Nr S43. Sontttagt de« 17. Oktober 1886. i ü Jahrg. HlnurMsH Brgan für die Interessen der Arbeiter. 4 DaS.Berniter BolkSblatt" (Eingetragm in der Postzeitungspreisliste für 1886 unter Nr. 769.) ür Berlin frei ostabonnement eilage 10 Pf. JusertionSgebühr (Ähöhung des Preises, angenommen. 10 Pf v«i : Nachmttags Zureaur, lchn» Rcdaktwtt: Keuchstraße S.— Grpeditw«: Zimmerstraße 44. Die russlschru ZitriWN. Die bulgarische« Wirre« erhalte« Europa fortwährend i»»them u«d zwar«hae daß de» Bulgare« die Schuld dara» zur Last fällt. Ließe ma« da» kleine Land u«ge- schere» und würde«S nicht von russischen Einflüsse« und Zutrigue» zerwühlt, so würde« sich die Zustände daselbst sicherlich bald kläre» und die Tefahr einer europäischen »ktio« wieder weit zurücktrete«. Die zusammentretende »eue Bolk«vertretu»g würde die Regierung neu konstttuiren und die Wahl eine» Staatsoberhaupte» vornehme«. Wie diese auch ausfiele und was ma» dara» auch aussetze« könnte— sie würde sicherlich«ine Periode herbeiführe«, ia der Bulgarien sich seiner innere« und volkSwirthfchaftliche» Eatwickelung zuwende« könnte, statt wie jetzt immer nor der Eoeatualität eines bewaffnete» russtsche« Einbruch» z« stehen. Aber die Leute i« St. Petersburg, die in dem soaenannte» Testam««te Peter» de»„Große»", jenem mHaJ0**! Napoleon» I., eine Anweisung auf die Besttznahme vo» Europa uad auf ein« Weltherrschaft zu habe« glaube», wolle««< nicht zulasse«, daß Bulgarien zur Ruhe kommt. Sie müssen immer eine» Punkt haben, wo sie den Hake» für ihre Aa»ektto»Sp!ä»e einschlagen kö»««« und dazu habe« sie sich««» Bulgarien aus ersehen. Man vergegenwärtige sich die Situation. Die Bulgare» wolle«, nachdem der Zar durch seine« drohende« Brief de« Fürst«« Alexander zur Abreise bewogen, die Wahle« zu ihrer Nationalversammlung vomhmev. Da erscheint ein gewisser«aulbar», der sich ganz off«« alt russtsche« Age»te« autgiebt uad mit dem gefüllte« Rubelsack auf Reise» geht. Er macht nicht einmal ei» Hehl daran«, daß er mit diese« Rubel« die bulgarische« Osfiziere besteche« will. Dan» beschwert er stch, daß i« Bnlgarie» der Be- lagerungtzustaud herrsche. Rua, wir fiad keiae Schwärmer für de« Belagerungszustand, aber e» muthet eine« zivilifi-te« Mensche« wie Hohngelächter der Hölle a«, wen» ein Per» treter de» offizielle« Rußland sich über de« Belagerung»» zustand beschwert, desselben Rußlaad, wo seit mehr al» dreihundert Zahre» ei« Zustaad herrscht, de» man viel zu rosig färbe« würde, we»« ma» ih» nur al» Bela> gerung»,«stand bezeichne« wollte. Da«« beschwert sich der russtsche Agent über ma»gel»de Wahlfreiheit, der Vertreter dtssilbe« Rußla-d, wo ei» Zeder, der eine Verfaffuag und Wahle« zu verla-ge» wagt, al»„Nihilist"«ach Eibirie« geschickt wird. Da»« reist der russtsche Age«t mit de« offs«e» Rubelsack zu de» Osfisiere« der bulgarische» Tann» sone» und al» diese sich zu keinem Verrath herbeilasse» wolle«, wiegelt er mit Verleumdung«« und Rubel» eiae« Haufe« bulgarischer Bauer« auf oder läßt ste aufwiegeln, Aernllleton. Nachdruck verboten.�£2 Im Hause des Derderdens. Kriminalroman. Von Reiuhold Ortmava. Ä'l%%%%#= TO ewer ungewöhnliche» maere« Aufregung zeigte. Er hatte ebe» wieder die Gläser Mllt und l«b«t« sich, die erste« Züge au» einer»tue» Zigarre schlürsend i» die Eck- des Sophas zurück. T' .Also der lange« R-de kurzer Ei»», wer« lieber Curt", sagte er gleichmüthig.„ist«icht» andere«, alz daß Du»ollständig auf de« Trocke««« fitzest, daß auch der glückliche Zufall vo» heute Abeud Dir höchste«» über einia« Tage Hinweghtlst— und daß Du e»twed» Paletot« stehlt« el"e �ugel vor den K-pf schieße« ka«ast, we«« es Dir»icht gekmgt, Deinen Onkel zur Barmherzigkeit zu bewege«." Brandenstein seufzte tief cuf und fuhr stch mit der Hand über die Stir». »Es ist so', sagt« er tovloi,.und da da» letztere un» möglich ist, da mei» Onkel«temal» Wechsel ia solcher Höhe, die«och dazu seine— seine unrechte Unterschrift trage», für«ich ei»Iöse» wird, ist mei« Schicksal so gut wie besiegelt." .Noch»icht,»e«n Du, wie gesagt, etwa» Muth und worauf diese Bauer» w die Hauptstadt einrücke» und dort eme» großen Tumult anrichten. Trotz der Exzesse sehe« die Bulgare« im Ga«j«» ruhig zu; aber Rußland geberdet sich, al« ob es der««gegriffene Theil wäre und bricht seine.diplo» malischen Beziehungen' zu Bulgarien ab. Unter andere« UmflS-ve« würde» die Bulgare» de» Verlust ihrer Be« ztehunge« zu de« Kosacke« im Diplomatenfrack leichter ver« schmerze» kö»»e». Staunend steht Europa diesem Treibe» zu, da» so frech u»d brutal ist, daß sich jeder anständige Mensch darüber empört fühle» muß. Steht«kelhastere» Spiel al« die dema« gogischen Künste dieser russtsche« Agent««, mit denen sie ihre«»ackte» Brutalität«« ei« Mäatelchea umzuhänge« ver« suche«. Reu find solche Erscheinung«» freilich«icht. Die Ge» schichte werft die Beispiele zu Hunderte» auf, wie der Stär» ker« de» Schwächere» so lange draagsalirte. bi« der Schwä» chere stch ausliefer« mußte. Es ist die alte Geschichte vo« dem Wolf, der behauptet, da» Lamm habe ihm da» Wasser getrübt. Die Bulgare« möge« sich«och so ruhig verhalte«; diese russische» Agenten werde« ihre Provokatiooe« fortsetze», bt» irgend ei« Borfall s«»ügt, um Truppe« einrücke« zu lasse». Welche Folge« ei» solcher Schritt habe» wird, steht dahin. Sicher ist«ur, b-ch bei diese» Aktionen mit dem europäische« Friede» Fang« ball gespielt wird. Wie schrecklich büßt ma»«u« im mittlere« Europa jene„Freundschaft' Rußland», die ma» i« Anspruch«ahm, al» der Kampf gegen Napoleon I. begann. Z« der Be« geisteruvg der Zahre 1813 und 1814 ließ ma» sich zu der Täuschung hinreiße», die Russe« se,e» al«„Befteier"»ach Weste« gezoge» und selbst ei» llhland schrieb damals sei» Gedicht:.Vorwärt« I", welche» er besser.Rückwärt» 1" betitelt hätte. Rußland«ahm sich seine« Lohn für die.Be« freierdieuste' und unterwarf stch Pole» mit Hilfe der fteuud« liche» Bundesgenosse«. Die Sprengung der Berträze vo» 1315 durch de« Krtmkrieg ändert« a« dem Verhältniß»icht viel, de«» die europäische« Mächt« sahen ruhig zu. wie die Türkei Stück für Stück zerrisse« wurde. Und»»« komme« die Früchte dieser Politik: Rußland hält Friede« oder Krieg i» seine» Mantel» Falte«,«ach seinem Beliebe«, und die europäische« Staate« sehe» dem Treibe« ans der Balkanhalbinsel mit verschränkte» Arme« zu, weil Niemand mit dem Ungethüm i« Osten anbmde» will. Die Prophezeihung de« erste» Napoleon, Europa werde bin««« fünfzig Zahre» repnblikanisch oder kosackisch sein, hat mit südlicher Hitze die Zeitgrenz« etwa« kurz gesteckt;»«« aber scheint es in der That, al» ob der zweite Theil dieser Alternative stch zu erfülle» drohe. Rußland schlägt Europa gnädig in» Gesicht und wen« sich»icht alle KuÜmstaate» etwa« Geschicklichkeit beweise« kannst! Zch habe Dir de« RettungSweg gezeigt.— e« ist Deine Sache, ob Du ihn «iaschlaqe» willst." „O, ich wäre z« Allem entschlösse», aber Dein Plan ist abenteuerlich, Ramfeld! Zch stand vo» jeher»icht de« sonder« hoch i» der Gunst«eine» Oakel»; er wüide uns «icht sehr freundlich empfange», wen» wir ihm ungeladen und unanqemeldet in'« Hau« fitle»; n»d da»»— wenn er wirklich Ezelman» genug wäre,««S da« nicht fühle» zu lasse», welche Zaubermittel könnte« wir den« in»»wen« dung bringe«, ih« im Verlauf vo» vierzehn Tage« so vo« Grund au» zu meine» Gunsten umzustimmen?" .Da» kann ich Dir allerding» tn diesem Augenblick«och «icht sagen, lieber Kurt, da ich«icht da» Bergnügen habe, Dem«» würdige» Oheim zu kennen. Aber daß e» solche Zaubermittel grebt und daß wir sie finde« werden, wen« Du «ur im entscheidende« Augenblick da» Herz auf dem rechte« Fleck hast,— darauf kannst Du Dich verlasse»! Uebri« gen« ich habe keine Veranlassung, Dir meine Dienste aufzu« drängen I' Sprich nicht so, Ramfeld; Du weißt, daß«in Ertrin- so wentg aussicht, volle Karte zu.fttz».". a Wen« Du Dir andere Htlstquelle»«öffne« kannst, habe ich natürlich nicht« gesagt" erwidnte d« Doktor.„Auf «ine Wiederholung von Glück, zufälle» wie diese« Abend darfst Du allerding»»icht rechne«, den» ich weiß, daß ich da oben abgewirtschaftet habe und gut thu» werde, mich nach ��B?and?»stein�Äa!>k' in ei« düst«e, Brüte» und der Dekior hörte ih,«icht. Er begnügte sich damit, da» Grozgla», da» Jener hastig geleert hatte von Neurn zu fülle» und vo» Z-it zu Zeit«ine» rasche« beobachtenden Blick auf ihn zu hefte». Endlich schien d« junge Man» «ach hartem innere» Kampf zu einem Entschluß gekom« men zu sei». Er warf de» Kopf empor und st»ß hastig heraus: .Mag e» den» fei», wie Du rikthest! Du we'ßt wie zu« entschlossensten Widerstand gegen da» Hunnenthum de» «eunzehnten Z->hrhusdert« verbinde«, so liegt die Gefahr nahe, daß die Resultate unser« gesammte« Kul urentwickelung vo» afiatifche» Bardare» in den Koth getreten werde«. Berichtigung. Herr Dr. �nfalem ih ilt uns im Anschluß an den Lritarttkel in Nc. 236 mit, daß er aus dem naiionalltderalen Parteitag in Köln da» Wort„Bttldankpvli» tik«" nicht gebraucht habe. Unser Mitarbeiter hatte wie« ausdrücklich bemerkte, die Notiz d«„Eiberselder Ztg." entnommen. D. R. Politische Urderstcht. Zur Berliner Ersatzwahl. Dir Ersatzwahl für den ver« stoibenen Reichstagsabgrordneten Ludwig Löwe im ersten Ber» liner Reichstag»- Wahlkreis soll nach Anordnung de» Minist«» de» Innern v. Puttkamer schleunigst bewirkt werden. Nach den gesetzlichen Bestimmungen müssen für diese Wahl die Wählerlisten neu aufgestellt u-ed ausgelegt werden. D« Oderpräfident von Berlin, EtaatSmintster Dr. Achenbach in Potsdam, hat den Tag. an welchem die Auslegung der Wähl«- listen zu deginnen hat, auf Montag, den 8. Novemb«. liberalen wollen nicht mit den Konservativen»ulammengehen» sondern einen eigenen Kandidaren aufstellen. Genannt werden Stadtrath Marggraf und der ftüh«« Direktor der Berlin« Hamburger Eisendahn, G:h. Räch Simon. Et« iuteruattonale» Polizeikorps, dessen Aufgabe e» fein soll, die Sozialisten und Anarchisten zu überwachen— wird in der„Kreuz Ztg." von deren London« Mitarbeit« empfohlen. J'ternativnal gegen die Arbeiter vorzugehen, dazu find die Hutten immer dereit. Ziternationai für die Arbeit« zu handeln, dazu haben sie stch freilich noch nie de» wegen Bsstn. Einen internationalen Belagerungszustand ziehm ste ein« internationalen Fadrikgesetzgrdung vor. vo kommt immer mehr Methode in den Wahnstnn. Zur Amerikareise Liebknecht» läßt stch die„Kreuzztg." folgende» au» Chtkazo schreiben:„Wilhelm Liebknecht nimmt in Bezug auf die Situation drüben in Deutschland den Mund erstaunlich voll und dezeichnet dm gegenwärtigen Sand de» Sozialismus in Deutschland al» ganz„ausgezr'chntt"; die Re- gierung— so dehauplet er— verliere in Vrmselbm Verhält« n'.ß an Boden, wie die Sozialdemokraten gewinnen. Die ge- sttzgebenden Körper und die vollziihendm Behördm in D-utsch« land«erden daher gut lhun, wenn fit von dieser soztaldrmo- kralischm Silbstzufriidenheit Noriz nehmen und durch Ber- schärfung der Auinahmegesetze den Brorkord dieser Rotte noch höh« hängen» als ei bisher der Fall ist. Da» Unkraut, welche» die Sorialdemokra'en züchten, ist doch nur die„Vorfrucht" für die Drachensaat d« Anarchisten, und wo» hin vie« schließlich führt, haben di« Vorgänge tn Chikago de- nirsen. Bei dem schnellledigm Zuschnitt d« amertkantschm viel für mich auf dem Spiele fleht und wirst mich im ent« scheidende» Augenblick nicht im Stich lassen." .Auf gute Kameradschaft also!' sagte der Doktor, sein« schlanken kühlen Finger flüchtig in die fieberheißen Curt'» legend.„Wann reise» wir nach Brandenstein?" .Marge», wenn Du willst! Zch denke, unsere Minute» find jetzt kostbar genug!' .Da» meine ich auch; aber wir brauche» darum«icht» zu üdtreile». Verschieben wir die Abreise getrost auf üb«» morgen ftüh. E» ist keine Empfehlung, mit einem verwüstet«« und Überwachte» Gesicht«inzutrete», wie Du e« augenblick« lich anfzuweiseu hast. E» ordentlich« Schlaf wird Dich einigermaßm herstelle«!— Glaube mir«ur, es bleibt un« trotzdem»och genug." Braadenstei« mochte nicht vollständig überzeugt fem, widersprach ab««icht. E« schien, al« wachse der ergenthüm« liche, dämonisch« Einfluß, de» Ramfeld über ih» gewann, mit jeder Minute, und d« feste To«, welch«» er noch vor wenizm Stunde« dem Doktor gegenüber angeschlagen, hatte längst einem unsichere», ja beinahe zaghaftem Platz gemacht. Wied« herrschte eine gnaume Weile Stillschweige», dann meinte Bcandmstein: „Aber wir habe«»och gar«icht vo» Dir gesprochen, Ramfeld I— Wie hast Du*» seit unserer Trennung getrieben? Al»»» un« zum letzte» Mal sahen, warst Du Student der Medizin im vierte» od« süngte» Se» mest« und solltest wegen dummer Streiche von der Universität verwiesen w«de». Und nun bist Du dennoch Doftor s", „Ach, darüber ließe sich ei» ganze» Buch schreibe», mein gut« Curt! Für heute si,d das zu aufregend« Ge« schichte», und nur, um Dein fteun'schasiliches Vertraue» zurückzuzahlen, will ich Dir die Haubtsache erzähle»,»l« ich von der Umversttät verwieien war, ging ich nach Amerika, erwarb dort de» Dokrortitel und kam nach einige« Kreuz« und Ouerfahrten«ach Mexiko. Da» Glück bepün- stigte mich. Nach einige» Zahre» besaß ich ei» schöne» Vermöge», ei» schöne» Landaut und ei» schöne» Weid. Ader tch Narr verstand da» Alle««icht festznhaUen. Der Äonfunltur«! ist daZ S?Iul6ob vom 4. Mai fast ganz in Bn> alffenheit aera h'N; die zum Tode vtiur heilten fieden Anarchi. sten fitzen in den für Mörder bestimmten Zellen und dabeihat die ganz« An Gelegenheit vorlZufiz ihr Bewenden. 8# bedurite also einet neuen Anstoße». Um diesen zu vollbringen, scheinen Liebknecht und s:in englischer Spießgeselle aus- erlksen zu sein."