiter de« schäftigt. Spanien- Spanische Handelskammern im Auslande, deren Erttchtung bekanntlich in den letzten störte» beschloffen wurde, deadfichtigt man, wie au» Madrid gemeldet wird, zu- nächst in Patt», London, New- Natt, Tanger, Mexiko, Lima, Valparaiso und Buenos- Ryre» zu etadliren. Balkanl ändere. Nicht» charattettfirt die Zügellofigkeit der russischen Polttik gegenüber Bulgarien Keffer al» der Umstand, daß der Konsul Nekluvow, welcher am Samstag alle diplomatischen Be» Ziehungen»ur bulgarischen Regierung abaebrvchen hatte, die- selb« schon am Montag wiede» mit drei Noten belästigt, also die dlplomatschen Beziehungen wieder aufgenommen hat. E» gewinnt immer mehr den Anschein, al» ob der Zar über die Nichtswürdigketten, welche seine Agenten in sttnem Namen be» gehen, nur sehr schlecht unterrlchtet ist. So soll er dieser Tage der„Daily New»" zufolge geäußert haben:„Wenn die bul- gattsch« Fwge friedlich gelöst werden kann— gut, allein ich werde keinen Krieg anfangen zu Gunsten der unordentlichen Bulgaren." Hiermtt stimmt alleiding» sehr schlecht eine Nachricht de»„Journal de» D�bat»", welch« besagt, daß der Zar Bulgarien besetzen lassen werde, wenn fich ttn Zwischen- fall ereigne, wie z. B. ein Versuch zur Revolution gegen die Regentschaft oder ttn« Beleidigung de» rusfisch-n Vertreter»! 40000 Mann ständen hinfür in Sewastopol und Odeffa be- rett: fttt zwei Monaten würden mit diesen Truppen Ein- schiffung»- und Landungsüdungen gemacht und man behaupte, die rulfischen Truppen könnten in 48 Stunden in Bulgarien sein. Die Ankündigung der Okkupation, meint da» Pariser Blatt, werde sicher in Europa eine große Bewegung her- Der' Pariser„National" glaubt zu wiffen, Fürst vi»» m a r ck habe, al« er letzthin die Red« Lord Churchill'» besprach, gesagt, die bulgarisch« Affäre sei ein Duell zwischen Rußland und England.(?) Wenn Eng» land stch zurückziehe, sei kein Grund vo handen, daß Oester- reich Ungarn an deffen Stell« trete,«imge Tage früher hätte Für« Bismarck gesagt, die Ottentfrag« liege anderswo; e» stt unzulässig, daß Deutschland, welche» seinen Kolonien eben ttn« solch« Entwicklung gab, irgend ttne Macht in Egypten hmschen laffen tönne. Afrika. Meldung der„Pol. storresp.": Angestcht» der Sachlage in Egypten ist die Fottdauer der englischen Okkupation in Egypten nicht m,h: gerechtfertigt und soll nunmehr per» langt werden, daß England einen Termin für die Räumung feststelle. In dieser Beziehung sollen von fron, öftscher Sttte in«onstanttnopel Schritt« unternommen worden sein. Kommunales. »«» der Eitzaua der städttsche»«audevutatio« am Mittwoch. Di« Berlwer Moitertt-Attiengesellschaft Hai beim MHi "�Di«"«erltner Terrain, und D°ugesell. schalt beabsichtigt die Anlage ttner neuen Sttaß« zwischen ss, arM BasaBfarsa."" Gerichts Zeitung. HBi Kästen noch gar nicht übernommen hatte. Dies« Angab« wurde von den vernommenen Zeugen bestältgt und der Angeklagts darauf auf den Antra» de» Amtsanwatt» freigesprochen. Dreifacher Mordversuch. Bromberg, 10. Ottober. In der gestrigen Schwurgeiichttsttzung wurde gegen Franz Grucki von hier wegen dreifachen oersuchten Morde» verhandelt. Der» selbe hatte, wie seiner Zeit mitgeihellt, in der Nacht zmn 17. August d. I. seine drei Kinder im AVer von 8, 5 und 3 Jahren, um sie zu tödten, lebensgefährlich verletzt. Der An» geliagte ist der That in ihrem vollen Umfange geständig. Da» Elend in seiner Familie(die Frau war krank und hatte ihn verlassen) habe ihm am Nachmttiage de» 16. August, nachdem sttne Ehefrau zu ihrer Mutter gebracht worden war, den Ent» schluß eingegeben, fich und sttnen Kindern da» Leben zu nehmen. Mit dieser Abficht, so gestand er«etter, stt er Abend« nach Hause gelommm. Nachdem er den stinxrn noch da» Abendbrot bereitet und stch von der ältesten Tochter«wen Bogen Papier und für 5 Pf. Schnaps habe holen lassen, die Kinder fich demnächst niedergelegt, und er«wen Bttef geschrieben, habe er die hinter dem Ofm stehende Holiaxr ergriffen und hierauf zunächst auf die von der brennenden Petroleumlampe hell beleuchttten Köpfe seiner Kinder Marie und Franz, welche w einem Bettgestell zusammen schliefen. zwtt mächtige Schläge mit der«xi geführt. Die Marie habe dtt dem zwetten Hiebe laut aufgeschrien, dagegen habe Franz keinen Laut von stch gegeben; sodann habe er einen gletchen Hieb gegen den Kopf der Rosalie(5 Jahre alt) qesührr, auch diese habe nach dem Schlag« nicht geschrien. Er habe nun» wehr geglaubt, daß die drei Kinder todt seien; ihr Anblick habe ihn indeffen derart mtt Grausen erfüllt, daß er von sttnem Entschluffe, auch da» jüngste, 9 Monate alte Kind zu tödten, Abstand genommen habe. Dann habe er stch, nachdem er«wem bereit» geschriebenen Abschiedsbttef an seine„Schwägerschaf.", die ihm lo viel„zugesetzt", noch«wen Schlußsatz zugefügt, sich zum Schlafen niedergelegt. Morgen» um 4 Utzr sei er, von dem Röcheln der Kinder erwacht, aufgestanden und habe die Wohnung verlaffen, um in» Waffer zu gehen. Diesen Ent schluß führte der Angellagte jedoch nicht ou», sondern er trieb stch im Walde umher. Ldntd» wurde er in Schröiteridott ergriffen. Von den Geschworenen de» dreifachen Mordversuch« schuldig erklärt, wurde G. zu 14 Jahren Zuchthaus ver« mthttlr. Wien, 12. Oktober.(Klndetmord.) Eine ISjähttge Tax» löhnerw de» Brauhause» in Schwechat kam am 9. August Nacht» nieder. Ihre Lagerstätte war ein Strohhaufen unter ttner Bodentreppe, so daß st» unbeobachtet zur Verwirklichung ihres offenbar in der Verzweiflung gefaßten Plane» schreiten konnte. Sie erwürgte da» neugeborene Kind und trug den kleinen Lttchnam, nachdem fie ihn gewaschen und ttngebüllt hatte, in ttn Maffenquattier, wo ihre Mutter fich befand. Dort verbarg fie den tobten Körper im Bette ihrer Mutter. Tag» darauf will fie denselben in einem frisch aufgeworfenen G ab« aus dem Schwechater Friedhofe begraben haben. Dilse Angabe ist jedoch unwahr, da vom 3. bis zum 23. August überhaupt kein Grab daselbst aufgeschaufelt wurde. Der Leichnam de« Kinde» ist überhaupt nicht gefunden und Bestimmte» über den Verbleib deffelben nicht bekannt geworden- Die Angeklagt?, welche durch«wen czechischen Dolmetsch vernommen wurde, wurde zu vier Jahren schweren Kerker» oerurtheitt. Koziales««d Arbeiterbewegung Wie man w Frankreich den Arbeitern entgegen» kommt. Da« BeachtenSwerlheste an dem am Montag in Lyon eröffneten Kongreß der sozialistischen Arbeiter» partei find vielleicht die ihm gewährten Subventionen und Begünstigungen. Die München«„Allg Zig." scvrttbt darüb« in Hellem Aerger:„Man begrttft e» allenfall», daß d« Matte von Lyon prachivolle Säle lostenfrtt zur Verfügung stellt und der Generalrath de» Depattemen» 4000 Frks. zu den Kongreß. kosten bttirägt. Wenig« begreiflich find die ö000FrkS„ welche d« Handelsminister au» sttnem Budget betsteuert. Noch weniger begreift man die Herablassung de« Syndikai» der Bahngesell» schafim, welche» die zum Kongresse delegirten Arbttt« um den halben Fahrtattf befördert."— Für einen Deutschen, der unttr dem Puttkamer'schen System au'gewachsen ist, muß da» all«. ding« unbegreiflich«scheinen. Statt Vrrsatnmlungswbottn ttne derartig« Vrrsammttmgsbegünftigung l— da» muß all« oldnung»ltebend«n Gemüther mit trüben Ahnungen erfüllen. , De««rankende, fichernngs, Wang für kanfmäanische Gehilfen. Von ganz desond«em Jntereffe ist die Antwort de» Vorstand«» der Kranken- und Begräbnißlaffe de» Berett.» d« deutschen Kaufleute zu Berlin auf die bekannte Ansrag« de» Berltner Magistrat«, betr. die Au»dehnung de»«ranker- ver stchemtig», wange» auf die Handlungsgehilfen, welch« fol. genve» enthält:„Zu 1. Wir stehen auch heute noch prinzipiell auf dem Standpuntte, daß ein staatlicher Verstcherung«,wang überhaupt und umfomehr, wenn derselbe fich nur auf ttnrett» Klaffen d« Staat» bürx er beschränkt, unbttechiigt ist. Wölfl ad« billigen wir«», daß die Gemeinden nach genau« Prü» fung de» Bedürfniffe» befugt sein sollen, einen Verfichcrung». zwang durch OrUstaiui einzusührm, wenn ersten» nachweislich hierdurch, und nur hierdurch Bedrängniß und Verfall in wetteren Kreisen verhütet werden kann und zweiten» den zu Verstcherrv den dtt Gründung bezw. Benutzung freier selbftverwattender Kassen gestattet ist. Die letzte Vorbedingung ist dmch§ 76 de« Kcankenv«stch«ung»atsetze» allgemein«füllt. Bezüglich de» «steren Punkte» hofften wir nach Erlaß de» Krankenverstche- ruugSaesetze», daß dtt vttlfache Aufforderung und Anregung zum Einiritt in die bestehenden Krankenkaffen für Handlung»» gehilfen und Lehrlinge, sowie da» Beisoiel der großen Masse der Handwerk«, Arbttt« und Betriebs beamten dazu führen würde, daß wenigsten» ein erheblich« Theil d« Handlungsgehilfen Bnlin» fich freiwillig gegen Krankheit vnsichere und ttn beträchtlicher Theil der Lehrlinge dmch ihre Prinzipale oder Eltern dazu veranlaßt werden würde. Allein trotz all« Aufklärungen und Auffordnungen durch Wort und Druck hat nur ttn»«schwindend klein« Prozentsatz der Hand- Iung«gehils«n und L-Hrlttig», speziell auch in Berlin— wtt glauben nicht über 500 von ca. 40 000— bi« heute stch in wirksamster Weise gegen Krankhttt verstcherl. Und doch ist e« unbestrettbar, daß die weit überwiegende Mehrzahl unser« Kollegen durch Krankheit nicht weniger in witthschaftlrch« wtt moralischer Beziehung mit schwerem Schaden, ja mit gänzliche« Ruin dedroht ist, al» die Handwerksgesellen und Arbttt«. Denn zumal btt der seit Jahren so gedrückten Lage de» tauf» männischen Hilfspersonal», haupisächlich durch massenhaft» Stellenlosigkitt, niedrige Behalte(vielfach unt« den Lohnsätzen d« Arbeiter) und kmze Kündtgungsfristen getenn zeichnet, find die Wenigsten im Stand«,»erwöge Eriparniffe eine längere Kranthertßdau« zu überwinde», gegen welch« auch dtt Vergünstigung de»§ 60 de» Handelsgesetzbuch» keinen Schutz gewährt, selbst wenn derselbe durch die schon erwähnten Ver« trapSdesimmungen kurzer KündiaungSfrist nicht illufortich gemach! wird. Unter diesen Umständen, deren aesentltch« Aenderung in absehbarer Zeit leid« nicht zu erwarten ist. müssen wir im Interesse der wirrhschaft» lichen und sittlichen Wohlfahrt unserer v«» rufsaenossen un» entschieden für die ort»» statutarische Ausdehnung de» Krankenver» sich«lung»zwange» auf männlich« und weibliche Handlungsgehilfen und Lehrlinge er» klären. Inwieweit ttne solche Autdrhnung auch ans dtt Gehilfen und Lehriinae in Apotheken geboten stt, vermSger» wir au» Mangel an Einblick in dtt Verhäliniffe letzteren Be» ruf» nicht zu entscheiden.— Zu 2. Wir«tiäten un« gegen jede Grenz- oder Ausnahmebestimmung — selbstverständlich abgesehen von durch da» Krankenverstche» nmMts-tz obltzatorisld voraeschckbenen— au» folfttnbeit Hiuptgründm: a.«eil die Lebenistellung, Vermögen», und EintommenverhSltniffe. speziell in der heutigen Hcmdettwelt. einem häufigen schroffen Wechsel unterworfen: b. dieselben überdi«» in vielen Fällen sehr schwer festzustellen find, und c. vor Allem, weil wir eine Scheidung zwischen BerusSge- noffen erster und zweiter Klaffe durchaus verwersm. um so mehr. alS gerade die Keffer gestellten Handlungsgehilfen und Lehrlinge die erforderlichen Beiträge zur Kiantenverstcherung am leichtesten zu tragen im Stand« stnd und dadurch, wenn selbst nickt sür kck, doch für ihre ungünstiger fituirtm Kollegen Hilfe und Segen zur Ehre der Besammtheit schaffen können. Bäuerliche Frohude« tu MeSleubvrg. Einen eigenen Einblick in noch bestehende Berhällniffe der ritterfchaft« ltchen Bauern in Mecklenburg gewährt ein vor einer der Straflammnn de» Landgericht» in Schwerin geführter Straf. prozeh gegen S Kvffäthen de» ritterschaftltcken Gute» Lützow und Bliese, rilterschaftlichm Amt» Gadedusch. wegen„Dienst. vergehen»", der übrigen» mit kostenloser Freisprechung endete. Die Bertheidigunghatrine Geschichte dieser Kossäthen geliefert, worau» hervorgeht, dah die Lauem dieser Güter, zehn an Zahl, Milte de» vorigen Fahrhundert» widerrechtlich gelegt find. Da» Einschreiten der Regierung führt« freilich erst 1838 zur Herstellung von 28 Kvffäthen. statt der 10 Lauemstellen, welche aber zu vollständiger Frohn. arbeit gezwungen stnd. Sie erhalten allerding« nicht unde» trächlliche Leistungen vom Gut; dafür muh aber jeder Kossäthe 100 MannStage und 65 Frauentag« Hofarbeit unentgeltlich leiste«. Der Mann hat also auf früherem Bauergut, da» auch j.tzt al« zu Bauerrecht liegend anerkannt ist, die Sonntage abgerechnet, gerade« i n Drittel Fahr zu frohnden. Der Streit, über den die„M. Ztg." berichtete, drehte stch um die angeblich nicht rechtzeitige Gestellung zur Arbeit, und dm Versuch de» ritter. schastlichen Polizeiamtt, solche al«„Dienstvergehen" zu ahndm. Und da» alle« geschieht am End« de» neunzehnten Jahr- hundert»._ Zur Buchdruckerbewegung. Barmen. Die Flrmm Söhn u. Ackermann und D. B. Wiemann haben gegm die in den genannten Offizinen beschäftigt gewesenen Setzer Klag« wezen Kontraktbirche« erhoben. Dir Angelegmbett wurde bereit» im BerglrichStermin verhandelt, ein Resultat hatte der. selbe nicht und wurde daher auf gerichtliche Entscheidung an» getragen. Di« von dem Streik betroffenen Zeitungm«rschienm zum Thetl in halbem Format, so die htefige„Westdeutsche Zeitung" und die„Elberfelda Z-ttung". Wie wir vernebmm, haben die tarisscheum Prinzipale von Rheinland und West. falm auf den nächstm Sonntag in Düffeldors eine Lersamm« lung einberufen.