Nr. S4 S Sonnabend, de» 16. Oktober 1886. Jahrg. erMMUliill Brgan für die Intereffen der Arbeiter. Das UBerlfaer Wolksblatt« (Eingetragm te der Postzeitungspreisliste für 1886 unter Rr. 769.) Berlin frei iostabonnement '" 10 Pf. Jufertionsgebühr ',-n, wvi» wuvt Erhöhung des Preises, angenommen. Bei hmttag» ohne Nsdaktio«: Kenthstraße S.— Erpedition: Zimmerstraße 44. Em„xflichttreiltt Immta". Unfeten Leser» ist die sogenaoate A f f a i r e Zhrt«g. Mahlow zur Gevüze bekannt, so daß wir »» dieser Stelle kaum mehr auf die Smzelheite« derselbe» einzugehen brauche». Doch wolle» wir zunächst hier de» Vorfall im allgemeine» kurz registrire». Z» Februar diese» Zahr»« bei der erste» Berathuvg des Sozialisten gesetzt» machte der Abg. Sir ger i« Reich»» tage Miitheiluug davo», dcß ei» Nrimmalschutzmann, Ramen» Zhring, sich unter dem falsche» Name».Mechaniker Mahlow" i» eisen Arbeiterverein i» Berlin habe ein- schreibe» lasse»«ad ferner die Mitglieder de» Vereis» zu ungesetzlichen Handluage« uad Gewaltthätigkeite» aufgereizt Hab». Diese M«t>he>lu»g macht« große« Aufsehe». Der Mwister vo» Putikamer erklärte, daß er,»e«» der Fall sich so»erhalte, wie der Abg. Smger ihn vorgetragen habe, «st de» schärfste» Maßregel» ditzipliuarrsch gegen de» ge« »a»»t«» Polizeibeamte» vorgehe» werde. Am folgende« Tage kam der Minister,«achdem er stch auf dem Polizeipräsidium informirt hatte, auf de» Borfall zurück und»hellte dem R.iche- tage mit, daß dl, Kriminalschutzmana Zhring auf sei» Gewisse» und seine A«t»ehre zu Protokoll erklärt habe, daß «r sich in dem Arbeiterverei» lediglich beobachtend und passiv verhalte» u»d mit Mitglieder» de» Verein« außerhalb deffelbe» nicht verkehrt habe. Alle», wo» über ihn vorge» bracht, sei ein« Lüge.— Echutzmaa« Zhriag aber werde »o» seine« Borgesetzte« al» et» wahrheittiiebevder und gllmdwstrdiger Man» bezeichnet, so daß er, de, Minister, de» aauzen Lorfall al» ein charak>»r,st>sche« M-rkmal der sozialdemokratische» Kampfesweise ansehe. Darauf forderte der Mmister de» Abg-ordneten Singer auf, sei«« Gewähr«. männer zu neavea, um die Schuldige« zur Strafe zu ziehe». Allgemeia glaubte ma», Singer« Gewähr»mäa«er sollte» al» Änrge» i» der DiSziplinaruntersuchuag gegen Zhring di««e», »nr die Sozialdemokraten waren mißtlauisch, deshalb nannte der Abgeordnet« Singer auch nur zwei seiner Gewährt- männer, um die Uebrige» eventuell al» Zeuge»»och bei der Hand zu habe». Dirse Borficht erwie» sich i» der Folg« al« äußerst zweckmäßig, de»»«tcht Herr Zhriag« Mahlow wurde aageklaot. sonder« die beide» Tewährtmäaner. Berndt «»d Christense« und zwar wegen verleumderischer Beleidignag de»„pflichttreue» Beamten' Zhring-Mahlow. Die Ankläger hatte» Glück. Da» Schöffengericht schenkte de« Aussage» de»«ine»„pflichttreuen Beamten", der bei der Sache mit semer ganze« Stellung, mit Entlassung au» derselbe» oder mit Beibehaltung derselbe», i a t e r e s s i r t war,«ehr Glaube», al» siebe» ehrliche» Arbeiter«. Die JerrilXetcrn «ertöten.]_[j ?m Hanfe des Uerderdens. Kriminalroman. Bon Aeiuhold Ortman». 14�4%% ÄtJÄÄ. Z und Buchstabe» bezeichnete Felder eingetheilte grün« Wachs. lewwand dedeckt« fast de» Tisch,«»d die Anwesende» richte» te» ihre aa«ze Aufmerksamkeit auf den Fall de, Karte», welche der««khalter durch seine schlanke» Finger gl«««» ließ. und auf die ToldfiÜck« und Kassenscheine, welch« dieselbe« schlanke» Finger entwede, vo« dem grünen Wachstuche fort« zog«» oder dem Emen oder dem Andere« der Mitspiele». de» zuschob««. Di« Stutzuh, auf dem Sim» de» Kamm» zeigt« he» reit»««»ige Mwute» vor Mitternacht. Ma» hatte sich der aufregend«« Unterhaltung scho» seit geraumer Zeit hinge- gebe», den» wenn auch die Auge« der Spielende»»och tetdevschastlich glänzte», so machte sich doch in de» bleichen Gesichter» hier und da em Zug vo» Abspannung bemertltch, der die plötzliche Erregung bei einem größere« Gewi«« oder Verlust»nr desto schärfer hervortrete» ließ. Der Bankhalter allei», jener junge Man» am oberen Lade dt» Tische», dessen schlanke Finger unausgesetzt ia beide»«»geklagte» wurde« w der wegen verläumdersscher Beleidigung eine» wahrheitsliebende»,„pflichttreuen Beam- ten", jeder z» der exorbitant hohe» Straf« vo» 6 Monate» Gefängniß verurtheilt. Die Reaktion hatte trwmphnt.— Die konsetvatwe» und offiziösen Zeitungen fi-le» mit aller Wuth über die »erlogene» Sozialdemokraten weidlich her und»tcht minder über den.leichtgläubigen, leichtfertige»" Abg. Singer. Der.pflichttreue Beamte" Zhring-Mahlow aber wurde w alle» Tonarte« al» getränkte Unschuld gefeiert. Kurz« Zeit «ach dem Prozeß wurde Christense» und der Abg. Singer auf Gruuv de» Sozialistengesetzt» au» Berlw au»ge- wiesen,——— Der Triumph d«r Reaktion aber sollte nicht vo» langer Dauer fei». Da» Verhängniß nahte. Die Berufiiustanz sprach beide Vermtheilte» kostenlo» frei, weil Alle» was sie dem Abg. Singer und wa» dieser dem Reichstage über de« Zhring. Mahlow mitgetheilt hatte, ans voller Wahrheit beruhe.— Damit hat die Tragikomödie ihr thatsächliche» und, sage» wir e» herau«, ihr hocherfreu. llcht» Eade genomme».--- Wa» mit dem saubere» Herr»„Mechaniker Mahlow", mit dem.pflichttreue» Beamte», Herr» Jhrwg', geschieht, da« ist für un» völlig aleichgiltig. Ob derselbe diSziplwirt wird oder»icht, ,st Nebensache— er ist nur ew ei». z einer Mmsch. Viel mehr wteresfirt e» un», ob dieser Einzelfall auf das ganze System der Geheimpolizei Einwnlung erlange» wird. De»» folaegr e» gebilligt wird, daß Krimwalpoli« ziste» sich unter falsche» Name» i» politische Verei»« ew« schleichen, solange werde» wir immer Zhring. Mahlow'» habe»! Ein außerordentlich treffliche» Wort hat»ach dieser Richtung hw w der Berufuugtwstanz der Vertheidiger, Herr Rechtsanwalt Munckel, gesagt, al» er bemerkte, daß das„Metier" selbst, welches de, Zeug« Zhrwg betreibe, Falschheit u,d Verrath zur Grundlag« habe. Da liegt de« Pudel« Kern I Ei» politischer Geheim- Polizist, der fortkomme» will, glaubt, daß er sewer vorge. setzte» Behörde auf all« Fäll«„kostbare« Material" liefer» müsse. U«d findet er kW», was durchweg der Fall ist, so sucht er sich solche« zu verschaffe« uad wird zum Agent provocateur.— Da» liegt so w der Measchenuawr! Be« förderuvg, Belohnung— früher zahlte ma» de» Polizist«« sogar„Fangprämie»"—, da» find die Triebfeder» für die Ha»dlu»g«weis« vieler Polizeibeamte»— und giebt ma» ih»«» Gelegenheit, wdem ma» ih»e» da» Ewschleiche» unter falsche« Rame« i» Verein« erlaubt oder gar befiehlt, so dräagt ma» pe auf die schiefe Ebene, auf der diese Leute rascher Bewegung war«», schie« stei zu bleibe» so» Ermü- dung. Sei» gebläunte« Geficht mit den kalte« dunkle» ». f n i rt r» i_____ /l» m_ C. t- f i. A strt» VlCfrstV« WWW �— vo«V-mm VW wvm*.*, die er nannte, eisen Gewinn oder«ine« Verlust für ih» brachte, uad die nachlässige Ruh«, mit welcher er vo» Zeit zu Zeit da« leichte braune Haar au» der Ltiru zurückstrich, bildete«wen selisameu Gegensatz zu de« nervöse», zitternde« Bewegnage» der Andere«. Er hatte allerdwa» auch«««iger Ursache zur Auf. regung, den« wen« auch hin und wieder ein« stark besetzt« Karte zu seine« Ungunsten fiel, so war er doch nnverken». bar vom Glücke weit mehr bevorzugt, al» irgend einer der Mitspielende«. Echo» konnte er die gewonnenen Goldstücke in ganz ansehnliche» Säule« vor sich aufstelle», und fast achtlot schob er die kleinere», vo» de« zitternden Fi»ger» der Spieler zerknitterten Kassenscheine an seiner Seite ,» einem Häufchen zusammen. .Der Doktor hat heut« wieder verteufelt viel Glück", flüsterte ein an der ander» Seite de» Tische» fitzender junger Rru» mit schlaffe», verlebte« Zügen seinem Rachbar zu, ,(* ist gerade, al» ob irgend«in böser Tech für ih» die Karten mischte." Der Angeredete, ew kleiner magere. Fünfzig«, mit un« heimlich bewegliche«, stechende» Auge«, antwortete«icht so« gleich. Er senkte die Ltder so tief, daß man glaube» konnte, sie seien geschlossen, und»ur ew scharfer Beobachter de« lauernde» Blick aufzufangen vermochte, der unter diesen Augenlider« hervor ans d,« bewegliche» Fwg« de» Ba»k» Halter» gerichtet war, die gerade w diesem Moment eine Kart« aufwmfen. .Wieder gewonaenl" murmelt« er da«» mit eiaem eigeathümliche» Zucke» um die Mundwinkel, uad sich a» seine» Nachbar wendend, fügte er ganz leise hwzu:.Zch fang« a» ,» glaube», daß dieser böse Geist i» de» Doktor» eigene» Finger» fitzt. Noch zwei so verdächtige Bewegung«», immer tiefer hwabgleite« ia de» Sumpf de» gemewge- fährliche» Streberthum».— Oder war etwa da« Auftrete» de» Tehzimpoliziste» Jhrwg, diese».pflichttreue« Beamte»"»icht im höchste» Grade gemeingefährlich? Wen» alle die Arbeiter, bei de««» er seine Provokationen aagebracht hat— und die Zahl derselbe« ist bei de« Gericht»verhaadlu»ge»»icht an. «ähernd ermittelt worden—, seine» Aadeuiuage» Folge gegebe« habe« würden, so wäre«S für de» agent provocateur unmöglich gewesen, die Haadlungen sewer Zöz. lwg« zu überwachen uad dieselbe» rechtzeitig zu deauazirea. Manche derselbe« konnte» ihm au» dem Auge komme» uad die eatsktzliche« Handlunge» auf«ige»« Faust ver- übe».— Nicht de«„pflichttreue» Beamten" ist e« zu danke», daß die gesäete» Drachenzähne»icht aufgegangen, sonder« de» pflichttreue» Arbeiter», welche ihr« Fimilte, ihre Ehre, ihre Sache im Auge behielte» trotz aller Provokatio««». Ihne», die unsägliche» Elend abgewaadt habe», müßte man allerseit« Dank sage», anstatt fie zu verfolge».— Der Fall Zhring-Mahlow aber eathält«ine tief«i». dringliche Lehr« für all« diejenige», welche A-Häager uad Lobpreiser de» SozialisteagesetzeS sind. Ars der fichsischeil Lnnjitz*) Professor Böhmelt, der Direktor de» königlich sächstschm statistischen Bureau», beginnt in der„Sächsischen statistischen Zeitichrist" eine Serie von Ardetien über sächsische sostale Ver. hälwiss, zu veröffentlichen. Wir entnehmen da» ThatiSchliche der folgenden Mitiheilungen über die sozialen BerhZltniffe im Kreise Zittau einer Arbeit v. vchlieben'S(Zilchr. de» sächs. statist. Bureau» 1885, p. 156—190). In Kretze Zittau werden sechzehn verschiedene Arten Gewebe, sowohl feinst« al» aewöhn- Itchste, hauptsächlich Köper, Kleiderttlff«, Schecken, O-lean», weiße Leinwand auf im Ganzen 9255 Handwedstüdien ge- webt. 1225 Handwedstühle ständen am 1. Olkoder 1880 sttll. An diesen Stühlen waren 9413 Haueinvuftrirlle, 12,73 rC'. der Gesammtdevölkerung. und zwar 6734 seldstständtg, 2679 unselbstständtg thä.ia, 7001 Personen deschäsltgen stich deruf»- mäßia, ohne jede Rebenbeschäfttguna. mit der Hrnd wederei, nur 1386 von ihnen hatten Feld in Pacht. Man kann hieraus «kennen, wie unrichtig e» ist, wenn man land. läufig dt« Hausindustrie alSRebendeschäfti. gung der Landwirthschaft betrachtet, ganz im Gegenthcil ist in industriell hochentwickelten Ländern die Landwirthschaft, und zwar nur in recht«enigen Fällen Neben« deschäftigung der H-uStndustrie. *) Wir entnehmen diesen hübschen Aufsatz von Ad. Braun der Wiener„Deutschen Wochenschrift", herausgegeben von Dr. Friedjung. wie ich fie eben gesehe» habe, und ich stelle ih» hier vor der ganze» Gesellschaft al» Falschspieler zur Redet' Die Bemerkung war so leise gemacht worden, daß auch «icht ei» etnzigeS Wort bis a» das andere Ende de» Tische» «drangen sei» konnte, aber seltsamer Weise waren die kalte« laren Auge» de« Bankhalter« gerade w diesem Moment auf die beide» Flüsternde» gefalle», und da» spöttische Lächel», da» für eure Sekunde feine Lippe« kräuselte, schien fast darauf hwzudevte«, daß er de» Inhalt ihrer Worte vo» ihre« Mit»«» abgelesen Hab«. Er mischt« mit derselbe» Ruh« wie vorher, die Karte» fiele« und— er hatte ver« lore». Der kleine hagere Beobachter wollt« seinem Nachbar eben wieder«i»e Bemerkung zuflüstern, al» ei» Klopfe« a» die Flügelthür ih» und die übrige» Spieler hoch aufhorche« ließ. Der weißhaarige alte Man« am Ende de» Tische« war zuerst erschreckt aufgefahren, al» sich aber da« Klopfe» noch einmal uad i» einem ganz eigenthümlicheu Takte wiederholte, schwand seine Besorgniß, uad mit schleppende« Schritte« er selbst«ach der verschlösse»«« Thür, um sie zu ff«««. „Gute» Abend, Herr vo» Lüttner I Gute« Abend, meine Hene»!" tönte ihm eine etwa» heis.re Stimme entgegen, und ei« wohlbelcidier, älterer Herr mit weingeröthetem Ge. ficht und kleine« blinzelnde» Auge» trat ia da» Zimmer. .Ich habe die Ehre, heute Abend«i»e» gute» Freund i» Ihre» Krei« einzuführea, meiae Herren", fuhr er fort, in« dem er auf eine» junge» Ma»» deutete, der hinter ihm die Schwelle überschritte» hatte,.Herr» vo» Braadenstei», dem e« ein Vergnüge» sei« wird, sich a» unser« zwanglose» uad gemüthliche« Zusammenküastea zu betheil, ge» I— Wollen Sie»icht gefälligst etwa» zusammenrücke»,»»eine Herren?" Für eine« Augenblick hatte» sich alle Bticke neugierig forschend dem neue» Ankömmling zugewendet, der nicht ohne ei«« gewisse Verlegenheit zu sei» schie». AI» ma» aber erkaaat hatte, daß die Erscheinung de» hübschen uad elegaate», wen» auch etwa» bleiche» jungen Manne« durch. au»«icht» Mißtraue» Erregende» darbot, richtete ma»»ach flüchtiger B-grüßuag und schnellem Zusammenrücke« seine Auftnerksämkett wieder auf da» unterbrochene Spiel. Da»- Der wöchentliche Verdienst bei minddleni iwölf« stündig» r Lrbeittjett war äußttst niedrig. Von W2K Personen »erdlentin mehr all die Hälfte(3013) nur zirka 3 K, 2601 nur 3 bis 5 M.. 83 hatten ein wöchenlliches Einkommen von 4 bis 5 M., 229, alio nicht einmal der 25. Theil. verdiente sich pro Woche 8 bis 10 M. Da da» Jahr 1830 einen sehr schlechten Geschäftsgang hatte» ist es sehr angenehm, daß diese Daten nicht allein stehm und durch Verglelchung mit den ganz neuen vom Jahr« 1885 an Werth gewinnen. In den letzten fünf Jabren war die Zahl der Hand« weder um 713. das find 757 z:Ct., zurückgegangen. Dt« Zählung vom Jahre 1880 weist ferner 6734 kelbstständige Handweber auf, die vom Jahre 1885 aber nrn 6360, also trotz deS verdefierten Geschäftsganges sanken immer mehr Hausindustrielle in das Proletariat, for- derte die kapttalisttsche Produktionsweise unausgesetzt ihren Tribut. Die Wahrnehmung, daß fich die I u g« n d von der ab« sterbenden Hausindustrie abwende, wurde auch in den Hauptzentren der Weberei in Zittau konstalirt: daß in ganz unbedeutenden Orten die entgegengesetzte Erscheinung beobachtet wurde, ist ziemlich belanglos. Die Hausindustrie, in den meisten Zweigen ökonomisch unhattbar, verfügt immer weniger über einen ewgeardetteten Nachwuchs und geht ihrem Untergang« entgegen in Zweigen, wo fie auch aus besonderen(künfilmschen und ahnlichen) Gründen weite: d< sieben lönnte. Wie gering der Nachwuchs, ersteht man auS der Thatsach«, daß gerade bei der Weberei dt« ätteren Lkdelter überwiegen. Von 9Z9 Hand- wedern hatten nur 133 das 30. Jahr nicht erreicht, dagegen standen 451 zwischen dem 30. und 50., und 365 hatten das 50. Jahr schon überschritten; dabei entzieht fich das männliche Geschl'ckt noch weit mehr der Handweberei olS das weibliche, denn 61 Männern unter 30 Jahren standen 72 Mädchen und Weider gleichen Alters gegenüber. Von den acht über 75 Jahre allen Webern hatten zwei eine" Verdienst von über 525 M.. drei verdienten 125 bi» 200 M., einer 87 und zwei unter 50 M. Die so niedrigen Löhne find aber nicht Ursache des Alters, sondern der tief« traurigen ökonomischen Verhältniffe. Die meisten HauSweber konkurriren mtt der auf der Höhe der technischen Entwicklung stehenden Jadrtkstndustrie, der Einzelne mtt unvollständigem Werkzeuge gegen die große Maschine, es ist das Bild vom Wettlaufe der Schnecke mit der Lokomotive— wie lange noch die Schnecke Athcm behalten wird? Wer weiß es, doch allzu lang« stcherlich nicht. Wie soll«we industrielle Bevölkerung bei ihrer GewerbethStigkeit verbleiben, wenn Taglöhn« von M. keine Seltenheit, solche von 1 M. zu den deneidens« roerthen gehören. Einen besonders tiefen Stand haben die Frauenlöhne; so verdimtm von 128 Weberinnen bei einem und demselben Fabrikanten 37 weniger als 100 M. jährlich. 