— Diese» Gerede ist so nichtsnutzig und anmaßend zugleich, daß wir fast glauben, es sei nicht in Ch kago, sondern in der Königgrätznstraße selber verfaßt worden. Urber den Prozeß verodt- Chrifteuse« schreibt die «BreSlauer Morgenzeitung":„Ucderall wird die Empfindung vorherrschen, daß in dieser Angelegenheit nunmehr erst in oer Tbat Recht g-sprochen worden ist. Da» Schöffen» gericht hatte stch voll und ganz auf oen Boden der Anklage t'stellt, weiche brhaup'ete: Jhiing-Mahlow allein sage die Lohr h< it über seine THSiigleit in dem sozialistischen Verein, und da» Dutzend zu Gunsten der Angellagten auftretend« Zeugen Hab« Meineid« geleistet. Die Strafkammer nahm den «ntgegenäes.tzt'n Standpunk? ein: fle glaubte den Zeugen und erklärt, den Behaupiungen Jhring. Mahlow» nicht folgen zu können. Damit aber wurden die Angellagtm von dem Vor würfe befteit, eine böswillige Verleumdung aulgesprochen zu haben, als st« den Abgeordneten Singer da» Material zu den im Reichstag« erhobenen Beschwerden lieferten. Der Gerichts- dos nahm an, daß fi« die Wahrheit gesagt hatten, daß Jhring- Mahlow ein Agent provocateur gewesen, der die»rbetter zu ungesetzlichen Toalen, zum Hochverrat?, zu anderen Verbrechen auszurc zen gesucht habe, um fi: nachher zu verderben. Diese Beschuldigung aar ein« sehr schwere,«eil fie stch auf dm ersten Blick über den stopf Jhring� Mahlow'» hinweg gegen den Chef der politischen Polizei und noch höher hinauf gegen den Minister de» Innern richtete. Daß in dem Hirn eine» solchen unter» 8«ordneten Beamten der Gedanke entspiingen könnte, es würde ;m nicht» schaden, ja e» würde ihm nützen, wenn er so vorging«, wie es nach dem Entscheide der Straftammer de« Landgericht» geschehen, da» ist «ine so entschiedene Verurteilung de» System» Puttkamer, wie fi: nur je von irgend einem oppositionellen Blatt« ausgesprochen wurde. Wa» aber hat sich nicht noch de» weite-en an die erste schöffengerichtiiche Freisprechung Jhring- Mahlow'» — oder vielathr an die Verurtheilung von Berndt und Ch.istensen geknilpft. Zunächst: die Ausweisung Paul Vinger». Das, wa» er im R-.ichstage vorbrachte und wa» stch sitzt laut Gerichtsentscheidung oIS wahr herausstellt, gab den diielten Anstoß zu seiner Ausweisung. E- hatte stch lästig gemocht. weil er die Wahrheit gesagt. Wird man ihn nun zurückrufen? E» knüpfte stch ferner daran die Verfolgung Bernd:'» und Christen s-r.'S wegen anderer damit zusammen- hängender Dinge. Der Tischler Bobkiewic,, welcher Jhring. Mahlow in jrner Versammlung, dt« den»uegang-punkt aller dieser Anklagen bildet, geschlagen haben soll, wurde trotz seiner Uoschuldsbethcuerungen und s> in'r Zeugen verurtheUt, weil da« Gericht nur Jhring» Mab'ow Glauben schenkte und die Zeugen für meineidig hielt. Ja, e» drohte in der That eine sinllage wegen Metn-ide» über diese Zeugen h-reinzudrechen. Da nun aber der höhere Gerichtshof Jh ing Mahlow trotz seine» wehr a!S stch.ren Auftreten» nicht glauben zu können «rtlärt, so entsteht die Frage, wie e» denn mU seiner Glaub- Würdigkeit in den anderen Aussogen bestellt war. ES war ein ganze, Rattenkönig von Proz.ffen, Strafen, Verfolgungen, vi« sich an Jhrtng- Mahlow'» Eindrirgen in die sozialdemokratische Verbindung knüpften. Wie da» gekommen, wie der G-Helm« volizist auf der schiefen Ebene«eitergeschritten, da» hat in seiner Vtrihridlgungsrere der Rechtsanwalt Munckel so klar und über» zeugend nachgewiesen, daß darauf ganz besonder» Gewicht gelegt werden muß. Uebrigen» zog stch der Gerichtshof nm auf ganz kurze Z lt zur Berothung zurück. Mit auffallender Schnellig- krit klh-te er zur Verkündung Des Urtheil» wieder. Für die regelrnäßlgln Besucher der G-richtssäl« lag darin ein deutlicher Bewei» dafür, daß da« Urtheil ohne difleniirende Stimm« einstimmig, nicht durch Mehrheittbeschluß gefSllt fein muß. Und gerade hierdurch gewinnt e» an Bedeuisamkeit. Es z-igt, wie außriord-ntlich der Eindruck der Wahrdeitsltebe der Entlastungszeugen, anderseU» wie ungünstig der Eindruck gewesen sein muß, den Jhring Mahlow auf den Gerichtshof machte."- Die„Franks. Ztg." bemerkt:„Zunächst wird Herr von Puttkamer die Konscqaenzen des Verdittet zu ziehen haben, da» durch die Rlchtrr üder das Treiben Jdring-Mah� low'» gefällt worden ist, denn er hat ja für den Fall der Be wähl hr hing der Angaben Singer'» die„nachdrücklichste Re« probirung" zugesagt und so„glaubwürdig" ihm JHring-Maß low vielleicht auch noch erscheinen mag, er wird im öffentlichen Jmer-ffe nicht umhin können, den Mann von den Rockschößen der Polizei abzuschütteln. Aber mtt dem Verschwenden Jhrtng» Mahlow von der B>U fläche wird es nicht geihan sein; da der Vorwurf, e» besteht bei un» ein verderbliche» Spitzelthum, nicht mehr mtt jener leichten und eleganten Handbewegung, mtt welcher Hur o. Putttamer so manche Dinge abthun zu können glaubt, beseitigt w:rd«n kann, so wird er gründlich erörtert werden müffen, und.wir an der Stelle, wo er er» leidige Spielteufel ka« über mich; w«tu paar uvglück- lichen Nächte« ging beinahe mein ganze« Vermöge» darauf und ol# mich»u« gar«och der Satan plagte, beim Heim» reiten mtt dem glücklichen Gewinner in eine» Strert zu ge» rathea, deffen End« auch da» E«de diese» brave» Barsche« bedeutete, da war's mit der merikanischea Hettlichkeit auf einmal vorbei. Der Hallunke hatte «in« große Sippschnst, uud fi« würde» mir da« Hau« über dem Kopf angezündet und mich a« de« ersten beste« Baum gehängt habe», wen» ich mich nicht schleunigst au» dem Staub« gemacht hätte. Wa» ich in der Eile«och rette« und zusammen, affr» konnte,»ahm ich»atür- lrch mtt." „Auch Deine Frau s" unterbrach ihn Brandenfiei«, de» die Enöhlung de« Doktor» mehr und mehr fistelte. .Meine Frau?' Rrmfelb«aß ih» mit eine« eigen» thümlichev, halb fragende», halb drohende» Blick, und e» verginge» einige Sekunde», eh« er lasgsam u»d mtt befon» derem Nachdruck sagte:.Net», meine Frau blieb drüben. Da ich aber»ich» gewohnt war, armselrg zu lebe«, und da ich durchaus keine Luft vetfpürt«, meine übrigen» nicht de- sonder« glänzende» medizinische« Ke»»t»iffe i» den Dienst der leidende« Menschheit zu stelle», so ginge» die zwei» tausend Füchse schnell genug darauf, und ich kam endlich, da mich mein alte» Glück seit jene, Höllennacht vollstäu» big verlost«« hatte, auf jene Stuf« uud in jene Gesellschaft, der ich die Freude de» Wiedersehen» mit Dir, mein Junge, verdank« I— Da hast Du i» der Hauptsache mei» Lsde». Es gab mir Gelegenheit, die Welt und die Mensche» kenne« zu lerne», wovon wir Beide«u« gut profiiire« werde»." „Das gebe der Himmel!" seufzte Bravdevsteiv, dem bei de» Doktor« letzte« Worte» die Erinnerung an seine traurige Loge wieber wie«in Stein auf die Seele fiel. „Auf Deinir Klughnt und Gesch'cklichieit ruht ja meine letzte Hoffnung!' „Und fie wird Dich nicht täuschen I— Doch jetzt ist'« P««ug für hiute Curt I Wir habe« beinahe die ganz« Rocht »«plaudert, tritzdem Du vorhin nur sü-f Mioute« für mich übrig hattest I Draußen wird e» schon Tag, u»d Du mußt hobm wurde, im Reichstage. Herr Singer ist e» seiner von dem erstinstan, lieben Richter angegriffenen Ehre schuldig, dm Ausgang de» Pioz-ffe» I»ring- Madlow zur Evrach« zu bringm und dabei wir» es dem Herm Minister vielleicht klar a-macht welden, daß es für die Schuldigen noch ein andere» höhere» Forum giedt, als datjmtg« der vtrafgettchte." Eiue« große« Verband der kathotischen Arbeiter» veretue empfiedlt ein Miiaideiter au» Westfalen in der „G rmania." Die latholtschen Arbeiterverein« dienen den Klerikalen bekanntlich dazu, Rekruten für die Wahltchlacht zu we-den und zu diillen, und erfreuen stch nicht seltm sehr hober Pioiehio". In Folge dessen haben fie auch da» Rccht, stch noch Belieben zu verbinden. Die Fachvereine dülfen da» nicht. Worum treiben fie aber auch keine konservativ« und ultra» montan« Poliiik? Staat« bahne« und Eisenbahtmnsälle. In einer otfiziöim Auslastung üder die auffallend zahlreichen Unfälle der jüngsten Zeit heißt e» im„Re chsanzeiglr":„Es ist da» ernste Steden der Staatsbahnoerwaltung, dutch allgemeine Einführung der bewährtesten Sicher« hettsvorrichtungen dettiibsgetährliche Jrrthümer und Mißverstäntnisse nach Möglichkeit autzuschließen, und e» find seit einer Reihe von Jahien große Summen hie; für aufge» wendet worden. Die Möglichkeit, daß hierbei verhängnißoolle Uedertretungen oder Untnlaffungen vorkommen, wud aber leider nie ganz auszuschließen sein. Daß jedoch die auf Er- höhung der Betriebsficherheit gerichteten Bestrebungen nicht erfolglos gewesen find, gebt au» der Statistik deutlich hervor; denn die Anzahl der Entgleisungen, welche innerhalb de» gegenwärtigen Staatsbahnnetzi» auf 1 Kilometer Bahnlänge entfallen, deträgt nur etwa 50 Prozent kerjenigm Entgleisungen. welche vor zehn I ihren auf 1 Kilometer Länge der damals unter Staatsverwattung stehen dm preußischen Eismbahnm mlfielm, und bei den Zusammenstößen von Zügen stellt stch da» er sprechende Verhältntß auf 62 Pro». Dabei bleibt noch außer Betracht, daß durch die erheblich ver- mehrte Zahl der Züge, der Stationen, Haltestellen, Wetchm «. s. w. der Betrieb viel schwieriger und komplizirter geworden ist. Wenn tndeffm hierdurch auch ein erhedliwer Fortschritt zum Beffern nachgewtesm«erden kann, so soll doch damtt tetnesweg» gesagt sein, daß nicht alle« aufgeboten werdm müffe, um Unfällm überhaupt auf jede irgend thunliche Weise vorzubeugen. Daß e» von größter Wichtigkeit ist. an ketnm der im äußern Dienst beschäftigten Beamten Anforderungen zu strllm, welch« er nicht stei» ordnunasmäßig zu erfüllm im Stande ist, und daß auch die Rückstcht auf die thunlichste Sparsamkeit hiergegen unbedingt zurücktreten müffe, ist selbstverüänvlich. und sind in dieser Beziehung dereit» bei der Festst-llung der zur Zeit auf allen preußischen Staatsdahnm eingeführten einbeitltchm Dienstanweifungm für die Beamten de« äußern Dienste» alle diejenigen früher gtltigen Bestimmungen ausgefchiedm oder eingeschiäntt worden, welche nach den petammetten Erfahrungen nicht unter allm Umständen erfüllbare Anforderungen an die Beamten stellten. Dm Eisendahn-Verwalungsdehöidm ist zur Pflicht gemacht, darauf zn hatten, daß dieser Grundsatz auch im Einzelnm zur Durchführung gebracht wird.— Da» „Berl. Tgbl." erinnert demgegenüber an dt« Beschwerdm, wonach man stch statt der Stationsvorsteher oft mtt schlechter bezahllen Asstftenten oder sogmannten„Aufsehern" begnügt hat; ferner daran, daß auf Signal-Zwischmstatlonm. die zur Sicherung von Lahnhöfm auf der Strecke eingeschaltet find und die stch mittelst d<» Telegrophenapparate» mtt dm Bahn- hötm über da» Etnlaffen von Zügen zu verständigen haben, fiatt der angestellten Wärter und Weichensteller vereidete Ar- detter eingeschoben wurden, die für einen geringerm Tagelohn diesen Postm versrhen mußim. Es ist vorgekommen, daß solchen Halbbeamten, wenn fie ein Unglück angerichtet und stch deshalb vor Gericht zu verantworten hatten, wegen Mangel- haft-r Beamtenqoalität mildernde Umstände bewilligt werden mußlm. Aber lag darin nicht zugirtch ein herbe» Urtheil üder die Verwaltung, die fich mtt so unzureichendem Material begnügt halte? Auch die schlechte Bezahlung ver Angestelltm im»llgemeinm muß die Ardetrslust untergrabm. Ist hierin wirtlich gründlich Wandel geschaffl? Privatpostaustalte« sollen demnächst auch in Düssel- dorf und in dem Lärvchen Neutral-Moresnet er« richtet werdm. Die Düfieldo.fer Anstatt will nach der „Mindener Ztg." in allm bedeutenderen Ortm de» Rbein- lande» und Westfalen» Zmeigniederlassungen errichten. Ueder die zwischen Vervter» und Aachen gelegene. 6 LUadrot-KUo- meter große„Republik" Moresnet haben wir kürzlich ausführlich berichtet. Zum Wirthsckiaftsanfschwuog. Der Jahresbericht der Handelskammer»ür Oftfrieslanv und Papenburg, der jetzt ausgegeben ist, urtheitt üder die Geschäjtslage im Jahre IStS nicht ander», a<» die lange RI fortgesetzt habm. Die„berechtigten Bestrebungen der Arbeiter, wnven im Sonstigen in keiner Weise genttt, ste dürfen hia in dumpfen Löchern von Morgen« 5 bis Abends 10 Uhr a» betten, ohne daß ste darin im geringsten gestört werden. Dil Beschluß, durch welchen die Ruflösung dieser Fachvereine ve» fügt wird, hat folgenden Wortlaut: Erfurt, 29. Septembet In Erwägung, daß die hiestgen Fachvereine der Schneide» Tischler und Maurer als voltttsche Vereine im Sinne des§' des Veretntgesetz S vom 11. März 1850 um deshalb zu etad ten find, weil dieselben in verschiedenen Versammlungen po tisch« Gegenstände eröitert haben, sowie, daß diiseiden mitei ander und mtt den anderen hiesigen Fach vereinen insofern gemeinsamen Z recken in Verbindung getreten fiid, alt sie der vom Buchbinder- Fachoeretn behufs Giünrung einer Zent Herberge mtt Arbetttdureau für fremde zureitende Gesellen berufenen Versammlung vom 3. August 1885 durch Deptt vertreten waren und an der demnächst ins Leben getrete Einrichtung noch jetzt durch Kontrolmitglieder dethrUigt sin»! in Erwägung, daß die Vereine somit die ihnen in s 8 l' Vereintgesetze» auferlegtm gesetzlich»« Beschränkungen üb schritten, die Vorsteher fit nach§ 16 a. a.D. strafbar gema baden, erfolgt hiermtt auf Gruno der angezozenen gesetzlu' Bestimmungen die polizeiliche Schließung der diel Fachvtre Die Poltzeiverwaltung. Der Oberbürgermeister. Geheime Rc gterunglrath gez. Breslau. Dänemark., Kopenhagen, 15. Oktober. Da» Höchsten-Gericht W beute den verantwortlichen Herausgeber d«»„So jia ld em»' traten" wegen Zawtderbandeln» gegen da» provisort!»' Gesetz vom S. November v. I, detreffend die Luth-tzung eintt BeoSckerungsklaffe gegm die andere und die Erregung vv« Haß gegm die Regierung durch die Preff. ,u einer vierzeV tägigm Ge'ängnißstrafe verurtheil». Dem Unheil wurde,* dasselbe üder dt« von der Linken bestrittene Frage der Reckstf gUttgteit der provisorischen Gesetze zu entscheiden hatte,«y großer Evannung entgegengesehen. In den E�tscheibur»»' gründen wird aukgefühit, daß da» propisorische Gesetz 2. Nooemder v. I., odschon e« nm während einer Vertagiw» de» R-.ich»taz» erlassen worden, gleichwohl iechtsgilttg sei, � Rechts zilitgkett desselben werde auch nicht dadurch berührt, M fich da» Folleihing gegen dasselbe ausgesprochen habe, be#* dasselbe dem R- icht tag von der Regierung vorgelegt worden j und ebensowenig vadurch, daß der Schluß der letzim R'.tchsla?' sesston erfolgt sei, bevor das provisorische Gesetz dt« Sanlti## erhalten habe. R u h l a n d. Zm selbm Zett, wie die Anarchisten in Wien solle« j* Süd- Rußland viele Nihilisten verhaftet worden sein, f dem Gefängniß Der kleinen Stadt Restn(ollen 28 und># Odessa, Ritolajew und JelaterinoSlaw 16 fitzen. Belgien. Der Bürgermeister von Charlervi hat dem Generalralh#? Arbeiterpartei, nachdem er stch tüe die AutrechttihalstA ver Ordnung oerbürgt hat. am 31. d. M die Abhaltung L großen Arbeiter kunvgebung zu Gunstm einer Amne?» große» schwarze» Auge» gar zu unruhig und unheimlich(r Ct hätte», und wen» nicht um die etwas herabgezoge«� dwivkel zwei eizenthümlich herb« und ttotzig« Li#* beroorgettete» wären. Auffällig wa: zudem dr« tief P- bräunte Farbe de« schmale», von schwere» kohlschwarz* Flechte» eingerahmte» Trfichtes und die seltsame, sie** läadisch« Art, i» welcher der kostbare schwarze Spitz enschle* um de» stolz erhobene» Kopf drappirt war. Mtt aufdl tzende» Auge» hatte fie die Reisevorb«� e Doilvrs überschaut uud jiot nun rasch*9 und iunge» de« Doltor» überschaut und ttat Rawfeld zu, berührte leicht sei»«» Arm scharfer Stimme i» spanischer Spasche: „Tuten Morgen, Senuor!