— Au» Kassel schreibt man dem„fceff. Volk» freund": Wa» durch Einigkeit erreicht werdm kann, da» hat stch am Sonnabend in den hi.stgen Buchdruckereien gezeigt. Der neu« Tarif ist von etnigm Geschäftm sofort, von anderen nach kurzer Arbeitsniederlegung bewilligt wordm. E« trat sogar in einigen Geschäften die erfreulich« Tbatsache ein, daß stch da» Personal eirmüthig weigert«, nach dem alten Tarif weiter zu arbeUen, so daff die Prinzipale gezwungen waren, den neuen Tarif schriftlich anzuerkennen oder aber da» Er- scheinen der Zeitungen einzustellen. Au» Sachs«». Au» dem oberen Voigtlande kommt die Nachricht, daß die Erw«rb»oerhältniffe stch dort etwa» ge. deffert haben. Die Handweder habm jetzt wmigften» Arbett; hauptsächlich werden Flanellsachen hergestellt. Auch die P,rl> Näherei geht wieder ziemlich flott, doch stnd die Löhne ganz». schrecklich niedrig.— Die Säckfisch« Maschinenfabrik in Chemnitz hat nach ihrem Fahretdericht»war etwa» weniger al» im Vorjahr» Waar'N erzeugt, doch bat e» ihr bester ge. gangen, all den Masckinenfabrilen im Westen de» Reiche». Arbeiter hat dir Fabrik im letzten Fahne im Durchschnitt 2641 Mann beschSittgt, die einm Durchschnittslohn von 17 M. 80 Pf. wöchentlich empfangen habm sollen. Wir können nur nicht genau kontroliren, od diese Mittheiluna völlig richtig ist. Ein» stchr fest, daß«ine bei»»item größer« Zihl von Arbeitern unter 17 M. 80 Pf. in jener Fabrik erhält, al» über diese hinau». Man weiß bei solchen allgemein gehaltenen Angabm gewöhnlich nicht, od zu dm Arbeitem auch die Werksührer, Odermeister u. s. w. gerechnet werden, so daß dann der Durch. lchniutlohn für die eigentlichen Lohnarbeiter natürlich tteser �"�Jnnungtstilllebeu. Der Stadtrath zu Freibera macht bekannt, daß die Mitglieder ver Maurer. Fnnung zu Fretberg di« auf zwei derselben mit dem Tode abzegangm find und diese Innung demnach al» aufgelöst zu betrachten ist. Arbeiterentiassuug. Duttdurg. 12. Oltbr. Die Firma F. Btcheroux Söhne u. Komp. wird 80 Arbeiter entlasten, da sie wegen mangelnder Bistellungm dm Betrieb einzustellen gezwungen ist._ Perewe und Versammlungen. Siae Versammlung der Vorstände de« Berbaude» deutscher Ztmmerleute(Lokal-Verband Berlt«), welche am Mittwoch Abend bei Strmund, Llnimßr. 8, unter dem Vorfitz de» Herrn Meißner tagte, ereilte nach kaum 10 Minuten da» Schicksal der polizetlichm Auflösung. Do» Reterat über die Gründung«ine» Ardeittnachweisi» hatte Herr Hugo Lehmann übernommtn. Der Redner führte ungefähr folgend,» au«: Ein Jever von un» ist wohl schon in die Lag» gelommm, stch die Fragen vorzulegm:„Wie ist die ArbeitSlofigkett au» der Welt zu schaffen und wie ist«» möglich, auf trichtere und an. ständige Art. wie diiher, Arbeit zu erhalten?" Wa» die erste Frage, die Abschaffung der«rdeittlofigkeit anbetrifft, muß«in jeder vernünstig Dmkend«, möge er der höchste Staatsmann oder der niedrigste Arbeiter sein, anerkennen, daß die» eine ge» reckte Forderung sei. Jedoch würde ein jeder Schritt hierzu, welcher ein posttive» R»sultat erzielen würde, unter den heuti- gm Verhältniffen auSstchttlo» fein. An dem Uebel der Ar. heit»lofigkcit leidm nicht allein«in. sondern daran labocirm die Arbeiter der ganzen Welt; sollte hierin für die Arbeit« etwa» Gute» geschaffen werden, so kann da» nur auf dem Wege d« internationalen Gesetzgebung geschehen, od« die Ar« best« eine» Staate» müffm stch derart fest organtstren, daß fit mtttelst ihr« Organisation ihren Rnstchtm und Ford«ungm in dm gesitzgebendm Körperschaften rhre« Lande» zur Durch. führung vnheisen. Meine Herren, die» ist— hier«hob sich der üb«wuckmde Beamte und löste die Versammlung auf Grund de»§ 9 d«» Sozialistengesetze» auf. Der Unterstützungtverew deutzcher Schuhmacher hielt nach länger« unfretwilltg« Pause am Montag, dm H- d-M� wieder einmal«ine Versammlung ab und zwar in KUtan'» Lokal. Elisabethllrchstr. 6.- Daß sett längerer Zett keine V«. ew«vers°mmlur.g-n stattfanden, lag, wie der Vorfiymde Herr BaginSti mttth'tlte, zum Th-il daran, daß da» kgl. Polizei. Präsidium mebriren V«sammlungm die Genehmigung versagte und andtintheii» daran, daß in Folg« dieser witSnhoUen„V«r. sagungm" ein VersammlunzSIokol schwer zu finden war. In d-r nunmehr abgehattemn Versammlung hiett d« Zuschneider tierr Schlüter einm fachge««di!chcn Vortrag. D« Vorttagmd« -spricht zunächst die heutig« Produktion»«: tse und die darau» stch«gebenden Folgen für da» Schuhmachergcwiide. Er be» daunt, daß heut« so wmig Werth auf fachgewttdlich« Au». btidung gelegt werde und ist der Meinung, daß man, mit tüchtigm Fachkenntnissen auig-stattet, dm Kamvk gegen die Konkurrenz d« Maschinen und di« durch letzt«« herbeigesührte Theilardeit mit Erfolg auln«bmm könne.(?) Die Fachschulm hält Redner für da» beste Mittel, dem Handwnk« eine selbst- ständig« Existmz zu sichern.(?) Di« sich an der Diskussion de« thtiiig»ndm Herren Bagintkt, Rurig», Wollstläg« mrd Kling« stnd d« Meinung, baß fachliche Ausbildung wohl nothwmdtg. ab« damit noch lange nicht die Mißstände d« heutigen Pro« tmttionSweise beseitigt wndm können. Möglichste Verbreitung der Maschinen und der Theilarbrit würden zum Seam der Allgemewbttt, wenn st: zu derm Gunstm und nickt zu Gu.rftm wenig« Einzeln« eingeführt würden.— Zu„Verschiedene»" machte der Herr Vorsitzende btkannt, daß am Sonntag, dm 24. d. M-, im Königstadt Kasino, Holzmarktstr. 72, im Glat» Salon,«in gemQrhltche» Brisammmsein der Mrtxliwer statt- findet. Die Zablstellm de» Verein» befinden fich in folgenden Restaurant»: Eliass-rstr. 63. Andrea» str. 44, Mantei-ffeistr. 2l und Siybelstr. 16. Dieseldm find jeden Montag, Abend» von 8-9% Uhr, geöffnet. Die nächste Versammlung findet am Moniaa, den 25. d. M, in Saeger'» Salon, Grün« Weg 29. statt. Breßla», 12. Okiob«.(Aufgelöst; Versammlung.) Gifinn Abend fand in dem Hallmann'schen Saale eine öff-mltche Versammlung von Tadakardettern und Jatereffentm statt. Auf d« Tagesordnung stand ein Rfferat üb« die bekannt«, von Dretden« Tadalardeitern ausgehende Petition an dm Deutschen Reichstag um Abänderung de»§ 152 der Gewerde ordnung. Nachdem d« Refn»nt Zigarrenfadrikant Flä'chel, die P-tition begründet und zur Unterzeichnung derselben auf. gefordert hatte, nahm der ReichStagSabgeordnete Krack« da» Wort. Redner parallelifirte die Bestrebungen d« englischen und deutschen Ardeiter, um Koalition»fretheü und erklärte, der deutsch«»rdktt« sei solch« Aukschreitungm, wie ste in England vorgelommen, nicht fähig. In w«i!>rm sprich Redner üb« die deutschen Arveiieroerhältrüff?, üb« da« von v« so.ial- demokraiischen Fraktion ausgearbeitete Arbeitnschutzzesetz und die Stellung der anderen Fraktionen zu demselben, üb« dm Stteik«laß de» Minister» von Puttkamer und über die Roth wenüigkcit der Petttwn. Dstfrlbe müffe mit Masten von Unterschriftm bedeckt wnden. Nachdem der Riferrr.t Fläsckel nochmal» gesprochen, kam der Hnautged« der hier«schetnmdm „Volktstimme", R. Conrad, zum Wort. Ali d«ikib« im Laufe sein« Au»flhrungm die Aeußerung that:„Man muß sagen, :» geht recht nett zu im deutschen Vateriande", erhob stch d« überwachende Beamte und erklärte die Ansammlung für auf. gelöst. D« Vorfitzinde fordnte die Anwesmdm auf, kuhig den Saal zu räumen, wa» auch geschah. Berliner Verein für volktverstäudliche Gesundheit». pflege«nd Natnrhetlknnde. Freitag, den 15. Oktober, Abend» 3'/« Uhr. v«t G-atweil, Kommanvantmstraß« 77—79, Vortrag de» Herrn Canitz üb«„Asthma, Ursachen und natur- gemäße Heilung." Tarn- und gesellige Vereine am Freitag. Turnverein „Hasenbaide"(Männnablhcilung) Abend» 3 Uhr, Duffrndach« stiaß« 60/61.— Zitherkiud„Llprnvellchen" Abend» S'/, Uhr im„Anhattincr", Trmpelhefer User, Eck« der Möckernstraße. — RauchkluS„Westend" Abend» 9 Uhr im Hohrnzollern. garttn. Steglitzerftr. 27. Zentraltranten» vvd vegräbuißkasse der Sattler und BcrusSgmosten(E. H. 64,„Hoffnung"). Mitglied«»«. sammlung am Sonnabend, den 16. d. M„ Abend» 8'/, Uhr, in G atveil'S BUrhallen, Kommandantmstraß: 77—79. Tal,-». ordnung: 1. Kaffenbeitckt pro dritte» Q-rartai. 2. Vortrag de» H rrn Dr. Zadel. 3. Wahl eine» Br. fitzenden. 4. Ver» schieden«». Ouitiun-Sbuck legitimttt. Echaeidtt'Bersammlnng. Zu ein« am Dienstag, dm 19, Oktober, Abend» 8% Uhr, in den Arminhallm, Komman» dantenstr. 20, stattfindend« Schnrider-Verkammlung ist die po> lizeiltch« Genehmigung nackgesucht. Di« Tagesordnung lautet: 1. Bietet ein« Organtiation Vortheile, und welch« Natur stnd dieselben? 2. Jntereffant« Enthüllunam über die Arbeit»» vnhältsiste der Schneid«.— Alle» Nähere die Fnl«ate am Sonntag. Generalversammlung sämmtlicher Klavierarbeiter am Sonntag, den 17. Oilober, Vormittag» lOVt Uhr, im Konzerthau» Sanssouci. Kottbukerstraße 4a. TageSoronung: 1. D« Kongreß der deutschen Tischlermeister. 2. Diskussion. 3. Organisation. Zentral-Kranke«, vvd Sterbe-Kasse der Drechsler, Bezirk l>. Mitgliederversammlung am Sonntag, den 17. d. R., Vormittag» 10% Uhr, in Woltag'S Lokal, Lotheing«. straße 59. Tagesordnung; Vierteljährlicher Kaffenbiricht und Verschiedme». Der Kasfil« F. Theun wohnt jetzt Choiiner« straße 67 v. 4 Tr. Vermischtes. Sin derhävgnttzvolle» Hockzetttmahl. Wie au» Celle derichtet wird, ist vor etnigm Tagm daselbst«in Vergiftung»- fall vorgekommen, d« Gegmstanv verschiedener Muchmaßungm Ist, da t« Fall noch nicht aufgeklä.t ist. Bei einem glöß«m Hochzettimahle«krankte kurze Zeit darauf und unmittelbar nach dem Esten eine Anzahl Perlonen unter äußerst bedenk» lichm V«qistung»symp'.omm. Ob bei Zubereitung der Speism kupferne Geschirre onwandt oder vielleicht in den Farben oder Jngredienzim zur Httstellung der Gedäcke u. s w. Giftstoffe enthalten warm, muß die eingeleitete Untersuchung «geben. St« pünktlicher Giöckaer. Pest, 13. Oktober. Die Paffanten d« Knepeserflraße warm gestern um 12 Uhr Nacht» nicht wmig erstaunt, al» um diese ungewohnte Stunde dt« Glocke d« Rochu»kopell« ertö te. Da» ziemlich lang anhaltende Geläute lockte auch die Besuch« d« Kaffeehaus« auf die Straße uns von d« Feuerwache in der Volk»th«at«gaffe«Ute ein Feuer» wehrmann in da» RochuSspital, um zu sehen, ob man nicht vielleicht ein Femrstgnal geben wolle. Man eilte denn auch sofort in dm Thurm, wo d« Kirchendiener stck noch tmm« an die Stricke klammerte und fest darauf lo»läute:e. Zur R:de gestellt Üb« diese» Exten poriren, wollte d« gut« Mann gac nicht glauben, daß*»«st Mitternacht sei. Er sagte,« wache täglich Punkt fünf Uhr Morgen» auf und gehe sofort in den Thurm hinauf, um zu läuten. Da» Hab«« auch dielmal ge- than- Man konnte ihm nur schw« begreiflich machm, daß er heute um Msttemacht«wacht sei und nur nach langem Zureden war er zu bewegm, sein Rachllag« wieder aufzusuchen. Eeforschuvg de» vodensee». Aus Stuttgart schreibt man: In dm letzten Tagen war auf Einladung der württem» d«gischen Regi«ung eint Kommission der Uferflaatm de» Bodmsee» in Fri«drich»hafen ansammelt. In Folge einer An« regung de» Bodenseeonein», w«st« Linie de» Graten Eber» Haid v. Zeppelin in Konstanz, sollte eine gemeinsame Arbeit dn Ufnstaatm zur Erforschung de» See» in Beziehung auf seine Bodmgesta!tung, die phpfilaitschen und chemtschm Eigen» schaften seine» Waff«» und die Tiefenftutna eingeleitet w«dm. Seit dem Fahre 1826 war