70 100 bis 200 M., 18 200 bis 250 M. und nur 3 wehr als die letzte Summe, und dies find nicht Reinerträg« niste, davon gebt manchmal Spulerlohn, Schmiermittel, Re- paraturen deS Webstuhle» u. A. noch ab. Die Löhn« der Männer find zwar bester, aber noch immer von bedauern!« werther Niedrigkeit. So v«dienten von 98 Webern beim gleichen Fabrikanten 7 unter 100 M, 17 unter 200, 21 unter 300, 23 hatten«in Einkommen von 300 bis 400, 13 von 400 bis 500 und 17 von mehr als 500 M. Di« Weberei als Hausindustrie wird in der Regel von der ganzen Familie detrieden, waS dem Wesen dieses Betriebs fystems entspricht und die traurigen Eintommensveihältniste gleichzeitig ökonomisch ermöglicht und erklärt. Von 15 Haus« wederiamilien hatte eine ein Einkommen von 200,«in« von 200 bis 300 drei lebten von 300 bis 400 M.. fünf von 400 biS 600 M, und ander« füns hatten ein höheres Ein» kommen, ein« von den letzteren sogar von 755 M; das hohe Einkommen erklärt fich dadurch, daß ein Sohn fast ebensoviel wie der Bater verdiente und noch nicht aus der Familie aut» geschieden war. Di« höchsten Lohnsätze der Weberei hat die Damastweberei, die W hrzahl der Arbeiter hat aber auch dort ein geringeres Einkommen als das durchschnittlich« des Fadrilarbeiters. Von den Weibern erreichte keine den Lohnsatz von 300 M. Von den 84 in einer Damastweberei beschäftigten Personen hatten 27 ein Einkommen von 75 bis 300 M., 36 ein solches von 301 bis 600 M. und 21 ein höheres Einkommen, welches in vier Fällen sogar 800 M. überstieg und in einem Falle 1270 M. erreichte. Solche Fälle von recht gutem Einkommen find in der heutiaen HauZwederei ganz vereinzelt und eben deshalb von aar leiner Bedeutung. Da! Einkommen der auf Stück« lohn Arbettenden ist ziemlich gleich den auf Tagelohn Arbeitenden, besonders schwierig ist hier Netto« und Brutto. Ein« kommen zu scheiden. Im Allgemeinen ist der Nominal« lohn seit 1864 gestiegen, wenn auch nur in ver« «inzelten Fällen um 25 bis 35 pCi. Leider bedeutete diele«Lohnerhöhung" nicht die Möglichkeit einer befferen Lebenshallung, im Gegentheil der Reallohn ist tief gesunken, denn Mirthe und Lebensmittel find in der gleichen Zett weit selbe ging ganz in der bisherigen Weise wieder for«; aber die Gunst d«S Glücke« schien sich seit dem EinKitt der beide» neuen Gäste vollständig gewendet zu habe«. An« sang« waren die Gewinne, zumeist zum Schade» de« Bank« Halter«, hierhin und dorthin gefalle» und namenilich vor dem hagere« Fünfziger hatte« fich wieder ganz ansehnlich« Häufchen edlen Metalle« gebildet, dann aber heftete fich das Glück mit wunderbarer Beharrlichkett an die Einsätze des Herr« von Brande« stein, und je tollkühner er, der anfänglich nur ganz geringe BeKSg« gesetzt hatte, würbe, desto gewaltiger wuchsen die Summen, die ihm der Doktor zuschob, desto mehr schwanden die Gold« Häufchen und schwand das Häufchen von tkafsenschkine» zusammen, welche der Bankhalter selbst bis dahin vor sich gehabt. Noch eine halbe Stunde mochte in dieser Weise weiter gegange« sei»; da warf der Doktor einen Blick auf d'e Uhr und sagte in seinem ruhige», leidenschaftS» lose» To«: „Das letzte Spiel,«eine Herren I Die verabredete Zeit ist vorüber I" Als wollte jeder die launisch« Gunst der Glück«- götttn«och einmal mtt äußerster Kühnheit auf die Prob« stelle«, wurde«»ach diese« Worte» von alle« Vette» größere Summe« auf das grün« Tuch geschoben. Alle» voran mar wieder der jung« Brandenstei», der ohne zu ftähb» fast Alles, was er gewonnen hatte, ans eine» d« Felder setzte. Mtt gespannteste, Aufmerksamkeit hinge« alle Blick« auf den Karte», die schnell durch die Finger des Bank« Halters glitte». Todtenstille herrschte für einig« Sekunde» und erst als die fi-berhafr erwartete Entscheidung ge« falle« war, macht« sich bei jede« die gewaltsam zurück- gedrängte Erreguna in einem Ausruf oder in«wer ärger- liche« Bemerkung Luft. Herr von Brandenstei« hatte ge« wo»««»!— „Ich bin zu«eine« Bedauern nicht w der Lage, Ihne» den volle« Gewinn sogleich auszahle» zn können,' sagt« der Bankhalter mtt unerschüttnlrch«, Ruhe, nachdem n dem Neuling de« letzten Rest de» vor ihm liegende» Geldes aufgezählt hatte.»Wen« vi« mtt erlaube«,»och mehr gestiegen, so daß kotz vermehrten Geldeinkommens»och größere Einschränkung als früher nöchig wurde. Die Wohnung mußt« in 51 von 52 untersuchten HauS Haltungen auf ein« St>.be. eine oder zwei Kammern reduzirt «erden, nur ein« einzige Familie bewohnte»««i Stuben, von 23 Wederfamtlirn zahlen 4 lettre Miethe, 13 M. 10 diS 40, 2 M. 40 bis 50 und 4 noch mehr, eine sogar über 100 M. Für die Beheizung der Wohnung mußten 33 Familien 25 bis 45 M, 10 mehr und 9«eniaer ausgeben. Kartoffetn, Brot und Mehl find die Hauptnahrung?« mittel unserer Weberfamilien, Fleisch kommt in einigen Familien nur zu den hohen Festen oder Sonntag» auf den Tisch, nm 5 von 52 Familien gaben wöchentlich mehr als 81 Pfennige für Fleisch auS, ein kleiner Ardettgeder wurde an einem Wochentage bei seinem MittagSmahle betroffen, daS in Kartoffeln, Quark, Brot und Milchkaffee bestand. Nur bei 40 von den 52 Familien fanden fich Ausgaben für beschetsene Vergnügen. Wirthshausbesuch, Tabak ,c. Per Kopf des schulpflichtigen Kindes beträgt daS Schulgeld 6,53 M., dieses mit eingerechnet kamen 17,05 M. an Staats» und Gemeindesteuern aus die Weberiamili». Nicht einmal ein volles Drittel der untersuchten Haushaltungen tonnte Beträge für Lebens» und Krankenoerficherung oder§ür Vereine aut« geben, selbst die Letheiligung an der odligatoiischrn Kranken« verstcherung seitens der Handweber ist eine seh: geringe, von LettrSgen zu sonstigen Wohlfahrtseinrichtungen konnte nichts entdeckt werden; die Weder werden zwar alt sehr sparsam ge- schtldert, fie haben aber leine Ersparnlfie. Wir haben nach amtlichen Aufnahmen, die zwar zum TheU Anlaß zur Kritik bieten, aber im Ganzen fich» richtig, jeden« fall» kein« beadstchtlgte. sondern eine nothgedrungen« Raleret Schwarz in Schwarz find, die Lage der Handweb» in Zittau geschUdert. Wir tbaten dieS, um möglichst fichrre Daten üb« die Lage ein» Weberbevölkerurrg bieten zu können. Wir glauben, daß die hunderttausende Handw'ber in Oesterreich und Deutschland fich m ziemlich gleich» sozialer Lage befinden; daher ist die Untersuchung, ob Aussichten für eine Besserung dirser Vnhällniffe extstiren, von größter Wichtig« lett. Von allen wirklichen Kennern der Hausindustrie muß diese Frage unbedingt verneint««den. Die Handwederei ist im Absterben begriffen, überall, so auch im Kreise Zittau, ver- drängt die mechanisch« Weberei unausgesetzt die Handwederei. Die mechanische Weberei wird immer mehr technisch vervollkommnet und zieht frische Arbeit» in ihre Fabriken; so stie, die Zahl der Arbeit» in den Ztrtaucr Wrd« tabrilen von 5059 im Jahre 1883 auf 6659 im Jahre 1885. Die niedrigen Lohnsätze, daS relativ geringe Rlstko bei d» Handwederei veianlaffen die Unternehmer zu einer für die Weber sehr gefährlichen Uederproduktion. Zeitm langer Ar- dettSlofigieit find die Folgen. Moden und Konjunkturen treffen die Handwrberei stärk» als die mechanisch». Die Unmöglichlett, vom Rechte der Freizügigkeit Gebrauch zu wachen, dir größere Abbängigkeit des Arbeiitl» vom Kapitalisten trotz scheinbarer Selbstständigktit tragen mit zu diesen rramtgrn Berhällniffcn bei. St ist im höchsten Grad« detrüdenS, aber auch leicht er- klärlich, daß alle bitherigen Versuche, die Hausindustrie und die Lage ihrer Arbeiter zu heben, den Weg der Entwicklung gar nicht beeinflußt haben. ES haben ArbeUSstuden und Lehr» lingSwerkßätten, Wedschulen und LchnlicheS, wie fie irr Dachsen und zum Th-U auch hei unt entchtet würben, gar nichts ge« nützt, und ebensowenig Erfolg hätten Zünfte. Nicht indem wie frühere, adgestorben« Formen galvanistren, können wir unS der stegreichen Entwicklung de: Großproduttion entziehen, sondern nur, indem wir, soweit et überhaup? möglich ist, kon- genial« Formen wählen. Die Großproduktion, aber in d» Hand und unter der Leitung der Arbeitn selbst, nicht die kapitalistisch ausgebeutete, daS ist die BrtriebSform der Zu- lunst._ Politische Ueberstcht. Wie seor fich verschtedeve Politiker die Köpfe der Sozialdemokraten zerbrechen, geht aus einer Nachricht her» vor, weiche, in Leipzig aukgeheckt, mtt Fluggeschwindigkett ihr Nest in zahlreichen, auch in Berliner Zeitungen gefunden hat. Ei wird nämlich behauptet, daß in der sozialdemokratischen Partei Erwägungen stattfänden, ob nicht dl« im Freiberger Prozeß vermtdeiltcn ReichStagSabgeordneten ihre Mandate nie- Verlegen und Neuwahlen veranlaffen sollten, um die entstan- denen Lücken für die nächst« Sesfion auszufüllen. UnS ist zon solchen Erwägungen nichts bekannt. Eine gering« Verschiebung zu Gunsten d» rechten Sette findet alletdtngS bei allgemeinen Abstimmungen statt, wenn sechs Abgeordnete der Linken ihr Mandat nicht ausüben können, für die parlamentarische Taktik der soeialdemokratischen Fraktion aber fällt daS Fehlen der sechs Mitglieder nicht ins Gewicht, so sehr man daffrld« auS andern Gründen beklagen mag. Zur Stellung von Anträgen ist die sojiawemok' misch: Fraktion mtt 19 Mtgliedern noch immer stark genug und zu seder anderen selbüständizen Aktion im Reichstag genügen auch noch nicht die 25 Stimmen, üb« weiche die Sozialdemokratie seither verfügte. Dazu müffen für«ine Stunde in Ihrer Gesellschaft zu bleibe», wkd unser« Rechnung indessen beglichen sein." Die Worte waren, kotz ihre» verbindliche» To» es, mit etver so kalte» Bestimmtheit gesprochen, daß sie�jedea Widerstand auszuschließen schiene«. Brandenstei«, der noch immer besangen war, verbeugte fich schweigend und schickte stch dann, dem Beispiele der übrigen Anwesende» folgend, zum Aufbruch an. Man ging fichtlich verstimmt auteinan« der, ohne Brandenstei» zu beachte«; selbst der Herr, welcher diesen hrer eingeführt hatte, entfernte fich ohne Gruß, und der Einzige, der fich von ihm verabschiedete, mar der kleine hager« Fünfziger. Derselbe trat dicht an ihn Hera» und sagte mtt beiß.udem Tone: „Gute Nacht, Herr von Brandensteini— Ich wünsch« Ihne« Glück zu dem erste» ausgezeichnete« Erfolg! Da» nächste Mal wolle« wtt Ihrem Freunde etwa» schärfer auf die Finger sehen!« Eine dunkle Röthe schoß tt» die bleiche» Wange« Brav« denstein's; er machte eine rasche Bewegung auf de« Sprecht«» de« zu, und seine beabfichtigte heftig« Erwiderung würde sicherlich«och da» Ohr de» rasch Davoneilendea erreicht habe», wen» fich nicht gleichzettig von hinten her«ine Hand Sst und energisch auf seine Schnlter gelegt und ihn zum «wende» veranlaßt hätte. „Nur Ruh«, mein lieber Curt," sagte der Dottor, der jetzt dicht an ihn herangekete« war,«ad dessen kaltes Aug« sich fest in da» seinige heftet», ,eS ist mitunter rath« samer, eine Beleidigung einzustecken, als ihr bi» auf die Quell«»achzngehe». Was kümmert uns das Gerede dieser Leute?" Brandenstei» sah ihn halb verwundet, halb entrüstet an. Jetzt machte er sich hastig von seiner Hand los und sagt« scharf: »Ich weiß nicht,«ein Herr, wodurch Sie fich de- rechtigt glauben, in einem so urangebracht verkauliche» Tone mit mk»u spreche«. Hinfichtiich der Bedeutung Ihrer Worte darf ich mir wohl eine näher« Erklärung er« bitten 1" Der Dottor lächelt« überlege«. .Nicht hier, mein Freund i- Das ist ei» Ort. an erst die nächsten allgemeinen Wahlen helfen.— Sine zweite Nachricht, daß die Perurihettten die Wiederaufnahme de» Per« fahren» beantragen wollen, deruht aus besserer Information, obwohl die Thatsach« noch nicht feststeht. Dadurch aber wird der V-rlauf deS ProirffeS nicht ausgehoben; das Urthrti iß am 14. Oktober rechtskräftig geworden und wie wir vernehme«, wollen die Vrrurtheillen, so rasch als möglich, wohl gegen ErrS« Oltoser ihre Haft ssmmtlich antreten. Es wird weiter Sttmmnug für ei« internaftonaleS Anarchistevgesetz gemacht. Unter„Oesterreich. Ungarn" w-rdni unsere Leser eine dahingehend« ungarisch« Aeußerung si iZcn und auch aus England liegt heute eine neue Nuelaffung vor. Der konservative„Standard" schreibt nämlich:„DK En«?'