— Mir scheint's, bei anginehmer Beschäftigung stör«!' sagt«** daß � Der sonst so gleichmülhig und unerschütterlich scheid? zurück Manu fuhr sichtlich zusammen. Er runzelte die Sttr» teurer. preßte die L ppe» zornig aufeinander, wie um eine» 8%% zu unterdrücke». Aber der Ausdruck dieser jähe» Aufwall� war schnell wieber von seinem Geficht verschwunden*£ kalt uvd klar, ohne ei» Zacke» der Wimper», ttaf" Blick mit de» jenige» der Fremd« zusammen. .Gute» Morgen, Semnora Jnantta", sagte er spöttisch.„Ich bttt« um Vergebung, wen» der 3"#� diese» Zimmer« beweist, daß ich auf de» Besuch edler zu so früher Stunde nicht vorberettet dm." Er« dettachtet« ihn mtt einer M>schu»g von Zok*" sagte, auf de» Reisekoffer deutend, ernst und langsam: .Du warst im Begriff, mtt zu«»ifliehe», Pa»l! hast Deine» Schwur gebrochen— Du bist«in Feiglmg er» Lügner I"... d» J» Ramfeld'« Teficht zuckte kein« Muskel. liche» Schmeicheleien als Tinlettung l' höhnte er, j'i?tztn große ö f f entltche Arbeiten an. wndigen. Viel Eindruck wird e« im Lande nicht machen. z�ejelben Versprechungen sind schon bald nach dem Au»brvch der Unruhen in der Kammeifipung durch dm MintsterprSfi' dmten gemacht worden und e» ist doch nicht« geschehen. Die Iii«wünschten Arbeiten, wie Hafendauten für Oft« «nd«, find bt« heute nicht begonnen.(£i kommt in Belgien xm«aus da» alt« Resultat hinau»: Nch!» al» Worte, keine Kraukretch. *** Bautenminister Baihaut depontrt« in der Kammer ein Er Pariser Bemeinderath vereinbarte« modistzirte« Projekt P«iser Metropolttandahn(vtabtdahn). Fünf «mim find al» definitiv bezeichnet, die Zirkellinie, die den «ußerm Boulevard« folgt, die Tran«o«rsallinie vom Ostbahnhof zum Bahnhof Eeeaux, die Linie vom Bahnhof Saint< Lazare fE? dann die vom Pariser tSemeinderath vltrrqrte Lwie vom Platz der Republik nach Batignolle«, neben 5?«irkularbahn und dm verschiedenen Trambahnen ziemlich unnütz, und die kurie Linie von der Porte Matllot zum Are Kilometer diese« R mmceau, Möiard-Dorian. Yoet Guyot, H6.g)ia und Camille «reyfu«- von den achi»emeinderäthen ftnd nur zwei relativ gemäßigt, Guichard und Jccqum. Für die übrigen Er. Nennungen mußte Lockrcy auf die stnonziellm Großmächte bn und der Ei, endahnen Rückficht nehmen. Zu Vi»n>rSstdentm find bestimmt drei Amlsoorgänger Lock.oy'« im Handettministerium. Teifferer c de Bort. Tirard und Rouvier und der Gouverneur de« C übst Forcier Chitstophle. Gr»tzbrita«»ze«. S Auch in Schottland läßt die Bevöllerung nicht von der »me.Rule-Fraze. In der gestern in der Rathikammer zu oindurgh unter dem Vorfitz de« Lord Provost der schottischen «auptitkv! adgehaltenm Jahreiverfammlung de» AuSschuffe« �e.5.°"°?ntton für„königliche und parlamentarische Wahl« El«lanakn die folgenden 4 Resolutionen zur Annahme: frtmErrfBSti nm0fle°u« Schottland für parlamentarische oder ÄSTÄÄiÄ% 2) daß die Gewalten der Konvention königllcher Wahlflecken debuf« defierer Verwaltung schottischer Lotalangeiegmhetten drfinirt und ausgedehnt werden sollten; und 4) daß eine die obigen 3 Resolutionen enthaltende Denkschrift dem Minister für Schottland übermittelt werde. Die englische Regierung hat ein amtliche« Au«» »unft«bureau für Auswanderer e öffnet. Da»« selbe befindet fich 31 Broadway, Westminster, und steht unter de: Oberausficht de« Kolonialamtr«. Zweck de« Bureau« ist, «eben, welcher aulzuwandern gedenkt, in den Stand zu setzen, felbftständig zu bmrtheilen, od er duich dse Au»wanderung "od; einer der dritischm Kolonim wirtlich seine Lage verbeffert. f®uItaH Hai iu dem Ende über jede Kolonie Flugschriften nerfaffen laffen, in denen fich Mittheilungen über die Ueber« f»hlt«losten, die Preise der Nahrungsmittel, der Miethe, der Kleidung und de« Lande« zusammmgestellt finden. « Italien. An Bretci» hat fia«ine antiklerikale Liga ge. bildet, zu derm Ehrrnpläfidenten Zanardellt und Spaventa ernannt wurden. Balkanländev. l-LMMi-LStSS rung de« RrgentschastSprogrammö bezeichnet. Die„Nowoje «remja" meint, daß eine Lösung der bulgarischen Wtrrm nur durch eine eventuelle Okkupation und da diise nicht vor. «u?/useh«n sei, durch dm Sturz der R-gmtschaft in Fol« einer MtlttSrrevolte zu erzielen sei. Wenn Europa die Verträge auf. g'be. würde Rußland von seiner Aktiontfietheit Gebrauch machen. — Et» Theil dir russtschen Preffe spricht fich eindringlichrr für ein Aufgeben Bulgarim« au«, da die dortigen Zustände therlung davon gemacht zu haben I Wehe Dir und mir, Du versuchst, diesen Schwur zu brechen!' , Io"e* doch dm langweilige« Ernst, theuerste wm h-uest, wenn er fich Dein» annahm und Dir eine Be« scha'tiguug gewährte, die Dich wenigsten« vor dem V», hungnn schützte!— Muß ich Dich daran errnncr«. wie man Dich Dein» gemeinen, undankbarm Betrüoereim . e«-�»»gen eine« Tage« mit Schimpf und Schande davon jaate- qtßa*'»te Dn Dich dann in d« Nacht an mein Zimmer .Do**«»d mich mit teuflisch« Gewalt zu beredm wußtest, mit Dir zu mtfliehm?— Wih« mir, daß ich verblendet, daß ich unselig gmug war, diesem schändlichm Drängen»ach. zugeben! Ja, rch mtfloh mit Dir, und nicht genug damit, 'ch bestahl«eine» Vater, Deine» nichtswürdigen Einflüfie- runLe« folgmd— ich wurde eine Berbrecherin gleich Dir, und seit jm» Stund« heftete fich d» Fluch d« Sünde an jedm meiner Schritte. Z» einem mtlegmm Thüle de« Lande«, wohin UN« der Zom meine« Bater«»tcht folge» tonnte, ließm wir un« nieder. Wir waren unabhängig, wir warm reich, ja, wir hättm mtt dn Z-tt vielleicht sogar hfl t"" K�cklich werden könne», wmn ich nicht bald gmug entdeckt gwW** stätte, daß e« Dir nicht um mich, sondern um mein Ver« f J wögen zu ihn» gewesen war, daß all' Deine Schwüre, all' ad,**! Liebe nur Trug und Läge gewesen warm. Damtt H 5# eW*? i-- El neu» russtscher Dpfn nicht«erth feien; durch eine Okkupation mürben die bulgarischen Sympathien für Rußland vollen»« vernichtet werden. E« wird immer wahrscheinlich», daß Kaulbar« demnächst Bulgarien verlaffm wird. Zoischen dm Mächtm findet augenblicklich ein Meinungsaustausch statt, welcher durch da« Ersuchm der bulgarischen Regierung, ihr einen Tbronkandi- baten bekannt zu gebm, helvora»ufen worden ist. Die Mehr« zahl d« Mächte ist geneigt, diesem Ersuchm zu entsprechen. Rußland»igt fich aber dtthn äußerst zurückhaltend. Die Ermordung der beiden bulgarischen Deputirtm und de« Präfektm von Dubnitza anläßlich der dort stattgehabten Wahlunruhm wird auf Bestechungm von russtsch« Seite zurückgeführt. Amerika« Au» Amerika läßt fich die München«„Allgemeine Zeitung" eine längere Korrespondenz schick m, d« wir folgende iWitih-ilungm entnehmen, zunächst über dm sozialist'.schm Reich«tag«llbgeordnttm Liedknecht; e« heißt da:„Herr Liebknecht sprach fich in seinen Vortrlgm entschieden gegen vm Anarchismus au« und«klärte, daß Johann Most, der Re. dattrur d«„Freihett", der V-rführer d« zum Tode vet- uriheiltm stehen Anarchisten in Cbttago und der intellektuelle Urh-drr de« mördttifchm Bonder-wurf« in Chikago sei. Lied' lnecht erklärte fem», daß Most'«„Freiheit" von keinem Sozialisten in Deutschland, wohl ab« von dortigen Spionen aehaltm«erde. Lieblnecht gab seiner Aufklärung über die Lage d« Sozialtftm Deutschland und sagte, daß die Re. gi«ung alle» thue, um die Sozialisten mundlodt zu machen und fie dem Publikum al» gemeingefährliche Menschen zu de. zeichnen, daß aber dies« Vttjuch« der Unterdrückung nur zu ein» festeren Organisation d« Sozialist«» führen; er erklärte üderdte« auch, daß die Sojialdemolratte keine Partei d« Ge. walt, sonv«n der Evolution od« Sntwick-lung sei."— Ueber die Aufstellung de» Herrn Henry George al« Ober. dürgnmeist« von New, N ort heißt e« in der betreffenden Korrespondenz:„Bemerter swerth ist hierbei die Thatsache, daß sämmtlich« Arbeiterorganisationen in der Stadt Ntw-Uvrk den sozialistischen Nattonalökonomm Henry Georg« al» Kandidaten lür das Amt de« Stadtmayor« oder Bürgerin«!«er« von New- Vork aufgestellt habm. Die Stadt. V:r. waltung New- Bork« hat bisher feit langen Jahren in dm'Hänren der korrupten irisch. demokratischen Partei gttuht. Alle Versuche, dtts« korruple Stadtverwaltung zu stürzm, find an der U-dermacht dr» mtt der demokratischen Partei verbundmm irländischen Element« in dm Sladiwahlm gescheitnt.— Henry G-orge, der Ardettelkandtdat, ist ein un. bestechlich ehrmhafter Mann, ein Philanthrop und Arbeiter. ireund, der in der hohen Stellung al« Bürgermeister New Vorl« segenSrriche Reformen und Viele« zur Verdefferung der nothleidenden Mafien autführen würde. Man darf wohl er. warten, daß außer den Arbeit»» auch alle Reformfreunve in New Bork für Henry George stimmen werden. Der N-ame Hm y George hat durch sein Werk„Progie« and Poverty" („Fortschtttt und Armuth") ein« nicht ge>inge Bedmtung in drr sozialen Literatur«langt. In diesem Werke, bissen Haupt. werth namentlich in der Darstellung de« zunehmendm Prole. tariat» unt« dem zunehmenden Fortschritt»« Industrie liegt, suckt Hemy G-orge nachzuweism, daß da» Elmv der Arbeit». maffen und der B-fitzlosen in d» ung»echten Vertbellung de» �"VsttzlS seinm Grund habe, daß aber da« L-nd wie Luft. Waffer, Licht ein Naturgeschenk kür die ganze Menschheit da sei; da« Land gehöre daher der Staatlgesellschaft oaer dem Staate, welch» da» Land zum Besten der«efitzlosen v«. pachten soll«. Georg« glaubt einen Weg ,m Nationalisation de» Lande« darin zu finden, daß« alle« L-nd dt« zu seinem vollm Werth« besteuert wifien will. Die Weichensteller auf allen in Minneapoli« mündenden Bahnen haben die Arbeit eingestellt. Die Be. wegung trifft alle Bahnm de» Nordwesten».- Der Streil in dm Schweinefleisch. Räuchereien in Chikago dehnt fich auf.- Auch die«rem se r auf zwei Linien d» New Bork Pennsylvania und O,io-Els-nbahnen streiken, und wird dadurch der Frachtverkehr sehr gehindert. Kommunales. rn. Umbau der Dammmühlen. Die städtische Vau- beputatron Hot dem Mcgtftiat ein Projekt de» Stadtbaurai h« Blankmstein zum Umbau der Dammmühlen vorgelegt, welches fich anlehnt an da« Projekt de« Stadtdauralh« Hedrecht zur Kanalisation der Unlttspree. Räch den vorgelegtm Planm sollen die beiden mittleren Gebäude der ehemaligen Dammmühlen bestehen bleiben und durch«inen mit der Front nach dem Mühlendamm belegenen Vorbau zu einem einheitlichm Gebäude v»etnigt werben, welche« für städtische Zwecke benutzt werden soll. Auß« Kill», und Parterreräumen find noch 2 Stockwerke geplant, welche letzteren einen nutzbaren Flächen. »aum von je 824 Quadratmeter enthalten kollen, während da« P irterregeschoß einen solchen von 800 Quadratmeter erhält. Dn Magistrat hat deschloffen, die Genehmigung der Stavt. Iing mein Leiden an I Aber ich war blind und unerfahren; ch durchschaute Deine Falschheit noch nicht ganz, ja, ich hoffte, e« würde«ein« Hingebung, meiner Zärtlichkett gelingen, die EiSriade Däne« Herzen« zu durchbreche». Ich wandelte noch in einem Traume und fürchterlich genug war mein Erwachen 1* (Fortsetzung folgt.) An» Knnft«nd Leben. vrojetttrte» Repertoire der«öntgltche» Schauspiele vom 17. dt» 24. Okrod» 1886. Im Opernhause: Sonntag, den 17.: Johann von Lothringen; Montag den 18.: Fidelio(«or« leetc« Auftreten de» H-rrn Niemann); Dienstag den 19.: Crimen; Mittwoch den 20.: föollütc( träte»«uftretm de« Herrn Niemann vor seinem kontraktlichen Urlaub); Donnerstag dm 21.: Der Trompet» von Sätkingen; Frettag dm 22: D» Wildschütz; Sonnadmd den 23., neu einstudirt: Di« Ver lobung dri d-».Lat»ne, zum 1 stm Male: Deutsche Märsche; Sonnrag den 2t: Bioletta.— Jm Schaupieldause: Sonntag den 17.: Eamont; Montag den 18.: Wintnmärchm; Dienstag dm 19: Die Braut von Messtna; Mittwoch dm 20.: Roderich Heller; Donnerstaa den 21.; Der gedeime Agent; Freitag dm 22, zum»stm Male: Daniela; Sonnabend dm 23.. zum ersten Male wiederholt: Daniela; Sonntag dm 24.: Mint». "��Jm Deutsche« Theater wird hmte. Sonntag, da« Schauspiel„Gräfin Lambach" von Hugo Lubliner zum erstm Male wiederholt; moraen. Montag, wird„Das Kätbchrn von H-ilbronn" gegedm. Arn Mtttwoch, den 20. d. M.. findet die nächste Aufführung von„Romeo und Julia", un» am Sonn. abend, dm 2% d. M. eine Wrederaufnabm« von„Uriel % coßa" statt. Außerdem bringt da« R.p-rtoir dteier Woche noch Aufführungen von„Gräfin Lambach" und„Sin Erfolg." Da» Eden-Theater. da« fich während seiner noch sungm Spezialitären Aera die Gunst dc» Publikum» im Stmm er« oderte. ist nun fett Wochm allabendlich in allen Räumen an«. verkauft. N-bm den veiven Hauptattrakttonen nämlich dm wunderbaren Tauchkünsten der Familie Johnson und der Auf« tiärung de» Rätbsel» der verschwind-nk-m Dame, üdm de« svndn« die großartigen L-istung-n drr 7 Geschwister Metthew«, die überrasch»den Jonglen-n de« Signor Ernesto und die verordneten- Versammlung zur Ausführung de» Projekte««ach» zufuchen, jedoch mit dem ausdrücklichen Vordehatt, daß das vom vtadtbamaih Dr. Hodrecht ausgestellt« Projett d» Spree. regulirung von den S aatSdebörden genehmigt wird. Die Kostm de« Umbaue« find auf 630000 Ä. oeranschlagt. Verbandkästen tu de« Martthallea. Der Magistrat hat deschlofsm, aich für die M rkihallm je einen Etmarch'sche-- Verbandlasten anzuschaffen, nachdem die auf dem stadiischm Schlachthof mit demselben gemachten Erfahrungen ihn dort a!