in dies« Richtung nicht» mehr ge» schehen. Damal» wurde eine Reih« von vodmseeprofilm im Auftrag« d««ürttembngtschm Regierung gemessen; Alle», wa» die Literatur de» Bodensee» üb« Tief« uns Gestalt ve» Becken» gtebt, beruht auf diesen Meffungm. so intbesondne die An. gäbe d« grösften Tiefe von 276 Metern zwischen Fri-drich». Hafen und Rowanßhorn. Dies« dürftigen Kenntntß de» größten deutschen Set» soll nun abgeholfen wndm. Die Kommission fand schon einm tüchtigm Anfang vor» und zwar in den Ar. beitm de» eidgenSjfischen topographischen Bureau», welche» für Zwecke dn Sicgfried'schm Karte d« Schwei, in dm letztm Fahren eine grobe Zchl von Lvthungm hat au»führen laffm. vet diesem Stand« d» S-che einigten stch die Deleglrtm rasch zu dem Antrage an ihre Regierungen, e» möge jene» Bureau gebeten werden, die Lothungen am schweizer Us« auf dm ganzen See auszudehnen und ewe Original. Tiefenkarte herzu- stellen. Außerdem einigte man stch dabin, daß auf gemei» schädliche Kosten Uqt«suchungm üb:r Temperatur, Lichttunb- laffuna. Tiefmfauna>c. angestellt lveidm, in d« Art, wie Profeffor Fo el(an d« Akademie Lausanne) im Genf«€tt in muk«Miger Weise die» gethan hat. „Wandtr-Srscheinnngt»". Da» ein« Stunde von Kreut' nach entfernt« Dorf Schrveppenhau'en ist, wie da»„Frank. Journal" schreibt, in dm letztm Tagm da» Ziel zahlreiche Wallfahr« gewesen, welche sie dort plötzlich aufgetreten» ..Wund«- Erscheinungen" mit eigenen Duzen schäum wollt«. Ein atte» Mütterchen kam Nacht» an dem Hause de» Schmiede» B. vorbei und sab in einem Fernst« d« Schmiede einen hell» Schein, der abwechselnd eigenthümliche Testattm bracht«, bal» größer, bald klein« wurde und bald ganz verschwand, k« früh« auf diesem Platze eine Kapelle stand, so war e» du« alten Mütterchen bald klar, daß«» fich hur um eine„heilig« Erscheinung" handele, und flug» war da» ganze Do-f alaimiit. Alle», wa» geh n konnte,«lt und Jung, eUte nach d«., Schau« platz d« Erschein ur kim. jawohl, da bam«'sch. unser Hew gott behaupt'- sein Platz an der Koprll'":„siehst«, allewell» e Kreuz do, jetzt m Kranz, nu ein Gestcht, guck doch tof, diese und ähnliche Redensarten machten die Gemüthcr immer aufgeregter. Einzelne Mann« kämm allmälig auf dm Ge» danken, daß vielleicht die Lampen in dm Nachbarhäusern, Vit man von d« St: aß« au» schm konnte, ihr Unwesen trieb«, die Lampm wurden deshalb alle entfernt, ad« e» half nicht«, di« Erscheinungen«arm einmal nicht zu verbannen.& dauert« die Völkerwanderung einige Abend: fort, di» schließliii die Polizei d« Sache auf die Spur kam. daß e» nämlich dn R.fl x«in«» Lichte» au»?«r nächsten Nachbarschaft war. dtt wegen de» gewölbtm Glase», mit dem die Fenster de» frag» ltchen Raum«» verlehcn stnd. vnschiedm« Formen blldrte, i> nach dm Bewegunzen der Bewohn« der Nachbarhaus«» vor dem Lichte. Jetzt werdm wobl die Wallfahrten ew End« nehmm zum Bedauern dn Wirthe, die anfingen, ein glänzrndck Geschäft zu machen. Pratriedravd in Ungarn. Seit einigen Taam«acht wie tu» Großwardetn geschrieben wird, in dem„Sarre." g» nannten Theile de» Biharer Komitat» unt« dem Rohrbestond der dortigm au»ged«bntm Sümpf« ein Brand, wetch« bi»b» «ine Fläche von etnigm O.adratmeilm heimsuchte. Die Ä wohner von„Sarret" tragen bei dieser Gelegenheit eine b> klagmSwerthe Gleichgiltigkett zur Scheu und e» steht zu di fürchtm. daß die Wiesm und die Saatfelder von dem Branl anaegriffm w«dm, in welchem Falle dle ganze Gegend d« Ruin preiSgegebrn sein wü de. Die Behörvm Haft stck demzufolge veranlaßt gesehen, zur Verhucknung W Weiterondreiiung de» Brande» militärisch« Hilfe zu nquirir» Et« verhängnißvoller Kund. In«ine«cht unanz» nehm« Situation geiieth vor emiaen Tagm ein in der Ra» dorfnstraße zu Wien«odnba'tei Schuhmachermetst«. BriagD Meist« befitzt nämlich in Amerika einm Brud«, d« ihm � 2 Fahim regelmäßig emrrikanijche Zeitungen zusendet, welisi dann die Frau Meisterin imm«, wmn ewige Kilo betsaannck find, dem nächstbesten Häntler al« Makulatur v« kauft. All st- nun vor mehreren Tagen einm gan�n Stoß solcher tungemhwttug und der Kauf«, um fich von der Güte Maare zu überzeugen, einige Logen auiewander faltet«, st« au» einer d« Zetlungen ein auf beiden Seiten sehr st» blau, grün und grau bedruckter Schein herau», den der Hänolu auch augmdlickltch zur größten Uedenaschunz der MetsterK al» eine Zehndollar- Note erkannte. Voll« Freud« eilte da Frau beim, zu ihrem Manne, diesem den Fand p-äsentirelid Die Meisterin proponirte. die Banknote in«wer Wrchselßu» einwechseln ,u wollm. Allein der Meister steckt« den@6'� rnÄ'sÄ'r s S kell« zu Nußdorf werde man wohl auck einen Zebndollmsck� aewcchsett bekommen, gerade so. wie in einer Wechselstu* Da» Ehepaar warf stch w den Sonntagtflaat, vertraute da« IM Kind v« Obhut d« Nachbarin an und fort ging'S nach Nußd� in den Bocktell«, wo olSdald eine lustige Kneiperei begann.®j Meist« wa- durch den Bifitz am«ikanisckm Gelde» stl» amerikanisch geworden. Er«zählte seinen Ttschnachbam selbst dem Kelln« von dm Sckö-hettm New Vor», von er fammt Frau erst gestern gekommen»u sein«klärt« spielte fich al» den echten, unoersälsckten Uankee auf. ltch zog er die Zehndollamote au» der Westentasche und W; st« gravitätisch zur Bezahlung d« S fl. 50 kr. betragend� Zech« auf den Tisch. Der Wirth, welcher vom Kellner Wechseln d« Banknote herbeigerufen wurde, wäre nur n'f etnzigm Bl-ck auf dies-Ib«,«-.kannte sie a!» einen völlig»wj losen, dem Z-Hndollar>chktn täusckmd nachgeahmten ReklajJ' »ettel und ließ, ohne viel Fed«lesm» zu machen, dm M(i% der keinen Kreuzer Geld bei fich hatte, vnhaftm. Eist al» unv«züglich durch einen Detektw: vemommene ober,«wä«� Händl« dm auf so eigmthümliche Weise vor stck gegangw? Erwab d« Dollarnote mitgetheilt und die Schubmam� gattin da» Geld zur Bqahlung der Zeche von Hause f" holt hatte, tonnte fich da» betrübt« Paar nach Hause" geben. j Et« Zeichen de, Zett«m» Oesterreich. Da» vels»� d« Wim« hochklerikalm Kreise: da« Bndot resp. dc» drohm der schwersten Ktrchenstrafm gegm die Dawider� delnden. die WneschlschaginauSstelluna zu besuchen, W u Prag Nachahmung gefunden. Mtttelst Tagesbefehl war» f nämlich d« gesammten Mannschaft d« Prag« Garnison.? tersagt, stch die Werk« de» besagtm rnsfischm Künst� die momentan g«ad« in Prag au»gesteA find, anzusehen- Kleine Mitthellungett. rt, 11. Ottob«. Einm löftltchm Berm«k Rvhrort. 11. Ottob«. Einm löftltchm Verm«k die„Wests. Volttztg." au» dem Strafbuch ein« hiesw«" � Z au». Ein Beamter, gegen dm ein Arbett« stch unaedübis., betragen haben sollte, hatte zu folgender klas! en stch degeistert gefunden:„Der Bergmann Sk. N. wstd%% Grobheit feine» Lorgesetztm mit 3 Mark bestraft." Biests triff,'» zu! J Bingerbrück, 12, Oktob«. Bei dem AuSladm von% au» dem Schiff im hiestam Hofen riß heute gegm Abm»u Zugkette ewe« Damv'krahn». Die hochgehobmeLast fiel»n, in da» Schiff zurück und traf einen Arbeit« au» Btngt»� unglücklich, daß d« Mann Irbentgefährlicht Vnletzungw� Kopf, Bmst und in der Seit« davontrug. D« BedaUt� w«tde ist vnhiirathet und Bat« von 7 Kindern. uz St. John'«(Reu.Fundland), 11. Ottob«. D« Da«� „Mtranda", welch« d«„Anchoria" zu Hllfe wtÄ traf ste nicht. Di«„Anchoria" fuhr vielmehr di» auf d vjd von hi«, wo st« von einem Schleppdampf« in» Schl«� tu Senommm wurde. Hmte Morgen um 3 Uhr langte ftLu, A. John'» an. Die Welle de» Dampfer», welch« nach M tägiger Fahrt wittmdmch gebrochen war, wurde reparirt, ad« nach 35 Stunden war ste auf» Neu« g"� "zJW Ä manipulirte in einem hicfigen Bauernhause mit«wer auf dem Schießplatze geftmdmm und nach Hause ri> Granate, um einigen Personm deren Zusammensetzung'"gr Hären. Plötzlich»xplodirte da» Beschoß mtt furch ckarew K�tp die gesammte Ztmmereinrtchwng ztttrümmernd. Der�K�z«» «rhtett so schw«« V«letzungm, daß er w d« darauffot«.�� Nacht starb. Die übrigen w der Stube anwesmden v"' kamen mtt dem bloßm Sckreckm davon. Pvantwortlich für dm poutijchm Thetl und Soziale» SS» SÄ r""• Beilage zum Berliner VolkMtt. Ar.«41 Freitag, de» 15 Oktober 1886. III. Jahrg. Z» dm All tasttMlilur Stile Mtffitflanftensn Verschlag eine« lmttsoMiftiscken Ratt;I18 all« »«dal enlen" Parteien temertt die Hamb,„vürg-rits� seh: ktfftnö: Der Gedanke«tat« gewrwsamen ZusammrNjicbens aller ««haltenden" Parteien gegenüber den«umsiürile-.tschen" So- zialsemokraten ist nicht neu und desondeej im Jahre 18T8 hat derselbe zur Einleitung dir j-tzi�en Reaktiv!- tp-iiote, deren Segnungen wir ja in vollen Zügen aeni-ß-n, vorchgliche Dienste geleistet. So wenig originell de: Vorschlag aber ist, so wohl bekannt find auch die Folgen, welche«in Versuch, den- selben zu rcalistren, haben würde. Es ist dezeicknender Weise �"N.!" v ati»e Partei, von der der Vorschlaz auigeht, und«l ist die nationall, b.ral.Preff-, welche sich mit demselben rasch vertraut gemacht hat und denselben ebenfalls empfiehlt. Der politisch Unerfahrene könnte nun meimn, «ö sei ja selbstverständlich, daß ein solcher Vorschlag «m den rechtsstehenden Parteien komme, denn diese waren ja am meisten an der Ausrottung der Sozlalvemolratie intaesfirt. Dem gegenüber kann aber auf die Thatsache ver» wiesen werden, daß Hit den letzten Wahlen mehrere Wahl» kreis« den Sozialdemokraten buch die dtrelte Unter» stützung sowol der Konservativen wie der Xationalliberalen zufielen, sowie es ja ebenfalls kein Geheimnih ist, daß konservative und nattonalliberale VlLtler hei Stichwahlen sich direkt um die Stimmen der Sozial- demokraten bewarben. Wer erinnert fich nicht der erbärmlichen Winseleien der«Kölnischen Zeitung" bei der letzien Wahl, als «S fich um den Versuch hand le, die über 4000 sozialdemo» k-wMchen Stimmen in Köln fü« den nationallideralen Keuididaten einzulangen? In RonSdorf und in Hagen boten hervorragende nationalliberal« Parteiführer den Sozialdemokraten de- deutende Summ«n, wenn fie fich hätten bereit finden «ollen, gegen die stetstnnigen Kandidaten zu agitiren. Die »Kölnische Ztiiung" stllltt damals sogar in AuSficht, daß auch die Rationalliberalm bereit wäre-?, der Aufhebung de« Sozialistenges« tz S nah« zu treten, denn„ewia könne ein solches Gesetz ja doch nicht dauern." Di« Unterhandlungen, dir die Siöcker'schm Agenten im Namen der Konservativen mit den Berliner Arbeitern anzuknüpfen suchten, find wohl noch in Aller Gedächtnis. Daß aber die Konservativ Lioeralen, trotz aller Abfertigungen, die ihnen bti jetzt von den radikal gestnnten Ardeitern zu Theil wurden, »och immer nicht darauf verachten, um die Gunst der Sozial» demokraten zu buhlen, sollte fie e« auch schwere« Geld kosten, die f-nrose vriefgeschichte de« würdigen Amtsrichter» '* in Ratzeburg. So groß also auch der Abscheu und der Haß gegen die Sozialdemotrati« auf Seiten der Herren von der Rechten sein mag, die sozialdemokratischen Stimmen wären ihnen zu allen Zeiten sehr angenehm gewesen und von den Vertretern keine: Partei find zu dem Zwecke, um die sozialdemokratischen Sitmmen für einen bestimmten Fall zu gewinnen, so schmutzige Mittel angewandt worden, wie die« konservative Parteiführer in Hagen. Lauenburg und an anderen O ten versuchten. ES war die Spekulation auf die Armuih der Arbeiter, auf welche jene Vertreter der Partei der Gentlemen ihre Hoffnung dautrn, wobei fie freilich vergaßen, daß da«, was ihnen bereits fehlt, nämlich der Sinn für da«, wa« Ehre und Anstand gk» htetm, unseren politisch denkenden Arbeitern noch nicht verloren gegangen ist. Im Uebrigen bedarf e» nur eine« Blicke« auf die letzt« Wahlfiattsttk, um fich zu überzeugen, wie einfältig die B: hauptung ist, die vozialvemokraten verdanken ihr« Wahlerfolge n«r der Uneinigkeit ihrer Gegner. Von den 25 Mandaten, üb« welche diese Partei oersügt, find l3 im ersten Wahl» gan- e er o de r» worden. In den meisten dieser Kreise war d�S konservativ« lrberale Jbral eine, Zusammeng.hm, aller «OrdnungSparteten" bereit» mrwirkitcht und speziell in Sachsen, welche» noch immer da« Hauplhterlager der Arbeiter» »artei dtldet. find sämmtliche Partetunterschiede längst verwischt und ist der auch in anderen Ländern angestrebte sogenannte «OrdnungSdrei" längst Thaisache. , Wer gerade die Zustände, wie ste in Sachsen find, foMen die wirklich liberalen Elemente warnen, damit st« «tf den Sirenengesang der Vereinigung aller..Ordnung». Km«lt." gegen den„Umstur," nicht hören. Die Kosten dieser Vereinigung haben in Sachsen nämlich nicht Diejmigen g« Der gute R«f. Von ad? M"*»->?