« und Hartnäckigkeit d« Dynamttmden scheint etcvaZ mehr p» verlangen als die vereinzelte und«..zusammenhängend« Skv theidigungsmethade, die von jedem brdrohkn Land« gegen st« zur Anwendung gebracht wird. Di: Zeit muß kommen, unb zwar bald, daß Gemeindewesen sich an ihre Nachbarn wenden müssen, um sich mitthnr» «um Schutz von Leben und Eigentbum gegen die bösartigen Versuche einer Körperschaft zu verbinden, die kein« Bande der Vrnvandtichast, keine Ansprüche deS Vaterlandes und nicht einmal dl« Bande von Klaffen anerkennt. Di« Dynomitarden haben kein Vorurthdi zu Gunsten dieser oder jener Natumalität, dieses oder lerne* Volke». Sie find in ihrem Haffe und in ihrer Wuth so u»- parteiisch, wie Gewitterstürme oder Erdbeben. Heute suche« fie ein Land zu schädigen und morgen ein andere»; und i' verschiedrner und entfernt« die Schauolatze ihrer Operations« von einander find, desto mehr hoffen sie. Kontinente mit Schrecken und Unruhe heimzusuchen. DK einzig wirkrmgSvolü Taktik der Regierungen und d« Gesellschaft gegen diese koS»» politischen Gegner destebt darin, daß fie fich ein Blatt aut deren Kod-x borgen. Faa est et sb hoste doceri(auch rwS Gegner soll man Innen), und ziottifirk Staaten dürften«« den Aposteln deS Dynamits dir ungeheuren Bortheile lern«, die aus einer Vereinigung«wachsen, welch« stet» StA» bedeutet. S trade so wie die Dynamttpartei gern jedes Laak abwechselnd angreifen und einschüchtern möchte, so solltck alle auf dies: Weise bedrohten Länd« unt« stch ein« de feS sive, und selbst eine offensive Liga dilds Abgesonderte und sxasmodtsche Aktton ist nutzlos. P Dtznamit« Banditen sollten bis in ihre Höhlen v«folgt uf daraus ht.vorgedetzt werden, und man sollte fit fühlen la« daß dk ganze Wrtt geg-n fie in Waffrn steht. Auch wlrM stcherlich eine dringende Frage werden, wk viel Dulvvng dieft gedungenen Liberttns gestattet««dm soll, deren Schrift» und Reden deutlich und zuweilen»rablerisch dm Zweck r# folgen, die Dqnamtt. DeSperabos zur Ausführung ihrer Z'« störungSplänr auftuieften. DaS unlängst über die Anarchist«� in Cbilcgo gefällte TodeSmtheil ist eine gute Vmbtdeuiirt für dk Sache d« gesellschaftlich-n Sich«hett; dmn der Gary nahm keinen Anstand, nach dem guten attm Prinzip P handeln, daß Diejenigen, welche zum Morde anreizm, fcW als Mörder zu betrachten find. Dieses auSgtzeichnete Beist� auf der anderen SeiK de» Atlantischm Ozean« sollte in Eutrtt bei der ersten fich dardhtrnden Gelegenheit nachgeahmt werbc«' MöziicherwrisrAVtirfte dieselbe durch die Anstift« der rnttk* genen Dynamik Verschwörung, die Wim in Asche Kgm S«boten werden. Anarchie ist ein Feind, mtt dem nicht unt� andelt w«den kann, und der fcinrn Pardon per dient. Gesellschaft erwacht allmälig angefichtS dies« Grfahr. 6« wird strergsre Maßregeln alS die biSheriam arrzurvenSen ha!� wenn der Feind des vnivnlumS miwaffnet w.-rdm loll.' DaS Ministerium Sallibury, welches b*, �Standard" nicht ferne stehen soll, hat aÜtk Grund, demFürstenviSmarck gefSllia zu i«� England leistere bisher dm Havptwidnstand gegm«in nationales Ausnahmegesetz: da» England Salilbtuy'»*:- vklleicht versuchen, durch Entgegcntommm nach dies« RisbM da« Peinliche seiner volitlschm Jsolirunz zu mild«», u-S Flft Bismarck wird gewiß nicht verfehlen, da» Ersen zu schmiev� so lange eS heiß ist. W t r g l a u d e n d e« h a l d, d a ß d> erwähnten Auslassungen in ihrer Bedeutv«' nicht,» unterschätzen sind. Die Zentrumkprrsse den Provinz hat schon mehrt» offen ihre Synipathim für da» Sozialistengesetz bekannt. langt die frommen Klerikalm seid« noch unt« der g«�? thätigm Politik Bismarck» litten, haben fie freilich alle% nahm-maßregeln bekämpft, seitdem fie wird« in Ruh«% StaotSlrippe fitzen, scheinm fie ander» zu denken. So s«�? heute d«„Westfäl. M«kur":„WK hatten die drM Politik gegenüber dm fozial.revolutionärm Patteim sü', einzig richtige. Nirgend« find die Revolutioräls. zahm, so anständig, so bescheidm, als in Deutschland, urtd«�. wir der Wahrheit die Ehre geben«ollen, so müffen wir(«% daß daS hauptsächlich dk«iSmarck Puttkamn'sch« Erzick� zu Weg« gebracht hat. An ihren Früchtm soll man ousb L Politik«kennen, und wenn wir behaupten, daß BiSmar» dsuischen Rothen wehr eingeschüchtert hat. alt man tn l'L anderen Lande d« Welt bei ihren Gestnnungtgenoffen � 5 dem ich»«cht gern über Gebühr verweile; aber V noch(in Stündchsu oder«ehr bei einand« bleibe«� den, ist Zett ger.r-g für alle mögliche» Erklärungen. denke, wir werde» un» ohnehin Manchnlei zu Habs»." „Zum Henker, mei« Herr,«icht» habe» wir erzähle»!— Wen glaube» Sie de«« eigmtlich vor M habe»?" � „Nun,»»» fl»b«s als Meine» liebe» Freund und � brud« Curt vo» Brandenstei», de« arbeUSsch«»«» v». kollege» au« d-r Prima uns««» gesegnete» Gymoafi'� de» Bundesgenosse» manche« ebenso lustige» wi« schickie» Zugendstre ch-S I Solltest D» wirklich Paul Aa>« ganz v rgesse» habe»?' „Wie— Ramfeld?- Ich hätte Sie w de» »icht erkannt I'« „Warum da» kalte Di«, mein lieb« Eutt* j wirst Dich doch«icht etwa Dein« alte« Schulfte»«� schämen?" „£», durchaus nicht,"«widerte Brandenstei» mtt «vfichtt« Stimme,.ab« wk haben uns fett so.'A Zett nicht gesehen, und diese Begegnung ist üb«dies s» raschend—'.m „Daß Du nicht gleich die alle Vertraulichkett A fisden konnkst s— Ich versteh« da» vollkommen. »«ß gestehen, überrascht hat et auch«ich, daß ich in dkssn Kreis eintreten sah.' Brandenstei««nöthete und sucht« sein« iheii hinter«ine« gezwungenen, leichtferttzen Lächel«" bergen. � „Nun,«an will eben Alle» einmal kennen sagk tt.»Zu« zweiten Male nxtb« ich auch wieder hierherkommen." Der Dottor lachte spöttisch auf. zcf „Möchte auch nicht sonderlich rathsam M&W Freund!— Oester als einmal darf man fich derarttg'� wohl nicht ei laude», und da» muß wahr seht—, Haben wir et an diesem Abend geirkben.". J »Ich»«rstkhe nicht, was Du damit sag" Ramfeld.' 1876/77 380 Millionen Mark III 11:: 478 «Kd. so frage««i, jeden Unbefangenen: Ist da> wahr, oder ist bat nicht wahr f— Ali wir neulich ein ultramontane» Blatt festnagelten, weil«» den Eotialiften gegenüber nach Politti und TefSngnih schrie, bemerkte uns ein andere» rheinische» Zentrum»»rgan, seldstonständlich stehe ihre Kollegin gan» ilolirt da und niemand würde ihre stluslaffung dilligen. Heute fingt der einstutreiche„Wests. Merkur" ein Preiilted auf die«VUmarck-Puttkamer'iche Erziehung!" Wenn da» so fortgebt, so soll e» un» nicht wundern, bei den nächsten De» bane« über da» Eozialistengrsitz da» ganz« Zentrum auf der w.„ d«r Regierung zu finden. E» scheint überhauvt, al» ob da» Zentrum selbst die Nationalliberalm an Schmirgsamkeit und Befinnungblostgiett noch übertreffm wolle. Da»»«wachse« der Rilitärau»gabev und die Finanz' � Reich». Der Stuttgarter„Beobachter" hat stch be- müht, die Auigabm für da» Heer und die Flott« Deutschland» in einer Tadelle überstchtlich darzuftellm. Darnach detrugm die Autgaben im Fahre: 1873 1874 1875 (Ve Fabre) 1877/78 1878/79 1879/80 1880/81 1881/82 1882/83 1881/84 1683/83(nach dem®taf) 1�6/87(nach dem Etat)„„ ,. Fr dieser Summ« ist nicht inbegriffen: ersten» der Reich»« kriegt schätz von 120 Millionen Mark im Fuliuilhurm zu Spandau: dl« Frage, wohin die ü Milliarden der ftarzöstschm «uegtentschädigung gelommm find, wollen wir gar nicht de« antworten.-- Die Zölle und indirektm Steuern, welche da» Reich vereinnahmt, iinv von 164 Millionen im Jahre 1872 auf 391 Millionen in 1886 gestiegen; die Reichtschuld en(selbst» redend ohne di« Staattschulden der Ein�lstaatm) betrugen 1874 vier Millionen, 1885 dagegen 621 Millionen Mark. Die versteckte Schutzzöllaerei scheint im intemattonalen Berkehr eine immer giötzere Rolle sptelm zu sollm. Zunächst find et gesundheitliche Rückstchten, von denen ja Deutsch- land bei dem Einfuhrverbot de» amerikanischen Schwrine« fleische»«wen so sehr zur Nachahmung reizendm Gebrauch «macht hat, welche immer schärfer in dm Handeltverkehr von Land zu Land einzugreifm beginnen. Mit Recht beklagt man stch nach der„Pos. Ztg." z. 8. deutschersest», dah man in Frankreich bei dem importirtm vier, welche» man al» salizylsäurehaltig und darum a!» gesundhrittschädlich bezeichnet und von der Einfuhr autschlieht, nicht einmal den Zoll für die kor stizirte und weggeschüttete Waare wieder herautzahlen will. Ein andere» Mittel der Einfuhrerschwerung ist da» Verbot der Anwendung au»landischer Firmen. In , der„Köln. Ztg." zugegangmen Korrespondenz wird �0I Export deutscher Luxu»papiere nach Frankreich fest mit Vernichtung bedroht sei. Die feinerm Vriefpapiere, um we che e» stch dabei handelt, werdm meisten» in kleinm Pappschachteln geliefert, auf denen dt««vuffe de« betreffenden französischen Detatlhändler» unter Anfahrung der von ihm feilgehaltenen Waaren aufgedruckt ist. Ohne diese Geschäftöempfehlungm, welche keine»weg» Bezeichnungen de» Ursprung» der Eizeugntffe find und lediglich im Auftrag« und Interesse der französischen Detaillisten angewendet werden, find die dezeichneten Papiere nach dem bestehenden Handittdrauch ganz unverkävflich und die Handhabung de» Elnfubruerdotei fremder Waare unter franzöfischer Mark« droht somit den ge» nannten Zweig de» deutsch« Geschäftsverkehr» mit Frankreich S«ad«zu zu vernichten,„so daß— also heißt e» in der„Köln. tg."— der Zweck der stanzöst'chm Papierfabriken, stch ihre» deutsch« MUdewerbe» mit Hilfe»er Regierung zu entledigen, erreicht erscheint." Der Korrespondent de» rheinischen Blatte» findet diese» Verfahren„unschön". Ader die gleiche Bezeich« nung wird stch mit nicht minderem Rechte auf manche in Deutschland getroffenen Adsp-:rung»wc>ßr-geln anwenden lassen, und rvenn einmal über allerlei Einfuhr chikanen Beschwerde ge» führt werdm soll, so wird da» Deutsch« Reich, wo man nicht allein durch Zölle, sondern auch durch Interpretation de» ge» srtzlich festgestellten Zolltarif», durch Eisendohntarife. durch fanitätSpoltzeiliche Emsuhrverbote, durch Verwaliunpivor. schriften»c. die ausländischen Erzeugnisse direkt«»»zuschließen sucht, am wenigst« al» Kläger auftreten können. ., R«f 13- Oktoder, erhält dt.„Verl Ztg." folgende PlioatmittheUung: Der au» den hiestzen Tumult« dekannte Polizeisergrant Hubrich, der stch für die vakante Stadt»achtmeisterstelle nach Ragntt bei Tilsit gemeldet hatte, hat nunmehr, nachdem er dort gewShlt und sein Ent. laffungkgesuch hier genehmigt worden ist, mit Schluß de» ab. «lauf«« Quartal» seine hiesige Stellung verlass« und ist bereit» nach Ragntt abgereist. Bezeichnmd für dm Grad der „Wirklich«ich»?— Du zeigst ja eine rührend« Un» schuld, lieber Cart. Aber still, ich höre«nsere» lieb«»» würdig« Wirth heranschlurf«. Laß un« gehen l' Damit hitt« er sein« Arm ohne Weitere« t« de« de« halbwider» strebend« ju«g« Manve» geschoben und ihn zum Zimmer > 8e»og«. Schweigend schritten fie die h-ll er» �ppichbelegte Trepp« hinunter, und erst al« fie l)e* dunkl«. mmsch«leer« Straß« angekomm« Uatcrhaitu halblauter Stimme die rasch«aterbrocheue WM Geficht an;«, kam mir unsere alte Freundschaft i« d« Stau und mein Entschluß war gefaßt, Dir zu helfen— Du weißt doch, wa« man beim Spiel« da« Glück korngire» n«nt, mein Jnnge s" Brandenstet« macht« ein» heftig«, aber fruchtlos« Versuch, sich vo» dem Arm seine« wieder gewon««« Freunde» zu befrei«. Ramfeld zog d«seld« nur«och fester a» stch und fuhr schnell fort: „Keiee wgeudhafte Eetrüstuug, wen» ich bitten darf l Wir»olle» um* keine Komödie vorspielen, und im Ernst kann«» Dir doch nicht bestall«, mir gegenüber jetzt,«ach. de« ich Dich au« wer weiß welch' großer Verlegenheit ge- riss« habe, d« zart fühlend« Ritter ohne Tadel zu spiel«. Also ich wollte Dir helfe»»ud ich Hab« es getha«— natürlich nicht ohne auf Dein« Dankbarkeit»» rech»«; d«n da da» Tefindel da«de« schon anfiag, mir verdammt auf die Finger zu seh«, sobald die«arte» ei» paar Mal zu«ein« Gunst« gefall« war«, Hab« ich Dir Aste« zu- komm« lass«, wa» wir un« unter günstiger« Verhäld Beziehung«, in denen stch Hubrich zu dm Spremberger Vor» gängm befand» ist da» ihm vom HUfig« Magistrat au»gestevte Abganplattest, in welchem sich u. A. folgend« Stelle befindet: „Hubrich ist bei aller DienMchtigkett und Pflichtmäßtgkeii, die ihm nachgerühmt«erd« muß, doch auch zu Willkür» lichtetten geneigt, so daß er stch gefall« lassen muß. monirt zu werdm. m v» Au« et»»erbot,«l» Gründe de»»erbo« der in Kaufdeuren einberufm« Volk»versammlung wurden, wie wir gestern bereit» kurz meldet«, von der dortig« Polizetbe- dS,d« angegeben: 1. Der Einberufer ist notorisch Sozialdemo. krat. 2. Der al» R-ferent bestimmte L. Viereck von München tritt durch sein agitatorische« Wirk« für die Zwecke der sozial- demokratisch« Ardeiterpartei in namhaftester Weise hervor, und 3. ist mit Rückficht auf diese Thrtsack« die Annahme ge» rechtfertigt, daß die«nsammluna zar Förderung soztalvemo. kratischer Bestrebungen destimmt ist.— Alle drei Gründe sind wiederholt im Reich»tage al» völlig un- zutreffend für ein Verbot bezeichnet morde n und zwar von dm Führe« der Majorität. Die„Förderung soziatvemotrolischer Bestrebungen" ist durch da» Sozialisten gejetz überhaupt nicht verboten— man hat«» also hier nicht mit einem auf da» Gesetz gestützten Verbot zu thun. sondern lediglich mit einem polizeilichen, welche» sich zu Unrecht auf da» Gesetz stützt- Antzgewtese« wurde au» dem Leipziger Lelagerungige» biet der Zigarrenarbeiter Hoffmann zu Stötteritz, der rast. lo» für die Sache der Arbeiter lanoe Jahre«bätig war. Ranchverdot für Lehrer. Ruh der„Frankfurter Zig." hat der Direktor de« Dortmunder Gynnafium«, Dr. Wetvner. früher in Darmstad». dem chm unterftelltm Lehrerkollegium er. tlärl. er finde e» unanständig, wmn J-mard auf offener Straße rauche. Dem Wunsch de» Direltor» sollen die Dort- monder Lehrer auch entsprach« Hab«.— Die„Freis. Ztg bemerkt htenu: E» muß ja allerhand Käuze geb«.«der V-r. böte de» Rauchen» auf städtisch« Srraßm find unsere» Wissen» in Deutschland seil dem Jahre 1848 sonst nicht mehr vorgekommen. Strohdächer, welche durch da» Rauchen in Ge« fahr gebracht werden könnten, find m Dortmund auch wohl nicht vorhanden. Berichtigung. Da» Strafurthetl de» Amt»gericht»ratbS Francke gegen den Klempner Emst Götz und G«ossen in Lübeck wegen Siömng der Sonntagifeter durch Verbreitung von Flugblättern und Stimmzetteln(Nr. 236) trifft, wir wir berichtigend demerken, nicht stetstnnige Kolporteure, sondern Sozialisten. Oesterreich-Ungar«. Auch in bürgerlichen Kreis« hält man die polizeilich« Miitheilungen über die»narchtstenverschwörung vielfach für übertrieb«. So schreibt da» radikale, christlich- soziale Wt«er„Vaterland":„Wir find« in dem(polizeilich- osflzlös«) Bericht da» ganze Requisttenverzeichniß der bekannten Schauerromane... geheime Niederlagen von falsch« Schnurr» bärt«, Dolchen, Maikmanzügm, Falschmünzerwerkzeug«: da werden— in eine« Wirth»hause— Sonntagtvorl-sungen über Ait«tat»chemie geHallen und ein« Anzahl Schuster und Weber studirt— glückitcherweise erfolglo»— dl: Kunst, ohne eigene Gefahr Wien an all« vier Ecken anzuzünden und dann in die Luft zu sprengen." Au» diesen»ort« erhellt, daß in d« feudalen Kreisen de»„Vaterland" bezüglich der Verschwörung dasselbe Mißtrauen herrscht, wie bei den Sozialisten und viel- fach in bürgerlich« Kreisen. Wmn aber da»„Vaterland" weiterhin au» diesem Anlaß in kühner Wendung gegm die „Judenpreffe" und gegen den Vorschlag der deutschen Klub» auf Einführung von Arbetterkammern loszi-ht, so find diese Folgerung« offenbar weniger logisch alt die Vermu'hung der Ardeiier, dt« phantastische Nu»schmückung und sensationelle Jnszenirung der fünfzehn Falschmünzer, Gauner und Attentat»« KIlppschüler solle dem im Reich»rath befindlichen Sozialistengesetz zur Empfehlung dienen. Der Reich»rath hat bekanntlich ein Anarchtstmaesetz, welche» die Be- strafung anarchisttscher Verbrechen betrifft, angcnom«; ein »weite» Au»nahmeges,tz gegen dm SozialUmu» im Allg« »ein« findet aber vielfachen Widerstand und ruht in einem Ausschüsse. Schon zu Anfang September wurde die Mitthei» lung einer gewissen angeblich pseudo> anarchistisch« Flugschrift in Wien von dem Brünner Sozialistenorgan„Volliireund" mit d-m neuerlich bevorstehindm Sozialistengesetz in Verbindung gebracht. Für Wim hat übrig«» die» Gesetz keine erhebliche praktische Bedeutung, da hier ohnehin der AuSnahm»« zustand herrscht, in Folg« dl ff« stch auch die sozialistischen und anarchistischen Organisation« zumeist auflösten und da» Soziaiistenorgan„Wahrhril" zu erscheinen aufhörte(zuletzt 20. Februar 1885). Gegenwärtig befindet sich der Hauvifitz de» österreichisch« Sozialismus in Brünn- wo der„Volksfreund" al» Zmtralorgan und neuerdlng» auch„Dle Arbriterstrmmen", jeoe» zweimal monatlich e» sehet n« und von wo soeben d« sehr geschickt gemachte„Oester- reichisch.