« unentdehrltch hingestellt babm; seit d« Beschaffung deffelbm für dm Schlachthof, Mitte Dezemb» 1884, ist derseldr in 267 Fällen zur Anwendung getommm, und defandm fich unter dm vorgekommenm Fällen zahlreich« recht«heblich« Ber» letzunAM von Schlachtdettm und Meffem henührend, welche recht bedenklich hättm werden können, wmn nicht die schlm» nigste Hilfe hätte geleistet werden können. Anstalt zur Gewinnung von Thterlymphe zun» Zwicke der Impfung. Bekanntlich harte der Magittrai früher seine vereirwtlltgkett ausgesprochen, seinnsett« auf dem städtischen Zmtraloiehbofe eine Anstalt zur Gewinnung ani« mal« Lymphe auf Kosten d» Stadt einzurichten und die Lymphe für die Zwecke der öffmtlichm Impfung unentgeltlich abzugeben, für zu Prioatimpfungen aber entnommen« Lymphe Zahlung zu nehmen; die Stadtoerordneten>V»sammlung hatte zu diesem Versuch auch 5000 M. bewilligt. E« lief nun ad» bei dem Magistrat ein Schreiben de« Polizeipräfidium» ein, welchem ein Erlaß dr« Minist»« für Medizinal'»c. Angeleger. be ten beilag, in welchem au» geführt wurde, daß derselbe ver Frage näher zu treten beadfichtige, ein Lande«. Jmpfinstitut zu enichtm, welche« die Aufgabe babm würde, vm Betarf an Thurlymphe für sämmtliche öffentlich« Impfungen w der Provinz Brandenburg zu liefem; im Anschluß an die von der Gemeinde Beilin geplant« Einrichtung wurde e« al«»wünscht hingestellt, daß die von d» Stadt zu errichtenden Baulichkeiten nach einem von dem Minist» zu genehmigenden Plan« gebaut würden und an da« Lande« Jmpfinstilut bei Vorbehalt der Kündigung seilen« de« Staate« vermiethet würden oder dem Staate ein zur Errichtung b» Baulichkeiten geeignete« Grundstück von der Stadt hergegeben würde. Der Magistrat hat:« diese Anträge abgelehnt und deschloffen, den Versuch auf Kosten d» Stadt in d« zuerst d.adfichtigten und von der Stadtonordnetm-Versammlung amehmigten Weise anzustellen. In dem jetzt eingegangenen Schreiben de« Minister« wird ausgeführt, daß bedauert wurde, daß der Magistrat fich abgeneigt zeige, zur Abführung de« Plane« die Hand zu btetm da er in der bish« in« Auge gefaßten Art d» Errichtung brfi Institut« Schwierigkeiten finde, e« müff« die« theilweise auf irriger Austastung der Vorschläge de« Minister« seilen« drtz Magistrat« deruhm und»sucht er deshalb dm Magistrat um lommiffarisch« Beraihung der Angelegmhett. Der Magistrat hat beschloffm auf die kommiffartsche Berathung einzugehen und hat die Stadlräthe Runge, Hüdner und Dr. Waffersuhr zu Kommiffarien«mannt. Der Verein für Feuerbestattung hatte an den Magistrat die Anfrage gerichtet, od derselbe gestatten würde, die Aschen« reste von in Gotha verbrannter Vttstordener auf de« städtischen Zentralftiedhofe beizusetzen, gegen Erlegung der sonst bei den Beerdigungen üblichen Vergüiigun g. Der Magistrat hat deschloffen, dahin zu antworten, daß er prinzipiell der Sache nicht entgegen sei, und auf Antrag der Hinterbltbemm in Gotha vervrannl» Berliner Einwohner die Genehmigung zur Beisetzung auf dem städtischen Zentralftiedhofe geftattm würde. Räch Mittheilung de« statistische««mt« d» Stadt Berlin find bei den htrftgm Standesämtern in der Woche von 3 Oltod» bis inkl. 9. Oitod» zur Anmeldung gekommen: 672 Eheschließungen, 874 Lrdendgeborme, 32 Todtgedorine, 633 Sterdefille. Ja de« öffentliche« Schlachthäusern de» städtischen Zentral> Schlachthofe» find im Monat Septemb» d. I. ge» schl<-ch"t worden: 10120 Rind», 7143 Kätner, 18603 Schate und 26 880 Sch-vetne, zusammen 62246 Thier«. gegen 8148 Rinder, 5788 Kälber, 14 568 Schafe und 24 190 Schweine. zusammen 52 694 Tb'ere im September 1835- im laufenden Jahre also medr 9552 Thine; von dm ganzen Thterm rvurdm zurückgewtesm und beanstandet 32 Rinder, darunter 31 wegen Tuberkulose, 9 Kälber, 5 Schafe und 218 Schweine, darunter 110 wegen Finnen und 16 wegen Trichinen, diese Schweine gehör tm sämmtlich dm einheimischm Landschläzm an. Aa einzelnen Thrilm un» Organen find beanstand» und zurück» gewiesm: von Rindem 2397. von Kälbern 3. von Schafe« 1043 und von Schweinen 1463, zusammen 4906 T helle und Organ«._ Kleine Mittheilunge«. Bretla«, 14. Ottober.(Verunglückter Arbeiter.) Al« der in der Lewald'schen Wattmfabrik auf d» Schuhbrücke beschäf. tiate Maschinenhetzer Stephan Käschke: am 13. d. M, Mittag« 12 Uhr, an einer im Gange kefindltchm Maschine(einem sog. Nttßwolf) mtt einem Eiser Halm ein« Betriebsstörung deseitigm heiteren Duette, Szenen und Kouplet« der Duettisten Tellhetm und de« Komiker« Zoch» die größte Anziehung«» traft au». Eine Rrise durch da« schöne Spante« gelangt für diese Woche in dem Jnstilut der optischen Retsm, im Kais». Pa-orama— Passage— mr Ausstellung, während die malerifchm Landschaften von Tirol noch einige Tage onbieibm. Nicht nur der nievere EtniritlSprei», sondern die Vorzügltchkeit d» auSgestelltm Sehenswürdigkeiten fichert dies« eigenartig intneffanim Kunstautftellung viel Besucher und Abonnenlm au» allen Kreisen. Et« Theater unter dem Hammer. In Pari» kam kürzlich da»„Tböatre de» Fintaiste« Paristenne«"(ehcmali „A cazar Royal") zur öffmllichm Zwang«versteig»ung. Der ursprünglich festgesetzt« Kaufprei» von 4r00(X) Frank« wurde Nach und nach auf 200000 Frank« heruntergedrückt, ohne daß fich jeioch«in Käut» dafür gefunden hätte. Lynchjustt» in Amerika. Steelville, Mo. I. Ottober. Gestern Adens um 11 Uhr holte eine wüthmde Menschen» menge dm N.'g« Wallace, d» unter d» Anklage, die Familie Loga»»mordet zu haben, tm Gesänaniß ist, herau» und o«. langte ein Bekmntntß von ihm. Er erllarte, daß nicht er. sondnn der Reg» Sam Vaughan d» Möid» fei; er fei nur Mitwiffer de» Thai und Hab« dafür 20 L-trl. vom Mörd» d». kommen. Man legt« ihm nun dm Strick um, in dn Er. Wartung,«in wettere» Geständniß zu«rlangm, aber Walke« blieb bei fein«»stm Eiklärung. J-izwischm war Col. Seoy, ein geachtet» Mann, vom Sbniff herbeignufm worden und ihnen Beiden gelang es, die Menge ,u überreden, von ihrem Varhabm abzustehen. So wurde d» Gefangene, vor Auf» reg«"« halb tobt, in die Zelle zurückdefördert. «tue neue Berweudbarkett de« Zucker« ist in Eng« land mldeckt worden. Gleiche Theil« von gewöhnlichem fein gepulvertem Kalk und und unraifinirtem Zucker oder auch Melafle(Rübenzuckern der Zrnvalmorühalle und be- gündet da? felgendermaßm: Bttraebirn wir diese Angelegen. U unparteiisch, ohne uns auf die Rcmen oder Qualität der Uomwilfionäre eirizuicffm, so liegt unbedingt eine Härte in der Lutführung der diSb-rigm R-gel, da der Kcmmisstcnär t« meistens gar nicht wiffen kann, ob die Waare poli'eilich beanstandet wird, jr meistens dann erst erfährt, welche Waare «pb von wem er erhält, wenn fie durch dm Fahrstuhl vom Perron der Stadtbahn in rinrn VerkaufSdozen g« langt ist. Und nun soll der Kommisfionär erst in der Eiadt umher» schicken, um einen für den beireffenden Fall polizeilich de- pa usten Sachverständigen aufzutreiben, denn in d.-r Zentral» Marirhälle gtebt eS keine Beamten hierzu. In den meisten Fällen wird er gar keinen finden, denn diese Leute fitzm doch nicht zu Hauie und warten auf eine etwaige Untersuchung in der Zentral- Markthalle. Findet stch aber doch ein solcher, dann ist entweder die Zeit zum Verkauf verloren, oder die Waare ist gerade durch daß lange Lagern erheblich werthloser Seworden oder gar verdorben. Und nun bedenke man das VerhSUriß dei VerkaufSoermlttlerS zum Absender. Wird dieser immer ohne Weiteres glauben, daß der Zustard der angc» kommenen Waare die Ursache ist, w-nn er einen geringeren PrciS, als er hofft, oder am End« gar nichts al« Eriöt erzielt und selbst noch die Frachtkosten bezahlen muh?— Für unS ist an diesen Ausführungen nur daS Eine tntereff-nt, daß e» in den Narkihallen leine SachverftLndigen zur Untersuchung der Ledentmittel giebt. Hat man daran dei Einrichtung der Martthallm nicht gedacht, oder glaubte man vielleicht, daß die Händler vor den großartigen Gebäuden so viel Resvett haben würden, daß fie gar kein« verdorbene Maaren zum Verkauf zu drwgen wagen würden? Wenn irgendwo derartige Sachver- ständige nothwendig find, so ist eS gewiß an der Zentral» stelle der Fall, von wo«iS daS Havplquantum von Lebensmitteln unter da? Publikum gebracht wird. E« ist wirtlich bedauerlich, daß für die Zweck« der Markthallen nicht fortwährend Fletschdefchauer und ähnlich: Leute disponibel r" in anderer Weise wird über die Markthallen .,Nat.>Ztg." erbätt auß Lebrerlreisen folgende Zu�chnft: In der Markthalle in(Lind'nstraße) ue d wahr'chein» »ch auch in den übrigen ist eS den Schullinvern oerboten, den Schulweg durch Viesrlde»u nehmen. Diese Bestimmung wird tndeß mit der größten Willkür o- handhabt, während größer« Schüler und Schülerinnen daS Geräude ungehindert p-rsfirm» werden die Kleinen zuiü(f«wi herigen Zustande bestehen bleibt. Prooinzialftädte stoßen auf Schwiengketten oller Act. wenn fie in Kanalisation«. Projekten einige» auf die Schwemmkrast eine» vorbeifließendm Stiome» rechnen; dem schwarzen Graben aber werden täglich immer wettere Maffen von Unralh zugeführt, ohne daß die Behörden dagegen wirksam den Finger r höben. Wo bleibt hier auch nur ein Schein von Konf-quenz? Der Waruuugsruf der Kutscher««vorübergehende —«In Gegenstand, dessen Wichliakett bei dem orängenven Ge- wühl in den Straßen der Reickihauptstadt nicht verkannt wer- den kann, behandelt der Sport, man Jos. Neuß sen. in der muisten Nummer de»„Fuhrhalter". Er erinnert daran, daß es in den sechziger I ihren in Gemeinschaft mit dem Polizei- Hauptmann Dennstädt und dem Baron von Hockwächter eine Fahrschule und kutschetlehranstalt ins Leben gerufen halte, in der bestimmte Regeln dafür aufgestellt wurden, wie und wann von den Kutschern auf der Straße ongerufen werden müßte. Diese Regeln, die damals allgemein gchandhadt wurden, scheinen, wie der«wähnte Fachmann schreibt, vergeffen zu sein. Jetzt schwinge stch die neue Kutschergeneration höchstens zu einem sehe zahmen„Pst" auf. Herr Neuß meint, daß mtt drm mangelhaften Anrufen der Paffanten durch den Kutscher die vielen Unglücksfälle durch Uederfahren eng zusammenhängen. Den Zischlaut„Pst" höre man wegen de» Wogengeroffcl» nur auf ganz kurze Entfernung. Ueberdie» sei derselbe auch zum Antretben der Pferde gebräuchlich, so daß der Fußgänger, auch wenn er den Ruf vernehme, nicht wisse, ob der Kutscher sich an ihn oder an sein« Pferde wendet. Herr Neuß wundert stch, daß die Bnliner Polizetoraane nickt von d:n Kutschern vetlangen, daß st: den§ 17 deS Straßen Polizei-Reglemeui» für die Stadt Berlin befolgen. Dieser Paragraph sagt ausdrücklich:„Die in der Fahlrichtung stehenden oder fich dewegenden Personen find durch laute» und rechtzeitiges Anrufen auf die Rn-räherung deS Fuhrwerk« aufmerkiam zu machen." Ein„Pst" fei aber kein laute« Anrufen. Der einzige fashionable Kutscherruf sei daS langzedehnt«„Heeehp", welche», j- nachdem der Ruf eine dringende Mahnung oder vorläufige Warnung fein solle, ver« schiedenartig in Ton und Stärke gebraucht werde. Auf da» Fashionable scheint e» un» hier weniger anzukommen, als auf da» Praktisch«, auf daS, wa» zur Vermehrung der Sicherheit für die auf der Straße Befindlichen dient. Und au» Stetem Grund: folgen wir dem Artikelschreiber auch bei setren weite- ren Ausführungen. Er schreibt:„Nähert fich der praktische Kutscher einem Straßen Übergang oder einer Nebenstraß«, in die er hineinfahren soll, so wird er durch«in langgedehnte» schütze» konnte, während man Hinte» durchweicht« oder gar angesammelte» Regenwaffer gleich eimer- weise mit fich herumschleppte! Leider find übe, de« Schirm nur spärliche Miuheilunge» in die Orffevtlich- keit gedrungen, kein Mensch weiß biß jetzt so recht, wie der neue Segenspender eigentlich auSfirht. Wir«atür» ltch auch»icht, aber wir denke»«a», daß er die Form einer umzedrehten Schlächtermulde oder eine» vergrößerte» Jesuiten- Hute« bat. Letztere« würde auch sehr der herrschenden Wmd- richtung entspreche». Gleichviel, die Tournüre ist geschützt, möge sie daher weiter blühe» und gedeihe«, aber nicht mehr — wachse«. Man steht, daß da» Neu« unter der Sonne»och lange nicht ouügestorbe» ist. Immer und immer wieder finnt der Mensch auf bisher unbekannte Annehmlichkeiten und etwa« findet fich merkwürdiger Weise immer. Befanden fich doch sogar kürzlich Goldfische, Karpfen, Hechte, Schleie und wer weiß wa» noch für Gethier in der Pank«, wo fich seit Men- schevgedenke» doch kein Thierchen aufhalte» konnte. Aller» ding» hatte« fich die Schuppenträger nur durch ei» Versehe» dorthin verirrt und fie machte« dasselbe auch pünktlich da- durch gut, daß fie in möglichst kvrzer Zeit abstarben. E» hätte aber wirklich«icht viel gefehlt, so hätte man de» Magistrat im Verdacht gehabt, er hätte die Pank« soweit reinigen lasse», daß darin»icht jeder Zkelei sofort da» Zeit, liche segne» müßte. Die Pank« hat der Magistrat»icht— sich selbst aber hat er von dem gräßliche» Verdacht glänzend gereinigt. Die Pank« ist«un freilich«icht mehr ga», modern, fie mußte e» fich leider gefalle« lasse», daß fie durch eine» neuen Pesth-rd in de« Hintergrund gedrängt wnrde. Wer lebenSüberdrüsfig ist, dem ist j-tzt nur«och der Aufenthalt a« schwarze« Grabe» zu empfehle«,»ort allein kann man sich«och eine gründlich« Cyolera holen, von der un« kein.Koch' befteie« kann. Die Wohlgerüch« der Pank« solle« nach de» übereinstimmenden Urtheileu aller Sachverständige« selbst in den Glanzzeiten de» bieder« tieftönen de»„Heeehp" die in der Straßenkreuzung fich de««» gmden Fußgänger darauf aufmeitiam machen, daß fie ihm nun bald tm Wege sein werden- Droht dagegen ein unacht» samer Fußgänger dem Kutscher plötzlich unter die Pferde zu rennen, sa wird da«„Hreebp" im hoben Ton so kräftig und u it Energi: auSgestcH-n, daß elt dem Fußgänger wie ein elek» tüfcher Schlag in die Rippen fährt und der Schlußlaut muß dabei die Wirkung vollenden, den Fußgänger förmlich auf die Seite zu schleudern." Da» wäre daS Wichtigste au» den Ausführungen des jedenfalls sachverständigen Schrei» bn«. urd wir meinen, daß sein warnender Vorschlag in Erwägung zu ziehen ist. EtwaS seltsam fttd die folgenden Bewertungen desselben, in denen un» au«» einandergesetzt wird, durch welche jargonhafre Ausspräche det WarnungSrufe« der EpotSman den Tod deffelb'n„verfeinert." Nach Herrn N-uß fetze der Ton alSoann mit„Djhe" ein, und da»„Diheeep" wird etwa» durch die Nase lang ausgedehnt gerufen. Bedauernkwerth ist eS. daß diese eigenthümltche BuS» spräche nickt auf dee ftlbstkutfchirenden«portsmen beschränkt ist. Herr N.uß theitt mit, daß auch der Pariser fein« kutsch« diesen Laut gebraucht. Auf die Wiedergabe wetterer Feinheiten in d-r Abtönung de» WarnungSruseS verzichten wtr. Er schließt mit folgenden Worten:„Lieder z hnwai zu oft anrufen, al» einmal zu wenig. Man destraft mit Voiltede dir Kutscher der Berliner Schiächte! fuhrwerke, angeblich weil ste zu fchnell fahren. Man sollte ste aber lieber dann strafen, wenn st: nicht anrufen, dann würde» fie fich schließlich zum Anruft« b« quemen und da» würde zur Vermeidung von UnglückSiällen sehr viel beitragen. Ich habe 20 Jahre lang meine Pferde rascher durch die Straßen von Berlin kutschirt, al» irgend ein anderer Kut» scher und habe nie einen Fußgänger angefahren. Daß ick so gut fortgekommen bin, verdanke ich hauvtsäckl ch metner Ge» wohnbeit, stet« mit dem Anrufen bei du Hand zu sein. Psäifische Unduldsamkeit. In Betreff der Mitwirkung de» C astree-Predigeii Dr. Att bei der im vorigen Monat in der Leichenkapelle der Charttee stattgefundenen BeerdigungS- frier am Sarge der Thealerfängerin Eugenie Ecdö y, ichreidt der„Evangelische Kiichl. Anz.":„Es muß der Vorgang de« fremden, da die Verstorbene, welche ohnehin du katholische« Kirche angehörte, ihren Tod durch abfichtlicken Selbstmord her. teigeführt und deshalb die kstholifche Gcistiichlett die Theil» nahm« an einer kirchlichen F irr bei ibrer Beerdigung abge- lehnt hatte. Daher haben auch katholische Blätter nicht ge» säumt, diese Umstände zu mißliebigen Urtheilen über da» Ver» halten evangelischer Geistlicher zu denutzen. Wir können oem entgegen nicht ve, schweigen, daß auch da« Konffftortum der Provinz Brandenburg stch verpflichtet gefunden ha», über die geistliche Tb'ilnahme de» Prediger» Dr. Alt an der veerdtt gung der S'ldstmöiderin seine Mißbilligung auizufprechm. da nach den Ordnungen der evangelischen Landeskirche, wen»« auch um Ashaitung einer kirchlichen Feier von den An- grbörigen gebeten wurde, er die« doch unter allen Umständen ablehnen mußte. Jedenfalls müffen wir die Aeußerungen katholischer Organe über leichtfutsge Grundsätze der eoangeli» schen Kirche in der kirchlichen Disziplin beim Eeldstmoro all unbegründet zurückweisen. Andererseits werden aber oangelische Geistlich« fich vorkommenden Fall» nicht auf den Vorgang in der Charit« berufen dürfen. Wtr bemerken übrigen», daß inzwischen der Charitee- Prediger Dr. Alt durch Penstonirung in den Ruhestand getreten ist."