-» da gute Aus eine« Waten Dritter vorbringt, welche immer vergrößert werden, »st sogar ganz erfunden find. Wirklich ehrenhafte und hochherzig« Personen werde« nremalü— ohne Ausnahme— über einen Abwesenden «achtheilige« sprechen, ja nicht einmal anhöre«, sondern sich lieber au« einem Kreise entfernen, wo der liebe Nächste «it scharfer Zunge durchgehechelt wird. Doch find diese zarifühlenden und ehrenwerthen Menschen der kleinere, oder richtiger gesagt, weniger hervor- tretende Theil der menschlichen Gesellschaft, denn es liegt in der Natur der Sache, daß Schwätzer, Renommisten und großmäulige Verleumder allerorts da» große Wort führen, während Leute, welche im Leben höhere Zwecke verfolgen, «lö ihren Mitmenschen die Ehre abzuschneiden, und die sich «dlen Beschäftigungen hingeben, selten oder nie sich öffent- lich bemerkbar machen. ES ist übrigen» eine durchaus unrichtige und durch nicht» gerechtfertigte Annahme und Behauptung, daß es besonders die Frauen sind, welch« durch Klatschsucht und Gehässigkeit den guten Ruf Anderer zerstöre». Keineswegs. tragen, gere« die ste gebildet wurde, sondern da» Fell, au» t>.m die Rl:men geschnitten wurden, mußt« der Fort» schritt r�sp. der deutsche Freisinn hergeben. Von den sämmtltchen sächstschen R-tichStagSmandaten de- fi-iden stck nur mehr zwei im Besitz; der deutsch frei« finnigen Partei, während die SosialSemokraten dort fünf Mandate haben und bei der nächsten Wahl«ahrschein. lich noch ein paar dazu bekommen werdrn. Ob e» den Flristrmigen dagegen geling-n wird, die beiden Kreise zu behaupten, ist sehr die F-ge, und wenn et geschieht, dann ist da» nur durch sozialdemokratische Unterstützung dei der Stichwahl möglich. Daß im übrigen Reich« eine große Zahl von Sitzen von den Deutschsreistnnigen nur in Folge der Unter« stützung dmch die Arbeiter bei den Srichwahlen behauptet werden konnte, ist bekannt. Würde da» Kartell der Ordnung» p-rteien biß zu den nächsten Wehlen fertig, so würde diese Hilfe für den Freisinn in Zulunst natürlich ausfallen und dann möchte über den Freifinn wohl kommen. w°S Herr Eugen Richter den Konservativen schon so oft in AuSficht gestellt hat, wenn diele fich nicht mehr der Gunst der Regierung erfreuten — die Vertreter der deutschfretstnnigen Partei dürften dann auf ein Häuflew zusammen schmelzen, da» trotz de« anständigen Leibesumfänge» de« Herrn Eugen Richter bequem w einer Droschke Platz fände....... DaS geplant« Wahlkartell bedeutet also in Wirklichkeit nur V ernichtung der deutsch» frHtsinntgen Partei, und so sehr wir auch an die »uMchtigkeit de» Hasse», den Sugm Richter gegen die Sozial scmokroten hegt, glauben, so blind hat ihn dieser Haß doch nicht gemacht, oaß er auch heute noch dm Satz unter- schriebe: LUber Luciu» all Kap.ll. Kommunales. Etadtverordneteu-Versamrulung. Sitzung vom D onnerstag, den 14. Oktober. Dir Stadtverordneten» Voistehec, Stadtv. Dr. S t r H k, eröffnet die Sitzung um 5jt Uhr mit einer R-ihe geschäftlicher Mltihrilunaen. Die Abihetiungm find zusammengetreten und haben die Wahl von 15 Mitgliedern für die gemischte Deputation zur Vorderathung der Vorlage, betreffend den Erlaß eine» Penstontreglement» für die Angestellten der wirthschaft« liitzen und industrtellm Anstalten der Stadt Berlin vollzogen. Unter dm Gewählten befindet fich der Stadtv. Börckt.— In der vergangenen Woche haben die Jubiläen zweier Be. zrrkSvoisteher stattgefunden, bei dmm die Versammlung durch Depuiationm vertreten war. Nach E»tritt in die Tagesordnung wurden eine A n» zahl RaturalisationSgesuche gelchäftSordnungß» mäßig erledigt. ES folgt die Vornahme einer Reihe von Wahlen von Mitglirdem für einige ständige AuSschüffr, Verwaltung»' deputationen und Kuratorim, deren Resultat w der nächsten Sitzung bekannt gegeben wird. Die Räumung und der AdbruchStermin für da» Grundstück Müblendamm 11 hatte der Magistrat w seiner Vorlage auf den 1. Oktober 1887 festzusetzen beantragt. Der in einer der letzten Sitzungen der Versammlung hierüber eingesetzte Ausschuß ist nach Prüfung der Verhältniffe zu ver Anficht aelangt, daß der Termin fich nicht weiter hinausschieben lasse und empfi-hlt durch seinen Berichterstatter Stadtv. Weiß N die Annahme der MagistratSoorlage. Die Brlsammlung beschließt debattelo» demgemäß. Der Ankauf de» Grundstücke» Birkmstr. K2/6Z zum Preise von 180000 M. für Zwecke de» städtischen Klantenhause» Moabit, der von dem AuSfwuß empfohlen ist, wird genehmigt. Der Ftnaladfchluß über die Verwaltung der «analikattonSwerke und der städtischen Rieselgü'.er pro 1. April 1885/86 wird dem Ausschuß für RcchnungSsachm dedattelo« üverwiesen. Die Errichtung einer»weiten Zahlstelle w der Hauptkaffe der städttschm Werk« wird gmchmiat. Es folgt die debattelose Annahme ewer Reihe weiterer, unwesentlicher Magistratsvorlagen. Hieran schließt eine sehr ausgedehnte Berathung über die Vorlage d«S MaglstialS, betreffend die Ermäßigung de» Preiset für da» zum Betrieb« von Gaikraftmaschwm be. ES giebt jedenfalls ebmso viel männliche wie weib- liche Klatschbasen. Klatschsucht und Verleumdung sind durchaus nicht durch da» Geschlecht bedingt, sondern hastm am Individuum. � e t- Da« Klatschm und verleumderische Verdrehen be« stimmte» Thatsachen ist bei den Männern noch gefährlicher, also auch verächtlicher und strafwürdiger al» bei den Frauen, da man den Männer«, welche in Amt und Würden stehen, ein Geschäft führen oder ein Studium hinter sich haben, im Allgemeinen ein richtigere», weit umfassendere» Urtheil zutraut, also auch«ehr Werth auf die Aussage eine« Manne» legt.,.. Und«a» renomnnren und klatschen d,e Männer zu» sammeni Man muß e« gehört habe», um e» zu glaubem � uni oon find die Kaffee» gesellschasten der Frauen verrufen, al» ob sie dem guten Ruf Anderer besonder» gefährlich würden. Du lieber Gott, in dieser Hinsicht sind d»e Kaffee» gesellschasten der Frauen etwa» sehr Unschuldige» gegen die Weinstuben, Friseurläden und Barbierlokale der �"�Die Frauen respektiren in ihren gehässigsten Mit» theilungen stet» eine gewisse Grenze, die Männer- d. h. wohlverstanden diejenigen Männer, welche al« Stammgäste die Wein- und Bierstuben halbe Tage und ganze Nachte srequentiren, achten, von Wein oder Vier animrrt, diese G�"Sie'«no«miren und erzählen ihren Zechbrüdern wahre Räubergeschichten, und dies« Räubergeschichten«erden dann mit Zusätzen weiter kolportirt, b.» e,ne Existenzen«rschüt» ternde Sensationsnachricht daran» wird, welche sich zu der ersten Mittheilung verhält wie d»e Hau« und Hof verschüt» tende Lawine zu der ersten kleinen Schneeflocke,, dl«,, von der Spitze de« Berge» abgelöst, hinabrollie und m diesem Weiterrollen bi» zur Verderben bringenden Größe anwuchs. Schlimmer und gefährlicher noch als Worte sind halbe Andeutungen, hämische« Lächeln, gehe»mmßvolle« Achselnutzte G l». Der Magistrat beantragt,„daß für all;» zum Be- triebe von Gaslrastmaschinen aus den stadtisckm Gatanftalten verwendete Gai ein Rabatt von 20pCt. de» jetzigen Preises gewährt und daß ver zwischen der Stad'gemeinve Belli» und der Imperial. Konlinental- Grtaffoziation unter'm 30. Mai 1881 adgesculoffene Vertrag über Zahlung einer jähr, l'cben Rei te an die Stavtaemeind« Berlin durch einen Nich» trag g« ändert wird". In diesem Nachtrage wird festgesetzt, daß die GaSgesellschaft für den Fall, daß ste für daS aus ih:en Anstalten zum Betrir be von GaSkraftmaichinm ver wen dete Ga» ebenfalls die Gewährung eine» Ranatte» in Höhe von zwanzig P'vient de» jetzigen GaSpretfe» eintreten lassen sollte, nicht verpflichtet sei, für da» zu diesem Zwecke gelieftrte Ga» die vertragsmäßige Rente zu zahlen. St-dtv. Görcki: Die Vorlage verdank! ihr Dasein einem Wunsche, dem der verstorbene Stadtv Löwe oft AuS» druck gegeben hat. Damal» standen die Bedenken entgegen» daß durch derartige Preisermäßigungen die große Masse der arbeitenden Bevölkerung in sofern Nachtheile zu erwarten hätte» al» dmch den Ausfall an Einnahme die Masse der Steuer- S ahler geschädigt wurde. Nun werden aber unsere Gai an- kalten mit der Zeit immer mehr dazu gedrängt Gr» zu produktiven Zwecken hrrzufiellen. w:il die fiegrelch vordringende elektrische Beleuchtung den Verdrauch von Leuchtga» vermin» dert. So ist ein derartiger Autwrg höchst günstig. Die Stadt hat den Vertrag mit der Snalischen GaSgesellschast im Jahr: 1881 bekanntlich auf 12 Jahre verlängert. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß derartige Festsetzungen nur zum Schaden der Stadt dienen. Der Vertrag deftcyt nun einmal, und so wird fich am statu» quo nichts ändern lassen. Die Erkenntniß aber dürfte allen gekommen fein, daß e» ein großer Nacfciheil ist, daß die U-berschüsse, welche dt« Englische Gitgesellschast au» der Stadt zieht, nicht in der Stadt bleiben. S» entsteh! aber die Frage, od nicht jetzt, wo die Stadt fich entschlossen hatte, eine Rabattirung von 20 xCt. zu gewahren, der Zettpunkt gekommen war, den unang-nehmm Zustand der Verhältnisse der Stadt mit der GaSgesellschaft zu deseittgen. Der Entwurf deS Vertrage», der un» vorliegt hat den unangenehmen Beigeschmack, daß ein« große Stadt mit enr Plioatgesellschaft um Bedingungen feilschen muß. In dem Vertrage mit der Englischen Gatgesellschait ist immer nur von„Leuchtgas" die Rede. Hier hand-lt et fich aber nicht um Ga», da» zur Beleuchtung dienen, sondern um Ga» für gewerbliche Zwrcke, da» im Preise ermäßigt wer» dm soll. Daraus scheint mir heroorzug h n, daß die Gesell« schast fich um da«, wa« wir mit dem Ga>e, da» wir al» Be- lriedSlraft weggeben, machen, gar nicht zu kümmern hat und daß fie un». trotzdem wir d-n Preis lür diese» Ga« herabsetzen, doch die durch die V'rhandlungeu feftgesetz-e Summe voll zu zahlen hat. Wir müssen der Gesellschaft eneraisch auf ten Leid rücken, wir müssen ihr zeigen, daß wir fie.xpropiinen to-nen, wenn wir wollen.(Unruh?). Was soll geschrh-n, wenn man daran dm«, daß bald 100 pCl. Gemeinde. Em» lommensteuer.Zuschlag nicht ausreicht I Wr: müssen uns nach anderen Einnahmequellen umsehen. Wir müssen an Maßnahmen denken, die un» die Einnahmen der Gesellschaft zuführen. Dat muß geschehen, auch wenn da» liebe Privat» kapital bedrängt werden sollte. Von diesen Anstchlen ist in der MagistratSoorlage nicht» zu merken. Wir werden gegen die Vorlage stimmen. Stadtv. Dr. Herme» beantragt, die Vorlage einem Aul- schuß von 15 Milgltedern zu überweisen. Stadtv. Jrmer erklärt stch mit diesem Antrage ein« verstanden. Materiell stehe er auf dem Standpunki de» Stadls. Görcki. Der Anficht desselben, daß auf Grund d.» Vertrages die Stadt die Gesellschaft bei dcr Ermäßigung der GaSpreise für gewerblich- Zwecke gar nicht zu fragen brauche, stimme er nicht zu. Er verstehe unter„Leuchtgas" alle» au» der Destillation von Kohlen gewonnene Ga». Er glaube, daß die GaSgesellschaft in Folge de» erböbten Konsum» durch die Herabsetzung de» GaSpreiset keine Embuße an ihren Einnahmen erleiden werden und sei deshalb enlichteden da» gegen, daß dieselbe für da» Ga» für gewerbliche Zwecke keine Rente an die Stadt zahlen solle. Da« hteße ihre Einnahmen nur vergrößern. An der Hand«ine» großen Zahlenmaterial« legt der Redner klar, daß dt« fraglich« Gesellschaft einen Rein- Gewinn von 2% Mtllonen erziel-, von welchem die vladt nur eine halbe Million erhalte. Der englischen G s-llschaft werde 8«stauet, eine indirekte Steuer von zwei Millionen zu er« eben. zucken, als ob man etwa« ganz Besondere« wüßte— wohl sehr viel sagen könnte, aber nur nicht wollte, und dem Andern nun überläßt, sich au« diesen höhnischen Andeu» tungen die tollste Scandalgeschichte zusammenzusetzen und nach Belieben zu weiterer Benutzung zu verbreiten. Und das thut der Zweite dann auch ganz sicherlich, denn wenn dieser Zweite nicht auch ein gewissenloser Schelm wäre, würde er jenem Ersten garnicht zugehört haben, nicht einmal in dieser Gesellschaft geblieben sein, denn gleiche Brüder— gleiche Kappen. So wird der gute Ruf einer schönen Frau, eines soll» den Geschäftsmann«» oft zerstört, ohne daß die Betreffenden lange Zeit auch nur eine Ahnung davon haben. Und nnn erst die Vergrößerungen irgend einer an und für sich harmlosen Thatsache, welche man durch lügnerische Zusätze zu einer solchen Scandalaffaire aufbauscht, daß der kleine wahre Embryo garnicht mehr zu erkennen ist und au» der Mücke ein Elephant gemacht wird. Hierfür ein Beispiel: Zwei solcher Biedermänner, deren Hauptbeschäftigung darin besteht, de» Vormittag« zwei bis drei Stunden lang einen„Frühschoppen" zu trinken, Abends die„Skatkarten" nur au« der Hand legen, um da« Seidel„Echtes" in die Hand zu nehmen und Nacht» in der„Vereinskne pe" an der Tafelrande de» König» ArtuS oder de» Fürsten Gam» brinu» theilnehmen, wo nur gezecht, renommirt und ge- klatscht wird, zwei solcher Biedermänner sitzen also beim Frühschoppen, womit ihr edles Tagewerk beginnt, an dem Fenster ihrer besonders in Affektion genommenen Weinstube auf ihren Stammplätzen. Madame£., eine seit Kurzem verheiratbete, schöne junge Frau, ehrenwerthe Gattin eine» ebenso ehrenwerthen Mannes, Tochter eine» soliden kleinen Beamten, geht auf der Straße vorbei, ohne Ahnung zu haben, daß sie von den Fenstern eines Weinlokals au» beobachtet wird! „Da,"— ruft der eine der Zechkumpane,—„die kleine X.! Famose» Weibchen! Hm!"