- Arbelierkal«der für da» Jahr 1887" ausgegangen ist. Demnächst soll, wie die„Köln. Zig." hört, auch in WUn von neuem»ine sozialistische Zeitung ihr Heil versuchen. «iss« schon beim Spiel getheilt hätte». Jetzt werde» wir« i» all« Freu»dschaft»achtriglich thun— da« ist der ga»ze Unterschied 1" „Ah, da» ist abscheulich, Ramfeld, da» ist nieder« trächtig I' „Mag fcstt»' gab der Doktor gleichmüthig zurück, „aber e» iA für un« da» Angenehmste und Lortheil» hafieste gewesen— und da» ist doch schließlich die Haupt« fach« I" „Wenn ich nicht in einer so verzweifelt« Klemme wäre, wen« mir diese« Geld nicht in der That schon al» letzte Rettung erschi«e,— ich würde«ich wahrlich für jede«»atherl an diesem sauber« Handel bedank«» I Hätte ich nur früher«ine Ahnung von diese« el«d« Manöver gehabt I" „Nun, ich wette, Du hättest e« Dir al«da«» eb«so ruhig gefall« lass«. W«» einem der Sttick schon»» de» Hal» gelegt ist, d«kt man nur»och an» Loskvmm«; da hob« die schöne» Redentart« vo» Moral und Ehre verdammt w«ig Bedeutung mehr. Und zudem, wa« Hab« wir den« so Schlimme« geth«? Nicht» Andere», al» wa» jeder vo» unsere» Kamerad« da thun wird, sobald ihm dt« Gelege» heit dazu gebot«»st!— Lass« wir also die überflüsfigen G-wisse»»lk,upel und plaudern wrr lieber in«einer still« Klause«och ei» Stündchen mit ein« �*6i« ging« eb« an einer Etraß«later«e vorüber und da» Licht der Gasflamme fiel hell auf die Geficht« Beider. Brandenstei» war«och bleich« al» zuvor, und tu seiner düster zusammengezogen« Stirn, in seine» fest aufeinander- so«erd« wir Beide aicht viel mit«Lander Hab«," sagte er scharf;.aber da«nser- «eschäst den« doch einmal«rledigt werd««uß, so werde ich«itgeh« I—«»f fünf Minute» I Und ich hoffe,»nsere Wege werd« stch»ach diese» Rächt»icht zu» zweit« Male kreuze» (Fortsetzung folgt.) Der„Pesti Naplo" wM wlffen, die anarchistisch« Ber« schwörung, welche jüngst in Wien entdeckt wurde, reiche auch nach Unzarn hinüber. In Pest und ander« Städten s-sien «ntsprechend« Vorkehrungen äetroffen. Dt« anarchistischen An- schiSge würden den alten Plan betreff» internationaler Maßregeln gegen die Anarchisten nunmehr zur Reife bring«. Also auch in Oesterreichs Ungarn wird für diese« Plan Stimmung zu machen gesucht. Wie bekannt, haben die österreichischen Briek« träger durch eine Reihe von Jahr« sowohl im Retch»raih« al» im Hanvelsministerwm Petittonm um ein« definitive G e- halttregulirung eingebracht, ohne daß ste mehr al» ein« provisorische, von Zeit und Umständen abhängige Zulage erreich« konnten. Di« Briefträger Hab« vor einigen Tagen adermal»«ine Petition, und zwar zum vierzehntm Male über« reicht, und zugleich eine wettere Petitton um destniH»» Gehalts» regulirung an da» Handelsministerium gerichtet. Räch einem vom Ministerium erlass«« Bescheide soll nun die erbetene Regulirung im Zug« sein, nur der Zeitpunkt, wann dieselbe durchgeführt wird, sei nicht zu bestimm«. Dieser Bescheid läßt ein neuerlich«» Verschied« der Angelegenheit befürchten. Nach Allem ruht die Hoffnung der Petent« auf der Unterstützung von Seite de» Reichsrathe». Daß die Unterstützung der Petition auch in dieser Reichsrathtsession von Seite der Ab» geordneten eine kräftige sein wird, ist nach d« gegebenen Versprechungen gewiß zu erwarten; möge die zu fassende Resolution auch Klarheit über den Zeitpunkt anstreb«, welcher den Briefträgern die Erfüllung ihrer Wünsche bring« soll. Diese wackeren Staatsdiener verdienen vollste Berückstchtigung; ihre Bitten find begründet, die Erfüllung derselben ist nur ein Akt der Billigkeit. R« tz l a« d. Nach einer Meldung de«„vztenntk Polsli" sollen die Stadtrepräsentantm von Lodz und Moskau an den Zar«ine Adresse gerichtet Hab«, worin fie auf die Unhaitbarkeit der gegenwärtigen Zustände und auf den Niedergang des Handel« mit Bedauem verweisen und behaupten, daß ein Krieg aus die Finanzlag« Rußland» bedeutend günstiger einwirken würde, al» der bisherige dewaffnele Friede.— Trotz der ergangen« Dem«tis verweisen die polnischen Blätter auf neuerliche Bericht« über auf russtscher Seite an der Gr«ze erfolgte Garni- sonsoerstärkungrn und Vorlebrungen der Effmdahnen zu wei» teren Truppentransporten.(V-rgl. auch„Ballanländer".) Die ökonomische Krtft», in welcher Rußland stch fett Monat« befindet, findet einen neu« Beleg in dem jüngst publhirten Ausweis de» Finanzministeriums über den Stand der Reichifi ianz«. Demna» betrugen die Einnahm« für die ersten 6 Monat« 290 M!ll. Rudel, die Ausgaben 361 Mtll. Rudel, daher da» Defizit 71 Mill. Rudel. Letzter«» dürfte noch größer sein, da die Summen für die im Auslande erfolgenden Kouponeinlösungm der StaatSpaplere anzcstcht» der unzureichend« Deckung bei den ausiänoischm Bankirr» nicht mtt inbegriffen sind. Da» Defi,it oerg ößerte stch gegen da» Jahr 1885 um 41 Mill. Rubel, wa» mit der Aushebung der Kopfsteuer und den gesunken« Z,ll. und Ak,tseeinnahmen zusammenhängt. Es fragt stch nun, durch welchi Mittel der Ftnanzminister da» Defistt zu beseitigen gedenkt. Die viel de- regt« Konverfion der russischen Staatspaptere dürft« anzestcht» drr unsicheren politisch« Lage auf länger« Zeit verschoben sein und et dürfte kein anderer Weg al» derjenige einer neu« Anleihe übrig bleib«. Schweiz. Die Saat, welch« die demsch« Schutzzollpolitik ausgLwut hÄ. fängt an. j-tzt auch in der Schweiz auszugehen. Di« Gesellschaft schweizerischer Landwirthe hat zunächst in einer Resolution gegen die-inseitige Vertretung der Industrie in den V«, Handlungen über die Revision d«» deutsch-schwelz-rtschrn Handelsvertrag«» Protest erhob«. Die Interessen drr Land- «irthschast und des Klring-w-rbe», sagen die schweizerischen Agrarier, fänden keine Berücksichtigung. Sie forde« hohe lanvwirthschaftliche Zölle und Maßregeln zum Schutze de» Kleingewerbe» und proteftirm im Voraus gegen d« Abschluß eine» neuen, für die Schweiz ungünstig« Han> delsoertrage» mit Deutschland, d. h. gegen einen Vertrag, der die deutschen Zölle auf die schweizerischen Exportartikel nicht wesentlich ermäßigen würde. Mit anderen Wort«: vi« schweizerischen tügraricr spekulii« auf da» Schettein der Ber- Handlungen mit Deutschsand, um Raum für eine Nachahmung der deutschen landwirthschaftlichen Zölle zu gewinn«. Belgien. Die Deleairtmoersammlung aller liberalen Fraftionen Brüssel» beschloß heute nach dem„B. T." zunächst die«an» didatur Ronvaux zu vroklamiren, ein«»eitere Verständigung bezüglich eine» gemii.sam« Programm» aber bis nach dem W.hltag hinauszuschieben. Die Sozialisten stell« die Kandidatur de» zu län- gei er Gefängnisstrafe veruttheittm Anseele auf, wodurch die Regierung gezwungen wird, denselben während der Wahl« pertode au» der Haft zu«nllaffen. Ans Knust und Zeven. Elektrisch beleuchtete Stadt. Die Schwor, wald Stadt Triberg, berühmt durch die in ihr und in ihrer Umgegend detriedm« Uhr«febrtkatton, wird auch schon seit vorigem Jnhre durch elektrisches Licht beleuchtet. Das Waffer de? Tribnger Wasserfalle» wird zum Betriede der Dynamomaschine benutzt und nicht alletn die Stadt, sondern auch der hinter derselben in einer Schlucht liegende Fall ist elettrisch beleuchtet. es« verunglückte» Gtimnastiker. vei einer Vorstellung, welche der Trapezkünstler Hold am Dienstag Abend in der Gaieiy.Rustkhalle zu Hinby gab, waren die Ringe, in welck« er mit d« Füß« hing, zu niedrig gehängt, so daß der Un- glückliche beim Schwingen derartig mtt dem Kopfe geg« den Rand der Bühne schlug, daß er sehr schwer verletzt wurde. Blutend blieb er einig« Augenblick« mtt dem Kopfe nach unten hängen, dt» er endlich au» setner schrecklichen Lage befreit und nach dem Hospital geschafft wurde, wo er in höchst bedenklichem Zustande daeniederliegt. O-l zur Beruhigung be» Meereswoge«. Belm Hybographischen Bureau tn Washington find im Laufe de» Monat« v-ptember zwölf Berichte über die Vmutzung von Oel zur Besänftigung der MeereSwogen elngegang«. Da» Mittel hat stch in allen Fäll« bewährt. vegrSbutßsttte« de» Unueusche». Ein« interessanten Vortrag über Begräbnißsttt« de» Menschen im U» zustand« hielt Cartailhac tn der anthropologischen Seit ton der französischen Naturforscheroeriammluna, welch« tn der mtt dem 12. August beginnend« Woche in Raney tagte. Im Jihr« 1830 wurde von tinig« dänischer Anthropologe» zuerst die Anficht vertreten, daß die Urmensch« von ihren Tobten nur die«noch« zu begrab« pflegt«. Crrtaildoc wie» darauf hin, daß noch heute bei manchen wttden Bö! kern diese Gewohnheit herrsche. Auf d«»ndaman« zum Beispiel wirb der Körper der Verstord«« zunächst nur so lange in die Erde g-legt, bis da» Fleisch verfautt ist; dann wird er wieder aus» und die Kk-oche» werden nunmehr für sich bestattet. Nach Eartatihac wurde im ZeitaUer de» R«nthiere» da» wirkliche Begrädntß r.ur dann vmg«»ommen, wenn der Körper de» Fleische» beraubt war. In den Höhlen von Menton»um Beispiel wurden die Leichname destimmt im Skelettgustand« begrab«. Dosseid« gilt sür die Zeit de» polirt« Steines. Im Ganz« glaubt Cattatlhoe, daß die Sttte, die Leichnam« faul« zu lass«, ehe ste«dgillig begraben wurden, eine sehr allgemein« gewesen sei. Krankreich. DU Budgetkommtsston beschloß, die Einkommen' Seit er bi»»um Juli 1887 einzuführen und ihren Betrag auf 15 Millionen anzusetzen. Die Truppen in V i e r z o n wurden auf die Hälfte redr»' ztrt, da die„Gefahr" verschwundm ist. Paul Bert wird im Januar drei Eisendahnlinien in Tongling konzelfieniren, darunter vccninh, Langsong. G r o tz b« i t a«» i e»- In Irland lommt allmältg wenigsten» ein Thell der Trundherren zu der Erkenntniß, daß Pachterlaffe geboten find,«enn im kommenden Winter da» Schlimmste vermieden «erden soll. In der gestem in Dublin abgehaltenen Sitzung der irischen Naltonalliga erwähnte Hartington, daß verschiedene Grundherren einen Nachlaß an der richterlich festgesetzlen Pacht gewährt hatten. Da»„Chamber of Commerce, Journal" spricht fich in einem sehr auiführlichen Artikel über die„Münz frage" dahin au», daß r» fich mit dieser zur Zeit um weit mehr al» VU Jrage der Doppel» oder Gold» oder Silberwohrung handele. Der Umschwung aller wirthschafllichen und Perkehrtverhältniffe wäre in letzte, Z:it ein so großer geworden und sei fortdauernd solchen Wechseln und neuen Ein fl äffen unterworfen, daß lediglich«ine internationale Währung, gegründet auf einen unter Garantie aller kontrahirenden Nationen außgegebenen und von einem äquivalenten Depofitum in Gold und Silber repräsen- tirten Nolenschatz, den wachsenden Bedürfntffm de» allgemeinen Verkehr» entsprechen könnt«. Balk«»lS»»er. Von Sil gewählten bulgarischen Abgeordneten find 50 oppositionell. In 9 Bezirken kam ei tbeil» wegen Schlägereien, theil» wegen Nichtbetheiligung der Bevölkerung nicht zur Wahl. Ein Brivattelegramm der„Lvff. Ztg." meldet: Nach offiziöser Meldung au» Sofia wird in der Antwort der bulgarischen Regierung auf die Not« der dtploma- tischen Agentie Rußlard» ausgeführt, daß der Berliner Der- trag, welcher den Grund per politischen Existenz Bulgarien» «l«gt hat, die Bestimmung enthält, daß eine Notablen ver- sammlu-g in Tirncwo die Verfaffung auszuarbeiten haben wird, welche die Grundlage de» öffentlichen Rechte» in Bul garien zu bilden bestimmt ist. Diese unter Aegide de» kaiser- lich rulstschen Kommiffar» ausgearbeitete Verfaffung enthält 4! Artikel und die Bestimmung, daß Bulgarien in Gemaßheit der Gesetze zu regierm ist, welch« im Einklang« mit den Be- stimmungen der Verfaffung promulgirt werden. Somit kann verfaffungsmäßtg die Gesetzlichkeit oder Ungesetzlichkeit der Wahlen nur mit Rückficht auf die bulgarischen Gesetze be- urtheilt und entschieden werden. Nun verfügt aber Artikel 26 de» in straft bestehenden Wahlgesetze», daß die Wahlen durch die Sobranse selbst für giltig zu erklären find, al» den einzigen und ausschließlichen Richter über deren Rechtmäßigkeit und GUtigkeit. Die bulgarische Regierung hat fich demnach, indem sie die Wahlkollcgien für 23. September(10 Oktober) einberief, nm an die Gesetze und an die von der Sobranje in ihrer letzten Sesston gefaßten Beschlüffe gehalten. Der„stmjer Lwowsli" meldet: Die Nachrichten au» Beffaradien bestätigen die Meldungen über energisch« Modi- Itsirung der russischen Armee. DI« dortigen Eisenbahnen treffen fieberhafte Vorbereitungen zum Heere»» tran»porte. Großes Aussehen erregen die»ahlreichen Verhaf. tungen von Offizieren in der Gouvernrmentsstadt Jarotlaw» die angeblich an«wer Verschwörung gegen den Zar und die Regierung thellgenommen. Der Londoner storrespondent de»„Verl. Tagebl." meldet: Ich erfahre heute au» direktester Quelle, daß da» russisch» türkische Einvernehmen nahezu vollkommen perfekt ist, die ernsten Lesorgnisse wegen der stonsiq uenzen dieser Verständigung, welcher bezüglich E�ppten» auch dU anderen «aiserwächte beipflichten, waren eben der Hauptgrund von Chmchill» Reike. wie ich schon in meinem ersten Telegramm vom 5. dieseS Monat» meldete. Allein Chmchill» Mißerfolg in Berlin bedingt de»balb keinetweg» einen T'.iumpb der von Frankreich speziell bezüglich Egypten» angestrebten Ziele. Die Enttäuschung hierüber, sowU vertrauliche Mittheilungen bezüglich der Anschauung Deutschland» rückfichtlich der in Egypten zu befolgenden Politik erklären dU in jünasten Tagen »Uder entflammt« hochgradige Aufregung gewiffer Pariser stretse gegen Deutschland. Nsie». Dieser Tage«erden die rusfischen Generalgouvememe von Ostsibirien und de» Amurgebiete», General Jgnatie« und Baron storf in Pet«r»burg eintreffen. E» heißt, daß der Auf- enthalt dieser beiden Würdenträger mit dem projektirten Vau der russisch-chinefischen Eisenbahnen in Ber- dindung stehe. E» find drei Richtungen geplant, nämlich von Elatnin-nburg Omsk aber Si ou-lu nach Shanghai, oder von Skaterinenburg über Jrkut»k nach Peking oder van Ekaterinen- bürg über stiachta nach Peking. A«eet?a. Der Gouvernem von New Nor! hat die auf GefSngniß» strafe lautenden Urtheile aufgehoben, dU unlängst gegen mehrere Personen wegen„Koycotten»" verhängt worden find. Bestimmend tür den Gouvernem ist gewesen. daß dU Verurt heilten d» Gesetz nicht kannten und ihr di». heriger L«d de» Slatardetterglwerbe» erscheint seit 1. Oktober tn v» größertem Format Wir können da» Blatt allen Glasarbeitm besten» empfehUn. 