— Unsere Leser kennen unsere Ansichten über den überau» tragischen Fall. Wir lörnun un» daher den Kommentar über die obigen paftoralen Auslassungen ersparen. Die unerhörte Engherzigkrtt der Pciesterlafte ist ja ohnedie» bekanrt genug. Zur Affäre Schleiuitz find dem„Berl. To dl." au» London, ä. d. 13. Oktober, folgende tnteieffante MritheUungen zugegangen:„Vor etwa vier Wochen wurde hier durch den Inspektor von Hagen in Kenstngton der au» den Prrz ffen des „Unabhängigen" oekannte Hauptmann a. D. Freiherr Otto von Schleinitz verhaftet. Seine Auslieferung wurde verlangt durch da» hiestge deutsche Generalkonsulat tm Auftrage des Koipiauditeur» des dritten Armeekorp». o. Solms, und seine Identität ftstg-stkllt durch einen bterher gesandten Beamten de» Berliner PolizetpräfidiumS. Ali Gründe für das Verlangen der Auslieferung find E-priffung und W-chselfälschung dezeichnet. Das umfangreiche Aktenstück, welches alt E-tdenz vor dem Magistrat in Low Street. Sir Jamii Jngham, dient, rekapitutirt die Eraebn>ffi SeS Pcoi-ff.-s gegen die Leute vom„Unabhängigen", G.ünewaid und Genoff-n, soweit der Hauptmann von Sckleinitz dabei betheiligt war, so namentlich die Fälle der Erpreffung gegen Pfl-g, Olbrich, Dreffel, Graf Flusses bei Weitem«icht die absolute Tödtl'chkeit der Autdünstuvge« des schwarze» G abens erreicht habe». Schlechtgesiante Mensche« suche« bekanntlich schon seit Beginn unserer KolonisationSära dem Klima dieser Wunder» läuder etwas anzuhäuge«. Man sprach fortwährend von Malaria, vom Sumpf- und gelben Fi b r, so daß stch schließlich kein Mensch, nicht einmal ei» Lehrer, dazu bereit erkläre« wollte, unsere schwarze» Landsleute mtt dem Firniß der modernen Kultur zu lackire«.„Lecket" waren bis jetzt nur diejenige» Leute, die dorthin gingen. Die Regierung sah fich endlich gevöihiat, 5000 Mark ZahreSgehalt für einen einfache» Schulmeister sü Kamerun ««»zuschreiben und erst in den letzte» Tage» hat fich ei« Verwegener gesunde», der da» Wagniß usremhm» will. Wir könne« eine derartige Verschwendung der Steuererkäg« niemals gutheißen, namentlich wenn man Lehrkröfie billiger habe» kann. Wozu Hab« wir den» unseren schwarze» Grabe«, wen» wir ihn nicht benütze» wolle» s Er eignet fich ganz vorzüglich dazu, Leute an jedes Klima zu gewöhnen; mau versetze einfach eine» Lehrer, den man für die Kolonie» dksi;«irt Hit, ei« Jahr lang in die Nahe des schwarze» Grabens; hält er sich dort, so erträgt er auch Kamerun, und«ine Gehaltserhöhung ist dann garnicht vöthtg. So kann eine Sache noch so schlimm sei», eine gute Seite hat sie schließlich doch. E» kommt nämlich immer darauf an. wie man fich zu einer Sache stellt. Gefährlich ist schließlich auch da« Un- schuldigste, und nickt nur in Kamerun erblüht dem ge» bildete« Eurrpäer Mßgeschick. Selbst in Berlin kann man straucheln, und wen« man hier auch»icht gleich Alle« mit dem Leben zu büßen hat, so erwartet der unerbittliche Richter de» freveln ve« Sünder. Und wofür kann man«icht überall Scherereien mtt dem Stricht habe» I Ewer der unfchuldigften, ober dafür einer der geplagteste» Mensche« auf der Welt ist der Theater» rezcnsevt einer Zeitung. Eine Umwälzung hat sich ganz in der Stille auf de« Gebiete der krtlische» Berichtnstaitung Tötz«»idorf>Grabow»ti»c. Die WechseMschunft ist begangen durch Herrn v. Schleinitz in der Fälschung det Namen« seine« Better« de» Landralh« v. d. Lrinken. W-itzensee in Thüringen. alt Aktep'antm eine« Wechsel« über 2400 Mark. Diese Wechselgeschichte hat.«ie e« scheint, den Selbstmord de« Ren» darrten Lange, der auf Veranlassung de« v. Schleinitz die Entdeckung der Fälschung zu verhindern suchte, herdeigesüh�. Dieser Selbstmord ist wohl auch da« Motiv gevzesen» daß der rathliche Bette, den von Schleinitz bei der Staat»anwollschaft dmunzirt«, trotzdem letzterer von Pari« au« die demüihigsten und flehentlichsten Briefe schrieb, um die Denunziation zu hintertreiben. Diese Briese find für den Hauptmann von Schleinitz verhängnitzvoll geworden, denn da in diesem Schreiben die Fälschung unumwunden eingestanden wird, und der Herr Better dieselben al« Bewet«mittel zu den Akten gegeben hat, Hilst ein Leugnen nicht«. Dieser Umstand dürfte entscheidend sein auch kür die Entschließung de« Richter«,— und Herr v. Schleinitz demnächst die Reife nach Berlin antreten müffen, um dort pro« zesfi-t zu werden.— E» wi-d gewiß intereffant sein, alle die alten Rumpane wieder einmal beisammen zu haben, und stcher nicht am wenigsten intereffant für diejenigen, welche die Strenge de» Gesetze« bereit« gefühlt und ihren flüchtigen Genoffen um seine Freiheit beneidet haben. Bei der Verlesung der Briefe, welche wohl der Verhastete nicht bei den Akten glaubt«, brach deffen bitherige Selbstbeherrschung vollständig zusnmmen, und sittlich machten dieselben«inen erschütternden Eindruck auf Frau und Tochter de« p Schleinitz welche deren Existenz wohl überhaupt nickt ahnten. Eine höchst bem«lkef,«werthe und wohl der AuiNärung werthe Thatsache ist e«, daß, obschon man in Scotland Aa-d hier so gut wie in verlin wußte, wo und unter welchem Namen v. Schleinitz hier lebte, man ihn doch drei Jahre vollkommen undelästigt gelaffen hat. E« wird de- haupiet, daß er in letzter Zeit drüben lästig gefallen oder doch Schritte unternommen hat, welche vor ihrer Au«fübrung Ott« rathen worden find. Wa» dieser nachträglichen Verfolgung eigentlich zu Grunde Ii igt, wird die nächste Verhandlung, welche Freitag stallfindet und wahrscheinlich die entscheidende ist, vir lleickt aufklären: vielleicht auch erfährt man Näherer« erst aus anderem Wege. Auffällig ist auch, daß, während die erste formale Verhandlung gegen v. Schleinitz in öffentlicher Sitzung stattfand, die letzten Verhandlungen in einem Speztal« llourt geführt werden, so zwar, daß weder Vertreter der eng- tischen noch der au«ländischen Preffe, noch da« Publikum eine Ahnung von den Vorgängen haben. Der Vevheidiger de« Verhafteten von Schleinitz ist der Solicitor Davison, ein schneidiger Advokat. Er will die Autzlieferung seine« Klienten zu verhindern suchen durch den Nachwei«, daß die von Berlin au« gelieferte Eviden, definitiv sei und nach englischem Recht al« Evidenz in solchen Fällen unzuläsfiz sei. Herr von Schleinitz lebte hier in sehr dürftigen Verhältmffen und die Familie ist von Allen, die ihr ehedem nahe standen, ver» laff-n." Der Berei« der Berliner EngroD-SchlSchtergeselle« deabfichtlgt, eine Petition an den Magistrat zu richten, durch « lche derselbe ersucht wird, für die aui dim städtischen Zentral» Schlachthose arbeitenden Gesellen rc. Räume und Gelaffe Herrichten zu laffen, worin letztere ihre bei der Arbeit durchnäßten Kleider trocknen und aufbewahren ISnnen. In den Schlacht» Häusern selbst mit ihrer Dampf- Atmo'phar« kann die« nicht gut geschehen. Der Krankenstand daselbst in Folge de« Temperatur- Wechsel« ist, besonder« zur Winter«, eit, denn auch ein ringe- wöhnlich hoher, wa« nicht zu v-rwundern, da der größere Thell der dort veschäfltgten nach gethaner Arbeit noch da«»uöfahren de» Fleische» bei Wind und Weiter in offenem Wagen zu be» sorgen hat.— Daß in dieser Beziehung überhaupt«ine Peiition der Gesellm nothaendig ist, spricht schon nicht de» sonder« für die Einficht derjenigen Leute, denen die Frage für da« kö perliche Wohl der auf dem Zenttalviehhof beschäftixten Arbeiter anver.raut ist. Von RechUwegen und in ihrem eigenen Geschäfttinteresse hällen schon läng» die E'grot» Schlächtermeister da'ür sorgen müffen. daß ihre Gesellen Sesund bleiben, und gerade die Herren Eng, o». Schlächter be» tzen doch in der„Allg. Fleischer. Zig.", die wahrhaftia nicht gewohnt ist, ihr Licht unter den Scheffel zu st llen, ein Organ, welche« doch auch einmal für so nahe liegende Jntereffen der G-sellen eintreten könnt«. Derartige Dinge scheinen aber nicht der öffentliche« Ditkusston werth zu sein. Die Gefahren de» Trockenwohven« in neuen Gebäuden werden>ehr verschieden deu« hellt, selbst von den Medizinern. Während die Einen die Au»dunstungen de« naffen Kalke» der Wände und da» beständige Einathmen der durch solche Au«« dunstungen durchfeuchteten Lust al« dem menschlichen Organstmu« ganz besonder« gefährlich erklären, find Andere der Meinung, daß dtefe Dinge nur unter ganz bestimmten Voraussitzungen, die keineswegs immer, ja nicht einmal in der Mehrzahl der Einzelfälle vorhanden sein dürsten, gefährlich werden können. Hebereinf-immung der verschiedenen Anschauungen henscht in- deffin darüber, daß ein dauernder Aufenthalt in nicht gerügend ausgetrockneten Räumen bei Gesunden krarlhr'te Erscheinungen hervorrufen und bei Leidenden«in« erhebliche Verschlimmerung Ihre» Zustande« herdeisühren kann. In den ersten Monaten nach der Fertigstellung de» Baue» hat der au« den Wänden hervor« gehende Wafferdunst die Wirkung, daß er in der Zrmmerlust«inen Uederfluß von Kohlensäure erzeugt, welche bei solchen Pasonen hin- »o« den Brettern, welch« die Welt bedeuten, vollzogen. Und in der That, e» war die höchste Zell. E» hat stet««ner» fahren« Mensche» gegeben, die da meinte«, da» Theater «üffe hohe, ideale Ziel« erfolge«. Welch' eia Uefin»! Die Tasche» der Direktoren der Kunstinstitute müffen gefüllt werde», ihr Arnheim muß von den gangbarste« und voll» wichtigste» Münze« strotze«, dann ist et gut, dann hat da« Theater seine» Zweck erfüllt. Diesem berechtigte« und gesunde» Gedanken gab kürzlich der Direktor de» Friedrich-Wilhelmstädtische« Theater« in einem saugrobe« Briefe Au«druck, de» er, wie unsere Leser wiffe», an den Referenten etner hiesigen Zeitung richtete, weil letzterer sich erdreistet hatte, ei» Stück»ach seinem eigene» und nicht nach dem Geschmack de» Herrn Direktor» zu kritifire«. Au« dem tiefsten Grund« uvsrn» Herzen» wüffen wir die Langmuth de« geniale« Bühnenleller» bewundern, der sich«st einem injuriösen Briefe, für de« et«och obendrein verklagt wird, begnügte, wo ex deu dreiste» Zeituag»schr«ider einfach hätte zum Tempel hi«au«weife» müsse». Wenn da« überhaupt»och genügt hätte! Aber auch dieser Fall wird sei» Gute« zur Folge haben. Eine Radikalkur wird da« Beste sei». Entweder hat sich von jetzt ab jeder Theate,k.itiker iu Frack und Angst» röhre zu«in«, Zell, die der Direktor de« Frredrich-Wilhelm» städtischen Theater» am besten selbst angredt, im Bureau deffelbe» einzufinden, wo er diejenige« Tefichtspunk'e au« dem Mund« de» Direktor« entzegenzuaehmea hat, die dieser im Interesse seiner Kasse für die beste« hält, ober der Kri» tiku« erhält da« fertig« Referat vom.Herr» Direktor", da« wieder dieser vorher von einem seiner Sachverständige» abfasse» läßt. So ist mll eine« Schlag« allen Betheiligten geholfen. Der Souverän de« Friedrich. Wilh-lmflädtische« Theater» liest nur Berichte, die ihm angenehm find, der Zeitung«» mensch hat willer kein« Mühe, und da» Publikum ist genau darüber orientirt, wa« der Herr Direktor wünscht. All« Drei werde» vereint in de» Raf einstimmen:.E» lebe die sreie Klink I" derndaufdie natürliche Blutdereitungeinwirkt. die gezwungen find, dauernd diese Luft einzuathmen. Solche Lust girbt ferner den Mikroben eine Fem„... mentlich Katarrh, RdeumatiSmu», Nierenleiden, die fich da- durch entwickeln, daß dem Körper durch die beständige kühle Zimmerluft fortwährend Wärme entzogen wird. Der Geruch de« frischm Kalke» ist zwar unbehaglich, aber nicht gesund- helltschädlich. Daß der Aufenthalt ganz junger Kinder in solchen Räumen die Entwickelung rhachitischer Leiden begün- stige, ist nicht erwiesen. In jedem Falle empfiehlt sich eine gründliche Außtrocknuna und genügende Ventilation bei neu- erbauten Räumen.— Man steht, so unllar die Anschauunzen über die Wirkungen der feuchten Stubenluft in neugebauten Häusern auch noch sein mügen, so zwrSbienlich ist der letzter» wähnt« Vorschlag» gegen welchen auch die in ihren Lnso.'de» rungen weiter gehenven ärztlichen Autoritäten nicht» einzu wenden haben werden. Sege« da» freisprechende UrtheU der 6. Strafkammer de« Lanogertch!« Berlin l in Sachen Jhring Mahlow gegen Berndt Chrtstensen hat die Staatsanwaltschaft, wie die„Krzitg." weiß, Reoifion angemeldet. Obst und überall Obst I Nicht nur, wenn man die Marliballen pasfict, sondern auch auf der Straße steht wan in zahllosen Obsthandlungen und Kellern in grcß-n Mengen die prächtigen Früchte aufgehäust. Auf der Spree erblickt man oft in mehreren Reihen die gefüllten Odsttähne neben einander liegen und man begreift kaum, wie all' der.Segen" unter- gebracht werdrn soll. Rameniltch die Birnen find nach Qualität wie Quantität üderau» gut gerathen; sie kommen jedoch, wie allervtng» da« meiste Odst, von weit her, da unsere märkische Odflkammer bei Werder dirs Jahr leider dmch die Frühjahr«- sröste stark grschäotgt worden>st. Aalschmüuzer. Bei dem österreichischen Unterthan Gla«- schleif« R. hterserbst wurden bei einer kürzlich vorgenommenen Durchsuchung im Ofen verstrckt 112 falsch« Einguldennoten rorgefunden. Angedlich hat R. auf Veranlassung und in Gemeinschaft mit einem inzwischen gletchsall» ver- hasteten Lithographen 10000 österreichtscke Einguldennoten angefertigt. Die nicht gelungenen Exemplare wurden verbrannt, die gelungenen find dagegen, sowest ste nicht im Befitze de« R. vorgefunden wurden, von letzterem in Böhmen vtrau»aadt morden. Die Falfifilate unterscheiden fich von den echten Noten nur dadurch, baß im ungarischen Texte statt de« Worte«„Forivtbaa"„Forintbali" gedruckt ist. Ei« schwerer Uugtückefall, welcher für den Verunglückten wahricheinlich lövrlich verlausen wird, ereignete sich vorgestern Nachmittag gegen 4 Uhr in der Bopenstraße. Ein Arbeiter war mit dem Repariren de« Dache» de» Vorder- Hause« Bapenstraße 13 beschäftigt, al« er da« Gleichgewicht verlor und von dem vierstöckigen Hause auf die Straße stürzte. Schrecklich war e», mstanzusehen, wie der balbzerschmetterte Körper krampfhafte Bewegungen machte. Der Unglückliche wäre wohl gänzlich zersckmetl.rt werden, wenn er nicht auf etwa« weichen Boden gefallen wäre. Zunächst von Ar» bestem in den Hauiflur getragen, wurde der Schwer- verletzte später mittelst Krankenwagen nach der Charit« de- fördert. Polizeibericht. Am 15. d. M., früh, wurde auf dem Neubau Klofinstiaße 23 der Arbeiter Knische in der Nähe eine« brennenden Koaktkorbc«, mit dessen Beausfichtigung er beauftragt war, todt vorgefunden. Nach är etlicher Feststellung ist derselbe in Folge Einathmen« von Kohlengasen erstickt.