-- Ltadtv. Sehrt wmdet fich heftig gegen die beiden Vor« redner. Herr Görcki«olle fich als Retter der Stadt verlin oufspitlen. J licher Entscheidung deS Falle». Die wenigen, allerdings außer« hold Berlin» zur gerichtlichen Entscheidung aelonztm Fälle laffm doch erkennm, daß die Haftpflicht d« Pfndedahnen im ziemlich weiten Umfange von den Gerichten aufgefaßt wird, und da ist dcs Entgegenkommen der Verwaltungen erklärlich. 9« Jntereffe des Pudlikua s ab« liegt eß, über die gerichtltch angewendeten Grundsätze der Haftpflicht Kenntniß zu«langen. In dies« Hinficht ist nun»mächst ein kürzlich in Köln zur Entscheidung gelangter Fall von Wichtigkeit. Drei Knaben harten, aus dem Trottoir stehmd, fich in scherzender«eise gegenseitig gestoßm, und d« eine war in dem Moment auf da» dicht vordeifüh- rmde Pferdebahngeleise geschleudert worden, alS ein Pf«de« bahnwaam vorbeifuhr, der dem Knabm dm cinm Fuß über« Kc. SS wurde nachgewiesen, daß der Kutsch« rewtzeitig ch Läutm die Knabm auf dcS Herannahm de» WazenS aufmerksam gemacht hat. D« Knabe«lrtt«ine Berfiümme lung de» Fuße» und die Pfndebahnverwaltung wurde in zwei Instanzen zur Zahlung ein« Entschädigung, sowie b« Kur« kosten verurtheilt, da fie von ihr« Haftpflicht nur dann befreit gewesm wäre, wenn der»wölfjährig« Vnunglückte den Unfall selbst verschuldet hätte. Ht«oon aber konnte, so sührt die Ent- scheivung au», nicht die Rede sein, da den strafunmündigen Knaben, welche den Unfall etwa v« schuldet haben könnten, die nothwmdige Einficht von den Folgm ihrer Handlung gefehlt hat und die Pferde bahnverwaUung namentlich dem VmmolEckten gegenüber von ihrer Haftpflicht nicht defteit«scheint.— Noch de- stimmt« wurde die Haftpflicht in einem anderen Falle betont. Ein Plivatkutscher war dadurch verletzt worden, daß« seine Pf«de beruhigen wollte, al» fie von dem hint« ihm fahrenden Straßenbahnwagm erschreckt worden waren, er wurde von den Pf«den hierbei auf die Seite gedrängt, kam»u Falle und ge« rieth so unt« ein Wagenrad snneS eigenen WagmS, in Folge dtffen er eine so schw«e Vnletzung am rechten Arm«litt, daß dieser abgenommen«erdm mußte. Da» Od«landtSg«ichl verurlhctlte die Pf«debadnverwaltung zum vollen Schaden- «satze, indem e» den sehr wichtigen Recht» satz aussprach, daß „Sie sagen daS ja so bedeutungsvoll? I"— meint der Und«« mit listigem Lächeln. Der Erste antwortet nicht,«> streicht fich nur den Schnurrbart. „Na, na, da» scheint mir nicht richtig!" „Ach, denken Sie doch nicht gleich etwa» Schlimme» I — läßt sich nun der erste Patron herbei, zu sagen, «ier mit ein« Mime, welche ebenso arrogant wie cv- nasch ist! Beide Biedermänn« lachm, drohm fich scherzhaft mit den Fingern und blasen den Rauch ihrer Ciga«en in künst- lichen Ringeln in die Lust. Rauchringe blasen und renommirm, da» verstehen Beide meisterhaft. Nun erzählt d« Zechkumpan bei nächst« Gelegenheit einem Dritten:— „Die hübsche Madame X. ist doch eine rechte Kokett«; fc, ja, stille Wasser sind tief So geht'» weiter. D« Dritte setzt b«eitS hinzu: „Die hübsche Madame X. ist doch eine rechte Kokette; ja» ja, stUle Mass« sind tief I Sie empfängt für eine Dame sehr viel Briefe!* D« Vierte thut auch sein Theil im Weit«berichten: „Madame X. ist doch eine rechte Kokette; ja, ja, stille Wasser find tief! Sie empfängt sehr viel Briefe, muß also sehr viel Freund« habm!" D« Fünfte kolportirt die Nachricht genau weit«. Er sagt nur statt„Freunde"—„Liebhaber!" Au« d« Mvcke ist ein Elephant geworden, die ahnungslose, in jed« Hinsicht«hrmwerthe Madame X. hat einm mindesten« zweideutigen Ruf bekommen, weil— e» ist eine traurige Wahrheit— die Menschen imm« viel sticht« geneigt sind, da« Schlichst zu glauben, wie da» Gute. Da» Schlechte bei anderm giebt Grund zur Selbst üb«hebung, während Anerkennung de» Guten zur Be»un> derung verpflichtet. Ab« die bei weitem überwiegende Mehrzahl d« Menschen spreizt und überhebt fich lieber, al« daß fie einem Anderen auch nur sein Recht zukommen läßt. die Beflimmungm de» Reichizesetzt» üb« die Haftpflicht d« Eisenbahnen auch auf Straßenbahnen Anwendung finden. Auch da» bei d« Fortbewegung der Straßmbahnwagm mt» stehend« eigmthümlitde Geräusch gehöre zum Beiried und ein bierdurch berbeigesührter Unfall sei ein Betriebsunfall: eine kö perliche Berührung mit dem rollmden Material der Pferde« bahn fei dabei durchaus nicht«rfold«Iich. Jed«, feie» unmittel« bar, sei e» mittelbar, ursächliche Zusammenhang zwischen Be« triedShandlung und Verletzung genügt zur Begründung dir Haftbarkeit de» BetriebSunttmehmer». Kür die dteSjührtge Winter- vauperiode«läßt das Polizetprästdium folgende Bekannimachungen:„Et ist wiedtt» holt vorgelommen, daß eisern« Körb« mit glühendem KoakS auf hölzttnen Bauz«ü«m aufgestellt worden find. Bei dies« Aufstellung ist die Möglichkeit nicht auSaeschloffen, daß die KoalSköcd« in Folg« eine» Zufall» od««in« Unoorfichtigkeit um- beziehungsweise hinabstürzen od« daß da» hölzerne Gerüst fich entzündet. In deiven Fällen würde sür da» Publikum Gefahr entstehen können. Im Jntereffe d« öffentlichen Sicher» hell wird daher die fernere Aufstellung von eisernen Körben mit glühmdem Koa!» auf hölzernen Baugerüsten nicht»edulvet «erden.— Wie die diesseitigen Beobachtungen ergeben haben, ist auf eine Verbindung von Mörtel und Mauersteinen bei einer Kälte von mehr al» 2 Grad R. mit Sicherheit nicht zu rechnen. Zur Verhütung von Unglücksfällen wird daher hindurch bestimmt, daß bei Kälte über 2 Grad B. nicht gemauert««den darf. Dieses Verbot wird mit dem Bemerken dekannt gemacht, daß die dteff-itigen Exekutiv beamten auf ve- solgung desselben streng zu halten haben." De« verkauf einer unter die Mtuisterialverfüguug vom 21. Juni d. I. fallende« Apotheke est dies« Tage er folgt. ES handelte fich um die Sctmetder'fche Apotheke in der Sursürstenstraß«, die im Jahr« 1878 konzesfionirt worden ist. Ihr Verkauf war deiettS vor dem Ericheinen du Verfügung abgeschloffen worden und hat nur noch nachträglich die gesetz- licht Genehmigung erhalten. Der Käufer der Apotheke ist H«r H tnnSdort, früher in Pankow und Kulm.— Zu d« Frage, wie man Apotheken Konzeffionen«werden kann, brachten wir kürzlich nach d«„Pharm. Ztg." ein« immerhin seltsame Ge» schichte, die ihren Weg dmw die Presse nahm. Jetzt enihält die„Pharm. Ztg." in ihr« neuesten Nummer folgenden Brief de» in dies« Angelegenheit genannten C. v. H.:„Wen» ich überhaupt", so schreibt derjelbe,„zu einer Erwiderung schreit«, so thue ich e» lediglich, um zu erklären» daß die„einflußreiche Persönlichkeit", von d« tm Brief« die Rede, nicht dem Beamtenstand angehört, soadetn eine rmabhingige Privat» verson ist. ES scheint dem«hrenwerthen Herrn Ein- send« gänzlich unbekannt zu sein, daß ei im Leben auch eine Privatproiektion giebt, deren legal und ge- setzlich erlaubte Hilfe man behuf» Erreichung eine» Ziele» in Anspruch nehmen kann und darf. AuS der Korrespondenz geht fern« hervor, daß leite Forderung von mein« Seite gepellt ist. Wenn ntchtSdestomeniger der Einsender unaufgefordert mir einen Rever» über 2000 M. übersandte, welchen ich unter Adbrechung d« Korresponoenzihm zurücksandte, er fich trotzdem ab«»«anlaßt findet, in seinem Eingesandt zu sagen, daß diese Korrespondenz„auf die Spur eines dreisten Schwinde'S hinzu- weifen scheine", so gehört diese Injurie vor«in andere» Forum. Ein eigenthümliche» Z-ugniß aber stellt der Einsender fich selb« au», indem er vurch einen übersandten Rcoer» die Lust bezeigte, einem„Schwindel" 6000 Mark zu opfern und durch einen„Schwindel" lukriren zu wollen- J-rdem ich mich auf keine weit«« Auseinandersetzung mit dem Einsender auf dem Weg« ver Zeiiuna einlaffen«erde und hiermit leinen Anstand nehme, der oerebrltchen Redaktton al» solcher prioaiim noch meinen vollen Namen anzuaeden, zeichne ich»c. C. v. H. Die Redaktion d«„Pharm. Ztg." demertt hinzu, daß der Ausdruck„Schwindel" nicht von dem Einsenb« der Kone- svonden» gebraucht worden sei, sond«n nur da» U-iheil d« Redaktion d«„Pharm. Ztg." üd« die Angrlegenheit zu- sammenfasse. Die namenlose Strecke am Ufer de« Schifffahrt«» kaualtz zwischen dem Görlitz« Uf« uno der Schltfijchen Brücke am Steuerhause ist nun endlich regulrrt, aber leider nicht so, wie e» im Jntereffe der VerkehrSttlcichtnung«wartet wnden konnte. Der für einen Fahrweg genügend breite Roum ist zum größten Theil« einaefriedigt und nur ein schmaler, vorn und hbrrn mit einem Draht kreuz geschloffen« Fußsteig ist für den Verkehr offen geblieben. Di« Promenade läng» deS Waffer» wird dadurch«heblich erschwert. Auch scheint et, da die Arbeiten an d« bezeichneten Stell« bereit» feit läng«« Zelt eingestellt find, al» od man den Fußsteig in fein« jetzigen Bcschrffmbeit, ohne Pflast« und ohne weitere Befestigung liegen lassen und den locktten und nachgiebigen Sand von den Spaziergängern festtreten lassen will. D« jetzige Zustand de» Fußsteige» fordert dm Unmuih all« Paffauten herau» und ei mixt vielleicht besser, wmn der Weg ganz ge» schloffen, ol» in fein« jetzigen Beschaffrnheit, namentlich bei schlechtem Weit«, offen gelassen wird und so Paffantm ohne Wasserstiefeln in arge Verlegenheit bringt. Der Herbst-Jahrmarkt in d« Frankfurtnstraße, der HauvijahrmarU Berlin», macht«inen ziemlich großartigen Eindruck. Man braucht doch eine gut« Halde Stunde, um ihn ab» Gott bewahre jeden guten Menschen vor dem, was die Menschen„Gerechtigkeit" nennen. Eine ähnliche Ehrabschneiderei herrscht oft unter Ge» schästskonkurrenten, von welchen d« minder Tüchtigere, der weniger Erfolge aufzuweisen hat,— stet» nur dies«— dem Konkurrenten, den er fürchtet, alle« mögliche Böse, selbst Ehrenrührige», nachsagt, um demselben das Geschäft zu verderben und ihn in der Achtung des Publikums herab» zusetzen. Solch' nichtswürdige» Treiben steigert sich sogar oft vis zu anonymen Briefm an Private und Behörden. Hiergegen giebt e» schw« eine Hilfe. Wollte selbst d« Verleumdete dm Schutz und die Vergeltung des Justiz- gesetze» in Anspruch nehmen, so würde da» hierbei wenig nützen, im Gegmtheil Manches noch v«schlimmern. Er würde eine für ihn schädliche und peinliche Sache damit nur an die große Glocke hängen und sie dadurch all- gemein bekannt machen, während sonst nur beschränkte Kreise vavon erfahren und zwar solche, die«bärmlich genug warm, einem Verleumd« Gehör zu schenken. Unsaubne Stoffe wühlt kein Klug« auf. V«achtung ist auch eine Revanche und schließlich bleibt Feinheit imm« die schärfste Waffe. In«st« Reihe läßt fich unumstößlich konstatirm, daß nie über Menschen— ob Männer od« Frauen— geklatscht und ihr Ruf angegriffen wird, wmn fie nicht nach irgend ein« Seite hin Vorzüge, körpnliche oder geistige, materielle oder ideale, befitzen. Uei« einen unbedeutenden Mmschen spricht Niemand. Ein Solch« geht in der breiten sandigen Straße grau« Alltäglichkeit für die Aufmerksamkeit Andern total verloren. Nur Vorzüge find es, welche die Auf« mnksamkeit und demzufolge gar bald den Neid erwecken. Selbst üb« große Kriminalverbrech«, deren Schand- thaten durch ihr eigmeS Geständniß feststehen, wird nicht so viel Ueble« gesprochen, wie über den respektablen Mann, d« Vorzüge besitzt und sich nicht mit dem Pöbel im feinen Rock gem in