8» erscheint alle 14 Tage u«b kostet viertä jährlich 1,05 M. durch die Post bezogen(Nr. 1789 der PostW Streikt. Solingen, 12 Oftoder. In der gestrigen G» neralversammlung de» Messerschleifer verein» wurden* Firmen C. R. Schaaf, M. Pönitz Nachfolger md I. A. W in Streik erklärt. Der Streik bei den Herren C. F. König- Demmellath und Rod. Giersch wurde durch UederÄnkunst 0 ledigt. A« die«lavtermacher und Tischler Dentschlaubl Am 9. Oltober stellte unser Arbettgeder, der Pianoforte-Fad!» kant H rr Franz Gcißler' da» Anerbieten an uns, uns 10 rS vom Arbeitslohn abzuziehen, ttctzdem erst im Frühjahr tti ungefähr gleich« Lohnreduktion stattgefunden. Grund zu dies« Maßregel mag wohl der Konkm» der Hof-Pianotorle Fafn von Hölling u. Spangenberg sein, durch welchen 400 Ardei» brodlo» geworden find. In einer in dieser Angelegenhett gehaltenen Versammlung wurde eine Kommisston von 7 M gliedern gewählt, um mit genanntem Fadiikanten über• Lohnfrage zu veihandeln. Di« Verhandlung hat stattgefunA und zu keinem uns günstigen Resuttat geführt, sondern& wurden von Seiten de» Fabrikanten die Worte in» G ficht» schleudert: e» würden binnen 14 Tagen noch mehrere hiest Fabrikanten Lohnreduftionen vornehwen. Es ist die» leid ouch schon der Fall gewesen in 2 Kinderwagen. Fabriken,«M» die eine Firma ebenfall» schon da» zwette Mal reduzirt V; zwar da» erste Mal 18«Ct., da» zweite Mal 10»5 Kollegen! Ihr«erdet einsehen, daß uns nicht leichtfiark Forderungen dazu verleiten, den Kampf mtt dem Kapttal zunehmen. Wir wollen nur kein« Reduktion« mehr leiden: denn e» find ohne die» die niedrigsten Lo» sitze, welche der betr. Fabrikant zahlt. Wir richten deshald« alle Kollegen Deutschland die dringende Bttte, un» in Dick Kampfe nach Kräften zu unterstützen und hauptsächlich Ztz fem zu hatten, denn e» find hier einige Hundert brotlose j better und mitbin auch viele» Elend. Gelder sind zu seck an Herrn G. Geißler. Mittelstr. 7, Zeitz. Briete find zu se» an Herrn Rud. Kiel, RttUrstr. 10. Zrttz.— Alle aideiterfret lichen Blätter werden um Abdruck gebeten. An die Töpfer von Berlin und Umgegend. legen I Wiederum setzen wir Euch von den heutigen Sf nissm in Kenntniß. Wie Ihr Alle wißt, haben die Gesellen der Tttel'schen Ofenfabrik die Arbeit niedergel weil Hen Titel glaubt, daß die Verhältnisse noch so liq um»ie früher Sommer- und Winterpreise zahlen zu kört Wie Euch bekannt iß. beabstchtigen die Arbettgeder, unseren> ihnen durch Ueterfchrist venindartm Lohmastf zu ndv" und gerade die renommirteste Firma Berlin», die Kunsttö von H. O. Titel, Hoflieferant(jetzt«Nien. Gesell'chaft). fich von der btefigen Töpfer- Innung dazu gebrauchen. Spitz« vorzugehen. und hat sogar nickt da» Mittel geilt einen neuen Lohntarif auszuarbeiten und denfel an sämmtliche Jnnungsmeister zu senden. RoW Berlin»! Ihr wißt, wie schwer e» war. den Lohn durchzusetzen, dm wir sehr mühsam verdienen»fj: um dem Staat, der Kommune und unserer FamilU gertO'J werden. Deshalb ist«» unsere Pflicht, dafür einzutreten, � derselbe aufrecht erhalten wird. Haltet fest an dem Lob™ auf welchen die Meisterschaft fich durch Brief und Unterf verpflichtet hat, denn wenn Jbr heute Euch Euern reduziren läßt, wird da» eine Schraub« ohne Ende. unsere Forderung ist gerecht. Mit kollegialilchem Gruß, Lohnkommisston der Töpfer Berlin» und Umgegend. I' I. Bauschte, Münchedergerstr. 30. Per Telegraph nrtrt meldet, daß von Bukarest der Zuzug fem zu hatten ist- ist dort ein Streik ausgebrochm. Nerrinr«nd Urrsammlunge» De« Kachverein der Retallschraubev., Kaeondrte «nd Berussgmoffen Berlin» hielt am 10 Olloder n; ordentliche Generalveifammlung bei Weick, Alexanderfi� ab. mtt der Tagesordnung: 1. Vierteljahrsbertcht, n. ftituirung de» ArbettSnaedweitbureaut, 3. innere Ang»fv baten.— Der Kaffindlrtcht wurde vom Rmdantm%% Zimmermann erstattet und com Revisor Herrn Tieker deß�Z Zu Puntt ll wurde beschlofien, eine Zentralstelle tür Nachweis zu errichten und wurde Herr jklammke, Krautsp � al» Vertreter de» Arbeitsnachweisdureau» gewählt.* Sunlt III der Tagesordnung wurde auf Antrag dlt>>. lrsch einstimmig deschloffen, dem eisten Schristführtk* Remuneration zu gewähren. J Zentral-Kranken» und Sterbe. Kasse der Tischlt'� anderer gewerblicher Arbeiter� Oerttiche Vetwaitunrt� verlin E. Versammlung am Montag, den 18. d. M., � 8 Ubr, im„Wedding-Part", Müllerstr. 178. T-gelorbA- 1. Abrechnung. 2. Ersatzwahl. 3. Verschiedene Rar gelegen hettcn.«j Freie Bereintgnug der Vergolder«nd" genösse«. Versammlung Montag, den 18. Okiodch.z Scheffrr, Jnselstr. 10 T.-O.: 1. Kaffmderickt. 2. W« 2. Vorsitzenden. 3. Vortrag. 4. Verschiedenes. j Kachverei« der Former und verwandtm Beruf»««?? Für den Norden Berlin» werden die Beiträge zu jede» S.« Empfang genommen bei Herrn Splettstößer, Weindeigsw« für den Südm Berlin» Sonnabend» nach dem 1.% jeden Monat» von 7 di» 9 Uhr bei Herm Sodtle. � straße 123..a i Ganveret« der Raler Berlin». Dienstag, den � m-----.-------- tober, Abend« 8% Uhr. in Gratwett'» vterhallen. dantenfiraße 77—79, Gmeralverfammlung. Tagest 1 Kaffmd»richt. 2. Aufnahme und Verlesung der neufss glieder. 3. Wahl eine» Beisitzers. 4. Fachschule. 5. faffung über den Antrag Hamburg*. 6. AbrechnM» Kränicken. 7. VerschUdme» und Fragekasten. Alter LouisenftSdttscher Handwerkervereta.■ abend, dm 16. Oftoder, in Otto'» Restaurant, Adalberts Vortrag de» Herm eavä. med. Leo Stlberstein über:** und Fuß." Gäste willkommen. � verein zur Wahrung der Interessen der Kor»�« M richt der Köntroleure. 2. Vorfiandswahl. 3' angelegenheiten.— Reue Mitglieder werden aufgerr Zentral kranke««nd vegribnißkaffe der BN«, v.u.«., »» Versetzieven� «ZW und verwandtt« Geschäftszweige. Sonnabend, dm Abmd» 6% Uhr, in den„Kaiserh.'Um", Ave 3*%%* (nicht in dm„Arminballen") Harptansammlunq- ft nung: Kassen- und Konttoldericht vom drittm der Vertrauen»» resp. Svezialärzt« und" Sonnabmd, dm 23. d. M, find de» S jämmtlick« Zahlstellm geschlossm.«illet» straße 60; Freudenreich, Stallschreiderstr. 24 und®a0. schreiberfir. 26,,. fjaf «ranken» vnd vearäbnißkasse de» vern«. � licher ver«f»»laffe«(S. H). Zahlstelle 4. jedm drittm Sonnabend im Monat bei Kuß, Floitwellfiraßm Ecke. Reue Mitglieder wervm> nommm. »««tworttich für dm poltttschm Thett und Soziale» Max MLi f" et«u arfto««. Beilage zum Berliner Bolksblatt. Ar. M I Sonnabend, den 16 Oktober 1886. UL Jahrg. Aiiftulw nnlit dm Widttlhum. Da« ist jttzt ein stvel«! Leben auf Wirf« u-b Anger I TOtf, wal gtigt jirpt, fitoixl uns Hackorettchln spielt,'w »»ller Tdä!igk«U! H er h�p't ein qlüner, ba schnarrt«in »auner, hier stevelt einer in langgezogenen Tönen, bt: botst «W anbetet mit kurzen G-iff n. bei allen naiürli» baffeld« Web, besten T'ri in bet Heuschteckensprache lautet;„Sin biMtt Mann, Bisttzer eines g'ünen F aiU urb toiher Holen, f"** urigewöhntichen Wege eine Leben». Meflh t».«L.«iit!" _.** ist ein« gan, unterbaltenb- Seite, biise kleinen Must- I?».? getrochen aus den Aeck-rn der Umgegend; alle flogen schnür- Oiafar und Avassa. awe orientalische Geschichte von Hugo Klein.(Wien). (Nachdruck verboten.) ..d*WK' m in di. Z-i. J** Bannilsidm, dnn Gillfar int. VWMZ Harun. al-Raschid hatte eine Schwester. Rameng Abassa. die er zärtlich liebte, so zwar, daß er keinen Mann auf der Erbe würdig hielt, sie zu befitzen. Wrederholt bewarben sich mächtige Fürsten Asiens um rhre Hand,« wies sie «der alle ab, denn er vermochte den Gedanken nicht zu er- trag«», daß er fich von Abassa trennen und sie in eine weit« Ferne ziehen lassen solle, wo seine Liebe sie nicht zu beschützen vermochte. Aber et sah ein, daß er die holde Blume nicht trostlos verwelken lassen könne. Wo war aber de« Mann in Arabien, dem er gestatten durfte, die Augen zur Schwefler des Khalife» zu erheben? Und einem Araber mußte er sie vermählen, wenn sie in seiner Röhe bleiben sollte. Er hielt Umschau unter den vornehmen Männern seines Reiches und fand keinen Würdigeren, der Gatte Abassa'ß zu werden, alß Giafat. Der Khalif ließ also eines TageS Giafar und Abassa hole» und theilte ihnen mit, daß er beschlossen habe, sie miteinander zu vermählen. Abassa durfte ihr Antlitz ent- hüllen und der entzückte Vezier sah daß herrlichste Weib »«r Augen, daß di» Phantasie nur zu erdichte» vermochte. arrade auf kürzestem Wege dem Wald« zu; woher sollen fie die Richtung qenommen haben, wenn nicht auß dem Summen ihrer (Ainsffcn J «ei einzelnen Thier«» läßt fich feststellen, daß fie chre Somm üne mit A-fichi und Zwrck von fich geben. So z B. ist dckanni, daß unsere jungen Bienenlüniginnen, so lange stc in der Z U« eingeschloffen find,„tuten" und„quaken". Daß ist ein dr rch de» engen Raum halb unterdrücktes Summen, mittelst dessen fie Anhänger unter dem Bienenvolle werben. Von dem großen mittelamerikanischen Goliaihkäfer wird berichtet, daß er mit seinen Kopfzangen einen fingerdicken Baumzweiz um- saßt und dann schnell schwirrend kopfüber um den Zweig berumfliegt. Er treibt daß Exerzitium so lange, biß er den Zweig abgesägt hat; daß ist aber nicht der Zweck, vielmehr ist daß Gesumme sein Lockruf. 2)«ratzen. Wer je alß Knabe einen«orkkäfer auf die Nadel gespießt bat. weiß, daß daß Thier«inen kratzend- pfeifenden Ton von fich giebt, indem eß den Halß auf- und und niederbe-vegt. Manche andere Käfer haben die gleiche Eigentbümlichkeit. st« fingen, wenn ste in Roth find. Der Ton wird durch Rauhiokeiten hernorgedrecht. die am Rückenschild« fitzen; wenn der Rand deß Halsschildeß über die- selben hinfährt, kratzt er über die Rauhigkeiren und daher kommt der Ton. Er mag den Käfern alß ein Mittel dienen, einzelne Feind« stutzig zu machm. Dieselbe Grundlage der Tonerzeugung, Kratzen über ein« rcuhe Fläche, findet nun virlfache Verwendung im Insekten- reich, besonders bei den Heuschrecken,»o eß alß Lockmittel ausgebildet ist. An den Biinen, an den Hüsten oder an den Flügeln befitzen st« Streichbrettchen, kleine Flächen, die regel- mäßig mit hervorragenden Leisten besetzt find. Kommen auf einen Millimeter 60 solcher Leisten und fährt man mit irgend einem Gegenstände so schnell über daß Brritchin hm, daß der Gegenstand 160 Millimeter in der Sekunde bestreicht, so derührt er offenbar 6600 L-isten in der Sekunde, bringt al!o 6000 Schwingungen in der Sekunde hervor; daß liefert einen Ton, der etwa in die höchsten Regionen unserer mufikalischen Instrumente fällt. Unsere kleinen Heupferdchen reiben die Beine schnell in kurzen Bewegungen an dm F ügeln vorbei und erzeugen somit ein fast konlinuirliches Schwirren; die großrn grünen Baumheuschrecken dagegen kann man leicht von weitem an ihren ab- gebrochenm Tönen erkennen; fie heben ihre langen Hinterbeine in hohen Schwingungen auf und nieder; jedesmal wenn daß Stieichbrettchen am Flügel vorbeigeht, erllingt ein kurzes, raffelndes Kratzen, Gallen und Maulwurfsgrillen reiben nicht die Biine an den Flügeln, sondern die Flügelenden aneinander, was einen halb pfeifenden Ton hervordringt. Der Zweck der Mustt ist offenbar das Locken. Wo man Slreichbrettchm bei einer Thieratt findet, da kann man ficher annehmm. daß fie zur Tonerzeugung dienen, selbst wenn wir keine Töne hören. Schon der Ton unserer kleinen Heu- schrecken ist für manche menschliche O zren nicht mehr vernehmbar — ebenso wie der Schrei der kleinen Fledermäuse—; ich war erst vor Kurzem in einer Gesellschaft, wo zwei Drittel der Anwesenden daß Heuschreckmschwirren unangenehm laut fanden, während daß dritte Drittel überhaupt nichts davon börte. Jcdeß Ohr hat eben eine Tongrenze, über die seine Hörfähig- keit nicht hinaußgebt. Und so mögen denn im Thierreich noch mancherlei kleine Mufikantm sein, von denen wir nichts hören, während ste selbst mit paffenden Ohren für ihre gegenseitigen Tön« ausgerüstet find. Streickbrettchm sind bereits bei einigen Insekte» nachgewiesen, die früher für stumm galten; vielleicht spielm derartige, für unß unhörbare Verrichtungen auch beim Verkehr der Ameisen untereinander«ine Rolle. Auch bei fosstlm Insekten hat man Kratzinstrumente gesunden; die Strei-tmuftk ist also schon einige hunderttausend Jahre alt. 3) Pauken. Dem lustigen Geschlecht der C caden genügte die Geig« nicht, eß hat fich P auken angeschafft. Am Hinterleiösansang ist ein Trommelfell über eine keffilförmige O-ffnung von etwa 3 Millimeter Durchmesser gespannt. Dieß Trommelfell wird durch einen starken Muskel in Schwingungen versetzt, tönt also gerade wie eine Keffelpauke, nur. seiner Kleinheit ernte sprechend, in viel höherem Register. Die Sincc cave ist bei uns nicht bekannt— außer etwa aus Goeihe's Uebersetzung des anakuontischen Liedes—, ste geht im Süden ziemlich genau so wctt, wie der Oclbaum reicht. Wo der aber vorhanden ist, da wird man auch auf fie aufmerksam; denn die Thiere, etwa so gioß wie ein starker Malkäfer, aber in der Gestalt einer Fliege Sbnelnd, machen einen geradezu betäubenden Lärm, wenn fie bei Lrune find; ein einziges Exemplar kann den Baum auf zwanzig Schritte so vollständig mir seinem Schwirren erfüllen, Im Rausche deß Entzückens, den dieser Anblick erzeugte, stürzte Giafar dem Khalife» zu Füßen, um ihm in be- geisterten Worten für die Gnade zu danken, die ihm widerfuhr. Diese unerwartete Aeußerung einer plötzlichen, heftigen Leidenschaft sollte ihn verderben. Harun- al- Raschid fühlte sich in seinem Hoch- muthe verletzt. Wie durfte ein Sklave deß Khalifen seine Augen wirklich zu der Prinzessin erheben, durste er von seiner Liebe und Leidenschast{U ihr sprechen, statt sie zu vergöttern und anzubeten, wre ein überirdisches Wesen? Eine Wolke deß Unmutheß lagerte sich über seine Züge und verscheuchte daß gnädige Lächeln. Der Knecht sollte für seine Ueberhebung büßen— büßen sein Leben lang. Harun-al-Raschid schwieg einen Augen- blick, dann sagte er: .Es ist zu viel der Freude, die Du empfindest. Du hast mich nicht biß zum Ende angehört. Abassa wird Deine Frau, wie ich gesagt habe, denn daß Wort deß Kha- lifen ist heilig. Eß ist aber eine Bedingung an diese Bei« mählung geknüpft. Sieh Abassa, sie ist schön, wie die schöne Rose im Garten deß Propheten. Du wirst ihr Gatte und bist dann der einzige Mann außer mir, der ihre lieblichen Züge be» wundern, der fich an den Strahlen ihrer Augen eraötzen kann. Doch daß ist genug für Dich— nur ein König dürft« fie besitzen. E» ist Dir gestattet, sie zu bewundern, Du darfst aber nicht ihre Hand berühren— fie ist Dir heilig, wie ich eß befehle.. „Herr aller Gläubigen,"»res Grafpr,„Du hast«rr de» Himmel gezeigt, um mich in den Abgrund zu stürzen. Ich geh« an der aussichtslosen Leidenschaft meines Herzenß zu Grunde." Der Khalif zog die Brauen zusammen. ..Eß bleibt bei dem, maß ich sagte. Ich schenke Drr eine Gnade und Du erweist Dich undankbar. Fürchte meinen Zorn. Ich will kein Wort mehr hören, daß nicht daß der Zuhörer gar nicht weiß, wo er sie suchen soll; er glaubt immer, fie dicht vor fich zu haben. 