— Nachmittags wurde vor dem Hrufe Bärwalvstraße 2 ein auf einem Sandhaufen fitzender 12 Jahre aller Knabe durch einen von dem schwer trunkenen Kutscher Mehl getührltn Personen- wagm an Kopf und Leinen überfahren.— Um dieselbe Zeit fiel der mit»u»b«ffkrunz eines Dache« auf dem Grundstück Bcyenstraße 13 beschäftigte Dachdecker Bodreck in Folge eigener Unvorstchtigicit von demselben auf dm gepflasterten Hof hinab. Er erlstt eine Verstauchung de« Hüftgelenk«, so daß er mittelst Tragkorbe« nach sein« Wohnung gebracht werden mußte._ Gerichts-Zeitnng. t Et« Freund der Schutzleute behauptete der Schuh- machermeister Br. zu sein, der gestern unter der Anklage der B'amtendeleidigung vor dem hiestgen Schöffengericht stand. „Schon viele schwere Verbrecher habe ich mtifangm geholfen und manche« Gla» Bier Hab' ich mit dm Schutzleuten schon getrunken, einem Hab' ich sogar einmal da» Leben gerettet und da soll ich dm Schutzmann V. beleidigt haben, ich, der ich k.tnem Thiere etwa» zu Leide thue!"— mit dieser giärzenden Philippika suchte stch der Ange- klagte rein zu waschen. Aber trctz dies« angeblichen Verdienste muß dies« Freund d« Sckutzmannschast einmal eine schwache Stunde gehabt haben,«ie au« der bestimmten Au«sage de» Belastungszeugen, de« Schutzmann« V., un- imeifelhast hervorging. Derselbe war an einem Augustadende inzuzekommen, wie auf der Kopper.stroße dmch einen Be» timckenen ein Auflauf veranlaßt worden war. D« Betrunkene war von zwei Männern unter die Arme gegriffen worden, oder die beiden Menschenfreunde standen auch nicht ganz fest auf dm Beinen, sodaß ste zum groß'N Gaudium d« lieben Siraßmjugend auf dem Bürgnsteige hin- und hertaumeltm. D« Schutzmann war hinzu gekommm und hatte den beiden Führern, die ihr« Sinne noch einignmaßm mächtig waren, zugeredet, den Betrunkenen nach dem nächsten Polueidineau zu brtrg n. Hiermit warm dieselben auch ganz einverstanden g-wrsen und e« hätte stch alle« in Güte ge- schlichtet, wenn fich nicht ohne jede Veranlaffung der Schuh- machermetst« Br. hineingemischt hält«. Er war damit nicht einverstanden, daß vor Schutzmann nicht auch die beidm Führer zur Polizeiwache mitnehmen wollte, und al« der Be- amte auf sein Verlangen nicht eingehen wollte, wurde et grob und beleidigend. Nun stellte der Schutzmann die Personalien de« Beleidiger» fest und Br. wurde vor da« Schöffengericht gestellt, d I ihn trotz seiner Vertheidigung in eine Geldstrafe von 20 M. nahm. + Wa« thuu? Vor einigen Monaten wurde die Dormhemstraße neu atphaltirt. T« Ardeitibursche Eglaff«. hielt von seinem Herm den Austrag, mit einem kleinen Hand- wagen verschiedene Gegenstände fortzufahren. Der Straßm« dämm war gesperrt und so blieb dem. jungen Manne nicht« andere« übrig, al« eine Strecke de« Bürgerfieig» mtlang zu fahren. E» hatte auch Niemand viel dagegen und ein Schutz- mann, der diese Uednschreitung der Polizeiverordnung bemerkte, drückte ein Auge zu. So ging e« einige Tag» lang. Da«schim zufällig ein and«« Swutz- mann, gerade al» Egloff wieder dm Bürgerfieig benutzte: der- selb« dachte nicht so milde«ie sein Kollege, fühlte fich gemtiß'gt, zu dmunznm und der Ardeirtduuche erhielt ein polizeilich,« Strafmandat. Er erhob Widerspruch, so daß grfiem da« Schöffengericht die schwierige Frage zu lösen hatte, wa» Egloff hatte lhun sollm— um die Poiizei.V'rv'dnung zu beobachten D« Am'sanwalt war der Anficht, daß eine Strafe eil.' treten muffe und beantragte eine Gcldbu»« von einer Mark- Wkb.„„Um habe und sprach den Angeklagten stet. M Cuaiti«. Einige wb.il« schafften die Vabseliakeitm'd« ÜfÄÄÄl!»Wli«5 daß, gerade al« da« Fuhrwnk sich in d« Einfahrt befatid zwei Ardefttt eine« Küchenschrank hinuntertrugm. E« wj" stand nun im Hausflur eine Klemme. Herr Frick«ol» mit dem Wagm nicht zurück und die Ardeft« koii» tm mit dem Küchmschrank schlecht die Treppe rvieda hinauf. Schließlich fuhr der Hau»h«r rückfichtßlo« zu, sodai der Küchenschrank stark beschädigt wurde. E« entstand n# ein Halloh, die Stroßmpassantm bliebm stehen und W waren mehrere bunderl Mmschen am Platze, die durch de» lärmendm Streit herbeigelockt waren. Di« Polizei wurde h» deigeholt und stellte die P«sonali«n eine« der Arbeit«|(f Vor der 92. vdthetlurrg de« Schöffengericht» hafte stch derseid gestern wegen grodm Unfug« zu»«antworten. Er behauptest an dem Streit fich nicht dethiiligt zu habm, von dem Z-vzi» v«mochts ihn kein««ieverzuerkmnen und so wurde« fteizb sprach en. Möns, 13. Oktober. Unter ungeheuerem Andränge da Publtlum«, desond«« d« Frauen, begann am 12. b, 331 W »um»wetten Male d« Prozeß Vandersmiffen. D« Prvfl bietet stch jetzt in ein« ganz neuen Gestall dar. Den Br» bant« Grkchwormm Kai Vand«smiffm al« d« Fl>' der Brüssel« Deputirtm, al» Adookat gegeni nicht wie ein Angeklagl«, sondern al« putidir der Anwalt trat et in den Verhandlungen unüberlegt und zttt«nd hatte er sein Weib,„sein Lebe«, Glück", erschoffm; für ihre Ehre und Unschuld trat er sein Vmheidiz«, der Advokat Lejeune, rief zum Schl> da«„Erdarmm" d« Geschworenen an, ab« da« AI versing nicht— 15 Jahre Zwangsarbeit war da« U"h die Vorüberleaung d« That wurde ab« v« Der odnste Kaffationßhof vernichtete da« UrtheU, ein Geschwormer Franzose war und nur Belgier an% Rechtsprechung Theil nehmen dürfm; die Vorüberlegung«ig al« beseitigt anertannt und so ist Vandersmiffen vor dm• schwormm Hennegau« nur wegen der„Tödtung" sein« FZ angellagt. Da die biiherige„Schonung" sein« Frau» nicht gnettet hat, so ist, wie d«„Vosfischm Zettl» gelchriedm wird, ein neue» Verihetdigungsspstem«sonst worden. Er hat seine sämmtiichm Aemtrr nieder» und erscheint al« d«„unglückliche venathme Gatte". Frau ist jetzt«ine„Erbärmliche"; auf ihr ruht alle t ste hat nicht nur mit seinem„besten" Freunde, dem Schs Cadignan, sondern auch mtt And«m Bnhättnisse gehabt; jtf Richter und Geschworenen ist eine 100 Seiten stark« sntrau Diuck'chritt eingehändigt worden, in welch« der Bereci» der- treue derGetödtetm geführt wird und über die unt«Xu«schIuK O-ffentlichkeit vtlb-ndell»«den soll. Zu diesemSpstem habt»' Vandersmiffen« bitherige Vertheidiger denn doch nicht hergst «ollen, aber e« stehen ihm zwei nicht minder gewäst Advokatm, der. Brüffel« de Lurlet und Engl," au« Mon» zur Seite. Auch in den jetzigm Verhandlungen f. Vandersmiffen mtt größter Kaltblütigkeit, Sicherheit und 0* auf. Es find 13 Belastung«- und 40 Entlastunasneuaen st geladen. Belastung«- EnUaftungSzeuke» Koziales und Arbeite vbewe gl Die Ritter der Ardetter. Nach ein« Depesche' „Timet" au» Philadelphia hat der Kongreß der..RittrtJ Arbeit" Mr. Powdnley«ied« zum Prilfidenfen auf 2 3? «enählt. Nach dem auf dem K-i'.gresse«statteten Berich!'.? ehe« augenblicklich 4069 Zweig rereine mtt 702904 Äf. gliedern: in der Kaffe befinden stch 132 800 Dollar«, � glaubt, daß. wenn die Gesellschaft in derseldm Wrise o* c her anwächst, dieselbe Ende 1887 ungefähr 2 Millionen" glieder zählen wird. I Zum Schutz de» vahubedteustete«. Man h-t ist immer vamach gestrebt, durch die Einrichtung von Seifte kuvpelungen zu verhüten, daß beim Rangtren der st% bahnwagm Jemand zwischm die Puffer kommm kann.% den Seitenkuppelungen««den die Wagm v?n der Sett-� zusammmgehcingt, ohne daß Jemand zwischm die Sch'ss und zwischm die Wagm tritt. Die mgltsche LereiniM« Bahnbedienstetm(Arnalgawaied R&ilw&y Seiranta) hielt X Sache für wichtig gmug, um au« eigenen Mitieln einen � für da« beste System auszuschreiben. E» sind nun verscht'? Erfindungen gemacht, die zweifellos allen technisch m � derungm entsprechen, und dt« Etsmbabnverwallungen gfj weil sie die Kosten scheuen. sie nur deshalb nicht ein,__________ sehr zu wünschen, daß dies« Geldstandpunkt verlasse« � und diese Angelegenheit nicht mehr mtt dem Ziele de« B««? überschuffe«. sondern mtt dem Ziele de« Arbett«woh�« handelt wird. Wenn die Lerwaltungm nicht von seldsiZ Angestellten schützm, so mag d« kräftige Unwille d«% dieselben vorwärt« drängen. Mözm die Arbeit«% kuppelungm fordern. In England habm die™ bedimsteten bereit» eingesehen, daß sie nicht«artm könnst� fich d« den Direktionen da» nökhtge Wohlwollen vo« entwickelt und habm die Sache in ihre Hand genommen!, kann in Deutschland auch geschehen. Vielleicht könn�- Meist« ihrm Lerwaltungm klar machen, daß e« gar viel gel hur wäre, wmn»um Schutze dt« Mmschmi'best, Au«gade von 50 M. für den Wagm gemacht würde(%*- Tausende kostet), daß ad« durchaus kern Bedenken wenn eine S iimkupprlung. wie e* jetzt d« Fall ist, v'' schon für 5 M. zu habm ist. Od« wollm die Vera wartm, di« die Settenkuppllungm verschmkt wnden?, Ueber die w Deutschland bestehende tägitä beit»»eit gabm die Berichte d« Fabrttinspektorm etng" Ausluntt. In Folge übereinstimmend,: Anordnung, lich« Regierungen hadm in dem BerichjSjahre all««ust deamtm ihre Ausm«ksamkeit d« in dm verschieden� dustriezweigen». Z. üblichen tägltchm Arbeitszeit und darüber meisten» in eingehend« Weise b«itbt£., Eegebniß ist natürlich kein bestimmte«, ziffernmäßige«, M in ein und demseibm Bezttkl und«rdei.Siweige grot' schirde.rheiten stattslndm und Beginn und Ende der• stanben, sowie die Vertheilung d« Zwischenpause« außerordentlich von etnand« adweichm. Weimtlio-«. schied« treten hervor je nachdem in den einzelne 3�° oder Letriedm maschinelle od« nur mmsck Anwendung kommt. Lei dm«sterm ist eine. 8dt� fitenger« Ordnung nfordnlich. 58* tchitbenheiten machen Konkurrm», Konjuntturen des�i Moden, Jahreszettm»c. Ausetnand« zu halten. «T ßm � denm keine, wenigsten« L rnfi�ge Nachtarbett stattfindet, und solche, die TagLvA ttn Gange sind; bei«sterm kommt ein« häufig«« UtWLit Ar best«, eit dmch sogenannte Ueberflu?, während bei letzterm dmch einm regelmäßigm' sflt dm einzelnm Arbeit« dt« ArbeUtzett meistens »oraußdefiimmte fest« Dauer gebunden ist. Bei Er» d« wirklichen ArbeUS�i!, d. h. nach Abzug d« M«geben, daß in»« Mehrzahl d« Betriebe«% arbett eineelf- höchsten« zwölf stündige ArdeiiS- � die Regel dilvet;'doch ist auch vielfach nur eine und noch kürz«« Lrbeit»zett üblich, währmd andeml «heblich läng«« Arbeitsleistungm verlangt kürzeste»rbettizeit besteht im"Dmchschni& «"■»S für graphischen Gewerbe. Ein« sehr lange«rdetttdauer Theil verbunden mtt groß« dmebgehend» üblich bei de d« Steine und Erdm und Sehr or strengend und von m löqierlichm Sttapa»e«u�>. lfiimmtm Betlieb« i der Radruna«- und® f der Nahrung»- und w � long« Daun ist in einigen Zweigen d« Textilindustrie,, Spinnereien; fern« in Eisengießereien, wo ab«»e�. ''' wieder lange Piusm ,u Gut» komw'� Beschäftigung ist zu bnüdfichtige«- in d« Regel Vi« Art v« Maschinen,«nd«effelwSrter. die ja länaer in THStisleit sein «Äffen, mit 12 bt» 13 Stunden bei g'steigerter Verantirort- zu sehr angestrengt. Und doch wird ihnen nicht W«" ein. noch längere Aibeitizeit Kit zu 24 Stunden zuge» «wtv?. Sieht man von den Ueberstunden ad. so ergiebt stch, daß die eigmtliche Fabri tindustrie im Durchschnitt eine geringere Arbeitdauer hat, alt Hand� werk und Handeltgewerbe. Natürlich ist die Ärdeitt. nach Gegenden und Londettheilen verschieden. Sie !, in und Westpreußen ziemlich hoch, in Pommern bi> K-at st« durchschnittlich 11 Stunden, in Posen 10-11, Schiet. weg' Holstein, Hannover und Reg.'Le,. Arnsberg 11, Dresden, »düdm 11, Zwickau. Meißen 11-12, Leipzig 10-12 Plauen 12, Meckienbura 10—12, Bremen nur 10, Hamburg 10-11. Im �towiBlbezlrl Oppeln kommt 12stündigi Arbeitszeit vor, in den Eiser hochöfen, Blei- und Silber Hütten, bei der Koaktb«. im Mühlendetrieb, in den Färbereien, Druckereien. fiurfi ist hier zehnstündige Arbeit die Rea-l. Die Berg. '�usirie hat fast autnahmtlot Tag. und Nachtbetrieb mit 12stündigem Schichtwechsel einschließlich 2 Stunden Pause.- pths tingehaibc Mittheilungen enthalten die Berichte der �ayrrischm Fadrtkinspektoren. So wird in dem Bezirk Oder« bay.rn, N-.ed«rbcy-rn, Schwaben und Neuburg nachgewiesen, � Hälfte der Betriebe mit über M 000 Arbritrrn zur Zeit«ine mehr alt elfstündige wa» in etwa 200 Betrieben mit ca. 6C00 Arbeitern ein««ehr S«elsstündige tägliche Arbeit, zeit üblich ist. In etwa «00«etrieden mit 18000 Arbestern beträgt fie weniger alt «..Kunden täglich. Das find zum Theil unerträglich lange Mrdettrzesten, welchen nur durch einen gesetzlichen Maximal- E5.de bereitet werden kann. Die Märtyrer des Todes hat man die unehelichen Kinder Lknannt. Em Bl'ck in die Nürnberger Geburtenstatistik destattgt die alte Thatsache, daß dir unehrlich geborenen Kinder «n dederstend Höhere» Kontingent zur Sierbüch'citSz'fser stellen, «18 die ehelich geborenen. Ganz natürlich, da die Früchte söge. nannter illegttimer Verhältnisse»um größten Theil den prole. tauschen Be-ö>keiungSschichten anheimfallen: die Mütter, ver. vehmt, in Roth und Elend, können meisten» ihre Kinder nicht genügend pflegen, fie geben zum Thell dieselben in die„Z'ehe". mal die Lngelmacherei leisten kann, zeigt un» manchmal Än« ,«2 die«ertchttchronik der Grosstädte. Die meisten Mlle freiNch bleiben verschwiegen. Stellt man ehrlich und mehelich Geborene in Nürnberg einander gegtnüber. so starben 1884 von den ehelich Geborenen pCt. 269 M .8,3 im ersten unehelich Geborenen kCt. 36,2 lil 93 7.6 günstig die ehelichen Kinder diese Mißstände durch Polizei- 2. bit 3. : 7.: il. Man steht, wie außerordentlich gestellt stny. Kann man aber.__________. ngltmenti und durch reaktionäre Ehegetetzgebung— dieselbe ArM noch in Bayem- au» der Welt schaffen V Man r k Sonne verschwinden. Die«ntwickeluug der moderne« Technik im See« verkehr ist von uns derestt öfter» erörtert worden. Der Großbetrieb, welcher mit Hilfe der Dampikraft die Echifffahrt umwälzt, hat neue voribeilhafter« Schiffttqpen geschaffen! die genaue Kcnntniß der Handeltstraßen, die Durchstechung von Landengen, die Einrichtung von Häfen, der Telegraph, welcher die Aufträge zu augenblicklichen«acht, fie haben bewirkt, daß jede: englisch« Seemann setzt zweimal mehr Waaren tränt- porttrt alt 1870, dreimal mehr als 1860 und viermal mehr alt 1850. Alt Transport auf jeden englischen Seemann wer. den berechnet 13S0: 101 Tonnen, 1860: 135, 1870: 184, 1883: 388 Tonnen. Durch diese Steigerung der Transport- ziffer werden selbstverständlich zahlreiche Seeleute überflüssig, zur industriellen Reservearmee adgeschoden. Zugleich macht stch auch ein Stnlen der Arbeiitlöhne bemerkbar. Man frage nur in Hamburg nach dem Stand« der Schiffiheuer, und man wird erfahren, daß derselbe von Jahr zu Fahr stetig zurückgegangen ist. Di« soziale Frage verschont auch die See« ardeitir nicht, und da» ist gut so. Fe mehr Kreise von ihr ergriffen werden, desto rascher wird da» Erienntniß der Miß- stände und da» Streben nach Hebung derselben Platz greifen. OdUgatortsche Eonutagsrnhe hat eine Konferenz SS _ i. �r vuchdmckerbtweautla. Aachen. 