macht, d. h. die Klublokale der Renommisten rncht besucht, nicht an ihren Stammtischen, an welchen sich Alle mit rührender Uebeieinstimmung gegenseitig belügen, zuwandern. Tic Wedeistreße füllen die Schuhmacher, die Franlfmler Linden die Kordmach« und Holzwaarenhändle» und so z'eht fich d« Markt öi« zum Küstria« Plötz, wo iß» d« Topimarlt abschließt. Die MarMeute find mit dem 6* stäft recht zufrieden. Nach alt« Sitte kommen die Landleut» zahlreich zur Stadt und machen auf dem Markt ihre W a!ev einkaufe, währen o die einkaufenden Berlin« von Jahr zu Iaht abnehmen. Die jetzige Einrichtung der städtischen VerkaufSvu» «ittler toll, wie die„Zentral-Marlthalle" schreibt, mit d» nächsten I. Np:i! eine völlig« Umwandlung erfahren. An maß' gebender Stelle bricht fich die Ueberzkugun� imm« mehr Bah«, daß e» in der bisherigen Weife nicht wett« gehen kann mr» soll. D« Großvcrkehr soll eingriheilt«erden in Großhändler, welche für eigene Rechnung und kommissionsweise Geschäft« zu machen bcuchrizt find; in AuktionSkommiffare, welchen W Abhaltung der Auitionen übertragen werden soll. MU de» Auttionen will man eS künftig so halten, daß mir die für de» Großhandel in d« Zentral Äarlthalle, die für Private jedot in einem der angrenzenden StaStbahndogen auß-rdalb dtt Zentral-Marlthalle stattfinden sollen. AlS marktfähige Produll« werden vom 1. kipril nächsten Jahre» nur solche zur Aultt« in der Zentral Markthalle zugrlaffen, welche der Lebensmittel' blanche angehören, keinesfalls darf alSdann nochmals d« Fl» cintretkn, daß Gegenstände, wie Seife, Haf« u. f. w. in V« Zentral Markthall« ferlgedoien werden. Ein« ganz besonders hervorragende und dankbar zu begrüßende Neuerung wird ab« durch verfchälfte Kont'-ole Öle strengste Durchführung W NahrungimittelfälschungS-G'setzeS sein; e» wird alSdann der Versuch kaum nochmals möglich werden, v«do:bene Wurst uei solche schlechtester Sorte, oder madigen, schlechten Käse, schlecht«» Fleisch und so viele» Andere, welches jetzt unt« allen mb» lichen Finessen eingeführt und versteigert wird, an den arme» Mann zu bringen.— Räch diesen„Enthüllungen" hat e» d»» doch den Anschein, al» ob bisher im Geschäftsbetriebe M Marlthallen nicht AlleS mit rechten-Bingen zugegangen sei So wie die ganz« Sache von vornherein vom Magistrat ei» geleitet wurde, mußte et ja Jedermann klar werden, daß da Löwenantheil an d-.m ganzen Verdienst in erster Linie" monopoldrsttzendiN AuktionSoermittlern zufiel. Wenn nunmehr anfängt, diesen H-nen etwaS genau« auf die! zu gucken, so beweist da» allerdings, daß man zur Umkehr dem falschen W-ae gknetgt ist, zu gleicher Zeit muß fich Bubltkum die U-berzrugnng aufdrängen, daß«S dißh« aän der Gnade der AukrionSkommiffare überlassen war. Mö daher die angestrebten Reformen wirklich durchgreife Natur sein. DaS soeben beginveube Winterhalbjahr bet Echr vvterrtcht« drängt die in letzter Z-it mehrfach erörterte Fr nach der Emführung und Handhabung einer geordneten L Hygiene wieder in den Vordergiurtd. Die trüben Herbst- Winteriage erhellen die Schulzimmer oft nur sehr mäßig, daß die Kinder genöthigt find, in gewissen U.-tmichlSqe« ständen ihre Augen beionderS anzustrengen. waS bei läng« dauerndem trüden Weiter gewöhnlich zahlreich« Aupenerki kungen im Gesolge hat. Die um die gegenwärtige Zell i tretenden und ansteckenden Kinderkrankhellen fordern auch) den Schulm ihre Oaser und machen die Vorsorge dafür nötf daß Ktnd«, die mrt dem«trankien Alt«»genoffm zusaaw kommen, vom Schulbesuche ausgeschlossen werden. Ganz 1 sondert schädlich ab« wird für dir Kind« in den kalten Ta? die öft« ersolaenve Lüftung der Klaffen zimm«. So nö>i diese an fich sein mag. so getährlich ist sie für die Kind«, 0" fie während Ver Anwesenheit dir Kind« im Zimwtt Och# ttommtft wird. D.« den geöffneten Fenstern zunächst fitze» Kleinen find«h'tzt unv s«r U-dillleiSer entledtat, ver«?' stiömendtn kaiten Luft zuerst au»zes-,t; Schnupfen und in allen Hefrijcktirtgraden find die unmitlrldaren Folaen Lüftungen der Kioffeozimmer. E» sollte streng varouf ge wttden, daß die Fenster in dm Schulztmmern bei ein« i wiffui Temveratm nur nach Enrfemung der Kind« au» l, Kiafie geöffnet werden dürfen. Ebenso schädlich«scheint tm bei kaltem Weiter da« allgemein giftige Verbot ledhaft«% wegungrn der Kinder auf dem Schulhofe. S» ist-ntschllbZ zu oelwerfen, daz die Kinder nach stundenlangem Sülteflrj fich nun in geschloff-nen Reihen und nur langsamen Sch»!«? auf dem Schulhofe bewegen dürfen. Wenn auch in den Pfä tischen L MöbelnariSport unv Nufbew-chrung, L«tin, Köpnickerstr.. und Pottdamerst'. 24" zugeführt. Die Leute üb«reicht«n< mit ihnen trinkt, nicht mit ihnen politisirt und skandali Notorische Kapitalverbrecher werden im Gegentheil— sie zu großen Strafen verurtheilt worden sind— im 9% de» Widerspruchsgeistes, welch« in d« menschlichen unausrottbar steckt, von d« großen Menge in Schutz£ nommen und bemitleidet; e« wird nach Gründen und weisen gesucht, daß ihre Thaten unt« andnen$«% niffen mind« schwarz und verabscheuungiwürdig ge»� fein würden. Sie find eben durch sich selbst tief 9*�1 gefallen, als daß es für V«leumd« oder neidische � tuten der Mühe lohnen sollte, fie noch mehr in den zu ziehen. WeSpen nagen eben nicht an»«faulten_ WeSpen und Maden suchen fich für ihr Zerstörung»'' stetS die besten Früchte au». � Ein besonder» glinstiger Boden, wo die Gistpft°A d« V«>äumdung am üppigsten gedeiht, find die Eow». frischen und Badeorte. Hi« haben die Menschen Z«�, nug, üb« Persönlichkeiten, welche durch irgend einen zug, oft wid« ihren Willen, glänzen, die unsinnigste�,» leumdungen zu»«breiten, und es ist nicht« so odsut®„p albern, al» daß e» nicht viele gläubige Hör« und 2»«' «zähl« finden sollte._,|W D« gute und schlechte Ruf wird ab« in allen stet» durch daS eigene Bewußtsein paralyfirt. D«& welch«»«standen hat, durch Verstellung, Lüge un® � stechung den Nimbu««ine» Biedermanne» um sein« l. ,j, zu»«breiten, weiß selbst recht gut, daß« ein Halluw � und dem gegenüb«stehend finden d« v«leu«dete mann und die begeiferte achtbare Frau Beruhigung � Ausgleich für da« ung«echte Urtheil d« Welt in wußtsein der strengsten Pflichterfüllung, wodurch fie zu imm« neuen Anstrengungen gewinnen.. WaS kümmert es den Mond, welch« ruhig.unbeirrt seine Etiaße am Himmel zieht, wenn chn die- anbellen l AMl, auf welch«»— außer der Fracht— für„Nbfuhr" 8 Mark(vom Anhalter. Bahnhof nach der Surfürklenstraße) an- gesetzt waren, und welcher mit deutlichem, fetten Druck die Be- werfung enthielt:„Trinkgeld darf nicht gefordert werden. Gleichwohl wurde»on den Leuten T-inlgetd gefordert und »war. als ich unter Hinweis auf den Vermerk ein solche» zw nächst verweiaerte, so dringend, daß ich, um die Leute los ,u werden, ein Trinkgeld dezahlte. Folgenden Tag» wurde der vorgedachten Aktiengesellschaft von diesem Vorfall Mittheilung gemacht. Die Antwo-t derselben lautet wörtlich:„Die Be- merkung auf unserem Zettel, daß kein Trinkgeld gefordert»er- den dürfe, soll verhüten, daß dt« Leute«inen Rechtsanspruch auf Trinkgeld geltend machen, andrerseit» aber ist da» Trink- geld so vollkommen Usu», daß wir selbst in unserem jkomptoir bei jedem stunden 3 Mark pro Fuhre al» Minimum au»be- dingen. Bei Ihnen ist die» allerding» leider nicht der Fall gewesen und bitten wir daher da» Verhalten unserer Leute in dieser Hinstcht zu entschuldigen." Ich glaube, e» würde vielen Ihrer Leser von Interesse sein, von einem derartigen GeschSstsgedabren stenntniß zu erhalten. Di« Gesellschaft betreibt dasselbe offen- dar in der leider zutreffenden Voraussetzung, daß die meisten, in dieser Weise behandelten einmaligen Kunden keine Zeit und Last haben. einen thnm zweifello» zustehenden Anspruch auf Rückerstattung solcher„Trinkgelder" von den Gerichten zu ver- folgen."— Bit her hatten wir geglaubt, daß nur die Herren Reftaurateure gtoßmüthig die Entlohnung ihrer Angestellten den verehrten Gästen anheimstellen. Nach den obigen Zellen scheint e» jedoch, al» ob auch andere Leute nunmehr sich diesem ZehlungSmoduS anschließen möchten- Im stellnerftande ist da» Trinkgeld leider ein« nicht so leicht au» der Wrtt zu schaffende Thatsache, sollten jedoch auch andere Arbeitgeber al» R-staura- teure anfangen wollen, ihre Arbettnehmer statt mtt baarem G.'lve mit der Mtldherzigkeit de» Publikum» abzuspeisen, so muß namentlich im Namen de» letztern auf da» Allerentschir- denste gegen derartige Unzuträglichkeiten protestirt werdtn. Feder Ardeiter ist seine» Lohne» w-rth, und wenn eine Aktiengesellschaft nicht über die Mittel verfügt, ihre Leute in ange» meffiner Weise zu entlohnen, so soll st« da» Geschäft überhaupt lassen. Man bat noch nie gehört, daß stch AufstchtSräthe und ähnliche Herrschaften jemal« auf die Bu»stcht eine» Ungewissen Trinkgeld,» für ihre aufreibend« Thätigkett hätten vrrttösten lassen. Und wa» dem Einen recht ist, sollte dem Anderen dillig sein. Der Winterfahrplan der Großen Berliner Pferd« eisen- bahn tritt erst am 1. November in straft, da einige neue noch im Bau befindliche Stecken dt»»um 15. Oktober, dem ursprüng- Termin« für den Beginn de» WintersahrplanS, nicht fertig ge- stell! werden können. »«» da» Eingehe« de» Stettiner Bahnhofe», welcher den Verkehr ungemein hemmt, ist deschloffme Sache. Fn Folge dessen hat stch auch in jener lange vernachläsfigten Gegend «ine lebhafte Bewegung in Grundstücken entfaltet, die hier zum Theil noch sehr tief und zu größeren Anlagen geeignet find. Mit dem Abriß de» Msthlendamme» hat man mtt aller Vorstcht an dem Durchgange nach der Fischerbrücke be- gönnen, während da» ursprünglich zuerst zum Aodruch bestimmt« Hau» an der Fischerbrücke, al» da» baufälligst«, zuletzt an die Reihe kommt. Ermäßigung de» Etadtbrtefporto»? Einer un» gewor- denen MiUvitlung zufolg«, welche allerdtng« wohl noch sehr der Bestätigung bedarf, soll e» nun doch in der Adstckt de» R-ichipostamt» liegen, die PortosStze für den inneren Stadt- driefverkehr zu ermäßigen. Die Jnittitioe soll aber keineswegs «ine Einfübning der Prtoatbeförderungkanstalten mit ihren niedrigen Portosätzen dirett gegeben haben; die schon vor ihr bestehende Adficht hätte dadurch nur eine neue Anregung er- hatten. Nach jener Nachricht sollen dl« PortosStze der Post stch den niedrigen Sätzen der Pnoaidesö.derungSanstatten ziemlich anpassen. Die Herrlichkeit der letzteren hätte dann allerdings nur eine kurze Dauer gehabt und wäre mit einem Schlage beendet. Der Düsseldorfer„Artist", da» Zenttalmgan für Spezialitätendühnen, kündigt in einer Annonz« an. daß ein Zauber- Apparatenfabrikant für den Prei» von 600 M. da» ge- sammt« Material zur Produktion de»„verschwundenen Mädchen»" sa nmt ausführlicher Aufklärung de» Kunststücke» liefere, und bemerkt ausdrücklich, daß stch unter dem Material auch da» unter den S uhl zu legende Papier befinde und daß selbst der unerfahrenste Laie mittelst diese» Apparat» da» Kunststück au»- führen könne. Auch unter der begüterte« Minderheit, für die der Totalisator wieder eingerichtet worden ist, kommt e» vor, daß Frmand Schulden befttzt. Die Herren vom Unionklud find bei dem lltzlen Rennen in Hoppegarten unangenehm daran gemahnt worden. Einer der Sportverständigm, seine» Zeichen» Destillateur, hatte 2600 M. gewonnen; da nahten fich ihm alte Gläubiger, die den Augenblick für günstig hielten, ihre kl-inen Forderungen in Erinnerung zu bringen. Fn Folge dieser falschen Auffassung kam e» zu Strett, schließlich sogar zu einer Schlägerei, die von den Leitern drs Rennen» damtt beendigt wurde, daß fie den Gewinner durch einen Gendarmen vom Rennv>atze geleiten ließen. Von Fall»« Fall. E» war im Fcübsahr v. F.— die Manie, Gesang zu studiren, diese Sucht, die heut zu Tage eptdemtsch geworden, hatte eine große Schaar von Kunst« nov'zrn um den jetzt in Köln am Konservatorium al» Gesang». stmsirenden Kammersänger Stolzenberg versammett. hnhi*.» l'?--Vielderufenen" defand fich auch EUt I, ein sehr bnih»««Ji? iunge» Mädchen. Elli hatte schon bei einem «enden. Gesangmeistern studirt, ohne zu einem befriedi- MWMM doTman erst auf der Bühne, in der Pro xi»� fingen �lerne, und daß t» ihm ebenso"ie br, da trug sie'« län- ga nicht. Flugs»u den EUern. die Erlaubriß abgezwungen, dann zu den Agenten zum Borfingen und dann hwou» in die weite Wett unler einem angenommen«»„Künstlernamen".