4) Pfeifen, d. h. Töne durch Autstoßen von Lust zu er« zeugen. Unser größter Nacht schmetterling, der„Todtenlopf", pfeift, wenn er angefaßt wird. Der Ton soll auß einer Spall« am ersten HinrerleibSring hervortommen» durch welche der Schmetterling Lust preßt Burme ster schreibt auch den Fliegen eine Pfeisvorttchtung zu, durch welchr er ihr Summen erklärt; ste sollen auß ihren Lthemlöchnn Luft pressen, welche«ine Hornplatte in Bewegung setzt Sckreiber dirseß gesteht, daß ihm die Flügeldeweginzen alß Torquell« viel Wahlschein« licher find. 5) Klapsen. Manche Käfer klopfen fich zusammen. Daß de« kanntest« Beispiel ist die sogenannte Todtenuhr, ein schwarzes, hochbeiniges KSseichen von etwa 6 mm Lange. Ich habe einen solchen einige Zeit in Gefangenschaft gehalten. Wenn man mll einer Bo-ste über sein Schächtelchen fuhr, so hiell er den Ton augenscheinlich für ein Anzeichen, daß ein« Stammes. verwandte in der Nahe sei— er klcpft« feurig 6 d's 8 Mal hintereinander, indem er(kurz ausgedrück») mll dem Kinn auf den Boden stieß. Da er aber nichts anderes lernte, so wurde er wegen Einseitigkeit wieder entlasten. Termiten geben«in- ander Signale durch Klopsen; der Anführer einer Arbeiter« schaar klopft von Zell zu Zeit mit dem Kopf kräftig auf den Boden: seine Untergebenen beantworten dt« E-mu-tt-rung mit einem Zischen und arbeiten mit doppelter Lust wettrr. Wahr- «ckeinllch find derartige Signale unter den gesellig lebenden Th leren weiter verbreitet, alß man zur Zeit weiß. zokuus. Zu den viele« ungeheuerliche« Widersprüche«, in denm stch unser„praktisches Cytiftenthum" dewegt, gehört in erster Linie unstrellig die Aufstackelung und Ausbeutung der Spiel' und Gewinnsucht der Vollßmaffe, sowohl für die In« iereffen deß Fiskuß, wie für daß Interesse gewisser Privat- aeseüschaften und für sogenannte„fromme Zwecke". Woyl ist rm§ 284 deß deutschen Reich»« Strafgesetzbuches hestunwt: „Wer au» dem Glücksspiel ein Gewerbe«acht, wird mit Ge« fangniß biß zu 2 Jahren bestraft, neben welchem auf Geldstrafe biß zu 2000 Thalern. sowie auf Verlust der bürgerlich:« Ehrenrechte erkannt werden kann." Daß hindert aber eine ganze Anzahl von StaatSregierungen nicht, daß Glücksspiel alß ein Privilegium ge oerbßmäßig auszunützen. Damit die Betheiligung am Spielunfug den ärmeren Klaff-n erleichtert wurde, giebt der Slaat neben ganzen Loosen auch halbe, viertel und Achtel Loose aus; auch ist den Spielenden gestattet, den Betrag ratenvers: für j.de Ziehung zu bezahlen. Kann diese Einrichtung eineu anderen Zweck haben, al« die Spiel- und Gewinnsucht anzuregen und dem Finanzintereffe vrß Staat iß unteriuorbnen? v-br wahr sagt schon v»r Jehren der Na- «onalökonom Profeffsr Rau:„Eß giebl leine verderblichere Art, Staats ein nahmen aufzudringen, alß eine Anstatt, welche an die Stelle deß beharrlichen Fleißes die ausgi- regte Gewinnsucht setzt, die Einbildung, traft durch trü« gertsche Bilder eines leicht zu erlangenden R-ichthumS gefangen nimmt, die Klaff« der Lohnarbeller am meisten ver« lockt und Tausend« von Familien der Armut h. Umedlichleit und dem stttltchen Verderben preisgiedt. Doch mll der Staats» lottert« ist'S deß Widerspruchs noch nicht genug l Da schießen nebenbei auch noch die Prioallotterien. insbesondere di«„Kirchen. baulotterien", wie Piize auß der Erde und setzen J:hr auß, Jahr ein die Taschen der F ömmsten wie der Gotttos-n für jene xia causa in Kontribution. Um der Gottheit Tewo l bauen zu können, nimmt man seine Zuflucht zur Aufstachelung der niedrigsten aller Leidenschaften, der Sucht, müheloß zu gewinnen,»aß ander« verlieren müssen. Christuß trieb die Händler und Wechsler mit dem Strick auß den Vorhallen deß Tempelß hinaus. Würde«r wohl di« Lotterieapenten und Looßhändler d'ria fitzen gelassen haben, um„zur größeren Ehre Gotteß" ihre Nebenmenschm zu rupfen? Wir l�z-veifeln daß sehr! Ist die Lotterte kein Ha, ardspiel, oder wird fie deß ver« brecherischen und unsittlichen Charaklerß entkleidet, wenn der Staat schöne Milttönchm daraus zieht oder ein Klrchlein mit dem Geld« deß lock-nden Spielteufels gebaut«erden soll? Vor unß liegt ein Inserat, welches als nächste und stcherste Gelegenheit viel Geld— biß zu 100000 Mari!— zu gewinnen, die Kirch-ndau Lotterien zu Ebentoben, Zwiesel, Haß« furt und Dillingen empfi-hlt. Damit diese harm-'ose Atiake auf den Geldbrutel deß vruderß Bauer auf dem Dorf«, deß Kleinbürgers, der Ardetter und Dienftmägd« in den Städten daß Glück preisen würde, welches Dir ungebührlich be« schieden ward." Giafar kannte baß Stirnrunzeln deß Gebieterß. Jede Widerrede verstummte und er verneigte fich tief vor dem Deßpote». „Ich küsse den Staub Deiner Füße, Herr, für die Gnade, die Du gewährtest." Der Khalif nickte ihm befriedigt mit dem Haupte zu. Die schöne Abassa aber ließ rasch ihren Schleier herab, um die Blässe zu verbergen, die ihr G-ficht überzog,«nd die Thränen, mit welchen sich ihre Auge« füllten. Sie liebte Giafar schon seit Langem. Wie oft hatte sie an den Gitterstäben ihres Fensters Stunden verbracht, um Giafar»u sehen, wenn er zum Rathe ging oder den« selben verließ! Wie hatten fich seine Züge in ihr Herz eingeprägt und wie schlug es ihm nun entgegen, da er ihr zum Gemahl bestimmt war! Die Hätte de« Bruders er« füllte sie mit Schmerz, doch fie hoffte, ihm den freien Ver- kehr mit dem Geliebten bald abzuschmeicheln. Darum ließ sie die Vermählung stattfinde», die ihr die Hauptsache schien, und fügte sich eine Zeit lang ge« horsam dem Gebote Harun'ß. Bald aber machte sie ihm Vorwürfe über seine Lieblosigkeit, die fie bei Lebzeiten deß Gatten zum Wittwenthun verdammte. Harun-al-Raschid lachte und meinte scherzhaft, daß Bewußtsein, ernen Gatten zu befitzen, wenn auch nur der Form nach, sei auch ein Trost für eine Frau. Nun begann Abassa zu schmolle«, doch der Khalif schien eß gar nicht zu beachten. Die verliebte junge Frau nahm angesichts dieser Gleichgiltigkeit zu den Thränen ihre Zuflucht, um baß Herz beß Bruderß zu erweichen. Doch Harun-al-Raschid sagte, die Thränen der Frauen seien, maß der Regen deß Himmels, den man nur fallen lassen müsse und vergebens aufholten wollte; eß folge ihnen immer wieder der Sonnenschein und man müsse nur die Geduld haben, den abzuwarten. Harun-al-Raschid aber hatte die Geduld. (Bcnn die reicheren Klaffen der Bevölkerunz kaufen dai vieloee- sprechende Papier che» nicht) auch äußerlich so viel nur irgend mSglich in das Te«ard der Unschuld fich kllide, find die Ramen der»u erbauenden Kirchlein anscheinend mit unficherer Kinderhand geschrieben und da» FalfimUe dieser Wackeligen, aber so recht„gemüthooHen" Lchrifliüge schmeichelt fich den Sinnen aller Derer ein, welche angezapit werdm sollen. Denn die Kinderhand bedeutet Glück; ste ist noch nicht dem döien Triebe weltlicher Begierden versallm. Satan hat keine G<- «all über fie; wenigstens in unserer aufgeklärten Zeit nicht, d, man nicht mehr Kinder im Hilter von fieden und neun Jahren wegen geschlechtlichen Ungangs mit dem Teufel auf die Rarterbank der H'xenpro�ffe legt, fie foltert und nachher lebendig verbrennt,»um Heile ihrer unsterblichen Seele. Heute ist die Welt mllver und besser geworden; man läßt die Kind- lein Tinladungsbriefe»ur Lotterie schreiben, und wenn das Geld i-n Kasten klingt, freuen fich Menschen und Engel darüber. Der Glaube kann Berge versetzen, aber ohne Geld läßt fich nicht einmal eine Kirche bauen.„Wo Du nicht bist, Herr Organist» da ich«eigen alle ssflöten." Nicht wahr, dai ist ein schSnes,«praktisches Chriftenthum"?! Muß fich prächtig ausnehmen, wenn in einer solchen, mit Hilfe des Spirlieufels erbauten Kirch« später die Geistlichen flammend« Strafpredigten halten gegen Kartenspiel und Würfellust! Und dieses«prak» 3 che Thristenthum" wird geübt in einer Zeit, die der großen Bjlaltn Reform" gewidmet sein soll, wo man dem ärmsten Menlcken die„Tugend der Sparsamkeit" empstrhlt und alles Mögliche thut, die Arbeiter den Klauen des Branntwein- teufet«»u entreißen, ja, selbst daraus bedacht ist, ihr» Ber- gnügungen zu beschrSnlen» angeblich, um ihre Moral zu heben. Ist«in tollerer Widerspruch dmtdar?! Die Preise der Schulbücher find auierv'.dmMch hoch; kaum«iffenschastlich« Werke von kleiner Auflage reichen an sie heran. Tin« ziemlich dünne Grammatik kostet bis 3 Mark. Rancher FamÜtenvater hat in diesen Tagen unter der N;u anschaffung von Schulbüchern schwer gemutzt. Der theure Preis kommt ron der unendlichen Rannichsaltigkeit von Schulbüchern, welch« Maffenauflagen unmöglich macht. Die alten guten Gra- mattker und sonstigen Verfasser von Lehrbüchern find beseitigt und neu« Helden tummeln den al'en Pegasus. Hat ein Ver- leger es verstanden» ein paar Schulbücher einzuführen, w ist er geborgen und der Verfasser hat eine hübsche jährliche Rente. Bezahlt wird fie aber zum großen Theil mi! dem Herzblut der» jenigen Eltern, welche ihre Kinder oft unter schweren Tat- sagungen etwa» Ordentliches lernen lassen. Unsere Lehrer find jetzt so gestellt, daß ste solche Zubußen nicht drouchm und des- halb sollte man endlich einmal im Kultusministerium unter diesem Schuldücherunwesen Ocdnuug schaffen. Die für arfte,« in Aussicht genommen« Eröffnnng der neue« Pferdebahuliute Jnvalrdenstchtpaus:. Man ivffe fich jetzt die Schlüssel in mühsamer Weise nach Hause dringen oder gebe ste als Nothdehelf bei befreundeten Familien Da schien Abassa aus Sehnsucht um den Geliebten krank zu«erden; die Kunst der Aerzte konnte ihr Leiden, 1o räthselhaft für die Wissenschast, nicht lindern; bei ver- hängten Fenstern lag sie im Dunkel deS Gemachs auf ihrem Lager, vom Gram« niedergedrückt. Sie verweigerte sogar, Speise und Trank zu sich zu nehmen. Lls Harun-al-Raschid von dieser Krankheit erfuhr, «schien er in den Gemächern Abassa'». „Die Aerzte behaupten, sie könnten Dich nicht heilen. Sollte Dein Leiden in der Liede liegen? Da» wäre der Tod GiafarS. Ich kann dem Knechte nicht gestatten, daß er mich durch den Sieg seiner Rechte verspotte. Er soll es erfahae«, daß man der Schwester des Khalifen Ehrerbietung schuldet. Sprich, wie steht es um Deine Krankheit?' Abassa begriff, daß sie auch auf diesem Wege ihr Ziel «icht erreichen werde. Sie zitterte bereit« für da« Leben de» Gatte«. „Die Aerzte haben fich wohl nicht d,e gehörige Mühe geoeben," sagte fie.„Heute fühle ich mich übrigens schon t.sser. Auch hat keine Liebe mit meiner Krankheit etwa» z« schaffen." Kaum hatte Harun-al-Raschid das Gemach Abassa'» verlaffen, so sprang die schöne Frau zornig von ihrem ein- same« Lage, auf. Sie ließ die Teppiche rasch von den Fenstern entfernen, ließ Luft und Licht in die Gemächer strömen. Nein, sie hatte nicht ernstlich die Absicht gehabt, sich in Gram zu verzehren. Sie wußte nun, was sie thun mußte, wenn ihr Herz «icht verkümmern sollte. Sie wollte den Khalifen hinter- gehen. Er zwang sie ja dazu! Daß e« ihr gelingen »erde, ihn zu betrügen, darüber machte fie sich keine Sor- gen. Wenn alle Waffen des Weibes versagt», so bleibt ihr «och die List als letzte«, unfehlbare« Hilfsmittel. WaS fie zu thun gedachte, sah sie al« kein Verbr chen an. Wozu verheirathete sie ihr Bruder mit Giafar? Sie hatte eL nicht verlangt. Wenn er nur beabsichtigte, sie d.mit zu quälen, so sollte es ihm nicht gelingen. in Verwahrung. Da würde es„Sie gesammte Gelchästswelt" j-densall» mit Freud« begrüßen, wenn— die kaiserliche Post ihlerseits Einrichtungen zur Aufdewahrung vo.. Geschäfts- schlüsseln träft. Für solche gestcheite Uilerdringung in Blech» oder Eisenkästcheft bei dftig im Tan und so ungebühttick v' Haltung, vaß der Berichterstatter stch entschlteßm mußlk„ BeleiSlaungtklagr gegen Fritzsche einzmeichm. Selbst jenige Beiliner Blatt, welche« durch wohlgemeinte För>� alle» Dessen, was es zur Jkunst" rechnet, durch die übertt«»� Wichltglett, welche es jedem Bühnmrorgang beilegt � allzu puftnüthtze Art von«rlltt die Hnrschasten vom am meisten verwöhnt hat, steht vor diesem AV der Hebung staunend still« und nimmt eine Mim« an. wie®®V stein, als ihn Max verlassen will: es„lann't nicht gl�.� daß ein viele, piodier und vielgelobter Bühnenleiter s»»f j? könne. Aber es ist hier die Rede von Thats-ch'�, ä> Klage ist angestrmgt und auf den Ausgang darf spannt sein. Ei« Opfer her«Olonte». Der Feldweg!". P� � vom Kaiser Franz G ude- Grenadier- Regiment Nr. 2(n" ge- °Ä.§■" Bergt ftoag1 dnrch�EtWeiß. Fn einer bxr le»tea�Ä mern der„Beel. lli». Wochenschrftt" w.rd eine«ranW's'A«� von Vergiftung vuich Hühnereiweiß rmt.zetheilt. di«W � 4 Kreisen d-'annt zu werden verdient,«s handelt stch «ine Vergiftung-on sechs Personen emer FamUi« vura"M einer Puodingsauee. die au« dem sett etwa acht%*%%! wahrten Hühn-reioeiß. dessen Dotter anderwttttg»«�,� dung gekommen waren, dereitet war. Schon bei des ö.