14. Okt. Der �«Utende» BlAtchen'«5sch�nenÄolg?�effm immn noch"in' der Hälft t ihre» gewöhnlichen Umfange». Einen allerding» unvollkommenen Ausweg fand da»„Politische Tagblatt", in- dem e» den wenigen gedruckten Texlspalten eine autogra. vhirte Beilag« hinzufügte. Gegen sämmtliche Streikende ist Anklage wegen der ohne Kündigung erfolgten ArbeiWnieder. legung erhoben._ K ereine und Aersammtuugev- hf» I« der öffentlichen versammln«« der„Christlich. Sozialen", welche zum Freitag Abend in den„Kaisersaal" de« Buggenhagrn'schen Ttadliffement» auf dem Moritzplatze ein. hatte Herr Professor Adolf Wagner, unter dem vorbehallenen Vorfitze de» Herrn Hoipreviger» 9 d°t Thema:„StaatssozialitmuS und Sozial- SK:, ,u f,9tt*tn- Die zahlreiche, den großen Saal fl i,nJn«®®0r kast ausschließlich von lonservaiiven, IkMla. und„antisemitischen" Elementen besucht; «»"Ä n°hw- Na»d«m stch zunächst der Vorfttzenve, Herr Stöcker. gegen lttwiffe, vom Zentrum und der„Girmanta" ousge« pars».«« »u dem odenttwahnten Vortrage, den er mit einem auf daß da»„Zentrum" respektive der katholische Kl-ru». trotz der uuleugdar größeren Erfolge der sozialdemokratischen Propa. eanda in protellantischen Landstrichen und Staaten, doch tetne Ursache habe, sich, wie et geschehk, für den eigentlichen„Hort gegen die Sozialdemokratie'' zu halten und auzzugeben, da et geradt katholische Länder und Hauptstädte seien, in denen man über radikal, sozialistische oder vielmthr anarchistisch««u». schreitungen zu klagen gehabt habe. Speziell aus die Sozial- demokratre eingehend, räumte der Herr Profeffor ein, daß dvren Kritik der heutigen sozialen M-ßstände„manches Wahre und Richtige" entHalle, so B- �hinstchtlich der gelingen Löhne der Frauen, und Kindeiarbell u. s. w. El sei nicht zu leugnen, daß in Folge der maßlosen Spekulation da» Proletariat autgedeMet werde. Ohne Zweifel müßten so unmenschliche barbarische Zustände geändert und abgeschafft werden, aber nicht, wie die Sozial. demotratte glaube und wolle, durch einen„einmaligen Umsturz aller bestehenden Lerhällniffe", sondern ganz allmälig, durch geduldige», unermüdliche» Arbeiten und Reformiren. Nach den Theorien d:r Sozialdemokraten soll« alle» Privateizenihum cm Produktionsmitteln, an Modtlkapital und Bmnd und Boden ausgehoben und in Gemeineigenthum verwandelt werden. Daß aber damit geholfen wäre, könne man erst ancr« kennen, wenn die Sozialdemokratie beweise, daß ohne P-ioat- etgenthum eine gesellschaftliche Ordnung, ein geordnet«. Pro» duziren möglich sei. Die Sozialdemokraten müßten stch"st ein klarere, Programm bilden, nicht all«,, wa, mangelhaft und schädlich. zu gleicher Zstt abschaffen wollen. Ganz ander, sei e, um da, Wesen de, Staat, sozialismu, bist llt, durch den allein all«, Gute und«ussührbare, wa, da» sozialdemokratische Programm enthalte, realistrt»erden könne. Er wolle nur die allmälige Verstaailichung gewisser, dazu geeigneter Verkehrlinstitute und Produttion, zweige. Der Erttag die' er„Verstaatlichungen" komme allen Staatsbürgern, also der ganzen Gesellschaft zu Gute. An Stelle der Annen» pflege müsse die alle Hilfsbedürftigen umfassende, verstaatlicht« Assekuranz treten. Man müsse Vertrauen zur Regierung Häven, daß fie ganz im Sinne der kaiserlichen Botschaft ver- fahren werde.(Zwischenrufe:„Ausnahmegesetz.") Da, Au,- nahmeges-tz, fährt der Vortragende fort, sei nothwendig gegen die revolmionären Wühler. Hierauf ertönt lärmender Protest uu, den Rethen der Versammlung, die fortwährend unruhiger wird, da die Masse der Zuhörer dem Redner stürmischen Beifall vaischt, während die kleine Minorität ihm ihr Miß. fallen zu erkennen giedt, besonder, al, er stch gegen einzelne Führer derselben in ziemlich verletzender Weise äußert. Fn der Diskussion gelangt« nur ein Redner. Herr Dr. Lüt. genau, zum Wort, der da, Programm der So»ialvimoirati« gegen die erfahrenen Angriffe veriheidigen und die Schwächen der Wagner'jchen Ausführungen darlegen wollt«, aber sowohl vom Vorfitzenden, wie von der tumultuarisch gewordenen Ber. sammlunz vielfach daran gehindert wurde. Auch waren ihm von vornherein nur 5, dann 10 Minuten Redezeit bewilligt, nach deren Verstreichen ihm der Vorsitz ende da, Wort entzog, wogegen der Redner erklärte, trotzdem weiter sprechen zu wollen. Gleichzeitig tobte und lärmte beständig d°S dem Redner gegnerisch gesinnte Gros der Versammlung. So war denn an ein längere, Tagen derselben nicht zu denken; der überwachende Polizeibeamte machte berell, Miene, die Versammlung aufzulösen, worauf sich der Verfitzend«, Herr Siöcker, beeil:«, fie für geschloffen zu erklären. Der d-m Gro, der Versammlung mißliebige Redner, Herr Lütgenau, defand stch nach Schluß derselben gegenüber den stürmilch Aufgeregten i! bedrohter Lage und e, bedurste energischer Gegen maßregeln selten, seiner Gesinnung, genoffen, um ihn gegen den Versuch thätlicher Angriffe zu schützen. Der Kachverei« der Tischler hält am Dienstag, den 19. Oliober, Abend» präzi, 8'/, Uhr, in Fordan', Salon, Neue Glünstroße 28, seine ordentliche Generalversammlung ad mit der Tagesordnung: 1. Kassenbericht pro III. Quartal. 2. B:richt de, Vorstandes» der Arbeit, vermittelung, lommisfion und der Fachkommission. 3. Ersatzwahl de, Vorstandes, Wahl eine, Koniroleur, und Ersatzwahl der Arbeitsvermittelung,. kommt, fion. 4 Antrag, betreffend die Unterstützung eine, kranken Mitgliedes. 5. Bericht de, Vorstande, über Werk. stellenangelegenhellen.— Nur Verein, Mitglieder und solche Kollegen, welche stch al» Mitglieder aufnehmen lassen wollen, haben Zutrllt. Da, Quittungsbuch ist al, Legitimation vor. zuzeigen. Die Mitzltever, welche an dem Unterricht in der Handwerkerschule thellnehmen, sind zu dieser Versammlung be< sordsr, eingeladen und werden ersucht, ihre Schulkarte mitzu« irnngen. BilletS zum Verein, kränzchen, welche, am 13. No« vrwder in Jordan', Salon stattfindet, find in der Verfamm- lung zu haben, desgleichen Billet, zu ermäßigten Preisen zu Castan's Panoptikum und zum«qaarwm. _ Dt« Zentralkranten«nd vegräbnißkasse für Kranen «ud Mädchen(E. H. Nr. 26). Heute, Sonntag, Nachmlltag, 3V, Ubr, in Gra'wei», Bierhaücn(oberer Saat), Komman. danken straße 77—79, tzouptmrsammlung. Tagesordnung: Kassenbericht pro HI. Qumtal, Ergänzung de, Vorstande, und Verschiedene,. Die Zahlst Uen der Kaffe fird für den Norden bei F. au Grothmann, Woigasterstr. 8 in, für Nordosten bei Frau Strauß. Mehnerstr. 1 Iii, für Osten bei Frau Schneider, Blumenstr. 29 im Laden, für Südosten bei Frau Schneider, Naury ist-. 60 vom im Keller, und für den Süden und Westen beim Kasstrer Herrn Schieß!, Wafferthorftr. 69 III. Der Bor. fitzende Herr Bielefeld wohnt jetzt Brück-nste. 4, Papierbmd. lung, und ist derselbe täglich von 9—1 Uhr zu sprechen. Neue Mitglieder werden in allen Zahlstellen aufgenommen, und ist allen Frauen und Mädckm diese«äffe, welche jetzt gute Garantie für ihr fernere, B:steh-n bietet, nur zu empfehlen. Fachverei« sämmtliche» im Drechsleraewerk beschäf. tigter Arbeit.! Bertin». Mtltwoch, dm 20. Oktober, Abends 8 Uhr, in Gratweii', Bierhallen, Kommandantenstr. 77—79, Mitgliederversammlung. Beiträge, wie Listen für die streiken- den Bre, lauer Kollegen werden bi, auf Weiteres Sonntag, Vormittags»on 10 Uhr an im Lokale des Herrn Müller, Niunynstr. 73, entgegen genommen. Mitglieder und Freund« des Verein,, welche gewillt find, an dem am Sonnabend, den 30. Oktober, stattfindenden Herrenabend de, Verein, durch Vor» träge k. die Gemüthlichkeit zu erhöhen und zum allgemeinen Gelingen beizutragen, werden ersucht, ihre Adreffe nebst An- gab« de, betreffenden Vortrage, bi, sväteften, Mittwoch, den 20. Oktober, bei einem Mitglied« de, Vorstande, mündlich oder schriftlich anzugeben. Versammlung der Stellmacher Dienstag, den 19. d. M» Abends 8'/, Uhr, in Rondel', Salon, Fnvalidenstraß« N. 1»; Ecke Jet Brunnenstraße. Zentralkranke«, und Sterbekasse der Drechsler und anderer gewerblicher Arbeiter Deutschland,(E. H. 48) Ver- waltmrgist lle„Berlin A." Mitgliederversammlung am Montag, den 18. Ottober. Abend, 8 Ubr, in Säger', Salon, Grüner Weg 29. Tagrsordnung: 1. Abrechnung. 2. Verschieden«,. Kranken« und Medizinscheine stellen au,: 1. Im Osten Herr A. G-rlach,«leine Andrea, str. 4 Hos 3 Treppen. 2. Fm Südosten Herr E. Köppen, Manteuffelstr. 27, Abend, von 7'/,- 8'/, Uhr. Der Bevollmächtigte Fr. Schräder wohnt Franzstraße 5. 4 Tr., und der Kasstrer A. Mönch, Adalbert. straß« 26 4 Tr. P.odnkttv.«. Rohstoffgenossenschast der Schneider "(E. Ö) Dienstag, den 19. Ottober. Abend, Herrn Waßmann, General. 1. Vierteljahr«, bericht. 2 Be- z« verlra..... 8% Uhr, Leipj'gerstiaße 33 bei Versarnwlung. Tagesordnung: schädliche,. Sesang-, Tarn- und gesellige vereine%. am Montag. Gesangverein..Männerchor Linde", Adend, 8 Uhr, Naur.yn« strafe 70, bei Stab.— Mamreraes-ngverein„Schneeglöckchen." Abend, 8% Uhr im Restaurant, Naunynstraße 73.— Turn. oeretn„Hasendaide",(Lehrling, abtbetlung). Abends 8 Uhr, Dief-niachstr. 60/61.— Zitherklub„Amphion", Adend, 8� Uhr im„Kurfürftenkell-r". Poststraße 5. Freie Bereinigung der Graveure, Ziseleure It. Mornag, 18. Ottoder, Abend, 8V« Uhr, Annenstr. 18, Ver. sammlung. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitgtglieder. 2. Bericht de, Nrchw-ise-Bureau». 3. Vortrag de, Herrn Dr. Stahn über die Gefahren der fitzenden Leben,«eise. 3. Ver Verband deutscher Zimmerlente. Lokal- Verband„Berlin Ost". Dtenstaz, 19. d. R.. Abend, 8 Uhr, Proskauerstr. 37/88, Vnsammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes und Fcagekaften. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste wMlommen. � � Verband deutscher Zimmerlente.(Lokal Verb, verlin West), Montag, den 18 d. Abend» 8 Uhr, Schwerinerstr. 26 Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag de» Herrn Canitz über Raturheilkund«. 2. Verschiedene». 3. Fragekasten. Fachveretvsämmtlicher anHolzbeaebeUmigsmaschine« beschasltgte« Ardeiter. Oeffentliche Mstgitederoelsammlu g beute, Sonntag, Lormittao« 10'/, Uhr. bei Säger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: Vortrag de, Herrn Dr. Max Baum« gart. Verschieden«, und Fragekasten. Gäste willkommen. Die Zahlstellen de, Verein, b-finden sich: 1. Mariannen Ufer 4 bei FSbn, täglich von 8-9 Uhr Abend, und Sonntaa von 9-10 Uhr Vormittag,; 2. Friedrich, bergerstraße 25 bei Christ; 3. Wörtherstraße 53, Hos pari, bei Gerlach, jeden Sonnadend von 8-9 Uhr Abend,._ Fachverein der Rohrleger. Sonntag, den 17. Oktober, Vormtttag« 10 Uhr, in Niest', Salon. Kommandanten« straße 71/72, Versammlung. Tagesordnung: I. Bekannt» machung des Wintervergnügens. 2. Verschiedenes und Frage» kästen. Aufnahme neuer Mitglieder. verein zur Wahruag der Interesse« der in der Hutkabritutioa beschäftigten Aebetter. Montag, den 18. Ottober, Abend« 8 Uhr, Versammlung in Jakod's Lokal« Barlelstr. la. T. O.: 1. Vortrag. 2. Diskusston. 3. Ber. schieden«, und Fragekasten. vermischte». Gin echte» Schtldbürgerstückqe« macht gegenwärtig die Runde durch die P-tersdurger Presse. Dasselbe gründet stch auf Artikel 59 de, russtschen Frieden, Achter Reglement, einerseits und auf eine menschenfreundliche Handlung andererseits. Fener Artikel lautet:„Wer eine Leiche ohne die betreffende Geneh« migung au, dem Ausland« bringt, oder au, einem Gouver» nement in, andere, oder au, au, einem Kreise in den anderen transportirt, wird mit Geldbuße bi, zu 25 Rubel destraft." Und die Geschichte. Fischt da der brave Schiffer Fewleff un» vorstchttg und gesetz«, Übertretung, lustig wie er ist. gegenüber der kaiserlichen Glasfabrik den Sohn der Frau Kamktn auf, anstatt ihn ordnungsmäßig an Ort und Stelle ertrinken zu lassen und dann, wie fich's gebührt, der hochlödlichen Polizei in dem nächsten Bureau von dem Geschehntß Meldung zu machen; fischt ihn auf mit Lebensgefahr, treibt den Frevel dann noch gar so weit, daß er den Jungen auf seiner Barl« unterbringt, ruhig wetter fortfährt, al, wäre nichts geschehen, und erst im Schlüffeldurger Bezirk«itsammt Frau Kamktn der Polizei von der Sache rapportirt. Aber— da, Auge de, Gesetze, wacht, und so ging auch diese„Unthat" nicht unge» straft vorüber und Fewleff würbe mitsammt Frau Kamktn vor Gericht gestellt und ihn«reitte die oerdient« Straf«. Der Friedensrichter verurtheitte ihn wegen Uebertretung jene, von der Polizei angezogcnm Aitikel, 59 zu 10 Kopeken Strafe. Bor Gericht hatte der Delinquent gar noch die Dreistigkeit. teltend zu machen, daß er ja dlo. Jemand da, Leben aeiettet alte und daß er also beim besten Willen diesen Jemand nicht für ein«„Leiche" halten tointe.... Ei« Knabe als Mörder. In Rischkowitz(Mähren) spielten dieser Tage die Knaben Alois Kuba und Franz DHU. Elfterer verlor mehrer« Nässe, wcShalb er derart aufgebracht wurde, daß er vom Wohnzimmer setner Eltern ein geladene, Gewehr hotte und diese, auf Oslik abfeuerte,«elcher todt niederffürzte. München«« Durst. Auf der Festwiese in München wur« den während der löZjtägigen Dauer de, Oktoberfette, rund 5880 Hektoliter Bier verzapft, wonach also auf den Tag durch» schniitlich mnd 37 420 Liter Bier treffen. Unter allen Bier» Verkäufern steht Herr Schottenbamel mit einem Verbrauch von 1092 H ttoliter Märzen- und 40 Hettoliter Exportbier oben an. Der größte Verbrauch stellte stch bei demselben am Oktoderfest« sonntaa auf 154 Hikloliter, der geringste am letzten Frettag auf 26 Hettoliter. In ven nahen Kellern wurde«denfall, eine Masse vier vertilgt. AnSgegrabeue Stadt. Au, Petersburg wird der„Voss. Ztg." unterm 12. v. M. berichtet: Der die Ausgrabungen in Czerson leitende Archäologe Ewarnizki entdeckte unweit der gleichnamigen Stadt, gegenüber der Stell«, wo die Flüsse Ksschewaja und Korabelka stch in den Dnjepr ergießen, eine umfangreiche alte Stadt mtt regelmäßigen, zum Drjepr füh» renden Straßen. Di« Fundamente der Häuser bilden Quadrate, die Oefen find voll Asche und Knochenresten; in den Wob» nungen fand er viele Hausgeräthe, Thell« von Statuen und anderen vildhauerarbetten, Siücke Blei und mehrere griechisch« Münzen mtt der Jischrist„O.oia". Au, den Funden geht hervor, daß an dieser Stelle einst eine griechische Stadt stand. Die Ausgrabungen find noch nicht zu End« gesübrt; kaum der zebnt« Theil der Sladt ist dlosaelegt. Nach Abschluß der Ar» betten, der erst im Frühjahr 1887 zu erwarten ist, beabstchtigt Ewarnizki die Durchforschung der umligenden Kurgan«. Selbstmordversuch einer Nonne. Au, dem Kloster Studrnitz in Untersteter stürzte stch eine junge Nonne vom zweiten Stock»erke herab, ohne stch erheblich zu verletzen. Sie wurde wi'der in» Kloster zurückgebracht. Wie verlautet, soll fie gegen ihren Willen dort zurückgehalten werden. Eine merkwürdige Aanonze bringt die„Roer Ztg.": „Eine schwarzleoerne Briestasche mit mehreren Hundert Mark verloren. Ein redlicher Finder wird gebeten, dieselbe gegen gute Belohnung in der Expedition diese, Blatte, abzugeben. Ein unredlicher Finder wird gebeten, wenigsten, die Brief» lasche zurückzuschicken, da dieselbe viele für den Verlierer wich. ttge Notizen enthätt." Kleine Mittheilnngen. Polu..Walteabe«g, 12. Oltoder.