— Da» reizt l!— vo standen die Sachen im Frühjahr o. F.— da, Podium in verblaßter Seidenrobe«ine°wkärmt« 55«Ä Stimme fährt ein Zuhörer fichtlich zusammen, stcvt starr nach K ÄFÄW«»£ ÄÄ S'S'.Ä'ÄSÄ ISXÄ"1, die alt« Bekanntschaft aufzuftischen!— Ha, für Sett lasse ich mein Leben I"—„Nein, Elli..."— hier nannte der Herr ihren richtigen Namen—„unkere Bekanntschaft datirt au» einer glücklicheren Zeit, wo ibre dunkele» Haare noch nicht so kanarien- geld waren al» heute 1"— Nach diesen Worten fingt der Herr leise den Anfang einer Arte; derselben Atte. die fie zum Schrecken aller Zuhörer bei Stolzenberg vier Monate hindurch in jeder Gesangstunde durchkauen mußte,— ohne je ein Re- sultat zu erzielen.— Elli verlärbt fich; aber schon ist der eigen- attige Trotz der gefallenen„GrsangSgrößen" auf fie üderge- gavgen.— Der feuchte Schleier, der stch«ehmuthSvoll über die klaren Augen legen will, wird schnell durch ein energisch-» Schließen der Lider verdrängt und die Entschuldigung, die fie stch selber vorspricht— ihr größter Fetod— soll fie rechtfertigen für den Sorung in die Tiefe.— Sie erzählt hastig, die Agenten hätten fie zur Operette gebracht, dort sei fie von einer neidischen Kollegin in da» zweite Fach gedrängt, dann in den Chor, dann sei ihre Entlassung erfolgt. Zu ihren Eltern könne fie nicht zurück, well fie wegen eine» Fehltritte» verstoßen sei, also habe fie stch der Konzeithalle gewidmet. Hier erhalte fie eine für fie glänzende Gage, die stch von Monat zu Monat erhöhe.--- Elli wird gerufen, fort aed»'»»um G'sang. später zum Sett. Arme», unglückliche» Mädchen. Während Du Dich glänzenden Hoffnungen hwgicbst. sagt gerade der Direktor zu einem Vertrauten:„Na, endlich ist balv der lang ersehnte„Fünfzehnte" da, daß ich der X. kündige» kann; wenn die doch Alle» Andere tbun wollte, nur nickt fingen I Die ifi von mir entloff'n!"--- Und dann? 1— Dann geht's weiter, immer tiefer in die Tiefe!!!--- Durch E lbstmord hatte ein Rann, der eine lange Zett unzurechnungsfähig gewesen war, seinem Leben ein Ende ge- macht. Die» Leben war bei einer Lebenioerstcherunglgesellschaft mtt einer erheblichen Summ« ver sichert. Die Ltben»vtlfiche- rungSgefellschaft verweigerte dm Erbm de» Selbstmörder» die Auszahlung dieser Summe, und fie sahen stch veranlaßt, deshalb zu klagen, verloren aber dm Prozeß,«eil in dm Statutm der Gesellschaft, bei welcher der Verstorvene verfichert gewesm war, auidrücklick bestimmt ist, daß die Gesellschaft nicht verpflichtet ist, die verfichert« Summe zu zahlen, wenn der Versicherte sein Leben durch Selbstmord endet. Fn den EntschetvungSgründen sagt da» Gericht: Fn der Sprache de» gemeinen Leben» und der Landesgesetze wird mtt dem Worte Selbstmord jede Art der Selbstentletbung, möge ste im zurechnungsfähigen oder im unzurechnungsfähigen Zustande geschehen fein, bezeichnet. Nach den über die Auslegung von Gesetzen sowohl al» von Ver- träam geltenden Grundsätzen ist daher, so lange nicht durch« schlagende und zwingende Grüade für die Annahme de» Gegen« theil» vorliegen, davon auszugehen, daß da» Wort Selbstmord auch in den erwähnten Siarutm in dieser wetteren Be- deutung benutzt worden sei, und zwar um so gewisser, al««ine Undtlliakett darin liegm würde, wenn man, während doch selbst die Sprache der Gesetze unter dem fraglicher Worte die Selbsttödtung im unzurechnungsfähigen Zustande mtt verfttht, der Verklagten einwenden wollte, daß fie fich in ihren Statuten deutlicher hätte ausdrücken sollen. Nur wenn ein verfrühter Tod de» Vei stcherten durch einen Zufall eintritt, bleibt die Veistch-rung in K aft. Im rechtlichm Sinne find zwar all zusälltge auch solche Verletzungen anzu« sehen, welche dem. dessen Verpflichtung in Frage kommt, stch nicht zurechnen laffrn, und man wird daher im rechiltchen Aber im gemeinen«eben, da» hier zunächst entscheiden muß, kann man von jemandem, der stch, wenn auch im gestörten geistigen Zustanve, selbst mtletbt, nicht sagen, er sei durch Zu- fall um» Leben gekommen. Endlich ist noch in Vetracht zu lieh't, daß bei den L-denSverstcherungSgesellschaften die Be- rechnungen, nach wrlchen fich die höhe der von den Verficherten zu zahlenden Prämie bestimmt, auf der Voiau»!«tzu?a beruhen, daß da» Leben de» Verstcherten in naturgemäß.-r Weise ver läuft, und daß, wenn eine solche Gesellschaft von vornherein erklärt, fie oerweigere die Gewährung der v-rstchertm Summe, wenn der Tod durch Selbstmord herbetgeführt werde, der Grund dieser Weigerung allein in der Adkünung der Lebensdauer und nicht in der Verschuldung de» Verstcherlen zu suchm ist. Et« zärtlicher Sohn ist der neunzehn Jahre alte, be- reti» wegen Diebstahl» und Unterschlaeuvg bestrafte„Arbeiter" Otto Winter. In der verflossenen Nacht klopfte er an die Korridmthür seiner Eltem. die er fortgesetzt destohlen hat und welche ihn deshalb bei stch nicht aufnehmen,«l» geöffnet wurde» drang er auf feinen Vater, welcher einen Sch ritzmann herbeiholen wollte, mit einem offenen Messer ein, nnchdem er vorher geru'en hatte:„Ich werde einmal mtt Such Keller spie- len". Durch herdeieilenoe Hausbewohner wurde der Exiedent vertrieben, von der Polizei aber später verhaftet, und, da er wohnungSlo» ist, der Staatsanwaltschaft vorgeführt. Et« schwerer Unfall ereignete stch gestern kurz vor Mittag beim Abruch de» Hause» Feilnerstr 4, de» Eckgrund- stücke» der Alten Jakobstraße. Der den Abbruch leltenv« Polier halte dm Hausdiener, der beim B-sttzer de» Hause» in Diensten steht, ersucht, auf dem bt< zum»««iten Stock gediehenen Ab» druck Holz zusammen zu suchen. Al» ver tzautdimer dieser Aufforderung nachkam, stürzte plötzlich eine freistehende Wand «in unv begrub den Unglücklichen unter ihren Trümmern. Er erlitt einm Schlüffeldeinbruch und schwere innere Verätzungen und«uro« in hoffnungslosem Zastarde nach vethanten gebracht. Der in Brüssel wegen verschiedener Schwiadeleien verhasiele und zu zehn Monaten GefSngntß verurtheilte„Ptinz Savtne" verbleibt dabei, daß er der Graf Geo g« de Toulouse« Lautrer sei. In der von der Pottzeidehörde zu Brüssel hier- hergesandten Photographie ist rnveß mit Besttmmthett die- jentge Person wiedererkannt worden, welche sich im Jahre 1883 unter dem Ramm piince de S»Tine längere Zett In htefirm Hotel» ersten Range» aufaehaltm hat, und während deren An« w smhrtt die Hoteldiebstähle verübt wurden. Von seiner da- maltgen Beglesterin„der Gräfin" Meegen, scheint Savin« sich S'�r� Traurig«««Ende eine» greisen Arbeiter». Ein Stück sozialen Elend» iviett« stch vorgestern Abend in dem Haus« Jnvalismstraße 159 ab. Ein daselbst wobnender bereit» 64jähriger Mann, der«dtiter Voigt, der sett Jahrm viel von Asthma und Rheumati»mu» geplagt nnd so in seinem Brot- erwerd erheblich verhindert worden, griff in der Verzweiflung zu dem letztm Mittel, er erhängt« stch in seiner Wohnung an einem Thürhaken. Von seiner am Abend von der Arbeit heim- kelwendm F-au wurde sofort ein Arzt herbeigerufen, welcher jedoch nur dm derett» vor Stunden eingetretenen Tod konsta- lirm konnte. Die Leiche wurde auf Veranlassung der Revier- ro.izei�ach�dem �e»lichÄ�»��iff� hat# W Kuratorium ver ältesten Santtättw-che der Lemismstadt. Adalbtrtftr. 10, aufgelöst. Von dem Gedanken geleitet, daß eine so segen, reiche und unmtbeh'liche Institution auch fernerhin besteh-n müsse, hat fich vor einigen Tagm ein Provisorisch.« vorg�-mgen�rdm� � gemeldete Selbstmordeiner im Hause«ritznstr. 45 wohnenden Frau,»elchm dteselde da- dura- autführ!«, daß ste in der Nicht zum Dienstag sich au» dem Fenster ihrer in der, wetten Etage belegmen Wohnung auf den gepflastertm Hof hinabstürzte, erregt in der ganzen Nachbarschaft große Thellnahme. Die Verstorbm« wm eine junge, sehr schöne Frau in den 20er Jahren, deren Gatte schon s'it längerer Zett in einem Krankenhause an einem unheildarm Leiden krank varntederliegt. Diese Hoffnungtlostgkeit ließ in der jungen, in guten Verhältnissen lebendm Frau, welche ihrm Gatten über Alle» liebte, dm Gedankm an einm Selbstmord reifm. Man sah ste in letzter Zeit viel weinen, und einigm HauSnackbartnnm klagte fie auch ihr große» Leid, daß ihr kranker Mann wohl nicht wieder gmesen würde. Von einem Selbstmord sagte fie nicht». Vor der Ausführung der mtsetz- lichm That schien ste fich noch Kaffee gekocht zu haben. M'hrere Hausbewohner wurden durch einm dumpfen Fall aufmerksam und al» fie nach dem Hofe eilten, fanden fie jn ihrem Entsetzen den nur noch schwach zuckmden Leichnam der jungen Frau— eine blutige Masse. Die Knochen warm» wie ein Augenzeuge sagt, förmlich auf- und ineinanderge« schoben. A« Montag in der späten Abendstunde erschien in RummrlSduig ein H-rr, der fich al» der Sohn einer hlefigm Familie legitimirte und darum bat, ihm beim Suchm nach seiner Schwester behilflich zu sein. Er zeigte dabei einm Brief mtt dem Poststempel„Rummettburg, 11/10. N 1-2." vor, in welchem da» 19 Juhre alte Fräulein erklärte, daß e» wegen verschmähter Liebe nicht im Stande sei, da» Lebm länger zu ertragm. Mehrere Per'o rm erinnerten fich auch, da» Fräu- lein noch am Abmd in der Nähe de» See» gesehen zu haben. Die Uier de» See» wurdm jedoch vergeblich abgesucht und auch am Dienstag waren alle vemühunam erfolglos. «artthalken- Bericht von 3. Sand»«nn. städtisch«-, B«rtauf»vermittl«r, Berlin, Zentral- Martthall», dm 14. Ottober 1886. Wild. Rehe 65-75, Hirsche 25-30, Dammhirsch 35-45. Wildschwein 25-36 Pf. pr. Pft>.. R-dbühner. junge 110-120, alt« 80-90 Pf. Fasanen 3-4,50 M. Wachteln 50-60 Pf.. Hasen 3,30- 400 M. pr. Stück. Krametsoöael 18-18 Pf. per Stück,«uerbahn 3-4 50 M- Birkhuhn 1,75 dt« 2,50 M.. Schnepfen 2,50-3,00 M-, Bekassinen 60 di» 80 Pf, pc. Stück Geflügel. Fette«Snse per Pfd. 50-70 Pf., junge Enten 1,50-3,00 sunae Hühner 0,65-0,80 M„ alt« 1,00-1,70 M„ Tauben 80-46 Pf„ Poularden 4,50- 8,00 M per Stück. Magere» Geflügel schwer verkäuflich._. Blumen unv Blätter. Lorbeerblätter 3,50—4 R. pro Korb. Rosen 8—12 M, Rosentno»pm 1—3 Mark pro 100 Stück, Tuberosen 4-6 M. pro 100 Stück, Vcilckm 3,50-6,00 M. pro Tausend Am Freitag, dm 15. cr„ Nachmittag» 6 Uhr, kommen veredelte Rosmstämme und Zierpflanzen zur Ver« steigerung. Obst und Gemüse. Ung. Weintraubm 24—26, Ochsenaugen und Muskateller Weintrauben 26—28 Pf. Neue C tronm 80—48 M. per Kiste, Pflaumen 2.25 bi» 4. Birnen 4,20 di» 6 60, Tafclbirnen 7—16 M., II«sei 4,25-6 Mark, TafelLvfel 7-16 M.. feinste Sorten dt» 30 Mark, Pstrstcke 20-30 M„ «nana« 2,60—3,00 Mari pr. Pfd. Wallnüffe 30 Mark per Zentner. Zwiebeln 2.25—2,75 M. Weißfleiichige Speise- Kartoffeln. weiße 3,60-4,00 rothe 2,80 dt» 3.00 M.. blaue 3,00-3,60 M vr. 100 Kilo. Schalotten 6-7 M„ Teltower Rübchm 9-12 M„ Melonen 15 bi» 20 M pr. Ctr., Sellerie 7-8 M„ Meerrettig 7—12, Blumenkohl 20 di» di» 60 M. pr. 100 Stück. Eier. Größere Zufuhren erwünscht, netto 2,70—2,75 M. per Schock. Butter. Tmdenz flau nm mit Müh« find noch nachstehende Preise zu erreichen. Frische feinst» Tafelbutter k. 125—130, fein« Butter L 116-122 u. 100-112, XU. fehlerhafte 85-95, Landbutter i. 95—100, u. 85— 90 M., Gaitzisch« und ander« gertnast» Sorte« 56—72 M. per 60 Kilo «äse. Schweizerkäse l 66-63 M.. n. 50-56 R„ m. 42-48 M. Quadrat- Backstein I. fett 20-25 SSL, IN. 10-16 M., Limburg« l 80-36 SR., N. 20 di» 25 Ut, rheinischer Holländer Käse 45—58 M., n. Waar« 36 M.. echter Holländer 65 M.. Edamer L 60-70 M., n. 66—58 SR., ftanzöstscher Neufchateller 16 SR. per 100 Stück, Roquefort 1,20—1,60 pr. Pfd. Geräucherte Fisch«. N beinlach» 2�50—2,90 SR., Weser- und Ostseelach» 1,20-1,40 SR., geräuch.rte Aale 70-1,00 di» 1.90 Pf. pr. Pfd., großer Delikateßaal 1,50 per Pfd„ Flundern, keine 2,00— 3L0, mittel 3,60-6 große 8-16 151., Bückling, 1,80 bi, 4,00 SR. Dorsch 3-10 SR.»et 100 Stück,«prottm 0,40—0.60 ver Pfund. Schaallhiere. Klein« Krebse 10 cm. 0,75—1,00 M„ mitte! 1,50—3 SR. große 4—10 M. per Schock. Hummern 1.30—1,60 SRort ver Pwnv. Austern 7,50—12 SRI. pr. 100 Stück. Lebende Fische. Aal, mittelgroß 80—95, große 1,10 SR, Hecht 60-70 Pf.. Schleie 70-80 Pf. per Pfund. Seefische. Lach« 1,00—1,20—1,30 Mark, Zanver. groß«, 80-100 Pf.. Hecht 40-50-65 Pf, Steinbutte 70-80 Pf, See- zunge, große 0.70-1 R, mittel 50-60 Pf, Sckolle 10-15 Pf.. Schellfisch, große 20 Pf, Kabliau 16 bi» 20 Pf. per Pfund, Makrelen 40—60 Pf. pro Stück. Dorsch 6—12 Marl per Zentner. Poltzeibericht. Am 12. d. SR. Abmd» erhängte fich ein 64 Jahre alter Mann in seiner Wohnung in der Jnvaitom« straße und zwar, wie au» einem hinterlaffenm Zettel hervor- geh», au» Lebensüberdruß, oeranlaßt durch langwierige Kr-mt- heit.