-oeixe» zu Schau« war d-r etwa» fade ißt** trübere Farbe der sonst in einem reinen G.'asgesäße an � Orte aufbewahrt gewesenen Mass-- ouegefallen. die d-m durchaus nickt ,u Schaum schlagen ließ. von dem Eiweiß einiger frischen Eier war e» in«?. � famen Hausfrau nözlich, auch die erste Bortlon nv p- Sauce zu Viiwt..dung zu dringen. An dnn ü:& fich durchaus kein« Veränderung, so daß du suß« J ff ®tnut wtK(tt wurde. Erst etwa 15 Wunden danach tratm iabiß bei ollen den Mittliedern der Familie, die wenig ober «M|r ooit der Sauce genrffen hatten, heftige Vergiftung». erscheinungen auf, die sich in lähmungßartiger EchwSche der ««lammten Muskulatur de««irper«, defchleunigter Herzthätig. le«, starkem Uedelbr finden, Würgen, Erbrechen u. f. w. kund» MMN und erst nach energischer therapeutischer Etnrvirlung«um «chwinden kamen, indesi noch eine allgemeine»dtpannung für dm Arilraum einer Woche zurückliefen. Die Erscheinungen waren ganz ähnlich denen, die sich nach Wurst-, Fleisch.,«äse. und Fischvergiftung zeigen, die zweifellos allesammt auf einer fauligen Zersetzung von Eiweißstvffen beruhen. Hier hatte»« nur zu ihrem volltzändigm faulm Zerfall noch der Einwirkung wi Magensäfte« bedurft, wodurch die längere Verzögerung der iBergiftungS erscheinungen sich allein erllären läßt. Für unsere HauSfrcum liegt in diesem Falle ein Fingerzeig, die Spar» samleit nicht zu weit zu treiben und ja vor dem Gebrauch de« zurückgestellten Etweige« auf Farbe, Geruch und Dichtigkeit zu achten. Die Vöhmifche Brauerei. Landsberger»llee 11/13, ist vorgestern Nachmittag von einem Brande brtroffm worden, welcher bei seiner Wahrnehmung gleich mit einer Hrftigleit austrat, datz umfassende Verheerungen befürchtet werden mutzten. Ganz so schlimm, wie eS den Anschein hatte, ist eS nun alücklrcher Weis« nicht geworden, wenn auch der angerich« *«k C£wd«n immerhin fich nicht undeträchllich gestalten dürste. Dai Tiadliffement besitzt einen eigenen Feuermelder, durch Alchen, wenige Minuten nach beendet» Mtttaglvause £'«. v ife der Feuerwehr«quirirt wurde. Bei ihrem Eintreffen stand bereit die zweite— oberste— wtttfie de« Sudhauses in ihr« ganzm FrontauSdeh nung von 8 Fenstern in lichten Flammm und auch auS dem Dache hattm dieselben sich schon an vnschiedmm Stellen Bahn gebrochen. Im Hinblick auf diese gefährlich« Situation sah fich der Führ« de» zuerst angekommmen Lösch« zuge» denn auch v»anlatzt, schleunigst„Mittelfrun" nach zu. «etoen. In kurz» Zett wurde dadurch ein bedeutmd« Lösch. tra.n zur Stelle gebracht und schnell waren zwei Dampf, und drei Handdruck pritzen gefechtSferttg. um die Durchführung de« Kamp e« gegen da» entfeffette Element zu übernehmen. In- zwrschen waren die Flammen, nach Ued«springung d» dal Sudhau» von der angrenzenden Mälzerei trennenden Lrandmau«, auch in die Dachlonstrukrion d» letzteren gelangt: ihre B«. tretdung au» derselben folgte ad« auf dem Futze, so datz die Zer« störungen hi» weiter keine Bedeutung beanspruchm. Nachdem für »ie Mälzerei nicht« mehr zu befürchten war, konnte fich der An- griff ganz dem eigentlichen Brandherde zuwenden. E« geschah die» mit einem so üdaraschendrn Erfolg, datz in Zstt von kaum ein» halben Stund« die Macht de« Fm«» vollständig gebrochen wurde. Daffelde ist nirgend« auch nur einen Futz breit über den Umfang hinausgekommen, den e« bereit« er. reicht hatte, so datz der Brandschaden sich nur auf die oberste Etage de« Sudbause« unv den Dachstuhl über derselben er» streckt; eine Störung im Brau»eibet:iebe dürfte die Feuer». prunst deehald auch nicht einmal vorübergehend im Gefolge haben. Die endgiitige Beendigung de» Löschaeschäft», deson. i 5. umfangreichen Ausräumungtarbcuen hielten einen großen Theil der Mannschaften noch stundenlang auf der Brandstelle. Ucder die EntstehungSurfache hat fich mit Sich». heit bi» jitzt nicht» feststeUen laff n. Mit halb durchschnittenem Hals« wurde gestern Abend d»»wachsen« Sohn eine« MöaelhävdlnS au« der Zimmer. stratze in die CZaut« eingeliefert. Der Betreffende hatte in dem Linle'schen Bierlokal in der Charlotten stratze 16 gezecht und war beim Verloffen de« Lokali so unglücklich in die Scherbe der GeschäfiSihür gefallen, datz die Scheide Kümmerte und er fich den Hal« und die Gurgel durchschnitt. Nachdem man dem Venmglückien in der S-rnstät» wache in d« Markgrafen- stratze einen Nothverband angelegt hatte, erfolgte seine Ueber» sührung nach der Charit«. Unbekannte LriSe«. Am 13. beziehungsweise 14. d. R. wurden in Tegel resp. Treptow die Leichen zweier unbekannt» Männer aufgefunden, d»en Persönlichkeit bi» jetzt noch nicht festgestellt werden konnte. Der erst»«,»in Mann im Alt» von 30 bi« 36 Fahren, hatte fich im Tegel« See, am Kcahn hinter der Fabrik Germania ertränkt, während fich der Andere im Treptow« Park durch einen Schutz in den Mund getödtet hatte. D-r Ertrunkene hat dunkelblonde Haare und Vollbart, ist 1,70 Meter grotz und von kräftig» Gestalt. Der Deumen der linken Hand ist an der Spitze etwa» verkrüppelt. Ein mit den Buchstaben W. H. 3 gezeichnete»«eitzleinene» Taschentuch wurde in der Tasche vorgefunden. Der E-schoffene ist ein etwa 50 Jahre alt» Mann, welcher mtt einem schwarzen An- zuge b-kleivet ist. Die Leiche de» letzt«», hat schon mehr«« Tage in den Anlagen gelegen und ist schon stark in Verw-sung üd«gegangen. «artthsllen» Bericht d»» I. CMtams», städtisch»« BerkaufSvermsttler, Berlin, Zentral- Markthalle den 15. Ok< tob« 1886. Eier. Bei zumhmendem Eierkonsum find die Preise »hcdlich gestiegen,«rötzere Zufuhren«wünscht» netto 2,80—2,85 5R per Schock. Butter. Tendenz flau, nur mit Müh« find noch nachstehende Preise zu weichen. Frische feinste Tafetduner K- 126—130, lein» Butt» l. 115-122, U. 100-112, IU fehlnhafte 85-95, �ddutter l 95-100, 0. 85- 90«,»alrzisch« und and»« aerina«. Sortm 55-72 M. p» 50 Kilo. in Kle. Schwei�rkäse l 66-63 M, TL 60-65 M, IL uTil U' llst-adrat. Backstein I. fett 20-25«.. K w JL5;' Limburg« l 80-35 M, U. 20 bi, fflUb. Reh» 66-75. Hirsch« 25-30, Dammhirsch WMAÄM Blumen und Blätter. Lorbwdlätt» 8,50—4 R. vro Korb %%% vro Taus».d Am Freitag, den 15. er, Nachmittag, 6 Uhr. kommen veredette Rosenstämme und Zierpflanzen zur Ver- ft»ig«ung. Obst und Gemüse. Ung. Weintrauben 24—26, Ochsen- äugen und Muskateller Weintrauben 26— 28 Pf. Reue Citronen 30-48 M. per Kiste, Pflaumen 225 bi« 4. Birnen 420 bi» 6,60, Tafelbirnen 7—16 M., Aevstl 4,25-6 Mark, Tafelävfel 7-16 M. feinste Sorten bi« 30 Mark. Pfirsiche 20-30 M, «nana« 2�0-3,00 Mark pr.«fd.«allnüffe 30 Mark per Zentner. Zwiebeln 2,25-2.75«. Weitzfieischige Speise. Kartoffeln, weiße 3,60-4,00 PL, rothe 2,80 bi« 3,00 M.. dlerue 8,00-3.60 SR. vr. 100 Kilo. Schalotten 6-7 M� Tellower Rübchen 9-12«, Sellnie 7-8 SB, SBrnrettlg 7-12,«lumenkohl 20-60 SR. pr. 100 Stück. «eräucherte Fische,«heinlach» 2�0-2,80 SB, West» und Lststelach« 1,20—1,40 SR, g«juch»te Aale 70—1,00 Hl 1,30 Pf. pr. Psd, groß« Delilateßaat 1,50 per Ptd, Flundern, kleine 2,00-3,00, mittel 8,60-6 motze 8-16 SB, BÜckUng» 1�0 bi» 4,00 M. Dorsch 8-16 SB. p« 100 Stück. Sprotte« 0,40—0,60 p» Psuntz. Schoalthiere.«leine Krebse 10 cm. 0,75-1/» SB, rnttte! 1,60-3 SR. motze 4-10 SR. v» Schock. Hummern 1�0—1,60 Mar! p» Pfund,«ustttn 7,56-12 Mk. pr. 100 Stück. Lebende Fische. Aal, mittelgroß 80-95. große 1.10 SB. Hecht 60-70 Pf, Schleie 70-80 Pf. per Pfund. Makrelen 40-60 Pf. pro Stück. Dorsch 5-12 Mar! per StXim' Bericht. AI» am 14. d. M4. stüh ein oddach. loser SBann aus dem Neubau Möcknnstr. 66 unbefugt nächst. gend betroffen wurde und dm ihn verfolgenden vauardettern fich durch die Flucht entziehm wollte, fiel er von der mit einem Geländer noch nicht versehenen Trepp« hinab und erlitt dadurch eine Verstauchung bei Rückgrat«, so datz» mittelst Droschke nach der Charme gebracht werden mutzte.— Am Vormittag erlitt beim Abbruch de» Hause» Feiln«str. 4 der Hautdiener Göritz durch eine einstürzend« Wand einm Bruch de» rechten Schlüffeld-in» und eine Verletzung d» Lunge, so daß er mittelst Krankenwagen» noch Bethanien gebracht wer- dm mutzte.— Gegen Mittag wurde an der Ecke der Koch- und Fried eichst, aße eine Mädchen von einem Hunde umge. rannt. Daffelbe fiel so unglücklich auf da» Pflaster, daß e» längere Zeit b,stnnuna«lo» blieb und mittelst Droschke nach d» Wohnung seine» VaUr» gebracht werden mutzte.— Nachmittag» um 1 Uhr entstand im Böhmilche» Brauhau», in der Landtd«ger Allee, Feuer, durch welche» der erste Stock und da» Dach de» Hause» zerstört wmden. Die Feuttwehr war mehrere S'uvden in Tbätigkeit.- Um dieselbe Z-it wurde hint« dem G.undstück«öpnickerstratze 12-13, die dt» zur Un. kenntlichkeit v»weste Leiche einer Frauentpnson au» Ö» Spree gezogen und nach dem Leichenschauhause gebracht. Gerichts-Iettung. t Unter der Anklage der verlevmdertsche»»eletdt- anna de» Gendarmen Tanz» in Temp-lhof stand gestern der Ardrtt» Friedrich Wilhelm O-thmann voc der 87. Abtheiluna dr» hiesigen Schöffmgerichi»(Borfitzmder Amt»gerickt«rath Schmidt). Am 5. Januar d. I. war die Frau de» Angeklagten wegen groben Unfug» vom Schöffengericht verurtheilt wordm und zwar hauptsächlich auf die Auisaze des Gendarmen Tänzer hin, der bekundete, er habe gesehen, datz am 4. August 1885 die Frau mit einer anderen, die edmfall» angeklagt war, auf der TempelhoferDoifstraße fich hcrumgeschlmpst und einen grotzen Auflauf veranlatzt habe. Aergetlich üb» die Berurth-ilung, äutzerte der Angeklagte noch an demselben Tage, d» Gendarm Tänzer„habe einm Meineid geschworen". O.thmann gab die rieußerung auch ,u und versuchte nur den Bewei» d» Wahr- best für seine Behauptung zu erbringen. Die beiden ersten Zeugen, zwei Frauen,»«mochten jedrch nur au»zusagen, datz sie den Gendarmm Tänz» an dem fragiiten Abend nicht gesehen hätten, mutzten e» aber doch dahin- gestellt sein lasten, ob derselbe nicht vielleicht, ohne datz fie ei gesehen, den Vorgang beobachtet hätte. Der dritte Zeuge, ein fiebenzehnjähriaer junger Mann, Juliu» Behrendt, sagte dagegen mit voller Bestimmthett au», datz er dm Gendarmen hätte srhm müssen, wenn derselbe übtthaupt in der Nähe gewesen wäre. Er Hab« fich absichtlich genau nach dem Beamten umgesehen und ihn zu feiner V»wunderung nirgend» entdeckt. Auch hinter einem Baum der Dorfstratze lönne d«selbe nicht gestanden haben.— Der Angellagte fügte noch hinzu, datz der Gendarm in d» betreffenden Verhandlung beschworen hätte,« habe die Frauen auseinandergebracht und fortgewiesen. Derselbe sei ab» an dem Adrnd gar nicht in Temp'Ihof gewesen, sondern vorher fortgeritten.— Der Gendarm Tänzer, der geladen, war nicht ecschi-nm, wril er, wie er zu ein« Zeugin saote,„anserwärt» zu thun habe".— Der Gerichtshof hielt die Vern-Hmung diese» fortgebliebenen Zeugen für nicht erforderlich. Der Staatsanwalt beantragte eine Gr- sängnitzstrafe von 14 Tagen. Der Gerichtshof ging über den Antrag noch hinau« und hielt für die„frivole" Beleidigung eine» Beamten, die vollständig»wiesen sei, eine Gefängnitz- strafe vvn 1 Monate für anaemessen. t Der Seyamwrrti, Max Jacobi, der au» Berlin s. Z. ausgewiesen wurde und fich in Drrtden setzt aufhält, wo er etn tleine» Z aarrengeschäft betreibt, war gestern vor der sechsten iHilfs')Straslamm»«schienm, welche über«ine Berufung ver« handelte, die von ihm gegen zwei Urtheile de» biestzm Schöff-n» gttichi» eingelegt worden war. Das erste dieser Ertennlniffe hatte ein gewisses Aufsehen mit Recht verursacht, weil e» Jecobi wegen Uebrrttetung der Polizeistunde in 5 Fällen und wegen Ver- anstalrmg öffentlicher Tanzlustbarkeiten ohne polizeilich« Criautmitz in 4 Fällm für jeden Fall mit 2 Tagen Haft, zusammen also mu 18 Tagen Haft bestraft hatte, die aus 3 Woche» Hast„abgerundet"(!), d. h.«höht worden waren. Durch etn zweiie» Erlnntnltz war« mit 10 Mark Geldstrafe wegen Ued»- schreitun a der Polizeistunde v«urth-ilt worden. Gegen da» »fte Urtheil hatte nicht nur V» Betroffene, sondern auch die Staat» an waltschatt Berufung einzelegt, weil st« die V«ur- theilung de» Anzeklagtenp zu einer Hrsistrafe wegen Verannaltung eine« Tanzvngnügen» ohne vo:htt.ge Eilaudnttz für gesetzlich nicht zuläistg»klärte. Die angezogene Verordnung setzt nämlich für diese Uebcrtretung nur einr Gild- strafe fest. Die umfangreiche Beweisaufnahme— e» waren zehn Zeugen zu vernehmen—«gab im wesentlichen dasselbe Resuliat wie in d» Vorinstanz. Der Polizei Lieutenant und dt- fünf Schutzleute, welche die verschiedenen U b»tretungen anaezeiat haben, sagten unter ihrem Eide au», datz fie an n«wissen Tagen im Monat März und April nach 11 Uhr Abend»— Jakobi war kurze Zeil vorher in de' Polizei- stunde beschränkt wordm— noch btertrinlende Gäste im Jakob ,'ichen Restaurant, Land»b«rg»stratze 82, angetroffen hätten. Es handelte fich um 15 bi» 35 Minuten, um die der Angeklagte sein Lokal zu spät geschloffen haben sollte. Jnter- ÄVa.!SUn»ns SÄBS »and eine Versammlung de» Fachoereln» der Papier.Peäg» und-Schläg« statt. Um%11 Ubr erklärte der Vmfitzenve, He» Ca»par, wie« auch tn der V« Handlung al» Zeuge be- ftättaie. daß der Wirth, d« auf Poltjeistunve gesetzt sei. nach 11 Uhr kein Bier mehr autschär.ken dürfe. Um 11 Uhr 20 W, nuten schloß laut Protokollduch die Ansammlung. Um HS Uhr hat nun ein Schutzmann, wie» beschwor, noch Gäste in dem Lokal beim Bier gesehen, zwei oder drei SBinutm, nachdem der Polizei> Lieutenant, � der die Versammlung überwacht hatte, au» dem Lokal ge- gangen war. Die Inkongruenz der Zeitbestimmungen wurde nicht näher erörtnt; d» 3-uge«klärte auch, fich nicht wehr genau auf alle« besinnen zu können. In Bettest dn Tanzbelustigungen führte der Angeklagte an. daß er fie s-lb» nicht onanstaliet. sondern nm gevuldet habe, fich Jemand an da» Kavier gesetzt und einige Paare hätten in dem kleinen Räume gelenzt. Dies« Angaben wurden auch durch die Entlastungszeugen, die Herren Schindler, Steindorff und Ballmüller bestätigt. E« wurde aber festgestellt, daß die Gesellschaft nicht geschloffen gewesen sei und daß auch Fremde zu tem Zimmer. wo der Tan, statt. fand, Zutritt hatten.— D-r Verl heftig« Rechtsar walt Fried. mann deantiatt, den Angeklagten wegen der Uedertretuna in Betreff der Tan, Vergnügungen freizusprechen. Dir Fälle der Ueber- schrettung der Pol,, erstünde seien dort, wo fie üb» Haupt nach. gewiesen wären, s-hr hormloser Natur unv er bitte, die Strafe hlnfür niedrig zu bemessen. Durch da» erst« Urtheil» da» in greifbar» Weise starke V»stötze enthalte, bade sei» Klient dm Eindruck gewinnen können, al» wenn au» Gründen» die autzerhald de» eigentlichen Falle» liegen, mit ihm besonder» strenge in» Gericht aegangm werde.— Der Staatsanwalt beantragte für die Tanzlustbar leiten eine Gelastrafe von 60 Mark und weam Ueberfchreitung der Polizeistunde eine Haststrafe von 10 Tagen gegen den Angeklagt»,.— Der Gerichtshof hielt den Angeklagten tn allen zehn Fällen der Ueb«» tretung für überwiesen und vnurtheilte ihn zu ein« Geldstrafe von 50 SB. De« bekannte« Ministerialerlaß in Bezug ans die An» Meldepflicht von Versammlungen nicht respettrrt zu haben, legte die gestern vor der Strafkammer de» Landgericht» II verhandelte Anklage dm Maurern August Decker und Carl S öppn zur Last; al» dritt-r im Bunde erschien vor den Sckrankm der Restaurateu: Carl Spitzig» zu Friedrichiberg wohnhaft. Im Lokale de» Letztgenannten war von Sellen de» Angeklaztm Deck«— als Vorfitzmdm de» Fachverein» der Maur» von Friedlichiberg— Ausgangs Juni eine Mitglitd«v»samm« lung einberufen wordm, in welcher Dr. Grothmann einen mc« dizinischen Vortrag zu halten beabfichtigte. Zur bestimmten Stunde erschienen der Vortragende sowohl al» auch zahlreiche Thellnehm». indessen konnte die V»sammlung nicht abgehalten werden, will der überwachende Grndarm Höhne u die ihm seitens de» Vorfitzenvm vorgezeigte, früher und vor dem SBimsterial- Erlaß dem Fachverein ertheilt gewesene Permanenz Anmeldung al» zur Zell nicht mehr geltend be» zeichnen und demgemäß die im Saal Anwesenden auffordem mutzte, stch zu entfernen. Diesem Verlangen war zwar in all» Ruh« stattgegebm wordm, aber hintnher erhob die Staat»« Anwaltschaft wegen Vergehens gegen da» Sozialistengesetze» bezw. wegen U-berttetung d» vom Minist» v. Puttkam« ulit«m 14 Mai d. I. erlaffinen Verordnung Anklage gegen die drei genannten Personm. Im Audimztermin am Freitag wmdete der Angeklagte Deck« ein, datz eine Versammlung an jenem Tage überhaupt nicht stattgehabt denn er al» Volfitzen- der und Einberufet fei zwar im Spitzig' icken Lokale an- wesend gewesen, ad« thalsächltch hatte» die Versammlung noch nrcht durch eine bezeichnende Erklärung eröffnet. D« Mitangeklagte Maur« S-öpper, der Schriftführer de» Fach- verein», gab vor Gericht die Erllärung ad, daß», al» die Auffordnung zur Räumung de» Saale»«folgte, gerade die ,m Ausübung seine» vchristführeramte» noth wendigen Regst- fiten ausgepackt; auch dies« bchauptct, datz eine Versammlung rhatsächltch noch nicht bestand.