(Vom Blitz erschlagen.) Am Sonnabend Nachmittag zog ein Gewitter auf. E!n Blitz« strahl traf auf dem Domintalfeld« von Mechau den Lohngärtner Boge,. Der Mann war auf der Stelle todt. Sine klaffende Wunde zeigte stch an der Siirn. Die Bekleidung wir vom Blitz in Stücke geeiffen; da» Kopfhaar, die Augenbrauen und der Bart waren veesengt. Ein zweiter Schlag ging dicht neben mehreren Personen nieder, die mit Kartoffclhacken auf einem Felde beschäftigt waren. Der letzter« Blitzstrahl richtete aber keinen Schaden an. Ntkolsbnrg» 12. Oktober.(Mordthat.) Am vergangenen Freitap, Mittag», begab stch der in Fallenstetn, einem in der Umgebung Nikoltbmg» gelegenen Marvflecken, wohnhafte 78 jahzize Häusler Joseph Bart! in den naheliegenden Wald, um daselbst Hol» zu sammeln. Der Bauernbursche Mathia» Stampfer, ein bereit, mehrmals abgestrafte» Individuum, folgte mtt einem schweren Beil« dem Greise, überfiel denselben und brachte ihm mehrere schwere Verwundungen am Kopfe bei. Nach der That begab stch nun der Mörder in die Wohnung leine» Opfer,, konnte aber daselbst kein Geld finden, weil der Gret, seine Barschaft im Betrage von 29 fl. 30 sr. in seinem Bette vrrborgen hatte. Sonnadend Vormitlag« wurden Leute in den Wald geschickt, um den Vermißten aufzufinden. Unter diesen Leuten befand stch auch der Mörder. Er war e, seiner, der zuerst auf Bartl stieß, der bewußtlos in einer Blutlache lag. Fn diesem Zustande wurde der Überfallene Greisin seine Wohnung gebracht und starb Sonntag Abend, an den er« halten«» Verletzungen, nachdem er nicht mehr da» Brwußtsein «langt hatte. Nun forscht« man nach dem Mö der. Die Gendarmerie lichtete ihr Augenmerk sogleich auf Stampfer. Bei Durchsuchung seiner Wohnung wurde da, dlutbefleckte Beil gefunden. Stampf« entsprang durch', Bodenfenster; d« in Laa an der Thoya stationirt« Gendarm Gerstderger ver» folgte ihn und tonnte ihn«st nach dreistündiger V«folgung mit Hilfe eine, Bauer» au» der Umgegend festnehmen. Mtt offenem Messer fteMe stch Stampf« dem Bauer entgegen und drohte, denselben zu erstechen. Ter Mörder wurde gestern Abend dem B,,i:k»g«tchte Feld,b«g eingeliefert. Wie«, 12. Oktober. Ein eigenthümliche, goldene, Jubiläum wurde am Sonntag ht« gefeiert. Die hi« wohn« hafte Wittwe Aeamer beging nämlich da» fünfzigjährtge Judiläum al, Orgelvreherin. Zur Fei« de» Tage, hat sich die noch immer rüstig« F. au«ine prächtige neu« Orgek beschafft. Ottawa, Ont, 29. SWale» find die telegraphischen Verbindungen unterbrochen, auch die Ernte ist beschädigt. Die letzten Depeschen melden noch eine Zunahme de» Sturme». Ketzte Pschrichts«. Bulgarisches, Die russische Presse setzt ihr« Hetzereien zegm die Regentschaft und die Wahlen fort. So schreibt da» „Journal de St. PeterSdovg": Die willkürlichen Inhaber der Macht, welche seit mehr alt einem Jahre Bulgarien aui den Weg der Revolution geworfen haben uns deren Vorhanden« fein und Autorität nur auf Gewalt und Gewaltthätigkeit be» ruhen, verschanzen fich hinter der konstitutionellen Gesetzlichkeit. um da» vollständig ungesetzliche Regime, welche» fie eingesetzt haben und auch behauvlcn wollen, fortzuführen. Der National« Versammlung, welck« fie unter dem Einflüsse de» Schrecken» haben erwählen lassen und welche ihnen in Fo!ae dessen er. geben ist, ist von ihnen da» Recht verliehen aordtn, fich über die G-setzmäßigkest der Wahlw, au» denen ste hervorgegangen ist, zu äußern und ebenso die Machtbefugnisse der Regierung, deren direkter Ausfluß fie ist, zu sanktioniren. Et würde schwierig sein, besser mtt Worten zu spielen, um zugleich Richter und Partei in der eigenen Sache zu sein. Darüber mtt ihnen zu streiten, ist unmöglich; aber e» ist nickt angängig, daß da» Geschick Bulgarien», welche» mit der Ruhe de» Orient» und dem allgememen Flieden im Zusammenhang st ht, solchen ra- dtkalen Doktrinen überlassen weide.— Die Wiener„Neue freie Presse" meldet au» Sofia, daß nach den osfiztellen Berichten von 65 Wahlbezirken in Bulgarien und Oürumelien die Wahlresultate au» 78 Bezirken vorliegen, und könne dem» nach, da die erforderliche Zahl von% der Bezirke gewählt hätte, die wie e» heißt, auf den 27. Oktober nach Ttrnowa de- rufen« große Sobranie zusammentreten. Französtsche Rintfterkrifis. Angefichti der urbifieg« baren Feindseligkeit de» Budgeiauischuffr» gab Sadi-Camot seine Entlassung. Freycinet macht Anstrengungen, ihn zurück, zuhalten, indem er ihn auf M« Bnufung ro-n Ausschuß an da» Kammerplenum verweist. Camot scheint stdoch entschlossen. Al» Nachfolger wird Sarrien ober Rouvier genannt. Sarrien's Portefeuillewechsel zöge Rcynai't Eintritt ir.'i Kadmet nach ftch. Reichstagswahl. Habeitle! en. 16. Okioder. Bei der gestern stmtoehadten ReichStagSertatzwohl für den Krei» Hader? leben, Eonderdurg find, wie bisher dekonr. in der Stadt HadeiSliben für Bachmann ideutichfrzikinni?) 722, für Jo- hannsen(Däne) 309 St., in der Siadt Ssiiderburz für Vach- wann 309 St., für Jobannsen 266 Si. abgegeben woiden. Die Resultate au» den Landdeziilnr stehen noch au». Kriefkafte« der Redaktion. Lei Anfragen bitten wir bi» Abonnementz- Ouittmig beizufügen. Brieflich» Antwort wird nicht ercheiit, Rr. 100. Da Sie weder Namen noch Wohnung des« jenigen wissen, der bei Janen die Anfertigung eine» Kleide» destel'-t und d-n Stoff geliefert hat, fo müssen Sie waitm, dt» er fich von selbst melset, wenn ste die Person nicht sonst er- Mitteln können. I DlssiXs zu desvt H. D-, varuth erstruße. Di« Kinder eine» find nicht verpflichtet, den Konfirmationsur.terricht z—... Zwei Wettende. Der Gni»t»oollzieher ist sosojip fugt, den Ssuldner auf Grund eine» vollstreckbaren u» auf offener Straße anzuhalten» al» auch die Zwangt vollst«« beliebig oft zu wiederholen, auch wenn dieselbe bisher I ftuchtlo» gewesen ist._ F. St. Coeanerstraße. Die Forderung für einen» nachten 1883 gelieferten anzug würde verjähit sein, wum' nicht in der Zwischenzeit durch Leistung von Theiiur" die Schuld anerkannt hätten. So aber kann die Fo nebst Zinsen geltend gemacht«erden. Wenn bei ver» Theilzahlung der Schneider keinen Widerspruch doge hoben hat, daß Sie wegen der schlechten Arveii ihm et> stimmten Abzug von dem vrreindartm Preise machten, s» er jetzt nicht den abgezogenen Betrag nachfordern. Gega. Zahlungsbefehl erbeoen Sie schriftlich beim Gericht unteil gab« de» Aklenzeicher» Widerspruch. Zahlung» best hl iß Geldlorderungen immer ohne Unterschied der Summe n# O. 100 Eisenbahnst?. Ein Stiefvater hat an ftö> Züchligur gSrecht gegenüber seinem Sites söhn; wohi aber» ihm dasselbe von seiner Frau, der richtigen Mutter des übertragen w-rden. Her«. T. 1. Wenn die Miiglieder eine» auf Grur� Soziariftengeietze» aufgelösten Dilettanten- Verein» zu:> anstaltung von Proben oder Ausführungen zusammenlow so könnte darin leicht eine Forsitzung de» verbotenen 2# gesunden werden. 2. Di? Bezeichnungen„Li er" und find sranzöstscken, die Worte„Hettar",„Kllogramm"%% g«den grtcrdischen Ursprung».„Hetaton" heißt auf gltf 100 und„Cbilioi" 1000. H. N. Aaronftr. Freileich find Sie Eigenthü durch einen Händler gekciuftin Lolterieioose» gewordene haben aber dadurch nicht da» Recht erworben, daffeibt' für die nächste Klaffe zu spielen. Wenn Sie da» Ausg dm Handler sparen wollen, so wenden Sie fich doch einen Kolletteur, und thun Sie fiw liölhlgrnsall» mit Spielern zusammen. Wenn«in Händler ein möglichst� Aufgeld zu erzielen sucht, so ist doch da» kein Schwind Loose find eben diu Waare, die Jeder möglichst vrrkoufen sucht. C. F, Charlotteudurg. Ihre Schwester muß die Vermirteiung de» Poirzridureau», in dessen Be-irk I schafl wodnt, nachsuchen und kann, wenn ein Vcrgle nicht zu Stand« kommt, auf Gewährung von Lohn un Klage erheben. Theater. Sonntag, den 17. Oktober. OVernha«». Johann von Lothringen. Moniag: Fidelto. Schanspielha«». Egmont. Montag: Ein Wintermärchen. Deutsche« Tdeatnr. Gräfin Lambach. Monrag: Da» Käthchen von Heilbronn. Refidenz-Theater. Ein Großstädter. Vorher: Ein anonymer Brief. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kriedrtch-WUhelmftiid tische» Theater. Der Nachtwandler. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wallner-Theater. Der Goldonkel. Montag: Dieselbe Vorstellung. velle-Alitanee.Theater. Lillt. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ostend-Theater. Der Glöckner von Notte« Dame. Montag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria- Theater. Amor. Tanz-Poem von Luigi Manzotti. Montag: Dieselbe Vorstellung. Walhalla-Tbearn. Die Piratm. Rontag: Dieselbe Vorstellung. Zentral-Theater. Alle Jokodftt. 30. Direkt.: Adolph Emst. Der Waw-Teufel. Gesang»' posse in 4 Mm von W. Mannstädt. Koupleti von G. Görß. Mustt vonG.Stessm». Mtt neuen Delora Vor- stellung. ade« Therntzer. (Früher XiOnlMaatUtlscke« Theater.) Dretdmerstraße 72/73. GH» I-Hnso» Family, vrettgelrönie Schwim« wer und Taucher. Mr. Hofs««»« mtt seinen dresfirtm Hunden m Schafen. Nirgrl'» Hastet- trappe. Ernesto. Horwey. Paula und Lud- vfig Tellhdm. Eugen Zocher. Fräul. Belloni, Sängerin. LSthfelhafie» Uerschminbe» einer fnuge« Kam« von ostener Kühne vor den Aagrn de» Pudlikams. Hlnmttielbar darauf: Voüstävdige Aufklärung über da» Verfchmind«« der Dam». Kafieuöffnung 5 Ugr. Aman« 6% Uhr. Montag: Si»"«rosse Fest Vorstellang. Kassenöffnung 6'/, Um. Anfang 71/» Uhr. v«a» zur Kickruug in Infenfm der in der IfoffaBti&afion >M- keslkäftigle» Arbeiter. Versammlung am Montag, den 18. O"oder, Lb-nds 8 Uhr, bei Iaeodo, Bart-lfttaße 1». Vortrag. Diskussion. Verschiedenes, Fragekasten. 857] Der Vorstand, «rosse öffentliche Schneiderversammlung am Dienstag, dm i 9. Oktober, Abend» SV>Udr, in den Arminhallr«» Kommandantenstraße 20. Tagelordnung: 1. Bieler eint Oeganisaw n Vortheile und welcher Natu: sind dieselben? 2. Jniereffante Enihüllungen über die Arbeit«. veihättniffe der Schneide.[865 Der Einberufe r. Gauvereiu berliner Bildhauer. Dienstag, den 19. Oltdr., Ab. 9 Uhr, Annen» strasse 16. Tagesordnung: 1. Vortrag de« Bau- mristn» Herrn Seicertz übcr„Die Architettur und Plastik seit dew Autgange dt» Mittelalter»" 3 V-richiedrne». 2. Geschäsrliche». Berliner Stadt-Theater. (Früher Alhombra- Theater.) Wallner« lhecterstraße 15 Sonntag: Zum 1. Male: Robert und Bertram, oder: Die lustigen Vagabunden. Große Pcsse mtt Gesang in vier Abtheilungen. Vor d»r Vorstellung: Großes Coucert der Hauskapelle, unter Lettung de» Kapellmeister» Hrn. Th. Franke. Anfang der Vorstellung 7% Uhr.[805 [852 Mitglieder. Setfommlim« der Central- Kranken- und Kierbe koste der Maler und perwündten Bemt»g. Deurichl.(Ä. H.), Filiale Süd oder lll. Dienstaa den 19 d. M., Abend» 8 Uhr, Älte Jakobstr. 83 lCa'S Reiber). Tages- Ordnung: Küssrndettchl, Wahl ein-» Arzte» und Krankentontroleure, Verschiedene».[850 Nstttstötzllvssvertia d. Kachbinder:c. Moniag, ven 18 Oilbr., Abend» 8'/, Ubr in Gcatweir't Bierballe�, Kommandantenstr. 77/79, «»»eralversammianz. T.-O: 1. Kassen- berrwl. 2. Sralulenänderung. 3. Verschiedene?. 846] Der Vorstand. «enerai-Uersammlung de»[858 Gauvereius der Maler Serltus am Dienstas, den 19. Dt ihr., Abend» 8 V, U:r, in«ratweil s Bier hallen, Kommandante.ist 77/79. MrrglieStk. legttim. Der Vorstand. Verein imv Wahrnng der materiellen Interessen der favrik- und Kandardeiter. Dienstag Ad" d 8 Uhr, Andr«a»praße 23 bei Mablitz$ er fn mm long. Tagesordnung: 1. MonatSkerilyt. 2. Ergänzung» wähl de» BorstandeS. 3. Verschied neo. Gäste ha en Zutritt. Um zahlreiche» Erscheinen ersucht 855] Der Vorstand. 1 182, Schönhauser Allee 182. 790 parterre. Omnibus-Haltestelle am Schönhauser Thor, parterre. 14000«Kg. Herbst- a. Winter-Paletots(neu u. wenig g-traaen) von 8, 12, 15—35 v- 10000 Rock» und Jaqnertes» Anzüge von 10, 12, 15—35 M.(Pracht- Exemviare), 15000 Knaben- n. Burschen-Änzüge von 4 M. an, Hüte, Uhren, auch für ko.?u' lente Vers�'-.en vaffmdr Sacken. Eieaante moderne Damenmüntel für dcn 3. Td� de» Werth:«. Ad/ahlung gestattet. Ownidu» u. P eracbahn wird vergüte! Die Leihhaus- Verwaltung. yeffenttich» Versammlung der Putzer Lerlius und Umgegend am Msntag, den 18. Oktober, Nachm. 5V, Ubr, im Fsnifenst.«oneerthan». Alte Jalobstr. 37. Tagesordnung: 1. A.rcchnung de» Generalfond» pro 1. Mai di» 31. Juli 1886. 2. Auf« lösung der dest'h'nden Komwisfion. 3. Verschiedene».[856] Di« Kommission. Roh-Tabak! [859 Preizwerth« Kumatra-Deckrn wie billig« Umblatt- und Ginlage-Tabak« ewp'eblen W. Bergemann& Co. 38 Alexauderstraße 38. Di-„Deutsche Schneider-Atademie" ist von Krausenstr. 41 Seydeistr. 27"MU retl1 Beginn»euer Kurse: 18. Oktober! J. A. Mallwitg, Fachlehrer and 15 Mark Winter-Paletots, mit Wollfutter 7 Mk. Stosshosen neueste FaconS 20 bis 30 Mk. cleg. Stoff-Auzüge 4 Mark Knaben-Ttoss-Anzüge 5 Mk. Winter-Paletot» für Knaben 4 Mark elegante meiste Weste« 12 Mark clcgante Schlafröcke 861] Gebr. Neustadt, Jerufalemerstr. 41,«cke Krausenstr. Auk AbsuMuug. Valetot», Herren- unü Knaven-Ausüge, so�-i? Damenkleider, Winter-Mäntel%. im Tuch-Geschäft[TJl yrinzenstr. 53/ gegenüber der Turnhalle. 1 It. Mäntel, welche zur Reis« al» Muster-rem., für 10—20 M., Werth 40-100 M. v-rk. die größie Fabrik Keqdelstr. 18 Sonntag» di» Abend» gtöffaet.[788 Damm- Empfehle mein neu eröffncte»[837 Sclmhwaaren-Geschäft Siaiitzerstraße 117,»«ischen Mariannen« und g..,„ Meutteuffelstraße. sgSsf-M# - Reelle vedrenung. iBillta« Preise. SiHIafft. f. 2H. Lübbe« elftr.13. Hof pari. b. Baier. 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