— Am 13. d SR. Vormittag» wurde eine F au schwer trank auf dem Stettiner Bahnhofe liegend vorgefunden und mittelst D suchte nach der Charitee gebracht.— Abend» brachte fich ein etwa 20 Jabre alter Rann im Thtergartm mittelst eine» Revolver» zwei Schüsse in den Kopf bei. Er wurde noch lebend nach der Charttee gebracht. Oerichts-Zeitnng. t Ein««mittag auf dem Schöffengericht. Tag. täglich spielt fich im R.hmm von Gerichtiverhandlungm eine menschliche Tragtkomövte ab. Dir Apparat der Rechtsprechung selbst bleibt stch gleich, denn e» ist im Grunde genommen un- e hedltch, ob dieser oder jener Richter im Kollegium fitzt, ob die Anklage von diesem oder jmem vtaatSanmalt vertreten wird. So soll wenigsten« der ideale Zustand sein und e» ist hier nicht der Ort,»u untersuchrn, inwieweit die« nicht der Fall ist und inwieweit die Entscheidung von dem Temperament de» Vorfitzenden. von dem Phlegma oder dem Erfer De» Vertreter» der Antlage beeinflußt wird. E» hieße ja auch die Würde und da» Ansehen de» Richter- stände» herabsetzen, wollte man behaupten, e» wäre oft ein Würfelspiel, oft da» blinde Wattm de» Zufall», od ein Angeklagter freigesprochen oder verurtheilt w rv. E» gllt al» Axiom, die Richter, denen di«G wall verliehen ist, über Glück und Zukunft dei Nebenmmschen, wenn et sein muß. den Stab zu brechen, al» vollkommme und fehlerfreie Menschm aufzu- fassm. Jn diesem festen Rahmen aber Wechsel! beständig die Füllung. Angeklagte und Z ugen find ein bunte» Gemisch, voll von allen menschlichen Leidenschaften, wechselnd im Au»' druck widerftrettender Empfindungen. Haß und Liebe, Rache und Vergebung, Hochher, igkett und Gcmeinh-it treffen hier zusammen und geben nicht nur ein Bild de» Leben», sondern find da» Leben selbst. Freilich ist da» Gemälde ost nur skizzenhaft angelegt, die Detail» gehen häufig bei dem summarischen Ver- fahren verloren und müssen durch die Phantaste ergänzt«er- den, aber gerade in dieser epigrammalischtn Kürze liegt nicht seilen ein um so stärlerer Reiz, die Eeelenrälhsel zu lösrn. Vor den Sirafkammem tritt da» wahre Wesen der Angeklagten wie der Zeugen freilich nicht so klar hervor wie vor den nicd- rigen GertchtShöfm: hier find die Parttien durch den Ernst de» Verfahren« niedergedrückt und bewegen stch nicht so unbe- sangen wie dort,«o fie fich sozusagen mehr zu Hause fühlen: deshalb verlaufen die Verhandlungen vor dem Scköffrnaericht wohl harmloser, aber oft auch intnessaeter al» vor der höheren Instanz. E» find Vergehen und Uebertretungen, um die e» fich hier handelt. Wenn da» Glück gut ist, so erlebt man t #on;e dvikicr auf d«m fWnbütfiftHd&tn Fowiliniledtn, die Dch in dedagllcher Bieite abspinnen, mit. Man beobachtet öb« altere, man HSrt, wie wunderliche Nnflchlen ars�eliamt werden, man lernt Sitten und Gebräuche kennen, die sonst verborgen bleiben, und vor Allem lastet auf dem Zuhörer nicht die Schwere eine» Verbrechen? mit, da» dem Lnaellagten vor- Beworfen wird, sondern e» drobt al» Strafe hier eine Geldbuße, Haft oder im schlimmsten Falle Gefängnis, auf einige Monate. Ver« leben wir einen Vormittag im Schöfimgerichl! Die Sitzung wird eröffnet, AmtßanwaU und Serichlischreiber haben ihr« Plätze hinter den grünbehangenen Tischen eingenommen, die Schöffen werden vereidigt und der Nuntiu» ruft die erste Sache auf. 3# handelt sich um eine Fahriontravention; der Autscher hat Lerufung gegen da» polt�iliche Strafmandat ein g, legt, da» ihm»u hoch ist. Der Amt» anmalt beantragt, an der Höh« der Strafe nicht» zu ändern, der Gerichtshof Stbt den Gründen de» Kutscher» Gehör und ermäßigt die eldbuße um zehn Marl. In fünf Minuten ist die Sache beendet; e» folgen vier ähnliche Fälle, die eben so rasch erledigt«erden. Nun lommt ein Heine» Drama an die Reihe, da» man etwa mit„Die verschwundene Wurst" oder„Em schlechter Scherz" überschreiben könnte. Zwei ältere Damen nehmen auf der Anklagebanl Plctz; sie find beschuldigt, ein Nahrungsmittel entwendet zu haben. Wenn man die goldene B'vche der einen und den wallenden Federhut der anderen Angeklagten betrachtet, so kann man kaum voraussetzen, daß e» der Hunger war, der fie zu einem solchen Vergehen trieb. Sie sind überdie» in der Lag« gewesen, einen Recht»- anwalt mit ihrer Vertheidigung zu betrauen und derselbe läßt sich denn auch den Schutz seiner Klientinnen gl sehr angelegen sein.„ES war ja nur ein Svaß". beginnt ie Eine;„wir wollten ja nur der Näherin die Wurst auf die Nähmaschine legen", sagte die Andere. Der Vorfitzende llärt dt« Schöffen darüber auf, um wo» e» fich handelt. Die bei- dm Angeklagten lommen eine» Tage» ru der Näherin, die schon lange für fie arbeitet, um fie zur Hausarbett bei einer von ihnen zu bestellen. Man spricht hin und her und die Näherin entfernt fich schließlich auf einige Minuten; als fie zurückkommt, trifft fie die beiden Fraum in einer sehr vergnüg- tm Stimmung an, fie können beide kaum ihr Lachen unter- drücken. Die Näherin wundert fich, fragt aber nickt wetter. „Sie haben ja da so schöne Würste hängm", spricht die ein« der SB«- sucherrnnen, und deutet noch der Zimmerdecke, wo in Reih und Glied eine ganze Korporalschast Würste fich befindet,„lasten Sie un» doch einmal kosten".—„Die gehören nicht mir, sondern meinem Zimmerherrn, der fie von einem Fleischer, der ihm Geld schuldete, bekommen hat", erwidert die Näherin, „aber ein Stückchen können Sie schon bekommen". E» wird eine angeschnittene Wurst herbeigebracht, die F aum kosten und erklären lachmd, daß die Waare wirklich vorzüglich sei. Am Abend erscheint der Zimmerherr, und sein Adlerblick streift die Würste, die friedlich und aleichgittig herabhängen.„Da fehtt ja eine", schreit er.— Ha, e» fehlt eine und Niemand kann fie genommen haben, al» die beiden Frauen, die einige Augenblicke allein im Zimmer waren. Am nächsten Morgen macht fich der Zimmerherr mit der Näherin auf und erscheint bei der einen der beiden Frauen, um fich nach dem Schicksal der Wurst zu«kundiger. Er bekommt ab««in? so unhöfltche Antwort, daß er schleunigst rettrirt und fich sofort auf ein Polizei- Vurrau begiebt. wo er Anzeige von dem„Diebfiahl" macht. Die Näherin aber hatte mehr Glück. Ihr wurde die Wurst von der Frau sofort übergeben;» habe fich nur um einen Scherz gehandelt, hieß e». Aber der Strafantta, war einmal gestellt und der Zimmerherr war über die„Eniwmduna der Wurst" so«zürnt, daß er auch in d« Verhanolung ihn nicht zurückzog» vielleicht auch d«»halb, weit« dann die Kosten de» Prozeffe» zu übernehmen gehabt hätte. So wurden die Kosten der Staatskasse auferlegt, denn die beiden Frauen wurden natürlich freigesprochen, da der Gerichtshof auch d« Anficht war. daß e» fich nur um ein m„schlechten Scher," gehandelt habe.— Kaum haben die beiden Fraum freudestrahlend den gesürchteten Raum vnlaffm, so«scheint ein junge» Mädchen, eine Arb verbieten, gnechtfettigt fei dadurch, daß dm Konsuln eine k» sond«e Juri»dMion üb« ihre Landesangehöriam rust« während die bulgarische Regierung nur«ine beschränkte Maft» vollkommmhett denselben gegenüber besitze. «usstsch-kSlkische«»üudniß? Die London«„M-» ningp." erfährt: Rußland proponine der Türkei ein« gerne» some Aktion gegen England und Oesterreich. Sein Plan u» faßt die türklsche Wiederbesetzung Bosniens und der Herzezf wina, rusfische» P otektorat üb« Bulgarien und die Olku»» tion Egypten» durch eine franko türkische Armee. Obwohl* Plan von Frankreich warm unt«stützt wu de, v«»arf* Sultan die Vorschläge und drücki« dm Entschluß au», in klang mit den Machten zu bandeln. Die„Nordd. Allg. Ztg." wiederholt die BehauptrI Fürst Alexander habe gar keinen Anlaß gehabt, die B gwung niederzulegen. Die offenbar inspirirte SutlaffA lautet:„Da» bulgarische Wahiresultat darf al» ein weitck Bewei» für die Richtigkiii d« Behauptung angesehm wert» daß in der Stimmung d« bulgaristbm vesöskerunz ein Gr» zu der Abreise de» Pttnzen von Battenberg nicht lag. 9 lolche Schlußfolgerung läßt fich nicht von d« Hand weift denn wmn die Sacke fich ander» verhatten häue, so wü dies, Mehrheit d« Bevöllnung nicht für die vom Fütt Blexand« eingesetzte, keine»rveg» einwandfreie Regemschafr ooi haben. In unserem nstm Artikel habm wir den Nack»« geführt, daß zur Zeit der Abdikation de» Fürsten* Beziehungen Bulgarien» zu den Mächm dieselben geiveJJ find, wie fie schon seit I obrem in Folz« � von demselben einzeschlagmen Paitik bestanden hat» Seit d« Beseitigung der russtschen O fizi«e>» seit der Revolulion von Phiiippovel, an d«en Spitze fich Fürst gestellt hatte, mußte« wiffen, daß d« von ihm brochme B«lm« Vertrag auch nicht mehr zu seinem St a*g«ufm werden konnte, irnb daß« die russtschen Inte schwer verletzt hatte. Der Fürst, deffm politische Klugheit% den Blättern der Oppofition so sehr gerührt wird, hat W über dies« Folgm nicht täuschm können, und trotzdem IßJ noch Jahr und Tag im Land« geblieben. Ein voruribeilsstm Beuttheil« muß fich deshalb wiednholt die Frage stellen,? durch der Fürst trotzdem zur Abdikation v«anlaßr wurde. Beantwortung läßt nur zwei Möglichkeitm zu. En'.weder» der Fürst die Lag« nicht richtig erkannt, fie für schlecht gehaU* währmd st» für ihn günstig war,— und diese Annahme»0% ein ungünstige» Licht auf die staat»männischen Fähs�teilefl 5 Fürftm««fm—, ober sein weitere» Verbiet den ist ihm undrhot? erschimer. Darüd« kann kein Zweifel bestehen, daß. wtr.riF Fürst aulgeharrt hätte,« dem Lande wenigsten» die SttJ* und Enegungm erspart habm würde, die sich an die Bor knüpfen, und die, wie auch imm« der Ausgang sein gM einen schlimmen Einfluß auf die weit«« Entwickelung*■' garten» haben müssen." Theater. Freitag, den 15. Oktober. Overuhau«. Die Walküre. «chansptelhau». Waldemar. Deutsche» Theater. Zopf und Schwert. Nestdeuz-Theater. Ein Großstadt«. Vorh«: Ein anonym« Brief. »riedrich.Wtlhei«ft»dttsche» Theater. Der Nachtwandl«. Wallner-Theater. D« Goldonkel. veste-Alliauee- Theater. Drei Paar Schuh«. Ostend- Theater. Die Räuber. VMorta- Theater. Amor. Tanz-Poem von Luigi Manzotti. Walhasta-Theater. Die Piraten. Zentral-Theater. 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Zu recht zahlreichem Besuch ladet freundlichst ein[829] Der Vorstand. »eneral-V-rsammlaag d« Produktiv- u. Rohstoffgenostenschaft der Schneider zu Barlin(E. 6.) Dimstag, dm 19. Ottob«. Abend» 8'/, Uhr, Leipzigerstraß« 33 bei Herrn Waßmann. Tagesordnung: 1. Vierstijahresbericht. 2. Geschäftlich.». 839] Der Verwaltungsrath. D« |ac SOahsud in Intaf« in Mln bält am Sonnabmd, den 16. d. Ml», Abend» 8«/. Uhr, im Lokale Mickaeltstchstraße 39 eine Nersammlnug ab. T.-O.: 1. Vortrag de» Herrn Dr. Siaha üb« Feuerbestattung. 2. Ver- schtedme». AuSgabe der Bittet» zu dem am 6. Noomrd« im Lokal de» Hm. Rmz, Nauny i. ftraße 27, stattflndmdm SristungSfeste.[835 CkriraUhanKm- o. LmräKkiKKsssk da Liukbmdßv. Sonnabend, dm«Ad. SV, Uhr. __ 9 anpt» ersammtnng. T.'O.: Kossen berrcht pro 3. Quattal. Wahl Btrantwottlich für den polttischm Thett und Soziale#«ax Schtppel. Druck und und«strstg«n Babing in J_1___ Der Borstand. ÄÄiitesÄäeÄ Soeben«schien; Deutscher Handwerker. u.ÄrbM Notiz-Kalender' fSr da»»ah» 1887. Zu beziehen durch vre Expedition, Zie� strafte 44. Soeben ist erfchienm: ?er .eneWeitKaleildl für 1887. »u» de« reichm Inhalt heben*** hervor: ReichsheesheUs-Etat de»$**2 sche» Reich».— Z«brochei>« Letten. � »llhlung von Rod. Schweichet.— Ii|t Franm inb H»ariie»sche».— Breltinrittfinb.»Tjäh[unj».®.8««i'i — Der«ampf»wische» Fen« n. W-st" in tz« Welt. Bon P. OS». Köhler. � Wst man eine Silin»trbitmi.— W* «nbe Blittee(humoristisch)- Jtt» Gratia- Kettagen: L Lneia. S.«»tteetzttck. I«lnche. 4. Di. bei»« Alk» «a BnUalenbet. -B» Prei. 50»f. S- »tutttzeek I-G-W-D�V� Zu bezsthm durch die»»»editt»«'£ nrttral» 44.. mnffrahe—.______ Miedern erkänfe» erhalten h»h�?�ztz E. frdl. Schläfst, k omm an danlenstr- 60 stlavtÄpmnpf.s�FestI.«lalle.Brand«L!S� ArbeitSmartt.. Einen Arbeitakurschr« �beim— langt Gothe, Zimmerstraß: o4.— t,«..r ilieb l" «aet�ffl�hm übrigen Thett der Zeitung«.«r»«hei». s°««tti» �