— Der Siaarsan virll erachtete diese Einwendungen für unerheblich und er beantragte gegen Dycker 20 SB. Geldbuße»vent. 4 Tage Gefänonitz, gegen Stöpper 16 SB. evint. 3 Tage und gegen dm R-staurateur Spitzig 10 SB. eoent. 2 Tage Gesöngnitz; al» strafmildernden Umstand dezeichnete der Staatsanwalt die Thai fache, daß in jener Versammlung nicht politische Themata irörtert, sondern delehrende Vorträge gehalten werven sollten. Der G richlsho, erkannte wie folgt: Die Versammlung habe— obwohl voli- tilche Fragen nicht«örtert w»den sollten— einen öffentlichen Charakter gehabt und fie mutzte daher ii G-mätzheit de» ministeriellen Erlaffe» angemeldet wnden; die» ist ab» nicht geschehen und nach Lage der Sache sei der Mitangeklagte Deck.r hierfür verantwortlich zu machen. Demgemäß lautete da» Uitbeil gegen den Letztgenannten auf 5 Wa l eocnt. 1 Tag Ge ä rgnttz; v'öpp» und Spitzig wurden stetgesprochen. Uereine mh UersamminngeU» Die Wohnungsfrage, welche sell einigen Wochen den Mittrlvuntt der öffentlichen Diskusfion bildet, tritt j-tzt in eine N'U« Phase. Heute Abend findet nämlich die»ste öffentliche V»sammlung de»„Verein» zur Wahrung d» Interessen der Wohnungtmietb«" im Saale d« Berliner Ressource, Kom- mandantenstr. 57, statt. Die besonderen Aufgaben dek Verein» find: 1. Eine anoe: weite Redastion der Mieth» Verträge, 2 Ver« tretu ig d» Mi giieb r tn R-chlssachen, soweit fie fich auf auf Miethsangelegenbeiten beziehen,») durch sachverständige jurtsti ch- Belehrung, b) durch Vertretung in Recht« streiligkeiten nach näh«» Bestimmung d» Statuten, 3. Organisation ein» rationellen WohnungSoermittlung, 4. Reform dn Wohnung»- ankündigungen, 5. Bifö:d»urg d» Bestrebungen zur Schaffung, sogenannter Mittel- und kleiner Wobnunaen, 6 V-rbilligung der MietbSpreise, 7. Reform der Mtetbisteuer, 8 DiSluffion und Stellungnahme zu allen die Mieth?. und WohnungSo-r« häitniffe berührenden Fragen. 9. Unterhaltung eine: Verein»- zettschrtst. Aachverei« der Tischler. Die Zahlstellen de« VnellS b finden stch w folgenden Lokoltn: 1. Blumen str. 56 auf der Tischlerherderge. 2 Skalitzerftr. 107 bei Kunstmenn. 8. Belle» ollianc platz 6 bei Hllscher. 4. Zion»kirchplatz 11 bei Hohn. 6. Müllnstr. 184 bei HZring. 6. G Weisenau, und Solmsstratzen» Eck- bei Lindenborn und 7. Steglitznstraße 91 bei Gürgen». Dasei st w«den jeden Sonnabend von 3'/» bi» 10 Uhr Abend» Beittäge von ven Mitgliedern in Empfang genommen und neue Vereinsmitglied» ausstenommm.— Der Verein veranstaltet am Sonntag, den 17. Oktober, Abends 6 Uhr, tn der„Berliner Refiource",«ommlmvanttnstr.57, etn Tanzkränzchen.— Bill et» find nur oo her zu haben bei den Mllgli«d»n Böhm, Johan» nit-rstr 10, Hot III; Gruenwaldt, Prinzen str. 8, in bei Konrad; Glocke, Lausttze; platz 2, Hof part.; Mein«. Manteuffel- stratze 93, II link«; Haas«, Rheinsbngerstratze 13, I; Spelt Belleallianc str. 61, Hof rechts V; Thierbach, Reue Königfir.72: Besold, Bergmannfiraße 96; Fest, Hollmannstr. 1&, I; Palme, »ndreasstr. 17, Hoi II; Schule, vrttznstr. 42• Wille, Möckernstraße 95; Jakob, Acknstr. 71; ferner am Sonnabend Abcnd auf den Z-hlftellen des Verem», sowie von 8Vi bis S>/, Uhr Abends und am Sonntag Vo mittag von 9 bi» 11 Uhr, im Arbeitsnachwet« de» Verein», Blumenstr. 56.— An der Kaff« der„Berliner Ressource" werden keine Lillets ausgegeben.— Die mdentlich« Gen»alversammlunz findet am Dienstag, den. 19 Ottob». Abend» 8 Uhr, in Jordan'» Salon, SBiu« Grünstratze 28. statt. Die(fieneralversammlung der Klavieearbeiter verttu», welch« morgen, Sonntag, stattfinden sollte, kann nicht abgehalten werden, wril die polizeiliche Genehmigung hierzu versagt worden ist. Brret« zur Wahrung de« Interesse« der Tischler» H'Ute, Sonnabend, Abends 8'/, Uhr, im Lokale Michaelnrch- stratze 39 Versammlung. Tageßordnuna: 1. Vortrag de» Herrn Dr. Stahn üb» Feue besiallu'g. 2. V-uchiedrne». Ausgabe der Billet» zu dem am 6. November tm Lokal de» Herrn Renz» Raury stratze 27, stattfindenden Stiftungsfeste. Billett find zu haben bei den Herren Lockur, A�miraistr. 26; Frank. Reichenbergerstr. 46; Lerche F-uchtstr. 63; Stiegelmeier, Git- schwerste. 93 und Werschke, Avalbeitstr. 16. Allgemeine Kranken- und Eterdekasse der Metall- ardetter.(E. H. 29 Hamburg.) Filiale 6. Versammlung Sonnabend, den 16 Ottober, Abends 8% Uhr, bei Ackermann. Lothringerftt. 81. Unte, ftützunasveretu der Buchbinder und oerwandten BerufSzrnoff n. Montag, den 18. Oktober c., vierteljährlich« General> V-rsammlunp. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Statutenänderung. 3. Verschiedenes.— Da in der Statut:»« änderung die Aufhebung der Brancheneietbeilung fällt und üb» etwaige Unttrstützung durchreisender Koll-gen Bestimmun« gen aetroffen wttden sollen, so ist eine recht rege Betheiltgung d» Mitglied»» wünicht. Kaaivereia sämmtllcher an Holzbearbeitung»- Maschinen beschitfttgteu Ardetter. Sonntag, den 17. Ottob», Vormittag» 10* Uhr, bei Säg», Grüner Weg 29. öffentliche Mttgliedttvcrsammlung. Tagesordnung: Vortrag dr» Herm Dr. Max Baumzart. Gäste willkommen. Seuttöl• Äranfttt« v«d BearSbuißkasse der Eattte« (Hestnurg). S. d- 64. Hevte, Cornabtr.l), Hbtndl 8'/> Übt, \n den Gratweü'schen Binhollm, Aomvandantenstta�e 77/79, Letlammluna. Taatiordnung: 1. Kuffmbnicht. 2. Votitaa de« Henn Dt. Zadel übet Krankheitm im vattlttgtwetd«. ». Wohl eint»«elfitzet«. 4 Vnsihiedene«. Zenit al-Stavleu- und Sietbekasse der Drech«ler und «»derer aewerdltchet Arbeitet(E. H. 49, Hamburg). SSttnwI« wnasstelle Setiin C. Sonntag, den 17 DMobet, Vormittaa» 19 Uhr, Mitgltedetvetlammlung im Restrutant Lindenstt. 10G. Tagesordnung: 1.«affenbeticht. 2. E.gänzun gewahl de» Bor« stände«. 3 VersStedene«. Der«aaveretn Berliner Bildhauer veranstaltet am Sonntag, den 17. Oltober, eine Exlutfion nach der Thon- waarenfabti! von vlatch in Charlotienbutg. Die Tbeilnehmer (auch Richtmitglieder), versammeln sich um 9'/, Uhr Vormittag« im„Tbieraartenho!". Im verein der Maschinisten und H»i,er»lrd in der am Konntag. den 17. d. M.. Nachmittags 5 Uhr stattfinden' den Versammlung, die in der vorletzten Versammlung nicht aledigte„Hetzerfrage"(Referent: Herr Ingenieur Mittag) zur rteiieitn Besprechung tommm. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Kachverei« der Lithographiesteinschleifer und Be- rufsgenoffen. Montag, ven 18. v. M., Abend« 9 Uhr, Ver« samwlung bei Domal, Johanrisstr. 20. T.>L).: 1 Raffen» bericht. 2. Vortrag über da» Rranlenkaffen» und Unfalloer» ficherungsgeletz. 3. Beschlußfassung über die Form de« Stiftungsfeste». Gäste willlommen._ Zenttalkranke«. und BegtSdnißkafse sü» Kranen «nd Mädchen in Deutschland(9. H. Nr. 26). Sonntag, den 17. Oltober, Nachmittag, 4 Udr. in Gratrveil'S Bier» hallen, Rommandantenstr. 77—79(oberer Saal): General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Raffenbericht pr. 3 Quartal. 2. Ergänzungswabl zum Vorstande. 3. Verschiedenes. Gesang- und gesellige vereine am Sonnabend: Ge- sangveretn„Harmonia" Abends 8 Uhr im Restaurant, Alte Falodstr. 39.- Gesangverein„Sängerlust", Pallisadenst-. 9, Abend« 9 Uhr.— Verein der Taubenfreunde Abends%8 Uhr im R staurant Rleemann. Laufitzrrstr. 41.- Dänischer Verein „Freva" Abend» 9 Uhr Rosenthalerftr. 39. Dänische Blätter stnd ro banden.— Verein der Württemberger Abends 8% Uhr bei Baihinger, Dototheenstr. 84. Kleine Wittheiwngen. Stettin» 13. Ottober. Der Stapellauf des»»eilen großen Subvention, oampferS wird am Sonnabend Mittag auf der Werft de»„Vullan" erfolgen.°, Magdebneg, 12. Oktober. Sonnabend Abend stieß em von Magdeburg nach Oebisfelde tahrtnder Eisenbahnzug auf Bohnbof Rätzlingen mit zwei Güterwagen, die zu nahe an dem Geleise standen, zusammen, wodurch einige Güterwagen de« Zuge« so wie ein Personenwagen II. Riaffe beschädigt wurden. Sin Personenwagen Hl. Rlaffe war recht, zur Sette geworfen. die betreffenden beiden Güterwagen lagen nach link«. Sie hatten fich, bi« an die Achsen versunken, halbmondförmig nach vom durch den Boden gewühlt. Glücklicherweise wurden Personen nicht verletzt. Bamberg, 14. Oktober.(Eisenbahnunsall.) Gestern Nacht zwischen 10 und 11 Uhr fuhr in Faltt-Gefree» eine ton Stammbach zurückkehrende Vorspannmaschine auf den Schluß- wagen de» in gleicher Richtung verkehrenden Güterzuge« auf, wodurch 3 Wagen ohne zu entgleisen beschädigt wurden. Da« Fahrgeleise blieb unbeschädigt. Ein Zugbediensteter erlitt eine leichte Verletzung im Gestcht. Nürnberg, 13. Oktober. In der vorletzten Nacht ist man hier einem grausigen Morde auf die Spur gekommen. Au« dem an der Westseite der Stadt votbeifließendm Ludwig«- kanale wurde ein Roffer aufgefischt, in welchem stch die ver- stümmelte Leiche einer Frauensperson, noch blutend, vorfand. Die Hirnschale war eingeschlagen, die Füße abgehackt. Der eine Arm der Leiche war auf den Rücken gebunden. Heute wurde die Leiche identifizirt; e« ist die Händlerin Rretb, welche viele Geldgeschäfte machte. Am Sonntag hatte fie stch au» ihrer Wohnung entfernt, um Schulden einzukafstren. Die Ausregung über den gräßlichen Mord— ein solcher liegt ohne Zweifel vor— ist groß. Wie«, 14. Ottober.(Eisenbahnunglück) Bon der Direttion der Südbahn wird der„N. Fr. Pr." mitgetheilt: Zwischen den Stationen Darw-ac und Strac der Baics- Pakracer Linie der Südbahn Hai gestern in Folge der Nichtbeachtung der bestehenden Vorschriften ein Zusammenstoß einer Draiftne mit einem von Bahnarbettem besetzten soaenannten „Bohnwagerl" stattgefunden, wobei der Selliens- Ingenieur twatora getödtet und einige Arbeiter verletzt wurden. Die rhedungen über den Schuldtragenden find im Zuge. Wie«, 14. Oktober.(C h o l e r a d e r i ch t.) In Triest 8 Erkrankungen, 2 Tobet lalle; in Pest 25 Erkrankungen, 16 Todesfälle. Trieft, 13. Oktober. Von gestern bi« heute Mittag stnd in Trieft mit ven Vororten 14 Eclrankungen und 1 Todesfall »n Cholera vorgekommen. F« Territorium wurde kein Cholerafall konstatirt. Peft, 13. Oltober. Seit gestern find hier an Cholera nostrae 4, an Cholera 31 Personen erkrankt und 2 Personen an Cholera nostras und 16 an der Cholera gestorben. Szegedt», 13 Oktober. Seit gestern find an der Cholerine 7, an Cholera 10 Personen erkrantt und von den früher Er- lranlten 3 gestorben. Krtzte Uschrichtnu Vulgarische«. Sin Privattelegramm der„Voss. Zig." meldrt: Durch faktische Beweise, welche die bulgarische Regierung in Händen hat, wird konstatirt. daß General Raul- bar« auf seiner Reise in der Provinz fich der niedrigsten Agitation, mittel zur Aufreizung De, Volte« gegen die Re» gie.ung bediente. Er beschuldigte die Regierung öff.nllich, daß st- deshalb die russtiche Oltuvation fürchte, well von ihr Rechenschast über von Rußland geschenkte 17 Millionen Rubel verlangt werden könnte. Den Beuern Versprach er materielle llnierstützung durch Geld und Befreiung vom Miliiätdienste.- Bon dem englischen Vizekonsul in Rustschuk ist der mgltscha Regierung angezeigt worden, daß die Nachricht, bei einer tu Rustschuk stattgehabten öffentlichen Versammlung sei ein« Depesche de« stüherm Fürsten Alexander verlesa worden, wonach Derselbe nach Bulgarien zurückfchren würde, wmn er al» Fürst«iedergewähll«erden sollte, seder Be» gründung entbehre. Ebenso unbegründet sei die Behauptung daß der englische Konsul dazu gerathen habe, den Fo'.derun Rußland« Widerstand zu leisten; ei habe keinerlei L-v samwlung dieser Art stattgefunden und Die angeblickt Depesche des Fürsten Alexander sei eine reine Erfindunp.- An der Petersburger Bö.se läuft das Gerücht um, die Steb lung de» Herrn v.Tiers sei erschüttert. Bestätigung bleibt abzumatten. Polnische«. Achtzig polnische Großgrundbesitzer beschloss« in einer in Polen stattgehabten Versammlung, eine landwiick; schastliche Rred�tbank mit drei Millionen Mark Anlagekapitti zu gründen. Dasselbe soll in 3000 Attien i 1000 M. emge- t heilt werden. In Bielefeld haben die Setzer der„Neuen Westfälische» Volttztg." die Arbeit eingestellt. Kriefkasten der Redaktion. »«i dUt«i«lr»i«»bonni« liehen Rinde» kann daffelbe, sobald es da, viette Lebens! vollendet hat. zu stch nehmen; wird Die Herausgabe des' ge« von dessen Mutter verweigert, so kann drr Vater diese und den Vormund auf Aufhebung de» früheren U klagen. «luden i. W. Eine Milliarde= tausend Milli Theater. Sonnabend, den 16. Oktober. Operuhau«. Marie, die Tochter des Regt' mentL.— Zum Schluß: Wiener Walzer. Schausptelhau». Der geh-ime Agent. Deutsche« Theater. Zum 1. Male: Geäfin Lambach. «estdenz-Theater. Ein Großstädter. Vorher: Ein anonymer Brief.' »rtedrtch.WUHel«ftäbtts«e» Theater. Der Rachtwanvler.„ � «allner- Theater. Der Goldonkel. Belle-Alltance-Theater. L'lli. vstend-Theater. Der Glöckner von Rotte- MMotia- Theater. Amor. Tanz-Ponn von Lutgi Manzotti. «alhalla-Xheater. Die P-raten. Zeuttal-The«»«-. Alte Iolobstr. 30. Direkt.: Adolph Emst. Der Wald. Teufel. Gesang«. poffe in 4 Mm von W. Mannstädi. Roupleti von G. Görtz. Musik vonG.Steffms. 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Wallner. theatersttatze 16. Sonnabmd: Zum 6 Male: Des Tischlers Töchtnlti«. Volksstück mit Gesang in 4 Aktm von A. Reich. Rustk von G. Michaelis. Dittgent Herr Rapell« meifier Th- Frante. Regie: Herr Sattl Czaschke. Vor d»r Vorstellung: Großes Coucert der Hguskapelle, unter Leitung de» Ravellmeisteri hm. Th. Frante. Anfang der Vorstellung?'/, Uhr.(806 Heute. Sonnabend frisch« Kwt» u. Feder- ~ bei Aptrlrermauu, Markus straße 6. Neu! Restaurant Carl Müller, 78 Naunynstrasse 78. Neu! Allen Bekannten sowie einer geehrten Nachbarschaft zur Nachricht, daß ich das Lo'al de« Hirrn Krone käuflich übemommen habe. Gute Speisen und OWräite zu jeder Tagetz-it zu zivilen Vretsen. Große Weiß« 20 Pf., B airisch Bier vom Faß& Seidel 10 Pf. Zimmer für P ereine«nd Gesellschaften stehen zur Vertagung.[845 Hochachtm-.gs-oll Carl Müller, geu. Angelmüller. Soeben ist im Verlage von I. H. W. Dich in Stuttgart erschienen: Internationale Bibliothek Heft I. Die Darwin sche Theorie. Preis pro Heft 50 Pf. 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